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Österreichische Post AG

Quarterly Report Aug 12, 2021

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Quarterly Report

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ÖSTERREICHISCHE POST

Halbjahresfinanzbericht 2021

#immereinelösungliefern

02 Highlights H1 2021

Umsatz

  • _ Umsatzanstieg um 28,4% auf 1.260,4 Mio EUR (+12,0% exkl. Aras Kargo)
  • _ Starker Paketumsatz (+70,7%) und leichter Brief- und Werbeanstieg (+3,0%)

Ergebnis

  • _ EBITDA um 64,3% auf 184,5 Mio EUR angestiegen
  • _ EBIT um 114,5% auf 103,4 Mio EUR verbessert
  • _ Brief & Werbepost um 12,6% auf 82,4 Mio EUR erhöht
  • _ Paket & Logistik um 41,5 Mio EUR auf 59,7 Mio EUR gestiegen
  • _ Filiale & Bank mit Ergebnis von minus 27,0 Mio EUR

Cashflow und Bilanz

_ Starker Operativer Free Cashflow von 139,1 Mio EUR und solide Bilanzstruktur

Ausblick 2021

_ Umsatzanstieg von etwa 15% und Ergebnisverbesserung von zumindest 20% erwartet

Kennzahlenüberblick

Mio EUR H1 2020 H1 2021 Veränderung
ERTRAGSKENNZAHLEN
Umsatzerlöse 981,9 1.260,4 28,4 %
EBITDA 112,3 184,5 64,3 %
EBITDA-Marge 11,4% 14,6%
EBIT 48,2 103,4 >100 %
EBIT-Marge 4,9% 8,2%
Periodenergebnis 39,1 84,2 >100%
Ergebnis je Aktie (EUR)1 0,66 1,18 79,2 %
Mitarbeiter (Periodendurchschnitt, Vollzeitkräfte) 20.443 27.489 34,5%
CASHFLOW UND CAPEX
Cashflow aus dem Ergebnis 117,2 226,1 92,9%
Cashflow aus Geschäftstätigkeit 306,9 281,5 –8,3%
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit –144,7 –144,6 0,0%
Operativer Free Cashflow2 45,3 139,1 >100 %
CAPEX 37,7 47,0 24,5%
Mio EUR 31. Dezember 2020 30. Juni 2021 Veränderung
BILANZKENNZAHLEN
Bilanzsumme 2.680,2 2.786,3 4,0%
Eigenkapital 655,0 622,7 –4,9%
Eigenkapitalquote 24,4% 22,3%
Nettofinanzverschuldung 503,0 519,5 3,3%
Capital Employed 1.110,0 1.094,7 –1,4%

1 Unverwässertes Ergebnis je Aktie, bezogen auf 67.552.638 Stück Aktien

Free Cashflow vor Akquisitionen/Wertpapieren/Geldmarktveranlagungen, Growth CAPEX und Core Banking Assets

Vorwort des Vorstands

Sehr geehrte Aktionär*innen!

Das erste Halbjahr 2021 war für die Österreichische Post nach wie vor von Einschränkungen und Auswirkungen der COVID-19 Pandemie beeinträchtigt, ist aber in Summe sehr erfolgreich verlaufen. Vor dem Hintergrund massiver Belastungen in der Vergleichsperiode des Vorjahres konnten im ersten Halbjahr 2021 sowohl Umsatz als auch Ergebnis gesteigert werden. Dabei zeigte sich, dass speziell die nationalen und internationalen Volumen im Paketbereich weiterhin gute Wachstumsraten aufweisen. Bei Briefprodukten setzte sich hingegen ein struktureller Rückgang fort. Pandemie-bedingte Einschränkungen belasteten auch weiterhin die Geschäftstätigkeit einiger Kund*innensegmente.

Der Konzernumsatz der Österreichischen Post steigerte sich im ersten Halbjahr 2021 um 28,4% auf 1.260,4 Mio EUR. Das aktuelle Halbjahr verdeutlichte im Divisionsvergleich die strukturelle Veränderung mit der nunmehr gestiegenen Bedeutung des Paketgeschäfts. Der Anteil der Division Paket & Logistik an den Umsatzerlösen lag im ersten Halbjahr 2021 bei 49,4% mit einem weiterhin positiven Trend, während sich der Anteil der Division Brief & Werbepost auf 47,9% reduzierte. Die Umsatzerlöse der Division Paket & Logistik erhöhten sich – auch durch die Vollkonsolidierung der türkischen Gesellschaft Aras Kargo – um 70,7% auf 628,1 Mio EUR (davon organisches Wachstum +27,0%) und inkludierten positive Sondereffekte durch Logistikdienstleistungen. Die Division Brief & Werbepost generierte im Berichtszeitraum Umsatzerlöse von 608,2 Mio EUR (+3,0%). Zuwächse verzeichnete auch die Division Filiale & Bank mit Umsatzerlösen in Höhe von 34,0 Mio EUR im ersten Halbjahr 2021. Seit April 2020 bietet die bank99 eigene Finanzdienstleistungen an. Um das Geschäft zügig auszubauen, ist die bank99 mit der ING im Juli 2021 übereingekommen, das Privatkund*innengeschäft der ING in Österreich zu übernehmen. Ein Closing wird bis Ende 2021 erwartet.

Die Österreichische Post konnte im ersten Halbjahr 2021 auch ergebnisseitig eine erhebliche Verbesserung zum ersten Halbjahr des Vorjahres aufweisen. Das EBITDA des Konzerns stieg nach einem durch die COVID-19 Pandemie geprägten ersten Halbjahr 2020 um 64,3% auf 184,5 Mio EUR, das EBIT um 114,5% auf 103,4 Mio EUR, und hat sich somit mehr als verdoppelt. Die Division Brief & Werbepost verzeichnete einen Ergebnisanstieg (EBIT) von 12,6% auf 82,4 Mio EUR, getragen von einem Umsatzanstieg im Brief- und Werbegeschäft nach einer stark durch COVID-19 belasteten Vorjahresperiode. Das EBIT der Division Paket & Logistik steigerte sich von 18,2 Mio EUR auf 59,7 Mio EUR in den ersten sechs Monaten 2021. Die hervorragende operative Entwicklung in allen Märkten, die Vollkonsolidierung der türkischen Gesellschaft Aras Kargo sowie Sondereffekte durch Logistikdienstleistungen leisteten ihren Beitrag zu diesem Anstieg. Die Division Filiale & Bank verzeichnete ein EBIT von minus 27,0 Mio EUR nach minus 28,7 Mio EUR im Jahr zuvor. Ein positiver Ergebnistrend aus dem Finanzdienstleistungsgeschäft ist erkennbar. Das Periodenergebnis der Österreichischen Post lag im ersten Halbjahr 2021 somit bei 84,2 Mio EUR nach 39,1 Mio EUR im Jahr zuvor. Das Ergebnis je Aktie betrug 1,18 EUR in der aktuellen Berichtsperiode nach 0,66 EUR im Vorjahr.

Mit diesem guten Ergebnis im ersten Halbjahr hat die Österreichische Post auch die Erwartungen für das Gesamtjahr 2021 angehoben. Trotz anhaltender Unsicherheit im Brief- und Werbepostgeschäft wird ein Umsatzanstieg (inklusive der türkischen Tochtergesellschaft Aras Kargo) von etwa 15% erwartet. Auch das Ergebnis sollte sich zum Vorjahr verbessern – ein Anstieg von zumindest 20% wird angepeilt (Basis EBIT 2020: 161 Mio EUR). Die aktuelle Mengenentwicklung an Paketen bestätigt das geplante Kapazitätserweiterungsprogramm der Österreichischen Post. Die Sortierkapazität wird um weitere 50% von 2020 bis 2022 ausgebaut.

Wien, am 3. August 2021

Der Vorstand

DI DR. GEORG PÖLZL Generaldirektor Vorstandsvorsitzender

DI WALTER OBLIN Generaldirektor-Stellvertreter Vorstand Brief & Finanzen

DI PETER UMUNDUM Mitglied des Vorstands Vorstand Paket & Logistik

Konzernlagebericht für das erste Halbjahr 2021

1. Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage

1.1 Änderungen im Konsolidierungskreis

Im ersten Halbjahr 2021 erfolgten keine wesentlichen Änderungen im Konsolidierungskreis. Eine vollständige Darstellung aller Änderungen im Konsolidierungskreis erfolgt im Konzernanhang unter Punkt 3.

Durch die Vollkonsolidierung der Aras Kargo zum 25. August 2020 ist die Vergleichbarkeit der einzelnen Positionen zum ersten Halbjahr 2020 bzw. zum zweiten Quartal 2020 nur eingeschränkt gegeben.

1.2 Ertragslage

1.2.1 UMSATZENTWICKLUNG

Die Umsatzerlöse des Österreichischen Post-Konzerns verbesserten sich im ersten Halbjahr 2021 um 28,4% auf 1.260,4 Mio EUR. Auf vergleichbarer Basis, also ohne Berücksichtigung der Aras Kargo, lag der Umsatzanstieg bei 12,0%. Das Wachstum im Paketbereich brachte einen Umsatzanstieg von 70,7% (organisches Wachstum +27,0%), die Division Brief & Werbepost generierte ein Umsatzwachstum von 3,0% in den ersten sechs Monaten 2021.

Das erste Halbjahr 2021 zeigte im Divisionsvergleich eine große Veränderung mit der nunmehr gestiegenen Bedeutung des Paketgeschäfts. Der Anteil der Division Brief & Werbepost am Umsatz der Österreichischen Post reduzierte sich daher auf 47,9%. In dieser Division zeigte sich ein leichter Umsatzanstieg von 3,0%. Die Vergleichsperiode 2020 war mit minus 10,5% im Vorjahresvergleich von COVID-19 besonders belastet, während in 2021 positive COVID-19 Effekte durch Sonderaussendungen zu verzeichnen waren. Weiterhin feststellbar sind erhöhte Rückgänge bei klassischen Briefen durch die

E-Substitution sowie durch die Lockdown-Maßnahmen, andererseits auch ein volatiles Werbegeschäft als direkte Auswirkung der COVID-19 Pandemie. Nach einem starken Rückgang im Vorjahr ist bei den Werbe- und Medienpostvolumen eine leichte Erholung zu bemerken. Mit 1. April des Vorjahres erfolgte eine Produkt- und Tarifanpassung der Briefpost, welche positive Effekte auf die Umsatzerlöse hatte.

Die Division Paket & Logistik stieg in der konzernalen Bedeutung von 37,3% im ersten Halbjahr 2020 auf nunmehr 49,4% am Umsatz im Berichtszeitraum. Einerseits brachte die Vollkonsolidierung der türkischen Gesellschaft Aras Kargo seit 25. August 2020 Umsatzwachstum, welches sich im ersten Halbjahr 2021 auf 160,7 Mio EUR belief. Andererseits war der Umsatzanstieg in der Division Paket & Logistik von 70,7% im ersten Halbjahr 2021 von einem positiven organischen Wachstum durch Online-Bestellungen und positiven Sondereffekten durch Logistikdienstleistungen getragen.

Die Division Filiale & Bank erreichte in den ersten sechs Monaten 2021 einen Anteil am Umsatz der operativen Divisionen von 2,7% mit Umsatzerlösen von 34,0 Mio EUR (+18,9%). Die bank99 ist mit 1. April 2020 im Markt gestartet.

Umsatz nach Divisionen

Veränderung
Mio EUR H1 2020 H1 2021 % Mio EUR Q2 2020 Q2 2021
UMSATZERLÖSE 981,9 1.260,4 28,4 % 278,5 479,1 614,3
Brief & Werbepost 590,6 608,2 3,0% 17,6 273,1 297,3
Paket & Logistik 367,9 628,1 70,7% 260,2 193,4 304,4
Filiale & Bank 28,6 34,0 18,9% 5,4 15,5 17,3
Corporate/Konsolidierung –5,3 –9,9 –89,2% –4,7 –2,8 –4,6
Werktage in Österreich 123 123 60 61

In der regionalen Betrachtung der Umsatzerlöse der Österreichischen Post wurden im ersten Halbjahr 2021 78,2% des Umsatzes in Österreich erwirtschaftet. International ist die Österreichische Post im ersten Halbjahr 2021 mit 21,8% der Umsatzerlöse vertreten. Davon entfielen auf die Türkei 12,7%, auf den Raum Südost- und Osteuropa 6,3% der Umsatzerlöse. In Deutschland wurden 2,7% der Umsatzerlöse generiert.

Veränderung Mio EUR H1 2020 H1 2021 % Mio EUR Q2 2020 Q2 2021 UMSATZERLÖSE 590,6 608,2 3,0 % 17,6 273,1 297,3 Briefpost & Business Solutions 381,3 391,9 2,8% 10,6 178,0 186,4 Werbepost 152,8 157,6 3,1% 4,8 69,0 81,0 Medienpost 56,5 58,7 3,9% 2,2 26,0 29,9 Interne Leistungsverrechnung 1,4 1,4 0,5% 0,0 0,7 0,6 UMSATZERLÖSE GESAMT 592,0 609,6 3,0 % 17,6 273,8 297,9 davon Umsatzerlöse mit Dritten 587,7 603,8 2,7% 16,2 271,3 294,3

Umsatzentwicklung Division Brief & Werbepost

Der Umsatz der Division Brief & Werbepost von 608,2 Mio EUR stammte im ersten Halbjahr 2021 zu 64,4% aus dem Bereich Briefpost & Business Solutions, zu 25,9% aus Werbepost und zu 9,7% aus Medienpost.

Im Bereich Briefpost & Business Solutions lag der Umsatz mit 391,9 Mio EUR im ersten Halbjahr 2021 um 2,8% über dem Niveau des Vorjahres. Die rückläufige Volumenentwicklung infolge der Substitution von Briefen durch elektronische Kommunikationsformen setzte sich fort und befindet sich nun – gegenüber dem Lockdownbedingt schwachen Vorjahreshalbjahr – wieder auf niedrigerem Niveau. Die Entwicklung ist weiterhin geprägt von den aktuellen schwierigen Rahmenbedingungen. Positive Effekte auf die Umsatzerlöse hatten Sonderaussendungen aufgrund von COVID-19 Maßnahmen und die Produkt- und Tarifanpassung der Briefpost mit 1. April 2020. Die internationale Briefpost zeigte Zuwächse, der Bereich Business Solutions dagegen einen leichten Umsatzrückgang im Vergleich zur Vorjahresperiode.

Die Werbepost verzeichnete im ersten Halbjahr 2021 einen Umsatzanstieg von 3,1% auf 157,6 Mio EUR. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres wurde ein Rückgang von 18,0% verzeichnet. Im Werbegeschäft hatten sich die COVID-19 bedingten behördlich angeordneten Geschäftsschließungen besonders negativ ausgewirkt. Es gibt aktuell eine erhöhte Volatilität, die Werbepost wird weiter strukturell rückläufig bleiben.

Der Umsatz mit Medienpost, also der Zustellung von Zeitungen und Magazinen, erhöhte sich im Periodenvergleich um 3,9% auf 58,7 Mio EUR. Dieser Anstieg ist überwiegend auf das schwache erste Halbjahr des Vorjahres zurückzuführen.

Umsatzentwicklung Division Paket & Logistik

Veränderung
Mio EUR H1 2020 H1 2021 % Mio EUR Q2 2020 Q2 2021
UMSATZERLÖSE 367,9 628,1 70,7 % 260,2 193,4 304,4
Paket Premium 212,1 424,8 >100% 212,7 112,0 207,6
Paket Standard 122,1 153,6 25,8% 31,5 65,3 73,0
Paket Sonstige Leistungen 33,7 49,7 47,2% 15,9 16,1 23,8
Interne Leistungsverrechnung 0,5 0,5 –6,7% 0,0 0,2 0,2
UMSATZERLÖSE GESAMT 368,4 628,5 70,6 % 260,1 193,6 304,6
davon Umsatzerlöse mit Dritten 364,6 621,3 70,4% 256,7 191,5 302,3

Der Umsatz der Division Paket & Logistik erhöhte sich im ersten Halbjahr 2021 um 70,7% auf 628,1 Mio EUR. Nach hohen Zuwächsen im Vergleichszeitraum des Vorjahres (+36% in Österreich) ist beim Paketvolumen ein abgeschwächtes Wachstum zu verzeichnen (+20% in Österreich). Die hervorragende Umsatzentwicklung im Paketgeschäft basiert unter anderem auf dem anhaltenden E-Commerce-Trend in allen Märkten. In Österreich konnte die Österreichische Post trotz intensivem Wettbewerb und Preisdruck auch in dieser Berichtsperiode am Marktwachstum partizipieren. Die Unsicherheiten und Beschränkungen im Zuge der aktuellen COVID-19 Pandemie halten den Online-Handel weiterhin hoch. Darüber hinaus waren in der Berichtsperiode auch positive Sondereffekte durch Logistikdienstleistungen enthalten. Die Umsatzerlöse der türkischen Tochtergesellschaft Aras Kargo, welche seit 25. August 2020 als vollkonsolidiertes Tochterunternehmen in den Konzernabschluss miteinbezogen wird, betrugen im ersten Halbjahr 2021 160,7 Mio EUR.

Die Entwicklung hin zu einer schnelleren Zustellung von Paketen ist als klarer Trend festzustellen. Insgesamt entfielen in den ersten sechs Monaten der Berichtsperiode 67,6% des Divisionsumsatzes auf den PremiumBereich (Zustellung erfolgt am Werktag nach der Aufgabe). Dies entspricht einem Anstieg von rund 100% auf 424,8 Mio EUR im ersten Halbjahr 2021.

Der Anteil des Bereichs Paket Standard am Divisionsumsatz beträgt 24,5%. Im ersten Halbjahr 2021 verzeichnete dieser Bereich einen Zuwachs von 25,8% auf 153,6 Mio EUR.

Im Bereich Paket Sonstige Leistungen, der diverse Logistik-Zusatzdienstleistungen beinhaltet und auf den 7,9% des Divisionsumsatzes entfallen, wurden in den ersten sechs Monaten 2021 Umsätze in Höhe von 49,7 Mio EUR generiert. Dies entspricht einem Anstieg von 47,2%.

Eine Betrachtung nach Regionen zeigt, dass im ersten Halbjahr 2021 61,7% der Divisionsumsätze in Österreich erzielt wurden, mit einem Anstieg von 28,6% gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres. 38,3% der Divisionsumsätze entfielen auf das internationale Geschäft der Tochtergesellschaften, davon 25,6% auf die Türkei und 12,7% auf Südost- und Osteuropa. Das Umsatzplus im wettbewerbsintensiven Raum Südost- und Osteuropa lag im ersten Halbjahr 2021 bei 20,1%, getrieben durch gestiegene Paketmengen aufgrund der COVID-19 Pandemie.

Veränderung
Mio EUR H1 2020 H1 2021 % Mio EUR Q2 2020 Q2 2021
UMSATZERLÖSE 28,6 34,0 18,9 % 5,4 15,5 17,3
Filialdienstleistungen 22,4 21,5 –4,4% –1,0 11,2 10,9
Ergebnis aus Finanzdienstleistungen 6,2 12,5 >100% 6,4 4,2 6,3
Interne Leistungsverrechnung 87,5 90,4 3,2% 2,8 43,8 44,5
UMSATZERLÖSE GESAMT 116,2 124,4 7,1 % 8,2 59,3 61,7
davon Umsatzerlöse mit Dritten 28,6 33,9 18,3% 5,2 15,4 17,2

Umsatzentwicklung Division Filiale & Bank

Der Umsatz der Division Filiale & Bank verbesserte sich im ersten Halbjahr 2021 um 18,9% von 28,6 Mio EUR auf 34,0 Mio EUR. Die Filialdienstleistungen reduzierten sich um 4,4% von 22,4 Mio EUR auf 21,5 Mio EUR im aktuellen Berichtszeitraum aufgrund des Wegfalls diverser Servicevergütungen der ehemaligen Bankpartnerin, die im

Vorjahr noch enthalten waren. Die Umsatzerlöse aus Handelswaren und Filialprodukten blieben konstant. Das Ergebnis aus Finanzdienstleistungen in Höhe von 12,5 Mio EUR im ersten Halbjahr 2021 zeigte eine positive Entwicklung, wie man auch an den Vergleichszahlen des zweiten Quartals ablesen kann. Die bank99 ist mit 1. April 2020 in den Markt gestartet.

Konzern-Ertragslage

Veränderung
Mio EUR H1 20201 H1 2021 % Mio EUR Q2 20201 Q2 2021
UMSATZERLÖSE 981,9 1.260,4 28,4 % 278,5 479,1 614,3
Sonstige betriebliche Erträge 28,4 43,1 51,9% 14,7 15,0 20,9
Materialaufwand und Aufwand für
bezogene Leistungen
–260,4 –355,0 –36,3% –94,6 –133,4 –169,5
Personalaufwand –494,7 –587,6 –18,8% –92,9 –241,2 –284,1
Sonstige betriebliche Aufwendungen –143,4 –176,8 –23,3% –33,4 –73,1 –96,3
Ergebnis aus nach der Equity-Methode
bilanzierten Finanzanlagen
0,5 0,4 –21,0% –0,1 0,5 0,1
EBITDA 112,3 184,5 64,3 % 72,2 46,9 85,5
Abschreibungen –64,0 –81,1 –26,6% –17,0 –32,0 –41,8
EBIT 48,2 103,4 >100 % 55,2 14,9 43,7
Finanzergebnis 5,1 4,7 –9,2% –0,5 4,0 2,3
ERGEBNIS VOR ERTRAGSTEUERN 53,3 108,1 >100 % 54,7 18,9 45,9
Ertragsteuern –14,2 –23,9 –68,1% –9,7 –5,9 –11,7
PERIODENERGEBNIS 39,1 84,2 >100 % 45,0 12,9 34,3
ZUZURECHNEN AN:
Aktionäre des Mutterunternehmens 44,5 79,7 79,2% 35,2 15,9 31,6
Nicht beherrschende Anteile –5,4 4,4 >100% 9,8 –3,0 2,6
ERGEBNIS JE AKTIE (EUR)2 0,66 1,18 79,2 % 0,52 0,24 0,47

Angepasste Darstellung

Unverwässertes Ergebnis je Aktie, bezogen auf 67.552.638 Stück Aktien

1.2.2 ERGEBNISENTWICKLUNG

Bezogen auf die Umsatzerlöse der Österreichischen Post sind die größten Aufwandspositionen der Personalaufwand (46,6%), der Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen (28,2%) sowie sonstige betriebliche Aufwendungen (14,0%). Weiters entfielen 6,4% auf Abschreibungen. Die Vergleichbarkeit der einzelnen Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung mit der Vorjahresperiode ist durch die Vollkonsolidierung der türkischen Gesellschaft Aras Kargo seit 25. August 2020 nur eingeschränkt gegeben.

Der Personalaufwand belief sich im ersten Halbjahr 2021 auf 587,6 Mio EUR, was einem Anstieg von 18,8% bzw. 92,9 Mio EUR entspricht. Auf vergleichbarer Basis, also ohne Berücksichtigung der Aras Kargo, lag der Personalaufwand in Summe um 11,5% bzw. 56,7 Mio EUR über dem Niveau des Vorjahres, größtenteils bedingt durch den höheren Personalbedarf aufgrund der gestiegenen Paketmengen.

Der operative Personalaufwand erhöhte sich im Vergleich zur Vorjahresperiode aufgrund der Vollkonsolidierung der türkischen Gesellschaft Aras Kargo sowie Mehraufwendungen durch das gestiegene Paketgeschäft. Der Österreichische Post-Konzern beschäftigte in den ersten sechs Monaten 2021 durchschnittlich 27.489 Mitarbeiter (Vollzeitkräfte), während in der Vorjahresperiode durchschnittlich 20.443 Mitarbeiter tätig waren (+34,5%). Der Anstieg beruht im Wesentlichen auf der Vollkonsolidierung der Aras Kargo (+6.445 Vollzeitkräfte) sowie auch auf dem erhöhten Mitarbeiter*innenbedarf in der Logistik durch die gestiegenen Paketmengen.

Zusätzlich zu den operativen Personalaufwendungen umfasst der Personalaufwand der Österreichischen Post auch diverse nicht-operative Personalaufwendungen wie Abfertigungen und Rückstellungsveränderungen, die primär auf die spezifische Beschäftigungssituation beamteter Mitarbeiter*innen zurückzuführen sind. Der nichtoperative Personalaufwand des ersten Halbjahres 2021 ist durch einen höheren Rückstellungsbedarf als in der Vergleichsperiode des Vorjahres gestiegen.

Der Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen erhöhte sich um 36,3% auf 355,0 Mio EUR, auf vergleichbarer Basis, also ohne Berücksichtigung der Aras Kargo, lag der Materialaufwand um 6,9% über dem Niveau des Vorjahres. Die Erhöhung ist überwiegend auf vermehrte Transportaufwendungen durch die enormen Paketmengen zurückzuführen.

Die sonstigen betrieblichen Erträge erhöhten sich im ersten Halbjahr 2021 um 51,9% auf 43,1 Mio EUR. Auf vergleichbarer Basis, also ohne Berücksichtigung der Aras Kargo, lagen die sonstigen betrieblichen Erträge um 28,7% über dem Niveau des Vorjahres. Auch die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich um 23,3% auf 176,8 Mio EUR, auf vergleichbarer Basis lagen die sonstigen betrieblichen Aufwendungen um 14,3% über dem ersten Halbjahr des Vorjahres und betrafen im Wesentlichen EDV-Dienstleistungen und Instandhaltungen.

Das EBITDA lag mit 184,5 Mio EUR um 64,3% über dem Vorjahr von 112,3 Mio EUR, das entspricht einer EBITDA-Marge von 14,6%. Die Erhöhung des EBITDA ist ein Resultat der hervorragenden Paket-Umsatzentwicklung in allen Märkten.

Die Abschreibungen lagen mit 81,1 Mio EUR um 26,6% bzw. 17,0 Mio EUR über dem Vorjahr. Der Anstieg ist im Wesentlichen auf erfolgte Investitionen in die neuen Standorte für die Paket-Logistikinfrastruktur sowie auf die Vollkonsolidierung der Aras Kargo zurückzuführen.

Das EBIT stieg von 48,2 Mio EUR auf 103,4 Mio EUR im ersten Halbjahr 2021. Die EBIT-Marge betrug 8,2%.

Das Finanzergebnis des Konzerns in Höhe von 4,7 Mio EUR war um 0,5 Mio EUR unter dem Niveau des ersten Halbjahres 2020. Somit ergab sich, nach Abzug der Ertragssteuern von 23,9 Mio EUR, ein Periodenergebnis für das erste Halbjahr 2021 von 84,2 Mio EUR nach 39,1 Mio EUR im Jahr zuvor. Das unverwässerte Ergebnis je Aktie betrug 1,18 EUR im Vergleich zu 0,66 EUR in der Vorjahresperiode.

EBIT nach Divisionen

Veränderung
Mio EUR H1 2020 H1 2021 % Mio EUR Marge
H1 20211
Q2 2020 Q2 2021
EBIT 48,2 103,4 >100 % 55,2 8,2 % 14,9 43,7
Brief & Werbepost 73,2 82,4 12,6% 9,2 13,5% 26,3 36,9
Paket & Logistik 18,2 59,7 >100% 41,5 9,5% 9,4 23,8
Filiale & Bank –28,7 –27,0 6,1% 1,7 –12,3 –8,5
Corporate/Konsolidierung2 –14,4 –11,7 18,9% 2,7 –8,6 –8,6

1 Margen der Divisionen bezogen auf Umsatzerlöse gesamt

Umfasst auch das konzerninterne Umlageverfahren

Das EBIT des ersten Halbjahres 2021 stieg von 48,2 Mio EUR auf 103,4 Mio EUR und war geprägt von der Ergebnisverbesserung in der Division Paket & Logistik. Sowohl das nationale Geschäft mit höheren Paketmengen und positiven Sondereffekten als auch das internationale Paketgeschäft haben sich sehr gut entwickelt. Die Vollkonsolidierung der türkischen Gesellschaft Aras Kargo trägt seit 25. August 2020 positiv zum Konzernergebnis bei.

Nach Divisionen betrachtet verzeichnete die Division Brief & Werbepost in den ersten sechs Monaten 2021 ein EBIT von 82,4 Mio EUR. Der Anstieg von 12,6% gegenüber dem Vorjahr ist auf den Umsatzanstieg des Briefund Werbegeschäfts nach einer stark durch COVID-19 belasteten Vorjahresperiode zurückzuführen. Positiv wirkten weiters die Produkt- und Tarifanpassung der Briefpost mit 1. April 2020 sowie Sonderaussendungen in der aktuellen Berichtsperiode.

Die Division Paket & Logistik zeigte Umsatzwachstum bei hohem Wettbewerbs- und Margendruck und erwirtschaftete ein EBIT von 59,7 Mio EUR im ersten Halbjahr 2021. Das entspricht einer Steigerung von 41,5 Mio EUR gegenüber der Vorjahresperiode. Ein Ergebnisplus aufgrund der hervorragenden Umsatzentwicklung war in allen Märkten zu verzeichnen, insbesondere wirkten sich die Vollkonsolidierung der türkischen Gesellschaft Aras Kargo sowie Sondereffekte bei Logistikdienstleistungen positiv auf das Divisionsergebnis aus.

Die Division Filiale & Bank verzeichnete ein EBIT von minus 27,0 Mio EUR im ersten Halbjahr 2021 nach minus 28,7 Mio EUR im Jahr zuvor. Seit dem Start der bank99 ist ein positiver Ergebnistrend aus dem Finanzdienstleistungsgeschäft erkennbar. Negativ auf das Ergebnis wirkte eine Personalrückstellung im Filialnetz in den ersten beiden Quartalen 2021.

Das EBIT der Division Corporate (inkl. Konsolidierung) veränderte sich von minus 14,4 Mio EUR auf minus 11,7 Mio EUR und inkludierte positive Erträge aus dem Verkauf von Immobilien. Die Division Corporate erbringt nicht-operative Dienstleistungen, wie sie typischerweise für Zwecke der Verwaltung und Steuerung eines Konzerns erbracht werden. Diese Tätigkeiten umfassen neben den klassischen Governance-Aufgaben die Verwaltung und Entwicklung der nicht-betriebsnotwendigen Immobilien, die Verwaltung wesentlicher Finanzbeteiligungen, die Erbringung von IT-Dienstleistungen, die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle sowie die Administration des Post Arbeitsmarkts.

1.3 Vermögens- und Finanzlage

Bilanzstruktur nach Positionen

Mio EUR 31.12.2020 30.06.2021 Struktur
30.06.2021
AKTIVA
Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte, Geschäfts- oder Firmenwerte 1.295,5 1.264,5 45,4%
Als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien (Investment Property) 74,4 75,7 2,7%
Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen 11,4 7,9 0,3%
Vorräte, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Sonstiges 484,6 507,5 18,2%
Andere finanzielle Vermögenswerte 116,1 85,8 3,1%
davon Wertpapiere/Geldmarktveranlagungen 110,6 80,4
Finanzielle Vermögenswerte aus Finanzdienstleistungen 589,5 749,9 26,9%
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 108,2 95,0 3,4%
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 0,5 0,0 0,0%
2.680,2 2.786,3 100 %
PASSIVA
Eigenkapital 655,0 622,7 22,3%
Rückstellungen 632,5 643,3 23,1%
Andere finanzielle Verbindlichkeiten 351,6 323,0 11,6%
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und Sonstiges 508,2 518,0 18,6%
Finanzielle Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen 532,9 679,3 24,4%
2.680,2 2.786,3 100 %

1.3.1 BILANZSTRUKTUR

Die Österreichische Post setzt auf eine konservative Bilanz- und Finanzierungsstruktur. Dies zeigt sich vor allem an hohen liquiden Mitteln und der soliden Veranlagung von Zahlungsmitteln mit möglichst geringem Risiko.

Die Bilanzsumme der Österreichischen Post lag per 30. Juni 2021 bei 2.786,3 Mio EUR. Aktivseitig bildeten Sachanlagen von 1.109,7 Mio EUR die größte Bilanzposition und inkludierten Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen von 292,1 Mio EUR. Zudem gab es immaterielle Vermögenswerte von 90,9 Mio EUR, die Geschäfts- oder Firmenwerte aus Unternehmenserwerben sind per Ende des ersten Halbjahres 2021 mit 63,9 Mio EUR ausgewiesen. In der Bilanz sind Forderungen in Höhe von 387,4 Mio EUR ausgewiesen, die kurzfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von 318,5 Mio EUR enthalten. Andere finanzielle Vermögenswerte beliefen sich zum 30. Juni 2021 auf 85,8 Mio EUR. Finanzielle Vermögenswerte aus Finanzdienstleistungen lagen per Ende des ersten Halbjahres 2021 bei 749,9 Mio EUR und resultieren aus der Geschäftstätigkeit der bank99.

Die Österreichische Post hielt zum 30. Juni 2021 Wertpapiere und Geldmarktveranlagungen im Wert von

80,4 Mio EUR (exkl. bank99), die in den Anderen finanziellen Vermögenswerten enthalten sind. Die von der Österreichischen Post gehaltenen Wertpapiere sowie die Geldmarktveranlagungen besitzen ein Investment-Grade-Rating bzw. eine vergleichbare Bonität, weshalb von einer kurzfristigen Liquidierbarkeit dieser Vermögenswerte ausgegangen werden kann. Aus der Bilanz ist ersichtlich, dass die Österreichische Post zum 30. Juni 2021 über Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 95,0 Mio EUR verfügte. Der Finanzmittelbestand inklusive der Geldmarkt- und Wertpapierveranlagungen und exklusive Finanzmittelbestand der bank99 betrug zum 30. Juni 2021 175,4 Mio EUR. Der Finanzmittelbestand der bank99 betrug zum Stichtag 30. Juni 2021 712,3 Mio EUR und war überwiegend bei der Österreichischen Nationalbank veranlagt. Inklusive dem Finanzmittelbestand der bank99 betrug der Wert zum 30. Juni 2021 887,7 Mio EUR.

Auf der Passivseite der Bilanz lag das Eigenkapital des Österreichischen Post-Konzerns zum 30. Juni 2021 bei 622,7 Mio EUR (Eigenkapitalquote von 22,3%). Weiters sind auf der Passivseite Rückstellungen in Höhe von 643,3 Mio EUR per Ende Juni 2021 ausgewiesen. Bei knapp 75% der Rückstellungen handelt es sich um Personalrückstellungen. So entfielen 195,9 Mio EUR auf Rückstellungen für Unterauslastung. Weitere 187,1 Mio EUR betrafen gesetzlich und vertraglich verpflichtende Sozialkapitalrückstellungen (Abfertigungen und Jubiläumsgelder) sowie 91,0 Mio EUR sonstige Personalrückstellungen. Die sonstigen Rückstellungen betrugen 169,3 Mio EUR und enthielten Verpflichtungen für etwaige Ersatzleistungen im Zusammenhang mit gutgeschriebenen Rückforderungsansprüchen aus in Vorperioden bezahlten Lohnnebenkosten. Andere finanzielle Verbindlichkeiten beliefen

sich auf 323,0 Mio EUR und beinhalteten Leasingverbindlichkeiten von 296,5 Mio EUR. In den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und Sonstiges von 518,0 Mio EUR sind kurzfristige Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen von 216,5 Mio EUR enthalten. Finanzielle Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen in Höhe von 679,3 Mio EUR resultieren aus der Geschäftstätigkeit der bank99 (Einlagen- und Veranlagungsgeschäft der Kund*innen der bank99).

Cashflow

Mio EUR H1 2020 H1 2021
Cashflow aus dem Ergebnis 117,2 226,1
CASHFLOW AUS GESCHÄFTSTÄTIGKEIT 306,9 281,5
davon finanzielle Vermögenswerte/Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen (Core Banking Assets) 230,9 119,3
Cashflow aus Investitionstätigkeit 109,1 –14,4
davon Maintenance CAPEX –20,9 –25,9
davon Growth CAPEX –16,8 –21,0
davon Cashflow aus Akquisitionen/Devestitionen 36,4 –0,2
davon Erwerb/Verkauf von Wertpapieren/Geldmarktveranlagungen 120,2 30,0
davon sonstiger Cashflow aus Investitionstätigkeit –9,8 2,8
Free Cashflow 416,0 267,1
OPERATIVER FREE CASHFLOW1 45,3 139,1
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit –144,7 –144,6
davon Ausschüttungen –123,0 –115,7
Veränderung des Finanzmittelbestandes 271,3 120,2

Free Cashflow vor Akquisitionen/Wertpapieren/Geldmarktveranlagungen, Growth CAPEX und Core Banking Assets

1.3.2 CASHFLOW

Der Cashflow aus dem Ergebnis erreichte im ersten Halbjahr 2021 226,1 Mio EUR nach 117,2 Mio EUR im ersten Halbjahr 2020 (+92,9%). Der Cashflow aus Geschäftstätigkeit lag mit 281,5 Mio EUR unter dem Vergleichswert des Vorjahres von 306,9 Mio EUR. Hier sind als größter Effekt die Veränderung der finanziellen Vermögenswerte/Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen (Core Banking Assets) der bank99 in Höhe von 119,3 Mio EUR zu nennen. In den Core Banking Assets sind jene Posten zusammengefasst, die aus dem Einlagen- und Veranlagungsgeschäft der bank99 resultieren.

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit belief sich in den ersten sechs Monaten 2021 auf minus 14,4 Mio EUR nach 109,1 Mio EUR in der Vergleichsperiode des Vorjahres.

Die Österreichische Post setzt auf die Kennzahl des Operativen Free Cashflows, um damit die Finanzkraft des operativen Geschäfts zu betrachten und daraus die Dividende des Geschäftsjahres abzudecken. Der Operative Free Cashflow belief sich ohne Berücksichtigung der Veränderung der Core Banking Assets auf 139,1 Mio EUR in der aktuellen Berichtsperiode nach 45,3 Mio EUR im ersten Halbjahr des Vorjahres.

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit erreichte in den ersten sechs Monaten 2021 minus 144,6 Mio EUR nach minus 144,7 Mio EUR im Vorjahr und enthielt hauptsächlich die Dividendenausschüttung in Höhe von 108,1 Mio EUR.

1.3.3 INVESTITIONEN

Die Investitionen des Österreichischen Post-Konzerns beliefen sich im ersten Halbjahr 2021 in Summe auf 79,0 Mio EUR. In der Berichtsperiode entfielen 72,6 Mio EUR auf Investitionen in Sachanlagen und

6,4 Mio EUR auf Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, wobei 16,5 Mio EUR auf Zugänge von Nutzungsrechten aufgrund von IFRS 16 entfielen. Der wesentliche Anteil der Investitionen wurde im Rahmen des Kapazitätserweiterungsprogramms zum Ausbau der Logistikinfrastruktur im Paketbereich getätigt.

Mitarbeiter nach Divisionen

Periodendurchschnitt in Vollzeitkräften H1 2020 H1 2021 Anteil H1 2021
Brief & Werbepost 872 888 3,2%
Paket & Logistik 2.653 9.186 33,4%
Filiale & Bank 2.105 1.980 7,2%
Corporate 1.580 1.995 7,3%
OPERATIVE DIVISIONEN 7.210 14.049 51,1 %
Logistiknetzwerk 13.233 13.440 48,9%
KONZERN 20.443 27.489 100 %

1.4 Mitarbeiter

Die durchschnittliche Zahl der Mitarbeiter der Österreichischen Post lag im ersten Halbjahr 2021 bei 27.489 Vollzeitkräften. Dies entspricht einem Anstieg des Personalstands gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 7.046 Vollzeitkräfte, wobei der Großteil auf die Vollkonsolidierung der türkischen Gesellschaft Aras Kargo zurückzuführen ist (6.445 Vollzeitkräfte). Die Mehrheit der Konzernmitarbeiter ist in der Österreichischen Post AG beschäftigt (insgesamt 17.581 Vollzeitkräfte).

1.5 Ereignisse nach dem Abschlussstichtag

Ereignisse nach dem Abschlussstichtag, die für die Bilanzierung und Bewertung am Bilanzstichtag 30. Juni 2021 von Bedeutung sind, wurden im Konzernzwischenabschluss berücksichtigt.

Vorbehaltlich der aufsichts- und wettbewerbsbehördlichen Genehmigung wird die bank99 das Privatkund*innengeschäft der ING in Österreich übernehmen. Dies betrifft vor allem Girokonten, Konsum- und Hypothekarkredite sowie Wertpapierveranlagungen. Das Closing wird bis Ende 2021 erwartet. Daraus können sich auch Auswirkungen auf die Verpflichtung zur Kapitalausstattung der bank99 ergeben.

Andere berichtspflichtige Ereignisse nach dem Bilanzstichtag sind nicht eingetreten.

1.6 Wesentliche Risiken und Ungewissheiten

Als international tätiges Logistik- und Dienstleistungsunternehmen ist der Österreichische Post-Konzern im Rahmen seiner Geschäftstätigkeit Risiken ausgesetzt, mit denen er sich verantwortungsbewusst auseinandersetzt. Die Österreichische Post ist bemüht, diese Risiken frühzeitig zu identifizieren und zu bewerten sowie rasch Vorsorgemaßnahmen zu treffen. Bedeutende Risiken wie Umwelt-, Sozial- und Governance-Risiken (Environmental, Social, Governance – ESG), E-Substitution klassischer Briefsendungen, Personalkosten- und Struktur der Dienstverhältnisse, Umsetzung Tarifgestaltung, Rückgang bei Werbemengen, Paketmarkt, Kostenrisiko Logistik, Logistikbeteiligungen, Finanzdienstleistungen – bank99, Türkei – Aras Kargo, Finanzrisiken, technische und Cyberrisiken, regulatorische und rechtliche Risiken sowie Informationen zum internen Kontrollsystem und Risikomanagement im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess sind ausführlich im Geschäftsbericht 2020 der Österreichischen Post AG erläutert (siehe Geschäftsbericht 2020, Konzernlagebericht Punkt 4 und 5, Konzernabschluss Punkt 10.2 und 10.3). An selber Stelle im Geschäftsbericht finden sich auch die bedeutenden Chancen wieder – Erweiterung und Adaptierung des Produktportfolios im Segment Brief & Werbepost sowie Paket & Logistik gemäß den Kund*innenanforderungen, Ausbau des Leistungsangebots im physischen und elektronischen Bereich, ein langsameres Voranschreiten der E-Substitution, wachsender Online-Handel (insbesondere Paketmarkt und Beteiligung Post E-Commerce), Wettbewerbsvorteile durch Qualität und Kostenstruktur, Personalkostenoptimierungen, ausländische Beteiligungen im Paketsektor (insbesondere Aras Kargo) und Ausbau des Online- und Selbstbedienungsangebotes.

Die COVID-19 Pandemie ist nach wie vor ein Risiko für die weltweite Wirtschaftsentwicklung. Eine ungünstige Wirtschaftslage der Kund*innen der Österreichischen Post hat erfahrungsgemäß negative Auswirkungen auf die Volumenentwicklung von Briefen und Werbesendungen. Länger andauernde konjunkturelle Schwächephasen oder negatives Wachstum in einzelnen Branchen können massive Einsparungserfordernisse großer Kund*innengruppen hervorrufen und sich somit negativ auf den Umsatz auswirken. Ein gedämpftes wirtschaftliches Umfeld kann zusätzlich auch Einfluss auf die Wettbewerbssituation und damit auf die erzielbaren Preise für Postdienstleistungen haben.

Klassische Briefsendungen und auch die Werbepost stehen zunehmend aufgrund elektronischer Kommunikationsformen unter Druck. Die COVID-19 Pandemie erhöht diesen Druck weiter. Die verstärkte Nutzung elektronischer Kommunikationsformen könnte aufgrund eines Gewöhnungseffekts die E-Substitution nachhaltig beschleunigen. Der Paketmarkt wurde vom Online-Shopping-Trend auch im ersten Halbjahr 2021 stark positiv beeinflusst. Es wird erwartet, dass sich dieser Trend nachhaltig verfestigt. Gleichzeitig weiten Marktteilnehmer*innen ihre Aktivitäten aus, um mehr an diesem Wachstum zu partizipieren. Der Online-Shopping-Trend ist auch international ungebremst zu beobachten, wovon auch die internationalen Konzerngesellschaften profitieren.

In diesem Zusammenhang ist insbesondere die türkische Tochtergesellschaft Aras Kargo zu nennen. Die Türkei ist ein sehr attraktiver, dynamischer und stark wachsender Markt und bietet ein besonders großes Chancenpotenzial, dies hat sich auch im ersten Halbjahr 2021 deutlich gezeigt. Es wird erwartet, dass sich dieser Trend fortsetzt. Demgegenüber steht das Risiko, dass durch die volatilen ökonomischen und politischen Rahmenbedingungen in der Türkei sich wirtschaftliche Parameter zum Nachteil der Post entwickeln könnten. Während sich der Wechselkurs durch die Umrechnung im Post-Ergebnis bemerkbar macht, können Inflationsentwicklungen das Geschäft vor Ort beeinflussen. Das Geschäft der Aras Kargo ist personalintensiv, eine nachteilige Entwicklung der Personalkosten könnte sich daher negativ auf das Ergebnis auswirken.

Im Filialnetz arbeitet die Österreichische Post seit vielen Jahren mit strategischen Partner*innen im Telekom- und Finanzbereich zusammen. Zu erwähnen ist, dass das Finanzdienstleistungsgeschäft einem strukturellen Wandel durch veränderte Kund*innenbedürfnisse unterworfen ist. Dem wird die Post über das Angebot der bank99 gerecht. Die Umsatz- und Ergebnisentwicklung der bank99 ist von zwei wesentlichen Faktoren abhängig, dem Kund*innenhochlauf und dem Angebot an Eigen- und Fremdprodukten. Die Entwicklung dieser Faktoren wird durch die jüngst angekündigte Übernahme des Privatkundengeschäfts der ING in Österreich gefördert und das Risiko eines verzögerten Kundenhochlaufs und eines verzögerten Produktangebots wird dadurch reduziert. Ziel ist es, in drei Jahren eine weitgehende Break-even-Situation zu erreichen.

Des Weiteren ist das Geschäftsmodell der Österreichischen Post von einer hohen Personalkostentangente geprägt. Eine Planabweichung im Bereich Löhne und Gehälter kann zu nachteiligen Auswirkungen führen. In Abhängigkeit der wirtschaftlichen Entwicklung der Kund*innensegmente ist auch der Personalstand einer Schwankungsbreite unterworfen, die sich negativ auf das Ergebnis auswirken kann.

Die Österreichische Post ist – als kritische Infrastruktur des Landes – verpflichtet, den operativen Betrieb aufrechtzuerhalten. Es können in diesem Zusammenhang Mehrkosten entstehen, die über die derzeitigen Erwartungen hinausgehen und das operative Ergebnis noch stärker belasten.

Alle erwähnten Risiken können zu erheblichen Volumenrückgängen und damit zu Ergebnisbeeinträchtigungen – beispielsweise auch durch diverse Strukturmaßnahmen und Restrukturierungsaufwendungen – führen bzw. die Anpassung von Wertansätzen notwendig machen. Darüber hinaus können die Entwicklung der Beteiligungen und allenfalls erforderliche Wertminderungen das Ergebnis der Österreichischen Post beeinflussen.

1.7 Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Im ersten Halbjahr 2021 fanden keine wesentlichen Veränderungen bei den Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen statt. Informationen zu Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen sind im Geschäftsbericht 2020 der Österreichischen Post erläutert (siehe Geschäftsbericht 2020, Konzernabschluss Punkt 11.2).

1.8 Ausblick 2021

Das Gesamtjahr 2021 wird auch weiterhin von den Belastungen und Auswirkungen der COVID-19 Pandemie betroffen bleiben. Sowohl behördliche Maßnahmen als auch diverse operative Einschränkungen prägen die Gesamtentwicklung einiger Kund*innenengruppen. Dies bedeutet weiter eine erhöhte Volatilität in der kurzfristigen Umsatz- und Ergebnisentwicklung.

UMSATZWACHSTUM VON ETWA 15 %

Die Österreichische Post erwartet für 2021 ein Umsatzwachstum von etwa 15%, vorrangig geprägt von der guten Umsatzentwicklung des nationalen und internationalen Paketgeschäfts.

Basierend auf solidem organischem Wachstum und einer weiterhin guten Entwicklung der internationalen Tochtergesellschaften sollte der Umsatz der Division Paket & Logistik im Jahresverlauf daher um etwa 35% zum Vorjahr steigen.

Die Division Brief & Werbepost ist von der Pandemie und den Lockdown-Maßnahmen sowie durch mögliche negative wirtschaftliche Folgen bei diversen Kund*innen betroffen. Der Volumenrückgang bei klassischen Briefen sollte nach den starken Schwankungen der letzten Quartale wieder in der Größenordnung von ca. 5% zurück kommen. In der Werbe- und Medienpost sind nach den Rückgängen 2020 nunmehr Erholungstendenzen erkennbar, ein Erreichen des Vor-COVID-19 Niveaus ist jedoch nicht anzunehmen. In Summe wird für 2021 daher mit einem stabilen bis leicht rückläufigen Umsatz gerechnet.

Die Umsatzentwicklung der im April 2020 gestarteten bank99 sollte sich im Laufe des Jahres 2021 hingegen stetig verbessern. Ein Closing der Übernahme des Privatkund*innengeschäfts der ING in Österreich ist bis Ende 2021 zu erwarten.

STEIGENDES KONZERNERGEBNIS 2021

Auf Grundlage des erfolgreichen Halbjahresergebnisses wird für das Geschäftsjahr 2021 nunmehr eine Ergebnissteigerung von zumindest 20% angepeilt (Basis

EBIT 2020: 161 Mio EUR). In der Division Brief & Werbepost ist mit einer stabilen bis leicht rückläufigen Ergebnissituation zu rechnen, während in der Division Paket & Logistik ein Ergebnisplus von ca. 50% erwartet wird. Auch die Division Filiale & Bank sollte sich mit steigenden Umsätzen auch im operativen Ergebnis verbessern.

INVESTITIONEN/CAPEX

Das Paketwachstum 2020 und auch 2021 zeigt, wie wichtig es ist, die notwendigen Kapazitäten rechtzeitig zur Verfügung zu haben. Rekord-Paketmengen konnten in den letzten Quartalen mit guter Qualität bewältigt werden. Dies soll auch bei absehbaren Mengensteigerungen in den nächsten Jahren so sein. Das Investitionsprogramm der Österreichischen Post wird daher weiter forciert. Die Sortierkapazität wird um weitere 50% von 2020 bis 2022 ausgebaut. Ziel der Österreichischen Post ist es, sowohl hinsichtlich Qualität der Leistungserbringung als auch Effizienz und Geschwindigkeit die Spitzenposition in Österreich auszubauen.

Zusätzlich zu Instandhaltungsinvestitionen (Maintenance CAPEX) in der Größenordnung von rund 70 bis 80 Mio EUR in Österreich sind mehr als 60 Mio EUR an Wachstumsinvestitionen (Growth CAPEX) in Österreich vorgesehen. Darüber hinaus sind Erweiterungen bzw. Zukäufe von Grundstücken in Höhe von ca. 20 Mio EUR für die Logistikinfrastruktur zu erwarten sowie auch Investitionen (CAPEX International) in den internationalen Beteiligungen in der Höhe von rund 20 bis 30 Mio EUR.

Ziel der Österreichischen Post ist es auch weiterhin, Wachstum und Dividendenstärke zu vereinen. Die sich bietenden Wachstumschancen werden durch entsprechende Strukturinvestitionen abgesichert. Darüber hinaus soll der operativ erwirtschaftete Cashflow auch weiterhin die notwendigen Basisinvestitionen als auch eine attraktive Dividendenpolitik gewährleisten.

Wien, am 3. August 2021

Der Vorstand

DI DR. GEORG PÖLZL Generaldirektor Vorstandsvorsitzender

DI WALTER OBLIN Generaldirektor-Stellvertreter Vorstand Brief & Finanzen

DI PETER UMUNDUM Mitglied des Vorstands Vorstand Paket & Logistik

Konzernzwischenabschluss

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Mio EUR H1 2020
angepasst1
H1 2021 Q2 2020
angepasst1
Q2 2021
Umsatzerlöse 981,9 1.260,4 479,1 614,3
davon Ergebnis aus Finanzdienstleistungen 6,2 12,4 4,2 6,3
Sonstige betriebliche Erträge 28,4 43,1 15,0 20,9
GESAMTE BETRIEBLICHE ERTRÄGE 1.010,2 1.303,5 494,1 635,1
Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen –260,4 –355,0 –133,4 –169,5
Personalaufwand –494,7 –587,6 –241,2 –284,1
Abschreibungen –64,0 –81,1 –32,0 –41,8
Sonstige betriebliche Aufwendungen –143,4 –176,8 –73,1 –96,3
GESAMTE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN –962,5 –1.200,4 –479,7 –591,6
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen 0,5 0,4 0,5 0,1
ERGEBNIS VOR FINANZERGEBNIS UND ERTRAGSTEUERN (EBIT) 48,2 103,4 14,9 43,7
Finanzerträge 10,3 13,0 5,7 8,2
Finanzaufwendungen –5,1 –8,3 –1,7 –5,9
FINANZERGEBNIS 5,1 4,7 4,0 2,3
ERGEBNIS VOR ERTRAGSTEUERN 53,3 108,1 18,9 45,9
Ertragsteuern –14,2 –23,9 –5,9 –11,7
PERIODENERGEBNIS 39,1 84,2 12,9 34,3
ZUZURECHNEN AN:
Aktionär*innen des Mutterunternehmens 44,5 79,7 15,9 31,6
Nicht beherrschende Anteile –5,4 4,4 –3,0 2,6

ERGEBNIS JE AKTIE (EUR)

UNVERWÄSSERTES ERGEBNIS JE AKTIE 0,66 1,18 0,24 0,47
VERWÄSSERTES ERGEBNIS JE AKTIE 0,66 1,18 0,24 0,47

Anpassungen siehe Punkt 2.2.2 Änderung der Darstellung in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Konzerngesamtergebnisrechnung

Mio EUR H1 2020 H1 2021 Q2 2020 Q2 2021
PERIODENERGEBNIS 39,1 84,2 12,9 34,3
POSTEN, DIE NACHTRÄGLICH IN DIE GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
UMGEGLIEDERT WERDEN KÖNNEN:
Währungsumrechnungsdifferenzen – ausländische Geschäftsbetriebe –0,9 –9,6 0,2 –3,4
SUMME DER POSTEN, DIE UMGEGLIEDERT WERDEN KÖNNEN –0,9 –9,6 0,2 –3,4
POSTEN, DIE NICHT NACHTRÄGLICH IN DIE GEWINN- UND
VERLUSTRECHNUNG UMGEGLIEDERT WERDEN:
Zeitwertänderungen FVOCI – Eigenkapitalinstrumente –1,1 0,0 –1,1 0,0
Neubewertung von leistungsorientierten Verpflichtungen 5,3 4,2 5,3 4,2
Steuereffekt auf Neubewertung –1,3 –1,1 –1,3 –1,1
SUMME DER POSTEN, DIE NICHT UMGEGLIEDERT WERDEN 2,9 3,1 2,9 3,1
SONSTIGES ERGEBNIS 1,9 –6,5 3,1 –0,4
GESAMTPERIODENERGEBNIS 41,1 77,6 16,0 33,9
ZUZURECHNEN AN:
Aktionär*innen des Mutterunternehmens 46,4 75,4 19,0 32,2
Nicht beherrschende Anteile –5,4 2,2 –3,0 1,6

Konzernbilanz

31.12.2020
Mio EUR angepasst1 30.06.2021
AKTIVA
LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE
Geschäfts- oder Firmenwerte 61,4 63,9
Immaterielle Vermögenswerte 96,9 90,9
Sachanlagen 1.137,2 1.109,7
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 74,4 75,7
Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen 11,4 7,9
Andere finanzielle Vermögenswerte 5,4 5,4
Sonstige Forderungen 10,6 14,9
Latente Steueransprüche 48,0 47,5
1.445,3 1.415,9
FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE AUS FINANZDIENSTLEISTUNGEN
Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Guthaben bei Zentralbanken 578,9 712,3
Forderungen an Kreditinstitute 0,0 5,2
Forderungen an Kund*innen 1,7 3,5
Finanzanlagen 0,3 19,9
Sonstige 8,7 9,0
589,5 749,9
KURZFRISTIGE VERMÖGENSWERTE
Andere finanzielle Vermögenswerte 110,6 80,4
Vorräte 15,5 16,2
Vertragsvermögenswerte 4,4 1,3
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 369,1 372,6
Steuererstattungsansprüche 37,1 55,0
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 108,2 95,0
644,9 620,5
ZUR VERÄUSSERUNG GEHALTENE VERMÖGENSWERTE 0,5 0,0
2.680,2 2.786,3

1 Anpassungen siehe Punkt 2.2.1 Änderung der Darstellung von Finanzdienstleistungen

Konzernbilanz
Mio EUR 31.12.2020 30.06.2021
PASSIVA
EIGENKAPITAL
Grundkapital 337,8 337,8
Kapitalrücklagen 91,0 91,0
Gewinnrücklagen 231,4 202,8
Andere Rücklagen –32,8 –36,9
EIGENKAPITAL DER AKTIONÄR*INNEN DES MUTTERUNTERNEHMENS 627,4 594,7
NICHT BEHERRSCHENDE ANTEILE 27,6 28,0
655,0 622,7
LANGFRISTIGE SCHULDEN
Rückstellungen 360,4 360,3
Andere finanzielle Verbindlichkeiten 274,1 247,2
Sonstige Verbindlichkeiten 50,4 63,1
Vertragsverbindlichkeiten 5,4 4,6
Latente Steuerschulden 4,1 3,5
694,4 678,7
FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN AUS FINANZDIENSTLEISTUNGEN
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 11,8 1,7
Verbindlichkeiten gegenüber Kund*innen 519,5 675,1
Sonstige 1,5 2,5
532,9 679,3
KURZFRISTIGE SCHULDEN
Rückstellungen 272,1 283,0
Steuerschulden 2,6 8,2
Andere finanzielle Verbindlichkeiten 77,6 75,8
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 416,4 406,3
Vertragsverbindlichkeiten 29,2 32,4
797,9 805,7
2.680,2 2.786,3

Konzern-Cashflow-Statement

Mio EUR H1 2020 H1 2021
GESCHÄFTSTÄTIGKEIT
Ergebnis vor Ertragsteuern 53,3 108,1
Abschreibungen 64,0 81,1
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen –0,5 –0,4
Rückstellungen unbar 0,3 24,0
Sonstige zahlungsunwirksame Vorgänge 0,0 13,4
CASHFLOW AUS DEM ERGEBNIS 117,2 226,1
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 7,0 –3,8
Vorräte –0,8 –0,3
Vertragsvermögenswerte 4,6 3,1
Rückstellungen –27,6 –18,1
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten –0,5 –10,5
Vertragsverbindlichkeiten 2,6 2,5
Finanzielle Vermögenswerte/Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen 230,9 119,3
Gezahlte Steuern –26,5 –36,9
CASHFLOW AUS GESCHÄFTSTÄTIGKEIT 306,9 281,5
INVESTITIONSTÄTIGKEIT
Erwerb von immateriellen Vermögenswerten –12,5 –8,0
Erwerb von Sachanlagen/als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien –37,7 –47,0
Verkauf von Sachanlagen/als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien 1,8 8,7
Erwerb von Tochterunternehmen/nicht beherrschenden Anteilen/Geschäftseinheiten –0,9 –1,1
Erwerb von nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen –0,8 0,0
Verkauf von sonstigen Finanzinstrumenten 38,0 0,9
Erwerb von Wertpapieren/Geldmarktveranlagungen –50,0 –10,0
Verkauf von Wertpapieren/Geldmarktveranlagungen 170,2 40,0
Gewährte Darlehen 0,1 0,1
Erhaltene Zinsen und Wertpapiererträge 0,7 2,1
CASHFLOW AUS INVESTITIONSTÄTIGKEIT 109,1 –14,4
FREE CASHFLOW 416,0 267,1

Konzern-Cashflow-Statement

für das erste Halbjahr 2021
Mio EUR H1 2020 H1 2021
FINANZIERUNGSTÄTIGKEIT
Tilgung langfristiger finanzieller Verbindlichkeiten (einschließlich kurzfristig gewordener Anteile) –19,1 –25,2
Veränderung von kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten –0,1 –5,7
Ausschüttungen –123,0 –115,7
Gezahlte Zinsen –2,4 –2,7
Einzahlungen von nicht beherrschenden Anteilen 0,0 4,5
CASHFLOW AUS FINANZIERUNGSTÄTIGKEIT –144,7 –144,6
Währungsdifferenzen im Finanzmittelbestand 0,0 –2,3
VERÄNDERUNG DES FINANZMITTELBESTANDS 271,3 120,2
Finanzmittelbestand am 1. Jänner 103,5 687,1
FINANZMITTELBESTAND AM 30. JUNI 374,8 807,3

Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals im ersten Halbjahr 2020 Andere Rücklagen

Mio EUR Grund
kapital
Kapital
rücklagen
Gewinn
rücklagen
IAS 19
Rücklage
FVOCI
Rücklage
Währungs
um
rechnungs
rücklage
Eigen
kapital der
Aktionär*
innen des
Mutter
unter
nehmens
Nicht
beherr
schende
Anteile
Eigen
kapital
STAND AM 1. JÄNNER 2020 337,8 91,0 303,3 –25,6 –14,2 –2,1 690,3 10,4 700,7
Periodenergebnis 0,0 0,0 44,5 0,0 0,0 0,0 44,5 –5,4 39,1
Sonstiges Ergebnis 0,0 0,0 0,0 4,0 –1,1 –0,9 1,9 0,0 1,9
GESAMTPERIODENERGEBNIS 0,0 0,0 44,5 4,0 –1,1 –0,9 46,4 –5,4 41,1
Ausschüttung 0,0 0,0 –140,5 0,0 0,0 0,0 –140,5 –0,7 –141,2
Erwerb von nicht beherrschenden
Anteilen
0,0 0,0 0,1 0,0 0,0 0,0 0,1 –0,1 0,0
Einzahlungen an Tochterunternehmen
mit nicht beherrschenden Anteilen
0,0 0,0 –2,0 0,0 0,0 0,0 –2,0 2,0 0,0
TRANSAKTIONEN MIT
EIGENTÜMER*INNEN
0,0 0,0 –142,4 0,0 0,0 0,0 –142,4 1,2 –141,2
Abgang finanzielle Vermögenswerte 0,0 0,0 –15,9 0,0 15,9 0,0 0,0 0,0 0,0
ANDERE VERÄNDERUNGEN 0,0 0,0 –15,9 0,0 15,9 0,0 0,0 0,0 0,0
STAND AM 30. JUNI 2020 337,8 91,0 189,5 –21,6 0,6 –3,0 594,3 6,3 600,6

Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals im ersten Halbjahr 2021 Andere Rücklagen

Mio EUR Grund
kapital
Kapital
rücklagen
Gewinn
rücklagen
IAS 19
Rücklage
FVOCI
Rücklage
Währungs
um
rechnungs
rücklage
Eigen
kapital der
Aktionär*
innen des
Mutter
unter
nehmens
Nicht
beherr
schende
Anteile
Eigen
kapital
STAND AM 1. JÄNNER 2021 337,8 91,0 231,4 –28,0 0,6 –5,4 627,4 27,6 655,0
Periodenergebnis 0,0 0,0 79,7 0,0 0,0 0,0 79,7 4,4 84,2
Sonstiges Ergebnis 0,0 0,0 0,0 3,3 0,0 –7,6 –4,3 –2,2 –6,5
GESAMTPERIODENERGEBNIS 0,0 0,0 79,7 3,3 0,0 –7,6 75,4 2,2 77,6
Ausschüttung 0,0 0,0 –108,1 0,0 0,0 0,0 –108,1 –6,3 –114,4
Einzahlungen an Tochterunternehmen
mit nicht beherrschenden Anteilen
0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 4,5 4,5
TRANSAKTIONEN MIT
EIGENTÜMER*INNEN
0,0 0,0 –108,1 0,0 0,0 0,0 –108,1 –1,8 –109,9
Abgang finanzielle Vermögenswerte 0,0 0,0 –0,2 0,0 0,2 0,0 0,0 0,0 0,0
ANDERE VERÄNDERUNGEN 0,0 0,0 –0,2 0,0 0,2 0,0 0,0 0,0 0,0
STAND AM 30. JUNI 2021 337,8 91,0 202,8 –24,7 0,8 –13,0 594,7 28,0 622,7

Konzernanhang für das erste Halbjahr 2021

1. Grundlagen der Rechnungslegung

Die Erstellung des Konzernzwischenabschlusses der Österreichischen Post AG zum 30. Juni 2021 erfolgte in Übereinstimmung mit den bis zum 30. Juni 2021 vom International Accounting Standards Board herausgegebenen International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union verpflichtend anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a Unternehmensgesetzbuch.

Der vorliegende Konzernzwischenabschluss wurde in Übereinstimmung mit den Regelungen des IAS 34 Zwischenberichterstattung aufgestellt. Der Konzernzwischenabschluss umfasst nicht alle Angaben, die üblicherweise in einem Abschluss für ein volles Geschäftsjahr enthalten sind. Entsprechend ist der vorliegende Konzernzwischenabschluss in Verbindung mit dem Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2020 zu lesen. Die Bilanzierung und Bewertung sowie die Erläuterungen und Angaben basieren grundsätzlich auf denselben Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, die auch dem Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2020 zugrunde liegen, außer im Hinblick auf die erstmalige Anwendung neuer und geänderter Standards sowie der Änderung der Darstellung von Finanzdienstleistungen, wie nachstehend erläutert.

Der Konzernzwischenabschluss wird in Euro aufgestellt. Alle Beträge sind, sofern nichts anderes angeführt ist, in Millionen Euro (Mio EUR) angegeben. Bei der Summierung gerundeter Beträge und Prozentangaben können durch die Verwendung automatisierter Rechenhilfen Rundungsdifferenzen auftreten.

2. Änderungen in den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und Anpassung der Vorjahreszahlen

2.1 Neuerungen in den International Financial Reporting Standards

2.1.1 VERPFLICHTEND UND VORZEITIG ANGEWANDTE NEUE UND GEÄNDERTE IFRS

Im ersten Halbjahr 2021 waren keine neuen Standards erstmals verpflichtend anzuwenden. Die folgenden geänderten Standards wurden erstmals verpflichtend zur Anwendung gebracht:

Verpflichtend angewandte geänderte Standards Inkrafttreten EU1
IFRS 9/IAS 39/IFRS 7/
IFRS 4/IFRS 16
Reform der Referenzzinssätze – Phase 2 01.01.2021
IFRS 4 Versicherungsverträge – Aufschub von IFRS 9 01.01.2021

Anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem angegebenen Datum beginnen

Die folgenden geänderten Standards wurden im ersten Halbjahr 2021 freiwillig vorzeitig angewandt:

Vorzeitig angewandte geänderte Standards Endorsement EU Inkrafttreten EU1
IFRS 16 COVID-19 bezogene Mietkonzessionen nach dem 30. Juni 2021 offen offen
IAS 12 Latente Steuern in Bezug auf Vermögenswerte und Schulden aus einer
einzelnen Transaktion
offen geplant 01.01.2023

Anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem angegebenen Datum beginnen

Aus der Anwendung der geänderten Standards ergaben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Österreichischen Post Konzern.

2.1.2 VERÖFFENTLICHTE, ABER NOCH NICHT ANGEWANDTE STANDARDS

Folgende Standards und Interpretationen sind durch die Europäische Union anerkannt worden bzw. befinden sich im Anerkennungsprozess. Eine verpflichtende Anwendung ist jedoch erst für die Zukunft vorgesehen.

Noch nicht angewandte neue Standards Endorsement EU Inkrafttreten EU1
IFRS 17 Versicherungsverträge (inklusive Änderungen des IFRS 17) geplant 01.01.2023
Noch nicht angewandte geänderte Standards Endorsement EU Inkrafttreten EU1
IAS 1 Klassifizierung von Verbindlichkeiten als kurz- oder langfristig offen geplant 01.01.2023
IAS 1/IFRS
Leitliniendokument 2
Angabe von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden offen geplant 01.01.2023
IAS 8 Definition von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen offen geplant 01.01.2023
IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse 28.06.2021 01.01.2022
IAS 16 Sachanlagen 28.06.2021 01.01.2022
IAS 37 Rückstellungen, Eventualschulden und Eventualforderungen 28.06.2021 01.01.2022
Diverse Verbesserungen an den IFRS, Zyklus 2018-2020 28.06.2021 01.01.2022

Anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem angegebenen Datum beginnen

Die noch nicht angewandten neuen und geänderten Standards haben voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Österreichischen Post AG.

2.2 Änderung der Bilanzierungsmethoden und Anpassung der Vorjahreszahlen

2.2.1 ÄNDERUNG DER DARSTELLUNG VON FINANZDIENSTLEISTUNGEN

Im Sinne einer möglichst transparenten Darstellung werden Forderungen an Kreditinstitute aus Finanzdienstleistungen, welche den Zahlungsverkehr betreffen und eine Ursprungslaufzeit von bis zu drei Monaten haben, nunmehr den Zahlungsmitteln, Zahlungsmitteläquivalenten und Guthaben bei Zentralbanken aus Finanzdienstleistungen zugeordnet:

MIO EUR 31.12.2020 Anpassung 31.12.2020
angepasst
AKTIVA
FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE AUS FINANZDIENSTLEISTUNGEN
Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Guthaben bei Zentralbanken 568,1 10,8 578,9
Forderungen an Kreditinstitute 10,8 –10,8 0,0
Forderungen an Kund*innen 1,7 0,0 1,7
Finanzanlagen 0,3 0,0 0,3
Sonstige 8,7 0,0 8,7
589,5 0,0 589,5

2.2.2 ÄNDERUNG DER DARSTELLUNG IN DER KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wurde eine Zwischensumme eingezogen, um das Ergebnis vor Finanzergebnis und Ertragsteuern (EBIT) als wesentliche Steuerungsgröße im Konzern zu zeigen.

Aufwendungen für Fremdpersonal und Zeitarbeitskräfte wurden in den Vorjahren überwiegend unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst. Aufwendungen für Fremdpersonal und Zeitarbeitskräfte, die in direktem Zusammenhang mit der Erbringung von Leistungen stehen, werden nunmehr unter Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen erfasst. Um die Vergleichbarkeit zu gewährleisten, wurden die Vorjahresangaben angepasst.

3. Konsolidierungskreis

In den Konzernzwischenabschluss sind neben der Österreichischen Post AG 28 inländische (31. Dezember 2020: 27) und 15 ausländische (31. Dezember 2020: 15) Tochterunternehmen einbezogen. Weiters wird ein inländisches (31. Dezember 2020: zwei) und ein ausländisches (31. Dezember 2020: ein) Unternehmen nach der Equity-Methode bilanziert.

3.1 Änderungen im Konsolidierungskreis

Im ersten Halbjahr 2021 haben folgende Konsolidierungskreisänderungen und Transaktionen mit nicht beherrschenden Anteilen stattgefunden:

Anteil am Kapital
Name der Gesellschaft von auf Transaktions
zeitpunkt
Erläuterung
BRIEF & WERBEPOST
D2D - direct to document GmbH, Wien 70,00% 100,00% 26.02.2021 Sukzessiver Erwerb

BRIEF & WERBEPOST

D2D – direct to document GmbH

Mit Closing der Transaktion über den Erwerb der restlichen 30% der Anteile am 26. Februar 2021 hält die Österreichische Post nunmehr 100% der Anteile und hat damit die Beherrschung über die D2D – direct to document GmbH erlangt. Die Gesellschaft wird seit diesem Zeitpunkt im Wege der Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss der Österreichischen Post einbezogen. Zuvor wurde die Gesellschaft als assoziiertes Unternehmen im Sinne des IAS 28 eingestuft und unter Anwendung der Equity Methode bilanziert, da die Österreichische Post

aufgrund der bei der Gesellschaft bestandenen Corporate Governance keine Beherrschung, sondern ausschließlich maßgeblichen Einfluss hatte. Bei der D2D – direct to document GmbH handelt es sich um eine Digital- und Transaktionsdruckerei in Österreich. Durch den Erwerb eröffnen sich dem Österreichischen Post-Konzern zahlreiche Chancen, sich weiterhin als Full-Service-Provider im Druckoutsourcing zu etablieren und den gesamten Prozess von der Datenübernahme und Druckaufbereitung über die Kuvertierung bis zur Postaufgabe anzubieten.

Die wesentlichen identifizierbaren Vermögenswerte im Zeitpunkt der Erlangung der Beherrschung waren Sachanlagen (ohne Nutzungsrechte nach IFRS 16) in Höhe von 2,9 Mio EUR und kurzfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen in Höhe von 2,5 Mio EUR. Darüber hinaus wurden im Zuge der Kaufpreisallokation Kund*innenbeziehungen von 0,9 Mio EUR angesetzt. Die wesentlichen übernommen Schulden waren kurzfristige andere finanzielle Verbindlichkeiten (ohne Leasingverbindlichkeiten nach IFRS 16) in Höhe von 2,0 Mio EUR und kurzfristige Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten in Höhe von 1,6 Mio EUR. In den kurzfristigen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen sowie den kurzfristigen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten sind Forderungen bzw. Verbindlichkeiten gegenüber Konzerngesellschaften enthalten. Nutzungsrechte und Leasingsverbindlichkeiten aus konzernexternen Leasingverträgen waren in Höhe von 2,1 Mio EUR anzusetzen. Der Saldo der identifizierbaren Vermögenswerte und übernommenen Schulden belief sich somit im Zeitpunkt der Erlangung der Beherrschung auf 2,6 Mio EUR.

Der Kaufpreis für den Erwerb der übrigen 30% der Anteile belief sich auf 1,1 Mio EUR. Im Zuge des sukzessiven Erwerbs wurde der beizulegende Wert des gesamten von der Österreichischen Post gehaltenen Anteils ermittelt. Dieser entsprach im Wesentlichen dem zuvor nach der Equity Methode bilanziertem Anteil. Aus dem Erwerb ergab sich ein Firmenwert von 2,3 Mio EUR, der aus den mit der Gesellschaft verbundenen Ertragserwartungen im Zusammenhang mit dem Brief & Werbepost-Geschäft der Österreichischen Post resultiert.

ERMITTLUNG DES GESCHÄFTS- ODER FIRMENWERTES
Gesamtbetrag der übertragenen Gegenleistung in bar 1,1
Beizulegender Zeitwert des zuvor gehaltenen Anteils 3,8
Saldo der identifizierbaren Vermögenswerte und übernommenen Schulden 2,6
GESCHÄFTS- ODER FIRMENWERT 2,3
AUFGLIEDERUNG DES ZAHLUNGSMITTELAB-/ZUFLUSSES
Gesamtbetrag der übertragenen Gegenleistung in bar 1,1
TATSÄCHLICHER ZAHLUNGSMITTELABFLUSS 1,1

Seit Einbeziehung der D2D – direct to document GmbH in den Konzernabschluss der Österreichischen Post wurden Umsatzerlöse der Gesellschaft von 1,5 Mio EUR erfasst. Wäre die Gesellschaft bereits seit Anfang des Jahres ein Tochterunternehmen gewesen, würden die Umsatzerlöse des Konzerns 1.261,5 Mio EUR betragen. Das Periodenergebnis der Gesellschaft war im ersten Halbjahr 2021 von untergeordneter Bedeutung.

Mio EUR

Beizulegende Zeitwerte

4.1 Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten

Finanzielle Verbindlichkeiten werden unverändert in folgende Bewertungskategorien eingestuft:

  • _ Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (FVTPL)
  • _ Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet (at amortised cost)

Gemäß IFRS 9 sind finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten zu bewerten, sofern sie nicht in die Ausnahmeregelungen des IFRS 9.4.2.1 fallen. Entsprechend werden Andere finanzielle Verbindlichkeiten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und Andere sonstige Verbindlichkeiten sowie Verbindlichkeiten gegenüber nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Die von der Österreichischen Post gehaltenen Verbindlichkeiten aus Erwerbsverpflichtungen von nicht beherrschenden Anteilen fallen nicht unter die Ausnahmeregelung des IFRS 9.4.2.1 und sind somit der Kategorie Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet zuzuordnen. Das Ergebnis aus der Folgebewertung dieser Verbindlichkeiten wird in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

4.2 Ertragsteuern

Im April 2021 wurde eine temporäre Erhöhung der Körperschaftsteuer in der Türkei für die Jahre 2021 und 2022 beschlossen (25% in 2021, 23% in 2022). Die latenten Steuersalden wurden entsprechend neu bewertet. Die Auswirkungen auf die latenten Steuern waren betraglich unwesentlich.

5. Zukunftsbezogene Annahmen und Schätzunsicherheiten

5.1 Auswirkungen der COVID-19 Pandemie

Aufgrund der anhaltenden COVID-19 Pandemie wurden die möglichen Auswirkungen im Zuge der Erstellung des Konzernzwischenabschlusses untersucht.

Im Bereich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen wurden etwaige branchenspezifische Ausfälle im Zusammenhang mit der COVID-19 Pandemie mit einem Zuschlagsfaktor in den erwarteten Verlustraten berücksichtigt. Die Auswirkungen daraus waren betraglich unwesentlich bzw. waren bislang auch keine wesentlichen Zahlungsausfälle zu beobachten.

6. Segmentberichterstattung

Die nachstehenden Tabellen zeigen die Segmentangaben für die berichtspflichtigen Segmente für das erste Halbjahr 2020 und das erste Halbjahr 2021:

H1 2020

Mio EUR Brief &
Werbepost
Paket & Logistik Filiale & Bank Corporate Überleitung
Konzern
Konzern
Umsatzerlöse (Segmente) 590,6 367,9 28,6 1,1 –6,3 981,9
Interne Leistungsverrechnung 1,4 0,5 87,5 0,0 –89,4 0,0
UMSATZERLÖSE GESAMT 592,0 368,4 116,2 1,1 –95,7 981,9
davon Umsatzerlöse mit Dritten 587,7 364,6 28,6 1,0 0,0 981,9
davon Ergebnis aus
Finanzdienstleistungen
0,0 0,0 6,2 0,0 0,0 6,2
EBIT 73,2 18,2 –28,7 –14,2 –0,3 48,2
Finanzergebnis 5,1
ERGEBNIS VOR ERTRAGSTEUERN 53,3

H1 2021

Mio EUR Brief &
Werbepost
Paket & Logistik Filiale & Bank Corporate Überleitung
Konzern
Konzern
Umsatzerlöse (Segmente) 608,2 628,1 34,0 1,4 –11,4 1.260,4
Interne Leistungsverrechnung 1,4 0,5 90,4 0,0 –92,2 0,0
UMSATZERLÖSE GESAMT 609,6 628,5 124,4 1,4 –103,5 1.260,4
davon Umsatzerlöse mit Dritten 603,8 621,3 33,9 1,4 0,0 1.260,4
davon Ergebnis aus
Finanzdienstleistungen
0,0 0,0 12,5 0,0 –0,2 12,4
EBIT 82,4 59,7 –27,0 –11,7 0,0 103,4
Finanzergebnis 4,7
ERGEBNIS VOR ERTRAGSTEUERN 108,1

7. Erlöse aus Verträgen mit Kund*innen

7.1 Erlöse aus Verträgen mit Kund*innen

In der folgenden Tabelle sind die Erlöse aus Verträgen mit Kund*innen nach berichtspflichtigen Segmenten und Produktgruppen (Bereiche dieser Segmente) aufgeschlüsselt:

Mio EUR H1 2020 H1 2021
Briefpost 355,4 367,0
Business Solutions 23,4 20,8
Werbepost 152,4 157,3
Medienpost 56,5 58,7
BRIEF & WERBEPOST 587,7 603,8
Paket Premium 212,0 424,7
Paket Standard 121,1 152,4
Paket Sonstige Leistungen 31,5 44,2
PAKET & LOGISTIK 364,6 621,3
Filialdienstleistungen 22,4 21,5
Provisionsertrag aus Finanzdienstleistungen1 6,9 14,5
FILIALE & BANK 29,3 36,0
Erlöse Immobilienprojekt Neutorgasse 7 2,6 0,0
Umsatzerlöse Sonstige 1,0 1,4
CORPORATE 3,6 1,4
ERLÖSE AUS VERTRÄGEN MIT KUND*INNEN 985,2 1.262,5
davon ausgewiesen unter den Umsatzerlösen 982,6 1.262,5
davon ausgewiesen unter den Sonstigen betrieblichen Erträgen 2,6 0,0

Siehe dazu im Detail Punkt 8.1 Ergebnis aus Finanzdienstleistungen

8. Finanzdienstleistungen

8.1 Ergebnis aus Finanzdienstleistungen

Die folgende Tabelle stellt das gesamte Ergebnis aus den Finanzdienstleistungen inklusive Bewertungs- und Abgangsergebnis sowie Wertminderungen dar:

Mio EUR H1 2020 H1 2021
Zinsertrag aus Forderungen an Kund*innen 0,0 0,1
Zinsertrag 0,0 0,1
Zinsaufwand aus Barreserven (inkl. Guthaben bei Zentralbanken) –0,2 –1,2
Zinsaufwand aus Verbindlichkeiten gegenüber Kund*innen 0,0 –0,2
Zinsaufwand –0,2 –1,4
ZINSERGEBNIS –0,2 –1,3
Provisionsertrag Girogeschäft und Zahlungsverkehr 1,4 5,8
Provisionsertrag sonstiges Dienstleistungsgeschäft 5,5 8,7
Provisionsertrag 6,9 14,5
Provisionsaufwand Girogeschäft und Zahlungsverkehr –0,3 –0,7
Provisionsaufwand sonstiges Dienstleistungsgeschäft –0,3 –0,2
Provisionsaufwand –0,5 –0,9
PROVISIONSERGEBNIS 6,3 13,7
ERGEBNIS AUS FINANZDIENSTLEISTUNGEN 6,2 12,4
Wertminderungen 0,0 –0,1
ERGEBNIS AUS FINANZDIENSTLEISTUNGEN INKL BEWERTUNGS- UND ABGANGSERGEBNIS
SOWIE WERTMINDERUNGEN
6,1 12,3

Das Ergebnis aus Finanzdienstleistungen ist in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung in folgenden Positionen dargestellt:

Mio EUR H1 2020 H1 2021
Umsatzerlöse 6,2 12,4
Sonstige betriebliche Aufwendungen 0,0 –0,1
ERGEBNIS AUS FINANZDIENSTLEISTUNGEN INKL BEWERTUNGS- UND ABGANGSERGEBNIS
SOWIE WERTMINDERUNGEN 6,1 12,3

8.2 Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen

Die folgenden Tabellen zeigen die Fristigkeiten der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen:

Finanzielle Vermögenswerte aus Finanzdienstleistungen

31.12.2020
angepasst1
30.06.2021
Mio EUR Restlaufzeit
< 1 Jahr
Restlaufzeit
> 1 Jahr
Gesamt Restlaufzeit
< 1 Jahr
Restlaufzeit
> 1 Jahr
Gesamt
Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläqui
valente und Guthaben bei Zentralbanken
578,9 0,0 578,9 712,3 0,0 712,3
Kassenbestand 114,7 0,0 114,7 197,4 0,0 197,4
Sichteinlagen bei Banken 10,8 0,0 10,8 8,0 0,0 8,0
Guthaben bei Zentralbanken 453,4 0,0 453,4 506,8 0,0 506,8
Forderungen an Kreditinstitute 0,0 0,0 0,0 5,2 0,0 5,2
täglich fällig 0,0 0,0 0,0 5,2 0,0 5,2
Forderungen an Kund*innen 1,7 0,0 1,7 3,5 0,0 3,5
täglich fällig 1,7 0,0 1,7 3,5 0,0 3,5
Finanzanlagen 0,2 0,1 0,3 0,2 19,7 19,9
Wertpapiere 0,2 0,1 0,3 0,2 19,7 19,9
Sonstige 8,7 0,0 8,7 9,0 0,0 9,0
GESAMT 589,4 0,1 589,5 730,2 19,7 749,9

Anpassungen siehe Punkt 2.2.1 Änderung der Darstellung von Finanzdienstleistungen

Finanzielle Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen

30.06.2021
Mio EUR Restlaufzeit
< 1 Jahr
Gesamt Restlaufzeit
< 1 Jahr
Gesamt
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 11,8 11,8 1,7 1,7
täglich fällig 11,8 11,8 1,7 1,7
Verbindlichkeiten gegenüber Kund*innen 519,5 519,5 675,1 675,1
täglich fällig 519,5 519,5 675,1 675,1
Sonstige 1,5 1,5 2,5 2,5
GESAMT 532,9 532,9 679,3 679,3

9. Leasingverhältnisse

Nutzungsrechte Nutzungsrechte sind in der Bilanz den gleichen Bilanzposten zugeordnet, denen auch die den Leasingverhältnissen zugrunde liegenden Vermögenswerte zugeordnet werden würden. Bei den Technischen Anlagen und Maschinen waren im ersten Halbjahr 2021 Wertminderungen von 3,1 Mio EUR zu erfassen. Diese Wertminderungen betreffen Nutzungsrechte von Bankomaten, deren Erlöserwartungen aufgrund der aktuellen Entwicklung im Bargeldverkehr geschmälert wurden. Der Ausweis erfolgt unter der Position Abschreibungen in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung und betrifft das Segment Filiale & Bank. Ihre Berechnung erfolgte auf Basis der vom Management erwarteten Cash-Flows für die Restlaufzeit der Nutzungsrechte (bis 2026) unter Anwendung eines WACC (Weighted Average Cost of Capital) in Höhe von 2,2%.

Bei den Nutzungsrechten von Grundstücken und Bauten kam es im ersten Halbjahr 2021 zu Abgängen in Höhe von 22,9 Mio EUR. Davon betreffen 11,3 Mio EUR die Neueinschätzung der Restlaufzeiten von Nutzungsrechten von Grundstücken und Bauten mit unbestimmter Leasingdauer aufgrund von an die veränderte Geschäftsentwicklung angepassten Immobilienprojekten. Ein Abgang von 6,3 Mio EUR betrifft eine angemietete, nicht mehr benötigte Immobilie, die nunmehr untervermietet wird und 3,9 Mio EUR betreffen eine vorzeitige Vertragsbeendigung. Die Leasingverbindlichkeiten reduzierten sich durch die Neueinschätzung der Restlaufzeiten sowie die vorzeitige Vertragsbeendigung um 15,3 Mio EUR.

Finanzierungsleasing Seit März dieses Jahres wird eine bis zu diesem Zeitpunkt genutzte angemietete Immobilie nicht mehr benötigt. Aufgrund der Unkündbarkeit des Vertrages wird die Immobilie nunmehr untervermietet. Die Untervermietung erstreckt sich über die gesamte Restmietdauer und ist als Finanzierungs-Leasingverhältnis einzustufen. Mit Beginn der Untervermietung wurde das Nutzungsrecht in Höhe von 6,3 Mio EUR gegen eine Forderung ausgebucht. Daraus ergaben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf die Konzern-Gewinnund Verlustrechnung. Zum 30. Juni 2021 werden unter Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen vor Berücksichtigung von Wertminderungen Leasingforderungen in Höhe von insgesamt 6,7 Mio EUR (31.12.2020: 0,7 Mio EUR) ausgewiesen, wovon 6,0 Mio EUR (Vorjahr 0,4 Mio EUR) eine Laufzeit von mehr als einem Jahr haben. Die Wertminderungen in Höhe der erwarteten Kreditverluste betragen zum 30.06.2021 0,2 Mio EUR (31.12.2020: 0,0 Mio EUR). Im ersten Halbjahr 2021 wurden aufgrund der Vereinbarung einer Mietfreiperiode keine wesentlichen Erträge generiert.

Mio EUR 31.12.2020 30.06.2021
Bis zu einem Jahr 0,4 0,7
Länger als ein Jahr und bis zu zwei Jahren 0,3 1,5
Länger als zwei Jahre und bis zu drei Jahren 0,0 1,4
Länger als drei Jahre und bis zu vier Jahren 0,0 1,4
Länger als vier Jahre und bis zu fünf Jahren 0,0 1,4
Länger als fünf Jahre 0,0 0,3
GESAMTBETRAG DER NICHT DISKONTIERTEN LEASINGFORDERUNGEN 0,7 6,7
NETTOINVESTITION IN DAS LEASINGVERHÄLTNIS 0,7 6,7

Fälligkeitsanalyse

10. Rückstellungen

Die Österreichische Post hat die Parameter für verzinsliche Rückstellungen vor dem Hintergrund der Entwicklungen der Zinslandschaft angepasst. Der gewichtete Rechnungszinssatz für Rückstellungen für Abfertigungen beträgt nunmehr 2,41% (31. Dezember 2020: 1,78%), jener für Rückstellungen für Jubiläumsgelder beträgt nunmehr 1,00%

(31. Dezember 2020: 0,75%). Die Parameteranpassungen, inklusive der Effekte aus erfahrungsbedingten Berichtigungen, führten im ersten Halbjahr 2021 zu einem versicherungsmathematischen Gewinn in Höhe von 6,2 Mio EUR, wovon 4,2 Mio EUR im sonstigen Ergebnis erfasst wurden.

Die Bandbreite der Rechnungszinssätze für Rückstellungen für Unterauslastung beläuft sich nunmehr auf 0,00%–0,75% (31. Dezember 2020: 0,00%–0,50%). Die Parameteranpassungen führten im ersten Halbjahr 2021 zu einem positiven Effekt von 2,3 Mio EUR, der im Personalaufwand erfasst wurde.

11. Finanzinstrumente

Die vorliegende Anhangangabe umfasst eine Aktualisierung der vom Konzern vorgenommenen Beurteilungen und Schätzungen bei der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte von Finanzinstrumenten seit dem letzten Jahresabschluss.

11.1 Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten

Die folgenden Tabellen zeigen die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach den Bewertungskategorien des IFRS 9 zum 31. Dezember 2020 und 30. Juni 2021.

31. Dezember 2020

Mio EUR Zu
fortgeführten
Anschaffungs
kosten bewertet
(at amortised
cost)
Erfolgsneutral
zum
beizulegenden
Zeitwert
(FVOCI)
mit Recycling
Erfolgsneutral
zum
beizulegenden
Zeitwert
(FVOCI)
ohne Recycling
Erfolgswirksam
zum
beizulegenden
Zeitwert
(FVTPL)
verpflichtend
Summe zum
beizulegenden
Zeitwert
Gesamt
FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE
Finanzielle Vermögenswerte aus
Finanzdienstleistungen
589,3 0,2 0,0 0,0 0,2 589,5
Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente
und Guthaben bei Zentralbanken1
578,9 0,0 0,0 0,0 0,0 578,9
Forderungen an Kund*innen 1,7 0,0 0,0 0,0 0,0 1,7
Finanzanlagen 0,1 0,2 0,0 0,0 0,2 0,3
Sonstige 8,7 0,0 0,0 0,0 0,0 8,7
Andere finanzielle Vermögenswerte 70,0 0,4 5,4 40,3 46,1 116,1
Wertpapiere 0,0 0,4 0,0 40,3 40,7 40,7
Geldmarktveranlagungen 70,0 0,0 0,0 0,0 0,0 70,0
Andere Anteile 0,0 0,0 5,4 0,0 5,4 5,4
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
und sonstige Forderungen
340,0 0,0 0,0 0,0 0,0 340,0
Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen
314,2 0,0 0,0 0,0 0,0 314,2
Forderungen gegenüber nach der Equity
Methode bilanzierten Finanzanlagen
1,9 0,0 0,0 0,0 0,0 1,9
Sonstige Forderungen2 23,9 0,0 0,0 0,0 0,0 23,9
Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente
108,2 0,0 0,0 0,0 0,0 108,2
SUMME 1.107,5 0,6 5,4 40,3 46,3 1.153,8
FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN
Finanzielle Verbindlichkeiten aus
Finanzdienstleistungen
532,9 0,0 0,0 0,0 0,0 532,9
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
11,8 0,0 0,0 0,0 0,0 11,8
Verbindlichkeiten gegenüber Kund*innen 519,5 0,0 0,0 0,0 0,0 519,5
Sonstige 1,5 0,0 0,0 0,0 0,0 1,5
Andere finanzielle Verbindlichkeiten 351,6 0,0 0,0 0,0 0,0 351,6
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
30,1 0,0 0,0 0,0 0,0 30,1
Leasingverbindlichkeiten 321,5 0,0 0,0 0,0 0,0 321,5
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten
372,9 0,0 0,0 0,0 0,0 372,9
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen
249,2 0,0 0,0 0,0 0,0 249,2
Verbindlichkeiten gegenüber nach der
Equity-Methode bilanzierten
Finanzanlagen
1,0 0,0 0,0 0,0 0,0 1,0
Verbindlichkeiten aus
Erwerbsverpflichtungen von nicht
beherrschenden Anteilen3 32,7 0,0 0,0 0,0 0,0 32,7
Andere sonstige Verbindlichkeiten4
SUMME
90,0
1.257,3
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
90,0
1.257,3

Anpassungen siehe Punkt 2.2.1 Änderung der Darstellung von Finanzdienstleistungen

Exklusive geleisteter Vorauszahlungen und Forderungen gegenüber Steuerbehörden und Sozialversicherungsträger*innen

3 Bedingte Restkaufpreisverbindlichkeiten wurden zur Klarstellung in Verbindlichkeiten aus Erwerbsverpflichtungen von nicht beherrschenden Anteilen umbenannt.

Die Verbindlichkeiten aus Erwerbsverpflichtungen von nicht beherrschenden Anteilen werden nunmehr der Kategorie Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet (at amortised cost) zugeordnet.

4 Exklusive erhaltener Vorauszahlungen und Verbindlichkeiten gegenüber Steuerbehörden und Sozialversicherungsträger*innen sowie nicht konsumierte Urlaube

30. Juni 2021

Mio EUR Zu
fortgeführten
Anschaffungs
kosten bewertet
(at amortised
cost)
Erfolgsneutral
zum
beizulegenden
Zeitwert
(FVOCI)
mit Recycling
Erfolgsneutral
zum
beizulegenden
Zeitwert
(FVOCI)
ohne Recycling
Erfolgswirksam
zum
beizulegenden
Zeitwert
(FVTPL)
verpflichtend
Summe zum
beizulegenden
Zeitwert
Gesamt
FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE
Finanzielle Vermögenswerte aus
Finanzdienstleistungen
749,7 0,2 0,0 0,0 0,2 749,9
Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente
und Guthaben bei Zentralbanken
712,3 0,0 0,0 0,0 0,0 712,3
Forderungen an Kreditinstitute 5,2 0,0 0,0 0,0 0,0 5,2
Forderungen an Kund*innen 3,5 0,0 0,0 0,0 0,0 3,5
Finanzanlagen 19,7 0,2 0,0 0,0 0,2 19,9
Sonstige 9,0 0,0 0,0 0,0 0,0 9,0
Andere finanzielle Vermögenswerte 40,0 0,4 5,4 40,0 45,8 85,8
Wertpapiere 0,0 0,4 0,0 40,0 40,4 40,4
Geldmarktveranlagungen 40,0 0,0 0,0 0,0 0,0 40,0
Andere Anteile 0,0 0,0 5,4 0,0 5,4 5,4
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
und sonstige Forderungen
353,6 0,0 0,0 0,0 0,0 353,6
Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen
318,5 0,0 0,0 0,0 0,0 318,5
Forderungen gegenüber nach der Equity
Methode bilanzierten Finanzanlagen
1,8 0,0 0,0 0,0 0,0 1,8
Sonstige Forderungen1 33,3 0,0 0,0 0,0 0,0 33,3
Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente
95,0 0,0 0,0 0,0 0,0 95,0
SUMME 1.238,3 0,7 5,4 40,0 46,0 1.284,3
FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN
Finanzielle Verbindlichkeiten aus
Finanzdienstleistungen
679,3 0,0 0,0 0,0 0,0 679,3
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
1,7 0,0 0,0 0,0 0,0 1,7
Verbindlichkeiten gegenüber Kund*innen 675,1 0,0 0,0 0,0 0,0 675,1
Sonstige 2,5 0,0 0,0 0,0 0,0 2,5
Andere finanzielle Verbindlichkeiten 323,0 0,0 0,0 0,0 0,0 323,0
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
26,5 0,0 0,0 0,0 0,0 26,5
Leasingverbindlichkeiten 296,5 0,0 0,0 0,0 0,0 296,5
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten
348,4 0,0 0,0 0,0 0,0 348,4
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen
216,5 0,0 0,0 0,0 0,0 216,5
Verbindlichkeiten aus
Erwerbsverpflichtungen von nicht
beherrschenden Anteilen
47,5 0,0 0,0 0,0 0,0 47,5
Andere sonstige Verbindlichkeiten2 84,4 0,0 0,0 0,0 0,0 84,4
SUMME 1.350,6 0,0 0,0 0,0 0,0 1.350,6

Exklusive geleisteter Vorauszahlungen und Forderungen gegenüber Steuerbehörden und Sozialversicherungsträger*innen

Exklusive erhaltener Vorauszahlungen und Verbindlichkeiten gegenüber Steuerbehörden und Sozialversicherungsträger*innen sowie nicht konsumierte Urlaube

Verbindlichkeiten aus Erwerbsverpflichtungen von nicht beherrschenden Anteilen werden nunmehr der Kategorie Zu fortgeführten Anschaffungskosten zugeordnet (siehe dazu Punkt 4.1 Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten). Die Verbindlichkeiten resultieren im Wesentlichen aus Optionen auf den Erwerb der restlichen 20% der Anteile an der Aras Kargo a.s., wobei der zukünftige Kaufpreis vom Unternehmenserfolg abhängt. Die Folgebewertung erfolgt auf Basis der erwarteten zukünftigen Ergebnisse laut Unternehmensplanung, der Anwendung des aktuellen EUR/TRY Wechselkurses und wird unter Anwendung der Effektivzinsmethode abgezinst, woraus sich zum 30. Juni 2021 eine Verbindlichkeit in Höhe von 47,4 Mio EUR (31. Dezember 2020: 32,6 Mio EUR) ergibt. Ein um 10% höheres (niedrigeres) zukünftiges Ergebnis der Gesellschaft würde zu einer höheren (niedrigeren) Verbindlichkeit von 5,0 Mio EUR führen. Bei einem Anstieg des EUR/TRY Wechselkurses von 10% würde die Verbindlichkeit um 4,3 Mio EUR sinken. Sollte der EUR/TRY Wechselkurs um 10% fallen, würde die Verbindlichkeit um rund 5,3 Mio EUR steigen.

Das Ergebnis aus der Folgebewertung beläuft sich im ersten Halbjahr 2021 auf minus 14,8 Mio EUR und wird in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, wobei die Aufwendungen aus der Schätzungsänderung der zukünftigen Ergebnisse in Höhe von 17,1 Mio EUR in den Sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst werden. Der Ertrag aus der Fremdwährungsbewertung der Verbindlichkeit in Höhe von 6,3 Mio EUR wird unter den Finanzerträgen ausgewiesen und der Aufwand aus der Aufzinsung der Verbindlichkeit in Höhe von 4,0 Mio EUR ist in den Finanzaufwendungen enthalten.

11.2 Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden

Die folgenden Tabellen zeigen die zum 31. Dezember 2020 und 30. Juni 2021 zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte nach den Stufen der Fair-Value-Hierarchie des IFRS 13:

31. Dezember 2020
Mio EUR Stufe 1 Stufe 31 Gesamt
FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE
Finanzielle Vermögenswerte aus Finanzdienstleistungen 0,2 0,0 0,2
Finanzanlagen 0,2 0,0 0,2
Andere finanzielle Vermögenswerte 40,7 5,4 46,1
Wertpapiere 40,7 0,0 40,7
Andere Anteile 0,0 5,4 5,4
SUMME 40,9 5,4 46,3

Bedingte Restkaufpreisverbindlichkeiten wurden zur Klarstellung in Verbindlichkeiten aus Erwerbsverpflichtungen von nicht beherrschenden Anteilen umbenannt. Die Verbindlichkeiten aus Erwerbsverpflichtungen von nicht beherrschenden Anteilen werden nunmehr der Kategorie Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet (at amortised cost) zugeordnet.

30. Juni 2021

Mio EUR Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Gesamt
FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE
Finanzielle Vermögenswerte aus Finanzdienstleistungen 0,2 0,0 0,0 0,2
Finanzanlagen 0,2 0,0 0,0 0,2
Andere finanzielle Vermögenswerte 40,4 5,3 0,1 45,8
Wertpapiere 40,4 0,0 0,0 40,4
Andere Anteile 0,0 5,3 0,1 5,4
SUMME 40,6 5,3 0,1 46,0

Der beizulegende Zeitwert der Stufe 2 betrifft bei Anderen Anteilen die Anteile an der Wiener Börse. Die Bewertung dieser Anteile erfolgt unter Zugrundelegung des Exit-Preises auf Basis des bestehenden Syndikatsvertrages sowie regelmäßiger indexbasierter Wertanpassungen.

Der Konzern erfasst Umgruppierungen zwischen verschiedenen Stufen der Fair Value Hierarchie zum Ende der Berichtsperiode, in der die Änderung eingetreten ist. Während der Berichtsperiode vom 1. Jänner 2021 bis zum 30. Juni 2021 wurden die Anteile an der Wiener Börse aufgrund einer Neubeurteilung von Stufe 3 zu Stufe 2 transferiert.

Die folgende Tabelle zeigt die Überleitung der Stufe-3-Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten für die Perioden vom 1. Jänner 2020 bis 30. Juni 2020 sowie vom 1. Jänner 2021 bis 30. Juni 2021.

Finanzielle Vermögenswerte

Mio EUR H1 2020 H1 2021
ANFANGSBESTAND 1. JÄNNER 28,7 5,4
Gesamte Gewinne und Verluste erfolgsneutral –1,1 0,0
Im Posten Zeitwertänderung FVOCI – Eigenkapitalinstrumente erfasst –1,1 0,0
Abgang aus Methodenwechsel –22,2 0,0
Umwidmung von Stufe 3 0,0 –5,3
ENDBESTAND 30. JUNI 5,4 0,1

Der Abgang aus Methodenwechsel betraf im ersten Halbjahr 2020 die Aras Kargo a.s..

Finanzielle Verbindlichkeiten

Mio EUR H1 2020 H1 20211
ANFANGSBESTAND 1. JÄNNER 2,9 0,0
Gesamte Gewinne und Verluste erfolgswirksam 0,2 0,0
Im Posten Sonstige betriebliche Aufwendungen erfasst 0,2 0,0
Tilgung –2,0 0,0
ENDBESTAND 30. JUNI 1,1 0,0

Bedingte Restkaufpreisverbindlichkeiten wurden zur Klarstellung in Verbindlichkeiten aus Erwerbsverpflichtungen von nicht beherrschenden Anteilen umbenannt. Die Verbindlichkeiten aus Erwerbsverpflichtungen von nicht beherrschenden Anteilen werden nunmehr der Kategorie Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet (at amortised cost) zugeordnet.

11.3 Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden

Bei allen anderen finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, die nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, wird aufgrund der überwiegenden Kurzfristigkeit dieser Posten unterstellt, dass die Buchwerte den beizulegenden Zeitwerten entsprechen.

12. Erläuterungen zum Konzern-Cashflow-Statement

Der Finanzmittelbestand, wie er im Konzern-Cashflow-Statement dargestellt wird, kann auf den Posten Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in der Konzernbilanz wie folgt übergeleitet werden:

Mio EUR 31.12.2020
angepasst1
30.06.2021
FINANZMITTELBESTAND 687,1 807,3
Finanzielle Vermögenswerte aus Finanzdienstleistungen 578,9 712,3
Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Guthaben bei Zentralbanken 578,9 712,3
ZAHLUNGSMITTEL UND ZAHLUNGSMITTELÄQUIVALENTE 108,2 95,0

Anpassungen siehe Punkt 2.2.1 Änderung der Darstellung von Finanzdienstleistungen

13. Sonstige Angaben

In der Hauptversammlung am 15. April 2021 wurde eine Dividende von 1,60 EUR pro Aktie (108,1 Mio EUR) beschlossen. Die Dividendenauszahlung an die Aktionäre in Höhe von 94,1 Mio EUR erfolgte am 29. April 2021. Die einbehaltene Kapitalertragsteuer (KESt) von 14,0 Mio EUR wurde Mitte Mai 2021 abgeführt.

Die Österreichische Post AG hat sich gegenüber der bank99 AG mittels einer Patronatserklärung verpflichtet, die Gesellschaft bis Ende 2026 unter bestimmten Voraussetzungen mit Eigenmitteln von bis zu 43,3 Mio EUR (31. Dezember 2020: 61,3 Mio EUR) auszustatten.

14. Ereignisse nach dem Abschlussstichtag

Ereignisse nach dem Abschlussstichtag, die für die Bilanzierung und Bewertung am Bilanzstichtag 30. Juni 2021 von Bedeutung sind, wurden im Konzernzwischenabschluss berücksichtigt.

Vorbehaltlich der aufsichts- und wettbewerbsbehördlichen Genehmigung wird die bank99 AG das Privatkund*innengeschäft der ING in Österreich übernehmen. Dies betrifft vor allem Girokonten, Konsum- und Hypothekarkredite sowie Wertpapierveranlagungen. Das Closing wird bis Ende 2021 erwartet. Daraus können sich auch Auswirkungen auf die Verpflichtung zur Kapitalausstattung der bank99 AG ergeben.

Andere berichtspflichtige Ereignisse nach dem Bilanzstichtag sind nicht eingetreten.

15. Negativvermerk

Der Konzernzwischenabschluss der Österreichischen Post AG, Wien, zum 30. Juni 2021 wurde weder einer vollständigen Prüfung noch einer prüferischen Durchsicht durch einen Abschlussprüfer unterzogen.

Wien, am 3. August 2021

Der Vorstand

DI DR. GEORG PÖLZL Generaldirektor Vorstandsvorsitzender

DI WALTER OBLIN Generaldirektor-Stellvertreter Vorstand Brief & Finanzen

DI PETER UMUNDUM Mitglied des Vorstands Vorstand Paket & Logistik

Erklärung der gesetzlichen Vertreter gemäß § 125 Abs 1 Börsegesetz

Als gesetzliche Vertreter der Österreichischen Post AG bestätigen wir nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte verkürzte Konzernzwischenabschluss zum 30. Juni 2021 ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und dass der Halbjahreslagebericht 2021 ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns bezüglich der wichtigen Ereignisse während der ersten sechs Monate des Geschäftsjahres und ihrer Auswirkungen auf den verkürzten Konzernzwischenabschuss zum 30. Juni 2021, bezüglich der wesentlichen Risiken und Ungewissheiten in den restlichen sechs Monaten des Geschäftsjahres und bezüglich der offenzulegenden wesentlichen Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen vermittelt.

Wien, am 3. August 2021

Der Vorstand

DI DR. GEORG PÖLZL Generaldirektor Vorstandsvorsitzender

DI WALTER OBLIN Generaldirektor-Stellvertreter Vorstand Brief & Finanzen

DI PETER UMUNDUM Mitglied des Vorstands Vorstand Paket & Logistik

Finanzkalender 2021/2022

12. November 2021 Zwischenbericht 1. bis 3. Quartal 2021, Veröffentlichung: 07:30–07:40 Uhr
11. März 2022 Jahresergebnis 2021, Veröffentlichung: 07:30–07:40 Uhr
21. April 2022 Hauptversammlung 2022, Wien
03. Mai 2022 Ex-Tag (Dividende)
04. Mai 2022 Record Date (Feststellung der anspruchsberechtigten Bestände iZm Ausschüttungen)
05. Mai 2022 Dividendenzahltag
13. Mai 2022 Zwischenbericht 1. Quartal 2022, Veröffentlichung: 07:30–07:40 Uhr
11. August 2022 Halbjahresbericht 2022, Veröffentlichung: 07:30–07:40 Uhr
11. November 2022 Zwischenbericht 1. bis 3. Quartal 2022, Veröffentlichung: 07:30–07:40 Uhr

Impressum

Herausgeber und Medieninhaber

Österreichische Post AG Rochusplatz 1, 1030 Wien T: +43 (0) 577 67 0 E: [email protected] FN: 180219d, Handelsgericht Wien

Satz und Produktion

Inhouse produziert mit firesys

Konzept

Berichtsmanufaktur GmbH, Hamburg

Investor Relations,

Konzernrevision & Compliance DI Harald Hagenauer T: +43 (0) 577 67 30400 E: [email protected] I: post.at/ir

Wir haben diesen Bericht mit der größtmöglichen Sorgfalt erstellt und die Daten überprüft. Rundungs-, Satz- oder Druckfehler können dennoch nicht ausgeschlossen werden. Bei der Summierung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben können durch Verwendung automatischer Rechenhilfen rundungsbedingte Rechendifferenzen auftreten.

Dieser Bericht enthält auch zukunftsbezogene Einschätzungen und Aussagen, die wir auf Basis aller uns zum gegenwärtigen Zeitpunkt zur Verfügung stehenden Informationen getroffen haben. Diese zukunftsbezogenen

Aussagen werden üblicherweise mit Begriffen wie "erwarten", "schätzen", "planen", "rechnen" etc. umschrieben. Wir weisen darauf hin, dass die tatsächlichen Gegebenheiten – und damit auch die tatsächlichen Ergebnisse – aufgrund verschiedenster Faktoren von den in diesem Bericht dargestellten Erwartungen abweichen können.

Dieser Bericht ist auch in englischer Sprache verfügbar. Maßgeblich ist in Zweifelsfällen die deutschsprachige Version.

Redaktionsschluss: 11. August 2021

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