AI Terminal

MODULE: AI_ANALYST
Interactive Q&A, Risk Assessment, Summarization
MODULE: DATA_EXTRACT
Excel Export, XBRL Parsing, Table Digitization
MODULE: PEER_COMP
Sector Benchmarking, Sentiment Analysis
SYSTEM ACCESS LOCKED
Authenticate / Register Log In

Österreichische Post AG

Quarterly Report Aug 24, 2020

752_ir_2020-08-24_f40d3e3f-3e14-4666-b553-38a360f55a08.pdf

Quarterly Report

Open in Viewer

Opens in native device viewer

Ganz persönlich. Die Post

Mit der Post: Weil es mir wirklich wichtig ist

ÖSTERREICHISCHE POST

Halbjahresbericht 2020

Überall, selbstverständlich, verlässlich.

02 Highlights H1 2020

Umsatz

  • _ Umsatzanstieg im H1 2020 um 0,1% auf 981,9 Mio EUR (Q2 2020 mit –2,0% auf 479,1 Mio EUR)
  • _ Gutes Paketwachstum (+30,0%) kompensiert Brief- und Werberückgang (–10,5%)

Ergebnis

  • _ EBIT des Logistikgeschäfts (exkl. Division Filiale & Bank) von 76,9 Mio EUR im H1 2020 (–27,4%)
    • _ Brief & Werbepost mit Ergebnisrückgang von 30,3 Mio EUR (–29,3%)
    • _ Paket & Logistik mit Ergebnisanstieg von 3,3 Mio EUR (+22,1%)
  • _ Konzern-EBIT von 48,2 Mio EUR (–55,2%)
    • _ Filiale & Bank durch Aufbaukosten bank99 mit Ergebnis von –28,7 Mio EUR

Cashflow und Bilanz

  • _ Operativer Free Cashflow von 45,3 Mio EUR unter Niveau des Vorjahres
  • _ Bilanzsumme von 2.157,2 Mio EUR durch Aufbau der bank99 gestiegen (+5,6%)

Ausblick 2020

  • _ Umsatz 2020 weitgehend stabil; Umsatzplus nach Vollkonsolidierung der türkischen Gesellschaft Aras Kargo erwartet
  • _ EBIT des Logistikgeschäfts (exkl. Division Filiale & Bank) von zumindest 160 Mio EUR prognostiziert

Kennzahlenüberblick

Mio EUR H1 2019 H1 2020 Veränderung
ERTRAGSLAGE 981,1 981,9 0,1 %
UMSATZERLÖSE
EBITDA
162,2 112,3 –30,8%
EBITDA-Marge 16,5% 11,4%
EBIT 107,7 48,2 –55,2 %
EBIT-Marge 11,0% 4,9%/8,1%1
Periodenergebnis 79,4 39,1 –50,7%
ERGEBNIS JE AKTIE (EUR)2 1,17 0,66 –43,9 %
Mitarbeiter (Periodendurchschnitt, Vollzeitkräfte) 20.166 20.443 1,4%
CASHFLOW
Cashflow aus dem Ergebnis
163,5 117,2 –28,3%
CASHFLOW AUS GESCHÄFTSTÄTIGKEIT 123,6 306,9 >100 %
Investitionen in Sachanlagen (CAPEX) –70,0 –37,7 46,1%
Free Cashflow 26,2 416,0 >100%
OPERATIVER FREE CASHFLOW3 99,6 45,3 –54,5 %
Mio EUR 31. Dezember 2019 30. Juni 2020 Veränderung
BILANZ
Bilanzsumme
2.042,9 2.157,2 5,6%
Eigenkapital 700,7 600,6 –14,3%
Nettofinanzverschuldung 326,54 433,3 32,7%
34,3 % 27,8 %
EIGENKAPITALQUOTE
Capital Employed
961,34 971,3 1,0%

1 EBIT-Marge des Logistikgeschäfts von 8,1 % (exkl. Division Filiale & Bank)

2 Unverwässertes Ergebnis je Aktie, bezogen auf 67.552.638 Stück Aktien

3 Free Cashflow vor Akquisitionen/Wertpapieren/Geldmarktveranlagungen, Growth CAPEX und Core Banking Assets

4 Angepasste Darstellung

Vorwort des Vorstands

Sehr geehrte Damen und Herren, verehrte Aktionärinnen und Aktionäre!

Das erste Halbjahr 2020 stellte viele Unternehmen weltweit und so auch die Österreichische Post vor große Herausforderungen. Die COVID-19 Pandemie mit ihren Maßnahmen zum Schutz von Sicherheit und Gesundheit einerseits und den negativen wirtschaftlichen Auswirkungen andererseits haben die Prioritäten des Unternehmens bestimmt. Besonders das zweite Quartal 2020 brachte durch die notwendigen Lockdown-Bestimmungen und die wirtschaftlichen Stillstände in einigen Industrien den größten disruptiven Effekt der letzten zehn Jahre.

Trotz deutlich erschwerter Rahmenbedingungen gelang es der Österreichischen Post – dank dem unermüdlichen Einsatz aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – die flächendeckende Versorgung an Brief-, Paket- und Filialdienstleistungen sicherzustellen, auch wenn diverse Versorgungspflichten nicht kostendeckend zu erfüllen waren bzw. Mehrkosten aus Verordnungen und Krisenmaßnahmen entstanden sind. Der Umsatz des Österreichischen Post-Konzerns lag im ersten Halbjahr 2020 mit 981,9 Mio EUR sogar leicht über dem Vergleichswert des Vorjahres (+0,1%). Dabei konnte das dynamisch wachsende Paketgeschäft mit einem Anstieg von 30,0% die Rückgänge in der Briefdivision sowie in der Division Filiale & Bank kompensieren.

In der Division Brief & Werbepost zeigten sich die erwarteten Rückgänge mit einem reduzierten Umsatz von 10,5%. Dies ist einerseits auf erhöhte Rückgänge bei klassischen Briefen zurückzuführen – hervorgerufen durch die Schließung vieler Behörden und Unternehmen, andererseits auch auf den Entfall von Werbesendungen als direkte Auswirkung der COVID-19 bedingten behördlich angeordneten Geschäftsschließungen. In der Division Paket & Logistik war der Umsatzanstieg von einem positiven organischen Wachstum durch Online-Bestellungen sowie Mehrmengen aufgrund der Kooperation mit der Deutsche Post DHL Group seit August des Vorjahres getragen. Der Umsatzrückgang in der neu ausgewiesenen Division Filiale & Bank im ersten Halbjahr 2020 von 34,6% ist darauf zurückzuführen, dass die bank99 erst mit 1. April 2020 im Markt gestartet ist, während im ersten Halbjahr des Vorjahres noch rund 19 Mio EUR Servicevergütungen des ehemaligen Bankpartners inkludiert waren.

In der Ergebnisentwicklung des ersten Halbjahres spiegeln sich sowohl die Dynamik der unterschiedlichen Geschäftszweige als auch die Auswirkungen durch COVID-19 wider. In Summe waren negative COVID-19 Effekte im EBIT im ersten Halbjahr von ca. 45 Mio EUR zu verzeichnen, aufgrund außerordentlicher Gesundheits- und Logistikkosten (ca. 20 Mio EUR) sowie der Ergebnisbelastung aus Umsatzrückgängen (ca. 25 Mio EUR). Der reduzierte Umsatz im Brief- und Werbegeschäft wirkte sich aufgrund der hohen Fixkostenintensität dieses Geschäfts ergebnisseitig stark aus. Das Paketgeschäft profitierte hingegen von starken Impulsen im Online-Handel, allerdings sind damit grundsätzlich höhere variable Kosten verbunden. Darüber hinaus waren in den letzten Monaten Zusatzkosten zu verzeichnen, um die unerwarteten Mengen von bis zu plus 50% in manchen Wochen zu bewältigen. Das EBIT des Logistikgeschäfts (exkl. Division Filiale & Bank) reduzierte sich somit insgesamt um 27,4% im ersten Halbjahr auf 76,9 Mio EUR. Ein wesentlicher Sondereffekt des Jahres 2020 ist der Aufbau der bank99. Ziel ist es, dieses Finanzdienstleistungsgeschäft in den nächsten Quartalen um neue Produkte zu erweitern und ab dem Jahr 2023 positive Ergebnisbeiträge zu erwirtschaften.

Am 17. Juni 2020 fand die erste virtuelle Hauptversammlung der Österreichischen Post statt, die aufgrund der Maßnahmen zur Einschränkung der Verbreitung von COVID-19 ohne physischer Präsenz der Teilnehmer stattfand. Dabei wurde eine stabile Dividende in Höhe von 2,08 EUR je Aktie beschlossen, die am 30. Juni 2020 ausgeschüttet wurde (Dividendenzahltag 1. Juli 2020). Damit bleibt die Österreichische Post einmal mehr ihrer klaren Kapitalmarktpositionierung als verlässlicher Dividendentitel treu.

Wien, am 29. Juli 2020

Der Vorstand

DI DR. GEORG PÖLZL Generaldirektor Vorstandsvorsitzender

DI WALTER OBLIN Generaldirektor-Stellvertreter Vorstand Brief & Finanzen

DI PETER UMUNDUM Mitglied des Vorstands Vorstand Paket & Logistik

Konzernlagebericht für das erste Halbjahr 2020

1. Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage

1.1 Segmentinformation

Mit der neuen Organisationsstruktur 2020 erhöht die Österreichische Post ihre Transparenz und gliedert sich ab 1. Jänner 2020 in die drei operativen Divisionen Brief & Werbepost, Paket & Logistik sowie Filiale & Bank. Inklusive der Division Corporate stellen diese die vier Berichtssegmente des IFRS 8 dar. Die Logistik für Brief und Paket wurde in der internen Produktionseinheit Logistiknetzwerk gebündelt, welche ihre Leistungen auf Kostenbasis an die operativen Divisionen erbringt.

1.2 Änderungen im Konsolidierungskreis

Im ersten Halbjahr 2020 erfolgte folgende wesentliche Änderung im Konsolidierungskreis: Mit der Neubestellung des Board of Directors per 18. Juni 2020 und der Abberufung des gerichtlich bestellten Treuhänders hat die Österreichische Post wieder maßgeblichen Einfluss an der Aras Kargo a.s. erlangt. Die Anteile an der Gesellschaft in Höhe von 25% werden daher seit 18. Juni 2020 wieder nach der Equity-Methode bilanziert. Eine vollständige Darstellung aller Änderungen im Konsolidierungskreis erfolgt im Konzernanhang unter Punkt 3.

1.3 Ertragslage

1.3.1 UMSATZENTWICKLUNG

Die Umsatzerlöse des Österreichischen Post Konzerns lagen im ersten Halbjahr 2020 mit 981,9 Mio EUR sogar leicht über dem Vergleichswert des Vorjahres (+0,1%). Dabei konnte das dynamisch wachsende Paketgeschäft mit einem Umsatzanstieg von 30,0% die Rückgänge der Division Brief & Werbepost sowie in der Division Filiale & Bank kompensieren.

Der Anteil der Division Brief & Werbepost am Konzernumsatz betrug 59,8%. In der Division Brief & Werbepost zeigten sich die erwarteten Rückgänge mit einem reduzierten Umsatz von 10,5%. Dies ist einerseits auf erhöhte Rückgänge bei klassischen Briefen zurückzuführen – hervorgerufen durch die Schließung vieler Behörden und Unternehmen, andererseits auch auf den Entfall von Werbesendungen als direkte Auswirkung der COVID-19 bedingten behördlich angeordneten Geschäftsschließungen.

Die Division Paket & Logistik erwirtschaftete im Berichtszeitraum einen Anteil von 37,3% am Konzernumsatz mit einem weiterhin positiven Trend. In der Division Paket & Logistik erfolgte ein Umsatzanstieg von 30,0%, getragen von einem positiven organischen Wachstum durch Online-Bestellungen sowie Mehrmengen aufgrund der Kooperation mit der Deutsche Post DHL Group seit August 2019.

Die Division Filiale & Bank erreichte im ersten Halbjahr einen Anteil am Konzernumsatz von 2,9%. Der Umsatzrückgang in der neu ausgewiesenen Division Filiale & Bank im ersten Halbjahr 2020 von 34,6% ist darauf zurückzuführen, dass die bank99 erst mit 1. April 2020 im Markt gestartet ist, während im ersten Halbjahr des Vorjahres noch 18,8 Mio EUR Servicevergütungen des ehemaligen Bankpartners inkludiert waren.

Umsatz nach Divisionen

Veränderung
Mio EUR H1 20191 H1 2020 % Mio EUR Q2 20191 Q2 2020
UMSATZERLÖSE 981,1 981,9 0,1 % 0,8 488,6 479,1
Brief & Werbepost 660,2 590,6 –10,5% –69,6 327,3 273,1
Paket & Logistik 283,0 367,9 30,0% 84,9 142,0 193,4
Filiale & Bank 43,8 28,6 –34,6% –15,1 21,9 15,5
Corporate/Konsolidierung –5,9 –5,3 10,6% 0,6 –2,6 –2,8
Werktage in Österreich 123 123 60 60

1 Angepasst an die neue Segmentstruktur ab 1. Jänner 2020

In der regionalen Betrachtung der Umsatzerlöse der Österreichischen Post wurden im ersten Halbjahr 2020 90,5% des Umsatzes in Österreich erwirtschaftet.

Auf den Raum Südost- und Osteuropa entfielen 6,8% der Umsatzerlöse. In Deutschland wurden 2,8% der Umsatzerlöse generiert.

Umsatz nach operativen Divisionen H1 2020
% 2,9
37,3 Filiale & Bank
Paket & Logistik
59,8
Brief & Werbepost

Umsatzentwicklung Division Brief & Werbepost

Mio EUR H1 20191 H1 2020 % Mio EUR Q2 20191 Q2 2020
UMSATZERLÖSE 660,2 590,6 –10,5 % –69,6 327,3 273,1
Briefpost & Mail Solutions 408,8 381,3 –6,7% –27,5 200,6 178,0
Werbepost 186,3 152,8 –18,0% –33,5 92,3 69,0
Medienpost 65,1 56,5 –13,2% –8,6 34,4 26,0
Interne Leistungsverrechnung 1,3 1,4 6,1% 0,1 0,6 0,7
UMSATZERLÖSE GESAMT 661,5 592,0 –10,5 % –69,5 327,9 273,8
davon Umsatzerlöse mit Dritten 658,8 587,7 –10,8% –71,2 326,9 271,3

1 Angepasst an die neue Segmentstruktur ab 1. Jänner 2020

Der Umsatz der Division Brief & Werbepost von 590,6 Mio EUR stammte zu 64,6% aus dem Bereich Briefpost & Mail Solutions, zu 25,9% aus Werbepost und zu 9,6% aus Medienpost.

Im Bereich Briefpost & Mail Solutions lag der Umsatz mit 381,3 Mio EUR im ersten Halbjahr 2020 um 6,7% unter dem Niveau des Vorjahres. Die rückläufige Volumenentwicklung infolge der Substitution von Briefen durch elektronische Kommunikationsformen setzte sich fort. Speziell im zweiten Quartal 2020 kam es durch die Lockdown-Maßnahmen und den wirtschaftlichen Einschränkungen bei Behörden und Unternehmen zu reduzierten Umsätzen. Der Volumenrückgang der klassischen Briefpost in Österreich lag im ersten Halbjahr 2020 bei ca. 9%. Der Bereich Mail Solutions zeigte einen leichten Umsatzanstieg im Vergleich zur Vorjahresperiode, vor allem in der Dokumentenlogistik und im Outputmanagement sowie bei Digital Services.

Der Bereich Werbepost verzeichnete im ersten Halbjahr 2020 einen Umsatzrückgang von 18,0% auf 152,8 Mio EUR. Dies ist vorwiegend auf den Entfall von Werbesendungen als direkte Auswirkungen der COVID-19 bedingten behördlich angeordneten Geschäftsschließungen zurückzuführen.

Der Umsatz mit Medienpost, also der Zustellung von Zeitungen und Magazinen, reduzierte sich im Periodenvergleich um 13,2% auf 56,5 Mio EUR. Dieser Rückgang ist ebenfalls überwiegend auf die COVID-19 Pandemie zurückzuführen.

Veränderung
Mio EUR H1 20191 H1 2020 % Mio EUR Q2 20191 Q2 2020
UMSATZERLÖSE 283,0 367,9 30,0 % 84,9 142,0 193,4
Paket Premium 146,7 212,1 44,5% 65,3 77,9 112,0
Paket Standard 107,4 122,1 13,6% 14,6 49,4 65,3
Paket Sonstige Leistungen 28,9 33,7 16,9% 4,9 14,7 16,1
Interne Leistungsverrechnung 0,4 0,5 39,4% 0,1 0,2 0,2
UMSATZERLÖSE GESAMT 283,4 368,4 30,0 % 85,0 142,2 193,6
davon Umsatzerlöse mit Dritten 278,4 364,6 31,0% 86,2 139,7 191,5

Umsatzentwicklung Division Paket & Logistik

1 Angepasst an die neue Segmentstruktur ab 1. Jänner 2020

Der Umsatz der Division Paket & Logistik verbesserte sich im ersten Halbjahr 2020 um 30,0% von 283,0 Mio EUR auf 367,9 Mio EUR. Das hohe Wachstum im Paketgeschäft basiert einerseits auf der guten Entwicklung durch den anhaltenden E-Commerce-Trend in Österreich. Trotz der Eigenzustellung eines Großkunden im Osten von Österreich konnte die Österreichische Post auch in dieser Berichtsperiode am Marktwachstum partizipieren. Es herrscht weiterhin intensiver Wettbewerb und hoher Preisdruck. Das Paketgeschäft profitierte von starken Impulsen im Online-Handel, die Volumen in Österreich verzeichneten Zuwächse von 28% im ersten Quartal und über 40% im zweiten Quartal 2020. Andererseits hat die seit August 2019 gestartete Kooperation mit der Deutsche Post DHL Group in Österreich wesentlich zum aktuellen Wachstum beigetragen.

Die Entwicklung hin zu einer schnelleren Zustellung von Paketen ist als klarer Trend zu bemerken. Insgesamt entfielen in den ersten sechs Monaten der Berichtsperiode 57,6% des Divisionsumsatzes auf den Premium-Bereich (Zustellung erfolgt am Werktag nach der Aufgabe). Dies entspricht einem Anstieg von 44,5% auf 212,1 Mio EUR im ersten Halbjahr 2020.

Der Anteil des Bereichs Paket Standard am Divisionsumsatz beträgt 33,2%. Im ersten Halbjahr 2020 verzeichnete dieser Bereich einen Zuwachs von 13,6% auf 122,1 Mio EUR.

Im Bereich Paket Sonstige Leistungen, der diverse Logistik-Zusatzdienstleistungen beinhaltet und auf den 9,2% des Divisionsumsatzes entfallen, wurden in den ersten sechs Monaten 2020 Umsätze in Höhe von 33,7 Mio EUR generiert. Dies entspricht einem Anstieg von 16,9%.

Eine Betrachtung nach Regionen zeigt, dass in den ersten sechs Monaten 2020 82,0% der Divisionsumsätze in Österreich erzielt wurden, mit einem Anstieg von 33,1% gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres. 18,0% der Umsätze entfielen auf Tochtergesellschaften in Südostund Osteuropa. In diesem wettbewerbsintensiven Raum lag das Umsatzplus im ersten Halbjahr 2020 bei 17,4%, getrieben durch gestiegene Paketmengen aufgrund der COVID-19 Pandemie.

Umsatzentwicklung Division Filiale & Bank

Veränderung
Mio EUR H1 20191 H1 2020 % Mio EUR Q2 20191 Q2 2020
UMSATZERLÖSE 43,8 28,6 –34,6 % –15,1 21,9 15,5
Filialdienstleistungen 43,7 22,4 –48,7% –21,3 21,9 11,2
Ergebnis aus Finanzdienstleistungen 0,0 6,2 6,2 0,0 4,2
Interne Leistungsverrechnung 88,7 87,5 –1,3% –1,2 44,0 43,8
UMSATZERLÖSE GESAMT 132,5 116,2 –12,3 % –16,3 66,0 59,3
davon Umsatzerlöse mit Dritten 43,8 28,6 –34,6% –15,1 21,9 15,4

1 Angepasst an die neue Segmentstruktur ab 1. Jänner 2020

Der Umsatz der Division Filiale & Bank erreichte im ersten Halbjahr 2020 28,6 Mio EUR nach 43,8 Mio EUR im Jahr zuvor. In den Filialdienstleistungen waren im Vorjahr Servicevergütungen des ehemaligen Bankpartners in Höhe von 18,8 Mio EUR enthalten. In der aktuellen Berichtsperiode beliefen sich die Filialdienstleistungen

(Handelswaren und Filialprodukte) auf 22,4 Mio EUR. Das Ergebnis aus Finanzdienstleistungen des ersten Halbjahres 2020 in Höhe von 6,2 Mio EUR inkludierte auch Barauszahlungen für Dritte (z. B. Pensionen). Die bank99 ist mit 1. April 2020 in den Markt gestartet und hat mittlerweile über 42.000 Kunden.

Konzern-Ertragslage

Veränderung
Mio EUR H1 2019 H1 2020 % Mio EUR Q2 2019 Q2 2020
UMSATZERLÖSE 981,1 981,9 0,1 % 0,8 488,6 479,1
Sonstige betriebliche Erträge 42,2 28,4 –32,8% –13,8 21,2 15,0
Materialaufwand und Aufwand für
bezogene Leistungen
–218,7 –247,5 –13,1% –28,7 –108,5 –127,2
Personalaufwand –507,3 –494,7 2,5% 12,6 –255,6 –241,2
Sonstige betriebliche Aufwendungen –134,7 –156,3 –16,1% –21,7 –68,3 –79,3
Ergebnis aus nach der Equity-Methode
bilanzierten Finanzanlagen
–0,5 0,5 >100% 0,9 0,2 0,5
EBITDA1 162,2 112,3 –30,8 % –49,9 77,6 46,9
Abschreibungen –54,5 –64,0 –17,6% –9,6 –27,3 –32,0
EBIT2 107,7 48,2 –55,2 % –59,5 50,3 14,9
Sonstiges Finanzergebnis 0,8 5,1 >100% 4,3 –2,6 4,0
ERGEBNIS VOR ERTRAGSTEUERN 108,5 53,3 –50,8 % –55,1 47,7 18,9
Ertragsteuern –29,1 –14,2 51,2% 14,9 –11,6 –5,9
PERIODENERGEBNIS 79,4 39,1 –50,7 % –40,2 36,0 12,9
Ergebnis je Aktie (EUR)3 1,17 0,66 –43,9% –0,52 0,53 0,24

1 Ergebnis vor Abschreibungen, Sonstiges Finanzergebnis und Ertragsteuern

2 Ergebnis vor Sonstiges Finanzergebnis und Ertragsteuern

3 Unverwässertes Ergebnis je Aktie, bezogen auf 67.552.638 Stück Aktien

1.3.3 ERGEBNISENTWICKLUNG

Bezogen auf die Umsatzerlöse der Österreichischen Post sind die größten Aufwandspositionen der Personalaufwand (50,4%), der Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen (25,2%) sowie sonstige betriebliche Aufwendungen (15,9%). Weiters entfielen 6,5% auf Abschreibungen.

Der Personalaufwand belief sich im ersten Halbjahr 2020 auf 494,7 Mio EUR, was einem Rückgang von 2,5% bzw. 12,6 Mio EUR entspricht. Diese Verbesserung ist auf den operativen Personalaufwand zurückzuführen. Der Österreichische Post-Konzern beschäftigte in den ersten sechs Monaten 2020 durchschnittlich 20.443 Mitarbeiter (Vollzeitkräfte), während in der Vorjahresperiode durchschnittlich 20.166 Mitarbeiter tätig waren (+1,4%).

Zusätzlich zu den operativen Personalaufwendungen umfasst der Personalaufwand der Österreichischen Post grundsätzlich auch diverse nicht-operative Personalaufwendungen wie Abfertigungen und Rückstellungsveränderungen, die primär auf die spezifische Beschäftigungssituation beamteter Mitarbeiter zurückzuführen sind. Der nicht-operative Personalaufwand des ersten Halbjahres 2020 inkludierte keine signifikanten Veränderungen gegenüber dem Vorjahr.

Der Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen erhöhte sich um 13,1% auf 247,5 Mio EUR, überwiegend bedingt durch vermehrte Transportaufwendungen, hervorgerufen durch die gestiegenen Paketmengen.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich um 16,1% auf 156,3 Mio EUR. Dieser Anstieg ist vor allem auf Mehraufwendungen durch Leasingkräfte zur Bewältigung der gestiegenen Paketvolumen zurückzuführen und beinhaltete auch initiale Aufwendungen zum Aufbau der Infrastruktur der neuen bank99.

Die sonstigen betrieblichen Erträge betrugen im ersten Halbjahr 2020 28,4 Mio EUR nach 42,2 Mio EUR im

ersten Halbjahr 2019. Die Veränderung beruht im Wesentlichen aus Erträgen von Wohnungsverkäufen des Immobilienprojekts Neutorgasse im Vorjahr.

Das Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen enthält anteilige Periodenergebnisse von Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen und verbesserte sich von minus 0,5 Mio EUR auf plus 0,5 Mio EUR im ersten Halbjahr 2020.

Das EBITDA lag mit 112,3 Mio EUR um 49,9 Mio EUR unter dem Vergleichswert des Vorjahres, beeinträchtigt durch negative Effekte aufgrund der COVID-19 Pandemie, das entspricht einer EBITDA-Marge von 11,4%.

Die Abschreibungen lagen mit 64,0 Mio EUR um 9,6 Mio EUR über dem Vorjahr. Die Erhöhung ist im Wesentlichen auf die neuen Standorte für die Paket-Logistikinfrastruktur zurückzuführen.

Das Konzern-EBIT verringerte sich von 107,7 Mio EUR auf 48,2 Mio EUR im ersten Halbjahr 2020. Die EBIT-Marge betrug 4,9%. Das EBIT des Logistikgeschäfts (exklusive Division Filiale & Bank) erreichte im ersten Halbjahr 2020 einen Wert von 76,9 Mio EUR, das ergibt eine EBIT-Marge von 8,1%. Im ersten Halbjahr 2020 waren negative COVID-19 Ergebniseffekte von ca. 45 Mio EUR zu verzeichnen, aufgrund außerordentlicher Gesundheits- und Logistikkosten von ca. 20 Mio EUR und des Ergebniseffekts aus entfallenen Umsatzerlösen von ca. 25 Mio EUR.

Das Sonstige Finanzergebnis des Konzerns in Höhe von 5,1 Mio EUR war um 4,3 Mio EUR über dem Niveau des ersten Halbjahres 2019, hervorgerufen durch den Verkauf der Anteile an der flatex AG in der aktuellen Berichtsperiode. Somit ergab sich, nach Abzug der Ertragssteuern von 14,2 Mio EUR, ein Periodenergebnis von 39,1 Mio EUR (–50,7%). Dies entspricht einem unverwässerten Ergebnis je Aktie von 0,66 EUR im Vergleich zu 1,17 EUR in der Vorjahresperiode.

EBIT nach Divisionen

Veränderung
Mio EUR H1 20191 H1 2020 % Mio EUR Marge
H1 20202
Q2 20191 Q2 2020
EBIT 107,7 48,2 –55,2 % –59,5 4,9 %/8,1 %3 50,3 14,9
Brief & Werbepost 103,5 73,2 –29,3% –30,3 12,4% 47,9 26,3
Paket & Logistik 14,9 18,2 22,1% 3,3 4,9% 8,1 9,4
Filiale & Bank 1,7 –28,7 <-100% –30,4 –0,1 –12,3
Corporate/Konsolidierung –12,3 –14,4 –17,0% –2,1 –5,6 –8,6

1 Angepasst an die neue Segmentstruktur ab 1. Jänner 2020

2 Margen der Divisionen bezogen auf Umsatzerlöse gesamt

3 EBIT-Marge des Logistikgeschäfts von 8,1 % (exkl. Division Filiale & Bank)

Das Ergebnis des ersten Halbjahres 2020 in Höhe von 48,2 Mio EUR (–55,2%) war geprägt von COVID-19 sowie vom Aufbau der neuen bank99. Das EBIT des Logistikgeschäfts (exkl. Division Filiale & Bank) reduzierte sich gegenüber dem Vorjahr um 27,4 % auf 76,9 Mio EUR in den ersten sechs Monaten 2020.

Nach Divisionen betrachtet verzeichnete die Division Brief & Werbepost in den ersten sechs Monaten des Jahres 2020 ein EBIT von 73,2 Mio EUR. Der Rückgang von 29,3% gegenüber dem Vorjahr ist auf den Umsatzentfall des Brief- und Werbegeschäfts aufgrund der COVID-19 Pandemie zurückzuführen. Aufgrund der hohen Fixkostenintensität des Briefgeschäfts wirken sich die Umsatzrückgänge ergebnisseitig stark aus.

Die Division Paket & Logistik zeigte Umsatzwachstum bei hohem Wettbewerbs- und Margendruck und erwirtschaftete ein EBIT von 18,2 Mio EUR im ersten Halbjahr 2020. Das entspricht einer Steigerung von 22,1% gegenüber der Vorjahresperiode. Die erhöhten Umsatzerlöse durch den Paketanstieg in Österreich bewirkten auch hohe Zusatzkosten in der Logistik sowie COVID-19 bedingte Mehrkosten. Darüber hinaus waren Integrationsaufwendungen zur Optimierung des Netzwerkes notwendig.

Die Division Filiale & Bank verzeichnete ein EBIT von minus 28,7 Mio EUR im ersten Halbjahr 2020 nach plus 1,7 Mio EUR im Jahr zuvor. Der Ergebnisrückgang ist auf reduzierte Umsatzerlöse von 34,6% zurückzuführen. Während die bank99 erst im April dieses Jahres in den Markt gestartet ist waren im ersten Halbjahr des Vorjahres noch 18,8 Mio EUR Servicevergütungen des ehemaligen Bankpartners inkludiert. Zusätzlich war das Ergebnis geprägt von COVID-19 Belastungen sowie von Aufbaukosten der bank99.

Das EBIT der Division Corporate (inkl. Konsolidierung) veränderte sich von minus 12,3 Mio EUR auf minus 14,4 Mio EUR. Die Division Corporate erbringt nicht-operative Dienstleistungen, wie sie typischerweise für Zwecke der Verwaltung und Steuerung eines Konzerns erbracht werden. Diese Tätigkeiten umfassen neben den klassischen Governance-Aufgaben die Verwaltung und Entwicklung der nicht-betriebsnotwendigen Immobilien, die Verwaltung wesentlicher Finanzbeteiligungen, die Erbringung von IT-Dienstleistungen, die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle sowie die Administration des Post Arbeitsmarkts.

1.4 Vermögens- und Finanzlage

Bilanzstruktur nach Positionen

Mio EUR 31. Dezember 20191 30. Juni 2020 Struktur
30. Juni 2020
AKTIVA
Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte, Geschäfts- oder Firmenwerte
1.152,7 1.137,5 52,7%
Als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien (Investment Property) 73,0 72,3 3,4%
Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen 11,4 34,0 1,6%
Vorräte, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Sonstiges 403,6 402,9 18,7%
Andere finanzielle Vermögenswerte 298,7 125,2 5,8%
davon Wertpapiere/Geldmarktveranlagungen 240,6 119,8
Finanzielle Vermögenswerte aus Finanzdienstleistungen 50,9 289,2 13,4%
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 52,6 95,9 4,4%
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 0,1 0,1 0,0%
2.042,9 2.157,2 100 %
PASSIVA
Eigenkapital
700,7 600,6 27,8%
Rückstellungen 617,4 589,6 27,3%
Andere finanzielle Verbindlichkeiten 309,5 296,3 13,7%
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und Sonstiges 415,3 429,5 19,9%
Finanzielle Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen 0,0 241,2 11,2%
2.042,9 2.157,2 100 %

1 Angepasste Darstellung

1.4.1 BILANZSTRUKTUR

Die Österreichische Post setzt auf eine konservative Bilanz- und Finanzierungsstruktur. Dies zeigt sich vor allem an hohen liquiden Mitteln und der soliden Veranlagung von Zahlungsmitteln mit möglichst geringem Risiko.

Die Bilanzsumme der Österreichischen Post lag per 30. Juni 2020 bei 2.157,2 Mio EUR. Aktivseitig bilden Sachanlagen in Höhe von 1.032,2 Mio EUR die größte Bilanzposition, zudem gab es immaterielle Vermögenswerte von 44,4 Mio EUR. Die Geschäfts- oder Firmenwerte aus Unternehmenserwerben sind per Ende des ersten Halbjahrs 2020 mit 60,8 Mio EUR ausgewiesen. Im kurzfristigen Vermögen nahmen Forderungen in Höhe von 293,6 Mio EUR eine der größten Bilanzpositionen ein. Die kurzfristigen Anderen finanziellen Vermögenswerte beliefen sich zum 30. Juni 2020 auf 109,8 Mio EUR. Neu ausgewiesen wurden Finanzielle Vermögenswerte aus Finanzdienstleistungen in Höhe von 289,2 Mio EUR, die größtenteils aus dem Einlagen- und Veranlagungsgeschäft der bank99 sowie aus der Abwicklung der Barauszahlungen für Dritte (z. B. Pensionen) resultieren.

Die Österreichische Post hielt zum 30. Juni 2020 Wertpapiere und Geldmarktveranlagungen im Wert von

119,8 Mio EUR, die in den Anderen finanziellen Vermögenswerten enthalten sind. Die von der Österreichischen Post gehaltenen Wertpapiere sowie auch die Geldmarktveranlagungen besitzen ein Investment-Grad-Rating bzw. eine vergleichbare Bonität, weshalb von einer kurzfristigen Liquidierbarkeit dieser Anteile ausgegangen werden kann. Aus der Bilanz ist ersichtlich, dass die Österreichische Post zum 30. Juni 2020 über Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 95,9 Mio EUR verfügte. Inklusive Finanzinvestitionen in Wertpapiere und Geldmarktveranlagungen lag der Bestand an kurzfristigen und langfristigen Zahlungsmitteln per Ende Juni 2020 bei 215,7 Mio EUR.

Auf der Passivseite der Bilanz lag das Eigenkapital des Österreichischen Post Konzerns zum 30. Juni 2020 bei 600,6 Mio EUR und stellte somit die größte Bilanzposition auf der Passivseite dar (Eigenkapitalquote von 27,8%). Die Verringerung der Eigenkapitalquote gegenüber dem Vorjahr ist unter anderem auch auf das neue Finanzdienstleistungsgeschäft in der Division Filiale & Bank zurückzuführen. Die zweitgrößte Position der Passivseite sind Rückstellungen, die sich mit Ende Juni 2020 auf insgesamt 589,6 Mio EUR beliefen. Bei knapp 80% der Rückstellungen handelt es sich um Personalrückstellungen. So

entfielen 170,7 Mio EUR auf Rückstellungen für Unterauslastung. Weitere 186,8 Mio EUR betrafen gesetzlich und vertraglich verpflichtende Sozialkapitalrückstellungen (Abfertigungen und Jubiläumsgelder) sowie 88,6 Mio EUR auf sonstige Personalrückstellungen. Die sonstigen Rückstellungen beliefen sich auf 143,3 Mio EUR und enthalten Verpflichtungen für etwaige Ersatzleistungen im Zusammenhang mit gutgeschriebenen Rückforderungsansprüchen aus in Vorperioden bezahlten Lohnnebenkosten sowie auch Vorsorgen für Datenschutzverfahren. Die Anderen finanziellen Verbindlichkeiten beliefen sich auf 296,3 Mio EUR und beinhalten Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 295,4 Mio EUR. In den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten in Höhe von 429,5 Mio EUR sind im Wesentlichen kurzfristige Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 195,9 Mio EUR enthalten. Neu ausgewiesen als eigener Posten auf der Passivseite der Bilanz wurden Finanzielle Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen in Höhe von 241,2 Mio EUR, die im Wesentlichen das Einlagen- und Veranlagungsgeschäft der bank99 sowie die Abwicklung der Barauszahlungen für Dritte (z. B. Pensionen) enthalten.

Mio EUR H1 2019 H1 2020
Cashflow aus dem Ergebnis 163,5 117,2
CASHFLOW AUS GESCHÄFTSTÄTIGKEIT 123,6 306,9
davon Vermögenswerte/Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen (Core Banking Assets) 0,0 230,9
Cashflow aus Investitionstätigkeit –97,4 109,1
davon Maintenance CAPEX –21,2 –20,9
davon Growth CAPEX –48,8 –16,8
davon Cashflow aus Akquisitionen/Devestitionen –4,7 36,4
davon Erwerb/Verkauf von Wertpapieren/Geldmarktveranlagungen –20,0 120,2
davon sonstiger Cashflow aus Investitionstätigkeit –2,8 –9,8
Free Cashflow 26,2 416,0
Free Cashflow vor Akquisitionen/Wertpapieren/Geldmarktveranlagungen 50,8 259,4
OPERATIVER FREE CASHFLOW1 99,6 45,3
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit –126,2 –144,7
davon Ausschüttungen –141,0 –123,0
Veränderung des Finanzmittelbestandes –100,0 271,3

1 Free Cashflow vor Akquisitionen/Wertpapieren/Geldmarktveranlagungen, Growth CAPEX und Core Banking Assets

1.4.2 CASHFLOW

Cashflow

Der Cashflow aus dem Ergebnis erreichte im ersten Halbjahr 2020 117,2 Mio EUR nach 163,5 Mio EUR im ersten Halbjahr 2019. Der Rückgang war unter anderem durch das niedrigere Ergebnis vor Steuern bedingt. Der Cashflow aus Geschäftstätigkeit lag mit 306,9 Mio EUR über dem Vergleichswert des Vorjahres von 123,6 Mio EUR. Hier sind als größter Effekt die Core Banking Assets der bank99 zu nennen, die mit 230,9 Mio EUR positiv wirkten. In den Core Banking Assets sind jene Posten zusammengefasst, die aus dem Einlagen- und Veranlagungsgeschäft der bank99 seit Anfang April 2020 sowie aus der Abwicklung der Barauszahlungen für Dritte (z. B. Pensionen) resultieren.

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit belief sich in den ersten sechs Monaten 2020 auf 109,1 Mio EUR nach minus 97,4 Mio EUR in der Vergleichsperiode des

Vorjahres. Die Veränderung resultierte vorwiegend aus Wertpapieren und Geldmarktveranlagungen, die sich in der Berichtsperiode in Summe mit Einzahlungen in Höhe von 120,2 Mio EUR im Cashflow auswirkten (im Vergleich zu Auszahlungen in Höhe von 20,0 Mio EUR in der Vorjahresperiode). Zusätzlich ist der Verkauf der Anteile an der flatex AG in Höhe von 38,0 Mio EUR im ersten Halbjahr 2020 enthalten. Der Free Cashflow vor Wertpapieren, Geldmarktveranlagung und Core Banking Assets erreichte im ersten Halbjahr 64,9 Mio EUR. Der Operative Free Cashflow erreichte nach Abzug der Core Banking Assets 45,3 Mio EUR in der aktuellen Berichtsperiode nach 99,6 Mio EUR im ersten Halbjahr des Vorjahres.

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit belief sich in den ersten sechs Monaten 2020 auf minus 144,7 Mio EUR nach minus 126,2 Mio EUR im Vorjahr und enthielt hauptsächlich die Dividendenausschüttung.

1.4.3 INVESTITIONEN

Die Investitionen des Österreichischen Post Konzern beliefen sich im ersten Halbjahr 2020 in Summe auf 50,5 Mio EUR, wobei 6,7 Mio EUR auf Zugänge von Nutzungsrechten aufgrund von IFRS 16 Leasingverhältnisse entfielen. Während in der Berichtsperiode 12,7 Mio EUR der Investitionen immaterielle Vermögenswerte betrafen, beliefen sich die Investitionen in Sachanlagen auf 37,8 Mio EUR. Der wesentliche Anteil der Investitionen wurde im Rahmen des Kapazitätserweiterungsprogramms zum Ausbau der Logistikinfrastruktur im Paketbereich getätigt. Investitionen in die Bankinfrastruktur waren im

Ausmaß von 7,4 Mio EUR in den ersten sechs Monaten 2020 enthalten.

1.5 Mitarbeiter

Die durchschnittliche Zahl der Mitarbeiter der Österreichischen Post lag in den ersten sechs Monaten 2020 bei 20.443 Vollzeitkräften. Dies entspricht einem Anstieg des Personalstands gegenüber dem ersten Halbjahr 2019 um 277 Vollzeitkräfte. Der Großteil der Konzernmitarbeiter ist in der Österreichischen Post AG beschäftigt (insgesamt 17.132 Vollzeitkräfte).

Mitarbeiter nach Divisionen

Periodendurchschnitt in Vollzeitkräften H1 20191 H1 2020 Anteil H1 2020
Brief & Werbepost 836 872 4,3%
Paket & Logistik 2.502 2.653 13,0%
Filiale & Bank 2.175 2.105 10,3%
Corporate 1.731 1.580 7,7%
7.244 7.210 35,3 %
OPERATIVE DIVISIONEN
Logistiknetzwerk
12.922 13.233 64,7%
KONZERN 20.166 20.443 100 %

1 Angepasst an die neue Segmentstruktur ab 1. Jänner 2020

1.6 Ereignisse nach dem Abschlussstichtag

Es sind keine wesentlichen Ereignisse nach Ende der Berichtsperiode am 30. Juni 2020 bekannt.

1.7 Wesentliche Risiken und Ungewissheiten

Als international tätiges Post- und Logistik-Dienstleistungsunternehmen ist der Österreichische Post-Konzern im Rahmen seiner Geschäftstätigkeit Risiken ausgesetzt, mit denen er sich verantwortungsbewusst auseinandersetzt. Durch die Konzentration auf das Kerngeschäft sowie lange Erfahrung ist der Österreichische Post-Konzern bemüht, diese Risiken frühzeitig zu identifizieren und zu bewerten sowie rasch geeignete Vorsorgemaßnahmen zu treffen.

Die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten – etwa die Struktur der Dienstverhältnisse, regulatorische und rechtliche Risiken, finanzielle Risiken, technische Risiken, Markt- und Wettbewerbsrisiken – sowie Informationen zum internen Kontrollsystem und Risikomanagement

im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess sind ausführlich im Geschäftsbericht 2019 der Österreichischen Post AG erläutert (siehe Geschäftsbericht 2019, Konzernlagebericht Kapitel 4 und 5, Konzernabschluss Kapitel 10.2).

Auch das erste Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres verlief in den ersten beiden Monaten vergleichbar mit den Vorperioden. Im März des heurigen Jahres erfuhr die Weltwirtschaft durch die COVID-19 Pandemie und die von den meisten Regierungen weltweit gesetzten Eindämmungsmaßnahmen einen enormen Rückschlag. Eine ungünstige Wirtschaftslage der Kunden der Österreichischen Post hat erfahrungsgemäß negative Auswirkungen auf die Volumenentwicklung von Briefen und Werbesendungen. Länger andauernde konjunkturelle Schwächephasen oder negatives Wachstum in einzelnen Branchen können massive Einsparungserfordernisse großer Kundengruppen hervorrufen und sich somit negativ auf den Umsatz auswirken. Ein gedämpftes wirtschaftliches Umfeld kann zusätzlich auch Einfluss auf die Wettbewerbssituation und damit auf die erzielbaren Preise für Postdienstleistungen haben.

Klassische Briefsendungen und auch die Werbepost stehen zunehmend durch elektronische Kommunikationsformen unter Druck. Die COVID-19 Pandemie wird diesen Druck weiter erhöhen. Die verstärkte Nutzung elektronischer Kommunikationsformen könnte aufgrund eines Gewöhnungseffekts die E-Substitution nachhaltig beschleunigen. Der Paketmarkt wird zwar sowohl vom Online-Shopping-Trend als auch von den Beschränkungen durch die COVID-19 Pandemie positiv beeinflusst, gleichzeitig verstärken Marktteilnehmer ihre Aktivitäten, um mehr an diesem Wachstum zu partizipieren. Daraus resultierende Marktanteilsverschiebungen bzw. erhöhter Preisdruck könnten sich negativ auf die Ertragslage der Österreichischen Post auswirken. Der Online-Shopping-Trend ist auch international ungebremst zu beobachten. In dem Zusammenhang ist auch die Türkei ein sehr attraktiver, dynamischer und stark wachsender Markt. Nach erfolgter Anteilsaufstockung der türkischen Beteiligung Aras Kargo a.s. auf 80% ist daher einen positiven Umsatzeffekt zu erwarten. Demgegenüber steht, dass die Türkei zwar ein Wachstumsmarkt ist, gleichzeitig aber erheblichen Währungs- und Inflationsrisiken ausgesetzt ist.

In der Division Filiale & Bank ist die Österreichische Post zum Teil von strategischen Partnern und deren wirtschaftlichem Erfolg abhängig. Um Finanzdienstleistungen über das Filialnetz anzubieten, vereinbarte die Post im April 2019 eine Partnerschaft mit der GRAWE Bankengruppe zum Aufbau eines fokussierten Finanzdienstleistungsgeschäfts in Österreich. Die bank99 hat im April 2020 den operativen Betrieb aufgenommen. Der Kundenhochlauf verlief in den ersten Monaten sehr zufriedenstellend. Ziel ist es, mittelfristig eine weitgehende Break-even-Situation zu erreichen. Es besteht dabei das Risiko, dass der Kundenhochlauf nach der ersten Hochphase abflacht und stagniert. Zudem ist als Risiko eine verzögerte Anbindung von Anbietern von Fremdprodukten zu nennen. Beides könnte bewirken, dass die Umsatzerlöse und somit das Ergebnis hinter den Erwartungen bleiben. Dieses Risiko wurde durch die COVID-19 Pandemie verstärkt.

Alle erwähnten Risiken, insbesondere jene durch die COVID-19 Maßnahmen, können zu erheblichen Volumenrückgängen und damit zu Ergebnisbeeinträchtigungen – beispielsweise auch durch diverse Strukturmaßnahmen und Restrukturierungsaufwendungen – führen bzw. die Anpassung von Wertansätzen notwendig machen. Darüber hinaus können die Entwicklung der Beteiligungen bzw. allenfalls erforderliche Wertminderungen das Ergebnis der Österreichischen Post beeinflussen.

Des Weiteren ist das Geschäftsmodell der Österreichischen Post von einer hohen Personalkostentangente geprägt. Eine Planabweichung im Bereich Löhne und Gehälter kann zu nachteiligen Auswirkungen führen. In Abhängigkeit der wirtschaftlichen Entwicklung der Kundensegmente ist auch der Personalstand einer Schwankungsbreite unterworfen, die sich negativ auf das Ergebnis auswirken kann.

Die Österreichische Post ist – als kritische Infrastruktur des Landes – verpflichtet, den operativen Betrieb aufrechtzuerhalten. Es können in diesem Zusammenhang Mehrkosten entstehen, die über die derzeitigen Erwartungen hinausgehen und das operative Ergebnis noch stärker belasten.

1.8 Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Im ersten Halbjahr 2020 fanden keine wesentlichen Veränderungen bei den Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen statt. Informationen zu Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen sind im Geschäftsbericht 2019 der Österreichischen Post erläutert (siehe Geschäftsbericht 2019, Konzernabschluss Kapitel 11.2).

1.9 Ausblick 2020

Die COVID-19 Pandemie hat das Geschäftsumfeld für viele Unternehmen weltweit, und so auch für Post- und Paketdienstleister, wesentlich beeinträchtigt. Die Entwicklung der ersten beiden Quartale 2020 zeigt, dass sich die wirtschaftlichen Auswirkungen sowohl in der Umsatz- als auch in der Ergebnisentwicklung widerspiegeln. Auf Basis aktueller Wirtschaftsprognosen ist davon auszugehen, dass es in vielen Branchen zu keiner raschen, sondern eher zu einer langsamen und stetigen Erholung wichtiger Kundensegmente der Österreichischen Post kommen wird.

UMSATZ 2020 WEITGEHEND STABIL

Vor dem Hintergrund der aktuellen Trends und unter der Voraussetzung einer stetigen Erholung der wirtschaftlichen Situation ist davon auszugehen, dass der Umsatz 2020 weitgehend stabil bleiben wird. Ab dem Zeitpunkt der Vollkonsolidierung der türkischen Gesellschaft Aras Kargo wird darüber hinaus ein Umsatzwachstum für das Gesamtjahr 2020 erwartet.

In der Division Brief & Werbepost ist im Jahresverlauf in Summe mit Umsatzeinbußen im oberen einstelligen Bereich zu rechnen. Basis bisheriger Prognosen waren Rückgänge durch die elektronische Substitution in der Briefpost in der Größenordnung von ca. 5% p.a. Nach zweistelligen Lockdown-bedingten Rückgängen im zweiten Quartal ist für die zweite Jahreshälfte 2020 in Folge einer schwächeren wirtschaftlichen Entwicklung mit Rückgängen im oberen einstelligen Bereich zu rechnen. Ebenso könnte das Werbegeschäft (Rückgang von ca. 25% im zweiten Quartal) durch die angespannte wirtschaftliche Situation vieler Betriebe zu eingeschränkten Werbeaktivitäten auch in den nächsten Quartalen führen.

In der Division Paket & Logistik sollte im Gesamtjahr 2020 ein Umsatzzuwachs von ca. 20% möglich sein. Die Mengen entwickeln sich aktuell über den ursprünglichen Annahmen, da die positiven Trends durch vermehrte Online-Bestellungen anhalten. Darüber hinaus sollte die Vollkonsolidierung der türkischen Gesellschaft Aras Kargo zum Wachstum 2020 beitragen. Das Unternehmen erwirtschaftete im Jahr 2019 einen Umsatz von 1.370 Mio TRY (ca. 215 Mio EUR).

Die neue Division Filiale & Bank wird 2020 einen niedrigeren Umsatzbeitrag ausweisen als im Vorjahr. Im Jahr 2019 waren noch Servicevergütungen des ehemaligen Bankpartners in Höhe von 29,3 Mio EUR enthalten. Mit neuen Umsätzen aus dem Finanzdienstleistungsgeschäft der bank99 seit April 2020 ist in dieser Größenordnung noch nicht zu rechnen.

KONZERNERGEBNIS 2020 UNTER VORJAHRESNIVEAU

Eine Umsatz- und Ergebnisprognose der Österreichischen Post für das Geschäftsjahr 2020 ist aufgrund der aktuell schwer einschätzbaren wirtschaftlichen Situation in vielen Kundenbranchen mit Unsicherheiten behaftet. Die weitere Entwicklung der COVID-19 Pandemie, die daraus resultierenden behördlichen Maßnahmen, aber insbesondere die Art und Weise des wirtschaftlichen Hochlaufs, haben einen direkten Einfluss auf den weiteren Geschäftsverlauf 2020.

Ergebnisseitig ist in einer Prognose für das Jahr 2020 davon auszugehen, dass ein EBIT des Logistikgeschäfts (exkl. Division Filiale & Bank) von zumindest 160 Mio EUR erreicht werden kann (Basis EBIT H1 2020: 76,9 Mio EUR). Das Konzernergebnis (Basis EBIT 2019: 201 Mio EUR) wird von zwei Zusatzeffekten geprägt sein. Einerseits wird die türkische Gesellschaft Aras Kargo ab dem Zeitpunkt der Vollkonsolidierung für ein Umsatzwachstum sorgen, andererseits ist mit einer Belastung durch Aufbaukosten der bank99 zu rechnen. Die dafür notwendigen Langfristinvestitionen und Anlaufkosten sollten sich in den nächsten Quartalen stetig reduzieren.

Mittelfristig stärkt die solide Bilanz der Österreichischen Post mit hohen liquiden Mitteln die Widerstandsfähigkeit des Unternehmens. Es werden darüber hinaus alle Investitionen und Maßnahmen intensiv weiterverfolgt, die zu einer Kapazitätserweiterung führen und zu einer nachhaltigen Effizienzsteigerung beitragen. Wie bereits in den letzten beiden Jahren sind auch 2020 zusätzlich zu den üblichen rund 70 Mio EUR Instandhaltungsinvestitionen (Maintenance CAPEX) auch wieder mehr als 50 Mio EUR an Wachstumsinvestitionen (Growth CAPEX) vorgesehen, um auch weiterhin das qualitativ beste Logistiknetz in Österreich garantieren zu können. Darüber hinaus sind Erweiterungen bzw. Zukäufe von Grundstücken für die Logistikinfrastruktur möglich. Vor dem Hintergrund der steigenden Paketmengen gilt es, die herausragende Marktposition hinsichtlich Qualität und Quantität weiter auszubauen. Zielgerichtete Investitionen und Maßnahmen sollen zu einer Ergebnisverbesserung in allen Divisionen beitragen und somit auch das Konzernergebnis 2021 wieder steigern.

Die Österreichische Post wird ihrer Positionierung als Dividendentitel treu bleiben. In der Hauptversammlung der Österreichischen Post am 17. Juni 2020 wurde wie vorgesehen die Ausschüttung einer stabilen Dividende von 2,08 EUR je Aktie beschlossen und am 30. Juni 2020 ausgeschüttet (Dividendenzahltag 1. Juli 2020). Auch weiterhin verfolgt die Österreichische Post das Ziel, zumindest 75% des Nettoergebnisses an die Aktionäre auszuschütten.

Der Vorstand

DI DR. GEORG PÖLZL Generaldirektor Vorstandsvorsitzender

DI WALTER OBLIN Generaldirektor-Stellvertreter Vorstand Brief & Finanzen

DI PETER UMUNDUM Mitglied des Vorstands Vorstand Paket & Logistik

Konzernzwischenabschluss

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Mio EUR H1 2019 H1 2020 Q2 2019 Q2 2020
Umsatzerlöse 981,1 981,9 488,6 479,1
davon Ergebnis aus Finanzdienstleistungen 0,0 6,2 0,0 4,2
Sonstige betriebliche Erträge 42,2 28,4 21,2 15,0
GESAMTE BETRIEBLICHE ERTRÄGE 1.023,3 1.010,2 509,8 494,1
Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen –218,7 –247,5 –108,5 –127,2
Personalaufwand –507,3 –494,7 –255,6 –241,2
Abschreibungen –54,5 –64,0 –27,3 –32,0
Sonstige betriebliche Aufwendungen –134,7 –156,3 –68,3 –79,3
GESAMTE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN –915,2 –962,5 –459,7 –479,7
ERGEBNIS DER BETRIEBLICHEN TÄTIGKEIT 108,2 47,7 50,1 14,4
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen –0,5 0,5 0,2 0,5
Finanzerträge 4,8 10,3 –1,3 5,7
Finanzaufwendungen –4,0 –5,1 –1,3 –1,7
Sonstiges Finanzergebnis 0,8 5,1 –2,6 4,0
FINANZERGEBNIS 0,3 5,6 –2,5 4,5
ERGEBNIS VOR ERTRAGSTEUERN 108,5 53,3 47,7 18,9
Ertragsteuern –29,1 –14,2 –11,6 –5,9
PERIODENERGEBNIS 79,4 39,1 36,0 12,9
ZUZURECHNEN AN:
Aktionäre des Mutterunternehmens 79,3 44,5 36,0 15,9
Nicht beherrschende Anteile 0,0 –5,4 0,0 –3,0
ERGEBNIS JE AKTIE (EUR)
UNVERWÄSSERTES ERGEBNIS JE AKTIE 1,17 0,66 0,53 0,24
VERWÄSSERTES ERGEBNIS JE AKTIE 1,17 0,66 0,53 0,24

ERGEBNIS VOR SONSTIGES FINANZERGEBNIS UND ERTRAGSTEUERN (EBIT) 107,7 48,2 50,3 14,9
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen –0,5 0,5 0,2 0,5
ÜBERLEITUNG KONZERN EBIT (MIO EUR)
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit
108,2 47,7 50,1 14,4

Konzern-Gesamtergebnisrechnung

Mio EUR H1 2019 H1 2020 Q2 2019 Q2 2020
PERIODENERGEBNIS 79,4 39,1 36,0 12,9
POSTEN, DIE NACHTRÄGLICH IN DIE GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
UMGEGLIEDERT WERDEN KÖNNEN:
Währungsumrechnungsdifferenzen – ausländische Geschäftsbetriebe 0,0 –0,9 0,0 0,2
SUMME DER POSTEN, DIE UMGEGLIEDERT WERDEN KÖNNEN 0,0 –0,9 0,0 0,2
POSTEN, DIE NICHT NACHTRÄGLICH IN DIE GEWINN- UND
VERLUSTRECHNUNG UMGEGLIEDERT WERDEN:
Zeitwertänderungen FVOCI – Eigenkapitalinstrumente –4,1 –1,1 –4,1 –1,1
Neubewertung von leistungsorientierten Verpflichtungen –10,0 5,3 –3,5 5,3
Steuereffekt auf Neubewertung 2,5 –1,3 0,9 –1,3
SUMME DER POSTEN, DIE NICHT UMGEGLIEDERT WERDEN –11,6 2,9 –6,7 2,9
SONSTIGES ERGEBNIS –11,6 1,9 –6,7 3,1
GESAMTPERIODENERGEBNIS 67,8 41,1 29,4 16,0
ZUZURECHNEN AN:
Aktionäre des Mutterunternehmens 67,7 46,4 29,4 19,0
Nicht beherrschende Anteile 0,0 –5,4 0,0 –3,0
Konzern-Bilanz
31.12.2019
Mio EUR angepasst1 30.06.2020
AKTIVA
LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE
Geschäfts- oder Firmenwerte 61,1 60,8
Immaterielle Vermögenswerte 35,1 44,4
Sachanlagen 1.056,5 1.032,2
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 73,0 72,3
Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen 11,4 34,0
Andere finanzielle Vermögenswerte 68,1 15,4
Sonstige Forderungen 16,9 12,3
Latente Steueransprüche 65,9 62,6
1.387,9 1.334,0
FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE AUS FINANZDIENSTLEISTUNGEN
Zahlungsmittel und Guthaben bei Zentralbanken 48,0 272,6
Forderungen an Kreditinstitute 2,9 6,3
Forderungen an Kunden 0,0 0,8
Sonstige 0,0 9,5
50,9 289,2
KURZFRISTIGE VERMÖGENSWERTE
Andere finanzielle Vermögenswerte 230,6 109,8
Vorräte 14,3 14,6
Vertragsvermögenswerte 7,1 2,5
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 296,9 293,6
Steuererstattungsansprüche 2,5 17,4
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 52,6 95,9
604,0 533,9
ZUR VERÄUSSERUNG GEHALTENE VERMÖGENSWERTE 0,1 0,1
2.042,9 2.157,2

1 Anpassungen siehe Punkt 2.2 Änderung von Bilanzierungsmethoden und Anpassung der Vorjahreszahlen

Konzern-Bilanz

zum 30. Juni 2020
Mio EUR 31.12.2019
angepasst1
30.06.2020
PASSIVA
EIGENKAPITAL
Grundkapital
337,8 337,8
Kapitalrücklagen 91,0 91,0
Gewinnrücklagen 303,3 189,5
Andere Rücklagen –41,8 –24,0
690,3 594,3
EIGENKAPITAL DER AKTIONÄRE DES MUTTERUNTERNEHMENS 10,4 6,3
NICHT BEHERRSCHENDE ANTEILE 700,7 600,6
LANGFRISTIGE SCHULDEN
Rückstellungen
359,3 340,0
Andere finanzielle Verbindlichkeiten 270,7 256,8
Sonstige Verbindlichkeiten 27,1 22,9
Vertragsverbindlichkeiten 0,0 6,1
Latente Steuerschulden 0,8 0,9
657,8 626,7
FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN AUS FINANZDIENSTLEISTUNGEN
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0,0 75,0
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 0,0 165,5
Sonstige 0,0 0,8
0,0 241,2
KURZFRISTIGE SCHULDEN
Rückstellungen 258,1 249,6
Steuerschulden 0,2 0,8
Andere finanzielle Verbindlichkeiten 38,8 39,5
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 357,3 370,2
Vertragsverbindlichkeiten 29,9 28,6
684,3 688,7
2.042,9 2.157,2

1 Anpassungen siehe Punkt 2.2 Änderung von Bilanzierungsmethoden und Anpassung der Vorjahreszahlen

Konzern-Cashflow-Statement

Mio EUR H1 2019 H1 2020
GESCHÄFTSTÄTIGKEIT
Ergebnis vor Ertragsteuern
108,5 53,3
Abschreibungen 54,5 64,0
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen 0,5 –0,5
Rückstellungen unbar 12,8 0,3
Sonstige zahlungsunwirksame Vorgänge –12,7 0,0
163,5 117,2
CASHFLOW AUS DEM ERGEBNIS
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen
5,4 7,0
Vorräte 5,2 –0,8
Vertragsvermögenswerte 4,1 4,6
Rückstellungen –7,2 –27,6
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten –11,3 –0,5
Vertragsverbindlichkeiten –12,8 2,6
Finanzielle Vermögenswerte/Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen 0,0 230,9
Gezahlte Steuern –23,4 –26,5
CASHFLOW AUS GESCHÄFTSTÄTIGKEIT 123,6 306,9
INVESTITIONSTÄTIGKEIT
Erwerb von immateriellen Vermögenswerten
–6,6 –12,5
Erwerb von Sachanlagen/als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien –70,0 –37,7
Verkauf von Anlagen 3,5 1,8
Erwerb von Tochterunternehmen und sonstigen Geschäftseinheiten 0,0 –0,9
Erwerb von nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen –4,8 –0,8
Verkauf von nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen 0,1 0,0
Verkauf von sonstigen Finanzinstrumenten 0,0 38,0
Erwerb von Wertpapieren/Geldmarktveranlagungen –30,0 –50,0
Verkauf von Wertpapieren/Geldmarktveranlagungen 10,0 170,2
Gewährte Darlehen –0,5 0,1
Erhaltene Ausschüttungen von nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen 0,1 0,0
Erhaltene Zinsen 0,7 0,7
CASHFLOW AUS INVESTITIONSTÄTIGKEIT –97,4 109,1

FREE CASHFLOW 26,2 416,0

Konzern-Cashflow-Statement

für das erste Halbjahr 2020
Mio EUR H1 2019 H1 2020
FINANZIERUNGSTÄTIGKEIT
Tilgung langfristiger finanzieller Verbindlichkeiten (einschließlich kurzfristig gewordener Anteile)
–14,4 –19,1
Veränderung von kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten 31,5 –0,1
Ausschüttungen –141,0 –123,0
Gezahlte Zinsen –2,4 –2,4
CASHFLOW AUS FINANZIERUNGSTÄTIGKEIT –126,2 –144,7
VERÄNDERUNG DES FINANZMITTELBESTANDS –100,0 271,3
Finanzmittelbestand am 1. Jänner1 310,2 103,5
FINANZMITTELBESTAND AM 30. JUNI1 210,2 374,8

1 Die Darstellung der Erbringung von Finanzdienstleistungen wurde angepasst. Der Finanzmittelbestand beinhaltet nunmehr neben Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalenten bzw. Zahlungsmittel und Guthaben bei Zentralbanken auch Forderungen an Kreditinstitute aus dem Zahlungsverkehr.

Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals im ersten Halbjahr 2019

Mio EUR Grundkapital Kapitalrücklagen Gewinnrücklagen
STAND AM 1. JÄNNER 2019 337,8 91,0 298,5
Periodenergebnis 0,0 0,0 79,3
Sonstiges Ergebnis 0,0 0,0 0,0
0,0 0,0 79,3
GESAMTPERIODENERGEBNIS
Ausschüttung
0,0 0,0 –140,5
0,0 0,0 –140,5
TRANSAKTIONEN MIT EIGENTÜMERN
STAND AM 30. JUNI 2019
337,8 91,0 237,3

Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals im ersten Halbjahr 2020

Mio EUR Grundkapital Kapitalrücklagen Gewinnrücklagen
337,8 91,0 303,3
STAND AM 1. JÄNNER 2020
Periodenergebnis
0,0 0,0 44,5
Sonstiges Ergebnis 0,0 0,0 0,0
GESAMTPERIODENERGEBNIS 0,0 0,0 44,5
Ausschüttung 0,0 0,0 –140,5
Erwerb nicht beherrschender Anteile 0,0 0,0 0,1
Einzahlungen an Tochterunternehmen mit nicht beherrschenden Anteilen 0,0 0,0 –2,0
0,0 0,0 –142,4
TRANSAKTIONEN MIT EIGENTÜMERN
Umbuchungen
0,0 0,0 –15,9
0,0 0,0 –15,9
ANDERE VERÄNDERUNGEN
STAND AM 30. JUNI 2020
337,8 91,0 189,5

Andere Rücklagen

IAS 19 Rücklage FVOCI Rücklage Währungsumrechnungs
rücklage
Eigenkapital der
Aktionäre des
Mutterunter
nehmens
Nicht beherrschende
Anteile
Eigenkapital
–16,1 –12,2 –1,8 697,1 2,0 699,1
0,0 0,0 0,0 79,3 0,0 79,4
–7,5 –4,1 0,0 –11,6 0,0 –11,6
–7,5 –4,1 0,0 67,7 0,0 67,8
0,0 0,0 0,0 –140,5 –0,5 –141,0
0,0 0,0 0,0 –140,5 –0,5 –141,0
–23,6 –16,3 –1,8 624,3 1,6 625,9

Andere Rücklagen

IAS 19 Rücklage FVOCI Rücklage Währungsumrechnungs
rücklage
Eigenkapital der
Aktionäre des
Mutterunter
nehmens
Nicht beherrschende
Anteile
Eigenkapital
–25,6 –14,2 –2,1 690,3 10,4 700,7
0,0 0,0 0,0 44,5 –5,4 39,1
4,0 –1,1 –0,9 1,9 0,0 1,9
4,0 –1,1 –0,9 46,4 –5,4 41,1
0,0 0,0 0,0 –140,5 –0,7 –141,2
0,0 0,0 0,0 0,1 –0,1 0,0
0,0 0,0 0,0 –2,0 2,0 0,0
0,0 0,0 0,0 –142,4 1,2 –141,2
0,0 15,9 0,0 0,0 0,0 0,0
0,0 15,9 0,0 0,0 0,0 0,0
–21,6 0,6 –3,0 594,3 6,3 600,6

Konzernanhang für das erste Halbjahr 2020

1. Grundlagen der Rechnungslegung

Die Erstellung des Konzernzwischenabschlusses der Österreichischen Post AG zum 30. Juni 2020 erfolgte in Übereinstimmung mit den bis zum 30. Juni 2020 vom International Accounting Standards Board herausgegebenen International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union verpflichtend anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a Unternehmensgesetzbuch.

Der vorliegende Konzernzwischenabschluss wurde in Übereinstimmung mit den Regelungen des IAS 34 Zwischenberichterstattung aufgestellt. Der Konzernzwischenabschluss umfasst nicht alle Angaben, die üblicherweise in einem Abschluss für ein volles Geschäftsjahr enthalten sind. Entsprechend ist der vorliegende Konzernzwischenabschluss in Verbindung mit dem Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2019 zu lesen. Die Bilanzierung und Bewertung sowie die Erläuterungen und Angaben basieren grundsätzlich auf denselben Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, die auch dem Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2019 zugrunde liegen, außer im Hinblick auf die erstmalige Anwendung neuer und geänderter Standards sowie der Änderung der Segmentberichterstattung und der Änderung der Darstellung von Finanzdienstleistungen, wie nachstehend erläutert.

Aufgrund der außergewöhnlichen Situation in der aktuellen COVID-19 Pandemie wurden die möglichen Auswirkungen im Zuge der Erstellung des Konzernzwischenabschlusses gesondert bzw. vertiefend untersucht. Dies betraf insbesondere die Überprüfung der Werthaltigkeit von Vermögenswerten nach IAS 36 bzw. IFRS 9, die Vollständigkeit des Ansatzes und die Bewertung von Schulden sowie den Ansatz laufender und latenter Steuern. Die bestehenden Unsicherheiten und reduzierten Erwartungen an die gesamtwirtschaftliche Entwicklung wurden als Anhaltspunkt für eine Wertminderung nach IAS 36 berücksichtigt und die möglichen Auswirkungen über Simulationen in den Planungsrechnungen der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten bzw. der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien berücksichtigt. Insgesamt ergab sich daraus kein Bedarf für eine Wertminderung bzw. keine wesentlichen Auswirkungen auf den beizulegenden Zeitwert der Immobilien. Im Bereich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen wurden die erwarteten Verlustraten angepasst. Die Auswirkungen daraus waren betraglich unwesentlich bzw. waren bislang auch keine wesentlichen Zahlungsausfälle zu beobachten. Die besonderen Herausforderungen in der Verteilung und Zustellung von Sendungen im Zuge der COVID-19 Pandemie (insbesondere aufgrund der Mehrmengen und Engpässen in den Verteilzentren) führten in höherem Ausmaß zur Beschädigung von Sendungen. Die Aufarbeitung der Gesamtschadensituation ist derzeit noch im Laufen. Auf Basis der aktuellen Erkenntnisse wurden im Wege einer bestmöglichen Schätzung entsprechende Vorsorgen gebildet. Im Bereich der laufenden bzw. latenten Steuern waren keine wesentlichen Anpassungen aufgrund COVID-19 notwendig. Zu den wirtschaftlichen Auswirkungen auf die aktuelle Vermögens-, Finanz- und Ertragslage im ersten Halbjahr 2020 verweisen wir auf die entsprechenden Erläuterungen im Konzernlagebericht.

Der Konzernzwischenabschluss wird in Euro aufgestellt. Alle Beträge sind, sofern nichts anderes angeführt ist, in Millionen Euro (Mio EUR) angegeben. Bei der Summierung gerundeter Beträge und Prozentangaben können durch die Verwendung automatisierter Rechenhilfen Rundungsdifferenzen auftreten.

2. Änderungen in den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und Anpassung der Vorjahreszahlen

2.1 Neuerungen in den International Financial Reporting Standards

2.1.1 VERPFLICHTEND ANGEWANDTE NEUE UND GEÄNDERTE IFRS

Im ersten Halbjahr 2020 waren keine neuen Standards erstmals verpflichtend anzuwenden. Die folgenden geänderten Standards wurden erstmals verpflichtend zur Anwendung gebracht:

Verpflichtend angewandte geänderte Standards Inkrafttreten EU1
IFRS 3 Definition eines Geschäftsbetriebs 01.01.2020
IFRS 9/IAS 39/IFRS 7 Interest Rate Benchmark Reform 01.01.2020
IAS 1/IAS 8 Definition von Wesentlichkeit 01.01.2020
Diverse Änderungen der Verweise auf das Rahmenkonzept in den IFRS 01.01.2020

1 Anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem angegebenen Datum beginnen

2.1.2 VERÖFFENTLICHTE, ABER NOCH NICHT ANGEWANDTE STANDARDS

Folgende Standards und Interpretationen sind durch die Europäische Union anerkannt worden bzw. befinden sich im Anerkennungsprozess. Eine verpflichtende Anwendung ist jedoch erst für die Zukunft vorgesehen.

Noch nicht angewandte neue Standards Endorsement EU Inkrafttreten EU1
IFRS 17 Versicherungsverträge (inklusive Änderungen des IFRS 17) offen 01.01.2023
Noch nicht angewandte geänderte Standards Endorsement EU Inkrafttreten EU1
IAS 1 Klassifizierung von Verbindlichkeiten als kurz- oder langfristig offen 01.01.2023
Diverse Verbesserungen an den IFRS, Zyklus 2018-2022 offen 01.01.2022
IFRS 3 Änderungen der Verweise auf das Rahmenkonzept in den IFRS offen 01.01.2022
IAS 16 Sachanlagen offen 01.01.2022
IAS 37 Rückstellungen, Eventualschulden und Eventualforderungen offen 01.01.2022
IFRS 16 COVID-19-bezogene Änderungen von Mietkonzessionen geplant Q3/Q4 2020 01.06.2020
IFRS 4 Versicherungsverträge — Aufschub von IFRS 9 Q4 2020 01.01.2021

1 Anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem angegebenen Datum beginnen

Die noch nicht angewandten neuen und geänderten Standards haben voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Österreichischen Post AG.

2.2 Änderung von Bilanzierungsmethoden und Anpassung der Vorjahreszahlen

2.2.1 ÄNDERUNG DER SEGMENTBERICHTERSTATTUNG

Mit Umsetzung der neuen Organisationsstruktur 2020 hat die Österreichische Post ihre Segmentberichterstattung ab 1. Jänner 2020 geändert. Um die Vergleichbarkeit zu gewährleisten, wurde die Segmentberichterstattung für das Geschäftsjahr 2019 angepasst. Zu den Änderungen in der Segmentberichterstattung verweisen wir auf Kapitel 5. Segmentberichterstattung.

2.2.2 ÄNDERUNG DER DARSTELLUNG VON FINANZDIENSTLEISTUNGEN

Im Sinne einer möglichst transparenten Darstellung der Erbringung von Finanzdienstleistungen innerhalb des Österreichischen Post Konzern, wurde die Darstellung im Geschäftsjahr 2020 geändert.

Der Ausweis der Finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen erfolgt in der Konzernbilanz nunmehr nicht mehr getrennt nach lang- und kurzfristig, sondern als eigener, nach Liquidität geordneter Abschnitt zwischen den langfristigen und kurzfristigen Vermögenswerten bzw. Schulden. Ebenso werden die Zahlungsmittel und Guthaben bei Zentralbanken nunmehr als Finanzielle Vermögenswerte aus Finanzdienstleistungen dargestellt. In der Konzern-Cashflow Rechnung wird dieser Posten weiterhin als Teil des Finanzmittelbestandes erfasst. Siehe dazu auch unter Kapitel 10. Erläuterungen zum Konzern-Cashflow-Statement.

Die Auswirkung der Anpassungen auf die Konzernbilanz stellt sich wie folgt dar:

Mio EUR 31.12.2019 Anpassung 31.12.2019
angepasst
AKTIVA
FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE AUS FINANZDIENSTLEISTUNGEN
Zahlungsmittel und Guthaben bei Zentralbanken
0,0 48,0 48,0
Forderungen an Kreditinstitute 0,0 2,9 2,9
0,0 50,9 50,9
KURZFRISTIGE VERMÖGENSWERTE
Finanzielle Vermögenswerte aus Finanzdienstleistungen
2,9 –2,9 0,0
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 100,6 –48,0 52,6
103,5 –50,9 52,6

3. Konsolidierungskreis

In den Konzernzwischenabschluss sind neben der Österreichischen Post AG 28 inländische (31. Dezember 2019: 27) und 14 ausländische (31. Dezember 2019: 14) Tochterunternehmen einbezogen. Weiters werden zwei inländische (31. Dezember 2019: drei) und zwei ausländische (31. Dezember 2019: ein) Unternehmen nach der Equity-Methode bilanziert.

3.1 Änderungen im Konsolidierungskreis

Im ersten Halbjahr 2020 haben folgende Konsolidierungskreisänderungen stattgefunden:

Anteil am Kapital
Name der Gesellschaft von auf Transaktions
zeitpunkt
Erläuterung
BRIEF & WERBEPOST
adverserve Holding GmbH, Wien
82,00% 90,00% 19.06.2020 Akquisition
PAKET & LOGISTIK
PHS Logistiktechnik GmbH, Graz
40,00% 48,36% 06.03.2020 Kapitalerhöhung
Aras Kargo a.s., Istanbul 25,00% 25,00% 18.06.2020 Methodenänderung
CORPORATE
Post IT Services GmbH, Wien (vormals OMNITEC
Informationstechnologie-Systemservice GmbH, Wien)
50,00% 100,00% 01.01.2020 Sukzessiver Erwerb

BRIEF & WERBEPOST

adverserve Holding GmbH Mit 19. Juni 2020 hat die Österreichische Post weitere 8% der Anteile an der adverserve Holding GmbH erworben. Der Anteil erhöhte sich damit von 82% auf 90%. Die Verbindlichkeit aus der vertraglichen Kaufverpflichtung wurde bereits im Zuge der Erstkonsolidierung im August 2019 in Höhe von 0,3 Mio EUR gegen das Konzern-Eigenkapital (Gewinnrücklagen) erfasst. Die endgültige Höhe dieser Kaufpreisverbindlichkeit ist abhängig von den zukünftigen Ergebnissen der adverserve Holding GmbH sowie ihrer Tochterunternehmen.

Das zum Erwerbszeitpunkt auf die zusätzlichen erworbenen Anteile entfallende Nettovermögen betrug 0,1 Mio EUR. Entsprechend erfasste die Österreichische Post eine Verringerung der Anteile ohne beherrschenden Einfluss von 0,1 Mio EUR und eine Erhöhung der Gewinnrücklagen von 0,1 Mio EUR.

PAKET & LOGISTIK

Aras Kargo a.s. Mit der Neubestellung des Board of Directors per 18. Juni 2020 und der Abberufung des gerichtlich bestellten Treuhänders hat die Österreichische Post wieder maßgeblichen Einfluss an der Aras Kargo a.s. erlangt. Die Anteile an der Gesellschaft werden daher seit 18. Juni 2020 wieder nach der Equity-Methode bilanziert.

Die Gesellschaft wurde seit dem Frühjahr 2017 von einem gerichtlich bestellten Treuhänder (Trustee Panel) geführt, wobei der Treuhänder ausschließlich dem Gericht gegenüber verantwortlich war. Entsprechend wurde die Bilanzierung der Anteile nach der Equity-Methode beendet und die Anteile erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert (FVOCI) bilanziert. Aus der letztmaligen Anpassung des beizulegenden Zeitwertes per 18. Juni 2020 ergab sich eine Anpassung des Buchwertes um minus 1,1 Mio EUR auf 22,2 Mio EUR. Die im Eigenkapital in der FVOCI Rücklage erfassten kumulierten Anpassungen des beizulegenden Zeitwertes inklusive latenter Steuern in Höhe von minus 15,9 Mio EUR wurden in die Gewinnrücklage umgebucht.

Der nach der Equity Methode bilanzierte Anteil an der Aras Kargo a.s. beträgt per 30. Juni 2020 22,6 Mio EUR. Seit dem 18. Juni 2020 wurden anteilige Ergebnisse in Höhe von 0,3 Mio EUR erfasst.

Mit 16. Juni 2020 hat die Österreichische Post weiters Verträge über den Erwerb von weiteren 55% der Anteile an der Aras Kargo a.s. unterzeichnet (Signing). Der Vollzug des Erwerbs ist von der Zustimmung der türkischen Behörden abhängig und wird für das dritte Quartal 2020 erwartet.

CORPORATE

Post IT Services GmbH Mit 1. Jänner 2020 hat die Österreichische Post weitere 50% der Anteile an der OMNITEC Informationstechnologie-Systemservice GmbH von der P.S.K. Beteiligungsverwaltung GmbH erworben, womit sich der Anteil von 50% auf 100% erhöhte. Die OMNITEC wurde bis zum 31. Dezember 2019 unter Anwendung der Equity-Methode bilanziert. Seit dem 1. Jänner 2020 wird sie im Wege der Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogen.

Der Kaufpreis betrug 1 EUR und ist als symbolischer Kaufpreis im Rahmen der Entflechtungsvereinbarungen mit der BAWAG P.S.K. zu sehen. Aus dem Erwerb resultierte ein Ertrag in Höhe von insgesamt 0,4 Mio EUR, der unter den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst wurde. Der Ertrag setzt sich aus der Bewertung der Altanteile und dem Gewinn aus dem Erwerb ("Badwill") in Höhe von jeweils 0,2 Mio EUR zusammen.

Die Gesellschaft wurde im April 2020 in Post IT Services GmbH umbenannt.

4. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

4.1 Darstellung der Erbringung von Finanzdienstleistungen innerhalb des Konzernabschlusses

Im Sinne einer transparenten Darstellung des Konzernabschlusses werden die spezifischen Posten aus dem Finanzdienstleistungsgeschäft in gesonderten Zeilen in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Bilanz sowie dem Konzern-Cashflow-Statement dargestellt.

Für diese finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten gelten aufgrund der Besonderheit des Geschäftsmodells eigene, vom restlichen Konzern der Österreichischen Post unterschiedliche, Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden. Diese werden im Folgenden gesondert dargestellt.

4.1.1 FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE UND VERBINDLICHKEITEN AUS FINANZDIENSTLEISTUNGEN

Unter den finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen werden in der Konzernbilanz insbesondere jene Posten ausgewiesen, die unmittelbar aus dem Einlagen- und Veranlagungsgeschäft der bank99 AG resultieren bzw. sich aus der Abwicklung der sogenannten P.S.K. Anweisungen (Auszahlung z. B. von Pensionen, Arbeitslosengeldern und ähnlichen Leistungen im fremden Namen und auf fremde Rechnung) ergeben. Ebenso werden in diesen Posten die Zahlungsmittel und Guthaben bei Zentralbanken der bank99 AG ausgewiesen. Die Darstellung der Posten erfolgt gereiht nach ihrer Liquidität.

Vermögenswerte und Schulden außerhalb des Einlagen- und Veranlagungsgeschäfts werden, gemäß ihrer Fristigkeit, unter den sonstigen lang- und kurzfristigen Vermögenswerten und Schulden ausgewiesen (z. B. Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen sowie Vertragsvermögenswerte und – verbindlichkeiten).

Klassifizierung Forderungen an Kreditinstitute und Kunden sowie sonstige Forderungen aus Finanzdienstleistungen werden im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten, dessen Zielsetzung in der Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme liegt. Entsprechend werden diese finanziellen Vermögenswerte der Kategorie "Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet (at cost)" zugeordnet. Sofern einzelne Vermögenswerte das sogenannte Zahlungsstromkriterium des IFRS 9 nicht erfüllen, werden diese der Kategorie "Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (FVTPL)" zugeordnet.

Finanzielle Vermögenswerte aus der Wertpapierveranlagung werden im Bereich des Liquiditätsmanagements im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten, dessen Zielsetzung sowohl in der Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme als auch im Verkauf besteht. Entsprechend erfolgt die Zuordnung zu der Kategorie "Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet (FVOCI)". Darüber hinaus gehaltene Wertpapiere werden im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten, dessen Zielsetzung in der Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme besteht. Entsprechend erfolgt die Zuordnung zu der Kategorie "Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet (at cost)".

Finanzielle Verbindlichkeiten werden vollständig der Kategorie "Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet (at cost)" zugeordnet.

Erstmaliger Ansatz und Bewertung Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden mit Entstehen der vertraglichen Ansprüche bzw. Verpflichtungen erstmalig erfasst. Dies geschieht im Regelfall zum Erfüllungstag, als der Zeitpunkt, zu dem der finanzielle Vermögenswert übertragen wird. Der erstmalige Ansatz erfolgt zum beizulegenden Zeitwert, der in den meisten Fällen dem Transaktionspreis entspricht. Bei von zu fortgeführten Anschaffungskosten und erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten erfolgt der erstmalige Ansatz inklusive Transaktionskosten.

Wertminderungen Wertminderungen werden in Höhe der erwarteten Kreditverluste gemäß IFRS 9 gebildet. Für die Bemessung der Höhe der Wertminderungen und die Erfassung von Zinserträgen werden drei Wertminderungsstufen unterschieden:

  • _ Stufe 1 bezieht sich auf finanzielle Vermögenswerte, für die keine signifikante Erhöhung des Ausfallsrisikos seit dem erstmaligen Ansatz identifiziert wurde. Die Wertminderung wird in Höhe der erwarteten 12-Monats Kreditverluste gebildet. Für Wertpapiere wird die sogenannte Low Credit Risk Exemption gemäß IFRS 9 5.5.10 angewandt.
  • _ Stufe 2 Finanzielle Vermögenswerte in der Stufe 2 weisen eine signifikante Erhöhung des Ausfallsrisikos seit dem erstmaligen Ansatz auf. Die Wertminderung wird in Höhe der über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste gebildet. Zur Überprüfung der signifikanten Erhöhung des Ausfallsrisikos werden qualitative Kriterien (z. B. Mahnstufen) und quantitative Kriterien (Verschlechterung in der internen Ratingskala) herangezogen. Zusätzlich werden sämtliche Forderungen eines Kunden in die Stufe 2 transferiert, wenn Forderungen des Kunden um mehr als 30 Tage überfällig sind.
  • _ Stufe 3 Finanzielle Vermögenswerte in der Stufe 3 gelten als ausgefallen und Zinserträge werden unter Anwendung des Effektivzinssatzes auf die fortgeführten Anschaffungskosten (Nettobuchwert) erfasst. Der Transfer in die Stufe 3 erfolgt, wenn eine Forderung des Kunden 90 oder mehr Tage überfällig ist oder ein qualitativer Ausfallstrigger (z. B. Insolvenz, krisenbedingte Restrukturierung) vorliegt.

Die für die Ermittlung der erwarteten Kreditverluste notwendigen Ausfallswahrscheinlichkeiten für Forderungen an Kunden werden mittels interner Ratingmodelle berechnet. Die notwendigen Input-Parameter basieren im Wesentlichen auf historischen Erfahrungswerten vergleichbarer Geschäftsmodelle, die extern bezogen werden. Für die Herleitung von Ausfallswahrscheinlichkeiten, für die Ermittlung der erwarteten Kreditverluste, für Forderungen an Kreditinstitute und Wertpapiere wird auf externe Ratings zurückgegriffen.

4.1.2 ERGEBNIS AUS FINANZDIENSTLEISTUNGEN

Das in den Umsatzerlösen erfasste Ergebnis aus Finanzdienstleistungen enthält das Netto-Zins- und das Netto-Provisionsergebnis aus der Erbringung von Finanzdienstleistungen. In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wird das Ergebnis im Sinne einer möglichst transparenten Darstellung mit einem "davon"-Vermerk gesondert ausgewiesen.

Das Bewertungs- und Abgangsergebnis aus der Veranlagung in Wertpapiere wird unter den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst. Wertminderungen nach IFRS 9 werden unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst.

Zinsergebnis Im Netto-Zinsergebnis werden sämtliche Zinserträge und Zinsaufwendungen aus dem Einlagen- und Veranlagungsgeschäft ausgewiesen. Zinserträge und Zinsaufwendungen von zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten und erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode erfasst. Die Zinserträge enthalten ebenfalls Provisionserträge, welche als integraler Bestandteil der Effektivzinsmethode in den Anwendungsbereich des IFRS 9 fallen.

Provisionsergebnis Im Netto-Provisionsergebnis werden Gebühren und Provisionen aus den angebotenen Finanzdienstleistungen ausgewiesen. Dies betrifft aktuell im Wesentlichen Gebühren und Provisionen aus dem Girokontengeschäft, dem Zahlungsverkehr sowie der Auszahlung von sogenannten P.S.K. Anweisungen. Soweit Gebühren und Provisionen aus einem Vertrag sowohl in den Anwendungsbereich des IFRS 15 sowie des IFRS 9 fallen, wird IFRS 9 zur Separierung der Vertragsbestandteile angewendet. Gebühren und Provisionen im Anwendungsbereich des IFRS 15 aus transaktionsbasierten Leistungen werden zeitpunktbezogen realisiert. Gebühren und Provisionen aus zeitraumbezogenen Leistungen werden über den entsprechenden Zeitraum abgegrenzt. Dies betrifft unter anderem pauschale Einmalvergütungen aus Kooperationsvereinbarungen mit Drittanbietern.

5. Segmentberichterstattung

Allgemeine Informationen Mit Umsetzung der neuen Organisationsstruktur 2020 hat die Österreichische Post ihre Segmentberichterstattung ab 1. Jänner 2020 geändert. Um die Vergleichbarkeit zu gewährleisten, wurde die Segmentberichterstattung für das Geschäftsjahr 2019 angepasst. Die geänderte Segmentberichterstattung erfolgt, analog zu der neuen divisionalen Struktur des Österreichischen Post Konzern, nach den Berichtssegmenten Brief & Werbepost, Paket & Logistik, Filiale & Bank sowie Corporate und entspricht der Berichterstattung an den Vorstand (als Chief Operating Decision Maker nach IAS 8). Die Identifikation der berichtspflichtigen Segmente erfolgt weiterhin auf der Grundlage der Unterschiede zwischen den Produkten und Dienstleistungen. Im Rahmen der Identifikation der Berichtssegmente wurden keine operativen Segmente zusammengefasst. Die Logistik für Brief und Paket in Österreich wurde in der internen Produktionseinheit Logistiknetzwerk gebündelt, welche ihre Leistungen auf Kostenbasis an die operativen Divisionen verrechnet.

Brief & Werbepost Das Leistungsspektrum der Division Brief & Werbepost umfasst die Annahme, Sortierung und Zustellung von Briefen, Postkarten, adressierten, teil- und unadressierten Werbesendungen und Zeitungen sowie von Päckchen. Die Österreichische Post bietet ihren Kunden auch diverse Online-Services wie den E-Brief und crossmediale Lösungen an. Ergänzt wird das Angebot durch physische und digitale Zusatzleistungen für messbare Erfolge in der Kundenkommunikation sowie für die Optimierung in der Dokumentenbearbeitung. Die Division Brief & Werbepost trägt zudem wirtschaftlich sämtliche Mehraufwendungen, die sich aus den besonderen gesetzlichen Verpflichtungen der Österreichischen Post ergeben (z. B. Erbringung Universaldienst, spezifische Beschäftigungssituation beamteter Mitarbeiter).

Paket & Logistik Die Division Paket & Logistik bietet für den Paketversand Lösungen aus einer Hand über die gesamte Wertschöpfungskette. Kerngeschäft ist die Beförderung von Paketen sowie von Paket Express (ehemals EMS) Sendungen. Das Portfolio umfasst neben klassischen Paketprodukten, der Express- und der Lebensmittelzustellung auch vielfältige Mehrwertdienstleistungen. So bietet das Unternehmen maßgeschneiderte Fulfillment-Lösungen wie Lagerung, Kommissionierung, Retouren-Management, Geld- und Werttransporte, Webshop-Logistik sowie Webshop-Infrastruktur an.

Filiale & Bank Die neue Division Filiale & Bank umfasst neben dem bislang in der Division Brief & Werbepost berichteten Filialgeschäft die bank99 AG – die neue Bank der Post - mit welcher seit dem 1. April 2020 Finanzdienstleistungen in ganz Österreich angeboten werden. Im Filialnetz werden neben den neuen Finanzdienstleistungen weiterhin unverändert Post- und Telekomprodukte vertrieben.

Corporate Der Division Corporate obliegen vor allem Dienstleistungen im Bereich der Konzernverwaltung, die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle und die Entwicklung von Immobilienprojekten. Nicht-operative Dienstleistungen, wie sie typischerweise für Zwecke der Konzernverwaltung und Steuerung eines Konzerns erbracht werden, umfassen unter anderem die Verwaltung der Konzernimmobilien, die Erbringung von IT-Dienstleistungen sowie die Administration des Post Arbeitsmarkts.

Konsolidierung In der Spalte Konsolidierung wird die Eliminierung der Beziehungen zwischen den Segmenten vorgenommen. Weiters dient die Konsolidierung der Überleitung von Segmentgrößen auf Konzerngrößen.

Transaktionen zwischen den Segmenten erfolgen zu marktorientierten Preisen. Die Abgeltung von Mehraufwendungen, die sich aus den besonderen gesetzlichen Verpflichtungen der Österreichischen Post ergeben, erfolgt kostenorientiert. Die Bilanzierung von Transaktionen zwischen den Segmenten erfolgt nicht vollständig nach den Rechnungslegungsgrundsätzen, die im Österreichischen Post-Konzern Anwendung finden. So werden insbesondere die Grundsätze zur Umsatzrealisierung nach IFRS 15 vereinfacht angewandt und Inner-Konzern Leasingtransaktionen nicht vollständig nach IFRS 16 abgebildet.

Die nachstehenden Tabellen zeigen die Segmentangaben für die berichtspflichtigen Segmente für das erste Halbjahr 2019 und das erste Halbjahr 2020:

H1 2019 angepasst1

Brief &
Werbepost
Paket & Logistik Filiale & Bank Corporate Konsolidierung Konzern
981,1
1,3 0,4 88,7 0,3 –90,7 0,0
661,5 283,4 132,5 0,5 –96,7 981,1
658,8 278,4 43,8 0,2 0,0 981,1
103,5 14,9 1,7 –12,3 0,0 107,7
0,8
108,5
660,2 283,0 43,8 0,2 –6,1

1 Angepasst an die neue Segmentstruktur ab 1.1.2020 - siehe Punkt 2.2 Änderung von Bilanzierungsmethoden und Anpassung der Vorjahreszahlen

H1 2020

Mio EUR Brief &
Werbepost
Paket & Logistik Filiale & Bank Corporate Konsolidierung Konzern
Umsatzerlöse (Segmente) 590,6 367,9 28,6 1,1 –6,3 981,9
Interne Leistungsverrechnung 1,4 0,5 87,5 0,0 –89,4 0,0
UMSATZERLÖSE GESAMT 592,0 368,4 116,2 1,1 –95,7 981,9
davon Umsatzerlöse mit Dritten 587,7 364,6 28,6 1,0 0,0 981,9
davon Ergebnis aus
Finanzdienstleistungen
0,0 0,0 6,2 0,0 0,0 6,2
EBIT 73,2 18,2 –28,7 –14,2 –0,3 48,2
Sonstiges Finanzergebnis 5,1
ERGEBNIS VOR ERTRAGSTEUERN 53,3

6. Erlöse aus Verträgen mit Kunden

6.1 Erlöse aus Verträgen mit Kunden

In der folgenden Tabelle sind die Erlöse aus Verträgen mit Kunden nach berichtspflichtigen Segmenten und Produktgruppen (Bereiche dieser Segmente) aufgeschlüsselt:

Mio EUR H1 2019 H1 2020
Briefpost 383,3 355,4
Mail Solutions 24,2 23,4
Werbepost 186,3 152,4
Medienpost 65,1 56,5
BRIEF & WERBEPOST 658,8 587,7
Paket Premium 144,1 212,0
Paket Standard 106,8 121,1
Paket Sonstige Leistungen 27,5 31,5
PAKET & LOGISTIK 278,4 364,6
Filialdienstleistungen 43,7 22,4
Erträge aus Finanzdienstleistungen1 0,0 6,9
FILIALE & BANK 43,7 29,3
Erlöse Immobilienprojekt Neutorgasse 7 14,1 2,6
Umsatzerlöse Sonstige 0,2 1,0
CORPORATE 14,3 3,6
ERLÖSE AUS VERTRÄGEN MIT KUNDEN 995,2 985,2
davon ausgewiesen unter den Umsatzerlösen 981,1 982,6
davon ausgewiesen unter den Sonstigen betrieblichen Erträgen 14,1 2,6

1 Eine Überleitung der hier dargestellten Erträge aus Finanzdienstleistungen auf das Ergebnis aus Finanzdienstleistungen ist im Punkt 7.1 Ergebnis aus Finanzdienstleistungen enthalten.

6.2 Vermögenswerte und Verbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden

Die folgende Tabelle enthält den Stand der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie der Vertragsvermögenswerte und -verbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden gemäß IFRS 15 zum 31. Dezember 2019 und 30. Juni 2020.

Mio EUR 31.12.2019 30.06.2020
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 260,3 256,7
Vertragsvermögenswerte 7,1 2,5
Vertragsverbindlichkeiten 29,9 34,8

Die Vertragsvermögenswerte des Österreichischen Post-Konzerns resultieren im Wesentlichen aus dem Anspruch auf Erhalt einer Gegenleistung im Austausch für den bereits erfüllten Teil der Leistungsverpflichtung des Immobilienprojekts Neutorgasse 7. Die Vertragsvermögenswerte werden zu den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen umgegliedert, sobald ein unbedingter Anspruch auf Gegenleistung mit Fertigstellung und Übergabe der Wohneinheit vorliegt.

Die zum 30. Juni 2020 erfassten Vertragsverbindlichkeiten betreffen erhaltene Vorauszahlungen für noch nicht erbrachte Leistungen im Zusammenhang mit der Brief- und Paketzustellung, mit Postwertzeichen und Absender-Freistempelmaschinen sowie mit dem Finanzdienstleistungsgeschäft.

Von den zum 1. Jänner 2020 ausgewiesenen Vertragsverbindlichkeiten wurden 14,6 Mio EUR in den Umsatzerlösen erfasst.

7. Finanzdienstleistungen

7.1 Ergebnis aus Finanzdienstleistungen

Die folgende Tabelle stellt das gesamte Ergebnis aus den Finanzdienstleistungen inklusive Bewertungs- und Abgangsergebnis sowie Wertminderungen dar:

Mio EUR H1 2020
Zinsertrag 0,0
Zinsaufwand aus Barreserven (inkl. Guthaben bei Zentralbanken) –0,2
Zinsaufwand –0,2
ZINSERGEBNIS –0,2
Provisionsertrag Girogeschäft und Zahlungsverkehr 1,4
Provisionsertrag sonstiges Dienstleistungsgeschäft 5,5
Provisionsertrag 6,9
Provisionsaufwand Girogeschäft und Zahlungsverkehr –0,3
Provisionsaufwand sonstiges Dienstleistungsgeschäft –0,3
Provisionsaufwand –0,5
PROVISIONSERGEBNIS 6,3
ERGEBNIS AUS FINANZDIENSTLEISTUNGEN 6,2
Wertminderungen 0,0
ERGEBNIS AUS FINANZDIENSTLEISTUNGEN INKL. BEWERTUNGS- UND ABGANGSERGEBNIS SOWIE
WERTMINDERUNGEN
6,1

Das Ergebnis aus Finanzdienstleistungen ist in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung in folgenden Positionen dargestellt:

Mio EUR H1 2020
Umsatzerlöse 6,2
Sonstige betriebliche Aufwendungen 0,0
ERGEBNIS AUS FINANZDIENSTLEISTUNGEN INKL. BEWERTUNGS- UND ABGANGSERGEBNIS SOWIE
WERTMINDERUNGEN
6,1

7.2 Finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen

Die folgenden Tabellen zeigen die Fristigkeiten der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen:

Finanzielle Vermögenswerte aus Finanzdienstleistungen

Mio EUR 31.12.2019 30.06.2020
Restlaufzeit
< 1 Jahr
Gesamt Restlaufzeit
< 1 Jahr
Gesamt
Zahlungsmittel und Guthaben bei Zentralbanken 48,0 48,0 272,6 272,6
Kassenbestand 13,9 13,9 141,8 141,8
Zentralbanken 34,1 34,1 130,8 130,8
Forderungen an Kreditinstitute 2,9 2,9 6,3 6,3
täglich fällig 2,9 2,9 6,3 6,3
Forderungen an Kunden 0,0 0,0 0,8 0,8
täglich fällig 0,0 0,0 0,8 0,8
Sonstige 0,0 0,0 9,5 9,5
GESAMT 50,9 50,9 289,2 289,2

Finanzielle Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen

Mio EUR 31.12.2019 30.06.2020
Restlaufzeit
< 1 Jahr
Gesamt Restlaufzeit
< 1 Jahr
Gesamt
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0,0 0,0 75,0 75,0
täglich fällig 0,0 0,0 75,0 75,0
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 0,0 0,0 165,5 165,5
täglich fällig 0,0 0,0 165,5 165,5
Sonstige 0,0 0,0 0,8 0,8
GESAMT 0,0 0,0 241,2 241,2

8. Rückstellungen

Die Österreichische Post hat die Parameter für verzinsliche Rückstellungen vor dem Hintergrund der Entwicklungen der Zinslandschaft angepasst. Der Rechnungszinssatz für Rückstellungen für Abfertigungen beträgt nunmehr 1,50% (31. Dezember 2019: 1,25%), jener für Rückstellungen für Jubiläumsgelder bleibt mit 1,00% (31. Dezember 2019: 1,00%) konstant. Die Parameteranpassungen, inklusive der Effekte aus erfahrungsbedingten Berichtigungen, führten im ersten Halbjahr 2020 zu einem versicherungsmathematischen Gewinn in Höhe von 7,6 Mio EUR, wovon 5,3 Mio EUR im sonstigen Ergebnis erfasst wurden.

Die Bandbreite der Rechnungszinssätze für Rückstellungen für Unterauslastung blieb gegenüber dem 31. Dezember 2019 mit 0,00%–0,75% unverändert, hat sich jedoch bei einzelnen Rückstellungen verändert. Die Parameteranpassungen führten im ersten Halbjahr 2020 zu einem positiven Effekt von 2,4 Mio EUR, der im Personalaufwand erfasst wurde.

9. Finanzinstrumente

Die vorliegende Anhangangabe umfasst eine Aktualisierung der vom Konzern vorgenommenen Beurteilungen und Schätzungen bei der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte von Finanzinstrumenten seit dem letzten Jahresabschluss. Der Österreichische Post-Konzern ordnete seine Finanzinstrumente in die drei im Rahmen der Rechnungslegungsgrundsätze vorgeschriebenen Stufen ein, um einen Anhaltspunkt zur Verlässlichkeit der Inputfaktoren zur Verfügung zu stellen, die bei der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts verwendet werden.

9.1 Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten

Die folgenden Tabellen zeigen die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach den Bewertungskategorien des IFRS 9 zum 31. Dezember 2019 und 30. Juni 2020:

31. Dezember 2019

Mio EUR Zu
fortgeführten
Anschaffungs
kosten bewertet
(at cost)
Erfolgsneutral
zum
beizulegenden
Zeitwert
(FVOCI)
mit Recycling
Erfolgsneutral
zum
beizulegenden
Zeitwert
(FVOCI)
ohne Recycling
Erfolgswirksam
zum
beizulegenden
Zeitwert
(FVTPL)
verpflichtend
Summe zum
beizulegenden
Zeitwert
Gesamt
FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE
Finanzielle Vermögenswerte aus
Finanzdienstleistungen
50,9 0,0 0,0 0,0 0,0 50,9
Zahlungsmittel und Guthaben bei
Zentralbanken
48,0 0,0 0,0 0,0 0,0 48,0
Forderungen an Kreditinstitute 2,9 0,0 0,0 0,0 0,0 2,9
Andere finanzielle Vermögenswerte 189,9 10,4 28,7 69,6 108,8 298,7
Wertpapiere 0,0 10,4 0,0 40,2 50,7 50,7
Geldmarktveranlagungen 189,9 0,0 0,0 0,0 0,0 189,9
Andere Anteile 0,0 0,0 28,7 29,4 58,1 58,1
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
und sonstige Forderungen
276,4 0,0 0,0 0,0 0,0 276,4
Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen
260,3 0,0 0,0 0,0 0,0 260,3
Forderungen gegenüber nach der Equity
Methode bilanzierten Finanzanlagen
2,2 0,0 0,0 0,0 0,0 2,2
Sonstige Forderungen1 14,0 0,0 0,0 0,0 0,0 14,0
Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente
52,6 0,0 0,0 0,0 0,0 52,6
SUMME 569,8 10,4 28,7 69,6 108,8 678,6
FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN
Andere finanzielle Verbindlichkeiten
309,5 0,0 0,0 0,0 0,0 309,5
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
1,1 0,0 0,0 0,0 0,0 1,1
Leasingverbindlichkeiten 308,4 0,0 0,0 0,0 0,0 308,4
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten
296,2 0,0 0,0 2,9 2,9 299,2
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen
220,6 0,0 0,0 0,0 0,0 220,6
Bedingte Restkaufpreisverbindlichkeiten 0,0 0,0 0,0 2,9 2,9 2,9
Andere sonstige Verbindlichkeiten2 75,7 0,0 0,0 0,0 0,0 75,7
SUMME 605,7 0,0 0,0 2,9 2,9 608,7

1 Exklusive geleisteter Vorauszahlungen und Forderungen gegenüber Steuerbehörden und Sozialversicherungsträgern

2 Exklusive erhaltener Vorauszahlungen und Verbindlichkeiten gegenüber Steuerbehörden und Sozialversicherungsträgern sowie nicht konsumierte Urlaube

30. Juni 2020

Mio EUR Zu
fortgeführten
Anschaffungs
kosten bewertet
(at cost)
Erfolgsneutral
zum
beizulegenden
Zeitwert
(FVOCI)
mit Recycling
Erfolgsneutral
zum
beizulegenden
Zeitwert
(FVOCI)
ohne Recycling
Erfolgswirksam
zum
beizulegenden
Zeitwert
(FVTPL)
verpflichtend
Summe zum
beizulegenden
Zeitwert
Gesamt
FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE
Finanzielle Vermögenswerte aus
Finanzdienstleistungen
289,2 0,0 0,0 0,0 0,0 289,2
Zahlungsmittel und Guthaben bei
Zentralbanken
272,6 0,0 0,0 0,0 0,0 272,6
Forderungen an Kreditinstitute 6,3 0,0 0,0 0,0 0,0 6,3
Forderungen an Kunden 0,8 0,0 0,0 0,0 0,0 0,8
Sonstige 9,5 0,0 0,0 0,0 0,0 9,5
Andere finanzielle Vermögenswerte 79,9 0,4 5,4 39,5 45,3 125,2
Wertpapiere 0,0 0,4 0,0 39,5 39,9 39,9
Geldmarktveranlagungen 79,9 0,0 0,0 0,0 0,0 79,9
Andere Anteile 0,0 0,0 5,4 0,0 5,4 5,4
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
und sonstige Forderungen
276,5 0,0 0,0 0,0 0,0 276,5
Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen
256,7 0,0 0,0 0,0 0,0 256,7
Forderungen gegenüber nach der Equity
Methode bilanzierten Finanzanlagen
2,1 0,0 0,0 0,0 0,0 2,1
Sonstige Forderungen1 17,7 0,0 0,0 0,0 0,0 17,7
Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente
95,9 0,0 0,0 0,0 0,0 95,9
SUMME 741,5 0,4 5,4 39,5 45,3 786,9
FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN
Finanzielle Verbindlichkeiten aus
Finanzdienstleistungen
241,2 0,0 0,0 0,0 0,0 241,2
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
75,0 0,0 0,0 0,0 0,0 75,0
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 165,5 0,0 0,0 0,0 0,0 165,5
Sonstige 0,8 0,0 0,0 0,0 0,0 0,8
Andere finanzielle Verbindlichkeiten 296,3 0,0 0,0 0,0 0,0 296,3
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
0,9 0,0 0,0 0,0 0,0 0,9
Leasingverbindlichkeiten 295,4 0,0 0,0 0,0 0,0 295,4
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten
288,6 0,0 0,0 1,1 1,1 289,7
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen
195,9 0,0 0,0 0,0 0,0 195,9
Verbindlichkeiten gegenüber nach der
Equity-Methode bilanzierten
Finanzanlagen
0,6 0,0 0,0 0,0 0,0 0,6
Bedingte Restkaufpreisverbindlichkeiten
Andere sonstige Verbindlichkeiten2
0,0 0,0 0,0 1,1 1,1 1,1
92,1 0,0 0,0 0,0 0,0 92,1
SUMME 826,1 0,0 0,0 1,1 1,1 827,2

1 Exklusive geleisteter Vorauszahlungen und Forderungen gegenüber Steuerbehörden und Sozialversicherungsträgern

2 Exklusive erhaltener Vorauszahlungen und Verbindlichkeiten gegenüber Steuerbehörden und Sozialversicherungsträgern sowie nicht konsumierte Urlaube

9.2 Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden

Die folgenden Tabellen zeigen, die zum 31. Dezember 2019 und 30. Juni 2020 zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach den Stufen der Fair-Value-Hierarchie:

31. Dezember 2019

Mio EUR Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Gesamt
FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE
Andere finanzielle Vermögenswerte
80,0 0,0 28,7 108,8
Wertpapiere 50,7 0,0 0,0 50,7
Andere Anteile 29,4 0,0 28,7 58,1
SUMME 80,0 0,0 28,7 108,8
FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige
Verbindlichkeiten
0,0 0,0 2,9 2,9
Bedingte Restkaufpreisverbindlichkeiten 0,0 0,0 2,9 2,9
SUMME 0,0 0,0 2,9 2,9

30. Juni 2020

Mio EUR Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Gesamt
FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE
Andere finanzielle Vermögenswerte
39,9 0,0 5,4 45,3
Wertpapiere 39,9 0,0 0,0 39,9
Andere Anteile 0,0 0,0 5,4 5,4
SUMME 39,9 0,0 5,4 45,3
FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige
Verbindlichkeiten
0,0 0,0 1,1 1,1
Bedingte Restkaufpreisverbindlichkeiten 0,0 0,0 1,1 1,1
SUMME 0,0 0,0 1,1 1,1

Die folgende Tabelle zeigt die bei der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der Stufe 3 verwendeten Bewertungsverfahren und Inputfaktoren:

Finanzinstrumente Stufe Bewertungsverfahren Inputfaktoren
Andere Anteile 3 Marktwertorientiert bzw.
kapitalwertorientiert
Multiples vergleichbarer Unternehmen; Planungsrechnungen
und darauf basierte wahrscheinlichkeitsgewichtete Szenarien;
risikogewichtete Abzinsungssätze (WACC)
Bedingte Restkaufpreisverbindlichkeiten 3 Kapitalwertorientiert Planungsrechnungen und darauf basierte
wahrscheinlichkeitsgewichtete Szenarien; Abzinsungssätze

Wesentliche Sensitivitäten in der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte von Stufe-3- Finanzinstrumenten, die zum beizulegenden Zeitwert angesetzt sind, können sich aus Veränderungen der zugrundeliegenden Marktdaten vergleichbarer Unternehmen sowie der in der Kapitalwertermittlung angesetzten Inputfaktoren (insbesondere Diskontierungssätze und Planungsdaten) ergeben. Während der Berichtsperiode vom 1. Jänner bis 30. Juni 2020 wurden keine Transfers zwischen den Stufen 1, 2 und 3 vorgenommen.

Die folgenden Tabellen zeigen die Überleitung der Stufe-3-Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten für die Perioden vom 1. Jänner bis 30. Juni 2019 sowie vom 1. Jänner bis 30. Juni 2020.

Finanzielle Vermögenswerte

Mio EUR H1 2019 H1 2020
ANFANGSBESTAND 1. JÄNNER 31,4 28,7
Gesamte Gewinne und Verluste erfolgswirksam 0,1 0,0
Im Posten Sonstige betriebliche Erträge erfasst 0,1 0,0
Gesamte Gewinne und Verluste erfolgsneutral –4,1 –1,1
Im Posten Zeitwertänderung FVOCI – Eigenkapitalinstrumente erfasst –4,1 –1,1
Abgang aus Methodenwechsel 0,0 –22,2
ENDBESTAND 30. JUNI 27,3 5,4

Der Abgang aus Methodenwechsel betrifft die Aras Kargo a.s. (siehe dazu Punkt 3.1 Änderungen im Konsolidierungskreis).

Finanzielle Verbindlichkeiten

Mio EUR H1 2019 H1 2020
ANFANGSBESTAND 1. JÄNNER
Gesamte Gewinne und Verluste erfolgswirksam
2,5
0,0
2,9
0,2
Im Posten Sonstige betriebliche Aufwendungen erfasst 0,0 0,2
Tilgung –0,9 –2,0
Unternehmenserwerb 0,6 0,0
ENDBESTAND 30. JUNI 1,1

9.3 Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden

Bei allen anderen finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, die nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, wird aufgrund der überwiegenden Kurzfristigkeit dieser Posten unterstellt, dass die Buchwerte den beizulegenden Zeitwerten entsprechen.

10. Erläuterungen zum Konzern-Cashflow-Statement

Der Finanzmittelbestand, wie er im Konzern-Cashflow-Statement dargestellt wird, kann auf den Posten Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in der Konzernbilanz wie folgt übergeleitet werden:

Mio EUR 31.12.2019 30.06.2020
FINANZMITTELBESTAND 103,5 374,8
Finanzielle Vermögenswerte aus Finanzdienstleistungen 50,9 278,9
Zahlungsmittel und Guthaben bei Zentralbanken 48,0 272,6
Forderungen an Kreditinstitute - davon Zahlungsverkehr 2,9 6,3
52,6
ZAHLUNGSMITTEL UND ZAHLUNGSMITTELÄQUIVALENTE
95,9

11. Sonstige Angaben

In der Hauptversammlung am 17. Juni 2020 wurde eine Dividende von 2,08 EUR pro Aktie (140,5 Mio EUR) beschlossen. Die Dividendenauszahlung an die Aktionäre in Höhe von 122,3 Mio EUR erfolgte am 30. Juni 2020. Die einbehaltene Kapitalertragssteuer (KESt) von 18,2 Mio EUR wurde im Juli 2020 überwiesen.

12. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Ereignisse nach dem Abschlussstichtag, die für die Bewertung am Bilanzstichtag 30. Juni 2020 von Bedeutung sind, wie offene Rechtsfälle oder Schadenersatzforderungen sowie andere Verpflichtungen oder Drohverluste, die gemäß IAS 10 zu erfassen sind, wurden im Konzernabschluss berücksichtigt.

13. Negativvermerk

Der Konzernzwischenabschluss der Österreichischen Post AG, Wien, zum 30. Juni 2020 wurde weder einer vollständigen Prüfung noch einer prüferischen Durchsicht durch einen Abschlussprüfer unterzogen.

Wien, am 29. Juli 2020

Der Vorstand

DI DR. GEORG PÖLZL Generaldirektor Vorstandsvorsitzender

DI WALTER OBLIN Generaldirektor-Stellvertreter Vorstand Brief & Finanzen

DI PETER UMUNDUM Mitglied des Vorstands Vorstand Paket & Logistik

Erklärung der gesetzlichen Vertreter gemäß § 125 Abs. 1 Z. 3 Börsegesetz

Als gesetzliche Vertreter der Österreichischen Post AG bestätigen wir nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Konzernzwischenabschluss zum 30. Juni 2020 ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanzund Ertragslage des Konzerns vermittelt und dass der Konzernlagebericht für das erste Halbjahr 2020 ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns bezüglich der wichtigen Ereignisse während der ersten sechs Monate des Geschäftsjahres und ihrer Auswirkungen auf den Konzernzwischenabschluss zum 30. Juni 2020, bezüglich der wesentlichen Risiken und Ungewissheiten in den restlichen sechs Monaten des Geschäftsjahres und bezüglich der offenzulegenden wesentlichen Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen vermittelt.

Wien, am 29. Juli 2020

Der Vorstand

DI DR. GEORG PÖLZL Generaldirektor Vorstandsvorsitzender

DI WALTER OBLIN Generaldirektor-Stellvertreter Vorstand Brief & Finanzen

DI PETER UMUNDUM Mitglied des Vorstands Vorstand Paket & Logistik

Finanzkalender 2020/2021

13. November 2020 Zwischenbericht 1. bis 3. Quartal 2020, Veröffentlichung: 07:30–07:40 Uhr
12. März 2021 Jahresergebnis 2020, Veröffentlichung: 07:30–07:40 Uhr
15. April 2021 Hauptversammlung 2021, Wien
27. April 2021 Ex-Tag (Dividende)
28. April 2021 Record Date (Feststellung der anspruchsberechtigten Bestände iZm Ausschüttungen)
29. April 2021 Dividendenzahltag
12. Mai 2021 Zwischenbericht 1. Quartal 2021, Veröffentlichung: 07:30–07:40 Uhr
12. August 2021 Halbjahresbericht 2021, Veröffentlichung: 07:30–07:40 Uhr
11. November 2021 Zwischenbericht 1. bis 3. Quartal 2021, Veröffentlichung: 07:30–07:40 Uhr

Impressum

Herausgeber und Medieninhaber

Österreichische Post AG Rochusplatz 1, 1030 Wien T: +43 (0) 577 67 0 E: [email protected] FN: 180219d, Handelsgericht Wien

Satz und Produktion

Inhouse produziert mit firesys

Konzept

Berichtsmanufaktur GmbH, Hamburg

Kontakt

Investor Relations,

Konzernrevision & Compliance DI Harald Hagenauer T: +43 (0) 577 67 30400 E: [email protected] I: post.at/ir

Wir haben diesen Bericht mit der größtmöglichen Sorgfalt erstellt und die Daten überprüft. Rundungs-, Satz- oder Druckfehler können dennoch nicht ausgeschlossen werden. Bei der Summierung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben können durch Verwendung automatischer Rechenhilfen rundungsbedingte Rechendifferenzen auftreten.

Dieser Bericht enthält auch zukunftsbezogene Einschätzungen und Aussagen, die wir auf Basis aller uns zum gegenwärtigen Zeitpunkt zur Verfügung stehenden Informationen getroffen haben. Diese zukunftsbezogenen

Aussagen werden üblicherweise mit Begriffen wie "erwarten", "schätzen", "planen", "rechnen" etc. umschrieben. Wir weisen darauf hin, dass die tatsächlichen Gegebenheiten – und damit auch die tatsächlichen Ergebnisse – aufgrund verschiedenster Faktoren von den in diesem Bericht dargestellten Erwartungen abweichen können. Personenbezogene Formulierungen sind geschlechtsneutral zu verstehen.

Dieser Bericht ist auch in englischer Sprache verfügbar. Maßgeblich ist in Zweifelsfällen die deutschsprachige Version.

Redaktionsschluss: 6. August 2020

Unternehmenskommunikation

Mag. Manuela Bruck T: +43 (0) 577 67 21897 E: [email protected] I: post.at/pr

Die Österreichische Post im Internet post.at

Talk to a Data Expert

Have a question? We'll get back to you promptly.