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Paul Hartmann AG Annual Report 2011

Aug 10, 2012

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Annual Report

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PAUL HARTMANN AG

Heidenheim

Konzernabschluss zum 31.12.2011

Konzernabschluss zum 31. Dezember 2011 und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2011

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Bericht des Aufsichtsrats

Konzernlagebericht

Strategie und Organisation

Die HARTMANN GRUPPE fokussiert ihre Geschäftstätigkeit auf Systemlösungen für professionelle Kunden in Medizin und Pflege. Geographisch sind wir mit unseren Gesellschaften weltweit in strategisch bedeutenden Absatzmärkten kundennah präsent. In der PAUL HARTMANN AG sind die wesentlichen organisatorischen Einheiten zusammengefasst, die die Konzernaktivitäten steuern.

Unternehmensstrategie fokussiert auf medizinische Systemangebote

Die HARTMANN GRUPPE ist einer der führenden europäischen Anbieter von Medizin- und Pflegeprodukten mit den Kompetenzschwerpunkten Wundbehandlung, Inkontinenzversorgung und Infektionsprophylaxe. Ergänzt wird das Portfolio durch Produkte für die Kompressionstherapie, Immobilisation, Erste Hilfe sowie zur Selbstdiagnose. Unterstützende Dienstleistungen runden das Angebot für Medizin und Pflege ab.

Der Schwerpunkt liegt auf Systemangeboten für professionelle Verwender in Kliniken, in Arztpraxen sowie in Alten- und Pflegeheimen oder in der häuslichen Pflege. Mit anwendergerechten Produkten und maßgeschneiderten Serviceleistungen bietet HARTMANN Komplettlösungen an, die dazu beitragen, die tägliche Arbeit zum Wohl der Patienten effektiv und wirtschaftlich zu gestalten. Diese Systemangebote basieren auf fundiertem medizinischem Wissen, langjähriger Praxiserfahrung und einem tiefen Verständnis der Arbeitsabläufe unserer Kunden.

Als zuverlässiger Partner verfolgt HARTMANN das Ziel, dauerhafte Kundenbeziehungen aufzubauen und eine führende Position in den mit eigenen Tochtergesellschaften bedienten Märkten einzunehmen. Neben den medizinischen Kernsortimenten für professionelle Zielgruppen in Medizin und Pflege führt HARTMANN auch endverbrauchernahe medizinische Sortimente, die über Apotheken und den Sanitätsfachhandel vertrieben werden.

Seit der im Jahr 2004 erfolgten Fokussierung der Geschäftsaktivitäten der HARTMANN GRUPPE auf medizinische Kernkompetenzfelder werden nach Sortimentsschwerpunkten gegliederte Geschäftssegmente ausgewiesen: Wund-, Inkontinenz-, Infektionsmanagement sowie das Segment Weitere Konzernaktivitäten, dem schwerpunktmäßig die Aktivitäten der Tochtergesellschaften Kneipp, CMC und NOGE zugeordnet sind.

HARTMANN ist mit eigenen Gesellschaften international marktnah aufgestellt

Die HARTMANN GRUPPE setzt sich aus der PAUL HARTMANN AG und Tochtergesellschaften in Deutschland sowie in ausländischen Absatzmärkten zusammen. Die Tochtergesellschaften sind ergebnisverantwortlich und in fünf geographischen Regionen zusammengefasst, die länderübergreifende Steuerungsfunktionen übernehmen. Die Regionen werden von Regional-Direktoren geleitet. In enger Abstimmung mit den Geschäftsführern in der Region stellen sie die Umsetzung der Konzernstrategie sicher und bündeln die Aktivitäten unter Umsatz- und Ertragsgesichtspunkten sowie unter Berücksichtigung regionaler Besonderheiten. Die unter den weiteren Konzernaktivitäten zusammengefassten Tochtergesellschaften berichten direkt an das jeweils zuständige Vorstandsmitglied.

Die Zuordnung der einzelnen Tochtergesellschaften zu den Absatzregionen ist aus der Aufstellung über den Anteilsbesitz im Konzernanhang ersichtlich (siehe Seite 99 bis 101).

PAUL HARTMANN AG steuert die Konzernaktivitäten

Die PAUL HARTMANN AG wird durch einen Vorstand geleitet, an dessen Spitze der Vorstandsvorsitzende steht. Der Vorstand bestimmt die Konzernstrategie, übernimmt die Steuerung der Regionen und Tochtergesellschaften, legt das Produkt- und Dienstleistungsportfolio fest, organisiert die weltweite Lieferkette, betreibt das Führungskräftemanagement, ordnet die Ressourcen strategiekonform zu und ist verantwortlich für das Management der Finanzen.

Ein durch den Vorstandsvorsitzenden geleitetes internationales Group Management Team stellt die internationale Koordination und Umsetzung der konzernweit gültigen Unternehmensstrategie sicher. Dem Gremium gehören neben dem Vorstand die Regional-Direktoren und Verantwortliche der einzelnen Zentralfunktionen an.

Funktionsbereiche innerhalb der PAUL HARTMANN AG nehmen die Konzernsteuerung von Produktentwicklung, Marketing, Sourcing, Supply Chain Management, Finanzen, Human Resources, Qualitätsmanagement und IT wahr.

PAUL HARTMANN AG ist keine börsennotierte Gesellschaft im Sinne des Aktiengesetzes

Das gezeichnete Kapital der PAUL HARTMANN AG setzt sich zum 31. Dezember 2011 unverändert aus insgesamt 3.572.424 Namensstückaktien zusammen. Mit Ausnahme der 20.682 eigenen Aktien sind sämtliche Aktien voll stimmberechtigt.

Ein Teil unserer Aktionäre hat sich zur Wahrung ihrer Interessen und zur Erhaltung eines stabilen Aktionärsstamms in der Schutzgemeinschaft von Aktionären der PAUL HARTMANN AG zusammengeschlossen. Vor Beschlussfassungen in Hauptversammlungen verständigen sich deren Mitglieder über eine Stimmrechtsbindung. Übertragungen von Aktien der betreffenden Aktionäre finden vereinbarungsgemäß innerhalb der Schutzgemeinschaft statt.

Da die PAUL HARTMANN AG keine börsennotierte Gesellschaft im Sinne des Aktiengesetzes ist, sehen wir von einer Veröffentlichung direkter oder indirekter Beteiligungen am Kapital, die 10 % der Stimmrechte überschreiten, ab.

Es bestehen weder Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen, noch besteht eine Stimmrechtskontrolle gemäß § 289 Abs. 4 Ziffer 5 bzw. § 315 Abs. 4 Ziffer 5 HGB.

Vorstandsmitglieder werden gemäß den Regelungen der §§ 84 und 85 AktG bestellt und abberufen. Weiterhin regelt die Satzung, dass der Aufsichtsrat der PAUL HARTMANN AG die Zahl der Mitglieder des Vorstands bestimmt und er ein Mitglied des Vorstands zum Vorsitzenden bestellen kann. Der Vorstand besteht aus mindestens zwei Mitgliedern. Die Zusammensetzung des Vorstands ist auf Seite 6 dargestellt.

Eine Ermächtigung des Vorstands zur Ausgabe von Aktien besteht derzeit nicht. Jedoch ist der Vorstand gemäß Beschluss der Hauptversammlung vom 7. Mai 2010 bis zum 30. April 2015 ermächtigt, eigene Aktien für das Unternehmen bis zu 10 % des Grundkapitals zu erwerben und wieder zu veräußern.

Es bestehen keine Vereinbarungen der Gesellschaft mit dem Vorstand hinsichtlich eines Kontrollwechsels infolge einer Übernahme oder hinsichtlich Entschädigungsvereinbarungen der Gesellschaft für den Fall einer Übernahme.

Änderungen der Satzung bedürfen gemäß der geltenden gesetzlichen Bestimmungen einer Mehrheit, die mindestens drei Viertel des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals umfasst.

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die Weltwirtschaft verzeichnete 2011 eine leichte Abkühlung gegenüber dem Vorjahr. Die sich zuspitzende Euro-Schuldenkrise und die Rezession in einigen europäischen Staaten bremsten das Wachstum in Europa. Trotz der massiven Sparanstrengungen in den Gesundheitssystemen entwickelte sich der Markt für Medizinprodukte weiterhin positiv. Der demographische Wandel, die Zunahme chronischer Erkrankungen und die wachsenden Anstrengungen zur Bekämpfung von Krankenhausinfektionen führten zu einer steigenden Nachfrage in den Bereichen Wundbehandlung, Inkontinenzhygiene und Infektionsprophylaxe.

Zuspitzung der Euro-Schuldenkrise bremst die realwirtschaftliche Entwicklung

In Deutschland begann das Wirtschaftsjahr 2011 dynamisch, die Auftragseingänge erreichten im ersten Halbjahr ungeahnte Höhen. Doch bereits im Frühjahr war eine Trendwende erkennbar: Infolge des Erdbebens und des Atomunfalls in Japan zogen die Ölpreise kräftig an, und die Nachfrage aus den Schwellenländern ging zurück. Die sich zuspitzende Euro-Krise trieb Länder wie Griechenland und Portugal in die Rezession und sorgte in Europa, Deutschland als Wachstumsmotor ausgenommen, nur noch für ein minimales Wachstum. Die daraus resultierende Unsicherheit griff erst auf die Finanzmärkte und schließlich auf die Realwirtschaft über. Zum Jahresende zeichneten sich Tendenzen eines Abschwungs in der Euro-Zone ab. Nach vorläufigen Schätzungen des IWF ist für das Jahr 2011 von einem globalen Wirtschaftswachstum von 4 % auszugehen. Die Entwicklung verlief jedoch regional sehr unterschiedlich. Während die Entwicklungs- und Schwellenländer ein solides Plus von 6 % verzeichneten, trugen die Industrieländer nur mit 1,5 % zum Wachstum bei. Die chinesische Volkswirtschaft wuchs laut Schätzung des IWF um 9,5 %. Nach Schätzung der US-Notenbank vom November wird für die USA ein Plus von 1,7 % für 2011 erwartet. Die deutsche Wirtschaft wuchs mit 3 % zwar nicht mehr ganz so stark wie im Vorjahr, aber im europäischen Umfeld immer noch überdurchschnittlich.

Der durchschnittliche Wechselkurs lag im Jahr 2011 bei 1,39 USD je EUR und damit um 5 % über dem Vorjahresvergleichswert von 1,33 USD je EUR. Nach einem kontinuierlichen Anstieg bis Mai 2011 auf einen Kurs von 1,48 USD je EUR fiel dieser wiederum bis zum Jahresende. Nicht zuletzt die Zinssenkungen der Europäischen Notenbank im November und Dezember führten dazu, dass sich der Wechselkurs auf ein Niveau um 1,30 USD je EUR einpendelte.

Rohstoffpreise stabilisieren sich auf hohem Niveau

Infolge der hohen Wirtschaftswachstumsraten im ersten Halbjahr 2011 stiegen die Rohstoffpreise kräftig an, insbesondere Gold und Öl haben stark zugelegt. Der Rückgang des Wirtschaftswachstums im zweiten Halbjahr führte teilweise zu rückläufigen Rohstoffpreisen. Kupfer, der klassische Konjunkturindikator, verlor 23 % an Wert. Trotz der Verbilligung einiger Rohstoffe in den letzten Monaten des Geschäftsjahrs notierte der Rohstoffpreisindex des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) im Jahresdurchschnitt 2011 um 22,4 % über dem Vorjahreswert und bewegte sich nach wie vor auf einem Allzeithoch.

Die weltweit gestiegenen Rohstoffpreise haben sich 2011 auch auf die für HARTMANN bedeutenden Rohstoffe ausgewirkt: Während die Weltmarktpreise für Baumwolle nach dem Höhepunkt Anfang 2011 mit 3,13 USD/kg bis auf 2,03 USD/kg zum Jahresende fielen, verharrte der Jahresdurchschnittspreis bei Zellulose mit rund 1.000 USD/Tonne auf dem hohen Vorjahresniveau.

Medizinprodukte waren auch 2011 ein Wachstumsmarkt

Der Weltmarkt für Medizinprodukte, der neben Verbrauchsgütern auch Medizintechnik umfasst, hatte im Berichtsjahr laut dem Marktforschungsunternehmen Espicom ein Volumen von rund 200 Mrd. EUR. Prognosen für die kommenden Jahre gehen von einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 5 % (inklusive Medizintechnik) aus, sodass der Weltmarkt im Jahr 2016 auf rund 250 Mrd. EUR geschätzt wird. Dieses gegenüber dem Vorjahr um 2 Prozentpunkte abgeschwächte Wachstum ist einerseits Ausdruck der zunehmenden Sparbemühungen in den nationalen Gesundheitssystemen, die sich beispielsweise in einem Konzentrationsprozess auf Kundenseite oder dem Rückgang der Erstattungsfähigkeit von Medizinprodukten ausdrückte. Andererseits verlangen Kunden noch effizientere Produkte, die hinsichtlich therapeutischem Nutzen und Kosten einen Vorteil bieten. Dennoch ist der globale Markt für Medizinprodukte weiterhin ein attraktiver Wachstumsmarkt. Treiber dieser Entwicklung ist die weltweit alternde Gesellschaft und die in diesem Zusammenhang zunehmende Zahl chronischer Erkrankungen wie Inkontinenz, Diabetes oder Veneninsuffizienz.

Nach Angaben des deutschen Bundesverbands Medizintechnologie ist der europäische Markt für Medizinprodukte mit 70 Mrd. EUR nach den USA mit 90 Mrd. EUR der zweitgrößte Markt der Welt. Deutschland ist mit 23 Mrd. EUR als Einzelmarkt nach den USA und Japan (25 Mrd. EUR) weltweit der drittgrößte Markt und mit Abstand der größte Markt Europas vor Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien.

Wundmanagement war weiterhin interessanter Wachstumsmarkt

Schätzungen von Global Data zufolge lag im Berichtsjahr das weltweite Marktvolumen aller Produktkategorien für das Wundmanagement bei 12 Mrd. EUR. In den kommenden Jahren rechnet man mit einem jährlichen Wachstum von durchschnittlich 4,2 %. Das Wachstum ist einerseits Folge der zunehmenden Zahl chronischer Wunden, etwa venöser oder diabetischer Ulcera vor dem Hintergrund einer älter werdenden Bevölkerung; andererseits ist es getrieben durch den technologischen Fortschritt bei innovativen Behandlungssystemen, wie zum Beispiel der Unterdrucktherapie. Innerhalb des europäischen Marktes für Wundmanagement, der im abgelaufenen Geschäftsjahr laut Global Data insgesamt ein Volumen von etwa 4 Mrd. EUR hatte, war Deutschland erneut der größte Einzelmarkt, gefolgt von Frankreich und Großbritannien. Das Wachstum lag europaweit bei rund 4 %.

Hohes Potenzial für Inkontinenzprodukte in Osteuropa

Laut der Unternehmensberatung John Starr lag im Jahr 2011 das weltweite Absatzvolumen bei absorbierenden Inkontinenzprodukten bei rund 32 Mrd. Einheiten. Den größten Anteil daran hatte wiederum Europa mit rund 10 Mrd. Einheiten, gefolgt von der Region Asien-Pazifik und von Nordamerika. Für Gesamteuropa prognostizierte John Starr ein durchschnittliches Wachstum von rund 5 % pro Jahr, wobei mit etwa 15 % weiterhin die höchsten Zuwächse in den Ländern Osteuropas lagen. In Deutschland betrug das Wachstum etwa 2 %. Insgesamt hat sich im Jahr 2011 in vielen Ländern der Trend fortgesetzt, dass sich die Versorgung mit Inkontinenzprodukten im institutionellen und häuslichen Bereich in zwei Verwenderkategorien aufspaltet: einen qualitätsorientierten Teil mit hochwertigen Produkten, die neben einer guten Saugleistung auch einen bestmöglichen Hautschutz sicherstellen, und einen preisorientierten Teil mit Produkten in Standardqualität. Unabhängig von diesen Tendenzen werden Inkontinenzhosen mit hohem Tragekomfort für mobile Menschen als Produktkategorie immer beliebter.

Trend zu OP-Komplettsets hält an

Der demographische Wandel, vor allem eine älter werdende Bevölkerung in vielen Ländern, ist eine Ursache dafür, dass die Zahl der Operationen zunimmt und die Nachfrage nach Einwegprodukten im Bereich OP-Komplettsets, OP-Bekleidung, OP-Abdeckmaterialien sowie OP- und Untersuchungshandschuhen weltweit jährlich um rund 6,5 % wächst. Allein in Deutschland entfallen von den rund 15 Mio. Operationen jährlich bereits 42,2 % auf die über 65-jährigen Patienten. Einwegprodukte im OP tragen maßgeblich zur Patienten- und Personalsicherheit bei und reduzieren Hygiene- und Infektionsrisiken. Das weltweite Umsatzvolumen lag bei diesen Produkten im Berichtsjahr gemäß Global Data bei 7 Mrd. EUR. Europa und Nordamerika waren auch 2011 die bedeutendsten Absatzregionen für OP-Einwegprodukte. Immer mehr Kliniken und ambulante OP-Einrichtungen schätzen die Vorteile, die ihnen OP-Komplettsets bei der Prozessoptimierung bieten, was dazu führte, dass diese Kategorie innerhalb der OP-Einwegprodukte weltweit mit 7,3 % die größte Wachstumsrate verzeichnete. Das Marktvolumen in Europa lag bei 2,2 Mrd. EUR; der größte Markt war nach wie vor Deutschland, gefolgt von Frankreich und Italien.

Nosokomialinfektionen lassen Nachfrage nach Desinfektionsmitteln weiter anwachsen

Eine umfassende Infektionsvorbeugung war auch im Jahr 2011 ein weiterhin hoch relevantes Thema in stationären Gesundheitseinrichtungen. Die Zahl der Patienten, die mit Klinikkeimen infiziert wurden, nahm gemäß einer WHO-Studie in den letzen 20 Jahren um 36 % zu. Vor dem Hintergrund, dass laut Frost &Sullivan europaweit jährlich etwa 30 Mio. chirurgische Eingriffe stattfinden und dabei schätzungsweise mindestens 400.000 Menschen von einer eingriffsbedingten Infektion betroffen sind, wird das Thema Prophylaxe immer dringlicher. Nosokomialinfektionen stellen nicht nur ein medizinisch-pflegerisches Problem dar, sondern führen wegen erhöhter Behandlungskosten, längerer Verweildauer der Patienten sowie des Arbeitsausfalls zusätzlich zu einem großen volkswirtschaftlichen Schaden.

Durch die Zunahme multiresistenter Keime wie MRSA (Multiresistenter Staphylococcus aureus), aber auch durch Pandemien wie die Schweine- oder Vogelgrippe ist das Marktvolumen für Desinfektionsmittel innerhalb weniger Jahre stark gestiegen. Lag das weltweite Marktvolumen gemäß einer Studie des Marktforschungsunternehmens BCC Research 2009 noch bei 2,4 Mrd. EUR beziehungsweise 2,7 Mrd. EUR im Jahr 2010, so liegt die Schätzung für das Jahr 2016 auf der Basis eines jährlichen Wachstums von rund 11 % bereits bei 5,1 Mrd. EUR. Für den europäischen Desinfektionsmittelmarkt, der rund ein Drittel des Weltmarkts ausmacht, werden vergleichbare Zuwächse prognostiziert.

Ertragslage

Trotz des zunehmend schwierigen Marktumfelds ist es der HARTMANN GRUPPE im Jahr 2011 gelungen, das Rekordergebnis des Vorjahres zu steigern und die Ertragskraft weiter zu verbessern: Das EBIT nahm um 4,1 % auf 107,6 Mio. EUR zu. Mit einem frühzeitig eingeleiteten Ergebnisstabilisierungsprogramm haben wir auf die massiven Preissteigerungen bei Rohstoffen reagiert. Die Umsatzerlöse liegen mit 1.699,4 Mio. EUR ebenfalls über denen des Vorjahres; sie nahmen trotz der Sparbemühungen in den Gesundheitssystemen um 4,1 % zu.

Rekordumsatz des Vorjahres gesteigert

Im Geschäftsjahr 2011 erzielten wir weltweit Umsatzerlöse in Höhe von 1.699,4 Mio. EUR. Dies entspricht einer Steigerung um 4,1 % gegenüber dem Rekordumsatz des Vorjahres. Damit ist es HARTMANN gelungen, trotz der sich zunehmend negativ auf die Gesundheitssysteme auswirkenden Schuldenproblematik in den Eurostaaten, seinen Wachstumskurs fortzusetzen.

In den drei medizinischen Kerngeschäftssegmenten Wund-, Inkontinenz- und Infektionsmanagement verzeichneten wir eine Umsatzsteigerung um 4,4 % auf 1.438,3 Mio. EUR. Der Anteil des medizinischen Kerngeschäfts am Gesamtumsatz lag mit 84,6 % auf Vorjahresniveau.

Solide Entwicklung im Segment Wundmanagement

Im Segment Wundmanagement verzeichneten wir im Berichtsjahr ein Wachstum von 3,4 % auf 455,7 Mio. EUR sowohl im In- als auch im Ausland: Während die Umsätze in Deutschland um 2,7 % auf 112,8 Mio. EUR stiegen, erhöhten sie sich in den ausländischen Absatzmärkten um 3,6 % auf 343,0 Mio. EUR. Hinsichtlich der Absatzregionen gingen im Jahr 2011 erneut die größten Wachstumsimpulse von Osteuropa aus, getrieben durch Zuwächse in Russland und Ungarn. Die Entwicklung bei der Karl Otto Braun-Gruppe (KOB) war ebenfalls erfreulich. Die Markteinführung innovativer Fixier- und Kompressionsbinden trug hier mit zum Umsatzplus bei. Sortimentsbezogen profitierte HARTMANN bei Produktsystemen zur modernen Wundbehandlung von hohen Umsatzzuwächsen in Frankreich und Russland. Der starken Verknappung auf dem Baumwollmarkt konnten wir durch ein gutes Lieferantenmanagement begegnen und ein weiteres Wachstum bei traditionellen Wundauflagen sowie Kompressions- und Fixierbinden sicherstellen. Unser breites Sortiment für die postoperative Wundversorgung verzeichnete im Geschäftsjahr das stärkste Umsatzplus innerhalb des Geschäftssegments.

Inkontinenzmanagement mit Umsatzplus trotz Preisdrucks

Mit Erlösen von 610,9 Mio. EUR erwies sich das Segment Inkontinenzmanagement im Geschäftsjahr 2011 wiederum als das umsatzstärkste. Der Zuwachs gegenüber dem Vorjahr lag bei 1,8 %; der Strukturanteil des Segments am Gesamtumsatz der HARTMANN GRUPPE betrug 35,9 %. In Deutschland verzeichneten wir ein Umsatzplus von 3,1 % auf 168,4 Mio. EUR. Insbesondere bei stationären Alten- und Pflegeeinrichtungen konnte HARTMANN seine Kundenbasis verbreitern. In den ausländischen Märkten lag der Segmentumsatz bei 442,5 Mio. EUR; dies entspricht einer Steigerung um 1,4 %. Wachstumstreiber waren vor allem Russland sowie Australien.

Im Jahr 2011 profitierten wir erneut von erfreulichen Umsatzzuwächsen bei unseren Inkontinenzhosen MoliCare Mobile und den unter der Marke MoliMed angebotenen Einlagen zur Versorgung bei leichter Inkontinenz. Der Trend, dass Pflegeeinrichtungen bei der Versorgung ihrer Bewohner von MoliCare Inkontinenzslips auf kostengünstigere Vorlagen unter der Marke MoliForm wechseln, setzte sich auch im Berichtsjahr fort. Die komplett überarbeitete medizinische Hautpflegeserie Menalind professional, die speziell auf die Haut älterer Menschen abgestimmt ist, fand hohe Kundenakzeptanz.

Kräftiges Umsatzplus im Segment Infektionsmanagement

Das Segment Infektionsmanagement war im Jahr 2011 mit einem Umsatzplus von 10,1 % auf 371,6 Mio. EUR Wachstumssieger in der HARTMANN GRUPPE. Bezogen auf die Entwicklung im In- und Ausland zeigte sich ein ausgewogenes Wachstum: Im Hauptabsatzmarkt Deutschland konnten wir die Umsätze um 9,6 % auf 173,7 Mio. EUR verbessern; im Ausland nahmen sie um 10,6 % auf 197,9 Mio. EUR zu. Hier realisierten wir in den Regionen Zentral-, West-/Süd- sowie Osteuropa ein solides Wachstum. Bei der weiteren Erschließung des australischen Klinikmarkts wirkte sich die Übernahme des Geschäfts mit kundenindividuellen Operationssets von Unomedical positiv aus.

Bezogen auf die Kundenumsätze in den einzelnen Sortimenten profitierte die HARTMANN GRUPPE vom wachsenden Hygienebewusstsein bei professionellen Kunden und Endverbrauchern: Im Rahmen der Vorbeugung vor in Gesundheitseinrichtungen erworbenen Keimen (Nosokomialinfektionen) stieg die Nachfrage nach Desinfektionsmitteln. Mit hoher Fachkompetenz in der Asepsis und Antisepsis konnten wir die Kundenbasis mit unseren Systempartnerschaften weiter ausbauen. Bei kundenindividuellen OP-Komplettsets verzeichnete HARTMANN eine wachsende Kundenakzeptanz in den Ländern Süd- und Osteuropas. Das Sortiment an OP-Einweginstrumenten, das im Berichtsjahr um weitere Spezialinstrumente ergänzt wurde, fand in Kliniken und ambulanten OP-Einrichtungen stark zunehmende Akzeptanz. Bei Untersuchungshandschuhen konnte HARTMANN seine Position im Rahmen der sukzessiven Umstellung der Kliniken von potenziell allergenen Naturlatex- auf nicht allergene Nitrilprodukte verbessern.

Positive Entwicklung bei den weiteren Konzernaktivitäten

Bei den weiteren Konzernaktivitäten, denen die endverbrauchernahen Sortimente sowie die Handelsaktivitäten mit Medizinprodukten zugeordnet sind, erzielte HARTMANN im Berichtsjahr Umsatzerlöse in Höhe von 261,2 Mio. EUR. Dies entspricht einem Wachstum von 2,5 % gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt zeigte sich ein differenziertes Bild: Während wir in den ausländischen Absatzmärkten ein Umsatzplus von 7,3 % auf 132,2 Mio. EUR erzielten, sanken die Kundenumsätze in Deutschland um 2,0 % auf 129,0 Mio. EUR.

Im Geschäftsjahr 2011 setzte die Kneipp-Gruppe ihren soliden Wachstumskurs fort und hat insbesondere im Heimatmarkt Deutschland sowie in Japan, dem größten Absatzmarkt außerhalb Europas, Marktanteile hinzugewonnen. Neben der Kernzielgruppe 50+ stehen verstärkt auch jüngere Kundengruppen im Blick, die das Unternehmen erfolgreich mit Innovationen und einer auf die Wirksamkeit der Produkte angelegten Markenkommunikation anspricht. In Frankreich profitierte Kneipp sowohl von organischem Wachstum als auch von der Integration des Bio-Naturkosmetikherstellers Cattier zum 1. Juli 2011 in die französische Kneipp-Tochtergesellschaft.

Nach einem Umsatzrückgang im Vorjahr ist es der CMC Consumer Medical Care GmbH 2011 gelungen, die Umsatzerlöse zu steigern. Innovationen bei feuchten Kosmetikpads, die in Zusammenarbeit mit namhaften Herstellern der Kosmetikindustrie zur Marktreife entwickelt wurden, fanden hohes Interesse bei Handel und Endverbrauchern. Mit einem neuartigen Materialmix ist es der CMC gelungen, trotz stark volatiler Baumwollpreise auch im Produktsegment der trockenen Kosmetikpads zu wachsen. Dank eines kundengerechten Kosmetik- und Medizinproduktesortiments und eines modernisierten Markenauftritts hat sich das HARTMANN-Tochterunternehmen im Berichtsjahr deutlicher vom Wettbewerb abgegrenzt und sich so bei internationalen Handelspartnern als attraktiver Lieferant positioniert.

Die auf dem deutschen Markt agierende NOGE-Gruppe fasst Unternehmen zusammen, die als Händler im Homecare-Markt auftreten und pflegebedürftige Menschen mit medizinischen Verbrauchsgütern und beratungsintensiven technischen Medizinprodukten versorgen. Trotz eines Umsatzrückgangs im Bereich Reha-Technik konnte die NOGE ihre Marktstellung insgesamt auf dem Niveau des Vorjahres behaupten.

Umsatzplus im In- und Ausland

Im Geschäftsjahr zeigte die Umsatzentwicklung der HARTMANN GRUPPE über alle vier Geschäftssegmente hinweg sowohl in Deutschland als auch in den Auslandsmärkten ein ausgewogenes Bild: Während die Umsatzerlöse im Inland um 3,7 % auf 583,9 Mio. EUR zunahmen, stiegen sie im Ausland um 4,3 % auf 1.115,5 Mio. EUR. Der Auslandsanteil lag damit gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert bei 65,6 %.

Deutschlandgeschäft profitierte von der Infektionsprophylaxe

Im Hauptabsatzmarkt Deutschland entwickelten sich die Umsatzerlöse im Geschäftsjahr trotz des Verkaufs des Geschäfts mit Autoverbandzeugen im Jahr 2010 weiter positiv. Das inzwischen dominierende Geschäftssegment Infektionsmanagement verzeichnete sowohl im klinischen als auch im außerklinischen Bereich ein kräftiges Umsatzplus. Maßnahmen zur Aufklärung und Schulung unserer Kunden beim Thema Händedesinfektion sowie das im Berichtsjahr verschärfte Infektionsschutzgesetz haben dazu beigetragen, dass wir die Umsatzbasis in dieser Produktkategorie weiter verbessern konnten. Die Entwicklung bei OP-Komplettsets, OP-Bekleidung, OP-Verbandstoffen sowie bei Handschuhen entsprach unseren Erwartungen.

Mit Systemangeboten aus qualitativ hochwertigen Produkten und prozessvereinfachenden Dienstleistungen ist es HARTMANN im Jahr 2011 wiederum gelungen, seine führende Position in Alten- und Pflegeeinrichtungen bei der Versorgung mit absorbierenden Inkontinenzprodukten auszubauen. Die Direktverträge mit gesetzlichen Krankenkassen zur Belieferung häuslich versorgter Patienten waren im Berichtsjahr einem wachsenden Preisdruck ausgesetzt.

Im Bereich Wundbehandlung ist HARTMANN im Berichtsjahr in Deutschland mit einem spezialisierten Vertrieb gestartet, um das neue System zur Unterdrucktherapie bei Klinikkunden vorzustellen und so die Basis für weiteres Wachstum zu schaffen. Insgesamt ist es uns im Segment Wundmanagement trotz des Preisdrucks gelungen, weiter zu wachsen.

Wachstumskurs in Europa fortgesetzt

In Europa stiegen die Umsatzerlöse der HARTMANN GRUPPE um 4,1 % auf 1.510,2 Mio. EUR. In den Auslandsmärkten Europas betrugen die Umsätze 926,3 Mio. EUR; das entspricht einem Plus von 4,3 % gegenüber dem Vorjahr.

In der Region Zentraleuropa verzeichneten wir neben dem Umsatzplus in Deutschland auch in der Schweiz erfreuliche Zuwächse in allen Geschäftssegmenten. Insgesamt erhöhten sich die Umsätze dieser Region um 5,0 % auf 721,4 Mio. EUR.

Unser Geschäft in der Region West-/Südeuropa war im Berichtsjahr von der Haushaltskrise in mehreren Euro-Staaten und den damit verbundenen Kürzungen bei den Gesundheitsausgaben negativ tangiert. Die Umsatzerlöse lagen mit 491,7 Mio. EUR nur leicht über dem Vorjahresniveau. In Frankreich, unserem bedeutendsten Markt in der Region, zeigte sich im Berichtsjahr ein heterogenes Bild: Während Umsatzzuwächse im Bereich Wundbehandlung infolge der reduzierten Erstattungsfähigkeit für Einweg-Behandlungssets rückläufig waren, erzielten wir mit unserem Sortiment zur Infektionsprophylaxe gute Zuwächse. Trotz der Sparbemühungen in den spanischen und italienischen Gesundheitssystemen ist es unseren dortigen Tochtergesellschaften gelungen, ihre Position im Segment Infektionsmanagement auszubauen. In Griechenland haben wir aufgrund des gestiegenen Debitorenrisikos teilweise bewusst auf Umsätze verzichtet.

Mit einer Umsatzsteigerung um 10,0 % auf 228,1 Mio. EUR war Osteuropa im Berichtsjahr erneut die wachstumsstärkste HARTMANN-Absatzregion des Kontinents. Die drei medizinischen Kernsegmente zeigten durchweg ein solides Wachstum. Unsere Tochtergesellschaften in Moskau und Novosibirsk verzeichneten im Geschäftsjahr 2011 trotz ungünstigerer Währungsrelation zwischen Rubel und Euro wiederum ein zweistelliges Wachstum. Planungen hinsichtlich eigener Fertigungs- und Logistikstrukturen in diesem Wachstumsmarkt haben wir im Berichtsjahr entsprechend unserer Strategie konkretisiert. In den Ländern Nordeuropas ist es HARTMANN gelungen, die Umsätze um 3,0 % auf 69,0 Mio. EUR zu steigern. Während das dominierende Geschäft mit absorbierenden Inkontinenzprodukten infolge des hohen Preisdrucks nur moderat wuchs, fand unser differenziertes Sortiment zur modernen Wundbehandlung wachsendes Kundeninteresse.

Marktposition außerhalb Europas verbessert

In den Absatzregionen außerhalb Europas erzielte HARTMANN Umsatzerlöse in Höhe von 189,2 Mio. EUR; dies entspricht einem Plus von 4,2 % gegenüber dem Vorjahr. Maßgeblichen Anteil an dieser positiven Entwicklung hatte die Region Afrika, Asien, Ozeanien. Im Berichtsjahr stiegen hier die Umsätze um 11,5 % auf 125,8 Mio. EUR. Unsere australische Tochtergesellschaft, die größte in der Absatzregion, konnte in allen medizinischen Kernsegmenten zweistellig zulegen. Das Klinikgeschäft profitierte von der Übernahme des OP-Set-Geschäfts von Unomedical zum 30. April 2010. Während die HARTMANN-Tochtergesellschaft in Dubai erfolgreich an der weiteren Erschließung der Märkte des Mittleren Ostens vorankam, blieb die Entwicklung in Südafrika unter anderem infolge ungünstiger Währungsrelationen hinter unseren Erwartungen zurück.

Angesichts des hohen Preisdrucks bei absorbierenden Inkontinenzprodukten hat unsere US-amerikanische Tochtergesellschaft im Jahr 2011 bewusst auf unrentable Umsätze verzichtet und musste insgesamt einen Umsatzrückgang hinnehmen. Unsere Anstrengungen, Pflegeeinrichtungen von einer wirtschaftlicheren Patientenversorgung mit qualitativ hochwertigen Inkontinenzprodukten zu überzeugen, haben wir mit hoher Intensität erfolgreich fortgesetzt.

Programm zur Ergebnisstabilisierung als Antwort auf stark gestiegene Rohstoffpreise

Im Jahresdurchschnitt 2011 waren wir mit einem insgesamt sprunghaft gestiegenen Preisniveau bei den für HARTMANN bedeutenden Rohstoffen und Handelswaren konfrontiert. Trotz der sich abzeichnenden Abschwächung der Weltkonjunktur stiegen die Preise verschiedener Rohstoffe bis in den Sommer hinein. Während verschiedene Rohstoffe auf hohem Niveau verharrten, waren die Preise bei anderen in der zweiten Jahreshälfte rückläufig. Das niedrigere Preisniveau des Vorjahres wurde jedoch nicht erreicht. Wir haben frühzeitig mit einem internen Programm zur Ergebnisstabilisierung reagiert, indem wir die wesentlichen Kostenblöcke im Konzern überprüft und gezielt Sparmaßnahmen umgesetzt haben. Zusätzlich haben wir die Preise der von den gestiegenen Rohstoffpreisen tangierten Sortimente erhöht. Mit diesen Maßnahmen ist es uns gelungen, die negativen Einflüsse auf das Ergebnis zu kompensieren.

Verbesserung von EBIT und Konzernergebnis

Auf dieser Basis konnte HARTMANN das Vorjahresergebnis mit einem EBIT von 107,6 Mio. EUR um 4,1 % verbessern. Damit lag die EBIT-Rendite, ebenso wie im Vorjahr, bei 6,3 %.

Das Finanzergebnis betrug -5,7 Mio. EUR, verglichen mit -3,1 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2010. Obwohl die Verschuldung zum 31. Dezember 2011 unter dem Vorjahreswert lag, war in der durchschnittlichen Betrachtung 2011 ein höherer Finanzierungsbedarf gegeben. Daneben hat auch ein im Jahresmittel höheres Zinsniveau zu diesem Anstieg beigetragen.

Die Steuerquote lag mit 30,2 % auf dem Niveau des Vorjahres und entsprach auf Konzernebene der erwarteten Steuerbelastung. Der Steueraufwand stieg infolge des höheren Ergebnisses leicht auf 30,6 Mio. EUR; im Vorjahr waren es 29,8 Mio. EUR. Das Konzernergebnis erreichte 70,8 Mio. EUR; dies entspricht einem Zuwachs von 1,3 % gegenüber 2010.

Unterschiedliche Ergebnisentwicklung in den Segmenten

Im Segment Wundmanagement ging das Ergebnis um 13,7 Mio. EUR auf 52,7 Mio. EUR zurück. Dieses Segment war 2011 besonders stark von den gestiegenen Baumwollpreisen betroffen, die sich auf das Ergebnis bei traditionellen Wundauflagen und Binden negativ auswirkten. Die höheren Rohstoffpreise konnten wir nicht vollständig über Preiserhöhungen an den Markt weitergeben. Außerdem haben wir im abgelaufenen Geschäftsjahr Investitionen in Vivano, unser innovatives Unterdrucktherapiesystem, sowie in Vertriebskapazitäten in ausgewählten Märkten bei hydroaktiven Wundauflagen getätigt.

Das Ergebnis im Segment Inkontinenzmanagement verbesserte sich um 0,8 Mio. EUR und lag im Berichtsjahr bei 39,1 Mio. EUR. Kostensteigerungen auf der Rohstoffseite konnten wir durch Verkaufspreiserhöhungen weitgehend kompensieren. Mit einer Ergebnisverbesserung um 17,3 Mio. EUR auf 14,6 Mio. EUR kehrte das Segment Infektionsmanagement im Berichtsjahr wieder in die Gewinnzone zurück. Hierzu trug insbesondere das zweistellige Wachstum bei Desinfektionsmitteln und Untersuchungshandschuhen bei.

Das Ergebnis im Segment Weitere Konzernaktivitäten war mit 1,3 Mio. EUR positiv und gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert. Im Handelsgeschäft mit Medizin- und Pflegeprodukten belasteten insbesondere in der zweiten Jahreshälfte rückläufige Umsätze im Reha-Bereich die Ergebnissituation. Der Kneipp-Gruppe ist es gelungen, trotz erhöhter Einmalaufwendungen im Zusammenhang mit der Akquisition von Cattier in Frankreich ihr Ergebnis zu verbessern. Die im Vorjahr eingeleiteten Maßnahmen zur Verbesserung der Profitabilität bei kosmetischen Watteprodukten der CMC Consumer Medical Care GmbH führten trotz der zeitweise stark gestiegenen Baumwollpreise zu den geplanten Verbesserungen bei der Ertragslage.

Finanzlage

Im Berichtsjahr ging die Nettoverschuldung der HARTMANN GRUPPE gegenüber dem Vorjahr um 39,8 Mio. EUR auf 132,8 Mio. EUR zurück. Bei einem Umsatzwachstum von 4,1 % ist es uns gelungen, das Net Working Capital um 10 Mio. EUR zu reduzieren und die Effizienz des Kapitaleinsatzes weiter zu verbessern. Dadurch haben wir den finanziellen Handlungsspielraum für ein weiteres organisches und anorganisches Wachstum der HARTMANN GRUPPE vergrößert.

Free-Cash-Flow gegenüber dem Vorjahr verbessert

Der operative Cash-Flow, der die Veränderungen im Net Working Capital, bei den sonstigen Vermögenswerten und sonstigen Verbindlichkeiten sowie bei den Rückstellungen berücksichtigt, betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr 139,3 Mio. EUR. Er verbesserte sich damit gegenüber dem Vorjahr um 84,8 Mio. EUR. Neben der Ergebnissteigerung hat sich insbesondere auch die bessere Entwicklung im Net Working Capital positiv auf den operativen Cash-Flow ausgewirkt.

Der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit erhöhte sich im Geschäftsjahr um 11,8 Mio. EUR auf 67,9 Mio. EUR. Dabei lagen die Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen sowie immaterielle Vermögenswerte bei 56,0 Mio. EUR und damit um 4,9 Mio. EUR unter dem Vorjahreswert. Die Einzahlungen aus Desinvestitionen betrugen 4,1 Mio. EUR und lagen annähernd auf Vorjahresniveau. Für Akquisitionen sowie den Erwerb von Minderheitsanteilen von Konzernunternehmen wurden Auszahlungen in Höhe von 17,1 Mio. EUR getätigt; dies entspricht einem Anstieg um 16,5 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr.

Insgesamt führten diese Entwicklungen zu einem Free-Cash-Flow von 71,4 Mio. EUR; dies entspricht einer Verbesserung gegenüber dem Vorjahr um 73,0 Mio. EUR. Für die Zahlung der Dividende an die Aktionäre der PAUL HARTMANN AG wurden 19,2 Mio. EUR aufgewendet, bei Konzerngesellschaften fielen für Dividenden an Minderheitsgesellschafter 1,0 Mio. EUR an. Die liquiditätswirksamen Zinsaufwendungen erhöhten sich um 2,0 Mio. EUR auf 8,0 Mio. EUR. Zum 31. Dezember 2011 betrug der Finanzmittelbestand, also der Bestand an liquiden Mitteln, 44,7 Mio. EUR. Dies entspricht einem Plus von 11,1 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahreswert.

Investitionsvolumen etwa auf Vorjahresniveau

Mit einem Volumen von 64,1 Mio. EUR lagen die Investitionen der HARTMANN GRUPPE im Geschäftsjahr 2011 um 1,3 Mio. EUR über denen des Vorjahres. Den Schwerpunkt bildeten Investitionen in Sachanlagen in Höhe von 51,0 Mio. EUR. Bei den Investitionen in immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 13,1 Mio. EUR handelte es sich insbesondere um Software-Anschaffungen sowie einen akquisitionsbedingten Zugang von Goodwill.

Schwerpunkte der Investitionen im Jahr 2011 lagen auf Produktivitätsverbesserungen in den Betrieben und auf dem Ausbau unserer konzernweiten Logistikstruktur. Der regionale Investitionsschwerpunkt lag im Geschäftsjahr 2011 in Deutschland, wo 37,7 Mio. EUR der Investitionen anfielen. Bezogen auf die Geschäftssegmente lagen die Investitionsschwerpunkte mit 25,4 Mio. EUR im Segment Inkontinenzmanagement und mit 17,7 Mio. EUR, bedingt durch die Akquisition des französischen Bio-Naturkosmetikherstellers Cattier, bei den weiteren Konzernaktivitäten.

Im Segment Inkontinenzmanagement haben wir im Rahmen der Einführung neuer Produktgenerationen in neue Fertigungstechnologien und -kapazitäten investiert. Darüber hinaus hat HARTMANN Maßnahmen zur Produktivitätsverbesserung an seinen deutschen und französischen Produktionsstandorten getroffen. Im Segment Wundmanagement lagen die Investitionen bei 13,7 Mio. EUR. Hier haben wir unter anderem bei unserer Tochtergesellschaft Karl Otto Braun (KOB) am Standort Wolfstein/Deutschland in neue Fertigungstechnologien investiert.

Die Investitionen im Segment Infektionsmanagement sind im Berichtsjahr um 2,0 Mio. EUR auf 7,3 Mio. EUR zurückgegangen. Im Segment Weitere Konzernaktivitäten betrug das Investitionsvolumen 17,7 Mio. EUR und lag um 10,0 Mio. EUR über dem Vorjahreswert. Der Anstieg ist im Wesentlichen auf die Akquisition des Bio-Naturkosmetikherstellers Cattier durch unsere französische Kneipp-Tochtergesellschaft zurückzuführen. Darüber hinaus haben wir bei der Sanimed GmbH Investitionen in Reha- und Medizintechnik getätigt. Bei der CMC Consumer Medical Care GmbH hat HARTMANN Investitionen zur Produktivitätssteigerung bei kosmetischen Watteprodukten im Betrieb Düren vorgenommen.

Nettoverschuldung reduziert

Infolge des erhöhten Free-Cash-Flows konnte im Geschäftsjahr 2011 die konzernweite Nettoverschuldung um 39,8 Mio. EUR auf 132,8 Mio. EUR zurückgeführt werden.

Trotz der allgemein schwierigen Situation auf den Kapitalmärkten bestand im Berichtsjahr bei unseren Bankpartnern weiterhin ein großes Interesse, das Unternehmen in Finanzierungsfragen zu begleiten. Unsere anhaltend hohe Eigenkapitalquote sowie die nachhaltige Ertragskraft führten zu einer unverändert positiven Bonitätsbeurteilung. Im Geschäftsjahr haben wir unsere mittelfristig ausgerichteten bilateralen Kreditlinien gezielt ergänzt, um unsere finanziellen Handlungsspielräume zu erweitern und abzusichern. Daneben sichert die bis Ende 2013 laufende syndizierte Kreditlinie stabile Finanzierungsmöglichkeiten.

Vermögenslage

Die Bilanzsumme der HARTMANN GRUPPE war im Berichtsjahr nahezu unverändert; sie lag mit 1.137 Mio. EUR rund 1 Mio. EUR über dem Vorjahr.

Trotz des Umsatzwachstums konnten die Vorräte durch gezielte Maßnahmen um 4,6 % auf 306,0 Mio. EUR reduziert werden. Die kurz- und langfristigen Schulden gingen um 41,9 Mio. EUR zurück. Die Eigenkapitalquote nahm gegenüber dem Vorjahr um 3,7 Prozentpunkte auf 53,9 % zu.

Bilanzsumme weitgehend unverändert

Die Bilanzsumme der HARTMANN GRUPPE lag zum 31. Dezember 2011 bei 1.136,6 Mio. EUR und damit trotz des Umsatzwachstums von 4,1 % um nur 0,8 Mio. EUR über dem Vorjahreswert. Während die Investitionen zu einem leichten Anstieg im langfristigen Vermögen geführt haben, konnte das kurzfristige Vermögen insbesondere im Bereich der Vorräte durch gezielte Optimierungsprojekte reduziert werden.

Anstieg des Sachanlagevermögens

Das langfristige Vermögen ist im Berichtsjahr um 2,6 Mio. EUR auf 464,2 Mio. EUR gestiegen. Der Anteil des langfristigen Vermögens an der Bilanzsumme hat sich somit gegenüber dem Vorjahr um 0,2 Prozentpunkte auf 40,8 % erhöht. Die Investitionen lagen sowohl bei den Sachanlagen als auch bei den immateriellen Vermögenswerten über den planmäßigen Abschreibungen. Das Sachanlagevermögen belief sich zum Jahresende auf 329,4 Mio. EUR und übersteigt damit den Vorjahreswert um 4,1 Mio. EUR. Das Investitionsvolumen lag hier um 8,3 Mio. EUR über den planmäßigen Abschreibungen. Abgänge reduzierten den Bestand um 2,0 Mio. EUR.

Bei den immateriellen Vermögenswerten betrugen die Investitionen 13,1 Mio. EUR. Dem standen planmäßige Abschreibungen in Höhe von 7,4 Mio. EUR gegenüber. Der ausgewiesene Goodwill hat sich im Wesentlichen akquisitionsbedingt um 7,5 Mio. EUR auf 65,4 Mio. EUR erhöht.

Die aktiven latenten Steuern sind um 7,0 Mio. EUR auf 11,7 Mio. EUR zurückgegangen. Hauptursache sind hierbei die planmäßigen Umkehreffekte aus den temporären Differenzen zwischen der Steuerbilanz und der Rechnungslegung nach IFRS.

Vorräte durch optimiertes Bestands-Management reduziert

Zum 31. Dezember 2011 hat sich das kurzfristige Vermögen der HARTMANN GRUPPE um 1,8 Mio. EUR auf 672,4 Mio. EUR verringert. Dies entspricht einem Rückgang von 0,3 % gegenüber dem Vorjahr. Der Anteil an der Bilanzsumme betrug 59,2 % gegenüber 59,4 % zum Jahresende 2010.

Im Berichtsjahr haben wir eine Vielzahl von Maßnahmen erfolgreich umgesetzt, um den im Vorjahr erhöhten Vorratsbestand wieder zurückzuführen. Sie bezogen sich auf die gesamte Lieferkette und führten zu einer Optimierung der Bestandssituation bei Rohstoffen, Handelswaren sowie Fertigwaren. Trotz der im Durchschnitt höheren Rohstoffpreise konnte HARTMANN somit den Vorratsbestand um 14,9 Mio. EUR auf 306,0 Mio. EUR reduzieren. Die Vorratsreichweite verringerte sich dadurch um 10,1 Tage auf 108,4 Tage.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind um 1,9 % auf 283,2 Mio. EUR unterproportional zum Umsatz gestiegen. Die Laufzeit der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen hat sich gegenüber dem Vorjahr kaum verändert und lag bei 58,5 Tagen. Seit dem Ausbruch der Finanzkrise hat sich die Zahlungsmoral in einzelnen Absatzmärkten Südeuropas verschlechtert. HARTMANN reagierte darauf mit differenzierten Maßnahmen: Sie reichten von einer Intensivierung des Debitorenmanagements bis zu einem gezielten Umsatzverzicht in den Fällen, in denen ein hohes Ausfallrisiko bestand.

Der Bestand an Zahlungsmitteln ist im Konzern zum Bilanzstichtag um 11,1 Mio. EUR auf 44,7 Mio. EUR gestiegen.

Finanzielle Schulden abgebaut

Die langfristigen Schulden konnten wir durch den verbesserten Cash-Flow gegenüber dem Vorjahr um 25,1 Mio. EUR auf 296,0 Mio. EUR reduzieren. Dadurch hat sich der Anteil der langfristigen Schulden an der Bilanzsumme um 2,3 Prozentpunkte auf 26,0 % verringert. Die kurzfristigen Schulden sind um 16,8 Mio. EUR auf 228,2 Mio. EUR zurückgegangen. Ihr Anteil an der Bilanzsumme betrug zum Bilanzstichtag 20,1 % nach 21,6 % im Vorjahr. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind um 0,8 % auf 98,5 Mio. EUR gestiegen. Die Laufzeit der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erhöhte sich dabei um 2,7 Tage auf 30,6 Tage.

Die Verbindlichkeiten für Ertragsteuern sind um 5,2 Mio. EUR auf 15,0 Mio. EUR und die kurzfristigen Rückstellungen um 4,7 Mio. EUR auf 16,0 Mio. EUR zurückgegangen.

Eigenkapitalquote auf hohem Niveau gesteigert

Das Konzern-Eigenkapital inklusive Minderheitsanteile stieg im Geschäftsjahr 2011 um 42,7 Mio. EUR auf 612,3 Mio. EUR. Dieses Plus resultierte aus dem Konzernergebnis in Höhe von 70,8 Mio. EUR. Ausschüttungen an die Aktionäre der PAUL HARTMANN AG sowie an Minderheitsaktionäre von Konzerngesellschaften reduzierten das Eigenkapital um 20,2 Mio. EUR. Angesichts einer nahezu unveränderten Bilanzsumme verbesserte sich damit die Eigenkapitalquote von 50,2 % im Vorjahr auf 53,9 % zum Jahresende 2011. Daraus ergibt sich eine Eigenkapitalrendite vor Steuern von 16,6 %, verglichen mit 17,5 % im Vorjahr. Nach Steuern lag die Rendite im Berichtsjahr bei 11,6 %, der Vorjahreswert lag bei 12,3 %.

Mitarbeiter

Die Zahl der Beschäftigten ist im Geschäftsjahr 2011 leicht zurückgegangen. Mit einem im Berichtsjahr erarbeiteten Konzept für den Bereich Human Resources wird HARTMANN künftig auch den Herausforderungen des demographischen Wandels begegnen.

Aktivitäten in den Feldern Nachwuchsförderung, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Kompetenzmanagement und Unternehmenskultur wurden intensiviert, um die HARTMANN GRUPPE bei potenziellen und bestehenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern als attraktiven Arbeitgeber zu positionieren.

Zahl der Beschäftigten auf stabilem Niveau

Zum Jahresende 2011 lag die Zahl der Beschäftigten in der HARTMANN GRUPPE weltweit bei 9.966 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern; das waren 16 Personen weniger als Ende 2010. Davon arbeiteten 3.850 in Deutschland; 6.116 waren an Standorten im Ausland tätig. Dies entspricht einem Verhältnis von 38,6 % zu 61,4 %.

Der leichte Beschäftigtenzuwachs in Deutschland um 15 Personen resultierte vor allem aus dem Ausbau von Marketing und Vertrieb sowie der Produktion der CMC Consumer Medical Care GmbH. An den europäischen Standorten außerhalb Deutschlands nahm die Beschäftigtenzahl um 36 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu. Dieser Anstieg war maßgeblich verursacht durch den Ausbau der Vertriebskapazitäten in Russland und die Integration des französischen Bio-Naturkosmetikherstellers Cattier in die Tochtergesellschaft Kneipp. Außerhalb Europas führten Produktivitätssteigerungen insbesondere am Standort Coimbatore/Indien zu einem Rückgang der Mitarbeiterzahl um 67 Personen.

Konzept zur Weiterentwicklung des Human Resources Managements

HARTMANN hat ambitionierte Wachstumsziele. Die demographische Entwicklung in fast allen Ländern wirkt sich langfristig nachteilig auf die Verfügbarkeit von Fach- und Führungskräften am Arbeitsmarkt aus und erfordert neue Konzepte für den Umgang mit einer älter werdenden Belegschaft und dem enger werdenden Potenzial an Fach- und Führungskräften. Daher hat HARTMANN im Geschäftsjahr 2011 ein umfassendes konzernweites Konzept für den Bereich Human Resources (HR) erarbeitet, das auf einer breit angelegten Situationsanalyse basiert. Dabei wurden die externen Rahmenbedingungen einschließlich der demographischen Megatrends und des Wertewandels analysiert. Darüber hinaus haben wir interne Prozesse, vorhandene HR-Instrumente und -Ressourcen eingehend untersucht, Eckpunkte einer global ausgerichteten HR-Strategie definiert und Schwerpunktprojekte festgelegt.

Im Rahmen der Analyse ergaben sich verschiedene Ansatzpunkte. So steht einerseits die Leistungsfähigkeit einer älter werdenden Belegschaft im Blick, die es durch den Aufbau eines betrieblichen Gesundheitsmanagements, die Schaffung alternsgerechter Arbeitsbedingungen, gezielte Weiterbildungsangebote und Programme für den internen Arbeitsplatzwechsel zu erhalten gilt. Ebenso wichtig sind jedoch auch die Einstellung und Bindung von jungen Nachwuchskräften, zum Beispiel durch eine Intensivierung der betrieblichen Ausbildung, einen Ausbau der Programme für Hochschulabsolventen und die aktivere Nutzung neuer Rekrutierungskanäle. Auch das Potenzial von Frauen in Managementfunktionen soll künftig besser genutzt werden. Des Weiteren wird HARTMANN vermehrt Maßnahmen zum Aufbau einer globalen Arbeitgebermarke umsetzen mit dem Ziel, so seine Attraktivität als internationaler Arbeitgeber zu erhöhen. Um die Vielzahl von Projekten zu realisieren, wird der HR-Bereich reorganisiert und die internationale Zusammenarbeit intensiviert.

Ganzheitliche Demographieanalyse gestartet

Seit 2007 befasst sich HARTMANN mit Fragen der Auswirkungen der demographischen Entwicklung. Ziel der Untersuchungen und Maßnahmen war es bislang, einseitige Belastungen zu minimieren und Arbeitsplätze so zu gestalten, dass sie den Anforderungen einer älter werdenden Belegschaft gerecht werden. Im Berichtsjahr wurde das Thema Demographie auf eine breitere und systematische Basis gestellt. Die Ergebnisse der im Berichtsjahr gestarteten Demographieanalyse haben den gesamten Mitarbeiter-Lebenszyklus im Blick, um so aus den Analyseergebnissen konkrete Handlungsfelder und Maßnahmen ableiten zu können. Zentrale Fragen hierbei lauten: Wo zeichnen sich in unserer Personalstruktur bereits heute Engpässe ab? Wie können wir unsere Mitarbeiter erfolgreich binden? Wie gut schöpfen wir unser vorhandenes Mitarbeiterpotenzial aus? Wie sind Arbeitsplätze künftig zu gestalten? Hieraus resultieren Anforderungen an die Arbeit im Bereich Human Resources, die bereits heute teilweise Berücksichtigung finden, künftig jedoch umfassender und systematisch angegangen werden. Fragestellungen wie die generationsübergreifende Umverteilung von Arbeit, Work-Life-Balance, Qualifikation von Unqualifizierten, neue Rekrutierungsstrategien oder gezielte Weiterbildungsmaßnahmen für ältere Beschäftigte gewinnen dabei an Bedeutung.

Ausbildung und akademische Nachwuchsförderung auf hohem Niveau fortgeführt

Die berufliche Ausbildung und die Bindung akademischer Nachwuchskräfte haben große Bedeutung für die Zukunftsfähigkeit unseres Unternehmens. HARTMANN versteht es dabei auch als Teil seiner gesellschaftlichen Verantwortung, intensiv in die berufliche und akademische Qualifizierung junger Menschen zu investieren. Zum Jahresende 2011 befanden sich konzernweit 206 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in einer beruflichen Erstausbildung oder einem dualen Studium, davon 168 an Standorten in Deutschland.

Im Jahr 2011 haben 253 Studierende die Möglichkeit genutzt, im Rahmen von Trainee-Programmen, Praktika, Stipendien und Studienabschlussarbeiten die HARTMANN GRUPPE in den unterschiedlichsten Funktionsbereichen kennen zu lernen. Das Personalmarketing haben wir im Berichtsjahr bei der Zielgruppe Hochschulabsolventen fortgesetzt. In Deutschland war HARTMANN auch im Jahr 2011 bei den für uns relevanten Messen für akademische Nachwuchskräfte präsent. Die gestiegene Rekrutierungsquote gegenüber dem Vorjahr zeigt, dass HARTMANN zunehmend als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen wird. Hochschulkooperationen, insbesondere mit unternehmensrelevanten Studiengängen wie Gesundheitsmanagement und Textiltechnik, haben wir intensiviert.

Um seine Basis für die Einstellung neuer Fach- und Führungskräfte zu verbreitern, erschließt HARTMANN vermehrt auch internationale Rekrutierungskanäle und nutzt hierbei gezielt Social Media. So haben wir im Jahr 2011 Anzeigen in internationalen Internetportalen geschaltet und führen immer häufiger erste qualifizierende Videointerviews. Auf webbasierten Kontaktplattformen suchen wir mit Erfolg nach konkreten Profilen und sprechen geeignete Kandidaten auch direkt an. Auf diesem Weg konnte HARTMANN im Berichtsjahr für Konzernfunktionen ausreichend neue und qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem In- und Ausland rekrutieren.

Breiteres Angebot zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Um sich als attraktiver Arbeitgeber am Sitz der Konzernzentrale in Heidenheim zu positionieren, hat HARTMANN im Jahr 2011 weitere Maßnahmen für die Belegschaft umgesetzt. Ein besonderer Schwerpunkt lag dabei auf Betreuungs- und Serviceangeboten für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die dabei helfen sollen, Beruf und Familie besser miteinander zu vereinbaren. Dieser Aspekt und entsprechende Angebote erweisen sich auch bei der überregionalen Rekrutierung neuer Mitarbeiter zunehmend als wichtig. Ausgebaut wurde insbesondere der Bereich Kinderbetreuung. Gemeinsam mit der Stadt Heidenheim sowie einem benachbarten Großunternehmen investiert HARTMANN in den Bau eines Bildungshauses im Heidenheimer Stadtteil Mergelstetten. Dort entstehen eine Kinderkrippe und ein Ganztags-Betreuungsangebot für Kinder zwischen einem und zehn Jahren sowie eine Grundschule. Zusätzlich hat HARTMANN im Berichtsjahr in der Konzernzentrale in Heidenheim ein Eltern-Kind-Arbeitszimmer eingerichtet. Dieses bietet Eltern die Möglichkeit, Kinder bei kurzfristigem Ausfall der Kinderbetreuung mit zur Arbeit zu nehmen. Der Raum ist mit einem Computerarbeitsplatz, einer Spielecke, einem Wickeltisch sowie einem Schreibtisch für Kinder ausgestattet. Darüber hinaus bietet HARTMANN in seinen Kantinen in Heidenheim und Herbrechtingen bio-zertifizierte Mahlzeiten sowie die Möglichkeit, Essen für die Familie mit nach Hause zu nehmen oder Kinder mit in die Kantine zu bringen. Die seit Jahren angebotene und gut angenommene Sommerferienbetreuung, flexible Arbeitszeitmodelle sowie die Möglichkeit, von zu Hause zu arbeiten, komplettieren das Programm zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Kompetenzentwicklung der Mitarbeiter mit bewährten Instrumenten fortgeführt

Im Geschäftsjahr 2011 haben wir bestehende Personalinstrumente zur Mitarbeiterführung und -entwicklung weiter verfeinert und international in weiteren Ländern etabliert. Für außertariflich entlohnte Mitarbeiter verfügt HARTMANN über ein Performance Management System (PMS), das neben Zielvereinbarungen und einer variablen Vergütung auch Maßnahmen zur Kompetenzerhöhung vorsieht. Dieses System wird bei HARTMANN kontinuierlich anhand der Bedürfnisse von Unternehmen und Mitarbeitern weiterentwickelt.

Verhaltenskodex konzernweit verankert

Der im Juni 2010 verabschiedete Code of Conduct wurde im Berichtsjahr im gesamten Konzern kommuniziert und verbindlich implementiert. In den Beteiligungsgesellschaften der HARTMANN GRUPPE haben wir Ansprechpartner für Compliance-Fragen benannt und den jeweiligen Belegschaften bekannt gegeben. Außerdem können Mitarbeiter Verdachtsfälle bei Verstößen gegen den Verhaltenskodex an einen Ombudsmann melden. Entsprechende Stellen wurden im Berichtsjahr an einigen Standorten eingerichtet.

Maßnahmen zur Mitarbeiteridentifikation fortgeführt

Im Berichtsjahr wurde die Mitarbeiterkampagne "Du bist HARTMANN" fortgesetzt, die sich speziell an die Belegschaft in Deutschland richtet. Im Vordergrund standen dabei die Informationsvermittlung und der Gedankenaustausch zu wichtigen Konzernthemen sowie die Intensivierung der Gesprächskultur über alle Ebenen des Unternehmens. Unter dem Titel "Was ich schon immer wissen wollte..." fand eine Reihe von Dialogveranstaltungen in informeller Atmosphäre statt, um ressortübergreifend zentrale Themen wie Kundenorientierung, Innovationsfähigkeit oder Nachhaltigkeit zu diskutieren. Einzelne Tochtergesellschaften haben inzwischen das Kampagnenmotto "Du bist HARTMANN" in ihrer Landessprache übernommen und verwenden es bei internen Veranstaltungen und Workshops zu Themen wie Identifikation oder Unternehmenskultur.

Vorstand dankt allen Beschäftigten

Das Geschäftsjahr 2011 war für HARTMANN ein erfolgreiches Jahr: Trotz eines schwierigeren Marktumfelds hat HARTMANN den Umsatz und das Ergebnis weiter verbessert und damit seine Position, ein führender europäischer Anbieter von Systemangeboten zu sein, gestärkt. An diesem Erfolg arbeiteten unsere rund 10.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in aller Welt mit hohem Engagement mit. Für diesen Einsatz und für die geleistete Arbeit dankt der Vorstand allen Beschäftigten sowie den Belegschaftsvertretern ausdrücklich.

Forschung und Entwicklung

Im Geschäftsjahr 2011 haben wir den Dialog mit Wissenschaft und Praxis, insbesondere in den Kompetenzfeldern Wundbehandlung, Inkontinenzhygiene und Infektionsprophylaxe, intensiv fortgeführt. In unseren medizinischen Kernsortimenten haben wir wirtschaftliche Lösungen in Zusammenarbeit mit unseren Kunden zur Marktreife entwickelt, die dem Ziel einer adäquaten Patientenversorgung trotz finanzieller Restriktionen in den nationalen Gesundheitssystemen Rechnung tragen.

Enge Kooperationen mit Wissenschaftlern

Die internationale Vernetzung mit praxisorientierten Wissenschaftlern ist eine wesentliche Voraussetzung, um Ideen für neue Produkte zu generieren und kundenorientierte Lösungsstrategien zu entwickeln. Im Geschäftsjahr 2011 hat unser Medizinisches Kompetenzzentrum auf internationaler Ebene Kontakte zu Meinungsbildnern in Universitäten, Instituten und Kliniken ausgebaut. Ein Arbeitsschwerpunkt bezog sich auf neue Wege in der Wundbehandlung, um therapeutische Effizienz und wirtschaftliche Versorgung noch besser in Einklang zu bringen. Im Rahmen der Kooperationen konnten wir neue Erkenntnisse hinsichtlich der physiologischen Mechanismen in den Phasen der Wundheilung in Zusammenhang mit unterschiedlichen Materialkombinationen in Wundauflagen gewinnen. Auf dem Kongress der European Wound Management Association (EWMA) in Brüssel diskutierte HARTMANN mit Experten neueste medizinisch-wissenschaftliche Ergebnisse zum Thema Wundbehandlung, insbesondere im Hinblick auf das Unterdrucktherapiesystem Vivano und die Gel-Schaumstoff-Wundauflage Hydrotac.

Bereits zum neunten Mal fanden im Berichtsjahr die Internationalen BODE Hygienetage statt. Zur mehrtägigen Veranstaltung in Straßburg kamen rund 200 Hygieneexperten aus 26 Ländern. Im Fokus der Diskussion standen unter anderem neue Aspekte der Compliance in der Händehygiene sowie Infektionskontrollmaßnahmen in medizinischen Einrichtungen. Im Rahmen der Hygienetage hat HARTMANN die Gründung des BODE SCIENCE CENTERS in Hamburg bekannt gegeben, um Wissenschaft und Praxis im Infektionsschutz zu verbinden. Publikationen zu grundlegenden Hygienethemen, die Entwicklung neuer Standards sowie ein hohes fachliches Beratungsniveau gehören zu den Kernleistungen des Zentrums.

Gezielte Fragestellungen in klinischen Studien überprüft

Auch im Berichtsjahr haben wir eine Reihe von klinischen Studien durchgeführt, um die therapeutische Wirksamkeit neuer Produkte für unsere Kunden nachzuweisen. In Vorbereitung auf die Markteinführung haben wir unser neues Unterdrucktherapiesystem Vivano in Kooperation mit mehreren Kliniken im Hinblick auf die Zuverlässigkeit des Systems, seine Handhabung und die Akzeptanz bei Patienten erfolgreich überprüft. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf einer neuen Variante von TenderWet, unserer Kompresse für die interaktive Nasstherapie. Die Produkteigenschaft, bis zu 72 Stunden auf der Wunde verbleiben zu können und für eine entsprechend längere, heilungsfördernde Wundruhe zu sorgen, konnte erfolgreich nachgewiesen werden.

Im Jahr 2011 hat HARTMANN wiederum Studien durchgeführt, die sich mit der Hautfreundlichkeit von Inkontinenzprodukten befassen. Im Zentrum der dermatologischen Tests stand der Nachweis der Hypoallergenität der Materialien mit direktem Hautkontakt. Vor dem Hintergrund des Themas Gesunderhaltung der beanspruchten und geschwächten Altershaut lag ein weiterer Studienschwerpunkt auf dem Nachweis, dass die Atmungsaktivität unserer Inkontinenzslips und -einlagen zu einer besseren Hautgesundheit beiträgt und somit die häufig mit Inkontinenz verbundene Dermatitis vermeiden hilft.

Neuartiges System für die Unterdrucktherapie in der Wundbehandlung

Um am rasch wachsenden Marktsegment der Unterdrucktherapie bei der Behandlung akuter und chronischer Wunden zu partizipieren, hat HARTMANN im Geschäftsjahr 2011 unter der Marke Vivano ein eigenes Therapiesystem zur Marktreife entwickelt. Dabei wird überschüssige Wundflüssigkeit durch die Unterdruckeinheit abgesaugt; der über ein Schlauch-, Port- und Verbandsystem an die Wunde angelegte Unterdruck wird durch die Therapieeinheit ermittelt und gesteuert. Dadurch sind optimale Bedingungen für die Wundheilung gegeben, die Bildung von neuem Gewebe wird stimuliert und somit der Heilungsprozess gefördert. Die VivanoMed Kits enthalten steril verpackt auf einem Tablett alle für den Verbandwechsel benötigten Artikel: exakt auf die Wunde zuschneidbare Schaumauflagen, den Transparentverband Hydrofilm zur flächigen Fixierung und Abdichtung sowie den darüber angebrachten VivanoTec Port.

Mit TenderWet plus hat HARTMANN eine neue Variante des seit Jahren in der Nasstherapie in der Reinigungsphase bewährten Wundkissens entwickelt, das eine längere Verweildauer auf der Wunde ermöglicht. Eine wasserdichte Deckfolie lässt die im Wundkissen enthaltene Ringerlösung nicht mehr so schnell verdampfen. Silikonstreifen auf der wundzugewandten Seite verringern das Risiko einer Verklebung des Kissens mit der Wunde weiter. Darüber hinaus ist TenderWet plus mit dem antiseptischen Polyhexanid aktiviert und bietet somit Sicherheit vor Wundverkeimung. Entsprechend dem Trend zu latexfreien und damit hypoallergenen Produkten wurde im Berichtsjahr die Fertigung der selbsthaftenden Fixierbinde Peha-haft auf ein neues Herstellungsverfahren umgestellt. Die von HARTMANN und dem Tochterunternehmen Karl Otto Braun (KOB) entwickelte innovative Technologie ermöglicht nun die Beschichtung der Binden mit einem synthetischen Polymer anstelle von Naturlatex.

Bedürfnisse unserer Kunden bei Inkontinenzprodukten im Fokus

Ein Entwicklungsschwerpunkt bei absorbierenden Inkontinenzprodukten lag auf der Weiterentwicklung des Inkontinenzslips MoliCare Comfort. Ziel war es, mit einem weiter optimierten Materialeinsatz die Fertigung nachhaltiger zu gestalten und gleichzeitig mit einer neu gestalteten Hüftzone den Tragekomfort des Produkts zu verbessern. Molimed, die Einlage für leichte Blasenschwäche, wurde überarbeitet und verfügt nun in der Randzone über eine weichere Elastifizierung und ein umhüllendes Vlies an den Schnittkanten. Markttests und positive Kundenreaktionen bestätigten den höheren Tragekomfort der neuen Molimed. Das Sortiment wurde um eine besonders dünne und mit einer optimierten Fixierung ausgestattete Variante für sportlich aktive Menschen ergänzt.

Die medizinische Hautpflegeserie Menalind professional wurde im Geschäftsjahr 2011 einem kompletten Relaunch unterzogen. In den Kategorien Reinigung, Schutz und Pflege stehen 14 aufeinander abgestimmte Produkte zur Verfügung, die durchweg mit der neuen Pflegeformel "Nutriskin Protection Complex" ausgestattet sind. Menalind professional eignet sich speziell zur Regeneration der Altershaut und zum Erhalt ihrer Barrierefunktion in Kombination mit den Inkontinenzprodukten von HARTMANN.

Kostenoptimierung bei OP-Abdeckungen und -Bekleidung im Fokus

Die laufenden Forschungsprojekte mit dem Universitätsklinikum Tübingen und der Hochschule für Gestaltung in Schwäbisch Gmünd wurden fortgeführt. Dabei stand eine neue Gestaltung für Abdecksysteme im Mittelpunkt, die unter ergonomischen Gesichtspunkten eine einfachere und schnellere Produktanwendung ermöglichen. Im Rahmen der Grundlagenentwicklung befasste sich HARTMANN im Berichtsjahr verstärkt mit dem Thema Bariatrie, also der adäquaten Versorgung übergewichtiger Patienten, speziell bei der Entwicklung geeigneter OP-Abdecksysteme, etwa in der Urologie oder Gynäkologie.

Bei Foliodrape OP-Abdeckungen und Foliodress OP-Mänteln lag der Schwerpunkt auf der Entwicklung eines kostenoptimierten Materialverbunds mit Verstärkungszonen an stark beanspruchten Stellen, der hohe Produktsicherheit hinsichtlich Kontaminationsrisiko bietet. Das Abdecksortiment wurde um ein Angiographie-, Hüft- und Kardiovaskulärset ergänzt. Ein Entwicklungsprojekt bei den unter der Marke Foliodress gown angebotenen OP-Mänteln befasste sich mit einem neuartigen Verschlusssystem, das die Nachteile bisheriger Klettverschlüsse ausgleicht. Das neue flexible System basiert auf dem Know-how, das HARTMANN bei Verschlüssen von Inkontinenzprodukten aufgebaut hat. Zur Abrundung des Sortiments bei Untersuchungshandschuhen auf Nitrilbasis haben wir eine weitere Alternative zu Latexhandschuhen entwickelt: eine sehr dünne Variante mit hoher Tastsensibilität für den Stationseinsatz mit regulatorischer Doppelqualifizierung als Medizinprodukt und persönliche Schutzausrüstung.

Entwicklung eines Wundantiseptikums auf Octenidinbasis zur Marktreife

Mit der Einführung von Stellisan, einem Antiseptikum für Wunden und Genitalschleimhaut auf der Basis von Octenidin, hat HARTMANN in der Schweiz ein hervorragend wirksames, umfassend geprüftes Produkt für die Wundversorgung auf den Markt gebracht. Die Antiseptik von Wunden und Schleimhäuten gehört zum Standard der Infektionsprophylaxe. Dabei sind die Anforderungen an Antiseptika in den letzten beiden Jahrzehnten immer anspruchsvoller geworden. Stellisan ist das erste Wundantiseptikum, das in einer randomisierten, doppelblinden Studie an chronischen Ulcera gegenüber Placebo eine signifikante Wirkung zeigte. Im Bereich Hautdesinfektion wurde mit der neuen Creme Baktolan protect + pure ein innovativer Emulsionstyp eingeführt, der gleichzeitig pflegt und die hohen Anforderungen an den beruflichen Hautschutz erfüllt. Die neuen Einmal-Waschhandschuhe Stellisept med Gloves vereinfachen die Sanierung von MRSA-Patienten in Kliniken beziehungsweise Bewohnern in Altenheimen.

Innovative Diagnostik-Produkte zur Marktreife entwickelt

Im Berichtsjahr hat HARTMANN ein auf der Infrarottechnologie basierendes Fieberthermometer zur Marktreife entwickelt, das sich für die präzise und schnelle Temperaturmessung im Ohr und auf der Stirn gleichermaßen eignet. Das inzwischen unter der Marke Thermoval duo scan in den Markt eingeführte Digitalthermometer liegt im Trend zu bequemer und gleichzeitig zuverlässiger Temperaturmessung. Das Gerät ist nach dem neuesten ISO-Standard klinisch validiert.

In enger Zusammenarbeit mit Selbsthilfegruppen hat HARTMANN das Oberarm-Blutdruckmessgerät Tensoval duo control insbesondere hinsichtlich der einfachen Anwendung für ältere Menschen weiterentwickelt. Es verfügt über die Duo Sensor Technologie, eine Kombination aus oszillometrischem und Korotkoff-Messverfahren mit besonders hoher Präzision insbesondere bei diversen Arten von Herzrhythmusstörungen. Tensoval duo control entspricht den neuesten klinischen Standards der European Society of Hypertension; die Messwertaufzeichnungen im integrierten Speicher berücksichtigen die Aufzeichnungsempfehlungen dieser Gesellschaft. Die von HARTMANN patentierte Oberarmmanschette besitzt eine ergonomische Form und schließt durch leicht verständliche Piktogramme ein falsches Anlegen der Manschette praktisch aus. Ein weiteres komfortables Produktdetail: Die Manschette pumpt nur so weit auf, wie es entsprechend des individuellen Blutdrucks notwendig ist.

Sicherheits-, Umwelt- und Qualitätsmanagement

Im Berichtsjahr hat die HARTMANN GRUPPE ihr langjähriges Engagement im Gesundheits-, Sicherheits- und Umweltmanagement (HSE-Management) erstmals umfassend im Rahmen der Nachhaltigkeitskommunikation dokumentiert. Sowohl unser HSE- als auch unser Qualitätsmanagement wurden 2011 erfolgreich rezertifiziert. Im Rahmen von Qualifizierungsprogrammen haben wir auch unsere Lieferanten noch stärker als bislang in Bezug auf Nachhaltigkeitsaspekte evaluiert.

HSE-Themen in die Nachhaltigkeitskommunikation integriert

Unter dem Titel "Den Wandel gestalten - Nachhaltig für den Menschen" haben wir im Geschäftsjahr 2011 erstmals eine Broschüre veröffentlicht, die umfassend unsere Aktivitäten beim Thema Nachhaltigkeit dokumentiert. Unser seit 2002 systematisch aufgebautes umfassendes Engagement im Bereich HSE nimmt in der Berichterstattung einen breiten Raum ein, weil wir uns als Unternehmen der Gesundheitsbranche dem Schutz von Gesundheit und Umwelt besonders verpflichtet sehen. Dargestellt werden die HSE-Ziele bis 2015, die internationale HSE-Organisationsstruktur sowie Maßnahmen und Kennzahlen in den Bereichen Energieverbrauch, Frisch- und Abwasserverbrauch, Abfallmenge und Arbeitsunfälle. Im Berichtsjahr wurden HSE-Daten bereits aus 32 Produktions-, Logistik- und Verwaltungsstandorten der HARTMANN GRUPPE in aller Welt erfasst und ausgewertet.

Ressourceneffizienz im Fokus unseres Umweltengagements

Im Berichtsjahr konnten wir den Energie- und Wasserverbrauch sowie die Abfallmengen weiter reduzieren. Als erster Standort in der HARTMANN GRUPPE wurde 2011 der Betrieb in Wolfstein der Tochtergesellschaft Karl Otto Braun (KOB) nach dem Energiemanagementsystem ISO 50001 zertifiziert. Durch diese Zertifizierung erfüllen wir ein Kriterium, um die Ausgleichsregelung für stromintensive Unternehmen geltend machen zu können und damit die Energiekosten deutlich zu reduzieren.

Um HSE-Daten an den HARTMANN-Standorten künftig besser erfassen, auswerten und gruppenweit konsolidieren zu können, haben wir im Berichtsjahr eine konzernweit einheitliche Datenbank implementiert. Ausgehend von dieser Datenbasis, die unter anderem auch in eine standardisierte Nachhaltigkeitsberichterstattung einfließt, lassen sich künftig beispielsweise leichter Einsparpotenziale beim Ressourceneinsatz erkennen oder Präventionsprogramme im Rahmen von Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz initiieren.

Umweltzertifizierung an 19 Standorten erfolgreich weitergeführt

Mithilfe eines funktionsfähigen HSE-Managements und einer wirksamen HSE-Organisation ist HARTMANN gut aufgestellt, um Unternehmenswerte wie Markenreputation, Produktions- und Lieferfähigkeit, effizienten Ressourceneinsatz sowie die Einhaltung der lokalen Rechtskonformität abzusichern. Die HSE-Leistung der HARTMANN GRUPPE wurde im Berichtsjahr durch unabhängige Gutachter im Rahmen der Umweltzertifizierung nach ISO 14001 an 19 HARTMANN-Standorten in zehn Ländern bestätigt. Im Berichtsjahr neu hinzugekommen sind die Standorte in China und Italien. Bezogen auf unsere Produktionsstandorte wurden im Geschäftsjahr bereits über 80 % nach ISO 14001 zertifiziert; bis 2012 ist geplant, 90 % dieser Standorte zu zertifizieren.

Lieferantenqualifizierung unter Nachhaltigkeitsaspekten

Da unsere Einkäufer meist den Erstkontakt zu unseren Lieferanten herstellen, erfolgt über sie auch die Erstbewertung von Aspekten mit HSE-Relevanz und Fragestellungen zur gesellschaftlichen Verantwortung des Lieferanten. HARTMANN hat hierzu ein so genanntes Supplier Evaluation Tool (S.E.T) entwickelt, das 2010 in Indien erprobt und 2011 erstmals auch in Malaysia bei Handschuhlieferanten erfolgreich eingesetzt wurde.

Das S.E.T. basiert auf diversen Fragen zur unternehmerischen Verantwortung. Abgefragt wird darin unter anderem die Übereinstimmung von Arbeitsbedingungen und Umweltschutz mit den jeweiligen internationalen Standards ISO 14001 und OHSAS 18001 sowie den zehn Prinzipien des Global Compacts der Vereinten Nationen (UN Global Compact) zu Menschenrechten. Weitere Fragen gelten der Notfallprävention und -organisation, der sozialen beziehungsweise gesellschaftlichen Verantwortung sowie der Rechtskonformität.

Im Berichtsjahr haben wir unsere wichtigsten Einkäufer intensiv im Umgang mit dem S.E.T. geschult. Darüber hinaus wurden sie durch Corporate HSE bei Lieferantenbesuchen vor Ort begleitet. Schwerpunktland im Berichtsjahr war Malaysia. Der Ansatz, bei der Qualifizierung nicht als Kontrolleur, sondern vielmehr als Entwicklungspartner die vorhandenen Verbesserungspotenziale zu identifizieren und zu bewerten, hat bereits zu positiven Rückmeldungen auf Lieferantenseite geführt.

Neue Wege bei Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz

Als verantwortungsvoll agierendes Unternehmen der Gesundheitsbranche ist HARTMANN auch die Gesundheit und Sicherheit seiner Mitarbeiter ein zentrales Anliegen. Wir haben daher seit Jahren ein Arbeits- und Gesundheitsmanagementsystem installiert und entwickeln dieses kontinuierlich weiter. Schwerpunkt im Berichtsjahr war die Effizienzverbesserung unserer internen Erste-Hilfe-Leistung für unsere Mitarbeiter, Besucher und Mitarbeiter von Fremdfirmen. Innovative Ansätze waren dabei zwei Pilotprojekte: eine unangekündigte Notfallübung für aktive Ersthelfer unter realistischen Bedingungen mit HARTMANN-typischen Unfallszenarien sowie eine Ersthelferschulung für Auszubildende und Studenten. Aufgrund der positiven Teilnehmerbewertung sowie als Mittel zur aktiven Nachwuchswerbung von Ersthelfern bei HARTMANN haben wir die Ersthelferschulung als obligatorisches Element in unser Ausbildungsprogramm übernommen. Beide Pilotprojekte wurden in Zusammenarbeit mit den Johannitern konzipiert und umgesetzt.

Eine verstärkte Präventionsarbeit führte im Berichtsjahr zu weniger Arbeitsunfällen und leistet dank geringerer Ausfallzeiten und optimierter Prozesse einen wirtschaftlichen Beitrag zur Steigerung der Profitabilität. Bereits seit über zehn Jahren orientieren wir uns an unseren Unternehmensstandorten am international anerkannten Industriestandard für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz OHSAS 18001. Schrittweise lassen wir jetzt immer mehr HARTMANN-Standorte mit integrierter Produktion und Logistik auf Basis dieses internationalen Industriestandards durch unabhängige Dritte zertifizieren. Dies trägt einerseits den erhöhten rechtlichen Anforderungen im Bereich des Arbeits- und Gesundheitsschutzes Rechnung; andererseits sind in den letzten Jahren auch Nachfragen auf Kundenseite deutlich gestiegen. Im Berichtsjahr haben wir daher auf Basis einer Gap-Analyse den inhaltlichen und zeitlichen Aufwand für die Zertifizierungen ermittelt und die dafür notwendigen Maßnahmen geplant. Bereits nach OHSAS 18001 zertifiziert sind die HARTMANN-Betriebe in Heidenheim, Herbrechtingen, Brück und Qingdao/China.

HSE Compliance mit gutem Ergebnis

Im Berichtsjahr haben wir an insgesamt 15 HARTMANN-Standorten in Form von Compliance Assessments die HSE-relevanten Einzelrisiken identifiziert und bewertet, die Funktionsfähigkeit und Rechtskonformität lokaler HSE-Managementsysteme und -organisationen geprüft sowie die Umsetzung internationaler Industriestandards abgeglichen. Alle rechtlichen Vorgaben waren eingehalten. An keinem der überprüften Standorte waren HSE-relevante Straf- oder Haftungsverfahren anhängig. Alle Standorte wiesen ein durchgängig gutes Ergebnis auf.

Erfolgreiche Rezertifizierung unseres Qualitätsmanagements an 19 Standorten

Ein zertifiziertes Qualitätsmanagementsystem ist die Voraussetzung für die CE-Kennzeichnung und somit für die internationale Verkehrsfähigkeit von HARTMANN-Medizinprodukten. Mit Zertifikaten nach den Qualitätsnormen ISO 9001 und ISO 13485 unterstützen wir unsere Kunden aktiv, da diese Nachweise immer häufiger im Rahmen von Ausschreibungen nachgefragt werden. Im Jahr 2011 haben 19 Produktionsstandorte, Vertriebsgesellschaften und Logistikorganisationen in 15 Ländern die Zertifizierungsaudits durch unabhängige benannte Stellen erfolgreich bestanden. Für alle Medizinprodukte unter der Marke HARTMANN wurde damit bestätigt, dass sie in Übereinstimmung mit den Normforderungen hergestellt und vertrieben werden.

Neue Produkte erfordern verbesserte Qualitätsmanagementprozesse

Im Zuge der Einführung des neuen Unterdrucktherapiesystems Vivano musste HARTMANN neue Qualitätsmanagementprozesse definieren und einführen. Dies betraf im Wesentlichen den Serviceprozess für die Vakuumeinheit und dessen Einbindung in die laufenden Geschäftsprozesse zum Verkaufsstart von Vivano. Die verantwortlichen Mitarbeiter wurden umfassend im Umgang mit dem neuen Produktsystem geschult. Die praktischen Dienstleistungen werden in speziell eingerichteten Servicepunkten erbracht. Prozesse und Servicepunkte haben vom Start weg funktioniert und stehen nun für den weiteren Roll-out des Produktsystems in weiteren Absatzmärkten zur Verfügung.

Qualitätsmanagement an zunehmende Internationalisierung von HARTMANN angepasst

Trotz aller länderübergreifenden Harmonisierungsbemühungen der gesetzgebenden Organe ist die HARTMANN GRUPPE im Rahmen ihrer globalen Aktivitäten mit sehr unterschiedlichen und teilweise schwierigen Produktzulassungs- und Bewertungsverfahren konfrontiert. Gestiegene regulatorische Anforderungen, eine zunehmende Vernetzung der Behörden, die gestiegene Qualitätserwartung der Kunden sowie der zunehmende Einfluss von Social Media erfordern eine entsprechend optimierte Struktur im Qualitätsmanagement. In einem ersten Schritt wurde im Berichtsjahr eine zentrale Corporate Steering Unit (CSU) für den Bereich Qualitätsmanagement eingerichtet. Ziel dieser Organisationseinheit ist die Koordination der Kommunikation, die Erstellung von Handlungsanweisungen und ihre Umsetzung in angepasste, effiziente Prozesse.

Hohe Produkt- und Servicequalität als Erfolgsfaktor

Die Erhöhung der Kundenzufriedenheit und des Vertrauens unserer Kunden in die hohe Qualität von HARTMANN-Medizinprodukten ist für uns kontinuierliches Arbeitsprogramm. In diesem Zusammenhang hinterfragen wir unser Qualitätsmanagementsystem in regelmäßigen Audits und arbeiten kontinuierlich an der Verbesserung unserer Prozesse, Produkte und Systeme. Kennzahlen entlang der Lieferkette sind dabei eine wichtige Informationsquelle und Schlüsselkomponente zu deren Steuerung.

Ein Schwerpunkt lag im Geschäftsjahr 2011 auf dem Key Supplier Management. Unsere Lieferanten stellen einen wesentlichen Bestandteil im Bezug auf die HARTMANN-Produkt- und Servicequalität dar. Mithilfe dieses Projekts haben wir neue Wege in der Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten definiert und etabliert, die wir künftig konsequent weiterentwickeln. Hauptaspekte in diesem Projekt liegen im Erhalt der hohen Produkt- und Rohstoffqualität, der Verbesserung der Lieferzuverlässigkeit und der Optimierung der Kosteneffizienz.

Risikoreduktionsmanagement

Das Ergreifen von Chancen ist die Basis unternehmerischen Handelns. HARTMANN stellt sich erfolgreich den Herausforderungen sich wandelnder Märkte. Die damit verbundenen Risiken werden im Rahmen des Risikoreduktionsmanagements systematisch geprüft, überwacht und Gegenmaßnahmen eingeleitet. Unterstützt durch ein unternehmensweit einheitliches Risikomanagementsystem, geht HARTMANN mit Risiken verantwortungsvoll um. Hierbei ist Prävention oberstes Ziel. Auf Basis der aktuellen Informationen sehen wir den Fortbestand der HARTMANN GRUPPE als gesichert an.

Das Risikomanagementsystem hat sich bewährt

Das Risikomanagement der HARTMANN GRUPPE hat sich auch während der globalen Finanz- und Schuldenkrise im Jahr 2011 bewährt. Die intensive Zusammenarbeit mit der Internen Revision und dem Beteiligungscontrolling sowie die systematische Einbindung interner Expertengremien sichern eine hohe Risikotransparenz.

Die ganzheitliche Betrachtung potenzieller Risikoquellen trägt dazu bei, den Grad des Risikobewusstseins in der gesamten Organisation zu verbessern. Darüber hinaus reduziert das verstärkte Augenmerk des Risikomanagements auf die Effektivität und Effizienz der Präventionsmaßnahmen potenzielle Schwachstellen. Die quantitativen Risikobewertungsverfahren nach der Value-at-Risk-Methode sowie zusätzlich nach der potenziellen Nettoschadenhöhe helfen, Risiken realistisch einzuschätzen.

Das zugrunde liegende Risikoreduktionsmanagement-System unterstützt die Unternehmensführung bei der Gestaltung von Geschäftsprozessen in der HARTMANN GRUPPE. Ausgehend von der strategischen Planung des Konzerns, in die auch die Zukunftsanalysen des Risikoreduktionsmanagements einfließen, und der darauf aufbauenden kurz- und mittelfristigen Planung, erfolgt ein systematisches Controlling auf Ebene der Geschäftseinheiten, der Einzelgesellschaften, der Regionen und des Konzerns. Ergänzt werden diese Aktivitäten durch die Konzernrevision als Teil unserer internen Kontrollsysteme.

Systematischer Risikomanagementansatz

Neben Ad-hoc-Berichten erheben wir halbjährlich das Gesamtportfolio der Risiken und Präventionsmaßnahmen auf Bereichs-, Funktions- und Konzernebene. Die Ergebnisse werden auf verschiedenen Konzernebenen konsolidiert, durch das Risikoreduktionsmanagement auf Plausibilität geprüft, von Experten bewertet und an Vorstand und Aufsichtsrat berichtet. Basis hierfür ist die aktuelle, konzernweit standardisierte Risk Management-Software, die durch die gesamte Risikoorganisation des Konzerns genutzt wird.

Das Risikomanagementsystem entspricht den Anforderungen des Gesetzes zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) sowie des Bilanzrechts-Modernisierungs-Gesetzes (BilMoG) und berücksichtigt die Empfehlungen des Deutschen Rechnungslegungsstandards DRS 5. Es trägt wesentlich dazu bei, dass alle Arten von Risiken rechtzeitig erkannt und zeitnah effiziente Maßnahmen zur Gegensteuerung ergriffen werden.

Absicherung der Finanzrisiken in turbulenten Zeiten

Währungs-, Zins- und Liquiditätsrisiken werden durch ein für alle Gesellschaften der HARTMANN GRUPPE verbindliches Corporate Treasury Management überwacht. Potenziell negative Auswirkungen, zum Beispiel durch die Volatilität von Währungen und Zinsen, werden durch geeignete Finanzinstrumente begrenzt. Die hierfür genutzten Instrumente setzen wir unter Berücksichtigung der jeweiligen Risikoeinschätzung ein, wobei wir die selbst definierten Standards zur Anwendung dieser Instrumente beachten. Mögliche Risiken aus Akquisitionen prüfen wir im Vorfeld mittels Due Diligence und kontrollieren sie nach der Akquisition durch ein permanentes Beteiligungscontrolling. So werden unbefriedigende Geschäftsentwicklungen von Beteiligungsgesellschaften frühzeitig erkannt und Maßnahmen zur Korrektur eingeleitet. Die zur Durchführung des Geschäfts notwendigen Investitionen werden abhängig von ihrer Bedeutung einer Wirtschaftlichkeitsberechnung unterzogen. Weitere Informationen zu den Finanzinstrumenten sind aus dem Konzernanhang ersichtlich.

Breit gestreute Aktivitäten reduzieren Risikoanhäufungen

Durch die Diversifizierung unserer Geschäftsaktivitäten in die drei Geschäftssegmente Wundmanagement, Inkontinenzmanagement und Infektionsmanagement sowie die Expansion in unterschiedliche Märkte und Vertriebskanäle vermeiden wir gezielt Cluster-Risiken. Mit spezialisierten Vertriebskanälen geht die HARTMANN GRUPPE auf die zielgruppenspezifischen Anforderungen ihrer Kunden kompetent ein und stellt eine bedarfsgerechte Versorgung mit Systemangeboten bei reduziertem Wettbewerbsrisiko sicher. Mithilfe der marktnah angesiedelten Vertriebsorganisation ist HARTMANN in der Lage, schnell und flexibel auf die Veränderungen in den sich zunehmend dynamisch entwickelnden nationalen Gesundheitssystemen zu reagieren.

Dynamischen Marktrisiken mit dynamischer Risikosteuerung begegnet

Die HARTMANN GRUPPE ist weltweit auf Märkten tätig, die durch starken Wettbewerb und derzeit durch erhebliche Veränderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen in den national geprägten Gesundheitssystemen gekennzeichnet sind. Mit einem klar gegliederten Portfolio aus Systemlösungen, einer kontinuierlichen Kostenoptimierung sowie einem eindeutigen Fokus auf die medizinische Kompetenz und die Bedürfnisse der Kunden wirken wir Marktrisiken entgegen. Gleichzeitig bietet HARTMANN mit seinen innovativen Produkten, vor allem aber mit seinen Systemangeboten, einen interessanten Mehrwert für die Kunden, der dem Unternehmen Wettbewerbsvorteile verschafft und kontinuierlich hilft, zusätzliche Marktpotenziale zu erschließen. Zum Ausbau dieser Potenziale stärken wir unsere Wettbewerbsposition durch gezielte Akquisitionen.

Laufende Analysen des Wettbewerbs und die systematische Identifikation von Markttrends unterstützen die vorausschauende Bearbeitung der Märkte. Basis hierfür ist die langjährige Erfahrung der HARTMANN GRUPPE in den Gesundheitsmärkten und die Verwendung differenzierter Instrumente zur Marktbeobachtung.

Aktive Steuerung der Risiken aus dem operativen Geschäft

Die Beschaffung von Rohstoffen unterliegt Risiken hinsichtlich Preis, Qualität und Liefertreue. Eine intensive Beobachtung der Beschaffungsmärkte, strenge Qualitätskontrollen, Zertifizierungen sowie Rahmenverträge reduzieren die Risiken, die bei einem Ausfall von Lieferanten entstehen würden. Zur Absicherung der Rohstoffversorgung betreiben wir, je nach Möglichkeit, eine gezielte Vorratspolitik, schließen verschiedene mittelfristige Lieferverträge ab und setzen Dual Sourcing ein. Zusätzlich werden Preisschwankungen bei für HARTMANN bedeutenden Rohstoffen oder Ausgangsprodukten durch das zentrale Corporate Treasury Management überwacht und, wenn möglich, durch geeignete Instrumente begrenzt.

Qualitäts-, Arbeitssicherheits-, Umwelt- und Unterbrechungsrisiken in Produktion und Logistik begegnen wir durch ständig verbesserte Verfahren sowie kontinuierliche prozessbegleitende Kontrollen zur Erfüllung eigener Standards und internationaler Normen. Die wesentlichen Leistungs- und Qualitätskennzahlen werden laufend erhoben und dienen als Messgrundlage für kontinuierliche Verbesserungsprogramme. Patentrisiken werden laufend verfolgt, analysiert und aktiv gesteuert.

Auch die Verfügbarkeit, Zuverlässigkeit und Effizienz der IT-Systeme ist grundlegend für die tägliche Arbeit und wird laufend systematisch überwacht und durch unterschiedliche Support-Level sichergestellt. Der Einsatz modernster Hard- und Software gewährleistet dabei die Funktionsfähigkeit dieser Systeme. Gleichzeitig werden die Systeme durch ein umfassendes, ständig optimiertes IT-Sicherheitsmanagement geschützt.

Mit internationalen und länderspezifischen Versicherungsprogrammen sichert unser Corporate Insurance Management wesentliche Risikobereiche ab. Um das Schadenrisiko zu reduzieren, führen wir gemeinsam mit Experten unserer Versicherer regelmäßige Audits vor Ort durch. Risiken, die dabei identifiziert werden, begegnen wir mit Präventionsmaßnahmen. Im ständigen Dialog werden die Versicherungsprogramme zeitnah an die sich ändernden Risikoverhältnisse angepasst.

Der Erfolg der HARTMANN GRUPPE ist nicht zuletzt in hohem Maß davon abhängig, wie gut es gelingt, qualifizierte Fach- und Führungskräfte zu gewinnen und an das Unternehmen zu binden. Generell begegnet HARTMANN Personalrisiken durch differenzierte, international ausgerichtete Qualifizierungsprogramme, attraktive Vergütungssysteme, eine Positionierung des Unternehmens als attraktiver Arbeitgeber sowie eine offene interne Kommunikationspolitik.

Ausblick

Trotz ungewisser Auswirkungen der Euro-Schuldenkrise und der sich abkühlenden Weltkonjunktur sehen wir uns insgesamt gut aufgestellt, unsere Wachstumsstrategie auch unter schwierigeren Rahmenbedingungen erfolgreich fortzusetzen.

Mit einer Reihe von Maßnahmen haben wir für die HARTMANN GRUPPE die Weichen gestellt, sich an den wandelnden Anforderungen der Gesundheitsmärkte auszurichten und unsere Position als ein führender Anbieter von Medizinprodukten weiter zu verbessern.

Europa im Spannungsfeld zwischen Zuversicht und Unsicherheit

Die deutsche Bundesregierung hat ihre Wachstumsprognose für das Jahr 2012 von 1 % auf 0,7 % gesenkt. Begründet wird dieser Rückgang mit der Euro-Schuldenkrise und der Abkühlung der weltweiten Konjunktur, die Deutschland als Exportnation besonders trifft. Positive Impulse gehen hingegen von der guten Beschäftigungslage aus, die den Binnenkonsum stützt, sowie vom in den letzten Monaten gestiegenen Ifo-Geschäftsklimaindex, der als Frühindikator für die deutsche Wirtschaft gilt.

Auch die Weltbank hat ihre Prognose für das weltweite Wachstum von 3,6 % im Berichtsjahr auf 2,5 % im laufenden Jahr gesenkt. Die Wirtschaft der Euro-Staaten soll sogar um 0,3 % schrumpfen. Die EU-Kommission rechnet mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts im Euro-Raum von 0,5 %. Begründet werden diese Korrekturen mit der anhaltenden Ungewissheit wegen der hohen Staatsschulden in vielen europäischen Ländern, der Schwäche der Finanzwirtschaft sowie mit dem gebremsten Welthandel. Positiver ist die Einschätzung für die wirtschaftliche Entwicklung in den USA. Im Jahr des Präsidentschaftswahlkampfs wird mit einer verbesserten Wirtschaftssituation gerechnet. Aus den asiatischen Schwellenländern sowie aus Russland und Brasilien kommen weiterhin positive Impulse für die Weltwirtschaft.

Entscheidend für die Konjunktur im Jahr 2012 wird in erster Linie die Entwicklung der Euro-Schuldenkrise sein. Wichtigste Herausforderung ist die Unterzeichnung des Vertrags der Euro-Staaten zur strengeren Haushaltsdisziplin sowie die Lösung der Beteiligung privater Gläubiger am Hilfspaket für Griechenland, um das Vertrauen der Märkte wieder herzustellen. Oberste Priorität hat für die Regierungen, die öffentlichen Haushalte zu entlasten sowie strukturelle Reformen durchzuführen, um Wachstum und Beschäftigung zu fördern.

Stärkere Positionierung als Systemanbieter auf internationaler Ebene

Die Entwicklung kundenorientierter Dienstleistungsangebote in Ergänzung zu unserem Produktsortiment und deren Etablierung im Markt sind ein zentrales Element der erfolgreichen Umsetzung unserer Strategie FOCUS. HARTMANN bietet seinen Kunden eine Vielzahl Mehrwert bietender Lösungen zur Prozessoptimierung in den Bereichen Controlling, Bestellwesen und Logistik an. Damit will sich HARTMANN in einem von starkem Preisdruck geprägten Marktumfeld noch deutlicher von seinen Wettbewerbern als Systemanbieter differenzieren und seine Position als bevorzugter Partner seiner Kunden stärken.

Im Berichtsjahr haben wir die gesamte Bandbreite unserer Dienstleistungen auf internationaler Ebene kategorisiert und in einer Datenbank den Vertriebsorganisationen zugänglich gemacht. Ein Expertenteam aus Vertretern von Konzernzentrale und Tochtergesellschaften befasst sich nun damit, die Systemangebote auf deren internationale Adaptierbarkeit zu analysieren und den Best Practice-Transfer zwischen den Vertriebsorganisationen zu intensivieren. Mit gezielten Schulungsmaßnahmen werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf den professionellen Verkauf komplexer Systemangebote vorbereitet.

BODE SCIENCE CENTER bündelt HARTMANN-Kompetenz im Infektionsschutz

Nosokomiale Infektionen verursachen allein in den EU-Mitgliedsstaaten 16 Mio. zusätzliche Krankenhaustage und 37.000 Todesfälle jährlich. Die direkten zusätzlichen Kosten werden auf etwa 7 Mrd. EUR pro Jahr beziffert. Stationär wie ambulant sind deshalb umfassende Maßnahmen zur Eindämmung dieser Infektionen erforderlich. Um hier sicheren Schutz zu bieten, sind die Kombination aus Asepsis durch sterile Verbandstoffe und OP-Materialien sowie Antisepsis durch wirksame Desinfektionsmittel zentrale Elemente eines wirksamen Hygieneplans. HARTMANN ist hier mit seinem breiten Sortiment gut aufgestellt.

Um künftig noch besser wissenschaftlich fundierte Antworten auf praxisrelevante Fragen des Infektionsschutzes zu liefern, hat HARTMANN im Geschäftsjahr 2011 das BODE SCIENCE CENTER mit Sitz in Hamburg gegründet. Wissenschaftliche Publikationen zu grundlegenden Themen der Infektionsprophylaxe, die Entwicklung neuer Hygienestandards und eine fundierte fachliche Kundenberatung gehören zu den Kernleistungen dieser Einrichtung. Unter dem Motto "Wir forschen für den Infektionsschutz" setzt sich das BODE SCIENCE CENTER im Verbund mit internationalen Meinungsführern für Lösungen zum Schutz vor Infektionen ein und stellt durch Forschung und Entwicklung die Qualität, Wirksamkeit und Verträglichkeit von Produkten zur Desinfektion, zur Reinigung und zum Hautschutz sicher. Darüber hinaus will das Center einen aktiven Wissenstransfer hinsichtlich Infektionsrisiken sowie Behandlungs- und Präventionsverfahren etablieren und Strategien mit dem interdisziplinären Expertennetzwerk entwickeln. Inzwischen steht interessierten Anwendern eine Website zur Verfügung, die einem aktiven Wissenstransfer dient. Sie beinhaltet beispielsweise eine Online-Erregersuche zu den klinisch relevanten Keimen von A bis Z.

Maßgeschneiderte Konzepte für Länder und Vertriebswege

Zur Absicherung ihres organischen Wachstums setzt die HARTMANN GRUPPE neben der Erschließung neuer Märkte genauso auf die Verbesserung der Marktposition in Ländern, in denen HARTMANN mit eigenen Tochtergesellschaften vertreten ist. Im Berichtsjahr wurde ein internationales Projekt zur gezielten Vertriebsunterstützung in ausgewählten Absatzmärkten und Marktsegmenten gestartet mit dem Ziel, Wachstum gezielt dort zu fördern, wo wir konkrete Wachstumschancen sehen. Die Unterstützung der Konzernzentrale reicht beispielsweise vom Ausbau der vertriebsnahen Organisation zur Erschließung neuer Zielgruppen bis hin zu strategisch neuen Ansatzpunkten.

HARTMANN antizipiert demographischen Wandel als Megatrend

Das Gesundheitswesen in den Industriestaaten steht vor einem Wandel: Angesichts einer älter werdenden Bevölkerung und einer kritischen Staatsverschuldung werden die Gesundheitsausgaben in den heutigen Strukturen immer schwerer finanzierbar sein. Entsprechend wird die Bedeutung des Patienten als Kunde an Bedeutung gewinnen. HARTMANN hat diese Entwicklung frühzeitig antizipiert und entsprechend reagiert: Einerseits wird HARTMANN seinen Ansatz bei den professionellen medizinisch-pflegerischen Kundengruppen intensivieren, um mit prozessunterstützenden Systemangeboten aus Produkten und Dienstleistungen weiterhin eine hohe Versorgungsqualität bezahlbar zu halten. Diesen Ansatz verfolgt HARTMANN beispielsweise bei der Erschließung des US-amerikanischen Markts bei der Versorgung inkontinenter Bewohner in Pflegeeinrichtungen, einem Land, in dem einfachere Produktkonzepte und häufige Wechselintervalle die Regel sind. Andererseits beschäftigen wir uns vermehrt mit neuen Wegen der direkten Patientenansprache, bei denen die Apotheke als Vertriebsweg aufgrund ihrer hohen Beratungskompetenz im Zentrum steht. Im Geschäftsjahr haben wir verkaufsunterstützende Materialien entwickelt, mit denen Apotheker noch professioneller das Tabuthema Inkontinenz ansprechen können. Mit Molimed, der Einlage bei leichter Blasenschwäche, haben wir erstmals ein Produkt mit unterschiedlichen, zielgruppengerechten Markenauftritten versehen: einem für institutionelle Kunden und einem für Endverbraucher. Im laufenden Jahr entwickelt HARTMANN Vermarktungskonzepte, die die landesindividuell unterschiedlichen Apothekenstrukturen in unseren europäischen Absatzmärkten berücksichtigen.

Stärkung der Marktposition über Akquisitionen

Die IVF HARTMANN GRUPPE hat zum 1. Januar 2012 die Funny Hygiene AG in Maur übernommen. Funny versorgt insbesondere Alten- und Pflegeheime sowie Kliniken mit einem qualitativ hochwertigen Sortiment an Hygieneprodukten. Mit dieser Akquisition erweitert unsere Schweizer Tochtergesellschaft ihre derzeitigen Systemangebote im Bereich Inkontinenzmanagement um qualitativ hochwertige Hygieneprodukte und kann somit ihre Position als Vollsortimentanbieter ausbauen. Umgekehrt erhält Funny über die bestehenden Kundenbeziehungen der IVF neue Zugangsmöglichkeiten zum Gesundheitsmarkt. Insgesamt ergeben sich attraktive Potenziale zur weiteren Absicherung des profitablen Wachstumskurses in der Schweiz. Auch im laufenden Jahr prüfen wir in der HARTMANN GRUPPE im Rahmen unserer Wachstumsstrategie sorgfältig Möglichkeiten, um mit gezielten Akquisitionen einerseits unser Portfolio bei Produkten und Dienstleistungen sinnvoll zu ergänzen oder andererseits unsere Position in ausgewählten Märkten zu verbessern. HARTMANN verfügt hierzu mit seinen mittelfristig ausgelegten Kreditlinien und seiner hohen Eigenkapitalquote über ein solides Fundament.

Nachhaltigkeit als elementarer Bestandteil unseres Handelns

Als Anbieter von Medizin- und Hygieneprodukten mit einer über 190jährigen Unternehmensgeschichte ist sich die HARTMANN GRUPPE ihrer gesellschaftlichen und ökologischen Verantwortung bewusst. Seit der Einführung der Unternehmensstrategie FOCUS im Jahr 2005 baut HARTMANN schrittweise sein Nachhaltigkeitsmanagement weiter aus. Im Berichtsjahr haben wir unter dem Titel "Den Wandel gestalten - Nachhaltig für den Menschen" eine Broschüre veröffentlicht, die erstmals umfassend unser Engagement im Bereich Nachhaltigkeit zusammenfasst. Kundenreaktionen zeigen, dass unser Engagement positiv wahrgenommen wird und das Thema Nachhaltigkeit zunehmend ein die Kaufentscheidung beeinflussender Faktor wird.

Im Dezember 2011 hat der Vorstand eine konzernweit gültige Nachhaltigkeitsstrategie verabschiedet, die das Fundament für verantwortungsvolles Handeln in unserem Unternehmen weiter konkretisieren und festigen wird. Als nächster Schritt werden nun operative Nachhaltigkeitsziele in den fünf Handlungsfeldern "Unternehmensführung", "Markt und Kunden", "Mitarbeiter", "Umwelt" und "Gesellschaft" definiert und in unsere Zielsysteme integriert.

HARTMANN sieht sich gut aufgestellt in einem zunehmend schwierigen Marktumfeld

Für das laufende Geschäftsjahr gehen wir davon aus, dass die Lösung des Problems der hohen Staatsverschuldungen und der hohen Haushaltsdefizite das dominierende volkswirtschaftliche Thema bleiben wird. Im Zuge der Sparanstrengungen werden auch die Ausgaben der nationalen Gesundheitssysteme auf dem Prüfstand stehen. Angesichts des weiteren Konzentrationsprozesses auf Kundenseite wird der Preisdruck auf die Hersteller zunehmen. Wir erwarten, dass sich insbesondere in den Ländern Südeuropas die Rationierung von Gesundheitsleistungen, etwa durch Schließung von medizinischen Einrichtungen oder durch lange Behandlungswartezeiten, fortsetzt. Außerdem müssen wir in manchen Ländern ein weiter steigendes Debitorenrisiko berücksichtigen.

Im Zusammenhang mit der Eintrübung der weltweiten Konjunktur gehen wir 2012 von einer nur leichten Entspannung bei den noch immer auf hohem Niveau verharrenden Rohstoffpreisen aus. Die hohe Volatilität bei den Währungsrelationen wird sich voraussichtlich fortsetzen, was für die HARTMANN GRUPPE sowohl Chancen als auch Risiken birgt.

Umsatz- wie Ergebnisverbesserung des Berichtsjahrs zeigen, dass sich HARTMANN mit der konsequent umgesetzten Strategie FOCUS auf dem richtigen Weg befindet. Wir konzentrieren uns auch künftig auf organisches Wachstum mit unseren Vertriebsorganisationen, die mit ihrer Fachkompetenz, ihrem Marktwissen und ihrer geographischen Nähe zu unseren Kunden HARTMANN als bevorzugten Anbieter von Systemangeboten profilieren. Darüber hinaus werden wir das Geschäft mit Vertriebspartnern in Ländern, in denen HARTMANN keine Tochtergesellschaft hat, intensivieren.

Mit unseren Innovationen wollen wir künftig noch stärker als bisher maßgeschneiderte Lösungen für hygienische und effiziente Arbeitsprozesse unserer Kunden anbieten und unseren Anspruch verstärken, als Komplettanbieter im Markt zu agieren. Großes Wachstumspotenzial sehen wir hier in unserem breiten Sortiment zur Vorbeugung von Infektionen, die in Gesundheitsinstitutionen erworben werden (Nosokomialinfektionen). Unsere Produktentwicklung wird künftig noch stärker davon geleitet sein, das Produktdesign und den damit verbundenen Materialeinsatz so zu optimieren, dass ökonomische und ökologische Belastungen reduziert werden, ohne die therapeutische Effizienz und Lebensqualität von Patienten und Pflegebedürftigen zu beeinträchtigen.

Unseren Wachstumskurs werden wir auch im laufenden Jahr durch Investitionen in unsere Vertriebs-, Produktions- und Logistikinfrastruktur absichern. Hohe Priorität hat für uns der russische Markt, in dem HARTMANN in den vergangenen fünf Jahren um durchschnittlich ein Drittel pro Jahr gewachsen ist und inzwischen eine hohe Marktbedeutung genießt. Zur Absicherung weiteren Wachstums planen wir Investitionen in Russland, um eine Fertigung für absorbierende Inkontinenzprodukte sowie ein Logistikzentrum zur Belieferung dieses Marktes aufzubauen.

Um im zunehmend schwierigen Umfeld langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben, setzen wir auch künftig interne Maßnahmen zur Effizienzsteigerung fort. An das im Berichtsjahr erfolgreich abgeschlossene Programm zur Ergebnisstabilisierung anknüpfend, werden wir als ständiges Arbeitsprogramm weiterhin sorgfältig alle internen Prozesse und die damit verbundenen Kosten auf Produktivitätsreserven überprüfen. Durch ein gezieltes Management unseres Net Working Capitals wollen wir einen effizienten Einsatz unseres Kapitals sicherstellen.

Leichte Umsatz- und Ergebnisverbesserung angestrebt

Unter sorgfältiger Abwägung aller Einflussfaktoren sind wir für die Geschäftsjahre 2012 und 2013 vorsichtig optimistisch, bei den Umsatzerlösen über die vier Geschäftssegmente hinweg ein leichtes Plus zu erzielen. Angesichts des schwierigen Umfelds rechnen wir für das Jahr 2012 mit einem Konzernergebnis auf dem hohen Niveau des Berichtsjahrs. Für das Geschäftsjahr 2013 gehen wir davon aus, dass sich die zuvor geschilderten Schwerpunktprogramme und Maßnahmen positiv auswirken und wir dadurch die Ertragskraft der HARTMANN GRUPPE weiter steigern werden.

Konzernabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2011

Konzernbilanz der PAUL HARTMANN AG

Aktiva

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in Tausend EUR Anhang 31. Dezember 2011 31. Dezember 2010
Langfristiges Vermögen
Sachanlagen 1 329.381 325.326
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 2 0 626
Immaterielle Vermögenswerte 3 100.811 91.792
Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen 4 2.906 2.614
Finanzielle Vermögenswerte 5 1.431 2.221
Sonstige Forderungen 6 5.907 6.176
Erstattungsansprüche aus Ertragsteuern 7 12.084 14.226
Aktive latente Steuern 8 11.674 18.626
464.194 461.607
Kurzfristiges Vermögen
Vorräte 9 306.023 320.903
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 10 304.612 303.160
Erstattungsansprüche aus Ertragsteuern 11 10.734 9.196
Finanzielle Vermögenswerte 12 6.302 7.231
Zahlungsmittel 13 44.715 33.660
672.386 674.150
Bilanzsumme Aktiva 1.136.580 1.135.757
Passiva
in Tausend EUR Anhang 31. Dezember 2011 31. Dezember 2010
Eigenkapital 14
Gezeichnetes Kapital 91.328 91.328
Kapitalrücklage 47.902 48.897
Eigene Anteile -31 -31
Gewinn- und andere Rücklagen 381.316 341.255
Ergebnisanteil der Aktionäre der PAUL HARTMANN AG 66.935 65.721
Eigenkapital der Aktionäre der PAUL HARTMANN AG 587.450 547.170
Nicht beherrschte Anteile 24.897 22.488
612.347 569.658
Langfristige Schulden
Finanzielle Schulden 15 184.851 205.787
Passive latente Steuern 8 4.619 6.120
Rückstellungen für Pensionen 16 69.673 66.558
Sonstige Rückstellungen 17 33.848 40.263
Sonstige Verbindlichkeiten 18 3.015 2.334
296.006 321.062
Kurzfristige Schulden
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 19 177.187 181.480
Verbindlichkeiten für Ertragsteuern 20 15.012 20.249
Finanzielle Schulden 21 18.049 20.677
Rückstellungen für Pensionen 16 2.018 2.018
Sonstige Rückstellungen 17 15.961 20.613
228.227 245.037
Bilanzsumme Passiva 1.136.580 1.135.757

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung der PAUL HARTMANN AG

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in Tausend EUR Anhang 2011 2010
Umsatzerlöse 1.699.404 1.633.046
Bestandsveränderungen -7.913 26.019
Andere aktivierte Eigenleistungen 3.881 2.893
Gesamtleistung 1.695.372 1.661.958
Sonstige Erträge 22 52.945 55.969
Materialaufwand 23 -789.581 -771.271
Personalaufwand 24 -400.020 -388.664
Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 25 -52.574 -52.128
Sonstige Aufwendungen 26 -399.087 -403.119
Betriebsergebnis 107.055 102.745
Finanzierungsaufwendungen -7.980 -5.943
Finanzierungserträge 1.718 2.197
Ergebnis aus assoziierten Unternehmen 556 638
Finanzergebnis 27 -5.706 -3.108
Ergebnis vor Steuern 101.349 99.637
Ertragsteuern 28 -30.587 -29.803
Konzernergebnis 70.762 69.834
davon entfallen auf:
die Aktionäre der PAUL HARTMANN AG 66.935 65.721
die nicht beherrschten Anteile 3.827 4.113
Verwässertes und unverwässertes Ergebnis je Aktie in EUR 29 18,85 18,50

Konzern-Gesamtergebnisrechnung der PAUL HARTMANN AG

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in Tausend EUR 2011 2010
Konzernergebnis 70.762 69.834
Währungsanpassungen -1.268 15.801
Marktbewertung finanzieller Vermögenswerte (vor Steuer) -5.536 1.856
Direkt im Eigenkapital verrechnete Ertragsteuern 1.618 -533
Gesamtergebnisrechnung 65.576 86.958
davon entfallen auf:
die Aktionäre der PAUL HARTMANN AG 60.902 80.363
die nicht beherrschten Anteile 4.674 6.595

Konzern-Kapitalflussrechnung der PAUL HARTMANN AG

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in Tausend EUR 2011 2010
Ergebnis vor Steuern 101.349 99.637
Abschreibungen (+) / Zuschreibungen (-) auf Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte und finanzielle Vermögenswerte 52.154 52.128
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen (+) / Erträge (-) 7.366 4.437
Zinsergebnis 6.262 3.746
Gezahlte Ertragsteuern -28.453 -40.728
Gewinn (-) / Verlust (+) aus Abgängen von langfristigem Vermögen -1.560 -484
Cash-Flow 137.118 118.736
Zunahme (-) / Abnahme (+) der Vorräte 16.697 -65.288
Zunahme (-) / Abnahme (+) der kurz- und langfristigen Forderungen und sonstigen Vermögenswerte -3.547 -21.494
Zunahme (+) / Abnahme (-) der kurz- und langfristigen Rückstellungen -8.540 11.619
Zunahme (+) / Abnahme (-) der kurz- und langfristigen Verbindlichkeiten (ohne Finanzschulden) -2.434 10.872
Mittelzufluss / -abfluss aus betrieblicher Tätigkeit (operativer Cash-Flow) 139.294 54.445
Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte -56.029 -60.926
Einzahlungen aus Abgängen, Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten 4.139 4.168
Auszahlungen für Investitionen in finanzielle Vermögenswerte -20 -250
Einzahlungen aus Abgängen aus finanziellen Vermögenswerten 63 125
Einzahlungen aus Dividenden aus finanziellen Vermögenswerten 102 107
Einzahlungen aus Zinsen 990 1.385
Auszahlungen aus dem Erwerb von Konzernunternehmen oder sonstigen Geschäftseinheiten (abzüglich übernommener Zahlungsmittel) -17.126 -649
Mittelzufluss / -abfluss aus der Investitionstätigkeit -67.881 -56.040
Free-Cash-Flow 71.413 -1.595
Zahlung der Dividende der PAUL HARTMANN AG -19.179 -17.403
Zahlung der Dividende von Konzerngesellschaften an andere Gesellschafter -1.031 -1.347
Einzahlungen aus der Aufnahme von kurz- und langfristigen Finanzschulden 2.408 41.934
Auszahlungen für die Tilgung von kurz- und langfristigen Finanzschulden -34.573 -22.478
Auszahlungen für Zinsen -7.979 -5.942
Mittelzufluss / -abfluss aus der Finanzierungstätigkeit -60.354 -5.236
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestands 11.059 -6.831
Entwicklung des Finanzmittelbestands
Finanzmittelbestand am Anfang der Periode 33.660 37.557
Wechselkursbedingte Wertänderungen des Finanzmittelbestands -4 2.997
Veränderung des Finanzmittelbestands aus Konsolidierungskreisänderungen 0 -63
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestands 11.059 -6.831
Finanzmittelbestand am Ende der Periode 44.715 33.660

Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals der PAUL HARTMANN AG

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in Tausend EUR Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Eigene Anteile Konzern- Gewinnrücklagen Gewinnrücklagen Marktbewertung finanzieller Vermögenswerte Währungsdifferenz
Stand 1. Januar 2010 91.328 48.897 -31 286.296 -1.468 4.120
Gesamtergebnisrechnung 0 0 0 0 1.323 13.319
Dividendenzahlung 0 0 0 0 0 0
Einstellung in Rücklagen 0 0 0 37.591 0 0
Veränderung im Konsolidierungskreis 0 0 0 75 0 0
Stand 31. Dezember 2010 91.328 48.897 -31 323.962 -145 17.439
Stand 1. Januar 2011 91.328 48.897 -31 323.962 -145 17.439
Gesamtergebnisrechnung 0 0 0 0 -3.918 -2.115
Dividendenzahlung 0 0 0 0 0 0
Einstellung in Rücklagen 0 0 0 46.542 0 0
Veränderung im Konsolidierungskreis 0 -995 0 62 0 -510
Stand 31. Dezember 2011 91.328 47.902 -31 370.566 -4.063 14.814

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in Tausend EUR Ergebnisanteil der Aktionäre der PAUL HARTMANN AG Eigenkapital der Aktionäre der PAUL HARTMANN AG Nicht beherrschte Anteile Gesamt
Stand 1. Januar 2010 54.994 484.135 17.228 501.363
Gesamtergebnisrechnung 65.721 80.363 6.595 86.958
Dividendenzahlung -17.403 -17.403 -1.347 -18.750
Einstellung in Rücklagen -37.591 0 0 0
Veränderung im Konsolidierungskreis 0 75 12 87
Stand 31. Dezember 2010 65.721 547.170 22.488 569.658
Stand 1. Januar 2011 65.721 547.170 22.488 569.658
Gesamtergebnisrechnung 66.935 60.902 4.674 65.576
Dividendenzahlung -19.179 -19.179 -1.031 -20.210
Einstellung in Rücklagen -46.542 0 0 0
Veränderung im Konsolidierungskreis 0 -1.443 -1.234 -2.677
Stand 31. Dezember 2011 66.935 587.450 24.897 612.347

Konzernanhang der PAUL HARTMANN AG

Allgemeine Angaben

Die PAUL HARTMANN AG ist im Handelsregister beim Amtsgericht Ulm unter der Nr. HRB 661090 eingetragen. Sitz der Gesellschaft ist Heidenheim, Deutschland. Die Satzung besteht in der Fassung vom 7. Mai 2010. Die Firma der Gesellschaft lautet PAUL HARTMANN AG. Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr. Gegenstand des Unternehmens sind die Herstellung und/oder der Vertrieb von Produkten in den Bereichen Wundbehandlung, Inkontinenzhygiene und Infektionsprophylaxe. Gemeinsam mit prozessbegleitenden Dienstleistungen werden diese als Systemlösungen für Medizin und Pflege angeboten.

Der Konzernabschluss der PAUL HARTMANN AG wurde nach den zum Bilanzstichtag zur Anwendung in der Europäischen Gemeinschaft ratifizierten International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB) aufgestellt. Daneben werden alle für das Geschäftsjahr 2011 ratifizierten Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) beachtet.

Die PAUL HARTMANN AG macht von der Vorschrift des § 315a, III HGB Gebrauch und erstellt und veröffentlicht einen Abschluss nach internationalen Rechnungslegungsvorschriften. Darüber hinaus werden alle nach deutschem Handelsrecht verlangten Angaben und Erläuterungen veröffentlicht, auch wenn sie nach IFRS nicht verpflichtend sind. Der Konzernabschluss wurde in Euro aufgestellt.

Folgende in den Konzernabschluss der PAUL HARTMANN AG einbezogene deutsche Tochtergesellschaften machten im Geschäftsjahr 2011 von der Befreiungsvorschrift des § 264 Absatz 3 beziehungsweise § 264b HGB Gebrauch:

Bode Chemie GmbH
CMC Consumer Medical Care GmbH
DIG Dienstleistungen im Gesundheitswesen GmbH
HARTMANN Beteiligungen GmbH
Karl Otto Braun GmbH & Co. KG
Kneipp-Werke Kneipp-Mittel-Zentrale GmbH & Co. KG
QMService GmbH
Reha-Service Loose GmbH
Sanimed GmbH
Vlesia GmbH

Die Bilanz wird gemäß IAS 1.60 ff. in langfristige und kurzfristige Posten untergliedert. Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren dargestellt. Die Zusammensetzung einzelner Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung wird im Anhang erläutert. Der Konzernabschluss ist auf Basis historischer Anschaffungs- und Herstellungskosten erstellt mit der Ausnahme, dass derivative Finanzinstrumente und zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte zum Marktwert bilanziert sind.

Die Erstellung des Konzernabschlusses erfordert Schätzungen und Annahmen, die die Beträge der Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten zum Bilanzstichtag sowie die Erträge und Aufwendungen des Geschäftsjahres beeinflussen. Hauptanwendungsbereiche für Annahmen und Schätzungen liegen in der Festlegung der Nutzungsdauer von Vermögenswerten des Anlagevermögens, der Ermittlung abgezinster Cash-Flows im Rahmen von Impairmenttests, der Bestimmung des Fair Value bei einigen Finanzinstrumenten sowie der Bildung von Rückstellungen für Rechtsverfahren, Pensionen und anderen Leistungszusagen, Steuern, Gewährleistungen und Garantien.

Obwohl diese Schätzungen und Annahmen mit größter Sorgfalt auf Basis aller verfügbaren Informationen vorgenommen beziehungsweise getroffen wurden, können die tatsächlichen Ergebnisse davon abweichen.

Auswirkungen von neuen Rechnungslegungsstandards

Erstmals angewendete Rechnungslegungsstandards

Im Geschäftsjahr 2011 fanden einige Rechnungslegungsstandards und Interpretationen erstmals Anwendung. Keine der neuen Rechnungslegungsvorschriften hatte einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

Die Änderung an IAS 32 "Einstufung von Bezugsrechten" wurde im Oktober 2009 veröffentlicht. Damit wird anerkannt, dass die vorherige Vorschrift -auf Fremdwährungen lautende Bezugsrechte, die an alle gegenwärtigen Anteilseigner anteilig ausgegeben werden, als derivative Verbindlichkeiten zu klassifizieren- nicht im Einklang mit der wirtschaftlichen Substanz der Transaktion steht, da es sich um eine Transaktion mit Eigentümern handelt, die in ihrer Eigenschaft als solche agieren. Die Änderung schafft daher eine Ausnahme zur "Fixed-for-Fixed"-Regelung in IAS 32 und verlangt, die Ausgabe von Bezugsrechten, die sich im Anwendungsbereich der Änderung befinden, als Eigenkapitalinstrumente einzustufen. Die Regelung ist erstmals für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Februar 2010 beginnen, und hat keine Auswirkung auf den Konzernabschluss der PAUL HARTMANN AG.

Im November 2009 wurde eine überarbeitete Fassung des IAS 24 "Angaben über Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen" veröffentlicht. Einen wesentlichen Schwerpunkt der Überarbeitung bildete die Einführung einer Erleichterungsvorschrift für Unternehmen, die unter der Beherrschung, der gemeinschaftlichen Führung oder dem maßgeblichen Einfluss einer öffentlichen Stelle stehen (government-related entitites), durch die diese Unternehmen davon befreit werden, Einzelheiten über Geschäfte mit der öffentlichen Stelle und anderen unter ihrem Einfluss stehenden Unternehmen offenzulegen. Außerdem wurde die Definition von nahe stehenden Unternehmen und Personen überarbeitet, um die Verständlichkeit und Eindeutigkeit des Standardtextes zu erhöhen. Der geänderte Standard ist erstmals für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2011 beginnen, und führt zu keinen erweiterten Angabepflichten im Konzernabschluss der PAUL HARTMANN AG.

Der IASB hat im Januar 2010 eine Änderung an IFRS 1 "Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards" herausgegeben, um Erstanwendern bezogen auf die im März 2011 veröffentlichten Änderungen an IFRS 7 "Finanzinstrumente: Angaben" die gleiche Übergangserleichterung bereitzustellen, die gegenwärtigen IFRS-Anwendern zur Verfügung steht. Die Änderung ist erstmals in der ersten Berichtsperiode eines am 1. Juli 2010 oder danach beginnenden Geschäftsjahres anzuwenden und hat keine Auswirkung auf den Konzernabschluss der PAUL HARTMANN AG.

Die Änderung an IFRIC 14 "IAS 19 - Die Begrenzung eines leistungsorientierten Vermögenswerts, Mindestdotierungsverpflichtungen und ihre Wechselwirkung" wurde im November 2009 veröffentlicht. Die Änderung beseitigt eine unbeabsichtigte Folge von IFRIC 14 in Fällen, in denen ein Unternehmen, das einer Mindestdotierungsverpflichtung unterliegt, freiwillige Beitragsvorauszahlungen leistet. Die Änderung ist erstmals für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2011 beginnen, anzuwenden, wobei sich hieraus keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss der PAUL HARTMANN AG ergeben.

IFRIC 19 "Tilgung finanzieller Verbindlichkeiten durch Eigenkapitalinstrumente" wurde im November 2009 veröffentlicht. IFRIC 19 klärt die Bilanzierung für den Fall, in dem ein Unternehmen die Konditionen einer finanziellen Verbindlichkeit neu aushandelt mit dem Ergebnis, dass die Verbindlichkeit durch die Ausgabe von Eigenkapitalinstrumenten des Schuldners an den Gläubiger getilgt wird (Debt-for-Equity-Swap). IFRIC 19 ist erstmals in der ersten Berichtsperiode eines am oder nach dem 1. Juli 2010 beginnenden Geschäftsjahres anzuwenden, wobei diese Regelung keinen Einfluss auf den Konzernabschluss der PAUL HARTMANN AG hat.

Im Mai 2010 veröffentlichte das IASB im Rahmen seiner jährlichen Aktualisierungen (Improvements-Projekt 2010) "Verbesserungen an den International Financial Reporting Standards". Bei den meisten Änderungen handelt es sich um Klarstellungen oder Korrekturen bereits bestehender IFRS beziehungsweise von zuvor an den IFRS vorgenommenen Änderungen. Die Änderungen sind erstmals für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Juli 2010 beziehungsweise dem 1. Januar 2011 beginnen, und haben keine Auswirkung auf den Konzernabschluss der PAUL HARTMANN AG.

Nicht angewendete neue beziehungsweise geänderte Rechnungslegungsstandards

IFRS 7 "Finanzinstrumente: Angaben" wurde am 23. November 2011 durch die EU ratifiziert und ist für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Juli 2011 beginnen, anzuwenden.
IFRS 1 "Erstmalige Anwendung der IFRS"; Änderungen bei schwerwiegender Hochinflation und Beseitigung fester Anwendungszeitpunkte für erstmalige Anwender, anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Juli 2011 beginnen.
IAS 12 "Ertragsteuern"; Änderungen bei der Realisierung zugrundeliegender Vermögenswerte, anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2012 beginnen.
IAS 1 "Darstellung des Abschlusses"; Änderungen bei der Darstellung einzelner Posten des sonstigen Ergebnisses, anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Juli 2012 beginnen.
IFRS 9 "Finanzinstrumente: Klassifizierung und Bewertung"; anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2015 beginnen.
IFRS 10 "Konzernabschlüsse"; anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen.
IFRS 11 "Gemeinschaftliche Vereinbarungen"; anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen.
IFRS 12 "Angaben zu Anteilen an Unternehmen"; anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen.
IFRS 13 "Bewertung zum beizulegenden Zeitwert"; anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen.
IAS 27 "Einzelabschlüsse"; anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen.
IAS 28 "Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen"; anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen.
IAS 19 "Leistungen an Arbeitnehmer"; anzuwenden für alle Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen.
IFRIC 20 "Kosten der Abraumbeseitigung während des Abbaubetriebes im Tagebau"; anzuwenden für alle Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen.
IFRS 9 und IFRS 7 "Verpflichtender Anwendungszeitpunkt und Angaben zum Übergang"; anzuwenden für alle Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2015 beginnen.
IAS 32 "Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten"; anzuwenden für alle Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2014 beginnen.
IFRS 7 "Angaben zur Saldierung"; anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen.

Aus der Anwendung der genannten Standards werden sich für den Konzernabschluss der PAUL HARTMANN AG keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ergeben.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Im Folgenden werden die grundlegenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, die bei der Aufstellung dieses Konzernabschlusses angewendet wurden, dargestellt:

Konsolidierungskreis und Konsolidierungsmethoden

Tochterunternehmen

Tochterunternehmen sind alle Unternehmen (inklusive Zweckgesellschaften), bei denen der Konzern die Kontrolle über die Finanz- und Geschäftspolitik innehat. Dies ist regelmäßig begleitet von einem Stimmrechtsanteil von mehr als 50 %. Bei der Beurteilung, ob der Konzern eine andere Gesellschaft beherrscht, wird das Vorhandensein und der Effekt von potenziellen Stimmrechten, die jederzeit ausübbar oder wandelbar sind, berücksichtigt.

Tochterunternehmen werden ab dem Zeitpunkt in den Konzernabschluss einbezogen, ab dem die Möglichkeit der Beherrschung vorliegt, und werden nicht mehr voll konsolidiert, wenn das Beherrschungsverhältnis endet. Für Akquisitionen erfolgt die Kapitalkonsolidierung gemäß IFRS 3 nach der Methode der vollständigen Neubewertung (Erwerbsmethode), das heißt Vermögenswerte und Schulden sowie Eventualschulden, soweit sie die Ansatzkriterien des IFRS 3 erfüllen, werden mit ihren beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbszeitpunkt bewertet. Hierfür lagen entsprechende Zwischenabschlüsse vor. Ein verbleibender, auf den Konzern entfallender Unterschiedsbetrag wird als Goodwill im Anlagevermögen ausgewiesen und entsprechend IFRS 3 in Verbindung mit IAS 36 einem zumindest jährlichen Werthaltigkeitstest unterzogen. Ein verbleibender negativer Unterschiedsbetrag wird sofort erfolgswirksam vereinnahmt. Beim sukzessiven Unternehmenserwerb erfolgt im Zeitpunkt der Erlangung der Beherrschung eine erfolgswirksame Neubewertung zum beizulegenden Zeitwert der bereits gehaltenen Anteile an dem erworbenen Unternehmen.

Die Abschlüsse der Tochterunternehmen werden unter Anwendung einheitlicher Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zum gleichen Bilanzstichtag aufgestellt wie der Abschluss der PAUL HARTMANN AG.

Eine Aufstellung der vollkonsolidierten Tochterunternehmen ist bei den sonstigen Erläuterungen enthalten.

Assoziierte Unternehmen und Joint Ventures

Anteile an assoziierten Unternehmen und Joint Ventures werden nach der Equity-Methode konsolidiert. Bei Joint Ventures liegt eine gemeinschaftliche Führung vor, in der Regel mit einem Anteilsbesitz von 50 %. Als assoziierte Unternehmen werden diejenigen bezeichnet, bei denen der Konzern einen maßgeblichen Einfluss besitzt und in der Regel zwischen 20 und 50 % der Stimmrechte hält, ohne das Unternehmen zu beherrschen. Die Erstbewertung der Anteile von assoziierten Unternehmen erfolgt zu Anschaffungskosten. Die Beteiligungsbuchwerte der assoziierten Unternehmen enthalten den beim Anteilserwerb identifizierten Goodwill nach Abzug von Wertminderungen. Die Bilanzierung nach der Equity-Methode wird mit dem Zeitpunkt des Wegfallens des maßgeblichen Einflusses auf ein assoziiertes Unternehmen beendet. Wenn der Buchwert der Anteile an dem assoziierten Unternehmen den Wert Null erreicht, werden keine weiteren Verlustanteile erfasst, es sei denn, dass der Konzern zusätzlich Verbindlichkeiten oder Garantien für das assoziierte Unternehmen übernommen hat.

Konzerninterne Transaktionen

Alle konzerninternen Transaktionen und Salden sowie nicht realisierte Gewinne aus Transaktionen innerhalb des Konzerns werden eliminiert. Nicht realisierte Verluste aus Transaktionen innerhalb des Konzerns werden ebenfalls eliminiert, es sei denn, der Verlust resultiert aus einer zuvor erfolgten Wertminderung des übertragenen Vermögenswerts.

Währungsumrechnung

Funktionale Währung und Berichtswährung

Die im Jahresabschluss jedes Konzernunternehmens enthaltenen Posten werden in der Währung ermittelt, die die Währung des primären Wirtschaftsumfelds ist, in dem das Unternehmen tätig ist (funktionale Währung). Der Konzernabschluss wird in der Berichtswährung Euro dargestellt, die gleichzeitig die funktionale Währung der PAUL HARTMANN AG ist.

Geschäftsvorfälle in Fremdwährung

Geschäftsvorfälle in Fremdwährung werden mit dem Wechselkurs am Tag des Geschäftsvorfalls umgerechnet.

Gewinne und Verluste aus der Begleichung solcher Geschäftsvorfälle sowie aus der Umrechnung von monetären Vermögenswerten und Verbindlichkeiten werden in der Gewinn- und Verlustrechnung verbucht.

Die Gewinne und Verluste aus der Fremdwährungsumrechnung enthalten auch Währungsdifferenzen aus Schuldverschreibungen und anderen monetären finanziellen Vermögenswerten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Währungsdifferenzen aus nicht-monetären Posten, wie Eigenkapitaltiteln, die zu Handelszwecken gehalten werden, gehen in die Gewinne oder Verluste aus der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert ein. Währungsdifferenzen aus zur Veräußerung verfügbaren, nicht-monetären Vermögenswerten werden im Bedarfsfall in der Gewinnrücklage im Eigenkapital erfasst.

Umrechnung der Jahresabschlüsse der Konzerngesellschaften

Die Posten der Gewinn- und Verlustrechnung werden mit dem Durchschnittskurs des Geschäftsjahres in die Berichtswährung des Konzerns umgerechnet. Die Bilanzposten werden zum Umrechnungskurs am 31. Dezember umgerechnet. Währungsdifferenzen, die sich aus der Umrechnung ergeben, werden erfolgsneutral im Eigenkapital ausgewiesen. Beim Abgang einer ausländischen Gesellschaft werden die kumulierten Umrechnungsdifferenzen in der Gewinn- und Verlustrechnung als Teil des Veräußerungsgewinns beziehungsweise -verlusts berücksichtigt.

Der Geschäfts- oder Firmenwert und Anpassungen der Vermögenswerte und Schulden an den beizulegenden Zeitwert, die aus dem Erwerb einer ausländischen Gesellschaft resultieren, werden zu Stichtagskursen umgerechnet.

Sachanlagen

Sachanlagen werden zu ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen bilanziert. Es bestehen keine wesentlichen Rückbau- oder Rekultivierungsverpflichtungen. Die planmäßige Abschreibung wird für jeden Vermögenswert linear auf Basis der Anschaffungs- oder Herstellungskosten berechnet.

Geschätzte Nutzungsdauer:

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Gebäude 25 - 40 Jahre
Maschinen und maschinelle Anlagen 10 - 15 Jahre
Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie Fahrzeuge 3 - 15 Jahre

Die Restbuchwerte und wirtschaftlichen Nutzungsdauern werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft und gegebenenfalls angepasst.

Die aus Veräußerungen resultierenden Gewinne und Verluste werden als Differenz zwischen den Veräußerungserlösen und den Buchwerten ermittelt und erfolgswirksam als Ertrag beziehungsweise Aufwand erfasst. Finanzierungskosten werden als Bestandteil der Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten aktiviert, sofern diese direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswerts zugeordnet werden können.

Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien umfassen Immobilien, die zur Erzielung von Mieteinnahmen und/oder zum Zweck der Wertsteigerung gehalten werden. Sie werden analog zu Sachanlagen zu fortgeschriebenen Anschaffungskosten bilanziert.

Geschätzte Nutzungsdauer:

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Immobilien 15 - 40 Jahre

Immaterielle Vermögenswerte

Goodwill

Der Goodwill stellt die positive Differenz zwischen den Anschaffungskosten und dem beizulegenden Zeitwert des Anteils des Konzerns am Reinvermögen des Tochterunternehmens beziehungsweise des assoziierten Unternehmens zum Zeitpunkt des Erwerbs dar. Der Goodwill, der beim Erwerb von Tochterunternehmen am oder nach dem 1. Januar 1995 entstanden ist, wird unter den immateriellen Vermögenswerten ausgewiesen. Der Goodwill, der beim Erwerb von assoziierten Unternehmen am oder nach dem 1. Januar 1995 entstanden ist, ist im Beteiligungsbuchwert der assoziierten Unternehmen enthalten.

Der Goodwill wird zum Zweck des Werthaltigkeitstests auf Zahlungsmittel generierende Einheiten verteilt.

Bei Goodwill wird eine unbestimmte Nutzungsdauer unterstellt. Dementsprechend unterliegt er gemäß IFRS 3 nicht der planmäßigen Abschreibung. Er wird vielmehr nach IAS 36 mindestens jährlich und zusätzlich bei Vorliegen konkreter Anhaltspunkte einem Werthaltigkeitstest unterzogen.

Darüber hinaus existieren keine immateriellen Vermögenswerte, die nicht planmäßig abgeschrieben werden.

Forschung und Entwicklung

Ausgaben für Forschungsaktivitäten werden sofort als Aufwand erfasst. Die Entwicklungskosten werden sofort als Aufwand erfasst, da die Voraussetzungen für eine Aktivierung nach IAS 38 nicht erfüllt waren.

Andere immaterielle Vermögenswerte

Ausgaben für erworbene Patente, Markenzeichen, Kundenbeziehungen und Lizenzen werden aktiviert und über ihre Nutzungsdauer linear abgeschrieben.

Geschätzte Nutzungsdauer:

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Patente, Lizenzen, Schutzrechte, Marken, Kundenbeziehungen 4 - 15 Jahre
Software 3 - 5 Jahre

Wertminderungen langfristiger Vermögenswerte

Vermögenswerte, die eine unbestimmte Nutzungsdauer haben, werden nicht planmäßig abgeschrieben; sie werden mindestens jährlich auf Wertminderungsbedarf hin geprüft oder wenn Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen. Vermögenswerte, die einer planmäßigen Abschreibung unterliegen, werden auf Wertminderungsbedarf geprüft, wenn Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass der Buchwert gegebenenfalls nicht mehr erzielbar ist. Ein Wertminderungsverlust wird in Höhe des den erzielbaren Betrag übersteigenden Buchwerts erfasst. Der erzielbare Betrag ist der höhere Wert aus dem Nettoveräußerungspreis und dem Nutzungswert. Wenn die Bestimmung des erzielbaren Betrags für einzelne Vermögenswerte nicht möglich ist, werden Vermögenswerte zur kleinsten Gruppe zusammengefasst, der unabhängige Mittelzuflüsse zugeordnet werden können (Zahlungsmittel generierende Einheit).

Sind die Gründe für eine zuvor bei planmäßig abgeschriebenen Vermögenswerten erfasste außerplanmäßige Wertminderung entfallen, werden diese Vermögenswerte erfolgswirksam zugeschrieben. Dabei darf diese Wertaufholung nicht den fortgeführten Buchwert übersteigen, der bestimmt worden wäre, wenn in den früheren Perioden keine außerplanmäßige Wertminderung erfasst worden wäre.

Finanzielle Vermögenswerte

Die Bilanzierung und Bewertung finanzieller Vermögenswerte erfolgt nach den Vorschriften des IAS 39.

Die Bilanzierung erfolgt bei üblichem Kauf oder Verkauf zum Handelstag, das heißt zu dem Tag, an dem sich der Konzern zum Kauf oder Verkauf des Vermögenswerts verpflichtet.

Die Erstbewertung von finanziellen Vermögenswerten erfolgt zum Fair Value. Bei finanziellen Vermögenswerten, die in der Folgezeit nicht erfolgswirksam zum Fair Value bewertet werden, erfolgt die Erstbewertung unter Einbeziehung von Transaktionskosten, die direkt dem Erwerb des finanziellen Vermögenswerts zuzurechnen sind.

Die Folgebewertung von finanziellen Vermögenswerten ist abhängig von der Zuordnung zu den Bewertungskategorien im Sinne des IAS 39 und erfolgt entweder zu fortgeführten Anschaffungskosten oder zum Fair Value.

Die fortgeführten Anschaffungskosten finanzieller Vermögenswerte ermitteln sich unter Beachtung der Effektivzinsmethode als der Betrag, mit dem ein finanzieller Vermögenswert bei erstmaliger Erfassung bewertet wurde, vermindert um eventuelle Tilgungen, etwaige Wertminderungen oder Uneinbringlichkeiten.

Der Fair Value entspricht im Allgemeinen dem Markt- oder Börsenwert. Wenn kein aktiver Markt existiert, wird der Fair Value mittels finanzmathematischer Methoden, zum Beispiel durch Diskontierung der zukünftigen Zahlungsströme mit dem Marktzinssatz oder die Anwendung anerkannter Optionspreismodelle, ermittelt.

Die Bewertung der finanziellen Vermögenswerte zum Fair Value folgt einer dreistufigen Hierarchie, die die Nähe der herangezogenen Bewertungsfaktoren zu einem aktiven Markt beschreibt (vergleiche zusätzliche Angaben zu den Finanzinstrumenten innerhalb der "Sonstigen Erläuterungen").

Finanzielle Vermögenswerte gliedern sich abhängig von ihrem jeweiligen Erwerbszweck in nachstehende Kategorien:

erfolgswirksam zum Fair Value bewertete finanzielle Vermögenswerte,
bis zur Endfälligkeit zu haltende finanzielle Vermögenswerte,
Kredite und Forderungen,
zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte.

Die Zuordnung zu einer Kategorie hängt vom jeweiligen Zweck ab, für den die finanziellen Vermögenswerte erworben wurden, und wird zu jedem Bilanzstichtag überprüft.

Erfolgswirksam zum Fair Value bewertete finanzielle Vermögenswerte umfassen die zu Handelszwecken gehaltenen finanziellen Vermögenswerte. Dieser Bewertungskategorie werden die in den sonstigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesenen Forderungen aus Derivaten zugeordnet, die nicht in einer bilanziellen Sicherungsbeziehung stehen. Änderungen des Fair Value finanzieller Vermögenswerte dieser Kategorie werden zum Zeitpunkt der Wertsteigerung beziehungsweise Wertminderung erfolgswirksam erfasst. Die Kategorie umfasst in der HARTMANN GRUPPE ausschließlich zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente.

Bis zur Endfälligkeit zu haltende finanzielle Vermögenswerte sind nicht derivative finanzielle Vermögenswerte mit festen oder bestimmbaren Zahlungen und einer festen Laufzeit, wenn die Absicht und Fähigkeit besteht, die finanziellen Vermögenswerte bis zur Endfälligkeit zu halten und keine andere Kategorisierung vorgeschrieben ist. Diese werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Sowohl im abgelaufenen als auch im Vorjahr hatte die HARTMANN GRUPPE keine bis zur Endfälligkeit zu haltende finanziellen Vermögenswerte im Bestand.

Kredite und Forderungen sind nicht derivative finanzielle Vermögenswerte mit festen oder bestimmbaren Zahlungen, die nicht in einem aktiven Markt notiert sind. Sie werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Dieser Bewertungskategorie werden die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die in den sonstigen Forderungen ausgewiesenen weiteren finanziellen Forderungen sowie die Zahlungsmittel zugeordnet.

Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte umfassen diejenigen nicht derivativen finanziellen Vermögenswerte, die nicht einer der zuvor genannten Kategorien zugeordnet wurden. Dies sind insbesondere Beteiligungen, Wertpapiere und verzinsliche Ausleihungen, die in den sonstigen Vermögenswerten enthalten sind. Die Folgebewertung erfolgt zum Fair Value. Existiert kein notierter Marktpreis und kann keine verlässliche Schätzung des Fair Value vorgenommen werden, werden diese finanziellen Vermögenswerte zu Anschaffungskosten (gegebenenfalls abzüglich Wertminderungen) erfasst. Änderungen des Fair Value von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten werden unter Berücksichtigung von Steuereffekten erfolgsneutral im Eigenkapital abgegrenzt. Eine erfolgswirksame Erfassung des Fair Value erfolgt erst bei Veräußerung. Liegt der Fair Value über einen längeren Zeitraum beziehungsweise wesentlich unter den Anschaffungskosten, wird eine Wertminderung erfolgswirksam erfasst. In Fällen, in denen der Marktpreis von Eigenkapital- und Schuldtiteln bestimmt werden kann, wird der Fair Value angesetzt.

Umkategorisierungen sind im Geschäftsjahr und in den Vorjahren nicht vorgenommen worden.

Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn die vertraglichen Rechte auf Zahlungen aus den finanziellen Vermögenswerten nicht mehr bestehen oder übertragen wurden und der Konzern die finanziellen Vermögenswerte mit allen wesentlichen Chancen und Risiken übertragen hat. Die bei der Ausbuchung entstandenen Gewinne und Verluste werden erfolgswirksam erfasst.

Die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte, die nicht erfolgswirksam zum Fair Value zu bewerten sind, werden zu jedem Bilanzstichtag daraufhin untersucht, ob objektive substanzielle Hinweise einer Wertminderung vorliegen. Im Fall einer eingetretenen Wertminderung wird der dadurch entstehende Aufwand erfolgswirksam erfasst. Wertminderungen des Fair Value von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten, die bisher erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst wurden, sind aus dem Eigenkapital zu eliminieren und erfolgswirksam in die Gewinn- und Verlustrechnung umzubuchen.

Finanzielle Vermögenswerte mit einer Laufzeit von mehr als zwölf Monaten werden als langfristige finanzielle Vermögenswerte ausgewiesen.

Leasingverhältnisse

Leasingverhältnisse über Sachanlagen, bei denen der Konzern im Wesentlichen alle mit dem Eigentum an dem Leasingobjekt verbundenen Risiken und Chancen trägt, werden als Finanzierungsleasing eingestuft. Sachanlagen aus Finanzierungsleasing werden zu Beginn des Leasingverhältnisses zum niedrigeren Wert aus beizulegendem Zeitwert des Leasingobjekts und dem Barwert der Mindestleasingzahlungen angesetzt. Die entsprechenden Leasingverpflichtungen werden in gleicher Höhe unter den Verbindlichkeiten ausgewiesen. Jede Leasingzahlung wird in der Weise in den Tilgungsanteil der Restschuld und die Finanzierungskosten aufgeteilt, um eine konstante Verzinsung über die Laufzeit des Leasingverhältnisses zu erreichen. Der Zinsanteil der Leasingzahlungen wird in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Aktivierte Sachanlagen aus Finanzierungsleasing werden über die wirtschaftliche Nutzungsdauer des Vermögenswerts oder über die kürzere Leasingdauer abgeschrieben, wenn nicht hinreichend sicher ist, dass das Eigentum an dem Vermögenswert auf den Leasingnehmer übergeht.

Leasingverhältnisse, bei denen wesentliche mit dem Eigentum verbundene Risiken und Chancen beim Leasinggeber verbleiben, werden als Operating Leasing eingestuft. Zahlungen aus Operating Leasing werden unter Berücksichtigung von Incentives des Leasinggebers linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses verteilt und in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Vorräte

Vorräte werden mit dem niedrigeren Wert aus den Anschaffungs- oder Herstellungskosten und dem Nettoveräußerungswert bewertet. Die Anschaffungskosten von Waren werden auf Basis des gleitenden Durchschnittspreises ermittelt. Die Herstellungskosten von fertigen und unfertigen Erzeugnissen enthalten Rohstoffe, Fertigungslöhne, andere direkte Kosten und dem Produkt zurechenbare Gemeinkosten, die auf normaler Kapazitätsauslastung basieren. Nicht enthalten sind Finanzierungskosten. Der Nettoveräußerungswert ist der geschätzte, im normalen Geschäftsgang erzielbare Verkaufserlös abzüglich der Kosten für die Fertigstellung und den Vertrieb.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden beim erstmaligen Ansatz in Höhe des Fair Value bilanziert. Die Folgebewertung wird unter Anwendung der Effektivzinsmethode und abzüglich der Wertberichtigungen durchgeführt. Diese Wertberichtigungen basieren auf einer Durchsicht aller ausstehenden Beträge zum Jahresende und Erfahrungswerten aus der Vergangenheit. Uneinbringliche Forderungen werden abgeschrieben, sobald der Zahlungsausfall feststeht.

Zahlungsmittel

Zahlungsmittel werden in der Bilanz zum Nominalwert ausgewiesen. Für Zwecke der Kapitalflussrechnung enthalten die Zahlungsmittel Bargeld, jederzeit abrufbare Guthaben bei Kreditinstituten und andere kurzfristige hochliquide Finanzinvestitionen mit einer ursprünglichen Restlaufzeit von höchstens drei Monaten.

Zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte und Verbindlichkeiten

Langfristige Vermögenswerte (oder Gruppen von Vermögenswerten und Schulden) werden als zur Veräußerung gehalten klassifiziert und zum niedrigeren Wert aus Buchwert oder beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bewertet, wenn ihr Buchwert im Wesentlichen durch einen Verkauf erlöst wird, statt durch fortgesetzte betriebliche Nutzung. Die planmäßige Abschreibung von Vermögenswerten endet mit der Einstufung als "zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte". Der Verkauf der langfristigen Vermögenswerte oder Veräußerungsgruppen ist höchstwahrscheinlich.

Eigenkapital

Externe Kosten, die direkt der Emission von neuen Aktien zugerechnet werden können, werden, sofern es sich nicht um Unternehmenserwerbe handelt, unter Berücksichtigung der Steuereffekte mit dem Eigenkapital verrechnet. Stammaktien werden als Eigenkapital klassifiziert. Dividenden für Stammaktien werden in der Periode vom Eigenkapital abgezogen, in der sie beschlossen wurden.

Wenn die PAUL HARTMANN AG oder eines ihrer Tochterunternehmen eigene Aktien der PAUL HARTMANN AG kauft, wird die bezahlte Gegenleistung einschließlich zurechenbarer Transaktionskosten unter Berücksichtigung der Steuereffekte vom Eigenkapital abgezogen. Wenn solche Aktien später verkauft oder neu ausgegeben werden, wird die erhaltene Gegenleistung wieder im Eigenkapital erfasst. Im Geschäftsjahr 2011 kam es nicht zu einem Erwerb eigener Aktien.

Finanzielle Schulden

Finanzielle Schulden werden beim erstmaligen Ansatz in Höhe des erhaltenen Betrags unter Berücksichtigung von Transaktionskosten erfasst. In den Folgeperioden werden finanzielle Schulden grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungskosten gemäß der Effektivzinsmethode bilanziert. Differenzen zwischen den Anschaffungskosten und dem Rückzahlungsbetrag werden demnach über die Laufzeit des Kredits verteilt in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Darlehensverbindlichkeiten werden als kurzfristige Verbindlichkeiten klassifiziert, sofern die Konzerngesellschaft nicht das unbedingte Recht hat, die Begleichung der Verbindlichkeit auf einen Zeitpunkt mindestens zwölf Monate nach dem Bilanzstichtag zu verschieben.

Ertragsteuern

Die Ertragsteuern umfassen sowohl die unmittelbar zu entrichtenden Steuern vom Einkommen und Ertrag als auch die latenten Steuern. Die Steuerverbindlichkeiten enthalten Verpflichtungen für in- und ausländische Ertragsteuern. Diese umfassen sowohl das laufende Jahr als auch etwaige Verpflichtungen aus Vorjahren. Die Verbindlichkeiten werden auf Basis der steuerlichen Vorschriften in den Ländern unserer Geschäftstätigkeit berechnet und berücksichtigen alle uns bekannten Sachverhalte.

Latente Steuern werden gemäß der Verbindlichkeitsmethode auf temporäre Differenzen, die aus Unterschieden zwischen dem Steuerwert von Vermögenswerten und Schulden und ihrem Buchwert im IFRS-Abschluss resultieren, sowie auf Konsolidierungsvorgänge erfasst. Die wesentlichen temporären Differenzen ergeben sich aus der Abschreibung auf Sachanlagen, derivativen Finanzinstrumenten und Rückstellungen sowie bei Unternehmenserwerben aus Unterschieden zwischen den beizulegenden Werten der erworbenen Vermögenswerte und deren steuerlichen Werten. Steuerliche Verlustvorträge, die wahrscheinlich zukünftig genutzt werden können, wurden in Höhe des latenten Steueranspruchs aktiviert.

Aktive latente Steuern sind grundsätzlich mit der Maßgabe angesetzt, dass ein künftiges zu versteuerndes Einkommen wahrscheinlich ist, mit dem die temporären Differenzen genutzt werden können. Aktive und passive latente Steuern wurden saldiert, soweit das Unternehmen ein Recht zur Aufrechnung der tatsächlichen Steuererstattungsansprüche und Steuerschulden hat und, wenn sich die latenten Steueransprüche und latenten Steuerschulden auf die gleiche Steuerbehörde beziehen (IAS 12.74).

Zur Berechnung der latenten Steuern werden die Steuersätze verwendet, die nach der derzeitigen Rechtslage gültig oder für den Zeitpunkt angekündigt sind, in dem sich die temporären Differenzen wahrscheinlich ausgleichen werden. Die latenten Steuern für inländische Unternehmen wurden mit einem Gesamtsteuersatz von 29,2 % (2010: 28,7 %) ermittelt. Hierbei wurden neben der Körperschaftsteuer von 15 % der Solidaritätszuschlag von 5,5 % auf die Körperschaftsteuer und die Gewerbesteuer von 13,4 % berücksichtigt. Für ausländische Gesellschaften werden die jeweiligen nationalen Steuersätze angewandt.

Latente Steuern werden auf temporäre Differenzen aus Beteiligungen an Tochtergesellschaften und assoziierten Unternehmen gebildet, es sei denn, dass der Zeitpunkt der Umkehr der temporären Differenzen gesteuert werden kann und es wahrscheinlich ist, dass sich die temporären Differenzen in der näheren Zukunft nicht umkehren.

Pensionsverpflichtungen und andere Leistungen

Pensionsverpflichtungen

Die Konzerngesellschaften haben weltweit eine Reihe von beitrags- und leistungsorientierten Versorgungsplänen abgeschlossen. Das diesen Plänen zugeordnete Vermögen wird normalerweise in unabhängige vermögensverwaltende Fonds oder bei externen Versicherern eingezahlt.

Die beitragsorientierten Pensionszusagen werden in der Regel durch Zahlungen von Arbeitnehmern und den entsprechenden Konzernunternehmen gedeckt, jeweils unter Berücksichtigung der Empfehlungen von unabhängigen qualifizierten Versicherungsmathematikern.

Die Zuwendungen von Konzernunternehmen zu beitragsorientierten Pensionsplänen werden in der Periode in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, zu der sie gehören.

Der Pensionsaufwand für leistungsorientierte Pensionszusagen wird anhand der Projected Unit Credit-Methode ermittelt. Die Gesamtkosten für diese Zusagen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung über den Zeitraum der von den Arbeitnehmern dafür zu erbringenden Arbeitsleistungen verteilt.

Die Pensionsverpflichtung wird zum Barwert der voraussichtlichen zukünftigen Auszahlungen auf Basis versicherungsmathematischer Gutachten bewertet. Zur Abzinsung werden Zinssätze von erstrangigen Industrieanleihen verwendet, die eine vergleichbare Fälligkeit wie die zugehörigen Verpflichtungen besitzen.

Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden über die durchschnittliche Restdienstzeit der Arbeitnehmer verteilt, soweit sie zu Beginn eines Geschäftsjahres 10 % des höheren Betrags aus der Pensionsverpflichtung oder dem beizulegenden Zeitwert des Planvermögens zu diesem Zeitpunkt übersteigen.

Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand wird sofort erfolgswirksam erfasst, es sei denn, die Änderungen des Pensionsplans hängen vom Verbleib des Mitarbeiters im Unternehmen für einen festgelegten Zeitraum ab (Zeitraum bis zum Eintritt der Unverfallbarkeit). In diesem Fall wird der nachzuverrechnende Dienstzeitaufwand linear über den Zeitraum bis zum Eintritt der Unverfallbarkeit erfolgswirksam erfasst.

Altersteilzeit

Für Mitarbeiter der HARTMANN GRUPPE, die im Rahmen tarifvertraglicher Bestimmungen die Möglichkeit der Altersteilzeit nutzen, wird eine Rückstellung gebildet. Diese enthält den anteiligen Erfüllungsrückstand während der Arbeitsphase im abgelaufenen Kalenderjahr sowie den Aufstockungsbetrag für die gesamte Altersteilzeitphase.

Jubiläen, Sterbegeld- und Überbrückungsgeldverpflichtungen

Einzelne Konzerngesellschaften gewähren nach einer bestimmten Betriebszugehörigkeit den Mitarbeitern Geldgeschenke sowie Sonderurlaubstage. Des Weiteren werden teilweise Sterbe- und Überbrückungsgelder geleistet. Über die Berechnung der Rückstellung liegt ein versicherungsmathematisches Gutachten vor. Es werden Zinssätze herangezogen, die mit den Zinssätzen für die Berechnung von Pensionsverpflichtungen vergleichbar sind.

Zuwendungen der öffentlichen Hand

Staatliche Investitionszuschüsse für Sachanlagen werden als Minderung der Anschaffungs- oder Herstellungskosten ausgewiesen und durch die verringerte planmäßige Abschreibung über die Nutzungsdauer der Sachanlagen in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Steuerfreie Investitionszulagen werden passivisch abgegrenzt, in den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen und in der Gewinn- und Verlustrechnung linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer der zugehörigen Vermögenswerte verteilt und erfasst. Erfolgsbezogene Zuwendungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung als Ertrag dargestellt, oder von den entsprechenden Aufwendungen abgezogen.

Rückstellungen

Rückstellungen werden bilanziert, wenn dem Konzern eine gesetzliche oder faktische Verpflichtung aus vergangenen Ereignissen entstanden ist, deren Erfüllung erwartungsgemäß mit einem Abfluss von Ressourcen verbunden ist und deren Höhe verlässlich geschätzt werden kann. Wenn die Unternehmensleitung erwartet, dass eine Zahlungsverpflichtung von Dritten erstattet wird, zum Beispiel im Rahmen eines Versicherungsvertrags, wird der Erstattungsanspruch als eigenständiger Vermögenswert bilanziert, sofern die Erstattung so gut wie sicher ist.

Gewährleistungsverpflichtungen

Der Konzern bilanziert eine Rückstellung für den Austausch von Waren, die am Bilanzstichtag unter die Gewährleistungsverpflichtung fallen. Diese Rückstellung wird auf Basis von Erfahrungswerten der vergangenen Jahre in Bezug auf den Ersatz von Wirtschaftsgütern ermittelt.

Drohverlustrückstellungen

Der Konzern bilanziert eine Drohverlustrückstellung, wenn die erwarteten Erträge aus einem Vertrag unter den unvermeidbaren Kosten zur Erfüllung der Verpflichtung aus dem Vertrag liegen. Dabei werden die unvermeidbaren Kosten zu Vollkosten angesetzt.

Restrukturierungsrückstellungen

Diese Rückstellungen beinhalten Leistungen an Arbeitnehmer. Sie werden erst bilanziert, nachdem ein Beschluss über die detaillierten Bedingungen der Beendigung des Arbeitsverhältnisses sowie die Zahl der betroffenen Arbeitnehmer getroffen wurde und die entsprechenden Arbeitnehmer oder Arbeitnehmervertreter über diesen Beschluss informiert worden sind. Für Kosten der künftigen Aktivitäten wird keine Rückstellung angesetzt.

Ertragsrealisierung

Umsatzerlöse werden erfasst, wenn die Waren ausgeliefert wurden beziehungsweise wenn die Dienstleistung erbracht wurde. Die Umsatzerlöse werden zum beizulegenden Zeitwert für den Verkauf von Waren und Dienstleistungen abzüglich aller Erlösschmälerungen ohne Verbrauchsteuern und nach der Eliminierung von konzerninternen Verkäufen ausgewiesen. Die HARTMANN GRUPPE erfasst Erträge, wenn der Nutzenzufluss wahrscheinlich ist und dessen Höhe verlässlich ermittelt werden kann. Zinsen werden periodengerecht unter Anwendung der Effektivzinsmethode als Aufwand beziehungsweise Ertrag erfasst. Dividendenerträge werden erfasst, wenn ein Dividendenbeschluss vorliegt.

Derivative Finanzinstrumente und Sicherungsgeschäfte

Derivate

Derivative Finanzinstrumente, die nicht Teil einer Hedging-Beziehung sind, werden in der Bilanz bei der Ersterfassung sowie der Folgebewertung zu ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet. Wertänderungen auf derivative Finanzinstrumente werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die Regelungen zur Bilanzierung von Sicherungsgeschäften nach IAS 39 werden angewendet, wenn die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt sind.

Hedge Accounting

Im Rahmen der operativen Geschäftstätigkeit und im Finanzierungsbereich ist die HARTMANN GRUPPE insbesondere Zins-, Fremdwährungs- und Rohstoffrisiken ausgesetzt. Unternehmenspolitik ist es, diese Risiken mithilfe von Zinsswaps, Devisentermingeschäften und Rohstoffswaps im Rahmen von Hedge Accounting (Cash-Flow Hedges) auszuschließen und zu begrenzen.

Der effektive Teil von Änderungen des beizulegenden Zeitwerts von Derivaten, die für eine Absicherung des Cash-Flows bestimmt sind und als Cash-Flow Hedge eingestuft werden, wird im Eigenkapital erfasst. Der ineffektive Teil derartiger Wertänderungen wird dagegen direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Im Eigenkapital abgegrenzte Beträge werden in der Periode in die Gewinn- und Verlustrechnung umgebucht und als Ertrag oder Aufwand erfasst, in der das abgesicherte Grundgeschäft erfolgswirksam wird (zum Beispiel zu dem Zeitpunkt, zu dem ein abgesicherter zukünftiger Verkauf stattfindet). Der Gewinn beziehungsweise Verlust aus der effektiven Sicherung variabler verzinslicher Kredite mit Zinsswaps wird in der Gewinn- und Verlustrechnung unter den Finanzierungserträgen beziehungsweise Finanzierungsaufwendungen erfasst. Gewinne beziehungsweise Verluste aus der effektiven Sicherung von Fremdwährungs- und Rohstoffpreisrisiken werden im Betriebsergebnis erfasst.

Die PAUL HARTMANN AG dokumentiert bei Beginn der Transaktion die Beziehung zwischen Grund- und Sicherungsgeschäft, die Risikomanagementstrategien und das Vorgehen für Sicherungsaktionen. Ebenso wird die Überprüfung der Effektivität der Sicherung dokumentiert.

Wenn ein Sicherungsgeschäft ausläuft, veräußert wird oder nicht mehr die Kriterien zur Bilanzierung als Sicherungsgeschäft erfüllt, verbleibt der bis dahin im Eigenkapital kumulierte Gewinn oder Verlust im Eigenkapital und wird erst dann erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, wenn die ursprünglich gesicherte, zukünftige Transaktion eintritt. Wird der Eintritt der zukünftigen Transaktion nicht länger erwartet, werden die im Eigenkapital erfassten kumulierten Gewinne oder Verluste sofort in die Gewinn- und Verlustrechnung umgebucht.

Ermittlungsmethoden des beizulegenden Zeitwerts

Der beizulegende Zeitwert von Derivaten und zu Handelszwecken gehaltenen oder zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten basiert auf Mark-to-Market-Bewertungen am Bilanzstichtag, die durch Bankbewertungen verifiziert werden. Der beizulegende Zeitwert von Zinsswaps, Rohstoffswaps, Devisenswaps und Devisentermingeschäften wird dabei als Barwert der erwarteten zukünftigen Zahlungsflüsse berechnet.

Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der finanziellen Vermögenswerte, sonstigen finanziellen Forderungen, Leasingverbindlichkeiten und sonstigen finanziellen Schulden, die im Anhang anzugeben sind, erfolgt durch Abzinsung der künftigen, vertraglich vereinbarten Zahlungsströme zu aktuellen Marktzinssätzen, die der Konzern für vergleichbare Finanzinstrumente erhalten würde.

Zur Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte von immateriellen Vermögenswerten im Rahmen von Kaufpreisallokationen wurden je nach Art des Vermögenswerts, Komplexität der Wertermittlung und der Verfügbarkeit von Informationen unterschiedliche Bewertungstechniken herangezogen. Grundsätzlich kann man nach kosten-, marktpreis- und kapitalwertorientierten Verfahren unterscheiden. Dabei ist das kapitalwertorientierte Verfahren ("income approach"), das im Allgemeinen auf einer Prognose künftiger Zahlungsmittelflüsse beruht, hervorzuheben. So wurde bei der Bewertung der Marken die so genannte Lizenzpreis-Analogiemethode angewendet. Bei dieser Methode werden die Kosteneinsparungen geschätzt, die daraus resultieren, dass die PAUL HARTMANN AG Eigentümer der Marken und Patente ist und keine Gebühren an einen Lizenzgeber zahlen muss. Die hieraus resultierende Ersparnis ergibt nach Abzinsung den anzusetzenden Wert für den immateriellen Vermögenswert. Die Bewertung der Kundenbeziehungen wurde demgegenüber mittels der Residualwertmethode vorgenommen. Bei dieser Methode wird der Barwert der ausschließlich durch den zu bewertenden Vermögenswert generierten Zahlungsstroms ermittelt. Da die betreffenden Vermögenswerte ihre Zahlungsströme regelmäßig nur im Verbund mit anderen Vermögenswerten generieren, werden bei der Ermittlung der relevanten Einzahlungsüberschüsse fiktive Auszahlungen für diese "unterstützenden" anderen Vermögenswerte (contributory asset charge) berücksichtigt. Die Bewertung der Grundstücke erfolgte auf Basis eines Marktpreisverfahrens. Gebäude, technische Anlagen und Maschinen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung wurden auf Basis eines kostenorientierten Verfahrens bewertet. Die Vorräte wurden auf Basis der retrograden Methode bewertet.

Erläuterungen zur Konzernbilanz

1 Sachanlagen

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in Tausend EUR Grundstücke und Bauten Maschinen, technische Anlagen Betriebs- und Geschäftsausstattung Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau Gesamt
Kumulierte Anschaffungs-/Herstellungskosten
Stand 1. Januar 2010 272.021 371.922 238.800 15.819 898.562
Zugänge 5.942 15.266 16.581 18.648 56.437
Umbuchungen 670 8.514 4.051 -13.697 -462
Veränderung im
Konsolidierungskreis 0 0 -41 0 -41
Abgänge 7.293 -13.809 -22.238 -169 -28.923
Währungsumrechnung 8.126 6.111 4.180 188 18.605
Stand 31. Dezember 2010 294.052 388.004 241.333 20.789 944.178
Kumulierte Abschreibungen
Stand 1. Januar 2010 134.802 276.542 179.589 0 590.933
Planmäßige Abschreibungen 7.709 18.842 14.346 0 40.897
Wertminderungen 0 120 1 0 121
Umbuchungen 16 48 -64 0 0
Veränderung im
Konsolidierungskreis 0 0 -22 0 -22
Abgänge 7.737 -11.512 -21.325 0 -25.100
Währungsumrechnung 4.360 4.711 2.952 0 12.023
Stand 31. Dezember 2010 154.624 288.751 175.477 0 618.852
Restbuchwert am
31. Dezember 2010 139.428 99.253 65.856 20.789 325.326

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in Tausend EUR Grundstücke und Bauten Maschinen, technische Anlagen Betriebs- und Geschäftsausstattung Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau Gesamt
Kumulierte Anschaffungs-/Herstellungskosten
Stand 1. Januar 2011 294.052 388.004 241.333 20.789 944.178
Zugänge 478 19.094 17.469 13.961 51.002
Umbuchungen 1.852 13.886 2.302 -18.027 13
Veränderung im Konsolidierungskreis 0 296 715 0 1.011
Abgänge -4.364 -7.741 -7.358 -2.366 -21.829
Währungsumrechnung 361 512 -112 -88 673
Stand 31. Dezember 2011 292.379 414.051 254.349 14.269 975.048
Kumulierte Abschreibungen
Stand 1. Januar 2011 154.624 288.751 175.477 0 618.852
Planmäßige Abschreibungen 7.821 19.529 15.357 0 42.707
Wertminderungen 45 0 10 2.366 2.421
Wertaufholung -290 -45 -85 0 -420
Umbuchungen 406 0 25 0 431
Veränderung im Konsolidierungskreis 0 -40 25 0 -15
Abgänge -3.121 -7.677 -6.648 -2.366 -19.812
Währungsumrechnung 537 880 86 0 1.503
Stand 31. Dezember 2011 160.022 301.398 184.247 0 645.667
Restbuchwert am 31. Dezember 2011 132.357 112.653 70.102 14.269 329.381

Im Rahmen eines Impairmenttests wurden Wertaufholungen bei Grundstücken und Gebäuden in Höhe von 0,3 Mio. EUR, bei Maschinen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung von insgesamt 0,1 Mio. EUR vorgenommen. Die Zuschreibung erfolgt aufgrund der verbesserten wirtschaftlichen Ertragslage einer Cash Generating Unit (CGU).

Auf Sachanlagen sind keine Grundpfandrechte (2010: 2,6 Mio. EUR) eingetragen. Es bestehen übliche Vereinbarungen über Eigentumsvorbehalte. Des Weiteren bestehen am Bilanzstichtag vertragliche Verpflichtungen für den Erwerb von Sachanlagen in Höhe von 8,4 (2010: 13,2) Mio. EUR und für Reparaturen und Ersatzteile in Höhe von 0,5 (2010: 0,2) Mio. EUR.

Im Berichtsjahr wurden Investitionszuschüsse bei Technischen Anlagen und Maschinen in Höhe von 1,2 Mio. EUR sowie bei Gebäuden in Höhe von 0,5 Mio. EUR von den Anschaffungskosten abgesetzt.

In der Veränderung im Konsolidierungskreis sind im Wesentlichen Vermögenswerte aus der Akquisition von Pierre Cattier SAS enthalten.

Im Rahmen von Finanzierungsleasing genutzte Betriebs- und Geschäftsausstattung:

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in Tausend EUR 2011 2010
Kumulierte Anschaffungs-/Herstellungskosten 3.741 3.365
Kumulierte Abschreibungen -2.587 -2.555
Restbuchwert am 31. Dezember 1.154 810

Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um abgeschlossene Leasingverträge im Bereich EDV-Hardware und Kraftfahrzeuge.

2 Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

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in Tausend EUR 2011 2010
Kumulierte Anschaffungs-/Herstellungskosten
Stand am 1. Januar 2.402 0
Umbuchungen -479 0
Abgänge -1.923 0
Umgliederungen aus zur Veräußerung bestimmten Vermögenswerten 0 2.402
Stand am 31. Dezember 0 2.402
Kumulierte Abschreibungen
Stand am 1. Januar 1.776 0
Umbuchungen -431 0
Planmäßige Abschreibungen 47 168
Abgänge -1.392 0
Umgliederungen aus zur Veräußerung bestimmten Vermögenswerten 0 1.608
Stand am 31. Dezember 0 1.776
Restbuchwert am 31. Dezember 0 626

Die als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien wurden im Geschäftsjahr 2011 veräußert, wobei im Geschäftsjahr 2011 noch insgesamt Mieteinnahmen in Höhe von 0,2 (2010: 0,2) Mio. EUR erzielt wurden. Im Geschäftsjahr fielen Aufwendungen in Höhe von 0,2 (2010: 0,3) Mio. EUR im Zusammenhang mit den als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien an.

3 Immaterielle Vermögenswerte

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in Tausend EUR Konzessionen, Schutzrechte und ähnliche Werte Goodwill Geleistete Anzahlungen Gesamt
Kumulierte Anschaffungs-/Herstellungskosten
Stand 1. Januar 2010 90.640 72.344 2.121 165.105
Zugänge 4.372 1.564 463 6.399
Umbuchungen 2.571 0 -2.108 463
Abgänge -777 0 0 -777
Veränderung im Konsolidierungskreis 23 0 0 23
Währungsumrechnung 966 1.715 0 2.681
Stand 31. Dezember 2010 97.795 75.623 476 173.894
Kumulierte Abschreibungen
Stand 1. Januar 2010 55.291 16.109 0 71.400
Planmäßige Abschreibungen 6.785 0 0 6.785
Wertminderungen 2.593 1.564 0 4.157
Abgänge -747 0 0 -747
Veränderung im Konsolidierungskreis -14 0 0 -14
Währungsumrechnung 394 127 0 521
Stand 31. Dezember 2010 64.302 17.800 0 82.102
Restbuchwert am 31. Dezember 2010 33.493 57.823 476 91.792

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in Tausend EUR Konzessionen, Schutzrechte und ähnliche Werte Goodwill Geleistete Anzahlungen Gesamt
Kumulierte Anschaffungs-/Herstellungskosten
Stand 1. Januar 2011 97.795 75.623 476 173.894
Zugänge 5.088 7.246 796 13.130
Umbuchungen 889 0 -422 467
Abgänge -288 0 0 -288
Veränderung im Konsolidierungskreis 2.509 0 0 2.509
Währungsumrechnung 212 224 0 436
Stand 31. Dezember 2011 106.205 83.093 850 190.148
Kumulierte Abschreibungen
Stand 1. Januar 2011 64.302 17.800 0 82.102
Planmäßige Abschreibungen 7.399 0 0 7.399
Abgänge -256 0 0 -256
Währungsumrechnung 156 -64 0 92
Stand 31. Dezember 2011 71.601 17.736 0 89.337
Restbuchwert am 31. Dezember 2011 34.604 65.357 850 100.811

Der Goodwill wurde im Rahmen eines Impairmenttests gemäß IAS 36 auf Werthaltigkeit überprüft (siehe Ziffer 25). Am Bilanzstichtag bestanden vertragliche Verpflichtungen für den Erwerb von immateriellen Vermögenswerten in Höhe von 0,9 (2010: 0,1) Mio. EUR. In der Veränderung im Konsolidierungskreis sind Vermögenswerte aus der Akquisition von Pierre Cattier SAS enthalten.

Die im Jahr 2011 angefallenen Forschungs- und Entwicklungskosten erfüllten wie im Vorjahr nicht die Aktivierungskriterien nach IFRS. Insgesamt wurden Forschungskosten und nicht aktivierte Entwicklungskosten in Höhe von 33,1 (2010: 35,8) Mio. EUR aufwandswirksam erfasst.

4 Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen

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in Tausend EUR 2011 2010
Stand am 1. Januar 2.614 2.269
Zugänge 394 452
Abgänge -102 -107
Stand am 31. Dezember 2.906 2.614

Die Anteile der HARTMANN GRUPPE an ihren assoziierten Unternehmen stellen sich wie folgt dar:

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in Tausend EUR Sitz der Gesellschaft Vermögen Schulden Erlöse Gewinn / Verlust 2010 Gehaltene Anteile
Roth Grundstücksgesellschaft mbH Deutschland 433 1 181 110 30,0%
Medical Service und Logistik GmbH Deutschland 3.408 2.531 30.771 62 50,0%
Farmaban S.A. Spanien 9.430 3.168 9.962 1.163 31,6%
13.271 5.700 40.914 1.335

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in Tausend EUR Sitz der Gesellschaft Vermögen Schulden Erlöse Gewinn / Verlust 2011 Gehaltene Anteile
Roth Grundstücksgesellschaft mbH Deutschland 429 1 186 102 30,0%
Medical Service und Logistik GmbH Deutschland 3.395 2.477 30.213 41 50,0%
Farmaban S.A. Spanien 10.230 3.162 9.743 1.024 35,3%
14.054 5.640 40.142 1.167

5 Finanzielle Vermögenswerte (langfristige Posten)

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in Tausend EUR 2011 2010
Beteiligungen 238 238
Verzinsliche Ausleihungen und Wertpapiere 927 901
Derivative Finanzinstrumente 266 1.082
1.431 2.221

Von den Beteiligungen, verzinslichen Ausleihungen und Wertpapieren sind 1,2 (2010: 1,1) Mio. EUR zu Anschaffungskosten (gegebenenfalls abzüglich Wertminderungen) bewertet.

6 Sonstige Forderungen

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in Tausend EUR 2011 2010
Langfristige sonstige Forderungen
gegen Fremde 6.028 9.500
darauf Wertberichtigung auf uneinbringliche und zweifelhafte Forderungen -121 -3.324
5.907 6.176

Die langfristigen Forderungen wurden mit den fortgeführten Anschaffungskosten nach Berücksichtigung von Ausfallrisiken angesetzt. Die langfristigen Forderungen beinhalten ein Pensionsguthaben in Höhe von 3,5 (2010: 3,2) Mio. EUR, das zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurde. Die Buchwerte entsprechen den beizulegenden Zeitwerten.

Bei dem Wertminderungsbestand für langfristige sonstige Forderungen handelt es sich um Einzelwertberichtigungen. Diese entwickelten sich wie folgt:

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in Tausend EUR 2011 2010
Stand am 1. Januar -3.324 -2.566
Zuführung 0 -752
Währungsumrechnung -15 -6
Verbrauch 2.445 0
Auflösung 773 0
Stand am 31. Dezember -121 -3.324

7 Erstattungsansprüche aus Ertragsteuern

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in Tausend EUR 2011 2010
Körperschaftsteuerguthaben 12.084 14.226

Bei den Erstattungsansprüchen aus Ertragsteuern handelt es sich um den langfristigen Anteil des Körperschaftsteuerguthabens der PAUL HARTMANN AG.

8 Latente Steuern

Die Bewertung der aktiven und passiven latenten Steuern erfolgt nach IAS 12 "Ertragsteuern". Der Berechnung der latenten Steuern liegen die in den Ländern zum Realisierungszeitpunkt erwarteten Steuersätze zugrunde. Diese basieren grundsätzlich auf den am Bilanzstichtag gültigen beziehungsweise verabschiedeten gesetzlichen Regelungen.

Entwicklung der latenten Steuern (Nettobetrag aktiver latenter Steuern nach Abzug passiver latenter Steuern)

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in Tausend EUR 2011 2010
Stand am 1. Januar 12.506 9.313
Währungsdifferenzen -13 -232
In der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste latente Steuern -6.017 3.918
Latente Steuern auf Posten des Eigenkapitals 1.618 -533
Veränderung im Konsolidierungskreis -1.039 40
Stand am 31. Dezember 7.055 12.506

Aktive und passive latente Steuern werden saldiert, wenn bei tatsächlichen Steuerforderungen und Steuerschulden ein gesetzlicher Aufrechnungsanspruch besteht und die latenten Steuern bei der gleichen Steuerbehörde entstanden sind.

Die aktiven und passiven latenten Steuern verteilen sich auf folgende Bilanzpositionen

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in Tausend EUR 31. Dezember 2011 31. Dezember 2010
aktiv passiv aktiv passiv
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Sachanlagen 1.563 15.405 1.783 14.539
Immaterielle Vermögenswerte 3.695 2.524 3.286 1.455
Forderungen und finanzielle Vermögenswerte 4.462 3.318 5.921 4.592
Vorräte 6.068 1.019 7.238 954
Schulden und Rückstellungen 19.540 2.675 18.800 3.430
Verlustvorträge 1.183 313
Steuergutschriften 272 359
Wertberichtigung auf aktive latente Steuern -4.787 -224
31.996 24.941 37.476 24.970
Davon kurzfristig (14.061) (4.147) (13.497) (4.336)
Saldierung -20.322 -20.322 -18.850 -18.850
Bilanzansatz 11.674 4.619 18.626 6.120

Aktive latente Steuern werden für steuerliche Verlustvorträge in dem Maß berücksichtigt, in dem deren Verwertung durch zukünftige steuerbare Erträge wahrscheinlich ist. Von den bestehenden steuerlichen Verlustvorträgen in Höhe von 26,4 (2010: 26,6) Mio. EUR sind 19,3 (2010: 18,6 ) Mio. EUR zeitlich unbegrenzt nutzbar, während 1,8 (2010: 2,3) Mio. EUR innerhalb der nächsten zehn Jahre und 5,3 (2010: 5,7) Mio. EUR innerhalb der nächsten 17 Jahre zu verwenden sind. Von diesen Verlustvorträgen werden derzeit 22,7 (2010: 25,7) Mio. EUR als nicht realisierbar angesehen.

Der Vorjahresausweis wurde dahingehend angepasst, dass nicht realisierbare Verlustvorträge nicht mehr als Wertberichtigung auf aktive latente Steuern ausgewiesen werden, sondern es werden nur die aktiven latenten Steuern der realisierbaren Verlustvorträge angesetzt.

Auf abzugsfähige temporäre Differenzen wurden Wertberichtigungen auf aktive latente Steuern in Höhe von 4,8 (2010: 0,2) Mio. EUR gebildet, da hierfür künftig voraussichtlich kein ausreichend zu versteuerndes Ergebnis verfügbar sein wird.

Auf temporäre Unterschiedsbeträge aus Anteilen an Tochterunternehmen und assoziierten Unternehmen in Höhe von 263,0 Mio. EUR (2010: 257,2 Mio. EUR) wurden latente Steuerschulden in Höhe von 0,3 Mio. EUR bilanziert, da dieser Steuereffekt sich in absehbarer Zeit voraussichtlich umkehren wird.

9 Vorräte

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in Tausend EUR 2011 2010
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 82.200 85.304
Unfertige Erzeugnisse 21.677 24.915
Fertige Erzeugnisse und Waren 201.594 209.860
Geleistete Anzahlungen für Vorräte 552 824
306.023 320.903

Fertige Erzeugnisse und Waren wurden in Höhe von 24,1 (2010: 40,1) Mio. EUR zum Nettoveräußerungspreis bewertet. Die Abschreibungen auf den Nettoveräußerungspreis beliefen sich auf 7,6 (2010: 9,6) Mio. EUR. Des Weiteren bestehen am Bilanzstichtag vertragliche Verpflichtungen für den Erwerb von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sowie Waren in Höhe von 62,7 (2010: 66,6) Mio. EUR.

10 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen

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in Tausend EUR 2011 2010
Kurzfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
gegen Fremde 290.956 285.459
darauf Wertberichtigung auf uneinbringliche und zweifelhafte Forderungen -23.283 -23.752
gegen assoziierte Unternehmen 327 486
aus Wechselforderungen 15.161 15.805
darauf Wertberichtigung auf uneinbringliche und zweifelhafte Forderungen 0 -9
283.161 277.989
Kurzfristige sonstige Forderungen
gegen Fremde 17.118 16.077
darauf Wertberichtigung auf uneinbringliche und zweifelhafte Forderungen -2.728 -1.304
gegen beteiligte Unternehmen 0 300
darauf Wertberichtigung auf uneinbringliche und zweifelhafte Forderungen 0 -300
aus aktiver Rechnungsabgrenzung 3.468 3.982
aus Erstattungsansprüchen sonstiger Steuern 3.593 6.416
21.451 25.171
304.612 303.160

Von den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind analog zum Vorjahr keine nach Ablauf von mehr als einem Jahr fällig.

Eine mögliche Anhäufung von Kreditrisiken im Zusammenhang mit Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird durch die große Anzahl der Kunden im Konzern sowie mehrere Vertriebskanäle weitestgehend vermieden. Die Kunden stammen aus verschiedenen geographischen Regionen. Die Wertberichtigungen basieren auf einer Durchsicht aller ausstehenden Beträge zum Jahresende und Erfahrungen des Konzerns aus der Vergangenheit mit der Einbringlichkeit von Forderungen. Uneinbringliche Forderungen werden abgeschrieben, sobald der Zahlungsausfall feststeht. Erkennbare Risiken wurden einzelwertberichtigt. Darüber hinaus wurden zur Berücksichtigung von Ausfall-, Zins- und Skontoverlusten pauschalierte Einzelwertberichtigungen vorgenommen. Diese basieren auf den Erfahrungen des Konzerns aus der Vergangenheit mit der Einbringlichkeit von Forderungen.

Der Wertminderungsbestand auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen entwickelte sich wie folgt:

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in Tausend EUR 2011 2010
Stand am 1. Januar -25.365 -22.591
Zuführung -7.149 -5.422
Verbrauch 3.285 626
Auflösung 2.975 2.351
Veränderung im Konsolidierungskreis -114 0
Währungsumrechnung 357 -329
Stand am 31. Dezember -26.011 -25.365

Der Gesamtbestand der Zuführungen von 7,1 (2010: 5,4) Mio. EUR setzt sich zusammen aus Zuführungen aufgrund von Einzelwertberichtigungen in Höhe von 3,4 (2010: 3,6) Mio. EUR und pauschalierten Einzelwertberichtigungen in Höhe von 3,7 (2010: 1,8) Mio. EUR. Im Rahmen der Auflösung wurden Einzelwertberichtigungen in Höhe von 2,7 (2010: 1,6) Mio. EUR und pauschalierte Einzelwertberichtigungen in Höhe von 0,3 (2010: 0,8) Mio. EUR berücksichtigt.

11 Erstattungsansprüche aus Ertragsteuern

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in Tausend EUR 2011 2010
Erstattungsansprüche aus Ertragsteuern 10.734 9.196

12 Finanzielle Vermögenswerte (kurzfristige Posten)

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in Tausend EUR 2011 2010
Verzinsliche Ausleihungen und Wertpapiere 264 328
Derivative Finanzinstrumente 6.038 6.903
6.302 7.231

Von den verzinslichen Ausleihungen und Wertpapieren sind 0,04 (2010: 0,1) Mio. EUR zu Anschaffungskosten (gegebenenfalls abzüglich Wertminderungen) bewertet.

13 Zahlungsmittel

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in Tausend EUR 2011 2010
Kontokorrentkonten, Bargeld und Termineinlagen 44.715 33.660

Es bestanden keine Verfügungsbeschränkungen.

14 Eigenkapital

Das Gezeichnete Kapital der PAUL HARTMANN AG beträgt unverändert 91,3 Mio. EUR. Es ist eingeteilt in 3.572.424 Namensstückaktien. Davon werden 20.682 Stücke mit einem Buchwert von 0,03 Mio. EUR als eigene Aktien bei der PAUL HARTMANN AG gehalten. Die Kapitalrücklage mit 47,9 Mio. EUR stammt im Wesentlichen aus dem Agio aus Kapitalerhöhungen der PAUL HARTMANN AG. Des Weiteren wurde im Berichtsjahr der aus dem Erwerb von nicht beherrschten Anteilen an der MEDICUS GmbH übersteigende Betrag des Kaufpreises in Höhe von 1,0 Mio. EUR in der Kapitalrücklage erfasst. In den Gewinn- und anderen Rücklagen ist eine Marktbewertung finanzieller Vermögenswerte nach IAS 39 mit -4,1 (2010: -0,1) Mio. EUR enthalten. Dieser Betrag betrifft im Wesentlichen die Hedging-Reserve, die sich wie folgt aufteilt: Zuführung 5,8 (2010: 0,2) Mio. EUR, Auflösung -0,2 (2010: -1,5) Mio. EUR und latente Steuer -1,7 (2010: -0,1 ) Mio. EUR. Des Weiteren sind zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte enthalten, die sich im Wert nicht verändert haben.

Den anderen Gewinnrücklagen der PAUL HARTMANN AG wurden gemäß § 270 Absatz 2 HGB 15,0 (2010: 21,5) Mio. EUR zugeführt.

15 Finanzielle Schulden (langfristige Posten)

Langfristige finanzielle Schulden

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in Tausend EUR 2011 2010
gegenüber Kreditinstituten 168.893 193.773
aus Finanzierungsleasing 499 238
aus derivativen Finanzinstrumenten 8.228 4.174
aus sonstigen verzinslichen Schulden 7.231 7.602
184.851 205.787

Restlaufzeit der langfristigen finanziellen Schulden (ohne Finanzierungsleasing)

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in Tausend EUR 2011 2010
Zwischen einem und fünf Jahren 180.008 202.552
Mehr als fünf Jahre 4.344 2.997
184.352 205.549

Restlaufzeit der langfristigen Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing

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in Tausend EUR 2011 2010
Zwischen einem und fünf Jahren 499 238

Langfristige Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing (Mindestleasingzahlungen)

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in Tausend EUR 2011 2010
Zwischen einem und fünf Jahren 561 322
Enthaltener Zinsanteil -62 -84
Barwert der Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 499 238

Die finanziellen Schulden enthalten keine abgesicherten Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (2010: 0,1 Mio. EUR). Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wurden im Vorjahr zum Teil mit Grundstücken und Gebäuden des Konzerns gesichert.

Die sonstigen verzinslichen Schulden beinhalten den langfristigen Anteil einer Mitarbeiterbeteiligung in Höhe von 7,1 (2010: 7,4) Mio. EUR, die für Mitarbeiter unserer französischen Gesellschaften gesetzlich vorgeschrieben ist.

16 Rückstellungen für Pensionen

Zusammensetzung der in der Bilanz ausgewiesenen Beträge

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in Tausend EUR 2011 2010
Barwert der extern finanzierten Verpflichtungen 87.134 89.360
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens -77.659 -82.413
Das Vermögen übersteigende Leistungsverpflichtungen 9.475 6.947
Barwert der nicht extern finanzierten Verpflichtungen 79.027 74.270
Nicht erfasste versicherungsmathematische Gewinne oder Verluste -20.038 -15.440
Plankürzungen -257 -356
Zwischensumme1) 68.207 65.421
Korrektur durch Umbuchung von Vermögenswerten aus leistungsorientiertem Plan 3.484 3.155
Verpflichtung in der Bilanz 71.691 68.576

Zusammensetzung der in der Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Beträge

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in Tausend EUR 2011 2010
Laufender Dienstzeitaufwand 3.930 3.545
Zinsaufwand 5.656 5.787
Erwarteter Ertrag aus Planvermögen -2.183 -2.371
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste 111 313
Auswirkung von Plankürzungen oder -abgeltungen -58 -895
Gesamtaufwand (im Personalaufwand enthalten) 7.456 6.379

Veränderung des Barwerts der leistungsorientierten Verpflichtungen

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in Tausend EUR 2011 2010
Stand am 1. Januar 163.630 142.096
Währungsumrechnung 2.206 12.078
Veränderung im Konsolidierungskreis 45 0
Laufender Dienstzeitaufwand 3.930 3.545
Zinsaufwand 5.656 5.787
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste 650 7.946
Gezahlte Leistungen -11.101 -6.403
Auswirkung von Plankürzungen oder -abgeltungen 5 -2.376
Beiträge der Teilnehmer des Plans 1.140 957
Stand am 31. Dezember 166.161 163.630

1) In dieser Summe sind 3,5 (2010: 3,2) Mio. EUR Guthaben nach IAS 19.58 und 19.59 enthalten. Die Korrektur erfolgte durch Umbuchung zu den langfristigen sonstigen Forderungen.

Veränderung des Planvermögens

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in Tausend EUR 2011 2010
Stand am 1. Januar 82.413 71.191
Währungsumrechnung 2.081 11.892
Erwartete Erträge aus Planvermögen 2.183 2.371
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste -3.947 -364
Beiträge des Arbeitgebers 1.878 1.694
Beiträge der Teilnehmer des Plans 1.204 1.007
Gezahlte Leistungen -8.153 -3.667
Auswirkung von Plankürzungen oder -abgeltungen 0 -1.711
Stand am 31. Dezember 77.659 82.413

Das tatsächliche Ergebnis aus dem Planvermögens beträgt -1,8 (2010: 2,1) Mio. EUR. Das Planvermögen besteht im Wesentlichen aus verzinslichen Wertpapieren (65,1 %), Aktien (22,7 %) und Liquidität (5,6 %). Im Vorjahr bestand das Planvermögen zu 67,4 % aus verzinslichen Wertpapieren, zu 21,4% aus Aktien und 4,7 % aus Liquidität. Im Geschäftsjahr 2012 werden voraussichtlich 1,6 Mio. EUR in den Pensionsplan eingezahlt werden. Die zukünftige Rendite auf das Planvermögen ist an das erwartete Zinsmarktniveau gekoppelt.

Zusammensetzung der ausgewiesenen Verpflichtung

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in Tausend EUR 2011 2010
Auszahlung voraussichtlich innerhalb eines Jahres 2.018 2.018
Auszahlung voraussichtlich später als ein Jahr 69.673 66.558
Verpflichtung in der Bilanz 71.691 68.576

Finanzierungsstatus

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in Tausend EUR 2011 2010 2009 2008 2007
Barwert der Verpflichtungen 166.161 163.630 142.096 132.582 129.264
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens -77.659 -82.413 -71.191 -65.924 -75.136
88.502 81.217 70.905 66.658 54.128

Erfahrungsbedingte Anpassungen

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in Tausend EUR 2011 2010 2009 2008 2007
Erfahrungsbedingte Anpassungen der Schulden des Plans -2.063 765 -1.287 -1.590 -1.210
Erfahrungsbedingte Anpassungen der Vermögenswerte des Plans -3.993 -375 5.591 -7.623 -160
-6.056 390 4.304 -9.213 -1.370

Wesentliche versicherungsmathematische Annahmen

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in Prozent 2011 2010
Gewichteter Abzinsungssatz 4,50 4,50
Erwartete Rendite auf das Planvermögen 2,00 - 2,75 2,00 - 5,00
Erwartete Lohn- oder Gehaltssteigerungen 1,50 - 3,00 1,50 - 4,00
Erwartete Rentensteigerungen 0,50 - 2,10 0,50 - 2,10
Fluktuationsrate 0,00 - 5,00 0,00 - 6,00

17 Sonstige Rückstellungen

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in Tausend EUR Rückstellung für Vertriebsbereich Rückstellung für Personalbereich Drohende Verluste aus schwebenden Geschäften Übrige Rückstellungen Gesamt
Stand 1. Januar 2011 16.266 28.471 8.440 7.699 60.876
Zuführung 2.971 8.652 2.488 1.524 15.635
Auflösung -801 -4.417 -5.946 -3.403 -14.567
Aufzinsung 0 182 0 0 182
In der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst 2.170 4.417 -3.458 -1.879 1.250
Umgliederungen von/zu den sonstigen Verbindlichkeiten gegen Fremde 0 -20 0 568 548
Verbrauch -3.064 -6.978 -2.152 -1.139 -13.333
Veränderung im Konsolidierungskreis 0 0 0 270 270
Währungsumrechnung 1 138 28 31 198
Stand 31. Dezember 2011 15.373 26.028 2.858 5.550 49.809

Aufgliederung der Rückstellungen nach ihrer voraussichtlichen Inanspruchnahme

31. Dezember 2010

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in Tausend EUR Rückstellung für Vertriebsbereich Rückstellung für Personalbereich Drohende Verluste aus schwebenden Geschäften Übrige Rückstellungen Gesamt
Später als ein Jahr 14.673 19.872 3.524 2.194 40.263
Innerhalb eines Jahres 1.593 8.599 4.916 5.505 20.613
16.266 28.471 8.440 7.699 60.876

31. Dezember 2011

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in Tausend EUR Rückstellung für Vertriebsbereich Rückstellung für Personalbereich Drohende Verluste aus schwebenden Geschäften Übrige Rückstellungen Gesamt
Später als ein Jahr 14.567 15.855 775 2.651 33.848
Innerhalb eines Jahres 806 10.173 2.083 2.899 15.961
15.373 26.028 2.858 5.550 49.809

Rückstellungen für den Vertriebsbereich

Die Rückstellungen für den Vertriebsbereich enthalten im Wesentlichen mögliche Verpflichtungen aus Gewährleistung sowie für Garantien und Lizenzen.

Rückstellungen für den Personalbereich

Die Rückstellungen aus dem Personalbereich enthalten im Wesentlichen Verpflichtungen aus Altersteilzeit, Restrukturierung sowie Zuwendungen für Arbeitsjubiläen.

Drohende Verluste aus schwebenden Geschäften

In den Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften sind Verpflichtungen aus nachteiligen Kunden- und Lieferantenverträgen enthalten.

Übrige Rückstellungen

Die übrigen Rückstellungen enthalten erkennbare Risiken im Produktions- und Finanzbereich; des Weiteren wurden Rückstellungen für laufende Rechtstreitigkeiten gebildet.

18 Sonstige Verbindlichkeiten

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in Tausend EUR 2011 2010
Zwischen einem und fünf Jahren 2.872 2.173
Mehr als fünf Jahre 143 161
3.015 2.334

Im Wesentlichen handelt es sich um passive Rechnungsabgrenzungsposten.

19 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten

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in Tausend EUR 2011 2010
Kurzfristige Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
gegen Fremde 97.954 97.209
gegen assoziierte Unternehmen 320 348
Wechselverbindlichkeiten gegen Fremde 202 132
98.476 97.689
Kurzfristige sonstige Verbindlichkeiten
gegen Fremde 63.031 67.749
für sonstige Steuern 15.680 16.042
78.711 83.791
177.187 181.480

In den sonstigen Verbindlichkeiten ist ein passivisch abgegrenzter Investitionszuschuss in Höhe von 0,3 Mio. EUR enthalten, da dieser im Berichtsjahr noch nicht auf einzelne Anlagegüter verteilt werden konnte. Es sind keine Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen nach Ablauf eines Jahres fällig. Der Marktwert der kurzfristigen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie der sonstigen Verbindlichkeiten entspricht im Wesentlichen dem Buchwert.

20 Verbindlichkeiten für Ertragsteuern

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in Tausend EUR 2011 2010
Verbindlichkeiten für Ertragsteuern 15.012 20.249

21 Finanzielle Schulden (kurzfristige Posten)

Kurzfristige finanzielle Schulden

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in Tausend EUR 2011 2010
gegenüber Kreditinstituten 9.158 13.087
aus Finanzierungsleasing 588 293
aus derivativen Finanzinstrumenten 4.319 4.260
aus sonstigen verzinslichen Schulden 3.984 3.037
18.049 20.677

Verbindlichkeit aus Finanzierungsleasing (Mindestleasingzahlungen)

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in Tausend EUR 2011 2010
Bis zu einem Jahr 637 325
Enthaltener Zinsanteil -49 -32
Barwert der Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 588 293

Die sonstigen verzinslichen Schulden beinhalten den kurzfristigen Anteil einer Mitarbeiterbeteiligung in Höhe von 0,9 (2010: 0,8 ) Mio. EUR, die für Mitarbeiter unserer französischen Gesellschaften gesetzlich vorgeschrieben ist. Der Marktwert der kurzfristigen finanziellen Schulden entspricht dem Buchwert.

Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

22 Sonstige Erträge

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in Tausend EUR 2011 2010
Erträge aus Veränderung des langfristigen Vermögens 2.529 1.336
Kursgewinne 22.482 27.375
Erträge aus Schadensvergütungen 1.905 6.005
Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen auf Forderungen 3.748 2.351
Übrige Erträge 22.281 18.902
52.945 55.969

Die übrigen sonstigen Erträge umfassen eine Vielzahl von Erträgen mit Wertansätzen, die im Einzelfall nur von untergeordneter Bedeutung sind.

23 Materialaufwand

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in Tausend EUR 2011 2010
Materialaufwand 768.476 749.120
Aufwand für bezogene Leistungen 21.105 22.151
789.581 771.271

24 Personalaufwand

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in Tausend EUR 2011 2010
Löhne und Gehälter 323.335 315.880
Soziale Abgaben und Unterstützung 64.638 64.048
Pensionsverpflichtungen - beitragsorientierte Pensionszusagen 4.591 2.357
Pensionsverpflichtungen - leistungsorientierte Pensionszusagen 7.456 6.379
400.020 388.664

Die HARTMANN GRUPPE beschäftigte im Jahr 2011 durchschnittlich 10.038 (2010: 9.824) Mitarbeiter. Zusätzlich waren im Berichtsjahr 193 (2010: 189) Mitarbeiter in Ausbildung.

Im Personalaufwand sind 0,2 (2010: 0,1) Mio. EUR Zuwendungen der öffentlichen Hand berücksichtigt.

25 Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte

Die Gesamtabschreibungen betragen 52,6 (2010: 52,1) Mio. EUR. Eine Aufteilung der Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen ist den Erläuterungen der jeweiligen Positionen zu entnehmen.

Die Überprüfung der Buchwerte von Vermögenswerten im Rahmen eines Impairmenttests gemäß IAS 36 auf Werthaltigkeit ergab Wertminderungen, die sich wie folgt verteilen:

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in Tausend EUR 2011 2010
Sachanlagen
Grundstücke und Bauten 45 0
Maschinen, technische Anlagen (inkl. Anlagen im Bau) 2.366 120
Betriebs- und Geschäftsausstattung 10 1
2.421 121
Immaterielle Vermögenswerte
Konzessionen, Schutzrechte und ähnliche Werte 0 2.593
Goodwill 0 1.564
0 4.157
2.421 4.278

Im Rahmen der Segmentberichterstattung sind die Wertminderungen den jeweiligen Segmenten zugeordnet.

Die Werthaltigkeitsprüfung wurde entweder für den Vermögenswert selbst oder auf Ebene der "Cash Generating Unit" (CGU), der der betreffende Vermögenswert zuzuordnen ist, durchgeführt. Der Goodwill ist dagegen ausschließlich auf der Ebene der CGU geprüft worden. Dazu sind die vorhandenen Goodwill-Buchwerte zum 1. Januar 2005 gemäß historischer Informationen auf die jeweiligen CGUs verteilt worden.

In der HARTMANN GRUPPE wurden die operativen Geschäftsfelder, die eine Berichtsebene unterhalb der primären Segmente angesiedelt sind, als CGU identifiziert.

Im Rahmen der Überprüfung wurden die Restbuchwerte der einzelnen Vermögenswerte oder CGUs mit ihrem jeweiligen erzielbaren Betrag, das heißt dem höheren Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten (fair value less costs to sell) und seinem Nutzungswert (value in use) verglichen. In den Fällen, in denen der Buchwert des Vermögenswerts oder der CGU höher als sein erzielbarer Betrag war, wurde in Höhe der Differenz eine Impairmentabschreibung vorgenommen.

Auf Ebene der CGUs wurden hierzu die zugeordneten einzelnen Vermögenswerte geprüft und gegebenenfalls wertberichtigt. Aus diesem Grund wurden keine über den Goodwill hinaus gehenden anteiligen Abwertungen vorgenommen. In der HARTMANN GRUPPE wurden als erzielbarer Betrag sowohl beizulegende Zeitwerte als auch Nutzungswerte verwendet. Die beizulegenden Zeitwerte für Vermögenswerte sind auf Basis von Marktgegebenheiten sachverständig ermittelt worden. Grundlage für die Ermittlung des Nutzungswerts waren die vom Vorstand verabschiedeten Planungsrechnungen für die jeweilige CGU. Die Planungen der CGUs beziehen sich auf den Zeitraum 2012 bis 2016. Dabei sind Erwartungen bezüglich der Marktentwicklungen in den einzelnen Produktsegmenten sowie Erwartungen hinsichtlich der Entwicklung in den unterschiedlichen Absatzmärkten eingeflossen. Für die Währungsumrechnung in der Planung werden die entsprechenden Forwardkurse der Devisenterminmärkte herangezogen.

Für die Impairmenttests der jeweiligen CGUs wurde ein gewogener Kapitalkostensatz (Weighted Average Cost of Capital, WACC) vor Steuer von 8,1 % (2010: 8,0 %) zur Diskontierung der geplanten Free-Cash-Flows festgesetzt. Das nachhaltige Ergebnis wurde um Wachstumsabschläge bis zu 0,5 % korrigiert, der das langfristige durchschnittliche Wachstum des Marktes nicht überschreitet.

Die im WACC enthaltene Kapitalstruktur sowie der Beta-Faktor zur Ermittlung des spezifischen Risikozuschlag wurden aus der für die HARTMANN GRUPPE definierten Peer Group abgeleitet. Der risikolose Basiszinssatz von 3,25 % wurde unter Berücksichtigung der Zinsstrukturdaten ermittelt.

26 Sonstige Aufwendungen

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in Tausend EUR 2011 2010
Buchverluste im langfristigen Vermögen 549 852
Buchverluste im kurzfristigen Vermögen 8.321 6.773
Kursverluste 27.513 20.159
Ausgangsfrachten 117.084 111.703
Werbung und Werbekostenzuschüsse 49.956 54.081
Instandhaltung, Wartung, Reinigung 24.939 27.773
Miete und Leasing (Operating Leasing) 35.161 34.278
Entsorgungskosten 3.866 4.100
Versicherungen 3.951 3.652
Kommunikationskosten 10.173 10.091
Gebühren, Beiträge, Beratung 20.095 20.447
Reise- und Repräsentationskosten 20.018 21.075
Sonstige Steuern 9.145 7.618
Büromaterial 3.717 3.951
Patent- und Lizenzkosten 3.793 3.435
Sachkosten für Entwicklung und Konstruktion 2.482 3.034
Kosten für Fremdpersonal 14.224 13.457
Sonstige Kosten im Personalbereich 7.595 8.191
Paletten 7.576 8.375
Übrige Aufwendungen 28.929 40.074
399.087 403.119

Die Buchverluste im kurzfristigen Vermögen enthalten Aufwendungen für Forderungswertberichtigungen in Höhe von 7,1 (2010: 6,2) Mio. EUR sowie Aufwendungen aus der Ausbuchung von Forderungen in Höhe von 1,2 (2010: 0,6) Mio. EUR. Im Berichtsjahr sind bei den sonstigen Kosten im Personalbereich 0,1 Mio. EUR Zuwendungen der öffentlichen Hand berücksichtigt. Die übrigen sonstigen Aufwendungen umfassen eine Vielzahl von Aufwendungen, deren Wertansätze im Einzelnen nur von untergeordneter Bedeutung sind.

27 Finanzergebnis

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in Tausend EUR 2011 2010
Finanzierungsaufwendungen
Zinsaufwendungen -7.980 -5.943
Finanzierungserträge
Zinserträge 1.718 2.197
Ergebnis aus assoziierten Unternehmen
Ergebnis vor Steuern 556 638
-5.706 -3.108

In den Zinsaufwendungen ist der ineffektive Anteil der Zinsswaps in Höhe von 0,023 (2010: 0,002) Mio. EUR sowie eine Aufzinsung von langfristigen Rückstellungen in Höhe von 0,2 Mio. EUR enthalten. Bei den Zinserträgen ist die Aufzinsung des Körperschaftsteuerguthabens in Höhe von 0,7 (2010: 0,8) Mio. EUR berücksichtigt. Im Vorjahresausweis ist zudem eine Abzinsung von langfristigen Rückstellungen in Höhe von 0,1 Mio. EUR enthalten. Der Rest entfällt auf Zinsaufwendungen und Zinserträge, die nach der Effektivzinsmethode berechnet sind.

28 Ertragsteuern

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in Tausend EUR 2011 2010
Tatsächlicher Steueraufwand 24.408 33.534
Latenter Steueraufwand / im Vorjahr latenter Steuerertrag 6.017 -3.918
Auf das Ergebnis aus Anteilen an assoziierten Unternehmen entfallende Ertragsteuern 162 187
Ausgewiesener Ertragsteueraufwand 30.587 29.803

Überleitungsrechnung vom erwarteten zum ausgewiesenen Ertragsteueraufwand

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in Tausend EUR 2011 2010
Ergebnis vor Steuern 101.349 99.637

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in Tausend EUR 2011 2010
Erwarteter Ertragsteueraufwand 29,2 (2010: 28,7) % 29.594 28.596
Steuerminderungen aufgrund steuerfreier Erträge -1.061 -1.169
Steuermehrungen aufgrund steuerlich nicht abzugsfähiger Ausgaben 2.971 2.314
Auswirkungen abweichender nationaler Steuersätze -2.924 -416
Auswirkungen aus Steuersatzänderungen -209 202
Abweichungen durch die Bemessungsgrundlage für die Gewerbesteuer 287 190
Steuereffekt aus der Wertberichtigung aktiver latenter Steuern 3.238 1.849
Effekte aus Steuergutschriften -1.207 -1.441
Sonstige Steuereffekte -102 -322
Ausgewiesener Ertragsteueraufwand 30.587 29.803

Für die Ermittlung des erwarteten Steueraufwands wird für das Geschäftsjahr 2011 ein Gesamtsteuersatz von 29,2 (2010: 28,7) % zugrunde gelegt. Dieser ergibt sich auf Basis eines Körperschaftsteuersatzes von 15,0 (2010: 15,0) %, des Solidaritätszuschlags von 5,5 (2010: 5,5) % und eines durchschnittlichen Gewerbesteuersatzes von 13,4 (2010: 12,9) %.

29 Verwässertes und unverwässertes Ergebnis je Aktie

Um das unverwässerte Ergebnis je Aktie zu erhalten, wird das den Aktionären zustehende Konzernergebnis durch die Anzahl (gewichteter Durchschnitt) der während des Jahres im Umlauf befindlichen Stammaktien geteilt. Von Konzerngesellschaften gehaltene Stammaktien werden dabei nicht berücksichtigt. Das Ergebnis je Aktie berechnet sich wie folgt:

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2011 2010
Den Aktionären zustehendes Konzernergebnis in Tausend EUR 66.935 65.721
Dividendenberechtigte Stückaktien 3.551.742 3.551.742
Ergebnis je Aktie in EUR 18,85 18,50

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie entspricht dem verwässerten Ergebnis.

Erläuterungen zur Segmentberichterstattung

Die Segmentberichterstattung wurde im Geschäftsjahr 2011 nach dem Standard IFRS 8 "Geschäftssegmente" aufgestellt. Die vier Segmente sind: Wundmanagement, Inkontinenzmanagement, Infektionsmanagement und Weitere Konzernaktivitäten. Im Jahr 2011 hat die HARTMANN GRUPPE die interne Regionen- und Berichtsstruktur umgestellt. Dementsprechend wurde in der Segmentberichterstattung die Aufteilung geändert. Daher entsprechen die Werte für 2010 in der vorliegenden Segmentberichterstattung nicht den im Vorjahresbericht enthaltenen Segmentdaten.

Das Segment Wundmanagement umfasst Wundauflagen, Produkte für die Kompressionstherapie sowie Immobilisation, Erste Hilfe und Diagnostik. Im Segment Inkontinenzmanagement liegt unser Schwerpunkt auf körpernahen saugenden Produkten für die Inkontinenzhygiene. Daneben fallen hierunter Krankenunterlagen sowie Produkte für die Patientenhygiene und medizinische Hautpflege.

Im Segment Infektionsmanagement führen wir neben unseren Sortimenten OP-Komplettsets, OP-Abdeckungen, -Bekleidung sowie OP- und Untersuchungshandschuhe auch das Desinfektionsmittel-Sortiment. Im Segment Weitere Konzernaktivitäten haben wir unsere Tätigkeit in den Bereichen Watteprodukte, Damenhygiene, Babyhygiene, medizinische Konsumgüter, Arznei- und Nahrungsergänzungsmittel, Körperpflege- und Badeprodukte sowie das Handelsgeschäft zusammengefasst.

Im Jahr 2011 sind wie im Vorjahr alle Kosten der Konzernführung, der Ergebnisbeitrag der Servicebereiche sowie Effekte aus Konsolidierungsvorgängen im EBIT enthalten.

Die Segmentumsatzerlöse stammen ausschließlich aus Geschäftsvorfällen mit externen Kunden. Die Investitionen beziehen sich auf langfristiges Vermögen ohne Finanzanlagen.

Segmentberichterstattung nach Geschäftssegmenten

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Wundmanagement Inkontinenzmanagement Infektionsmanagement
in Tausend EUR 2011 2010 2011 2010 2011 2010
--- --- --- --- --- --- ---
Umsatzerlöse 455.746 440.921 610.916 599.923 371.593 337.413
EBIT 52.688 66.394 39.052 38.272 14.589 -2.719
./. Finanzergebnis
\= Ergebnis vor Steuern
./. Ertragsteuern
\= Konzernergebnis
Segmentvermögen 290.778 285.344 325.385 344.497 255.165 268.212
Davon: Buchwerte Goodwill (13.260) (12.972) (16.054) (16.054) (28.927) (28.797)
+ Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen
+ nicht den Segmenten zugeordnetes Vermögen
\= Konzernvermögen
Segmentschulden 81.518 82.655 106.246 114.032 72.705 70.991
+ nicht den Segmenten zugeordnete Schulden
\= Konzernschulden

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Weitere Konzernaktivitäten Konzern
in Tausend EUR 2011 2010 2011 2010
--- --- --- --- ---
Umsatzerlöse 261.149 254.789 1.699.404 1.633.046
EBIT 1.282 1.437 107.611 103.384
./. Finanzergebnis 6.262 3.747
\= Ergebnis vor Steuern 101.349 99.637
./. Ertragsteuern 30.587 29.803
\= Konzernergebnis 70.762 69.834
Segmentvermögen 175.406 149.930 1.046.734 1.047.983
Davon: Buchwerte Goodwill (7.116) (0) (65.357) (57.823)
+ Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen 2.906 2.614
+ nicht den Segmenten zugeordnetes Vermögen 86.940 85.160
\= Konzernvermögen 1.136.580 1.135.757
Segmentschulden 41.233 45.588 301.702 313.266
+ nicht den Segmenten zugeordnete Schulden 222.531 252.833
\= Konzernschulden 524.233 566.099

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Wundmanagement Inkontinenzmanagement Infektionsmanagement
in Tausend EUR 2011 2010 2011 2010 2011 2010
--- --- --- --- --- --- ---
Segmentinvestitionen 13.696 15.421 25.378 30.404 7.317 9.300
Planmäßige Segmentabschreibungen 12.503 12.260 20.824 20.092 9.490 9.044
Wertminderungen Segmente 19 0 2.377 2.714 11 1.564
Davon: auf Grundstücke und Bauten (18) (0) (10) (0) (11) (0)
Davon: auf technische Anlagen und Maschinen (inkl. Anlagen im Bau) (0) (0) (2.366) (120) (0) (0)
Davon: auf Betriebs- und Geschäftsausstattung (1) (0) (1) (1) (0) (0)
Davon: auf Konzessionen, Schutzrechte und ähnliche Werte (0) (0) (0) (2.593) (0) (0)
Davon: auf Geschäfts- oder Firmenwert, Goodwill (0) (0) (0) (0) (0) (1.564)
\= Planmäßige Abschreibungen und Wertminderungen auf Konzernebene
Wertaufholungen Segmente 420 0 0 0 0 0
Davon: auf Grundstücke und Bauten (290) (0) (0) (0) (0) (0)
Davon: auf technische Anlagen und Maschinen (inkl. Anlagen im Bau) (45) (0) (0) (0) (0) (0)
Davon: auf Betriebs- und Geschäftsausstattung (85) (0) (0) (0) (0) (0)

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Weitere Konzernaktivitäten Konzern
in Tausend EUR 2011 2010 2011 2010
--- --- --- --- ---
Segmentinvestitionen 17.741 7.711 64.132 62.836
Planmäßige Segmentabschreibungen 7.336 6.454 50.153 47.850
Wertminderungen Segmente 14 0 2.421 4.278
Davon: auf Grundstücke und Bauten (6) (0) (45) (0)
Davon: auf technische Anlagen und Maschinen (inkl. Anlagen im Bau) (0) (0) (2.366) (120)
Davon: auf Betriebs- und Geschäftsausstattung (8) (0) (10) (1)
Davon: auf Konzessionen, Schutzrechte und ähnliche Werte (0) (0) (0) (2.593)
Davon: auf Geschäfts- oder Firmenwert, Goodwill (0) (0) () (1.564)
\= Planmäßige Abschreibungen und Wertminderungen auf Konzernebene 52.574 52.128
Wertaufholungen Segmente 0 0 420 (0)
Davon: auf Grundstücke und Bauten (0) (0) (290) (0)
Davon: auf technische Anlagen und Maschinen (inkl. Anlagen im Bau) (0) (0) (45) (0)
Davon: auf Betriebs- und Geschäftsausstattung (0) (0) (85) (0)

Segmentberichterstattung nach Regionen

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in Tausend EUR 2011 2010
Zentraleuropa 721.432 687.383
West- / Südeuropa 491.719 489.698
Osteuropa 228.059 207.300
Nordeuropa, Amerika 132.406 135.804
Asien, Afrika, Ozeanien 125.788 112.861
Segmentumsätze nach geographischem Sitz der Kunden 1.699.404 1.633.046
Zentraleuropa 609.438 607.373
West- / Südeuropa 283.160 275.902
Osteuropa 116.039 121.942
Nordeuropa, Amerika 43.861 43.081
Asien, Afrika, Ozeanien 84.082 87.459
Segmentvermögen nach geographischer Aufteilung 1.136.580 1.135.757
Zentraleuropa 41.517 35.536
West- / Südeuropa 12.987 13.570
Osteuropa 6.052 5.252
Nordeuropa, Amerika 406 636
Asien, Afrika, Ozeanien 3.170 7.842
Segmentinvestitionen nach geographischer Aufteilung 64.132 62.836

Sonstige Erläuterungen

Finanzinstrumente und finanzielles Risikomanagement

Finanzielle Risikofaktoren

Durch ihren Geschäftsbetrieb ist die HARTMANN GRUPPE einer Reihe finanzieller Risiken wie Auswirkungen von Veränderungen auf den Devisen- und Rohstoffmärkten und bei den Zinssätzen ausgesetzt. Das Risikomanagementsystem des Konzerns ist darauf ausgerichtet, die potenziellen Auswirkungen auf das Konzernergebnis zu begrenzen.

Das Risikomanagement für Finanzrisiken wird gemäß den vom Vorstand genehmigten Richtlinien der PAUL HARTMANN AG durchgeführt. Die Basis bildet die Risikostrategie, die vom Risikokomitee vorgegeben wird. Diese wird quartalsweise überprüft. Die aktuelle Risikostrategie steuert das Gesamtverlustlimit aus Währungs-, Zins- und Rohstoffrisiken im Verhältnis zum geplanten Ergebnis vor Steuern. Daraus werden für Einzelrisiken spezifische Sicherungsstrategien vorgegeben.

Die PAUL HARTMANN AG identifiziert die Finanzrisiken, bewertet sie, überwacht die Einhaltung der Verlustlimits und Sicherungsquoten und schließt gegebenenfalls in enger Zusammenarbeit mit operativen Einheiten geeignete Sicherungsgeschäfte ab.

Marktrisiko

Währungs-, Zins- und Rohstoffpreisrisiken werden durch eine Value-at-Risk-Berechnung gemessen. Auf Basis historischer Daten und Volatilitäten sowie einer Haltedauer von einem Jahr wird eine Normalverteilung berechnet. Das Konfidenzniveau wird mit 95 % angesetzt. Dies bedeutet, dass der Wertverlust des entsprechenden Risikoportfolios im folgenden Geschäftsjahr mit dieser Wahrscheinlichkeit nicht höher als die folgenden Beträge liegen wird:

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Korrelierter Value-at-Risk aus Währungsexposures 19,4 (2010: 16,2) Mio. EUR
Korrelierter Value-at-Risk aus Rohstoffen 15,9 (2010: 17,7) Mio. EUR
Korrelierter Value-at-Risk aus Zins 3,6 (2010: 0,5) Mio. EUR
Korrelierter Gesamt-Value-at-Risk 15,3 (2010: 10,9) Mio. EUR

Diese Werte werden dem geplanten Ergebnis vor Steuern der HARTMANN GRUPPE gegenübergestellt, um ihre Bedeutung für die Ertragssituation einzuschätzen. Es werden dabei Limits für Währungs- und Rohstoffpreisrisiken festgelegt, bei deren Überschreitung im Rahmen der Risikopolitik vordefinierte Maßnahmen und Berichtspflichten ausgelöst werden.

Währungsrisiken

Die HARTMANN GRUPPE ist international tätig und daher in verschiedenen Währungen einem Wechselkursrisiko ausgesetzt. Die PAUL HARTMANN AG sichert die Währungsexposures im Rahmen der Risikostrategie durch den Abschluss von Devisentermingeschäften, -optionen und -swaps ab.

Die HARTMANN GRUPPE hat zum Bilanzstichtag 57 % ihres geplanten Nettobedarfs an US-Dollar für das Geschäftsjahr 2012 durch Devisentermingeschäfte abgesichert. Der Nettobedarf an US-Dollar besteht im Wesentlichen aus dem geplanten Bedarf an Rohstoffen und Handelswaren. Die Liquiditätsplanung 2012 geht von einer weitgehend linearen Verteilung des US-Dollar-Cash-Flows aus.

Darüber hinaus hat der Konzern Cash-Flows in 23 weiteren Währungen. Die wesentlichen Nettopositionen sind in Chinesischen Yuan, Russischen Rubeln, Malaysischen Ringgit, Schweizer Franken, Polnischen Zloty, Britischen Pfund, Australischen Dollar und Ungarischen Forint, die auch zum Teil gesichert werden.

Zinsrisiken

Die HARTMANN GRUPPE ist Nettoschuldner und hält keine wesentlichen verzinslichen Vermögenswerte. Ziel des Konzerns ist es, dass mindestens 50 % des Kreditportfolios aus Darlehen mit Zinsfestschreibungen von mindestens einem Jahr oder geeigneten Sicherungen bestehen. Zum Jahresende 2011 lag dieser Anteil bei 82,0 %.

Rohstoffrisiken

Das mit Abstand bedeutendste Preisrisiko beim Rohstoff Fluff Pulp ist im Jahr 2012 zu 10% durch Vereinbarung von Fixpreisanteilen in den Lieferantenverträgen und zu 43,5% durch Rohstoffswaps auf den RISI-Index gesichert. Für weitere Rohstoffe in der HARTMANN GRUPPE werden zum Teil ebenfalls Festpreiskontrakte mit Lieferanten und Rohstoffswaps abgeschlossen. Die Möglichkeiten sind jedoch aufgrund der hohen Illiquidität der entsprechenden Märkte stark begrenzt.

Kapitalrisiken

Die Ziele der HARTMANN GRUPPE im Hinblick auf die Kapitalausstattung liegen zum einen in der Sicherstellung der Unternehmensfortführung, um den Anteilseignern weiterhin Dividenden und den anderen Interessenten die ihnen zustehenden Leistungen bereitzustellen, zum anderen in der Aufrechterhaltung einer angemessenen Eigenkapitalquote.

Die HARTMANN GRUPPE überwacht ihr Kapital auf Basis der Eigenkapitalquote, berechnet aus dem Verhältnis vom bilanzierten Eigenkapital zur Bilanzsumme. Auch zukünftig strebt die HARTMANN GRUPPE eine Aufteilung zwischen Eigen- und Fremdkapital an, die es ermöglicht, die Wachstumsstrategie (sowohl organisch als auch durch Akquisitionen) fortzuführen und bestehende Covenant-Regelungen einzuhalten.

Die Eigenkapitalquote stellte sich wie folgt dar:

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in Tausend EUR 31. Dezember 2011 31. Dezember 2010
Eigenkapital 612.347 569.658
Bilanzsumme 1.136.580 1.135.757
Eigenkapitalquote 53,9 % 50,2 %

Ausfallrisiken

Das theoretisch maximale Ausfallrisiko entspricht grundsätzlich den Buchwerten der betreffenden Vermögenswerte gegenüber den Vertragspartnern. Finanzderivate und andere relevante finanzielle Transaktionen werden nur mit Kernbanken oder vergleichbaren Partnerbanken geschlossen, deren Rating von Standard & Poors oder Fitch nicht unter "A" liegt. Es liegt keine Konzentration von Ausfallrisiken vor.

Für mögliche Ausfälle bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie bei sonstigen Forderungen wurden in angemessenem Umfang Wertberichtigungen gebildet. Bei zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten bestehen keine Anzeichen für Wertminderungsrisiken. Das Ausfallrisiko für Sicherungsgeschäfte liegt bei 6,3 (2010: 8,0) Mio. EUR.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind in Höhe von 98,3 (2010: 93,3) Mio. EUR versichert. Im Geschäftsjahr wurden Zahlungskonditionen für nicht wertgeminderte Forderungen in Höhe von 0,3 (2010: 0,3) Mio. EUR neu verhandelt.

Die nachfolgende Tabelle zeigt das Ausfallrisiko der unter IFRS 7 fallenden Finanzinstrumente:

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in Tausend EUR Buchwert zum 31. Dezember 2010 davon: weder wertgemindert noch überfällig davon: nicht wertgemindert und in den folgenden Zeitbändern überfällig
bis 3 Monate 4 bis 6 Monate 7 bis 12 Monate über 12 Monate
--- --- --- --- --- --- ---
Langfristige Vermögenswerte
Finanzielle Vermögenswerte 2.221 2.221 0 0 0 0
Sonstige Forderungen 1.873 1.873 0 0 0 0
Kurzfristige Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 277.989 192.937 58.465 14.717 7.035 3.790
Sonstige Forderungen 14.773 13.728 929 34 42 40
Finanzielle Vermögenswerte 7.231 7.231 0 0 0 0

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in Tausend EUR Buchwert zum 31. Dezember 2011 davon: weder wertgemindert noch überfällig davon: nicht wertgemindert und in den folgenden Zeitbändern überfällig
bis 3 Monate 4 bis 6 Monate 7 bis 12 Monate über 12 Monate
--- --- --- --- --- --- ---
Langfristige Vermögenswerte
Finanzielle Vermögenswerte 1.431 1.431 0 0 0 0
Sonstige Forderungen 1.039 1.039 0 0 0 0
Kurzfristige Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 283.161 179.484 67.606 13.812 9.742 7.331
Sonstige Forderungen 13.329 13.042 106 32 84 65
Finanzielle Vermögenswerte 6.302 6.302 0 0 0 0

Liquiditätsrisiken

Zu einem vorsichtigen Liquiditätsrisikomanagement gehören die Verfügbarkeit eines ausreichenden Bestands an Bargeld, marktfähigen Wertpapieren oder von ausreichenden Kreditlinien sowie die Fähigkeit, Marktpositionen glatt zu stellen. Die HARTMANN GRUPPE hat die Flexibilität im finanziellen Bereich vor allem durch eine syndizierte Kreditlinie sowie zusätzliche langfristige bilaterale Kreditlinien mit zweijähriger Restlaufzeit und einem Gesamtvolumen von 310 Mio. EUR gesichert.

Davon waren zum 31. Dezember 2011 noch 151,6 (2010: 65,4 ) Mio. EUR frei verfügbar.

Aus der nachfolgenden Tabelle sind die vertraglich vereinbarten (undiskontierten) Zins- und Tilgungszahlungen der originären finanziellen Verbindlichkeiten, der derivativen Finanzinstrumente mit negativem beizulegendem Zeitwert sowie von nicht bilanzierten Finanzgarantien ersichtlich:

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in Tausend EUR Fälligkeitsanalyse der erwarteten Cash-Flows zum 31. Dezember 2010
bis 3 Monate 4 Monate bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre mehr als 5 Jahre
--- --- --- --- ---
Finanzielle Schulden (lang- und kurzfristig)
gegenüber Kreditinstituten 193.422 2.383 9.720 3.651
aus Finanzierungsleasing 101 224 322 0
aus derivativen Finanzinstrumenten 1.548 4.327 2.275 -165
aus sonstigen verzinslichen Schulden 32 3.005 7.885 170
Verbindlichkeiten
aus Lieferungen und Leistungen 91.959 5.730 0 0
aus sonstigen Verbindlichkeiten 26.188 37.435 698 133
Finanzgarantien
aus Bürgschaften 539 0 0 0
aus Gewährleistungsverträgen 1.264 0 0 0

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in Tausend EUR Fälligkeitsanalyse der erwarteten Cash-Flows zum 31. Dezember 2011
bis 3 Monate 4 Monate bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre mehr als 5 Jahre
--- --- --- --- ---
Finanzielle Schulden (lang- und kurzfristig)
gegenüber Kreditinstituten 166.875 1.753 9.007 2.319
aus Finanzierungsleasing 184 453 561 0
aus derivativen Finanzinstrumenten 2.233 4.110 5.350 49
aus sonstigen verzinslichen Schulden 2.997 987 5.588 2.147
Verbindlichkeiten
aus Lieferungen und Leistungen 94.268 4.208 0 0
aus sonstigen Verbindlichkeiten 38.860 19.201 987 96
Finanzgarantien
aus Bürgschaften 469 0 0 0
aus Gewährleistungsverträgen 1.404 0 0 0

Einbezogen wurden alle Instrumente, die am 31. Dezember 2011 im Bestand waren und für die bereits Zahlungen vertraglich vereinbart waren.

Die bilanzierten finanziellen Schulden gegenüber Kreditinstituten beinhalten den syndizierten Kredit, der aufgrund einer Refinanzierungsvereinbarung als langfristig zu klassifizieren ist. Im Gegensatz dazu werden im Liquiditätsrisiko die Zins- und Tilgungszahlungen gemäß tatsächlichem Eintreten im Zeitband bis 3 Monate ausgewiesen

Zusätzliche Angaben zu den Finanzinstrumenten

Gemäß IFRS 7.27 sind die zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten den drei Stufen der Fair-Value-Hierarchie zuzuordnen. Dabei sind die einzelnen Stufen der Fair-Value Hierarchie wie folgt definiert:

Stufe 1: Bewertung anhand von notierten Marktpreisen aus aktiven Märkten für gleichartige Finanzinstrumente.

Stufe 2: Bewertung auf Basis von Inputfaktoren, bei denen es sich nicht um die in Stufe 1 berücksichtigen Marktpreise aus aktiven Märkten handelt, die aber entweder direkt (das heißt als Preis) oder indirekt (das heißt in Ableitung von Preisen) beobachtbar sind.

Stufe 3: Bewertung auf Basis von Modellen, denen nicht am Markt beobachtbare Inputdaten zugrunde liegen.

Folgende Tabellen stellen die Buchwerte, Wertansätze und beizulegenden Zeitwerte nach Bewertungskategorien dar:

Aktiva

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in Tausend EUR Bilanz Zuordnung zu den Kategorien des IAS 39
Buchwert zum 31. Dezember 2010 davon nicht im Anwendungsbereich des IAS 39 Zu Handelszwecken gehalten Kredite und Forderungen Zur Veräußerung verfügbar Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten
--- --- --- --- --- --- ---
Langfristiges Vermögen
Finanzielle Vermögenswerte
- Beteiligungen 238 238
- Verzinsliche Ausleihungen und Wertpapiere 901 901
- Derivate mit Hedging-Beziehung 1.082 1.082
Sonstige Forderungen 6.176 4.303 1.873
Kurzfristiges Vermögen
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 277.989 277.989
Sonstige Forderungen 25.171 10.398 14.773
Finanzielle Vermögenswerte
- Verzinsliche Ausleihungen und Wertpapiere 328 328
- Derivate ohne Hedging-Beziehung 1.936 1.936
- Derivate mit Hedging-Beziehung 4.967 4.967
Zahlungsmittel 33.660 33.660
Gesamte finanzielle Vermögenswerte 352.448 20.750 1.936 328.295 1.467 0

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Einteilung in Klassen des IFRS 7
davon nicht im Anwendungsbereich des IFRS 7 davon zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet davon zum Fair Value bewertet Fair Value zum 31. Dezember 2010
--- --- --- --- --- --- ---
Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3
--- --- --- --- --- --- ---
Langfristiges Vermögen
Finanzielle Vermögenswerte
- Beteiligungen 238 238
- Verzinsliche Ausleihungen und Wertpapiere 901 901
- Derivate mit Hedging-Beziehung 785 297 1.082
Sonstige Forderungen 4.303 1.873 1.873
Kurzfristiges Vermögen
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 277.989 277.989
Sonstige Forderungen 10.398 14.773 14.773
Finanzielle Vermögenswerte
- Verzinsliche Ausleihungen und Wertpapiere 94 234 328
- Derivate ohne Hedging-Beziehung 1.688 248 1.936
- Derivate mit Hedging-Beziehung 1.346 3.621 4.967
Zahlungsmittel 33.660 33.660
Gesamte finanzielle Vermögenswerte 14.701 329.528 234 3.819 4.166
Passiva
in Tausend EUR Bilanz Zuordnung zu den Kategorien des IAS 39
Buchwert zum 31. Dezember 2010 davon nicht im Anwendungsbereich des IAS 39 Zu Handelszwecken gehalten Kredite und Forderungen Zur Veräußerung verfügbar Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten
Langfristige Schulden
Finanzielle Schulden
- gegenüber Kreditinstituten 193.773 193.773
- Finanzierungsleasing 238 238
- Sonstige verzinsliche Schulden 7.602 7.602
- Derivate mit Hedging-Beziehung 4.174 4.174
Sonstige Verbindlichkeiten 2.334 1.503 831
Kurzfristige Schulden
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 97.689 97.689
Sonstige Verbindlichkeiten 83.791 20.168 63.623
Finanzielle Schulden
- gegenüber Kreditinstituten 13.087 13.087
- Finanzierungsleasing 293 293
- Sonstige verzinsliche Schulden 3.037 3.037
- Derivate ohne Hedging-Beziehung 2.011 2.011
- Derivate mit Hedging-Beziehung 2.249 2.249
Gesamte finanzielle Schulden 410.278 28.625 2.011 0 0 379.642

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Einteilung in Klassen des IFRS 7
davon nicht im Anwendungsbereich des IFRS 7 davon zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet davon zum Fair Value bewertet Fair Value zum 31. Dezember 2010
--- --- --- --- --- --- ---
Stufe 1 Stufe 2 Stufe3
--- --- --- --- --- --- ---
Langfristige Schulden
Finanzielle Schulden
- gegenüber Kreditinstituten 193.773 194.460
- Finanzierungsleasing 238 238
- Sonstige verzinsliche Schulden 7.602 8.044
- Derivate mit Hedging-Beziehung 4.174 4.174
Sonstige Verbindlichkeiten 1.503 831 831
Kurzfristige Schulden
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 97.689 97.689
Sonstige Verbindlichkeiten 20.168 63.623 63.623
Finanzielle Schulden
- gegenüber Kreditinstituten 13.087 13.087
- Finanzierungsleasing 293 293
- Sonstige verzinsliche Schulden 3.037 3.037
- Derivate ohne Hedging-Beziehung 2.011 2.011
- Derivate mit Hedging-Beziehung 2.249 2.249
Gesamte finanzielle Schulden 21.671 380.173 0 8.434 0

Aktiva

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Bilanz Zuordnung zu den Kategorien des IAS 39
in Tausend EUR Buchwert zum 31. Dezember 2011 davon nicht im Anwendungsbereich des IAS 39 Zu Handelszwecken gehalten Kredite und Forderungen Zur Veräußerung verfügbar Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten
--- --- --- --- --- --- ---
Langfristiges Vermögen
Finanzielle Vermögenswerte
- Beteiligungen 238 238
- Verzinsliche Ausleihungen und Wertpapiere 927 927
- Derivate mit Hedging-Beziehung 266 266
Sonstige Forderungen 5.907 4.868 1.039
Kurzfristiges Vermögen
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 283.161 283.161
Sonstige Forderungen 21.451 8.122 13.329
Finanzielle Vermögenswerte
- Verzinsliche Ausleihungen und Wertpapiere 264 264
- Derivate ohne Hedging-Beziehung 517 517
- Derivate mit Hedging-Beziehung 5.521 5.521
Zahlungsmittel 44.715 44.715
Gesamte finanzielle Vermögenswerte 362.967 18.777 517 342.244 1.429 0

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Einteilung in Klassen des IFRS 7
davon nicht im Anwendungsbereich des IFRS 7 davon zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet davon zum Fair Value bewertet Fair Value zum 31. Dezember 2011
--- --- --- --- --- --- ---
Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3
--- --- --- --- --- --- ---
Langfristiges Vermögen
Finanzielle Vermögenswerte
- Beteiligungen 238 238
- Verzinsliche Ausleihungen und Wertpapiere 927 927
- Derivate mit Hedging-Beziehung 266 266
Sonstige Forderungen 4.868 1.039 1.039
Kurzfristiges Vermögen
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 283.161 283.161
Sonstige Forderungen 8.122 13.329 13.329
Finanzielle Vermögenswerte
- Verzinsliche Ausleihungen und Wertpapiere 40 224 264
- Derivate ohne Hedging-Beziehung 517 517
- Derivate mit Hedging-Beziehung 5.421 100 5.521
Zahlungsmittel 44.715 44.715
Gesamte finanzielle Vermögenswerte 12.990 343.449 224 6.204 100

Passiva

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in Tausend EUR Bilanz Zuordnung zu den Kategorien des IAS 39
Buchwert zum 31. Dezember 2011 davon nicht im Anwendungsbereich des IAS 39 Zu Handelszwecken gehalten Kredite und Forderungen Zur Veräußerung verfügbar Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten
--- --- --- --- --- --- ---
Langfristige Schulden
Finanzielle Schulden
- gegenüber Kreditinstituten 168.893 168.893
- Finanzierungsleasing 499 499
- Sonstige verzinsliche Schulden 7.231 7.231
- Derivate mit Hedging-Beziehung 8.228 8.228
Sonstige Verbindlichkeiten 3.015 1.932 1.083
Kurzfristige Schulden
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 98.476 98.476
Sonstige Verbindlichkeiten 78.711 20.650 58.061
Finanzielle Schulden
- gegenüber Kreditinstituten 9.158 9.158
- Finanzierungsleasing 588 588
- Sonstige verzinsliche Schulden 3.984 3.984
- Derivate ohne Hedging-Beziehung 155 155
- Derivate mit Hedging-Beziehung 4.164 4.164
Gesamte finanzielle Schulden 383.102 36.061 155 0 0 346.886

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Einteilung in Klassen des IFRS
davon nicht im Anwendungsbereich des IFRS 7 davon zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet davon zum Fair Value bewertet Fair Value zum 31. Dezember 2011
--- --- --- --- --- --- ---
Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3
--- --- --- --- --- --- ---
Langfristige Schulden
Finanzielle Schulden
- gegenüber Kreditinstituten 168.893 169.912
- Finanzierungsleasing 499 499
- Sonstige verzinsliche Schulden 7.231 7.725
- Derivate mit Hedging-Beziehung 7.895 333 8.228
Sonstige Verbindlichkeiten 1.932 1.083 1.083
Kurzfristige Schulden
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 98.476 98.476
Sonstige Verbindlichkeiten 20.650 58.061 58.061
Finanzielle Schulden
- gegenüber Kreditinstituten 9.158 9.158
- Finanzierungsleasing 588 588
- Sonstige verzinsliche Schulden 3.984 3.984
- Derivate ohne Hedging-Beziehung 155 155
- Derivate mit Hedging-Beziehung 1.920 2.244 4.164
Gesamte finanzielle Schulden 22.582 347.973 0 9.970 2.577

Die folgende Tabelle zeigt die Veränderung der Instrumente in Stufe 3 für das am 31. Dezember 2011 beendete Jahr:

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in Tausend EUR 2011 2010
Positive Fair Values derivativer Finanzinstrumente der Stufe 3 zum 1. Januar 4.166 0
Im operativen Ergebnis erfasste Gewinne aus Derivaten ohne Hedging-Beziehung 0 248
Im Eigenkapital erfasste Gewinne (+) und Verluste (-) -415 3.918
Im operativen Ergebnis erfasste Gewinne aus Derivaten mit Hedging-Beziehung -3.403 0
Abgänge aus Derivaten ohne Hedging-Beziehung -248 0
Positive Fair Values derivativer Finanzinstrumente der Stufe 3 zum 31. Dezember 100 4.166
Im operativen Ergebnis erfasste Gewinne (+) und Verluste (-) derivativer Finanzinstrumente der Stufe 3, die zum 31. Dezember noch im Bestand sind 0 248
Negative Fair Values derivativer Finanzinstrumente der Stufe 3 zum 1. Januar 0 0
Im operativen Ergebnis erfasste Verluste aus Derivaten mit Hedging-Beziehung -691 0
Im Eigenkapital erfasste Gewinne (+) und Verluste (-) -1.886 0
Negative Fair Values derivativer Finanzinstrumente der Stufe 3 zum 31. Dezember -2.577 0
Im operativen Ergebnis erfasste Gewinne (+) und Verluste (-) derivativer Finanzinstrumente der Stufe 3, die zum 31. Dezember noch im Bestand sind -691 0

Die Rohstoffabsicherung in der HARTMANN GRUPPE erfolgt auf illiquiden Märkten. Sowohl die Grundgeschäfte als auch die Sicherungsgeschäfte basieren auf Indizes ohne beobachtbare Forwardkurven. Daher erfolgt eine Kategorisierung in Stufe 3. Für die Bewertung der Sicherungsgeschäfte werden die zukünftigen Zahlungsströme mithilfe einer flachen Forwardkurve ermittelt und mit der währungs- und laufzeitadäquaten Zinskurve abdiskontiert. Für die Sicherungsinstrumente und die Rohstoffeinkäufe wird Hedge Accounting angewendet.

Die folgende Tabelle stellt die berücksichtigten Nettogewinne oder -verluste von Finanzinstrumenten dar (ohne derivative Finanzinstrumente, die in ein Hedge Accounting einbezogen sind):

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in Tausend EUR 2011 2010
Zu Handelszwecken gehalten 437 763
Kredite und Forderungen -3.528 -3.254
Zur Veräußerung verfügbar 9 17
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten -5.429 -1.392
-8.511 -3.866

Die zu Handelszwecken gehaltenen finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Schulden umfassen Fair Value-Veränderungen bei Derivaten in Höhe von 0,4 (2010: 0,8) Mio. EUR. Die Nettoverluste aus Krediten und Forderungen beinhalten Wertminderungen in Höhe von -4,8 (2010: -4,4) Mio. EUR, Währungsgewinne in Höhe von 0,3 (2010: -0,2) Mio. EUR sowie Zinserträge in Höhe von 1,0 (2010: 1,3) Mio. EUR. Die Nettogewinne der zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte beinhalten im Wesentlichen Zinserträge. Die aus finanziellen Verbindlichkeiten erfassten Nettoverluste betreffen Zinsaufwendungen in Höhe von -5,5 (2010: -3,8) Mio. EUR und Währungsgewinne in Höhe von 0,1 (2010: 2,4) Mio. EUR.

Derivative Finanzinstrumente

Derivative Finanzinstrumente werden in der HARTMANN GRUPPE zur Reduzierung des Währungs-, Zins- und Rohstoffrisikos eingesetzt.

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in Tausend EUR 31. Dezember 2010
Restlaufzeit des Nominalwerts
--- --- --- --- --- ---
Fair Value Gesamt Nominalwert Gesamt Bis zu einem Jahr 1 bis 5 Jahre mehr als 5 Jahre
--- --- --- --- --- ---
Devisensicherungsgeschäfte -1.019 174.664 161.642 13.022 0
Rohstoffsicherungsgeschäfte 4.166 28.668 26.633 2.035 0
Zinssicherungsgeschäfte -3.596 145.767 10.767 100.000 35.000

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in Tausend EUR 31. Dezember 2011
Restlaufzeit des Nominalwerts
--- --- --- --- --- ---
Fair Value Gesamt Nominalwert Gesamt Bis zu einem Jahr 1 bis 5 Jahre mehr als 5 Jahre
--- --- --- --- --- ---
Devisensicherungsgeschäfte 4.222 182.663 172.693 9.970 0
Rohstoffsicherungsgeschäfte -2.477 38.945 36.207 2.738 0
Zinssicherungsgeschäfte -7.988 142.500 17.500 75.000 50.000

Cash-Flow Hedges

Zur Sicherung des Cash-Flow-Risikos variabler verzinslicher Verbindlichkeiten hat die HARTMANN GRUPPE Zinsswaps abgeschlossen. Die Änderungen des Cash-Flows der Grundgeschäfte, die sich aus den Veränderungen der EURIBOR-Sätze ergeben, werden durch die Änderungen der Cash-Flows der Zinsswaps ausgeglichen. Mit den Sicherungsmaßnahmen wird das Ziel verfolgt, die variabel verzinslichen in festverzinsliche Finanzschulden zu transformieren und damit den Zahlungsstrom aus den finanziellen Verbindlichkeiten zu sichern.

Die folgende Tabelle zeigt die vertragliche Endfälligkeit der Sicherungsgeschäfte, bis zu welcher die Zahlungsströme erfolgswirksam werden:

Fälligkeit

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Nominalvolumen in Tausend

EUR
Fair Value

in Tausend EUR
Bis zu einem Jahr 17.500 -92
Zwischen einem und fünf Jahren 75.000 -4.634
Mehr als fünf Jahre 50.000 -3.262

Zur Sicherung des Cash-Flow-Risikos von geplanten Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen hat die HARTMANN GRUPPE Termingeschäfte abgeschlossen. Zum 31. Dezember 2011 waren Devisensicherungsgeschäfte in Höhe von 160,9 Mio. EUR als Sicherungsinstrumente mit einem positiven Marktwert in Höhe von 3,9 Mio. EUR im Rahmen von Cash-Flow Hedges designiert. Die HARTMANN GRUPPE erwartet, dass mit Eintritt der Zahlungen im Jahr 2012 im Eigenkapital erfasste Gewinne in Höhe von 3,6 Mio. EUR und mit Eintritt der Zahlungen im Jahr 2013 im Eigenkapital erfasste Gewinne in Höhe von 0,3 Mio. EUR in die Gewinn- und Verlustrechnung umklassifiziert werden. Zur Sicherung von Cash-Flow-Risiken aus schwankenden Preisen von geplanten Rohstoffeinkäufen hat die HARTMANN GRUPPE Swaps abgeschlossen. Zum 31. Dezember 2011 waren Rohstoffswaps in Höhe von 38,9 Mio. EUR als Sicherungsinstrumente mit einem negativen Marktwert in Höhe von 2,5 Mio. EUR im Rahmen von Cash-Flow-Hedges designiert. Davon sind 1,8 Mio. EUR erfolgsneutral im Eigenkapital berücksichtigt.

Die HARTMANN GRUPPE erwartet, dass mit Eintritt der Zahlungen im Jahr 2012 im Eigenkapital erfasste Verluste in Höhe von 1,6 Mio. EUR und mit Eintritt der Zahlungen im Jahr 2013 im Eigenkapital erfasste Verluste in Höhe von 0,2 Mio. EUR in die Gewinn- und Verlustrechnung umklassifiziert werden.

Der Nachweis der prospektiven und retrospektiven Effektivität wird mithilfe regelmäßig durchgeführter Effektivitätstests erbracht. Zur Ermittlung der retrospektiven Effektivität kommt die so genannte "Dollar-Offset-Methode", bei Rohstoffswaps die Regressionsanalyse zur Anwendung. Die Ergebnisse der retrospektiven Effektivitätsmessung liegen dabei in einer Bandbreite von 80 % bis 125 %, sodass von einer hoch effektiven Sicherungsbeziehung ausgegangen werden kann. Der im Periodenergebnis erfasste ineffektive Teil der Absicherung von Zahlungsströmen beträgt 0,7 Mio. EUR.

Ungewisse zukünftige Ereignisse

Zum 31. Dezember 2011 bestanden im Konzern Eventualschulden in Form von Bankgarantien und ähnlichen Verpflichtungen aus dem gewöhnlichen Geschäftsbetrieb, von denen angenommen wird, dass daraus keine wesentlichen Zahlungsverpflichtungen entstehen.

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in Tausend EUR 2011 2010
Bürgschaften 469 539
Gewährleistungsverträge 1.404 1.264

Der Zeitpunkt einer möglichen Inanspruchnahme ist derzeit nicht abschätzbar.

Verpflichtungen aus Operating Leasingverhältnissen

Die Gesamtsumme der künftigen Mindestleasingzahlungen aus unkündbaren Operating Leasingverhältnissen stellt sich wie folgt dar:

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in Tausend EUR 2011 2010
Bis zu einem Jahr 18.477 16.005
Zwischen einem und fünf Jahren 36.796 22.824
Mehr als fünf Jahre 8.974 13.131
64.247 51.960

Bei den im Rahmen von Operating Leasing abgeschlossenen Verträgen handelt es sich im Wesentlichen um übliche Vereinbarungen im Bereich Gebäude und Betriebs- und Geschäftsausstattung.

Angaben zur Kapitalflussrechnung

Die Kapitalflussrechnung zeigt, wie sich die Zahlungsmittel der HARTMANN GRUPPE im Laufe des Berichtsjahrs durch Mittelzu- und Mittelabflüsse verändert haben. Dabei sind die Zahlungsströme nach Geschäfts-, Investitions- und Finanzierungstätigkeit gegliedert.

Der operative Cash-Flow erhöhte sich im Wesentlichen aufgrund der besseren Entwicklung im Net Working Capital gegenüber dem Vorjahr um 84,8 Mio. EUR auf 139,3 Mio. EUR.

Insbesondere durch Akquisitionen sowie den Erwerb von nicht beherrschten Anteilen an Konzernunternehmen wurde im Geschäftsjahr 2011 der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit im Vorjahresvergleich um 11,8 Mio. EUR auf 67,9 Mio. EUR erhöht.

Der Free-Cash-Flow lag als Resultat dieser Entwicklung bei 71,4 (2010: -1,6) Mio. EUR.

Veränderung im Konsolidierungskreis

Zum 31. Dezember 2011 wurden in den Konzernabschluss neben der PAUL HARTMANN AG 20 (2010: 19) inländische und 63 (2010: 68) ausländische Tochterunternehmen im Wege der Vollkonsolidierung einbezogen (siehe Aufstellung über Anteilsbesitz). Wie im Vorjahr wurden drei Gesellschaften nach der Equity-Methode bewertet (siehe Ziffer 4).

Im Berichtsjahr wurde die Gesellschaft Atemzentrum Grafschaft GmbH / Deutschland gegründet und vollkonsolidiert.

Des Weiteren sind im Berichtsjahr fünf ausländische Gesellschaften aus dem Konsolidierungskreis ausgeschieden. Die sich in Liquidation befindenden Gesellschaften Vlesia AG / Schweiz und Bode s.r.o / Tschechien wurden zum 31. Dezember 2011 entkonsolidiert. Die Gesellschaften Humanicare International, Inc. / USA, The Just For You Company, LLC / USA und Whitestone Acquisition Corp./USA wurden mit Wirkung zum 1. Januar 2011 auf die HARTMANN USA, Inc. / USA verschmolzen.

Bei der bereits vollkonsolidierten Konzerngesellschaft MEDICUS GmbH / Deutschland wurden im Berichtsjahr die restlichen nicht beherrschten Anteile in Höhe von 40 % erworben. Der dabei den Buchwert der nicht beherrschten Anteile übersteigende Betrag des Kaufpreises in Höhe von 1,0 Mio. EUR wurde in der Kapitalrücklage erfasst. Des Weiteren wurden ebenfalls im Berichtsjahr die restlichen nicht beherrschten Anteile in Höhe von 5,1 % an der Karl Otto Braun GmbH &Co. KG / Deutschland erworben, wobei aufgrund des wirtschaftlichen Eigentums seit 2005 keine nicht beherrschten Anteile in der Bilanz der HARTMANN GRUPPE mehr ausgewiesen wurden.

Mit Wirkung zum 1. Juli 2011 hat unsere französische Gesellschaft Kneipp France S.A.R.L. im Rahmen eines Share Deals 100 % der Anteile an dem Bio-Naturkosmetikhersteller Pierre Cattier SAS / Frankreich erworben. Der Kaufpreis in Höhe von 12,4 Mio. EUR wurde in liquiden Mitteln beglichen. Insgesamt wurden Vermögenswerte in Höhe von 8,2 Mio. EUR und Schulden in Höhe von 2,9 Mio. EUR erworben. Darin enthalten sind Buchwertanpassungen bei den Vermögenswerten in Höhe von 3,0 Mio. EUR und bei den Schulden in Höhe von 1,0 Mio. EUR, die im Rahmen der Purchase Price Allocation vorgenommen wurden. Der bilanzierte Goodwill in Höhe von 7,1 Mio. EUR stellt im Wesentlichen die erwarteten positiven Synergieeffekte bei Produktentwicklung, Produktion und Vertrieb dar.

Die Gesellschaften Kneipp France S.A.R.L. und Pierre Cattier SAS wurden im Berichtsjahr verschmolzen. Die verschmolzene Gesellschaft firmiert nun unter dem Namen Pierre Cattier SAS.

Diese Veränderungen im Konsolidierungskreis sind für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von untergeordneter Bedeutung.

Aufstellung über den Anteilsbesitz

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Anteil

in %
Region Zentraleuropa
DE Balata GmbH 100,0
Bode Chemie GmbH 100,0
CMC Consumer Medical Care GmbH 100,0
DIG Dienstleistungen im Gesundheitswesen GmbH 100,0
Hans Braun GmbH 100,0
HARTMANN Beteiligungen GmbH 100,0
Karl Otto Braun GmbH &Co. KG 100,0
Kneipp Verwaltungsgesellschaft mbH 100,0
Kneipp-Werbe-Agentur u. Vertriebs GmbH 100,0
Kneipp-Werke Kneipp-Mittel-Zentrale GmbH &Co. KG 100,0
KOB Medical Devices (Deutschland) GmbH 100,0
MEDICUS GmbH 100,0
NOGE Gesellschaft für Medizinprodukte und -dienstleistungen mbH 100,0
PAUL HARTMANN AG &Co. Logistikzentrum Süd oHG 100,0
QMService GmbH 100,0
Reha-Service Loose GmbH 100,0
Sanimed GmbH 100,0
Vlesia GmbH 100,0
Atemzentrum Bad Lippspringe GmbH 51,0
Atemzentrum Grafschaft GmbH 51,0
AT PAUL HARTMANN Ges.mbH 100,0
CH Kneipp GmbH 100,0
AIR Health Solution AG 66,3
Bode AG 66,3
IVF HARTMANN AG 66,3
IVF HARTMANN Holding AG 66,3
IVF Technology AG 66,3
Kistler AG 66,3
Region West-/Südeuropa
BE N.V. PAUL HARTMANN S.A. 100,0
DZ Laboratoires PAUL HARTMANN S.A.R.L. 51,0
ES Laboratorios HARTMANN S.A. 100,0
PAUL HARTMANN España S.L.U. 100,0
PAUL HARTMANN S.A. 100,0
FR Aux Bons Soins S.A.R.L. 100,0
Bode France SAS 100,0
CMC France S.A.R.L. (früher: HYGIENE PARTNERS S.A.R.L.) 100,0
Laboratoires PAUL HARTMANN S.A.R.L. 100,0
Max Lorne S.A. 100,0
PAUL HARTMANN S.A. 100,0
Pierre Cattier SAS (früher: Kneipp France S.A.R.L.) 100,0
Providom SAS 100,0
STERIMA S.A. 100,0
Vivello France SAS 100,0
GR PAUL HARTMANN Hellas A.E. 100,0
IT Distributori Articoli Sanitari D.A.S. S.R.L. CON SOCIO UNICO 100,0
HARTMANN FOROMED S.R.L. (früher: FORO.MED. Production s.r.l.) 100,0
GENESI S.R.L. CON SOCIO UNICO 100,0
PAUL HARTMANN S.p.A. 100,0
MA PAUL HARTMANN S.A.R.L. 53,5
NL Kneipp Nederland B.V. 100,0
PAUL HARTMANN B.V. 100,0
PAUL HARTMANN Finance B.V. 100,0
PT PAUL HARTMANN LDA 100,0
Steriliacare - Soluces em Higiene, LDA 100,0
Region Osteuropa
CZ HARTMANN-RICO a.s. 100,0
SANICARE s.r.o. 100,0
HR PAUL HARTMANN d.o.o. 100,0
HU HARTMANN-RICO Hungária Kft. 100,0
HTS Medical Kereskedelmi és Szolgáltató Kft. 100,0
PL PAUL HARTMANN Polska Sp. z o.o. 100,0
RO S.C. PAUL HARTMANN S.R.L. 100,0
RU PAUL HARTMANN OOO 100,0
PAUL HARTMANN Siberia OOO 100,0
SI PAUL HARTMANN Adriatic d.o.o. 100,0
SK HARTMANN-RICO spol. s r.o. 100,0
TR CMC CONSUMER MEDICAL CARE Pamuk Sanayi ve Ticaret Ldt. Sti. (früher: Hygiene Cotton Industries Pamuk Sanayi ve Ticaret Limited Sirketi) 100,0
PAUL HARTMANN Ltd. Sti. 100,0
Region Nordeuropa, Amerika
DK PAUL HARTMANN A/S 100,0
GB PAUL HARTMANN Ltd. 100,0
NO PAUL HARTMANN AS 100,0
SE HARTMANN-ScandiCare AB 100,0
US HARTMANN USA, Inc. 100,0
Kneipp Corporation of America, Inc. 100,0
PAUL HARTMANN Corp. 100,0
Region Asien, Afrika, Ozeanien
AE PAUL HARTMANN Middle East FZE 100,0
AU PAUL HARTMANN Pty. Ltd. 100,0
CN KOB (Qingdao) Medical Devices Co., Ltd. 99,3
PAUL HARTMANN (Shanghai) Trade Co., Ltd. 100,0
HK PAUL HARTMANN Asia-Pacific Ltd. 100,0
IN KOB Medical Textiles Private Ltd. 100,0
PAUL HARTMANN Medical Private Limited 100,0
JP Kneipp Japan K.K. 100,0
ZA HARTMANN-Vitamed (Pty) Ltd. 100,0

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Mit Wirkung zum 1. Januar 2012 hat unsere Schweizer Gesellschaft IVF HARTMANN AG im Rahmen eines Share Deals 100 % der Anteile an der Funny Hygiene AG mit Sitz in Maur / Schweiz erworben. Der Kaufpreis in Höhe von 16,9 Mio. EUR wurde in liquiden Mitteln beglichen. Insgesamt wurden Vermögenswerte in Höhe von 6,8 Mio. EUR und Schulden in Höhe von 1,5 Mio. EUR erworben. Darin enthalten sind Buchwertanpassungen bei den Vermögenswerten in Höhe von 4,1 Mio. EUR und bei den Schulden in Höhe von 0,7 Mio. EUR, die im Rahmen einer vorläufigen Purchase Price Allocation vorgenommen wurden. Der vorläufige Goodwill beträgt 11,6 Mio. EUR und stellt im Wesentlichen die erwarteten positiven Synergieeffekte im Vertriebsbereich dar.

Darüber hinaus ergaben sich bis zum 17. Februar 2012 keine Ereignisse oder Entwicklungen, die zu einer wesentlichen Änderung des Ausweises oder Wertansatzes der einzelnen Vermögenswerte und Schuldposten zum 31. Dezember 2011 geführt hätten.

Dividende je Aktie

Auf der Hauptversammlung am 4. Mai 2012 wird eine Dividende von 5,50 EUR je Stückaktie vorgeschlagen. Dividendenberechtigt sind 3.551.742 Stücke. Die Gewinnausschüttung beläuft sich damit auf 19,5 Mio. EUR. Diese Dividende ist im vorliegenden Konzernabschluss als Bestandteil des Eigenkapitals ausgewiesen. Die Erfassung der Dividendenverbindlichkeit erfolgt im Geschäftsjahr 2012. Die Dividende im Vorjahr betrug 19,2 Mio. EUR (5,40 EUR je Aktie).

Transaktionen mit nahe stehenden Personen

Als nahe stehende Personen und Unternehmen im Sinne des IAS 24 ("Angaben über Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen") müssen Personen und Unternehmen, die die HARTMANN GRUPPE beherrschen oder von ihr beherrscht werden, angegeben werden. Die Angabepflicht erstreckt sich hierbei auch auf Personen, die unmittelbar oder mittelbar einen maßgeblichen Einfluss auf die Finanz- und Geschäftspolitik der HARTMANN GRUPPE ausüben, einschließlich deren engerer Familienangehörigen oder zuzurechnender Unternehmen. Ein maßgeblicher Einfluss auf die HARTMANN GRUPPE kann durch Anteilsbesitz von 20 % oder mehr beziehungsweise Sitz im Vorstand oder Aufsichtsrat begründet werden.

Berichtspflichtige Geschäftsbeziehungen mit nahe stehenden Personen, insbesondere Beratungs- und Vermittlungsleistungen, wurden nicht unterhalten.

Im Zuge der Konsolidierung werden Geschäftsvorfälle zwischen den Konzerngesellschaften der HARTMANN GRUPPE eliminiert.

Mit assoziierten Unternehmen, die at-equity bilanziert werden, wurden Transaktionen im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit getätigt, die sich im Berichts- und Vorjahr wie folgt ausgewirkt haben:

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in Tausend EUR 2011 2010
Erträge 19.955 20.435
Aufwendungen 1.802 2.161
Forderungen 1.878 2.004

Darüber hinaus existieren keine wesentlichen wirtschaftlichen und rechtlichen Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen außerhalb des Konsolidierungskreises.

Aufsichtsrat und Vorstand

Bezüge des Aufsichtsrats

Die Höhe der Vergütung des Aufsichtsrats der PAUL HARTMANN AG beträgt satzungsgemäß 0,6 (2010: 0,6) Mio. EUR. Weitere Informationen zur Vergütung der Aufsichtsräte sind im Corporate Governance Bericht enthalten, der ebenfalls Bestandteil des Geschäftsberichts ist.

Bezüge des Vorstands

Die Höhe der Vorstandsvergütung richtet sich nach den Aufgaben des einzelnen Vorstandsmitglieds, seinen Leistungen und der Entwicklung der HARTMANN GRUPPE unter Berücksichtigung des Vergleichsumfelds. Die Gesamtvergütung setzt sich in Übereinstimmung mit den Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" aus einem fixen und einem variablen Bestandteil zusammen; der variable Bestandteil enthält in einem untergeordneten Umfang eine "mehrjährige Bemessungsgrundlage". Die Gesamtbezüge der Mitglieder des Vorstands für das Berichtsjahr beliefen sich im Konzern auf 5,1 (2010: 4,7) Mio. EUR. Davon beträgt der variable Anteil 2,8 (2010: 2,5) Mio. EUR.

Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands und deren Hinterbliebenen sind insgesamt 10,1 (2010: 10,3) Mio. EUR zurückgestellt.

Die Gesamtbezüge früherer Mitglieder des Vorstands betrugen für das Berichtsjahr 0,8 (2010: 0,8) Mio. EUR.

Gebühren des Abschlussprüfers

Die Gebühren des Abschlussprüfers betrugen im Berichtsjahr insgesamt 1,0 (2010: 1,0) Mio. EUR. Dabei entfielen 0,4 (2010: 0,5) Mio. EUR auf Prüfungshonorare, 0,3 (2010: 0,4) Mio. EUR auf prüfungsnahe Dienstleistungen sowie 0,3 (2010: 0,1) Mio. EUR auf Steuerberatungshonorare.

Freigabe des Konzernabschlusses

Der Konzernabschluss wurde am 16. Februar 2012 vom Vorstand zur Vorlage an den Aufsichtsrat freigegeben.

PAUL HARTMANN AG

Dr. Riguzzi

Dr. Fremerey

Kuehn

Dr. Neumann

Schulz

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Wir haben den von der PAUL HARTMANN AG, Heidenheim an der Brenz, aufgestellten Konzernabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung und Gesamtergebnisrechnung, Eigenkapitalveränderungsrechnung, Kapitalflussrechnung und Anhang - sowie den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2011 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften liegt in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Konzernlagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Stuttgart, den 6. März 2012

**PricewaterhouseCoopers

Aktiengesellschaft

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**

Klaus Neubarth, Wirtschaftsprüfer

Carolin Schütt, Wirtschaftsprüferin

Bericht des Aufsichtsrats

Überblick

Im Geschäftsjahr 2011 war die HARTMANN GRUPPE mit einem schwierigen Marktumfeld konfrontiert. Besonders große Herausforderungen stellten Unwägbarkeiten aufgrund der Finanz- und Währungskrise in den Eurostaaten dar, ebenso die weiterhin auf hohem Niveau volatilen Rohstoffpreise und schwankende Währungsrelationen sowie drastische Sparmaßnahmen in den nationalen Gesundheitssystemen, die mit dem Abbau der Staatsschulden einhergehen.

Trotz des starken Preisdrucks ist es dem Konzern gelungen, seinen profitablen Wachstumskurs, basierend auf dem erfolgreichen Geschäftsjahr 2010, fortzusetzen. Damit erweist sich die konsequente Umsetzung der Konzernstrategie FOCUS gerade vor dem Hintergrund ungünstiger Rahmenbedingungen als richtig. Streng an Kundenbedürfnissen orientierte Innovationen, umfassende Systemangebote mit hoher Integrationstiefe und eine Vielzahl an Vertriebswegen sind Erfolgsfaktoren, die international die Position der HARTMANN GRUPPE in den drei Kerngeschäftssegmenten Wund-, Inkontinenz- und Infektionsmanagement weiter gefestigt haben.

Neben der Verbreiterung der Umsatzbasis, etwa im Wachstumsmarkt Russland, oder durch die Etablierung des BODE SCIENCE CENTERS zur umfassenden Infektionsvorbeugung im Gesundheitswesen, hat die HARTMANN GRUPPE im Geschäftsjahr 2011 die Weichen gestellt, um die Produktivität der internen Prozesse nachhaltig zu sichern. Vor dem Hintergrund eines zunehmend schwierigen Marktumfelds hat der Vorstand Anfang 2011 frühzeitig das Projekt "Ergebnisstabilisierung 2011" gestartet und nachfolgend erfolgreich umgesetzt. Sämtliche Prozesse und damit verbundene Kosten wurden auf den Prüfstand gestellt. Gleichzeitig wurden Preiserhöhungsprogramme aufgesetzt, um einen Teil der Kostensteigerungen auf der Rohstoffseite an die Märkte weiterzugeben. Gezielte Investitionen in Standorte, Sortimente und Märkte haben darüber hinaus dazu beigetragen, die HARTMANN GRUPPE fit für die Zukunft zu machen.

Der Aufsichtsrat hat die Geschäftsentwicklung aufmerksam begleitet und unterstützt ausdrücklich die strategische Ausrichtung der HARTMANN GRUPPE. Er hat im Berichtsjahr die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben wahrgenommen. Der Aufsichtsrat hat den Vorstand sorgfältig und regelmäßig überwacht und ihn bei wesentlichen Einzelmaßnahmen beratend begleitet. Er hat sich durch schriftliche und mündliche Berichte des Vorstands regelmäßig, zeitnah und ausführlich über die Lage des Unternehmens und über wichtige Geschäftsvorfälle informieren lassen. Hierzu gehörten monatliche Berichte über die Umsatz- und Ergebnisentwicklung sowie die Liquiditätslage einschließlich der Plan/Ist-Abweichungen und der jeweiligen Vorschaurechnung sowie die Quartalsabschlüsse.

Der Aufsichtsratsvorsitzende stand auch außerhalb der Aufsichtsratssitzungen mit dem Vorsitzenden des Vorstands in ständigem Kontakt und ließ sich über die aktuelle Entwicklung der Geschäftslage und über wesentliche Geschäftsvorfälle unterrichten. In Entscheidungen von wesentlicher Bedeutung war der Aufsichtsrat frühzeitig eingebunden. Alle Maßnahmen, die aufgrund gesetzlicher oder satzungsgemäßer Bestimmungen oder aufgrund der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats die Zustimmung des Aufsichtsrats erfordern, wurden dem Aufsichtsrat zur Beschlussfassung vorgelegt.

Schwerpunkte der Beratungen im Gesamtgremium

Der Aufsichtsrat ist im Geschäftsjahr 2011 zu sechs Sitzungen zusammengetreten (14. März, 15. März, 6. Mai, 1. Juli, 21. September, 8. Dezember). An fünf dieser Sitzungen nahmen die Mitglieder des Vorstands teil; am 14. März 2011 fand eine gesonderte Sitzung zur Effizienzprüfung statt, bei der der Vorstand nicht anwesend war. Zwei Aufsichtsratsmitglieder waren an jeweils einer Sitzung entschuldigt verhindert. Im Übrigen tagte das Gremium vollzählig.

Die von den Aktionären und von den Arbeitnehmern gewählten Mitglieder des Aufsichtsrats haben die Sitzungen in getrennten Besprechungen vorbereitet. Der Vorsitzende des Vorstands nahm an diesen Vorbesprechungen teil. Ein Interessenkonflikt bestand bei keinem Aufsichtsratsmitglied. Auch bestanden - mit Ausnahme der Dienstverträge der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat - keine Berater- oder sonstigen Dienst- oder Werkverträge zwischen einem Mitglied des Aufsichtsrats und der Gesellschaft.

Auf der Grundlage der Berichterstattung des Vorstands erörterte der Aufsichtsrat die Entwicklung von Umsatz und Ergebnis im Konzern, die Rentabilität der einzelnen Geschäftssegmente sowie die Finanzlage und erhielt tiefer gehende Erläuterungen bei Plan/Ist-Abweichungen. Ausführlich diskutiert wurde die Geschäftslage einzelner Tochtergesellschaften. Außerdem wurden der Strategieansatz und die kurz- und mittelfristige Unternehmensplanung mit den Schwerpunkten Absatzmärkte, integrierte Systemangebote in den medizinischen Kernsegmenten sowie Personal, Finanzen und Investitionen behandelt.

In einer gesonderten Sitzung am 14. März 2011 beschäftigte sich der Aufsichtsrat - wie bereits erwähnt - in Abwesenheit des Vorstands mit der Effizienz seiner Tätigkeit und traf Festlegungen für die künftige Arbeit. Die Umsetzung der im Vorjahr vorgeschlagenen Maßnahmen wurde eingehend beleuchtet und die Effizienz der Aufsichtsratstätigkeit mit entsprechender Schwerpunktbildung überprüft. In der Sitzung am 15. März 2011 befasste sich das Gremium mit der Vorstandsvergütung sowie mit den Laufzeiten der Vorstandsdienstverträge einschließlich der Vorgehensweise zu deren Verlängerung. Außerdem informierte sich der Aufsichtsrat im März über die Akquisition von Cattier, einem französischen Anbieter von Naturkosmetikprodukten, durch die Kneipp-Gruppe. Die Sitzung am 6. Mai 2011 diente der Vorbereitung der Hauptversammlung. Ferner ließ sich der Aufsichtsrat den Stand des Investitionsvorhabens für Fertigungs- und Logistikstrukturen in Russland erläutern.

Der Aufsichtsrat informierte sich im Rahmen seiner Sitzungen auch über Einzelmaßnahmen der Strategieumsetzung in der HARTMANN GRUPPE, um das Unternehmen bei der strategischen Konzernentwicklung qualifiziert begleiten und beraten zu können. Aus diesem Grund ließ sich der Aufsichtsrat im Beisein des Vorstands am 1. Juli 2011 im Betrieb Heidenheim über die neu aufgebauten Fertigungsstrukturen für das Unterdrucktherapiesystem Vivano sowie über die Marktbedingungen und Kundenbedürfnisse bei OP-Komplettsets unterrichten. Im Rahmen der Sitzung am 21. September 2011 befasste sich der Aufsichtsrat mit der strategischen Ausrichtung der HARTMANN GRUPPE mit Perspektive auf das Jahr 2020 sowie mit den Erfolgsfaktoren des Unternehmens in einem sich rasch wandelnden Marktumfeld. Desweiteren befasste er sich mit der Akquisition der Funny Hygiene AG, einem Anbieter qualitativ hochwertiger Hygieneprodukte, durch die IVF HARTMANN GRUPPE.

Die Planung für das Jahr 2012 wurde nach Erörterung mit dem Vorstand am 8. Dezember 2011 genehmigt. Außerdem beschäftigte sich der Aufsichtsrat in dieser Sitzung mit dem Umsetzungsstand des Konzepts zur Sicherung der Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Heidenheim. Am selben Tag nahm er außerhalb der Sitzung eine Weiterbildungsmaßnahme zur künftigen Entwicklung des International Financial Reporting Standards (IFRS) wahr.

Corporate Governance und Entsprechenserklärung

Die freiwillige Entsprechenserklärung in Anlehnung an § 161 AktG wurde am 16. März 2012 auf Basis der Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex vom 26. Mai 2010 abgegeben (siehe Seite 40 bis 45).

Ausschüsse des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat hat vier Ausschüsse: den Ausschuss für personelle Angelegenheiten des Vorstands (Präsidialausschuss), den Prüfungsausschuss, den Vermittlungsausschuss gemäß § 27 Abs. 3 MitbestG und den Nominierungsausschuss. Dem Präsidialausschuss und dem Vermittlungsausschuss gehören der Aufsichtsratsvorsitzende Fritz-Jürgen Heckmann als Vorsitzender, Andreas Strobel als stellvertretender Vorsitzender sowie Eduard Schleicher und Wolfgang Schwarz an. Der Präsidialausschuss tagte im Berichtszeitraum zweimal (24. Februar, 8. Dezember) und hat sich unter anderem vorbereitend mit den Zielen und der Vergütung für die Vorstandsmitglieder im Rahmen des bestehenden Vergütungssystems sowie mit der Fortentwicklung der Vorstandsvergütung und mit der Vorgehensweise zur Verlängerung der Vorstandsdienstverträge befasst.

Der Vermittlungsausschuss musste nicht tagen. Der Nominierungsausschuss, dem Fritz-Jürgen Heckmann und Eduard Schleicher angehören, ist im Geschäftsjahr 2011 ebenfalls nicht zusammengetreten.

Der Prüfungsausschuss kam im Jahr 2011 zu drei Sitzungen am 24. Februar, 30. Juni und am 30. September zusammen, an denen jeweils auch Mitarbeiter des Abschlussprüfers teilnahmen. Schwerpunkte seiner Tätigkeit waren die Prüfung des Jahresabschlusses der PAUL HARTMANN AG und des Konzernabschlusses der HARTMANN GRUPPE, die Vorbereitung der Bilanzfeststellungssitzung sowie die Beratung des Vorstands in Fragen der Rechnungslegung und des Risikoreduktionsmanagements. Außerdem waren die Erörterung und Festlegung der Prüfungsschwerpunkte im Rahmen der Abschlussprüfung, die Empfehlung über die Honorarvereinbarung mit dem Abschlussprüfer und die Überwachung seiner Unabhängigkeit Gegenstand ausführlicher Beratungen. Darüber hinaus beschäftigte sich der Prüfungsausschuss mit den Überwachungsaufgaben des Aufsichtsrats hinsichtlich des Rechnungslegungsprozesses und der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems (IKS). Weitere Sitzungsschwerpunkte waren die Finanzstrategie sowie das Working Capital Management im Konzern, die Ergebnisse der im Jahr 2011 durchgeführten Revisionen sowie die Sicherstellung der Compliance in den Gesellschaften der HARTMANN GRUPPE. Dem Prüfungsausschuss gehören unverändert Eduard Schleicher (Vorsitzender), Peter Donath, Fritz-Jürgen Heckmann und Andreas Strobel an.

Über die Arbeit der Ausschüsse wurde der gesamte Aufsichtsrat in der jeweils nachfolgenden Sitzung unterrichtet.

Jahres- und Konzernabschluss des Geschäftsjahres 2011 gebilligt

Der Aufsichtsrat hat auf der Basis der Vorprüfung durch den Prüfungsausschuss den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss und den Lagebericht der PAUL HARTMANN AG, den Konzernabschluss und Konzernlagebericht sowie den Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns geprüft, erörtert und mit dem Vorstand beraten. Grundlagen der Prüfungen des Aufsichtsrats waren auch der Prüfungsbericht des Wirtschaftsprüfers, der jedem Aufsichtsratsmitglied rechtzeitig zugesandt wurde, und die Berichterstattung des Vorstands. Die von der Hauptversammlung gewählte PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Stuttgart, hat unter Einbeziehung der Buchführung den Jahresabschluss der PAUL HARTMANN AG sowie den nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellten Konzernabschluss einschließlich der Lageberichte geprüft und jeweils mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Die Mitarbeiter des Abschlussprüfers nahmen an der Bilanzfeststellungssitzung am 16. März 2012 teil und berichteten über die wesentlichen Ergebnisse ihrer Prüfung. Zudem erläuterten sie in der Sitzung des Prüfungsausschusses am 6. März 2012 ausführlich den Prüfungsbericht.

Die Berichte des Abschlussprüfers hat der Aufsichtsrat zustimmend zur Kenntnis genommen. Nach dem abschließenden Ergebnis der Vorprüfung des Prüfungsausschusses und der eigenen Prüfung des Aufsichtsrats sind keine Einwendungen gegen das Ergebnis der Prüfung des Abschlussprüfers zu erheben. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss der PAUL HARTMANN AG und den Konzernabschluss daher auf der Bilanzfeststellungssitzung am 16. März 2012 gebilligt. Der Jahresabschluss 2011 der PAUL HARTMANN AG ist damit festgestellt. Dem Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns mit einer Ausschüttung von 5,50 EUR pro Aktie schließt sich der Aufsichtsrat an.

Prüfung des Berichts des Vorstands über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen (Abhängigkeitsbericht)

Der Vorstand hat seinen Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen im Geschäftsjahr 2011 (Abhängigkeitsbericht) gemäß § 312 AktG aufgestellt und zusammen mit dem hierzu vom Wirtschaftsprüfer gemäß § 313 AktG erstatteten Prüfungsbericht dem Aufsichtsrat fristgerecht vorgelegt.

Der Abschlussprüfer hat folgenden uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt:

"Nach unserer pflichtmäßigen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass

1. die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind,

2. bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war,

3. bei den im Bericht aufgeführten Maßnahmen keine Umstände für eine wesentlich andere Beurteilung als die durch den Vorstand sprechen."

Der Abschlussprüfer hat an den Beratungen des Aufsichtsrats über den Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen teilgenommen und über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung berichtet. Zur Vorbereitung der Prüfung und Beschlussfassung durch den Aufsichtsrat hat sich zunächst der Prüfungsausschuss eingehend mit dem Abhängigkeits- und dem Prüfungsbericht befasst. Der Prüfungsausschuss ließ sich den Abhängigkeitsbericht von den Vertretern der Gesellschaft erläutern. Der an der Sitzung ebenfalls teilnehmende Abschlussprüfer hat über seine Prüfung, insbesondere die Prüfungsschwerpunkte und die wesentlichen Ergebnisse der Prüfung, berichtet sowie seinen Prüfungsbericht erläutert. Die Mitglieder des Prüfungsausschusses haben den Prüfungsbericht und den Bestätigungsvermerk zur Kenntnis genommen, kritisch gewürdigt und sie ebenso wie die Prüfungen selbst mit dem Abschlussprüfer diskutiert.

Der Aufsichtsrat schließt sich dem Ergebnis der Prüfung des Abhängigkeitsberichts durch den Abschlussprüfer an. Nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung hat der Aufsichtsrat keine Einwendungen gegen die Erklärung des Vorstands am Schluss des Abhängigkeitsberichts.

Besetzung von Aufsichtsrat und Vorstand

Die Zusammensetzung des Aufsichtsrats und des Vorstands blieb im Geschäftsjahr 2011 unverändert.

Wir danken dem Vorstand sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Konzerngesellschaften der HARTMANN GRUPPE für ihr großes Engagement und ihre Leistung im erfolgreichen Geschäftsjahr 2011.

Heidenheim, 16. März 2012

Für den Aufsichtsrat

Fritz-Jürgen Heckmann, Vorsitzender