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Paul Hartmann AG Annual Report 2016

Mar 28, 2017

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Annual Report

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Gesundheit ist unser Antrieb Going further for health

Geschäftsbericht 2014 der HARTMANN GRUPPE 2016 der

Die HARTMANN GRUPPE

HARTMANN ist ein international führender Hersteller von Medizin- und Pflegeprodukten. In einer Welt, in der das Thema Gesundheit immer umfassender thematisiert und professioneller gehandhabt wird, bieten wir unseren Kunden einfach anzuwendende und effiziente Lösungen zum Wohl der Patienten. Dies bringen wir mit unserem Markenversprechen "Going further for health" zum Ausdruck. Den Kern unseres Portfolios bilden professionelle Systemangebote für Wundbehandlung, Inkontinenzhygiene und Infektionsprophylaxe, ergänzt durch konsumentennahe medizinische Sortimente sowie Pflege- und Kosmetikprodukte.

Die Jahre 2012 bis 2016 im Überblick

Inhalt

An unsere Aktionäre

Vorwort des Vorstands ________ 2
Bericht des Aufsichtsrats _______ 6
Aufsichtsrat, Vorstand, Beirat im Überblick ____ 9
Vorstand der PAUL HARTMANN AG _________ 10
HARTMANN-Aktie ___________ 12

Lagebericht der HARTMANN GRUPPE

Grundlagen des Konzerns ___________ 14
Wirtschaftliche Rahmenbedingungen _______ 17
Ertragslage ___________ 19
Finanzlage ___________ 24
Vermögenslage _______ 26
Mitarbeiter ___________ 28
Nachhaltigkeit ________ 30
Chancen- und Risikobericht _________ 32
Prognosebericht _______ 35

Konzernabschluss

Konzernbilanz _________ 38
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ______ 40
Konzern-Gesamtergebnisrechnung __________ 41
Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals ______ 42
Konzern-Kapitalflussrechnung ________ 44
Konzernanhang ________ 45
Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers _________ 93

Weitere Informationen

Standorte weltweit __________ 94
Ansprechpartner, Finanzkalender, Impressum _______ 96

2016 war ein Jahr der Überraschungen auf politischer Bühne, blicken wir auf den Brexit und die US-Präsidentschaftswahl. Es war auch ein Jahr, in dem die überwunden geglaubte Abschottung von Grenzen wieder salonfähig wurde. Wir richten unsere Unternehmensstrategie auch künftig an der Überzeugung aus, dass sich die globalen Herausforderungen im Gesundheitsmarkt nur durch gemeinsame Anstrengungen über Grenzen hinweg bewältigen lassen.

2016 war deshalb zugleich ein Jahr, in dem wir unser Markenversprechen "Gesundheit ist unser Antrieb" Tag für Tag mehr mit Leben gefüllt haben – mit Ideenreichtum, kosteneffizientem Handeln und einem kontinuierlichen Dialog zwischen Führungskräften und Mitarbeitern. Denn unsere Ziele bleiben bestehen: HARTMANN will in seinen Märkten weltweit eine führende Rolle einnehmen. Mit der konsequenten Fortführung unserer strategischen Neuausrichtung haben wir auch dieses Jahr den positiven, kontinuierlichen Wandel des Unternehmens weiter vorangetrieben.

Die Herausforderungen im globalen Gesundheitsmarkt blieben 2016 bestehen. Durch den demografischen Wandel und eine Zunahme von chronischen Krankheiten, wie Diabetes, erhöht sich die Anzahl der pflegebedürftigen Menschen. Allein in Deutschland leben fast drei Millionen Menschen, die gepflegt werden müssen. Rund 50 Millionen Menschen in der EU leiden an chronischen Erkrankungen. Dadurch kommen auf die Gesundheitssysteme in der EU Kosten in Höhe von 115 Mrd. Euro zu – jedes Jahr. Gleichzeitig steigt der Bedarf an Ärzten und Pflegekräften – schon heute ist hier ein Mangel zu verzeichnen, der durch den gleichzeitigen Anstieg der Zahl pflegebedürftiger Menschen noch größer werden wird. Wegen fehlender Ressourcen ist dennoch allenfalls von gleichbleibenden oder sogar sinkenden Budgets in den Gesundheitssystemen auszugehen.

Insgesamt erzeugen diese Entwicklungen einen steigenden Preisdruck in den Gesundheitsmärkten. Einfache Lösungen, die nur auf singuläre Problemstellungen einzahlen, sind kaum mehr zielführend. Daher verfolgt HARTMANN einen Ansatz, der Gesundheit ganzheitlich betrachtet und den direkten praktischen Nutzen für die Patienten und das handelnde medizinische Personal in den Vordergrund stellt. Dies ist fest verankert in der Strategie des Unternehmens. Es ist die Nähe zu den Anwendern und Verbrauchern, die langfristig erfolgreiche und innovative Gesundheitskonzepte ermöglicht. Dabei liegt unser Schwerpunkt nicht im Bereich von Nischen der Hightechmedizin, zu der längst nicht alle Menschen Zugang haben. Unser Fokus richtet sich auf die Entwicklung und Vermarktung von Produkten und Dienstleistungen mit einem breiten Mehrwert für eine große Zahl von Patienten und Anwendern.

Der Gesundheitssektor blickt bei Innovationen derzeit auf Erfindungen, die bahnbrechende Veränderungen versprechen. Die Digitalisierung wird von vielen Unternehmen als Mittel angesehen, welches alle Herausforderungen umfassend löst. Auch HARTMANN geht den Weg der Digitalisierung – aber mit Augenmaß. Denn bei den auf den ersten Blick faszinierenden, neuen Technologien werden nicht selten zentrale Fragen vergessen: Welchen messbaren Mehrwert schaffen die Innovationen für Patienten und das Pflegepersonal? Und: Wie lassen sich Kosten nachhaltig senken? Jede

"Es ist die Nähe zu den Anwendern und Verbrauchern, die langfristig erfolgreiche und innovative Gesundheitskonzepte ermöglicht."

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unserer Innovationen soll dazu beitragen, Zeit und Kosten zu sparen, Abläufe und Produkte zu vereinfachen. Diese ermöglichen es den handelnden Personen weiterführende Aufgaben in der Patientenbetreuung zu übernehmen.

In den HARTMANN-Geschäftssegmenten wird dieser zielgerichtete Innovationsansatz bereits mit Leben gefüllt. So bietet das Segment Infektionsmanagement seit Sommer 2016 die mobile Applikation "Observe", die Klinikmitarbeiter dabei unterstützt, die Händehygiene während ihrer normalen Arbeitsabläufe ohne großen Aufwand zu überwachen. Medizinischen Fachkräften wird dadurch mehr Zeit gegeben, die Qualität und Compliance der Handhygiene in Krankenhäusern zu steigern. Im Klinikbereich wurde zudem der Relaunch des wichtigen OP-Mantel-Sortiments sehr erfolgreich durchgeführt. Hierzu zählte einerseits ein vereinfachtes Produktangebot, andererseits die Anpassung des Designs sowie wesentlicher Produkteigenschaften, die vor allen Dingen den Tragekomfort und den schnelleren Einsatz der OP-Mäntel erhöhen. Dies unterstützt die Vorbereitung von Operationen und steigert die Effizienz. Auch wurde die Materialumstellung der sterilen Abdecksysteme unter der Marke Foliodrape erfolgreich abgeschlossen.

Im Segment Wundmanagement haben wir die erfolgreiche Arbeit zur hydroaktiven Wundbehandlung (HydroTherapy) fortgeführt. Wundbehandlungen sind kostenintensiv und zeitaufwendig. Auf dem Markt sind sehr viele Produkte verfügbar, ohne dass sich immer ganz genau abgrenzen lässt, für welche spezifischen Wundformen sie geeignet sind. Wir decken mit nur zwei Wundprodukten, HydroClean und HydroTac, den größten Teil aller schwerheilenden und akuten Wundtypen ab. Die Produkte können nach einer Schulung auch von Assistenten in Praxen angelegt werden – Ärzte werden dadurch entlastet und mehr Patienten können effizient und ohne Qualitätseinbußen in der Behandlung versorgt werden. Unser Wundprodukt für den häuslichen Bereich, Dermaplast® MEDICAL, wurde erfolgreich eingeführt. Die Sonderedition Dermaplast "Ice Age – Kollision voraus!", die zum gleichnamigen Film herauskam, sorgte für guten Absatz in den Apotheken. Ebenso trugen die im April 2016 unter der Marke VEROVAL eingeführten Selbst-Tests zum Umsatzplus bei. Sie adressieren das gesteigerte Gesundheitsbewusstsein der Menschen und die Bereitschaft in das eigene Wohlsein zu investieren.

Im Segment Inkontinenzmanagement gelang mit MoliCare Mobile Elastic eine nachhaltige Innovation, die den Tragekomfort verbessert und Pflegekräfte genauso wie Pflegekosten durch das wesentlich einfachere Anlegen der Slips spürbar entlastet. Die Kundenresonanz in den Märkten, in denen MoliCare Mobile Elastic eingeführt wurde, war sehr positiv. Das Segment aktualisierte unter großer Zustimmung und guter Resonanz der Kunden weltweit das Slip-Sortiment. Ebenso verzeichneten die medizinischen Hautpflegeprodukte eine Absatzsteigerung.

"Viele unterschiedliche Sichtweisen, verschiedene kulturelle und soziale Hintergründe halten die Organisation in Bewegung und schaffen neue Ideen."

Innovationen, die für Patienten und Kunden einen echten Mehrwert bieten, kommen aus der Mitte unseres Unternehmens – von unseren Mitarbeitern. Wir unterstützen dies aktiv. Im September 2016 haben wir den "Idea Generation Contest" ins Leben gerufen. Ziel war, Ideen für eine digitale Applikation zu generieren, die uns zum einen unterstützt, unsere digitale Kompetenz auszubauen und zum anderen das Potenzial hat, Grundlage für ein Business-Modell zu werden. Mehr als 130 eingereichte Ideen belegen die Innovations- und Begeisterungsfähigkeit unserer Mitarbeiter. Die besten drei Ideen werden nun weiterverfolgt.

Eine hervorgehobene Rolle spielt dabei eine direkte und vernetzte Kommunikation. Wir setzen hier auf das bereits 2016 komplett überarbeitete Intranet "CONNECT" und dem darin integrierten internen, sozialen Netzwerk "Yammer". CONNECT ermöglicht eine direkte, schnelle und internationale Kommunikation. Teamarbeit über Ländergrenzen wird vereinfacht. Somit werden die Vorteile sozialer Netzwerke ins berufliche Umfeld transferiert und Mehrwerte für die Mitarbeiter geschaffen.

Der Wettbewerb sowie unsere internen Kommunikationsplattformen sind nur ein kleiner Teil unserer digitalen Transformation, die wir aktuell verfolgen. Digitale Initiativen können über Umsatzsteigerung oder Kostensenkung einen wichtigen Anteil am Geschäftserfolg haben und die digitale Transformation von HARTMANN insgesamt beflügeln. Zugleich verändern sie die Art und Weise, wie wir mit Kunden interagieren. Wegen der großen Bedeutung des Themas haben wir 2016 mit dem neuen Digital Competence Center eine Funktion geschaffen, welche digitale Trends, Technologien und Projekte bei HARTMANN bündelt, vernetzt und in eine einheitliche Geschäftsstrategie überführt. Aktuell entsteht ein globales Netzwerk an digitalen Experten innerhalb des Unternehmens, welche die Aktivitäten koordinieren und den Austausch sicherstellen.

Innovation gelingt nur, wenn die richtigen Mitarbeiter am richtigen Platz eingesetzt werden. Wir legen daher großen Wert darauf, Mitarbeiter so zu entwickeln, dass sie ihre Rolle optimal ausfüllen können. Unsere Unternehmenskultur folgt dem L.A.C.E.-Konzept. Die Abkürzung steht für Leadership, Accountability, Commitment und Execution (Führungsverhalten, Verantwortung, Verbindlichkeit und Umsetzung). Führungskräfte müssen strategisch denken und dies auch operativ umsetzen können. Genauso wie Menschen, die global und kooperativ zusammenarbeiten. Entscheidend dabei ist die Kommunikation mit einer Stimme, die für alle Mitarbeiter und ihre individuelle Arbeitssituation verständlich sein muss.

Vielfalt fördert Innovation. Viele unterschiedliche Sichtweisen, verschiedene kulturelle und soziale Hintergründe halten die Organisation in Bewegung und schaffen neue Ideen. Die weltweite Auswahl und Entwicklung von Talenten stellt dabei einen wesentlichen Erfolgsfaktor dar.

Im Jahr 2016 startete das erste global ausgerichtete Talent-

Entwicklungsprogramm (Talent Development Program), das verschiedene Module und Coachings umfasst. Hinzu kommen Action Learning-Projekte, bei denen reale, relevante Businessthemen durch die Potenzialträger bearbeitet werden. Um die Förderung von Nachwuchskräften zu intensivieren, wird seit Ende 2016 auch das International Graduate Program (IGP) unter dem Dach des Talent Managements geführt. Mit der Implementierung des Programms in Frankreich und Tschechien wurde die Internationalisierung weiter vorangetrieben.

Vorangebracht wurden auch der Auf- und Ausbau einer internationalen Führungskultur und eines Führungsnetzwerks. Ausgewählte Top-Führungskräfte aus unterschiedlichen Regionen, Funktionen und Partnergesellschaften erhielten die Möglichkeit, am ersten Leadership Development Program (LDP) teilzunehmen. Kerninhalte des Programms sind interaktive Workshops und intensive Lerneinheiten zu Unternehmens-, Mitarbeiter- und Selbstführung.

"Mit der konsequenten Fortführung unserer Neuausrichtung haben wir auch dieses Jahr den positiven kontinuierlichen Wandel des Unternehmens weiter vorangetrieben."

Unsere Kooperation mit der internationalen Hilfsorganisation CARE bietet Mitarbeitern weltweit die Chance, ihr persönliches Healthcare-Wissen, verbunden mit dem HARTMANN-Produktportfolio, an Orten mit einer unzureichenden Gesundheitsversorgung einzusetzen. HARTMANN entsendet jedes Jahr mindestens sechs Mitarbeiter zu Hilfsprojekten, wie im Jahr 2016 nach Bolivien und in 2017 nach Kenia. Auch solche Initiativen machen den Wert und die Wertschätzung unseres Unternehmens aus.

Die Finanz- und Ertragslage hat sich in Summe zufriedenstellend entwickelt. Die kontinuierliche strategische Weiterentwicklung unseres Unternehmens führte im Jahr 2016 zu einem Umsatzwachstum von 2,3 % gegenüber dem Vorjahr auf 1.986,5 Mio. EUR. Das EBIT verbesserte sich um 4,9 % auf 139,1 Mio. EUR, woraus ein Konzernergebnis nach Steuern von 90,1 Mio. EUR resultiert. Im Jahr 2016 ist es der HARTMANN GRUPPE darüber hinaus gelungen, die Finanzverbindlichkeiten weiter zurückzuführen und dadurch die Nettoliquidität zu erhöhen. Die Eigenkapitalquote verbesserte sich zum 31. Dezember 2016 auf 61,4 %. Damit haben wir auch unsere finanziellen Handlungsspielräume für künftiges organisches und anorganisches Wachstum erweitert. Zusammengefasst sind wir unseren Zielen, in unseren Märkten führender Anbieter zu werden, die Gesundheit der Menschen zu verbessern und einen ganzheitlichen strategischen Ansatz in der Gesundheitsversorgung voranzutreiben, einen großen Schritt näher gerückt.

Ihnen, liebe Aktionärinnen und Aktionäre, danke ich für das große Vertrauen, mit dem Sie die Entwicklung des Unternehmens auch im Geschäftsjahr 2016 begleitet haben. Durch Ihr Interesse an einer langfristigen Kapitalanlage, wie sie die HARTMANN-Aktie bietet, geben Sie uns die Chance, die Zukunft der HARTMANN GRUPPE weiter zu gestalten und das Gesundheitswesen neu zu denken.

Andreas Joehle Chief Executive Officer

Bericht des Aufsichtsrats

Fritz-Jürgen Heckmann Vorsitzender des Aufsichtsrats der PAUL HARTMANN AG

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, die globalen Gesundheitsmärkte stehen vor großen Herausforderungen. Der demografische Wandel und die Zunahme chronischer Erkrankungen, die insgesamt zu mehr Pflegebedürftigen führen, treffen auf fehlende Ressourcen auf Seiten des Pflegepersonals. Schon heute ist dieser Missstand deutlich zu erkennen. Gesundheitssysteme müssen neu gedacht und medizinische Fachkräfte besser unterstützt werden.

Daran arbeitet die HARTMANN GRUPPE – jeden Tag. Das Unternehmen vermarktet Produkte und Dienstleistungen mit einem hohen Mehrwert für Patienten und Anwender. Zu den Neuentwicklungen im Jahr 2016 gehörten unter anderem eine digitale Applikation, welche Klinikmitarbeiter in einfacher Weise in der Einhaltung von Handhygiene-Regularien unterstützt, genauso wie Inkontinenzprodukte, welche die körperliche Belastung der Pflegenden stark reduzieren. Hierfür steht HARTMANN in einem konsequenten Austausch mit seinen Kunden. Denn so schafft es das Unternehmen, sein Markenversprechen "Gesundheit ist unser Antrieb" mit Leben zu erfüllen.

In diesem Sinne wurde die strategische Neuausrichtung des Unternehmens auf dem Weg zu einem weltweit kompetenten Partner im Bereich der Gesundheitsleistungen weiter forciert.

Tätigkeitsschwerpunkte des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat hat die Geschäftsentwicklung im Geschäftsjahr 2016 aufmerksam begleitet und die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben wahrgenommen. Der Aufsichtsrat hat den Vorstand sorgfältig und regelmäßig überwacht und ihn bei wesentlichen Einzelmaßnahmen beratend begleitet. Er hat sich durch schriftliche und mündliche Berichte des Vorstands regelmäßig, zeitnah und ausführlich über die Lage des Unternehmens und über wichtige Geschäftsvorfälle unterrichten lassen. Hierzu gehörten monatliche Berichte über die Umsatz- und Ergebnisentwicklung, die Liquiditätslage sowie die Quartalsabschlüsse einschließlich der jeweiligen Plan-Ist-Abweichungen und der Vorschaurechnungen.

In Entscheidungen von wesentlicher Bedeutung war der Aufsichtsrat frühzeitig eingebunden. Alle Maßnahmen, die aufgrund gesetzlicher oder satzungsgemäßer Bestimmungen oder der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats dessen Zustimmung erforderten, wurden dem Aufsichtsrat zur Beschlussfassung vorgelegt.

Der Aufsichtsratsvorsitzende stand auch außerhalb der Aufsichtsratssitzungen mit dem Vorsitzenden des Vorstands in ständigem Dialog und ließ sich über die aktuelle Entwicklung der Geschäftslage und über wesentliche Geschäftsvorfälle unterrichten. Überdies führte der Aufsichtsratsvorsitzende Regelgespräche mit allen ordentlichen Mitgliedern des Vorstands sowie dem Chief Compliance Officer und dem Vice President Internal Audit and Risk Reduction Management der HARTMANN GRUPPE.

Der Aufsichtsrat erörterte regelmäßig die Rentabilität einzelner Geschäftssegmente sowie die Chancen und Risiken der Geschäftsentwicklung und der Finanzlage. Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den Plänen wurden dem Gremium vom Vorstand im Einzelnen erläutert. Ausführlich diskutiert wurden auch die Entwicklungen der Rohstoff- und Währungsmärkte und ihre Auswirkung auf den Geschäftsverlauf sowie die Geschäftslage und die Marktperspektiven einzelner Konzerngesellschaften. Gegenstand der Gespräche waren auch die Strategie des Geschäftssegments Wunde sowie die Strategie im Geschäftsfeld Personal Health Care.

Daneben wurden weitere Themen aus den Bereichen Compliance, Akquisitionen, Finanzen, Investitionen und Revision behandelt.

Die hochqualifizierten und motivierten Mitarbeiter bilden eine zentrale Grundlage des Erfolgs des Unternehmens. Der Aufsichtsrat hat sich deshalb unter anderem mit dem Personalkonzept und dessen Fortentwicklung befasst.

Im Rahmen einer Weiterbildung beschäftigte sich der Aufsichtsrat mit den aktuellen Entwicklungen zur Marktmissbrauchsverordnung der Europäischen Union und deren Folgepflichten für das Unternehmen und seine Gremienmitglieder.

Der Aufsichtsrat überprüfte in Abwesenheit des Vorstands die Effizienz der Aufsichtsratstätigkeit mit entsprechender Schwerpunktbildung und traf Festlegungen für die künftige Arbeit.

Auf Basis der Vorprüfung durch den Präsidialausschuss befasste er sich zudem mit der Vorstandsvergütung, insbesondere mit den variablen Bestandteilen für das Geschäftsjahr 2015 und den Vorgaben für 2016.

Die Planung für das Jahr 2017 wurde nach Erörterung mit dem Vorstand genehmigt.

Die Schwerpunkte der Tätigkeit des Prüfungsausschusses lagen in der Prüfung des Jahresabschlusses der PAUL HARTMANN AG und des Konzernabschlusses der HARTMANN GRUPPE, in der Vorbereitung der Bilanzfeststellungssitzung sowie in der Beratung des Vorstands in Fragen der Rechnungslegung, des Risikomanagementsystems und des internen Revisionssystems. Außerdem waren die Festlegung der Prüfungsschwerpunkte im Rahmen der Abschlussprüfung, die Empfehlung über die Honorarvereinbarung mit dem Abschlussprüfer und die Überwachung seiner Unabhängigkeit Gegenstand ausführlicher Beratungen. Darüber hinaus beschäftigte sich der Prüfungsausschuss mit der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses und der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems (IKS) durch den Aufsichtsrat. Überdies wurden der Risikoreduktionsbericht sowie die Ergebnisse der im Jahr 2016 durchgeführten Revisionen eingehend erörtert.

Über die Arbeit aller Ausschüsse wurde der gesamte Aufsichtsrat in der jeweils nachfolgenden Sitzung unterrichtet.

Jahres- und Konzernabschluss

Der Prüfungsausschuss hat sich zur Vorbereitung der Prüfung und Beschlussfassung durch den Aufsichtsrat in Anwesenheit des Abschlussprüfers, eingehend mit dem vom Vorstand aufgestellten und erläuterten Jahresabschluss und Lagebericht der PAUL HARTMANN AG, dem Konzernabschluss und Konzernlagebericht sowie dem Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns befasst. Die Mitglieder des Prüfungsausschusses haben den Prüfungsbericht und den Bestätigungsvermerk mit dem Abschlussprüfer diskutiert.

Der Prüfungsausschuss hat sich ferner mit dem vom Vorstand aufgestellten Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen im Geschäftsjahr 2016 (Abhängigkeitsbericht) gemäß § 312 AktG beschäftigt.

Der Abschlussprüfer berichtete in der Bilanzfeststellungssitzung über die Prüfungsschwerpunkte und die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung. Zudem erläuterte er ausführlich die Prüfungsberichte. Der Aufsichtsrat hat in dieser Sitzung auf Basis der Vorprüfung durch den Prüfungsausschuss den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss und den Lagebericht der PAUL HART-MANN AG, den Konzernabschluss und Konzernlagebericht sowie den Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns geprüft und mit dem Vorstand und dem Abschlussprüfer erörtert. Grundlagen der Prüfungen des Aufsichtsrats waren die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers, die jedem Aufsichtsratsmitglied rechtzeitig zugesandt wurden, und die Berichterstattung des Vorstands.

Die von der Hauptversammlung gewählte PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (seit 1. März 2017: PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft), Stuttgart, hat unter Einbeziehung der Buchführung den Jahresabschluss der PAUL HARTMANN AG sowie den nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellten Konzernabschluss einschließlich der Lageberichte jeweils mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen.

Der Aufsichtsrat hat ferner, auf Basis der Vorprüfung durch den Prüfungsausschuss und in Anwesenheit der Abschlussprüfer, den vom Vorstand aufgestellten und erläuterten Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen im Geschäftsjahr 2016 (Abhängigkeitsbericht) gemäß § 312 AktG geprüft und erörtert. Der Abschlussprüfer hat folgenden uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt:

"Nach unserer pflichtmäßigen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass

  1. die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind, 2. bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war."

Die Berichte des Abschlussprüfers hat der Aufsichtsrat zustimmend zur Kenntnis genommen. Nach dem abschließenden Ergebnis der Vorprüfung des Prüfungsausschusses und der eigenen Prüfung des Aufsichtsrats sind keine Einwendungen gegen das Ergebnis der Prüfung des Abschlussprüfers zu erheben. Der Aufsichtsrat hat daher den Jahresabschluss der PAUL HARTMANN AG und den Konzernabschluss auf der Bilanzfeststellungssitzung gebilligt. Der Jahresabschluss 2016 der PAUL HARTMANN AG ist damit festgestellt. Dem Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns, einschließlich der Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 7,00 EUR pro Aktie, schließt sich der Aufsichtsrat an.

Die Kontinuität in einer soliden Ausrichtung des Unternehmens zielt auch weiterhin bestmöglich auf eine Wertsteigerung der Gruppe und eine angemessene Ausschüttung ab.

Der Aufsichtsrat hat im Ergebnis seiner Prüfung den Abhängigkeitsbericht gebilligt und schließt sich ferner dem Ergebnis der Prüfung des Abhängigkeitsberichts durch den Abschlussprüfer an. Nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung hat der Aufsichtsrat auch keine Einwendungen gegen die Erklärung des Vorstands am Schluss des Abhängigkeitsberichts.

Besetzung von Aufsichtsrat und Vorstand

Zum 31. Dezember 2016 schied Herr Helmut Althammer auf eigenen Wunsch aus persönlichen Gründen als Vertreter der Anteilseigner aus dem Aufsichtsrat aus. Nach eingehender Erörterung im Nominierungsausschuss wurde auf Vorschlag des Unternehmens Frau Professor Dr. Angelika C. Bullinger-Hoffmann mit Wirkung vom 17. Januar 2017 gerichtlich zu seiner Nachfolgerin bestellt. Die PAUL HARTMANN AG dankt in besonderer Weise Herrn Althammer, der dem Aufsichtsrat seit dem 30. April 2008 angehört hatte, für seine für das Unternehmen wichtige Mitwirkung und sein persönliches Engagement. Im Übrigen blieb die Zusammensetzung des Aufsichtsrats sowie die des Vorstands im Berichtsjahr unverändert. Der Geschäftsverteilungsplan des Vorstands wurde im Zuge von organisatorischen Umgestaltungen geringfügig angepasst.

Wir danken den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Konzerngesellschaften der HARTMANN GRUPPE sowie der Unternehmensleitung für ihren persönlichen Beitrag zum erfolgreichen Geschäftsjahr 2016. Sie alle erfüllen das Versprechen des Unternehmens, Gesundheit weiter zu denken, mit Leben. Egal ob in der Produktion, in der Zentrale oder beim Kunden – die Initiative jedes Einzelnen trägt dazu bei, HARTMANN zu einem weltweit kompetenten Partner zu machen, der Gesundheit weiter vorantreibt.

Heidenheim, den 14. März 2017

Mit freundlichen Grüßen

FritzJürgen Heckmann Vorsitzender

Aufsichtsrat, Vorstand, Beirat im Überblick

Aufsichtsrat

Fritz-Jürgen Heckmann Wirtschaftsjurist Vorsitzender des Aufsichtsrats

Ralf Willeck* Erster Bevollmächtigter der IG Metall Heidenheim Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats

Helmut Althammer Geschäftsführender Gesellschafter der Althammer GmbH u. Co. KG (bis 31. Dezember 2016)

Joachim Bader* Freigestellter Konzern- und Gesamtbetriebsratsvorsitzender

Yvonne Brix* Betriebsratsmitglied der BODE Chemie GmbH

Prof. Dr. Angelika C. Bullinger-Hoffmann Professorin für Arbeitswissenschaft und Innovationsmanagement der Technischen Universität Chemnitz (ab 17. Januar 2017)

Dr. Werner Casper* Leiter Customer Solution Management

Christine Geppert* Freigestellte Betriebsratsvorsitzende der Karl Otto Braun GmbH & Co. KG

Gerhard Hirth Geschäftsführer der SCHWENK Geschäftsführungs GmbH

Horst Mund* Gewerkschaftssekretär beim Vorstand der IG Metall

Dr. Rinaldo Riguzzi früherer Chief Executive Officer und Vorsitzender des Vorstands der PAUL HARTMANN AG

Joachim E. Schielke früheres Mitglied des Vorstands der Landesbank Baden-Württemberg und früherer Vorsitzender des Vorstands der Baden-Württembergischen Bank

Eduard Schleicher Persönlich haftender Gesellschafter der SCHWENK Zement KG

Vorstand

Andreas Joehle Chief Executive Officer und Vorsitzender des Vorstands

Dr. Raymund Heinen Chief Process Officer

Michel Kuehn Chief Operations Officer

Dr. Wolfgang Neumann Chief Medical Officer

Stephan Schulz Chief Financial Officer und Arbeitsdirektor

Beirat

Fritz-Jürgen Heckmann Wirtschaftsjurist Vorsitzender des Beirats

Prof. Dr. Angelika C. Bullinger-Hoffmann Professorin für Arbeitswissenschaft und Innovationsmanagement der Technischen Universität Chemnitz (bis 31. Dezember 2016)

Wolfgang Feil früherer Hofkammerdirektor des Hauses Württemberg

Hans Kahlich früheres Vorstandsmitglied der PAUL HARTMANN AG

* Arbeitnehmervertreter

Vorstand der PAUL HARTMANN AG

Dr. Raymund Heinen – Chief Process Officer

Das Ressort des promovierten Maschinenbauingenieurs, Jahrgang 1958, vereint die Ressourcen zur Analyse und Optimierung von Geschäftsprozessen. Dazu gehören unter anderem Qualitätsmanagement sowie IT, Logistik und Einkauf. Außerdem obliegt Dr. Heinen die funktionale Steuerung der HARTMANN-Betriebe weltweit sowie die Verantwortung für die Supply Chain und KOB.

Dr. Wolfgang Neumann – Chief Medical Officer

Der promovierte Kaufmann, Jahrgang 1963, zeichnet für die medizinischen Kernsegmente von HARTMANN, Wundmanagement, Inkontinenzmanagement und Infektionsmanagement, sowie für die Emerging Markets und die BODE-Gruppe verantwortlich.

Andreas Joehle – Chief Executive Officer

Joehle, Jahrgang 1961, leitet das Unternehmen seit 1. Juli 2013. Der international erfahrene Manager war sein gesamtes Berufsleben in der Medicalbranche tätig. Sein Ziel: HARTMANN zu einem weltweit führenden Unternehmen weiterzuentwickeln.

Michel Kuehn – Chief Operations Officer

Der Wirtschaftsingenieur, Jahrgang 1954, verantwortet die Führung und die Steuerung des operativen Geschäfts der internationalen HARTMANN-Gesellschaften, das Vertriebscontrolling, die Länder- und Regionenstrategien und die operative Umsetzung der Geschäftsfeldstrategien.

Stephan Schulz – Chief Financial Officer und Arbeitsdirektor

Das Ressort des Bankkaufmanns und diplomierten Kaufmanns, Jahrgang 1965, umfasst die Bereiche Finanzen, Controlling, Human Resources, Business Development, Investor Relations sowie interne Revision und Risikomanagement. Darüber hinaus ist er operativ für die Kneipp-Gruppe und die CMC-Gruppe verantwortlich.

HARTMANN-Aktie

Kursentwicklung der HARTMANN-Aktie im Vergleich zum EURO STOXX 50

Kontinuität bei der Dividendenausschüttung

Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung am 5. Mai 2017 vorschlagen, die Dividende von 6,70 EUR auf 7,00 EUR pro Aktie zu erhöhen. Dies entspricht einer Ausschüttungssumme von 24,9 Mio. EUR, 4,5 % mehr als im Vorjahr. Damit setzt HARTMANN seine aktionärsfreundliche Dividendenpolitik fort, über die das Unternehmen seine Aktionäre bereits seit über 25 Jahren kontinuierlich am Unternehmenserfolg teilhaben lässt. In diesem Zeitraum wurde die Dividende mit durchschnittlich fast 6 % pro Jahr gesteigert.

Wie in den Vorjahren leitet sich der Dividendenvorschlag aus dem Grundsatz des Unternehmens ab, etwa ein Drittel des den Aktionären der PAUL HARTMANN AG zustehenden Konzernergebnisses als Dividende auszuMit einer geplanten Erhöhung der Dividende auf 7,00 EUR je Aktie bestätigt HARTMANN auch im Jahr 2016 seine nachhaltige Ausschüttungspolitik. Trotz des Kursrückgangs im Berichtsjahr haben die Aktionäre auf Fünfjahressicht eine durchschnittliche Wertsteigerung von 17,8 % erreicht. Dies unterstreicht die Attraktivität der HARTMANN-Aktie für langfristig orientierte Anleger.

schütten und zwei Drittel den Rücklagen zu zuführen, um die Substanz der HARTMANN GRUPPE nachhaltig zu stärken. Mit diesem Gewinnverwendungsvorschlag liegt die Dividendenrendite, bezogen auf den Jahresendkurs 2016, bei 1,8%.

Ausgehend von einem Kurs von 185,40 EUR Anfang 2012 haben die Aktionäre in den zurückliegenden fünf Jahren, einschließlich Dividendenzufluss, eine durchschnittliche jährliche Wertsteigerung von 17,8 % erzielt. Die HARTMANN-Aktie steht damit für eine nachhaltige Wertsteigerung und Ausschüttungsqualität.

HARTMANN-Aktie mit moderatem Kursrückgang

Die Aktie der PAUL HARTMANN AG entwickelte sich in den ersten Monaten des Geschäftsjahres ausgehend von einem sehr hohen Startkurs zunächst besser als der Vergleichsindex EURO STOXX 50. Am 31. Mai 2016 erreichte sie mit 459,85 EUR den bis dahin höchsten Schlusskurs in der Geschichte. Anschließend setzte eine Abwärtsbewegung ein. Trotz einer Stabilisierung in den Folgemonaten lag die Aktie am Jahresende mit 391,00 EUR um 9,1 % unter dem Jahresschlusskurs 2015, während der EURO STOXX 50 das Jahr 2016 in etwa auf Vorjahresniveau abschloss.

Die Marktkapitalisierung der PAUL HARTMANN AG erreichte zum Jahresende einen Wert von 1.396,8 Mio. EUR.

Das zwar deutlich gesteigerte, jedoch im Verhältnis zum Grundkapital der PAUL HARTMANN AG weiterhin relativ niedrige Handelsvolumen im Open Market der Frankfurter Wertpapierbörse, werten wir als Ausdruck eines stabilen Aktionärskreises mit langfristigem Anlagehorizont.

Rund 400 Aktionäre auf der Hauptversammlung Die 102. Hauptversammlung fand am 13. Mai 2016 im HARTMANN-Kommunikationszentrum in Heidenheim statt. Das Interesse unserer Aktionäre war erneut hoch. Die rund 400 Anwesenden repräsentierten etwa 83% des Grundkapitals der PAUL HARTMANN AG.

Alle zur Beschlussfassung vorgelegten Tagesordnungspunkte wurden mit Zustimmungsquoten von nahezu 100% beschlossen. Dies bestätigt erneut das Vertrauen der Aktionäre in die Unternehmensführung und die Entwicklung der HARTMANN GRUPPE.

Basisinformationen zur HARTMANN-Aktie
WKN 747404
ISIN DE0007474041
Handelsplatz Wertpapierbörse Frankfurt
Segment Open Market
Aktienart Girosammelverwahrte Namensstückaktien
Grundkapital 91,3 Mio. EUR
Anzahl Aktien 3.572.424 Stück, davon 20.682 Stück eigene Aktien

Wertentwicklung und Kennzahlen der

HARTMANN-Aktie
in EUR 2012 2013 2014 2015 2016
Jahresendkurs 221,00 263,50 318,00 430,00 391,00
Kursentwicklung 35,60 42,50 54,50 112,00 -39,00
Dividendenzufluss 5,50 5,60 5,70 6,50 6,70
Wertentwicklung 1 41,10 48,10 60,20 118,50 -32,30
Gesamtrendite in % 2 22,2 21,8 22,8 37,3 -7,5
Dividende je Aktie 5,60 5,70 6,50 6,70 7,00 3
Ergebnis je Aktie 14,40 16,16 20,71 22,21 23,91
Cash-Flow je Aktie 32,61 39,65 44,48 47,07 44,05
Eigenkapital je Aktie 171,78 181,12 193,25 212,49 228,47
Höchster Börsenkurs 4 229,90 278,12 340,00 430,00 459,85
Niedrigster Börsenkurs 4 180,00 221,05 263,35 321,71 376,00
Anzahl Aktien (Jahresende) in Mio. Stück 3,572 3,572 3,572 3,572 3,572
Marktkapitalisierung in Mio. EUR 789,5 941,3 1.136,0 1.536,1 1.396,8
Ausschüttungssumme in Mio. EUR 19,9 20,2 23,1 23,8 24,9 3
Kurs-Gewinn-Verhältnis 15,4 16,3 15,4 19,4 16,4
Dividendenrendite in % 2,5 2,2 2,0 1,6 1,8 3

1 Summe aus Dividendenzufluss und Kursentwicklung

2 Bezogen auf den Vorjahresendkurs 3 Entspricht dem Dividendenvorschlag

4

Schlusskurse im Open Market der Frankfurter Wertpapierbörse

Grundlagen des Konzerns

HARTMANN bietet Komplettlösungen für Medizin und Pflege

Die HARTMANN GRUPPE ist einer der führenden europäischen Anbieter von Medizin- und Pflegeprodukten samt unterstützenden Dienstleistungen mit den Kompetenzschwerpunkten Wundbehandlung, Inkontinenzversorgung und Infektionsprophylaxe. Zusätzlich ergänzt wird das Portfolio durch Produkte für die Kompressionstherapie, Immobilisation und Erste Hilfe sowie zur Selbstdiagnose.

Den Schwerpunkt bilden die Systemangebote für professionelle Anwender in Kliniken, Arztpraxen, Pflegeund Altenheimen sowie Produkte für die häusliche Pflege. Um die umfassende und kostengünstige Versorgung sicherzustellen, etwa bei der häuslichen Belieferung mit absorbierenden Inkontinenzprodukten, kooperieren wir verstärkt mit den Trägern der Gesundheitssysteme und Apotheken. Unsere Komplettlösungen mit anwendergerechten Produkten und maßgeschneiderten Serviceleistungen tragen dazu bei, die tägliche Versorgung effektiv und wirtschaftlich zu gestalten. In der Produktentwicklung verfolgen wir ausschließlich solche Konzepte, die einen breiten Mehrwert für Ärzte, Pflegepersonal und Patienten schaffen. Unser Portfolio an Systemangeboten basiert auf fundiertem medizinischem Wissen, langjähriger Praxiserfahrung und einem tiefen Verständnis für die Bedürfnisse, Anforderungen und Arbeitsabläufe unserer Kunden.

HARTMANN verfolgt das Ziel, als zuverlässiger Partner dauerhafte Kundenbeziehungen aufzubauen und in allen Märkten, die über eigene Gesellschaften bedient werden, eine führende Position einzunehmen.

Zusätzlich zu den medizinischen Kernsortimenten für professionelle Zielgruppen in Medizin und Pflege führt HARTMANN auch medizinische Sortimente für Endverbraucher, die vorrangig über Apotheken und den Sanitätsfachhandel vertrieben werden. Daneben werden der Markt für Selbstzahler und der Vertrieb über den Einzelhandel an Relevanz gewinnen.

Entsprechend der internen Steuerung werden die Geschäftsaktivitäten der HARTMANN GRUPPE in Geschäftssegmenten ausgewiesen, die nach Sortimentsschwerpunkten gegliedert sind: Wund-, Inkontinenzund Infektionsmanagement sowie das Segment Weitere Der Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit der HARTMANN GRUPPE liegt auf Systemlösungen für professionelle Kunden in Medizin und Pflege. Alle wesentlichen organisatorischen Einheiten für die Steuerung der Konzernaktivitäten sind in der PAUL HARTMANN AG zusammengefasst.

Konzernaktivitäten, dem schwerpunktmäßig die Aktivitäten der Konzerngesellschaften Kneipp, KOB, CMC und NOGE zugeordnet sind.

Differenzierte Strategien für profitables Wachstum

Im Bereich der Wundauflagen hat es sich HARTMANN zum Ziel gesetzt, seine in Europa führende Marktposition sowohl bei klassischen Verbandstoffen als auch bei modernen Therapiekonzepten, weiter auszubauen und seine Marktaktivitäten weiter zu internationalisieren. Der Fokus in den Märkten richtet sich darauf, als Anbieter anwenderfreundlicher Lösungen wahrgenommen zu werden, die eine rasche und effektive Wundheilung bei möglichst geringen Behandlungskosten sicherstellen.

Im Markt für Inkontinenzprodukte ergeben sich einerseits Chancen aus dem demografischen Wandel, andererseits steigt der Kostendruck in Gesundheitsmärkten und Versicherungssystemen. Wir begegnen diesen Herausforderungen mit Produktinnovationen und aktualisierungen, auf deren Basis wir auch künftig sowohl im Kerngeschäft mit Pflegeeinrichtungen und in der häuslichen Versorgung als auch im wachsenden Markt der selbstzahlenden Endverbraucher profitabel wachsen können.

Um langfristig die Wettbewerbsfähigkeit bei OP-Einwegprodukten zu sichern, setzt HARTMANN verstärkt auf maßgeschneiderte Lösungen, die an den individuellen Kundenbedürfnissen hinsichtlich der Prozessoptimierung bei Operationen im stationären und ambulanten Bereich ausgerichtet sind.

Bei Desinfektionsmitteln profitiert HARTMANN vom globalen Marktwachstum, das einerseits vom steigenden Gesundheitsbewusstsein und dem Wissen über die Übertragungswege von Keimen und andererseits von strikteren Vorgaben in der Anwendung und Einhaltung von Hygienestandards getrieben wird. Um die Chancen umfassend zu nutzen, arbeiten wir bei der Entwicklung neuer Hygienestandards eng mit Kliniken, nationalen Hygieneinstituten sowie mit Pflegeeinrichtungen und ambulanten Behandlungszentren zusammen.

Gezielte Entwicklungsprojekte für effiziente Lösungen in Medizin und Pflege

Mit Sortimentsaktualisierungen und Neuentwicklungen stellt HARTMANN den verschiedenen Kundengruppen ein modernes und attraktives Produktportfolio zu Verfügung. Wir arbeiten neben den Initiativen zu den Produkten an der Entwicklung von darüber hinausgehenden Angeboten und Services im Bereich der Logistik und digitaler Prozesse.

Kern der Forschungs- und Entwicklungsarbeit der HARTMANN GRUPPE ist, modernste medizinischpflegerische Standards in der Patientenversorgung mit Forderungen nach Kosteneffizienz in den Gesundheitssystemen in Einklang zu bringen. Neben Verbesserungen bezüglich therapeutisch-pflegerischer Eigenschaften und der Vereinfachung von Arbeitsprozessen unserer Kunden steht daher auch die Reduktion der Gesamtkosten einer Behandlung im Fokus. Gleichzeitig sollen durch die Weiterentwicklung des Angebots Kostenvorteile für die HARTMANN GRUPPE generiert werden. In Summe wendete das Unternehmen im Berichtsjahr 58,9 Mio. EUR für Forschung und Entwicklung auf.

Um den Marktanforderungen bestmöglich zu entsprechen, setzt die HARTMANN GRUPPE auf ein breit gefächertes, internationales Kompetenznetzwerk. Zum einen arbeiten wir eng mit unseren Kunden in Medizin und Pflege zusammen, um ihre Bedürfnisse hinsichtlich der Entwicklung von Produkteigenschaften und -anwendungen zu verstehen. Zum anderen stehen wir mit führenden Forschungs- und Gesundheitseinrichtungen in engem Austausch, um in unseren Technologiefeldern richtungsweisende Lösungen zu erarbeiten und zu erproben. Denn nur mit Lösungen, die Kunden überzeugen, gelingt es HARTMANN, seine in vielen Ländern führende Marktposition weiter auszubauen beziehungsweise in neuen Absatzmärkten ein dynamisches Wachstum zu erzielen. Dafür steht unser Markenversprechen "Going further for health".

Im Segment Wundmanagement unterstützt ein im Jahr 2015 weiterentwickelter Schaumverband mit einer innovativen Hydrogel-Technologie als Teil unseres HydroTherapy-Behandlungskonzepts die bessere Heilung von Wunden.

Im Geschäftsjahr 2016 wurden im Segment Inkontinenzmanagement die Sortimente überarbeitet und neu ausgerichtet, das Fundament für Innovationen bei Produkten und Produktionsprozessen gelegt sowie die Kostenoptimierung vorangetrieben. Unter anderem wurde ein Slip entwickelt, der sich schneller und mit wesentlich weniger Kraftaufwand anlegen lässt. Durch die kürzere Verweildauer in gebückter Haltung können Pflegekräfte zudem ihren Rücken schonen.

Im Segment Infektionsmanagement hat HART-MANN den Relaunch seines OP-Mäntelsortiments erfolgreich abgeschlossen. Innovationen bei Produkten zur Hände- und Flächendesinfektion ermöglichen unseren Kunden eine noch bessere Umsetzung von Infektionsschutzmaßnahmen. In Kooperation mit Universitätskliniken haben wir digitale Anwendungshilfen entwickelt, die dazu beitragen, die Übertragung pathogener Keime zu minimieren.

PAUL HARTMANN AG ist keine börsennotierte Gesellschaft im Sinne des Aktiengesetzes

Das gezeichnete Kapital der PAUL HARTMANN AG setzt sich zum 31. Dezember 2016 unverändert aus insgesamt 3.572.424 Namensstückaktien zusammen. Mit Ausnahme der 20.682 eigenen Aktien sind sämtliche Aktien voll stimmberechtigt.

Die HARTMANN-Aktie ist in den Handel des Open Market an der Frankfurter Wertpapierbörse einbezogen. Daher ist weder die PAUL HARTMANN AG eine börsennotierte Gesellschaft im Sinne von § 3 Absatz 2 des AktG, noch wird die HARTMANN-Aktie an einem organisierten Markt im Sinne des § 2 Absatz 5 WpHG gehandelt. Demnach gelten allein die Mitteilungspflichten nach §§ 20 und 21 AktG.

Vorstandsmitglieder werden gemäß den Regelungen der §§ 84 und 85 AktG bestellt und abberufen. Weiterhin regelt die Satzung, dass der Aufsichtsrat der PAUL HARTMANN AG die Zahl der Mitglieder des Vorstands bestimmt und er ein Mitglied des Vorstands zum Vorsit–

zenden bestellen kann. Der Vorstand besteht aus mindestens zwei Mitgliedern. Eine Ermächtigung des Vorstands zur Ausgabe von Aktien besteht derzeit nicht. Jedoch ist der Vorstand gemäß Beschluss der Hauptversammlung vom 8. Mai 2015 bis zum 30. April 2020 ermächtigt, eigene Aktien für das Unternehmen in Höhe von bis zu 10% des Grundkapitals zu erwerben und wieder zu veräußern.

Es bestehen keine Vereinbarungen der Gesellschaft mit dem Vorstand hinsichtlich eines Kontrollwechsels infolge einer Übernahme oder hinsichtlich Entschädigungsvereinbarungen der Gesellschaft für den Fall einer Übernahme.

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Gegenüber der gesamten Weltwirtschaft konnte der globale Markt für Medizinprodukte auch im Jahr 2016 überdurchschnittlich wachsen. Der medizinische Fortschritt, die demographische Entwicklung, der Ausbau der Gesundheitssysteme in den Schwellen- und Entwicklungsländern sowie ein gestiegenes Gesundheitsbewusstsein bleiben zentrale Wachstumstreiber.

Stabiles Wirtschaftswachstum

Kräftiger Konsum hat Deutschland das stärkste Wirtschaftswachstum seit fünf Jahren beschert. Das Bruttoinlandsprodukt legte nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamts im Jahr 2016 um 1,9 % zu. Insbesondere zum Jahresende gewann die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland an Dynamik. Die privaten Konsumausgaben waren im Gesamtjahr preisbereinigt um 2 % höher als im Vorjahr, während die staatlichen Konsumausgaben sogar um 4,2 % stiegen. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt hat sich weiter verbessert. Die Inflation blieb auf niedrigem Niveau, wobei jedoch die Teuerungsrate gegen Jahresende wegen gestiegener Energiepreise zunahm. Aufgrund der guten Konjunktur und der niedrigen Zinsen hat der deutsche Staat im vergangenen Jahr zum dritten Mal in Folge mehr Geld eingenommen als ausgegeben, woraus für 2016 ein Überschuss von 19,2 Milliarden (0,6 % des BIP) resultierte.

Neben Deutschland entwickelte sich auch der Euroraum positiv. Die Europäische Zentralbank beziffert das Wirtschaftswachstum in Europa voraussichtlich mit 1,7 % in 2016. Die Weltwirtschaft wuchs laut IWF in 2016 voraussichtlich um 3,1 %. Schwellen- und Entwicklungsländer verzeichneten laut Weltbank voraussichtlich ein Wachstum von 3,4 %.

Preisverfall bei den Rohstoffen beendet

Der Preisverfall bei Rohstoffen hat sich im Jahr 2016 nicht fortgesetzt. Öl, Gas und Industriemetalle zogen im Jahresverlauf preislich an. Die für die HARTMANN GRUPPE wichtigen Rohstoffe Baumwolle und Zellulose haben sich unterschiedlich entwickelt. Der Baumwollpreis stieg um 15 % zum Jahresende. Zellulose blieb im Gesamtjahr 2016 stabil.

Markt für Medizinprodukte entwickelte sich weiterhin positiv

Das Wachstum im Markt für Medizinprodukte basierte auch im Geschäftsjahr 2016 auf medizinischem Fortschritt, der weiter steigenden Zahl älterer Menschen in den Industriestaaten und der daraus resultierenden Zunahme

von chronischen Erkrankungen, dem Ausbau der Gesundheitssysteme in den Schwellen- und Entwicklungsländern sowie einem generell gestiegenen Gesundheitsbewusstsein.

Am Beispiel von Deutschland wird die Dynamik des Marktes deutlich: Ende 2015 waren laut Statistischem Bundesamt rund 2,9 Mio. Menschen pflegebedürftig, 8,9 % mehr als 2013. Bis zum Jahr 2030 soll die Anzahl der Pflegebedürftigen auf 3,5 Mio. zunehmen. Von 2001 bis Ende 2015 ist die Zahl der in Heimen versorgten Pflegebedürftigen um rund 32 % gestiegen. Die Zahl der durch ambulante Pflegedienste Betreuten wuchs im selben Zeitraum um rund 59 %. Gleichzeitig ging der Anteil der von Angehörigen Betreuten auf 38 % zurück.

Nach einer Schätzung von GlobalData erreichte der Weltmarkt für Medizintechnologien 2016 ein Volumen von 324 Mrd. EUR. Die USA hatten mit 123 Mrd. EUR mit Abstand den größten Anteil. Der europäische Markt für Medizinprodukte wurde auf rund 86 Mrd. EUR geschätzt; Deutschland war hier mit rund 21 Mrd. EUR erneut der größte Einzelmarkt, gefolgt von Frankreich, Großbritannien und Italien.

Wundmanagement war auch 2016 ein Wachstumsmarkt

Das Marktvolumen aller Produktkategorien für das Wundmanagement belief sich GlobalData zufolge im Jahr 2016 weltweit auf knapp 21 Mrd. EUR; das jährliche Wachstum lag unverändert bei rund 4 %.

Dies ist ebenfalls auf die immer älter werdende Bevölkerung und die drastisch steigende Zahl chronischer Wunden zurückzuführen. Beispielsweise liegt bei Patienten mit einem diabetischen Fuß oder einem venösen Beingeschwür die Wahrscheinlichkeit, dass ihre Wunde chronisch wird, über bzw. um 50 %. Weiteres Wachstum entsteht durch die zeitgemäße Behandlung der Wunden mit modernen Produkten und Methoden, die zu medizinisch besseren Ergebnissen führen.

Der europäische Markt für Wundmanagement wuchs im abgelaufenen Geschäftsjahr laut GlobalData um 4 % und war mit einem Volumen von rund 6,2 Mrd. EUR nach Nordamerika der zweitgrößte Absatzraum weltweit. Deutschland war erneut der größte Einzelmarkt, gefolgt von Frankreich und Großbritannien.

Hohe Wachstumsraten waren 2016 unter anderem bei antimikrobiellen Wundauflagen zu verzeichnen, die jedoch aufgrund wenig aussagekräftiger Evidenzen in vielen Ländern zunehmend in Frage gestellt werden.

Gutes Wachstumspotenzial für absorbierende Inkontinenzprodukte in Asien und Osteuropa

Nach Berechnungen der Unternehmensberatung Price Hanna Consultants (PHC) lag das weltweite Absatzvolumen von absorbierenden Inkontinenzprodukten im Jahr 2016 bei rund 49,3 Mrd. Einheiten. Der asiatische Markt wuchs gegenüber 2015 um rund 14 % auf 19,2 Mrd. Einheiten. Innerhalb Asiens haben im Berichtsjahr vor allem die Märkte China, Indien und Zentralasien stark zugelegt (25,8 %). Japan ist im gleichen Zeitraum um 5,9 % gewachsen.

Der europäische Markt verzeichnete ein Mengenwachstum von 7,2 % auf etwa 15 Mrd. Einheiten. Deutschland bildete erneut den größten Einzelmarkt, gefolgt von Italien und Großbritannien.

Unterschiedliche Wachstumspotenziale in Europa ergeben sich aus der Marktdurchdringung: Während etwa der Markt für absorbierende Inkontinenzprodukte in Schweden mit einem Wert von 96 % nahezu gesättigt ist, lag die Durchdringungsquote in Zentral- und Osteuropa im Berichtsjahr mit 9 % immer noch im einstelligen Bereich. Mit einer prognostizierten Wachstumsrate von rund 11 % für den Zeitraum 2016-2021 ist Zentral- und Osteuropa nach wie vor der am schnellsten wachsende Markt.

Auch die Nachfrage nach Inkontinenzprodukten ist stark getrieben von der demographischen Entwicklung. In Deutschland sind Angaben des Bundesverbands Medizintechnik zufolge 76,3 % aller Alten- und Pflegeheimbewohner inkontinent sowie 53 % der von ambulanten Pflegediensten betreuten Personen.

Trend zu OP-Komplettsets, Hände- und Flächendesinfektion hält an

Durch die älter werdende Bevölkerung und immer sicherer und effizienter werdende Eingriffe steigt in vielen Ländern die Zahl der Krankenhauseinweisungen. Auch die Sicherheit von Patienten und Personal im Hinblick auf Hygiene- und Infektionsrisiken hat in den letzten

Jahren an Bedeutung gewonnen und maßgeblich dazu beigetragen, dass die Nachfrage nach Einwegprodukten im OP- und Patientenbereich zugenommen hat.

Der Weltmarkt für OP-Einwegprodukte belief sich laut GlobalData im Jahr 2016 auf ein Gesamtvolumen von rund 10,4 Mrd. EUR. Europa war, nach Nordamerika, mit einem Anteil am Weltmarkt von knapp 31 % die zweitgrößte Absatzregion. Innerhalb der Produktkategorien hatten OP-Komplettsets, gefolgt von OP-Handschuhen und OP-Abdeckmaterialien, weltweit den größten Umsatzanteil.

Laut Robert-Koch-Institut erkranken jährlich rund 500.000 Patienten während ihres Aufenthaltes in deutschen Kliniken an einer Infektion. 32.500 dieser nosokomialen Infektionen werden durch multiresistente Erreger (MRE) verursacht. In einigen Fällen bieten Antibiotika dagegen schon heute keinen Schutz mehr. Ein Großteil der Infektionen wird v.a. über die Hände übertragen. Konsequente Hygienemaßnahmen erhalten daher einen hohen Stellenwert, um MRE zu senken. Strategische Initiativen der HARTMANN GRUPPE zur Erhöhung der Hygiene Compliance sorgten für weiterhin erfreuliche Zuwächse bei der Händedesinfektion und sehr dynamischen Umsatzsteigerungen in der Flächendesinfektion.

Die bedeutendsten europäischen Märkte für Krankenhaus-Einmalprodukte im Berichtsjahr waren Deutschland, gefolgt von Frankreich und Italien. Diese Märkte verzeichneten laut GlobalData ein durchschnittliches Wachstum von rund 4 %.

Ertragslage

Mit einem Wachstum von 2,3% gegenüber dem Vorjahr hat die HARTMANN GRUPPE einen Umsatz von 1.986,5 Mio. EUR realisiert. Das EBIT verbesserte sich um 4,9% auf 139,1 Mio. EUR. Das Konzernergebnis nach Steuern lag bei 90,1 Mio. EUR und damit 6,3% über dem Vorjahreswert.

Moderates Umsatzwachstum von 2,3 %

Im Geschäftsjahr 2016 konnte die HARTMANN GRUPPE erneut die Umsätze steigern. Die Umsatzerlöse weltweit beliefen sich auf 1.986,5 Mio. EUR, was einem Plus von 2,3 % gegenüber dem Umsatz des Vorjahres entspricht. Das Geschäft außerhalb des Euroraums war durch die Schwäche einiger Währungen gegenüber dem Euro beeinflusst, wobei insbesondere der Russische Rubel, das Britische Pfund, der Schweizer Franken und der Südafrikanische Rand den Umsatz belasteten. Ohne Währungs-, Desinvestitions- und Akquisitionseffekte lag das organische Wachstum mit 3,3% im Rahmen unserer Erwartungen.

Umsatzwachstum im In- und Ausland

Im Geschäftsjahr 2016 konnte HARTMANN sowohl in Deutschland als auch in den Auslandsmärkten seine Umsätze steigern. Während sich die Umsatzerlöse im Inland um 3,3 % auf 679,4 Mio. EUR erhöhten, stiegen sie im Ausland um 1,8 % auf 1.307,1 Mio. EUR. Das organische Wachstum lag im Inland bei 3,3 % und im Ausland bei 3,2 %. Der Auslandsanteil lag mit 65,8 % auf Vorjahresniveau.

In Europa verzeichnete die HARTMANN GRUPPE im Berichtsjahr Umsätze in Höhe von 1.766,0 Mio. EUR. Dies entspricht einer Steigerung um 2,8 % gegenüber dem Vorjahr. In den europäischen Absatzmärkten ohne Deutschland verzeichneten wir ein organisches Wachstum um 3,9 % auf 1.086,6 Mio. EUR.

Solides organisches Wachstum in den Regionen Europas

In der Region Zentraleuropa stiegen die Kundenumsätze im abgelaufenen Geschäftsjahr um 2,8% auf 853,5 Mio. EUR. Das Umsatzplus im Hauptabsatzmarkt Deutschland resultierte insbesondere aus der positiven Entwicklung in den Segmenten Infektionsmanagement und Weitere Konzernaktivitäten, was vor allem auf das dynamische Wachstum bei KNEIPP zurückzuführen war. Einflussgrößen auf das Umsatzwachstum der HARTMANN GRUPPE im Jahr 2016 in Prozent

In den Ländern West- und Südeuropas konnte HARTMANN seine Umsätze um 3,6% auf 575,8 Mio. EUR steigern. In Frankreich, dem zweitgrößten Absatzmarkt des Konzerns, verzeichneten wir ein erfreuliches Wachstum in den Kernsegmenten Wunde- und Inkontinenzmanagement. Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage in den Staaten Südeuropas ist es insbesondere Spanien gelungen, ein solides Wachstum in den Bereichen Inkontinenz- und Infektionsmanagement zu erzielen.

Anteile der Regionen am Gesamtumsatz in Mio. EUR und Prozent

In Osteuropa stiegen die Umsätze um 1,7 % auf 252,8 Mio. EUR. Beeinträchtigt wurde das Wachstum durch den im Vorjahresvergleich durchschnittlich schwächeren Russischen Rubel. Ohne Währungseffekte ergibt sich ein organisches Wachstum von 5,1%. Dies ist insbesondere auf den russischen Markt zurückzuführen, aber auch in Tschechien und Rumänien konnten erfreuliche Umsatzsteigerungen erzielt werden.

Umsatzrückgang außerhalb Europas zu verzeichnen

In den Märkten außerhalb Europas erzielte die HARTMANN GRUPPE im Berichtsjahr Umsatzerlöse von 220,4 Mio. EUR; dies entspricht einem Rückgang von 1,1% gegenüber dem Vorjahr; bereinigt um Währungseffekte lag der Umsatzrückgang bei 0,3 %. Der Umsatzrückgang begründet sich im Wesentlichen aus der Bereinigung des Geschäftsportfolios in den USA.

In der Region Afrika, Asien, Ozeanien wuchs der Umsatz um 1,1% auf 157,2 Mio. EUR. Hier trugen weiterhin unsere Aktivitäten im australischen Markt in den Segmenten Wund- und Infektionsmanagement bei.

Hohe Volatilitäten bei wichtigen Währungen

Die anhaltend hohe Volatilität bei wichtigen Währungen stellt HARTMANN weiterhin vor Herausforderungen. Eine bedeutende Rolle nahm weiterhin der Russische Rubel ein. Geprägt von politischer Instabilität sowie Sanktionen wertete die Währung durchschnittlich um 9,0 % auf 74,2 EUR/RUB ab, wobei die Stabilisierung der Ölpreise zu einer Erholung im Jahresverlauf führte. Das Britische Pfund erfuhr in 2016 als weitere wichtige Handelswährung der HARTMANN GRUPPE durch die Brexit-Überlegungen und schließlich dem Referendum Mitte des Jahres eine starke Abwertung. So verlor die Währung gegenüber dem Euro mit einem Jahresdurchschnitt von 0,82 EUR/GBP im Vergleich zum Vorjahr 12,9 %.

Auf der Beschaffungsseite blieb der USD gegenüber dem EUR im Jahresdurchschnitt mit 1,11 EUR/USD auf Vorjahresniveau. Die Volatilität hielt sich mit einer Schwankungsbreite im Jahresverlauf zwischen 1,04 bis 1,16 EUR/USD.

Rohstoffpreise mit unterschiedlichen Entwicklungen

Bei den für HARTMANN wichtigen Rohstoffen zeigte sich 2016 ein uneinheitliches Bild: Während bei den US-Dollar-Preisen für Zellulose im Jahresverlauf nur eine geringe Volatilität zu verzeichnen war, stiegen die Preise für Baumwolle im ersten Halbjahr deutlich an und behaupteten dieses Niveau bis Jahresende. Bei den rohölbasierten Vorprodukten war die Tendenz ebenfalls uneinheitlich. In der zweiten Jahreshälfte kam es in Folge gestiegener Rohölpreise zu einer sukzessiven Verteuerung.

EBIT und Konzernergebnis erwartungsgemäß leicht verbessert

Mit einem EBIT von 139,1 Mio. EUR konnte die HARTMANN GRUPPE das Vorjahresergebnis um 6,4 Mio. EUR verbessern. Dies ist im Wesentlichen auf die positive Umsatzentwicklung zurückzuführen. Damit wurde eine EBIT-Rendite von 7,0% erzielt nach 6,8% im Vorjahr.

Wie in den vergangenen Jahren wurden im Berichtsjahr Aktivitäten zur Verbesserung der Produktivität entlang der gesamten Wertschöpfungskette durchgeführt. Es konnten Optimierungspotenziale identifiziert und gehoben werden. Wertminderungen im Sachanlagevermögen in Höhe von 11,8 Mio. EUR belasteten das Ergebnis, während die Veräußerung und Entkonsolidierung nicht strategischer Konzerngesellschaften zu einem positiven Ergebnisbeitrag in Höhe von 7,9 Mio EUR führte.

Das Finanzergebnis betrug -9,5 Mio. EUR gegenüber -6,6 Mio. EUR im Vorjahr. Der Rückgang ist bedingt durch die weitere vorzeitige Rückführung von Kreditlinien. Der Steueraufwand belief sich auf 39,5 Mio. EUR gegenüber 41,3 Mio. EUR im Vorjahr, woraus sich eine Steuerquote von 30,5% ergibt. Das Konzernergebnis erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 6,3% auf 90,1 Mio. EUR.

Innovationen treiben Wachstum im Segment Wundmanagement

Die Umsatzerlöse im Segment Wundmanagement stiegen um 2,0% auf 433,7 Mio. EUR. Das organische Wachstum belief sich auf 3,6 %.

Wachstumstreiber mit zweistelligen Umsatzzuwächsen waren im Geschäftsjahr 2016 sowohl das innovative Behandlungskonzept HydroTherapy, als auch das Unterdruck-Wundtherapie-System "Vivano" für die Versorgung schwer heilender Wunden. Im Bereich der postoperativen Verbände konnte der langjährige Erfolgskurs fortgesetzt werden. Im ausschreibungsgetriebenen und sehr preisaggressiven Umfeld der klassischen Verbandstoffe, sowie der vorkonfektionierten Wundversorgungs-Sets wurde die starke Marktposition weitgehend verteidigt.

Entwicklung des EBITDA, EBIT und Konzernergebnisses der HARTMANN GRUPPE in Mio. EUR

Im Bereich Personal Health Care, der ebenfalls dem Segment Wundmanagement zugeordnet ist, wurde das HARTMANN-Sortiment für die Apotheke erfolgreich um die neuen Selbsttests unter der Marke Veroval erweitert. HARTMANN ist damit in vielen Märkten der erste Anbieter einer ganzen Reihe von Tests, mit denen der Kunde sich z.B. auf Allergien und Unverträglichkeiten testen kann. Erfreuliches Umsatzwachstum erzielten außerdem das kontaktlose Fieberthermometer sowie das Pflastersortiment.

Das Ergebnis im Segment Wundmanagement konnte um 3,1 Mio. EUR auf 49,6 Mio. EUR gesteigert werden. Die Konzentration auf margenstarke Sortimente und die strategische Neuausrichtung der Produktion konnten den starken Preisdruck auf klassische Verbandsstoffe, die Investitionen im Vertrieb des Hydrokonzepts sowie höhere Marketingkosten zur Unterstützung der Markteinführung des Veroval Selbsttests mehr als kompensieren.

Anteile der Geschäftssegmente am Gesamtumsatz in Mio. EUR und Prozent

Leichtes Wachstum im Segment Inkontinenzmanagement

Das Segment Inkontinenzmanagement verzeichnete im Berichtsjahr konzernweit eine Steigerung der Umsatzerlöse von 0,1% auf 644,9 Mio. EUR; das organische Wachstum lag mit 1,4% über Vorjahresniveau.

Auf Sortimentsebene konnte 2016 der Wachstumskurs der Vorjahre bei MoliCare Mobile fortgesetzt werden. Eine weiterhin hohe Kundenakzeptanz fand die Hautpflegeserie Menalind, die sich im Berichtsjahr gut entwickelt hat. Auch Inkontinenzeinlagen zur Versorgung mittlerer und leichter Inkontinenz zeigten ein moderates Wachstum im Berichtsjahr. Inkontinenzslips verzeichneten einen Umsatzrückgang, der im Wesentlichen auf Kurseffekte und hohen Preisdruck zurückzuführen ist.

Im Segment Inkontinenzmanagement lag das Ergebnis im Berichtsjahr mit 46,3 Mio. EUR um 1,4 Mio. EUR unter dem Vorjahresniveau. Dies ist vor allem auf den marktseitigen Preisdruck und Wechselkurseffekte in Großbritannien und Russland zurückzuführen. Ein Großteil der negativen Einflüsse konnte unter anderem durch verbesserte Fracht- und Logistikstrukturen, Einsparungen bei den Beschaffungskosten, sowie optimierte Vertriebsund Verwaltungskosten kompensiert werden.

Positive Wachstumsentwicklung im Segment Infektionsmanagement

Das Geschäftssegment Infektionsmanagement wuchs konzernweit in 2016 um 2,9 % auf 479,3 Mio. EUR. Das organische Wachstum betrug 3,6 %.

Im Sortiment für eine ganzheitliche Infektionsprophylaxe verzeichneten die kundenspezifischen OP-Sets sowie die spezifischen Einwegsets für die Patientenpflege ein gutes Wachstum. Eine hohe Kundenakzeptanz im Markt fanden auch die Sortimente der OP-Einweginstrumente und der OP-Handschuhe. Darüber hinaus verbesserten unsere strategischen Initiativen zur Erhöhung der Hygiene-Compliance in der Hände- und Flächendesinfektion die bereits starke Marktposition dieser Sortimente, mit weiterhin erfreulichen Zuwächsen in der Händedesinfektion und fortgesetzter sehr dynamischer Umsatzsteigerung in der Flächendesinfektion.

Das Ergebnis im Segment Infektionsmanagement erhöhte sich um 9,9 Mio. EUR auf 39,1 Mio. EUR. Neben den gestiegenen Umsätzen wirkte sich eine Erhöhung der Deckungsbeitragsmarge durch erfolgreiche Sortimentspolitik bei nahezu unveränderten allgemeinen Vertriebs- und Verwaltungskosten aus.

Weitere Konzernaktivitäten blieben auf Wachstumskurs

Im Segment Weitere Konzernaktivitäten, dem die endverbrauchernahen Sortimente und Handelsaktivitäten zugeordnet sind, steigerte die HARTMANN GRUPPE ihren Umsatz um 5,7 % auf 428,5 Mio. EUR. Das organische Wachstum betrug 5,8%.

Die in der NOGE-Gruppe zusammengefassten Handelsunternehmen in Deutschland bedienen den ambulanten und stationären Homecare-Markt und versorgen pflegebedürftige Menschen mit medizinischen Verbrauchsgütern sowie Reha- und Medizintechnik. Als anerkannter Anbieter eines breiten Angebots an medizinischen Hilfsmitteln konnten die Handelsunternehmen auch im Berichtsjahr ihre Umsätze moderat ausbauen. Von zentraler Bedeutung für das Wachstum war dabei das Angebot von attraktiven Partnerkonzepten.

Die CMC-Gruppe, Hersteller von Handelsmarken in den Bereichen Cotton/Cosmetic, Medical, Baby und Home Care steigerte ihre Umsätze deutlich. Bei insgesamt positiver Dynamik ergaben sich die höchsten Zuwächse in den Sortimenten für moderne Wundversorgung sowie in der Lohnherstellung für internationale Kosmetikmarken.

Das starke Wachstum der KNEIPP resultierte aus der erfolgreichen Umsetzung der Strategie unter dem Markenkern "Kneipp wirkt. Natürlich." sowohl auf dem Hauptabsatzmarkt Deutschland als auch in den europäischen Kernmärkten und in Japan. Des Weiteren wurde mit der Markterschließung in den USA begonnen. Auf Sortimentsebene hält Kneipp seit Jahren die führende Marktposition bei Badeprodukten. Zudem konnte der Bereich Körperpflege mit Artikeln insbesondere für Duschen erneut ausgebaut werden.

Der Bereich KOB-OEM, Weltmarktführer für spezielle medizinische Textilien und mit der Marke Brawoliner Anbieter von Lösungen zur Sanierung von Abwasserrohren, verzeichnete ein leichtes Umsatzwachstum. Gestützt wurde dieses Wachstum wesentlich durch innovatives Equipment im Geschäftsfeld Brawoliner sowie textile Trägermaterialien für Wundversorgungsprodukte.

Im Segment Weitere Konzernaktivitäten lag das Ergebnis im Berichtsjahr mit 4,1 Mio. EUR um 5,1 Mio. EUR unter dem Vorjahresniveau. Positive Effekte aus zusätzlichen Deckungsbeiträgen wurden durch höhere Produktionskosten und Investitionen in Vertriebs- und Verwaltungskosten zur Stützung des Umsatzwachstums überkompensiert.

Finanzlage

Die positive Geschäftsentwicklung führte im Berichtsjahr zu einer Steigerung der Nettoliquidität um 57,3 Mio. EUR auf 102,0 Mio. EUR. Der HARTMANN GRUPPE ist es damit gelungen, die finanziellen Handlungsspielräume für organisches und anorganisches Wachstum weiter auszubauen.

Darstellung des Cash-Flow in Mio. EUR

Free-Cash-Flow in Höhe von 91,6 Mio. EUR

Der operative Cash-Flow lag im Geschäftsjahr 2016 bei 151,0 Mio. EUR und damit 14,2 Mio. EUR über dem Vorjahreswert. Neben der verbesserten Ertragslage haben sich auch verringerte Cash-Abflüsse aus der Entwicklung des Net Working Capital im Vergleich zum Vorjahr positiv auf den Cash-Flow ausgewirkt.

Die Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte verringerten sich um 5,8 Mio. EUR auf 68,0 Mio. EUR. Darüber hinaus führten die um 2,7 Mio. EUR geringeren Auszahlungen für Investitionen in finanzielle Vermögenswerte und höhere Einzahlungen aus dem Abgang von Konzernunternehmen in Höhe von 5,0 Mio. EUR zu einer Verringerung des Mittelabflusses aus Investitionstätigkeit um 13,7 Mio. EUR auf 59,4 Mio. EUR.

Insgesamt ergab sich daraus ein Free-Cash-Flow von 91,6 Mio. EUR, der um 27,9 Mio. EUR höher ausfällt als im Vorjahr.

Als Dividende für das Geschäftsjahr 2015 wurden 23,8 Mio. EUR an die Aktionäre der PAUL HARTMANN AG ausgezahlt. Die Dividendenzahlungen an Minderheitsgesellschafter von Tochtergesellschaften beliefen sich insgesamt auf 2,0 Mio. EUR. Die finanziellen Verbindlichkeiten konnten um 41,3 Mio. EUR zurückgeführt werden. Der Bestand an liquiden Mitteln lag zum 31. Dezember 2016 bei 109,9 Mio. EUR und damit 19,4 Mio. EUR über dem Vorjahreswert.

Weitere Investitionen in Produktionsstandorte

Das Investitionsvolumen der HARTMANN GRUPPE lag 2016 mit 69,2 Mio. EUR um 5,3 Mio. EUR unter dem Vorjahr. Davon entfielen 63,2 Mio. EUR und damit 91% auf Investitionen in Sachanlagen. Die restlichen 9% in Höhe von 6,0 Mio. EUR resultierten im Wesentlichen aus Investitionen in Software.

Die Investitionsschwerpunkte im Berichtsjahr lagen weiterhin auf der Ausweitung unserer Produktionskapazitäten, der Modernisierung unserer Produktionsstandorte zur Erhöhung der Produktivität sowie der Weiterentwicklung unseres Produktportfolios. Mit einem Volumen von 43,9 Mio. EUR entfiel der größte Teil der Investitionen auf die Standorte in Deutschland. Darüber hinaus hat HARTMANN an Standorten in Frankreich, der Schweiz, den USA und in Tschechien insgesamt 16,8 Mio. EUR investiert.

Bezogen auf die Geschäftssegmente investierte HARTMANN 18,5 Mio. EUR in das Segment Wundmanagement. Der Schwerpunkt lag hier auf dem Aufbau innovativer Fertigungsstrukturen an deutschen Standorten. Darüber hinaus tätigte HARTMANN Investitionen zur Produktivitätssteigerung, Modernisierung und Kapazitätsausweitung in Frankreich, Spanien und der Schweiz.

In das Segment Inkontinenzmanagement investierte HARTMANN 22,4 Mio. EUR. Wesentliche Projekte betrafen die Ausweitung der Fertigungskapazitäten sowie die Produktivitätssteigerung in Deutschland und Frankreich.

Im Segment Infektionsmanagement lagen die Investitionen im Jahr 2016 bei 7,4 Mio. EUR. Im Wesentlichen handelt es sich hierbei um Investitionen der Bode Chemie GmbH und der HARTMANN-RICO in Tschechien zur Erweiterung der Kapazitäten und Modernisierung der Fertigung.

Das Investitionsvolumen im Segment Weitere Konzernaktivitäten belief sich 2016 auf 20,9 Mio. EUR. Die CMC-Gruppe investierte in Deutschland in hochmoderne Vliesanlagen, während die Sanimed GmbH den Bereich Reha- und Medizintechnik weiter ausbaute. Zudem investierte Kneipp in die Ersteinrichtung von Verkaufsshops in den USA sowie in die Erweiterung von Kapazitäten am deutschen Standort.

Entwicklung Investitionen, planmäßige Abschreibungen und operativer Cash-Flow

Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte

Planmäßige Abschreibung auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte Operativer Cash-Flow

Finanzielle Handlungsspielräume weiter ausgebaut

Im Jahr 2016 ist es der HARTMANN GRUPPE gelungen, die Verbindlichkeiten aus der syndizierten Kreditlinie vollständig zu tilgen und die Nettoliquidität weiter zu erhöhen. Im Vergleich zum Vorjahr verbesserte sich der Finanzstatus um 57,3 Mio. EUR auf 102,0 Mio. EUR.

In Verbindung mit der gestiegenen Ertragskraft und der hohen Eigenkapitalquote konnte HARTMANN dadurch die finanziellen Handlungsspielräume für künftiges Wachstum sowie für weitere Investitionen und mögliche Akquisitionen weiter ausbauen.

Vermögenslage

Bilanzsumme und Bilanzstruktur in Mio. EUR und Prozent

Bilanzsumme hat sich im Berichtsjahr wachstumsbedingt erhöht

Die Bilanzsumme der HARTMANN GRUPPE lag zum 31. Dezember 2016 bei 1.329,3 Mio. EUR und damit 50,7 Mio. EUR über dem Vorjahreswert. Der Anstieg resultierte im Wesentlichen aus der wachstumsbedingten Zunahme des kurzfristigen Vermögens.

Die Bilanzsumme der HARTMANN GRUPPE erhöhte sich vor allem durch den wachstumsbedingten Anstieg des kurzfristigen Vermögens um 50,7 Mio. EUR auf 1.329,3 Mio. EUR. Die Eigenkapitalquote verbesserte sich vor allem aufgrund der guten Ergebnisentwicklung im Vergleich zum Vorjahr um 2,0 Prozentpunkte auf 61,4%.

Stabile Entwicklung des Sachanlagevermögens

Das langfristige Vermögen ist im Geschäftsjahr um 4,4 Mio. EUR auf 514,5 Mio. EUR gestiegen. Der Anteil des langfristigen Vermögens an der Bilanzsumme beläuft sich auf 38,7% und liegt damit leicht unter dem Vorjahr.

Das Sachanlagevermögen betrug zum Jahresende 363,7 Mio. EUR und lag damit um 0,5 Mio. EUR über dem Vorjahreswert. Das Investitionsvolumen in Höhe von 63,2 Mio. EUR lag 12,6 Mio. EUR über den planmäßigen Abschreibungen der Sachanlagen. Gegenläufig wirkten sich Wertminderungen in Höhe von 11,8 Mio. EUR sowie Abgänge in Höhe von 1,8 Mio. EUR auf das Sachanlagevermögen aus.

Die immateriellen Vermögenswerte betrugen zum Jahresende 108,7 Mio. EUR und lagen somit 0,6 Mio. EUR unter dem Vorjahreswert. Den Investitionen von 6,0 Mio. EUR standen planmäßige Abschreibungen in Höhe von 8,1 Mio. EUR sowie Wertminderungen in Höhe von 1,1 Mio. EUR gegenüber.

Kurzfristiges Vermögen gestiegen

Zum 31. Dezember 2016 hat sich das kurzfristige Vermögen der HARTMANN GRUPPE um 46,4 Mio. EUR auf 814,9 Mio. EUR erhöht. Der Anteil an der Bilanzsumme ist mit 61,3% im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen.

Die Vorräte stiegen gegenüber dem Vorjahr um 14,3 Mio. EUR auf 338,5 Mio. EUR. Wachstumsbedingt, zur Absicherung der Lieferfähigkeit sowie im Rahmen von strategischen Maßnahmen wurden an einzelnen Standorten in der HARTMANN GRUPPE gezielt Bestände aufgebaut.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind um 17,6 Mio. EUR auf 321,2 Mio. EUR gestiegen. Die Entwicklung in den einzelnen Absatzmärkten stellte sich sehr unterschiedlich dar. So war beispielweise die Situation in einzelnen osteuropäischen Ländern infolge der angespannten finanziellen Situation in den Gesundheitssystemen weiterhin schwierig. Durch ein aktives Debitorenmanagement konnten die hieraus resultierenden Risiken und negativen Effekte begrenzt werden.

Die kurzfristigen sonstigen Forderungen sanken um 4,8 Mio. EUR auf 26,5 Mio. EUR. Die kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte haben sich um 1,8 Mio. EUR auf 10,4 Mio. EUR reduziert. Der Bestand an Zahlungsmitteln ist im Konzern zum Bilanzstichtag um 19,4 Mio. EUR auf 109,9 Mio. EUR gestiegen.

Finanzierungsstruktur weiter gestärkt

Die langfristigen Verbindlichkeiten sind gegenüber dem Vorjahr um 23,6 Mio. EUR auf 204,8 Mio. EUR gesunken. Dadurch hat sich der Anteil der langfristigen Verbindlichkeiten an der Bilanzsumme um 2,4 Prozentpunkte auf 15,4 % verringert. Die kurzfristigen Verbindlichkeiten erhöhten sich um 17,2 Mio. EUR auf 308,4 Mio. EUR. Ihr Anteil an der Bilanzsumme erhöhte sich um 0,4 Prozentpunkte auf 23,2%.

Die langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten konnten um 49,2 Mio. EUR auf 9,4 Mio. EUR abgebaut werden. Der Rückgang resultiert im Wesentlichen aus der vollständigen Tilgung von Verbindlichkeiten aus der syndizierten Kreditlinie. Die kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten erhöhten sich leicht um 1,8 Mio. EUR auf 12,7 Mio. EUR.

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen erhöhten sich um 27,2 Mio. EUR auf 170,5 Mio. EUR. Dies resultierte insbesondere aus der Bewertung der zukünftigen Zahlungsverpflichtungen mit einem niedrigeren Diskontierungszins aufgrund des im Vorjahresvergleich gesunkenen Zinsniveaus zum Bilanzstichtag.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich um 14,2 Mio. EUR auf 135,2 Mio. EUR. Die Laufzeit der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen stieg um 6,0 Tage auf 38,9 Tage.

Die Nettoliquidität der HARTMANN GRUPPE konnte im Berichtszeitraum um 57,3 Mio. EUR erhöht werden, sodass die HARTMANN GRUPPE zum Jahresende 2016 eine Nettoliquidität in Höhe von 102,0 Mio. EUR ausweist.

Eigenkapitalquote weiter gesteigert

Das Eigenkapital stieg im Geschäftsjahr 2016 um insgesamt 57,1 Mio. EUR auf 816,2 Mio. EUR. Das Konzernergebnis in Höhe von 90,1 Mio. EUR führte zu einer entsprechenden Erhöhung des bilanziellen Eigenkapitals. Aus Währungsumrechnungen ergab sich ein positiver Effekt von 7,2 Mio. EUR. Ausschüttungen an die Aktionäre der PAUL HARTMANN AG sowie an Minderheitsgesellschafter von Tochtergesellschaften reduzierten das Eigenkapital um insgesamt 25,8 Mio. EUR.

Durch die erfolgsneutrale Abbildung von Bewertungsänderungen, insbesondere aus Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen sowie aus dem Hedge Accounting, erhöhte sich das Eigenkapital im Saldo um 14,4 Mio. EUR. Trotz einer gestiegenen Bilanzsumme verbesserte sich damit die Eigenkapitalquote von 59,4% im Vorjahr auf 61,4% zum 31. Dezember 2016.

Mitarbeiter

Die richtigen Mitarbeiter am richtigen Platz – das ist der zentrale Grundsatz der Personalentwicklung der HARTMANN GRUPPE. Wir investieren in das Wissen und den internationalen Austausch der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, fördern individuell potenzialstarke Talente und stellen eine global konsistente Führungskräfteentwicklung sicher. So unterstützt die Personalarbeit das weitere Wachstum der HARTMANN GRUPPE.

Zum Ende des Berichtsjahres durchliefen konzernweit 261 Personen eine berufliche Erstausbildung. 221 junge Menschen wurden im Rahmen eines Ausbildungsberufes oder Dualen Studiums an deutschen Standorten ausgebildet, davon 122 Personen bei der PAUL HARTMANN AG. Die Ausbildungsquote belief sich auf 5,2 %. Überdies waren durchschnittlich 57 Studierende anderer Hochschulen im Rahmen eines Praktikums oder einer Abschlussarbeit bei der HARTMANN GRUPPE tätig.

Internationalisierung der Personalarbeit weiter vorangetrieben

Die richtigen Mitarbeiter am richtigen Platz einzusetzen ("Right People Right Place"), zählt nach wie vor zu den zentralen Erfolgsfaktoren für die ehrgeizigen und nachhaltig orientierten Wachstumsziele der HARTMANN GRUPPE. Entsprechend diesem Anspruch wurde zwischen Dezember 2016 und Januar 2017 der Group Leadership Review durchgeführt. Unsere standardisierten Entwicklungsprozesse umfassen die Beurteilung der Leistung und des Potenzials unserer globalen Führungskräfte. Durch das internationale Ausrollen der Group Leadership Review konnten zum Jahresende 2016 weltweit über 90 % aller lokalen Schlüsselfunktionen mit dieser konsistenten Methodik abgedeckt werden.

Eine einheitliche Führungskultur sowie der Auf- und Ausbau eines internationalen Führungsnetzwerks sind ebenfalls erfolgskritisch. Im Zuge dessen nahmen ausgewählte Top-Führungskräfte aus unterschiedlichen Regionen, Funktionen und Partnergesellschaften am ersten Leadership Development Program (LDP) teil. Drei von insgesamt fünf Modulen des 18-monatigen Programms wurden im Berichtsjahr durchgeführt. Kerninhalte des Programms sind interaktive Workshops und intensive Lerneinheiten zu Unternehmens-, Mitarbeiter- und Selbstführung.

Mitarbeiterzahl in der HARTMANN GRUPPE jeweils zum 31. Dezember

Mitarbeiterzahl gestiegen

Zum 31. Dezember 2016 beschäftigte die HARTMANN GRUPPE weltweit insgesamt 10.372 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, das waren 26 mehr als Ende des Vorjahres. In den europäischen Kernmärkten nahm die Belegschaft um 179 Mitarbeiter zu. Einerseits wurden die Konzernfunktionen weiter ausgebaut, andererseits trug das dynamische Wachstum, insbesondere bei der Kneipp GmbH, zum Beschäftigtenzuwachs bei. Des Weiteren führten produktionsbedingte Anpassungen in Tschechien sowie der Ausbau von Vertriebsfunktionen in Frankreich zu einem Anstieg der Mitarbeiterzahlen.

Außerhalb Europas führten Produktionsanpassungen zu einer Reduzierung der Beschäftigtenzahl.

Talent Management im Fokus der Mitarbeiterentwicklung

Die Auswahl und Weiterentwicklung von Talenten stellt bei der HARTMANN GRUPPE einen weiteren Erfolgsfaktor für die nachhaltige Personalarbeit und letztendlich die Erreichung der wirtschaftlichen Ziele dar. Im Jahr 2016 startete das global ausgerichtete Talent-Entwicklungsprogramm (Talent Development Program). In drei Modulen und begleitenden Coachings werden Potenzialträger des Unternehmens auf ihren nächsten Karriereschritt vorbereitet. Ein weiterer wesentlicher Bestandteil des Programms sind Action-Learning-Projekte, bei denen die Teilnehmer durch die Bearbeitung relevanter Businessthemen einen echten Mehrwert für das Unternehmen schaffen und ihren Lerntransfer sicherstellen.

Um die Förderung von Nachwuchskräften zu standardisieren, wird seit Ende 2016 auch das International Graduate Program (IGP) unter dem Dach des Talent Managements geführt. Mit der Implementierung des Programms in Frankreich und Tschechien wurde die Internationalisierung weiter vorangetrieben.

Des Weiteren wurde das Ausbildungskonzept neu ausgerichtet. Unter anderem durchliefen angehende Auszubildende und duale Studenten einen neuen Auswahlprozess, der noch stärker an die Anforderungen der PAUL HARTMANN AG angepasst wurde. Zusätzlich wurde die von Auszubildenden geleitete Juniorfirma YoungTalents einbezogen, die u. a. auch den HARTMANN-Mitarbeitershop betreibt. Dies ermöglicht nicht nur, die passenden Kandidaten zu identifizieren, sondern vermittelt diesen auch eine realitätsnahe Perspektive auf die Arbeit sowie die zukünftigen Herausforderungen im späteren Berufsleben.

Systematische Mitarbeiterqualifikation ab dem ersten Tag

Um neue Mitarbeiter bestmöglich in das Unternehmen zu integrieren, wurde das Onboarding-Programm im Berichtszeitraum neu konzipiert. Die Grundlage hierfür bildete das 4-i-Konzept: informativ, innovativ, interaktiv und inspirierend.

Wir legen Wert darauf, unsere Mitarbeiter so zu qualifizieren, dass sie den Anforderungen ihrer jeweiligen Stelle gerecht werden können. Der neue globale Standard zur Mitarbeiterqualifizierung beinhaltet regelmäßiges klares Feedback, die konsequente Nutzung von individuellen Entwicklungsplänen und systematische Diskussionen zwischen Führungskraft und Mitarbeiter zum erfolgreichen Transfer des Erlernten in den Arbeitsalltag. Sämtliche unserer Maßnahmen sind darauf ausgerichtet, Mitarbeiter-Potenziale zu identifizieren und zu entwickeln.

Nachhaltigkeit

Wir arbeiten beständig daran, unsere Produkte und Prozesse im Hinblick auf neue gesellschaftliche, ökonomische und ökologische Rahmenbedingungen zu verbessern. Die Weiterentwicklung und Zertifizierung unseres Qualitätsmanagements trägt hierzu genauso bei, wie stetige Investitionen in Ressourcen- und Energieeffizienz. Darüber hinaus fördern wir den Zugang zu Gesundheitsleistungen im Rahmen von sozialen Projekten.

Qualitätsmanagement erfolgreich zertifiziert

Basis für die Verkehrsfähigkeit unserer Medizinprodukte im In- und Ausland ist ein effektives Qualitätsmanagementsystem (QM), das Mitte 2016 erneut zertifiziert wurde. Dabei hat HARTMANN erstmals die Betriebe Herbrechtingen und Brück in die zentrale Zertifizierung mit aufgenommen. Die Zertifizierung durch die Benannte Stelle umfasste die Überprüfung der Einhaltung der Qualitätsnormen ISO 9001, ISO 13485 für Medizinprodukte sowie der Konformität mit der Medizinprodukterichtlinie MDD/93/42/EWG. Die Auditoren haben den hohen Standard unseres Managementsystems anerkannt und die Zertifikate uneingeschränkt verlängert. Ebenfalls wurden im Berichtsjahr 38 Betriebs- und Logistikstandorte sowie Vertriebsgesellschaften in 21 Ländern erfolgreich auditiert.

Vor dem Hintergrund der fortschreitenden Internationalisierung über Europa hinaus wird das HARTMANN-QM-System in zunehmendem Maße auch von den jeweiligen nationalen Behörden vor Ort intensiv geprüft. Im August 2016 wurde die PAUL HARTMANN AG in Heidenheim durch eine südkoreanische Behörde inspiziert, welche uns die uneingeschränkte Befolgung der "Korean-Good Manufacturing Practices (GMP) for Medical Devices" bestätigte.

Globale Steuerung von Regulatory Affairs und Qualitätsmanagement

HARTMANN verfolgt das Ziel, Prozesse international zu harmonisieren, um diese effizienter zu gestalten. Im Jahr 2016 wurden die globalen Standards an den ersten ausländischen Standorten eingesetzt, so dass das zentrale QM-System nun bereits in fünf Ländern eingeführt wird.

Um eine leistungsstarke Qualitätsmanagement- und Regulatory Affairs-Organisation sicherzustellen, haben wir die globalen Ressourcen zentral in einer Matrix gebündelt. Dadurch agieren wir effizienter und können die vorhandene Expertise in Bezug auf Best Practices optimal nutzen.

Produktqualität weiter auf hohem Niveau

Die Zufriedenheit und das Vertrauen unserer Kunden in die hohe Qualität der HARTMANN-Medizinprodukte stehen im Zentrum unseres effektiven und proaktiven Qualitätsmanagements. Die kontinuierliche Überwachung und ständige Verbesserung von Prozessen sowie regelmäßige interne Audits bildeten auch im abgelaufenen Geschäftsjahr die Basis für die hohe Produktqualität. Ein Schwerpunkt lag auf der Weiterentwicklung und konzernweiten Harmonisierung des HARTMANN-Systems sowie der Qualifizierung und Validierung zur dauerhaften Sicherstellung der Regulatory Compliance.

Ein wesentlicher Indikator für die Qualität und die Kundenzufriedenheit ist die Reklamationsquote. Die Beanstandungsquote lag 2016 erfreulicherweise erneut bei nur wenigen Produkten pro einer Million Stück. Die konsequente, weltweite Erfassung von Produktreklamationen, deren sorgfältige Bearbeitung und die schnelle Rückmeldung an unsere Kunden sowie die zeitnahe Umsetzung der daraus abgeleiteten Verbesserungsmaßnahmen sind seit Jahren etabliert. Um Kundenanforderungen noch besser und effizienter zu erfüllen, haben wir 2016 unsere IT–Infrastruktur um ein Qualitätsmodul erweitert.

Erhöhte Anforderungen des Marktes und der regulatorischen Gegebenheiten

Durch die neuen QM-Systemnormen (ISO 9001:2015 und ISO 13485:2016-03) sowie der neu in Kraft tretenden MDR (Medical Device Regulation) und anderen normähnlichen Regularien, z.B.: MEDDEV 2.1/7 Rev.4, ergeben sich in Zukunft zusätzliche regulatorische Anforderungen zur Sicherstellung der Produktsicherheit und -effektivität.

Neue Normen und Zertifizierungen im Bereich Arbeits- und Umweltschutz

Die bestehenden Zertifizierungen im Bereich Umweltmanagement, Energiemanagement und Arbeitsschutzmanagement wurden erfolgreich aufrechterhalten und ausgebaut. 2016 stand die neue Norm ISO 14001:2015-09 im Fokus, die momentan zu Anpassungen in unseren Systemen führt. 2017 sind dann die ersten Zertifizierungen nach der neuen Norm geplant.

Darüber hinaus wurde 2016 insbesondere das zentrale Reporting vorangetrieben.

Erfolgreiche Zertifizierung des Bereichs Inkontinenz-Management nach FSC® und PEFCTM

Die ökologische Nachhaltigkeit von Produkten steht bei Endkunden und in Tender-Ausschreibungen immer mehr im Fokus. Für Holz und Holzprodukte stehen die Chain of Custody-Standards der Organisationen FSC® (Forest Stewardship Council®) und PEFCTM (Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes) immer stärker im öffentlichen Interesse. Dem Bereich Inkontinenz-Management werden durch die Verwendung von Zellulose in den Produkten diese Anforderungen des Marktes gestellt. Unsere hohen Qualitätsanforderungen an die Zellulose stellen wir dadurch sicher, dass wir diese schon seit vielen Jahren ausschließlich aus kontrollierter Forstwirtschaft beziehen. Die in 2016 erfolgreich abgeschlossenen Zertifizierungen tragen dazu bei, den nachhaltigen Erfolg von HARTMANN zu sichern.

Arbeits- und Gesundheitsschutz hat hohe Priorität

Die Unfallzahlen in den Betrieben der HARTMANN GRUPPE bewegen sich weiterhin auf niedrigem Niveau und sind im Verhältnis zu Umsatz und Mitarbeiterzahl tendenziell rückläufig. Der Austausch der jeweiligen Einheiten zu Best Practices und die zentrale Unterstützung bei lokalen Programmen werden auch im Jahr 2017 maßgeblich zur Prävention beitragen.

Daneben wird auch weiterhin medizinische Unterstützung in Form von freiwilligen Impfprogrammen, Beratung und Gesundheitskursen angeboten.

Entwicklung unserer Ressourceneffizienz

Im Berichtsjahr lag der Fokus wie schon in den Vorjahren auf der Optimierung des Energieverbrauchs. Die zentral erfassten Standorte haben im Berichtsjahr rund 160 GWh Strom eingesetzt. Damit entwickelten sich die Stromverbräuche auf vergleichbarer Basis relativ zum Umsatz deutlich rückläufig.

Auch künftig liegt der Fokus auf Energieeinsparungen, die ökonomisch und ökologisch gleichermaßen sinnvoll sind. Weitere Verbesserungen werden für 2017 bereits geplant, insbesondere durch den Bau neuer, energieeffizienter Gebäude.

Gesellschaftliche Verantwortung

Unser seit Jahren etabliertes "Learn and Earn" Programm im pakistanischen Sialkot wurde 2016 von UNICEF ausgezeichnet. Im Rahmen des Welttags gegen Kinderarbeit wurde das Modellprojekt unseres Partners Sudhaar dadurch zusätzlich finanziell unterstützt.

Auch unsere Zusammenarbeit mit der Hilfsorganisation CARE setzte sich 2016 fort – unter anderem über die direkte Hilfe von HARTMANN-Mitarbeitern vor Ort in Bolivien.

Chancen- und Risikobericht

Demografische Entwicklung vergrößert Absatzmarkt

Der Bevölkerungsanteil der über 65-Jährigen wächst weltweit stetig an. Für unseren Kernmarkt Europa gehen die Vereinten Nationen nach neuesten Studien von einem Zuwachs bei dieser Altersgruppe von mehr als 36 Millionen (5,2 Prozentpunkte) in den kommenden 14 Jahren aus. Dies bedeutet eine Zunahme von chronischen Krankheiten, wie Diabetes, welche die Anzahl pflegebedürftiger Menschen erhöht. Gleichzeitig steigt der Bedarf an Ärzten und Pflegekräften – schon heute ist hier aber ein Mangel zu verzeichnen. Insgesamt ist von gleichbleibenden oder sogar sinkenden Ausgaben pro Kopf in den Gesundheitssystemen auszugehen. Dies erzeugt auch in Zukunft einen steigenden Preisdruck in den Gesundheitsmärkten.

HARTMANN verfolgt in diesem Zusammenhang einen Ansatz, der Gesundheit ganzheitlich betrachtet. Die zahlreichen Medizinprodukte und Dienstleistungen stellen den direkten praktischen und ökonomischen Nutzen für die Patienten und das handelnde medizinische Personal in den Vordergrund. Daher sehen wir die demografische Entwicklung als Chance, mit weiten Teilen unseres Portfolios an diesem Wachstum zu partizipieren.

Wachsende Nachfrage in den Schwellenländern

Die Veränderung der gesellschaftlichen Altersstruktur ist auch in Schwellenländern wie Brasilien und China zu beobachten. Dort wird die Zahl der über 65-Jährigen laut UN-Angaben von 2016 bis 2030 sogar um rund 82 % (Brasilien) bzw. 76% (China) steigen. Zudem

Das aktive Ergreifen von Chancen ist die Basis des unternehmerischen Handelns der HARTMANN GRUPPE. Die mit dem Geschäft verbundenen Risiken werden im Rahmen des konzernweiten Risikoreduktionsmanagements systematisch identifiziert, bewertet, überwacht und, wenn nötig, durch Gegenmaßnahmen bewältigt. Auf Basis der aktuellen Informationen sehen wir den Fortbestand der HARTMANN GRUPPE als gesichert an.

eröffnet das Wirtschaftswachstum in solchen Ländern mittelfristig immer mehr Menschen den Zugang zu einer besseren Gesundheitsversorgung, wenn auch ausgehend von einem niedrigen Ausgabenniveau pro Person. Die steigende Nachfrage nach Gesundheitsleistungen führt auch zu einem Ausbau der nationalen Gesundheitssysteme und damit zu wachsenden Absatzmärkten für Medizinprodukte. Um unsere Marktposition auszubauen, sind wir auch in Schwellenländern mit eigenen Niederlassungen beziehungsweise mit Vertriebspartnern vertreten.

Innovative Behandlungsansätze

Innovationen sind essentieller Bestandteil unserer Wachstumsstrategie. Beispiele hierfür sind unter anderem unser im Markt erfolgreich etabliertes Therapiekonzept HydroTherapy zur einfachen und wirksamen Behandlung von chronischen und schwer heilenden Wunden sowie die von uns neu entwickelten umfassenden Konzepte für die Infektionsprophylaxe. In Gesundheitseinrichtungen erworbene Infektionen und eine zunehmende Antibiotikaresistenz der Erreger stellen Medizin und Pflege vor große Herausforderungen. HARTMANN stellt innovative Desinfektionsprodukte und -systeme sowie Anwendungsprozesse für die Infektionsprophylaxe zur Verfügung. Unterstützt werden diese marktnahen Innovationen durch das BODE SCIENCE CENTER, das national und international als wissenschaftlich fundierter Ansprechpartner rund um den Infektionsschutz anerkannt ist.

Risikoreduktion durch Diversifizierung

Durch die Diversifizierung unserer Geschäftsaktivitäten in die Bereiche Wundmanagement, Inkontinenzmanagement, Infektionsmanagement und weitere Konzernaktivitäten, verbunden mit der Expansion in unterschiedliche Märkte und Kanäle, vermeiden wir Risikohäufungen. Mithilfe unserer marktnah angesiedelten Vertriebsorganisation sind wir in der Lage, schnell und flexibel auf die Veränderungen in den sich zunehmend wandelnden nationalen Gesundheitssystemen zu reagieren.

Marktrisiken mit dynamischer Risikosteuerung begegnen

Die HARTMANN GRUPPE ist weltweit in Märkten tätig, die durch starken Wettbewerb und durch eine Verschärfung der gesetzlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen in den national geprägten Gesundheitssystemen gekennzeichnet sind. Mit einem klar gegliederten Portfolio aus Systemlösungen, einer kontinuierlichen Prozess- und Kostenoptimierung sowie einem Fokus auf medizinische Kompetenz wirken wir Marktrisiken entgegen. Unser Produktportfolio richten wir an individuellen Kundenbedürfnissen aus. Dadurch generieren wir für den Kunden einen Mehrwert, der uns Wettbewerbsvorteile verschafft und die kontinuierliche Erschließung zusätzlicher Marktpotenziale fördert.

Die systematische Identifikation von Markttrends und die laufende Analyse des Wettbewerbs stellen sicher, dass wir uns zukunftsorientiert auf unsere Schlüsselmärkte ausrichten. Basis hierfür sind die langjährigen Erfahrungen der HARTMANN GRUPPE in den Gesundheitsmärkten und Prozessen zur Markt- und Wettbewerbsbeobachtung.

Absicherung der Finanzrisiken in Zeiten hoher Volatilität

Währungs-, Zins- und Liquiditätsrisiken werden durch ein für alle Gesellschaften der HARTMANN GRUPPE verbindliches Corporate Treasury Management überwacht. Potenziell negative Auswirkungen, zum Beispiel durch die Volatilität von Währungen und Zinsen, werden durch geeignete Finanzinstrumente begrenzt. Diese Instrumente setzen wir unter Berücksichtigung der jeweiligen Risikoeinschätzung ein, wobei wir unsere internen Standards zu ihrer Anwendung beachten. Weitere Informationen zu den Finanzinstrumenten und -risiken sind dem Konzernanhang zu entnehmen.

Im Rahmen von Akquisitionen prüfen wir potenzielle Risiken im Vorfeld mittels Due Diligence und beobachten Neuerwerbungen nach dem Zukauf durch ein permanentes Beteiligungscontrolling. So werden Planabweichungen frühzeitig erkannt und Maßnahmen zur Korrektur eingeleitet. Die zur Erweiterung des Konzerns notwendigen Investitionen werden in Abhängigkeit von ihrer Bedeutung einer detaillierten Wirtschaftlichkeitsberechnung unterzogen.

Aktive Risikosteuerung im operativen Geschäft

Die Beschaffung von Rohstoffen und Handelswaren unterliegt Risiken hinsichtlich Preis, Qualität und Liefertreue. Eine intensive Beobachtung der Beschaffungsmärkte, strenge Qualitätskontrollen, Zertifizierungen sowie Rahmenverträge reduzieren unsere Risiken. Zur Absicherung der Versorgung haben wir ein entsprechendes Bestandsmanagement installiert; wir schließen, wo sinnvoll und möglich, längerfristige Lieferverträge ab und setzen vorzugsweise auf Dual Sourcing. Zusätzlich werden Preisschwankungen bei den für HARTMANN relevanten Rohstoffen oder Ausgangsprodukten durch das zentrale Corporate Treasury Management überwacht und – wo möglich und wirtschaftlich sinnvoll – durch geeignete Instrumente reduziert.

Qualitäts-, Arbeitssicherheits-, Umwelt- und Unterbrechungsrisiken in Produktion und Logistik begegnen wir durch ständig verbesserte Verfahren sowie durch kontinuierliche prozessbegleitende Kontrollen zur Erfüllung eigener und internationaler Standards und Normen. Patentrisiken werden laufend beobachtet, analysiert und aktiv gesteuert.

Insbesondere die Verfügbarkeit, Zuverlässigkeit und Effizienz unserer IT-Systeme sind grundlegend für unsere tägliche Arbeit. Sie werden systematisch überwacht sowie durch unterschiedliche Support-Levels abgesichert. Der Einsatz von Hard- und Software gewährleistet dabei die Funktionsfähigkeit der IT-Infrastruktur. Gleichzeitig werden die Systeme durch ein kontinuierlich optimiertes IT-Sicherheitsmanagement abgesichert.

Mit internationalen und länderspezifischen Versicherungsprogrammen sichert unser Corporate Insurance Management wesentliche Risikobereiche ab. Um das Schadenrisiko zu reduzieren, führen wir gemeinsam mit Versicherungsexperten regelmäßig Audits vor Ort durch. Risiken, die dabei identifiziert werden, begegnen wir mit adäquaten Präventionsmaßnahmen. Im ständigen Dialog mit den Versicherern werden die Versicherungsprogramme zeitnah an verändernde Risikoverhältnisse angepasst.

Der Erfolg der HARTMANN GRUPPE ist nicht zuletzt in hohem Maß davon abhängig, qualifizierte Fach- und Führungskräfte zu gewinnen und zu binden. Generell begegnet HARTMANN Personalrisiken durch differenzierte, international ausgerichtete Qualifizierungsprogramme, attraktive Vergütungssysteme, eine Positionierung des Unternehmens als attraktiver Arbeitgeber sowie durch eine offene interne Kommunikationspolitik.

Das Risikoreduktionsmanagementsystem hat sich bewährt

Das der Risikobewältigung zugrundeliegende Risikoreduktionsmanagementsystem unterstützt die Unternehmensführung bei der Gestaltung von Geschäftsprozessen in der HARTMANN GRUPPE. Es entspricht den Anforderungen des Gesetzes zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) sowie des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) und orientiert sich an den Vorgaben der Norm ISO 31000. Das System trägt wesentlich dazu bei, dass alle relevanten Risiken rechtzeitig erkannt und zeitnah effiziente Maßnahmen zur Gegensteuerung ergriffen werden.

In die strategische Planung des Konzerns fließen auch die chancen- und risikoorientierten Zukunftsanalysen des Risikoreduktionsmanagements ein. Hiervon und von der darauf aufbauenden kurz- und mittelfristigen Planung ausgehend erfolgt ein systematisches Risikocontrolling auf Ebene der Geschäftseinheiten, der Einzelgesellschaften, der Regionen und des Konzerns. Ergänzt werden diese Aktivitäten durch die Konzernrevision als Teil unserer internen Kontrollsysteme. Die intensive Zusammenarbeit mit der Internen Revision und dem Beteiligungscontrolling sowie die systematische Einbindung interner Expertengremien sichern eine hohe Risikotransparenz und tragen zu einer ganzheitlichen Betrachtung potenzieller Risikoquellen bei. So stärken sie das Risikobewusstsein in der gesamten Organisation.

Indem das Risikoreduktionsmanagement sein Augenmerk verstärkt auf die Effektivität und Effizienz von Präventionsmaßnahmen richtet, reduziert es darüber hinaus potenzielle Schwachstellen. Die quantitativen Risikobewertungsverfahren nach der Value-at-Risk-Methode sowie zusätzlich nach der potenziellen Nettoschadenhöhe helfen, Risiken realistisch einzuschätzen und effektive Maßnahmen einzuleiten.

Ganzheitlicher Risikomanagementansatz

Halbjährlich erheben wir in der HARTMANN GRUPPE das Gesamtportfolio der Risiken und Präventionsmaßnahmen auf Bereichs-, Funktions- und Konzernebene. Zusätzlich werden jederzeit Ad-hoc-Risikomeldungen erfasst. Die ermittelten Ergebnisse werden auf verschiedenen Konzernebenen konsolidiert, durch das Risikoreduktionsmanagement auf Plausibilität geprüft, von Experten bewertet und anschließend an Vorstand und Aufsichtsrat berichtet. Basis hierfür ist die aktuelle, konzernweit standardisierte Risikomanagementsoftware, die von der gesamten Risikoorganisation des Konzerns genutzt wird.

Prognosebericht

Die Gesundheitsmärkte werden auch weiterhin durch die demographische Entwicklung, die Zunahme chronischer Erkrankungen und eine wachsende Nachfrage in den Schwellenländern Wachstumschancen bieten. Die HARTMANN GRUPPE ist gut positioniert, diese durch die Entwicklung und den Verkauf patientengerechter und kostenoptimierter Produkte und Services zu nutzen. Das Unternehmen rechnet für das Geschäftsjahr 2017 mit einem moderaten Plus bei Umsatz und EBIT.

Positive Wachstumsprognosen für 2017 – trotz Unsicherheit aus dem politischen Umfeld

Die aktuellen Wirtschaftsprognosen deuten auf eine weitgehend positive Konjunkturentwicklung im Jahr 2017 hin. Allerdings sind die Prognosen mit Unsicherheiten behaftet, die vorrangig aus dem politischen Umfeld herrühren. In diesem Jahr stehen Wahlen in den Niederlanden, Frankreich und Deutschland an. Die erstarkten europakritischen Bewegungen sowie die politische Lage unter anderem in Italien, Portugal und Griechenland bergen Risiken für die Zukunft Europas. Die Folgen der Brexit-Entscheidung stellen eine weitere potentielle Herausforderung dar. Unsicherheit herrscht derzeit auch in Bezug auf die zukünftige Handelspolitik in den USA und ihre möglichen Auswirkungen auf den freien Warenverkehr für andere geografische Regionen.

Trotz dieser Unsicherheiten erwartet der IWF für 2017 eine moderate Beschleunigung des weltweiten Wirtschaftswachstums auf 3,4 %.

Die Bundesregierung rechnet für Deutschland mit einem im Vergleich zum Vorjahr abgeschwächten Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 1,4 %. Das leichte Plus wird nach wie vor vom Binnenwachstum getragen.

Die Europäische Zentralbank prognostiziert für die Währungsunion ungeachtet zahlreicher Risiken ein

stabiles Wachstum von 1,7 % im Jahr 2017. Für die USA erwartet der IWF ein Wachstum von 2,3 %, für China 6,5 % und für Russland 1,1 %.

Markt für Medizinprodukte weiterhin auf Wachstumskurs

Der Ausblick für die globale Gesundheitswirtschaft ist insgesamt positiv, wobei das Wachstum regional deutlich unterschiedlich ausfallen dürfte.

Die Unternehmensberatung Deloitte prognostiziert für den Zeitraum 2015 bis 2019 ein jährliches Wachstum der Gesundheitsausgaben von 4,6 % in Nordamerika, aber lediglich 1,4 % in der EMEA-Region. Der europäische Gesundheitsmarkt leidet noch immer unter den Folgen der Finanzkrise, die zu einer signifikanten Verlangsamung des Anstiegs der Gesundheitsausgaben geführt hat.

Wesentliche Einflussfaktoren für die zukünftige Nachfrage nach Medizinprodukten sind neben der Konjunkturentwicklung insbesondere der demografische Wandel, politische Entscheidungen über die Finanzierung der Gesundheitssysteme sowie mögliche Verschärfungen der gesetzlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen in den national geprägten Gesundheitssystemen.

Nach Angaben von Deloitte werden 2019 weltweit ca. 11 % der Weltbevölkerung über 65 Jahre alt sein, während sich der Anteil in Westeuropa dann auf über 20 % belaufen wird. Folgen sind die Zunahme von chronischen Erkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck oder auch Demenz, die große Herausforderungen für alle nationalen Gesundheitssysteme darstellen. Die International Diabetes Federation schätzt die Anzahl der Menschen mit Diabetes auf 387 Mio. weltweit und erwartet bis zum Jahr 2035 eine Zunahme auf 592 Mio.

Das belastet die Gesundheitssysteme genauso wie die steigenden Ansprüche der Patienten, sowie teure neue Behandlungsmethoden. Ebenso steigt die Nachfrage nach Fachkräften im Pflegebereich. Diese trifft allerdings auf einen schon heute spürbaren Mangel an Ärzten und Pflegekräften. Unsere Produkte bieten hier eine Antwort: sie vereinfachen einerseits die Behandlung, andererseits verkürzen sie die Behandlungszeiten.

Der Kostendruck auf die Gesundheitssysteme und der Fachkräftemangel lenken den Blick auf einfache und kosteneffiziente Lösungen. Nach Einschätzungen der OECD und der Europäischen Kommission wird der Fokus in Europa in den kommenden Jahren zunehmend auf einer integrierten und patientengerechten medizinischen Grundversorgung liegen.

Moderat steigende Umsatzerlöse und moderates Ergebnisplus erwartet

Unter Abwägung der Chancen und Risiken, die aus den wesentlichen Einflussfaktoren resultieren, sieht sich die HARTMANN GRUPPE weiterhin gut aufgestellt, um seinen profitablen Wachstumskurs fortzusetzen. Dem starken Wettbewerb in unserer Branche begegnen wir mit einem klar gegliederten Portfolio aus Systemlösungen, einer kontinuierlichen Prozess- und Kostenoptimierung sowie einem eindeutigen Fokus auf medizinische Kompetenz. Durch die Individualisierung von Lösungen schaffen wir Wettbewerbsvorteile und erschließen kontinuierlich zusätzliche Marktpotenziale.

Den erheblichen Volatilitäten in den Rohstoff- und Währungsmärkten werden wir auch weiterhin aktiv begegnen. Kurzfristig setzen wir den Währungsrisiken Absicherungsmaßnahmen entgegen, die Schwankungen abfedern. Zur Stärkung des organischen Wachstums adressieren wir gezielt Investitionsschwerpunkte in etablierten und neuen Märkten, um unsere Marktposition in Schlüsselsortimenten, zum Beispiel in der modernen Wundbehandlung oder Infektionsprävention, auszubauen. Die HARTMANN GRUPPE setzt außerdem auf Akquisitionen und strategische Partnerschaften, um das Portfolio sinnvoll zu ergänzen und die Marktposition in den Absatzregionen zu verbessern.

Investitionen der vergangenen Jahre in interne Prozesse wirken sich sukzessive positiv auf die Ergebnisentwicklung der HARTMANN GRUPPE aus. Die sorgfältige Überprüfung aller internen Prozesse und der damit verbundenen Kosten auf Produktivitätsreserven bleibt eine ständige Aufgabe.

Wir gehen davon aus, dass die hohe Volatilität bei Wechselkursen und Rohstoffpreisen im laufenden Jahr anhalten wird, wodurch eine zuverlässige Prognose erschwert wird. Darüber hinaus dürfte sich der Trend zur noch stärkeren Regulierung der Gesundheitssysteme im laufenden Jahr fortsetzen, was für die HARTMANN GRUPPE sowohl Chancen als auch Risiken birgt. Mittelund langfristig trägt die weitere Internationalisierung unseres Geschäfts, verbunden mit nachhaltigen Effizienzsteigerungsprogrammen, zu einer stärkeren Risikostreuung bei. Wir beobachten die Marktentwicklungen genau und sind in der Lage, kurzfristig entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.

Unter sorgfältiger Abwägung aller Einflussfaktoren rechnen wir für das laufende Jahr mit einem moderaten Umsatzanstieg und einem ebenfalls moderaten Plus beim EBIT. Auf Basis eines organischen Wachstums planen wir, den Nettofinanzstatus ebenfalls moderat zu verbessern.

Konzernbilanz der HARTMANN GRUPPE

in Tausend EUR Anhang 31. Dezember 2015 31. Dezember 2016
Aktiva
Langfristiges Vermögen
Sachanlagen 1 363.211 363.676
Immaterielle Vermögenswerte 2 109.254 108.682
Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen 3 4.447 4.735
Finanzielle Vermögenswerte 4 2.233 2.176
Sonstige Forderungen 5 2.955 4.037
Erstattungsansprüche aus Ertragsteuern 6 2.969 313
Aktive latente Steuern 7 25.052 30.867
510.121 514.486
Kurzfristiges Vermögen
Vorräte 8 324.201 338.516
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 9 334.911 347.739
Erstattungsansprüche aus Ertragsteuern 10 6.678 8.324
Finanzielle Vermögenswerte 11 12.238 10.418
Zahlungsmittel 12 90.470 109.856
768.498 814.853
Bilanzsumme Aktiva 1.278.619 1.329.339
in Tausend EUR Anhang 31. Dezember 2015 31. Dezember 2016
Passiva
Eigenkapital 13
Gezeichnetes Kapital 91.328 91.328
Kapitalrücklage 47.902 47.902
Eigene Anteile -31 -31
Gewinn- und andere Rücklagen 508.780 557.077
Ergebnisanteil der Aktionäre der PAUL HARTMANN AG 78.872 84.921
Eigenkapital der Aktionäre der PAUL HARTMANN AG 726.851 781.197
Nicht beherrschende Anteile 32.247 35.011
759.098 816.208
Langfristige Verbindlichkeiten
Finanzielle Verbindlichkeiten 14 58.594 9.356
Passive latente Steuern 7 1.361 1.170
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 15 143.233 170.465
Sonstige Rückstellungen 16 22.460 21.364
Sonstige Verbindlichkeiten 17 2.721 2.413
228.369 204.768
Kurzfristige Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige
Verbindlichkeiten
18 228.349 249.016
Verbindlichkeiten aus Ertragsteuern 19 34.441 29.986
Finanzielle Verbindlichkeiten 20 10.962 12.722
Sonstige Rückstellungen 16 17.400 16.639
291.152 308.363
Bilanzsumme Passiva 1.278.619 1.329.339

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung der HARTMANN GRUPPE

in Tausend EUR Anhang 2015 2016
Umsatzerlöse 1.941.004 1.986.450
Bestandsveränderungen -772 17.643
Andere aktivierte Eigenleistungen 4.605 4.507
Gesamtleistung 1.944.837 2.008.600
Sonstige Erträge 21 90.604 51.093
Materialaufwand 22 -869.469 -868.065
Personalaufwand 23 -483.999 -510.422
Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 24 -66.757 -71.717
Sonstige Aufwendungen 25 -482.555 -470.388
Betriebsergebnis 1 132.661 139.101
Finanzierungsaufwendungen -9.042 -11.311
Finanzierungserträge 1.129 1.008
Ergebnis aus assoziierten Unternehmen 1.335 841
Finanzergebnis 26 -6.578 -9.462
Ergebnis vor Steuern 126.083 129.639
Ertragsteuern 27 -41.305 -39.539
Konzernergebnis 84.778 90.100
davon entfallen auf:
die Aktionäre der PAUL HARTMANN AG 78.872 84.921
die nicht beherrschenden Anteile 5.906 5.179
Verwässertes und unverwässertes Ergebnis je Aktie in EUR 28 22,21 23,91

1 Entspricht dem EBIT der HARTMANN GRUPPE

Konzern-Gesamtergebnisrechnung der HARTMANN GRUPPE

in Tausend EUR 2015 2016
Konzernergebnis 84.778 90.100
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus Pensionen und ähnlichen
Verpflichtungen (vor Steuer)
11.579 -24.332
Direkt im Eigenkapital erfasste latente Steuern -4.328 6.780
Posten ohne Umgliederung in die Gewinn- und Verlustrechnung 7.251 -17.552
Währungsumrechnung 6.310 7.177
Marktbewertung finanzieller Vermögenswerte und Verbindlichkeiten (vor Steuer) -6.684 4.599
Direkt im Eigenkapital erfasste latente Steuern 1.980 -1.444
Posten mit Umgliederung in die Gewinn- und Verlustrechnung 1.606 10.332
Gesamtergebnis 93.635 82.880
davon entfallen auf:
die Aktionäre der PAUL HARTMANN AG 87.252 78.143
die nicht beherrschenden Anteile 6.383 4.737

Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals der HARTMANN GRUPPE

in Tausend EUR Gezeichnetes
Kapital
Kapitalrücklage Eigene Anteile
Stand 1. Januar 2015 91.328 47.902 -31
Gesamtergebnis 0 0 0
Dividendenzahlung 0 0 0
Einstellung in Rücklagen 0 0 0
Veränderung im Konsolidierungskreis 0 0 0
Stand 31. Dezember 2015 91.328 47.902 -31
Stand 1. Januar 2016 91.328 47.902 -31
Gesamtergebnis 0 0 0
Dividendenzahlung 0 0 0
Einstellung in Rücklagen 0 0 0
Veränderung im Konsolidierungskreis 0 0 0
Stand 31. Dezember 2016 91.328 47.902 -31
Konzern
Gewinn
rücklagen
Versicherungs
mathematische
Gewinne und
Verluste
Gewinn- und andere Rücklagen
Marktbewertung
finanzieller
Vermögenswerte/
Verbindlichkeiten
Währungs
umrechnung
Ergebnisanteil
der Aktionäre
der PAUL
HARTMANN AG
Eigenkapital der
Aktionäre der
PAUL
HARTMANN AG
Nicht
beherrschende
Anteile
Gesamt
486.218 -50.863 6.662 7.918 73.551 662.685 27.685 690.370
0 9.115 -4.704 3.969 78.872 87.252 6.383 93.635
0 0 0 0 -23.086 -23.086 -1.846 -24.932
50.465 0 0 0 -50.465 0 0 0
0 0 0 0 0 0 25 25
536.683 -41.748 1.958 11.887 78.872 726.851 32.247 759.098
536.683 -41.748 1.958 11.887 78.872 726.851 32.247 759.098
0 -16.721 3.155 6.788 84.921 78.143 4.737 82.880
0 0 0 0 -23.797 -23.797 -1.998 -25.795
55.061 14 0 0 -55.075 0 0 0
0 0 0 0 0 0 25 25
591.744 -58.455 5.113 18.675 84.921 781.197 35.011 816.208

Konzern-Kapitalflussrechnung der HARTMANN GRUPPE

in Tausend EUR 2015 2016
Ergebnis vor Steuern 126.083 129.639
Abschreibungen (+)/Zuschreibungen (–) auf Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte und
finanzielle Vermögenswerte
66.317 71.717
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen (+)/Erträge (–) 3.476 -2.246
Zinsergebnis 7.913 10.303
Gezahlte Ertragsteuern -35.159 -44.429
Gewinn (–)/Verlust (+) aus Abgängen von langfristigem Vermögen -478 -7.627
Cash-Flow 168.152 157.357
Zunahme (–)/Abnahme (+) der Vorräte -21.426 -11.708
Zunahme (–)/Abnahme (+) der kurz- und langfristigen Forderungen -10.411 -12.302
Zunahme (+)/Abnahme (–) der kurz- und langfristigen Rückstellungen -4.330 281
Zunahme (+)/Abnahme (–) der kurz- und langfristigen Verbindlichkeiten (ohne finanzielle
Verbindlichkeiten)
4.826 17.359
Mittelzufluss/-abfluss aus betrieblicher Tätigkeit (operativer Cash-Flow) 136.811 150.987
Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte -73.819 -68.010
Einzahlungen aus Abgängen von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten 2.164 1.615
Auszahlungen für Investitionen in finanzielle Vermögenswerte -2.689 0
Einzahlungen aus Abgängen aus finanziellen Vermögenswerten 0 1.776
Einzahlungen aus Dividenden aus finanziellen Vermögenswerten 390 395
Einzahlungen aus Zinsen 1.021 877
Einzahlungen aus dem Abgang von Konzernunternehmen (abzüglich abgegebener Zahlungsmittel) 0 4.959
Auszahlungen für den Erwerb von Konzernunternehmen (abzüglich übernommener
Zahlungsmittel)
-193 -996
Mittelzufluss/-abfluss aus der Investitionstätigkeit -73.126 -59.384
Free-Cash-Flow 63.685 91.603
Zahlung der Dividende der PAUL HARTMANN AG -23.086 -23.797
Zahlung der Dividende an Minderheitsgesellschafter -1.846 -1.998
Einzahlungen aus der Aufnahme von kurz- und langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten 1.123 6.400
Auszahlungen für die Tilgung von kurz- und langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten -35.806 -47.667
Auszahlungen für Zinsen -5.051 -6.589
Mittelzufluss/-abfluss aus der Finanzierungstätigkeit -64.666 -73.651
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestands -981 17.952
Entwicklung des Finanzmittelbestands
Finanzmittelbestand am Anfang der Periode 89.080 90.470
Wechselkursbedingte Wertänderungen des Finanzmittelbestands 2.371 1.434
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestands -981 17.952
Finanzmittelbestand am Ende der Periode 90.470 109.856

Konzernanhang der HARTMANN GRUPPE

Allgemeine Angaben

Die PAUL HARTMANN AG ist im Handelsregister beim Amtsgericht Ulm unter der Nr. HRB 661090 eingetragen. Sitz der Gesellschaft ist die Paul-Hartmann-Straße 12 in 89522 Heidenheim, Deutschland. Die Satzung besteht in der Fassung vom 13. September 2012. Die Firma der Gesellschaft lautet PAUL HARTMANN AG. Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr. Gegenstand des Unternehmens sind die Herstellung und/oder der Vertrieb von Produkten, die mit den Bereichen Gesundheit und Wohlbefinden im weitesten Sinne im Zusammenhang stehen. Gemeinsam mit prozessbegleitenden Dienstleistungen werden diese als Systemlösungen für Medizin und Pflege angeboten.

Herr Eduard Schleicher, Ulm, hat uns im August 2014 gemäß § 20 Abs. 4 AktG mitgeteilt, dass ihm eine Mehrheitsbeteiligung an unserer Muttergesellschaft, der PAUL HARTMANN AG, gehört.

Der Konzernabschluss der PAUL HARTMANN AG, wurde nach den zum Bilanzstichtag zur Anwendung in der Europäischen Gemeinschaft ratifizierten International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB) aufgestellt. Daneben werden alle für das Geschäftsjahr 2016 ratifizierten Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) beachtet.

Die PAUL HARTMANN AG macht von der Vorschrift des § 315a Absatz 3 HGB Gebrauch und erstellt und veröffentlicht einen Abschluss nach internationalen Rechnungslegungsvorschriften. Darüber hinaus werden alle nach deutschem Handelsrecht verlangten Angaben und Erläuterungen veröffentlicht, auch wenn sie nach IFRS nicht verpflichtend sind. Der Konzernabschluss wurde in Euro aufgestellt, die Wertangaben erfolgen grundsätzlich in Tausend beziehungsweise in Millionen Euro. Alle Beträge sind kaufmännisch gerundet, was bei der Addition zu geringfügigen Abweichungen führen kann.

Folgende in den Konzernabschluss der PAUL HARTMANN AG einbezogene deutsche Tochtergesellschaften machten im Geschäftsjahr 2016 von der Befreiungsvorschrift des § 264 Absatz 3 beziehungsweise § 264b HGB Gebrauch:

  • Bode Chemie GmbH, Hamburg
  • CMC Consumer Medical Care GmbH, Düren
  • CMC Technologies GmbH & Co. KG, Sontheim
  • DIG Dienstleistungen im Gesundheitswesen GmbH, Ibbenbüren
  • HARTMANN Beteiligungen GmbH, Heidenheim
  • Karl Otto Braun GmbH & Co. KG, Wolfstein
  • Kneipp GmbH, Würzburg
  • Kneipp Werbe-Agentur und Vertriebs GmbH, Würzburg
  • KOB Medical Devices (Deutschland) GmbH, Wolfstein
  • PAUL HARTMANN AG & Co. Logistikzentrum Süd oHG, Heidenheim
  • QMService GmbH i.L., Heidenheim
  • Reha-Service Loose GmbH, Hamburg
  • Reha und Rollstuhl Handels GmbH, Leipzig
  • Sanimed GmbH, Ibbenbüren
  • Vlesia GmbH, Herbrechtingen

Die Bilanz wird gemäß IAS 1.60 ff. in langfristige und kurzfristige Posten untergliedert. Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren dargestellt. Die Zusammensetzung einzelner Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung wird im Anhang erläutert. Der Konzernabschluss ist auf Basis historischer Anschaffungs- und Herstellungskosten erstellt mit der Ausnahme, dass derivative Finanzinstrumente und zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte zum Marktwert bilanziert sind.

Die Erstellung des Konzernabschlusses erfordert Schätzungen und Annahmen, die die Beträge der Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten zum Bilanzstichtag sowie die Erträge und Aufwendungen des Geschäftsjahres beeinflussen.

Hauptanwendungsbereiche für Annahmen und Schätzungen liegen in der Festlegung der Nutzungsdauer von Vermögenswerten des Anlagevermögens, der Ermittlung der Werthaltigkeit nicht finanzieller Vermögenswerte, der Bestimmung des Fair Value bei einigen Finanzinstrumenten sowie der Bildung von Rückstellungen für Rechtsverfahren, Pensionen und anderen Leistungszusagen, Steuern, Gewährleistungen und Garantien.

Die von Annahmen und Schätzungen betroffenen Parameter umfassen vor allem die bei der Anwendung von Barwertmethoden verwendeten zukünftigen Cash-Flows, Abzinsungssätze und die Preisentwicklung bestimmter Rohstoffe. Bei der Bewertung von Ertragsteuerforderungen und -verbindlichkeiten besteht außerdem Unsicherheit in Bezug auf den Eintrittszeitpunkt und die Höhe des zu versteuernden Einkommens. Im Bereich der Rückstellungen werden Annahmen zur Bestimmung von Abzinsungssätzen, künftiger Lohn- und Gehaltssteigerungen, der Sterblichkeitsrate und Rentensteigerungen sowie der Fluktuationsrate getroffen.

Obwohl diese Schätzungen und Annahmen mit größter Sorgfalt auf Basis aller verfügbaren Informationen vorgenommen beziehungsweise getroffen wurden, können die tatsächlichen Ergebnisse davon abweichen.

Auswirkungen von neuen Rechnungslegungsstandards

Erstmals angewendete Rechnungslegungsstandards

Im Geschäftsjahr 2016 fanden einige Rechnungslegungsstandards erstmals Anwendung. Keine der neuen Rechnungslegungsvorschriften hatte einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanzund Ertragslage.

Die im November 2013 veröffentlichten Änderungen an IAS 19 "Leistungsorientierte Pensionspläne - Arbeitnehmerbeiträge" beinhalten Klarstellungen über die Vorschriften der Zuordnung von Arbeitnehmerbeiträgen bzw. Beiträgen von dritten Parteien zu den Dienstleistungsperioden, wenn die Beiträge mit der Dienstzeit verknüpft sind. Darüber hinaus werden Erleichterungen geschaffen, wenn die Beiträge von der Anzahl der geleisteten Dienstjahre unabhängig sind. Die Änderungen sind erstmals für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Februar 2015 beginnen, und haben keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss der HARTMANN GRUPPE.

Im Rahmen seines Prozesses zur Vornahme von Verbesserungen von Standards veröffentlichte der IASB im Dezember 2013 den Änderungsstandard "Annual Improvements to IFRS 2010-2012 Cycle". Dieser enthält Klarstellungen bestehender Regelungen sowie weitere Angaben. Die betroffenen Standards sind IFRS 2 "Anteilsbasierte Vergütung", IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse", IFRS 8 "Geschäftssegmente", IFRS 13 "Bewertung zum beizulegenden Zeitwert", IAS 16 "Sachanlagen", IAS 24 "Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen" und IAS 38 "Immaterielle Vermögenswerte". Die Änderungen sind erstmals für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Februar 2015 beginnen, und haben keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss der HARTMANN GRUPPE.

Durch die im Mai 2014 veröffentlichten Änderungen an IFRS 11 "Bilanzierung von Erwerben von Anteilen an einer gemeinsamen Geschäftstätigkeit" wird die Bilanzierung eines Erwerbs von Anteilen an einer gemeinschaftlichen Tätigkeit geregelt, die einen Unternehmenszusammenschluss im Sinne des IFRS 3 darstellt. Zudem greifen auch die Angabepflichten des IFRS 3. Die Änderungen sind erstmals für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2016 beginnen, und haben keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss der HARTMANN GRUPPE.

Die im Mai 2014 veröffentlichten Änderungen an IAS 16 und 38 "Klarstellung akzeptabler Abschreibungsmethoden" umfassen Leitlinien zur Festlegung akzeptabler Abschreibungsmethoden bei Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten. Umsatzbasierte Abschreibungsmethoden sind demnach für Sachanlagen nicht und für immaterielle Vermögenswerte in bestimmten Ausnahmefällen (widerlegbare Vermutung der Unangemessenheit) zulässig. Die Änderungen sind erstmals für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2016 beginnen, und haben keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss der HARTMANN GRUPPE.

Durch die im Juni 2014 veröffentlichten Änderungen an IAS 16 und IAS 41 sind "Fruchttragende Pflanzen", die zur Erzeugung landwirtschaftlicher Produkte verwendet werden, wie Sachanlagen zu bilanzieren. Die Änderungen sind erstmals für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2016 beginnen, und haben keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss der HARTMANN GRUPPE.

Die im August 2014 veröffentlichten Änderungen an IAS 27 "Equity-Methode in Einzelabschlüssen" lassen die Equity-Methode als Bilanzierungsoption für Anteile an Tochterunternehmen, Joint Ventures und assoziierte Unternehmen in Einzelabschlüssen eines Investors wieder zu. Die Änderungen sind erstmals für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2016 beginnen, und haben keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss der HARTMANN GRUPPE.

Im Rahmen seines Prozesses zur Vornahme von Verbesserungen von Standards veröffentlichte der IASB im September 2014 den Änderungsstandard "Annual Improvements to IFRS 2012-2014 Cycle". Dieser enthält angepasste Formulierungen zur Klarstellung bestehender Regelungen. Die betroffenen Standards sind IFRS 5 "Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche", IFRS 7 "Finanzinstrumente: Angaben", IAS 19: "Leistungen an Arbeitnehmer" und IAS 34 "Zwischenberichterstattung". Die Änderungen sind erstmals für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2016 beginnen, und haben keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss der HARTMANN GRUPPE.

Die im Dezember 2014 veröffentlichten Änderungen an IAS 1 "Angabeninitiative" betreffen verschiedene Ausweisfragen. Es wird klargestellt, dass Anhangangaben nur notwendig sind, wenn sie für das bilanzierende Unternehmen wesentlich sind. Dies gilt auch explizit dann, wenn ein Standard eine Liste von Minimalangaben vorgibt. Zudem werden Erläuterungen zur Aggregation und Disaggregation von Posten in der Bilanz und Gesamtergebnisrechnung gegeben. Darüber hinaus wird klargestellt, wie Anteile am Sonstigen Ergebnis von Unternehmen, die nach der Equity-Methode bewertetet werden, in der Gesamtergebnisrechnung darzustellen sind. Die Änderungen sind erstmals für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2016 beginnen, und haben keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss der HARTMANN GRUPPE.

Durch die im Dezember 2014 veröffentlichten Änderungen an IFRS 10, IFRS 12 und IAS 28 "Investmentgesellschaften – Anwendung der Ausnahme von der Konsolidierungspflicht" werden Sachverhalte im Zusammenhang mit der Anwendung der Ausnahme von der Konsolidierungspflicht für Investmentgesellschaften, welche ihre Tochterunternehmen stattdessen zum Fair Value bilanzieren, adressiert. Die Änderungen sind erstmals für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2016 beginnen, und haben keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss der HARTMANN GRUPPE.

Noch nicht anzuwendende neue beziehungsweise geänderte Rechnungslegungsstandards Neue Rechnungslegungsstandards

  • IFRS 15 "Umsatzerlöse aus Kundenverträgen"; anzuwenden für alle Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen.
  • IFRS 9 "Finanzinstrumente: Klassifizierung und Bewertung/Wertminderungen/Hedge Accounting"; anzuwenden für alle Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen.
  • IFRS 16 "Leasingverhältnisse", frühestens anzuwenden für alle Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2019 beginnen.

Geänderte Rechnungslegungsstandards

  • IAS 12 "Ansatz von aktiven latenten Steuern für unrealisierte Verluste", anzuwenden für alle Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2017 beginnen.
  • IAS 7 "Angabeninitiative", anzuwenden für alle Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2017 beginnen.
  • Klarstellungen zu IFRS 15 "Erlöse aus Verträgen mit Kunden", anzuwenden für alle Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen.
  • IFRS 2 "Klassifizierung und Bewertung von anteilsbasierten Vergütungen", anzuwenden für alle Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen.

  • IFRS 4 "Anwendung von IFRS 9 Finanzinstrumente gemeinsam mit IFRS 4 Versicherungsverträge", anzuwenden für alle Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen.

  • Interpretation IFRIC 22 "Transaktionen in fremder Währung und im Voraus gezahlte Gegenleistung", frühestens anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen
  • IAS 40 "Übertragung von als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien", frühestens anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen.

Des Weiteren werden sich Standards im Zusammenhang mit dem Annual-Improvements-Project Zyklus 2014-2016 ändern. Dies betrifft für IFRS 12 frühestens Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2017 beginnen und für IFRS 1 und IAS 28 frühestens Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen.

Mit Ausnahme von IFRS 16, der auf Seiten des Leasingnehmers bei Leasingverhältnissen, die nicht kurzfristig sind oder Leasinggegenstände von geringem Wert betreffen, zum Ansatz von Vermögenswerten aus erlangten Nutzungsrechten sowie Verbindlichkeiten aus eingegangenen Zahlungsverpflichtungen führt, werden sich aus der Anwendung der genannten Standards nach derzeitiger Einschätzung für den Konzernabschluss der HARTMANN GRUPPE keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ergeben. Darüber hinaus werden künftig erweiterte Anhangangaben erwartet.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Im Folgenden werden die grundlegenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, die bei der Aufstellung dieses Konzernabschlusses angewendet wurden, dargestellt:

Konsolidierungskreis und Konsolidierungsmethoden Tochterunternehmen

Tochterunternehmen sind alle Unternehmen (inklusive Zweckgesellschaften), bei denen der Konzern die Kontrolle über die Finanzund Geschäftspolitik innehat. Dies ist regelmäßig begleitet von einem Stimmrechtsanteil von mehr als 50 %. Bei der Beurteilung, ob der Konzern eine andere Gesellschaft beherrscht, wird das Vorhandensein und der Effekt von potenziellen Stimmrechten, die jederzeit ausübbar oder wandelbar sind, berücksichtigt.

Tochterunternehmen werden ab dem Zeitpunkt in den Konzernabschluss einbezogen, zu dem die Möglichkeit der Beherrschung vorliegt, und werden nicht mehr voll konsolidiert, wenn das Beherrschungsverhältnis endet. Für Akquisitionen erfolgt die Kapitalkonsolidierung gemäß IFRS 3 nach der Methode der vollständigen Neubewertung (Erwerbsmethode), das heißt Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie Eventualverbindlichkeiten, soweit sie die Ansatzkriterien des IFRS 3 erfüllen, werden mit ihren Fair Values zum Erwerbszeitpunkt bewertet. Hierfür lagen entsprechende Zwischenabschlüsse vor. Ein verbleibender, auf den Konzern entfallender Unterschiedsbetrag wird als Goodwill im Anlagevermögen ausgewiesen und entsprechend IFRS 3 in Verbindung mit IAS 36 einem zumindest jährlichen Werthaltigkeitstest unterzogen. Ein ver-

bleibender negativer Unterschiedsbetrag wird sofort erfolgswirksam vereinnahmt. Beim sukzessiven Unternehmenserwerb erfolgt zum Zeitpunkt der Erlangung der Beherrschung eine erfolgswirksame Neubewertung zum Fair Value der bereits gehaltenen Anteile an dem erworbenen Unternehmen.

Die Abschlüsse der Tochterunternehmen werden unter Anwendung einheitlicher Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zum gleichen Bilanzstichtag aufgestellt wie der Abschluss der PAUL HARTMANN AG.

Eine Aufstellung der vollkonsolidierten Tochterunternehmen ist bei den sonstigen Erläuterungen enthalten.

Assoziierte Unternehmen und Joint Ventures

Anteile an assoziierten Unternehmen und Joint Ventures werden nach der Equity-Methode konsolidiert. Bei Joint Ventures liegt eine gemeinschaftliche Führung vor, in der Regel mit einem Anteilsbesitz von 50 %. Als assoziierte Unternehmen werden diejenigen bezeichnet, bei denen der Konzern einen maßgeblichen Einfluss besitzt und in der Regel zwischen 20 und 50 % der Stimmrechte hält, ohne das Unternehmen zu beherrschen. Die Erstbewertung der Anteile von assoziierten Unternehmen und Joint Ventures erfolgt zu Anschaffungskosten. Die Beteiligungsbuchwerte enthalten den beim Anteilserwerb identifizierten Goodwill nach Abzug von Wertminderungen. Die Bilanzierung nach der Equity-Methode wird zum Zeitpunkt des Wegfallens des maßgeblichen Einflusses auf ein assoziiertes Unternehmen oder auf ein Joint Venture beendet. Wenn der Buchwert der Anteile an dem assoziierten Unternehmen oder Joint Venture den Wert Null erreicht, werden keine weiteren Verlustanteile erfasst, es sei denn, dass der Konzern zusätzlich Verbindlichkeiten oder Garantien für das assoziierte Unternehmen übernommen hat.

Eine Aufstellung der nach der Equity-Methode konsolidierten Unternehmen ist in den sonstigen Erläuterungen enthalten.

Konzerninterne Transaktionen

Alle konzerninternen Transaktionen und Salden sowie nicht realisierte Gewinne aus Transaktionen innerhalb des Konzerns werden eliminiert. Nicht realisierte Verluste aus Transaktionen innerhalb des Konzerns werden ebenfalls eliminiert, es sei denn, der Verlust resultiert aus einer zuvor erfolgten Wertminderung des übertragenen Vermögenswerts.

Währungsumrechnung

Funktionale Währung und Berichtswährung

Die im Jahresabschluss jedes Konzernunternehmens enthaltenen Posten werden in der Währung ermittelt, die die Währung des primären Wirtschaftsumfelds ist, in dem das Unternehmen tätig ist (funktionale Währung). Der Konzernabschluss wird in der Berichtswährung Euro dargestellt, die gleichzeitig die funktionale Währung der PAUL HARTMANN AG ist.

Geschäftsvorfälle in Fremdwährung

Geschäftsvorfälle in Fremdwährung werden mit dem Wechselkurs am Tag des Geschäftsvorfalls umgerechnet.

Gewinne und Verluste aus der Begleichung solcher Geschäftsvorfälle sowie aus der Umrechnung von monetären Vermögenswerten und Verbindlichkeiten werden in der Gewinn- und Verlustrechnung verbucht.

Die Gewinne und Verluste aus der Fremdwährungsumrechnung enthalten auch Währungsdifferenzen aus Schuldverschreibungen und anderen monetären finanziellen Vermögenswerten, die zum Fair Value bewertet werden. Währungsdifferenzen aus zur Veräußerung verfügbaren, nicht-monetären Vermögenswerten werden im Bedarfsfall in der Gewinnrücklage im Eigenkapital erfasst.

Umrechnung der Jahresabschlüsse der Konzerngesellschaften

Die Posten der Gewinn- und Verlustrechnung werden mit dem Durchschnittskurs des Geschäftsjahres in die Berichtswährung des Konzerns umgerechnet. Die Bilanzposten werden zum Umrechnungskurs am 31. Dezember umgerechnet. Währungsdifferenzen, die sich aus der Umrechnung ergeben, werden erfolgsneutral im Eigenkapital ausgewiesen. Beim Abgang einer ausländischen Gesellschaft werden die kumulierten Umrechnungsdifferenzen in der Gewinn- und Verlustrechnung als Teil des Veräußerungsgewinns beziehungsweise -verlusts berücksichtigt.

Der Goodwill und Anpassungen der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten an den Fair Value, die aus dem Erwerb einer ausländischen Gesellschaft resultieren, werden zu Stichtagskursen umgerechnet.

Sachanlagen

Sachanlagen werden zu ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen bilanziert. Es bestehen keine wesentlichen Rückbau- oder Rekultivierungsverpflichtungen. Die planmäßige Abschreibung wird für jeden Vermögenswert linear auf Basis der Anschaffungs- oder Herstellungskosten berechnet.

Geschätzte Nutzungsdauer:
Gebäude 15 – 40 Jahre
Maschinen und maschinelle Anlagen 8 – 15 Jahre
Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie
Fahrzeuge
3 – 15 Jahre

Die Restbuchwerte und wirtschaftlichen Nutzungsdauern werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft und gegebenenfalls angepasst.

Die aus Veräußerungen resultierenden Gewinne und Verluste werden als Differenz zwischen den Veräußerungserlösen und den Buchwerten ermittelt und erfolgswirksam als Ertrag beziehungsweise Aufwand erfasst. Finanzierungskosten werden als Bestandteil der Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten aktiviert, sofern diese direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswerts zugeordnet werden können.

Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien umfassen Immobilien, die zur Erzielung von Mieteinnahmen und/oder zum Zweck der

Wertsteigerung gehalten werden. Sie werden analog zu Sachanlagen zu fortgeschriebenen Anschaffungskosten bilanziert.

Geschätzte Nutzungsdauer:

Immobilien 15 – 40 Jahre

Immaterielle Vermögenswerte Goodwill

Der Goodwill stellt die positive Differenz zwischen den Anschaffungskosten und dem Fair Value des Anteils des Konzerns am Reinvermögen des Tochterunternehmens beziehungsweise des assoziierten Unternehmens zum Zeitpunkt des Erwerbs dar. Der Goodwill, der beim Erwerb von Tochterunternehmen am oder nach dem 1. Januar 1995 entstanden ist, wird unter den immateriellen Vermögenswerten ausgewiesen. Der Goodwill, der beim Erwerb von assoziierten Unternehmen am oder nach dem 1. Januar 1995 entstanden ist, ist im Beteiligungsbuchwert der assoziierten Unternehmen enthalten.

Der Goodwill wird zum Zweck des Werthaltigkeitstests auf "Cash Generating Units" (CGUs) verteilt.

In der HARTMANN GRUPPE werden innerhalb der Segmente Wundmanagement, Inkontinenzmanagement und Infektionsmanagement die operativen Geschäftsbereiche und im Segment Weitere Konzernaktivitäten die operativen Geschäftsfelder als CGU definiert.

Für den Goodwill wird eine unbestimmte Nutzungsdauer unterstellt, er unterliegt dementsprechend nicht der planmäßigen Abschreibung. Er wird vielmehr nach IAS 36 mindestens jährlich und zusätzlich bei Vorliegen konkreter Anhaltspunkte einem Werthaltigkeitstest unterzogen. Dabei wird der Buchwert der CGUs mit dem jeweiligen erzielbaren Betrag, das heißt dem höheren Wert aus Nutzungswert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Kosten der Veräußerung verglichen. In den Fällen, in denen der Buchwert der CGU höher als sein erzielbarer Betrag ist, liegt in Höhe der Differenz ein Wertminderungsbedarf vor. In diesem Fall wird in einem ersten Schritt ein allokierter Goodwill abgeschrieben. Bei einem verbleibenden Restbetrag werden auch die zugeordneten einzelnen Vermögenswerte auf Werthaltigkeit geprüft und gegebenenfalls wertberichtigt. Ein für den Goodwill erfasster Wertminderungsaufwand wird in den nachfolgenden Perioden nicht mehr aufgeholt.

Darüber hinaus existieren keine immateriellen Vermögenswerte, die nicht planmäßig abgeschrieben werden.

Forschung und Entwicklung

Ausgaben für Forschungsaktivitäten werden sofort als Aufwand erfasst. Die Entwicklungskosten werden sofort als Aufwand erfasst, sofern die Voraussetzungen für eine Aktivierung nach IAS 38 nicht erfüllt sind. Sofern diese Voraussetzungen vorliegen, werden die Entwicklungskosten aktiviert und linear über den erwarteten Produktlebenszyklus abgeschrieben.

Andere immaterielle Vermögenswerte

Erworbene Patente, Markenzeichen, Kundenbeziehungen und Lizenzen werden zu ihren Anschaffungskosten aktiviert und über ihre Nutzungsdauer linear abgeschrieben.

Geschätzte Nutzungsdauer:
Patente, Lizenzen, Schutzrechte, Marken,
Kundenbeziehungen
3 – 15 Jahre
Software 3 – 5 Jahre

Wertminderungen langfristiger Vermögenswerte

Vermögenswerte, die eine unbestimmte Nutzungsdauer haben, werden nicht planmäßig abgeschrieben. Sie werden mindestens jährlich auf Wertminderungsbedarf geprüft oder wenn Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen. Vermögenswerte, die einer planmäßigen Abschreibung unterliegen, werden auf Wertminderungsbedarf geprüft, wenn Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass der Buchwert gegebenenfalls nicht mehr erzielbar ist. Ein Wertminderungsverlust wird in Höhe des den erzielbaren Betrag übersteigenden Buchwerts erfasst. Der erzielbare Betrag ist der höhere Wert aus dem Nettoveräußerungspreis und dem Nutzungswert. Wenn die Bestimmung des erzielbaren Betrags für einzelne Vermögenswerte nicht möglich ist, werden Vermögenswerte zur kleinsten Gruppe zusammengefasst, der unabhängige Mittelzuflüsse zugeordnet werden können (CGU).

Sind die Gründe für eine zuvor bei planmäßig abgeschriebenen Vermögenswerten erfasste außerplanmäßige Wertminderung entfallen, werden diese Vermögenswerte erfolgswirksam zugeschrieben. Diese Wertaufholung übersteigt nicht den fortgeführten Buchwert, der bestimmt worden wäre, wenn in den früheren Perioden keine außerplanmäßige Wertminderung erfasst worden wäre.

Finanzielle Vermögenswerte

Die Bilanzierung und Bewertung finanzieller Vermögenswerte erfolgt gemäß den Vorschriften des IAS 39. Der Ansatz erfolgt bei üblichem Kauf oder Verkauf zum Handelstag, das heißt zu dem Tag, an dem sich der Konzern zum Kauf oder Verkauf des Vermögenswerts verpflichtet.

Die Erstbewertung von finanziellen Vermögenswerten erfolgt zum Fair Value. Bei finanziellen Vermögenswerten, die in der Folgezeit nicht erfolgswirksam zum Fair Value bewertet werden, erfolgt die Erstbewertung unter Einbeziehung von Transaktionskosten, die direkt dem Erwerb des finanziellen Vermögenswerts zuzurechnen sind.

Die Folgebewertung von finanziellen Vermögenswerten ist abhängig von der Zuordnung zu den Bewertungskategorien im Sinne des IAS 39 und erfolgt entweder zu fortgeführten Anschaffungskosten oder zum Fair Value.

Die fortgeführten Anschaffungskosten finanzieller Vermögenswerte ermitteln sich unter Beachtung der Effektivzinsmethode als der Betrag, mit dem ein finanzieller Vermögenswert bei erstmaliger Erfassung bewertet wurde, vermindert um eventuelle Tilgungen, etwaige Wertminderungen oder Uneinbringlichkeiten.

Der Fair Value entspricht im Allgemeinen dem Markt- oder Börsenwert. Wenn kein aktiver Markt existiert, wird der Fair Value mittels finanzmathematischer Methoden, zum Beispiel durch Diskontierung der zukünftigen Zahlungsströme mit dem Marktzinssatz oder die Anwendung anerkannter Optionspreismodelle, ermittelt. Gemäß IFRS 13 werden Kontrahentenrisiken mithilfe des kontrahentenspezifischen Credit Default Swap Spreads berücksichtigt.

Die Bewertung der finanziellen Vermögenswerte zum Fair Value folgt einer dreistufigen Hierarchie, die die Nähe der herangezogenen Bewertungsfaktoren zu einem aktiven Markt beschreibt (vergleiche zusätzliche Angaben zu den Finanzinstrumenten im Abschnitt "Sonstige Erläuterungen").

Finanzielle Vermögenswerte gliedern sich abhängig von ihrem jeweiligen Erwerbszweck in nachstehende Kategorien:

  • erfolgswirksam zum Fair Value bewertete finanzielle Vermögenswerte,
  • bis zur Endfälligkeit zu haltende finanzielle Vermögenswerte,
  • Kredite und Forderungen,
  • zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte.

Die Zuordnung zu einer Kategorie hängt vom jeweiligen Zweck ab, für den die finanziellen Vermögenswerte erworben wurden, und wird zu jedem Bilanzstichtag überprüft.

Erfolgswirksam zum Fair Value bewertete finanzielle Vermögenswerte umfassen die zu Handelszwecken gehaltenen finanziellen Vermögenswerte. Dieser Bewertungskategorie werden die in den sonstigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesenen Forderungen aus Derivaten zugeordnet, die nicht in einer bilanziellen Sicherungsbeziehung stehen. Änderungen des Fair Value finanzieller Vermögenswerte dieser Kategorie werden zum Zeitpunkt der Wertsteigerung beziehungsweise Wertminderung erfolgswirksam erfasst. Die Fair Value-Option wird nicht genutzt.

Bis zur Endfälligkeit zu haltende finanzielle Vermögenswerte sind nicht derivative finanzielle Vermögenswerte mit festen oder bestimmbaren Zahlungen und einer festen Laufzeit, wenn die Absicht und Fähigkeit besteht, die finanziellen Vermögenswerte bis zur Endfälligkeit zu halten und keine andere Kategorisierung vorgeschrieben ist. Diese werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Sowohl im abgelaufenen als auch im Vorjahr hatte die HARTMANN GRUPPE keine bis zur Endfälligkeit zu haltenden finanziellen Vermögenswerte im Bestand.

Kredite und Forderungen sind nicht derivative finanzielle Vermögenswerte mit festen oder bestimmbaren Zahlungen, die nicht in einem aktiven Markt notiert sind. Sie werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Dieser Bewertungskategorie werden die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die in den sonstigen Forderungen ausgewiesenen weiteren finanziellen Forderungen sowie die Zahlungsmittel zugeordnet. Im Konzern werden erfolgswirksame Wertminderungen vorgenommen, wenn es zu objektiven Hinweisen kommt. Objektive Hinweise können beispielsweise Analysen auf

Basis standardisierter Altersstrukturlisten der zum Jahresende ausstehenden Beträge sowie Erfahrungen aus der Vergangenheit sein. Gemäß konzerninternen Vorgaben werden Wertberichtigungen auf Forderungen grundsätzlich auf separaten Wertberichtigungskonten erfasst. Sie werden zum selben Zeitpunkt wie die entsprechende wertberichtigte Forderung ausgebucht.

Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte umfassen diejenigen nicht derivativen finanziellen Vermögenswerte, die entweder konkret dieser Kategorie zugeordnet sind, oder keiner anderen Kategorie zugeordnet werden können. Dies sind insbesondere Beteiligungen, Wertpapiere und verzinsliche Ausleihungen, die in den sonstigen Vermögenswerten enthalten sind. Die Folgebewertung erfolgt zum Fair Value. Existiert kein notierter Marktpreis, weil der Markt nicht aktiv ist, und kann keine verlässliche Schätzung des Fair Value vorgenommen werden, werden diese finanziellen Vermögenswerte zu Anschaffungskosten (gegebenenfalls abzüglich Wertminderungen) erfasst. Es ist nicht beabsichtigt, diese finanziellen Vermögenswerte in naher Zukunft zu veräußern. Änderungen des Fair Value von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten werden unter Berücksichtigung von Steuereffekten erfolgsneutral im Eigenkapital abgegrenzt. Eine erfolgswirksame Erfassung des Fair Value erfolgt erst bei Veräußerung. Liegt der Fair Value über einen längeren Zeitraum oder wesentlich unter den Anschaffungskosten, wird eine Wertminderung erfolgswirksam erfasst. In Fällen, in denen der Marktpreis von Eigenkapital- und Schuldtiteln bestimmt werden kann, wird der Fair Value angesetzt.

Umkategorisierungen sind im Geschäftsjahr und in den Vorjahren nicht vorgenommen worden.

Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn die vertraglichen Rechte auf Zahlungen aus den finanziellen Vermögenswerten nicht mehr bestehen oder übertragen wurden und der Konzern die finanziellen Vermögenswerte mit allen wesentlichen Chancen und Risiken übertragen hat. Die bei der Ausbuchung entstandenen Gewinne und Verluste werden erfolgswirksam erfasst.

Die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte, die nicht erfolgswirksam zum Fair Value zu bewerten sind, werden zu jedem Bilanzstichtag daraufhin untersucht, ob objektive substanzielle Hinweise einer Wertminderung vorliegen. Im Fall einer eingetretenen Wertminderung wird der dadurch entstehende Aufwand erfolgswirksam erfasst. Wertminderungen des Fair Value von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten, die bisher erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst wurden, werden aus dem Eigenkapital eliminiert und erfolgswirksam in die Gewinn- und Verlustrechnung umgebucht.

Finanzielle Vermögenswerte mit einer Laufzeit von mehr als zwölf Monaten werden als langfristige finanzielle Vermögenswerte ausgewiesen.

Leasingverhältnisse

Leasingverhältnisse über Sachanlagen, bei denen im Wesentlichen alle mit dem Eigentum an dem Leasingobjekt verbundenen Risiken und Chancen getragen werden, werden als Finanzierungsleasing eingestuft. Sachanlagen aus Finanzierungsleasing werden zu Beginn des Leasingverhältnisses zum niedrigeren Wert aus dem Fair

Value des Leasingobjekts und dem Barwert der Mindestleasingzahlungen angesetzt. Die entsprechenden Leasingverpflichtungen werden in gleicher Höhe unter den Verbindlichkeiten ausgewiesen. Jede Leasingzahlung wird auf diese Weise in den Tilgungsanteil der Restschuld und die Finanzierungskosten aufgeteilt, um eine konstante Verzinsung über die Laufzeit des Leasingverhältnisses zu erreichen. Der Zinsanteil der Leasingzahlungen wird in der Gewinnund Verlustrechnung erfasst. Aktivierte Sachanlagen aus Finanzierungsleasing werden über die wirtschaftliche Nutzungsdauer des Leasingobjekts oder über die kürzere Leasingdauer abgeschrieben, wenn nicht hinreichend sicher ist, dass das Eigentum auf den Leasingnehmer übergeht.

Leasingverhältnisse, bei denen wesentliche mit dem Eigentum verbundene Risiken und Chancen beim Leasinggeber verbleiben, werden als Operating Leasing eingestuft. Zahlungen aus Operating Leasing werden unter Berücksichtigung von Incentives des Leasinggebers linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses verteilt und in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Vorräte

Vorräte werden mit dem niedrigeren Wert aus den Anschaffungsoder Herstellungskosten und dem Nettoveräußerungswert bewertet. Die Anschaffungskosten von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen und Waren werden auf Basis des gleitenden Durchschnittspreises ermittelt. Die Herstellungskosten von fertigen und unfertigen Erzeugnissen enthalten Rohstoffe, Fertigungslöhne, andere direkte Kosten und dem Produkt zurechenbare Gemeinkosten, die auf normaler Kapazitätsauslastung basieren. Nicht enthalten sind Finanzierungskosten. Der Nettoveräußerungswert ist der geschätzte, im normalen Geschäftsgang erzielbare Verkaufserlös abzüglich der Kosten für die Fertigstellung und den Vertrieb.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden beim erstmaligen Ansatz in Höhe des Fair Value bilanziert. Die Folgebewertung wird unter Anwendung der Effektivzinsmethode und abzüglich der Wertberichtigungen durchgeführt. Diese Wertberichtigungen basieren auf einer Durchsicht aller ausstehenden Beträge zum Jahresende und Erfahrungswerten aus der Vergangenheit. Uneinbringliche Forderungen werden abgeschrieben, sobald der Zahlungsausfall feststeht. Gemäß konzerninterner Vorgaben werden die Wertansätze bei Forderungen grundsätzlich über ein Wertberichtigungskonto korrigiert.

Zahlungsmittel

Zahlungsmittel werden in der Bilanz zum Nominalwert ausgewiesen. Für Zwecke der Kapitalflussrechnung enthalten die Zahlungsmittel Bargeld, jederzeit abrufbare Guthaben bei Kreditinstituten und andere kurzfristige hochliquide Finanzinvestitionen mit einer ursprünglichen Restlaufzeit von höchstens drei Monaten.

Zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte und Verbindlichkeiten

Langfristige Vermögenswerte (oder Gruppen von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten) werden als zur Veräußerung gehalten klassifiziert und zum niedrigeren Wert aus Buchwert oder Fair Value abzüglich Veräußerungskosten bewertet, wenn ihr Buchwert im Wesentlichen durch einen Verkauf erlöst wird, statt durch fortgesetzte betriebliche Nutzung. Die planmäßige Abschreibung von Vermögenswerten endet mit der Einstufung als "zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte". Der Verkauf der langfristigen Vermögenswerte oder Veräußerungsgruppen ist höchst wahrscheinlich.

Eigenkapital

Externe Kosten, die direkt der Emission von neuen Aktien zugerechnet werden können, werden, sofern es sich nicht um Unternehmenserwerbe handelt, unter Berücksichtigung der Steuereffekte mit dem Eigenkapital verrechnet. Stammaktien werden als Eigenkapital klassifiziert. Dividenden für Stammaktien werden in der Periode vom Eigenkapital abgezogen, in der sie beschlossen wurden.

Wenn die PAUL HARTMANN AG oder eines ihrer Tochterunternehmen eigene Aktien der PAUL HARTMANN AG kauft, wird die bezahlte Gegenleistung einschließlich zurechenbarer Transaktionskosten unter Berücksichtigung der Steuereffekte vom Eigenkapital abgezogen. Wenn solche Aktien später verkauft oder neu ausgegeben werden, wird die erhaltene Gegenleistung wieder im Eigenkapital erfasst. Im Geschäftsjahr 2016 kam es nicht zu einem Erwerb eigener Aktien.

Finanzielle Verbindlichkeiten

Finanzielle Verbindlichkeiten werden entweder der Kategorie erfolgswirksam zum Fair Value bewertete finanzielle Verbindlichkeiten oder zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten zugeordnet. Erfolgswirksam zum Fair Value bewertete finanzielle Verbindlichkeiten umfassen die zu Handelszwecken gehaltenen Verbindlichkeiten.

Dieser Bewertungskategorie werden die in den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesenen Verbindlichkeiten aus Derivaten zugeordnet, die nicht in einer bilanziellen Sicherungsbeziehung stehen. Änderungen des Fair Value finanzieller Verbindlichkeiten dieser Kategorie werden zum Zeitpunkt der Wertsteigerung beziehungsweise Wertminderung erfolgswirksam erfasst. Die Fair Value-Option wird nicht genutzt.

Alle weiteren finanziellen Verbindlichkeiten werden der Kategorie zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten zugeordnet.

Finanzielle Verbindlichkeiten werden beim erstmaligen Ansatz in Höhe des erhaltenen Betrags unter Berücksichtigung von Transaktionskosten erfasst. In den Folgeperioden werden finanzielle Verbindlichkeiten grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungskosten gemäß der Effektivzinsmethode bilanziert. Differenzen zwischen den Anschaffungskosten und dem Rückzahlungsbetrag werden demnach über die Laufzeit des Kredits verteilt in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Finanzielle Verbindlichkeiten werden ausgebucht, wenn die vertraglichen Verpflichtungen beglichen, aufgehoben oder ausgelaufen sind.

Darlehensverbindlichkeiten werden als kurzfristige Verbindlichkeiten klassifiziert, sofern die Konzerngesellschaft nicht das unbedingte Recht hat, die Begleichung der Verbindlichkeit auf einen Zeitpunkt mindestens zwölf Monate nach dem Bilanzstichtag zu verschieben.

Ertragsteuern

Die Ertragsteuern umfassen sowohl die unmittelbar zu entrichtenden Steuern vom Einkommen und Ertrag als auch die latenten Steuern. Die Steuerverbindlichkeiten enthalten Verpflichtungen für in- und ausländische Ertragsteuern. Diese umfassen sowohl das laufende Jahr als auch etwaige Verpflichtungen aus Vorjahren. Die Verbindlichkeiten werden auf Basis der steuerlichen Vorschriften in den Ländern unserer Geschäftstätigkeit berechnet und berücksichtigen alle uns bekannten Sachverhalte.

Latente Steuern werden gemäß der Verbindlichkeitsmethode auf temporäre Differenzen, die aus Unterschieden zwischen dem Steuerwert von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten und ihrem Buchwert im IFRS-Abschluss resultieren, sowie auf Konsolidierungsvorgänge erfasst. Die wesentlichen temporären Differenzen ergeben sich aus der Abschreibung auf Sachanlagen, derivativen Finanzinstrumenten und Rückstellungen sowie bei Unternehmenserwerben aus Unterschieden zwischen den Fair Values der erworbenen Vermögenswerte und deren steuerlichen Werten. Steuerliche Verlust- und Zinsvorträge, die wahrscheinlich zukünftig genutzt werden, wurden in Höhe des latenten Steueranspruchs aktiviert.

Aktive latente Steuern sind grundsätzlich mit der Maßgabe angesetzt, dass ein künftiges zu versteuerndes Einkommen wahrscheinlich ist, mit dem die temporären Differenzen genutzt werden können. Aktive und passive latente Steuern werden saldiert, soweit das Unternehmen ein Recht zur Aufrechnung der tatsächlichen Steuererstattungsansprüche und Steuerverbindlichkeiten hat und wenn sich die latenten Steueransprüche und latenten Steuerverbindlichkeiten auf die gleiche Steuerbehörde beziehen.

Zur Berechnung der latenten Steuern werden die Steuersätze verwendet, die nach der derzeitigen Rechtslage gültig oder für den Zeitpunkt angekündigt sind, zu dem sich die temporären Differenzen wahrscheinlich ausgleichen werden. Die latenten Steuern für inländische Unternehmen wurden mit einem Gesamtsteuersatz von 29,1 (2015: 29,1) % ermittelt. Hierbei wurden neben der Körperschaftsteuer von 15,0 % der Solidaritätszuschlag von 5,5 % auf die Körperschaftsteuer und die Gewerbesteuer von 13,3 % berücksichtigt. Für ausländische Gesellschaften werden die jeweiligen nationalen Steuersätze angewandt.

Latente Steuern werden auf temporäre Differenzen aus Beteiligungen an Tochtergesellschaften und assoziierten Unternehmen gebildet, es sei denn, dass der Zeitpunkt der Umkehr der temporären Differenzen gesteuert werden kann und es wahrscheinlich ist, dass sich die temporären Differenzen in der näheren Zukunft nicht umkehren. Die HARTMANN GRUPPE ist in der Lage den zeitlichen Verlauf der Umkehrung der temporären Differenzen zu steuern.

Pensionsverpflichtungen und andere Leistungen Pensionsverpflichtungen

Die Konzerngesellschaften haben weltweit eine Reihe von beitragsund leistungsorientierten Versorgungsplänen abgeschlossen. Das diesen Plänen zugeordnete Vermögen wird normalerweise in unabhängige vermögensverwaltende Fonds oder bei externen Versicherern eingezahlt.

Die beitragsorientierten Pensionszusagen werden durch Zahlungen von Arbeitnehmern und den entsprechenden Konzernunternehmen gedeckt.

Die Zuwendungen von Konzernunternehmen zu beitragsorientierten Pensionsplänen werden in der Periode in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, zu der sie gehören.

Bei den leistungsorientierten Plänen handelt es sich sowohl um betriebliche Altersversorgung als auch um gesetzlich begründete Ansprüche nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Die Leistungen umfassen im Wesentlichen Zahlungen in Form von Altersrenten sowie Einmalkapital- und Ratenzahlungen. Die Form der Zahlung kann bei einigen Plänen frei gewählt werden, was die Höhe der Verpflichtung entsprechend beeinflusst.

Der Pensionsaufwand für leistungsorientierte Pensionszusagen wird anhand der Projected Unit Credit-Methode ermittelt. Die Gesamtkosten für diese Zusagen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung über den Zeitraum der von den Arbeitnehmern dafür zu erbringenden Arbeitsleistungen verteilt.

Die Pensionsverpflichtung sowie deren Sensitivität wird auf Basis versicherungsmathematischer Gutachten bewertet. Zur Abzinsung werden Zinssätze von hochwertigen Unternehmensanleihen verwendet, die eine vergleichbare Fälligkeit wie die zugehörigen Verpflichtungen besitzen. Die für die Sensitivitätsanalyse relevanten Parameter wurden in Abstimmung mit den Versicherungsmathematikern ermittelt. Die Berechnung der Sensitivitäten erfolgt entsprechend der Methode zur Berechnung der leistungsorientierten Verpflichtung, wobei jeweils der betreffende Parameter verändert wird.

Die Neubewertung der Nettoverpflichtung sowie darauf entfallende latente Steuern werden erfolgsneutral in den Gewinnrücklagen erfasst. Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand wird sofort erfolgswirksam erfasst. Der Nettozinsaufwand wird im Finanzergebnis ausgewiesen, während die übrigen Aufwendungen aus Pensionen im Personalaufwand erfasst werden.

Die Beurteilung der Aktivierungsfähigkeit einer Überdeckung erfolgt gemäß IAS 19.64 in Verbindung mit IFRIC 14 anhand des Vergleichs zwischen dem künftigen Dienstzeitaufwand des Unternehmens und den zu erwartenden Mindestbeiträgen.

Altersteilzeit

Für Mitarbeiter der HARTMANN GRUPPE, die im Rahmen tarifvertraglicher Bestimmungen die Möglichkeit der Altersteilzeit nutzen, wird eine Rückstellung gebildet. Diese enthält den bereits erdienten Erfüllungsrückstand sowie den anteiligen Aufstockungsbetrag.

Jubiläen, Sterbegeld- und Überbrückungsgeldverpflichtungen

Einzelne Konzerngesellschaften gewähren nach einer bestimmten Betriebszugehörigkeit den Mitarbeitern Geldgeschenke sowie Sonderurlaubstage. Des Weiteren werden teilweise Sterbe- und Überbrückungsgelder geleistet. Über die Berechnung der Rückstellung liegen versicherungsmathematische Gutachten vor. Es werden Zinssätze herangezogen, die mit den Zinssätzen für die Berechnung von Pensionsverpflichtungen vergleichbar sind.

Zuwendungen der öffentlichen Hand

Staatliche Investitionszuschüsse für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte werden als Minderung der Anschaffungs- oder

Herstellungskosten ausgewiesen und durch die verringerte planmäßige Abschreibung über deren Nutzungsdauer in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Steuerfreie Investitionszulagen werden passivisch abgegrenzt, in den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen und in der Gewinn- und Verlustrechnung linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer der zugehörigen Vermögenswerte verteilt und erfasst. Erfolgsbezogene Zuwendungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung als Ertrag dargestellt, oder von den entsprechenden Aufwendungen abgezogen.

Rückstellungen

Rückstellungen werden bilanziert, wenn dem Konzern eine gesetzliche oder faktische Verpflichtung aus vergangenen Ereignissen entstanden ist, deren Erfüllung erwartungsgemäß mit einem Abfluss von Ressourcen verbunden ist und deren Höhe verlässlich geschätzt werden kann. Wenn die Unternehmensleitung erwartet, dass eine Zahlungsverpflichtung von Dritten erstattet wird, zum Beispiel im Rahmen eines Versicherungsvertrags, wird der Erstattungsanspruch als eigenständiger Vermögenswert bilanziert, sofern die Erstattung so gut wie sicher ist.

Gewährleistungsverpflichtungen

Der Konzern bilanziert eine Rückstellung für den Austausch von Waren, die am Bilanzstichtag unter die Gewährleistungsverpflichtung fallen. Diese Rückstellung wird auf Basis von Erfahrungswerten der vergangenen Jahre in Bezug auf den Ersatz von Wirtschaftsgütern ermittelt.

Drohverlustrückstellungen

Der Konzern bilanziert eine Drohverlustrückstellung, wenn die erwarteten Erträge aus einem Vertrag unter den unvermeidbaren Kosten zur Erfüllung der Verpflichtung aus dem Vertrag liegen.

Restrukturierungsrückstellungen

Diese Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen Leistungen an Arbeitnehmer. Sie werden bilanziert, nachdem ein Beschluss über die detaillierten Bedingungen der Beendigung des Arbeitsverhältnisses sowie die Zahl der betroffenen Arbeitnehmer getroffen wurde und die entsprechenden Arbeitnehmer oder Arbeitnehmervertreter über diesen Beschluss informiert worden sind. Für Kosten der künftigen Aktivitäten wird keine Rückstellung angesetzt.

Ertragsrealisierung

Umsatzerlöse werden erfasst, wenn die Waren ausgeliefert wurden beziehungsweise wenn die Dienstleistung erbracht wurde. Die Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Waren und Dienstleistungen werden zum Fair Value abzüglich aller Erlösschmälerungen ohne Verbrauchsteuern und nach der Eliminierung von konzerninternen Verkäufen ausgewiesen. Erträge werden erfasst, wenn der Nutzenzufluss wahrscheinlich ist und dessen Höhe verlässlich ermittelt werden kann. Zinsen werden periodengerecht unter Anwendung der Effektivzinsmethode als Aufwand beziehungsweise Ertrag erfasst. Dividendenerträge werden erfasst, wenn ein Dividendenbeschluss vorliegt.

Derivative Finanzinstrumente und Sicherungsgeschäfte Derivate

Derivative Finanzinstrumente, die nicht Teil einer Hedging-Beziehung sind, werden in der Bilanz bei der Ersterfassung sowie der Folgebewertung zu ihrem Fair Value bewertet. Wertänderungen auf derivative Finanzinstrumente werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die Regelungen zur Bilanzierung von Sicherungsgeschäften nach IAS 39 werden angewendet, wenn die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt sind.

Hedge Accounting

Im Rahmen der operativen Geschäftstätigkeit und im Finanzierungsbereich ist die HARTMANN GRUPPE insbesondere Zins-, Fremdwährungs- und Rohstoffrisiken ausgesetzt. Unternehmenspolitik ist, diese Risiken mithilfe von Zinsswaps, Devisentermingeschäften und Rohstoffswaps im Rahmen von Hedge Accounting (Cash-Flow Hedges) auszuschließen und zu begrenzen.

Der effektive Teil von Änderungen des Fair Value von Derivaten, die für eine Absicherung des Cash-Flows bestimmt sind und als Cash-Flow Hedge eingestuft werden, wird im Eigenkapital erfasst. Der ineffektive Teil derartiger Wertänderungen wird dagegen direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Im Eigenkapital abgegrenzte Beträge werden in der Periode in die Gewinn- und Verlustrechnung umgebucht und als Ertrag oder Aufwand erfasst, in der das abgesicherte Grundgeschäft erfolgswirksam wird (zum Beispiel zu dem Zeitpunkt, zu dem ein abgesicherter zukünftiger Verkauf stattfindet).

Der Gewinn beziehungsweise Verlust aus der effektiven Sicherung variabler verzinslicher Kredite mit Zinsswaps wird in der Gewinn- und Verlustrechnung unter den Finanzierungserträgen beziehungsweise Finanzierungsaufwendungen erfasst. Gewinne beziehungsweise Verluste aus der effektiven Sicherung von Fremdwährungs- und Rohstoffpreisrisiken werden im Betriebsergebnis erfasst.

Die HARTMANN GRUPPE dokumentiert bei Beginn der Transaktion die Beziehung zwischen Grund- und Sicherungsgeschäft, die Risikomanagementstrategien und das Vorgehen für Sicherungsaktionen. Ebenso wird die Überprüfung der Effektivität der Sicherung dokumentiert.

Wenn ein Sicherungsgeschäft ausläuft, veräußert wird oder nicht mehr die Kriterien zur Bilanzierung als Sicherungsgeschäft erfüllt, verbleibt der bis dahin im Eigenkapital kumulierte Gewinn oder Verlust im Eigenkapital und wird erst dann erfolgswirksam in der Gewinnund Verlustrechnung erfasst, wenn die ursprünglich gesicherte, zukünftige Transaktion eintritt. Wird der Eintritt der zukünftigen Transaktion nicht länger erwartet, werden die im Eigenkapital erfassten

kumulierten Gewinne oder Verluste sofort in die Gewinn- und Verlustrechnung umgebucht.

Ermittlungsmethoden des Fair Value

Der Fair Value von Derivaten basiert auf Mark-to-Market-Bewertungen am Bilanzstichtag, die durch Bankbewertungen verifiziert werden. Der Fair Value von Zinsswaps, Rohstoffswaps, Devisenswaps und Devisentermingeschäften wird dabei als Barwert der erwarteten zukünftigen Zahlungsflüsse berechnet. Der Fair Value von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten basiert auf Börsenkursen am Bilanzstichtag.

Die Ermittlung der Fair Values von finanziellen Vermögenswerten, sonstigen finanziellen Forderungen, Leasingverbindlichkeiten und sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten, die im Anhang anzugeben sind, erfolgt durch Abzinsung der künftigen, vertraglich vereinbarten Zahlungsströme zu aktuellen Marktzinssätzen, die der Konzern für vergleichbare Finanzinstrumente erhalten würde.

Zur Ermittlung der Fair Values von immateriellen Vermögenswerten im Rahmen von Kaufpreisallokationen wurden je nach Art des Vermögenswerts, Komplexität der Wertermittlung und der Verfügbarkeit von Informationen unterschiedliche Bewertungstechniken herangezogen. Grundsätzlich kann man nach kosten-, marktpreisund kapitalwertorientierten Verfahren unterscheiden. Dabei ist das kapitalwertorientierte Verfahren ("income approach"), das im Allgemeinen auf einer Prognose künftiger Zahlungsmittelflüsse beruht, hervorzuheben. So wurde bei der Bewertung der Marken die so genannte Lizenzpreis-Analogiemethode angewendet. Bei dieser Methode werden die Kosteneinsparungen geschätzt, die daraus resultieren, dass die HARTMANN GRUPPE Eigentümer der Marken und Patente ist und keine Gebühren an einen Lizenzgeber zahlen muss. Die hieraus resultierende Ersparnis ergibt nach Abzinsung den anzusetzenden Wert für den immateriellen Vermögenswert. Die Bewertung der Kundenbeziehungen wurde demgegenüber mittels der Residualwertmethode vorgenommen. Bei dieser Methode wird der Barwert der ausschließlich durch den zu bewertenden Vermögenswert generierten Zahlungsstroms ermittelt. Da die betreffenden Vermögenswerte ihre Zahlungsströme regelmäßig nur im Verbund mit anderen Vermögenswerten generieren, werden bei der Ermittlung der relevanten Einzahlungsüberschüsse fiktive Auszahlungen für diese "unterstützenden" anderen Vermögenswerte (contributory asset charge) berücksichtigt. Die Bewertung der Grundstücke erfolgte auf Basis eines Marktpreisverfahrens. Gebäude, technische Anlagen und Maschinen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung wurden auf Basis eines kostenorientierten Verfahrens bewertet. Die Vorräte wurden auf Basis der retrograden Methode bewertet.

Erläuterungen zur Konzernbilanz

1 Sachanlagen

in Tausend EUR Grundstücke
und Bauten
Maschinen,
technische
Anlagen
Betriebs- und
Geschäfts
ausstattung
Geleistete
Anzahlungen
und Anlagen
im Bau
Gesamt
Kumulierte Anschaffungs-
/Herstellungskosten
Stand 1. Januar 2015 314.490 425.136 277.903 26.763 1.044.292
Zugänge 6.081 23.755 28.298 11.047 69.181
Umbuchungen 3.553 15.519 4.510 -23.909 -327
Abgänge -2.200 -22.154 -12.376 -5 -36.735
Währungsumrechnung 6.100 4.211 2.197 951 13.459
Stand 31. Dezember 2015 328.024 446.467 300.532 14.847 1.089.870
Kumulierte Abschreibungen
Stand 1. Januar 2015 176.585 327.234 192.905 0 696.724
Planmäßige Abschreibungen 8.548 18.393 21.565 0 48.506
Wertminderungen 3.608 1.762 3.148 0 8.518
Wertaufholung 0 -390 -50 0 -440
Umbuchungen 1 -267 204 0 -62
Abgänge -1.759 -21.877 -11.480 0 -35.116
Währungsumrechnung 3.597 3.454 1.478 0 8.529

Stand 31. Dezember 2015 190.580 328.309 207.770 0 726.659 Restbuchwert am 31. Dezember 2015 137.444 118.158 92.762 14.847 363.211

Im Rahmen der im Vorjahr durchgeführten Impairmenttests wurden Wertminderungen bei Gebäuden, Maschinen sowie Betriebsund Geschäftsausstattung in Höhe von insgesamt 8,5 Mio. EUR vorgenommen.

Die Wertminderungen erfolgten im Wesentlichen aus einer strategischen Neuausrichtung der Produktion im Segment Wunde.

in Tausend EUR Grundstücke
und Bauten
Maschinen,
technische
Anlagen
Betriebs- und
Geschäfts
ausstattung
Geleistete
Anzahlungen
und Anlagen
im Bau
Gesamt
Kumulierte Anschaffungs-
/Herstellungskosten
Stand 1. Januar 2016 328.024 446.467 300.532 14.847 1.089.870
Zugänge 3.218 19.154 26.560 14.250 63.182
Umbuchungen 992 4.698 895 -6.646 -61
Veränderung im Konsolidierungskreis -9.016 -1.262 -4.247 0 -14.525
Abgänge -909 -34.471 -17.751 -357 -53.488
Währungsumrechnung 384 837 660 49 1.930
Stand 31. Dezember 2016 322.693 435.423 306.649 22.143 1.086.908
Kumulierte Abschreibungen
Stand 1. Januar 2016 190.580 328.309 207.770 0 726.659
Planmäßige Abschreibungen 8.415 19.639 22.570 0 50.624
Wertminderungen 381 9.840 1.619 0 11.840
Umbuchungen 0 0 -19 0 -19
Veränderung im Konsolidierungskreis -9.016 -1.262 -4.231 0 -14.509
Abgänge -809 -34.088 -16.833 0 -51.730
Währungsumrechnung 73 247 47 0 367
Stand 31. Dezember 2016 189.624 322.685 210.923 0 723.232
Restbuchwert am 31. Dezember 2016 133.069 112.738 95.726 22.143 363.676

Im Rahmen der in 2016 durchgeführten Impairmenttests wurden Wertminderungen bei Gebäuden, Maschinen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung in Höhe von insgesamt 11,8 Mio. EUR vorgenommen. Die Wertminderungen betreffen im Wesentlichen Maschinen und technische Anlagen im Segment Inkontinenzmanagement.

In 2016 wurden keine Investitionszuschüsse bei Technischen Anlagen und Maschinen von den Anschaffungskosten abgesetzt (2015: 0,7 Mio. EUR).

Auf Sachanlagen sind, unverändert zum Vorjahr, keine Grundpfandrechte eingetragen. Es bestehen übliche Vereinbarungen über Eigentumsvorbehalte. Des Weiteren bestehen am Bilanzstichtag vertragliche Verpflichtungen für den Erwerb von Sachanlagen in Höhe von 7,7 (2015: 13,9) Mio. EUR.

Im Berichtsjahr wurden keine wesentlichen Finanzierungskosten identifiziert, die die Ansatzkriterien des IAS 23 erfüllten.

Im Rahmen von Finanzierungsleasing genutzte Betriebs- und Geschäftsausstattung

Restbuchwert am 31. Dezember
1.185
1.436
Kumulierte Abschreibungen
-1.228
-778
Kumulierte Anschaffungs-/Herstellungskosten
2.413
2.214
in Tausend EUR
2015
2016

Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um abgeschlossene Leasingverträge für Kraftfahrzeuge und Lagereinrichtungen.

2 Immaterielle Vermögenswerte

in Tausend EUR Konzessionen,
Schutzrechte
und ähnliche Geleistete
Werte Goodwill Anzahlungen Gesamt
Kumulierte Anschaffungs-/Herstellungskosten
Stand 1. Januar 2015 126.153 100.978 413 227.544
Zugänge 4.426 0 868 5.294
Umbuchungen 740 0 -413 327
Abgänge -2.117 0 0 -2.117
Währungsumrechnung 1.239 -756 0 483
Stand 31. Dezember 2015 130.441 100.222 868 231.531
Kumulierte Abschreibungen
Stand 1. Januar 2015 95.967 17.485 0 113.452
Planmäßige Abschreibungen 8.780 0 0 8.780
Wertminderungen 953 0 0 953
Umbuchungen 63 0 0 63
Abgänge -2.050 0 0 -2.050
Währungsumrechnung 1.087 -8 0 1.079
Stand 31. Dezember 2015 104.800 17.477 0 122.277
Restbuchwert am 31. Dezember 2015 25.641 82.745 868 109.254
in Tausend EUR Konzessionen,
Schutzrechte
und ähnliche
Werte
Goodwill Geleistete
Anzahlungen
Gesamt
Kumulierte Anschaffungs-/Herstellungskosten
Stand 1. Januar 2016 130.441 100.222 868 231.531
Zugänge 5.075 0 946 6.021
Umbuchungen 605 0 -544 61
Veränderung im Konsolidierungskreis -601 0 0 -601
Abgänge -8.437 0 -1 -8.438
Währungsumrechnung 347 2.943 0 3.290
Stand 31. Dezember 2016 127.430 103.165 1.269 231.864
Kumulierte Abschreibungen
Stand 1. Januar 2016 104.800 17.477 0 122.277
Planmäßige Abschreibungen 8.115 0 0 8.115
Wertminderungen 1.138 0 0 1.138
Veränderung im Konsolidierungskreis -601 0 0 -601
Umbuchungen 19 0 0 19
Abgänge -8.387 0 0 -8.387
Währungsumrechnung 329 292 0 621
Stand 31. Dezember 2016 105.413 17.769 0 123.182
Restbuchwert am 31. Dezember 2016 22.017 85.396 1.269 108.682

Am Bilanzstichtag bestanden vertragliche Verpflichtungen für den Erwerb von immateriellen Vermögenswerten in Höhe von 0,5 (2015: 0,1) Mio. EUR.

Die im Jahr 2016 angefallenen Entwicklungskosten erfüllten wie im Vorjahr nicht die Aktivierungskriterien nach IFRS. Insgesamt wurden Forschungs- und Entwicklungskosten in Höhe von 58,9 (2015: 53,7) Mio. EUR aufwandswirksam erfasst.

Der Goodwill wurde im Rahmen eines Impairmenttests gemäß IAS 36 auf Werthaltigkeit überprüft. Bei der Zuteilung der wesentlichen Goodwills auf CGUs entfallen 28,9 (2015: 28,9) Mio. EUR auf Desinfektionsmanagement, 26,6 (2015: 26,3) Mio. EUR auf Inkontinenzmanagement, 21,7 (2015: 19,3) Mio. EUR auf Wundmanagement und 8,2 (2015: 8,2) Mio. EUR auf übrige CGUs.

Der erzielbare Betrag der CGUs wurde auf Grundlage des Nutzungswerts bestimmt. Die Berechnung des Nutzungswerts basiert auf prognostizierten Cashflows, die aus der vom Vorstand verabschiedeten Fünfjahresplanung abgeleitet wurden. Dabei sind

Erwartungen bezüglich der Marktentwicklungen in den einzelnen Produktsegmenten sowie Erwartungen hinsichtlich der Entwicklung in den unterschiedlichen Absatzmärkten eingeflossen. Grundlage für diese Erwartungen sind sowohl Erfahrungen der Vergangenheit als auch externe Informationsquellen. Es wurde ein gewogener Kapitalkostensatz (Weighted Average Cost of Capital, WACC) vor Steuern in Höhe von 6,8 (2015: 7,6) % zur Diskontierung der geplanten Free-Cash-Flows festgesetzt. Für die Extrapolation der Cashflows über den Detailplanungszeitraum hinaus wurden Wachstumsraten von 0,5 % verwendet, die das langfristige durchschnittliche Wachstum des Marktes nicht übersteigen. Aus der Prüfung der Werthaltigkeit der Goodwills ergaben sich im Berichtsjahr keine Wertminderungen. Auch eine für möglich gehaltene Änderung wesentlicher Parameter ergab gemäß der durchgeführten Sensitivitätsanalysen keine Notwendigkeit für eine Wertminderung der Goodwills.

3 Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen

in Tausend EUR 2015 2016
Stand am 1. Januar 3.866 4.447
Anteiliges Ergebnis nach Steuern 971 683
Dividendenzahlung -390 -395
Stand am 31. Dezember 4.447 4.735

4 Finanzielle Vermögenswerte (langfristige Posten)

in Tausend EUR
2015
2016
Beteiligungen
10
10
Verzinsliche Ausleihungen und Wertpapiere
2.014
1.973
Derivative Finanzinstrumente
209
193
2.233 2.176

Die Beteiligungen, verzinsliche Ausleihungen und Wertpapiere sind mit 0,4 (2015: 0,4) Mio. EUR zu Anschaffungskosten (gegebenenfalls abzüglich Wertberichtigungen) bewertet.

5 Sonstige Forderungen (langfristige Posten)

in Tausend EUR
2015
2016
Langfristige sonstige Forderungen
gegen Fremde
2.995
4.081
Wertberichtigung auf uneinbringliche und zweifelhafte Forderungen
-40
-44
2.955 4.037

Die langfristigen Forderungen wurden mit den fortgeführten Anschaffungskosten nach Berücksichtigung von Ausfallrisiken angesetzt.

Bei dem Wertminderungsbestand für langfristige sonstige Forderungen handelt es sich um Einzelwertberichtigungen. Diese entwickelten sich wie folgt:

in Tausend EUR 2015 2016
Stand am 1. Januar -118 -40
Zuführung 0 -4
Verbrauch 78 0
Stand am 31. Dezember -40 -44

6 Erstattungsansprüche aus Ertragsteuern (langfristige Posten)

in Tausend EUR 2015 2016
Körperschaftsteuerguthaben 2.969 313

Bei den Erstattungsansprüchen aus Ertragsteuern des Vorjahres handelt es sich im Wesentlichen um den langfristigen Anteil des Körperschaftsteuerguthabens der PAUL HARTMANN AG.

7 Latente Steuern

Die Bewertung der aktiven und passiven latenten Steuern erfolgt nach IAS 12 "Ertragsteuern". Aktive latente Steuern werden für steuerliche Verlustvorträge in dem Maß berücksichtigt, in dem

deren Verwertung durch zukünftige steuerbare Erträge wahrscheinlich ist.

Entwicklung der latenten Steuern (Nettobetrag aktiver latenter Steuern nach Abzug passiver latenter Steuern)

in Tausend EUR
2015
2016
Stand am 1. Januar
24.254
23.691
Währungsumrechnung
-233
126
In der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste latente Steuern
2.018
544
Latente Steuern auf Posten des Eigenkapitals
-2.348
5.336
Stand am 31. Dezember
23.691
29.697

Die aktiven und passiven latenten Steuern verteilen sich auf folgende Bilanzpositionen

25.052 1.361 30.867 1.170
-21.191
(12.978) (5.007) (13.395) (4.958)
47.014 23.323 52.058 22.361
1.402 1.006
-5.318 -4.284
33.208 1.813 37.580 1.616
5.355 1.330 4.883 894
6.046 4.187 6.814 4.478
4.228 4.860 3.788 4.931
2.093 11.133 2.271 10.442
aktiv passiv aktiv passiv
2015 2016
-21.962 -21.962 -21.191

Von den bestehenden steuerlichen Verlust- und Zinsvorträgen in Höhe von 62,4 (2015: 58,1) Mio. EUR sind 25,1 (2015: 27,6) Mio. EUR zeitlich unbegrenzt nutzbar, während 5,4 (2015: 5,2) Mio. EUR innerhalb der nächsten zehn Jahre und 31,9 (2015: 25,3) Mio. EUR innerhalb der nächsten 11 bis 20 Jahre zu verwenden sind. Von diesen Verlust- und Zinsvorträgen werden

derzeit 58,8 (2015: 52,3) Mio. EUR als nicht realisierbar angesehen. Auf abzugsfähige temporäre Differenzen wurden Wertberich-

tigungen auf aktive latente Steuern in Höhe von 4,3 (2015: 5,3) Mio. EUR gebildet, da hierfür künftig voraussichtlich kein ausreichend zu versteuerndes Ergebnis verfügbar sein wird.

Auf Unterschiedsbeträge aus Anteilen an Tochterunternehmen und assoziierten Unternehmen wurden keine latenten Steuerverbindlichkeiten bilanziert, da es nicht wahrscheinlich ist, dass sich die

hierauf entfallenden steuerpflichtigen temporären Differenzen in Höhe von 17,7 (2015: 15,2) Mio. EUR in absehbarer Zeit umkehren werden.

8 Vorräte

in Tausend EUR
2015
2016
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe
82.685
81.979
Unfertige Erzeugnisse
29.271
31.145
Fertige Erzeugnisse und Waren
211.862
224.580
Geleistete Anzahlungen für Vorräte
383
812
324.201 338.516

Fertige Erzeugnisse und Waren wurden in Höhe von 36,9 (2015: 29,3) Mio. EUR zum Nettoveräußerungspreis bewertet. Die Abschreibungen auf den Nettoveräußerungspreis beliefen sich auf

10,1 (2015: 9,8) Mio. EUR. Am Bilanzstichtag bestehen keine wesentlichen langfristigen vertraglichen Verpflichtungen für den Erwerb von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen und Waren.

9 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen

in Tausend EUR
2015
2016
Kurzfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
gegen Fremde
306.431
320.702
gegen assoziierte Unternehmen
683
429
aus Wechselforderungen
13.840
16.536
Wertberichtigung auf uneinbringliche und zweifelhafte Forderungen
-17.321
-16.444
303.633 321.223
Kurzfristige sonstige Forderungen
gegen Fremde
18.685
15.996
gegen assoziierte Unternehmen
0
2
aus aktiver Rechnungsabgrenzung
7.627
5.876
aus Erstattungsansprüchen sonstiger Steuern
5.832
5.495
Wertberichtigung auf uneinbringliche und zweifelhafte Forderungen
-866
-853
31.278 26.516
334.911 347.739

Von den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind analog zum Vorjahr keine nach Ablauf von mehr als einem Jahr fällig.

Eine mögliche Anhäufung von Kreditrisiken im Zusammenhang mit Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird durch die große Anzahl der Kunden im Konzern sowie mehrere Vertriebskanäle weitestgehend vermieden. Die Kunden stammen aus verschiedenen geographischen Regionen. Die Wertberichtigungen basieren auf einer Durchsicht aller ausstehenden Beträge zum Jahresende

und Erfahrungen des Konzerns aus der Vergangenheit mit der Einbringlichkeit von Forderungen. Uneinbringliche Forderungen werden abgeschrieben, sobald der Zahlungsausfall feststeht. Erkennbare Risiken wurden einzelwertberichtigt. Darüber hinaus wurden zur Berücksichtigung von Ausfall-, Zins- und Skontoverlusten portfoliobasierende Wertberichtigungen vorgenommen. Diese basieren auf den Erfahrungen des Konzerns aus der Vergangenheit mit der Einbringlichkeit von Forderungen.

in Tausend EUR 2015 2016
Stand am 1. Januar -20.222 -18.187
Zuführung -2.704 -2.273
Verbrauch 2.099 1.718
Auflösung 2.514 1.517
Veränderung im Konsolidierungskreis 0 1
Währungsumrechnung 126 -73
Stand am 31. Dezember -18.187 -17.297

Wertminderungsbestand für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen

Der Gesamtbestand der Zuführungen von 2,3 (2015: 2,7) Mio. EUR setzt sich zusammen aus Zuführungen aufgrund von Einzelwertberichtigungen in Höhe von 1,9 (2015: 2,1) Mio. EUR und portfoliobasierenden Wertberichtigungen in Höhe von

0,4 (2015: 0,6) Mio. EUR. Im Rahmen der Auflösung wurden Einzelwertberichtigungen in Höhe von 1,3 (2015: 1,6) Mio. EUR und portfoliobasierende Wertberichtigungen in Höhe von 0,2 (2015: 0,9) Mio. EUR berücksichtigt.

10 Erstattungsansprüche aus Ertragsteuern (kurzfristige Posten)

in Tausend EUR 2015 2016
Erstattungsansprüche aus Ertragsteuern 6.678 8.324

11 Finanzielle Vermögenswerte (kurzfristige Posten)

in Tausend EUR
2015
2016
Verzinsliche Ausleihungen und Wertpapiere
2.022
201
Derivative Finanzinstrumente
10.216
10.217
12.238 10.418

Von den verzinslichen Ausleihungen und Wertpapieren sind analog zum Vorjahr keine zu Anschaffungskosten (gegebenenfalls abzüglich Wertminderungen) bewertet.

12 Zahlungsmittel

in Tausend EUR 2015 2016
Kontokorrentkonten, Bargeld und Termineinlagen 90.470 109.856

13 Eigenkapital

Das Gezeichnete Kapital der PAUL HARTMANN AG beträgt unverändert 91,3 Mio. EUR. Es ist in 3.572.424 voll eingezahlte Namensstückaktien eingeteilt. Davon werden 20.682 Stücke mit einem Buchwert von 0,03 Mio. EUR als eigene Aktien von der PAUL HARTMANN AG gehalten. Die Kapitalrücklage mit 47,9 Mio. EUR stammt im Wesentlichen aus dem Agio aus Kapitalerhöhungen der PAUL HART-MANN AG. In den Gewinn- und anderen Rücklagen ist eine Marktbewertung finanzieller Vermögenswerte und Verbindlichkeiten

nach IAS 39 mit 5,1 (2015: 2,0) Mio. EUR enthalten.

Des Weiteren beinhalten die Gewinn- und anderen Rücklagen versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus Pensionen in Höhe von -58,5 (2015: -41,7) Mio. EUR.

Den anderen Gewinnrücklagen der PAUL HARTMANN AG wurden gemäß § 270 Absatz 2 HGB 25,0 (2015: 15,0) Mio. EUR zugeführt.

14 Finanzielle Verbindlichkeiten (langfristige Posten)

in Tausend EUR
2015
2016
Langfristige finanzielle Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten
43.437
470
aus Finanzierungsleasing
600
656
aus derivativen Finanzinstrumenten
4.349
68
aus sonstigen verzinslichen finanziellen Verbindlichkeiten
10.208
8.162
58.594 9.356
Restlaufzeit der langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten
(ohne Finanzierungsleasing)
Zwischen einem und fünf Jahren
54.250
6.406
Mehr als fünf Jahre
3.744
2.294
57.994 8.700
Restlaufzeit der langfristigen Verbindlichkeiten
aus Finanzierungsleasing
Zwischen einem und fünf Jahren
600
656
Langfristige Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing
(Mindestleasingzahlungen)
Zwischen einem und fünf Jahren
690
798
Enthaltener Zinsanteil
-90
-142
Barwert der Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing
600
656

Die finanziellen Verbindlichkeiten enthalten, unverändert zum Vorjahr, keine abgesicherten Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. Die sonstigen verzinslichen finanziellen Verbindlichkeiten

beinhalten im Wesentlichen den langfristigen Anteil einer gesetzlichen Mitarbeiterbeteiligung in Höhe von 7,6 (2015: 7,7) Mio. EUR für Mitarbeiter unserer französischen Gesellschaften.

15 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

in Tausend EUR
2015
2016
Zusammensetzung der in der Bilanz ausgewiesenen Beträge
Barwert der extern finanzierten Verpflichtungen
121.025
128.160
Fair Value des Planvermögens
-101.568
-104.082
Das Vermögen übersteigende Leistungsverpflichtungen
19.457
24.078
Barwert der nicht extern finanzierten Verpflichtungen
123.776
146.387
Verpflichtung in der Bilanz
143.233
170.465
in Tausend EUR 2015 2016
Veränderung des Barwerts der leistungsorientierten Verpflichtungen
Stand am 1. Januar 244.038 244.801
Währungsumrechnung 9.991 1.060
Veränderung im Konsolidierungskreis -566 0
Laufender Dienstzeitaufwand 6.004 5.303
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand -108 28
Gewinne und Verluste aus Planabgeltungen 0 4
Zinsaufwand 4.377 4.446
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus der Veränderung demographischer
Annahmen
-1.229 480
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus der Veränderung finanzieller Annahmen -13.182 23.688
Erfahrungsbedingte Anpassungen 2.645 2.236
Planabgeltungen 0 -41
Gezahlte Leistungen -10.093 -10.305
Beiträge der Teilnehmer des Plans 2.924 2.847
Stand am 31. Dezember 244.801 274.547
in Tausend EUR 2015 2016
Veränderung des Planvermögens
Stand am 1. Januar 91.506 101.568
Währungsumrechnung 9.350 884
Erträge aus Planvermögen 1.324 840
Neubewertung des Planvermögens 1.057 2.279
Beiträge des Arbeitgebers 2.540 2.472
Beiträge der Teilnehmer des Plans 1.701 1.720
Gezahlte Leistungen -5.910 -5.681
Stand am 31. Dezember 101.568 104.082
in Tausend EUR 2015 2016
Veränderung des Barwerts der Nettoverpflichtung
Stand am 1. Januar 152.532 143.233
Währungsumrechnung 641 176
Veränderung im Konsolidierungskreis -566 0
Laufender Dienstzeitaufwand 6.004 5.303
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand -108 28
Gewinne und Verluste aus Planabgeltungen 0 4
Nettozinsaufwand 3.053 3.606
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus der Veränderung demographischer
Annahmen
-1.229 480
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus der Veränderung finanzieller Annahmen -13.182 23.688
Neubewertung des Planvermögens -1.057 -2.279
Erfahrungsbedingte Anpassungen 2.645 2.236
Planabgeltungen 0 -41
Gezahlte Leistungen -4.183 -4.624
Beiträge des Arbeitgebers -2.540 -2.472
Beiträge der Teilnehmer des Plans 1.223 1.127
Stand am 31. Dezember 143.233 170.465
in Tausend EUR
2015
2016
Zusammensetzung des Planvermögens
Verzinsliche Wertpapiere
58.387
55.011
Aktien
21.373
24.802
Liquidität
3.894
3.653
Immobilienfonds
7.092
7.925
Sonstige Vermögenswerte
10.822
12.691
101.568 104.082

Die Vermögenswerte befinden sich hauptsächlich in der Region Zentraleuropa, wobei überwiegend in konservative Anlageformen in Euro und Schweizer Franken investiert wurde. Eine Marktpreisnotierung in einem aktiven Markt besteht für verzinsliche Wertpapiere in Höhe von 53,1 (2015: 56,6) Mio. EUR, Aktien in Höhe von 24,8 (2015: 21,4) Mio. EUR, Immobilienfonds in Höhe von 7,9

(2015: 7,1) Mio. EUR sowie sonstige Anlageformen in Höhe von 8,5 (2015: 7,5) Mio. EUR. Für das Geschäftsjahr 2017 werden Einzahlungen in das Planvermögen in Höhe von 4,2 (2015: 4,1) Mio. EUR sowie Auszahlungen aus dem Planvermögen in Höhe von 5,0 (2015: 4,8) Mio. EUR erwartet. Die Pläne werden teilweise durch Gremien von Stiftungen und Vereinen verwaltet.

in Tausend EUR
2015
2016
Zukünftige Zahlungsströme
Voraussichtliche Auszahlung im Folgejahr
8.959
8.896
Summe der voraussichtlichen Auszahlungen in den Folgejahren 2 bis 5
36.366
37.440
Summe der voraussichtlichen Auszahlungen in den Folgejahren 6 bis 10
49.600
50.814

Wesentliche versicherungsmathematische Annahmen (gewichtet)

in Prozent 2015 2016
Zinssatz 1,84 1,33
Erwartete Lohn- oder Gehaltssteigerungen 2,02 2,11
Erwartete Rentensteigerungen 0,94 0,81

Die Lebenserwartung wurde anhand der im jeweiligen Land üblichen Richttafeln (Sterbetafeln) ermittelt.

Die gewichtete durchschnittliche Laufzeit (Duration) der Verpflichtung beträgt 16,3 (2015: 15,3) Jahre.

Sensitivitäten

in Tausend EUR 2015
verpflichtungserhöhende
Veränderung
verpflichtungsmindernde
Veränderung
Zinssatz -0,5 % 19.326 +0,5 % -17.078
Erwartete Lohn- oder Gehaltssteigerungen +0,5 % 2.115 -0,5 % -2.057
Erwartete Rentensteigerungen +0,5 % 9.621 -0,5 % -3.736
Lebenserwartung +1 Jahr 4.915 -1 Jahr -4.951
in Tausend EUR 2016
verpflichtungserhöhende
Veränderung
verpflichtungsmindernde
Veränderung
Zinssatz -0,5 % 23.210 +0,5 % -20.403
Erwartete Lohn- oder Gehaltssteigerungen +0,5 % 2.281 -0,5 % -2.215
Erwartete Rentensteigerungen +0,5 % 10.916 -0,5 % -4.397
Lebenserwartung +1 Jahr 6.687 -1 Jahr -6.518

16 Sonstige Rückstellungen

in Tausend EUR Rückstellung für
Vertriebsbereich
Rückstellung für
Personalbereich
Übrige
Rückstellungen
Gesamt
Stand 1. Januar 2016 11.981 19.056 8.823 39.860
Zuführung 3.328 8.182 2.168 13.678
Auflösung -3.980 -1.661 -651 -6.292
Aufzinsung 0 -12 0 -12
In der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst -652 6.509 1.517 7.374
Umgliederungen von/zu den sonstigen Verbindlichkeiten 0 -20 162 142
Verbrauch -2.148 -4.923 -2.386 -9.457
Veränderung im Konsolidierungskreis 0 0 -7 -7
Währungsumrechnung 24 26 41 91
Stand 31. Dezember 2016 9.205 20.648 8.150 38.003

Aufgliederung der Rückstellungen nach ihrer voraussichtlichen Inanspruchnahme

in Tausend EUR Rückstellung für
Vertriebsbereich
Rückstellung für
Personalbereich
Übrige
Rückstellungen
Gesamt
2015
Später als ein Jahr 9.646 11.191 1.623 22.460
Innerhalb eines Jahres 2.335 7.865 7.200 17.400
11.981 19.056 8.823 39.860
2016
Später als ein Jahr 6.965 12.375 2.024 21.364
Innerhalb eines Jahres 2.240 8.273 6.126 16.639
9.205 20.648 8.150 38.003

Rückstellungen für den Vertriebsbereich

Die Rückstellungen für den Vertriebsbereich enthalten im Wesentlichen mögliche Verpflichtungen aus Gewährleistung sowie für Garantien und Lizenzen.

Rückstellungen für den Personalbereich

Die langfristigen Rückstellungen für den Personalbereich enthalten im Wesentlichen Verpflichtungen aus Zuwendungen für Arbeitsjubiläen, Restrukturierung sowie Altersteilzeit. Der kurzfristige Anteil betrifft überwiegend Verpflichtungen aus Restrukturierung sowie Abfindungen.

Übrige Rückstellungen

Die übrigen Rückstellungen enthalten erkennbare Risiken in verschiedenen Bereichen der allgemeinen Geschäftstätigkeit; insbesondere wurden Rückstellungen für laufende Rechtsstreitigkeiten gebildet.

17 Sonstige Verbindlichkeiten (langfristige Posten)

in Tausend EUR
2015
2016
Zwischen einem und fünf Jahren
2.046
1.773
Mehr als fünf Jahre
675
640
2.721 2.413

Im Wesentlichen handelt es sich um passive Rechnungsabgrenzungsposten.

18 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten

in Tausend EUR
2015
2016
Kurzfristige Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
gegen Fremde
117.853
132.800
gegen assoziierte Unternehmen
3.139
2.334
Wechselverbindlichkeiten gegen Fremde
27
40
121.019 135.174
Kurzfristige sonstige Verbindlichkeiten
gegen Fremde
90.752
96.991
für sonstige Steuern
16.578
16.851
107.330 113.842
228.349 249.016

Es sind keine Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen nach Ablauf eines Jahres fällig. Der Marktwert der kurzfristigen

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie der sonstigen Verbindlichkeiten entspricht im Wesentlichen dem Buchwert.

19 Verbindlichkeiten aus Ertragsteuern

in Tausend EUR 2015 2016
Verbindlichkeiten aus Ertragsteuern 34.441 29.986

20 Finanzielle Verbindlichkeiten (kurzfristige Posten)

in Tausend EUR
2015
2016
Kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten
4.743
7.930
aus Finanzierungsleasing
535
738
aus derivativen Finanzinstrumenten
4.396
2.761
aus sonstigen verzinslichen finanziellen Verbindlichkeiten
1.288
1.293
10.962 12.722
Verbindlichkeit aus Finanzierungsleasing (Mindestleasingzahlungen)
Bis zu einem Jahr
580
810
Enthaltener Zinsanteil
-45
-72
Barwert der Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing
535
738

Die sonstigen verzinslichen finanziellen Verbindlichkeiten beinhalten den kurzfristigen Anteil einer gesetzlichen Mitarbeiterbeteiligung in Höhe von 0,9 (2015: 1,1) Mio. EUR für Mitarbeiter unserer französischen Gesellschaften. Der Marktwert der kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten entspricht im Wesentlichen dem Buchwert.

Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

21 Sonstige Erträge

in Tausend EUR
2015
2016
Kursgewinne
53.961
17.910
Erträge aus Veränderung des langfristigen Vermögens
1.931
8.553
Erträge aus Schadensvergütungen
13.735
2.910
Übrige Erträge
20.977
21.720
90.604 51.093

In den Erträgen aus Schadensvergütungen sind Versicherungsentschädigungen aufgrund der Betriebsunterbrechung nach einem Brandschaden in Höhe von 2,0 Mio. EUR enthalten. Die Erträge aus der Veränderung des langfristigen Vermögens enthalten einen Gewinn aus der Veräußerung von Konzernunternehmen in Höhe von 7,9 Mio. EUR.

Die übrigen sonstigen Erträge umfassen eine Vielzahl von Erträgen mit Wertansätzen, die im Einzelfall nur von untergeordneter Bedeutung sind.

22 Materialaufwand

in Tausend EUR
2015
2016
Materialaufwand
836.562
831.548
Aufwand für bezogene Leistungen
32.907
36.517
869.469 868.065

23 Personalaufwand

in Tausend EUR
2015
2016
Löhne und Gehälter
396.417
419.866
Soziale Abgaben und Unterstützung
76.529
79.978
Pensionen und ähnliche Verpflichtungen – beitragsorientierte Pläne
5.157
5.243
Pensionen und ähnliche Verpflichtungen – leistungsorientierte Pläne
5.896
5.335
483.999 510.422

Die HARTMANN GRUPPE beschäftigte im Jahr 2016 durchschnittlich 10.374 (2015: 10.294) Mitarbeiter. Im Berichtsjahr waren 252 (2015: 245) Mitarbeiter in Ausbildung.

Im Personalaufwand sind 0,2 (2015: 0,2) Mio. EUR Zuwendungen der öffentlichen Hand berücksichtigt.

24 Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte

Die Gesamtabschreibungen betragen 71,7 (2015: 66,8) Mio. EUR. Eine Aufteilung der Abschreibungen sowie der im Rahmen eines gemäß IAS 36 durchgeführten Impairmenttests vorgenommenen

Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen ist den Erläuterungen der jeweiligen Positionen zu entnehmen.

25 Sonstige Aufwendungen

in Tausend EUR
2015
2016
Ausgangsfrachten
126.291
124.016
Werbung und Werbekostenzuschüsse
63.611
72.211
Miete und Leasing
43.347
44.977
Gebühren, Beiträge, Beratung
35.865
37.915
Instandhaltung, Wartung, Reinigung
28.930
29.527
Reise- und Repräsentationskosten
25.175
25.845
Kosten für Fremdpersonal
22.701
23.836
Sonstige Steuern
11.812
11.681
Kursverluste
35.922
11.084
Sonstige Kosten im Personalbereich
14.287
15.808
Kommunikationskosten
8.137
8.067
Versicherungen
6.015
6.618
Entsorgungskosten
4.648
5.388
Paletten
5.548
4.824
Büromaterial
4.162
3.860
Sachkosten für Entwicklung und Konstruktion
4.312
3.666
Patent- und Lizenzkosten
6.459
2.259
Buchverluste im kurzfristigen Vermögen
1.530
1.737
Buchverluste im langfristigen Vermögen
1.013
926
Übrige Aufwendungen
32.790
36.143
482.555 470.388

Die Buchverluste im kurzfristigen Vermögen enthalten Aufwendungen für Forderungswertberichtigungen in Höhe von 2,3 (2015: 2,7) Mio. EUR und Erträge aus Auflösung von Forderungswertberichtigungen von 1,5 (2015: 2,5) Mio. EUR sowie Aufwendungen

aus der Ausbuchung von Forderungen in Höhe von 0,9 (2015: 1,3) Mio. EUR. Die übrigen sonstigen Aufwendungen umfassen eine Vielzahl von Aufwendungen, deren Wertansätze im Einzelnen nur von untergeordneter Bedeutung sind.

26 Finanzergebnis

in Tausend EUR
2015
2016
Finanzierungsaufwendungen
-9.042
-11.311
Finanzierungserträge
1.129
1.008
Ergebnis aus assoziierten Unternehmen
1.335
841
-6.578 -9.462

Bei den Finanzierungsaufwendungen handelt es sich ausschließlich um Zinsaufwendungen. Diese beinhalten die Aufzinsung von langfristigen Rückstellungen in Höhe von 3,6 (2015: 3,1) Mio. EUR sowie Aufwendungen in Höhe von 3,7 Mio. EUR aus der Auflösung von Zinsswaps.

Die Finanzierungserträge bestehen in voller Höhe aus Zinserträ-

Die Aufzinsung des Körperschaftsteuerguthabens ist darin mit 0,1 (2015: 0,1) Mio. EUR berücksichtigt.

Weitere Zinsaufwendungen und -erträge wurden nach der Effektivzinsmethode berechnet. Bei dem Ergebnis aus assoziierten Unternehmen handelt es sich um das Ergebnis vor Steuern.

27 Ertragsteuern

gen.

in Tausend EUR 2015 2016
Tatsächlicher Steueraufwand 42.956 39.925
Latenter Steuerertrag -2.018 -544
Auf das Ergebnis aus assoziierten Unternehmen entfallende Ertragsteuern 367 158
Ausgewiesener Ertragsteueraufwand 41.305 39.539
Überleitungsrechnung vom erwarteten zum ausgewiesenen Ertragsteueraufwand
Ergebnis vor Steuern 126.083 129.639
Erwarteter Ertragsteueraufwand 29,1 (2015: 29,1) % 36.690 37.725
Steuerminderungen aufgrund steuerfreier Erträge -1.538 -4.046
Steuermehrungen aufgrund steuerlich nicht abzugsfähiger Ausgaben 2.273 2.856
Auswirkungen abweichender nationaler Steuersätze -749 -3.866
Auswirkungen aus Steuersatzänderungen -162 46
Abweichungen durch die Bemessungsgrundlage für die Gewerbesteuer 97 91
Steuereffekt aus der Änderung nicht aktivierter oder wertberichtigter latenter Steuern 8.354 7.810
Effekte aus Steuergutschriften -2.148 -2.705
Sonstige Steuereffekte -1.512 1.628
Ausgewiesener Ertragsteueraufwand 41.305 39.539

Für die Ermittlung des erwarteten Steueraufwands wird für das Geschäftsjahr 2016 ein Gesamtsteuersatz von 29,1 (2015: 29,1) % zugrunde gelegt. Dieser ergibt sich auf Basis eines Körperschaftsteuersatzes von 15,0 (2015: 15,0) % des Solidaritätszuschlags von 5,5 (2015: 5,5) % und eines durchschnittlichen Gewerbesteuersatzes von 13,3 (2015: 13,3) %. Bei den sonstigen Steuereffekten sind periodenfremde Ertragsteuern in Höhe von 0,2 (2015: 0,1) Mio. EUR enthalten.

28 Verwässertes und unverwässertes Ergebnis je Aktie

Um das unverwässerte Ergebnis je Aktie zu erhalten, wird das den Aktionären zustehende Konzernergebnis durch die Anzahl (gewichteter Durchschnitt) der während des Jahres im Umlauf befindlichen Stammaktien geteilt. Von Konzerngesellschaften gehaltene Stammaktien werden dabei nicht berücksichtigt. Das Ergebnis je Aktie berechnet sich wie folgt:

Ergebnis je Aktie in EUR
22,21
23,91
Dividendenberechtigte Stückaktien
3.551.742
3.551.742
Den Aktionären zustehendes Konzernergebnis in Tausend EUR
78.872
84.921
2015 2016

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie entspricht dem verwässerten Ergebnis.

Erläuterungen zur Segmentberichterstattung

Die Segmentberichterstattung wurde nach dem Standard IFRS 8 "Geschäftssegmente" aufgestellt. Die vier Segmente sind: Wundmanagement, Inkontinenzmanagement, Infektionsmanagement und Weitere Konzernaktivitäten. Die Auswahl der Segmente erfolgte entsprechend der Unternehmenssteuerung der HARTMANN GRUPPE.

Im Jahr 2016 hat die HARTMANN GRUPPE die interne Berichtsstruktur weiterentwickelt. Dementsprechend wurde in der Segmentberichterstattung die Allokation geändert. Die Vorjahreszahlen werden vergleichbar dargestellt.

Das Segment Wundmanagement umfasst Wundauflagen, Produkte für die Kompressionstherapie sowie Immobilisation, Erste Hilfe und Diagnostik.

Im Segment Inkontinenzmanagement liegt unser Schwerpunkt auf körpernahen saugenden Produkten für die Inkontinenzhygiene. Daneben fallen hierunter Krankenunterlagen sowie Produkte für die Patientenhygiene und medizinische Hautpflege.

Im Segment Infektionsmanagement führen wir neben unseren Sortimenten OP-Komplettsets, OP-Abdeckungen, OP-Bekleidung sowie OP- und Untersuchungshandschuhe auch das Desinfektionsmittel-Sortiment.

Im Segment Weitere Konzernaktivitäten haben wir unsere Tätigkeit in den Bereichen Watteprodukte, Damenhygiene, Babyhygiene, medizinische Konsumgüter, Arznei- und Nahrungsergänzungsmittel, Körperpflege- und Badeprodukte sowie das Handelsgeschäft zusammengefasst.

Im Jahr 2016 sind wie im Vorjahr alle Kosten der Konzernführung, der Ergebnisbeitrag der Servicebereiche sowie Effekte aus Konsolidierungsvorgängen im EBIT enthalten.

Die Segmentumsatzerlöse stammen ausschließlich aus Geschäftsvorfällen mit externen Kunden.

Die Investitionen beziehen sich auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte sowie auf akquisitionsbedingte Zugänge.

in Tausend EUR 2015 2016
Zentraleuropa 830.023 853.525
West-/Südeuropa 555.748 575.755
Osteuropa 248.518 252.754
Nordeuropa, Amerika 151.176 147.188
Asien, Afrika, Ozeanien 155.539 157.228
Umsätze nach geographischem Sitz der Kunden 1.941.004 1.986.450
Zentraleuropa 294.162 296.406
West-/Südeuropa 89.788 84.927
Osteuropa 36.748 37.587
Nordeuropa, Amerika 39.648 38.957
Asien, Afrika, Ozeanien 21.456 21.097
Langfristiges Vermögen nach geographischer Aufteilung 1 481.802 478.974

Segmentberichterstattung nach Regionen

1 Das Langfristige Vermögen beinhaltet gemäß IFRS 8.33 (b) alle langfristigen Vermögenswerte des Konzerns, ausgenommen Finanzinstrumente, latente Steueransprüche, Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses und Rechte aus Versicherungsverträgen.

Segmentberichterstattung nach Geschäftssegmenten

Wundmanagement
in Tausend EUR 2015 2016 2015 2016
Umsatzerlöse 425.266 433.693 644.384 644.949
EBIT 46.516 49.595 47.715 46.314
./. Finanzergebnis
= Ergebnis vor Steuern
./. Ertragsteuern
= Konzernergebnis
Segmentvermögen 273.270 282.435 322.068 324.619
+ nicht den Segmenten zugeordnetes Vermögen
= Konzernvermögen
Segmentinvestitionen 16.837 18.465 22.921 22.397
Planmäßige Segmentabschreibungen 16.426 14.785 17.059 19.050
Wertminderungen Segmente 5.553 885 1.126 10.329
Davon: auf Grundstücke und Bauten (1.919) (51) (768) (75)
Davon: auf technische
Anlagen und Maschinen (inkl. Anlagen im Bau)
(1.242) (110) (0) (9.608)
Davon: auf Betriebs- und Geschäftsausstattung (1.964) (724) (215) (645)
Davon: auf Konzessionen, Schutzrechte und ähnliche Werte (428) (0) (143) (0)
= Planmäßige Abschreibungen
und Wertminderungen auf Konzernebene
Wertaufholungen Segmente 440 0 0 0
Davon: auf technische
Anlagen und Maschinen (inkl. Anlagen im Bau)
(390) (0) (0) (0)
Davon: auf Betriebs- und Geschäftsausstattung (50) (0) (0) (0)
Infektionsmanagement Weitere Konzernaktivitäten Konzern
2015 2016 2015 2016 2015 2016
466.045 479.340 405.309 428.468 1.941.004 1.986.450
29.197 39.081 9.233 4.111 132.661 139.101
6.578 9.462
126.083 129.639
41.305 39.539
84.778 90.100
276.662 271.829 262.532 283.767 1.134.532 1.162.650
144.087 166.689
1.278.619 1.329.339
10.105 7.434 24.612 20.907 74.475 69.203
11.831 10.447 11.970 14.457 57.286 58.739
578 60 2.214 1.704 9.471 12.978
(188) (55) (733) (200) (3.608) (381)
(99) (0) (421) (122) (1.762) (9.840)
(232) (5) (737) (245) (3.148) (1.619)
(59) (0) (323) (1.138) (953) (1.138)
66.757 71.717
0 0 0 0 440 0
(0) (0) (0) (0) (0) (0)
(0) (0) (0) (0) (0) (0)

Sonstige Erläuterungen

Finanzinstrumente und finanzielles Risikomanagement Finanzielle Risikofaktoren

Durch ihren Geschäftsbetrieb ist die HARTMANN GRUPPE einer Reihe finanzieller Risiken wie Auswirkungen von Veränderungen auf den Devisen- und Rohstoffmärkten und bei den Zinssätzen ausgesetzt. Das Risikomanagementsystem des Konzerns ist darauf ausgerichtet, die potenziellen Auswirkungen auf das Konzernergebnis zu begrenzen.

Das Risikomanagement für Finanzrisiken wird gemäß den vom Vorstand genehmigten Richtlinien der PAUL HARTMANN AG durchgeführt. Die Basis bildet die Risikostrategie, die vom Risikokomitee vorgegeben wird. Diese wird quartalsweise überprüft. Die aktuelle Risikostrategie steuert das Gesamtverlustlimit aus Währungs-, Zinsund Rohstoffrisiken im Verhältnis zum geplanten Ergebnis vor Steuern. Daraus werden für Einzelrisiken spezifische Sicherungsstrategien vorgegeben.

Die PAUL HARTMANN AG identifiziert die Finanzrisiken, bewertet sie, überwacht die Einhaltung der Verlustlimits und Sicherungsquoten und schließt gegebenenfalls in enger Zusammenarbeit mit operativen Einheiten geeignete Sicherungsgeschäfte ab.

Marktrisiko

Währungs-, Zins- und Rohstoffpreisrisiken werden durch eine Value-at-Risk-Berechnung gemessen. Auf Basis historischer Daten und Volatilitäten sowie einer Haltedauer von einem Jahr wird eine Normalverteilung berechnet. Das Konfidenzniveau wird mit 95 % (2015: 95) % angesetzt. Dies bedeutet, dass der Wertverlust des entsprechenden Risikoportfolios im folgenden Geschäftsjahr mit dieser Wahrscheinlichkeit nicht höher als die folgenden Beträge liegen wird:

in Tausend EUR 31. Dezember 2015 31. Dezember 2016
Korrelierter Value-at-Risk aus Währungsexposures 19.437 16.485
Korrelierter Value-at-Risk aus Rohstoffen 19.494 14.926
Korrelierter Value-at-Risk aus Zins 491 1.820
Korrelierter Gesamt-Value-at-Risk 30.477 26.025

Diese Werte werden dem geplanten Ergebnis vor Steuern der HARTMANN GRUPPE gegenübergestellt, um ihre Bedeutung für die Ertragssituation einzuschätzen. Es werden dabei Limits für Währungs- und Rohstoffpreisrisiken festgelegt, bei deren Überschreitung im Rahmen der Risikopolitik definierte Maßnahmen und Berichtspflichten ausgelöst werden.

Währungsrisiken

Die HARTMANN GRUPPE ist international tätig und daher in verschiedenen Währungen einem Wechselkursrisiko ausgesetzt. Die PAUL HARTMANN AG sichert die Währungsexposures im Rahmen der Risikostrategie durch den Abschluss von Devisentermingeschäften, -optionen und -swaps ab.

Die HARTMANN GRUPPE hat zum Bilanzstichtag 74 (2016: 74)% ihres geplanten Nettobedarfs an US-Dollar für das Geschäftsjahr 2017 durch Devisentermingeschäfte abgesichert. Der Nettobedarf an US-Dollar besteht im Wesentlichen aus dem geplanten Bedarf an Rohstoffen und Handelswaren.

Darüber hinaus wurden Nettopositionen in weiteren Währungen abgesichert.

Zinsrisiken

Die HARTMANN GRUPPE hält keine wesentlichen verzinslichen Vermögenswerte. Ziel des Konzerns ist es, dass mindestens 50 % des Kreditportfolios aus Darlehen mit Zinsfestschreibungen von mindestens einem Jahr oder geeigneten Sicherungen bestehen.

Zum Bilanzstichtag bestehen aufgrund der unterjährigen Tilgung des syndizierten Kredits keine wesentlichen finanziellen Schulden.

Rohstoffrisiken

Das mit Abstand bedeutendste Preisrisiko beim Rohstoff Fluff Pulp ist im Jahr 2017 zu 10 (2016: 10) % durch Vereinbarung von Fixpreisanteilen in den Lieferantenverträgen und zu 41 (2016: 44) % durch Rohstoffswaps auf den RISI-Index gesichert. Für weitere Rohstoffe in der HARTMANN GRUPPE werden zum Teil ebenfalls Festpreiskontrakte mit Lieferanten und Rohstoffswaps abgeschlossen. Die Möglichkeiten sind jedoch aufgrund der hohen Illiquidität der entsprechenden Märkte stark begrenzt.

Ausfallrisiken

Das theoretisch maximale Ausfallrisiko entspricht grundsätzlich den Buchwerten der betreffenden Vermögenswerte gegenüber den Vertragspartnern. Finanzderivate und andere relevante finanzielle Transaktionen werden nur mit Kernbanken oder vergleichbaren Partnerbanken geschlossen, deren Rating regelmäßig überprüft wird. Es liegt keine Konzentration von Ausfallrisiken vor. Für mögliche Ausfälle bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie bei sonstigen Forderungen wurden in angemessenem Umfang Wertberichtigungen gebildet. Bei zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten bestehen keine Anzeichen für Wertminderungsrisiken.

Das Ausfallrisiko für Sicherungsgeschäfte liegt bei 10,4 (2015: 10,4) Mio. EUR.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind in Höhe von 144,3 (2015: 130,1) Mio. EUR versichert. Im Geschäftsjahr wurden Zahlungskonditionen für nicht wertgeminderte Forderungen in

Höhe von 0,6 (2015: 0,8) Mio. EUR neu verhandelt. Nach unserer Erwartung werden die weder überfälligen noch wertgeminderten Forderungen von unseren Schuldnern ausgeglichen.

Die nachfolgende Tabelle zeigt das Ausfallrisiko der unter IFRS 7 fallenden Finanzinstrumente:

in Tausend EUR Buchwert zum
31. Dezember
2015
davon: weder
wertgemindert
noch überfällig
davon: nicht wertgemindert und in den folgenden Zeitbändern überfällig
bis 3 Monate 4 bis 6 Monate 7 bis
12 Monate
über
12 Monate
Langfristige
Vermögenswerte
Finanzielle
Vermögenswerte
2.233 2.233 0 0 0 0
Sonstige Forderungen 1.242 1.242 0 0 0 0
Kurzfristige
Vermögenswerte
Forderungen aus
Lieferungen und
Leistungen
303.633 229.267 51.422 10.691 6.871 2.668
Sonstige Forderungen 14.306 13.891 365 0 0 0
Finanzielle
Vermögenswerte
12.238 12.238 0 0 0 0
in Tausend EUR Buchwert zum
31. Dezember
2016
davon: weder
wertgemindert
noch überfällig
davon: nicht wertgemindert und in den folgenden Zeitbändern überfällig
bis 3 Monate 4 bis 6 Monate 7 bis
12 Monate
über
12 Monate
Langfristige
Vermögenswerte
Finanzielle
Vermögenswerte
2.176 2.176 0 0 0 0
Sonstige Forderungen 2.662 2.662 0 0 0 0
Kurzfristige
Vermögenswerte
Forderungen aus
Lieferungen und
Leistungen
321.223 241.773 59.050 6.869 5.569 3.733
Sonstige Forderungen 12.043 11.806 237 0 0 0
Finanzielle
Vermögenswerte
10.418 10.418 0 0 0 0

Liquiditätsrisiken

Zu einem vorausschauenden Liquiditätsrisikomanagement gehören die Verfügbarkeit eines ausreichenden Bestands an Zahlungsmitteln, marktfähigen Wertpapieren oder von ausreichenden Kreditlinien sowie die Fähigkeit, Marktpositionen glatt zu stellen. Die HARTMANN GRUPPE hat die Flexibilität im finanziellen Bereich vor allem durch eine syndizierte Kreditlinie mit einem Gesamtvolumen von 330 (2015: 330) Mio. EUR gesichert. In Verbindung mit weiteren

bilateralen Kreditlinien steht der HARTMANN GRUPPE damit ausreichend Liquidität zur Verfügung, um ihre finanziellen Verpflichtungen fristgerecht zu erfüllen.

Aus der nachfolgenden Tabelle sind die vertraglich vereinbarten (undiskontierten) Zins- und Tilgungszahlungen der originären finanziellen Verbindlichkeiten und der derivativen Finanzinstrumente mit negativem Fair Value ersichtlich:

in Tausend EUR Fälligkeitsanalyse der erwarteten Cash-Flows zum 31. Dezember 2015
bis 3 Monate 4 Monate bis
1 Jahr
1 bis 5 Jahre mehr als
5 Jahre
Finanzielle Verbindlichkeiten (lang- und kurzfristig)
gegenüber Kreditinstituten 44.814 1.102 2.565 0
aus Finanzierungsleasing 218 362 690 0
aus derivativen Finanzinstrumenten 2.190 3.272 3.198 193
aus sonstigen verzinslichen finanziellen Verbindlichkeiten 187 1.101 8.172 2.806
Verbindlichkeiten
aus Lieferungen und Leistungen 120.823 196 0 0
aus Lieferungen und Leistungen 120.823 196 0 0
aus sonstigen Verbindlichkeiten 65.485 12.474 574 0
in Tausend EUR Fälligkeitsanalyse der erwarteten Cash-Flows zum 31. Dezember 2016
bis 3 Monate 4 Monate bis
1 Jahr
1 bis 5 Jahre mehr als
5 Jahre
Finanzielle Verbindlichkeiten (lang- und kurzfristig)
gegenüber Kreditinstituten 7.460 494 494 0
aus Finanzierungsleasing 198 612 798 0
aus derivativen Finanzinstrumenten 809 2.003 91 0
aus sonstigen verzinslichen finanziellen Verbindlichkeiten 367 926 6.659 2.294
Verbindlichkeiten
aus Lieferungen und Leistungen 134.711 463 0 0
aus sonstigen Verbindlichkeiten 56.830 26.200 294 0

Einbezogen wurden alle Instrumente, die am 31. Dezember 2016 im Bestand waren und für die bereits Zahlungen vertraglich vereinbart waren.

Kapitalrisiken

Die Ziele der HARTMANN GRUPPE im Hinblick auf die Kapitalausstattung liegen zum einen in der Sicherstellung der Unternehmensfortführung, um den Anteilseignern weiterhin Dividenden und den anderen Interessenten die ihnen zustehenden Leistungen bereitzustellen, zum anderen in der Aufrechterhaltung einer angemessenen Eigenkapitalquote.

Die HARTMANN GRUPPE überwacht ihr Kapital auf Basis der Eigenkapitalquote, berechnet aus dem Verhältnis vom bilanzierten Eigenkapital zur Bilanzsumme. Auch zukünftig strebt die HARTMANN GRUPPE eine Aufteilung zwischen Eigen- und Fremdkapital an, die es ermöglicht, die Wachstumsstrategie (sowohl organisch als auch durch Akquisitionen) fortzuführen und bestehende Covenant-Regelungen weiterhin einzuhalten.

Die Eigenkapitalquote stellte sich wie folgt dar:

31. Dezember
in Tausend EUR
2015
31. Dezember
2016
Eigenkapital
759.098
816.208
Bilanzsumme
1.278.619
1.329.339
Eigenkapitalquote in %
59,4 %
61,4 %
in Tausend EUR Bilanz Zuordnung zu den Kategorien des IAS 39
Buchwert zum
31. Dezember
2015
davon nicht im
Anwendungsbereich
des IAS 39 bzw.
keiner Kategorie
zuordenbar
Zu
Handelszwecken
gehalten
Kredite und
Forderungen
Aktiva
Langfristiges Vermögen
Finanzielle Vermögenswerte
- Beteiligungen 10
- Verzinsliche Ausleihungen und Wertpapiere 2.014 1.671
- Derivate mit Hedging-Beziehung 209 209
Sonstige Forderungen 2.955 1.713 1.242
Kurzfristiges Vermögen
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 303.633 303.633
Sonstige Forderungen 31.278 16.972 14.306
Finanzielle Vermögenswerte
- Verzinsliche Ausleihungen und Wertpapiere 2.022 1.914
- Derivate ohne Hedging-Beziehung 42 42
- Derivate mit Hedging-Beziehung 10.174 10.174
Zahlungsmittel 90.470 90.470
Gesamte finanzielle Vermögenswerte 442.807 29.068 42 413.236
Passiva
Langfristige Verbindlichkeiten
Finanzielle Verbindlichkeiten
- gegenüber Kreditinstituten 43.437
- Finanzierungsleasing 600 600
- Sonstige verzinsliche finanzielle Verbindlichkeiten 10.208
- Derivate mit Hedging-Beziehung 4.349 4.349
Sonstige Verbindlichkeiten 2.721 2.147
Kurzfristige Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 121.019
Sonstige Verbindlichkeiten 107.330 29.371
Finanzielle Verbindlichkeiten
- gegenüber Kreditinstituten 4.743
- Finanzierungsleasing 535 535
- Sonstige verzinsliche finanzielle Verbindlichkeiten 1.288
- Derivate ohne Hedging-Beziehung 842 842
- Derivate mit Hedging-Beziehung 3.554 3.554
Gesamte finanzielle Verbindlichkeiten 300.626 40.556 842 0
Einteilung in Klassen des IFRS 7
Fair Value zum
31. Dezember
2015
davon zum Fair Value bewertet davon zu
(fortgeführten)
Anschaffungs
kosten
bewertet
davon nicht im
Anwendungs
bereich des
IFRS 7
Zu fortgeführten
Anschaffungskosten
bewertete
finanzielle
Verbindlichkeiten
Zur
Veräußerung
verfügbar
Stufe 3 Stufe 2 Stufe 1
- 10 10
1.620 1.620 343 343
209 209
1.242 1.242 1.713
- 303.633
- 14.306 16.972
108 108 108
42 42
10.174 1.844 8.330
- 90.470
1.844 10.201 108 410.004 18.685 0 461
43.568 43.437 43.437
542 600
10.972 10.208 10.208
4.349 4.349
574 574 2.147 574
- 121.019 121.019
- 77.959 29.371 77.959
- 4.743 4.743
- 535
- 1.288 1.288
842 842
3.554 2.895 659
2.895 5.850 0 260.363 31.518 259.228 0
in Tausend EUR Bilanz Zuordnung zu den Kategorien des IAS 39
Buchwert zum
31. Dezember
2016
davon nicht im
Anwendungsbereich
des IAS 39 bzw.
keiner Kategorie
zuordenbar
Zu
Handelszwecken
gehalten
Kredite und
Forderungen
Aktiva
Langfristiges Vermögen
Finanzielle Vermögenswerte
- Beteiligungen 10
- Verzinsliche Ausleihungen und Wertpapiere 1.973 1.627
- Derivate mit Hedging-Beziehung 193 193
Sonstige Forderungen 4.037 1.375 2.662
Kurzfristiges Vermögen
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 321.223 321.223
Sonstige Forderungen 26.516 14.474 12.044
Finanzielle Vermögenswerte
- Verzinsliche Ausleihungen und Wertpapiere 201 94
- Derivate ohne Hedging-Beziehung 14 14
- Derivate mit Hedging-Beziehung 10.203 10.203
Zahlungsmittel 109.856 109.856
Gesamte finanzielle Vermögenswerte 474.226 26.245 14 447.506
Passiva
Langfristige Verbindlichkeiten
Finanzielle Verbindlichkeiten
- gegenüber Kreditinstituten 470
- Finanzierungsleasing 656 656
- Sonstige verzinsliche finanzielle Verbindlichkeiten 8.162
- Derivate mit Hedging-Beziehung 68 68
Sonstige Verbindlichkeiten 2.413 2.119
Kurzfristige Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 135.174
Sonstige Verbindlichkeiten 113.842 30.812
Finanzielle Verbindlichkeiten
- gegenüber Kreditinstituten 7.930
- Finanzierungsleasing 738 738
- Sonstige verzinsliche finanzielle Verbindlichkeiten 1.293
- Derivate ohne Hedging-Beziehung 32 32
- Derivate mit Hedging-Beziehung 2.729 2.729
Gesamte finanzielle Verbindlichkeiten 273.507 37.122 32 0
Einteilung in Klassen des IFRS 7
Zur
Veräußerung
verfügbar
Zu fortgeführten
Anschaffungskosten
bewertete
finanzielle
Verbindlichkeiten
davon nicht im
Anwendungs
bereich des
IFRS 7
davon zu
(fortgeführten)
Anschaffungs
kosten
bewertet
davon zum Fair Value bewertet Fair Value zum
31. Dezember
2016
Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3
10 10 -
346 346 1.657 1.657
193 193
1.375 2.662 2.669
321.223 -
14.474 12.044 -
107 107 107
14
10.079
124 14
10.203
109.856 -
463 0 15.849 446.141 107 11.943 124
470 470 517
656 694
8.162 8.162 8.953
68 68
294 2.119 294 295
135.174 135.174 -
83.030 30.812 83.030 -
7.930 7.930 -
738 -
1.293 1.293 -
32 32
1.194 1.535 2.729
0 236.353 32.931 237.747 0 1.294 1.535

Zusätzliche Angaben zu den Finanzinstrumenten

Gemäß IFRS 13.93 sind die zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten den drei Stufen der Fair Value-Hierarchie zuzuordnen. Dabei sind die einzelnen Stufen der Fair Value-Hierarchie wie folgt definiert:

Stufe 1: Bewertung anhand von notierten Marktpreisen aus aktiven Märkten für gleichartige Finanzinstrumente.

Stufe 2: Bewertung auf Basis von Inputfaktoren, bei denen es sich nicht um die in Stufe 1 berücksichtigen Marktpreise aus aktiven Märkten handelt, die aber entweder direkt (das heißt als Preis) oder indirekt (das heißt in Ableitung von Preisen) beobachtbar sind. Stufe 3: Bewertung auf Basis von Modellen, denen nicht am Markt beobachtbare Inputdaten zugrunde liegen. Wenn Umstände eintreten, die eine andere Einstufung erfordern, werden diese halbjährlich umgegliedert. Die originären langfristigen Forderungen und Verbindlichkeiten im Anwendungsbereich des IFRS 7, die zu (fortgeführten) Anschaffungskosten bewertet sind, werden Stufe 2 zugeordnet.

Es gab keine Transfers von Finanzinstrumenten zwischen Stufe 1 und Stufe 2.

Die folgende Tabelle zeigt die Veränderung der Instrumente in Stufe 3 für das am 31. Dezember 2016 beendete Jahr:

in Tausend EUR 2015 2016
Positive Fair Values derivativer Finanzinstrumente der Stufe 3 zum 1. Januar 2.142 1.844
Im operativen Ergebnis erfasste Gewinne (+) und Verluste (-) 203 0
Im Eigenkapital erfasste Gewinne (+) und Verluste (-) 1.292 -1.437
Erhaltene Ausgleichszahlungen -1.793 -283
Positive Fair Values derivativer Finanzinstrumente der Stufe 3 zum 31.
Dezember
1.844 124
Im operativen Ergebnis erfasste Gewinne (+) und Verluste (-) derivativer Finanzinstrumente
der Stufe 3, die zum 31. Dezember noch im Bestand sind
203 0
Negative Fair Values derivativer Finanzinstrumente der Stufe 3 zum 1. Januar -2.694 -2.895
Im operativen Ergebnis erfasste Gewinne (+) und Verluste (-) -369 0
Im Eigenkapital erfasste Gewinne (+) und Verluste (-) -1.941 -1.808
Geleistete Ausgleichszahlungen 2.109 3.168
Negative Fair Values derivativer Finanzinstrumente der Stufe 3 zum 31.
Dezember
-2.895 -1.535
Im operativen Ergebnis erfasste Gewinne (+) und Verluste (-) derivativer Finanzinstrumente
der Stufe 3, die zum 31. Dezember noch im Bestand sind
-369 0

Die Rohstoffabsicherung in der HARTMANN GRUPPE erfolgt auf illiquiden Märkten. Sowohl die Grundgeschäfte als auch die Sicherungsgeschäfte basieren auf Indizes ohne beobachtbare Forwardkurven. Daher erfolgt eine Kategorisierung in Stufe 3. Für die Bewertung der Sicherungsgeschäfte werden die zukünftigen Zahlungsströme mithilfe einer flachen Forwardkurve ermittelt und mit der währungs- und laufzeitadäquaten Zinskurve diskontiert.

Die zugrunde gelegten Schwankungen der Indizes liegen bei 10 % und würden sich insgesamt mit etwa 5,7 (2015: 5,9) Mio. EUR auf den Fair Value auswirken. Für die Sicherungsinstrumente und die Rohstoffeinkäufe wird Hedge Accounting angewendet.

Die folgende Tabelle stellt die berücksichtigten Nettogewinne oder -verluste von Finanzinstrumenten dar (ohne derivative Finanzinstrumente, die in ein Hedge Accounting einbezogen sind):

in Tausend EUR 2015 2016
Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten -3.672 -518
Kredite und Forderungen -576 -995
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 24 19
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 4.043 -683
-181 -2.177

Die zu Handelszwecken gehaltenen finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Verbindlichkeiten umfassen Fair Value-Veränderungen bei Derivaten in Höhe von -0,5 (2015: -3,7) Mio. EUR. Die Nettoverluste aus Krediten und Forderungen beinhalten Wertminderungen in Höhe von -1,7 (2015: -1,5) Mio. EUR, Währungsverluste in Höhe von -0,1 (2015: -0,04) Mio. EUR sowie Zinserträge in Höhe von 0,9 (2015: 1,0) Mio. EUR. Wie im Vorjahr

beinhalten die Nettogewinne der zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte Zinserträge. Die aus finanziellen Verbindlichkeiten erfassten Nettoverluste betreffen Zinsaufwendungen in Höhe von -2,1 (2015: -2,6) Mio. EUR und Währungsgewinne in Höhe von 1,4 (2015: 6,7) Mio. EUR.

Die folgende Tabelle zeigt die Angaben zur Saldierung für das am 31. Dezember 2015 beendete Jahr:

Finanzielle Verbindlichkeiten
Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen
336.048 32.415 303.633 0 0 303.633
Derivate 10.425 0 10.425 3.369 0 7.056
Finanzielle Vermögenswerte
in Tausend EUR Bruttobuch
wert zum
31. Dezember
2015
Bilanzielle
Saldierung
Bilanzausweis Nicht
bilanziell
saldierungs
fähige
Beträge
Fair Value
finanzielle
Sicherheiten
Nettobetrag
zum
31. Dezember
2015
Derivate 8.745 0 8.745 3.369 0 5.376
Sonstige Verbindlichkeiten 139.745 32.415 107.330 0 0 107.330

Die folgende Tabelle zeigt die Angaben zur Saldierung für das am 31. Dezember 2016 beendete Jahr:

in Tausend EUR Bruttobuch
wert zum
31. Dezember
2016
Bilanzielle
Saldierung
Bilanzausweis Nicht
bilanziell
saldierungs
fähige
Beträge
Fair Value
finanzielle
Sicherheiten
Nettobetrag
zum
31. Dezember
2016
Finanzielle Vermögenswerte
Derivate 10.410 0 10.410 1.395 0 9.015
Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen
349.569 28.346 321.223 0 0 321.223
Finanzielle
Verbindlichkeiten
Derivate 2.829 0 2.829 1.395 0 1.434
Sonstige Verbindlichkeiten 142.188 28.346 113.842 0 0 113.842

Aufgrund des deutschen Rahmenvertrags für Finanztermingeschäfte in Verbindung mit ISDA-Agreements können Derivate im Insolvenzfall verrechnet werden.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden mit Abgrenzungen für Kundenboni gemäß IAS 32 bilanziell saldiert.

Derivative Finanzinstrumente

Derivative Finanzinstrumente werden in der HARTMANN GRUPPE zur Reduzierung des Währungs-, Zins- und Rohstoffrisikos eingesetzt.

in Tausend EUR 31. Dezember 2015
Fair Value Nominalwert Restlaufzeit des Nominalwerts
Gesamt Gesamt Bis zu einem
Jahr
1 bis 5 Jahre mehr als
5 Jahre
Devisensicherungsgeschäfte 6.863 266.835 242.445 15.707 8.683
Rohstoffsicherungsgeschäfte -1.051 62.019 62.019 0 0
Zinssicherungsgeschäfte -4.132 35.000 0 30.000 5.000
in Tausend EUR 31. Dezember 2016
Fair Value Nominalwert Restlaufzeit des Nominalwerts
Gesamt Gesamt Bis zu einem
Jahr
1 bis 5 Jahre mehr als
5 Jahre
Devisensicherungsgeschäfte 8.992 249.590 227.815 13.092 8.683
Rohstoffsicherungsgeschäfte -1.411 54.727 54.727 0 0
Zinssicherungsgeschäfte 0 0 0 0 0

Cash-Flow Hedges

Zur Sicherung des Cash-Flow-Risikos von geplanten Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen hat die PAUL HARTMANN AG Termingeschäfte abgeschlossen. Ziel ist die Absicherung schwankender Währungskurse und dadurch die Begrenzung des Risikos schwankender zukünftiger Euro-Gegenwerte beim Kauf beziehungsweise Verkauf der Fremdwährung.

Cash-Flow-Risiken aus schwankenden Preisen von geplanten Rohstoffeinkäufen werden mit Swaps oder Festpreisvereinbarungen mit Lieferanten abgesichert. Ziel ist die Absicherung

schwankender Rohstoffpreise und dadurch die Begrenzung des Risikos schwankender zukünftiger Kaufpreise.

In 2016 wurden 2,1 (2015: 12,8) Mio. EUR aus Cash-Flow-Hedges vom Eigenkapital in die Gewinn- und Verlustrechnung recycelt.

Die folgende Tabelle zeigt den voraussichtlichen Zeitpunkt der Zahlungen, zu dem im Eigenkapital erfasste Gewinne und Verluste aus Cash-Flow Hedges in die Gewinn- und Verlustrechnung umklassifiziert werden:

in Tausend EUR 31. Dezember 2015
Fair Value
Derivate im
Eigenkapital
Periode der voraussichtlichen Zahlung
Gesamt Bis zu einem
Jahr
1 bis 5 Jahre mehr als
5 Jahre
Devisensicherungsgeschäfte 7.662 7.670 105 -113
Rohstoffsicherungsgeschäfte -885 -885 0 0
Zinssicherungsgeschäfte -4.106 -1.027 -3.001 -78
in Tausend EUR 31. Dezember 2016
Fair Value
Derivate im
Eigenkapital
Periode der voraussichtlichen Zahlung
Gesamt Bis zu einem
Jahr
1 bis 5 Jahre mehr als
5 Jahre
Devisensicherungsgeschäfte 9.009 8.884 125 0
Rohstoffsicherungsgeschäfte -1.411 -1.411 0 0
Zinssicherungsgeschäfte 0 0 0 0

Der Nachweis der prospektiven und retrospektiven Effektivität wird mithilfe regelmäßig durchgeführter Effektivitätstests erbracht. Zur Ermittlung der retrospektiven Effektivität kommt die so genannte "Dollar-Offset-Methode", bei Rohstoffswaps die Regressionsanalyse zur Anwendung. Die Ergebnisse der retrospektiven

Effektivitätsmessung liegen dabei in einer Bandbreite von 80 % bis 125 %, sodass von einer hoch effektiven Sicherungsbeziehung ausgegangen werden kann. Es bestanden wie im Vorjahr keine nennenswerten Ineffektivitäten.

Ungewisse zukünftige Ereignisse

Zum 31. Dezember 2016 bestanden im Konzern Eventualverbindlichkeiten in Form von Garantien und ähnlichen Verpflichtungen aus dem gewöhnlichen Geschäftsbetrieb in geringfügigem Umfang, von denen angenommen wird, dass daraus keine wesentlichen Zahlungsverpflichtungen entstehen. Darüber hinaus bestehen Risiken im Zusammenhang mit laufenden Rechtsstreitigkeiten.

Verpflichtungen aus Operating-Leasingverhältnissen

Die Gesamtsumme der künftigen Mindestleasingzahlungen aus unkündbaren Operating-Leasingverhältnissen stellt sich wie folgt dar:

in Tausend EUR 2015 2016
Bis zu einem Jahr 25.606 28.295
Zwischen einem und fünf Jahren 54.746 59.195
Mehr als fünf Jahre 17.391 14.805
97.743 102.295

Bei den im Rahmen von Operating-Leasing abgeschlossenen Verträgen handelt es sich im Wesentlichen um übliche Vereinbarungen im Bereich Gebäude und Betriebs- und Geschäftsausstattung.

Wesentliche Vereinbarungen betreffen das Logistikzentrum in Belleville/Frankreich sowie den Betrieb und das Logistikzentrum bei Moskau/Russland.

Angaben zur Kapitalflussrechnung

Die Kapitalflussrechnung zeigt, wie sich die Zahlungsmittel der HARTMANN GRUPPE im Laufe des Berichtsjahrs durch Mittelzuund Mittelabflüsse verändert haben. Dabei sind die Zahlungsströme nach Geschäfts-, Investitions- und Finanzierungstätigkeit gegliedert.

Der operative Cash-Flow erhöhte sich im Wesentlichen aufgrund der geringeren Kapitalbindung im Working Capital gegenüber dem Vorjahr um 14,2 Mio. EUR auf 151,0 Mio. EUR.

Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit lag bei 59,4 (2015: 73,1) Mio. EUR und reduzierte sich im Vergleich zum Vorjahr um 13,7 Mio. EUR. Diese Veränderung resultierte insbesondere aus den geringeren Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte sowie den höheren Einzahlungen aus dem Abgang von Konzernunternehmen.

Der Free-Cash-Flow lag als Resultat dieser Entwicklung bei 91,6 (2015: 63,7) Mio. EUR.

Veränderung im Konsolidierungskreis

Zum 31. Dezember 2016 wurden in den Konzernabschluss neben der PAUL HARTMANN AG 28 (2015: 23) inländische und 64 (2015: 67) ausländische Tochterunternehmen einbezogen. Weitere drei Gesellschaften wurden nach der Equity-Methode bewertet.

Mit Wirkung zum 1. Januar 2016 wurde die CMC Technologies GmbH & Co. KG/Deutschland im Rahmen einer Ausgliederung aus der CMC Consumer Medical Care GmbH/Deutschland gegründet. Darüber hinaus wurde in diesem Zusammenhang die CMC Beteiligungen GmbH/Deutschland als Kommanditistin der CMC Technologies GmbH & Co. KG/Deutschland gegründet und vollkonsolidiert.

Ferner wurde mit Wirkung zum 1. Januar 2016 die Vivello France S.A.S./Frankreich auf die PAUL HARTMANN S.A./Frankreich verschmolzen.

Die PEHA Produktions- und Vertriebsgesellschaft mbH wurde im Berichtsjahr in den Konsolidierungskreis einbezogen.

Im Berichtszeitraum wurden die Gesellschaften PAUL HART-MANN Chile SpA/Chile, KOB USA Corporation/USA sowie die Hilfsmittel-Center Jakobus GmbH/Deutschland und Hilfsmittel-Center am Evangelischen GmbH/Deutschland gegründet und vollkonsolidiert.

Mit Wirkung zum 1. Juli 2016 wurden im Rahmen eines Share Deals 100 % der Anteile an der HTS Medical Kereskedelmi és Szolgáltató Kft./Ungarn veräußert.

Ferner wurde mit Wirkung zum 18. September 2016 die 100 % Beteiligung an der KOB (Qingdao) Medical Devices Co., Ltd./China veräußert.

Die Sterilliacare – Soluções em Higiene/LDA/Portugal wurde aufgrund vorangegangener Liquidation entkonsolidiert.

Ferner wurde die GENESI S.R.L. CON SOCIO UNICO/Italien liquidiert und entkonsolidiert.

Diese Veränderungen im Konsolidierungskreis sind für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von untergeordneter Bedeutung.

Wesentliche Beschränkungen

Beschränkungen der Möglichkeit des Zugangs zu Vermögenswerten der HARTMANN GRUPPE bestehen zum 31. Dezember 2016 im Wesentlichen im Zusammenhang mit lokalen Devisenverkehrsbeschränkungen in diversen Ländern.

Aufstellung über den Anteilsbesitz

Anteil in %
Inland
DE Atemzentrum Bad Lippspringe GmbH, Bad Lippspringe 51,0
Atemzentrum Grafschaft GmbH, Schmallenberg 51,0
Atemzentrum Großhansdorf GmbH, Ibbenbüren 100,0
Balata GmbH, Heidenheim 100,0
Bode Chemie GmbH, Hamburg 100,0
CMC Beteiligungen GmbH, Sontheim 100,0
CMC Consumer Medical Care GmbH, Sontheim 100,0
CMC Technologies GmbH & Co. KG, Sontheim 100,0
DIG Dienstleistungen im Gesundheitswesen GmbH, Ibbenbüren 100,0
Hans Braun GmbH, Wolfstein 100,0
HARTMANN Beteiligungen GmbH, Heidenheim 100,0
Hilfsmittel-Center Alpicus GmbH, Ibbenbüren 51,0
Hilfsmittel-Center am Evangelischen GmbH i.G., Oldenburg 51,0
Hilfsmittel-Center Jakobus GmbH, Ibbenbüren 51,0
Hilfsmittel-Center Lamberti GmbH, Ibbenbüren 51,0
Karl Otto Braun GmbH & Co. KG, Wolfstein 100,0
Kneipp GmbH, Würzburg 100,0
Kneipp Werbe-Agentur und Vertriebs GmbH, Würzburg 100,0
KOB Medical Devices (Deutschland) GmbH, Wolfstein 100,0
Medical Service und Logistik GmbH, Recklinghausen 1 50,0
MEDICUS GmbH, Oberderdingen 100,0
NOGE Gesellschaft für Medizinprodukte und -dienstleistungen mbH, Heidenheim 100,0
PAUL HARTMANN AG & Co. Logistikzentrum Süd oHG, Heidenheim 100,0
PEHA Produktions- und Vertriebsgesellschaft mbH, Heidenheim 100,0
QMService GmbH i.L., Heidenheim 100,0
Reha-Service Loose GmbH, Hamburg 100,0
Reha und Rollstuhl Handels GmbH, Leipzig 100,0
Roth Grundstücksgesellschaft mbH, Saarbrücken 1 30,0
Sanimed GmbH, Ibbenbüren 100,0
Vlesia GmbH, Herbrechtingen 100,0
Ausland
AE PAUL HARTMANN Middle East FZE, Dubai 100,0
AT PAUL HARTMANN Gesellschaft m.b.H., Wiener Neudorf 100,0
Kneipp Austria GmbH, Wiener Neudorf 100,0
AU PAUL HARTMANN Pty. Ltd., Sydney, NSW 100,0
BE N.V. PAUL HARTMANN S.A., Saintes 100,0
BR Bace Comércio Internacional Ltda., São Paulo 100,0

1 At Equity konsolidierte Gesellschaften

Anteil in %
CH AIR Health Solution AG, Neuhausen 66,3
Funny Hygiene AG i.L., Neuhausen 66,3
IVF HARTMANN AG, Neuhausen 66,3
IVF HARTMANN Holding AG, Neuhausen 66,3
Kistler AG, Gommiswald 66,3
Kneipp GmbH, Wallisellen 100,0
CL PAUL HARTMANN Chile SpA, Santiago de Chile 100,0
CN PAUL HARTMANN (Shanghai) Trade Co., Ltd., Shanghai 100,0
CZ HARTMANN-RICO a.s., Veverská Bítýška 100,0
SANICARE s.r.o., Veverská Bítýška 100,0
DK PAUL HARTMANN A/S, København 100,0
DZ Laboratoires PAUL HARTMANN S.A.R.L., Roubia 51,0
ES Consumer Medical Care Iberia S.L., Barcelona 100,0
Farmaban S.A., Barcelona 1 35,3
Laboratorios HARTMANN S.A., Mataró 100,0
PAUL HARTMANN España S.L.U., Mataró 100,0
PAUL HARTMANN S.A., Mataró 100,0
FR Aux Bons Soins S.A.R.L., Illkirch-Graffenstaden 100,0
Aux Bons Soins Sélestat S.A.R.L., Sélestat 100,0
Bode France S.A.S., Châtenois 100,0
CMC France S.A.R.L., Sélestat 100,0
Laboratoires PAUL HARTMANN S.A.R.L., Châtenois 100,0
Max Lorne S.A.S., Villemaur-sur-Vanne 100,0
PAUL HARTMANN S.A., Châtenois 100,0
Pierre Cattier S.A.S., Paris 100,0
Providom S.A.S., Châtenois 100,0
Sterima S.A.S., Châtenois 100,0
GB PAUL HARTMANN Ltd., Heywood 100,0
GR PAUL HARTMANN Hellas A.E., Glyfada/Athina 100,0
HK PAUL HARTMANN Asia-Pacific Ltd., Kowloon 100,0
HR PAUL HARTMANN d.o.o., Zagreb 100,0
HU HARTMANN-RICO Hungária Kft., Biatorbagy 100,0
IN KOB Medical Textiles Private Ltd., Coimbatore 100,0
PAUL HARTMANN Medical Private Limited, Mumbai 100,0
IT Distributori Articoli Sanitari D.A.S. S.R.L. i.L., Bene Vagienna 100,0
HARTMANN FOROMED S.R.L., Verona 100,0
HARTMANN Logistic S.R.L., Verona 100,0
PAUL HARTMANN S.p.A., Verona 100,0

1 At Equity konsolidierte Gesellschaften

Anteil in %
JP Kneipp Japan K.K., Yokohama 100,0
MA PAUL HARTMANN S.A.R.L., Casablanca 53,5
NL Kneipp Nederland B.V., Montfoort 100,0
PAUL HARTMANN B.V., Utrecht 100,0
PAUL HARTMANN Finance B.V., Nijmegen 100,0
NO PAUL HARTMANN AS, Oslo 100,0
PL PAUL HARTMANN Polska Sp. z.o.o., Pabianice 100,0
PT PAUL HARTMANN LDA, Loures 100,0
RO S.C. PAUL HARTMANN S.R.L., Târgu Mureș 100,0
RU PAUL HARTMANN OOO, Moskwa 100,0
PAUL HARTMANN Siberia OOO, Novosibirsk 100,0
SE HARTMANN-ScandiCare AB, Anderstorp 100,0
SI PAUL HARTMANN Adriatic d.o.o., Ljublijana 100,0
SK HARTMANN-RICO spol. s r.o., Bratislava 100,0
TR CMC CONSUMER MEDICAL CARE Pamuk Sanayi ve Ticaret Ltd. Sti., Mersin 100,0
PAUL HARTMANN Ltd. Sti., Yeniköy/Istanbul 100,0
US HARTMANN USA, Inc., Rock Hill/South Carolina 100,0
Kneipp Corporation of America, Inc., Northvale/New Jersey 100,0
KOB USA Corporation, Tucker/Georgia 100,0
PAUL HARTMANN Corp., Rock Hill/South Carolina 100,0
ZA HARTMANN-Vitamed (Pty) Ltd., Johannesburg 100,0

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Mit Wirkung zum 18. Januar 2017 hat die Karl Otto Braum GmbH & Co. KG im Rahmen eines Share Deals 100 % der Anteile an der Spray-liner GmbH mit Sitz in Bergisch Gladbach erworben. Der vorläufige Kaufpreis beträgt 3,5 Mio. EUR und wurde in liquiden Mitteln beglichen. Insgesamt wurden Vermögenswerte in Höhe von 0,5 Mio. EUR und Verbindlichkeiten in Höhe von 0,4 Mio. EUR erworben. Der Mehrpreis wird im Rahmen der Purchase Price Allocation auf bestehende Vermögenswerte und Schulden sowie Goodwill aufgeteilt.

Mit Vertrag vom 1. März 2017 hat HARTMANN die Übernahme der Marke Lindor sowie zugehöriger Vermögenswerte von Procter & Gamble im Rahmen eines Asset Deals vereinbart. Lindor ist eine der bekanntesten Inkontinenzmarken für Erwachsene in Spanien und Portugal mit einem Umsatz von 75 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2015/2016. Neben der Marke wird HARTMANN von Procter & Gamble alle Vermögenswerte im Zusammenhang mit dem Lindor-Produktsortiment, geistiges Eigentum (u.a. Patente) sowie einen 25.000 Quadratmeter großen Produktionsstandort in Montornés, Spanien, erwerben. Ebenso werden alle Mitarbeiter, die bisher für Lindor gearbeitet haben, übernommen. Der Vollzug der Transaktion wird zur Mitte des Jahres 2017 erwartet.

Darüber hinaus ergaben sich keine Ereignisse oder Entwicklungen, die zu einer wesentlichen Änderung des Ausweises oder

Wertansatzes der einzelnen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zum 31. Dezember 2016 geführt hätten.

Dividende je Aktie

Auf der Hauptversammlung am 5. Mai 2017 wird eine Dividende von 7,00 EUR je Stückaktie vorgeschlagen. Dividendenberechtigt sind 3.551.742 Aktien.

Die Gewinnausschüttung beläuft sich damit auf 24,9 Mio. EUR. Diese Dividende ist im vorliegenden Konzernabschluss als Bestandteil des Eigenkapitals ausgewiesen. Die Erfassung der Dividendenverbindlichkeit erfolgt im Geschäftsjahr 2017. Die Dividende im Vorjahr betrug 23,8 Mio. EUR (6,70 EUR je Aktie).

Transaktionen mit nahe stehenden Personen und Unternehmen

Als nahe stehende Personen und Unternehmen im Sinne des IAS 24 ("Angaben über Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen") müssen Personen und Unternehmen, die die HARTMANN GRUPPE beherrschen oder von ihr beherrscht werden, angegeben werden. Die Angabepflicht erstreckt sich hierbei auch auf Personen, die unmittelbar oder mittelbar einen maßgeblichen Einfluss auf die Finanz- und Geschäftspolitik der HARTMANN GRUPPE ausüben, einschließlich deren engerer Familienangehörigen oder zuzurechnender Unternehmen. Ein maßgeblicher Einfluss

auf die HARTMANN GRUPPE kann durch Anteilsbesitz von 20 % oder mehr beziehungsweise Sitz im Vorstand oder Aufsichtsrat begründet werden.

Berichtspflichtige Geschäftsbeziehungen mit nahe stehenden Personen, insbesondere Beratungs- und Vermittlungsleistungen, wurden nicht unterhalten. Im Zuge der Konsolidierung werden Geschäftsvorfälle zwischen den Konzerngesellschaften der HART-MANN GRUPPE eliminiert.

Darüber hinaus existieren keine wesentlichen wirtschaftlichen und rechtlichen Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen außerhalb des Konsolidierungskreises. Mit assoziierten Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, wurden Transaktionen im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit vorgenommen, die sich im Berichts- und Vorjahr bei diesen Gesellschaften wie folgt ausgewirkt haben:

in Tausend EUR 2015 2016
Erträge 24.319 23.104
Aufwendungen 2.855 2.511
Forderungen 3.139 2.334
Verbindlichkeiten 683 431

Aufsichtsrat und Vorstand

Bezüge des Aufsichtsrats

Die Höhe der Vergütung des Aufsichtsrats der PAUL HARTMANN AG beträgt 0,6 (2015: 0,6) Mio. EUR. Darüber hinaus haben die Mitglieder des Aufsichtsrats Vergütungen für die Ausübung weiterer Tätigkeiten in Höhe von 0,5 (2015: 0,5) Mio. EUR bezogen.

Bezüge des Vorstands

Die Höhe der Vorstandsvergütung richtet sich nach den Aufgaben des einzelnen Vorstandsmitglieds, seinen persönlichen Leistungen, der wirtschaftlichen Lage, der Entwicklung und der Zukunftsaussichten der HARTMANN GRUPPE sowie der Üblichkeit der Vergütung unter Berücksichtigung des Vergleichsumfelds und der Vergütungsstruktur, die ansonsten in der Gesellschaft gilt. Die Gesamtvergütung setzt sich in Übereinstimmung mit den Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" aus einem fixen und einem variablen Bestandteil zusammen. Die festen und die auf eine mehrjährige Bemessungsgrundlage bezogenen variablen Vergütungsanteile weisen betragsmäßig Höchstgrenzen aus. Hinsichtlich der weiteren variablen Vergütungsanteile, die auf eine einjährige Bemessungsgrundlage abstellen, erfolgt eine Beschränkung des Anspruchs der Vorstandsmitglieder

dadurch, dass eine Obergrenze des Zielwertes enthalten ist; die variablen Bestandteile umfassen in einem untergeordneten Umfang eine "mehrjährige Bemessungsgrundlage". Die Gesamtbezüge der Mitglieder des Vorstands für das Berichtsjahr beliefen sich im Konzern auf 6,3 (2015: 5,8) Mio. EUR. Davon beträgt der variable Anteil 3,2 (2015: 2,8) Mio. EUR.

Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands und deren Hinterbliebenen sind insgesamt 13,7 (2015: 13,4) Mio. EUR zurückgestellt. Die Gesamtbezüge früherer Mitglieder des Vorstands betrugen für das Berichtsjahr 0,9 (2015: 0,9) Mio. EUR.

Honorare des Abschlussprüfers

Die Honorare des Abschlussprüfers betrugen im Berichtsjahr insgesamt 0,9 (2015: 0,7) Mio. EUR. Dabei entfielen 0,4 (2015: 0,4) Mio. EUR auf Prüfungshonorare, 0,2 (2015: 0,1) Mio. EUR auf prüfungsnahe Dienstleistungen sowie 0,3 (2015: 0,2) Mio. EUR auf Steuerberatungshonorare.

Freigabe des Konzernabschlusses

Der Konzernabschluss wurde vom Vorstand aufgestellt und am 14. März 2017 verabschiedet.

PAUL HARTMANN AG

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Wir haben den von der PAUL HARTMANN AG, Heidenheim an der Brenz, aufgestellten Konzernabschluss – bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung und Gesamtergebnisrechnung, Eigenkapitalveränderungsrechnung, Kapitalflussrechnung und Anhang – sowie den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2016 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften liegt in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanzund Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt.

Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungsund Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Konzernlagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den gesetzlichen Vorschriften, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Stuttgart, den 14. März 2017

PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Klaus Neubarth Jürgen Schwehr

Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

Standorte weltweit

Wesentliche Länderorganisationen in der HARTMANN GRUPPE

DE

BODE Chemie GmbH Melanchthonstraße 27 22525 Hamburg

CMC Consumer Medical Care GmbH Eichendorffstraße 12-14

89567 Sontheim/ Brenz Karl Otto Braun

GmbH & Co. KG Lauterstraße 50 67752 Wolfstein

Kneipp GmbH Winterhäuser Straße 85 97084 Würzburg

PAUL HARTMANN AG Paul-Hartmann-Straße 12 89522 Heidenheim

Sanimed GmbH Gildestraße 68 49479 Ibbenbüren

AE

PAUL HARTMANN Middle East FZE

Dubai Airport Freezone West Wing 3, Office No. 222 Dubai 54525

AT

PAUL HARTMANN Ges.mbH IZ-NÖ Süd, Straße 3, Obj. 64 2355 Wiener Neudorf

AU

PAUL HARTMANN Pty. Ltd.

Level 5, 1 Thomas Holt Drive Macquarie Park Sydney, NSW 2113

BE

N.V. PAUL HARTMANN S.A.

Avenue Paul Hartmann 1 1480 Saintes

Bace Comércio Internacional Ltda.

Av. Presidente Kennedy, n° 2.299, parte D Jardim Marieta, Osasco São Paulo, CEP 06298-190

CH

BR

IVF HARTMANN AG Victor von Bruns-Straße 28

8212 Neuhausen

CL

PAUL HARTMANN Chile SpA

Av. Vitacura 2670, Piso 15 Office 1522 Las Condes 7550698

CN

PAUL HARTMANN (Shanghai) Trade Co. Ltd.

Rm. 1001-1003, Block A, New Caohejing International Business Center 391 Gui Ping Road Shanghai 200233

CZ

HARTMANN-RICO a.s.

Masarykovo námĕstí. 77 Veverská Bítýška 664 71

DK

PAUL HARTMANN A/S

Arne Jacobsens Allé 7, 5. s. 2300 København S

DZ

Laboratoires PAUL HARTMANN S.A.R.L. Villa № 10 Lotissement communal № 3 Rouiba

ES

Laboratorios HARTMANN S.A.

Carrasco i Formiguera, 48 08302 Mataró

FR

PAUL HARTMANN S.A.

9, route de Sélestat 67730 Châtenois

GB

PAUL HARTMANN Ltd. Unit P2, Parklands Heywood Distribution Park Pilsworth Road Heywood/Lancashire OL 10 2TT

GR

PAUL HARTMANN Hellas S. A. L. Vouliagmenis 140

Glyfada/Athina 16674

HK PAUL HARTMANN

Asia-Pacific Ltd.

Suite 3102-3103, 31/F Manhattan Place 23 Wang Tai Road Kowloon Bay, Kowloon Hong Kong / China

HR

PAUL HARTMANN d.o.o. Karlovačka cesta 4f

Zagreb 10 020

HU

HARTMANN-RICO Hungária Kft.

Paul Hartmann utca 8 Biatorbágy 2051

IN

PAUL HARTMANN Medical Private Ltd.

First floor, Door No. 119 &120 Trichy Road Ondipudur Coimbatore, 641016

IT

PAUL HARTMANN S.p.A. Via della Metallurgia, 37139 Verona

MA

PAUL HARTMANN S.A.R.L. 7, rue Ibn El Jaouzi Casablanca 20100

NL

PAUL HARTMANN B.V. Kerkenbos 1103 D 6546 BC Nijmegen

NO

PAUL HARTMANN AS Karenslyst Allé 8 B

Oslo 0278

PL

PAUL HARTMANN Polska Sp. z o.o.

ul. Partyzancka 133/151 95-200 Pabianice

PT

PAUL HARTMANN Lda.

Av. Severiano Falcão, 22 - 2° 2685-378 Prior Velho Lrs

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S.C. PAUL HARTMANN S.R.L.

Arany Janos St., nr. 46, et. I Târgu Mureş 54 0045

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PAUL HARTMANN OOO Kozhevnicheskaya ul. 7-1 115114 Moskwa

SE

HARTMANN Scandicare AB Depågatan 2 33421 Anderstorp

SI

PAUL HARTMANN Adriatic d.o.o.

Letališka cesta 3c Ljubljana 1000

SK

HARTMANN-RICO

spol. s r.o. Einsteinova 24 Bratislava 85101 Telefon +421 268 299101

TR

PAUL HARTMANN Ltd. Şti. Kozyatağı Mah.

Kaya Sultan Sk., Nanda Plaza, No:83/1/A Kat:3 Kadıköy /İstanbul 34742

US

HARTMANN USA, Inc. 481 Lakeshore Parkway

Rock Hill, SC 29730

ZA

HARTMANN-Vitamed (Pty) Ltd.

Unit 15 Northlands Production Park Corner Newmarket Street and Epsom Avenue North Riding, Gauteng Randburg, 2169

Ihre Ansprechpartner bei HARTMANN Finanzkalender

Investor Relations

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28. März 2017 Bilanzpressekonferenz

5. Mai 2017 103. ordentliche Hauptversammlung in Heidenheim

10. Mai 2017 Dividendenzahlung

20. April 2018 104. ordentliche Hauptversammlung in Heidenheim

Impressum

Herausgeber PAUL HARTMANN AG, Heidenheim

Redaktion

Monika Faber, PAUL HARTMANN AG Philipp Hellmich, PAUL HARTMANN AG

Fotos

Seite 2, 6, 10, 11: Jens Kramer

Druck Wahl-Druck GmbH, Aalen

Der Geschäftsbericht der HARTMANN GRUPPE erscheint in deutscher und englischer Sprache (gekürzte Fassung), der Jahresabschluss der PAUL HARTMANN AG in deutscher Sprache. Die deutschen Versionen stehen auf der Internetseite der Gesellschaft unter www.hartmann.info zum Download bereit.

Die HARTMANN GRUPPE im Fünfjahresüberblick

Veränderung
in Tausend EUR 2012 2013 2014 2015 2016 zum Vorjahr
in %
Ergebnis
Umsatzerlöse 1.758.377 1.794.442 1.862.035 1.941.004 1.986.450 2,3
davon Auslandsanteil in % 66,6 66,3 66,5 66,1 65,8 -0,5
Konzernergebnis 55.838 62.477 78.347 84.778 90.100 6,3
Nettoumsatzrendite in % 3,2 3,5 4,2 4,4 4,5 3,8
Materialaufwand 808.174 820.246 814.245 869.469 868.065 -0,2
Personalaufwand 430.272 449.675 467.332 483.999 510.422 5,5
EBITDA 148.447 157.905 183.259 198.978 210.818 6,0
EBITDA-Rendite in % 8,4 8,8 9,8 10,3 10,6 3,0
Abschreibung auf Sachanlagen und
immaterielle Vermögenswerte
57.745 56.650 60.828 66.757 71.717 7,4
EBIT 90.703 102.054 122.431 132.661 139.101 4,9
EBIT-Rendite in % 5,2 5,7 6,6 6,8 7,0 2,5
Cash-Flow 116.484 141.644 158.910 168.152 157.357 -6,4
Free-Cash-Flow 95.071 43.828 101.059 63.685 91.603 43,8
Bilanz
Bilanzsumme 1.138.587 1.186.782 1.247.200 1.278.619 1.329.339 4,0
Langfristiges Vermögen 475.897 477.637 502.120 510.121 514.486 0,9
Investitionen in Sachanlagen und
immaterielle Vermögenswerte 2
58.197 70.479 72.895 74.475 69.203 -7,1
Kurzfristiges Vermögen 662.690 706.318 745.080 768.498 814.853 6,0
Eigenkapital 613.673 647.042 690.370 759.098 816.208 7,5
Eigenkapitalquote in % 53,9 54,5 55,4 59,4 61,4 3,4
Eigenkapitalrendite in % 9,1 9,7 11,3 11,2 11,0 -1,2
Nettofinanzstatus -71.873 -58.967 10.781 44.609 101.955 128,6
Mitarbeiterzahl am 31. Dezember 1 10.220 10.462 10.216 10.346 10.372 0,3

1 Ohne Mitarbeiter in Elternzeit und Vorstandsmitglieder der PAUL HARTMANN AG

2 Ohne akquisitionsbedingte Zugänge wie beispielsweise Goodwill

PAUL HARTMANN AG Paul-Hartmann-Straße 12 89522 Heidenheim Postfach 14 20 89504 Heidenheim Deutschland

Telefon + 49 (0) 7321 36-0 Telefax + 49 (0) 7321 36-3636 [email protected] www.hartmann.info