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Österreichische Post AG

Annual Report Apr 14, 2016

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Annual Report

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INHALT

TEIL 1 KONZERNGESCHÄFTSBERICHT DER FINANZBERICHT 3

Konzernlagebericht und Konzernabschluss

TEIL 2 JAHRESABSCHLUSS DER ÖSTERREICHISCHEN POST AG 145

Einzelabschluss nach österreichischem UGB

TEIL 3 ERKLÄRUNG ALLER GESETZLICHEN VERTRETER 206

highlights 2015

Umsatz verbessert

  • Umsatzanstieg von 1,6% auf 2.401,9 Mio EUR
  • Zuwächse im Brief- (+0,9%) und im Paketbereich (+2,9%)

solide operative entwicklUng

  • Operatives Ergebnis (EBIT) von 198,0 Mio EUR (+2,6%)
  • Ausgewiesenes EBIT durch Sondereffekte beeinflusst

starker cashflow

  • Anstieg des Free Cashflow vor Akquisitionen/Wertpapieren auf 178,3 Mio EUR
  • Starker Cashflow sichert Investitions- und Dividendenfähigkeit

hohe eigenkapitalqUote

  • Hoher Finanzmittelbestand und geringe Finanzverbindlichkeiten
  • Eigenkapitalquote von 39,8%

attraktive dividende

  • Fortführung der attraktiven Dividendenpolitik
  • Vorschlag von 1,95 EUR je Aktie an die Hauptversammlung

aUsblick 2016

  • Umsatz von Portfolioveränderungen abhängig
  • Stabile operative Ergebnisentwicklung angepeilt

kennzahlenüberblick österreichische post

2013 2014 2015 veränderung
2014/2015
gewinn- und verlustrechnung
Umsatzerlöse Mio EUR 2.366,8 2.363,51 2.401,9 1,6%
EBITDA (Ergebnis vor Zinsen,
Steuern und Abschreibungen) Mio EUR 304,5 333,8 302,7 –9,3%
EBITDA-Marge % 12,9% 14,1% 12,6%
Operatives EBIT vor Sondereffekten Mio EUR 192,9 198,0 2,6%
Ausgewiesenes EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) % 186,0 196,9 89,0 –54,8%
EBIT-Marge % 7,9% 8,3% 3,7%/8,2%²
EBT (Ergebnis vor Ertragsteuern) Mio EUR 171,2 194,0 91,0 –53,1%
Periodenergebnis Mio EUR 124,0 146,8 71,6/142,2²
Ergebnis je Aktie EUR 1,82 2,17 1,06/2,10²
Mitarbeiter (Periodendurchschnitt, Vollzeitkräfte) 24.211 23.912 23.476 –1,8%
cashflow
Cashflow aus dem Ergebnis Mio EUR 304,83 283,3 265,0 –6,5%
Cashflow aus Geschäftstätigkeit Mio EUR 250,4 232,2 216,2 –6,9%
Investitionen in Sachanlagen (CAPEX) Mio EUR –96,4 –82,6 –104,7 26,8%
Cashflow aus Akquisitionen/Devestitionen Mio EUR –69,0 –2,0 –6,8 <–100%
Free Cashflow Mio EUR 60,5 162,8 167,2 2,7%
Free Cashflow vor Akquisitionen/Wertpapieren Mio EUR 153,9 151,7 178,3 17,5%
bilanz
Bilanzsumme4 Mio EUR 1.640,2 1.671,0 1.613,0 –3,5%
Eigenkapital4 Mio EUR 699,4 702,7 641,7 –8,7%
Langfristiges Vermögen4 Mio EUR 1.066,4 1.025,4 909,6 –11,3%
Kurzfristiges Vermögen4 Mio EUR 571,9 645,0 639,6 –0,8%
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte Mio EUR 1,9 0,6 63,8 >100%
Nettofinanzverschuldung Mio EUR 112,4 99,7 28,1 –71,8%
Verhältnis Nettofinanzverschuldung/EBITDA 0,37 0,30 0,09
Eigenkapitalquote % 42,6% 42,1% 39,8%
Eigenkapitalrentabilität (ROE) % 21,2% 25,8% 12,5%/24,9%²
Gearing Ratio % 16,1% 14,2% 4,4%
Capital Employed Mio EUR 753,4 733,8 577,0 –21,4%
Return on Capital Employed (ROCE) % 25,4% 26,5% 13,6%/30,2%²
post-aktie
Kurs per Ende Dezember EUR 34,78 40,38 33,63 –16,7%
Höchst-/Tiefstkurs (Schlusskurs) EUR 36,01/29,55 40,51/33,40 46,99/29,70
Dividende je Aktie (für Geschäftsjahr) EUR 1,90 1,95 1,955
Total Shareholder Return % 17,2% 21,6% –11,9%
Marktkapitalisierung per Ende Dezember Mio EUR 2.349,5 2.727,8 2.271,8 –16,7%
Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien
per Ende Dezember Stück 67.552.638 67.552.638 67.552.638
Streubesitz % 47,2% 47,2% 47,2%
Umsatz nach divisionen (Umsatzerlöse mit dritten)
Brief, Werbepost & Filialen Mio EUR 1.510,3 1.487,7 1.501,7 0,9%
Paket & Logistik Mio EUR 855,6 875,01 900,2 2,9%
ebit nach divisionen
Brief, Werbepost & Filialen Mio EUR 281,8 270,0 284,7 5,4%
Paket & Logistik Mio EUR –4,9 –19,5 –105,4 <–100%

1 Die Darstellung der Umsatzerlöse der Division Paket & Logistik wurde angepasst. Exportdienstleistungen werden nach der Nettomethode erfasst (vormals Ausweis in Umsatzerlösen und Aufwand für bezogene Leistungen).

2 Bereinigt um Sondereffekte

3 Angepasste Darstellung 2013: Unbare Veränderungen von Rückstellungen, die von ihrer Art her insgesamt als langfristig zu betrachten sind, sowie Rückstellungen für Restrukturierungen werden ab dem Geschäftsjahr 2014 im Cashflow aus dem Ergebnis bereinigt. Das Cashflow-Statement für das Geschäftsjahr 2013 wurde entsprechend angepasst.

4 Bilanzstruktur nach angepasster Darstellung 2013 von Ertragsteuererstattungsansprüchen/Ertragsteuerverbindlichkeiten und dem Ausweis von erhaltenen Anzahlungen 5 Vorschlag an die Hauptversammlung am 14. April 2016

entwicklUng der kennzahlen

brief-/werbesendUngen

Mio Stück

Umsatz Und ebit-marge

Mio EUR, %

paketsendUngen

ebitda Und ebit

1 Werte bereinigt um Tochtergesellschaften Benelux (Verkauf im Jahr 2012)

2 Umsatz bereinigt um Tochtergesellschaften Benelux und meiller Gruppe (seit 2011 wird das Gemeinschaftsunternehmen MEILLERGHP nach der

Equity-Methode bilanziert)

3 Die Darstellung der Umsatzerlöse der Division Paket & Logistik wurde angepasst. Exportdienstleistungen werden nach der Nettomethode erfasst (vormals Ausweis in Umsatzerlösen und Aufwand für bezogene Leistungen).

4 Bereinigt um Sondereffekte

5 Vorschlag an die Hauptversammlung am 14. April 2016

6 Dividendenrendite bezogen auf Schlusskurs des jeweiligen Geschäftsjahres

inhalt

vorwort des vorstands

8–21

corporategovernance-Bericht

  • Corporate Governance Kodex
  • Zusammensetzung des Vorstands
  • Zusammensetzung des Aufsichtsrats
  • Arbeitsweise des Vorstands und des Aufsichtsrats
  • Vergütungsbericht
  • Bericht des Aufsichtsrats

23–55

konzernlagebericht 20151

  • Konzerninformationen und Strategie
  • Umfeld und Rahmenbedingungen
  • Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage
  • Nicht-finanzielle Leistungsindikatoren
  • Besondere Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
  • Ausblick 2016
  • Chancen und Risiken des Unternehmens
  • Sonstige Angaben

57–133

Konzernabschluss 20151

  • Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
  • Gesamtergebnisrechnung
  • Konzernbilanz
  • Konzern-Cashflow-Statement
  • Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals
  • Konzernanhang
  • Erklärung der gesetzlichen Vertreter
  • Bestätigungsvermerk

134–144

service

  • Glossar/Stichwortverzeichnis
  • Geschichte der Post
  • Adressen von Tochtergesellschaften
  • Kontakt
  • Kennzahlenüberblick 2006–2015
  • Finanzkalender 2016
  • Aktienkennzahlen
  • Impressum

Dieser Teil unterlag der gesetzlichen Abschlussprüfung durch die KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft (ausgenommen Kapitel "Erklärung der gesetzlichen Vertreter").

Vorwort des vorstands

Sehr geehrte Damen und Herren, verehrte Aktionärinnen und Aktionäre!

Die Österreichische Post kann auf eine solide operative Entwicklung im Geschäftsjahr 2015 zurückblicken. Trotz herausfordernder Rahmenbedingungen konnte der Konzernumsatz im Vergleich zum Vorjahr um 1,6% auf 2.401,9 Mio EUR gesteigert werden. Der Paketbereich verzeichnete dabei mit einem Plus von 2,9% ebenso einen Zuwachs wie der Briefbereich mit einem Plus von 0,9%. Einmal mehr setzten sich die Basistrends des Brief- und Logistikmarktes der letzten Jahre auch 2015 fort: Die Volumina adressierter Briefsendungen stehen – aufgrund der Substitution von klassischen Briefen durch elektronische Kommunikationsformen – national und international unter Druck. Die Paketmengen an Privatkunden nehmen hingegen – gestützt durch den anhaltenden Trend zum Online-Shopping – stetig zu. Trotz verstärkten Wettbewerbs konnten wir in diesem Umfeld unsere starke Marktposition auf dem Heimmarkt halten.

Gute Entwicklung im Heimmarkt

In der Division Brief, Werbepost & Filialen gelang es uns, 2015 in einem strukturell schrumpfenden Markt ein Umsatzplus von 0,9% zu erzielen. Dabei half eine Tarifanpassung per 1. März 2015 ebenso wie Impulse durch die steigende internationale Sendungsabwicklung mit Drittländern. Im Bereich Filialnetz haben wir den Ausbau unseres Selbstbedienungsangebots konsequent vorangetrieben: Per Ende 2015 standen den Kunden 300 SB-Zonen zur Verfügung, die mit modernen Frankierautomaten, Packstationen, Versandboxen und größtenteils auch bereits mit Abholstationen ausgestattet sind.

Die Division Paket & Logistik erzielte in der Berichtsperiode – bei einer regional sehr unterschiedlichen Entwicklung – insgesamt ein Umsatzwachstum von 2,9%. Im österreichischen Paketmarkt ermöglichte die hervorragende Logistik- und Servicequalität der Österreichischen Post eine Volumensteigerung von 8% auf 80 Mio Pakete. Auf unseren internationalen Märkten entwickelte sich das Paketgeschäft in Südost- und Osteuropa positiv. In Deutschland hingegen blieb die Geschäftsentwicklung der trans-o-flex Gruppe

hinter den Erwartungen zurück. Vor diesem Hintergrund haben wir bereits im Lauf des Jahres begonnen, alle in Betracht kommenden strategischen Optionen zu prüfen. Auf dieser Grundlage haben wir uns entschlossen, einen strategischen Käufer zu suchen und die trans-o-flex Gruppe als "zur Veräußerung gehalten" in den Büchern auszuweisen. In diesem Zusammenhang mussten Wertminderungen (non-cash) in Höhe von 125,8 Mio EUR vorgenommen werden.

Solide Performance durch Impairment beeinträchtigt

Bereinigt um Sondereffekte, vor allem jene im Zusammenhang mit der trans-o-flex Gruppe, betrug das Betriebsergebnis (EBIT) der Österreichischen Post im Jahr 2015 198,0 Mio EUR, während das ausgewiesene EBIT bei 89,0 Mio EUR lag. Im operativen Geschäft haben wir dabei die Maßnahmen zur Kostenoptimierung und Effizienzsteigerung konsequent fortgesetzt. Insbesondere wurden im Jahr 2015 Investitionen in eine moderne Fahrzeugflotte und neue Betriebs- und Geschäftsausstattung getätigt. Bei einem insgesamt umfangreichen Investitionsprogramm zeigt sich der Cashflow weiterhin äußerst robust und bildet damit eine solide Basis für die zukünftige Investitions- und Dividendenfähigkeit der Österreichischen Post. Auf dieser Grundlage werden wir der Hauptversammlung die Ausschüttung einer Dividende von 1,95 EUR pro Aktie für das Geschäftsjahr 2015 vorschlagen und damit – Zustimmung vorausgesetzt – unsere attraktive Dividendenpolitik weiter fortsetzen.

Stabile Entwicklung angepeilt

Generell ist davon auszugehen, dass sich die aktuellen Basistrends des Brief- und Logistikmarktes auch im Jahr 2016 fortsetzen werden. Zusätzlich hängen die Umsatzprognosen der Österreichischen Post für das Jahr 2016 jedoch von möglichen Portfolioveränderungen ab. Neben einer Entkonsolidierung der trans-o-flex könnte dies eine Erhöhung unseres Anteils an der türkischen Pakettochter Aras Kargo sein, über die im Lauf des Jahres entschieden wird. Abgesehen von diesen beiden Maßnahmen strebt die Österreichische Post 2016 eine weitgehend stabile Umsatzentwicklung an. Das Ergebnis wird 2016 von der Entwicklung der Brief-

Der Vorstand der Österreichischen Post: Peter Umundum, Walter Oblin, Georg Pölzl und Walter Hitziger (v. l. n. r.)

und Paketmengen geprägt sein, aber auch von innovativen neuen Geschäftsideen und der Umsetzung der geplanten Effizienzprogramme. In Summe peilt die Österreichische Post auch für 2016 eine stabile Entwicklung mit einem operativen Ergebnis (EBIT) auf dem Niveau des Vorjahres an.

Abschließend möchten wir uns bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren Einsatz bedanken. Ihr Engagement hat die gute operative Geschäftsentwicklung trotz Gegenwind erst möglich gemacht. In diesem Sinn freuen wir uns, "immer in Bewegung" und mit vollem Tatendrang ins Jahr 2016 zu starten, um den eingeschlagenen Weg konsequent fortzusetzen.

Wien, am 26. Februar 2016

Vorstandsvorsitzender Vorstandsmitglied Generaldirektor Finanzen

Brief, Werbepost & Filialen Paket & Logistik

Dipl.-Ing. Dr. Georg Pölzl Dipl.-Ing. Walter Oblin

Dipl.-Ing. Walter Hitziger Dipl.-Ing. Peter Umundum Vorstandsmitglied Vorstandsmitglied

CORPORATE-GOVERNANCE-BERICHT 2015 DER ÖSTERREICHISCHEN POST AG NACH § 243 UGB

Der vorliegende Corporate-Governance-Bericht erläutert die Strukturen, Prozesse und Regeln, die die Österreichische Post gut funktionierender Corporate Governance zugrunde legt. Als börsenotierte Aktiengesellschaft ergibt sich der Gestaltungsrahmen dabei aus dem österreichischen Recht, aus der Satzung und den Geschäftsordnungen für die Organe der Gesellschaft sowie dem Österreichischen Corporate Governance Kodex (ÖCGK).

1 Corporate Governance Kodex

Die Österreichische Post AG bekennt sich vorbehaltlos zum ÖCGK in der aktuellen Fassung. Der Österreichische Corporate Governance Kodex stellt ein Regelwerk dar, das eine verantwortliche, auf nachhaltige und langfristige Wertschaffung ausgerichtete Leitung und Kontrolle eines Unternehmens sicherstellt und ein hohes Maß an Transparenz für alle Stakeholder gewährleistet.

Der Österreichische Corporate Governance Kodex ist sowohl über die Website der Österreichischen Post unter www.post.at/ir als auch auf der Website des Österreichischen Arbeitskreises für Corporate Governance unter www.corporate-governance.at öffentlich zugänglich.

Der Kodex ist ein Ordnungsrahmen für die Leitung und Überwachung eines Unternehmens. Wesentliche Grundsätze wie die Gleichbehandlung aller Aktionäre, Transparenz, die Unabhängigkeit des Aufsichtsrats, offene Kommunikation zwischen Aufsichtsrat und Vorstand, die Vermeidung von Interessenkonflikten von Organen sowie eine effiziente Kontrolle durch Aufsichtsrat und Abschlussprüfer sollen das Vertrauen der Investoren in das Unternehmen und den Finanzplatz Österreich stärken. Der über die gesetzlichen Vorschriften hinausgehende Kodex erlangt durch freiwillige Selbstverpflichtung der Unternehmen Geltung. Im Geschäftsjahr 2015 hat die Österreichische Post AG alle Regeln und Empfehlungen des Kodex erfüllt.

In Entsprechung der Regel 62 des ÖCGK lässt die Österreichische Post AG regelmäßig die Einhaltung der Kodexbestimmungen und die Richtigkeit der damit verbundenen öffentlichen Berichterstattung extern evaluieren. Die für das Geschäftsjahr 2015 vom Abschlussprüfer KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft durchgeführte Evaluierung ergab keine Beanstandungen hinsichtlich der öffentlichen Erklärungen über die Beachtung des Kodex. Die Einhaltung der Bestimmungen des Kodex betreffend den Abschlussprüfer wurde durch die Rechtsanwaltskanzlei CMS Reich-Rohrwig Hainz untersucht

und bestätigt. Die nächste externe Evaluierung wird für das Geschäftsjahr 2017 durchgeführt.

Konzernrevision, Risikomanagement & Compliance

Die Konzernrevision der Österreichischen Post übernimmt wesentliche Kontroll- und Überwachungsaufgaben im Sinne eines integrierten Gesamtsystems im Konzern. Der Bereich fördert Transparenz, liefert Fakten zur Entscheidungsfindung, präsentiert Lösungen und forciert deren nachhaltige Umsetzung.

Das Risikomanagement der Österreichischen Post ermöglicht eine konzernweite Identifizierung und Analyse von Risiken auf Basis der strategischen und operativen Zielsetzungen. Die Funktionsfähigkeit und Eignung wird durch den Wirtschaftsprüfer gemäß C-Regel 83 des Österreichischen Corporate Governance Kodex beurteilt.

Das Interne Kontrollsystem (IKS) der Österreichischen Post wird über prozessintegrierte Maßnahmen, Mechanismen und Kontrollen über das gesamte Unternehmen hinweg wahrgenommen. Das IKS der Österreichischen Post baut auf bestehenden Risikomanagement- und Prozessstrukturen im Unternehmen auf, bildet die Kontrollaktivitäten zu den wesentlichen Risiken ab und überwacht den Kontrolldurchführungsprozess. Die Interne Revision prüft die Einhaltung der relevanten Regelungen ex post. Die Erkenntnisse der Revision dienen der Beurteilung der Wirksamkeit der integrierten Kontrollen und Maßnahmen.

Die Österreichische Post hat ihr im Jahr 2010 gestartetes Compliance-Management-System, kurz "CMS", kontinuierlich ausgebaut. Ziel ist es, die etablierte konzernweite Compliance-Kultur nachhaltig zu festigen und damit Haftungsrisiken und sonstige Rechtsnachteile für das Unternehmen und seine Mitarbeiter zu vermeiden. Hinter dieser Initiative steht die Überzeugung, dass Compliance einen wertschöpfenden Beitrag zur Entwicklung des Unternehmens leistet.

Den Schwerpunkt der Compliance-Aktivitäten bildeten auch im Jahr 2015 die Bereiche "Antikorruption" und "Kapitalmarkt-Compliance". Die Konzernrichtlinie zur Annahme und Gewährung von Geschenken, Einladungen und sonstigen Vorteilen wurde in überarbeiteter Fassung neu beschlossen und konzernweit ausgerollt. Umfangreiche Schulungsmaßnahmen (Präsenzschulungen, E-Learning neu) wurden vom Compliance-Team diesbezüglich durchgeführt. Zusätzlich erfolgte der Start einer neuen Compliance-Bewusstseinskampagne. Die Spenden- und Sponsoring-Richtlinie wurde ebenfalls beschlossen und der betroffene

Mitarbeiterkreis dazu eingehend informiert. Im Bereich der Kapitalmarkt-Compliance wurde das Schulungsprogramm nochmals erweitert. Neben dem E-Learning-Tool für sämtliche Mitglieder der Vertraulichkeitsbereiche und regelmäßigen Infomails über die relevanten und aktuellen Themen und Bereiche des Kapitalmarktrechts wurden auch Präsenzschulungen für Mitarbeiter besonders sensibler Unternehmensbereiche sowie für Mitglieder von Projektgruppen durchgeführt. Die Österreichische Post hat die kontinuierliche Integration der Compliance-Organisation in ihren Tochterunternehmen, insbesondere jenen in Südostund Osteuropa, weiter vorangetrieben, wobei auch hier der inhaltliche Schwerpunkt auf den Themen "Antikorruption" und "Kapitalmarkt-Compliance" lag. Um dieses Ziel der Integration zu erreichen, fand auch im abgelaufenen Jahr bereits zum 3. Mal der "International Compliance Day" diesmal in der Unternehmenszentrale der Österreichischen Post statt. Der Teilnehmerkreis bestand aus den nationalen und den Compliance-Beauftragten der internationalen Tochterunternehmen der Österreichischen Post sowie aus Vertretern des Top-Managements. Schwerpunkte waren neben den Fachvorträgen zum Korruptionsstrafrecht und zu den Entwicklungen im Börsegesetz die Themen "Gemeinsame Unternehmenswerte" und "Compliance-Kommunikation". Zum Jahresende wurde der Beschluss gefasst, den Bereich "Kartellrechts-Compliance" als weiteren Schwerpunkt im CMS der Österreichischen Post zu verankern. Die Einführung eines Handbuches zur Kartellrechts-Compliance sowie die Erarbeitung eines diesbezüglichen Schulungskonzepts sind geplant.

Entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen und dem Corporate Governance Kodex (C-Regel 18a) hat der Vorstand dem Aufsichtsrat im Berichtsjahr über die Vorkehrungen zur Bekämpfung von Korruption im Unternehmen berichtet.

Abschlussprüfung

Die KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft wurde auf Vorschlag des Aufsichtsrats von der Hauptversammlung am 15. April 2015 zum Abschlussprüfer des Jahres- und Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr 2015 bestellt. Im Geschäftsjahr 2015 wurden von der KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft für die Prüfung des Einzel- und des Konzernabschlusses 80.000 EUR (exkl. USt.) sowie für Abschlussprüfungen bei Tochtergesellschaften der Österreichischen Post 142.800 EUR (exkl. USt.) verrechnet. Für sonstige Bestätigungsleistungen hat die KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft eine Gegenleistung von 40.590 EUR (exkl. USt.) erhalten.

Aktionäre

Das Grundkapital der Österreichischen Post ist geteilt in 67.552.638 auf Inhaber lautende Stückaktien. Es liegen keine Stimmrechtsbeschränkungen oder Syndikatsvereinbarungen vor, die der Gesellschaft bekannt sind. Das Prinzip "One Share – One Vote" kommt voll zum Tragen. Die Republik Österreich hält über die Österreichische Bundes- und Industriebeteiligungen GmbH (ÖBIB) 52,85% der Anteile an der Österreichischen Post.

Die Gleichbehandlung und die umfassende Information aller Aktionäre haben für die Österreichische Post einen besonders hohen Stellenwert. Dazu gehört auch, dass über die gesetzlich verpflichtenden Auskunfts- und Offenlegungspflichten hinaus (Geschäfts- und Quartalsberichte, Ad-hoc-Meldungen, Offenlegung der Directors´ Dealings) regelmäßig und unter Beachtung der gebotenen Gleichbehandlung aller Aktionäre in Pressemeldungen sowie in Analysten-, Presse- und Aktionärskonferenzen über die Entwicklung des Unternehmens berichtet wird. Alle Berichte und Meldungen sowie die wesentlichen Präsentationen zu diesen Konferenzen werden unter www.post.at/ir veröffentlicht. Im Jahr 2015 wurden fünf Ad-hoc-Meldungen publiziert. Diese sowie die Aktionärsstruktur sind unter www.post.at/ir abrufbar

Maßnahmen zur Frauenförderung

Die Österreichische Post hat sich zum Ziel gesetzt, den Frauenanteil in Führungspositionen kontinuierlich zu steigern, um eine gleichberechtigte Beteiligung an der Verantwortung und Entscheidungsfindung im Unternehmen zu erreichen. Im Aufsichtsrat sind insgesamt vier Frauen vertreten, das sind 50% der von der Hauptversammlung gewählten Mitglieder. Edith Hlawati und Edeltraud Stiftinger haben seit 15. April 2015 den Vorsitz bzw. den stellvertretenden Vorsitz im Aufsichtsrat inne.

Chancengleichheit am Arbeitsplatz und Gleichbehandlung von Mitarbeitern ohne Ansehung des Geschlechts sind für die Österreichische Post selbstverständlich. Im Rekrutierungsprozess wird auf strenge Gleichbehandlung von Frauen und Männern hohes Augenmerk gelegt. In zahlreichen Bereichen konnten sich Frauen für die Übernahme von Führungsfunktionen qualifizieren. Im Berichtsjahr 2015 lag der Anteil an weiblichen Führungskräften bei rund 25%. Der Frauenanteil insgesamt betrug rund 29%.

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie nimmt für die Österreichische Post als Arbeitgeber einen hohen Stellenwert ein. Im November 2013 erhielt die Österreichische Post das bis 2016 gültige Grundzertifikat "berufundfamilie" des österreichischen Familienministeriums. Zusätzlich zu den bereits bestehenden Angeboten und Maßnahmen (flexible Arbeitszeitmodelle, Betriebskindergarten am Standort der Unternehmenszentrale, Einbindung von karenzierten MitarbeiterInnen in das interne Informationsnetz) gibt es seit 2015 eine umfangreiche Informationsplattform zu Themen wie Karenz oder Kinderbetreuung im Post-Intranet.

Zum Thema "Leadership beyond Limits" fand im Mai 2015 die zweite Impulsveranstaltung statt, wozu alle Teilnehmerinnen der beiden abgeschlossenen Frauenprogramme (2012 und 2013) eingeladen wurden. Zentrales Thema dieser Veranstaltung war "Culture.Change.Europe.". An der Podiumsdiskussion nahm neben zahlreichen MentorInnen aus den beiden "Business Cross Mentoring"-Programmen auch Evrim Aras (CEO Aras Kargo) teil.

2 ZUSAMMENSETZUNG DES VORSTANDS

Der Vorstand der Österreichischen Post besteht aus vier Personen. Nachstehend folgen nähere Informationen zu den Mitgliedern des Vorstands einschließlich ihres beruflichen Werdegangs und ihres

aktuellen Verantwortungsbereichs. Die Aufgabenverteilung des Vorstands ist in der vom Aufsichtsrat verabschiedeten und zuletzt im Jahr 2015 geänderten Geschäftsordnung des Vorstands festgelegt.

Name (Geburtsjahr) Funktion Erstbestellung Ende der laufenden
Funktionsperiode
Zusätzliche Mandate
(Stand 31.12.2015)
Georg Pölzl (1957) Vorstandsvorsitzender,
Generaldirektor
01.10.2009 30.09.20191
Walter Oblin (1969) Vorstandsmitglied 01.07.2012 30.06.20201 Aufsichtsrat der BAWAG
Holding GmbH, Aufsichtsrat
der BAWAG P.S.K.
Walter Hitziger (1960) Vorstandsmitglied 01.05.2004 31.12.2016 Aufsichtsrat der BAWAG
P.S.K. Versicherung AG
Peter Umundum (1964) Vorstandsmitglied 01.04.2011 31.03.20211

1 Unter Berücksichtigung der Verlängerungsoption

Beruflicher Werdegang und Verantwortungsbereiche

Georg Pölzl

Georg Pölzl studierte und promovierte an der Montanuniversität Leoben. Seine berufliche Laufbahn startete er als Unternehmensberater bei McKinsey & Company. Danach wechselte er in den Vorstand des Maschinen- und Anlagenbauers Binder+Co. AG. Insgesamt neun Jahre leitete Georg Pölzl anschließend T-Mobile Austria in Wien. Es folgte ein Wechsel nach Deutschland, wo Georg Pölzl als Sonderbeauftragter des Vorstands der Deutschen Telekom für die Umsetzung des erfolgreichen Restrukturierungsprogramms verantwortlich war. Vor seiner erstmaligen Bestellung zum Vorstandsvorsitzenden der Österreichischen Post im Jahr 2009 war Georg Pölzl als Sprecher der Geschäftsführung von T-Mobile Deutschland tätig. Sein Mandat läuft unter Berücksichtigung der Verlängerungsoption bis 30. September 2019.

Georg Pölzl verantwortet als Generaldirektor die Bereiche Strategie- und Konzernentwicklung, Unternehmenskommunikation und Investor Relations sowie Konzernrevision & Compliance. Darüber hinaus fallen das Online & E-Commerce Innovationsmanagement, das Personalmanagement und Endkundeninitiativen & -service in seinen Zuständigkeitsbereich. Mit Oktober 2014 wurde Georg Pölzl als Professor für "Strategische Unternehmensführung" an die Sozial- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Karl-Franzens-Universität Graz berufen.

Walter Oblin

Walter Oblin absolvierte das Studium Wirtschaftsingenieurwesen und Maschinenbau an der Technischen Universität Graz und hält einen Master of Science in Industrial Administration der Purdue University in Indiana (USA). Von 1994 bis 2008 war er bei McKinsey & Company in Wien tätig, ab 2000 als Partner und Mitglied der Geschäftsleitung. In dieser Zeit hat Walter Oblin vor allem führende internationale Transport-, Infrastruktur- und Logistikunternehmen bei strategischen und operativen Veränderungen beraten. Nach einer Vorstandstätigkeit beim deutschen Technologieunternehmen SorTech AG folgte im Oktober 2009 der Wechsel zur Österreichischen Post, wo er bis zum Antritt der Vorstandsfunktion den Bereich Strategie- und Konzernentwicklung leitete. Sein Mandat läuft unter Berücksichtigung der Verlängerungsoption bis 30. Juni 2020.

Walter Oblin ist für Finanz- und Rechnungswesen, Finanzen Brief, Werbepost & Filialen, Finanzen Paket & Logistik, Controlling und Treasury verantwortlich. Darüber hinaus verantwortet er die Bereiche Informationstechnologie, Konzerneinkauf, Recht und Konzernimmobilien.

Walter Hitziger

Walter Hitziger startete seine Karriere nach Abschluss des Studiums des Wirtschaftsingenieurwesens für Maschinenbau an der Technischen Universität in Graz in der Steirerbrau AG – Steirische Brauindustrie AG (Gösser/Puntigamer) und verantwortete dort die Distributionslogistik. Jeweils als Bereichsleiter im Consulting war er in den Jahren 1990 bis 1997 bei der Agiplan Planungsgesellschaft sowie der Econsult Betriebsberatungsgesellschaft in Wien beschäftigt. Von 1997 bis zu seiner erstmaligen Bestellung zum Vorstandsmitglied der Österreichischen Post mit Mai 2004 war er als Vorstand der bauMax Handels AG für Einkauf und Logistik verantwortlich. Sein Mandat läuft bis zum 31. Dezember 2016.

Walter Hitziger verantwortet die Division Brief, Werbepost & Filialen und somit sechs Geschäftsfelder des Konzerns. Sein Tätigkeitsfeld umfasst die Annahme, Sortierung und Zustellung von Brief- und Werbesendungen, das Filialnetz sowie Zusatzleistungen rund um den Brief und Online-Services. International ist Walter Hitziger für die Briefaktivitäten in den Ländern Südostund Osteuropas sowie für die Austrian Post International Deutschland GmbH mit Sitz in Bonn zuständig.

Peter Umundum

Peter Umundum startete nach seinem Studium der Informatik an der Technischen Universität Graz seine berufliche Karriere im Jahr 1988 in der Steirerbrau AG, wo er die Leitung der Organisationsund Informatikabteilung übernahm. 1994 wechselte er als IT-Leiter in die Styria Medien AG und stieg zwei Jahre später zum Geschäftsführer der Tochtergesellschaft Media Consult Austria GmbH auf. 1999 war er Mitbegründer und Geschäftsführer von redmail. Im Jahr 2001 wurde Peter Umundum mit der Geschäftsführung der Tageszeitung "Die Presse" betraut und drei Jahre später in die Geschäftsführung der Tageszeitung "Kleine Zeitung" berufen. 2005 folgte der Wechsel zur Österreichischen Post, wo er bis zum Antritt seiner Vorstandsfunktion im Jahr 2011 als Mitglied der Divisionsleitung Brief für die Bereiche Produktion und Logistik sowie für nationale und internationale Beteiligungen verantwortlich war. Der Aufsichtsrat hat Peter Umundum in der Sitzung vom 6. Mai 2015 als Mitglied des Vorstands wiederbestellt. Sein Mandat läuft unter Berücksichtigung der Verlängerungsoption bis zum 31. März 2021.

Peter Umundum trägt die Verantwortung für die Division Paket & Logistik, die mit eigenen Gesellschaften in neun europäischen Ländern präsent ist. Darüber hinaus ist Peter Umundum Vorsitzender des Aufsichtsrats des europäischen Transportnetzwerks EURODIS.

3 ZUSAMMENSETZUNG DES AUFSICHTSRATS

Der Aufsichtsrat besteht am 31. Dezember 2015 aus insgesamt zwölf Mitgliedern – acht von der Hauptversammlung gewählten Kapitalvertretern und vier vom Zentralausschuss entsendeten Arbeitnehmervertretern. In der am 15. April 2015 abgehaltenen ordentlichen Hauptversammlung wurden alle Kapitalvertreter neu gewählt.

Es kam zu folgenden Veränderungen im Aufsichtsrat: Rudolf Kemler und Günter Leonhartsberger sind mit Ablauf der Hauptversammlung am 15. April 2015 ausgeschieden. Edeltraud

Stiftinger und Herta Stockbauer wurden in der Hauptversammlung 2015 neu in den Aufsichtsrat gewählt, ihre Funktionsperiode endet mit jener Hauptversammlung, die über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2019 beschließt. Zugleich wurden die Kapitalvertreter Erich Hampel, Edith Hlawati, Peter E. Kruse, Chris E. Muntwyler, Markus Pichler und Elisabeth Stadler wiedergewählt, ihre Funktionsperiode endet mit Ablauf der Hauptversammlung, die über das Geschäftsjahr 2017 beschließt.

In der konstituierenden Aufsichtsratssitzung am 15. April 2015 wurde Frau Edith Hlawati als Vorsitzende und Frau Edeltraud Stiftinger als stellvertretende Vorsitzende gewählt.

Name
(Geburtsjahr)
Natio
nalität
Erst
bestellung
Haupttätigkeit Mandate in
börsenotierten
Unternehmen
(Stand 31.12.2015)
Wesentliche Positionen
der beruflichen Laufbahn
sowie Tätigkeitsschwerpunkte
Kapitalvertreter
Edith Hlawati
(1957)
Vorsitzende
Österreich 26.04.2007 Rechtsanwältin Partnerin der Rechtsanwaltskanzlei Cerha
Hempel Spiegelfeld Hlawati, Head of
Banking & Corporate Finance, Tätigkeits
schwerpunkte: Aktienrecht, Kapitalmarkt,
Bank- & Börserecht, Mergers & Acquisi
tions, Übernahmerecht, Finanzierungen
Edeltraud
Stiftinger
(1966)
Stellvertreterin
der Vorsitzenden
Österreich 15.04.2015 Geschäftsführerin
Austria Wirtschafts
service GmbH
Forschungs- und Entwicklungsleiterin für
Central Eastern Europe der Siemens AG;
Geschäftsführerin Zentrum für Innovation
und Technologie GmbH, wirtschafts- und
technologiepolitische Beraterin der Wiener
Finanz- und Wirtschaftsstadträtin
Erich Hampel
(1951)
Österreich 22.04.2010 Unternehmens
berater
Zagrebačka banka d.d.
(Kroatien)
Generaldirektor und Vorstandsvorsitzender
Bank Austria Creditanstalt AG, zusätzlich
Head of CEE Division UniCredit, General
direktor und Vorstandsvorsitzender
Creditanstalt AG, Gouverneur Österreichi
sche Postsparkasse
Peter E. Kruse
(1950)
Schweiz 24.04.2014 Unternehmens
berater
Mitglied des Vorstands der Deutsche Post
World Net, zuständig für DHL Express
Europa, stellv. Vorsitzender der Geschäfts
leitung bei Kühne & Nagel International AG
(Schweiz)
Chris E.
Muntwyler
(1952)
Schweiz 22.04.2010 CEO
Conlogic AG
(Schweiz)
Panalpina World
Transport AG (Schweiz),
National Express Group
PLC (UK)
Management Consulting in den Bereichen
Strategieentwicklung, Change Manage
ment sowie Unternehmensführung und
Prozessorientierung, CEO DHL Express
(UK) Ltd., London und CEO DHL Express
Zentraleuropa, Geschäftsführer DHL
Worldwide Express GmbH (Schweiz und
Deutschland) sowie Geschäftsführer der
Deutschen Post Express (Deutschland)
Markus Pichler
(1968)
Österreich 28.04.2011 Head of Non
Energy Drink
Beverages bei
Red Bull GmbH
Vorstand Marketing & Kommunikation bei
McDonald´s Deutschland, Executive Vice
President Red Bull North America,
Geschäftsführer Unibail-Rodamco Austria
Management GmbH
Elisabeth Stadler
(1961)
Österreich 28.04.2011 Generaldirektorin
Vienna Insurance
Group AG (seit
01.01.2016)
Generaldirektorin
der DONAU
Versicherung AG
Vienna Insurance
Group (bis
30.03.2016)
Vorstand Raiffeisen Versicherung AG und
FinanceLife Lebensversicherung AG,
Vorstand UNIQA Personenversicherung
AG und Call Direct Versicherung AG,
Vorstandsvorsitzende ERGO Austria
International AG
Herta
Stockbauer
(1960)
Österreich 15.04.2015 Vorstands
vorsitzende der
BKS Bank AG
SW Umwelttechnik
Stoiser & Wolschner
AG, Oberbank AG,
Bank für Tirol und
Vorarlberg Aktien
gesellschaft
Verantwortungsbereiche im Vorstand
der BKS Bank: Firmenkundengeschäft,
Treasury/Eigengeschäft, Human
Resources, Öffentlichkeitsarbeit,
Marketing, Investor Relations, Rech
nungswesen und Vertriebscontrolling,
Internat. Geschäft (Kroatien, Slowakei,
Slowenien, Ungarn)
Name
(Geburtsjahr)
Natio
nalität
Erst
bestellung
Haupttätigkeit Wesentliche Positionen
der beruflichen Laufbahn
sowie Tätigkeitsschwerpunkte
Arbeitnehmervertreter
Helmut
Köstinger
(1957)
Österreich 14.04.2005 Zentralausschuss
(Vorsitzender)
Vorsitzender der
Kommunikationsgewerkschaft GPF;
Mitglied des ÖGB-Vorstandes
Martin
Palensky
(1963)
Österreich 22.02.2002 Zentralausschuss
(Vorsitzender-Stv.)
Andreas
Schieder
(1976)
Österreich 19.10.2010 Zentralausschuss
Manfred
Wiedner
(1963)
Österreich 03.03.1999 Zentralausschuss 2. stellvertretender
Vorsitzender der Kommunikations
gewerkschaft GPF

Diversität

An erster Stelle der Voraussetzungen für die Besetzung der Sitze im Aufsichtsrat stehen fachliche Qualifikation und persönliche Kompetenz. Der Aufsichtsrat wird diese Voraussetzungen bei Vorschlägen für die Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern stets in den Vordergrund stellen.

Insgesamt verfolgt der Aufsichtsrat das Ziel, durch die Vielfalt seiner Mitglieder seiner Überwachungs- und Beratungsfunktion optimal gerecht zu werden. Zur Vielfalt zählen dabei insbesondere Internationalität sowie unterschiedliche Erfahrungshorizonte. Auch der Anteil von Frauen im Aufsichtsrat wird unter Vielfalt eingeordnet. Unter dem Gesichtspunkt der Diversität ist zu berichten, dass drei der zwölf Aufsichtsratsmitglieder unter 50 Jahre alt und zwei Mitglieder nicht österreichischer Nationalität sind. Im Aufsichtsrat sind insgesamt vier Frauen vertreten, das sind 50% der von der Hauptversammlung gewählten Mitglieder.

Unabhängigkeit

Der Aufsichtsrat der Österreichischen Post AG hat gemäß C-Regel 53 des Österreichischen Corporate Governance Kodex folgende Kriterien zur Feststellung der Unabhängigkeit von Aufsichtsratsmitgliedern, die dem Anhang 1 des Österreichischen Corporate Governance Kodex in der Fassung Jänner 2015 entsprechen, festgelegt:

    1. Das Aufsichtsratsmitglied soll in den vergangenen fünf Jahren nicht Mitglied des Vorstands oder leitender Angestellter der Gesellschaft oder eines ihrer Tochterunternehmen gewesen sein.
    1. Das Aufsichtsratsmitglied soll zur Gesellschaft oder einem ihrer Tochterunternehmen kein Geschäftsverhältnis in einem für das Aufsichtsratsmitglied bedeutenden Umfang unterhalten oder im letzten Jahr unterhalten haben. Dies gilt auch für Geschäftsverhältnisse mit Unternehmen, an denen das Aufsichtsratsmitglied ein erhebliches wirtschaftliches Interesse hat, jedoch nicht für die Wahrnehmung von Organfunktionen im Konzern. Die Genehmigung einzelner Geschäfte durch den Aufsichtsrat gemäß L-Regel 48 führt nicht automatisch zur Qualifikation als nicht unabhängig.
    1. Das Aufsichtsratsmitglied soll in den letzten drei Jahren nicht Abschlussprüfer der Gesellschaft oder Beteiligter oder Angestellter der prüfenden Prüfungsgesellschaft gewesen sein.
    1. Das Aufsichtsratsmitglied soll nicht Vorstandsmitglied in einer anderen Gesellschaft sein, in der ein Vorstandsmitglied der Gesellschaft Aufsichtsratsmitglied ist.
    1. Das Aufsichtsratsmitglied soll nicht länger als 15 Jahre dem Aufsichtsrat angehören. Dies gilt nicht für Aufsichtsratsmitglieder, die Anteilseigner mit einer unternehmerischen Beteiligung sind oder die Interessen eines solchen Anteilseigners vertreten.
    1. Das Aufsichtsratsmitglied soll kein enger Familienangehöriger (direkte Nachkommen, Ehegatten, Lebensgefährten, Eltern, Onkel, Tanten, Geschwister, Nichten, Neffen) eines Vorstandsmitglieds oder von Personen sein, die sich in einer in den vorstehenden Punkten beschriebenen Position befinden.

Alle Kapitalvertreter der Österreichischen Post sind unabhängig, es liegen schriftliche Erklärungen über ihre Unabhängigkeit gemäß oben genannten Kriterien vor. Kein Kapitalvertreter ist Anteilseigner einer Beteiligung von mehr als 10% oder vertritt die Interessen eines solchen Anteilseigners.

Zwischen den Aufsichtsräten und der Österreichischen Post gibt es keine Verträge, die gemäß Regel 48 und 49 des ÖCGK zustimmungspflichtig oder offenzulegen sind.

4 ARBEITSWEISE DES VORSTANDS UND DES AUFSICHTSRATS

Der Vorstand ist als Leitungsorgan des Konzerns an das Unternehmensinteresse gebunden und leitet die Geschäfte auf Basis der Gesetze, der Satzung sowie der Geschäftsordnung. In der Geschäftsordnung für den Vorstand sind die Geschäftsverteilung und die Zusammenarbeit im Vorstand geregelt. Weiters enthält sie die Informations- und Berichtspflichten des Vorstands sowie einen Katalog jener Maßnahmen, die der Zustimmung durch den Aufsichtsrat bedürfen.

In zumindest vierzehntägig stattfindenden Sitzungen berät der Vorstand den aktuellen Geschäftsverlauf sowie strategische und operative Sachverhalte. Im Rahmen dieser Sitzungen werden jene Entscheidungen getroffen, die der Genehmigung des Gesamtvorstands bedürfen. Darüber hinaus gibt es einen ständigen gegenseitigen Informationsaustausch über relevante Aktivitäten und Geschehnisse untereinander sowie mit den jeweils zuständigen Führungskräften.

Unterstützung bei der Geschäftsführung erhält der Vorstand durch den so genannten Führungskreis. Dieser besteht aus rund 50 Top-Level-Mitarbeitern und übt eine beratende und unterstützende Funktion in sämtlichen operativen und strategischen Belangen der Österreichischen Post aus.

Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle relevanten Fragen der Geschäftsentwicklung, einschließlich der Risikolage und des Risikomanagements in der Gesellschaft und in den wesentlichen Konzernunternehmen. Darüber hinaus findet im Sinn guter Corporate Governance eine laufende Abstimmung zwischen der Aufsichtsratsvorsitzenden und dem Vorstandsvorsitzenden hinsichtlich jener Angelegenheiten statt, die in die Zuständigkeit des Aufsichtsrats fallen. Dazu gehört insbesondere die Diskussion von Strategie, Geschäftsentwicklung und Risikomanagement des Unternehmens.

Die im Jahr 2015 erfolgte Neukonstituierung des Aufsichtsrats brachte einige Änderungen der Arbeitsweise mit sich. So wurde beispielsweise eine stärkere Trennung zwischen dem Prüfungsausschuss und dem Aufsichtsrat nicht zuletzt durch eine getrennte Vorsitzführung herbeigeführt. Zusätzlich zum Prüfungsausschuss wurde ein Paket & Logistik Ausschuss eingerichtet, womit der enormen strategischen Bedeutung der aktuellen Entwicklungen im Bereich Paket & Logistik Rechnung getragen wird.

Eine weitere Grundlage für die dargestellte Weiterentwicklung der Arbeitsweise des Aufsichtsrats liegt in der durch die Firma Neumann Leadership Holding GmbH extern begleiteten Selbstevaluierung des Aufsichtsrats. Gemäß der Anforderung des Österreichischen Corporate Governance Kodex (C-Regel 36) hat sich der Aufsichtsrat im abgelaufenen Geschäftsjahr in zwei Sitzungen intensiv mit der Effizienz seiner Tätigkeit beschäftigt. Anhand der Handlungsempfehlungen wurde die genannte Intensivierung der Ausschussarbeit vorangetrieben sowie ein Fortbildungsprogramm für den Aufsichtsrat ins Leben gerufen. Im Rahmen dieses Programms werden unterschiedliche Themenschwerpunkte gemeinsam mit internen und externen Experten diskutiert. Ein wichtiger Fokus zur Vertiefung der Marktkenntnisse waren die Expertendiskussionen und Betriebsbesichtigungen der türkischen Paketbeteiligung Aras Kargo in Istanbul. Der Aufsichtsrat konnte

sich ein umfassendes Bild der Betriebsabläufe sowie des türkischen Umfelds verschaffen.

Dem Präsidium obliegt gemäß Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat die Regelung der Beziehung zwischen der Gesellschaft und den Mitgliedern des Vorstands einschließlich der Erteilung der Zustimmung zu Nebenbeschäftigungen, soweit nicht der Gesamtaufsichtsrat, der Vergütungs- oder der Nominierungsausschuss zuständig ist. Darüber hinaus hält das Präsidium regelmäßig Kontakt zum Vorstandsvorsitzenden und diskutiert mit ihm die Strategie und die Geschäftsentwicklung.

Der Nominierungsausschuss unterbreitet dem Aufsichtsrat Vorschläge zur Besetzung frei werdender Mandate im Vorstand und befasst sich mit Fragen der Nachfolgeplanung. Der Nominierungsausschuss oder der gesamte Aufsichtsrat unterbreitet der Hauptversammlung Vorschläge zur Besetzung frei werdender Mandate im Aufsichtsrat.

Der Vergütungsausschuss befasst sich mit dem Inhalt von Anstellungsverträgen mit Vorstandsmitgliedern, sorgt für die Umsetzung der Vergütungsregeln des Österreichischen Corporate Governance Kodex und überprüft die Vergütungspolitik für Vorstandsmitglieder in regelmäßigen Abständen.

Dem Prüfungsausschuss obliegen vor allem die Prüfung und die Vorbereitung der Feststellung des Jahresabschlusses, die Prüfung des Konzernabschlusses, des Vorschlags für die Gewinnverteilung, des Lageberichts und des Konzernlageberichts und des Corporate-Governance-Berichts. Einen hohen Stellenwert nimmt die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des internen Revisionssystems und des Risikomanagementsystems ein. Eine wichtige Aufgabe des Prüfungsausschusses ist weiters die Vorbereitung des Vorschlags des Aufsichtsrats für die Auswahl des Abschlussprüfers und die Überwachung der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers.

Der Paket & Logistik Ausschuss begleitet den Vorstand bei der Vorbereitung komplexer Entscheidungen über grundlegende strategische Fragen, die den Bereich Paket & Logistik betreffen. Der Ausschuss trat im Berichtsjahr in drei Sitzungen zusammen und berichtete über die Ergebnisse und allfällige Empfehlungen an den Aufsichtsrat.

Präsidium Nominierungs
ausschuss
Vergütungs
ausschuss
Prüfungs
ausschuss
Paket & Logistik
Ausschuss
Edith Hlawati ✓ (Vorsitz) ✓ (Vorsitz)
Erich Hampel
Peter E. Kruse ✓ (Vorsitz)
Chris E. Muntwyler
Markus Pichler
Elisabeth Stadler
Edeltraud Stiftinger ✓ (Vorsitz)
Herta Stockbauer
Helmut Köstinger
Martin Palensky
Andreas Schieder
Manfred Wiedner

Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2015 fünf Sitzungen abgehalten. Schwerpunkte der ordentlichen Sitzungen waren die Überwachung der laufenden Geschäftsentwicklung der Österreichischen Post und ihrer Beteiligungen sowie diverse genehmigungspflichtige Geschäfte. Die laufenden Strategieprojekte wurden in allen Sitzungen intensiv erörtert. Die Arbeitsschwerpunkte 2015 des Aufsichtsrats sind im Bericht des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung zusammengefasst.

Der Prüfungsausschuss hielt drei Sitzungen ab. Im Rahmen der Sitzung zum Jahres- und Konzernabschluss, an der auch der Wirtschaftsprüfer teilgenommen hat, wurden alle Aufgaben gemäß § 92 Abs. 4a AktG wahrgenommen. Außerdem hat sich der Prüfungsausschuss intensiv mit den im Jahr 2015 erstellten Quartalsabschlüssen (Zwischenabschlüssen) auseinandergesetzt. Dem Aufsichtsrat wurde empfohlen, der Hauptversammlung die KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft als Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer der Österreichischen Post für das Geschäftsjahr 2015 vorzuschlagen. Der Nominierungsausschuss war im Geschäftsjahr 2015 mit der Erstellung eines Besetzungsvorschlags für die Vorstandsfunktion "Vorstandsmitglied für den Bereich Paket & Logistik" und mit der Vorbereitung der diesbezüglichen Beschlussfassung im Aufsichtsrat befasst. Weiters wurde vom Nominierungsausschuss die Ausschreibung gemäß Stellenbesetzungsgesetz für die Vorstandsfunktion "Vorstandsmitglied für den Bereich Brief, Werbepost & Filialen" vorbereitet. In Vorbereitung der Hauptversammlung 2015 war der Nominierungsausschuss, ergänzt um die Aufsichtsratsmitglieder Elisabeth Stadler, Erich Hampel und Manfred Wiedner, mit dem Vorschlag für die neuen Kandidatinnen zur Wahl in den Aufsichtsrat befasst. Der Vergütungsausschuss befasste sich mit der variablen Vergütung des Vorstands und dem Inhalt des Anstellungsvertrages von Peter Umundum, dessen Funktion als Vorstandsmitglied für den Bereich Paket & Logistik verlängert wurde.

Bei den Sitzungen des Aufsichtsrats betrug die Anwesenheitsquote aller Aufsichtsratsmitglieder rund 97%. Kein Mitglied nahm an weniger als der Hälfte der Sitzungen persönlich teil. Die Ausschüsse sind in allen Sitzungen vollzählig zusammengetreten.

5 VERGÜTUNGSBERICHT

Der Vergütungsbericht erläutert Höhe und Struktur der Vorstandsund Aufsichtsratsbezüge der Österreichischen Post.

Vorstand

Die Festlegung der Vergütung des Vorstands hat der Aufsichtsrat dem Vergütungsausschuss übertragen.

Das Vergütungssystem basiert auf dem Grundgedanken eines Drei-Säulen-Modells (fixe und variable Gehaltsbestandteile sowie ein Long-Term-Incentive-Programm). Das fixe Basisgehalt orientiert sich an der Gehaltsstruktur börsenotierter österreichischer Unternehmen und richtet sich nach dem Umfang des Aufgabenbereichs und der Verantwortung des jeweiligen Vorstandsmitglieds.

Die variable Vergütung knüpft zu einem hohen Anteil an messbare, kurzfristige Leistungsindikatoren an und enthält weiters qualitative Zielerreichungskomponenten. Für den variablen Gehaltsbestandteil wurde eine Obergrenze von 120% des Jahresfixbezugs festgelegt.

Die fixen und variablen Bezüge der aktiven Vorstandsmitglieder betrugen im Jahr 2015 insgesamt 3.842 TEUR.

Die Auszahlung der variablen Bezüge erfolgt im Folgejahr, da die Zielerreichung erst zum Jahresende ermittelt werden kann. Dargestellt sind daher die an die Vorstandsmitglieder in den Jahren 2014 bzw. 2015 gewährten variablen Bezüge für die Jahre 2013 bzw. 2014.

Vorstandsvergütung

TEUR Fixe Bezüge
(inkl. Sachbezüge)
Variable Bezüge Gesamtbezüge
(inkl. Sachbezüge)
2014 2015 2014 2015 2014 2015
Georg Pölzl 576 611 550 675 1.126 1.286
Walter Oblin 350 392 330 406 680 798
Walter Hitziger 451 451 440 528 891 979
Peter Umundum 350 373 330 406 680 779

Im Fall einer Beendigung des Dienstverhältnisses eines Vorstandsmitglieds sehen die Vorstandsverträge Abfertigungsansprüche in Höhe von bis zu einem Jahresbezug oder eine Einbindung in den Geltungsbereich des BMSVG (Betriebliches Mitarbeiter- und Selbständigen-Vorsorgegesetz) vor. Alle Vorstandsmitglieder verfügen über eine Pensionskassenregelung entsprechend den Bestimmungen der Vertragsschablonen (BGBI), in deren Rahmen sich die Österreichische Post zu einer jährlichen Einzahlung in Höhe von 10% des fixen Jahresbruttobezugs verpflichtet hat. Die Vorstandsverträge enthalten keine "Change of Control"-Klauseln.

Die Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder der Österreichischen Post sind im Rahmen einer D&O-Versicherung mit einer Haftungssumme von 40 Mio EUR versichert. Die Versicherung umfasst die gerichtliche und außergerichtliche Abwehr unbegründeter sowie die Befriedigung begründeter Schadenersatzansprüche.

Die Aufnahme von Nebentätigkeiten durch die Vorstandsmitglieder setzt die Zustimmung des Präsidiums des Aufsichtsrats voraus. Dadurch ist sichergestellt, dass weder der zeitliche Aufwand noch die dafür gewährte Vergütung zu einem Konflikt mit den Aufgaben als Vorstandsmitglied führt.

Das im Geschäftsjahr 2010 eingeführte Long-Term-Incentive-Programm (LTIP) für den Vorstand berücksichtigt die Vorgaben der EU-Vergütungsempfehlung vom April 2009 und basiert auf der erfolgsabhängigen Zuteilung von Aktien. Ziel ist es, die Interessen des Managements mit denen der Aktionäre auf eine mittel- bis langfristige Steigerung des Unternehmenswerts in Einklang zu bringen. Das LTIP sieht ein einmaliges Eigeninvestment jedes teilnehmenden Vorstandsmitglieds mit einer Laufzeit von drei Jahren und einer daran anschließenden einjährigen Behaltefrist vor. Die Anzahl der für das Eigeninvestment benötigten Aktien

der Österreichischen Post AG ergibt sich aus einem definierten Prozentsatz des Bruttofixgehalts, dividiert durch den Referenzkurs des vierten Quartals des jeweiligen Vorjahres. Zu Beginn des Programms wurden Zielwerte für Schlüsselindikatoren (Total

Shareholder Return, Free Cashflow und Earnings per Share) festgelegt, wobei die Ziele gleich gewichtet sind. Die Zielerreichung wird über einen dreijährigen Beobachtungszeitraum ermittelt. Im Geschäftsjahr 2015 erfolgte die Auszahlung des LTIP 2012–2014.

Long-Term-Incentive-Programm für die Jahre 2012 bis 2014

LTIP 2012–2014
E
igeninvestment
Notwendige
Aktien in Stk.
Entsprechender
Gegenwert in
in TEUR
1
gehaltene Aktien
zum 31.12.2015
in Stk.
entsprechender
Gegenwert in
TEUR
2
Auszahlung
in TEUR
Georg Pölzl 20.156 440 26.054 865 1.114
Walter Oblin 9.071 198 9.099 302 520
Walter Hitziger 12.094 264 12.100 402 693
Peter Umundum 9.071 198 9.827 326 520

Auf Basis Durchschnittskurs Q4 2011

Auf Basis Durchschnittskurs Q4 2015

Grundsätze der Vergütung der Führungskräfte

Die für den Vorstand geltenden Grundsätze werden in angepasster Form auch auf die Führungskräfte angewendet. Die Gehälter der Führungskräfte enthalten fixe und variable Bestandteile, die auf dem Erreichen von finanziellen und nicht-finanziellen Unternehmenszielen sowie individuell vereinbarten Zielen basieren.

Darüber hinaus besteht ein Long-Term-Incentive-Programm für Führungskräfte, an dem definierte Mitglieder der Führungsebenen des Konzerns teilnehmen. Das LTIP knüpft an im Vorfeld festgelegte, messbare, langfristige und nachhaltige Kriterien (Total Shareholder Return, Free Cashflow und Earnings per Share) an und sieht ein entsprechendes Eigeninvestment als Voraussetzung für die Teilnahme vor. Die Ermittlung der Zielerreichung erstreckt sich jeweils über eine Laufzeit von drei Jahren.

Aufsichtsrat

Die Vergütung für den Aufsichtsrat wird jährlich in der ordentlichen Hauptversammlung für das jeweils abgelaufene Geschäftsjahr beschlossen. Dabei wird auch das Sitzungsgeld festgelegt, welches derzeit 300 EUR pro Sitzung beträgt. Darüber hinaus werden anfallende Reisekosten erstattet. Für das Geschäftsjahr 2014 hat die Hauptversammlung am 15. April 2015 die individuellen Bezüge für die Mitglieder des Aufsichtsrats mit 15.000 EUR, für den Vorsitzenden mit 25.000 EUR sowie für den stellvertretenden Vorsitzenden

mit 20.000 EUR festgesetzt. Ist ein Mitglied des Aufsichtsrats nicht das volle Geschäftsjahr hindurch tätig, so sind die Vergütungen zu aliquotieren. Die Auszahlung dieser Bezüge erfolgte unmittelbar nach der ordentlichen Hauptversammlung.

Die im Geschäftsjahr 2015 dem Aufsichtsrat gewährten Vergütungen (inklusive Sitzungsgeld) von gesamt 163.356 EUR gliedern sich laut nachstehender Tabelle.

Vergütung der Aufsichtsräte 2015

EUR Für 2014 gewährte und 2015
ausbezahlte Vergütung
Sitzungsgeld
Kapitalvertreter
Edith Hlawati, Vorsitzende seit 15.04.2015 (Stellvertreterin des Vorsitzenden bis 15.04.2015) 20.000 2.700
Edeltraud Stiftinger (Stellvertreterin der Vorsitzenden seit 15.04.2015) 2.700
Rudolf Kemler1
(ausgeschieden, Vorsitzender bis 15.04.2015)
25.000 900
Erich Hampel 15.000 1.800
Peter E. Kruse (seit 24.04.2014) 10.356 3.000
Günter Leonhartsberger1
(ausgeschieden mit 15.04.2015)
15.000 600
Chris E. Muntwyler 15.000 3.000
Markus Pichler 15.000 2.700
Elisabeth Stadler 15.000 3.000
Herta Stockbauer (seit 15.04.2015) 2.100
Arbeitnehmervertreter
Helmut Köstinger 4.200
Martin Palensky 1.800
Andreas Schieder 1.800
Manfred Wiedner 3.000

1 Aufsichtsratsvergütung und Sitzungsgelder wurden an die ÖBIB abgeführt. Die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat üben ihre Funktion ehrenamtlich aus und werden für ihre Tätigkeit im Zentralausschuss gemäß ihrem jeweiligen Dienstvertrag entlohnt. Sie erhalten nur Sitzungsgeld. Sie können nur vom Zentralausschuss, dies aber jederzeit, abberufen werden.

Aktienkäufe und -verkäufe von Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats werden gemäß § 48d Börsegesetz innerhalb von fünf Arbeitstagen nach dem Tag des Abschlusses des Geschäfts der Finanzmarktaufsichtsbehörde (FMA) gemeldet und auf der Website der FMA veröffentlicht. Ende 2015 waren insgesamt 59.080 Post-Aktien im Besitz von Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats.

Aktienbesitz

31.12.2014 Kauf Verkauf 31.12.2015
26.054 0 0 26.054
9.099 0 0 9.099
12.100 0 0 12.100
9.827 0 0 9.827
1.000 1.000 2.000

Wien, am 23. Februar 2016

Der Vorstand

Dipl.-Ing. Dr. Georg Pölzl Dipl.-Ing. Walter Oblin Vorstandsvorsitzender Vorstandsmitglied Generaldirektor Finanzen

Brief, Werbepost & Filialen Paket & Logistik

Dipl.-Ing. Walter Hitziger Dipl.-Ing. Peter Umundum Vorstandsmitglied Vorstandsmitglied

Bericht des Aufsichtsrats der Österreichischen Post AG über das Geschäftsjahr 2015

Das Geschäftsjahr 2015 war ein herausforderndes Jahr für die Österreichische Post. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen zeigte der Geschäftsverlauf eine positive Entwicklung. Die wesentlichen Trends der Branche Logistik- und Postdienstleistungen setzten sich auch im vergangenen Jahr fort. Während die klassischen Briefmengen im Geschäftsjahr 2015 weiterhin rückläufig waren, stieg das Volumen an Werbesendungen leicht an. Einen Aufwärtstrend verzeichneten dank zunehmender Bedeutung des Online-Handels die Paketmengen im privaten Bereich, doch nimmt auch hier die Wettbewerbsintensität spürbar zu. Der B2B-Bereich ist geprägt von der getrübten Konjunkturlage, gleichzeitig bleiben auch hier die Wettbewerbsintensität und der Preisdruck weiterhin hoch.

Die Österreichische Post konnte die Herausforderungen des vergangenen Geschäftsjahres erfolgreich meistern und ist zur nachhaltigen Absicherung ihrer Wettbewerbsfähigkeit und Ertragskraft gut aufgestellt.

Der Aufsichtsrat hat im Berichtsjahr die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben mit großer Sorgfalt wahrgenommen. Wir haben den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens regelmäßig beraten und dessen Tätigkeit überwacht. Der Vorstand hat den Aufsichtsrat in allen Sitzungen anhand ausführlicher Berichte über die Geschäfts- und Finanzlage des Konzerns und seiner Beteiligungen, die Mittelfristplanung sowie die Investitions- und Akquisitionsvorhaben schriftlich und mündlich umfassend unterrichtet. Auf der Grundlage der Berichterstattung des Vorstands haben wir die Geschäftsentwicklung sowie für das Unternehmen wichtige strategische Entscheidungen ausführlich erörtert. Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den Plänen wurden dem Aufsichtsrat im Einzelnen erörtert und im Aufsichtsrat intensiv behandelt. Als Aufsichtsratsvorsitzende stand ich darüber hinaus mit dem Vorstand und insbesondere mit dem Vorstandsvorsitzenden in regelmäßigem Kontakt und informierte mich über die aktuelle Entwicklung der Geschäftslage.

Veränderungen im Aufsichtsrat

Mit Beendigung der ordentlichen Hauptversammlung am 15. April 2015 liefen die Mandate von Rudolf Kemler und Günter Leonhartsberger aus. Aufgrund des Besetzungsvorschlags des Aufsichtsrats bzw. des Nominierungsausschusses wurden Herta Stockbauer und Edeltraud Stiftinger von der Hauptversammlung bis zur Beendigung der ordentlichen Hauptversammlung im Jahr 2020 in den Aufsichtsrat gewählt. Die folgenden Personen wurden erneut bis zur ordentlichen Hauptversammlung 2018 in den Aufsichtsrat gewählt: Erich Hampel, Edith Hlawati, Peter E. Kruse, Chris E. Muntwyler, Markus Pichler und Elisabeth Stadler. Im Hinblick auf die

Vertretung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Aufsichtsrat gab es keine Änderungen.

Im Anschluss an die Hauptversammlung wurden in der konstituierenden Aufsichtsratssitzung vom 15. April 2015 Edith Hlawati zur Aufsichtsratsvorsitzenden und Edeltraud Stiftinger zu ihrer Stellvertreterin gewählt. Zu Mitgliedern des Prüfungsausschusses wurden Edeltraud Stiftinger (Vorsitzende) und Herta Stockbauer (Stellvertreterin) sowie Elisabeth Stadler und Markus Pichler gewählt. Herta Stockbauer wurde gleichzeitig als Finanzexpertin des Prüfungsausschusses gemäß § 92 Abs. 4a AktG nominiert. Zu Mitgliedern des Vergütungsausschusses wurden Edith Hlawati und Edeltraud Stiftinger gewählt. Der Nominierungsausschuss ist mit Edith Hlawati, Edeltraud Stiftinger und Helmut Köstinger besetzt. Im Rahmen der konstituierenden Aufsichtsratssitzung haben die Aufsichtsratsmitglieder ihre Unabhängigkeitserklärung gemäß dem Österreichischen Corporate Governance Kodex erneuert. Im Namen des Aufsichtsrats danke ich dem ehemaligen Vorsitzenden Rudolf Kemler und Günter Leonhartsberger für ihre langjährige sowie von Fachwissen und Verantwortung geprägte Tätigkeit für die Österreichische Post AG.

Themen und Arbeitsweise des Aufsichtsrats sowie der Ausschüsse

In allen vier ordentlichen Aufsichtsratssitzungen wurde die Umsatz- und Ergebnisentwicklung des Unternehmens präsentiert. Ebenso wurden die Quartalsergebnisse der Konzernbeteiligungsunternehmen sowie wichtige strategische Projekte behandelt.

Die Sitzung am 11. März 2015 hatte vor allem den Jahres- und Konzernabschluss 2014 sowie die Vorbereitung der ordentlichen Hauptversammlung 2015 zum Thema. Da die Funktionsperiode von Peter Umundum mit 31. März 2016 endet, wurde in der Sitzung vom 11. März 2015 das Verfahren zur Besetzung der Funktion des Vorstandsmitglieds für die Division Paket & Logistik eingeleitet. In der Aufsichtsratssitzung am 6. Mai 2015 wurde Peter Umundum in dieser Funktion bestätigt und bis 31. März 2019 mit einer Verlängerungsoption auf zwei weitere Jahre wiederbestellt. Strategische Schwerpunktthemen in den Sitzungen waren die Prüfung strategischer Optionen für die trans-o-flex, die Weiterentwicklung der laufenden Partnerschaften mit der A1 Telekom Austria und der BAWAG P.S.K. sowie der Eintritt der DHL in den österreichischen Paketmarkt und die entsprechenden Reaktionen der Österreichischen Post. Die Geschäftsentwicklung der türkischen Paketbeteiligung Aras Kargo sowie die Vorbereitung auf die mögliche Ausübung der Call Option in 2016 waren ebenfalls Gegenstand der Diskussionen in der Aufsichtsratssitzung am 6. Mai 2015. Darüber hinaus befassten wir uns mit den Vergleichsverhandlungen der Österreichischen Post mit dem Bundesministerium für Finanzen zu den Themen Pensionsdeckungsbeitrag, Pflegegeldbeitrag-Selbstbehalt sowie Pensionsverrechnung. Der Beschluss über die Annahme des vom BMF vorgelegten Vergleichsangebots erfolgte in der Sitzung am 11. November 2015. Die Genehmigung des Budgets der Österreichischen Post für das Geschäftsjahr 2016 sowie ein Bericht über die Mittelfristplanung 2017–2019 waren ebenfalls Gegenstand dieser Sitzung. Darüber hinaus wurde das Verfahren zur Besetzung der Vorstandsfunktion für die Division Brief, Werbepost & Filialen eingeleitet und im März 2016 abgeschlossen.

In den Sitzungen im März und im Mai haben wir uns intensiv mit der Effizienz und der Arbeitsweise des Aufsichtsrats beschäftigt. Die Ergebnisse der mithilfe eines externen Beraters durchgeführten Selbstevaluierung wurden ausführlich diskutiert. Es wurde bestätigt, dass der Aufsichtsrat unabhängig und hoch kompetent zusammengesetzt ist. Die Zusammenarbeit im Aufsichtsrat wurde als offen und konstruktiv bewertet. Als Optimierungspotenzial wurde die Intensivierung der Ausschussarbeit identifiziert. Vor diesem Hintergrund konnten wir eine stärkere Trennung zwischen Aufsichtsratsplenum und Prüfungsausschuss herbeiführen – unter anderem durch eine unterschiedlich besetzte Vorsitzführung. Darüber hinaus wurde ein Paket & Logistik Ausschuss eingerichtet, um der hohen strategischen Bedeutung der aktuell anstehenden Entscheidungen im Paketbereich Rechnung zu tragen. Zu Mitgliedern dieses Ausschusses wurden die Logistikexperten Peter E. Kruse und Chris E. Muntwyler sowie Helmut Köstinger als Arbeitnehmervertreter gewählt.

Darüber hinaus haben wir anhand der von der Selbstevaluierung abgeleiteten Handlungsempfehlungen ein Fortbildungsprogramm für den Aufsichtsrat ins Leben gerufen. Sein Ziel ist es, unterschiedliche Fachthemen mit externen und internen Experten zu beleuchten. Fortbildungsveranstaltungen im August und November ermöglichten dem Aufsichtsrat neue Einblicke in die Themen "Internationale Briefmärkte" und "E-Commerce". Die dritte Fortbildungseinheit mit dem Schwerpunktthema "Türkei" fand im Dezember 2015 im Zuge einer zweitägigen Aufsichtsratsreise nach Istanbul statt. Der Aufsichtsrat besuchte die türkische Paketbeteiligung Aras Kargo und konnte sich intensiv mit dem lokalen Management und unterschiedlichen Experten zu strategischen Themen sowie der wirtschaftlichen und politischen Lage des Landes austauschen.

Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats hat in drei Sitzungen seine Aufgaben wahrgenommen. Er überwachte die Rechnungslegungsprozesse, die Abschlussprüfung und die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems sowie des Revisionssystems. Wirtschaftsprüfer und Prüfungsausschuss konnten sich auch ohne Beisein des Vorstands austauschen. Die Quartalsergebnisse wurden eingehend im Prüfungsausschuss erörtert. Über die Ergebnisse der Prüfungsausschusssitzungen wurde dem Aufsichtsrat laufend berichtet. Die KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft hat im Rahmen der Berichterstattung nach § 270 Abs. 1a UGB ihre Unbefangenheit gegenüber dem Prüfungsausschuss schlüssig dargelegt.

Der Nominierungsausschuss war im Geschäftsjahr 2015 mit der Erstellung eines Besetzungsvorschlags für die Funktion des Vorstandsmitglieds für die Division Paket & Logistik und mit der Vorbereitung der Beschlussfassung des Aufsichtsrats über dessen Bestellung befasst. Ebenso wurde die Ausschreibung gemäß Stellenbesetzungsgesetz für die Funktion des Vorstandsmitglieds für die Division Brief, Werbepost & Filialen vorbereitet. Der Vergütungsausschuss befasste sich mit dem Anstellungsvertrag von Peter Umundum sowie der variablen Vergütung des Gesamtvorstands.

Der Paket & Logistik Ausschuss trat in drei Sitzungen zusammen und behandelte komplexe strategische Fragestellungen, die die Division Paket & Logistik betreffen. Der Ausschuss berichtete regelmäßig über die Ergebnisse und allfällige Empfehlungen an den Aufsichtsrat.

Konzern- und Jahresabschluss 2015

Die KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft wurde von der Hauptversammlung am 15. April 2015 zum Abschlussprüfer des Jahres- und des Konzernabschlusses der Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2015 bestellt.

Der Jahresabschluss und der Konzernabschluss der Österreichischen Post zum 31. Dezember 2015 wurden durch die KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Der Lagebericht und der Konzernlagebericht stehen im Einklang mit dem Jahres- und dem Konzernabschluss. Sämtliche Abschlussunterlagen, der Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands, der Corporate-Governance-Bericht und die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers wurden im Prüfungsausschuss eingehend mit den Prüfern behandelt und dem Aufsichtsrat vorgelegt.

Der Aufsichtsrat hat die Unterlagen gemäß § 96 AktG geprüft, keine Beanstandungen festgestellt und stimmt dem Ergebnis der Abschlussprüfung zu. Der Aufsichtsrat billigt den Jahresabschluss 2015, der damit gemäß § 96 Abs. 4 AktG festgestellt ist, und erklärt sich mit dem gemäß § 245a UGB nach IFRS aufgestellten Konzernabschluss, dem Lagebericht, dem Konzernlagebericht und dem Corporate-Governance-Bericht einverstanden.

Der Aufsichtsrat schließt sich dem Vorschlag des Vorstands an, vom Bilanzgewinn von EUR 132.967.882,19 eine Ausschüttung von 131.727.644,10 EUR vorzunehmen und den Rest in der Höhe von 1.240.238,09 EUR auf neue Rechnung vorzutragen.

Abschließend möchte ich im Namen des Aufsichtsrats dem gesamten Vorstand sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Dank und Anerkennung für ihre erfolgreiche Arbeit im vergangenen Geschäftsjahr aussprechen. Unser besonderer Dank gilt den Kunden und vor allem den Aktionären der Österreichischen Post AG für das entgegengebrachte Vertrauen.

  1. März 2016

Edith Hlawati e. h. Vorsitzende des Aufsichtsrats

1 Konzerninfor
mationen und Strategie
24
1.1
Geschäftstätigkeit und
Organisationsstruktur
24
1.2
Absatzmärkte und Marktposition
25
1.3 Konzernstrategie und Steuerung 26
1.3.1 Ziele und Strategie 26
1.3.2 Steuerung 26
2 umfeld und rahmenbedingungen 27
2.1
Wirtschaftliches
Umfeld
27
2.2 Branchenumfeld 27
2.3
Rechtliche
Rahmenbedingungen
28
G
e
schäftsv
er
lauf und wirt
schaft
liche Lage
3
28
3.1 Veränderungen im Konsolidierungskreis 28
3.2
Ertragslage
29
3.2.1 Umsatzentwicklung 29
3.2.2 Ergebnisentwicklung 32
3.3 Vermögens- und
Finanzlage
35
3.3.1 Bilanzstruktur 35
3.3.2 Cashflow 37
3.3.3 Liquidität/Nettofinanzverschuldung 38
3.3.4 Investitionen und Akquisitionen 39
3.4
Wertorientierte Kennzahlen
40
3.4.1 Capital Employed 40
3.4.2 Ratios 40
4 Nicht-finanziell
e Leistungsindikatoren
4.1 Mitarbeiter
4.1.1 Arbeitnehmerschutz und Gesundheitsförderung
41
41
41
4.1.2 Aus- und Weiterbildung 41
4.1.3 Vielfalt und Chancengleichheit 41
4.2
Umwelt
42
4.3
Forschung und
Entwicklung/
Innovationsmanagement
4.4
Zustellqualität
42
4.5 Kundenzufriedenheit 43
43
4.6 Versorgungssicherheit 44
5 Be
sondere
Ereigniss
e nach de
m Bi
lanz
stichtag
44
A
usbl
ic
k 2016
6
45
Chancen/
R
i
s
i
ken de
s
Unterneh
men
s
7
46
7.1
Wesentliche
Risiken und
Ungewissheiten
7.2
Top
Risiken
46
47
7.3
Allgemeine und sonstige
Risiken
48
7.4
Gesamtaussage zur
Risikosituation des Konzerns
50
7.5
Wesentliche
Chancen
50
8 Son
stige
Anga
ben
51
8.1
Internes Kontrollsystem und
Risikomanagement
51
8.2
Informationen gemäß § 243
A UG
B
53

1 Konzerninformationen und Strategie

1.1 Geschäftstätigkeit und Organisationsstruktur

Mit einem Jahresumsatz von 2,4 Mrd EUR und rund 23.500 Mitarbeitern ist der Österreichische Post Konzern – im Folgenden Österreichische Post, Konzern bzw. Post genannt – der führende Logistik- und Postdienstleister des Landes und mit Tochtergesellschaften in zwölf europäischen Ländern auch international stark positioniert. Das Kerngeschäft umfasst die Beförderung von Briefen, Werbesendungen, Printmedien und Paketen sowie diverse Logistikdienstleistungen. Den Kunden des Unternehmens stehen in Österreich rund 3.600 Service-Points – davon ca. 500 Post-Filialen, 1.300 Post Partner, 200 OMV-Tankstellen sowie 1.600 Hermes Paket-Shops – zur Verfügung. Per Ende 2015 bot die Post ihren Kunden zudem ca. 300 SB-Zonen, die mit modernen Frankierautomaten, Packstationen, Versandboxen und teilweise bereits mit Abholstationen ausgestattet sind.

Die Österreichische Post ist mit den beiden Divisionen Brief, Werbepost & Filialen sowie Paket & Logistik auf dem Markt tätig. Die Division Corporate erbringt zusätzlich vor allem Dienstleistungen im Bereich der Konzernverwaltung, beinhaltet aber auch die Bereiche Innovationsmanagement und Entwicklung neuer Geschäftsmodelle. Diese drei Divisionen entsprechen den berichtspflichtigen Segmenten nach IFRS 8.

Das Leistungsspektrum der Division Brief, Werbepost & Filialen umfasst die Annahme, Sortierung und Zustellung von Briefen, Postkarten, adressierten und unadressierten Werbesendungen und Zeitungen sowie Paketen im Zuge der Verbundzustellung. Darüber hinaus werden Post- und Telekomprodukte sowie Finanzdienstleistungen in Kooperation mit den Partnern BAWAG P.S.K. und A1 Telekom Austria AG angeboten. Ergänzt wird dieses Angebot durch diverse Online-Services und neue Dienstleistungen für Geschäfts- und Werbepost, darunter Adress- und Datenmanagement, Poststellenmanagement, intelligentes Scanning und Responsemanagement. Pro Jahr stellt die Post in Österreich 860 Mio Briefe, 590 Mio adressierte Werbesendungen, 3,5 Mrd unadressierte Werbesendungen, 400 Mio Printmedien und 290 Mio Regionalmedien zu.

Die Division Paket & Logistik bietet ihre Leistungen in neun europäischen Ländern an. In den internationalen Märkten erfolgt dies durchwegs über eigene Tochtergesellschaften. Hauptgeschäft ist die Beförderung von Paketen sowie von EMS-Sendungen für Privatund Geschäftskunden. Im Heimmarkt stellte die Österreichische Post im Jahr 2015 rund 80 Mio Pakete und EMS-Sendungen zu. Damit ist sie führender Dienstleister für die Auslieferung von Versandhandelspaketen mit einer flächendeckenden Zustellung in höchster Qualität. Das Portfolio umfasst aber auch ein breites Spektrum an Speziallogistiklösungen – etwa die so genannte Kombifracht (gemeinsamer Transport von einzelnen Paketen und ganzen Paletten) oder temperaturgeführte Logistik (Transport von temperatursensiblen Waren in den Temperaturbereichen 2–8°C bzw. 15–25°C) und Kontraktlogistik. In den vergangenen Jahren hat die Österreichische Post entlang der gesamten logistischen Wertschöpfungskette weitere Kompetenzen aufgebaut und ist nun als Anbieter vielfältiger Mehrwertdienstleistungen erfolgreich. So bietet das Unternehmen maßgeschneiderte Fulfillment-Lösungen wie Lagerung, Kommissionierung, Retouren-Management oder Webshop-Logistik sowie Geld- und Werttransporte.

ÖSTERREICHI
SCHE
POST AG
Corporate Brief, Werbepost & Filialen Paket & Logistik
Vorstandsvorsitzender
Dipl.-Ing. Dr. Georg Pölzl
Vorstand Finanzen
Dipl.-Ing. Walter Oblin
Vorstand
Dipl.-Ing. Walter Hitziger
Vorstand
Dipl.-Ing. Peter Umundum
Funktionen
• Strategie & Konzernentwicklung
• Unternehmenskommunikation
• Personalmanagement
• Investor Relations, Konzern
revision & Compliance
• Endkundeninitiativen & -service
• Online & E-Commerce
Innovationsmanagement
Funktionen
• Konzern-Rechnungswesen
• Konzerncontrolling
• Finanzen Brief, Werbepost &
Filialen
• Finanzen Paket & Logistik
• Konzern-Treasury
• Konzern-IT
• Konzern-Einkauf & Fuhrpark
• Recht
• Konzernimmobilien
Funktionen
• Annahme, Sortierung und
Zustellung von Briefen, Werbe
und Medienpost in Österreich
und CEE/SEE
• Geomarketing
• Adressmanagement
• Kuvert
• Dokumentenmanagement
• Post-Geschäftsstellen (Post
Filialen und Post Partner)
• Online-Services
Funktionen
• Annahme, Sortierung und
Zustellung von Paketen/Paletten
in Österreich/CEE/SEE
• Pharmalogistik
• Kombifrachttransporte in
Deutschland
• Werttransporte
• Logistische Zusatzleistungen
• Logistik-Services Paket &
Logistik
• Online-Service

1.2 Absatzmärkte und Marktposition

Die Österreichische Post ist mit ihren Konzernunternehmen in zwölf Ländern im Bereich Brief- und Werbepost sowie Paket und Logistik aktiv. Rund 70% des Umsatzes werden derzeit im Heimmarkt Österreich erwirtschaftet. Hier nimmt die Österreichische Post sowohl in der Zustellung von Briefen, Werbesendungen und Zeitungen als auch von Paketen eine führende Marktstellung ein. Speziell im wachsenden Markt der Paketzustellung konnte die Österreichische Post ihre Marktposition in den vergangenen Jahren kontinuierlich steigern. So hat das Unternehmen im aufgrund des Online-Shopping-Trends wachsenden Bereich Privatkunden-Pakete einen Marktanteil am Paketvolumen von rund 76%. Im Bereich Business-Pakete (B2B) konnte der Marktanteil am Paketvolumen in den letzten Jahren sukzessive auf nunmehr 31% in 2015 gesteigert werden. (Quelle: Kreutzer Fischer & Partner, Branchenradar 2016)

Auch international verfügen die Konzernunternehmen der Österreichischen Post über eine gute Marktposition. So ist die Österreichische Post Marktführer bei der Zustellung unadressierter Werbesendungen in Kroatien und Rumänien sowie führend im Bereich Hybrid-Mail in Bulgarien. Bei Paketen an Geschäftskunden ist der Konzern die Nummer 1 in der Slowakei, Kroatien, Serbien, Montenegro sowie Bosnien und Herzegowina. Zudem ist die trans-o-flex Gruppe in Deutschland führend im Pharma-Direktgeschäft. Das 2013 erworbene Gemeinschaftsunternehmen Aras Kargo a.s., Türkei, stellt die Nummer 2 auf dem türkischen Paketmarkt. (Quelle: unternehmensinterne Markteinschätzungen)

Die folgende Abbildung gibt einen Überblick über die Marktpositionen in den wichtigsten Regionen:

1 Die Vermögenswerte und Schulden der trans-o-flex Gruppe werden mit Stichtag 31. Dezember 2015 zur Veräußerung gehalten.

1.3 Konzernstrategie und Steuerung

1.3.1 Ziele und Strategie

Die aktuellen Entwicklungen auf dem internationalen Post- und Logistikmarkt stellen die Österreichische Post vor große Herausforderungen, bringen aber auch neue Chancen. Vor diesem Hintergrund hat das Unternehmen im Jahr 2010 vier zentrale Stoßrichtungen definiert und diese seither mit einer Vielzahl an Initiativen und Maßnahmen konsequent umgesetzt. Dabei orientiert sich die Österreichische Post mittelfristig an drei zentralen wirtschaftlichen Zielen:

  • 1. Bewährtes Geschäftsmodell: Während das Volumen bei adressierten Briefen aufgrund der E-Substitution weiter zurückgehen wird, nutzt die Post Wachstumschancen in anderen Geschäftsfeldern. Auf Basis des wachsenden Paketgeschäfts sowie neuer Serviceangebote ist es das Ziel, auch in den nächsten Jahren durchschnittlich eine stabile bzw. leicht steigende Umsatzentwicklung zu erwirtschaften. Im Jahr 2016 hängt die Umsatzprognose von einer möglichen Veränderung des Geschäftsportfolios ab. In den bestehenden Aktivitäten wird eine weitgehend stabile Entwicklung angestrebt.
  • 2. Hohe Ertragskraft: Eine solide Profitabilität ist wesentlich für eine nachhaltige Unternehmensperspektive. Das Ziel, eine EBITDA-Marge von um die 12% zu erreichen, konnte in den letzten Jahren erreicht werden. Auch für 2016 wird eine stabile operative Ergebnisentwicklung angepeilt, getragen von den bestehenden Umsatztrends, innovativen neuen Geschäftsideen und der Umsetzung der geplanten Effizienzprogramme.
  • 3. Attraktive Dividendenpolitik: Ein wesentlicher Eckpfeiler der Unternehmensphilosophie ist die attraktive Dividendenpolitik. Jährlich sollen zumindest 75% des Nettoergebnisses an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Seit dem Börsegang 2006 hat die Österreichische Post bis Ende 2015 gemessen am Total Shareholder Return einen Wertzuwachs von 163,1% erwirtschaftet.

Ausgehend von diesen Zielen wurden vier Kernstrategien definiert. Die konsequente Umsetzung dieser Kernstrategien bildet den durchgehenden unternehmerischen Kompass für die Österreichische Post. Während die übergeordneten Kernstrategien über die Zeit stabil sind, werden die thematischen Umsetzungsschwerpunkte jährlich den aktuellen Entwicklungen angepasst:

1. Verteidigung der Marktführerschaft im Kerngeschäft:

Die Österreichische Post ist Marktführer im heimischen Briefund Paketgeschäft. Ein wesentlicher strategischer Pfeiler besteht darin, diese starke Position zu erhalten bzw. speziell im Bereich der Paketzustellung weiter auszubauen. Besonderes Augenmerk gilt daher unter anderem der Sicherung einer weiterhin sehr hohen Servicequalität.

  • 2. Profitables Wachstum in definierten Märkten: Zur Kompensation rückläufiger Absatzmengen bei Briefen verfolgt die Österreichische Post eine fokussierte Wachstumsstrategie. Im Vordergrund steht dabei das Paket- und Logistikgeschäft. Hier werden Wachstumschancen in Südost- und Osteuropa genutzt. Im Briefbereich wird vor allem der Bereich Mail Solutions ausgebaut.
  • 3. Effizienzsteigerung und Flexibilisierung der Kostenstruktur: Die Österreichische Post setzt auf eine kontinuierliche Steigerung der Effizienz in allen Bereichen. Wesentlichen Anteil an der Festigung der Kostenführerschaft haben regelmäßige Investitionen in die Modernisierung der Logistikinfrastruktur. Auch die Prozessund Personalkosten werden laufend überprüft und optimiert.
  • 4. Kundenorientierung und Innovation: Nur mit attraktiven Angeboten, die konkrete Bedürfnisse der Kunden befriedigen, kann die Österreichische Post langfristig erfolgreich sein. Daher setzt das Unternehmen auf laufende Innovation im Leistungsportfolio, um den Komfort für seine Kunden stetig zu erhöhen.

1.3.2 Steuerung

Ein umfassendes Steuerungssystem berücksichtigt das gesamte Unternehmensgefüge. Der Fokus liegt hier klar auf Umsatz, EBITDA/EBIT und Free Cashflow, parallel dazu wird aber auch der Wirtschaftlichkeit von Investitionen (Return on Investment) in neue Anlagen und Infrastruktur sowie in Beteiligungen ein sehr hoher Stellenwert beigemessen. Nur auf diese Weise kann sichergestellt werden, dass zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Entscheidungen getroffen werden.

Im Berichtswesen der Österreichischen Post sind periodische Berichte wie Monats- und Quartalsberichte zur aktuellen Geschäftsentwicklung wesentliche Bausteine der Entscheidungsfindung bzw. zur operativen Steuerung. Diese fassen relevante Kennzahlen für den Gesamtvorstand bzw. das Top-Management zusammen. Die Steuerungsparameter orientieren sich an den strategischen Eckpfeilern des Konzerns. Im Schwerpunktbereich "Marktführerschaft im Kerngeschäft" sowie "Profitables Wachstum in definierten Märkten" werden Umsatz- und Ergebniskennzahlen der Divisionen dargestellt. Der Schwerpunkt "Effizienzsteigerung und Flexibilisierung der Kostenstruktur" fokussiert auf die größten Aufwandspositionen sowie die Steuerung des Geschäftsstellennetzwerks. Im Bereich "Kundenorientierung und Innovation" werden nicht-finanzielle Leistungsindikatoren wie die Anzahl der Post-Geschäftsstellen, die Kundenzufriedenheit sowie die Forcierung neuer Selbstbedienungslösungen zur Steuerung des Konzerns herangezogen.

Insgesamt setzt die Österreichische Post damit auf die Einhaltung einheitlicher Standards und die klare Ergebnisausrichtung auf Top-Ebene. In der weiteren Berichtskaskade werden diese Eckpunkte um bereichsspezifische Produktivitäts- und Qualitätskennzahlen ergänzt. Ein hohes Maß an Durchgängigkeit und die damit verbundene Transparenz zwischen unterschiedlichen Steuerungseinheiten sollen dazu beitragen, das Wachstum neuer Geschäftsfelder zu unterstützen und den Faktor Kosteneffizienz in allen Bereichen sichtbar zu machen. Insgesamt konnte die Österreichische Post dadurch in den vergangenen Jahren aus ihrem Cashflow nicht nur die notwendigen Investitionen bzw. Akquisitionen finanzieren, sondern auch eine attraktive Dividendenpolitik gewährleisten.

2 Umfeld und Rahmenbedingungen

2.1 Wirtschaftliches Umfeld

Auf globaler Ebene ist eine leichte Erholung der Weltwirtschaft zu beobachten. Der Internationale Währungsfonds (IWF) errechnet für das Jahr 2015 ein globales Wirtschaftswachstum von 3,1%, das sich im Jahr 2016 auf 3,4% verstärken soll. Die größten Wachstumsrisiken sieht der IWF derzeit in der Wachstumsverlangsamung in China, der geldpolitischen Straffung in den USA gepaart mit einem starken Dollar sowie einer möglichen Eskalation der bestehenden geopolitischen Spannungen. In der Eurozone ist die wirtschaftliche Erholung weitgehend auf Kurs. Für 2015 betrug das Wirtschaftswachstum laut IWF 1,5%, nach lediglich 0,9% im Jahr 2014. Für das Jahr 2016 rechnet der IWF mit einem Wachstum von 1,6%. (Quelle: IWF, Jänner 2016)

Die Wirtschaft in Österreich wuchs 2015 um nur 0,8%. Das Wachstum lag damit das vierte Jahr in Folge unter 1%. Die Schwäche des weltwirtschaftlichen Umfelds dämpfte den Außenhandel, und die Investitionen zogen erst im Jahresverlauf an. Der private Konsum nahm aufgrund der höheren Arbeitslosigkeit und einer schwachen Einkommensentwicklung gegenüber dem Vorjahr nur geringfügig zu. Trotz der geringen Grunddynamik der Konjunktur dürfte die Wirtschaft in den kommenden Jahren allerdings kräftiger wachsen, da die heimische Nachfrage vom verstärkten Konsum profitiert. Für das Bruttoinlandsprodukt 2016 wird ein Wachstum von 1,6% prognostiziert. (Quelle: Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung WIFO, Dezember 2015)

Die für Österreichs Wirtschaft bedeutsamen Märkte in Südostund Osteuropa entwickelten sich allerdings etwas positiver. Der IWF errechnet für den CEE-Raum im Jahr 2015 ein Wirtschaftswachstum von ca. 3,0%. Für die Türkei (+3,0%), Rumänien (+3,4%) und Ungarn (+3,0%) werden Wachstumsraten von 3% oder darüber erwartet. In Deutschland prognostiziert der IWF für 2016 ein Wachstum von 1,6%, nach 1,5% im Jahr 2015. (Quelle: IWF, Jänner 2016)

2.2 Branchenumfeld

Neben dem konjunkturellen Umfeld wird die Geschäftsentwicklung der Österreichischen Post vor allem von folgenden internationalen Trends beeinflusst, die Risiken, aber auch Chancen mit sich bringen.

Im Briefbereich hält die elektronische Substitution des klassischen Briefs weiterhin an. Dieser globale Trend betrifft alle Postgesellschaften und ist im Kern wenig beeinflussbar. Die Rückgänge sind international unterschiedlich, die Österreichische Post rechnet mit einem Basisszenario in der Größenordnung von 3–5% pro Jahr. Österreich blieb mit einem jährlichen Rückgang der Briefmengen von 3% in den letzten Jahren und 4% im Jahr 2015 unter dem europäischen Branchenschnitt. Das Geschäft mit Werbesendungen hängt hingegen stark von der Intensität der Werbeaktivitäten der Unternehmen ab. Der Markt für adressierte und unadressierte Werbesendungen zeigt dabei eine differenzierte Volumenentwicklung. Während einige Kundensegmente etwa durch zunehmende Aktivitäten der Online-Händler unter Druck stehen, verzeichnen andere Segmente Zuwächse. Aktuelle Studien zeigen, dass neben Online-Werbung in Zukunft auch Multi-Channel-Kommunikation und Dialogmarketing tendenziell an Bedeutung gewinnen werden.

Die Paketmengen im privaten Bereich steigen dank der ständig zunehmenden Bedeutung von Online-Shopping weiter. Auf Basis dieses Trends hat sich das österreichische Paketaufkommen bei Privatkunden 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 7,2% erhöht. Gleichzeitig jedoch nimmt hier auch die Wettbewerbsintensität zu. Im B2B-Bereich ist die Anzahl der Pakete nach Rückgängen in den Vorjahren um 1,2% gestiegen. (Quelle: Kreutzer Fischer & Partner, Branchenradar 2016)

Die Entwicklung des internationalen Paket- und Frachtgeschäfts ist wiederum wesentlich von der Konjunkturentwicklung, den internationalen Handelsströmen und der damit verbundenen Preisentwicklung abhängig. Wettbewerbsintensität und Preisdruck sind in diesem Bereich weiterhin hoch. Die Handelsströme werden immer internationaler, und mit ihnen die nachgefragten Logistikdienstleistungen. Internationale Sendungen sind daher ein weiterer wichtiger Faktor für das Wachstum des europäischen Kurier-, Express- und Paketmarkts (KEP). Die Konzernunternehmen der Österreichischen Post in CEE profitieren zudem vom tendenziell dynamischeren Wirtschaftswachstum in dieser Region und ebenso vom Aufholbedarf im E-Commerce.

service

Ein weiterer wichtiger Markttrend besteht in der steigenden Bedeutung des Klimaschutzes und der dadurch steigenden Nachfrage nach ressourcenschonenden Gütertransporten. Die Österreichische Post entspricht diesen Anforderungen durch das Angebot der CO2 -neutralen Zustellung von Sendungen im Heimmarkt Österreich, mit dem sie für sich und ihre Kunden eine Belastung der globalen Klimabilanz durch ihre Unternehmenstätigkeit vermeidet.

2.3 Rechtliche Rahmenbedingungen

Die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Geschäftstätigkeit der Österreichischen Post basieren primär auf dem Österreichischen Postmarktgesetz, das seit 1. Jänner 2011 in Kraft ist.

  • Die Österreichische Post ist seit der vollständigen Marktöffnung Österreichs Universaldienstleister und garantiert damit die Versorgung mit qualitativ hochwertigen Postdienstleistungen in ganz Österreich. Wie gesetzlich vorgesehen, hat die Regulierungsbehörde im Jahr 2016 mit der Evaluierung begonnen, ob auch andere Postdienstanbieter den Universaldienst erbringen können.
  • Der Universaldienst beschränkt sich primär auf Postsendungen, die an den gesetzlich definierten Zugangspunkten abgegeben werden können, also z. B. Post-Geschäftsstellen oder Brief-

kästen. Damit soll die Grundversorgung der österreichischen Bevölkerung und Wirtschaft mit Postdienstleistungen gesichert werden. Postdienste für Sendungen, die von Großkunden in Verteilzentren eingeliefert werden, zählen – mit Ausnahme von Zeitungen – nicht zum Universaldienst.

  • Mit 15. September 2014 genehmigte die Regulierungsbehörde (Post-Control-Kommission und RTR Rundfunk & Telekom Regulierungs-GmbH) die Anpassung der Tarifstruktur der Österreichischen Post. Damit kam es per 1. März 2015 zum ersten Mal nach der letzten Produkt- und Preisreform im Jahr 2011 zu einer inflationsbedingten Änderung der Preise im Briefbereich.
  • Mit 27. November 2015 ist eine Änderung des Postmarktgesetzes in Kraft getreten, die es der Post ermöglicht, neben den Briefsendungen (mit strengen Laufzeitvorgaben) auch sogenannte Non-Priority-Briefsendungen im Universaldienst anzubieten, deren Laufzeiten regelmäßig bis zu vier Tage betragen dürfen.

3 Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage

3.1 Veränderungen im Konsolidierungskreis

Im Geschäftsjahr 2015 fanden folgende wesentliche Unternehmenserwerbe und -verkäufe statt:

Mit Stichtag 20. Februar 2015 hat die Österreichische Post ihre Anteile am deutschen Druckdienstleister MEILLERGHP verkauft. Das Gemeinschaftsunternehmen stand zu 65,0% im Eigentum der Österreichischen Post und zu 35,0% im Eigentum der Schweizerischen Post. Mit 7. Februar 2014 stellte die MEILLERGHP einen Antrag auf Eröffnung eines Sanierungsinsolvenzverfahrens, das mit 15. Februar 2015 beendet wurde.

Per 31. März 2015 wurden zudem 100% der Anteile an der Tochtergesellschaft feibra Magyarország Kft. veräußert. Das Unternehmen ist in der Verteilung von unadressierten und adressierten Werbemitteln sowie Zeitschriften in Ungarn tätig. Bereits zum 31. Dezember 2014 waren die Vermögenswerte und Schulden der Gesellschaft als Veräußerungsgruppe eingestuft und entsprechend in der Bilanz gesondert ausgewiesen worden.

Mit Stichtag 1. Juni 2015 hat die Österreichische Post 60% der Anteile an der Aktionsfinder GmbH erworben. Die Gesellschaft wird ab diesem Zeitpunkt als vollkonsolidiertes Tochterunternehmen in den Konzernabschluss einbezogen. Die Aktionsfinder GmbH betreibt das Internetportal Aktionsfinder.at. Diese Plattform zählt zu den größten Internet-Portalen für Werbeprospekte in Österreich und ermöglicht den elektronischen Abruf von in Österreich verteilten Prospekten, Aktionen und Angeboten. Mit Stichtag 1. Oktober 2015 wurden weitere 20% der Anteile an der Gesellschaft für eine Gegenleistung in bar von 0,3 Mio EUR erworben. Die Anteile erhöhten sich damit von 60% auf 80%.

Mit Stichtag 5. August 2015 wurden 100% der Anteile an der Kolos s.r.o. verkauft. Das Unternehmen ist in der Slowakei im Bereich der Zustellung unadressierter Sendungen sowie adressierter Werbemittel und Briefe aktiv.

Mit Stichtag 1. Oktober 2015 hat die Österreichische Post AG 100% der Anteile an der EMD – Elektronische- u. Mikrofilm-Dokumentationssysteme Ges.m.b.H. erworben. EMD ist seit mehr als 30 Jahren als Spezialist für die Digitalisierung und Mikroverfilmung von

Archiven und historischen Dokumenten etabliert. Mit dieser Übernahme erweitert die Österreichische Post ihr Dienstleistungsspektrum im Bereich des intelligenten Inputmanagements.

Die Änderungen im Konsolidierungskreis sind im Konzernanhang im Kapitel 4.2 vollständig dargestellt.

3.2 Ertragslage

3.2.1 Umsatzentwicklung

Der Konzernumsatz der Österreichischen Post hat sich im Jahr 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 1,6% auf 2.401,9 Mio EUR erhöht. Sowohl die Division Paket & Logistik als auch die Division Brief, Werbepost & Filialen leisteten mit einem Plus von 2,9% bzw. 0,9% einen Beitrag zu diesem Umsatzwachstum.

Der Umsatz des Konzerns entfällt zu 62,5% auf die Division Brief, Werbepost & Filialen und zu 37,5% auf die Division Paket & Logistik. Der Umsatzanteil der Division Corporate lag unter 0,1%.

Insgesamt erhöhte sich der Umsatz der Division Brief, Werbepost & Filialen im Berichtszeitraum um 0,9% auf 1.501,7 Mio EUR. In der Division Paket & Logistik konnte der Umsatz 2015 um 2,9% auf 900,2 Mio EUR gesteigert werden.

Der Umsatz der Division Corporate betrug in der Berichtsperiode 0,1 Mio EUR (Umsatz mit Dritten). Die Geschäftstätigkeit in der Division Corporate besteht in der Erbringung von Dienstleistungen, wie sie typischerweise für Zwecke der Verwaltung eines Konzerns erbracht werden. Diese Dienstleistungen umfassen die Verwaltung der Konzernimmobilien, die Erbringung von IT-Support, Finanzierungs- und Verwaltungstätigkeiten sowie die Administration des Post-Arbeitsmarkts. Die Division Corporate beinhaltet darüber hinaus die Bereiche Innovationsmanagement und Entwicklung neuer Geschäftsmodelle.

In der regionalen Betrachtung des Konzernumsatzes der Österreichischen Post wurden im Geschäftsjahr 2015 insgesamt 73,3% in Österreich erwirtschaftet, 21,9% in Deutschland und 4,8% in Südost-/Osteuropa.

Umsatzentwicklung

1 Werte bereinigt um Tochtergesellschaften Benelux (Verkauf im Jahr 2012) und meiller Gruppe (seit 2011 wurde das Gemeinschaftsunternehmen MEILLERGHP nach der Equity-Methode bilanziert)

2 Die Darstellung der Umsatzerlöse der Division Paket & Logistik wurde angepasst. Exportdienstleistungen werden nach der Nettomethode erfasst (vormals Ausweis in Umsatzerlösen und Aufwand für bezogene Leistungen).

Umsatzentwicklung Konzern

Mio EUR 2013 20141 2015 Veränderung
2014/2015
% Mio EUR
Umsatz 2.366,8 2.363,5 2.401,9 1,6% 38,5
Kalenderwerktage in Österreich 251 250 251

1 Die Darstellung der Umsatzerlöse der Division Paket & Logistik wurde angepasst. Exportdienstleistungen werden nach der Nettomethode erfasst (vormals Ausweis in Umsatzerlösen und Aufwand für bezogene Leistungen).

Umsatzentwicklung Division Brief, Werbepost & Filialen

Mio EUR 20131 2014 2015 % Veränderung
2014/2015
Mio EUR
Umsatzerlöse mit Dritten (extern) 1.510,3 1.487,7 1.501,7 0,9% 14,0
Briefpost & Mail Solutions 793,1 790,5 808,4 2,3% 17,9
Werbepost 441,8 431,0 428,7 –0,5% –2,2
Medienpost 140,9 143,2 140,8 –1,7% –2,4
Filialdienstleistungen 134,4 123,0 123,8 0,6% 0,7
Umsatzerlöse mit anderen Segmenten (konzernintern) 75,1 79,4 84,1 6,0% 4,7
Umsatzerlöse gesamt 1.585,4 1.567,1 1.585,8 1,2% 18,7

1 Die Darstellung der Umsatzerlöse wurde angepasst, sodass segmentübergreifende Leistungsbeziehungen zwischen Tochtergesellschaften bzw. zwischen Tochtergesellschaften und der Österreichischen Post AG nicht mehr in den Umsatzerlösen mit Dritten (vormals Außenumsatz) gezeigt werden.

briefUmsatz nach Produktgruppen

1 Die Darstellung der Umsatzerlöse wurde angepasst, sodass segmentübergreifende Leistungsbeziehungen zwischen Tochtergesellschaften bzw. zwischen Tochtergesellschaften und der Österreichischen Post AG nicht mehr in den Umsatzerlösen mit Dritten (vormals Außenumsatz) gezeigt werden.

Der Umsatz der Division Brief, Werbepost & Filialen von 1.501,7 Mio EUR stammt zu 53,8% aus dem Bereich Briefpost & Mail Solutions, zu 28,5% aus Werbepost und zu 9,4% aus Medienpost, also der Zustellung von Zeitungen und Magazinen. Zudem wurden 8,2% des Umsatzes mit Filialdienstleistungen erwirtschaftet. Der Divisionsumsatz ist in der Regel stark von Wahleffekten beeinflusst. Die mit Wahlen verbundenen positiven Umsatzeffekte lagen im Jahr 2015 leicht über dem Vorjahr. Während die Wahlen im Vorjahr überwiegend in der ersten Jahreshälfte lagen, wurden im aktuellen Geschäftsjahr auch im zweiten Halbjahr Zusatzumsätze durch Landtagswahlen in Wien und Oberösterreich erzielt.

Im Bereich Briefpost & Mail Solutions lag der Umsatz im Jahr 2015 mit 808,4 Mio EUR um 2,3% über dem Niveau des Vorjahres. Der Basistrend der E-Substitution, also des Ersatzes des klassischen

Briefs durch elektronische Kommunikationsformen, hält dabei weiter an. Als gegenläufige Effekte sind die Tarifanpassung per 1. März 2015 sowie Impulse durch internationale Sendungsabwicklung mit Drittländern zu nennen.

Der Bereich Werbepost verzeichnete in der Berichtsperiode einen Umsatzrückgang um 0,5% auf 428,7 Mio EUR. Dieser Rückgang ist vor allem auf den Verkauf zweier Briefgesellschaften in Ungarn und der Slowakei zurückzuführen. Generell ist dieses Geschäftsfeld vom konjunkturellen Umfeld und den Werbeaktivitäten der Kunden beeinflusst und daher größeren Schwankungen unterworfen. Dabei zeigt sich auch eine differenzierte Entwicklung der einzelnen Kundenbranchen. Speziell die Werbeaktivitäten der großen Handelsunternehmen mit unadressierten Sendungen entwickelten sich in der Berichtsperiode positiv. Der Bereich adressierter Werbesendungen verzeichnete hingegen Rückgänge, die auf den Entfall diverser Einmalaussendungen sowie die Reduktion der Werbeaktivitäten einzelner Kundengruppen wie etwa Versandhandelskunden zurückzuführen sind.

Der Umsatz mit Medienpost zeigte im Jahr 2015 einen Rückgang von 1,7% auf 140,8 Mio EUR. Dafür war die generell rückläufige Entwicklung der Tages-, Wochen- und Monatszeitungen verantwortlich.

briefUmsatz nach Produktgruppen 2015

Der Umsatz im Bereich Filialdienstleistungen lag in der Berichtsperiode mit 123,8 Mio EUR um 0,7 Mio EUR über dem Vorjahresniveau. Dieser Anstieg ist vor allem auf die Änderung des Verrechnungsmodells bestimmter Handelswaren zurückzuführen. Die Bereiche Mobilfunkprodukte sowie Finanzdienstleistungen für

den Bankpartner BAWAG P.S.K. zeigten weiterhin eine rückläufige Entwicklung, wobei im vierten Quartal im Bereich Mobilfunkprodukte ein positiver Trend im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet werden konnte.

Umsatzentwicklung Division Paket & Logistik

Mio EUR 20131 20142 2015 Veränderung
2014/2015
% Mio EUR
Umsatzerlöse mit Dritten (extern) 855,6 875,0 900,2 2,9% 25,2
Paket Premium 643,0 651,4 668,4 2,6% 17,0
Paket Standard 181,4 188,2 195,4 3,8% 7,1
Paket Sonstige Leistungen 31,3 35,3 36,4 3,0% 1,1
Umsatzerlöse mit anderen Segmenten (konzernintern) 9,4 8,8 8,2 –6,7% –0,6
Umsatzerlöse gesamt 865,0 883,7 908,4 2,8% 24,6

1 Die Darstellung der Umsatzerlöse wurde angepasst, sodass segmentübergreifende Leistungsbeziehungen zwischen Tochtergesellschaften bzw. zwischen Tochtergesellschaften und der Österreichischen Post AG nicht mehr in den Umsatzerlösen mit Dritten (vormals Außenumsatz) gezeigt werden.

2 Die Darstellung der Umsatzerlöse der Division Paket & Logistik wurde angepasst. Exportdienstleistungen werden nach der Nettomethode erfasst (vormals Ausweis in Umsatzerlösen und Aufwand für bezogene Leistungen).

Mio EUR Paket Premium Paket Standard Sonstige Leistungen 20111 20121 620,4 166,8 15,1 802,3 20132 20143 2015 650,8 177,8 29,6 840,9 643,0 651,4 668,4 181,4 188,2 195,4 31,3 35,3 36,4 855,6 875,0 900,2

paketUmsatz nach Produktgruppen

1 Werte bereinigt um die im Jahr 2012 veräußerten Tochtergesellschaften Benelux 2 Die Darstellung der Umsatzerlöse wurde angepasst, sodass segmentübergreifende Leistungsbeziehungen zwischen Tochtergesellschaften bzw. zwischen Tochtergesellschaften und der Österreichischen Post AG nicht mehr in

den Umsatzerlösen mit Dritten (vormals Außenumsatz) gezeigt werden. 3 Die Darstellung der Umsatzerlöse der Division Paket & Logistik wurde angepasst.

Exportdienstleistungen werden nach der Nettomethode erfasst (vormals Ausweis in Umsatzerlösen und Aufwand für bezogene Leistungen).

Der Umsatz der Division Paket & Logistik erhöhte sich im Periodenvergleich um 2,9% auf 900,2 Mio EUR. Der Großteil des Divisionsumsatzes entfiel mit rund 74% auf den Premium-Bereich. Hierbei handelt es sich um eine Paketzustellung innerhalb eines Werktages. Dieser verzeichnete in der Berichtsperiode einen Umsatzanstieg von 2,6% auf 668,4 Mio EUR (+4,7% im vierten Quartal 2015). Neben einer guten Entwicklung des Paketgeschäfts mit Business-Kunden in Österreich waren vor allem bei höherwertigen Paketen für Privatkunden überdurchschnittliche Steigerungen zu verzeichnen. Generell ist im Geschäft mit Business-Kunden eine hohe Wettbewerbsintensität zu verspüren, die – in Kombination mit schwachen konjunkturellen Impulsen – auch zu einem hohen Preisdruck führt.

Die Umsätze des Bereichs Paket Standard – es umfasst vorrangig Sendungen an Privatkunden in Österreich – stiegen um 3,8% auf 195,4 Mio EUR. Basis dieses Wachstums ist der anhaltende Online-Shopping-Trend, der zu laufenden Zuwächsen in den Paketmengen der Online-Händler an Privatkunden führt. Auch in diesem Bereich ist ein verstärkter Wettbewerb und Kampf um Marktanteile spürbar.

Im Bereich Paket Sonstige Leistungen, der diverse Logistik-Zusatzdienstleistungen wie z. B. Fulfillment, Warehousing oder Werttransporte beinhaltet, wurden in der Berichtsperiode Umsätze in Höhe von 36,4 Mio EUR generiert. Dies entspricht einer Steigerung von 3,0%.

Regional betrachtet wurden 54,0% der Umsätze in Deutschland generiert, 37,5% der Umsätze entfielen auf Österreich und 8,5% auf

paketUmsatz nach Regionen 2015

die Tochtergesellschaften in Südost- und Osteuropa. Während sich das Geschäft in Österreich und den CEE-Märkten sehr positiv entwickelte, musste die deutsche trans-o-flex Gruppe aufgrund der herausfordernden Wettbewerbssituation einen Umsatzrückgang von 0,5% hinnehmen. Demgegenüber konnte in Österreich –

getrieben durch den Trend zu Online-Shopping sowie Marktanteilssteigerungen bei Business-Paketen – ein Wachstum von 7,4% erzielt werden. Die Tochtergesellschaften in Südost- und Osteuropa verzeichneten insgesamt ein deutliches Umsatzwachstum von 6,6%.

3.2.2 Ergebnisentwicklung

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Mio EUR 2013 20141 2015 % Veränderung
2014/2015
Mio EUR
Umsatzerlöse 2.366,8 2.363,5 2.401,9 1,6% 38,5
Sonstige betriebliche Erträge 69,7 134,4 99,2 –26,2% –35,3
Materialaufwand und Aufwand für
bezogene Leistungen
–753,3 –737,5 –749,6 –1,6% –12,1
Personalaufwand –1.073,5 –1.109,5 –1.106,0 0,3% 3,5
Sonstige betriebliche Aufwendungen –298,6 –317,0 –344,0 –8,5% –27,0
Ergebnis aus nach der Equity-Methode
bilanzierten Finanzanlagen
–6,6 –0,1 1,1 >100% 1,3
EBITDA
(Ergebnis vor Zinsen, Steuern
und Abschreibungen)
304,5 333,8 302,7 –9,3% –31,1
Planmäßige Abschreibungen –83,5 –84,9 –85,0 –0,1% –0,1
Wertminderungen –35,1 –52,0 –128,7 >100% –76,7
EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) 186,0 196,9 198,02
/89,0
–54,8% –107,8
Sonstiges Finanzergebnis –14,8 –2,8 2,0 >100% 4,8
EBT (Ergebnis vor Ertragsteuern) 171,2 194,0 91,0 –53,1% –103,0
Ertragsteuern –47,2 –47,2 –19,5 58,7% 27,7
Periodenergebnis 124,0 146,8 142,22
/71,6
–51,3% –75,3
Ergebnis je Aktie (EUR)3 1,82 2,17 2,102
/1,06
–51,2% 1,11

1 Die Darstellung der Umsatzerlöse sowie der Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen der Division Paket & Logistik wurden angepasst. Exportdienstleistungen werden nach der Nettomethode erfasst (vormals Ausweis in Umsatzerlösen und Aufwand für bezogene Leistungen).

2 Bereinigt um Sondereffekte

3 Unverwässertes Ergebnis je Aktie, bezogen auf 67.552.638 Stück Aktien

Die Aufwandsstruktur der Österreichischen Post ist von einem hohen Anteil an Personalkosten geprägt. So entfielen im Jahr 2015 45,8% der gesamten betrieblichen Aufwendungen auf Personalaufwand. Die zweitgrößte Aufwandsposition stellt mit 31,1% der Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen dar, der zum Großteil extern vergebene Transportaufwendungen betrifft. Weiters entfielen 14,3% auf sonstige betriebliche Aufwendungen und 8,9% auf Abschreibungen.

Die sonstigen betrieblichen Erträge reduzierten sich im Berichtszeitraum auf 99,2 Mio EUR nach 134,4 Mio EUR im Vorjahr. Im Jahr 2014 wurde ein Entkonsolidierungsgewinn in Höhe von 62,4 Mio EUR erfasst, welcher im Zusammenhang mit der Verwertung der ehemaligen Unternehmenszentrale in der Wiener Innenstadt steht. In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind im

Jahr 2015 Rückforderungsansprüche aus in Vorperioden bezahlten Lohnnebenkosten enthalten. Saldiert, also abzüglich Aufwendungen für etwaige Ersatzleistungen, die in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen abgebildet sind, belaufen sich diese auf 23,0 Mio EUR.

Der Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen erhöhte sich in der Berichtsperiode um 1,6% auf 749,6 Mio EUR. Der darin inkludierte Materialaufwand reduzierte sich vor allem aufgrund der niedrigen Treibstoffpreise. Gegenläufig entwickelte sich der Aufwand bei Handelswaren bedingt durch eine entsprechende Mengensteigerung. Die bezogenen Leistungen zeigten im Jahr 2015 einen Anstieg, der auf die Entwicklung der Transportaufwendungen aufgrund der gestiegenen Paketmengen in Österreich und Südost- und Osteuropa zurückzuführen ist.

Aufwandsverteilung 2015

Der Personalaufwand der Österreichischen Post belief sich im Jahr 2015 auf 1.106,0 Mio EUR und verzeichnete damit einen leichten Rückgang von 0,3%. Die in diesem Betrag inkludierten operativen Personalaufwendungen haben sich im Vergleich zum Vorjahr verringert. Dies zeigt, dass die konsequente Fortführung der Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und zur Verbesserung der Personalstruktur die inflationsbedingten Kostensteigerungen kompensieren konnte. In Summe beschäftigte der Österreichische Post Konzern im Geschäftsjahr 2015 im Periodendurchschnitt 23.476 Mitarbeiter (Vollzeitkräfte), während im Geschäftsjahr 2014 noch 23.912 Mitarbeiter für die Österreichische Post tätig waren.

Zusätzlich zu den laufenden operativen Personalkosten inkludiert der Personalaufwand der Österreichischen Post auch diverse nichtoperative Personalaufwendungen wie Abfertigungen oder Rückstellungsveränderungen, die primär auf die spezifische Beschäftigungssituation beamteter Mitarbeiter bei der Österreichischen Post zurückzuführen sind. Diese Aufwendungen sind mit rund 50 Mio EUR höher ausgefallen als im Jahr 2014. Dabei lagen die Abfertigungsaufwendungen (inklusive der Veränderung der Rückstellungen für Abfertigung) in der Berichtsperiode aufgrund umfangreicher Abfertigungsmaßnahmen deutlich über dem üblichen Niveau der letzten Jahre. Die Veränderungen der Rückstellungen für Sozialpläne, Personalunterauslastung und freiwilligen Personalwechsel von Mitarbeitern in den Bundesdienst sowie für diverse Restrukturierungen sind im Jahr 2015 in Summe hingegen nur geringfügig gestiegen. Im Jahr 2014 hatte die Parameteranpassung für verzinsliche Personalrückstellungen (Diskontierungszinssatz, Gehaltssteigerungen und Fluktuationsabschläge) hier noch zu einer Belastung von 22,5 Mio EUR geführt.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich um 8,5% auf 344,0 Mio EUR, zurückzuführen unter anderem auf höhere Aufwendungen für Instandhaltung und Beratung sowie die bereits erwähnten Aufwendungen für etwaige Ersatzleistungen. Weiters sind Wertminderungen von Forderungen von deutschen Distributionsgesellschaften von 3,7 Mio EUR angefallen.

Das Ergebnis aus nach der Equity-Methode konsolidierten Unternehmen betrug 1,1 Mio EUR nach minus 0,1 Mio EUR im Jahr 2014. Dieses Ergebnis beinhaltet einen positiven Beitrag der türkischen Gesellschaft Aras Kargo a.s., aber auch einen negativen Ergebnisbeitrag des deutschen Start-up-Unternehmens AEP GmbH, welches jedoch im Dezember 2015 erstmalig einen positiven Beitrag zum Ergebnis erzielen konnte. Im Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen wurde zudem ein Verlust aus dem Verkauf des Gemeinschaftsunternehmens MEILLERGHP in Höhe von 0,5 Mio EUR erfasst, das mit 20. Februar 2015 veräußert wurde. Der Verlust entstand ausschließlich aufgrund der auf die MEILLERGHP entfallenden Währungsumrechnungsrücklagen.

Das EBITDA des Österreichischen Post Konzerns betrug 302,7 Mio EUR nach 333,8 Mio EUR im Jahr 2014. Die Differenz ist vor allem auf den positiven Beitrag aus dem Verkauf der ehemaligen Unternehmenszentrale in Höhe von 62,4 Mio EUR im Jahr 2014 zurückzuführen. Im Jahr 2015 waren Rückforderungsansprüche aus in Vorperioden bezahlten Lohnnebenkosten abzüglich etwaiger Ersatzleistungen von 23,0 Mio EUR inkludiert. Die EBITDA-Marge des Konzerns lag bei 12,6%.

In Summe fielen in der Berichtsperiode 213,7 Mio EUR an Abschreibungen an, nach 136,9 Mio EUR im Vorjahr. Die Abschreibungen 2015 inkludieren Wertminderungen von Firmen- und Vermögenswerten bei der deutschen trans-o-flex Gruppe in Höhe von 122,1 Mio EUR sowie eine Wertminderung im Ausmaß von 6,1 Mio EUR für den Firmenwert der rumänischen Tochtergesellschaft PostMaster s.r.l. Im Jahr 2014 waren vor allem Wertminderungen im Zusammenhang mit der trans-o-flex Gruppe bzw. der polnischen Tochtergesellschaft PostMaster Sp. z o.o. in Höhe von 48,6 Mio EUR enthalten.

Nach Abzug der Abschreibungen lag das ausgewiesene EBIT in Summe bei 89,0 Mio EUR. Dieses war maßgeblich durch die beiden beschriebenen Sondereffekte beeinflusst. So wurden

1 Bereinigt um Sondereffekte

service

in Summe Wertminderungen in Höhe von 131,9 Mio EUR vorgenommen, von denen der größte Teil im Zusammenhang mit der zur Veräußerung gehaltenen trans-o-flex Gruppe erfolgte. Darüber hinaus ist ein positiver Nettoeffekt von 23,0 Mio EUR enthalten, der sich aus Rückforderungsansprüchen aus in Vorperioden bezahlten Lohnnebenkosten ergab. Abgesehen von diesen Sondereffekten lag das operative Ergebnis 2015 somit bei 198,0 Mio EUR, dies entspricht einer EBIT-Marge von 8,2%.

Das Finanzergebnis verbesserte sich von minus 2,8 Mio EUR im Vorjahr auf plus 2,0 Mio EUR im Jahr 2015, im Wesentlichen zurückzuführen auf Zinserträge in Höhe von 3,3 Mio EUR infolge der vorzeitigen Auflösung einer Cross-Border-Leasingtransaktion diverser Postsortieranlagen im März 2015. Zudem reduzierte sich der Zinsaufwand aus der laufenden Aufzinsung verzinslicher Rückstellungen aufgrund der im Vergleich zum Vorjahr niedrigeren anzuwendenden Rechnungszinssätze.

Der Steueraufwand reduzierte sich von 47,2 Mio EUR im Vorjahr auf 19,5 Mio EUR. Nach Abzug der Steuern ergibt sich damit ein Periodenergebnis (Ergebnis nach Steuern) von 71,6 Mio EUR, im Vergleich zu 146,8 Mio EUR in der Vorjahresperiode. Dies entspricht einem unverwässerten Ergebnis pro Aktie von 1,06 EUR für das Geschäftsjahr 2015. Bereinigt um die beschriebenen Sondereffekte nach Steuern beläuft sich das vergleichbare Periodenergebnis auf 142,2 Mio EUR, das entspricht einem Ergebnis pro Aktie von 2,10 EUR.

Periodenergebnis

1 Bereinigt um Sondereffekte

EBITDA und EBIT nach Divisionen

der Zinsaufwand aus der laufenden Aufzinsung verzinslicher
Rückstellungen aufgrund der im Vergleich zum Vorjahr niedrige
ren anzuwendenden Rechnungszinssätze.
Das ausgewiesene Nettoergebnis war ebenfalls durch die beschrie
benen Sondereffekte beeinträchtigt. Das Ergebnis vor Steuern lag
im Jahr 2015 bei 91,0 Mio EUR nach 194,0 Mio EUR im Vorjahr.
123,2
123,2
2011
2012
1 Bereinigt um Sondereffekte
146,8
124,0
2013
2014
142,21
71,6
2015
EBITDA
und EBIT nach Divisionen
Mio EUR 2013 2014 2015 % Veränderung
2014/2015
Mio EUR
Marge
2015
EBITDA
gesamt
304,5 333,8 302,7 –9,3% –31,1 12,6%
Brief, Werbepost & Filialen 320,7 311,0 322,9 3,8% 12,0 20,4%
Paket & Logistik 42,8 41,4 37,9 –8,4% –3,5 4,2%
Corporate/Konsolidierung –58,9 –18,5 –58,1 <–100% –39,5
EBIT gesamt 186,0 196,9 89,0 –54,8% –107,8 3,7%
Brief, Werbepost & Filialen 281,8 270,0 284,7 5,4% 14,7 18,0%
Paket & Logistik –4,9 –19,5 –105,4 <–100% –85,9
Corporate/Konsolidierung –90,9 –53,6 –90,3 –68,5% –36,7
Nach Divisionen betrachtet, verzeichnete die Division
Brief, Werbepost & Filialen im Geschäftsjahr 2015 ein EBITDA
von 322,9 Mio EUR. Das entspricht einer Steigerung von rund
12,0 Mio EUR bzw. 3,8%. Dies ist vor allem auf den Umsatzanstieg
von 1,2% sowie auf hohe Kostendisziplin zurückzuführen. Das
Divisions-EBIT lag mit 284,7 Mio EUR um 5,4% über dem Ver
gleichswert des Vorjahres. Während im Vorjahr Wertminderungen
von Firmenwerten von Tochtergesellschaften in Südost- und
Osteuropa von insgesamt 9,7 Mio EUR anfielen, kam es in der
Berichtsperiode zur Wertminderung des Firmenwerts der
Tochtergesellschaft in Rumänien in Höhe von 6,1 Mio EUR.
lung aus. Auch in 2015 blieb die Geschäftsentwicklung des
Unternehmens hinter den Erwartungen zurück, sodass sich die
Österreichische Post im Laufe des Jahres dazu entschloss, alle stra
tegischen Optionen zu prüfen. In Summe wurden in diesem Zu
sammenhang mit der zur Veräußerung gehaltenen trans-o-flex
Gruppe Wertminderungen in Höhe von 125,8 Mio EUR vorge
nommen, denen 2014 Wertminderungen in Höhe von 38,9 Mio EUR
für diese Gesellschaften gegenüberstanden. Das EBIT lag somit in
der Berichtsperiode bei minus 105,4 Mio EUR, exklusive die
ses Sondereffektes (non-cash) hat die Division Paket & Logistik
somit ein operatives EBIT von 20,4 Mio EUR erwirtschaftet.
Die Division Paket & Logistik verzeichnete ein EBITDA von
37,9 Mio EUR nach 41,4 Mio EUR im Geschäftsjahr 2014. In
beiden Berichtsperioden wirkten sich negative Effekte im Zusam
menhang mit der trans-o-flex Gruppe auf die Ergebnisentwick
Die Division Corporate (inklusive Konsolidierung) enthält
Aufwendungen zentraler Einheiten des Konzerns, die nicht
weiterverrechnet werden, sowie zugeordnete Personalrückstellun
gen und Vorsorgen. Darüber hinaus beinhaltet die Division die

Bereiche Innovationsmanagement und Entwicklung neuer Geschäftsmodelle. Der positive Nettoeffekt aus Rückforderungsansprüchen aus in Vorperioden bezahlten Lohnnebenkosten in Höhe von 23,0 Mio EUR führte in dieser Division zu einem EBIT von minus 90,3 Mio EUR. Im Ergebnis 2014 von minus 53,6 Mio EUR war der Entkonsolidierungsgewinn der ehemaligen Unternehmenszentrale in Höhe von 62,4 Mio EUR inkludiert.

3.3 Vermögens- und Finanzlage

Die Österreichische Post setzt auf eine konservative Bilanz- und Finanzierungsstruktur. Dies zeigt sich allem voran an der hohen Eigenkapitalquote, den geringen Finanzverbindlichkeiten und der soliden Veranlagung von Zahlungsmitteln mit möglichst geringem Risiko.

3.3.1 Bilanzstruktur

Die Bilanzsumme der Österreichischen Post lag mit 31. Dezember 2015 bei 1.613,0 Mio EUR. Aktivseitig bilden Sachanlagen in Höhe von 571,9 Mio EUR die größte Bilanzposition. Eine Wertminderung von Firmen- und Vermögenswerten im Zusammenhang mit der zur Veräußerung gehaltenen trans-o-flex Gruppe in Höhe von 122,1 Mio EUR wurde vorgenommen. Dies war der Hauptgrund für die Reduktion der immateriellen Vermögenswerte auf 24,8 Mio EUR sowie der Geschäfts- oder Firmenwerte auf 58,2 Mio EUR. Die zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte der trans-o-flex Gruppe von 63,8 Mio EUR sowie die Schulden von 70,0 Mio EUR sind in der Bilanz gesondert ausgewiesen.

Aus der Bilanz ist ersichtlich, dass die Österreichische Post zum 31. Dezember 2015 über Finanzmittel (Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente) in Höhe von 299,6 Mio EUR verfügte. Die anderen finanziellen Vermögenswerte – davon Wertpapiere in Höhe von 57,2 Mio EUR – lagen zum Bilanzstichtag bei 71,8 Mio EUR. Die von der Österreichischen Post gehaltenen Wertpapiere besitzen ein Investment-Grade-Rating bzw. eine vergleichbare Bonität, weshalb von einer kurzfristigen Liquidierbarkeit dieser Anteile ausgegangen werden kann. Damit lag der Finanzmittelbestand inklusive Wertpapiere per Jahresultimo bei 356,7 Mio EUR. Die Zahlung der Dividende von 1,95 EUR je Aktie – in Summe 131,7 Mio EUR – für das Geschäftsjahr 2014 im April 2015 ist dabei berücksichtigt.

Die Passivseite der Bilanz ist von einer hohen Eigenkapitalquote geprägt, die per 31. Dezember 2015 bei 39,8% lag. Das entspricht einem Eigenkapital in Höhe von 641,7 Mio EUR. Die langfristigen Schulden lagen mit Ende der Berichtsperiode bei 384,9 Mio EUR, die kurzfristigen Schulden bei 516,3 Mio EUR. Die in den Schulden enthaltenen Rückstellungen beliefen sich mit Ende Dezember 2015 auf insgesamt 516,6 Mio EUR. Davon entfielen 183,2 Mio EUR auf Rückstellungen für Unterauslastung.

Bilanz per 31. Dezember 2015

1 In der Bilanz sind Wertpapiere unter anderen finanziellen Vermögenswerten erfasst.

Bilanzstruktur nach Positionen

Mio EUR 31.12.20131
angepasst
31.12.2014 31.12.2015 Struktur
31.12.2015
Aktiva
Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte, Geschäfts
oder Firmenwerte
839,7 769,9 654,9 40,6%
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien (Investment Property) 33,5 51,8 60,5 3,7%
Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen 50,3 53,3 53,2 3,3%
Vorräte, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Sonstiges 397,4 464,2 409,3 25,4%
Andere finanzielle Vermögenswerte 77,2 67,1 71,8 4,4%
davon Wertpapiere 65,0 53,1 57,2
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 240,2 264,1 299,6 18,6%
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 1,9 0,6 63,8 4,0%
1.640,2 1.671,0 1.613,0 100%
Passiva
Eigenkapital 699,4 702,7 641,7 39,8%
Rückstellungen 517,3 540,5 516,6 32,0%
Andere finanzielle Verbindlichkeiten 21,0 17,7 12,6 0,8%
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und Sonstiges 402,6 409,5 372,1 23,1%
Schulden iZm zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten 0,0 0,6 70,0 4,3%
1.640,2 1.671,0 1.613,0 100%

1 Bilanzstruktur nach angepasster Darstellung von Ertragsteuererstattungsansprüchen/Ertragsteuerverbindlichkeiten und dem Ausweis von erhaltenen Anzahlungen sowie der Zusammenfassung von Bilanzposten

Die Analyse der Bilanzstruktur nach Fristigkeiten zeigt, dass der überwiegende Teil der Bilanzsumme mit einem Anteil von 56,4% bzw. 909,6 Mio EUR auf langfristiges Vermögen entfällt. Innerhalb des langfristigen Vermögens nehmen die Positionen Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte und Geschäfts- oder Firmenwerte mit 654,9 Mio EUR eine bedeutende Stellung ein.

Bilanzstruktur nach Fristigkeiten

Zu den größten Posten des kurzfristigen Vermögens gehören mit 288,8 Mio EUR die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen sowie mit 299,6 Mio EUR die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente. Inklusive der Wertpapiere von 57,2 Mio EUR lagen die Finanzmittel der Österreichischen Post per 31. Dezember 2015 damit bei 356,7 Mio EUR. Das zur Veräußerung gehaltene Vermögen belief sich auf 63,8 Mio EUR.

Passivseitig setzt sich die Bilanzsumme aus Eigenkapital (39,8%), langfristigen Schulden (23,9%), kurzfristigen Schulden (32,0%) sowie Schulden im Zusammenhang mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten (4,3%) zusammen. Die langfristigen Schulden von insgesamt 384,9 Mio EUR beinhalten im Wesentlichen Rückstellungen (in Summe 355,9 Mio EUR). Bei den kurzfristigen Schulden in Höhe von 516,3 Mio EUR dominieren Verbindlichkeiten mit 355,7 Mio EUR (davon aus Lieferungen und Leistungen 177,3 Mio EUR). Die Schulden im Zusammenhang mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten betrugen 70,0 Mio EUR.

3.3.2 Cashflow

Der Cashflow aus dem Ergebnis erreichte im Geschäftsjahr 2015 265,0 Mio EUR nach 283,3 Mio EUR im Geschäftsjahr 2014. Der Cashflow aus der Geschäftstätigkeit lag mit 216,2 Mio EUR um 16,0 Mio EUR unter dem Vergleichswert des Vorjahres. Zurückzuführen ist die Differenz vor allem auf erhöhte Steuerzahlungen sowie gestiegene Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Teilweise wurde dieser Effekt durch eine Erhöhung von Verbindlichkeiten kompensiert.

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit fiel im Jahr 2015 mit minus 49,0 Mio EUR deutlich geringer aus als in der Vergleichsperiode des Vorjahres. Dies ist vor allem auf den Verkauf der ehemaligen Unternehmenszentrale im ersten Wiener Gemeindebezirk zurückzuführen, da der Restkaufpreis in Höhe von 60,0 Mio EUR im ersten Quartal 2015 beglichen wurde. Die Zahlungen für den Erwerb von Sachanlagen (CAPEX) lagen in der Berichtsperiode mit

104,7 Mio EUR über dem Wert des Vorjahres von 82,6 Mio EUR. In diesen Sachanlageninvestitionen sind auch Investitionen für den Bau der neuen Unternehmenszentrale in Höhe von rund 33 Mio EUR enthalten. Im Zusammenhang mit Akquisitionen und Devestitionen gab es im Jahr 2015 einen Cashflow-Effekt von minus 6,8 Mio EUR. In diesem Betrag sind unter anderem der Erwerb der Unternehmen Aktionsfinder und EMD, aber auch die Verkaufserlöse der Briefgesellschaften in Ungarn und der Slowakei enthalten. Zudem gab es in der Berichtsperiode einen Cashflowmindernden Effekt von 4,4 Mio EUR aus diversen Wertpapierbewegungen.

Insgesamt lag der Free Cashflow in der Berichtsperiode damit bei 167,2 Mio EUR nach 162,8 Mio EUR im Jahr 2014. Der Free Cashflow vor Akquisitionen und Wertpapieren erreichte 178,3 Mio EUR und lag damit über dem Niveau des Vorjahres. Dies bildet eine gute Basis für die zukünftige Investitions- und Dividendenfähigkeit.

Cashflow

Mio EUR 20131 2014 2015
Cashflow aus dem Ergebnis 304,8 283,3 265,0
Cashflow aus Geschäftstätigkeit 250,4 232,2 216,2
Cashflow aus Investitionstätigkeit –189,9 –69,4 –49,0
davon CAPEX –96,4 –82,6 –104,7
davon Cashflow aus Akquisitionen/Devestitionen –69,0 –2,0 –6,8
davon Erwerb/Verkauf von Wertpapieren –24,3 13,0 –4,4
davon sonstiger Cashflow aus Investitionstätigkeit –0,2 2,1 67,0
Free Cashflow 60,5 162,8 167,2
Free Cashflow vor Akquisitionen/Wertpapieren 153,9 151,7 178,3
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit –135,4 –138,8 –131,3
davon Ausschüttungen –123,6 –129,7 –132,1
Veränderung des Finanzmittelbestands –74,8 24,0 36,0
Veränderung des Finanzmittelbestands vor Wertpapieren –50,5 11,0 40,3
Veränderung des Finanzmittelbestands vor Akquisitionen/Wertpapieren 18,5 13,0 47,1

1 Angepasste Darstellung 2013: Unbare Veränderungen von Rückstellungen, die von ihrer Art her insgesamt als langfristig zu betrachten sind, sowie Rückstellungen für Restrukturierungen werden ab dem Geschäftsjahr 2014 im Cashflow aus dem Ergebnis bereinigt. Das Cashflow-Statement für das Geschäftsjahr 2013 wurde entsprechend angepasst.

Entwicklung des Finanzmittel- und wertpapierbestands 20151

1 Der Finanzmittelbestand inklusive Wertpapiere per 31.12.2015 enthält Zuschreibungen zu Wertpapieren in Höhe von 0,9 Mio EUR. Diese Zuschreibungen wurden erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst und sind daher nicht im Cashflow enthalten.

2 Enthält den Finanzmittelbestand nach Veräußerungsgruppe per 01.01.2015 von 0,1 Mio EUR sowie von 0,5 Mio EUR per 31.12.2015

Die Analyse der Entwicklung des Finanzmittelbestands inklusive Wertpapiere im Jahr 2015 zeigt folgendes Bild: Per 1. Jänner 2015 lag der Finanzmittelbestand der Österreichischen Post bei 317,3 Mio EUR. Im Jahr 2015 wurde ein Cashflow aus Geschäftstätigkeit von 216,2 Mio EUR erwirtschaftet, der nach Abzug der im Lauf des Jahres getätigten Investitionen in einem Cashflow vor Akquisitionen/Wertpapieren von 178,3 Mio EUR resultierte. Damit wurden die Ausschüttungen des Jahres 2015 von 132,1 Mio EUR deutlich abgedeckt. Damit verblieb inklusive des Finanzmittelbestands der trans-o-flex Gruppe und inklusive Wertpapiere ein Finanzmittelbestand in Höhe von 357,3 Mio EUR.

3.3.3 Liquidität/Nettofinanzverschuldung

Der Österreichische Post Konzern wies per Ende 2015 eine Nettofinanzverschuldung in Höhe von 28,1 Mio EUR aus. Der Rückgang der Nettofinanzverschuldung von 71,6 Mio EUR war vor allem auf die Erhöhung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie auf eine Verringerung der verzinslichen Rückstellungen zurückzuführen.

Das Verhältnis Nettofinanzverschuldung zu EBITDA reduzierte sich demnach per Ende Dezember 2015 auf 0,09. Der Verschuldungsgrad (Gearing Ratio) lag am Ende der Berichtsperiode bei nur 4,4%.

Liquidität/Nettofinanzverschuldung

Mio EUR 31.12.20131 31.12.20141 31.12.2015
angepasst angepasst
Verzinsliches Fremdkapital 443,1 440,7 396,2
davon andere finanzielle Verbindlichkeiten und verzinsliche Verbindlichkeiten 24,9 21,0 12,6
davon verzinsliche Rückstellungen 418,2 419,7 383,6
Verzinsliche Aktiva –328,8 –341,1 –374,3
davon Wertpapiere –65,0 –53,1 –57,2
davon andere Finanzanlagen und verzinsliche Forderungen –23,7 –23,8 –17,5
davon Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente –240,2 –264,1 –299,6
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte –1,9 –0,6 –63,8
Schulden iZm zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten 0,0 0,6 70,0
Nettofinanzverschuldung 112,4 99,7 28,1
Verhältnis Nettofinanzverschuldung/EBITDA 0,37 0,30 0,09
Gearing Ratio2 16,1% 14,2% 4,4%

1 Die zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte und die Schulden iZm zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten wurden aus dem Capital Employed in die Nettofinanzmittelverschuldung umgegliedert.

2 Gearing Ratio = Nettofinanzverschuldung/Eigenkapital Auf Basis der vorhandenen Liquidität sowie des soliden operativen Cashflows kann die Österreichische Post die aktuellen Finanzierungsvorhaben selbst decken. Eine substantielle Fremdkapitalaufnahme ist derzeit nicht vorgesehen.

Im Rahmen der Dividendenpolitik beabsichtigt der Österreichische Post Konzern für die kommenden Jahre unter der Voraussetzung, dass sich die Geschäftsentwicklung weiterhin erfolgreich fortsetzt und keine außergewöhnlichen Umstände auftreten, eine Ausschüttungsquote von zumindest 75% des auf die Aktionäre entfallenden Periodenergebnisses.

3.3.4 Investitionen und Akquisitionen

Die Investitionen des Österreichischen Post Konzerns beliefen sich im Geschäftsjahr 2015 auf 113,4 Mio EUR und lagen damit um 21,8 Mio EUR über dem Niveau des Vorjahres. Davon entfielen 107,8 Mio EUR auf Investitionen in Sachanlagen und 5,6 Mio EUR auf Investitionen in immaterielle Vermögenswerte. In den Sachanlageninvestitionen sind Investitionen im Zusammenhang mit dem Bau der neuen Unternehmenszentrale in der Höhe von 32,7 Mio EUR enthalten.

Schwerpunkte des Investitionsprogramms der Österreichischen Post bildeten in der Berichtsperiode geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau (27,9%). Neben geleisteter Anzahlungen für Zustellfahrzeuge entfiel der Hauptanteil auf die neue Unternehmenszentrale, die im Jahr 2017 fertiggestellt werden soll.

Naturgemäß machen auch Ersatzinvestitionen in Betriebs- und Geschäftsausstattung/Hardware (21,8%) sowie im Bereich Fuhrpark (21,3%) einen bedeutenden Anteil des jährlichen Investitionsvolumens aus.

Zudem entfielen 16,2% der Investitionen auf Grundstücke, Gebäude und Investment Property sowie 5,1% auf die Modernisierung der

Investitionen nach kategorien 2015

Sortieranlagen und der Fördertechnik. Diese Investitionen dienen der Effizienz- und Produktivitätssteigerung, sind aber auch notwendig, um die hohen Qualitätsanforderungen innerhalb Österreichs zu erfüllen. Außerdem wurden Investitionen in Software-Lizenzen (4,9%) sowie in die Modernisierung des Filialnetzes (2,8%) getätigt.

Sowohl bei Neu- als auch bei Ersatzinvestitionen erfolgt eine detaillierte Rentabilitätsbetrachtung der jeweiligen Maßnahme. Ersatzinvestitionen werden dann getätigt, wenn entweder mit der neueren Technologie ein Produktivitätsfortschritt erzielt werden kann, der die laufenden Aufwendungen in Eigen- und Fremdpersonal oder den Zukauf von Transportleistungen reduziert, oder der optimale Austauschzeitpunkt dadurch gegeben ist, dass die Lebenszykluskosten (vor allem Instandhaltungskosten) die Kosten eines neu beschafften Anlageguts überschreiten.

Investitionen werden sowohl während diverser Planungsphasen als auch im Zuge der Beschaffungsphase durch ein Gremium genehmigt und freigegeben, das sich je nach Investitionsvolumen aus Bereichsverantwortlichen, einzelnen oder allen Vorständen bzw. dem Aufsichtsrat der Österreichischen Post AG zusammensetzt. Neben laufenden Plan/Ist-Vergleichen findet zum Abschluss der Investitionsphase – insbesondere bei großen Projekten – eine Investitionsnachschau statt.

Neben dem Return on Investment (ROI) als wesentlichem Entscheidungsparameter für Investitionen und Akquisitionen werden auch die Amortisationsdauer und der Barwert des Investments betrachtet – dies sowohl in der Planung als auch im Kennzahlen-Monitoring.

Für den Erwerb bzw. Verkauf von Tochtergesellschaften (inklusive der nicht beherrschenden Anteile) sowie von nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen erfolgte 2015 ein Zahlungsmittelabfluss von 7,0 Mio EUR nach einem Abfluss von 6,0 Mio EUR im Jahr 2014. Generell geht jeder Akquisition ein konzernweit einheitlicher Auswahlprozess voran. Die Entscheidungsgrundlage bildet eine Due-Diligence-Prüfung, der eine Bewertung mittels Discounted-Cashflow-Methode und gegebenenfalls eine Plausibilisierung der ermittelten Werte mittels Vergleichswertverfahren folgt.

3.4 Wertorientierte Kennzahlen

3.4.1 Capital Employed

Das Capital Employed des Österreichischen Post Konzerns reduzierte sich per Ende 2015 um 156,8 Mio EUR auf 577,0 Mio EUR. Zu den dafür wesentlichen Effekten zählt eine Reduktion der immateriellen Vermögenswerte und Firmenwerte, vor allem als Folge der Wertminderung im Zusammenhang mit der zur Veräußerung gehaltenen trans-o-flex Gruppe. Zudem kam es zu einem Anstieg des unverzinslichen Fremdkapitals, dem ein Rückgang der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenübersteht.

Ziel der Österreichischen Post ist es, das Capital Employed entsprechend den branchenspezifischen Gegebenheiten zu optimieren.

Vor diesem Hintergrund werden Investitionen äußerst selektiv und gezielt getätigt, um vor allem Produktivitätssteigerungen zu ermöglichen. Firmenwerte werden laufend auf ihre Werthaltigkeit geprüft und bei Anzeichen von Wertminderungen entsprechend wertberichtigt. Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen sind durch die laufenden Gewinne/Verluste der darin enthaltenen Beteiligungen beeinflusst.

Die wesentlichen Schwerpunkte im Forderungsmanagement der Österreichischen Post liegen in der kontinuierlichen Prüfung der überfälligen Forderungen. Das Management wird regelmäßig über Außenstände informiert, um entsprechende Maßnahmen setzen zu können. Im Risikofall erfolgt unverzüglich die Umstellung auf Voraus- oder Barzahlung bzw. wird die Vorlage einer Bankgarantie gefordert.

Capital Employed

Mio EUR 31.12.20131, 2
angepasst
31.12.20142
angepasst
31.12.2015
+ Immaterielle Vermögenswerte und Geschäfts- oder Firmenwerte 223,8 172,1 83,0
+ Sachanlagen 615,9 597,7 571,9
+ Als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien 33,5 51,8 60,5
+ Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen 50,3 53,3 53,2
+ Vorräte 17,1 16,7 15,9
+ Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen3 310,5 368,9 297,6
– Unverzinsliches Fremdkapital –497,8 –526,9 –505,1
Capital Employed 753,4 733,8 577,0

1 Zur Berechnung der Kennzahlen wurde die Bilanzstruktur nach angepasster Darstellung von Ertragsteuererstattungsansprüchen/Ertragssteuerverbindlichkeiten und dem Ausweis von erhaltenen Anzahlungen herangezogen.

2 Die zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte und die Schulden iZm zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten wurden aus dem Capital Employed in die Nettofinanzmittelverschuldung umgegliedert.

3 Abzüglich verzinsliche Forderungen

3.4.2 Ratios

Die EBITDA-Marge der Österreichischen Post verringerte sich von 14,1% im Jahr 2014 auf 12,6% im Jahr 2015. Die EBIT-Marge betrug 3,7%. Ohne die bereits erwähnten Sondereffekte errechnet sich 2015 eine EBIT-Marge von 8,2%. Der Return on Equity lag im Jahr 2015 bei 12,5%, bereinigt um die Sondereffekte betrug er 24,9%. Der Return on Capital Employed lag auf Basis des ausgewiesenen EBIT bei 13,6%, auf bereinigter Basis erfolgte ein Anstieg auf 30,2%.

Ratios

2013 2014 2015
EBITDA-Marge1 12,9% 14,1% 12,6%
EBIT-Marge2 7,9% 8,3% 3,7%/8,2%3
ROE4 21,2% 25,8% 12,5%/24,9%3
ROCE5 25,4% 26,5% 13,6%/30,2%3

1 EBITDA-Marge = EBITDA/Umsatz

3 Bereinigt um Sondereffekte

4 Return on Equity = Periodenergebnis / (Eigenmittel zum 1. Jänner abzüglich Dividendenausschüttung)

5 Return on Capital Employed = EBIT/durchschnittliches Capital Employed

2 EBIT-Marge = EBIT/Umsatz

4 Nicht-finanzielle Leistungsindikatoren

4.1 Mitarbeiter

Die durchschnittliche Zahl der Mitarbeiter (umgerechnet in Vollzeitkräfte) des Österreichischen Post Konzerns reduzierte sich im Berichtszeitraum gegenüber dem Vorjahr um 436 Mitarbeiter

auf nunmehr 23.476. Der weitaus größte Teil der Konzernmitarbeiter (in Vollzeitkräften) ist in der Österreichischen Post AG beschäftigt (17.983). Insgesamt 5.493 Mitarbeiter (in Vollzeitkräften) arbeiten in den Tochtergesellschaften.

Mitarbeiter nach Divisionen

Periodendurchschnitt
in Vollzeitkräften
2013 2014 2015 Anteil in
%
Brief, Werbepost & Filialen 17.955 17.331 16.877 71,9%
Paket & Logistik 4.191 4.611 4.754 20,3%
Corporate 2.065 1.970 1.845 7,9%
Gesamt 24.211 23.912 23.476 100,0%

4.1.1 Arbeitnehmerschutz und Gesundheitsförderung

Für die Österreichische Post als Dienstleistungsunternehmen stellen motivierte und gesunde Mitarbeiter einen entscheidenden Erfolgsfaktor dar. Um die Arbeitsfähigkeit der Mitarbeiter – auch bis in ein höheres Alter – zu erhalten, muss der Arbeitgeber ein sicheres und motivierendes Arbeitsumfeld schaffen. Für den Erhalt der Gesundheit tragen beide – das Unternehmen und die Mitarbeiter – Verantwortung. Demnach arbeitet die Post an der Gestaltung der Arbeitsplätze und -prozesse nach den hohen Anforderungen des Arbeitnehmerschutzes und bietet für ihre Mitarbeiter zusätzlich diverse Aktivitäten an, die diese in ihrer Gesundheit unterstützen.

Im Jahr 2015 lag der Schwerpunkt in der Weiterführung des Projekts "Gesundes Herz und Du". Im Rahmen von Gesundheitsberatungen und Gesundheitstagen konnten die Mitarbeiter Interessantes über die eigene Gesundheit und den eigenen Körper sowie über Ernährung, Entspannungstechniken u. a. erfahren.

4.1.2 Aus- und Weiterbildung

Die zielgruppen- und kompetenzorientierte Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter bildet einen wichtigen Schwerpunkt im Personalmanagement der Österreichischen Post. Die hier umgesetzten Maßnahmen beinhalten Fachschulungen, Weiterbildungskurse, Coachings und Trainings in allen Fachbereichen des Unternehmens.

Wenn es darum geht, Mitarbeiterpotenziale zu erkennen und ihre Fähigkeiten durch individuelle Förderung auszubauen, sind im ersten Schritt die Führungskräfte gefordert. Daher setzt die Österreichische Post bereits seit dem Jahr 2012 auch einen Schwerpunkt auf die Ausbildung von Führungskräften im Rahmen der Führungsakademie des Unternehmens. Ihr Ziel besteht darin, leitende Mitarbeiter und Schlüsselkräfte mit einem maßgeschneiderten Programm bei der Umsetzung der Führungsleitlinien zu unterstützen. Die vier zielgruppengerechten Programme zur Weiterentwicklung der Führungskräfte wurden 2015 fortgesetzt.

4.1.3 Vielfalt und Chancengleichheit

Im Rahmen ihres Diversity-Managements sieht die Post die Vielfalt unter ihren Mitarbeitern explizit als fördernswert und nutzt diese konstruktiv. Das bezieht sich einerseits auf äußerlich wahrnehmbare Unterschiede wie Geschlecht, Ethnie, Alter oder Behinderung, andererseits aber auch auf subjektive Unterschiede wie Religion oder Lebensstil. Die Österreichische Post möchte die individuelle Verschiedenheit der Mitarbeiter nicht nur respektieren, sondern diese im Sinne einer positiven Wertschätzung besonders hervorheben. Die Ziele sind, eine produktive Gesamtatmosphäre im Unternehmen zu schaffen, soziale Diskriminierungen von Minderheiten zu verhindern und die Bedingungen für Chancengleichheit zu verbessern. Denn die Österreichische Post legt in allen Unternehmensbereichen großen Wert auf Chancengleichheit am Arbeitsplatz und tritt daher jeder Form von Diskriminierung, Mobbing und sexueller Belästigung entschieden entgegen. Bereits 2013 hat die Österreichische Post die "Charta der Vielfalt" unterzeichnet und trägt seither im Sinn dieser freiwilligen Selbstverpflichtung im Rahmen ihres Diversity Managements zu mehr Toleranz, Fairness und Wertschätzung bei. Die Österreichische Post nimmt ihre Rolle als familienfreundlicher Arbeitgeber ernst und fördert die Vereinbarkeit von Beruf und Familie durch eine Reihe von Maßnahmen und Angeboten. Dafür erhielt die Post im November 2013 das bis 2016 gültige Grundzertifikat "berufundfamilie" des österreichischen Familienministeriums.

4.2 Umwelt

service

Die Österreichische Post ist sich auch ihrer Verantwortung gegenüber der Umwelt bewusst und sucht daher laufend nach Optimierungspotenzialen, um ihren ökologischen Fußabdruck zu minimieren. Auch im Jahr 2015 hat die Österreichische Post im Rahmen ihrer Initiative CO2 NEUTRAL ZUGESTELLT alle Briefe, Pakete und Werbesendungen in Österreich ausnahmslos CO2 neutral zugestellt. Diese Initiative wird in einem Drei-Stufen-Programm umgesetzt: Oberste Priorität hat immer die Vermeidung von Emissionen in den eigenen Kernprozessen. Dies betrifft vor allem die Bereiche Fuhrpark und Gebäude und wird etwa durch optimierte Routenplanung, eine moderne Fahrzeugflotte sowie Schulungen der Fahrer bzw. durch Monitoring des Energieverbrauchs in Gebäuden und die Optimierung der Gebäudenutzflächen verwirklicht. In einem zweiten Schritt setzt die Österreichische Post auf alternative Energieformen. Auch 2015 wurde etwa der E-Fuhrpark bedeutend ausgebaut und umfasst bereits mehr als 1.000 E-Fahrzeuge. Das Projekt "Grünes Wien" sieht vor, dass bis Ende 2016 alle Brief- und Werbesendungen an Privatkunden in

Wien nur mehr mit E-Fahrzeugen oder zu Fuß zugestellt werden. Hier wurden mittlerweile 14 Bezirke umgestellt. Darüber hinaus bezieht die Österreichische Post seit 2012 nur noch Strom aus erneuerbaren Energiequellen und betreibt auf dem Dach des Briefzentrums Wien und des Logistikzentrums Allhaming jeweils eine Photovoltaik-Anlage. Die Anlagen produzieren gemeinsam rund 1,4 Millionen Kilowattstunden Strom jährlich. Auf der dritten Ebene werden schließlich alle Emissionen, die derzeit noch nicht vermieden werden können, durch die Unterstützung anerkannter und zertifizierter nationaler und internationaler Klimaschutzprojekte mit hoher ökologischer und sozioökonomischer Wirkung kompensiert. Die gesamte Initiative wird regelmäßig von Sachverständigen des TÜV AUSTRIA geprüft.

Die Tabelle zeigt, dass der Energie- und Treibstoffverbrauch und damit verbunden die CO2 -Emissionen im Vergleich zum Vorjahr gesunken sind. Im Jahr 2013 kam es aufgrund einer Verbesserung in der Datenauswertung beim Energieverbrauch und einer Erhöhung des Treibstoffverbrauchs infolge eines Anstiegs der gefahrenen Kilometer zu einer leichten Erhöhung der CO2 -Emissionen.

Umweltkennzahlen

2012 2013 2014 Veränderung
2013/2014
% absolut
CO2
-Emissionen gesamt (t)
70.834 71.899 70.672 –1,7 –1.227
Energieverbrauch gesamt (Mio kWh) 149,5 151,4 142,2 –6,1 –9,2
Treibstoffverbrauch gesamt (Mio Liter) 14,3 14,8 14,7 –0,7 –0,1

Die Österreichische Post erstellt Nachhaltigkeitsberichte nach den Regeln der Global Reporting Initiative (GRI). Der Nachhaltigkeitsbericht 2014 entsprach dem Berichtsstandard GRI G4 (Kernoption) und wurde von der Ernst & Young WirtschaftsprüfungsgmbH einer Prüfung mit begrenzter Sicherheit unterzogen. Die hier veröffentlichten Umweltkennzahlen 2014 – CO2 -Emissionen, Energieverbrauch und Treibstoffverbrauch – waren auch Teil dieser Prüfung. Die Umweltkennzahlen des Geschäftsjahres 2015 werden im Nachhaltigkeitsbericht 2015 veröffentlicht, der im September 2016 erscheint.

4.3 Forschung und Entwicklung/ Innovationsmanagement

Ein wesentlicher Schlüssel zum Erfolg in sich verändernden Märkten liegt in der Entwicklung und Markteinführung innovativer Produkte sowie der Erweiterung der bestehenden Produktpalette aus dem Kerngeschäft heraus. Die Österreichische Post hat im Geschäftsjahr 2015 eine Vielzahl solcher Lösungen einerseits im Bereich ihrer Online-Services und andererseits im Bereich ihrer Servicedienstleistungen umgesetzt.

Im Rahmen der Brief- und Paketdienstleistungen entwickelte die Österreichische Post ihre Lösungen vor allem in den Bereichen elektronische Post und mobile Services ("Post App") weiter. Die Online-Services der Post zeichnen sich dabei durch ein hohes Maß an Sicherheit und Vertrauenswürdigkeit aus. Im Bereich Mail Solutions wird speziell an innovativen Lösungen zur Optimierung von Geschäftsprozessen und zur Steigerung der Werbeeffizienz von Business-Kunden gearbeitet. Der Fokus liegt hier unter anderem auf dualem Versand und Empfang (digital/physisch), intelligentem Inputmanagement, effizientem Poststellenmanagement, digitalem Dokumentenmanagement, Outputmanagement und duale Zustellung sowie wirkungsvollen CRM-Anwendungen (Geomarketing, Adressmanagement etc.). Im Jahr 2015 erwarb die Österreichische Post 80% der digitalen Prospektplattform Aktionsfinder als Ergänzung zum physischen Geschäft. Im Bereich Logistik-Services entwickelt die Österreichische Post zudem laufend maßgeschneiderte Kundenlösungen für Warehousing und Fulfillment sowie diverse "Value Added Services". Diese Lösungen sorgen in Verbindung mit innovativen Online-Services für mehr Effizienz, höhere Flexibilität und generell für eine kundenorientierte Optimierung von Kommunikation und Distribution.

Neben ihren eigenen Entwicklungsaktivitäten kooperiert die Österreichische Post seit dem Jahr 2013 mit namhaften österreichischen Universitäten und Fachhochschulen. Ziel dieser Zusammenarbeit ist es, den Fokus auf Innovationen weiter zu verstärken und in der Entwicklung von Produkten und Services auf wissenschaftlich fundierte Ergebnisse zurückgreifen zu können.

4.4 Zustellqualität

Die Österreichische Post hat es sich zum Ziel gesetzt, Anbieter hochqualitativer Dienstleistungen zu sein. In Österreich bestehen im Rahmen des Universaldienstes folgende strenge Auflagen für die Zustellgeschwindigkeit von Briefen und Paketen: Zustellung von 95% aller Briefe am nächsten Werktag bzw. von 90% aller Pakete innerhalb von zwei Werktagen. Mit einer Rate von 95,9% für die am ersten Werktag nach Einlieferung zugestellten Briefe hat die Österreichische Post die gesetzliche Vorgabe auch 2015 wieder übererfüllt.

Bei der Paketzustellung im Rahmen des Universaldienstes (primär Privatpakete) konnte mit 98,1% Beförderung innerhalb von zwei Werktagen das gesetzliche Ziel sogar deutlich übertroffen werden. Auch bei den internationalen Sendungen (Inbound) bietet die Österreichische Post eine im europäischen Vergleich überdurchschnittliche Zustellqualität.

Im Bereich der Erstzustellquote von bescheinigten Briefen und Paketen konnten die guten Werte des Vorjahres im Briefbereich sowie im Paketbereich übertroffen werden. Die Erstzustellquote ist ein für die Kundenzufriedenheit sehr wichtiger Faktor. So konnten im Jahr 2015 91,0% der Pakete beim ersten Versuch erfolgreich zugestellt werden, bei den bescheinigten Briefen lag der Wert bei 78,0%.

4.5 Kundenzufriedenheit

Im Berichtsjahr wurde die Kundenzufriedenheit quartalsweise erhoben. Partner der Österreichischen Post in der Marktforschung ist hier das renommierte Institut für Empirische Sozialforschung IFES. Mittels repräsentativer Befragungen mit einer Sample-Größe von n = 1.000 pro Welle wird der "Customer Satisfaction Index" (CSI) ermittelt, der sich aus Kundenzufriedenheit und Kundenbindung zusammensetzt. Der durchschnittliche CSI im Jahr 2015 liegt mit einem Wert von 69 im guten Bereich und erneut einen Indexpunkt über dem Vorjahr. Seit 2011 konnte die Gesamtzufriedenheit damit um insgesamt fünf Punkte gesteigert werden. Über die vier Quartale 2015 gesehen, schwankte der Index nur geringfügig um zwei Indexpunkte; im dritten Quartal wurde zum ersten Mal seit Beginn der Messung sogar ein Wert von 70 Punkten erreicht. Sehr gute Bewertungen erhalten die Post-Geschäftsstellen, der Versand sowie die Zustellung. Jüngere Personen zählen stets zu den zufriedensten Kunden.

Im Detail erhalten sowohl Brief- als auch Paketzustellung sehr gute Werte, die Zusteller selbst liegen im ausgezeichneten Beurteilungsspektrum. Die Bewertung des Paketversands konnte im Jahr 2015 deutlich gesteigert werden, was auch den SB-Zonen geschuldet sein dürfte, die sich wachsender Beliebtheit erfreuen. Auch die Filialen verbessern sich kontinuierlich in der Wahrnehmung der Befragten, vor allem was Wartezeiten, Atmosphäre und Standort betrifft.

Die Kundenzufriedenheitsmessung mittels CSI beurteilt Werte bis 50 Punkte als kritisch, Werte zwischen 51 und 60 Punkten als mäßig, ab 61 Punkten wird von einem guten Wert gesprochen. 71 Punkte und mehr sind sehr gut; ausgezeichnet bedeuten 81 Punkte bis zum Höchstwert von 100 Punkten.

Zustellqualität

2013 2014 2015
Laufzeitquote
E+1 Laufzeitquote Brief 95,5% 96,3% 95,9%
E+2 Laufzeitquote Paket Inland1 96,6% 97,5% 98,1%
Zustellquote
Erstzustellquote Brief (bescheinigt) 77,4% 77,4% 78,0%
Erstzustellquote Paket (E+2) 87,9% 88,7% 91,0%

E+1 – Zustellung am ersten Werktag nach Einlieferung (Aufgabe); E+2 – Zustellung am zweiten Werktag nach Einlieferung

1 Anpassung des Werts 2013 aufgrund einer Änderung in der Berechnungslogik

4.6 Versorgungssicherheit

Neben der Verpflichtung, täglich Postdienstleistungen für jeden Haushalt in ganz Österreich in höchster Qualität und zu einem einheitlichen Preis zu liefern, umfassen die Verpflichtungen des Universaldienstes auch ein flächendeckendes Standortnetz mit mindestens 1.650 Geschäftsstellen. Auch hier übertrifft die Österreichische Post – im Sinn der optimalen Versorgung ihrer Kunden – die Vorgaben: Insgesamt 1.785 Standorte umfasste das Geschäftsstellennetz mit Ende 2015 und zählt damit zu den größten Privatkundennetzen des Landes. Die Österreichische Post ist also wortwörtlich immer in der Nähe ihrer Kunden.

Da das Postgeschäft großen Veränderungen unterworfen ist, erfordern ständig neue Rahmenbedingungen laufend kundenorientierte Anpassungen vonseiten der Post, um die Versorgung der österreichischen Bevölkerung mit Postdienstleistungen auch langfristig gewährleisten zu können. Eine wesentliche Maßnahme stellt dabei der Umbau des Standortnetzes der Post dar, der auch im vergangenen Jahr konsequent vorangetrieben wurde. Zentrales Element dabei ist das sehr erfolgreiche Post Partner-Konzept. Insgesamt 1.281 Post Partner – Lebensmittelgeschäfte, Tankstellen, Trafiken, Gemeindeämter und vieles andere mehr – sorgen hier für Stabilität und eine optimale regionale Erreichbarkeit der Post.

5 Besondere Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag, die für die Bewertung am Bilanzstichtag von Bedeutung sind, wie offene Rechtsfälle oder Schadenersatzforderungen sowie andere Verpflichtungen oder Drohverluste, die gemäß IAS 10 zu erfassen sind, sind im Konzernabschluss berücksichtigt.

6 Ausblick 2016

Stabile Entwicklung angepeilt

Aufgrund der vorliegenden Wirtschaftsdaten ist für die Kernregion der Österreichischen Post mit einer positiven Wirtschaftsentwicklung zu rechnen. Sowohl für Österreich und Deutschland als auch für die meisten Länder Süd-/Osteuropas liegen verbesserte Konjunkturdaten vor. Die aktuellen Prognosen unterliegen aber geo- und fiskalpolitischen Unsicherheiten.

Generell ist davon auszugehen, dass sich die Basistrends des Brief- und Logistikmarktes der letzten Jahre auch im Jahr 2016 fortsetzen werden. Die Volumina adressierter Briefsendungen stehen national und international unter Druck, während Paketmengen an Privatkunden – gestützt auf steigende Online-Bestellungen – stetig zunehmen. Die Umsatzprognosen der Österreichischen Post für das Jahr 2016 hängen neben den aktuellen Basistrends im Brief- und Paketgeschäft jedoch auch wesentlich von möglichen Portfolioveränderungen ab. Dies betrifft eine Entkonsolidierung der trans-o-flex Gruppe oder eine mögliche Anteilserhöhung an der türkischen Pakettocher Aras Kargo, über die im Laufe des Jahres entschieden wird. Abgesehen von diesen beiden Maßnahmen strebt die Österreichische Post im Umsatz 2016 eine weitgehend stabile Entwicklung an.

Im Briefbereich ist mit einer Fortsetzung des Basistrends der E-Substitution, also des Ersatzes des klassischen Briefs durch elektronische Kommunikationsformen, und dadurch mit weiteren Mengenrückgängen zu rechnen. Für das Jahr 2016 wird von einem anhaltenden Trend, also mit einem Rückgang in der prognostizierten Bandbreite von 3–5% ausgegangen. Das Werbegeschäft zeigt weiterhin eine differenzierte Entwicklung der einzelnen Kundenbranchen. Rückgänge sind dabei vor allem im Bereich der adressierten Werbesendungen spürbar.

Die Entwicklung der Division Paket & Logistik wird von unterschiedlichen Trends im Privat- und im Business-Bereich beeinflusst: Durch den stetig wachsenden Online-Handel sind bei Paketen an Privatkunden weiterhin deutliche Wachstumsraten anzunehmen. Aufgrund der positiven Entwicklung dieses Marktsegments ist gleichzeitig mit intensiverem Wettbewerb zu rechnen, der sich auf das Preis- und Mengengefüge und damit auf die Geschäftsentwicklung auswirken könnte. Im Bereich Business-Paket wiederum sind angesichts der schwachen Konjunkturaussichten derzeit nur geringe Impulse zu erwarten.

Effizienzsteigerung zur Sicherung der Ergebnislage

Um ihre Effizienz in allen Leistungsbereichen weiter zu erhöhen, optimiert die Österreichische Post in der Brief- und Paketlogistik – sowohl national als auch international – laufend ihre Strukturen und Prozesse. In der Brieflogistik stehen technologische Verbesserungen sowie Routenoptimierungen ebenso auf der Agenda wie die landesweiten Teamarbeitsmodelle in der Zustellorganisation. In der Division Paket & Logistik wird die Qualitätsführerschaft in Österreich weiter ausgebaut. Sowohl die Zustellqualität als auch die Verbesserung des Serviceangebots sind Garanten für eine hohe Kundenzufriedenheit.

Das Ergebnis wird 2016 von der Entwicklung der Brief- und Paketmengen geprägt sein, aber auch von innovativen neuen Geschäftsideen und der Umsetzung der geplanten Effizienzprogramme. In Summe peilt die Österreichische Post auch für 2016 eine stabile Entwicklung, mit einem operativen Ergebnis (EBIT) auf dem Niveau des Vorjahres an.

Weiterhin attraktive Dividendenpolitik

Den erwirtschafteten operativen Cashflow wird die Österreichische Post weiterhin umsichtig und zielgerichtet für nachhaltige Effizienzsteigerungen, Strukturmaßnahmen und Zukunftsinvestitionen einsetzen. Auch 2016 sind in diesem Sinn operative Sachanlageninvestitionen (CAPEX) von ca. 80 Mio EUR in Sortiertechnik, Logistik und Kundenlösungen geplant. Darüber hinaus wird der Bau der neuen Unternehmenszentrale im dritten Wiener Gemeindebezirk realisiert und 2017 fertiggestellt. Für das Geschäftsjahr 2015 wird der Vorstand der Österreichischen Post der Hauptversammlung am 14. April 2016 die Ausschüttung einer Dividende von 1,95 EUR je Aktie vorschlagen. Damit setzt das Unternehmen auf der Grundlage seiner soliden Bilanzstruktur und der erwirtschafteten Cashflows seine attraktive und berechenbare Dividendenpolitik weiter fort: Die Österreichische Post verfolgt weiterhin das Ziel, zumindest 75% des Nettoergebnisses an die Aktionäre auszuschütten.

7 Chancen/Risiken des Unternehmens

7.1 Wesentliche Risiken und Ungewissheiten

7.1.1 Risikomanagement

Die Österreichische Post betreibt ein umfangreiches Risikomanagement, in das alle Unternehmenseinheiten sowie Konzerngesellschaften einbezogen sind. Das Ziel des Risikomanagements ist es, die Risiken frühzeitig zu erkennen und durch geeignete

Maßnahmen so zu steuern, dass die Abweichung von den Unternehmenszielen möglichst gering gehalten wird. Risiken werden nach einheitlichen Grundsätzen in ihrem Gesamtzusammenhang identifiziert, bewertet, überwacht und in einem unternehmensweiten Risikomanagementsystem dokumentiert. Der Konzernvorstand definiert die Risikostrategie und -politik des Unternehmens und legt die Rahmenbedingungen des Risikomanagementsystems fest.

Risikostrategie und -Politik

Die wichtigsten Schritte des Risikomanagementprozesses:

  • 1. Identifizierung und Bewertung: Risiken sind definiert als potenzielle Abweichung vom mittelfristig geplanten Unternehmensergebnis. Quartalsweise analysieren die Risikomanager der jeweiligen Unternehmensbereiche ihre Risikosituation. Für jedes identifizierte Risiko wird ein Verantwortlicher festgelegt, der die Bewertung, die Steuerung und die Überwachung durchführt. Bei der Bewertung werden die Risiken so weit wie möglich gemäß den Dimensionen Auswirkung und Eintrittswahrscheinlichkeit quantifiziert. Nicht quantifizierbare Risiken werden anhand definierter qualitativer Klassen bewertet. Zusätzlich prüft das zentrale Risikomanagement zyklisch die einzelnen Unternehmensbereiche in Form proaktiver Risiko-Assessments und Workshops hinsichtlich ihrer Risiken. Die Ergebnisse der Identifizierung und Bewertung werden in der IT-Anwendung des Risikomanagementsystems dokumentiert.
  • 2. Aggregation und Reporting: Das zentrale Risikomanagement sammelt und überprüft die identifizierten und bewerteten Risiken. Die finanziellen Effekte möglicher Überschneidungen werden in der Aggregation berücksichtigt. Im Anschluss werden die Risiken in einem Risiko-Gremium analysiert und plausibilisiert. Das Risiko-Gremium setzt sich aus Vertretern des Controllings, der Rechtsabteilung, der Strategieabteilung und des Rechnungswesens sowie aus Vertretern der operativen Bereiche zusammen. Die Ergebnisse des Risiko-Gremiums fließen in den quartalsweisen Bericht des zentralen Risikomanagements über die Risiken und deren Entwicklung an den Vorstand ein. Unerwartet auftretende Risiken werden dem Vorstand unmittelbar (ad hoc) berichtet. Zum Status des Risikomanagements werden der Aufsichtsrat und der Prüfungsausschuss ebenfalls regelmäßig informiert.

  • 3. Maßnahmengestaltung: Die Risikosteuerung erfolgt durch die Festlegung geeigneter Maßnahmen mit dem Ziel, die Risiken zu vermeiden, zu reduzieren oder auf Dritte zu übertragen. Die Unternehmensbereiche prüfen hierzu die in Frage kommenden Maßnahmen mittels Kosten-Nutzen-Analysen und implementieren diese anschließend. Die Maßnahmen werden im Zuge der quartalsweisen Analyse durch die Risikomanager überwacht und angepasst.

  • 4. Überwachung und Kontrolle: In Anlehnung an den Österreichischen Corporate Governance Kodex wird die Funktionsfähigkeit des Risikomanagementsystems jährlich durch den Wirtschaftsprüfer bewertet. Des Weiteren wurde die Konzeption, Angemessenheit und Wirksamkeit des Risikomanagementsystems durch einen externen Auditor evaluiert.

7.2 Top-Risiken

7.2.1 E-Substitution klassischer Briefsendungen

Klassische Briefsendungen werden zunehmend durch elektronische Medien ersetzt. Der Trend zur elektronischen Substitution von Briefen, insbesondere zur elektronischen Zustellung, wird auch weiterhin fortbestehen. Diese Entwicklung, die vom Gesetzgeber gefördert wird, kann zu nicht unerheblichen Volumenrückgängen und damit Ergebnisbeeinträchtigungen führen. Ein Rückgang des Umsatzes der Österreichischen Post im Bereich Briefpost von einem Prozentpunkt führt zu einem negativen Umsatzeffekt von rund 7 Mio EUR pro Jahr, der aufgrund der Fixkostenstruktur des Unternehmens kurz- bis mittelfristig großteils ergebnismindernd wirken würde. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass infolge von Änderungen der gesetzlichen Zustellvorschriften für behördliche Sendungen in Österreich ein Teil dieser Sendungen nicht mehr über den Österreichischen Post Konzern zugestellt wird.

Dem Mengenrückgang infolge der Substitution von Briefsendungen durch elektronische Medien wird mit neuen Produkten und Dienstleistungen entgegengewirkt. Die Diversifikation auf mehrere Märkte trägt dazu bei, Risiken einzelner Branchen weit zu streuen bzw. gering zu halten.

7.2.2 Strukturveränderung bei Werbemengen

Bedingt durch die in den vergangenen Jahren anhaltende schwache Wirtschaftsentwicklung war ein zunehmender Trend der Marktkonzentration (Firmenzusammenschlüsse, Konkurse) im Bereich Handel festzustellen. Infolge dessen kann es auch zu einer Strukturveränderung bei Werbemitteln und -mengen, z. B. zu einer Reduktion der Flugblattwerbung, kommen. Dies kann zu einem spürbaren Rückgang im Geschäft mit Werbesendungen und damit auch zu einer Beeinträchtigung des Ergebnisses führen.

7.2.3 Beteiligungen

Ein Bestandteil der Strategie des Österreichischen Post Konzerns ist das Wachstum durch selektive Akquisitionen und Kooperationen. Dabei ist es wichtig, passende Akquisitionsziele zu finden und erworbene Unternehmen erfolgreich zu integrieren. Die Chancen und Risiken von Beteiligungen sind in hohem Maß von politischen, wirtschaftlichen und gesetzlichen Rahmenbedingungen abhängig. Darüber hinaus können Marktpreisrisiken wie fluktuierende Fremdwährungskurse, so etwa bei Aras Kargo a.s. in Bezug auf die türkische Lira, Auswirkungen auf die Werthaltigkeit von Beteiligungen haben. Die Rentabilität der Beteiligungen bzw. allenfalls erforderliche Wertminderungen können das Ergebnis der Österreichischen Post beeinflussen.

7.2.4 Personalkosten und Struktur der Dienstverhältnisse

Das Geschäftsmodell der Österreichischen Post ist von einer hohen Personalkostentangente geprägt. Eine Planabweichung im Bereich Löhne und Gehälter von einem Prozentpunkt entspricht dabei durchschnittlich 8 Mio EUR pro Jahr.

Weiters steht ein großer Teil der Mitarbeiter des Österreichischen Post Konzerns in einem öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnis und unterliegt den Bestimmungen des Beamtendienstrechts. Daraus ergeben sich Besonderheiten im Zusammenhang mit der dienstrechtlichen Verwendung. Bei einem Großteil der Belegschaft kann es durch die bestehenden rechtlichen Bedingungen im Fall von Mengenverlusten zu keiner Kapazitätsanpassung kommen, ebenso ist keine Anpassung des Gehaltsniveaus an eventuell ungünstigere Marktkonditionen möglich. Das Beamtendienstrecht führt damit insgesamt zu geringer Kostenflexibilität.

Der Österreichische Post Konzern ist im Hinblick auf den liberalisierten Markt zunehmend mit den Grenzen der dienstrechtlichen Verwendungsmöglichkeiten für die ihm zugewiesenen Beamten konfrontiert. Die Lösung dieser Problematik nimmt im Dialog mit dem verantwortlichen Gesetzgeber eine bedeutende Rolle ein.

Aus den laufenden Änderungen des Beamtendienstrechts können sich für den Österreichischen Post Konzern, soweit diese Regelungen nicht auf die spezielle Wettbewerbssituation des Österreichischen Post Konzerns Rücksicht nehmen, zusätzliche Belastungen und unerwartete Mehrkosten ergeben, auf deren Entstehen der Konzern keinen Einfluss hat.

7.3 Allgemeine und sonstige Risiken

Die Österreichische Post unterliegt wie jedes Unternehmen einer Reihe von Risiken, die sich aus der Branche bzw. dem Marktumfeld ergeben. Diese Risiken werden mit Maßnahmen, die dem Stand der Technik entsprechen, auf wirtschaftliche Art und Weise minimiert, können aber nicht vollkommen ausgeschlossen werden.

7.3.1 Operative Risiken

Markt- und Wettbewerbsrisiken

Der Österreichische Post Konzern erwirtschaftet den überwiegenden Teil seines Umsatzes in Österreich. Sollten sich die aktuellen Prognosen zum Wirtschaftswachstum verschlechtern, könnten Planungsprämissen verworfen werden müssen und damit die Planungssicherheit eingeschränkt werden.

Ferner erwirtschaftet das Unternehmen einen nicht unbedeutenden Anteil seines Umsatzes mit einer geringen Anzahl von Großkunden. Das wirtschaftlich erfolgreiche Weiterbestehen dieser Großkunden ist somit wesentlich für die stabile Entwicklung des Österreichischen Post Konzerns. Großkunden sind zudem vertraglich nicht verpflichtet, ihre Postsendungen vom Österreichischen Post Konzern befördern zu lassen, und könnten sich entscheiden, mittelfristig zumindest einen Teil ihrer Postsendungen Wettbewerbern der Österreichischen Post zur Zustellung zu übergeben.

Das Paketgeschäft – hier nimmt die Österreichische Post eine führende Stellung im österreichischen Markt ein – ist zum einen von der wirtschaftlichen Entwicklung der Kunden und zum anderen von Wettbewerbsverschärfungen durch das Auftreten weiterer Anbieter abhängig, sodass Umsatzeinbußen nicht ausgeschlossen werden können. Das Unternehmen ist deshalb bestrebt, Kunden durch attraktive Leistungsangebote an sich zu binden.

Im Filialnetz ist die Österreichische Post zum Teil von strategischen Partnern wie der BAWAG P.S.K. abhängig. Risiken, die auf diese Partnerschaften einwirken können, jedoch nicht im Einflussbereich der Österreichischen Post liegen, können auch zu Ergebnisbeeinträchtigungen aufseiten der Post führen. Die Österreichische Post ist bestrebt, solche Risiken laufend mit ihren Partnern abzustimmen und diesen gemeinsam – soweit möglich – entgegenzuwirken.

Der internationale Brief- und Paketmarkt ist durch zunehmende Wettbewerbsintensität gekennzeichnet. Vor allem im Briefmarkt kann dies zu Preisrückgängen führen, die durch Mengenwachstum nicht ausgeglichen werden können. Um hier mögliche Umsatzeinbußen zu kompensieren, werden in diesem Bereich verstärkt Effizienzsteigerungsprojekte durchgeführt.

Alle erwähnten Markt- und Wettbewerbsrisiken können zu nicht unerheblichen Volumenrückgängen und damit Ergebnisbeeinträchtigungen führen.

Beschaffungsrisiken

Die Beschaffungsrisiken der Österreichischen Post beschränken sich im Wesentlichen auf Schwankungen des Treibstoffpreises. Eine Erhöhung der Treibstoffpreise kann geringe negative Auswirkungen auf das Ergebnis haben.

Technische Risiken

Der Österreichische Post Konzern ist in hohem Maß auf die Verwendung von komplexen technischen Systemen angewiesen und setzt bei der Erbringung seiner Dienstleistungen maßgeblich auf den Einsatz von Datenverarbeitungssystemen, modernen Kommunikationsmedien und anderen technischen Einrichtungen. Vor diesem Hintergrund hat der Österreichische Post Konzern in den vergangenen Jahren umfangreiche Investitionen vorgenommen, um sein Verteil- und Zustellnetz zu modernisieren. Die Leistungserbringung des Unternehmens hängt dabei von der Funktionsfähigkeit weniger wichtiger Standorte ab. Sollten technische Systeme vorübergehend oder dauerhaft ausfallen, sollte es zu unberechtigten Datenzugriffen und Datenmanipulationen kommen oder sollten längerfristige kollektive Arbeitsniederlegungen stattfinden, könnte dies zu Störungen des Geschäftsablaufs und zum Verlust von Reputation und Kunden führen sowie zusätzliche Kosten verursachen.

Zur systematischen Bewältigung versicherbarer Risiken betreibt der Österreichische Post Konzern ein internes Versicherungsmanagement. Dessen Hauptaufgaben bestehen in der laufenden Bewertung der am Markt erhältlichen Versicherungslösungen, dem Portfolio Management hinsichtlich der abgeschlossenen Versicherungsverträge sowie der Optimierung der Prozesse in der Schadenabwicklung. Zur Reduzierung von technischen und operativen Risiken wurden Sicherheitsmaßnahmen und Regeln festgelegt, die verschiedene Eventualitäten abdecken und einen reibungslosen Ablauf sicherstellen sollen.

Im Betrieb von Rechenzentren verfolgt der Österreichische Post Konzern eine Outsourcing-Strategie. Durch entsprechende Vertragsgestaltung und gezieltes Servicelevel-Management wird die Verfügbarkeit aller outgesourcten Tätigkeiten abgesichert. Die Vertragspartner sind verpflichtet, einschlägige gültige Zertifizierungen vorzuweisen.

7.3.2 Finanzrisiken

Finanzielle Risiken des Österreichischen Post Konzerns umfassen das Liquiditätsrisiko, das Kredit-/Kontrahenten- und das Zinsänderungsrisiko. Das Währungsrisiko, so etwa die Fluktuation der

türkischen Lira, kann das Ergebnis beeinträchtigen. Die Österreichische Post wickelt jedoch ca. 95% der Geschäftstätigkeit in Euro ab, was das Risiko aus Wechselkursschwankungen insgesamt begrenzt. Weiters wird laufend geprüft, ob Absicherungsinstrumente für Währungen vorteilhaft für die Österreichische Post sind.

Eine detaillierte Darstellung der finanziellen Risiken findet sich im Anhang zum Konzernabschluss des Österreichischen Post Konzerns.

Der Konzern hat im Zuge seiner Expansion umfangreiche Firmenwerte und nicht abnutzbare Markenrechte bilanziert. Diese müssen gemäß IAS 36 mindestens einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest (Impairment Test) unterzogen werden. Falls dabei Wertminderungen festgestellt werden, sind diese Firmenwerte und nicht abnutzbaren Markenrechte abzuschreiben.

7.3.3 Externe Risiken

Regulatorische und rechtliche Risiken

Mit Inkrafttreten des Postmarktgesetzes am 1. Jänner 2011 erfolgte die vollständige Öffnung des österreichischen Postmarktes. Daraus ergeben sich Risiken einer Marktanteilsveränderung. Die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Zeit nach der vollständigen Liberalisierung wurden mit dem Postmarktgesetz ebenfalls neu geregelt. Das Postmarktgesetz sieht in vielen Bereichen keine Gleichbehandlung zwischen der Österreichischen Post und ihren Mitbewerbern vor, sondern eine Mehrbelastung der Österreichischen Post:

Die Österreichische Post ist im Rahmen des Universaldienstes verpflichtet, in ganz Österreich ein Mindestangebot von Postdienstleistungen in vergleichbarer Qualität anzubieten und ein flächendeckendes Netz von mindestens 1.650 Post-Geschäftsstellen sicherzustellen. Mit eigenem Personal betriebene Post-Geschäftsstellen dürfen nur nach Durchführung eines behördlichen Verfahrens geschlossen werden, sodass nicht ausgeschlossen werden kann, dass die Österreichische Post – zumindest vorübergehend – zur Führung unrentabler Standorte verpflichtet ist.

Die Österreichische Post geht derzeit nicht davon aus, dass sie verpflichtet wird, ihren Mitbewerbern Zugang zu Teilleistungen einzuräumen. In einem solchen Fall könnten diese jedoch in besonders lukrativen Marktsegmenten Postdienstleistungen selbst erbringen und in weniger lukrativen Marktsegmenten zu regulierten Preisen auf Teilleistungen der Österreichischen Post zurückgreifen. Dies könnte zu erheblichen Ergebnisbeeinträchtigungen führen.

In der Öffentlichkeitsarbeit des Österreichischen Post Konzerns sowie im Dialog mit allen Stakeholdern nimmt die Thematik der Gleichbehandlung der Österreichischen Post mit anderen Marktteilnehmern einen hohen Stellenwert ein. Das Unternehmen sieht es als seine Aufgabe, auf die ungenügende Abgeltung des Universaldienstes und die Problematik der asymmetrischen Marktöffnung hinzuweisen.

Die Österreichische Post unterliegt in der Gestaltung ihrer Geschäftsbedingungen (einschließlich ihrer Entgelte) im Universaldienst der Kontrolle durch die Regulierungsbehörde. Die Gesellschaft kann deshalb im Bereich des Universaldienstes nur eingeschränkt durch Preisanpassungen auf Marktveränderungen reagieren. Unterschiedliche Definitionen der Grenzen des Universaldienstes seitens der Regulierungsbehörde und des Unternehmens können sich in der Gestaltung des Produktportfolios und der Preisfestsetzung niederschlagen.

Die kartellrechtliche Zulässigkeit von Vereinbarungen und Geschäftspraktiken des Österreichischen Post Konzerns war in der Vergangenheit bereits Gegenstand kartellrechtlicher Untersuchungen und Verfahren. Sonstige rechtliche Risiken ergeben sich auch aus nicht vorhersehbaren Gerichtsverfahren mit Mitbewerbern, Kunden und Lieferanten.

Zur bestmöglichen Vermeidung von Ergebnisbeeinträchtigungen durch regulatorische und rechtliche Risiken ist der Österreichische Post Konzern bestrebt, in seinen Kernprozessen eine Erweiterung der Wertschöpfung und des Produktportfolios zu erzielen, um seinen Kunden noch bessere Leistungen anzubieten und eine Qualitätsoptimierung zu erreichen. Darüber hinaus beabsichtigt der Österreichische Post Konzern, vermehrt Umsätze im nicht regulierten Bereich zu erwirtschaften.

Nach dem Poststrukturgesetz 1996 sind Änderungen des Beamtendienstrechts, die für Bundesbeamte eingeführt werden, grundsätzlich auch auf die der Gesellschaft zugewiesenen Beamten anwendbar. Im Ergebnis können Änderungen des Beamtendienstrechts daher unmittelbar die Kostenstruktur der Gesellschaft verändern. Weiters können Risiken aufgrund unterschiedlicher Interpretationen des Poststrukturgesetzes grundsätzlich nicht ausgeschlossen werden. Betreffend der Thematik der Festlegung des korrekten Vorrückungsstichtags bei Beamten wurde die vorgesehene Besoldungsreform im Jahr 2015 umgesetzt. Damit ergibt sich für die Österreichische Post, dass zum Abschlussstichtag 31. Dezember 2015 auch weiterhin kein Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen aus dieser Thematik wahrscheinlich ist.

Zur Bereinigung der unterschiedlichen Rechtsauffassungen zwischen Bund und Österreichischer Post betreffend die Berechnung der vom Unternehmen laufend an den Bund zu bezahlenden Pensionsbeiträge für aktive Beamte, den Pflegegeldbeitrag sowie die Pensionsverrechnung wurde im Jahr 2015 ein Vergleich abgeschlossen. Nachforderungen gegenüber der Post, die über die bestehende Vorsorge hinausgehen, sind aus diesen Themen daher nicht mehr zu erwarten.

Umweltrisiken

Mit Fortschreiten der klimatischen Veränderungen könnte es zu einer Zunahme von Naturkatastrophen kommen. Wetterbedingte Phänomene wie starker Regen, Hagel, Erdrutsche, Hochwasser u. ä. könnten häufiger auftreten. Konsequenzen und Folgeerscheinungen sind vor allem Sach- und Personenschäden. Es könnte zusätzlicher Instandsetzungs- und Instandhaltungsbedarf entstehen. Zudem ist die Österreichische Post gesetzlich verpflichtet, die flächendeckende Versorgung mit Postdienstleistungen sicherzustellen. Falls diese durch Naturkatastrophen über einen Zeitraum nicht gewährleistet werden kann, könnten zusätzliche finanzielle Verpflichtungen entstehen.

Für eine detaillierte Aufstellung sei dazu auf den Nachhaltigkeitsbericht 2014 nach GRI G4 verwiesen.

7.4 Gesamtaussage zur Risikosituation des Konzerns

Die vorstehend beschriebenen Risiken des Unternehmens werden stetig beobachtet und bei Bedarf wird entsprechend darauf reagiert. Aus heutiger Sicht ist der Bestand des Unternehmens dadurch jedoch nicht gefährdet.

7.5 Wesentliche Chancen

Da die Veränderungen, denen das Unternehmen ausgesetzt ist, auch zu positiven Zielabweichungen führen können, wird im Risikomanagementsystem ein weiterer Fokus auf die Erfassung und Steuerung der Chancen gelegt. Das Ziel ist es hier, Chancen aufzuzeigen und durch geeignete Maßnahmensetzung das entsprechende Potenzial zu verwirklichen. Die Identifizierung, Bewertung, Steuerung und das Reporting erfolgen gemäß dem oben dargestellten Prozess.

Im Detail erfolgt die Erfassung einerseits im Rahmen der Mittelfristplanung durch den Bereichsplaner (Bottom-up), zusätzlich werden die Chancen (Top-down) durch den Bereich Strategie & Konzernentwicklung verifiziert und ergänzt. Die Österreichische Post führt daher eine kontinuierliche Chancenevaluierung durch, um alle Potenziale wahrnehmen zu können. Im Jahr 2013 wurde zur Chancenerkennung ein neues strategisches Projekt "Post2016" gestartet. Dieses beinhaltet mehrere Teilprojekte mit dem Ziel, Potenziale im Detail zu eruieren. Diese Projekte sollen unter Beachtung der vier strategischen Eckpfeiler nochmals wichtige Chancen für die Österreichische Post aufzeigen.

In der ersten strategischen Stoßrichtung – Verteidigung der Marktführerschaft im Kerngeschäft – wird die Erweiterung und Adaptierung des Produktportfolios im Segment Brief, Werbepost & Filialen gemäß den Anforderungen der Kunden als Chance betrachtet. Neue Online-Initiativen sollen das Leistungsspektrum der Österreichischen Post erweitern. Eine kontinuierliche E-Substitution wird in der Planung der Österreichischen Post bereits berücksichtigt, womit ein im Vergleich zu den ursprünglichen Annahmen langsameres Voranschreiten des Rückgangs als Chance zu bewerten ist. Im Paketbereich werden die Potenziale neuer attraktiver Zustellmodelle wie Same-Day Delivery laufend geprüft

Im zweiten strategischen Feld – Profitables Wachstum in definierten Märkten – ergeben sich Chancen in den internationalen Beteiligungen in Wachstumsmärkten in Südost- und Osteuropa. Insbesondere die Türkei ist ein rasch wachsender Markt, welcher der Österreichischen Post mit ihrer Beteiligung an Aras Kargo Potenziale bietet. Mögliche technologische Weiterentwicklungen können die Chancen in der Türkei zusätzlich erhöhen.

In der dritten Stoßrichtung – Effizienzsteigerung und Flexibilisierung der Kostenstruktur – können durch Projekte wie "Operational Excellence" und weitere Einkaufsinitiativen Impulse gesetzt und als Chance erkannt werden. Neue Teamstrukturen in der Zustellung können ebenso zu einer weiteren Effizienzsteigerung führen wie der Einsatz modernster Sortiertechnologien in der Brief- und Paketlogistik.

Für den vierten strategischen Eckpfeiler – Kundenorientierung und Innovation – ergeben sich beispielsweise Potenziale durch den Ausbau des Online- und Selbstbedienungsangebots sowie durch neue Geschäftsmodelle im Bereich E-Commerce.

8 Sonstige Angaben

8.1 Internes Kontrollsystem und Risikomanagement im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess

Der Österreichische Post Konzern ist – als international tätiges Logistik- und Dienstleistungsunternehmen – im Rahmen seiner Geschäftstätigkeit operativen Risiken ausgesetzt, mit denen sich das Unternehmen bewusst auseinandersetzt. Durch die Konzentration auf das Kerngeschäft sowie die jahrzehntelange Erfahrung in diesem Geschäft ist es dem Österreichischen Post Konzern möglich, diese Risiken frühzeitig zu identifizieren und zu bewerten sowie geeignete Vorsorgemaßnahmen zur Sicherung rasch zu setzen.

8.1.1 Kontrollumfeld

Im Bereich Konzernrechnungslegung setzt sich die Aufbauorganisation aus den lokal in den Konzernunternehmen für das Rechnungswesen verantwortlichen Abteilungen sowie dem zentralen Konzern-Rechnungswesen der Österreichischen Post AG zusammen.

Die Tochterunternehmen erstellen auf Gesellschaftsebene zeitgerecht vollständige und richtige IFRS-Einzelabschlüsse gemäß den konzerneinheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften. Die IFRS-Einzelabschlüsse sind die Ausgangsbasis für die Weiterverarbeitung im Zuge der Konzern-Konsolidierung. Die Erstellung des Konzernabschlusses obliegt der Konzern-Konsolidierung, deren Aufgaben- und Verantwortungsbereiche im Wesentlichen die Betreuung der Meldedatenübernahme der Tochterunternehmen, die Durchführung der Konsolidierungs- und Eliminierungsmaßnahmen sowie die analytische Aufbereitung der Konzernabschlussdaten und die entsprechende Erstellung von Finanzberichten umfassen.

Der Ablauforganisation für die Erstellung des Konzernabschlusses liegt ein strikter Terminplan zugrunde. Die Termine werden jeweils für ein gesamtes Geschäftsjahr erstellt und veröffentlicht. Zusätzlich erhalten die Tochterunternehmen quartalsweise in Form von Konzerninformationsschreiben detaillierte Informationen und Konzernvorgaben zu ausgewählten Themen der Erstellung von Quartalsabschlüssen. Entsprechend dem Fertigstellungs-/ Veröffentlichungstermin des Monats-/Quartalsabschlusses bestehen sowohl in den lokalen Organisationseinheiten als auch im Konzern-Rechnungswesen detaillierte Terminpläne und Arbeitskalender zur Abschlusserstellung und Berichtsaufbereitung.

8.1.2 Risikobeurteilung

Zur Vermeidung von wesentlichen Fehldarstellungen bei der Abbildung von Transaktionen wurden mehrstufig aufgebaute Qualitätssicherungsmaßnahmen mit der Zielsetzung implementiert, dass die IFRS-Einzelabschlüsse für die Zwecke der Konsolidierung richtig erfasst sind. Diese Maßnahmen umfassen einerseits automatisierte Kontrollen (Validierungen) in SAP SEM-BCS und andererseits manuelle Kontrollen der Mitarbeiter der Tochtergesellschaften sowie der Mitarbeiter der Konzern-Konsolidierung.

Ausgehend von den Abschlüssen der Tochterunternehmen führt die Konzern-Konsolidierung in mehreren Stufen umfangreiche Plausibilitäts- und Datenqualitätschecks durch. Sie sollen sicherstellen, dass die Daten, welche die Transaktionen der Tochterunternehmen abbilden, für die Zwecke der Konsolidierung bzw. die Erstellung des Konzernabschlusses richtig erfasst sind.

Erst nach Durchführung der Qualitätskontrollen auf allen Stufen erfolgt die Freigabe des Konzernabschlusses.

8.1.3 Kontrollmaßnahmen

Der Konzernabschluss der Österreichischen Post wird auf Grundlage von SAP SEM-BCS monatlich in Form einer Simultankonsolidierung erstellt. Die Erfassung der Anhangangaben sowie die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt ebenfalls über SAP SEM-BCS.

Die konzerneinheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind im Konzernhandbuch zusammengefasst. IFRS-Neuerungen werden von der Konzern-Bilanzierung laufend überwacht und quartalsweise als IFRS-Updates in Konzerninformationsschreiben veröffentlicht. Einmal jährlich erfolgt die Einarbeitung der Updates in das Konzernhandbuch, dessen aktualisierte Jahresversion daraufhin veröffentlicht wird.

Zusätzlich zum Konzernhandbuch bestehen Richtlinien und Fachkonzepte zu ausgewählten Konzernprozessen, insbesondere zu Konsolidierungskreisänderungen und Akquisitionen. Im Bereich der Stammdaten (z. B. SAP SEM-Positionen, SAP-Konzernkontenplan, Kundendaten) sind zentrale Anlage-/Änderungsprozesse definiert worden.

Die Konsolidierungsprozesse sind im Konsolidierungshandbuch beschrieben. Das Konsolidierungshandbuch vermittelt einen zusammenfassenden Überblick zum Ablauf der Erstellung des Konzernabschlusses mittels SAP SEM-BCS, zu den Qualitätssicherungsmaßnahmen und zur Berichterstattung im Konzern-Rechnungswesen. Aufbauend auf den betriebswirtschaftlichen Konsolidierungsregeln werden die Konsolidierungsmethoden im Österreichischen Post Konzern dokumentiert und spezifiziert.

Die IFRS-Einzelabschlüsse werden überwiegend mittels SAP R/3 erstellt. Die IFRS-Überleitung erfolgt im Zuge der parallelen (dualen) SAP-Rechnungslegung. Die Übernahme der Meldedaten in SAP SEM-BCS erfolgt durch automatisierten Upload.

8.1.4 Information und Kommunikation

Zu Zwecken der Überwachung und Kontrolle wird der Konzernabschluss durch eine EBIT-Überleitung überprüft. Dabei wird eine Überleitung der Einzelabschlüsse auf den Konzernabschluss unter Berücksichtigung der im Konzern durchgeführten Buchungen und Eliminierungen vorgenommen.

Zur Wahrnehmung der Überwachungs- und Kontrollfunktionen werden wesentlichen Führungsebenen vorläufige Konzernabschlussdaten zur Verfügung gestellt.

Im Zuge der Erstellung des Konzernabschlusses werden folgende Berichte erstellt:

  • Aufsichtsratsbericht
  • Monatsbericht inklusive Strategie-Cockpit
  • Zwischenberichte
  • Beteiligungsbericht
  • Datenanalyse und Auswertung

Adressaten des vierteljährlich erstellten Aufsichtsratsberichts sind in erster Linie der Vorstand und der Aufsichtsrat der Österreichischen Post AG.

Neben dem Aufsichtsratsbericht und dem gesetzlich vorgeschriebenen Jahresfinanzbericht/Geschäftsbericht sowie dem Zwischenbericht nach IAS 34 werden unterjährig weitere interne Berichte,

die weiterführende Erläuterungen zu ausgewählten Positionen, Ergebnisüberleitungen und Kennzahlen enthalten, erstellt.

Der Monatsbericht fasst die wesentlichen Finanz- und Leistungskennzahlen des Unternehmens zusammen. Ausgehend von den vier strategischen Handlungsfeldern und den damit verbundenen Messgrößen werden Kennzahlen vor allem zu Absatz- und Personaldaten bereitgestellt. Die weitere interne Berichtsstruktur orientiert sich am und leitet sich aus dem Monatsbericht ab.

Ein weiterer wesentlicher Punkt in der internen Berichterstattung des Österreichischen Post Konzerns ist die Datenanalyse und Auswertung. Diese beinhaltet vor allem die Berechnung des Konzern-Cashflows sowie die dazugehörigen detaillierten Erläuterungen und die Berechnung von ergebnis- und wertorientierten Kennzahlen sowie von Liquiditätskennzahlen.

Vom Controlling wird monatlich ein Beteiligungsbericht erstellt, der Informationen über die Entwicklung der Tochterunternehmen enthält.

Die Berichterstattung an die Aktionäre der Österreichischen Post AG erfolgt durch Investor Relations in Übereinstimmung mit dem Österreichischen Corporate Governance Kodex sowohl über die Investor-Relations-Website (www.post.at/ir) als auch über direkte Gespräche mit den Investoren. Die veröffentlichten Informationen werden allen Investoren zeitgleich zur Verfügung gestellt. Zusätzlich zu den Pflichtpublikationen (Jahresfinanzbericht/Geschäftsbericht, Zwischenbericht über das erste Quartal, Halbjahresfinanzbericht und Zwischenbericht für die ersten drei Quartale jedes Jahres) stehen den Investoren auf der Investor-Relations-Website zahlreiche weitere Informationen, unter anderem Investoren-Präsentationen, Informationen rund um die Aktie, Ad-hoc-Mitteilungen oder der Finanzkalender, zur Verfügung.

8.1.5 Überwachung

Kernpunkt des operativen Risikomanagements ist die Identifizierung, Evaluierung und Beherrschung von wesentlichen Risiken aus dem Kerngeschäft. Dieser Prozess wird von Schlüsselpersonen in den Divisionen getragen. Der Österreichische Post Konzern gliedert sich in die auf dem Markt tätigen Divisionen Brief, Werbepost

& Filialen sowie Paket & Logistik und in die Division Corporate, die zusätzlich vor allem Dienstleistungen im Bereich der Konzernverwaltung erbringt.

Die Tochterunternehmen des Österreichischen Post Konzerns werden dabei im Wesentlichen je nach Tätigkeitsschwerpunkt den einzelnen Divisionen zugeordnet. Die in den jeweiligen Einheiten bestehenden wesentlichen Geschäftsrisiken werden identifiziert und laufend beobachtet. Auf dieser Basis werden angemessene Risikomaßnahmen, wie z. B. Backups oder Notfallpläne, festgelegt.

Für den gesamten Österreichischen Post Konzern besteht ein einheitliches Risikomanagement, das alle Organisationseinheiten und wesentlichen Tochterunternehmen sowie ein internes Kontrollsystem für alle wesentlichen Prozesse einschließt. Dieses richtet sich grundsätzlich nach dem COSO-Standard "Enterprise Risk Management – Integrated Framework".

Weitere zentrale Instrumente der Risikoüberwachung und -kontrolle sind konzernweite Richtlinien über den Umgang mit wesentlichen Risiken, der Planungs- und der Controlling-Prozess sowie die laufende Berichterstattung. Die Richtlinien umfassen beispielsweise die Festsetzung und Kontrolle von Limit-Kategorien und Handlungsabläufen zur Begrenzung finanzieller Risiken sowie die strikte Vorgabe des Vier-Augen-Prinzips.

Diese Richtlinien sind Teil des internen Kontrollsystems und stellen unter anderem die ordnungsgemäße interne und externe Finanzberichterstattung sicher. Der Planungs- und Berichtsprozess dient als Frühwarnsystem und als Basis für die Beurteilung der Wirksamkeit der eingeleiteten Steuerungsmaßnahmen. Dabei kommt es nach dem Bericht der dem Gesamtvorstand vorgelegten Spitzenkennzahlen zu monatlichen Performance Reviews in den auf dem Markt tätigen Einheiten, die sich gemäß dem integrierten Planungs- und Berichtswesen kaskadenförmig weiter fortsetzen. Wesentliches Merkmal des Planungs- und Berichtswesens ist neben der vertikalen Integration die Konvergenz zwischen internem und externem Berichtswesen. Zudem werden bereits in der Planungsphase Chancen und Risiken zur Plausibilisierung der Planungsziele berichtet.

Das interne Kontrollsystem als Teil des Risikomanagementsystems ist risikoorientiert aufgebaut und in die Betriebsabläufe integriert. Dies bedeutet, dass Maßnahmen arbeitsbegleitend erfolgen oder dem Arbeitsvollzug unmittelbar vor- oder nachgelagert sind. Das interne Kontrollsystem basiert auf genauen Informationen über die Prozesse für die Rechnungslegung und Finanzberichterstattung und schließt auch deren vorgelagerte Unternehmensprozesse mit ein. Änderungen der Organisation bzw. der Geschäftsprozesse haben unmittelbare Auswirkungen auf das interne Kontrollsystem, das jeweils unmittelbar an die aktuellen Gegebenheiten angepasst wird. Für die Durchführung der Kontrollen ist die jeweilige Unternehmenseinheit verantwortlich. Die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems wird regelmäßig von der Konzernrevision überprüft.

8.2 Informationen gemäSS § 243a UGB

Das Grundkapital der Österreichischen Post AG beträgt 337.763.190 EUR und ist geteilt in 67.552.638 Stück auf Inhaber lautende Stückaktien mit einem Nominalwert von jeweils 5 EUR. Es liegen keine Stimmrechtsbeschränkungen oder Syndikatsvereinbarungen vor, die der Gesellschaft bekannt sind.

Die Republik Österreich hält über die Österreichische Bundes- und Industriebeteiligungen GmbH (kurz ÖBIB, früher: Österreichische Industrieholding AG, ÖIAG) 52,85% der Anteile an der Österreichischen Post AG (auf Basis der in Umlauf befindlichen 67.552.638 Stück Aktien). Der Gesellschaft sind keine anderen Aktionäre bekannt, die mehr als 10% der Anteile halten.

Soweit der Gesellschaft bekannt ist, gibt es keine Inhaber von Aktien mit besonderen Kontrollrechten. Mitarbeiter, die auch Aktionäre der Österreichische Post AG sind, üben ihre Stimmrechte individuell aus. Es existieren keine sich nicht unmittelbar aus dem Aktiengesetz – bzw. hinsichtlich der ÖBIB auch aus dem Bundesgesetz, mit dem das Bundesgesetz über die Neuordnung der Rechtsverhältnisse der Österreichischen Industrieholding Aktiengesellschaft und der Post und Telekombeteiligungsverwaltungsgesellschaft (ÖIAG-Gesetz 2000 ) und das Bundesgesetz über

Maßnahmen zur Sicherung der Stabilität des Finanzmarkts (Finanzmarktstabilitätsgesetz-FinStaG) geändert werden (ÖBIB-Gesetz 2015) – ergebenden Bestimmungen über die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie über die Änderung der Satzung der Gesellschaft.

Genehmigtes Kapital

Gemäß § 5a der Satzung der Österreichischem Post AG wurde der Vorstand gemäß § 169 AktG ermächtigt, das Grundkapital mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis 14. April 2020 um bis zu weitere 33.776.320 EUR durch Ausgabe von bis zu 6.755.264 Stück neuen, auf Inhaber lautenden Stammaktien (Stückaktien) gegen Bar- und/ oder Sacheinlagen, in bestimmten Fällen auch unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre, zu erhöhen. Die Satzungsänderung wurde am 11. Juni 2015 in das Firmenbuch eingetragen.

Bedingtes Kapital

Gemäß § 5b der Satzung der Österreichischen Post AG wurde das Grundkapital gemäß § 159 AktG um bis zu 16.888.160 EUR durch Ausgabe von bis zu 3.377.632 Stückaktien erhöht. Die Kapitalerhöhung darf nur zum Zweck der Gewährung von Umtausch- und Bezugsrechten an Gläubiger von Finanzinstrumenten im Sinne von § 174 AktG sowie zum Zweck der Einräumung von Aktienoptionen an Arbeitnehmer und leitende Angestellte der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens durchgeführt werden. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen. Die Satzungsänderung wurde am 11. Juni 2015 in das Firmenbuch eingetragen.

Aktienrückerwerb

Die 9. ordentliche Hauptversammlung vom 15. April 2015 hat den Vorstand gemäß § 65 Abs. 1 Z. 4 und 8 sowie Abs. 1a und 1b AktG ermächtigt, auf den Inhaber oder auf Namen lautende Stückaktien der Gesellschaft im Ausmaß von bis zu 10% des Grundkapitals der Gesellschaft während einer Geltungsdauer von 30 Monaten ab 15. April 2015 sowohl über die Börse als auch außerbörslich, und zwar auch nur von einzelnen Aktionären oder einem einzigen Aktionär, insbesondere der ÖBIB, zu einem niedrigsten Gegenwert von 20 EUR (Euro zwanzig) je Aktie und einem höchsten Gegenwert von 60 EUR (Euro sechzig) je Aktie zu erwerben.

Der Handel mit eigenen Aktien ist als Zweck des Erwerbs ausgeschlossen. Die Ermächtigung kann ganz oder teilweise oder auch in mehreren Teilbeträgen und in Verfolgung eines oder mehrerer Zwecke durch die Gesellschaft, durch ein Tochterunternehmen (§ 228 Abs. 3 UGB) oder für Rechnung der Gesellschaft durch Dritte ausgeübt werden. Der Erwerb durch den Vorstand kann insbesondere vorgenommen werden, wenn die Aktien Arbeitnehmern, leitenden Angestellten und Mitgliedern des Vorstands der Gesellschaft oder eines mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmens im Rahmen eines Mitarbeiterbeteiligungsprogramms oder eines Aktienoptionsprogramms und/oder zur Ausgabe an eine Mitarbeiterbeteiligung-Privatstiftung angeboten werden sollen.

Den Erwerb über die Börse kann der Vorstand der Österreichischen Post AG beschließen, doch muss der Aufsichtsrat im Nachhinein von diesem Beschluss in Kenntnis gesetzt werden. Der außerbörsliche Erwerb unterliegt der vorherigen Zustimmung des Aufsichtsrats. Im Falle des außerbörslichen Erwerbs kann dieser auch unter Ausschluss des quotenmäßigen Veräußerungsrechts durchgeführt werden (umgekehrter Bezugsrechtsausschluss).

Der Vorstand wurde für die Dauer von fünf Jahren ab Beschlussfassung gemäß § 65 Abs. 1b AktG ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats und ohne neuerliche Beschlussfassung der Hauptversammlung für die Veräußerung beziehungsweise Verwendung eigener Aktien eine andere Art der Veräußerung als über die Börse oder durch ein öffentliches Angebot, unter sinngemäßer Anwendung der Regelungen über den Bezugsrechtsausschluss der Aktionäre, insbesondere wenn die Aktien Arbeitnehmern, leitenden Angestellten und Mitgliedern des Vorstands der Gesellschaft oder eines mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmens im Rahmen eines Mitarbeiterbeteiligungsprogramms oder eines Aktienoptionsprogramms und/oder zur Ausgabe an eine Mitarbeiterbeteiligungs-Privatstiftung angeboten werden sollen, zu beschließen und die Veräußerungsbedingungen festzusetzen. Die Ermächtigung kann ganz oder teilweise oder auch in mehreren Teilbeträgen und in Verfolgung eines oder mehrerer Zwecke durch die Gesellschaft, durch ein Tochterunternehmen (§ 228 Abs. 3 UGB) oder für Rechnung der Gesellschaft durch Dritte ausgeübt werden.

Der Vorstand wurde ferner ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats erforderlichenfalls das Grundkapital durch Einziehung dieser eigenen Aktien ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss gem § 65 Abs. 1 Z. 8 letzter Satz i.V.m. § 122 AktG herabzusetzen. Der Aufsichtsrat ist ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Einziehung von Aktien ergeben, zu beschließen.

Gewinnschuldverschreibungen

Weiters wurde der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis 14. April 2020 Finanzinstrumente im Sinne von § 174 AktG, insbesondere Wandelschuldverschreibungen, Gewinnschuldverschreibungen und Genussrechte, mit einem Gesamtnennbetrag von bis zu 250.000.000 EUR die auch das Umtauschund/oder Bezugsrecht auf den Erwerb von insgesamt bis zu 3.377.632 Aktien der Gesellschaft einräumen können und/oder auch so ausgestaltet sind, dass ihr Ausweis als Eigenkapital erfolgen kann, auch in mehreren Tranchen und in unterschiedlicher Kombination, auszugeben, und zwar auch mittelbar im Wege der Garantie für die Emission von Finanzinstrumenten durch ein verbundenes Unternehmen der Gesellschaft mit Umtausch- und/ oder Bezugsrechten auf Aktien der Gesellschaft.

Für die Bedienung der Umtausch- und/oder Bezugsrechte kann der Vorstand das bedingte Kapital oder eigene Aktien oder eine Kombination aus bedingtem Kapital und eigenen Aktien verwenden.

Wien, am 26. Februar 2016

Ausgabebetrag und Ausgabebedingungen der Finanzinstrumente sind vom Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats festzusetzen, wobei der Ausgabebetrag nach Maßgabe anerkannter finanzmathematischer Methoden sowie des Kurses der Aktien der Gesellschaft in einem anerkannten Preisfindungsverfahren zu ermitteln ist.

Der Vorstand ist berechtigt, das Bezugsrecht der Aktionäre auf die Finanzinstrumente im Sinne des § 174 AktG mit Zustimmung des Aufsichtsrats auszuschließen.

Es gibt keine bedeutsamen Vereinbarungen, an denen die Gesellschaft beteiligt ist, die bei einem Kontrollwechsel in der Gesellschaft infolge eines Übernahmeangebots wirksam werden, sich wesentlich ändern oder enden.

Es gibt keine Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern oder Arbeitnehmern für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebots.

Der Vorstand

Dipl.-Ing. Dr. Georg Pölzl Dipl.-Ing. Walter Oblin Vorstandsvorsitzender Vorstandsmitglied Generaldirektor Finanzen

Brief, Werbepost & Filialen Paket & Logistik

Dipl.-Ing. Walter Hitziger Dipl.-Ing. Peter Umundum Vorstandsmitglied Vorstandsmitglied

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 58
Gesamtergebnisrechnung 59
Konzernbilanz 60
Konzern-Cashflow-Statement 61
Entwickl
ung des Konzern-Eigenkapitals
62
KONZERNANHANG 64
1 I nformationen zum Unternehmen 64
2 G rundlagen der Rechnungslegung 64
3 Ä nderungen in den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden 64
4 Konsolidierungskreis 67
5 W ährungsumrechnung 71
6 Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden 72
7 E rmessensbeurteilungen und zukunftsbezogene Annahmen 81
8 E rläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung 84
8.1 Segmentberichterstattung 84
8.2 Sonstige betriebliche Erträge 86
8.3 Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen 87
8.4 Personalaufwand 87
8.5 Abschreibungen 88
8.6 Sonstige betriebliche Aufwendungen 89
8.7 Sonstiges Finanzergebnis 89
8.8 Ergebnis je Aktie 90
9 E rläuterungen zur Bilanz 90
9.1 Geschäfts- oder Firmenwerte 90
9.2 Immaterielle Vermögenswerte 93
9.3 Sachanlagen 94
9.4 Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien (Investment Property) 98
9.5 Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen 99
9.6 Andere finanzielle Vermögenswerte 102
9.7 Vorräte 102
9.8 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 103
9.9 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 103
9.10 Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Schulden 104
9.11 Eigenkapital 105
9.12 Rückstellungen 106
9.13 Andere finanzielle Verbindlichkeiten 109
9.14 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 110
9.15 Ertragsteuern 110
10 Finanzinstrumente und damit verbundene Risiken 113
11 Sonstige Angaben 122
ERKLÄRUNG
ALLER
GESETZ
LICHEN
VERTRETER
131

KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2015

Mio EUR Anhang 2014
angepasst1
2015
Umsatzerlöse (8.1) 2.363,5 2.401,9
Sonstige betriebliche Erträge (8.2) 134,4 99,2
Gesamte betriebliche Erträge 2.497,9 2.501,1
Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen (8.3) –737,5 –749,6
Personalaufwand (8.4) –1.109,5 –1.106,0
Abschreibungen (8.5) –136,9 –213,7
Sonstige betriebliche Aufwendungen (8.6) –317,0 –344,0
Gesamte betriebliche Aufwendungen –2.300,9 –2.413,2
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit 197,0 87,9
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen (9.5) –0,1 1,1
Finanzerträge 4,2 7,1
Finanzaufwendungen –7,1 –5,1
Sonstiges Finanzergebnis (8.7) –2,8 2,0
Finanzergebnis –3,0 3,1
Ergebnis vor Ertragsteuern 194,0 91,0
Ertragsteuern (9.15) –47,2 –19,5
Periodenergebnis 146,8 71,6
Zuzurechnen an:
Aktionäre des Mutterunternehmens 146,5 71,4
Nicht beherrschende Anteile 0,4 0,1

1 Anpassungen siehe Punkt 3.2 Änderungen in der Darstellung des Konzernabschlusses

Ergebnis je aktie

EUR Anhang 2014 2015
Unverwässertes Ergebnis je Aktie (8.8) 2,17 1,06
Verwässertes Ergebnis je Aktie (8.8) 2,17 1,06

GESAMTERGEBNISRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2015

Mio EUR Anhang 2014 2015
Periodenergebnis 146,8 71,6
Posten, die nachträglich in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden können:
Währungsumrechnungsdifferenzen – ausländische Geschäftsbetriebe (9.11) –1,0 0,6
Zeitwertänderungen von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten (9.11) 1,2 0,9
Steuereffekt auf Zeitwertänderungen (9.15) –0,3 –0,2
Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen – Anteil am sonstigen Ergebnis (9.5) 2,1 –5,0
Summe der Posten, die umgegliedert werden können 2,0 –3,8
Posten, die nicht nachträglich in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden:
Neubewertung von leistungsorientierten Verpflichtungen (9.11) –15,7 6,1
Steuereffekt auf Neubewertung (9.15) 4,0 –1,5
Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen – Anteil am sonstigen Ergebnis (9.5) –0,1 –0,6
Summe der Posten, die nicht umgegliedert werden –11,9 3,9
Sonstiges Ergebnis –9,9 0,2
Gesamtperiodenergebnis 137,0 71,7
Zuzurechnen an:
Aktionäre des Mutterunternehmens 136,6 71,6
Nicht beherrschende Anteile 0,4 0,1

KONZERNBILANZ ZUM 31. DEZEMBER 2015

Anhang
31.12.2014
31.12.2015
Aktiva
Langfristiges Vermögen
Geschäfts- oder Firmenwerte
(9.1)
112,2
Immaterielle Vermögenswerte
(9.2)
59,9
Sachanlagen
(9.3)
597,7
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
(9.4)
51,8
Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen
(9.5)
53,3
Andere finanzielle Vermögenswerte
(9.6)
60,7
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen
(9.8)
21,0
Latente Steueransprüche
(9.15)
68,6
1.025,4
Kurzfristiges Vermögen
Andere finanzielle Vermögenswerte
(9.6)
6,4
Vorräte
(9.7)
16,7
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen
(9.8)
352,0
Ertragsteuererstattungsansprüche
5,8
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
(9.9)
264,1
645,0
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte
(9.10)
0,6
1.671,0
Passiva
Eigenkapital
(9.11)
Grundkapital
337,8
Kapitalrücklagen
130,5
Gewinnrücklagen
260,3
Andere Rücklagen
–26,6
Eigenkapital der Aktionäre des Mutterunternehmens
702,0
58,2
24,8
571,9
60,5
53,2
36,8
11,4
92,9
909,6
35,0
15,9
288,8
0,3
299,6
639,6
63,8
1.613,0
337,8
91,0
238,2
–25,5
641,5
Nicht beherrschende Anteile
0,7
0,2
702,7 641,7
Langfristige Schulden
Rückstellungen
(9.12)
387,7
355,9
Andere finanzielle Verbindlichkeiten
(9.13)
14,6
4,5
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
und sonstige Verbindlichkeiten
(9.14)
20,8
23,7
Latente Steuerverbindlichkeiten
(9.15)
8,3
0,9
431,4 384,9
Kurzfristige Schulden
Rückstellungen
(9.12)
152,8
160,7
Ertragsteuerverbindlichkeiten
19,3
14,4
Andere finanzielle Verbindlichkeiten
(9.13)
3,1
8,1
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
und sonstige Verbindlichkeiten
(9.14)
361,2
333,2
536,3 516,3
Schulden iZm zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten
(9.10)
0,6
70,0
1.671,0 1.613,0

KONZERN-CASHFLOW-STATEMENT FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2015

Mio EUR
Anhang
2014
2015
Geschäftstätigkeit
Ergebnis vor Ertragsteuern
194,0
91,0
Abschreibungen
(8.5)
136,9
213,7
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen
(9.5)
0,1
–1,1
Rückstellungen unbar
68,7
26,7
Gezahlte Steuern
–42,8
–52,3
Sonstige zahlungsunwirksame Vorgänge
(11.1)
–73,6
–12,9
Cashflow aus dem Ergebnis
283,3
265,0
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen
–2,0
–26,3
Vorräte
0,5
0,2
Rückstellungen
–37,8
–36,0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten
–11,8
13,2
Cashflow aus Geschäftstätigkeit
232,2
216,2
Investitionstätigkeit
Erwerb von immateriellen Vermögenswerten
–9,3
–5,4
Erwerb Sachanlagen/als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
–82,6
–104,7
Einzahlungen aus Anlagenverkäufen
12,2
69,2
Erwerb von Tochterunternehmen
(11.1)
–0,7
–3,0
Verkauf von Tochterunternehmen
(4.2)
0,0
1,3
Erwerb von nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen
(9.5)
–1,3
–5,0
Erwerb von Wertpapieren
0,0
–10,4
Einzahlungen aus dem Verkauf von Wertpapieren
13,0
6,0
Gewährte Darlehen
–4,6
–0,4
Erhaltene Ausschüttungen von nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen
(9.5)
1,4
0,7
Erhaltene Zinsen
2,4
2,8
Cashflow aus Investitionstätigkeit
–69,4
–49,0
Free Cashflow
162,8
167,2
Finanzierungstätigkeit
Veränderung von anderen finanziellen Verbindlichkeiten
–3,8
2,1
Ausschüttungen
–129,7
–132,1
Gezahlte Zinsen
–1,4
–1,0
Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen
–4,0
–0,3
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit
–138,8
–131,3
Nettozunahme/-abnahme des Finanzmittelbestands
24,0
36,0
Finanzmittelbestand am 1. Jänner
240,2
264,2
Finanzmittelbestand am 31. Dezember
264,2
300,1

ENTWICKLUNG DES KONZERN-EIGENKAPITALS

Geschäftsjahr 2014
Mio EUR
Grund
kapital
Kapital
rück
lagen
Gewinn
rück
lagen
N
eube-
wertungs-
rücklage
Andere Rücklagen
Markt-
bewer-
tungs-
rücklage
Währungs
umrech
nungs
rücklage
Eigenkapital
der Aktionäre
des Mutter
unterneh
mens
Nicht
beherr
schende
Anteile
Eigen
kapital
Stand am
1. Jänner 2014
337,8 130,5 245,5 –5,5 –1,3 –9,9 697,1 2,3 699,4
Sukzessiver Erwerb eines
Tochterunternehmens
0,0 0,0 –3,3 0,0 0,0 0,0 –3,3 –0,7 –4,0
Ausschüttung 0,0 0,0 –128,4 0,0 0,0 0,0 –128,4 –1,3 –129,7
Periodenergebnis 0,0 0,0 146,5 0,0 0,0 0,0 146,5 0,4 146,8
Währungsumrechnungs
differenzen – ausländische
Geschäftsbetriebe
0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 –1,0 –1,0 0,0 –1,0
Zeitwertänderungen von zur
Veräußerung verfügbaren
finanziellen Vermögenswerten
0,0 0,0 0,0 0,0 1,2 0,0 1,2 0,0 1,2
Neubewertung von
leistungsorientierten
Verpflichtungen
0,0 0,0 0,0 –15,7 0,0 0,0 –15,7 0,0 –15,7
Nach der Equity-Methode
bilanzierte Finanzanlagen –
Anteil am sonstigen Ergebnis
0,0 0,0 0,0 –0,1 0,0 2,1 2,0 0,0 2,0
Steuereffekt 0,0 0,0 0,0 4,0 –0,3 0,0 3,7 0,0 3,7
Sonstiges Ergebnis 0,0 0,0 0,0 –11,9 0,9 1,1 –9,9 0,0 –9,9
Gesamtperiodenergebnis 0,0 0,0 146,5 –11,9 0,9 1,1 136,6 0,4 137,0
Stand am
31. Dezember 2014
337,8 130,5 260,3 –17,3 –0,5 –8,8 702,0 0,7 702,7

ENTWICKLUNG DES KONZERN-EIGENKAPITALS

Geschäftsjahr 2015
Mio EUR
Grund
kapital
Kapital
rück
lagen
Gewinn
rück
lagen
N
eube-
wertungs-
rücklage
Andere Rücklagen
Markt-
bewer-
tungs-
rücklage
Währungs
umrech
nungs
rücklage
Eigenkapital
der Aktionäre
des Mutter
unterneh
mens
Nicht
beherr
schende
Anteile
Eigen
kapital
Stand am
1. Jänner 2015
337,8 130,5 260,3 –17,3 –0,5 –8,8 702,0 0,7 702,7
Sukzessiver Erwerb eines
Tochterunternehmens
0,0 0,0 –0,4 0,0 0,0 0,0 –0,4 0,0 –0,4
Verkauf einer nach der
Equity-Methode bilanzierten
Finanzanlage
0,0 0,0 –0,9 0,9 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Veränderung von Rücklagen 0,0 –39,5 39,5 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Ausschüttung 0,0 0,0 –131,7 0,0 0,0 0,0 –131,7 –0,6 –132,3
Periodenergebnis 0,0 0,0 71,4 0,0 0,0 0,0 71,4 0,1 71,6
Währungsumrechnungs
differenzen – ausländische
Geschäftsbetriebe
0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,1 0,1 0,0 0,1
Währungsumrechnungs
differenzen – Umgliederung
in den Gewinn und Verlust
0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,5 0,5 0,0 0,5
Zeitwertänderungen von zur
Veräußerung verfügbaren
finanziellen Vermögenswerten
0,0 0,0 0,0 0,0 0,7 0,0 0,7 0,0 0,7
Zeitwertänderungen von zur
Veräußerung verfügbaren
finanziellen Vermögens
werten – Umgliederung
in den Gewinn und Verlust
0,0 0,0 0,0 0,0 0,2 0,0 0,2 0,0 0,2
Neubewertung von
leistungsorientierten
Verpflichtungen
0,0 0,0 0,0 6,1 0,0 0,0 6,1 0,0 6,1
Nach der Equity-Methode
bilanzierte Finanzanlagen –
Anteil am sonstigen Ergebnis
0,0 0,0 0,0 –0,6 0,0 –5,5 –6,2 0,0 –6,2
Nach der Equity-Methode
bilanzierte Finanzanlagen –
Umgliederung in den Gewinn
und Verlust
0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,5 0,5 0,0 0,5
Steuereffekt 0,0 0,0 0,0 –1,5 –0,2 0,0 –1,7 0,0 –1,7
Sonstiges Ergebnis 0,0 0,0 0,0 3,9 0,7 –4,4 0,2 0,0 0,2
Gesamtperiodenergebnis 0,0 0,0 71,4 3,9 0,7 –4,4 71,6 0,1 71,7
Stand am
31. Dezember 2015
337,8 91,0 238,2 –12,5 0,2 –13,2 641,5 0,2 641,7

KONZERNANHANG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2015

1 Informationen zum Unternehmen

Die Österreichische Post AG und ihre Tochtergesellschaften sind Logistik- und Dienstleistungsunternehmen im Brief- und Paketbereich. Zu den Geschäftsbereichen des Österreichischen Post Konzerns zählen die Erbringung von Leistungen des Brief- und Paketdienstes, Speziallogistik wie Kombifracht und Wertlogistik sowie Telekomprodukte und die Abwicklung von Finanzdienstleistungen in Kooperation mit den Partnern A1 Telekom Austria AG und BAWAG P.S.K. Zudem umfasst das Dienstleistungsangebot Fulfillment-Dienstleistungen, Daten- und Outputmanagement sowie Dokumentenerfassung, -digitalisierung und -veredelung.

Der Sitz der Österreichischen Post AG befindet sich in Wien, Österreich. Die Anschrift lautet Österreichische Post AG, Haidingergasse 1, 1030 Wien. Die Gesellschaft ist in das Firmenbuch beim Handelsgericht Wien zu FN 180219d eingetragen.

2 Grundlagen der Rechnungslegung

Die Erstellung des Konzernabschlusses der Österreichischen Post AG für das Geschäftsjahr 2015 erfolgte in Übereinstimmung mit den zum 31. Dezember 2015 vom International Accounting Standards Board (IASB) herausgegebenen International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union verpflichtend anzuwenden sind und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a (UGB).

Der Konzernabschluss der Österreichischen Post AG besteht aus der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Gesamtergebnisrechnung, der Konzern-Bilanz, dem Konzern-Cashflow-Statement, der Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals und dem Konzern-Anhang. Der Konzernabschluss wird in Euro aufgestellt. Alle Beträge sind, sofern nichts anderes angeführt ist, in Millionen Euro (Mio EUR) angegeben. Bei der Summierung gerundeter Beträge und Prozentangaben können durch die Verwendung automatisierter Rechenhilfen Rundungsdifferenzen auftreten.

3 Änderungen in den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

3.1 Neuerungen in den International Financial Reporting Standards

3.1.1 Verpflichtend angewandte neue und geänderte Standards

Im Geschäftsjahr 2015 wurden folgende neue und geänderte Standards erstmals verpflichtend zur Anwendung gebracht:

Verpflichtend angewandte neue Standards Inkrafttreten EU1
IFRIC 21 Abgaben 17.06.2014
Verpflichtend angewandte geänderte Standards Inkrafttreten EU1
Diverse Verbesserungen an den IFRS, Zyklus 2011–2013 01.01.2015

1 Anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem angegebenen Datum beginnen

IFRIC 21–Abgaben stellt klar, wann für gesetzliche Abgaben, die nicht in den Anwendungsbereich eines anderen IFRS fallen, Verpflichtungen zu passivieren sind. Anwendungsfall im Post Konzern ist die Grundsteuer, die nun bereits in voller Höhe zu Beginn des Geschäftsjahres erfasst wird. Da es sich hierbei lediglich um unterjährige Verschiebungen von Aufwendungen für sonstige Steuern handelt, hat diese Änderung keine Auswirkung auf den vorliegenden Jahresabschluss. Ebenso ergaben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf die Zwischenberichte.

3.1.2 Veröffentlichte, aber noch nicht angewandte Standards

Folgende Standards sind durch die Europäische Union anerkannt worden bzw. befinden sich im Anerkennungsprozess. Eine verpflichtende Anwendung ist jedoch erst für die Zukunft vorgesehen.

Noch nicht angewandte neue Standards Endorsement EU Inkrafttreten EU1
IFRS 9 Finanzinstrumente geplant H2 2016 geplant 01.01.2018
IFRS 15 Umsatzerlöse aus Kundenverträgen geplant Q2 2016 geplant 01.01.2018
IFRS 16 Leasingverhältnisse noch zu entscheiden geplant 01.01.2019
IFRS 14 Preisregulierte Absatzgeschäfte den, diesen Standard nicht zu übernehmen. Die Europäische Kommission hat entschie
Noch nicht angewandte geänderte Standards Endorsement EU Inkrafttreten EU1
IAS 19 Leistungsorientierte Pläne: Arbeitnehmerbeiträge 17.12.2014 01.02.2015
Diverse Verbesserungen an den IFRS, Zyklus 2010–2012 17.12.2014 01.02.2015
IAS 16, 41 Landwirtschaft: fruchttragende Gewächse 23.11.2015 01.01.2016
IAS 16, 38 Klarstellung akzeptabler Abschreibungsmethoden 02.12.2015 01.01.2016
IFRS 11 Erwerb von Anteilen an gemeinschaftlichen Tätigkeiten 24.11.2015 01.01.2016
Diverse Verbesserungen an den IFRS, Zyklus 2012–2014 15.12.2015 01.01.2016
IAS 1 Disclosure Initiative 18.12.2015 01.01.2016
IAS 27 Equity Methode in separaten Abschlüssen 18.12.2015 01.01.2016
IFRS 10, 12,
IAS 28
Investment Entities: Anwendung der Ausnahme von der
Konsolidierungspflicht
geplant Q2 2016 geplant 01.01.2016
IAS 12 Ansatz von aktiven latenten Steuern bei nicht realisierten Verlusten geplant Q4 2016 geplant 01.01.2017
IAS 7 Disclosure Initiative geplant Q4 2016 geplant 01.01.2017
IFRS 10,
IAS 28
Veräußerung oder Einlage von Vermögenswerten an/in ein
assoziiertes Unternehmen oder ein Gemeinschaftsunternehmen
verschoben verschoben

1 Anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem angegebenen Datum beginnen

IFRS 9 – Finanzinstrumente enthält Vorschriften für den Ansatz, die Bewertung und die Ausbuchung von Finanzinstrumenten sowie für die Bilanzierung von Sicherungsgeschäften und ersetzt in diesen Bereichen den bisher relevanten Standard IAS 39 – Finanzinstrumente. Neu gefasst wurden insbesondere die Regelungen zur Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten, wobei im neuen Standard die Klassifizierung und Bewertung von Finanzinstrumenten nun vom Geschäftsmodell und den vertraglichen Zahlungsströmen abhängig ist. Abhängig von der Art des finanziellen Vermögenswerts und den beiden genannten Kriterien ergibt sich die Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten, erfolgswirksam zum Zeitwert oder erfolgsneutral zum Zeitwert. Neugeregelt wurde auch die Bilanzierung von Wertminderungen finanzieller Vermögenswerte, die nunmehr die Erfassung bereits erwarteter Verluste (expected loss model) vorsieht. Derzeit bestehen im Österreichischen Post Konzern finanzielle Vermögenswerte vor allem in Form von Wertpapieren, strategischen Anteilen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente. Unter Berücksichtigung des Geschäftsmodells, der Art der vorhandenen finanziellen Vermögenswerte sowie des insgesamt geringen Ausfallrisikos werden sich voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen durch die Anwendung des IFRS 9 ergeben.

Zielsetzung des IFRS 15 – Umsatzerlöse aus Kundenverträgen ist es, eine Vielzahl der bisher in diversen Standards und Interpretationen enthaltenen Regelungen zusammenzuführen. Das Kernprinzip von IFRS 15 ist, dass Erlöse in der Höhe erfasst werden, in der für die übernommenen Leistungsverpflichtungen, also die Übertragung von Waren oder die Erbringung von Dienstleistungen, Gegenleistungen erwartet werden. Dieses Kernprinzip wird mit einem fünfstufigen Rahmenmodell umgesetzt. Das Modell legt fest, dass der Übergang der Kontrolle (Control Approach) den Zeitpunkt bzw. Zeitraum der Umsatzrealisierung bestimmt und damit das bisherige Risk and Reward Modell (Übertragung von Risiken und Chancen) ablöst. Zusätzlich wird das Ausmaß der geforderten Anhangangaben erweitert. Die Auswirkungen des neuen Standards auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Post Konzerns werden noch geprüft.

Der neue IFRS 16 – Leasingverhältnisse ersetzt die bisherigen Vorschriften des IAS 17 und der zugehörigen Interpretationen, wobei insbesondere die bilanzielle Abbildung von Leasingverträgen beim Leasingnehmer neu geregelt wurde. Der Leasingnehmer erfasst nunmehr für jedes Leasingverhältnis eine Verbindlichkeit für die zukünftig zu leistenden Leasingzahlungen. Gleichzeitig wird ein Nutzungsrecht in Höhe des Barwerts der künftigen Leasingzahlungen aktiviert und in weiterer Folge linear abgeschrieben. Die bisherige Unterscheidung zwischen Operating und Finance Lease entfällt somit. Für Leasinggeber sind die Regelungen des neuen Standards dagegen ähnlich der bisherigen Vorschriften des IAS 17. IFRS 16 enthält darüber hinaus weitere Regelungen zu Sale-and-Lease-back-Transaktionen sowie zu den erforderlichen Anhangangaben. Da die Gesellschaften des Österreichischen Post Konzerns als Leasingnehmer bei Operating-Leasingverträgen auftreten, wird die Anwendung des IFRS 16 die oben genannten Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben. Zu den am Stichtag bestehenden Operating-Miet- und Leasingverträgen verweisen wir auf Kapitel 11.2 Sonstige Verpflichtungen.

Zielsetzung des IFRS 14 – Preisregulierte Absatzgeschäfte ist es, die Vergleichbarkeit von Abschlüssen solcher Unternehmen zu erhöhen, die preisregulierte Absatzgeschäfte erbringen und IFRS-Erstanwender sind. Dementsprechend ergeben sich keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss des Post Konzerns. Zusätzlich hat die Europäische Kommission entschieden, diesen Standard nicht in EU-Recht zu übernehmen.

Sofern nicht anders angegeben, ergeben sich aus der zukünftigen Anwendung der folgenden geänderten Standards voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Österreichischen Post AG:

Die Änderung des IAS 19 – Leistungen an Arbeitnehmer stellt klar, dass Arbeitnehmerbeiträge nach wie vor in der Periode von dem Dienstzeitaufwand abgezogen werden können, in der die entsprechende Dienstzeit erbracht wurde, wenn der Betrag der Beiträge unabhängig von der Anzahl der Dienstjahre ist.

Die Änderungen an IAS 16 – Sachanlagen und IAS 38 – Immaterielle Vermögenswerte stellen klar, dass umsatzbasierte Abschreibungsmethoden für Sachanlagen nicht und für immaterielle Vermögenswerte lediglich in bestimmten Ausnahmefällen zulässig sind.

Die Änderung des IFRS 11 – Gemeinsame Vereinbarungen regelt die Bilanzierung eines Erwerbs von Anteilen an einer gemeinschaftlichen Tätigkeit, die einen Geschäftsbetrieb im Sinn des IFRS 3 – Unternehmenszusammenschlüsse darstellt. In solchen Fällen soll der Erwerber die Grundsätze für die Bilanzierung von Unternehmenszusammenschlüssen nach IFRS 3 anwenden. Zudem greifen auch in diesen Fällen die Angabepflichten des IFRS 3.

Die Änderungen an IAS 1 enthalten die Klarstellung, dass Anhangangaben nicht durch Aggregation oder unwesentliche Informationen verschleiert werden sollen. Des Weiteren erfolgt die Klarstellung, wie Anteile am sonstigen Ergebnis von Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, in der Gesamtergebnisrechnung darzustellen sind. Die Reihenfolge der Angaben soll nicht mehr nach einer bestimmten Reihenfolge, sondern in Erwägung von Verständlichkeit und Vergleichbarkeit erfolgen.

Mit der Änderung des IAS 27 – Einzelabschlüsse wird die Equity-Methode als Bilanzierungsoption für Anteile an anderen Unternehmen in separaten Abschlüssen wieder zugelassen.

Die Änderungen an IFRS 10, IFRS 12 und IAS 28 dienen zur Klärung von Fragestellungen in Bezug auf die Anwendung der Ausnahme von der Konsolidierungspflicht nach IFRS 10, wenn das Mutterunternehmen die Definition einer "Investmentgesellschaft" erfüllt.

Die Änderungen des IAS 12 stellen klar, dass unrealisierte Verluste aus der Abwertung von Schuldinstrumenten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, zu abzugsfähigen temporären Differenzen und somit zum Ansatz von aktiven latenten Steuern führen. Dies ist unabhängig davon, ob das Unternehmen tatsächlich die Absicht hat, die Wertpapiere bis zu ihrer Wertaufholung zu halten.

Im Rahmen der Initiative zur Verbesserung der Angabepflichten, der sogenannten Disclosure Initiative, wurde IAS 7 dahingehend geändert, dass nunmehr zusätzliche Angaben über die Änderungen von Finanzverbindlichkeiten zu machen sind, deren Zahlungsströme im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit gezeigt werden. Die geforderten Angaben können in Form einer Überleitungsrechnung der Bilanzposten dargestellt werden.

Durch die Änderungen des IFRS 10 und des IAS 28 wird eine Inkonsistenz zwischen den Standards, insbesondere betreffend die Erfassung von Gewinnen und Verlusten aus der Veräußerung (bzw. Einbringung) von Vermögenswerten an ein assoziiertes Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen, beseitigt.

3.2 Änderung von Bilanzierungsmethoden und Anpassung der Vorjahreszahlen

Zur besseren Vergleichbarkeit und zur Gewährleistung der einheitlichen Darstellung von ähnlichen Geschäftsvorfällen innerhalb des Österreichischen Post Konzerns wurde die bilanzielle Erfassung von Exportdienstleistungen der Slovak Parcel Service s.r.o. im Geschäftsjahr 2015 geändert. Bislang wurden diese Geschäftsvorfälle nach der Bruttomethode dargestellt. In der Gewinn- und Verlustrechnung wurden einerseits die gesamten Umsatzerlöse mit Drittkunden einerseits und andererseits die erhaltenen Belastungen unter den Aufwendungen für Material und bezogene Leistungen andererseits erfasst.

Bei Beurteilung der Chancen und Risiken dieser Geschäftsbeziehung spiegelt die Darstellung als Vermittlungsgeschäft im Sinn des IAS 18 den wirtschaftlichen Gehalt des Geschäftsvorfalls jedoch besser wider. Entsprechend wird in den Umsatzerlösen nur noch der Provisionserlös aus den erbrachten Dienstleistungen erfasst (Nettomethode). Die Darstellung im vorliegenden Abschluss wurde entsprechend geändert und die Vergleichszahlen für das Vorjahr angepasst.

Die Auswirkungen der Anpassung auf die Gewinn- und Verlustrechnung stellen sich wie folgt dar:

Mio EUR 2014 2015
Umsatzerlöse –7,0 –7,4
Gesamte betriebliche Erträge –7,0 –7,4
Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen –7,0 –7,4
Gesamte betriebliche Aufwendungen –7,0 –7,4
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit 0,0 0,0

Die Auswirkungen der Anpassung auf die Segmentberichterstattung stellen sich wie folgt dar:

2014
Mio EUR
Paket & Logistik Konzern
Umsatzerlöse mit Dritten –7,0 –7,0
Umsatzerlöse gesamt –7,0 –7,0
2015
Mio EUR
Paket & Logistik Konzern
Umsatzerlöse mit Dritten –7,4 –7,4
Umsatzerlöse gesamt –7,4 –7,4

Aus dieser Änderung ergeben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf die Konzernbilanz und das Konzern-Cashflow-Statement, weshalb auf die Anpassung der Bilanzwerte und die Angabe der Eröffnungsbilanz zum 1.1.2014 verzichtet wurde.

4 Konsolidierungskreis

4.1 Konsolidierungsgrundsätze

In den Konzernabschluss werden alle Unternehmen, die unter der Beherrschung der Österreichischen Post AG stehen (Tochterunternehmen), im Wege der Vollkonsolidierung einbezogen. Die Einbeziehung beginnt mit dem Zeitpunkt des Erlangens der Beherrschung und endet mit deren Wegfall. Die erstmalige Einbeziehung in den Konzernabschluss erfolgt im Erwerbsfall unter Verwendung der Erwerbsmethode nach IFRS 3. Nach der Erwerbsmethode entsprechen die Anschaffungskosten des Erwerbs dem beizulegenden Zeitwert der übertragenen Gegenleistung (z. B. Zahlungsmittel, sonstige

Vermögenswerte, bedingte Gegenleistungen, Eigenkapitalinstrumente), die den Zeitwerten der erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden gegenübergestellt werden. Positive Unterschiedsbeträge aus der Gegenüberstellung werden als Geschäfts- oder Firmenwert erfasst, negative Unterschiedsbeträge werden sofort ergebniswirksam erfasst. Anschaffungsnebenkosten werden nicht angesetzt, sondern ergebniswirksam erfasst.

Gemeinschaftsunternehmen nach IFRS 11 sowie Unternehmen, auf die ein maßgeblicher Einfluss ausgeübt wird (assoziierte Unternehmen), werden nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen. Bei der Equity-Methode werden die Anteile zunächst mit den Anschaffungskosten angesetzt und in der Folge um die anteiligen Eigenkapitalveränderungen der Unternehmen erhöht bzw. vermindert. Negative Eigenkapitalveränderungen werden über die fortgeschriebenen Anschaffungskosten hinaus gegen langfristige sonstige Anteile (z. B. Darlehen) erfasst, sofern diese nach ihrem wirtschaftlichen Gehalt Teil der Nettoinvestition in das assoziierte Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen sind.

Alle konzerninternen Vermögenswerte, Schulden und Eigenkapital sowie Erträge und Aufwendungen im Zusammenhang mit Geschäftsvorfällen zwischen Konzernunternehmen werden im Rahmen der Konsolidierung eliminiert.

4.2 Änderungen im Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss werden neben der Österreichischen Post AG 29 inländische (31.12.2014: 24) und 28 ausländische (31.12.2014: 31) Tochterunternehmen einbezogen. Weiters werden drei inländische (31.12.2014: drei) und drei ausländische (31.12.2014: vier) Unternehmen nach der Equity-Methode bilanziert.

Im Jahr 2015 haben folgende Änderungen im Konsolidierungskreis sowie Unternehmenszusammenschlüsse im Österreichischen Post Konzern stattgefunden:

Name der Gesellschaft Anteil am Kapital
von
auf
Transaktions
zeitpunkt
Erläuterung
Brief, Werbepost & Filialen
MEILLERGHP GmbH 65,0% 0,0% 20.02.2015 Verkauf
feibra Magyarország Kft. 100,0% 0,0% 31.03.2015 Verkauf
Aktionsfinder GmbH 0,0% 60,0% 01.06.2015 Erwerb
Post 107 Beteiligungs GmbH 0,0% 100,0% 13.06.2015 Gründung
Kolos s.r.o. 100,0% 0,0% 05.08.2015 Verkauf
Austrian Post International Deutschland, GmbH
(Austrian Post International Deutschland, GmbH)1, 2
100,0% 0,0% 28.08.2015 Verschmelzung
Aktionsfinder GmbH 60,0% 80,0% 01.10.2015 Sukzessiver Erwerb
EMD – Elektronische- u. Mikrofilm
Dokumentationssysteme Ges.m.b.H.
0,0% 100,0% 01.10.2015 Erwerb
Paket & Logistik
trans-o-flex Netzwerk Group GmbH 0,0% 100,0% 28.04.2015 Gründung
Geschäftsbetrieb einer Distributionsgesellschaft 01.06.2015 Übernahme
Geschäftsbetrieb
trans-o-flex Belgium Real Estate B.V.B.A. 100,0% 0,0% 27.08.2015 Verkauf
Geschäftsbetrieb einer Distributionsgesellschaft 01.10.2015 Übernahme
Geschäftsbetrieb
Corporate
Post 301 Beteiligungs GmbH 0,0% 100,0% 23.07.2015 Gründung
Post E-Commerce GmbH 0,0% 100,0% 31.07.2015 Gründung

1 Die in Klammer angeführten Konzernunternehmen wurden auf die zuerst genannten Konzernunternehmen verschmolzen und sind somit nicht mehr im Konsolidierungskreis vorhanden.

2 Die aufnehmende Gesellschaft Scanpoint Deutschland GmbH wurde im Anschluss an die Verschmelzung mit der Austrian Post International GmbH in Austrian Post International GmbH umbenannt.

Brief, Werbepost & Filialen

MEILLERGHP GmbH

Mit Stichtag 20. Februar 2015 wurden die von der Österreichischen Post AG gehaltenen Anteile an dem Gemeinschaftsunternehmen MEILLERGHP GmbH, Deutschland, verkauft. Aus dem Abgang der nach der Equity-Methode bilanzierten Anteile ergab sich ein Verlust in Höhe von 0,5 Mio EUR, der im Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen ausgewiesen ist. Der Verlust entstand ausschließlich aus der Umgliederung der auf die MEILLERGHP GmbH entfallenden Währungsumrechnungsrücklage aus dem sonstigen Ergebnis in die Gewinn- und Verlustrechnung.

feibra Magyarország Kft.

Zum 31. Dezember 2014 waren die Vermögenswerte und Schulden der Gesellschaft als Veräußerungsgruppe im Sinn des IFRS 5 eingestuft und entsprechend in der Bilanz gesondert ausgewiesen. Mit Stichtag 31. März 2015 wurden 100% der Anteile an der feibra Magyarország Kft., Ungarn, verkauft. Aus dem Abgang der Veräußerungsgruppe ergab sich ein Verlust in Höhe von 0,4 Mio EUR, der unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst wurde. Davon entfallen 0,6 Mio EUR auf die Umgliederung der negativen Währungsumrechnungsrücklage aus dem sonstigen Ergebnis in die Gewinn- und Verlustrechnung.

Aktionsfinder GmbH

Mit Stichtag 1. Juni 2015 hat die Österreichische Post AG 60% der Anteile an der Aktionsfinder GmbH, Salzburg, erworben. Die Gesellschaft wird ab diesem Zeitpunkt als vollkonsolidiertes Tochterunternehmen in den Konzernabschluss einbezogen. Die Aktionsfinder GmbH betreibt das Internetportal Aktionsfinder.at. Diese Plattform zählt zu den größten Internet-Portalen für Werbeprospekte in Österreich und ermöglicht den elektronischen Abruf von in Österreich verteilten Prospekten, Aktionen und Angeboten.

Im Zuge der Kaufpreisallokation wurde das Internetportal der Gesellschaft unter Anwendung eines kostenbasierten Bewertungsansatzes als immaterieller Vermögenswert in Höhe von 0,2 Mio EUR und ein Firmenwert in Höhe von 1,7 Mio EUR angesetzt. Die restlichen beizulegenden Zeitwerte der identifizierbaren Vermögensgegenstände und Schulden der Gesellschaft sind insgesamt unwesentlich. Der Firmenwert resultiert aus erwarteten Wachstumspotenzialen in diesem jungen Geschäftsfeld und aus Vertriebssynergien im Rahmen des Österreichischen Post Konzerns.

Mio EUR Beizulegende
Zeitwerte
Ermittlung des Geschäfts- oder Firmenwerts
Gesamtbetrag der übertragenen Gegenleistung 1,8
Nicht beherrschende Anteile auf Basis des Anteils am Saldo der identifizierbaren
Vermögenswerte und übernommenen Schulden
0,1
Saldo der identifizierbaren Vermögenswerte und übernommenen Schulden –0,1
Firmenwert 1,7
Aufgliederung des Zahlungsmittelab-/zuflusses
Gesamtbetrag der übertragenen Gegenleistung –1,8
Erworbene Zahlungsmittel 0,1
Tatsächlicher Zahlungsmittelab-/zufluss –1,7

Mit Stichtag 1. Oktober 2015 wurden weitere 20% der Anteile an der Gesellschaft für eine Gegenleistung in bar von 0,3 Mio EUR erworben. Die Anteile erhöhten sich damit von 60% auf 80%. Gemäß IFRS 10 sind Transaktionen, die zu einer Änderung der Beteiligungsquote, jedoch zu keinem Verlust der Beherrschung führen, als Eigenkapitaltransaktionen zu erfassen. Der fortgeschriebene Saldo der identifizierbaren Vermögenswerte und übernommenen Schulden betrug zum 1. Oktober 2015 0,1 Mio EUR. Entsprechend erfasste der Österreichische Post Konzern eine Verringerung der nicht beherrschenden Anteile von 19,2 TEUR und eine Reduktion der Gewinnrücklagen von 0,3 Mio EUR. Weiters wurde die anteilige Verbindlichkeit aus der Put-Option in Höhe von 0,1 Mio EUR gegen die Gewinnrücklage aufgelöst.

Für den Erwerb der restlichen 20% der Anteile wurden der Österreichischen Post AG Call-Optionen eingeräumt. Danach kann die Österreichisch Post entweder im Zeitraum 1. März 2018 bis 30. Juni 2018 oder im Zeitraum 1. März 2019 bis 30. Juni 2019 jeweils 20% der Anteile erwerben. Im Gegenzug hat die Österreichische Post AG den Anteilseignern eine Put-Option eingeräumt, die im Zeitraum 1. Juli 2019 bis 30. September 2019 ausübbar ist. Die in den Optionsvereinbarungen hinterlegten Kaufpreise sind variabel und basieren auf der zukünftigen Umsatz- und Ergebnisentwicklung der Gesellschaft. Die Call- und Put-Optionen sind nach IAS 32 als finanzieller Vermögenswert bzw. Verbindlichkeit einzustufen. Aus der Bewertung der Call-Optionen ergab sich ein Ansatz von Null. Die Bilanzierung der Put-Option erfolgt nach der sogenannten Present Access Methode, wobei eine Verbindlichkeit in Höhe von 0,2 Mio EUR gegen das Konzerneigenkapital erfasst wurde.

Kolos s.r.o.

Mit Stichtag 5. August 2015 wurden 100% der Anteile an der Kolos s.r.o., Slowakei, verkauft. Aus dem Abgang der Gesellschaft ergab sich ein Ertrag in Höhe von 0,3 Mio EUR, der unter den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst wurde. Davon entfallen 0,1 Mio EUR auf die Umgliederung der positiven Währungsumrechnungsrücklage aus dem sonstigen Ergebnis in die Gewinn- und Verlustrechnung.

EMD – Elektronische- u. Mikrofilm-Dokumentationssysteme Ges.m.b.H.

Mit Stichtag 1. Oktober 2015 hat die Österreichische Post AG 100% der Anteile an der EMD – Elektronische- u. Mikrofilm-Dokumentationssysteme Ges.m.b.H., Haid bei Ansfelden (EMD GmbH), erworben. Die Gesellschaft wird ab diesem Zeitpunkt als vollkonsolidiertes Tochterunternehmen in den Konzernabschluss einbezogen. Die Gesellschaft ist auf die Digitalisierung und Mikroverfilmung von Archiven und historischen Dokumenten spezialisiert.

Im Zuge der Kaufpreisallokation wurden Kundenbeziehungen in Höhe von 1,1 Mio EUR und ein Firmenwert in Höhe von 1,1 Mio EUR angesetzt. Die restlichen beizulegenden Zeitwerte der identifizierbaren Vermögensgegenstände und Schulden der Gesellschaft sind insgesamt unwesentlich. Der Firmenwert resultiert aus den mit der Gesellschaft verbundenen Ertragserwartungen und aus Synergien im Rahmen des bestehenden Scanning Geschäfts des Österreichischen Post Konzerns.

Mio EUR Beizulegende
Zeitwerte
Ermittlung des Geschäfts- oder Firmenwerts
Gesamtbetrag der übertragenen Gegenleistung 3,5
davon: finanzielle Verbindlichkeiten (bedingte Restkaufpreisverbindlichkeit) 2,2
Saldo der identifizierbaren Vermögenswerte und übernommenen Schulden –2,4
Geschäfts- oder Firmenwert 1,1
Aufgliederung des Zahlungsmittelab-/zuflusses
Gesamtbetrag der übertragenen Gegenleistung –3,5
Restkaufpreisverbindlichkeit 2,2
Erworbene Zahlungsmittel 0,1
Tatsächlicher Zahlungsmittelab-/zufluss –1,2

Die bedingte Restkaufpreisverbindlichkeit ist abhängig vom Erreichen definierter Ergebnisziele und ist zum 31. Dezember 2015 in Höhe des beizulegenden Zeitwerts von 2,1 Mio EUR angesetzt.

Paket & Logistik

Geschäftsbetrieb von zwei Distributionsgesellschaften

Die Österreichische Post AG hat im Geschäftsjahr 2015 den Geschäftsbetrieb von zwei Distributionsgesellschaften in Deutschland jeweils im Wege der operativen Übernahme übernommen. Bei den beiden Distributionsgesellschaften handelt es sich um die Distributions GmbH – 22, Kassel sowie um die Distributions GmbH Koblenz. Im Zuge der Erwerbe wurden im Wesentlichen nur die Mitarbeiter sowie bestehende Kundenbeziehungen übernommen. Bei den übernommenen Geschäftsbetrieben handelt es sich nach Einschätzung des Managements um Geschäftsbetriebe im Sinn des IFRS 3, womit die Erwerbe als Unternehmenszusammenschlüsse einzustufen sind. Die Gesellschaften gehörten zu den Distributionspartnern

der trans-o-flex Gruppe und bedienten über ihre Standorte die Wirtschaftsräume Hessen und Koblenz. Die Erwerbe ermöglichen die Optimierung der operativen Kosten und die Nutzung von Synergien zwischen den Logistikstandorten der trans-o-flex Gruppe.

Im Zuge der Kaufpreisallokation wurde insgesamt ein Firmenwert in Höhe von 0,4 Mio EUR angesetzt. Die restlichen beizulegenden Zeitwerte der identifizierbaren Vermögensgegenstände und Schulden der Gesellschaften sind insgesamt unwesentlich. Der Firmenwert umfasst die oben angesprochenen erwarteten Synergien aus der Einbindung der Geschäftsbetriebe in die trans-o-flex Gruppe. Der tatsächliche Zahlungsmittelabfluss betrug 0,5 Mio EUR.

Mio EUR Beizulegende
Zeitwerte
Ermittlung des Geschäfts- oder Firmenwerts
Gesamtbetrag der übertragenen Gegenleistung 0,3
Saldo der identifizierbaren Vermögenswerte und übernommenen Schulden 0,1
Geschäftswert 0,4

trans-o-flex Belgium Real Estate B.V.B.A.

Mit Stichtag 27. August 2015 wurden 100% der Anteile an der trans-o-flex Belgium Real Estate B.V.B.A., Belgien, verkauft. Der Abgang der Gesellschaft ergab einen Gewinn von rund 0,1 Mio EUR, der unter den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst wurde. Die Vermögenswerte der Gesellschaft bestanden zum Zeitpunkt des Abgangs im Wesentlichen aus der Liegenschaft Turnhout. Entsprechend wurde die Einzahlung aus dem Verkauf im Konzern Cashflow Statement unter den Einzahlungen aus Anlagenverkäufen ausgewiesen.

5 Währungsumrechnung

Die Berichtswährung des Österreichischen Post Konzerns ist der Euro. Die in ausländischer Währung erstellten Jahresabschlüsse der Konzernunternehmen werden gemäß IAS 21 nach dem Konzept der funktionalen Währung in Euro umgerechnet. Die funktionale Währung bestimmt sich nach dem primären wirtschaftlichen Umfeld, in dem die Unternehmen hauptsächlich Zahlungsmittel erwirtschaften und verwenden. Die funktionale Währung für Konzerngesellschaften in Österreich und aus Ländern der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion ist der Euro. Für die übrigen Unternehmen ist die funktionale Währung die jeweilige lokale Währung.

Fremdwährungstransaktionen in der funktionalen Währung

Die Konzerngesellschaften erfassen in ihren Abschlüssen Geschäftsfälle in der funktionalen Währung mit dem Kurs zum Transaktionszeitpunkt. Die Folgebewertung monetärer Posten erfolgt mit dem am Bilanzstichtag gültigen Devisenreferenzkurs der Europäischen Zentralbank. Kursgewinne und -verluste werden ergebniswirksam erfasst.

Umrechnung eines ausländischen Geschäftsbetriebs

Für die Umrechnung der Abschlüsse von Tochterunternehmen sowie von nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmen, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, wird die modifizierte Stichtagskursmethode angewendet. Alle Bilanzposten mit Ausnahme des Eigenkapitals werden mit dem zum Bilanzstichtag gültigen Devisenreferenzkurs der Europäischen Zentralbank umgerechnet, die Eigenkapitalposten mit dem historischem Anschaffungs- oder Entstehungskurs. Aufwendungen und Erträge werden mit den durchschnittlichen Devisenreferenzkursen des Geschäftsjahres umgerechnet. Die hieraus entstehenden Währungsumrechnungsdifferenzen werden ergebnisneutral direkt im Eigenkapital erfasst.

Im Rahmen der Ermittlung des Konzern-Cashflows wird der Cashflow von Tochterunternehmen, deren funktionale Währung nicht der Euro ist vereinfachend direkt in Euro ermittelt. Mögliche Währungsdifferenzen auf den Finanzmittelbestand werden als unwesentlich eingestuft.

1 EUR D
evisenreferenzkurs am
Bilanzstichtag
Jahresdurchschnittskurs
31.12.2014 31.12.2015 2014 2015
Bosnische konvertible Mark 1,9558 1,9558 1,9558 1,9558
Bulgarischer Lew 1,9558 1,9558 1,9558 1,9558
Kroatische Kuna 7,6580 7,6380 7,6344 7,6137
Polnischer Zloty 4,2732 4,2639 4,1843 4,1841
Rumänischer Leu 4,4828 4,5240 4,4437 4,4454
Serbischer Dinar 120,9583 121,6261 117,3882 120,7599
Türkische Lira 2,8320 3,1765 2,9065 3,0255
Ungarischer Forint 315,5400 315,9800 308,7061 309,9956

Die der Währungsumrechnung zugrundegelegten Wechselkurse haben sich im Verhältnis zum Euro wie folgt verändert:

6 Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Den Jahresabschlüssen der in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen liegen einheitliche Bilanzierungsund Bewertungsmethoden zugrunde. Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfolgt nach dem Grundsatz historischer Anschaffungs- und Herstellungskosten, mit der Ausnahme einzelner Posten, die mit ihrem beizulegenden Zeitwert auszuweisen sind. Der Bilanzstichtag aller Tochterunternehmen ist der 31. Dezember 2015.

6.1 Ertragsrealisierung

Die Erfassung von Umsatzerlösen erfolgt dann, wenn die Leistung erbracht wurde, die maßgeblichen Chancen und Risiken auf den Käufer übergegangen sind, die Höhe der Erträge zuverlässig ermittelbar ist und der wirtschaftliche Nutzen dem Konzern wahrscheinlich zufließen wird. Für am Bilanzstichtag noch nicht ausgelieferte Aufträge werden entsprechende Umsatzabgrenzungen vorgenommen. Wertzeichen und Freistempelerlöse, für die von der Österreichischen Post AG noch keine Gegenleistungen erbracht wurden, werden ebenfalls abgegrenzt. Umsatzerlöse werden um allfällige Erlösschmälerungen gekürzt und ohne Umsatzsteuer sowie nach Eliminierung konzerninterner Transaktionen ausgewiesen.

6.2 Ertragsteuern

Angaben zu Steuergruppen und steuerlichen Organschaften

Im Österreichischen Post Konzern gibt es zwei Steuergruppen gemäß § 9 Körperschaftsteuergesetz 1988 sowie eine ertragsteuerliche Organschaft zwischen ausgewählten Konzerngesellschaften in Deutschland, in die das steuerpflichtige Ergebnis dieser Gruppenmitglieder bzw. Organgesellschaften einfließen. Dies führt zu einer gemeinsamen Veranlagung der tatsächlichen Ertragsteuern und zu einer Saldierung von latenten Steueransprüchen und latenten Steuerschulden innerhalb der Unternehmensgruppen bzw. der ertragsteuerlichen Organschaft gemäß IAS 12.74, da diese jeweils ein einheitliches Steuersubjekt darstellen.

Ermittlung der latenten Steuern

Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt nach der Balance-Sheet-Liability-Methode für alle temporären Differenzen zwischen dem Buchwert laut IFRS-Konzernabschluss und den korrespondierenden steuerlichen Werten. Aktive latente Steuern werden angesetzt, wenn es wahrscheinlich ist, dass der enthaltene Steuervorteil realisierbar ist. Der Ansatz von aktiven latenten Steuern auf steuerliche Verlustvorträge erfolgt in dem Umfang, in dem es wahrscheinlich ist, dass in absehbarer Zeit steuerpflichtiges Einkommen zur Verfügung steht. Keine Berücksichtigung von latenten Steuern erfolgt bei Unterschiedsbeträgen aus steuerlich nicht absetzbaren Geschäfts- oder Firmenwerten und mit Beteiligungen zusammenhängenden temporären Unterschieden, da die Ansatzkriterien des IAS 12 nicht erfüllt waren.

Die latenten Steuern werden auf Basis der Steuersätze ermittelt, die in den einzelnen Ländern zum Bilanzstichtag gelten oder für den Zeitpunkt bereits beschlossen sind, in dem die latenten Steueransprüche und -schulden realisiert werden. Für österreichische Konzernunternehmen wurde zur Ermittlung der Steuerabgrenzungen ein Körperschaftsteuersatz von 25% angewendet.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die für ausländische Gesellschaften bei der Berechnung der latenten Ertragsteuern angewendeten Steuersätze:

Steuersatz Land Steuersatz
10% Polen 19%
10% Rumänien 16%
28,1–33,5% Serbien 15%
20% Slowakei 22%
9% Ungarn 10%

6.3 Ergebnis je Aktie

Das Ergebnis je Aktie wird ermittelt, indem der auf die Aktionäre der Österreichischen Post AG entfallende Anteil am Periodenergebnis durch den gewichteten Durchschnitt der im Geschäftsjahr im Umlauf befindlichen Aktien dividiert wird. Während einer Periode neu ausgegebene oder zurückgekaufte Aktien werden zeitanteilig für den Zeitraum, in dem sie sich im Umlauf befinden, berücksichtigt. Für die Berechnung des verwässerten Ergebnisses je Aktie wird die durchschnittliche Aktienanzahl durch Hinzurechnung von Aktien, für die eine Herausgabe ohne Gegenleistung angenommen wird, erhöht. Das Periodenergebnis wird entsprechend um verwässernde Effekte bereinigt.

Eine Verwässerung des Ergebnisses je Aktie kann sich potenziell aufgrund des aktienbasierten Vergütungsprogramms der Österreichischen Post AG ergeben. Nachdem die teilnehmenden Vorstände für die Auszahlung in bar optiert haben und auch für die teilnehmenden Führungskräfte der Ausgleich in bar festgelegt wurde, ergeben sich aus den derzeit laufenden Programmen keine Verwässerungseffekte.

6.4 Geschäfts- oder Firmenwerte und Allokation auf zahlungsmittelgenerierende Einheiten (ZGE)

Geschäfts- oder Firmenwerte werden zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungen bewertet. Geschäftsoder Firmenwerte aus dem Erwerb eines ausländischen Geschäftsbetriebs werden in dessen funktionaler Währung geführt und zum Stichtagskurs umgerechnet. Wertminderungen werden nach den unter Punkt 6.9 Wertminderung IAS 36 beschriebenen Grundsätzen vorgenommen. Wertaufholungen sind unzulässig. Geschäfts- oder Firmenwerte sind jeweils zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (ZGE) zugeordnet. ZGE werden durch die Zusammenfassung von Vermögenswerten auf der niedrigsten Ebene gebildet, auf der unabhängig von anderen Vermögenswerten Cashflows erzielt werden. Die niedrigste Ebene entspricht in der Österreichischen Post AG im Regelfall einzelnen operativen Gesellschaften bzw. Gruppen von operativen Gesellschaften. In Einzelfällen erfolgt die Zuordnung auf der Ebene von Geschäftsfeldern innerhalb einer operativen Gesellschaft.

6.5 Immaterielle Vermögenswerte

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte werden mit ihren Anschaffungskosten angesetzt und entsprechend ihrer wirtschaftlichen Nutzungsdauer oder Vertragsdauer von drei bis zehn Jahren linear abgeschrieben. Bei Markenrechten wird grundsätzlich von einer unbegrenzten Nutzungsdauer ausgegangen, da ein Ende der wirtschaftlichen Nutzung nicht abzusehen ist. Immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern jährlich einem Wertminderungstest unterzogen.

Der Ansatz von selbst geschaffenen immateriellen Vermögenswerten erfolgt sofern die allgemeinen Ansatzkriterien sowie die besonderen Anwendungsleitlinien des IAS 38 erfüllt sind. Dazu wird der Erstellungsprozess in eine Forschungs- und eine Entwicklungsphase unterteilt. Der erstmalige Ansatz erfolgt in Höhe der direkt zurechenbaren Herstellungskosten ab dem Zeitpunkt, zu dem der selbst geschaffene immaterielle Vermögenswert die Ansatzkriterien des IAS 38 erfüllt. Im Österreichischen Post Konzern betrifft dies in erster Linie selbst geschaffene Software.

Liegen Anhaltspunkte für eine Wertminderung vor, werden immaterielle Vermögenswerte gemäß den in Punkt 6.9 Wertminderung IAS 36 angeführten Grundsätzen auf Werthaltigkeit geprüft.

6.6 Sachanlagen

Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, bewertet. Die Abschreibungssätze richten sich nach der erwarteten wirtschaftlichen Nutzungsdauer.

Die planmäßigen Abschreibungen werden linear unter Zugrundelegung folgender konzerneinheitlicher Nutzungsdauern berechnet:

Nutzungsdauer Jahre
Gebäude bis zu 50
Technische Anlagen und Maschinen 5–10
Fuhrpark 2–8
IT- und technische Ausstattung 3–5
Sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung 5–20

Liegen Anhaltspunkte für eine Wertminderung vor, werden Sachanlagen gemäß den in Punkt 6.9 Wertminderung IAS 36 angeführten Grundsätzen auf Werthaltigkeit geprüft.

6.7 Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts nach IFRS 13

Die Ermittlung von beizulegenden Zeitwerten erfolgt in der Österreichischen Post AG nach den Grundsätzen des IFRS 13. Nach diesem Standard wird der beizulegende Zeitwert als der Preis definiert, der in einem geordneten Geschäftsvorfall zwischen den Marktteilnehmern am Bemessungsstichtag für den Verkauf eines Vermögenswerts bzw. für die Übertragung einer Schuld gezahlt würde. In diesem Zusammenhang werden unter anderem die folgenden Punkte festgelegt: die Bestimmung der Vermögenswerte bzw. Schulden, die Gegenstand der Bewertung sind; bei nichtfinanziellen Vermögenswerten die Bewertungsprämisse (Annahme der höchsten und besten Verwendung); der für den Vermögenswert oder die Schuld vorrangige (oder vorteilhafteste) Markt; die (abhängig von den zur Verfügung stehenden Daten) sachgerechte Bewertungstechnik; die Stufe in der Bemessungshierarchie, der diese Daten (Inputfaktoren) zugewiesen wurden. Abhängig vom Vermögenswert und der zur Verfügung stehenden Inputdaten kommen in der Österreichischen Post AG sowohl marktbasierte als auch kostenbasierte und einkommensbasierte Ansätze zur Anwendung. Dabei wird der Verwendung beobachtbarer Inputfaktoren höchste Priorität eingeräumt.

6.8 Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien (Investment Property)

Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien umfassen jene Immobilien, die zur Erzielung von Mieteinnahmen und/oder zum Zweck von Wertsteigerungen gehalten werden und gesondert veräußert werden könnten. Bei einem betrieblich genutzten Anteil erfolgt eine dem prozentuellen Ausmaß der Nutzung entsprechende Zuordnung. Der Ansatz und die Bewertung der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien erfolgen nach der Anschaffungskostenmethode. Die planmäßigen Abschreibungen werden linear unter Zugrundelegung einer Nutzungsdauer von 20 bis 50 Jahren vorgenommen.

Die Ermittlung der im Anhang angegebenen beizulegenden Zeitwerte der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien wurde von Experten der Österreichischen Post AG sowie von externen Sachverständigen nach den Vorgaben des IFRS 13 vorgenommen. Die Bewertung erfolgt vorrangig auf Basis von einkommensbasierten Ansätzen (insbesondere Barwerttechniken). Im Regelfall wird das Ertragswertverfahren und bei komplexeren Objekten das Discounted-Cashflow-Verfahren angewendet. Dabei handelt es sich um Stufe-3-Bewertungen im Sinn von IFRS 13 (Fair-Value-Hierarchie). Die verwendeten Inputfaktoren umfassen insbesondere objektbezogene Planungsdaten, Zinsstrukturkurven und Marktrenditen. Für in Entwicklung befindliche Grundstücke werden auch marktbasierte Ansätze (insbesondere Vergleichswertverfahren) herangezogen. Dabei handelt es sich um Stufe-2-Bewertungen im Sinn von IFRS 13. Die verwendeten Inputfaktoren umfassen insbesondere Preisinformationen aus Vergleichstransaktionen in aktiven Märkten.

6.9 Wertminderung IAS 36

Zu jedem Bilanzstichtag wird geprüft, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung der Buchwerte von immateriellen Vermögenswerten, Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien vorliegen. Liegen derartige Anhaltspunkte vor, wird ein Werthaltigkeitstest durchgeführt. Bei immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer sowie bei Geschäfts- oder Firmenwerten wird zusätzlich unabhängig davon, ob derartige Hinweise vorliegen, einmal jährlich ein Wertminderungstest durchgeführt.

Bei Geschäfts- oder Firmenwerten sowie einzelnen Vermögenswerten, für die der erzielbare Betrag nicht gesondert ermittelt werden kann, erfolgt der Wertminderungstest auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (ZGE). Im Rahmen der Werthaltigkeitstests wird der erzielbare Betrag des einzelnen Vermögenswerts oder der ZGE ermittelt und mit dem jeweiligen Buchwert verglichen. Der erzielbare Betrag entspricht dem höheren Betrag aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Verkaufskosten und Nutzungswert. Werden die erzielbaren Beträge unter Verwendung kapitalwertorientierter Verfahren ermittelt, werden als Abzinsungssatz die gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten (Weighted Average Cost of Capital) unter Anwendung des Capital Asset Pricing Model (CAPM) verwendet. Zur Abbildung von Länder-, Währungsund Preisrisiken werden entsprechende Zuschläge im Abzinsungssatz berücksichtigt. Sofern die Mittelzuflüsse in Fremdwährung erfolgen, wird der erzielbare Betrag in Fremdwährung ermittelt und anschließend mit dem Stichtagskurs in Euro umgerechnet.

Ist der Buchwert höher als der erzielbare Betrag, erfolgt eine Wertminderung. Bei Wegfall der Gründe für eine Wertminderung erfolgt, ausgenommen bei Geschäfts- oder Firmenwerten, eine Wertaufholung. Der infolge der Zuschreibung erhöhte Buchwert darf dabei die fortgeführten Anschaffungs- und Herstellungskosten nicht überschreiten. Die Wertminderungen und Wertaufholungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung unter den Abschreibungen erfasst.

6.10 Wertminderung von nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen

Zu jedem Bilanzstichtag wird geprüft, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung für Nettoinvestitionen in assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen im Sinn des IAS 39 vorliegen. Liegen derartige Anhaltspunkte vor, wird ein Werthaltigkeitstest durchgeführt. Liegt der Buchwert der Nettoinvestition über dem erzielbaren Betrag, wird eine Wertminderung erfasst. Steigt der erzielbare Betrag in Folge wieder an, erfolgt eine Wertaufholung bis maximal in Höhe der ursprünglichen Wertminderung. Der auf den Buchwert der Anteile entfallende Teil der Wertminderung wird unter dem Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen ausgewiesen. Der Ausweis von Wertminderungen von Buchwerten anderer Elemente der Nettoinvestition ist abhängig von der Art dieser Elemente.

6.11 Finanzierungsleasing

Gehen bei geleasten Vermögenswerten alle mit dem Eigentum verbundenen wesentlichen Risiken und Chancen aus dem Leasinggegenstand auf den Österreichischen Post Konzern über (Finanzierungsleasing gemäß IAS 17), so werden diese zum beizulegenden Zeitwert des Vermögenswerts oder zum niedrigeren Barwert der künftigen Mindestleasingzahlungen im langfristigen Vermögen aktiviert. Die planmäßigen Abschreibungen erfolgen über die wirtschaftliche Nutzungsdauer oder, wenn kürzer, über die Laufzeit des Leasingvertrags. Die aus den Leasingverträgen resultierenden Zahlungsverpflichtungen sind unter den Finanzverbindlichkeiten passiviert.

6.12 Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten

Im Österreichischen Post Konzern werden finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in folgende Klassen gemäß IFRS 7 eingeteilt: Wertpapiere, Strategische und andere Anteile, Derivative Finanzinstrumente, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Andere finanzielle Verbindlichkeiten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten. Diese finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden den IAS-39-Kategorien "Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet", "Zur Veräußerung verfügbar", "Kredite und Forderungen" sowie "Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet" zugeordnet.

Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der Kategorie "Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet" werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Realisierte sowie unrealisierte Bewertungsgewinne und -verluste werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Dieser Kategorie sind im Österreichischen Post Konzern derivative finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie bedingte Kaufpreisverbindlichkeiten nach IFRS 3 zugeordnet.

Finanzielle Vermögenswerte der Kategorie "Zur Veräußerung verfügbar" werden zum beizulegenden Zeitwert bilanziert. Unrealisierte Gewinne und Verluste werden bis zur Realisierung unter Berücksichtigung latenter Steuern gesondert im sonstigen Ergebnis ausgewiesen. Zu jedem Bilanzstichtag werden die Buchwerte der zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte daraufhin untersucht, ob objektive Anzeichen für eine Wertminderung vorliegen. Wertminderungen werden ergebniswirksam erfasst. Ein Wegfall des Wertminderungsgrundes wird bei Eigenkapitalinstrumenten ergebnisneutral und bei Fremdkapitalinstrumenten ergebniswirksam erfasst. Käufe und Verkäufe werden am Erfüllungstag, d. h. am Valutatag, gebucht. Finanzielle Vermögenswerte, für die kein geregelter Markt existiert und deren beizulegender Zeitwert auch durch Bewertungsmethoden nicht zuverlässig ermittelt werden kann, werden zu Anschaffungskosten bewertet. Etwaige Wertminderungen dürfen in diesem Fall generell nicht rückgängig gemacht werden.

Finanzielle Vermögenswerte der Kategorie "Kredite und Forderungen" werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Dabei erfolgt die Bewertung bei Zugang mit dem beizulegenden Zeitwert. Ein allenfalls bestehender Unterschied zwischen diesem Wert und dem Tilgungsbetrag (z. B. bei unverzinslichen oder vom Marktniveau abweichenden Zinsen) wird nach der Effektivzinsmethode periodengerecht abgegrenzt und im Finanzergebnis ausgewiesen. Liegen Anzeichen für eine Wertminderung vor, wird eine ergebniswirksame Wertberichtigung bis auf den Barwert der erwarteten zukünftigen Cashflows vorgenommen. Im Österreichischen Post Konzern wird der Anteil der uneinbringlichen Forderungen unter Berücksichtigung der Kunden- und Marktstruktur auf Basis einer Fälligkeitsanalyse ermittelt. Zudem werden Wertminderungen dann erfasst, wenn aufgrund objektiver Hinweise nicht mit der Einbringlichkeit der Forderung zu rechnen ist. Objektive Hinweise umfassen im Wesentlichen Überfälligkeiten, direkte Rückmeldungen aus dem Vertrieb sowie Informationen von Kreditschutzverbänden. Wertberichtigungen werden grundsätzlich über ein Wertberichtigungskonto gebucht. Bei Wegfall der Gründe für die Wertberichtigung erfolgt eine Wertaufholung bis zu den Anschaffungskosten.

Finanzielle Verbindlichkeiten der Kategorie "Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet" werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Die Verbindlichkeiten werden bei Zugang in Höhe des tatsächlich zugeflossenen Betrags abzüglich Transaktionskosten und zu-/abzüglich eines Agios/Disagios erfasst. Bei Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten wird der Unterschied zwischen dem erhaltenen Betrag und dem Rückzahlungsbetrag über die Laufzeit nach der Effektivzinsmethode verteilt und im Finanzergebnis erfasst.

6.13 Derivative Finanzinstrumente

Derivative Finanzinstrumente sind der IAS-39-Kategorie "Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet" zugeordnet und werden bei Zugang sowie in den Folgeperioden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Zum Zeitpunkt des Zuganges wird im Regelfall der Kaufpreis als bestmögliche Annäherung an den Fair Value als Anschaffungskosten angesetzt. Unrealisierte Bewertungsgewinne und -verluste aus derivativen Finanzinstrumenten werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Vereinzelt werden im Österreichischen Post Konzern zur Begrenzung und Steuerung von Zins-, Währungs- und Preisrisiken derivative Finanzinstrumente eingesetzt. Im Geschäftsjahr 2015 wurden keine derartigen Geschäfte abgeschlossen. Weiters wurden im Zusammenhang mit dem Erwerb von Unternehmensanteilen zukünftig ausübbare Rechte auf den Erwerb von weiteren Anteilen erworben (Call-Optionen) bzw. Verpflichtungen zum Erwerb eingegangen (Put-Optionen), die nach IAS 39 als derivative Finanzinstrumente einzustufen sind. Zum 31. Dezember 2015 bestehen derartige Rechte im Zusammenhang mit dem Erwerb der Aras Kargo a.s. und der Aktionsfinder GmbH.

Derivative Instrumente deren Ausgleich unmittelbar in bar erfolgt werden unter den Posten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen bzw. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten ausgewiesen. Derivative Finanzinstrumente im Zusammenhang mit dem Erwerb von Unternehmensanteilen werden unter den Anderen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesen.

6.14 Vorräte

Die Bewertung der Vorräte erfolgt mit dem niedrigeren Betrag aus Anschaffungskosten und Nettoveräußerungswert am Bilanzstichtag. Die Bestandswertermittlung wird nach dem gleitenden Durchschnittspreisverfahren durchgeführt. Wertminderungen aufgrund von Veralterung oder mangelnder Gängigkeit werden bei Ermittlung des Nettoveräußerungswerts berücksichtigt.

6.15 Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte

Langfristige Vermögenswerte werden als zur Veräußerung gehalten klassifiziert, wenn der zugehörige Buchwert überwiegend durch ein Veräußerungsgeschäft und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert wird. Diese Bedingung wird nur dann als erfüllt angesehen, wenn die Veräußerung höchstwahrscheinlich ist und der langfristige Vermögenswert in seiner jetzigen Beschaffenheit für einen sofortigen Verkauf verfügbar ist. Eine Veräußerung ist dann höchstwahrscheinlich, wenn die zuständige Managementebene einen Plan für den Verkauf des Vermögenswerts beschlossen hat und mit der Suche nach einem Käufer und der Durchführung des Plans aktiv begonnen wurde und zudem davon ausgegangen werden kann, dass der Veräußerungsvorgang innerhalb eines Jahres nach einer solchen Klassifizierung abgeschlossen wird.

Langfristige Vermögenswerte, die als zur Veräußerung gehalten klassifiziert sind, werden mit dem niedrigeren Betrag aus ihrem Buchwert und dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bewertet.

Zum Stichtag 31. Dezember 2015 wurde die trans-o-flex als zur Veräußerung gehalten nach IFRS 5 eingestuft. Siehe dazu Punkt 9.10. Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Schulden.

6.16 Rückstellungen für Abfertigungen, Pensionen und Jubiläumsgelder

Rückstellungen für Abfertigungen

Die Abfertigungsverpflichtungen des Österreichischen Post Konzerns umfassen sowohl beitragsorientierte als auch leistungsorientierte Versorgungssysteme.

Rückstellungen für leistungsorientierte Verpflichtungen werden für gesetzliche Ansprüche von Angestellten gebildet. Beamte haben grundsätzlich keinen Anspruch auf Abfertigungszahlungen. Abfertigungsansprüche im Österreichischen Post Konzern haben im Wesentlichen nur Mitarbeiter österreichischer Konzerngesellschaften bei Erreichen des Pensionsantrittsalters sowie bei der Beendigung des Dienstverhältnisses durch den Dienstgeber. Die Höhe der Ansprüche ist von der Anzahl der Dienstjahre und dem bei Abfertigungsanfall maßgeblichen Bezug abhängig. Die Berechnung erfolgt nach versicherungsmathematischen Grundsätzen nach der Methode der laufenden Einmalprämien (Projected Unit Credit Method).

Beitragsorienterte Verpflichtungen bestehen für Angestellte in österreichischen Konzerngesellschaften, deren Dienstverhältnis erst nach dem 31. Dezember 2002 begonnen hat. Diese Abfertigungsverpflichtungen werden durch die laufende Entrichtung entsprechender Beiträge an eine Mitarbeitervorsorgekasse abgegolten. Darüber hinaus besteht für den Österreichischen Post Konzern keine weitere Verpflichtung.

Rückstellungen für Pensionen

Die Versorgungsverpflichtungen des Österreichischen Post Konzerns umfassen sowohl beitragsorientierte als auch leistungsorientierte Versorgungssysteme.

Rückstellungen für leistungsorientierte Verpflichtungen werden für vertragliche Ansprüche von ehemaligen Mitarbeitern gebildet. Sämtliche dieser Verpflichtungen sind bereits im Stadium der Auszahlung. Die Berechnung erfolgt nach versicherungsmathematischen Grundsätzen nach der Methode der laufenden Einmalprämien (Projected Unit Credit Method). Diese Verpflichtungen betreffen ausschließlich die nach IFRS 5 als zur Veräußerung gehalten ausgewiesene trans-o-flex Gruppe.

Beitragsorientierte Verpflichtungen bestehen gegenüber Mitgliedern des Vorstands. Die Verpflichtungen werden durch die laufende Entrichtung entsprechender Beiträge an eine Pensionskasse erfüllt.

Gegenüber Beamten und Angestellten bestehen keine Pensionszusagen. Pensionsleistungen für Beamte und Angestellte werden grundsätzlich durch die Republik Österreich erbracht. Aufgrund gesetzlicher Bestimmungen ist der Österreichische Post Konzern verpflichtet, Pensionsdeckungsbeiträge an die Republik Österreich zu entrichten. Die Beiträge für Beamte betragen (einschließlich der von den Beamten selbst zu tragenden Beiträge) seit dem 1. Oktober 2005 je nach Alter und Beitragsgrundlage zwischen 15,8% und 28,3% der Vergütungen an aktive Beamte und werden im Personalaufwand ausgewiesen. Für Angestellte ergeben sich die Beiträge aus den aktuellen Bestimmung des ASVG.

Rückstellungen für Jubiläumsgelder

Im Österreichischen Post Konzern bestehen zum Teil Verpflichtungen gegenüber Angestellten und Beamten, nach Erreichen eines bestimmten Dienstalters Jubiläumsgelder auszuzahlen.

In Österreich erfolgen Auszahlungen im Fall einer 25-jährigen Dienstzugehörigkeit in Höhe von zwei Monatsgehältern und im Fall einer 40-jährigen Dienstzugehörigkeit in Höhe von vier Monatsgehältern. Bestimmten Mitarbeitern, die zum Zeitpunkt des gesetzlichen Pensionsantrittsalters mindestens 35 Dienstjahre aufweisen, wird ebenfalls ein Jubiläumsgeld

von vier Monatsgehältern ausgezahlt. Für Mitarbeiter, die dem Kollektivvertrag für Bedienstete der Österreichischen Post AG gemäß § 19 Abs. 3 Poststrukturgesetz (PTSG), Erster Teil unterliegen (gültig ab 1. August 2009), erfolgen Auszahlungen im Fall einer 20-jährigen Dienstzugehörigkeit in Höhe von einem Monatsgehalt, bei 25-jähriger Dienstzugehörigkeit in Höhe von eineinhalb Monatsgehältern, bei 35-jähriger Dienstzugehörigkeit in Höhe von zweieinhalb Monatsgehältern und bei 40-jähriger Dienstzugehörigkeit in Höhe von dreieinhalb Monatsgehältern. Für Mitarbeiter, die dem Zweiten Teil dieses Kollektivvertrags unterliegen, werden keine Jubiläumsgelder ausgezahlt. In Deutschland bestanden Verpflichtungen auf der Basis von Betriebsvereinbarungen die im Geschäftsjahr 2015 jedoch gekündigt wurden. Die zu diesem Zeitpunkt noch bestehenden Rückstellungen wurden aufgelöst.

Jubiläumsgeldrückstellungen werden analog zu den Rückstellungen für Abfertigungen und Pensionen nach der Methode der laufenden Einmalprämien (Projected Unit Credit Method) ermittelt.

Versicherungsmathematische Parameter

Im Zuge der regelmäßigen Überprüfung und zur Gewährleistung der bestmöglichen Schätzung der versicherungsmathematischen Parameter für die Abfertigungs-, Pensions- und Jubiläumsgeldrückstellungen hat der Österreichische Post Konzern im Geschäftsjahr 2015 für die Berechnung dieser Rückstellungen unternehmensspezifische Parameter zugrundegelegt, die nach einheitlichen Konzernvorgaben ermittelt wurden.

Folgende Parameter sind in die Berechnung der Abfertigungs-, Pensions- und Jubiläumsgeldrückstellungen zum 31. Dezember 2014 und 2015 eingeflossen:

Abfertigungen
Pensionen
Jubiläumsgelder
2014 2015 2014 2015 2014 2015
Rechnungszinssatz 2,0% 2,5% 1,9% 2,0% 2,0% 2,3%
Gehaltssteigerung
Rentendynamik
3,0% 3,0% 2% 1,8% 3,0% 3,0%
Fluktuationsabschlag
(gestaffelt)
0,5–1,75% 0,33–1,72% 0% 0% 6,75–23% 6,86–27,10%
Pensionsantrittsalter 2014 2015
Weibliche Angestellte 60–67 60–65
Männliche Angestellte 65–67 65
Beamte 65–65 65

Die gewichtete durchschnittliche Laufzeit der definierten Leistungsverpflichtung (Duration) beträgt für Abfertigungen 15 Jahre (2014: 15 Jahre), für Pensionen zwölf Jahre (2014: 13 Jahre) und für Jubiläumsgelder 13 Jahre (2014: 14 Jahre).

Zur Ermittlung des für die Abzinsung anzuwendenden Zinssatzes wird von einem Index für erstrangige, festverzinsliche Industrieanleihen (Mercer Pension Discount Yield Curve) ausgegangen und daraus der relevante Zinssatz gemäß der Fristigkeit (Duration) der einzelnen Verpflichtungen abgeleitet.

Die zur Anwendung kommenden Gehaltssteigerungen erfolgen aus der Ableitung von zukünftig erwarteten Lohn- und Gehaltssteigerungen. Diese basieren auf der Durchschnittsbetrachtung der vergangenen Jahre sowie auf den zukünftig erwarteten Gehaltssteigerungen. Die Ermittlung erfolgte für jede Rückstellung individuell unter Beachtung der gesetzlichen und kollektivvertraglichen Vorgaben, wie z. B. die Biennalsprünge bei Beamten.

Der Fluktuationsabschlag wurde basierend auf der Durchschnittsbetrachtung der vergangenen Jahre bestimmt.

Die Auswirkungen von geänderten versicherungsmathematischen Parametern führen zu versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten, die für Abfertigungs- und Pensionsrückstellungen im sonstigen Ergebnis und für Jubiläumsgeldrückstellungen im Personalaufwand ausgewiesen werden. Die Effekte aus den Änderungen des Zinssatzes sowie der zukünftigen Gehaltsteigerungen sind in den versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten aus der Veränderung finanzieller Annahmen enthalten. Die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste aus der Veränderung demografischer Annahmen enthalten die Auswirkungen aus der Anpassung der Fluktuationsabschläge. Die Überleitung der Barwerte der einzelnen Verpflichtungen ist unter Punkt 9.12.1 Rückstellungen für Abfertigungen, Pensionen und Jubiläumsgelder.

Der Zinsaufwand aus den Abfertigungs-, Pensions- und Jubiläumsgeldrückstellungen wird im Finanzergebnis gezeigt. Alle übrigen Veränderungen werden im Personalaufwand erfasst.

6.17 Rückstellungen für Unterauslastung

Rückstellungen für Unterauslastung werden für künftige Personalaufwendungen von unkündbaren Mitarbeitern (vor allem beamtete Mitarbeiter) gebildet, die im Rahmen des laufenden Post-internen Organisationsprozesses zur Anpassung an die sich ändernden Marktbedingungen ihren Arbeitsplatz verlieren und im Unternehmen nicht mehr oder nur mehr in einem untergeordneten Ausmaß zur Leistungserbringung eingesetzt werden können. Bei diesen Dienstverhältnissen handelt es sich um belastende Verträge im Sinn des IAS 37, bei denen die unvermeidbaren Kosten zur Erfüllung der vertraglichen Verpflichtungen höher sind als der erwartete wirtschaftliche Nutzen. Die Berechnung des Rückstellungsbetrags erfolgt als Barwert der bis zur Pensionierung der jeweiligen Mitarbeiter anfallenden Aufwendungen unter Ansatz eines durchschnittlichen Unterauslastungsgrades sowie unter Berücksichtigung eines Fluktuationsabschlags. Sofern unkündbare Mitarbeiter mangels Einsatzmöglichkeit im Unternehmen zu nicht kostendeckenden Konditionen an externe Unternehmen verleast werden, erfolgt die Ermittlung der Rückstellung unter Ansatz der prozentuellen Kostenunterdeckung. Sämtliche Parameter werden laufend evaluiert und an sich ändernde Verhältnisse angepasst.

Für beamtete Mitarbeiter, die sich in einem Verfahren zur Versetzung in den Ruhestand wegen Dienstunfähigkeit befinden, werden für noch zu erbringende Leistungen Vorsorgen gebildet. Die Ermittlung der Rückstellung erfolgt als Barwert der noch zu erbringenden Leistungen für den Zeitraum der erwarteten durchschnittlichen Verfahrensdauern.

Der Barwert der einzelnen Rückstellungen wird unter Ansatz eines Abzinsungssatzes und der erwarteten Gehaltssteigerung ermittelt. Der Zinsaufwand wird im Personalaufwand erfasst. Die Berechnung der Parameter erfolgt entsprechend der unter Punkt 6.16 Rückstellungen für Abfertigungen, Pensionen und Jubiläumsgelder beschriebenen Vorgangsweise.

Folgende Parameter wurden bei der Berechnung der Rückstellungen zugrunde zugrundegelegt:

Unterauslastung 2014 2015
Rechnungszinssatz 0,75–1,50% 1,25–2,00%
Gehaltssteigerung 2,75% 2,75%
Fluktuationsabschlag 32,75% 31,70%
Unterauslastungsgrad 85,60% 85,60%

Die Änderung der Parameter führte zu einem positiven Bewertungseffekt von 0,7 Mio EUR, der in der Gewinn- und Verlustrechnung unter den Personalaufwendungen erfasst wurde.

Die Rückstellung für Unterauslastung enthält weiters Vorsorgen für Mitarbeiter die sich im Programm zum möglichen Ressortwechsel in verschiedene Bundesministerien befinden. Im Oktober 2013 wurde eine entsprechende Rahmenvereinbarung mit dem Bund zum möglichen Ressortwechsel von Post-Mitarbeitern in verschiedene Bundesministerien abgeschlossen. Dabei werden Ansprüche für Mitarbeiter, die einem Wechsel bereits zugestimmt haben, für einen bestimmten festgelegten Zeitraum übernommen und entsprechend rückgestellt.

6.18 Sonstige Rückstellungen

Unter den sonstigen Rückstellungen werden gemäß IAS 37 rechtliche oder faktische Verpflichtungen gegenüber Dritten ausgewiesen, die auf zurückliegenden Ereignissen beruhen, bei denen es wahrscheinlich ist, dass sie zu einem Abfluss von Ressourcen führen werden, und bei denen eine verlässliche Schätzung der Höhe der Verpflichtung möglich ist. Die Rückstellungen werden mit jenen Werten angesetzt, die zum Zeitpunkt der Erstellung des Jahresabschlusses nach bester Schätzung ermittelt werden können. Ist eine vernünftige Schätzung des Betrags nicht möglich, unterbleibt die Bildung einer

Rückstellung. Unterscheidet sich der auf Basis eines marktüblichen Zinssatzes ermittelte Barwert der Rückstellung wesentlich vom geschätzten Zahlungsbetrag, wird der Barwert der Verpflichtung angesetzt.

Rückstellungen für belastende Verträge werden berücksichtigt, wenn die unvermeidbaren Kosten zur Erfüllung der vertraglichen Verpflichtung höher sind als der erwartete wirtschaftliche Nutzen.

Restrukturierungsrückstellungen werden gemäß IAS 37 angesetzt, wenn ein ausreichend detaillierter, formaler Plan vorliegt und mit den Restrukturierungsmaßnahmen bereits begonnen oder der Plan bereits vor dem Bilanzstichtag kommuniziert wurde.

6.19 Aktienbasierte Vergütungsprogramme

Im Jahr 2009 hat der Aufsichtsrat der Österreichischen Post AG die Einführung eines aktienbasierten Vergütungsprogramms genehmigt. In den Geschäftsjahren 2010 bis 2015 wurden jeweils entsprechende Vergütungsprogramme für Vorstandsmitglieder und Führungskräfte realisiert (Long-Term-Incentive-Programm). Bei diesen Programmen handelt es sich um ein aktienbasiertes und performanceorientiertes Entlohnungsmodell, dessen Tranchen sich über eine dreijährige Laufzeit (Performancezeitraum) erstrecken und das ein einmaliges Eigeninvestment als grundsätzliche Teilnahmebedingung vorsieht. Der Performancezeitraum erstreckt sich jeweils vom 1. Jänner des Jahres der Auflage der jeweiligen Tranche bis zum 31. Dezember des drittfolgenden Jahres.

Von den Vorstandsmitgliedern nehmen zum 31. Dezember 2015 die Herren Dipl.-Ing. Dr. Georg Pölzl, Dipl.-Ing. Walter Hitziger, Dipl.-Ing. Peter Umundum und Dipl.-Ing. Walter Oblin an den Vergütungsprogrammen vier bis sechs teil.

Die für das Eigeninvestment nötige Anzahl an Aktien der Österreichischen Post AG bei Programmbeginn ergibt sich für die Mitglieder des Vorstands als definierter Prozentsatz des Bruttofixgehalts, dividiert durch den Referenzkurs des vierten Quartals des jeweiligen Vorjahres. Das Eigeninvestment der Führungskräfte orientiert sich an der gewählten Investmentkategorie gemäß Teilnahmebedingungen. Die für die bestehenden aktienbasierten Vergütungsprogramme nötigen Eigeninvestments betragen zum 31. Dezember 2015 für die Mitglieder des Vorstands insgesamt 38.871 Aktien, für die teilnehmenden Führungskräfte 185.389 Aktien. Das Eigeninvestment ist jeweils bis zum Ende des nächstfolgenden Jahres nach Ablauf des Performancezeitraums ununterbrochen zu halten.

Die Entlohnung erfolgt auf Basis von sogenannten Bonusaktien als rechnerische Größe und hängt vom Ausmaß der Zielerreichung der definierten Performance-Indikatoren (Earnings per Share, Free Cashflow und Total Shareholder Return) ab. Die Zielgrößen für die Performance-Indikatoren werden jeweils zu Beginn der einzelnen Tranchen festgelegt, wobei die einzelnen Teilziele gleich gewichtet sind. Die Zielerreichung wird über einen dreijährigen Performancezeitraum ermittelt. Die Gesamtbonifikation richtet sich nach der Gesamtzielerreichung aus obigen Parametern sowie der Kursentwicklung der Aktie der Österreichischen Post AG. Die Gesamtbonifikation der Mitglieder des Vorstands sowie der teilnehmenden Führungskräfte ist begrenzt. Vorstände haben eine Obergrenze von 225% jener Bonifikation, die bei 100% Gesamtzielerreichung vorgesehen ist. Führungskräfte haben je nach Tranche eine Obergrenze zwischen 125% und 225% bei maximaler Zielerreichung, jedoch maximal in Höhe ihres individuellen Jahresbruttofixgehalts.

Die aktuell erwartete Anzahl der Bonusaktien (rechnerische Größe) verteilt sich zu den jeweiligen Stichtagen auf die einzelnen Tranchen wie folgt:

31.12.2014 31.12.2015
Anzahl Bonusaktien je Tranche
Tranche 2
2.340
0
Tranche 3
458.776
0
Tranche 4
378.975
371.419
Tranche 5
233.463
229.001
Tranche 6
0
113.674
1.073.554 714.094

Die Auszahlung der Bonusaktien kann grundsätzlich entweder in Form von Aktien der Österreichischen Post AG oder in bar erfolgen. Nachdem der Vorstand für sich einheitlich die Ausschüttung der Bonifikation in bar gewählt hat und für die Führungskräfte die Auszahlung der Bonifikation in bar beschlossen wurde, besteht gegenwärtig keine Verpflichtung zum Ausgleich in Eigenkapitalinstrumenten. Die Bilanzierung erfolgt entsprechend als anteilsbasierte Vergütungen mit Barausgleich.

Die erworbenen Dienstleistungen und die entstandene Schuld werden, aliquot zum Ausmaß der bisherigen Leistungserbringung, mit dem beizulegenden Zeitwert der Schuld erfasst. Bis zur Begleichung der Schuld ist der beizulegende Zeitwert zu jedem Berichtsstichtag und am Erfüllungstag neu zu bestimmen. Alle Änderungen des beizulegenden Zeitwerts werden ergebniswirksam unter den Personalaufwendungen erfasst. Der beizulegende Zeitwert der Schuld wurde mittels eines Modells ermittelt, in dem die Performance-Indikatoren und der Umfang der bisher von den Mitarbeitern erbrachten Leistungen berücksichtigt werden. Im Sinn des IFRS 13 handelt es sich hierbei um einen einkommensbasierten Ansatz (Barwerttechnik), bei dem die erwartete Zielerreichung (Basis Unternehmensplanung), die Mitarbeiterfluktuation und eine Abschätzung des zukünftigen Aktienkurses Verwendung finden. Im Sinn der Fair-Value-Hierarchie sind die verwendeten Daten als Stufe-3-Inputfaktoren einzustufen.

Der beizulegende Zeitwert der Schuld wird unter den Rückstellungen ausgewiesen und verteilt sich zu den jeweiligen Stichtagen auf die einzelnen Tranchen wie folgt:

Mio EUR
31.12.2014
31.12.2015
Buchwert der Rückstellung
Tranche 3
11,7
0,0
Tranche 4 7,8 12,0
Tranche 5 3,3 6,8
Tranche 6 0,0 1,3
22,8 20,2

Der in der jeweiligen Berichtsperiode erfasste Gesamtaufwand für anteilsbasierte Vergütungen verteilt sich auf die einzelnen Tranchen wie folgt:

Mio EUR 2014 2015
Gesamtaufwand
Tranche 3 4,6 0,4
Tranche 4 5,3 4,2
Tranche 5 3,3 3,5
Tranche 6 0,0 1,3
13,2 9,5

Im Geschäftsjahr 2015 erfolgte für die Tranche 2 eine Auszahlung in Höhe von 0,1 Mio EUR sowie für die Tranche 3 in Höhe von 12,1 Mio EUR zur Gänze in bar.

7 Ermessensbeurteilungen und zukunftsbezogene Annahmen

Die Erstellung des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den IFRS erfordert bei der Anwendung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Ermessensbeurteilungen sowie die Festlegung von Annahmen über zukünftige Entwicklungen durch die Unternehmensleitung, die den Ansatz und den Wert der Vermögenswerte und Schulden, die Angabe von sonstigen Verpflichtungen zum Bilanzstichtag und den Ausweis von Erträgen und Aufwendungen des Geschäftsjahres wesentlich beeinflussen. Insbesondere bei folgenden Annahmen und Schätzungen besteht ein Risiko, dass es in zukünftigen Geschäftsjahren zu einer Anpassung von Vermögenswerten und Schulden kommen kann:

7.1 Rückstellungen für Abfertigungen, Pensionen und Jubiläumsgelder

Der Bewertung der bestehenden Abfertigungs- Pensions- und Jubiläumsgeldrückstellungen liegen Annahmen zum Rechnungszinssatz, zum Pensionsantrittsalter, zur Lebenserwartung, zu Fluktuationsraten und zu künftigen Gehaltserhöhungen zugrunde.

Eine Änderung des Rechnungszinssatzes um +/–1 Prozentpunkt, eine Änderung der Gehaltssteigerung um +/–1 Prozentpunkt sowie eine Änderung des Fluktuationsabschlages um +/–1 Prozentpunkt hätte bei Gleichbleiben aller übrigen Parameter folgende Auswirkungen auf die Höhe der in der Tabelle angeführten Rückstellungen:

Mio EUR Rechnungszinssatz Gehaltssteigerung Fluktuationsabschlag
–1%-Punkt +1%-Punkt –1%-Punkt +1%-Punkt –1%-Punkt +1%-Punkt
Abfertigungen 13,9 –11,6 –11,5 13,5 0,3 –0,9
Jubiläumsgelder 7,7 –6,9 –6,9 7,5 0,9 –1,0

Die Auswirkungen auf die nach IFRS 5 umgegliederten Rückstellungen für Pensionen sind wie im Vorjahr unwesentlich.

7.2 Rückstellungen für Unterauslastung

Zur Bewertung der Rückstellungen für Unterauslastung einzelner Organisationseinheiten werden Annahmen über Unterauslastungsgrad, Rechnungszinssatz, Gehaltssteigerungen und Fluktuationsabschlag der betroffenen Mitarbeiter getroffen.

Eine Änderung des durchschnittlichen Unterauslastungsgrades und Fluktuationsabschlags um jeweils +/–10 Prozentpunkte bzw. eine Änderung des Rechnungszinssatzes oder der Gehaltssteigerungen um jeweils +/–1 Prozentpunkt hätte bei Gleichbleiben aller anderen Parameter folgende Auswirkungen auf die Höhe der Rückstellungen:

Mio EUR U nterauslastungs
R
grad
echnungs-
zinssatz
ehalts
F
steigerungen
G
luktuations
abschlag
–10%-
Punkte
+10%-
Punkte
–1%-
Punkt
+1%-
Punkt
–1%-
Punkt
+1%-
Punkt
–10%-
Punkte
+10%-
Punkte
Unterauslastung –19,1 18,2 11,8 –11,5 –11,5 11,5 23,0 –23,9

7.3 Anrechnung von Vordienstzeiten für beamtete Mitarbeiter

Mit Entscheid vom 11. November 2014 hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) nach Vorlage durch den österreichischen Verwaltungsgerichtshof (VwGH) festgestellt, dass die im Jahr 2010 gesetzlich festgelegte Methodik zur Beseitigung der Altersdiskriminierungen im Gehaltssystem der Bundesbediensteten dem Unionsrecht widerspricht. Nachdem die Thematik der Anrechnung von Vordienstzeiten nicht nur die der Österreichischen Post AG zugeteilten Beamten sondern alle Beamten des Bundes betraf, hat der österreichische Nationalrat reagiert und bereits mit 21. Jänner 2015 eine umfassende Reform des Besoldungssystems des Bundes vorgenommen. Mit dieser Reform wurde der Hauptkritikpunkt des EuGH aufgegriffen und umfassend beseitigt. Vor diesem Hintergrund ist aus den zum Stichtag offenen Verfahren von rund 100 aktiven Beamten nach Einschätzung der Österreichischen Post der Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen nicht wahrscheinlich. Für beamtete Mitarbeiter, die der beschlossenen Dienstrechtsreform möglicherweise nicht unterliegen, wurde bereits im Vorjahr eine Rückstellung gebildet.

7.4 Rückforderung von Beiträgen aus der Gehaltsabrechnung der Beamten

Die Österreichische Post AG bzw. ihre Rechtsvorgängerin haben im Zeitraum 1. Mai 1996 bis 31. Mai 2008 für die ihnen zugewiesenen Beamten Beiträge aus der Gehaltsabrechnung abgeführt. Aufgrund eines VwGH-Erkenntnisses des Jahres 2015 bestand dafür jedoch keine gesetzliche Verpflichtung.

Daraus resultierend wurden der Österreichischen Post AG im Jahr 2015 Beiträge für die Jahre 1997 bis 2001 in Höhe von 28,2 Mio EUR vom Bundesfinanzgericht gutgeschrieben, die in den sonstigen Forderungen und sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen werden. Im Gegenzug bestehen für die Österreichischen Post AG Verpflichtungen für etwaige Ersatzleistungen, die sich auf Basis einer bestmöglichen Schätzung auf 5,2 Mio EUR belaufen werden und in den sonstigen Rückstellungen und sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen werden.

Darüber hinaus bestehen aus diesem Sachverhalt Rückforderungsansprüche aus offenen Rechtsmittelverfahren, deren Ausgang unsicher ist. Demgemäß handelt es sich um eine Eventualforderung gemäß IAS 37. Da weiterführende Angaben die Rechtsposition der Österreichischen Post AG ernsthaft beeinträchtigen würden, wird die Schutzklausel gemäß IAS 37.92 in Anspruch genommen und von der vollständigen Angabe der Informationen gemäß IAS 37.84-89 Abstand genommen. Dieser Eventualforderung steht eine Eventualverbindlichkeit für Verpflichtungen aus etwaigen Ersatzleistungen gegenüber.

7.5 Vermögenswerte und Schulden im Zusammenhang mit Unternehmenszusammenschlüssen

Im Rahmen von Unternehmenserwerben sind Schätzungen im Zusammenhang mit der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der identifizierbaren Vermögenswerte und übernommenen Schulden sowie möglicher bedingter Kaufpreisverbindlichkeiten erforderlich.

Für die erstmalige Bilanzierung von identifizierbaren Vermögenswerten und übernommenen Schulden werden alle verfügbaren Informationen über die Umstände zum Erwerbszeitpunkt herangezogen. Sofern die Informationen noch nicht vollständig vorliegen, werden vorläufige Beträge angegeben. Zusätzliche Informationen über Fakten und Umstände, die zum Erwerbszeitpunkt bestanden haben und innerhalb des Bewertungszeitraums (maximal ein Jahr) bekannt werden, führen zu einer rückwirkenden Berichtigung der vorläufig angesetzten Beträge. Änderungen aufgrund von Ereignissen nach dem Erwerbszeitpunkt führen nicht zu einer Berichtigung innerhalb des Bewertungszeitraums.

Immaterielle Vermögenswerte werden je nach Art des Vermögenswerts und der Verfügbarkeit der Informationen anhand einer geeigneten Bewertungsmethode ermittelt. Für Kundenbeziehungen und Markenrechte erfolgt dies im Regelfall auf Basis von ertragswertorientierten Verfahren (Income Approach). Beizulegende Zeitwerte von Grundstücken und Gebäuden werden in der Regel durch externe Experten oder Experten im Konzern ermittelt. Diese Bewertungen sind neben den Annahmen über die künftige Entwicklung der geschätzten Cashflows auch wesentlich von den verwendeten Abzinsungssätzen beeinflusst.

Analog zu den erworbenen Vermögenswerten und übernommenen Schulden werden auch für die erstmalige Bilanzierung bedingter Kaufpreisverbindlichkeiten alle verfügbaren Informationen über die Umstände zum Erwerbszeitpunkt herangezogen. Zusätzliche Informationen über Fakten und Umstände, die zum Erwerbszeitpunkt bestanden haben und innerhalb des Bewertungszeitraums bekannt werden, führen ebenfalls zu einer rückwirkenden Berichtigung der vorläufig angesetzten Beträge. Änderungen aufgrund von Ereignissen nach dem Erwerbszeitpunkt (wie die Erreichung eines angestrebten Ergebnisziels) werden nicht als Berichtigung innerhalb des Bewertungszeitraums behandelt, sondern führen zu einer ergebniswirksamen Anpassung der Kaufpreisverbindlichkeit.

7.6 Wertminderungen von immateriellen Vermögenswerten, Geschäfts- oder Firmenwerten und Sachanlagen

Die Beurteilung der Werthaltigkeit von immateriellen Vermögenswerten, Geschäfts- oder Firmenwerten und Sachanlagen basiert auf zukunftsbezogenen Annahmen. Die verwendeten Annahmen, die den Wertminderungstests von Firmenwerten zugrundegelegt wurden, sowie die sich daraus ergebenden Sensitivitäten werden im Kapitel "Erläuterungen zur Bilanz" unter Punkt 9.1 Geschäfts- oder Firmenwerte erläutert.

7.7 Finanzinstrumente

Zur Beurteilung der Werthaltigkeit von Eigenkapitalinstrumenten, für die kein aktiver Markt vorhanden ist, werden alternative Bewertungsmethoden herangezogen (Ertragswertverfahren bzw. Multiple Verfahren), die mit Schätzunsicherheiten behaftet sind. So beruhen die in der Bewertung angesetzten Parameter teilweise auf zukunftsbezogenen Annahmen bzw. erfordert die Auswahl der geeigneten Peer Group Annahmen über deren Vergleichbarkeit. Sofern eine verlässliche Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts nicht möglich ist, erfolgt ein Ansatz zu fortgeführten Anschaffungskosten. Das Vorgehen wird im Kapitel 10. Finanzinstrumente und damit verbundene Risiken erläutert.

7.8 Ertragsteuern

Ansatz und Folgebewertung der tatsächlichen wie der latenten Steuern unterliegen Unsicherheiten aufgrund komplexer steuerlicher Vorschriften in unterschiedlichen nationalen Jurisdiktionen, die zudem laufenden Änderungen unterworfen sind. Das Management geht davon aus, eine vernünftige Einschätzung der steuerlichen Unsicherheiten getroffen zu haben. Aufgrund der bestehenden steuerlichen Unsicherheiten besteht jedoch das Risiko, dass Abweichungen zwischen den tatsächlichen Ergebnissen und den getroffenen Annahmen zu Auswirkungen auf die angesetzten Steuerverbindlichkeiten und latenten Steuern führen.

Latente Steueransprüche für bestehende steuerliche Verlustvorträge werden im Ausmaß der erwarteten tatsächlichen Nutzbarkeit angesetzt. Dem Ansatz liegen Planungsrechnungen des Managements über die Höhe des zu versteuernden Ergebnisses und der tatsächlichen Verwertungsmöglichkeit zugrunde, die Ermessensentscheidungen erfordern.

8 Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

8.1 Segmentberichterstattung

Allgemeine Informationen

Die Identifizierung berichtspflichtiger Segmente im Österreichischen Post Konzern erfolgt auf der Grundlage der Unterschiede zwischen Produkten und Dienstleistungen. Es wurden die berichtspflichtigen Segmente "Brief, Werbepost & Filialen", "Paket & Logistik" und "Corporate" bestimmt, die der divisionalen Organisationsstruktur des Österreichischen Post Konzerns entsprechen.

Brief, Werbepost & Filialen

Das Kerngeschäft der Division Brief, Werbepost & Filialen besteht in der Annahme, Sortierung und der direkten und hybriden Zustellung von Briefen, Werbesendungen und Printmedien. Die dazu benötigte Infrastruktur besteht aus Verteilzentren, Zustellbasen, Fahrzeugen sowie eigenbetriebenen Filialen und Postpartnern.

Das Leistungsangebot umfasst drei Arten von Sendungen: Briefpost, Werbepost und Medienpost. Als Briefpost gelten herkömmliche, adressierte Briefe. Die Werbepost betrifft die Zustellung von adressierten und unadressierten Werbesendungen. Die Medienpost beinhaltet die adressierte und unadressierte Zustellung von Printmedien wie z. B. Zeitungen, Zeitschriften und Regionalmedien.

Das Leistungsangebot wird durch Adress- und Datenmanagement, Poststellenmanagement, Dokumenten-Scanning und Response Management ergänzt. Weiters werden im Filialnetz Finanzdienstleistungen in Kooperation mit der BAWAG P.S.K. ein breites Sortiment an Handelswaren und Produkte im Bereich der Philatelie Telekomprodukte sowie Finanzdienstleistungen mit den Partnern A1 Telekom Austria AG und BAWAG P.S.K. angeboten.

Paket & Logistik

Das Kerngeschäft der Division Paket & Logistik besteht in der Annahme, Sortierung und Zustellung von Paketen und Expresssendungen. Die Beförderung von Paketen erfolgt über ein engmaschiges Distributionsnetz. Die dazu benötigte Infrastruktur besteht aus Zustellbasen, Verteil- und Lagerzentren sowie einem Fuhrpark. Das Leistungsangebot wird durch Speziallogistik wie Kombifracht, Pharma- und temperaturgeführte Logistik, Wertlogistik (Transport und Handling von Bargeld) sowie Kontraktlogistik- und Fulfillment-Dienstleistungen und Web-Shop-Logistik ergänzt.

Corporate

Das Kerngeschäft der Division Corporate besteht in der Erbringung von Dienstleistungen, wie sie typischerweise für Zwecke der Verwaltung eines Konzerns erbracht werden. Diese Dienstleistungen umfassen die Verwaltung der Konzernimmobilien, die Erbringung von IT-Support und Verwaltungstätigkeiten sowie die Administration des Post-Arbeitsmarktes. Darüber hinaus beinhaltet Corporate Innovationsmanagement und die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle.

Konsolidierung

In der Spalte Konsolidierung wird die Eliminierung der Beziehungen zwischen den Segmenten vorgenommen. Weiters dient die Konsolidierung der Überleitung von Segmentgrößen auf Konzerngrößen.

Geschäftsjahr 2014
angepasst1
Mio EUR
Brief, Werbepost
& Filialen
Paket &
Logistik
Corporate Konsolidierung Konzern
Umsatzerlöse mit Dritten 1.487,7 875,0 0,8 0,0 2.363,5
Umsatzerlöse mit anderen Segmenten 79,4 8,8 181,1 –269,3 0,0
Umsatzerlöse gesamt 1.567,1 883,7 181,9 –269,3 2.363,5
Ergebnis aus nach der Equity-Methode
bilanzierten Finanzanlagen
1,1 2,0 –3,2 0,0 –0,1
EBITDA 311,0 41,4 –18,6 0,0 333,8
Abschreibungen 41,0 60,9 35,3 –0,2 136,9
davon Wertminderungen erfolgswirksam 9,9 39,8 2,4 0,0 52,0
EBIT 270,0 –19,5 –53,9 0,3 196,9
Sonstiges Finanzergebnis –2,8
Ergebnis vor Ertragsteuern 194,0
Segmentinvestitionen 42,1 22,9 26,5 0,0 91,5

Informationen über den Gewinn oder Verlust

Geschäftsjahr 2015
Mio EUR
Brief, Werbepost
& Filialen
Paket &
Logistik
Corporate Konsolidierung Konzern
Umsatzerlöse mit Dritten 1.501,7 900,2 0,1 0,0 2.401,9
Umsatzerlöse mit anderen Segmenten 84,1 8,2 183,7 –276,1 0,0
Umsatzerlöse gesamt 1.585,8 908,4 183,8 –276,1 2.401,9
Ergebnis aus nach der Equity-Methode
bilanzierten Finanzanlagen
–0,5 3,9 –2,3 0,0 1,1
EBITDA 322,9 37,9 –58,1 0,0 302,7
Abschreibungen 38,2 143,3 32,3 –0,1 213,7
davon Wertminderungen erfolgswirksam 6,1 122,2 0,4 0,0 128,7
EBIT 284,7 –105,4 –90,4 0,1 89,0
Sonstiges Finanzergebnis 2,0
Ergebnis vor Ertragsteuern 91,0
Segmentinvestitionen 40,0 26,0 47,3 0,0 113,4

1 Anpassung aufgrund Ausweisänderung – siehe Punkt 3.2 Intersegmentäre Transaktionen erfolgen zu marktorientierten Verrechnungspreisen.

In den Umsatzerlösen mit Dritten werden Umsätze ausgewiesen, die mit Unternehmen außerhalb des Konzerns getätigt werden. In den Umsatzerlösen mit anderen Segmenten werden Leistungsbeziehungen zwischen Tochtergesellschaften, die segmentübergreifenden Leistungsbeziehungen zwischen Tochtergesellschaften und der Österreichischen Post AG sowie die Verrechnung der Leistungsbeziehungen innerhalb der Österreichischen Post AG gezeigt. Die Abschreibungen (planmäßige Abschreibungen und Wertminderungen) resultieren aus den dem jeweiligen Segment zugeordneten Vermögenswerten. Die Segmentinvestitionen beinhalten Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen sowie und in als Finanzinvestition gehaltene Immobilien.

Informationen über geografische Gebiete

Geschäftsjahr 2014
angepasst1
Mio EUR
Österreich Deutschland Andere Länder Konzern
Umsatzerlöse mit Dritten 1.721,5 524,3 117,7 2.363,5
Langfristige Vermögenswerte, ausgenommen
Finanzinstrumente und latente Steueransprüche
654,1 123,4 57,5 835,0
Österreich Deutschland Andere Länder Konzern
1.760,9 526,1 114,9 2.401,9
680,5 0,1 45,7 726,3

1 Anpassung aufgrund Ausweisänderung – siehe Punkt 3.2

Die Umsätze werden nach dem Standort der leistungserbringenden Gesellschaft gezeigt.

8.2 Sonstige betriebliche Erträge

Mio EUR
2014
2015
Mieten und Pachten
26,2
27,6
Weiterverrechnete Aufwendungen
12,9
12,4
Personalbereitstellung und -verwaltung
6,2
3,0
Abgang von Sachanlagen
3,6
3,2
Abgeltungen von Schadensfällen
2,2
2,2
Aktivierte Eigenleistungen
1,8
1,4
Palettenerträge
1,3
1,3
Gewinn aus dem Abgang der Postgasse 8
62,4
0,0
Rückforderung von Beiträgen
0,0
28,2
Andere
17,8
19,9
134,4 99,2

Die sonstigen betrieblichen Erträge aus Mieten und Pachten betreffen zum Teil oder zur Gänze vermietete Vermögenswerte (Sachanlagen und als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien). Deren Buchwert beträgt zum 31. Dezember 2015 150,0 Mio EUR (31.12.2014: 164,9 Mio EUR). Bei den zugrundeliegenden Mietverhältnissen handelt es sich überwiegend um kündbare Operating-Leasingverhältnisse mit Indexierung der Mieten. Die im Geschäftsjahr 2015 erwirtschafteten Mieterträge aus unkündbaren bzw. befristeten Mietverhältnissen wurden im Wesentlichen von der Österreichischen Post AG erzielt.

Die künftigen Mindestleasingzahlungen aus unkündbaren Operating-Leasingverhältnissen betragen zum Bilanzstichtag wie folgt:

Mio EUR 31.12.2014 31.12.2015
Bis zu einem Jahr 4,3 3,7
Länger als ein und bis zu fünf Jahre 6,4 6,4
Länger als fünf Jahre 10,2 11,1
21,0 21,3

Die weiterverrechneten Aufwendungen enthalten vorwiegend Durchlaufposten, denen in gleicher Höhe Aufwendungen gegenüberstehen.

Der Posten Rückforderungen von Beiträgen betrifft gutgeschriebene Rückforderungsansprüche aus in Vorperioden bezahlten Beiträgen aus der Gehaltsabrechnung der Beamten in Höhe von 28,2 Mio EUR. Weiterführende Informationen sind unter Punkt 7.4 Rückforderung von Beiträgen aus der Gehaltsabrechnung der Beamten enthalten.

8.3 Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen

Mio EUR
angepasst1
2014 2015
Material
Treib- und Brennstoffe 29,8 25,3
Handelswaren 21,2 23,2
Wertzeichen 2,1 2,0
Betriebsmittel, Bekleidung 22,0 20,5
Ersatzteile, Sonstiges 1,8 1,9
Bewertungsänderungen 0,7 1,3
77,6 74,2
Bezogene Leistungen
Internationale Postbetreiber 71,4 71,5
Werbemittelverteiler 43,1 40,8
Energie 17,8 16,8
Transporte 477,3 492,9
Andere 50,2 53,4
659,9 675,4
737,5 749,6

1 Anpassung aufgrund Ausweisänderung – siehe Punkt 3.2

8.4 Personalaufwand

2014
Mio EUR
2015
Löhne und Gehälter
840,2
827,9
Abfertigungen
24,2
42,7
Altersversorgung
0,2
0,2
Gesetzlich vorgeschriebene Abgaben und Beiträge
231,8
224,6
Andere Personalaufwendungen
13,0
10,5
1.109,5 1.106,0

Die Aufwendungen für Abfertigungen gliedern sich wie folgt:

Mio EUR 2014 2015
Vorstände 0,1 0,4
Leitende Angestellte 0,2 0,2
Andere Arbeitnehmer 23,8 42,2
24,2 42,7

Im Geschäftsjahr 2015 wurden aufwandswirksame Beiträge an die Mitarbeitervorsorgekasse (MVK) betreffend beitragsorientierte Abfertigungsverpflichtungen in Höhe von 3,1 Mio EUR (2014: 2,7 Mio EUR) aufwandswirksam erfasst.

Die durchschnittliche Anzahl der Arbeitnehmer betrug im Geschäftsjahr:

2014 2015
Arbeiter 3.499 3.655
Angestellte 13.515 13.607
Beamte 8.788 8.179
Lehrlinge 86 98
Anzahl nach Köpfen 25.888 25.539
Entsprechende Vollzeitkraftäquivalente 23.912 23.476

8.5 Abschreibungen

Mio EUR 2014 2015
Wertminderungen Geschäfts- oder Firmenwerte 48,6 55,8
Abschreibungen immaterielle Vermögenswerte
Planmäßige Abschreibungen 11,8 10,5
Wertminderungen 1,1 31,1
12,9 41,6
Abschreibungen Sachanlagen
Planmäßige Abschreibungen 70,2 71,8
Wertminderungen 1,5 41,8
71,7 113,5
Abschreibungen als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
Planmäßige Abschreibungen 2,9 2,7
Wertminderungen 0,9 0,0
3,8 2,7
136,9 213,7

Zur Erläuterung der Wertminderung von Geschäfts- oder Firmenwerten verweisen wir auf das Kapitel "Erläuterung zur Bilanz", Punkt 9.1 Geschäfts- oder Firmenwerte.

Die Erhöhung der Wertminderungen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen im Vergleich zum Vorjahr ist im Wesentlichen auf die Einstufung der ZGE trans-o-flex als zur Veräußerung gehalten zurückzuführen. Angaben in diesem Zusammenhang werden unter Punkt 9.10 Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Schulden erläutert.

Des Weiteren betreffen Wertminderungen von immateriellen Vermögenswerten im Jahr 2015 mit 0,4 Mio EUR nicht mehr genutzte gewerbliche Schutzrechte (Segment Corporate). Die Wertminderungen im Vorjahr in Höhe von insgesamt 1,1 Mio EUR betrafen mit 1,0 Mio EUR eine Softwarelösung deren wirtschaftlicher Nutzen nicht mehr gegeben war (Segment Corporate).

Bei den als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien waren im Vergleich zum Vorjahr keine Wertminderungen zu erfassen. Im Jahr 2014 waren jeweils Wertminderungen auf den niedrigeren beizulegenden Zeitwert laut Bewertungsgutachten vorzunehmen.

8.6 Sonstige betriebliche Aufwendungen

Mio EUR 2014 2015
Leasing, Miet- und Pachtzinsen 79,9 80,0
Instandhaltung 49,4 53,1
IT-Dienstleistungen 36,7 39,4
Reise- und Fahrtaufwendungen 26,5 25,9
Fremdpersonal und Leasingkräfte 18,5 21,2
Kommunikation und Werbung 17,1 19,7
Beratung 8,3 15,3
Entsorgung und Reinigung 13,2 14,3
Weiterverrechnete Aufwendungen 11,3 11,0
Folgebewertung von Forderungen 9,6 10,5
Schadensfälle 8,6 9,5
Versicherungen 8,5 8,5
Sonstige Steuern (nicht vom Einkommen und Ertrag) 8,0 8,1
Telefon 3,9 3,8
Aus- und Fortbildung 3,2 3,3
Verlust Abgang Sachanlagen 1,9 0,7
Andere 12,5 19,8
317,0 344,0

In der Folgebewertung von Forderungen sind Wertminderungen aus der Bereinigung von Darlehen an Distributionsgesellschaften in Höhe von 3,7 Mio EUR (2014: 6,0 Mio EUR) enthalten. In den anderen sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Aufwendungen für etwaige Ersatzleistungen in Höhe von 5,2 Mio EUR enthalten. Weiterführende Informationen sind unter Punkt 7.4 Rückforderung von Beiträgen aus der Gehaltsabrechnung der Beamten enthalten.

8.7 Sonstiges Finanzergebnis

Mio EUR Anhang 2014 2015
Finanzerträge
Zinserträge 3,4 6,1
Wertpapiererträge 0,8 1,0
4,2 7,1
Finanzaufwendungen
Zinsaufwendungen für andere finanzielle Verbindlichkeiten –1,4 –1,0
Zinsaufwendungen für Rückstellungen (9.12.1) –5,2 –3,8
Wertminderungen von Forderungen gegenüber nach der Equity-Methode
bilanzierten Finanzanlagen (9.5.1) –0,4 0,0
Verluste aus dem Abgang von Wertpapieren und sonstigen Anteilen 0,0 –0,3
–7,1 –5,1
–2,8 2,0

Im Geschäftsjahr 2015 wurde ein unter den passiven Rechnungsabgrenzungsposten verbliebener Restbetrag aus der am 10. März 2015 beendeten Cross-Border-Leasing-Transaktion in Höhe von 3,3 Mio EUR ergebniswirksam unter den Zinserträgen vereinnahmt. Für weiterführende Informationen verweisen wir auf Punkt 9.3 Sachanlagen.

8.8 Ergebnis je Aktie

2014 2015
Aktionären des Mutterunternehmens zurechenbares
Periodenergebnis
(Mio EUR) 146,5 71,4
Bereinigtes Periodenergebnis zur Ermittlung des verwässerten
Ergebnisses je Aktie
(Mio EUR) 146,5 71,4
Gewichtete durchschnittliche Anzahl von für die Berechnung des
unverwässerten Ergebnisses je Aktie verwendeten Stammaktien
(Stück) 67.552.638 67.552.638
Gewichtete durchschnittliche Anzahl von für die Berechnung des
verwässerten Ergebnisses je Aktie verwendeten Stammaktien
(Stück) 67.552.638 67.552.638
Unverwässertes Ergebnis je Aktie (EUR
)
2,17 1,06
Verwässertes Ergebnis je Aktie (EUR
)
2,17 1,06

9 Erläuterungen zur Bilanz

9.1 Geschäfts- oder Firmenwerte

Mio EUR 2014 2015
Anschaffungskosten
Stand am 1. Jänner 241,8 235,0
Zugang aus Unternehmenserwerben 0,6 3,2
Abgänge 0,0 –4,6
Umgliederung als zur Veräußerung gehalten –6,3 –150,6
Währungsumrechnungsdifferenzen –1,1 0,1
Stand am 31. Dezember 235,0 83,1
Wertminderungen
Stand am 1. Jänner 81,2 122,8
Zugänge 48,6 55,8
Abgänge 0,0 –3,2
Umgliederung als zur Veräußerung gehalten –6,3 –150,6
Währungsumrechnungsdifferenzen –0,7 0,1
Stand am 31. Dezember 122,8 24,9
Buchwert am 1. Jänner 160,6 112,2
Buchwert am 31. Dezember 112,2 58,2

Die Zugänge aus Unternehmenserwerben im Jahr 2015 betreffen Unternehmenszusammenschlüsse im Sinn des IFRS 3 im Zusammenhang mit dem Erwerb der Aktionsfinder GmbH, der EMD GmbH sowie der Geschäftsbetriebe von zwei Distributionsgesellschaften. Die Abgänge betreffen die Firmenwerte der im Geschäftsjahr entkonsolidierten Tochtergesellschaften feibra Magyarország Kft., Kolos s.r.o. und trans-o-flex Belgium Real Estate B.V.B.A. (siehe dazu im Einzelnen Punkt 4. Konsolidierungskreis). Die Umgliederung als zur Veräußerung gehalten im Jahr 2015 betrifft die trans-o-flex Gruppe. Siehe dazu Punkt 9.10 Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Schulden.

Die folgende Tabelle zeigt die Geschäfts- oder Firmenwerte nach Segmenten und ZGE:

Mio EUR 31.12.2014 31.12.2015
Brief, Werbepost & Filialen
feibra Gruppe 30,9 30,9
PostMaster s.r.l. 8,0 2,0
Sonstige <5 Mio EUR1 11,2 12,6
50,2 45,6
Paket & Logistik
trans-o-flex 49,4 0,0
Slovak Parcel Service s.r.o. und IN TIME s.r.o. 5,2 5,2
Sonstige <5 Mio EUR1 7,5 7,5
62,0 12,7
112,2 58,2

1 Firmenwerte von unter 5 Mio EUR werden in Relation zum gesamten Buchwert der Firmenwerte als unwesentlich eingestuft.

Der einmal jährlich durchzuführende Werthaltigkeitstest erfolgt in der Österreichischen Post AG nach dem Value-in-Use-Konzept. Dabei wird der erzielbare Betrag der ZGE auf Basis des Nutzungswerts ermittelt. Für die Ermittlung des Nutzungswerts werden die erwarteten künftigen Cashflows mithilfe der Discounted-Cashflow-Methode unter Verwendung eines durchschnittlichen Kapitalkostensatzes (Weighted Average Cost of Capital) nach Steuern auf ihren Barwert abgezinst. Für die Ableitung des Kapitalkostensatzes wird für alle im gleichen Segment tätigen ZGE jeweils eine Gruppe von Vergleichsunternehmen (Peer Group) herangezogen. Im Anschluss werden die Abzinsungssätze vor Steuern auf Basis eines iterativen Prozesses ermittelt. Für Gesellschaften, die zur Veräußerung gehalten werden, wird alternativ auch der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten herangezogen.

Die Cashflow-Prognosen im Detailplanungszeitraum basieren auf der vom Management genehmigten Geschäftsjahresplanung für das Jahr 2016 und der Mittelfristplanung für einen Zeitraum von weiteren drei Jahren (2017–2019). Den Cashflow-Prognosen liegen sowohl die unternehmensinternen Erfahrungen aus der Vergangenheit als auch die unternehmensextern erhobenen volkswirtschaftlichen bzw., soweit verfügbar, branchenbezogenen Rahmendaten zur Verfügung. Der Wertbeitrag ab dem Jahr 2020 wird durch den Ansatz einer ewigen Rente berücksichtigt. Als Obergrenze für die in der ewigen Rente angesetzte Wachstumsrate werden die langfristigen Wachstums- und Inflationserwartungen der Länder bzw. Branchen, in denen die jeweiligen ZGE ihre Cashflows erzielen, berücksichtigt. Im Regelfall wird eine Wachstumsrate von 1,0% (2014: 1,0%) angesetzt, wobei notwendige Thesaurierungen berücksichtigt werden. Die wesentlichen Bewertungsannahmen, die der Ermittlung des erzielbaren Betrags zugrunde lagen, waren Annahmen des Managements über die erwartete kurz- und langfristige Umsatzentwicklung, der verwendete Abzinsungssatz und die langfristig erwartete Wachstumsrate.

Die folgende Tabelle zeigt die für die einzelnen wesentlichen ZGE angesetzten Abzinsungssätze:

31.12.2014
WACC
vor Steuern
31.12.2015
WACC
vor Steuern
Brief, Werbepost & Filialen
feibra Gruppe 7,9% 8,6%
PostMaster s.r.l. 11,7% 11,5%
PostMaster Sp. z o.o. 8,2%
Sonstige <5 Mio EUR 8,0–12,2% 8,8–12,3%
Paket & Logistik
trans-o-flex 9,2%
Slovak Parcel Service s.r.o. und IN TIME s.r.o. 10,0% 10,5%
Sonstige <5 Mio EUR 8,7–19,3% 11,0–19,4%
Mio EUR 2014 2015
Zugang Wertminderungen Geschäfts- oder Firmenwerte
Brief, Werbepost & Filialen
PostMaster s.r.l. 0,0 6,1
PostMaster Sp. z o.o.
9,7
0,0
9,7 6,1
Paket & Logistik
trans-o-flex 38,9 49,8
38,9 49,8
48,6 55,8

Die folgende Tabelle zeigt die Zugänge zu den Wertminderungen der Geschäfts- oder Firmenwerte nach Segmenten und ZGE:

Die ZGE PostMaster s.r.l., Bukarest, (Segment Brief, Werbepost & Filialen) gehört zu den führenden Anbietern im Bereich der nicht adressierten und adressierten Zustellung in Rumänien. Bedingt durch das anhaltend schwierige wirtschaftliche Umfeld, das von einem Verdrängungswettbewerb geprägt ist konnten die Umsatz- und Ergebniserwartungen für 2015 nicht erfüllt werden und die Einschätzung der mittelfristigen Wachstumserwartungen wurde zurückgenommen. Der im vierten Quartal durchgeführte Wertminderungstest ergab einen Wertminderungsbedarf des bislang in Höhe von 8,0 Mio EUR angesetzten Firmenwerts von 6,1 Mio EUR, der unter den Abschreibungen in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst wurde.

Zu den erfassten Wertminderungen und der Umgliederung der trans-o-flex als zur Veräußerung gehalten nach IFRS 5 siehe Punkt 9.10 Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Schulden.

Zusätzlich zum Werthaltigkeitstest wurden für alle wesentlichen ZGE Sensitivitätsanalysen bezogen auf die wesentlichen Bewertungsannahmen durchgeführt. Dabei wurde in der ersten Sensitivitätsanalyse die Umsatzerwartung um einen Prozentpunkt reduziert, in der zweiten Sensitivitätsanalyse der Abzinsungssatz um einen Prozentpunkt angehoben und in der dritten Sensitivitätsanalyse wurde die Wachstumsrate in der ewigen Rente mit null angesetzt. Nachdem ab dem Geschäftsjahr 2015 wachstumsbedingte Thesaurierungseffekte in der Ermittlung des Value-in-Use berücksichtigt werden, ergibt sich hier keine wesentliche Sensitivität. Aus der Veränderung dieser Parameter würden sich ceteris paribus bei den folgenden wesentlichen ZGE zusätzliche Wertminderungen ergeben:

Mio EUR
Umsatzerwartung
–1%-Punkt
WACC
+1%-Punkt
Wachstumsrate
0%
2014 2015 2014 2015 2014 2015
PostMaster s.r.l. 0,8 0,6 1,3 0,5 1,1 0,0
PostMaster Sp. z o.o. 0,3 0,2 0,1

9.2 Immaterielle Vermögenswerte

Geschäftsjahr 2014
Mio EUR
Anhang Kunden
beziehungen
Marken
rechte
Sonstige im
materielle
Vermögens
werte
Gesamt
Anschaffungskosten
Stand am 1. Jänner 2014 76,2 29,2 66,3 171,7
Zugang aus Unternehmenserwerben 0,8 0,0 0,1 1,0
Zugänge 3,6 0,0 4,8 8,3
Abgänge 0,0 0,0 0,6 0,6
Umbuchungen 0,0 0,0 0,4 0,4
Umgliederung als zur Veräußerung gehalten (9.10) –0,3 0,0 –0,1 –0,5
Währungsumrechnungsdifferenzen –0,3 0,0 0,0 –0,4
Stand am 31. Dezember 2014 79,9 29,2 70,8 180,0
Abschreibungen/Wertminderungen
Stand am 1. Jänner 2014 60,3 3,8 44,3 108,5
Zugänge (8.5) 5,2 0,1 7,5 12,9
Abgänge 0,0 0,0 0,5 0,5
Umgliederung als zur Veräußerung gehalten (9.10) –0,3 0,0 –0,1 –0,5
Währungsumrechnungsdifferenzen –0,3 0,0 0,0 –0,3
Stand am 31. Dezember 2014 65,0 3,8 51,2 120,1
Buchwert am 1. Jänner 2014 15,9 25,4 21,9 63,3
Buchwert am 31. Dezember 2014 15,0 25,4 19,6 59,9
Geschäftsjahr 2015
Mio EUR
Anhang Kunden
beziehungen
Marken
rechte
Sonstige im
materielle
Vermögens
werte
Gesamt
Anschaffungskosten
Stand am 1. Jänner 2015 79,9 29,2 70,8 180,0
Zugang aus Unternehmenserwerben 1,1 0,0 0,3 1,4
Abgang aus Entkonsolidierung 1,7 0,0 0,0 1,7
Zugänge 0,0 0,0 5,6 5,6
Abgänge 1,1 0,0 3,4 4,5
Umgliederung als zur Veräußerung gehalten (9.10) –53,0 –25,0 –8,7 –86,7
Stand am 31. Dezember 2015 25,2 4,2 64,6 94,0
Abschreibungen/Wertminderungen
Stand am 1. Jänner 2015 65,0 3,8 51,2 120,1
Abgang aus Entkonsolidierung 1,7 0,0 0,0 1,7
Zugänge (8.5) 8,6 25,0 8,0 41,6
Abgänge 1,1 0,0 3,0 4,1
Umgliederung als zur Veräußerung gehalten (9.10) –53,0 –25,0 –8,5 –86,5
Stand am 31. Dezember 2015 17,7 3,9 47,8 63,3
Buchwert am 1. Jänner 2015 15,0 25,4 19,6 59,9
Buchwert am 31. Dezember 2015 7,5 0,4 16,9 24,8

Im laufenden Geschäftsjahr wurden wie im Vorjahr keine Fremdkapitalkosten aktiviert.

Im Geschäftsjahr 2015 waren im Segment Paket & Logistik im Zuge des Wertminderungstests der ZGE trans-o-flex Wertminderungen in Höhe von insgesamt 28,7 Mio EUR zu erfassen (davon Markenrechte 25 Mio EUR und Kundenbeziehungen 3,7 Mio EUR). Die Umgliederung als zur Veräußerung gehalten nach IFRS 5 betrifft zur Gänze die transo-flex Gruppe. Siehe dazu im Einzelnen Punkt 9.10. Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Schulden.

In den sonstigen immateriellen Vermögenswerten enthaltene gewerbliche Schutzrechte mit einem Buchwert von 0,4 Mio EUR wurden im Geschäftsjahr 2015 ebenfalls zur Gänze wertgemindert (Segment Brief, Werbepost & Filialen).

In den immateriellen Vermögenswerten sind Markenrechte mit unbegrenzter Nutzungsdauer mit einem Buchwert in Höhe von 0,4 Mio EUR (31.12.2014: 25,4 Mio EUR) enthalten. Die aktivierten Kundenbeziehungen werden linear abgeschrieben und weisen eine Restnutzungsdauer von zwei bis acht Jahren auf.

Folgende Tabelle zeigt die Markenrechte zum Buchwert zum 31. Dezember 2014 und 2015 nach Segmenten und ZGE:

Mio EUR 31.12.2014 31.12.2015
Paket & Logistik
trans-o-flex 25,0 0,0
Andere 0,4 0,4
25,4 0,4

9.3 Sachanlagen

Geschäftsjahr 2014
Mio EUR
Anhang Grundstücke
und Bauten
Technische
Anlagen und
Maschinen
Andere
Anlagen,
Betriebs- und
Geschäfts
ausstattung
Geleistete
Anzahlungen
und Anlagen
in Bau
Gesamt
Anschaffungs-/
Herstellungskosten
Stand am 1. Jänner 2014 765,1 195,7 324,7 30,6 1.316,0
Zugänge 10,4 21,0 39,5 7,8 78,7
Abgänge 1,8 64,7 21,5 0,0 88,0
Umbuchungen 16,2 9,2 1,0 –26,8 –0,4
Umgliederung Investment Property (9.4) –99,1 0,0 0,0 0,0 –99,1
Umgliederung als zur
Veräußerung gehalten
(9.10) 0,0 –0,1 –0,8 0,0 –0,9
Währungsumrechnungsdifferenzen –0,1 0,0 –0,3 0,0 –0,4
Stand am
31. Dezember 2014
690,8 161,1 342,4 11,6 1.205,9
Geschäftsjahr 2014
Mio EUR
Anhang Grundstücke
und Bauten
Technische
Anlagen und
Maschinen
Andere
Anlagen,
Betriebs- und
Geschäfts
ausstattung
Geleistete
Anzahlungen
und Anlagen
in Bau
Gesamt
Abschreibungen/Wertminderungen
Stand am 1. Jänner 2014 384,5 141,5 174,2 0,0 700,2
Zugänge (8.5.) 21,6 12,2 38,0 0,0 71,7
Abgänge 1,3 63,7 19,9 0,0 85,0
Umgliederung Investment Property (9.4) –77,6 0,0 0,0 0,0 –77,6
Umgliederung als zur
Veräußerung gehalten
(9.10) 0,0 –0,1 –0,8 0,0 –0,9
Währungsumrechnungsdifferenzen 0,0 0,0 –0,2 0,0 –0,2
Stand am
31. Dezember 2014
327,1 89,8 191,3 0,0 608,2
Buchwert am
1. Jänner 2014
380,6 54,2 150,4 30,6 615,9
Buchwert am
31. Dezember 2014
363,7 71,3 151,2 11,6 597,7
Geschäftsjahr 2015
Mio EUR
Anhang Grundstücke
und Bauten
Technische
Anlagen und
Maschinen
Andere
Anlagen,
Betriebs- und
Geschäfts
ausstattung
Geleistete
Anzahlungen
und Anlagen
in Bau
Gesamt
Anschaffungs-/
Herstellungskosten
Stand am 1. Jänner 2015 690,8 161,1 342,4 11,6 1.205,9
Zugang aus Unternehmenserwerben 1,4 0,1 0,1 0,0 1,6
Zugänge 5,3 5,8 52,0 31,6 94,8
Abgänge 6,1 14,9 30,5 0,0 51,5
Umbuchungen 0,4 2,2 1,4 –3,9 0,0
Umgliederung Investment Property (9.4) –9,3 0,0 0,0 0,0 –9,3
Umgliederung als zur Veräußerung
gehalten
(9.10) –31,2 –13,1 –47,2 –0,6 –92,1
Stand am
31. Dezember 2015
651,2 141,4 318,1 38,7 1.149,4
Geschäftsjahr 2015
Mio EUR
Anhang Grundstücke
und Bauten
Technische
Anlagen und
Maschinen
Andere
Anlagen,
Betriebs- und
Geschäfts
ausstattung
Geleistete
Anzahlungen
und Anlagen
in Bau
Gesamt
Abschreibungen/Wertminderungen
Stand am 1. Jänner 2015 327,1 89,8 191,3 0,0 608,2
Zugänge (8.5) 42,4 14,9 55,6 0,5 113,5
Abgänge 5,9 14,9 29,3 0,0 50,0
Umgliederungen Investment Property (9.4) –6,4 0,0 0,0 0,0 –6,4
Umgliederung als zur
Veräußerung gehalten
(9.10) –28,9 –12,8 –45,5 –0,5 –87,7
Stand am
31. Dezember 2015
328,4 77,1 172,1 0,0 577,6
Buchwert am
1. Jänner 2015
363,7 71,3 151,2 11,6 597,7
Buchwert am
31. Dezember 2015
322,8 64,3 146,1 38,7 571,9

Im laufenden Geschäftsjahr wurden wie im Vorjahr keine Fremdkapitalkosten aktiviert.

Von den Zugängen der geleisteten Anzahlungen und Anlagen in Bau in Höhe von 31,6 Mio EUR entfallen 21,9 Mio EUR auf Anlagen in Bau für die neue Unternehmenszentrale der Österreichischen Post AG.

Die als Sicherheiten verpfändeten Sachanlagen betragen 1,3 Mio EUR (31.12.2014: 23,1 Mio EUR). Die Reduktion ist im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass die Cross-Border-Leasing-Transaktion im Geschäftsjahr 2015 vorzeitig beendet wurde.

Angaben im Zusammenhang mit der Umgliederung als zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Schulden nach IFRS 5 werden unter Punkt 9.10 Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Schulden erläutert.

Cross Border Lease

Im Geschäftsjahr 2002 hat die Österreichische Post AG mit einem US Investor eine Cross-Border-Leasing-Transaktion abgeschlossen. Die Österreichische Post AG hat dem Investor auf 99 Jahre ein Fruchtgenussrecht an Postsortieranlagen in Wien, Graz, Salzburg und Innsbruck gegen Leistung eines "Grant Payments" von 117 Mio USD eingeräumt. Gleichzeitig wurde ein Lease Agreement abgeschlossen, in dem die Österreichische Post AG auf 24 Jahre das Nutzungsrecht an diesen Anlagen wieder zurückgemietet hat.

Die Österreichische Post AG hat ihre Zahlungsverpflichtungen an zwei Payment Undertaker ausgelagert. Zu diesem Zweck hat die Österreichische Post AG Zahlungen an die Payment Undertaker geleistet (108,3 Mio USD) und die entsprechende Verbindlichkeit ausgebucht. Die Payment Undertaker haben sich ihrerseits verpflichtet, die entsprechenden Beträge zu den festgesetzten Zahlungsterminen für die Österreichische Post AG zu leisten. Bei der Österreichischen Post AG verblieb das Restrisiko einer möglichen Inanspruchnahme im Falle einer Nichtzahlung durch die Payment Undertaker.

Mit 10. März 2015 wurde die Cross-Border-Leasing-Transaktion vorzeitig beendet. Die noch offenen Zahlungen wurden durch die Payment Undertaker vollständig geleistet, womit das noch verbliebene Restrisiko für die Österreichische Post AG untergegangen ist. Gleichzeitig wurde das Fruchtgenussrecht an den Postsortieranlagen beendet. Der aus der Cross-Border-Leasing-Transaktion der Österreichischen Post AG zugeflossene Nettobarwertvorteil blieb in voller Höhe erhalten. Der per 10. März 2015 unter den passiven Rechnungsabgrenzungsposten verbliebene Restbetrag in Höhe von 3,3 Mio EUR wurde entsprechend unter den Finanzerträgen ergebniswirksam vereinnahmt.

Finanzierungsleasing

Nettobuchwerte und Nutzungsdauern der geleasten Vermögenswerte
Mio EUR
Nutzungs
dauer
Buchwert
31.12.2014
Buchwert
31.12.2015
Grundstücke und Bauten 30 13,4 6,3
Technische Anlagen und Maschinen 5 0,7 0,0
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2–8 2,2 0,8

In der folgenden Tabelle wird die Summe der künftigen Mindestleasingzahlungen zum Bilanzstichtag auf deren Barwert übergeleitet:

Mio EUR
2014
2015
Mindestleasingzahlungen
Bis zu einem Jahr
2,3
0,6
Länger als ein und bis zu fünf Jahre
4,1
1,9
Länger als fünf Jahre
4,1
2,7
10,5 5,2
Abzüglich:
Zukünftige Finanzierungskosten
–0,8
–0,5
Barwert der Leasingverpflichtungen
Bis zu einem Jahr
2,2
0,5
Länger als ein und bis zu fünf Jahre
3,8
1,7
Länger als fünf Jahre
3,7
2,5
9,7 4,7

Der Rückgang der künftigen Mindestleasingzahlungen im Vergleich zum Vorjahr ist auf die Umgliederung der trans-o-flex als zur Veräußerung gehalten nach IFRS 5 zurückzuführen. Die auf die trans-o-flex entfallenden Zahlungen sind entsprechend nicht mehr in der obigen Tabelle ausgewiesen.

Die Kriterien für die Klassifizierung als Finanzierungsleasing waren im Wesentlichen der Barwert- und der Laufzeittest. Darüber hinaus wurden Ankaufsoptionen zu vorteilhaften Bedingungen am Ende der Laufzeit sowie Verlängerungs- und Preisanpassungsklauseln berücksichtigt.

Für einen Teil der Mietverträge ist die Mietzahlung an den 3-Monats-EURIBOR gebunden. Im Geschäftsjahr 2015 gab es wie im Vorjahr keine damit zusammenhängenden bedingten Mietzahlungen.

Mio EUR Anhang 2014 2015
Anschaffungs-/Herstellungskosten
Stand am 1. Jänner 140,1 222,8
Zugänge 4,4 13,0
Abgänge 20,9 11,4
Umgliederung aus Sachanlagen 99,1 9,3
Stand am 31. Dezember 222,8 233,6
Abschreibungen
Stand am 1. Jänner 106,6 170,9
Zugänge (8.5) 3,8 2,7
Abgänge 17,1 7,0
Umgliederung aus Sachanlagen 77,6 6,4
Stand am 31. Dezember 170,9 173,1
Buchwert am 1. Jänner 33,5 51,8
Buchwert am 31. Dezember 51,8 60,5

9.4 Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien (Investment Property)

Mio EUR 31.12.2014 31.12.2015
Beizulegender Zeitwert 197,1 220,5
Mieteinnahmen 14,6 15,5
Betriebliche Aufwendungen für vermietete Immobilien 4,6 4,7
Betriebliche Aufwendungen für nicht vermietete Immobilien 1,1 1,5

Die Zugänge bei den als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien im Geschäftsjahr 2015 sind im Wesentlichen auf den Neubau der Unternehmenszentrale in Wien Landstraße zurückzuführen.

Die Mieteinnahmen und die betrieblichen Aufwendungen für vermietete sowie nicht vermietete Immobilien enthalten nur Erträge und Aufwendungen gegenüber Dritten. Konzerninterne Aufwendungen und Erträge sind in obiger Tabelle nicht dargestellt.

Im laufenden Geschäftsjahr wurden wie im Vorjahr keine Fremdkapitalkosten aktiviert.

9.5 Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen

9.5.1 Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen

Zusammensetzung der Buchwerte
Mio EUR
Anteile
%
2014 Anteile
%
2015
Assoziierte Unternehmen
ADELHEID GmbH, Berlin 45,4 1,6 45,4 4,0
D2D – direct to document GmbH, Wien 30,0 1,4 30,0 1,4
Eurodis GmbH, Weinheim 39,8 0,1 39,8 0,1
media.at GmbH, Wien 20,5 0,5 20,5 0,3
3,7 5,8
Gemeinschaftsunternehmen
MEILLERGHP GmbH, Schwandorf 65,0 0,0 0,0 0,0
Aras Kargo a.s., Istanbul 25,0 49,6 25,0 47,4
OMNITEC GmbH, Wien 50,0 0,0 50,0 0,0
49,6 47,4
Nettobuchwert zum 31. Dezember 53,3 53,2

Bei der Aras Kargo a.s. sowie der OMNITEC Informationstechnologie-Systemservice GmbH wurde mit den restlichen Anteilseignern auf Basis der jeweiligen Gesellschaftervereinbarungen gemeinschaftliche Führung vereinbart. Da sie jeweils als eigenständiges Vehikel aufgebaut sind, handelt es sich bei diesen Gesellschaften um Gemeinschaftsunternehmen gemäß IFRS 11. Sämtliche Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen werden nach der Equity-Methode gemäß IAS 28 in den Konzernabschluss der Österreichischen Post AG einbezogen.

Überleitung der Buchwerte
Mio EUR
2014 2015
Nettobuchwert zum 1. Jänner 50,3 53,3
Zugang aus Gesellschafterzuschüssen 1,8 5,1
Wertaufholungen 1,1 0,0
Anteiliges Jahresergebnis laufend –1,3 1,7
Ausschüttungen –0,7 –0,7
Währungsumrechnungsdifferenzen 2,1 –5,5
Neubewertung von leistungsorientierten Verpflichtungen –0,1 –0,6
Nettobuchwert zum 31. Dezember 53,3 53,2

Der Zugang aus Gesellschafterzuschüssen in Höhe von 5,1 Mio EUR betrifft ausschließlich Zuschüsse an die ADELHEID GmbH (2014: 1,5 Mio EUR). Die Veränderung aus Währungsumrechnung in Höhe von minus 5,5 Mio EUR (2014: 2,1 Mio EUR) resultiert aus dem Anteil an der türkischen Gesellschaft Aras Kargo a.s.

Der aggregierte Buchwert der Anteile an einzeln für sich genommen unwesentlichen assoziierten Unternehmen beträgt 5,8 Mio EUR (31.12.2014: 3,7 Mio EUR). Der aggregierte Buchwert der Anteile an einzeln für sich genommen unwesentlichen Gemeinschaftsunternehmen beträgt wie im Vorjahr Null.

Aras Kargo a.s

Bei der Aras Kargo a.s., Istanbul, handelt es sich um ein für den Österreichischen Post Konzern wesentliches Gemeinschaftsunternehmen. Die Beteiligung an der Aras Kargo a.s., einem der führenden türkischen Paketdienstleister, ermöglicht den Einstieg in den türkischen Markt im Rahmen der definierten Wachstumsstrategie der Österreichischen Post AG.

Die nachstehende Tabelle fasst die Finanzinformationen des wesentlichen Gemeinschaftsunternehmens Aras Kargo a.s., wie in dessen eigenem Abschluss aufgeführt, zusammen, berichtigt um Anpassungen an den beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbszeitpunkt und Unterschiede bei den Rechnungslegungsmethoden. Die Tabelle zeigt auch eine Überleitung der zusammengefassten Finanzinformationen auf den Buchwert des Anteils des Österreichischen Post Konzerns.

Aras Kargo a.s.
Finanzinformationen
2014
Mio EUR
2015
Langfristige Vermögenswerte
120,2
109,4
Kurzfristige Vermögenswerte
43,8
54,1
davon Zahlungsmittel
13,6
20,8
Langfristige Schulden
14,2
11,6
davon finanzielle Schulden mit Ausnahme von Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen sowie sonstigen Verbindlichkeiten und von Rückstellungen
6,6
1,1
Kurzfristige Schulden
66,9
65,5
davon finanzielle Schulden mit Ausnahme von Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen sowie sonstigen Verbindlichkeiten und von Rückstellungen
9,4
7,9
Nettovermögen (100%)
82,8
86,5
Anteil des Österreichischen Post Konzerns am Nettovermögen
20,7
21,6
Firmenwert
28,9
25,8
Nettobuchwert zum 31. Dezember
49,6
47,4
Umsatzerlöse
250,5
271,7
Periodenergebnis
8,0
15,7
davon planmäßige Abschreibungen
6,6
7,4
davon Zinserträge
1,1
2,0
davon Zinsaufwendungen
3,7
2,5
davon Ertragsteueraufwendungen
2,8
4,8
Sonstiges Ergebnis
8,1
–24,6
Gesamtergebnis
16,1
–8,9
Anteil des Konzerns am Gesamtergebnis
4,0
–2,2
Erhaltene Dividenden
0,0
0,0

Im Zusammenhang mit der Beteiligung an der Aras Kargo a.s. bestehen weiters folgende mögliche Verpflichtungen:

Bestehende Darlehensverträge der Aras Kargo a.s. enthalten Vertragsbestimmungen (Covenants), insbesondere die Einhaltung einer vorgegebenen EBITDA to Total Debt Ratio, welche die Möglichkeit zur Ausschüttung von Dividenden einschränken können. Zusätzlich wurden mit den anderen Anteilseignern in der Gesellschaftervereinbarung Vorgaben zur Dividendenpolitik der Aras Kargo a.s. beschlossen: Danach ist die Ausschüttung eines bestimmten maximalen Prozentsatzes der jährlichen ausschüttungsfähigen Gewinne unter folgenden Bedingungen vorgesehen: i) Bestehen eines ausschüttbaren Ergebnisses nach IFRS und lokalen Rechnungslegungsvorschriften, ii) positiver Cashflow in dem Jahr, für das eine Ausschüttung beschlossen werden soll, iii) die Ausschüttung darf nicht über die Aufnahme von zusätzlichem Fremdkapital finanziert werden und iv) es bestehen keine Gesellschafterdarlehen.

In der Gesellschaftervereinbarung haben sich die Anteilseigner der Aras Kargo a.s. verpflichtet, der Gesellschaft bei Vorliegen bestimmter Umstände zusätzliche finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen: Für den Fall, dass die Aras Kargo a.s. ihren Finanzierungsbedarf zur Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs nicht mehr über Dritte abdecken kann, ist die Österreichische Post zur Vergabe von Gesellschafterdarlehen bis zu maximal 3 Mio EUR verpflichtet. Zur Vermeidung einer Insolvenzgefährdung der Aras Kargo a.s. ist die Österreichische Post AG des Weiteren verpflichtet, unter bestimmten Umständen eine Kapitalerhöhung im Ausmaß von bis zu 3 Mio EUR zu zeichnen.

MEILLERGHP GmbH

Mit Beschluss des Amtsgerichts vom 11. Februar 2015 und Veröffentlichung am 15. Februar 2015 wurde das im Jahr 2014 begonnene Insolvenzverfahren beendet. Mit Kaufvertrag vom 20. Februar 2015 wurden sämtliche Anteile zu einem Kaufpreis von 1 EUR verkauft.

Der Buchwert der gesamten Nettoinvestition in die nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlage MEILLERGHP betrug bereits per Ende 2014 null. Der Entkonsolidierungsverlust in Höhe von 0,5 Mio EUR ergibt sich aus dem Recycling der Währungsumrechnungsrücklage und wurde erfolgswirksam erfasst.

ADELHEID GmbH

Zum 31. Dezember 2015 besteht eine offene Verbindlichkeit zur Zahlung eines Agios in Höhe von 0,4 Mio EUR aus einer durchgeführten Kapitalerhöhung im Geschäftsjahr 2015. Das Agio ist nach schriftlicher Aufforderung durch die Geschäftsführung der Gesellschaft zur Zahlung fällig, wobei die Höhe der einzelnen Teilbeträge von der Geschäftsführung nach dem Liquiditätsbedarf der ADELHEID GmbH festzusetzen ist.

Die ADELHEID GmbH ist 100%-Gesellschafterin der AEP GmbH, Alzenau, Deutschland, die unter der Geschäftsbezeichnung "AEP direkt" Apotheken in Deutschland mit Pharmaprodukten beliefert.

9.5.2 Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen

Die nachstehende Tabelle gliedert in aggregierter Form den Anteil am Ergebnis und sonstigen Ergebnis von einzeln betrachtet unwesentlichen assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen auf. Die Tabelle zeigt auch die Überleitung zur Summe des Ergebnisses aus nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen.

Ergebnis aus nach der Equity-Methode
bilanzierten Finanzanlagen
Mio EUR
2014 2015
Unwesentliche assoziierte Unternehmen
Anteil am Periodenergebnis –3,1 –2,2
Wertaufholung 1,1 0,0
–1,9 –2,2
Unwesentliche Gemeinschaftsunternehmen
Anteil am Periodenergebnis –0,2 0,0
Verluste aus dem Abgang von nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen 0,0 –0,5
Anteil am sonstigen Ergebnis 0,0 0,5
–0,2 0,0
Wesentliche assoziierte und Gemeinschaftsunternehmen
Anteil am Periodenergebnis 2,0 3,9
Anteil am sonstigen Ergebnis 2,0 –6,2
4,0 –2,2
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen –0,1 1,1
Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen – Anteil am sonstigen Ergebnis 2,0 –5,6
Mio EUR 31.12.2014 31.12.2015
Restlaufzeit
<1 Jahr
Restlaufzeit
>1 Jahr
Gesamt Restlaufzeit
<1 Jahr
Restlaufzeit
>1 Jahr
Gesamt
Wertpapiere 6,4 46,8 53,1 33,3 23,9 57,2
Strategische und andere Anteile 0,0 12,2 12,2 0,0 12,9 12,9
Derivative finanzielle
Vermögenswerte
0,0 1,7 1,7 1,7 0,0 1,7
6,4 60,7 67,1 35,0 36,8 71,8

9.6 Andere finanzielle Vermögenswerte

Wertpapiere

Der in den Wertpapieren enthaltene Buchwert enthält im Wesentlichen Investmentfonds und Anleihen. Die vom Österreichischen Post Konzern gehaltenen Wertpapiere besitzen ein Investment-Grade-Rating bzw. eine vergleichbare erstklassige Bonität. Investmentfonds werden nur bei international anerkannten Kapitalanlagegesellschaften gehalten.

Strategische und andere Anteile

Der in den anderen Anteilen enthaltene Buchwert des mittelbar gehaltenen Anteils an der BAWAG P.S.K. zum 31. Dezember 2015 beträgt 8,0 Mio EUR (31.12.2014: 8,0 Mio EUR). Der in den anderen Anteilen enthaltene Buchwert des Anteils betreffend die Wiener Börse AG zum 31. Dezember 2015 beträgt 4,9 Mio EUR (31.12.2014: 4,2 Mio EUR).

Derivative finanzielle Vermögenswerte

Im Geschäftsjahr 2013 hat die Österreichische Post AG 25% der Anteile an der Aras Kargo a.s. erworben. Zusätzlich wurde der Österreichischen Post AG das einseitig ausübbare Recht eingeräumt, im Zeitraum 1. April bis 30. Juni 2016 weitere 50% der Anteile von der Familie Aras zu erwerben (Call-Option). Der Ausübungspreis bemisst sich als Vielfaches (Multiple) des betrieblichen Ergebnisses der Aras Kargo a.s. im Jahr 2015 unter Abzug der Netto-Finanzverbindlichkeiten. Zusätzlich besteht eine betraglich untergeordnete Earn-out-Komponente. Für den Erwerb dieses Rechts wurde kein gesonderter Kaufpreis bezahlt. Die Bewertung der Call-Option erfolgte vorrangig auf Basis der erwarteten Ergebnisse für 2015 unter Gegenüberstellung des beizulegenden Zeitwerts der Anteile.

Angaben zur Ermittlung der Marktwerte erfolgen in Kapitel "Sonstige Angaben" unter Punkt 10.1 Finanzinstrumente.

9.7 Vorräte

Mio EUR 31.12.2014 31.12.2015
Hilfs- und Betriebsstoffe 10,6 11,2
abzüglich Wertminderungen –4,8 –5,1
Handelswaren 13,3 12,4
abzüglich Wertminderungen –2,3 –2,5
16,7 15,9

9.8 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen

Mio EUR 31.12.2014 31.12.2015
Restlaufzeit
<1 Jahr
Restlaufzeit
>1 Jahr
Gesamt Restlaufzeit
<1 Jahr
Restlaufzeit
>1 Jahr
Gesamt
Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen
242,3 0,0 242,3 211,8 0,0 211,8
Forderungen gegenüber nach
der Equity-Methode bilanzierten
Finanzanlagen
1,0 4,1 5,1 1,5 0,4 2,0
Andere sonstige Forderungen 108,7 16,9 125,6 75,5 11,0 86,4
352,0 21,0 373,0 288,8 11,4 300,2

In den Forderungen gegenüber nach der Equity-Methode bilanzierten sind im Wesentlichen nachrangige Gesellschafterdarlehen inklusive aufgelaufener Zinsen gegenüber der AEP GmbH enthalten (31.12.2015: 1,4 Mio EUR; 31.12.2014: 4,3 Mio EUR).

In den anderen sonstigen Forderungen waren zum 31. Dezember 2014 60,0 Mio EUR Forderungen aus dem Verkauf der Postgasse 8 Entwicklungs AG & Co OG enthalten. Zum 31. Dezember 2015 sind in diesem Posten Rückforderungsansprüche aus in Vorperioden bezahlten Beiträgen aus der Gehaltsabrechnung der Beamten in Höhe von 28,2 Mio EUR enthalten. Weiterführende Informationen sind unter Punkt 7.4 Rückforderung von Beiträgen aus der Gehaltsabrechnung der Beamten enthalten.

Der Rückgang der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und der sonstigen Forderungen ist im Wesentlichen auf die Umgliederung der trans-o-flex als zur Veräußerung gehalten nach IFRS 5 zurückzuführen. Für weitere Erläuterungen siehe Punkt 9.10 Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Schulden.

Zur Darstellung der Wertberichtigungen der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen verweisen wir auf Punkt 10.1 Finanzinstrumente.

9.9 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Mio EUR 31.12.2014 31.12.2015
Guthaben bei Kreditinstituten 20,2 36,2
Kurzfristige Veranlagungen (Termingelder) 241,2 260,1
Kassenbestand 2,7 3,2
264,1 299,6

Der Finanzmittelbestand, wie er im Konzern-Cashflow-Statement dargestellt wird, kann auf den Posten Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in der Konzernbilanz wie folgt übergeleitet werden:

31.12.2014 31.12.2015
264,2 300,1
–0,1 –0,5
264,1 299,6

9.10 Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Schulden

trans-o-flex

Die trans-o-flex Gruppe (Segment Paket & Logistik) bietet in den Geschäftsfeldern Schnell-Lieferdienst, ThermoMed und Logistik-Service eine breite Palette an europaweiten Logistikdienstleistungen an. Im Geschäftsjahr 2015 hat die Österreichische Post vertieft strategische Optionen für die weitere Entwicklung der trans-o-flex Gruppe geprüft. In diesem Zusammenhang wurde auch ein nicht öffentlicher Prozess unter gezielter Ansprache von potenziellen strategischen Partnern und Käufern begonnen. Nach Prüfung aller Optionen wurde entschieden, vordringlich den Verkauf der trans-o-flex zu verfolgen, und ein entsprechender Plan wurde beschlossen. Zum Stichtag 31. Dezember 2015 war der Prozess so weit konkretisiert, dass die Vorrausetzungen des IFRS 5 zur Einstufung der trans-o-flex Gruppe als zur Veräußerung gehalten vorlagen. Die Veräußerungsgruppe umfasst die operativ tätigen trans-o-flex-Gesellschaften trans-o-flex Schnell-Lieferdienst GmbH und trans-o-flex Netzwerk Group GmbH inklusive deren jeweiliger Tochtergesellschaften.

Der im vierten Quartal planmäßig durchgeführte Wertminderungstest gemäß IAS 36 ergab einen Wertminderungsbedarf in Höhe des gesamten Buchwerts des bislang angesetzten Firmenwerts sowie der noch bestehenden Markenrechte und Kundenbeziehungen (insgesamt 78,5 Mio EUR). Nach Einstufung der trans-o-flex als zur Veräußerung gehalten ergab sich nach IFRS 5 eine zusätzliche Wertminderung auf den beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten von sonstigen immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen von insgesamt 43,6 Mio EUR. Der beizulegende Zeitwert nach Veräußerungskosten wurde in beiden Fällen marktseitig auf Basis der Rückmeldungen aus dem Verkaufsprozess ermittelt. Insgesamt waren somit Wertminderungen in Höhe von 122,1 Mio EUR unter den Abschreibungen in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen.

Mio EUR 31.12.2015
Langfristiges Vermögen
Immaterielles Anlagevermögen 0,2
Sachanlagen 4,4
Andere finanzielle Vermögenswerte 0,4
Aktive latente Steuern 1,2
Kurzfristiges Vermögen
Vorräte 0,2
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 57,0
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 0,5
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 63,8
Langfristige Schulden
Rückstellungen 3,7
Andere finanzielle Verbindlichkeiten 0,5
Kurzfristige Schulden
Rückstellungen 9,2
Andere finanzielle Verbindlichkeiten 7,6
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 49,0
Schulden iZm zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten 70,0

Die Vermögenswerte und Schulden der Veräußerungsgruppe stellen sich um 31. Dezember 2015 wie folgt dar:

Im Eigenkapital ist weiters unter dem Posten Andere Rücklagen eine negative Rücklage aus der Neubewertung von leistungsorientierten Verpflichtungen in Höhe von 0,3 Mio EUR enthalten.

feibra Magyarország Kft.

Die im Vorjahr als zur Veräußerung gehalten umgegliederten Vermögenswerte und Schulden der Veräußerungsgruppe feibra Magyarország Kft. (Segment Brief, Werbepost & Filialen) wurden im Geschäftsjahr 2015 veräußert. Siehe dazu unter Punkt 4.2 Änderungen im Konsolidierungskreis.

9.11 Eigenkapital

Eigenkapitalbestandteile

Das Grundkapital der Österreichischen Post AG beträgt 337,8 Mio EUR. Das Grundkapital ist in 67.552.638 Stück auf Inhaber lautende stimm- und gewinnberechtigte Aktien mit einem Nennwert in Höhe von 5,0 EUR geteilt.

Mit Hauptversammlungsbeschluss vom 15. April 2015 wurde der Vorstand der Österreichischen Post AG zur Schaffung eines neuen Genehmigten Kapitals ermächtigt, und die Satzung der Österreichischen Post AG wurde entsprechend angepasst. Mit Zustimmung des Aufsichtsrats kann das Grundkapital somit während einer Geltungsdauer von fünf Jahren, also bis 14. April 2020, im Ausmaß von bis zu 33.776.320,00 EUR durch Ausgabe von bis zu 6.755.264 Stück neuen, auf Inhaber lautenden Stückaktien erhöht werden. Weiters wurde in der Hauptversammlung die bedingte Erhöhung des Grundkapitals der Gesellschaft um bis zu 16.888.160,00 EUR zur Ausgabe von bis zu 3.377.632 Stück auf Inhaber lautenden Stückaktien an (i) Gläubiger von Finanzinstrumenten sowie (ii) zum Zweck der Einräumung von Aktienoptionen an Arbeitnehmer und leitende Angestellte der Österreichischen Post AG oder eines verbundenen Unternehmens beschlossen.

Der Vorstand wurde weiters ermächtigt, ab 15. April 2015 während einer Geltungsdauer von 30 Monaten eigene Aktien im Ausmaß von bis zu 10% des Grundkapitals der Gesellschaft zu erwerben.

Die Anzahl der im Umlauf befindlichen dividendenberechtigten Aktien hat sich im Geschäftsjahr wie folgt entwickelt:

Stück
Stand am 1. Jänner 2015 67.552.638
Stand am 31. Dezember 2015 67.552.638
Gewichteter Durchschnitt der Aktien im Geschäftsjahr 2015 67.552.638

Hauptaktionärin der Österreichischen Post AG auf Basis der im Umlauf befindlichen Aktien ist mit einem Anteil von 52,85% die Österreichische Bundes- und Industriebeteiligungen GmbH, Wien.

Die Kapitalrücklagen resultieren aus Einzahlungen und Einlagen durch die Aktionäre. Die in der Entwicklung des Eigenkapitals des Konzerns dargestellten Kapitalrücklagen entsprechen jenen des Einzelabschlusses der Österreichischen Post AG.

Die Gewinnrücklagen des Konzerns umfassen die gesetzlichen und freien Rücklagen der Österreichischen Post AG sowie die um Gewinnausschüttungen verminderten erwirtschafteten Ergebnisse des Konzerns. Außerdem sind darin im Eigenkapital zu erfassende Beträge aus Änderungen an der Beteiligungsquote an Tochterunternehmen, die nicht zu einem Verlust der Beherrschung führen, enthalten.

Die anderen Rücklagen beinhalten Rücklagen aus der Neubewertung von leistungsorientierten Verpflichtungen, aus der Marktbewertung von Finanzinstrumenten sowie Währungsumrechnungsrücklagen: Die Rücklage aus der Neubewertung von leistungsorientierten Verpflichtungen stammt aus Anpassungen und Änderungen von versicherungsmathematischen Annahmen, deren Effekte im sonstigen Ergebnis erfasst werden. Die Marktbewertung von Finanzinstrumenten umfasst Zeitwertänderungen von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten. Gewinne und Verluste aus Änderungen des Marktwerts werden ergebnisneutral und nach Steuern in der Rücklage erfasst. Die Währungsumrechnungsrücklagen enthalten alle Kursdifferenzen, die aus der Umrechnung der in ausländischer Währung aufgestellten Jahresabschlüsse von Tochterunternehmen und von nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen entstanden sind.

Die nicht beherrschenden Anteile beziehen sich auf die M&BM Express OOD sowie die Aktionsfinder GmbH.

Das Periodenergebnis des Geschäftsjahres 2015 beträgt 71,6 Mio EUR (2014: 146,8 Mio EUR). Das den Aktionären des Mutterunternehmens zurechenbare Periodenergebnis beträgt 71,4 Mio EUR (2014: 146,5 Mio EUR). Die Basis für die Gewinnverteilung ist entsprechend dem österreichischen Aktiengesetz der Jahresabschluss der Österreichischen Post AG zum 31. Dezember 2015. Der darin ausgewiesene ausschüttungsfähige Bilanzgewinn beträgt 131,8 Mio EUR (2014: 162,3 Mio EUR).

Für das Geschäftsjahr 2015 ist gemäß Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands eine Ausschüttung von insgesamt 131,7 Mio EUR (Basisdividende von 1,95 EUR je Aktie) (2014: 131,7 Mio EUR, Basisdividende von 1,95 EUR je Aktie) vorgesehen.

Kapitalmanagement

Das Kapitalmanagement des Konzerns zielt auf eine für die Einhaltung der Wachstums- und Akquisitionsziele sowie für die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts angemessene Kapitalstruktur ab.

Im Rahmen seiner Dividendenpolitik beabsichtigt der Österreichische Post Konzern für die kommenden Jahre, unter der Voraussetzung, dass sich die Geschäftsentwicklung weiterhin erfolgreich fortsetzt und keine außergewöhnlichen Umstände auftreten, eine Ausschüttungsquote von zumindest 75% des den Aktionären des Mutterunternehmens zurechenbaren Periodenergebnisses.

Bei einer Bilanzsumme von 1.613,0 Mio EUR zum 31. Dezember 2015 (31.12.2014: 1.671,0 Mio EUR) beträgt die Eigenkapitalquote zum 31. Dezember 2015 39,8% (31.12.2014: 42,1%).

Mio EUR 31.12.2014 31.12.2015
Restlaufzeit
<1 Jahr
Restlaufzeit
>1 Jahr
Gesamt Restlaufzeit
<1 Jahr
Restlaufzeit
>1 Jahr
Gesamt
Rückstellungen für
Abfertigungen
2,0 102,6 104,6 2,2 94,4 96,5
Rückstellungen für Pensionen 0,1 2,6 2,7 0,0 0,0 0,0
Rückstellungen für
Jubiläumsgelder
5,1 86,6 91,7 5,0 84,9 90,0
Andere Rückstellungen
für Mitarbeiter
108,0 193,8 301,9 106,8 175,2 282,0
Sonstige Rückstellungen 37,5 2,1 39,5 46,6 1,4 48,1
152,8 387,7 540,5 160,7 355,9 516,6

9.12 Rückstellungen

9.12.1 Rückstellungen für Abfertigungen, Pensionen und Jubiläumsgelder

Geschäftsjahr 2014
Mio EUR
Abferti
gungen
Pensionen Jubiläums
gelder
Gesamt
Barwert der Verpflichtung am 1. Jänner 2014 87,9 2,6 91,3 181,8
Zugang aus Unternehmenserwerben 0,1 0,0 –0,1 –0,1
Dienstzeitaufwand 5,4 0,0 5,2 10,6
Zinsaufwand 2,5 0,1 2,6 5,2
Versicherungsmathematische Gewinne (–) und Verluste (+)
aus der Veränderung demografischer Annahmen
2,0 –0,2 –4,4 –2,6
Versicherungsmathematische Gewinne (–) und Verluste (+)
aus der Veränderung finanzieller Annahmen
13,5 0,4 7,5 21,4
Erfahrungsbedingte Berichtigungen 0,1 0,0 –4,7 –4,6
Tatsächliche Zahlungen –6,7 –0,2 –5,7 –12,6
Barwert der Verpflichtung am 31. Dezember 2014 104,6 2,7 91,7 199,1
Geschäftsjahr 2015
Mio EUR
Abferti
gungen
Pensionen Jubiläums
gelder
Gesamt
Barwert der Verpflichtung am 1. Jänner 2015 104,6 2,7 91,7 199,1
Zugang aus Unternehmenserwerben 0,1 0,0 0,0 0,1
Dienstzeitaufwand 5,7 0,0 4,8 10,4
Zinsaufwand 2,0 0,1 1,7 3,8
Versicherungsmathematische Gewinne (–) und Verluste (+)
aus der Veränderung demografischer Annahmen
0,1 0,0 –0,2 –0,1
Versicherungsmathematische Gewinne (–) und Verluste (+)
aus der Veränderung finanzieller Annahmen
–6,5 0,0 2,5 –4,1
Erfahrungsbedingte Berichtigungen 0,4 0,0 –4,4 –4,0
Tatsächliche Zahlungen –9,9 –0,1 –4,7 –14,6
Abgang aufgrund Änderung von Betriebsvereinbarungen 0,0 0,0 –1,5 –1,5
Umgliederung als zur Veräußerung gehalten 0,0 –2,6 0,0 –2,6
Barwert der Verpflichtung am 31. Dezember 2015 96,5 0,0 90,0 186,5

Die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste sind aus den unter Punkt 6.16 Rückstellungen für Abfertigungen, Pensionen und Jubiläumsgelder beschriebenen Parameteranpassungen von Rechnungszinssatz, Gehaltssteigerung und Fluktuationsabschlag entstanden. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste für Abfertigungen und Pensionen werden im sonstigen Ergebnis ausgewiesen.

Der in der Gewinn- und Verlustrechnung enthaltene Aufwand für Abfertigungen, Pensionen und Jubiläumsgelder wird bis auf den Zinsaufwand, der im Finanzergebnis dargestellt wird, im Personalaufwand ausgewiesen.

Zur Umgliederung der Pensionen als zur Veräußerung gehalten siehe Punkt 9.10 Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Schulden.

9.12.2 Andere Rückstellungen für Mitarbeiter

Geschäftsjahr 2014
Mio EUR
Unter
auslastung
Sonstige
personalbe
zogene Rück
stellungen
Gesamt
Stand am 1. Jänner 2014 213,4 87,1 300,5
Umgliederung –7,7 0,0 –7,7
Neubildung 85,8 83,3 169,1
Verwendung –22,2 –55,1 –77,3
Auflösung –78,1 –7,8 –85,9
Aufzinsung 3,1 0,1 3,2
Stand am 31. Dezember 2014 194,3 107,6 301,9
Geschäftsjahr 2015
Mio EUR
Unter
auslastung
Sonstige
personalbe
zogene Rück
stellungen
Gesamt
Stand am 1. Jänner 2015 194,3 107,6 301,9
Umgliederung –7,8 0,0 –7,8
Neubildung 39,5 66,3 105,8
Verwendung –23,2 –62,3 –85,5
Auflösung –22,5 –7,7 –30,2
Aufzinsung 2,8 0,2 3,0
Umgliederung als zur Veräußerung gehalten 0,0 –5,1 –5,1
Stand am 31. Dezember 2015 183,2 98,8 282,0

Rückstellungen für Unterauslastung

Zu Inhalt und Systematik der Rückstellung für Unterauslastung verweisen wir auf Punkt 6.17 Rückstellungen für Unterauslastung.

Die Umgliederung in Höhe von 7,8 Mio EUR (2014: 7,7 Mio EUR) betrifft die Rückstellung für Ressortwechsel. Nach der endgültigen Übernahme von Mitarbeitern durch ein Bundesministerium sind die gebildeten Vorsorgen in die Verbindlichkeiten umzugliedern. Die Neubildung in Höhe von 39,5 Mio EUR (2014: 85,8 Mio EUR) ergab sich insbesondere durch den Neueintritt von Mitarbeitern in den Post Arbeitsmarkt, deren Arbeitsplätze aufgrund des laufenden Postinternen Organisationsprozesses zur Anpassung an die sich ändernden Marktbedingungen verloren gingen. Die Verwendung betrifft die laufenden Zahlungen an die rückgestellten Mitarbeiter und lag in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Die Auflösung in Höhe von 22,5 Mio EUR (2014: 78,1 Mio EUR) war bedingt durch den Abgang von Mitarbeitern, die das Unternehmen verlassen haben, sowie durch die Reintegration von Mitarbeitern in den Arbeitsprozess. Zusätzlich führten die Effekte aus den Parameteränderungen (siehe Punkt 6.17 Rückstellungen für Unterauslastung) in Höhe von 0,7 EUR zu einer Verminderung der Rückstellung.

Sonstige personalbezogene Rückstellungen

Die sonstigen personalbezogenen Rückstellungen enthalten im Wesentlichen Vorsorgen für Erfolgsbeteiligungen und Leistungsprämien, Vorsorgen für Leistungen an Mitarbeiter, die das Unternehmen verlassen (Überbrückungsmodell gemäß Sozialplan, Programme mit freiwilligen Abfertigungsangeboten), Rückstellungen aus dem Thema Anrechnung von Vordienstzeiten sowie Rückstellungen für Restrukturierungen.

Die Neubildung in Höhe von 66,3 Mio EUR (2014: 83,3 Mio EUR) betrifft überwiegend die Dotierung für Erfolgsbeteiligungen und Leistungsprämien (2015: 48,8 Mio EUR; 2014: 50,8 Mio EUR), sowie Programme mit freiwilligen Abfertigungsangeboten (2015: 12,2 Mio EUR; 2014: 0,0 Mio EUR). Weiters waren Rückstellungen für Restrukturierungen in Höhe von insgesamt 2,5 Mio EUR für geplante Personalanpassungen neu zu bilden. Davon entfielen auf das Segment Brief, Werbepost & Filialen 1,6 Mio EUR und auf das Segment Paket & Logistik 0,9 Mio EUR. 1,4 Mio EUR an Rückstellungen für Restrukturierungen im Segment Paket & Logistik wurden aufgelöst.

Die Verwendung in Höhe von 62,3 Mio EUR betrifft im Wesentlichen die Auszahlung von Erfolgsbeteiligungen und Leistungsprämien (2015: 46,5 Mio EUR; 2014: 42,0 Mio EUR) sowie das im Auslaufen befindliche Überbrückungsmodell gemäß Sozialplan (2015: 12,2 Mio EUR; 2014: 8,5 Mio EUR).

Zur Umgliederung von sonstigen personalbezogenen Rückstellungen als zur Veräußerung gehalten siehe Punkt 9.10 Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Schulden.

9.12.3 Sonstige Rückstellungen

Geschäftsjahr 2014
Mio EUR
Stand am 1. Jänner 2014 34,9
Neubildung 13,8
Verwendung –5,6
Auflösung –3,6
Stand am 31. Dezember 2014 39,5
Geschäftsjahr 2015
Mio EUR
Stand am 1. Jänner 2015 39,5
Umgliederung 0,9
Neubildung 18,3
Verwendung –3,2
Auflösung –2,2
Umgliederung als zur Veräußerung gehalten –5,2
Stand am 31. Dezember 2015 48,1

Die sonstigen Rückstellungen enthalten eine Vorsorge für ungewisse Verbindlichkeiten aus Abgaben und Beiträgen in Höhe von 27,9 Mio EUR (2014: 21,5 Mio EUR). Weiters enthalten die sonstigen Rückstellungen Vorsorgen für Prozesskosten, Rechts-, Prüfungs- und Beratungsaufwand sowie für Schadensfälle.

Zur Umgliederung von sonstigen personalbezogenen Rückstellungen als zur Veräußerung gehalten siehe Punkt 9.10 Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Schulden.

9.13 Andere finanzielle Verbindlichkeiten

Mio EUR 31.12.2014 31.12.2015
Restlaufzeit
<1 Jahr
Restlaufzeit
>1 Jahr
Gesamt Restlaufzeit
<1 Jahr
Restlaufzeit
>1 Jahr
Gesamt
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
0,9 6,8 7,6 7,6 0,3 7,9
Verbindlichkeiten
Finanzierungsleasing
2,2 7,5 9,7 0,5 4,2 4,7
Andere Finanzverbindlichkeiten 0,0 0,4 0,4 0,0 0,0 0,0
3,1 14,6 17,7 8,1 4,5 12,6
Mio EUR 31.12.2014 31.12.2015
Restlaufzeit
<1 Jahr
Restlaufzeit
>1 Jahr
Gesamt Restlaufzeit
<1 Jahr
Restlaufzeit
>1 Jahr
Gesamt
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen
217,8 0,1 217,9 177,3 0,1 177,4
Verbindlichkeiten gegenüber
nach der Equity-Methode
bilanzierten Finanzanlagen
3,6 0,0 3,6 1,3 0,0 1,3
Andere sonstige
Verbindlichkeiten
139,8 20,7 160,5 154,5 23,6 178,1
361,2 20,8 381,9 333,2 23,7 356,8

9.14 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten

Die anderen sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von 178,1 Mio EUR enthalten neben Verbindlichkeiten gegenüber Steuerbehörden und Sozialversicherungsträgern in Höhe von 57,0 Mio EUR (31.12.2014: 50,9 Mio EUR) auch Verbindlichkeiten für nicht konsumierte Urlaube in Höhe von 33,6 Mio EUR (31.12.2014: 38,3 Mio EUR) und erhaltene Vorauszahlungen für noch nicht erbrachte Leistungen in Höhe von 18,0 Mio EUR (31.12.2014: 15,9 Mio EUR).

Der Rückgang der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und der sonstigen Verbindlichkeiten ist im Wesentlichen auf die Umgliederung der trans-o-flex als zur Veräußerung gehalten zurückzuführen. Für weitere Erläuterungen siehe Punkt 9.10 Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Schulden.

9.15 Ertragsteuern

Mio EUR 2014 2015
Laufender Steueraufwand 53,6 53,3
Steuergutschriften/-nachzahlungen für Vorjahre 0,2 1,2
Latenter Steueraufwand/-ertrag –6,7 –35,0
47,2 19,5

Im Geschäftsjahr verwertbare Verlustvorträge, für die gemäß den Regelungen des IAS 12.34ff im Vorjahr keine latenten Steuerforderungen angesetzt werden konnten, führten zu einer Reduktion des laufenden Steueraufwandes in Höhe von 1,6 Mio EUR (31.12.2014 0,3 Mio EUR).

Die Position latenter Steueraufwand/-ertrag beinhaltet eine Reduktion von latenten Steueransprüchen in Höhe von 0,3 Mio EUR (31.12.2014: 2,5 Mio EUR) aufgrund der Neueinschätzung der Verwertbarkeit von steuerlichen Verlustvorträgen.

Der latente Steueranspruch des Steuervorteils aus der Firmenwertabschreibung im Rahmen der Gruppenbesteuerung beträgt per 31. Dezember 2015 0,9 Mio EUR und wird als Firmenwert nach IAS 12.32A behandelt.

Steuerüberleitungsrechnung

Die Konzernsteuerquote ist als das Verhältnis von tatsächlicher Ertragsteuer der Periode zum Ergebnis vor Ertragsteuern definiert und beträgt im Geschäftsjahr 2015 21,4% (2014: 24,4%).

Die Überleitung der rechnerischen Ertragssteuern zu den tatsächlichen Ertragsteuern stellt sich wie folgt dar:

Steuerüberleitungsrechnung

Mio EUR 2014 2015
Ergebnis vor Ertragsteuern 194,0 91,0
Rechnerische Ertragsteuer 48,5 22,8
Steuerminderung aufgrund von
Teilwertabschreibung Tochtergesellschaften –18,9 –38,8
Anpassung an ausländische Steuersätze –1,0 –4,4
Nicht steuerwirksam übernommene Gewinne (nach der Equity-Methode) 0,0 –0,3
Veräußerung Anlagevermögen –6,4 –0,1
Übrige steuermindernde Posten –4,9 –2,9
–31,4 –46,5
Steuermehrung aufgrund von
Wertminderung auf Geschäfts- oder Firmenwert 12,1 15,2
Zuschreibung Tochtergesellschaften 1,5 1,2
Übrige steuermehrende Posten 6,2 7,0
19,9 23,4
Ertragsteueraufwand der Periode 37,0 –0,3
Aperiodischer Ertragsteueraufwand/-ertrag 0,2 1,2
Veränderung nicht gebildeter aktiver latenter Steuern 10,0 18,5
Tatsächliche Ertragsteuer 47,2 19,5

Angaben zu latenten Steueransprüchen und latenten Steuerschulden

Temporäre Unterschiede zwischen den Wertansätzen im Konzernabschluss und dem jeweiligen steuerlichen Wertansatz wirken sich wie folgt auf die in der Bilanz ausgewiesenen latenten Steuern aus:

Mio EUR
31.12.2014
31.12.2015
Aktive latente Steuern auf temporäre Differenzen
Geschäfts- oder Firmenwerte
0,2
0,8
Markenrechte
0,0
0,1
Finanzanlagen (steuerliche Teilwertabschreibungen)
42,7
66,6
Forderungen
0,1
0,5
Rückstellungen
26,7
27,1
Verbindlichkeiten
1,2
0,9
71,0 95,9
Mio EUR 31.12.2014 31.12.2015
Passive latente Steuern auf temporäre Differenzen
Kundenbeziehungen –2,2 –0,3
Markenrechte –6,8 0,0
Andere immaterielle Vermögenswerte –0,3 –0,1
Sachanlagen –8,1 –6,2
Vorräte –0,1 –0,1
Finanzverbindlichkeiten 0,0 –0,2
–17,4 –6,8
Latente Steuern auf Verlustvorträge 6,8 4,0
abzüglich: Umgliederung als zur Veräußerung gehalten 0,0 –1,2
Latente Steuern – netto 60,3 92,0
Aktive latente Steuern 68,6 94,0
abzüglich: Umgliederung als zur Veräußerung gehalten 0,0 –1,2
Passive latente Steuern –8,3 –0,9
Latente Steuern – netto 60,3 92,0

Aktive latente Steuern auf Verlustvorträge werden nur insoweit gebildet, als deren Realisierung aufgrund der Steuerplanung wahrscheinlich ist und in der näheren Vergangenheit keine Verlustsituation vorlag.

Die Entwicklung und die Aufteilung der gesamten Veränderung der latenten Steuern in ergebniswirksame und ergebnisneutrale Komponenten werden in folgender Tabelle dargestellt:

Mio EUR Aktive
latente
Steuern
Passive
latente
Steuern
Stand am 1. Jänner 2014 58,3 8,1
Ergebniswirksame Veränderungen 6,7 0,0
Ergebnisneutrale Veränderungen
Zur Veräußerung gehaltene Wertpapiere –0,3 0,0
Neubewertung von leistungsorientierten Verpflichtungen 3,9 0,0
Zugang aus Unternehmenserwerben 0,0 0,2
3,7 0,2
Stand am 31. Dezember 2014 68,6 8,3
Stand am 1. Jänner 2015 68,6 8,3
Ergebniswirksame Veränderungen 27,1 –7,9
Ergebnisneutrale Veränderungen
Zur Veräußerung gehaltene Wertpapiere –0,2 0,0
Neubewertung von leistungsorientierten Verpflichtungen –1,5 0,0
Zugang aus Unternehmenserwerben 0,0 0,5
Umgliederung als zur Veräußerung gehalten –1,2 0,0
–2,9 0,5
Stand am 31. Dezember 2015 92,9 0,9

Latente Steueransprüche wurden im Hinblick auf folgende Posten nicht erfasst, da es nicht wahrscheinlich ist, dass künftig ein zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das der Konzern die latenten Steueransprüche verwenden kann.

Im laufenden Geschäftsjahr wurden nachstehende Verlustvorträge sowie temporäre Differenzen als nicht werthaltig für die Berechnung latenter Steuern angesehen. Die zeitliche Verteilung der Vortragsfähigkeit stellt sich wie folgt dar:

31.12.2015
244,7
0,0
0,0
0,0
0,0
244,7
40,0
284,7

Temporäre Differenzen in Höhe von 51,0 Mio EUR (31.12.2014: 50,7 Mio EUR), die im Zusammenhang mit Anteilen an Tochterunternehmen stehen, wurden nicht angesetzt, da es wahrscheinlich ist, dass sich diese temporären Differenzen in absehbarer Zeit nicht umkehren werden.

10 Finanzinstrumente und damit verbundene Risiken

10.1 Finanzinstrumente

10.1.1 Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten

Die folgenden Tabellen zeigen die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach den Bewertungskategorien des IAS 39 sowie die Einstufung nach der Fair-Value-Hierarchie:

31. Dezember 2014
Mio EUR
Stufe Erfolgs
wirksam zum
beizulegen
den Zeitwert
Zur
Veräußerung
verfügbar
Kredite und
Forderungen
Zu fortgeführ
ten Anschaf
fungskosten
bewertet
Gesamt
Finanzielle Vermögenswerte
Folgebewertung zum
beizulegenden Zeitwert
Wertpapiere 1 0,0 53,1 0,0 0,0 53,1
Strategische und andere Anteile 3 0,0 12,2 0,0 0,0 12,2
Derivative finanzielle Vermögenswerte 3 1,7 0,0 0,0 0,0 1,7
1,7 65,4 0,0 0,0 67,1
Folgebewertung nicht zum
beizulegenden Zeitwert
Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen
0,0 0,0 242,3 0,0 242,3
Forderungen gegenüber nach
der Equity-Methode bilanzierten
Finanzanlagen
0,0 0,0 5,1 0,0 5,1
Sonstige Forderungen1 0,0 0,0 86,3 0,0 86,3
Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente
0,0 0,0 264,1 0,0 264,1
0,0 0,0 597,8 0,0 597,8

1 Exklusive geleisteter Vorauszahlungen und Forderungen gegenüber Steuerbehörden und Sozialversicherungsträgern

31. Dezember 2014
Mio EUR
Stufe Erfolgs
wirksam zum
beizulegen
den Zeitwert
Zur
Veräußerung
verfügbar
Kredite und
Forderungen
Zu fortgeführ
ten Anschaf
fungskosten
bewertet
Gesamt
Finanzielle Verbindlichkeiten
Folgebewertung zum
beizulegenden Zeitwert
Bedingte Restkaufpreis
verbindlichkeiten
3 0,2 0,0 0,0 0,0 0,2
0,2 0,0 0,0 0,0 0,2
Folgebewertung nicht zum
beizulegenden Zeitwert
Andere finanzielle Verbindlichkeiten 0,0 0,0 0,0 17,7 17,7
Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen
0,0 0,0 0,0 217,9 217,9
Verbindlichkeiten gegenüber nach
der Equity-Methode bilanzierten
Finanzanlagen 0,0 0,0 0,0 3,6 3,6
Andere Verbindlichkeiten1 0,0 0,0 0,0 36,3 36,3
0,0 0,0 0,0 275,5 275,5
31. Dezember 2015
Mio EUR
Stufe Erfolgs
wirksam zum
beizulegen
den Zeitwert
Zur
Veräußerung
verfügbar
Kredite und
Forderungen
Zu fortgeführ
ten Anschaf
fungskosten
bewertet
Gesamt
Finanzielle Vermögenswerte
Folgebewertung zum
beizulegenden Zeitwert
Wertpapiere 1 0,0 57,2 0,0 0,0 57,2
Strategische und andere Anteile 3 0,0 12,9 0,0 0,0 12,9
Derivative finanzielle Vermögenswerte 3 1,7 0,0 0,0 0,0 1,7
1,7 70,1 0,0 0,0 71,8
Folgebewertung nicht zum
beizulegenden Zeitwert
Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen
0,0 0,0 211,8 0,0 211,8
Forderungen gegenüber nach
der Equity-Methode bilanzierten
Finanzanlagen
0,0 0,0 2,0 0,0 2,0
Sonstige Forderungen2 0,0 0,0 15,6 0,0 15,6
Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente
0,0 0,0 299,6 0,0 299,6
0,0 0,0 528,9 0,0 528,9

1 Exklusive erhaltener Vorauszahlungen und Verbindlichkeiten gegenüber Steuerbehörden und Sozialversicherungsträgern sowie nicht konsumierter Urlaube

2 Exklusive geleisteter Vorauszahlungen und Forderungen gegenüber Steuerbehörden und Sozialversicherungsträgern

31. Dezember 2015
Mio EUR
Stufe Erfolgs
wirksam zum
beizulegen
den Zeitwert
Zur
Veräußerung
verfügbar
Kredite und
Forderungen
Zu fortgeführ
ten Anschaf
fungskosten
bewertet
Gesamt
Finanzielle Verbindlichkeiten
Folgebewertung zum
beizulegenden Zeitwert
Bedingte Restkaufpreis
verbindlichkeiten
3 2,3 0,0 0,0 0,0 2,3
2,3 0,0 0,0 0,0 2,3
Folgebewertung nicht zum
beizulegenden Zeitwert
Andere finanzielle Verbindlichkeiten 0,0 0,0 0,0 12,6 12,6
Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen
0,0 0,0 0,0 177,4 177,4
Verbindlichkeiten gegenüber nach
der Equity-Methode bilanzierten
Finanzanlagen 0,0 0,0 0,0 1,3 1,3
Andere Verbindlichkeiten1 0,0 0,0 0,0 44,5 44,5
0,0 0,0 0,0 235,9 235,9

1 Exklusive erhaltener Vorauszahlungen und Verbindlichkeiten gegenüber Steuerbehörden und Sozialversicherungsträgern sowie nicht konsumierter Urlaube

Die folgende Tabelle zeigt die Gegenüberstellung von Buchwert und beizulegendem Zeitwert der anderen finanziellen Verbindlichkeiten:

Mio EUR 31.12.2014 31.12.2015
Buchwert Marktwert Buchwert Marktwert
Andere finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 7,7 7,7 7,9 7,6
Verbindlichkeiten Finanzierungsleasing 9,7 9,7 4,7 4,7
Andere Finanzverbindlichkeiten 0,4 0,4 0,0 0,0
17,7 17,8 12,6 12,3

Bei allen anderen finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, die nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, wird aufgrund der überwiegenden Kurzfristigkeit dieser Posten unterstellt, dass die Buchwerte den beizulegenden Zeitwerten entsprechen.

10.1.2 Angaben zur Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte

Die folgende Tabelle zeigt die bei der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte verwendeten Bewertungsverfahren und Inputfaktoren:

Stufe Finanzinstrumente Bewertungsverfahren Inputfaktoren
Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert
1 Wertpapiere Marktwertorientiert Nominalwerte, Börsenpreis
3 Strategische und
andere Anteile
Marktwertorientiert bzw.
Kapitalwertorientiert
Buchwert-Multiples vergleichbarer
börsenotierter Unternehmen
und sofern verfügbar Planungs
rechnungen
3 Derivative finanzielle
Vermögenswerte
Kapitalwertorientiert Planungsrechnungen und darauf
basierende wahrscheinlichkeitsge
wichtete Szenarien, risikogewichtete
Abzinsungssätze (WACC)
3 Bedingte Restkaufpreis
verbindlichkeiten
Kapitalwertorientiert Planungsrechnungen und darauf
basierte wahrscheinlichkeits
gewichtete Szenarien
Folgebewertung nicht zum beizulegenden Zeitwert
3 Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen und sonstige
Forderungen
Buchwerte als realistische Schätzung
des beizulegenden Zeitwerts
3 Andere finanzielle
Verbindlichkeiten
Kapitalwertorientiert Mit den Finanzinstrumenten
verbundene Zahlungen, Markt
zinssätze vergleichbarer
Finanzierungen
3 Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen und sonstige
Verbindlichkeiten
Buchwerte als realistische Schätzung
des beizulegenden Zeitwerts

Wesentliche Sensitivitäten in der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte von Stufe-3-Finanzinstrumenten, die zum beizulegenden Zeitwert angesetzt sind, können sich aus der Veränderung der zugrundeliegenden Marktdaten vergleichbarer Unternehmen sowie der in der Kapitalwertermittlung angesetzten Inputfaktoren (insbesondere Diskontierungssätze und Planungsdaten) ergeben.

Während der Berichtsperiode wurden keine Transfers zwischen den Stufen 1, 2 und 3 vorgenommen.

Die folgenden Tabellen zeigen die Überleitung der Stufe-3-Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten für die Geschäftsjahre 2014 und 2015:

Finanzielle Vermögenswerte

Mio EUR 2014 2015
Anfangsbestand 1. Jänner 12,2 13,9
Gesamte Gewinne und Verluste
Erfolgswirksam in der Position Sonstige Erträge erfasst 1,7 0,0
Erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst 0,0 0,7
Endbestand 31. Dezember 13,9 14,6

Der erfasste Gewinn im Vorjahr betrifft zur Gänze die Folgebewertung des derivativen Vermögenswerts Call-Option Aras Kargo a.s. Der im sonstigen Ergebnis erfasste Gewinn im Geschäftsjahr 2015 betrifft die Folgebewertung der an der Wiener Börse AG gehaltenen Anteile.

Finanzielle Verbindlichkeiten

Mio EUR 2014 2015
Anfangsbestand 1. Jänner 0,1 0,2
Gesamte Gewinne und Verluste
Erfolgswirksam in der Position Sonstige Erträge erfasst 0,0 –0,1
Zugänge
Zugänge aus Unternehmenserwerben 0,1 2,3
Endbestand 31. Dezember 0,2 2,3

Die Zugänge im Geschäftsjahr 2015 betreffen die im Zusammenhang mit dem Erwerb der Aktionsfinder GmbH sowie der EMD GmbH erfassten Verbindlichkeiten.

10.1.3 Saldierte Finanzinstrumente

Aufrechnungen im Sinn des IFRS 7 finden im Österreichischen Post Konzern im Wesentlichen nur mit internationalen Postbetreibern statt, wobei die aufrechenbaren und entsprechend saldiert ausgewiesenen Beträge unwesentlich sind.

10.1.4 Angaben zur Gesamtergebnisrechnung

Die folgende Tabelle zeigt die in der Gesamtergebnisrechnung enthaltenen Nettogewinne und -verluste aus Finanzinstrumenten für die Geschäftsjahre 2014 und 2015:

Mio EUR 2014 2015
Gewinn
und Verlust
rechnung
Sonstiges
Ergebnis
Gesamt Gewinn
und Verlust
rechnung
Sonstiges
Ergebnis
Gesamt
Erfolgswirksam zum
beizulegenden Zeitwert
Ergebnis aus der
Folgebewertung
1,7 1,7
Zur Veräußerung verfügbar
Ergebnis aus dem Abgang –0,3 0,2 –0,1
Ergebnis aus der
Folgebewertung
1,2 1,2 0,7 0,7
0,0 1,2 1,2 –0,3 0,9 0,6
Kredite und Forderungen
Ergebnis aus der
Folgebewertung –9,6 –9,6 –10,5 –10,5
–7,9 1,2 –6,7 –10,7 0,9 –9,9

Im Geschäftsjahr 2015 wurden 0,2 Mio EUR (2014: 0,0 Mio EUR) aus dem sonstigen Ergebnis in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert.

Die nach der Effektivzinssatzmethode berechneten Zinserträge und -aufwendungen für finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, mit Ausnahme der erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente, stellen sich wie folgt dar:

Mio EUR
2014
2015
Zinserträge
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
1,9
2,0
Andere finanzielle Vermögenswerte
0,7
0,3
2,6 2,3
Zinsaufwendungen
Andere finanzielle Verbindlichkeiten
–1,4
–1,0
–1,4 –1,0

10.2 Mit den Finanzinstrumenten verbundene Risiken und Risikomanagement

10.2.1 Darstellung der Risikoarten

Aus den im Österreichischen Post Konzern eingesetzten Finanzinstrumenten ergeben sich folgenden Risiken:

  • Ausfallrisiken
  • Liquiditätsrisiken
  • Marktrisiken

Ausfallrisiken

Die in der Aufstellung der finanziellen Vermögenswerte dargestellten Beträge stellen gleichzeitig das maximale Bonitätsund Ausfallrisiko dar. Soweit bei den finanziellen Vermögenswerten Ausfallrisiken erkennbar sind, werden diese Risiken durch Wertberichtigungen erfasst.

Das Risiko bei Forderungen kann insgesamt als gering eingeschätzt werden, da die Mehrzahl der Kunden einem Bankeinzugsverfahren zugestimmt hat bzw. in risikobehafteten Fällen Bankgarantien hinterlegt oder Vorauszahlungen geleistet werden. Ferner besteht ein Großteil der offenen Forderungen gegenüber Vertragspartnern bester Bonität.

Zur Begrenzung des Ausfallrisikos bei Wertpapieren werden nur Papiere von Emittenten mit einem Investment-Grade-Rating oder vergleichbarer Bonität angekauft bzw. gehalten. Anteile an Investmentfonds werden nur bei international anerkannten Kapitalanlagegesellschaften gehalten. Besonderes Augenmerk gilt auch der Liquidität und der Abwicklungssicherheit der abgeschlossenen Finanzprodukte. Für Geldmarkttransaktionen bestehen festgelegte Handelslimits.

Die Altersstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und anderen sonstigen Forderungen, die überfällig, aber nicht wertgemindert sind, zeigt folgendes Bild:

31. Dezember 2014 davon davon
Mio EUR Buchwert nicht
einzelwert
berichtigt
nicht
überfällig
1–90 Tage
überfällig
91–180 Tage
überfällig
mehr als
180 Tage
überfällig
Buchwert brutto
Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen
248,1 242,2 202,4 36,3 2,0 1,5
Forderungen gegenüber
nach der Equity-Methode
bilanzierten Finanzanlagen
25,0 5,1 4,9 0,1 0,1 0,1
Andere sonstige Forderungen 104,1 72,4 71,9 0,3 0,0 0,1
377,2
Wertminderung –43,5
Buchwert netto 333,7
31. Dezember 2015 davon davon
Mio EUR Buchwert nicht
einzelwert
berichtigt
nicht
überfällig
1–90 Tage
überfällig
91–180 Tage
überfällig
mehr als
180 Tage
überfällig
Buchwert brutto
Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen
216,1 212,3 170,4 39,1 1,1 1,7
Forderungen gegenüber
nach der Equity-Methode
bilanzierten Finanzanlagen
2,0 2,0 1,8 0,1 0,0
Andere sonstige Forderungen 28,1 15,6 14,7 0,6 0,1 0,2
246,2
Wertminderung –16,8
Buchwert netto 229,3

Das Management geht davon aus, dass die ausgewiesenen Forderungen mit einer Überfälligkeit von mehr als 90 Tagen werthaltig sind. Die Einschätzung erfolgt auf Basis des historischen Zahlungsverhaltens und einer eingehenden Analyse des individuellen Kreditrisikos der betroffenen Kunden.

Die folgenden Tabellen zeigen die Entwicklung der Wertminderungen zu Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und anderen sonstigen Forderungen:

Geschäftsjahr 2014
Mio EUR
01.01.2014 Dotierung Verbrauch Auflösung Umgliederung
als zur
Veräußerung
gehalten
31.12.2014
Wertminderungen
Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen
7,3 5,2 –5,2 –1,2 –0,3 5,8
Forderungen gegenüber nach
der Equity-Methode bilanzierten
Finanzanlagen
19,4 0,4 0,0 0,0 0,0 19,9
Andere sonstige Forderungen 18,2 6,2 –6,0 –0,7 0,0 17,8
44,9 11,8 –11,2 –1,8 –0,3 43,5
Geschäftsjahr 2015
Mio EUR
01.01.2015 Dotierung Verbrauch Auflösung Umgliederung
als zur
Veräußerung
gehalten
31.12.2015
Wertminderungen
Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen
5,8 3,2 –2,5 –0,6 –1,5 4,3
Forderungen gegenüber nach
der Equity-Methode bilanzierten
Finanzanlagen 19,9 0,0 –19,9 0,0 0,0 0,0
Andere sonstige Forderungen 17,8 8,2 –1,2 –0,3 –12,0 12,6
43,5 11,4 –23,6 –0,9 –13,6 16,8

Liquiditätsrisiken

Aufgabe der Liquiditätssicherung ist die jederzeitige Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit des Österreichischen Post Konzerns. Basis des Liquiditätsmanagements ist ein Liquiditätsplan, der laufend Soll-Ist-Analysen unterzogen und bei Bedarf angepasst wird. Durch die aktive Steuerung von Zahlungsströmen wird der Zinssaldo optimiert.

Die folgenden Tabellen zeigen die Fälligkeitsanalyse der finanziellen Verbindlichkeiten auf Basis der verbleibenden Restlaufzeiten:

31. Dezember 2014 Buchwert Brutto R
estlaufzeiten
Mio EUR Cashflow <1 Jahr 1–5 Jahre >5 Jahre
Finanzielle Verbindlichkeiten
Andere finanzielle Verbindlichkeiten 17,7 18,5 4,1 10,3 4,1
Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen
217,9 217,9 217,8 0,1 0,0
Verbindlichkeiten gegenüber nach der
Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen
3,6 3,6 3,6 0,0 0,0
Andere sonstige Verbindlichkeiten 36,5 36,5 29,6 6,9 0,0
275,6 276,5 255,1 17,3 4,1
31. Dezember 2015 Buchwert Brutto R
estlaufzeiten
Mio EUR Cashflow <1 Jahr 1–5 Jahre >5 Jahre
Finanzielle Verbindlichkeiten
Andere finanzielle Verbindlichkeiten 12,6 13,1 8,5 1,9 2,7
Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen
177,4 177,4 177,3 0,1 0,0
Verbindlichkeiten gegenüber nach der
Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen
1,3 1,3 1,3 0,0 0,0
Andere sonstige Verbindlichkeiten 44,5 44,5 36,0 8,5 0,0
235,9 236,4 223,2 10,5 2,7

Marktrisiken

Marktrisiken umfassen die bestehenden Risiken aus der Änderung von Marktpreisen. Im Österreichischen Post Konzern bestehen im Wesentlichen Risiken aus der Veränderung von Zinsen und Währungskursen, die Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben können:

Zinsänderungsrisiko

Das Zinsänderungsrisiko stellt das Risiko dar, das sich aus der Wertänderung von Finanzinstrumenten oder zinsbedingten Zahlungsströmen infolge von Schwankungen von Marktzinssätzen ergibt. Das Zinsänderungsrisiko beinhaltet das Barwertrisiko bei fest verzinsten Bilanzposten und das Zahlungsstromrisiko bei variabel verzinsten Bilanzposten. Ein Zinsänderungsrisiko liegt vor allem bei Forderungen und Verbindlichkeiten mit Laufzeiten von über einem Jahr vor. Solche längeren Laufzeiten sind im operativen Bereich nicht von materieller Bedeutung, spielen jedoch bei Finanzinvestitionen in Wertpapiere sowie bei Finanzverbindlichkeiten eine Rolle.

Die Steuerung des Zinsänderungsrisikos im Finanzbereich orientiert sich am Portfolio-Ansatz. Gesteuert werden grundsätzlich nicht Einzelpositionen, sondern das gesamte Finanzportfolio unter Bedachtnahme auf die jeweilige Grundtransaktion. Zu diesem Zweck werden selektiv auch derivative Instrumente wie Zins-Swaps und Zins-Caps eingesetzt. Zum Berichtszeitpunkt bestehen keine derivativen Finanzpositionen. Das Finanzportfolio wird täglich der vorgegebenen Benchmark gegenübergestellt.

Eine Änderung des Marktzinssatzes um +/–1 Prozentpunkt hätte auf Basis der Portfolio-Zusammensetzung bei Gleichbleiben aller übrigen Parameter folgende Auswirkung auf die Höhe der in folgender Tabelle angeführten Posten:

Geschäftsjahr 2014 Marktzinssatz
Mio EUR +1%-Punkt –1%-Punkt
Sonstiges Finanzergebnis 2,9 –2,8
Geschäftsjahr 2015 Marktzinssatz
Mio EUR +1%-Punkt –1%-Punkt
Sonstiges Finanzergebnis 3,4 –3,1

Währungsänderungsrisiko

Als Währungsänderungsrisiko wird der mögliche Verlust aus Marktveränderungen durch schwankende Wechselkurse angesehen.

Auf der Aktivseite ergeben sich keine Risiken aus Währungsänderungen, da Lieferungen nahezu zur Gänze auf Euro-Währungsbasis abgewickelt werden. Gleiches gilt grundsätzlich für die übrigen originären Finanzinstrumente. Risiken aus Währungsänderungen bestehen in geringem Ausmaß für die Call-Option bezüglich der Aras Kargo a.s., die ggf. in türkischer Lira auszuüben ist.

10.2.2 Risikomanagement

Ziel des Finanz- und Risikomanagements des Österreichischen Post Konzerns ist die Sicherung des Unternehmenserfolgs gegen finanzielle Risiken jeglicher Art. Grundsätzlich wird beim Management der Finanzpositionen ein strategischer Portfolio-Ansatz unter Bedachtnahme auf eine konservative Risikopolitik verfolgt.

Im Österreichischen Post Konzern erfolgt eine laufende Überwachung eventuell auftretender Risikokonzentrationen. Diese können bei Finanzinstrumenten mit ähnlichen Merkmalen und ähnlichen Bedingungen auftreten, z. B. in Bezug auf Fristigkeiten und Kontrahenten-Struktur oder hinsichtlich der Umsetzung der Veranlagungsstrategie. Konzentrationsrisiken werden unter anderem durch die Veranlagung von Termingeldern bei verschiedenen Banken, Diversifikation der Emittenten im Wertpapierportfolio oder Streuung der Fälligkeitsprofile vermieden.

Die aktuelle Risikosituation im Finanzbereich wird laufend in einem standardisierten Berichtswesen dargelegt. Weiters bestehen im Österreichischen Post Konzern klare, schriftlich festgelegte Strategien und operative Richtlinien für die Behandlung aller finanziellen Risiken.

Das Risikomanagement unterliegt einem vom Vorstand beschlossenen Regelwerk, das Ziele, Grundsätze, Aufgaben und Kompetenzen festlegt. Darüber hinaus formuliert dieses Regelwerk standardisierte Abläufe, um Revisionssicherheit zu gewährleisten.

Zudem werden durch die Organisation der Tätigkeitsabläufe (wie z. B. Trennung von Handel und Buchführung von Finanztransaktionen, Sicherung von elektronischen Daten) organisatorische Risiken im Finanzbereich so weit wie möglich ausgeschaltet.

11 Sonstige Angaben

11.1 Erläuterungen zum Konzern-Cashflow-Statement

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen gemäß IAS 7 Barmittel, Sichteinlagen und kurzfristige, liquide Finanzinvestitionen, die jederzeit in bestimmte Zahlungsmittelbeträge umgewandelt werden können und nur unwesentlichen Wertschwankungen unterliegen. Finanzinvestitionen mit einer Restlaufzeit von nicht mehr als drei Monaten – gerechnet vom Erwerbszeitpunkt – sind in der Regel als Zahlungsmitteläquivalente einzustufen.

Die in der Kapitalflussrechnung in den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten enthaltenen Termingeldveranlagungen sind jederzeit kündbar und können ohne wesentliche Wertverluste in Zahlungsmittelbeträge umgewandelt werden, auch wenn ihre Laufzeit länger als drei Monate ist. Sie dienen dazu, kurzfristigen Zahlungsverpflichtungen nachkommen zu können, und werden nicht zu Investitionszwecken gehalten. Primäres Ziel ist dabei das laufende Cash Management bzw. die Sicherstellung der Liquidität des Unternehmens und nicht die Erzielung einer möglichst hohen Rendite. Bei vorzeitiger Auflösung von Termingeldveranlagungen kommen laufzeitadäquate Zinssätze zur Anwendung.

Bei Veranlagungen wird auf die erstklassige Bonität der Kreditinstitute großer Wert gelegt. Wertschwankungsrisiken bestehen bei Termingeldveranlagungen derzeit nicht.

Auszahlungen aus dem Erwerb von Tochterunternehmen

Der Cashflow aus dem Erwerb von Tochterunternehmen setzt sich wie folgt zusammen:

Mio EUR 2014 2015
Unternehmenserwerbe
Auszahlungen für Unternehmenserwerbe
Erwerbszeitpunkt aktuelles Geschäftsjahr (Kaufpreise) –0,5 –5,2
Offene Kaufpreisverbindlichkeiten 0,1 2,1
Erwerbszeitpunkt Vorjahre (Restkaufpreisverbindlichkeiten) –0,2 –0,1
–0,7 –3,2
Übernommene Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 0,0 0,1
Summe –0,7 –3,0

Sonstige zahlungsunwirksame Vorgänge

Die im Cashflow aus dem Ergebnis neutralisierten sonstigen zahlungsunwirksamen Vorgänge setzen sich wie folgt zusammen:

Mio EUR
2014
2015
Ergebnis aus Anlagenverkäufen
–64,0
–2,2
Ergebnis aus dem Abgang von Finanzinstrumenten
0,0
0,3
Zinsergebnis
–2,0
–2,3
Währungsumrechnung
–0,3
0,0
Bewertung gewährte Darlehen
6,3
7,5
Forderungsbewertungen
3,9
3,0
Erfolgsneutrale Veränderungen (IAS 19)
–15,7
6,1
Rückforderung von Beiträgen aus der Gehaltsabrechnung
0,0
–23,0
Andere
–1,8
–2,3
Summe
–73,6
–12,9

Das 2014 erzielte Ergebnis aus Anlagenverkäufen in Höhe von 64,0 Mio EUR resultiert im Wesentlichen aus dem Verkauf der Anteile der Liegenschaft 1010 Wien, Postgasse 8 Entwicklungs AG & Co OG.

Zu den Rückforderungen von Beiträgen aus der Gehaltsabrechnung siehe Punkt 7.4 Rückforderung von Beiträgen aus der Gehaltsabrechnung.

Die Zeile gewährte Darlehen im Konzern-Cashflow-Statement enthält Einzahlungen in Höhe von 3,5 Mio EUR (31.12.2014: 1,1 Mio EUR) und Auszahlungen in Höhe von 3,8 Mio EUR (31.12.2014: 5,7 Mio EUR). Der Posten Veränderung von anderen finanziellen Verbindlichkeiten enthält Einzahlungen in Höhe von 9,2 Mio EUR (31.12.2014: 6,3 Mio EUR) und Auszahlungen in Höhe von 4,6 Mio EUR (31.12.2014: 6,6 Mio EUR) aus kurzfristigen revolvierenden Kreditverbindlichkeiten und Auszahlungen in Höhe von 2,5 Mio EUR (31.12.2014: 3,5 Mio EUR) für Verpflichtungen aus Finanzierungsleasingverträgen.

Die aus dem erstmaligen Ansatz von im laufenden Geschäftsjahr abgeschlossenen Finanzierungsleasingverträgen resultierenden Vermögenswerte und Finanzverbindlichkeiten (31.12.2015: 0,5 Mio EUR; 31.12.2014: 0,4 Mio EUR) führen zu keiner Veränderung der Cashflows aus Investitions- und Finanzierungstätigkeit, da es sich hierbei um nicht zahlungswirksame Transaktionen handelt. Die geleisteten Leasingzahlungen werden im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit dargestellt.

11.2 Sonstige Verpflichtungen

Sonstige finanzielle Verpflichtungen resultieren im Wesentlichen aus Operating-Miet- und Leasingverträgen für Betriebsund Geschäftsgebäude sowie für Betriebs- und Geschäftsausstattung.

Die sich aus vor Ende der Laufzeit unkündbaren Operating-Miet- und Leasingverträgen ergebenden künftigen Mindestleasingzahlungen betragen zum Berichtsstichtag wie folgt:

Mio EUR 31.12.2014 31.12.2015
Bis zu einem Jahr 47,7 15,7
Länger als ein und bis zu fünf Jahre 106,5 37,8
Länger als fünf Jahre 55,2 29,2
209,4 82,7

Der Rückgang im Bereich Operating Leasing im Vergleich zum Vorjahr ist auf die Einstufung der ZGE trans-o-flex als zur Veräußerung gehalten zurückzuführen. Angaben in diesem Zusammenhang werden unter Punkt 9.10 Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Schulden erläutert.

Die wesentlichen Miet- und Leasingverträge für Betriebs- und Geschäftsgebäude beinhalten Verlängerungsoptionen sowie Ausstiegsklauseln, die den Marktkonditionen für Geschäftsliegenschaften entsprechen. Ebenso sind in diesen Verträgen Anpassungen der Leasingzahlungen an Preisindizes vorgesehen.

Im Geschäftsjahr wurde ein Betrag von 80,0 Mio EUR (2014: 79,9 Mio EUR) an Zahlungen für Operating-Miet- und Leasingverträge erfolgswirksam erfasst. Der gesamte Betrag entfällt auf Mindestleasingzahlungen.

Für immaterielle Vermögenswerte bestanden zum Stichtag 31. Dezember 2015 Erwerbsverpflichtungen in Höhe von rund 31 TEUR (31.12.2014: 0,4 Mio EUR). Die Erwerbsverpflichtungen für Sachanlagen betrugen zum 31. Dezember 2015 45,3 Mio EUR (31.12.2014: 8,9 Mio EUR). Von den Erwerbsverpflichtungen betreffen 39,5 Mio EUR (31.12.2014: 2,7 Mio EUR) die neue Unternehmenszentrale in Wien Landstraße.

Finanzierungsverpflichtungen gegenüber Gemeinschaftsunternehmen werden in Punkt 9.5.1 Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen beschrieben.

11.3 Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Die Republik Österreich hält über die Österreichische Bundes- und Industriebeteiligungen GmbH (ÖBIB) 52,85% der Aktien der Österreichischen Post AG. Damit zählen die Republik Österreich und die unter ihrem beherrschenden oder maßgeblichen Einfluss stehenden Unternehmen zu den nahestehenden Unternehmen und Personen des Österreichischen Post Konzerns. Weiters gehören alle Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen zu den nahestehenden Unternehmen der Österreichischen Post AG. Die nahestehenden Personen umfassen Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen der Österreichischen Post (Vorstände, Aufsichtsräte und leitende Angestellte der Österreichischen Post AG sowie Geschäftsführer von Konzernunternehmen) sowie deren nahe Familienangehörige.

Salden und Geschäftsvorfälle zwischen der Österreichischen Post AG und ihren Tochterunternehmen wurden im Zuge der Konsolidierung eliminiert und werden nicht erläutert. Die zum Bilanzstichtag mit den konzernfremden nahestehenden Unternehmen und Personen bestehenden offenen Posten werden in den Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ausgewiesen.

Geschäftsvorfälle mit nahestehenden Unternehmen und Personen bestehen nur innerhalb des Leistungsspektrums des Österreichischen Post Konzerns und werden zu fremdüblichen Konditionen erbracht bzw. bezogen.

Einzelheiten zu Geschäftsvorfällen mit Gemeinschaftsunternehmen, assoziierten Unternehmen und anderen nahestehenden Unternehmen und Personen sind nachfolgend angegeben:

Geschäftsjahr 2014
Mio EUR
Assoziierte
Unternehmen
Gemein
schaftsunter
nehmen
Andere
nahestehende
Unternehmen
Nahestehende
Personen
Gesamt
Gesamte betriebliche Erträge 1,4 3,4 157,2 0,0 162,0
Gesamte betriebliche Aufwendungen 9,0 7,7 60,2 0,1 76,9
Ausstehende Forderungen 4,5 0,4 11,4 0,0 16,3
Ausstehende Verbindlichkeiten 1,8 1,7 4,8 0,0 8,4
Geschäftsjahr 2015
Mio EUR
Assoziierte
Unternehmen
Gemein
schaftsunter
nehmen
Andere
nahestehende
Unternehmen
Nahestehende
Personen
Gesamt
Gesamte betriebliche Erträge 2,2 1,3 156,4 0,0 159,9
Gesamte betriebliche Aufwendungen 12,1 2,8 56,7 0,3 72,0
Ausstehende Forderungen 1,7 0,3 18,7 0,0 20,7
Ausstehende Verbindlichkeiten 1,7 0,2 3,2 0,0 5,1

Die betrieblichen Erträge betreffen in den Jahren 2014 und 2015 im Wesentlichen Leistungen der BBG Bundesbeschaffung GmbH. Hier besteht eine Vereinbarung im Namen und auf Rechnung des Bundes zur Auslieferung von Postsendungen von Bundeseinrichtungen. Im Geschäftsjahr 2015 wurden Dienstleistungen im Wert von 106,3 Mio EUR (2014: 107,9 Mio EUR) für die vertraglich festgelegten Bundeseinrichtungen erbracht.

Bei den betrieblichen Aufwendungen handelt es sich überwiegend um IT-Dienstleistungen und Telefonie-Dienstleistungen der A1 Telekom Austria AG im Wert von 14,9 Mio EUR (2014: 12,5 Mio EUR) und Handelswareneinkäufe bei der A1 Telekom Austria AG im Wert von 10,8 Mio EUR (2014: 15,2 Mio EUR) sowie den Energiebezug vom OMV-Konzern im Wert von 12,9 Mio EUR (2014: 14,7 Mio EUR).

Finanzierungsverpflichtungen gegenüber Gemeinschaftsunternehmen werden in Punkt 9.5.1 Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen erläutert.

Im Rahmen der Verlegung der Unternehmenszentrale der Österreichischen Post AG fielen zum 31. Dezember 2015 Erwerbsverpflichtungen für Sachanlagen gegenüber der A1 Telekom Austria AG in Höhe von 1,2 Mio EUR (2014: 2,7 Mio EUR) an.

Die folgende Tabelle zeigt die Vergütungen einschließlich der Veränderung von Rückstellungen für Vergütungen, die an Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen gewährt wurden:

Geschäftsjahr 2014
Mio EUR
Aufsichtsräte Vorstände Leitende
Angestellte
Gesamt
Vergütungen an Mitglieder des Managements
in Schlüsselpositionen
Kurzfristig fällige Leistungen 0,2 3,4 7,7 11,2
Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses 0,0 0,3 0,3 0,6
Andere langfristig fällige Leistungen 0,0 0,0 0,0 0,0
Leistungen aus Anlass der Beendigung des
Arbeitsverhältnisses
0,0 0,0 0,0 0,0
Dotierung für aktienbasiertes Vergütungsprogramm 0,0 3,9 9,4 13,3
0,2 7,6 17,4 25,2
Geschäftsjahr 2015
Mio EUR
Aufsichtsräte Vorstände Leitende
Angestellte
Gesamt
Vergütungen an Mitglieder des Managements
in Schlüsselpositionen
Kurzfristig fällige Leistungen 0,2 3,9 8,7 12,8
Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses 0,0 0,6 0,1 0,7
Andere langfristig fällige Leistungen 0,0 0,0 0,0 0,0
Leistungen aus Anlass der Beendigung des
Arbeitsverhältnisses
0,0 0,0 0,1 0,1
Dotierung für aktienbasiertes Vergütungsprogramm 0,0 2,4 6,7 9,1
0,2 6,9 15,6 22,6

11.4 Aufwendungen für Abschlussprüfer

Das Honorar für den Abschlussprüfer Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH und mit diesem verbundene Unternehmen im Geschäftsjahr 2014 und KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft im Geschäftsjahr 2015 stellt sich wie folgt dar:

Leistungen Wirtschaftsprüfer
in TEUR
2014 2015
Abschlussprüfung
Einzel- und Konzernabschlussprüfung zum 31.12. der Österreichischen Post AG
99,0
Abschlussprüfungen zum 31.12. bei Tochtergesellschaften der Österreichischen Post AG 112,4 142,8
Andere Bestätigungsleistungen 0,0 40,6
Steuerberatungsleistungen 1,7 0,0
Sonstige Beratungsleistungen 46,0 0,0
259,1 263,4

11.5 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag, die für die Bewertung am Bilanzstichtag von Bedeutung sind, wie offene Rechtsfälle oder Schadenersatzforderungen sowie andere Verpflichtungen oder Drohverluste, die gemäß IAS 10 zu erfassen sind, sind im vorliegenden Konzernabschluss berücksichtigt.

11.6 Konzernunternehmen

Name und Sitz des Unternehmens 31.12.2014 31.12.2015
Anteil
%
Ein
bezug1
Anteil
%
Ein
bezug1
Neutorgasse 7 Projektentwicklungs AG & Co OG, Wien 100,00 VK 100,00 VK
Post 001 Finanzierungs GmbH, Wien 100,00 VK 100,00 VK
Post 002 Finanzierungs GmbH, Wien 100,00 VK 100,00 VK
Post & Co Vermietungs OG, Wien 100,00 VK 100,00 VK
Post.Wertlogistik GmbH, Wien 100,00 VK 100,00 VK
Systemlogistik Distribution GmbH, Wien 100,00 VK 100,00 VK
Medien.Zustell GmbH, Wien 100,00 VK 100,00 VK
Austrian Post International Deutschland GmbH, Bonn (verschmolzen) 100,00 VK 0,00 n. a.
Post Immobilien GmbH, Wien 100,00 VK 100,00 VK
Post E-Commerce GmbH, Wien (gegründet) 0,00 n. a. 100,00 VK
Post 201 Beteiligungs GmbH, Wien 100,00 VK 100,00 VK
Post 202 Beteiligungs GmbH, Wien 100,00 VK 100,00 VK
Post 105 Beteiligungs GmbH, Wien 100,00 VK 100,00 VK
Post 106 Beteiligungs GmbH, Wien 100,00 VK 100,00 VK
Weber Escal d.o.o., Hrvatski Leskovac 100,00 VK 100,00 VK
Scanpoint GmbH, Wien 100,00 VK 100,00 VK
Austrian Post International Deutschland GmbH, Bonn
(vormals Scanpoint Deutschland GmbH)
100,00 VK 100,00 VK
Scanpoint Slovakia s.r.o., Nitra 100,00 VK 100,00 VK
Aktionsfinder GmbH, Salzburg (erworben) 0,00 n. a. 80,00 VK
EMD – Elektronische- u. Mikrofilm-Dokumentationssysteme Ges.m.b.H.,
Haid bei Ansfelden (erworben)
0,00 n. a. 100,00 VK
feibra GmbH, Wien 100,00 VK 100,00 VK
PROWERB Gesellschaft für produktive Werbung GmbH, Wien 100,00 VK 100,00 VK
feibra Magyarország Kft., Budapest (verkauft) 100,00 VK 0,00 n. a.
Overseas Trade Co Ltd d.o.o., Hrvatski Leskovac 100,00 VK 100,00 VK
Slovak Parcel Service s.r.o., Ivanka pri Dunaji 100,00 VK 100,00 VK
IN TIME s.r.o., Ivanka pri Dunaji 100,00 VK 100,00 VK
Kolos s.r.o., Ivanka pri Dunaji (verkauft) 100,00 VK 0,00 n. a.
PostMaster Sp. z o.o., Kraków 100,00 VK 100,00 VK
M&BM Express OOD, Sofia 76,00 VK 76,00 VK
PostMaster s.r.l., Bucureşti 100,00 VK 100,00 VK
trans-o-flex Hungary Kft., Budapest 100,00 VK 100,00 VK
City Express d.o.o., Beograd 100,00 VK 100,00 VK
24-VIP d.o.o., Sarajevo 100,00 VK 100,00 VK
City Express Montenegro d.o.o, Podgorica 100,00 VK 100,00 VK
Post 101 Beteiligungs GmbH, Wien 100,00 VK 100,00 VK
Post 102 Beteiligungs GmbH, Wien 100,00 VK 100,00 VK
Post 103 Beteiligungs GmbH, Wien 100,00 VK 100,00 VK

VK – Vollkonsolidierung, EQ – Equity-Konsolidierung, n. a. – keine Einbeziehung, afs – zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte

Name und Sitz des Unternehmens 31.12.2014 31.12.2015
Anteil
%
Ein
bezug1
Anteil
%
Ein
bezug1
Post 104 Beteiligungs GmbH, Wien 100,00 VK 100,00 VK
Post 107 Beteiligungs GmbH, Wien (gegründet) 0,00 n. a. 100,00 VK
Post 203 Beteiligungs GmbH, Wien 100,00 VK 100,00 VK
Post 204 Beteiligungs GmbH, Wien 100,00 VK 100,00 VK
Post 205 Beteiligungs GmbH, Wien 100,00 VK 100,00 VK
Post 206 Beteiligungs GmbH, Wien 100,00 VK 100,00 VK
Post 301 Beteiligungs GmbH, Wien (gegründet) 0,00 n. a. 100,00 VK
trans-o-flex Gruppe
trans-o-flex Logistics Group GmbH, Weinheim 100,00 VK 100,00 VK
trans-o-flex Schnell-Lieferdienst GmbH, Weinheim 100,00 VK 100,00 VK
trans-o-flex Logistik Service GmbH, Weinheim 100,00 VK 100,00 VK
trans-o-flex IT-Service GmbH, Weinheim 100,00 VK 100,00 VK
ThermoMed Verwaltungs GmbH, Weinheim 100,00 VK 100,00 VK
trans-o-flex ThermoMed GmbH & Co KG, Weinheim 100,00 VK 100,00 VK
trans-o-flex ThermoMed Austria GmbH, Wiener Neudorf 100,00 VK 100,00 VK
trans-o-flex Belgium Real Estate B.V.B.A., Turnhout (verkauft) 100,00 VK 0,00 n. a.
LogIn Service d.o.o., Ilidža 100,00 VK 100,00 VK
Distributions GmbH – 31, Köln 100,00 VK 100,00 VK
Distributions GmbH Dortmund, Dortmund 100,00 VK 100,00 VK
trans-o-flex Netzwerk drei GmbH, Weinheim
(vormals Distributions GmbH Meinerzhagen)
100,00 VK 100,00 VK
Distributions GmbH Duisburg, Duisburg 100,00 VK 100,00 VK
trans-o-flex Netzwerk GmbH, Bergkirchen 100,00 VK 100,00 VK
trans-o-flex Netzwerk zwei GmbH, Weinheim 100,00 VK 100,00 VK
trans-o-flex Netzwerk Group GmbH, Weinheim (gegründet) 0,00 n. a. 100,00 VK
trans-o-flex Fuhrpark GmbH, Weinheim 100,00 VK 100,00 VK
MEILLERGHP
MEILLERGHP GmbH, Schwandorf (verkauft)2 65,00 EQ 0,00 n. a.
MEILLERGHP a.s., Plzeň2 65,00 0,00
MEILLERGHP s.a.r.l., Versailles2 65,00 0,00
MEILLERGHP AB, Huddinge2 65,00 0,00
MEILLERGHP Sp. z o.o., Wieliczka2 65,00 0,00
D2D – direct to document GmbH, Wien 30,00 EQ 30,00 EQ
media.at
media.at GmbH, Wien2 20,45 EQ 20,45 EQ
OmniMedia GmbH, Wien2 20,45 20,45
MediaSelect GmbH, Wien2 20,45 20,45
mediastrategen GmbH, Wien2 20,45 20,45
Name und Sitz des Unternehmens 31.12.2014 31.12.2015
Anteil
%
Ein
bezug1
Anteil
%
Ein
bezug1
Eurodis GmbH, Weinheim 39,80 EQ 39,80 EQ
ADELHEID/AEP
ADELHEID GmbH, Berlin1 45,35 EQ 45,35 EQ
AEP GmbH, Alzenau1 45,35 45,35
Aras Kargo Yurtici Yurtdisi Tasimacilik a.s., Istanbul 25,00 EQ 25,00 EQ
OMNITEC Informationstechnologie-Systemservice GmbH, Wien 50,00 EQ 50,00 EQ
Promontoria Sacher Holding N.V., Baarn 5,00 afs 5,00 afs
Wiener Börse AG, Wien 1,69 afs 1,69 afs
GELDSERVICE AUSTRIA Logistik für Wertgestionierung und
Transportkoordination G.m.b.H., Wien
0,19 afs 0,19 afs

1 VK – Vollkonsolidierung, EQ – Equity-Konsolidierung, n. a. – keine Einbeziehung, afs – zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 2 Das Ergebnis der nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen entspricht dem anteiligen Jahresergebnis der jeweiligen Unternehmensgruppe

Die trans-o-flex-Gesellschaften mit Sitz in Deutschland machen Gebrauch von der gesetzlichen Befreiung der Offenlegung gemäß §§ 264 Abs. 3 sowie 264b dHGB.

Der Vorstand der Österreichischen Post AG hat den geprüften Konzernabschluss zum 31. Dezember 2015 am 26. Februar 2016 zur Weitergabe an den Aufsichtsrat freigegeben. Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, den Konzernabschluss zu prüfen und zu erklären, ob er den Konzernabschluss billigt.

Wien, am 26. Februar 2016

Der Vorstand

Dipl.-Ing. Dr. Georg Pölzl Dipl.-Ing. Walter Oblin Vorstandsvorsitzender Vorstandsmitglied Generaldirektor Finanzen

Brief, Werbepost & Filialen Paket & Logistik

Dipl.-Ing. Walter Hitziger Dipl.-Ing. Peter Umundum Vorstandsmitglied Vorstandsmitglied

corporate governance konzernlagebericht service Konzernabschluss

Bestätigungsvermerk

Bericht zum Konzernabschluss

bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2015, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Gesamtergebnisrechnung, dem Konzern-Cashflow-Statement und der Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr sowie dem Konzernanhang geprüft.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Aufstellung und sachgerechte Gesamtdarstellung dieses Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB und für die internen Kontrollen, die die gesetzlichen Vertreter als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen beabsichtigten oder unbeabsichtigten falschen Darstellungen ist.

Verantwortung des Abschlussprüfers

Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage unserer Prüfung ein Urteil zu diesem Konzernabschluss abzugeben. Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der internationalen Prüfungsstandards (International Standards on Auditing – ISA). Nach diesen Grundsätzen haben wir die beruflichen Verhaltensanforderungen einzuhalten und die Abschlussprüfung so zu planen und durchzuführen, dass hinreichende Sicherheit darüber erlangt wird, ob der Konzernabschluss frei von wesentlichen falschen Darstellungen ist.

Eine Abschlussprüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen, um Prüfungsnachweise für die im Konzernabschluss enthaltenen Wertansätze und sonstigen Angaben zu erlangen. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers. Dies schließt die Beurteilung der Risiken wesentlicher beabsichtigter oder unbeabsichtigter falscher Darstellungen im Konzernabschluss ein. Bei der Beurteilung dieser Risiken berücksichtigt der Abschlussprüfer das für die Aufstellung und sachgerechte Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses durch den Konzern relevante interne Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems des Konzerns abzugeben. Eine Abschlussprüfung umfasst auch die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Rechnungslegungsgrundsätze und der Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern ermittelten geschätzten Werte in der Rechnungslegung sowie die Beurteilung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses.

Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.

Prüfungsurteil

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Nach unserer Beurteilung entspricht der Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2015 sowie der Ertragslage und der Zahlungsströme des Konzerns für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind.

Aussagen zum Konzernlagebericht

Der Konzernlagebericht ist auf Grund der gesetzlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die sonstigen Angaben im Konzernlagebericht nicht eine falsche Vorstellung von der Lage des Konzerns erwecken. Der Bestätigungsvermerk hat auch eine Aussage darüber zu enthalten, ob der Konzernlagebericht mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die Angaben gemäß § 243a UGB zutreffen.

Der Konzernlagebericht steht nach unserer Beurteilung in Einklang mit dem Konzernabschluss. Die Angaben gemäß § 243a UGB sind zutreffend.

Wien, am 26. Februar 2016

KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft

Mag. Helmut Kerschbaumer e. h. Wirtschaftsprüfer

Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Konzernabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Konzernabschluss samt Konzernlagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs. 2 UGB zu beachten.

Glossar/ stichwortverzeichnis

Glossar

Capital Employed

    • Immaterielle Vermögenswerte und Geschäfts- oder Firmenwerte
    • Sachanlagen
    • Als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien
    • Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen
    • Anteile an nicht konsolidierten Unternehmen
    • Vorräte
    • Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen sowie Ertragsteuererstattungsansprüche
  • Unverzinsliches Fremdkapital
  • = Capital Employed

Earnings before Interest and Taxes (EBIT)

Ergebnis vor Zinsen und Steuern; entspricht dem Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit zuzüglich des Ergebnisses aus nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen.

EBIT-Marge

EBIT im Verhältnis zum Gesamtumsatz.

Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortisation (EBITDA)

Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen; entspricht dem EBIT zuzüglich der Abschreibungen.

EBITDA-Marge

EBITDA im Verhältnis zum Gesamtumsatz.

Earnings before Taxes (EBT)

Ergebnis vor Ertragsteuern.

Eigenkapitalquote

Eigenkapital im Verhältnis zum Gesamtkapital (Bilanzsumme).

Stichwortverzeichnis

Akquisitionen 39 Aktionärsstruktur 9 Aras Kargo a.s. 25, 33, 47 Aufsichtsrat 11 Ausblick 45 Bestätigungsvermerk 132

Bilanz 35 Cashflow 37, 61 Corporate Governance 8ff. Dividende 105 Division Brief, Werbepost & Filialen 30 Division Paket & Logistik 31

EBIT 33f. EBITDA 33f. Eigenkapital 35f., Elektronische Substitution 27ff. Ergebnis je Aktie 32, 90 Ergebnisentwicklung 32

Gewinn- und Verlustrechnung 58 Hauptversammlung 142 Investitionen 39 Kennzahlen 3f., 40, 140 Kerngeschäft 24ff. Liberalisierung 49

Eigenkapitalrentabilität (ROE)

Ergebnis nach Ertragsteuern im Verhältnis zum Eigenkapital (ohne aufgegebene Geschäftsbereiche) zum 1. Jänner abzüglich geflossener Dividende; drückt die Ertragskraft des Unternehmens aus.

Ergebnis je Aktie

Periodenergebnis dividiert durch die durchschnittliche Anzahl der Aktien.

Free Cashflow

Cashflow aus Geschäftstätigkeit zuzüglich des Cashflow aus Investitionstätigkeit. Der Free Cashflow zeigt, in welchem Umfang flüssige Mittel zur Bedienung des zu verzinsenden Kapitals zur Verfügung stehen.

IFRS

International Financial Reporting Standards; internationale Rechnungslegungsstandards.

Nettofinanzüberschuss bzw. Nettofinanzverschuldung

    • Andere verzinsliche Verbindlichkeiten
    • Sozialkapital
    • Andere verzinsliche Rückstellungen
  • = Verzinsliches Fremdkapital
  • Wertpapiere
  • Andere finanzielle Vermögenswerte und verzinsliche Forderungen
  • Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
  • = Verzinsliche Aktiva
  • Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte
    • Schulden i.Z.m. gehaltene Vermögenswerte
  • = Nettofinanzüberschuss bzw. Nettofinanzverschuldung

Return on Capital Employed (ROCE)

EBIT im Verhältnis zum durchschnittlichen Capital Employed.

Liquidität 38f. Mitarbeiter 41 Nettofinanzverschuldung 38f. Paketvolumen 25 Periodenergebnis 34

Personalaufwand 32f., 87 Post-Aktie 142 Post Partner 24, 44 Postmarkt 49 Risikomanagement 8, 46ff. Strategie 24ff. trans-o-flex 25, 32ff. Umsatz 29ff. Umwelt 42 Universaldienst 28, 43f. Vergütung 16ff., 80f., 126 Vorstand 6f., 10f. Wertschöpfung 24, 49 Zustellqualität 43

Geschichte der Post

1490 Erste standardisierte Postverbindung Europas zwischen Innsbruck und Mechelen (Belgien)
1750 Ab Mitte des 18. Jahrhunderts regelmäßig Postkutschenverkehr
1787 Erstmalige Verwendung von Orts- und Tagesstempeln
1817 Neuordnung des Portoentrichtungssystems, Einführung der Briefkästen
1850 Einführung der Briefmarken, Beginn des Transports von Postsendungen per Bahn
1863 Internationale Postkonferenz in Paris – Richtlinien für den Abschluss internationaler Postverträge
1869 Erste Postkarten, eine Erfindung aus Österreich, gelangen in Umlauf
1874 Gründung des Weltpostvereins
1875 Erfindung und Inbetriebnahme einer pneumatischen Rohrpostanlage in Wien
1916 Erste Hausbriefkästen in Österreich
1918 Weltweit erster ziviler Flugpostdienst in Österreich
1928 Einführung Hausbriefkästen/-fachanlagen
1938 Eingliederung in die Deutsche Reichspost
1945 Wiederaufnahme des österreichischen Postdienstes
Reorganisation und Wiederaufbau des österreichischen Postnetzes
1957 Einführung von Landbriefträgerabgabekästen,
Inbetriebnahme einer mechanischen Paketverteilanlage im Postamt Wien 101 (Westbahnhof)
1959 Inbetriebnahme einer mechanischen Briefverteil- und Beutelstückförder- und -verteilanlage im
Postamt Wien 101 (Westbahnhof)
1966 Etablierung des Postleitzahlensystems
1986 Express Mail Service (EMS) als neues Service mit prioritärer Behandlung für Briefe und Pakete
1996 Gründung der Post und Telekom Austria
1999 Rechtliche Verselbstständigung der Österreichischen Post AG (für Post und Postbus)
Gezielte Investitionen in Modernisierung der Logistikinfrastruktur
2000 Abspaltung des Geschäftszweigs Postbus an die ÖIAG
2001 Akquisition feibra Österreich (unadressierte Werbesendungen)
2002 Akquisition der slowakischen Paketgesellschaften Slovak Parcel Service (SPS) und In-Time
2003 Übernahme der kroatischen Overseas Trade
2005 Erwerb von feibra Ungarn (unadressierte Werbesendungen)
Aufstockung des Anteils an feibra Österreich (unadressierte Werbesendungen) auf 100%
2006 Börsegang an der Wiener Börse – 49% Streubesitz
Akquisition von Kolos, Slowakei (Werbesendungen); Wiener Bezirkszeitung, Österreich (Medienpost); Weber Escal,
Kroatien (Werbesendungen); trans-o-flex, Deutschland (B2B-Speziallogistik)
2007 Weitere Akquisitionen und Erschließung von Nischen: Übernahme von Weber Escal, Kroatien (Direct Marketing);
Scanpoint Europe, Deutschland (Dokumenten-Digitalisierung); Road Parcel Logistics und Merland Expressz, Ungarn
(Paketmarkt); Scherübl Transport, Österreich (Pharmatransporte); meiller direct, Deutschland (Direct Marketing);
VOP und DHL EXPRESS DDS, Belgien und Niederlande (Paketgeschäft); ST Media, Kroatien (unadressierte
Werbesendungen); City Express, Serbien und Montenegro (Paketgeschäft); Beteiligung an BAWAG P.S.K.
2008 Integration bestehender Gesellschaften und selektive Akquisitionen: 24VIP, Bosnien-Herzegowina
(Paketgeschäft); Cont-Média, Kroatien (Direct Marketing); HSH Holding, Belgien (Paketgeschäft)
2009 Postmarktgesetz definiert Rahmenbedingungen für Liberalisierung des Briefmarktes
Akquisition von Rhenus Life Science, Deutschland (Pharmalogistik)
Neuer Kollektivvertrag für neu eintretende Mitarbeiter
2010 Erhöhung des Anteils an der EBPP Electronic Bill Presentment and Payment GmbH, einem führenden
Unternehmen in der elektronischen Rechnungslegung, von 40% auf nunmehr 100%, Einbringung des
Direct-Mail-Produzenten meiller direct in ein Joint Venture mit der Schweizerischen Post: am neu
entstandenen Unternehmen MEILLERGHP hält die Österreichische Post 65%
2011 Vollständige Liberalisierung des österreichischen Briefmarkts ab 1. Jänner 2011
Umbenennung der 100%-Tochtergesellschaft EBPP Electronic Bill Presentment and Payment GmbH in
Online Post Austria GmbH, Übernahmen eines 26%-Anteils an der rumänischen PostMaster s.r.l.
2012 Übernahme des österreichischen Fulfillment-Spezialisten Systemlogistik Distribution GmbH sowie des polnischen
Marktführers im Bereich unadressierter Sendungen Kolportaz.
Rzetelny sp. z o.o.; Kauf eines 26%-Anteils an M&BM
Express OOD, Bulgarien und Erhöhung der Beteiligung an PostMaster s.r.l., Rumänien auf 100%; Abgabe der
Tochtergesellschaften der trans-o-flex in Belgien und den Niederlanden
2013 Übernahme eines 25%-Anteils am türkischen Paketdienstleister Aras Kargo a.s. mit einer Call-Option auf weitere
50% im Jahr 2016; Erhöhung der Beteiligung an M&BM Express OOD, Bulgarien, auf 51%
2014 Erhöhung der Beteiligung an M&BM Express OOD, Sofia, auf 76%; Erwerb von fünf Distributionsgesellschaften
der trans-o-flex Gruppe
2015 Übernahme der Anteile an der EMD – Elektronische- u. Mikrofilm-Dokumentationssysteme GmbH; 80% der Anteile
an der Aktionsfinder GmbH erworben

Adressen von Tochtergesellschaften

Österreichische Post AG Haidingergasse 1 1030 Wien, Österreich T: +43 (0) 577 67 0 I: www.post.at

Aras Kargo a.s.

Rüzgarlibahce Mah. Yavuz Sultan Selim Cad: No 2, Aras Plaza Kavacik 34810 Beykoz/Istanbul, Türkei T: +90 (0) 216 538 55 00 I: www.araskargo.com.tr

Austrian Post International Deutschland GmbH Koblenzer Straße 112 53177 Bonn, Deutschland T: +49 (0) 228 932949 0

City Express d.o.o.

I: www.austrianpost.de

Svetog Save 36, naselje Radiofar 11271 Surčin, Serbien T: +381 (0) 11 3093 000 I: www.cityexpress.rs

City Express Montenegro d.o.o.

Branka Radičevića 12 81000 Podgorica, Montenegro T: +382 (0) 20 628 818 I: www.cityexpress.me

feibra GmbH Altmannsdorfer Straße 329 1230 Wien, Österreich T: +43 (0) 166 130 0 I: www.feibra.at

In Time s.r.o. Senecká cesta 1 90028 Ivanka pri Dunaji, Slowakei T: +421 (0) 248 707 211 I: www.intime.sk

M&BM Express OOD

Boulevard Professor Tsvetan Lazarov No. 117 Kv. Druzhba 2, 1463 Sofia, Bulgarien T: +359 (0) 2 902 57 40 I: www.mbm-express.com

Overseas Trade Co.Ltd. d.o.o. Zastavnice 38a 10251 Hrvatski Leskovac, Kroatien T: +385 (0) 134 54 555 I: www.overseas.hr

Post Immobilien GmbH

Haidingergasse 1 1030 Wien, Österreich T: +43 (0) 577 67 0 I: www.postimmobilien.at

PostMaster Sp. z o. o.

st. Zawila 65L 30-390 Kraków, Polen T: +48 (0) 12 446 78 29 I: www.post-master.pl

PostMaster s.r.l.

Str. Transilvaniei 64, Sector 1 010799 Bukarest, Rumänien T: +40 (0) 213 353 308 I: www.post-master.ro

Post.Wertlogistik GmbH

Steinheilgasse 1 1210 Wien, Österreich T: +43 (0) 577 67 39026

Scanpoint GmbH

Haidingergasse 1 1030 Wien, Österreich T: +43 (0) 1 512 21 21 0 I: www.scanpoint.eu

ThermoMed Austria GmbH

Hondastraße 1 2351 Wiener Neudorf, Österreich T: +43 (0) 2236 677 194 0 I: www.thermomed.de

Slovak Parcel Service s.r.o. Senecká cesta 1 90028 Ivanka pri Dunaji, Slowakei T: +421 (0) 248 707 211 I: www.sps-sro.sk

Systemlogistik Distribution GmbH Czeija-Nissl-Gasse 8 1210 Wien, Österreich T: +43 (0) 1 278 36 11 I: www.systemlogistik.at

trans-o-flex Hungary Kft. Európa út 12 1239 Budapest, Ungarn T: +36 (0) 18777 400 I: www.tof.hu

trans-o-flex Logistics Group GmbH Hertzstraße 10 69469 Weinheim, Deutschland T: +49 (0) 6201 988 0 I: www.trans-o-flex.de

Weber Escal d.o.o.

Zastavnice 38a 10251 Hrvatski Leskovac, Kroatien T: +385 (0) 16175 111 I: www.weber-escal.com

24VIP Logistics Services d.o.o.

Rajlovačka Cesta bb 71000 Sarajewo, Bosnien-Herzegowina T: +387 (0) 33 756 656 I: www.24vip.net

Kontakt

Österreichische Post AG

Unternehmenszentrale Haidingergasse 1 1030 Wien T: +43 (0) 577 67 0 E: [email protected] I: www.post.at

Investor Relations

Dipl.-Ing. Harald Hagenauer T: +43 (0) 577 67 30401 F: +43 (0) 577 67 30409 E: [email protected] I: www.post.at/ir

Unternehmenskommunikation

Mag. Manuela Bruck T: +43 (0) 577 67 24099 F: +43 (0) 577 67 28039 E: [email protected] I: www.post.at/pr

CSR – Nachhaltigkeit

Dipl.-Ing. Daniel-Sebastian Mühlbach, MSc E: [email protected] I: www.post.at/co2neutral

Compliance

Dr. Judith Pilles, MBL T: 0800 202 2241 E: [email protected]

Privatkunden Post-Kundenservice1 T: 0810 010 100

Geschäftskunden T: 0800 212 2121

I: www.business.post.at

Briefmarkensammlerservice T: 0800 100 197

I: www.philatelie.at

Österreichische Post Online-Geschäftsbericht 2015 I: www.post.at/gb2015/de

Wenn Sie mehr über die Österreichische Post wissen wollen (Geschäftsberichte, Quartalsberichte etc.), haben Sie die Möglichkeit, sich auf unseren Verteiler setzen zu lassen: T: +43 (0) 577 67 30401 E: [email protected] I: www.post.at/ir

Für Österreich

Kennzahlenüberblick 2006–2015

Gewinn- und
Verlustrechnung
2006
IFR
S
2007
IFR
S
2008
IFR
S
2009
IFR
S
2010
IFR
S
2011
IFR
S
2012
IFR
S
2013
IFR
S
20141
IFR
S
2015
IFR
S
Umsatzerlöse Mio EUR 1.736,7 2.315,7 2.441,4 2.356,9 2.351,1 2.348,7 2.366,1 2.366,8 2.365,5 2.401,9
Sonstige
betriebliche Erträge
Mio EUR 58,8 72,6 81,0 89,6 90,5 74,6 72,0 69,7 134,4 99,2
Materialaufwand
und Aufwand für
bezogene
Leistungen
Mio EUR –258,0 –692,2 –778,2 –766,1 –771,0 –759,8 –766,9 –753,3 –737,5 –749,6
Personalaufwand Mio EUR –1.063,0 –1.120,4 –1.119,2 –1.139,3 –1.120,7 –1.050,8 –1.091,4 –1.073,5 –1.109,5 –1.106,0
Sonstige betriebli
che Aufwendungen
Mio EUR –243,9 –284,0 –304,5 –277,0 –288,8 –320,0 –294,8 –298,6 –317,0 –344,0
Ergebnis aus nach
der Equity-Methode
bilanzierten
Finanzanlagen
Mio EUR 1,1 0,9 1,2 5,1 1,0 –10,8 –13,9 –6,6 –0,1 1,1
Ergebnis vor
Zinsen, Steuern
und Abschreibun
gen (EBITDA
)
Mio EUR 231,7 292,7 321,7 269,2 262,1 281,9 271,2 304,5 333,8 302,7
EBITDA-Marge % 13,3% 12,6% 13,2% 11,4% 11,1% 12,0% 11,5% 12,9% 14,1% 12,6%
Abschreibungen Mio EUR –108,4 –130,0 –152,2 –119,8 –105,2 –114,4 –88,8 –118,5 –136,9 –213,7
Ergebnis vor
Zinsen und
Steuern (EBIT)
Mio EUR 123,3 162,8 169,5 149,4 156,9 167,5 182,4 186,0 196,9 89,0/
198,02
EBIT-Marge % 7,1% 7,0% 6,9% 6,3% 6,7% 7,1% 7,7% 7,9% 8,3% 3,7%/
8,2%2
Sonstiges
Finanzergebnis
Mio EUR 7,2 2,1 –11,3 –24,6 –8,2 –5,2 –30,8 –14,8 –2,8 2,0
Ergebnis vor
Ertragsteuern
(EBT)
Mio EUR 130,5 164,9 158,2 124,8 148,7 162,3 151,6 171,2 194,0 91,0
Ertragsteuern Mio EUR –30,8 –42,2 –39,3 –45,1 –30,3 –39,1 –28,4 –47,2 –47,2 –19,5
Periodenergebnis Mio EUR 99,8 122,6 118,9 79,7 118,4 123,2 123,2 124,0 146,8 71,6/
142,22
Ergebnis je Aktie3 EUR 1,43 1,75 1,71 1,18 1,75 1,82 1,82 1,82 2,17 1,06/
2,102
Mitarbeiter
(Periodendurch
schnitt,
Vollzeitkräfte)
24.456 25.764 27.002 25.921 24.969 23.369 23.181 24.211 23.912 23.476

1 Die Darstellung der Umsatzerlöse sowie der Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen der Division Paket & Logistik wurden angepasst. Exportdienstleistungen werden nach der Nettomethode erfasst (vormals Ausweis in Umsatzerlösen und Aufwand für bezogene Leistungen). 2

Bereinigt um Sondereffekte

3 Bezogen auf 70.000.000 Stück Aktien, 2008 auf 69.505.601, ab 2009 bezogen auf 67.552.638 Stück Aktien

Cashflow 2006
IFR
S
2007
IFR
S
2008
IFR
S
2009
IFR
S
2010
IFR
S
2011
IFR
S
20121
IFR
S
20132
IFR
S
2014
IFR
S
2015
IFR
S
Cashflow aus
dem Ergebnis vor
Steuern
Mio EUR 327,1 328,5 278,3 220,7 196,0 290,6 328,4 343,8 326,1 317,3
Cashflow aus dem
Ergebnis
Mio EUR 277,6 292,4 237,0 195,8 134,1 248,6 276,6 304,8 283,3 265,0
Cashflow aus
Geschäftstätigkeit
Mio EUR 238,0 295,9 233,4 230,0 178,9 228,2 246,7 250,4 232,2 216,2
Cashflow aus
Investitionstätigkeit
Mio EUR –142,6 –142,4 –23,1 6,9 –25,3 –65,8 –115,4 –189,9 –69,4 –49,0
Free Cashflow Mio EUR 95,4 153,4 210,3 236,9 153,6 162,5 131,3 60,5 162,8 167,2
Free Cashflow vor
Akquisitionen/
Wertpapieren
Mio EUR 228,4 168,2 193,0 199,0 156,4 151,4 172,1 153,9 151,7 178,3
Dividenden
ausschüttung
Mio EUR 70,0 168,0 168,9 101,3 108,1 114,8 121,6 128,4 131,7 131,7
Bilanz und Kennzahlen 2006
IFR
S
2007
IFR
S
2008
IFR
S
2009
IFR
S
2010
IFR
S
2011
IFR
S
20123
IFR
S
20133
IFR
S
2014
IFR
S
2015
IFR
S
Bilanzsumme Mio EUR 1.901,6 2.058,6 1.874,6 1.775,3 1.715,1 1.668,3 1.694,6 1.640,2 1.671,0 1.613,0
Langfristiges
Vermögen
Mio EUR 1.272,9 1.361,9 1.252,1 1.141,3 1.067,6 1.005,1 1.047,6 1.066,4 1.025,4 909,6
Kurzfristiges
Vermögen
Mio EUR 614,9 694,3 622,5 634,0 647,5 660,4 647,0 571,9 645,0 639,6
Zur Veräußerung
gehaltene Vermö
genswerte
Mio EUR 13,8 2,4 0,0 0,0 0,0 2,8 0,0 1,9 0,6 63,8
Eigenkapital Mio EUR 821,4 874,3 741,5 673,7 690,8 702,0 708,6 699,4 702,7 641,7
Langfristige
Schulden
Mio EUR 564,0 598,0 551,8 514,0 479,4 452,9 445,2 423,4 431,4 384,9
Kurzfristige
Schulden
Mio EUR 516,2 586,3 581,3 587,6 544,9 502,8 540,9 517,5 536,9 516,3
Schulden iZm zur
Veräußerung
gehaltenen
Vermögenswerten
Mio EUR 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 10,6 0,0 0,0 0,6 70,0
Nettofinanz
verschuldung
Mio EUR 173,9 173,4 270,2 231,2 126,6 61,5 68,5 112,4 99,7 28,1
Net Debt/EBITDA 0,75 0,59 0,84 0,86 0,48 0,22 0,25 0,37 0,30 0,09
Eigenkapitalquote % 43,2% 42,5% 39,6% 38,0% 40,3% 42,1% 41,8% 42,6% 42,1% 39,8%
Eigenkapital
rentabilität (ROE)
% 13,8% 16,3% 16,8% 13,9% 20,7% 21,1% 21,0% 21,2% 25,8% 12,5%/
24,9%4
Capital Employed Mio EUR 935,0 992,2 952,5 861,7 767,5 708,9 713,2 753,4 733,8 577,0
Gearing Ratio Mio EUR 36,4% 34,3% 18,3% 8,8% 9,7% 16,1% 14,2% 4,4%
Return on Capital
Employed (ROCE)
% 15,1% 16,9% 17,4% 16,5% 19,3% 22,7% 25,6% 25,4% 26,5% 13,6%/
30,2%4

1 Angepasste Darstellung 2012: Im Zusammenhang mit der Neutralisierung der Reklassifizierung von langfristigen in kurzfristige Rückstellungen wurde ab dem Geschäftsjahr 2013 auch der Verbrauch von langfristigen Rückstellungen im Cashflow aus der Veränderung des Nettoumlaufvermögens dargestellt, weshalb das Cashflow-Statement im Geschäftsjahr 2012 dementsprechend angepasst wurde.

2 Angepasste Darstellung 2013: Unbare Veränderungen von Rückstellungen, die von ihrer Art her insgesamt als langfristig zu betrachten sind, sowie Rückstellungen für Restrukturierungen werden ab dem Geschäftsjahr 2014 im Cashflow aus dem Ergebnis bereinigt. Das Cashflow-Statement für das Geschäftsjahr 2013 wurde entsprechend angepasst.

3 Bilanzstruktur nach angepasster Darstellung von Ertragsteuererstattungsansprüchen/Ertragsteuerverbindlichkeiten und dem Ausweis von erhaltenen Anzahlungen

4 Bereinigt um Sondereffekte

Finanzkalender 2016

Jahresergebnis 2015, Veröffentlichung: 07:30–07:40 Uhr
Nachweisstichtag für die Teilnahme an der Hauptversammlung
Hauptversammlung 2016, Wien
Ex-Tag (Dividende)
Record Date (Feststellung der anspruchsberechtigten Bestände iZm Ausschüttungen)
Dividendenzahltag
Zwischenbericht 1. Quartal 2016, Veröffentlichung: 07:30–07:40 Uhr
Halbjahresfinanzbericht 2016, Veröffentlichung: 07:30–07:40 Uhr
Zwischenbericht 1. bis 3. Quartal 2016, Veröffentlichung: 07:30–07:40 Uhr

Entwicklung der Post-Aktie (Vergleich 24 Monate)

Aktienkennzahlen

2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015
EUR 36,10 23,99 24,10 19,02 24,73 23,30 31,20 34,78 40,38 33,63
EUR 1,00 2,40 2,50 1,50 1,60 1,70 1,80 1,90 1,95 1,951
% 90,0% –30,8% 10,5% –10,7% 37,9% 0,7% 41,2% 17,2% 21,6% –11,9%
% 90,0% 31,5% 44,7% 31,2% 69,1% 70,0% 120,5% 148,8% 188,3% 163,1%
Mio EUR 2.527,0 1.679,3 1.628,0 1.284,9 1.670,6 1.574,0 2.107,6 2.349,5 2.727,8 2.271,8

1 Vorschlag an die Hauptversammlung am 14. April 2016

Basisinformationen

ISIN AT0000APOST4
Handelssymbol (Wiener Börse) POST
Reuters Code POST.VI
Bloomberg Code POST AV
Anzahl der Aktien per 31. Dezember 2015 67.552.638 Stück
Handelsplatz Wiener Börse
Emissionskurs EUR 19,00
Erster Handelstag 31. Mai 2006
Mindeststückzahl (kleinste handelbare Aktienanzahl) 1
Aktiengattung Stammaktien
Aktiensplit Kein Aktiensplit

Impressum

Herausgeber und Medieninhaber

Österreichische Post AG Haidingergasse 1, 1030 Wien T: +43 (0) 577 67 0, E: [email protected] FN: 180219d, Handelsgericht Wien

Projektleitung, Gestaltung und Lektorat be.public Corporate & Financial Communications, Wien

Druck

Niederösterreichisches Pressehaus, St. Pölten

Wir haben diesen Bericht mit der größtmöglichen Sorgfalt erstellt und die Daten überprüft. Rundungs-, Satz- oder Druckfehler können dennoch nicht ausgeschlossen werden. Bei der Summierung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben können durch Verwendung automatischer Rechenhilfen rundungsbedingte Rechendifferenzen auftreten.

Dieser Bericht enthält auch zukunftsbezogene Einschätzungen und Aussagen, die wir auf Basis aller uns zum gegenwärtigen Zeitpunkt zur Verfügung stehenden Informationen getroffen haben. Diese zukunftsbezogenen Aussagen werden üblicherweise mit Begriffen wie "erwarten", "schätzen", "planen", "rechnen" etc. umschrieben. Wir weisen darauf hin, dass die tatsächlichen Gegebenheiten – und damit auch die tatsächlichen Ergebnisse – aufgrund verschiedenster Faktoren von den in diesem Bericht dargestellten Erwartungen abweichen können.

Personenbezogene Formulierungen sind geschlechtsneutral zu verstehen.

Dieser Geschäftsbericht ist auch in englischer Sprache verfügbar. Maßgeblich ist in Zweifelsfällen die deutschsprachige Version.

Redaktionsschluss: 09. März 2016

JAHRESABSCHLUSS 2015 ÖSTERREICHISCHE POST AG EINZELABSCHLUSS NACH ÖSTERREICHISCHEM UGB

ANLAGENVERZEICHNIS

Bilanz zum 31. Dezember 2015 1
Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2015 2
Anhang für das Geschäftsjahr 2015 3
Lagebericht für das Geschäftsjahr 2015 4
Bestätigungsvermerk 5

BILANZ ZUM 31. DEZEMBER 2015

31.12.2014 31.12.2015
Aktiva TEUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1.
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte
14.878 13.308.601,21
II. Sachanlagen
1.
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten,
einschließlich der Bauten auf fremdem Grund 223.077 210.326.280,11
2.
technische Anlagen und Maschinen
58.445 56.520.601,96
3.
andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
106.439 114.302.472,43
4.
geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau
12.650 50.441.547,55
400.612 431.590.902,05
III. Finanzanlagen
1.
Anteile an verbundenen Unternehmen
499.069 388.660.974,52
2.
Ausleihungen an verbundene Unternehmen
12.484 0,00
3.
Beteiligungen
8.255 13.334.143,94
4.
Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens
65.724 69.460.888,44
585.533 471.456.006,90
1.001.023 916.355.510,16
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1.
Hilfs- und Betriebsstoffe
4.647 4.955.579,22
2.
Waren
10.835 9.710.472,00
15.481 14.666.051,22
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1.
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
152.491 180.404.205,70
2.
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen
64.329 35.583.022,23
3.
Forderungen gegenüber Unternehmen, mit denen
ein Beteiligungsverhältnis besteht 440 484.898,90
4.
sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände
82.102 48.527.995,87
299.362 265.000.122,70
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 243.529 279.760.427,57
558.373 559.426.601,49
C. Rechnungsabgrenzungsposten 27.565 32.496.517,38
1.586.961 1.508.278.629,03
Passiva 31.12.2014
TEUR
31.12.2015
EUR
A. Eigenkapital
I. Grundkapital 337.763 337.763.190,00
II. Kapitalrücklagen
1.
gebundene
12.237 12.236.810,00
2.
nicht gebundene
118.300 78.763.190,00
130.537 91.000.000,00
III. Gewinnrücklagen
1.
gesetzliche Rücklage
35.000 35.000.000,00
2.
andere Rücklagen (freie Rücklagen)
15.000 0,00
50.000 35.000.000,00
IV. Bilanzgewinn 168.620 132.967.882,19
davon Gewinnvortrag: EUR 36.891.885,70; Vorjahr: TEUR 60.463
686.919 596.731.072,19
B. Unversteuerte Rücklagen
1.
Bewertungsreserve auf Grund von Sonderabschreibungen
15.047 14.555.979,67
C. Rückstellungen
1.
Rückstellungen für Abfertigungen
101.966 93.720.673,00
2.
Steuerrückstellungen
17.748 30.019.350,00
3.
sonstige Rückstellungen
478.591 479.242.649,00
598.306 602.982.672,00
D. Verbindlichkeiten
1.
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
6.750 6.750.087,67
2.
erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen
40 51.170,91
3.
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
130.987 130.729.524,57
4.
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
45.390 42.913.224,12
5.
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht 2.949 1.321.265,90
6.
sonstige Verbindlichkeiten
80.964 91.851.674,37
davon aus Steuern: EUR 23.216.702,10; Vorjahr: TEUR 30.040
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: EUR 21.301.507,57;
Vorjahr: TEUR 22.139
267.079 273.616.947,54
E. Rechnungsabgrenzungsposten 19.610 20.391.957,63
1.586.961 1.508.278.629,03
Haftungsverhältnisse 94.812 6.337.665,48

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2015

2014 2015
TEUR EUR
1.Umsatzerlöse 1.659.842 1.700.675.172,32
2.aktivierte Eigenleistungen 854 566.930,39
3.sonstige betriebliche Erträge
a)Erträge aus dem Abgang vom Anlagevermögen mit Ausnahme der Finanzanlagen 3.058 3.434.846,55
b)Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 9.436 3.402.898,19
c)übrige 75.263 91.636.733,93
4.Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Leistungen
a)Materialaufwand -54.033 -53.475.902,93
b)Aufwendungen für bezogene Leistungen -255.132 -269.767.749,23
5.Personalaufwand
a)Gehälter -737.978 -716.050.387,14
b)Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen
an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen -39.901 -39.537.435,17
c)Aufwendungen für Altersversorgung -207 -194.211,90
d)Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben sowie vom
Entgelt abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge -206.967 -198.827.646,01
e)Sonstige Sozialaufwendungen -8.323 -7.796.033,39
6.Abschreibungen auf immaterielle Gegenstände des
Anlagevermögens und Sachanlagen -62.898 -59.874.933,82
davon außerplanmäßige Abschreibungen auf das Anlagevermögen
gemäß § 204 Abs. 2 UGB: EUR 0; (Vorjahr: TEUR 2.310)
7.sonstige betriebliche Aufwendungen
a)Steuern, soweit nicht vom Einkommen und Ertrag -6.513 -6.808.896,32
b)übrige -212.046 -237.935.665,14
8.Zwischensumme aus Z 1 bis 7 (Betriebsergebnis) 164.453 209.447.720,33
9.Erträge aus Beteiligungen 29.757 27.346.585,52
davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 26.769.162,82; Vorjahr: TEUR 29.066
10. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 1.352 1.066.874,77
davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 99; Vorjahr: TEUR 538
11. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 3.136 5.946.382,36
davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 442.353,64; Vorjahr: TEUR 842
12. Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu Finanzanlagen 18.765 683.544,48
davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 677.016,66; Vorjahr: TEUR 18.762
13. Aufwendungen aus Finanzanlagen -75.920 -156.728.335,17
davon Abschreibungen: EUR 156.465.235,17; Vorjahr: TEUR 75.575
davon Aufwendungen aus verbundenen Unternehmen: EUR 156.728.335,17;
Vorjahr: TEUR 75.920
14. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -743 -372.226,75
davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 15.556,12; Vorjahr: TEUR 50
15. Zwischensumme aus Z 9 bis 14 (Finanzergebnis) -23.654 -122.057.174,79
16. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 140.800 87.390.545,54
17. Verschmelzungsgewinn 13.104 0,00
18. Steuern vom Einkommen und Ertrag -46.078 -46.342.221,31
19. Jahresüberschuss 107.825 41.048.324,23
20. Auflösung unversteuerter Rücklagen 332 491.102,52
21. Auflösung von Kapitalrücklagen 0 39.536.569,74
22. Auflösung von Gewinnrücklagen 0 15.000.000,00
23. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 60.463 36.891.885,70
24. Bilanzgewinn 168.620 132.967.882,19

ANHANG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2015

Inhaltsverzeichnis

1. Grundsätzliche Ausführungen 7
2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
2.1
Allgemeine Angaben
2.2
Anlagevermögen
2.3
Umlaufvermögen
2.4
Rückstellungen
2.5
Verbindlichkeiten
2.6
Steuerliche Verhältnisse
8
8
8
9
10
11
12
3. Erläuterungen zur Bilanz
3.1
Anlagevermögen
3.2
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
3.3
Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten
3.4
Aktive Rechnungsabgrenzungsposten
3.5
Eigenkapital
3.6
Unversteuerte Rücklagen
3.7
Rückstellungen
3.8
Verbindlichkeiten
3.9
Passive Rechnungsabgrenzungsposten
3.10
Sonstige Angaben
13
13
16
17
17
18
18
19
20
20
21
4. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
4.1
Umsatzerlöse
4.2
Sonstige betriebliche Erträge
4.3
Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Leistungen
4.4
Personalaufwand
4.5
Sonstige betriebliche Aufwendungen
4.6
Erträge aus Beteiligungen
4.7
Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens
4.8
Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu Finanzanlagen
4.9
Aufwendungen aus Finanzanlagen
4.10
Verschmelzungsgewinn
4.11
Steuern vom Einkommen und Ertrag
25
25
25
25
25
27
27
28
28
28
28
29
5. Finanz- und Risikomanagement 30
6. Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats 32

1. Grundsätzliche Ausführungen

Die Österreichische Post AG und ihre Tochtergesellschaften sind Logistik- und Dienstleistungsunternehmen im Briefund Paketbereich. Zu den Geschäftsbereichen der Österreichischen Post AG zählen die Erbringung von Leistungen des Brief- und Paketdienstes sowie die Abwicklung von Finanzdienstleistungen in Kooperation mit der BAWAG P.S.K.

Der Sitz der Österreichischen Post AG befindet sich in Wien, Österreich. Die Anschrift lautet Haidingergasse 1, 1030 Wien. Die Gesellschaft ist in das Firmenbuch beim Handelsgericht Wien zu FN 180219d eingetragen. Bei der Gesellschaft handelt es sich um eine große Kapitalgesellschaft im Sinne des § 221 UGB.

Die Österreichische Post AG ist ein konsolidierungspflichtiges Mutterunternehmen im Sinne des § 244 UGB und stellt gemäß § 245a Abs.1 UGB ihren Konzernabschluss nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) auf.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

2.1 Allgemeine Angaben

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2015 wurde nach den Rechnungslegungsvorschriften des österreichischen Unternehmensgesetzbuches (UGB) in der geltenden Fassung, unter Beachtung der Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung sowie der Generalnorm, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu vermitteln, erstellt.

Für die Erstellung des Jahresabschlusses wurde der Grundsatz der Vollständigkeit eingehalten. Bei der Bewertung der einzelnen Vermögensgegenstände und Schulden wurde der Grundsatz der Einzelbewertung beachtet und eine Fortführung des Unternehmens unterstellt.

Dem Vorsichtsprinzip wurde Rechnung getragen, indem nur die am Abschlussstichtag verwirklichten Gewinne ausgewiesen wurden. Alle erkennbaren Risiken und drohenden Verluste wurden berücksichtigt.

Die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt nach dem Gesamtkostenverfahren. Der Jahresabschluss wurde in Euro aufgestellt. Alle Beträge sind in tausend Euro (TEUR) angegeben. Bei Summierung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben können durch Verwendung automatisierter Rechenhilfen rundungsbedingte Rechendifferenzen auftreten.

2.2 Anlagevermögen

Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen werden mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, angesetzt. Außerplanmäßige Abschreibungen werden bei voraussichtlich dauernder Wertminderung durchgeführt.

Die planmäßigen Abschreibungen werden linear unter Zugrundelegung folgender Nutzungsdauern und Abschreibungssätze berechnet:

Nutzungsdauer
in Jahren
Abschreibungssatz
in %
Immaterielle Vermögensgegenstände 3-10 10-33
Gebäude 10-50 2-10
Technische Anlagen und Maschinen 8-10 10-12,5
Fuhrpark 4-8 12,5-25
EDV- und technische Ausstattung 3-5 20-33,3
Sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung 5-20 5-20

Österreichische Post 2015 | 8

Für Zugänge des 1. Halbjahres wird die volle Jahresabschreibung, für Zugänge des 2. Halbjahres die halbe Jahresabschreibung angesetzt.

Geringwertige Vermögensgegenstände mit Anschaffungskosten kleiner als EUR 400 werden im Zugangsjahr voll abgeschrieben. In der Entwicklung des Anlagevermögens werden sie als Zu- und Abgang sowie Abschreibung des Geschäftsjahres ausgewiesen.

Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten bewertet. Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, wenn der beizulegende Wert zum Abschlussstichtag niedriger ist und die Wertminderungen voraussichtlich von Dauer sind.

Ausleihungen werden zu Anschaffungskosten bewertet. Sofern sie unverzinslich sind, werden sie mit dem am Bilanzstichtag geltenden Zinssatz abgezinst und mit dem Barwert angesetzt.

2.3 Umlaufvermögen

Die Bewertung der Vorräte erfolgt zu Anschaffungs- und Herstellungskosten unter Beachtung des Niederstwertprinzips. Die Bestandswertermittlung wird in einem ersten Schritt nach dem gleitenden Durchschnittspreisverfahren durchgeführt. Der zweite Schritt der Bewertung umfasst eine gegebenenfalls erforderliche Abwertung auf einen zum Bilanzstichtag unter dem Durchschnittspreis liegenden niedrigeren Einkaufspreis. Der letzte Bewertungsschritt berücksichtigt die Gängigkeit der Vorräte. Nach Maßgabe der Umschlaghäufigkeit werden, wenn nötig, vom Bestandswert entsprechende Abschläge (bis zu 100%) vorgenommen.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert bewertet, soweit nicht im Fall erkennbarer Einzelrisiken, der niedrigere beizulegende Wert angesetzt wird. Zur Berücksichtigung allgemeiner Ausfallrisiken bestehen pauschal ermittelte Wertberichtigungen. Soweit erforderlich, wird eine spätere Fälligkeit von Forderungen durch Abzinsung berücksichtigt.

Die liquiden Mittel sind zum Nennwert angesetzt.

Fremdwährungsforderungen werden mit dem Entstehungskurs oder mit dem niedrigeren Devisengeldkurs des Bilanzstichtages angesetzt. Die Forderungen aus dem internationalen Postverkehr werden großteils in Euro bzw. Sonderziehungsrechten abgerechnet. Die Bewertung der Sonderziehungsrechte erfolgt zum Referenzkurs des International Monetary Fund zum Bilanzstichtag.

2.4 Rückstellungen

Rückstellungen für Abfertigungen werden für gesetzliche und vertragliche Ansprüche von Angestellten gebildet. Die Rückstellung wird nach versicherungsmathematischen Grundsätzen unter Zugrundelegung der Vorschriften der International Financial Reporting Standards (IAS 19) berechnet. Die Bewertung erfolgt nach der Methode der laufenden Einmalprämien (Projected Unit Credit Method) unter Zugrundelegung eines gesetzlichen Pensionsantrittsalters von 60 bis 65 Jahren für weibliche und von 65 Jahren für männliche Angestellte unter Berücksichtigung der Übergangsbestimmungen gemäß Pensionsharmonisierungsgesetz 2003 und der schrittweisen Anhebung des Regelpensionsalters für Frauen. Für Beamte wurde mangels Anspruch keine Abfertigungsrückstellung gebildet.

Folgende Parameter wurden der Berechnung zu Grunde gelegt:

2014 2015
Rechnungszinssatz 2,0% 2,5%
Gehaltssteigerung 3,0% 3,0%
Fluktuationsabschlag (gestaffelt) 0,5% - 1,75% 0,33% - 1,72%

Für Dienstnehmer, deren Dienstverhältnis nach dem 31. Dezember 2002 begonnen hat, werden die Abfertigungsverpflichtungen durch die laufende Entrichtung entsprechender Beiträge an die Mitarbeitervorsorgekasse abgegolten.

Rückstellungen für Abfertigungen ähnliche Verpflichtungen werden für Jubiläumsgelder gebildet. Die Berechnung erfolgt analog dem Verfahren für die Abfertigungsrückstellung nach der Methode der laufenden Einmalprämien (Projected Unit Credit Method).

Folgende Parameter wurden der Berechnung zu Grunde gelegt:

2014 2015
Rechnungszinssatz 2,0% 2,25%
Gehaltssteigerung 3,0% 3,0%
Fluktuationsabschlag (gestaffelt) 6,75% - 23% 6,86% - 27,10%

Die übrigen Rückstellungen werden in Höhe der voraussichtlichen Inanspruchnahme gebildet und berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und der Höhe nach noch nicht feststehende Verbindlichkeiten. Sie umfassen im Wesentlichen Vorsorgen für Personal, für noch nicht konsumierte Urlaube, Unterauslastungen, Verpflichtungen für Personalanpassungsmaßnahmen und sonstige ungewisse Verbindlichkeiten.

Rückstellungen für Unterauslastung werden für künftige Personalaufwendungen von unkündbaren Mitarbeitern (vor allem beamtete Mitarbeiter) gebildet, die im Rahmen des laufenden Post-internen Organisationsprozesses zur Anpassung an die sich ändernden Marktbedingungen ihren Arbeitsplatz verlieren und im Unternehmen nicht mehr oder nur mehr in einem untergeordneten Ausmaß zur Leistungserbringung eingesetzt werden können. Bei diesen Dienstverhältnissen handelt es sich um belastende Verträge, bei denen die unvermeidbaren Kosten zur Erfüllung der vertraglichen Verpflichtungen höher sind als der erwartete wirtschaftliche Nutzen. Die Berechnung des Rückstellungsbetrags erfolgt als Barwert der bis zur Pensionierung der jeweiligen Mitarbeiter anfallenden Aufwendungen unter Ansatz eines einheitlichen durchschnittlichen Unterauslastungsgrades sowie eines Fluktuationsabschlags. Sofern unkündbare Mitarbeiter mangels Einsatzmöglichkeit im Unternehmen zu nicht kostendeckenden Konditionen an externe Unternehmen verleast werden, erfolgt die Ermittlung der Rückstellung unter Ansatz der prozentuellen Kostenunterdeckung. Sämtliche Parameter werden laufend evaluiert und an sich ändernde Verhältnisse angepasst.

Für beamtete Mitarbeiter, die sich in einem Verfahren zur Versetzung in den Ruhestand wegen Dienstunfähigkeit befinden, werden für noch zu erbringende Leistungen Vorsorgen gebildet. Die Ermittlung der Rückstellung erfolgt als Barwert der noch zu erbringenden Leistungen für den Zeitraum der erwarteten durchschnittlichen Verfahrensdauern.

Der Barwert der einzelnen Rückstellungen wird unter Ansatz eines Abzinsungssatzes und der erwarteten Gehaltssteigerung ermittelt.

Folgende Parameter wurden bei der Berechnung der Rückstellungen zu Grunde gelegt:

2014 2015
Rechnungszinssatz 0,75% - 1,5% 1,25% - 2,0%
Gehaltssteigerung 2,75% 2,75%-3,5%

Die Änderung der Parameter führte zu einem positiven Bewertungseffekt von TEUR 3.112, der in der Gewinn- und Verlustrechnung unter den Personalaufwendungen erfasst wurde.

Die Rückstellung für Unterauslastung enthält weiters Vorsorgen für Mitarbeiter, die sich im Programm zum möglichen Ressortwechsel in verschiedene Bundesministerien befinden. Im Oktober 2013 wurde eine entsprechende Rahmenvereinbarung mit dem Bund zum möglichen Ressortwechsel von Post-Mitarbeitern in verschiedene Bundesministerien abgeschlossen. Dabei werden Ansprüche für Mitarbeiter, die einem Wechsel bereits zugestimmt haben, für einen bestimmten festgelegten Zeitraum übernommen und entsprechend rückgestellt.

Anrechnung von Vordienstzeiten für beamtete Mitarbeiter

Mit Entscheid vom 11. November 2014 hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) nach Vorlage durch den österreichischen Verwaltungsgerichtshof (VwGH) festgestellt, dass die im Jahr 2010 gesetzlich festgelegte Methodik zur Beseitigung der Altersdiskriminierungen im Gehaltssystem der Bundesbediensteten dem Unionsrecht widerspricht. Nachdem die Thematik der Anrechnung von Vordienstzeiten nicht nur die der Österreichischen Post AG zugeteilten Beamten, sondern alle Beamten des Bundes betraf, hat der österreichische Nationalrat reagiert und bereits mit 21. Jänner 2015 eine umfassende Reform des Besoldungssystems des Bundes vorgenommen. Mit dieser Reform wurde der Hauptkritikpunkt des EuGH aufgegriffen und umfassend beseitigt. Vor diesem Hintergrund ist aus den zum Stichtag offenen Verfahren von rund 100 aktiven Beamten nach Einschätzung der Österreichischen Post AG keine Rückstellung zu bilden. Für beamtete Mitarbeiter, die der beschlossenen Dienstrechtsreform möglicherweise nicht unterliegen, wurde bereits im Vorjahr eine Rückstellung gebildet.

2.5 Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten sind mit ihrem Rückzahlungsbetrag unter Bedachtnahme auf den Grundsatz der Vorsicht angesetzt.

Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit ihrem Entstehungskurs oder mit dem höheren Devisenbriefkurs zum Bilanzstichtag bewertet. Verbindlichkeiten aus dem internationalen Postverkehr werden großteils in Euro bzw. in Sonderziehungsrechten abgerechnet. Die Bewertung der Sonderziehungsrechte erfolgt zum Bilanzstichtag mit dem Referenzkurs des International Monetary Fund.

2.6 Steuerliche Verhältnisse

Umsatzsteuer

Umfang der Umsatzsteuerbefreiung

In der Europäischen Union stellen die Postdienste ein wesentliches Instrument für Kommunikation und Informationsaustausch dar und spielen eine grundlegende Rolle im Rahmen der Zielsetzungen des sozialen, wirtschaftlichen und territorialen Zusammenhalts in der Union. Um diese Zielsetzung zu erreichen, werden die Mitgliedsstaaten verpflichtet, einen Universaldienst sicherzustellen, der ständig flächendeckend postalische Dienstleistungen einer bestimmten Qualität zu tragbaren Preisen für alle Nutzer bietet.

Aus diesem Grund sind gemäß Artikel 132 der EU-Richtlinie über das gemeinsame Mehrwertsteuersystem (2006/112/EG) dem Gemeinwohl dienende Tätigkeiten (und somit auch von öffentlichen Posteinrichtungen ausgeführten Dienstleistungen) steuerfrei. Das Urteil des EuGH (C-357/07) konkretisiert den Begriff "öffentliche Posteinrichtungen" und schränkt die Umsatzsteuerbefreiung auf Leistungen ein, die ein Betreiber von Universaldienstleistungen als solcher ausführt.

Durch die Verpflichtung diese Regelungen in die nationale Rechtslage zu übernehmen, wurde im österreichischen Umsatzsteuergesetz mit Wirkung 1. Jänner 2011 festgeschrieben, dass nur mehr Universaldienstleistungen (v.a. Briefe bis 2 kg und Pakete bis 10 kg) eines Universaldienstbetreibers umsatzsteuerfrei sind (§ 6 Abs 1 Z 10 lit b UStG). Vom Universaldienst ausdrücklich ausgenommen und daher auch von der oben genannten Umsatzsteuerbefreiung sind jedoch Postsendungen, die bei Verteilzentren aufgeliefert werden. Dies gilt auch für Leistungen, deren Bedingungen individuell ausgehandelt worden sind.

Pro-rata-Satz

Der Leistungsumfang der Österreichischen Post AG umfasst Produkte und Dienstleistungen, die gemäß Umsatzsteuergesetz (UStG) sowohl steuerfrei (v.a. Universaldienstleistungen sowie die Vermittlung von Bankdienstleistungen) als auch steuerpflichtig (restliche Produkte) behandelt werden. Können Aufwendungen nicht exakt einem Umsatz zugeordnet werden, so kommt beim Vorsteuerabzug der sogenannte Pro-rata-Satz zur Anwendung. Dieser stellt die Relation der steuerpflichtigen Umsätze zu den gesamten Umsätzen dar und betrug im Jahr 2015 49,83% (2014: 49,80%).

Steuern vom Einkommen und Ertrag

Die Österreichische Post AG als Gruppenträgerin bildet mit mehreren Tochtergesellschaften eine Unternehmensgruppe i.S.d. § 9 KStG. Das Vorliegen einer Unternehmensgruppe bewirkt, dass die steuerlichen Ergebnisse der Gruppenmitglieder der Österreichischen Post AG zugerechnet werden. Eine unternehmensrechtliche Zuweisung der Ergebnisse erfolgt nicht.

Innerhalb der Unternehmensgruppe erfolgt ein Ausgleich der steuerlichen Mehr- oder Minderbelastung der Gruppenträgerin durch die Verrechnung positiver und negativer Steuerumlagen. Positive Steuerumlagen sind Ausgleichszahlungen der Gruppenmitglieder an die Gruppenträgerin aufgrund der Überrechnung der positiven Ergebnisse. Negative Steuerumlagen sind als Ausgleich für die Überrechnung negativer Ergebnisse von der Gruppenträgerin an die Gruppenmitglieder zu leisten.

3. Erläuterungen zur Bilanz

3.1 Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens und die Aufgliederung der Abschreibung des Geschäftsjahres sind im Anlagenspiegel (Beilage A) dargestellt.

In den Sachanlagen ist bei den Grundstücken der Österreichischen Post AG ein Grundwert von TEUR 76.711 (31.12.2014: TEUR 77.020) enthalten.

Im Geschäftsjahr 2015 wurden keine außerplanmäßigen Abschreibungen von immateriellen Vermögensgegenständen und Sachanlagevermögen vorgenommen (2014: TEUR 2.310).

Das Finanzanlagevermögen wurde in Höhe von TEUR 156.465 (2014: TEUR 75.575) außerplanmäßig abgeschrieben:

Im Geschäftsjahr 2015 wurde die Beteiligung an der Post 201 Beteiligungs GmbH in Höhe von TEUR 93.632 (2014: TEUR 74.983) und die Beteiligung an der Post 001 Finanzierungs GmbH in Höhe von TEUR 43.762 (2014: TEUR: 0) im Zusammenhang mit der trans-o-flex Gruppe außerplanmäßig abgeschrieben. Weiters wurde die Beteiligung an der Post 103 Beteiligungs GmbH im Zusammenhang mit Zentral- und Südosteuropäischen Beteiligungen in Höhe von TEUR 17.622 (2014: TEUR 592) sowie die Beteiligung an der Systemlogistik GmbH in Höhe von TEUR 1.449 (2014: TEUR 0) außerplanmäßig abgeschrieben.

In 2015 erfolgte eine Zuschreibung an der Post Immobilien GmbH mit TEUR 677 (2014: TEUR: 0). Im Vorjahr erfolgten Zuschreibungen an der Post 101 Beteiligungs GmbH mit TEUR 3.296 und an der Post 203 Beteiligungs GmbH mit TEUR 3.000.

Da die Emittenten der in den Wertpapieren des Anlagevermögens ausgewiesenen Schuldinstrumente weiterhin ein gutes Bonitätsrating aufweisen und die Kursrückgänge nicht auf finanzielle Schwierigkeiten der Emittenten, sowie auf Verringerung zukünftiger Cashflows oder auf Ausfälle von Zins- und Tilgungszahlungen schließen lassen, ist eine dauerhafte Wertminderung nicht anzunehmen. Außerplanmäßige Abschreibungen gemäß § 204 Abs.2 zweiter Satz UGB unterbleiben daher. Der Buchwert der in den Wertpapieren des Anlagevermögens ausgewiesenen Schuldinstrumente beträgt TEUR 57.249 (31.12.2014: TEUR 53.512); der beizulegende Zeitwert beläuft sich auf TEUR 56.742 (31.12.2014: TEUR 52.867).

Name und Sitz der Gesellschaft Anteil
zum
31.12.2015
%
Eigenkapital
zum
31.12.2015
TEUR
Jahres
ergebnis
2015
TEUR
Anteile an verbundenen Unternehmen
feibra GmbH, Wien**) 100 11.023 10.451
Medien.Zustell GmbH, Wien**) 100 1.582 1.386
Neutorgasse 7 Projektentwicklungs AG & CO OG, Wien***) 100 14.827 16
Aktionsfinder GmbH, Salzburg 80 -277 -314
Post & Co Vermietungs OG, Wien***) 100 134.099 2.569
Post 001 Finanzierungs GmbH, Wien 100 20.466 -43.847
Post 101 Beteiligungs GmbH, Wien 100 9.314 -13
Post 103 Beteiligungs GmbH, Wien 100 42.559 -16.349
Post 105 Beteiligungs GmbH, Wien 100 28 -11
Post 107 Beteiligungs GmbH, Wien 100 2.810 1.490
Post 201 Beteiligungs GmbH, Wien 100 53 -93.642
Post 203 Beteiligungs GmbH, Wien**) 100 66.175 8.052
Post 205 Beteiligungs GmbH, Wien 100 50.080 -12
Post 301 Beteiligungs GmbH, Wien**) 100 2.566 -4
Post Immobilien GmbH, Wien**) 100 1.404 52
Post.Wertlogistik GmbH, Wien 100 5.008 574
EMD - Elektronische- u. Mikrofilm- Dokumentationssysteme Ges.m.b.H., Haid 100 1.228 177
Systemlogistik Distribution GmbH, Wien**) 100 1.521 -400
Beteiligungen
ADELHEID/AEP
ADELHEID GmbH, Berlin 45,35 26.956 -2
AEP GmbH, Alzenau 45,35 6.348 -5.893
media.at GmbH, Wien*) 20,45 3.378 2.823
OMNITEC Informationstechnologie-Systemservice GmbH, Wien 50 389 1

Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen der Österreichischen Post AG

*) Jahresabschluss zum 30.06.2015

**) Unternehmensgruppe i.S.d. § 9 KStG

***) Österreichische Post AG als unbeschränkt haftende Gesellschafterin beteiligt

Im Geschäftsjahr 2015 wurde die Gesellschaft EMD – Elektronische- u. Mikrofilm-Dokumentationssysteme Ges.m.b.H. um TEUR 3.407, sowie 80% der Anteile an der Aktionsfinder GmbH um TEUR 2.076 erworben.

Im Juli 2015 wurde die Gesellschaft Post 301 Beteiligungs GmbH mit einem Stammkapital von TEUR 35 gegründet und dieser ein Zuschuss in Höhe von TEUR 2.535 gewährt. Weiters erfolgte die Gründung der Gesellschaft Post 107 Beteiligungs GmbH mit einem Stammkapital von TEUR 35. An die Gesellschaft Post 107 Beteiligungs GmbH wurde ein Zuschuss von TEUR 285 gewährt und die Gesellschaft Austrian Post International Deutschland GmbH eingebracht.

Der Gesellschaft Neutorgasse 7 Projektentwicklungs AG & CO OG wurden im Geschäftsjahr 2015 Zuschüsse in Höhe von TEUR 1.900 gewährt.

Der Beteiligungsansatz der Post 001 Beteiligungs GmbH erhöhte sich um TEUR 33.691. Ein Großeil der Mittelzufuhr in Höhe von TEUR 32.916 erfolgte mittels Verzicht auf Darlehensforderungen der Österreichischen Post AG gegenüber der Post 002 Finanzierungs GmbH. Die seitens der Österreichischen Post AG gegenüber der Post 002 Finanzierungs GmbH bestehenden Ausleihungen in Höhe von TEUR 12.139 (31.12.2014: TEUR 12.484) sowie Darlehensforderungen in Höhe von TEUR 20.777 wurden in einen nicht rückzahlbaren Eigenmittelzuschuss umgewandelt, der eine Einlage in das Eigenkapital Post 001 Finanzierungs GmbH darstellt. Zum Bilanzstichtag bestehen keine Ausleihungen gegenüber verbundenen Unternehmen.

Der Beteiligungsansatz der Post 201 Beteiligungs GmbH erhöhte sich aufgrund nicht rückzahlbarer Zuschüsse um TEUR 7.366.

Weiters wurde an die ADELHEID GmbH ein Zuschuss in Höhe von TEUR 5.079 und an die Post 105 Beteiligungs GmbH ein Zuschuss in Höhe von TEUR 50 geleistet.

Der Buchwert der mittelbar gehaltenen Anteile an der BAWAG P.S.K beträgt unverändert zum Vorjahr TEUR 8.000.

3.2 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

TEUR 31.12.2014 31.12.2015
bis über bis über
mit einer Restlaufzeit von 1 Jahr 1 Jahr 1 Jahr 1 Jahr
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 152.491 0 180.404 0
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 49.815 14.513 35.583 0
Forderungen gegenüber Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht 440 0 485 0
Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände 71.323 10.779 40.117 8.411
274.070 25.292 256.589 8.411

Zum Jahresende wurden pauschal ermittelte Wertberichtigungen zu Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 938 (31.12.2014: TEUR 892) vorgenommen. Die Ermittlung der pauschalen Wertberichtigungen wird im mehrjährigen Rhythmus an den tatsächlichen Schadensverlauf angepasst.

In den Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 4.102 (31.12.2014: TEUR 2.623) und sonstige Forderungen in Höhe von TEUR 31.481 (31.12.2014: TEUR 61.705) enthalten. Die sonstigen Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen entfallen mit TEUR 2.271 (31.12.2014: TEUR 3.865) auf Steuerumlagen, mit TEUR 26.839 (31.12.2014: TEUR 27.997) auf Gewinnausschüttungen und Ergebnisüberrechnungen sowie mit TEUR 2.371 (31.12.2014: TEUR 29.843) auf sonstige Verrechnungen und Finanzierungen.

In den sonstigen Forderungen in Höhe von TEUR 48.528 (31.12.2014: TEUR 82.102) sind gutgeschriebene Rückforderungsansprüche aus in Vorperioden bezahlten Beiträgen aus der Gehaltsabrechnung der Beamten in Höhe von TEUR 28.174 enthalten. Die Österreichische Post AG bzw. ihre Rechtsvorgängerin haben im Zeitraum 1. Mai 1996 bis 31. Mai 2008 für die ihnen zugewiesenen Beamten Beiträge aus der Gehaltsabrechnung abgeführt. Aufgrund eines VwGH-Erkenntnisses des Jahres 2015 bestand dafür jedoch keine gesetzliche Verpflichtung. Daraus resultierend wurden der Österreichischen Post AG im Jahr 2015 Beiträge für die Jahre 1997 bis 2001 in Höhe von TEUR 28.174 vom Bundesfinanzgericht gutgeschrieben, die in den sonstigen Forderungen und sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen werden. Im Gegenzug bestehen für die Österreichischen Post AG Verpflichtungen für etwaige Ersatzleistungen, die sich auf Basis einer bestmöglichen Schätzung auf TEUR 5.174 belaufen werden und in den sonstigen Rückstellungen und sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen werden. Im Vorjahr war in den sonstigen Forderungen eine Forderung aus dem Verkauf der Postgasse 8 Entwicklungs AG & Co OG in Höhe von TEUR 60.010 ausgewiesen.

Die sonstigen Forderungen beinhalten Ertragszinsen in Höhe von TEUR 1.151 (31.12.2014: TEUR 929) sowie sonstige übrige Erträge in Höhe von TEUR 28.989 (31.12.2014: TEUR 61.938), die erst nach dem Abschlussstichtag zahlungswirksam werden.

3.3 Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten

TEUR 31.12.2014 31.12.2015
Guthaben bei Kreditinstituten 1.354 17.584
Termingelder 240.000 260.000
Kassenbestände 2.175 2.176
243.529 279.760

3.4 Aktive Rechnungsabgrenzungsposten

Aktive Rechnungsabgrenzungen wurden in Höhe von TEUR 32.497 (31.12.2014: TEUR 27.565) gebildet; davon entfallen TEUR 15.526 (31.12.2014: TEUR 15.933) auf vorausbezahlte Bezüge an beamtete Mitarbeiter, TEUR 6.604 (31.12.2014: TEUR 128) auf vorausbezahlte Versicherungsprämien, TEUR 1.711 (31.12.2014: TEUR 2.531) auf Mietzinsvorauszahlungen und TEUR 8.656 (31.12.2014: TEUR 8.973) auf sonstige Vorauszahlungen.

3.5 Eigenkapital

Das Grundkapital der Österreichischen Post AG beträgt TEUR 337.763. Es ist in 67,6 Mio auf Inhaber lautende stimm- und gewinnberechtigte Aktien geteilt. Hauptaktionärin der Österreichischen Post AG ist mit einem Anteil von 52,85% die Österreichische Bundes- und Industriebeteiligungen GmbH, Wien.

Mit Hauptversammlungsbeschluss vom 15. April 2015 wurde der Vorstand der Österreichischen Post AG zur Schaffung eines neuen Genehmigten Kapitals ermächtigt und die Satzung der Österreichischen Post AG wurde entsprechend angepasst. Mit Zustimmung des Aufsichtsrates kann das Grundkapital somit während einer Geltungsdauer von fünf Jahren bis 14. April 2020 im Ausmaß von bis zu TEUR 33.766 durch Ausgabe von bis zu 6.755.264 Stück neuen auf Inhaber lautenden Stückaktien erhöht werden. Weiters wurde in der Hauptversammlung die bedingte Erhöhung des Grundkapitals der Gesellschaft um bis zu TEUR 16.888 zur Ausgabe von bis zu 3.377.632 Stück auf Inhaber lautende Stückaktien an (i) Gläubiger von Finanzinstrumenten sowie (ii) zum Zweck der Einräumung von Aktienoptionen an Arbeitnehmer und leitende Angestellte der Österreichischen Post AG oder eines verbundenen Unternehmens beschlossen. Der Vorstand wurde weiters ermächtigt, ab 15. April 2015 während einer Geltungsdauer von 30 Monaten eigene Aktien im Ausmaß von bis zu 10% des Grundkapitals der Gesellschaft zu erwerben.

Im Rahmen eines Aktienrückkaufsprogramms im Geschäftsjahr 2008 wurde in der Höhe des Nennwerts der eigenen Anteile eine gebundene Kapitalrücklage in Höhe von TEUR 12.237 eingestellt. Von der nicht gebundenen Kapitalrücklage wurden TEUR 39.537 aufgelöst und diese beträgt zum 31. Dezember 2015 TEUR 78.763 (31.12.2014: TEUR 118.300).

Die gesetzliche Gewinnrücklage beträgt zum Bilanzstichtag unverändert zum Vorjahr TEUR 35.000. Die freie Gewinnrücklage wurde aufgelöst (31.12.2014: TEUR 15.000).

3.6 Unversteuerte Rücklagen

Die Bewertungsreserven aufgrund der Übertragung stiller Reserven gemäß § 12 Abs. 1 EStG gliedern sich wie folgt:

TEUR
Übertragung stiller Reserven gem. § 12 Abs. 1 EStG
1.1.2015 Auflösung 31.12.2015
Grundstücke und Gebäude 9.574 17 9.557

Die Bewertungsreserve aufgrund der vorzeitigen Abschreibung gemäß § 7a EStG gliedern sich wie folgt:

TEUR 1.1.2015 Auflösung 31.12.2015
Vorzeitige Abschreibung gem. § 7 a EStG
Technische Anlagen und Maschinen 404 6 399
Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.429 92 1.337
Fahrzeuge 3.640 376 3.264
5.473 474 4.999

3.7 Rückstellungen

TEUR 1.1. Um Verbrauch Auflösung Zuweisung 31.12.
gliederung
Abfertigungen 101.966 10.067 6.479 8.301 93.721
Steuern 17.748 5 1.187 13.463 30.019
Jubiläumsgelder 89.344 4.875 6.366 10.906 89.009
Noch nicht konsumierte
Urlaube 36.209 35.981 228 32.272 32.272
Unterauslastung 194.283 -7.822 23.199 22.467 42.365 183.160
Sonstige Personalkosten 99.607 58.703 4.812 61.203 97.295
Ausstehende
Eingangsrechnungen 22.751 19.628 2.939 28.332 28.515
Übrige sonstige 36.398 1.282 1.146 15.021 48.991
Sonstige Rückstellungen 478.591 -7.822 143.667 37.958 190.099 479.243
Rückstellungen gesamt 598.306 -7.822 153.740 45.625 211.863 602.983

Die Umgliederung in Höhe von TEUR 7.822 (2014: TEUR 7.742) betrifft die Rückstellung für Ressortwechsel (vgl. 2.4). Nach der endgültigen Übernahme von Mitarbeitern durch ein Bundesministerium sind die gebildeten Vorsorgen in die Verbindlichkeiten umzugliedern.

Die Rückstellungen für sonstige Personalkosten enthalten im Wesentlichen Vorsorgen für Erfolgsbeteiligungen und Leistungsprämien in Höhe von TEUR 55.151 (2014: TEUR 58.231), Vorsorgen für Leistungen an Mitarbeiter, die das Unternehmen verlassen (Überbrückungsmodell gemäß Sozialplan sowie Programme mit freiwilligen Abfertigungsangeboten) in Höhe von TEUR 25.694 (2014: TEUR 25.643), eine Rückstellung für die Anrechnung von Vordienstzeiten für beamtete Mitarbeiter (vgl. 2.4) in Höhe von TEUR 5.333 (2014: TEUR 5.333), sowie Rückstellungen für Restrukturierungen in Höhe von TEUR 8.131 (2014: TEUR 7.340).

Die übrigen sonstigen Rückstellungen enthalten eine Vorsorge für ungewisse Verbindlichkeiten aus Abgaben und Beiträge in Höhe von TEUR 27.897 (2014: TEUR 21.497), sowie Vorsorgen für Prozess- und Prüfungskosten sowie für Schadensfälle. Weiters sind in den übrigen sonstigen Rückstellungen Aufwendungen für etwaige Ersatzleistungen in Höhe von TEUR 5.174 enthalten. Weiterführende Informationen sind im Kapitel 3.2. enthalten.

Von den Auflösungen der Rückstellungen wurden TEUR 41.117 (2014: TEUR 89.422) im Personalaufwand verrechnet.

3.8 Verbindlichkeiten

TEUR 31.12.2014
bis 1 bis 5 über
mit einer Restlaufzeit von 1 Jahr Jahre 5 Jahre Gesamt
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0 6.750 0 6.750
erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 40 0 0 40
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 130.987 0 0 130.987
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 45.390 0 0 45.390
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht 2.949 0 0 2.949
sonstige Verbindlichkeiten 64.235 15.766 962 80.964
243.601 22.516 962 267.079
TEUR 31.12.2015
bis 1 bis 5 über
mit einer Restlaufzeit von 1 Jahr Jahre 5 Jahre Gesamt
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 6.750 0 0 6.750
erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 51 0 0 51
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 130.730 0 0 130.730
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 42.913 0 0 42.913
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht 1.321 0 0 1.321
sonstige Verbindlichkeiten 76.130 14.647 1.074 91.852
257.896 14.647 1.074 273.617

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 4.728 (31.12.2014: TEUR 5.074) und mit TEUR 38.185 (31.12.2014: TEUR 40.316) aus sonstigen Verrechnungen und Finanzierungen.

Die sonstigen Verbindlichkeiten umfassen Verbindlichkeiten aus Steuern in Höhe von TEUR 23.217 (31.12.2014: TEUR 30.040), Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit in Höhe von TEUR 21.302 (31.12.2014: TEUR 22.139) sowie übrige Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 47.334 (31.12.2014: TEUR 28.785). Die übrigen Verbindlichkeiten beinhalten im Wesentlichen Verbindlichkeiten für Altersteilzeitmodelle in Höhe von TEUR 9.181 (31.12.2014: TEUR 2.858) sowie Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern in Höhe von TEUR 18.574 (31.12.2014: TEUR 13.189).

In den sonstigen Verbindlichkeiten sind Personalaufwendungen in Höhe von TEUR 63.058 (31.12.2014: TEUR 45.641) und sonstige Aufwendungen in Höhe von TEUR 13.181 (31.12.2014: TEUR 1.252) enthalten, die erst nach dem Abschlussstichtag zahlungswirksam werden.

3.9 Passive Rechnungsabgrenzungsposten

Passive Rechnungsabgrenzungen wurden in Höhe von TEUR 20.392 (31.12.2014: TEUR 19.610) gebildet; davon entfallen TEUR 15.752 (31.12.2014: TEUR 15.358) auf erhaltene Vorauszahlungen aus dem Verkauf von Wertzeichen und Freistempelguthaben und TEUR 4.130 (31.12.2014: TEUR 105) auf Mietzinsvorauszahlungen. Im Vorjahr entfielen zusätzlich TEUR 3.363 auf den Nettobarwertvorteil aus dem Cross-Border-Leasing (vgl. 3.10).

3.10 Sonstige Angaben

Haftungsverhältnisse

Cross-Border-Leasing

Im Geschäftsjahr 2002 hat die Österreichische Post AG mit zwei US-Trusts eine Cross-Border-Leasing-Transaktion abgeschlossen. Die Österreichische Post AG hat diesen beiden Trusts auf 99 Jahre ein Fruchtgenussrecht an Postsortieranlagen in Wien, Graz, Salzburg und Innsbruck gegen Leistung eines "Grant Payments" von 117 Mio USD eingeräumt. Gleichzeitig wurde ein Lease Agreement abgeschlossen, in dem die Österreichische Post AG auf 24 Jahre das Nutzungsrecht an diesen Anlagen wieder zurückgemietet hat.

Die Österreichische Post AG hat ihre Zahlungsverpflichtungen aus dieser Transaktion an zwei Payment Undertaker ausgelagert. Zu diesem Zweck hat die Österreichische Post AG Zahlungen an die Payment Undertaker geleistet (108,3 Mio USD) und die entsprechende Verbindlichkeit ausgebucht. Die Payment Undertaker haben sich ihrerseits verpflichtet, die entsprechenden Beträge zu den festgesetzten Zahlungsterminen für die Österreichische Post AG zu leisten. Bei der Österreichischen Post AG verblieb das Restrisiko einer möglichen Inanspruchnahme im Falle einer Nichtzahlung durch die Payment Undertaker.

Mit 10. März 2015 wurde die Cross-Border-Leasing-Transaktion vorzeitig beendet. Die noch offenen Zahlungen wurden durch die Payment Undertaker vollständig geleistet, womit das noch verbliebene Restrisiko für die Österreichische Post AG untergegangen ist. Gleichzeitig wurde das Fruchtgenussrecht an den Postsortieranlagen beendet. Der aus der Cross-Border-Leasing-Transaktion der Österreichischen Post AG zugeflossene Nettobarwertvorteil blieb in voller Höhe erhalten. Der per 10. März 2015 unter den passiven Rechnungsabgrenzungen verbliebene Restbetrag in Höhe von TEUR 3.363 wurde entsprechend unter den sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträgen ergebniswirksam vereinnahmt.

Patronatserklärungen

Im Jahr 2011 wurden Haftungen für trans-o-flex ThermoMed GmbH & Co KG, Weinheim in Höhe von TEUR 7.500 (aushaftender Betrag am 31.12.2015: TEUR 2.666) übernommen.

Im Jahr 2013 wurden Haftungen für City Express d.o.o., Belgrad in Höhe von TEUR 3.457 (aushaftender Betrag am 31.12.2015: TEUR 3.457) übernommen.

Weiters bestehen sonstige Haftungsverhältnisse gegenüber verbundenen Unternehmen mit einem Betrag von TEUR 349 (aushaftender Betrag zum 31.12.2015: TEUR 214).

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

TEUR 31.12.2014 31.12.2015
Bestellverpflichtungen für Investitionen 6.093 45.308
Verpflichtungen aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen
im folgenden Geschäftsjahr 46.487 46.123
davon gegenüber verbundenen Unternehmen 9.683 9.800
in den folgenden fünf Jahren (statistisch hochgerechnet) 232.311 219.303
davon gegenüber verbundenen Unternehmen 48.417 49.001

In den Bestellverpflichtungen für Investitionen in Höhe von TEUR 45.308 (31.12.2014: TEUR 6.093) sind Verpflichtungen für die neue Unternehmenszentrale in Wien Landstraße in Höhe von TEUR 39.520 (31.12.2014: TEUR 2.657) enthalten.

Aktienbasierte Vergütungsprogramme

Im Jahr 2009 hat der Aufsichtsrat der Österreichischen Post AG die Einführung eines aktienbasierten Vergütungsprogrammes genehmigt. In den Geschäftsjahren 2010 bis 2015 wurden jeweils entsprechende Vergütungsprogramme für Vorstandsmitglieder und Führungskräfte realisiert (sogenannte Long-Term-Incentive-Programme). Alle Vorstandsmitglieder nehmen an den Vergütungsprogrammen vier bis sechs teil. Bei diesen Programmen handelt es sich um ein aktienbasiertes und performanceorientiertes Entlohnungsmodell, dessen Tranchen sich über eine dreijährige Laufzeit (Performancezeitraum) erstrecken und ein einmaliges Eigeninvestment als grundsätzliche Teilnahmebedingung vorsehen. Der Performancezeitraum erstreckt sich jeweils vom 1. Jänner des Jahres der Auflage der jeweiligen Tranche bis zum 31. Dezember des drittfolgenden Jahres.

Die für das Eigeninvestment nötige Anzahl an Aktien der Österreichischen Post AG bei Programmbeginn ergibt sich für die Mitglieder des Vorstands als definierter Prozentsatz des Bruttofixgehaltes dividiert durch den Referenzkurs des vierten Quartals des jeweiligen Vorjahres. Das Eigeninvestment der Führungskräfte orientiert sich an der gewählten Investmentkategorie gemäß Teilnahmebedingungen.

Zum 31. Dezember 2015 sind für die Teilnahme am aktienbasierten Vergütungsprogramm von den Mitgliedern des Vorstands und den leitenden Angestellten folgende Eigeninvestments zu halten. Die für die bestehenden aktienbasierten Vergütungsprogramme nötigen Eigeninvestments sind in Höhe des Maximalwerts der für die einzelnen Tranchen notwendigen Eigeninvestments zu halten.

Eigeninvestment Tranche 4
(LTIP 2013 - 2015)
Eigeninvestment Tranche 5
(LTIP 2014 - 2016)
Eigeninvestment Tranche 6
(LTIP 2015 - 2017)
in Stück Aktien
Georg Pölzl 15.548 13.286 13.140
Walter Oblin 6.997 5.979 5.963
Walter Hitziger 9.329 7.972 7.227
Peter Umundum 6.997 5.979 5.963
leitende Angestellte 135.422 163.500 160.984

Daher betragen die für die bestehenden aktienbasierten Vergütungsprogramme nötigen Eigeninvestments zum 31. Dezember 2015 für die Mitglieder des Vorstands insgesamt 38.871 Aktien (31.12.2014: 56.806, davon ehemalige Vorstandsmitglieder 6.414). Für die teilnehmenden Führungskräfte betragen diese 185.389 Aktien (31.12.2014: 187.633). Das Eigeninvestment ist jeweils bis zum Ende des nächstfolgenden Jahres nach Ablauf des Performancezeitraums ununterbrochen zu halten.

Die Entlohnung erfolgt auf Basis von sogenannten Bonusaktien als rechnerische Größe und hängt vom Ausmaß der Zielerreichung der definierten Performance Indikatoren (Earnings per Share, Free Cashflow und Total Shareholder Return) ab. Die Zielgrößen für die Performance Indikatoren werden jeweils zu Beginn der einzelnen Tranchen festgelegt, wobei die einzelnen Teilziele gleich gewichtet sind. Die Zielerreichung wird über einen dreijährigen Performancezeitraum ermittelt. Die Gesamtbonifikation richtet sich nach der Gesamtzielerreichung aus obigen Parametern sowie der Kursentwicklung der Aktie der Österreichischen Post AG. Die Gesamtbonifikation der Mitglieder des Vorstands sowie der teilnehmenden Führungskräfte ist begrenzt. Vorstände haben eine Obergrenze von 225% jener Bonifikation, die bei 100% Gesamtzielerreichung vorgesehen ist. Führungskräfte haben je nach Tranche eine Obergrenze zwischen 125% und 225% bei maximaler Zielerreichung, jedoch maximal in Höhe des individuellen Jahresbruttofixgehalts.

Die aktuell erwartete Anzahl der Bonusaktien (rechnerische Größe) verteilt sich auf die einzelnen Tranchen wie folgt:

31.12.2014 31.12.2015
Anzahl Bonusaktien je Tranche
Tranche 2
2.340
0
Tranche 3
458.776
0
Tranche 4
378.975
371.419
Tranche 5
233.463
229.001
Tranche 6
0
113.674
1.073.554 714.094

Die Auszahlung der Bonusaktien kann entweder in Form von Aktien der Österreichischen Post AG oder in bar erfolgen. Nachdem der Vorstand für sich einheitlich die Ausschüttung der Bonifikation in bar gewählt hat und für die Führungskräfte die Auszahlung der Bonifikation in bar beschlossen wurde, besteht gegenwärtig keine Verpflichtung zum Ausgleich in Eigenkapitalinstrumenten.

Die erwarteten Aufwendungen aus dem aktienbasierten Vergütungsprogramm sind über den Performancezeitraum in Form einer Rückstellung zu verteilen. Die Höhe der Rückstellung wird zu jedem Bilanzstichtag mittels eines Modells ermittelt, in welchem die Performance Indikatoren und der bisherige Anteil des Performancezeitraums berücksichtigt werden. Sämtliche Änderungen der Rückstellung werden ergebniswirksam unter den Personalaufwendungen erfasst.

Der Stand der Rückstellung verteilt sich auf die einzelnen Tranchen wie folgt:

TEUR 31.12.2014 31.12.2015
Stand der Rückstellung
Tranche 2 87 0
Tranche 3 11.672 0
Tranche 4 7.766 12.004
Tranche 5 3.322 6.832
Tranche 6 0 1.337
22.847 20.173

Der in der jeweiligen Berichtsperiode erfasste Gesamtaufwand für anteilsbasierte Vergütungen verteilt sich auf die einzelnen Tranchen wie folgt:

2014
TEUR
2015
Gesamtaufwand
Tranche 2
43
0
Tranche 3
4.630
399
Tranche 4
5.288
4.238
Tranche 5
3.322
3.510
Tranche 6
0
1.337
13.283 9.484

Im Geschäftsjahr 2015 erfolgte eine Auszahlung für die Tranche 3 in Höhe von TEUR 12.069 zur Gänze in bar.

Die für die Auszahlung notwendigen Eigeninvestments betragen:

Eigeninvestment Tranche 3
(LTIP 2012 - 2014)
in Stück Aktien
Georg Pölzl 20.156
Walter Oblin 9.071
Walter Hitziger 12.094
Peter Umundum 9.071
leitende Angestellte 106.633

4. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

4.1 Umsatzerlöse

2014
TEUR
2015
Brief, Werbepost & Filialen
1.373.258
1.390.618
Paket & Logistik
286.540
309.956
Corporate
44
102
1.659.842 1.700.675

4.2 Sonstige betriebliche Erträge

TEUR 2014 2015
Erträge aus dem Abgang vom Anlagevermögen mit Ausnahme der Finanzanlagen 3.058 3.435
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 9.436 3.403
Erträge aus Mieten und Pachten 40.670 42.029
Abgeltungen von Schadensfällen 1.366 1.702
Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen 490 452
Weiterverrechnete Aufwendungen 11.282 9.364
Übrige 21.456 38.090
87.757 98.474

In den übrigen sonstigen betrieblichen Erträgen sind gutgeschriebene Rückforderungsansprüche aus in Vorperioden bezahlten Beiträgen aus der Gehaltsabrechnung von Beamten in Höhe von TEUR 28.174 enthalten. Weiterführende Informationen sind im Kapitel 3.2 enthalten. Im Vorjahr war in dieser Position die Neubewertung der Liegenschaft Neutorgasse 7 zum Verkehrswert in Höhe von TEUR 12.800 im Zusammenhang mit der Einlage in eine eigene Gesellschaft enthalten.

4.3 Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Leistungen

TEUR 2014 2015
Materialaufwand 54.033 53.476
Aufwand für bezogene Leistungen 255.132 269.768
309.165 323.244

4.4 Personalaufwand

TEUR 2014 2015
Gehälter 737.978 716.050
Aufwendungen für Abfertigungen 37.479 36.855
Aufwendungen für Beiträge an Mitarbeitervorsorgekassen 2.422 2.683
Aufwendungen für Altersversorgung 207 194
Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben sowie vom Entgelt abhängige
Abgaben und Pflichtbeiträge 206.967 198.828
Sonstige Sozialaufwendungen 8.323 7.796
993.377 962.406

Die Aufwendungen für Abfertigungen und Altersversorgung setzen sich wie folgt zusammen:

2014
TEUR
2015
Vorstände
327
568
Leitende Angestellte
204
92
Andere Arbeitnehmer
39.713
39.072
40.244 39.732

Die Bezüge der Vorstandsmitglieder betrugen im Jahr 2015:

TEUR 2014 2015
Bezüge aktive Vorstandsmitglieder 5.435 6.688
Bezüge ehemalige Vorstandsmitglieder 1.022 360
6.457 7.048

Die Mitglieder des Aufsichtsrates erhielten Vergütungen in Höhe von TEUR 164 (2014: TEUR 151).

Die durchschnittliche Anzahl der Arbeitnehmer betrug im Geschäftsjahr:

2014 2015
Beamte 8.608 8.140
Angestellte 11.362 11.327
Summe 19.970 19.467
Entsprechende Vollzeitkräfte 18.403 17.983

4.5 Sonstige betriebliche Aufwendungen

2014
TEUR
2015
Steuern, soweit nicht vom Einkommen und Ertrag
6.513
6.809
Übrige
212.046
237.936
218.559 244.745

Die übrigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen gliedern sich wie folgt:

TEUR 2014 2015
Miet- und Pachtaufwendungen 52.348 52.988
Instandhaltung und Immobilienverwaltung 37.476 37.935
EDV-Dienstleistungsaufwand 32.765 34.988
Reiseaufwand 24.132 23.249
Entsorgung und Reinigung 11.414 12.117
Kommunikation und Werbung 15.548 18.265
Beratungsaufwand 5.624 13.220
Personalbereitstellung 7.757 8.201
Versicherungsaufwand 4.144 5.014
Telefonaufwand 2.292 2.156
Verluste aus dem Abgang von Sachanlagevermögen 1.820 863
Aus- und Fortbildung 2.732 2.877
sonstige 13.993 26.063
212.046 237.936

In der Position Sonstige sind Aufwendungen für etwaige Ersatzleistungen in Höhe von TEUR 5.174 (2014: TEUR 0) enthalten. Weiterführende Informationen sind im Kapitel 3.2 enthalten.

Die Erläuterungen zu den Aufwendungen für Leistungen an den Abschlussprüfer sind im Konzernabschluss dargestellt.

4.6 Erträge aus Beteiligungen

TEUR 2014 2015
Gewinnausschüttungen 25.629 24.777
Ergebnisüberrechnung Personengesellschaften 3.059 2.569
Sachdividende 1.069 0
29.757 27.347

4.7 Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens

TEUR 2014 2015
Erträge aus Wertpapieren 814 968
Erträge aus Ausleihungen 538 99
1.352 1.067

Die Erträge aus Ausleihungen in Höhe von TEUR 99 (2014: TEUR 538) werden nicht wie im Vorjahr unter der Position sonstige Zinserträge ausgewiesen, sondern werden unter den Erträgen aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens gezeigt. Die Vorjahreswerte wurden entsprechend angepasst.

4.8 Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu Finanzanlagen

TEUR 2014 2015
Erträge aus dem Abgang von Beteiligungen 12.465 0
Erträge aus dem Abgang von Wertpapieren 3 7
Zuschreibung Beteiligungen 6.296 677
18.765 684

In den Erträgen aus dem Abgang von Beteiligungen ist im Vorjahr der Ertrag aus dem Abgang der Gesellschaft Postgasse 8 Entwicklungs AG & Co OG im Dezember 2014 enthalten.

4.9 Aufwendungen aus Finanzanlagen

2014
TEUR
2015
Verluste aus dem Abgang von Finanzanlagen
0
263
Sonstige Aufwendungen auf Finanzanlagen
345
0
Abschreibungen auf Beteiligungen
75.575
156.465
75.920 156.728

Die wesentlichen Inhalte der Abschreibungen auf Beteiligungen werden in Kapitel 3.1 erläutert.

4.10 Verschmelzungsgewinn

TEUR 2014 2015
Gewinn aus der Verschmelzung PDG Post Dienstleistungs Gesellschaft mbH 13.104 0
13.104 0

Der Verschmelzungsgewinn resultiert aus nicht gebundenen Kapitalrücklagen sowie thesaurierten Gewinnen.

4.11 Steuern vom Einkommen und Ertrag

Im Jahr 2015 wurden von den Gruppenmitgliedern positive steuerliche Ergebnisse in Höhe von TEUR 17.672 (2014: TEUR 15.935) und negative steuerliche Ergebnisse in Höhe von TEUR 1.142 (2014: TEUR 11) an die Gruppenträgerin Österreichische Post AG überrechnet. Aufgrund dieser Überrechnung ergeben sich positive Steuerumlagen in Höhe von TEUR 4.418 (2014: TEUR 3.984) sowie negative Umlagen im Betrage von TEUR 286 (2014: TEUR 3). Die überwiegende Zuweisung positiver steuerlicher Ergebnisse führte per Saldo zu einer Erhöhung der Körperschaftsteuerbelastung des Gruppenträgers im Ausmaß von TEUR 4.133 (2014: TEUR 3.981).

Der Körperschaftsteueraufwand der Steuergruppe beträgt nach Zurechnung der einzelnen steuerlichen Ergebnisse der Gruppenmitglieder TEUR 49.708 (2014: TEUR 50.059). Nach Berücksichtigung der Steuerumlagen der Gruppenmitglieder ergibt sich für die Österreichische Post AG ein Körperschaftsteueraufwand für das Geschäftsjahr 2015 in Höhe von TEUR 45.575 (2014: TEUR 46.078). Die Körperschaftsteuerbelastung resultiert ausschließlich aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit.

Im Jahr 2015 gab es steuerpflichtige Auflösungen von unversteuerten Rücklagen in Höhe von TEUR 491 (2014: TEUR 332).

Vom Wahlrecht zur Aktivierung von latenten Steuern in Höhe von TEUR 101.493 exklusive Gruppenmitgliedern (2014: TEUR 74.623) wurde kein Gebrauch gemacht.

5. Finanz- und Risikomanagement

Ziel des Finanz- und Risikomanagements der Österreichischen Post AG ist die Sicherung des Unternehmenserfolges gegen finanzielle Risiken jeglicher Art. Grundsätzlich wird beim Management der Finanzpositionen ein strategischer Portefeuilleansatz unter Bedachtnahme auf eine konservative Risikopolitik verfolgt.

In der Österreichischen Post AG erfolgt eine laufende Überwachung eventuell auftretender Risikokonzentrationen. Diese können bei Finanzanlagen mit ähnlichen Merkmalen und ähnlichen Bedingungen auftreten, zum Beispiel in Bezug auf Fristigkeiten, Kontrahentenstruktur und hinsichtlich der Umsetzung der Veranlagungsstrategie. Konzentrationsrisiken werden unter anderem durch die Veranlagung von Termingeldern bei verschiedenen Banken, Diversifikation der Emittenten im Wertpapierportfolio oder durch Streuung der Fälligkeitsprofile vermieden.

Das Risikomanagement unterliegt einem vom Vorstand beschlossenen Regelwerk, welches Ziele, Grundsätze, Aufgaben und Kompetenzen festlegt. Darüber hinaus formuliert dieses Regelwerk standardisierte Abläufe, um Revisionssicherheit zu gewährleisten.

Die aktuelle Risikosituation im Finanzbereich wird laufend in einem standardisierten Berichtswesen dargelegt. Weiters bestehen bei der Österreichischen Post AG klare, schriftlich festgelegte Strategien und operative Richtlinien für die Behandlung aller finanziellen Risiken. Finanzielle Risiken umfassen das Liquiditätsrisiko, das Kreditrisiko/Kontrahentenrisiko/Produktrisiko, das Zinsänderungsrisiko, das Währungsänderungsrisiko sowie organisatorische Risiken.

Liquiditätsrisiko

Aufgabe der Liquiditätssicherung ist die jederzeitige Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit der Unternehmensgruppe. Basis des Liquiditätsmanagements ist ein Liquiditätsplan, der laufend Soll-Ist Analysen unterzogen und bei Bedarf angepasst wird. Durch die aktive Steuerung von Zahlungsströmen wird der Zinssaldo optimiert.

Kreditrisiko/Kontrahentenrisiko/Produktrisiko

Auf der Aktivseite stellen die ausgewiesenen Beträge gleichzeitig das maximale Bonitäts- und Ausfallsrisiko dar. Soweit Ausfallsrisiken erkennbar sind, werden diese Risiken durch Wertberichtigungen erfasst.

Das Risiko bei Forderungen kann insgesamt als gering eingeschätzt werden, da die Mehrzahl der Kunden einem Bankeinzugsverfahren zugestimmt hat bzw. in risikobehafteten Fällen Bankgarantien hinterlegt oder Vorauszahlungen geleistet werden. Ferner besteht ein Großteil der offenen Forderungen gegenüber Vertragspartnern bester Bonität.

Zur Vermeidung von Kreditrisiken werden Finanzkontrakte nur mit Kontrahenten einwandfreier Bonität abgeschlossen. Aus diesem Grund wird das allgemeine Kreditrisiko aus den eingesetzten Finanzinstrumenten für gering gehalten. Für Geldmarkttransaktionen bestehen festgelegte Handelslimits. Zur Begrenzung des Ausfallsrisikos bei Anleihen, Schuldverschreibungen und strukturierten Finanzierungen werden nur Papiere von Emittenten mit einem Investment-Grade-Rating oder vergleichbarer Bonität angekauft. Im Wertpapierportfolio befinden sich nur Papiere auf Investment Grade Niveau. Als Handelspartner für OTC-Transaktionen bzw. für in strukturierten Geschäften integrierte Transaktionen kommen gleichfalls nur Kontrahenten mit erstklassigen Bonitäten in Frage. Besonderes Augenmerk gilt auch der Liquidität und der Abwicklungssicherheit der abgeschlossenen Finanzprodukte.

Zinsänderungsrisiko

Das Zinsänderungsrisiko stellt jenes Risiko dar, das sich aus der Wertänderung von Finanzinstrumenten oder zinsbedingten Zahlungsströmen infolge von Schwankungen von Marktzinssätzen ergibt. Das Zinsänderungsrisiko beinhaltet das Barwertrisiko bei fest verzinsten Bilanzposten und das Zahlungsstromrisiko bei variabel verzinsten Bilanzposten. Ein Zinsänderungsrisiko liegt vor allem bei Forderungen und Verbindlichkeiten mit Laufzeiten von über einem Jahr vor. Solche längeren Laufzeiten sind im operativen Bereich nicht von materieller Bedeutung, spielen jedoch bei Finanzanlagen und Finanzverbindlichkeiten eine Rolle.

Die Steuerung des Zinsänderungsrisikos im Finanzbereich orientiert sich am Portfolio-Ansatz. Gesteuert werden grundsätzlich nicht Einzelpositionen, sondern das gesamte Finanzportfolio unter Bedachtnahme auf die jeweilige Grundtransaktion. Zu diesem Zweck werden grundsätzlich selektiv auch derivative Instrumente, wie Zins-Swaps eingesetzt. Zum Bilanzstichtag bestehen keine derivativen Finanzinstrumente. Das Finanzportfolio wird täglich der vorgegebenen Benchmark gegenübergestellt.

Währungsänderungsrisiko

Als Währungsänderungsrisiko wird der mögliche Verlust aus Marktveränderungen durch schwankende Wechselkurse angesehen.

Auf der Aktivseite ergeben sich keine wesentlichen Risiken aus Währungsänderungen, da Lieferungen nahezu zur Gänze auf Euro-Währungsbasis abgewickelt werden. Gleiches gilt grundsätzlich für die übrigen originären Finanzinstrumente.

Organisatorische Risiken

Durch die Organisation der Tätigkeitsabläufe (wie z.B. Trennung von Handel und Buchführung von Finanztransaktionen, Sicherung von elektronischen Daten) sind organisatorische Risiken im Finanzbereich so weit wie möglich ausgeschaltet.

6. Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats

Vorstand

GD Dipl.-Ing. Dr. Georg Pölzl Vorsitzender des Vorstands
Dipl.-Ing. Walter Oblin
Dipl.-Ing. Walter Hitziger
Dipl.-Ing. Peter Umundum

Aufsichtsrat

Dr. Edith Hlawati seit 15. April 2015 Vorsitzende des Aufsichtsrats
Ing. Rudolf Kemler bis 15. April 2015 Vorsitzender des Aufsichtsrats
Mag. Edeltraud Stiftinger seit 15. April 2015 Stellvertreterin der Vorsitzenden des Aufsichtsrats
Dr. Erich Hampel
Dr.-Ing. Peter Kruse
Mag. Günter Leonhartsberger bis 15. April 2015
Chris E. Muntwyler
Mag. Markus Pichler
Prof. Elisabeth Stadler
Dr. Herta Stockbauer seit 15. April 2015
Vom Betriebsrat entsandt:
Helmut Köstinger
Martin Palensky
Andreas Schieder
Manfred Wiedner

Wien, am 26. Februar 2016

Der Vorstand

Dipl.-Ing. Dr. Georg Pölzl e.h. Vorstandsvorsitzender Generaldirektor

Dipl.-Ing. Walter Oblin e.h. Vorstandsmitglied Finanzen

Dipl.-Ing. Walter Hitziger e.h. Vorstandsmitglied Brief, Werbepost & Filialen

Dipl.-Ing. Peter Umundum e.h. Vorstandsmitglied Paket & Logistik

Zusammensetzung des Anlagevermögens zum 31.12.2015

Ges
t
am
2.63
3.6
66
158
.865
81.6
39
-
0 2.7
10.8
93
4.53
1.79
7
-
.356
916
1.00
1.02
3
216
.340
-
677
1.51
6.63
0
67.4
59
25.
747
-
0 1.55
8.34
2
1.08
6.88
6
-
471
.456
5
85.5
33
156
.465
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677
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LAGEBERICHT 2015 DER ÖSTERREICHISCHEN POST NACH § 243 UGB

Inhaltsverzeichnis

1. Umfeld und Rahmenbedingungen 2
1.1 Wirtschaftliches Umfeld 2
1.2 Branchenumfeld 3
1.3 Rechtliche Rahmenbedingungen 4
1.4 Struktur des Unternehmens 5
2. Geschäftsverlauf 2015 6
2.1 Umsatzentwicklung 6
2.2 Gewinn- und Verlustrechnung 7
2.3 Vermögens- und Finanzlage 8
2.4 Bericht über Zweigniederlassungen 9
2.5 Finanzielle und nicht-finanzielle Leistungsindikatoren 10
2.6 Besondere Ereignisse nach dem Bilanzstichtag 13
3. Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens / Ausblick 14
4. Wesentliche Risiken und Ungewissheiten 15
4.1 Risikomanagement 15
4.2 Top Risiken 16
4.3 Allgemeine und sonstige Risiken 17
AG
4.4
Gesamtaussage zur Risikosituation 19
4.5 Wesentliche Chancen 19
5. Internes Kontrollsystem und Risikomanagement im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess 21
6. Informationen gemäß § 243a UGB 23

1. Umfeld und Rahmenbedingungen

1.1 Wirtschaftliches Umfeld

Auf globaler Ebene ist eine leichte Erholung der Weltwirtschaft zu beobachten. Der Internationale Währungsfonds (IWF) errechnet für das Jahr 2015 ein globales Wirtschaftswachstum von 3,1%, das sich im Jahr 2016 auf 3,4% verstärken soll. Die größten Wachstumsrisiken sieht der IWF derzeit in der Wachstumsverlangsamung in China, der geldpolitischen Straffung in den USA gepaart mit einem starken Dollar sowie eine mögliche Eskalation der bestehenden geopolitischen Spannungen. In der Eurozone ist die wirtschaftliche Erholung weitgehend auf Kurs. Für 2015 betrug das Wirtschaftswachstum laut IWF 1,5%, nach lediglich 0,9% im Jahr 2014. Für das Jahr 2016 rechnet der IWF mit einem Wachstum von 1,6% (IWF, Jänner 2016).

Die Wirtschaft in Österreich wuchs 2015 um nur 0,8%. Das Wachstum lag damit das vierte Jahr in Folge unter 1%. Die Schwäche des weltwirtschaftlichen Umfelds dämpfte den Außenhandel und die Investitionen zogen erst im Jahresverlauf an. Der private Konsum nahm aufgrund der höheren Arbeitslosigkeit und einer schwachen Einkommensentwicklung gegenüber dem Vorjahr nur geringfügig zu. Trotz der geringen Grunddynamik der Konjunktur dürfte die Wirtschaft in den kommenden Jahren allerdings kräftiger wachsen, da die heimische Nachfrage vom verstärkten Konsum profitiert. Für das Bruttoinlandsprodukt 2016 wird ein Wachstum von 1,6% prognostiziert (Österreichische Institut für Wirtschaftsforschung WIFO, Dezember 2015).

1.2 Branchenumfeld

Neben dem konjunkturellen Umfeld wird die Geschäftsentwicklung der Österreichischen Post AG vor allem von folgenden internationalen Trends beeinflusst, die Risiken, aber auch Chancen mit sich bringen.

Im Briefbereich hält die elektronische Substitution des klassischen Briefs weiterhin an. Dieser globale Trend betrifft alle Postgesellschaften und ist im Kern wenig beeinflussbar. Die Rückgänge sind international unterschiedlich, die Österreichische Post AG rechnet mit einem Basisszenario in der Größenordnung von 3–5% pro Jahr. Österreich blieb mit einem jährlichen Rückgang der Briefmengen von 3% in den letzten Jahren und 4% im Jahr 2015 unter dem europäischen Branchenschnitt. Das Geschäft mit Werbesendungen hängt hingegen stark von der Intensität der Werbeaktivitäten der Unternehmen ab. Der Markt für adressierte und unadressierte Werbesendungen zeigt dabei eine differenzierte Volumenentwicklung. Während einige Kundensegmente etwa durch zunehmende Aktivitäten der Online-Händler unter Druck stehen, verzeichnen andere Segmente Zuwächse. Aktuelle Studien zeigen, dass neben Online-Werbung in Zukunft auch Multi-Channel-Kommunikation und Dialogmarketing tendenziell an Bedeutung gewinnen werden.

Die Paketmengen im privaten Bereich steigen dank der ständig zunehmenden Bedeutung Online Shopping weiter. Auf Basis dieses Trends hat sich das österreichische Paketaufkommen bei Privatkunden 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 7,2% erhöht. Gleichzeitig jedoch nimmt hier auch die Wettbewerbsintensität zu. Im B2B-Bereich ist die Anzahl der Pakete nach Rückgängen in den Vorjahren um 1,2% gestiegen (Quelle: Kreutzer, Fischer & Partner, Branchenradar 2016).

Die Entwicklung des internationalen Paket- und Frachtgeschäfts ist wiederum wesentlich von der Konjunkturentwicklung, den internationalen Handelsströmen und der damit verbundenen Preisentwicklung abhängig. Wettbewerbsintensität und Preisdruck sind in diesem Bereich weiterhin hoch. Die Handelsströme werden immer internationaler und mit ihnen die nachgefragten Logistikdienstleistungen. Internationale Sendungen sind daher ein weiterer wichtiger Faktor für das Wachstum des europäischen Kurier-, Express- und Paketmarkts (KEP).

Ein weiterer wichtiger Markttrend besteht in der steigenden Bedeutung des Klimaschutzes und der dadurch steigenden Nachfrage nach ressourcenschonenden Gütertransporten. Die Österreichische Post AG entspricht diesen Anforderungen durch das Angebot der CO2-neutralen Zustellung von Sendungen im Heimmarkt Österreich, mit dem sie für sich und ihre Kunden eine Belastung der globalen Klimabilanz durch ihre Unternehmenstätigkeit vermeidet.

1.3 Rechtliche Rahmenbedingungen

Die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Geschäftstätigkeit der Österreichischen Post AG basieren primär auf dem Österreichischen Postmarktgesetz, das seit 1. Jänner 2011 in Kraft ist. Seine wesentlichen Eckpunkte sind:

  • Die Österreichische Post AG ist seit der vollständigen Marktöffnung Österreichs Universaldienstleister und garantiert damit die Versorgung mit qualitativ hochwertigen Postdienstleistungen in ganz Österreich. Wie gesetzlich vorgesehen hat die Regulierungsbehörde im Jahr 2016 mit der Evaluierung begonnen, ob auch andere Postdienstanbieter den Universaldienst erbringen können.
  • Der Universaldienst beschränkt sich primär auf Postsendungen, die an den gesetzlich definierten Zugangspunkten abgegeben werden können, also z. B. Post-Geschäftsstellen oder Briefkästen. Damit soll die Grundversorgung der österreichischen Bevölkerung und Wirtschaft mit Postdienstleistungen gesichert werden. Postdienste für Sendungen, die von Großkunden in Verteilzentren eingeliefert werden, zählen – mit Ausnahme von Zeitungen – nicht zum Universaldienst.
  • Mit 15. September 2014 genehmigte die Regulierungsbehörde (Post-Control-Kommission und RTR Rundfunk & Telekom Regulierungs-GmbH) die Anpassung der Tarifstruktur der Österreichischen Post AG. Damit kam es per 1. März 2015 zum ersten Mal nach der letzten Produkt- und Preisreform im Jahr 2011 zu einer inflationsbedingten Änderung der Preise im Briefbereich.
  • Mit 27. November 2015 ist eine Änderung des Postmarktgesetzes in Kraft getreten, die es der Österreichischen Post AG ermöglicht, neben den Briefsendungen (mit strengen Laufzeitvorgaben) auch sogenannte non-Priority-Briefsendungen im Universaldienst anzubieten, deren Laufzeiten regelmäßig bis zu 4 Tagen betragen dürfen.

1.4 Struktur des Unternehmens

Die Österreichische Post AG ist mit den beiden Divisionen Brief, Werbepost & Filialen sowie Paket & Logistik auf dem Markt tätig. Die Division Corporate erbringt zusätzlich vor allem Dienstleistungen im Bereich der Verwaltung.

1.4.1 Division Brief, Werbepost & Filialen

Das Leistungsspektrum der Division Brief, Werbepost & Filialen umfasst die Annahme, Sortierung und Zustellung von Briefen, Postkarten, adressierten und unadressierten Werbesendungen und Zeitungen sowie Paketen im Zuge der Verbundzustellung. Darüber hinaus werden Post- und Telekomprodukte bzw. Finanzdienstleistungen in Kooperation mit den Partnern BAWAG P.S.K. und A1 Telekom Austria AG angeboten. Die Österreichische Post AG bietet ihren Kunden auch diverse Online-Services an. Ergänzt wird das Angebot durch neue Dienstleistungen für Geschäfts- und Werbepost, darunter Adress- und Datenmanagement, Poststellen-Management, intelligentes Scanning und Response-Management. Pro Jahr stellt die Post in Österreich 860 Mio Briefe, 590 Mio adressierte Werbesendungen, 3,5 Mrd unadressierte Werbesendungen, 400 Mio Printmedien und 290 Mio Regionalmedien zu.

1.4.2 Division Paket & Logistik

Hauptgeschäft ist die Beförderung von Paketen sowie von EMS-Sendungen für Privat- und Geschäftskunden. Im Heimmarkt stellte die Österreichische Post AG im Jahr 2015 rund 80 Mio Pakete und EMS-Sendungen zu. Damit ist sie führender Dienstleister für die Auslieferung von Versandhandelspaketen mit einer flächendeckenden Zustellung in höchster Qualität. In den vergangenen Jahren hat die Österreichische Post AG entlang der gesamten logistischen Wertschöpfungskette weitere Kompetenzen aufgebaut und ist nun als Anbieter vielfältiger Mehrwertdienstleistungen erfolgreich.

1.4.3 Division Corporate

In der Division Corporate werden Dienstleistungen erbracht, wie sie typischerweise für Zwecke der Verwaltung notwendig sind. Diese Dienstleistungen umfassen die Verwaltung von Immobilien, die Erbringung von IT-Support, Finanzierungs- und Verwaltungstätigkeiten sowie die Administration des Post-Arbeitsmarktes. Die Division Corporate beinhaltet darüber hinaus die Bereiche Innovationsmanagement und die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle.

2. Geschäftsverlauf 2015

2.1 Umsatzentwicklung

Der Umsatz der Österreichischen Post AG erhöhte sich im Jahr 2015 um 2,5% auf 1.700,7 Mio EUR. Die Verteilung des Umsatzes auf die einzelnen Divisionen zeigt die hohe Bedeutung der Division Brief, Werbepost & Filialen auf die ein Anteil von 81,8% vom Gesamtumsatz entfällt. Die Division Paket & Logistik trug mit 18,2% zum Umsatz bei.

Außenumsatz nach Divisionen

Mio EUR 2014 2015 Veränderung
2014/2015
Umsatz gesamt 1.659,8 1.700,7 2,5%
Brief, Werbepost & Filialen 1.373,3 1.390,6 1,3%
Paket & Logistik 286,5 310,0 8,2%
Corporate 0,0 0,1 >100%

Umsatz Division Brief, Werbepost & Filialen

Mio EUR 2014 2015 Veränderung
2014/2015
Briefpost & Mail Solutions 751,2 769,1 2,4%
Werbepost 372,8 374,7 0,5%
Medienpost 141,8 139,3 -1,7%
Filialdienstleistungen 107,4 107,5 0,1%

Insgesamt erhöhte sich der Umsatz der Division Brief, Werbepost & Filialen im Berichtszeitraum um 1,3% auf 1.390,6 Mio EUR. Im Bereich Briefpost & Mail Solutions lag der Umsatz im Jahr 2015 bei 769,1 Mio EUR und damit mit plus 2,4% über dem Niveau des Vorjahres. Der Basistrend der E-Substitution, also des Ersatzes des klassischen Briefs durch elektronische Kommunikationsformen, hält dabei weiter an. Als gegenläufige Effekte sind die Tarifanpassung per 1. März 2015 sowie Impulse durch Sendungsabwicklung mit Drittländern zu nennen. Ähnlich wie im Vorjahr lieferten auch im Jahr 2015 Wahlen positive Impulse.

Im Bereich Werbepost erhöhte sich der Umsatz 2015 um 0,5% auf 374,7 Mio EUR. Generell ist dieses Geschäftsfeld vom konjunkturellem Umfeld und den Werbeaktivitäten der Kunden beeinflusst und daher größeren Schwankungen unterworfen. Dabei zeigt sich auch eine differenzierte Entwicklung der einzelnen Kundenbranchen. Speziell die Werbeaktivitäten der großen Handelsunternehmen mit unadressierten Sendungen entwickelten sich in der Berichtsperiode positiv. Der Bereich adressierter Werbesendungen verzeichnete hingegen Rückgänge, die auf den Entfall diverser Einmalaussendungen sowie die Reduktion der Werbeaktivtäten einzelner Kundengruppen wie etwa Versandhandelskunden zurückzuführen sind.

Der Umsatz mit Medienpost zeigte im Jahr 2015 einen Rückgang von 1,7% auf 139,3 Mio EUR. Dafür war die generell rückläufige Entwicklung der Tages-, Wochen- und Monatszeitungen verantwortlich. Der Umsatz im Bereich Filialdienstleistungen blieb mit 107,5 Mio EUR nahezu konstant. Die Bereiche Mobilfunkprodukte sowie Finanzdienstleistungen für den Bankpartner BAWAG P.S.K. zeigten weiterhin eine rückläufige Entwicklung, wobei im vierten Quartal im Bereich Mobilfunkprodukte ein positiver Trend im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet werden konnte. Gegengleich haben sich die Umsätze aufgrund Änderung des Verrechnungsmodells bestimmter Handelswaren erhöht.

Der Umsatz der Division Paket & Logistik konnte 2015 um 8,2% auf 310,0 Mio EUR gesteigert werden. Ein stetiger Volumenanstieg ist zu verzeichnen. Der Anstieg beruht sowohl auf Marktanteilsgewinnen bei Business-Kunden als auch auf Steigerungen im Privatkundengeschäft. Ein Haupttreiber bei Privatkunden war der anhaltende Online-Shopping-Trend.

2.2 Gewinn- und Verlustrechnung

Die Gewinn- und Verlustrechnung der Österreichischen Post AG zeigt für das Geschäftsjahr 2015 folgendes Bild:

Mio EUR 2014 2015 Veränderung Struktur in
2014/2015 %
Umsatzerlöse 1.659,8 1.700,7 2,5% 100,0%
Aktivierte Eigenleistungen 0,9 0,6 -33,6% 0,0%
Sonstige betriebliche Erträge 87,8 98,5 12,2% 5,8%
Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen -309,2 -323,2 4,6% -19,0%
Personalaufwand -993,4 -962,4 -3,1% -56,6%
Sonstige betriebliche Aufwendungen -218,6 -244,7 12,0% -14,4%
Beteiligungsergebnis -27,1 -128,4 > 100% -7,6%
Abschreibungen -62,9 -59,9 -4,8% -3,5%
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) 137,4 81,0 -41,0% 4,8%
Sonstiges Finanzergebnis 3,4 6,4 87,6% 0,4%
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) 140,8 87,4 -37,9% 5,1%
Verschmelzungsgewinn 13,1 0,0 - 0,0%
Steuern -46,1 -46,3 0,6% -2,7%
Jahresüberschuss 107,8 41,0 -61,9% 2,4%

Die sonstigen betrieblichen Erträge sind gegenüber Vorjahr um 12,2% auf 98,5 Mio EUR gestiegen. In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind im Jahr 2015 gutgeschriebene Rückforderungsansprüche aus in Vorperioden bezahlten Beiträgen aus der Gehaltsabrechnung der Beamten in Höhe von 28,2 Mio EUR enthalten. Im Gegenzug bestehen Verpflichtungen für etwaige Ersatzleistungen in Höhe von 5,2 Mio EUR, die in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten sind. Im Vorjahr war in dieser Position die Neubewertung der Liegenschaft Neutorgasse 7 zum Verkehrswert in Höhe von 12,8 Mio EUR im Zusammenhang mit der Einlage in eine eigene Gesellschaft enthalten.

Der Aufwand für Material und bezogene Leistungen ist gegenüber dem Vorjahr um 4,6% auf 323,2 Mio EUR gestiegen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich um 12,0% auf 244,7 Mio EUR.

Der Personalaufwand ist mit einem Anteil von 56,6% an den Umsatzerlösen der größte Aufwandsposten der Österreichischen Post AG und ist im Berichtszeitraum um 3,1% auf 962,4 Mio EUR gesunken.

Das Beteiligungsergebnis reduzierte sich auf minus 128,4 Mio EUR aufgrund im Geschäftsjahr durchgeführten außerplanmäßigen Abschreibungen im Zusammenhang mit Zentral-und Südosteuropäischen Beteiligungen sowie im Zusammenhang mit der trans-o-flex Gruppe Deutschland.

Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen der Österreichischen Post AG sind 2015 um 4,8% auf 59,9 Mio EUR gesunken.

Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) der Österreichischen Post AG reduzierte sich 2015 auf 81,0 Mio EUR. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) betrug im Geschäftsjahr 2015 87,4 Mio EUR. Nach Abzug von Steuern im Ausmaß von 46,3 Mio EUR ergibt sich ein Jahresüberschuss in Höhe von 41,0 Mio EUR. Unter Berücksichtigung der Auflösung von Rücklagen sowie des Gewinnvortrages betrug der Bilanzgewinn 133,0 Mio EUR.

2.3 Vermögens- und Finanzlage

Die Österreichische Post AG setzt auf eine konservative Bilanz- und Finanzierungsstruktur. Dies zeigt sich allem voran an der hohen Eigenkapitalquote, den geringen Finanzverbindlichkeiten und der soliden Veranlagung von Zahlungsmitteln mit möglichst geringem Risiko.

Die Bilanz der Österreichischen Post AG für das Geschäftsjahr 2015 weist folgende Struktur auf:

Mio EUR 31.12.2014 31.12.2015 Struktur
31.12.2015
in %
Veränderung
Aktiva
Sachanlagevermögen und immaterielles
Vermögen 415,5 444,9 29,5% 29,4
Finanzanlagen 585,5 471,5 31,3% -114,1
Vorräte, Forderungen und sonstige
Vermögensgegenstände und
Rechnungsabgrenzungsposten 342,4 312,2 20,7% -30,2
Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 243,5 279,8 18,5% 36,2
1.587,0 1.508,3 100,0% -78,7
Passiva
Eigenkapital 686,9 596,7 39,6% -90,2
Unversteuerte Rücklagen 15,0 14,6 1,0% -0,5
Rückstellungen 598,3 603,0 40,0% 4,7
Verbindlichkeiten und
Rechnungsabgrenzungsposten 286,7 294,0 19,5% 7,3
1.587,0 1.508,3 100,0% -78,7

Die Bilanzsumme der Österreichischen Post AG lag mit 31.Dezember 2015 bei 1.508,3 Mio EUR. Die Position Sachanlagevermögen und immaterielles Vermögen erhöhte sich gegenüber 2014 um 29,4 Mio EUR auf 444,9 Mio EUR. Die größten Posten des Sachanlagevermögens sind Grundstücke und Bauten mit einem Buchwert von 210,3 Mio EUR (31.12.2014: 223,1 Mio EUR) sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung mit 114,3 Mio EUR (31.12.2014: 106,4 Mio EUR).

Die Finanzanlagen in Höhe von 471,5 Mio EUR (31.12.2014: 585,5 Mio EUR) beinhalten Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen sowie Wertpapiere des Anlagevermögens. Der Rückgang im Geschäftsjahr 2015 ist im Wesentlichen auf außerplanmäßige Abschreibungen auf Beteiligungen im Zusammenhang mit Zentral-und Südosteuropäischen Beteiligungen sowie im Zusammenhang mit der trans-o-flex Gruppe Deutschland zurückzuführen.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände enthalten insbesondere Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 180,4 Mio EUR (31.12.2014: 152,5 Mio EUR), Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 35,6 Mio EUR (31.12.2014: 64,3 Mio EUR) sowie sonstige Forderungen in Höhe von 48,5 Mio EUR (31.12.2014: 82,1 Mio EUR). In den sonstigen Forderungen sind gutgeschriebene Rückforderungsansprüche aus in Vorperioden bezahlten Beiträgen aus der Gehaltsabrechnung der Beamten in Höhe von 28,2 Mio EUR enthalten. Im Vorjahr war in den sonstigen Forderungen eine Forderung aus dem Verkauf der Postgasse 8 Entwicklungs AG & CO OG in Höhe von 60,0 Mio EUR ausgewiesen.

Die Bilanzposition Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten ist im Geschäftsjahr 2015 von 243,5 Mio EUR auf 279,8 Mio EUR gestiegen.

Auf Basis des Eigenkapitals von 596,7 Mio EUR und der unversteuerten Rücklagen von 14,6 Mio EUR ergibt sich zum 31. Dezember 2015 eine Eigenkapitalquote von 40,5% (Vorjahr 44,2%).

Die Rückstellungen in Höhe von 603,0 Mio EUR sind größtenteils langfristig und beinhalten unter anderem Rückstellungen für Abfertigungen und Jubiläumsgelder. Für Personalaufwendungen von unkündbaren Mitarbeitern (vor allem beamtete Mitarbeiter), die im Rahmen des laufenden Post-internen Organisationsprozesses zur Anpassung an die sich ändernden Marktbedingungen ihren Arbeitsplatz verlieren und im Unternehmen nicht mehr oder nur mehr in einem untergeordneten Ausmaß zur Leistungserbringung eingesetzt werden können, wurde mit einer Rückstellung für Unterauslastung in Höhe von 183,2 Mio EUR (31.12.2014: 194,3 Mio EUR) vorgesorgt. In der Rückstellung für Unterauslastung ist in Höhe von 5,1 Mio EUR (31.12.2014: 10,2 Mio EUR) für Mitarbeiter, die sich im Programm zum möglichen Ressortwechsel in verschiedene Bundesministerien befinden, vorgesorgt. Dabei werden Ansprüche für Mitarbeiter, die einem Wechsel bereits zugestimmt haben, für einen bestimmten festgelegten Zeitraum übernommen und entsprechend rückgestellt.

Die Verbindlichkeiten und passiven Rechnungsabgrenzungsposten der Österreichischen Post AG betragen zum 31. Dezember 2015 294,0 Mio EUR.

2.4 Bericht über Zweigniederlassungen

Die Österreichische Post AG unterhält keine Zweigniederlassungen.

2.5 Finanzielle und nicht-finanzielle Leistungsindikatoren

2.5.1 Cashflow

Mio EUR 2014 2015
Cashflow aus dem Ergebnis 179,6 177,4
+/- Veränderungen im Nettoumlaufvermögen 15,6 -2,8
= Cashflow aus Geschäftstätigkeit 195,2 174,6
+/- Cashflow aus Investitionstätigkeit -48,4 -31,0
= Free Cashflow 146,8 143,6
+/- Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -117,1 -107,4
= Nettoveränderung liquider Mittel1) 29,7 36,2

1) 2014: nach Verschmelzungen

2.5.2 Ergebnis- und wertorientierte Kennzahlen

2014 2015
EBIT-Marge1) 7,5% 4,8%
ROE2) 18,3% 7,2%
ROCE3) 15,1% 10,4%
Ø Capital Employed4) 828,6 Mio. EUR 776,0 Mio. EUR

1) EBIT-Marge = EBIT/Umsatz

2) Return on Equity = Jahresüberschuss/Eigenkapital + unversteuerte Rücklagen (bereinigt um latente Steuern) zum 1.Jänner abzüglich im Geschäftsjahr geflossener Dividende

3) Return on Capital Employed = EBIT/durchschnittliches Capital Employed

4) Capital Employed = Immaterielle Vermögensgegenstände + Sachanlagevermögen + Anteile an verbundenen Unternehmen + Beteiligungen + Vorräte + Forderungen (abzüglich verzinsliche Forderungen) + Aktive Rechnungsabgrenzung– unverzinsliches Fremdkapital

2.5.3 Mitarbeiter

Der durchschnittliche Personalstand der Österreichischen Post AG reduzierte sich gegenüber dem Vorjahr um 420 auf 17.983 Mitarbeiter (Vollzeitkräfte). Der überwiegende Teil der Mitarbeiter ist in der Division Brief, Werbepost & Filialen beschäftigt.

Mitarbeiter nach Divisionen 2014 2015 Anteil
in %
Brief, Werbepost & Filialen 15.037 14.576 81,1%
Paket & Logistik 1.547 1.573 8,7%
Corporate 1.819 1.834 10,2%
Gesamt 18.403 17.983 100,0%

2.5.4 Arbeitnehmerschutz und Gesundheitsförderung

Als Dienstleistungsunternehmen stellen motivierte und gesunde Mitarbeiter für die Österreichische Post AG einen entscheidenden Erfolgsfaktor dar. Um die Arbeitsfähigkeit der Mitarbeiter - auch bis in ein höheres Alter - zu erhalten, muss der Arbeitgeber ein sicheres und motivierendes Arbeitsumfeld schaffen. Am Erhalt der Gesundheit tragen beide - das Unternehmen und die Mitarbeiter - Verantwortung. Demnach arbeitet die Österreichische Post AG an der Gestaltung der Arbeitsplätze und –prozesse nach den hohen Anforderungen des Arbeitnehmerschutzes und bietet für ihre Mitarbeiter zusätzlich diverse Aktivitäten an, die diese in ihrer Gesundheit unterstützen.

Im Jahr 2015 lag der Schwerpunkt in der Weiterentwicklung des Projekts "Gesundes Herz und Du". Im Rahmen von Gesundheitsberatungen und Gesundheitstagen konnten die Mitarbeiter Interessantes über die eigene Gesundheit und den eigenen Körper sowie über Ernährung, Entspannungstechniken u.a. erfahren.

2.5.5 Aus- und Weiterbildung

Die zielgruppen- und kompetenzorientierte Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter bildet einen wichtigen Schwerpunkt im Personalmanagement der Österreichischen Post AG. Die hier umgesetzten Maßnahmen beinhalten Fachschulungen, Weiterbildungskurse, Coachings und Trainings in allen Fachbereichen des Unternehmens.

Wenn es darum geht, Mitarbeiterpotenziale zu erkennen und ihre Fähigkeiten durch individuelle Förderung auszubauen, sind im ersten Schritt die Führungskräfte gefordert. Daher setzt die Österreichische Post AG bereits seit dem Jahr 2012 auch einen Schwerpunkt auf die Ausbildung von Führungskräften im Rahmen ihrer Führungsakademie des Unternehmens. Ihr Ziel besteht darin, leitende Mitarbeiter und Schlüsselkräfte mit einem maßgeschneiderten Programm bei der Umsetzung der Führungsleitlinien zu unterstützen. Die vier zielgruppengerechten Programme zur Weiterentwicklung der Führungskräfte wurden 2015 fortgesetzt.

2.5.6 Vielfalt und Chancengleichheit

Im Rahmen ihres Diversity-Managements sieht die Österreichische Post AG die Vielfalt unter ihren Mitarbeitern explizit als fördernswert und nutzt diese konstruktiv. Dies bezieht sich einerseits auf äußerlich wahrnehmbare Unterschiede wie Geschlecht, Ethnie, Alter oder Behinderung, andererseits aber auch auf subjektive Unterschiede wie Religion oder Lebensstil. Die Österreichische Post AG möchte die individuelle Verschiedenheit der Mitarbeiter nicht nur respektieren, sondern diese im Sinn einer positiven Wertschätzung besonders hervorheben. Die Ziele sind eine produktive Gesamtatmosphäre im Unternehmen zu schaffen, soziale Diskriminierungen von Minderheiten zu verhindern und die Bedingungen für Chancengleichheit zu verbessern. Denn die Österreichische Post AG legt in allen Unternehmensbereichen großen Wert auf Chancengleichheit am Arbeitsplatz und tritt daher jeder Form von Diskriminierung, Mobbing und sexueller Belästigung entschieden entgegen. Bereits 2013 hat die Österreichische Post AG die "Charta der Vielfalt" unterzeichnet und trägt seither im Sinn dieser freiwilligen Selbstverpflichtung im Rahmen ihres Diversity-Managements zu mehr Toleranz, Fairness und Wertschätzung bei. Die Österreichische Post AG nimmt ihre Rolle als familienfreundlicher Arbeitgeber ernst und fördert die Vereinbarkeit von Beruf und Familie durch eine Reihe von Maßnahmen und Angeboten. Dafür erhielt die Österreichische Post AG im November 2013 das bis 2016 gültige Grundzertifikat "berufundfamilie" des österreichischen Familienministeriums.

2.5.7 Umwelt

Die Österreichische Post AG ist sich auch ihrer Verantwortung gegenüber der Umwelt bewusst und sucht daher laufend nach Optimierungspotenzialen, um ihren ökologischen Fußabdruck zu minimieren. Auch im Jahr 2015 hat die Österreichische Post AG im Rahmen ihrer Initiative CO2 NEUTRAL ZUGESTELLT alle Briefe, Pakete und Werbesendungen in Österreich ausnahmslos CO2-neutral zugestellt. Diese Initiative wird in einem Drei-Stufen-Programm umgesetzt: Oberste Priorität hat immer die Vermeidung von Emissionen in den eigenen Kernprozessen. Dies betrifft vor allem die Bereiche Fuhrpark und Gebäude und wird etwa durch optimierte Routenplanung, eine moderne Fahrzeugflotte sowie Schulungen der Fahrer bzw. durch Monitoring des Energieverbrauchs in Gebäuden und die Optimierung der Gebäudenutzflächen verwirklicht. In einem zweiten Schritt setzt die Österreichische Post AG auf alternative Energieformen. Auch 2015 wurde etwa der E-Fuhrpark bedeutend ausgebaut und umfasst bereits mehr als 1000 E-Fahrzeuge. Das Projekt "Grünes Wien" sieht vor, dass bis Ende 2016 alle Brief- und Werbesendungen an Privatkunden in Wien nur mehr mit E-Fahrzeugen oder zu Fuß zugestellt werden. Hier wurden mittlerweile 14 Bezirke umgestellt. Darüber hinaus bezieht die Österreichische Post AG seit 2012 nur noch Strom aus erneuerbaren Energiequellen und betreibt auf dem Dach des Briefzentrums Wien und des Logistikzentrums Allhaming jeweils eine Photovoltaikanlage. Die Anlagen produzieren gemeinsam rund 1,4 Millionen Kilowattstunden Strom jährlich. Auf der dritten Ebene werden schließlich alle Emissionen, die derzeit noch nicht vermieden werden können, durch die Unterstützung anerkannter und zertifizierter nationaler und internationaler Klimaschutzprojekte mit hoher ökologischer und sozioökonomischer Wirkung kompensiert. Die gesamte Initiative wird regelmäßig von Sachverständigen des TÜV AUSTRIA geprüft.

2.5.8 Forschung und Entwicklung/Innovationsmanagement

Ein wesentlicher Schlüssel zum Erfolg in sich verändernden Märkten liegt in der Entwicklung und Markteinführung innovativer Produkte sowie der Erweiterung der bestehenden Produktpalette aus dem Kerngeschäft heraus. Die Österreichische Post AG hat im Geschäftsjahr 2015 eine Vielzahl solcher Lösungen einerseits im Bereich ihrer Online-Services und andererseits im Bereich ihrer Servicedienstleistungen umgesetzt.

Im Rahmen der Brief- und Paketdienstleistungen entwickelte die Österreichische Post AG ihre Lösungen vor allem in den Bereichen elektronische Post und mobile Services ("Post-App") weiter. Die Online-Services der Post zeichnen sich dabei durch ein hohes Maß an Sicherheit und Vertrauenswürdigkeit aus. Im Bereich Mail Solutions wird speziell an innovativen Lösungen zur Optimierung von Geschäftsprozessen und zur Steigerung der Werbeeffizienz von Business-Kunden gearbeitet. Der Fokus liegt hier unter anderem auf dualem Versand und Empfang (digital/physisch), intelligentem Inputmanagement, effizientem Poststellenmanagement, digitalem Dokumentenmanagement, dualen Zustellung und Outputmanagement sowie wirkungsvollen CRM-Anwendungen (Geomarketing, Adressmanagement etc.). Im Jahr 2015 erwarb die Österreichische Post AG 80% der Internet-Prospektplattform Aktionsfinder.at als Ergänzung zum physischen Geschäft. Im Bereich Logistik-Services entwickelt die Österreichische Post AG zudem laufend maßgeschneiderte Kundenlösungen für Warehousing und Fulfillment sowie diverse "Value Added Services". Diese Lösungen sorgen in Verbindung mit innovativen Online-Services für mehr Effizienz, höhere Flexibilität und generell für eine kundenorientierte Optimierung von Kommunikation und Distribution.

Neben ihren eigenen Entwicklungsaktivitäten kooperiert die Österreichische Post AG seit dem Jahr 2013 mit namhaften österreichischen Universitäten und Fachhochschulen. Ziel dieser Zusammenarbeit ist es, den Fokus auf Innovationen weiter zu verstärken und in der Entwicklung von Produkten und Services auf wissenschaftlich fundierte Ergebnisse zurückgreifen zu können.

2.5.9 Zustellqualität

Die Österreichische Post AG hat es sich zum Ziel gesetzt, Anbieter hochqualitativer Dienstleistungen zu sein. In Österreich bestehen im Rahmen des Universaldienstes folgende strenge Auflagen für die Zustellgeschwindigkeit von Briefen und Paketen: Zustellung von 95% aller Briefe am nächsten Werktag bzw. von 90% aller Pakete innerhalb von zwei Werktagen. Mit einer Rate von 95,9% für die am ersten Werktag nach Einlieferung zugestellten Briefe hat die Österreichische Post AG die gesetzliche Vorgabe auch 2015 wieder übererfüllt.

Bei der Paketzustellung im Rahmen des Universaldienstes (primär Privatpakete) konnte mit 98,1% Beförderung innerhalb von zwei Werktagen das gesetzliche Ziel sogar deutlich übertroffen werden. Auch bei den internationalen Sendungen (Inbound) bietet die Österreichische Post AG eine im europäischen Vergleich überdurchschnittliche Zustellqualität.

Im Bereich der Erstzustellquote von bescheinigten Briefen und Paketen konnten die guten Werte des Vorjahres im Briefbereich sowie im Paketbereich übertroffen werden. Die Erstzustellquote ist ein für die Kundenzufriedenheit sehr wichtiger Faktor. So konnten im Jahr 2015 91,0% der Pakete beim ersten Versuch erfolgreich zugestellt werden, bei den bescheinigten Briefen lag der Wert bei 78,0%.

2.5.10 Kundenzufriedenheit

Im Berichtsjahr wurde die Kundenzufriedenheit quartalsweise erhoben. Partner der Österreichischen Post AG in der Marktforschung ist hier das renommierte Institut für Empirische Sozialforschung IFES. Mittels repräsentativer

Befragungen mit einer Sample-Größe von n = 1.000 pro Welle wird der "Customer Satisfaction Index" (CSI) ermittelt, der sich aus Kundenzufriedenheit und Kundenbindung zusammensetzt. Der durchschnittliche CSI im Jahr 2015 liegt mit einem Wert von 69 im guten Bereich und erneut einen Indexpunkt über dem Vorjahr. Seit 2011 konnte die Gesamtzufriedenheit damit um insgesamt 5 Punkte gesteigert werden. Über die vier Quartale 2015 gesehen schwankte der Index nur geringfügig um 2 Indexpunkte; im dritten Quartal wurde zum ersten Mal seit Beginn der Messung sogar ein Wert von 70 Punkten erreicht. Sehr gute Bewertungen erhalten die Post-Geschäftsstellen, der Versand sowie die Zustellung. Jüngere Personen zählen stets zu den zufriedensten Kunden.

Im Detail erhalten sowohl Brief- als auch Paketzustellung sehr gute Werte, die Zusteller selbst liegen im ausgezeichneten Beurteilungsspektrum. Die Bewertung des Paketversands konnte im Jahr 2015 deutlich gesteigert werden, was auch den SB-Zonen geschuldet sein dürfte, die sich wachsender Beliebtheit erfreuen. Auch die Filialen verbessern sich kontinuierlich in der Wahrnehmung der Befragten, vor allem was Wartezeiten, Atmosphäre und Standort betrifft.

Die Kundenzufriedenheitsmessung mittels CSI beurteilt Werte bis 50 Punkte als kritisch, Werte zwischen 51 und 60 Punkten als mäßig, ab 61 Punkten wird von einem guten Wert gesprochen. 71 Punkte und mehr sind sehr gut; ausgezeichnet bedeuten 81 Punkte bis zum Höchstwert von 100 Punkten.

2.5.11 Versorgungssicherheit

Neben der Verpflichtung, täglich Post-Dienstleistungen für jeden Haushalt in ganz Österreich in höchster Qualität und zu einem einheitlichen Preis zu liefern, umfassen die Verpflichtungen des Universaldienstes auch ein flächendeckendes Standortnetz mit mindestens 1.650 Geschäftsstellen. Auch hier übertrifft die Österreichische Post AG – im Sinn der optimalen Versorgung ihrer Kunden – die Vorgaben: Insgesamt 1.785 Standorte umfasste das Geschäftsstellennetz mit Ende 2015 und zählt damit zu den größten Privatkundennetzen des Landes. Die Österreichische Post AG ist also wortwörtlich immer in der Nähe ihrer Kunden.

Da das Postgeschäft großen Veränderungen unterworfen ist, erfordern ständig neue Rahmenbedingungen laufend kundenorientierte Anpassungen von Seiten der Post, um die Versorgung der österreichischen Bevölkerung mit Postdienstleistungen auch langfristig gewährleisten zu können. Eine wesentliche Maßnahme stellt dabei der Umbau des Standortnetzes der Post dar, der auch im vergangenen Jahr konsequent vorangetrieben wurde. Zentrales Element dabei ist das sehr erfolgreiche Post Partner-Konzept. Insgesamt 1.281 Post Partner - Lebensmittelgeschäfte, Tankstellen, Trafiken, Gemeindeämter und viele andere mehr – sorgen hier für Stabilität und eine optimale regionale Erreichbarkeit der Post.

2.6 Besondere Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Es gab keine besonderen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag.

3. Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens / Ausblick

Stabile Entwicklung angepeilt

Aufgrund der vorliegenden Wirtschaftsdaten ist für die Kernregion der Österreichischen Post AG mit einer positiven Wirtschaftsentwicklung zu rechnen. Sowohl für Österreich, Deutschland als auch die meisten Länder Südost- /Osteuropas liegen verbesserte Konjunkturdaten vor. Die aktuellen Prognosen unterliegen aber geo- und fiskalpolitischen Unsicherheiten.

Generell ist davon auszugehen, dass sich die Basistrends des Brief- und Logistikmarktes der letzten Jahre auch im Jahr 2016 fortsetzen werden. Die Volumina adressierter Briefsendungen stehen national und international unter Druck, während Paketmengen an Privatkunden – gestützt auf steigende Online-Bestellungen - stetig zunehmen. Die Österreichische Post AG strebt im Umsatz 2016 eine weitgehend stabile Entwicklung an.

Im Briefbereich ist mit einer Fortsetzung des Basistrends der E-Substitution, also des Ersatzes des klassischen Briefs durch elektronische Kommunikationsformen und dadurch mit weiteren Mengenrückgängen zu rechnen. Für das Jahr 2016 ist mit einem anhaltenden Trend, also mit einem Rückgang in der prognostizierten Bandbreite von 3– 5% zu rechnen. Das Werbegeschäft zeigt weiterhin eine differenzierte Entwicklung der einzelnen Kundenbranchen. Rückgänge sind dabei vor allem im Bereich der adressierten Werbesendungen spürbar.

Die Entwicklung der Division Paket & Logistik wird von unterschiedlichen Trends im Privat- und Business-Bereich beeinflusst: Durch den stetig wachsenden Online-Handel ist bei Paketen an Privatkunden weiterhin von deutlichen Wachstumsraten auszugehen. Aufgrund der positiven Entwicklung dieses Marktsegments ist gleichzeitig mit intensiverem Wettbewerb zu rechnen, der sich auf das Preis- und Mengengefüge und damit auf die Geschäftsentwicklung auswirken könnte. Im Bereich Business-Paket wiederum sind angesichts der schwachen Konjunkturaussichten derzeit kaum Impulse zu erwarten.

Effizienzsteigerung zur Sicherung der Ergebnislage

Um ihre Effizienz in allen Leistungsbereichen weiter zu erhöhen, optimiert die Österreichische Post AG in der Briefund in der Paketlogistik laufend ihre Strukturen und Prozesse. In der Brieflogistik stehen technologische Verbesserungen sowie Routenoptimierungen ebenso auf der Agenda wie die landesweiten Teamarbeitsmodelle in der Zustellorganisation. In der Division Paket & Logistik wird die Qualitätsführerschaft in Österreich weiter ausgebaut. Sowohl die Zustellqualität als auch die Verbesserung des Serviceangebots sind Garanten für eine hohe Kundenzufriedenheit.

Weiterhin attraktive Dividendenpolitik

Den erwirtschafteten operativen Cashflow wird die Österreichische Post AG weiterhin umsichtig und zielgerichtet für nachhaltige Effizienzsteigerungen, Strukturmaßnahmen und Zukunftsinvestitionen einsetzen. Auch 2016 sind in diesem Sinn operative Sachanlageninvestitionen von 80 Mio EUR in Sortiertechnik, Logistik und Kundenlösungen geplant. Darüber hinaus wird der Bau der neuen Unternehmenszentrale im dritten Wiener Gemeindebezirk realisiert und 2017 fertiggestellt. Für das Geschäftsjahr 2015 wird der Vorstand der Österreichischen Post AG der nächsten Hauptversammlung am 14.April 2016 die Ausschüttung einer Dividende von 1,95 EUR je Aktie vorschlagen. Damit setzt das Unternehmen auf der Grundlage seiner soliden Bilanzstruktur und der erwirtschafteten Cashflows seine attraktive und berechenbare Dividendenpolitik weiter fort: Die Österreichische Post AG verfolgt weiterhin das Ziel, zumindest 75% des Nettoergebnisses an die Aktionäre auszuschütten.

4. Wesentliche Risiken und Ungewissheiten

4.1 Risikomanagement

Die Österreichische Post AG betreibt ein umfangreiches Risikomanagement, in das alle Unternehmenseinheiten sowie Konzerngesellschaften einbezogen sind. Das Ziel des Risikomanagements ist es, die Risiken frühzeitig zu erkennen und durch geeignete Maßnahmen so zu steuern, dass die Abweichung von den Unternehmenszielen möglichst gering gehalten wird. Risiken werden nach einheitlichen Grundsätzen in ihrem Gesamtzusammenhang identifiziert, bewertet, überwacht und in einem unternehmensweiten Risikomanagementsystem dokumentiert. Der Vorstand definiert die Risikostrategie und –politik des Unternehmens und legt die Rahmenbedingungen des Risikomanagementsystems fest.

Die wichtigsten Schritte des Risikomanagementprozesses sind:

1. Identifizierung und Bewertung: Risiken sind definiert als potenzielle Abweichung vom mittelfristig geplanten Unternehmensergebnis. Quartalsweise analysieren die Risikomanager der jeweiligen Unternehmensbereiche ihre Risikosituation. Für jedes identifizierte Risiko wird ein Verantwortlicher festgelegt, der die Bewertung, die Steuerung und die Überwachung durchführt. Bei der Bewertung werden die Risiken so weit wie möglich gemäß den Dimensionen Auswirkung und Eintrittswahrscheinlichkeit quantifiziert. Nicht quantifizierbare Risiken werden anhand definierter qualitativer Klassen bewertet. Zusätzlich prüft das zentrale Risikomanagement zyklisch die einzelnen Unternehmensbereiche in Form eines proaktiven Risiko-Assessments und Workshops hinsichtlich ihrer Risiken. Die Ergebnisse der Identifizierung und Bewertung werden in der IT-Anwendung des Risikomanagementsystems dokumentiert.

2. Aggregation und Reporting: Das zentrale Risikomanagement sammelt und überprüft die identifizierten und bewerteten Risiken. Die finanziellen Effekte möglicher Überschneidungen werden in der Aggregation berücksichtigt. Im Anschluss werden die Risiken in einem Risiko-Gremium analysiert und plausibilisiert. Das Risiko-Gremium setzt sich aus Vertretern des Controllings, der Rechtsabteilung, der Strategieabteilung und des Rechnungswesens sowie aus Vertretern der operativen Bereiche zusammen. Die Ergebnisse des Risiko-Gremiums fließen in den quartalsweisen Bericht des zentralen Risikomanagements über die Risiken und deren Entwicklung an den Vorstand ein. Unerwartet auftretende Risiken werden dem Vorstand unmittelbar (ad hoc) berichtet. Zum Status des Risikomanagements werden der Aufsichtsrat und der Prüfungsausschuss ebenfalls regelmäßig informiert.

3. Maßnahmengestaltung: Die Risikosteuerung erfolgt durch die Festlegung geeigneter Maßnahmen mit dem Ziel, die Risiken zu vermeiden, zu reduzieren oder auf Dritte zu übertragen. Die Unternehmensbereiche prüfen hierzu die in Frage kommenden Maßnahmen mittels Kosten-Nutzen-Analysen und implementieren diese anschließend. Die Maßnahmen werden im Zuge der quartalsweisen Analyse durch die Risikomanager überwacht und angepasst.

4. Überwachung und Kontrolle: In Anlehnung an den Österreichischen Corporate Governance Kodex wird die Funktionsfähigkeit des Risikomanagementsystems jährlich durch den Wirtschaftsprüfer bewertet. Des Weiteren wurde die Konzeption, Angemessenheit und Wirksamkeit des Risikomanagementsystems durch einen externen Auditor evaluiert.

4.2 Top Risiken

4.2.1 E-Substitution klassischer Briefsendungen

Klassische Briefsendungen werden zunehmend durch elektronische Medien ersetzt. Der Trend zur elektronischen Substitution von Briefen, insbesondere zur elektronischen Zustellung, wird auch weiterhin fortbestehen. Diese Entwicklung, die vom Gesetzgeber gefördert wird, kann zu nicht unerheblichen Volumenrückgängen und damit Ergebnisbeeinträchtigungen führen. Ein Rückgang des Umsatzes der Österreichischen Post AG im Bereich Briefpost von einem Prozentpunkt führt zu einem negativen Umsatzeffekt von rund 7 Mio EUR pro Jahr, der aufgrund der Fixkostenstruktur des Unternehmens kurz- bis mittelfristig großteils ergebnismindernd wirken würde. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass infolge von Änderungen der gesetzlichen Zustellvorschriften für behördliche Sendungen in Österreich ein Teil dieser Sendungen nicht mehr über die Österreichische Post AG zugestellt wird.

Dem Mengenrückgang infolge der Substitution von Briefsendungen durch elektronische Medien wird mit neuen Produkten und Dienstleistungen entgegengewirkt. Die Diversifikation auf mehrere Märkte trägt dazu bei, Risiken einzelner Branchen weit zu streuen bzw. gering zu halten.

4.2.2 Strukturveränderung bei Werbemengen

Bedingt durch die in den vergangenen Jahren anhaltende schwache Wirtschaftsentwicklung war ein zunehmender Trend der Marktkonzentration (Firmenzusammenschlüsse, Konkurse) im Bereich Handel festzustellen. In Folge dessen kann es auch zu einer Strukturveränderung bei Werbemitteln und –mengen, z.B. zu einer Reduktion der Flugblattwerbung, kommen. Dies kann zu einem spürbaren Rückgang im Geschäft mit Werbesendungen und damit auch zu einer Beeinträchtigung des Ergebnisses führen.

4.2.3 Beteiligungen

Ein Bestandteil der Strategie der Österreichischen Post AG ist das Wachstum durch selektive Akquisitionen und Kooperationen. Dabei ist es wichtig, passende Akquisitionsziele zu finden und erworbene Unternehmen erfolgreich zu integrieren. Die Chancen und Risiken von Beteiligungen sind in hohem Maß von politischen, wirtschaftlichen und gesetzlichen Rahmenbedingungen abhängig. Darüber hinaus können Marktpreisrisiken wie fluktuierende Fremdwährungskurse, Auswirkungen auf die Werthaltigkeit von Beteiligungen haben. Die Rentabilität der Beteiligungen bzw. allenfalls erforderliche Abschreibungen können das Ergebnis der Österreichischen Post AG beeinflussen.

4.2.4 Personalkosten und Struktur der Dienstverhältnisse

Das Geschäftsmodell der Österreichischen Post AG ist von einer hohen Personalkostentangente geprägt. Ein Großteil der Mitarbeiter der Österreichischen Post AG steht in einem öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnis und unterliegt den Bestimmungen des Beamtendienstrechts. Daraus ergeben sich Besonderheiten im Zusammenhang mit der dienstrechtlichen Verwendung. Bei einem Großteil der Belegschaft kann es durch die bestehenden rechtlichen Bedingungen im Fall von Mengenverlusten zu keiner Kapazitätsanpassung kommen, ebenso ist keine Anpassung des Gehaltsniveaus an eventuell ungünstigere Marktkonditionen möglich. Das Beamtendienstrecht führt damit insgesamt zu geringer Kostenflexibilität.

Die Österreichische Post AG ist im Hinblick auf den liberalisierten Markt zunehmend mit den Grenzen der dienstrechtlichen Verwendungsmöglichkeiten für die ihr zugewiesenen Beamten konfrontiert. Die Lösung dieser Problematik nimmt im Dialog mit dem verantwortlichen Gesetzgeber eine bedeutende Rolle ein.

Aus den laufenden Änderungen des Beamtendienstrechts können sich für die Österreichische Post AG, soweit diese Regelungen nicht auf die spezielle Wettbewerbssituation der Österreichischen Post AG Rücksicht nehmen, zusätzliche Belastungen und unerwartete Mehrkosten ergeben, auf deren Entstehen die Österreichische Post AG keinen Einfluss hat.

4.3 Allgemeine und sonstige Risiken

Die Österreichische Post AG unterliegt wie jedes Unternehmen einer Reihe von Risiken, die sich aus der Branche bzw. dem Marktumfeld ergeben. Diese Risiken werden mit Maßnahmen, die dem Stand der Technik entsprechen, auf wirtschaftliche Art und Weise minimiert, können aber nicht vollkommen ausgeschlossen werden.

4.3.1 Markt- und Wettbewerbsrisiken

Die Österreichische Post AG erwirtschaftet ihren Umsatz fast ausschließlich in Österreich. Sollten sich die aktuellen Prognosen zum Wirtschaftswachstum verschlechtern, könnten Planungsprämissen verworfen werden müssen und damit die Planungssicherheit eingeschränkt werden.

Ferner erwirtschaftet das Unternehmen einen nicht unbedeutenden Anteil seines Umsatzes mit einer geringen Anzahl von Großkunden. Das wirtschaftlich erfolgreiche Weiterbestehen dieser Großkunden ist somit wesentlich für die stabile Entwicklung der Österreichischen Post AG. Großkunden sind zudem vertraglich nicht verpflichtet, ihre Postsendungen von der Österreichischen Post AG befördern zu lassen, und könnten sich entscheiden, mittelfristig zumindest einen Teil ihrer Postsendungen Wettbewerbern der Österreichischen Post AG zur Zustellung zu übergeben.

Das Paketgeschäft – hier nimmt die Österreichische Post AG eine führende Stellung im österreichischen Markt ein – ist zum einen von der wirtschaftlichen Entwicklung ihrer Kunden und zum anderen von Wettbewerbsverschärfungen durch das Auftreten weiterer Anbieter abhängig, sodass Umsatzeinbußen nicht ausgeschlossen werden können. Das Unternehmen ist deshalb bestrebt, Kunden durch attraktive Leistungsangebote an sich zu binden.

Im Filialnetz ist die Österreichische Post AG zum Teil von strategischen Partnern wie der BAWAG P.S.K. abhängig. Risiken, die auf diese Partnerschaften einwirken können, jedoch nicht im Einflussbereich der Österreichischen Post AG liegen, können auch zu Ergebnisbeeinträchtigungen auf Seiten der Post führen. Die Österreichische Post AG ist bestrebt, solche Risiken laufend mit ihren Partnern abzustimmen und diesen gemeinsam – soweit möglich – entgegenzuwirken.

Der internationale Brief- und Paketmarkt ist durch zunehmende Wettbewerbsintensität gekennzeichnet. Vor allem im Briefmarkt kann dies zu Preisrückgängen führen, die durch Mengenwachstum nicht ausgeglichen werden können. Um hier mögliche Umsatzeinbußen zu kompensieren, werden in diesem Bereich verstärkt Effizienzsteigerungsprojekte durchgeführt.

Alle erwähnten Markt- und Wettbewerbsrisiken können zu nicht unerheblichen Volumenrückgängen und damit Ergebnisbeeinträchtigungen führen.

4.3.2 Beschaffungsrisiken

Die Beschaffungsrisiken der Österreichischen Post AG beschränken sich im Wesentlichen auf Schwankungen des Treibstoffpreises. Eine Erhöhung der Treibstoffpreise kann geringe negative Auswirkungen auf das Ergebnis haben.

4.3.3 Technische Risiken

Die Österreichische Post AG ist in hohem Maß auf die Verwendung von komplexen technischen Systemen angewiesen und setzt bei der Erbringung ihrer Dienstleistungen maßgeblich auf den Einsatz von Datenverarbeitungssystemen, modernen Kommunikationsmedien und anderen technischen Einrichtungen. Vor diesem Hintergrund hat die Österreichische Post AG in den vergangenen Jahren umfangreiche Investitionen vorgenommen, um ihr Verteil- und Zustellnetz zu modernisieren. Die Leistungserbringung des Unternehmens hängt dabei von der Funktionsfähigkeit weniger wichtiger Standorte ab. Sollten technische Systeme vorübergehend oder dauerhaft ausfallen oder sollte es zu unberechtigten Datenzugriffen und Datenmanipulationen kommen oder sollten längerfristige kollektive Arbeitsniederlegungen stattfinden, könnte dies zu Störungen des Geschäftsablaufs und zu Verlust von Reputation und Kunden führen sowie zusätzliche Kosten verursachen.

Zur systematischen Bewältigung versicherbarer Risiken betreibt die Österreichische Post AG ein internes Versicherungsmanagement. Dessen Hauptaufgaben bestehen in der laufenden Bewertung der am Markt erhältlichen Versicherungslösungen, dem Portfoliomanagement hinsichtlich der abgeschlossenen Versicherungsverträge sowie der Optimierung der Prozesse in der Schadenabwicklung. Zur Reduzierung von technischen und operativen Risiken wurden Sicherheitsmaßnahmen und Regeln festgelegt, die verschiedene Eventualitäten abdecken und einen reibungslosen Ablauf sicherstellen sollen.

Im Betrieb von Rechenzentren verfolgt die Österreichische Post AG eine Outsourcing-Strategie. Durch entsprechende Vertragsgestaltung und gezieltes Servicelevel-Management wird die Verfügbarkeit aller outgesourcten Tätigkeiten abgesichert. Die Vertragspartner sind verpflichtet, einschlägige gültige Zertifizierungen vorzuweisen.

4.3.4 Finanzielle Risiken

Finanzielle Risiken der Österreichischen Post AG umfassen das Liquiditätsrisiko, das Kredit-/Kontrahenten- und das Zinsänderungsrisiko sowie organisatorische Risiken. Das Währungsrisiko kann ebenfalls das Ergebnis beeinflussen. Eine detaillierte Darstellung der finanziellen Risiken findet sich im Anhang zum Jahresabschluss der Österreichischen Post AG.

4.3.5 Regulatorische und rechtliche Risiken

Mit Inkrafttreten des Postmarktgesetzes am 1. Jänner 2011 erfolgte die vollständige Öffnung des österreichischen Postmarktes. Daraus ergeben sich Risiken einer Marktanteilsveränderung. Die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Zeit nach der vollständigen Liberalisierung wurden mit dem Postmarktgesetz neu geregelt. Das Postmarktgesetz sieht in vielen Bereichen keine Gleichbehandlung zwischen der Österreichischen Post AG und ihren Mitbewerbern vor, sondern eine Mehrbelastung der Österreichischen Post AG.

Die Österreichische Post AG ist im Rahmen des Universaldienstes verpflichtet, in ganz Österreich ein Mindestangebot von Postdienstleistungen in vergleichbarer Qualität anzubieten und ein flächendeckendes Netz von mindestens 1.650 Post-Geschäftsstellen sicherzustellen. Mit eigenem Personal betriebene Post-Geschäftsstellen dürfen nur nach Durchführung eines behördlichen Verfahrens geschlossen werden, sodass nicht ausgeschlossen werden kann, dass die Österreichische Post AG – zumindest vorübergehend – zur Führung unrentabler Standorte verpflichtet ist.

Die Österreichische Post AG geht derzeit nicht davon aus, dass sie verpflichtet wird, ihren Mitbewerbern Zugang zu Teilleistungen einzuräumen. In einem solchen Fall könnten diese jedoch in besonders lukrativen Marktsegmenten Postdienstleistungen selbst erbringen und in weniger lukrativen Marktsegmenten zu regulierten Preisen auf Teilleistungen der Österreichischen Post AG zurückgreifen. Dies könnte zu erheblichen Ergebnisbeeinträchtigungen führen.

In der Öffentlichkeitsarbeit der Österreichischen Post AG sowie im Dialog mit allen Stakeholdern nimmt die Thematik der Gleichbehandlung der Österreichischen Post AG mit anderen Marktteilnehmern einen hohen Stellenwert ein. Das Unternehmen sieht es als seine Aufgabe, auf die ungenügende Abgeltung des Universaldienstes und die Problematik der asymmetrischen Marktöffnung hinzuweisen.

Die Österreichische Post AG unterliegt in der Gestaltung ihrer Geschäftsbedingungen (einschließlich ihrer Entgelte) im Universaldienst der Kontrolle durch die Regulierungsbehörde. Die Gesellschaft kann deshalb im Bereich des Universaldienstes nur eingeschränkt durch Preisanpassungen auf Marktveränderungen reagieren. Unterschiedliche Definitionen der Grenzen des Universaldienstes zwischen der Regulierungsbehörde und dem Unternehmen können sich in der Gestaltung des Produktportfolios und der Preisfestsetzung niederschlagen.

Die kartellrechtliche Zulässigkeit von Vereinbarungen und Geschäftspraktiken der Österreichischen Post AG war in der Vergangenheit bereits Gegenstand kartellrechtlicher Untersuchungen und Verfahren. Sonstige rechtliche Risiken ergeben sich auch aus nicht vorhersehbaren Gerichtsverfahren mit Mitbewerbern, Kunden und Lieferanten.

Zur bestmöglichen Vermeidung von Ergebnisbeeinträchtigungen durch regulatorische und rechtliche Risiken ist die Österreichische Post AG bestrebt, in ihren Kernprozessen eine Erweiterung der Wertschöpfung und des Produktportfolios zu erzielen, um ihren Kunden noch bessere Leistungen anzubieten und eine Qualitätsoptimierung zu erreichen. Darüber hinaus beabsichtigt die Österreichische Post AG, vermehrt Umsätze im nicht regulierten Bereich zu erwirtschaften.

Nach dem Poststrukturgesetz 1996 sind Änderungen des Beamtendienstrechts, die für Bundesbeamte eingeführt werden, grundsätzlich auch auf die der Gesellschaft zugewiesenen Beamten anwendbar. Im Ergebnis können Änderungen des Beamtendienstrechts daher unmittelbar die Kostenstruktur der Gesellschaft verändern. Weiters können Risiken aufgrund unterschiedlicher Interpretationen des Poststrukturgesetzes grundsätzlich nicht ausgeschlossen werden. Im Zusammenhang mit der Anrechnung von Vordienstzeiten bei Beamten wurde die vorgesehene Besoldungsreform umgesetzt. Damit ergibt sich für die Österreichische Post AG, dass zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2015 für aktive Beamte keine Rückstellung zu bilden war. Für beamtete Mitarbeiter, die möglicherweise der beschlossenen Dienstrechtsreform nicht unterliegen, wurde für drohende Gehaltsnachzahlungen mit einer Rückstellung vorgesorgt.

Zur Bereinigung der unterschiedlichen Rechtsauffassungen zwischen Bund und Österreichischer Post AG betreffend die Berechnung der vom Unternehmen laufend an den Bund zu bezahlenden Pensionsbeiträge für aktive Beamte, den Pflegegeldbeitrag sowie der Pensionsverrechnung wurde im Jahr 2015 ein Vergleich abgeschlossen. Nachforderungen gegenüber der Österreichischen Post AG, die über die bestehende Vorsorge hinausgehen, sind aus diesen Themen daher nicht mehr zu erwarten.

4.3.6 Umweltrisiken

Mit Fortschreiten der klimatischen Veränderungen könnte es zu einer Zunahme von Naturkatastrophen kommen. Wetterbedingte Phänomene wie starker Regen, Hagel, Erdrutsche, Hochwasser u. ä. könnten häufiger auftreten. Konsequenzen und Folgeerscheinungen sind vor allem Sach- und Personenschäden. Es könnte zusätzlicher Instandsetzungs- und Instandhaltungsbedarf entstehen. Zudem ist die Österreichische Post AG gesetzlich verpflichtet, die flächendeckende Versorgung mit Postdienstleistungen sicherzustellen. Falls diese durch Naturkatastrophen über einen Zeitraum nicht gewährleistet werden kann, könnten zusätzliche finanzielle Verpflichtungen entstehen.

4.4 Gesamtaussage zur Risikosituation

Die vorstehend beschriebenen Risiken des Unternehmens werden stetig beobachtet und bei Bedarf adaptiert. Aus heutiger Sicht ist der Bestand des Unternehmens dadurch jedoch nicht gefährdet.

4.5 Wesentliche Chancen

Da die Veränderungen, denen das Unternehmen ausgesetzt ist, auch zu positiven Zielabweichungen führen können, wird im Risikomanagementsystem ein weiterer Fokus auf die Erfassung und Steuerung der Chancen gelegt. Das Ziel ist es hier, Chancen aufzuzeigen und durch geeignete Maßnahmensetzung das entsprechende Potenzial zu verwirklichen. Die Identifizierung, Bewertung, Steuerung und das Reporting erfolgen gemäß dem oben dargestellten Prozess.

Im Detail erfolgt die Erfassung einerseits im Rahmen der Mittelfristplanung durch den Bereichsplaner (Bottom-up), zusätzlich werden die Chancen (Top-down) durch den Bereich Strategie & Konzernentwicklung verifiziert und ergänzt. Die Österreichische Post AG führt daher eine kontinuierliche Chancenevaluierung durch, um alle Potenziale wahrnehmen zu können. Im Jahr 2013 wurde zur Chancenerkennung ein neues strategisches Projekt "Post2016" gestartet. Dieses beinhaltet mehrere Teilprojekte mit dem Ziel, Potenziale im Detail zu eruieren. Diese Projekte sollen unter Beachtung der vier strategischen Eckpfeiler nochmals wichtige Chancen für die Österreichische Post AG aufzeigen.

In der ersten strategischen Stoßrichtung – Verteidigung der Marktführerschaft im Kerngeschäft - wird die Erweiterung und Adaptierung des Produktportfolios im Segment Brief, Werbepost und Filialen gemäß den

Anforderungen der Kunden als Chance betrachtet. Neue Online-Initiativen sollen das Leistungsspektrum der Österreichischen Post AG erweitern. Eine kontinuierliche E-Substitution wird in der Planung der Österreichischen Post AG bereits berücksichtigt, womit ein im Vergleich zu den ursprünglichen Annahmen langsameres Voranschreiten des Rückgangs als Chance zu bewerten ist. Im Paketbereich werden die Potenziale neuer attraktiver Zustellmodelle wie Same-Day-Delivery laufend geprüft.

Im zweiten strategischen Feld – Wachstum in definierten Märkten – ergeben sich Chancen in den internationalen Beteiligungen in Wachstumsmärkte in Zentral- und Osteuropa.

In der dritten Stoßrichtung – Effizienzsteigerung und Flexibilisierung der Kostenstruktur - können durch Projekte wie "Operational Excellence" und weitere Einkaufsinitiativen Impulse gesetzt und als Chance erkannt werden. Neue Teamstrukturen in der Verteilung können zu einer weiteren Effizienzsteigerung ebenso führen wie der Einsatz modernster Sortiertechnologien in der Brief- und Paketlogistik.

Für den vierten strategischen Eckpfeiler – Kundenorientierung und Innovation - ergeben sich beispielsweise Potenziale durch den Ausbau des Online- und Selbstbedienungsangebots sowie durch neue Geschäftsmodelle im Bereich E-Commerce.

5. Internes Kontrollsystem und Risikomanagement im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess

Das interne Kontrollsystem (IKS) der Österreichischen Post AG im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess umfasst Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen zur Sicherung der Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung, sowie der Einhaltung rechtlicher Vorschriften. Die klare Definition von Verantwortungsbereichen sowie systematische Kontrollen ermöglichen eine frühzeitige Risikoerkennung und gewährleisten eine ordnungsmäßige Rechnungslegung.

5.1 Kontrollumfeld

Die Funktionen der Bereiche Treasury, Rechnungswesen und Controlling sind klar getrennt und die Aufgaben und Verantwortungen geteilt. Im Bereich Rechnungswesen setzt sich die Aufbauorganisation aus dem Rechnungswesen am Sitz der Gesellschaft sowie prozessorientierter dezentraler Teams zusammen.

Die Aufgabe des Rechnungswesens besteht in der zeitgerechten, vollständigen und ordnungsgemäßen Erfassung von Geschäftsfällen und deren Darstellung in Monats-, Quartals- und Jahresabschlüssen der Österreichischen Post AG.

Sämtliche Belege werden elektronisch erfasst und dokumentiert weiterverarbeitet. Eingangsrechnungen werden in einer zentralen Scanstelle elektronisch erfasst, die Belege in der Buchhaltung gebucht und zur Freigabe elektronisch weitergeleitet. Die Freigabe der Belege durch die jeweiligen Sachbearbeiter erfolgt im System. Dadurch ist eine elektronische Dokumentation der Freigabe der Belege gewährleistet.

Der Ablauforganisation der monatlichen Bilanzierung liegt ein strikter Terminplan zugrunde. Die Termine werden für ein Geschäftsjahr erstellt und unternehmensintern kommuniziert. Im Zuge der Bilanzierung melden die Verantwortlichen der Organisationseinheiten monatlich bilanzierungsrelevante Sachverhalte, für die im Unternehmen noch keine Belege vorliegen. Zusätzlich werden, um eine Vollständigkeit der Abschlüsse zu gewährleisten, in Durchsprachen mit den Divisionsleitern, den Leitern der Abteilungen Informationstechnologie, Konzernimmobilien und Konzerneinkauf, die wesentlichen bilanziellen Themen und Sachverhalte erörtert.

5.2 Risikobeurteilung

Die Risiken im Bereich Rechnungslegung umfassen die nicht vollständige Erfassung von bilanzierungsrelevanten Sachverhalten, Fehler in der Belegerfassung, Bewertungsfehler durch falsche Einschätzung von mit Unsicherheit behafteten Ereignissen bzw. fehlerhafte Berechnungen, unrichtiger Ausweis sowie verspätete Bilanzerstellung und Datenzugriff von unberechtigten Personen bzw. Datenmanipulation, Ausfall von IT-Systemen und Datenverlust.

5.3 Kontrollmaßnahmen

Zur Gewährleistung einer vollständigen, zeitgerechten und richtigen Bilanzerstellung wurden in allen am Rechnungslegungsprozess beteiligten Bereichen Qualitätssicherungsmaßnahmen implementiert. Die Anwendung unternehmensinterner Richtlinien (wie z. B. Bilanzierungshandbuch, Bilanzierungsrichtlinien) führt zu einer einheitlichen Behandlung der Geschäftsfälle und einer einheitlichen Bilanzierung, Bewertung und Berichterstattung. Diese Richtlinien und Anweisungen werden laufend aktualisiert.

Die Abschlüsse werden in SAP R3 als führendem System erstellt. Alle für die Rechnungslegung und Berichterstattung relevanten SAP Module kommen zum Einsatz. Die Systeme sind durch entsprechende Einrichtungen im EDV-Bereich gegen unbefugte Zugriffe geschützt.

Durch die eingesetzte Software finden automatisierte Prüfungen statt. Neben den automatisierten Kontrollen (wie Funktionstrennung, Rechnungsfreigabe, Rechnungsprüfung) existieren manuelle Kontrollen (z.B. durch Stichproben). Bei allen rechnungslegungsrelevanten Prozessen wird das Vier-Augen-Prinzip angewendet. Die Schlüsselprozesse wurden dokumentiert, standardisiert und mit Kontrollpunkten versehen. Diese klar definierten Überprüfungsmechanismen ermöglichen eine frühzeitige Risikoerkennung. Zusätzlich wird sichergestellt, dass die

Rechnungslegung im Einklang mit den gesetzlichen Vorschriften, den Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung und internationalen Rechnungslegungsvorschriften steht.

5.4 Information und Kommunikation

Zu Zwecken der Überwachung und Kontrolle werden die Abschlüsse wesentlichen Führungsebenen der Österreichischen Post AG zur Verfügung gestellt.

Neben den gesetzlich vorgeschriebenen Abschlüssen werden interne Berichte, die weiterführende Erläuterungen zu ausgewählten Positionen und Kennzahlen enthalten, erstellt. Wesentlicher Bestandteil der internen Berichterstattung der Österreichischen Post AG ist die Datenanalyse und deren Auswertung. Diese beinhaltet unter anderem die Berechnung von Cashflows sowie dazugehörige detaillierte Erläuterungen.

Vom Controlling wird monatlich ein Beteiligungsbericht erstellt, der Informationen über die Entwicklung der Tochterunternehmen enthält.

Die Berichterstattung an die Aktionäre der Österreichischen Post AG erfolgt durch Investor-Relations in Übereinstimmung mit dem Österreichischen Corporate Governance Kodex sowohl über die Investor-Relations-Website (www.post.at/ir) als auch über direkte Gespräche mit den Investoren. Die veröffentlichten Informationen werden allen Investoren zeitgleich zur Verfügung gestellt. Zusätzlich zu den Pflichtpublikationen stehen den Investoren auf der Investor-Relations-Website zahlreiche weitere Informationen zur Verfügung.

5.5 Überwachung

Kernpunkt des operativen Risikomanagements ist die Identifizierung, Evaluierung und Beherrschung von wesentlichen Risiken aus dem Kerngeschäft. Dieser Prozess wird von Schlüsselpersonen in den Divisionen getragen. Die Österreichische Post AG gliedert sich in die auf dem Markt tätigen Divisionen Brief, Werbepost & Filialen sowie Paket & Logistik und in die Division Corporate, die zusätzlich vor allem Dienstleistungen im Bereich der Verwaltung erbringt.

Für den gesamten Österreichischen Post Konzern besteht ein einheitliches Risikomanagement, das alle Organisationseinheiten und wesentliche Tochterunternehmen sowie ein internes Kontrollsystem für alle wesentlichen Prozesse einschließt. Dieses richtet sich grundsätzlich nach dem COSO Standard "Enterprise Risk Management – Integrated Framework".

Weitere zentrale Instrumente der Risikoüberwachung und -kontrolle sind konzernweite Richtlinien über den Umgang mit wesentlichen Risiken, der Planungs- und der Controlling-Prozess sowie die laufende Berichterstattung. Die Richtlinien umfassen beispielsweise die Festsetzung und Kontrolle von Limit-Kategorien und Handlungsabläufen zur Begrenzung finanzieller Risiken sowie die strikte Vorgabe des Vier-Augen-Prinzips.

Diese Richtlinien sind Teil des internen Kontrollsystems und stellen unter anderem die ordnungsgemäße interne und externe Finanzberichterstattung sicher. Der Planungs- und Berichtsprozess dient als Frühwarnsystem und als Basis für die Beurteilung der Wirksamkeit der eingeleiteten Steuerungsmaßnahmen.

Das interne Kontrollsystem als Teil des Risikomanagementsystems ist risikoorientiert aufgebaut und in die Betriebsabläufe integriert. Das bedeutet, dass Maßnahmen arbeitsbegleitend erfolgen oder dem Arbeitsvollzug unmittelbar vor- oder nachgelagert sind. Das interne Kontrollsystem basiert auf genauen Informationen über die Prozesse für die Rechnungslegung und Finanzberichterstattung und schließt auch deren vorgelagerte Unternehmensprozesse mit ein. Die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems wird regelmäßig von der Konzernrevision überprüft.

6. Informationen gemäß § 243a UGB

Das Grundkapital der Österreichischen Post AG beträgt 337.763.190 EUR und ist geteilt in 67.552.638 Stück auf Inhaber lautende Stückaktien mit einem Nominalwert von jeweils 5 EUR. Es liegen keine Stimmrechtsbeschränkungen oder Syndikatsvereinbarungen vor, die der Gesellschaft bekannt sind.

Die Republik Österreich hält über die Österreichische Bundes- und Industriebeteiligungen GmbH (kurz ÖBIB, früher: Österreichische Industrieholding AG, ÖIAG) 52,85% der Anteile an der Österreichischen Post AG (auf Basis der in Umlauf befindlichen 67.552.638 Stück Aktien). Der Gesellschaft sind keine anderen Aktionäre bekannt, die mehr als 10% der Anteile halten.

Soweit der Gesellschaft bekannt ist, gibt es keine Inhaber von Aktien mit besonderen Kontrollrechten. Mitarbeiter, die auch Aktionäre der Österreichische Post AG sind, üben ihre Stimmrechte individuell aus. Es existieren keine sich nicht unmittelbar aus dem Aktiengesetz bzw. hinsichtlich der ÖBIB auch aus dem Bundesgesetz, mit dem das Bundesgesetz über die Neuordnung der Rechtsverhältnisse der Österreichischen Industrieholding Aktiengesellschaft und der Post und Telekombeteiligungsverwaltungsgesellschaft (ÖIAG-Gesetz 2000) und das Bundesgesetz über Maßnahmen zur Sicherung der Stabilität des Finanzmarktes (Finanzmarktstabilitätsgesetz-FinStaG) geändert werden (ÖBIB-Gesetz 2015) ergebenden Bestimmungen über die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie über die Änderung der Satzung der Gesellschaft.

Genehmigtes Kapital

Gemäß § 5 a der Satzung der Österreichische Post AG wurde der Vorstand gemäß § 169 AktG ermächtigt, das Grundkapital mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis 14.04.2020 um bis zu weitere 33.776.320 EUR durch Ausgabe von bis zu 6.755.264 Stück neue, auf Inhaber lautende Stammaktien (Stückaktien) gegen Bar- und/oder Sacheinlagen, in bestimmten Fällen auch unter Ausschluss des Bezugsrechtes der Aktionäre, zu erhöhen. Die Satzungsänderung wurde am 11.06.2015 in das Firmenbuch eingetragen.

Bedingtes Kapital

Gemäß § 5 b der Satzung der Österreichische Post AG wurde das Grundkapital gemäß § 159 AktG um bis zu 16.888.160 EUR durch Ausgabe von bis zu 3.377.632 Stückaktien erhöht. Die Kapitalerhöhung darf nur zum Zweck der Gewährung von Umtausch- und Bezugsrechten an Gläubiger von Finanzinstrumenten im Sinne von § 174 AktG sowie zum Zweck der Einräumung von Aktienoptionen an Arbeitnehmer und leitende Angestellte der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens durchgeführt werden. Der Vorstand ist ermächtigt mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen. Die Satzungsänderung wurde am 11.06.2015 in das Firmenbuch eingetragen.

Aktienrückerwerb

Die 9. ordentliche Hauptversammlung vom 15.04.2015 hat den Vorstand gemäß § 65 Abs 1 Z 4 und 8 sowie Abs 1a und 1b AktG ermächtigt, auf den Inhaber oder auf Namen lautende Stückaktien der Gesellschaft im Ausmaß von bis zu 10% des Grundkapitals der Gesellschaft während einer Geltungsdauer von 30 Monaten ab 15.04.2015 sowohl über die Börse als auch außerbörslich und zwar auch nur von einzelnen Aktionären oder einem einzigen Aktionär, insbesondere der ÖBIB, zu einem niedrigsten Gegenwert von EUR 20 (Euro zwanzig) je Aktie und einem höchsten Gegenwert von EUR 60 (Euro sechzig) je Aktie zu erwerben.

Der Handel mit eigenen Aktien ist als Zweck des Erwerbs ausgeschlossen. Die Ermächtigung kann ganz oder teilweise oder auch in mehreren Teilbeträgen und in Verfolgung eines oder mehrerer Zwecke durch die Gesellschaft, durch ein Tochterunternehmen (§ 228 Abs 3 UGB) oder für Rechnung der Gesellschaft durch Dritte ausgeübt werden. Der Erwerb durch den Vorstand kann insbesondere vorgenommen werden, wenn die Aktien Arbeitnehmern, leitenden Angestellten und Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft oder eines mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmens im Rahmen eines Mitarbeiterbeteiligungsprogramms oder eines Aktienoptionsprogramms und/oder zur Ausgabe an eine Mitarbeiterbeteiligung-Privatstiftung angeboten werden sollen.

Den Erwerb über die Börse kann der Vorstand der Österreichischen Post AG beschließen, doch muss der Aufsichtsrat im Nachhinein von diesem Beschluss in Kenntnis gesetzt werden. Der außerbörsliche Erwerb unterliegt der vorherigen Zustimmung des Aufsichtsrats. Im Falle des außerbörslichen Erwerbs kann dieser auch unter Ausschluss des quotenmäßigen Veräußerungsrechts durchgeführt werden (umgekehrter Bezugsrechtsausschluss).

Der Vorstand wurde für die Dauer von fünf Jahren ab Beschlussfassung gemäß § 65 Abs 1b AktG ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats und ohne neuerliche Beschlussfassung der Hauptversammlung für die Veräußerung beziehungsweise Verwendung eigener Aktien eine andere Art der Veräußerung als über die Börse oder durch ein öffentliches Angebot, unter sinngemäßer Anwendung der Regelungen über den Bezugsrechtsausschluss der Aktionäre, insbesondere wenn die Aktien Arbeitnehmern, leitenden Angestellten und Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft oder eines mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmens im Rahmen eines Mitarbeiterbeteiligungsprogramms oder eines Aktienoptionsprogramms und/oder zur Ausgabe an eine Mitarbeiterbeteiligung-Privatstiftung angeboten werden sollen, zu beschließen und die Veräußerungsbedingungen festzusetzen. Die Ermächtigung kann ganz oder teilweise oder auch in mehreren Teilbeträgen und in Verfolgung eines oder mehrerer Zwecke durch die Gesellschaft, durch ein Tochterunternehmen (§ 228 Abs 3 UGB) oder für Rechnung der Gesellschaft durch Dritte ausgeübt werden.

Der Vorstand wurde ferner ermächtigt mit Zustimmung des Aufsichtsrats erforderlichenfalls das Grundkapital durch Einziehung dieser eigenen Aktien ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss gem § 65 Abs 1 Z 8 letzter Satz iVm § 122 AktG herabzusetzen. Der Aufsichtsrat ist ermächtigt Änderungen der Satzung, die sich durch die Einziehung von Aktien ergeben, zu beschließen.

Gewinnschuldverschreibungen

Weiters wurde der Vorstand ermächtigt mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis 14.04.2020 Finanzinstrumente im Sinne von § 174 AktG, insbesondere Wandelschuldverschreibungen, Gewinnschuldverschreibungen und Genussrechte, mit einem Gesamtnennbetrag von bis zu 250.000.000 EUR, die auch das Umtausch- und/oder Bezugsrecht auf den Erwerb von insgesamt bis zu 3.377.632 Aktien der Gesellschaft einräumen können und/oder auch so ausgestaltet sind, dass ihr Ausweis als Eigenkapital erfolgen kann, auch in mehreren Tranchen und in unterschiedlicher Kombination, auszugeben, und zwar auch mittelbar im Wege der Garantie für die Emission von Finanzinstrumenten durch ein verbundenes Unternehmen der Gesellschaft mit Umtausch- und/oder Bezugsrechten auf Aktien der Gesellschaft.

Für die Bedienung der Umtausch- und/oder Bezugsrechte kann der Vorstand das bedingte Kapital oder eigene Aktien oder eine Kombination aus bedingtem Kapital und eigenen Aktien verwenden.

Ausgabebetrag und Ausgabebedingungen der Finanzinstrumente sind vom Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats festzusetzen, wobei der Ausgabebetrag nach Maßgabe anerkannter finanzmathematischer Methoden sowie des Kurses der Aktien der Gesellschaft in einem anerkannten Preisfindungsverfahren zu ermitteln ist.

Der Vorstand ist berechtigt, das Bezugsrecht der Aktionäre auf die Finanzinstrumente im Sinne des § 174 AktG mit Zustimmung des Aufsichtsrats auszuschließen.

Es gibt keine bedeutsamen Vereinbarungen, an denen die Gesellschaft beteiligt ist, die bei einem Kontrollwechsel in der Gesellschaft infolge eines Übernahmeangebots wirksam werden, sich wesentlich ändern oder enden.

Es gibt keine Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern oder Arbeitnehmern für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebots.

Wien, am 26. Februar 2016

Der Vorstand

Dipl.-Ing. Dr. Georg Pölzl e. h. Vorstandsvorsitzender Generaldirektor

Dipl.-Ing. Walter Oblin e. h. Vorstandsmitglied Finanzen

Dipl.-Ing. Walter Hitziger e. h. Vorstandsmitglied Brief, Werbepost & Filialen

Dipl.-Ing. Peter Umundum e. h. Vorstandsmitglied Paket & Logistik

ERKLÄRUNG ALLER GESETZLICHEN VERTRETER GEMÄSS § 82 ABS. 4 Z3 BÖRSEG

Als gesetzliche Vertreter der Österreichischen Post AG bestätigen wir nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Konzernabschluss zum 31. Dezember 2015 ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt, dass der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Jahresabschluss des Mutterunternehmens ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt, dass der Lagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Unternehmens so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.

Wien, am 26. Februar 2016

Der Vorstand

Dipl.-Ing. Dr. Georg Pölzl Vorstandsvorsitzender Generaldirektor

Dipl.-Ing. Walter Hitziger Vorstandsmitglied Brief, Werbepost & Filialen

Dipl.-Ing. Walter Oblin Vorstandsmitglied Finanzen

Dipl.-Ing. Peter Umundum Vorstandsmitglied Paket & Logistik

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