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Österreichische Post AG

Quarterly Report Aug 11, 2022

752_ir_2022-08-11_391e1da0-a69c-46d7-9cc0-4c57abaf4634.pdf

Quarterly Report

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EINFACH WICHTIGE TUN. DAS

ÖSTERREICHISCHE POST

Halbjahresfinanzbericht 2022

Immer besser bleiben.

Q

02

Highlights H1 2022

Umsatz

  • _ Umsatzerlöse in H1 um 4,0% auf 1.211,8 Mio EUR unter Vorjahresniveau, Rückgang in Paket (–8,9%) und Brief (–1,4%)
  • _ Verbesserter Trend in Q2: –0,8% auf 610,4 Mio EUR, Paketrückgang (–5,1%) und Anstieg in Brief (+1,1%)

Ergebnis

  • _ Ergebnisrückgang (EBIT) H1 von 103,4 Mio EUR auf 91,0 Mio EUR; Q2 von 43,7 Mio EUR auf 51,4 Mio EUR
  • _ Ergebnis je Aktie von 1,18 EUR auf 0,83 EUR

Cashflow und Bilanz

_ Operativer Free Cashflow bei 105,8 Mio EUR und Eigenkapital von 640,7 Mio EUR

Ausblick 2022

  • _ Umsatz 2022 möglichst nahe an Vorjahreswert (Umsatzerlöse 2021: 2,5 Mrd EUR)
  • _ EBIT 2022 zwischen 2021 (205 Mio EUR) und 2020 (161 Mio EUR) erwartet

Kennzahlenüberblick

Mio EUR H1 2021 H1 2022 Veränderung
ERTRAGSKENNZAHLEN
Umsatzerlöse 1.262,61 1.211,8 –4,0 %
EBITDA 184,5 179,4 –2,7 %
EBITDA-Marge 14,6% 14,8%
EBIT 103,4 91,0 –12,0 %
EBIT-Marge 8,2% 7,5%
Periodenergebnis 84,2 54,8 –34,9%
Ergebnis je Aktie (EUR)2 1,18 0,83 –29,4 %
Mitarbeiter*innen (Periodendurchschnitt, Vollzeitkräfte) 27.489 27.144 –1,3%
CASHFLOW UND CAPEX
Cashflow aus dem Ergebnis3 227,4 161,9 –28,8 %
Cashflow aus Geschäftstätigkeit 281,5 45,0 –84,0%
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit –144,6 –66,2 54,2%
Operativer Free Cashflow4 139,1 105,8 –23,9 %
CAPEX 47,0 58,7 24,9%
Mio EUR 31.12.2021 30.06.2022 Veränderung
BILANZKENNZAHLEN
Bilanzsumme 4.792,6 5.157,8 7,6%
Eigenkapital 672,2 640,7 –4,7%
Eigenkapitalquote 14,0% 12,4% -
Nettofinanzverschuldung5 663,4 813,3 22,6%
Capital Employed5 1.126,9 1.226,1 8,8%

1 Die Darstellung der Finanzdienstleistungen in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wurde angepasst. Die Erträge aus Finanzdienstleistungen werden innerhalb der Umsatzerlöse erfasst, die Aufwendungen für Finanzdienstleistungen werden separat ausgewiesen (vormals erfolgte eine saldierte Darstellung der Erträge und Aufwendungen aus Finanzdienstleistungen in den Umsatzerlösen).

2 Unverwässertes Ergebnis je Aktie, bezogen auf 67.552.638 Stück Aktien

3 Die Darstellung der Erbringung von Finanzdienstleistungen wurde angepasst. Die Zinsen im Zusammenhang mit der Erbringung von Finanzdienstleistungen werden gesondert im Cashflow aus Geschäftstätigkeit ausgewiesen.

4 Free Cashflow vor Akquisitionen/Wertpapieren/Geldmarktveranlagungen, Growth CAPEX und Core Banking Assets

5 Die Gesellschaft bank99 wurde in der Berechnung nicht berücksichtigt, da diese Kennzahl inhaltlich nur für das Logistikgeschäft relevant ist.

Vorwort des Vorstands

Sehr geehrte Aktionär*innen!

Das erste Halbjahr 2022 war für die Österreichische Post von sehr herausfordernden Rahmenbedingungen geprägt. Die Unterbrechungen der internationalen Wertschöpfungsketten resultierten in einem Kostenauftrieb, der sich durch die Kriegshandlungen in der Ukraine verstärkt hat. Dieser Hintergrund und auch die Tatsache, dass in den Vergleichsquartalen des Vorjahres außergewöhnlich hohe Paketströme zu verzeichnen waren, machten den Start ins Jahr 2022 schwierig. Gerade die Volumenentwicklung im österreichischen Paketmarkt zeigt jedoch, dass sich der Trend verbessert. Während das erste Quartal noch 9% unter dem Vorjahr lag, betrug der Rückgang im zweiten Quartal nur noch 1%.

Die Umsatzerlöse des Konzerns lagen im ersten Halbjahr 2022 bei 1.211,8 Mio EUR (–4,0%), im zweiten Quartal zeigte sich ein verbesserter Trend mit einem Umsatzrückgang von lediglich 0,8%. Insbesondere das Paketgeschäft in der Türkei war nach einem außerordentlich erfolgreichen Jahr 2021 durch Inflation und Währungseffekte stark beeinträchtigt. Exklusive dem Türkei-Geschäft ist der Umsatz im ersten Halbjahr 2022 um 0,1% gestiegen. Die Division Brief & Werbepost verzeichnete in den ersten sechs Monaten einen Umsatzrückgang von 1,4%, die Division Paket & Logistik einen Rückgang von 8,9%, exklusive dem Türkei-Geschäft betrug der Umsatzrückgang 0,8%. Positiv entwickelte sich die Division Filiale & Bank mit einem Umsatzplus von 49,3% auf 54,2 Mio EUR in den ersten sechs Monaten 2022.

Auch die Ergebniskennzahlen lagen im ersten Halbjahr 2022 weiter unter dem Vorjahr, wobei eine Verbesserung im zweiten Quartal zu verzeichnen war. Das EBITDA reduzierte sich im ersten Halbjahr um 2,7% auf 179,4 Mio EUR und das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) entwickelte sich von 103,4 Mio EUR auf 91,0 Mio EUR (–12,0%).

Es ist zu erwarten, dass die schwierigen Rahmenbedingungen auch in der zweiten Jahreshälfte anhalten werden. Es besteht darüber hinaus das Risiko, dass der Energiemarkt weiterhin schwer berechenbar bleibt, beziehungsweise dass die Gasversorgung in Teilen Europas nicht gesichert erscheint. Auf Seiten der Österreichischen Post gilt es, diesen ungünstigen Rahmenbedingungen sowohl umsatzseitig als auch kostenseitig zu begegnen. Preisanpassungen sind daher ebenso notwendig wie Effizienzsteigerungen der internen Abläufe. Unter der Voraussetzung, dass die Energie- und Gasversorgung in Europa gewährleistet bleibt, peilt das Unternehmen für das Jahr 2022 weiterhin einen Umsatz an, der nahe an den des Vorjahres herankommt. Das Konzernergebnis (EBIT) 2022 sollte aus heutiger Sicht zwischen den Niveaus der letzten beiden Jahre zu liegen kommen (EBIT 2021: 205 Mio EUR, EBIT 2020: 161 Mio EUR). Die Ambition des Unternehmens bleibt aufrecht, möglichst nahe an das Niveau des Jahres 2021 heranzukommen. Voraussetzung dafür ist eine Berechenbarkeit der Gasund Energieversorgung in unseren Märkten.

Das vorgesehene Investitionsprogramm in die Erweiterung der Logistikinfrastruktur und in einen nachhaltigen Fuhrpark wird im Grunde beibehalten. Einzelne Investitionen werden überprüft, um die Einhaltung aller Rentabilitätsziele zu gewährleisten. Mit der Inbetriebnahme der Erweiterung des Paket-Logistikzentrums Oberösterreich ab September 2022 wird die Sortierkapazität an diesem Standort signifikant erweitert. Für ganz Österreich bedeutet dies eine Leistung von 131.000 Paketen pro Stunde, die in den Logistikzentren der Österreichischen Post sortiert werden. Somit werden die Kapazitäten für 2030 ausgerichtet, ebenso wie der Fuhrpark, der dann zu 100% eine CO2-freie Zustellung ermöglicht.

Wien, am 2. August 2022

Der Vorstand

DI DR. GEORG PÖLZL Generaldirektor Vorstandsvorsitzender (CEO)

DI WALTER OBLIN Generaldirektor-Stellvertreter Vorstand Brief & Finanzen (CFO)

DI PETER UMUNDUM Vorstandsdirektor Vorstand Paket & Logistik (COO)

Konzernlagebericht für das erste Halbjahr 2022

1. Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage

1.1 Änderungen im Konsolidierungskreis

Im ersten Halbjahr 2022 erfolgten keine wesentlichen Änderungen im Konsolidierungskreis. Eine vollständige Darstellung aller Änderungen im Konsolidierungskreis erfolgt im Konzernzwischenabschluss unter Punkt 3.

1.2 Ertragslage

1.2.1 UMSATZENTWICKLUNG

Die Umsatzerlöse des Österreichischen Post-Konzerns verringerten sich im ersten Halbjahr 2022 um 4,0% auf 1.211,8 Mio EUR. Ein verbesserter Trend zeigte sich im zweiten Quartal mit einem Umsatzrückgang von 0,8%. Insbesondere das Paketgeschäft in der Türkei war nach einem außerordentlich erfolgreichen Jahr 2021 durch Inflation und Währungseffekte stark beeinträchtigt. Exklusive dem Türkei-Geschäft (Paket Türkei) ist der Umsatz im ersten Halbjahr 2022 um 0,1% gestiegen.

Die Division Brief & Werbepost verzeichnete in den ersten sechs Monaten einen Umsatzrückgang von 1,4%, die Division Paket & Logistik einen Rückgang von 8,9%, exklusive dem Türkei-Geschäft (Paket Türkei) betrug der Umsatzrückgang 0,8%. Positiv entwickelte sich die Division Filiale & Bank mit einem Umsatzplus von 49,3% auf 54,2 Mio EUR in den ersten sechs Monaten 2022.

Der Anteil der Division Brief & Werbepost am Umsatz der Österreichischen Post betrug im ersten Halbjahr 2022 48,9%. Der Umsatzrückgang von 1,4% resultierte aus dem strukturellen Rückgang des adressierten Briefvolumens durch die elektronische Substitution und

durch weniger internationale Briefvolumen. Dem entgegen wirkten positive Sondereffekte bei klassischen Briefvolumen ebenso wie Nachholeffekte im Werbegeschäft, das unter den Lockdown Perioden des Vorjahres gelitten hatte.

Die Division Paket & Logistik erwirtschaftete im Berichtszeitraum einen Anteil von 46,7% am Konzernumsatz. Insbesondere im Paketgeschäft der Türkei war durch die aktuelle Marktsituation (Inflation und Währungseffekte) ein Rückgang zum erfolgreichen Geschäftsverlauf des Vorjahres zu verzeichnen. In Österreich lag der Paketumsatz um 1,9% hinter dem Vorjahr, in Südost- und Osteuropa gab es einen Anstieg um 6,3%. Der Bereich Logistics Solutions zeigte eine stabile Entwicklung.

Die Division Filiale & Bank erreichte im ersten Halbjahr 2022 einen Anteil am Umsatz von 4,4% mit Umsatzerlösen von 54,2 Mio EUR (+49,3%). Mit Dezember 2021 wurde das Privatkund*innengeschäft der ING übernommen. Dies zeigte positive Effekte beim Zinssowie Provisionsertrag der bank99.

1 Angepasste Darstellung

Umsatz nach Divisionen

Veränderung
Mio EUR H1 20211 H1 2022 % Mio EUR Q2 20211 Q2 2022
UMSATZERLÖSE 1.262,6 1.211,8 –4,0 % –50,9 615,6 610,4
Brief & Werbepost 608,2 599,5 –1,4% –8,7 297,3 300,7
Paket & Logistik 628,1 572,0 –8,9% –56,0 304,4 288,9
Filiale & Bank 36,3 54,2 49,3% 17,9 18,6 27,7
Corporate/Konsolidierung –9,9 –14,0 –40,5% –4,0 –4,6 –6,9
Werktage in Österreich 123 124 61 61

1 Die Darstellung der Finanzdienstleistungen in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wurde angepasst. Die Erträge aus Finanzdienstleistungen werden innerhalb der Umsatzerlöse erfasst, die Aufwendungen für Finanzdienstleistungen werden separat ausgewiesen (vormals erfolgte eine saldierte Darstellung der Erträge und Aufwendungen aus Finanzdienstleistungen in den Umsatzerlösen).

In der regionalen Betrachtung der Umsatzerlöse der Österreichischen Post wurden im ersten Halbjahr 2022 81,8% in Österreich erwirtschaftet. International ist die Österreichische Post im ersten Halbjahr 2022

mit 18,2% der Umsatzerlöse vertreten. Davon entfielen auf die Türkei 8,9%, auf den Raum Südost- und Osteuropa 7,0% der Umsatzerlöse. In Deutschland wurden 2,3% der Umsatzerlöse generiert.

Umsatzentwicklung Division Brief & Werbepost

Veränderung
Mio EUR H1 2021 H1 2022 % Mio EUR Q2 2021 Q2 2022
UMSATZERLÖSE 608,2 599,5 –1,4 % –8,7 297,3 300,7
Briefpost & Business Solutions 391,9 375,3 –4,2% –16,7 186,4 187,7
Werbepost 157,6 161,7 2,6% 4,1 81,0 80,2
Medienpost 58,7 62,6 6,5% 3,8 29,9 32,8
Interne Leistungsverrechnung 1,4 1,9 34,6% 0,5 0,6 0,9
UMSATZERLÖSE GESAMT 609,6 601,4 –1,3 % –8,2 297,9 301,6
davon Umsatzerlöse mit Dritten 603,8 594,0 –1,6% –9,9 294,3 298,2

Der Umsatz der Division Brief & Werbepost von 599,5 Mio EUR stammte im ersten Halbjahr 2022 zu 62,6% aus dem Bereich Briefpost & Business Solutions, zu 27,0% aus Werbepost und zu 10,4% aus Medienpost.

Im Bereich Briefpost & Business Solutions lag der Umsatz mit 375,3 Mio EUR im ersten Halbjahr 2022 um 4,2% unter dem Niveau des Vorjahres. Der Basistrend der rückläufigen Volumenentwicklung infolge der Substitution von Briefen durch elektronische Kommunikationsformen bleibt bestehen. Das zweite Quartal 2022 war jedoch geprägt von positiven Sondereffekten durch Einmalaussendungen von Behörden und Energieversorgern. Die Briefvolumen reduzierten sich im aktuellen Berichtszeitraum operativ um 3% im Vergleich zum ersten Halbjahr 2021, inklusive Sondereffekte zeigte sich im Volumen ein leichtes Plus von 1%. Auch die weitere Entwicklung wird von den schwierigen Rahmenbedingungen geprägt sein. Inflationäre Steigerungen bei Treibstoffen, Energie und Personalkosten sind zu berücksichtigen. Dies führte zu notwendigen Preisanpassungen: Mit 1. Juli 2022 ist eine Tarifanpassung für Economy-Briefe in Kraft getreten, mit 1. Oktober 2022 wird es eine Anpassung der Tarife für Priority-Sendungen geben. Die internationale Briefpost

zeigte Rückgänge, der Bereich Business Solutions eine stabile Entwicklung.

Die Werbepost generierte im ersten Halbjahr 2022 einen Umsatzanstieg von 2,6% auf 161,7 Mio EUR. Im Werbegeschäft hatten sich die COVID-19 bedingten behördlich angeordneten Geschäftsschließungen im Vorjahr besonders negativ ausgewirkt. Im Werbepostvolumen ist daher aktuell ein Nachholeffekt bemerkbar, eine erhöhte Volatilität ist aber weiterhin zu erwarten. Der Druck im Werbemarkt wird durch die gestiegenen Energie- und Papierpreise verstärkt.

Der Umsatz mit Medienpost, also der Zustellung von Zeitungen und Magazinen, erhöhte sich im Periodenvergleich um 6,5% auf 62,6 Mio EUR. Dieser Anstieg ist auf zusätzliche Volumen zurückzuführen.

Veränderung
Mio EUR H1 20211 H1 2022 % Mio EUR Q2 20211 Q2 2022
UMSATZERLÖSE 628,1 572,0 –8,9 % –56,0 304,4 288,9
Paket Österreich 350,3 343,7 –1,9% –6,7 167,1 172,8
Paket Türkei 160,7 108,2 –32,6% –52,4 77,9 57,9
Paket CEE/SEE 80,5 85,6 6,3% 5,1 39,6 43,2
Logistics Solutions/Konsolidierung 36,5 34,6 –5,4% –2,0 19,8 15,1
Interne Leistungsverrechnung 0,5 0,3 –31,1% –0,1 0,2 0,2
UMSATZERLÖSE GESAMT 628,5 572,4 –8,9 % –56,2 304,6 289,1
davon Umsatzerlöse mit Dritten 621,3 562,7 –9,4% –58,6 302,3 284,0

Umsatzentwicklung Division Paket & Logistik

1 Angepasste Darstellung

Die Darstellung der Umsatzerlöse in der Division Paket & Logistik wurde angepasst. Die Aufgliederung erfolgt nun in Paketlogistik mit einer regionenbezogenen Erlösdarstellung sowie zusätzlich in Logistikdienstleistungen. Es erfolgte eine Adaptierung der Vergleichszahlen des Vorjahres.

Der Umsatz der Division Paket & Logistik verringerte sich im ersten Halbjahr 2022 um 8,9% auf 572,0 Mio EUR. Der Rückgang ist im Wesentlichen auf das Paketgeschäft in der Türkei zurückzuführen. Während der Umsatz der türkischen Tochtergesellschaft in lokaler Währung im ersten Halbjahr um 23% (nach Bewertung IAS 29 Hochinflation) angestiegen ist, musste auf Euro-Basis ein Rückgang von 32,6% verbucht werden (–25,7% im zweiten Quartal 2022).

Auch der Bereich Paket Österreich reduzierte sich um 1,9% im ersten Halbjahr 2022. Nach außerordentlich

hohen Mengenzuwächsen in den Vorjahren (erstes Halbjahr 2021 +20%, erstes Halbjahr 2020 +36%) ist nun eine Konsolidierung der Paketmengen eingetreten. Der Trend zeigte sich jedoch im zweiten Quartal mit einem Umsatzwachstum von 3,4% verbessert.

Das Paketgeschäft in Südost- und Osteuropa zeigt weiterhin Zuwachsraten und stieg in den ersten sechs Monaten 2022 um 6,3% auf 85,6 Mio EUR (+8,9% im zweiten Quartal 2022).

Der Bereich Logistics Solutions (inkl. Konsolidierung), der Sonderlogistikdienstleistungen wie etwa den Transport von COVID-19 Test-Kits durchführt, reduzierte sich in der aktuellen Berichtsperiode um 5,4% auf 34,6 Mio EUR. Die positiven Sondereffekte durch Logistikdienstleistungen des Vorjahres haben sich in der aktuellen Berichtsperiode reduziert.

Umsatzentwicklung Division Filiale & Bank

Mio EUR H1 20211 H1 2022 % Mio EUR Q2 20211 Q2 2022
UMSATZERLÖSE 36,3 54,2 49,3 % 17,9 18,6 27,7
Filialdienstleistungen 21,5 18,7 –12,7% –2,7 10,9 9,7
Erträge aus Finanzdienstleistungen 14,8 35,4 >100% 20,6 7,6 18,0
Interne Leistungsverrechnung 90,4 93,7 3,7% 3,3 44,5 47,1
UMSATZERLÖSE GESAMT 126,6 147,8 16,7 % 21,2 63,0 74,8
davon Umsatzerlöse mit Dritten 36,1 54,0 49,4% 17,8 18,5 27,6

1 Die Darstellung der Finanzdienstleistungen in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wurde angepasst. Die Erträge aus Finanzdienstleistungen werden innerhalb der Umsatzerlöse erfasst, die Aufwendungen für Finanzdienstleistungen werden separat ausgewiesen (vormals erfolgte eine saldierte Darstellung der Erträge und Aufwendungen aus Finanzdienstleistungen in den Umsatzerlösen).

Die Umsatzerlöse der Division Filiale & Bank verbesserten sich im ersten Halbjahr 2022 um 49,3% von 36,3 Mio EUR auf 54,2 Mio EUR. Die Filialdienstleistungen reduzierten sich dabei um 12,7% von 21,5 Mio EUR auf 18,7 Mio EUR im aktuellen Berichtszeitraum. Die Erträge

aus Finanzdienstleistungen in Höhe von 35,4 Mio EUR im ersten Halbjahr 2022 zeigten dagegen einen starken Anstieg aufgrund der Übernahme des Privatkund*innengeschäfts der ING per Ende 2021. Die bank99 hat mit Anfang August 2022 bereits 250.000 Kund*innen.

Konzern-Ertragslage

Veränderung
Mio EUR H1 20211 H1 2022 % Mio EUR Q2 20211 Q2 2022
UMSATZERLÖSE 1.262,6 1.211,8 –4,0 % –50,9 615,6 610,4
Sonstige betriebliche Erträge 43,1 59,2 37,4% 16,1 20,9 30,8
Materialaufwand und Aufwand für
bezogene Leistungen
–355,0 –349,4 1,6% 5,6 –169,5 –173,8
Aufwand für Finanzdienstleistungen –2,3 –6,4 <-100% –4,1 –1,3 –3,2
Personalaufwand –587,6 –571,8 2,7% 15,7 –284,1 –283,9
Sonstige betriebliche Aufwendungen –176,8 –165,1 6,6% 11,7 –96,3 –83,2
Ergebnis aus nach der Equity-Methode
bilanzierten Finanzanlagen
0,4 0,1 –81,7% –0,3 0,1 –0,1
Gewinn aus der Nettoposition monetärer
Posten
0,0 1,1 >100% 1,1 0,0 1,1
EBITDA 184,5 179,4 –2,7 % –5,0 85,5 98,2
Abschreibungen –81,1 –88,4 –9,1% –7,4 –41,8 –46,8
EBIT 103,4 91,0 –12,0 % –12,4 43,7 51,4
Finanzergebnis 4,7 –13,5 <-100% –18,2 2,3 –14,6
ERGEBNIS VOR ERTRAGSTEUERN 108,1 77,5 –28,3 % –30,6 45,9 36,8
Ertragsteuern –23,9 –22,7 5,2% 1,2 –11,7 –12,5
PERIODENERGEBNIS 84,2 54,8 –34,9 % –29,4 34,3 24,3
ZUZURECHNEN AN:
Aktionäre des Mutterunternehmens 79,7 56,3 –29,4% –23,5 31,6 25,4
Nicht beherrschende Anteile 4,4 –1,5 <–100% –5,9 2,6 –1,1
ERGEBNIS JE AKTIE (EUR)2 1,18 0,83 –29,4 % –0,35 0,47 0,38

1 Die Darstellung der Finanzdienstleistungen in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wurde angepasst. Die Erträge aus Finanzdienstleistungen werden innerhalb der Umsatzerlöse erfasst, die Aufwendungen für Finanzdienstleistungen werden separat ausgewiesen (vormals erfolgte eine saldierte Darstellung der Erträge und Aufwendungen aus Finanzdienstleistungen in den Umsatzerlösen).

2 Unverwässertes Ergebnis je Aktie, bezogen auf 67.552.638 Stück Aktien

1.2.2 ERGEBNISENTWICKLUNG

Bezogen auf die Umsatzerlöse der Österreichischen Post sind die größten Aufwandspositionen der Personalaufwand (47,2%), der Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen (28,8%) sowie sonstige betriebliche Aufwendungen (13,6%). Weiters entfielen 7,3% auf Abschreibungen und 0,5% auf Aufwendungen für Finanzdienstleistungen.

Der Personalaufwand belief sich im ersten Halbjahr 2022 auf 571,8 Mio EUR, dies entspricht einem Rückgang von 2,7% bzw. 15,7 Mio EUR.

Der operative Personalaufwand blieb im Vergleich zur Vorjahresperiode stabil. Der Österreichische Post-Konzern beschäftigte in den ersten sechs Monaten 2022 durchschnittlich 27.144 Mitarbeiter*innen (Vollzeitkräfte), während in der Vorjahresperiode durchschnittlich 27.489 Mitarbeiter*innen tätig waren (–1,3%).

Zusätzlich zu den operativen Personalaufwendungen umfasst der Personalaufwand der Österreichischen Post auch diverse nicht-operative Personalaufwendungen wie Abfertigungen und Rückstellungsveränderungen, die primär auf die spezifische Beschäftigungssituation beamteter Mitarbeiter*innen zurückzuführen sind. Der Nettoeffekt aus der Neubildung bzw. Auflösung von Rückstellungen im nicht-operativen Personalaufwand des ersten Halbjahres 2022 war gering.

Der Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen reduzierte sich um 1,6% auf 349,4 Mio EUR. Die Verringerung ist überwiegend auf die Währungsumrechnung der türkischen Lira zurückzuführen, die im Vergleich zum Vorjahr geringere Aufwendungen in Euro zur Folge hatte. Gegenläufig wirkten in dieser Position höhere Treibstoff- und Energiekosten sowie auch Transporte durch externe Dienstleister.

Die sonstigen betrieblichen Erträge erhöhten sich im ersten Halbjahr 2022 um 37,4% auf 59,2 Mio EUR und sind im Wesentlichen auf COVID-19 Rückvergütungen durch den Bund im Zusammenhang mit Krankenständen zurückzuführen sowie auf einen positiven Bewertungseffekt der Optionsverbindlichkeit für die restlichen 20% der Anteile an der Aras Kargo. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen reduzierten sich um 6,6% auf 165,1 Mio EUR.

Das EBITDA lag im ersten Halbjahr 2022 mit 179,4 Mio EUR um 2,7% unter dem Niveau des Vorjahres von 184,5 Mio EUR, das entspricht einer EBITDA-Marge von 14,8%.

Die Abschreibungen lagen in den ersten sechs Monaten 2022 mit 88,4 Mio EUR um 9,1% bzw. 7,4 Mio EUR über dem Vorjahr. Der Anstieg ist im Wesentlichen auf erfolgte Investitionen in neue Standorte für die Paket-Logistikinfrastruktur zurückzuführen.

Durch die Anwendung des Bilanzierungsstandards IAS 29 (Rechnungslegung in Hochinflationsländern) für die türkische Beteiligung wurden alle Posten der Ertragslage anhand eines allgemeinem Preisindexes ab dem Zeitpunkt, in dem sie das erste Mal erfasst wurden (somit ab 1. Jänner 2022), angepasst. Der Gewinn bzw. Verlust aus der Nettoposition monetärer Posten wird in der Ertragslage als eigener Posten dargestellt. Detaillierte Informationen entnehmen Sie dem Konzernzwischenabschluss unter

Punkt 5.1. Der Gewinn aus der Nettoposition monetärer Posten belief sich zum Ende des zweiten Quartals 2022 auf 1,1 Mio EUR.

Das EBIT erreichte 91,0 Mio EUR im ersten Halbjahr 2022 nach 103,4 Mio EUR im Vorjahr. Die EBIT-Marge betrug 7,5%. Im EBIT des ersten Halbjahres 2022 waren Sondereffekte in Höhe von +10,9 Mio EUR im Zusammenhang mit der türkischen Beteiligung Aras Kargo enthalten (Bewertung Option restliche 20%, IAS 29 Hochinflation, Firmenwertabschreibung).

Das Finanzergebnis des Konzerns betrug minus 13,5 Mio EUR nach 4,7 Mio EUR im Vorjahr und inkludierte negative Bewertungseffekte der Optionsverbindlichkeit für die restlichen 20% der Anteile an der Aras Kargo in Höhe von 12,3 Mio EUR. Nach Abzug der Ertragssteuern von 22,7 Mio EUR ergab sich somit ein Periodenergebnis für die ersten sechs Monate 2022 von 54,8 Mio EUR nach 84,2 Mio EUR im ersten Halbjahr des Vorjahres. Das unverwässerte Ergebnis je Aktie betrug 0,83 EUR im Vergleich zu 1,18 EUR in der Vorjahresperiode.

EBIT nach Divisionen

Veränderung
Mio EUR H1 2021 H1 2022 % Mio EUR Marge H1 20221 Q2 2021 Q2 2022
EBIT 103,4 91,0 –12,0 % –12,4 7,5 % 43,7 51,4
Brief & Werbepost 82,4 82,9 0,6% 0,5 13,8% 36,9 41,8
Paket & Logistik 59,7 45,5 –23,9% –14,2 7,9% 23,8 28,0
Filiale & Bank –27,0 –20,4 24,4% 6,6 –8,5 –9,7
Corporate/Konsolidierung2 –11,7 –16,9 –44,6% –5,2 –8,6 –8,7

1 Margen der Divisionen bezogen auf Umsatzerlöse gesamt

2 Umfasst auch das konzerninterne Umlageverfahren

Das Konzern-EBIT für das erste Halbjahr 2022 reduzierte sich von 103,4 Mio EUR auf 91,0 Mio EUR und war geprägt vom aktuell schwierigen Marktumfeld. Insbesondere der Ergebnisbeitrag des türkischen Paketgeschäfts hat sich nach einem außerordentlich erfolgreichen Jahr 2021 im ersten Halbjahr 2022 durch Inflation und Währungsdruck reduziert.

Nach Divisionen betrachtet verzeichnete die Division Brief & Werbepost in den ersten sechs Monaten 2022 ein EBIT von 82,9 Mio EUR nach 82,4 Mio EUR im Vorjahr. Die gute Umsatzentwicklung, verstärkt durch Sondereffekte von Einmalaussendungen, führten zu einem positiven Ergebnisbeitrag in der Division.

Die Division Paket & Logistik erwirtschaftete ein EBIT von 45,5 Mio EUR im ersten Halbjahr 2022 nach 59,7 Mio EUR in der Vorjahresperiode. Das entspricht einem Rückgang von 14,2 Mio EUR und ist hauptsächlich auf das schwierige Umfeld am türkischen Markt zurückzuführen. Im ersten Halbjahr 2022 führte dies zu einem positiven, aber reduzierten Ergebnisbeitrages unserer türkischen Tochtergesellschaft.

Die Division Filiale & Bank verzeichnete ein EBIT von minus 20,4 Mio EUR im ersten Halbjahr 2022 nach minus 27,0 Mio EUR im Jahr zuvor und zeigte somit eine Ergebnisverbesserung von 24,4% bzw. 6,6 Mio EUR. Positiv wirkte der Hochlauf des Finanzdienstleistungsgeschäfts durch die Übernahme des Privatkund*innengeschäfts der ING mit Ende 2021, negativ wirkten höhere Kosten durch die Integration sowie IT-Aufwendungen.

Das EBIT der Division Corporate (inkl. Konsolidierung und konzerninternes Umlageverfahren) veränderte sich von minus 11,7 Mio EUR auf minus 16,9 Mio EUR. Die Division Corporate erbringt nicht-operative Dienstleistungen, wie sie typischerweise für Zwecke der Verwaltung und Steuerung eines Konzerns erbracht werden. Diese Tätigkeiten umfassen neben den klassischen Governance-Aufgaben die Verwaltung und Entwicklung der nicht-betriebsnotwendigen Immobilien, die Verwaltung wesentlicher Finanzbeteiligungen, die Erbringung von IT-Dienstleistungen, die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle sowie die Administration des Post-Arbeitsmarkts.

1.3 Vermögens- und Finanzlage

Bilanzstruktur nach Positionen

Mio EUR 31.12.2021 30.06.2022 Struktur
30.06.2022
AKTIVA
Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte, Geschäfts- oder Firmenwerte 1.350,3 1.440,9 27,9%
Als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien (Investment Property) 76,3 78,9 1,5%
Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen 8,2 7,6 0,1%
Vorräte, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Sonstiges 519,1 503,7 9,8%
Andere finanzielle Vermögenswerte 37,0 79,0 1,5%
davon Wertpapiere/Geldmarktveranlagungen 31,4 73,5
Finanzielle Vermögenswerte aus Finanzdienstleistungen 2.715,8 2.994,3 58,1%
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 85,8 53,4 1,0%
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 0,1 0,0 0,0%
4.792,6 5.157,8 100 %

PASSIVA

Eigenkapital 672,2 640,7 12,4%
Rückstellungen 687,9 638,7 12,4%
Andere finanzielle Verbindlichkeiten 404,4 558,4 10,8%
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und Sonstiges 484,6 487,1 9,4%
Finanzielle Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen 2.543,5 2.833,0 54,9%
4.792,6 5.157,8 100 %

1.3.1 BILANZSTRUKTUR

Die Österreichische Post setzt auf eine solide Bilanz- und Finanzierungsstruktur. Die Bilanzsumme lag per 30. Juni 2022 bei 5.157,8 Mio EUR. Aktivseitig bildeten Sachanlagen von 1.280,3 Mio EUR eine der größten Bilanzpositionen und inkludierten Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen von 395,5 Mio EUR. Zudem gab es immaterielle Vermögenswerte und Geschäfts- oder Firmenwerte aus Unternehmenserwerben, die per 30. Juni 2022 mit 160,6 Mio EUR ausgewiesen sind. In der Bilanz sind Forderungen in Höhe von 368,9 Mio EUR ausgewiesen, die kurzfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von 281,7 Mio EUR enthalten. Andere finanzielle Vermögenswerte lagen zum 30. Juni 2022 bei 79,0 Mio EUR. Finanzielle Vermögenswerte aus Finanzdienstleistungen lagen per Ende des zweiten Quartals 2022 bei 2.994,3 Mio EUR und resultieren im Wesentlichen aus der Geschäftstätigkeit der bank99.

Die Österreichische Post hielt zum 30. Juni 2022 Wertpapiere und Geldmarktveranlagungen, die in den anderen finanziellen Vermögenswerten enthalten sind, im Wert von 73,5 Mio EUR (exkl. bank99). Die von der Österreichischen Post gehaltenen Wertpapiere sowie die Geldmarktveranlagungen besitzen ein Investment-Grade-Rating bzw. eine vergleichbare Bonität, weshalb von einer kurzfristigen Liquidierbarkeit dieser Vermögenswerte ausgegangen werden kann. Aus der Bilanz ist ersichtlich, dass die Österreichische Post zum 30. Juni 2022 über Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 53,4 Mio EUR verfügte. Der Finanzmittelbestand inklusive der Geldmarkt- und Wertpapierveranlagungen und exklusive Finanzmittelbestand der bank99 betrug zum

  1. Juni 2022 126,9 Mio EUR. Der Finanzmittelbestand der bank99 betrug zum Stichtag 30. Juni 2022 1.120,6 Mio EUR. Inklusive bank99 betrug der Finanzmittelbestand zum 30. Juni 2022 1.247,5 Mio EUR.

Auf der Passivseite der Bilanz lag das Eigenkapital des Österreichischen Post-Konzerns zum 30. Juni 2022 bei 640,7 Mio EUR (Eigenkapitalquote von 12,4%). Die proforma Eigenkapitalquote unter Berücksichtigung der bank99 nach der Equity-Methode betrug per Ende Juni 2022 28%. Weiters sind auf der Passivseite Rückstellungen in Höhe von 638,7 Mio EUR per Ende Juni 2022 ausgewiesen. Bei knapp 75% der Rückstellungen handelt es sich um Personalrückstellungen. So entfielen 193,2 Mio EUR auf Rückstellungen für Unterauslastung. Weitere 174,4 Mio EUR betrafen gesetzlich und vertraglich verpflichtende Sozialkapitalrückstellungen (Abfertigungen und Jubiläumsgelder) sowie 93,5 Mio EUR sonstige Personalrückstellungen. Die sonstigen Rückstellungen betrugen 177,7 Mio EUR und enthielten Verpflichtungen für etwaige Ersatzleistungen im Zusammenhang mit gutgeschriebenen Rückforderungsansprüchen aus in Vorperioden bezahlten Lohnnebenkosten. Andere finanzielle Verbindlichkeiten beliefen sich auf 558,4 Mio EUR und beinhalteten hauptsächlich Leasingverbindlichkeiten von 391,6 Mio EUR. In den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und Sonstiges von 487,1 Mio EUR sind kurzfristige Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen von 206,9 Mio EUR enthalten. Finanzielle Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen in Höhe von 2.833,0 Mio EUR resultieren aus der Geschäftstätigkeit der bank99 (Einlagen- und Veranlagungsgeschäft der Kund*innen der bank99).

Cashflow

Mio EUR H1 20211 H1 2022
Cashflow aus dem Ergebnis 227,4 161,9
CASHFLOW AUS GESCHÄFTSTÄTIGKEIT 281,5 45,0
davon Core Banking Assets aus Finanzdienstleistungsgeschäft (CBA) 119,3 –89,2
CASHFLOW AUS GESCHÄFTSTÄTIGKEIT EXKL. CBA 162,2 134,3
Cashflow aus Investitionstätigkeit –14,4 –99,2
davon Maintenance CAPEX –25,9 –26,1
davon Growth CAPEX –21,0 –32,5
davon Cashflow aus Akquisitionen/Devestitionen –0,2 2,3
davon Erwerb/Verkauf von Wertpapieren/Geldmarktveranlagungen 30,0 –40,5
davon sonstiger Cashflow aus Investitionstätigkeit 2,8 –2,3
Free Cashflow 267,1 –54,2
OPERATIVER FREE CASHFLOW2 139,1 105,8
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit –144,6 –66,2
Veränderung des Finanzmittelbestandes 120,2 –130,0

1 Die Darstellung der Erbringung von Finanzdienstleistungen wurde angepasst. Die Zinsen im Zusammenhang mit der Erbringung von Finanzdienstleistungen werden gesondert im Cashflow aus Geschäftstätigkeit ausgewiesen.

2 Free Cashflow vor Akquisitionen/Wertpapieren/Geldmarktveranlagungen, Growth CAPEX und Core Banking Assets

1.3.2 CASHFLOW

Der Cashflow aus dem Ergebnis erreichte im ersten Halbjahr 2022 161,9 Mio EUR nach 227,4 Mio EUR im ersten Halbjahr 2021 (–28,8%). Der Cashflow aus Geschäftstätigkeit lag mit 45,0 Mio EUR unter dem Vergleichswert des Vorjahres von 281,5 Mio EUR. Hier sind als größte Effekte die Veränderungen der Core Banking Assets der bank99 in Höhe von minus 89,2 Mio EUR zu nennen, die im Vergleichszeitraum des Vorjahres 119,3 Mio EUR betrugen. In der Veränderung der Core Banking Assets ist in der aktuellen Berichtsperiode unter anderem der Kauf von Staatsanleihen in Höhe von 284 Mio EUR enthalten. Die Core Banking Assets beinhalten die Veränderung der Bilanzposten Finanzielle Vermögenswerte aus Finanzdienstleistungen und Finanzielle Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen exklusive der Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Guthaben bei Zentralbanken und fassen somit das Einlagenund Veranlagungsgeschäft der bank99 zusammen. Der Cashflow aus Geschäftstätigkeit exklusive Core Banking Assets belief sich im ersten Halbjahr 2022 auf 134,3 Mio EUR.

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit belief sich in den ersten sechs Monaten 2022 auf minus 99,2 Mio EUR nach minus 14,4 Mio EUR in der Vorjahresperiode. Die Ausgaben für den Erwerb von Sachanlagen und als Finanzinvestitionen gehaltenen Immobilien (CAPEX) betrug in der Berichtsperiode 58,7 Mio EUR.

Die Österreichische Post setzt auf die Kennzahl des Operativen Free Cashflows, um damit die Finanzkraft des operativen Geschäfts zu betrachten und daraus die Dividende des Geschäftsjahres abzudecken. Der Operative Free Cashflow belief sich ohne Berücksichtigung der Veränderung der Core Banking Assets in der aktuellen Berichtsperiode auf 105,8 Mio EUR im Vergleich zu 139,1 Mio EUR im Jahr zuvor und befindet sich damit auf einem soliden Niveau.

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit erreichte in den ersten sechs Monaten 2022 minus 66,2 Mio EUR nach minus 144,6 Mio EUR im Vorjahr.

1.3.3 INVESTITIONEN

Die Investitionen inklusive Leasingverhältnissen des Österreichischen Post-Konzerns beliefen sich im ersten Halbjahr 2022 in Summe auf 148,2 Mio EUR. In der Berichtsperiode entfielen 140,8 Mio EUR auf Investitionen in Sachanlagen und als Finanzinvestitionen gehaltenen Immobilien und 7,4 Mio EUR auf Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, wobei 90,9 Mio EUR Zugänge von Nutzungsrechten aufgrund von IFRS 16 (Leasingverhältnisse) betrafen. Der wesentliche Anteil der Investitionen wurde im Rahmen des Kapazitätserweiterungsprogramms zum Ausbau der Logistikinfrastruktur im Paketbereich getätigt sowie auch in die Erweiterung des nachhaltigen Fuhrparks.

Mitarbeiter*innen nach Divisionen

Periodendurchschnitt in Vollzeitkräften H1 2021 H1 2022 Anteil H1 2022
Brief & Werbepost 888 885 3,3%
Paket & Logistik 9.186 9.030 33,3%
Filiale & Bank 1.980 2.077 7,7%
Corporate 1.995 2.119 7,8%
OPERATIVE DIVISIONEN 14.049 14.112 52,0 %
Logistiknetzwerk 13.440 13.033 48,0%
KONZERN 27.489 27.144 100 %

1.4 Mitarbeiter*innen

Die durchschnittliche Zahl der Mitarbeiter*innen der Österreichischen Post lag im ersten Halbjahr 2022 bei 27.144 Vollzeitkräften. Der Rückgang des Personalstands gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres beträgt 345 Vollzeitkräfte. Die Mehrheit der Konzernmitarbeiter*innen ist in der Österreichischen Post AG beschäftigt (insgesamt 17.396 Vollzeitkräfte).

1.5 Ereignisse nach dem Abschlussstichtag

Ereignisse nach Ende der Berichtsperiode, die für die Bilanzierung und Bewertung am Bilanzstichtag 30. Juni 2022 von Bedeutung sind, wurden im vorliegenden Zwischenbericht berücksichtigt.

1.6 Chancen und Risiken

1.6.1 RISIKOMANAGEMENTSYSTEM

Die Risikopolitik der Österreichischen Post ist auf Bestandssicherung und nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts ausgerichtet und fügt sich in die Unternehmens- und Nachhaltigkeitsstrategie ein. Die Österreichische Post ist zahlreichen Risiken ausgesetzt.

Daher ist die Österreichische Post bereit, Risiken einzugehen, sofern das resultierende Chancen- und Risikenportfolio ein ausgewogenes Verhältnis aufweist und sie sich im Rahmen der rechtlichen Gegebenheiten und ethischen Grundwerte des Unternehmens bewegen. Die Ziele der Bestandssicherung und Ermöglichung einer nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswerts dürfen nicht gefährdet werden.

Für Risiken, die unvermeidbar sind, werden Steuerungsmaßnahmen ergriffen, die der Bestandssicherung und nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswerts dienen.

1.6.2 BEDEUTENDE RISIKEN

Die Risiken und Chancen der Post leiten sich aus dem Risikoumfeld bzw. den Trends und Veränderungen ab, denen das Unternehmen ausgesetzt bzw. mit denen das Unternehmen konfrontiert ist.

Geopolitische und makroökonomische Risiken

Es besteht das Risiko, dass das geopolitische und makroökonomische Umfeld bestehende Trends verschärft, auch wenn der Österreichische Post Konzern nur indirekt vom Krieg in der Ukraine betroffen ist. Das bedeutet, dass eine sich verfestigende Inflation, Preisanstiege bei Energie und Rohstoffen sowie Probleme in der Lieferkette direkt sowie indirekt über ein verändertes Konsumverhalten die Risikosituation negativ beeinflussen können. Steigerungen bei Personal- und Energiekosten sind zu erwarten.

Ein drohender Engpass am Energiemarkt bzw. ein Gaslieferstopp stellen zusätzliche Risiken dar. In diesem Fall wäre der Österreichische Post Konzern indirekt betroffen, da ein Gasausfall bei Kund*innen zu Produktionsund wirtschaftlichen Schwierigkeiten führen könnte. Insbesondere könnten Lieferengpässe oder Preisanstiege in der Papierproduktion zu Marktverwerfungen, und somit zu einer Reduktion von Brief- und Werbemengen führen. Zudem besteht das Risiko, dass sich das Konsumverhalten verändern und es dadurch zu einem Rückgang im Paketvolumen kommen könnte.

Umwelt-, Sozial- und Governance-Risiken (Environmental, Social, Governance – ESG)

Die Österreichische Post AG verfolgt seit über 10 Jahren Nachhaltigkeitsziele. Dies spiegelt sich in der integrierten Konzern- und Nachhaltigkeitsstrategie wider. ESG-Themen haben einen hohen Stellenwert, die Initiative CO2 NEUTRAL ZUGESTELLT sei hier beispielhaft genannt. Demgemäß begrüßt und unterstützt die Österreichische Post AG Klima- und Umweltschutzmaßnahmen. Durch einige Umweltschutzbestrebungen könnte jedoch der regulatorische Druck auf unadressierte Produkte erhöht werden oder sich der Trend zur Digitalisierung verstärken. Beides könnte zu beträchtlichen Rückgängen in der Briefund Werbepost führen. Die Österreichische Post versucht daher im Dialog mit Stakeholdern Aufklärungsarbeit hinsichtlich der tatsächlichen Umweltauswirkung ihrer Produkte diesem Risiko vorzubeugen. Diesbezügliche Ökobilanzen werden je Produktgruppe errechnet.

ESG-Bestrebungen und Klimawandel könnten sich auf Personal und Arbeitsprozesse auswirken und zu Kostensteigerungen führen.

Ein erhöhtes Bewusstsein für die Verantwortung der Lieferkette bewirkt gesteigerte Sorgfaltsmaßnehmen, es besteht dennoch die Gefahr, dass etwaige Verfehlungen in der Lieferkette zu Reputationsverlusten führen könnten.

Für eine detaillierte Aufstellung zu weiteren ESG-Risiken und risikoreduzierenden Maßnahmen wird auf den Nachhaltigkeitsbericht 2021, Kapitel ESG-Risiko-Management, ab Seite 31 verwiesen.

Brief- und Werbepostmarkt

Klassische Briefsendungen werden zunehmend durch elektronische Medien ersetzt. Der Trend zur elektronischen Substitution von Briefen, insbesondere zur elektronischen Zustellung, wird auch weiterhin fortbestehen. Diese Entwicklung, die vom Gesetzgeber gefördert wird, kann zu nicht unerheblichen Volumenrückgängen und damit Ergebnisbeeinträchtigungen führen. Ein Rückgang des Umsatzes der Österreichischen Post im Bereich Briefpost von einem Prozentpunkt führt zu einem negativen Umsatzeffekt von rund 6 Mio EUR pro Jahr, der aufgrund der Fixkostenstruktur des Unternehmens kurz- bis mittelfristig großteils ergebnismindernd wirken würde. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass infolge von Änderungen der gesetzlichen Zustellvorschriften für behördliche Sendungen in Österreich ein Teil dieser Sendungen nicht mehr über die Österreichische Post zugestellt wird. Eine zusätzliche Beschleunigung der Substitution von Briefsendungen durch elektronische Medien ist durch das Inkrafttreten des E-Government-Gesetzes sowie durch

weitere Digitalisierungsmaßnahmen des Bundes zu erwarten. Dem Mengenrückgang infolge dieser Substitution wird mit neuen Produkten und Dienstleistungen entgegengewirkt. Die Diversifikation trägt dazu bei, Risiken einzelner Branchen weit zu streuen bzw. gering zu halten.

Das Geschäft mit Werbesendungen wird von der konjunkturellen Entwicklung beeinflusst und hängt stark von der Intensität der Werbeaktivitäten von Unternehmen ab. Gerade der stationäre Handel – als wichtigste Werbepost-Kund*innengruppe – ist weiterhin mit folgenden strukturellen Trends konfrontiert: Einerseits ist eine zunehmende Marktkonzentration spürbar und andererseits leidet der stationäre Handel unter dem starken Wachstum des E-Commerce-Marktes. Infolgedessen kann es zu einer Reduktion bei Werbemitteln und -mengen und damit auch zu einer Beeinträchtigung des Ergebnisses kommen. Steigende Papierpreise könnten ein negativer Impulsgeber sein. Darüber hinaus kann digitale Werbung oder Verunsicherung rund um die Datenschutz-Grundverordnung zur Reduktion physischer Sendungen führen.

Türkei/Aras Kargo

Die Österreichische Post ist zu 80% am türkischen Paketdienstleister Aras Kargo a.s. beteiligt. Aufgrund der derzeit schwierigen politischen Situation in der Türkei besteht das Risiko, dass sich insbesondere volkswirtschaftliche Rahmengrößen zum Nachteil der Post entwickeln. Als wesentliche volkswirtschaftliche Größen wären hier der Wechselkurs sowie die zuletzt weiter verstärkte Inflationsentwicklung zu nennen. Während sich der Wechselkurs durch die Umrechnung im Post-Ergebnis bemerkbar macht, können Inflationsentwicklungen das Geschäft vor Ort beeinflussen. Ein weiteres Risiko besteht in der Entwicklung der Personalkosten. Wie auch das Kerngeschäft in Österreich ist das Geschäft der Aras Kargo personalintensiv. Eine nachteilige Entwicklung der Personalkosten könnte sich daher negativ im Ergebnis auswirken. Es besteht zudem das Risiko, dass sich der Trend eines verstärkten Wettbewerbs und einer forcierten Eigenzustellung durch große Versandhändler*innen fortsetzt.

Paketmarkt

Der Trend der forcierten Eigenzustellung durch große Versandhändler*innen ist auch am österreichischen Paketmarkt spürbar. Durch das weiterhin dynamische Wachstum des Paketmarkts infolge des anhaltenden E-Commerce-Booms bleibt der Wettbewerb intensiv. Dadurch entstehen Preis- und Mengenrisiken und es kann zu Marktanteilsverschiebungen kommen. Zudem ist das starke Paketwachstum von großen Online-Versender*innen getrieben, die weiterhin überproportional zum Markt

wachsen. Durch die bereits etablierte Eigenzustellung eines Großkunden und damit verbundenen möglichen weiteren Steigerungen der Eigenleistung dieses Großkunden kann es zu spürbaren Mengenverlusten und damit einher-

Personalkosten und Struktur der Dienstverhältnisse

gehenden Umsatz- und Ergebniseffekten kommen.

Das Geschäftsmodell der Österreichischen Post ist von einer hohen Personalkostentangente geprägt. Eine Planabweichung im Bereich Löhne und Gehälter von einem Prozentpunkt entspricht dabei durchschnittlich 9 Mio EUR pro Jahr und etwaigen Rückstellungserfordernissen. Weiters steht ein Teil der Mitarbeiter*innen des Österreichischen Post-Konzerns in einem öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnis und unterliegt den Bestimmungen des Beamtendienstrechts, dessen Änderung zusätzliche Belastungen ergeben könnten. Daraus ergeben sich Besonderheiten im Zusammenhang mit der dienstrechtlichen Verwendung. Bei einem Teil der Belegschaft kann es durch die bestehenden rechtlichen Bedingungen im Fall von Mengenverlusten zu keiner Kapazitätsanpassung kommen, ebenso ist keine Anpassung des Gehaltsniveaus an eventuell ungünstigere Marktkonditionen möglich. Das Beamtendienstrecht führt damit insgesamt zu geringer Kostenflexibilität. Der Österreichische Post-Konzern ist im Hinblick auf den liberalisierten Markt zunehmend mit den Grenzen der dienstrechtlichen Verwendungsmöglichkeiten für die ihm zugewiesenen Beamt*innen konfrontiert.

Logistik- und Infrastrukturkosten

Die Verschiebungen der Sendungsmengen von Brief zu Paket bewirken Anpassungen im Logistikprozess. Es besteht das Risiko, dass sich die forcierten Effizienzbzw. Produktivitätssteigerungen verzögern. Darüber hinaus wird in der Paketzustellung neben Eigenzustellung auch mit Frachtunternehmen zusammengearbeitet. Aufgrund der Zunahme der Paketmengen und der damit verbundenen steigenden Nachfrage nach Frachtdienstleistungen besteht das Risiko von Kostenerhöhungen.

bank99

Die Umsatz- und Ergebnisentwicklung der bank99 ist hinkünftig von zwei wesentlichen Faktoren abhängig, der Entwicklung des Kund*innengeschäfts sowie der Entwicklung des Zinsumfelds. Es besteht hinsichtlich der Entwicklung des Kund*innengeschäfts das Risiko, dass die angebotene Produktpalette nicht im erwarteten Ausmaß von den Kund*innen angenommen wird. Eine nachteilige Entwicklung des Zinsumfelds könnte sich ebenfalls negativ auf die Ertragslage auswirken. Alle genannten Risikoaspekte können dazu führen, dass das Ergebnis der

bank99 sich nicht entsprechend den Erwartungen der Post entwickelt.

Die derzeitig bestehenden globalen Unsicherheiten könnten sich auf die Finanzwirtschaft auswirken und so zu dem Risiko führen, dass bei Abwicklung eines Mitglieds der Einlagensicherung Austria (ESA) die bank99 einen Anteil zu leisten hat.

Die Post hat zur Absicherung der Kapitalisierung der bank99 eine Patronatserklärung abgegeben. Es besteht das Risiko, dass die Post im Krisenfall zur Wiederherstellung der Gesamtkapitalquote eine Nachkapitalisierung leisten muss.

Finanzrisiken

Eine detaillierte Darstellung der Finanzinstrumente und der damit verbundenen finanziellen Risiken findet sich im Geschäftsbericht 2021, Konzernabschluss, Punkt 30.2.

Technische und Cyberrisiken

Der Österreichische Post-Konzern ist in hohem Maß auf die Verwendung von komplexen technischen Systemen angewiesen und setzt bei der Erbringung seiner Dienstleistungen maßgeblich auf den Einsatz von Datenverarbeitungssystemen, modernen Kommunikationsmedien und anderen technischen Einrichtungen. Vor diesem Hintergrund hat der Österreichische Post-Konzern in den vergangenen Jahren umfangreiche Investitionen vorgenommen, um sein Verteil- und Zustellnetz zu modernisieren. Die Leistungserbringung des Unternehmens hängt dabei von der Funktionsfähigkeit weniger wichtiger Standorte ab. Sollten technische Systeme vorübergehend oder dauerhaft ausfallen oder sollte es zu unberechtigten Datenzugriffen und Datenmanipulationen beispielsweise durch Cyberkriminalität kommen, könnte dies zu Störungen des Geschäftsablaufs und zum Verlust von Reputation und Kund*innen führen sowie zusätzliche Kosten verursachen. Zur Reduktion von technischen und Cyberrisiken wurden Sicherheitsmaßnahmen und Regeln festgelegt, die einen reibungslosen Ablauf sicherstellen sollen. Im Betrieb von Rechenzentren verfolgt der Österreichische Post-Konzern eine Outsourcing-Strategie. Durch entsprechende Vertragsgestaltung und gezieltes Servicelevel-Management wird die Verfügbarkeit aller ausgegliederten Tätigkeiten abgesichert. Die Vertragspartner*innen sind verpflichtet, einschlägige gültige Zertifizierungen vorzuweisen.

Regulatorische und rechtliche Risiken

Der österreichische Post Konzern operiert mit vielen Produkten und Dienstleistungen in einem höchstkomplexen rechtlichen bzw. regulatorischen Umfeld, welches

geprägt ist von z. B. dem Postmarktgesetz, Datenschutzbestimmungen, steuerlichen Vorschriften, Kapitalmarktund Wettbewerbsrecht.

Es kann daher nicht ausgeschlossen werden, dass trotz größtmöglicher Sorgfalt seitens der Österreichischen Post sonstige Behörden, z. B. Finanzämter, Aufsichtsbehörden oder Gerichte eine abweichende Rechtsansicht vertreten und dies zu Nachzahlungen, Strafen oder Schadenersatzleistungen führen könnte.

1.6.3 BEDEUTENDE CHANCEN

Das Risikomanagementsystem hat zum Ziel, neben Risiken auch Chancen frühzeitig zu erkennen, zu analysieren, zu bewerten und durch geeignete Maßnahmen das entsprechende Chancen-Potenzial zu verwirklichen. Nachfolgend werden die bedeutenden Chancen dargestellt. Die Zuordnung orientiert sich an der im Jahr 2020 aktualisierten neuen integrierten Unternehmens- und Nachhaltigkeitsstrategie. Sie setzt sich aus drei Eckpunkten zusammen: "Verteidigung der Marktführerschaft und Profitabilität im Kerngeschäft", "Profitables Wachstum in nahen Märkten" und "Ausbau des Filial- und Digitalangebots für Privatkund*innen und KMU". Das Herzstück der neuen integrierten Unternehmens- und Nachhaltigkeitsstrategie, die Nachhaltigkeit, befindet sich umrahmt von den drei genannten Eckpunkten in dessen Zentrum.

Im ersten strategischen Eckpunkt – Verteidigung der Marktführerschaft und Profitabilität im Kerngeschäft – wird die Erweiterung und Adaptierung des Produktportfolios im Segment Brief & Werbepost sowie Paket gemäß den Anforderungen der Kund*innen als Chance betrachtet. So wird das Leistungsangebot laufend durch diverse Zusatzleistungen im physischen und elektronischen Bereich erweitert. Eine kontinuierliche E-Substitution von Briefen wird in der Planung der Österreichischen Post bereits berücksichtigt, womit ein im Vergleich zu den ursprünglichen Annahmen langsameres Voranschreiten des Rückgangs als Chance zu bewerten ist. Chancen ergeben sich vor allem durch den wachsenden Online-Handel. Hier punktet die Post durch neue, schnelle und schlanke Lösungen für Online-Bestellungen. Die Österreichische Post hat klare Wettbewerbsvorteile hinsichtlich Qualität und Kostenstruktur. Weiters können durch Maßnahmen zur Personal- und Logistikkostenoptimierung positive Impulse gesetzt werden. Im zweiten strategischen Eckpunkt – Profitables Wachstum in nahen Märkten – ergeben sich

Chancen vor allem durch das Beteiligungsportfolio der Post. Die ausländischen Beteiligungsunternehmen sind primär im Paketsektor angesiedelt und profitieren ebenfalls vom Anstieg des Online-Handels. Das Tochterunternehmen Aras Kargo bietet ein besonders großes Chancenpotenzial aufgrund der Größe und des Entwicklungspotenzials des türkischen Marktes.

Für den dritten strategischen Eckpunkt – Ausbau des Filial- und Digitalangebots für Privat-kund*innen und KMU – ergeben sich beispielsweise Potenziale durch den Ausbau des Online- und Selbstbedienungsangebots sowie durch neue Geschäftsmodelle im Bereich E-Commerce, insbesondere kann über die Tochtergesellschaft Post E-Commerce an der Online-Handel-Dynamik partizipiert werden.

Für Chancen zu ESG-Themen wird auf den Nachhaltigkeitsbericht 2021, Kapitel ESG-Risiko-Management, ab Seite 31 verwiesen.

1.6.4 GESAMTAUSSAGE ZUR RISIKO- UND CHANCENSITUATION DES KONZERNS

Die vorstehend beschriebenen Risiken und Chancen des Unternehmens werden stetig beobachtet und entsprechende Maßnahmen gesetzt bzw. Initiativen ergriffen. Gesamthaft betrachtet ist zu erwarten, dass sich die durch die Pandemie und das makroökonomische und geopolitische Umfeld ausgelöste Instabilität erhöht, dies gilt sowohl im positiven wie im negativen Sinne. Ein Blick auf die bedeutenden Chancen und Risiken des Unternehmens zeigt, dass es zwar Änderungen bzw. Verschiebungen bei den Themen gibt, mit denen die Post konfrontiert ist, die Stabilität bei den Chancen und Risiken aber überwiegt. Dementsprechend ist aus heutiger Sicht der Bestand des Unternehmens nicht gefährdet.

1.7 Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Im ersten Halbjahr 2022 fanden keine wesentlichen Veränderungen bei den Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen statt. Informationen zu Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen sind im Geschäftsbericht 2021 der Österreichischen Post erläutert (siehe Geschäftsbericht 2021, Konzernabschluss, Punkt 31.2).

1.8 Ausblick 2022

Die ersten sechs Monate des Jahres 2022 stellten die Unternehmen speziell in Europa vor große Herausforderungen. Die COVID-19 Pandemie, deren Gegenmaßnahmen und den damit verursachten Verzögerungen in der globalen Wertschöpfungskette waren der Ausgangspunkt einer mittlerweile weltweiten Inflationsentwicklung. Die Kriegshandlungen in der Ukraine verstärkten nunmehr die Preissteigerung bei wichtigen Rohstoffen und Energieträgern. Diese Rahmenbedingungen werden auch in der zweiten Jahreshälfte anhalten. Es besteht darüber hinaus das Risiko, dass der Energiemarkt weiterhin schwer berechenbar bleibt, beziehungsweise dass die Gasversorgung in Teilen Europas nicht gesichert erscheint.

UMSATZSTABILITÄT 2022 ANGEPEILT

Auf Seiten der Österreichischen Post gilt es, diesen ungünstigen Rahmenbedingungen sowohl umsatzseitig als auch kostenseitig zu begegnen. Preisanpassungen sind daher ebenso notwendig wie Effizienzsteigerungen der internen Abläufe. Unter der Voraussetzung, dass die Energie- und Gasversorgung in Europa gewährleistet bleibt, peilt das Unternehmen für das Jahr 2022 weiterhin einen Umsatz an, der nahe an dem des Vorjahres herankommt. Die Entwicklung der letzten Monate bestätigt diese Annahme.

In der Division Brief & Werbepost wird für 2022 ein stabiler bis leicht rückläufiger Umsatz prognostiziert. Der Basistrend der Mengenentwicklung bei klassischen Briefen wird weiterhin in der Größenordnung von ca. 5% p.a. rückläufig bleiben. Quartalsweise sind positive oder negative Sondereffekte durch Einmalaussendungen möglich. Auch die Volumen der Werbe- und Medienpost werden weiter volatil bleiben. Gas- und Papierpreise belasten die Kostenstruktur vieler Kund*innen.

Durch den internationalen Druck der Faktorkostensteigerungen wie etwa bei Treibstoffen, Energie oder Personalkosten werden auch notwendige Preisanpassungen laufend umgesetzt. So wurden bereits im Universaldienst die Tarife für Economy-Briefe für nicht zeitkritische Sendungen – die Zustellung erfolgt innerhalb von 2–3 Tagen – per 1. Juli 2022 angehoben. Ein weiterer Schritt ist die Anpassung der Tarife für Priority-Sendungen per 1. Oktober 2022.

Der Umsatz der Division Paket & Logistik wird 2022 leicht rückläufig erwartet. Ausschlaggebend dafür ist die herausfordernde Entwicklung in der Türkei. Eine hohe Inflation sowie die Währungsabwertung zum Euro führten bereits im ersten Halbjahr bei den türkischen Paket-Umsätzen zu einem Rückgang von 32,6%. Besser entwickelt sich das Paketgeschäft in Österreich sowie in Südost- und Osteuropa. Nach den starken Volumenrückgängen im ersten Quartal 2022 – basierend auf sehr hohen Vergleichszahlen 2021 – sollte sich nun eine Stabilisierung der Lage einstellen. Bei schwierigen Marktbedingungen ist für Österreich ein Paketvolumen nahe am Niveau des Vorjahres möglich.

Der Umsatz der Division Filiale & Bank wird sich 2022 durch die Übernahme des ING Privatkund*innengeschäfts signifikant erhöhen. Priorität hat nun die Integration der neuen Einheit in die bank99 sowie der weitere Kund*innenhochlauf und die Erweiterung der Produktpalette.

KONZERNERGEBNIS 2022

Der Ausblick auf das Ergebnis 2022 bleibt angesichts der Risiken am europäischen Energiemarkt mit hohen Unsicherheiten behaftet. Von weiteren Lieferengpässen, einer sich verfestigenden Inflation und einem abgeschwächten Konsumverhalten ist auszugehen.

Das Konzernergebnis (EBIT) 2022 sollte aus heutiger Sicht zwischen den Niveaus der letzten beiden Jahre zu liegen kommen (EBIT 2021: 205 Mio EUR, EBIT 2020: 161 Mio EUR). Die Ambition des Unternehmens bleibt aufrecht, möglichst nahe an das Niveau des Jahres 2021 heranzukommen. Voraussetzung dafür ist eine Berechenbarkeit der Gas- und Energieversorgung in unseren Märkten.

INVESTITIONSPROGRAMM BEIBEHALTEN

Das vorgesehene Investitionsprogramm in die Erweiterung der Logistikinfrastruktur und in einen nachhaltigen Fuhrpark wird im Grunde beibehalten. Einzelne Investitionen werden überprüft, um die Einhaltung aller Rentabilitätsziele zu gewährleisten.

Basis der Investitionstätigkeit 2022 sind Instandhaltungsmaßnahmen (Maintenance CAPEX) in Österreich, Südost- und Osteuropa sowie der Türkei in der Größenordnung von ca. 100 Mio EUR. Darüber hinaus sind auch wieder Wachstumsinvestitionen von etwa 80 Mio EUR in Österreich (Growth CAPEX) vorgesehen – unter der Voraussetzung, dass die Verfügbarkeit von Fahrzeugen und Bauleistungen gewährleistet ist. Der Umbau der Logistik in eine klimafreie Zustellung spielt bei allen Investitionsvorhaben eine gewichtige Rolle.

Wien, am 2. August 2022

Der Vorstand

DI DR. GEORG PÖLZL Generaldirektor Vorstandsvorsitzender (CEO)

DI WALTER OBLIN Generaldirektor-Stellvertreter Vorstand Brief & Finanzen (CFO)

DI PETER UMUNDUM Vorstandsdirektor Vorstand Paket & Logistik (COO)

Konzernzwischenabschluss

Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung

Mio EUR H1 2021
angepasst1
H1 2022 Q2 2021
angepasst1
Q2 2022
Umsatzerlöse 1.262,6 1.211,8 615,6 610,4
davon Erträge aus Finanzdienstleistungen 14,6 35,2 7,6 17,9
davon Erträge aus Effektivverzinsung 0,1 13,9 0,1 7,0
Sonstige betriebliche Erträge 43,1 59,2 20,9 30,8
GESAMTE BETRIEBLICHE ERTRÄGE 1.305,7 1.271,0 636,5 641,2
Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen –355,0 –349,4 –169,5 –173,8
Aufwand für Finanzdienstleistungen –2,3 –6,4 –1,3 –3,2
Personalaufwand –587,6 –571,8 –284,1 –283,9
Abschreibungen –81,1 –88,4 –41,8 –46,8
Sonstige betriebliche Aufwendungen –176,8 –165,1 –96,3 –83,2
davon Wertberichtigungen gemäß IFRS 9 –0,5 –2,9 –0,3 –0,9
GESAMTE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN –1.202,7 –1.181,2 –592,9 –590,9
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen 0,4 0,1 0,1 –0,1
Gewinn aus der Nettoposition monetärer Posten 0,0 1,1 0,0 1,1
ERGEBNIS VOR FINANZERGEBNIS UND ERTRAGSTEUERN (EBIT) 103,4 91,0 43,7 51,4
Finanzerträge 13,0 8,5 8,2 3,0
Finanzaufwendungen –8,3 –22,0 –5,9 –17,6
FINANZERGEBNIS 4,7 –13,5 2,3 –14,6
ERGEBNIS VOR ERTRAGSTEUERN 108,1 77,5 45,9 36,8
Ertragsteuern –23,9 –22,7 –11,7 –12,5
PERIODENERGEBNIS 84,2 54,8 34,3 24,3
ZUZURECHNEN AN:
Aktionär*innen des Mutterunternehmens 79,7 56,3 31,6 25,4
Nicht beherrschende Anteile 4,4 –1,5 2,6 –1,1
ERGEBNIS JE AKTIE (EUR)
UNVERWÄSSERTES ERGEBNIS JE AKTIE 1,18 0,83 0,47 0,38
VERWÄSSERTES ERGEBNIS JE AKTIE 1,18 0,83 0,47 0,38

1 Anpassungen siehe Punkt 2.2 Änderung der Darstellung von Finanzdienstleistungen

Konzerngesamtergebnisrechnung

für das erste Halbjahr 2022
Mio EUR H1 2021 H1 2022 Q2 2021 Q2 2022
PERIODENERGEBNIS 84,2 54,8 34,3 24,3
POSTEN, DIE NACHTRÄGLICH IN DIE GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
UMGEGLIEDERT WERDEN KÖNNEN:
Währungsumrechnungsdifferenzen und Hochinflationsanpassung – ausländische
Geschäftsbetriebe
–9,6 17,8 –3,4 21,9
SUMME DER POSTEN, DIE UMGEGLIEDERT WERDEN KÖNNEN –9,6 17,8 –3,4 21,9
POSTEN, DIE NICHT NACHTRÄGLICH IN DIE GEWINN- UND
VERLUSTRECHNUNG UMGEGLIEDERT WERDEN:
Neubewertung von leistungsorientierten Verpflichtungen 4,2 16,7 4,2 18,7
Steuereffekt auf Neubewertung –1,1 –4,8 –1,1 –4,4
SUMME DER POSTEN, DIE NICHT UMGEGLIEDERT WERDEN 3,1 11,9 3,1 14,3
SONSTIGES ERGEBNIS –6,5 29,7 –0,4 36,2
GESAMTPERIODENERGEBNIS 77,6 84,5 33,9 60,5
ZUZURECHNEN AN:
Aktionär*innen des Mutterunternehmens 75,4 83,0 32,2 57,8
Nicht beherrschende Anteile 2,2 1,5 1,6 2,8

Konzernbilanz

Mio EUR 31.12.2021 30.06.2022
AKTIVA
LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE
Geschäfts- oder Firmenwerte 62,0 60,5
Immaterielle Vermögenswerte 81,8 100,2
Sachanlagen 1.206,5 1.280,3
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 76,3 78,9
Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen 8,2 7,6
Andere finanzielle Vermögenswerte 5,6 5,6
Sonstige Forderungen 14,3 12,4
Latente Steueransprüche 46,6 37,0
1.501,3 1.582,4
FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE AUS FINANZDIENSTLEISTUNGEN
Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Guthaben bei Zentralbanken 1.218,2 1.120,6
Forderungen an Kreditinstitute 0,0 30,0
Forderungen an Kund*innen 1.402,3 1.440,2
Finanzanlagen 73,5 357,8
Sonstige 21,9 45,6
2.715,8 2.994,3
KURZFRISTIGE VERMÖGENSWERTE
Andere finanzielle Vermögenswerte 31,4 73,5
Vorräte 16,5 18,8
Vertragsvermögenswerte 3,1 1,4
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 376,7 356,5
Steuererstattungsansprüche 62,0 77,5
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 85,8 53,4
575,4 581,1
ZUR VERÄUSSERUNG GEHALTENE VERMÖGENSWERTE 0,1 0,0
4.792,6 5.157,8

Konzernbilanz

Mio EUR 31.12.2021 30.06.2022
PASSIVA
EIGENKAPITAL
Grundkapital 337,8 337,8
Kapitalrücklagen 91,0 91,0
Gewinnrücklagen 278,2 206,5
Andere Rücklagen –62,6 –22,1
EIGENKAPITAL DER AKTIONÄR*INNEN DES MUTTERUNTERNEHMENS 644,3 613,1
NICHT BEHERRSCHENDE ANTEILE 27,9 27,5
672,2 640,7
LANGFRISTIGE SCHULDEN
Rückstellungen 379,8 339,2
Andere finanzielle Verbindlichkeiten 281,4 485,2
Sonstige Verbindlichkeiten 59,4 56,9
Vertragsverbindlichkeiten 3,8 3,0
Latente Steuerschulden 0,1 6,2
724,5 890,4
FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN AUS FINANZDIENSTLEISTUNGEN
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 2,3 77,6
Verbindlichkeiten gegenüber Kund*innen 2.532,9 2.740,1
Sonstige 8,3 15,3
2.543,5 2.833,0
KURZFRISTIGE SCHULDEN
Rückstellungen 308,2 299,6
Steuerschulden 6,5 2,4
Andere finanzielle Verbindlichkeiten 123,0 73,2
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 386,1 388,5
Vertragsverbindlichkeiten 28,6 30,1
852,4 793,8
4.792,6 5.157,8

Konzern-Cashflow-Statement

für das erste Halbjahr 2022
Mio EUR H1 2021
angepasst1
H1 2022
GESCHÄFTSTÄTIGKEIT
Ergebnis vor Ertragsteuern 108,1 77,5
Abschreibungen 81,1 88,4
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen –0,4 –0,1
Rückstellungen unbar 24,0 –15,4
Nettoposition der monetären Posten – unbar 0,0 7,9
Sonstige zahlungsunwirksame Vorgänge 14,6 3,6
CASHFLOW AUS DEM ERGEBNIS 227,4 161,9
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen –3,8 17,7
Vorräte –0,3 –2,6
Vertragsvermögenswerte 3,1 1,7
Rückstellungen –18,1 –30,4
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten –10,5 10,5
Vertragsverbindlichkeiten 2,5 0,8
Finanzielle Vermögenswerte/Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen 119,3 –89,2
Erhaltene Zinsen aus Finanzdienstleistungen 0,1 13,6
Gezahlte Zinsen aus Finanzdienstleistungen –1,4 –3,3
Gezahlte Steuern –36,9 –35,6
CASHFLOW AUS GESCHÄFTSTÄTIGKEIT 281,5 45,0
INVESTITIONSTÄTIGKEIT
Erwerb von immateriellen Vermögenswerten –8,0 –8,0
Erwerb von Sachanlagen/als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien –47,0 –58,7
Verkauf von Sachanlagen/als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien 8,7 3,6
Erwerb von Tochterunternehmen/nicht beherrschenden Anteilen/Geschäftseinheiten –1,1 –0,3
Verkauf von nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen 0,0 1,8
Verkauf von sonstigen Finanzinstrumenten 0,9 0,8
Erwerb von Wertpapieren/Geldmarktveranlagungen –10,0 –70,2

Verkauf von Wertpapieren/Geldmarktveranlagungen 40,0 29,6 Gewährte Darlehen 0,1 0,4 Erhaltene Zinsen und Wertpapiererträge 2,1 1,7 CASHFLOW AUS INVESTITIONSTÄTIGKEIT –14,4 –99,2 FREE CASHFLOW 267,1 –54,2

1 Anpassungen siehe Punkt 2.2 Änderung der Darstellung von Finanzdienstleistungen

Konzern-Cashflow-Statement

für das erste Halbjahr 2022
Mio EUR H1 2021
angepasst1
H1 2022
FINANZIERUNGSTÄTIGKEIT
Aufnahme von langfristigen Finanzierungen 0,0 150,0
Tilgung langfristiger finanzieller Verbindlichkeiten (einschließlich kurzfristig gewordener Anteile) –25,2 –28,7
Veränderung von kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten –5,7 –53,9
Ausschüttungen –115,7 –132,1
Gezahlte Zinsen –2,7 –2,9
Einzahlungen von nicht beherrschenden Anteilen 4,5 1,4
CASHFLOW AUS FINANZIERUNGSTÄTIGKEIT –144,6 –66,2
Währungsdifferenzen im Finanzmittelbestand –2,3 –1,9
Kaufkraftverlust auf Finanzmittelbestand 0,0 –7,6
VERÄNDERUNG DES FINANZMITTELBESTANDS 120,2 –130,0
Finanzmittelbestand am 1. Jänner 687,1 1.304,1
FINANZMITTELBESTAND AM 30. JUNI 807,3 1.174,1

1 Anpassungen siehe Punkt 2.2 Änderung der Darstellung von Finanzdienstleistungen

Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals im ersten Halbjahr 2021 Andere Rücklagen

Nicht
beherr
schende
Anteile
Eigen
kapital
Mio EUR Grund
kapital
Kapital
rücklagen
Gewinn
rücklagen
IAS 19
Rücklage
FVOCI
Rücklage
Währungs
um
rechnungs
rücklage
Eigen
kapital der
Aktionär*
innen des
Mutter
unter
nehmens
STAND AM 1. JÄNNER 2021 337,8 91,0 231,4 –28,0 0,6 –5,4 627,4 27,6 655,0
Periodenergebnis 0,0 0,0 79,7 0,0 0,0 0,0 79,7 4,4 84,2
Sonstiges Ergebnis 0,0 0,0 0,0 3,3 0,0 –7,6 –4,3 –2,2 –6,5
GESAMTPERIODENERGEBNIS 0,0 0,0 79,7 3,3 0,0 –7,6 75,4 2,2 77,6
Ausschüttung 0,0 0,0 –108,1 0,0 0,0 0,0 –108,1 –6,3 –114,4
Einzahlungen an Tochterunternehmen
mit nicht beherrschenden Anteilen
0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 4,5 4,5
TRANSAKTIONEN MIT
EIGENTÜMER*INNEN
0,0 0,0 –108,1 0,0 0,0 0,0 –108,1 –1,8 –109,9
Abgang finanzielle Vermögenswerte 0,0 0,0 –0,2 0,0 0,2 0,0 0,0 0,0 0,0
ANDERE VERÄNDERUNGEN 0,0 0,0 –0,2 0,0 0,2 0,0 0,0 0,0 0,0
STAND AM 30. JUNI 2021 337,8 91,0 202,8 –24,7 0,8 –13,0 594,7 28,0 622,7

Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals im ersten Halbjahr 2022 Andere Rücklagen

Mio EUR Grund
kapital
Kapital
rücklagen
Gewinn
rücklagen
IAS 19
Rücklage
FVOCI
Rücklage
Währungs
um
rechnungs
rücklage
Eigen
kapital der
Aktionär*
innen des
Mutter
unter
nehmens
Nicht
beherr
schende
Anteile
Eigen
kapital
STAND AM 1. JÄNNER 2022 337,8 91,0 278,2 –32,6 0,9 –31,0 644,3 27,9 672,2
Anpassung Erstanwendung
Hochinflation
0,0 0,0 –0,2 0,2 0,0 13,8 13,8 3,4 17,2
ANGEPASSTER STAND AM
1. JÄNNER 2022
337,8 91,0 278,0 –32,4 0,9 –17,2 658,1 31,4 689,5
Periodenergebnis 0,0 0,0 56,3 0,0 0,0 0,0 56,3 –1,5 54,8
Sonstiges Ergebnis 0,0 0,0 0,0 12,6 0,0 14,1 26,8 2,9 29,7
GESAMTPERIODENERGEBNIS 0,0 0,0 56,3 12,6 0,0 14,1 83,0 1,5 84,5
Ausschüttung 0,0 0,0 –128,4 0,0 0,0 0,0 –128,4 –6,2 –134,5
Erwerb von nicht beherrschenden
Anteilen
0,0 0,0 0,4 0,0 0,0 0,0 0,4 –0,5 –0,1
Einzahlungen an
Tochterunternehmen mit nicht
beherrschenden Anteilen
0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 1,4 1,4
TRANSAKTIONEN MIT
EIGENTÜMER*INNEN
0,0 0,0 –128,0 0,0 0,0 0,0 –128,0 –5,3 –133,3
STAND AM 30. JUNI 2022 337,8 91,0 206,3 –19,8 0,9 –3,1 613,1 27,5 640,7

26

Konzernanhang für das erste Halbjahr 2022

1. Grundlagen der Rechnungslegung

Die Erstellung des Konzernzwischenabschlusses der Österreichischen Post AG zum 30. Juni 2022 erfolgte in Übereinstimmung mit den bis zum 30. Juni 2022 vom International Accounting Standards Board herausgegebenen International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union verpflichtend anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a Unternehmensgesetzbuch.

Der vorliegende Konzernzwischenabschluss wurde in Übereinstimmung mit den Regelungen des IAS 34 Zwischenberichterstattung aufgestellt. Es sind daher nicht alle Angaben, die üblicherweise in einem Abschluss für ein volles Geschäftsjahr enthalten sind, angeführt. Entsprechend ist der vorliegende Konzernzwischenabschluss in Verbindung mit dem Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2021 zu lesen. Die Bilanzierung und Bewertung sowie die Erläuterungen und Angaben basieren grundsätzlich auf denselben Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, die auch dem Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2021 zugrunde liegen, mit Ausnahme der im Folgenden beschriebenen neuen und erstmals im Geschäftsjahr anzuwendenden Standards oder Bilanzierungsregeln.

Der Konzernzwischenabschluss wird in Euro aufgestellt. Alle Beträge sind, sofern nichts anderes angeführt ist, in Millionen Euro (Mio EUR) angegeben. Bei der Summierung gerundeter Beträge und Prozentangaben können durch die Verwendung automatisierter Rechenhilfen Rundungsdifferenzen auftreten.

Der vorliegende Konzernzwischenabschluss wurde weder einer vollständigen Prüfung noch einer prüferischen Durchsicht durch eine*n Abschlussprüfer*in unterzogen.

2. Änderungen in den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und Anpassung der Vorjahreszahlen

2.1 Verpflichtend und vorzeitig angewandte neue und geänderte IFRS

Im ersten Halbjahr 2022 waren keine neuen Standards erstmals verpflichtend anzuwenden. Die folgenden geänderten Standards wurden erstmals verpflichtend zur Anwendung gebracht:

Verpflichtend angewandte geänderte Standards Inkrafttreten EU1
IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse 01.01.2022
IAS 16 Sachanlagen 01.01.2022
IAS 37 Rückstellungen, Eventualverbindlichkeiten und Eventualforderungen 01.01.2022
Diverse Verbesserungen an den IFRS, Zyklus 2018-2020 01.01.2022

1 Anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem angegebenen Datum beginnen.

Aus der Anwendung der geänderten Standards ergaben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Österreichischen Post-Konzern.

2.2 Änderung der Darstellung von Finanzdienstleistungen

Infolge der im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021 angeführten Änderung der Darstellung von Finanzdienstleistungen ergeben sich folgende Anpassungen der Vorjahreszahlen des Konzernzwischenabschlusses zum 30. Juni 2022:

Anpassung Konzern-Gewinn und -Verlustrechnung für das erste Halbjahr 2021

H1 2021
Mio EUR H1 2021 Anpassung angepasst
Umsatzerlöse 1.260,4 2,3 1.262,6
davon Ergebnis aus Finanzdienstleistungen 12,4 –12,4 0,0
davon Erträge aus Finanzdienstleistungen 0,0 14,6 14,6
Sonstige betriebliche Erträge 43,1 0,0 43,1
GESAMTE BETRIEBLICHE ERTRÄGE 1.303,5 2,3 1.305,7
Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen –355,0 0,0 –355,0
Aufwand für Finanzdienstleistungen 0,0 –2,3 –2,3
Personalaufwand –587,6 0,0 –587,6
Abschreibungen –81,1 0,0 –81,1
Sonstige betriebliche Aufwendungen –176,8 0,0 –176,8
GESAMTE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN –1.200,4 –2,3 –1.202,7

Anpassung Konzern-Cashflow-Statement für das erste Halbjahr 2021

H1 2021
Mio EUR H1 2021 Anpassung angepasst
GESCHÄFTSTÄTIGKEIT
Ergebnis vor Ertragsteuern 108,1 0,0 108,1
Abschreibungen 81,1 0,0 81,1
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen –0,4 0,0 –0,4
Rückstellungen unbar 24,0 0,0 24,0
Sonstige zahlungsunwirksame Vorgänge 13,4 1,3 14,6
CASHFLOW AUS DEM ERGEBNIS 226,1 1,3 227,4
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen –3,8 0,0 –3,8
Vorräte –0,3 0,0 –0,3
Vertragsvermögenswerte 3,1 0,0 3,1
Rückstellungen –18,1 0,0 –18,1
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten –10,5 0,0 –10,5
Vertragsverbindlichkeiten 2,5 0,0 2,5
Finanzielle Vermögenswerte/Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen 119,3 0,0 119,3
Erhaltene Zinsen aus Finanzdienstleistungen 0,0 0,1 0,1
Gezahlte Zinsen aus Finanzdienstleistungen 0,0 –1,4 –1,4
Gezahlte Steuern –36,9 0,0 –36,9
CASHFLOW AUS GESCHÄFTSTÄTIGKEIT 281,5 0,0 281,5

3. Konsolidierungskreis

In den Konzernzwischenabschluss sind neben der Österreichischen Post AG 25 inländische (31. Dezember 2021: 28) und 14 ausländische (31. Dezember 2021: 13) Tochterunternehmen einbezogen. Weiters wird kein inländisches (31. Dezember 2021: ein) und ein ausländisches (31. Dezember 2021: ein) Unternehmen nach der Equity-Methode bilanziert.

3.1 Änderungen im Konsolidierungskreis

Im ersten Halbjahr 2022 haben folgende Konsolidierungskreisänderungen und Transaktionen mit nicht beherrschenden Anteilen stattgefunden:

Anteil am Kapital
Name der Gesellschaft von auf Transaktions
zeitpunkt
Erläuterung
BRIEF & WERBEPOST
Post 102 Beteiligungs GmbH, Wien (Österreichische Post AG, Wien)1 100% 0,00% 28.04.2022 Verschmelzung
Scanpoint GmbH, Wien (Post Business Solutions GmbH, Wien,
vormals D2D - direct to document GmbH)1
100% 0,00% 31.05.2022 Verschmelzung
EMD - Elektronische- u. Mikrofilm-Dokumentationssysteme
Ges.m.b.H., Haid bei Ansfelden (Post Business Solutions GmbH,
Wien, vormals D2D - direct to document GmbH)1
100% 0,00% 31.05.2022 Verschmelzung
Teilbetrieb 'Poststellenmanagement' der Österreichische Post AG
(Post Business Solutions GmbH, Wien, vormals
D2D - direct to document GmbH)2
0,00% 0,00% 31.05.2022 Einbringung
Teilbetrieb
sendhybrid ÖPBD GmbH, Graz 51,00% 100% 01.06.2022 Akquisition
PAKET & LOGISTIK
PHS Logistiktechnik GmbH, Graz 48,36% 0,00% 11.03.2022 Verkauf
Express One SI d.o.o., Ljubljana 0,00% 100% 01.04.2022 Gründung

1 Das erstgenannte Tochterunternehmen wurde auf das in Klammer angeführte Tochterunternehmen verschmolzen und ist somit nicht mehr im Konsolidierungskreis vorhanden. 2 Der genannte Teilbetrieb wurde in das in Klammer angeführte Tochterunternehmen eingebracht.

BRIEF & WERBEPOST

sendhybrid ÖPBD GmbH

Mit 1. Juni 2022 hat die Österreichische Post AG die restlichen 49% der Anteile an der bereits seit 2018 vollkonsolidierten sendhybrid ÖPBD GmbH, Graz erworben. Der erfolgsneutral erfasste Erwerb führte zur Umbuchung der nicht beherrschenden Anteile von 0,5 Mio EUR in das Eigenkapital der Aktionär*innen des Mutterunternehmens.

PAKET & LOGISTIK

PHS Logistiktechnik GmbH

Mit Stichtag 11. März 2022 wurden die von der Österreichischen Post AG gehaltenen Anteile von 48,36% am assoziierten Unternehmen PHS Logistiktechnik GmbH, Graz verkauft. Aus dem Ende des maßgeblichen Einflusses und der Beendigung der Anwendung der Equity-Methode ergab sich ein Gewinn von 1,3 Mio EUR, der als sonstiger betrieblicher Ertrag ausgewiesen ist.

FILIALE & BANK

bank99 AG

Im Juni 2022 wurde die Kaufpreisallokation über den Erwerb des Privatkund*innengeschäfts der österreichischen Zweigniederlassung der ING DiBa AG, Frankfurt, mit Closing-Datum 1. Dezember 2021 fertiggestellt. Da sich aus der endgültigen Kaufpreisallokation nur

unwesentliche Verschiebungen ergaben, wurde auf eine rückwirkende Anpassung der in der Konzernbilanz vom 31. Dezember 2021 erfassten Werte verzichtet.

4. Währungsumrechnung

Abschlüsse von Tochterunternehmen, dessen funktionale Währung die Währung eines Hochinflationslandes ist, werden nach der Anpassung gemäß IAS 29 Rechnungslegung in Hochinflationsländern mit dem zum Bilanzstichtag gültigen Devisenreferenzkurs der Europäischen Zentralbank umgerechnet.

5. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

5.1 Hochinflation

Die Abschlüsse von Tochterunternehmen in einem Hochinflationsland werden vor Umrechnung in die Konzernwährung gemäß IAS 29 Rechnungslegung in Hochinflationsländern angepasst. Bei nicht monetären Posten in der Bilanz, die zu ihren Anschaffungskosten oder fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt werden, erfolgt die Anpassung anhand eines allgemeinen Preisindexes ab dem Anschaffungs- oder Herstellungszeitpunkt. Monetäre Posten in der Bilanz werden nicht angepasst. Bei den Bestandteilen des Eigenkapitals erfolgt eine Anpassung anhand eines allgemeinen Preisindexes vom Zeitpunkt ihrer Zuführung. Alle Posten der Gewinn und -Verlustrechnung und der Gesamtergebnisrechnung werden ab dem Zeitpunkt, zu dem die jeweiligen Erträge und Aufwendungen erstmals im Abschluss erfasst wurden, anhand eines allgemeinen Preisindexes angepasst. Der Gewinn bzw. Verlust aus der Nettoposition monetärer Posten wird in der Gewinn und -Verlustrechnung im Ergebnis vor Finanzergebnis und Ertragsteuern (EBIT) in einer eigenen Position dargestellt. Differenzen zwischen dem in der Bilanz ausgewiesenen Buchwert der einzelnen Vermögenswerte und Schulden und deren Steuerbemessungsgrundlage werden gemäß IAS 12 Ertragsteuern bilanziert. Gemäß IAS 21.42(b) erfolgt keine Anpassung der Vergleichszahlen für die vorangegangene Periode. Der Effekt der Inflationsanpassung aus der Umrechnung des Abschlusses eines Tochterunternehmens, dessen funktionale Währung die Währung eines Hochinflationslandes ist, wird als Teil der Umrechnungsdifferenz in der Währungsumrechnungsrücklage dargestellt.

Der Abschluss der türkischen Tochtergesellschaft basiert auf dem Konzept historischer Anschaffungs- und Herstellungskosten. Aufgrund von Änderungen der allgemeinen Kaufkraft der funktionalen Währung in der Türkei (türkische Lira, TRY) musste der Abschluss des türkischen Tochterunternehmens zum 30. Juni 2022 angepasst werden und ist nunmehr in der am Abschlussstichtag geltenden Maßeinheit angegeben. Für die Anpassung wurde der vom Türkischen Statistikinstitut veröffentlichte Verbraucherpreisindex herangezogen. Die kumulierte Inflation der letzten drei Jahre betrug zum 30.Juni 2022 136,42%. Der Verbraucherpreisindex zum 30. Juni 2022 belief sich auf 977,90 TRY. Die Veränderung des Verbraucherpreisindexes stellte sich wie folgt dar:

Monatliche Veränderung Verbraucherpreisindex:

in % 2022
Jänner 11,10
Februar 4,81
März 5,46
April 7,25
Mai 2,98
Juni 4,95

5.2 Sicherungsbeziehungen (Hedge Accounting)

Zur Absicherung von Zinsrisiken aus fix verzinsten finanziellen Vermögenswerten aus Finanzdienstleistungen ist ein Teil der derivativen Finanzinstrumente des Österreichischen Post-Konzerns als Sicherungsinstrument designiert worden. Die Bilanzierung dieser Sicherungsbeziehungen (Hedge Accounting) erfolgt nach den Vorschriften des IFRS 9 und entspricht einem Fair Value Hedge iSd IFRS 9.6.5.2a.

Mit derivativen Finanzinstrumenten, die innerhalb des Österreichischen Post-Konzerns als Fair Value Hedge designiert sind, werden bilanzierte Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten gegen das Risiko einer Änderung des beizulegenden Zeitwerts abgesichert. Sowohl die Veränderung des beizulegenden Zeitwerts des Sicherungsinstruments als auch die gegenläufige Veränderung des beizulegenden Zeitwerts des Grundgeschäfts, soweit diese auf das gesicherte Risiko entfällt, werden in der Konzern-Gewinn und -Verlustrechnung erfasst. Wertschwankungen des gesicherten Grundgeschäfts werden dabei grundsätzlich durch Wertschwankungen des Sicherungsinstruments ausgeglichen, allenfalls eintretende Abweichungen (Ineffektivitäten) werden im sonstigen betrieblichen Ertrag (im Fall eines positiven Überhangs) bzw. im sonstigen Aufwand (im Fall eines negativen Überhangs) erfasst.

Das als Sicherungsinstrument designierte Derivat wird ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Positive Marktwerte aus dem Sicherungsinstrument werden unter den sonstigen finanziellen Vermögenswerten aus Finanzdienstleistungen ausgewiesen, negative Marktwerte werden unter den sonstigen Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen dargestellt. Die im Österreichischen Post-Konzern abgesicherten Grundgeschäfte sind finanzielle Vermögenswerte aus Finanzdienstleistungen, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet und im Rahmen der Sicherungsbeziehung um die Änderung des beizulegenden Zeitwertes des gesicherten Risikos korrigiert werden (Basis Adjustments).

Zu Beginn der Absicherung werden sowohl die Sicherungsbeziehung als auch die Risikomanagementzielsetzungen und -strategien im Hinblick auf die Absicherung formal festgelegt und dokumentiert. Die Dokumentation umfasst die Identifizierung des Sicherungsinstruments, des gesicherten Grundgeschäfts und der Art des abgesicherten Risikos. Ebenso wird die Art und Weise, wie beurteilt wird, ob die Sicherungsbeziehung die Anforderungen an die Wirksamkeit der Absicherung erfüllt, dargelegt.

Eine Sicherungsbeziehung wird nur dann bilanziert, wenn die folgenden Kriterien iSd IFRS 9.6.4.1 erfüllt sind:

  • _ Zwischen dem gesicherten Grundgeschäft und dem Sicherungsinstrument besteht eine wirtschaftliche Beziehung.
  • _ Die Auswirkung des Ausfallrisikos hat keinen dominanten Einfluss auf die Wertänderungen, die sich aus dieser wirtschaftlichen Beziehung ergeben.
  • _ Die Sicherungsquote der Sicherungsbeziehung entspricht derjenigen, die aus dem Volumen des tatsächlich gesicherten Grundgeschäfts und dem Volumen des Sicherungsinstruments

resultiert, das zur Absicherung dieses Volumens des gesicherten Grundgeschäfts tatsächlich eingesetzt wird.

Wenn ein Sicherungsinstrument ausläuft, veräußert bzw. beendet wird oder die Kriterien für die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen nicht mehr erfüllt sind, wird die Sicherungsbeziehung beendet. In diesem Fall werden die erfassten Anpassungen (Basis Adjustment) der als Grundgeschäfte designierten finanziellen Vermögenswerte über die Restlaufzeit bis zur Fälligkeit aufgelöst und in der Gewinn- und -Verlustrechnung in den Erträgen aus Finanzdienstleistung dargestellt.

6. Zukunftsbezogene Annahmen und Schätzunsicherheiten

6.1 Auswirkungen von COVID-19 sowie vom Klimawandel

Im Zuge der Erstellung des Konzernzwischenabschlusses wurden die aktuellen Entwicklungen im Zusammenhang mit COVID-19 sowie dem Klimawandel berücksichtigt und mögliche Auswirkungen auf den Österreichischen Post-Konzern untersucht.

Die COVID-19 bedingten Einschränkungen wurden innerhalb des ersten Halbjahres 2022 aufgehoben, was zu einem wirtschaftlichen Wiederaufschwung führte.

Im Bereich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen wurden weiterhin keine COVID-19 geschuldeten Zahlungsausfälle oder sonstigen wesentlichen Beeinträchtigungen beobachtet. Da nicht mehr von einem erhöhten Kreditrisiko auszugehen ist, sind für das Geschäftsjahr 2022 keine COVID-19 bedingten Zuschlagsfaktoren in den erwarteten Verlustraten berücksichtigt.

Im Bereich der Forderungen an Kund*innen werden zukünftige Erwartungen einschließlich erhöhter Risiken bereits im Rahmen der Vergabe und Bemessung des Ausfallrisikos berücksichtigt. Erhöhte Risiken durch COVID-19 sind somit bereits bei der Festlegung der Höhe der Ausfallwahrscheinlichkeiten in den verschiedenen Ratingklassen eingepreist. Zum 30. Juni 2022 waren in diesem Zusammenhang keine COVID-19 bedingten Verschlechterungen im Kreditportfolio zu beobachten.

Im Bereich der COVID-19 Investitionsprämie rechnet der Österreichische Post-Konzern weiterhin mit Investitionsförderungen in Höhe von 6,8 Mio EUR für ein Investitionsvolumen von 49,6 Mio EUR. Zum 30. Juni 2022 wurden für die erste Teilabrechnung Forderungen in Höhe von 5,3 Mio EUR (31.12.2021: 3,3 Mio EUR) erfasst, mit deren Auszahlung im Laufe des Geschäftsjahres 2023 gerechnet wird.

Des Weiteren wurden im ersten Halbjahr 2022 von Seiten des Sozialversicherungsträgers Ersatzzahlungen in Höhe von 13,1 Mio EUR (H1 2021: 0,7 Mio EUR) geleistet und in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst. Diese Zahlungen betreffen Mitarbeiter*innen aus COVID-19 Risikogruppen, die unter Fortzahlung des Entgelts freizustellen waren, sowie Mitarbeiter*innen, denen Sonderbetreuungszeiten gewährt wurde.

Im Zusammenhang mit dem Klimawandel gab es keine wesentlichen Änderungen innerhalb des ersten Halbjahres. Es sind daher keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernzwischenabschluss zum 30. Juni 2022 zu beobachten.

6.2 Auswirkungen des Krieges in der Ukraine

Seit dem Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine Ende Februar 2022 befindet sich die Russische Föderation mit der Ukraine im Kriegszustand. Im Zuge des Einmarsches verhängten insbesondere die Europäische Union und die Vereinigten Staaten von Amerika umfangreiche Sanktionen gegen Russland und Belarus.

Bei der Erstellung des Konzernzwischenabschlusses wurden mögliche Auswirkungen gesondert bzw. vertiefend untersucht. Dies betraf insbesondere die Überprüfung der Werthaltigkeit von Vermögenswerten nach IAS 36, den Ansatz und die Bewertung von Vermögenswerten nach IFRS 9 bzw. IFRS 13, den Ansatz und die Bewertung von Schulden sowie den Ansatz latenter Steuern.

Die bestehenden Unsicherheiten und reduzierten Erwartungen an die gesamtwirtschaftliche Entwicklung wurden als möglicher Anhaltspunkt für eine Wertminderung nach IAS 36 eingestuft. Für ausgewählte zahlungsmittelgenerierende Einheiten sowie als Finanzinvestition gehaltene Immobilien wurden Aktualisierungen der Werthaltigkeitstests im ersten Halbjahr 2022 vorgenommen. Dabei wurden in den erwarteten künftigen Cashflows sowie in den durchschnittlichen gewichteten Kapitalkosten (WACC) die aktuellen Annahmen reflektiert. In Bezug auf die langfristige Ertragsentwicklung wurde von unveränderten Annahmen ausgegangen. Aus den Überprüfungen der Werthaltigkeit ergab sich kein Bedarf für eine Wertminderung. Ebenso sind derzeit keine wesentlichen Auswirkungen auf den beizulegenden Zeitwert der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien identifiziert worden.

Im Bereich der Forderungen an Kund*innen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen wurden keine wesentlichen Zahlungsausfälle beobachtet bzw. keine Kund*innen identifiziert, die direkt oder indirekt von einem erhöhten Risiko aus den Kriegshandlungen betroffen sind. Es wurde daher keine Anpassung der erwarteten Verlustraten bzw. keine Anpassung der Risikoparameter vorgenommen. Zusätzlich wurden im Bereich der Forderungen an Kund*innen die Auswirkungen der im Zuge der Kriegshandlungen steigenden Zinssätze sowie Inflationsraten mittels Stresstest untersucht. Dafür wurden Adhoc Stresstests auf den ICAAP (interne Kapitaladäquanzverfahren) vorgenommen, um Auswirkungsanalysen zu ermöglichen und die Angemessenheit der Eigenkapitalausstattung zu überprüfen. Im Rahmen des Stresstests wurden die Haupteinflussfaktoren Probability of Default (PD) und Zinsen gestresst. Der Stresstest auf den Faktor Probability of Default (PD) wurde dabei mithilfe des Scoringmodells hergeleitet, indem die Einkommen der aktuellen Kund*innen um eine pessimistische Inflationsrate reduziert wurden. Die Ergebnisse des Stresstests zeigten, dass das Gesamtlimit der Tragfähigkeit nicht gefährdet ist und damit keine signifikanten Veränderungen auf das Kreditportfolio festgestellt werden konnten.

Im Bereich der Vorsorgen sowie bei den latenten Steuern waren keine wesentlichen Anpassungen aufgrund der Kriegshandlungen in der Ukraine erforderlich.

7. Segmentberichterstattung

Die nachstehenden Tabellen zeigen die Segmentangaben für die berichtspflichtigen Segmente für das erste Halbjahr 2021 und das erste Halbjahr 2022:

H1 2021

Mio EUR Brief &
Werbepost
Paket & Logistik Filiale & Bank Corporate Überleitung
Konzern
Konzern
Umsatzerlöse (Segmente) 608,2 628,1 34,0 1,4 –11,4 1.260,4
Interne Leistungsverrechnung 1,4 0,5 90,4 0,0 –92,2 0,0
UMSATZERLÖSE GESAMT 609,6 628,5 124,4 1,4 –103,5 1.260,4
davon Umsatzerlöse mit Dritten 603,8 621,3 33,9 1,4 0,0 1.260,4
davon Erträge aus
Finanzdienstleistungen
0,0 0,0 12,5 0,0 –0,2 12,4
EBIT 82,4 59,7 –27,0 –11,7 0,0 103,4
Finanzergebnis 4,7
ERGEBNIS VOR ERTRAGSTEUERN 108,1

H1 2022

Mio EUR Brief &
Werbepost
Paket & Logistik Filiale & Bank Corporate Überleitung
Konzern
Konzern
Umsatzerlöse (Segmente) 599,5 572,0 54,2 1,1 –15,1 1.211,8
Interne Leistungsverrechnung 1,9 0,3 93,7 0,0 –95,8 0,0
UMSATZERLÖSE GESAMT 601,4 572,4 147,8 1,1 –110,9 1.211,8
davon Umsatzerlöse mit Dritten 594,0 562,7 54,0 1,1 0,0 1.211,8
davon Erträge aus
Finanzdienstleistungen
0,0 0,0 35,4 0,0 –0,2 35,2
EBIT 82,9 45,5 –20,4 –16,7 –0,2 91,0
Finanzergebnis –13,5
ERGEBNIS VOR ERTRAGSTEUERN 77,5

8. Erlöse aus Verträgen mit Kund*innen

In der folgenden Tabelle sind die Erlöse aus Verträgen mit Kund*innen nach berichtspflichtigen Segmenten sowie nach Art der Produkte bzw. Dienstleistungen oder Regionen aufgeschlüsselt:

Mio EUR H1 2021 H1 2022
Briefpost 367,0 350,0
Business Solutions 20,8 21,0
Werbepost 157,3 160,5
Medienpost 58,7 62,6
BRIEF & WERBEPOST 603,8 594,0
Paket Österreich 346,7 341,5
Paket Türkei 34,2 28,6
Paket CEE/SEE 79,7 84,4
Logistics Solutions/Konsolidierung 160,7 108,2
PAKET & LOGISTIK 621,3 562,7
Filialdienstleistungen 21,5 18,7
Provisionsertrag aus Finanzdienstleistungen1 14,5 21,3
FILIALE & BANK 36,0 40,0
Umsatzerlöse Sonstige 1,4 1,1
CORPORATE 1,4 1,1
ERLÖSE AUS VERTRÄGEN MIT KUND*INNEN 1.262,5 1.197,8
davon ausgewiesen unter den Umsatzerlösen 1.262,5 1.197,8

1 Siehe dazu im Detail Punkt 9.1 Ergebnis aus Finanzdienstleistungen

Im Sinne einer möglichst transparenten und angemessenen Aufgliederung der Erlöse aus Verträgen mit Kund*innen wurde die Darstellung im Segment Paket & Logistik im ersten Halbjahr 2022 angepasst. Die Aufgliederung erfolgt nun in Paketlogistik mit einer regionenbezogenen Erlösdarstellung sowie zusätzlich in Logistikdienstleistungen. Es erfolgte eine Adaptierung der Vergleichszahlen des Vorjahres.

9. Ergebnis aus Finanzdienstleistungen

In der Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung werden die Erträge aus Finanzdienstleistungen als Teil der Umsatzerlöse und der Aufwand für Finanzdienstleistungen als separate Position ausgewiesen:

Mio EUR H1 2021 H1 2022
Zinsertrag 0,1 13,9
Provisionsertrag 14,5 21,3
ERTRÄGE AUS FINANZDIENSTLEISTUNGEN 14,6 35,2
Mio EUR H1 2021 H1 2022
Zinsaufwand –1,4 –3,4
Provisionsaufwand –0,9 –2,9
AUFWAND FÜR FINANZDIENSTLEISTUNGEN –2,3 –6,4

Wertberichtigungen gemäß IFRS 9, welche die finanziellen Vermögenswerte aus Finanzdienstleistungen betreffen, werden in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst.

Negativzinsen sind in Höhe von 2,1 Mio EUR (H1 2021: 1,2 Mio EUR) im Zinsaufwand erfasst.

Das Ergebnis aus Finanzdienstleistungen stellt sich wie folgt dar:

Mio EUR H1 2021 H1 2022
Zinsertrag 0,1 13,9
davon Erträge aus Effektivverzinsung 0,1 13,9
Zinsaufwand –1,4 –3,4
ZINSERGEBNIS –1,3 10,5
Provisionsertrag 14,5 21,3
Provisionsaufwand –0,9 –2,9
PROVISIONSERGEBNIS 13,7 18,3
ZINS- UND PROVISIONSERGEBNIS 12,4 28,8
Bewertungs- und Abgangsergebnis aus Finanzinstrumenten 0,0 0,6
Wertberichtigungen gemäß IFRS 9 –0,1 –2,5
ERGEBNIS AUS FINANZDIENSTLEISTUNGEN 12,3 26,9

Der Zinsertrag resultiert im Wesentlichen aus Forderungen gegenüber Kund*innen. Der Provisionsertrag betrifft in Höhe von 8,8 Mio EUR (H1 2021: 5,8 Mio EUR) das Girogeschäft und den Zahlungsverkehr, in Höhe von 8,5 Mio EUR (H1 2021: 8,7 Mio EUR) das sonstige Dienstleistungsgeschäft sowie in Höhe von 3,8 Mio EUR (H1 2021: 0,0 Mio EUR) das Wertpapiergeschäft.

10. Finanzergebnis

Mio EUR H1 2021 H1 2022
FINANZERTRÄGE
Zinserträge 1,9 1,9
Wertpapiererträge 0,3 0,3
Erträge aus der Bewertung von Finanzanlagen und Derivaten 0,1 2,1
Erträge aus realisierten Derivaten 0,9 0,0
Erträge aus der Fremdwährungsbewertung 9,7 4,2
13,0 8,5
FINANZAUFWENDUNGEN
Zinsaufwendungen für Leasingverbindlichkeiten –2,6 –2,3
Zinsaufwendungen für andere finanzielle Verbindlichkeiten –0,1 –0,6
Zinsaufwendungen für andere sonstige Verbindlichkeiten –4,0 –3,9
Zinsaufwendungen für Rückstellungen –1,3 –1,9
Aufwendungen aus der Bewertung von Finanzanlagen –0,3 –0,5
Aufwendungen aus der Fremdwährungsbewertung 0,0 –12,8
–8,3 –22,0
FINANZERGEBNIS 4,7 –13,5

Der Anstieg der Erträge aus der Bewertung von Finanzanlagen und Derivaten betrifft im Wesentlichen die im ersten Halbjahr 2022 angefallenen Erträge aus Geldmarktveranlagungen in Höhe von 1,9 Mio EUR.

Die Erträge sowie die Aufwendungen aus der Fremdwährungsbewertung betreffen im ersten Halbjahr 2022 einerseits die Erträge bzw. Aufwendungen aus der Fremdwährungsbewertung und den Inflationseffekten der Verbindlichkeiten aus Erwerbsverpflichtungen von nicht beherrschenden Anteilen und andererseits Fremdwährungsgewinne bzw. -verluste von Finanzmittelbeständen.

Die Zinsaufwendungen für andere sonstige Verbindlichkeiten betreffen den Aufwand aus der Aufzinsung der Verbindlichkeiten aus Erwerbsverpflichtungen von nicht beherrschenden Anteilen.

Die Wertberichtungen gem. IFRS 9 auf Fremdkapitalinstrumente, welche der Kategorie zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet oder der Kategorie erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert (FVOCI) bewertet zugeordnet werden, sind in den Aufwendungen aus der Bewertung von Finanzanlagen ausgewiesen. Aufgrund der betraglichen Unwesentlichkeiten erfolgt für diese Beträge keine Angabe nach IAS 1.82 als gesonderter Posten in der Gewinn- und Verlustrechnung.

11. Ertragsteuern

Die ökosoziale Steuerreform wurde am 20. Jänner 2022 in dritter Lesung im Plenum des Nationalrats beschlossen. Sie sieht unter anderem eine stufenweise Senkung des Körperschaftsteuersatzes von 25% auf 23% vor (2023: 24%, 2024: 23%). Dies hatte zur Folge, dass sich die aktiven latenten Steuern um 2,9 Mio EUR verringerten.

Die Anwendung von IAS 29 Rechnungslegung in Hochinflationsländern hatte eine Auswirkung von rund 8,0 Mio EUR auf die Latenten Steueransprüche und die Latenten Steuerschulden.

12. Hochinflation

12.1 Geschäfts- oder Firmenwerte

Durch die Anwendung des IAS 29 Rechnungslegung in Hochinflationsländern auf den Abschluss des türkischen Tochterunternehmens kam es zu einer Erhöhung des Buchwerts der zahlungsmittelgenerierenden Einheit (ZGE) Aras Kargo (Segment Paket & Logistik). Im Rahmen des daraufhin durchgeführten Werthaltigkeitstests (Impairment Test gemäß IAS 36) ergab sich für die ZGE Aras Kargo ein Wertminderungsbedarf des Firmenwertes in Höhe von 1,4 Mio EUR. Der Wertminderungsbedarf resultiert zum einen aus den Effekten der Anpassung nach IAS 29 Rechnungslegung in Hochinflationsländern im Buchwert und zum anderen aus operativen Risiken in Verbindung mit der Hochinflation in der Türkei, welche bei der Ermittlung des Nutzungswertes berücksichtigt wurden. Die Wertminderung wurde in der Gewinn- und Verlustrechnung unter den Abschreibungen erfasst.

12.2 Immaterielle Vermögenswerte

Durch die Anwendung von IAS 29 Rechnungslegung in Hochinflationsländern auf den Abschluss des türkischen Tochterunternehmens kam es bei den Anschaffungskosten von Immateriellen Vermögenswerten mit Stand am 1. Jänner 2022 zu Anpassungen von 27,6 Mio EUR, wovon 8,9 Mio EUR auf Kund*innenbeziehungen, 13,0 Mio EUR auf Markenrechte und

5,7 Mio EUR auf Sonstige immaterielle Vermögenswerte entfielen. Die kumulierten Abschreibungen zum 1. Jänner 2022 waren in Summe mit 3,7 Mio EUR anzupassen, wovon 1,7 Mio EUR die Kund*innenbeziehungen und 2,0 Mio EUR die Sonstigen immateriellen Vermögenswerte betrafen.

12.3 Sachanlagen

Die Anschaffungskosten der Sachanlagen mit Stand am 1. Jänner 2022 waren durch die Anwendung von IAS 29 Rechnungslegung in Hochinflationsländern auf den Abschluss des türkischen Tochterunternehmens um 24,1 Mio EUR anzupassen. Davon betrafen 13,7 Mio EUR Grundstücke und Bauten, 6,3 Mio EUR Technische Anlagen und Maschinen sowie 4,1 Mio EUR Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung. Die kumulierte Abschreibung zum 1. Jänner 2022 war um 4,7 Mio EUR anzupassen, wobei 2,2 Mio EUR auf Grundstücke und Bauten, 1,0 Mio EUR auf Technische Anlagen und Maschinen und 1,6 Mio EUR auf Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung fielen.

Bei den Nutzungsrechten kam es zu einer Anpassung der Buchwerte zum 1. Jänner 2022 um 4,6 Mio EUR, wovon 4,1 Mio EUR auf Grundstücke und Bauten und 0,5 Mio EUR auf Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung fielen.

12.4 Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien (Investment Property)

Die Anschaffungskosen der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien zum 1. Jänner 2022 waren durch die Anwendung von IAS 29 Rechnungslegung in Hochinflationsländern auf den Abschluss des türkischen Tochterunternehmens um 1,1 Mio EUR anzupassen.

13. Leasingverhältnisse

Nutzungsrechte sind in der Bilanz den Posten zugeordnet, denen auch die den Leasingverhältnissen zugrunde liegenden Vermögenswerte zugeordnet werden würden. Bei den Nutzungsrechten von Grundstücken und Bauten kam es im ersten Halbjahr 2022 zu Zugängen in Höhe von 87,8 Mio EUR. Diese betreffen im Wesentlichen das Logistikzentrum Tirol mit 54,0 Mio EUR. Die Leasingverbindlichkeiten erhöhten sich dadurch analog.

14. Rückstellungen

Die Österreichische Post hat die Parameter Gehaltssteigerung und Rechnungszinssatz für verzinsliche Rückstellungen vor dem Hintergrund der Entwicklung der Zinslandschaft bzw. der zu erwarteten Gehaltssteigerungen im ersten Halbjahr 2022 angepasst.

Die Rückstellungen für Abfertigungen wurden mit einem gewichteten Rechnungszinssatz in Höhe von 5,06% (31. Dezember 2021: 2,29%) und einer gewichteten Gehaltssteigerung von 5,85% (31. Dezember 2021: 4,70%) ermittelt. Der gewichtete Rechnungszinssatz für Rückstellungen für Jubiläumsgelder beträgt nunmehr 3,18% (31. Dezember 2021: 1,00%). Der Berechnung wurde eine gewichtete Gehaltssteigerung von 4,21%–4,70% (31. Dezember 2021: 3,48%–3,97%) zu Grunde gelegt.

Die Parameteranpassungen, inklusive der Effekte aus erfahrungsbedingten Berichtigungen für Rückstellungen für Abfertigung und Jubiläumsgeld, führten im ersten Halbjahr 2022 zu einem versicherungsmathematischen Gewinn in Höhe von 25,6 Mio EUR, wovon 17,9 Mio EUR im sonstigen Ergebnis erfasst wurden.

Die Bandbreite der Rechnungszinssätze für Rückstellungen für Unterauslastung beläuft sich nunmehr auf 0,75%–3,00% (31. Dezember 2021: 0,00%–1,00%). Die Bandbreite der Gehaltssteigerungen für Rückstellungen für Unterauslastung beläuft sich nunmehr auf 3,75%– 4,00% (31. Dezember 2021: 2,75%–3,25%). Die Parameteranpassungen führten im ersten Halbjahr 2022 zu einem positiven Effekt von insgesamt 15,5 Mio EUR, der im Personalaufwand erfasst wurde.

15. Finanzinstrumente

Die vorliegende Anhangangabe umfasst eine Aktualisierung der vom Konzern vorgenommenen Beurteilungen und Schätzungen bei der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte von Finanzinstrumenten seit dem letzten Jahresabschluss.

15.1 Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten

Die folgenden Tabellen zeigen die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach den Bewertungskategorien des IFRS 9 zum 31. Dezember 2021 und 30. Juni 2022.

31. Dezember 2021

Mio EUR Zu
fortgeführten
Anschaffungs
kosten
bewertet
(at amortised
cost)
Erfolgsneutral
zum
beizulegenden
Zeitwert
(FVOCI)
mit Recycling
Erfolgsneutral
zum
beizulegenden
Zeitwert
(FVOCI)
ohne
Recycling
Erfolgswirk
sam zum
beizulegenden
Zeitwert
(FVTPL)
verpflichtend
Summe zum
beizulegenden
Zeitwert
Gesamt
FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE
Finanzielle Vermögenswerte aus
Finanzdienstleistungen 2.715,7 0,1 0,0 0,0 0,1 2.715,8
Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und
Guthaben bei Zentralbanken
1.218,2 0,0 0,0 0,0 0,0 1.218,2
Forderungen an Kund*innen 1.402,3 0,0 0,0 0,0 0,0 1.402,3
Hypothekarkredit 1.010,7 0,0 0,0 0,0 0,0 1.010,7
Konsumkredite 385,4 0,0 0,0 0,0 0,0 385,4
Girokonten 6,2 0,0 0,0 0,0 0,0 6,2
Finanzanlagen 73,4 0,1 0,0 0,0 0,1 73,5
Sonstige Forderungen aus Verrechnungen 21,9 0,0 0,0 0,0 0,0 21,9
Andere finanzielle Vermögenswerte 10,0 0,4 5,6 20,9 27,0 37,0
Wertpapiere 0,0 0,4 0,0 19,9 20,4 20,4
Geldmarktveranlagungen 10,0 0,0 0,0 0,0 0,0 10,0
Andere Anteile 0,0 0,0 5,6 0,0 5,6 5,6
Derivative finanzielle Vermögenswerte 0,0 0,0 0,0 1,0 1,0 1,0
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und
sonstigen Forderungen
340,6 0,0 0,0 0,0 0,0 340,6
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 303,8 0,0 0,0 0,0 0,0 303,8
Forderungen gegenüber nach der Equity-Methode
bilanzierten Finanzanlagen
1,8 0,0 0,0 0,0 0,0 1,8
Andere sonstige Forderungen1 34,9 0,0 0,0 0,0 0,0 34,9
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 85,8 0,0 0,0 0,0 0,0 85,8
SUMME 3.152,1 0,5 5,6 20,9 27,1 3.179,2
FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN
Finanzielle Verbindlichkeiten aus
Finanzdienstleistungen
2.543,5 0,0 0,0 0,0 0,0 2.543,5
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 2,3 0,0 0,0 0,0 0,0 2,3
Verbindlichkeiten gegenüber Kund*innen 2.532,9 0,0 0,0 0,0 0,0 2.532,9
Sonstige Verbindlichkeiten aus Verrechnungen 8,3 0,0 0,0 0,0 0,0 8,3
Andere finanzielle Verbindlichkeiten 404,4 0,0 0,0 0,0 0,0 404,4
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 70,7 0,0 0,0 0,0 0,0 70,7
Leasingverbindlichkeiten 333,7 0,0 0,0 0,0 0,0 333,7
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
und sonstige Verbindlichkeiten
362,7 0,0 0,0 0,0 0,0 362,7
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 237,2 0,0 0,0 0,0 0,0 237,2
Verbindlichkeiten aus Erwerbsverpflichtungen von
nicht beherrschenden Anteilen
45,9 0,0 0,0 0,0 0,0 45,9
Andere sonstige Verbindlichkeiten2 79,6 0,0 0,0 0,0 0,0 79,6
SUMME 3.310,6 0,0 0,0 0,0 0,0 3.310,6

1 Exklusive geleisteter Vorauszahlungen und Forderungen gegenüber Steuerbehörden und Sozialversicherungsträgern.

2 Exklusive erhaltener Vorauszahlungen und Verbindlichkeiten gegenüber Steuerbehörden und Sozialversicherungsträgern sowie nicht konsumierte Urlaube

30. Juni 2022

Mio EUR Zu
fortgeführten
Anschaffungs
kosten
bewertet
(at amortised
cost)
Erfolgsneutral
zum
beizulegenden
Zeitwert
(FVOCI)
mit Recycling
Erfolgsneutral
zum
beizulegenden
Zeitwert
(FVOCI)
ohne
Recycling
Erfolgswirk
sam zum
beizulegenden
Zeitwert
(FVTPL)
verpflichtend
Summe zum
beizulegenden
Zeitwert
Gesamt
FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE
Finanzielle Vermögenswerte aus
Finanzdienstleistungen
2.958,8 0,0 0,0 35,4 35,4 2.994,3
Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und
Guthaben bei Zentralbanken
1.120,6 0,0 0,0 0,0 0,0 1.120,6
Forderungen an Kreditinstitute 30,0 0,0 0,0 0,0 0,0 30,0
Forderungen an Kund*innen 1.440,2 0,0 0,0 0,0 0,0 1.440,2
Hypothekarkredit 1.086,4 0,0 0,0 0,0 0,0 1.086,4
Konsumkredite 345,1 0,0 0,0 0,0 0,0 345,1
Girokonten 8,7 0,0 0,0 0,0 0,0 8,7
Finanzanlagen 357,8 0,0 0,0 0,0 0,0 357,8
Sonstige Forderungen 10,2 0,0 0,0 35,4 35,4 45,6
Positive Marktwerte aus Hedge Accounting 0,0 0,0 0,0 35,4 35,4 35,4
Sonstige Forderungen aus Verrechnungen 10,2 0,0 0,0 0,0 0,0 10,2
Andere finanzielle Vermögenswerte 55,0 0,4 5,6 18,0 24,0 79,0
Wertpapiere 0,0 0,4 0,0 0,0 0,4 0,4
Geldmarktveranlagungen 55,0 0,0 0,0 18,0 18,0 73,0
Andere Anteile 0,0 0,0 5,6 0,0 5,6 5,6
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und
sonstigen Forderungen
324,7 0,0 0,0 0,0 0,0 324,7
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 281,7 0,0 0,0 0,0 0,0 281,7
Forderungen gegenüber nach der Equity-Methode
bilanzierten Finanzanlagen
0,9 0,0 0,0 0,0 0,0 0,9
Andere sonstige Forderungen1 42,1 0,0 0,0 0,0 0,0 42,1
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 53,4 0,0 0,0 0,0 0,0 53,4
SUMME 3.392,0 0,4 5,6 53,5 59,5 3.451,5
FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN
Finanzielle Verbindlichkeiten aus
Finanzdienstleistungen
2.832,5 0,0 0,0 0,5 0,5 2.833,0
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 77,6 0,0 0,0 0,0 0,0 77,6
Verbindlichkeiten gegenüber Kund*innen 2.740,1 0,0 0,0 0,0 0,0 2.740,1
Sonstige Verbindlichkeiten 14,8 0,0 0,0 0,5 0,5 15,3
Negative Marktwerte aus Hedge Accounting 0,0 0,0 0,0 0,5 0,5 0,5
Sonstige Verbindlichkeiten aus Verrechnungen 14,8 0,0 0,0 0,0 0,0 14,8
Andere finanzielle Verbindlichkeiten 558,4 0,0 0,0 0,0 0,0 558,4
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 166,7 0,0 0,0 0,0 0,0 166,7
Leasingverbindlichkeiten 391,6 0,0 0,0 0,0 0,0 391,6
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
und sonstige Verbindlichkeiten
334,6 0,0 0,0 0,0 0,0 334,6
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 206,9 0,0 0,0 0,0 0,0 206,9
Verbindlichkeiten aus Erwerbsverpflichtungen von
nicht beherrschenden Anteilen
44,6 0,0 0,0 0,0 0,0 44,6
Andere sonstige Verbindlichkeiten2 83,0 0,0 0,0 0,0 0,0 83,0
SUMME 3.725,4 0,0 0,0 0,5 0,5 3.725,9

1 Exklusive geleisteter Vorauszahlungen und Forderungen gegenüber Steuerbehörden und Sozialversicherungsträgern.

2 Exklusive erhaltener Vorauszahlungen und Verbindlichkeiten gegenüber Steuerbehörden und Sozialversicherungsträgern sowie nicht konsumierte Urlaube

Das Ergebnis aus der Folgebewertung der Verbindlichkeiten aus Erwerbsverpflichtungen von nicht beherrschenden Anteilen beläuft sich im ersten Halbjahr 2022 auf plus 1,2 Mio EUR, wobei die Erträge aus der Schätzungsänderung der zukünftigen Ergebnisse in Höhe von 13,4 Mio EUR in den Sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst werden und das Ergebnis aus der Fremdwährungsbewertung, den Inflationseffekten sowie die Aufzinsung der Verbindlichkeit in Höhe von minus 12,3 Mio EUR im Finanzergebnis erfasst ist.

15.2 Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden

Die folgenden Tabellen zeigen die zum 31. Dezember 2021 und 30. Juni 2022 zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach den Stufen der Fair-Value-Hierarchie des IFRS 13:

31. Dezember 2021

Mio EUR Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Gesamt
FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE
Finanzielle Vermögenswerte aus Finanzdienstleistungen 0,1 0,0 0,0 0,1
Finanzanlagen 0,1 0,0 0,0 0,1
Andere finanzielle Vermögenswerte 20,4 6,5 0,1 27,0
Wertpapiere 20,4 0,0 0,0 20,4
Andere Anteile 0,0 5,5 0,1 5,6
Derivative finanzielle Vermögenswerte 0,0 1,0 0,0 1,0
SUMME 20,5 6,5 0,1 27,1

30. Juni 2022

Mio EUR Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Gesamt
FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE
Finanzielle Vermögenswerte aus Finanzdienstleistungen 0,0 35,4 0,0 35,4
Sonstige Forderungen 0,0 35,4 0,0 35,4
Positive Marktwerte aus Hedge Accounting 0,0 35,4 0,0 35,4
Andere finanzielle Vermögenswerte 0,4 23,5 0,1 24,0
Wertpapiere 0,4 0,0 0,0 0,4
Geldmarktveranlagungen 0,0 18,0 0,0 18,0
Andere Anteile 0,0 5,5 0,1 5,6
SUMME 0,4 59,0 0,1 59,5
FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN
Sonstige Verbindlichkeiten 0,0 0,5 0,0 0,5
Negative Marktwerte aus Hedge Accounting 0,0 0,5 0,0 0,5
SUMME 0,0 0,5 0,0 0,5

Der beizulegende Zeitwert der Stufe 2 betrifft bei Anderen Anteilen die Anteile an der Wiener Börse. Die Bewertung dieser Anteile erfolgt unter Zugrundelegung des Exit-Preises auf Basis des bestehenden Syndikatsvertrages sowie regelmäßiger indexbasierter Wertanpassungen.

Die Bewertung der in der Stufe 2 zugeordneten Geldmarktveranlagungen erfolgte auf Basis von am Markt beobachtbaren Wechselkursen und Zinskurven.

Die Bewertung von Marktwerten aus Hedge Accounting erfolgt mittels kapitalwertorientierten Verfahrens (Income Approach). Demensprechend werden die zukünftigen Zahlungsströme auf den Bewertungsstichtag diskontiert unter Berücksichtigung von direkt am Geldund Kapitalmarkt beobachtbaren Zinskurven und Bewertungsaufschlägen für ähnliche Vermögenswerte. Zur Ermittlung des Fair Values ist weiters eine Anpassung für das Kontrahentenausfallrisiko (Credit Value Adjustment, CVA) vorgenommen. Die CVA Bewertungsanpassung wird durch den erwarteten positiven Risikobetrag (Expected Positive Exposure) und durch die Ausfallswahrscheinlichkeit des Kontrahenten bestimmt.

Der Konzern erfasst Umgruppierungen zwischen verschiedenen Stufen der Fair Value Hierarchie zum Ende der Berichtsperiode, in der die Änderung eingetreten ist. Während der Berichtsperiode vom 1. Jänner 2022 bis zum 30. Juni 2022 wurden keine Transfers zwischen den Stufen 1, 2 und 3 vorgenommen.

Die folgende Tabelle zeigt die Überleitung der Stufe-3-Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten für die Perioden vom 1. Jänner bis 30. Juni 2021 sowie vom 1. Jänner bis 30. Juni 2022.

Finanzielle Vermögenswerte

Mio EUR H1 2021 H1 2022
ANFANGSBESTAND 1. JÄNNER 5,4 0,1
Umwidmung von Stufe 3 –5,3 0,0
ENDBESTAND 30. JUNI 0,1 0,1

15.3 Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden

Der beizulegende Zeitwert folgender finanzieller Vermögenswerte stellt sich unter Berücksichtigung der Stufen der Fair-Value-Hierarchie des IFRS 13 zum 31. Dezember 2021 und 30. Juni 2022 wie folgt dar:

31. Dezember 2021

Mio EUR Buchwert Beizulegender
Zeitwert
Stufe 1 Stufe 3
FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE
Forderungen an Kund*innen
Hypothekarkredit 1.010,7 1.003,3 0,0 1.003,3
Konsumkredite 385,4 389,8 0,0 389,8
Finanzanlagen 73,4 72,2 72,2 0,0
FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN
Verbindlichkeiten aus Erwerbsverpflichtungen von nicht
beherrschenden Anteilen
45,9 37,2 0,0 37,2

30. Juni 2022

Mio EUR Buchwert Beizulegender
Zeitwert
Stufe 1 Stufe 3
FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE
Forderungen an Kreditinstitute 30,0 30,3 0,0 30,3
Forderungen an Kund*innen
Hypothekarkredit 1.086,4 1.111,0 0,0 1.111,0
Konsumkredite 345,1 405,6 0,0 405,6
Finanzanlagen 357,8 330,9 330,9 0,0
FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN
Verbindlichkeiten aus Erwerbsverpflichtungen von nicht
beherrschenden Anteilen
44,6 30,7 0,0 30,7

Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts der in dieser Tabelle angeführten Finanziellen Vermögenswerte (Stufe 3) erfolgt mittels des Barwertverfahrens unter Berücksichtigung der Bonitätsrisken sowie aktuell beobachtbarer Marktdaten von Zinssätzen.

Der Anstieg des beizulegenden Zeitwertes von Konsumkrediten ist im Wesentlichen auf die derzeit hohen prognostizierten Zinskurven, welche für die Ermittlung herangezogen werden, zurückzuführen.

Die Berechnung des beizulegenden Zeitwerts der Verbindlichkeiten aus Erwerbsverpflichtungen von nicht beherrschenden Anteilen erfolgt auf Basis von aktuellen Ergebnisplanungen, des aktuellen EUR/TRY-Wechselkurses und einem zum Bewertungszeitpunkt aktualisierten WACC als Diskontierungszinssatz.

Bei allen anderen finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, die nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, wird aufgrund der überwiegenden Kurzfristigkeit dieser Posten unterstellt, dass die Buchwerte den beizulegenden Zeitwerten entsprechen.

15.4 Hedge Accounting

Ab dem Geschäftsjahr 2022 werden im Österreichischen Post-Konzern Zinsrisiken aus fix verzinsten Hypothekarkrediten mit Zinsderivaten (Zinsswaps) abgesichert. Die Derivate werden mit österreichischen Kreditinstituten unter dem österreichischen Rahmenvertrag für Finanztermingeschäfte (inkl. Besicherungsanhang) in Euro abgeschlossen.

Bei fix verzinsten Finanzinstrumenten entsteht aus der Veränderung der relevanten Referenzzinskurve ein Marktpreisrisiko. Im Rahmen des Managements des Marktrisikos wird das

Zinsänderungsrisiko überwacht und gesteuert. Durch den Einsatz von Zinsderivaten als Sicherungsinstrument wird die Fixverzinsung der abgesicherten Grundgeschäfte in eine variable, an den Referenzzinssatz gebundene Verzinsung transferiert.

Die als Sicherungsinstrumente designierten Zinsderivate stehen dabei in einem wirtschaftlichen Zusammenhang mit der Zinsrisikokomponente des gesicherten Grundgeschäftes. Die nicht-zinsbezogenen Risiko-Komponenten (wie Kreditaufschläge) sind nicht Teil der Sicherungsbeziehung. Grundgeschäft und Sicherungsinstrument sind damit so gestaltet, dass die bewertungsrelevanten Parameter im Wesentlichen gleich sind. Gegenläufige Effekte werden dadurch nur in dem Umfang erfasst, in dem ein wirtschaftlicher Zusammenhang besteht, ohne dass es zu einer künstlich erzeugten Volatilität in der Gewinn- und -Verlustrechnung kommt. Ebenso ist damit das zugrunde liegende Risiko des Derivats mit der abgesicherten Risikokomponente identisch.

Der Österreichische Post-Konzern verwendet zur Absicherung des Zinsrisikos einen Bottom Layer Hedge. Die Sicherungsquote beträgt 1:1. Aus den fix verzinsten Hypothekarkrediten, gruppiert nach Laufzeiten und Fixzinssätzen, wird ein Bodensatz (Bottom Layer) als Basis-Betrag ins Hedge Accounting gewidmet, der unter Berücksichtigung der erwarteten sowie vorzeitigen Rückzahlungen mit hoher Wahrscheinlichkeit bei Fälligkeit der Sicherungsinstrumente noch vorhanden sein wird. Bei diesem Ansatz werden vorzeitige Rückzahlungen, andere Ausbuchungen sowie Wertminderungen immer dem ungesicherten Betrag, der über dem definierten Basis-Betrag liegt, zugeordnet. Das bedeutet, dass diese Beträge die Messung der Effektivität der Sicherungsbeziehungen nicht beeinflussen, außer sie erreichen die festgelegte Bottom Layer Schwelle.

Zur Prüfung der Wirksamkeit der Sicherungsbeziehung wird die Veränderung des beizulegenden Zeitwertes des gesicherten Risikos aus den Grundgeschäften über hypothetische Derivate ermittelt, die im Wesentlichen den Vertragsbedingungen der Sicherungsgeschäfte entsprechen. Die Berechnung der Barwerte für die Effektivitätstests erfolgt dabei im Einklang mit den konzerninternen Richtlinien zu Sicherungsbeziehungen (Hedge Accounting) sowohl über die Dollar Off-Set Methode als auch mit Hilfe einer Regressionsanalyse. Effektivität ist dann gegeben, wenn die dem abgesicherten Risiko zuzurechnenden Veränderungen des beizulegenden Zeitwertes die Änderungen des beizulegenden Zeitwertes des Sicherungsinstruments in einer Bandbreite von 80% bis 125% kompensieren.

Die Sicherungsbeziehung kann dann ineffektiv werden, wenn das Nominale der Grundgeschäfte unter jenes des Derivats fällt. Ist eine Sicherungsbeziehung nicht mehr effektiv, ist mittels Rebalancing die Effektivität wieder herzustellen. Im Geschäftsjahr 2022 erfolgte kein Rebalancing.

Die folgende Tabelle zeigt die Nominalbeträge der Sicherungsinstrumente, aufgeteilt nach ihren Restlaufzeiten:

Mio EUR <3 Monate >3 Monate bis
1 Jahr
>1 Jahr bis 5 Jahre >5 Jahre Nominale
AKTIVA
Zinsderivat – Hypothekarkredite 0,0 0,0 0,0 265,0 265,0

30. Juni 2022

Der positive Marktwert aus den Sicherungsinstrumenten beträgt zum 30. Juni 2022 35,4 Mio EUR und wird unter den finanziellen Vermögenswerten aus Finanzdienstleistungen ausgewiesen. Der negative Marktwert aus Sicherungsinstrumenten beträgt zum 30. Juni 2022 0,4 Mio EUR und wird unter den finanziellen Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen erfasst.

Die Buchwerte sowie die erfassten Anpassungen (Basis Adjustments) der gesicherten Grundgeschäfte stellen sich wie folgt dar:

Buchwert Grundgeschäft Im Buchwert enthaltene
Basis Adjustments
655,6 –35,0

Die folgende Tabelle zeigt die Auswirkungen der Sicherungsbeziehungen auf die Gewinnund Verlustrechnung:

30. Juni 2022
Mio EUR Ergebnis abgesicherte
Grundgeschäfte
Ergebnis
Sicherungsinstrumente
Ergebnis
Sicherungsbeziehung
AKTIVA
Sicherungsbeziehung – Hypothekarkredite –35,0 35,0 0,0

Da die Wertschwankungen des gesicherten Grundgeschäftes im Wesentlichen durch die Wertschwankungen des Sicherungsinstruments ausgeglichen werden, resultiert eine Ineffektivität in unwesentlicher Höhe, welche unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst ist.

15.5 Bankaufsichtliche Risikoangaben

Aufgrund der bankbetrieblichen Geschäftstätigkeit unterliegt die bank99 AG zusätzlichen Anforderungen der Bankaufsicht an das Risikomanagement. Dafür wurde ein eigenes Risikomanagementsystem eingerichtet, welches die Risiken aus dem Bankgeschäft entsprechend steuert und überwacht.

Im Zusammenhang mit der Risikopolitik und -strategie sowie der Organisation des Risikomanagements wird auf die Angaben im Geschäftsbericht 2021 verwiesen. Aktualisierungen werden nachfolgend beschrieben.

15.5.1 KREDITRISIKO

Kreditrisikorelevantes Portfolio Im kreditrisikorelevanten Portfolio werden alle Positionen zusammengefasst, die ein Kreditrisiko im engeren Sinn beinhalten. Das sind sowohl bilanzielle als auch außerbilanzielle Positionen. Zum 30. Juni 2022 stellt sich das kreditrisikorelevante Portfolio wie folgt dar:

Darstellung kreditrisikorelevantes Portfolio zum 31. Dezember 2021

Mio EUR Kreditrisikovolumen Risikovorsorgen Nettobuchwert
KREDITRISIKORELEVANTES PORTFOLIO
Guthaben bei Zentralbanken und sonstige Sichteinlagen 1.082,8 0,0 1.082,8
Forderungen an Kund*innen
Hypothekarkredite 1.011,4 –0,7 1.010,7
Konsumkredite 390,0 –4,6 385,4
Girokonten 6,5 –0,3
Finanzanlagen
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet 73,4 0,0 73,4
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert (FVOCI) 0,1 0,0 0,1
Sonstige Forderungen aus Verrechnungen 13,9 0,0 13,9
ZWISCHENSUMME 2.578,1 –5,7 2.572,4
AUSSERBILANZIELLE RISIKOPOSITIONEN
Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Haftungen 2,1 0,0 2,1
Kreditrisiken aus noch nicht in Anspruch genommenen
Kreditzusagen 48,7 0,0 48,7
ZWISCHENSUMME 50,8 0,0 50,8
KREDITRISIKORELEVANTES PORTFOLIO BANK99 AG 2.628,9 –5,7 2.623,2

Darstellung kreditrisikorelevantes Portfolio zum 30. Juni 2022

Mio EUR Kreditrisikovolumen Risikovorsorgen Nettobuchwert
KREDITRISIKORELEVANTES PORTFOLIO
Guthaben bei Zentralbanken und sonstige Sichteinlagen 923,7 0,0 923,7
Forderungen an Kreditinstitute 30,0 0,0 30,0
Forderungen an Kund*innen
Hypothekarkredite 1.087,3 –1,0 1.086,4
Konsumkredite 352,3 –7,2 345,1
Girokonten 9,4 –0,7 8,7
Finanzanlagen
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet 357,8 0,0 357,8
Sonstige Forderungen aus Verrechnungen 1,5 0,0 1,5
ZWISCHENSUMME 2.762,1 –8,8 2.753,2
AUSSERBILANZIELLE RISIKOPOSITIONEN
Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Haftungen 1,9 0,0 1,9
Kreditrisiken aus noch nicht in Anspruch genommenen
Kreditzusagen
78,9 0,0 78,9
ZWISCHENSUMME 80,9 0,0 80,8
KREDITRISIKORELEVANTES PORTFOLIO BANK99 AG 2.842,9 –8,9 2.834,0

Sonstige Forderungen gegenüber Postpartner, welche im Zusammenhang mit PSK-Anweisungen stehen, werden in der Darstellung des kreditrisikorelevanten Portfolios nicht berücksichtigt. Da diese Forderungen in der Österreichischen Post AG erfasst werden, erfolgt keine Angabe im Rahmen der bankaufsichtlichen Risikomerkmale.

Die Finanzanlagen dienen in erster Linie zur Steuerung der Liquidität und setzen sich aus österreichischen und europäischen Schuldverschreibungen der öffentlichen Hand zusammen. Im ersten Halbjahr 2022 wurden weitere Veranlagungen in Schuldverschreibungen der öffentlichen Hand vorgenommen. Dies führte zu einem Anstieg der Finanzanlagen auf 357,8 Mio EUR (31. Dezember 2021: 73,5 Mio EUR) zum 30. Juni 2022. Des Weiteren wurden Festgelder in Höhe von 30,0 Mio EUR (31. Dezember 2021: 0,0 Mio EUR) bei österreichischen Kreditinstituten veranlagt.

Die außerbilanziellen Risikopositionen beinhalten im Wesentlichen Kreditzusagen für Hypothekarkredite.

Das kreditrisikorelevante Portfolio nach Kund*innensegmenten stellt sich wie folgt dar:

Kreditrisikovolumen nach Kund*innensegmenten zum 31. Dezember 2021

Mio EUR Retailkund*innen Kreditinstitute Öffentlicher Sektor Kreditrisikovolumen
Gesamt
KREDITRISIKORELEVANTES
PORTFOLIO
Guthaben bei Zentralbanken und
sonstige Sichteinlagen
0,0 1.082,8 0,0 1.082,8
Forderungen an Kund*innen
Hypothekarkredite 1.011,4 0,0 0,0 1.011,4
Konsumkredite 390,0 0,0 0,0 390,0
Girokonten 6,5 0,0 0,0 6,5
Finanzanlagen
Zu fortgeführten
Anschaffungskosten bewertet
0,0 0,0 73,4 73,4
Erfolgsneutral zum
beizulegenden Zeitwert (FVOCI)
0,0 0,1 0,0 0,1
Sonstige Forderungen aus
Verrechnungen
0,1 13,7 0,0 13,9
ZWISCHENSUMME 1.408,1 1.096,6 73,4 2.578,1
AUSSERBILANZIELLE
RISIKOPOSITIONEN
Verbindlichkeiten aus
Bürgschaften und Haftungen
2,1 0,0 0,0 2,1
Kreditrisiken aus noch nicht in
Anspruch genommenen
Kreditzusagen 48,7 0,0 0,0 48,7
ZWISCHENSUMME 50,8 0,0 0,0 50,8
GESAMT 1.458,9 1.097,2 73,4 2.628,9

Kreditrisikovolumen nach Kund*innensegmenten zum 30. Juni 2022

Mio EUR Retailkund*innen Kreditinstitute Öffentlicher Sektor Kreditrisikovolumen
Gesamt
KREDITRISIKORELEVANTES
PORTFOLIO
Guthaben bei Zentralbanken und
sonstige Sichteinlagen
0,0 923,7 0,0 923,7
Forderungen an Kreditinstitute 0,0 30,0 0,0 30,0
Forderungen an Kund*innen
Hypothekarkredite 1.087,3 0,0 0,0 1.087,3
Konsumkredite 352,3 0,0 0,0 352,3
Girokonten 9,4 0,0 0,0 9,4
Finanzanlagen
Zu fortgeführten
Anschaffungskosten bewertet
0,0 0,0 357,8 357,8
Sonstige Forderungen aus
Verrechnungen
0,4 1,1 0,0 1,5
ZWISCHENSUMME 1.449,5 954,8 357,8 2.762,1
AUSSERBILANZIELLE
RISIKOPOSITIONEN
Verbindlichkeiten aus
Bürgschaften und Haftungen
1,9 0,0 0,0 1,9
Kreditrisiken aus noch nicht in
Anspruch genommenen
Kreditzusagen
78,9 0,0 0,0 78,9
ZWISCHENSUMME 80,9 0,0 0,0 80,9
GESAMT 1.530,4 954,8 357,8 2.842,9

Für sämtliche Bankgeschäfte ist ein automatisierter Mahnprozess aufgesetzt, bei welchem am ersten Tag nach der Fälligkeit ein Überfälligkeitszähler zu laufen beginnt. Es ergibt sich daraus folgende Aufstellung des Kreditrisikovolumens nach Überfälligkeiten:

Kreditrisikovolumen nach Überfälligkeiten zum 31. Dezember 2021

Mio EUR nicht
überfällig
1-30 Tage 31-90 Tage >90 Tage Kreditrisikovolumen
Gesamt
KREDITRISIKORELEVANTES PORTFOLIO
Guthaben bei Zentralbanken und sonstige Sichteinlagen 1.082,8 0,0 0,0 0,0 1.082,8
Forderungen an Kund*innen
Hypothekarkredite 1.011,4 0,0 0,0 0,0 1.011,4
Konsumkredite 382,7 2,4 2,1 2,8 390,0
Girokonten 5,7 0,3 0,2 0,4 6,5
Finanzanlagen
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet 73,4 0,0 0,0 0,0 73,4
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert (FVOCI) 0,1 0,0 0,0 0,0 0,1
Sonstige Forderungen aus Verrechnungen 13,9 0,0 0,0 0,0 13,9
ZWISCHENSUMME 2.569,9 2,7 2,3 3,2 2.578,1
AUSSERBILANZIELLE RISIKOPOSITIONEN
Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Haftungen 2,1 0,0 0,0 0,0 2,1
Kreditrisiken aus noch nicht in Anspruch genommenen
Kreditzusagen
48,7 0,0 0,0 0,0 48,7
ZWISCHENSUMME 50,8 0,0 0,0 0,0 50,8
GESAMT 2.620,7 2,7 2,3 3,2 2.628,9

Kreditrisikovolumen nach Überfälligkeiten zum 30. Juni 2022

Mio EUR nicht
überfällig
1-30 Tage 31-90 Tage >90 Tage Kreditrisikovolumen
Gesamt
KREDITRISIKORELEVANTES PORTFOLIO
Guthaben bei Zentralbanken und sonstige Sichteinlagen 923,7 0,0 0,0 0,0 923,7
Forderungen an Kreditinstitute 30,0 0,0 0,0 0,0 30,0
Forderungen an Kund*innen
Hypothekarkredite 1.087,0 0,0 0,1 0,2 1.087,3
Konsumkredite 342,4 3,4 2,2 4,3 352,3
Girokonten 8,3 0,1 0,2 0,7 9,4
Finanzanlagen
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet 357,8 0,0 0,0 0,0 357,8
Sonstige Forderungen aus Verrechnungen 1,5 0,0 0,0 0,0 1,5
ZWISCHENSUMME 2.750,8 3,5 2,6 5,2 2.762,1
AUSSERBILANZIELLE RISIKOPOSITIONEN
Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Haftungen 1,9 0,0 0,0 0,0 1,9
Kreditrisiken aus noch nicht in Anspruch genommenen
Kreditzusagen
78,9 0,0 0,0 0,0 78,9
ZWISCHENSUMME 80,9 0,0 0,0 0,0 80,9
GESAMT 2.831,6 3,5 2,6 5,2 2.842,9

Das Kund*innenrating besteht aus fünf Ratingklassen 1–5, die in den nachfolgenden Ta-

bellen dargestellt sind. Die fünf Ratingklassen werden weiter in fünf Subkategorien A–E unterteilt. Somit werden die Kund*innen insgesamt 25 Ratingkategorien zugeordnet. Alle Geschäfte in der Ratingklasse 5 sind notleidende Geschäfte. Das Watch-Loan-Portfolio (Anmerkungsbedürftiges Portfolio) ist der Klasse 4 zugeordnet.

Kreditrisikovolumen nach Ratingkategorien zum 31. Dezember 2021

Mio EUR Rating 1 Rating 2 Rating 3 Rating 4 Rating 5 Kein Rating Kreditrisikovolumen
Gesamt
KREDITRISIKORELEVANTES PORTFOLIO
Guthaben bei Zentralbanken und sonstige
Sichteinlagen
1.070,0 12,8 0,0 0,0 0,0 0,0 1.082,8
Forderungen an Kund*innen
Hypothekarkredite 0,0 0,0 1.007,5 3,3 0,5 0,0 1.011,4
Konsumkredite 0,0 0,0 363,0 22,3 4,6 0,0 390,0
Girokonten 0,0 0,0 4,9 1,1 0,5 0,1 6,5
Finanzanlagen
Zu fortgeführten Anschaffungskosten
bewertet
73,4 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 73,4
Erfolgsneutral zum beizulegenden
Zeitwert (FVOCI)
0,0 0,1 0,0 0,0 0,0 0,0 0,1
Sonstige Forderungen aus Verrechnungen 0,0 13,4 0,0 0,0 0,0 0,5 13,9
ZWISCHENSUMME 1.143,4 26,2 1.375,5 26,8 5,6 0,6 2.578,1
AUSSERBILANZIELLE
RISIKOPOSITIONEN
Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und
Haftungen
0,0 0,0 1,3 0,8 0,0 0,1 2,1
Kreditrisiken aus noch nicht in Anspruch
genommenen Kreditzusagen
0,0 0,0 48,0 0,7 0,0 0,0 48,7
ZWISCHENSUMME 0,0 0,0 49,3 1,4 0,0 0,1 50,8
GESAMT 1.143,4 26,2 1.424,8 28,2 5,6 0,6 2.628,9
Mio EUR Rating 1 Rating 2 Rating 3 Rating 4 Rating 5 Kein Rating Kreditrisikovolumen
Gesamt
KREDITRISIKORELEVANTES PORTFOLIO
Guthaben bei Zentralbanken und sonstige
Sichteinlagen
900,8 22,9 0,0 0,0 0,0 0,0 923,7
Forderungen an Kreditinstitute 0,0 30,0 0,0 0,0 0,0 0,0 30,0
Forderungen an Kund*innen
Hypothekarkredite 0,0 0,0 1.080,6 5,9 0,8 0,0 1.087,3
Konsumkredite 0,0 0,0 324,7 21,1 6,5 0,0 352,3
Girokonten 0,0 0,0 7,1 1,4 0,8 0,1 9,4
Finanzanlagen
Zu fortgeführten Anschaffungskosten
bewertet
337,3 20,5 0,0 0,0 0,0 0,0 357,8
Sonstige Forderungen aus Verrechnungen 0,0 0,5 0,0 0,0 0,0 1,0 1,5
ZWISCHENSUMME 1.238,1 73,9 1.412,4 28,4 8,1 1,0 2.762,1
AUSSERBILANZIELLE
RISIKOPOSITIONEN
Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und
Haftungen
0,0 0,0 1,6 0,3 0,0 0,0 1,9
Kreditrisiken aus noch nicht in Anspruch
genommenen Kreditzusagen
0,0 0,0 78,5 0,4 0,0 0,0 78,9
ZWISCHENSUMME 0,0 0,0 80,1 0,8 0,0 0,0 80,9
GESAMT 1.238,1 73,9 1.492,5 29,2 8,1 1,1 2.842,9

Kreditrisikovolumen nach Ratingkategorien zum 30. Juni 2022

Eine Aufgliederung des Kreditvolumens nach den Stufen gemäß IFRS 9 ergibt folgende Darstellung:

Kreditrisikovolumen nach IFRS 9 Stufenzuordnung zum 31. Dezember 2021

Mio EUR Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 POCI Bruttobuchwert
Gesamt
KREDITRELEVANTES PORTFOLIO
Guthaben bei Zentralbanken und
sonstige Sichteinlagen
1.082,8 0,0 0,0 0,0 1.082,8
Forderungen an Kund*innen
Hypothekarkredite 1.009,6 1,3 0,0 0,5 1.011,4
Konsumkredite 381,2 4,2 0,6 4,0 390,0
Girokonten 5,0 1,1 0,2 0,2 6,5
Finanzanlagen
Zu fortgeführten
Anschaffungskosten bewertet
73,4 0,0 0,0 0,0 73,4
Erfolgsneutral zum beizulegenden
Zeitwert (FVOCI)
0,1 0,0 0,0 0,0 0,1
Sonstige Forderungen aus
Verrechnungen
13,9 0,0 0,0 0,0 13,9
ZWISCHENSUMME 2.565,9 6,6 0,9 4,8 2.578,1
AUSSERBILANZIELLE
RISIKOPOSITIONEN
Verbindlichkeiten aus Bürgschaften
und Haftungen
2,1 0,1 0,0 0,0 2,1
Kreditrisiken aus noch nicht in
Anspruch genommenen
Kreditzusagen 48,2 0,4 0,0 0,0 48,7
ZWISCHENSUMME 50,3 0,5 0,0 0,0 50,8
GESAMT 2.616,2 7,1 0,9 4,8 2.628,9

Kreditrisikovolumen nach IFRS 9 Stufenzuordnung zum 30. Juni 2022

Mio EUR Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 POCI Bruttobuchwert
Gesamt
KREDITRELEVANTES PORTFOLIO
Guthaben bei Zentralbanken und
sonstige Sichteinlagen
923,7 0,0 0,0 0,0 923,7
Forderungen an Kreditinstitute 30,0 0,0 0,0 0,0 30,0
Forderungen an Kund*innen
Hypothekarkredite 1.080,3 6,2 0,5 0,3 1.087,3
Konsumkredite 330,7 15,0 4,0 2,6 352,3
Girokonten 6,8 1,8 0,7 0,2 9,4
Finanzanlagen
Zu fortgeführten
Anschaffungskosten bewertet
357,8 0,0 0,0 0,0 357,8
Sonstige Forderungen aus
Verrechnungen
1,5 0,0 0,0 0,0 1,5
ZWISCHENSUMME 2.730,9 22,9 5,2 3,0 2.762,1
AUSSERBILANZIELLE
RISIKOPOSITIONEN
Verbindlichkeiten aus Bürgschaften
und Haftungen
1,9 0,0 0,0 0,0 1,9
Kreditrisiken aus noch nicht in
Anspruch genommenen
Kreditzusagen 78,7 0,2 0,0 0,0 78,9
ZWISCHENSUMME 80,6 0,3 0,0 0,0 80,9
GESAMT 2.811,5 23,2 5,2 3,0 2.842,9

POCI (Purchased or Originated Credit Impaired) stellen finanzielle Vermögenswerte dar, die bereits beim Zugang eine beeinträchtigte Bonität aufweisen.

Das kreditrisikorelevante Portfolio nach Ratingkategorien und Ausfallsrisikoklassen des IFRS 9 kann zusammenfassend wie folgt dargestellt werden:

Kreditrisikovolumen nach Ratingkategorien und Ausfallsrisikoklassen zum 31. Dezember 2021

Mio EUR Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 POCI Bruttobuchwert
Gesamt
KREDITRELEVANTES PORTFOLIO
Rating 1 1.143,4 0,0 0,0 0,0 1.143,4
Rating 2 26,2 0,0 0,0 0,0 26,2
Rating 3 1.422,2 2,6 0,0 0,0 1.424,8
Rating 4 23,9 4,3 0,0 0,0 28,2
Rating 5 0,0 0,0 0,9 4,8 5,6
Kein Rating 0,5 0,1 0,0 0,0 0,6
GESAMT 2.616,2 7,1 0,9 4,8 2.628,9

Kreditrisikovolumen nach Ratingkategorien und Ausfallsrisikoklassen zum 30. Juni 2022

Bruttobuchwert
Mio EUR Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 POCI Gesamt
KREDITRELEVANTES PORTFOLIO
Rating 1 1.238,1 0,0 0,0 0,0 1.238,1
Rating 2 73,9 0,0 0,0 0,0 73,9
Rating 3 1.486,5 5,9 0,1 0,0 1.492,5
Rating 4 12,0 17,2 0,0 0,0 29,2
Rating 5 0,0 0,0 5,1 3,0 8,1
Kein Rating 1,0 0,0 0,0 0,0 1,1
GESAMT 2.811,5 23,2 5,2 3,0 2.842,9

Sicherheiten Sicherheiten werden bei Hypothekarkrediten sowie bei Kreditrisiken aus noch nicht in Anspruch genommenen Kreditzusagen berücksichtigt. Für die Bemessung des Kreditrisikos sind folgende Sicherheiten in Form von Hypotheken miteinzuberechnen:

Sicherheiten zum 31. Dezember 2021

Mio EUR Hypotheken Gesamt
KREDITRISIKORELEVANTES PORTFOLIO
Forderungen an Kund*innen
Hypothekarkredite 989,7 989,7
ZWISCHENSUMME 989,7 989,7
AUSSERBILANZIELLE RISIKOPOSITIONEN
Kreditrisiken aus noch nicht in Anspruch genommenen Kreditzusagen 47,9 47,9
ZWISCHENSUMME 47,9 47,9
GESAMT 1.037,6 1.037,6

Sicherheiten zum 30. Juni 2022

Mio EUR Hypotheken Gesamt
KREDITRISIKORELEVANTES PORTFOLIO
Forderungen an Kund*innen
Hypothekarkredite 1.093,9 1.093,9
ZWISCHENSUMME 1.093,9 1.093,9
AUSSERBILANZIELLE RISIKOPOSITIONEN
Kreditrisiken aus noch nicht in Anspruch genommenen Kreditzusagen 77,1 77,1
ZWISCHENSUMME 77,1 77,1
GESAMT 1.171,0 1.171,0

Vertragsanpassungen Im ersten Halbjahr 2022 wurden für Kredite Stundungen und Vertragsverlängerungen gewährt. Die Barwertänderungen daraus waren unwesentlich. Notleidendes Portfolio Zum 30. Juni 2022 beträgt das notleidende Portfolio 8,2 Mio EUR (31. Dezember 2021: 5,6 Mio EUR) und betrifft im Wesentlichen Konsumkredite. Daraus ergibt sich zum 30. Juni 2022 eine Non-performing-Exposure (NPE)-Quote, definiert als Anteil des notleidenden Portfolios am gesamten Kreditrisikovolumen, in Höhe von 0,3% (31. Dezember 2021: 0,2%). Die NPE Besicherungsquote, welche die Sicherheiten für notleidende Kredite in Prozent des notleidenden Portfolios zeigt, beträgt zum 30. Juni 2022 9,5% (31. Dezember 2021: 8,8%). Die NPE Deckungsquote, welche den Anteil der Risikovorsorgen für das notleidende Portfolio im Verhältnis zum Gesamtvolumen des notleidenden Portfolios darstellt, beträgt zum 30. Juni 2022 26,1% (31. Dezember 2021: 8,7%). Der Anstieg der NPE Deckungsquote resultiert aus einer Erhöhung der Risikovorsorgen für das notleidende Portfolio, welche auf das im Dezember 2021 übernommene Portfolio der ING DiBa zurückzuführen ist.

Risikovorsorgen Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Risikovorsorgen des kreditrisikorelevanten Portfolios im ersten Halbjahr 2022. Für den Vergleichszeitraum unterbleibt die Darstellung aufgrund unwesentlicher Beträge zum ersten Halbjahr 2021.

Mio EUR Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 POCI Gesamt
STAND ZUM 1. JÄNNER 2022 3,7 1,5 0,7 –0,2 5,7
Umgliederung 0,1 –1,0 0,9 0,0 0,0
Zuführung aufgrund Neuerwerb 0,1 0,0 0,0 0,0 0,1
Neubewertung –1,2 3,5 2,0 –1,2 3,1
STAND ZUM 30. JUNI 2022 2,7 4,0 3,6 –1,5 8,9

Entwicklung der Risikovorsorgen – Kreditrisikorelevantes Portfolio zum 30. Juni 2022

Für die finanziellen Vermögenswerte, die bereits beim Zugang eine beeinträchtigte Bonität aufweisen (Purchased or Originated Credit Impaired, POCI), werden die über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste zunächst im bonitätsangepassten Effektivzinssatz berücksichtigt. Daher wird zu Beginn keine Wertberichtigung gebildet. In der Folge werden die Veränderungen der erwarteten Kreditverluste basierend auf laufenden Cash-Flow-Schätzungen negativ oder positiv in der Risikovorsorge erfolgswirksam berücksichtigt.

Die Entwicklung der wesentlichen Risikovorsorgen nach Klassen von Finanzinstrumenten stellt sich wie folgt dar (auch hier unterbleibt die Darstellung des Vergleichszeitraums aufgrund unwesentlicher Beträge zum ersten Halbjahr 2021):

Entwicklung der Risikovorsorgen – Konsumkredite zum 30. Juni 2022

Mio EUR Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 POCI Gesamt
STAND ZUM 1. JÄNNER 2022 2,9 1,4 0,5 –0,2 4,6
Umgliederung 0,1 –0,9 0,9 0,0 0,0
Neubewertung –1,2 3,2 1,7 –1,2 2,6
STAND ZUM 30. JUNI 2022 1,8 3,7 3,1 –1,4 7,2

Entwicklung der Risikovorsorgen – Hypothekarkredite zum 30. Juni 2022

Mio EUR Stufe 1 Stufe 2 Gesamt
STAND ZUM 1. JÄNNER 2022 0,6 0,1 0,7
Zuführung aufgrund Neuerwerb 0,1 0,0 0,1
Neubewertung 0,0 0,2 0,2
STAND ZUM 30. JUNI 2022 0,7 0,3 1,0

15.5.2 LIQUIDITÄTSRISIKO

Die Liquiditätsdeckungsquote sowie der Liquiditätspuffer der bank99 AG stellen sich wie folgt dar:

Liquiditätsdeckungsquote

Mio EUR 31.12.2021 30.06.2022
Liquiditätspuffer 1.279,7 1.404,0
Netto-Liquiditätsabfluss 142,0 185,5
LIQUIDITÄTSDECKUNGSQUOTE 901,4 % 756,9 %

Zusammensetzung des Liquiditätspuffers

Mio EUR 31.12.2021 30.06.2022
Guthaben bei Zentralbanken abzüglich Mindestreserve 1.062,3 873,7
Zahlungsmittel 145,0 198,6
Anrechenbare Finanzanlagen 72,5 331,7
LIQUIDITÄTSPUFFER 1.279,7 1.404,0

15.5.3 MARKTRISIKO

Um die Risiken gegenüber steigenden Zinsen zu begrenzen, wurde im ersten Halbjahr 2022 begonnen, einen Großteil der Fixzinspositionen durch den Abschluss von Zinsswaps abzusichern. Durch das kontinuierliche Hedging der Neugeschäfte besteht kein wesentliches Risiko aus den steigenden Zinsen. Es wird hier auf den Punkt 15.4 Sicherungsbeziehungen (Hedge Accounting) verwiesen.

16. Bankaufsichtliche Eigenmittelerfordernisse

Die bank99 AG unterliegt den regulatorischen Eigenmittelvorschriften der Bankaufsicht auf Basis der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 (Capital Requirements Regulation, CRR) unter Berücksichtigung mehrerer Novellierungen.

Die gemäß CRR errechneten Eigenmittel zeigen folgende Zusammensetzung:

Anrechenbare Eigenmittel bank99 AG gemäß CRR

Mio EUR 31.12.2021 30.06.2022
Eingezahltes Kapital 100,9 100,9
Offene Rücklagen 137,7 151,3
Einbehaltene Gewinne –56,0 –73,5
Jahresverlust –17,5 –19,9
Abzüglich Kürzungsposten –15,0 –18,6
KERNKAPITAL 150,1 140,2
Anrechenbares Ergänzungskapital 0,0 0,0
ANRECHENBARE EIGENMITTEL 150,1 140,2

Eigenmittelanforderungen bank99 AG gemäß CRR

Mio EUR 31.12.2021 30.06.2022
Kreditrisiko 719,3 729,2
Anpassung der Kreditbewertung (Credit Value Adjustment, CVA) 0,0 7,4
Operationelles Risiko 19,4 19,4
GESAMTRISIKOBETRAG (BEMESSUNGSGRUNDLAGE) 738,7 756,0
Kernkapitalquote (hart) bezogen auf das Gesamtrisiko 20,3% 18,5%
Eigenmittelquote bezogen auf das Gesamtrisiko 20,3% 18,5%

Die Kapitalquoten lagen das gesamte erste Halbjahr 2022 deutlich über den gesetzlich geforderten. Bei der Bemessung des Gesamtrisikobetrages für das erste Halbjahr 2022 war ein zusätzliches Eigenmittelerfordernis in Höhe von 7,4 Mio EUR (31.12.2021: 0,0 Mio EUR) zu berücksichtigen, welches auf die Kreditrisikoanpassungen (Credit Value Adjustment, CVA) der Sicherungsderivate zurückzuführen ist.

17. Erläuterungen zum Konzern-Cashflow-Statement

Der Finanzmittelbestand, wie er im Konzern-Cashflow-Statement dargestellt wird, kann auf den Posten Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in der Konzernbilanz wie folgt übergeleitet werden:

Mio EUR 31.12.2021 30.06.2022
FINANZMITTELBESTAND 1.304,1 1.174,1
Finanzielle Vermögenswerte aus Finanzdienstleistungen 1.218,2 1.120,7
Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Guthaben bei Zentralbanken 1.218,2 1.120,7
Wertminderungen von Forderungen gegenüber Banken 0,1 0,1
ZAHLUNGSMITTEL UND ZAHLUNGSMITTELÄQUIVALENTE 85,8 53,4

18. Sonstige Angaben

In der ordentlichen Hauptversammlung vom 21. April 2022 wurde für das Geschäftsjahr 2021 eine Dividende in Höhe von 128,4 Mio EUR (dies entspricht 1,90 EUR je Aktie) beschlossen. Die Dividendenzahlung an die Aktionäre in Höhe von 111,7 Mio EUR erfolgte am 5. Mai 2022. Die einbehaltene Kapitalertragssteuer (KESt) in Höhe von 16,6 Mio EUR wurde Anfang Mai 2022 an das Finanzamt abgeführt.

Weiters wurde der Vorstand ermächtigt, gemäß § 65 Abs 1 Z4 und 8 sowie Abs 1a und 1b AktG, auf den*die Inhaber*in oder auf Namen lautende Stückaktien der Gesellschaft im Ausmaß von bis zu 10% des Grundkapitals der Gesellschaft während einer Geltungsdauer vom 1. Mai 2022 bis 31. Oktober 2024 insbesondere von der Österreichischen Beteiligungs AG zu einem niedrigeren Gegenwert von 20,00 EUR je Aktie und einem höchsten Gegenwert von 60,00 EUR je Aktie zu erwerben.

Die Österreichische Post AG hat sich gegenüber der bank99 AG mittels einer Patronatserklärung verpflichtet, die Gesellschaft bis Ende 2026 unter bestimmten Voraussetzungen mit Eigenmitteln von bis zu 74,5 Mio EUR (31. Dezember 2021: 88,1 Mio EUR) auszustatten.

19. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Ereignisse nach dem Abschlussstichtag, die für die Bilanzierung und Bewertung am Bilanzstichtag 30. Juni 2022 von Bedeutung sind, wurden im Konzernabschluss berücksichtigt. Berichtspflichtige Ereignisse nach dem Bilanzstichtag sind nicht eingetreten.

Wien, am 2. August 2022

Der Vorstand

DI DR. GEORG PÖLZL Generaldirektor Vorstandsvorsitzender (CEO)

DI WALTER OBLIN Generaldirektor-Stellvertreter Vorstand Brief & Finanzen (CFO)

DI PETER UMUNDUM Vorstandsdirektor Vorstand Paket & Logistik (COO)

Erklärung der gesetzlichen Vertreter gemäß § 125 Abs 1 Börsegesetz

Als gesetzliche Vertreter der Österreichischen Post AG bestätigen wir nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte verkürzte Konzernzwischenabschluss zum 30. Juni 2022 ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und dass der Halbjahreslagebericht 2022 ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns bezüglich der wichtigen Ereignisse während der ersten sechs Monate des Geschäftsjahres und ihrer Auswirkungen auf den verkürzten Konzernzwischenabschuss zum 30. Juni 2022, bezüglich der wesentlichen Risiken und Ungewissheiten in den restlichen sechs Monaten des Geschäftsjahres und bezüglich der offenzulegenden wesentlichen Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen vermittelt.

Wien, am 2. August 2022

Der Vorstand

DI DR. GEORG PÖLZL Generaldirektor Vorstandsvorsitzender (CEO)

DI WALTER OBLIN Generaldirektor-Stellvertreter Vorstand Brief & Finanzen (CFO)

DI PETER UMUNDUM Vorstandsdirektor Vorstand Paket & Logistik (COO)

Finanzkalender 2022/2023

11. November 2022 Zwischenbericht 1. bis 3. Quartal 2022, Veröffentlichung: 07:30–07:40 Uhr
15. März 2023 Jahresergebnis 2022, Veröffentlichung: 07:30–07:40 Uhr
20. April 2023 Hauptversammlung 2023, Wien
02. Mai 2023 Ex-Tag (Dividende)
03. Mai 2023 Record Date (Feststellung der anspruchsberechtigten Bestände iZm Ausschüttungen)
04. Mai 2023 Dividendenzahltag
12. Mai 2023 Zwischenbericht 1. Quartal 2023, Veröffentlichung: 07:30–07:40 Uhr
10. August 2023 Halbjahresbericht 2023, Veröffentlichung: 07:30–07:40 Uhr
16. November 2023 Zwischenbericht 1. bis 3. Quartal 2023, Veröffentlichung: 07:30–07:40 Uhr

Impressum

Herausgeber und Medieninhaber

Österreichische Post AG Rochusplatz 1, 1030 Wien T: +43 (0) 577 67 0 FN: 180219d, Handelsgericht Wien

Satz und Produktion

Inhouse produziert mit firesys

Konzept

Berichtsmanufaktur GmbH, Hamburg

Investor Relations,

Konzernrevision & Compliance DI Harald Hagenauer T: +43 (0) 577 67 30400 E: [email protected] I: post.at/ir

Wir haben diesen Bericht mit der größtmöglichen Sorgfalt erstellt und die Daten überprüft. Rundungs-, Satz- oder Druckfehler können dennoch nicht ausgeschlossen werden. Bei der Summierung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben können durch Verwendung automatischer Rechenhilfen rundungsbedingte Rechendifferenzen auftreten.

Dieser Bericht enthält auch zukunftsbezogene Einschätzungen und Aussagen, die wir auf Basis aller uns zum gegenwärtigen Zeitpunkt zur Verfügung stehenden Informationen getroffen haben. Diese zukunftsbezogenen

Aussagen werden üblicherweise mit Begriffen wie "erwarten", "schätzen", "planen", "rechnen" etc. umschrieben. Wir weisen darauf hin, dass die tatsächlichen Gegebenheiten – und damit auch die tatsächlichen Ergebnisse – aufgrund verschiedenster Faktoren von den in diesem Bericht dargestellten Erwartungen abweichen können.

Dieser Bericht ist auch in englischer Sprache verfügbar. Maßgeblich ist in Zweifelsfällen die deutschsprachige Version.

Redaktionsschluss: 10. August 2022

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