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Österreichische Post AG

Quarterly Report Aug 9, 2019

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Quarterly Report

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ÖSTERREICHISCHE POST Halbjahresfinanzbericht 2019

HIGHLIGHTS H1 2019

Umsatz

  • Umsatzanstieg um 2,7% auf 981,1 Mio EUR
  • Gutes Paketwachstum (+7,8%) sowie Anstieg in der Division Brief, Werbepost & Filialen (+1,3%)

Ergebnis

  • EBIT um 2,5% auf 107,7 Mio EUR gesteigert, EBIT-Marge von 11,0%
  • Ergebnis je Aktie von 1,17 EUR (+4,6%)

Cashflow und Bilanz

  • Operativer Free Cashflow von 99,6 Mio EUR
  • Bilanzsumme nach Aktivierung Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen gem. IFRS 16 auf 1.896,9 Mio EUR erhöht

Ausblick

  • Leicht steigender Umsatz 2019 prognostiziert
  • Ziel eines stabilen operativen Ergebnisses (EBIT)

KENNZAHLENÜBERBLICK

Mio EUR H1 2018 H1 2019 Veränderung
ERTRAGSLAGE
Umsatzerlöse 955,2 981,1 2,7%
EBITDA 144,3 162,2 12,4%
EBITDA-Marge 15,1% 16,5 %
EBIT 105,1 107,7 2,5%
EBIT-Marge 11,0% 11,0 %
Ergebnis vor Steuern 108,2 108,5 0,2%
Periodenergebnis 75,9 79,4 4,6%
Ergebnis je Aktie (EUR)1 1,12 1,17 4,6%
Mitarbeiter (Periodendurchschnitt, Vollzeitkräfte) 20.284 20.166 –0,6%
CASHFLOW
Cashflow aus dem Ergebnis
Cashflow aus Geschäftstätigkeit
Investitionen in Sachanlagen (CAPEX)
Free Cashflow
Operativer Free Cashflow
(Free Cashflow vor Akquisitionen/Wertpapieren und Growth CAPEX)
176,2
173,4
–67,4
104,1
47,7/134,12
163,5
123,6
–70,0
26,2
99,6
–7,2%
–28,7%
–3,8%
–74,8%
–25,7%2
Mio EUR 31.12.2018 30.06.2019 Veränderung
BILANZ
Bilanzsumme 1.681,2 1.896,9 12,8%
Eigenkapital 699,1 625,9 –10,5%
Nettofinanzverschuldung/Nettoliquidität (+/–) –13,7 359,7 >100%
Eigenkapitalquote 41,6% 33,0 %
Capital Employed 607,9 906,6 49,1%

1 Unverwässertes Ergebnis je Aktie, bezogen auf 67.552.638 Stück Aktien

2 Inklusive BAWAG P.S.K. Sondereffekt iHv 86,5 Mio EUR (Sonderzahlung BAWAG P.S.K. iHv 107,0 Mio EUR abzüglich erbrachter Finanzdienstleistungen iHv 20,5 Mio EUR)

VORWORT DES VORSTANDS

Sehr geehrte Damen und Herren, verehrte Aktionärinnen und Aktionäre!

Die Österreichische Post kann auf ein sehr gutes erstes Halbjahr 2019 zurückblicken. Getragen von einem robusten Briefgeschäft und einem starken Wachstum im Paketbereich konnte der Konzernumsatz der Österreichischen Post auf 981,1 Mio EUR gesteigert werden, das entspricht einem Anstieg von 2,7%. Sowohl die Division Brief, Werbepost & Filialen (+1,3%) als auch die Division Paket & Logistik (+7,8%) zeigten in der Berichtsperiode eine hervorragende Entwicklung.

Das Briefgeschäft ist von der anhaltenden Substitution klassischer Briefe durch elektronische Kommunikationsformen geprägt. Beim adressierten Werbevolumen ist weiterhin ein struktureller Rückgang bemerkbar, beeinflusst auch durch Verunsicherung aufgrund der Datenschutz-Grundverordnung. Das Finanzdienstleistungsgeschäft ist infolge der Beendigung der Kooperation mit der BAWAG P.S.K. weiterhin rückläufig. In der Berichtsperiode generierte die Division Brief, Werbepost & Filialen höhere Umsätze durch das neue Produkt- und Tarifmodell sowie durch Wahlen.

Im Paketgeschäft profitiert die Österreichische Post von einem dynamischen Marktwachstum durch den anhaltenden Online-Shopping-Trend, wodurch die Paketmengen kontinuierlich steigen. Die damit verbundene Wettbewerbsintensität und der Preisdruck bleiben weiterhin hoch. Nachdem die Wettbewerbsbehörden die Zustimmung zur Kooperation mit der Deutsche Post DHL Group gegeben haben, wird ab August 2019 die Zustellung von Paketen über die Österreichische Post erfolgen. Die prognostizierten zukünftigen Paketmengen führen dazu, dass mit Hochdruck an einer umfassenden Kapazitätserweiterung der Paketlogistik in Österreich gearbeitet wird. Seit Juli 2019 läuft der Testbetrieb des Paket-Logistikzentrums in Hagenbrunn nördlich von Wien, welches ab September 2019 in Vollbetrieb geht und die aktuelle Kapazität um 25% erhöht. Der Bau eines zweiten Paket-Logistikzentrums in Kalsdorf bei Graz läuft nach Plan und die Fertigstellung wird Mitte 2020 erwartet. Mittelfristig sollen sowohl die gesamte Transportleistung als auch die Sortierkapazität verdoppelt werden. Zudem wird die Ausweitung des Serviceangebots mit Selbstbedienungs- und Online-Lösungen, die den Paketversand und -empfang noch einfacher und bequemer machen, kontinuierlich vorangetrieben.

Auf Basis der soliden Umsatzentwicklung und gepaart mit konsequenter Kostendisziplin lag das Konzern-EBIT mit 107,7 Mio EUR um 2,5% über dem Niveau des Vorjahres. Die solide Entwicklung im ersten Halbjahr 2019 sollte es der Österreichischen Post ermöglichen, ihrer klaren Kapitalmarktpositionierung als verlässlicher Dividendentitel treu zu bleiben. Im Fokus unserer strategischen Aktivitäten stehen Verlässlichkeit und Beständigkeit gegenüber den Eigentümern und sonstigen Stakeholdern unseres Unternehmens – und diesen eingeschlagenen Weg wollen wir auch weiter fortsetzen. Die Österreichische Post peilt für das Gesamtjahr 2019 einen leichten Umsatzanstieg und ein stabiles operatives Ergebnis (EBIT) auf dem Niveau des Vorjahres an.

Wien, am 31. Juli 2019

Der Vorstand

DI DR. GEORG PÖLZL Generaldirektor Vorstandsvorsitzender

DI WALTER OBLIN Generaldirektor-Stellvertreter Vorstand Brief & Finanzen

DI PETER UMUNDUM Mitglied des Vorstands Vorstand Paket & Logistik

GESCHÄFTSVERLAUF UND WIRTSCHAFTLICHE LAGE

Änderungen im Konsolidierungskreis

Im ersten Halbjahr 2019 erfolgten keine wesentlichen Änderungen im Konsolidierungskreis.

Ertragslage

Umsatzentwicklung

Die Umsatzerlöse der Österreichischen Post erhöhten sich im ersten Halbjahr 2019 um 2,7% auf 981,1 Mio EUR. Dabei wirkten sich der dynamisch wachsende Paketmarkt mit einem Umsatzanstieg von 7,8% sowie ein Anstieg in der Division Brief, Werbepost & Filialen in Höhe von 1,3% positiv aus.

Der Anteil der Division Brief, Werbepost & Filialen am Konzernumsatz der Österreichischen Post betrug 71,3%. Die Umsatzentwicklung im ersten Halbjahr resultierte aus der grundsätzlichen Abnahme des adressierten Briefvolumens durch die elektronische Substitution, einem geringeren Werbeumsatz sowie der schrittweisen Redimensionierung des Finanzdienstleistungsgeschäfts im Jahr 2019.

Umsatzerhöhend wirkten die neue Produktstruktur, Zuwächse im Bereich Mail Solutions als auch Zusatzumsätze durch Wahlen und Einmalaussendungen.

Die Division Paket & Logistik erwirtschaftete im Berichtszeitraum einen Anteil von 28,7% am Konzernumsatz mit einem weiterhin positiven Trend. Das Wachstum von 7,8% war primär vom organischen Mengenwachstum in Österreich getrieben.

Umsatz nach Divisionen

Veränderung
H1 2018 H1 2019 % Mio EUR Q2 2018 Q2 2019
488,6
695,0 703,9 1,3% 8,9 335,4 349,2
262,6 283,0 7,8% 20,4 130,4 142,0
–2,4 –5,8 –3,4 –1,2 –2,6
124 123 60 60
955,2 981,1 2,7% 25,9 464,6

In der regionalen Betrachtung der Umsatzerlöse der Österreichischen Post wurden im ersten Halbjahr 2019 91,8% des Umsatzes in Österreich erwirtschaftet. Auf den Raum Südost- und Osteuropa entfielen 5,8% der Umsatzerlöse. In Deutschland wurden 2,4% der Umsatzerlöse generiert.

Umsatz nach Divisionen H1 2019

in %

Umsatz nach Regionen H1 2019

B – Paket & Logistik

A – Österreich

B – Südost- und Osteuropa C – Deutschland

in %

Umsatzentwicklung Division Brief, Werbepost & Filialen

H1 2019 Veränderung
Mio EUR H1 2018 % Mio EUR Q2 2018 Q2 2019
Umsatzerlöse 695,0 703,9 1,3% 8,9 335,4 349,2
Briefpost & Mail Solutions 391,0 408,8 4,6% 17,8 188,7 200,6
Werbepost 190,9 186,3 –2,5% –4,7 91,0 92,3
Medienpost 64,5 65,1 0,9% 0,6 32,4 34,4
Filialdienstleistungen 48,5 43,7 –9,9% –4,8 23,4 21,9
Interne Leistungsverrechnung 53,0 58,8 11,0% 5,8 25,8 29,1
Umsatzerlöse gesamt 748,0 762,7 2,0% 14,7 361,2 378,3
davon Umsatzerlöse mit Dritten 694,3 702,6 1,2% 8,2 335,0 348,8

Der Umsatz der Division Brief, Werbepost & Filialen von 703,9 Mio EUR stammte zu 58,1% aus dem Bereich Briefpost & Mail Solutions, zu 26,5% aus Werbepost und zu 9,3% aus Medienpost. Zudem wurden 6,2% des Umsatzes mit Filialdienstleistungen erwirtschaftet.

Im Bereich Briefpost & Mail Solutions lag der Umsatz mit 408,8 Mio EUR im ersten Halbjahr 2019 um 4,6% über dem Niveau des Vorjahres. Umsatzerhöhend im Bereich Briefpost wirkten die neue Produktstruktur sowie Zusatzumsätze durch Wahlen. Die rückläufige Volumenentwicklung infolge der Substitution von Briefen durch elektronische Kommunikationsformen setzte sich fort. Der Basistrend der Volumenentwicklung im ersten Halbjahr 2019 lag bei ca. minus 3,5% in Österreich. Der Bereich Mail Solutions verzeichnete Umsatzzuwächse in Höhe von 1,9 Mio EUR vor allem in der Dokumentenlogistik und im Outputmanagement.

Der Bereich Werbepost verzeichnete im ersten Halbjahr 2019 einen Umsatzrückgang von 2,5% auf 186,3 Mio EUR. Bei adressierten Sendungen zeigte sich bei einigen Kunden weiterhin Verunsicherung hinsichtlich der Datenschutz-Grundverordnung. Die unadressierte Werbepost ist vor allem geprägt durch einen Rückgang im Einzelhandel und einer generellen Reduktion der Sendungsgewichte.

Der Umsatz mit Medienpost, also der Zustellung von Zeitungen und Magazinen, erhöhte sich im Periodenvergleich leicht um 0,9% auf 65,1 Mio EUR, positiv beeinflusst durch die Wahlen im ersten Halbjahr 2019.

Die Umsätze aus Filialdienstleistungen lagen im ersten Halbjahr 2019 mit 43,7 Mio EUR um 9,9% unter dem Niveau der Vergleichsperiode des Vorjahres. Gemäß der Vereinbarung mit dem Bankpartner BAWAG P.S.K. erfolgt die Beendigung der Kooperation bis Ende 2020. Der Umsatz mit Finanzdienstleistungen wird 2019 kontinuierlich reduziert.

Umsatzentwicklung Division Paket & Logistik

H1 2019 Veränderung
Mio EUR H1 2018 % Mio EUR Q2 2018 Q2 2019
Umsatzerlöse 262,6 283,0 7,8% 20,4 130,4 142,0
Paket Premium 123,3 146,7 19,0% 23,4 61,4 77,9
Paket Standard 111,8 107,4 –3,9% –4,4 54,8 49,4
Paket Sonstige Leistungen 27,5 28,9 4,9% 1,3 14,2 14,7
Interne Leistungsverrechnung 2,5 2,0 –18,9% –0,5 1,2 1,0
Umsatzerlöse gesamt 265,2 285,1 7,5% 19,9 131,6 143,0
davon Umsatzerlöse mit Dritten 260,9 278,4 6,7% 17,5 129,6 139,7

Der Umsatz der Division Paket & Logistik verbesserte sich im ersten Halbjahr 2019 um 7,8% von 262,6 Mio EUR auf 283,0 Mio EUR. Das Wachstum im Paketgeschäft basiert auf dem anhaltenden E-Commerce-Trend in Österreich. Trotz der Eigenzustellung eines Großkunden in Wien konnte die Österreichische Post auch in dieser Berichtsperiode am Marktwachstum partizipieren. Es herrscht weiterhin intensiver Wettbewerb und hoher Preisdruck, gleichzeitig nehmen die Anforderungen hinsichtlich Qualität und Zustellgeschwindigkeit zu. Der Trend für das Marktwachstum in Österreich liegt für das Geschäftsjahr 2019 im oberen einstelligen Bereich.

Insgesamt entfielen in den ersten sechs Monaten 2019 51,8% des Divisionsumsatzes auf den Premium-Bereich (Paketzustellung innerhalb von 24 Stunden). Dies entspricht einem Umsatzanstieg von 19,0% auf 146,7 Mio EUR im ersten Halbjahr 2019.

Der Anteil des Bereichs Paket Standard am Divisionsumsatz beträgt 38,0%. Im ersten Halbjahr 2019 verzeichnete der Bereich einen Umsatzrückgang von 3,9% auf 107,4 Mio EUR. Mengenverschiebungen hin zu einer schnelleren Zustellung von Paketen sind als klarer Trend zu bemerken.

Im Bereich Paket Sonstige Leistungen, der diverse Logistik-Zusatzdienstleistungen beinhaltet, wurden in den ersten sechs Monaten 2019 Umsätze in Höhe von 28,9 Mio EUR generiert, dies entspricht einem Anstieg von 4,9%.

Eine Betrachtung nach Regionen zeigt, dass in den ersten sechs Monaten 2019 80,0% der Divisionsumsätze in Österreich erzielt wurden, 20,0% der Umsätze entfielen auf Tochtergesellschaften in Südost- und Osteuropa. In Österreich wurde im ersten Halbjahr 2019 ein Umsatzanstieg von 7,8% erzielt. Im wettbewerbsintensiven Raum Südost- und Osteuropa lag das Umsatzplus in den ersten sechs Monaten 2019 ebenfalls bei 7,8%.

Konzern-Ertragslage

H1 2018 H1 2019 Veränderung
Mio EUR % Mio EUR Q2 2018 Q2 2019
Umsatzerlöse 955,2 981,1 2,7% 25,9 464,6 488,6
Sonstige betriebliche Erträge 50,9 42,2 –17,2% –8,8 16,3 21,2
Materialaufwand und Aufwand für bezogene
Leistungen
–206,2 –218,7 –6,1% –12,5 –102,3 –108,5
Personalaufwand –516,5 –507,3 1,8% 9,2 –242,5 –255,6
Sonstige betriebliche Aufwendungen –137,8 –134,7 2,3% 3,2 –67,5 –68,3
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten
Finanzanlagen
–1,3 –0,5 64,4% 0,8 –0,7 0,2
EBITDA1 144,3 162,2 12,4% 17,9 67,9 77,6
Abschreibungen –39,3 –54,5 –38,8% –15,2 –19,5 –27,3
EBIT2 105,1 107,7 2,5% 2,6 48,4 50,3
Sonstiges Finanzergebnis 3,2 0,8 –75,1% –2,4 1,5 –2,6
Ergebnis vor Steuern 108,2 108,5 0,2% 0,3 49,9 47,7
Ertragsteuern –32,3 –29,1 9,9% 3,2 –15,8 –11,6
Periodenergebnis 75,9 79,4 4,6% 3,5 34,1 36,0
Ergebnis je Aktie (EUR)3 1,12 1,17 4,6% 0,05 0,50 0,53

1 Ergebnis vor Abschreibungen, Sonstiges Finanzergebnis und Ertragsteuern

2 Ergebnis vor Sonstiges Finanzergebnis und Ertragsteuern

3 Unverwässertes Ergebnis je Aktie, bezogen auf 67.552.638 Stück Aktien

Ergebnisentwicklung

Bezogen auf die Umsatzerlöse der Österreichischen Post sind die größten Aufwandspositionen der Personalaufwand (51,7%), der Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen (22,3%) sowie sonstige betriebliche Aufwendungen (13,7%).

Der Personalaufwand belief sich im ersten Halbjahr 2019 auf 507,3 Mio EUR, was einem Rückgang von 1,8% bzw. 9,2 Mio EUR entspricht. Der operative Personalaufwand blieb gegenüber der Periode des Vorjahres stabil. Die Österreichische Post beschäftigte in den ersten sechs Monaten 2019 durchschnittlich 20.166 Mitarbeiter, dies bedeutet eine Reduktion von 0,6% gegenüber dem Vorjahr. Stetige Effizienzsteigerungen und struktureller Umbau machten es möglich, kollektivvertragliche Gehaltssteigerungen zu kompensieren.

Der nicht-operative Personalaufwand beinhaltet Abfertigungen und Rückstellungsveränderungen, die primär auf die spezifische Beschäftigungssituation beamteter Mitarbeiter der Österreichischen Post zurückzuführen sind. Während in dieser Position im Vorjahr noch rund 20 Mio EUR an Rückstellungen für die Redimensionierung im Finanzdienstleistungsbereich angefallen sind, fielen in der aktuellen Berichtsperiode die Aufwendungen entsprechend geringer an.

Der Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen erhöhte sich um 6,1% auf 218,7 Mio EUR, primär bedingt durch vermehrte Transportaufwendungen hervorgerufen durch die gestiegenen Paketmengen.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen reduzierten sich um 2,3 % auf 134,7 Mio EUR. Dieser Rückgang ist vor allem durch den Wegfall von Leasingaufwendungen aufgrund der erstmaligen Anwendung des Bilanzierungsstandards IFRS 16 bedingt. Gegenläufig wirkten erhöhte IT- und Beratungsaufwendungen. Die sonstigen betrieblichen Erträge betrugen im ersten Halbjahr 2019 42,2 Mio EUR nach 50,9 Mio EUR im ersten Halbjahr 2018. Im Vorjahr war ein Einmalertrag in Höhe von rund 20 Mio EUR als pauschale Abgeltung seitens des Bankpartners BAWAG P.S.K. für die Verkürzung der Vertragsdauer enthalten.

Das Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen enthält anteilige Periodenergebnisse von Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen und verbesserte sich von minus 1,3 Mio EUR auf minus 0,5 Mio EUR.

Durch die Anwendung des IFRS 16 werden Leasingverhältnisse erweitert abgebildet, was die Darstellung der Ergebnisseite des Konzerns beeinflusst. Der Effekt auf die sonstigen betrieblichen Aufwendungen belief sich auf 16,5 Mio EUR mit entsprechender Auswirkung auf das EBITDA. Das EBITDA lag somit mit 162,2 Mio EUR um 17,9 Mio EUR über dem Vergleichswert des Vorjahres, das entspricht einer EBITDA-Marge von 16,5%. Dem gegenüber erhöhten sich die Abschreibungen aufgrund IFRS 16 um 15,7 Mio EUR und der Zinsaufwand um 2,2 Mio EUR.

Im Ergebnis zeigt sich ein stabiles bis positives Bild. Das EBIT in Höhe von 107,7 Mio EUR verbesserte sich um 2,5% gegenüber dem Vorjahr. Die EBIT-Marge betrug 11,0%.

Im Finanzergebnis des Konzerns von 0,8 Mio EUR wirkte sich die Aufwertung der Anteile an der FinTech Group AG in Höhe von 3,3 Mio EUR positiv aus. Nach Abzug der Ertragssteuern von 29,1 Mio EUR ergab sich somit ein Periodenergebnis von 79,4 Mio EUR (+4,6%). Das Ergebnis pro Aktie betrug 1,17 EUR nach 1,12 EUR im ersten Halbjahr des Vorjahres.

EBITDA und EBIT nach Divisionen

H1 2019 Veränderung Marge1
Mio EUR
H1 2018
% Mio EUR H1 2019 Q2 2018 Q2 2019
144,3 162,2 12,4% 17,9 16,5 % 67,9 77,6
148,5 153,9 3,7% 5,4 20,2 % 69,9 72,8
25,8 28,5 10,6% 2,7 10,0 % 12,2 14,8
–29,9 –20,2 32,4% 9,7 –14,2 –10,0
105,1 107,7 2,5% 2,6 11,0 % 48,4 50,3
138,7 142,3 2,6% 3,6 18,7 % 65,1 67,0
20,4 20,4 0,3% 0,1 7,2 % 9,5 10,8
–54,1 –55,1 –1,8% –1,0 –26,3 –27,4

1 Margen der Divisionen bezogen auf Umsatzerlöse gesamt

Nach Divisionen betrachtet, verzeichnete die Division Brief, Werbepost & Filialen in den ersten sechs Monaten 2019 ein EBITDA von 153,9 Mio EUR. Dies entspricht einem Anstieg von 3,7%. Das Divisions-EBIT erhöhte sich um 2,6% auf 142,3 Mio EUR. Positiv wirkten der Umsatzanstieg sowie die hohe Kostendisziplin.

Die Division Paket & Logistik zeigte Umsatzwachstum bei hohem Wettbewerbs- und Margendruck und erwirtschaftete ein EBITDA von 28,5 Mio EUR (+10,6%) und ein EBIT von 20,4 Mio EUR (+0,3%) im ersten Halbjahr 2019. Das EBIT ist weiterhin vor allem durch Mehraufwände im Logistiknetz zur Vermeidung aktueller Kapazitätsengpässe belastet. Die Mengen- und Umsatzsteigerungen werden mithilfe umfangreicher Logistikmaßnahmen bewältigt.

Das EBIT der Division Corporate (inkl. Konsolidierung) reduzierte sich um 1,8% auf minus 55,1 Mio EUR aufgrund erhöhter IT- und Beratungsaufwendungen. Die Division Corporate erbringt nicht-operative Dienstleistungen, wie sie typischerweise für Zwecke der Verwaltung und Steuerung eines Konzerns erbracht werden. Diese Tätigkeiten umfassen unter anderem die Verwaltung der Konzernimmobilien, die Erbringung von IT-Dienstleistungen, die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle sowie die Administration des Post Arbeitsmarktes.

Vermögens- und Finanzlage

Bilanzstruktur nach Positionen

Mio EUR 31.12.2018 30.06.2019 Struktur 30.06.2019
AKTIVA
Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte, Geschäfts- oder Firmenwerte 736,1 1.043,5 55,0%
Als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien (Investment Property) 78,4 77,6 4,1%
Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen 9,2 14,7 0,8%
Vorräte, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Sonstiges 439,6 423,4 22,3%
Andere finanzielle Vermögenswerte 107,7 127,6 6,7%
davon Wertpapiere/Geldmarktveranlagungen 55,8 76,5
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 310,0 210,1 11,1%
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 0,3 0,1 0,0%
1.681,2 1.896,9 100%
PASSIVA
Eigenkapital 699,1 625,9 33,0%
Rückstellungen 551,1 555,8 29,3%
Andere finanzielle Verbindlichkeiten 10,3 307,3 16,2%
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und Sonstiges 420,6 407,9 21,5%
1.681,2 1.896,9 100%

Bilanzstruktur

Die Österreichische Post setzt auf eine konservative Bilanz- und Finanzierungsstruktur. Dies zeigt sich an der hohen Eigenkapitalquote und der soliden Zahlungsmittelveranlagung mit möglichst geringem Risiko.

Die Bilanzsumme der Österreichischen Post lag per 30. Juni 2019 bei 1.896,9 Mio EUR.

Die Sachanlagen erhöhten sich durch die nunmehrige Aktivierung der Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen aufgrund der Erstanwendung von IFRS 16 um 303,9 Mio EUR auf 956,7 Mio EUR zum 30. Juni 2019 und stellten somit die größte Bilanzposition dar. Weiters waren per Ende des ersten Halbjahres 2019 immaterielle Vermögenswerte von 28,0 Mio EUR sowie Geschäfts- oder Firmenwerte aus Unternehmenserwerben mit 58,7 Mio EUR ausgewiesen. Im kurzfristigen Vermögen nahmen Forderungen in Höhe von 299,3 Mio EUR eine der größten Bilanzpositionen ein. Zudem verfügte die Österreichische Post mit 210,1 Mio EUR über einen hohen Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten. Inklusive Finanzinvestitionen in Wertpapiere und Geldmarktveranlagungen in Höhe von 76,5 Mio EUR ergab sich ein hoher Bestand an kurzfristigen und langfristigen Finanzmitteln von insgesamt 286,5 Mio EUR.

Die Passivseite der Bilanz ist von einer hohen Eigenkapitalquote geprägt, die per 30. Juni 2019 bei 33,0% lag. Die Verringerung der Eigenkapitalquote gegenüber den Vorperioden resultiert überwiegend aus der erstmaligen Anwendung des Bilanzierungsstandards IFRS 16, welcher zum 30. Juni 2019 einen Effekt auf die Eigenkapitalquote von minus 5,5% hatte. Das Eigenkapital des Österreichischen Post Konzerns lag zum Stichtag bei 625,9 Mio EUR. Bei den langfristigen Schulden überwogen Rückstellungen in Höhe von 377,8 Mio EUR (davon langfristige Rückstellungen für Unterauslastung in Höhe von 173,1 Mio EUR) sowie andere finanzielle Verbindlichkeiten von 242,2 Mio EUR (davon langfristige Leasingverbindlichkeiten von 242,1 Mio EUR). Die anderen finanziellen Verbindlichkeiten stiegen, da durch die Anwendung von IFRS 16 Leasingverbindlichkeiten auch für operative Leasingverhältnisse anzusetzen sind. Zu den kurzfristigen Schulden zählten im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten von 328,1 Mio EUR (davon Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 183,0 Mio EUR).

Cashflow

Mio EUR H1 2018 H1 2019
Cashflow aus dem Ergebnis 176,2 163,5
Cashflow aus Geschäftstätigkeit 173,4 123,6
Cashflow aus Investitionstätigkeit –69,3 –97,4
davon Maintenance CAPEX –38,2 –21,2
davon Growth CAPEX –29,1 –48,8
davon Cashflow aus Akquisitionen/Devestitionen –0,9 –4,7
davon Erwerb/Verkauf von Wertpapieren/Geldmarktveranlagungen 0,0 –20,0
davon sonstiger Cashflow aus Investitionstätigkeit –1,0 –2,8
Free Cashflow 104,1 26,2
Free Cashflow vor Akquisitionen/Wertpapieren 105,0 50,8
Operativer Free Cashflow
(Free Cashflow vor Akquisitionen/Wertpapieren und Growth CAPEX)
47,7/134,11 99,6
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit –139,2 –126,2
davon Ausschüttungen –138,8 –141,0
Veränderung des Finanzmittelbestandes –35,1 –100,0

1 Inklusive BAWAG P.S.K. Sondereffekt iHv 86,5 Mio EUR (Sonderzahlung BAWAG P.S.K. iHv 107,0 Mio EUR abzüglich erbrachter Finanzdienstleistungen iHv 20,5 Mio EUR)

Cashflow

Der Cashflow ist aufgrund einer Sonderzahlung der BAWAG P.S.K. von in Summe 107,0 Mio EUR im ersten Halbjahr 2018 nur eingeschränkt vergleichbar. Der Cashflow aus dem Ergebnis erreichte im ersten Halbjahr 2019 163,5 Mio EUR nach 176,2 Mio EUR in der Vergleichsperiode des Vorjahres. Im Vorjahr war in diesem Wert ein Einmalertrag von 20,1 Mio EUR als pauschale Abgeltung seitens des Bankpartners BAWAG P.S.K. inkludiert. Der Cashflow aus Geschäftstätigkeit erreichte in der Berichtsperiode 123,6 Mio EUR nach 173,4 Mio EUR im Vorjahr. Im ersten Halbjahr des Vorjahres war der gesamte Sondereffekt in Höhe von 86,5 Mio EUR in Folge der Beendigung der Zusammenarbeit mit der BAWAG P.S.K. enthalten (107,0 Mio EUR abzüglich der im ersten Halbjahr 2018 erbrachten Finanzdienstleistungen von 20,5 Mio EUR).

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit belief sich in den ersten sechs Monaten 2019 auf minus 97,4 Mio EUR nach minus 69,3 Mio EUR in der Vergleichsperiode des Vorjahres. Dieser Anstieg resultierte vorwiegend aus Geldmarktveranlagungen, die sich in der Berichtsperiode mit 20,0 Mio EUR im Cashflow auswirkten sowie aus höheren Zahlungen für den Erwerb von Sachanlagen (CAPEX), die im ersten Halbjahr 2019 mit 70,0 Mio EUR über dem Wert des Vorjahres von 67,4 Mio EUR lagen.

Der Operative Free Cashflow erreichte 99,6 Mio EUR in der aktuellen Berichtsperiode nach 47,7 Mio EUR im ersten Halbjahr des Vorjahres bzw. 134,1 Mio EUR inklusive des positiven Sondereffektes in Folge der Beendigung der Zusammenarbeit mit der BAWAG P.S.K.

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit enthielt hauptsächlich die Dividendenzahlungen und belief sich in den ersten sechs Monaten 2019 auf minus 126,2 Mio EUR.

Investitionen

Die Zugänge an immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen betrugen in den ersten sechs Monaten 2019 97,9 Mio EUR (davon Zugänge von Nutzungsrechten aufgrund IFRS 16 von 16,7 Mio EUR) und lagen damit über jenen der Vergleichsperiode des Vorjahres in Höhe von 60,9 Mio EUR. Während in der Berichtsperiode 6,4 Mio EUR der Investitionen auf immaterielle Vermögenswerte entfielen, beliefen sich die Investitionen in Sachanlagen auf 91,5 Mio EUR. Der wesentliche Anteil wurde im Rahmen des Kapazitätsprogrammes zum Ausbau der Logistikinfrastruktur im Paketbereich getätigt.

Mitarbeiter

Die durchschnittliche Zahl der Mitarbeiter des Österreichischen Post Konzerns lag in den ersten sechs Monaten 2019 bei 20.166 Vollzeitkräften. Dies entspricht einem Rückgang des Personalstands gegenüber dem ersten

Halbjahr 2018 um 118 Vollzeitkräfte. Der Großteil der Konzernmitarbeiter ist in der Österreichischen Post AG beschäftigt (insgesamt 17.090 Vollzeitkräfte).

Mitarbeiter nach Divisionen

Periodendurchschnitt in Vollzeitkräften H1 2018 H1 2019 Anteil H1 2019
Brief, Werbepost & Filialen 14.042 13.992 69,4%
Paket & Logistik 4.099 4.123 20,4%
Corporate 2.143 2.051 10,2%
Konzern 20.284 20.166 100%

Ereignisse nach dem Abschlussstichtag

Mit 31. Juli 2019 erfolgte die Unterzeichnung des Closing-Memorandums zur geplanten Zusammenarbeit mit der Deutsche Post DHL Group, wonach mit Wirkung vom 1. August 2019 die Kooperation mit der Deutsche Post DHL Group beginnt und Mitarbeiter sowie drei Paket-Logistikzentren und zehn Zustellbasen im Rahmen eines Asset Deal von der Österreichischen Post übernommen werden.

Wesentliche Risiken und Ungewissheiten

Als international tätiges Post- und Logistik-Dienstleistungsunternehmen ist der Österreichische Post Konzern im Rahmen seiner Geschäftstätigkeit Risiken ausgesetzt, mit denen er sich verantwortungsbewusst auseinandersetzt. Durch die Konzentration auf das Kerngeschäft sowie die jahrzehntelange Erfahrung ist der Österreichische Post Konzern bemüht, diese Risiken frühzeitig zu identifizieren und zu bewerten sowie rasch geeignete Vorsorgemaßnahmen zu treffen.

Die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten – etwa die Struktur der Dienstverhältnisse, regulatorische und rechtliche Risiken, finanzielle Risiken, technische Risiken, Markt- und Wettbewerbsrisiken – sowie Informationen zum internen Kontrollsystem und Risikomanagement im

Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess sind ausführlich im Geschäftsbericht 2018 der Österreichischen Post AG erläutert (siehe Geschäftsbericht 2018, Finanzbericht, Konzernlagebericht Kapitel 4 und 5, Konzernabschluss Kapitel 10.2).

Auch das erste Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres unterlag bestimmten Risiken und Ungewissheiten. In den Divisionen Brief, Werbepost & Filialen sowie Paket & Logistik unterliegen die Versandmengen strukturellen Rückgängen, jahreszeitlich bedingten Schwankungen und sind zudem von der wirtschaftlichen Entwicklung der jeweiligen Kundensegmente abhängig. Eine ungünstige Wirtschaftslage der Kunden der Österreichischen Post hat erfahrungsgemäß negative Auswirkungen auf die Volumenentwicklung von Briefen, Werbesendungen und Paketen. Ein gedämpftes wirtschaftliches Umfeld kann zusätzlich auch Einfluss auf die Wettbewerbssituation und damit auf die erzielbaren Preise für Postdienstleistungen haben. Klassische Briefsendungen und auch die Werbepost stehen zunehmend durch elektronische Kommunikationsformen unter Druck. Der Paketmarkt wird zwar vom Online-Shopping-Trend positiv beeinflusst, gleichzeitig verstärken Marktteilnehmer ihre Aktivitäten, um an diesem Wachstum stärker zu partizipieren. Daraus resultierende Marktanteilsverschiebungen bzw. erhöhter Preisdruck könnten sich negativ auf die Ertragslage der Österreichischen Post auswirken.

Im Filialnetz ist die Österreichische Post zum Teil von strategischen Partnern im Telekom- und Finanzbereich abhängig. Im Jahr 2017 wurde die Kooperationsvereinbarung durch den Bankpartner BAWAG P.S.K. gekündigt. Die Post und die GRAWE Bankengruppe haben Anfang April 2019

vereinbart, eine Partnerschaft zum Aufbau eines fokussierten Finanzdienstleistungsgeschäfts in Österreich einzugehen, welches im Laufe des Jahres 2020 operativ tätig sein soll.

Alle erwähnten Risiken können zu nicht unerheblichen Volumenrückgängen und damit zu Ergebnisbeeinträchtigungen – beispielsweise auch durch diverse Strukturmaßnahmen und Restrukturierungsaufwendungen – führen bzw. die Anpassung von Wertansätzen notwendig machen. Darüber hinaus können die Entwicklung der Beteiligungen bzw. allenfalls erforderliche Wertminderungen das Ergebnis der Österreichischen Post beeinflussen.

Des Weiteren ist das Geschäftsmodell der Österreichischen Post von einer hohen Personalkostentangente geprägt. Eine Planabweichung im Bereich Löhne und Gehälter kann zu nachteiligen Auswirkungen führen. In Abhängigkeit der wirtschaftlichen Entwicklung der Kundensegmente ist auch der Personalstand einer Schwankungsbreite unterworfen, die sich negativ auf das Ergebnis auswirken kann.

Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Im ersten Halbjahr 2019 fanden keine wesentlichen Veränderungen bei den Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen statt. Informationen zu Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen sind im Geschäftsbericht 2018 der Österreichischen Post erläutert (siehe Geschäftsbericht 2018, Konzernabschluss Kapitel 11.3).

Ausblick 2019

Die Marktentwicklung des Brief- und Paketgeschäfts im ersten Halbjahr 2019 bestätigt die Einschätzungen für das Gesamtjahr. In der Umsatzentwicklung 2019 geht die Österreichische Post von einer leicht steigenden Tendenz aus. Trotz rückläufiger Briefvolumen sollten positive Einmaleffekte wie Wahlen und Sonderaussendungen aber auch das wachsende Paketgeschäft für einen positiven Trend sorgen. Hinsichtlich der vereinbarten Partnerschaft mit der Deutsche Post DHL Group in Österreich wird – nach nunmehriger Genehmigung der Wettbewerbsbehörden – die Zustellung von Paketen in Österreich per 1. August 2019 durch die Österreichische Post erfolgen. Weiters ist vorgesehen, Mitarbeiter und ausgewählte Logistik-Standorte zu übernehmen.

Mittelfristig muss weiterhin mit Rückgängen im klassischen Briefgeschäft von ca. 5% p.a. gerechnet werden. Das Werbegeschäft wird von rückläufigen Volumen geprägt sein, auch als Auswirkung der jüngsten Datenschutzbestimmungen. Dem gegenüber kann die Österreichische Post – trotz hoher Wettbewerbsintensität – mit weiteren Zuwächsen im Paketbereich rechnen. Dies wird einerseits vom Online-Handel und andererseits durch die nunmehrige Kooperation mit der Deutsche Post DHL Group zur Paketzustellung in Österreich getragen.

Vor dem Hintergrund der erwartbaren Mengenentwicklung im Paketbereich hat das Investitionsprogramm zur Kapazitätserweiterung oberste Priorität in der Weiterentwicklung des Unternehmens. Ziel ist es weiterhin, die Sortierkapazität im Paketbereich zu verdoppeln und die Investitionsbemühungen zu beschleunigen. Wie bereits kommuniziert sind 2019 zusätzlich zu den Basis-Investitionen in Höhe von ca. 70 Mio EUR Wachstumsinvestitionen in Höhe von über 50 Mio EUR geplant. Darüber hinaus sind Investitionen in Erweiterungen bzw. Zukäufe von Grundstücken in der Größenordnung von 25 Mio EUR sowie der Erwerb von Sortiertechnik im Zusammenhang mit der Kooperation der Deutsche Post DHL Group in Höhe von 15 Mio EUR zu erwarten. Mit dem Vollbetrieb des Paket-Logistikzentrums in Hagenbrunn nördlich von Wien wird ab September 2019 die Kapazität bereits um 25% erhöht. Die Errichtung eines zweiten Paket-Logistikzentrums in Kalsdorf bei Graz läuft nach Plan und die Fertigstellung ist für Mitte 2020 geplant. Ein weiteres Logistikzentrum in Thalgau/Salzburg ist derzeit in Planung.

Stabilität ist weiterhin das Ziel der Österreichischen Post hinsichtlich der Entwicklung des operativen Ergebnisses. Der Fokus im Kerngeschäft liegt klar auf der Mengenentwicklung im Brief- und Paketbereich sowie auf der Optimierung der Logistikinfrastruktur in Österreich. Maßnahmen der Kostensenkung und Effizienzsteigerung sollen weiterhin vorangetrieben werden.

Derzeit wird auch intensiv am Aufbau eines eigenen Finanzdienstleistungsgeschäfts gearbeitet. Eine Entscheidung zum Eigentümerkontrollverfahren bei der Europäischen Zentralbank (EZB) über die österreichische Finanzmarktaufsichtsbehörde (FMA) zum 80/20 Joint Venture Österreichische Post/GRAWE Bankengruppe ist bis Ende 2019 zu erwarten. Mit einem Angebot an neuen Finanzdienstleistungen wird im zweiten Quartal 2020 gestartet. Basis dafür ist ein schlankes Geschäftsmodell unter Nutzung des Vertriebs- und Filialnetzes der Österreichischen Post und ein risikominimiertes Produktportfolio an Eigenund Fremdprodukten. Beim Aufbau eines neuen Finanzdienstleistungsangebotes werden Anlaufverluste in den ersten drei Jahren und positive Ergebnisbeiträge danach prognostiziert.

Für das Jahr 2019 wird in Summe ein stabiles operatives Ergebnis (EBIT) angepeilt, das auf einer guten Entwicklung im Kerngeschäft basiert und diverse Anlaufkosten zum Aufbau des Finanzdienstleistungsgeschäfts inkludiert.

Wien, am 31. Juli 2019

Der Vorstand

DI DR. GEORG PÖLZL Generaldirektor Vorstandsvorsitzender

DI WALTER OBLIN Generaldirektor-Stellvertreter Vorstand Brief & Finanzen

DI PETER UMUNDUM Mitglied des Vorstands Vorstand Paket & Logistik

KONZERNZWISCHENABSCHLUSS

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das erste Halbjahr 2019

Mio EUR H1 2018 H1 2019 Q2 2018 Q2 2019
Umsatzerlöse 955,2 981,1 464,6 488,6
Sonstige betriebliche Erträge 50,9 42,2 16,3 21,2
Gesamte betriebliche Erträge 1.006,2 1.023,3 481,0 509,8
Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen –206,2 –218,7 –102,3 –108,5
Personalaufwand –516,5 –507,3 –242,5 –255,6
Abschreibungen –39,3 –54,5 –19,5 –27,3
Sonstige betriebliche Aufwendungen –137,8 –134,7 –67,5 –68,3
Gesamte betriebliche Aufwendungen –899,8 –915,2 –431,9 –459,7
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit 106,3 108,2 49,0 50,1
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen –1,3 –0,5 –0,7 0,2
Finanzerträge 7,7 4,8 3,1 –1,3
Finanzaufwendungen –4,5 –4,0 –1,6 –1,3
Sonstiges Finanzergebnis 3,2 0,8 1,5 –2,6
Finanzergebnis 1,9 0,3 0,8 –2,5
Ergebnis vor Ertragsteuern 108,2 108,5 49,9 47,7
Ertragsteuern –32,3 –29,1 –15,8 –11,6
Periodenergebnis 75,9 79,4 34,1 36,0
Zuzurechnen an:
Aktionäre des Mutterunternehmens 75,9 79,3 34,0 36,0
Nicht beherrschende Anteile 0,0 0,0 0,1 0,0

ERGEBNIS JE AKTIE (EUR)

Unverwässertes Ergebnis je Aktie 1,12 1,17 0,50 0,53
Verwässertes Ergebnis je Aktie 1,12 1,17 0,50 0,53

Gesamtergebnisrechnung für das erste Halbjahr 2019

H1 2018 H1 2019 Q2 2018 Q2 2019
75,9 79,4 34,1 36,0
–0,2 0,0 –0,2 0,0
–0,1 0,0 0,0 0,0
–0,2 0,0 –0,2 0,0
–8,6 –4,1 –8,6 –4,1
0,5 –10,0 0,2 –3,5
–0,1 2,5 0,0 0,9
–8,2 –11,6 –8,5 –6,7
–8,4 –11,6 –8,7 –6,7
67,5 67,8 25,4 29,4
67,4 67,7 25,3 29,4
0,0 0,0 0,1 0,0

Konzernbilanz zum 30. Juni 2019

Mio EUR 31.12.2018 30.06.2019
AKTIVA
Langfristige Vermögenswerte
Geschäfts- oder Firmenwerte
58,7 58,7
Immaterielle Vermögenswerte 24,5 28,0
Sachanlagen 652,8 956,7
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 78,4 77,6
Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen 9,2 14,7
Andere finanzielle Vermögenswerte 62,4 51,1
Vertragsvermögenswerte 0,1 0,1
Sonstige Forderungen 14,5 12,7
Latente Steueransprüche 77,6 79,0
978,2 1.278,6
Kurzfristige Vermögenswerte
Andere finanzielle Vermögenswerte 45,4 76,5
Vorräte 17,3 12,0
Vertragsvermögenswerte 23,5 19,4
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 305,7 299,3
Steuererstattungsansprüche 1,0 1,1
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 310,0 210,1
702,8 618,2
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 0,3 0,1
1.681,2 1.896,9
PASSIVA
Eigenkapital
Grundkapital 337,8 337,8
Kapitalrücklagen 91,0 91,0
Gewinnrücklagen 298,5 237,3
Andere Rücklagen –30,1 –41,8
Eigenkapital der Aktionäre des Mutterunternehmens 697,1 624,3
Nicht beherrschende Anteile 2,0 1,6
699,1 625,9
Langfristige Schulden
Rückstellungen 386,3 377,8
Andere finanzielle Verbindlichkeiten 3,5 242,2
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 31,1 31,2
Latente Steuerschulden 0,8 0,6
421,7 651,8
Kurzfristige Schulden
Rückstellungen 164,8 178,0
Steuerschulden 6,8 11,8
Andere finanzielle Verbindlichkeiten 6,8 65,1
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 333,0 328,1
Vertragsverbindlichkeiten 49,0 36,2
560,4 619,2
1.681,2 1.896,9

Konzern-Cashflow Statement für das erste Halbjahr 2019

GESCHÄFTSTÄTIGKEIT
Ergebnis vor Ertragsteuern
108,2
108,5
Abschreibungen
39,3
54,5
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen
1,3
0,5
Rückstellungen unbar
30,0
12,8
Sonstige zahlungsunwirksame Vorgänge
–2,6
–12,7
Cashflow aus dem Ergebnis
176,2
163,5
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen
24,9
5,4
Vorräte
–2,4
5,2
Vertragsvermögenswerte
–4,2
4,1
Rückstellungen
–31,9
–7,2
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten
4,3
–11,3
Vertragsverbindlichkeiten
37,2
–12,8
Gezahlte Steuern
–30,7
–23,4
Cashflow aus Geschäftstätigkeit
173,4
123,6
INVESTITIONSTÄTIGKEIT
Erwerb von immateriellen Vermögenswerten
–4,5
–6,6
Erwerb von Sachanlagen/als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien
–67,4
–70,0
Einzahlungen aus Anlagenverkäufen
3,4
3,5
Erwerb von nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen
–1,0
–4,8
Verkauf von nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen
0,1
0,1
Erwerb von Wertpapieren/Geldmarktveranlagungen
–5,0
–30,0
Einzahlungen aus dem Verkauf von Wertpapieren/Geldmarktveranlagungen
5,0
10,0
Gewährte Darlehen
–1,2
–0,5
Erhaltene Ausschüttungen von nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen
0,0
0,1
Erhaltene Zinsen
1,3
0,7
Cashflow aus Investitionstätigkeit
–69,3
–97,4
Free Cashflow
104,1
26,2
FINANZIERUNGSTÄTIGKEIT
Tilgung von langfristigen Finanzierungen (einschließlich kurzfristig gewordener Anteile)1
–0,2
–14,4
Veränderung von kurzfristigen Finanzierungen1
0,2
31,5
Ausschüttungen
–138,8
–141,0
Gezahlte Zinsen
–0,3
–2,4
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit
–139,2
–126,2
Veränderung des Finanzmittelbestandes
–35,1
–100,0
Finanzmittelbestand am 1. Jänner
290,0
310,2
Finanzmittelbestand am 30. Juni
254,9
210,2
Mio EUR H1 2018 H1 2019

1 Ausweis angepasst – Ausweis zuvor als "Veränderung von anderen finanziellen Verbindlichkeiten"

Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals im ersten Halbjahr 2018

Grund
kapital
Kapital
rücklagen
Gewinn
rücklagen
IAS 19
Rücklage
Marktbe
wertungs
rücklage /
FVOCI
Rücklage
Währungs
um
rechnungs
rücklage
Eigenkapital
der
Aktionäre
des Mutter
unter
nehmens
Nicht
beherr
schende
Anteile
Eigen
kapital
337,8 91,0 287,7 –19,2 2,4 –1,7 697,9 0,9 698,8
0,0 0,0 1,0 0,0 –0,1 0,0 0,9 0,0 0,9
0,0 0,0 5,7 0,0 0,0 0,0 5,7 0,0 5,7
337,8 91,0 294,4 –19,2 2,3 –1,7 704,6 0,9 705,4
0,0 0,0 75,9 0,0 0,0 0,0 75,9 0,0 75,9
0,0 0,0 0,0 0,4 –8,6 –0,2 –8,4 0,0 –8,4
0,0 0,0 75,9 0,4 –8,6 –0,2 67,4 0,0 67,5
0,0 0,0 –138,5 0,0 0,0 0,0 –138,5 –0,3 –138,8
0,0 0,0 –138,5 0,0 0,0 0,0 –138,5 –0,3 –138,8
337,8 91,0 231,8 –18,8 –6,3 –1,9 633,5 0,6 634,1
Andere Rücklagen

Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals im ersten Halbjahr 2019

Andere Rücklagen
Währungs Eigen
kapital der
Aktionäre
des
Nicht
Mio EUR Grund
kapital
Kapital
rücklagen
Gewinn
rücklagen
IAS 19
Rücklage
FVOCI
Rücklage
um
rechnungs
rücklage
Mutter
unter
nehmens
beherr
schende
Anteile
Eigen
kapital
Stand am 1. Jänner 2019 337,8 91,0 298,5 –16,1 –12,2 –1,8 697,1 2,0 699,1
Periodenergebnis 0,0 0,0 79,3 0,0 0,0 0,0 79,3 0,0 79,4
Sonstiges Ergebnis 0,0 0,0 0,0 –7,5 –4,1 0,0 –11,6 0,0 –11,6
Gesamtperiodenergebnis 0,0 0,0 79,3 –7,5 –4,1 0,0 67,7 0,0 67,8
Ausschüttung 0,0 0,0 –140,5 0,0 0,0 0,0 –140,5 –0,5 –141,0
Transaktionen mit Eigentümern 0,0 0,0 –140,5 0,0 0,0 0,0 –140,5 –0,5 –141,0
Stand am 30. Juni 2019 337,8 91,0 237,3 –23,6 –16,3 –1,8 624,3 1,6 625,9

KONZERNANHANG FÜR DAS ERSTE HALBJAHR 2019

1. Grundlagen der Rechnungslegung

Die Erstellung des Konzernzwischenabschlusses der Österreichischen Post AG zum 30. Juni 2019 erfolgte in Übereinstimmung mit den bis zum 30. Juni 2019 vom International Accounting Standards Board herausgegebenen International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union verpflichtend anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a Unternehmensgesetzbuch.

Der vorliegende Konzernzwischenabschluss wurde in Übereinstimmung mit den Regelungen des IAS 34 Zwischenberichterstattung aufgestellt. Der Konzernzwischenabschluss umfasst nicht alle Angaben, die üblicherweise in einem Abschluss für ein volles Geschäftsjahr enthalten sind. Entsprechend ist der vorliegende Konzernzwischenabschluss in Verbindung mit dem Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2018 zu lesen. Die Bilanzierung und Bewertung sowie die Erläuterungen und Angaben basieren grundsätzlich auf denselben Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, die auch dem Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2018 zugrunde liegen, außer im Hinblick auf

die erstmalige Anwendung neuer und geänderter Standards, wie nachstehend erläutert.

Der Konzernzwischenabschluss wird in Euro aufgestellt. Alle Beträge sind, sofern nichts anderes angeführt ist, in Millionen Euro (Mio EUR) angegeben. Bei der Summierung gerundeter Beträge und Prozentangaben können durch die Verwendung automatisierter Rechenhilfen Rundungsdifferenzen auftreten.

2. Änderungen in den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

2.1 Neuerungen in den International Financial Reporting Standards

2.1.1 VERPFLICHTEND ANGEWANDTE NEUE UND GEÄNDERTE IFRS

Im ersten Halbjahr 2019 wurden folgende neue und geänderte Standards erstmals verpflichtend zur Anwendung gebracht:

Verpflichtend angewandte neue Standards/Interpretationen Inkrafttreten EU1
IFRS 16 Leasingverhältnisse 01.01.2019
IFRIC 23 Unsicherheit bezüglich der ertragsteuerlichen Behandlung
Verpflichtend angewandte geänderte Standards Inkrafttreten EU1
Diverse Verbesserungen an den IFRS, Zyklus 2015–2017 01.01.2019
IAS 19 Planänderungen, -kürzungen oder -abgeltungen 01.01.2019
IAS 28 Langfristige Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen 01.01.2019
IFRS 9 Negative Vorfälligkeitsentschädigungen 01.01.2019

1 Anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem angegebenen Datum beginnen.

In der aktuellen Berichtsperiode traten zahlreiche neue oder geänderte Standards in Kraft. Durch die erstmalige Anwendung des neuen Standards IFRS 16 Leasingverhältnisse kam es dabei zu Änderungen von Rechnungslegungsmethoden des Österreichischen Post Konzerns. Die Auswirkungen aus der erstmaligen Anwendung dieses Standards werden im Folgenden unter Punkt 2.2 Wesentliche Änderungen aufgrund der erstmaligen Anwendung von IFRS 16 Leasingverhältnisse beschrieben. Aus den anderen Standardänderungen resultieren keine Auswirkungen auf Rechnungslegungsgrundsätze des Österreichischen Post Konzerns.

2.1.2 VERÖFFENTLICHTE, ABER NOCH NICHT ANGEWANDTE IFRS

Folgende Standards und Interpretationen sind durch die Europäische Union anerkannt worden bzw. befinden sich im Anerkennungsprozess. Eine verpflichtende Anwendung ist jedoch erst für die Zukunft vorgesehen.

Noch nicht angewandte neue Standards Endorsement EU Inkrafttreten EU1
IFRS 17 Versicherungsverträge offen geplant 01.01.2021
Noch nicht angewandte geänderte Standards Endorsement EU Inkrafttreten EU1
Diverse Änderungen der Verweise auf das Rahmenkonzept in den IFRS geplant 2019 geplant 01.01.2020
IFRS 3 Definition eines Geschäftsbetriebs geplant 2019 geplant 01.01.2020
IAS 1/IAS 8 Definition von Wesentlichkeit geplant 2019 geplant 01.01.2020

1 Anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem angegebenen Datum beginnen.

Die noch nicht angewandten neuen und geänderten Standards haben voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Österreichischen Post AG.

2.2 Wesentliche Änderungen aufgrund der erstmaligen Anwendung von IFRS 16 Leasingverhältnisse

IFRS 16 Leasingverhältnisse wurde im Jänner 2016 veröffentlicht und ist erstmals auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Jänner 2019 beginnen, verpflichtend anzuwenden. Der neue Standard ersetzt die bisherigen Vorschriften des IAS 17 und die zugehörigen Interpretationen, wobei insbesondere die bilanzielle Abbildung von Leasingverträgen beim Leasingnehmer neu geregelt wird:

Nach dem neuen Standard ist für die bilanzielle Erfassung eines Leasingverhältnisses im Wesentlichen entscheidend, ob es sich bei dem geleasten Objekt um einen identifizierbaren Vermögenswert handelt, der Leasingnehmer die Nutzung bestimmen kann und ihm die wirtschaftlichen Vorteile aus dem Vermögenswert zustehen. Eine Unterscheidung in Finanzierungs- und Operating-Leasingverhältnis besteht nicht mehr. Der Leasingnehmer erfasst nunmehr für jedes Leasingverhältnis eine Verbindlichkeit für die zukünftig zu leistenden Leasingzahlungen. Gleichzeitig wird ein Nutzungsrecht in Höhe des Barwerts der künftigen Leasingzahlungen aktiviert und in weiterer Folge linear abgeschrieben.

Der Österreichische Post Konzern hat IFRS 16 erstmalig zum 1. Jänner 2019 angewendet.

Die wesentlichen Anwendungsfälle für den Konzern als Leasingnehmer sind Immobilienleasingverträge für Logistikstandorte, Filialen und Verwaltungsgebäude. Daneben bestehen auch Leasingverträge für Fahrzeuge.

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden entsprechend angepasst. Die Erstanwendung erfolgt modifiziert retrospektiv. Damit erfolgt keine Anpassung der Vergleichsinformationen.

Der Österreichische Post Konzern macht von dem Wahlrecht Gebrauch, auf eine erneute Beurteilung zu verzichten, ob ein Vertrag ein Leasingverhältnis im Sinne des IFRS 16 enthält oder nicht, sofern dieses zum Erstanwendungszeitpunkt bereits bestand. Dementsprechend wird die Definition eines Leasingverhältnisses gemäß IAS 17 und IFRIC 4 weiterhin für diejenigen bestehenden Leasingverhältnisse gelten, die vor dem 1. Jänner 2019 bestanden haben.

Für die Erstanwendung wird für zuvor als Operating-Leasing eingestufte Leasingverhältnisse der Ansatz gewählt, die Nutzungsrechte im Umstellungszeitpunkt in Höhe der Leasingverbindlichkeit zu erfassen, angepasst um den Betrag von vorausgezahlten oder abgegrenzten Leasingzahlungen. Damit kommt es zu keiner Auswirkung auf das Konzern-Eigenkapital. Die folgende Tabelle zeigt die Anpassungen auf Ebene der einzelnen Bilanzposten:

Mio EUR 31.12.2018 Anpassungen
IFRS 16
01.01.2019
AKTIVA
Langfristige Vermögenswerte
Geschäfts- oder Firmenwerte 58,7 58,7
Immaterielle Vermögenswerte 24,5 24,5
Sachanlagen 652,8 270,3 923,1
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 78,4 78,4
Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen 9,2 9,2
Andere finanzielle Vermögenswerte 62,4 62,4
Vertragsvermögenswerte 0,1 0,1
Sonstige Forderungen 14,5 –1,2 13,3
Latente Steueransprüche 77,6 77,6
978,2 269,1 1.247,2
Kurzfristige Vermögenswerte
Andere finanzielle Vermögenswerte 45,4 45,4
Vorräte 17,3 17,3
Vertragsvermögenswerte 23,5 23,5
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 305,7 –0,1 305,6
Steuererstattungsansprüche 1,0 1,0
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 310,0 310,0
702,8 –0,1 702,7
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 0,3 0,3
1.681,2 268,9 1.950,2
PASSIVA
Eigenkapital
Grundkapital 337,8 337,8
Kapitalrücklagen 91,0 91,0
Gewinnrücklagen 298,5 298,5
Andere Rücklagen –30,1 –30,1
Eigenkapital der Aktionäre des Mutterunternehmens 697,1 697,1
Nicht beherrschende Anteile 2,0 2,0
699,1 699,1
Langfristige Schulden
Rückstellungen 386,3 386,3
Andere finanzielle Verbindlichkeiten 3,5 243,2 246,7
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 31,1 31,1
Latente Steuerschulden 0,8 0,8
421,7 243,2 664,9
Kurzfristige Schulden
Rückstellungen 164,8 164,8
Steuerschulden 6,8 6,8
Andere finanzielle Verbindlichkeiten 6,8 25,8 32,6
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 333,0 333,0
Vertragsverbindlichkeiten 49,0 49,0
560,4 25,8 586,2
1.681,2 268,9 1.950,2

Für zuvor als Finanzierungsleasing eingestufte Leasingverhältnisse werden der Buchwert des geleasten Vermögens nach IAS 17 als auch der Buchwert der Leasingverbindlichkeit nach IAS 17 als erstmaliger Buchwert des Nutzungsrechts und der Leasingverbindlichkeit nach IFRS 16 angesetzt. Somit ergeben sich daraus keine Anpassungen in der Konzernbilanz.

Im Rahmen der Erstanwendung des IFRS 16 wird von folgenden praktischen Erleichterungen Gebrauch gemacht:

  • Auf ein Portfolio von ähnlich ausgestalteten Leasingverträgen wird ein Abzinsungssatz angewendet.
  • Leasingverhältnisse mit einer Restlaufzeit von maximal zwölf Monaten werden als kurzfristige Leasingverhältnisse behandelt.
  • Anstelle einer separaten Prüfung auf Wertminderung nach IAS 36 wird auf die Rückstellungsbeurteilung zu belastenden Verträgen rückgegriffen.
  • Bei der Bewertung der Nutzungsrechte im Zuge der erstmaligen Anwendung werden die anfänglichen direkten Kosten nicht berücksichtigt.

Leasingverbindlichkeiten Die Bewertung der zuvor als Operating-Leasing eingestuften Leasingverhältnisse erfolgt mit dem Barwert der verbleibenden Leasingzahlungen abgezinst mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz des Leasingnehmers zum 1. Jänner 2019. Der gewichtete durchschnittliche Grenzfremdkapitalzinssatz des Österreichischen Post Konzerns beträgt 1,6%.

Ausgehend von den künftigen Mindestleasingzahlungen aufgrund von unkündbaren Operating-Leasingverhältnissen zum 31. Dezember 2018 ergibt sich folgende Überleitung auf den Eröffnungsbilanzwert der Leasingverbindlichkeiten zum 1. Jänner 2019:

Mio EUR 2019
Zum 31. Dezember 2018 angegebene Verpflichtungen
aus unkündbaren Operating-Leasingverhältnissen
54,3
Zum 31. Dezember 2018 bestehende
Leasingverpflichtungen, die über unkündbare Perioden
hinausgehen
245,0
Kurzfristige Leasingverhältnisse als auch
Leasingverhältnisse über Vermögenswerte mit
geringem Wert
–0,6
Sonstige –7,6
Brutto-Leasingverbindlichkeiten zum 1. Jänner 2019 291,2
Abzinsung –22,3
Leasingverbindlichkeiten zum 1. Jänner 2019 268,9
Zum 31. Dezember 2018 bilanzierte Verbindlichkeiten
aus Finanzierungsleasingverhältnissen
3,7
Am 1. Jänner 2019 bilanzierte
Leasingverbindlichkeiten
272,7

Die Leasingverbindlichkeiten werden in der Konzernbilanz als Teil der Anderen finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesen:

Mio EUR 01.01.2019 30.06.2019
Leasingverbindlichkeiten
langfristig 246,5 242,1
kurzfristig 26,2 27,2
272,7 269,3

Nutzungsrechte In der Bilanz werden Nutzungsrechte in die gleichen Bilanzposten aufgenommen, in denen auch die den Leasingverhältnissen zugrunde liegenden Vermögenswerte dargestellt werden würden. Im Zeitpunkt der Erstanwendung bestanden keine belastenden Leasingverhältnisse, sodass eine Wertberichtigung der Nutzungsrechte nicht erforderlich war.

In der folgenden Tabelle wird die Entwicklung der Nutzungsrechte innerhalb des Bilanzpostens Sachanlagen dargestellt. In den Nutzungsrechten per 1. Jänner 2019 sind auch Vermögenswerte enthalten, die bereits zum 31. Dezember 2018 als Finanzierungsleasing erfasst waren.

Mio EUR Grundstücke und
Bauten
Technische
Anlagen und
Maschinen
Andere Anlagen,
Betriebs- und
Geschäfts
ausstattung
Gesamt
NUTZUNGSRECHTE
Buchwert am 1. Jänner 2019 277,5 0,1 2,3 279,9
Zugänge 15,0 0,0 1,6 16,7
Abgänge –5,5 0,0 –0,1 –5,6
Planmäßige Abschreibungen –15,1 0,0 –0,6 –15,7
Buchwert am 30. Juni 2019 271,9 0,1 3,2 275,3

In der Gewinn- und Verlustrechnung werden im ersten Halbjahr 2019 die folgenden Beträge in Verbindung mit IFRS 16 erfasst:

Mio EUR H1 2019
Aufwendungen aus Leasingverhältnissen über
geringwertige Vermögenswerte
0,1
Aufwendungen aus kurzfristigen Leasingverhältnissen 0,5
Sonstige betriebliche Aufwendungen 0,7
Planmäßige Abschreibungen auf Nutzungsrechte 15,7
Abschreibungen 15,7
Zinsaufwendungen aus Leasingverbindlichkeiten 2,2
Finanzaufwendungen 2,2

Aus den bestehenden Leasingverhältnissen, in denen die Österreichische Post als Leasinggeber auftritt, als auch aus Subleasingverhältnissen, in denen die Österreichische Post als Zwischenleasinggeber fungiert, ergeben sich keine wesentlichen Änderungen. Die in der Gewinn- und Verlustrechnung unter den Sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesenen Erträge aus Operating-Leasingverhältnissen betragen 10,9 Mio EUR.

Im Konzern-Cashflow-Statement sind im ersten Halbjahr 2019 Zahlungsmittelabflüsse für Leasingverhältnisse in Höhe von insgesamt 17,2 Mio EUR enthalten.

3. Konsolidierungskreis

In den Konzernzwischenabschluss werden neben der Österreichischen Post AG 24 inländische (31. Dezember 2018: 24) und elf ausländische (31. Dezember 2018: elf) Tochterunternehmen einbezogen. Weiters werden vier inländische (31. Dezember 2018: vier) und ein ausländisches (31. Dezember 2018: zwei) Unternehmen nach der Equity-Methode bilanziert.

3.1 Änderungen im Konsolidierungskreis

Im ersten Halbjahr 2019 haben folgende Konsolidierungskreisänderungen stattgefunden:

Anteil am Kapital
Name der Gesellschaft von auf Transaktionszeitpunkt Erläuterung
BRIEF, WERBEPOST & FILIALEN
D2D – direct to document GmbH, Wien 30,00% 70,00% 30.01.2019 Akquisition
PAKET & LOGISTIK
IN TIME SPEDICE, spol. s r.o., Prag 31,50% 0,00% 26.04.2019 Verkauf
CORPORATE
ADELHEID GmbH, Berlin 50,44% 51,34% 05.02.2019 Kapitalerhöhung

BRIEF, WERBEPOST & FILIALEN

D2D – direct to document GmbH Mit Stichtag 30. Jänner 2019 hat die Österreichisch Post weitere 40% der Anteile an der D2D – direct to document GmbH, Wien, erworben, womit sich der Anteil von 30% auf 70% erhöhte. Die D2D wird weiterhin als assoziiertes Unternehmen im Sinne des IAS 28 eingestuft und unter der Anwendung der Equity-Methode bilanziert, da die Österreichische Post aufgrund der bei der Gesellschaft unverändert bestehenden Corporate Governance keine Beherrschung, sondern weiterhin ausschließlich maßgeblichen Einfluss hat. Die Anschaffungskosten der Anteile betrugen 1,8 Mio EUR.

PAKET & LOGISTIK

IN TIME SPEDICE, spol. s r.o. Mit 26. April 2019 wurden die Anteile an dem assoziierten Unternehmen IN TIME SPEDICE, spol. s r.o. verkauft. Aus dem Ende des maßgeblichen Einflusses und der Beendigung der Equity-Methode ergaben sich keine wesentlichen Effekte.

Darüber hinaus ist die Österreichische Post im Hinblick auf einen Erwerb weiterer 33% der Anteile an der adverserve Holding GmbH, Wien, (Segment Brief, Werbepost & Filialen), mit Wirkung 31. März 2019 eine Treuhandlösung eingegangen und hat dafür einen Betrag in Höhe von 1,2 Mio EUR auf ein Treuhandkonto erlegt. Die auf diese zusätzlichen 33%-Anteile entfallenden Gestaltungs-, Kontroll- und Mitwirkungsrechte als Gesellschafter der adverserve Holding GmbH hat ein weisungsfreier Treuhänder inne, lediglich die Dividendenansprüche stehen aufgrund

einer diesbezüglichen vertraglichen Vereinbarung der Österreichischen Post zu, wodurch keine Möglichkeit zur Beherrschung der Gesellschaft seitens der Österreichischen Post besteht. Die Gesellschaft wird daher zum 30. Juni 2019 weiterhin als assoziiertes Unternehmen im Sinne des IAS 28 unter Anwendung der At-Equity-Methode bilanziert. Mit Auslaufen der Treuhandvereinbarung (frühestens mit August 2019) wird die Österreichische Post die Beherrschung über die Gesellschaft erlangen und die Gesellschaft im Wege der Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss einbeziehen.

4. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

4.1 Ertragsteuern

Der Konzern berechnet den Ertragsteueraufwand der Periode unter Einbeziehung des Steuersatzes, der bei den gesamten erwarteten Erträgen anzuwenden wäre.

4.2 Leasingverhältnisse

Seit dem 1. Jänner 2019 ist für die bilanzielle Erfassung eines Leasingverhältnisses im Wesentlichen entscheidend, ob es sich bei dem geleasten Objekt um einen identifizierbaren Vermögenswert handelt, der Leasingnehmer die

Nutzung bestimmen kann und ihm die wirtschaftlichen Vorteile aus dem Vermögenswert zustehen. Für Leasingverhältnisse werden Nutzungsrechte an den Leasinggegenständen aktiviert und Verbindlichkeiten für die eingegangenen Zahlungsverpflichtungen zu Barwerten passiviert.

Die Leasingverbindlichkeiten beinhalten folgende Leasingzahlungen:

  • Feste Zahlungen abzüglich etwaiger zu erhaltender Leasinganreize
  • Variable Zahlungen, die an einen Index oder Zinssatz gekoppelt sind
  • Erwartete Restwertzahlungen aus Restwertgarantien des Leasingnehmers
  • Ausübungspreise von Kaufoptionen, wenn die Ausübung durch den Leasingnehmer hinreichend sicher ist
  • Strafzahlungen für die Kündigung von Leasingverhältnissen, wenn in der Laufzeit berücksichtigt ist, dass der Leasingnehmer eine Kündigungsoption wahrnehmen wird

Leasingzahlungen werden mit dem impliziten Zinssatz abgezinst, der dem Leasingverhältnis zugrunde liegt, wenn dieser bestimmbar ist. Ansonsten erfolgt eine Abzinsung mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz.

Nutzungsrechte werden zu Anschaffungskosten bewertet, die sich wie folgt zusammensetzen:

  • Betrag der Erstbewertung der Leasingverbindlichkeit
  • Bei oder vor der Bereitstellung geleistete Leasingzahlungen abzüglich erhaltener Leasinganreize
  • Alle dem Leasingnehmer entstandenen anfänglichen direkten Kosten sowie
  • Geschätzte Kosten für Rückbauverpflichtungen

Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten. Die Abschreibung auf Nutzungsrechte wird linear über den Zeitraum des Vertragsverhältnisses vorgenommen. Wenn das Eigentum zum Ende der Laufzeit des Leasingverhältnisses auf den Leasingnehmer übergeht oder berücksichtigt ist, dass der Leasingnehmer wahrscheinlich eine Kaufoption wahrnehmen wird, dann wird die Abschreibung bis zum Ende der Nutzungsdauer vorgenommen.

Insbesondere Leasingverträge über Immobilien enthalten Verlängerungs- und Kündigungsoptionen. Diese Konditionen bieten dem Konzern größtmögliche Flexibilität. Bei der Festlegung der Vertragslaufzeiten werden sämtliche Tatsachen und Umstände berücksichtigt, die zur Ausübung von Verlängerungsoptionen oder Nicht-Ausübung von Kündigungsoptionen führen. Im Zusammenhang mit der Festlegung der Vertragslaufzeiten werden die Immobilienleasingverträge konzernintern festgelegten Laufzeitkategorien zugeordnet. Laufzeitänderungen im Zusammenhang mit Verlängerungs- und Kündigungsoptionen werden nur berücksichtigt, wenn sie hinreichend sicher sind.

Zahlungen für kurzfristige Leasingverhältnisse (weniger als zwölf Monate) und Leasingverhältnisse, denen Vermögenswerte von geringem Wert zugrunde liegen, werden linear als Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Konzerninterne Leasingverhältnisse werden im Wesentlichen in der Segmentberichterstattung weiterhin wie operative Mietverhältnisse dargestellt.

Die Vorschriften des IFRS 16 werden nicht auf Leasingverhältnisse über immaterielle Vermögenswerte angewendet.

Nicht erstattungsfähige Umsatzsteuerbeträge, die sich aus Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit Leasingverhältnissen ergeben, werden im Aufwand erfasst.

Auf temporäre Differenzen im Zusammenhang mit Nutzungsrechten und Leasingverbindlichkeiten werden latente Steuern gebildet. Die Initial Recognition Exemption des IAS 12 wird somit nicht angewendet.

5. Zukunftsbezogene Annahmen und Schätzunsicherheiten

5.1 Anrechnung von Vordienstzeiten für beamtete Mitarbeiter

Die Österreichische Bundesregierung hat als Folge einer Vorabentscheidung des Europäischen Gerichtshofes in der Frage der Anrechnung von Vordienstzeiten für Bundesbeamte eine neuerliche Novellierung des Beamten-Dienstrechtsgesetzes vorgenommen. Demnach sind für jeden beamteten Mitarbeiter allfällige Vordienstzeiten vor dem 18. Lebensjahr neu zu beurteilen und allenfalls für das Besoldungsdienstalter anzurechnen. Jeder einzelne Fall ist seitens der Österreichischen Post AG zu bearbeiten, eine Automatisierungsmöglichkeit gibt es mangels elektronisch erfasster Daten nicht. Die Österreichische Post AG hat auf Basis der seitens des Bundes zur Verfügung gestellten Erläuterungen im Weg einer bestmöglichen Schätzung eine Rückstellung in Höhe von 16,7 Mio EUR für die aus der Neuermittlung des Besoldungsdienstalters resultierenden Nachzahlungen zum 30. Juni 2019 gebildet. Für weiterführende Informationen verweisen wir auf Abschnitt 7.4 des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2018.

5.2 Rückforderungen von Beiträgen aus der Gehaltsabrechnung der Beamten

Die Österreichische Post AG bzw. ihre Rechtsvorgängerin haben im Zeitraum vom 1. Mai 1996 bis zum 31. Mai 2008 für die ihnen zugewiesenen Beamten Beiträge aus der Gehaltsabrechnung abgeführt. Aufgrund eines VwGH-Erkenntnisses des Jahres 2015 bestand dafür jedoch keine gesetzliche Verpflichtung. Daraus resultierend wurden der Österreichischen Post AG von 2015 bis 2018 Beiträge in Höhe von insgesamt 83,1 Mio EUR vom Bundesfinanzgericht (BFG) zugesprochen. Im Gegenzug für die bislang insgesamt zugesprochenen Beiträge bestehen für die Österreichische Post AG allerdings Verpflichtungen für etwaige Ersatzleistungen, die sich auf Basis einer bestmöglichen Schätzung per 31. Dezember 2018 auf 39,9 Mio EUR belaufen haben und entsprechend rückgestellt wurden.

Betreffend zweier weiterer Verfahren auf Rückforderung von Beiträgen aus der Gehaltsabrechnung der Beamten in Höhe von 58,0 Mio EUR wurden seitens der Österreichischen Post AG Vorlageanträge eingebracht, die das BFG im Jahr 2017 als verspätet zurückgewiesen hat. Dazu hat der Verwaltungsgerichtshof (VwGH) im Jahr 2019 die BFG-Beschlüsse wegen Rechtswidrigkeit des Inhalts aufgehoben und festgestellt, dass die seinerzeit eingebrachten Vorlageanträge als rechtzeitig eingebracht zu betrachten sind und daher darüber mit BFG-Erkenntnis zu entscheiden ist. Das BFG hat am 4. Juni 2019 im Rahmen

eines Vorhalts bei der belangten Behörde und der Österreichischen Post AG die Höhe der geleisteten DB-Beiträge hinterfragt und um Bekanntgabe allfälliger Einwendungen dem Grunde und der Höhe nach gegen die vom BFG beabsichtigte weitere Vorgangsweise aufgefordert. Der Ansatz eines Vermögenswertes für die gerichtlich betriebene Rückforderungen erfolgt, wenn die Realisierung des Betrages so gut wie sicher ist. Dies wird dann angenommen, wenn eine BFG-Entscheidung im Einzelfall vorliegt. Da die BFG-Entscheidung zu den zwei Verfahren auf Rückforderungen von Beiträgen aus der Gehaltsabrechnung der Beamten in Höhe von 58,0 Mio EUR noch nicht vorliegt, wird zum 30. Juni 2019 kein Vermögenswert für die Rückforderungen erfasst. Da jedoch die Wahrscheinlichkeit einer Realisierung über 50% liegt, wird eine Eventualforderung angegeben. Diesen Eventualforderungen stehen wiederum Eventualverbindlichkeiten für etwaige Ersatzleistungen in Höhe von rund 27,8 Mio EUR gegenüber. Die Schätzung der Höhe der Ersatzleistungen ist mit erheblichen Unsicherheiten behaftet, da sowohl hinsichtlich der Datenlage als auch der Berechnungsmethodik Unsicherheiten bestehen.

6. Segmentberichterstattung

Die nachstehenden Tabellen zeigen die Segmentangaben für die berichtspflichtigen Segmente für das erste Halbjahr 2018 und das erste Halbjahr 2019:

Mio EUR Brief, Werbepost
& Filialen
Paket & Logistik Corporate Konsolidierung Konzern
Umsatzerlöse (Segmente) 695,0 262,6 0,1 –2,5 955,2
Interne Leistungsverrechnung 53,0 2,5 8,1 –63,6 0,0
Umsatzerlöse gesamt 748,0 265,2 8,2 –66,1 955,2
davon Umsatzerlöse mit Dritten 694,3 260,9 0,1 0,0 955,2
EBITDA 148,5 25,8 –30,0 0,0 144,3
EBIT 138,7 20,4 –54,1 0,0 105,1
Sonstiges Finanzergebnis 3,2
Ergebnis vor Ertragsteuern 108,2

H1 2018

H1 2019

Mio EUR Brief, Werbepost
& Filialen
Paket & Logistik Corporate Konsolidierung Konzern
Umsatzerlöse (Segmente) 703,9 283,0 0,2 –6,1 981,1
Interne Leistungsverrechnung 58,8 2,0 9,8 –70,6 0,0
Umsatzerlöse gesamt 762,7 285,1 10,0 –76,6 981,1
davon Umsatzerlöse mit Dritten 702,6 278,4 0,2 0,0 981,1
EBITDA 153,9 28,5 –19,1 –1,2 162,2
EBIT 142,3 20,4 –55,0 –0,1 107,7
Sonstiges Finanzergebnis 0,8
Ergebnis vor Ertragsteuern 108,5

7. Erlöse aus Verträgen mit Kunden

7.1 Erlöse aus Verträgen mit Kunden

In der folgenden Tabelle sind die Erlöse aus Verträgen mit Kunden nach berichtspflichtigen Segmenten und Produktgruppen (Bereiche dieser Segmente) sowie dem zeitlichen Ablauf der Erlöserfassung aufgeschlüsselt:

Mio EUR H1 2018 H1 2019
Umsatzerlöse mit Dritten
Briefpost 367,2 383,3
Mail Solutions 23,0 24,2
Werbepost 191,0 186,3
Medienpost 64,5 65,1
Filialdienstleistungen 48,5 43,7
Brief, Werbepost & Filialen 694,3 702,6
Paket Premium 123,2 144,1
Paket Standard 111,3 106,8
Paket Sonstige Leistungen 26,4 27,5
Paket & Logistik 260,9 278,4
Umsatzerlöse Sonstige 0,1 0,2
Corporate 0,1 0,2
Umsatzerlöse mit Dritten gesamt 955,2 981,1
Erlöse Immobilienprojekt Neutorgasse 7 (Segment Corporate) 4,9 14,1
Erlöse aus Verträgen mit Kunden 960,2 995,2

7.2 Vermögenswerte und Verbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden

Die folgende Tabelle enthält den Stand der Forderungen, Vertragsvermögenswerte und -verbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden gemäß IFRS 15 zum 1. Jänner 2019 und 30. Juni 2019:

Mio EUR 01.01.2019 30.06.2019
Kosten zur Anbahnung eines Vertrages 0,1 0,1
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 260,5 268,3
Vertragsvermögenswerte 23,5 19,4
Vertragsverbindlichkeiten 49,0 36,2

Die Kosten zur Anbahnung eines Vertrages beinhalten Maklergebühren, die im Zuge des Abschlusses eines Vertrages über den Verkauf von Wohnungen des Immobilienprojektes Neutorgasse 7 anfallen. Diese werden aktiviert und über die Vertragslaufzeit abgeschrieben.

Die Vertragsvermögenswerte des Österreichischen Post-Konzerns resultieren aus dem Anspruch auf Erhalt einer Gegenleistung im Austausch für den bereits erfüllten Teil der Leistungsverpflichtung des Immobilienprojektes Neutorgasse 7. Die Vertragsvermögenswerte werden zu den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen umgegliedert, sobald ein unbedingter Anspruch auf Gegenleistung mit Fertigstellung und Übergabe der Wohneinheit vorliegt.

Die Vertragsverbindlichkeiten betreffen zum 30. Juni 2019 erhaltene Vorauszahlungen im Rahmen der Brief- und Paketzustellung sowie die Vorauszahlung für noch zu erbringende Dienstleistungen aus der Entflechtung der Kooperation mit BAWAG P.S.K.

Von den zum 1. Jänner 2019 ausgewiesenen Vertragsverbindlichkeiten wurden 23,8 Mio EUR in den Umsatzerlösen erfasst.

8. Rückstellungen

Die Österreichische Post hat die Parameter für verzinsliche Rückstellungen vor dem Hintergrund der Entwicklungen der Zinslandschaft angepasst. Der Rechnungszinssatz für Rückstellungen für Abfertigungen beträgt nunmehr 1,25% (31. Dezember 2018: 2,00%), jener für Rückstellungen für Jubiläumsgelder 1,00% (31. Dezember 2018: 1,75%). Die Parameteranpassungen führten im ersten Halbjahr 2019 zu einem versicherungsmathematischen Verlust in Höhe von 14,7 Mio EUR. Davon wurden 10,1 Mio EUR im sonstigen Ergebnis erfasst.

Die Bandbreite der Rechnungszinssätze für Rückstellungen für Unterauslastung beträgt 0,00–0,75% (31. Dezember 2018: 0,50–1,50%). Die Parameteranpassungen führten im ersten Halbjahr 2019 zu einem negativen Effekt von 8,5 Mio EUR, der im Personalaufwand erfasst wurde.

9. Finanzinstrumente

Die vorliegende Anhangangabe umfasst eine Aktualisierung der vom Konzern vorgenommenen Beurteilungen und Schätzungen bei der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte von Finanzinstrumenten seit dem letzten Jahresabschluss. Der Österreichische Post Konzern ordnete seine Finanzinstrumente in die drei im Rahmen der Rechnungslegungsgrundsätze vorgeschriebenen Stufen ein, um einen Anhaltspunkt zur Verlässlichkeit der Inputfaktoren zur Verfügung zu stellen, die bei der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts verwendet werden. Eine Erläuterung dieser Stufen ist im Anschluss an die nachstehenden Tabellen enthalten.

9.1 Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden

Die folgende Tabelle zeigt die zum 31. Dezember 2018 und 30. Juni 2019 zum beizulegenden Zeitwert bewerteten und erfassten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten:

31. Dezember 2018

Erfolgswirksam
zum
beizulegenden
Zeitwert (FVTPL)
Erfolgsneutral
zum beizu
legenden
Zeitwert (FVOCI)
Gesamt
Mio EUR Stufe
Finanzielle Vermögenswerte
Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert
Wertpapiere 1 44,4 11,4 55,8
Andere Anteile
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert 1 20,5 0,0 20,5
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert 3 0,0 31,3 31,3
20,5 31,3 51,8
Derivative finanzielle Vermögenswerte 3 0,1 0,0 0,1
65,0 42,7 107,7
Finanzielle Verbindlichkeiten
Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert
Bedingte Restkaufpreisverbindlichkeiten 3 2,5 0,0 2,5
2,5 0,0 2,5

30. Juni 2019

Mio EUR Stufe Erfolgswirksam
zum
beizulegenden
Zeitwert (FVTPL)
Erfolgsneutral
zum beizu
legenden
Zeitwert (FVOCI)
Gesamt
Finanzielle Vermögenswerte
Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert
Wertpapiere 1 45,0 11,4 56,5
Andere Anteile
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert 1 23,8 0,0 23,8
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert 3 0,0 27,1 27,1
23,8 27,1 50,9
Derivative finanzielle Vermögenswerte 3 0,2 0,0 0,2
69,0 38,6 107,6
Finanzielle Verbindlichkeiten
Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert
Bedingte Restkaufpreisverbindlichkeiten 3 2,2 0,0 2,2
2,2 0,0 2,2

Während der Berichtsperiode vom 1. Jänner 2019 bis zum 30. Juni 2019 wurden keine Transfers zwischen den Stufen 1, 2 und 3 vorgenommen.

9.2 Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden

Bei diesen Instrumenten unterscheiden sich die Zeitwerte mehrheitlich nicht von den Buchwerten, da die Zinsforderungen bzw. Zinsverbindlichkeiten entweder nahezu den aktuellen Marktsätzen entsprechen oder die Instrumente kurzfristig sind.

Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen, den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten sowie den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Verbindlichkeiten wird aufgrund überwiegender Kurzfristigkeit der Posten unterstellt, dass die Buchwerte im Wesentlichen den beizulegenden Zeitwerten entsprechen.

Die anderen finanziellen Verbindlichkeiten umfassen Leasingverbindlichkeiten mit einem Buchwert von 269,3 Mio EUR (31. Dezember 2018: 3,7 Mio EUR) und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit einem Buchwert von 38,0 Mio EUR (31. Dezember 2018: 6,6 Mio EUR). Für Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten ist der beizulegende Zeitwert anzugeben. Dieser ist in der Fair-Value-Hierarchie der Stufe 3 zuzuordnen und beträgt 38,0 Mio EUR (31. Dezember 2018: 6,6 Mio EUR).

9.3 Angaben zur Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte

Die folgende Tabelle zeigt die verwendeten Bewertungsverfahren und Inputfaktoren bei der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte:

Stufe Finanzinstrumente Bewertungsverfahren Inputfaktoren
FOLGEBEWERTUNG ZUM BEIZULEGENDEN ZEITWERT
1 Wertpapiere, andere Anteile Marktwertorientiert Nominalwerte, Börsenpreis
3 Andere Anteile Marktwertorientiert bzw.
kapitalwertorientiert
Multiples vergleichbarer Unternehmen;
Planungsrechnungen und darauf basierte
wahrscheinlichkeitsgewichtete Szenarien;
risikogewichtete Abzinsungssätze (WACC)
3 Derivative finanzielle Vermögenswerte Kapitalwertorientiert Planungsrechnungen und darauf basierte
wahrscheinlichkeitsgewichtete Szenarien;
risikogewichtete Abzinsungssätze (WACC)
3 Bedingte Restkaufpreisverbindlichkeiten Kapitalwertorientiert Planungsrechnungen und darauf basierte
wahrscheinlichkeitsgewichtete Szenarien;
Abzinsungssätze
FOLGEBEWERTUNG NICHT ZUM BEIZULEGENDEN ZEITWERT
Forderungen aus Lieferungen und
Buchwerte als realistische Schätzung des
3 Leistungen und sonstige Forderungen beizulegenden Zeitwerts
3 Andere finanzielle Verbindlichkeiten
(ausgenommen Leasingverbindlichkeiten)
Kapitalwertorientiert Mit den Finanzinstrumenten verbundene Zahlungen,
Marktzinssätze vergleichbarer Finanzierungen
3 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten –
Buchwerte als realistische Schätzung des
beizulegenden Zeitwerts

Wesentliche Sensitivitäten in der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte von Stufe-3-Finanzinstrumenten können sich aus Veränderungen der zugrundeliegenden Marktdaten vergleichbarer Unternehmen sowie der in der Kapitalwertermittlung angesetzten Inputfaktoren (insbesondere Diskontierungssätze und Planungsdaten) ergeben.

10. Sonstige Angaben

Die in der Hauptversammlung am 11. April 2019 beschlossene Dividende von 2,08 EUR pro Aktie (140,5 Mio EUR) wurde am 25. April 2019 ausbezahlt.

Zum Aufbau eines eigenen Finanzdienstleistungsgeschäfts wurde im April 2019 vereinbart, dass die Österreichische Post 80% der Anteile an der Brüll Kallmus Bank AG, Teil der GRAWE Bankengruppe, im Wege einer Kapitalerhöhung erwerben wird. Das Closing der Transaktion und damit der Einbezug der Brüll Kallmus Bank AG als vollkonsolidiertes Tochterunternehmen in den Konzernabschluss der Österreichischen Post wird bis Ende 2019 erwartet.

11. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Mit 31. Juli 2019 erfolgte die Unterzeichnung des Closing-Memorandums zur geplanten Zusammenarbeit mit der Deutsche Post DHL Group, wonach mit Wirkung 1. August 2019 die Kooperation mit der Deutsche Post DHL Group beginnt und Mitarbeiter, drei Logistikzentren und zehn Zustellbasen in Österreich im Rahmen eines Asset Deals von der Österreichischen Post übernommen werden.

12. Negativvermerk

Der Konzernzwischenabschluss der Österreichischen Post AG, Wien, für das erste Halbjahr 2019 wurde weder einer vollständigen Prüfung noch einer prüferischen Durchsicht durch einen Abschlussprüfer unterzogen.

Wien, am 31. Juli 2019

Der Vorstand

DI DR. GEORG PÖLZL Generaldirektor Vorstandsvorsitzender

DI WALTER OBLIN Generaldirektor-Stellvertreter Vorstand Brief & Finanzen

DI PETER UMUNDUM Mitglied des Vorstands Vorstand Paket & Logistik

ERKLÄRUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER GEMÄẞ § 125 ABS. 1 Z. 3 BÖRSEGESETZ

Als gesetzliche Vertreter der Österreichischen Post AG bestätigen wir nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Konzernzwischenabschluss zum 30. Juni 2019 ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und dass der Halbjahreslagebericht des Konzerns ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns bezüglich der wichtigen Ereignisse während der ersten sechs Monate des Geschäftsjahres und ihrer Auswirkungen auf den Konzernzwischenabschluss zum 30. Juni 2019, bezüglich der wesentlichen Risiken und Ungewissheiten in den restlichen sechs Monaten des Geschäftsjahres und bezüglich der offenzulegenden wesentlichen Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen vermittelt.

Wien, am 31. Juli 2019

Der Vorstand

DI DR. GEORG PÖLZL Generaldirektor Vorstandsvorsitzender

DI WALTER OBLIN Generaldirektor-Stellvertreter Vorstand Brief & Finanzen

DI PETER UMUNDUM Mitglied des Vorstands Vorstand Paket & Logistik

Finanzkalender 2019/2020

14. November 2019 Zwischenbericht 1. bis 3. Quartal 2019, Veröffentlichung: 07:30–07:40 Uhr
12. März 2020 Jahresergebnis 2019, Veröffentlichung: 07:30–07:40 Uhr
16. April 2020 Hauptversammlung 2020, Wien
28. April 2020 Ex-Tag (Dividende)
29. April 2020 Record Date (Feststellung der anspruchsberechtigten Bestände iZm Ausschüttungen)
30. April 2020 Dividendenzahltag
14. Mai 2020 Zwischenbericht 1. Quartal 2020, Veröffentlichung: 07:30–07:40 Uhr
7. August 2020 Halbjahresfinanzbericht 2020, Veröffentlichung: 07:30–07:40 Uhr
13. November 2020 Zwischenbericht 1. bis 3. Quartal 2020, Veröffentlichung: 07:30–07:40 Uhr

Entwicklung der Post Aktie (Vergleich 12 Monate)

EURO STOXX TMI Industrial Transportation (+1,0 %)

ATX (–7,8 %)

IMPRESSUM

Herausgeber und Medieninhaber

Österreichische Post AG Rochusplatz 1, 1030 Wien T: +43 (0) 577 67 0 E: [email protected] FN: 180219d, Handelsgericht Wien

Satz und Produktion Inhouse produziert mit firesys

Konzept Berichtsmanufaktur GmbH, Hamburg

Druck AV+Astoria Druckzentrum, Wien

Investor Relations,

Konzernrevision & Compliance DI Harald Hagenauer T: +43 (0) 577 67 30401 E: [email protected] I: post.at/ir

Wir haben diesen Bericht mit der größtmöglichen Sorgfalt erstellt und die Daten überprüft. Rundungs-, Satz- oder Druckfehler können dennoch nicht ausgeschlossen werden. Bei der Summierung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben können durch Verwendung automatischer Rechenhilfen rundungsbedingte Rechendifferenzen auftreten.

Dieser Bericht enthält auch zukunftsbezogene Einschätzungen und Aussagen, die wir auf Basis aller uns zum gegenwärtigen Zeitpunkt zur Verfügung stehenden Informationen getroffen haben. Diese zukunftsbezogenen Aussagen werden üblicherweise mit Begriffen wie "erwarten", "schätzen", "planen", "rechnen" etc. umschrieben. Wir weisen darauf hin, dass die tatsächlichen Gegebenheiten – und damit auch die tatsächlichen Ergebnisse – aufgrund verschiedenster Faktoren von den in diesem Bericht dargestellten Erwartungen abweichen können.

Personenbezogene Formulierungen sind geschlechtsneutral zu verstehen.

Dieser Bericht ist auch in englischer Sprache verfügbar. Maßgeblich ist in Zweifelsfällen die deutschsprachige Version.

Redaktionsschluss: 31. Juli 2019

Unternehmenskommunikation

Mag. Manuela Bruck T: +43 (0) 577 67 21897 E: [email protected] I: post.at/pr

Die Österreichische Post im Internet post.at

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