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Paul Hartmann AG Interim / Quarterly Report 2021

Aug 11, 2021

5442_10-q_2021-08-11_a1577d22-545e-47ca-b0d8-947f59e32e38.pdf

Interim / Quarterly Report

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Hilft. Pflegt. Schützt.

Halbjahresbericht 2021 der HARTMANN GRUPPE

KONZERN-ZWISCHENLAGEBERICHT DER HARTMANN GRUPPE

Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Auswirkungen der Pandemie prägen Geschäftsverlauf

Der Einfluss der Corona-Pandemie auf die Geschäftsentwicklung der HARTMANN GRUPPE hat in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2021 nicht an Bedeutung verloren. Über alle Geschäftssegmente hinweg verzeichnete das Unternehmen in diesem Zeitraum Umsatzerlöse von 1.153,3 Mio. EUR. Der organische Umsatzrückgang betrug dabei -5,0 %. Werden Währungseffekte (-0,6 %) und Akquisitionen/ Desinvestitionen (-0,9 %) einbezogen, ergibt sich ein Rückgang des Gesamtumsatzes um -6,5 %. Damit setzte sich die rückläufige Umsatz- und Ergebnisentwicklung im Vergleich mit den Vorquartalen erwartungsgemäß fort.

Die Umsatzentwicklung zeigt auf der einen Seite, dass die positiven Corona-Sondereffekte im Laufe des ersten Halbjahres stark nachgelassen haben. Insbesondere die Nachfrage nach Desinfektionsprodukten und Schutzbekleidung reduzierte sich deutlich. Die negativen Effekte sind hingegen weiterhin wirksam. Während der Budget- und Kostendruck in den Gesundheitssystemen nach wie vor zunimmt, blieb die Zimmerbelegungsrate in Krankenhäusern und Pflegeheimen auf einem niedrigen Niveau. Eine leichte Erholung war lediglich durch das zuletzt verhalten steigende Operationsaufkommen und den damit verbundenen erhöhten Bedarf an Produkten für die Moderne Wundversorgung erkennbar.

Die gestiegenen Aufwendungen für Fracht und Logistik sowie Rohstoffe wirkten sich ebenfalls negativ auf die Entwicklung der Geschäftssegmente aus.

Nachfragerückgang im Infektionsmanagement und langsame Erholung im Wundmanagement

Im Segment Wundmanagement erzielte HARTMANN in den ersten sechs Monaten des Jahres Umsatzerlöse in Höhe von 234,4 Mio. EUR. Hier weisen die steigende Anzahl an Operationen und die wieder zunehmende Frequenz von Arzt- und Apothekenbesuchen auf den Beginn einer Erholung von den negativen Auswirkungen der Pandemie auf das Wundmanagement-Geschäft hin. Verglichen mit dem ersten Halbjahr 2020 verbesserte sich dadurch der Umsatz (organisch) im Segment Wundmanagement um 10,8 %. Besonders positiv hat sich der Absatz von HARTMANN-Produkten zur Modernen Wundbehandlung entwickelt. Dazu zählen unter anderem selbstklebende Wundverbände oder superabsorbierende Wundauflagen. Einen positiven Beitrag leistete auch das Geschäft mit traditionellen Verbandstoffen wie beispielsweise Fixier- und Kompressionsbinden oder Pflastern.

Im Segment Inkontinenzmanagement lagen die Umsatzerlöse im Berichtszeitraum bei 336,4 Mio. EUR. Dies entspricht einem organischen Umsatzrückgang um -3,9 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Diese Entwicklung ist vor allem auf die nur sehr langsam steigende Bettenauslastung und die damit verbundene geringe Nachfrage nach Pflegeprodukten in Krankenhäusern und Altenheimen zurückzuführen. Für Wachstumsimpulse sorgten im Segment Inkontinenzmanagement Produktlösungen für die ambulante Versorgung inkontinenter, aktiver Menschen. Dazu zählen unter anderem Produkte wie MoliCare® Elastic oder MoliCare® Mobile.

Das Segment Infektionsmanagement verzeichnete im Berichtszeitraum Umsätze in Höhe von 373,1 Mio. EUR. Dies entspricht einem organischen Umsatzrückgang um -15,3 % gegenüber dem

Vorjahreszeitraum. Der Rückgang ist zum einen auf die im Vergleich zum ersten Halbjahr 2020 gesunkene Nachfrage nach Desinfektionsprodukten und durch die aktuell hohen Lagerbestände der Kunden bei Produkten für die Händedesinfektion zurückzuführen. Zum anderen war auch die Nachfrage nach Schutzbekleidung deutlich rückläufig. Lediglich der Bereich der Untersuchungshandschuhe verzeichnete weiterhin eine sehr positive Entwicklung. Diese konnte jedoch die Entwicklung der anderen Produktgruppen des Segments nicht kompensieren.

Im Segment Weitere Konzernaktivitäten summierte sich der Umsatz auf 209,4 Mio. EUR. Dies entspricht einem organischen Umsatzrückgang von -1,7 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Auch hier machen sich die Auswirkungen der Pandemie nach wie vor negativ bemerkbar: Beispielsweise unterliegen Sportvereine und -veranstalter immer noch deutlichen Einschränkungen. Eine Folge ist der geringere Bedarf an Produkten für Sportverletzungen wie etwa den Binden von KOB. Bei CMC Consumer Medical Care führte die reduzierte Nachfrage nach Kosmetikprodukten zu nachlassenden Umsätzen. Der KNEIPP-Gruppe ist es hingegen im ersten Halbjahr 2021 sehr gut gelungen, den Trend zu einem höheren Gesundheitsbewusstsein zu bedienen.

Markt in Europa rückläufig

Insgesamt haben sich die Kundenumsätze in den Regionen Zentral-, West-, Süd- und Nordeuropa im ersten Halbjahr 2021 negativ entwickelt. In Zentraleuropa (ohne Deutschland) kam es mit -11,4 % zu einem starken organischen Umsatzrückgang. Ein leichtes organisches Umsatzplus verzeichnete lediglich die Region Osteuropa. Der Kernabsatzmarkt Deutschland trug mit seiner rückläufigen Entwicklung von -8,2 % gegenüber dem ersten Halbjahr 2020 ebenso zum Umsatzrückgang der HARTMANN GRUPPE bei. Der Inlandsanteil am Gesamtumsatz sank damit auf 33,9 %. In der Region Asien, Afrika und Ozeanien sowie in Amerika erwirtschaftete HARTMANN ein organisches Umsatzplus. Für die Gesamtumsatzentwicklung spielte dies eine untergeordnete Rolle.

Bereinigtes EBITDA mit weiter nachlassender Dynamik

Auch beim Ergebnis hat sich die rückläufige Entwicklung aus den Vorquartalen erwartungsgemäß fortgesetzt. Das bereinigte EBITDA lag zum 30. Juni 2021 bei 148,2 Mio. EUR, die bereinigte EBITDA-Rendite bei 12,8 %.

Eigenkapitalquote leicht über Vorjahreszeitraum

Die Eigenkapitalquote von HARTMANN lag Ende Juni 2021 mit 57,9 % über dem Vorjahreswert von 56,7 %. Die Reduzierung des Nettofinanzstatus im Vergleich zum Ende des Geschäftsjahres 2020 auf 17,7 Mio. EUR ist im Wesentlichen auf die Akquisition von pflege.de, die Dividendenauszahlung gemäß dem Beschluss der Hauptversammlung sowie eine höhere Kapitalbindung im Working Capital zurückzuführen.

Mitarbeiter

Stabile Beschäftigtenzahl

Zum 30. Juni 2021 beschäftigte die HARTMANN GRUPPE weltweit 10.622 Menschen. Dies entspricht in etwa dem Niveau zum Ende des Geschäftsjahres 2020. In Deutschland wuchs die Zahl der Beschäftigten in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres um 48 (+1,1 %). Der Zuwachs ist maßgeblich auf den Kauf des Online-Pflege-Portals pflege.de zurückzuführen. In den europäischen Kernmärkten außerhalb Deutschlands sank die Zahl der Beschäftigten um 67 (-1,3 %). Außerhalb Europas verzeichnete HART-MANN einen Zuwachs von 16 Mitarbeitenden (+1,7 %). Dieser basiert hauptsächlich auf der Verstärkung der Vertriebsfunktionen in China.

Ausblick

Der ungewisse Verlauf der Corona-Pandemie und deren wirtschaftliche Folgen sorgen auch in der zweiten Jahreshälfte für eine hohe Prognoseunsicherheit. HARTMANN geht von einem weiteren Rückgang der noch bestehenden positiven Sondereffekte aus und rechnet mit anhaltenden und nur langsam nachlassenden negativen Effekten. Zudem rechnet das Unternehmen mit teils stark erhöhten Fracht- und Logistikkosten sowie steigenden Rohstoffpreisen und Materialkosten. Aufgrund aktueller Berechnungen bestätigt das Unternehmen die im Geschäftsbericht 2020 veröffentlichte Prognose für das Geschäftsjahr 2021 mit einem moderaten organischen Umsatzrückgang und einem rückläufigen bereinigten EBITDA von 210 bis 260 Mio. EUR.

VERKÜRZTE KONZERNBILANZ DER HARTMANN GRUPPE

in Tausend EUR 31. Dezember 2020 30. Juni 2021
Aktiva
Langfristiges Vermögen
Sachanlagen 476.842 505.939
Immaterielle Vermögenswerte 189.331 256.518
Sonstiges langfristiges Vermögen 67.888 65.076
734.061 827.533
Kurzfristiges Vermögen
Vorräte 373.565 448.547
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 363.467 394.245
Sonstiges kurzfristiges Vermögen 259.423 123.552
996.455 966.344
Bilanzsumme Aktiva 1.730.516 1.793.877
in Tausend EUR 31. Dezember 2020 30. Juni 2021
Passiva
Eigenkapital 973.330 1.038.899
Langfristige Verbindlichkeiten
Finanzielle Verbindlichkeiten 51.239 46.588
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 217.676 202.528
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 28.190 37.275
297.105 286.391
Kurzfristige Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 362.570 353.013
Finanzielle Verbindlichkeiten 33.807 48.723
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 63.704 66.851
460.081 468.587
Bilanzsumme Passiva 1.730.516 1.793.877

VERKÜRZTE KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG DER HARTMANN GRUPPE

in Tausend EUR 1. Januar - 30. Juni 2020 1. Januar - 30. Juni 2021
Umsatzerlöse 1.234.021 1.153.325
Bestandsveränderungen und andere aktivierte Eigenleistungen 37.344 38.913
Gesamtleistung 1.271.365 1.192.238
Sonstige Erträge 24.328 22.793
Materialaufwand -581.094 -503.555
Personalaufwand -298.396 -308.561
Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte -44.802 -45.116
Aufwendungen aus Wertminderungen von finanziellen Vermögenswerten -414 -215
Sonstige Aufwendungen -271.837 -264.637
Betriebsergebnis 1 99.150 92.947
Finanzergebnis -1.953 -827
Ergebnis vor Steuern 97.197 92.120
Ertragsteuern -27.134 -27.383
Konzernergebnis 70.063 64.737
davon entfallen auf:
die Aktionäre der PAUL HARTMANN AG 67.328 63.445
die nicht beherrschenden Anteile 2.735 1.292
Verwässertes und unverwässertes Ergebnis je Aktie in EUR 18,96 17,86

1 Entspricht dem EBIT der HARTMANN GRUPPE

VERKÜRZTE KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNG DER HARTMANN GRUPPE

in Tausend EUR 1. Januar - 30. Juni 2020 1. Januar - 30. Juni 2021
Konzernergebnis 70.063 64.737
Posten ohne Umgliederung in die Gewinn- und Verlustrechnung 4.961 9.648
Posten mit Umgliederung in die Gewinn- und Verlustrechnung -16.814 25.578
Gesamtergebnis 58.210 99.963
davon entfallen auf:
die Aktionäre der PAUL HARTMANN AG 55.067 99.262
die nicht beherrschenden Anteile 3.143 701

VERKÜRZTE ENTWICKLUNG DES KONZERN-EIGENKAPITALS DER HARTMANN GRUPPE

in Tausend EUR Eigenkapital der
Aktionäre der PAUL
HARTMANN AG
Nicht
beherrschende
Anteile
Gesamt
Stand 1. Januar 2020 888.483 43.921 932.404
Gesamtergebnis 55.067 3.143 58.210
Umbuchung von der Cash-Flow Hedge Rücklage in die Vorräte 2.521 0 2.521
Dividendenzahlung -24.862 -2.299 -27.161
Veränderung im Konsolidierungskreis 0 -556 -556
Stand 30. Juni 2020 921.209 44.209 965.418
Stand 1. Januar 2021 928.197 45.133 973.330
Gesamtergebnis 99.262 701 99.963
Umbuchung von der Cash-Flow Hedge Rücklage in die Vorräte -3.404 0 -3.404
Dividendenzahlung -28.414 -2.576 -30.990
Stand 30. Juni 2021 995.641 43.258 1.038.899

VERKÜRZTE KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG DER HARTMANN GRUPPE

in Tausend EUR 1. Januar -
30. Juni 2020
1. Januar -
30. Juni 2021
Mittelzufluss/-abfluss aus betrieblicher Tätigkeit (operativer Cash-Flow) 71.201 -7.521
Mittelzufluss/-abfluss aus der Investitionstätigkeit -36.586 -112.610
Free-Cash-Flow 34.615 -120.131
Mittelzufluss/-abfluss aus der Finanzierungstätigkeit -25.374 -29.677
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestands 9.241 -149.808
Entwicklung des Finanzmittelbestands
Finanzmittelbestand am Anfang der Periode 115.130 254.259
Wechselkursbedingte Wertänderungen des Finanzmittelbestands -2.651 1.234
Umgliederungen aus zur Veräußerung bestimmten Vermögenswerten 466 0
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestands 9.241 -149.808
Finanzmittelbestand am Ende der Periode 122.186 105.685

AUSGEWÄHLTE KONZERN-ANHANGANGABEN DER HARTMANN GRUPPE

Allgemeine Angaben

Die PAUL HARTMANN AG ist im Handelsregister beim Amtsgericht Ulm unter der Nr. HRB 661090 eingetragen. Sitz der Gesellschaft ist die Paul-Hartmann-Straße 12 in 89522 Heidenheim, Deutschland. Die Satzung besteht in der Fassung vom 16. Juni 2020. Die Firma der Gesellschaft lautet PAUL HARTMANN AG. Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr. Gegenstand des Unternehmens sind die Herstellung und/oder der Vertrieb von Produkten, die mit den Bereichen Gesundheit und Wohlbefinden im weitesten Sinne im Zusammenhang stehen, sowie das Erbringen von Dienstleistungen im Sozial- und Gesundheitswesen, ausgenommen solchen, die nur durch zugelassene Personen erbracht werden dürfen.

Der Halbjahresbericht der PAUL HARTMANN AG, wurde nach den in der Europäischen Gemeinschaft ratifizierten International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB) aufgestellt. Er wurde weder geprüft noch einer prüferischen Durchsicht durch einen Abschlussprüfer unterzogen.

Die Erstellung des Halbjahresberichts erfordert Schätzungen und Annahmen, die die Beträge der Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten zum Bilanzstichtag sowie die Erträge und Aufwendungen des Geschäftsjahres beeinflussen.

Hauptanwendungsbereiche für Annahmen und Schätzungen liegen in der Festlegung der Nutzungsdauer von Vermögenswerten des Anlagevermögens, der Ermittlung der Werthaltigkeit nicht finanzieller Vermögenswerte, der Bestimmung des Fair Value bei einigen Finanzinstrumenten sowie der Bildung von Rückstellungen für Rechtsverfahren, Pensionen und anderen Leistungszusagen, Steuern, Gewährleistungen und Garantien.

Die von Annahmen und Schätzungen betroffenen Parameter umfassen vor allem die bei der Anwendung von Barwertmethoden verwendeten zukünftigen Cash-Flows und Abzinsungssätzen. Bei der Bewertung von Ertragsteuerforderungen und -verbindlichkeiten besteht außerdem Unsicherheit in Bezug auf den Eintrittszeitpunkt und die Höhe des zu versteuernden Einkommens. Im Bereich der Rückstellungen werden Annahmen zur Bestimmung von Abzinsungssätzen, künftiger Lohn- und Gehaltssteigerungen, der Sterblichkeitsrate und Rentensteigerungen sowie der Fluktuationsrate getroffen.

Obwohl diese Schätzungen und Annahmen mit größter Sorgfalt auf Basis aller verfügbaren Informationen vorgenommen beziehungsweise getroffen wurden, können die tatsächlichen Ergebnisse davon abweichen.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Dem vorliegenden Halbjahresbericht zum 30. Juni 2021 liegen, mit Ausnahme der im folgenden Abschnitt beschriebenen Änderungen durch die Anwendung geänderter Rechnungslegungsstandards, die gleichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zugrunde wie dem Konzernabschluss zum 31. Dezember 2020.

Auswirkungen von neuen und geänderten Rechnungslegungsstandards

Zum ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2021 traten einige Änderungen an Rechnungslegungsstandards in Kraft. Keine der geänderten Rechnungslegungsvorschriften hatte einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der HARTMANN GRUPPE.

Sonstige Erläuterungen

Zusätzliche Angaben zu den Finanzinstrumenten

Gemäß IFRS 13.93 sind die zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten den drei Stufen der Fair-Value-Hierarchie zuzuordnen. Dabei sind die einzelnen Stufen der Fair-Value-Hierarchie wie folgt definiert:

Stufe 1: Bewertung anhand von notierten Marktpreisen aus aktiven Märkten für gleichartige Finanzinstrumente.

Stufe 2: Bewertung auf Basis von Inputfaktoren, bei denen es sich nicht um die in Stufe 1 berücksichtigten Marktpreise aus aktiven Märkten handelt, die aber entweder direkt (das heißt als Preis) oder indirekt (das heißt in Ableitung von Preisen) beobachtbar sind.

Stufe 3: Bewertung auf Basis von Modellen, denen nicht am Markt beobachtbare Inputdaten zugrunde liegen.

Wenn Umstände eintreten, die eine andere Einstufung erfordern, werden diese halbjährlich umgegliedert. Es gab weder im Vorjahr noch im aktuellen Jahr Transfers von Finanzinstrumenten zwischen den einzelnen Stufen. Für die Erläuterung zur Ermittlung des Fair Value verweisen wir auf den Geschäftsbericht 2020 der HARTMANN GRUPPE. Diesbezüglich haben sich im ersten Halbjahr 2021 keine Änderungen ergeben.

Die Rohstoffabsicherung in der HARTMANN GRUPPE erfolgt auf illiquiden Märkten. Sowohl die Grundgeschäfte als auch die Sicherungsgeschäfte basieren auf Indizes ohne beobachtbare Forwardkurven. Daher erfolgt eine Kategorisierung in Stufe 3. Für die Bewertung der Sicherungsgeschäfte werden die zukünftigen Zahlungsströme mithilfe einer flachen Forwardkurve ermittelt und mit der währungs- und laufzeitadäquaten Zinskurve diskontiert.

In der folgenden Tabelle sind die zum Fair Value bemessenen finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zum 30. Juni 2020 nach Bewertungsstufen gegliedert:

in Tausend EUR

zum Fair Value bewertet / bemessen Fair Value
Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Gesamt
Aktiva
Finanzielle Vermögenswerte
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
- Verzinsliche Ausleihungen und Wertpapiere 62 62
- Sonstige Forderungen 9.863 9.863
Zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen
durch die GuV bewertet
- Beteiligungen 9 9
- Verzinsliche Ausleihungen und Wertpapiere 193 193
- Derivate ohne Hedge Accounting 321 321
Derivate mit Hedge Accounting 1.271 277 1.548
Passiva
Finanzielle Verbindlichkeiten
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
- Sonstige verzinsliche Verbindlichkeiten 4.856 4.856
- Sonstige Verbindlichkeiten 405 405
Zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen
durch die GuV bewertet
- Derivate ohne Hedge Accounting 40 40
Derivate mit Hedge Accounting 10.673 914 11.587

zum 30. Juni 2021:

in Tausend EUR

zum Fair Value bewertet / bemessen Fair Value
Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Gesamt
Aktiva
Finanzielle Vermögenswerte
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
- Verzinsliche Ausleihungen und Wertpapiere 59 59
- Sonstige Forderungen 8.163 8.163
Zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen
durch die GuV bewertet
- Beteiligungen 9 9
- Verzinsliche Ausleihungen und Wertpapiere 193 193
- Derivate ohne Hedge Accounting 14 14
Derivate mit Hedge Accounting 2.981 14.109 17.090
Passiva
Finanzielle Verbindlichkeiten
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
- Sonstige verzinsliche Verbindlichkeiten 3.220 3.220
- Sonstige Verbindlichkeiten 595 595
Zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen
durch die GuV bewertet
- Derivate ohne Hedge Accounting 449 449
Derivate mit Hedge Accounting 2.943 2.943

Die folgende Tabelle zeigt die Veränderung der Instrumente in Stufe 3 für das am 30. Juni beendete Halbjahr:

in Tausend EUR 1. Januar -
30. Juni 2020
1. Januar -
30. Juni 2021
Positive Fair Values derivativer Finanzinstrumente der Stufe 3 zum 1. Januar 0 277
Im operativen Ergebnis erfasste Gewinne (+) und Verluste (-) 0 0
Im Eigenkapital erfasste Gewinne (+) und Verluste (-) 0 18.624
Erhaltene Ausgleichszahlungen 0 -4.792
Positive Fair Values derivativer Finanzinstrumente der Stufe 3 zum 30. Juni 0 14.109
Im operativen Ergebnis erfasste Gewinne (+) und Verluste (-) derivativer Finanzinstrumente der Stufe 3,
die zum 30. Juni noch im Bestand sind
0 0
Negative Fair Values derivativer Finanzinstrumente der Stufe 3 zum 1. Januar -4.012 -914
Im operativen Ergebnis erfasste Gewinne (+) und Verluste (-) 0 0
Im Eigenkapital erfasste Gewinne (+) und Verluste (-) -5.284 905
Geleistete Ausgleichszahlungen 3.556 9
Negative Fair Values derivativer Finanzinstrumente der Stufe 3 zum 30. Juni 0
Im operativen Ergebnis erfasste Gewinne (+) und Verluste (-) derivativer Finanzinstrumente der Stufe 3,
die zum 30. Juni noch im Bestand sind
0 0

Umsatzerlöse

Die folgende Tabelle zeigt die Aufgliederung von Umsatzerlösen aus Verträgen mit Kunden nach Sitz des Kunden und Segmenten zum 30. Juni 2020:

in Tausend EUR Wund
management
Inkontinenz
management
Infektions
management
Weitere
Konzern
aktivitäten
Gesamt
Zentraleuropa 66.162 108.187 276.380 95.352 546.081
West-/Südeuropa 71.195 143.870 117.127 59.238 391.430
Osteuropa 45.225 37.505 29.919 31.836 144.485
Nordeuropa, Amerika 21.758 22.300 5.607 22.158 71.823
Asien, Afrika, Ozeanien 11.808 39.083 6.274 23.037 80.202
Umsatzerlöse 216.148 350.945 435.307 231.621 1.234.021

zum 30. Juni 2021:

in Tausend EUR Wund
management
Inkontinenz
management
Infektions
management
Weitere
Konzern
aktivitäten
Gesamt
Zentraleuropa 68.606 104.104 235.665 82.093 490.468
West-/Südeuropa 77.185 136.034 91.463 61.467 366.149
Osteuropa 47.597 35.654 28.896 24.791 136.938
Nordeuropa, Amerika 24.573 19.133 9.992 16.543 70.241
Asien, Afrika, Ozeanien 16.413 41.521 7.076 24.520 89.530
Umsatzerlöse 234.374 336.445 373.092 209.414 1.153.325

Veränderungen im Konsolidierungskreis sowie Unternehmenszusammenschlüsse

Zum 30. Juni 2021 wurden in den Konzernabschluss neben der PAUL HARTMANN AG 18 (31. Dezember 2020: 17) inländische und 63 (31. Dezember 2020: 64) ausländische Tochterunternehmen einbezogen. Weitere zwei Gesellschaften wurden nach der Equity-Methode bewertet.

Mit Wirkung zum 22. Januar 2021 hat die HARTMANN GRUPPE im Rahmen eines Share Deals 100% der Anteile an der web care LBJ GmbH (im Folgenden pflege.de) mit Sitz in Hamburg erworben. pflege.de ist die führende deutsche Online-Plattform für Themen rund um häusliche Pflege und Wohnen im Alter. Mit dem Erwerb setzt HARTMANN einen weiteren wichtigen Schritt in seinem Transformationsprogramm, um das Unternehmen auf ein nachhaltiges und profitables Wachstum auszurichten. Der vorläufige Kaufpreis in Höhe von 63,3 Mio. EUR wurde mittels liquider Mittel beglichen. Vereinbarungen zu bedingten Gegenleistungen können zu einem weiteren Anstieg des Kaufpreises im mittleren einstelligen Millionenbetrag führen. Im Rahmen der vorläufigen Kaufpreisallokation betragen die erworbenen Vermögenswerte 32,5 Mio. EUR und beinhalten unter anderem marken- und technologiebezogene Vermögenswerte sowie Kundenbeziehungen in Summe von 21,8 Mio. EUR. Die erworbenen Verbindlichkeiten betragen 13,1 Mio. EUR.

Der Goodwill ist steuerlich nicht abzugsfähig. Der bilanzierte Goodwill umfasst im Wesentlichen die erwarteten positiven Synergien sowie die Erfahrungswerte der Mitarbeiter von pflege.de.

Die Gesellschaft erzielte seit dem Erwerbszeitpunkt Umsatzerlöse in Höhe von 14,0 Mio. EUR und ein bereinigtes EBITDA in Höhe von 3,3 Mio. EUR. Wenn pflege.de bereits zum 1. Januar 2021 erworben worden wäre, würden sich aufgrund der Nähe des Erwerbszeitpunkts zum Beginn des Berichtszeitraums keine wesentlichen Änderungen zu den oben genannten Aussagen ergeben.

Darüber hinaus erfolgten im Berichtszeitraum Neugründungen und Verschmelzungen von Gesellschaften sowie die Liquidation einer Gesellschaft, welche für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von untergeordneter Bedeutung sind.

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Bis zum 10. August 2021 ergaben sich keine Ereignisse oder Entwicklungen, die zu einer wesentlichen Änderung des Ausweises oder Wertansatzes der einzelnen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zum 30. Juni 2021 geführt hätten.

Transaktionen mit nahestehenden Personen und Unternehmen

Bezüglich der Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Personen und Unternehmen verweisen wir auf den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2020. Es haben sich bis zum 30. Juni 2021 keine wesentlichen Änderungen ergeben.

PAUL HARTMANN AG

Ihre Ansprechpartner bei HARTMANN

Investor Relations

Monika Faber Telefon +49 7321 36-1105 Telefax +49 7321 36-3606 E-Mail: [email protected]

External Communications

Jeremy Whittaker Telefon +49 7321 36-1380 Telefax +49 7321 36-3678 E-Mail: [email protected]