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pferdewetten.de AG Annual Report 2019

Sep 22, 2020

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Annual Report

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Finanzbericht: 26641022

pferdewetten.de AG

Düsseldorf

Jahres- und Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2019 bis zum 31.12.2019

Bericht des Aufsichtsrats

Bericht über die Tätigkeit des Aufsichtsrats im Jahr 2019

Der Aufsichtsrat der pferdewetten.de AG informiert im nachfolgenden Bericht die Aktionäre über seine Tätigkeit im Geschäftsjahr 2019.

Der Aufsichtsrat hat im vergangenen Jahr den Vorstand intensiv dabei begleitet, die erklärte Expansionsstrategie im Segment Pferdewetten und die Entwicklung im Sportwettbereich erfolgreich umzusetzen.

Zentrale Bestandteile der Beratungen des Gremiums waren die Geschäftsentwicklung, Aufbau, Budgetierung und Zieldefinition der Geschäftsfelder Sportwetten und Pferdewetten. Speziell im Segment Pferdewetten stand die Erweiterung der internationalen Geschäftstätigkeiten im Fokus. Auch spielte die Beobachtung der Konsolidierung des Sportwettenmarktes und daraus abgeleitete Handlungsdiskussionen eine gewichtige Rolle.

Grundlage für einen intensiven und effizienten Informationsaustausch sind die regelmäßigen Aufsichtsratssitzungen, in denen der Vorstand laufend über die Lage und die Entwicklung der pferdewetten.de AG und des Konzerns berichtete. In diesen Sitzungen hat sich der Aufsichtsrat mit wichtigen geschäftlichen Einzelvorgängen und mit zustimmungspflichtigen Maßnahmen des Vorstands beschäftigt. Nach gründlicher Prüfung und Beratung hat der Aufsichtsrat zu den Berichten und den Beschlussvorschlägen des Vorstands, soweit dies nach Gesetz und Satzung erforderlich war, sein Votum abgegeben. In der Zeit zwischen diesen Sitzungen wurde der Aufsichtsrat stringent durch schriftliche und mündliche Informationen über wichtige Entscheidungen, Projekte und Geschäftsvorfälle unterrichtet.

Die vier turnusmäßigen Aufsichtsratssitzungen im Geschäftsjahr 2019 fanden am 19.03.2019, 21.05.2019, 18.09.2019 und am 11.11.2019 statt. Sämtliche Aufsichtsratsmitglieder waren bei allen Präsenzsitzungen anwesend.

Zwei außerordentliche Sitzungen gemeinsam mit dem Vorstand wurden im Geschäftsjahr 2019 in Form von Telefonkonferenzen abgehalten. Auch hier waren sämtliche Mitglieder anwesend.

In Ergänzung zu den Aufsichtsratssitzungen hat der Vorstand mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden und einzelnen Aufsichtsratsmitgliedern regelmäßig persönliche Gespräche geführt, die sich als sinnvolles Forum für einen aktuellen Informationsaustausch bewährt haben. Ferner wurde der Aufsichtsrat mindestens monatlich in schriftlichen Berichten mit den wichtigsten betriebswirtschaftlichen Kennziffern (Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung) über die jüngste Geschäftsentwicklung informiert.

Schwerpunkte im Geschäftsjahr 2019

Der Aufsichtsrat wurde vom Vorstand fortlaufend und zeitnah über alle wesentlichen Maßnahmen und Ergebnisse informiert. Einen Schwerpunkt in den Beratungen bildete die Entwicklung und kritische Würdigung des neuen Segments Sportwetten. Hier spielte die Erörterung zu der aktuellen Rechtslage eine große Rolle. Wie bereits im letzten Geschäftsjahr, die Auslotung von weiteren Wachstumspotentialen im Geschäftsfeld Pferdewetten und damit einhergehend mit den lizenzierungsrechtlichen und firmeninternen infrastrukturellen Auswirkungen.

Im Zuge der starken Geschäftsausweitung wurde ein Schwerpunkt in der Begleitung des Ausbaus der IT-Infrastruktur, sowie der administrative Bereiche gesetzt.

Die definierte Strategie der Gesellschaft ist weiterhin, eine führende Rolle im Pferdesportwettmarkt zu spielen. In diesem Zusammenhang erörterte der Vorstand gemeinsam mit dem Aufsichtsrat sich ergebende Opportunitäten in Europa und Asien.

Hierzu hat der Vorstand dem Aufsichtsrat über die Situation und Positionierung des deutschen Rennsports informiert und daraus abgeleitete Handlungsdiskussionen erörtert, sowie das Potential der Internationalisierung dargelegt. Herr Hofer zeigte dem Gremium geeignete Marketingmaßnahmen zur Neukundengewinnung. Bestandskunden wurden durch geeignete, DSGVO-konforme, IT-basierte Instrumente verstärkt in den Segmenten Sport und Pferd aktiviert. Die Internationalisierung schreitet unverändert wie geplant rasch voran. Hierfür wurden die relevanten Compliance-relevante Voraussetzungen und Datenschnittstellen für die hinzugewonnenen internationalen Rennplätze geschaffen. Die Pferdewette konnte in allen für die Unternehmenssteuerung wichtigen Kennzahlen auf neue Rekordzahlen verweisen.

Im Bereich Sportwetten, mit der Domain sportwetten.de, wurde die Planung für das Jahr 2020 und die enge Begleitung der Entwicklung des Geschäftsverlaufs, auf die Pferdewetten.de AG typische vorsichtige und weitsichtige Art, überwacht und die Weiterentwicklung vorangetrieben. Hierbei ist und war es dem Aufsichtsrat immer sehr wichtig die Wettbewerbssituation und das Wirken der Mitbewerber genau zu beobachten, um die richtigen Schlussfolgerungen gemeinsam mit dem Vorstand hieraus abzuleiten. Das Jahr 2019 war für die Sportwetten-Segment ein Etablierungs- und Bewährungsjahr, zumal in diesem Jahr kein großes sportliches Ereignis stattfand.

Zur Sicherstellung von Verlustvorträgen in der Sportwetten.de GmbH und damit einhergehenden steuerentlastenden Auswirkungen für die 100%ige Muttergesellschaft Pferdewetten.de AG in den kommenden Jahren wurde ein Gewinnabführungsvertrag zwischen beiden Gesellschaften im 4. Quartal 2019 abgeschlossen und vom Vorstand gemeinsam mit dem Aufsichtsrat den Aktionären zur Erteilung der Zustimmung vorgeschlagen. Die Zustimmung zu dem Gewinnabführungsvertrag mit der Sportwetten.de GmbH wurde von unseren Aktionären in einer außerordentlichen Hauptversammlung am 16. Dezember 2019 mit fast 100%iger Stimmenmehrheit beschlossen.

Die Umstellung der Aktiengattung von Inhaber- auf Namensaktien wurde im Jahr 2019 ebenfalls abgeschlossen. Hiermit wurde u.a. die Grundlage zu einer intensiveren direkten Investorenkommunikation geschaffen.

Die erklärte Dividendenpolitik, einer stetigen maßvollen Steigerung der Ausschüttungen an die Aktionäre, konnte wiederum auch im vergangenen Jahr, mit einem Dividendenvorschlag an die Hauptversammlung in Höhe von 0,16 EUR beschlossen werden. Dies entsprach einer Steigerung von mehr als 14% im Vergleich zum vorausgegangenen Geschäftsjahr.

Planungs- und Prüfungsausschuss (Audit Committee)

Der Prüfungsausschuss befasste sich mit den Abschlüssen der pferdewetten.de AG und des Konzerns und erörterte intensiv die Planung der Gesellschaft. Nach der Wahl durch die Hauptversammlung beauftragte das Plenum den Abschlussprüfer mit der Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses der pferdewetten.de AG. Zu den Aufgaben des Prüfungsausschusses, der sich im Geschäftsjahr 2019 telefonisch und schriftlich abstimmte, gehörten auch die Überwachung der Unabhängigkeit und Effizienz des Abschlussprüfers sowie die Festlegung seiner Vergütung. Die Prüfungsschwerpunkte stimmte der Vorsitzende des Prüfungsausschusses, Sergey Lychak, wie in den Vorjahren, gewissenhaft in gesonderten Gesprächen mit dem Abschlussprüfer ab. Schwerpunkte für die Prüfung des Konzernabschlusses 2019 waren: die Umsatzrealisierung aus dem Wettgeschäft.

die Werthaltigkeit der Geschäfts- und Firmenwerte, die Werthaltigkeit der latenten Steuern auf Verlustvorträge und der Status Wettlizenzen und

Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses ist Sergey Lychak, CFA, CIIA, der sich für diese Funktion durch seine Ausbildung unter anderem als Chartered Financial Analyst ® und Certified International Investment Analyst sowie umfangreichen Erfahrungen im Finanzwesen, als Finanzexperte qualifiziert. In diesem Rahmen stimmte er die besonders wichtige Prüfungssachverhalte (KAM) für das Geschäftsjahr 2019 mit den Aufsichtsratskollegen und dem Abschlussprüfer ab.

Angemessene Vorstandsvergütung

Der gesamte Aufsichtsrat hat sich, wie in den Vorjahren, von der Angemessenheit der Vorstandsvergütung für das Geschäftsjahr 2019 überzeugt. Er hat ausführlich über die Angemessenheit der Vorstandsvergütung diskutiert und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass diese nach den gesetzlichen Kriterien derzeit angemessen erscheint.

Die Grundzüge des Vergütungssystems werden im Vergütungsbericht, der Bestandteil des Lageberichts und des Corporate-Governance-Berichts ist, erläutert. Die Gesamtvergütung des Vorstands der pferdewetten.de AG steht in einem angemessenen Verhältnis zu den Leistungen des Vorstands. Im Vergleich zu landesüblichen Gehältern der Vorstände börsennotierten Gesellschaften liegt die Vergütung des pferdewetten.de AG- Vorstands weiterhin im unteren bis mittleren Bereich. Auch im vertikalen Vergleich innerhalb des Unternehmens erscheint die Gesamtvergütung als angemessen. Aufgrund des Ergebnisses des pferdewetten.de-Konzerns im Geschäftsjahr 2019 wird dem Vorstand eine Tantieme in Höhe von 30 Tsd. Euro gezahlt.

Vergütung des Aufsichtsrats

Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten gemäß Beschluss der Hauptversammlung eine feste Vergütung. Dabei erhielt der Aufsichtsratsvorsitzende 12.000 Euro pro Jahr und die weiteren Aufsichtsratsmitglieder je 9.000 Euro.

Corporate Governance

Der Aufsichtsrat behandelt regelmäßig in seinen Sitzungen die Anwendung der Corporate-Governance-Grundsätze des Unternehmens. Der Aufsichtsrat hat sich davon überzeugt, dass die pferdewetten.de AG die Empfehlungen des Kodex in seiner aktuellsten Fassung vom 7.02.2017 gemäß der Entsprechenserklärung erfüllt hat. Vorstand und Aufsichtsrat haben im Februar 2020 gemeinsam eine Entsprechenserklärung nach § 161 AktG abgegeben. Die Entsprechenserklärung enthält wenige Ausnahmen, die aufgrund der geringen Größe und der Struktur der pferdewetten.de AG notwendig erscheinen. Über die Corporate Governance bei pferdewetten.de AG berichtet der Vorstand zugleich auch für den Aufsichtsrat gemäß Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex im Corporate-Governance-Bericht.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr traten bei keinem der Aufsichtsratsmitglieder Interessenkonflikte aufgrund von Beratungsmandaten oder Organfunktionen bei Geschäftspartnern auf.

Feststellung des Jahresabschlusses

Der Jahresabschluss nach HGB und der Konzernabschluss nach IFRS sowie der zusammengefasste Lagebericht sind unter Einbeziehung der Buchführung von dem durch die Hauptversammlung gewählten Abschlussprüfer, Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hamburg, geprüft und mit uneingeschränkten Bestätigungsvermerken versehen worden. Die Prüfungsaufträge hatte der Aufsichtsrat entsprechend dem Beschluss der Hauptversammlung vom 21. Mai 2019 vergeben.

Der Aufsichtsrat hat die vom Vorstand fristgerecht vorgelegten Abschlüsse und den zusammengefassten Lagebericht ausführlich diskutiert. Allen Mitgliedern des Aufsichtsrats wurden die Abschlüsse, der zusammengefasste Lagebericht sowie die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers zur Verfügung gestellt.

Der Aufsichtsrat hat den Bericht des Vorstands positiv zur Kenntnis genommen und hat sich in der Sitzung am 23. März 2020 die wesentlichen Ergebnisse der Prüfung durch den Abschlussprüfer berichten lassen sowie weiterführende Fragen diskutiert. Gegen den Bericht des Vorstands und dessen Prüfung durch den Abschlussprüfer haben sich seitens des Aufsichtsrats keine Bedenken ergeben. Der Jahresabschluss und der Konzernabschluss wurde durch Beschluss des Aufsichtsrats am 25. März 2019 gebilligt und somit gemäß § 172 Aktiengesetz festgestellt.

Der Vorstand hat Instrumente zur Früherkennung implementiert, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährdende Entwicklungen frühzeitig aufzeigen sollen. Die Prüfung hat ergeben, dass der Vorstand die entsprechend § 91 Abs. 2 AktG erforderlichen Maßnahmen insbesondere zur Einrichtung eines Überwachungssystems in geeigneter Form getroffen hat und dass das Überwachungssystem geeignet ist, Entwicklungen, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden würden, frühzeitig zu erkennen. Hinsichtlich des auf das Rechnungslegungssystem bezogenen internen Kontrollsystems ist festzustellen, dass die eingerichteten Kontrollen für Art und Umfang der Geschäftsvorfälle als angemessen zu bewerten sind.

Es bestanden und bestehen - mit Ausnahme der Abschlussprüferleistung - keine geschäftlichen, persönlichen oder sonstige Beziehungen zwischen dem Prüfer, seinen Organen und seinen Prüfungsleitern einerseits und dem Unternehmen und seinen Organmitgliedern andererseits. Mögliche Ausschluss- und/​oder Befangenheitsgründe lagen weder zu Beginn der Prüfung vor noch sind sie während der Prüfung oder danach aufgetreten.

Der Aufsichtsrat erhebte nach dem abschließenden Ergebnis seiner eigenen Prüfung des Jahresabschlusses und des Konzernjahresabschlusses sowie des zusammengefassten Lageberichts keine Einwände. Der Aufsichtsrat hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss und Konzernabschluss gebilligt, die damit gemäß § 172 AktG festgestellt sind.

Die Aufsichtsratsmitglieder danken allen Mitarbeitern sowie dem Vorstand der pferdewetten.de AG für deren unermüdlichen Einsatz und ihre hervorragenden Leistungen im zurückliegenden Geschäftsjahr.

Düsseldorf, den 25. März 2020

Zusammengefasster Lagebericht für den Jahres- und Konzernabschluss vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019

Die pferdewetten.de AG (ehemals SPORTWETTEN.DE AG), ansässig in Düsseldorf, hat sich zu einer festen Größe im Markt für Pferdewetten in Deutschland etabliert. Ausgestattet mit Lizenzen in Deutschland, Österreich und Malta umfasst das Angebot dabei insbesondere Online-Pferdewetten, die durch stationäre Pferde-Wettcenter flankiert werden. Darüber hinaus werden Dienstleistungen, Wett-Content und Riskmanagement für nationale und internationale Wettanbieter angeboten.

Das Flaggschiff der Holding, die Internet-Plattform www.pferdewetten.de mit mehr als 45.000 registrierten Kunden, zählt zu den Marktführern im Bereich der deutschen Online-Pferdewette. Das Wettangebot erstreckt sich rund um die Uhr auf Pferderennen in mehr als 36 Ländern weltweit, wovon der überwiegende Teil live im Internet übertragen wird. Darüber hinaus operiert die Gesellschaft seit 2018 über die Domain www.sportwetten.de auch wieder im deutschen Sportwetten-Markt.

Das neue Produkt, die Sportwette auf der Internet Plattform www.sportwetten.de, wird mit unserem Partner Cashpoint Malta betrieben, welches ein Tochterunternehmen der deutschen Gauselmann Gruppe ist. Die Cashpoint ist zuständig für die maltesische Lizenz, ist auf Nummer eins gelistet unter den deutschen Top20 Bewerbern auf eine deutsche Lizenz und wickelt die komplette Technik bis hin zum Zahlungsverkehr ab. Die Sportwetten.de GmbH, das neue Unternehmen im Pferdewetten.de Konzern, organisiert das Marketing und den Kunden-Support.

Die pferdewetten.de AG berät nicht nur ihre Tochtergesellschaften, sondern auch andere in der Wettbranche tätige Firmen und Rennvereine. In ihrer Funktion als Managementholding koordiniert die pferdewetten.de AG sämtliche Business-Aktivitäten der Tochterunternehmen, etwa der 2009 akquirierten Accendere GmbH (Düsseldorf). Das Systemhaus ist als Berater in allen Fragen der Informations-Technologie unter anderem auf den Vertrieb der von pferdewetten.de selbstentwickelten Zahlungs- und Webcontent-Systeme für Online-Wetten spezialisiert.

Die pferdewetten.de AG ist seit Juli 2000 börsennotiert. Die Aktien werden an der Deutschen Börse gehandelt (ISIN DE000A2YN777).

Der Jahresabschluss der pferdewetten.de AG wird nach handelsrechtlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen (HGB) aufgestellt. Der Konzernabschluss der pferdewetten.de AG wird nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie diese in der EU anzuwenden sind, und ergänzend nach den gemäß § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt.

1 Das Geschäftsjahr 2019

1.1 Geschäftsverlauf Konzern

Auch im Geschäftsjahr 2019 haben sich die Geschäfte des pferdewetten.de AG-Konzerns positiv entwickelt. Ein hinsichtlich der Anzahl von Rennveranstaltungen relativ stabiles Umfeld im Ausland legte die Basis für ein erfolgreiches Jahr.

Die seit 2012 verfolgte Wachstumsstrategie in der Pferdewette wurde auch in 2019 fortgesetzt. So wurde der operative Bereich nachhaltig gestärkt und intensiv in Kundengewinnungsmaßnahmen investiert. Die daraus resultierende Aktivierung inaktiver Kundenstämme, wie auch die Gewinnung neuer Kunden, hat die Erwartungen mehr als erfüllt.

Eine erneut positive Tendenz zeigen die nationalen und internationalen Wettplattformen des Konzerns. Die Anzahl der aktiven Kunden konnte gesteigert werden.

Aber auch der in letzter Zeit immer mehr in den Fokus gerückte Bereich der Dienstleistungen rund um das Pferdeprodukt des Konzerns entwickelt sich positiv. So konnten 2019 wiederholt deutliche Umsätze in diesem Bereich erzielt werden.

Erweitert wurde das Geschäftsmodell der pferdewetten.de AG Ende 2017 durch den Wiedereinstieg in den Sportwettenmarkt unter der Domain www.sportwetten.de.

Nach den erfolgreichen Kundengewinnungsmaßnahmen zur Fußballweltmeisterschaft konnte die Gesellschaft sportwetten.de GmbH ihre Markenbekanntheit durch zahlreiche Werbemaßnahmen und Sponsoring - Aktivitäten stärken. So ist die Gesellschaft heute bei mehreren Fußballvereinen in der dritten Liga, wie dem KFC Uerdingen vertreten. Aber auch andere Sportarten wie Eishockey (Partner der Kölner Haie und der Eishockeynationalmannschaft), Handball oder Basketball finden heute mit dem sportwetten.de Logo statt. Darüber hinaus warb die Marke bei Internationalen Spielen, wie beispielsweise der deutschen Fußballnationalmannschaft.

Die Umsatzerlöse 2019 im Konzern beliefen sich nach Wettsteuern und Kundenboni auf T€ 14.438 im Vergleich zu T€ 11.085 in 2018. Dies ist eine Steigerung von 30%.

Die Umsatzerlöse aus Buchmacherwetten nach Wettsteuern und Kundenboni (Hold) stiegen deutlich von T€ 6.852 in 2018 auf T€ 7.891 in 2019. Die Erhöhung von über 15 % resultiert aus den erhöhten Wetteinsätzen, die von T€ 205.698 in 2018 auf T€ 254.316 angestiegen sind. Aber auch die Sportwette konnte erstmals einen positiven Umsatz von T€ 109 beitragen (Vorjahr: -T€ 534). Die Boni haben sich in dem Bereich der Buchmacherwetten mit T€ 7.381 in 2019 gegenüber T€ 3.773 in 2018 mehr als verdoppelt. Trotz der überproportionalen Steigerung des eigenen Geschäftes hat sich die Vermittlung von Wetten in die Totalisatoren der Rennbahnen auch sehr stark entwickelt. Diese Wetten und die daraus resultierenden Provisionen aus der Vermittlung von Wetten an Totalisatoren haben sich von T€ 9.571 in 2018 auf T€ 20.967 in 2019 deutlich erhöht. Nach Abzug der dafür gewährten Boni verbleiben für 2019 T€ 6.519 an Umsatzerlösen. In 2018 verblieben nach Abzug der Boni T€ 4.224. Die hohen Bonusanteile in der Vermittlungsprovision liegen vor allem an dem gesteigerten Dienstleistungsgeschäft, was in großen Teilen in der Vermittlung dargestellt wird.

Der prognostizierte Prozess der Kooperationen mit Partnern im In- und Ausland hat sich im Jahr 2019 sehr gut entwickelt. Neben der schon seit Jahren gelebten Partnerschaft mit einem international agierenden Unternehmen mit Sitz in England und weiteren in 2018 hinzugekommenen Partnern, wurden in 2019 weitere Kooperationsverträge geschlossen, die auch für den überproportionalen Anstieg der Provisionserlöse verantwortlich sind.

Die Umsatzerlöse aus der Sportwette betragen in 2019 T€ 109. Im Vorjahr waren dies negative T€ 534. Der dennoch relativ geringe Betrag resultiert weiterhin daraus, dass die Gesellschaft vor allem in Kundengewinnungsmaßnahmen investiert hat, um ihren Bekanntheitsgrad als Newcomer in der Branche zu stärken. Dieser geplante Schritt wirkt sich negativ auf die Umsätze aus, da der Konzern, anders als die meisten Wettbewerber, geschenktes Geld und daraus resultierende Wetteinsätze von den Umsatzerlösen abzieht und nicht als Marketingaufwendungen ausweist. Die deutliche Steigerung gibt jedoch den ersten Hinweis darauf, dass aufgrund von ersten Erfahrungen gezielter in das Produkt investiert werden konnte.

Die netX Casino Ltd. i.L. auf Malta und die PLB Poker Lounge Baden GmbH i.L. sind die letzten Konzerngesellschaften in Liquidation. Ihre Geschäftstätigkeit wurde bereits in Vorjahren eingestellt. Leider erfolgte keine Löschung der Firmen im Handelsregister in 2019.

Das Konzerngesamtergebnis stieg im Vergleich zum Vorjahr (2018: T€ -666) auf T€ 3.403. Neben der positiven Entwicklung im operativen Ergebnis der Pferdewette, das EBIT stieg von T€ 5.093 in 2018 auf T€ 5.743, enthält das Ergebnis auch die geplanten Investitionen in das Marketing und den Geschäftsausbau in den Bereich der Sportwette, die zu einem negativen EBIT dieses Segments in Höhe von T€ 3.307 führten. Das Finanzergebnis ist aufgrund der ergebniswirksamen Erfassung von Änderungen des Zeitwertes von Wertpapieren gestiegen. Hierbei handelt es sich um stichtagsbezogene Bewertungen, die erhöhten Schwankungen unterliegen. Auch der steuerliche Bereich hat sich positiv entwickelt. Dies lag vor allem an den abgeschlossenen Ergebnisabführungsverträgen, die große Teile des Konzernergebnisses in der AG bündeln und so optimiert versteuert werden. Darüber hinaus erzielten die maltesischen Gesellschaften steuerpflichtige Gewinne.

Einen großen Effekt haben in diesem Jahr die latenten Steuern erzielt. Aufgrund der noch vorhandenen und neu hinzugekommenen Verlustvorträge und der positiven Aussichten im Konzern konnten latente Steuern in Höhe von T€ 1.704 aktiviert werden. Die hinzugekommenen Verlustvorträge resultieren dabei im Wesentlichen aus einem Einspruch, den die pferdewetten.de AG in früheren Jahren vorgenommen hat, als einige Verlustvorträge durch den damaligen Einstieg der Mybet (ehemals Jaxx) weggefallen sind. Diesem Einspruch ist in 2019 stattgegeben worden.

Damit begründet sich vor allem die Verbesserung des Konzernergebnisses durch das verbesserte Ergebnis von Steuern vom Einkommen und vom Ertrag in Höhe von T€ 775 im Geschäftsjahr 2019 gegenüber dem Vorjahr (Steueraufwand: T€ 1.422).

1.2 Geschäftsverlauf pferdewetten.de AG

Die pferdewetten.de AG hat im Jahr 2019 ein positives Ergebnis nach Steuern von T€ 245 (Vorjahr: T€ 1.699) erzielt. Wesentlicher Bestandteil des Ergebnisses sind die Ergebnisabführungsverträge mit der pferdewetten-service.de GmbH (seit 2016) und der Sportwetten.de GmbH (seit 2019) für das Geschäftsjahr 2019, welche das Ergebnis der pferdewetten.de AG in Höhe von zusammen T€ -454 beeinflusst haben.

1.3 Markteinschätzung und Änderungen im rechtlichen Umfeld

Der internationale Pferderennsport zeigte sich in der Entwicklung und im Angebot in 2019 weitgehend stabil. Ein unverändert wichtiger Markt ist Frankreich. Hier ist insbesondere für deutsche Pferde bzw. deren Besitzer aufgrund der räumlichen Nähe und der höheren Rennpreise Erlöspotenzial gegeben. Zudem werden über die französische Wettgesellschaft Pari Mutuel Urbain GIE (PMU), Paris, zusätzlich auch Rennen in Deutschland promotet, was wieder zu einer Stabilisierung des Wettangebotes hierzulande führte. Die PMU hat in 2016 die Mehrheit an der "German Tote Service- und Beteiligungs GmbH" übernommen, dem Vermarkter des deutschen Pferderennsports. Damit wird auch für die Zukunft ein stabiles deutsches Rennangebot erwartet.

Die zahlreichen Starts deutscher Pferde in Frankreich locken auch den Wettkunden zum Angebot der französischen Bahnen und fördern die Unabhängigkeit der Gesellschaft vom deutschen Rennsport. Die Märkte in den USA, Asien und Australien sind für ein 24-Stunden-Wettangebot weiterhin von großer Bedeutung. Das frühere Kernprodukt, das Wetten auf deutsche Veranstaltungen, spielt nur noch eine Nebenrolle. Hier sind die Veranstalter gefordert, dauerhaft ein ansprechendes Veranstaltungsportfolio bereitzustellen. Auch 2019 wurde wieder durch Rennbahnschließungen überschattet. Die zwangsläufig daraus resultierende geringere Anzahl von Rennen führen zu entsprechend geringeren Wettumsätzen. Zusätzlich stehen manche Rennvereine vor der Auflösung. Weitere Rennvereine kämpfen um ihre Existenz. Der pferdewetten.de-Konzern hofft, dass mit der beschriebenen Übernahme durch die PMU diese negative Entwicklung in Zukunft gestoppt wird.

Die Vermittlung von Wetten in den Totalisator als Gegenleistung für die Bereitstellung von Liveübertragungen und/​oder Informationsdiensten wie Startzeiten, Formen oder Ähnliches hat die Umsätze und Ergebnisse von der pferdewetten.de AG bereits in der Vergangenheit beeinflusst. Die Mitte 2012 eingeführte Spieleinsatzsteuer auf Buchmacherwetten und die damit verbundene Weitergabe an die deutschen Kunden im Ausmaß von 5% des jeweiligen Wetteinsatzes führte auch in 2019 zu einer merklichen Verlagerung hin zur margenschwächeren Totalisatorwette.

Zusätzlich wurden die Provisionserlöse durch die neuen Kooperationspartner erhöht, die hohe Wetten in die Pools der Rennvereine vermitteln. Dies führt zum einen zu höheren Provisionen, gibt dem Konzern aber auch die Möglichkeit, bessere Konditionen für die Vermittlung zu erzielen.

Dies zeigt sich deutlich in der Zunahme der vermittelten Wettumsätze von € 89,4 Mio. im Jahr 2018 auf € 179 Mio. in 2019.

Die Zugangsbeschränkungen in andere europäische Märkte sind häufig unverändert hoch. In Österreich ist weiterhin die pferdewetten.at GmbH tätig. Es ist geplant, dass sie ihr Geschäft auch in 2020 stetig ausbauen wird.

In anderen Ländern werden aktuell die Möglichkeiten eines Markteintritts weiterhin geprüft, damit die pferdewetten.de AG bei sich bietender Gelegenheit den Wettbewerb im Ausland aufnehmen und die Kundenbasis verbreitern kann.

Das Wettgeschäft des Konzerns wird sich auch zukünftig weiterhin an die Bedürfnisse des Marktes anpassen. Besonders Wettangebote abseits der klassischen Wettformen werden weiterhin forciert werden. Zusätzlich prüft die Geschäftsleitung ständig die Erweiterung des Wettangebotes um Rennen aus unterschiedlichen Kontinenten. Solche Angebote erhöhen die Attraktivität der Plattform für neue Kundenschichten, vornehmlich aus dem Ausland. Ausgehend von diesen Maßnahmen wird der Konzern seine derzeitige Position am Markt weiterhin behaupten.

Der Bereich der Sportwette ist weiterhin ein stark wachsender Markt. In den letzten Jahren konnten die Wetteinsätze im deutschen Markt, der vorläufig Zielmarkt der Sportwetten.de GmbH ist, von 7,6 Mrd. Euro in 2017 auf 8,8 Mrd. Euro in 2018 auf aktuell 9,3 Mrd. Euro in 2019 gesteigert werden.

Hier wird auch in den Folgejahren mit deutlichen Wachstumsraten gerechnet.

Der gesetzliche Rahmen in Deutschland hat sich in 2019 gegenüber der Berichterstattung im Vorjahr nicht verändert. Nachdem die EU-Kommission in Brüssel den deutschen Glücksspielstaatsvertrag aus 2007 im September 2010 abgelehnt hatte, wurde dieser von 15 Bundesländern überarbeitet und trotz weiterhin bestehender Bedenken der EU-Kommission mit Wirkung zum 1. Juli 2012 novelliert.

Schleswig-Holstein war als einziges Bundesland dem Glücksspieländerungsstaatsvertrag zunächst nicht beigetreten und hatte ein eigenes auf einem Lizenzmodell basierendes Glücksspielgesetz im September 2011 verabschiedet. Mit dem Regierungswechsel ist Schleswig-Holstein ebenso dem neuen Glücksspieländerungsstaatsvertrag am 23. Januar 2013 als 16. Bundesland beigetreten.

Insbesondere die im Glücksspieländerungsstaatsvertrag (GlüÄndStV) geregelten Voraussetzungen für die Zulassung von Internetwetten lassen zunächst vermuten, dass in Deutschland nunmehr Rechtssicherheit für das Anbieten von Internetwetten besteht. So waren in der Vergangenheit Internetwetten und deren Vermittlung von Buchmachern und Rennvereinen (Totalisatoren) rechtlich umstritten und durch die deutschen Behörden nur in Erwartung einer Neuregelung des Glücksspielstaatsvertrages geduldet worden. Allerdings bleibt festzuhalten, dass weiterhin europarechtliche Bedenken gegen den aktuellen Glücksspieländerungsstaatsvertrag bestehen und damit das Rechtschaos der vergangenen Jahre weiterhin besteht. Dies bestätigt sich in dem EuGH-Urteil in der Rechtssache Ince (C-336/​14) vom 4. Februar 2017. Demnach können private Anbieter wegen illegaler Wettangebote (Anbieter von Sportwetten) wohl nicht in Deutschland bestraft werden, solange keine Sportwettkonzessionen in Deutschland vergeben werden. Ergänzend ist hierzu zu erwähnen, dass im Oktober 2016 der hessische Verwaltungsgerichtshof bereits die Verfassungswidrigkeit der im Glücksspielstaatsvertrag vorgesehenen und in der Praxis gescheiterten Konzessionierungsverfahren für Sportwetten (§ 10a GlüÄndStV) für intransparent und europarechtswidrig gestoppt hat. Abzuwarten bleibt, inwieweit diese Entscheidungen auch Auswirkungen auf unsere Geschäftstätigkeit, nämlich das Anbieten und Vermitteln von Pferdewetten im Internet, haben werden.

Die Sportwetten.de GmbH agiert hier mit der Lizenz unseres Partners, der Cashpoint Malta. Dies ist ein Tochterunternehmen der deutschen Gauselmann Gruppe. Die Cashpoint Malta besitzt eine Europäische Lizenz, die auf Malta ausgestellt wurde. Zusätzlich besitzt die Gesellschaft eine Lizenz in Schleswig-Holstein. Bei dem Auswahlverfahren der anderen Bundesländer hat die Cashpoint Malta Platz eins belegt und hat damit die besten Voraussetzungen, eine Lizenz zu erhalten, wenn diese vergeben werden.

Aktuell ist wiederholt geplant, dass in 2020 erste Lizenzen vergeben werden und ab 2021 ein neuer Glückspielstaatsvertrag in Kraft treten wird, der auch das Anbieten von Online-Casino Spielen erlaubt.

Das Anbieten und das Vermitteln von Pferdewetten im Internet bedürfen gemäß § 27 Glücksspieländerungsstaatsvertrag einer Erlaubnis (Lizenz). Zuständig für die Gewährung einer Erlaubnis ist das Land Hessen. Hier hat unser Buchmacher auf Malta bereits in 2012 einen Antrag auf Lizenzerteilung gestellt. Seit Anfang 2014 wurde mit den Behörden konstruktiv und regelmäßig an den Lizenzbedingungen und allgemeinen Voraussetzungen gearbeitet.

Trotz der Hindernisse und Unklarheiten im Glücksspielstaatsvertrag ist es der Tochtergesellschaft netX Betting Ltd. gelungen, eine gültige Lizenz von dem Regierungspräsidium in Darmstadt Ende 2017 erteilt zu bekommen, die in 2019 wieder bis zum 30. Juni 2021 verlängert wurde.

Weiterhin fühlt sich der Konzern aber bei einigen Punkten des Glücksspielstaatsvertrages benachteiligt. Gerade im Hinblick auf Ungleichbehandlungen zwischen dem Stationären und Online-Geschäft wird der Konzern noch weiter rechtliche Maßnahmen ausloten. Dies gilt vor allem den Wetteinsatzbeschränkungen, die im stationären Geschäft nicht gelten und auch von den nicht lizensierten Anbietern nicht umgesetzt werden müssen.

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Tochtergesellschaften sowie die Entwicklungen im Wettmarkt und der Wettbewerber wirken analog auf die Muttergesellschaft, die pferdewetten.de AG.

1.4 Investitionen

Auf Ebene der AG und im Konzern sind 2019 keine klassischen wesentlichen Investitionen angefallen.

Für die kurzfristige Zukunft ist vorgesehen, das weitere Investitionsvolumen des Konzerns im technischen Bereich der Buchmacher-Software im Wesentlichen auf die Modernisierung mit kontinuierlicher Weiterentwicklung der Software sowohl im Bereich von Wettkassen wie auch dem Online-Produkt zu beschränken.

Hinzu kommen weiterhin Investitionen in den Bereich Sportwette, die die Bekanntheit des neuen Segments erhöhen sollen.

1.5 Finanzmanagement

Das Finanzmanagement des Konzerns erfolgt zentral über das Mutterunternehmen, der pferdewetten.de AG. Primäres Ziel unseres Finanzmanagements ist die Sicherung der kurz- und mittelfristigen Liquidität zur Unterstützung der operativen Geschäftstätigkeit und damit der Unternehmensfortführung. Der Konzern hat zum Bilanzstichtag mit Ausnahme von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditkartenunternehmen (T€ 4) keine Bankverbindlichkeiten. Auch die pferdewetten.de AG hat zum Bilanzstichtag keine Bankverbindlichkeiten.

Das Volumen von Zahlungsströmen aus dem operativen Betrieb kann, bedingt durch saisonale Einflüsse bei den im Wettbetrieb angebotenen Veranstaltungen, aufgrund vertraglicher Verpflichtungen von den Auszahlungserfordernissen abweichen. Diesem begegnet der Konzern mit einem Liquiditätsmanagement, indem Einzahlungserwartungen und Auszahlungserfordernisse sowie die verfügbaren liquiden Mittel täglich überwacht und mittelfristig im Rahmen eines Liquiditätsplans gesteuert werden.

Unter Berücksichtigung der vorhandenen frei verfügbaren Mittel zum Bilanzstichtag sowie der geplanten Umsätze in 2020 und den Folgejahren weist der Liquiditätsplan einen Zahlungsmittelüberschuss aus, so dass ausreichend Liquidität und Kapital vorhanden sind, um die Unternehmensfortführung der pferdewetten.de AG und des Konzerns weiterhin zu gewährleisten. Unsere Finanzlage schätzen wir daher als gut ein.

2 Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns

2.1 Vermögenslage

Das Eigenkapital des Konzerns hat sich um T€ 2.900 von T€ 12.930 in 2018 auf T€ 15.830 erhöht und beträgt per 31. Dezember 2019 56% der Bilanzsumme (Vorjahr: 62 %). Die Steigerung im Vergleich zum Vorjahr resultiert im Wesentlichen aus dem Konzerngesamtergebnis, das teilweise durch die Dividendenausschüttung für das Vorjahr kompensiert wurde.

Das Konzernvermögen hat sich von T€ 20.887 in 2018 auf T€ 28.066 erhöht. Diese Veränderung ergibt sich im Wesentlichen aus der Erhöhung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie Wertpapieranlagen, der Forderungen aus LuL und der latenten Steuern. Zudem wurden im Zusammenhang mit der Erstanwendung des IFRS 16 erstmalig Nutzungsrechte aus Leasingverträgen aktiviert. Diese betragen zum 31. Dezember 2019 T€ 953.

Die Konzernschulden haben sich insbesondere durch die im Zusammenhang mit der Geschäftsausweitung höheren Verbindlichkeiten aus Kundengeldern, Verbindlichkeiten aus LuL sowie den korrespondierend zu den Nutzungsrechten nach IFRS 16 zu erfassenden Leasingschulden (T€ 956) um T€ 4.278 auf T€ 12.236 erhöht.

Der Abschluss eines Gewinnabführungsvertrages mit der pferdewetten-service.de GmbH und die damit verbundene Begründung einer ertragsteuerlichen Organschaft im Geschäftsjahr 2015 und mit der Sportwetten.de GmbH im Geschäftsjahr 2019 ermöglichen uns, auf der Basis der Unternehmensplanung bei der pferdewetten.de AG vorhandene steuerliche Verlustvorträge zu nutzen bzw. steuerlich optimiert zu verwalten.

2.2 Finanzlage

Der Bestand an liquiden Mitteln abzüglich Kreditkartenverbindlichkeiten beträgt im Konzern per 31. Dezember 2019 T€ 11.393 (2018: T€ 8.313), wovon der Konzern T€ 3.561 (Vorjahr: T€ 3.816) investieren kann, während T€ 7.798 für die Verbindlichkeiten gegenüber Wettkunden vorgehalten werden und T€ 34 als Sicherheit für Bankavale dienen.

Ausgehend von der Kapitalflussrechnung sind dem Konzern im Geschäftsjahr aus der operativen Geschäftstätigkeit finanzielle Mittel in Höhe von T€ 4.436 zugeflossen. Gegenüber dem Vorjahr ist der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit um T€ 2.470 gestiegen.

Dem Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit stand der Cashflow aus Investitionstätigkeiten in Höhe von T€ -418 (2018: T€ 57) gegenüber, der vorwiegend aus Investitionen und Veräußerungen von Wertpapieren sowie der Investition in Sachanlagen resultiert.

Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit ergibt sich aus den Dividendenzahlungen in Höhe von T€ 692 sowie der Tilgung von Leasingverbindlichkeiten in Höhe von T€ 246.

Insgesamt flossen damit dem Konzern liquide Mittel von T€ 3.080 (Vorjahr T€ 1.418) im Geschäftsjahr zu.

Die immateriellen Vermögenswerte und das Sachanlagevermögen sind vollständig langfristig durch das Eigenkapital und die langfristigen sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten finanziert. Das Eigenkapital beträgt 56% (Vorjahr 62%) der Bilanzsumme zum 31. Dezember 2019.

Zum Bilanzstichtag besteht eine Kreditlinie bei Kreditkartenunternehmen in Höhe von insgesamt T€ 4, die in Höhe von T€ 1 am Bilanzstichtag in Anspruch genommen wurde. Die Verbindlichkeiten aus Kundengeldern haben sich im Rahmen der operativen Geschäftstätigkeiten deutlich von T€ 4.497 in 2018 auf T€ 7.798 erhöht.

2.3 Ertragslage

Die Wetteinsätze beim konzerneigenen Buchmacher stiegen auf € 254 Mio. (Vorjahr: € 206 Mio.) und die vermittelten Wettumsätze auf € 179 Mio. (Vorjahr: € 89 Mio.). Hinzu kommen die Wetteinsätze in der Sportwette von € 10 Mio. (Vorjahr € 8 Mio.).

Ausgehend von dieser um ca. 46% verbesserten Gesamtleistung (Wetteinsätze und Wettvermittlung) stiegen die Umsatzerlöse um insgesamt ca. 30% auf T€ 14.438 im Vergleich zum Vorjahr (2018: T€ 11.085).

Bei der Umsatzentwicklung ist erneut zu erkennen, dass die Wetteinsätze in die Totalisatoren der Rennvereine deutlich zugenommen haben. Die vermittelten Wetteinsätze wurden mehr als verdoppelt. Der Anteil an der Gesamtleistung beträgt allerdings weiterhin nur 40%. Dies ist auf die ebenso gestiegenen Wetteinsätze bei unserem Buchmacher zurückzuführen. Hinzu kommen die Umsätze aus der Sportwette, die mit positiven T€ 109 aufgeführt werden. Dies liegt an den überproportionalen Boni, die an die Kunden vergeben werden, um Marktanteile zu steigern. Die dennoch aufgezeigte Steigerung der vermittelten Wettumsätze erklärt sich vor allem mit der Tatsache, dass die Wettkunden bei Wetten in den Totalisator nicht mit Wettsteuer, wie sie bei Buchmacherwetten in Höhe von 5% auf den Wetteinsatz anfallen, belastet werden. Dieses Nachfrageverhalten bedeutet für den Konzern zugleich eine geringere Marge, da die Marge aus der Vermittlung von Wetten geringer ist, als die Marge aus dem eigenen Wettgeschäft. Der Anteil der Wetteinsätze in die Totalisatoren der Rennvereine gemessen an der Gesamtleistung konnte somit für den Großteil der Kunden aber stabilisiert werden. Der überproportionale Anstieg liegt jetzt ausschließlich an den Großkunden, die auch nur für die Totalisatoren zur Verfügung stehen.

Die Zunahme der Materialaufwendungen um T€ 1.376 betrifft vor allem die Aufwendungen aus bezogenen Leistungen. Diese steht vor allem im Zusammenhang mit erhöhten Aufwendungen für den Wetteinsatz im Rahmen des Risikomanagements und Werbeleistungen. Darunter fallen auch sämtliche Sponsoringmaßnahmen. Aber auch die erhöhten Aktivitäten insgesamt und das höhere Kundenaufkommen führten zu erhöhten Aufwendungen in diesem Bereich.

Der Personalaufwand erhöhte sich in 2019 um T€ 201 vor allem infolge von Mitarbeitereinstellungen im Verwaltungsbereich und allgemeinen Lohnerhöhungen.

Der Konzern hat im Jahresdurchschnitt Personalaufwendungen für 53 (2018: 45) Mitarbeiter getragen. Die durchschnittlichen Personalkosten je Mitarbeiter betrugen T€ 62 (2018: T€ 68).

Die Abschreibungen sind mit T€ 596 deutlich gestiegen, liegen aber immer noch in einem eher geringeren Rahmen. Sie betreffen im Wesentlichen die im Frühjahr 2016 begonnene Abschreibung der neuen Wettplattform "Challenger" sowie ab dem Jahr 2019 die Abschreibung auf die nach IFRS 16 aktivierten Nutzungsrechte.

Die sonstigen Aufwendungen sind von T€ 2.276 in 2018 um T€ 88 auf T€ 2.364 in 2019 gestiegen. Dies liegt auch hier an den gesteigerten Aktivitäten des Konzerns. Dies betrifft erhöhte Marketingaufwendungen und auch die Erhöhung im Bereich der Provisionen und Fremdleistungen sowie Aufwendungen für Lizenzen und Konzessionen. Dem steht der Effekt aus der Erstanwendung des IFRS 16 gegenüber, der dazu geführt hat, dass unter den sonstigen Aufwendungen keine Miet- und Leasingaufwendungen mehr ausgewiesen werden.

Für das Jahr 2019 ergibt sich im Konzern ein EBITDA (Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit abzügl. Finanzergebnis und Abschreibungen) von T€ 3.032 (Vorjahr: T€ 1.161) und ein EBIT (EBITDA abzgl. Abschreibungen) von T€ 2.436 (Vorjahr: T€ 803).

Das Finanzergebnis ist von T€ 20 in 2018 auf T€ 104 in 2019 gestiegen. Dies ist insbesondere der positiven Entwicklung der Wertpapiere zum Stichtag 31.12.2019 geschuldet.

Aufgrund des erfolgreichen operativen Geschäfts in der Pferdewette und der Umsetzung des Ergebnisabführungsvertrages mit der Sportwetten.de GmbH war das Ergebnis im Berichtsjahr durch laufende Ertragsteuern in Höhe von insgesamt T€ 828 belastet. Kompensierend wirkten sich positive Effekte aus der Veränderung der aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge von T€ 1.570 aus.

Unter Berücksichtigung des Finanzergebnisses und der Steuerbelastung ist das Konzernergebnis gegenüber T€ -558 für 2018 auf T€ 3.314 deutlich gestiegen. Dies entspricht einem unverwässerten Ergebnis je Aktie von € 0,77 (2017: € -0,13) und einem verwässerten Ergebnis von € 0,73 (Vorjahr € -0,12).

3 Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der pferdewetten.de AG

3.1 Vermögenslage

Das Eigenkapital der Konzern-Muttergesellschaft, der pferdewetten.de AG, beträgt per 31.12.2019 T€ 11.206 (Vorjahr: T€ 11.464). Diese Veränderung ist dem erzielten Jahresergebnis in Höhe von T€ 245 (2018: T€ 1.699) abzüglich der gezahlten Dividende geschuldet.

Die Bilanzsumme hat sich im Vergleich zum Vorjahr (T€ 12.333) um T€ 3.183 auf T€ 15.516 erhöht. Die Zunahme resultiert auf der Aktivseite vor allem aus den Forderungen gegen verbundene Unternehmen. Die Forderungen gegen die pferdewetten-service.de GmbH enthalten zum Bilanzstichtag auch den Anspruch der pferdwetten.de AG aus der Abführung des handelsrechtlichen Ergebnisses 2019 gemäß Gewinnabführungsvertrag. Die Erhöhung gegenüber dem Vorjahr ist insbesondere auf die gestiegene Ergebnisabführung zurückzuführen.

Auch auf der Passivseite betrifft die Zunahme fast ausschließlich die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen. Die Verbindlichkeit gegen die Sportwetten.de GmbH enthalten zum Bilanzstichtag auch die Verbindlichkeiten der pferdewetten.de AG aus der Übernahme des handelsrechtlichen Verlusts 2019 gemäß Gewinnabführungsvertrag. Die Erhöhung gegenüber dem Vorjahr ist insbesondere auf die Übernahme des Verlustes für das Geschäftsjahr 2019 zurückzuführen.

3.2 Finanzlage

Die pferdewetten.de AG verfügt per 31. Dezember 2019 über liquide Mittel in Höhe von T€ 468 (Vorjahr: T€ 407). Diese sind frei verfügbar. Zusätzlich hält die pferdewetten.de AG kurzfristig veräußerbare Wertpapiere in Höhe von T€ 3.353 (Vorjahr: T€ 3.069). Die Forderungen und Verbindlichkeiten sind im Wesentlichen kurzfristig fällig und in der Berichtswährung zu begleichen bzw. zurückzuzahlen. Es bestehen keine Kreditlinien. Forderungen und Verbindlichkeiten gegen bzw. gegenüber Tochtergesellschaften werden nicht verzinst.

3.3 Ertragslage

Die Konzern-Muttergesellschaft finanziert sich über Beratungen und Dienstleistungen für die Tochtergesellschaften. In 2019 erzielte sie hieraus Umsatzerlöse in Höhe von T€ 2.030 (2018: T€ 969).

Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten vor allem Erträge aus Auflösung von Rückstellungen und sonstige Erlöse. Der Anstieg der sonstigen betrieblichen Erträge ist insbesondere auf höhere Auflösungen von Rückstellungen und Erträgen aus dem Abgang von Wertpapieren des Umlaufvermögens zurückzuführen. Die Rückstellungen wurden aufgelöst, da ein BaFin Verfahren kostenneutral eingestellt wurde.

Die Personalaufwendungen sind in 2019 von T€ 783 auf T€ 795 gestiegen.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind bei der pferdewetten.de AG mit T€ 1.041 leicht gestiegen. Wesentliche Ursache hierfür war die zusätzliche außerordentliche Hauptversammlung im Dezember 2019, deren Beschlüsse zu einer steuerlichen Optimierung geführt hat.

Das Jahresergebnis nach Steuern ist bei der Konzern-Muttergesellschaft, der pferde- wetten.de AG, in 2019 auf T€ 245 gesunken (2018: T€ 1.699). Wesentliche Ursache für die negative Entwicklung ist der neu geschlossene Ergebnisabführungsvertrag mit der Sportwetten.de GmbH, der steuerliche Vorteile im Konzern bringt. Im Detail betrifft das den EAV mit der sportwetten.de GmbH in Höhe von T€ -3.306 und den EAV mit der pferdewetten-service.de GmbH in Höhe von T€ 2.852.

4 Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

Die wirtschaftliche Lage des Konzerns hat sich im Jahr 2019 auch wegen des ausgewiesenen Konzernertrages weiterhin deutlich verbessert. Aufgrund der gestiegenen Wetteinsätze konnte sich der Konzern flexibler aufstellen. Auch die Liquiditätslage verbesserte sich infolge der positiven Geschäftsentwicklung erneut in 2019. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass der Konzern über weitere finanzielle Mittel in Form von Investitionen in kurzfristig veräußerbare Wertpapiere verfügt.

Der Bestand an liquiden Mitteln abzüglich Kreditkartenverbindlichkeiten beträgt im Konzern per 31. Dezember 2019 T€ 11.393 (2018: T€ 8.313), wovon der Konzern T€ 3.561 (Vorjahr: T€ 3.856) investieren kann, während T€ 7.798 für die Verbindlichkeiten gegenüber Wettkunden vorgehalten werden und T€ 34 als Sicherheit für Bankavale dienen.

Die pferdewetten.de AG ist aufgrund des Konzernaufbaus als Muttergesellschaft von der Geschäftsentwicklung ihrer Beteiligungsunternehmen abhängig. Sie kann jedoch ihren eigenen Anteil zum Erfolg der Gruppe beitragen, indem sie zum einen ihre Strukturen und zum anderen die Kostenentwicklung permanent optimiert.

Es bestehen weder bei der pferdewetten.de AG noch deren Tochtergesellschaften wesentliche langfristige Verbindlichkeiten gegenüber Dritten. Auch die kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen bewegen sich auf dem Niveau üblicher Zahlungsziele.

Die Eigenkapitalquote des Konzerns sank auf 56% (Vorjahr: 62%). Die Eigenkapitalquote der Muttergesellschaft ist aufgrund des Anstiegs der Bilanzsumme von 93% in 2018 auf 72% in 2019 gesunken.

Insgesamt lässt sich die wirtschaftliche Lage des Konzerns und der Muttergesellschaft, insbesondere auch vor dem Hintergrund des positiven Trends der operativen Geschäftsentwicklung im Jahresverlauf 2019 und der Erwartungen an die Folgejahre, als solide bezeichnen.

5 Unternehmenssteuerung

Die Steuerung des pferdewetten.de AG-Konzerns erfolgt im Wesentlichen auf der Basis der finanziellen Leistungsindikatoren Umsatzerlöse und EBIT.

Die Umsatzerlöse resultieren aus dem Wettgeschäft, d.h. den Wettumsätzen aus Pferdewetten nach Wettsteuern und Kundenbonus (sog. "Hold"), aus den Wettprovisionen für die Vermittlung von Wetten und sonstigen Umsatzerlösen. Ein stetig ansteigender Bereich sind die Umsatzerlöse aus der Sportwette.

Das EBIT entspricht dem in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung dargestellten Betriebsergebnis.

Ausgehend von unserer ursprünglichen Umsatzprognose für das Jahr 2019 (Brutto Wett- und Gamingerträge /​ Hold zwischen 10% und 20% gegenüber 2018) begründet sich das tatsächliche Umsatzwachstum aus einem unerwarteten hohen Anstieg der Wetteinsätze, insbesondere im Zusammenhang mit Großkunden, und Provisionserlöse infolge von ebenso über der Erwartung liegender Zunahme der vermittelten Wetteinsätze. Hier begründet sich zugleich auch die Abweichung des prognostizierten EBIT's von € 1,0 bis € 2,0 vom tatsächlich erzielten EBIT in Höhe von € 2,4 Mio.

Die Steuerung der pferdewetten.de AG als Holdingfunktion orientiert sich am Jahresergebnis als einzigem finanziellen Leistungsindikator.

Das für das Geschäftsjahr 2019 prognostizierte Jahresergebnis der pferdewetten.de AG von € -0,6 Mio. wurde deutlich mit T€ 245 übertroffen. Hier hat die Holding ihre Konzernumlageverträge deutlich an das aufkommende Geschäft und die übernommenen Dienstleistungen für die Tochtergesellschaften angepasst.

Die Ergebnisse aus den Gewinnabführungsverträgen liegen deutlich unter dem prognostizierten Wert von T€ 2.000 und T€ 3.000, da der Ergebnisabführungsvertrag mit der Sportwetten.de GmbH abgeschlossen wurde, der in 2018 noch nicht absehbar war. Der Ergebnisabführungsvertrag führte in 2019 zu Aufwendungen aus Verlustübernahmen von T€ 3.306. Das gesamte Ergebnis aus Ergebnisabführungsverträgen beträgt T€ -454.

6 Bericht über das rechnungslegungsbezogene interne Kontroll- und Risikomanagementsystem

Für die Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts sowie des Jahresabschlusses der pferdewetten.de AG ist der Vorstand der pferdewetten.de AG verantwortlich. Der Konzernabschluss wird unter Beachtung der International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellt. Der Einzelabschluss wird unter Beachtung der Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung des HGB und den handelsrechtlichen Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften für große Kapitalgesellschaften sowie den ergänzenden Vorschriften des Aktienrechts erstellt.

Die bestehenden internen Kontroll- und Risikomanagementsysteme sollen die Ordnungsmäßigkeit und die Übereinstimmung des Konzernabschlusses und des Jahresabschlusses sowie des zusammengefassten Lageberichts mit den gesetzlichen Vorschriften gewährleisten. Um diese Vorgaben einzuhalten, werden kontinuierlich Maßnahmen zur gezielten Weiterbildung der Mitarbeiter im Bereich Finanzen durchgeführt. Die Einhaltung der Richtlinien und die Funktionsfähigkeit der Kontrollsysteme werden regelmäßig geprüft. Die Einhaltung konzernweit einheitlicher Buchungssystematiken in der Finanzbuchhaltung wird permanent von der kaufmännischen Leitung überwacht. Regelmäßige Abstimmungen der Zahlungsströme mit den Belegen der Finanzbuchhaltung sowie ständige Kommunikation zwischen den in diese Prozesse eingebundenen Personen gewährleisten die Missbrauchsprävention. Die Finanzbuchhaltung wird von externen Steuerberatungsbüros betreut bzw. unterstützt und unterliegt somit einer zusätzlichen externen Kontrollinstanz. Die Erstellung der Jahres und Zwischenabschlüsse erfolgt ebenfalls mit Unterstützung von externen Steuerberatungsbüros, wodurch auch in diesem Bereich die Einhaltung der aktuellen rechtlichen Vorgaben gewährleistet ist.

Zur Steuerung des Unternehmens und zur Überwachung, Analyse sowie Dokumentation von Unternehmensrisiken setzt der Vorstand der pferdewetten.de AG verschiedene Systeme und Verfahren ein. Über spezielle Tools können tagesaktuell Auswertungen über die wichtigsten Kennzahlen im Konzern vorgenommen werden, so dass sich der Vorstand sowohl regelmäßig als auch stichprobenartig ein Bild machen kann. Die Monatsberichte der Konzerngesellschaften und des Konzerns bilden die Geschäftsentwicklung periodisch ab und werden regelmäßig einer intensiven Analyse seitens des Vorstands unterzogen.

Der Aufsichtsrat ist mit prozessunabhängigen Prüfungsmaßnahmen in das interne Überwachungssystem eingebunden.

7 Risikomanagement

Das Risikomanagementsystem der pferdewetten.de AG ist entsprechend dem Aktienrecht darauf ausgerichtet, dass der Vorstand mögliche Risiken frühzeitig erkennen und Gegenmaßnahmen rechtzeitig einleiten kann. Es umfasst die Beurteilung der Wirksamkeit der internen Aufbau- und Ablauforganisation, einschließlich der Prozesse und der IT-Unterstützung des Unternehmens. Neben der Identifizierung und Quantifizierung der operativen Risiken zielt der Vorgang auf die Definition und Implementierung wirkungsvoller Management-Informationssysteme, einschließlich Frühwarnsystemen und Risikoindikatoren.

Auf Basis des internen Risikoberichtes wird über die Entwicklung bestehender Risiken oder deren Hinzukommen oder Wegfall berichtet und erfolgt zugleich deren Überwachung. In diesem Zusammenhang werden entsprechende Maßnahmen eingeführt, um die wesentlichen Risiken des Konzerns innerhalb dessen eigenen Einflussbereichs zu minimieren. Je Risiko erfolgt eine Beschreibung sowie Bewertung des Risikos hinsichtlich Auswirkung und Eintrittswahrscheinlichkeit.

Klassifizierung der Eintrittswahrscheinlichkeit

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Eintrittswahrscheinlichkeit Beschreibung
1% bis 5% Sehr gering
6% bis 25% Gering
26% bis 50% Mittel
51% bis 100% Hoch

Klassifizierung nach Auswirkungsgrad

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Erwartete Auswirkung in T€ Grad der Auswirkung
T€ 0 bis T€ 25 Niedrig
>T€ 25 bis T€ 75 Moderat
>T€ 75 bis T€ 125 Wesentlich
>T€ 125 bis T€ 750 Gravierend

Aus der Kombination der erwarteten Eintrittswahrscheinlichkeit und der erwarteten Auswirkung des Risikos erfolgt die Klassifizierung des Risikos in hoch, mittel und gering.

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Auswirkung
Gravierend Mittel Mittel Hoch Hoch
Wesentlich Mittel Mittel Mittel Hoch
Moderat Gering Mittel Mittel Mittel
Niedrig Gering Gering Mittel Mittel
Eintrittswahrscheinlichkeit Sehr gering Gering Mittel Hoch

7.1 Wesentliche Risiken

Die Geschäftstätigkeit des Konzerns ist grundsätzlich einer Reihe von Risiken ausgesetzt, deren Eintritt einzeln oder zusammen mit anderen Umständen die Geschäftstätigkeit des Konzerns erheblich beeinträchtigen und unter Umständen erhebliche bis existenzgefährdende nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben können.

Dabei geht das Management des Konzerns gemäß der Risikopolitik grundsätzlich nur solche Risiken ein, die im Rahmen der Wertschaffung unvermeidbar, jedoch kontrollierbar sind. Das dazu erforderliche Risikomanagement ist in den Kerngeschäftsprozess und in die eingesetzten Systeme des Konzerns eingebunden.

Hinsichtlich der Art der Risiken, ihrer Auswirkungen und der Eintrittswahrscheinlichkeit werden nachfolgend nur die als wesentlich erachteten Risiken beschrieben, die das Geschäft sowie die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage maßgeblich beeinflussen können.

Die pferdewetten.de AG ist als Mutterunternehmen mittelbar den Wirkungen von Risiken unterworfen, denen die Konzern-Tochtergesellschaften ausgesetzt sind. Die nachstehend beschriebenen Risiken gelten somit, wenn nicht explizit angeführt, in ihrer mittelbaren Wirkung auch für die pferdewetten.de AG.

7.1.1 Rechtliche und regulatorische Risiken

Risiken aus Glücksspieländerungsstaatsvertrag, Gewährung von Lizenzen

Der Konzern bietet zum Bilanzstichtag Wetten auf Pferderennen an bzw. vermittelt den Abschluss von Wetten. Außerdem werden seit Ende des Jahres 2017 Wetten auf Sportwetten angeboten. Im Bereich der Sportwette trägt der Konzern kein direktes Risiko, da hier der Lizenzgeber der Partner Cashpoint Malta ist. Das einzige Risiko ist hier eine Untersagung des Wettangebotes, was aktuell als sehr unwahrscheinlich einzustufen ist, da die Cashpoint Malta über eine maltesische Lizenz verfügt und außerdem bei der aktuellen deutschen Lizenzvergabe auf Platz 1 der möglichen Lizenzen steht. Noch vor der staatlichen Oddset Gesellschaft. Weiterhin hätte eine Untersagung keine negativen finanziellen Einflüsse, da die Gesellschaft sportwetten.de GmbH aktuell ein negatives Ergebnis ausweist und auch in naher Zukunft aufgrund von Investitionen keinen wesentlichen Beitrag zum Konzernergebnis leisten wird.

Der Rechtsrahmen für das Anbieten und Vermitteln von Pferdewetten in Deutschland ist seit dem Inkrafttreten des neuen Glücksspieländerungsstaatsvertrages im Juli 2012 in vielen Punkten noch ungeklärt. Für das Veranstalten von Pferdewetten für deutsche Kunden im Internet ist nach § 27 Glücksspieländerungsstaatsvertrag eine Genehmigung (Lizenz) erforderlich. Zuständig für die Gewährung einer Lizenz ist das Land Hessen. Hier hat unser Buchmacher auf Malta bereits in 2012 einen Antrag auf Lizenzerteilung gestellt. Seit Anfang 2014 wird mit den Behörden konstruktiv und regelmäßig an den Lizenzbedingungen und allgemeinen Voraussetzungen gearbeitet. Mit Schreiben vom 22. Juni 2015 wurde der Gesellschaft eine Grunderlaubnis zur Veranstaltung und Vermittlung von Pferdewetten im Inland durch die zuständige Behörde bis 30. Juni 2019 erteilt, die 2019 bis 30. Juni 2021 verlängert wurde. Sie enthält Auflagen betreffend die Vermittlung von Pferdewetten an bestimmte Veranstalter im Inland und Ausland, aber noch keine Bedingungen, wie z.B. die Höhe der zulässigen monatlichen Wetteinsätze für deutsche Kunden. Die Grunderlaubnis ist Voraussetzung für die Erteilung einer Interneterlaubnis (Lizenz), die Ende 2018 erteilt wurde. Der Konzern hat sich mit der Behörde bei einigen Auflagen verglichen, sodass die jetzigen Regelungen akzeptabel sind. Diese Lizenz und deren Ausnahmeregelungen enden jedoch Mitte 2021. Aktuell geht der Konzern davon aus, dass die bestehende Lizenz und deren ausgehandelten Auflagen verlängert werden. Ein neuer Glückspielstaatsvertrag mit einer Umsetzung ab 1. Juli 2021 ist für den Konzern aufgrund der Erfahrungen der letzten Jahre aktuell nicht vorstellbar. Falls dieses jedoch eintreffen würde, könnte nach aktuellem Stand das lukrative Casino Produkt starten. Negative Folgen aufgrund von weiteren Einschränkungen werden aber auch erfolgen, können aber aktuell noch nicht monetär erfasst werden. Es spricht zum heutigen Zeitpunkt nichts dagegen, dass auch die genehmigten Ausnahmeregelungen von der Wetteinsatzbeschränkung bei einer erneuten Lizenz bestehen bleiben. Jedoch kann dies aktuell nicht gesichert dargestellt werden.

Eine Beschränkung des monatlichen Wetteinsatz je deutschen Kunden von T€ 1 sowie ein gleichzeitiger Wegfall der aktuell gewährten Ausnahmeregelung für einen monatlichen Wetteinsatz je deutschen Kunden von T€ 100 bei vorheriger Selbstauskunft des Kunden würde die Entwicklung des Konzerns mit der heutigen Ausrichtung stark beeinträchtigen, da sich der Umsatz mit Kunden, die sich über die Länderkennzeichen Deutschland auf der Wettplattform registrieren, deutlich vermindern würde. Ebenso würde eine Entziehung der Lizenz oder eine Ablehnung des Antrags für eine Verlängerung der Lizenz eine erhebliche Beeinträchtigung der künftigen Entwicklung darstellen. Entsprechend würde ein erheblicher Teil der Umsatzerlöse und Erträge des Konzerns wegfallen, was auch die Möglichkeit von Investitionen in den weiteren Ausbau des Sportwetten-Geschäfts beeinträchtigen würde. Da nach aktuellen Gesprächen nichts gegen eine Weiterführung der bisherigen Auflagen und eine Verlängerung der Lizenz spricht, hat der Konzern das Risiko einer Wetteinsatzbeschränkung nicht in die Unternehmensplanung einkalkuliert.

Im Rahmen unseres internen Risikoberichts haben wir das Risiko einer Nichtverlängerung der Lizenz, einer Verschärfung der Auflagen bzw. eines Entfalls der Ausnahmereglung als gering klassifiziert und damit gegenüber dem Vorjahr ("mittel") angepasst.

Werberichtlinie

Zusätzlich wurde im Rahmen der Umsetzung des neuen Glücksspieländerungsstaatsvertrags eine Werberichtlinie durch die Bundesländer erlassen, die ab Februar 2013 in Kraft getreten ist. Nach diesen neuen Vorschriften ist es dem Konzern durch Verbote von Newslettern oder Online-Werbung erschwert, Neukunden zu gewinnen. Erste Klagen gegen diese Werberichtlinien sind in der Vergangenheit bereits zu Gunsten der Kläger entschieden worden. Hinzu kommt, dass auf der Basis unserer Recherchen der bayerische Verfassungsgerichtshof es den dortigen Landesbehörden im September 2017 bereits aus verfassungsrechtlichen Gründen untersagt hat, die Werberichtlinie weiter anzuwenden. Inwieweit diese Entscheidung im Bundesland Bayern auch auf andere Länder abfärbt, kann nicht beurteilt werden, soll aber verdeutlichen, wie unsicher und unterschiedlich die Rechtsauffassung in den einzelnen Ländern ist.

Die Gesellschaft hat einen Antrag auf eine Werbeerlaubnis gestellt, über die aber noch nicht entschieden wurde.

Im Rahmen unseres internen Risikoberichts haben wir das Risiko wie im Vorjahr als gering klassifiziert.

Verbot der Vermittlung an ausländische Rennvereine

In 2018 wurde der netX Betting Ltd. eine Lizenz nach dem neuen Glückspieländerungsstaatsvertrag erteilt. Demnach ist dieses Risiko seit 2018, wie erwartet, hinfällig.

Das rechtliche und regulatorische Risiko der pferdewetten.de AG ist durch Investitionen und Standorte im Ausland vermindert, da dort das rechtliche Umfeld für Glücksspielunternehmen deutlich besser strukturiert ist als in Deutschland.

Die vorhandenen Lizenzen in Deutschland, die Lizenz der Malta Gaming Authority (MGA), Lizenz des Buchmachers in Malta und die Buchmacherlizenz für das Wettbüro München, mit denen die Pferdewetten angeboten werden können, sind zudem teilweise befristet. Es besteht grundsätzlich ein Risiko, dass diese Lizenzen nicht verlängert werden. Die Lizenz des Buchmachers in Malta ist 2018 erneuert worden und bis zum 30. März 2026 gültig.

Im Rahmen unseres internen Risikoberichts haben wir das Risiko wie im Vorjahr als mittel klassifiziert.

7.1.2 Aktienrecht

Die pferdewetten.de AG hat gemäß Anhörungsschreiben der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) versäumt, die positiven Halbjahreszahlen des Konzerns für 2012 per ad-hoc-Meldung vorab zu veröffentlichen. Dieses stellt einen Verstoß gegen den Emittenten-Leitfaden dar, da die Ergebnisse deutlich besser als in den Vorjahren waren und somit alle Marktteilnehmer vorzeitig von der positiven Entwicklung hätten unterrichtet werden müssen.

Im Juli 2013 hat die BaFin ein zweites Verfahren wegen des Verdachts der verspäteten ad-hoc-Mitteilung über den Kauf der "equi8"-Plattform eingeleitet. Nach der Anhörung des Konzerns wurde die Angelegenheit Anfang September 2013 an das für die Verfolgung von Ordnungsmäßigkeiten zuständige Referat weitergegeben. Auch hier ist die pferdewetten.de AG der Meinung, dass sie den Pflichten ausreichend nachgekommen ist.

Beide Verfahren wurden 2018 beendet und insgesamt mit einer Geldbuße im niedrigen 5 stelligen Bereich abgegolten.

Am 2. März 2018 hat jedoch die Bafin erneut ein Anhörungsschreiben bezüglich einer eventuellen verspäteten Adhoc Mitteilung zum Einstieg in den Sportwettenmarkt versendet. Dieses Verfahren wurde 2019 ohne Bußgeld eingestellt.

Da aktuell alle Verfahren beendet sind, jederzeit allerdings neue Verfahren entstehen können, wenn das Management des Konzerns anderer Meinung ist als die Börsenaufsicht, wird das Risiko weiterhin als mittel klassifiziert.

7.1.3 Wettbewerbsumfeld

Der Pferderennsport befindet sich in Deutschland weiterhin in einer schwierigen Lage. Rennbahn-Schließungen und die schlechte wirtschaftliche Situation der Rennvereine und Dachverbände können zu einer weiteren Verringerung des Rennangebotes führen. Dadurch können weniger in Deutschland stattfindende Wetten von den Konzerngesellschaften angeboten werden, was sich negativ auf die Umsätze im Pferdewettbereich der Gesellschaft auswirken kann.

Die Anzahl der Pferdewettanbieter im Internet war in 2019 unverändert. Die Gesellschaft geht aber davon aus, dass immer wieder neue Wettbewerber in den Markt eintreten können, da keine technischen Zugangsbarrieren für diesen Markt bestehen. Denkbar ist insbesondere der Markteintritt ressourcen- und markenstarker Unternehmen, die bereits außerhalb Deutschlands Internet-Wetten veranstalten oder auch auf anderen Gebieten des e-commerce tätig sind. Dies könnte es ihnen ermöglichen, mehr Mittel als die Gesellschaft in die Entwicklung und Förderung ihrer Dienstleistungen zu investieren. In diesem Zusammenhang ist der größte Wettbewerber, der Betreiber der Domain racebets.com, von einem großen schwedischen Sportwettanbieter in 2018 übernommen worden. Ob dies zu nachhaltig negativen Auswirkungen führt, kann noch nicht abschließend beurteilt werden.

Die Wettbewerber könnten außerdem mehr Mittel in die Entwicklung neuer Dienste investieren, weiterreichende Marketingkampagnen durchführen, eine aggressivere Preispolitik einführen und den Nutzern, den vorhandenen und potenziellen Mitarbeitern, Werbekunden und sonstigen Partnern attraktivere Angebote unterbreiten. Die Konkurrenten der Gesellschaft könnten Produkte entwickeln, die den von der Gesellschaft angebotenen ähnlich oder ihnen überlegen sind oder aus sonstigen Gründen eine größere Marktakzeptanz erreichen als die Angebote von der Gesellschaft.

Des Weiteren können die Margen aufgrund zunehmenden Wettbewerbes unter Druck kommen.

Das Risiko der pferdewetten.de AG wird vermindert durch den Ausbau des Angebots von internationalen Rennveranstaltungen und den verstärkten Eintritt in den internationalen Markt, teilweise auch durch Kooperationen mit dort führenden Anbietern, die über die ausländischen Tochtergesellschaften für ausländische Kunden angeboten werden.

Im Rahmen unseres internen Risikoberichts haben wir das Risiko wie im Vorjahr als mittel klassifiziert.

7.1.4 Steuerliche Risiken

Steuerliche Außenprüfungen haben bisher bei der pferdewetten.de AG und der pferdewetten-service.de GmbH vollumfänglich stattgefunden. Hieraus ergaben sich keine wesentlichen Beanstandungen. Es kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass die Gesellschaft und/​oder ihre Tochtergesellschaften von nennenswerten Nachzahlungsverpflichtungen in Zukunft betroffen sein könnten.

Zudem kann es nach dem Bilanzstichtag durch mittelbare oder unmittelbare Anteilserwerbe am Grundkapital der pferdewetten.de AG zur Anwendung des § 8c KStG und damit zum Wegfall von aktivierten und nicht aktivierten steuerlichen Verlustvorträgen kommen. Sollten aus derartigen schädlichen Anteilserwerben steuerliche Verlustvorträge nicht mehr nutzbar sein, so könnte dies wegen der zum Bilanzstichtag im Konzern noch vorhandenen und teilweise aktivierten latenten Steuern auf Verlustvorträge negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben bzw. auf Ebene des Mutterunternehmens zu steuerlichen Mehrbelastungen führen.

Im Rahmen unseres internen Risikoberichts haben wir das Risiko daher wie im Vorjahr als mittel klassifiziert.

7.1.5 IT-Risiken

Für die Abwicklung der angebotenen Wetten ist die Gesellschaft auf das Funktionieren der dabei verwendeten, automatisch ablaufenden technischen Systeme und Strukturen angewiesen. Die Gesellschaft ist deshalb in Bezug auf ihre Geschäftstätigkeit und die Durchführung ihrer Expansionspläne gerade auch in technologischer Hinsicht in hohem Maße von Partnerschaften mit Dritten abhängig.

Die Funktionsfähigkeit dieser Systeme ist deshalb für die gesamte Geschäftstätigkeit der Gesellschaft, aber auch für ihre Attraktivität für die Kunden, von entscheidender Bedeutung. Allerdings können Fehler in der Funktionsweise dieser Systeme jederzeit auftreten, so dass die damit verbundenen Beeinträchtigungen die Geschäftstätigkeit der Gesellschaft, aber auch ihren Ruf bei den Kunden, negativ beeinflussen können.

Server-Technologie:

Die Gesellschaft ist in Bezug auf die Unterbringung und die Bereitstellung von Internetanbindungen auf Dritte angewiesen. Sie muss sich darauf verlassen, dass diese konzernfremden Serviceanbieter ("Provider") ihre Ausrüstung vor menschlichem Versagen, Feuer, Hochwasser, Stromausfall, Telekommunikationsausfall, Sabotage, Vandalismus, Eindringen Unbefugter in das System und vor ähnlichen Ereignissen, so z. B. auch Denial-of-Service-Angriffen, geschützt haben. Die Leistung der Server sowie von Hardware und von Software der Netzwerk-Infrastruktur der Gesellschaft ist ausschlaggebend für die ordnungsgemäße Abwicklung der Geschäfte und den Ruf der Gesellschaft sowie ihre Fähigkeit, Nutzer - und damit auch Kunden und Kooperationspartner - zu gewinnen. Ein unerwarteter und/​oder beträchtlicher Anstieg der Nutzung der Web-Site der Gesellschaft könnte die Kapazität ihres Systems stark beanspruchen, was unter Umständen zu einer längeren Reaktionszeit oder zu Systemausfällen führen könnte. Verlangsamungen oder Systemausfälle wirken sich negativ auf die Geschwindigkeit und Reaktionsfähigkeit der Web-Site der Gesellschaft aus. Sie würden die Funktionalität ihrer Wettangebote und die daraus resultierenden Erfahrungen der Nutzer beeinträchtigen, damit die Umsätze der Gesellschaft reduzieren und ihre Attraktivität als Kooperationspartner mindern.

Risiko von Mängeln der eigenen IT-Infrastruktur:

Die Pflege und Weiterentwicklung der bestehenden Hardware-Systeme wird vorrangig durch eine Tochtergesellschaft der pferdewetten.de AG betrieben. Bestandteil der Betreuungsleistungen ist außerdem die Pflege der Datenbanken und der Internetseiten sowie die Versorgung der Internetseiten mit aktuellen Informationen zu Sportereignissen und Sportergebnissen. Der Konzern reduziert das Risiko, indem interne wie auch externe (durch Vereinbarung mit geeigneten Dienstleistungsunternehmen) Back-up-Systeme schnell einsetzbar sind. Durch den kontinuierlichen Aufbau einer eigenen IT-Abteilung seit 2017 soll der Abhängigkeit von Dritten bzw. durch eigene Überwachungshandlungen Risiken im IT-Betrieb entgegengewirkt werden.

Risiken aus der Nutzung des Internet:

Aufgrund der Nutzung des Internets als Hauptvertriebskanal für die Angebote der Gesellschaft und von deren Tochtergesellschaften ist nicht ausgeschlossen, dass die Gesellschaft bei dessen weiterer Entwicklung den Anschluss verliert oder sich technische Beschränkungen negativ auf den Geschäftsbetrieb der Gesellschaft auswirken.

Der Konzern reduziert die IT-Risiken, indem interne wie auch externe (durch Vereinbarung mit geeigneten Dienstleistungsunternehmen) Back-up-Systeme schnell einsetzbar sind. Im Rahmen unseres internen Risikoberichts haben wir die IT-Risiken wie im Vorjahr als gering klassifiziert.

7.1.6 Risiko von Mängeln wesentlicher Software

Für die Abwicklung der Wettvorgänge nutzen die Gesellschaft und ihre Tochtergesellschaften bestimmte, für ihre Zwecke speziell entwickelte Software. Der Bestand, zumindest die ungestörte Fortentwicklung der Gesellschaft, hängt davon ab, dass die Software im Wesentlichen fehlerfrei funktioniert. Sich etwa zeigende erhebliche Defekte der Software können dazu führen, dass die Funktionalität der Internet-Seiten der Gesellschaft beeinträchtigt oder gar aufgehoben wird oder die Wettvorgänge nicht mehr abgewickelt werden können.

Im Rahmen unseres internen Risikoberichts haben wir das Risiko wie im Vorjahr als mittel klassifiziert.

7.1.7 Operative Risiken

Es besteht ein Risiko, dass aufgrund unausgewogener Gewinnentwicklungen bei den Buchmacherwetten Kunden signifikante Gewinne erzielen und daraus resultierend Deckungsbeiträge nicht in ausreichender Höhe erzielt werden können. Diesem begegnet der Konzern mit entsprechenden Limitierungen in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen sowie einem Risikomanagement, bei dem die Relation der Wetteinsätze und potenziellen Gewinnauszahlungen überwacht und gesteuert wird. Weiter besteht die Möglichkeit, dass für den Konzern wichtige Kunden aufhören, auf der Internetseite ihre Wetten zu platzieren. So werden beispielsweise mit einem Kunden mehr als 10% des Umsatzes erzielt.

Im Rahmen unseres internen Risikoberichts haben wir das Risiko wie im Vorjahr als mittel klassifiziert.

7.1.8 Liquiditätsrisiken

Die Gesellschaft ist als Wachstumsunternehmen in einem risikobehafteten Marktumfeld einzuordnen, womit insbesondere die Aufnahme von Fremdmitteln erschwert werden könnte, oder der Konzern womöglich in der Zukunft nicht ausreichende Finanzierungsquellen in erforderlicher Höhe erschließen kann.

Das Volumen von Zahlungsströmen aus dem operativen Betrieb kann, bedingt durch saisonale Einflüsse bei den im Wettbetrieb angebotenen Veranstaltungen, aufgrund vertraglicher Verpflichtungen von den Auszahlungserfordernissen abweichen. Diesem begegnet der Konzern mit einem Liquiditätsmanagement, indem Einzahlungserwartungen und Auszahlungserfordernisse sowie die verfügbaren liquiden Mittel permanent überwacht und gesteuert werden.

Unter Berücksichtigung der vorhandenen freien Mittel zum Bilanzstichtag sowie den geplanten Umsätzen in 2020 und den Folgejahren weist der Liquiditätsplan einen Zahlungsmittelüberschuss aus, so dass ausreichend Liquidität und Kapital vorhanden sind, um die Unternehmensfortführung der pferdewetten.de AG und des Konzerns weiterhin zu gewährleisten. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass die geplante Umsatz- und Ertragserwartung sowie die erwarteten Zahlungsmittelzuflüsse aus der laufenden Geschäftstätigkeit nicht deutlich unterschritten werden.

Im Rahmen unseres internen Risikoberichts haben wir das Risiko daher wie im Vorjahr als gering klassifiziert.

Etwaige negative Auswirkungen des Glücksspieländerungsstaatsvertrags aufgrund der darin geregelten Wetteinsatzbeschränkung deutscher Spieler von monatlich T€ 1 wurden für den Bereich der Buchmacherwetten im Rahmen der Unternehmensplanung berücksichtigt. Da der Wettumsatz in Höhe von ca. 16% in Deutschland erzielt wird, könnte sich die Nichterteilung einer Ausnahmegenehmigung negativ auf die Geschäftsentwicklung und damit Liquidität auswirken. Wir verweisen auf die Erläuterungen im Abschnitt 7.1.1 sowie auf die dortigen Erläuterungen zur Risikoklassifizierung.

7.1.9 Angaben nach § 315 Abs. 2 Nr. 1b HGB

Die Risiken aus Wechselkursveränderungen werden als geringfügig eingestuft. Im operativen Bereich werden Transaktionen fast ausschließlich in Euro abgerechnet und Fremdwährungstransaktionen innerhalb einer so kurzen Zeitspanne abgewickelt, die - auch aufgrund des Volumens dieser Transaktionen - lediglich ein geringfügiges Risiko enthalten.

Zinsrisiken werden ebenfalls als geringfügig eingestuft, weil Darlehensgewährungen entweder mit festen Zinsvereinbarungen abgeschlossen worden sind oder aufgrund ihrer geringen Restlaufzeit nur Risiken von untergeordneter Bedeutung aus Veränderungen des Zinssatzes erfahren können. Der Konzern hat keine zinstragenden Verbindlichkeiten gegenüber Dritten.

Risiken bezüglich des Zahlungsausfalls von wesentlichen Forderungen werden fortlaufend überwacht und gesteuert. Die kurzfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerte beinhalten neben den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im Wesentlichen Forderungen gegen Kreditkartenunternehmen und Online-Zahlungsdienstleister, die aus der Abwicklung des Zahlungsverkehrs im Rahmen des Wettgeschäftes resultieren, sowie gegenüber Mitarbeitern. Diese sind wie auch die sonstigen nicht finanziellen Vermögenswerte in der Regel kurzfristig zwischen 30 und 90 Tagen oder innerhalb eines Jahres fällig. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind nach 30 Tagen fällig. Bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die älter als ein Jahr sind, erfolgt grundsätzlich eine Wertberichtigung. Der wesentliche Teil der langfristigen Forderungen besteht aus Darlehen an den Vorstand und einen Mitarbeiter des Konzerns, die zusätzlich weitreichend besichert sind.

Liquiditätsrisiken bestehen aufgrund der derzeit vorhandenen frei verfügbaren Mittel und auf Basis des aktuellen Liquiditätsplans nicht. Überschüssige finanzielle Mittel wurden im Berichtsjahr in relativ sichere Fonds und Aktien angelegt. Die Anlage des Depots erfolgt mit einer langfristigen Halteabsicht, jedoch sind die Investitionen in Einzelwerte innerhalb dieses Depots aufgrund von Marktanpassungen und Kursschwankungen eher kurzfristig anzusehen. Da die Anteile an den Investmentfonds und Aktien börsennotiert sind unterliegt der Konzern ebenso Preisrisiken (Kursschwankungen), die sich auf die Bewertung auswirken können.

7.1.10 Angaben nach § 289 Abs. 2 Nr. 2b HGB

Für die pferdewetten.de AG besteht das Risiko, dass die bilanzierten Forderungen gegen verbundene Unternehmen ausfallen könnten. Sie betragen ca. 60 % des Vermögens der pferdewetten.de AG und entfallen in Höhe von T€ 9.346 (Vorjahr T€ 6.714) vor allem auf die pferdewetten-service.de GmbH, mit der ein Gewinnabführungsvertrag besteht. Die Werthaltigkeit der Forderungen gegen Tochtergesellschaften wird auf der Basis der Unternehmensplanung der Tochtergesellschaften regelmäßig überwacht. Auf der Basis der Unternehmensplanung ergaben sich keine Hinweise auf eine Wertminderung der Forderungen. Zugleich ergeben sich daraus keine Hinweise auf eine Wertminderung der Anteile an verbundene Unternehmen, die in Höhe von T€ 753 bilanziert sind.

Infolge der Anlage von finanziellen Mitteln in kurzfristig veräußerbare Kapitalmarktpapiere, unterliegt die pferdewetten.de AG ebenso Preisänderungsrisiken (Aktienkursschwankungen), die sich auf die Bewertung der unter den Wertpapieren des Umlaufvermögens ausgewiesenen Kapitalmarktpapieren auswirken können. Zum Bilanzstichtag erfolgte eine Abwertung auf den Börsenwert in Höhe von T€ 21. Ausgehend von der Fondstruktur und der Performance des jeweiligen Fonds in 2019 wird die im Berichtsjahr vorgenommenen Abwertung als nicht langfristig angesehen. Neben der erfolgten Abwertung konnte festgestellt werden, dass der Zeitwert einiger Papiere im Depot über den Anschaffungskosten lag. Die damit verbundene Aufwertung wurden aufgrund des Realisationsprinzips im handelsrechtlichen Einzelabschluss nicht erfasst. Insoweit wird das Preisänderungsrisiko als gering eingestuft.

Liquiditätsrisiken bestehen aufgrund der derzeit vorhandenen frei verfügbaren Mittel und auf Basis des aktuellen Liquiditätsplans nicht. Es wird insoweit auf die Erläuterungen unter Abschnitt 7.1.8 verwiesen.

Zinsrisiken werden ebenfalls als geringfügig eingestuft, weil Darlehen entweder mit festen Zinsvereinbarungen abgeschlossen worden sind oder aufgrund ihrer geringen Restlaufzeit nur Risiken von untergeordneter Bedeutung aus der Veränderungen des Zinssatzes erfahren können. Zudem sind die unter den sonstigen Ausleihungen erfassten Darlehensansprüche gegenüber dem Vorstand und einem Mitarbeiter ausreichend besichert. Der pferdewetten.de AG hat keine zinstragenden Verbindlichkeiten gegenüber Dritten.

7.1.11 Risiken durch Epidemie oder Pandemie

Die Risiken aus Volkskrankheiten werden grundsätzlich in der Online- Pferde- und Sportwette als gering eingestuft. Jedoch führt die aktuelle Entwicklung durch das zunächst in China aufgetretene Virus COVID 19 zu einer geänderten Risikobetrachtung.

Die Veranstaltung von Pferderennen ist für den Konzern enorm wichtig. Ein weltweiter Ausfall aller Pferderennen über einen langen Zeitraum von mehreren Jahren kann für den Konzern existenzbedrohend sein. Ein kurz- bis mittelfristiger Ausfall aller Veranstaltungen von Pferderennen in einem Zeitraum, der nicht mehrere Jahre beträgt, hätte dagegen noch keine Bestandsgefährdung zur Folge, da der Konzern auch für solche außergewöhnlichen Zeiten genügend Rücklagen in Form von liquiden Mitteln und kurzfristig veräußerbaren Wertpapieren gebildet hat und zudem in der Lage wäre, kurzfristig erhebliche Kosten-einsparungen, insbesondere durch die Reduzierung von Marketingaufwendungen zu realisieren.

Besonders wichtig sind hier für den Konzern vor allem die Rennen in Frankreich und Schweden, die einen großen Anteil am Gesamtvolumen der Rennveranstaltungen ausmachen. Sämtliche Pferderennen wurden in Frankreich im März 2020 abgesagt. Die Pferderennen haben in diesen Ländern aber auch einen sehr hohen Stellenwert, sodass hier das Risiko der Absage von Rennen über einen Zeitraum von mehr als einem Jahr als gering eingestuft werden kann. Die erfolgte Absage von Rennen in Deutschland oder Italien treffen den Konzern nur in geringerem Maße, wenngleich auch hier der Zeitraum der Absagen nicht abschätzbar ist.

In der Sportwette sind vor allem Fußballspiele der Top Ligen in Europa, wie Deutschland, England, Spanien oder Italien wichtig. Die Absage aller Spiele dieser Ligen hat für den Konzern negative finanzielle Auswirkungen. Vor allem eine Absage der Spiele in Deutschland oder in den Europapokalen kann das Ergebnis in der Sportwette deutlich verschlechtern, während Spiele ohne Zuschauer eher als Chance verstanden werden können, da der Online Bereich dadurch gestärkt wird.

Insgesamt spielt die Sportwette aber noch keine wesentliche Rolle im Konzern. So kann das Risiko einer finanziellen Belastung als hoch, die Auswirkungen jedoch als gering eingestuft werden.

Die kurz- bis mittelfristige Absage aller Veranstaltungen von Sport- und insbesondere von Pferderennen in einem Zeitraum, der nicht mehrere Jahre beträgt, ist - wenn-gleich in diesem Fall keine Bestandsbedrohung vorliegt - dazu geeignet, die kurz- bis mittelfristige Entwicklung der pferdewetten.de AG sowie des pferdewetten Konzerns durch die damit zusammenhängende geringere Wettaktivität zu beeinträchtigen.

Im Rahmen unseres internen Risikoberichts haben wir das Risiko als hoch klassifiziert.

8 Chancenbericht

Die aktuelle pferdewetten.de-Seite und lotos-wetten.de-Seite sprechen hauptsächlich Kunden im deutschsprachigen Raum an. Die im Frühjahr 2017 in Betrieb genommene Wettplattform "Challenger" wird zusammen mit der betbird.com-Seite in den Folgejahren durch unterschiedliche Sprachen und ggf. auch Währungen oder Wettarten neue Möglichkeiten der internationalen Kundenansprache bieten. Diese Möglichkeiten kombiniert mit gezielten Marketing- und Vertriebsaktivitäten in ausländischen Kundenmärkten bieten dem Konzern die Chance, sich weltweit einem 100 Mrd. Euro-Markt zu öffnen.

Zusätzlich bietet die neue Wettplattform Schnittstellen, wodurch weiteren potenziellen Partnern das Angebot der pferdewetten.de zu Verfügung gestellt werden kann, um zusätzliche Kundengruppen zu akquirieren.

Daneben besteht die Möglichkeit, durch gezielte Marketing- und Vertriebsaktivitäten sowie gleichfalls technische Neuerungen auch auf dem heimischen Markt weitere Marktanteile zu gewinnen.

Der in 2012 geänderte Glücksspieländerungsstaatsvertrag kann zu Chancen für den pferdewetten.de-Konzern führen. So könnten die neuen Anforderungen und Regulatorien in Deutschland Markteintrittsbeschränkungen für neue Anbieter darstellen, die gleichzeitig eine Chance der etablierten Anbieter in Deutschland, wie der pferdewetten.de-Konzern, darstellen.

9 Zusammengefasste Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB und Konzernerklärung zur Unternehmensführung nach § 315d HGB /​ Stand: 2019

9.1 Berichterstattung und Entsprechenserklärung zur Corporate Governance

Der im Jahr 2002 von einer Regierungskommission des Bundesjustizministeriums erlassene und seither regelmäßig erweiterte Deutsche Corporate Governance Kodex stellt wesentliche gesetzliche Vorschriften zur Leitung und Überwachung deutscher börsennotierter Gesellschaften dar. Er enthält überdies international und national anerkannte Standards guter und verantwortungsvoller Unternehmensführung. Der Kodex soll das deutsche Corporate Governance-System transparent und nachvollziehbar machen und will das Vertrauen der internationalen und nationalen Anleger, der Kunden, der Mitarbeiter und der Öffentlichkeit in die Leitung und Überwachung deutscher börsennotierter Aktiengesellschaften fördern.

Der Deutsche Corporate Governance Kodex (DCGK) gilt in der Fassung vom 7. Februar 2017. Er enthält neben gesetzlichen Vorschriften anerkannte Corporate Gover- nance-Standards in Form von Empfehlungen und Anregungen. Eine gesetzliche Pflicht zur Befolgung dieser Standards besteht nicht, sondern dient als Messlatte für eine Selbstregulierung der Wirtschaft. Nach § 161 Aktiengesetz sind jedoch Vorstand und Aufsichtsrat aller börsennotierten Aktiengesellschaften in Deutschland dazu verpflichtet, eine jährliche Entsprechenserklärung zu den Empfehlungen des Kodex abzugeben.

Die pferdewetten.de AG und ihre in- und ausländischen Tochterunternehmen beschäftigten sich intensiv und verantwortungsvoll mit dem Thema Corporate Governance. Aufgrund der verhältnismäßig geringen Größe und der Struktur der pferde- wetten.de AG sind jedoch nicht sämtliche Kodex-Empfehlungen sinnvoll umzusetzen. Die letzte Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG haben Vorstand und Aufsichtsrat der pferdewetten.de AG im Februar 2020 auf der Website der pferdewetten.de AG veröffentlicht. Ebenso sind im Internet sämtliche bisherigen Entsprechenserklärungen dauerhaft zugänglich.

Wortlaut der Entsprechenserklärung 2020

Vorstand und Aufsichtsrat der pferdewetten.de AG erklären, dass den Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" in der Fassung vom 7. Februar 2017 seit der letzten Erklärung im Februar 2019 (mit der Aktualisierung Juli 2019) mit folgenden Ausnahmen entsprochen wurde und wird:

1. Selbstbehalt bei D&O Versicherung (Ziffer 3.8. Absatz 3 des Kodex):

Der Deutsche Corporate Governance Kodex sieht in Ziffer 3.8 Abs. 3 vor, dass bei Abschluss einer D&O-Versicherung für den Aufsichtsrat ein Selbstbehalt vereinbart werden soll.

Der den Aufsichtsrat ist kein Selbstbehalt vorgesehen. Der Aufsichtsrat hält für sich einen Selbstbehalt bei der D&O-Versicherung nicht für ein adäquates Mittel zur Erreichung der Ziele des Deutschen Corporate Governance Kodex. Solche Selbstbehalte werden typischerweise ihrerseits versichert, wodurch die eigentliche Funktion des Selbstbehalts unterlaufen wird.

2. Einrichtung eines Hinweisgebersystems für Beschäftigte (Ziff. 4.1.3 Satz 3 1. HS des Kodex)

Nach der Empfehlung in Ziff. 4.1.3 Satz 3 1. HS DCGK soll Beschäftigten auf geeignete Weise die Möglichkeit eingeräumt werden, geschützt Hinweise auf Rechtsverstöße im Unternehmen zu geben.

Vorstand und Aufsichtsrat sind der Auffassung, dass aufgrund der geringen Unternehmensgröße sowie der unternehmensinternen Vertrauenskultur etwaige Rechtsverstöße direkt kommuniziert werden. Außerdem stehen Vorstand und Aufsichtsrat einem Hinweisgebersystem aufgrund der damit verbundenen potentiellen Nachteile, so insbesondere des Missbrauchsrisikos und einer Atmosphäre des Misstrauens mit negativen Auswirkungen auf Betriebsklima und Mitarbeitermotivation, ablehnend gegenüber.

3. Alleinvorstand (Ziffer 4.2.1. Satz 1 des Kodex):

Aufgrund der Größe der pferdewetten.de AG und den damit verbundenen Aufgaben des Vorstands wurde ein Alleinvorstand bestellt. Eine Geschäftsordnung zur Regelung der Ressortzuständigkeiten bei mehreren Vorständen und der erforderlichen Mehrheiten bei Vorstandsbeschlüssen in einer Geschäftsordnung ist daher entbehrlich. Unabhängig davon unterliegt der Vorstand einer Geschäftsordnung.

4. Vergütung des Vorstands (Ziffer 4.2.2 und 4.2.3 des Kodex):

Gemäß Ziffer 4.2.3 Abs. 2 haben variable Vergütungsteile grundsätzlich eine mehrjährige Bemessungsgrundlage, die im Wesentlichen zukunftsbezogen sein soll und sowohl positiven als auch negativen Entwicklungen Rechnung tragen soll.

Eine Begrenzung ist im bestehenden Vergütungsmodell nur teilweise, und zwar für einen Teil der variablen Vergütung vorgesehen. Ferner tragen die variablen Vergütungsbestandteile einer negativen Entwicklung derzeit keine Rechnung. Auch eine mehrjährige Bemessungsgrundlage besteht nicht.

Der Aufsichtsrat hält die Vergütung des Vorstands trotz der vorstehend genannten Abweichungen vom Kodex für angemessen.

Nach der Empfehlung des Kodex in Ziffer 4.2.2 Abs. 2 S. 3 soll der Aufsichtsrat das Verhältnis der Vorstandsvergütung zur Vergütung des oberen Führungskreises und der Belegschaft insgesamt auch in der zeitlichen Entwicklung berücksichtigen.

Bei der Neubestellung 2018 wurde die Vorstandsvergütung angepasst. Dabei spielten die wesentliche Rolle die Leistungen, die der heutige Vorstand der Gesellschaft bereits erbracht hat. Auch auf Grund der geringen Unternehmensgröße und der Anzahl der Beschäftigten erscheint die Ermittlung der Vorstandsvergütung auf Grund des Vergleichs zur Vergütung des oberen Führungskreises und der Belegschaft insgesamt als nicht zweckmäßig.

5. Nachfolgeplanung, Diversity und Altersgrenze für Vorstandsmitglieder und Aufsichtsratsmitglieder (Ziffer 5.1.2; 5.4.1 des Kodex):

Der Aufsichtsrat soll bei der Zusammensetzung des Vorstands auch auf Vielfalt (Diversity) achten und mit dem Vorstand, diesen betreffend, für eine langfristige Nachfolgeplanung sorgen. Der Aufsichtsrat entscheidet bei der Besetzung des Vorstands allein nach Sachverstand und Kompetenz. Der Vorstand besteht aus einer Person.

Eine langfristige Nachfolgeplanung für den Vorstand ist auf Grund des Alters des Vorstands und der Größe des Unternehmens bisher nicht angezeigt.

Der Kodex empfiehlt in Ziffer 5.1.2 Absatz 2 ferner die Festlegung einer Altersgrenze für Vorstandsmitglieder sowie in Ziffer 5.4.1 die Festlegung einer Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder. Bei der pferdewetten.de AG bestehen für Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats derzeit keine Altersgrenzen, da die Festlegung einer bestimmten Altersgrenze nicht adäquat ist, sondern vor allem die erforderlichen Kenntnisse und Erfahrungen relevant sind.

6. Bildung von Ausschüssen (5.3.1 Satz 1, 5.3.2 Absatz 1, 5.3.3 des Kodex):

Mit Blick auf die Größe der Gesellschaft und die damit verbundene Größe der Besetzung des Aufsichtsrats der Gesellschaft mit vier Mitgliedern besteht bei der pferdewetten.de AG derzeit lediglich ein Beschluss des Aufsichtsrats vorbereitender Planungs- und Prüfungsausschuss (Audit Committee).

7. Zusammensetzung des Aufsichtsrats (Ziffer 5.4.1. Abs. 2 und Abs. 4 Satz 1 und 2 des Kodex)

Der Aufsichtsrat hat keine konkreten Ziele -mit Ausnahme der nach dem Gleichstellungsgesetz geforderten Festlegung einer Zielgröße für den Anteil von Frauen im Aufsichtsrat- für seine Zusammensetzung entsprechend der Empfehlung in Ziffer 5.4.1 Abs. 2 festgelegt und ebenfalls kein Kompetenzprofil für das Gesamtgremium erarbeitet. Er hat bereits in der Vergangenheit bei seinen Personalvorschlägen allein nach Sachverstand und Kompetenz entschieden. Der Aufsichtsrat beabsichtigt, bei zukünftigen Wahlvorschlägen weiterhin vorrangig die fachliche und persönliche Kompetenz für die Entscheidung zu Grunde zu legen. Bedingt durch die geringe Anzahl von Aufsichtsratsmitgliedern und das Geschäftsfeld, in dem die Gesellschaft tätig ist, sieht der Aufsichtsrat von konkreten Zielsetzungen und der Erarbeitung eines Kompetenzprofils für das Gesamtgremium jeweils nach Ziffer 5.4.1. Abs. 2 des Kodex ab.

8. Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder (Ziffer 5.4.6 des Kodex)

Gemäß Ziffer 5.4.6 Abs. 1 Satz 2 sollen bei der Festlegung der Aufsichtsratvergütung der Vorsitz und der stellvertretende Vorsitz im Aufsichtsrat sowie der Vorsitz und die Mitgliedschaft in den Ausschüssen berücksichtigt werden.

Die heutige Vergütungsstruktur sieht die erhöhte Vergütung für den Vorsitzenden des Aufsichtsrats vor, allerdings nicht für den stellvertretenden Vorsitz und auch nicht für die Tätigkeit in Ausschüssen. Auf Grund der Unternehmensgröße und der damit verbundenen Größe des Aufsichtsrats der Gesellschaft mit vier Mitgliedern wurde nur ein Ausschuss, nämlich ein Planungs- und Prüfungsausschuss (Audit Committee) gebildet, in dem alle Aufsichtsratsmitglieder tätig sind. Mit der für sie vorgesehenen Aufsichtsratsvergütung ist die Mitarbeit im Audit Committee berücksichtigt.

Der Aufsichtsrat vertritt die Ansicht, dass die heutige Vergütungsstruktur der Größe und der wirtschaftlichen Situation des Unternehmens entspricht.

9.2 Unternehmensführungspraktiken

Die Einhaltung von Verhaltensmaßregeln, Gesetzen und Richtlinien ist zentraler Bestandteil des unternehmerischen Handelns bei der pferdewetten.de AG und ihrer in- und ausländischen Tochterunternehmen. Hierzu zählt neben der Beachtung von Recht, Gesetz und Satzung vor allem auch die Einhaltung der internen Regelwerke sowie der freiwillig eingegangenen Selbstverpflichtungen. Die Integrität im Umgang mit Mitarbeitern, Geschäftspartnern, Aktionären und der Öffentlichkeit ist für die pferdewetten.de AG ein unternehmerisches Selbstverständnis.

Als Unternehmen der Glücksspielbranche ist sich die Gesellschaft sehr wohl bewusst, dass die Teilnahme an Geschicklichkeits- und Glücksspielen auch zu problematischem Verhalten bei unseren Kunden führen kann. Durch Präventionsmaßnahmen und Aufklärung verfolgen wir konsequent das Ziel, unsere Kunden zu schützen und zum verantwortungsvollen Spielen anzuhalten. Des Weiteren führt ein professionelles Selbstlimitierungstool auf unserer Online-Wettplattform zu einer Vermeidung von unkontrollierten hohen Verlusten. Diese wichtige Aufgabe nehmen wir sehr ernst.

Die pferdewetten.de AG veröffentlicht regelmäßig und zeitnah Informationen über die wirtschaftliche Lage des Konzerns sowie alle wesentliche Neuigkeiten, die das Geschäft der pferdewetten.de-Gruppe betreffen. Der Geschäftsbericht, der Halbjahresfinanzbericht sowie die Konzernzwischenmitteilungen im ersten und zweiten Halbjahr werden im Rahmen der dafür vorgegebenen Fristen veröffentlicht. Aktuelle Ereignisse werden in Form von Presseinformationen und, falls erforderlich, ad hoc-Mitteilungen den Kapitalmarktteilnehmern und der Öffentlichkeit über geeignete elektronische Medien zugänglich gemacht.

9.3 Beschreibung von Arbeitsweise und Zusammensetzung von Vorstand, Aufsichtsrat und Ausschüssen

Vorstand

Allein-Vorstand der pferdewetten.de AG ist Pierre Hofer. Der Vorstand führt als Leitungsorgan die Geschäfte der Gesellschaft mit dem Ziel nachhaltiger Wertschöpfung in eigener Verantwortung und im Unternehmensinteresse.

Der Vorstand berichtet dem Aufsichtsrat regelmäßig über den Gang der Geschäfte und die Lage des Unternehmens einschließlich des Risikomanagements sowie über Compliance-Sachverhalte. Für herausragende Geschäftsvorgänge wie Planungsverabschiedung, größere Akquisitionen oder Kapitalmaßnahmen beinhaltet die Geschäftsordnung für den Vorstand Zustimmungsvorbehalte des Aufsichtsrats.

Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat berät und überwacht den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens. Er wird in die Strategie und Planung sowie in Fragen von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen eingebunden. Der Aufsichtsratsvorsitzende koordiniert die Arbeit im Aufsichtsrat, leitet dessen Sitzungen und nimmt die Belange des Gremiums nach außen wahr.

Der Aufsichtsrat der pferdewetten.de AG setzt sich aus dem Aufsichtsratsvorsitzenden Markus A. Knoss (seit 22. August 2014) und seinem Stellvertreter Sergey Lychak (seit 18. Juni 2013) sowie zwei weiteren Mitgliedern zusammen. Beide wurden bei der Hauptversammlung am 15. Mai 2018 für die Amtsdauer von 5 Jahren wiedergewählt.

Die Hauptversammlung vom 20. September 2016 hat beschlossen, die Anzahl der Aufsichtsratsmitglieder von 3 auf 4 zu erhöhen. Anschließend wurden die Herren Lars-Wilhelm Baumgarten (seit 20. September 2016) und Jochen Dickinger (seit 3. November 2016) in den Aufsichtsrat gewählt, dessen Amtszeit bis zur Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2020 befristet ist.

Der Aufsichtsrat wird vom Vorstand zeitnah und umfassend sowohl schriftlich als auch mündlich informiert. In den turnusmäßigen Sitzungen wird über die Planung, die Geschäftsentwicklung und die Lage des Konzerns einschließlich des Risikomanagements berichtet. Bei wesentlichen Ereignissen wird gegebenenfalls eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung einberufen.

Zurzeit besteht bei der pferdewetten.de AG lediglich ein für Beschlüsse des Aufsichtsrats vorbereitender Planungs- und Prüfungsausschuss (Audit Committee).

Die pferdewetten.de AG hat für alle Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung (D&O-Versicherung) abgeschlossen.

Vorstand und Aufsichtsrat sind dem Unternehmensinteresse der pferdewetten.de AG verpflichtet. Im abgelaufenen Geschäftsjahr traten keine Interessenskonflikte auf, die dem Aufsichtsrat unverzüglich offenzulegen waren. Kein Vorstandsmitglied hielt mehr als drei Aufsichtsratsmandate bei nicht zum Konzern gehörenden börsennotierten Aktiengesellschaften.

Angaben zu Zielgrößen und Fristen gemäß §§ 289f Abs. 2 Nr. 4, 315d HGB

Die pferdewetten.de AG hat einen Alleinvorstand, dem zum Zeitpunkt der Festlegung der Zielgröße keine Frau angehört. Der Vorstand, Herr Pierre Hofer, hat einen Dienstvertrag bis zum 31. Dezember 2022. Weiter hat die pferdewetten.de AG nur eine weitere Ebene unter dem Vorstand. Auch diese besteht nur aus einer männlichen Person mit einem unbefristeten Arbeitsvertrag. Es ist nicht geplant und wirtschaftlich auch nicht angezeigt, den Vorstand oder die 1. Ebene zu erweitern. Die pferdewetten.de AG hat gemäß der Satzung einen vierköpfigen Aufsichtsrat, dem zum Zeitpunkt der Festlegung der Zielgröße ebenfalls keine Frau angehört. Der Aufsichtsrat ist bis zum Ablauf der Hauptversammlung, die über das Geschäftsjahr 2020 bzw. 2022 beschließt, gewählt. Da sowohl der Vorstand einen gültigen Dienstvertrag besitzt als auch der Aufsichtsrat von der Hauptversammlung gewählt ist, hat der Aufsichtsrat am 30. September 2015 beschlossen, eine Zielgröße für den Frauenanteil im Vorstand, der 1. Ebene und im Aufsichtsrat der pferdewetten.de AG von 0 % festzusetzen. Diese Zielgröße sollte bis zum 30. Juni 2018 gehalten werden. Die Quote für den Frauenanteil im Vorstand, der 1. Ebene und im Aufsichtsrat wurde entsprechend des Beschlusses bei 0 % gehalten. Durch vorzeitige personelle Änderungen bzw. Ergänzungen im Aufsichtsrat hat dieser sich erneut mit der Frauenquote befasst. Aufgrund von spezifischen erforderlichen Branchenerfahrungen wurde die Frauenquote aber erneut auf 0 % bis zum 31. März 2022 festgesetzt.

Aktionäre und Hauptversammlung

Die Aktionäre üben ihre Rechte in der Hauptversammlung der Gesellschaft aus. Bei der Beschlussfassung entspricht jede Aktie einem Stimmrecht. Die Hauptversammlung wählt den Aufsichtsrat und stimmt über die Entlastung des Vorstands und des Aufsichtsrats ab. Ferner wählt die Hauptversammlung den vom Aufsichtsrat vorgeschlagenen Wirtschaftsprüfer. Sie entscheidet über die Verwendung des Bilanzgewinns, über Kapitalmaßnahmen, über zustimmungspflichtige Unternehmensverträge sowie über die Aufsichtsratsvergütung und Satzungsänderungen. Die ordentliche Hauptversammlung der pferdewetten.de AG findet jährlich statt; in besonderen Fällen sieht das Aktienrecht die Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung vor.

Jeder Aktionär, der sich rechtzeitig anmeldet, ist zur Teilnahme an der Hauptversammlung berechtigt. Aktionäre, die nicht persönlich teilnehmen können, haben die Möglichkeit, ihr Stimmrecht durch ein Kreditinstitut, eine Aktionärsvereinigung, die von der pferdewetten.de AG eingesetzten weisungsgebundenen Stimmrechtsvertreter oder einen sonstigen Bevollmächtigten ihrer Wahl ausüben zu lassen.

Die Einladung zur Hauptversammlung sowie die für die Beschlussfassungen erforderlichen Berichte und Informationen werden den aktienrechtlichen Vorschriften entsprechend veröffentlicht und auf der Internetseite der pferdewetten.de AG zur Verfügung gestellt.

9.4 Vergütungsbericht

Der Vergütungsbericht der pferdewetten.de AG erläutert die Grundlagen der Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat sowie deren Struktur und Höhe. Ferner werden Angaben zum Aktienbesitz von Vorstand und Aufsichtsrat sowie zu den meldepflichtigen Wertpapiergeschäften ("Directors Dealings") gemacht.

Vergütung des Vorstands

Das Vergütungssystem für den Vorstand sieht grundsätzlich neben einem Fixum erfolgsabhängige Komponenten vor, die sich am Unternehmenserfolg bemessen. Die Vorstandsvergütung wird vom Aufsichtsratsplenum beraten und festgelegt sowie regelmäßig überprüft.

Vergütungsstruktur

Mit Vereinbarung vom 24. April 2018 wurde die Amtszeit des Vorstandes Pierre Hofer vom 19. Juli 2018 bis zum 31. Dezember 2022 verlängert.

Ab dem 1. Januar 2018 erhält Herr Hofer rückwirkend eine jährliche erfolgsunabhängige Vergütung von € 320.000,00. Die erfolgsunabhängige Festvergütung wird monatlich als Gehalt gezahlt.

Die Höhe der erfolgsabhängigen Vergütung (Tantieme) ist von der Erreichung jährlicher, mittelfristiger und langfristiger Ziele abhängig. Diese ergeben sich aus jährlichen Steigerungsraten, die jeweils erfüllt werden müssen. Hierbei werden Ergebnissteigerungen in der Pferdewette, die Steigerung der Marktkapitalisierung der pferdewetten.de AG und die Umsatzsteigerung in der Sportwette berücksichtigt.

Die variable Vergütung wird nach Erreichen des jeweiligen Zieles und der Feststellung des erreichten Jahresergebnisses durch den Aufsichtsrat der Gesellschaft zur Zahlung an den Vorstand fällig. Sie ist auf jährlich maximal € 180.000,00 begrenzt.

Für die Dauer eines einjährigen nachvertraglichen Wettbewerbsverbots erhält Herr Hofer als Entschädigung 50% der zuletzt gewährten Bezüge. Auf die Entschädigung wird angerechnet, was Herr Hofer während der Dauer des Wettbewerbsverbots durch anderweitige Verwendung seiner Arbeitskraft erwirbt, soweit die Entschädigung durch Hinzurechnung der anderweitigen Einkünfte das zuletzt bezogene monatliche Bruttogehalt übersteigen würde.

Als Abfindung erhält Herr Hofer im Falle eines vorzeitigen Ausscheidens zwei Jahresgehälter. Falls die Restlaufzeit des Vertrags weniger als zwei Jahre beträgt, ist die Abfindung zeitanteilig zu berechnen.

Sonstige Leistungen

Herr Hofer wird ein angemessener Dienstwagen zur dienstlichen und privaten Nutzung auf Kosten der Gesellschaft zur Verfügung gestellt. Herr Hofer kann anstelle eines Dienstwagens eine Mobilitätszulage (Car Allowance) in Höhe von € 1.500 (brutto) monatlich in Anspruch nehmen.

Im Rahmen der im Geschäftsjahr 2016 gewährten Aktienoptionen an die Mitarbeiter der pferdewetten.de AG und deren Tochtergesellschaften wurden dem Vorstand insgesamt 86.900 Bezugsrechte gewährt. Grundlage der Gewährung ist der Beschluss der Hauptversammlung vom 20. September 2016, demnach die Erfüllung der gewährten Aktienoptionen aus dem bedingten Kapital 2016/​I erfolgt. Die Optionen sind mit Hilfe des Black-Scholes-Modells zum Börsenkurs bei Begebung (€ 8,03) bewertet worden. Bei der Bewertung wurde die Ausübungshürde, die Sperrfrist (4 Jahre) berücksichtigt. Die Optionen können nur ausgeübt werden, wenn der Kurs der Aktie bei Ausübung mindestens 120 vom Hundert des Kurses der Aktie bei Begebung erreicht. Dabei ist ebenfalls der gewichtete Durchschnittkurs der vorangegangenen drei Monate maßgeblich.

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Anzahl
Ausstehende Optionen zum 1.1.2019 86.900,00
Gewährte Optionen in 2019 0,00
Ausgeübte Optionen in 2019 0,00
Ausstehende Optionen zum 31.12.2019 86.900,00
Ausübbare Optionen zum 31.12.2019 0,00
Gewichteter Durchschnitt der restlichen Vertragslaufzeit in Jahren: 0,7
Ausübungspreis in Euro je Aktien 8,03

Der auf den Vorstand entfallende Anteil am erfassten Gesamtaufwand für die gewährten Aktienoptionen beträgt T€ 83 (Vorjahr T€ 83).

Vergütungshöhe

Für das Geschäftsjahr 2019 hat der Vorstand die folgende Vergütung erhalten:

Vorstandsvergütung 2019

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Pierre Hofer
Gewährte Zuwendungen Alleinvorstand
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(alle Beträge in €) Eintritt: 15. Juli 2010
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2018 2019 2019 (Min) 2019 (Max)
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Festvergütung 320.000 321.752 320.000 321.752
Nebenleistungen 17.135 23.920 23.920 23.920
Summe 337.135 345.672 343.920 345.672
Einjährige variable Vergütung 55.000 30.000 0 180.000
Mehrjährige variable Vergütung
langfristige Tantieme (bis 2018) 0 0 0 0
Aktienoptionen 0 0 0 0
Summe 55.000 30.000 0 180.000
Versorgungsaufwand 0 0 0 0
Gesamtvergütung 392.135 375.672 343.920 525.672

Bei der Festvergütung handelt es sich um das jeweilige Jahres-Bruttogehalt des Vorstands. Die Nebenleistungen umfassen geldwerte Vorteile aus Sachbezügen. Die Tantieme aus dem kurzfristigen Anreizsystem wird unter der einjährigen variablen Vergütung ausgewiesen. Daneben handelt es sich bei der mehrjährigen variablen Vergütung um den beizulegenden Zeitwert der Gewährung von Aktienoptionen aus dem in 2016 abgeschlossenen Aktienoptionsprogramm. Im Geschäftsjahr 2016 wurden dem Vorstand 89.600 Aktienoptionen gewährt.

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Pierre Hofer
Zufluss Gewährte Zuwendungen Alleinvorstand
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(alle Beträge in EUR) Eintritt: 15. Juli 2010
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2018 2019
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Festvergütung 320.000 321.752
Nebenleistungen 17.135 23.920
Summe 337.135 345.672
Einjährige variable Vergütung 178.893 55.000
Mehrjährige variable Vergütung langfristige Tantieme (bis 2018) 0 0
Aktienoptionen 0 0
Summe 178.893 55.000
Versorgungsaufwand 0 0
Gesamtvergütung 516.028 400.672

Die auf das Geschäftsjahr 2019 entfallende Tantieme für Herrn Hofer in Höhe von T€ 30 (Vorjahr: 55 T€) wird nach Feststellung des Jahresabschlusses der pferdewetten.de AG in Höhe von T€ 30 zur Zahlung fällig.

Vergütung des Aufsichtsrats

Die Aufsichtsratsvergütung wird von der Hauptversammlung beschlossen.

Vergütungsstruktur

Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten ab dem Geschäftsjahr 2019 neben dem Ersatz ihrer Auslagen eine feste, nach Ablauf des Geschäftsjahres zahlbare jährliche Vergütung.

Der Vorsitzende des Aufsichtsrates erhält 12.000,00 €, die übrigen Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten jeweils 9.000,00 €, jeweils zuzüglich zu der jeweiligen gesetzlichen Umsatzsteuer.

Aufsichtsratsmitglieder, die nur während eines Teils des Geschäftsjahres dem Aufsichtsrat angehört oder eine Vorsitzendenfunktion wahrgenommen haben, erhalten eine im Verhältnis der Zeit geringere Vergütung.

Sonstige Leistungen

Die Gesellschaft erstattet den Aufsichtsratsmitgliedern Spesen und Reisekosten auf Nachweis.

Vergütungshöhe

Für das Geschäftsjahr 2019 hat der Aufsichtsrat die folgende Vergütung erhalten:

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Angaben in EUR fixe Vergütung variable Vergütung Gesamt
Markus A. Knoss 12.000 0 12.000
Sergey Lychak 9.000 0 9.000
Lars-Wilhelm Baumgarten 9.000 0 9.000
Jochen Dickinger 9.000 0 9.000
Gesamt 39.000 0 39.000

Die Mitglieder des Aufsichtsrats haben im Geschäftsjahr 2019 folgende Aktiengeschäfte getätigt oder Aktienoptionen gehalten oder erhalten.

Aktiengeschäfte 2019

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Angaben in EUR Bestand 1.1.2019 Aktienkauf Aktienverkauf Bestand 31.12.2019
Aufsichtrat
Sergey Lychak 70.731 0 0 70.731
Markus A. Knoss 1.666 0 0 1.666
Lars Wilhelm Baumgarten 201.818 0 0 201.818
Jochen Dickinger 230.386 0 0 230.386
Gesamt 504.601 0 0 504.601

Der Gesamtbesitz des Vorstands und des Aufsichtsrats an Aktien der pferdewetten.de AG beträgt am Bilanzstichtag damit mehr als 10% der ausgegebenen Aktien.

10 Abhängigkeitsbericht

Die pferdewetten.de AG war seit dem 18. Januar 2008 ein abhängiges Unternehmen im Sinne des § 17 Abs. 1 AktG, da sie im Mehrheitsbesitz der mybet Holding SE (ehemals JAXX SE) stand. Am 23. Juni 2016 hat die mybet Holding SE gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der pferdewetten.de AG, Kaistraße 4, 40221 Düsseldorf, Deutschland, die Schwelle von 50% am 10. Juni 2016 unterschritten hat und seitdem 0,0% beträgt. Die pferdewetten.de AG ist daher seit dem 10. Juni 2016 kein abhängiges Unternehmen im Sinne des § 17 Abs. 1 AktG, da sie nicht mehr im Mehrheitsbesitz der mybet Holding SE steht.

Somit besteht für das Geschäftsjahr 2019 kein Abhängigkeitsverhältnis mehr zur mybet Holding SE oder zu keiner anderen Gesellschaft oder Privatperson.

11 Sonstige Angaben

a) Vorstand und Aufsichtsräten wurden ihre Leistungen von der Gesellschaft in 2019 mit Festgehältern, -beträgen und/​oder zusätzlichen, soweit im Anhang angegebenen, Entgelten vergütet.

b) Das Grundkapital der pferdewetten.de AG von € 4.324.251 in der WKN A2YN777 ist aufgeteilt in 4.324.251 nennwertlose auf den Inhaber lautende Namensaktien zu je € 1,00.

c) Mit Datum vom 18. Januar 2008 hat die mybet Holding SE (ehemals JAXX SE), Kiel, mitgeteilt, dass sie einen Anteil von 59,58% an der pferdewetten.de AG erworben hat. Am 15. Oktober 2008 hat die mybet Holding SE gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass sie per 20. Juni 2008 über einen Stimmrechtsanteil von 62,36% verfügt hat. Am 13. Februar 2014 wurde die Gesellschaft darüber informiert, dass die mybet Holding SE derzeit 52,17% hält. Am 23. Juni 2016 hat die mybet Holding SE gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der pferdewetten.de AG, Kaistraße 4, 40221 Düsseldorf, Deutschland, die Schwelle von 50% am 10. Juni 2016 unterschritten hat und seitdem 0,0% beträgt.

d) Die Vorschriften und Regelungen über die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstandes und über die Änderung der Satzung ergeben sich aus dem Aktiengesetz. Die Satzung enthält keine abweichenden Regelungen.

e) Das Grundkapital wurde 2016 aufgrund der Ermächtigung zum genehmigten Kapital 2011 um € 360.386,00 gegen Bareinlage mit Wirkung zum 14. Juli 2016 und in Höhe von € 360.000,00 durch die Ausübung der Aktienoptionen (Bedingtes Kapital 2011/​I) bis zum 22. Juli 2016 erhöht. Das gezeichnete Kapital der pferdewetten.de AG beträgt zum 31. Dezember 2019 € 4.324.251,00. Es ist aufgeteilt in 4.324.251 nennwertlose auf den Inhaber lautende Namensaktien zu je € 1,00.

f) Der Vorstand ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 20. September 2016 ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 19. September 2021 mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder mehrmals um bis zu insgesamt € 1.980.000,00 durch Ausgabe von bis zu 1.980.000 neuen, auf den Inhaber lautenden Namensaktien mit Gewinnberechtigung ab dem Beginn des Geschäftsjahres, in dem sie ausgegeben werden, gegen Bar- oder Sacheinlage zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2016). Die neuen Aktien sind grundsätzlich den Aktionären zum Bezug anzubieten. Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates das Bezugsrecht der Aktionäre in folgenden Fällen auszuschließen,

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1. für Spitzenbeträge, die sich aufgrund des Bezugsverhältnisses ergeben;
2. zum Zwecke des Erwerbs von Unternehmen, Unternehmensteilen, Beteiligungen an Unternehmen, gewerblichen Schutzrechten oder sonstigen einlagefähigen Vermögensgegenständen;

Die insgesamt aufgrund sämtlicher vorstehender Ermächtigungen unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre bei Kapitalerhöhungen gegen Bar- und/​oder Sacheinlagen ausgegebenen Aktien dürfen 20% des zum Zeitpunkt der Eintragung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals der Gesellschaft (20 %-Grenze) nicht überschreiten.

Über den Inhalt der Aktienrechte und die weiteren Bedingungen der Aktienausgabe einschließlich des Ausgabebetrages entscheidet der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats.

Das genehmigte Kapital 2011 wurde 2016 für die durchgeführte Barkapitalerhöhung ausgenutzt. Das danach verbleibende genehmigte Kapital 2011 in Höhe von € 1.439.614,00 ist durch Zeitablauf am 18. Juli 2017 erloschen.

g) Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu € 197.500,00 durch Ausgabe von bis zu 197.500 neuen, auf den Inhaber lautenden Namensaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2016/​I). Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie Inhaber der Bezugsrechte, die von der Gesellschaft aufgrund der zu Tagesordnungspunkt 9 der Hauptversammlung vom 20. September 2016 beschlossenen Ermächtigung ausgegeben werden, von ihren Rechten auf den Bezug neuer Aktien Gebrauch machen. Die neuen Aktien nehmen von Beginn des Geschäftsjahres an, in dem sie durch Ausübung von Bezugsrechten entstehen, am Gewinn teil. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates die weiteren Einzelheiten der bedingten Kapitalerhöhung und ihrer Durchführung festzusetzen. Der Aufsichtsrat ist ermächtigt, Ziffer 3.6 der Satzung entsprechend der jeweiligen Inanspruchnahme des bedingten Kapitals anzupassen.

Am 21. September 2016 hat der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrates die Ermächtigung der Hauptversammlung zum bedingten Kapital 2016/​I ausgeübt und den Mitarbeitern der pferdewetten.de AG und ihren Tochtergesellschaften 197.500 Aktienoptionen zum rechnerischen Nennwert von € 197.500 gewährt (Aktienoptionsprogramm 2016). Die Gewährung stand unter der aufschiebenden Bedingung der Eintragung der Satzungsänderung in das Handelsregister, die am 3. November 2016 erfolgte. Am 31. Dezember 2019 waren keine dieser Aktienoptionen wirksam. Die Aktienoptionen können nach Erfüllung der dazu vorgesehenen Voraussetzungen zur Ausgabe von bis zu 197.500 Stück Stammaktien führen, was 4,57% des Grundkapitals am 31. Dezember 2019 entspricht.

Das bedingte Kapital 2011/​I wurde in vollständiger Höhe durch die Gewährung von Aktienoptionen an Mitarbeitern der pferdewetten.de AG und deren Tochtergesellschaften im Mai 2012 (Aktienoptionsprogram 2012) sowie deren vollständigen Ausübung der gewährten Aktienoptionsrechte von 360.000 Aktien im Juli 2017 ausgenutzt.

Das Grundkapital ist um bis zu € 1.580.000,00 durch Ausgabe von bis zu 1.580.000 neuen, auf den Inhaber lautenden Namensaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2016/​11). Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie Inhaber bzw. Gläubiger der Wandelschuldverschreibungen, die von der Gesellschaft aufgrund der zu Tagesordnungspunkt 10 der Hauptversammlung vom 20. September 2016 beschlossenen Ermächtigung ausgegeben werden, von ihren Wandlungsrechten auf Umtausch in neue Aktien Gebrauch machen oder Wandlungspflichten erfüllen und soweit die Gesellschaft die Bezugsrechte nicht in bar oder mit eigenen Aktien erfüllt. Die neuen Aktien nehmen von Beginn des Geschäftsjahres an, in dem sie durch Ausübung von Wandlungsrechten oder Erfüllung von Wandlungspflichten entstehen, am Gewinn teil. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates die weiteren Einzelheiten der bedingten Kapitalerhöhung und ihrer Durchführung festzulegen. Der Aufsichtsrat ist ermächtigt, Ziffer 3.7. der Satzung entsprechend der jeweiligen Inanspruchnahme des bedingten Kapitals anzupassen.

Das bedingte Kapital 2011/​II in Höhe von € 1.440.000,00 ist durch Zeitablauf am 18. Juli 2017 erloschen.

h) Mit Beschluss der Hauptversammlung am 18. Juni 2015 wurde die Gesellschaft ermächtigt, bis zum 17. Juni 2020 eigene Aktien im Umfang bis zu 10% des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals zu erwerben und/​oder als Pfand zu nehmen. Auf die erworbenen und die in Pfand genommenen Aktien dürfen zusammen mit anderen Aktien, die sich im Besitz der Gesellschaft befinden oder ihr gemäß §§ 7a ff. AktG zuzurechnen sind, zu keinem Zeitpunkt mehr als 10% des Grundkapitals entfallen. Die Ermächtigung darf nicht zum Zwecke des Handels in eigene Aktien ausgenutzt werden. Der Vorstand wird ermächtigt mit Zustimmung des Aufsichtsrats, Aktien der Gesellschaft, die aufgrund dieser Ermächtigung erworben oder infolge der Realisierung eines Pfandrechtes übertragen wurden, zu jedem gesetzlich zulässigen Zweck zu verwenden; insbesondere zu den nachfolgenden aufgeführten Zwecken:

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a) Der Vorstand wird ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die Aktien einzuziehen, ohne dass die Einziehung oder deren Durchführung eines weiteren Hauptversammlungsbeschlusses bedarf. Sie können auch im Wege des vereinfachten Verfahrens ohne Kapitalherabsetzung durch Anpassung des anteiligen rechnerischen Betrags der übrigen Namensaktien am Grundkapital der Gesellschaft eingezogen werden. Erfolgt die Einziehung im vereinfachten Verfahren, ist der Vorstand zur Anpassung der Zahl der Namensaktien in der Satzung ermächtigt.
b) Der Vorstand wird ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die eigenen Aktien in anderer Weise als über die Börse oder durch ein Angebot an alle Aktionäre zu veräußern, sofern die Veräußerung gegen Bareinlage und zu einem Preis erfolgt, der den Börsenpreis von Aktien der Gesellschaft gleicher Ausstattung zum Zeitpunkt der Veräußerung nicht wesentlich unterschreitet. In diesem Fall darf die Anzahl der zu veräußernden Aktien die Grenze von 10% des Grundkapitals zum Zeitpunkt der Beschlussfassung der Hauptversammlung über diese Ermächtigung oder - falls der Wert geringer ist - zum Zeitpunkt der Ausnutzung insgesamt nicht übersteigen. Das vorgenannte Ermächtigungsvolumen von 10 % des Grundkapitals verringert sich um den anteiligen Betrag am Grundkapital, der auf Aktien entfällt oder auf den sich Wandlungs- und/​oder Optionsrechte bzw. -pflichten aus Schuldverschreibungen beziehen, die nach Beginn des 18. Juni 2015 unter Bezugsrechtsausschluss in unmittelbarer, entsprechender oder sinngemäßer Anwendung von § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben bzw. veräußert worden sind.
c) Der Vorstand wird darüber hinaus ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die eigenen Aktien an Dritte gegen Sacheinlage zu veräußern, insbesondere im Zusammenhang mit dem Erwerb von Unternehmen, Teilen von Unternehmen oder Unternehmensbeteiligungen sowie Zusammenschlüssen von Unternehmen und dem Erwerb von sonstigen Vermögensgegenständen (einschließlich Forderungen).
d) Der Vorstand wird zudem ermächtigt, die eigenen Aktien mit Zustimmung des Aufsichtsrats zur Bedienung von der Gesellschaft begebener Schuldverschreibungen mit Options- oder Wandlungsrechten bzw. einer Wandlungspflicht zu verwenden, sofern die Schuldverschreibungen in entsprechender Anwendung der § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre begeben wurden oder begeben werden.

Die Ermächtigungen können jeweils einmalig oder mehrmals, ganz oder in Teilen, einzeln oder gemeinsam ausgenutzt werden. Die Ermächtigung kann unmittelbar durch die Gesellschaft oder durch von der Gesellschaft beauftragte Dritte ausgeübt werden.

Das Bezugsrecht der Aktionäre auf diese eigenen Aktien wird insoweit ausgeschlossen, wie diese Aktien gemäß den Ermächtigungen lit. a) bis d) verwendet werden. Darüber hinaus kann der Vorstand im Falle der Veräußerung von Aktien im Rahmen eines Verkaufsangebots an die Aktionäre mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht ausschließen, um Spitzenbeträge auszuschließen.

12 Zukünftige Entwicklung

Der Konzern wird sich im Wettgeschäft auch 2020 auf die Vermarktung von Wetten über Online-Vertriebskanäle fokussieren, wobei sich bietende Chancen im Shopbereich oder Übernahmen von kleineren Wettbewerbern, wie zuletzt der Kauf der Plattformen "equi8" und "lotos-wetten", ergriffen werden, sofern sich diese für den Konzern rentieren.

Die bereits seit 2018 begonnene Vermarktung unserer Wettplattform auch an dritte Unternehmen aus der Pferde- und Sportwettbranche wird in 2020 weiter vorangetrieben. Um die große Nachfrage nach Produkten und Serviceleistungen der Gesellschaft im Bereich Pferdewetten befriedigen zu können, wird deshalb weiterhin vor allem in Hardware, die technische Infrastruktur und Personal investiert. So konnten in den letzten Monaten mehrere Dienstleistungsprojekte angeschoben werden, die nach der Umsetzung und Testphase in 2019 zu weiteren Erhöhungen der Geschäftstätigkeit führen werden. Die Gesellschaft erwartet aus diesem Geschäft mittelfristig nachhaltige Umsätze im mittleren sechsstelligen Bereich pro Jahr. Die damit verbundenen zusätzlichen Mittel werden auch für den Vertrieb und Ausbau der Online-Wettangebote eingesetzt und bilden damit eine zusätzliche treibende Kraft für diese Aktivitäten.

Zeitgleich kümmert sich der Konzern um die Etablierung des neu geschaffenen Segments der Sportwetten. Hier wird der Ertrag der Pferdewetten in das Marketing investiert, sodass auch hier für die Zukunft ein zweites Standbein geschaffen werden kann.

Für eine Neuaufnahme der Aktivitäten im Bereich des Casino- und Pokergeschäftes wird die Entwicklung der gesetzlichen Vorgaben abgewartet. Die Gesellschaft bleibt damit auch für diese Märkte in Vorbereitung, um bei sich bietenden Möglichkeiten die für die Gesellschaft enormen Wachstumschancen nutzen zu können.

Ein unkalkulierbares Risiko bereitet das Virus COVID 19. Dies stellt den Konzern vor Herausforderungen, die aktuell nicht konkret absehbar sind. Auch wenn der Konzern die Auswirkungen als hoch eingestuft hat, so können Absagen von Sportveranstaltungen größeren Einfluss nehmen.

Zusammenfassende Aussage des Prognoseberichts:

Ein unkalkulierbares Risiko bereitet das Virus COVID 19. Dies stellt den Konzern vor Herausforderungen, die aktuell nicht konkret absehbar sind. Auch wenn der Konzern die Auswirkungen als hoch eingestuft hat, so können Absagen von Sportveranstaltungen größeren Einfluss nehmen.

Unter den dargestellten Annahmen ging das Management des Konzerns für das zukünftige Geschäftsjahr 2020 grundsätzlich von einer positiven Entwicklung aus. Aufgrund der stetigen Erweiterung von Kooperationen mit Dritten in der Pferdewette und der Erhöhung der Sportwettenerlöse erwartete der Konzern neben einer weiterhin hohen Kundenzufriedenheit ein Wachstum in 2020 von ca. 10% - 20% bzw. brutto Wett- und Gamingerträge (Hold) von € 45,0 bis € 55,0 Mio. Auch bei den geplanten Umsatzerlösen erwartete der Konzern eine Steigerung im niedrigen zweistelligen Prozentbereich. Geplante Investitionen im Bereich der Sportwetten und weiteren Marketingaktivitäten im Auslandsgeschäft der Pferdewetten würden auch die damit zusammenhängenden Aufwendungen in 2020 deutlich steigern. Das Ergebnis (EBIT) in der Pferdewette betrug im Geschäftsjahr 2019 € 5,7 Mio. Hinzu kamen direkte Investitionen in das Marketing und den Aufbau des Sportwetten-Geschäfts, die zu Aufwendungen in Höhe von € 3,3 Mio. geführt haben. Unter Berücksichtigung der Holdplanung und der erhöhten Aufwendungen in der Sportwette hätte der Konzern folglich ein EBIT in 2020 von ca. € 3,0 Mio. erwartet.

Aufgrund der täglich neuen Nachrichtenlage in Bezug auf die Ausbreitung des COVID 19-Virus und der Auswirkungen hieraus können zum jetzigen Zeitpunkt aber kaum belastbare Prognosen für das Geschäftsjahr 2020 abgegeben werden. Nach anfänglichen Versuchen, die Sport- und vor allem Pferderennveranstaltungen ohne Zuschauer durchzuführen, finden nun immer weniger Veranstaltungen statt, auf denen Wetten angenommen werden können. Auch eine Einschätzung, wie lange diese schwierige Situation anhalten wird, können heute selbst Experten nicht voraussagen. Folglich geht der Vorstand aktuell von einer Umsatzerwartung unter der eigentlich erwartenden Planung und von einem Konzern EBIT in Höhe von € 0 bis € 3 Mio. aus. Entscheidend wird hierbei sein, ab welchem Zeitpunkt wieder eine regelmäßige Durchführung von Sport- und Pferderennveranstaltungen möglich ist.

Für die pferdewetten.de AG erwarten wir aufgrund ihrer Holdingfunktion und ohne Berücksichtigung der Gewinnabführungsverträge mit der pferdewetten-service.de GmbH und der Sportwetten.de GmbH sowie außerplanmäßiger Effekte, die aus heutiger Sicht nicht absehbar sind, in 2020 ein positives Ergebnis von rund € 0 - € 1 Mio. Aus den Gewinnabführungsverträgen mit der pferdewetten-service.de GmbH und der sportwet-ten.de AG können zum heutigen Zeitpunkt keine Prognosen aufgrund der Pandemie abgegeben werden.

Hinsichtlich der Vermögens- und Finanzlage erwarten wir keine wesentlichen Änderungen im Vergleich zu 2019, da der Konzern auch für solche außergewöhnlichen Zeiten genügend Rücklagen in Form von liquiden Mitteln und kurzfristig veräußerbaren Wertpapieren gebildet hat. Sofern die weitere Verbreitung des Virus COVID 19 zu einer Absage aller Sportveranstaltungen und insbesondere von Pferderenn-Veranstaltungen weltweit über einen längeren Zeitraum führt, könnte dies eine noch weiterreichende negative Auswirkung auf die Prognose für die pferdewetten.de AG und den pferdewetten Konzern haben. In diesem Fall wäre mit einer deutlichen Verschlechterung der prognostizierten Finanzkennzahlen zu rechnen.

Düsseldorf, 25. März 2020

Pierre Hofer, Vorstand

Bilanz zum 31. Dezember 2019

AKTIVA

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Vorjahr
EUR EUR TEUR
--- --- --- ---
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 712.021,00 712
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 105.272,00 125
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 753.200,00 753
2. Sonstige Ausleihungen 425.529,63 426
1.178.729,63 1.179
1.996.022,63 2.016
B. Umlaufvermögen
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 12,80 0
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 9.345.903,65 6.714
3. Sonstige Vermögensgegenstände 340.297,56 113
4. Wertpapiere des Umlaufvermögens 3.353.442,69 3.069
13.039.656,70 9.896
II. Guthaben bei Kreditinstituten 467.786,87 407
13.507.443,57 10.303
C. Rechnungsabgrenzungsposten 12.779,11 14
15.516.245,31 12.333

PASSIVA

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Vorjahr
EUR EUR TEUR
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A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 4.324.251,00 4.324
(Bedingtes Kapital: EUR 1.777.500,00; Vorjahr: TEUR 1.778)
II. Kapitalrücklage 2.845.673,96 2.657
III. Andere Gewinnrücklagen 1.300.036,23 1.300
IV. Bilanzgewinn 2.736.084,47 3.183
11.206.045,66 11.464
B. Rückstellungen
Sonstige Rückstellungen 194.090,39 321
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0,00 0
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 107.690,53 48
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 3.986.661,38 499
4. Sonstige Verbindlichkeiten 21.757,35 1
4.116.109,26 548
15.516.245,31 12.333

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019

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Vorjahr
EUR EUR TEUR
--- --- --- ---
1. Umsatzerlöse 2.030.340,02 969
2. Sonstige betriebliche Erträge 440.196,98 123
2.470.537,00 1.092
3. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 759.953,91 750
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 34.649,31 33
794.603,22 783
4. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 20.689,41 24
5. Sonstige betriebliche Aufwendungen 1.041.389,74 1.028
6. Erträge aus Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 8.272,50 8
7. Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 2.852.153,96 2.668
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 98.617,90 84
(davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 0,00 Vorjahr TEUR 1)
9. Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens 20.775,99 185
10. Aufwendungen aus Verlustübernahme 3.305.936,79 0
11. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 3,90 1
12. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 649,90 132
13. Ergebnis nach Steuern 245.532,41 1.699
14. Sonstige Steuern 109,15 0
15. Jahresüberschuss 245.423,26 1.699
16. Gewinnvortrag 3.182.541,37 2.089
17. Ausschüttungen -691.880,16 -605
18. Bilanzgewinn 2.736.084,47 3.183

ANLAGENSPIEGEL zum 31. Dezember 2019

pferdewetten.de AG, Düsseldorf

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Anschaffungskosten 01.01.2019 Zugänge Abgänge Anschaffungskosten 31.12.2019
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Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 755.123,45 0,00 0,00 755.123,45
Summe immaterielle Vermögensgegenstände 755.123,45 0,00 0,00 755.123,45
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 180.401,04 9.669,41 -10.931,68 179.138,77
Summe Sachanlagen 180.401,04 9.669,41 -10.931,68 179.138,77
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 768.499,00 0,00 0,00 768.499,00
2. Sonstige Ausleihungen 425.529,63 0,00 0,00 425.529,63
Summe Finanzanlagen 1.194.028,63 0,00 0,00 1.194.028,63
Summe Anlagevermögen 2.129.553,12 9.669,41 -10.931,68 2.128.290,85

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kumulierte Abschreibungen 01.01.2019 Abschreibungen Geschäftsjahr Abgänge kumulierte Abschreibungen 31.12.2019
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Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 43.102,45 0,00 0,00 43.102,45
Summe immaterielle Vermögensgegenstände 43.102,45 0,00 0,00 43.102,45
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 54.714,04 20.689,41 1.536,68 73.866,77
Summe Sachanlagen 54.714,04 20.689,41 1.536,68 73.866,77
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 15.299,00 0,00 0,00 15.299,00
2. Sonstige Ausleihungen 0,00 0,00 0,00 0,00
Summe Finanzanlagen 15.299,00 0,00 0,00 15.299,00
Summe Anlagevermögen 113.115,49 20.689,41 1.536,68 132.268,22

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Buchwert 31.12.2019 Buchwert 31.12.2018
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Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 712.021,00 712.021,00
Summe immaterielle Vermögensgegenstände 712.021,00 712.021,00
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 105.272,00 125.687,00
Summe Sachanlagen 105.272,00 125.687,00
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 753.200,00 753.200,00
2. Sonstige Ausleihungen 425.529,63 425.529,63
Summe Finanzanlagen 1.178.729,63 1.178.729,63
Summe Anlagevermögen 1.996.022,63 2.016.437,63

Anhang zum 31. Dezember 2019

pferdewetten.de AG, Düsseldorf

I. ALLGEMEINES

Die Gesellschaft gilt als große Kapitalgesellschaft gemäß § 267 Abs. 3 Satz 2 i. V. m. § 264d HGB.

Der Jahresabschluss der pferdewetten.de AG mit Sitz in Düsseldorf, eingetragen im Handelsregister Düsseldorf unter der Nummer HRB 66533, wurde gemäß §§ 242 ff. und §§ 264 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt.

Die auf den vorgehenden Jahresabschluss angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden beibehalten.

Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB gewählt.

II. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSGRUNDSÄTZE

Es wurden die folgenden Grundsätze angewandt:

1. Anlagevermögen

Die immateriellen Vermögensgegenstände sind mit den Anschaffungskosten angesetzt. Die Domains stellen nicht abnutzbare ähnliche Rechte dar. Die restlichen immateriellen Vermögensgegenstände werden entsprechend ihrer planmäßigen Nutzungsdauer linear abgeschrieben.

Die Bilanzierung der Sachanlagen erfolgt zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige nutzungsbedingte Abschreibungen. Sie erfolgen nach der linearen Methode. Die Gegenstände der Betriebs- und Geschäftsausstattung werden über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Die Nutzungsdauern betragen zwischen drei und dreizehn Jahren.

Bei voraussichtlich dauernden Wertminderungen werden die immateriellen Vermögensgegenstände sowie die Sachanlagen auf den niedrigeren beizulegenden Wert abgeschrieben.

Bewegliche abnutzbare Vermögensgegenstände des Anlagevermögens mit Anschaffungskosten bis zu einem Wert von 800,00 € werden im Zugangsjahr voll abgeschrieben.

Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten bzw. dem am Bilanzstichtag beizulegenden niedrigeren Wert angesetzt.

2. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände werden mit dem Nominalwert bzw. mit dem am Bilanzstichtag beizulegenden niedrigeren Wert angesetzt. Für die im Geschäftsjahr 2019 neu erworbenen Wertpapiere des Umlaufvermögens besteht eine kurzfristige Halteabsicht. Die Bewertung erfolgt mit dem Börsenkurs am Stichtag. Sofern dieser unter den ursprünglichen Anschaffungskosten liegt, ergibt sich hieraus eine Abwertung der Anteile, die unter dem Posten "Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens" in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen wird. Ist der Wert im Vergleich zum Vorjahr gestiegen erfolgt eine Zuschreibung maximal bis zu den ursprünglichen Anschaffungskosten.

3. Liquide Mittel

Die liquiden Mittel sind zu Nennwerten bilanziert.

4. Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten beinhaltet Auszahlungen vor dem Abschlussstichtag, die Aufwendungen für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

5. Sonstige Rückstellungen

Bei der Bemessung der sonstigen Rückstellungen werden alle erkennbaren Risiken und ungewisse Verpflichtungen berücksichtigt. Die Rückstellungen werden in Höhe des Erfüllungsbetrages angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Sonstige Rückstellungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr sind mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre, der von der Deutschen Bundesbank bekannt gegeben worden ist, abgezinst worden. Die langfristigen Rückstellungen betreffen langfristige Tantiemeverpflichtungen, welche im folgenden Geschäftsjahr fällig werden und daher nicht mehr abgezinst wurden. Gehaltssteigerungen wurden nicht angesetzt.

6. Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

III. EINZELANGABEN ZUR BILANZ

1. Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens ist in dem diesem Anhang als Anlage beigefügten Anlagenspiegel dargestellt.

2. Anteile an verbundenen Unternehmen

Bei dem Buchwertausweis handelt es sich um die Anteile an der pferdewetten-service.de GmbH, Düsseldorf, an der sportwetten.de GmbH, Düsseldorf, an der PLB Poker Lounge Baden GmbH i.L. (wertberichtigt in 2009), Iffezheim, an der netX International Ltd., Sliema/​Malta, an der Accendere GmbH, Düsseldorf, und der pferdewetten.at GmbH, Wien/​Österreich.

Die gesondert dargestellte Aufstellung des Anteilsbesitzes erfolgt in Abschnitt V.6 des Anhangs.

3. Sonstige Ausleihungen

Bei den sonstigen Ausleihungen handelt es sich um langfristige Darlehen gegenüber dem Vorstand und einem Mitarbeiter der Gesellschaft. Diese wurden zur Finanzierung der Aktien im Rahmen des ausgeübten Optionsprogrammes im Jahr 2016 gewährt. Der Zinssatz beträgt 1,89%. Die Laufzeit beträgt sechs Jahre, eine frühere Tilgung ist möglich, mit der jedoch derzeit nicht gerechnet wird. Die im Geschäftsjahr aus der Darlehensgewährung resultierenden Erträge werden vollständig unter den Erträgen aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens in Höhe von 8 T€ (Vorjahr 8 T€) erfasst.

4. Forderungen gegen verbundene Unternehmen

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davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr
31.12.2019 Vorjahr 31.12.2019 Vorjahr
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T€ T€ T€ T€
--- --- --- --- ---
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 9.346 6.714 231 6.670
davon aus Lieferungen und Leistungen 3.436 T€ (Vorjahr 2.384 T€)
davon sonstige Forderungen 5.910 T€ (Vorjahr 4.330 T€)

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen umfassen die Forderungen gegen die Accendere GmbH in Höhe von 173 T€ (Vorjahr 164 T€), hiervon entfallen 50 T€ auf die Gewährung eines Darlehens, die Forderungen gegen die pferdewetten-service.de GmbH in Höhe von 8.823 T€ (Vorjahr 6.130 T€) und gegen die pferdewetten.at GmbH 351 T€ (Vorjahr 315 T€), hiervon entfallen 180 T€ auf die Gewährung eines Darlehens.

Von der Gesamtforderung gegenüber der pferdewetten-service.de GmbH entfallen 4.250 T€ (Vorjahr 2.668 T€) auf Ansprüche aus dem Ergebnisabführungsvertrag.

5. Sonstige Vermögensgegenstände

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davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr
31.12.2019 Vorjahr 31.12.2019 Vorjahr
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T€ T€ T€ T€
--- --- --- --- ---
Sonstige Vermögensgegenstände 340 113 313 82

Im Wesentlichen handelt es sich bei den sonstigen Vermögensgegenständen um Ansprüche gegenüber dem Finanzamt 279 T€ (50 T€) sowie um Kautionszahlungen für Mieträume 30 T€ (€ 30 T€).

6. Sonstige Wertpapiere des Umlaufvermögens

Unter dem Posten werden diverse Kapitalmarktpapiere (Anteile an Investmentfonds und Rentenfonds, Zertifikate, Anleihen) erfasst.

7. Eigenkapital

a) Gezeichnetes Kapital

Das gezeichnete Kapital der pferdewetten.de AG beträgt zum 31. Dezember 2019 4.324.251,00 €. Es ist aufgeteilt in 4.324.251 nennwertlose auf den Namen lautende Stückaktien zu je 1,00 €.

b) Genehmigtes Kapital

Der Vorstand ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 20. September 2016 ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 19. September 2021 mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder mehrmals um bis zu insgesamt 1.980.000,00 € durch Ausgabe von bis zu 1.980.000 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien mit Gewinnberechtigung ab dem Beginn des Geschäftsjahres, in dem sie ausgegeben werden, gegen Bar- oder Sacheinlage zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2016). Die neuen Aktien sind grundsätzlich den Aktionären zum Bezug anzubieten. Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre in folgenden Fällen auszuschließen,

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a) für Spitzenbeträge, die sich aufgrund des Bezugsverhältnisses ergeben;
b) zum Zwecke des Erwerbs von Unternehmen, Unternehmensteilen, Beteiligungen an Unternehmen, gewerblichen Schutzrechten oder sonstigen einlagefähigen Vermögensgegenständen.

Die insgesamt aufgrund sämtlicher vorstehender Ermächtigungen unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre bei Kapitalerhöhungen gegen Bar- und/​oder Sacheinlagen ausgegebenen Aktien dürfen 20% des zum Zeitpunkt der Eintragung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals der Gesellschaft (20 %-Grenze) nicht überschreiten.

Über den Inhalt der Aktienrechte und die weiteren Bedingungen der Aktienausgabe einschließlich des Ausgabebetrages entscheidet der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats.

c) Bedingtes Kapital

Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu 197.500,00 € durch Ausgabe von bis zu 197.500 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2016/​I). Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie Namen der Bezugsrechte, die von der Gesellschaft aufgrund der zu Tagesordnungspunkt 9 der Hauptversammlung vom 20. September 2016 beschlossenen Ermächtigung ausgegeben werden, von ihren Rechten auf den Bezug neuer Aktien Gebrauch machen. Die neuen Aktien nehmen von Beginn des Geschäftsjahres an, in dem sie durch Ausübung von Bezugsrechten entstehen, am Gewinn teil. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates die weiteren Einzelheiten der bedingten Kapitalerhöhung und ihrer Durchführung festzusetzen. Der Aufsichtsrat ist ermächtigt, Ziffer 3.6. der Satzung entsprechend der jeweiligen Inanspruchnahme des bedingten Kapitals anzupassen.

m 21. September 2016 hat der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrates die Ermächtigung der Hauptversammlung zum bedingten Kapital 2016/​I ausgeübt und den Mitarbeitern der pferdewetten.de AG und ihren Tochtergesellschaften 197.500 Aktienoptionen zum rechnerischen Nennwert von 197.500,00 € gewährt (Aktienoptionsprogramm 2016). Die Gewährung stand unter der aufschiebenden Bedingung der Eintragung der Satzungsänderung in das Handelsregister, die am 3. November 2016 erfolgte. Am 31. Dezember 2019 waren keine dieser Aktienoptionen wirksam. Die Aktienoptionen können nach Erfüllung der dazu vorgesehenen Voraussetzungen zur Ausgabe von bis zu 197.500 Stück Stammaktien führen, was 4,57% des Grundkapitals am 31. Dezember 2019 entspricht.

Das Grundkapital ist um bis zu 1.580.000,00 € durch Ausgabe von bis zu 1.580.000 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2016/​11). Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie Inhaber bzw. Gläubiger der Wandelschuldverschreibungen, die von der Gesellschaft aufgrund der zu Tagesordnungspunkt 10 der Hauptversammlung vom 20. September 2016 beschlossenen Ermächtigung ausgegeben werden, von ihren Wandlungsrechten auf Umtausch in neue Aktien Gebrauch machen oder Wandlungspflichten erfüllen und soweit die Gesellschaft die Bezugsrechte nicht in bar oder mit eigenen Aktien erfüllt. Die neuen Aktien nehmen von Beginn des Geschäftsjahres an, in dem sie durch Ausübung von Wandlungsrechten oder Erfüllung von Wandlungspflichten entstehen, am Gewinn teil. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates die weiteren Einzelheiten der bedingten Kapitalerhöhung und ihrer Durchführung festzulegen. Der Aufsichtsrat ist ermächtigt, Ziffer 3.7. der Satzung entsprechend der jeweiligen Inanspruchnahme des bedingten Kapitals anzupassen.

d) Kapitalrücklage

Im Berichtsjahr ergaben sich folgende Entwicklungen:

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Kapitalrücklage zum 1. Januar 2019 2.656.865,96 €
Zuführung Aktienoptionsprogramm 2016 188.808,00 €
Kapitalrücklage zum 31. Dezember 2019 2.845.673,96 €

In Höhe von 189 T€ resultiert die Erhöhung im Geschäftsjahr 2019 aus der Gewährung von neuen Aktienoptionen an die Mitarbeiter der pferdewetten.de AG und ihren Tochtergesellschaften auf Basis des Beschlusses der Hauptversammlung vom 20. September 2016 (Aktienoptionsprogramm 2016).

Die Gewährung der Aktienoptionen wird nach Erfüllung der Ausübungsvoraussetzungen aus dem bedingten Kapital (sog. "Equity-settled-based transaction") erfüllt. Die Bezugsrechte wurden als Entgelt für Arbeitsleistungen zukünftiger Perioden gewährt. Insoweit erfolgt die Erfassung des beizulegenden Zeitwertes der insgesamt gewährten Bezugsrechte zeitanteilig über die Sperrfrist von vier Jahren. Da die gewährten Optionen zum Erwerb von Stammaktien an der pferdewetten.de AG berechtigen und nicht in bar beglichen werden, wurde die Kapitalrücklage erhöht (vgl. analoge Anwendung des E-DRS 11. Tz. 7).

e) Entwicklung des Bilanzgewinns zum 31. Dezember 2019

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Bilanzgewinn zum 1. Januar 2018 2.088.763,00 €
Jahresüberschuss 2018 1.699.173,51 €
Dividendenausschüttung ./​. 605.395,14 €
Bilanzgewinn zum 31. Dezember 2018 3.182.541,37 €
Jahresüberschuss 2019 245.423,26 €
Dividendenausschüttung ./​. 691.880,16 €
Bilanzgewinn zum 31. Dezember 2019 2.736.084,47 €

Der Vorstand schlägt gemäß § 170 Abs. 2 AktG der Hauptversammlung vor, dass aus dem Bilanzgewinn zum 31. Dezember 2019 eine Dividende in Höhe von 0,20 € je Aktie gezahlt wird und der verbleibende Bilanzgewinn auf neue Rechnung vorgetragen wird.

8. Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen betreffen im Wesentlichen Abschluss- und Prüfungskosten in Höhe von 95 T€ (Vorjahr 99 T€), Tantieme- und Bonusverpflichtungen in Höhe von 67 T€ (Vorjahr 67 T€), Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten von 0 T€ (Vorjahr 100 T€) und Aufsichtsratsvergütungen 9 T€ (Vorjahr 30 T€) sowie Rückstellungen für bis zum Bilanzstichtag noch nicht vorliegende Rechnungen in Höhe von 11 T€ (Vorjahr 16 T€).

9. Verbindlichkeiten

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davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr
31.12.2019 Vorjahr 31.12.2019 Vorjahr
--- --- --- --- ---
T€ T€ T€ T€
--- --- --- --- ---
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 107 48 107 48
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 3.987 499 3.987 499
davon aus Lieferungen und Leistungen 346 T€ (Vorjahr 200 T€)
davon sonstige Verbindlichkeiten 3.641 T€ (Vorjahr 299 T€)
Sonstige Verbindlichkeiten 22 1 5 1
davon aus Steuern 4 T€ (Vorjahr 1 T€)
Davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 1 T€ (Vorjahr 0 T€)
4.117 548 4.099 548

Bei den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen handelt es sich um Verbindlichkeiten gegenüber der sportwetten.de GmbH in Höhe von 3.452 T€ (Vorjahr 0 T€) und der netX Services Ltd., Sliema/​Malta in Höhe von 36 T€ (Vorjahr 0 T€), und der netX International Ltd., Sliema/​Malta, in Höhe von 499 T€ (Vorjahr 499 T€).

Von der Gesamtverbindlichkeit gegenüber der sportwetten.de GmbH entfallen 3.306 T€ (Vorjahr 0 T€) auf Verlustübernahmeverpflichtungen aus dem Ergebnisabführungsvertrag.

IV. EINZELANGABEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren erstellt.

1. Umsatzerlöse

Bei den ausgewiesenen Umsatzerlösen handelt es sich um erbrachte Managementleistungen gegenüber verbundenen Unternehmen 2.030 T€ (Vorjahr 969 T€).

2. Sonstige betriebliche Erträge

Bei den sonstigen betrieblichen Erträgen handelt es sich im Wesentlichen um Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen von 111 T€ (Vorjahr 67 T€), Erträge aus dem Abgang von Wertpapieren des Umlaufvermögens von 111 T€ (Vorjahr 6 T€), Erträge aus der Zuschreibung auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens von 109 T€ (Vorjahr 0 T€) sowie sonstige periodenfremde Erträge in Höhe von 7 T€ (Vorjahr 9 T€) und verrechnete Sachbezüge von 35 T€ (Vorjahr 41 T€).

3. Personalaufwand

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2019 Vorjahr
T€ T€
--- --- ---
Gehälter 760 750
Sozialabgaben 35 33
795 783

4. Verschiedene betriebliche Kosten

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten im Wesentlichen Aufwendungen für Raumkosten von 257 T€ (Vorjahr 196 T€), €), Kosten für die Abschlussprüfung von 125 T€ (Vorjahr 100 T€), Werbe- und Reisekosten von 119 T€ (Vorjahr 94 T€), Rechts- und Beratungskosten von 54 T€ (Vorjahr 95 T€), Fahrzeugkosten von 56 T€ (Vorjahr 50 T€), Abschlusserstellung von 53 T€ (Vorjahr 4 T€), Buchführungskosten von 49 T€ (Vorjahr 51 T€), Versicherungen, Beiträge und Gebühren von 23 T€ (Vorjahr 15 T€), sowie periodenfremde Aufwendungen von 14 T€ (Vorjahr 17 T€) aus Aufwendungen für die Abschlussprüfung.

Ferner enthalten die sonstigen betrieblichen Aufwendungen Verluste aus dem Abgang von Wertpapieren des Umlaufvermögens von 60 T€ (Vorjahr 12 T€).

Als Honorar für die Abschlussprüfung wurde im Geschäftsjahr 2019 ein Aufwand von insgesamt 139 T€ (Vorjahr 103 T€) erfasst und entfällt ausschließlich auf die Jahres- und Konzernabschlussprüfung der pferdewetten.de AG. In Höhe von 14 T€ entfiel dieser Aufwand auf die Abschlussprüfung des Jahres 2018.

Durch die Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft wurden keine weiteren Bestätigungsleistungen, Steuerberatungsleistungen oder sonstigen Leistungen erbracht.

5. Erträge aus Ergebnisabführungsverträgen/​ Aufwendungen aus der Verlustübernahme

Es bestehen zwei Ergebnisabführungsverträge mit Tochtergesellschaften. Im Geschäftsjahr 2015 wurde zwischen dem Tochterunternehmen pferdewetten-service.de GmbH und der pferdewetten.de AG ein Ergebnisabführungsvertrag geschlossen und im laufenden Geschäftsjahr zwischen dem Tochterunternehmen sportwetten.de GmbH und der pferdewetten.de AG. Die Tochterunternehmen verpflichten sich, während der Vertragsdauer von mindestens fünf Jahren ihren Gewinn abzuführen. Die AG ist währenddessen zur Übernahme der Verluste der Tochtergesellschaften verpflichtet. Dem Vertrag mit der pferdewetten-service.de GmbH wurde in der Hauptversammlung 2015 zugestimmt und er wurde im Handelsregister in 2015 eingetragen. Er gilt mit Wirkung ab 1. Januar 2015. Dem Vertrag mit der sportwetten.de GmbH wurde in der außerordentlichen Hauptversammlung am 16. Dezember 2019 zugestimmt und im Handelsregister am 17. Dezember 2019 eingetragen. Er gilt mit der Wirkung ab 1. Januar 2019.

6. Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens

Aus der Bewertung der Wertpapiere des Umlaufvermögens zum niedrigeren Börsenkurs am Bilanzstichtag resultierte eine Abwertung von 21 T€ (Vorjahr 185 T€).

7. Finanzergebnis

Den Zinserträgen und Erträgen aus Wertpapieren des Umlaufvermögens in Höhe von 99 T€ (Vorjahr 84 T€) stehen Zinsaufwendungen in Höhe von 0 T€ (Vorjahr 1 T€) gegenüber. Die Erträge aus den sonstigen Ausleihungen betragen 8 T€ (Vorjahr 8 T€).

V. SONSTIGE ANGABEN

1. Sonstige Verpflichtungen

Mit Datum vom 16. Oktober 2007 hat die pferdewetten.de AG eine Patronatserklärung zugunsten der netX International Ltd. und deren Tochtergesellschaften netX Betting Ltd., netX Services Ltd. und netX Casino Ltd., alle mit Firmensitz auf Malta, abgegeben.

Mit einer Inanspruchnahme der pferdewetten.de AG wird aufgrund der aktuellen Unternehmensplanungen der Tochtergesellschaften bzw. aufgrund von deren Liquidation nicht gerechnet.

Mit Datum vom 28. Januar 2011 hat die pferdewetten.de AG Rangrücktrittserklärungen zugunsten der PLB Poker Lounge Baden GmbH i.L. (95 T€) und der Accendere GmbH (117 T€) abgegeben. Die mögliche Belastung aus diesen Rangrücktrittserklärungen wurde bereits in Vorjahren durch entsprechende Wertberichtigungen der Forderungen gegen diese verbundenen Unternehmen bilanziell berücksichtigt. Grundlage waren Planungen der einzelnen Gesellschaften.

Es bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen für das Jahr 2020 in Höhe von 331 T€ aus Miet-, Leasing- und Dienstleistungsverträgen. Für den Zeitraum von 2021 bis 2024 bestehen langfristige sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von 37 T€.

2. Latente Steuern

Unter Berücksichtigung von unterschiedlichen Wertansätzen in der Steuer- und Handelsbilanz bei Tochtergesellschaften, mit denen die pferdewetten.de AG ein ertragsteuerliches Organschaftsverhältnis hat, bestehen neben temporären Bewertungsunterschieden im Bereich des Anlagevermögens, Umlaufvermögens und der sonstigen Rückstellungen auch steuerliche Verlustvorträge. Auf diese Differenzen wurden keine aktiven latenten Steuern in Ausübung des Wahlrechts gemäß § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB erfasst. Es bestehen mithin keine temporären Bewertungsunterschiede, auf die passive latente Steuern angesetzt werden müssten. Der Steuersatz beträgt 31%.

3. Anzahl Arbeitnehmer

Die durchschnittliche Beschäftigtenzahl des Geschäftsjahres setzt sich wie folgt zusammen:

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2019 Vorjahr
Vorstand 1 1
Angestellte 3 2
Insgesamt 4 3

4. Vorstand

Dem Vorstand gehörten während des Geschäftsjahres an:

Pierre Hofer, Kaufmann, Köln

Der Vorstand erhielt für seine Tätigkeit im Geschäftsjahr 2019 (Vorjahreswerte in Klammern) folgende Bezüge:

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Fest Vergütung Ergebnisbezogene Vergütung Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung Geldwerte Vorteile aus Sachbezügen bzw. Car Allowance Gesamt
Gehalt Tantieme Aktienoptionen Zeitwert Sachbezug
--- --- --- --- --- --- ---
Stück
--- --- --- --- --- --- ---
Pierre Hofer 321.751,68 30.000,00 0,00 0,00 23.919,84 375.671,52
(320.000,00) (55.000,00) (0,00) (0,00) (17.135,49) (392.135,49)

Die auf das Geschäftsjahr 2019 entfallende Tantieme für den Vorstand Herrn Hofer in Höhe von 30 T€ (Vorjahr 55 T€) wird nach Feststellung des Jahresabschlusses in Höhe von 30 T€ (Vorjahr 30 T€) zur Zahlung fällig.

Im Rahmen der am 17. Mai 2012 gewährten Aktienoptionen an die Mitarbeiter der pferdewetten.de AG und deren Tochtergesellschaften (Aktienoptionsprogramm 2012) wurden dem Vorstand insgesamt 165.000 Bezugsrechte gewährt, welche im Juli 2016 in voller Höhe ausgeübt wurden. Am 21. September 2016 wurden 86.900 neue Bezugsrechte (Aktienoptionsprogramm 2016) gewährt. Diese gewährten Bezugsrechte bleiben für jedes volle Jahr der Sperrfrist, das im Zeitpunkt der Beendigung des Dienstverhältnisses verstrichen ist, jeweils zu 25% der Optionen bestehen, sofern der Vorstand das Dienstverhältnis während der Sperrfirst kündigt oder es auf Betreiben des Vorstands zur Aufhebung des Dienstverhältnisses kommt. Sie verfallen nicht, wenn es zur Kündigung oder Aufhebung des Dienstverhältnisses durch den Vorstand aufgrund eines Kontrollwechsels kommt.

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Anzahl
Ausstehende Optionen zum 1.1.2019 86.900
Gewährte Optionen in 2019 0
Ausgeübte Optionen in 2019 0
Ausstehende Optionen zum 31.12.2019 86.900
Ausübbare Optionen zum 31.12.2019 0

Aktienoptionsprogramm 2016

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Gewichteter Durchschnitt der restlichen Vertragslaufzeit in Jahren: 0,7
Ausübungspreis in Euro je Aktie 8,03

Der auf den Vorstand entfallende Anteil am erfassten Gesamtaufwand für die gewährten Aktienoptionen aus dem Aktienoptionsprogramm 2016 beträgt 83 T€ (Vorjahr 83 T€).

Details zu den Vergütungen gemäß § 285 Nr. 9 Buchstabe a Sätze 5 bis 8 HGB sind im zusammengefassten Lagebericht angegeben.

Dem Vorstand wurde im Jahr 2016 ein langfristiges Darlehen in Höhe von insgesamt 252.532,22 € zur Finanzierung des Gesamtausübungspreises der gewährten Bezugsrechte (165.000 Stück) im Rahmen des Aktienoptionsprogramms 2012 und der auf den geldwerten Vorteil voraussichtlich anfallenden Steuern gewährt. Das Darlehen ist am 30. Juni und 10. September 2016 zur Auszahlung gelangt. Es hat eine Laufzeit von 6 Jahren und wird mit 1,89% p.a. verzinst. Wird das Dienstverhältnis mit der Gesellschaft beendet und kein Dienst- oder Arbeitsverhältnis mit der Gesellschaft oder einem mit dieser im Sinne des § 15 AktG verbundenen Unternehmen fortgesetzt, ist das Darlehen zum Zeitpunkt der Beendigung nebst Zinsen fällig. Bei Verkauf der finanzierten Aktien sind die daraus resultierenden Verkaufserlöse binnen 14 Tagen in Höhe des Anteils der verkauften Aktien an der Gesamtzahl der finanzierten Aktien als Sondertilgung auf das gewährte Darlehen zu leisten. Darüber hinaus ist der Darlehensnehmer berechtigt, das Darlehen jederzeit teilweise oder vollständig zurückzuzahlen. Eine Vorfälligkeitsentschädigung fällt nicht an. Der Anspruch ist durch ein Pfandrecht in Höhe von 63.133 Stück der finanzierten Aktien gesichert. Bei Verkauf der finanzierten Aktien sind zunächst die nicht verpfändeten Aktien zu verkaufen. Im Falle der Insolvenz der Darlehensnehmerin tritt die pferdewetten.de AG mit ihren Ansprüchen auf Rückzahlung des Darlehens hinter die Ansprüche aller sonstigen Gläubiger des Darlehensnehmers. Das Pfandrecht gilt nicht im Falle der Insolvenz des Darlehensnehmers.

Der Vertrag mit Herrn Hofer hat eine Laufzeit bis zum 31. Dezember 2022.

5. Aufsichtsrat

Mitglieder des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr waren:

Markus A. Knoss (seit 22. August 2014), Betriebswirt, Ludwigsburg

Manager Corporate Trading & Corporate Sales der Bank M - Repräsentanz der biw Bank für Investments und Wertpapiere AG, Frankfurt am Main

-Vorsitzender-

Sergey Lychak (seit 18. Juni 2013), CFA, CIIA, MMgt, Eidg. dipl. Finanzanalytiker und Vermögensverwalter, Zürich/​Schweiz

-Stellvertreter-

Lars-Wilhelm Baumgarten (seit 20. September 2016), Diplom-Jurist, Bad Harzburg

Geschäftsführer der baumgarten sports & more GmbH, Göttingen

Jochen Dickinger (seit 3. November 2016), Ingenieur, Gramastetten/​Österreich

Für das Geschäftsjahr 2019 wurde für die Mitglieder des Aufsichtsrats eine Vergütung in Höhe von insgesamt 39 T€ (Vorjahr 30 T€) erfasst. Die Vergütung legt die Hauptversammlung fest.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats haben darüber hinaus folgende Mandate in anderen Aufsichtsräten bzw. vergleichbaren Kontrollgremien im Sinne des § 125 Abs. 1 Satz 5 AktG:

Jochen Dickinger:

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Mitglied des Aufsichtsrates der Athos AG, Linz/​Österreich

6. Konzernabschluss

Die Gesellschaft ist Mutterunternehmen für die nachfolgend aufgeführten Tochterunternehmen i. S. d. § 290 HGB, die damit auch verbundene Unternehmen i. S. d. § 271 Abs. 2 HGB sind:

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Anteile in % Eigenkapital zum 31.12.2019 Jahresergebnis 2019
pferdewetten-service.de GmbH, Düsseldorf 100 25 0
Accendere GmbH, Düsseldorf 100 -94 38
sportwetten.de GmbH, Düsseldorf 100 -4.272 0
netX International Ltd., Malta 1 100 816 -2
netX Services Ltd., Malta 2 100 1.631 1.009
netX Betting Ltd., Malta 3 100 1.152 1.353
netX Casino Ltd. i.L., Malta 3 100 -1 0
PLB Poker Lounge Baden GmbH i.L., Iffezheim 4 51 0 0
pferdewetten, at GmbH, Österreich 100 -159 -42

1 99,92% direkt und 0,08% über die pferdewetten-service.de GmbH, Düsseldorf

2 99,98% indirekt über die netX International Ltd. Malta, und 0,02% über die pferdewetten-service.de GmbH

3 99,99% indirekt über die netX International Ltd. Malta, und 0,01% über die pferdewetten-service.de GmbH

4 Bilanz zum 31.12.2011; Löschung noch nicht erfolgt

Die Gesellschaft stellt einen Konzernabschluss nach International Financial Reporting Standards (IFRS) auf. Sie ist das Mutterunternehmen, das den Konzernabschluss für den größten und den kleinsten Kreis von Unternehmen aufstellt. Der Konzernabschluss wird im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht.

7. Angaben gemäß § 160 Abs. 1 Nr. 2 AktG

Im Zusammenhang mit der Gewährung von zwei Darlehen an den Vorstand und den Prokuristen der pferdewetten.de AG, wurden an insgesamt 106.382 Aktien, die diese Mitarbeiter an der pferdewetten.de AG halten, der pferdewetten.de AG ein Pfandrecht eingeräumt. Ausgehend von 4.324.251 nennwertlosen auf den Namen lautenden Stückaktien zu je 1,00 € beträgt der Anteil der in Pfand genommenen Aktien am Grundkapital 2,46 %. Auf die in Pfand genommenen Aktien entfällt ein Grundkapital von 106.382,00 €.

8. Angaben gemäß § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG/​Mitteilungen nach § 21 Abs. 1 WpHG (ab 3. Januar 2018 § 39 Abs. 1 WpHG)

Herr Lars-Wilhelm Baumgarten hat der Gesellschaft gemäß § 22 Abs. 1 WpHG am 15. Juni 2016 mitgeteilt, dass sein Stimmrechtsanteil an der pferdewetten.de AG, Düsseldorf/​Deutschland, am 10. Juni 2016 die Schwelle von 5% der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 5,60% (das entspricht 201.818 Stimmrechten vor erfolgter Kapitalerhöhung am 14. Juli 2016) betragen hat. 5,6% der Stimmrechte sind Herrn Baumgarten gem. § 22 Abs. 1 WpHG über die Hochkönig Investment GmbH zuzurechnen.

Die iVestos AG hat der Gesellschaft gemäß § 22 Abs. 1 WpHG am 16. Juni 2016 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der pferdewetten.de AG, Düsseldorf/​Deutschland, am 15. Juni 2016 die Schwelle von 5% der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 8,53% (das entspricht 307.416 Stimmrechten vor erfolgter Kapitalerhöhung am 14. Juli 2016) betragen hat. 8,53% der Stimmrechte sind der iVestos AG gem. § 22 Abs. 1 WpHG über die dicons AG zuzurechnen.

Herr Jochen Dickinger hat der Gesellschaft gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 14. Juli 2016 mitgeteilt, dass sein Stimmrechtsanteil an der pferdewetten.de AG, Düsseldorf/​Deutschland, am 14. Juli 2016 die Schwelle von 3% der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 5,8116% (das entspricht 230.386 Stimmrechten nach erfolgter Kapitalerhöhung am 14. Juli 2016, jedoch vor Ausübung der Aktienoptionen im Juli 2016) betragen hat.

Herr Pierre Hofer hat der Gesellschaft gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 27. Juli 2016 mitgeteilt, dass sein Stimmrechtsanteil an der pferdewetten.de AG, Düsseldorf/​Deutschland, am 22. Juli 2016 die Schwelle von 3% der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 4,31% (das entspricht 186.333 Stimmrechten nach erfolgter Kapitalerhöhung am 14. Juli 2016 und nach Ausübung der Aktienoptionen im Juli 2016) betragen hat.

Herr Guido Schmitt hat der Gesellschaft gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 3. August 2016 mitgeteilt, dass sein Stimmrechtsanteil an der pferdewetten.de AG, Düsseldorf/​Deutschland, am 2. August 2016 die Schwelle von 5% der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 5,52% (das entspricht 238.884 Stimmrechten nach erfolgter Kapitalerhöhung am 14. Juli 2016 und nach Ausübung der Aktienoptionen im Juli 2016) betragen hat.

Herr Sebastian Weiss, hat der Gesellschaft gem. § 22 WpHG am 8. August 2017 mitgeteilt, dass sein Stimmrechtsanteil an der pferdewetten.de AG, Düsseldorf/​Deutschland, am 31. Juli 2017 die Schwelle von 10% der Stimmrechte unterschritten hat und an diesem Tag gem. § 22 WpHG 7,02% (das entspricht 303.500 Stimmrechten) betragen hat. Herrn Weiss werden Stimmrechtsanteile durch die weiss media GmbH zugerechnet.

Herr Patrick Byrne, hat der Gesellschaft gem. § 21 und § 22 WpHG am 8. August 2017 mitgeteilt, dass sein Stimmrechtsanteil an der pferdewetten.de AG, Düsseldorf/​Deutschland, am 31. Juli 2017 die Schwelle von 10% der Stimmrechte unterschritten hat und an diesem Tag gem. § 21 WpHG 0,011% (das entspricht 429 Stimmrechten) und gem. § 22 WpHG 3,36% (das entspricht 145.123 Stimmrechten) betragen hat. Herrn Byrne werden Stimmrechtsanteile durch die Byrton GmbH zugerechnet.

Die Bettertainment GmbH, Schwaig b. Nürnberg/​Deutschland, hat der Gesellschaft gem. § 21 WpHG und § 22 WpHG am 8. August 2017 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der pferdewetten.de AG, Düsseldorf/​Deutschland, am 31. Juli 2017 die Schwelle von 10% der Stimmrechte unterschritten hat und an diesem Tag gem. § 22 WpHG 0,07% (das entspricht 3.000 Stimmrechten) betragen hat.

Das Direktorium für Vollblutzucht und Rennen e.V., Köln, hat der Gesellschaft gemäß § 38 Abs. 1 WpHG am 14. August 2018 mitgeteilt, dass der Stimmrechtsanteil der DVR Wettbetriebs GmbH an der pferdewetten.de AG, Düsseldorf/​Deutschland gemäß § 34 WpHG, am 10. August 2018 die Schwelle von 5% der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 5,13% (das entspricht 221.882 Stimmrechten) betragen hat.

Die IFM Independent Fund Management AG, Vaduz/​Liechtenstein, hat der Gesellschaft gemäß § 40 Abs. 1 WpHG am 4. Oktober 2019 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der pferdewetten.de AG, Düsseldorf/​Deutschland, am 2. Oktober 2019 die Schwelle von 5% der Stimmrechte unterschritten hat und an diesem Tag 4,84% (das entspricht 209.211 Stimmrechten) betragen hat.

Die Axxion S.A., Grevenmacher/​Luxemburg, hat der Gesellschaft gemäß § 40 Abs. 1 WpHG am 23. Oktober 2019 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil gem § 33 WpHG an der pferdewetten.de AG, Düsseldorf/​Deutschland, am 21. Oktober 2019 die Schwelle von 3% der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 3,25% (das entspricht 140.371 Stimmrechten) betragen hat.

9. Entsprechenserklärung nach § 161 AktG

Eine nach § 161 AktG geforderte Entsprechenserklärung zum deutschen Corporate Governance Codex wurde von Vorstand und Aufsichtsrat abgegeben und auf der Homepage der pferdewetten.de AG (www.pferdewetten.ag) öffentlich zugänglich gemacht.

10. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Nach dem Bilanzstichtag wurde eine Reihe von Sportveranstaltungen im Zusammenhang mit Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus COVID 19 abgesagt. Nach anfänglichen Versuchen, die Sport- und vor allem Pferderennveranstaltungen ohne Zuschauer durchzuführen, finden nun immer weniger Veranstaltungen statt, auf denen Wetten angenommen werden können. Auch eine Einschätzung, wie lange diese schwierige Situation anhalten wird, können heute selbst Experten nicht voraussagen. Sofern die weitere Verbreitung des Virus COVID 19 zu einer Absage aller Sportveranstaltungen und insbesondere von Pferderenn-Veranstaltungen weltweit über einen längeren Zeitraum führt, könnte dies eine noch weiterreichende negative Auswirkung auf die Prognose für die pferdewetten.de AG und den pferdewetten Konzern haben. In diesem Fall wäre mit einer deutlichen Verschlechterung der prognostizierten Finanzkennzahlen zu rechnen.

Düsseldorf, den 25. März 2020

Pierre Hofer, Vorstand

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die pferdewetten.de AG, Düsseldorf

VERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES ZUSAMMENGEFASSTEN LAGEBERICHTS

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der pferdewetten.de AG, Düsseldorf, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2019 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den zusammengefassten Lagebericht der pferdewetten.de AG, Düsseldorf, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 geprüft. Die mit der Konzernerklärung zur Unternehmensführung nach § 315d HGB zusammengefasste Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB sowie den Corporate Governance Bericht nach Nr. 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex, auf die jeweils im zusammengefassten Lagebericht verwiesen wird, haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

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entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2019 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 und
vermittelt der beigefügte zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser zusammengefasste Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum zusammengefassten Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der oben mit der Konzernerklärung zur Unternehmensführung nach § 315d HGB zusammengefasste Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB sowie den Corporate Governance Bericht.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/​2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Nachfolgend stellen wir den aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalt dar:

Werthaltigkeit des Gesamtinvestments in die pferdewetten-service.de GmbH

Unsere Darstellung dieses besonders wichtigen Prüfungssachverhalts haben wir wie folgt strukturiert:

a) Sachverhaltsbeschreibung (einschließlich Verweis auf zugehörige Angaben im Jahresabschluss)

b) Prüferisches Vorgehen

c) Wichtige Erkenntnisse

Werthaltigkeit des Gesamtinvestments in die pferdewetten-service.de GmbH

a) Zum 31. Dezember 2019 beträgt das Gesamtinvestment in die pferdewetten-service.de GmbH, Düsseldorf, insgesamt EUR 9,5 Mio., das sind ca. 61,3 % der Bilanzsumme, bestehend aus Anteilen (EUR 0,7 Mio.) und Forderungen (EUR 8,8 Mio.). Die Bewertung des gesamten Investments erfolgt mittels eines Bewertungsmodells nach dem Discounted Cashflow-Verfahren. Das Ergebnis dieser Bewertung ist in hohem Maße von der Prognose der künftigen Zahlungsmittelzuflüsse durch die gesetzlichen Vertreter sowie von dem verwendeten Diskontierungssatz abhängig und daher mit erheblichen Unsicherheiten behaftet. Hierbei sind insbesondere die für die Ermittlung der Zahlungsmittelzuflüsse relevanten Annahmen und Prämissen zur Entwicklung des Wettgeschäfts und des Wettverhaltens der Kunden von besonderer Bedeutung. Vor diesem Hintergrund war dieser Sachverhalt aus unserer Sicht im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.

Die Angaben zur Bewertung der Anteile und Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind im Jahresabschluss in den Abschnitten II.1. und II.2. ("Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze") des Anhangs enthalten.

b) Von der Angemessenheit der in die Berechnung des Unternehmenswerts der pferdewetten-service.de GmbH eingeflossenen künftigen Zahlungsmittelzuflüsse haben wir uns unter anderem durch deren Abgleich mit der aktuellen Unternehmensplanung der gesetzlichen Vertreter der pferdewetten-service.de GmbH überzeugt. Ergänzend haben wir uns ein Bild von der Planungstreue durch Abstimmung von früheren Planungen mit deren tatsächlichen Eintritt gemacht.

Die bei der Bestimmung des verwendeten Diskontierungssatzes herangezogenen Parameter einschließlich der durchschnittlichen Kapitalkosten ("Weighted Average Cost of Capital", WACC) haben wir anhand einer eigenen Abstimmung mit allgemeinen und branchenspezifischen Markterwartungen beurteilt. Das Berechnungsschema haben wir nachvollzogen und seine Eignung gewürdigt. Aufgrund der materiellen Bedeutung des Gesamtinvestments in die pferdewetten-service.de GmbH sowie aufgrund der Tatsache, dass die Bewertung derselben auch von rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen abhängt, die außerhalb der Einflussmöglichkeiten der Gesellschaft liegen, haben wir ergänzend die Belastbarkeit der Bewertungsannahmen anhand von eigenen Sensitivitätsanalysen beurteilt.

c) Das Gesamtinvestment von EUR 9,5 Mio. wird ohne Berücksichtigung der ewigen Rente durch die diskontierten zukünftigen Zahlungszuflüsse in den kommenden fünf Jahren unterlegt.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen:

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die mit der Konzernerklärung zur Unternehmensführung nach § 315d HGB zusammengefasste Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB, auf die im zusammengefassten Lagebericht hingewiesen wird,
den Corporate Governance Bericht nach Nr. 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex und
die Versicherung der gesetzlichen Vertreter nach § 264 Abs. 2 Satz 3 HGB zum Jahresabschluss bzw. nach § 289 Abs. 1 Satz 5 HGB zum zusammengefassten Lagebericht.

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

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wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zum zusammengefassten Lagebericht oder zu unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder
anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den zusammengefassten Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des zusammengefassten Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im zusammengefassten Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

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identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im zusammengefassten Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des zusammengefassten Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.
beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.
ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im zusammengefassten Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.
beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.
beurteilen wir den Einklang des zusammengefassten Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.
führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im zusammengefassten Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 21. Mai 2019 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 21. Mai 2019 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2010 als Abschlussprüfer der pferdewetten.de AG, Düsseldorf, tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

VERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFER

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Christian Dinter.

Hamburg, den 25. März 2020

Deloitte GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Christian Dinter, Wirtschaftsprüfer

Patrick Wendlandt, Wirtschaftsprüfer

Impressum /​ Kontakt

Sitz der Gesellschaft:

pferdewetten.de AG

Kaistr. 4

D-40221 Düsseldorf

Telefon: +49 (0) 211781782 10

Telefax: +49 (0) 211781782 19

E-Mail: [email protected]

Internet: www.pferdewetten.ag

Vorstand: Pierre Hofer

Aufsichtsrat: Markus A. Knoss (Vorsitz)

Sehr geehrte Aktionärinnen, sehr geehrte Aktionäre,

trotz der - planmäßigen - erheblichen Investitionen in das Wachstum unseres immer noch jungen Segmentes Sportwette ist es uns im Geschäftsjahr 2019 gelungen, mit T€ 2.436 ein neues Rekordergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) zu erzielen - das siebente in den letzten acht Geschäftsjahren! Das war vor Jahresfrist in dieser Höhe weder so geplant noch zu erwarten und freut uns entsprechend außerordentlich.

Wir konnten in allen Geschäftsbereichen unsere Ziele übertreffen: So konnte die Pferdewette das schon extrem starke Jahr 2018 im letzten Jahr noch einmal verbessern. Und die Sportwette konnte nach durchwachsenem Start vor allem in der zweiten Jahreshälfte 2019 ihre Erträge deutlich steigern und damit unsere Vorgaben erreichen.

Entsprechend positiv gestalteten sich alle Kennzahlen. So stieg der Brutto-Spielertrag um 109% auf mehr als T€ 45.000 und auch das Nachsteuerergebnis erreichte mit T€ 3.314 neue Rekordhöhen.

Die positive Entwicklung der Gesellschaft bestärkt uns auch weiterhin darin, unsere Dividendenpolitik beizubehalten. Auch in diesem Jahr wollen wir unseren Aktionären eine Erhöhung der Dividende um 25% vorschlagen - auf nun mittlerweile 20 Cent pro Aktie.

Wir hatten das Jahr 2020 mit viel Schwung und Optimismus sowie dem festen Fokus begonnen, erneut Bestzahlen zu erreichen. Wir planen im zweiten Quartal 2020 einen Plattformwechsel in der Sportwette, und damit einhergehend wird unsere Gesellschaft auch eine eigene Sportwetten-Lizenz in Deutschland beantragen.

Doch wie Sie wissen, verändert das Auftreten des Coronavirus (SARS-CoV-2) seit einigen Wochen Vieles. Sportveranstaltungen finden weltweit kaum noch statt, die Fußball Europameisterschaft wie auch die Olympischen Sommerspiele sind mittlerweile ins Jahr 2021 verschoben und der Pferderennsport - die Basis unseres Geschäftsmodells - findet aktuell nur noch in wenigen Ländern statt. Das Alles geht natürlich auch an der pferdewetten.de AG nicht spurlos vorüber. Die aktuelle Ungewissheit hinsichtlich der Dauer dieses "shut downs" ist eine echte Herausforderung, denn sie verhindert konkrete Planungen und verlangt von allen Mitarbeitern und unseren Geschäftspartnern maximale Flexibilität. Vielen Dank für die weiterhin gute Zusammenarbeit und vielen Dank für den Einsatz und das Engagement für unsere Gesellschaft!

Wir haben in den letzten Tagen und Wochen unterschiedliche Szenarien kalkuliert und Maßnahmen ergriffen, um diese Krise möglichst unbeschadet zu überstehen.

Das solide Wirtschaften in der Vergangenheit gepaart mit einer hohen Eigenkapital- und Cash-Ausstattung sollte es uns ermöglichen, gestärkt aus dieser schweren Zeit hervorzugehen.

Bleiben Sie gesund und uns gewogen!

Ihr

Bericht des Aufsichtsrats

Bericht über die Tätigkeit des Aufsichtsrats im Jahr 2019

Der Aufsichtsrat der pferdewetten.de AG informiert im nachfolgenden Bericht die Aktionäre über seine Tätigkeit im Geschäftsjahr 2019.

Der Aufsichtsrat hat im vergangenen Jahr den Vorstand intensiv dabei begleitet, die erklärte Expansionsstrategie im Segment Pferdewetten und die Entwicklung im Sportwettbereich erfolgreich umzusetzen.

Zentrale Bestandteile der Beratungen des Gremiums waren die Geschäftsentwicklung, Aufbau, Budgetierung und Zieldefinition der Geschäftsfelder Sportwetten und Pferdewetten. Speziell im Segment Pferdewetten stand die Erweiterung der internationalen Geschäftstätigkeiten im Fokus. Auch spielte die Beobachtung der Konsolidierung des Sportwettenmarktes und daraus abgeleitete Handlungsdiskussionen eine gewichtige Rolle.

Grundlage für einen intensiven und effizienten Informationsaustausch sind die regelmäßigen Aufsichtsratssitzungen, in denen der Vorstand laufend über die Lage und die Entwicklung der pferdewetten.de AG und des Konzerns berichtete. In diesen Sitzungen hat sich der Aufsichtsrat mit wichtigen geschäftlichen Einzelvorgängen und mit zustimmungspflichtigen Maßnahmen des Vorstands beschäftigt. Nach gründlicher Prüfung und Beratung hat der Aufsichtsrat zu den Berichten und den Beschlussvorschlägen des Vorstands, soweit dies nach Gesetz und Satzung erforderlich war, sein Votum abgegeben. In der Zeit zwischen diesen Sitzungen wurde der Aufsichtsrat stringent durch schriftliche und mündliche Informationen über wichtige Entscheidungen, Projekte und Geschäftsvorfälle unterrichtet.

Die vier turnusmäßigen Aufsichtsratssitzungen im Geschäftsjahr 2019 fanden am 19.03.2019, 21.05.2019, 18.09.2019 und am 11.11.2019 statt. Sämtliche Aufsichtsratsmitglieder waren bei allen Präsenzsitzungen anwesend.

Zwei außerordentliche Sitzungen gemeinsam mit dem Vorstand wurden im Geschäftsjahr 2019 in Form von Telefonkonferenzen abgehalten. Auch hier waren sämtliche Mitglieder anwesend.

In Ergänzung zu den Aufsichtsratssitzungen hat der Vorstand mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden und einzelnen Aufsichtsratsmitgliedern regelmäßig persönliche Gespräche geführt, die sich als sinnvolles Forum für einen aktuellen Informationsaustausch bewährt haben. Ferner wurde der Aufsichtsrat mindestens monatlich in schriftlichen Berichten mit den wichtigsten betriebswirtschaftlichen Kennziffern (Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung) über die jüngste Geschäftsentwicklung informiert.

Schwerpunkte im Geschäftsjahr 2019

Der Aufsichtsrat wurde vom Vorstand fortlaufend und zeitnah über alle wesentlichen Maßnahmen und Ergebnisse informiert. Einen Schwerpunkt in den Beratungen bildete die Entwicklung und kritische Würdigung des neuen Segments Sportwetten. Hier spielte die Erörterung zu der aktuellen Rechtslage eine große Rolle. Wie bereits im letzten Geschäftsjahr, die Auslotung von weiteren Wachstumspotentialen im Geschäftsfeld Pferdewetten und damit einhergehend mit den lizenzierungsrechtlichen und firmeninternen infrastrukturellen Auswirkungen.

Im Zuge der starken Geschäftsausweitung wurde ein Schwerpunkt in der Begleitung des Ausbaus der IT-Infrastruktur, sowie der administrative Bereiche gesetzt.

Die definierte Strategie der Gesellschaft ist weiterhin, eine führende Rolle im Pferdesportwettmarkt zu spielen. In diesem Zusammenhang erörterte der Vorstand gemeinsam mit dem Aufsichtsrat sich ergebende Opportunitäten in Europa und Asien.

Hierzu hat der Vorstand dem Aufsichtsrat über die Situation und Positionierung des deutschen Rennsports informiert und daraus abgeleitete Handlungsdiskussionen erörtert, sowie das Potential der Internationalisierung dargelegt. Herr Hofer zeigte dem Gremium geeignete Marketingmaßnahmen zur Neukundengewinnung. Bestandskunden wurden durch geeignete, DSGVO-konforme, IT-basierte Instrumente verstärkt in den Segmenten Sport und Pferd aktiviert. Die Internationalisierung schreitet unverändert wie geplant rasch voran. Hierfür wurden die relevanten Compliance-relevante Voraussetzungen und Datenschnittstellen für die hinzugewonnenen internationalen Rennplätze geschaffen. Die Pferdewette konnte in allen für die Unternehmenssteuerung wichtigen Kennzahlen auf neue Rekordzahlen verweisen.

Im Bereich Sportwetten, mit der Domain sportwetten.de, wurde die Planung für das Jahr 2020 und die enge Begleitung der Entwicklung des Geschäftsverlaufs, auf die Pferdewetten.de AG typische vorsichtige und weitsichtige Art, überwacht und die Weiterentwicklung vorangetrieben. Hierbei ist und war es dem Aufsichtsrat immer sehr wichtig die Wettbewerbssituation und das Wirken der Mitbewerber genau zu beobachten, um die richtigen Schlussfolgerungen gemeinsam mit dem Vorstand hieraus abzuleiten. Das Jahr 2019 war für die Sportwetten-Segment ein Etablierungs- und Bewährungsjahr, zumal in diesem Jahr kein großes sportliches Ereignis stattfand.

Zur Sicherstellung von Verlustvorträgen in der Sportwetten.de GmbH und damit einhergehenden steuerentlastenden Auswirkungen für die 100%ige Muttergesellschaft Pferdewetten.de AG in den kommenden Jahren wurde ein Gewinnabführungsvertrag zwischen beiden Gesellschaften im 4. Quartal 2019 abgeschlossen und vom Vorstand gemeinsam mit dem Aufsichtsrat den Aktionären zur Erteilung der Zustimmung vorgeschlagen. Die Zustimmung zu dem Gewinnabführungsvertrag mit der Sportwetten.de GmbH wurde von unseren Aktionären in einer außerordentlichen Hauptversammlung am 16. Dezember 2019 mit fast 100%iger Stimmenmehrheit beschlossen.

Die Umstellung der Aktiengattung von Inhaber- auf Namensaktien wurde im Jahr 2019 ebenfalls abgeschlossen. Hiermit wurde u.a. die Grundlage zu einer intensiveren direkten Investorenkommunikation geschaffen.

Die erklärte Dividendenpolitik, einer stetigen maßvollen Steigerung der Ausschüttungen an die Aktionäre, konnte wiederum auch im vergangenen Jahr, mit einem Dividendenvorschlag an die Hauptversammlung in Höhe von 0,16 EUR beschlossen werden. Dies entsprach einer Steigerung von mehr als 14% im Vergleich zum vorausgegangenen Geschäftsjahr.

Planungs- und Prüfungsausschuss (Audit Committee)

Der Prüfungsausschuss befasste sich mit den Abschlüssen der pferdewetten.de AG und des Konzerns und erörterte intensiv die Planung der Gesellschaft. Nach der Wahl durch die Hauptversammlung beauftragte das Plenum den Abschlussprüfer mit der Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses der pferdewetten.de AG. Zu den Aufgaben des Prüfungsausschusses, der sich im Geschäftsjahr 2019 telefonisch und schriftlich abstimmte, gehörten auch die Überwachung der Unabhängigkeit und Effizienz des Abschlussprüfers sowie die Festlegung seiner Vergütung. Die Prüfungsschwerpunkte stimmte der Vorsitzende des Prüfungsausschusses, Sergey Lychak, wie in den Vorjahren, gewissenhaft in gesonderten Gesprächen mit dem Abschlussprüfer ab. Schwerpunkte für die Prüfung des Konzernabschlusses 2019 waren: die Umsatzrealisierung aus dem Wettgeschäft.

die Werthaltigkeit der Geschäfts- und Firmenwerte, die Werthaltigkeit der latenten Steuern auf Verlustvorträge und der Status Wettlizenzen und

Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses ist Sergey Lychak, CFA, CIIA, der sich für diese Funktion durch seine Ausbildung unter anderem als Chartered Financial Analyst® und Certified International Investment Analyst sowie umfangreichen Erfahrungen im Finanzwesen, als Finanzexperte qualifiziert. In diesem Rahmen stimmte er die besonders wichtige Prüfungssachverhalte (KAM) für das Geschäftsjahr 2019 mit den Aufsichtsratskollegen und dem Abschlussprüfer ab.

Angemessene Vorstandsvergütung

Der gesamte Aufsichtsrat hat sich, wie in den Vorjahren, von der Angemessenheit der Vorstandsvergütung für das Geschäftsjahr 2019 überzeugt. Er hat ausführlich über die Angemessenheit der Vorstandsvergütung diskutiert und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass diese nach den gesetzlichen Kriterien derzeit angemessen erscheint.

Die Grundzüge des Vergütungssystems werden im Vergütungsbericht, der Bestandteil des Lageberichts und des Corporate-Governance-Berichts ist, erläutert. Die Gesamtvergütung des Vorstands der pferdewetten.de AG steht in einem angemessenen Verhältnis zu den Leistungen des Vorstands. Im Vergleich zu landesüblichen Gehältern der Vorstände börsennotierten Gesellschaften liegt die Vergütung des pferdewetten.de AG- Vorstands weiterhin im unteren bis mittleren Bereich. Auch im vertikalen Vergleich innerhalb des Unternehmens erscheint die Gesamtvergütung als angemessen. Aufgrund des Ergebnisses des pferdewetten.de-Konzerns im Geschäftsjahr 2019 wird dem Vorstand eine Tantieme in Höhe von 30 Tsd. Euro gezahlt.

Vergütung des Aufsichtsrats

Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten gemäß Beschluss der Hauptversammlung eine feste Vergütung. Dabei erhielt der Aufsichtsratsvorsitzende 12.000 Euro pro Jahr und die weiteren Aufsichtsratsmitglieder je 9.000 Euro.

Corporate Governance

Der Aufsichtsrat behandelt regelmäßig in seinen Sitzungen die Anwendung der Corporate-Governance-Grundsätze des Unternehmens. Der Aufsichtsrat hat sich davon überzeugt, dass die pferdewetten.de AG die Empfehlungen des Kodex in seiner aktuellsten Fassung vom 7.02.2017 gemäß der Entsprechenserklärung erfüllt hat. Vorstand und Aufsichtsrat haben im Februar 2020 gemeinsam eine Entsprechenserklärung nach § 161 AktG abgegeben. Die Entsprechenserklärung enthält wenige Ausnahmen, die aufgrund der geringen Größe und der Struktur der pferdewetten.de AG notwendig erscheinen. Über die Corporate Governance bei pferdewetten.de AG berichtet der Vorstand zugleich auch für den Aufsichtsrat gemäß Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex im Corporate-Governance-Bericht.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr traten bei keinem der Aufsichtsratsmitglieder Interessenkonflikte aufgrund von Beratungsmandaten oder Organfunktionen bei Geschäftspartnern auf.

Feststellung des Jahresabschlusses

Der Jahresabschluss nach HGB und der Konzernabschluss nach IFRS sowie der zusammengefasste Lagebericht sind unter Einbeziehung der Buchführung von dem durch die Hauptversammlung gewählten Abschlussprüfer, Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hamburg, geprüft und mit uneingeschränkten Bestätigungsvermerken versehen worden. Die Prüfungsaufträge hatte der Aufsichtsrat entsprechend dem Beschluss der Hauptversammlung vom 21. Mai 2019 vergeben.

Der Aufsichtsrat hat die vom Vorstand fristgerecht vorgelegten Abschlüsse und den zusammengefassten Lagebericht ausführlich diskutiert. Allen Mitgliedern des Aufsichtsrats wurden die Abschlüsse, der zusammengefasste Lagebericht sowie die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers zur Verfügung gestellt.

Der Aufsichtsrat hat den Bericht des Vorstands positiv zur Kenntnis genommen und hat sich in der Sitzung am 23. März 2020 die wesentlichen Ergebnisse der Prüfung durch den Abschlussprüfer berichten lassen sowie weiterführende Fragen diskutiert. Gegen den Bericht des Vorstands und dessen Prüfung durch den Abschlussprüfer haben sich seitens des Aufsichtsrats keine Bedenken ergeben. Der Jahresabschluss und der Konzernabschluss wurde durch Beschluss des Aufsichtsrats am 25. März 2019 gebilligt und somit gemäß § 172 Aktiengesetz festgestellt.

Der Vorstand hat Instrumente zur Früherkennung implementiert, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährdende Entwicklungen frühzeitig aufzeigen sollen. Die Prüfung hat ergeben, dass der Vorstand die entsprechend § 91 Abs. 2 AktG erforderlichen Maßnahmen insbesondere zur Einrichtung eines Überwachungssystems in geeigneter Form getroffen hat und dass das Überwachungssystem geeignet ist, Entwicklungen, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden würden, frühzeitig zu erkennen. Hinsichtlich des auf das Rechnungslegungssystem bezogenen internen Kontrollsystems ist festzustellen, dass die eingerichteten Kontrollen für Art und Umfang der Geschäftsvorfälle als angemessen zu bewerten sind.

Es bestanden und bestehen - mit Ausnahme der Abschlussprüferleistung - keine geschäftlichen, persönlichen oder sonstige Beziehungen zwischen dem Prüfer, seinen Organen und seinen Prüfungsleitern einerseits und dem Unternehmen und seinen Organmitgliedern andererseits. Mögliche Ausschluss- und/​oder Befangenheitsgründe lagen weder zu Beginn der Prüfung vor noch sind sie während der Prüfung oder danach aufgetreten.

Der Aufsichtsrat erhebte nach dem abschließenden Ergebnis seiner eigenen Prüfung des Jahresabschlusses und des Konzernjahresabschlusses sowie des zusammengefassten Lageberichts keine Einwände. Der Aufsichtsrat hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss und Konzernabschluss gebilligt, die damit gemäß § 172 AktG festgestellt sind.

Die Aufsichtsratsmitglieder danken allen Mitarbeitern sowie dem Vorstand der pferdewetten.de AG für deren unermüdlichen Einsatz und ihre hervorragenden Leistungen im zurückliegenden Geschäftsjahr.

Düsseldorf, den 25. März 2020

Zusammengefasster Lagebericht für den Jahres- und Konzernabschluss der pferdewetten.de AG vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019

Die pferdewetten.de AG (ehemals SPORTWETTEN.DE AG), ansässig in Düsseldorf, hat sich zu einer festen Größe im Markt für Pferdewetten in Deutschland etabliert. Ausgestattet mit Lizenzen in Deutschland, Österreich und Malta umfasst das Angebot dabei insbesondere Online-Pferdewetten, die durch stationäre Pferde-Wettcenter flankiert werden. Darüber hinaus werden Dienstleistungen, Wett-Content und Riskmanagement für nationale und internationale Wettanbieter angeboten.

Das Flaggschiff der Holding, die Internet-Plattform www.pferdewetten.de mit mehr als 45.000 registrierten Kunden, zählt zu den Marktführern im Bereich der deutschen Online-Pferdewette. Das Wettangebot erstreckt sich rund um die Uhr auf Pferderennen in mehr als 36 Ländern weltweit, wovon der überwiegende Teil live im Internet übertragen wird. Darüber hinaus operiert die Gesellschaft seit 2018 über die Domain www.sportwetten.de auch wieder im deutschen Sportwetten-Markt.

Das neue Produkt, die Sportwette auf der Internet Plattform www.sportwetten.de, wird mit unserem Partner Cashpoint Malta betrieben, welches ein Tochterunternehmen der deutschen Gauselmann Gruppe ist. Die Cashpoint ist zuständig für die maltesische Lizenz, ist auf Nummer eins gelistet unter den deutschen Top20 Bewerbern auf eine deutsche Lizenz und wickelt die komplette Technik bis hin zum Zahlungsverkehr ab. Die Sportwetten.de GmbH, das neue Unternehmen im Pferdewetten.de Konzern, organisiert das Marketing und den Kunden-Support.

Die pferdewetten.de AG berät nicht nur ihre Tochtergesellschaften, sondern auch andere in der Wettbranche tätige Firmen und Rennvereine. In ihrer Funktion als Managementholding koordiniert die pferdewetten.de AG sämtliche Business-Aktivitäten der Tochterunternehmen, etwa der 2009 akquirierten Accendere GmbH (Düsseldorf). Das Systemhaus ist als Berater in allen Fragen der Informations-Technologie unter anderem auf den Vertrieb der von pferdewetten.de selbstentwickelten Zahlungs- und Webcontent-Systeme für Online-Wetten spezialisiert.

Die pferdewetten.de AG ist seit Juli 2000 börsennotiert. Die Aktien werden an der Deutschen Börse gehandelt (ISIN DE000A2YN777).

Der Jahresabschluss der pferdewetten.de AG wird nach handelsrechtlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen (HGB) aufgestellt. Der Konzernabschluss der pferdewetten.de AG wird nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie diese in der EU anzuwenden sind, und ergänzend nach den gemäß § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt.

1 Das Geschäftsjahr 2019

1.1 Geschäftsverlauf Konzern

Auch im Geschäftsjahr 2019 haben sich die Geschäfte des pferdewetten.de AG-Konzerns positiv entwickelt. Ein hinsichtlich der Anzahl von Rennveranstaltungen relativ stabiles Umfeld im Ausland legte die Basis für ein erfolgreiches Jahr.

Die seit 2012 verfolgte Wachstumsstrategie in der Pferdewette wurde auch in 2019 fortgesetzt. So wurde der operative Bereich nachhaltig gestärkt und intensiv in Kundengewinnungsmaßnahmen investiert. Die daraus resultierende Aktivierung inaktiver Kundenstämme, wie auch die Gewinnung neuer Kunden, hat die Erwartungen mehr als erfüllt.

Eine erneut positive Tendenz zeigen die nationalen und internationalen Wettplattformen des Konzerns. Die Anzahl der aktiven Kunden konnte gesteigert werden.

Aber auch der in letzter Zeit immer mehr in den Fokus gerückte Bereich der Dienstleistungen rund um das Pferdeprodukt des Konzerns entwickelt sich positiv. So konnten 2019 wiederholt deutliche Umsätze in diesem Bereich erzielt werden.

Erweitert wurde das Geschäftsmodell der pferdewetten.de AG Ende 2017 durch den Wiedereinstieg in den Sportwettenmarkt unter der Domain www.sportwetten.de.

Nach den erfolgreichen Kundengewinnungsmaßnahmen zur Fußballweltmeisterschaft konnte die Gesellschaft sportwetten.de GmbH ihre Markenbekanntheit durch zahlreiche Werbemaßnahmen und Sponsoring - Aktivitäten stärken. So ist die Gesellschaft heute bei mehreren Fußballvereinen in der dritten Liga, wie dem KFC Uerdingen vertreten. Aber auch andere Sportarten wie Eishockey (Partner der Kölner Haie und der Eishockeynationalmannschaft), Handball oder Basketball finden heute mit dem Sportwelten.de Logo statt. Darüber hinaus warb die Marke bei Internationalen Spielen, wie beispielsweise der deutschen Fußballnationalmannschaft.

Die Umsatzerlöse 2019 im Konzern beliefen sich nach Wettsteuern und Kundenboni auf T€ 14.438 im Vergleich zu T€ 11.085 in 2018. Dies ist eine Steigerung von 30%.

Die Umsatzerlöse aus Buchmacherwetten nach Wettsteuern und Kundenboni (Hold) stiegen deutlich von T€ 6.852 in 2018 auf T€ 7.891 in 2019. Die Erhöhung von über 15 % resultiert aus den erhöhten Wetteinsätzen, die von T€ 205.698 in 2018 auf T€ 254.316 angestiegen sind. Aber auch die Sportwette konnte erstmals einen positiven Umsatz von T€ 109 beitragen (Vorjahr: -T€ 534). Die Boni haben sich in dem Bereich der Buchmacherwetten mit T€ 7.381 in 2019 gegenüber T€ 3.773 in 2018 mehr als verdoppelt. Trotz der überproportionalen Steigerung des eigenen Geschäftes hat sich die Vermittlung von Wetten in die Totalisatoren der Rennbahnen auch sehr stark entwickelt. Diese Wetten und die daraus resultierenden Provisionen aus der Vermittlung von Wetten an Totalisatoren haben sich von T€ 9.571 in 2018 auf T€ 20.967 in 2019 deutlich erhöht. Nach Abzug der dafür gewährten Boni verbleiben für 2019 T€ 6.519 an Umsatzerlösen. In 2018 verblieben nach Abzug der Boni T€ 4.224. Die hohen Bonusanteile in der Vermittlungsprovision liegen vor allem an dem gesteigerten Dienstleistungsgeschäft, was in großen Teilen in der Vermittlung dargestellt wird.

Der prognostizierte Prozess der Kooperationen mit Partnern im In- und Ausland hat sich im Jahr 2019 sehr gut entwickelt. Neben der schon seit Jahren gelebten Partnerschaft mit einem international agierenden Unternehmen mit Sitz in England und weiteren in 2018 hinzugekommenen Partnern, wurden in 2019 weitere Kooperationsverträge geschlossen, die auch für den überproportionalen Anstieg der Provisionserlöse verantwortlich sind.

Die Umsatzerlöse aus der Sportwette betragen in 2019 T€ 109. Im Vorjahr waren dies negative T€ 534. Der dennoch relativ geringe Betrag resultiert weiterhin daraus, dass die Gesellschaft vor allem in Kundengewinnungsmaßnahmen investiert hat, um ihren Bekanntheitsgrad als Newcomer in der Branche zu stärken. Dieser geplante Schritt wirkt sich negativ auf die Umsätze aus, da der Konzern, anders als die meisten Wettbewerber, geschenktes Geld und daraus resultierende Wetteinsätze von den Umsatzerlösen abzieht und nicht als Marketingaufwendungen ausweist. Die deutliche

Steigerung gibt jedoch den ersten Hinweis darauf, dass aufgrund von ersten Erfahrungen gezielter in das Produkt investiert werden konnte.

Die netX Casino Ltd. i.L. auf Malta und die PLB Poker Lounge Baden GmbH i.L. sind die letzten Konzerngesellschaften in Liquidation. Ihre Geschäftstätigkeit wurde bereits in Vorjahren eingestellt. Leider erfolgte keine Löschung der Firmen im Handelsregister in 2019.

Das Konzerngesamtergebnis stieg im Vergleich zum Vorjahr (2018: T€ -666) auf T€ 3.403. Neben der positiven Entwicklung im operativen Ergebnis der Pferdewette, das EBIT stieg von T€ 5.093 in 2018 auf T€ 5.743, enthält das Ergebnis auch die geplanten Investitionen in das Marketing und den Geschäftsausbau in den Bereich der Sportwette, die zu einem negativen EBIT dieses Segments in Höhe von T€ 3.307 führten. Das Finanzergebnis ist aufgrund der ergebniswirksamen Erfassung von Änderungen des Zeitwertes von Wertpapieren gestiegen. Hierbei handelt es sich um stichtagsbezogene Bewertungen, die erhöhten Schwankungen unterliegen. Auch der steuerliche Bereich hat sich positiv entwickelt. Dies lag vor allem an den abgeschlossenen Ergebnisabführungsverträgen, die große Teile des Konzernergebnisses in der AG bündeln und so optimiert versteuert werden. Darüber hinaus erzielten die maltesischen Gesellschaften steuerpflichtige Gewinne.

Einen großen Effekt haben in diesem Jahr die latenten Steuern erzielt. Aufgrund der noch vorhandenen und neu hinzugekommenen Verlustvorträge und der positiven Aussichten im Konzern konnten latente Steuern in Höhe von T€ 1.704 aktiviert werden. Die hinzugekommenen Verlustvorträge resultieren dabei im Wesentlichen aus einem Einspruch, den die pferdewetten.de AG in früheren Jahren vorgenommen hat, als einige Verlustvorträge durch den damaligen Einstieg der Mybet (ehemals Jaxx) weggefallen sind. Diesem Einspruch ist in 2019 stattgegeben worden.

Damit begründet sich vor allem die Verbesserung des Konzernergebnisses durch das verbesserte Ergebnis von Steuern vom Einkommen und vom Ertrag in Höhe von T€ 775 im Geschäftsjahr 2019 gegenüber dem Vorjahr (Steueraufwand: T€ 1.422).

1.2 Geschäftsverlauf pferdewetten.de AG

Die pferdewetten.de AG hat im Jahr 2019 ein positives Ergebnis nach Steuern von T€ 245 (Vorjahr: T€ 1.699) erzielt. Wesentlicher Bestandteil des Ergebnisses sind die Ergebnisabführungsverträge mit der pferdewetten-service.de GmbH (seit 2016) und der Sportwetten.de GmbH (seit 2019) für das Geschäftsjahr 2019, welche das Ergebnis der pferdewetten.de AG in Höhe von zusammen T€ -454 beeinflusst haben.

1.3 Markteinschätzung und Änderungen im rechtlichen Umfeld

Der internationale Pferderennsport zeigte sich in der Entwicklung und im Angebot in 2019 weitgehend stabil. Ein unverändert wichtiger Markt ist Frankreich. Hier ist insbesondere für deutsche Pferde bzw. deren Besitzer aufgrund der räumlichen Nähe und der höheren Rennpreise Erlöspotenzial gegeben. Zudem werden über die französische Wettgesellschaft Pari Mutuel Urbain GIE (PMU), Paris, zusätzlich auch Rennen in Deutschland promotet, was wieder zu einer Stabilisierung des Wettangebotes hierzulande führte. Die PMU hat in 2016 die Mehrheit an der "German Tote Service- und Beteiligungs GmbH" übernommen, dem Vermarkter des deutschen Pferderennsports. Damit wird auch für die Zukunft ein stabiles deutsches Rennangebot erwartet.

Die zahlreichen Starts deutscher Pferde in Frankreich locken auch den Wettkunden zum Angebot der französischen Bahnen und fördern die Unabhängigkeit der Gesellschaft vom deutschen Rennsport. Die Märkte in den USA, Asien und Australien sind für ein 24-Stunden-Wettangebot weiterhin von großer Bedeutung. Das frühere Kernprodukt, das Wetten auf deutsche Veranstaltungen, spielt nur noch eine Nebenrolle. Hier sind die Veranstalter gefordert, dauerhaft ein ansprechendes Veranstaltungsportfolio bereitzustellen. Auch 2019 wurde wieder durch Rennbahnschließungen überschattet. Die zwangsläufig daraus resultierende geringere Anzahl von Rennen führen zu entsprechend geringeren Wettumsätzen. Zusätzlich stehen manche Rennvereine vor der Auflösung. Weitere Rennvereine kämpfen um ihre Existenz. Der pferdewetten.de-Konzern hofft, dass mit der beschriebenen Übernahme durch die PMU diese negative Entwicklung in Zukunft gestoppt wird.

Die Vermittlung von Wetten in den Totalisator als Gegenleistung für die Bereitstellung von Liveübertragungen und/​oder Informationsdiensten wie Startzeiten, Formen oder Ähnliches hat die Umsätze und Ergebnisse von der pferdewetten.de AG bereits in der Vergangenheit beeinflusst. Die Mitte 2012 eingeführte Spieleinsatzsteuer auf Buchmacherwetten und die damit verbundene Weitergabe an die deutschen Kunden im Ausmaß von 5% des jeweiligen Wetteinsatzes führte auch in 2019 zu einer merklichen Verlagerung hin zur margenschwächeren Totalisatorwette.

Zusätzlich wurden die Provisionserlöse durch die neuen Kooperationspartner erhöht, die hohe Wetten in die Pools der Rennvereine vermitteln. Dies führt zum einen zu höheren Provisionen, gibt dem Konzern aber auch die Möglichkeit, bessere Konditionen für die Vermittlung zu erzielen.

Dies zeigt sich deutlich in der Zunahme der vermittelten Wettumsätze von € 89,4 Mio. im Jahr 2018 auf € 179 Mio. in 2019.

Die Zugangsbeschränkungen in andere europäische Märkte sind häufig unverändert hoch. In Österreich ist weiterhin die pferdewetten.at GmbH tätig. Es ist geplant, dass sie ihr Geschäft auch in 2020 stetig ausbauen wird.

In anderen Ländern werden aktuell die Möglichkeiten eines Markteintritts weiterhin geprüft, damit die pferdewetten.de AG bei sich bietender Gelegenheit den Wettbewerb im Ausland aufnehmen und die Kundenbasis verbreitern kann.

Das Wettgeschäft des Konzerns wird sich auch zukünftig weiterhin an die Bedürfnisse des Marktes anpassen. Besonders Wettangebote abseits der klassischen Wettformen werden weiterhin forciert werden. Zusätzlich prüft die Geschäftsleitung ständig die Erweiterung des Wettangebotes um Rennen aus unterschiedlichen Kontinenten. Solche Angebote erhöhen die Attraktivität der Plattform für neue Kundenschichten, vornehmlich aus dem Ausland. Ausgehend von diesen Maßnahmen wird der Konzern seine derzeitige Position am Markt weiterhin behaupten.

Der Bereich der Sportwette ist weiterhin ein stark wachsender Markt. In den letzten Jahren konnten die Wetteinsätze im deutschen Markt, der vorläufig Zielmarkt der Sportwetten.de GmbH ist, von 7,6 Mrd. Euro in 2017 auf 8,8 Mrd. Euro in 2018 auf aktuell 9,3 Mrd. Euro in 2019 gesteigert werden.

Hier wird auch in den Folgejahren mit deutlichen Wachstumsraten gerechnet.

Der gesetzliche Rahmen in Deutschland hat sich in 2019 gegenüber der Berichterstattung im Vorjahr nicht verändert. Nachdem die EU-Kommission in Brüssel den deutschen Glücksspielstaatsvertrag aus 2007 im September 2010 abgelehnt hatte, wurde dieser von 15 Bundesländern überarbeitet und trotz weiterhin bestehender Bedenken der EU-Kommission mit Wirkung zum 1. Juli 2012 novelliert.

Schleswig-Holstein war als einziges Bundesland dem Glücksspieländerungsstaatsvertrag zunächst nicht beigetreten und hatte ein eigenes auf einem Lizenzmodell basierendes Glücksspielgesetz im September 2011 verabschiedet. Mit dem Regierungswechsel ist Schleswig-Holstein ebenso dem neuen Glücksspieländerungsstaatsvertrag am 23. Januar 2013 als 16. Bundesland beigetreten.

Insbesondere die im Glücksspieländerungsstaatsvertrag (GlüÄndStV) geregelten Voraussetzungen für die Zulassung von Internetwetten lassen zunächst vermuten, dass in Deutschland nunmehr Rechtssicherheit für das Anbieten von Internetwetten besteht. So waren in der Vergangenheit Internetwetten und deren Vermittlung von Buchmachern und Rennvereinen (Totalisatoren) rechtlich umstritten und durch die deutschen Behörden nur in Erwartung einer Neuregelung des Glücksspielstaatsvertrages geduldet worden. Allerdings bleibt festzuhalten, dass weiterhin europarechtliche Bedenken gegen den aktuellen Glücksspieländerungsstaatsvertrag bestehen und damit das Rechtschaos der vergangenen Jahre weiterhin besteht. Dies bestätigt sich in dem EuGH-Urteil in der Rechtssache Ince (C-336/​14) vom 4. Februar 2017. Demnach können private Anbieter wegen illegaler Wettangebote (Anbieter von Sportwetten) wohl nicht in Deutschland bestraft werden, solange keine Sportwettkonzessionen in Deutschland vergeben werden. Ergänzend ist hierzu zu erwähnen, dass im Oktober 2016 der hessische Verwaltungsgerichtshof bereits die Verfassungswidrigkeit der im Glücksspielstaatsvertrag vorgesehenen und in der Praxis gescheiterten Konzessionierungsverfahren für Sportwetten (§ 10a GlüÄndStV) für intransparent und europarechtswidrig gestoppt hat. Abzuwarten bleibt, inwieweit diese Entscheidungen auch Auswirkungen auf unsere Geschäftstätigkeit, nämlich das Anbieten und Vermitteln von Pferdewetten im Internet, haben werden.

Die Sportwetten.de GmbH agiert hier mit der Lizenz unseres Partners, der Cashpoint Malta. Dies ist ein Tochterunternehmen der deutschen Gauselmann Gruppe. Die Cashpoint Malta besitzt eine Europäische Lizenz, die auf Malta ausgestellt wurde. Zusätzlich besitzt die Gesellschaft eine Lizenz in Schleswig-Holstein. Bei dem Auswahlverfahren der anderen Bundesländer hat die Cashpoint Malta Platz eins belegt und hat damit die besten Voraussetzungen, eine Lizenz zu erhalten, wenn diese vergeben werden.

Aktuell ist wiederholt geplant, dass in 2020 erste Lizenzen vergeben werden und ab 2021 ein neuer Glückspielstaatsvertrag in Kraft treten wird, der auch das Anbieten von Online-Casino Spielen erlaubt.

Das Anbieten und das Vermitteln von Pferdewetten im Internet bedürfen gemäß § 27 Glücksspieländerungsstaatsvertrag einer Erlaubnis (Lizenz). Zuständig für die Gewährung einer Erlaubnis ist das Land Hessen. Hier hat unser Buchmacher auf Malta bereits in 2012 einen Antrag auf Lizenzerteilung gestellt. Seit Anfang 2014 wurde mit den Behörden konstruktiv und regelmäßig an den Lizenzbedingungen und allgemeinen Voraussetzungen gearbeitet.

Trotz der Hindernisse und Unklarheiten im Glücksspielstaatsvertrag ist es der Tochtergesellschaft netX Betting Ltd. gelungen, eine gültige Lizenz von dem Regierungspräsidium in Darmstadt Ende 2017 erteilt zu bekommen, die in 2019 wieder bis zum 30. Juni 2021 verlängert wurde.

Weiterhin fühlt sich der Konzern aber bei einigen Punkten des Glücksspielstaatsvertrages benachteiligt. Gerade im Hinblick auf Ungleichbehandlungen zwischen dem Stationären und Online-Geschäft wird der Konzern noch weiter rechtliche Maßnahmen ausloten. Dies gilt vor allem den Wetteinsatzbeschränkungen, die im stationären Geschäft nicht gelten und auch von den nicht lizensierten Anbietern nicht umgesetzt werden müssen.

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Tochtergesellschaften sowie die Entwicklungen im Wettmarkt und der Wettbewerber wirken analog auf die Muttergesellschaft, die pferdewetten.de AG.

1.4 Investitionen

Auf Ebene der AG und im Konzern sind 2019 keine klassischen wesentlichen Investitionen angefallen.

Für die kurzfristige Zukunft ist vorgesehen, das weitere Investitionsvolumen des Konzerns im technischen Bereich der Buchmacher-Software im Wesentlichen auf die Modernisierung mit kontinuierlicher Weiterentwicklung der Software sowohl im Bereich von Wettkassen wie auch dem Online-Produkt zu beschränken.

Hinzu kommen weiterhin Investitionen in den Bereich Sportwette, die die Bekanntheit des neuen Segments erhöhen sollen.

1.5 Finanzmanagement

Das Finanzmanagement des Konzerns erfolgt zentral über das Mutterunternehmen, der pferdewetten.de AG. Primäres Ziel unseres Finanzmanagements ist die Sicherung der kurz- und mittelfristigen Liquidität zur Unterstützung der operativen Geschäftstätigkeit und damit der Unternehmensfortführung. Der Konzern hat zum Bilanzstichtag mit Ausnahme von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditkartenunternehmen (T€ 4) keine Bankverbindlichkeiten. Auch die pferdewetten.de AG hat zum Bilanzstichtag keine Bankverbindlichkeiten.

Das Volumen von Zahlungsströmen aus dem operativen Betrieb kann, bedingt durch saisonale Einflüsse bei den im Wettbetrieb angebotenen Veranstaltungen, aufgrund vertraglicher Verpflichtungen von den Auszahlungserfordernissen abweichen. Diesem begegnet der Konzern mit einem Liquiditätsmanagement, indem Einzahlungserwartungen und Auszahlungserfordernisse sowie die verfügbaren liquiden Mittel täglich überwacht und mittelfristig im Rahmen eines Liquiditätsplans gesteuert werden.

Unter Berücksichtigung der vorhandenen frei verfügbaren Mittel zum Bilanzstichtag sowie der geplanten Umsätze in 2020 und den Folgejahren weist der Liquiditätsplan einen Zahlungsmittelüberschuss aus, so dass ausreichend Liquidität und Kapital vorhanden sind, um die Unternehmensfortführung der pferdewetten.de AG und des Konzerns weiterhin zu gewährleisten. Unsere Finanzlage schätzen wir daher als gut ein.

2 Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns

2.1 Vermögenslage

Das Eigenkapital des Konzerns hat sich um T€ 2.900 von T€ 12.930 in 2018 auf T€ 15.830 erhöht und beträgt per 31. Dezember 2019 56% der Bilanzsumme (Vorjahr: 62 %). Die Steigerung im Vergleich zum Vorjahr resultiert im Wesentlichen aus dem Konzerngesamtergebnis, das teilweise durch die Dividendenausschüttung für das Vorjahr kompensiert wurde.

Das Konzernvermögen hat sich von T€ 20.887 in 2018 auf T€ 28.066 erhöht. Diese Veränderung ergibt sich im Wesentlichen aus der Erhöhung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie Wertpapieranlagen, der Forderungen aus LuL und der latenten Steuern. Zudem wurden im Zusammenhang mit der Erstanwendung des IFRS 16 erstmalig Nutzungsrechte aus Leasingverträgen aktiviert. Diese betragen zum 31. Dezember 2019 T€ 953.

Die Konzernschulden haben sich insbesondere durch die im Zusammenhang mit der Geschäftsausweitung höheren Verbindlichkeiten aus Kundengeldern, Verbindlichkeiten aus LuL sowie den korrespondierend zu den Nutzungsrechten nach IFRS 16 zu erfassenden Leasingschulden (T€ 956) um T€ 4.278 auf T€ 12.236 erhöht.

Der Abschluss eines Gewinnabführungsvertrages mit der pferdewetten-service.de GmbH und die damit verbundene Begründung einer ertrag steuerlichen Organschaft im Geschäftsjahr 2015 und mit der Sportwetten.de GmbH im Geschäftsjahr 2019 ermöglichen uns, auf der Basis der Unternehmensplanung bei der pferdewetten.de AG vorhandene steuerliche Verlustvorträge zu nutzen bzw. steuerlich optimiert zu verwalten.

2.2 Finanzlage

Der Bestand an liquiden Mitteln abzüglich Kreditkartenverbindlichkeiten beträgt im Konzern per 31. Dezember 2019 T€ 11.393 (2018: T€ 8.313), wovon der Konzern T€ 3.561 (Vorjahr: T€ 3.816) investieren kann, während T€ 7.798 für die Verbindlichkeiten gegenüber Wettkunden vorgehalten werden und T€ 34 als Sicherheit für Bankavale dienen.

Ausgehend von der Kapitalflussrechnung sind dem Konzern im Geschäftsjahr aus der operativen Geschäftstätigkeit finanzielle Mittel in Höhe von T€ 4.436 zugeflossen. Gegenüber dem Vorjahr ist der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit um T€ 2.470 gestiegen.

Dem Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit stand der Cashflow aus Investitionstätigkeiten in Höhe von T€ -418 (2018: T€ 57) gegenüber, der vorwiegend aus Investitionen und Veräußerungen von Wertpapieren sowie der Investition in Sachanlagen resultiert.

Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit ergibt sich aus den Dividendenzahlungen in Höhe von T€ 692 sowie der Tilgung von Leasingverbindlichkeiten in Höhe von T€ 246.

Insgesamt flossen damit dem Konzern liquide Mittel von T€ 3.080 (Vorjahr T€ 1.418) im Geschäftsjahr zu.

Die immateriellen Vermögenswerte und das Sachanlagevermögen sind vollständig langfristig durch das Eigenkapital und die langfristigen sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten finanziert. Das Eigenkapital beträgt 56% (Vorjahr 62%) der Bilanzsumme zum 31. Dezember 2019.

Zum Bilanzstichtag besteht eine Kreditlinie bei Kreditkartenunternehmen in Höhe von insgesamt T€ 4, die in Höhe von T€ 1 am Bilanzstichtag in Anspruch genommen wurde. Die Verbindlichkeiten aus Kundengeldern haben sich im Rahmen der operativen Geschäftstätigkeiten deutlich von T€ 4.497 in 2018 auf T€ 7.798 erhöht.

2.3 Ertragslage

Die Wetteinsätze beim konzerneigenen Buchmacher stiegen auf € 254 Mio. (Vorjahr: € 206 Mio.) und die vermittelten Wettumsätze auf € 179 Mio. (Vorjahr: € 89 Mio.). Hinzu kommen die Wetteinsätze in der Sportwette von € 10 Mio. (Vorjahr € 8 Mio.).

Ausgehend von dieser um ca. 46% verbesserten Gesamtleistung (Wetteinsätze und Wettvermittlung) stiegen die Umsatzerlöse um insgesamt ca. 30% auf T€ 14.438 im Vergleich zum Vorjahr (2018: T€ 11.085).

Bei der Umsatzentwicklung ist erneut zu erkennen, dass die Wetteinsätze in die Totalisatoren der Rennvereine deutlich zugenommen haben. Die vermittelten Wetteinsätze wurden mehr als verdoppelt. Der Anteil an der Gesamtleistung beträgt allerdings weiterhin nur 40%. Dies ist auf die ebenso gestiegenen Wetteinsätze bei unserem Buchmacher zurückzuführen. Hinzu kommen die Umsätze aus der Sportwette, die mit positiven T€ 109 aufgeführt werden. Dies liegt an den überproportionalen Boni, die an die Kunden vergeben werden, um Marktanteile zu steigern. Die dennoch aufgezeigte Steigerung der vermittelten Wettumsätze erklärt sich vor allem mit der Tatsache, dass die Wettkunden bei Wetten in den Totalisator nicht mit Wettsteuer, wie sie bei Buchmacherwetten in Höhe von 5% auf den Wetteinsatz anfallen, belastet werden. Dieses Nachfrageverhalten bedeutet für den Konzern zugleich eine geringere Marge, da die Marge aus der Vermittlung von Wetten geringer ist, als die Marge aus dem eigenen Wettgeschäft. Der Anteil der Wetteinsätze in die Totalisatoren der Rennvereine gemessen an der Gesamtleistung konnte somit für den Großteil der Kunden aber stabilisiert werden. Der überproportionale Anstieg liegt jetzt ausschließlich an den Großkunden, die auch nur für die Totalisatoren zur Verfügung stehen.

Die Zunahme der Materialaufwendungen um T€ 1.376 betrifft vor allem die Aufwendungen aus bezogenen Leistungen. Diese steht vor allem im Zusammenhang mit erhöhten Aufwendungen für den Wetteinsatz im Rahmen des Risikomanagements und Werbeleistungen. Darunter fallen auch sämtliche Sponsoringmaßnahmen. Aber auch die erhöhten Aktivitäten insgesamt und das höhere Kundenaufkommen führten zu erhöhten Aufwendungen in diesem Bereich.

Der Personalaufwand erhöhte sich in 2019 um T€ 201 vor allem infolge von Mitarbeitereinstellungen im Verwaltungsbereich und allgemeinen Lohnerhöhungen.

Der Konzern hat im Jahresdurchschnitt Personalaufwendungen für 53 (2018: 45) Mitarbeiter getragen. Die durchschnittlichen Personalkosten je Mitarbeiter betrugen T€ 62 (2018: T€ 68).

Die Abschreibungen sind mit T€ 596 deutlich gestiegen, liegen aber immer noch in einem eher geringeren Rahmen. Sie betreffen im Wesentlichen die im Frühjahr 2016 begonnene Abschreibung der neuen Wettplattform "Challenger" sowie ab dem Jahr 2019 die Abschreibung auf die nach IFRS 16 aktivierten Nutzungsrechte.

Die sonstigen Aufwendungen sind von T€ 2.276 in 2018 um T€ 88 auf T€ 2.364 in 2019 gestiegen. Dies liegt auch hier an den gesteigerten Aktivitäten des Konzerns. Dies betrifft erhöhte Marketingaufwendungen und auch die Erhöhung im Bereich der Provisionen und Fremdleistungen sowie Aufwendungen für Lizenzen und Konzessionen. Dem steht der Effekt aus der Erstanwendung des IFRS 16 gegenüber, der dazu geführt hat, dass unter den sonstigen Aufwendungen keine Miet- und Leasingaufwendungen mehr ausgewiesen werden.

Für das Jahr 2019 ergibt sich im Konzern ein EBITDA (Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit abzügl. Finanzergebnis und Abschreibungen) von T€ 3.032 (Vorjahr: T€ 1.161) und ein EBIT (EBITDA abzgl. Abschreibungen) von T€ 2.436 (Vorjahr: T€ 803).

Das Finanzergebnis ist von T€ 20 in 2018 auf T€ 104 in 2019 gestiegen. Dies ist insbesondere der positiven Entwicklung der Wertpapiere zum Stichtag 31.12.2019 geschuldet.

Aufgrund des erfolgreichen operativen Geschäfts in der Pferdewette und der Umsetzung des Ergebnisabführungsvertrages mit der Sportwetten.de GmbH war das Ergebnis im Berichtsjahr durch laufende Ertragsteuern in Höhe von insgesamt T€ 828 belastet. Kompensierend wirkten sich positive Effekte aus der Veränderung der aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge von T€ 1.570 aus.

Unter Berücksichtigung des Finanzergebnisses und der Steuerbelastung ist das Konzernergebnis gegenüber T€ -558 für 2018 auf T€ 3.314 deutlich gestiegen. Dies entspricht einem unverwässerten Ergebnis je Aktie von € 0,77 (2017: € -0,13) und einem verwässerten Ergebnis von € 0,73 (Vorjahr € -0,12).

3 Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der pferdewetten.de AG

3.1 Vermögenslage

Das Eigenkapital der Konzern-Muttergesellschaft, der pferdewetten.de AG, beträgt per 31.12.2019 T€ 11.206 (Vorjahr: T€ 11.464). Diese Veränderung ist dem erzielten Jahresergebnis in Höhe von T€ 245 (2018: T€ 1.699) abzüglich der gezahlten Dividende geschuldet.

Die Bilanzsumme hat sich im Vergleich zum Vorjahr (T€ 12.333) um T€ 3.183 auf T€ 15.516 erhöht. Die Zunahme resultiert auf der Aktivseite vor allem aus den Forderungen gegen verbundene Unternehmen. Die Forderungen gegen die pferdewetten-service.de GmbH enthalten zum Bilanzstichtag auch den Anspruch der pferdwetten.de AG aus der Abführung des handelsrechtlichen Ergebnisses 2019 gemäß Gewinnabführungsvertrag. Die Erhöhung gegenüber dem Vorjahr ist insbesondere auf die gestiegene Ergebnisabführung zurückzuführen.

Auch auf der Passivseite betrifft die Zunahme fast ausschließlich die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen. Die Verbindlichkeit gegen die Sportwetten.de

GmbH enthalten zum Bilanzstichtag auch die Verbindlichkeiten der pferdewetten.de AG aus der Übernahme des handelsrechtlichen Verlusts 2019 gemäß Gewinnabführungsvertrag. Die Erhöhung gegenüber dem Vorjahr ist insbesondere auf die Übernahme des Verlustes für das Geschäftsjahr 2019 zurückzuführen.

3.2 Finanzlage

Die pferdewetten.de AG verfügt per 31. Dezember 2019 über liquide Mittel in Höhe von T€ 468 (Vorjahr: T€ 407). Diese sind frei verfügbar. Zusätzlich hält die pferdewetten.de AG kurzfristig veräußerbare Wertpapiere in Höhe von T€ 3.353 (Vorjahr: T€ 3.069). Die Forderungen und Verbindlichkeiten sind im Wesentlichen kurzfristig fällig und in der Berichtswährung zu begleichen bzw. zurückzuzahlen. Es bestehen keine Kreditlinien. Forderungen und Verbindlichkeiten gegen bzw. gegenüber Tochtergesellschaften werden nicht verzinst.

3.3 Ertragslage

Die Konzern-Muttergesellschaft finanziert sich über Beratungen und Dienstleistungen für die Tochtergesellschaften. In 2019 erzielte sie hieraus Umsatzerlöse in Höhe von T€ 2.030 (2018: T€ 969).

Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten vor allem Erträge aus Auflösung von Rückstellungen und sonstige Erlöse. Der Anstieg der sonstigen betrieblichen Erträge ist insbesondere auf höhere Auflösungen von Rückstellungen und Erträgen aus dem Abgang von Wertpapieren des Umlaufvermögens zurückzuführen. Die Rückstellungen wurden aufgelöst, da ein BaFin Verfahren kostenneutral eingestellt wurde.

Die Personalaufwendungen sind in 2019 von T€ 783 auf T€ 795 gestiegen.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind bei der pferdewetten.de AG mit T€ 1.041 leicht gestiegen. Wesentliche Ursache hierfür war die zusätzliche außerordentliche Hauptversammlung im Dezember 2019, deren Beschlüsse zu einer steuerlichen Optimierung geführt hat.

Das Jahresergebnis nach Steuern ist bei der Konzern-Muttergesellschaft, der pferdewetten.de AG, in 2019 auf T€ 245 gesunken (2018: T€ 1.699). Wesentliche Ursache für die negative Entwicklung ist der neu geschlossene Ergebnisabführungsvertrag mit der Sportwetten.de GmbH, der steuerliche Vorteile im Konzern bringt. Im Detail betrifft das den EAV mit der sportwetten.de GmbH in Höhe von T€ -3.306 und den EAV mit der pferdewetten-service.de GmbH in Höhe von T€ 2.852.

4 Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

Die wirtschaftliche Lage des Konzerns hat sich im Jahr 2019 auch wegen des ausgewiesenen Konzernertrages weiterhin deutlich verbessert. Aufgrund der gestiegenen Wetteinsätze konnte sich der Konzern flexibler aufstellen. Auch die Liquiditätslage verbesserte sich infolge der positiven Geschäftsentwicklung erneut in 2019. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass der Konzern über weitere finanzielle Mittel in Form von Investitionen in kurzfristig veräußerbare Wertpapiere verfügt.

Der Bestand an liquiden Mitteln abzüglich Kreditkarten Verbindlichkeiten beträgt im Konzern per 31. Dezember 2019 T€ 11.393 (2018: T€ 8.313), wovon der Konzern T€ 3.561 (Vorjahr: T€ 3.856) investieren kann, während T€ 7.798 für die Verbindlichkeiten gegenüber Wettkunden vorgehalten werden und T€ 34 als Sicherheit für Bankavale dienen.

Die pferdewetten.de AG ist aufgrund des Konzernaufbaus als Muttergesellschaft von der Geschäftsentwicklung ihrer Beteiligungsunternehmen abhängig. Sie kann jedoch ihren eigenen Anteil zum Erfolg der Gruppe beitragen, indem sie zum einen ihre Strukturen und zum anderen die Kostenentwicklung permanent optimiert.

Es bestehen weder bei der pferdewetten.de AG noch deren Tochtergesellschaften wesentliche langfristige Verbindlichkeiten gegenüber Dritten. Auch die kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen bewegen sich auf dem Niveau üblicher Zahlungsziele.

Die Eigenkapitalquote des Konzerns sank auf 56% (Vorjahr: 62%). Die Eigenkapitalquote der Muttergesellschaft ist aufgrund des Anstiegs der Bilanzsumme von 93% in 2018 auf 72% in 2019 gesunken.

Insgesamt lässt sich die wirtschaftliche Lage des Konzerns und der Muttergesellschaft, insbesondere auch vor dem Hintergrund des positiven Trends der operativen Geschäftsentwicklung im Jahresverlauf 2019 und der Erwartungen an die Folgejahre, als solide bezeichnen.

5 Unternehmenssteuerung

Die Steuerung des pferdewetten.de AG-Konzerns erfolgt im Wesentlichen auf der Basis der finanziellen Leistungsindikatoren Umsatzerlöse und EBIT.

Die Umsatzerlöse resultieren aus dem Wettgeschäft, d.h. den Wettumsätzen aus Pferdewetten nach Wettsteuern und Kundenbonus (sog. "Hold"), aus den Wettprovisionen für die Vermittlung von Wetten und sonstigen Umsatzerlösen. Ein stetig ansteigender Bereich sind die Umsatzerlöse aus der Sportwette.

Das EBIT entspricht dem in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung dargestellten Betriebsergebnis.

Ausgehend von unserer ursprünglichen Umsatzprognose für das Jahr 2019 (Brutto Wett- und Gamingerträge/​ Hold zwischen 10% und 20% gegenüber 2018) begründet sich das tatsächliche Umsatzwachstum aus einem unerwarteten hohen Anstieg der Wetteinsätze, insbesondere im Zusammenhang mit Großkunden, und Provisionserlöse infolge von ebenso über der Erwartung liegender Zunahme der vermittelten Wetteinsätze. Hier begründet sich zugleich auch die Abweichung des prognostizierten EBIT's von € 1,0 bis € 2,0 vom tatsächlich erzielten EBIT in Höhe von € 2,4 Mio.

Die Steuerung der pferdewetten.de AG als Holdingfunktion orientiert sich am Jahresergebnis als einzigem finanziellen Leistungsindikator.

Das für das Geschäftsjahr 2019 prognostizierte Jahresergebnis der pferdewetten.de AG von € -0,6 Mio. wurde deutlich mit T€ 245 übertroffen. Hier hat die Holding ihre Konzernumlageverträge deutlich an das aufkommende Geschäft und die übernommenen Dienstleistungen für die Tochtergesellschaften angepasst.

Die Ergebnisse aus den Gewinnabführungsverträgen liegen deutlich unter dem prognostizierten Wert von T€ 2.000 und T€ 3.000, da der Ergebnisabführungsvertrag mit der Sportwetten.de GmbH abgeschlossen wurde, der in 2018 noch nicht absehbar war. Der Ergebnisabführungsvertrag führte in 2019 zu Aufwendungen aus Verlustübernahmen von T€ 3.306. Das gesamte Ergebnis aus Ergebnisabführungsverträgen beträgt T€ -454.

6 Bericht über das rechnungslegungsbezogene interne Kontroll- und Risikomanagementsystem

Für die Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts sowie des Jahresabschlusses der pferdewetten.de AG ist der Vorstand der pferdewetten.de AG verantwortlich. Der Konzernabschluss wird unter Beachtung der International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellt. Der Einzelabschluss wird unter Beachtung der Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung des HGB und den handelsrechtlichen Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften für große Kapitalgesellschaften sowie den ergänzenden Vorschriften des Aktienrechts erstellt.

Die bestehenden internen Kontroll- und Risikomanagementsysteme sollen die Ordnungsmäßigkeit und die Übereinstimmung des Konzernabschlusses und des Jahresabschlusses sowie des zusammengefassten Lageberichts mit den gesetzlichen Vorschriften gewährleisten. Um diese Vorgaben einzuhalten, werden kontinuierlich Maßnahmen zur gezielten Weiterbildung der Mitarbeiter im Bereich Finanzen durchgeführt. Die Einhaltung der Richtlinien und die Funktionsfähigkeit der Kontrollsysteme werden regelmäßig geprüft. Die Einhaltung konzernweit einheitlicher Buchungssystematiken in der Finanzbuchhaltung wird permanent von der kaufmännischen Leitung überwacht. Regelmäßige Abstimmungen der Zahlungsströme mit den Belegen der Finanzbuchhaltung sowie ständige Kommunikation zwischen den in diese Prozesse eingebundenen Personen gewährleisten die Missbrauchsprävention. Die Finanzbuchhaltung wird von externen Steuerberatungsbüros betreut bzw. unterstützt und unterliegt somit einer zusätzlichen externen Kontrollinstanz. Die Erstellung der Jahres- und Zwischenabschlüsse erfolgt ebenfalls mit Unterstützung von externen Steuerberatungsbüros, wodurch auch in diesem Bereich die Einhaltung der aktuellen rechtlichen Vorgaben gewährleistet ist.

Zur Steuerung des Unternehmens und zur Überwachung, Analyse sowie Dokumentation von Unternehmensrisiken setzt der Vorstand der pferdewetten.de AG verschiedene Systeme und Verfahren ein. Über spezielle Tools können tagesaktuell Auswertungen über die wichtigsten Kennzahlen im Konzern vorgenommen werden, so dass sich der Vorstand sowohl regelmäßig als auch stichprobenartig ein Bild machen kann. Die Monatsberichte der Konzerngesellschaften und des Konzerns bilden die Geschäftsentwicklung periodisch ab und werden regelmäßig einer intensiven Analyse seitens des Vorstands unterzogen.

Der Aufsichtsrat ist mit prozessunabhängigen Prüfungsmaßnahmen in das interne Überwachungssystem eingebunden.

7 Risikomanagement

Das Risikomanagementsystem der pferdewetten.de AG ist entsprechend dem Aktienrecht darauf ausgerichtet, dass der Vorstand mögliche Risiken frühzeitig erkennen und Gegenmaßnahmen rechtzeitig einleiten kann. Es umfasst die Beurteilung der Wirksamkeit der internen Aufbau- und Ablauforganisation, einschließlich der Prozesse und der IT-Unterstützung des Unternehmens. Neben der Identifizierung und Quantifizierung der operativen Risiken zielt der Vorgang auf die Definition und Implementierung wirkungsvoller Management-Informationssysteme, einschließlich Frühwarnsystemen und Risikoindikatoren.

Auf Basis des internen Risikoberichtes wird über die Entwicklung bestehender Risiken oder deren Hinzukommen oder Wegfall berichtet und erfolgt zugleich deren Überwachung. In diesem Zusammenhang werden entsprechende Maßnahmen eingeführt, um die wesentlichen Risiken des Konzerns innerhalb dessen eigenen Einflussbereichs zu minimieren. Je Risiko erfolgt eine Beschreibung sowie Bewertung des Risikos hinsichtlich Auswirkung und Eintrittswahrscheinlichkeit.

Klassifizierung der Eintrittswahrscheinlichkeit

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Eintrittswahrscheinlichkeit Beschreibung
1% bis 5% Sehr gering
6% bis 25% Gering
26% bis 50% Mittel
51% bis 100% Hoch

Klassifizierung nach Auswirkungsgrad

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Erwartete Auswirkung in T€ Grad der Auswirkung
T€ 0 bis T€ 25 Niedrig
>T€ 25 bis T€ 75 Moderat
>T€ 75 bis T€ 125 Wesentlich
>T€ 125 bis T€ 750 Gravierend

Aus der Kombination der erwarteten Eintrittswahrscheinlichkeit und der erwarteten Auswirkung des Risikos erfolgt die Klassifizierung des Risikos in hoch, mittel und gering.

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Auswirkung
Gravierend Mittel Mittel Hoch Hoch
Wesentlich Mittel Mittel Mittel Hoch
Moderat Gering Mittel Mittel Mittel
Niedrig Gering Gering Mittel Mittel
Eintrittswahrscheinlichkeit Sehr gering Gering Mittel Hoch

7.1 Wesentliche Risiken

Die Geschäftstätigkeit des Konzerns ist grundsätzlich einer Reihe von Risiken ausgesetzt, deren Eintritt einzeln oder zusammen mit anderen Umständen die Geschäftstätigkeit des Konzerns erheblich beeinträchtigen und unter Umständen erhebliche bis existenzgefährdende nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben können.

Dabei geht das Management des Konzerns gemäß der Risikopolitik grundsätzlich nur solche Risiken ein, die im Rahmen der Wertschaffung unvermeidbar, jedoch kontrollierbar sind. Das dazu erforderliche Risikomanagement ist in den Kerngeschäftsprozess und in die eingesetzten Systeme des Konzerns eingebunden.

Hinsichtlich der Art der Risiken, ihrer Auswirkungen und der Eintrittswahrscheinlichkeit werden nachfolgend nur die als wesentlich erachteten Risiken beschrieben, die das Geschäft sowie die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage maßgeblich beeinflussen können.

Die pferdewetten.de AG ist als Mutterunternehmen mittelbar den Wirkungen von Risiken unterworfen, denen die Konzern-Tochtergesellschaften ausgesetzt sind. Die nachstehend beschriebenen Risiken gelten somit, wenn nicht explizit angeführt, in ihrer mittelbaren Wirkung auch für die pferdewetten.de AG.

7.1.1 Rechtliche und regulatorische Risiken

Risiken aus Glücksspieländerungsstaatsvertrag, Gewährung von Lizenzen

Der Konzern bietet zum Bilanzstichtag Wetten auf Pferderennen an bzw. vermittelt den Abschluss von Wetten. Außerdem werden seit Ende des Jahres 2017 Wetten auf Sportwetten angeboten. Im Bereich der Sportwette trägt der Konzern kein direktes Risiko, da hier der Lizenzgeber der Partner Cashpoint Malta ist. Das einzige Risiko ist hier eine Untersagung des Wettangebotes, was aktuell als sehr unwahrscheinlich einzustufen ist, da die Cashpoint Malta über eine maltesische Lizenz verfügt und außerdem bei der aktuellen deutschen Lizenzvergabe auf Platz 1 der möglichen Lizenzen steht. Noch vor der staatlichen Oddset Gesellschaft. Weiterhin hätte eine Untersagung keine negativen finanziellen Einflüsse, da die Gesellschaft sportwetten.de GmbH aktuell ein negatives Ergebnis ausweist und auch in naher Zukunft aufgrund von Investitionen keinen wesentlichen Beitrag zum Konzernergebnis leisten wird.

Der Rechtsrahmen für das Anbieten und Vermitteln von Pferdewetten in Deutschland ist seit dem Inkrafttreten des neuen Glücksspieländerungsstaatsvertrages im Juli 2012 in vielen Punkten noch ungeklärt. Für das Veranstalten von Pferdewetten für deutsche Kunden im Internet ist nach § 27 Glücksspieländerungsstaatsvertrag eine Genehmigung (Lizenz) erforderlich. Zuständig für die Gewährung einer Lizenz ist das Land Hessen. Hier hat unser Buchmacher auf Malta bereits in 2012 einen Antrag auf Lizenzerteilung gestellt. Seit Anfang 2014 wird mit den Behörden konstruktiv und regelmäßig an den Lizenzbedingungen und allgemeinen Voraussetzungen gearbeitet. Mit Schreiben vom 22. Juni 2015 wurde der Gesellschaft eine Grunderlaubnis zur Veranstaltung und Vermittlung von Pferdewetten im Inland durch die zuständige Behörde bis 30. Juni 2019 erteilt, die 2019 bis 30. Juni 2021 verlängert wurde. Sie enthält Auflagen betreffend die Vermittlung von Pferdewetten an bestimmte Veranstalter im Inland und Ausland, aber noch keine Bedingungen, wie z.B. die Höhe der zulässigen monatlichen Wetteinsätze für deutsche Kunden. Die Grunderlaubnis ist Voraussetzung für die Erteilung einer Interneterlaubnis (Lizenz), die Ende 2018 erteilt wurde. Der Konzern hat sich mit der Behörde bei einigen Auflagen verglichen, sodass die jetzigen Regelungen akzeptabel sind. Diese Lizenz und deren Ausnahmeregelungen enden jedoch Mitte 2021. Aktuell geht der Konzern davon aus, dass die bestehende Lizenz und deren ausgehandelten Auflagen verlängert werden. Ein neuer Glückspielstaatsvertrag mit einer Umsetzung ab 1. Juli 2021 ist für den Konzern aufgrund der Erfahrungen der letzten Jahre aktuell nicht vorstellbar. Falls dieses jedoch eintreffen würde, könnte nach aktuellem Stand das lukrative Casino Produkt starten. Negative Folgen aufgrund von weiteren Einschränkungen werden aber auch erfolgen, können aber aktuell noch nicht monetär erfasst werden. Es spricht zum heutigen Zeitpunkt nichts dagegen, dass auch die genehmigten Ausnahmeregelungen von der Wetteinsatzbeschränkung bei einer erneuten Lizenz bestehen bleiben. Jedoch kann dies aktuell nicht gesichert dargestellt werden.

Eine Beschränkung des monatlichen Wetteinsatz je deutschen Kunden von T€ 1 sowie ein gleichzeitiger Wegfall der aktuell gewährten Ausnahmeregelung für einen monatlichen Wetteinsatz je deutschen Kunden von T€ 100 bei vorheriger Selbstauskunft des Kunden würde die Entwicklung des Konzerns mit der heutigen Ausrichtung stark beeinträchtigen, da sich der Umsatz mit Kunden, die sich über die Länderkennzeichen Deutschland auf der Wettplattform registrieren, deutlich vermindern würde. Ebenso würde eine Entziehung der Lizenz oder eine Ablehnung des Antrags für eine Verlängerung der Lizenz eine erhebliche Beeinträchtigung der künftigen Entwicklung darstellen. Entsprechend würde ein erheblicher Teil der Umsatzerlöse und Erträge des Konzerns wegfallen, was auch die Möglichkeit von Investitionen in den weiteren Ausbau des Sportwetten-Geschäfts beeinträchtigen würde. Da nach aktuellen Gesprächen nichts gegen eine Weiterführung der bisherigen Auflagen und eine Verlängerung der Lizenz spricht, hat der Konzern das Risiko einer Wetteinsatzbeschränkung nicht in die Unternehmensplanung einkalkuliert.

Im Rahmen unseres internen Risikoberichts haben wir das Risiko einer Nichtverlängerung der Lizenz, einer Verschärfung der Auflagen bzw. eines Entfalls der Ausnahmereglung als gering klassifiziert und damit gegenüber dem Vorjahr ("mittel") angepasst.

Werberichtlinie

Zusätzlich wurde im Rahmen der Umsetzung des neuen Glücksspieländerungsstaatsvertrags eine Werberichtlinie durch die Bundesländer erlassen, die ab Februar 2013 in Kraft getreten ist. Nach diesen neuen Vorschriften ist es dem Konzern durch Verbote von Newslettern oder Online-Werbung erschwert, Neukunden zu gewinnen. Erste Klagen gegen diese Werberichtlinien sind in der Vergangenheit bereits zu Gunsten der Kläger entschieden worden. Hinzu kommt, dass auf der Basis unserer Recherchen der bayerische Verfassungsgerichtshof es den dortigen Landesbehörden im September 2017 bereits aus verfassungsrechtlichen Gründen untersagt hat, die Werberichtlinie weiter anzuwenden. Inwieweit diese Entscheidung im Bundesland Bayern auch auf andere Länder abfärbt, kann nicht beurteilt werden, soll aber verdeutlichen, wie unsicher und unterschiedlich die Rechtsauffassung in den einzelnen Ländern ist.

Die Gesellschaft hat einen Antrag auf eine Werbeerlaubnis gestellt, über die aber noch nicht entschieden wurde.

Im Rahmen unseres internen Risikoberichts haben wir das Risiko wie im Vorjahr als gering klassifiziert.

Verbot der Vermittlung an ausländische Rennvereine

In 2018 wurde der netX Betting Ltd. eine Lizenz nach dem neuen Glückspieländerungsstaatsvertrag erteilt. Demnach ist dieses Risiko seit 2018, wie erwartet, hinfällig.

Das rechtliche und regulatorische Risiko der pferdewetten.de AG ist durch Investitionen und Standorte im Ausland vermindert, da dort das rechtliche Umfeld für Glücksspielunternehmen deutlich besser strukturiert ist als in Deutschland.

Die vorhandenen Lizenzen in Deutschland, die Lizenz der Malta Gaming Authority (MGA), Lizenz des Buchmachers in Malta und die Buchmacherlizenz für das Wettbüro München, mit denen die Pferdewetten angeboten werden können, sind zudem teilweise befristet. Es besteht grundsätzlich ein Risiko, dass diese Lizenzen nicht verlängert werden. Die Lizenz des Buchmachers in Malta ist 2018 erneuert worden und bis zum 30. März 2026 gültig.

Im Rahmen unseres internen Risikoberichts haben wir das Risiko wie im Vorjahr als mittel klassifiziert.

7.1.2 Aktienrecht

Die pferdewetten.de AG hat gemäß Anhörungsschreiben der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) versäumt, die positiven Halbjahreszahlen des Konzerns für 2012 per ad-hoc-Meldung vorab zu veröffentlichen. Dieses stellt einen Verstoß gegen den Emittenten-Leitfaden dar, da die Ergebnisse deutlich besser als in den Vorjahren waren und somit alle Marktteilnehmer vorzeitig von der positiven Entwicklung hätten unterrichtet werden müssen.

Im Juli 2013 hat die BaFin ein zweites Verfahren wegen des Verdachts der verspäteten ad-hoc-Mitteilung über den Kauf der "equi8"-Plattform eingeleitet. Nach der Anhörung des Konzerns wurde die Angelegenheit Anfang September 2013 an das für die Verfolgung von Ordnungsmäßigkeiten zuständige Referat weitergegeben. Auch hier ist die pferdewetten.de AG der Meinung, dass sie den Pflichten ausreichend nachgekommen ist.

Beide Verfahren wurden 2018 beendet und insgesamt mit einer Geldbuße im niedrigen 5 stelligen Bereich abgegolten.

Am 2. März 2018 hat jedoch die Bafin erneut ein Anhörungsschreiben bezüglich einer eventuellen verspäteten Adhoc Mitteilung zum Einstieg in den Sportwettenmarkt versendet. Dieses Verfahren wurde 2019 ohne Bußgeld eingestellt.

Da aktuell alle Verfahren beendet sind, jederzeit allerdings neue Verfahren entstehen können, wenn das Management des Konzerns anderer Meinung ist als die Börsenaufsicht, wird das Risiko weiterhin als mittel klassifiziert.

7.1.3 Wettbewerbsumfeld

Der Pferderennsport befindet sich in Deutschland weiterhin in einer schwierigen Lage. Rennbahn-Schließungen und die schlechte wirtschaftliche Situation der Rennvereine und Dachverbände können zu einer weiteren Verringerung des Rennangebotes führen. Dadurch können weniger in Deutschland stattfindende Wetten von den Konzerngesellschaften angeboten werden, was sich negativ auf die Umsätze im Pferdewettbereich der Gesellschaft auswirken kann.

Die Anzahl der Pferdewettanbieter im Internet war in 2019 unverändert. Die Gesellschaft geht aber davon aus, dass immer wieder neue Wettbewerber in den Markt eintreten können, da keine technischen Zugangsbarrieren für diesen Markt bestehen. Denkbar ist insbesondere der Markteintritt ressourcen- und markenstarker Unternehmen, die bereits außerhalb Deutschlands Internet-Wetten veranstalten oder auch auf anderen Gebieten des e-commerce tätig sind. Dies könnte es ihnen ermöglichen, mehr Mittel als die Gesellschaft in die Entwicklung und Förderung ihrer Dienstleistungen zu investieren. In diesem Zusammenhang ist der größte Wettbewerber, der Betreiber der Domain racebets.com, von einem großen schwedischen Sportwettanbieter in 2018 übernommen worden. Ob dies zu nachhaltig negativen Auswirkungen führt, kann noch nicht abschließend beurteilt werden.

Die Wettbewerber könnten außerdem mehr Mittel in die Entwicklung neuer Dienste investieren, weiterreichende Marketingkampagnen durchführen, eine aggressivere Preispolitik einführen und den Nutzern, den vorhandenen und potenziellen Mitarbeitern, Werbekunden und sonstigen Partnern attraktivere Angebote unterbreiten. Die Konkurrenten der Gesellschaft könnten Produkte entwickeln, die den von der Gesellschaft angebotenen ähnlich oder ihnen überlegen sind oder aus sonstigen Gründen eine größere Marktakzeptanz erreichen als die Angebote von der Gesellschaft.

Des Weiteren können die Margen aufgrund zunehmenden Wettbewerbes unter Druck kommen.

Das Risiko der pferdewetten.de AG wird vermindert durch den Ausbau des Angebots von internationalen Rennveranstaltungen und den verstärkten Eintritt in den internationalen Markt, teilweise auch durch Kooperationen mit dort führenden Anbietern, die über die ausländischen Tochtergesellschaften für ausländische Kunden angeboten werden.

Im Rahmen unseres internen Risikoberichts haben wir das Risiko wie im Vorjahr als mittel klassifiziert.

7.1.4 Steuerliche Risiken

Steuerliche Außenprüfungen haben bisher bei der pferdewetten.de AG und der pferdewetten-service.de GmbH vollumfänglich stattgefunden. Hieraus ergaben sich keine wesentlichen Beanstandungen. Es kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass die Gesellschaft und/​oder ihre Tochtergesellschaften von nennenswerten Nachzahlungsverpflichtungen in Zukunft betroffen sein könnten.

Zudem kann es nach dem Bilanzstichtag durch mittelbare oder unmittelbare Anteilserwerbe am Grundkapital der pferdewetten.de AG zur Anwendung des § 8c KStG und damit zum Wegfall von aktivierten und nicht aktivierten steuerlichen Verlustvorträgen kommen. Sollten aus derartigen schädlichen Anteilserwerben steuerliche Verlustvorträge nicht mehr nutzbar sein, so könnte dies wegen der zum Bilanzstichtag im Konzern noch vorhandenen und teilweise aktivierten latenten Steuern auf Verlustvorträge negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben bzw. auf Ebene des Mutterunternehmens zu steuerlichen Mehrbelastungen führen.

Im Rahmen unseres internen Risikoberichts haben wir das Risiko daher wie im Vorjahr als mittel klassifiziert.

7.1.5 IT-Risiken

Für die Abwicklung der angebotenen Wetten ist die Gesellschaft auf das Funktionieren der dabei verwendeten, automatisch ablaufenden technischen Systeme und Strukturen angewiesen. Die Gesellschaft ist deshalb in Bezug auf ihre Geschäftstätigkeit und die Durchführung ihrer Expansionspläne gerade auch in technologischer Hinsicht in hohem Maße von Partnerschaften mit Dritten abhängig.

Die Funktionsfähigkeit dieser Systeme ist deshalb für die gesamte Geschäftstätigkeit der Gesellschaft, aber auch für ihre Attraktivität für die Kunden, von entscheidender Bedeutung. Allerdings können Fehler in der Funktionsweise dieser Systeme jederzeit auftreten, so dass die damit verbundenen Beeinträchtigungen die Geschäftstätigkeit der Gesellschaft, aber auch ihren Ruf bei den Kunden, negativ beeinflussen können.

Server-Technologie:

Die Gesellschaft ist in Bezug auf die Unterbringung und die Bereitstellung von Internetanbindungen auf Dritte angewiesen. Sie muss sich darauf verlassen, dass diese konzernfremden Serviceanbieter ("Provider") ihre Ausrüstung vor menschlichem Versagen, Feuer, Hochwasser, Stromausfall, Telekommunikationsausfall, Sabotage, Vandalismus, Eindringen Unbefugter in das System und vor ähnlichen Ereignissen, so z. B. auch Denial-of-Service-Angriffen, geschützt haben. Die Leistung der Server sowie von Hardware und von Software der Netzwerk-Infrastruktur der Gesellschaft ist ausschlaggebend für die ordnungsgemäße Abwicklung der Geschäfte und den Ruf der Gesellschaft sowie ihre Fähigkeit, Nutzer - und damit auch Kunden und Kooperationspartner - zu gewinnen. Ein unerwarteter und/​oder beträchtlicher Anstieg der Nutzung der Web-Site der Gesellschaft könnte die Kapazität ihres Systems stark beanspruchen, was unter Umständen zu einer längeren Reaktionszeit oder zu Systemausfällen führen könnte. Verlangsamungen oder Systemausfälle wirken sich negativ auf die Geschwindigkeit und Reaktionsfähigkeit der Web-Site der Gesellschaft aus. Sie würden die Funktionalität ihrer Wettangebote und die daraus resultierenden Erfahrungen der Nutzer beeinträchtigen, damit die Umsätze der Gesellschaft reduzieren und ihre Attraktivität als Kooperationspartner mindern.

Risiko von Mängeln der eigenen IT-Infrastruktur:

Die Pflege und Weiterentwicklung der bestehenden Hardware-Systeme wird vorrangig durch eine Tochtergesellschaft der pferdewetten.de AG betrieben. Bestandteil der Betreuungsleistungen ist außerdem die Pflege der Datenbanken und der Internetseiten sowie die Versorgung der Internetseiten mit aktuellen Informationen zu Sportereignissen und Sportergebnissen. Der Konzern reduziert das Risiko, indem interne wie auch externe (durch Vereinbarung mit geeigneten Dienstleistungsunternehmen) Back-up-Systeme schnell einsetzbar sind. Durch den kontinuierlichen Aufbau einer eigenen IT-Abteilung seit 2017 soll der Abhängigkeit von Dritten bzw. durch eigene Überwachungshandlungen Risiken im IT-Betrieb entgegengewirkt werden.

Risiken aus der Nutzung des Internet:

Aufgrund der Nutzung des Internets als Hauptvertriebskanal für die Angebote der Gesellschaft und von deren Tochtergesellschaften ist nicht ausgeschlossen, dass die Gesellschaft bei dessen weiterer Entwicklung den Anschluss verliert oder sich technische Beschränkungen negativ auf den Geschäftsbetrieb der Gesellschaft auswirken.

Der Konzern reduziert die IT-Risiken, indem interne wie auch externe (durch Vereinbarung mit geeigneten Dienstleistungsunternehmen) Back-up-Systeme schnell einsetzbar sind. Im Rahmen unseres internen Risikoberichts haben wir die IT-Risiken wie im Vorjahr als gering klassifiziert.

7.1.6 Risiko von Mängeln wesentlicher Software

Für die Abwicklung der Wettvorgänge nutzen die Gesellschaft und ihre Tochtergesellschaften bestimmte, für ihre Zwecke speziell entwickelte Software. Der Bestand, zumindest die ungestörte Fortentwicklung der Gesellschaft, hängt davon ab, dass die Software im Wesentlichen fehlerfrei funktioniert. Sich etwa zeigende erhebliche Defekte der Software können dazu führen, dass die Funktionalität der Internet-Seiten der Gesellschaft beeinträchtigt oder gar aufgehoben wird oder die Wettvorgänge nicht mehr abgewickelt werden können.

Im Rahmen unseres internen Risikoberichts haben wir das Risiko wie im Vorjahr als mittel klassifiziert.

7.1.7 Operative Risiken

Es besteht ein Risiko, dass aufgrund unausgewogener Gewinnentwicklungen bei den Buchmacherwetten Kunden signifikante Gewinne erzielen und daraus resultierend Deckungsbeiträge nicht in ausreichender Höhe erzielt werden können. Diesem begegnet der Konzern mit entsprechenden Limitierungen in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen sowie einem Risikomanagement, bei dem die Relation der Wetteinsätze und potenziellen Gewinnauszahlungen überwacht und gesteuert wird. Weiter besteht die Möglichkeit, dass für den Konzern wichtige Kunden aufhören, auf der Internetseite ihre Wetten zu platzieren. So werden beispielsweise mit einem Kunden mehr als 10% des Umsatzes erzielt.

Im Rahmen unseres internen Risikoberichts haben wir das Risiko wie im Vorjahr als mittel klassifiziert.

7.1.8 Liquiditätsrisiken

Die Gesellschaft ist als Wachstumsunternehmen in einem risikobehafteten Marktumfeld einzuordnen, womit insbesondere die Aufnahme von Fremdmitteln erschwert werden könnte, oder der Konzern womöglich in der Zukunft nicht ausreichende Finanzierungsquellen in erforderlicher Höhe erschließen kann.

Das Volumen von Zahlungsströmen aus dem operativen Betrieb kann, bedingt durch saisonale Einflüsse bei den im Wettbetrieb angebotenen Veranstaltungen, aufgrund vertraglicher Verpflichtungen von den Auszahlungserfordernissen abweichen. Diesem begegnet der Konzern mit einem Liquiditätsmanagement, indem Einzahlungserwartungen und Auszahlungserfordernisse sowie die verfügbaren liquiden Mittel permanent überwacht und gesteuert werden.

Unter Berücksichtigung der vorhandenen freien Mittel zum Bilanzstichtag sowie den geplanten Umsätzen in 2020 und den Folgejahren weist der Liquiditätsplan einen Zahlungsmittelüberschuss aus, so dass ausreichend Liquidität und Kapital vorhanden sind, um die Unternehmensfortführung der pferdewetten.de AG und des Konzerns

weiterhin zu gewährleisten. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass die geplante Umsatz- und Ertragserwartung sowie die erwarteten Zahlungsmittelzuflüsse aus der laufenden Geschäftstätigkeit nicht deutlich unterschritten werden.

Im Rahmen unseres internen Risikoberichts haben wir das Risiko daher wie im Vorjahr als gering klassifiziert.

Etwaige negative Auswirkungen des Glücksspieländerungsstaatsvertrags aufgrund der darin geregelten Wetteinsatzbeschränkung deutscher Spieler von monatlich T€ 1 wurden für den Bereich der Buchmacherwetten im Rahmen der Unternehmensplanung berücksichtigt. Da der Wettumsatz in Höhe von ca. 16% in Deutschland erzielt wird, könnte sich die Nichterteilung einer Ausnahmegenehmigung negativ auf die Geschäftsentwicklung und damit Liquidität auswirken. Wir verweisen auf die Erläuterungen im Abschnitt 7.1.1 sowie auf die dortigen Erläuterungen zur Risikoklassifizierung.

7.1.9 Angaben nach § 315 Abs. 2 Nr. 1b HGB

Die Risiken aus Wechselkursveränderungen werden als geringfügig eingestuft. Im operativen Bereich werden Transaktionen fast ausschließlich in Euro abgerechnet und Fremdwährungstransaktionen innerhalb einer so kurzen Zeitspanne abgewickelt, die - auch aufgrund des Volumens dieser Transaktionen - lediglich ein geringfügiges Risiko enthalten.

Zinsrisiken werden ebenfalls als geringfügig eingestuft, weil Darlehensgewährungen entweder mit festen Zinsvereinbarungen abgeschlossen worden sind oder aufgrund ihrer geringen Restlaufzeit nur Risiken von untergeordneter Bedeutung aus Veränderungen des Zinssatzes erfahren können. Der Konzern hat keine zinstragenden Verbindlichkeiten gegenüber Dritten.

Risiken bezüglich des Zahlungsausfalls von wesentlichen Forderungen werden fortlaufend überwacht und gesteuert. Die kurzfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerte beinhalten neben den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im Wesentlichen Forderungen gegen Kreditkartenunternehmen und Online-Zahlungsdienstleister, die aus der Abwicklung des Zahlungsverkehrs im Rahmen des Wettgeschäftes resultieren, sowie gegenüber Mitarbeitern. Diese sind wie auch die sonstigen nicht finanziellen Vermögenswerte in der Regel kurzfristig zwischen 30 und 90 Tagen oder innerhalb eines Jahres fällig. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind nach 30 Tagen fällig. Bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die älter als ein Jahr sind, erfolgt grundsätzlich eine Wertberichtigung. Der wesentliche Teil der langfristigen Forderungen besteht aus Darlehen an den Vorstand und einen Mitarbeiter des Konzerns, die zusätzlich weitreichend besichert sind.

Liquiditätsrisiken bestehen aufgrund der derzeit vorhandenen frei verfügbaren Mittel und auf Basis des aktuellen Liquiditätsplans nicht. Überschüssige finanzielle Mittel wurden im Berichtsjahr in relativ sichere Fonds und Aktien angelegt. Die Anlage des Depots erfolgt mit einer langfristigen Halteabsicht, jedoch sind die Investitionen in Einzelwerte innerhalb dieses Depots aufgrund von Marktanpassungen und Kursschwankungen eher kurzfristig anzusehen. Da die Anteile an den Investmentfonds und Aktien börsennotiert sind unterliegt der Konzern ebenso Preisrisiken (Kursschwankungen), die sich auf die Bewertung auswirken können.

7.1.10 Angaben nach § 289 Abs. 2 Nr. 2b HGB

Für die pferdewetten.de AG besteht das Risiko, dass die bilanzierten Forderungen gegen verbundene Unternehmen ausfallen könnten. Sie betragen ca. 60 % des Vermögens der pferdewetten.de AG und entfallen in Höhe von T€ 9.346 (Vorjahr T€ 6.714) vor allem auf die pferdewetten-service.de GmbH, mit der ein Gewinnabführungsvertrag besteht. Die Werthaltigkeit der Forderungen gegen Tochtergesellschaften wird auf der Basis der Unternehmensplanung der Tochtergesellschaften regelmäßig überwacht. Auf der Basis der Unternehmensplanung ergaben sich keine Hinweise auf eine Wertminderung der Forderungen. Zugleich ergeben sich daraus keine Hinweise auf eine Wertminderung der Anteile an verbundene Unternehmen, die in Höhe von T€ 753 bilanziert sind.

Infolge der Anlage von finanziellen Mitteln in kurzfristig veräußerbare Kapitalmarktpapiere, unterliegt die pferdewetten.de AG ebenso Preisänderungsrisiken (Aktienkursschwankungen), die sich auf die Bewertung der unter den Wertpapieren des Umlaufvermögens ausgewiesenen Kapitalmarktpapieren auswirken können. Zum Bilanzstichtag erfolgte eine Abwertung auf den Börsenwert in Höhe von T€ 21. Ausgehend von der Fondstruktur und der Performance des jeweiligen Fonds in 2019 wird die im Berichtsjahr vorgenommenen Abwertung als nicht langfristig angesehen. Neben der erfolgten Abwertung konnte festgestellt werden, dass der Zeitwert einiger Papiere im Depot über den Anschaffungskosten lag. Die damit verbundene Aufwertung wurden aufgrund des Realisationsprinzips im handelsrechtlichen Einzelabschluss nicht erfasst. Insoweit wird das Preisänderungsrisiko als gering eingestuft.

Liquiditätsrisiken bestehen aufgrund der derzeit vorhandenen frei verfügbaren Mittel und auf Basis des aktuellen Liquiditätsplans nicht. Es wird insoweit auf die Erläuterungen unter Abschnitt 7.1.8 verwiesen.

Zinsrisiken werden ebenfalls als geringfügig eingestuft, weil Darlehen entweder mit festen Zinsvereinbarungen abgeschlossen worden sind oder aufgrund ihrer geringen Restlaufzeit nur Risiken von untergeordneter Bedeutung aus der Veränderungen des Zinssatzes erfahren können. Zudem sind die unter den sonstigen Ausleihungen erfassten Darlehensansprüche gegenüber dem Vorstand und einem Mitarbeiter ausreichend besichert. Der pferdewetten.de AG hat keine zinstragenden Verbindlichkeiten gegenüber Dritten.

7.1.11 Risiken durch Epidemie oder Pandemie

Die Risiken aus Volkskrankheiten werden grundsätzlich in der Online- Pferde- und Sportwette als gering eingestuft. Jedoch führt die aktuelle Entwicklung durch das zunächst in China aufgetretene Virus COVID 19 zu einer geänderten Risikobetrachtung.

Die Veranstaltung von Pferderennen ist für den Konzern enorm wichtig. Ein weltweiter Ausfall aller Pferderennen über einen langen Zeitraum von mehreren Jahren kann für den Konzern existenzbedrohend sein. Ein kurz- bis mittelfristiger Ausfall aller Veranstaltungen von Pferderennen in einem Zeitraum, der nicht mehrere Jahre beträgt, hätte dagegen noch keine Bestandsgefährdung zur Folge, da der Konzern auch für solche außergewöhnlichen Zeiten genügend Rücklagen in Form von liquiden Mitteln und kurzfristig veräußerbaren Wertpapieren gebildet hat und zudem in der Lage wäre, kurzfristig erhebliche Kosteneinsparungen, insbesondere durch die Reduzierung von Marketingaufwendungen zu realisieren.

Besonders wichtig sind hier für den Konzern vor allem die Rennen in Frankreich und Schweden, die einen großen Anteil am Gesamtvolumen der Rennveranstaltungen ausmachen. Sämtliche Pferderennen wurden in Frankreich im März 2020 abgesagt. Die Pferderennen haben in diesen Ländern aber auch einen sehr hohen Stellenwert, sodass hier das Risiko der Absage von Rennen über einen Zeitraum von mehr als einem Jahr als gering eingestuft werden kann. Die erfolgte Absage von Rennen in Deutschland oder Italien treffen den Konzern nur in geringerem Maße, wenngleich auch hier der Zeitraum der Absagen nicht abschätzbar ist.

In der Sportwette sind vor allem Fußballspiele der Top Ligen in Europa, wie Deutschland, England, Spanien oder Italien wichtig. Die Absage aller Spiele dieser Ligen hat für den Konzern negative finanzielle Auswirkungen. Vor allem eine Absage der Spiele in Deutschland oder in den Europapokalen kann das Ergebnis in der Sportwette deutlich verschlechtern, während Spiele ohne Zuschauer eher als Chance verstanden werden können, da der Online Bereich dadurch gestärkt wird.

Insgesamt spielt die Sportwette aber noch keine wesentliche Rolle im Konzern. So kann das Risiko einer finanziellen Belastung als hoch, die Auswirkungen jedoch als gering eingestuft werden.

Die kurz- bis mittelfristige Absage aller Veranstaltungen von Sport- und insbesondere von Pferderennen in einem Zeitraum, der nicht mehrere Jahre beträgt, ist - wenngleich in diesem Fall keine Bestandsbedrohung vorliegt - dazu geeignet, die kurz- bis mittelfristige Entwicklung der pferdewetten.de AG sowie des pferdewetten Konzerns durch die damit zusammenhängende geringere Wettaktivität zu beeinträchtigen.

Im Rahmen unseres internen Risikoberichts haben wir das Risiko als hoch klassifiziert.

8 Chancenbericht

Die aktuelle pferdewetten.de-Seite und lotos-wetten.de-Seite sprechen hauptsächlich Kunden im deutschsprachigen Raum an. Die im Frühjahr 2017 in Betrieb genommene Wettplattform "Challenger" wird zusammen mit der betbird.com-Seite in den Folgejahren durch unterschiedliche Sprachen und ggf. auch Währungen oder Wettarten neue Möglichkeiten der internationalen Kundenansprache bieten. Diese Möglichkeiten kombiniert mit gezielten Marketing- und Vertriebsaktivitäten in ausländischen Kundenmärkten bieten dem Konzern die Chance, sich weltweit einem 100 Mrd. Euro-Markt zu öffnen.

Zusätzlich bietet die neue Wettplattform Schnittstellen, wodurch weiteren potenziellen Partnern das Angebot der pferdewetten.de zu Verfügung gestellt werden kann, um zusätzliche Kundengruppen zu akquirieren.

Daneben besteht die Möglichkeit, durch gezielte Marketing- und Vertriebsaktivitäten sowie gleichfalls technische Neuerungen auch auf dem heimischen Markt weitere Marktanteile zu gewinnen.

Der in 2012 geänderte Glücksspieländerungsstaatsvertrag kann zu Chancen für den pferdewetten.de-Konzern führen. So könnten die neuen Anforderungen und Regulatorien in Deutschland Markteintrittsbeschränkungen für neue Anbieter darstellen, die gleichzeitig eine Chance der etablierten Anbieter in Deutschland, wie der pferdewetten.de-Konzern, darstellen.

9 Zusammengefasste Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB und Konzernerklärung zur Unternehmensführung nach § 315d HGB /​ Stand: 2019

9.1 Berichterstattung und Entsprechenserklärung zur Corporate Governance

Der im Jahr 2002 von einer Regierungskommission des Bundesjustizministeriums erlassene und seither regelmäßig erweiterte Deutsche Corporate Governance Kodex stellt wesentliche gesetzliche Vorschriften zur Leitung und Überwachung deutscher börsennotierter Gesellschaften dar. Er enthält überdies international und national anerkannte Standards guter und verantwortungsvoller Unternehmensführung. Der Kodex soll das deutsche Corporate Governance-System transparent und nachvollziehbar machen und will das Vertrauen der internationalen und nationalen Anleger, der Kunden, der Mitarbeiter und der Öffentlichkeit in die Leitung und Überwachung deutscher börsennotierter Aktiengesellschaften fördern.

Der Deutsche Corporate Governance Kodex (DCGK) gilt in der Fassung vom 7. Februar 2017. Er enthält neben gesetzlichen Vorschriften anerkannte Corporate Governance-Standards in Form von Empfehlungen und Anregungen. Eine gesetzliche Pflicht zur Befolgung dieser Standards besteht nicht, sondern dient als Messlatte für eine Selbstregulierung der Wirtschaft. Nach § 161 Aktiengesetz sind jedoch Vorstand und Aufsichtsrat aller börsennotierten Aktiengesellschaften in Deutschland dazu verpflichtet, eine jährliche Entsprechenserklärung zu den Empfehlungen des Kodex abzugeben.

Die pferdewetten.de AG und ihre in- und ausländischen Tochterunternehmen beschäftigten sich intensiv und verantwortungsvoll mit dem Thema Corporate Governance. Aufgrund der verhältnismäßig geringen Größe und der Struktur der pferdewetten.de AG sind jedoch nicht sämtliche Kodex-Empfehlungen sinnvoll umzusetzen. Die letzte Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG haben Vorstand und Aufsichtsrat der pferdewetten.de AG im Februar 2020 auf der Website der pferdewetten.de AG veröffentlicht. Ebenso sind im Internet sämtliche bisherigen Entsprechenserklärungen dauerhaft zugänglich.

Wortlaut der Entsprechenserklärung 2020

Vorstand und Aufsichtsrat der pferdewetten.de AG erklären, dass den Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" in der Fassung vom 7. Februar 2017 seit der letzten Erklärung im Februar 2019 (mit der Aktualisierung Juli 2019) mit folgenden Ausnahmen entsprochen wurde und wird:

1. Selbstbehalt bei D&O Versicherung (Ziffer 3.8. Absatz 3 des Kodex):

Der Deutsche Corporate Governance Kodex sieht in Ziffer 3.8 Abs. 3 vor, dass bei Abschluss einer D&O-Versicherung für den Aufsichtsrat ein Selbstbehalt vereinbart werden soll.

Für den Aufsichtsrat ist kein Selbstbehalt vorgesehen. Der Aufsichtsrat hält für sich einen Selbstbehalt bei der D&O-Versicherung nicht für ein adäquates Mittel zur Erreichung der Ziele des Deutschen Corporate Governance Kodex. Solche Selbstbehalte werden typischerweise ihrerseits versichert, wodurch die eigentliche Funktion des Selbstbehalts unterlaufen wird.

2. Einrichtung eines Hinweisgebersystems für Beschäftigte (Ziff. 4.1.3 Satz 3 1. HS des Kodex)

Nach der Empfehlung in Ziff. 4.1.3 Satz 3 1. HS DCGK soll Beschäftigten auf geeignete Weise die Möglichkeit eingeräumt werden, geschützt Hinweise auf Rechtsverstöße im Unternehmen zu geben.

Vorstand und Aufsichtsrat sind der Auffassung, dass aufgrund der geringen Unternehmensgröße sowie der unternehmensinternen Vertrauenskultur etwaige Rechtsverstöße direkt kommuniziert werden. Außerdem stehen Vorstand und Aufsichtsrat einem Hinweisgebersystem aufgrund der damit verbundenen potentiellen Nachteile, so insbesondere des Missbrauchsrisikos und einer Atmosphäre des Misstrauens mit negativen Auswirkungen auf Betriebsklima und Mitarbeitermotivation, ablehnend gegenüber.

3. Alleinvorstand (Ziffer 4.2.1. Satz 1 des Kodex):

Aufgrund der Größe der pferdewetten.de AG und den damit verbundenen Aufgaben des Vorstands wurde ein Alleinvorstand bestellt. Eine Geschäftsordnung zur Regelung der Ressortzuständigkeiten bei mehreren Vorständen und der erforderlichen Mehrheiten bei Vorstandsbeschlüssen in einer Geschäftsordnung ist daher entbehrlich. Unabhängig davon unterliegt der Vorstand einer Geschäftsordnung.

4. Vergütung des Vorstands (Ziffer 4.2.2 und 4.2.3 des Kodex):

Gemäß Ziffer 4.2.3 Abs. 2 haben variable Vergütungsteile grundsätzlich eine mehrjährige Bemessungsgrundlage, die im Wesentlichen zukunftsbezogen sein soll und sowohl positiven als auch negativen Entwicklungen Rechnung tragen soll.

Eine Begrenzung ist im bestehenden Vergütungsmodell nur teilweise, und zwar für einen Teil der variablen Vergütung vorgesehen. Ferner tragen die variablen Vergütungsbestandteile einer negativen Entwicklung derzeit keine Rechnung. Auch eine mehrjährige Bemessungsgrundlage besteht nicht.

Der Aufsichtsrat hält die Vergütung des Vorstands trotz der vorstehend genannten Abweichungen vom Kodex für angemessen.

Nach der Empfehlung des Kodex in Ziffer 4.2.2 Abs. 2 S. 3 soll der Aufsichtsrat das Verhältnis der Vorstandsvergütung zur Vergütung des oberen Führungskreises und der Belegschaft insgesamt auch in der zeitlichen Entwicklung berücksichtigen.

Bei der Neubestellung 2018 wurde die Vorstandsvergütung angepasst. Dabei spielten die wesentliche Rolle die Leistungen, die der heutige Vorstand der Gesellschaft bereits erbracht hat. Auch auf Grund der geringen Unternehmensgröße und der Anzahl der Beschäftigten erscheint die Ermittlung der Vorstandsvergütung auf Grund des Vergleichs zur Vergütung des oberen Führungskreises und der Belegschaft insgesamt als nicht zweckmäßig.

5. Nachfolgeplanung, Diversity und Altersgrenze für Vorstandsmitglieder und Aufsichtsratsmitglieder (Ziffer 5.1.2; 5.4.1 des Kodex):

Der Aufsichtsrat soll bei der Zusammensetzung des Vorstands auch auf Vielfalt (Diversity) achten und mit dem Vorstand, diesen betreffend, für eine langfristige Nachfolgeplanung sorgen. Der Aufsichtsrat entscheidet bei der Besetzung des Vorstands allein nach Sachverstand und Kompetenz. Der Vorstand besteht aus einer Person.

Eine langfristige Nachfolgeplanung für den Vorstand ist auf Grund des Alters des Vorstands und der Größe des Unternehmens bisher nicht angezeigt.

Der Kodex empfiehlt in Ziffer 5.1.2 Absatz 2 ferner die Festlegung einer Altersgrenze für Vorstandsmitglieder sowie in Ziffer 5.4.1 die Festlegung einer Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder. Bei der pferdewetten.de AG bestehen für Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats derzeit keine Altersgrenzen, da die Festlegung einer bestimmten Altersgrenze nicht adäquat ist, sondern vor allem die erforderlichen Kenntnisse und Erfahrungen relevant sind.

6. Bildung von Ausschüssen (5.3.1 Satz 1, 5.3.2 Absatz 1, 5.3.3 des Kodex):

Mit Blick auf die Größe der Gesellschaft und die damit verbundene Größe der Besetzung des Aufsichtsrats der Gesellschaft mit vier Mitgliedern besteht bei der pferdewetten.de AG derzeit lediglich ein Beschluss des Aufsichtsrats vorbereitender Planungs- und Prüfungsausschuss (Audit Committee).

7. Zusammensetzung des Aufsichtsrats (Ziffer 5.4.1. Abs. 2 und Abs. 4 Satz 1 und 2 des Kodex)

Der Aufsichtsrat hat keine konkreten Ziele -mit Ausnahme der nach dem Gleichstellungsgesetz geforderten Festlegung einer Zielgröße für den Anteil von Frauen im Aufsichtsrat- für seine Zusammensetzung entsprechend der Empfehlung in Ziffer 5.4.1 Abs. 2 festgelegt und ebenfalls kein Kompetenzprofil für das Gesamtgremium erarbeitet. Er hat bereits in der Vergangenheit bei seinen Personalvorschlägen allein nach Sachverstand und Kompetenz entschieden. Der Aufsichtsrat beabsichtigt, bei zukünftigen Wahlvorschlägen weiterhin vorrangig die fachliche und persönliche Kompetenz für die Entscheidung zu Grunde zu legen. Bedingt durch die geringe Anzahl von Aufsichtsratsmitgliedern und das Geschäftsfeld, in dem die Gesellschaft tätig ist, sieht der Aufsichtsrat von konkreten Zielsetzungen und der Erarbeitung eines Kompetenzprofils für das Gesamtgremium jeweils nach Ziffer 5.4.1. Abs. 2 des Kodex ab.

8. Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder (Ziffer 5.4.6 des Kodex)

Gemäß Ziffer 5.4.6 Abs. 1 Satz 2 sollen bei der Festlegung der Aufsichtsratvergütung der Vorsitz und der stellvertretende Vorsitz im Aufsichtsrat sowie der Vorsitz und die Mitgliedschaft in den Ausschüssen berücksichtigt werden.

Die heutige Vergütungsstruktur sieht die erhöhte Vergütung für den Vorsitzenden des Aufsichtsrats vor, allerdings nicht für den stellvertretenden Vorsitz und auch nicht für die Tätigkeit in Ausschüssen. Auf Grund der Unternehmensgröße und der damit verbundenen Größe des Aufsichtsrats der Gesellschaft mit vier Mitgliedern wurde nur ein Ausschuss, nämlich ein Planungs- und Prüfungsausschuss (Audit Committee) gebildet, in dem alle Aufsichtsratsmitglieder tätig sind. Mit der für sie vorgesehenen Aufsichtsratsvergütung ist die Mitarbeit im Audit Committee berücksichtigt.

Der Aufsichtsrat vertritt die Ansicht, dass die heutige Vergütungsstruktur der Größe und der wirtschaftlichen Situation des Unternehmens entspricht.

9.2 Unternehmensführungspraktiken

Die Einhaltung von Verhaltensmaßregeln, Gesetzen und Richtlinien ist zentraler Bestandteil des unternehmerischen Handelns bei der pferdewetten.de AG und ihrer in- und ausländischen Tochterunternehmen. Hierzu zählt neben der Beachtung von Recht, Gesetz und Satzung vor allem auch die Einhaltung der internen Regelwerke sowie der freiwillig eingegangenen Selbstverpflichtungen. Die Integrität im Umgang mit Mitarbeitern, Geschäftspartnern, Aktionären und der Öffentlichkeit ist für die pferdewetten.de AG ein unternehmerisches Selbstverständnis.

Als Unternehmen der Glücksspielbranche ist sich die Gesellschaft sehr wohl bewusst, dass die Teilnahme an Geschicklichkeits- und Glücksspielen auch zu problematischem Verhalten bei unseren Kunden führen kann. Durch Präventionsmaßnahmen und Aufklärung verfolgen wir konsequent das Ziel, unsere Kunden zu schützen und zum verantwortungsvollen Spielen anzuhalten. Des Weiteren führt ein professionelles Selbstlimitierungstool auf unserer Online-Wettplattform zu einer Vermeidung von unkontrollierten hohen Verlusten. Diese wichtige Aufgabe nehmen wir sehr ernst.

Die pferdewetten.de AG veröffentlicht regelmäßig und zeitnah Informationen über die wirtschaftliche Lage des Konzerns sowie alle wesentliche Neuigkeiten, die das Geschäft der pferdewetten.de-Gruppe betreffen. Der Geschäftsbericht, der Halbjahresfinanzbericht sowie die Konzernzwischenmitteilungen im ersten und zweiten Halbjahr werden im Rahmen der dafür vorgegebenen Fristen veröffentlicht. Aktuelle Ereignisse werden in Form von Presseinformationen und, falls erforderlich, ad hoc-Mitteilungen den Kapitalmarktteilnehmern und der Öffentlichkeit über geeignete elektronische Medien zugänglich gemacht.

9.3 Beschreibung von Arbeitsweise und Zusammensetzung von Vorstand, Aufsichtsrat und Ausschüssen

Vorstand

Allein-Vorstand der pferdewetten.de AG ist Pierre Hofer. Der Vorstand führt als Leitungsorgan die Geschäfte der Gesellschaft mit dem Ziel nachhaltiger Wertschöpfung in eigener Verantwortung und im Unternehmensinteresse.

Der Vorstand berichtet dem Aufsichtsrat regelmäßig über den Gang der Geschäfte und die Lage des Unternehmens einschließlich des Risikomanagements sowie über Compliance-Sachverhalte. Für herausragende Geschäftsvorgänge wie Planungsverabschiedung, größere Akquisitionen oder Kapitalmaßnahmen beinhaltet die Geschäftsordnung für den Vorstand Zustimmungsvorbehalte des Aufsichtsrats.

Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat berät und überwacht den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens. Er wird in die Strategie und Planung sowie in Fragen von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen eingebunden. Der Aufsichtsratsvorsitzende koordiniert die Arbeit im Aufsichtsrat, leitet dessen Sitzungen und nimmt die Belange des Gremiums nach außen wahr.

Der Aufsichtsrat der pferdewetten.de AG setzt sich aus dem Aufsichtsratsvorsitzenden Markus A. Knoss (seit 22. August 2014) und seinem Stellvertreter Sergey Lychak (seit 18. Juni 2013) sowie zwei weiteren Mitgliedern zusammen. Beide wurden bei der Hauptversammlung am 15. Mai 2018 für die Amtsdauer von 5 Jahren wiedergewählt.

Die Hauptversammlung vom 20. September 2016 hat beschlossen, die Anzahl der Aufsichtsratsmitglieder von 3 auf 4 zu erhöhen. Anschließend wurden die Herren Lars-Wilhelm Baumgarten (seit 20. September 2016) und Jochen Dickinger (seit 3. November 2016) in den Aufsichtsrat gewählt, dessen Amtszeit bis zur Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2020 befristet ist.

Der Aufsichtsrat wird vom Vorstand zeitnah und umfassend sowohl schriftlich als auch mündlich informiert. In den turnusmäßigen Sitzungen wird über die Planung, die Geschäftsentwicklung und die Lage des Konzerns einschließlich des Risikomanagements berichtet. Bei wesentlichen Ereignissen wird gegebenenfalls eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung einberufen.

Zurzeit besteht bei der pferdewetten.de AG lediglich ein für Beschlüsse des Aufsichtsrats vorbereitender Planungs- und Prüfungsausschuss (Audit Committee).

Die pferdewetten.de AG hat für alle Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung (D&O-Versicherung) abgeschlossen.

Vorstand und Aufsichtsrat sind dem Unternehmensinteresse der pferdewetten.de AG verpflichtet. Im abgelaufenen Geschäftsjahr traten keine Interessenskonflikte auf, die dem Aufsichtsrat unverzüglich offenzulegen waren. Kein Vorstandsmitglied hielt mehr als drei Aufsichtsratsmandate bei nicht zum Konzern gehörenden börsennotierten Aktiengesellschaften.

Angaben zu Zielgrößen und Fristen gemäß §§ 289f Abs. 2 Nr. 4, 315d HGB

Die pferdewetten.de AG hat einen Alleinvorstand, dem zum Zeitpunkt der Festlegung der Zielgröße keine Frau angehört. Der Vorstand, Herr Pierre Hofer, hat einen Dienstvertrag bis zum 31. Dezember 2022. Weiter hat die pferdewetten.de AG nur eine weitere Ebene unter dem Vorstand. Auch diese besteht nur aus einer männlichen Person mit einem unbefristeten Arbeitsvertrag. Es ist nicht geplant und wirtschaftlich auch nicht angezeigt, den Vorstand oder die 1. Ebene zu erweitern. Die pferdewetten.de AG hat gemäß der Satzung einen vierköpfigen Aufsichtsrat, dem zum Zeitpunkt der Festlegung der Zielgröße ebenfalls keine Frau angehört. Der Aufsichtsrat ist bis zum Ablauf der Hauptversammlung, die über das Geschäftsjahr 2020 bzw. 2022 beschließt, gewählt. Da sowohl der Vorstand einen gültigen Dienstvertrag besitzt als auch der Aufsichtsrat von der Hauptversammlung gewählt ist, hat der Aufsichtsrat am 30. September 2015 beschlossen, eine Zielgröße für den Frauenanteil im Vorstand, der 1. Ebene und im Aufsichtsrat der pferdewetten.de AG von 0 % festzusetzen. Diese Zielgröße sollte bis zum 30. Juni 2018 gehalten werden. Die Quote für den Frauenanteil im Vorstand, der 1. Ebene und im Aufsichtsrat wurde entsprechend des Beschlusses bei 0 % gehalten. Durch vorzeitige personelle Änderungen bzw. Ergänzungen im Aufsichtsrat hat dieser sich erneut mit der Frauenquote befasst. Aufgrund von spezifischen erforderlichen Branchenerfahrungen wurde die Frauenquote aber erneut auf 0 % bis zum 31. März 2022 festgesetzt.

Aktionäre und Hauptversammlung

Die Aktionäre üben ihre Rechte in der Hauptversammlung der Gesellschaft aus. Bei der Beschlussfassung entspricht jede Aktie einem Stimmrecht. Die Hauptversammlung wählt den Aufsichtsrat und stimmt über die Entlastung des Vorstands und des Aufsichtsrats ab. Ferner wählt die Hauptversammlung den vom Aufsichtsrat vorgeschlagenen Wirtschaftsprüfer. Sie entscheidet über die Verwendung des Bilanzgewinns, über Kapitalmaßnahmen, über zustimmungspflichtige Unternehmensverträge sowie über die Aufsichtsratsvergütung und Satzungsänderungen. Die ordentliche Hauptversammlung der pferdewetten.de AG findet jährlich statt; in besonderen Fällen sieht das Aktienrecht die Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung vor.

Jeder Aktionär, der sich rechtzeitig anmeldet, ist zur Teilnahme an der Hauptversammlung berechtigt. Aktionäre, die nicht persönlich teilnehmen können, haben die Möglichkeit, ihr Stimmrecht durch ein Kreditinstitut, eine Aktionärsvereinigung, die von der pferdewetten.de AG eingesetzten weisungsgebundenen Stimmrechtsvertreter oder einen sonstigen Bevollmächtigten ihrer Wahl ausüben zu lassen.

Die Einladung zur Hauptversammlung sowie die für die Beschlussfassungen erforderlichen Berichte und Informationen werden den aktienrechtlichen Vorschriften entsprechend veröffentlicht und auf der Internetseite der pferdewetten.de AG zur Verfügung gestellt.

9.4 Vergütungsbericht

Der Vergütungsbericht der pferdewetten.de AG erläutert die Grundlagen der Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat sowie deren Struktur und Höhe. Ferner werden Angaben zum Aktienbesitz von Vorstand und Aufsichtsrat sowie zu den meldepflichtigen Wertpapiergeschäften ("Directors Dealings") gemacht.

Vergütung des Vorstands

Das Vergütungssystem für den Vorstand sieht grundsätzlich neben einem Fixum erfolgsabhängige Komponenten vor, die sich am Unternehmenserfolg bemessen. Die Vorstandsvergütung wird vom Aufsichtsratsplenum beraten und festgelegt sowie regelmäßig überprüft.

Vergütungsstruktur

Mit Vereinbarung vom 24. April 2018 wurde die Amtszeit des Vorstandes Pierre Hofer vom 19. Juli 2018 bis zum 31. Dezember 2022 verlängert.

Ab dem 1. Januar 2018 erhält Herr Hofer rückwirkend eine jährliche erfolgsunabhängige Vergütung von € 320.000,00. Die erfolgsunabhängige Festvergütung wird monatlich als Gehalt gezahlt.

Die Höhe der erfolgsabhängigen Vergütung (Tantieme) ist von der Erreichung jährlicher, mittelfristiger und langfristiger Ziele abhängig. Diese ergeben sich aus jährlichen Steigerungsraten, die jeweils erfüllt werden müssen. Hierbei werden Ergebnissteigerungen in der Pferdewette, die Steigerung der Marktkapitalisierung der pferdewetten.de AG und die Umsatzsteigerung in der Sportwette berücksichtigt.

Die variable Vergütung wird nach Erreichen des jeweiligen Zieles und der Feststellung des erreichten Jahresergebnisses durch den Aufsichtsrat der Gesellschaft zur Zahlung an den Vorstand fällig. Sie ist auf jährlich maximal € 180.000,00 begrenzt.

Für die Dauer eines einjährigen nachvertraglichen Wettbewerbsverbots erhält Herr Hofer als Entschädigung 50% der zuletzt gewährten Bezüge. Auf die Entschädigung wird angerechnet, was Herr Hofer während der Dauer des Wettbewerbsverbots durch anderweitige Verwendung seiner Arbeitskraft erwirbt, soweit die Entschädigung durch Hinzurechnung der anderweitigen Einkünfte das zuletzt bezogene monatliche Bruttogehalt übersteigen würde.

Als Abfindung erhält Herr Hofer im Falle eines vorzeitigen Ausscheidens zwei Jahresgehälter. Falls die Restlaufzeit des Vertrags weniger als zwei Jahre beträgt, ist die Abfindung zeitanteilig zu berechnen.

Sonstige Leistungen

Herr Hofer wird ein angemessener Dienstwagen zur dienstlichen und privaten Nutzung auf Kosten der Gesellschaft zur Verfügung gestellt. Herr Hofer kann anstelle eines Dienstwagens eine Mobilitätszulage (Car Allowance) in Höhe von € 1.500 (brutto) monatlich in Anspruch nehmen.

Im Rahmen der im Geschäftsjahr 2016 gewährten Aktienoptionen an die Mitarbeiter der pferdewetten.de AG und deren Tochtergesellschaften wurden dem Vorstand insgesamt 86.900 Bezugsrechte gewährt. Grundlage der Gewährung ist der Beschluss der Hauptversammlung vom 20. September 2016, demnach die Erfüllung der gewährten Aktienoptionen aus dem bedingten Kapital 2016/​I erfolgt. Die Optionen sind mit Hilfe des Black-Scholes-Modells zum Börsenkurs bei Begebung (€ 8,03) bewertet worden. Bei der Bewertung wurde die Ausübungshürde, die Sperrfrist (4 Jahre) berücksichtigt. Die Optionen können nur ausgeübt werden, wenn der Kurs der Aktie bei Ausübung mindestens 120 vom Hundert des Kurses der Aktie bei Begebung erreicht. Dabei ist ebenfalls der gewichtete Durchschnittkurs der vorangegangenen drei Monate maßgeblich.

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Anzahl
Ausstehende Optionen zum 1.1.2019 86.900,00
Gewährte Optionen in 2019 0,00
Ausgeübte Optionen in 2019 0,00
Ausstehende Optionen zum 31.12.2019 86.900,00
Ausübbare Optionen zum 31.12.2019 0,00
Gewichteter Durchschnitt der restlichen Vertragslaufzeit in Jahren: 0,7
Ausübungspreis in Euro je Aktien 8,03

Der auf den Vorstand entfallende Anteil am erfassten Gesamtaufwand für die gewährten Aktienoptionen beträgt T€ 83 (Vorjahr T€ 83).

Vergütungshöhe

Für das Geschäftsjahr 2019 hat der Vorstand die folgende Vergütung erhalten:

Vorstandsvergütung 2019

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Pierre Hofer
Gewährte Zuwendungen Alleinvorstand
--- --- --- --- ---
(alle Beträge in €) Eintritt: 15. Juli 2010
--- --- --- --- ---
2018 2019 2019 (Min) 2019 (Max)
--- --- --- --- ---
Festvergütung 320.000 321.752 320.000 321.752
Nebenleistungen 17.135 23.920 23.920 23.920
Summe 337.135 345.672 343.920 345.672
Einjährige variable Vergütung 55.000 30.000 0 180.000
Mehrjährige variable Vergütung
langfristige Tantieme (bis 2018) 0 0 0 0
Aktienoptionen 0 0 0 0
Summe 55.000 30.000 0 180.000
Versorgungsaufwand 0 0 0 0
Gesamtvergütung 392.135 375.672 343.920 525.672

Bei der Festvergütung handelt es sich um das jeweilige Jahres-Bruttogehalt des Vorstands. Die Nebenleistungen umfassen geld werte Vorteile aus Sachbezügen. Die Tantieme aus dem kurzfristigen Anreizsystem wird unter der einjährigen variablen Vergütung ausgewiesen. Daneben handelt es sich bei der mehrjährigen variablen Vergütung um den beizulegenden Zeitwert der Gewährung von Aktienoptionen aus dem in 2016 abgeschlossenen Aktienoptionsprogramm. Im Geschäftsjahr 2016 wurden dem Vorstand 89.600 Aktienoptionen gewährt.

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Pierre Hofer
Zufluss Gewährte Zuwendungen Alleinvorstand
--- --- ---
Gewannte Zuwendungen (alle Beträge in EUR) Eintritt: 15. Juli 2010
--- --- ---
2018 2019
--- --- ---
Festvergütung 320.000 321.752
Nebenleistungen 17.135 23.920
Summe 337.135 345.672
Einjährige variable Vergütung 178.893 55.000
Mehrjährige variable Vergütung
langfristige Tantieme (bis 2018) 0 0
Aktienoptionen 0 0
Summe 178.893 55.000
Versorgungsaufwand 0 0
Gesamtvergütung 516.028 400.672

Die auf das Geschäftsjahr 2019 entfallende Tantieme für Herrn Hofer in Höhe von T€ 30 (Vorjahr: 55 T€) wird nach Feststellung des Jahresabschlusses der pferdewetten.de AG in Höhe von T€ 30 zur Zahlung fällig.

Vergütung des Aufsichtsrats

Die Aufsichtsratsvergütung wird von der Hauptversammlung beschlossen.

Vergütungsstruktur

Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten ab dem Geschäftsjahr 2019 neben dem Ersatz ihrer Auslagen eine feste, nach Ablauf des Geschäftsjahres zahlbare jährliche Vergütung.

Der Vorsitzende des Aufsichtsrates erhält 12.000,00 €, die übrigen Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten jeweils 9.000,00 €, jeweils zuzüglich zu der jeweiligen gesetzlichen Umsatzsteuer.

Aufsichtsratsmitglieder, die nur während eines Teils des Geschäftsjahres dem Aufsichtsrat angehört oder eine Vorsitzendenfunktion wahrgenommen haben, erhalten eine im Verhältnis der Zeit geringere Vergütung.

Sonstige Leistungen

Die Gesellschaft erstattet den Aufsichtsratsmitgliedern Spesen und Reisekosten auf Nachweis.

Vergütungshöhe

Für das Geschäftsjahr 2019 hat der Aufsichtsrat die folgende Vergütung erhalten:

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Angaben in EUR fixe Vergütung variable Vergütung Gesamt
Markus A. Knoss 12.000 0 12.000
Sergey Lychak 9.000 0 9.000
Lars-Wilhelm Baumgarten 9.000 0 9.000
Jochen Dickinger 9.000 0 9.000
Gesamt 39.000 0 39.000

Die Mitglieder des Aufsichtsrats haben im Geschäftsjahr 2019 folgende Aktiengeschäfte getätigt oder Aktienoptionen gehalten oder erhalten.

Aktiengeschäfte 2019

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Angaben in EUR Bestand 1.1.2019 Aktienkauf Aktienverkauf Bestand 31.12.2019
Aufsichtrat
Sergey Lychak 70.731 0 0 70.731
Markus A. Knoss 1.666 0 0 1.666
Lars Wilhelm Baumgarten 201.818 0 0 201.818
Jochen Dickinger 230.386 0 0 230.386
Gesamt 504.601 0 0 504.601

Der Gesamtbesitz des Vorstands und des Aufsichtsrats an Aktien der pferdewetten.de AG beträgt am Bilanzstichtag damit mehr als 10% der ausgegebenen Aktien.

10 Abhängigkeitsbericht

Die pferdewetten.de AG war seit dem 18. Januar 2008 ein abhängiges Unternehmen im Sinne des § 17 Abs. 1 AktG, da sie im Mehrheitsbesitz der mybet Holding SE (ehemals JAXX SE) stand. Am 23. Juni 2016 hat die mybet Holding SE gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der pferdewetten.de AG, Kaistraße 4, 40221 Düsseldorf, Deutschland, die Schwelle von 50% am 10. Juni 2016 unterschritten hat und seitdem 0,0% beträgt. Die pferdewetten.de AG ist daher seit dem 10. Juni 2016 kein abhängiges Unternehmen im Sinne des § 17 Abs. 1 AktG, da sie nicht mehr im Mehrheitsbesitz der mybet Holding SE steht.

Somit besteht für das Geschäftsjahr 2019 kein Abhängigkeitsverhältnis mehr zur mybet Holding SE oder zu keiner anderen Gesellschaft oder Privatperson.

11 Sonstige Angaben

a) Vorstand und Aufsichtsräten wurden ihre Leistungen von der Gesellschaft in 2019 mit Festgehältern, -beträgen und/​oder zusätzlichen, soweit im Anhang angegebenen, Entgelten vergütet.

b) Das Grundkapital der pferdewetten.de AG von € 4.324.251 in der WKN A2YN777 ist aufgeteilt in 4.324.251 nennwertlose auf den Inhaber lautende Namensaktien zu je € 1,00.

c) Mit Datum vom 18. Januar 2008 hat die mybet Holding SE (ehemals JAXX SE), Kiel, mitgeteilt, dass sie einen Anteil von 59,58% an der pferdewetten.de AG erworben hat. Am 15. Oktober 2008 hat die mybet Holding SE gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass sie per 20. Juni 2008 über einen Stimmrechtsanteil von 62,36% verfügt hat. Am 13. Februar 2014 wurde die Gesellschaft darüber informiert, dass die mybet Holding SE derzeit 52,17% hält. Am 23. Juni 2016 hat die mybet Holding SE gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der pferdewetten.de AG, Kaistraße 4, 40221 Düsseldorf, Deutschland, die Schwelle von 50% am 10. Juni 2016 unterschritten hat und seitdem 0,0% beträgt.

d) Die Vorschriften und Regelungen über die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstandes und über die Änderung der Satzung ergeben sich aus dem Aktiengesetz. Die Satzung enthält keine abweichenden Regelungen.

e) Das Grundkapital wurde 2016 aufgrund der Ermächtigung zum genehmigten Kapital 2011 um € 360.386,00 gegen Bareinlage mit Wirkung zum 14. Juli 2016 und in Höhe von € 360.000,00 durch die Ausübung der Aktienoptionen (Bedingtes Kapital 2011/​1) bis zum 22. Juli 2016 erhöht. Das gezeichnete Kapital der pferdewetten.de AG beträgt zum 31. Dezember 2019 € 4.324.251,00. Es ist aufgeteilt in 4.324.251 nennwertlose auf den Inhaber lautende Namensaktien zu je € 1,00.

f) Der Vorstand ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 20. September 2016 ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 19. September 2021 mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder mehrmals um bis zu insgesamt € 1.980.000,00 durch Ausgabe von bis zu 1.980.000 neuen, auf den Inhaber lautenden Namensaktien mit Gewinnberechtigung ab dem Beginn des Geschäftsjahres, in dem sie ausgegeben werden, gegen Bar- oder Sacheinlage zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2016). Die neuen Aktien sind grundsätzlich den Aktionären zum Bezug anzubieten. Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates das Bezuasrecht der Aktionäre in folaenden Fällen auszuschließen.

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1. für Spitzenbeträge, die sich aufgrund des Bezugsverhältnisses ergeben;
2. zum Zwecke des Erwerbs von Unternehmen, Unternehmensteilen, Beteiligungen an Unternehmen, gewerblichen Schutzrechten oder sonstigen einlagefähigen Vermögensgegenständen;

Die insgesamt aufgrund sämtlicher vorstehender Ermächtigungen unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre bei Kapitalerhöhungen gegen Bar- und/​oder Sacheinlagen ausgegebenen Aktien dürfen 20% des zum Zeitpunkt der Eintragung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals der Gesellschaft (20 %-Grenze) nicht überschreiten.

Über den Inhalt der Aktienrechte und die weiteren Bedingungen der Aktienausgabe einschließlich des Ausgabebetrages entscheidet der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats.

Das genehmigte Kapital 2011 wurde 2016 für die durchgeführte Barkapitalerhöhung ausgenutzt. Das danach verbleibende genehmigte Kapital 2011 in Höhe von € 1.439.614,00 ist durch Zeitablauf am 18. Juli 2017 erloschen.

g) Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu € 197.500,00 durch Ausgabe von bis zu 197.500 neuen, auf den Inhaber lautenden Namensaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2016/​1). Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie Inhaber der Bezugsrechte, die von der Gesellschaft aufgrund der zu Tagesordnungspunkt 9 der Hauptversammlung vom 20. September 2016 beschlossenen Ermächtigung ausgegeben werden, von ihren Rechten auf den Bezug neuer Aktien Gebrauch machen. Die neuen Aktien nehmen von Beginn des Geschäftsjahres an, in dem sie durch Ausübung von Bezugsrechten entstehen, am Gewinn teil. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates die weiteren Einzelheiten der bedingten Kapitalerhöhung und ihrer Durchführung festzusetzen. Der Aufsichtsrat ist ermächtigt, Ziffer 3.6 der Satzung entsprechend der jeweiligen Inanspruchnahme des bedingten Kapitals anzupassen.

Am 21. September 2016 hat der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrates die Ermächtigung der Hauptversammlung zum bedingten Kapital 2016/​I ausgeübt und den Mitarbeitern der pferdewetten.de AG und ihren Tochtergesellschaften 197.500 Aktienoptionen zum rechnerischen Nennwert von € 197.500 gewährt (Aktienoptionsprogramm 2016). Die Gewährung stand unter der aufschiebenden Bedingung der Eintragung der Satzungsänderung in das Handelsregister, die am 3. November 2016 erfolgte. Am 31. Dezember 2019 waren keine dieser Aktienoptionen wirksam. Die Aktienoptionen können nach Erfüllung der dazu vorgesehenen Voraussetzungen zur Ausgabe von bis zu 197.500 Stück Stammaktien führen, was 4,57% des Grundkapitals am 31. Dezember 2019 entspricht.

Das bedingte Kapital 2011/​I wurde in vollständiger Höhe durch die Gewährung von Aktienoptionen an Mitarbeitern der pferdewetten.de AG und deren Tochtergesellschaften im Mai 2012 (Aktienoptionsprogram 2012) sowie deren vollständigen Ausübung der gewährten Aktienoptionsrechte von 360.000 Aktien im Juli 2017 ausgenutzt.

Das Grundkapital ist um bis zu € 1.580.000,00 durch Ausgabe von bis zu 1.580.000 neuen, auf den Inhaber lautenden Namensaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2016/​11). Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie Inhaber bzw. Gläubiger der Wandelschuldverschreibungen, die von der Gesellschaft aufgrund der zu Tagesordnungspunkt 10 der Hauptversammlung vom 20. September 2016 beschlossenen Ermächtigung ausgegeben werden, von ihren Wandlungsrechten auf Umtausch in neue Aktien Gebrauch machen oder Wandlungspflichten erfüllen und soweit die Gesellschaft die Bezugsrechte nicht in bar oder mit eigenen Aktien erfüllt. Die neuen Aktien nehmen von Beginn des Geschäftsjahres an, in dem sie durch Ausübung von Wandlungsrechten oder Erfüllung von Wandlungspflichten entstehen, am Gewinn teil. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates die weiteren Einzelheiten der bedingten Kapitalerhöhung und ihrer Durchführung festzulegen. Der Aufsichtsrat ist ermächtigt, Ziffer 3.7. der Satzung entsprechend der jeweiligen Inanspruchnahme des bedingten Kapitals anzupassen.

Das bedingte Kapital 2011/​II in Höhe von € 1.440.000,00 ist durch Zeitablauf am 18. Juli 2017 erloschen.

h) Mit Beschluss der Hauptversammlung am 18. Juni 2015 wurde die Gesellschaft ermächtigt, bis zum 17. Juni 2020 eigene Aktien im Umfang bis zu 10% des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals zu erwerben und/​oder als Pfand zu nehmen. Auf die erworbenen und die in Pfand genommenen Aktien dürfen zusammen mit anderen Aktien, die sich im Besitz der Gesellschaft befinden oder ihr gemäß §§ 7a ff. AktG zuzurechnen sind, zu keinem Zeitpunkt mehr als 10% des Grundkapitals entfallen. Die Ermächtigung darf nicht zum Zwecke des Handels in eigene Aktien ausgenutzt werden. Der Vorstand wird ermächtigt mit Zustimmung des Aufsichtsrats, Aktien der Gesellschaft, die aufgrund dieser Ermächtigung erworben oder infolge der Realisierung eines Pfandrechtes übertragen wurden, zu jedem gesetzlich zulässigen Zweck zu verwenden; insbesondere zu den nachfolgenden aufgeführten Zwecken:

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a) Der Vorstand wird ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die Aktien einzuziehen, ohne dass die Einziehung oder deren Durchführung eines weiteren Hauptversammlungsbeschlusses bedarf. Sie können auch im Wege des vereinfachten Verfahrens ohne Kapitalherabsetzung durch Anpassung des anteiligen rechnerischen Betrags der übrigen Namensaktien am Grundkapital der Gesellschaft eingezogen werden. Erfolgt die Einziehung im vereinfachten Verfahren, ist der Vorstand zur Anpassung der Zahl der Namensaktien in der Satzung ermächtigt.

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b) Der Vorstand wird ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die eigenen Aktien in anderer Weise als über die Börse oder durch ein Angebot an alle Aktionäre zu veräußern, sofern die Veräußerung gegen Bareinlage und zu einem Preis erfolgt, der den Börsenpreis von Aktien der Gesellschaft gleicher Ausstattung zum Zeitpunkt der Veräußerung nicht wesentlich unterschreitet. In diesem Fall darf die Anzahl der zu veräußernden Aktien die Grenze von 10% des Grundkapitals zum Zeitpunkt der Beschlussfassung der Hauptversammlung über diese Ermächtigung oder - falls der Wert geringer ist - zum Zeitpunkt der Ausnutzung insgesamt nicht übersteigen. Das vorgenannte Ermächtigungsvolumen von 10 % des Grundkapitals verringert sich um den anteiligen Betrag am Grundkapital, der auf Aktien entfällt oder auf den sich Wandlungs- und/​oder Optionsrechte bzw. -pflichten aus Schuldverschreibungen beziehen, die nach Beginn des 18. Juni 2015 unter Bezugsrechtsausschluss in unmittelbarer, entsprechender oder sinngemäßer Anwendung von § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben bzw. veräußert worden sind.
c) Der Vorstand wird darüber hinaus ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die eigenen Aktien an Dritte gegen Sacheinlage zu veräußern, insbesondere im Zusammenhang mit dem Erwerb von Unternehmen, Teilen von Unternehmen oder Unternehmensbeteiligungen sowie Zusammenschlüssen von Unternehmen und dem Erwerb von sonstigen Vermögensgegenständen (einschließlich Forderungen).
d) Der Vorstand wird zudem ermächtigt, die eigenen Aktien mit Zustimmung des Aufsichtsrats zur Bedienung von der Gesellschaft begebener Schuldverschreibungen mit Options- oder Wandlungsrechten bzw. einer Wandlungspflicht zu verwenden, sofern die Schuldverschreibungen in entsprechender Anwendung der § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre begeben wurden oder begeben werden.

Die Ermächtigungen können jeweils einmalig oder mehrmals, ganz oder in Teilen, einzeln oder gemeinsam ausgenutzt werden. Die Ermächtigung kann unmittelbar durch die Gesellschaft oder durch von der Gesellschaft beauftragte Dritte ausgeübt werden.

Das Bezugsrecht der Aktionäre auf diese eigenen Aktien wird insoweit ausgeschlossen, wie diese Aktien gemäß den Ermächtigungen lit. a) bis d) verwendet werden. Darüber hinaus kann der Vorstand im Falle der Veräußerung von Aktien im Rahmen eines Verkaufsangebots an die Aktionäre mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht ausschließen, um Spitzenbeträge auszuschließen.

12 Zukünftige Entwicklung

Der Konzern wird sich im Wettgeschäft auch 2020 auf die Vermarktung von Wetten über Online-Vertriebskanäle fokussieren, wobei sich bietende Chancen im Shopbereich oder Übernahmen von kleineren Wettbewerbern, wie zuletzt der Kauf der Plattformen "equi8" und "lotos-wetten", ergriffen werden, sofern sich diese für den Konzern rentieren.

Die bereits seit 2018 begonnene Vermarktung unserer Wettplattform auch an dritte Unternehmen aus der Pferde- und Sportwettbranche wird in 2020 weiter vorangetrieben. Um die große Nachfrage nach Produkten und Serviceleistungen der Gesellschaft im Bereich Pferdewetten befriedigen zu können, wird deshalb weiterhin vor allem in Hardware, die technische Infrastruktur und Personal investiert. So konnten in den letzten Monaten mehrere Dienstleistungsprojekte angeschoben werden, die nach der Umsetzung und Testphase in 2019 zu weiteren Erhöhungen der Geschäftstätigkeit führen werden. Die Gesellschaft erwartet aus diesem Geschäft mittelfristig nachhaltige Umsätze im mittleren sechsstelligen Bereich pro Jahr. Die damit verbundenen zusätzlichen Mittel werden auch für den Vertrieb und Ausbau der Online-Wettangebote eingesetzt und bilden damit eine zusätzliche treibende Kraft für diese Aktivitäten.

Zeitgleich kümmert sich der Konzern um die Etablierung des neu geschaffenen Segments der Sportwetten. Hier wird der Ertrag der Pferdewetten in das Marketing investiert, sodass auch hier für die Zukunft ein zweites Standbein geschaffen werden kann.

Für eine Neuaufnahme der Aktivitäten im Bereich des Casino- und Pokergeschäftes wird die Entwicklung der gesetzlichen Vorgaben abgewartet. Die Gesellschaft bleibt damit auch für diese Märkte in Vorbereitung, um bei sich bietenden Möglichkeiten die für die Gesellschaft enormen Wachstumschancen nutzen zu können.

Ein unkalkulierbares Risiko bereitet das Virus COVID 19. Dies stellt den Konzern vor Herausforderungen, die aktuell nicht konkret absehbar sind. Auch wenn der Konzern die Auswirkungen als hoch eingestuft hat, so können Absagen von Sportveranstaltungen größeren Einfluss nehmen.

Zusammenfassende Aussage des Prognoseberichts:

Ein unkalkulierbares Risiko bereitet das Virus COVID 19. Dies stellt den Konzern vor Herausforderungen, die aktuell nicht konkret absehbar sind. Auch wenn der Konzern die Auswirkungen als hoch eingestuft hat, so können Absagen von Sportveranstaltungen größeren Einfluss nehmen.

Unter den dargestellten Annahmen ging das Management des Konzerns für das zukünftige Geschäftsjahr 2020 grundsätzlich von einer positiven Entwicklung aus. Aufgrund der stetigen Erweiterung von Kooperationen mit Dritten in der Pferdewette und der Erhöhung der Sportwettenerlöse erwartete der Konzern neben einer weiterhin hohen Kundenzufriedenheit ein Wachstum in 2020 von ca. 10% - 20% bzw. brutto Wett- und Gamingerträge (Hold) von € 45,0 bis € 55,0 Mio. Auch bei den geplanten Umsatzerlösen erwartete der Konzern eine Steigerung im niedrigen zweistelligen Prozentbereich. Geplante Investitionen im Bereich der Sportwetten und weiteren Marketingaktivitäten im Auslandsgeschäft der Pferdewetten würden auch die damit zusammenhängenden Aufwendungen in 2020 deutlich steigern. Das Ergebnis (EBIT) in der Pferdewette betrug im Geschäftsjahr 2019 € 5,7 Mio. Hinzu kamen direkte Investitionen in das Marketing und den Aufbau des Sportwetten-Geschäfts, die zu Aufwendungen in Höhe von € 3,3 Mio. geführt haben. Unter Berücksichtigung der Holdplanung und der erhöhten Aufwendungen in der Sportwette hätte der Konzern folglich ein EBIT in 2020 von ca. € 3,0 Mio. erwartet.

Aufgrund der täglich neuen Nachrichtenlage in Bezug auf die Ausbreitung des COVID 19-Virus und der Auswirkungen hieraus können zum jetzigen Zeitpunkt aber kaum belastbare Prognosen für das Geschäftsjahr 2020 abgegeben werden. Nach anfänglichen Versuchen, die Sport- und vor allem Pferderennveranstaltungen ohne Zuschauer durchzuführen, finden nun immer weniger Veranstaltungen statt, auf denen Wetten angenommen werden können. Auch eine Einschätzung, wie lange diese schwierige Situation anhalten wird, können heute selbst Experten nicht voraussagen. Folglich geht der Vorstand aktuell von einer Umsatzerwartung unter der eigentlich erwartenden Planung und von einem Konzern EBIT in Höhe von € 0 bis € 3 Mio. aus. Entscheidend wird hierbei sein, ab welchem Zeitpunkt wieder eine regelmäßige Durchführung von Sport- und Pferderennveranstaltungen möglich ist.

Für die pferdewetten.de AG erwarten wir aufgrund ihrer Holdingfunktion und ohne Berücksichtigung der Gewinnabführungsverträge mit der pferdewetten-service.de GmbH und der Sportwetten.de GmbH sowie außerplanmäßiger Effekte, die aus heutiger Sicht nicht absehbar sind, in 2020 ein positives Ergebnis von rund € 0 - € 1 Mio. Aus den Gewinnabführungsverträgen mit der pferdewetten-service.de GmbH und der sportwet-ten.de AG können zum heutigen Zeitpunkt keine Prognosen aufgrund der Pandemie abgegeben werden.

Hinsichtlich der Vermögens- und Finanzlage erwarten wir keine wesentlichen Änderungen im Vergleich zu 2019, da der Konzern auch für solche außergewöhnlichen Zeiten genügend Rücklagen in Form von liquiden Mitteln und kurzfristig veräußerbaren Wertpapieren gebildet hat. Sofern die weitere Verbreitung des Virus COVID 19 zu einer Absage aller Sportveranstaltungen und insbesondere von Pferderenn-Veranstaltungen weltweit über einen längeren Zeitraum führt, könnte dies eine noch weiterreichende negative Auswirkung auf die Prognose für die pferdewetten.de AG und den pferdewetten Konzern haben. In diesem Fall wäre mit einer deutlichen Verschlechterung der prognostizierten Finanzkennzahlen zu rechnen.

Düsseldorf, 25. März 2020

Pierre Hofer, Vorstand

Erklärung von Vorstand und Aufsichtsrat der pferdewetten.de AG gemäß § 161 AktG

Vorstand und Aufsichtsrat der pferdewetten.de AG erklären, dass den Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" in der Fassung vom 07. Februar 2017 seit der letzten Erklärung im Februar 2019 mit einer Aktualisierung im Juli 2019 mit folgenden Ausnahmen entsprochen wurde und wird:

1. Selbstbehalt bei D&O Versicherung (Ziffer 3.8. Absatz 3 des Kodex):

Der Deutsche Corporate Governance Kodex sieht in Ziffer 3.8 Abs. 3 vor, dass bei Abschluss einer D&O-Versicherung für den Aufsichtsrat ein Selbstbehalt vereinbart werden soll.

Für den Aufsichtsrat ist kein Selbstbehalt vorgesehen. Der Aufsichtsrat hält für sich einen Selbstbehalt bei der D&O-Versicherung nicht für ein adäquates Mittel zur Erreichung der Ziele des Deutschen Corporate Governance Kodex. Solche Selbstbehalte werden typischerweise ihrerseits versichert, wodurch die eigentliche Funktion des Selbstbehalts unterlaufen wird.

2. Einrichtung eines Hinweisgebersystems für Beschäftigte (Ziff. 4.1.3 Satz 3 1. HS des )

Nach der Empfehlung in Ziff. 4.1.3 Satz 3 1. HS DCGK soll Beschäftigten auf geeignete Weise die Möglichkeit eingeräumt werden, geschützt Hinweise auf Rechtsverstöße im Unternehmen zu geben.

Vorstand und Aufsichtsrat sind der Auffassung, dass aufgrund der geringen Unternehmensgröße sowie der unternehmensinternen Vertrauenskultur etwaige Rechtsverstöße direkt kommuniziert werden. Außerdem stehen Vorstand und Aufsichtsrat einem Hinweisgebersystem aufgrund der damit verbundenen potentiellen Nachteile, so insbesondere des Missbrauchsrisikos und einer Atmosphäre des Misstrauens mit negativen Auswirkungen auf Betriebsklima und Mitarbeitermotivation, ablehnend gegenüber.

3. Alleinvorstand (Ziffer 4.2.1. Satz 1 des Kodex):

Aufgrund der Größe der pferdewetten.de AG und den damit verbundenen Aufgaben des Vorstands wurde ein Alleinvorstand bestellt. Eine Geschäftsordnung zur Regelung der Ressortzuständigkeiten bei mehreren Vorständen und der erforderlichen Mehrheiten bei Vorstandsbeschlüssen in einer Geschäftsordnung ist daher entbehrlich. Unabhängig davon unterliegt der Vorstand einer Geschäftsordnung.

4. Vergütung des Vorstands (Ziffer 4.2.2 und 4.2.3 des Kodex):

Gemäß Ziffer 4.2.3 Abs. 2 haben variable Vergütungsteile grundsätzlich eine mehrjährige Bemessungsgrundlage, die im Wesentlichen zukunftsbezogen sein soll und sowohl positiven als auch negativen Entwicklungen Rechnung tragen soll.

Eine Begrenzung ist im bestehenden Vergütungsmodell nur teilweise, und zwar für einen Teil der variablen Vergütung vorgesehen. Ferner tragen die variablen Vergütungsbestandteile einer negativen Entwicklung derzeit keine Rechnung. Auch eine mehrjährige Bemessungsgrundlage besteht nicht.

Der Aufsichtsrat hält die Vergütung des Vorstands trotz der vorstehend genannten Abweichungen vom Kodex für angemessen.

Nach der Empfehlung des Kodex in Ziffer 4.2.2 Abs. 2 S. 3 soll der Aufsichtsrat das Verhältnis der Vorstandsvergütung zur Vergütung des oberen Führungskreises und der Belegschaft insgesamt auch in der zeitlichen Entwicklung berücksichtigen.

Bei der Neubestellung 2018 wurde die Vorstandsvergütung angepasst. Dabei spielten die wesentliche Rolle die Leistungen, die der heutige Vorstand der Gesellschaft bereits erbracht hat. Auch auf Grund der geringen Unternehmensgröße und der Anzahl der Beschäftigten erscheint die Ermittlung der Vorstandsvergütung auf Grund des Vergleichs zur Vergütung des oberen Führungskreises und der Belegschaft insgesamt als nicht zweckmäßig.

5. Nachfolgeplanung, Diversity und Altersgrenze für Vorstandsmitglieder und Aufsichtsratsmitglieder (Ziffer 5.1.2; 5.4.1 des Kodex):

Der Aufsichtsrat soll bei der Zusammensetzung des Vorstands auch auf Vielfalt (Diversity) achten und mit dem Vorstand, diesen betreffend, für eine langfristige Nachfolgeplanung sorgen. Der Aufsichtsrat entscheidet bei der Besetzung des Vorstands allein nach Sachverstand und Kompetenz. Der Vorstand besteht aus einer Person.

Eine langfristige Nachfolgeplanung für den Vorstand ist auf Grund des Alters des Vorstands und der Größe des Unternehmens bisher nicht angezeigt.

Der Kodex empfiehlt in Ziffer 5.1.2 Absatz 2 ferner die Festlegung einer Altersgrenze für Vorstandsmitglieder sowie in Ziffer 5.4.1 die Festlegung einer Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder. Bei der pferdewetten.de AG bestehen für Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats derzeit keine Altersgrenzen, da die Festlegung einer bestimmten Altersgrenze nicht

adäquat ist, sondern vor allem die erforderlichen Kenntnisse und Erfahrungen relevant sind.

6. Bildung von Ausschüssen (5.3.1 Satz 1, 5.3.2 Absatz 1, 5.3.3 des Kodex):

Mit Blick auf die Größe der Gesellschaft und die damit verbundene Größe der Besetzung des Aufsichtsrats der Gesellschaft mit vier Mitgliedern besteht bei der pferdewetten.de AG derzeit lediglich ein Beschlüsse des Aufsichtsrats vorbereitender Planungs- und Prüfungsausschuss (Audit Committee).

7. Zusammensetzung des Aufsichtsrats (Ziffer 5.4.1. Abs. 2 und Abs. 4 Satz 1 und 2 des Kodex)

Der Aufsichtsrat hat keine konkreten Ziele -mit Ausnahme der nach dem Gleichstellungsgesetz geforderten Festlegung einer Zielgröße für den Anteil von Frauen im Aufsichtsrat- für seine Zusammensetzung entsprechend der Empfehlung in Ziffer 5.4.1 Abs. 2 festgelegt und ebenfalls kein Kompetenzprofil für das Gesamtgremium erarbeitet. Er hat bereits in der Vergangenheit bei seinen Personalvorschlägen allein nach Sachverstand und Kompetenz entschieden. Der Aufsichtsrat beabsichtigt, bei zukünftigen Wahlvorschlägen weiterhin vorrangig die fachliche und persönliche Kompetenz für die Entscheidung zu Grunde zu legen. Bedingt durch die geringe Anzahl von Aufsichtsratsmitgliedern und das Geschäftsfeld, in dem die Gesellschaft tätig ist, sieht der Aufsichtsrat von konkreten Zielsetzungen und der Erarbeitung eines Kompetenzprofils für das Gesamtgremium jeweils nach Ziffer 5.4.1. Abs. 2 des Kodex ab.

8. Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder (Ziffer 5.4.6 des Kodex)

Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder (Ziffer 5.4.6 des Kodex) Gemäß Ziffer 5.4.6 Abs. 1 Satz 2 sollen bei der Festlegung der Aufsichtsratvergütung der Vorsitz und der stellvertretende Vorsitz im Aufsichtsrat sowie der Vorsitz und die Mitgliedschaft in den Ausschüssen berücksichtigt werden.

Die heutige Vergütungsstruktur sieht die erhöhte Vergütung für den Vorsitzenden des Aufsichtsrats vor, allerdings nicht für den stellvertretenden Vorsitz und auch nicht für die Tätigkeit in Ausschüssen. Auf Grund der

Unternehmensgröße und der damit verbundenen Größe des Aufsichtsrats der Gesellschaft mit vier Mitgliedern wurde nur ein Ausschuss, nämlich ein Planungs- und Prüfungsausschuss (Audit Committee) gebildet, in dem alle Aufsichtsratsmitglieder tätig sind. Mit der für sie vorgesehenen Aufsichtsratsvergütung ist die Mitarbeit im Audit Committee berücksichtigt.

Der Aufsichtsrat vertritt die Ansicht, dass die heutige Vergütungsstruktur der Größe und der wirtschaftlichen Situation des Unternehmens entspricht.

Düsseldorf, im Februar 2020

pferdewetten.de AG

Der Vorstand

Der Aufsichtsrat

Konzernbilanz zum 31. Dezember 2019

VERMÖGENSWERTE

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31.12.2019 31.12.2018
Anhang T€
--- --- --- ---
Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte 3.1. 2.672.503,96 2.951
Sachanlagevermögen 3.2. 355.620,47 348
Nutzungsrechte 3.3. 953.334,31 0
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 3.4. 526.287,80 532
Latente Steuern 3.5. 3.525.879,85 1.923
8.033.626,39 5.754
Kurzfristige Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 3.6. 2.131.675,32 985
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 3.6. 5.873.045,66 5.494
Sonstige nicht-finanzielle Vermögenswerte 3.6. 629.562,79 341
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 3.7. 11.397.742,88 8.313
20.032.026,65 15.133
28.065.653,04 20.887

EIGENKAPITAL UND SCHULDEN

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31.12.2019 31.12.2018
Anhang T€
--- --- --- ---
Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital 3.8. 4.324.251,00 4.324
Kapitalrücklage 3.8. 2.222.314,78 2.223
Andere Gewinnrücklagen 3.8. 1.300.036,23 1.300
Rücklage für in Eigenkapital zu erfüllende Arbeitnehmervergütungen 3.8. 618.731,00 430
Neubewertungsrücklage für Finanzinvestitionen 3.8. -1.048,27 -90
Konzernbilanzgewinn 3.8. 7.365.275,18 4.743
Langfristige Schulden 15.829.559,92 12.930
Leasingverbindlichkeiten 3.9. 710.134,14 0
Kurzfristige Schulden
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.10. 2.058.809,97 1.193
Verbindlichkeiten aus Kundengeldern 3.11. 7.797.774,98 4.497
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 3.12. 504.049,79 782
Sonstige nicht-finanzielle Verbindlichkeiten 3.12. 109.975,33 216
Leasingverbindlichkeiten 3.9. 245.779,80 0
Ertragsteuerverbindlichkeiten 3.13. 809.569,11 1.169
Rückstellungen 3.14 0,00 100
11.525.958,98 7.957
28.065.653,04 20.887

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung und sonstiges Ergebnis für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2019

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2019 2018
Anhang T€
--- --- --- --- ---
1. Umsatzerlöse 4.1.
a) Umsatzerlöse Wettgeschäft 7.890.775,09 6.852
b) Sonstige Umsatzerlöse 27.795,53 9
c) Erhaltene Wettprovisionen 6.519.044,14 4.224
14.437.614,76 11.085
2. Sonstige Erträge 4.2. 445.716,38 260
14.883.331,14 11.345
3. Materialaufwand
a) Aufwendungen für bezogene Waren 4.3. -12.603,21 -12
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 4.4. -6.201.256,64 -4.826
-6.213.859,85 -4.838
4. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 4.5. -2.852.887,15 -2.702
b) Soziale Abgaben 4.5. -421.104,97 -368
-3.273.992,12 -3.070
5. Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 4.6. -596.035,49 -358
6. Sonstige Aufwendungen 4.7. -2.363.751,68 -2.276
7. Betriebsergebnis 2.435.692,00 803
8. Zinsaufwendungen -16.857,68 -6
9. Aufwendungen aus der Anpassung des beizulegenden Zeitwertes von Fremkapitalinstrumenten -46.775,99 -94
10. Zinserträge 167.888,48 120
11. Finanzergebnis 4.8. 104.254,81 20
12. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 4.9. 774.797,99 -1.422
13. Ergebnis nach Steuern 3.314.744,80 -599
14. Sonstige Steuern 4.10. -1.000,52 41
15. Konzernergebnis 3.313.744,28 -558
Vom Konzernergebnis entfallen auf:
Minderheitsgesellschafter 0,00 0
Aktionäre der pferdewetten.de AG 3.313.744,28 -558
Ergebnis je Aktie
Unverwässert 4.11. 0,77 -0,13
Verwässert 4.11. 0,73 -0,12
Posten, die unter bestimmten Bedingungen zukünftig in die Konzerngewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden:
Erfasste Nettogewinne- und verluste aus finanziellen Vermögenswerten der Kategorie "zur Veräußerung verfügbar" 0,00 0
Veränderung des beizulegenden Zeitwerts von Fremdkapitalinstrumenten, die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden 1.760,92 -100
Kumulierter Gewinn/​Verlust, der beim Abgang der Fremdkapitalinstrumente in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert wurde 87.136,83 -8
Sonstiges Ergebnis 88.897,75 -108
Konzerngesamtergebnis 3.402.642,03 -666
Vom Konzerngesamtergebnis entfallen auf:
Minderheitsgesellschafter 0,00 0
Aktionäre der pferdewetten.de AG 3.402.642,03 -666

Konzernkapitalflussrechnung vom 1. Janur 2019 bis 31. Dezember 2019

pferdewetten.de AG

Düsseldorf

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2019 2018
T€ T€
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Anhang
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Konzernergebnis 3.314 -558
-/​+ Saldo Zinserträge und -aufwendungen -100 -114
+ Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 596 358
-/​+ Abnahme/​Zunahme der Rückstellungen -100 20
+ Verlust aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens -1 1
+ Ertragsteuern -775 1.422
+ Sonstige nicht zahlungswirksame Aufwendungen und Erträge -110 293
- Zunahme/​Abnahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen -1.005 116
- Zunahme anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder der
Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 214 -1.038
+/​- Zunahme/​Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie aus Kundengeldern 4.025 153
+ Zunahme anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder der Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind -189 1.673
- gezahlte Zinsen -17 -6
+ erhaltene Zinsen 107 92
- gezahlte Ertragsteuern -1.523 -445
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 5. 4.436 1.966
+ Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens 14 3
- Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen -97 -100
+ Einzahlungen aus Abgängen von Ifr. finanziellen Vermögenswerten 6 4
- Auszahlungen aufgrund von Finanzmittelanlagen im Rahmen der kurzfristigen Finanzdisposition -1.770 -1.116
+ Einzahlungen aufgrund von Finanzmittelanlagen im Rahmen der kurzfristigen Finanzdisposition 1.429 1.266
Cashflow aus der Investitionstätigkeit 5. -418 57
- Auszahlungen an Unternehmenseigner -692 -605
- Auszahlungen für Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen -246 0
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 5. -938 -605
Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds 3.080 1.418
+ Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 8.313 6.895
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 11.393 8.313

Konzernanlagenspiegel zum 31. Dezember 2019

pferdewetten.de AG

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Anhang Anschaffungs- Herstellungskosten 01.01.2019 Zugänge aus Erstanwendung IFRS 16
EUR EUR
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Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Software, Lizenzen und andere Rechte 3.1. 2.092.665,27 0,00
2. Selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte 3.1. 1.358.714,79 0,00
2. Geschäfts- oder Firmenwerte 3.1. 1.604.827,39 0,00
Summe immaterielle Vermögenswerte 5.056.207,45 0,00
II. Sachanlagen
1. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.2. 617.085,73 0,00
2. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 3.2. 0,00 0,00
Summe Sachanlagen 617.085,73 0,00
III. Nutzungsrechte
Nutzungsrechte 3.3. 0,00 1.177.870,73
Summe Nutzungsrechte 0,00 1.177.870,73
Summe Anlagevermögen 5.673.293,18 1.177.870,73

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Zugänge Abgänge Anschaffungs- Herstellungskosten 31.12.2019
EUR EUR EUR
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Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Software, Lizenzen und andere Rechte 0,00 0,00 2.092.665,27
2. Selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte 0,00 0,00 1.358.714,79
2. Geschäfts- oder Firmenwerte 0,00 0,00 1.604.827,39
Summe immaterielle Vermögenswerte 0,00 0,00 5.056.207,45
II. Sachanlagen
1. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 97.005,76 40.699,69 673.391,80
2. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 27.500,00 0,00 27.500,00
Summe Sachanlagen 124.505,76 40.699,69 700.891,80
III. Nutzungsrechte
Nutzungsrechte 12.592,31 0,00 1.190.463,04
Summe Nutzungsrechte 12.592,31 0,00 1.190.463,04
Summe Anlagevermögen 137.098,07 40.699,69 6.947.562,29

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kumulierte Abschreibungen 01.01.2019 Abschreibungen Geschäftsjahr Abgänge kumulierte Abschreibungen 31.12.2019
EUR EUR EUR
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Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Software, Lizenzen und andere Rechte 962.020,27 62.436,00 0,00 1.024.456,27
2. Selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte 872.219,79 216.282,00 0,00 1.088.501,79
2. Geschäfts- oder Firmenwerte 270.745,43 0,00 0,00 270.745,43
Summe immaterielle Vermögenswerte 2.104.985,49 278.718,00 0,00 2.383.703,49
II. Sachanlagen
1. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 268.886,26 80.188,76 31.303,69 317.771,33
2. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00
Summe Sachanlagen 268.886,26 80.188,76 31.303,69 317.771,33
III. Nutzungsrechte
Nutzungsrechte 0,00 237.128,73 0,00 237.128,73
Summe Nutzungsrechte 0,00 237.128,73 0,00 237.128,73
Summe Anlagevermögen 2.373.871,75 596.035,49 31.303,69 2.938.603,55

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Buchwert 31.12.2019 Buchwert 01.01.2019
EUR
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Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Software, Lizenzen und andere Rechte 1.068.209,00 1.130.645,00
2. Selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte 270.213,00 486.495,00
2. Geschäfts- oder Firmenwerte 1.334.081,96 1.334.081,96
Summe immaterielle Vermögenswerte 2.672.503,96 2.951.221,96
II. Sachanlagen
1. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 355.620,47 348.199,47
2. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 27.500,00 0,00
Summe Sachanlagen 383.120,47 348.199,47
III. Nutzungsrechte
Nutzungsrechte 953.334,31 0,00
Summe Nutzungsrechte 953.334,31 0,00
Summe Anlagevermögen 4.008.958,74 3.299.421,43

Konzernanlagenspiegel zum 31. Dezember 2018

pferdewetten.de AG

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Anhang Anschaffungs-, Herstellungskosten 01.01.2018 Zugänge Abgänge Anschaffungs-, Herstellungskosten 31.12.2018
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Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögenswerte
1. Software, Lizenzen und andere Rechte 3.1. 2.092.665,27 0,00 0,00 2.092.665,27
2. Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte 3.1. 1.358.714,79 0,00 0,00 1.358.714,79
3. Geschäfts- oder Firmenwerte 3.1. 1.604.827,39 0,00 0,00 1.604.827,39
Summe immaterielle Vermögenswerte 5.056.207,45 0,00 0,00 5.056.207,45
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.2. 521.468,62 100.257,11 4.640,00 617.085,73
Summe Sachanlagen 521.468,62 100.257,11 4.640,00 617.085,73
Summe Anlagevermögen 5.577.676,07 100.257,11 4.640,00 5.673.293,18

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kumulierte Abschreibungen 01.01.2018 Abschreibungen Geschäftsjahr Abgänge kumulierte Abschreibungen 31.12.2018 Buchwert 31.12.2018
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Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögenswerte
1. Software, Lizenzen und andere Rechte 899.204,27 62.816,00 0,00 962.020,27 1.130.645,00
2. Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte 655.937,79 216.282,00 0,00 872.219,79 486.495,00
3. Geschäfts- oder Firmenwerte 270.745,43 0,00 0,00 270.745,43 1.334.081,96
Summe immaterielle Vermögenswerte 1.825.887,49 279.098,00 0,00 2.104.985,49 2.951.221,96
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 190.971,62 79.181,64 1.267,00 268.886,26 348.199,47
Summe Sachanlagen 190.971,62 79.181,64 1.267,00 268.886,26 348.199,47
Summe Anlagevermögen 2.016.859,11 358.279,64 1.267,00 2.373.871,75 3.299.421,43

Eigenkapitalveränderungsrechnung vom 01.01.2018 bis 31.12.2019

pferdewetten.de AG

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Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage andere Gewinnrücklagen Rücklage für in Eigenkapital zu erfüllende Arbeitnehmervergütungen
TEuro TEuro Teuro TEuro
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Stand 1. Januar 2018 4.324,3 2.222,4 1.300,0 241,0
Umgliederung der Neubewertungsrücklage für Finanzinvestionen zum Zeitpunkt der Umstellung auf IFRS 9 0,0 0,0 0,0 0,0
Umgliederung der Neubewertungsrücklage für Finanzinvestionen beim Abgang erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewerteter Fremdkapitalinstrumente 0,0 0,0 0,0 0,0
Erfassung von anteilsbasierten Vergütungen 0,0 0,0 0,0 188,9
Dividendenausschüttung 0,0 0,0 0,0 0,0
Konzerngesamtergebnis 0,0 0,0 0,0 0,0
Stand 31. Dezember 2018 4.324,3 2.222,4 1.300,0 429,9
Umgliederung der Neubewertungsrücklage für Finanzinvestionen beim Abgang der erfolgsneutral erfassten Fremdkapitalinstrumente 0,0 0,0 0,0 0,0
Erfassung von anteilsbasierten Vergütungen 0,0 0,0 0,0 188,8
Dividendenausschüttung 0,0 0,0 0,0 0,0
Konzerngesamtergebnis 0,0 0,0 0,0 0,0
Stand 31. Dezember 2019 4.324,3 2.222,4 1.300,0 618,7

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Neubewertungsrücklage für Finanzinvestitionen Bilanzgewinn Anteile Aktionäre Gesamt
TEuro TEuro TEuro TEuro
--- --- --- --- ---
Stand 1. Januar 2018 9,0 5.916,0 14.012,7 14.012,7
Umgliederung der Neubewertungsrücklage für Finanzinvestionen zum Zeitpunkt der Umstellung auf IFRS 9 9,0 -9,0 0,0 0,0
Umgliederung der Neubewertungsrücklage für Finanzinvestionen beim Abgang erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewerteter Fremdkapitalinstrumente -7,7 0,0 -7,7 -7,7
Erfassung von anteilsbasierten Vergütungen 0,0 0,0 188,9 188,9
Dividendenausschüttung 0,0 -605,4 -605,4 -605,4
Konzerngesamtergebnis -100,3 -558,2 -658,5 -658,5
Stand 31. Dezember 2018 -90,0 4.743,4 12.930,0 12.930,0
Umgliederung der Neubewertungsrücklage für Finanzinvestionen beim Abgang der erfolgsneutral erfassten Fremdkapitalinstrumente 1,8 0,0 1,8 1,8
Erfassung von anteilsbasierten Vergütungen 0,0 0,0 188,8 188,8
Dividendenausschüttung 0,0 -692,0 -692,0 -692,0
Konzerngesamtergebnis 87,1 3.313,8 3.400,9 3.400,9
Stand 31. Dezember 2019 -1,1 7.365,2 15.829,5 15.829,5

Konzernanhang nach IFRS zum 31. Dezember 2019

pferdewetten.de AG, Düsseldorf

1. ALLGEMEINE ERLÄUTERUNGEN

1.1. Gegenstand des Unternehmens und der Tochtergesellschaften

Unter der Firmierung pferdewetten.de AG, Düsseldorf, verfolgt die Gesellschaft als Unternehmensgegenstand die Wahrnehmung der Holdingfunktion für Unternehmen jeder Art und unterschiedlicher Rechtsformen durch Beteiligung, Erwerb, Halten, Verwaltung und Verwertung anderer Unternehmen sowie von Unternehmensbeteiligungen, insbesondere solcher Unternehmen, deren Geschäftszweck die Durchführung und Veranstaltung von Sport- und Pferdewetten im In- und Ausland ist, sowie die Erbringung von Marketing- und Consultingleistungen im Segment Pferdewetten. Sitz der Gesellschaft ist die Kaistraße 4 in 40221 Düsseldorf, Deutschland. Die Gesellschaft ist im Handelsregister des Amtsgerichts Düsseldorf unter der HRB 66533 eingetragen. Sie ist das Mutterunternehmen, das den Konzernabschluss für den größten und den kleinsten Kreis von Unternehmen aufstellt.

Die pferdewetten.de AG bietet als Mutterunternehmen über ihre Tochtergesellschaften im In- und Ausland die Veranstaltung von Pferdewetten sowie die Vermittlung solcher Wetten an. Dabei erfolgt die Vermittlung der Wetten über mehrere Vertriebskanäle. Kunden der pferdewetten.de AG und ihrer Tochtergesellschaften (in der Folge auch "pferdewetten.de AG" oder "Konzern" genannt) können Wettgeschäfte im konzerneigenen Ladengeschäft in Deutschland, über das Telefon und über das Internet abschließen. Innerhalb des Konzerns werden Pferdewetten hauptsächlich von einer in Deutschland ansässigen Tochtergesellschaft, der pferdewetten-service.de GmbH, Düsseldorf, vermarktet. Eine Ausnahme bildet die Vermarktung des Wettgeschäftes in Österreich, diese erfolgt durch die in Österreich ansässige Tochtergesellschaft pferdewetten.at GmbH. Buchmacher ist die netX Betting Ltd., Malta.

Im Geschäftsjahr 2018 erfolgte der Wiedereinstieg in die Vermarktung des Bereich Sportwetten. Dieses Geschäft wird über die sportwetten.de GmbH durchgeführt.

1.2. Anwendung neuer und geänderter Rechnungslegungsvorschriften

Die nachfolgenden Standards und Interpretationen wurden im Geschäftsjahr im Geschäftsjahr 2019 neu angewendet:

Der Standard IFRS 16 »Leasingverhältnisse« ersetzt IAS 17, IFRIC 4, SIC-15 sowie SIC-27 und ist verpflichtend für Geschäftsjahre ab dem 1. Januar 2019 anzuwenden. Er regelt den Ansatz, die Bewertung, den Ausweis sowie die Angabepflichten von Leasingverhältnissen. Mit der Neuregelung entfällt die Unterscheidung zwischen Finance- und Operating-Lease Vereinbarungen beim Leasingnehmer. Nunmehr hat der Leasingnehmer das wirtschaftliche Recht am Leasinggegenstand als Nutzungsrecht zu bilanzieren und über die Leasinglaufzeit abzuschreiben. Gleichzeitig ist in Höhe des Barwertes der Leasingzahlungen eine Verbindlichkeit zu erfassen. Bei Leasinggebern entspricht die Abgrenzung den bisherigen Regelungen des IAS 17. Der pferdewetten.de AG Konzern hat den Vertragsbestand, in dem der Konzern als Leasingnehmer auftritt, auf sich ergebende Änderungen analysiert. Die erstmalige Anwendung der IFRS 16 erfolgte im pferdewetten.de AG Konzern modifiziert retrospektiv. Die Vorjahreszahlen wurden nicht angepasst. Von den Anwendungserleichterungen für kurzfristige Leasingverhältnisse mit einer Restlaufzeit von weniger als zwölf Monaten und für Leasinggegenstände mit einem Wert von unter T€ 5 wurde Gebrauch gemacht. Der pferde- wetten.de AG Konzern mietet im Wesentlichen Büroräume und Kraftfahrzeuge. Ausgehend von den operativen Leasingverpflichtungen zum 31. Dezember 2018 ergibt sich die folgende Überleitung auf den Eröffnungsbilanzwert der Leasingverbindlichkeiten zum 1. Januar 2019:

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in T€
Verpflichtungen aus Operating-Leasingverhältnissen zum 31.12.2018 Kurzfristige Leasingverhältnisse und Leasingverhältnisse über geringwertige Vermögenswerte 1.254,50
Effekt der Abzinsung der oben genannten Beträge - 76,60
Leasingverbindlichkeiten zum 01.01.2019 1.177,90

Die Verbindlichkeiten wurden zum Barwert, abgezinst mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz des pferdewetten.de AG Konzerns angesetzt. Der gewichtete durchschnittliche Zinssatz betrug 2,53 %. Die entsprechenden Nutzungsrechte werden im Zugangszeitpunkt in Höhe der Leasingverbindlichkeit angesetzt. In der Konzernkapitalflussrechnung werden die Abschreibungen der Nutzungsrechte im Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit und die Zins- und Tilgungszahlungen im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit ausgewiesen.

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Barwert 31.12.2019 Barwert 01.01.2019
Aktiva
Übriges Sachanlagevermögen (Nutzungsrechte)
Gebäude 873 1.049
Kfz 80 129
Gesamt 953 1.178

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Passiva
übrige langfristige Schulden 710 927
übrige kurzfristige Schulden 246 251
Gesamt 956 1.178

Folgende Standards und Interpretationen sind vom IASB bereits beschlossen, aber erst ab dem Geschäftsjahr 2020 ff. verpflichtend anzuwenden und werden durch den Konzern nicht vorzeitig angewendet:

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Standard /​ Interpretation Titel des Standards /​ der Interpretation bzw. der Überarbeitung Erstmalige Anwendung1
IFRS 17 Versicherungsverträge 1.1.2021 (ein EU-Endorsment steht noch aus)
Änderungen an IFRS 10 und IAS 28 Veräußerung oder Einbringung von Vermögenswerten zwischen einem Investor und einem assoziierten Unternehmen auf unbestimmte Zeit verschoben
Änderungen an IFRS 3 Definition eines Geschäftsbetriebs 1.1.2020 (ein EU-Endorsment steht noch aus)
Änderungen an IAS 1 und IAS 8 Definition von Wesentlichkeit 1.1.2020
Rahmenkonzept für Finanzberichterstattung Verweis auf das Rahmenkonzept für die Finanzberichterstattung in den IFRS Standards 1.1.2020
Änderungen an IFRS 9, IAS 39 und IFRS 7 Interest Rate Benchmark Reform 1.1.2020 (ein EU-Endorsment steht noch aus)

Darüber hinaus waren die weiteren Standards erstmals im Geschäftsjahr anzuwenden, es ergaben sich jedoch keine wesentlichen Auswirkungen auf die Angaben oder ausgewiesen Beträge im Konzernabschluss:

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Standard /​ Interpretation Titel des Standards /​ der Interpretation bzw. der Überarbeitung Erstmalige Anwendung1
Annual Improvements Project Annual Improvements to IFRS Standards 2015-2017 Cycle Änderungen an IAS 12, IAS 23, IFRS 3 und IFRS 11 1.1.2019
Änderungen an IAS 19 Planänderung, -kürzung oder -abgeltung 1.1.2019
Änderungen an IAS 28 Langfristige Beteiligungen an assoziierten Unternehmen und Joint Ventures 1.1.2019
Änderungen an IFRS 9 Vorfälligkeitsregelungen mit negativer Ausgleichsleistung 1.1.2019
IFRIC 23 Unsicherheit bezüglich der ertragsteuerlichen Behandlung 1.1.2019

IFRS 17 Versicherungsverträge

Der neue Standard legt die Grundsätze für den Ansatz, die Bewertung, die Darstellung und den Ausweis von Versicherungsverträgen fest und ersetzt IFRS 4 Versicherungsverträge.

Der Standard beschreibt ein allgemeines Modell, das für Versicherungsverträge mit direkter Überschussbeteiligung modifiziert wird (sog. "variable fee approach"). Bei Erfüllung bestimmter Kriterien wird das allgemeine Modell vereinfacht, indem die Verbindlichkeit für den verbleiben- den Versicherungsschutz nach dem sog. Premium Allocation Approach bewertet wird.

Das allgemeine Modell verwendet aktuelle Annahmen, um die Höhe, den Zeitpunkt und die Unsicherheit künftiger Cashflows zu schätzen, und nimmt eine explizite Bewertung der Kosten dieser Unsicherheit vor. Dabei berücksichtigt es Marktzinssätze und die Auswirkungen von Optionen und Garantien der Versicherungsnehmer.

Die Umsetzung des Standards wird wahrscheinlich erhebliche Änderungen an den Prozessen und Systemen eines betroffenen Unternehmens mit sich bringen und eine verbessere Koordination zwischen vielen Funktionen des Unternehmens erfordern, einschließlich Finanzen, Aktuariat und IT.

Der Standard ist für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2021 beginnen, wobei eine vorzeitige Anwendung zulässig ist. IFRS 17 ist retrospektiv anzuwenden, es sei denn, dies ist nicht durchführbar. In diesem Fall ist entweder der modifizierte retrospektive Ansatz oder der Fair-Value-Ansatz anzuwenden. Der im Juni 2019 veröffentlichte Standardentwurf Änderungen an IFRS 17 befasst sich mit Fragestellungen und Umsetzungsproblemen, die nach der Veröffentlichung von IFRS 17 identifiziert wurden. Eine der wichtigsten vorgeschlagenen Änderungen ist die Verschiebung des Zeitpunkts der erstmaligen Anwendung von IFRS 17 um ein Jahr auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2022 beginnen.

Die Geschäftsführung geht nicht davon aus, dass die zukünftige Anwendung des Standards Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben wird, da keine entsprechenden Versicherungsverträge gehalten werden.

Änderungen an IFRS 10 und IAS 28 Veräußerung oder Einbringung von Vermögenswerten zwischen einem Investor und einem assoziierten Unternehmen oder Joint Venture

Die Änderungen adressieren einen Konflikt zwischen den Vorschriften von IAS 28 Anteile an assoziierten Unternehmen und Joint Ventures und IFRS 10 Konzenabschlüsse. Mit ihnen wird klargestellt, dass bei Transaktionen mit einem assoziierten Unternehmen oder Joint Venture das Ausmaß der Erfolgserfassung davon abhängt, ob die veräußerten oder eingebrachten Vermögenswerte einen Geschäftsbetrieb nach IFRS 3 darstellen. Der Erstanwendungszeitpunkt der Änderungen wurde vom IASB zwischenzeitlich auf unbestimmte Zeit verschoben.

Bislang beinhalteten Transaktionen mit assoziierten Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen im Konzern keinen Geschäftsbetrieb i.S.d. IFRS 3, sondern lediglich einzelne Vermögenswerte. Die Geschäftsführung geht daher davon aus, dass die Änderungen an IFRS 10 und IAS 28 keine Auswirkungen auf das Konzernergebnis haben werden.

Änderungen an IFRS 3 Definition eines Geschäftsbetriebs

Die Änderungen an IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse dienen der Klarstellung der Definition eines Geschäftsbetriebs.

Ein Geschäftsbetrieb ist unverändert durch die drei Elemente Inputfaktor(en), Prozess(e) und Output definiert. Die Inputfaktoren und darauf angewendete Prozesse sollen dabei derart zum Einsatz kommen, dass sie zur Erzeugung von Output beitragen können. Die geänderte Definition von Output legt den Fokus auf die Bereitstellung von Gütern und Dienstleistungen an den Kunden, umfasst daneben aber auch Investitionserträge wie Dividenden, Zinsen und sonstige Erträge. Dagegen dienen Kostenreduktionen nicht mehr als Merkmal von Output.

Die Änderungen stellen klar, dass für das Vorliegen eines Geschäftsbetriebs ein Erwerb mindestens einen Inputfaktor und einen substanziellen Prozess umfassen muss, die zusammen signifikant zur Fähigkeit beitragen, Output erzeugen zu können. Das Vorliegen von Prozessen ist demnach letztlich der Unterschied zwischen dem Erwerb eines Geschäftsbetriebs und dem Erwerb einer Gruppe von Vermögenswerten. Die Prüfung ist dabei abhängig davon, ob mit der erworbenen Gruppe von Tätigkeiten und Vermögenswerten bereits Output erzeugt wird oder nicht.

Zusätzlich wurde ein sog. Konzentrationstest als transaktionsbezogenes Wahlrecht eingeführt, der eine vereinfachte Beurteilung ermöglicht, ob ein erworbenes Bündel von Aktivitäten und Vermögenswerten keinen Geschäftsbetrieb darstellt. Dies ist dann der Fall, wenn sich der bei- zulegende Zeitwert des erworbenen Bruttovermögens ganz überwiegend ("substantially all") auf einen einzelnen identifizierbaren Vermögenswert (bzw. eine Gruppe von vergleichbaren identifizierbaren Vermögenswerten) konzentriert.

Die Änderungen sind erstmals auf solche Transaktionen anzuwenden, deren Erwerbszeitpunkt zu Beginn oder nach dem Beginn von Geschäftsjahren liegt, die am oder nach dem 1. Januar 2020 beginnen (prospektive Anwendung). Eine vorzeitige Anwendung ist zulässig und entsprechend offenzulegen.

Die Änderungen an IFRS 3 können Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben, sofern zukünftig entsprechende Transaktionen auftreten.

Änderungen an IAS 1 und IAS 8 Definition von Wesentlichkeit

Die Änderungen an IAS 1 Darstellung des Abschlusses und IAS 8 Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, Änderungen von Schätzungen und Fehler dienen der Verfeinerung der Definition von Wesentlichkeit durch Vereinheitlichung des Wortlauts der in verschiedenen Standards und Verlautbarungen des IASB enthaltenen Wesentlichkeitsdefinition und der Schärfung von mit der Definition in Zusammenhang stehenden Begrifflichkeiten. Dabei wird der Begriff der Verschleierung eingeführt und durch Beispiele illustriert.

Die überarbeitete Definition legt den Fokus auf die Wesentlichkeit von Informationen. Danach sind Informationen wesentlich, wenn vernünftigerweise damit zu rechnen ist, dass das Auslassen, das fehlerhafte Darstellen und/​oder das Verschleiern die Entscheidungen der primären Adressaten von IFRS-Abschüssen beeinflussen könnten, die sie auf Basis dieser Abschlüsse treffen.

Die überarbeitete Definition von Wesentlichkeit ist künftig nur noch in IAS 1 enthalten. In IAS 8 wird lediglich darauf verwiesen, dass "wesentlich" in IAS 1 definiert und in IAS 8 mit der gleichen Bedeutung anzuwenden ist.

Die Änderungen sind erstmals auf Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2020 beginnen (prospektive Anwendung).

Die Geschäftsführung geht nicht davon aus, dass die Änderungen wesentliche Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben werden.

Verweis auf das Rahmenkonzept für die Finanzberichterstattung in den IFRS Standards

Zusammen mit dem überarbeiteten Rahmenkonzept für die Finanzberichterstattung, das mit Veröffentlichung am 29. März 2018 in Kraft getreten ist, hat der IASB auch Änderungen zu Verweisen auf das Rahmenkonzept in den IFRS-Standards veröffentlicht. Das Dokument enthält Änderungen an IFRS 2, IFRS 3, IFRS 6, IFRS 14, IAS 1, IAS 8, IAS 34, IAS 37, IAS 38, IFRIC 12, IFRIC 19, IFRIC 20, IFRIC 22 und SI C-32.

Nicht alle Änderungen aktualisieren jedoch diese Verlautbarungen in Bezug auf Verweise und Zitate aus dem Rahmenkonzept so, dass sie sich auf das überarbeitete Rahmenkonzept beziehen. Einige Verlautbarungen werden nur aktualisiert, um anzugeben, auf welche Version des Rahmenkonzepts sie sich beziehen (das vom IASB 2001 verabschiedete IASC-Rahmenkonzept, das IASB-Rahmenkonzept von 2010 oder das neue überarbeitete Rahmenkonzept von 2018) oder um darauf hinzuweisen, dass die Definitionen im Standard nicht mit den neuen Definitionen aktualisiert wurden, die im überarbeiteten Rahmenkonzept entwickelt wurden.

Die Änderungen, bei denen es sich tatsächlich um Aktualisierungen handelt, sind für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2020 beginnen, wobei eine vorzeitige Anwendung zulässig ist.

Die Geschäftsführung geht nicht davon aus, dass die Änderungen wesentliche Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben werden.

Änderungen an IFRS 9, IAS 39 und IFRS 7 Interest Rate Benchmark Reform

Durch die Änderungen an IFRS 9, IAS 39 und IFRS 7 sollen Auswirkungen, die sich durch die Reform von Referenzzinssätzen (sog. IBOR-Reform) auf die Finanzberichterstattung ergeben, gemildert werden. Die Änderungen zielen darauf ab, dass bilanzielle Sicherungsbeziehungen (Hedge Accounting) trotz der mit der erwarteten Ablösung verschiedener Referenzzinssätze verbundenen Unsicherheiten fortbestehen bzw. weiterhin designiert werden können.

Die Änderungen sind verpflichtend anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2020 beginnen. Eine freiwillige vorzeitige Anwendung ist zulässig.

Die Geschäftsführung geht davon aus, dass die Anwendung der Änderungen dazu führt, dass die Gesellschaft auch trotz Unsicherheiten über die Ablösung bestehender Referenzzinssätze die bestehenden Absicherungen des Zinsänderungsrisikos bilanziell fortführen bzw. weiterhin designieren kann.

1.3. Konsolidierung

a) Konsolidierungsgrundsätze

In den Konzernabschluss sind neben der pferdewetten.de AG diejenigen Unternehmen einbezogen worden, bei denen die pferdewetten.de AG zum Bilanzstichtag die Verfügungsgewalt über das Beteiligungsunternehmen ausüben kann, schwankenden Renditen aus ihrer Beteiligung ausgesetzt ist und die Renditen aufgrund ihrer Verfügungsgewalt der Höhe nach beeinflussen kann. Die pferdewetten.de AG besitzt an allen einbezogenen Unternehmen die Mehrheit die Stimmrechte. Sie hat daher die Verfügungsgewalt, über die sie die Möglichkeit hat, die Rückflüsse aus der Beteiligung zu beeinflussen.

Beteiligungsunternehmen, bei denen die pferdewetten.de AG zwar keine Stimmrechtsmehrheit oder Stimmrechte besitzt, aber die Möglichkeit hat, die maßgeblichen Tätigkeiten des Beteiligungsunternehmens aufgrund anderer substanzieller Rechte zu bestimmen, werden konsolidiert, sofern derartige substanzielle Rechte am Bilanzstichtag vorhanden sind. Zum Bilanzstichtag ergaben sich hieraus keine weiteren zu konsolidierenden Unternehmen.

Ein Tochterunternehmen wird ab dem Zeitpunkt, zu dem die Gesellschaft die Beherrschung über das Tochterunternehmen erlangt, bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Beherrschung durch die Gesellschaft endet, in den Konzernabschluss einbezogen. Die Ergebnisse der im Laufe des Jahres erworbenen oder veräußerten Tochterunternehmen werden entsprechend vom tatsächlichen Erwerbszeitpunkt bzw. bis zum tatsächlichen Abgangszeitpunkt in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Die in die Konsolidierung einbezogenen Abschlüsse der in- und ausländischen Tochterunternehmen werden gemäß IFRS 10 nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgestellt.

Die Einzelabschlüsse der verbundenen Unternehmen sind auf den Stichtag des Konzernabschlusses aufgestellt.

Zwischengesellschaftliche Salden und Transaktionen einschließlich zwischengesellschaftlicher Gewinne und Verluste wurden eliminiert. Auf temporäre Differenzen werden latente Steuern angesetzt.

Der Erwerb von Geschäftsbetrieben wird nach der Erwerbsmethode bilanziert. Ansatzfähige Vermögenswerte und Schulden werden bei der Erstkonsolidierung mit ihren Zeitwerten angesetzt.

b) Konsolidierungskreis

Die nachfolgenden Gesellschaften wurden in den Konzernabschluss einbezogen. Bis auf die netX International Ltd., netX Betting Ltd., netX Services Ltd. und netX Casino Ltd., die ihren Sitz auf Malta haben, und die pferdewetten.at GmbH mit Sitz in Österreich, sind alle übrigen Tochtergesellschaften in Deutschland ansässig.

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Zeitpunkt Erstkonsolidierung Kapialanteil Eigenkapital * Jahresergebnis *
2019 31.12.2019 2019
--- --- --- --- ---
% T€ T€
--- --- --- --- ---
pferdewetten-service.de GmbH, Düsseldorf 12.08.2003 100,00 25 0
netX International Ltd., Malta 01.04.2005 100,00 816 -2
netX Services Ltd., Malta 01.04.2005 100,00 1.631 1.009
netX Betting Ltd., Malta 01.04.2005 100,00 1.152 1.353
netX Casino Ltd. i.L., Malta 01.04.2005 100,00 -1 0
Accendere GmbH, Düsseldorf 01.03.2009 100,00 -94 38
pferdewetten.at GmbH, Österreich 19.05.2016 100,00 -159 -42
sportwetten.de GmbH, Düsseldorf 01.03.2018 100,00 -4.272 0

* Angaben entsprechend IFRS

Der Kapitalanteil entspricht jeweils dem Stimmrechtsanteil.

Die netX Betting Ltd., netX Services Ltd. und netX Casino Ltd. sind zu über 99% Tochtergesellschaften der netX International Ltd.

Die pferdewetten-service.de GmbH hält an den maltesischen Gesellschaften jeweils einen Kapitalanteil von einem Euro, der einer Beteiligung von unter 1% entspricht.

Die Geschäftstätigkeit der pferdewetten-service.de GmbH umfasst vor allem die Wettvermittlung und das Wettgeschäft mit Pferdewetten im Wettbüro München. Die Geschäftstätigkeit der sportwetten.de GmbH, Düsseldorf umfasst die Wettvermittlung und das Wettgeschäft mit Sportwetten. Die pferdewetten.at GmbH ist für die Wettvermittlung von Pferdewetten in Österreich zuständig.

Für die Betreuung und Anbindung weiterer Kooperationspartner an der Wettsoftware ist die Accendere GmbH zuständig. Sie erzielt vor allem Erträge aus der Erbringung von Telekommunikations- und IT-Dienstleistungen. Über den Buchmacher, die netX Betting Ltd., wird vor allem das Online-Wettgeschäft abgewickelt. Die netX Service Ltd. ist für die Wettvermittlung auf Malta zuständig. Die netX International Ltd. ist die Holdinggesellschaft der maltesischen Tochtergesellschaften. Sie verfolgt keine eigene Geschäftstätigkeit.

Die maltesische Gesellschaft netX Casino Ltd. befindet sich in Liquidation und ist nicht mehr operativ tätig.

Die PLB Poker Lounge Baden GmbH i. L., Iffezheim, wurde aus Gründen der Unwesentlichkeit in 2011 entkonsolidiert. Sie ist nicht mehr operativ tätig. Zum 31. Dezember 2011 wurde für dieses Tochterunternehmen die finale Bilanz erstellt. Die Steuerveranlagungen für 2011 erfolgten im Jahr 2013, die endgültige Löschung der Gesellschaft im Handelsregister steht derzeit weiterhin noch aus.

2. DARSTELLUNG DER BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN

Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2019 der pferdewetten.de AG, Düsseldorf, wurde im Einklang mit den vom International Accounting Standards Board (IASB) verabschiedeten und veröffentlichten International Financial Reporting Standards (IFRS) sowie Interpretationen des IFRS Interpretations Committee (IFRS IC), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt.

Der Konzernabschluss der pferdewetten.de AG für das Geschäftsjahr 2019 wurde durch den Vorstand am 25. März 2020 zur Vorlage an den Aufsichtsrat der Gesellschaft freigegeben (Freigabe zur Veröffentlichung). Der Aufsichtsrat wird den Konzernabschluss voraussichtlich am 25. März 2020 billigen. Nach nationalem Recht darf der IFRS-Konzernabschluss nach Billigung durch den Aufsichtsrat nur in Ausnahmefällen geändert werden.

Folgende wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden bei der Erstellung des Konzernabschlusses der pferdewetten.de AG angewandt.

a) Darstellungsmethode

Mit Ausnahme der Finanzinstrumente, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, erfolgte die Erstellung des Abschlusses unter Heranziehung der historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten.

Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt.

b) Berichtswährung

Alle Konzerngesellschaften bilanzieren in Euro. Der Konzernabschluss wurde in Euro aufgestellt. Sofern nicht anderweitig angegeben, sind alle Beträge gerundet in Tausend Euro (T€) aufgeführt.

c) Immaterielle Vermögenswerte

Erworbene immaterielle Vermögenswerte sind anfänglich zu ihren Anschaffungskosten bewertet, selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte gemäß IAS 38 zu ihren Herstellungskosten.

Immaterielle Vermögenswerte werden ausgewiesen, wenn es wahrscheinlich ist, dass der dem Vermögenswert zuzuordnende künftige wirtschaftliche Nutzen dem Unternehmen zufließen wird und dass Anschaffungs- oder Herstellungskosten des Vermögenswertes zuverlässig bemessen werden können. Forschungsaufwendungen werden nicht aktiviert, sondern in der Periode, in der sie anfallen, ergebniswirksam erfasst.

In der Folgebewertung werden die immateriellen Vermögenswerte zu ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich der kumulierten planmäßigen Abschreibungen und der kumulierten Wertminderungsaufwendungen angesetzt. Erworbene und selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte werden linear über die geschätzte Nutzungsdauer abgeschrieben. Die Nutzungsdauer bestimmt sich nach der Laufzeit der Lizenzen und Rechte, der betriebsgewöhnlichen Nutzung bei erworbener Software und bei selbst erstellter Software nach dem Zeitraum, über den Umsätze mit dieser erzielt werden können. Der Abschreibungszeitraum und die -methode werden jährlich zum Ende eines Geschäftsjahres überprüft. Vermögenswerte werden zum Bilanzstichtag zusätzlich außerplanmäßig abgeschrieben, wenn der erzielbare Betrag (Recoverable Amount) unter den fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten liegt. Eine Zuschreibung erfolgt bei Fortfall der Gründe einer in Vorjahren vorgenommenen außerplanmäßigen Abschreibung.

Die Anschaffungskosten neuer Software werden aktiviert und als ein immaterieller Vermögenswert betrachtet, sofern diese Kosten kein integraler Bestandteil der zugehörigen Hardware sind. Software wird über einen Zeitraum von drei bis sechs Jahren linear abgeschrieben.

Die selbst erstellten und die übrigen erworbenen immateriellen Vermögenswerte werden über sechs bis zehn Jahre abgeschrieben.

Die erworbenen Domains in Höhe von 715 T€ stellen nicht abnutzbare ähnliche Rechte dar. Die Bezeichnungen der wesentlichen Domains sind derart allgemein, dass sich neben der nicht vorhandenen technischen Abnutzung auch keine wirtschaftliche Abnutzung ergibt und sie daher nicht planmäßig abgeschrieben werden, sondern mindestens einmal jährlich und immer dann, wenn ein Anhaltspunkt für eine Wertminderung vorliegt, einem Wertminderungstest unterzogen werden. Für die Bestimmung des Vorliegens einer Wertminderung der Domains ist es erforderlich, den erzielbaren Betrag zu ermitteln. Der erzielbare Betrag ist der höhere Betrag aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Für Zwecke des jährlichen Impairment Tests ermittelt der Konzern den beizulegenden Zeitwert abzüglich Kosten der Veräußerung mittels einer Multiplikator-Bewertung (vergleichende Marktbewertung). Aus der durchgeführten Bewertung hat sich kein Abwertungsbedarf ergeben.

d) Geschäfts- oder Firmenwert

Als Geschäfts- oder Firmenwert wird der Überschuss der Anschaffungskosten eines Unternehmenserwerbs, zum Tage des Kaufs, über den erworbenen Anteil an den beizulegenden Zeitwerten der identifizierbaren Vermögenswerte des erworbenen Unternehmens verstanden.

Geschäfts- oder Firmenwerte aus einem Unternehmenserwerb werden in Übereinstimmung mit IFRS 3 (Business Combinations) ermittelt und aktiviert. Nach dem erstmaligen Ansatz

wird der Geschäfts- oder Firmenwert zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungsaufwendungen bewertet.

Die Geschäfts- oder Firmenwerte werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern mindestens einmal jährlich nach IAS 36, bei Vorliegen bestimmter Anzeichen auch häufiger, einem Impairment Test unterzogen. Zu diesem Zweck werden die Geschäfts- oder Firmenwerte im Erwerbszeitpunkt den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet, von denen erwartet wird, dass sie einen Nutzen aus dem Unternehmenszusammenschluss ziehen.

Zum 31. Dezember 2019 erfolgte der Wertminderungstest für den gesamten Geschäfts- oder Firmenwert in der zahlungsmittelgenerierenden Einheit "Wettgeschäft".

Für die Bestimmung des Vorliegens einer Wertminderung des Geschäfts- oder Firmenwertes ist es erforderlich, den erzielbaren Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheit, welcher der Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet worden ist, zu ermitteln.

Der erzielbare Betrag einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit ist der höhere Betrag aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert.

Für Zwecke des jährlichen Impairment Tests ermittelt der Konzern den Nutzungswert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit.

Die Ermittlung des Nutzungswertes der zahlungsmittelgenerierenden Einheit erfolgt mithilfe der Discounted-Cashflow-Methode auf Basis geplanter zukünftiger Cashflows, die mit einem gewichteten durchschnittlichen Kapitalkostensatz diskontiert werden. Diesen Berechnungen liegen detaillierte Planungen, wie sie auch für interne Zwecke verwendet werden, für die nächsten fünf Geschäftsjahre (Detailplanungsphase) zugrunde. Für die Zeit danach wird das EBIT des fünften Jahres als ewige Rente ermittelt (Ewige-Rente-Phase). Für den Barwert der ewigen Rente wurde keine Wachstumsrate unterstellt.

Der Diskontierungszinssatz spiegelt die Kapitalkosten wider. Sie werden als gewichteter Durchschnitt der Eigen- und Fremdkapitalkosten berechnet, wobei der Anteil am Gesamtkapital ausschlaggebend ist.

Der Basiszinssatz repräsentiert eine risikofreie und fristadäquate Alternativanlage. Für die Bestimmung des Basiszinssatzes wurde von der Zinsstrukturkurve für Staatsanleihen ausgegangen, da die aus der Zinsstrukturkurve abgeleiteten fristadäquaten Zerobondfaktoren die Einhaltung der Laufzeitäquivalenz gewährleisten (sogenannte Svensson Methodik).

Die Berechnung der kapitalmarktorientierten Marktrisikoprämie erfolgt durch Bildung der Differenzrendite zwischen Anlagen in ein repräsentatives Marktportfolio, bestehend aus Unternehmensanteilen (Aktien), und risikolosen Anlagen.

Der Betafaktor wird anhand von historischen Betafaktoren (z. B. auf Basis von Bloomberg-Daten) von relevanten Peer-Group-Unternehmen ermittelt. Als Peer-Group-Unternehmen wurden börsennotierte Gesellschaften mit vergleichbaren Produkt- und Dienstleistungsgruppen sowie Absatzmärkten herangezogen.

Zur Ermittlung der Fremdkapitalkosten wurde der Zinssatz für eine laufzeitäquivalente europäische Anleihe verwendet.

Der zur Diskontierung der geschätzten Zahlungsreihen herangezogene Vorsteuerzinssatz beträgt 7,26 % (Vorjahr 9,15 %) bei der zahlungsmittelgenerierenden Einheit "Wettgeschäft". Der Buchwert der Geschäfts- oder Firmenwerte betrug zum 31. Dezember 2019 insgesamt 1.334 T€ (2018: 1.334 T€).

Die zur Bestimmung des Nutzungswertes der Zahlungsmittel generierenden Einheit "Wettgeschäft" unterstellten Cashflows wurden der aktuellen Unternehmensplanung entnommen. In dieser gehen wir von einer Steigerung der absoluten Wettmargen und der Vermittlungsprovisionen durch die Zunahme der aktiven Wettkunden aus. Sie berücksichtigt Erfahrungen des Managements, insbesondere die Wettmarge (Hold) der vorangegangenen Periode und des aktuellen Berichtjahres, sowie zukünftige Erwartungen. Für die Cashflow-Prognosen für den Wettbereich wurde eine Wachstumsrate von durchschnittlich 2,0 % (Vorjahr 7,0 %) für die nächsten fünf Jahre bezogen auf die Wetteinsätze zugrunde gelegt. Etwaige betragliche Beschränkungen im Wetteinsatz von Kunden, die in Deutschland ansässig sind, wurden auf der Basis der derzeitigen Verhandlungen mit der zuständigen Behörde, die für die Erteilung der Lizenz zum Anbieten von Pferdewetten im Internet und deren Auflagen in Deutschland zuständig ist, und unseren Kenntnissen über Ausnahmegenehmigungen bei unseren Mitbewerbern berücksichtigt. Zum Ausbau des Kundenstamms investiert die pferdewetten.de AG stetig in die Weiterentwicklung, Aktualität und Benutzerfreundlichkeit der Wettplattform. Die hierfür erforderlichen Investitionen wurden bei der Ermittlung der Cashflows eingeplant. Zudem wurden Kundengewinnungskosten, die sich vor allem in der Gewährung von Kundenboni äußern, mit einer proportionalen Steigerung zu den Umsatzerlösen berücksichtigt.

Da der Nutzungswert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit, der sich auf Basis der angewandten Zinssätze ergibt, deutlich oberhalb der Buchwerte liegt, besteht ein geringes Risiko im Wesentlichen darin, dass die Planannahmen bezüglich des Kundenwachstums nicht erreicht werden, höhere Kundengewinnungskosten eintreten könnten als geplant oder die Auflagen der deutschen Behörden betreffend der beantragten Lizenz zum Anbieten von Pferdewetten im Internet anders festgesetzt werden, als dies bisher im Rahmen der Unternehmensplanung kalkuliert wurde und erwartet wird.

Eine Verminderung der unterstellten Cashflows um minus 10 % oder eine Erhöhung des Diskontierungszinssatzes um 5%-Punkte hätten zu keinem Abwertungsbedarf geführt. Bei einem unterstellten Cashflow in der Unternehmensplanung in Höhe des Istwertes des aktuellen Geschäftsjahres in der Detailplanungsphase 2020 bis 2024 und der Ewigen-Rente-Phase hätte sich ebenso keine Abwertung der aktivierten Geschäfts- oder Firmenwerte der zahlungsmittelgenerierenden Einheit im Wettgeschäft ergeben.

Aus heutiger Sicht ist das Management der Auffassung, dass keine nach vernünftigem Ermessen grundsätzlich mögliche Änderung einer der zur Bestimmung der Nutzungswerte getroffenen Grundannahme dazu führen könnte, dass eine Wertberichtigung der Geschäfts- oder Firmenwerte wahrscheinlich ist.

Die erstmalige Anwendung des IFRS 16 hat keinen Einfluss auf das Ergebnis des Impairments.

e) Sachanlagen

Die Bilanzierung der Sachanlagen erfolgt zu ihren Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige nutzungsbedingte Abschreibungen. Die Anlagen-, Betriebs- und Geschäftsausstattung wird linear über drei bis dreizehn Jahre abgeschrieben. Einer voraussichtlich dauernden Wertminderung, die über den nutzungsbedingten Werteverzehr hinausgeht, wird durch außerplanmäßige Abschreibungen Rechnung getragen. Wenn Sachanlagen veräußert werden oder ausscheiden, werden deren Buchwerte aus der Bilanz eliminiert und der aus ihrem Verkauf resultierende Gewinn oder Verlust in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Die ursprünglichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten von Sachanlagen umfassen den Kaufpreis und alle direkt zurechenbaren Kosten dafür, den Vermögenswert in einen betriebsbereiten Zustand zu versetzen und an den Standort seiner beabsichtigten Verwendung zu bringen. Aufwendungen, die nachträglich entstehen, nachdem der Wert des Sachanlagevermögens angesetzt wurde, wie Wartungs- und Instandhaltungskosten, werden in der Periode erfolgswirksam ausgewiesen, in der die Kosten entstanden sind.

In Fällen, in denen eindeutig nachgewiesen werden kann, dass die Aufwendungen zu einem Anstieg des zukünftig zu erwartenden wirtschaftlichen Nutzens aus dem Gebrauch des Vermögenswertes gegenüber dessen ursprünglichen Leistungsgrad führen, werden die Ausgaben als nachträgliche Anschaffungskosten aktiviert.

Die verwendeten Nutzungsdauern und Abschreibungsmethoden werden in jeder Periode überprüft, um sicherzustellen, dass die Abschreibungsmethode und der Abschreibungszeitraum mit dem erwarteten wirtschaftlichen Nutzen aus Gegenständen des Sachanlagevermögens übereinstimmen.

f) Finanzinstrumente

Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten sind zu erfassen, wenn ein Konzernunternehmen Vertragspartei des Finanzinstruments wird.

Die finanziellen Vermögenswerte setzen sich aus Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen finanziellen Vermögenswerten zusammen.

Finanzielle Vermögenswerte werden in der Konzernbilanz angesetzt, wenn dem Konzern ein vertragliches Recht zusteht, Zahlungsmittel oder andere finanzielle Vermögenswerte von einer anderen Partei zu erhalten. Finanzielle Vermögenswerte werden bei ihrem erstmaligen Ansatz mit den beizulegenden Zeitwerten (in der Regel Rückzahlungsbetrag am Handelstag)

zzgl. der Transaktionskosten angesetzt. Transaktionskosten, die beim Erwerb von erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten anfallen, werden unmittelbar aufwandswirksam erfasst.

Im Zeitpunkt des Zugangs erfolgt nach Art und Verwendungszweck des finanziellen Vermögenswerts eine Kategorisierung, die die Folgebewertung und den Ausweis der finanziellen Vermögenswerte bestimmt.

Fremdkapitalinstrumente, die beide folgende Bedingungen erfüllen, werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Berücksichtigung der Effektivzinsmethode bewertet (FAAC):

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Der finanzielle Vermögenswert wird im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten, dessen Zielsetzung in der Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme besteht;
Die Vertragsbedingungen des finanziellen Vermögenswerts stellen ausschließlich Zins- und Tilgungszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag dar.

Soweit Fremdkapitalinstrumente die beiden folgenden Bedingungen erfüllen, werden sie erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet (FVOCI):

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Der finanzielle Vermögenswert wird im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten, dessen Zielsetzung sowohl in der Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme als auch in dem Verkauf der finanziellen Vermögenswerte besteht;
Die Vertragsbedingungen des finanziellen Vermögenswerts stellen ausschließlich Zins- und Tilgungszahlungen auf den ausstehenden Nominalbetrag dar.

Wird bei einem dieser Fremdkapitalinstrumente eine Marktpreisänderung festgestellt, erfolgt die Berücksichtigung über das übrige Konzernergebnis. Die kumulierten Wertänderungen werden in der Neubewertungsrücklage für Finanzinvestitionen im Eigenkapital ausgewiesen, sofern sie keine Wertberichtigungen im Sinne des IFRS 9 darstellen. Wird das Fremdkapitalinstrument veräußert, wird die kumulierte Wertänderung in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert.

Alle anderen finanziellen Vermögenswerte, die die oben genannte Bedingungen nicht erfüllen, werden grundsätzlich erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet (FVTPL). Bei dieser Klassifikation werden die Wertänderungen der beizulegenden Zeitwerte in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen.

Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes der Kapitalmarktpapiere basiert auf dem am Bilanzstichtag notierten Marktpreis (Börsenkurs, Stufe 1 der Fair-Value-Hierarchie).

Ein finanzieller Vermögenswert wird ausgebucht, wenn das Konzernunternehmen die Verfügungsmacht über die vertraglichen Rechte verliert, aus denen der finanzielle Vermögenswert besteht.

Wertberichtigungen bei Fremdkapitalinstrumenten der Kategorien FAAC und FVOCI erfolgen auf der Basis der erwarteten Kreditausfälle ("Expected Loss Modell"; ECL). Wertberichtigungen werden in Höhe des erwarteten 12-Monats-Kreditverlusts bemessen, außer wenn sich das Kreditrisiko für diesen finanziellen Vermögenswert seit dem erstmaligen Ansatz signifikant erhöht hat. In diesem Fall erfasst der Konzern eine Wertberichtigung in Höhe der über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen unterliegen dem sogenannten vereinfachten Wertminderungsmodell, wonach Wertberichtigungen stets in Höhe der über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste erfasst werden. Zum 31. Dezember 2019 waren auf Basis des Geschäftsmodells weder Wertminderungen notwendig, noch lagen wesentliche überfällige finanzielle Vermögenswerte vor.

Unter die finanziellen Verbindlichkeiten fallen insbesondere Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten aus Kundengeldern und sonstige finanzielle Verbindlichkeiten.

Finanzielle Verbindlichkeiten werden in der Konzernbilanz angesetzt, wenn das Konzernunternehmen eine vertragliche Verpflichtung hat, Zahlungsmittel oder andere finanzielle Vermögenswerte auf eine andere Partei zu übertragen.

Der erstmalige Ansatz einer finanziellen Verbindlichkeit erfolgt zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Transaktionskosten. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten nach Maßgabe der Effektivzinsmethode. Sofern sie unverzinslich und langfristig sind, erfolgt der Ausweis zum Barwert.

Der Konzern klassifiziert seine finanziellen Verbindlichkeiten in die Kategorie "fortgeführte Anschaffungskosten"(FLAC), Wertminderungen oder -erhöhungen werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Eine finanzielle Verbindlichkeit wird ausgebucht, wenn die dieser Verbindlichkeit zu Grunde liegende Verpflichtung erfüllt, gekündigt oder erloschen ist.

Neben den "Vermögenswerten und Verbindlichkeiten zu "fortgeführten Anschaffungskosten", den Finanzinstrumenten der Kategorien "FVTPL" und "FVOCI" bilanziert der Konzern Derivate.

Derivate werden in der Bilanz als finanzielle Vermögenswerte oder finanzielle Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert erfasst und in der Folge ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Sicherungsbeziehungen, in denen Derivate als Sicherungsinstrument für verschiedene zugrundeliegende Geschäfte eingesetzt werden können, liegen im Konzern grundsätzlich nicht vor. Allerdings gelten Wettgeschäfte als derivative Finanzinstrumente. In diesem Zusammenhang werden Marktwertänderungen aus den Wetten in der Regel als Umsatz ausgewiesen (Details siehe Abschnitt 2 Buchstabe I "Ertragsrealisierung"). Wegen der kurzfristigen zeitlichen Struktur der Wettplatzierungen bestehen zum Bilanzstichtag regelmäßig keine bzw. keine nennenswerten offenen Positionen an derivativen Finanzinstrumenten.

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Buchwert davon bewertet zu Gewinn (+)/​
31.12.2019 Kategorie 31.12.2019 fortgeführten Anschaffungs- Fair Value Verlust (-) aus Finanzinstru-
--- --- --- --- --- ---
T€ IFRS 9 kosten menten
--- --- --- --- --- ---
Aktiva
Ifr. Sonstige finanzielle Vermögenswerte FAAC 1.480 1.480 -7
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen FAAC 1.928 1.928 -36
krzfr. Und Ifr. Sonstige finanzielle Vermögenswerte FAAC 2.587 2.587 26
krzfr Sonstge finanzielle Vermögenswerte FK-Instrumente, die die Zahlungsstrombedingungen nicht erfüllen FVTPL 477 477 90
krzfr Sonstge finanzielle Vermögenswerte FK-Instrumente, die die Zahlungsstrombedingungen erfüllen FVOCI 2.954 2.954 177
Zahlungsmittel FAAC 11.398 11.398 11

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Passiva
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen FLAC 2.059 2.059 125
Verbindlichkeiten aus Kundengeldern FLAC 7.798 7.635 0
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten FLAC 504 504 0

Erklärung der Abkürzungen

FLAC: Financial Liabilities measured at Amortised Costs

FVTPL: Financial Assets at fair value through PL Statement

FVOCI: Financial Assets at fair value through OCI

FAAC: Financial Assets measured at Amortised Costs

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Buchwert davon bewertet zu Gewinn (+)/​
31.12.2018 Kategorie 31.12.2018 fortgeführten Anschaffungs- Fair Value Verlust (-) aus Finanzinstru-
--- --- --- --- --- ---
T€ IFRS 7 kosten menten
--- --- --- --- --- ---
Aktiva
Ifr. Sonstige finanzielle Vermögenswerte FAAC 532 532 8
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen FAAC 985 985 -17
krzfr. Und Ifr. Sonstige finanzielle Vermögenswerte FAAC 2.406 2.406 8
krzfr Sonstge finanzielle Vermögenswerte FK-Instrumente, die die Zahlungsstrombedingungen nicht erfüllen FVTPL 2.035 2.035 10
krzfr Sonstge finanzielle Vermögenswerte FK-Instrumente, die die Zahlungsstrombedingungen erfüllen FVOCI 1.054 1.054 39
Zahlungsmittel FAAC 8.313 8.313 5

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Passiva
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen FLAC 1.273 1.273 66
Verbindlichkeiten aus Kundengelder FLAC 4.497 4.497 0
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten FLAC 977 977 -4

Erklärung der Abkürzungen

FLAC: Financial Liabilities measured at Amortised Costs

FVTPL: Financial Assets at fair value through PL Statement

FVOCI: Financial Assets at fair value through OCI

FAAC: Financial Assets measured at Amortised Cost

Die Buchwerte der Kategorie FLAC entsprechen wegen der kurzen Laufzeit sowie der niedrigen Zinssätze den beizulegenden Zeitwerten per 31. Dezember 2019. Die langfristig gewährten Darlehen an Mitarbeiter 426 T€ (Vorjahr 426 T€) unter den langfristigen finanziellen Vermögenswerten (FAAC) haben dagegen eine Restlaufzeit von 3 Jahren und werden fest verzinst. Ausgehend vom Zinsniveau am 31. Dezember 2019 beträgt der Zeitwert der Darlehen 457 T€ (Vorjahr ausgehend vom Zinsniveau zum 31.Dezember 2018 437 T€) (Bewertung nach der Stufe 2 der Fair-Value-Hierarchie).

Die sonstigen finanziellen Vermögenswerte beinhalten zum 31. Dezember 2019 langfristige finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 72 T€ (Vorjahr 72 T€) und kurzfristige sonstige finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 5.873 T€ (Vorjahr 5.494 T€). Wegen der kurzen Laufzeit sowie den niedrigen Zinssätzen entsprechen die Buchwerte der nicht bereits zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten den beizulegenden Zeitwerten.

Die Gewinne und Verluste aus Finanzinstrumenten betreffen Zinserträge und Zinsaufwendungen der FAAC (vgl. Tz. 4.8.), Erträge aus der Ausbuchung von verjährten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (vgl. Tz. 4.2.) sowie Ergebniseffekte aus dem Verkauf und dem Halten von FVTPL-Wertpapieren und FVOCI-Wertpapieren (vgl. Tz. 4.2. und Tz. 4.7.) Die nach der Effektivzinsmethode ermittelten Zinserträge betragen für die Kategorie FVOCI 68 T€ sowie für die Kategorie FVTPL 83 T€.

g) Bilanzierung von Leasingverhältnissen

Der Konzern hat IFRS 16 unter Anwendung der modifiziert retrospektiven Methode angewendet und dementsprechend die Vorjahresvergleichszahlen nicht angepasst; diese werden weiterhin nach den Vorschriften des IAS 17 dargestellt. Details der jeweiligen Bilanzierungsmethoden sowohl nach IFRS 16 als auch nach IAS 17 werden nachfolgend gesondert dargestellt.

Der Konzern beurteilt zu Beginn des Vertrags, ob dieser ein Leasingverhältnis darstellt oder enthält. Für alle Leasingverhältnisse, bei denen der Konzern der Leasingnehmer ist, erfasst der Konzern ein Nutzungsrecht und eine entsprechende Leasingverbindlichkeit. Ausgenommen davon sind kurzfristige Leasingverhältnisse (definiert als Leasingverhältnisse mit einer Laufzeit von höchstens 12 Monaten) und Leasingverhältnisse über geringwertige Vermögenswerte (wie Tablets und Personalcomputer, kleine Büromöbel und Telefone). Bei diesen Leasingverhältnissen erfasst der Konzern die Leasingzahlungen linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses als sonstigen Aufwand, es sei denn, eine andere systematische Grundlage ist repräsentativer für das zeitliche Muster, in dem der wirtschaftliche Nutzen aus den Leasingobjekten konsumiert wird.

Die Leasingverbindlichkeit wird bei der erstmaligen Erfassung mit dem Barwert der zu Beginn des Leasingverhältnisses noch nicht gezahlten Leasingzahlungen bewertet, diskontiert mit dem dem Leasingverhältnis zugrundeliegenden Zinssatz. Wenn dieser Zinssatz nicht ohne weiteres bestimmt werden kann, verwendet der Konzern seinen Grenzfremdkapitalzinssatz.

Folgende Leasingzahlungen werden in die Bewertung der Leasingverbindlichkeit einbezogen:

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Feste Leasingzahlungen (inklusive faktisch feste Zahlungen), abzüglich zu erhaltende Anreizzahlungen;
Variable Leasingzahlungen, die auf einem Index oder Kurs basieren, anfänglich mit dem Index oder dem Kurs zum Zeitpunkt des Beginns des Leasingverhältnisses bemessen;
Erwartete Zahlungen durch den Leasingnehmer aufgrund von Restwertgarantien;
Ausübungspreise von Kaufoptionen, wenn der Leasingnehmer hinreichend sicher ist, diese auszuüben; und
Strafzahlungen für die vorzeitige Beendigung von Leasingverhältnissen, sofern der Laufzeit des Leasingverhältnisses entsprechend die Ausübung des Kündigungsrechts zugrunde liegt.

Die Leasingverbindlichkeiten werden in der Konzernbilanz als gesonderter Posten ausgewiesen.

Die Folgebewertung der Leasingverbindlichkeit erfolgt durch Erhöhung des Buchwerts um die Verzinsung der Leasingverbindlichkeit (unter Anwendung der Effektivzinsmethode) und durch Reduzierung des Buchwerts um die geleisteten Leasingzahlungen.

Der Konzern nimmt für die folgenden Fälle eine Neubewertung der Leasingverbindlichkeit und eine entsprechende Anpassung des korrespondierenden Nutzungsrechts vor:

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Die Laufzeit des Leasingverhältnisses hat sich geändert oder es gibt ein signifikantes Ereignis oder eine signifikante Änderung der Umstände, die zu einer Änderung der Beurteilung hinsichtlich Ausübung einer Kaufoption führt. In diesem Fall wird die Leasingverbindlichkeit durch Abzinsung der angepassten Leasingzahlungen mit einem aktualisierten Zinssatz neu bewertet.
Die Leasingzahlungen ändern sich aufgrund von Index- oder Kursänderungen oder durch eine Änderung der erwarteten zu leistenden Zahlung aufgrund einer Restwertgarantie. In diesen Fällen wird die Leasingverbindlichkeit durch Abzinsung der angepassten Leasingzahlungen mit einem unveränderten Diskontierungszins neu bewertet (es sei denn, die Änderung der Leasingzahlungen ist auf eine Änderung eines variablen Zinssatzes zurückzuführen. In diesem Fall ist ein aktualisierter Zinssatz zu verwenden).

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Ein Leasingverhältnis wird geändert und die Änderung des Leasingverhältnisses nicht als gesondertes Leasingverhältnis erfasst. In diesem Fall wird die Leasingverbindlichkeit auf der Grundlage der Laufzeit des geänderten Leasingverhältnisses neu bewertet, indem die geänderten Leasingzahlungen mit einem aktualisierten Zinssatz zum effektiven Zeitpunkt der Änderung abgezinst werden.

Der Konzern hat in 2019 keine solchen Anpassungen vorgenommen.

Die Nutzungsrechte umfassen im Rahmen der erstmaligen Bewertung die entsprechende Leasingverbindlichkeit, die Leasingraten, die zu oder vor Beginn des Leasingverhältnisses geleistet werden, abzüglich erhaltener Leasinganreize sowie anfängliche direkte Kosten. Die Folgebewertung erfolgt zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen.

Ist der Konzern zum Rück- oder Abbau eines Leasingobjekts, zur Wiederherstellung des Standortes, an dem sich das Leasingobjekt befindet, oder zur Wiederherstellung des dem Leasingverhältnis zugrundeliegenden Vermögenswerts in den durch die Bedingungen des Leasingverhältnisses geforderten Zustand verpflichtet, wird eine Rückstellung gemäß IAS 37 gebildet und bewertet. Soweit sich die Kosten auf ein Nutzungsrecht beziehen, werden die Kosten in dem entsprechenden Nutzungsrecht erfasst. Nutzungsrechte werden grundsätzlich über die Laufzeit des Leasingverhältnisses abgeschrieben. Abweichend davon ist die Abschreibung entsprechend über die Laufzeit des dem Leasingverhältnis zugrundliegenden Vermögenswerts vorzunehmen, wenn dessen Nutzungsdauer kürzer ist als die Laufzeit des Leasingverhältnisses. Dies gilt auch für die Fälle, bei denen ein Leasingverhältnis das Eigentum an dem Leasingobjekt überträgt oder der Konzern die Ausübung einer im Rahmen des Leasingverhältnisses vereinbarten Kaufoption als hinreichend sicher einstuft und der Ausübungspreis damit entsprechend bereits in den Kosten des Nutzungsrechts berücksichtigt ist. Die Abschreibung beginnt mit dem Beginn des Leasingverhältnisses.

Die Nutzungsrechte werden in der Konzernbilanz als gesonderter Posten ausgewiesen. Zur Prüfung der Notwendigkeit einer Wertberichtigung eines Nutzungsrechts wendet der Konzern IAS 36 an und erfasst sämtliche Wertberichtigungen wie in den Bilanzierungsgrundsätzen für Sachanlagen beschrieben (nicht Teil dieses Appendix).

Variable Leasingzahlen, die nicht von einem Index oder Kurs abhängen, werden nicht in die Bewertung der Leasingverbindlichkeit und des Nutzungsrechts einbezogen. Diese Zahlungen werden in der Periode, in der das auslösende Ereignis oder die auslösende Bedingung eintritt, als Aufwand erfasst und in dem Posten "Sonstige Aufwendungen" in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst (siehe Tz. 4.7).

Im Rahmen der gewährten Erleichterungsvorschriften erlaubt IFRS 16 dem Leasingnehmer, auf eine Trennung zwischen Nicht-Leasingkomponenten und Leasingkomponenten zu verzichten und Verträge über Leasingverhältnisse mit zugehörigen Nicht-Leasingkomponenten entsprechend als eine einzige Vereinbarung nach IFRS 16 zu bilanzieren. Der Konzern hat diese Erleichterungsvorschrift nicht genutzt. Bei Verträgen, die eine Leasingkomponente und eine oder mehrere zusätzliche Leasing- oder Nicht-Leasingkomponenten enthalten, ordnet der Konzern die Gegenleistung im Vertrag jeder Leasingkomponente auf der Grundlage des relativen Einzelveräußerungspreises der Leasingkomponente und der aggregierten Einzelveräußerungspreise der Nicht-Leasingkomponenten zu

Anwendung von IAS 17 (bis zum 31. Dezember 2018)

Leasingverhältnisse werden als Finanzierungsleasing klassifiziert, wenn durch die Leasingvereinbarung im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Chancen und Risiken auf den Leasingnehmer übertragen werden. Alle anderen Leasingverhältnisse werden als Operating-Leasingverhältnisse klassifiziert.

Im Berichtsjahr waren im Konzern nur operative Leasingverträge vorhanden, bei denen der Konzern als Leasinggeber und Leasingnehmer auftritt.

Einnahmen aus Operating-Leasingverhältnissen werden gemäß IAS 17.50 grundsätzlich linear über die Laufzeit des entsprechenden Leasingverhältnisses erfolgswirksam verteilt. Anfängliche Kosten, die direkt den Verhandlungen und dem Abschluss eines Leasingverhältnisses zugerechnet werden können, sind dem Buchwert des geleasten Vermögenswertes zuzurechnen und linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses zu verteilen.

Mietzahlungen aus operativen Leasingverträgen werden gemäß IAS 17.33 linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses in der Gewinn- und Verlustrechnung als Aufwand erfasst, es sei denn, eine andere systematische Grundlage entspricht eher dem zeitlichen Nutzenverlauf für den Leasingnehmer. Bedingte Mietzahlungen werden in der Periode, in der sie entstehen, als Aufwand erfasst.

Für den Fall, dass Anreizleistungen erhalten wurden, um ein Operating-Leasingverhältnis einzugehen, sind solche Anreizleistungen als Verbindlichkeit zu erfassen. Der kumulierte Nutzen ist linear als eine Verminderung der Mietzahlungen zu erfassen, es sei denn, eine andere systematische Grundlage entspricht eher dem zeitlichen Nutzenverlauf aus dem geleasten Vermögenswert.

h) Rückstellungen

Eine Rückstellung wird dann ausgewiesen, wenn die Gesellschaft eine gegenwärtige Verpflichtung (gesetzlich oder faktisch) aus einem vergangenen Ereignis gegenüber einem Dritten hat und es wahrscheinlich ist, dass sich aus der Erfüllung der Verpflichtung ein Abfluss von Ressourcen ergibt, die wirtschaftlichen Nutzen verkörpern und der Erfüllungsbetrag verlässlich ermittelt werden kann. Der als Rückstellung angesetzte Betrag wird mit der bestmöglichen Schätzung bewertet.

i) Eventualschulden und Eventualforderungen

Eventualschulden sind auf vergangenen Ereignissen beruhende Verpflichtungen, deren Existenz durch das Eintreten oder Nichteintreten zukünftiger unsicherer Ereignisse erst noch bestätigt wird bzw. auf vergangenen Ereignissen beruhende gegenwärtige Verpflichtungen, bei denen ein Ressourcenabfluss nicht wahrscheinlich ist oder deren Höhe nicht ausreichen verlässlich geschätzt werden kann. Eventualschulden werden gemäß IAS 37 grundsätzlich nicht angesetzt. Entsprechend sind Eventualforderungen mögliche Vermögenswerte, die aus vergangenen Ereignissen resultieren und deren Existenz durch das Eintreten oder Nichteintreten eines oder mehrerer unsicherer künftiger Ereignisse, die nicht vollständig unter der Kontrolle des Unternehmens stehen, noch bestätigt werden muss. Eventualforderungen werden gemäß IAS 37 solange nicht angesetzt, wie der Zufluss wirtschaftlichen Nutzens und damit die Realisation von Erträgen nicht "so gut wie sicher" ist.

j) Latente Steuern

Nach IFRS besteht eine Passivierungs- bzw. Aktivierungspflicht für latente Steuern, die sich aus temporären Unterschieden zwischen den Wertansätzen der Vermögenswerte und Schulden in der IFRS-Bilanz und deren Steuerbasis ergeben.

Es besteht eine Aktivierungspflicht für erwartete Steueransprüche auf in Zukunft mit steuerlichen Gewinnen verrechenbaren steuerlichen Verlustvorträgen. Der Buchwert der latenten Steueransprüche wird zu jedem Bilanzstichtag überprüft, und wenn erforderlich, angepasst.

Für zu versteuernde temporäre Differenzen, die aus Anteilen an Tochterunternehmen entstehen, werden latente Steuerschulden gebildet, es sei denn, dass der Konzern die Umkehrung der temporären Differenzen steuern kann und es wahrscheinlich ist, dass sich die Differenzen in absehbarer Zeit nicht umkehren werden. Latente Steueransprüche im Zusammenhang mit Anteilen an Tochterunternehmen werden nur in dem Maße erfasst, wie es wahrscheinlich ist, dass ausreichend steuerbares Einkommen zur Verfügung steht und davon ausgegangen werden kann, dass sich die temporären Differenzen in absehbarer Zeit umkehren werden.

Die Steuern werden erfolgswirksam als Aufwand oder Ertrag erfasst, es sei denn, dass sie im Zusammenhang mit Posten stehen, die außerhalb des Gewinns oder Verlustes stehen.

Für die Berechnung der latenten Steuererstattungsansprüche und Steuerverpflichtungen wurde ein Steuersatz für inländischer Körperschaft- und Gewerbesteuer in Höhe von ca. 31,42 % zugrunde gelegt. Der Steuersatz von 31,42 % setzt sich aus 15,83 % inländischer Körperschaftsteuer inklusive Solidaritätszuschlag und 15,59 % inländischer Gewerbesteuer zusammen.

k) Anteilsbasierte Vergütungen

Anteilsbasierte Vergütungen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente an Arbeitnehmer werden zu dem beizulegenden Zeitwert des Eigenkapitalinstrumentes am Tag der Gewährung bewertet. Weitere Informationen über die Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes der anteilsbasierten Vergütungen sind in Tz. 6.3. dargestellt.

Der im Zeitpunkt der Gewährung ermittelte beizulegende Zeitwert wird linear über die Wartezeit (sog. "vesting period") aufwandswirksam erfasst und im Eigenkapital dargestellt. Zu jedem Abschlussstichtag hat eine Überprüfung der Schätzungen bezüglich der Anzahl der Aktienoptionen, die unverfallbar werden, zu erfolgen. Änderungen sind über den verbleibenden Zeitraum bis zur Unverfallbarkeit erfolgswirksam zu erfassen.

I) Ertragsrealisierung

Die Gesellschaft erzielt Umsatzerlöse aus der Veranstaltung von Pferde- und Sportwetten sowie der Vermittlung solcher Wetten.

Wettumsätze werden nach Maßgabe der bis zum Bilanzstichtag erfolgten Wetteinsätze erfasst, sofern die zugrunde liegenden Wetten bereits entschieden sind. Wetteinsätze, die vor dem Bilanzstichtag den Spielern von deren Verrechnungskonten abgebucht wurden, bei denen jedoch die dem Einsatz zugrunde liegenden Ereignisse erst nach dem Bilanzstichtag stattfinden, werden abgegrenzt. Wegen der Unwesentlichkeit der auf Grund der kurzfristigen zeitlichen Struktur der Wettplatzierungen im Pferdesport offenen Positionen an Wetten wird auf eine Bilanzierung der zum Bilanzstichtag bestehenden Derivate zu deren beizulegenden Zeitwert verzichtet. Die Nettogewinne aus der Realisation der Gewinne und Verluste aus den Wetten entsprechen gemäß IFRS 9 dem Umsatzerlös Wettgeschäft (Nettodarstellung). Im Bereich Sportwetten wurden den Kunden als Umsatzanreize Boni gewährt, d.h. als Wetteinsatz verwendbare Guthaben, denen keine Einzahlungen gegenüberstehen.

Erlöse aus Provisionen resultieren aus der Vermittlung von Pferdewetten an Rennvereinen oder deren Verbände. Dabei erfolgt die Leistungserbringung gemäß IFRS 15 der Vermittlung der Wetten über mehrere Vertriebskanäle. Kunden der pferdewetten.de AG und ihrer Tochtergesellschaften können Wettgeschäfte im konzerneigenen Ladengeschäft in Deutschland, über das Telefon und über das Internet abschließen. Die Erlösrealisierung erfolgt zeitpunktbezogen, wenn die Leistungsverpflichtung erfüllt wurde. Dies ist dann der Fall, wenn der Wetteinsatz erfolgt und die diesem zugrunde liegende Wette entschieden ist. Die Erstellung der Rechnung bzw. die Erteilung der Gutschriften im Falle von Leistungen für Rennvereine erfolgt dabei in der Regel monatlich nach der Erbringung der Leistung durch den Konzern. Die Zahlungsfälligkeit beträgt dabei in der Regel sieben bis vierzehn Tage.

m) Fremdwährungen

Fremdwährungsgeschäfte sind - soweit vorhanden - in der Berichtswährung erfasst, indem der Fremdwährungsbetrag mit dem zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalles gültigen Umrechnungskurs umgerechnet wird. Umrechnungsdifferenzen aus der Abwicklung monetärer Posten zu Kursen, die sich von den ursprünglich während der Periode erfassten unterscheiden, sind als Aufwand oder Ertrag in der Periode, in denen sie entstanden sind, erfasst.

n) Fremdkapitalkosten

Fremdkapitalkosten, die direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswerts zugeordnet werden können, sind solche Fremdkapitalkosten, die vermieden worden wären, wenn die Ausgaben für den qualifizierten Vermögenswert nicht getätigt worden wären. Wenn ein Unternehmen speziell für die Beschaffung eines bestimmten qualifizierten Vermögenswerts Mittel aufnimmt, können die Fremdkapitalkosten, die sich direkt auf diesen qualifizierten Vermögenswert beziehen, ohne weiteres bestimmt werden. Diese Fremdkapitalkosten werden den Anschaffungs- und Herstellungskosten hinzugerechnet. Im Geschäftsjahr 2019 lagen derartige Fremdkapitalkosten wie auch im Vorjahr nicht vor.

Alle anderen Fremdkapitalkosten werden grundsätzlich in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie angefallen sind.

o) Segmente

Grundsätzlich werden nach IFRS 8 Segmente nach der internen Berichterstattung über Konzernbereiche abgegrenzt, die regelmäßig dem Hauptentscheidungsträger der Gesellschaft im Hinblick auf Entscheidungen über die Verteilung von Ressourcen zu diesen Segmenten und der Bewertung der Ertragskraft überprüft wird. Einziges Segment gemäß des Management Reportings des Konzerns war bisher die Annahme von Wetten auf Pferderennen. Mit dem Wiedereintritt in den Sportwettbereich im Jahr 2018 wurde die Berichterstattung um dieses Segment erweitert.

p) Annahmen und Schätzungen

Die Aufstellung des Konzernabschlusses unter Beachtung der Richtlinien des IASB erfordert, dass in gewissem Umfang Annahmen und Schätzungen verwendet werden, die sich auf die Wertansätze der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, sowie Erträge und Aufwendungen, auswirken. Die Annahmen und Schätzungen beziehen sich im Wesentlichen auf die Werthaltigkeitstests für die Firmenwerte (1.334 T€, Vorjahr 1.334 T€), der erworbenen Domains "sportwetten.de" und "sportwetten.com" (691 T€, Vorjahr 691 T€) und "sw.de" (21 T€, Vorjahr 21 T€), die erworbenen Kundenstämme "equi8" (56 T€, Vorjahr 73 T€) und "lotoswetten" (78 T€, Vorjahr 94 T€), die Buchmacher-Software (270 T€, Vorjahr 487 T€), die Bewertung der aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge (3.418 T€, Vorjahr 1.847 T€) sowie die Bewertung der im Geschäftsjahr gewährten Bezugsrechte an Mitarbeiter im Rahmen des Aktienoptionsprogramms 2016.

In allen Fällen beziehen sich die Annahmen auf zukunftsbezogene Betrachtungen aufgrund der Einschätzung der Verhältnisse am Bilanzstichtag. Hierbei wurde die zukünftige Entwicklung des Marktumfeldes realistisch mit einbezogen.

Die Darstellung der erforderlichen Annahmen und Schätzungen im Rahmen der Überprüfung der Werthaltigkeit der immateriellen Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer (Domains) erfolgt unter dem Abschnitt 2 Buchstabe c "Immaterielle Vermögenswerte".

Die Darstellung der erforderlichen Annahmen und Schätzungen im Rahmen der Überprüfung der Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte erfolgt unter dem Abschnitt 2 Buchstabe d "Geschäfts- oder Firmenwerte". Da der erworbene Kundenstamm "equi8" sowie der

Kundenstamm "lotos-wetten" und die Buchmachersoftware Teil der Zahlungsmittel generierenden Einheit "Wettgeschäft" sind, wird insoweit auch auf die Erläuterungen unter Abschnitt 2 Buchstabe d "Geschäfts- oder Firmenwerte" verwiesen.

Aktive latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge werden in dem Maße erfasst, in dem es wahrscheinlich ist, dass hierfür zu versteuerndes Einkommen verfügbar sein wird, so dass die Verluste tatsächlich genutzt werden können. Bei der Ermittlung der Höhe der aktiven latenten Steuern ist eine Schätzung des Managements bezüglich des erwarteten Eintrittszeitpunktes und der Höhe des künftig zu versteuernden Einkommens sowie der zukünftigen Steuerplanungsstrategien erforderlich. Die Darstellung der erforderlichen Annahmen und Schätzungen im Rahmen der Überprüfung der Werthaltigkeit der aktiven latenten Steuern erfolgt innerhalb der Erläuterungen zu den aktiven latenten Steuern (siehe Anhangsangabe 3.5.).

Des Weiteren sind Annahmen und Schätzungen für die Feststellung der Werthaltigkeit der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, von Nutzungsdauern des Anlagevermögens und für die Bilanzierung und Bewertung von Rückstellungen erforderlich.

Die tatsächlichen Werte können in Einzelfällen von den getroffenen Annahmen und Schätzungen abweichen. Änderungen werden zum Zeitpunkt einer besseren Kenntnis erfolgswirksam berücksichtigt.

q) Ergebnis je Aktie - Berechnungsmethode

Das Ergebnis je Aktie ergibt sich aus der Division des den Aktionären der pferdewetten AG zurechenbaren Periodenergebnisses durch die Anzahl der durchschnittlich im Umlauf befindlichen Aktien.

3. ERLÄUTERUNGEN ZU AUSGEWÄHLTEN POSTEN DER KONZERNBILANZ

3.1. Immaterielle Vermögenswerte

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31.12.2019 31.12.2018
T€ T€
--- --- ---
Geschäfts- oder Firmenwerte 1.334 1.334
Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte 270 486
Software, Lizenzen und andere Rechte 1.068 1.131
2.673 2.951

Die Entwicklung der Geschäfts- oder Firmenwerte und übrigen immateriellen Vermögenswerte ist im Konzernanlagenspiegel dargestellt.

Unter dem Posten "Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte" werden die Investitionsausgaben für die Weiterentwicklung der Buchmachersoftware (Wettplattform) erfasst. Sie wurde im Frühjahr 2015 in Betrieb genommen. Die Anschaffungs- und Herstellungskosten betrugen insgesamt 1.276 T€. Die Nutzungsdauer beträgt sechs Jahre, so dass sich der verbleibende Abschreibungszeitraum auf ca. ein Jahr erstreckt. Der Buchwert beträgt zum Jahresende 270 T€.

Die Buchwerte zum Posten "Software, Lizenzen und andere Rechte" können nachfolgender Tabelle entnommen werden:

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Domains Kundenstamm Software und weitere iVG
Anschaffungs- oder Herstellungskosten
Stand zum 01.01.2018 758 319 356
Zugänge 0 0
Abgänge 0 0 0
Stand 31.12.2018 758 319 356
Zugänge 0 0 0
Abgänge 0 0 0
Stand zum 31.12.2019 758 319 356
Kumulierte Abschreibungen
Stand zum 01.01.2018 43 121 74
Abschreibung 0 32 32
Abgänge 0 0 0
Stand zum 31.12.2018 43 153 106
Abschreibung 0 32 30
Abgänge 0 0 0
Stand zum 31.12.2019 43 185 136

Sämtliche Domains unterliegen einer unbegrenzten Nutzungsdauer. Seit dem 1. Dezember 2016 wurde die Domain "sportwetten.com" durch einen Dritten betreut und vermarktet. Seit 2018 wird die Domain für den Wiedereinstieg in den Bereich "Sportwetten" selbst genutzt und vermarktet.

Der Buchwert des im Geschäftsjahr 2013 erworbenen Kundenstammes "equi8" beträgt 56 T€ (Vorjahr 73 T€) und des im Jahr 2015 erworbenen Kundenstammes "Lotos" beträgt 78 T€ (Vorjahr 93 T€).

3.2. Sachanlagevermögen

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31.12.2019 31.12.2018
T€ T€
--- --- ---
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 355 348

Die Entwicklung des Sachanlagevermögens ist im Konzernanlagenspiegel dargestellt.

3.3. Nutzungsrechte

Der Konzern least Büro und Gewerbeflächen und Kraftfahrzeuge. Die durchschnittliche Laufzeit der Leasingverhältnisse beträgt 4 Jahre (2018: 4 Jahre).

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Gebäude Kfz Summe
in T€ in T€ in T€
--- --- --- ---
Anschaffungskosten
Stand zum 1. Januar 2019 1.049 129 1.178
Zugänge 13 13
Stand zum 31.12.2019 1.049 142 1.191
Kumulierte Abschreibungen
Stand zum 1. Januar 2019 0 0 0
Abschreibungsaufwand 175 62 237
Stand zum 31.12.2019 175 62 237
Buchwert
Stand zum 31. Dezember 2019 874 80 954

3.4. Sonstige finanzielle Vermögenswerte (langfristig)

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31.12.2019 31.12.2018
T€ T€
--- --- ---
Sonstige Ausleihungen 454 460
Kautionsforderungen 72 72
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 526 532

Die Kautionsforderungen bestehen gegen den Vermieter der Büroräume Kaistraße 4 in Düsseldorf (27 T€) und die Regierung Oberbayern aus der Sicherheitsleistung für Buchmacher (45 T€). Die sonstigen Ausleihungen sind langfristig gewährte Darlehen an den Vorstand und Prokuristen der pferdewetten.de AG sowie die Mitarbeiter der pferdewetten-service.de GmbH zum Erwerb von Aktien im Rahmen des Aktienoptionsprogrammes 2012.

Für Ausleihungen und Sonstige Forderungen wurde in der Regel der erwartete Kreditverlust innerhalb der nächsten zwölf Monate (12-Monats-ECL) angesetzt und hierfür eine Ausfallrate auf Basis der Einschätzung über das Ausfallrisiko der Gegenpartei und unter Berücksichtigung von gewährten Sicherheiten von 0,1 Prozent angewendet. Die nach obigem Schema ermittelten Wertminderungen wurden aufgrund der nur sehr geringen Höhe nicht erfasst.

3.5. Aktive latente Steuern

Nach IFRS besteht eine Ansatzpflicht für latente Steuern, die sich aus erwarteten Vorteilen aus steuerlichen Verlustvorträgen ergeben.

Infolge steuerlicher Gewinne der pferdewetten-service.de GmbH sowie der Accendere GmbH wurden latente Steuern auf Verlustvorträge in Höhe von 426 T€ (Vorjahr 482 T€) genutzt. Auf die verbleibenden, voraussichtlich nutzbaren steuerlichen Verlustvorträge von insgesamt 11.022 T€ (Vorjahr 5.967 T€) wurden latente Steuern in Höhe von 3.418 T€ (Vorjahr 1.847 T€) aktiviert. Die Aktivierung resultiert im Wesentlichen aus dem in 2019 ergangenen Steuerbescheid über die Neufestsetzung von Verlustvorträgen für das Jahr 2017 in Höhe von 12.875 TEUR sowie der erwarteten weiteren positiven Entwicklung der pferdewetten-ser- vice.de GmbH und der sportwetten.de GmbH, welche sich auch bereits im laufenden Berichtsjahr ergeben hat. Die pferdewetten-service.de GmbH und die sportwetten.de GmbH stehen mit der pferdewetten.de AG als Organträgerin aufgrund von Gewinnabführungsverträgen in einem ertragsteuerlichen Organschaftsverhältnis. Dadurch ist eine zeitnahe Nutzung von Verlustvorträgen auf Ebene der pferdewetten.de AG zu erwarten. Der Gewinnabführungsvertrag der pferdewetten-service.de GmbH wurde mit Wirkung zum 1. Januar 2015 und der Gewinnabführungsvertrag mit der sportwetten.de GmbH mit Wirkung zum 1. Januar 2019 jeweils für eine Dauer von mindestens fünf Jahren abgeschlossen. Der Aktivierung liegen Planungen für die kommenden vier Jahre zugrunde. Verlustvorträge in Höhe von 4.864 T€ die in Höhe von 567 T€ aus vororganschaftlicher Zeit der pferdewetten-service GmbH und in Höhe von 4.297 T€ aus vororganschaftlicher Zeit der sportwetten.de GmbH resultieren, können voraussichtlich in diesem Zeitraum nicht genutzt werden und wurden nicht aktiviert. Sie sind grundsätzlich unbeschränkt vortragsfähig.

Des Weiteren besteht nach IFRS eine Ansatzpflicht für latente Steuern, die sich aus temporären Unterschieden zwischen den Wertansätzen der Vermögenswerte und Schulden in der IFRS-Bilanz und deren Steuerbasis ergeben. Die Differenzen ergeben sich im Wesentlichen aus der Aktivierung von immateriellen Vermögenswerten in der IFRS-Bilanz und aus nach IFRS nicht zulässigen Firmenwertabschreibungen sowie aus steuerlich nicht zulässigen Rückstellungen und nicht zulässigen Wertminderungen der kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte.

Die passiven latenten Steuern 264 T€ (Vorjahr 6 T€) wurden mit aktiven latenten Steuern des gleichen Steuersubjekts verrechnet, soweit diese von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden und die Gesellschaft einen einklagbaren Anspruch auf Aufrechnung der Steuererstattungsansprüche gegen die Steuerschulden hat. Wir verweisen hierzu auf die Erläuterungen unter Tz. 4.9.

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Entwicklung aktive latente Steuern T€
Stand 31. Dezember 2017 2.050
Veränderung der latenten Steuern auf Verlustvorträge durch Verbrauch -482
Veränderung der latenten Steuern auf Verlustvorträge durch Aktivierung 398
Veränderung der latenten Steuern auf temporäre Bewertungsunterschiede -43
Stand 31. Dezember 2018 1.923
Veränderung der latenten Steuern auf Verlustvorträge durch Verbrauch -134
Veränderung der latenten Steuern auf Verlustvorträge durch Aktivierung 1.704
Veränderung der latenten Steuern auf temporäre Bewertungsunterschiede 33
Stand 31. Dezember 2019 3.526

3.6. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Sonstige finanzielle Vermögenswerte und Sonstige nicht-finanzielle Vermögenswerte

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31.12.2019 31.12.2018
T€ T€
--- --- ---
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 5.873 5.494
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2.132 985
Sonstige nicht-finanzielle Vermögenswerte 630 341
8.634 6.820

Die sonstigen finanziellen Vermögenswerte enthalten vor allem kurzfristig gehaltene Kapitalmarktpapiere in Form von Fremdkapital-Investments in Höhe von 2.954 T€ (Vorjahr 1.054 T€), die der Kategorie FVOCI zugeordnet sind und Fremdkapital-Investments der Kategorie FVTPL in Höhe von 477 T€ (Vorjahr: 2.035 T€). Die hochliquiden Finanzanlagen dienen dem Vorhalten einer Liquiditätsreserve sowie deren Verzinsung und können kurzfristig zur etwaigen Bedienung von Risiken aus dem Wettgeschäft verwendet werden. Für die Kapitalmarktpapiere der Kategorie FVOCI wurde aufgrund des unverändert geringen Kreditrisikos vereinfachend der erwartete Kreditverlust der nächsten zwölf Monate (12-Monats-ECL) angewandt. Die Anlagen entsprechen regelmäßig dem sogenannten Investment Grade oder einer vergleichbaren Bonität bei einem fehlenden Rating. Für die Berechnung der erwarteten Kreditverluste wurden je nach Bonität der Schuldner drei Cluster gebildet und hierauf Ausfallraten von 0 Prozent, 1 Prozent und 2 Prozent angewandt. Die nach obigem Schema ermittelten Wertminderungen belaufen sich auf 26 T€.

Die Forderungen gegen Kreditkartenunternehmen und Online-Zahlungsdienstleister (1.063 T€; Vorjahr 1.149 T€) resultieren aus der Abwicklung des Zahlungsverkehrs im Rahmen der Wettgeschäfte. Sie sind - wie auch die Forderungen gegen Mitarbeiter (207 T€, Vorjahr 177 T€). und sonstigen finanziellen Vermögenswerte (552 T€, Vorjahr 302 T€) - in der Regel kurzfristig zwischen 30 und 90 Tagen oder innerhalb eines Jahres fällig. Auf Basis der zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses bereits erfolgten Zahlungen sowie der historischen Ausfallraten, gehen wir auch in Bezug auf diese Posten von keinen Ausfallrisiken aus, sodass keine Wertberichtigungen gebildet wurden.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind nach 30 Tagen fällig. Bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die mehr als ein Jahr überfällig sind, nimmt der Konzern in der Regel eine Wertminderung vor.

Zum Geschäftsjahresende bestanden bei finanziellen Vermögenswerten wie im Vorjahr keine wesentlichen überfälligen Forderungen. Wertberichtigungen wurden zum 31. Dezember 2019 wurden in Höhe von 36 TEUR (Vorjahr: 0 T€) gebildet. Im Geschäftsjahr bestanden keine Abschreibungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (Vorjahr 33 T€).

Hinsichtlich des weder wertgeminderten noch in Zahlungsverzug befindlichen Bestandes der Forderungen und sonstigen finanziellen Vermögenswerte deuten zum Abschlussstichtag keine Anzeichen darauf hin, dass die Schuldner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen werden. Die überfälligen Forderungen wurden nicht wertgemindert, da die Bonität keinen wesentlichen Veränderungen unterlag und die Einbringlichkeit der ausstehenden Beträge weiterhin als gegeben angesehen wird.

Die sonstigen nicht-finanziellen Vermögenswerte beinhalten unter anderem Umsatzsteuerguthaben in Höhe von 122 T€ (Vorjahr 100 T€).

3.7. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Der Posten enthält Guthaben bei Kreditinstituten in Höhe von 11.220 T€ (Vorjahr 8.103 T€) und Kassenbestände in Höhe von 177 T€ (Vorjahr 210 T€). Von den Bankguthaben sind 34 T€ (Vorjahr 34 T€) nicht frei verfügbar, da es sich um verpfändete Festgeldanlagen, die zur Sicherung von Bankavalen dienen, handelt. In Höhe von 7.798 T€ (Vorjahr 4.497 T€) stehen die Bankguthaben zur Auszahlung der passivierten Verbindlichkeiten aus Kundengeldern zur Verfügung. Die Kassenbestände beinhalten Bestände in Höhe von 137 T€ (Vorjahr 201 T€), die zur Auszahlung von potenziellen Wettgewinnen bereitgehalten werden.

3.8. Eigenkapital

a) Gezeichnetes Kapital

Das gezeichnete Kapital der pferdewetten.de AG beträgt zum 31. Dezember 2018 4.324.251,00 €. Es ist aufgeteilt in 4.324.251 nennwertlose auf den Namen lautende Stückaktien mit einem anteiligen Wert am Grundkapital von je 1,00 €.

b) Genehmigtes Kapital

Der Vorstand ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 20. September 2016 ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 19. September 2021 mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder mehrmals um bis zu insgesamt 1.980.000,00 € durch Ausgabe von bis zu 1.980.000 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien mit Gewinnberechtigung ab dem Beginn des Geschäftsjahres, in dem sie ausgegeben werden, gegen Bar- oder Sacheinlage zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2016). Die neuen Aktien sind grundsätzlich den Aktionären zum Bezug anzubieten. Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre in folgenden Fällen auszuschließen,

a. für Spitzenbeträge, die sich aufgrund des Bezugsverhältnisses ergeben;

b. zum Zwecke des Erwerbs von Unternehmen, Unternehmensteilen, Beteiligungen an Unternehmen, gewerblichen Schutzrechten oder sonstigen einlagefähigen Vermögensgegenständen;

Die insgesamt aufgrund sämtlicher vorstehender Ermächtigungen unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre bei Kapitalerhöhungen gegen Bar- und/​oder Sacheinlagen ausgegebenen Aktien dürfen 20 % des zum Zeitpunkt der Eintragung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals der Gesellschaft (20 %-Grenze) nicht überschreiten.

Über den Inhalt der Aktienrechte und die weiteren Bedingungen der Aktienausgabe einschließlich des Ausgabebetrages entscheidet der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats.

c) Bedingtes Kapital

Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu 197.500,00 € durch Ausgabe von bis zu 197.500 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2016/​1). Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie Inhaber der Bezugsrechte, die von der Gesellschaft aufgrund der zu Tagesordnungspunkt 9 der Hauptversammlung vom 20. September 2016 beschlossenen Ermächtigung ausgegeben werden, von ihren Rechten auf den Bezug neuer Aktien Gebrauch machen. Die neuen Aktien nehmen von Beginn des Geschäftsjahres an, in dem sie durch Ausübung von Bezugsrechten entstehen, am Gewinn teil. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der bedingten Kapitalerhöhung und ihrer Durchführung festzusetzen. Der Aufsichtsrat ist ermächtigt, Ziffer 3.6 der Satzung entsprechend der jeweiligen Inanspruchnahme des bedingten Kapitals anzupassen.

Am 21. September 2016 hat der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats die Ermächtigung der Hauptversammlung zum bedingten Kapital 2016/​I ausgeübt und den Mitarbeitern der pferdewetten.de AG und ihren Tochtergesellschaften 197.500 Aktienoptionen zum rechnerischen Nennwert von 197.500 € gewährt (Aktienoptionsprogramm 2016). Die Gewährung stand unter der aufschiebenden Bedingung der Eintragung der Satzungsänderung in das Handelsregister, die am 3. November 2016 erfolgte. Am 31. Dezember 2017 waren keine dieser Aktienoptionen wirksam. Die Aktienoptionen können nach Erfüllung der dazu vorgesehenen Voraussetzungen zur Ausgabe von bis zu 197.500 Stück Stammaktien führen, was 4,57% des Grundkapitals am 31. Dezember 2017 entspricht.

Das Grundkapital ist um bis zu 1.580.000,00 € durch Ausgabe von bis zu 1.580.000 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2016/​II). Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie Inhaber bzw. Gläubiger der Wandelschuldverschreibungen, die von der Gesellschaft aufgrund der zu Tagesordnungspunkt 10 der Hauptversammlung vom 20. September 2016 beschlossenen Ermächtigung ausgegeben werden, von ihren Wandlungsrechten auf Umtausch in neue Aktien Gebrauch machen oder Wandlungspflichten erfüllen und soweit die Gesellschaft die Bezugsrechte nicht in bar oder mit eigenen Aktien erfüllt. Die neuen Aktien nehmen von Beginn des Geschäftsjahres an, in dem sie durch Ausübung von Wandlungsrechten oder Erfüllung von Wandlungspflichten entstehen, am Gewinn teil. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates die weiteren Einzelheiten der bedingten Kapitalerhöhung und ihrer Durchführung festzulegen. Der Aufsichtsrat ist ermächtigt, Ziffer 3.7. der Satzung entsprechend der jeweiligen Inanspruchnahme des bedingten Kapitals anzupassen.

d) Kapitalrücklage

Die Kapitalrücklage des Konzerns umfasst die Kapitalrücklage der pferdewetten.de AG. Davon gekürzt wurden Emissionkosten (5 T€), die zur Durchführung der Barkapitalerhöhung in 2016 angefallen waren. Bei den Emissionskosten handelt es sich um die Eigenkapitalbeschaffungskosten von 7 T€ abzüglich der damit verbundenen Ertragsteuervorteile von 31 %. Mithin wird die Rücklage für die in Eigenkapital zu erfüllenden Arbeitnehmervergütungen bzgl. des Aktienoptionsprogrammes 2016 von 619 T€ (Vorjahr 430 T€) separat im Eigenkapital ausgewiesen (vgl. Tz. 3.7., Buchstabe f).

Hinsichtlich der Veränderung der Kapitalrücklage im Geschäftsjahr wird auf die Konzern-Eigenkapitalentwicklung (Anlage 1.6.) verwiesen.

e) Andere Gewinnrücklagen

Die Gewinnrücklage des Konzerns umfasst die Gewinnrücklage der pferdewetten.de AG in Höhe von 1.300 T€ (Vorjahr 1.300 T€). Die Gewinnrücklagen resultieren aus dem Gewinnverwendungsbeschluss der Hauptversammlung vom 20. September 2016, wonach 1.300.036,23 € des Bilanzgewinns zum 31. Dezember 2015 in die anderen Gewinnrücklagen eingestellt wurden.

f) Rücklage für in Eigenkapital zu erfüllende Arbeitnehmervergütungen

Die Rücklage erfasst den bis zum Bilanzstichtag erfassten Zeitwert der am 21. September 2016 gewährten Bezugsrechte (Aktienoptionsprogramm 2016).

Während des Geschäftsjahrs resultierten Zuführungen in Höhe von 189 (Vorjahr 189 T€) aus Aufwendungen aus anteilsbasierten Vergütungen für die Mitarbeiter der pferdewetten.de AG und ihren Tochtergesellschaften auf Basis des Beschlusses der Hauptversammlung vom 20. September 2016 (Aktienoptionsprogramm 2016).

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2019 2018
in T€ in T€
--- --- ---
Stand zu Beginn des Jahres 430 241
Anteilsbasierte Vergütungen 189 189
Ausübung von Aktienoptionen 0 0
Stand am Ende des Jahres 619 430

Auf weitere Details zur Ausgestaltung der Aktienoptionsprogramme wird auf Tz. 6.3. verwiesen.

g) Neubewertungsrücklage für Finanzinvestitionen

In die Neubewertungsrücklage für Finanzinvestitionen werden die Bewertungseffekte aus der Bewertung der kurzfristig gehaltenen Kapitalmarktpapiere der Kategorie FVOCI eingestellt.

h) Entwicklung des Bilanzgewinns zum 31. Dezember 2019

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Bilanzgewinn zum 31. Dezember 2018 5.916 T€
Konzernergebnis/​Konzerngesamtergebnis -567 T€
Ausschüttung an Anteilseigner -605 T€
Bilanzgewinn zum 31. Dezember 2018 4.744 T€
Konzernergebnis 3.314 T€
Ausschüttung an Anteilseigner -693 T€
Bilanzgewinn zum 31. Dezember 2019 7.365 T€

Die Ausschüttung an die Anteilseigner erfolgte aufgrund des Beschlusses der Hauptversammlung vom 21. Mai 2019 aus dem Bilanzgewinn zum 31. Dezember 2018. Demnach war eine Dividende je Aktien von 0,16 € je dividendenberechtigte Stückaktien zu zahlen.

Der Vorschlag schlägt gemäß § 170 AktG der Hauptversammlung vor, dass aus dem Bilanzgewinn zum 31. Dezember 2019 eine Dividende in Höhe von 0,20 € je Aktie gezahlt wird und der verbleibende Bilanzgewinn auf neue Rechnung vorgetragen wird.

3.9. Leasingverbindlichkeiten

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2019
in T€
--- ---
Fristigkeit der Leasingverbindlichkeiten
in 2020 fällig 246
in 2021 fällig 192
in 2022 fällig 144
in 2023 fällig 135
in 2024 fällig 128
in mehr als fünf Jahren fällig 111
956

In Bezug auf die eigenen Leasingverbindlichkeiten besteht aus Konzernsicht kein signifikantes Liquiditätsrisiko. Die Leasingverbindlichkeiten werden innerhalb der Treasury-Funktion des Konzerns überwacht.

Alle Leasingverbindlichkeiten sind in Euro denominiert.

3.10. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen betragen 2.059 T€ (Vorjahr 1.193 T€).

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind in der Regel innerhalb von 30 Tagen fällig.

In den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind Beträge in Höhe von 147 T€ (Vorjahr 136 T€) enthalten, die für die Jahresabschlussprüfung und -erstellung und für bereits erbrachte, aber noch nicht abgerechnete Leistungen von Dritten passiviert wurden.

3.11. Verbindlichkeiten aus Kundengeldern

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden betragen 7.798 T€ (Vorjahr 4.497 T€). Diese Verbindlichkeiten unterliegen einer kurzfristigen Laufzeit. Auf Anforderung der Kunden sind die Verbindlichkeiten sofort fällig.

3.12. Sonstige finanzielle und nicht-finanzielle Verbindlichkeiten

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31.12.2019 31.12.2018
T€ T€
--- --- ---
Kurzfristige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 504 782
Sonstige nicht-finanzielle Verbindlichkeiten 110 216
614 998

In den kurzfristigen sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten sind Beträge in Höhe von 486 T€ (Vorjahr 308 T€) enthalten, die im Wesentlichen für Tantiemen, Jahresabschlusserstellung und -prüfung, Aufsichtsratvergütungen, Urlaubsverpflichtungen und für Beiträge zur Berufsgenossenschaft gebildet wurden.

Die kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten sind üblicherweise innerhalb von 30 bis 90 Tagen fällig.

Die sonstigen nicht-finanziellen Verbindlichkeiten enthalten vor allem kurzfristige Steuerschulden in Höhe von 75 T€ (Vorjahr 195 T€) für in Deutschland und in Malta zu zahlende Wettsteuern und Lohnsteuerverbindlichkeiten in Höhe von 35 T€ (Vorjahr 30 T€).

3.13. Ertragsteuerverbindlichkeiten

Die Ertragsteuerverbindlichkeiten betreffen jeweils das Berichtsjahr und entfallen in Höhe von 810 T€ auf die maltesischen Tochtergesellschaften (Vorjahr 1.169 T€), in Höhe von 146 T€ bestehen Ertragsteuerforderungen bei der pferdewetten.de AG (Vorjahr 9 T€) sowie 289 T€ bei den maltesischen Tochtergesellschaften.

3.14. Rückstellungen

Rückstellungen werden jeweils in Höhe des Betrages angesetzt, der zum Bilanzstichtag erforderlich ist, um zukünftige Zahlungsverpflichtungen und Risiken des Konzerns abzudecken. Dabei wird jeweils der Betrag angesetzt, der sich bei sorgfältiger Prüfung des Sachverhalts als der Wahrscheinlichste ergibt und somit die bestmögliche Schätzung der zur Erfüllung der gegenwärtigen Verpflichtungen zum Bilanzstichtag erforderlichen Ausgaben darstellt.

Die sonstigen Rückstellungen beinhielten im Vorjahr Risiken für Bußgelder für ein noch nicht abgeschlossenes Verfahren der BaFin 100 T€. Das Verfahren ist abgeschlossen, ein Risiko besteht nicht mehr.

4. ERLÄUTERUNGEN ZU AUSGEWÄHLTEN POSTEN DER KONZERN-GEWINN-UND -VERLUSTRECHNUNG

4.1. Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse setzen sich wie folgt zusammen:

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2019 2018
T€ T€
--- --- ---
Wettumsätze (IFRS 9) 7.891 6.852
Provisionen 6.519 4.224
Nebenleistungen Wettgeschäft 28 9
Umsatzerlöse nach IFRS 15 6.547 4.233
14.438 11.085

4.2. Sonstige Erträge

Die sonstigen Erträge setzen sich wie folgt zusammen:

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2019 2018
T€ T€
--- --- ---
Erträge aus dem Abgang von Wertpapieren des Umlaufvermögens 109 6
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 100 54
Erträge aus der Zuschreibungen auf Wertpapiere des Umlaufvermögens 53 0
Verrechnete Sachbezüge Personal 65 68
Periodenfremde Erträge 28 63
Erträge aus der Weiterbelastung von Kosten für technische Dienstleistungen 14 20
Ertrag Herabsetzung Wertberichtigung 0 16
Ertrag aus der Ausbuchung von verjährten Verbindlichkeiten 0 12
übrige Erträge 77 21
446 260

Die periodenfremden Erträge beinhalten im Wesentlichen Erträge aus der Auflösung von in Vorjahren gebildeten sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten in Höhe von 28 T€ (Vorjahr 30 T€).

Die Erträge aus dem Abgang von Wertpapieren resultieren aus der Veräußerung der kurzfristig gehaltenen Kapitalmarktpapiere in Höhe von 109 T€ (Vorjahr 6 T€).

4.3. Aufwendungen für bezogene Waren

Bei den Aufwendungen für bezogene Waren handelt es sich um Aufwendungen für Zeitschriften.

4.4. Aufwendungen für bezogene Leistungen

Die Aufwendungen für bezogene Leistungen setzen sich wie folgt zusammen:

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2019 2018
T€ T€
--- --- ---
Werbekosten 2.980 2.869
Wetteinsatz Risikomanagement 1.556 443
Provisionen 531 300
Informationsdienstleistungen 436 699
Aufwand Zahlungsverkehr 349 291
Infoversorgung und Fremdleistungen 141 152
Sonstige Leistungen 208 72
6.201 4.826

In den Werbekosten sind Werbekosten für Sportwetten in Höhe von 1.828 TEUR (Vorjahr 2.212 TEUR) enthalten. Informationsdienstleistungen beziehen sich in Höhe von 202 TEUR (Vorjahr 327 TEUR) auf Sportwetten. Bei den sonstigen Leistungen handelt es sich um Werbemaßnahmen für Sportwetten in EU Ländern.

4.5. Personalaufwand

Der Personalaufwand setzt sich wie folgt zusammen:

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2019 2018
T€ T€
--- --- ---
Gehälter 2.477 2.309
Vergütung des Vorstandes 376 392
Sozialabgaben 421 368
3.274 3.069

In den Vergütungen für den Vorstand werden das Gehalt, die Tantiemeansprüche und die Sachbezüge ausgewiesen. Ein wesentlicher Teil der Tantiemeaufwendungen ist mit Feststellung des Jahresabschlusses fällig. Es wird auf die Erläuterungen in Tz. 6.5. verwiesen.

In den Gehältern sind die anteilsbasierte Vergütungen für das Aktienoptionsprogramm 2016 in Höhe von 189 T€ (Vorjahr 189 T€) enthalten.

Im Rahmen der gesetzlichen Rentenversicherung in Deutschland und auf Malta sind im Geschäftsjahr 2019 für die Mitarbeiter der pferdewetten.de AG und ihrer Tochtergesellschaften 178T€ (Vorjahr 133 T€) vom Arbeitgeber an den Rentenversicherungsträger gezahlt worden (Arbeitgeberanteil) und in den Sozialabgaben enthalten.

4.6. Abschreibungen

Die Abschreibungen setzen sich wie folgt zusammen:

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2019 2018
T€ T€
--- --- ---
Planmäßige Abschreibung auf immaterielle Vermögenswerte 279 279
Planmäßige Abschreibung auf Sachanlagen 80 79
Planmäßige Abschreibung auf Nutzungsrechte 237 0
596 358

4.7. Sonstige Aufwendungen

Die sonstigen Aufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:

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2019 2018
T€ T€
--- --- ---
Beratungs-, Abschluss- und Prüfungskosten 494 537
Wartung und Instandhaltung technische Anlage 256 198
Marketing- und Reisekosten 245 425
Provisionen und Fremdleistungen 227 37
Aufwendungen für Lizenzen und Konzessionen 206 86
Mieten, Pachten, Leasing 75 310
Verluste aus dem Abgang von Wertpapieren 60 38
Aufwendungen aus Wertminderungen von finanziellen Vermögenswerten (FAAC) 36 33
Übrige 765 612
2.364 2.276

Die Aufwendungen aus Wertminderungen und Abschreibungen von finanziellen Vermögenswerten sind der Kategorie "FAAC" (vgl. Tz. 2. Buchstabe f und Tz. 3.6.) zuzuordnen.

Die übrigen Aufwendungen enthalten im Wesentlichen Kosten für Fahrzeuge, Erstellung der Buchführung, Sachkosten der Verwaltung, Kursdifferenzen und Versicherungen.

4.8. Finanzergebnis

Das Finanzergebnis setzt sich wie folgt zusammen:

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2019 2018
T€ T€
--- --- ---
Erträge aus Ausleihungen 8 8
Übrige Zinserträge 160 112
Zinserträge 168 120
Zinsaufwand aus Leasingverbindlichkeitern -16 0
Aufwendungen aus Fair Value Anpassungen auf Kapitalmarktpapiere -47 -94
Zinsaufwendungen -1 -6
Netto-Finanzergebnis 104 20

Die Zinserträge resultieren im Wesentlichen aus den Wertpapieren in Höhe von 83 T€ (Vorjahr 83 T€). Die Erträge aus Ausleihungen stehen mit langfristig gewährten Darlehen an Mitarbeiter der pferdewetten.de AG im Zusammenhang (vgl. Tz. 3.4.). Die Aufwendungen aus Fair Value Anpassungen resultieren aus den Kapitalmarktpapieren der Klassifikation FVTPL (IFRS 9). Die Zinsaufwendungen resultieren im Wesentlichen aus der Zahlung von Verwahrungsentgelten für Bankguthaben (1 T€; Vorjahr 4 T€).

4.9. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Der Ausweis der laufenden Steuern vom Einkommen und vom Ertrag betrifft im Inland Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer sowie den Solidaritätszuschlag und bei den Auslandsgesellschaften vergleichbare Steuern.

Im Geschäftsjahr 2019 ergibt sich ein Steueraufwand in Höhe von 0 T€ (Vorjahr 106 T€) aus der pferdewetten.de AG und in Höhe von 1.535 T€ (Vorjahr 1.173 T€) aus den Tochtergesellschaften in Malta. Die pferdewetten.de AG konnte Verlustvorträge in Höhe von 389 T€ (Vorjahr: 1.515 T€) nutzen, der Steueraufwand des Vorjahres ergab sich aufgrund inländischer Verlustabzugsbeschränkungen (sogenannte Mindestbesteuerung).

Auf Unterschiede zwischen dem im Konzern erfassten Nettovermögen der Tochtergesellschaften und den Beteiligungsbuchwerten in der Steuerbilanz ("outside basis differences") in Höhe von 822 T€ wurden keine latenten Steuern passiviert, da die pferdewetten.de AG in der Lage ist, den zeitlichen Verlauf der Umkehrung der temporären Differenzen zu steuern, und es wahrscheinlich ist, dass sich die temporäre Differenz in absehbarer Zeit nicht umkehren wird.

Die Überleitung des zu erwartenden Ertragsteueraufwands auf den tatsächlichen Ertragsteueraufwand zeigt die folgende Tabelle:

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2019 2018
T€ T€
--- --- ---
Jahresergebnis vor Ertragsteuern 2.539 864
Erwarteter Ertragsteueraufwand (31,42%) 798 268
steuerlich nicht abzugsfähige Aufwendungen 68 164
sonstige steuerfreie Erträge -29 -14
Effekte aus Betriebsprüfungen 0 -117
Effekte aus Steuerdifferenzen ausländischer Steuerhoheiten 85 141
Nicht verrechenbare Verluste 0 1.362
Steueraufwand aus Vorjahren 1 14
Aktivierung latenter Steuern auf Verlustvorträge, auf die zuvor keine latenten Steuern gebildet wurden -1.704 -398
Sonstiges 6 2
Ertragsteuerertrag /​ -aufwand -775 1.422
Aufgliederung des Ertragsteuerertrages /​ -aufwandes
laufender Steueraufwand
Steueraufwand der laufenden Periode 827 1.294
Steueraufwand Vorjahre betreffend latente Steuern 1 0
aus temporären Differenzen -33 43
aus Inanspruchnahme von Verlustvorträgen 134 482
aus Aktivierung auf Verlustvorträge -1.704 -398
-775 1.422

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Endbestand 31.12.2019 Erfolgswirksam in der GuV vereinnahmt Endbestand 31.12.2018/​ Anfangsbestand 01.01.2019 Erfolgswirksam in der GuV vereinnahmt Anfangsbestand 01.01.2018
Temporäre Differenzen
immaterielle VG -196 -277 81 -21 102
sonst. Fin. Vermögenswerte -1 -1 0 -1 1
Verbindlichkeiten 300 300 0
Rückstellungen 5 11 -6 -26 20
Zwischensumme 108 33 75 123
Verlustvorträge 3.418 1.571 1.847 -84 1.931
Gesamt 3.526 1.604 1.922 -132 2.054

4.10. Sonstige Steuern

Die im Geschäftsjahr erfassten sonstigen Steueraufwendungen (1 T€) resultieren aus Fahrzeugsteuern.

4.11. Ergebnis je Aktie

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie ist mittels Division des den Stammaktionären zustehenden Periodenergebnisses durch die gewichtete Anzahl der während der Periode ausstehenden Stammaktien ermittelt worden. Die Veränderung zum Vorjahr ergibt sich aus den im Vorjahr neu ausgegebene Stammaktien.

Unverwässertes Ergebnis je Aktien

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2019 2018
--- --- ---
Konzernergebnis nach Steuern in € 3.313.744,28 -558.243,00
Anzahl der Aktien (gewichtet) 4.324.251 4.324.251
Unverwässertes Ergebnis je Aktie in € 0,77 -0,13

Das verwässerte Ergebnis je Aktie ist mittels Division des den Stammaktionären zustehenden Periodenergebnisses durch die gewichtete Anzahl der während der Periode ausstehenden Stammaktien zzgl. der potenziellen Stammaktien aus der im Geschäftsjahr 2016 gewährten Aktienoptionen an Mitarbeiter (siehe Erläuterungen unter Tz. 2., Buchstabe q) ermittelt worden. Die potenziellen Stammaktien wurden zeitanteilig berücksichtigt.

Verwässertes Ergebnis je Aktien

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2019 2018
--- --- ---
Konzernergebnis nach Steuern in € 3.313.744,28 -558.243,00
Anzahl der Aktien (gewichtet) unverwässert 4.324.251 4.324.251
Anzahl der Aktien Mitarbeiteroptionen ohne Entgelt 213.077 213.077
Anzahl der Aktien (gewichtet) verwässert 4.537.328 4.537.328
Verwässertes Ergebnis je Aktie in € 0,73 -0,12

5. ERLÄUTERUNGEN ZUR KAPITALFLUSSRECHNUNG

Die Kapitalflussrechnung zeigt gemäß IAS 7 (Cash Flow Statement), wie sich Zahlungsmittel im Konzern im Laufe des Berichtsjahres durch Mittelzu- und -abflüsse verändert haben.

Die Kapitalflussrechnung unterscheidet zwischen Mittelveränderungen aus laufender Geschäftstätigkeit, Investitions- und Finanzierungstätigkeit.

Der Finanzmittelfonds umfasst den Bestand an Zahlungsmitteln aus Kassenbeständen sowie kurzfristige Guthaben und Verbindlichkeiten bei Kreditinstituten.

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31.12.2019 31.12.2018
T€ T€
--- --- ---
Liquide Mittel 11.397 8.314
Kreditkartenverbindlichkeiten -4 -1
Finanzmittelfonds 1 11.393 8.313

1 In Höhe von 34 T€ (Vorjahr 34 T€) ist der Finanzmittelfonds nicht frei verfügbar, da er der Sicherung von Bankavalen dient.

Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit ergibt sich aus dem Konzernergebnis. Dieser Betrag wird korrigiert um nicht zahlungswirksame Aufwendungen und Erträge. Diese nicht zahlungswirksamen Aufwendungen und Erträge in Höhe von insgesamt -110 T€ (Vorjahr 293 T€) betreffen im Wesentlichen Aufwendungen aus gewährten Aktienoptionen (189 T€, Vorjahr 189 T€), Fair Value Änderungen der Wertpapiere (4 T€, Vorjahr 104 T€), sowie Erträge aus der Auflösung von sonstigen Verpflichtungen und Rückstellungen (100 T€, Vorjahr 0 T€).

Aus der laufenden Geschäftstätigkeit resultiert im Berichtsjahr ein Mittelzufluss von 4.436T€ (Vorjahr 1.966 T€). Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit enthält gezahlte Zinsen in Höhe von 17 T€ (Vorjahr 6 T€) und erhaltene Zinsen in Höhe von 107 T€ (Vorjahr 92 T€). Auszahlungen für Ertragsteuern fielen in Höhe von 1.523 T€ (Vorjahr 445 T€) an.

Aus dem Bereich der Investitionstätigkeit ergibt sich im Berichtsjahr ein Mittelabfluss von 418 T€ (Vorjahr Zufluss 57 T€).

Aus dem Bereich der Finanzierungstätigkeit ergibt sich im Berichtsjahr ein Mittelabfluss von -938 T€. Dieser beruht auf der Auszahlung der Dividende in Höhe von 692 T€ gemäß Beschluss der Hauptversammlung am 21. Mai 2019 sowie der planmäßigen Rückführung von Leasingverbindlichkeiten.

Insgesamt hatte der Konzern im laufenden Geschäftsjahr eine Zunahme des Finanzmittelfonds in Höhe von 3.080 T€ (Vorjahr 1.418 T€) zu verzeichnen.

6 SONSTIGE ANGABEN

6.1. Segmentberichterstattung

Umsätze erzielt die pferdewetten.de AG mit der Annahme von Wetten auf Pferderennen und seit 2018 auch mit Wetten auf Sportveranstaltungen. Eine Segmentberichterstattung wurde im Einklang mit den IFRS zur Abgrenzung der beiden Bereiche gegeneinander vorgenommen.

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2019 T€ Pferdewetten Sportwetten Summe Konzernumbuchungen Gesamt
Umsatzerlöse 14.508 110 14.618 -180 14.438
Sb Erträge 386 60 446 0 446
Aufwand -8.564 -3.469 -12.032 180 -11.852
EBITDA 6.330 -3.299 3.032 0 3.032
Abschreibungen -588 -8 -596 0 -596
EBIT 5.742 -3.307 2.436 0 2.436
Finanzergebnis 103 1 104 0 104
Ergebnis vor Steuern 5.845 -3.306 2.540 0 2.540

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2018 T€ Pferdewetten Sportwetten Summe Konzernumbuchungen Gesamt
Umsatzerlöse 11.664 -534 11.130 -45 11.085
Sb Erträge 1.719 9 1.728 -1.468 260
Aufwand -7.934 -3.763 -11.697 1.513 -10.184
EBITDA 5.450 -4.288 1.161 0 1.161
Abschreibungen -350 -9 -358 0 -358
EBIT 5.100 -4.297 803 0 803
Finanzergebnis 20 0 20 0 20
Ergebnis vor Steuern 5.120 -4.297 823 0 823

Dem Management Approach des IFRS 8 folgend, wird in der Gewinn- und Verlustrechnung der Nettosaldo der Spieleinsätze und der Spielgewinne abzüglich Erlösschmälerungen wie z.B. Wettsteuern und Bonuszahlungen als Umsatz ausgewiesen (Nettodarstellung). Die wichtigsten Steuerungsgrößen für das operative Geschäft stellen die Umsatzerlöse und das EBIT dar. Die Umsatzerlöse beinhalten die Umsätze aus dem Wettgeschäft, d.h. die Wettumsätze nach Wettsteuern und Kundenbonus (sog. "Hold"), die Umsätze aus den Wettprovisionen für die Vermittlung von Wetten und die sonstigen Umsatzerlöse. Der Aufwand im Segment Sportwetten resultiert im Wesentlichen aus Werbeaufwendungen. Mit Wirkung zum 1. Januar 2019 besteht ein Ergebnisabführungsvertrag zwischen der sportwetten.de GmbH und der pferdewetten.de AG.

Zum 31. Dezember 2019 ergibt sich folgende Vermögens- und Kapitalstruktur

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2019 T€ Pferdewetten Sportwetten Summe Konzernumbuchungen Gesamt
Langfristiges Vermögen 8.022 37 8.059 -25 8.034
Kurzfristiges Vermögen 19,878 3.460 23.338 -3.306 20.032
Eigenkapital 20.126 -4.272 15.855 -25 15.830
Langfristige Schulden 710 0 710 0 710
Kurzfristige Schulden 6.967 7.865 14.832 -3.306 11.526
Bilanzsumme 27.803 3.593 31.397 -3.331 28.066

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2018 T€ Pferdewetten Sportwetten Summe Konzernumbuchungen Gesamt
Langfristiges Vermögen 5.768 11 5.779 -25 5.754
Kurzfristiges Vermögen 18.680 127 18.807 -3.674 15.133
Eigenkapital 17.227 -4.272 12.955 -25 12.930
Langfristige Schulden 0 0 0 0
Kurzfristige Schulden 7.732 3.899 11.631 -3.674 7.957
Bilanzsumme 24.353 233 24.586 -3.699 20.887

Das Segment Sportwetten weist Vermögenswerte in geringer Höhe auf. Aufgrund der Anlaufverluste in 2018 und 2019 ist das Eigenkapital negativ. Mit Wirkung zum 1. Januar 2019 besteht ein Ergebnisabführungsvertrag mit der pferdewetten.de AG. Die Finanzierung erfolgt über das Segment Pferdewetten.

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Entwicklung der Wettmarge 31.12.2019 31.12.2018
T€ T€
--- --- ---
Wettumsätze abzgl. Wettsteuer und Kundenbonus 245.980 214.432
Wettgewinnauszahlungen 238.199 207.580
Umsatzerlöse aus dem Wettgeschäft 7.781 6.852
Marge (Hold) in % 3,16 3,20

Segmentübergreifende Angaben

Im Geschäftsjahr hat ein Kunde 10 % (€ 2,2 Mio.) zum Konzernumsatz beigetragen. Der Umsatz entfiel vollständig auf das Segment Pferdewetten.

Umsatzerlöse werden in Höhe von € 3,7 Mio. (Vorjahr € 5,2 Mio.) mit in Deutschland ansässigen Kunden erzielt. Die verbleibenden Umsatzerlöse werden mit Kunden im Ausland, vorwiegend in Europa, generiert. Sämtliche Umsatzangaben erfolgen nach dem Wohnort des Wettkunden.

Die Zuordnung der langfristigen Vermögenswerte zu geographischen Regionen erfolgt nach dem Sitzland der jeweiligen Konzerngesellschaft, die die Vermögenswerte aktiviert hat. Danach sind die langfristigen Vermögenswerte des Konzerns bei den deutschen Gesellschaften aktiviert.

6.2. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die aus den zum Bilanzstichtag bestehenden Miet- und Leasingverträgen sowie Dienstleistungsverträgen künftig zu leistenden Zahlungen, soweit sie nicht als Nutzungsrechte klassifiziert wurden, betragen insgesamt 2.003 T€ (Vorjahr 1.733 T€). Gesellschaften des Konzerns haben diverse Operating-Leasing-Verträge, insbesondere für Büroeinrichtungen, Personenkraftfahrzeuge und Software. Die Dienstleistungsverträge betreffen Verpflichtungen gegenüber technischen Dienstleistern für das Streaming von Liveübertragungen und der Videoarchive, Verpflichtungen für Bildrechte sowie Verpflichtungen zur Erstellung der laufenden Buchhaltungen, Quartals- und Jahresabschlüsse. Die Leasingraten, Pachten und Mieten (Vorjahr 58 T€) wurden im Vorjahr gemäß IAS 17.33 in der Gewinn- und Verlustrechnung als Aufwand erfasst.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Aufwendungen, die aufgrund der Laufzeiten und Kündigungsfristen der Verträge mindestens anfallen.

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31.12.2019 31.12.2018
T€ T€
--- --- ---
Dienstleistungsverträge
Laufzeit bis 1 Jahr 1.452 734
Laufzeit 1 bis 5 Jahre 551 592
Mietverträge
Laufzeit bis 1 Jahr 0 56
Laufzeit 1 bis 5 Jahre 0 164
Leasingverträge
Laufzeit bis 1 Jahr 0 58
Laufzeit 1 bis 5 Jahre 0 128
2.003 1.733

Mit Hinblick auf die Vorjahresangaben ist zu vermerken, dass wesentliche Mietvereinbarungen in Form der Anmietung der Räumlichkeiten für das Wettcenter in München durch die pferdewetten-service.de GmbH und die Räumlichkeiten in Düsseldorf am Unternehmenssitz bestehen. Die beiden Verträge für die Mieträume am Unternehmenssitz laufen bis zum 31. Oktober 2020 (Festmietzeit). Ein Vertrag sieht für einen eine Staffelmiete in der Festmietzeit für die Nettokaltmiete vor. Eine einmalige Option zur Verlängerung besteht für beide Mietverträge für fünf Jahre. Die Option muss sechs Monate vor Ende der Festmietzeit ausgeübt werden. Für beide Verträge besteht eine Mietpreisanpassungsklausel. Demnach wird, falls und so oft sich der Verbraucherpreisindex für Deutschland gemäß den Feststellungen des Statistischen Bundesamtes erhöht oder ermäßigt, die Nettomiete verändert, ohne dass es einer besonderen Erklärung bedarf.

Der Mietvertrag für das Wettcenter in München läuft bis zum 28. Februar 2022. Das Mietverhältnis verlängert sich stillschweigend um ein Jahr, sofern es nicht zuvor mit von einer Vertragspartei mit einer Frist von drei Monaten zum Jahresende gekündigt wird. Eine einmalige Option zur Verlängerung besteht für fünf Jahre.

6.3. Aktienoptionspläne

Die pferdewetten AG hat für Mitarbeiter der Gesellschaft und ihrer Tochterunternehmen auf Basis des Beschlusses der Hauptversammlung vom 19. Juli 2011 ein Aktienoptionsprogramm mit Erfüllung aus dem bedingten Kapital 2011/​1 (sog. "Equity-settled-based transaction") aufgelegt. Die am 17. Mai 2012 gewährten Optionen (Aktienoptionsprogramm 2012) von insgesamt 360.000 Aktien wurde im Juli 2016 komplett ausgeübt. Wir verweisen auf die Tz. 3.7. Buchstabe c.

Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 20. September 2016 hat die pferdewetten AG für Mitarbeiter der Gesellschaft und ihrer Tochterunternehmen ein neues Aktienoptionsprogramm 2016 mit Erfüllung aus dem bedingten Kapital (sog. "Equity-settled-based transaction") aufgelegt. Bezugsrechte können nur an Personen ausgegeben werden, die in einem ungekündigten Anstellungsverhältnis zur Gesellschaft oder zu einem verbundenen Unternehmen stehen.

Von dem Höchstumfang auszugebender Bezugsrechte in Höhe von 197.500 Stammaktien können bis zu 44 Prozent an die Mitglieder des Vorstandes, bis zu 30 Prozent an die Geschäftsführer von verbundenen Unternehmen und bis zu 26 Prozent an Arbeitnehmer von verbundenen Unternehmen ausgegeben werden. Bezugsrechte dürfen innerhalb der Laufzeit der Ermächtigung laufend begeben werden.

Die Bezugsrechte dürfen erst nach Ablauf einer Wartezeit von vier Jahren ab der Gewährung ausgeübt werden (Sperrfrist). Die Ausübung der Bezugsrechte kann in den auf den Ablauf der Sperrfrist folgenden zwei Jahren erfolgen. Nach Ablauf des sechsten Jahres seit dem Zeitpunkt ihrer Ausgabe verfallen nicht wirksam ausgeübte Bezugsrechte ersatz- und entschädigungslos.

Die Bezugsrechte können nach Ablauf der Sperrfrist jeweils in einem Zeitraum von drei Wochen nach der Veröffentlichung des Jahresfinanzberichts, des Halbjahresberichts, der Quartalsmitteilungen oder Quartalsberichte für das erste und dritte Quartal sowie nach Abhaltung der ordentlichen Hauptversammlung ausgeübt werden (Ausübungszeiträume). Im Übrigen müssen die Berechtigten die Beschränkungen beachten, die aus allgemeinen Rechtsvorschriften, wie z. B. dem Wertpapierhandelsgesetz (Insiderrecht), folgen.

Jeweils ein Bezugsrecht berechtigt im Falle seiner Ausübung zum Erwerb einer Aktie der Gesellschaft zum Ausübungspreis. Der Ausübungspreis ist der Kurs der Aktie bei Ausgabe. Dabei ist der "Kurs der Aktie" der ungewichtete Durchschnittskurs der Schlussauktionspreise der Aktien der Gesellschaft im Xetra-Handel an der Frankfurter Wertpapierbörse der der Ausgabe vorangegangenen drei Monate. Die Bezugsrechte können nur ausgeübt werden, wenn der Kurs der Aktie bei Ausübung mindestens 120 vom Hundert des Kurses der Aktie bei Ausgabe erreicht. Dabei ist ebenfalls der gewichtete Durchschnittkurs der Schlussauktionspreise der Aktien der Gesellschaft im Xetra-Handel an der Frankfurter Wertpapierbörse der der Ausgabe vorangegangenen drei Monate maßgeblich.

Die Bezugsrechte wurden als Entgelt für Arbeitsleistungen zukünftiger Perioden gewährt. Insoweit erfolgt die Erfassung des beizulegenden Zeitwertes der insgesamt gewährten Bezugsrechte zeitanteilig über die Sperrfrist von vier Jahren. Die Aufwendungen hieraus werden als Personalaufwand erfasst. Da die gewährten Optionen zum Erwerb von Stammaktien an der pferdewetten.de AG berechtigen und nicht in bar beglichen werden, erhöht die Buchung des Personalaufwands das Eigenkapital (Rücklage für in Eigenkapital zu erfüllende Arbeitnehmervergütungen, vgl. Tz. 3.7. Buchstabe f)).

Die Optionen sind mit Hilfe des Black-Scholes-Modells zum Börsenkurs bei Begebung bewertet worden. Bei der Bewertung wurden die Ausübungshürde, die Sperrfrist und eine Fluktuation von 20% bei den Mitarbeitern berücksichtigt.

Die wesentlichen Parameter für die Optionspreisberechnung sind nachfolgend dargestellt:

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Parameter Aktienoptionsplan 2016 Aktienoptionsplan 2012
Datum der Gewährung 21.9.2016 17.5.2012
Aktienkurs zum Gewährungszeitpunkt 9,90 € 1,14 €
Ausübungspreis 8,03 € 1,11 €
Erwartete Volatilität 50,46% 50,46%
Maximale Laufzeit in Jahre * 5 4
Risikofreie Verzinsung -0,29% 1,00%
Beizulegender Zeitwert zum Gewährungszeitpunkt je Bezugsrecht 4,78 € 0,41 €

* Die maximale Laufzeit beträgt 6 Jahre (Sperrfrist und 2 Jahre Ausübungsfrist).

Die Volatilität der letzten 5 Jahre betrug 50,07%. Der Vorstand geht davon aus, dass sich die Volatilität des Aktienkurses im Laufe der Zeit wieder auf ein Niveau von ca. 50 % reduziert. Als erwartete Volatilität wurde deshalb erneut die des Aktienprogrammes 2012 verwendet. Da die Ausübung der gewährten Bezugsrechte in 2016 aus dem Aktienoptionsprogramm 2012 zeitnah nach Ablauf der Sperrfrist von 4 Jahren erfolgte, wurde eine maximale Laufzeit von 5 Jahren unterstellt.

Nachfolgend die Darstellung der Entwicklung der zu berücksichtigenden Optionen:

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2019 2018
Anzahl Durchschnitlicher Ausübungspreis Anzahl Durchschnitlicher Ausübungspreis
--- --- --- --- ---
Ausstehende Optionen zum 01.01. 197.500 8,03 197.500 8,03
Gewährt in der Periode
erfallen in der Periode
Ausgeübt in der Periode
Ausgelaufen in der Periode
Austehende Optionen 31.12. 197.500 8,03 197.500 8,03
Ausgeübte Optionen 31.12
Ausübbare Optionen 31.12.

Aktienoptionsprogramm 2016

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Gewichteter Durchschnitt der restlichen Vertragslaufzeit in Jahren: 0,7
Ausübungspreis in Euro je Aktie 8,03

6.4. Zahl der Mitarbeiter

Die durchschnittlichen Beschäftigtenzahlen des Geschäftsjahres setzen sich wie folgt zusammen:

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2019 2018
Vorstand 1 1
Geschäftsführer 2 2
Angestellte 45 36
Aushilfen 5 6
Insgesamt 53 45

6.5. Vorstand

Dem Vorstand gehörten während des Geschäftsjahres an:

Pierre Hofer, Vorstand (seit 15. Juli 2010)

Köln

Der Vertrag mit dem Vorstand Herrn Pierre Hofer hat eine Laufzeit bis zum 31. Dezember 2022.

Der Vorstand erhielt für seine Tätigkeit im Geschäftsjahr 2019 (Vorjahreswerte in Klammern) folgende Bezüge:

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Fest Vergütung Ergebnisbezogene Vergütung Komponenten Anreiz mit langfristiger zWirkung Geldwerte Vorteile aus Sachbezügen bzw. Car Allowance Gesamt
Gehalt Tantieme Aktienoptionen Zeitwert Sachbezug
--- --- --- --- --- --- ---
Stück
--- --- --- --- --- --- ---
Pierre Hofer 321.751,68 30.000,00 0,00 0,00 23.919,84 375.671,52
(320.000,00) (55.000,00) (0,00) (0,00) (17.135,49) (392.135,49)

Die auf das Geschäftsjahr 2019 entfallende Tantieme für den Vorstand Herrn Hofer in Höhe von 30 T€ (Vorjahr 55 T€) wird nach Feststellung des Jahresabschlusses in Höhe von 30 T€ (Vorjahr 30 T€) zur Zahlung fällig.

Im Rahmen der am 17. Mai 2012 gewährten Aktienoptionen an die Mitarbeiter der pferde- wetten.de AG und deren Tochtergesellschaften (Aktienoptionsprogramm 2012) wurden dem Vorstand insgesamt 165.000 Bezugsrechte gewährt, welche im Juli 2016 in voller Höhe ausgeübt wurden. Am 21. September 2016 wurden 86.900 neue Bezugsrechte (Aktienoptionsprogramm 2016) gewährt. Diese gewährten Bezugsrechte bleiben für jedes volle Jahr der Sperrfrist, das im Zeitpunkt der Beendigung des Dienstverhältnisses verstrichen ist, jeweils zu 25 % der Optionen bestehen, sofern der Vorstand das Dienstverhältnis während der Sperrfirst kündigt oder es auf Betreiben des Vorstands zur Aufhebung des Dienstverhältnisses kommt. Sie verfallen nicht, wenn es zur Kündigung oder Aufhebung des Dienstverhältnisses durch den Vorstand aufgrund eines Kontrollwechsels kommt.

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Anzahl
Ausstehende Optionen zum 1.1.2019 86.900
Gewährte Optionen in 2019 0
Ausgeübte Optionen in 2019 0
Ausstehende Optionen zum 31.12.2019 86.900
Ausübbare Optionen zum 31.12.2019 0

Aktienoptionsprogramm 2016

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Gewichteter Durchschnitt der restlichen
Vertragslaufzeit in Jahren: 0,7
Ausübungspreis in Euro je Aktien 8,03

Der auf den Vorstand entfallende Anteil am erfassten Gesamtaufwand für die gewährten Aktienoptionen aus dem Aktienoptionsprogramm 2016 beträgt 83 T€ (Vorjahr 83 T€).

Details zu den Vergütungen gemäß § 314 Abs. 1 Nr. 6a Sätze 5 bis 8 HGB sind im zusammengefassten Konzernlagebericht, der Bestandteil des Konzernabschlusses ist, angegeben.

Dem Vorstand wurde in 2016 ein langfristiges Darlehen in Höhe von insgesamt 252.532,22 € zur Finanzierung des Gesamtausübungspreises der gewährten Bezugsrechte (165.000 Stück) im Rahmen des Aktienoptionsprogramms 2012 und der auf den geldwerten Vorteil angefallenen Steuern gewährt. Das Darlehen ist am 30. Juni und 10. September 2016 zur Auszahlung gelangt. Es hat insgesamt eine Laufzeit von 6 Jahren und wird mit 1,89 % p.a. verzinst. Die Zinserträge für das gewährte Darlehen betrugen im Berichtsjahr 5 T€ (Vorjahr

5 T€). Wird das Dienstverhältnis mit der Gesellschaft beendet und kein Dienst- oder Arbeitsverhältnis mit der Gesellschaft oder einem mit dieser im Sinne des § 15 AktG verbundenen Unternehmen fortgesetzt, ist das Darlehen zum Zeitpunkt der Beendigung nebst Zinsen fällig. Bei Verkauf der finanzierten Aktien sind die daraus resultierenden Verkaufserlöse binnen 14 Tagen in Höhe des Anteils der verkauften Aktien an der Gesamtzahl der finanzierten Aktien als Sondertilgung auf das gewährte Darlehen zu leisten. Darüber hinaus ist der Darlehensnehmer berechtigt, das Darlehen jederzeit teilweise oder vollständig zurückzuzahlen. Eine Vorfälligkeitsentschädigung fällt nicht an. Der Anspruch ist durch ein Pfandrecht in Höhe von 63.133 Stück der finanzierten Aktien gesichert. Bei Verkauf der finanzierten Aktien sind zunächst die nicht verpfändeten Aktien zu verkaufen. Im Falle der Insolvenz des Darlehensnehmers tritt die pferdewetten.de AG mit ihren Ansprüchen auf Rückzahlung des Darlehens hinter die Ansprüche aller sonstigen Gläubiger des Darlehensnehmers. Das Pfandrecht gilt nicht im Falle der Insolvenz des Darlehensnehmers.

6.6. Aufsichtsrat

Mitglieder des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr waren:

Markus A. Knoss (seit 22. August 2014) Betriebswirt, Ludwigsburg

Manager Corporate Trading & Corporate Sales der Bank M - Repräsentanz der biw Bank für Investments und Wertpapiere AG, Frankfurt am Main

-Vorsitzender-

Sergey Lychak (seit 18. Juni 2013) CFA, CIIA, MMgt, Eidg. dipl. Finanzanalytiker und Vermögensverwalter, Zürich/​Schweiz

-Stellvertreter-

Lars-Wilhelm Baumgarten (seit 20. September 2016), Diplom-Jurist, Bad Harzburg Geschäftsführer der baumgarten sports & more GmbH, Göttingen

Jochen Dickinger (seit 3. November 2016), Ingenieur, Gramastetten/​Österreich

Für das Geschäftsjahr 2019 wurde für die Mitglieder des Aufsichtsrats eine Vergütung in Höhe von insgesamt 39 T€ (Vorjahr 30 T€) erfasst.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats haben darüber hinaus folgende Mandate in anderen Aufsichtsräten bzw. vergleichbaren Kontrollgremien im Sinne des § 125 Abs. 1 Satz 5 AktG:

Jochen Dickinger:

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Mitglied des Aufsichtsrates der Athos AG, Linz/​Österreich

6.7. Bestände an Aktien und Aktienoptionen der Organmitglieder

Zum 31. Dezember 2019 waren Vorstand, Mitglieder des Aufsichtsrats und die Mitglieder des Managements der Gesellschaft wie folgt beteiligt:

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Aktien 31.12.2019 Optionen 31.12.2019 Aktien 31.12.2018 Optionen 31.12.2018
Vorstand
Pierre Hofer 186.333 86.900 186.333 86.900
Aufsichtsrat
Markus A. Knoss 1.666 keine 1.666 keine
Sergey Lychak 70.731 keine 70.731 keine
Lars-Wilhelm Baumgarten 201.818 keine 201.818 keine
Jochen Dickinger 230.386 keine 230.386 keine

6.8. Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Nach dem Bilanzstichtag wurde eine Reihe von Sportveranstaltungen im Zusammenhang mit Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus COVID 19 abgesagt. Nach anfänglichen Versuchen, die Sport- und vor allem Pferderennveranstaltungen ohne Zuschauer durchzuführen, finden nun immer weniger Veranstaltungen statt, auf denen Wetten angenommen werden können. Auch eine Einschätzung, wie lange diese schwierige Situation anhalten wird, können heute selbst Experten nicht voraussagen. Sofern die weitere Verbreitung des Virus COVID 19 zu einer Absage aller Sportveranstaltungen und insbesondere von Pferderenn-Veranstaltungen weltweit über einen längeren Zeitraum führt, könnte dies eine noch weiterreichende negative Auswirkung auf die Prognose für die pferdewetten.de AG und den pferdewetten Konzern haben. In diesem Fall wäre mit einer deutlichen Verschlechterung der prognostizierten Finanzkennzahlen zu rechnen.

6.9. Risikomanagement und Angaben zum Kapitalmanagement

Risikomanagement

Der Konzern pferdewetten AG unterliegt im Rahmen seiner Geschäftstätigkeit unterschiedlichen Risiken des Marktes, rechtlichen und regulatorischen Risiken oder beispielsweise technologischen Risiken. Die wesentlichen Risiken der künftigen Entwicklung sind im Lagebericht angegeben. Die möglichen Auswirkungen von Risiken werden im Rahmen des Risikomanagements als Bestandteil des periodischen Berichtswesens analysiert und bewertet. Weiterer Bestandteil des Risikomanagements ist das Erfordernis einer Genehmigung durch den Aufsichtsrat für bestimmte Maßnahmen.

Die Risiken aus Wechselkursveränderungen werden als geringfügig eingestuft. Im operativen Bereich werden Transaktionen fast ausschließlich in Euro abgerechnet und Fremdwährungstransaktionen innerhalb einer so kurzen Zeitspanne abgewickelt, die - auch aufgrund des Volumens dieser Transaktionen - lediglich ein geringfügiges Risiko enthalten.

Zinsrisiken werden ebenfalls als geringfügig eingestuft, weil Darlehen entweder mit festen Zinsvereinbarungen abgeschlossen worden sind oder aufgrund ihrer geringen Restlaufzeit nur Risiken von untergeordneter Bedeutung aus der Veränderungen des Zinssatzes erfahren können.

Durch die erfolgte Investition von finanziellen Mitteln in Kapitalmarktpapiere in Höhe von insgesamt 3.430 T€ ist der Konzern auch Marktpreisänderungsrisiken (Aktienkurse) ausgesetzt. Diese können sich auf die Bewertung der unter den kurzfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesenen Kapitalmarktpapiere (Anteile an Investmentfonds und Rentenfonds, Zertifikate, Anleihen) auswirken. In Höhe von ca. 37,18 % des bilanzierten Betrages betreffen die Papiere Anteile an Fonds (Rentenfonds, Mischfonds, Investmentfonds) mit breiter Risikostreuung, in Höhe von ca. 49 % fest verzinsliche Anleihen und in Höhe von 14% Aktien. Ausgehend von der Fondsstruktur und der Performance des jeweiligen Fonds in 2019 wird das Preisänderungsrisiko als gering eingestuft. Für den Fonds selbst können abhängig von deren Anlagestrategie Kreditrisiken, Liquiditätsrisiken, Währungsrisiken, Kontrahentenrisiken, Risiken aus dem Derivateneinsatz, operationelle Risiken und Verwahrrisiken von Bedeutung sein. Für Anleihen können grundsätzlich Ausfall-, Zinsänderungs-, Inflations- und Währungsrisiken bestehen. Da ausschließlich in weit verbreitete Anleihen in Euro mit einer hohen Bonität investiert wurde, werden die Risiken als sehr gering eingestuft. Ebenso kann jeder Fonds und jede Anleihe politischen und wirtschaftlichen Risiken unterliegen. So kann jede Verschlechterung der wirtschaftlichen Entwicklung der Eurozone die Wertentwicklung und Volatilität der Fonds und Anleihen beeinträchtigen. Ziel der Investitionen ist eine sicherheitsorientierte kurzfristige Anlage von frei verfügbaren überschüssigen finanziellen Mitteln in alternative Anlageformen mit einer mittelfristig erwarteten positiven Rendite aufgrund des aktuellen Niedrigzinsumfeldes. Die Entscheidung zur Anlage von frei verfügbaren finanziellen Mitteln erfolgt durch den Vorstand der pferdewetten.de AG auf Basis der aktuellen Liquiditätslage des Konzerns. Bei einer Veränderung des Börsenkurses um +5 % bzw. -5 % im Vergleich zum Börsenkurs der Fonds am 31. Dezember 2019 würde sich eine Aufwertung um 90 T€ bzw. eine Abwertung von 38 T€ ergeben.

Aus dem operativen Risiko, dass aufgrund von unausgewogener Gewinnentwicklungen bei den Buchmacherwetten Kunden signifikante Gewinne erzielen werden, können sich ebenso Liquiditätsrisiken ergeben. Diesen begegnet der Konzern mit entsprechenden Limitierungen in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen sowie mit einem Risikomanagement, bei dem die Relation der Wetteinsätze und potenziellen Gewinnauszahlungen überwacht und gesteuert wird.

Risiken bezüglich des Zahlungsausfalls von wesentlichen Forderungen werden fortlaufend überwacht und gesteuert. Das maximale Risiko für Zahlungsausfälle wird in der Bilanz anhand der zum Buchwert angesetzten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen finanziellen Vermögenswerte abgebildet. Darüber hinaus bestehen umfangreiche Sicherungsrechte in Bezug auf die gewährten Darlehen an die Mitarbeiter der Gesellschaft von insgesamt 426 T€, die unter den langfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesen werden. Insoweit sind die Darlehensforderungen ausreichend besichert.

Risiken etwaiger Liquiditätsengpässe werden mittels periodischen Liquiditätsplanungen überwacht.

Kapitalmanagement

Das Kapitalmanagement soll den Konzern in die Lage versetzen, eine positive Cashflow-Entwicklung zu erzielen und die Finanzierung des operativen Geschäfts zu gewährleisten. Gemanagt wird ein Eigenkapital von 15.830 T€ per 31. Dezember 2019 (Vorjahr 12.930 T€) bei einer Eigenkapitalquote von 56 % (Vorjahr 62 %). Ziel des Kapitalmanagements ist die finanzielle Substanzerhaltung und -erweiterung. Dies erfolgt unter der Maßgabe, dass Chancen bei der Erschließung von Märkten und neuen Produkten genutzt werden können und sollen. Einsparungspotenziale werden permanent untersucht und entsprechende Aktivitäten nach abgeschlossener Prüfung umgesetzt. Insgesamt soll das Kapitalmanagement den Konzern in die Lage versetzen, eine positive Geschäftsentwicklung zu erreichen.

Liquiditätsmanagement

Die Liquiditätslage des Konzerns wird laufend überwacht und stetig in einen konkreten Liquiditätsplan aller erwarteten zukünftigen Ein- und Auszahlungen überführt. Zum Abschlussstichtag verfügt der Konzern über frei investierbare liquide Mittel in Höhe von 11.393 T€ (unter der Berücksichtigung von kurzfristigen Kreditkartenverbindlichkeiten von insgesamt 4 T€). Damit hat sich die Liquiditätssituation im Vergleich zum Vorjahr mit damals frei investierbaren Mitteln in Höhe von 8.313 T€ um 3.080T€ erhöht.

Der aufgestellte Liquiditätsplan weist über einen 12-Monatszeitraum ab dem Stichtag der Abschlussaufstellung jederzeit Zahlungsmittelüberschüsse aus, so dass die Unternehmensfortführung der pferdewetten.de AG und des Konzerns gesichert ist.

6.10. Honorar der Abschlussprüfung

Als Honorar für die Abschlussprüfung wurde im Geschäftsjahr 2019 ein Aufwand von insgesamt 139 T€ (Vorjahr: 103 T€) erfasst und entfällt ausschließlich auf die Jahres- und Konzernabschlussprüfung der pferdewetten.de AG. In Höhe von 14 T€ entfiel dieser Aufwand auf die Abschlussprüfung des Jahres 2018

Durch die Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft wurden keine weiteren Bestätigungsleistungen, Steuerberatungsleistungen oder sonstigen Leistungen erbracht.

6.11. Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Hinsichtlich der Kreditgewährung an den Vorstand der pferdewetten.de AG verweisen wir auf die Erläuterungen unter Tz. 6.5.

Sämtliche Vergütungen des Aufsichtsrats sind kurzfristig fällig. Bezüglich der Fälligkeit der Vergütungen des Vorstands verweisen wir auf die Darstellung unter Tz. 6.5. Gesonderte Leistungen aus Anlass der Beendigung von Vorstandsverhältnissen sowie Leistungen nach Beendigung des Vorstandsverhältnisses liegen nicht vor.

Sonstige Dienstleistungen gegenüber anderen nahestehenden Personen wurden weder erbracht noch bezogen.

Es wurden keine Wertberichtigungen für Forderungen gegen nahestehende Unternehmen oder Personen im aktuellen oder vorherigen Geschäftsjahr vorgenommen.

6.12. Entsprechenserklärung nach § 161 AktG

Eine nach § 161 AktG geforderte Entsprechenserklärung zum deutschen Corporate Governance Codex wurde von Vorstand und Aufsichtsrat abgegeben und auf der Homepage der pferdewetten.de AG (www.pferdewetten.ag) öffentlich zugänglich gemacht.

Düsseldorf, den 25. März 2020

Pierre Hofer, Vorstand

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die pferdewetten.de AG, Düsseldorf

VERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES KONZERNABSCHLUSSES UND DES ZUSAMMENGEFASSTEN LAGEBERICHTS

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der pferdewetten.de AG, Düsseldorf, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2019, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung und sonstiges Ergebnis, der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den mit dem Lagebericht des Mutterunternehmens zusammengefassten Konzernlagebericht der pferdewetten.de AG, Düsseldorf, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 geprüft. Die mit der Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB zusammengefasste Konzernerklärung zur Unternehmensführung nach § 315d HGB sowie der Corporate Governance Bericht nach Nr. 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex, auf die jeweils im zusammengefassten Lagebericht verwiesen wird, haben wir im Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

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entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2019 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019.
vermittelt der beigefügte zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser zusammengefasste Lagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum zusammengefassten Lagebericht erstreckt sich nicht auf die Inhalte der oben genannten mit der Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB zusammengefassten Konzernerklärung zur Unternehmensführung nach § 315d HGB sowie des Corporate Governance Berichts.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/​2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Konzernabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Nachfolgend stellen wir den aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalt dar:

Realisierung von Umsatzerlösen aus dem Wettgeschäft

Unsere Darstellung dieses besonders wichtigen Prüfungssachverhalts haben wir wie folgt strukturiert:

a) Sachverhaltsbeschreibung (einschließlich Verweis auf zugehörige Angaben im Konzernabschluss und im zusammengefassten Lagebericht)

b) Prüferisches Vorgehen

Realisierung von Umsatzerlösen aus dem Wettgeschäft

a) Im Konzernabschluss der pferdewetten.de AG werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Umsatzerlöse von EUR 14,4 Mio. ausgewiesen. Die Umsatzerlöse resultierten in Höhe von EUR 7,9 Mio. aus dem eigenen Wettgeschäft, in Höhe von EUR 6,5 Mio. aus der Vermittlung von Pferdewetten an Rennvereine sowie in Höhe von EUR 0,03 Mio. aus sonstigen Umsatzerlösen. Das betragsmäßig bedeutsame Wettgeschäft wird überwiegend über die eingesetzte Buchmachersoftware abgewickelt. Vor diesem Hintergrund erfordert eine zutreffende Erfassung und Abwicklung

des Wettumsatzgeschäfts eine zuverlässige Informationstechnologie. Aufgrund der betragsmäßigen Bedeutung und der vorwiegend IT-gestützten Abwicklung des Umsatzgeschäftes war dieser Sachverhalt aus unserer Sicht im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.

Die Angaben der gesetzlichen Vertreter zu den Umsatzerlösen aus dem Wettgeschäft sind in den Abschnitten "2f) Finanzinstrumente", "2I) Ertragsrealisierung", "4.1 Umsatzerlöse" sowie "6.1 Segmentberichterstattung" des Konzernanhangs enthalten.

b) Im Rahmen unserer Prüfung der Umsatzerlöse haben wir auf Konzernebene, aufbauend auf unseren Erkenntnissen aus den Vorjahresabschlussprüfungen sowie des wirtschaftlichen und rechtlichen Umfelds der Gesellschaft, die Aufbau- und Ablauforganisation des Bereichs Wettgeschäfte im Hinblick auf Angemessenheit und Wirksamkeit der eingerichteten Kontrollen geprüft. Unser risikoorientiertes Prüfungsvorgehen beinhaltet die Aufbau- und Funktionsprüfung von Kontrollen unter Einbeziehung von Spezialisten des Bereichs Risk Advisory, vor allem

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die Beurteilung des Umfelds der IT-Systeme zur Annahme und Abwicklung des Eigengeschäfts und des Vermittlungsgeschäfts,
die Beurteilung der Ordnungsmäßigkeit der ausgelagerten IT-Dienstleistungen durch entsprechende Systemprüfungen bei den Dienstleistern,
die Funktionsprüfung von automatischen Kontrollen,
das Nachvollziehen der vollständigen Erfassung der Umsatzerlöse aus dem Wettgeschäft im Hauptbuch und
die Prüfung der Zuverlässigkeit der im Rahmen der Prüfung der Umsatzerlöse verwendeten Berichte, die aus der Buchmachersoftware generiert werden.

Darüber hinaus haben wir aussagebezogene Prüfungshandlungen für die Umsatzerlöse aus dem Wettgeschäft in Form von substanziell-analytischen Prüfungshandlungen durch Bildung von Erwartungswerten und Abgleich dieser Erwartungswerte mit den gebuchten Beträgen im Konzernabschluss sowie - in Stichproben für Großkunden - Einzelfallprüfungshandlungen für die verbuchten Wetten auf Basis von Nachweisen zu den entsprechenden Wettausgängen und -quoten und Zahlungsnachweisen durchgeführt.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen:

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die mit der Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB zusammengefasste Konzernerklärung zur Unternehmensführung nach § 315d HGB, auf die im zusammengefassten Lagebericht hingewiesen wird,
den Corporate Governance Bericht nach Nr. 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex,
die Versicherung der gesetzlichen Vertreter zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht nach § 297 Abs. 2 Satz 4 bzw. § 315 Abs. 1 Satz 5 HGB und
die übrigen Teile des Geschäftsberichts, mit Ausnahme der geprüften Teile des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks.

Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Konzernabschlussprüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

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wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, zum zusammengefassten Lagebericht oder zu unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder
anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht, den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des zusammengefassten Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im zusammengefassten Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und zusammengefassten Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

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identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im zusammengefassten Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des zusammengefassten Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.
beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.
ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im zusammengefassten Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

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beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.
holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.
beurteilen wir den Einklang des zusammengefassten Lageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.
führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im zusammengefassten Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 21. Mai 2019 als Konzernabschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 21. Mai 2019 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2010 als Konzernabschlussprüfer der pferdewetten.de AG, Düsseldorf, tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

VERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFER

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Christian Dinter.

Hamburg, den 25. März 2020

Deloitte GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Christian Dinter, Wirtschaftsprüfer

Patrick Wendlandt, Wirtschaftsprüfer