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PharmaSGP Holding SE Annual Report 2020

May 4, 2021

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Annual Report

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2020 Geschäftsbericht

PharmaSGP auf einen Blick

Inhaltsverzeichnis

Mio. €

FIXKOSTEN (ZU UMSATZ – Ø 2019/2020)

VERKAUFTE PACKUNGEN IN 2020

67

ARZNEIMITTELZULASSUNGEN BESTEHEND ODER IM VERFAHREN

BEREINIGTE EBIT-MARGE (2017-2020)

>30 % DURCHSCHNITTLICH

ZIELGRUPPENREICHWEITE PRO MONAT (KONTAKTE)

<10 %

1
Die PharmaSGP
3
Zusammengefasster
Lagebericht
4
Konzernabschluss
Wir – die PharmaSGP 5 Grundlagen des Konzerns 30 Konzerngewinn- und -verlustrechnung
und Konzerngesamt
Die Plattform der PharmaSGP 6 Wirtschaftsbericht 33 ergebnisrechnung
Internationale Präsenz 8 Prognosebericht 41 Konzernbilanz
Finanzkennzahlen 9 Chancen- und Risikobericht 41 Konzerneigenkapital
veränderungsrechnung
Unsere wichtigsten
Markenfamilien
10 Internes Kontrollsystem und
Risikomanagementsystem
bezogen auf den Konzern
Konzernkapitalflussrechnung
"Health Brands" mit
starkem Wachstum
12 rechnungslegungsprozess 48 Konzernanhang
Vorstandsinterview zur
Unternehmensstrategie
14 Risikoberichterstattung in
Bezug auf die Verwendung von
Finanzinstrumenten
48 5
Weitere
Übernahmerelevante Angaben 49 Informationen
2
An unsere Aktionäre
Erklärung zur Unternehmens
führung und Corporate
Governance-Bericht
50 Versicherung des Vorstands
Bestätigungsvermerk des unab
Vorwort des Vorstands 20 Abhängigkeitsbericht 54 hängigen Abschlussprüfers
Bericht des Aufsichtsrats 22 Vergütungsbericht 55 Impressum
PharmaSGP am Kapitalmarkt 26 Nachtragsbericht 56
Konzerngewinn- und -verlustrechnung
und Konzerngesamt
ergebnisrechnung 60
Konzernbilanz 61
Konzerneigenkapital
veränderungsrechnung
63
Konzernkapitalflussrechnung 64
Konzernanhang 65
Versicherung des Vorstands 94
Bestätigungsvermerk des unab
hängigen Abschlussprüfers
95
Impressum 104

PharmaSGP – eine paneuropäische Plattform, um führende OTC-Marken auf- und auszubauen

Wir...

…sind eine paneuropäische Plattform

…machen aus Marken Marktführer

Wir bieten Verbrauchern OTC-Arzneimittel mit Marken, denen sie vertrauen können. Mit unseren apothekenexklusiven Produkten haben wir Marken in vielen relevanten chronischen Indikationen aufgebaut, die in ihrer jeweiligen Kategorie führend sind. So sind wir u. a. mit RubaXX® bei rheumatischen Schmerzen und Restaxil® bei neuralgischen Schmerzen (Nervenschmerzen) Marktführer für systemische, chemiefreie OTC-Schmerzmittel in Deutschland.

Die PharmaSGP hat eine Plattform etabliert, mit der sie Marken europaweit in allen Märkten erfolgreich aufbauen, integrieren und ausbauen kann: Um uns auf unsere Kernkompetenzen zu fokussieren, haben wir ein skalierbares Geschäftsmodell mit geringen Fixkosten geschaffen, das schnell und effizient in andere Zielmärkte transferiert werden kann. Seit der Einführung des ersten Produkts in Deutschland im Jahr 2012 konnten wir so unsere erfolgreichen Marken auch in weiteren Ländern wie Österreich, Italien, Belgien, Spanien und Frankreich etablieren.

…stehen für kontinuierliches Wachstum

In großen Dimensionen denken, in kurzen Zeitrahmen handeln – dafür sind wir bereit, auch ungewohnte Wege zu gehen und schnell und flexibel auf Veränderungen zu reagieren. So haben wir es geschafft, kontinuierliches Wachstum Jahr für Jahr zu erzielen. Auch in Zeiten eines schwierigen Marktumfelds wie 2020 wachsen unsere "Health Brands" organisch zweistellig. Unsere Vision ist es, in Europa das führende Unternehmen mit einem starken OTC-Produktportfolio mit führenden Marken in ihren Kategorien zu werden.

>50

Die Plattform der PharmaSGP

Wir haben ein Geschäftsmodell mit geringen Fixkosten etabliert, das nachweislich in andere Zielmärkte transferierbar ist. Wir fokussieren uns auf unsere Kernkompetenzen und haben den gesamten Herstellungs- und Logistikprozess ausgelagert. Wir haben unsere Prozesse so standardisiert, dass unser Geschäft schnell in all unseren Märkten skalierbar ist. Wir haben Expertenteams für das In- und Ausland aufgebaut und steuern alle unsere Geschäftsbereiche von unserem zentralen Firmensitz aus Deutschland heraus.

Hocheffizientes, skalierbares Geschäftsmodell

Wir haben den gesamten Herstellungsprozess für unsere Arzneimittel, Nahrungsergänzungsmittel sowie Kosmetika an Dritthersteller ausgelagert. Mehr als 50 unterschiedliche qualifizierte Lieferanten bilden eine hochdiversifizierte paneuropäische Lieferkette. Ob Rezepturentwicklung, Labortests, Rohstoffbeschaffung oder Packmittel- und Produktherstellung – in allen Bereichen greifen wir auf Spezialisten ihres Fachs zurück. Höchste Qualitätsstandards (GMP), standardisierte Prozesse und langfristige Geschäftsbeziehungen zu kleinen und großen Herstellern ermöglichen jederzeit eine effiziente Skalierbarkeit.

Hochdiversifizierte Lieferkette

Eine ausgeprägte regulatorische Kompetenz ist ein wichtiger Bestandteil unserer Plattformstrategie. Unsere Experten verantworten alle regulatorischen Belange sowie Zulassungsverfahren des Portfolios im In- und Ausland. Inzwischen umfasst unser Portfolio 67 Arzneimittelzulassungen, bestehend oder im Verfahren. Ebenso haben wir ausgiebige Erfahrungen hinsichtlich regulatorischer Anforderungen bei Kosmetika und Nahrungsergänzungsmitteln. Dies ermöglicht es uns, OTC-Produkte unterschiedlicher Kategorien jederzeit zu integrieren.

Hohe regulatorische Kompetenz

2019 Die Zahl der jährlich verkauften Packungen übersteigt 3 Mio. Stück.

2020 Im Juni gelingt der PharmaSGP der Börsengang (erster Börsengang im Prime Standard 2020 in Deutschland).

LIEFERANTEN

Einer unserer wichtigsten Erfolgstreiber ist unsere bewährte D2C-Marketingstrategie, die sich auf eine direkte Endverbraucheransprache in Print und TV fokussiert. Wir haben einen speziellen Prozess etabliert, um die Bedürfnisse der Verbraucher genau zu analysieren und zu verstehen sowie unausgeschöpfte Marktpotenziale zu entdecken. So haben wir es bereits mit dem ersten Launch im Jahr 2012 geschafft, eine Nr. 1 Brand hervorzubringen. Inzwischen haben wir sechs führende Marken in ihren Kategorien im Portfolio und blicken auf eine nachgewiesene Erfolgsbilanz beim Auf- und Ausbau führender Verbrauchermarken zurück.

D2C-Marketing-Spezialisten

Unsere D2C-Marketingstrategie zeichnet sich durch eine hohe Zielgruppenreichweite aus. Wir erzielen in unseren Märkten eine Zielgruppenreichweite von mehr als 100 Mio. Kontakten pro Mo-

nat. Eine klare Mediastrategie und

spezielle Algorithmen zur Messung der Effektivität von Marketingkampa-gnen ermöglichen, zusammen mit unseren etablierten, langjährigen Beziehungen zu relevanten Medienhäusern, attraktive und effiziente Mediakonditionen.

Hohe Reichweite bei geringen Kosten

ARZNEIMITTELZULASSUNGEN

67

Alternde Population in Europa:

>32 %

sind im Jahr 2030 älter als 60

Selbstmedikation:

~3 %

Wachstum in kontinentaleuropäischen Märkten bis 2024

Steigende Nachfrage nach natürlichen OTC-Produkten:

Marktwachstum zwischen 2017 und 2018 in Deutschland

erwartetes durchschnittliches Wachstum von OTC-Arzneimitteln bis 2024 in Deutschland

Wachsender OTC-Markt:

Trends im Markt natürlicher OTC-Produkte

Sechs Länder – eine Basis

Die Jahreszahlen entsprechen dem Markteintritt der PharmaSGP in das jeweilige europäische Land.

Headquarter Gräfelfing bei München

DE 2012

AT 2016

FR 2016

IT 2017

BE 2017

ES 2018

Unsere Internationale Präsenz

Finanzkennzahlen

Geografische Aufteilung der PharmaSGP-Umsatzerlöse*

Kennzahlen der PharmaSGP-Gruppe*

2017 2018 2019 2020
Umsatzerlöse 53,1 60,6 62,6 63,2
EBITDA bereinigt 15,7 19,9 22,8 17,0
EBITDA-Marge bereinigt 29,7 % 32,9 % 36,5 % 26,9 %
EBIT bereinigt 15,3 19,5 22,4 16,5
EBIT-Marge bereinigt 28,9 % 32,3 % 35,8 % 26,1 %
Ergebnis je Aktie** 0,98 1,23 1,39 0,89
Operativer Cash Flow 14,3 8,4 17,6 15,5

* alle Angaben in Mio. €, außer Ergebnis je Aktie (in €) und Margen (in %) **Für die Geschäftsjahre 2017-2020 sind 12.000.000 Aktien die Grundlage für die Berechnung des Ergebnisses je Aktie.

Umsatzerlöse der PharmaSGP*

Unsere wichtigsten Markenfamilien

Unser Fokus: "Health Brands"

Wir bieten Verbrauchern OTC-Arzneimittel mit Marken, denen sie vertrauen können. Mit unseren apothekenexklusiven Produkten fokussieren wir uns auf ältere Menschen mit chronischen Leiden. Unsere Arzneimittel basieren auf natürlichen pharmazeutischen Wirkstoffen mit dokumentierter Wirksamkeit und nahezu keinen bekannten Nebenwirkungen. Zu unseren größten Markenfamilien gehören RubaXX® bei rheumatischen Schmerzen und Restaxil® bei neuralgischen Schmerzen. Mit den Marken DESEO® und Neradin® bedienen wir den Markt der Männergesundheit. Während TAUMEA® Betroffenen bei Schwindelbeschwerden Linderung verschafft, hilft Lindaven® bei Hämorrhoidalleiden. Unsere Marken in der Kategorie "Beauty Brands" verschaffen Abhilfe bei kosmetischen Alterserscheinungen.

Health

Die PharmaSGP steht für ein breites Portfolio an vertrauenswürdigen Marken in vielen verschiedenen Indikationen.

Starkes Wachstum unserer "Health Brands" Unsere Strategie: unausge-

schöpfte Marktpotenziale analysieren, starke Verbrauchermarken aufbauen und erfolgreich in andere Länder transferieren. Dank unserer paneuropäischen Plattform ist dies einfach und kosteneffizient möglich. Unsere zwei wichtigsten Leistungsfaktoren haben wir dabei stets im Blick: Umsatzsteigerung bei gleichzeitigem Profitabilitätswachstum. Daher haben wir in den letzten Jahren unser Investment immer stärker auf die Kategorie "Health" fokussiert. Das kontinuierliche Wachstum unserer "Health Brands" bestätigt diese Strategie.

Resultat unserer paneuropäischen Plattform

Über den Auf- und Ausbau führender OTC-Marken, die geplanten M&A-Aktivitäten und deren Finanzierung

Für diejenigen, die noch nicht vertraut sind mit der PharmaSGP: Was zeichnet Ihr Unternehmen aus und wie unterscheiden Sie sich von Ihrem Wettbewerb?

N. Weigand: Als Consumer-Health-Unternehmen fokussieren wir uns auf nicht-verschreibungspflichtige Arzneimittel, sogenannte OTC-Produkte, die wir direkt beim Verbraucher bewerben und ausschließlich in Apotheken verkaufen. Dabei haben wir über die Jahre eine Plattform für Markenprodukte geschaffen, um führende OTC-Marken national wie international auf- und auszubauen. Hierdurch eröffnen sich uns enorme europaweite Wachstumsmöglichkeiten.

Wir haben ein Asset-Light-Geschäftsmodell etabliert, das eine hohe Skalierbarkeit bei hocheffizienter Kostenstruktur sicherstellt. Unsere jahrelange regulatorische Erfahrung ermöglicht es uns, OTC-Produkte unterschiedlichster Kategorien schnell in unser Portfolio zu integrieren und in Märkte einzuführen. Gleichzeitig erreichen wir als D2C-Spezialist bei den relevanten Zielgruppen mit mehr als 100 Millionen Kontakten pro Monat eine sehr hohe Reichweite. Und das Ganze bei attraktiven und effizienten Mediakonditionen.

Aus diesen Stärken heraus schaffen wir auf unseren "Health Brands" seit Jahren kontinuierliches und profitables Wachstum. Dabei kommen uns strukturelle Trends zugute, wie das zunehmende Alter der Bevölkerung, das steigende Gesundheitsbewusstsein oder auch der Trend zu natürlichen Arzneimitteln und Selbstmedikation.

Was zeichnet die Wachstumsstrategie der PharmaSGP

aus?

N. Weigand: Mit unserer Wachstumsstrategie verfolgen wir das Ziel, unsere paneuropäische Plattform effizient zu nutzen. Zum einen erweitern wir stetig die Anzahl an Indikationen, die durch unser Produktangebot abgedeckt werden, zum anderen forcieren wir unsere Expansion innerhalb Europas.

Neben dem weiteren organischen Wachstum unserer bestehenden "Health Brands" werden zukünftig die Akquisition und Integration von etablierten Marken im Fokus stehen.

M. Rudolf: In Bezug auf die Akquisition von etablierten Marken steht das Wertsteigerungspotenzial klar im Vordergrund. Wir haben durch unsere PharmaSGP-Plattform die Möglichkeit, das Potenzial eines Produkts optimal zu nutzen. Zum einen, indem wir den Umsatz durch unser effektives D2C-Marketing erhöhen. Zum anderen können wir Kostenoptimierungen durch die Integration in unser effizientes Geschäftsmodell erzielen. Somit schaffen wir durch Steigerung des Absatzes und die Optimierung der Margen zusätzlichen Mehrwert für die PharmaSGP und ihre Eigentümer.

Welche Kriterien sind für Sie wichtig, wenn Sie nach Targets suchen?

M. Rudolf: Wir haben ganz klare Investmentkriterien. Für uns interessant sind Marken oder auch Produktportfolios, die im Markt etabliert sind und ein für uns relevantes Umsatzpotenzial aufweisen. Derzeit kommen für uns Produkte in allen europäischen Märkten infrage, mittelund langfristig könnten auch Länder außerhalb Europas

"Mit unserer Wachstumsstrategie verfolgen wir das Ziel, unsere paneuropäische Plattform effizient zu nutzen."

Natalie Weigand, CEO

Die Wachstumsstrategie der PharmaSGP

Interview mit dem Vorstand zur Unternehmensstrategie

hinzukommen. Darüber hinaus müssen die Übernahmekandidaten aber natürlich vor allem auch in unsere Strategie passen. Das heißt, unser Fokus ist auf chronische Indikationen gerichtet, mit denen wir entweder unsere bestehenden Anwendungsfelder erweitern oder auch neue hinzugewinnen.

Wie finden Sie die passenden Targets und wie werden Sie die M&A-Aktivitäten finanzieren?

N. Weigand: Wir verfügen über ein eigens für diesen Zweck eingerichtetes Projektteam, welches kontinuierlich Märkte analysiert. Dies geschieht im Rahmen eines klar strukturierten Prozesses mit höchster Management-Attention. Daneben nutzen wir natürlich auch die Erfahrung Dritter. Für ganz Europa haben wir ein Netzwerk aus Investmentbanken und Pharmaberatungsunternehmen aufgebaut, die uns bei dieser Arbeit unterstützen. Aber auch unser Ruf als eines der dynamischsten Consumer-Health-Unternehmen in der Branche kommt uns zugute. Entsprechend bekommen wir regelmäßig Angebote über unser Unternehmensnetzwerk zugetragen.

M. Rudolf: Der Vorteil unseres Geschäftsmodells ist, dass wir aus dem operativen Geschäft heraus eine sehr starke Innenfinanzierungskraft haben. Die Kombination aus kontinuierlich sehr hohen Cash-Conversion-Raten mit einer schlanken und äußerst gesunden Kapitalstruktur bietet eine hervorragende Basis für externe Finanzierungsoptionen, insbesondere auf der Fremdkapitalseite. Zum Jahresende 2020 weisen wir eine Eigenkapitalquote von 46 % aus sowie eine deutlich positive Net-Cash-Position. Unser klares Ziel ist es, noch in diesem Jahr eine oder mehrere Akquisitionen abzuschließen – und wir haben hierfür den finanziellen Spielraum, den wir auch nutzen werden.

"In Bezug auf die Akquisition von etablierten Marken steht das Wertsteigerungspotenzial klar im Vordergrund."

Michael Rudolf, CFO

An unsere Aktionäre

Vorwort des Vorstands 20
Bericht des Aufsichtsrats 22
PharmaSGP am Kapitalmarkt 26

Vorwort des Vorstands

Liebe Aktionärinnen und Aktionäre, Sehr geehrte Damen und Herren,

die PharmaSGP blickt auf ein außergewöhnliches Geschäftsjahr 2020 zurück. Auf der einen Seite steht die Covid-19-Pandemie, die das weltweite Wirt schaftsgeschehen heftig getroffen hat und weiter hin massiv beeinträchtigt. Auch die für uns relevan ten OTC-Märkte in Europa haben einen deutlichen Abschwung erfahren. Auf der anderen Seite gelang uns im Juni 2020 der erfolgreiche – und im Jahr 2020 erste – Börsengang im Prime Standard der Frankfurter Börse. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben mit Ihrem Engagement maßgeblich zu diesem Meilenstein beigetragen – hierfür möchten wir uns außerordentlich bedanken.

Insgesamt hat die PharmaSGP in einem sehr heraus fordernden Umfeld im Jahr 2020 ihre positive Ent wicklung weiter fortgesetzt. Auch wir mussten unsere Ziele unterjährig anpassen, jedoch konnten wir uns insgesamt mit einem leichten Umsatzplus positiv behaupten, während der Gesamtmarkt für OTC-Präparate in Europa bis heute unter den Folgen leidet.

Diese Entwicklung war möglich durch die konsequente Umsetzung unserer Wachstumsstrategie auf Basis unserer europaweiten Plattform. So erhöhte sich der Auslandsumsatz um 18,6 % auf € 19,8 Mio. und der Umsatz unserer strategisch wichtigen Kategorie "Health Brands" stieg um 11,8 % auf € 54,8 Mio. Der erwartete Umsatzrückgang in der Kategorie "Beauty Brands" wurde zusätzlich durch die Covid-19-Pandemie verstärkt. Insgesamt stieg der Konzernumsatz im Geschäftsjahr 2020 um 1,1% auf € 63,2 Mio.

Im Kontext rasant steigender Infektionszahlen sowie flächendeckender, harter Lockdowns im vierten Quartal 2020 mussten wir deutliche Auswirkungen auf unser Ergebnis hinnehmen. Bereits gebuchte Werbeplätze für Neulaunches konnten kurzfristig nicht mehr reduziert werden, und so standen diese Kosten unerwarteten Umsatzausfällen gegenüber. Für das Gesamtjahr 2020 reduzierte sich daher das um Einmalkosten und Sondereffekte bereinigte EBIT auf € 16,5 Mio. Die bereinigte EBIT-Marge gemessen am Umsatz belief sich auf 26,1 %.

Wenngleich die Umsatz- und Ergebnisentwicklung 2020 bedingt durch die Covid-19-Pandemie anders verlief als ursprünglich erwartet, sehen wir uns ange sichts des deutlichen Wachstums im Ausland sowie in der Kategorie "Health Brands" in unserer Strategie bestätigt.

Unabhängig von der Covid-19-Pandemie sehen wir in allen Zielmärkten sehr gute Chancen, die wir über den Ausbau unseres Portfolios sowie die regi onale Expansion nutzen wollen. Wir haben mit der PharmaSGP eine Plattform in Europa geschaffen, mit der wir Marken erfolgreich integrieren und ausbau en können. Die Wachstumspotenziale, die sich aus unserer Plattformstrategie ergeben, wollen wir mit einem gezielten Fokus auf M&A-Aktivitäten zukünftig noch konsequenter nutzen und so Europas führen des OTC-Unternehmen mit einem starken Portfolio an führenden OTC-Marken in ihren Kategorien werden.

Auch im laufenden Jahr 2021 wird der weitere Ver lauf der Covid-19-Pandemie jedoch wesentlicher Faktor für die Geschäftsentwicklung sein. Auf Basis der fortgeführten Lockdown-Situationen und der aktuellen starken dritten Infektionswelle gehen wir davon aus, dass in den ersten beiden Quartalen 2021 noch keine gesamtwirtschaftliche Erholung zu erwarten ist. Mit Blick auf die relevanten europäischen OTC-Märkte erwarten wir frühestens in der zweiten Jahreshälfte ein Wachstum im Vorjahresvergleich. Vor diesem Hintergrund prognostizieren wir für 2021 einen Umsatz zwischen € 56 Mio. und € 60 Mio. bei einer stabilen bis leicht positiven Entwicklung der Kategorie "Health Brands" sowie einem erwar tungsgemäß rückläufigen "Beauty"-Geschäft. Für die bereinigte EBIT-Marge erwarten wir einen Anstieg auf 27 % bis 30 %.

Diese Erwartungen stehen unter der Annahme, dass es im zweiten Halbjahr 2021 nicht erneut zu einem flächendeckenden Lockdown in unseren Zielmärkten kommt. Des Weiteren sind mögliche Übernahmen in dieser Prognose nicht berücksichtigt. Durch unsere intensiven Projektaktivitäten sind wir bestens vorbereitet, die sich uns national wie international bietenden Akquisitionschancen konsequent nutzen. Wir sind überzeugt, noch in diesem Jahr erfolgreiche Transaktionen abschließen zu können.

An dieser Stelle möchten wir die Gelegenheit nutzen, unseren Kundinnen und Kunden, allen Geschäfts partnern sowie Ihnen, liebe Aktionärinnen und Aktionäre, für Ihr Vertrauen und Ihre Unterstützung in diesen herausfordernden Zeiten zu danken. Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit Ihnen und unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern neue Wachstumspfade in 2021 zu beschreiten. Begleiten Sie die PharmaSGP auf diesem erfolgreichen Weg!

Gräfelfing, im April 2021

Natalie Weigand (CEO)

Michael Rudolf (CFO)

Bericht des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2020

Tätigkeit des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2020; Zusammenarbeit von Vorstand und Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat der Gesellschaft nahm im Geschäftsjahr 2020 die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben gewissenhaft wahr. Er überwachte und beriet den Vorstand kontinuierlich in Fragen von wichtiger Bedeutung für die Gesellschaft und die PharmaSGP Gruppe.

Der Aufsichtsrat trat im Geschäftsjahr 2020 zu fünf Sitzungen zusammen. Der gesetzlich vorgeschriebene Turnus von zwei Sitzungen je Kalenderhalbjahr wurde dabei eingehalten. Drei Sitzungen wurden per Telefonkonferenz abgehalten, insbesondere um Covid-19 bedingten Restriktionen Rechnung zu tragen. Zwei Sitzungen fanden als physische Präsenzsitzung statt. Darüber hinaus gab es mehrfach Beschlussfassungen des Aufsichtsrates im Umlaufverfahren. An den Sitzungen des Aufsichtsrats im Berichtszeitraum nahmen stets sämtliche Mitglieder des Aufsichtsrats teil.

Der Aufsichtsrat der Gesellschaft bildet keine Ausschüsse, weil das Gremium nur aus drei Personen besteht. Eine erhöhte Arbeitseffizienz ist daher durch die zusätzliche Bildung von Ausschüssen nicht zu erwarten.

Im Geschäftsjahr 2020 berichtete der Vorstand der Gesellschaft dem Aufsichtsrat kontinuierlich, zeitnah und umfassend, sowohl in den regulären Sitzungen als auch bei Bedarf außerhalb von Sitzungen zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft und der PharmaSGP Gruppe sowie zu Fragen des Risikomanagements. Dabei hat der Vorstand den Aufsichtsrat über alle relevanten Themen der Geschäftspolitik, Strategie und Planung (einschließlich der damit verbundenen Risiken und Chancen) sowie die wirtschaftliche Entwicklung der Gesellschaft und alle relevanten geschäftspolitischen Vorgänge informiert. Der Inhalt der Berichte wurde in den Sitzungen des Aufsichtsrats intensiv diskutiert. Vorstand und Aufsichtsrat haben dabei eingehend über alle bedeutenden Geschäftsvorgänge und wesentlichen Entscheidungen des Geschäftsjahres 2020 beraten.

Auch außerhalb der Sitzungen standen die Mitglieder des Aufsichtsrats mit denen des Vorstands regelmäßig in Kontakt. Zu Maßnahmen, die dem Aufsichtsrat vom Vorstand zur Zustimmung vorzulegen waren, wurden vom Vorstand die erforderlichen Informationen für die Entscheidungsfindung des Aufsichtsrats zur Verfügung gestellt.

Eine Einsicht in weitere Dokumente über die Berichte und Beschlussvorlagen des Vorstands hinaus war im Berichtsjahr nicht erforderlich.

Wesentliche Beratungsthemen im Geschäftsjahr 2020

Themenschwerpunkte der Aufsichtsratssitzungen waren vor allem die grundsätzliche Ausrichtung der Unternehmensstrategie, die gesellschaftsrechtliche Struktur der Gesellschaft, Maßnahmen im Rahmen des im Juni 2020 erfolgten Börsengangs der Gesellschaft, die laufende Geschäftsentwicklung sowie die Lage der Gesellschaft und des PharmaSGP Konzerns.

Der Vorstand informierte den Aufsichtsrat regelmäßig über die aktuelle Geschäftslage, strategische Themen sowie die Nachfragesituation in den einzelnen Märkten. Weiterhin befasste sich der Aufsichtsrat mit potenziellen Akquisitionsmöglichkeiten, der Weiterentwicklung des Produktportfolios sowie der Marketingstrategie.

Im Berichtsjahr standen daneben vor allem folgende Themen im Vordergrund:

  • Die im Jahr 2020 aufgetretenen personellen Veränderungen in der Besetzung des Vorstands und hiermit zusammenhängende Themen, insbesondere die Vergütung der Vorstandsmitglieder, wurden im Aufsichtsrat detailliert besprochen und es wurden die hierzu erforderlichen Beschlüsse gefasst.
  • Der Aufsichtsrat hat sich ausführlich mit der Einbringung der Geschäftsanteile an der PharmaSGP GmbH, der Restaxil GmbH und der Remitan GmbH in die Gesellschaft (im Rahmen einer Sachkapitalerhöhung) befasst und hierzu einen Nachgründungsbericht erstattet, der der Hauptversammlung vorgelegt wurde.

  • Im Mai 2020 hat der Aufsichtsrat dem Abschluss von Beherrschungs- und Gewinnabführungsverträgen zwischen der Gesellschaft und verschiedenen Tochtergesellschaften der PharmaSGP Gruppe zugestimmt.

  • Im Mai und Juni 2020 behandelte der Aufsichtsrat verschiedene Themen im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Börsengang der Gesellschaft, insbesondere zur Corporate Governance und zur Festlegung der Rahmenbedingungen des Börsengangs.
  • Der Aufsichtsrat befasste sich ferner mit dem Abschluss verschiedener Dienst- und Serviceverträge sowie Kauf- und Abtretungsverträge mit der FUTRUE Gruppe.
  • Im September 2020 wurde der Halbjahresfinanzbericht 2020 dem Aufsichtsrat vorgestellt und ausführlich besprochen.
  • Im November 2020 befasste sich der Aufsichtsrat ferner mit der Vereinbarung einer Betriebsmittellinie durch die Gesellschaft und stimmte dieser zu.

Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses 2020

Der vom Vorstand nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) aufgestellte Jahresabschluss sowie der gemäß § 315e HGB auf Grundlage der International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellte Konzernabschluss und der zusammengefasste Lagebericht für die Gesellschaft und die PharmaSGP Gruppe für das Geschäftsjahr 2020 wurden durch den Abschlussprüfer der Gesellschaft, die Ernst & Young Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, jeweils geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen.

Die vorgenannten Unterlagen wurden allen Mitgliedern des Aufsichtsrats rechtzeitig zur Verfügung gestellt und in der Sitzung des Aufsichtsrats vom 19. April 2021 eingehend behandelt.

Der Abschlussprüfer nahm an dieser Sitzung teil, berichtete über die wesentlichen Ergebnisse der Prüfung und stand während der Beratungen für Fragen und weitere Informationen zur Verfügung. Der Aufsichtsrat schloss sich dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer an und stellte fest, dass Einwendungen nicht zu erheben sind. Des Weiteren hat der Aufsichtsrat den Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns geprüft und sich diesem Vorschlag angeschlossen.

Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss, den Konzernabschluss der PharmaSGP Gruppe und den zusammengefassten Lagebericht mit Beschluss vom 19. April 2021 gebilligt. Diese Abschlüsse der Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2020 sind damit festgestellt.

Der Abschlussprüfer hat auch den Bericht des Vorstands gemäß § 312 AktG über die Beziehungen der Gesellschaft zu verbundenen Unternehmen geprüft. Diese Prüfung ergab keine Beanstandungen. Es wurde folgender uneingeschränkter Bestätigungsvermerk durch den Abschlussprüfer erteilt:

Nach unserer pflichtmäßigen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass

    1. die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind,
    1. bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war,
    1. bei den im Bericht aufgeführten Maßnahmen keine Umstände für eine wesentlich andere Beurteilung als die durch den Vorstand sprechen.

Der Bericht des Vorstands über die Beziehungen der Gesellschaft zu verbundenen Unternehmen und der zugehörige Prüfungsbericht des Abschlussprüfers lagen den Mitgliedern des Aufsichtsrats rechtzeitig vor. Der Aufsichtsrat hat sich hiermit in seiner Sitzung am 19. April 2021 ausführlich befasst. Der Abschlussprüfer nahm an dieser Sitzung teil, berichtete über die wesentlichen Ergebnisse der Prüfung und stand während der Beratungen für Fragen und weitere Informationen zur Verfügung. Die vom Aufsichtsrat vorgenommene Prüfung des Berichts über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen hat zu keinen Beanstandungen geführt. Der Aufsichtsrat hat sich daher dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer angeschlossen und keine Einwendungen erhoben.

Umgang mit Interessenkonflikten

Soweit im Berichtsjahr im Aufsichtsrat Rechtsgeschäfte mit von den Aufsichtsratsmitgliedern Herrn Dr. Fischer und/oder Frau Hohlefelder kontrollierten Gesellschaften zu behandeln waren, wurden die betreffenden Beschlüsse des Aufsichtsrats ohne die Stimmen von Herrn Dr. Fischer und Frau Hohlefelder gefasst. Ferner haben sich Herr Dr. Fischer und Frau Hohlefelder auch bei der Beschlussfassung des Aufsichtsrats über den Verzicht von Herrn Dr. Clemens Fischer und Frau Madlena Hohlefelder auf ihre Vergütung als Mitglieder des Aufsichtsrats der Stimme enthalten.

Personelle Änderungen in Vorstand und Aufsichtsrat

Vorstand

Mit Datum vom 4. März 2020 legte das Vorstands mitglied Andreas Koglin sein Amt mit Wirkung zum Ablauf des 4. März 2020 nieder. Mit Beschluss des Aufsichtsrats vom gleichen Tag wurden Frau Natalie Weigand (CEO) und Herr Michael Rudolf (CFO) mit Wirkung zum Ablauf des 4. März 2020 als neue Vorstände der Gesellschaft bestellt.

Am 28. Mai 2020 wurden sowohl Frau Natalie Weigand als auch Herr Michael Rudolf erneut zu Mitgliedern des Vorstands der Gesellschaft bis zum 31. Dezember 2022 bestellt.

Am 16. September 2020 wurde Maria-Johanna Schaecher als Chief Business Development Officer (CBDO) Mit glied des Vorstands. Frau Schaecher ist im Einverneh men mit dem Aufsichtsrat zum 30. November 2020 wieder aus dem Vorstand ausgeschieden.

Aufsichtsrat

Bis zum Ablauf des 4. März 2020 waren Frau Doina Roman (Vorsitzende), Frau Sandra Gründler und Frau Ann-Catherine Siepmann Mitglieder des Aufsichtsrates.

Mit Wirkung zum Ablauf des 4. März 2020 wurden Herr Dr. Clemens Fischer, Frau Madlena Hohlefelder und Herr Christian Westebbe zu Mitgliedern des Aufsichtsrats der Gesellschaft bestellt. Am 9. März 2020 hat der Aufsichtsrat Herrn Dr. Clemens Fischer zum Aufsichtsratsvorsitzenden und Frau Madlena Hohlefelder zur stellvertretenden Vorsitzenden gewählt.

Herr Christian Westebbe legte am 28. April 2020 sein Amt als Mitglied des Aufsichtsrats mit sofortiger Wirkung nieder. Herr Dr. Axel Rebien wurde mit Wirkung ab 1. Juni 2020 als Nachfolger für Herrn Christian Westebbe gewählt.

Dank und Anerkennung

Wir danken dem Vorstand sowie allen Mitarbeitern für Ihren persönlichen Einsatz und die stets konstruk tive sowie vertrauensvolle Zusammenarbeit im Jahr 2020.

Gräfelfing, im April 2021

Dr. Clemens Fischer (Vorsitzender)

PharmaSGP am Kapitalmarkt

Börsengang 2020

Am 19. Juni 2020 hat für die PharmaSGP Holding SE mit dem erfolgreich durchgeführten IPO ein neuer Abschnitt in der Unternehmensgeschichte begonnen. Der PharmaSGP Holding SE gelang – trotz der für Börsengänge schwierigen Rahmenbedingungen durch die Covid-19-Pandemie – als erstem Unternehmen im Jahr 2020 der Sprung in den Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse. Zu einem Ausgabepreis von 31,50 € wurden 3,5 Mio.

Stammdaten zur Aktie

Wertpapierkennnummer (WKN) A2P4LJ
ISIN DE000A2P4LJ5
Börsenkürzel PSG
Art der Aktien Auf den Inhaber lautende Stammaktien
ohne Nennwert (Stückaktien)
Erstnotiz 19. Juni 2020
Anzahl der Aktien 12,0 Mio.
Schlusskurs (31.März 2021)* € 19,98
Höchstkurs / Tiefstkurs* € 34,50 / € 19,32
Kursperformance -37,6 %
Marktkapitalisierung (31.März 2021) € 239,76 Mio.
Börsenplatz / Segment Frankfurter Wertpapierbörse / Prime Standard
Designated Sponsor Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG

* Jeweils Schlusskurse des Xetra Handelssystems der Deutschen Börse AG

Aktienkurs*

Aktien der Bestandsaktionäre zuzüglich 525.000 Aktien aus der Mehrzuteilung platziert. Basierend auf dem Angebotspreis resultiert daraus eine Marktkapitalisierung in Höhe von 378 Mio. € zum Börsenstart. Der erste Handelskurs lag bei 32,00 € (XETRA) und der erste Schlusskurs bei 34,50 € (XETRA), 9,5 % über dem Ausgabepreis. Begleitet wurde die Zulassung zum Regulierten Markt von der Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG.

Aktionärsstruktur

In dem von Covid-19 geprägten Marktumfeld konnte sich die Aktie in den ersten Monaten stabil in einem Korridor zwischen 34,00 € und 28,00 € bewegen. Mit Aufkommen der zweiten Covid-19-Welle und den rasant steigenden Infektionszahlen sowie flächendeckenden Lockdowns in den Zielmärkten

sah sich die PharmaSGP zum 27.11.2020 gezwungen, die Prognose für das Geschäftsjahr 2020 zu korrigieren. Am 18.03.2021 erreichte der Kurs mit 19,32 € den niedrigsten Stand des Betrachtungszeitraums und schloss zum 31.03.2021 mit einem Wert von 19,98 €.

**Aufgrund eines Stimmbindungsvertrags zwischen der FUTRUE GmbH und der MVH Beteiligungs- und Beratungs-GmbH findet zwischen der FUTRUE GmbH und der MVH Beteiligungs und Beratungs-GmbH eine wechselseitige Zurechnung der Stimmrechte im Hinblick auf sämtliche von ihnen an der PharmaSGP Holding SE gehaltenen Aktien statt.

Grandeur Peak Global Advisors, LLC

Streubesitz

Swedbank Robur Fonder AB FUTRUE GmbH / MVH Beteiligungs- und Beratungs-GmbH**

Angaben auf Basis der zugegangen Stimmrechtsmitteilungen gem. Wertpapierhandelsgesetz, WpHG (Stand: März 2021).

Zusammengefasster Lagebericht

Grundlagen des Konzerns 30
Wirtschaftsbericht 33
Prognosebericht 41
Chancen- und Risikobericht 41
Internes Kontrollsystem und Risikomanage
mentsystem bezogen auf den Konzernrech
nungslegungsprozess
48
Risikoberichterstattung in Bezug auf die
Verwendung von Finanzinstrumenten
48
Übernahmerelevante Angaben 49
Erklärung zur Unternehmensführung und
Corporate-Governance-Bericht
50
Abhängigkeitsbericht 54
Vergütungsbericht 55
Nachtragsbericht 56

Zusammengefasster Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2020

Dieser Bericht fasst den Lagebericht der PharmaSGP Holding SE (nachstehend auch die "Gesellschaft" oder "SGP SE") zusammen mit dem Konzernlagebericht der PharmaSGP Gruppe ("PharmaSGP" oder "die Gruppe"), bestehend aus der PharmaSGP Holding SE und ihren Tochtergesellschaften PharmaSGP GmbH, Remitan GmbH und Restaxil GmbH.

Der zusammengefasste Lagebericht der PharmaSGP Holding SE wurde gemäß §§ 289, 315 und 315a HGB sowie nach den Deutschen Rechnungslegungsstandards DRS 17 und DRS 20 aufgestellt.

1. Grundlagen des Konzerns

1.1 Geschäftsmodell

Die PharmaSGP Holding SE ist (gemeinsam mit ihren Tochtergesellschaften) ein Consumer-Health-Unternehmen mit einem diversifizierten Portfolio von nicht verschreibungspflichtigen Arzneimitteln (overthe-counter "OTC") und anderen apothekenexklusiven Gesundheitsprodukten.

In den letzten acht Jahren hat die PharmaSGP eine Plattform geschaffen, mit der sie Marken in allen ihren europäischen Märkten erfolgreich integrieren und ausbauen kann. Fünf ausschlaggebende Faktoren sichern den weiteren Erfolg:

  • Ein bewährtes, skalierbares Asset-light-Geschäftsmodell kombiniert mit etablierten Abläufen
  • Eine stark diversifizierte europäische Lieferkette
  • Eine breite und langjährige regulatorische Expertise
  • Eine starke und spezialisierte Direct-to-Consumer-Marketingstrategie (D2C)
  • Eine hohe Zielgruppenreichweite mit mehr als 100 Mio. Kontakten pro Monat

Um sich auf ihre Erfolgstreiber zu fokussieren, hat PharmaSGP bewusst ein skalierbares Asset-light-Geschäftsmodell etabliert, das zudem schnell und effizient in andere Zielmärkte transferiert werden kann. Der gesamte Herstellungsprozess wird von einem diversifizierten Netzwerk von Drittherstellern in Europa abgebildet. Im Inland sowie in den ausländischen Märkten beliefern einzelne lokale Logistikanbieter den Großhandel sowie zum geringen Teil direkt die Apotheken. Kombiniert mit der langjährigen Erfahrung im Hinblick auf Zulassungsprozesse für neue OTC-Arzneimittel im In- und Ausland sowie regulatorische Anforderungen für andere Gesundheitsprodukte, ist PharmaSGP mittels ihrer Plattform in der Lage, sowohl neue als auch etablierte Marken schnell auf- und auszubauen und ihr Geschäftsmodell mit geringen Investitionen in anderen Ländern zu etablieren.

Die OTC-Produkte von PharmaSGP decken hochrelevante und chronische Indikationen ab, die unter bekannten Apothekenmarken über eine spezialisierte D2C-Marketingstrategie mit einer hohen Zielgruppenreichweite und effizienten kommerziellen Mediakonditionen direkt an ihre Zielgruppe, insbesondere ältere Menschen, vermarktet werden. In einem strukturell wachsenden Markt hat sie dadurch marktführende Positionen auf vielen wichtigen Indikationsgebieten, wie z. B. rheumatische und neuralgische Schmerzen oder sexuelle Schwäche, etabliert. Die Erweiterung des Produktportfolios erfolgt über Eigenentwicklungen sowie akquirierte Zulassungen, Marken und Produktportfolios.

Kernmarkt von PharmaSGP ist Deutschland, der im Geschäftsjahr 2020 68,6 % der Gesamtumsatzerlöse ausmachte. Da auch für den gesamten europäischen OTC-Markt dank fundamentaler Trends deutliche Wachstumsraten für die Zukunft erwartet werden, treibt die Gruppe die Internationalisierung ihres Markenportfolios voran. Seit der Einführung des ersten Produkts aus dem gegenwärtigen Produktportfolio im Jahr 2012 hat PharmaSGP ihr Geschäftsmodell erfolgreich nach Österreich, Italien, Belgien, Frankreich und Spanien transferiert.

1.2 Produktportfolio

Das derzeit vermarktete Produktportfolio von PharmaSGP umfasst zum 31. Dezember 2020 insgesamt über 40 OTC-Arzneimittel und andere Gesundheitsprodukte. Die Kernmarken der Gruppe decken chronische Indikationen, insbesondere Schmerzen, sowie weitere altersbedingte Leiden ab. Die OTC-Arzneimittel basieren auf natürlichen pharmazeutischen Wirkstoffen mit dokumentierter Wirksamkeit und zeichnen sich durch gute Verträglichkeit aus.

In Deutschland ist PharmaSGP Marktführerin für chemiefreie Schmerzmittel, basierend auf den Umsatzerlösen mit chemiefreien, systemischen OTC-Arzneimitteln für Nervenschmerzen und rheumatische Schmerzen.1 Letztere werden unter den bekannten Markenfamilien Restaxil® (Nervenschmerzen) und RubaXX® (rheumatische Schmerzen) vertrieben. Zudem hat PharmaSGP führende Marken in ihrer Kategorie gegen Schwindel (TAUMEA®) und sexuelle Schwäche (DESEO®, Neradin®) etabliert.

Der Ausbau bestehender Markenfamilien sowie die Erweiterung des Markenportfolios über Eigenentwicklungen und akquirierte Zulassungen, Marken und Produktportfolios sind wesentliche Bestandteile der Wachstumsstrategie. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2020 hat PharmaSGP hierüber das bestehende Portfolio weiter ausgebaut.

1.3 Ziele und Strategie

Das Ziel der PharmaSGP ist es, in Europa ein starkes Portfolio an führenden OTC-Marken zu etablieren. Um dies zu erreichen, hat sie ihre Wachstumsstrategie definiert, die sich auf die Nutzung ihrer Plattform in Europa fokussiert.

Neben dem weiteren organischen Wachstum und Ausbau ihres bestehenden Portfolios fokussiert sich die PharmaSGP dabei auf den Erwerb und Integration etablierter Marken. Wertsteigerungspotenziale lassen sich hierbei realisieren über

  • die Erhöhung des Umsatzniveaus durch die Etablierung und Umsetzung der D2C-Marketingstrategie und die Nutzung der hohen Zielgruppenreichweite, sowie
  • die Steigerung der Profitabilität u.a. durch Margenoptimierungen und Verbesserung der Kostenstruktur auf Basis des Asset-Light-Geschäftsmodells.

Dabei sucht die Gruppe nach bekannten und etablierten Marken mit bestehendem Kundenstamm und ungenutzten wirtschaftlichen Potenzialen sowie nach unterinvestierten Marken in ihrem aktuellen Umfeld, die weiter ausgebaut werden können.

Ausgangspunkt für die Realisierung des Wachstumspotenzials von PharmaSGP ist die permanente Analyse ihrer Zielmärkte. Schnelligkeit bei der Produkteinführung, Flexibilität im Marketingansatz und ein klarer Endverbraucherfokus bestimmen den Weg zum nachhaltigen Markterfolg von PharmaSGP. Darüber hinaus ist die weitere Internationalisierung elementarer Bestandteil der Wachstumsstrategie.

1.4 Forschung und Entwicklung

Kosteneffiziente Entwicklungsmöglichkeiten, ein schneller Produktentwicklungsprozess sowie ein schneller Integrationsprozess von etablierten Produkten in die PharmaSGP-Plattform sind ausschlaggebende Erfolgsfaktoren für das Wachstum der PharmaSGP. Die Entwicklung und Integration von neuen Produkten ist dabei ein wichtiger Teil der PharmaSGP. Die zentralen Aktivitäten sind sowohl die Identifikation von attraktiven Indikationen und pharmazeutischen Wirkstoffen, die Entwicklung bzw. Weiterentwicklung von Rezepturen sowie die Optimierung von bestehenden Zulassungen.

Für die Herstellung der Rezepturmuster arbeitet PharmaSGP mit spezialisierten Lohnherstellern und zertifizierten Laboren zusammen. Services wie bspw. Testproduktionen, Analytik oder Haltbarkeitsstudien werden bei Bedarf zugekauft, um den Entwicklungsprozess bewusst ressourcenschonend und kosteneffizient zu gestalten. Dieser Prozess hält die Entwicklungskosten von PharmaSGP auf einem geringen Niveau und beschleunigt den Marktzugang. Akquirierte Zulassungen werden bezüglich Spezifikation und Herstellungsprozess an die entsprechenden Anforderungen der PharmaSGP sowie an den aktuellen Anforderungskatalog der regulierenden Behörden angepasst.

Die Gruppe verfügt über eine langjährige Erfahrung in Hinblick auf Zulassungsprozesse für neue OTC-Arzneimittel im In- und Ausland. Zum 31. Dezember 2020 beläuft sich die Gesamtzahl aller vermarkteter und nicht vermarkteter Zulassungen (bestehend oder im Verfahren) auf 67 im In- und Ausland.

Entwicklungsleistungen entfallen auf die PharmaSGP GmbH, die Remitan GmbH sowie die Restaxil GmbH. Die konzernweite Aktivierungsquote im Geschäftsjahr 2020 betrug 65 %.

PharmaSGP betreibt keine Forschung.

1.5 Marketing und Vertrieb

Die PharmaSGP hat durch ihre D2C-Marketingstrategie führende Verbrauchermarken in wichtigen Indikationsgebieten, wie z. B. rheumatische und neuralgische Schmerzen oder sexuelle Schwäche, etabliert. Das Marketing fokussiert sie sich dabei auf eine direkte Endverbraucheransprache durch Printmedien- und TV-Werbung. Durch die Bewerbung in reichweitenstarken Zeitungen, Zeitschriften und selektiv TV-Sendern erzielt PharmaSGP aktuell eine durchschnittliche Zielgruppenreichweite von mehr als 100 Millionen Kontakten pro Monat in ihren Zielmärkten.

Neben der zuverlässigen Produktqualität führen die Marketingmaßnahmen der Gruppe zur Loyalität der Konsumenten gegenüber den Marken von PharmaSGP. Dies schlägt sich sowohl in Wiederholungskäufen als auch in zahlreichen positiven Erfahrungsberichten von Kunden und Patienten nieder. Auch die Tatsache, dass ihre Produkte in bis zu 94 % der Apotheken in Deutschland verfügbar sind, belegt die große Reichweite von PharmaSGP. Zu den zusätzlichen Marketingaktivitäten zählten 2020 auch die Ansprache von Ärzten und Apothekern über spezialisierte Fachmedien.

1.6 Konzernstruktur

Unter dem Dach der PharmaSGP Holding SE firmieren die hundertprozentigen Tochtergesellschaften PharmaSGP GmbH, Remitan GmbH und Restaxil GmbH.

Die PharmaSGP GmbH und Restaxil GmbH vertreiben den Großteil der OTC-Produkte in der Kategorie "Health Brands", während die Remitan GmbH vor allem Produkte der Kategorie "Beauty Brands" vertreibt wie bspw. den Kollagendrink Fulminan®.

Diese Konzernstruktur wurde in Vorbereitung auf den Börsengang 2020 am 19. Juni 2020 durch eine Kapitalerhöhung gegen Sacheinlage und Einbringung der Gesellschaften geschaffen. Mit Eintragung ins Handelsregister am 8. Mai 2020 existiert die PharmaSGP in der dargestellten Gruppenstruktur.

1.7 Standorte und Mitarbeiter

Der eingetragene Sitz der Gesellschaften der PharmaSGP ist in Gräfelfing, Bayern, Deutschland. Zum 31. Dezember 2020 beschäftigte die Gruppe an diesem Standort insgesamt 67 Mitarbeiter (Vollzeitäquivalente), davon 17 in der SGP SE.

Am Unternehmensstandort in Gräfelfing sind alle relevanten Abteilungen angesiedelt, so u. a. Marketing und Vertrieb, Produktentwicklung, Quality Management & Regulatory Affairs, Operations, Controlling & Accounting sowie weitere unterstützende Funktionen. Die Produktion der OTC-Arzneimittel und -Gesundheitsprodukte erfolgt in der Regel in Deutschland, in wenigen Fällen im europäischen Ausland, in Zusammenarbeit mit ausgewählten und zertifizierten Lohnherstellern. Für den Vertrieb ihrer Produkte kooperiert PharmaSGP mit langjährigen Logistik- und Vertriebspartnern in den jeweiligen Ländern.

1.8 Steuerungssystem und Leistungsindikatoren

Die wirtschaftliche Planung und Steuerung der Gruppe erfolgt durch vom Vorstand vereinbarte Zielvorgaben. Mittels der Budgetplanung werden die Zielvorgaben in messbare finanzielle Ziele übersetzt.

Die Steuerung des operativen Geschäfts basiert auf ausgewählten finanziellen Kennzahlen. Ein kontinuierliches Monitoring der finanziellen Leistungsindikatoren sowie deren Präsentation erfolgt in der monatlichen Berichterstattung an den Vorstand. Insbesondere wird ein Abgleich von Planwerten mit den Ergebnissen aus der laufenden Geschäftsentwicklung (Plan-Ist-Vergleich) vorgenommen.

Die für den Vorstand zentralen Steuerungsgrößen sind Umsatz sowie das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (bereinigtes EBIT), um den Unternehmenserfolg zu messen. Liegen Abweichungen zu ursprünglichen Umsatz- und EBIT-Zielen vor, werden entsprechende Maßnahmen definiert und implementiert.

2. Wirtschaftsbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliches Umfeld und branchenbezogene Rahmenbedingungen

2.1.1 Gesamtwirtschaftliches Umfeld

2020 war das globale Wirtschaftsgeschehen stark von der Covid-19-Pandemie geprägt. Nach dem weltweiten Einbruch der ökonomischen Aktivitäten im März und April kam es laut Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) im Rahmen einer zwischenzeitlichen Entspannung der Pandemielage und damit einhergehenden Lockerungen zunächst zu Aufholeffekten.2 Mit dem im Herbst dynamischer werdenden Pandemiegeschehen ergriffen jedoch Staaten weltweit, darunter auch Deutschland, im November und Dezember zahlreiche Maßnahmen, welche die wirtschaftliche Entwicklung im vierten Quartal 2020 wieder deutlich negativ belasteten.3 Im Dezember 2020 schätzte das IfW den Rückgang der Weltwirtschaft für das Gesamtjahr auf 3,8 %, nachdem sie im Vorjahr um 3,0 % gewachsen war.4 Die europäische Wirtschaft insgesamt verzeichnete dagegen einen noch stärkeren Rückgang der Wirtschaftsleistung von 6,7 % nach einem Wachstum von 1,2 % im Vorjahr.5 In den großen europäischen Volkswirtschaften Frankreich, Italien und Spanien ging das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sogar um 9,0 % bis 11,0 % zurück.6

Auch die deutsche Wirtschaft litt stark unter den Einschränkungen infolge der Covid-19-Pandemie, weshalb die Wirtschaftskraft laut Statistischem Bundesamt 2020 um 5,0 % zurückging, nachdem sie im Vorjahr um 0,5 % gewachsen war. Im Verlauf des Jahres hatte sich die deutsche Wirtschaft nach dem historischen Einbruch des BIP um 9,7 % im zweiten Quartal 2020 bereits im Sommer wieder temporär erholt. Im vierten Quartal 2020 wurde diese Erholung durch die zweite Corona-Welle und den erneuten Lockdown zum Jahresende deutlich gebremst. Davon war besonders der private Konsum betroffen.7

Infolge des weiterhin erhöhten Covid-19-Infektionsgeschehens, des Risikos ansteckenderer Virusmutationen und der deswegen verlängerten Einschränkungen erwartet die KfW einen Rückgang des deutschen BIP im ersten Quartal 2021 um 1,5 bis 3,0 %.8 Unter dem Vorbehalt, dass die Verteilung von

Impfstoffen zu einer Lockerung der durch die Politik verordneten Maßnahmen führt und keine neuen weitreichenden Einschränkungen aufgrund des Pandemieverlaufs eingeleitet werden müssen, geht die KfW von einer Erholung im Frühling und einem Wachstumsschub im Sommer aus.9 Für das ganze Jahr erwartet die KfW einen Anstieg des preisbereinigten deutschen BIP um 3,3 %. Das Vorkrisenniveau wird laut dieser Schätzung voraussichtlich erst wieder im vierten Quartal 2021 erreicht.10 Für das preisbereinigte BIP der Eurozone wird nach dem deutlichen Einbruch 2020 mit einem BIP-Zuwachs von 4,6 % im Jahr 2021 gerechnet. Das Vorkrisenniveau wird die Eurozone damit im Jahr 2021 allerdings noch verfehlen.11 Insgesamt hängt die weitere Entwicklung der Wirtschaft maßgeblich vom Erfolg der getroffenen Eindämmungsmaßnahmen ab. Eine nachhaltige wirtschaftliche Erholung wird ausschließlich mit der Kontrolle über das Virus und die sich verbreitenden Mutationen zu erreichen sein.12

2.1.2 Branchenbezogene Rahmenbedingungen

Der für PharmaSGP relevante Pharma- und Gesundheitsmarkt wird von wesentlichen, grundlegenden Trends bei den Konsumenten getrieben. Hierzu zählt die demographische Entwicklung, die mit einer fortschreitenden Alterung der Gesellschaft einhergeht. Gleichzeitig lassen sich ein kontinuierlich steigendes Gesundheitsbewusstsein sowie die Trends zu natürlichen Arzneimitteln und einer verstärkten Selbstmedikation in der Gesellschaft erkennen.

Nach Angaben des Beratungsunternehmens IQVIA wuchsen die Ausgaben für Arzneimittel zwischen 2015 und 2020 in fast allen europäischen Ländern, insbesondere in den größten europäischen Märkten.13 In den fünf größten europäischen Ländern Deutschland, Großbritannien, Italien, Frankreich und Spanien entfielen 2020 dabei rund 63 % der Ausgaben auf Markenprodukte. Dieser Wachstumstrend der Pharmabranche dürfte sich auch in Zukunft weiter fortsetzen. Im Bereich der OTC-Medikamente wird für 2021 in Europa ein Umsatz von insgesamt etwa € 24 Mrd. erwartet, bis 2025 wird mit einem jährlichen Wachstum von 3,4 % gerechnet.14

8 KfW Konjunkturkompass 24.02.2021: https://www.kfw.de/PDF/ Download-Center/Konzernthemen/Research/PDF-Dokumente-KfW-Konjunkturkompass/KfW-Konjunkturkompass-Februar-2021. pdf, S.1.

2 Institut für Weltwirtschaft (IfW), Kieler Konjunkturberichte NR. 74 (2020|Q4) "Deutsche Wirtschaft im Winter 2020", S.2. 3 Ebd., S.3.

4 Institut für Weltwirtschaft (IfW), Kieler Konjunkturberichte NR. 73 (2020|Q4) "Weltwirtschaft im Winter 2020", S.8.

5 Ebd., S.9.

6 Ebd., S.11. 7 https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2021/01/ PD21_040_811.html.

09 Ebd., S.1.

10 Ebd., S.1.

11 Ebd., S.1.

12 https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/ Wirtschaftliche-Lage/2021/20210215-die-wirtschaftliche-lagein-deutschland-im-februar-2021.html.

13 https://www.iqvia.com/-/media/iqvia/pdfs/institute-reports/ global-medicines-use-in-2020.

14 https://de.statista.com/outlook/cmo/otc-pharma/europa.

In Deutschland verzeichnete der für PharmaSGP zentrale Apothekenmarkt insgesamt im Jahr 2020 einen Rückgang im Absatz von 4,5 %. Nachdem der März 2020 aufgrund von Bevorratungskäufen im Zusammenhang mit der ersten Corona-Welle noch ein deutliches Absatzplus ausgewiesen hatte, zeigten sich der Absatz in den Folgemonaten durchweg deutlich unter Vorjahr. Der Rückgang des Volumens seit April ist auf die Auswirkungen des Covid-19-bedingten Lockdowns und andere Pandemie-Effekte zurückzuführen.15

Bei detaillierter Betrachtung der Absatzzahlen zeigt sich, dass insbesondere der Bereich der OTC-Arzneimittel unter den Folgen von Covid-19 litt. Während das Marktsegment für verschreibungspflichtige Medikamente in Deutschland mengenmäßig bei einer "roten Null" stagnierte (Rückgang um 0,6 %), reduzierte sich der Absatz der OTC-Arzneimittel um 7,9 % gegenüber dem Vorjahr.16 Die bereits für den Gesamtmarkt zu beobachtende durchgängig negative Entwicklung seit April 2020, zeigte sich hier noch einmal verstärkt mit einem Absatzrückgang von über 20% in den Monaten April, Mai und November.17 Bezogen auf den Umsatz reduzierte sich der Markt für OTC-Arzneimittel um 5,0 %. Anders als im ersten Lockdown im März 2020 führte der zweistufige Lockdown seit Anfang November nicht zu zusätzlichen Bevorratungskäufen durch die Verbraucher. Unter Einbezug von Nichtarzneimitteln fiel der Markt für rezeptfreie Arznei- und Nichtarzneimittel in Deutschland um 4,3 % im Absatz und 1,1 % im Umsatz.18

Bei der Betrachtung der Absatzkanäle zeigte sich eine Verschiebung vom stationären Apothekenhandel hin zum Onlineversand. Der Absatz von OTC-Produkten über Versandapotheken stieg 2020 pandemiebedingt um rund 14 % in Stückzahlen.19 Durch die zweite Corona-Welle analysiert das Beratungsunternehmen Sempora zudem eine weitere Verstärkung der Kategorietrends des gesamten Corona-Jahres 2020.20 So zeigten sich insbesondere alle Cough & Cold Indikationen wie etwa Grippepräparate (bspw. Grippostad) oder Expectorantien ohne Antiinfektiva (bspw. Sinupret) mit einem Absatzrückgang deutlich negativ. Produkte in den Bereichen Prävention und Immunstärkung (Vitamine, Mineralstoffe) entwickelten sich mit positivem Momentum. Ein leichtes Absatzplus im insgesamt rückläufigen OTC-Markt verzeichneten in dieser Phase auch die Antirheumatika und Analgetika.

2.2 Geschäftsverlauf der PharmaSGP

Die PharmaSGP hat im Geschäftsjahr 2020 den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 1,1 % leicht gesteigert. Trotz der negativen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf die Zielmärkte der PharmaSGP steigerte sich der Umsatz der Kategorie "Health Brands" um 11,8 % im Vorjahresvergleich. Mit diesem Ergebnis liegt die für die PharmaSGP strategisch maßgebende Produktkategorie auch deutlich über der Entwicklung des Gesamtmarktes. Die Kategorie "Beauty Brands" reduzierte sich im Vergleich zum Vorjahr um 35,2 %. Der Vorstand geht davon aus, dass sich beide Kategorien ohne die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie deutlich besser entwickelt hätten.

Entsprechend der Strategie wurde auch der Ausbau der internationalen Präsenz weiter vorangetrieben. Der Umsatz der internationalen Märkte steigerte sich im Vergleich zum Vorjahr um 18,6 %.

Das Produktportfolio wurde im Jahr 2020 im In- und Ausland weiter ausgebaut. Zu den erfolgreichen Weiterentwicklungen des Produktspektrums zählen bspw. der Launch des RubaXX® Cannabis CBD Gel in Deutschland, Österreich und Belgien. Auch die Neueinführung des RubaXX® Schmerzgels in Deutschland oder RubaXX® Plus Tropfen in Österreich haben die Marke RubaXX® weiter gestärkt. Mit dem Launch des Restaxil® Nervenschmerzgels im österreichischen Markt oder des Nahrungsergänzungsmittels Mavosten® Forte für die Nervengesundheit in Italien wurde die Marke Restaxil® (Mavosten®) weiter erfolgreich ausgebaut. Das Portfolio im italienischen Markt wurde außerdem durch den Launch des Nahrungsergänzungsmittels Neradin® für die Männergesundheit erfolgreich erweitert.

Die Tatsache, dass ein wesentlicher Teil der im dritten und vierten Quartal erfolgten Neuprodukteinführungen keine erfolgreiche Umsatzentwicklung verzeichnen konnte, liegt nach Ansicht der PharmaSGP hauptsächlich in den negativen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf die Zielmärkte der Gruppe begründet. Das vierte Quartal war durch rasant steigende Infektionszahlen gekennzeichnet, die deutlich über dem Niveau des Frühjahres lagen. In der Folge wurden in Zielmärkten wie Italien, Frankreich oder Österreich Einschränkungen für das öffentliche Leben wieder deutlich ausgeweitet, teilweise bis hin zu flächendeckenden, harten Lockdowns. Bereits gebuchte Werbeplätze, die kurzfristig nicht mehr reduziert werden konnten, standen ungenügenden Umsätzen gegenüber. Dies ist der maßgebliche Effekt für die im Vergleich zum Vorjahr reduzierte bereinigte EBIT-Marge von 26,1 % (Vorjahr: 35,8 %).

Im Halbjahresbericht 2020 hat die PharmaSGP noch eine positive Entwicklung für das Gesamtjahr 2020 prognostiziert. Weiterhin wurde von einer Erhöhung der Umsatzwachstumsrate sowie einer Steigerung der bereinigten EBIT-Marge im Vergleich zum ersten Halbjahr 2020 ausgegangen, vorausgesetzt, dass es im zweiten Halbjahr 2020 nicht erneut zu erheblichen Einschränkungen aufgrund der Covid-19-Pandemie kommt. Aufgrund der weiteren Verschärfung der Covid-19-Pandemie konnte die Prognose bezüglich des Umsatzwachstums und der Margenverbesserung nicht erfüllt werden. Der Vorstand blickt in Anbetracht der insbesondere im vierten Quartal schwierigen Marktbedingungen dennoch auf ein insgesamt erfolgreiches Geschäftsjahr zurück.

2.3 Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage der PharmaSGP

2.3.1 Ertragslage der Gruppe

Umsatzentwicklung der Gruppe: Leichtes Umsatzwachstum trotz negativer Gesamtmarktentwicklung

Umsatzerlöse in T€

Im Geschäftsjahr 2020 steigerte die PharmaSGP Gruppe ihre Umsatzerlöse um 1,1 % auf T€ 63.246 (Vorjahr: T€ 62.574) und konnte damit im Gegensatz zum OTC-Gesamtmarkt in Deutschland (Heimatmarkt der PharmaSGP) in diesem Zeitraum ein Wachstum verzeichnen. Ohne Berücksichtigung von Weiterberechnungen an die FUTRUE GmbH und ihre Tochtergesellschaften (nachfolgend "FUTRUE Gruppe") betrug das Umsatzwachstum gegenüber dem Vorjahr 2,0 %. In Folge der Covid-19-Pandemie und den dadurch bedingten Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen reduzierte sich der OTC-Umsatz im deutschen Gesamtmarkt im Vergleich zum Vorjahr um rund 1,1 %. Trotz dieser schwierigen Marktlage konnte die PharmaSGP ihren Umsatz vor allem aufgrund der positiven Entwicklung der strategisch wichtigen Markenfamilien im Bereich "Health Brands" sowie aufgrund des Wachstums in den Auslandsmärkten steigern.

Umsatzverteilung nach Regionen: Steigender Auslandsanteil

In Deutschland reduzierte sich der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 5,3 % auf T€ 43.370 (Vorjahr: T€ 45.820). Dies entspricht einem Umsatzanteil von 68,6 % (Vorjahr: 73,2 %). In Italien konnte die PharmaSGP den Umsatz hingegen deutlich um 19,8 % auf T€ 8.833 (Vorjahr: T€ 7.375) steigern. Dies entspricht einem Umsatzanteil von 14,0 % (Vorjahr: 11,8 %). Das stärkste Wachstum erzielte die PharmaSGP in Österreich. Dort erhöhte sich der Umsatz um 62,6 % auf T€ 6.893 (Vorjahr: T€ 4.240). Damit stieg der Umsatzanteil für die Umsätze in Österreich von 6,8 % im Vorjahr auf 10,9 %.

15 https://www.iqvia.com/-/media/iqvia/pdfs/germany/library/ publications/iqvia-pharma-marktbericht-classic-jahr-2020. pdf?la=de-de&hash=A08BED3917F798152F4CD01D43F17F 3C&_=1614350409492.

16 https://www.iqvia.com/-/media/iqvia/pdfs/germany/library/ publications/iqvia-pharma-marktbericht-classic-jahr-2020. pdf?la=de-de&hash=A08BED3917F798152F4CD01D43F17F 3C&_=1614350409492.

17 Ebd.

18 IMS Consumer Report Apotheke; Rezeptfreie Arznei-und Nichtarzneimittel, OTCGMS (Gruppen 1-19+97).

19 https://www.iqvia.com/-/media/iqvia/pdfs/germany/library/ publications/iqvia-pharma-marktbericht-classic-jahr-2020. pdf?la=de-de&hash=A08BED3917F798152F4CD01D43F17F 3C&_=1614350409492.

20 https://www.sempora.com/files/pdf/SEMPORA%20Corona%20 Update%20OTC-Markt%20Nr.%206.pdf.

Umsatz nach Kategorien: "Health Brands" maßgeblicher Wachstumstreiber

Umsatzerlöse in T€ Health Brands Beauty Brands 49.038 12.955 8.393 54.829 2019 2020 Veränderung +11,8 % -35,2 %

Im Geschäftsjahr 2020 wuchs die Kategorie "Health Brands" um 11,8 % auf T€ 54.829 (Vorjahr: 49.038). Auf dieser Kategorie liegt der strategische Fokus der PharmaSGP. Dies spiegelt sich auch in dem Anteil am Gesamtumsatz von 86,7 % (Vorjahr: 78,4 %) wider.

Umsatz Health Brands in T€

In den deutschsprachigen Märkten Deutschland und Österreich konnte der Umsatz um 8,0 % gesteigert werden. Noch deutlicher fiel das Wachstum in den weiteren europäischen Märkten mit einer Wachstumsrate von 37,0 % aus.

Das Wachstum dieser Kategorie beruht insbesondere auf einer positiven Entwicklung der Bestandsprodukte, vor allem unter der Marke Restaxil®, sowie dem weiteren Ausbau des Produktportfolios im In- und Ausland, unter anderem unter der Marke

RubaXX®. Dabei haben die Auswirkungen der Covid-19- Pandemie auch die Umsatzentwicklung des Bestandsportfolios und der 2020 neu eingeführten Produkte der Kategorie "Health Brands" gebremst. Die PharmaSGP geht davon aus, dass die Kategorie "Health Brands" in einem regulären Marktumfeld ein noch deutlich stärkeres Wachstum hätte verzeichnen können.

Umsatz Beauty Brands in T€

Erwartungsgemäß schwächer hat sich die Kategorie "Beauty Brands" entwickelt. Der Umsatzrückgang belief sich im Geschäftsjahr 2020 auf 35,2 %. Damit reduzierte sich der Anteil am Gesamtumsatz von 20,7 % im Vorjahr auf 13,3 %. Im deutschsprachigen Raum belief sich der Umsatzrückgang auf 38,5 %. In den weiteren europäischen Märkten verringerte sich der Umsatz um 31,5 %. Aufgrund des erwarteten verstärkten Wettbewerbs innerhalb dieser Kategorie wurde der Fokus im Geschäftsjahr 2020 auf die Optimierung des Ertrags der Produkte, die der Kategorie "Beauty Brands" zugeordnet werden, gelegt. Dies führte erwartungsgemäß zu einem entsprechenden Umsatzrückgang. Der Vorstand geht davon aus, dass die Covid-19-Pandemie die Umsatzreduktion noch verstärkt hat.

Die sonstigen betrieblichen Erträge der Gruppe stiegen auf T€ 1.635 (Vorjahr: T€ 182). Der Anstieg ist vor allem auf Erstattungsansprüche für Beratungsund sonstige Dienstleistungen zurückzuführen, die im Zusammenhang mit der Vorbereitung des Börsengangs anfielen. Dieser Anspruch der PharmaSGP bestand gegenüber der FUTRUE Gruppe und der MVH Beteiligungs- und Beratungs-GmbH (nachfolgend "MVH"). Die entsprechenden Aufwendungen, die im Zusammenhang mit der Vorbereitung des Börsengangs stehen, sind in gleicher Höhe in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten (vgl. hierzu auch die Ausführungen zu den sonstigen betrieblichen Aufwendungen).

Die Aufwendungen für Rohstoffe, Verbrauchsmaterial und fertige Erzeugnisse erhöhten sich um 5,8 % auf T€ 6.206 (Vorjahr: T€ 5.868) und folgen damit der Umsatzentwicklung. Die Materialeinsatzquote im Verhältnis zum Umsatz erhöhte sich leicht auf 9,8 % (Vorjahr: 9,4 %). Dies entspricht einer Bruttomarge von 90,2 % (Vorjahr: 90,6 %). Der Grund für den leichten Anstieg der Materialeinsatzquote liegt in einem veränderten Produktmix und gestiegenen Abwertungen auf das Vorratsvermögen.

Der Personalaufwand erhöhte sich vor dem Hintergrund des erwarteten Wachstums und der vereinbarungsgemäßen Übernahme von 26 Mitarbeitern aus der FUTRUE Gruppe auf T€ 3.773 (Vorjahr: T€ 2.043). Die Anzahl Mitarbeiter (Vollzeitäquivalent) zum 31. Dezember 2020 betrug 67 (Vorjahr: 30). Die Personalkostenquote gemessen am Umsatz belief sich auf 6,0 % (Vorjahr: 3,3 %).

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich auf T€ 40.166 (Vorjahr: T€ 32.029). Der Grund für den Anstieg sind unter anderem die im Zuge der Vorbereitung des Börsengangs angefallenen Aufwendungen für Beratungs- und sonstige Dienstleistungen in Höhe von T€ 1.508. Für diese Aufwendungen besteht ein entsprechender Erstattungsanspruch gegenüber der FUTRUE und MVH (vgl. hierzu auch die Ausführungen zu den sonstigen betrieblichen Erträgen). Darüber hinaus entstanden Kosten für die gesellschaftsrechtliche und organisatorische Strukturierung der Gruppe in Höhe von T€ 1.251 sowie Rechts- und Beratungskosten im Zusammenhang mit geplanten Akquisitionen in Höhe von T€ 643. Die Marketingausgaben stiegen um 13,7 % auf T€ 31.646 (Vorjahr: T€ 27.824). Ursächlich für den Anstieg sind vor allem die verstärkten Marketingaktivitäten im Zuge der Einführung neuer Produkte im Geschäftsjahr 2020. Die am Umsatz gemessene Marketingquote erhöhte sich auf 50,0 % (Vorjahr: 44,5 %). Der Anstieg ist hauptsächlich dadurch bedingt, dass sich die Absätze aufgrund der harten Lockdowns in den Zielmärkten im Zuge der gestiegenen Covid-19-Infektionszahlen insbesondere im vierten Quartal 2020 nicht wie geplant entwickelt haben. Gleichzeitig konnten bereits gebuchte Werbeplätze in Print und TV nicht mehr im nötigen Umfang reduziert werden, sodass sich die Marketingquote gemessen am Umsatz für das Geschäftsjahr 2020 entsprechend erhöht hat.

In T€ 2020 2019
bereinigtes EBIT 16.518 22.419
bereinigte EBIT-Marge 26,1 % 35,8 %
Aufwendungen für die gesellschafts
rechtliche und organisatorische
Strukturierung der Gruppe
1.251 -
Aufwendungen für Rechts- und Be
ratungskosten im Zusammenhang
mit geplanten Akquisitionen
643 -
Aufwendungen für die Anpassung
der Vertriebsstrategie
157 -
Aufwendungen im Zusammenhang
mit der langfristigen Vorstandsver
gütung
51 -
sonstige Aufwendungen21 167 -
unbereinigtes EBIT 14.248 22.419
unbereinigte EBIT-Marge 22,5 % 35,8 %

Ergebnisentwicklung: positive Entwicklung des bereinigten EBIT durch Covid-19-Auswirkungen gebremst

Beeinflusst durch die Auswirkungen der Covid-19- Pandemie reduzierte sich das um Einmalkosten und Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (bereinigtes EBIT) im Geschäftsjahr 2020 um 26,3 % auf T€ 16.518 (Vorjahr: T€ 22.419). Dies entspricht einer bereinigten EBIT-Marge gemessen am Umsatz von 26,1 % (Vorjahr: 35,8 %). Die Einmalkosten und Sondereffekte beliefen sich auf insgesamt T€ 2.270 und unterteilen sich in Aufwendungen für die gesellschaftsrechtliche und organisatorische Strukturierung der Gruppe in Höhe von T€ 1.251, in Aufwendungen für Rechts- und Beratungskosten im Zusammenhang mit geplanten Akquisitionen in Höhe von T€ 643, in Einmalaufwendungen für die Anpassung der Vertriebsstrategie in Höhe von T€ 157 sowie in Aufwendungen im Zusammenhang mit der langfristigen Vorstandsvergütung in Höhe von T€ 51 und sonstige Aufwendungen in Höhe von T€ 167. Das unbereinigte EBIT belief sich auf T€ 14.248, was einer unbereinigten EBIT-Marge von 22,5 % entspricht. Die Entwicklung des EBIT im Geschäftsjahr 2020 ist vor allem auf die Effekte der harten Lockdowns in den Zielmärkten im Rahmen der Covid-19-Pandemie zurückzuführen. Diese haben das Umsatzwachstum der PharmaSGP insbesondere im vierten Quartal stark gebremst, dem gleichzeitig vergleichsweise hohe Aufwendungen im Marketing gegenüberstanden. Dadurch wurde das Geschäft der PharmaSGP vor allem im vierten Quartal negativ beeinflusst, was sich entsprechend in der EBIT-Entwicklung widerspiegelt.

21 Sonstige Bereinigungen enthalten Aufwendungen aus der Bestellung und vorzeitigen Vertragsbeendigung eines weiteren Vorstandsmitglieds im dritten und vierten Quartal 2020.

Der Ertragsteueraufwand betrug T€ 3.509 (Vorjahr: T€ 5.557). Das Periodenergebnis für das Geschäftsjahr 2020 beläuft sich auf T€ 10.640 (Vorjahr: T€ 16.706).

2.3.2 Vermögenslage

Gegenüber dem Vorjahresstichtag verringerte sich die Bilanzsumme der PharmaSGP zum 31. Dezember 2020 auf T€ 24.944 (31. Dezember 2019: T€ 103.741). Der wesentliche Grund hierfür ist die Auszahlung einer Dividende in Höhe von T€ 94.833 im ersten Halbjahr an die FUTRUE und MVH aus thesaurierten Vorjahresgewinnen der operativen Gesellschaften PharmaSGP GmbH, Restaxil GmbH und Remitan GmbH und einer entsprechenden Reduzierung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente.

Aktiva in T€

Zahlungsmittel und Zahlungsäquivalente

Langfristige Vermögenswerte

Kurzfristige Vermögenswerte (exkl. Zahlungsmittel und Zahlungsäquivalente)

Die langfristigen Vermögenswerte haben sich im Geschäftsjahr 2020 um T€ 931 auf T€ 2.579 zum 31. Dezember erhöht, was im Wesentlichen auf den Bezug neuer Büroräume ab dem 1. April 2020 sowie Investitionen in das Produktportfolio zurückzuführen ist. Im Zusammenhang mit dem Bezug neuer Büroräume wurden Nutzungsrechte, Mietereinbauten und eine entsprechende Mietkaution aktiviert, zudem wurde Büroeinrichtung und IT Equipment angeschafft. Die gesamten Investitionen in Sachanlagen betrugen im Geschäftsjahr 2020 T€ 420. Investitionen in das Produktportfolio beinhalten selbst geschaffene oder erworbene Arzneimittelzulassungen sowie Namensrechte. Die gesamten Investitionen in immaterielle Vermögenswerte betrugen im Geschäftsjahr 2020 T€ 559.

Ohne Berücksichtigung der Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente erhöhten sich die kurzfristigen Vermögenswerte im Geschäftsjahr 2020 um T€ 747. Die Vorräte sind aufgrund der Produktneueinführungen und der damit verbundenen Sicherheitsbestände im üblichen Rahmen angestiegen. Während die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nahezu konstant gegenüber dem Vorjahr geblieben sind, sind die sonstigen Forderungen , die im Wesentlichen Rückvergütungsansprüche beinhalten, um T€ 1.639 gesunken. Aufgrund einer Vertragsanpassung wurden 2020 die Rückvergütungsansprüche deutlich reduziert und bereits in den unterjährigen Abrechnungen kostenmindernd berücksichtigt. Die laufenden Ertragsteuerforderungen haben sich gegenüber dem Vorjahresstichtag um T€ 1.086 erhöht und resultieren aus Steuervorauszahlungen im vierten Quartal 2020. Die Erstattung bzw. Verrechnung wird im Geschäftsjahr 2021 erwartet.

Passiva in T€

Eigenkapital

Langfristige Verbindlichkeiten

Das Eigenkapital der PharmaSGP belief sich zum 31. Dezember 2020 auf T€ 11.507 (31. Dezember 2019: T€ 95.580). Die Veränderung ist wesentlich durch eine Dividendenausschüttung an die FUTRUE und MVH im ersten Halbjahr 2020 bedingt.

Die langfristigen Verbindlichkeiten der PharmaSGP stiegen zum 31. Dezember 2020 auf T€ 402 im Vergleich zu T€ 219 zum 31. Dezember 2019. Die Erhöhung resultiert vor allem aus dem neuen Büroleasingvertrag sowie der langfristigen variablen Vorstandsvergütung. Zu detaillierten Angaben zur Vorstandsvergütung wird auf den Vergütungsbericht in Abschnitt 10 verwiesen. Die in den langfristigen Verbindlichkeiten ausgewiesenen latenten Steuern wurden auf Bewertungsunterschiede von Rückgaberechten, immateriellen Vermögenswerten, langfristigen Rückstellungen, Leasingverbindlichkeiten und Nutzungsrechten gebildet.

Die kurzfristigen Verbindlichkeiten sind gegenüber dem Vorjahresstichtag um T€ 5.093 auf T€ 13.035 gestiegen. Die wesentliche Veränderung resultiert aus einem Anstieg der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen aufgrund Gewährung längerer Zahlungsziele sowie aufgrund gestiegener Marketingaktivitäten im vierten Quartal 2020. Ein weiterer wesentlicher Anstieg resultiert aus den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten, diese enthalten ausschließlich erwartete Rückerstattungsverbindlichkeiten aus Kundenverträgen, die sich im Zusammenhang mit möglichen Retourenrisiken aus Produktneueinführungen erhöht haben. Im Gegenzug sind die laufenden Ertragsteuerverbindlichkeiten zurückgegangen. Seit dem 1. Juli 2020 sind die SGP SE und ihre Tochtergesellschaften eine ertragsteuerliche Organschaft, zum 31. Dezember 2020 besteht eine Steuerforderung der Organschaft aufgrund von Steuervorauszahlungen im vierten Quartal 2020.

2.3.3 Finanzlage

In T€ 2020 2019
Zahlungsmittelzufluss aus operativer
Tätigkeit
15.458 17.631
Zahlungsmittelabfluss aus Investi
tionstätigkeit
-898 -324
Zahlungsmittelabfluss aus Finanzie
rungstätigkeit
-95.035 -5.839
Nettozunahme / (Abnahme) der
Zahlungsmittel und Zahlungsmittel
äquivalente
-80.475 11.468
Zahlungsmittel und Zahlungsmittel
äquivalente zum 1. Januar
88.476 77.008
Zahlungsmittel und Zahlungsmittel
äquivalente zum 31. Dezember
8.001 88.476

Im Berichtszeitraum konnten Nettozahlungsmittelzuflüsse aus operativer Tätigkeit von T€ 15.458 generiert werden, die zwar geringer als im Vorjahreszeitraum (T€ 17.631) waren, aber das Periodenergebnis 2020 deutlich übersteigen. Dies resultiert vor allem aus dem Anstieg der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, welcher insgesamt zu einem niedrigeren, kapitalbindenden Umlaufvermögen führt. Weiterhin wurden Ertragsteuerzahlungen von T€ 8.321 geleistet, die sowohl Vorjahre als auch Vorauszahlungen für das Geschäftsjahr 2020.

Der Nettozahlungsmittelabfluss aus Investitionstätigkeit belief sich im Geschäftsjahr 2020 auf T€ 898 (Vorjahr: T€ 324) und resultiert hauptsächlich aus dem Bezug neuer Büroräume ab dem 1. April 2020 sowie Investitionen in das Produktportfolio. Im Zusammenhang mit dem Bezug neuer Büroräume wurden Investitionen in Mietereinbauten, Büroeinrichtung und IT Equipment getätigt.

Investitionen in das Produktportfolio beinhalten selbst geschaffene oder erworbene Arzneimittelzulassungen sowie Namensrechte.

Der Nettozahlungsmittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit im Geschäftsjahr 2020 belief sich auf T€ 95.035 (Vorjahr: T€ 5.839) und spiegelt im Wesentlichen den Mittelabfluss aus den Dividendenzahlungen aus thesaurierten Jahresüberschüssen der Vergangenheit an die FUTRUE und MVH in Höhe von T€ 94.833 zum 2. Juni 2020 wider.

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum 31. Dezember 2020 betrugen T€ 8.001 nach T€ 88.476 zum 31. Dezember 2019. Zum 31. Dezember 2020 besteht eine Zusage für eine Betriebsmittelliniein Höhe von T€ 20.000, die jedoch nicht in Anspruch genommen wurde.

2.4 Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage der PharmaSGP Holding SE (HGB)

Geschäftstätigkeit

Die SGP SE mit Sitz Lochhamer Schlag 21, 82166 Gräfelfing, Deutschland, ist eine nach europäischem und deutschem Recht gegründete Societas Europaea. Die Gesellschaft ist im Handelsregister des Amtsgerichts München unter HRB 255684 eingetragen.

Die SGP SE übte bis zum 30. April 2020 keine Geschäftstätigkeiten aus. Am 30. April 2020 beschloss die Hauptversammlung, das Grundkapital der Gesellschaft im Wege einer Sachkapitalerhöhung von T€ 120 um T€ 11.880 auf T€ 12.000 zu erhöhen. Alle neuen Aktien wurdenvon der FUTRUE GmbH, Gräfelfing ("FUTRUE") und der MVH Beteiligungs- und Beratungs-GmbH, Gräfelfing ("MVH") gezeichnet. Im Gegenzug brachten FUTRUE und MVH jeweils ihre gesamten Beteiligungen an der PharmaSGP GmbH, der Remitan GmbH und der Restaxil GmbH als Sacheinlage ein, die unter Anwendung von Bewertungswahlrechten und Sacheinlagegrundsätzen mit einem Beteiligungsgesamtwert von T€ 50.000 angesetzt wurde. Die Sacheinlage wurde anhand der Marktkapitalisierung und vergleichenden Branchenbenchmarks auf Werthaltigkeit überprüft.

Seit dem 30. April 2020 ist die SGP SE die konzernleitende Holding der PharmaSGP Gruppe. Sie erzielt keine Umsatzerlöse gegenüber fremden Dritten, sie nimmt jedoch Verwaltungsaufgaben für ihre operativen Tochtergesellschaften PharmaSGP GmbH, Remitan GmbH und Restaxil GmbH wahr. In diesem Zusammenhang erwarb sie im Geschäftsjahr 2020 Büroeinrichtung und Geschäftsausstattung für den Firmensitz am Lochhamer Schlag 21, 82166 Gräfelfing.

Durch ihre Funktion als konzernleitende Holding der Gruppe stehen die wesentlichen Chancen und Risiken der operativen Tochtergesellschaften in unmittelbarem Zusammenhang mit den wesentlichen Chancen und Risiken der PharmaSGP Holding SE. Mit Wirkung zum 1. Juli 2020 wurden Beherrschungs- und Gewinnabführungsverträge zwischen der SGP SE und den operativen Gesellschaften abgeschlossen. Die im "Prognosebericht" der PharmaSGP Gruppe beschriebenen Erwartungen in Bezug auf die Geschäftsentwicklung wirken sich somit auch auf das Ergebnis der SGP SE aus, und der Ausblick der PharmaSGP Gruppe ist somit auch für die SGP SE zutreffend.

Ertragslage

Der Personalaufwand von T€ 909 resultiert aus Vergütungen für den Vorstand sowie für die Personal-, Rechts- und Finanzabteilung und andere Verwaltungsabteilungen der Gruppe. Die Abschreibungen von T€ 59 fielen im Wesentlichen für die im Geschäftsjahr 2020 erworbene Büroeinrichtung und Geschäftsausstattung an. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen von T€ 2.383 enthalten im Wesentlichen Rechts- und Beratungskosten, Abschlussund Prüfungskosten, Versicherungsaufwendungen und andere Kosten im Zusammenhang mit der Vorbereitung des Börsengangs. Die daraus entstandenen Aufwendungen wurden an die FUTRUE und MVH weiterbelastet, dementsprechend wurden T€ 346 als sonstige betriebliche Erträge erfasst. Aufwendungen, die die SGP SE im Namen ihrer Tochtergesellschaften trägt, wurden an die Tochtergesellschaften weiterbelastet. Dementsprechend wurden T€ 933 als Umsatzerlöse erfasst.

Aufgrund der bestehenden Gewinnabführungsverträge wurden die handelsrechtlichen Jahresüberschüsse der Tochtergesellschaften des zweiten Halbjahres 2020 von T€ 5.943 an die SGP SE abgeführt. Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag setzen sich aus laufenden Ertragsteuern von T€ 907 und latenten Steuern von T€ 200 zusammen.

Vermögenslage

Das Anlagevermögen enthält im Wesentlichen Büroeinrichtung, Geschäftsausstattung und EDV-Software, die für den Bezug des neuen Firmensitzes 2020 angeschafft wurden. Die Finanzanlagen von T€ 50.000 beinhalten die Beteiligungsbuchwerte an den drei Tochtergesellschaften PharmaSGP GmbH, Remitan GmbH und Restaxil GmbH. Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren im Wesentlichen aus den Gewinnabführungen. Aufgrund von Steuervorauszahlungen im vierten Quartal bestehen zum 31. Dezember 2020 Steuerforderungen in Höhe von T€ 1.620 , die als sonstige Vermögensgegenstände ausgewiesen sind.

Das Eigenkapital hat sich durch die oben erwähnte Einbringung der drei Tochtergesellschaften deutlich erhöht, wobei T€ 11.880 als Zuführung des gezeichneten Kapitals und weitere T€ 37.506 als Kapitalrücklage erfasst wurden.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen enthalten kurzfristige Darlehen von T€ 3.750 sowie sonstige Verbindlichkeiten von T€ 296 und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen von T€ 16.

Finanzlage

Zum 31. Dezember 2020 verfügt die SGP SE über liquide Mittel in Höhe von T€ 911 (31. Dezember 2019: T€ 30). Wesentliche Quellen der Liquiditätsbeschaffung waren Mittelzuflüsse aus der Weiterberechnung von Serviceleistungen an die in Anspruch nehmenden Tochtergesellschaften, Weiterberechnungen von IPO-bezogenen Kosten an die FUTRUE und MVH, sowie von den Tochtergesellschaften erhaltene kurzfristige Darlehen.

2.5 Gesamtaussage

Die Geschäftsentwicklung im Geschäftsjahr 2020 wurde durch die Covid-19-Pandemie maßgeblich beeinflusst, die sich insbesondere negativ auf Neuprodukteinführungen ausgewirkt hat.

Die wesentlichen Leistungsindikatoren sind Umsatz sowie das bereinigte EBIT. Der Umsatz stieg um 1,1 % auf T€ 63.246 (Vorjahr T€ 62.574), wobei die Kategorie "Health Brands" ein Wachstum von 11,8 % verzeichnete und die Kategorie "Beauty Brand" um 35,2 % zurückgegangen ist.

Das um Aufwendungen für die gesellschaftsrechtliche und organisatorische Strukturierung der Gruppe, für geplante Akquisitionen, für die Anpassung der Vertriebsstrategie, für die langfristige Vorstandsvergütung sowie um weitere Aufwendungen bereinigte operative Ergebnis (bereinigtes EBIT) reduzierte sich im Geschäftsjahr 2020 auf T€ 16.518 (Vorjahr: T€ 22.419) bzw. auf 26,1 % im Verhältnis zu den Umsatzerlösen (Vorjahr: 35,8 %). Das unbereinigte EBIT reduzierte sich auf T€ 14.248 (Vorjahr: T€ 22.419) bzw. auf 22,5 % im Verhältnis zu den Umsatzerlösen.

Trotz der erheblichen Covid-19-Einschränkungen blickt der Vorstand auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2020 zurück, zu dem die positive Geschäftsentwicklung in den ersten drei Quartalen wesentlich beigetragen hat. Die PharmaSGP konnte ihre Strategie weiter – mit Einschränkungen – erfolgreich umsetzen und das Produktportfolio ausbauen. Zudem wurde 2020 der Börsengang erfolgreich durchgeführt.

3. Prognosebericht

Dieser zusammengefasste Lagebericht enthält zukunftsbezogene Aussagen, die auf der aktuellen Prognose des Managements zur künftigen Entwicklung der PharmaSGP beruhen. Der Prognosebericht basiert auf Einschätzungen, die die PharmaSGP anhand aller zum Zeitpunkt der Fertigstellung dieses zusammengefassten Lageberichts verfügbaren Informationen getroffen hat. Diese Aussagen unterliegen zudem Risiken und Unsicherheiten, die außerhalb der Kontrollmöglichkeiten des Unternehmens liegen. Sollten die dem Ausblick zugrunde liegenden Annahmen nicht zutreffend sein oder die beschriebenen Risiken oder Chancen eintreten, können die tatsächlichen Ergebnisse und Entwicklungen (sowohl negativ als auch positiv) deutlich von den in diesem Prognosebericht getroffenen Aussagen abweichen.

Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Entwicklung

Nach dem deutlichen Konjunktureinbruch im Jahr 2020 im Zuge der Covid-19-Pandemie wird für das Jahr 2021 sowohl für Deutschland als auch für die Eurozone mit einer deutlichen wirtschaftlichen Erholung gerechnet. Allerdings besteht nach wie vor eine hohe Unsicherheit bezüglich des weiteren Verlaufs der Covid-19-Pandemie und deren Auswirkungen auf die Entwicklung der Weltwirtschaft bzw. der europäischen Wirtschaftsmärkte. Das größte Risiko für die Konjunktur in Deutschland wird in der dritten Infektionswelle gesehen und die dadurch einhergehenden deutlichen Einschränkungen in der Industrie.23 Derzeit ist die Dauer und das tatsächliche Ausmaß dieser dritten Welle noch unklar.24

Die wesentlichen, grundlegenden Trends für den Pharma- und Gesundheitsmarkt wie die demografische Entwicklung, die mit einer fortschreitenden Alterung der Gesellschaft einhergeht, ein kontinuierlich steigendes Gesundheitsbewusstsein sowie die Trends zu natürlichen Arzneimitteln und einer verstärkten Selbstmedikation in der Gesellschaft werden weiterhin grundsätzliche Wachstumstreiber sein. Allerdings stehen die für die PharmaSGP relevanten OTC-Märkte auch 2021 weiter unter dem deutlichen Einfluss der Covid-19-Pandemie. So ist bspw. der OTC-Markt in Deutschland im ersten Quartal 2021 im Vergleich zum Vorjahr umsatzbasiert um 16,6 % gefallen. Durch die Fortführung der Lock-Down-Situation lässt sich vorerst keine durchgängige Umkehrung dieser Entwicklung im zweiten Quartal erwarten.

Ausblick der PharmaSGP Gruppe für 2021

Aufgrund der dargestellten, anhaltenden Herausforderungen durch die Covid-19-Pandemie und der daraus resultierenden außergewöhnlich hohen Unsicherheit hinsichtlich der Zukunftsaussichten für die Geschäftsentwicklung, ist unsere Prognosefähigkeit deutlich beeinträchtigt.

Wesentlicher Faktor für die Entwicklung der PharmaSGP 2021 ist der weitere Verlauf der Covid-19-Pandemie. Auf Basis des fortgeführten Lockdowns in vielen europäischen Ländern, neuer Virusvarianten und einer dritten Infektionswelle geht die PharmaSGP davon aus, dass in den ersten beiden Quartalen 2021 noch keine gesamtwirtschaftliche Erholung zu erwarten ist. Mit Blick auf die relevanten europäischen OTC-Märkte erwartet PharmaSGP frühestens in der zweiten Jahreshälfte ein Wachstum im Vorjahresvergleich, wobei davon ausgegangen wird, dass es in der zweiten Jahreshälfte 2021 keine erneuten negativen Auswirkungen auf die für die PharmaSGP relevanten OTC-Märkte in Europa gibt.

Für das Geschäftsjahr 2021 erwartet der Vorstand für die PharmaSGP aufgrund der andauernden Marktschwäche einen Umsatz zwischen € 56 und 60 Mio. bei einer stabilen bis leicht positiven Entwicklung der Kategorie "Health Brands" sowie einem erwartungsgemäß rückläufigen "Beauty"-Geschäft. Für die bereinigte EBIT-Marge wird im Vergleich zum Geschäftsjahr 2020 ein Anstieg auf 27 % bis 30 % erwartet. Mögliche Übernahmen sind in der Prognose nicht berücksichtigt.

4. Chancen- und Risikobericht

Die PharmaSGP als Consumer-Health-Unternehmen mit einem diversifizierten Portfolio an nicht verschreibungspflichtigen Arzneimitteln und anderen apothekenexklusiven Gesundheitsprodukten agiert in Märkten mit langfristigen Wachstumspotenzialen. Ihr Geschäftsmodell unterliegt dabei auch entsprechenden Herausforderungen und Risiken, die bspw. aus intensivem Wettbewerb oder Änderung der Verbraucherakzeptanz für ihre Produkte resultieren können. Zur frühzeitigen Erkennung und notwendigen Steuerung von Risiken, der Sicherstellung einer verlässlichen Finanzberichterstattung sowie der Einhaltung interner und externer Regelungen und Gesetze bedarf es effektiver, aufeinander abgestimmter Management-Systeme der Corporate Governance. Die wesentlichen Merkmale der einzelnen Corporate Governance Elemente (Risikomanage-

23 https://www.tagesschau.de/wirtschaft/konjunktur/bip-konjunkturprognose-wirtschaftsweise-sachverstaendigenrat-101.html

24 https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/corona-pandemierki-chef-wieler-die-dritte-welle-ist-die-schlimmste/27044488.html?ticket=ST-3805745-bUd43LEwysr17CpFnf4W-ap3

mentsystem, Internes Kontrollsystem und Compliance Management) sind im Folgenden beschrieben.

4.1 Risikomanagementsystem

Ziel des eingeführten Risikomanagementsystems ist es, frühzeitig Veränderungen, die sich negativ auf die geplanten operativen und strategischen Ziele der Gruppe auswirken können, zu erkennen und mögliche Wachstumschancen zu nutzen. Mit Hilfe einer Bewertung identifizierter Risiken und Chancen soll das Ausmaß ihres Einflusses auf den Unternehmenserfolg beurteilt und die Auswirkungen negativer Ereignisse mit geeigneten Gegenmaßnahmen gemindert oder gar vermieden werden. Das Risikomanagementsystem der PharmaSGP umfasst die SGP SE sowie alle ihre Tochtergesellschaften.

Organisation und Zuständigkeiten

Gemäß § 91 Abs. 2 AktG hat der Vorstand der PharmaSGP ein Risikofrüherkennungssystem eingerichtet. Er entscheidet über die Risikostrategie der Gruppe und genehmigt die entsprechenden Risikomanagementstrukturen und -prozesse. Er legt die unternehmensweit gültige Risikopolitik fest. Diese dient als Richtlinie für den Umgang mit Risiken und Chancen innerhalb des Unternehmens und bildet somit den Rahmen für das Risikomanagement. Neben den Informationen über die einzelnen Schritte des Risikomanagementprozesses enthält die Richtlinie auch Angaben zu Verantwortlichkeiten und Aufgaben im Risikomanagement. Aufgrund eines dynamischen Umfeldes werden die Inhalte der Richtlinie regelmäßig überprüft und gegebenenfalls zur Gewährleistung der Aktualität durch das Risikomanagementkomitee angepasst. Die Wirksamkeit des eingerichteten Risikomanagementsystems wird im Rahmen der Überwachung des Vorstands durch den Aufsichtsrat sichergestellt.

Jede relevante organisatorische Einheit des Unternehmens stellt eine ausgewählte Führungskraft als Mitglied des Risikomanagementkomitees. Aufgabe des Komitees ist in Zusammenarbeit mit dem Vorstand die Anpassung und Weiterentwicklung des Risikomanagementsystems. Die Mitglieder des Risikomanagementkomitees sind für die Identifikation und Bewertung von Risiken und Chancen in ihren Unternehmensbereichen zuständig. Grundsätzlich ist jeder Mitarbeiter der PharmaSGP verpflichtet, die jeweilige Führungskraft über potenzielle Risiken zu informieren. Der benannte Risk Management Officer erstellt in regelmäßigen Abständen aus den gemeldeten Risiken und Chancen ein Risikoportfolio, das anschließend dem Risikomanagementkomitee und dem Vorstand zur Verfügung gestellt wird. Darüber hinaus übernimmt der Risk Management Officer die zentrale Koordination des Risikomanagementprozesses und unterstützt die Unternehmensbereiche bei der Risikobewertung.

Risikomanagementprozess

Die regelmäßige Identifikation, Bewertung, Steuerung und Überwachung von Risiken und Chancen erfolgt in allen relevanten organisatorischen Einheiten der Gruppe.

Ein Risiko ist als negative Abweichung zu den geplanten operativen und strategischen Zielen der Gruppe definiert, dessen Eintreten das Erreichen der gesetzten Ziele gefährden kann. Eine Chance stellt wiederum eine positive Abweichung zu den geplanten operativen und strategischen Zielen dar. Um Risiken möglichst umfassend und vollständig identifizieren zu können, stellt PharmaSGP ihren Mitarbeitern einen Katalog mit verschiedenen potenziellen Risiken sowie eine standardisierte Berichtsdatei zur Verfügung. Auf dieser Basis werden entsprechende Gegenmaßnahmen definiert, mit Hilfe derer die einzelnen Risiken reduziert werden. In regelmäßigen Abständen werden die bestehenden Risiken und Chancen hinsichtlich ihrer Aktualität geprüft und um neu identifizierte erweitert.

Die identifizierten Risiken werden im Sinne einer rollierenden Bewertung vom Zeitpunkt der Neubewertung an für die folgenden 36 Monate quantifiziert, wobei der Betrachtungszeitraum für die Einschätzung des Schadensausmaßes und der Eintrittswahrscheinlichkeit jeweils zwölf Monate beträgt. Für jedes Risiko wird sowohl eine Brutto- als auch eine Nettobewertung vorgenommen. Die Nettobewertung ergibt sich dabei aus dem Bruttorisiko unter Berücksichtigung aller bereits implementierten Gegenmaßnahmen, die das Schadensausmaß und die Eintrittswahrscheinlichkeit des Bruttorisikos reduzieren.

Zur angemessenen Erfassung und Beurteilung der Risiken erfolgt in der PharmaSGP die Unterscheidung in Event- und Planungsrisiken. Eventrisiken stellen zumeist einmalige Ereignisse mit einer geringen Eintrittswahrscheinlichkeit und einem hohen Schadensausmaß dar. Bei der Bewertung werden sowohl die Eintrittswahrscheinlichkeit als auch das Schadensausmaß angegeben. Planungsrisiken ergeben sich aus stark volatilen Positionen der Unternehmensplanung und zeichnen sich durch eine hohe Eintrittswahrscheinlichkeit aus. Daher wird bei dieser Risikoart nur das Schadensausmaß bewertet. Die starke Volatilität kann jedoch auch zu einer positiven Abweichung von der Unternehmensplanung führen und somit eine Chance für die Gruppe darstellen.

Während die Eintrittswahrscheinlichkeit ausschließlich bei der Bewertung der Eventrisiken angegeben werden muss, ist die Angabe eines Schadensausmaßes für beide Risikoarten zwingend erforderlich, um die monetäre Auswirkung auf das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) zu beurteilen. Für Finanz- und Steuerrisiken werden die monetären Auswirkungen auf den Jahresüberschuss bewertet.

Für Planungs- und Eventrisiken wurden folgende Risikomatrizen festgelegt, in welche die aggregierten Risiken auf Basis ihrer Nettobewertung eingeordnet werden:

Risikomatrix für Planungsrisiken

Für den Risikobericht werden die identifizierten und bewerteten Risiken in folgenden Kategorien zusammengefasst:

  • Marktbezogene und strategische Risiken
  • Risiken aus dem Produktportfolio
  • Regulatorische Risiken
  • Beschaffungs-, Produktions- und Logistikrisiken
  • Personalrisiken
  • IT-Risiken
  • Rechtliche Risiken
  • Finanzrisiken

Im Rahmen der Tagung des Risikomanagementkomitees wird der interne Risikobericht durch den Risk Management Officer präsentiert und anschließend die aktuelle Risikolage an den Vorstand berichtet. Risiken, die neu aufgetreten sind und ein festgelegtes Schadensausmaß überschreiten, werden hingegen als Risikosofortmeldung unmittelbar an den Vorstand gemeldet. Der Aufsichtsrat erhält in einem regelmäßigen Turnus einen Gesamtbericht mit einer umfassenden Beurteilung der Risikolage. Dabei wird der Fokus auf die als mittel oder hoch klassifizierten Risiken gesetzt.

4.2 Übersicht über Risiken und Chancen

Marktbezogene und strategische Risiken und Chancen

PharmaSGP entwickelt und vertreibt OTC-Arzneimittel und andere apothekenexklusive Gesundheitsprodukte wie Nahrungsergänzungsmittel und Hautpflegeprodukte. Dabei legt die Gruppe für ihre Arzneimittel den Fokus auf Indikationen mit chronischen Leiden sowie auf natürliche Wirkstoffe mit dokumentierter Wirksamkeit.

Sollte die Nachfrage nach diesen Produkten durch eine negative Entwicklung in ihren Zielmärkten zurückgehen, könnte dies die Geschäftsentwicklung der Gruppe nachteilig beeinflussen. Aktuell wirkt sich insbesondere die Covid-19-Pandemie negativ auf die Nachfrage in den Zielmärkten der PharmaSGP aus. Treiber hierfür kann bspw. eine reduzierte Kundenfrequenz sein. Mit einer stetigen Beobachtung und Analyse der Marktsituation überwacht PharmaSGP solche Veränderungen und trifft bei einer nicht planmäßigen Entwicklung der Produktumsätze entsprechende ertragsoptimierende Maßnahmen. Das Risiko wird unter Berücksichtigung der Eintrittswahrscheinlichkeit und des Schadenausmaßes als mittel eingestuft.

Zudem kann sich der Wettbewerbsdruck in den Zielmärkten der PharmaSGP erhöhen, wodurch die Geschäftstätigkeit der Gruppe ebenfalls negativ beeinflusst werden kann. Diesem Risiko begegnet die PharmaSGP mittels einer kontinuierlichen Überwachung der Wettbewerbssituation in den produktbezogenen Teilmärkten und der wirtschaftlichen Entwicklung der einzelnen Produkte und Marken. Die Auswirkung des Risikos auf das Geschäftsergebnis wird unter Berücksichtigung des Schadensausmaßes als mittel eingestuft.

Trotz der Covid-19-Pandemie sieht PharmaSGP mittelund langfristig gute Wachstumschancen in all ihren Zielmärkten. Neben dem zunehmenden Alter der Bevölkerung und dem kontinuierlich steigenden Gesundheitsbewusstsein der Konsumenten begünstigen vor allem gesellschaftliche Trends zu natürlichen Arzneimitteln und einer verstärkten Selbstmedikation die Nachfrage nach den Produkten der PharmaSGP. Zudem verfügt die Gruppe über ein Geschäftsmodell, das dem Unternehmen eine schnelle Reaktion auf strukturelle und nachfragebedingte Marktveränderungen ermöglicht. Wesentlicher Bestandteil der Wachstumsstrategie der PharmaSGP ist, durch M&A-Aktivitäten etablierte Marken und Produkte mittels der PharmaSGP-Plattform stark auszubauen und damit das Wachstumstempo der PharmaSGP deutlich zu forcieren. Es ist nicht garantiert, dass PharmaSGP in der Lage sein wird, attraktive Zielportfolios oder Zielunternehmen zu identifizieren und erfolgreich zu integrieren. Grundsätzlich ermöglicht diese Strategie jedoch die Chance auf Realisierung erheblicher Wertsteigerungspotenziale über die organische Entwicklung hinaus.

Risiken und Chancen aus dem Produktportfolio

PharmaSGP erweitert ihr Produktportfolio regelmäßig um neue Produkte. Der Erfolg von Neueinführungen hängt allerdings von verschiedenen Faktoren ab, auf welche die Gruppe keinen Einfluss hat. Keine oder nur eine geringe Marktakzeptanz der neuen Produkte oder Verzögerungen bei der Markteinführung können die Umsatz- und Ergebnisentwicklung der PharmaSGP nachteilig beeinflussen. Ein Produkt, das zu Beginn seines Entwicklungszyklus als vielversprechend gilt, kann aufgrund von Veränderungen im Markt an Attraktivität verlieren. Zudem kann es sein, dass PharmaSGP den potenziellen Markt für neue Produkte nicht richtig einschätzt. Um dem vorzubeugen, wird die Entwicklung des OTC-Marktes und der für die PharmaSGP relevanten Marktsegmente konstant überwacht. Regelmäßige Trendanalysen tragen dazu bei, Wachstumschancen schneller zu erkennen und zu nutzen. Die potenziellen Auswirkungen des Risikos auf das Geschäftsergebnis der PharmaSGP werden unter Berücksichtigung des Schadensausmaßes als mittel eingestuft.

Das Geschäft der PharmaSGP hängt von der Stärke und Bekanntheit ihrer Marken bei Verbrauchern ab. Wenn Verbraucher den Marken der PharmaSGP oder natürlichen OTC-Produkten im Allgemeinen misstrauen, kann sich dies negativ auf das Geschäftsergebnis der Gruppe auswirken. Auch ein Produktrückruf in Folge eines Qualitätsmangels kann das Image ihrer Marken nachteilig beeinflussen. Dem begegnet PharmaSGP mit einem umfassenden Qualitätsmanagementsystem und einem engen Monitoring des Marktes. Das Risiko unter Berücksichtigung der Eintrittswahrscheinlichkeit und des Schadensausmaßes wird als mittel eingestuft.

Um die Stärke und Bekanntheit ihrer Marken zu fördern, investiert PharmaSGP wesentlich in das Direktmarketing bei potenziellen Kunden. Die UmsatzentwicklungderGruppeist vonderEffizienzundEffektivität ihrer Marketingmaßnahmen abhängig. Können Werbeplätze bspw. gar nicht oder nicht zum geplanten Veröffentlichungszeitpunkt gebucht werden, kann dies einen negativen Effekt auf das Geschäftsergebnis und die weitere Etablierung der Marke beim Endkunden haben. Etablierte Buchungsprozesse, ein enges Monitoring der feststehenden Buchungen und die regelmäßige Prüfung der Wirksamkeit von Marketingmaßnahmen wirkt diesen Risiken entgegen.

Die Bewerbung von OTC-Produkten kann in den Zielmärkten der PharmaSGP umfassenden Regulierungsanforderungen unterliegen. Teilweise ist die Bewerbung der Produkte sogar von einer vorherigen Genehmigung durch die zuständigen staatlichen Behörden abhängig. Eine Missachtung oder ein Verstoß gegen geltende gesetzliche Bestimmungen kann Vertragsstrafen oder Ordnungsgelder zur Folge haben. Werbeanzeigen und -spots werden daher vor ihrer Veröffentlichung durch das Produktmarketing und die Rechtsabteilung geprüft und freigegeben.

Die potenziellen Auswirkungen der beiden oben beschriebenen Risiken auf das Geschäftsergebnis der PharmaSGP werden unter Berücksichtigung der Eintrittswahrscheinlichkeit und des Schadensausmaßes als gering eingestuft.

Schaltplätze für Werbespots und Printanzeigen sowie Werbeleistungen im Onlinemarketing kauft die PharmaSGP über eine Marketingagentur ein. Eine Änderung der Einkaufskonditionen kann einen Anstieg der Marketingkosten und somit eine Minderung des Geschäftsergebnisses zur Folge haben. Monatliche Strategiemeetings mit dem Dienstleister ermöglicht eine Kostenplanung und -kontrolle sowie einen rechtzeitigen Strategiewechsel. Mögliche Auswirkungen des Risikos auf das Geschäftsergebnis der PharmaSGP werden unter Berücksichtigung des Schadensausmaßes als gering eingestuft.

Treiber für das Wachstum der PharmaSGP im In- und Ausland sind

  • der Ausbau etablierter Markenfamilien durch Ergänzung von neuen Produkten und Darreichungsformen sowie der Aufbau neuer Markenfamilien. Hierzu kommen bereits existierende, neu erworbene oder in Entwicklung befindliche Arzneimittelzulassungen oder Rezepturentwicklungen von Gesundheitsprodukten zum Einsatz.
  • der Ausbau von akquirierten Marken und Portfolios, die bereits ein relevantes Umsatzvolumen am Markt haben, das durch die Integration in die PharmaSGP-Plattform noch weiter gesteigert wird.

Die Stärke der PharmaSGP liegt vor allem in ihrer Marketing- und Vertriebskompetenz. So kann es sein, dass Produkte durch eine große Marktakzeptanz und eine effektive Vermarktungsstrategie die Planungserwartungen übertreffen. Die erfolgreiche Nutzung der PharmaSGP-Plattform kann somit über die Planung hinaus weitere positive Geschäftsergebnisbeiträge generieren.

Regulatorische Risiken

PharmaSGP ist verpflichtet, in ihren Absatzmärkten eine Vielzahl von Gesetzen und Vorschriften einzuhalten, die sich u.a. auf die Entwicklung, die Herstellung, den Vertrieb, das Marketing und die Überwachung von OTC-Arzneimittel und anderer Gesundheitsprodukte beziehen.

Bevor PharmaSGP bspw. ein neues Arzneimittel einführen kann, muss eine Zulassung für das Arzneimittel durch die zuständigen Behörden erteilt werden. Auch nach Erteilung dieser werden unter anderem die Sicherheit, Wirksamkeit und die Herstellung der Produkte der PharmaSGP von nationalen Behörden weiterhin reguliert und eingehend geprüft. Es kann erforderlich sein, Sicherheits- und andere Informationen und Berichte nach dem Inverkehrbringen einzureichen, um die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften sicherzustellen. PharmaSGP ist außerdem verpflichtet, Nebenwirkungen, Qualitäts- und Produktionsprobleme zu melden. Die Entdeckung von Mängeln oder die Nichteinhaltung gesetzlicher Anforderungen kann zu Marketing- oder Vertriebsbeschränkungen, zu Produktrückrufen bzw. weiteren Sanktionen führen. Zudem besteht das Risiko, dass Vertragspartner Standards für den Herstellungsprozess nicht einhalten und die Produkte der PharmaSGP nicht in Übereinstimmung mit den Spezifikationen von PharmaSGP und den geltenden Gesetzen und Vorschriften hergestellt werden. Ein adäquater Sicherheitsbestand für Wirkstoffe und Fertigwaren reduziert dieses Risiko. PharmaSGP begegnet allen regulatorischen Risiken mit einem in der gesamten Unternehmensgruppe implementierten Qualitätsmanagementsystem. Dieses wird von der Abteilung "Qualitätssicherung" betreut, kontinuierlich weiterentwickelt und auf Einhaltung überprüft.

Die Auswirkungen der regulatorischen Risiken auf das Geschäftsergebnis der PharmaSGP werden unter Berücksichtigung der Eintrittswahrscheinlichkeit und des Schadensausmaßes als mittel eingestuft.

Beschaffungs-, Produktions- und Logistikrisiken

Für PharmaSGP besteht das Risiko, dass aufgrund von Markt- und Nachfrageveränderungen auf der Einkaufsseite oder begrenzter Verfügbarkeiten die Beschaffungspreise für Rohstoffe und Beistellungen steigen. Ebenso können steigende Produktionskosten einen negativen Effekt auf das Geschäftsergebnis haben. PharmaSGP verfügt über einen Sicherheitsbestand für Wirkstoffe und Fertigwaren, sodass kurzfristige Preisschwankungen ausgeglichen werden können. Durch das Vorhalten eines breiten und diversifizierten Portfolios an Lohnherstellern ist PharmaSGP zudem in der Lage, im Falle von Produktionskostensteigerungen auf einen alternativen Partner auszuweichen. Unvorhergesehene Wertminderungen der Vorräte der Gruppe können sich negativ auf das Geschäftsergebnis auswirken. Um Risiken im Zusammenhang mit dem Warenbestand zu reduzieren, wird dieser regelmäßig durch die verantwortlichen Unternehmensbereiche geprüft und Preisentwicklungen werden analysiert. Die potenziellen Auswirkungen der beschriebenen Beschaffungsund Produktionsrisiken auf das Geschäftsergebnis der PharmaSGP werden unter Berücksichtigung des Schadensausmaßes als mittel eingestuft.

PharmaSGP ist sowohl bei der Lieferung der Rohstoffe und anderer Güter als auch bei der Produktion ihrer OTC- und anderen Gesundheitsprodukte von Dritten abhängig. Externe Faktoren, z.B. die Verfügbarkeit von Rohstoffen und Packmitteln oder Störungen im Produktionsprozess, die sich nicht unter der Kontrolle der PharmaSGP befinden, können die Verfügbarkeit von Fertigware nachteilig beeinflussen, sodass sich die Auslieferung verzögert und die bestehende Nachfrage nicht vollumfänglich gedeckt werden könnte. Diesem Risiko begegnet die Gruppe mit einem angemessenen Sicherheitsbestand von Rohstoffen und Fertigprodukten sowie der Sicherstellung alternativer Dritthersteller für die Produkte des PharmaSGP-Portfolios. Grundsätzlich werden alle Dritthersteller und Drittanbieter einem strengen Auditierungsprozess unterzogen, um sich als Partner der PharmaSGP zu qualifizieren. Die potenziellen Auswirkungen der beschriebenen Beschaffungs- und Produktionsrisikos auf das Geschäftsergebnis der PharmaSGP werden unter Berücksichtigung der Eintrittswahrscheinlichkeit und des Schadensausmaßes als gering eingestuft.

Nach der Herstellung werden die Produkte von einem Logistikanbieter pro Zielregion gelagert und über diesen vertrieben. PharmaSGP ist daher bei der zeitgerechten Lieferung der Produkte an Großhändler und Apotheken von diesen externen Logistikdienstleistern abhängig, um die Nachfrage der Apotheken zu bedienen. Jegliche Unterbrechung der Logistikkette aufgrund der Nichterfüllung der vertraglichen Verpflichtungen durch diese Anbieter kann zu Verzögerungen, erhöhten Kosten und Umsatzverlusten für PharmaSGP führen. Darüber hinaus können steigende Lager- und Versandkosten direkt an PharmaSGP weitergegeben werden, was sich negativ auf die Rentabilität der PharmaSGP auswirken kann. Die PharmaSGP begegnet diesem Risiko durch regelmäßige Audits der bestehenden Partner und der Pflege von langfristigen und starken Geschäftsbeziehungen. Die potenziellen Auswirkungen des beschriebenen Logistikrisikos auf das Geschäftsergebnis der PharmaSGP werden unter Berücksichtigung der Eintrittswahrscheinlichkeit und des Schadensausmaßes als mittel eingestuft.

IT-Risiko

Der effiziente und unterbrechungsfreie Betrieb ihrer IT-Infrastruktur ist für die PharmaSGP maßgeblich für die kontinuierliche Sicherstellung des Geschäftsbetriebs. Das Risiko, einen Verlust von digitalen Informationen zu erleiden, kann durch bspw. mangelnde oder unzureichende Datensicherung oder schadhafte Angriffe durch Externe entstehen. PharmaSGP begegnet diesen Risiken u.a. mit einem angemessenen Berechtigungskonzept, ausreichenden IT-Sicherungssystemen (z.B. zentrale Anti-Viren-Programme), regelmäßigen Software- und Hardware-Wartungen sowie routinemäßigen Backups unternehmenskritischer Daten. Die potenziellen Auswirkungen des IT-Risikos auf das Geschäftsergebnis der Gruppe werden daher unter Berücksichtigung der Eintrittswahrscheinlichkeit und des Schadensausmaßes als gering eingestuft.

Personalrisiken

Der weitere Ausbau der Geschäftstätigkeit der PharmaSGP hängt maßgeblich von der Motivation und Qualifikation ihrer Mitarbeiter ab. Um die kontinuierliche Weiterentwicklung der bestehenden Mitarbeiter sicherzustellen, aber auch um relevante regulatorische Anforderungen (z. B. im Bereich Pharmakovigilanz, Arzneimittelsicherheit, Arbeitssicherheit etc.) zu erfüllen, werden regelmäßige Schulungen durchgeführt und entsprechend dokumentiert.

Außerdem beschäftigt PharmaSGP in einigen Unternehmensbereichen wichtige und nicht leicht ersetzbare Schlüsselmitarbeiter. Verlässt ein solcher Mitarbeiter das Unternehmen, kann es zu kurzfristigen Prozessverzögerungen oder -behinderungen kommen und unter Umständen zu einem Wissensverlust führen. Dem begegnet PharmaSGP mit einem zügigen und transparenten Recruitingprozess sowie entsprechenden Maßnahmen für die Personalentwicklung.

Auswirkungen der Personalrisiken auf das Geschäftsergebnis der Gruppe werden unter Berücksichtigung der Eintrittswahrscheinlichkeit und des Schadensausmaßes als gering eingeschätzt.

Rechtliche Risiken

Als börsennotiertes Unternehmen unterliegt PharmaSGP kapitalmarktrechtlichen Gesetzen und Vorschriften. Im Falle einer Nichteinhaltung der gesetzlichen Vorgaben können PharmaSGP Bußgeldzahlungen oder Rechtsstreitigkeiten drohen. Des Weiteren kann der Verlust personenbezogener Daten und andere Verstöße gegen die Datenschutzverordnung hohe Strafzahlungen zur Folge haben. Um Verstöße gegen das Kapitalmarktrecht zu vermeiden, absolvieren alle Mitarbeiter regelmäßige Schulungen zu diesem Themenbereich. Außerdem wird die Einhaltung gesetzlicher Regelungen und Vorschriften durch interne Abstimmungs- und Kontrollprozesse sichergestellt. Dadurch werden die Auswirkungen der rechtlichen Risiken auf das Geschäftsergebnis der PharmaSGP unter Berücksichtigung der Eintrittswahrscheinlichkeit und des Schadensausmaßes als gering eingestuft.

Finanzrisiken

PharmaSGP vertreibt ihre Produkte über verschiedene Logistikpartner. Diese übernehmen unter anderem die Zahlungsabwicklung mit Großhändlern und Apotheken. Sofern Zahlungen aus diesen Abwicklungen nicht erfolgen, können bei der PharmaSGP Forderungsausfälle entstehen. Außerdem unterliegt die Gruppe allgemeinen, nationalen Steuergesetzen. Ein fehlerhafter Umgang mit Steuersachverhalten, insbesondere im Bereich der Vor- und Umsatzsteuer, kann zu einer Beanstandung durch die Steuerbehörde und unter Umständen zu hohen Nachzahlungen führen. Durch die Implementierung interner Prüfprozesse und die regelmäßige Berichterstattung der Logistikpartner wird das Risiko deutlich reduziert. Steuersachverhalte werden zudem einer sorgfältigen Prüfung durch eine externe Steuerberatung unterzogen. Auswirkungen der Finanzrisiken auf das Geschäftsergebnis der Gruppe unter Berücksichtigung der Eintrittswahrscheinlichkeit und des Schadensausmaßes werden als gering eingeschätzt.

4.3 Gesamtlage

Aus heutiger Sicht existieren keine bestandsgefährdenden Risiken für die zukünftige Geschäftsentwicklung der PharmaSGP.

Risiken, die sich kurzfristig negativ auf das Geschäftsergebnis auswirken können, sieht die Gruppe vor allem in einer unerwartet negativen Marktentwicklung, einer geringen Marktakzeptanz neuer Produkte, der Nichteinhaltung regulatorischer Anforderungen intern oder bei Drittherstellern sowie einer Beeinträchtigung von Distributionsprozessen. Eine Sondersituation stellt die Covid-19-Pandemie dar, deren weiterer Verlauf und die damit verbundenen Einschränkungen des öffentlichen Lebens die Nachfrageentwicklung in den Zielmärkten oder bspw. auch Lieferketten der PharmaSGP negativ beeinflussen können. Erstmalig in die Risikobetrachtung aufgenommen wurden IT- und Personalrisiken, die insgesamt jedoch als gering eingeschätzt werden. Alle beschriebenen Risiken werden im Risikomanagementprozess stetig überwacht und durch entsprechende Gegenmaßnahmen mitigiert.

Chancen für ihre zukünftige Entwicklung sieht die Gruppe im Auf- und Ausbau von etablierten Markenfamilien und insbesondere in der Integration etablierter, akquirierter Marken und Portfolios, die mittels der PharmaSGP-Plattform weiteres Wachstum erreichen können.

5. Internes Kontrollsystem und Risikomanagementsystem bezogen auf den Konzernrechnungslegungsprozess

Das Ziel des Risikomanagementsystems der PharmaSGP im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess ist die Identifizierung und Bewertung von Risiken, die der Regelkonformität des Konzernabschlusses entgegenstehen könnten. Dabei trägt der Finanzvorstand die Gesamtverantwortung für das interne Kontrollund Risikomanagementsystem im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess. Über eine fest definierte Führungs- und Berichtsorganisation sind alle in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften integriert. Die Einzelabschlüsse der SGP SE und ihrer Tochtergesellschaften werden nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) erstellt und in einen Abschluss gemäß IFRS übergeleitet.

Die Konzernbilanzierungsrichtlinien und das Konzernrechnungswesen haben zum Ziel, die einheitliche Bilanzierung und Bewertung auf Grundlage der für die SGP SE geltenden Vorschriften zu gewährleisten. Auf Basis der SAP-ERP-Umgebung erfolgt der monatliche Konsolidierungsprozess mit Unterstützung einer spezifischen Konsolidierungssoftware. Es bestehen einheitliche Berichtsstrukturen, ein einheitlicher Konzernkontenplan sowie ein verbindlicher Abschlusskalender, die grundsätzlich Vollständigkeit und Vergleichbarkeit sicherstellen sollen. Die Aufwandsund Ertragskonsolidierung sowie die Schuldenkonsolidierung erfolgen automatisiert. Zur Überprüfung der Datenkonsistenz werden hier automatische Plausibilitätskontrollen bereits bei der Datenerfassung vorgenommen. Kontrollaktivitäten umfassen zudem die Analyse und ggf. die Korrektur der durch die Tochtergesellschaften vorgelegten Einzelabschlüsse. Wesentliche Elemente der Risikokontrolle im Rechnungslegungsprozess sind außerdem die Funktionstrennung zwischen Eingabe, Prüfung und Freigabe sowie eine klare Zuordnung von Verantwortlichkeiten in den Bereichen. Des Weiteren muss auf allen Prozessebenen das Vier-Augen-Prinzip angewandt werden.

Ein konzerneinheitliches Risikomanagementsystem, welches den gesetzlichen Anforderungen entspricht, wurde im Zuge des Börsengangs 2020 implementiert und seitdem fortlaufend auf seine Funktionsfähigkeit hin überprüft und gegebenenfalls an aktuelle Entwicklungen angepasst.

Durch die dargestellten Strukturen, Prozesse und Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems wird sichergestellt, dass die Rechnungslegung der PharmaSGP einheitlich und im Einklang mit den gesetzlichen Vorschriften, den betroffenen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung, internationalen Rechnungslegungsstandards und internen Richtlinien erfolgt.

6. Risikoberichterstattung in Bezug auf die Verwendung von Finanzinstrumenten

Die Einrichtung und Überwachung des konzernweiten Finanzrisikomanagements obliegt der Verantwortung des Vorstands, der die Prinzipien für das bereichsübergreifende Risikomanagement vorgibt. In Bezug auf Finanzinstrumente könnte die Gruppe Marktrisiken, Liquiditätsrisiken sowie Kreditrisiken ausgesetzt sein.

Marktrisiko

Marktrisiken resultieren aus Änderungen der Marktpreise für Finanzinstrumente, z. B. Wechselkurse oder Zinssätze und werden deshalb in Währungsrisiken und Zinsrisiken unterteilt.

Währungsrisiken entstehen in Transaktionen, die nicht in der funktionalen Währung der PharmaSGP (€) abgebildet werden. Da die Gruppe hauptsächlich in Euroländern aktiv ist und alle Gesellschaften die gleiche funktionale Währung haben, ist die Gruppe in Bezug auf ihr Transaktionsvolumen keinen wesentlichen Wechselkursschwankungen ausgesetzt.

Zinsrisiken entstehen aus schwankenden Zinsaufwendungen für Finanzschulden und Sichtgeldeinlagen (Negativzinsen) sowie schwankenden Zinserträgen aus finanziellen Vermögenswerten. Derzeit bestehen keine Finanzschulden und finanziellen Vermögenswerte. Die Zinsrisiken für Sichtgeldeinlagen werden als gering eingeschätzt. Im Falle einer Fremdkapitalaufnahme könnten Zinsschwankungen die zukünftige Entwicklung der Gruppe beeinflussen.

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko beschreibt das Risiko, dass die Gruppe den Tilgungsverpflichtungen ihrer finanziellen Verbindlichkeiten nur mit Schwierigkeiten nachkommen kann. Dies betrifft im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie Leasingverbindlichkeiten. Aufgrund des positiven Bestands an Sichtgeldeinlagen zum Bilanzstichtag und dauerhaft positiven Nettozahlungsmittelzuflüssen sieht sich die Gruppe keinen Liquiditätsrisiken ausgesetzt.

Kreditrisiko

Ausfallrisiken entstehen, wenn ein Kunde oder die Gegenpartei eines Finanzinstruments ihre vertraglichen Verpflichtungen gegenüber PharmaSGP nicht erfüllen kann. Das Kreditrisiko umfasst sowohl das sofortige Ausfallrisiko als auch die Gefahr einer verschlechterten Kreditwürdigkeit eines Kunden. Im Vergleich zu den übrigen finanziellen Vermögenswerten bestehen Ausfallrisiken am ehesten für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, welche in der Vergangenheit jedoch nahezu null waren. Um das Ausfallrisiko auf dem gleichen niedrigen Niveau der Vergangenheit zu halten, bewertet die Gruppe das Ausfallrisiko für Neukunden mit einem wesentlichen Auftragsvolumen und führt einen regelmäßigen Kontrollprozess zur Überwachung und Einbringung offener Posten durch.

Für weitere quantitative Angaben zum Finanzrisikomanagement wird auf Abschnitt 7.3 im Konzernanhang verwiesen.

7. Übernahmerelevante Angaben nach §§ 289a und 315a HGB

7.1 Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals

Zum 31. Dezember 2020 belief sich das Grundkapital der Gesellschaft auf T€ 12.000. Das Grundkapital ist in 12.000.000 nennwertlose, auf den Inhaber lautende Stückaktien unterteilt, auf die ein anteiliger Betrag von € 1,00 je Aktie entfällt. Die Aktien sind voll eingezahlt. Mit allen Aktien sind die gleichen Rechte und Pflichten verbunden. Jede Stückaktie hat eine Stimme.

7.2 Beteiligungen am Kapital, die 10% der Stimmrechte überschreiten

Zum 31. Dezember 2020 hielt die Futrue GmbH, Gräfelfing, Deutschland, eine direkte Beteiligung am Kapital der SGP SE, die die Schwelle von 10 % der Stimmrechte überschritt. Es bestanden keine indirekten Beteiligungen am Kapital der SGP SE, die die Schwelle von 10 % der Stimmrechte überschritten haben.

7.3 Gesetzliche Vorschriften und Bestimmungen der Satzung über die Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern und die Änderung der Satzung

Der Aufsichtsrat bestellt die Mitglieder des Vorstands auf der Grundlage der Art. 9 Abs. 1, Art. 39 Abs. 2 und Art. 46 SE-Verordnung, §§ 84, 85 AktG sowie § 7 Abs. 2 der Satzung für einen Zeitraum von höchstens sechs Jahren. Wiederbestellungen sind zulässig. Gemäß § 7 Abs. 1 der Satzung besteht der Vorstand aus einer oder mehreren Personen. Die Zahl der Vorstandsmitglieder bestimmt der Aufsichtsrat.

Über Änderungen der Satzung beschließt die Hauptversammlung. Änderungen der Satzung erfolgen nach §§ 179, 133 AktG. Nach § 15 der Satzung ist der Aufsichtsrat ermächtigt, Änderungen und Ergänzungen der Satzung zu beschließen, die nur die Fassung betreffen.

7.4 Befugnisse des Vorstands, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen

Rückkauf eigener Aktien

Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 27. Mai 2025 eigene Aktien der Gesellschaft in einem Umfang von bis zu 10 % des zum Zeitpunkt der Erteilung der Ermächtigung oder – falls dieser Wert geringer ist – des zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals der Gesellschaft zu erwerben. Der Erwerb von eigenen Aktien darf unter bestimmten Bedingungen auch unter Einsatz von Derivaten durchgeführt werden.

Genehmigtes Kapital 2020

Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 27. Mai 2025 gegen Bar- und/oder Sacheinlage einmalig oder mehrmals um insgesamt bis zu T€ 6.000 durch Ausgabe neuer auf den Inhaber lautender Stückaktien zu erhöhen. Den Aktionären ist grundsätzlich das gesetzliche Bezugsrecht auf die neuen Aktien zu gewähren, wobei der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats ermächtigt ist, das Bezugsrecht der Aktionäre unter bestimmten Voraussetzungen und in definierten Grenzen ganz oder teilweise auszuschließen. Im Handelsregister wird dieses Genehmigte Kapital als Genehmigtes Kapital 2020/I geführt.

Bedingtes Kapital 2020

Es besteht ein Bedingtes Kapital, wodurch das Grundkapital um insgesamt bis zu T€ 6.000 durch Ausgabe von insgesamt bis zu 6.000.000 neuen auf den Inhaber lautenden Stückaktien erhöht werden kann. Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von Aktien an Inhaber bzw. Gläubiger von Wandelschuldverschreibungen sowie an Inhaber von Optionsrechten aus Optionsschuldverschreibungen, die aufgrund Ermächtigung gemäß Beschluss der Hauptversammlung vom 28. Mai 2020 bis zum 27. Mai 2025 von der Gesellschaft oder einem Unternehmen, an dem die Gesellschaft unmittelbar oder mittelbar mit der Mehrheit der Stimmen und des Kapitals beteiligt ist, ausgegeben werden. Im Handelsregister wird dieses Bedingte Kapital als Bedingtes Kapital 2020/I geführt.

7.5 Wesentliche Vereinbarungen der Gesellschaft unter der Bedingung eines Kontrollwechsels

Die Konditionen für eine nicht in Anspruch genommene Betriebsmittellinie stehen unter dem Vorbehalt der Kontrolle der SGP SE durch die FUTRUE GmbH und können im Falle eines Kontrollwechsels neu verhandelt werden.

8. Erklärung zur Unternehmensführung und Corporate-Governance-Bericht

8.1 Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289 f HGB und § 315 d HGB

Als an der Frankfurter Wertpapierbörse notierte Gesellschaft (Prime Standard) gibt die PharmaSGP Holding SE die nachstehende Erklärung zur Unternehmensführung bezogen auf die PharmaSGP Holding SE und ihre Tochtergesellschaften PharmaSGP GmbH, Restaxil GmbH und Remitan GmbH gemäß der § 289f HGB und § 315d HGB für das Geschäftsjahr 2020 ab.

Vorstand und Aufsichtsrat der PharmaSGP Holding SE berichten zudem nachfolgend gemäß Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex (,,DCGK") über die Anwendung der Corporate Governance bei der PharmaSGP Holding SE.

8.2 Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG (Aktualisierung April 2021)

Der Vorstand und der Aufsichtsrat der PharmaSGP Holding SE haben zu den Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" in der Fassung vom 16. Dezember 2019, gemäß § 161 AktG im April 2021 folgende Entsprechenserklärung abgegeben:

Empfehlungen D.2 bis D.5, D.8 und D.11 des DCGK – Ausschüsse des Aufsichtsrats

Da der Aufsichtsrat der Gesellschaft satzungsgemäß aus drei Personen besteht, hat der Aufsichtsrat entschieden, keine Ausschüsse zu bilden. Ein Ausschuss wäre nur beschlussfähig, wenn dieser seinerseits aus mindestens zwei Personen bestünde, was auch dem Quorum für den gesamten Aufsichtsrat entspricht. Die Gesellschaft ist daher der Auffassung, dass die Bildung von Ausschüssen des Aufsichtsrats nicht zu einer Verbesserung der Effizienz der Arbeit des Aufsichtsrats beitragen würde.

Empfehlung G.10 Satz 2 des DCGK – Verfügung über langfristig variable Gewährungsbeträge

Im Hinblick auf die erste jährliche Tranche der langfristigen variablen Vergütungsbestandteile, die den Mitgliedern des Vorstands für das am 31. Dezember 2020 endende Geschäftsjahr gewährt wird, hat der Aufsichtsrat entschieden, dass der Zeitraum für die Messung der Zielvorgaben und den gestaffelten Eintritt von Unverfallbarkeit, lediglich drei Jahre beträgt. Folglich werden die Vorstandsmitglieder über die erste jährliche Tranche der langfristigen variablen Vergütungsbestandteile bereits vor Ablauf eines Vier-Jahres-Zeitraums verfügen können. Bei den nachfolgenden jährlichen Tranchen der langfristigen variablen Vergütungsbestandteile soll der Zeitraum für die Messung der Zielvorgaben und die Unverfallbarkeit demgegenüber jeweils vier Jahre betragen und eine Auszahlung daher auch jeweils erst nach Ablauf eines Vier-Jahres-Zeitraums erfolgen. Da die erstmalige Bestellungsdauer der Vorstandsmitglieder am 31. Dezember 2022 endet, ist der Aufsichtsrat der Auffassung, dass es eine bedeutsame und geeignete Anreizwirkung für die derzeitigen Vorstandsmitglieder darstellt, wenn bei der ersten Tranche ihrer langfristigen variablen Vergütung der Zeitraum für die Messung der Zielvorgaben und den Eintritt der Unverfallbarkeit mit ihrer erstmaligen Bestellungsdauer dergestalt verknüpft ist, dass die erste Tranche im Rahmen der laufenden Erstbestellung vollständig verdient werden kann.

Empfehlung G.7 Satz 1 des DCGK - Zeitpunkt der Festlegung der Leistungskriterien für die variablen Vergütungsbestandteile

Der Aufsichtsrat legt die jährlichen Zielwerte für die variable Vergütung der Vorstandsmitglieder in Abweichung von der Empfehlung G.7 Satz 1 des DCGK erst zu Beginn, spätestens innerhalb der ersten vier Monate des betreffenden Geschäftsjahres fest, nicht jedoch bereits vor dessen Beginn. Der Aufsichtsrat ist der Auffassung, dass eine Entscheidung über die Festlegung der jährlichen Zielwerte in der Regel erst auf Grundlage vorläufiger Geschäftszahlen des jeweils vorangegangenen Geschäftsjahres sinnvoll ist.

Empfehlung F.2 des DCGK – Berichterstattung

Die Gesellschaft hat entschieden, dass die Konzernabschlüsse und Konzernlageberichte für das zum 31. Dezember 2020 und das zum 31. Dezember 2021 endende Geschäftsjahr sowie gesetzlich oder börsenrechtlich vorgeschriebene Zwischenberichte für diese Geschäftsjahre in Abweichung von der Empfehlung F.2 innerhalb der gesetzlichen bzw. börsenrechtlich vorgegebenen Fristen veröffentlicht werden. Die Gesellschaft ist der Auffassung, dass die Veröffentlichung innerhalb solcher Fristen für die Informationsinteressen der Anleger, Gläubiger und anderer Stakeholder sowie der Öffentlichkeit ausreichend ist. Die Gesellschaft beabsichtigt allerdings, die Finanzinformationen für das am 31. Dezember 2022 endende und die folgenden Geschäftsjahre innerhalb der in der Empfehlung F.2 des DCGK vorgesehenen Fristen zu veröffentlichen.

8.3 Angaben zu den über die gesetzlichen Anforderungen hinaus angewandten Unternehmensführungspraktiken

Anspruch der PharmaSGP Holding SE ist es, alle Geschäfte in ethisch und rechtlich einwandfreier Weise zu tätigen. Um der sozialen Verantwortung als Hersteller von Arzneimitteln gerecht zu werden, verfolgen Vorstand und Aufsichtsrat eine verantwortungsvolle, transparente und werteorientierte Unternehmensführung. Dazu gehört für die PharmaSGP Holding SE nicht nur das Einhalten der gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Bestimmungen, sondern darüber hinaus auch eine ethisch vertretbare Unternehmensphilosophie, welche sich unter anderem in dem "Code of Ethics" widerspiegelt.

Das Compliance-Team der PharmaSGP Holding SE, dem der Finanzvorstand als Chief Compliance Officer sowie der Compliance-Officer angehören, hat ein Compliance-Management-System eingerichtet, welches das rechtmäßige Verhalten der Mitarbeiter sicherstellen soll. Es ist darauf ausgerichtet, mögliche Verstöße im Vorfeld zu erkennen und deren Auftreten systematisch zu verhindern und wird vom Compliance-Team der PharmaSGP Holding SE überwacht. Dieses Compliance-System umfasst unter anderem den "Code of Ethics" als wesentliches Regelwerk der Compliance-Struktur, Compliance-Audits, regelmäßige Schulungen zu relevanten Compliance-Risiken und -Maßnahmen sowie adäquate Strukturen und Prozesse, damit die Mitarbeitenden mögliche Compliance-Verletzungen melden können.

Die PharmaSGP Holding SE ist aufgrund des internen Risikomanagementsystems in der Lage, etwaige geschäftliche und finanzielle Risiken frühzeitig zu erkennen um entsprechende Gegenmaßnahmen zu treffen. Es erfolgt eine regelmäßige Risikoüberwachung. Näheres zu den Chancen und Risiken der PharmaSGP Holding SE sind dem "Chancen und Risikobericht" zu entnehmen.

Die Erklärung zur Unternehmensführung, die Angaben zu den relevanten Unternehmensführungspraktiken umfasst, ist öffentlich abrufbar unter https://ir.pharmasgp.com.

8.4 Zusammensetzung und Beschreibung der Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat und Arbeitsweise von deren Ausschüssen

Die Gesellschaft ist eine nach europäischem Recht errichtete Aktiengesellschaft (Societas Europaea) und unterliegt insbesondere den Vorschriften des deutschen Aktiengesetzes, auf dessen Grundlage auch der DCGK entwickelt wurde. Ein Grundprinzip des deutschen Aktienrechts ist das duale Führungssystem mit den Organen Vorstand und Aufsichtsrat. Der Vorstand leitet dabei das Unternehmen, während der Aufsichtsrat den Vorstand berät und überwacht. Eine gleichzeitige Mitgliedschaft in beiden Organen ist unzulässig. Vorstand und Aufsichtsrat der Gesellschaft arbeiten vertrauensvoll zusammen und sind bestrebt, den Wert der Gesellschaft für ihre Aktionäre nachhaltig zu steigern.

8.4.1 Vorstand

Aufgaben des Vorstands

Der Vorstand leitet das Unternehmen in eigener Verantwortung und im Unternehmensinteresse mit dem Ziel nachhaltiger Wertschöpfung. Dies beinhaltet die Berücksichtigung der Belange der Aktionäre, der Arbeitnehmer und der sonstigen dem Unternehmen verbundenen Gruppen (Stakeholder). Die Mitglieder des Vorstands sind gemeinsam für die Unternehmensleitung verantwortlich. Der Vorstand führt die Geschäfte nach Maßgabe der gesetzlichen Bestimmungen, der Satzung, der Geschäftsordnung und des Geschäftsverteilungsplans.

Zusammensetzung und Zuständigkeiten des Vorstands

Im Geschäftsjahr 2020 bestand der Vorstand überwiegend aus zwei Personen. Bis zum 4. März 2020 war Herr Andreas Koglin Alleinvorstand der Gesellschaft, welcher sein Amt zum Ende des 4. März 2020 niederlegte. Seit dem 4. März 2020 sind Frau Natalie Weigand (Chief Executive Officer, CEO) und Herr Michael Rudolf (Chief Financial Officer, CFO) als Vorstände der Gesellschaft bestellt.

Zwischenzeitlich war Frau Maria-Johanna Schaecher als drittes Vorstandsmitglied (Chief Business Development Officer, CBDO) für die Gesellschaft tätig (vom 16. September 2020 bis zum 30. November 2020).

Arbeitsweise des Vorstands

Jedes Vorstandsmitglied leitet im Rahmen der Geschäftsordnung und der Vorstandsbeschlüsse sein aus dem jeweiligen geltenden Geschäftsverteilungsplan ersichtliches Aufgabengebiet selbstständig und unter eigener Verantwortung.

Ungeachtet der Aufgabenverteilung nach dem Geschäftsverteilungsplan tragen die Mitglieder des Vorstands gemeinsam die Verantwortung für die Geschäftsführung. Sie sind zur kollegialen Zusammenarbeit verpflichtet und berichten sich gegenseitig über wesentliche Vorgänge in ihrem Geschäftsbereich und über beabsichtigte Maßnahmen, die den Zuständigkeitsbereich eines anderen Mitglieds des Vorstands berühren.

Der Gesamtvorstand entscheidet durch Beschluss in allen Angelegenheiten, in denen das Gesetz, die Satzung oder die Geschäftsordnung eine Beschlussfassung durch den Vorstand vorschreiben. Ferner ist jedes Vorstandsmitglied berechtigt, eine Entscheidung aus einem Ressort dem Gesamtvorstand zur Beschlussfassung vorzulegen.

Die Sitzungen des Vorstands können durch jedes Vorstandsmitglied einberufen werden. Die Termine und die Einberufung werden vom jeweiligen einberufenden Vorstandsmitglied festgelegt, der auch die Vorstandssitzung leitet. Bei Eilbedürftigkeit oder auf Antrag von zwei Vorstandsmitgliedern wird eine Vorstandssitzung unverzüglich einberufen.

Der Vorstand ist beschlussfähig, wenn mindestens die Hälfte seiner Mitglieder anwesend ist oder sonst an der Beschlussfassung teilnimmt. Sofern abgestimmt wird, entscheidet die einfache Mehrheit der abgegebenen Stimmen.

Bei der Beschlussfassung des Vorstands gibt im Falle der Stimmengleichheit die Stimme des Vorsitzenden den Ausschlag (Stichentscheid); dies gilt jedoch nicht, wenn der Vorstand aus weniger als drei Personen besteht. Einem stellvertretenden Vorsitzenden steht im Falle der Verhinderung des Vorsitzenden das Stichentscheidungsrecht nicht zu.

Eine Beschlussfassung des Vorstands kann auch außerhalb von Sitzungen (oder im Wege der kombinierten Beschlussfassung) durch mündliche oder telefonische Stimmabgabe, Stimmabgabe in Textform (§ 126 BGB) und/oder unter Nutzung sonstiger Mittel der Telekommunikation oder elektronischer Medien erfolgen, wenn dies vom Vorstandsvorsitzenden mindestens zwei Tage im Voraus angeordnet wird; in dringenden Fällen kann die Frist angemessen verkürzt werden.

Der Vorstand arbeitet mit dem Aufsichtsrat zum Wohle des Unternehmens zusammen. Er stimmt die strategische Ausrichtung des Unternehmens mit dem Aufsichtsrat ab und erörtert mit ihm in regelmäßigen Abständen den Stand der Strategieumsetzung. Der Vorstand hat dem Aufsichtsrat auf Verlangen jegliche Information zu erteilen, die zur Ausübung der Kontrolle durch den Aufsichtsrat erforderlich ist.

Vergütung des Vorstands

Der Vergütungsbericht stellt die Grundzüge des Vergütungssystems des PharmaSGP Holding SE-Vorstands sowie die gesamtheitlichen Angaben der Bezüge der Mitglieder des Vorstands dar.

8.4.2 Aufsichtsrat

Aufgaben und Zuständigkeiten des Aufsichtsrats

Die Mitglieder des Vorstands werden vom Aufsichtsrat für einen Zeitraum von höchstens sechs Jahren bestellt. Darüber hinaus überwacht und berät der Aufsichtsrat den Vorstand bei der strategischen Ausrichtung der Geschäfte. Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat regelmäßig über die Geschäftsentwicklung, die Strategie, die Unternehmensplanung, die Risikolage, das Risikomanagement und das innerbetriebliche Kontrollsystem.

Er stimmt der Budgetplanung zu und billigt den Jahresabschluss der PharmaSGP Holding SE und den Konzernabschluss der PharmaSGP Gruppe.

Bis zum 4. März 2020 waren Frau Doina Roman (Vorsitzende), Frau Sandra Gründler und Frau Ann-Catherine Siepmann Mitglieder des Aufsichtsrats.

Mit Datum vom 4. März 2020 wurden Herr Dr. Clemens Fischer (Vorsitzender), Frau Madlena Hohlefelder (stellvertretende Vorsitzende) und Herr Christian Westebbe Mitglieder des Aufsichtsrats (wobei Herr Westebbe zum 28. April 2020 ausschied). Seit dem 1. Juni 2020 ist Herr Dr. Axel Rebien Mitglied des Aufsichtsrats der Gesellschaft.

Arbeitsweise des Aufsichtsrats

Die Sitzungen des Aufsichtsrats werden durch den Vorsitzenden in Textform (§ 126b BGB) mit einer Frist von zehn (10) Kalendertagen einberufen; den Sitzungsort bestimmt der Vorsitzende. Bei der Berechnung der Frist werden der Tag der Versendung der Einladung und der Tag der Sitzung nicht mitgerechnet; für die Wahrung der Frist genügt die Versendung der Einladung. In dringenden Fällen kann der Vorsitzende die Frist angemessen abkürzen und die Sitzung auch mündlich oder fernmündlich einberufen.

Mit der Einberufung sind Ort und Zeit der Sitzung sowie die Tagesordnung mitzuteilen. Ergänzungen der Tagesordnung sind, soweit nicht ein dringender Fall eine spätere Mitteilung rechtfertigt, spätestens drei Kalendertage vor der Sitzung mitzuteilen.

In Sitzungen, die nicht ordnungsgemäß einberufen wurden, sowie über Gegenstände der Tagesordnung, die nicht ordnungsgemäß angekündigt worden sind, darf nur beschlossen werden, wenn kein Aufsichtsratsmitglied widerspricht. Abwesenden Aufsichtsratsmitgliedern ist in einem solchen Fall Gelegenheit zu geben, binnen einer vom Vorsitzenden zu bestimmenden angemessenen Frist der Beschlussfassung zu widersprechen oder ihre Stimme nachträglich abzugeben. Der Beschluss wird erst wirksam, wenn die abwesenden Mitglieder der Beschlussfassung innerhalb der Frist nicht widersprochen (oder ihr zugestimmt) oder ihre Stimme nachträglich abgegeben haben.

Der Vorsitzende führt in den Sitzungen des Aufsichtsrats den Vorsitz und bestimmt die Reihenfolge der Verhandlungsgegenstände sowie die Art und Reihenfolge der Abstimmung.

Beschlüsse des Aufsichtsrats werden in der Regel in Sitzungen gefasst. Abwesende Aufsichtsratsmitglieder können auch dadurch an der Beschlussfassung teilnehmen, dass sie gemäß § 108 Abs. 3 AktG schriftliche Stimmabgaben überreichen lassen. Sofern dies vom Aufsichtsratsvorsitzenden vor der Beschlussfassung angeordnet wird, können abwesende Aufsichtsratsmitglieder ihre Stimme ferner – ggf. auch nachträglich innerhalb einer vom Vorsitzenden gesetzten Frist – telefonisch, in Textform (§ 126b BGB) oder unter Nutzung sonstiger Mittel der Telekommunikation oder elektronischer Medien abgeben.

Auf Anordnung des Vorsitzenden kann eine Beschlussfassung des Aufsichtsrats auch außerhalb von Sitzungen (oder im Wege der kombinierten Beschlussfassung) durch mündliche oder telefonische Stimmabgabe, Stimmabgabe in Textform (§ 126 b BGB) und/oder unter Nutzung sonstiger Mittel der Telekommunikation oder elektronischer Medien erfolgen. Ein Recht zum Widerspruch gegen diese Form der Beschlussfassung steht den Mitgliedern des Aufsichtsrats hierbei nicht zu. Für Form und Frist der Anordnung gelten die oben genannten Bestimmungen entsprechend.

Auch ohne (rechtzeitige) Anordnung ist eine Beschlussfassung zulässig, wenn kein Aufsichtsratsmitglied widerspricht. Abwesenden bzw. nicht teilnehmenden Aufsichtsratsmitgliedern ist in einem solchen Fall Gelegenheit zu geben, binnen einer vom Vorsitzenden zu bestimmenden angemessenen Frist der Beschlussfassung zu widersprechen oder ihre Stimme nachträglich abzugeben. Der Beschluss wird erst wirksam, wenn die abwesenden bzw. nicht teilnehmenden Mitglieder der Beschlussfassung innerhalb der Frist nicht widersprochen (oder ihr zugestimmt) oder ihre Stimme nachträglich abgegeben haben.

Der Aufsichtsrat ist beschlussfähig, wenn mindestens die Hälfte der Mitglieder, aus denen er insgesamt zu bestehen hat, an der Beschlussfassung teilnehmen. Die Stimmenthaltung gilt als Teilnahme an der Beschlussfassung, jedoch nicht als Stimmabgabe.

Der Aufsichtsrat beschließt mit der einfachen Mehrheit der abgegebenen Stimmen, soweit nicht gesetzlich zwingend etwas anderes bestimmt ist. Ergibt eine Abstimmung Stimmengleichheit, gibt die Stimme des Vorsitzenden des Aufsichtsrats den Ausschlag (Stichentscheid); das gilt auch bei Wahlen. Falls kein Vorsitzender ernannt ist oder sich der Vorsitzende der Stimme enthält, gilt bei Stimmengleichheit ein Antrag als abgelehnt. Dem stellvertretenden Vorsitzenden steht im Falle der Verhinderung des Vorsitzenden das Stichentscheidungsrecht nicht zu.

Vergütung des Aufsichtsrats

Der Vergütungsbericht stellt die Grundzüge des Vergütungssystems des PharmaSGP Holding SE-Aufsichtsrats sowie die gesamtheitlichen Angaben der Bezüge der Mitglieder des Aufsichtsrats dar.

8.4.3 Transparente Unternehmensführung

Um eine größtmögliche Transparenz zu gewährleisten, werden Medien und die interessierte Öffentlichkeit regelmäßig und zeitnah über die Lage des Unternehmens und wesentliche Änderungen informiert. Zur umfassenden, gleichberechtigten und zeitnahen Information nutzt die Gesellschaft dabei hauptsächlich das Internet. Die Berichterstattung über die Lage und die Ergebnisse der PharmaSGP Holding SE erfolgt durch

  • Zwischenberichte,
  • den Geschäftsbericht,
  • Hauptversammlungen,
  • Pressemeldungen,
  • Telefonkonferenzen, sowie
  • Veranstaltungen mit Finanzanalysten im In- und Ausland.

Die Termine der regelmäßigen Finanzberichterstattung sind im Finanzkalender zusammengefasst. Wenn außerhalb der regelmäßigen Berichterstattung bei der PharmaSGP Holding SE Tatsachen eintreten, die geeignet sind, den Börsenkurs der PharmaSGP Holding SE Aktie erheblich zu beeinflussen, werden diese durch Ad-hoc-Mitteilungen bekannt gemacht.

Der Finanzkalender und die Ad-hoc-Mitteilungen stehen im Internet unter https://ir.pharmasgp.com zur Verfügung.

8.5 Festlegung zur Förderung der Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen nach § 76 Abs. 4 und § 111 Abs. 5 des Aktiengesetzes

Bericht über die Festlegung und Zielerreichung der Zielgröße für den Frauenanteil im Aufsichtsrat

Als Zielgröße für den Frauenanteil im Aufsichtsrat hat der Aufsichtsrat festgelegt, dass dem Vorstand mindestens eine Frau angehören soll. Als Frist für die Erreichung der Zielgröße wurde der 30. April 2025 festgelegt.

Im Jahr 2020 gehörte dem Aufsichtsrat eine Frau an, so dass die Zielgröße erreicht wurde.

Bericht über die Festlegung und Zielerreichung der Zielgröße für den Frauenanteil im Vorstand

Als Zielgröße für den Frauenanteil im Vorstand hat der Aufsichtsrat festgelegt, dass dem Vorstand mindestens eine Frau angehören soll. Als Frist für die Erreichung der Zielgröße wurde der 30. April 2025 festgelegt.

Im Jahr 2020 gehörte dem Vorstand mindestens eine Frau an (zeitweise zwei weibliche Mitglieder), so dass die Zielgröße erreicht wurde.

Bericht über die Festlegung und Zielerreichung der Zielgröße für den Frauenanteil in den Führungsebenen

Als Zielgröße für den Frauenanteil in der ersten Führungsebene unterhalb des Vorstands hat der Vorstand festgelegt, dass der Frauenanteil mindestens 30 % betragen soll. Aufgrund der Unternehmensgröße gibt es keine definierte zweite Führungsebene unterhalb des Vorstands, dementsprechend wurde hierfür keine Zielgröße festgelegt. Als Frist für die Erreichung der Zielgröße wurde der 30. April 2025 festgelegt.

Zum 31. Dezember 2020 betrug der Frauenanteil in der ersten Führungsebene 70 %, so dass die Zielgröße übertroffen wurde.

9. Abhängigkeitsbericht

Die PharmaSGP Holding SE war im Geschäftsjahr 2020 vom 6. März bis 31. Dezember 2020 ein von der FUTRUE GmbH mit Sitz Am Haag 14, 82166 Gräfelfing, Deutschland, abhängiges Unternehmen i. S. d. § 312 AktG. FUTRUE kontrolliert die FUTRUE Gruppe, deren Konzern-Gesellschaften als verbundene Unternehmen gelten. Der Vorstand der Gesellschaft hat deshalb einen Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen (Abhängigkeitsbericht) aufgestellt, der die folgende Schlusserklärung enthält:

"Wir erklären, dass die Gesellschaft bei den im Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäften und Maßnahmen im Geschäftsjahr 2020 für den Zeitraum vom 6. März bis 31. Dezember 2020 nach den Umständen, die uns in dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen oder Maßnahmen getroffen oder unterlassen wurden, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten hat. Dadurch, dass Maßnahmen getroffen oder unterlassen wurden, ist die Gesellschaft nicht benachteiligt worden."

10. Vergütungsbericht 10.1 Vergütung des Aufsichtsrats

Aufsichtsratsmitglieder erhalten eine fixe Vergütung von T€ 50 für ein volles Geschäftsjahr, in dem sie dem Aufsichtsrat angehören. Der Aufsichtsratsvorsitzende erhält eine fixe Vergütung von T€ 90, für die stellvertretende Vorsitzende beträgt die Vergütung T€ 70. Mitglieder, deren Tätigkeit im Aufsichtsrat kein volles Geschäftsjahr umfasst, erhalten einen anteiligen Betrag der fixen Vergütung. Die Festvergütung wird in vier Tranchen jeweils zum Quartalsende ausgezahlt.

Zusätzlich zu ihrer fixen Vergütung haben Aufsichtsratsmitglieder Anspruch auf Erstattung von Spesen, die im Zusammenhang mit der Ausübung ihrer Aufsichtsratstätigkeit angefallen sind. Die Gesellschaft erstattet den Aufsichtsratsmitgliedern zudem die Mehrwertsteuer auf ihre Vergütung und ihre Spesenauslagen. PharmaSGP gewährt den Aufsichtsratsmitgliedern außerdem eine D&O Versicherung.

Der Aufsichtsratsvorsitzende, Dr. Clemens Fischer, sowie die stellvertretende Vorsitzende, Madlena Hohlefelder, haben bis auf weiteres auf ihre Vergütung verzichtet. Das vormalige Aufsichtsratsmitglied Christian Westebbe erhielt keine Vergütung.

10.2 Vergütung des Vorstands Grundzüge der Vorstandsvergütung

Das Vergütungssystem des Vorstands spiegelt die langfristigen strategischen Ziele der PharmaSGP wider, sowie die Verantwortung der Vorstandsmitglieder unter Berücksichtigung ihrer Funktion und Erfahrung. Die Vorstandsvergütung umfasst fixe, kurzfristige variable und langfristige variable Gehaltsbestandteile, die grundsätzlich brutto ausgezahlt werden. Zudem gewährt PharmaSGP den Vorstandsmitgliedern eine D&O Versicherung.

Fixe Vergütung

Die Vorstandsmitglieder erhalten eine fixe Vergütung, die in zwölf gleichen Raten als monatliches Gehalt ausgezahlt wird. Darüber hinaus erhält ein Vorstandsmitglied Sachbezüge in Form eines Firmenwagens.

Kurzfristige variable Vergütung

Die kurzfristige variable Vergütung (Bonus) hängt von der Geschäftsjahresentwicklung der PharmaSGP ab und umfasst sowohl finanzielle als auch nichtfinanzielle Zielkriterien. Die finanziellen Zielkriterien

für das zum 31. Dezember 2020 endende Geschäftsjahr beziehen sich auf den Umsatz und das EBITDA der PharmaSGP. Die nicht-finanziellen Zielkriterien zielen auf die Nachhaltigkeit des PharmaSGP-Geschäfts ab. Die jeweiligen Zielkriterien werden zu Beginn des Geschäftsjahres durch den Aufsichtsrat individuell für jedes Vorstandsmitglied festgelegt. Für das Geschäftsjahr 2020 erhielten die Vorstandsmitglieder keine kurzfristige variable Vergütung.

Langfristige variable Vergütung

Um die Interessen der Vorstandsmitglieder mit denen der Aktionäre der Gesellschaft in Einklang zu bringen, wurde den Vorstandsmitgliedern eine langfristige variable Vergütung in Form von virtuellen Performance Share Units ("PSU") gewährt.

Die langfristige variable Vergütung wird in jährlichen Tranchen für einen Leistungszeitraum von vier Jahren gewährt. Die jährliche Anzahl der den Vorstandsmitgliedern gewährten PSU entspricht dem Quotienten aus (i) dem Zielwert von T€ 260, geteilt durch (ii) den gewichteten durchschnittlichen Xetra-Aktienkurs der Gesellschaft in den letzten 30 Handelstagen vor Beginn des jeweiligen Leistungszeitraums.

25 % jeder Tranche von PSU werden pro Jahr über den vierjährigen Leistungszeitraum erdient. Diese PSU unterliegen den üblichen Good Leaver und Bad Leaver Bestimmungen, die zu einem Verwirken der PSU führen können. Die endgültige Anzahl der erdienten PSUs hängt vom Erreichen von drei Zielkriterien ab, welche Profitabilitätsziele, Kursziele und M&A-Ziele umfassen.

Zur Bestimmung des endgültigen langfristigen variablen Vergütungsanspruchs der Vorstandsmitglieder zum Ende des Leistungszeitraums wird die Anzahl der nach Ablauf der Periode erdienten PSUs mit dem gewichteten durchschnittlichen Xetra-Aktienkurs der Gesellschaft in den letzten 30 Handelstagen vor Ende des jeweiligen Leistungszeitraums multipliziert, zuzüglich aller in diesem Zeitraum gezahlter Dividenden. Für die Berechnung des Vergütungsanspruchs wird der um Dividenden bereinigte Aktienkurs auf maximal 200 % des Kurses begrenzt, zu dem die PSUs zu Beginn des Leistungszeitraums bemessen wurden. Nach der Bestimmung der Vergütungsansprüche besteht für die Gesellschaft ein Wahlrecht zur Begleichung der Ansprüche in bar oder mit eigenen Aktien, die wiederum mit dem gewichteten durchschnittlichen Xetra-Aktienkurs der Gesellschaft in den letzten 30 Handelstagen vor Ende des betreffenden Leistungszeitraums bewertet werden. Derzeit geht PharmaSGP von einer Begleichung in bar aus.

Für die im Geschäftsjahr 2020 gewährte langfristige Vergütung hat der Aufsichtsrat einige Modifikationen beschlossen. So wurde der Zielwert auf T€ 275 pro Vorstandsmitglied erhöht und der Leistungs- und Er dienungszeitraum auf drei Jahre verkürzt, wobei zwei Drittel der Tranche nach zwei Jahren erdient werden und das letzte Drittel nach drei Jahren.

Der Aufwand aus der langfristigen variablen Vergütung beträgt im Geschäftsjahr 2020 T€ 42, davon T€ 21 für Natalie Weigand und T€ 21 für Michael Rudolf.

Zusammenfassung der Vorstandsvergütung

Die Gesamtbezüge des Vorstands nach § 314 Abs. 6a HGB für die Geschäftsjahre 2020 und 2019 betragen T€ 569 und T€ 281 und sind wie folgt auf die einzel -

nen Vorstandsmitglieder aufgeteilt: Natalie Weigand Michael Rudolf

In T€ 2020 2019 2020 2019
Erfolgsunabhängige
Vergütung
258 141 207 140
Langfristige
erfolgsabhängige
Vergütung
21 - 21 -
279 141 228 140

Während ihrer Anstellungszeit bei PharmaSGP vom 16. September bis 30. November 2020 erhielt Maria-Johanna Schaecher eine anteilige fixe Vergütung, Sachbezüge sowie Beiträge zur Sozialversicherung von insgesamt T€ 62. Im Zusammenhang mit dem erfolgreichen Börsengang erhielten Frau Weigand und Herr Rudolf eine einmalige Gratifikation in Höhe T€ 400 und T€ 250, die von der FUTRUE GmbH und der MVH Beteiligungs- und Beratungs-GmbH in Form von Aktien gewährt wurde.

11. Nachtragsbericht

Für Ereignisse nach dem Bilanzstichtag verweisen wir auf Abschnitt 12 im Konzernanhang.

Gräfelfing, 19. April 2021

Natalie Weigand Michael Rudolf
(CEO) (CFO)

Konzernabschluss

Konzerngewinn- und -verlustrechnung
und Konzerngesamtergebnisrechnung
60
Konzernbilanz 61
Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung 63
Konzernkapitalflussrechnung 64
Konzernanhang 65

Konzernabschluss zum 31. Dezember 2020

Konzerngewinn- und -verlustrechnung und Konzerngesamtergebnisrechnung

in T€ Anhang
angabe
2020 2019
Umsatzerlöse 6.1 63.246 62.574
Sonstige betriebliche Erträge 6.2 1.634 182
Aufwendungen für Rohstoffe, Verbrauchsmaterial und fertige Erzeugnisse -6.206 -5.868
Personalaufwand 6.3 -3.773 -2.043
Abschreibungen 5.1 - 5.3 -486 -397
Sonstige betriebliche Aufwendungen 6.4 -40.166 -32.029
EBIT 14.248 22.419
Finanzerträge 6.5 5 20
Finanzaufwendungen 6.5 -104 -176
Ergebnis vor Steuern 14.149 22.263
Ertragsteueraufwand 5.13 -3.509 -5.557
Periodenergebnis 10.640 16.706
davon den Aktionären der PharmaSGP Holding SE zurechenbar 10.640 16.706
Sonstiges Ergebnis - -
Gesamtergebnis 10.640 16.706
davon den Aktionären der PharmaSGP Holding SE zurechenbar 10.640 16.706
Unverwässertes und verwässertes Ergebnis je Aktie (€): 6.6 0,89 1,39

Konzernbilanz / Aktiva

in T€ Anhang
angabe
31. Dezember
2020
31. Dezember
2019
Vermögenswerte
Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte 5.1 1.766 1.394
Sachanlagen 5.2 369 -
Nutzungsrechte 5.3 384 254
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte 60 -
Summe langfristige Vermögenswerte 2.579 1.648
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte 5.4 3.036 2.096
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 5.5 9.468 10.885
Sonstige Vermögenswerte 5.6 240 102
Laufende Ertragsteuerforderungen 5.13 1.620 534
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 5.7 8.001 88.476
Summe kurzfristige Vermögenswerte 22.365 102.093
Summe Vermögenswerte 24.944 103.741

Konzernbilanz /Passiva

in T€ Anhangangabe 31. Dezember 2020 31. Dezember 2019 Eigenkapital und Verbindlichkeiten Eigenkapital 5.8 Gezeichnetes Kapital 12.000 - Kapitalrücklage 38.120 - Gewinnrücklagen -38.613 - Den Gesellschaftern zurechenbares Nettovermögen1) - 95.580 Summe Eigenkapital 11.507 95.580 Langfristige Verbindlichkeiten Rückstellungen 5.9 42 - Leasingverbindlichkeiten 5.3 145 - Passive latente Steuern 5.13 215 219 Summe langfristige Verbindlichkeiten 402 219 Kurzfristige Verbindlichkeiten Rückstellungen 5.9 764 738 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 5.10 9.790 811 Sonstige Verbindlichkeiten 5.11 815 1.780 Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 5.12 1.230 441 Leasingverbindlichkeiten 5.3 239 254 Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 5.13 197 3.918 Summe kurzfristige Verbindlichkeiten 13.035 7.942 Summe Eigenkapital und Verbindlichkeiten 24.944 103.741

1) Zum 31. Dezember 2019 war die PharmaSGP keine rechtlich separate Unternehmensgruppe, für die konsolidierte Abschlüsse gemäß IFRS 10 erstellt werden mussten. Daher wurden zum 31. Dezember 2019 kombinierte Abschlüsse erstellt, in denen das den Gesellschaftern zurechenbare Nettovermögen dargestellt wurde. Siehe Abschnitt 1 "Grundlage der Erstellung" und 5.8 "Eigenkapital" im Konzernanhang.

Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung

Gezeichnetes
Kapital
Kapitalrück
lage
Gewinn
rücklagen
Den Gesell
schaftern
zurechen
bares Netto
vermögen1)
Summe
Eigenkapital
- - - 84.374 84.374
- - - -5.500 -5.500
- - - 16.706 16.706
- - - 95.580 95.580
- - - -94.833 -94.833
120 - - - 120
11.880 38.120 -49.253 -747 -
- - 10.640 - 10.640
12.000 38.120 -38.613 - 11.507

Konzernkapitalflussrechnung

in T€ Anhang
angabe
2020 2019
Periodenergebnis 10.640 16.706
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen
und Nutzungsrechte
5.1 - 5.3 486 397
(Zunahme) / Abnahme der Vorräte 5.4 -940 1.172
(Zunahme) / Abnahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
und sonstiger Forderungen
5.5 1.417 -3.111
(Zunahme) / Abnahme der sonstigen Vermögenswerte 5.6 -197 32
Zunahme / (Abnahme) von Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 5.10 8.897 -617
Zunahme / (Abnahme) der sonstigen (finanziellen) Verbindlichkeiten 5.11 - 5.12 -123 -56
Zunahme / (Abnahme) der Rückstellungen 5.9 68 -552
(Gewinn) / Verlust aus dem Verkauf langfristiger Vermögenswerte - -36
(Zinserträge) und -aufwendungen 6.5 89 156
Ertragsteueraufwand 5.13 3.509 5.557
Ertragsteuerzahlungen -8.321 -2.018
Gezahlte Zinsen -91 -
Erhaltene Zinsen 24 -
Zahlungsmittelzufluss aus operativer Tätigkeit 15.458 17.631
Mittelzuflüsse aus dem Verkauf von Sachanlagen - 109
Zahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte -478 -433
Zahlungen für Investitionen in Sachanlagen -420 -
Zahlungsmittelabfluss aus Investitionstätigkeit -898 -324
Dividendenzahlungen 5.8 -94.833 -5.500
Rückzahlung von Leasingverbindlichkeiten 5.3 -247 -264
Zahlungen von Aktionären 5.8 120 -
Gezahlte Zinsen -75 -75
Zahlungsmittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit -95.035 -5.839
Nettozunahme / (Abnahme) der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente -80.475 11.468
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum 1. Januar 88.476 77.008
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum 31. Dezember 8.001 88.476

Konzernanhang

1. Grundlage der Erstellung

1.1 Hintergrund und allgemeine Informationen

Die PharmaSGP Holding SE (im Folgenden auch "Gesellschaft" oder "SGP SE" genannt) mit Sitz Lochhamer Schlag 21, 82166 Gräfelfing, Deutschland, ist eine Societas Europaea ("SE"), deren Haupttätig keiten im Gesundheitsbereich in Deutschland und anderen europäischen Ländern liegen. Die Gesell schaft ist im Handelsregister des Amtsgerichts München unter HRB 255684 eingetragen.

Seit Mai 2020 ist die Gesellschaft die Holdinggesellschaft einer Gruppe von Unternehmen, die in der Gesundheitsbranche tätig sind. Ihre operativen Tochtergesellschaften sind PharmaSGP GmbH, Remitan GmbH und Restaxil GmbH (im Folgenden einschließlich der SGP SE auch als "PharmaSGP" oder "Gruppe" bezeichnet).

Die Gruppe ist ein Consumer-Health-Unternehmen mit einemdiversifiziertenPortfolioannichtverschreibungs pflichtigen Arzneimitteln (over the counter; "OTC") und anderen apothekenexklusiven Gesundheitspro dukten. Ihre Kernmarken decken chronische Indika tionen ab, darunter Schmerzen und andere altersbe dingte Leiden. Die OTC-Produkte der Gruppe basieren auf natürlichen pharmazeutischen Wirkstoffen ("APIs").

Die SGP SE wurde am 21. November 2019 gegründet und am 6. März 2020 in Vorbereitung auf den Börsen gang von der FUTRUE GmbH, Gräfelfing ("FUTRUE") und der MVH Beteiligungs- und Beratungs-GmbH, Gräfelfing ("MVH") erworben. Am 30. April 2020 beschloss die Hauptversammlung der Gesellschaft, das Grundkapital der Gesellschaft im Wege einer Sachkapitalerhöhung von T€ 120 um T€ 11.880 auf T€ 12.000 durch Ausgabe von 11.880.000 neuen Inhaberaktien zu erhöhen. Alle neuen Aktien wur den von FUTRUE und MVH gezeichnet. Im Gegen zug brachten FUTRUE und MVH jeweils ihre gesam ten Geschäftsanteile an der PharmaSGP GmbH, der Remitan GmbH und der Restaxil GmbH als Sacheinlage ein. Die FUTRUE ist damit Mehrheitsaktionär der SGP SE. Daher wird die SGP SE gemeinsam mit ihren Tochtergesellschaften in den Konzernabschluss der FUTRUE einbezogen.

Am 8. Juni 2020 stellte die SGP SE einen Antrag auf Zulassung von Wertpapieren zum Handel im Regu lierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse. Die Aktien der SGP SE sind im Regulierten Markt und im Teilbereich Prime Standard des Regulierten Marktes der Frankfurter Wertpapierbörse unter der Wert papierkennnummer (WKN) A2P4LJ, der International Securities Identification Number (ISIN) DE000A2P4LJ5 und dem Tickersymbol PSG notiert. Erster Handels tag war der 19. Juni 2020.

1.2 Konsolidierter Abschluss und Einhal - tung der IFRS

Erstmalige Anwendung der IFRS

Die Gruppe hat kombinierte Abschlüsse in Über einstimmung mit den IFRS, wie sie in der EU an zuwenden sind, für die am 31. Dezember 2019, 31. Dezember 2018 und 31. Dezember 2017 endenden Geschäftsjahre erstellt (im Folgenden auch als "kombinierte Abschlüsse" bezeichnet). Die Umstellung der Rechnungslegung auf die International Financial Reporting Standards (IFRS) erfolgte zum 1. Januar 2017.

Die kombinierten Abschlüsse zusammen mit dem verkürzten kombinierten Zwischenabschluss zum 31. März 2020 (im Folgenden auch als "kombinierter Zwischenabschluss" bezeichnet) wurden im Zusammen hang mit dem Börsengang der PharmaSGP Holding SE in einem Wertpapierbörsenprospekt veröffentlicht, der auf der Website der SGP SE verfügbar ist. In die kombinierten Abschlüsse wurden die drei Gesell schaften PharmaSGP GmbH, Restaxil GmbH und Remitan GmbH einbezogen. In den kombinierten Zwischenabschluss zum 31. März 2020 wurde zudem die SGP SE einbezogen.

Konzernabschluss und Konsolidierungskreis

Nach Unterzeichnung des Einbringungs- und Über tragungsvertrages vom 30. April 2020 erstellt die Gruppe konsolidierte Abschlüsse in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzu wenden sind, sowie unter Beachtung der ergänzenden Vorschriften des § 315e Abs. 1 HGB.

Die im Konzernabschluss dargestellten Vergleichs informationen sind von der Darstellung in den kombinierten Abschlüssen abgeleitet.

Die SGP SE ist die Holdinggesellschaft der Gruppe. Die operative Geschäftstätigkeit der Gruppe wird von der PharmaSGP GmbH, der Restaxil GmbH und der Remitan GmbH ausgeübt. Der Konzernabschluss umfasst alle Unternehmen, die von der Gesellschaft entweder direkt oder indirekt entsprechend IFRS 10 kontrolliert werden.

Name Anteil am
Eigenkapital
Eigenkapital2)
in T€ zum
31. Dezember 2020 Hauptgeschäftstätigkeit
PharmaSGP GmbH
Gräfelfing, Deutschland
100 % 5.476 Entwicklung und Vertrieb von
OTC-Arzneimitteln und anderer apothekenexklusiver
Gesundheitsprodukte sowie Erbringung von
Mitvertriebsdienstleistungen für Arzneimittel
Restaxil GmbH
Gräfelfing, Deutschland
100 % 2.399 Entwicklung und Vertrieb von apothekenexklusiven
Gesundheitsprodukten
Remitan GmbH
Gräfelfing, Deutschland
100 % 870 Entwicklung und Vertrieb von apothekenexklusiven
Gesundheitsprodukten

2) ermittelt nach handelsrechtlichen Vorschriften (HGB)

Der Vorstand hat den vorliegenden Konzernabschluss am 19. April 2021 aufgestellt und damit zur Veröffentlichung im Sinne des IAS 10 freigegeben. Der Konzernabschluss und der zusammengefasste Lagebericht werden beim elektronischen Bundesanzeiger eingereicht und offengelegt. Die Jahresabschlüsse der Tochterunternehmen der SGP SE sind von der Veröffentlichung im Bundesanzeiger befreit.

Grundlagen der Abschlusserstellung

Die Abschlusserstellung erfolgt grundsätzlich auf Basis einer Bilanzierung der Vermögenswerte und Schulden zu fortgeführten Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder durch die erfolgswirksame Bewertung zum beizulegenden Zeitwert von bestimmten finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten. Die Bilanzierung der Vermögenswerte und Schulden erfolgt gemäß den Ansatz- und Bewertungsvorschriften der relevanten IAS oder IFRS, welche detailliert in Abschnitt 2 "Zusammenfassung der wichtigsten Rechnungslegungsgrundsätze" erläutert werden.

Die Konzerngesamtergebnisrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Die Konzerngewinn- und -verlustrechnung sowie die Konzerngesamtergebnisrechnung werden in einer verbundenen Darstellung präsentiert. Die Gliederung der Bilanz erfolgt anhand der Fristigkeit der Vermögenswerte und Schulden.

Der Konzernabschluss wird in Euro (€) erstellt und veröffentlicht, welches die funktionale Währung aller Gesellschaften der Gruppe ist. Sofern nicht anders angegeben, werden die Beträge in Tausend € (T€) angegeben. Aufgrund der Rundung von Zahlen kann es vorkommen, dass sich einzelne Posten und Prozentsätze nicht zu den angegebenen Gesamtsummen addieren. Das Geschäftsjahr der SGP SE umfasst ein Kalenderjahr.

1.3 Änderung der Darstellung

Um die Transparenz der Kapitalflussrechnung im Vergleich zu den kombinierten Abschlüssen zu erhöhen, hat PharmaSGP die Darstellung ihrer Kapitalflussrechnung geändert, wobei Positionen, die vormals kumuliert abgebildet wurden, jetzt detailliert gezeigt werden. Die Änderung stellt keine Änderung der Rechnungslegungsmethode dar. Die Änderung der Darstellung hat keine Auswirkung auf den Ausweis der Zahlungsmittelzu- und -abflüsse aus operativer Tätigkeit, aus Investitionstätigkeit oder aus Finanzierungstätigkeit. Die Konzernbilanz sowie die Konzerngewinn- und -verlustrechnung und Konzerngesamtergebnisrechnung bleiben unverändert.

Im Detail wurden folgende Darstellungen in der Konzernkapitalflussrechnung geändert:

Die bisherige Position "Zunahme/Abnahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstiger Forderungen, Vorräte sowie sonstiger Vermögenswerte" wird aufgeteilt in die Positionen:

  • Zunahme/Abnahme der Vorräte,
  • Zunahme/Abnahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstiger Forderungen, sowie
  • Zunahme / Abnahme der sonstigen Vermögenswerte.

Die bisherige Position "Zunahme / Abnahme von Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstiger Verbindlichkeiten sowie sonstiger (finanzieller) Verbindlichkeiten" wird aufgeteilt in die Positionen:

  • Zunahme/Abnahme von Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sowie
  • Zunahme/Abnahme der sonstigen (finanziellen) Verbindlichkeiten.

Die bisherige Position "Mittelzuflüsse aus dem Verkauf von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen" wird aufgeteilt in die Positionen:

  • Mittelzuflüsse aus dem Verkauf von immateriellen Vermögenswerten, sowie
  • Mittelzuflüsse aus dem Verkauf von Sachanlagen.

Die bisherige Position "Zahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen" wird aufgeteilt in die Positionen:

  • Zahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, sowie
  • Zahlungen für Investitionen in Sachanlagen.

Aus Wesentlichkeitsgründen werden die bisherigen Positionen "Zinsaufwendungen" und "Zinserträge" in der Position "Zinserträge- und -aufwendungen" zusammengefasst.

2. Zusammenfassung der wichtigsten Rechnungslegungsgrundsätze

Grundlage der Rechnungslegung nach IFRS sind entsprechend der EU-Verordnung Nr. 1606 / 2002 die von der Kommission der Europäischen Gemeinschaft im Rahmen des Endorsement-Verfahrens für die Europäische Union übernommenen Rechnungslegungsstandards des IASB. Die durch das IASB neu herausgegebenen IFRS bzw. Überarbeitungen von IFRS sind erst nach entsprechendem Beschluss der Kommission im Rahmen des Endorsement-Verfahrens in der EU verpflichtend anzuwenden.

Mit Ausnahme neuer oder geänderter Rechnungslegungsstandards und Interpretationen des IASB wurden in diesem Konzernabschluss dieselben Rechnungslegungsgrundsätze angewandt wie in den kombinierten Abschlüssen der Gruppe.

2.1 Auswirkungen neuer oder geänderter Rechnungslegungsstandards und Interpretationen des IASB

Die folgenden Standards und Interpretationen wurden erstmalig im Geschäftsjahr 2020 angewandt:

Standard Erstmalige
Anwendung
Auswirkungen
auf die
Vermögens-,
Finanz- und
Ertragslage der
Gruppe
Änderungen der
Verweise auf das
Rahmenkonzept zur
Rechnungslegung
1. Januar 2020 keine
Änderungen des IFRS 3:
Unternehmens
zusammenschlüsse
1. Januar 2020 keine
Änderungen des IAS 1
und IAS 8: Definition
der Wesentlichkeit
1. Januar 2020 keine

Die folgenden Standards und Interpretationen, die durch das IASB veröffentlicht wurden, sind aufgrund der noch nicht erfolgten Anerkennung durch die EU bzw. des noch nicht eingetretenen verpflichtenden Erstanwendungszeitpunkts noch nicht angewandt worden:

Standard Verpflichtende
erstmalige
Anwendung*
EU
Anerkennung
Änderung des IFRS 16:
Covid-19-bezogene
Mietzugeständnisse
1. Juni 2020 9. Oktober 2020
Jährliche Verbesserun
gen der IFRS (Zyklus
2018-2020)
1. Januar 2022 noch nicht
anerkannt**
Änderung des IAS 1:
Klassifizierung von
Verbindlichkeiten als
kurz- oder langfristig
1. Januar 2023 noch nicht
anerkannt**
Änderung des IAS 1:
Angabepflichten zu
Rechnungslegungs
methoden
1. Januar 2023 noch nicht
anerkannt**
Änderung des IAS 8:
Abgrenzung von rech
nungslegungsbezoge
nen Schätzungen
1. Januar 2023 noch nicht
anerkannt**
IFRS 17 Versicherungs
verträge
1. Januar 2023 noch nicht
anerkannt**

* für Geschäftsjahre, die an oder nach diesem Datum beginnen ** zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses

Aus der erstmaligen Anwendung der o. g. Änderungen bzw. neuer Standards und Interpretationen werden keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gruppe erwartet.

2.2 Klassifizierung in kurzfristig und langfristig

Die Vermögenswerte und Schulden werden in der Konzernbilanz in kurz- und langfristige Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten gegliedert.

Vermögenswerte sind in der Konzernbilanz als kurzfristig einzustufen, wenn ihr Verkauf, Verbrauch oder die Realisierung innerhalb des normalen Geschäftszyklus der im Konzern enthaltenen Gesellschaften erwartet wird oder die Fertigstellung innerhalb eines Jahres nach dem Bilanzstichtag erfolgt. Alle übrigen Vermögenswerte werden als langfristig klassifiziert.

Schulden sind als kurzfristig einzustufen, wenn ihre Erfüllung innerhalb des normalen Geschäftszyklus oder innerhalb eines Jahres nach dem Bilanzstichtag erwartet wird. Alle anderen Schulden werden als langfristig eingestuft.

Vorräte werden grundsätzlich als kurzfristig eingestuft. Latente Steueransprüche und -schulden werden gem. IAS 1 als langfristige Vermögenswerte bzw. Schulden eingestuft.

2.3 Erlöse aus Verträgen mit Kunden

Das Hauptgeschäftsfeld der Gruppe ist der Vertrieb nicht verschreibungspflichtiger Arzneimittel (OTC) und anderer apothekenexklusiver Gesundheitsprodukte. Fertige Erzeugnisse werden von Lohnherstellern bezogen. In den meisten Fällen verantworten die Lohnhersteller auch die Beschaffung von Rohstoffen. Fertige Produkte werden direkt von diesen Lohnherstellern an die Logistikzentren unserer Logistikdienstleister in den jeweiligen Ländern geliefert. Diese Logistikdienstleister übernehmen die Lagerung der Produkte der PharmaSGP sowie ihren Vertrieb an den Großhandel und an Apotheken sowohl auf Rechnung von PharmaSGP als auch auf eigene Rechnung. Die Umsatzrealisierung aus Kundenverträgen erfolgt bei Übertragung der Verfügungsgewalt über die Ware oder die Dienstleistung an den Kunden zu einem Betrag, den die Gruppe als Gegenleistung für diese Übertragung an den Kunden voraussichtlich erhalten wird. Die Übertragung der Verfügungsgewalt erfolgt in der Regel zum Zeitpunkt der Auslieferung.

Die gesamten Umsatzerlöse der Gruppe werden aus Kundenverträgen generiert und fallen unter den Anwendungsbereich des IFRS 15.

Die Gruppe prüft, ob vertragliche Vereinbarungen bestehen, die eigenständige Leistungsverpflichtungen darstellen, auf die ein Teil des Transaktionspreises zu allokieren ist. Zum Vertragsbeginn beurteilt die Gruppe alle zugesagten Waren und Dienstleistungen und identifiziert die Leistungsverpflichtungen. Im Allgemeinen enthalten Kundenverträge nur eine Leistungsverpflichtung: Den Verkauf von Arzneimitteln und anderer Gesundheitsprodukte. Bei der Bestimmung des Transaktionspreises aus dem Verkauf von Arzneimitteln und anderer Gesundheitsprodukte berücksichtigt die Gruppe variable Gegenleistungen sowie das Bestehen von an den Kunden zu zahlenden Gegenleistungen (sofern vorhanden).

Finanzierungskomponenten liegen nicht vor, da die Zeitspanne zwischen der Umsatzlegung und dem Zahlungseingang branchenüblich weniger als ein Jahr beträgt.

Variable Gegenleistung

Enthält eine vertraglich zugesagte Gegenleistung eine variable Komponente, schätzt die Gruppe die Höhe der Gegenleistung, die ihr im Austausch für die Übertragung der zugesagten Güter an den Kunden zusteht. Die variable Gegenleistung wird zu Vertragsbeginn geschätzt und darf nur dann in den Transaktionspreis einbezogen werden, wenn es hoch wahrscheinlich ist, dass es bei den erfassten kumulierten Erlösen nicht zu einer signifikanten Stornierung kommt, sobald die Unsicherheit in Verbindung mit der variablen Gegenleistung nicht mehr besteht. Einige Verträge räumen Kunden das Recht ein, die Waren innerhalb einer festgelegten Frist zurückzugeben, im Allgemeinen bis zu sechs Monaten. Diese Rückgaberechte führen zu einer variablen Gegenleistung.

Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die durch ein Rückgaberecht entstehen

Vermögenswerte aus Rückgaberechten – Ein Vermögenswert wird erfasst für das Recht, die vom Kunden voraussichtlich zurückgegebenen Produkte zurückzuholen. Der Vermögenswert wird mit dem ursprünglichen Buchwert der Vorräte nach Abzug aller für den Rückerhalt der Produkte erwarteten Kosten und potenzieller Wertminderungen bewertet. Die Gruppe aktualisiert die Bewertung des Vermögenswerts im Falle geänderter Erwartungen im Hinblick auf die Menge der zurückgegebenen Produkte und der zusätzlichen Wertverluste der zurückgegebenen Produkte.

Rückerstattungsverbindlichkeiten – Eine Rückerstattungsverbindlichkeit wird für die Verpflichtung, die vom Kunden erhaltene (oder noch zu erhaltende) Gegenleistung ganz oder teilweise zu erstatten, angesetzt. Die Rückerstattungsverbindlichkeiten der Gruppe resultieren aus dem Rückgaberecht, das dem Kunden eingeräumt wurde. Die Verbindlichkeit wird in Höhe des Betrags angesetzt, den die Gruppe dem Kunden voraussichtlich erstatten muss. Die Gruppe aktualisiert ihre Schätzungen der Rückerstattungsverbindlichkeiten (und der entsprechenden Änderungen des Transaktionspreises) am Ende jedes Berichtszeitraums.

2.4 Währungsumrechnung

Der Konzernabschluss wird in Euro aufgestellt, welcher die funktionale Währung ist. Transaktionen, die in einer abweichenden Währung zu begleichen sind, werden zu dem Zeitpunkt, zu dem der Geschäftsvorfall erstmals ansetzbar ist, mit dem jeweils gültigen Kassakurs in die funktionale Währung umgerechnet und in der funktionalen Währung angesetzt. Monetäre Vermögenswerte und Schulden in einer Fremdwährung werden zu jedem Stichtag unter Verwendung des Stichtagskassakurses in Euro umgerechnet. Währungsdifferenzen werden erfolgswirksam erfasst.

2.5 Immaterielle Vermögenswerte

Erworbene immaterielle Vermögenswerte werden bei der erstmaligen Erfassung zu Anschaffungskosten angesetzt. Immaterielle Vermögenswerte werden in den Folgeperioden mit ihren Anschaffungskosten abzüglich kumulierter planmäßiger Abschreibungen und kumulierter Wertminderungsaufwendungen, falls vorhanden, angesetzt.

Im Rahmen des konzernweiten Geschäftsmodells stellt die Entwicklung von Arzneimitteln auf Basis von natürlichen pharmazeutischen Wirkstoffen, die grundsätzlich nicht patentgeschützt sind, einen Schwerpunkt dar. Wenn für ein neues Arzneimittelprodukt die Aussicht auf technische und wirtschaftliche Machbarkeit besteht, wird eine Arzneimittelzulassung angestrebt, entweder durch interne Entwicklung oder externen Zukauf. Entwicklungskosten für Arzneimittelprodukte werden aktiviert, wenn sie innerhalb der Entwicklungsphase anfallen und die Kriterien des IAS 38.65 erfüllen. Die immateriellen Vermögenswerte der Gruppe enthalten im Wesentlichen externe Kosten, die im Zuge der Arzneimittelzulassung angefallen sind, sowie Kosten für erworbene Arzneimittelzulassungen.

Die immateriellen Vermögenswerte der Gruppe enthalten keine wesentlichen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer. Laufende Entwicklungsund Zulassungsverfahren stellen einen noch nicht nutzungsbereiten immateriellen Vermögenswert dar und werden jährlich auf Werthaltigkeit getestet.

Immaterielle Vermögenswerte mit bestimmter Nutzungsdauer werden über ihre wirtschaftliche Nutzungsdauer abgeschrieben und auf Werthaltigkeit überprüft, sobald ein Anzeichen für eine Wertminderung vorliegt. Die Abschreibung beginnt zum Zeitpunkt, wenn die Entwicklungs- und Zulassungsverfahren abgeschlossen sind. Die Abschreibungsdauer wird mindestens zum Ende jeder Berichtsperiode überprüft. Die aufgrund von Änderungen der erwarteten Nutzungsdauer oder des erwarteten Verbrauchs des zukünftigen wirtschaftlichen Nutzens des Vermögenswerts erforderlichen Änderungen der Abschreibungsmethode oder der Abschreibungsdauer werden als Schätzungsänderungen behandelt. Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte werden in der Konzerngewinn- und -verlustrechnung und Konzerngesamtergebnisrechnung erfasst.

Die Abschreibung von immateriellen Vermögenswerten erfolgt über eine Nutzungsdauer von zwei bis zehn Jahren. Die Abschreibung erfolgt linear.

Für die Bestimmung der Werthaltigkeit wird der Buchwert eines Vermögenswerts mit seinem erzielbaren Betrag verglichen, welcher dem Höheren aus entweder seinem beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten oder seinem Nutzungswert entspricht. Ein Wertminderungsaufwand wird ergebniswirksam erfasst in der Höhe, die der Buchwert den erzielbaren Betrag übersteigt. Wenn die Gründe für eine Wertminderung entfallen, wird die Wertminderung rückgängig gemacht. Der infolge einer Wertaufholung erhöhte Buchwert eines Vermögenswerts darf nicht den Buchwert übersteigen, der bestimmt worden wäre (abzüglich der Abschreibungen), wenn in früheren Jahren kein Wertminderungsaufwand erfasst worden wäre. Für den Fall, dass die Erteilung einer Arzneimittelzulassung für ein bestimmtes Produkt unwahrscheinlich ist, wird für den Vermögenswert ein erzielbarer Betrag von null angenommen und vollständig wertgemindert.

Gewinne oder Verluste aus dem Abgang eines immateriellen Vermögenswerts werden als Differenzbetrag zwischen dem Nettoveräußerungserlös und dem Restbuchwert des Vermögenswerts ermittelt und zum Zeitpunkt des Abgangs in der Konzerngewinn- und -verlustrechnung und Konzerngesamtergebnisrechnung erfasst.

2.6 Sachanlagen

Sachanlagen werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich kumulierter planmäßiger Abschreibungen und kumulierter Wertminderungsaufwendungen angesetzt. Anschaffungs- und Herstellungskosten umfassen alle direkt zurechenbaren Kosten, einschließlich Kosten, die anfallen, um den Vermögenswert in den beabsichtigten betriebsbereiten Zustand zu bringen.

Sachanlagen werden planmäßig über die erwartete Nutzungsdauer des jeweiligen Vermögenswerts abgeschrieben. Die Abschreibungsmethoden, Nutzungsdauern und Restwerte werden mindestens einmal jährlich überprüft und bei Bedarf prospektiv angepasst. Die Abschreibung errechnet sich nach der linearen Methode über die erwartete Nutzungsdauer der Vermögenswerte, welche im Allgemeinen zwischen zwei und zehn Jahren beträgt.

Eine Sachanlage wird bei Abgang oder wenn kein weiterer wirtschaftlicher Nutzen von ihrer Nutzung oder ihrem Abgang zu erwarten ist, ausgebucht. Die aus der Ausbuchung einer Sachanlage resultierenden Gewinne oder Verluste (d. h. der Differenzbetrag aus dem Veräußerungserlös und dem Buchwert der Sachanlage) werden in der Konzerngewinnund -verlustrechnung und Gesamtergebnisrechnung erfasst, wenn der Gegenstand ausgebucht wird.

Die Gruppe überprüft ihr Sachanlagevermögen auf Wertminderung, wenn Anhaltspunkte für eine mögliche Wertminderung vorliegen.

2.7 Leasingverhältnisse

Die Gruppe beurteilt bei Vertragsbeginn, ob ein Vertrag ein Leasingverhältnis begründet oder beinhaltet. Dies ist der Fall, wenn der Vertrag dazu berechtigt, die Nutzung eines identifizierten Vermögenswerts gegen Zahlung eines Entgelts für einen bestimmten Zeitraum zu kontrollieren.

Die Gruppe erfasst Leasingverbindlichkeiten und Nutzungsrechte für das Recht auf Nutzung des zugrunde liegenden Vermögenswerts für alle Leasingverhältnisse mit Ausnahme von Leasingverhältnissen mit einer ursprünglichen Laufzeit von bis zu zwölf Monaten (kurzfristige Leasingverhältnisse) und Leasingverhältnissen, bei denen der zugrunde liegende Vermögenswert von geringem Wert ist. Leasingzahlungen für diese kurzfristigen Leasingverhältnisse werden ratierlich über die Vertragslaufzeit als Aufwand erfasst.

Nutzungsrechte

Die Gruppe erfasst Nutzungsrechte zum Bereitstellungsdatum (d. h. zu dem Zeitpunkt, an dem der zugrunde liegende Leasinggegenstand zur Nutzung bereitsteht). Beim erstmaligen Ansatz werden Nutzungsrechte zu Anschaffungskosten bewertet. Die Kosten von Nutzungsrechten beinhalten die erfassten Leasingverbindlichkeiten.

Nach dem Bereitstellungsdatum werden Nutzungsrechte zu Anschaffungskosten abzüglich aller kumulierten Abschreibungen und aller kumulierten Wertminderungsaufwendungen bewertet und um jede Neubewertung der Leasingverbindlichkeiten berichtigt. Nutzungsrechte werden planmäßig linear über die erwartete Nutzungsdauer oder die kürzere Vertragslaufzeit abgeschrieben. Die Nutzungsrechte werden ebenfalls auf Wertminderung überprüft.

Leasingverbindlichkeiten

Am Bereitstellungsdatum erfasst die Gruppe eine Leasingverbindlichkeit zum Barwert der über die Laufzeit des Leasingverhältnisses zu leistenden Leasingzahlungen. Zur Bestimmung des Barwerts werden die zukünftigen Leasingzahlungen mit dem dem Leasingverhältnis zugrunde liegenden Zinssatz abgezinst, sofern sich dieser ohne Weiteres bestimmen lässt. Andernfalls wird der Grenzfremdkapitalzinssatz der Gruppe herangezogen.

Die Laufzeit des Leasingverhältnisses umfasst die unkündbare Grundlaufzeit des Leasingvertrages unter Einbeziehung der Zeiträume, die sich aus einer Option zur Verlängerung des Leasingverhältnisses ergeben, sofern hinreichende Sicherheit besteht, dass die Option ausgeübt wird, sowie Zeiträume, die sich aus einer Option zur Kündigung des Leasingverhältnisses ergeben, sofern hinreichende Sicherheit besteht, dass die Option nicht ausgeübt wird.

Der Grenzfremdkapitalzinssatz ist der Zinssatz, den die Gruppe zahlen müsste, um für eine vergleichbare Laufzeit mit vergleichbarer Sicherheit die Mittel aufzunehmen, die sie in einem vergleichbaren wirtschaftlichen Umfeld für einen Vermögenswert mit einem dem Nutzungsrecht vergleichbaren Wert benötigen würde.

Leasingzahlungen werden in eine Tilgungs- und eine Finanzierungskomponente aufgeteilt. Die Finanzierungskomponente wird ergebniswirksam erfasst.

2.8 Vorräte

Vorräte beinhalten Rohstoffe, Verbrauchsgüter und fertige Erzeugnisse.

Vorräte werden mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert bewertet. Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten beinhalten Kosten aus dem Erwerbsprozess. Rohstoffe und Verbrauchsgüter werden zum gleitenden Durchschnittspreis bewertet. Der Nettoveräußerungswert von fertigen Erzeugnissen basiert auf dem Marktwert, der im Wesentlichen vom Verfallsdatum beeinflusst wird.

2.9 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen den Kassenbestand sowie Bankguthaben mit einer ursprünglichen Laufzeit von maximal drei Monaten, die jederzeit in festgelegte Zahlungsmittelbeträge umgewandelt werden können und nur einem unwesentlichen Wertschwankungsrisiko unterliegen. Sie werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Negativzinsen auf Bankguthaben werden im Finanzaufwand erfasst.

2.10 Rückstellungen

Rückstellungen werden gem. IAS 37 dann angesetzt, wenn alle der folgenden Bedingungen erfüllt sind: die Gruppe hat eine gegenwärtige gesetzliche oder faktische Verpflichtung, die Verpflichtung entstand aufgrund eines vergangenen Ereignisses, es spricht mehr dafür als dagegen, dass die Erfüllung der Verpflichtung zu einem Abfluss von Ressourcen führt und die Höhe verlässlich geschätzt werden kann.

Der als Rückstellung angesetzte Betrag stellt die bestmögliche Schätzung der Unternehmensleitung zu den Ausgaben dar, die zur Erfüllung der gegenwärtigen Verpflichtung zum Abschlussstichtag erforderlich ist.

Die Gruppe ist Produkthaftungsansprüchen, behördlichen Maßnahmen und Prozessrisiken ausgesetzt, die zu einem gesetzlich vorgeschriebenen Rückruf der betroffenen Produkte oder einzelnen Rücknahmen von z. B. beschädigter Ware führen können. Dementsprechend werden Gewährleistungsrückstellungen auf Grundlage von Erfahrungswerten, aktuellen Verkaufsvolumina und weiteren Informationen (beispielsweise der Entwicklung des regulatorischen Umfelds) gebildet. Rückstellungen für diese Risiken werden als sog. "assurance-type warranties" zum Zeitpunkt des Verkaufs gebildet. Es wird erwartet, dass die Kosten im Folgejahr eintreten. Die Schätzung der Kosten wird regelmäßig überprüft.

Die Bewertung der Gewährleistungsrückstellungen unterliegt Ermessensentscheidungen (siehe Abschnitt 3).

2.11 Leistungen an Arbeitnehmer

Löhne, Gehälter und Sozialabgaben werden gemäß ihren vertraglichen Bedingungen bei Fälligkeit gegenüber den Arbeitnehmern oder den Sozialbehörden ergebniswirksam erfasst. In der Konzernbilanz angesetzte Urlaubsrückstellungen entsprechen der geschätzten Verbindlichkeit aufgrund ausstehender Urlaubstage zum Bilanzstichtag. Bonusrückstellungen werden grundsätzlich auf Basis der Unternehmensentwicklung im Geschäftsjahr sowie zu Beginn des Geschäftsjahres vereinbarter individueller Bonusvereinbarungen errechnet und in der Konzernbilanz für das jeweilige Geschäftsjahr als Rückstellung erfasst.

Vorstandsmitglieder der Gruppe erhalten eine langfristige variable Vergütungskomponente, die in Form von virtuellen Performance Share Units ("PSU") gewährt und voraussichtlich in bar beglichen wird. Die Gewährung der PSU ist abhängig von der Erreichung von strategischen Zielen und Profitabilitätszielen. Darüber hinaus ist sie abhängig von der Kursentwicklung der Aktie der PharmaSGP Holding SE.

Für den beizulegenden Zeitwert der PSU wird eine Schuld in der Konzernbilanz erfasst. Der beizulegende Zeitwert wird bei der erstmaligen Erfassung sowie zu jedem Abschlussstichtag und am Erfüllungstag bewertet. Änderungen des beizulegenden Zeitwerts werden im Personalaufwand erfasst. Der beizulegende Zeitwert wird über den Zeitraum bis zum Tag der ersten Ausübungsmöglichkeit erfolgswirksam unter Erfassung einer korrespondierenden Schuld verteilt. Er wird unter Anwendung einer Monte-Carlo-Simulation bestimmt.

2.12 Ergebnis je Aktie

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie wird berechnet, indem das den ordentlichen Aktionären der SGP SE zurechenbare Periodenergebnis durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl der ausstehenden Aktien der SGP SE geteilt wird. Da sich keine Verwässerungseffekte ergeben, entspricht das verwässerte Ergebnis je Aktie dem unverwässerten Ergebnis je Aktie.

Das Ergebnis je Aktie wird auch für den Vergleichszeitraum angegeben, wobei sowohl für den Berichtszeitraum als auch für den Vergleichszeitraum von der gleichen Anzahl von Aktien ausgegangen wird.

2.13 Ertragsteuern und latente Steuern

Die Gruppe ermittelt ihre Steuerrückstellungen auf Basis der zu erwartenden Steuerzahlungen. Verbindlichkeiten für Gewerbe-, Körperschaft- und andere Steuern werden anhand des kumulierten zu versteuernden Einkommens aller Gesellschaften der Gruppe ermittelt, abzüglich geleisteter Vorauszahlungen. Alle Gesellschaften der PharmaSGP bilden eine ertragsteuerliche Organschaft. Die Steuerrückstellungen basieren auf den jeweils gültigen Steuersätzen des Steuerhoheitsgebiets der Gruppe.

Tatsächliche Ertragsteuern

Die tatsächlichen Steueransprüche und Steuerschulden werden mit dem Betrag bemessen, in dessen Höhe eine Erstattung von der Steuerbehörde bzw. eine Zahlung an die Steuerbehörde erwartet wird. Der Berechnung des Betrags werden die Steuersätze und Steuergesetze zugrunde gelegt, die zum Abschlussstichtag in den Ländern, in denen die Gruppe tätig ist und zu versteuerndes Einkommen erzielt, gelten oder in Kürze gelten werden.

Das Management beurteilt regelmäßig einzelne Steuersachverhalte dahingehend, ob in Anbetracht geltender steuerlicher Regelungen ein Interpretationsspielraum vorhanden ist, und setzt bei Bedarf Steuerrückstellungen an. Unsicherheiten bezüglich der ertragsteuerlichen Behandlung werden nach den Vorschriften des IFRIC 23 und IAS 12 bilanziert.

Latente Steuern

Die Bildung latenter Steuern erfolgt unter Anwendung der Liability-Methode auf bestehende temporäre Differenzen zwischen dem Wertansatz eines Vermögenswerts bzw. einer Schuld in der Bilanz und dem Steuerbilanzwert zum Abschlussstichtag.

Latente Steueransprüche werden für alle abzugsfähigen temporären Differenzen sowie noch nicht genutzten steuerlichen Verluste in dem Maße erfasst, in dem es wahrscheinlich ist, dass ein ausreichendes zu versteuerndes Einkommen in zukünftigen Perioden verfügbar sein wird.

Der Buchwert der latenten Steueransprüche wird zu jedem Bilanzstichtag überprüft und in dem Maße verringert, in dem voraussichtlich kein zukünftiges zu versteuerndes Einkommen verfügbar sein wird, um die Steueransprüche vollständig oder teilweise in Anspruch zu nehmen. Nicht angesetzte latente Steueransprüche werden zu jedem Bilanzstichtag neu bewertet und in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich geworden ist, dass ein zukünftiges zu versteuerndes Einkommen die Realisierung des latenten Steueranspruches gestatten wird.

Latente Steueransprüche und -schulden werden anhand der Steuersätze bemessen, die in der Periode, in der ein Vermögenswert realisiert oder eine Schuld erfüllt wird, voraussichtlich Gültigkeit erlangen werden. Dabei werden die Steuersätze (und Steuergesetze) zugrunde gelegt, die zum Abschlussstichtag gelten oder gesetzlich angekündigt sind.

Latente Steueransprüche und -schulden werden saldiert, wenn ein einklagbares Recht zur Aufrechnung tatsächlicher Steuererstattungsansprüche gegen tatsächliche Steuerschulden besteht und sich die latenten Steueransprüche und -schulden auf Ertragsteuern beziehen, die von der gleichen Steuerbehörde und für dasselbe Steuersubjekt erhoben werden.

2.14 Finanzinstrumente

Erstmalige Erfassung und Bewertung

Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der bei einer Vertragspartei zu einem finanziellen Vermögenswert und bei der anderen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führt. Während der dargestellten Berichtsperioden hielt die Gruppe ausschließlich nicht-derivative Finanzinstrumente.

Nicht-derivative Finanzinstrumente werden zu dem Zeitpunkt in der Bilanz angesetzt, wenn die Gruppe Vertragspartei des Finanzinstruments wird. Käufe oder Verkäufe finanzieller Vermögenswerte, die die Lieferung der Vermögenswerte innerhalb eines Zeitraums vorsehen, der durch Vorschriften oder Konventionen des jeweiligen Marktes festgelegt wird (marktübliche Käufe), werden am Handelstag erfasst, d. h. an dem Tag, an dem die Verpflichtung zum Kauf oder Verkauf des Vermögenswerts eingegangen wird.

Klassifizierung und Folgebewertung von finanziellen Vermögenswerten

Die Folgebewertung hängt von der Bewertungskategorie ab, zu der jeder finanzielle Vermögenswert beim erstmaligen Ansatz zuzuordnen ist.

Gem. IFRS 9 sind finanzielle Vermögenswerte in folgende Bewertungskategorien einzuordnen:

  • zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Schuldinstrumente
  • erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertete Schuldinstrumente mit Umgliederung kumulierter Gewinne und Verluste
  • erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertete Eigenkapitalinstrumente ohne Umgliederung kumulierter Gewinne und Verluste bei Ausbuchung
  • erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte

Die Klassifizierung finanzieller Vermögenswerte hängt von den Eigenschaften der vertraglichen Cashflows der finanziellen Vermögenswerte und vom Geschäftsmodell des Konzerns zur Steuerung seiner finanziellen Vermögenswerte ab. Finanzielle Vermögenswerte werden nur dann zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, wenn sie ausschließlich zur Vereinnahmung der vertraglichen Kapitalflüsse gehalten werden, und wenn die vertraglichen Kapitalflüsse ausschließlich Tilgung und Zinsleistungen umfassen. Alle finanziellen Vermögenswerte der Gruppe erfüllen die Bedingung und werden deshalb als zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet klassifiziert.

Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte werden in Folgeperioden unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet und sind auf Wertminderungen zu überprüfen. Gewinne und Verluste werden erfolgswirksam erfasst, wenn der Vermögenswert ausgebucht, modifiziert oder wertgemindert wird.

Die zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte der Gruppe umfassen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige kurz- und langfristige Forderungen bzw. Vermögenswerte.

Wertminderungen von finanziellen Vermögenswerten

Die Gruppe erfasst für ihre zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte eine Wertberichtigung für erwartete Kreditverluste (ECL). Erwartete Kreditverluste basieren auf der Differenz zwischen den vertraglichen Cashflows, die vertragsgemäß zu zahlen sind, und der Summe der Cashflows, deren Erhalt die Gruppe erwartet.

Bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ist eine vereinfachte Methode zur Berechnung der erwarteten Kreditverluste anzuwenden. Daher verfolgt die Gruppe Änderungen des Kreditrisikos nicht nach, sondern erfasst stattdessen zu jedem Abschlussstichtag eine Risikovorsorge auf der Basis der Gesamtlaufzeit-ECL.

Die Gruppe geht bei finanziellen Vermögenswerten grundsätzlich von einem Ausfall aus, wenn die vertraglich fälligen Zahlungen signifikant überfällig sind. Abweichend davon kann bei finanziellen Vermögenswerten auch dann von einem Ausfall ausgegangen werden, wenn interne oder externe Informationen darauf hindeuten, dass es unwahrscheinlich ist, dass die Gruppe die ausstehenden vertraglichen Beträge vollständig erhalten wird, ohne Kreditbesicherungen in Anspruch zu nehmen, die die Gruppe hält oder die der Gruppe zustehen (keine Wertminderung trotz signifikanter Überfälligkeit bei Vorliegen anderer Indikationen). Ein finanzieller Vermögenswert wird abgeschrieben, wenn keine begründete Erwartung besteht, dass die vertraglichen Cashflows realisiert werden.

Wertminderungen und Wertaufholungen werden in der Konzerngewinn- und -verlustrechnung und Konzerngesamtergebnisrechnung als sonstige Aufwendungen dargestellt.

Klassifizierung und Folgebewertung von finanziellen Verbindlichkeiten

Finanzielle Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten oder ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet und klassifiziert. Eine finanzielle Verbindlichkeit wird als ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet klassifiziert, wenn sie zu Handelszwecken gehalten wird oder beim erstmaligen Ansatz als Derivat eingestuft wird (Fair Value Option); die Gruppe macht jedoch von der Fair Value Option in Bezug auf finanzielle Verbindlichkeiten keinen Gebrauch.

Die finanziellen Verbindlichkeiten der Gruppe umfassen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige (finanzielle) Verbindlichkeiten, die allesamt als zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet klassifiziert werden. Diese finanziellen Verbindlichkeiten werden in Folgeperioden unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Zinsaufwendungen sowie Wechselkursgewinne und -verluste werden ergebniswirksam erfasst. Gewinne oder Verluste aus der Ausbuchung werden ebenfalls ergebniswirksam erfasst.

Saldierung

Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden nur dann saldiert und der Nettobetrag in der Konzernbilanz ausgewiesen, wenn ein Rechtsanspruch besteht, die erfassten Beträge miteinander zu verrechnen, und es beabsichtigt ist, den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen oder gleichzeitig mit der Realisierung des betreffenden Vermögenswerts die dazugehörige Verbindlichkeit abzulösen. Unter gewissen Umständen können Vertragssituationen entstehen, die die Kriterien für eine Saldierung nicht erfüllen, bei denen aber trotzdem eine Saldierung zulässig ist, z. B. im Falle von Konkurs oder Vertragskündigung.

Ausbuchung

Ein finanzieller Vermögenswert wird dann ausgebucht, wenn die vertraglichen Rechte auf den Bezug von Zahlungsströmen aus dem finanziellen Vermögenswert erloschen sind oder die Gruppe im Wesentlichen alle Chancen und Risiken an Dritte übertragen hat oder wenn sie im Wesentlichen alle Chancen und Risiken weder übertragen noch zurückbehalten hat, jedoch die Verfügungsmacht über den Vermögenswert an Dritte übertragen hat. Wenn die Gruppe im Wesentlichen alle Chancen und Risiken des Vermögenswerts weder überträgt noch zurückbehält noch die Verfügungsmacht über den Vermögenswert überträgt, erfasst sie den übertragenen Vermögenswert weiterhin im Umfang ihres anhaltenden Engagements. In diesem Fall erfasst die Gruppe auch eine damit verbundene Verbindlichkeit. Der übertragene Vermögenswert und die damit verbundene Verbindlichkeit werden so bewertet, dass den Rechten und Verpflichtungen, die die Gruppe behalten hat, Rechnung getragen wird.

Eine finanzielle Verbindlichkeit wird ausgebucht, wenn die ihr zugrunde liegende Verpflichtung erfüllt, aufgehoben oder erloschen ist. Die Gruppe bucht finanzielle Verbindlichkeiten ebenfalls aus, wenn die Vertragsbedingungen modifiziert und die Zahlungsströme der modifizierten Verbindlichkeit sich substanziell ändern, in diesem Fall wird eine neue finanzielle Verbindlichkeit auf Basis der modifizierten Vertragsbedingungen erfasst und zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Bei Ausbuchung einer finanziellen Verbindlichkeit wird der Differenzbetrag aus dem ausgebuchten Buchwert sowie der gezahlten Gegenleistung (einschließlich der nicht-zahlungswirksamen Übertragung von Vermögenswerten oder Schulden) erfolgswirksam erfasst.

2.15 Bemessung des beizulegenden Zeitwerts

Der beizulegende Zeitwert ist der Preis, der in einem geordneten Geschäftsvorfall zwischen Marktteilnehmern auf dem Hauptmarkt oder – sofern kein Hauptmarkt vorhanden ist – auf dem vorteilhaftesten Markt am Bemessungsstichtag für den Verkauf eines Vermögenswerts eingenommen bzw. für die Übertragung einer Schuld gezahlt wurde. Der beizulegende Zeitwert einer Verbindlichkeit entspricht dem Risiko der Nichterfüllung.

Basierend auf den zu Grunde liegenden Inputparametern werden alle beizulegenden Zeitwerte in die nachfolgend beschriebene Bemessungshierarchie eingeordnet:

  • Stufe 1: in aktiven Märkten für identische Vermögenswerte oder Schulden notierte (nicht berichtigte) Preise
  • Stufe 2: andere als die in Stufe 1 genannten Marktpreisnotierungen, die für den Vermögenswert oder die Schuld entweder unmittelbar (d. h. durch Preisnotierungen) oder mittelbar (d. h. durch abgeleitete Preise) zu beobachten sind
  • Stufe 3: Inputfaktoren für den Vermögenswert oder die Schuld, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren (d. h. nicht beobachtbare Inputs)

Annahmen beschrieben, deren Ergebnis in Folgeperioden zu einer wesentlichen Änderung der Buchwerte von Vermögenswerten und Schulden führen kann.

Gewährleistungsrückstellungen

Die Gruppe gewährt ihren Kunden sog. assurancetype warranties, die nach IAS 37 zu bilanzieren sind. Solche Rücknahmeverpflichtungen bestehen grundsätzlich bei Vorliegen mangelhafter Produkte (falsche Produktlieferung, Transportschäden, ausgelaufene Vertriebszulassung usw). Daher ist die Gruppe für Produkthaftungsansprüche gegenüber Dritten haftbar (Gewährleistungsansprüche). Dementsprechend wird eine Rückstellung in der Höhe angesetzt, die der bestmöglichen Schätzung der erwarteten Retouren entspricht. Zur Schätzung der Höhe der Gewährleistungsrückstellung wird die Menge der im Umlauf befindlichen Ware anhand von externen Marktdaten geschätzt. Das Retourenrisiko bestimmt die Gruppe als Prozentsatz jeder Retourenkategorie, der auf die im Umlauf befindliche Ware angewandt wird. Die Prozentsätze werden regelmäßig überprüft, um die aktuellen Entwicklungen abzubilden.

3. Wesentliche Ermessensentscheidungen und Schätzungen Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen werden fortlaufend weiterentwickelt und basieren auf historischen Erfahrungswerten und anderen Inputfaktoren, einschließlich Erwartungshaltungen zu zukünftigen Ereignissen, die den Umständen entsprechend realistisch sind. Schätzungen und Annahmen werden regelmäßig überprüft. Schätzungsänderungen werden prospektiv erfasst. Die Gruppe trifft zukunftsbezogene Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen. Die daraus resultierenden rechnungslegungsbezogenen Schätzungen werden definitionsgemäß nur in seltenen Fällen exakt den tatsächlichen Ergebnissen entsprechen. Nachfolgend werden die Schätzungen und traglichen Frist retourniert werden können. Auch können Änderungen des regulatorischen Umfelds sowie Änderungen der Wettbewerbs- und Marktsituation dazu führen, dass Kunden von ihrem Rückgaberecht Gebrauch machen. Für diese Fälle ist eine Verbindlichkeit für die bereits erhaltene Zahlung für einige oder alle Produkte anzusetzen, die die Gruppe erwartungsgemäß an die Kunden rückerstatten muss. Zur Schätzung der Höhe der Rückerstattungsverbindlichkeit wird die Menge der im Umlauf befindlichen Ware anhand von externen Marktdaten geschätzt. Das Retourenrisiko bestimmt die Gruppe als Prozentsatz jeder Retourenkategorie, der auf die im Markt verfügbare Ware angewandt wird. Die Prozentsätze werden regelmäßig überprüft, um die aktuellen Entwicklungen, beispielsweise im regulatorischen Umfeld oder der Wettbewerbssituation abzubilden.

Im Falle von unerwarteten Änderungen des Marktumfelds kann sich die Gewährleistungsrückstellung ändern, da sie auf den von der Gruppe getroffenen Schätzungen und Annahmen basiert. In die Schätzungen fließen der aktuelle Wissensstand und Erwartungen des Managements ein.

Rückerstattungsverbindlichkeiten

Die Gruppe gewährt ihren Kunden ein Rückgaberecht, welches gem. IFRS 15 als Verkauf an Kunden mit Rückgabeoption bilanziert wird. Einige dieser Rückgaberechte resultieren aus neu in den Markt eingeführten Produkten, welche innerhalb der verMit der Markteinführung neuer Produkte ist grundsätzlich ein erhöhtes Retourenrisiko ("Launch-Risiko") verbunden. Dieses erhöhte Retourenrisiko wird produktspezifisch bei der Bildung der Positionen Gewährleistungsrückstellung und Rückerstattungsverbindlichkeit berücksichtigt. Grundsätzlich beruht die Berechnung des Launch-Risikos auf Vergangenheitswerten, die auf Basis von überwiegend erfolgreichen Produkteinführungen abgeleitet sind. Da sich im zweiten Halbjahr 2020 aufgrund der Covid-19- Pandemie ein Großteil der Produktneueinführungen nicht wie geplant entwickelte, hat die Gruppe die Ermessensentscheidung getroffen, das der Ermittlung der Rückerstattungsverbindlichkeit zugrunde liegende Launch-Risiko deutlich höher als im Vorjahr zu bewerten.

Im Falle von unerwarteten Änderungen des Marktumfelds kann sich die Einschätzung zur Rückerstattungspflicht ändern, da sie auf den von der Gruppe getroffenen Schätzungen und Annahmen basiert. In die Schätzungen fließen der aktuelle Wissensstand und Erwartungen des Managements ein.

Immaterielle Vermögenswerte

Die Gruppe erfasst immaterielle Vermögenswerte für die Kosten von Arzneimitteln, die sich im Zulassungsprozess befinden. Zur Bestimmung der Ansatzkriterien nach IAS 38 sind Ermessensentscheidungen zur Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Zulassung notwendig. Die Schätzungen werden regelmäßig überprüft, um neue Erkenntnisse abzubilden, die auch einen Einfluss auf bereits angesetzte Entwicklungs- und Zulassungsverfahren haben können. Wenn die Zulassung eines aktivierten Entwicklungsund Zulassungsverfahrens nicht mehr als wahrscheinlich gilt, wird es wertgemindert.

Langfristige variable Vergütung

Die Kosten aus der Gewährung von PSU an Vorstands mitglieder werden mit dem beizulegenden Zeitwert dieser PSU zu jedem Bilanzstichtag bewertet. Zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts sind Schät zungen bezüglich der Erreichung der Profitabilitäts ziele, strategischer Ziele sowie der Aktienkursent wicklung erforderlich.

4. Segment-Informationen

Allgemeine Informationen

Die Gruppe hat ein operatives Segment, das alle Produkte der Gesellschaften der Gruppe umfasst. Diese Einschätzung basiert auf Informationen, die dem Chief Operating Decision Maker (CODM) der Gruppe zum Zwecke der Bewertung der Segment leistung und der Ressourcenzuteilung berichtet werden. Der Vorstand ist CODM und überwacht die Leistung des Unternehmens. Die Leistung wird gemessen anhand des Umsatzes und des bereinig ten Ergebnisses vor Zinsen und Steuern ("bereinig tes EBIT") als bedeutsamste Leistungsindikatoren, die der Beurteilung des Erfolgs der Geschäftstätig keit der Gruppe dienen. Die Vermögenswerte des Segments sind in der Konzernbilanz ausgewiesen. Zum Ergebnis des Segments wird auf den Konzern lagebericht, Abschnitt 2.3.1 "Ertragslage der Gruppe", verwiesen.

Geografische Informationen

Umsatzerlöse
in T€
2020 2019
Deutschland 43.370 45.820
Italien 8.833 7.375
Österreich 6.893 4.240
andere europäische
Länder3)
4.150 5.139
63.246 62.574

3) umfasst: Frankreich, Belgien, Spanien

Grundlage für die Zuordnung der Umsatzerlöse ist das Sitzland des jeweiligen Kunden. Alle langfristigen Vermögenswerte liegen in Deutschland.

Wichtige Kunden

PharmaSGP unterhält Geschäftsbeziehungen mit wichtigen Logistikpartnern je Land. Die nachfolgende Tabelle zeigt alle Umsatzerlöse aus Transaktionen mit wichtigen externen Logistikpartnern mit einem Anteil von 10 % oder mehr am Umsatz der Gruppe:

Umsatzerlöse
in T€
2020 2019
Logistikpartner A 41.114 42.615
Logistikpartner B 8.833 7.375
Logistikpartner C 6.893 4.240
Andere Logistikpart
-
ner und Kunden
6.406 8.344
63.246 62.574

Wirtschaftliche und andere Risiken, wie z. B. die Uneinbringlichkeit von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stehen nicht zwingend im Zusammenhang mit Logistikpartnern, da diese sowohl im Namen der PharmaSGP auftreten als auch in ihrem eigenen Namen. Die Konzentration auf einen kleinen Kreis von Logistikdienstleistern ist branchenüblich, die dahinter stehenden Großhändler und Apotheken diversifizieren das Klumpenrisiko der PharmaSGP.

5. Angaben zur Konzernbilanz

5.1 Immaterielle Vermögenswerte

Die immateriellen Vermögenswerte der Gruppe mit bestimmter Nutzungsdauer umfassen Entwicklungsund Zulassungsverfahren, selbst entwickelte und erworbene Arzneimittelzulassungen sowie andere erworbene immaterielle Vermögenswerte. Abschreibungen von immateriellen Vermögenswerten werden vollständig als Abschreibungen in der Konzerngewinn- und -verlustrechnung und Konzerngesamtergebnisrechnung ausgewiesen.

Die nachfolgende Tabelle stellt die Wertveränderungen der immateriellen Vermögenswerte der Gruppe in den zum 31. Dezember 2020 und 2019 endenden Geschäftsjahren dar:

in T€ Selbst entwickelte
Zulassungen
Erworbene
Zulassungen und
andere erworbene
immaterielle
Vermögenswerte
Entwicklungs- und
Zulassungsverfahren
Gesamt
Anschaffungs- und Herstel
-
lungskosten
1. Januar 2019 226 713 744 1.683
Zuführungen 116 176 141 433
Abgänge - -1 - -1
Umgliederungen 233 22 -256 -1
31. Dezember 2019 575 910 629 2.114
Zuführungen 147 302 110 559
Abgänge -2 - - -2
Umgliederungen 50 - -50 -
31. Dezember 2020 770 1.212 689 2.671
Kumulierte Abschreibungen
und Wertminderungen
1. Januar 2019 27 302 273 602
Zuführungen 26 92 - 118
Abgänge - - - -
31. Dezember 2019 53 394 273 720
Zuführungen 74 113 - 187
Abgänge -2 - - -2
31. Dezember 2020 125 507 273 905
Buchwert zum 1. Januar 2019 199 411 471 1.081
Buchwert zum 31. Dezember
2019
522 516 356 1.394
Buchwert zum 31. Dezember
2020
645 705 416 1.766

In den Geschäftsjahren 2020 und 2019 wurden Entwicklungsausgaben in Höhe von T€ 140 und T€ 67 als Aufwand in der Konzerngewinnund -verlustrechnung und Konzerngesamtergebnisrechnung erfasst.

5.2 Sachanlagen

Das Sachanlagevermögen hat sich wie folgt entwickelt:

in T€ Gesamt
Anschaffungs- und Herstellungskosten
1. Januar 2019 162
Zuführungen -
Abgänge -124
31. Dezember 2019 38
Zuführungen 420
Abgänge -35
31. Dezember 2020 423
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen
1. Januar 2019 75
Zuführungen 15
Abgänge -52
31. Dezember 2019 38
Zuführungen 52
Abgänge -36
31. Dezember 2020 54
Buchwert zum 1. Januar 2019 87
Buchwert zum 31. Dezember 2019 -
Buchwert zum 31. Dezember 2020 369

Die Zugänge im Geschäftsjahr 2020 resultieren im Wesentlichen aus dem Bezug neuer Büroräume und sind für IT Equipment (T€ 170), Büroeinrichtung (T€ 162) sowie Mietereinbauten (T€ 88) angefallen. Zum 31. Dezember 2020 lagen wie auch im Vorjahr keine Anzeichen für eine Wertminderung vor.

5.3 Leasingverhältnisse

Die aktivierten Nutzungsrechte haben sich wie folgt entwickelt:

in T€ Firmenwagen Büroflächen Gesamt
1. Januar 2019 17 489 506
Zuführungen 12 - 12
Abgänge - - -
Abschreibungen -19 -245 -264
31. Dezember 2019 10 244 254
Zuführungen 40 521 561
Abgänge - -184 -184
Abschreibungen -19 -228 -247
31. Dezember 2020 31 353 384

Die korrespondierenden Leasingverbindlichkeiten haben sich wie folgt entwickelt:

in T€ 2020 2019
1. Januar 254 506
Zuführungen 561 12
Abgänge -184 -
Zahlungsmittelabflüsse -247 -264
31. Dezember 384 254
davon kurzfristig 239 254
davon langfristig 145 -

Mit Wirkung zum 31. März 2020 wurde der bestehende Immobilienmietvertrag zwischen der FUTRUE und den Gesellschaften der Gruppe gekündigt und infolgedessen der entsprechende Vermögenswert aus dem Nutzungsrecht sowie die Leasingverbindlichkeit ausgebucht. Ab dem 1. April 2020 hat die Gruppe einen neuen Mietvertrag für die nächsten zwei Jahre und vier Monate mit einem dritten Vermieter abgeschlossen, was zu einer Zuführung zu den aktivierten Nutzungsrechten von T€ 521 führte.

In den Geschäftsjahren 2020 und 2019 fielen Zinsaufwendungen aus Leasingverhältnissen nur in unwesentlicher Höhe an. Für kurzfristige Leasingverhältnisse und Leasingverhältnisse, bei denen der zugrunde liegende Vermögenswert von geringem Wert ist, fielen keine Aufwendungen an.

5.4 Vorräte

Das Vorratsvermögen umfasst Rohstoffe, Verbrauchsgüter sowie fertige Erzeugnisse.

in T€ 31. Dezember
2020
31. Dezember
2019
Rohstoffe und Ver
brauchsgüter
416 562
Fertige Erzeugnisse 2.620 1.534
Vorräte 3.036 2.069

Im Geschäftsjahr 2020 wurden Wertminderungen auf Vorräte in Höhe von T€ 920 in der Konzerngewinnund -verlustrechnung und Konzerngesamtergebnisrechnung erfasst (2019: T€ 274). Fertige Erzeugnisse enthalten zum 31. Dezember 2020 Rückgaberechte von Waren aufgrund bestehender Retourenzusagen gegenüber Kunden in Höhe von T€ 62 (31. Dezember 2019: T€ 22).

5.5 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen stellen sich wie folgt dar:

in T€ 31. Dezember
2020
31. Dezember
2019
Forderungen aus
Lieferungen und
Leistungen
9.410 9.188
Sonstige Forderungen 58 1.697
Forderungen
aus Lieferungen
und Leistungen
und sonstige
Forderungen
9.468 10.885

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind im Allgemeinen zwischen 8 und 75 Tagen zur Zahlung fällig und unverzinst. Es bestehen keine Einschränkungen der Verfügungsrechte. Alle Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind erwartungsgemäß vollständig einbringlich, es bestehen keine Wertminderungen. Zum 31. Dezember 2019 enthalten die sonstigen Forderungen im Wesentlichen Forderungen aus Marketingrückerstattungen. Aufgrund einer Vertragsanpassung wurden in 2020 die Rückvergütungsansprüche deutlich reduziert und bereits in den unterjährigen Abrechnungen kostenmindernd berücksichtigt.

Ausfallrisiken von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen werden in Abschnitt 7 dargestellt.

5.6 Sonstige Vermögenswerte

Sonstige Vermögenswerte enthalten im Wesentlichen Umsatzsteuerforderungen und aktive Rechnungsabgrenzungsposten.

5.7 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Kassenbestände sowie Barguthaben bei verschiedenen Kreditinstituten. Zum 31. Dezember 2020 und 2019 bestanden keine Termineinlagen, in Anspruch genommene Kontokorrentkreditlinien oder liquide Mittel mit Verfügungsbeschränkung.

Angaben zur Kapitalflussrechnung

Die Konzernkapitalflussrechnung wurde in Übereinstimmung mit IAS 7 Kapitalflussrechnung aufgestellt und zeigt die Veränderung des Bestands an liquiden Mitteln der Gruppe im Laufe des Berichtsjahres durch Mittelzuflüsse und -abflüsse.

Gemäß IAS 7 werden die Zahlungsströme getrennt nach Herkunft und Verwendung aus dem operativen Bereich sowie aus der Investitions- und Finanzierungstätigkeit ausgewiesen. Die Mittelzuflüsse und -abflüsse aus operativer Geschäftstätigkeit werden, ausgehend vom Periodenergebnis der Gruppe, indirekt abgeleitet. Die Mittelzuflüsse und -abflüsse aus Investitions- und Finanzierungstätigkeit werden direkt abgeleitet. Der Betrag der liquiden Mittel in der Kapitalflussrechnung stimmt mit dem in der Bilanz ausgewiesenen Wert der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente überein.

Der Zahlungsmittelabfluss aus betrieblicher Geschäftstätigkeit resultiert aus dem um zahlungsunwirksame Effekte bereinigten Periodenergebnis. Die wesentlichen zahlungsunwirksamen Effekte in 2020 sind Abschreibungen von immateriellen Vermögenswerten, Sachanlagen und Nutzungsrechten mit einem Gesamtbetrag von T€ 486.

Der Zahlungsmittelabfluss aus der Investitionstätigkeit resultiert aus Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte.

Der Zahlungsmittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit resultiert hauptsächlich aus der Zahlung von Dividenden in Höhe von T€ 94.833. Siehe hierzu auch Abschnitt 5.8 "Eigenkapital".

5.8 Eigenkapital

Die SGP SE wurde am 21. November 2019 als Mantelgesellschaft gegründet und am 6. März 2020 in Vorbereitung auf den Börsengang von FUTRUE und MVH erworben. Die Bilanz zum 6. März 2020 umfasst hauptsächlich liquide Mittel (T€ 120) und vollständig eingezahltes Eigenkapital (T€ 120).

Dividenden

Am 28. April 2020 beschlossen die Gesellschafterversammlungen der PharmaSGP GmbH, Restaxil GmbH und Remitan GmbH einen Gesamtbetrag in Höhe von T€ 94.833 als Dividende an die FUTRUE und MVH auszuschütten. Die Dividende wurde am 2. Juni 2020, vor dem Börsengang, vollständig ausgezahlt.

Einbringungs- und Übertragungsvertrag

Am 30. April 2020 beschloss die Hauptversammlung, das Grundkapital der Gesellschaft im Wege einer Sachkapitalerhöhung von T€ 120 um T€ 11.880 auf T€ 12.000 durch Ausgabe von 11.880.000 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien mit einem Nominalwert von je € 1,00 zu erhöhen. Alle neuen Aktien wurden von FUTRUE und MVH gezeichnet, wobei die FUTRUE 90 % der neu ausgegebenen Aktien und die MVH die restlichen 10 % der neu ausgegebenen Aktien zeichnete. Im Gegenzug brachten FUTRUE und MVH jeweils ihre gesamten Beteiligungen an der PharmaSGP GmbH, der Remitan GmbH und der Restaxil GmbH als Sacheinlage ein. Die Kapitalerhöhung wurde am 8. Mai 2020 in das Handelsregister des Amtsgerichts München, Deutschland, eingetragen. Die Sacheinlage wurde unter Anwendung von Bewertungswahlrechten und Sacheinlagegrundsätzen mit einem Wert von T€ 50.000 angesetzt. Der das gezeichnete Kapital übersteigende Betrag von T€ 38.120 wird in die Kapitalrücklage eingestellt. Ein korrespondierender Ausgleichsposten wird in der Gewinnrücklage erfasst.

Börsengang

Am 8. Juni 2020 stellte die SGP SE einen Antrag auf Zulassung von Wertpapieren zum Handel am Regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse. Die Aktien der SGP SE sind im Regulierten Markt und im Teilbereich des Regulierten Marktes (Prime Standard) der Frankfurter Wertpapierbörse unter der Wertpapierkennnummer (WKN) A2P4LJ, der International Securities Identification Number (ISIN) DE000A2P4LJ5 und dem Tickersymbol PSG notiert. Erster Handelstag war der 19. Juni 2020. Am 18. Juni 2020 wurde der endgültige Angebotspreis auf € 31,50 pro Aktie festgelegt, was einer Marktkapitalisierung von T€ 378.000 entspricht. Insgesamt wurden 4.025.000 Aktien aus dem Bestand von FUTRUE und MVH an neue Aktionäre verkauft, darunter 525.000 Aktien für Mehrzuteilungen ("Greenshoe-Option").

durch die Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender nennwertloser Aktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen ausgegeben werden kann. Darüber hinaus beläuft sich das bedingte Kapital der PharmaSGP Holding SE zum 31. Dezember 2020 auf T€ 6.000 oder 6.000.000 neue Inhaberaktien. Es kann zur Bedienung von auf den Inhaber und/oder auf den Namen lautenden Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen verwendet werden.

Beherrschungs- und Gewinnabführungsverträge

Mit Wirkung zum 1. Juli 2020 wurden Beherrschungsund Gewinnabführungsverträge zwischen der SGP SE und den operativen Gesellschaften PharmaSGP GmbH, Restaxil GmbH und Remitan GmbH abgeschlossen.

Genehmigtes Kapital, bedingtes Kapital und Ermächtigung zum Kauf und Verkauf eigener Aktien

Zum 31. Dezember 2020 hält die PharmaSGP Holding SE weder eigene Aktien noch hält ein Dritter im Namen oder für Rechnung der PharmaSGP Holding SE Aktien der PharmaSGP Holding SE. Zum Stichtag 31. Dezember 2020 ist der Vorstand bis zum 27. Mai 2025 ermächtigt, eigene Aktien der PharmaSGP Holding SE in Höhe von bis zu 10 % des zum Zeitpunkt der Erteilung der Ermächtigung (28. Mai 2020) oder – falls dieser Wert geringer ist – des zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals der PharmaSGP Holding SE zu erwerben.

Zum 31. Dezember 2020 beträgt das gesamte genehmigte Kapital der PharmaSGP Holding SE T€ 6.000, das bis zum 27. Mai 2025 einmalig oder mehrmals

5.9 Rückstellungen

Die Rückstellungen haben sich wie folgt entwickelt:

Kurzfristige Rückstellungen
in T€ Gewährleistungen Sonstige Langfristige
Rückstellungen
Gesamt
1. Januar 2020 441 297 - 738
Zuführung 382 172 42 596
Verbrauch -327 -161 - -488
Auflösung unverbrauchter Rück
stellungen
- -40 - -40
31. Dezember 2020 496 268 42 806

Die Gruppe ist Produkthaftungsansprüchen, behördlichen Maßnahmen und Prozessrisiken ausgesetzt, die zu einem gesetzlich vorgeschriebenen Rückruf der betroffenen Produkte oder einzelnen Rücknahmen von beschädigter Ware führen können. Dementsprechend werden Gewährleistungsrückstellungen gebildet. Die sonstigen kurzfristigen Rückstellungen enthalten im Wesentlichen Aufwendungen für ausstehende Rechnungen aus Entwicklungs- und Zulassungsverfahren sowie für Personalsachverhalte und Rechtsstreitigkeiten. Die langfristigen Rückstellungen werden für die langfristige variable Vorstandsvergütung gebildet (siehe hierzu Abschnitt 9).

Sonstige finanzielle Verpflichtungen und Haftungsverhältnisse

Zum 31. Dezember 2020 bestanden Abnahmeverpflichtungen gegenüber Lieferanten in Höhe von T€ 1.687. Zum 31. Dezember 2020 und 2019 wurden keine Garantien gegenüber Dritten abgegeben, und es bestehen keine Eventualverbindlichkeiten.

5.10 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen werden für unbezahlte Waren und Dienstleistungen erfasst, die die Gruppe bis zum Bilanzstichtag erhalten hat. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind nicht besichert, unverzinslich und im Allgemeinen innerhalb von 0 bis 60 Tagen zur Zahlung fällig.

Der Anstieg gegenüber dem Vorjahressaldo ist im Wesentlichen auf die Gewährung längerer Zahlungsziele sowie auf gestiegene Marketingaktivitäten im vierten Quartal 2020 zurückzuführen.

5.11 Sonstige Verbindlichkeiten

Die sonstigen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

in T€ 31. Dezember
2020
31. Dezember
2019
Umsatzsteuerver
bindlichkeiten und
Sozialversicherungs
beiträge
74 1.412
Abgegrenzte ausste
hende Rechnungen
306 262
Übrige 434 106
Sonstige Verbindlich
keiten
815 1.780

Die Erhöhung der abgegrenzten ausstehenden Rechnungen resultiert im Wesentlichen aus noch nicht erfolgten Abrechnungen von Rechts- und Beratungsgebühren. Die als übrige ausgewiesenen sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern sowie abgegrenzte Verbindlichkeiten aus Abschluss- und Prüfungskosten.

5.12 Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten

Sonstigefinanzielleenthaltenausschließlicherwartete Rückerstattungsverbindlichkeiten aus Kundenverträgen. Die Erhöhung der Rückerstattungsverbindlichkeiten um T€ 789 gegenüber dem Vorjahressaldo resultiert im Wesentlichen aus einem erhöhten Launch-Risiko, welches in Abschnitt 3 beschrieben wird.

5.13 Ertragsteuern und latente Steuern

Unabhängig von seiner Ausschüttung unterliegt das zu versteuernde Einkommen der Gesellschaft deutschen Ertragsteuern mit einheitlichen Steuersätzen von 15,0 % für Körperschaftsteuer, 8,8 % für Gewerbesteuer sowie 0,8 % für den Solidaritätszuschlag, was einen Gesamtsteuersatz von 24,6 % ergibt. Alle Gesellschaften der PharmaSGP bilden eine ertragsteuerliche Organschaft.

in T€ 2020 2019
Laufende Ertrag
steuern
3.513 5.447
Latente Steuern -4 110
Ertragsteuerauf
wand
3.509 5.557

Ertragsteuerverbindlichkeiten resultieren aus laufenden Ertragsteuern. Die Überleitungsrechnung zwischen dem Ertragsteueraufwand und dem Produkt aus bilanziellem Periodenergebnis und dem anzuwendenden Steuersatz der Gruppe für die Geschäftsjahre 2020 und 2019 setzt sich wie folgt zusammen:

in T€ 2020 2019
Ergebnis vor Steuern 14.149 22.262
Erwarteter Steuersatz 24,6 % 24,6 %
Erwarteter Ertrag
steueraufwand
3.477 5.471
Nicht abzugsfähige
Betriebsausgaben
28 18
Periodenfremde lau
fende Ertragsteuern
-2 214
Periodenfremde laten
te Steuern
5 -85
Sonstige 1 -61
Effektiver Ertrag
steueraufwand
3.509 5.557
Effektiver Steuersatz 24,8 % 25,0 %

Die latenten Steuer stellen sich zum Bilanzstichtag wie folgt dar:

in T€ 31. Dezember
2020
31. Dezember
2019
Leasingverbindlich
keiten
94 62
Langfristige Rückstel
lungen
10 -
Sonstige finanzielle
Verbindlichkeiten
55 -
Aktive latente
Steuern
159 62
Immaterielle Vermö
genswerte
265 219
Nutzungsrechte 94 62
Vorräte 15 -
Passive latente
Steuern
374 281
Nach Saldierung:
Aktive latente
Steuern
- -
Passive latente
Steuern
215 219

Veränderungen der aktiven und passiven latenten Steuern wurden in den Geschäftsjahren 2020 und 2019 vollständig als Ertrag erfasst.

Auf temporäre Differenzen im Zusammenhang mit Anteilen an Tochterunternehmen wurden zum 31. Dezember 2020 keine latenten Steuerschulden angesetzt. Bei Ansatz hätten sich latente Steuerschulden in Höhe von T€ 614 ergeben.

6. Angaben zur Konzerngewinn- und -verlustrechnung und Konzerngesamtergebnisrechnung

6.1 Umsatzerlöse

Umsatzerlöse resultieren nahezu ausschließlich aus dem Vertrieb nicht verschreibungspflichtiger Arzneimittel (OTC) und anderer apothekenexklusiver Gesundheitsprodukte. Angaben zu den wichtigsten Absatzmärkten sowie wichtigen Kunden werden in Abschnitt 4 gemacht.

Vertragsvermögenswerte als bedingter Anspruch auf Gegenleistung für die Übertragung von Gütern bestehen nicht. Zum 31. Dezember 2020 und 2019 bestehen keine ausstehenden Leistungsverpflichtungen und keine Vertragsverbindlichkeiten. Die Höhe der erwarteten Rückerstattungsverbindlichkeiten aus Kundenverträgen beträgt zum 31. Dezember 2020 T€ 1.230 (31. Dezember 2019: T€ 441) und ist in den sonstigen kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesen.

6.2 Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten:

in T€ 2020 2019
Erträge im Zusam
menhang mit dem
Börsengang
1.508 -
Gewinne aus dem Ver
kauf von Sachanlagen
und immateriellen
Vermögenswerten
- 55
Übrige 126 127
Sonstige betriebliche
Erträge
1.634 182

Im Geschäftsjahr 2020 fielen im Zusammenhang mit der Vorbereitung des Börsengangs Aufwendungen für Beratungs- und sonstige Dienstleistungen an, die den nahestehenden Unternehmen FUTRUE und MVH in Rechnung gestellt wurden. Die entsprechenden Aufwendungen sind in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst.

6.3 Personalaufwand

Die Gruppe beschäftigte im Geschäftsjahr 2020 durchschnittlich 60 Mitarbeiter (2019: 30). Der Personalaufwand setzt sich in den Geschäftsjahren 2020 und 2019 wie folgt zusammen:

in T€ 2020 2019
Löhne und Gehälter 3.227 1.724
Beiträge zur Sozialver
sicherung
546 319
davon aus
beitragsorientierten
Versorgungsplänen
252 142
Personalaufwand 3.773 2.043

Angaben zu Aufwendungen aus anteilsbasierter Vergütung werden in Abschnitt 9 gemacht.

6.4 Sonstige betriebliche Aufwendungen

in T€ 2020 2019
Marketing 31.646 27.824
Rechts- und Bera
tungskosten
2.947 303
Fremdleistungen 1.825 2.119
Übrige 3.748 1.783
Sonstige betriebliche
Aufwendungen
40.166 32.029

Die Marketingausgaben stiegen im Vergleich zum Vorjahr entsprechend der Umsatzentwicklung und den Aktivitäten zur Einführung neuer Produkte. Fremdleistungen beinhalten Leistungen von nahestehenden Unternehmen sowie sonstige Vertriebsaufwendungen. Die übrigen Aufwendungen beinhalten Kosten für Qualitätskontrolle, Abschluss- und Prüfungskosten, Kosten für Retouren aus Gewährleistungsgründen, Reisekosten, Produktentwicklung und verschiedene andere Aufwendungen.

Zusätzlich sind im Geschäftsjahr 2020 Aufwendungen in Höhe von T€ 1.508 für Beratungs- und sonstige Dienstleistungen, die im Zusammenhang mit der Vorbereitung des Börsengangs anfielen, sowie Einmalkosten in Höhe von T€ 1.251 für Beratungsleistungen und Gebühren für die gesellschaftsrechtliche und organisatorische Strukturierung der Gruppe angefallen. Diese Einmalkosten führen im Wesentlichen zum Anstieg der Position Rechts- und Beratungskosten.

6.5 Finanzerträge und -aufwendungen

Zinsen werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode in der Periode als Ertrag bzw. Aufwand erfasst, in der sie entstanden sind.

in T€ 2020 2019
Sonstige Zins- und
Finanzerträge
5 20
Finanzerträge 5 20
Zinsaufwendungen
aus Finanzinstrumen
ten
75 75
Sonstige Zins- und
Finanzaufwendungen
29 101
Finanzaufwendun
gen
104 176

Sonstige Zinserträge enthalten im Wesentlichen Zinsen auf Steuerüberzahlungen. Zinsaufwendungen aus Finanzinstrumenten resultieren aus Negativzinsen auf Sichtgeldeinlagen. Die sonstigen Zinsaufwendungen enthalten im Wesentlichen Zinsen auf laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten.

6.6 Ergebnis je Aktie

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie wird berechnet, indem das den Aktionären der SGP SE zurechenbare Periodenergebnis durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl der ausstehenden Aktien der SGP SE geteilt wird. Für das Geschäftsjahr 2020 und 2019 sind 12.000.000 Aktien die Grundlage für die Berechnung des Ergebnisses je Aktie. Es gibt keine Verwässerungseffekte.

7. Finanzinstrumente und Finanzrisikomanagement

7.1 Angaben zu Finanzinstrumenten

Die nachfolgende Tabelle zeigt Buchwerte und beizulegende Zeitwerte der finanziellen Vermögenswerte (mit Ausnahme der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente) und finanziellen Verbindlichkeiten (mit Ausnahme der Leasingverbindlichkeiten) und die Zuordnung der Bilanzposten auf die Bewertungskategorien:

31. Dezember 2020 31. Dezember 2019
in T€ Buchwert Beizulegender
Zeitwert
Buchwert Beizulegender
Zeitwert
Zu fortgeführten Anschaf
fungskosten bewertete
finanzielle Vermögenswerte
(Schuldinstrumente):
Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen und sonstige
Forderungen
9.468 9.468 10.885 10.885
Sonstige langfristige finanziel
le Vermögenswerte
60 60 - -
Gesamt 9.528 9.528 10.885 10.885
davon kurzfristig 9.468 9.468 10.885 10.885
davon langfristig 60 60 - -
Zu fortgeführten Anschaf
fungskosten bewertete finan
zielle Verbindlichkeiten:
Verbindlichkeiten aus Liefe
rungen und Leistungen
9.790 9.790 811 811
Sonstige Verbindlichkeiten 734 734 368 368
Sonstige finanzielle Verbind
lichkeiten
1.230 1.230 411 411
Gesamt 11.754 11.754 1.590 1.590
davon kurzfristig 11.754 11.754 1.590 1.590
davon langfristig - - - -

Bezüglich der finanziellen Vermögenswerte bestehen zum 31. Dezember 2020 und 2019 keine zum beizulegenden Zeitwert bewertete Schuldinstrumente, Eigenkapitalinstrumente oder sonstige finanziellen Vermögenswerte. Bezüglich der finanziellen Verbindlichkeiten bestehen zum 31. Dezember 2020 und 2019 keine zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanziellen Verbindlichkeiten.

Aufgrund ihres kurzfristigen Charakters entsprechen die Buchwerte aller kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten näherungsweise ihrem beizulegenden Zeitwert. Bei den langfristigen finanziellen Vermögenswerten handelt es sich hauptsächlich um Mietkautionen. Die Buchwerte entsprechen ebenfalls näherungsweise dem beizulegenden Zeitwert dieser Vermögenswerte.

Gewinne und Verluste aus Finanzinstrumenten werden als Finanzerträge oder Finanzaufwendungen erfasst (siehe hierzu Abschnitt 6.5).

7.2 Angaben zum Kapitalmanagement

Das langfristige Kapitalmanagement von PharmaSGP zielt darauf ab, die Fortführungsfähigkeit des Unternehmens sowie die Fähigkeit zur Dividendenausschüttung an die Aktionäre sicherzustellen. Weitere Schwerpunkte liegen auf der Finanzierung der Wachstumsstrategie, der Reduzierung der Kapitalkosten sowie der Optimierung des kapitalbindenden Umlaufvermögens.

Das Eigenkapital der Gruppe hat sich aufgrund der Dividendenausschüttung im Geschäftsjahr 2020 um T€ 94.833 verringert, gleichzeitig konnte durch das positive Periodenergebnis des Geschäftsjahres 2020 neues Kapital generiert werden.

Mit Ausnahme von Leasingverbindlichkeiten bestehen zum 31. Dezember 2020 keine Finanzverbindlichkeiten und keine Einschränkungen aus Financial Covenants.

PharmaSGPdefiniertihrUmlaufvermögenalsSumme der Vorräte, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen sowie sonstiger Vermögenswerte, abzüglich Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstigen Verbindlichkeiten. Zum aktiven Management des Umlaufvermögens nutzt PharmaSGP rollierende detaillierte Forecasts zur optimalen Vorratsmenge. Die Gruppe strebt ein ausgewogenes Verhältnis von Zahlungszielen gegenüber Lieferanten und Kunden an.

7.3 Finanzrisikomanagement

Die Einrichtung und Überwachung des konzernweiten Finanzrisikomanagement obliegt der Verantwortung des Vorstands, der die Prinzipien für das bereichsübergreifende Risikomanagement vorgibt. Seit dem Geschäftsjahr 2020 besteht die Rolle des Risikokoordinators, der die finanziellen Risiken in enger Zusammenarbeit mit den operativen Einheiten der Gruppe identifiziert und bewertet.

Es bestehen angemessene Richtlinien zur Identifikation und Analyse der Risiken, denen die Gruppe ausgesetzt ist, sowie Kontrollmechanismen zu ihrer Überwachung. Die Risikomanagementmechanismen werden regelmäßig überprüft und im Falle neuer Geschäftstätigkeiten der Gruppe sowie geänderter Marktbedingungen angepasst, um ein funktionierendes Kontrollumfeld mit verständlichen Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten zu erhalten.

In Bezug auf Finanzinstrumente könnte die Gruppe Marktrisiken, Liquiditätsrisiken sowie Kreditrisiken ausgesetzt sein.

Marktrisiko

Änderungen der Marktpreise, z. B. Wechselkurse oder Zinssätze, können sich auf das Ergebnis der Gruppe oder auf den Wert der von ihr gehaltenen Finanzinstrumente auswirken und werden unter dem Begriff Marktrisiko zusammengefasst. Diese Risiken werden zentral gesteuert mit dem Ziel, Marktrisiken in einem akzeptablen Rahmen zu kontrollieren und gleichzeitig die Erlöse zu optimieren.

Da die Gruppe zum 31. Dezember 2020 sehr geringen Marktrisiken ausgesetzt ist, werden derzeit keine Sicherungsgeschäfte abgeschlossen.

Währungsrisiko

Aufgrund potenziell nachteiliger Wechselkursentwicklungen stellen Währungsrisiken einen wesentlichen Marktrisikofaktor bei Transaktionen dar, die nicht in der funktionalen Währung abgebildet werden. Da die Gruppe hauptsächlich in Euroländern aktiv ist und alle Gesellschaften die gleiche funktionale Währung haben, ist die Gruppe in Bezug auf ihr Transaktionsvolumen keinen wesentlichen Wechselkursschwankungen ausgesetzt.

Zinsrisiko

Zinstragende Finanzinstrumente unterliegen Zinsschwankungen sowohl in positiver als auch in negativer Richtung mit Auswirkungen auf das Ergebnis, Cash Flow und Eigenkapital, und stellen daher einen Risikofaktor dar. Im Allgemeinen entstehen diese Risiken aus Finanzschulden und steigenden Zinsaufwendungen als Folge von Zinsschwankungen. Da die Gruppe keine Finanzschulden mit variablen Zinssätzen hält, stellen Zinsschwankungen kein Risiko für finanzielle Verbindlichkeiten dar. Die Sichtgeldeinlagen der Gruppe unterliegen jedoch variablen Zinssätzen. Aufgrund von Negativzinsen erfasste die Gruppe im Geschäftsjahr 2020 Zinsaufwendungen von T€ 75 (2019: T€ 75).

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko beschreibt das Risiko, dass die Gruppe den Tilgungsverpflichtungen ihrer finanziellen Verbindlichkeiten, entweder durch Barmittel oder durch andere finanzielle Vermögenswerte; nur mit Schwierigkeiten nachkommen kann. Finanzielle Verbindlichkeiten, die einem Liquiditätsrisiko ausgesetzt sind, beinhalten im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie Leasingverbindlichkeiten.

Die folgende Tabelle stellt die zukünftigen vertraglich vereinbarten und undiskontierten Zahlungsströme der finanziellen Verbindlichkeiten zum 31. Dezember 2020 dar (Fälligkeitsanalyse):

in T€ Bis zu 3 Monate 3 bis 12 Monate 1 bis 5 Jahre Über 5 Jahre
Leasingverbindlichkeiten 60 180 145 -
Verbindlichkeiten aus Lieferun
gen und Leistungen
9.790 - - -
Sonstige finanzielle Verbindlich
keiten
308 923 - -
Sonstige Verbindlichkeiten 313 421 - -
10.471 1.524 145 -

Kreditrisiko

Das Ausfallrisiko beschreibt das Risiko von Finanzverlusten der Gruppe, die entstehen, wenn ein Kunde oder die Gegenpartei eines Finanzinstruments ihre vertraglichen Verpflichtungen nicht erfüllen kann. Das Kreditrisiko umfasst sowohl das sofortige Ausfallrisiko als auch die Gefahr einer verschlechterten Kreditwürdigkeit eines Kunden. Die Gruppe ist in Bezug auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstigen Forderungen, Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten Kreditrisiken ausgesetzt.

Im Vergleich zu den übrigen finanziellen Vermögenswerten bestehen Ausfallrisiken am ehesten für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, welche in der Vergangenheit jedoch nahezu null waren. Um das Ausfallrisiko auf dem gleichen niedrigen Niveau der Vergangenheit zu halten, bewertet die Gruppe das Ausfallrisiko für Neukunden mit einem wesentlichen Auftragsvolumen. Für alle Kunden besteht ein regelmäßiger Kontrollprozess zur Überwachung und Eintreibung offener Posten.

Kreditrisiken in Bezug auf Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente werden direkt auf Konzernebene überwacht. Vertragspartner für Transaktionen mit Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten sind ausschließlich Finanzinstitute mit hohen Bonitätsratings. Die Kreditwürdigkeit dieser Finanzinstitute wird regelmäßig überprüft. Aufgrund der externen Bonitätsratings der Vertragspartner geht die Gruppe von einem geringen Kreditrisiko in Bezug auf ihre Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente aus.

Ausfallrisiken für sonstige finanzielle Vermögenswerte sind ebenfalls unwesentlich. Aus diesem Grund wurde keine Wertberichtigung für sonstige finanzielle Vermögenswerte vorgenommen.

Transaktionen zwischen der SGP SE und ihren Tochtergesellschaften

Die SGP SE ist die Holdinggesellschaft der Gruppe. Die operative Geschäftstätigkeit der Gruppe wird von der PharmaSGP GmbH, der Restaxil GmbH und der Remitan GmbH ausgeübt. Mit Wirkung zum 1. Juli 2020 wurden Beherrschungs- und Gewinnabführungsverträge zwischen der SGP SE und den operativen Gesellschaften abgeschlossen. Aus diesen Verträgen wurden im Geschäftsjahr 2020 konzernintern Gewinne in Höhe von T€ 5.943 an die SGP SE abgeführt.

Transaktionen mit FUTRUE und MVH

Die wesentlichen Transaktionen mit FUTRUE und MVH im Geschäftsjahr 2020 waren der Einbringungsund Übertragungsvertrag sowie der Börsengang. Beide Sachverhalte werden in Abschnitt 5.8 erläutert.

Die weiteren Transaktionen zwischen der Gruppe und FUTRUE bestehen hauptsächlich aus wiederkehrenden Transaktionen auf der Grundlage von Dienstleistungsvereinbarungen und Transaktionen im Zusammenhang mit einer Vereinbarung zur Kostenbeteiligung in Verbindung mit dem Börsengang der Gruppe.

Dienstleistungsvereinbarungen zwischen der Gruppe und FUTRUE und ihren Tochtergesellschaften umfassen hauptsächlich Mediadienstleistungen, IT-Dienste und in geringem Umfang Vertriebs- und Forschungssowie andere Dienstleistungen.

Auf der Grundlage einer Vereinbarung zur Kostenbeteiligung wurden FUTRUE und MVH Beratungs- und sonstige Dienstleistungen, die im Zusammenhang mit der Vorbereitung des Börsengangs anfielen, in Höhe von T€ 1.508 in Rechnung gestellt. Darüber hinaus wurden in 2020 Kosten im Zusammenhang mit der Einrichtung der neuen Unternehmensstruktur der Gruppe in Höhe von T€ 268 von FUTRUE an die SGP SE weitergegeben.

Überfällig
in T€ Nicht überfällig < 30 Tage 30-90 Tage Mehr als 90 Tage
Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen zum
31. Dezember 2019
8.693 459 21 15
Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen zum
31. Dezember 2020
9.046 350 - 14

8.Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Gemäß den Vorschriften des IAS 24 "Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen" gelten Unternehmen – mit Ausnahme der in den Konsolidierungskreis einbezogenen Unternehmen – sowie natürliche Personen, die von der Gruppe wesentlich beeinflusst werden oder die auf die Gruppe einen wesentlichen Einfluss ausüben können, als nahestehend.

Nach den Definitionen des IAS 24 können Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen wesentlichen Einfluss auf die Gruppe ausüben und gelten deshalb als nahestehende Personen. Weiterhin sind FUTRUE und MVH Aktionäre der SGP SE und haben damit einen wesentlichen Einfluss auf die Gruppe. FUTRUE und MVH werden von den Aufsichtsratsmitgliedern Dr. Clemens Fischer und Madlena Hohlefelder kontrolliert.

Transaktionen mit Mitgliedern des Managements in Schlüsselpositionen

Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen sind Personen, die für die Planung, Leitung und Überwachung der Tätigkeiten der PharmaSGP zuständig und verantwortlich sind. Dementsprechend stuft PharmaSGP die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats der SGP SE als nahestehende Personen ein. Die Zusammensetzung dieser Organe und ihre Vergütung wird in Abschnitt 9 beschrieben.

Mit Ausnahme ihrer Vorstands- oder Aufsichtsratsvergütung gab es im Geschäftsjahr 2020 keine weiteren Geschäftsvorfälle mit Mitgliedern des Managements in Schlüsselpositionen oder ihren nahen Familienangehörigen. Es wurden keine Darlehen, Bürgschaften oder sonstige Sicherheiten gewährt.

In 2020 wurde Geschäfts- und Büroausstattung in Höhe von T€ 351 von FUTRUE an die Gruppe verkauft. Mit Wirkung zum 31. März 2020 wurde ein Immobilienmietvertrag zwischen FUTRUE und der Gruppe für Büroräume gekündigt.

Am 28. April 2020 beschlossen die Gesellschafterversammlungen der PharmaSGP GmbH, Restaxil GmbH und Remitan GmbH einen Gesamtbetrag in Höhe von T€ 94.833 als Dividende an die FUTRUE und MVH auszuschütten. Die Dividende wurde am 2. Juni 2020, vor dem Börsengang, vollständig ausgezahlt. Siehe hierzu auch Abschnitt 5.8.

Die Transaktionen und Salden mit MVH, FUTRUE und der FUTRUE Gruppe stellen sich wie folgt dar:

in T€ 2020 2019
Verkauf von Waren
und Dienstleistun
gen an
FUTRUE GmbH 8 92
Gesellschaften der
FUTRUE Gruppe
13 575
21 667
Kostenübernahme
im Zusammenhang
mit dem Börsengang
durch
FUTRUE GmbH 1.365 -
MVH Beteiligungs
und Beratungs
GmbH
143 -
1.508 -
Einkauf von Anlage
vermögen, Waren
und Dienstleistungen
von
FUTRUE GmbH 1.364 744
Gesellschaften der
FUTRUE Gruppe
32.091 28.764
MVH 37 147
33.493 29.655
31. Dezember
2020
31. Dezember
2019
- 220
- 1.532
- 25
- 1.777
283 1.799
8.052 41
- 2
8.336 1.842

9. Organe und ihre Vergütung

Vorstand

Name Verantwortungsbereich
Natalie Weigand
Chief Executive Officer
(CEO)
Marketing, Vertrieb, Einkauf, Quality
Management & Regulatory Affairs
Michael Rudolf Chief
Financial Officer (CFO)
Finanzen, Controlling, Business
Development, Operations, Recht &
Compliance, Personal und IT

Frau Weigand und Herr Rudolf üben keine weiteren Mandate in Aufsichtsräten und anderen Kontrollgremien i. S. d. § 125 AktG aus.

Maria-Johanna Schaecher verantwortete vom 16. September bis 30. November 2020 den Bereich Business Development in ihrer Funktion als Chief Business Development Officer (CBDO).

Aufsichtsrat

Name Ausgeübter Beruf
Dr. Clemens Fischer
Vorsitzender
Chief Executive Officer (CEO) der
FUTRUE Gruppe
Madlena Hohlefelder
Stellvertretende Vor
sitzende
Chief Strategy Officer (CSO) der
FUTRUE Gruppe
Dr. Axel Rebien Chief Executive Officer (CEO) der Un
zer Gruppe (vormals heidelpay)

Das Aufsichtsratsmitglied Christian Westebbe legte am 28. April 2020 sein Amt als Mitglied des Aufsichtsrats nieder. Als Nachfolger wurde Dr. Axel Rebien am 1. Juni 2020 in den Aufsichtsrat gewählt. Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Geschäftsberichts war Herr Dr. Rebien Chief Executive Officer (CEO) der Unzer Gruppe, zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2020 war Herr Dr. Rebien Chief Finanical Officer (CFO) der Unzer Gruppe.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats üben keine weiteren Mandate in Aufsichtsräten und anderen Kontrollgremien i. S. d. § 125 AktG aus.

Vergütung

Die Grundzüge zur Vergütung des Vorstands und des Aufsichtsrats werden einschließlich weiterer Erläuterungen zum Vergütungssystem im Vergütungsbericht beschrieben. Siehe hierzu Abschnitt 10 im zusammengefassten Lagebericht.

Im Geschäftsjahr 2020 sind Aufwendungen für die Aufsichtsratsvergütung von T€ 29 angefallen (2019: keine).

Die Gesamtbezüge des Vorstands nach § 314 Abs. 6a HGB für die Geschäftsjahre 2020 und 2019 betragen T€ 569 und T€ 281 und sind wie folgt auf die einzelnen Vorstandsmitglieder aufgeteilt:

Natalie Weigand Michael Rudolf
in T€ 2020 2019 2020 2019
Erfolgsunab
hängige Ver
gütung
258 141 207 140
Langfristige er
folgsabhängige
Vergütung
21 - 21 -
279 141 228 140

Während ihrer Anstellungszeit bei PharmaSGP erhielt Maria-Johanna Schaecher eine anteilige fixe Vergütung, Sachbezüge sowie Beiträge zur Sozialversicherung von insgesamt T€ 62.

Angaben zur langfristigen variablen Vergütung

Um die Interessen der Vorstandsmitglieder mit denen der Aktionäre der Gesellschaft in Einklang zu bringen, wurde den Vorstandsmitgliedern eine langfristige variable Vergütung in Form von virtuellen Performance Share Units ("PSU") gewährt.

Die langfristige variable Vergütung wird in jährlichen Tranchen für einen Leistungszeitraum von vier Jahren gewährt. Die jährliche Anzahl der den Vorstandsmitgliedern gewährten PSU entspricht dem Quotienten aus (i) dem Zielwert von T€ 260, geteilt durch (ii) den gewichteten durchschnittlichen Xetra-Aktienkurs der Gesellschaft in den letzten 30 Handelstagen vor Beginn des jeweiligen Leistungszeitraums.

25 % jeder Tranche von PSU werden pro Jahr über den vierjährigen Leistungszeitraum erdient. Diese PSU unterliegen den üblichen Good Leaver und Bad Leaver Bestimmungen, die zu einem Verwirken der PSU führen können. Die endgültige Anzahl der erdienten PSUs hängt vom Erreichen von drei Zielkriterien ab, welche Profitabilitätsziele, Kursziele und M&A-Ziele umfassen.

Zur Bestimmung des endgültigen langfristigen variablen Vergütungsanspruchs der Vorstandsmitglieder zum Ende des Leistungszeitraums wird die Anzahl der nach Ablauf der Periode erdienten PSUs mit dem gewichteten durchschnittlichen Xetra-Aktienkurs der Gesellschaft in den letzten 30 Handelstagen vor Ende des jeweiligen Leistungszeitraums multipliziert, zuzüglich aller in diesem Zeitraum gezahlter Dividenden. Für die Berechnung des Vergütungsanspruchs wird der um Dividenden bereinigte Aktienkurs auf maximal 200 % des Kurses begrenzt, zu dem die PSUs zu Beginn des Leistungszeitraums bemessen wurden. Nach der Bestimmung der Vergütungsansprüche besteht für die Gesellschaft ein Wahlrecht zur Begleichung der Ansprüche in bar oder mit eigenen Aktien, die wiederum mit dem gewichteten durchschnittlichen Xetra-Aktienkurs der Gesellschaft in den letzten 30 Handelstagen vor Ende des betreffenden Leistungszeitraums bewertet werden. Derzeit geht PharmaSGP von einer Begleichung in bar aus.

Für die im Geschäftsjahr 2020 gewährte langfristige Vergütung hat der Aufsichtsrat einige Modifikationen beschlossen. So wurde der Zielwert auf T€ 275 pro Vorstandsmitglied erhöht und der Leistungs- und Erdienungszeitraum auf drei Jahre verkürzt, wobei zwei Drittel der Tranche nach zwei Jahren erdient werden und das letzte Drittel nach drei Jahren.

Die Verbindlichkeit aus den erdienten PSUs wird zum Ende jeder Berichtsperiode bis zum Ausgleich mit dem beizulegenden Zeitwert der PSUs bewer tet, und zwar durch Anwendung einer Monte-Carlo-Simulation unter Berücksichtigung der Bedingungen, zu denen die PSU gewährt wurden, sowie unter Berücksichtigung der vom jeweiligen Vorstandsmit glied bislang erbrachten Leistungen. In die Ermitt lung des beizulegenden Zeitwerts zum 31. Dezember 2020 sind folgende Inputfaktoren eingeflossen:

  • Erreichte Zielkriterien sowie erwartete zukünftige Zielerreichungen
  • Risikoloser Zinssatz: -0,74 %
  • Erwartete durchschnittliche Dividendenrendite: 2,4 %
  • Erwartete Volatilität: 34,8 %

Der gesamte Aufwand aus der langfristigen variablen Vergütung wird ratierlich über den Leistungszeit raum unter Berücksichtigung der o. g. Inputpara meter erfasst. Zum 31. Dezember 2020 beträgt der Buchwert der Verbindlichkeit aus der langfristigen variablen Vergütung T€ 42. Der Aufwand im Geschäftsjahr 2020 beträgt T€ 42.

10. Honorar des Abschlussprüfers

Die nachfolgende Tabelle enthält die berechneten Honorare für Tätigkeiten des Abschlussprüfers Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (E&Y), München:

in T€ 2020 2019
Abschlussprüfungs
-
leistungen
261 104
Andere Bestätigungs
-
leistungen
207 -
Steuerberatungsleis
-
tungen
- -
Sonstige Leistungen - -
Gesamthonorar 468 104

Der überwiegende Teil des Honorars für den Abschlussprüfer entfiel im Geschäftsjahr 2020 auf die Prüfung des Konzernabschlusses der SGP SE und der Jahresabschlüsse von deutschen Konzerngesell schaften sowie auf die prüferische Durchsicht des Halbjahresfinanzberichts der SGP SE. Die anderen Bestätigungsleistungen beinhalten im Wesentlichen die Prüfungen im Zusammenhang mit dem Börsen gang und der Vorbereitung der Kapitalmarktfähigkeit der SGP SE.

11. Corporate Governance Erklärung

Die PharmaSGP Holding SE hat die nach § 161 des Aktiengesetzes vorgeschriebene Erklärung zum "Deutschen Corporate Governance Kodex" abge geben und ihren Aktionären auf der Internetseite https://ir.pharmasgp.com zugänglich gemacht.

12. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Seit dem 1. Januar 2021 mietet die SGP SE eine weitere Bürofläche am Firmensitz Lochhamer Schlag 21, 82166 Gräfelfing. Das Mietverhältnis hat eine Laufzeit von 19 Monaten und umfasst neben der Bürofläche auch an teilige Gemeinschaftsflächen sowie Stellplätze. Das Mietverhältnis wird nach IFRS 16 bilanziert und führt im Geschäftsjahr 2021 zu einer Aktivierung von Nutzungs rechten von T€ 130.

Am 2. März 2021 wurde die PharmaSGP Vertriebs GmbH als 100 %ige Tochtergesellschaft der PharmaSGP Holding SE gegründet. Die Gesellschaft wird Dienst leistungen im Bereich Marketing und Außendienst erbringen. Die Eintragung im Handelsregister erfolgte am 16. März 2021.

Gräfelfing, 19. April 2021

Natalie Weigand Michael Rudolf
(CEO) (CFO)

Weitere Informationen

Versicherung des Vorstands 94
Bestätigungsvermerk des unabhängigen
Abschlussprüfers
95
Impressum 104

Versicherung des Vorstands

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im zusammengefasster Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft und des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die PharmaSGP Holding SE

Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der PharmaSGP Holding SE, Gräfelfing, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzern-Gewinn- und verlustrechnung und Konzern-Gesamtergebnisrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2020, der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2020, der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2020 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft.Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der PharmaSGP Holding SE, der mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst ist, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2020 geprüft. Die in der Anlage zum Bestätigungsvermerk genannten Bestandteile des Konzernlageberichts sowie die dort aufgeführten Informationen des Unternehmens außerhalb des Geschäftsberichts, auf die im Konzernlagebericht verwiesen wird, haben wir in Einklang mit den deutschen

nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt

Der nachfolgend wiedergegebene Bestätigungsvermerk umfasst auch einen "Vermerk über die Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben des Abschlusses und des Lage-

berichts nach § 317 Abs. 3b HGB" ("ESEF-Vermerk"). Entwicklung der Gesellschaft und des Konzerns beschrieben sind.

Gräfelfing, 19. April 2021

Natalie Weigand (CEO)

Michael Rudolf (CFO)

Der dem ESEF-Vermerk zugrunde liegende Prüfungsgegenstand (zu prüfende ESEF-Unterlagen) ist nicht beigefügt. Die geprüften ESEF-Unterlagen können im Bundesanzeiger eingesehen bzw. aus diesem abgerufen werden.

unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2020 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2020 und

gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse • entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den

• vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Konzernlagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der in der Anlage zum Bestätigungsvermerk genannten Bestandteile des Konzernlageberichts.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt.

Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachver- halte in der Prüfung des Konzernab- schlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2020 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Nachfolgend beschreiben wir die aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalte:

Umsatzrealisierung aus dem Verkauf von Waren

Gründe für die Bestimmung als besonders wichtiger Prüfungssachverhalt:

Die Gesellschaften des PharmaSGP Holding SE Konzerns erzielen Umsatzerlöse überwiegend aus dem Verkauf von nicht verschreibungspflichtigen Arzneimitteln und anderen Gesundheitsprodukten. Der Vertrieb der Produkte erfolgt zum überwiegenden Teil über Logistikdienstleister in den jeweiligen Ländern, die die Lagerung der Produkte sowie den Vertrieb an den Großhandel und an Apotheken sowohl auf Rechnung von Konzerngesellschaften als auch auf eigene Rechnung durchführen. Im Konzernabschluss der PharmaSGP Holding SE werden Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Waren abzüglich Skonti realisiert, wenn die Verfügungsmacht über die Waren an den Kunden übergegangen ist (in der Regel zum Zeitpunkt der Auslieferung). Erwartete Rücklieferungen werden als Umsatzerlösminderung berücksichtigt. Im Hinblick auf die Umsatzrealisierung besteht ein Risiko des Vorliegens von Unrichtigkeiten und Verstößen aufgrund von Leistungszielen und Prognosen, welche als Anreiz dienen könnten, dass Umsatzerlöse erfasst werden, ohne dass diesen eine entsprechende Warenlieferung zugrunde liegt. Aufgrund der Wesentlichkeit der Umsatzerlöse für den Konzernabschluss sowie in Zusammenhang mit der Tatsache, dass Umsatzerlöse für den PharmaSGP Holding Konzern einen bedeutsamen finanziellen Leistungsindikator für die Unternehmenssteuerung und Prognose darstellen, haben wir diesen Sachverhalt als besonders wichtigen Prüfungssachverhalt bestimmt.

Prüferisches Vorgehen:

Im Rahmen unserer Prüfungshandlungen haben wir die im Konzernabschluss der PharmaSGP Holding SE angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden für die Realisierung von Umsatzerlösen aus dem Verkauf von Waren anhand der in IFRS 15 definierten Kriterien gewürdigt. Auf Grundlage unseres Geschäfts- und Prozessverständnisses haben wir die mit den unterschiedlichen Abnehmern vereinbarten vertraglichen Grundlagen einschließlich der für den Übergang der Verfügungsmacht relevanten Regelungen gewürdigt. Vor diesem Hintergrund haben wir uns auch mit den von den gesetzlichen Vertretern eingerichteten Prozessen zur Umsatzrealisierung und zur Periodenabgrenzung befasst. Wir haben die Umsatzerlöse des Geschäftsjahres 2020 unter anderem auf eine Korrelation mit den dazugehörigen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie den zugehörigen Zahlungseingängen untersucht, um Auffälligkeiten bei der Entwicklung der Umsatzerlöse zu erkennen. Des Weiteren haben wir die Korrelation zwischen Umsatzerlösen sowie Materialaufwendungen untersucht und Abweichungen der erzielten Bruttomarge von der auf Grundlage historischer Daten entwickelten Erwartung der Bruttomarge während des Geschäftsjahres analysiert. Ferner wurden einzelne Umsatzvorgänge stichprobenartig mit den Lieferscheinen und Zahlungseingängen abgestimmt. Unsere Prüfungshandlungen haben sich darüber hinaus auf die Durchsicht wesentlicher Verträge, das Einholen externer Kundenbestätigungen sowie die Durchsicht von nach dem Bilanzstichtag erteilten Gutschriften erstreckt. Aus unseren Prüfungshandlungen haben sich hinsichtlich der Umsatzrealisierung aus dem Verkauf von Waren keine Einwendungen ergeben.

Verweis auf zugehörige Angaben:

Die Angaben der Gesellschaft zu den Grundsätzen der Umsatzrealisierung sind im Abschnitt 2. "Zusammenfassung der wichtigsten Rechnungslegungsgrundsätze" (2.3 "Erlöse aus Verträgen mit Kunden") des Konzernanhangs enthalten.

Ansatz und Bewertung der Rückstellun- gen für Gewährleistungsverpflichtun- gen sowie der Rückerstattungsverbind- lichkeiten

Gründe für die Bestimmung als besonders wichtiger Prüfungssachverhalt:

Für gesetzliche und vertragliche Gewährleistungsverpflichtungen sowie für Kulanzen gegenüber Kunden (sog. assurance-type warranties) werden Gewährleistungsrückstellungen gemäß den Regelungen in IAS 37 Rückstellungen, Eventualverbindlichkeiten und Eventualforderungen ausgewiesen. Sie stellen einen wesentlichen Teil der sonstigen Rückstellungen des PharmaSGP Holding SE Konzernabschlusses dar. Des Weiteren gewähren die Konzerngesellschaften ihren Kunden unter bestimmten Bedingungen Rücklieferungsrechte, für welche Rückerstattungsverbindlichkeiten gemäß IFRS 15 Erlöse aus Verträgen mit Kunden bilanziert werden, die den wesentlichen Teil der sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten darstellen.

Die Bewertung der Rückstellung für Gewährleistungsverpflichtungen sowie der Rückerstattungsverbindlichkeiten basiert auf der Ermittlung von erwarteten Retourenquoten getrennt nach Produkten, in die neben den Ist-Retourenquoten und historischen Erfahrungen weitere Risikofaktoren und Annahmen einbezogen werden, insbesondere zu produktbezogenen, regulatorischen, marktbezogenen und wettbewerbsrechtlichen Risiken sowie dem Risiko im Zusammenhang mit neu in den Markt eingeführten Produkten (launchbezogenes Risiko).

Das hieraus abgeleitete Gesamtrisiko wird entsprechend auf die am Abschlussstichtag noch im Umlauf befindliche Menge je Produkt umgelegt. Unter Berücksichtigung der Zuordnung der oben genannten Risikofaktoren auf Gewährleistungssachverhalte bzw. Rückerstattungsansprüche werden auf dieser Basis die Rückstellung für Gewährleistungsverpflichtungen sowie die Rückerstattungsverbindlichkeiten ermittelt.

Im Zusammenhang mit der Bildung dieser Rückstellungen und Verbindlichkeiten bestehen hohe Ermessensspielräume bei den Annahmen und Schätzungen in Bezug auf den Umfang möglicher Retouren. Aufgrund dieser Tatsache beinhaltet der Ansatz und die Bewertung der Rückstellungen für Gewährleistungsverpflichtungen sowie der Rückerstattungsverbindlichkeiten aus unserer Sicht ein bedeutsames Risiko wesentlicher falscher Darstellungen im Abschluss und war daher im Rahmen unserer Prüfung ein besonders wichtiger Prüfungssachverhalt.

Prüferisches Vorgehen:

Im Rahmen unserer Prüfung haben wir den von den gesetzlichen Vertretern implementierten Prozess dahingehend gewürdigt, ob und in welcher Art dieser die vollständige Erfassung von relevanten Gewährleistungs- und Rückerstattungssachverhalten sicherstellt. In diesem Zusammenhang haben wir zunächst nachvollzogen, ob die zugrundeliegende Datenbasis von Umsätzen des PharmaSGP Holding SE Konzerns sowie die Menge der im Umlauf befindlichen Ware, welche anhand von externen Marktdaten geschätzt wird, vollständig und nachvollziehbar abgebildet ist. Des Weiteren haben wir ein Verständnis über die in die Berechnung einbezogenen Risiken (produktbezogen, regulatorisch, marktbezogen, wettbewerbsrechtlich und launchbezogen) sowohl dem Grunde als auch der Höhe nach erlangt. Die Berechnung der Rückstellungen für gesetzliche und vertragliche Gewährleistungsverpflichtungen sowie der Rückerstattungsverbindlichkeiten haben wir rechnerisch nachvollzogen. Die Annahmen in Bezug auf die geschätzten Retouren, einschließlich zusätzlicher Unsicherheiten im Zusammenhang mit der COVID-19 Pandemie, haben wir mit den gesetzlichen Vertretern erörtert und auch anhand von Erfahrungswerten aus der Vergangenheit beurteilt. Analytische Prüfungshandlungen haben wir dahingehend durchgeführt, dass wir die Entwicklung der Umsatzerlöse mit der Entwicklung der Gewährleistungsrückstellungen und der Rückerstattungsverbindlichkeiten verglichen und Abweichungen von unserer Erwartungshaltung mit den gesetzlichen Vertretern erörtert haben.

Aus unseren Prüfungshandlungen haben sich hinsichtlich des Ansatzes und der Bewertung der Rückstellungen für Gewährleistungsverpflichtungen sowie der Rückerstattungsverbindlichkeiten keine Einwendungen ergeben.

Verweis auf zugehörige Angaben:

Die Angaben der Gesellschaft zum Ansatz und der Bewertung von Rückstellungen für Gewährleistungsverpflichtungen sowie Rückerstattungsverbindlichkeiten sind in den Abschnitten 2. "Zusammenfassung der wichtigsten Rechnungslegungsgrundsätze" (2.10 "Rückstellungen") sowie 3. "Wesentliche Ermessensentscheidungen und Schätzungen" des Konzernanhangs enthalten.

Sonstige Informationen

Der Aufsichtsrat ist für den Bericht des Aufsichtsrats im Geschäftsbericht 2020 verantwortlich. Für die Erklärung nach § 161 AktG zum Deutschen Corporate Governance Kodex, die Bestandteil der Erklärung zur Unternehmensführung ist, sind die gesetzlichen Vertreter und der Aufsichtsrat verantwortlich. Im Übrigen sind die gesetzlichen Vertreter für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die in der Anlage zum Bestätigungsvermerk genannten Bestandteile des Geschäftsberichts.

Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

  • wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, Konzernlagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder
  • anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Ver- treter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernla- gebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind

die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vor-schriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlus- ses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.

Darüber hinaus

  • identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher – beabsichtigter oder unbeabsichtigter – falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können;
  • gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben;
  • beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben;
  • ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit so-

wie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann;

  • beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt;
  • holen wir ausreichende, geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile;
  • beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns;
  • führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen

die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

Sonstige gesetzliche und andere recht- liche Anforderungen

Vermerk über die Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts nach § 317 Abs. 3b HGB

Prüfungsurteil

Wir haben gemäß § 317 Abs. 3b HGB eine Prüfung mit hinreichender Sicherheit durchgeführt, ob die in der beigefügten Datei "PharmaSGP_SE_KA_KLB_ ESEF-2020-12-31" enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts (im Folgenden auch als

"ESEF-Unterlagen" bezeichnet) den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat ("ESEF-Format") in allen wesentlichen Belangen entsprechen. In Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften erstreckt sich diese Prüfung nur auf die Überführung der Informationen des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in das ESEF-Format und daher weder auf die in diesen Wiedergaben enthaltenen noch auf andere in der oben genannten Datei enthaltene Informationen.

Nach unserer Beurteilung entsprechen die in der oben genannten beigefügten Datei enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in allen wesentlichen Belangen den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat. Über dieses Prüfungsurteil sowie unsere im voranstehenden "Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" enthaltenen Prüfungsurteile zum beigefügten Konzernabschluss und zum beigefügten Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2020 hinaus geben wir keinerlei Prüfungsurteil zu den in diesen Wiedergaben enthaltenen Informationen sowie zu den anderen in der oben genannten Datei enthaltenen Informationen ab.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Prüfung der in der oben genannten beigefügten Datei enthaltenen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 Abs. 3b HGB unter Beachtung des Entwurfs des IDW Prüfungsstandards: Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben von Abschlüssen und Lageberichten nach § 317 Abs. 3b HGB (IDW EPS 410) und des International Standard on Assurance Engagements 3000 (Revised) durchgeführt. Unsere Verantwortung danach ist im Abschnitt "Verantwortung des Konzernabschlussprüfers für die Prüfung der ESEF-Unterlagen" weitergehend beschrieben. Unsere Wirtschaftsprüferpraxis hat die Anforderungen an das Qualitätssicherungssystem des IDW Qualitätssicherungsstandards: Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1) angewendet.

Verantwortung der gesetzlichen Ver- treter und des Aufsichtsrats für die ESEF-Unterlagen

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Erstellung der ESEF-Unterlagen mit den elektronischen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts nach Maßgabe des § 328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 1 HGB und für die Auszeichnung des Konzernabschlusses nach Maßgabe des § 328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 2 HGB.

Ferner sind die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Erstellung der ESEF-Unterlagen zu ermöglichen, die frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – Verstößen gegen die Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat sind.

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind zudem verantwortlich für die Einreichung der ESEF-Unterlagen zusammen mit dem Bestätigungsvermerk und dem beigefügten geprüften Konzernabschluss und geprüften Konzernlagebericht sowie weiterenoffenzulegendenUnterlagenbeimBetreiber des Bundesanzeigers.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung der Erstellung der ESEF-Unterlagen als Teil des Rechnungslegungsprozesses.

Verantwortung des Konzernabschluss- prüfers für die Prüfung der ESEF-Unterlagen

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob die ESEF-Unterlagen frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – Verstößen gegen die Anforderungen des § 328 Abs. 1 HGB sind. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

  • identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher – beabsichtigter oder unbeabsichtigter – Verstöße gegen die Anforderungen des § 328 Abs. 1 HGB, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen;
  • gewinnen wir ein Verständnis von den für die Prüfung der ESEF-Unterlagen relevanten internen Kontrollen, um Prüfungshandlungen zu

planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Kontrollen abzugeben;

  • beurteilen wir die technische Gültigkeit der ESEF-Unterlagen, d.h. ob die die ESEF-Unterlagen enthaltende Datei die Vorgaben der Delegierten Verordnung (EU) 2019/815 in der zum Abschlussstichtag geltenden Fassung an die technische Spezifikation für diese Datei erfüllt;
  • beurteilen wir, ob die ESEF-Unterlagen eine inhaltsgleiche XHTML-Wiedergabe des geprüften Konzernabschlusses und des geprüften Konzernlageberichts ermöglichen;
  • beurteilen wir, ob die Auszeichnung der ESEF-Unterlagen mit Inline XBRL-Technologie (iXBRL) eine angemessene und vollständige maschinenlesbare XBRL-Kopie der XHTML-Wiedergabe ermöglicht.

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 28. Mai 2020 als Konzernabschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 26. Januar 2021 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind seit dem Geschäftsjahr 2020 als Konzernabschlussprüfer der PharmaSGP Holding SE tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Josef Christ.

Anlage zum Bestätigungsvermerk:

  1. Nicht inhaltlich geprüfte Bestandteile des Konzernlageberichts

Folgenden Bestandteil des Konzernlageberichts haben wir nicht inhaltlich geprüft:

  • Erklärung zur Unternehmensführung und Corporate Governance Bericht
    1. Weitere Sonstige Informationen

Zu den "Sonstigen Informationen" zählen ferner wei tere, für den Geschäftsbericht vorgesehene Bestand teile, von denen wir eine Fassung bis zur Erteilung dieses Bestätigungsvermerks erlangt haben, insbe sondere die Abschnitte:

  • 1 Die PharmaSGP
  • 2 An unsere Aktionäre
  • 5 Weitere Informationen

aber nicht der Konzernabschluss, nicht die in die inhaltliche Prüfung einbezogenen Konzernlagebe richtsangaben und nicht unseren dazugehörigen Be stätigungsvermerk.

  1. Informationen des Unternehmens außerhalb des Geschäftsberichts, auf die im Konzernlage bericht verwiesen wird

Der Lagebericht enthält Querverweise auf Internet seiten des Konzerns. Die Informationen, auf die sich die Querverweise beziehen, haben wir nicht inhalt lich geprüft.

München, den 19. April 2021

Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Christ Esche Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

Impressum

Herausgeber

PharmaSGP Holding SE Lochhamer Schlag 21 82166 Gräfelfing Deutschland

Telefon: +49 89 85 89 639 – 150 Telefax: +49 89 85 89 639 – 201

E-Mail: [email protected] www.pharmasgp.com

Investor Relations und Corporate Communications

PharmaSGP Holding SE

Lara Mögenburg Telefon: +49 89 85 89 639 – 105

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Konzept, Redaktion, Layout & Satz

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Telefon: +49 611 20 58 55 – 0 Telefax: +49 611 20 58 55 – 66

E-Mail: [email protected] www.cometis.de

Disclaimer

Der Geschäftsbericht liegt ebenfalls in englischer Übersetzung vor und steht in beiden Sprachen im Internet unter https://ir.pharmasgp.com zum Download bereit. Bei Abweichungen hat die deutsche Fassung des Geschäftsberichts Vorrang gegenüber der englischen Übersetzung.

PharmaSGP Holding SE

Lochhamer Schlag 21 82166 Gräfelfing Deutschland

Telefon: 089 / 85 89 639 – 150 Telefax: 089 / 85 89 639 – 201

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