AI Terminal

MODULE: AI_ANALYST
Interactive Q&A, Risk Assessment, Summarization
MODULE: DATA_EXTRACT
Excel Export, XBRL Parsing, Table Digitization
MODULE: PEER_COMP
Sector Benchmarking, Sentiment Analysis
SYSTEM ACCESS LOCKED
Authenticate / Register Log In

Österreichische Post AG

Annual Report Mar 12, 2015

752_10-k_2015-03-12_126396d9-4027-46f3-ac3b-8b06567d0c66.pdf

Annual Report

Open in Viewer

Opens in native device viewer

inhalt

Teil 1 Konzerngeschäftsbericht der finanzbericht 3

Konzernlagebericht und Konzernabschluss

Teil 2 Jahresabschluss der österreichischen POST ag 143

Einzelabschluss nach österreichischem UGB

Teil 3 erklärung aller gesetzlichen vertreter 201

highlights 2014

Umsatz verbessert

  • Leichter Umsatzanstieg von 0,2% auf 2.370,5 Mio EUR
  • Rückgang im Briefbereich durch Paketwachstum kompensiert

Weitere ergebnissteigerUng

  • EBIT-Anstieg um 5,9% auf 196,9 Mio EUR
  • Ergebnisentwicklung durch diverse Sondereffekte beeinflusst

starker CashfloW

  • Free Cashflow vor Akquisitionen/Wertpapieren auf Vorjahresniveau
  • Solider Cashflow sichert Investitions- und Dividendenfähigkeit

zUkUnftsinvestitionen

  • Eröffnung des neuen Logistikzentrums Allhaming/Oberösterreich
  • Weiterer Ausbau des Selbstbedienungs- und Online-Angebots

solide bilanz

  • Hoher Finanzmittelbestand und geringe Finanzverbindlichkeiten
  • Eigenkapitalquote von 42,1%

attraktive dividende

  • Fortführung der attraktiven Dividendenpolitik
  • Vorschlag von 1,95 EUR an die Hauptversammlung

aUsbliCk 2015

  • Umsatzsteigerung von 1–2% angepeilt
  • EBITDA-Marge um die 12% und weitere Verbesserung im EBIT angestrebt

kennzahlenüberbliCk österreiChisChe Post

gewinn- und verlustrechnung
Umsatzerlöse
Mio EUR
2.348,91
2.366,8
2.370,5
0,2%
EBITDA (Ergebnis vor Zinsen,
Steuern und Abschreibungen)
Mio EUR
271,2
304,5
333,8
9,6%
EBITDA-Marge
%
11,5%
12,9%
14,1%

EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern)
Mio EUR
182,4
186,0
196,9
5,9%
EBIT-Marge
%
7,7%
7,9%
8,3%

EBT (Ergebnis vor Ertragsteuern)
Mio EUR
151,6
171,2
194,0
13,3%
Periodenergebnis
Mio EUR
123,2
124,0
146,8
18,4%
Ergebnis je Aktie
1,82
1,82
2,17
18,9%
EUR
Mitarbeiter (Periodendurchschnitt, Vollzeitkräfte)
23.181
24.211
23.912
–1,2%
Cashflow
Cashflow aus dem Ergebnis
276,62
304,83
283,3
–7,1%
Mio EUR
Cashflow aus Geschäftstätigkeit
246,7
250,4
232,2
–7,3%
Mio EUR
Investitionen in Sachanlagen (CAPEX)
Mio EUR
–78,9
–96,4
–82,6
–14,3%
Cashflow aus Akquisitionen/Devestitionen
–39,3
–69,0
–2,0
–97,2%
Mio EUR
Free Cashflow
Mio EUR
131,3
60,5
162,8
>100%
Free Cashflow vor Akquisitionen/Wertpapieren
172,1
153,9
151,7
–1,4%
Mio EUR
bilanz
Bilanzsumme4
1.694,6
1.640,2
1.671,0
1,9%
Mio EUR
Eigenkapital4
Mio EUR
708,6
699,4
702,7
0,5%
Langfristiges Vermögen4
1.047,6
1.066,4
1.025,4
–3,9%
Mio EUR
Kurzfristiges Vermögen4
Mio EUR
647,0
573,8
645,6
12,5%
Nettofinanzverschuldung
–68,5
–114,3
–99,7
–12,8%
Mio EUR
Verhältnis Nettofinanzverschuldung/EBITDA
0,25
0,38
0,30

Eigenkapitalquote
%
41,8%
42,6%
42,1%

Eigenkapitalrentabilität (ROE)
%
21,0%
21,1%
25,8%

Gearing Ratio
%
9,7%
16,3%
14,2%

Capital Employed
713,2
755,3
733,8
–2,9%
Mio EUR
Return on Capital Employed (ROCE)
%
25,6%
25,3%
26,4%

Post-aktie
Kurs per Ende Dezember
EUR
31,20
34,78
40,38
16,1%
Höchst-/Tiefstkurs (Schlusskurs)
31,95/22,77
36,01/29,55
40,51/33,40

EUR
Dividende je Aktie (für Geschäftsjahr)
EUR
1,80
1,90
1,955
2,6%
Total Shareholder Return
%
41,0%
17,2%
21,6%

Marktkapitalisierung per Ende Dezember
Mio EUR
2.107,6
2.349,5
2.727,8
16,1%
Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien
per Ende Dezember
Stück
67.552.638
67.552.638
67.552.638

Streubesitz
%
47,2%
47,2%
47,2%

Umsatz nach divisionen (Umsatzerlöse mit dritten)
Brief, Werbepost & Filialen
Mio EUR
1.508,2
1.510,3
1.487,7
–1,5%
Paket & Logistik
Mio EUR
840,9
855,6
882,0
3,1%
ebit nach divisionen
Brief, Werbepost & Filialen
Mio EUR
272,5
281,8
270,0
–4,2%
Paket & Logistik
Mio EUR
25,3
–4,9
–19,5
<–100%
Mio EUR 2012 2013 2014 veränderung
2013/2014

1 Umsatz um die im Jahr 2012 veräußerten Tochtergesellschaften in Benelux bereinigt

2 Angepasste Darstellung 2012: Im Zusammenhang mit der Neutralisierung der Reklassifizierung von langfristigen in kurzfristige Rückstellungen wurde ab dem Geschäftsjahr 2013 auch der Verbrauch von langfristigen Rückstellungen im Cashflow aus der Veränderung des Nettoumlaufvermögens dargestellt, weshalb das Cashflow-Statement im Geschäftsjahr 2012 dementsprechend angepasst wurde.

3 Angepasste Darstellung 2013: Unbare Veränderungen von Rückstellungen, die von ihrer Art her insgesamt als langfristig zu betrachten sind, sowie Rückstellungen für Restrukturierungen werden ab dem Geschäftsjahr 2014 im Cashflow aus dem Ergebnis bereinigt. Das Cashflow-Statement für das Geschäftsjahr 2013 wurde entsprechend angepasst.

4 Bilanzstruktur nach angepasster Darstellung von Ertragsteuererstattungsansprüchen/Ertragsteuerverbindlichkeiten und dem Ausweis von erhaltenen Anzahlungen 5 Vorschlag an die Hauptversammlung am 15. April 2015

brief-/WerbesendUngen

Mio Stück

Umsatz Und ebit-marge

Mio EUR, %

PaketsendUngen

ebitda Und ebit

1 Werte bereinigt um Tochtergesellschaften Benelux (Verkauf im Jahr 2012)

2 Umsatz bereinigt um Tochtergesellschaften Benelux und meiller Gruppe (seit 2011 wird das Gemeinschaftsunternehmen MEILLERGHP nach der Equity-Methode bilanziert)

3 Dividendenrendite bezogen auf Schlusskurs des jeweiligen Geschäftsjahres

4 Vorschlag an die Hauptversammlung am 15. April 2015

inhalt

vorwort des vorstands

8–21

corporategovernance-Bericht

  • Corporate Governance Kodex
  • Zusammensetzung des Vorstands
  • Zusammensetzung des Aufsichtsrats
  • Arbeitsweise des Vorstands und des Aufsichtsrats
  • Vergütungsbericht
  • Evaluierungsbericht
  • Bericht des Aufsichtsrats

23–53

konzernlagebericht 20141

  • Konzerninformationen und Strategie
  • Umfeld und Rahmenbedingungen
  • Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage
  • Nicht-finanzielle Leistungsindikatoren
  • Besondere Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
  • Ausblick 2015
  • Chancen und Risiken des Unternehmens
  • Sonstige Angaben

55–131

Konzernabschluss 20141

  • Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
  • Gesamtergebnisrechnung
  • Konzernbilanz
  • Konzern-Cashflow-Statement
  • Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals
  • Konzernanhang
  • Erklärung der gesetzlichen Vertreter
  • Bestätigungsvermerk

132–142

service

  • Glossar/Stichwortverzeichnis
  • Geschichte der Post
  • Adressen von Tochtergesellschaften
  • Kontakt
  • Kennzahlenüberblick 2005–2014
  • Finanzkalender 2015
  • Aktienkennzahlen
  • Impressum

Dieser Teil unterlag der gesetzlichen Abschlussprüfung durch die Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH (ausgenommen Kapitel "Erklärung der gesetzlichen Vertreter")

Vorwort des vorstands

Sehr geehrte Damen und Herren, verehrte Aktionärinnen und Aktionäre!

Die Österreichische Post kann auf ein solides Geschäftsjahr 2014 zurückblicken, in dem der Konzernumsatz – trotz herausfordernder Rahmenbedingungen – auf stabil hohem Niveau gehalten werden konnte. Die Basistrends eines rückläufigen Briefvolumens aufgrund der elektronischen Substitution einerseits und steigender Paketmengen durch den anhaltenden Trend zum Online-Shopping andererseits setzten sich auch 2014 fort. Durch die konsequente Ausrichtung aller Aktivitäten auf unsere strategischen Eckpfeiler gelang es, die starke Marktposition auf dem Heimmarkt zu halten bzw. in manchen Bereichen sogar etwas auszubauen. Gleichzeitig nutzten wir Wachstumschancen in neuen Märkten und Nischen. Insgesamt gelang es uns damit, den Rückgang im Briefgeschäft durch Wachstum im Paketbereich mehr als zu kompensieren. Dabei behielten wir auch Effizienzsteigerungspotenziale stets im Blick und schafften es durch gezielte Investitionen und Prozessoptimierungen, die Kostenbasis weiter zu verbessern. Und auch im Bereich Kundenorientierung und Innovation haben wir uns weiterentwickelt und wichtige Impulse gesetzt: Durch neue Selbstbedienungs- und Online-Lösungen entspricht die Post von heute den aktuellen Kundenbedürfnissen, was sich auch an den steigenden Zufriedenheitswerten der Kunden belegen lässt.

Solide Umsatzentwicklung und weiteres Ergebnisplus

Der Konzernumsatz der Österreichischen Post lag im Jahr 2014 mit 2.370,5 Mio EUR um 0,2% über dem Niveau des Vorjahres. Dabei konnte das solide Wachstum im Paketbereich von 3,1% die Umsatzrückgänge im Briefgeschäft von 1,5% zur Gänze kompensieren. Auch unsere Ergebnisziele konnten wir mit einer EBIT-Steigerung von 5,9% auf 196,9 Mio EUR erreichen, allerdings waren in diesem Ergebnis neben der soliden operativen Entwicklung auch einige Sondereffekte enthalten: Als positiver Sondereffekt ist der Verkauf der ehemaligen Unternehmenszentrale in der Postgasse im ersten Wiener Gemeindebezirk zu nennen. Negativ wirkten hingegen diverse Wertminderungen sowie Strukturmaßnahmen in Deutschland. Per Saldo lag das Periodenergebnis in der Berichtsperiode bei 146,8 Mio EUR, dies entspricht einem Ergebnis pro Aktie von 2,17 EUR. Insgesamt können wir damit auf eine solide Entwicklung im Geschäftsjahr 2014 zurückblicken, die uns darin bestärkt, unsere klare strategische Ausrichtung auch in Zukunft konsequent zu verfolgen.

Neue Briefangebote und mehr Selbstbedienungslösungen

In der Division Brief, Werbepost & Filialen gelang es der Österreichischen Post einmal mehr, die Rückgänge in einem strukturell schrumpfenden Markt durch innovative Ideen und Vertriebsinitiativen moderat zu halten. Insgesamt reduzierte sich der Divisionsumsatz nur leicht um 1,5%. Unterstützend wirkten hier beispielsweise attraktive Angebote im Bereich Briefwahl und Mail-Solutions sowie neue Werbelösungen. Damit konnte sich die Österreichische Post in den vergangenen Jahren vom klassischen Flugblattversender zu einem kreativen Partner bei der Konzeption von Direct-Marketing-Kampagnen entwickeln. Im Bereich Filialnetz wurde der Ausbau des Selbstbedienungsangebots konsequent vorangetrieben – mit Ende des Jahres 2014 standen den Kunden bereits 260 SB-Zonen mit modernen Frankierautomaten und Versandboxen zur Verfügung, zudem bietet die Post ihren Kunden bereits 126 hochmoderne Abholstationen.

Paketwachstum in Österreich und CEE/SEE

Die Division Paket & Logistik erzielte in der Berichtsperiode insgesamt ein Umsatzwachstum von 3,1%. Dabei entwickelte sich das Paketgeschäft regional sehr unterschiedlich. Im österreichischen Paketmarkt etwa konnten wir mit dem Transport von 74 Mio Paketen neuerlich ein Rekordvolumen erzielen. Sowohl im Privatkundengeschäft als auch im Business-Bereich wuchsen wir hier stärker als der Markt und konnten damit unsere Marktführerschaft weiter ausbauen. Etwas schwieriger gestalten sich die Aktivitäten auf dem deutschen Markt: Die trans-o-flex Gruppe steht in einem intensiven Veränderungsprozess, der einen Umbau des Geschäftsmodells mit einschließt. Im Rahmen dieses Effizienzsteigerungsprogramms waren in der Berichtsperiode auch diverse Strukturmaßnahmen sowie Wertminderungen notwendig, welche die Ergebnissituation der Division belasteten. Positiv entwickelten sich jedoch die anderen internationalen Paket-Beteiligungen der Österreichischen Post in Südost- und Osteuropa, bei denen nicht nur der Umsatz, sondern auch die Profitabilität weiter verbessert werden konnte. Auch in der Türkei, in der wir seit 2013 eine Beteiligung am Paketdienstleister Aras Kargo halten, sehen wir großes Potenzial, das sich schon 2014 mit zweistelligen Volumenzuwächsen zeigte.

Weitere Zukunftsinvestitionen

Auch im Jahr 2014 setzten wir unseren laufenden Modernisierungsprozess unvermindert fort – die Post investierte 2014 insgesamt 82,6 Mio EUR (CAPEX) in neue Kundenlösungen sowie in die Verbesserung und den Ausbau ihrer Infrastruktur. Damit wird die Österreichische Post ihrem Anspruch gerecht, den Kundennutzen weiter zu erhöhen und ihre Prozesse stets noch effizienter zu gestalten. Einen wichtigen Impuls brachte hier etwa die Eröffnung des neuen Logistikzentrums Allhaming in Oberösterreich, das – als größtes Investitionsprojekt der vergangenen Jahre – mit hochmoderner, leistungsstarker Sortiertechnologie ausgestattet ist. Trotz eines insgesamt umfangreichen Investitionsprogramms lag der Free Cashflow in der Berichtsperiode weiterhin auf hohem Niveau und bildet damit eine solide Basis für die zukünftige Investitions- und Dividendenfähigkeit.

Der Vorstand der Österreichischen Post: Peter Umundum, Walter Oblin, Georg Pölzl und Walter Hitziger (v. l. n. r.)

Auf dieser Grundlage werden wir der Hauptversammlung die Ausschüttung einer Dividende von 1,95 EUR für das Geschäftsjahr 2014 vorschlagen. Damit setzt die Österreichische Post ihre attraktive Dividendenpolitik weiter fort, nach der jährlich zumindest 75% des Nettoergebnisses an unsere Aktionäre ausgeschüttet werden sollen. Dahinter steht das Ziel, die Dividende im Einklang mit dem Konzernergebnis weiterzuentwickeln. Mit einer Dividendenrendite von 4,8% per Ende 2014 zählt die Post damit sowohl in Österreich als auch international zu den attraktivsten Dividendentiteln.

Mehrwert für alle Stakeholder auch 2015

Mit Blick auf das Geschäftsjahr 2015 gehen wir von einem Anstieg des Konzernumsatzes in der Größenordnung von 1–2% aus.

Gleichzeitig peilen wir eine EBITDA-Marge um die 12% und eine kontinuierliche Verbesserung im EBIT an. Im Fokus unserer strategischen Aktivitäten steht die konsequente Ausrichtung auf die Bedürfnisse unserer Kunden. Damit wollen wir die Marktführerschaft im Kerngeschäft weiter festigen und gleichzeitig Chancen in Wachstumsmärkten – wie etwa der Pharma- und Lebensmittellogistik oder Online-Dienstleistungen – nutzen. In allen unseren Tätigkeiten hat dabei Kostendisziplin höchste Priorität. Wir sind bestrebt, unsere konsequente Ausrichtung auf Effizienz in allen Prozessen weiter fortzuführen. Nur so können wir auch in der Ertragsentwicklung unserer Grundphilosophie – Zuverlässigkeit, Kontinuität und Berechenbarkeit – weiter treu bleiben und nachhaltig Wert für alle Stakeholder schaffen.

Wien, am 27. Februar 2015

Dipl.-Ing. Dr. Georg Pölzl Dipl.-Ing. Walter Oblin Vorstandsvorsitzender Vorstandsmitglied Generaldirektor Finanzen

Brief, Werbepost & Filialen Paket & Logistik

Dipl.-Ing. Walter Hitziger Dipl.-Ing. Peter Umundum Vorstandsmitglied Vorstandsmitglied

CORPORATE-GOVERNANCE-BERICHT 2014 DER ÖSTERREICHISCHEN POST AG NACH § 243 UGB

Der vorliegende Corporate-Governance-Bericht erläutert die Strukturen, Prozesse und Regeln, die die Österreichische Post gut funktionierender Corporate Governance zugrunde legt. Als börsenotierte Aktiengesellschaft ergibt sich der Gestaltungsrahmen dabei aus dem österreichischen Recht, aus der Satzung und den Geschäftsordnungen für die Organe der Gesellschaft sowie dem Österreichischen Corporate Governance Kodex (ÖCGK).

1 Corporate Governance Kodex

Die Österreichische Post AG bekennt sich vorbehaltlos zum ÖCGK in der aktuellen Fassung. Der Österreichische Corporate Governance Kodex stellt ein Regelwerk dar, das eine verantwortliche, auf nachhaltige und langfristige Wertschaffung ausgerichtete Leitung und Kontrolle eines Unternehmens sicherstellt und ein hohes Maß an Transparenz für alle Stakeholder gewährleistet.

Der Österreichische Corporate Governance Kodex ist sowohl über die Website der Österreichischen Post unter www.post.at/ir als auch auf der Website des Österreichischen Arbeitskreises für Corporate Governance unter www.corporate-governance.at öffentlich zugänglich.

Der Kodex basiert auf freiwilliger Selbstverpflichtung und geht über die gesetzlichen Anforderungen an eine Aktiengesellschaft hinaus. Diese freiwillige Selbstverpflichtung bewirkt, dass die Österreichische Post die Nichteinhaltung von C-Regeln ("Comply or Explain") – das sind Regeln, die über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehen – zu begründen hat. Im Sinn dieser Systematik des ÖCGK hat die Österreichische Post die Abweichung von den C-Regeln 39, 41 und 43 wie folgt erklärt:

  • Regel 39 (Ausschuss zur Entscheidung in dringenden Fällen): Der Aufsichtsrat trifft Entscheidungen in dringenden Fällen im Wege des Umlaufverfahrens. Des Weiteren sieht die Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat vor, dass im Fall besonderer Dringlichkeit Aufsichtsratssitzungen auch ohne Einhaltung der sonst vorgesehenen Frist einberufen werden können.
  • Regel 41 (Einrichtung eines Nominierungsausschusses): Die Funktionen des Nominierungsausschusses nimmt der Präsidialausschuss des Aufsichtsrats wahr, wodurch ein entsprechendes Gremium gegeben ist.

Regel 43 (Einrichtung eines Vergütungsausschusses): Die Funktionen des Vergütungsausschusses nimmt das Präsidium des Aufsichtsrats wahr, wodurch ein entsprechendes Gremium gegeben ist.

Konzernrevision, Risikomanagement und Compliance

Die Konzernrevision der Österreichischen Post übernimmt die Wahrnehmung aller wesentlichen Kontroll- und Überwachungsaufgaben im Sinne eines integrierten Gesamtsystems im Konzern. Der Bereich garantiert Transparenz, liefert Fakten zur Entscheidungsfindung, präsentiert Lösungen und forciert deren nachhaltige Umsetzung.

Das Risikomanagement der Österreichischen Post ermöglicht eine konzernweite Identifizierung und Analyse von Risiken auf Basis der strategischen und operativen Zielsetzungen. Die Funktionsfähigkeit und Eignung wird durch den Wirtschaftsprüfer gemäß C-Regel 83 des Österreichischen Corporate Governance Kodex beurteilt.

Das Interne Kontrollsystem (IKS) der Österreichischen Post wird über prozessintegrierte Maßnahmen, Mechanismen und Kontrollen über das gesamte Unternehmen hinweg wahrgenommen. Das IKS der Österreichischen Post baut auf bestehenden Risikomanagement- und Prozessstrukturen im Unternehmen auf, bildet die Kontrollaktivitäten zu den wesentlichen Risiken ab und überwacht den Kontrolldurchführungsprozess. Die Interne Revision prüft die Einhaltung der relevanten Regelungen ex post. Die Erkenntnisse der Revision dienen der Beurteilung der Wirksamkeit der integrierten Kontrollen und Maßnahmen.

Die Österreichische Post hat ihr im Jahr 2010 gestartetes Compliance-Management-System, kurz "CMS", kontinuierlich ausgebaut. Ziel ist es, die etablierte konzernweite Compliance-Kultur nachhaltig zu festigen und damit Haftungsrisiken und sonstige Rechtsnachteile für das Unternehmen und seine Mitarbeiter zu vermeiden. Hinter dieser Initiative steht die Überzeugung, dass Compliance einen wertschöpfenden Beitrag zur Entwicklung des Unternehmens leistet.

Den Schwerpunkt der Compliance-Aktivitäten bildeten auch im Jahr 2014 die Bereiche "Antikorruption" und "Kapitalmarkt-Compliance". Die Vorteilsrichtlinie wurde vollständig überarbeitet und eine Spenden- und Sponsoring-Richtlinie wurde entworfen. Im Bereich der Kapitalmarkt-Compliance wurde das Schulungskonzept neu gestaltet. So wurde ein E-Learning-Tool für die Mitglieder der Vertraulichkeitsbereiche eingeführt. Ergänzend erhalten diese Personen nun per E-Mail regelmäßige Informationen über die relevanten Bereiche des Kapitalmarktrechts. Die Österreichische Post hat auch die kontinuierliche Integration der Compliance-Organisation in ihren Tochterunternehmen, insbesondere jenen im CEE-Raum, weiter vorangetrieben, wobei auch hier der inhaltliche Schwerpunkt auf den Themen "Antikorruption" und "Kapitalmarkt-Compliance" lag. Um dieses Ziel der Integration zu erreichen fand im abgelaufenen Jahr eine zweitägige "Train the Trainer"-Session mit einer renommierten Anwaltskanzlei zum Thema "Compliance and Anti-Corruption" sowohl mit den nationalen als auch mit den Compliance-Beauftragten der internationalen Tochterunternehmen der Österreichischen Post statt. Als Sonderprojekt des Jahres 2014 ist die Ausarbeitung und Einführung eines standardisierten Prozesses für den Fall einer externen Untersuchung zu nennen, der auch im Wege eines Planspiels, eines sogenannten "Mock Dawn Raids", erfolgreich auf seine Tauglichkeit getestet wurde.

Im Geschäftsjahr 2013 wurden die Bereiche Konzernrevision, Risikomanagement und Compliance von externen Wirtschaftsprüfern jeweils gemäß der geltenden beruflichen Standards zertifiziert. Entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen und dem Corporate Governance Kodex (C-Regel 18a) hat der Vorstand dem Aufsichtsrat im Berichtsjahr über die Vorkehrungen zur Bekämpfung von Korruption im Unternehmen berichtet.

Abschlussprüfung

Die Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH wurde auf Vorschlag des Aufsichtsrats von der Hauptversammlung am 24. April 2014 zum Abschlussprüfer des Jahres- und Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr 2014 bestellt. Im Geschäftsjahr 2014 wurden von der Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH für die Prüfung des Einzel- und Konzernabschlusses 99.000 EUR (exkl. Ust.) sowie für Abschlussprüfungen bei Tochtergesellschaften der Österreichischen Post 112.400 EUR (exkl. USt.) verrechnet. Für prüfungsnahe sowie sonstige Beratungsleistungen und Steuerberatung hat die Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH eine Gegenleistung von 47.675 EUR (exkl. USt.) erhalten.

Aktionäre

Das Grundkapital der Österreichischen Post ist geteilt in 67.552.638 auf Inhaber lautende Stückaktien. Es liegen keine Stimmrechtsbeschränkungen oder Syndikatsvereinbarungen vor, die der Gesellschaft bekannt sind. Das Prinzip "One Share – One Vote" kommt voll zum Tragen. Die Republik Österreich hält über die ÖIAG 52,8% der Anteile an der Österreichischen Post.

Die Gleichbehandlung und die umfassende Information aller Aktionäre haben für die Österreichische Post einen besonders hohen Stellenwert. Dazu gehört auch, dass über die gesetzlich verpflichtenden Auskunfts- und Offenlegungspflichten hinaus (Geschäfts- und Quartalsberichte, Ad-hoc-Meldungen, Offenlegung der Directors´ Dealings) regelmäßig und unter Beachtung der gebotenen Gleichbehandlung aller Aktionäre in Pressemeldungen sowie in Analysten-, Presse- und Aktionärskonferenzen über die Entwicklung des Unternehmens berichtet wird. Alle Berichte und Meldungen sowie die wesentlichen Präsentationen zu diesen Konferenzen werden unter www.post.at/ir veröffentlicht. Im Jahr 2014 wurden fünf Ad-hoc-Meldungen publiziert. Diese sowie die Aktionärsstruktur sind unter www.post.at/ir abrufbar.

Maßnahmen zur Frauenförderung

Die Österreichische Post hat sich zum Ziel gesetzt, den Frauenanteil in Führungspositionen kontinuierlich zu steigern, um eine gleichberechtigte Beteiligung an der Verantwortung und Entscheidungsfindung im Unternehmen zu erreichen. Mit Frau Edith Hlawati ist die Position der stellvertretenden Vorsitzenden des Aufsichtsrats mit einer Frau besetzt. Insgesamt sind zwei Frauen im Aufsichtsrat vertreten, das sind 25% der von der Hauptversammlung gewählten Mitglieder.

Chancengleichheit am Arbeitsplatz und Gleichbehandlung von Mitarbeitern ohne Ansehung des Geschlechts sind für die Österreichische Post selbstverständlich. Im Rekrutierungsprozess wird auf strenge Gleichbehandlung von Frauen und Männern hohes Augenmerk gelegt. In zahlreichen Bereichen konnten sich Frauen für die Übernahme von Führungsfunktionen qualifizieren. Im Berichtsjahr 2014 lag der Anteil an weiblichen Führungskräften bei rund 26%. Der Frauenanteil insgesamt betrug rund 29%.

Der am Standort der Unternehmenszentrale in Wien eingerichtete Kindergarten sowie flexible Arbeitszeitmodelle fördern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Die im Jahr 2012 bzw. 2013 für weibliche "High Potentials" gestarteten "Business Cross Mentoring"-Programme wurden im Jahr 2014 abgeschlossen. Ziel war es einerseits, die Chancengleichheit für erfolgsorientierte Frauen weiter zu fördern, sowie andererseits den Austausch zwischen den Mitarbeiterinnen und ihren persönlichen Mentoren zu stärken. Im Oktober 2014 wurden die teilnehmenden Mentees der beiden Frauenprogramme zu einer ersten Impulsveranstaltung "Leadership beyond Limits" eingeladen. Zentrales Thema dieser Veranstaltung war die Frage: "Welche Rolle spielt Vielfalt in der Führung?" An der Podiumsdiskussion nahmen hochrangige Persönlichkeiten, darunter auch zahlreiche Mentoren aus den beiden "Business Cross Mentoring"- Programmen, teil. Für das Jahr 2015 ist eine zweite Impulsveranstaltung geplant.

2 ZUSAMMENSETZUNG DES VORSTANDS

Der Vorstand der Österreichischen Post besteht aus vier Personen. Nachstehend folgen nähere Informationen zu den Mitgliedern des Vorstands einschließlich ihres beruflichen Werdeganges und ihres aktuellen Verantwortungsbereichs. Die Aufgabenverteilung des Vorstands ist in der vonseiten des Aufsichtsrats verabschiedeten und zuletzt im Jahr 2012 geänderten Geschäftsordnung des Vorstands festgelegt.

Name (Geburtsjahr) Funktion
Erstbestellung
Ende der laufenden
Funktionsperiode
Zusätzliche Mandate
(per 31.12.2014)
Georg Pölzl (1957) Vorstandsvorsitzender,
Generaldirektor
01.10.2009 30.09.20191
Walter Oblin (1969) Vorstandsmitglied 01.07.2012 30.06.20201 Aufsichtsrat der BAWAG
Holding GmbH, Aufsichtsrat
der BAWAG P.S.K.
Walter Hitziger (1960) Vorstandsmitglied 01.05.2004 31.12.2016 Aufsichtsrat der BAWAG
P.S.K. Versicherung AG
Peter Umundum (1964) Vorstandsmitglied 01.04.2011 31.03.2016

1 Unter Berücksichtigung der Verlängerungsoption

Beruflicher Werdegang und Verantwortungsbereiche

Georg Pölzl

Georg Pölzl studierte und promovierte an der Montanuniversität Leoben. Seine berufliche Laufbahn startete er als Unternehmensberater bei McKinsey & Company. Danach wechselte er in den Vorstand des Maschinen- und Anlagenbauers Binder & Co. AG. Insgesamt neun Jahre leitete Georg Pölzl anschließend T-Mobile Austria in Wien. Es folgte ein Wechsel nach Deutschland, wo Georg Pölzl als Sonderbeauftragter des Vorstands der Deutschen Telekom für die Umsetzung des erfolgreichen Restrukturierungsprogramms verantwortlich war. Vor seiner erstmaligen Bestellung zum Vorstandsvorsitzenden der Österreichischen Post im Jahr 2009 war Georg Pölzl als Sprecher der Geschäftsführung von T-Mobile Deutschland tätig. Sein Mandat läuft unter Berücksichtigung der Verlängerungsoption bis 30. September 2019.

Georg Pölzl verantwortet als Generaldirektor die Bereiche Strategie- und Konzernentwicklung, Unternehmenskommunikation und Investor Relations sowie Konzernrevision & Compliance. Darüber hinaus fallen das Online-Innovationsmanagement, das Personalmanagement und Endkundeninitiativen & -service in seinen Zuständigkeitsbereich.

Walter Oblin

Walter Oblin absolvierte das Studium Wirtschaftsingenieurwesen und Maschinenbau an der Technischen Universität Graz und hält einen Master of Science in Industrial Administration der Purdue University in Indiana (USA). Von 1994 bis 2008 war er bei McKinsey & Company in Wien tätig, ab 2000 als Partner und Mitglied der Geschäftsleitung. In dieser Zeit hat Walter Oblin vor allem führende internationale Transport-, Infrastruktur- und Logistikunternehmen bei strategischen und operativen Veränderungen beraten. Nach einer Vorstandstätigkeit beim deutschen Technologieunternehmen SorTech AG folgte im Oktober 2009 der Wechsel zur Österreichischen Post, wo er bis zum Antritt der Vorstandsfunktion den Bereich Strategie und Konzernentwicklung leitete. Der Aufsichtsrat hat Walter Oblin in der Sitzung vom 11. November 2014 in seiner Funktion als Finanzvorstand wiederbestellt. Sein Mandat läuft unter Berücksichtigung der Verlängerungsoption bis 30. Juni 2020.

Walter Oblin ist für Finanz- und Rechnungswesen, Finanzen Brief, Werbepost & Filialen, Finanzen Paket & Logistik, Controlling und Treasury verantwortlich. Darüber hinaus verantwortet er die Bereiche Informationstechnologie, Konzerneinkauf, Recht und Konzernimmobilien.

Walter Hitziger

Walter Hitziger startete seine Karriere nach Abschluss des Studiums des Wirtschaftsingenieurwesens für Maschinenbau an der Technischen Universität in Graz in der Steirerbrau AG – Steirische Brauindustrie AG (Gösser/Puntigamer) und verantwortete dort die Distributionslogistik. Jeweils als Bereichsleiter im Consulting war er in den Jahren 1990 bis 1997 bei der Agiplan Planungsgesellschaft sowie der Econsult Betriebsberatungsgesellschaft in Wien beschäftigt. Von 1997 bis zu seiner erstmaligen Bestellung zum Vorstandsmitglied der Österreichischen Post mit Mai 2004 war er als Vorstand der bauMax Handels AG für Einkauf und Logistik verantwortlich. Sein Mandat läuft bis zum 31. Dezember 2016.

Walter Hitziger verantwortet die Division Brief, Werbepost & Filialen und somit sechs Geschäftsfelder des Konzerns. Sein Tätigkeitsfeld umfasst die Annahme, Sortierung und Zustellung von Brief- und Werbesendungen, das Filialnetz sowie Zusatzleistungen rund um den Brief und Online-Services. International ist Walter Hitziger für die Briefaktivitäten in den CEE-Ländern sowie die Direct-Mail-Produktion in Deutschland (MEILLERGHP) zuständig.

Peter Umundum

Peter Umundum startete nach seinem Studium der Informatik an der Technischen Universität Graz seine berufliche Karriere im Jahr 1988 in der Steirerbrau AG, wo er die Leitung der Organisationsund Informatikabteilung übernahm. 1994 wechselte er als IT-Leiter in die Styria Medien AG und stieg zwei Jahre später zum Geschäftsführer der Tochtergesellschaft Media Consult Austria GmbH auf. 1999 war er Mitbegründer und Geschäftsführer von redmail. Im Jahr 2001 wurde Peter Umundum mit der Geschäftsführung der Tageszeitung "Die Presse" betraut und drei Jahre später in die Geschäftsführung der Tageszeitung "Kleine Zeitung" berufen. 2005 folgte der Wechsel zur Österreichischen Post, wo er bis zum Antritt seiner Vorstandsfunktion im Jahr 2011 als Mitglied der Divisionsleitung Brief für die Bereiche Produktion und Logistik sowie für nationale und internationale Beteiligungen verantwortlich war. Sein Mandat läuft bis zum 31. März 2016.

Peter Umundum trägt die Verantwortung für die Division Paket & Logistik, die mit eigenen Gesellschaften in neun europäischen Ländern präsent ist. Darüber hinaus ist Peter Umundum Vorsitzender des Aufsichtsrats des europäischen Transportnetzwerks EURODIS.

3 ZUSAMMENSETZUNG DES AUFSICHTSRATS

Der Aufsichtsrat besteht mit 31. Dezember 2014 aus insgesamt zwölf Mitgliedern – acht von der Hauptversammlung gewählten Kapitalvertretern und vier vom Zentralausschuss entsendeten Arbeitnehmervertretern. Im Geschäftsjahr 2014 gab es folgende Veränderung im Aufsichtsrat: Peter E. Kruse wurde am 24. April 2014 von der Hauptversammlung in den Aufsichtsrat gewählt. Er folgt Edgar Ernst, der mit Wirkung vom 21. Juni 2013 sein Aufsichtsratsmandat zurückgelegt hat.

Alle Kapitalvertreter sind bis zum Ende jener Hauptversammlung gewählt, die über die Entlastung des Geschäftsjahres 2014 beschließt.

Name
(Geburtsjahr)
Natio
nalität
Erst
bestellung
Haupttätigkeit Mandate in
börsenotierten
Unternehmen
(Stand 31.12.2014)
Wesentliche Positionen
der beruflichen Laufbahn
sowie Tätigkeitsschwerpunkte
Kapitalvertreter
Rudolf Kemler
(1956)
Vorsitzender
Österreich 01.11.2012 Vorstand
Österreichische
Industrieholding
AG
OMV AG (Vorsitzender),
Telekom Austria
(Vorsitzender)
Generaldirektor von HP Österreich,
Vorsitzender der Geschäftsführung von
T-Systems Austria und Regionsverant
wortlicher für Zentral- und Osteuropa in
der Deutschen Telekom, Vorstandsvorsit
zender der börsenotierten Stage1.cc
Technology Business Incubator AG,
Senior Vice President und CIO bei der GE
Capital Corporation (USA), leitende
Funktionen bei Siemens Nixdorf
Edith Hlawati
(1957)
Stellvertreterin
des Vorsitzenden
Österreich 26.04.2007 Rechtsanwalt Partnerin der Rechtsanwaltskanzlei Cerha
Hempel Spiegelfeld Hlawati, Head of
Banking & Corporate Finance, Tätigkeits
schwerpunkte: Aktienrecht, Kapitalmarkt,
Bank- & Börserecht, Mergers & Acquisi
tions, Übernahmerecht, Finanzierungen,
Privatisierungen
Name
(Geburtsjahr)
Natio
nalität
Erst
bestellung
Haupttätigkeit Mandate in
börsenotierten
Unternehmen
(Stand 31.12.2014)
Wesentliche Positionen
der beruflichen Laufbahn
sowie Tätigkeitsschwerpunkte
Kapitalvertreter
Erich Hampel
(1951)
Österreich 22.04.2010 Unternehmens
berater
Zagrebačka banka d.d.
(Kroatien)
Generaldirektor und Vorstandsvorsitzender
Bank Austria Creditanstalt AG, zusätz
lich Head of CEE Division UniCredit,
Generaldirektor und Vorstandsvorsitzen
der Creditanstalt AG, Gouverneur
Österreichische Postsparkasse
Peter E. Kruse
(1950)
Schweiz 24.04.2014 Unternehmens
berater
Mitglied des Vorstands der Deutsche Post
World Net, zuständig für DHL Express
Europa, stellv. Vorsitzender der Geschäfts
leitung bei Kühne & Nagel International AG
(Schweiz)
Günter
Leonhartsberger
(1968)
Österreich 22.04.2010 Bereichsleiter
Beteiligungsma
nagement und
Privatisierung
Österreichische
Industrieholding
AG
Telekom Austria AG Aktienfondsmanager und Director im
Bereich Corporate Finance/Mergers &
Acquisitions bei Kathrein & Co.
Privatgeschäftsbank AG, Analyst und
Aktienfondsmanager bei der Constantia
Privatbank AG, im Capital Management
der Tiroler Sparkasse GmbH sowie bei
der GiroCredit und Bank der
österreichischen Sparkassen AG
Chris E.
Muntwyler
(1952)
Schweiz 22.04.2010 CEO
Conlogic AG
(Schweiz)
Panalpina World
Transport AG (Schweiz),
National Express Group
PLC (UK)
Management Consulting in den Bereichen
Strategieentwicklung, Change Manage
ment sowie Unternehmensführung und
Prozessorientierung, CEO DHL Express
(UK) Ltd., London und CEO DHL Express
Zentraleuropa, Geschäftsführer DHL
Worldwide Express GmbH (Schweiz und
Deutschland) sowie Geschäftsführer der
Deutschen Post Express (Deutschland)
Markus Pichler
(1968)
Österreich 28.04.2011 Head of Non
Energy Drink
Beverages bei
Red Bull GmbH
Vorstand Marketing & Kommunikation bei
Mc Donald´s Deutschland, Executive Vice
President Red Bull North America,
Geschäftsführer Unibail-Rodamco Austria
Management GmbH
Elisabeth Stadler
(1961)
Österreich 28.04.2011 Generaldirektorin
der DONAU
Versicherung AG
Vienna Insurance
Group
Vorstand Raiffeisen Versicherung AG und
FinanceLife Lebensversicherung AG,
Vorstand UNIQA Personenversicherung
AG und Call Direct Versicherung AG,
Vorstandsvorsitzende ERGO Austria
International AG
Name
(Geburtsjahr)
Natio
nalität
Erst
bestellung
Haupttätigkeit
Arbeitnehmervertreter
Helmut
Köstinger
(1957)
Österreich 14.04.2005 Zentralausschuss
(Vorsitzender)
Martin
Palensky
(1963)
Österreich 22.02.2002 Zentralausschuss
(Vorsitzender-Stv.)
Andreas
Schieder
(1976)
Österreich 19.10.2010 Zentralausschuss
Manfred
Wiedner
(1963)
Österreich 03.03.1999 Zentralausschuss

Diversität

An erster Stelle der Voraussetzungen für die Bestellung in den Aufsichtsrat stehen fachliche Qualifikation und persönliche Kompetenz. Der Aufsichtsrat wird diese Voraussetzungen bei Vorschlägen für die Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern stets in den Vordergrund stellen.

Insgesamt verfolgt der Aufsichtsrat das Ziel, durch die Vielfalt seiner Mitglieder seiner Überwachungs- und Beratungsfunktion optimal gerecht zu werden. Zur Vielfalt zählen dabei insbesondere Internationalität sowie unterschiedliche Erfahrungshorizonte. Auch der Anteil von Frauen im Aufsichtsrat wird unter Vielfalt eingeordnet. Unter dem Gesichtspunkt der Diversität ist zu berichten, dass drei der zwölf Aufsichtsratsmitglieder unter 50 Jahre alt sind und zwei Mitglieder nicht österreichischer Nationalität sind. Unter den von der Hauptversammlung gewählten Mitgliedern befinden sich zwei Frauen.

Unabhängigkeit

Der Aufsichtsrat der Österreichischen Post AG hat gemäß C-Regel 53 des ÖCGK folgende Kriterien zur Feststellung der Unabhängigkeit von Aufsichtsratsmitgliedern, die dem Anhang 1 des ÖCGK in der Fassung Juli 2012 entsprechen, festgelegt:

    1. Das Aufsichtsratsmitglied soll in den vergangenen fünf Jahren nicht Mitglied des Vorstands oder leitender Angestellter der Gesellschaft oder eines ihrer Tochterunternehmen gewesen sein.
    1. Das Aufsichtsratsmitglied soll zur Gesellschaft oder einem ihrer Tochterunternehmen kein Geschäftsverhältnis in einem für das Aufsichtsratsmitglied bedeutenden Umfang unterhalten oder im letzten Jahr unterhalten haben. Dies gilt auch für Geschäftsverhältnisse mit Unternehmen, an denen das Aufsichtsratsmitglied ein erhebliches wirtschaftliches Interesse hat, jedoch nicht für die Wahrnehmung von Organfunktionen im Konzern. Die Genehmigung einzelner Geschäfte durch den Aufsichtsrat gemäß L-Regel 48 führt nicht automatisch zur Qualifikation als nicht unabhängig.
    1. Das Aufsichtsratsmitglied soll in den letzten drei Jahren nicht Abschlussprüfer der Gesellschaft oder Beteiligter oder Angestellter der prüfenden Prüfungsgesellschaft gewesen sein.
    1. Das Aufsichtsratsmitglied soll nicht Vorstandsmitglied in einer anderen Gesellschaft sein, in der ein Vorstandsmitglied der Gesellschaft Aufsichtsratsmitglied ist.
    1. Das Aufsichtsratsmitglied soll dem Aufsichtsrat nicht länger als 15 Jahre angehören. Dies gilt nicht für Aufsichtsratsmitglieder, die Anteilseigner mit einer unternehmerischen Beteiligung sind oder die Interessen eines solchen Anteilseigners vertreten.
    1. Das Aufsichtsratsmitglied soll kein enger Familienangehöriger (direkte Nachkommen, Ehegatten, Lebensgefährten, Eltern, Onkel, Tanten, Geschwister, Nichten, Neffen) eines Vorstandsmitglieds oder von Personen sein, die sich in einer in den vorstehenden Punkten beschriebenen Position befinden.

Von allen Kapitalvertretern liegen schriftliche Erklärungen über ihre Unabhängigkeit gemäß diesen Kriterien vor. Zudem umfasst der Aufsichtsrat zum 31. Dezember 2014 sechs vom Kernaktionär der Österreichischen Post unabhängige Vertreter, sodass die Mehrheit der Aufsichtsratsmitglieder in keiner Beziehung zur Mehrheitsgesellschafterin steht (C-Regel 54).

Zwischen den Aufsichtsräten und der Österreichischen Post gibt es keine Verträge, die gemäß Regel 48 und 49 des ÖCGK zustimmungspflichtig oder offenzulegen sind.

4 ARBEITSWEISE DES VORSTANDS UND DES AUFSICHTSRATS

Der Vorstand ist als Leitungsorgan des Konzerns an das Unternehmensinteresse gebunden und leitet die Geschäfte auf Basis der Gesetze, der Satzung sowie der Geschäftsordnung. In der Geschäftsordnung für den Vorstand sind die Geschäftsverteilung und die Zusammenarbeit im Vorstand geregelt. Weiters enthält sie die

Informations- und Berichtspflichten des Vorstands sowie einen Katalog jener Maßnahmen, die der Zustimmung durch den Aufsichtsrat bedürfen.

In zumindest vierzehntägig stattfindenden Sitzungen berät der Vorstand den aktuellen Geschäftsverlauf sowie strategische und operative Sachverhalte. Im Rahmen dieser Sitzungen werden jene Entscheidungen getroffen, die der Genehmigung des Gesamtvorstands bedürfen. Darüber hinaus gibt es einen ständigen gegenseitigen Informationsaustausch über relevante Aktivitäten und Geschehnisse untereinander sowie mit den jeweils zuständigen Führungskräften.

Unterstützung bei der Geschäftsführung erhält der Vorstand durch den so genannten Führungskreis. Dieser besteht aus rund 50 Top-Level-Mitarbeitern und übt eine beratende und unterstützende Funktion in sämtlichen operativen und strategischen Belangen der Österreichischen Post aus.

Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle relevanten Fragen der Geschäftsentwicklung, einschließlich der Risikolage und des Risikomanagements in der Gesellschaft und in den wesentlichen Konzernunternehmen. Darüber hinaus findet im Sinne guter Corporate Governance eine laufende Abstimmung zwischen dem Aufsichtsratsvorsitzenden und dem Vorstandsvorsitzenden hinsichtlich jener Angelegenheiten statt, die in die Zuständigkeit des Aufsichtsrats fallen. Dazu gehört insbesondere die Diskussion von Strategie, Geschäftsentwicklung und Risikomanagement des Unternehmens.

Der Aufsichtsrat hat durch Beschluss aus seiner Mitte für spezifische Angelegenheiten Ausschüsse gebildet.

Dem Präsidium obliegt die Regelung der Beziehungen zwischen der Gesellschaft und den Mitgliedern des Vorstands, mit Ausnahme von Beschlüssen auf Bestellung oder Widerruf der Bestellung eines Vorstandsmitglieds sowie auf Einräumung von Optionen auf Aktien der Gesellschaft. Das Präsidium nimmt auch die Funktionen des Vergütungsausschusses im Hinblick auf den Abschluss der Anstellungsverträge mit den Vorstandsmitgliedern und die Grundsätze der Vergütungspolitik wahr.

Der Präsidialausschuss fungiert auch als Nominierungsausschuss und befasst sich mit Fragen der Vorstandsbestellung.

Dem Prüfungsausschuss obliegen vor allem die Prüfung und Vorbereitung der Feststellung des Jahresabschlusses, die Prüfung des Konzernabschlusses, des Vorschlags für die Gewinnverteilung, des Lageberichts und Konzernlageberichts und des Corporate-Governance-Berichts. Einen hohen Stellenwert nimmt die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des internen Revisionssystems und des Risikomanagementsystems ein. Eine wichtige Aufgabe des Prüfungsausschusses ist weiters die Vorbereitung des Vorschlags

des Aufsichtsrats für die Auswahl des Abschlussprüfers und die Überwachung der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers.

Präsidium Präsidial
ausschuss
Prüfungs
ausschuss
Rudolf Kemler
(Vorsitz)

(Vorsitz)

(Vorsitz)
Edith Hlawati
Erich Hampel
Peter E. Kruse
(seit 24.04.2014)
Günter Leonhartsberger
Chris E. Muntwyler
Markus Pichler
Elisabeth Stadler
Helmut Köstinger
Martin Palensky
Andreas Schieder
Manfred Wiedner

Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2014 fünf Sitzungen abgehalten. Schwerpunkte der ordentlichen Sitzungen waren die Überwachung der laufenden Geschäftsentwicklung der Österreichischen Post und ihrer Beteiligungen sowie diverse genehmigungspflichtige Geschäfte. Die laufenden Strategieprojekte wurden in allen Sitzungen intensiv erörtert. Die Arbeitsschwerpunkte 2014 des Aufsichtsrats sind im Bericht des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung zusammengefasst. In einer außerordentlichen Sitzung im Dezember wurde der Verkauf des Gebäudes der ehemaligen Unternehmenszentrale in der Postgasse 8–10, 1010 Wien, beschlossen.

Der Prüfungsausschuss hielt vier Sitzungen ab. Im Rahmen der Sitzung zum Jahres- und Konzernabschluss, an der auch der Wirtschaftsprüfer teilgenommen hat, wurden alle Aufgaben gemäß § 92 Abs. 4a AktG wahrgenommen. Außerdem hat sich der

Vorstandsvergütung

Prüfungsausschuss intensiv mit den im Jahr 2014 erstellten Quartalsabschlüssen (Zwischenabschlüssen) auseinandergesetzt. Dem Aufsichtsrat wurde empfohlen, der Hauptversammlung die Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH als Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer der Österreichischen Post für das Geschäftsjahr 2014 vorzuschlagen. In den Sitzungen im Mai sowie im November hat sich der Prüfungsausschuss mit der Vorbereitung eines Vorschlags für die Wahl des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2015 beschäftigt.

Der Präsidialausschuss war im Geschäftsjahr 2014 mit der Erstellung eines Besetzungsvorschlags für die Vorstandsfunktion "Vorstandsmitglied für den Bereich Finanzen" und mit der Vorbereitung der diesbezüglichen Beschlussfassung im Aufsichtsrat befasst.

Das Präsidium befasste sich mit der variablen Vergütung des Vorstands. Darüber hinaus fanden nach Bedarf laufend Abstimmungen des Präsidiums mit dem Vorstandsvorsitzenden statt.

Bei den Sitzungen des Aufsichtsrats betrug die Anwesenheitsquote aller Aufsichtsratsmitglieder rund 90%. Kein Mitglied nahm an weniger als der Hälfte der Sitzungen persönlich teil. Der Prüfungsausschuss ist in allen Sitzungen vollzählig zusammengetreten.

Gemäß der Anforderung des ÖCGK (C-Regel 36) hat der Aufsichtsrat im abgelaufenen Geschäftsjahr eine Selbstevaluierung seiner Tätigkeit durchgeführt. Diese wurde erstmals durch die Firma Neumann Leadership Holding GmbH extern begleitet. Auf Basis des vorliegenden Berichts werden Handlungsempfehlungen für die weitere Verbesserung der Qualität in der Aufsichtsratsarbeit abgeleitet.

5 VERGÜTUNGSBERICHT

Der Vergütungsbericht erläutert Höhe und Struktur der Vorstands- und Aufsichtsratsbezüge der Österreichischen Post.

TEUR Fixe Bezüge
(inkl. Sachbezüge)
Variable Bezüge Gesamtbezüge
(inkl. Sachbezüge)
2013 2014 2013 2014 2013 2014
Georg Pölzl 560 576 550 550 1.110 1.126
Walter Oblin 339 350 165 330 504 680
Walter Hitziger 450 451 440 440 890 891
Peter Umundum 339 350 330 330 669 680

Vorstand

Die Festlegung der Vergütung des Vorstands hat der Aufsichtsrat dem Präsidium übertragen, das auch als Vergütungsausschuss fungiert.

Das Vergütungssystem basiert auf dem Grundgedanken eines Drei-Säulen-Modells (fixe und variable Gehaltsbestandteile sowie ein Long-Term-Incentive-Programm). Das fixe Basisgehalt orientiert sich an der Gehaltsstruktur börsenotierter österreichischer Unternehmen und richtet sich nach dem Umfang des Aufgabenbereichs und der Verantwortung des jeweiligen Vorstandsmitglieds.

Die variable Vergütung knüpft zu einem hohen Anteil an messbare, kurzfristige Leistungsindikatoren an und enthält weiters qualitative Zielerreichungskomponenten. Für den variablen Gehaltsbestandteil wurde eine Obergrenze von 100% des Jahresfixbezugs festgelegt.

Die fixen und variablen Bezüge der aktiven Vorstandsmitglieder betrugen im Jahr 2014 insgesamt 3.377 TEUR.

Die Auszahlung der variablen Bezüge erfolgt im Folgejahr, da die Zielerreichung erst zum Jahresende ermittelt werden kann. Dargestellt sind daher die an die Vorstandsmitglieder in den Jahren 2013 bzw. 2014 gewährten variablen Bezüge für die Jahre 2012 bzw. 2013. Die fixen Bezüge sind inklusive Sachbezüge und dem Sozialversicherungsbeitrag (Dienstgeberanteil) ausgewiesen.

Im Fall einer Beendigung des Dienstverhältnisses eines Vorstandsmitglieds sehen die Vorstandsverträge Abfertigungsansprüche in Höhe von bis zu einem Jahresbezug oder eine Einbindung in den Geltungsbereich des BMSVG (Betriebliches Mitarbeiter- und Selbständigen-Vorsorgegesetz) vor. Alle Vorstandsmitglieder verfügen über eine Pensionskassenregelung entsprechend den Bestimmungen der Vertragsschablonen (BGBI), in deren Rahmen

sich die Österreichische Post zu einer jährlichen Einzahlung in Höhe von 10% des fixen Jahresbruttobezugs verpflichtet hat. Die Vorstandsverträge enthalten keine "Change of Control"-Klauseln.

Die Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder der Österreichischen Post sind im Rahmen einer D&O-Versicherung mit einer Haftungssumme von 40 Mio EUR versichert. Die Versicherung umfasst die gerichtliche und außergerichtliche Abwehr unbegründeter sowie die Befriedigung begründeter Schadenersatzansprüche.

Die Aufnahme von Nebentätigkeiten durch die Vorstandsmitglieder setzt die Zustimmung des Präsidiums des Aufsichtsrats voraus. Dadurch ist sichergestellt, dass weder der zeitliche Aufwand noch die dafür gewährte Vergütung zu einem Konflikt mit den Aufgaben als Vorstandsmitglied führt.

Das im Geschäftsjahr 2010 eingeführte Long-Term-Incentive-Programm (LTIP) für den Vorstand berücksichtigt die Vorgaben der EU-Vergütungsempfehlung vom April 2009 und basiert auf der erfolgsabhängigen Zuteilung von Aktien. Ziel ist es, die Interessen des Managements mit denen der Aktionäre auf eine mittel- bis langfristige Steigerung des Unternehmenswerts in Einklang zu bringen. Das LTIP sieht ein einmaliges Eigeninvestment jedes teilnehmenden Vorstandsmitglieds mit einer Laufzeit von drei Jahren und einer daran anschließenden einjährigen Behaltefrist vor. Die Anzahl der für das Eigeninvestment benötigten Aktien der Österreichischen Post AG ergibt sich aus einem definierten Prozentsatz des Bruttofixgehaltes, dividiert durch den Referenzkurs des vierten Quartals des jeweiligen Vorjahres. Zu Beginn des Programms wurden Zielwerte für Schlüsselindikatoren (Total Shareholder Return, Free Cashflow und Earnings per Share) festgelegt, wobei die Ziele gleich gewichtet sind. Die Zielerreichung wird über einen dreijährigen Beobachtungszeitraum ermittelt. Im Geschäftsjahr 2014 erfolgte die Auszahlung des LTIP 2011–2013.

Long-Term-Incentive-Programm für die Jahre 2011 bis 2013

LTIP 2011–2013
Eigeninvestment
LTIP 2011–2013
Notwendige
Aktien in Stk.
Entsprechender
Gegenwert in
in TEUR
1
gehaltene Aktien
zum 31.12.2014
in Stk.
entsprechender
Gegenwert in
TEUR
2
Auszahlung
in TEUR
Vorstandsmitglieder
Georg Pölzl 17.731 400 26.054 1.013 923
Walter Oblin3 2.400 54 9.099 354 212
Walter Hitziger 8.777 198 12.100 471 462
Peter Umundum 8.777 198 9.827 382 462
Ausgeschiedene Vorstandsmitglieder
Rudolf Jettmar 10.860 245 13.110 510 560
Herbert Götz 8.777 198 20.000 778 462

1 Auf Basis Durchschnittskurs Q4 2010

2 Auf Basis Durchschnittskurs Q4 2014

3 Programm 2011 auf Basis der Bedingungen LTIP für Führungskräfte

Grundsätze der Vergütung der Führungskräfte

Die für den Vorstand geltenden Grundsätze werden in angepasster Form auch auf die Führungskräfte angewendet. Die Gehälter der Führungskräfte enthalten fixe und variable Bestandteile, die auf dem Erreichen von finanziellen und nicht finanziellen Unternehmenszielen sowie individuell vereinbarten Zielen basieren.

Darüber hinaus besteht ein Long-Term-Incentive-Programm für Führungskräfte, an dem definierte Mitglieder der Führungsebenen des Konzerns teilnehmen. Das LTIP knüpft an im Vorfeld festgelegte, messbare, langfristige und nachhaltige Kriterien (Total Shareholder Return, Free Cashflow und Earnings per Share) an und sieht ein entsprechendes Eigeninvestment als Voraussetzung für die Teilnahme vor. Die Ermittlung der Zielerreichung erstreckt sich jeweils über eine Laufzeit von drei Jahren.

Aufsichtsrat

Die Vergütung für den Aufsichtsrat wird jährlich in der ordentlichen Hauptversammlung für das jeweils abgelaufene Geschäftsjahr beschlossen. Dabei wird auch das Sitzungsgeld festgelegt, welches derzeit 300 EUR pro Sitzung beträgt. Darüber hinaus werden anfallende Reisekosten erstattet. Für das Geschäftsjahr 2013 hat die Hauptversammlung am 24. April 2014 die individuellen Bezüge für die Mitglieder des Aufsichtsrats mit 15.000 EUR, für den Vorsitzenden mit 25.000 EUR sowie für den stellvertretenden Vorsitzenden

mit 20.000 EUR festgesetzt. Ist ein Mitglied des Aufsichtsrats nicht das volle Geschäftsjahr hindurch tätig, so sind die Vergütungen zu aliquotieren. Die Auszahlung dieser Bezüge erfolgte unmittelbar nach der ordentlichen Hauptversammlung.

Die im Geschäftsjahr 2014 dem Aufsichtsrat gewährten Vergütungen (inklusive Sitzungsgeld) von gesamt 150.169 EUR gliedern sich laut nachstehender Tabelle.

Vergütung der Aufsichtsräte 2014

EUR Für 2013 gewährte und 2014
ausbezahlte Vergütung
Sitzungsgeld
Kapitalvertreter
Rudolf Kemler1
, Vorsitzender
25.000 2.700
Edith Hlawati, Stellvertreterin des Vorsitzenden 20.000 1.200
Edgar Ernst (ausgeschieden mit 21.06.2013) 7.069
Erich Hampel 15.000 1.200
Peter E. Kruse (seit 28.4.2014) 1.200
Günter Leonhartsberger1 15.000 2.700
Chris E. Muntwyler 15.000 900
Markus Pichler 15.000 2.700
Elisabeth Stadler 15.000 2.700
Arbeitnehmervertreter
Helmut Köstinger 2.400
Martin Palensky 1.200
Andreas Schieder 1.500
Manfred Wiedner 2.700

1 Aufsichtsratsvergütung und Sitzungsgelder werden an die ÖIAG abgeführt

Die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat üben ihre Funktion ehrenamtlich aus und werden für ihre Tätigkeit im Zentralausschuss gemäß ihrem jeweiligen Dienstvertrag entlohnt. Sie erhalten nur Sitzungsgeld. Sie können nur vom Zentralausschuss, dies aber jederzeit, abberufen werden.

Aktienkäufe und -verkäufe von Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats werden gemäß § 48d Börsegesetz innerhalb von fünf Arbeitstagen nach dem Tag des Abschlusses des Geschäfts der Finanzmarktaufsichtsbehörde (FMA) gemeldet und auf der Website der FMA veröffentlicht. Ende 2014 waren insgesamt 58.080 Postaktien im Besitz von Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats.

Aktienbesitz
-------------- --
Stück 31.12.2013 Kauf Verkauf 31.12.2014
Vorstand
Georg Pölzl 25.254 800 0 26.054
Walter Oblin 9.099 0 0 9.099
Walter Hitziger 12.100 0 0 12.100
Peter Umundum 9.827 0 0 9.827
Aufsichtsrat
Markus Pichler 2.000 300 1.300 1.000

6 EVALUIERUNGSBERICHT

In Entsprechung der Regel 62 des ÖCGK lässt die Österreichische Post AG regelmäßig die Einhaltung der Kodexbestimmungen und die Richtigkeit der damit verbundenen öffentlichen Berichterstattung extern evaluieren. Die zuletzt für das Geschäftsjahr 2013 von KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft durchgeführte Evaluierung ist auf keine Tatsachen gestoßen, die im Widerspruch zu der vom Vorstand und Aufsichtsrat abgegebenen Erklärung zur Beachtung und Einhaltung der C- und R-Regeln des Österreichischen Corporate Governance Kodex stehen. Die nächste externe Evaluierung wird im Jahr 2016 für das Geschäftsjahr 2015 durchgeführt.

Wien, am 25. Februar 2015

Der Vorstand

Dipl.-Ing. Dr. Georg Pölzl Dipl.-Ing. Walter Oblin Vorstandsvorsitzender Vorstandsmitglied Generaldirektor Finanzen

Brief, Werbepost & Filialen Paket & Logistik

Dipl.-Ing. Walter Hitziger Dipl.-Ing. Peter Umundum Vorstandsmitglied Vorstandsmitglied

Bericht des Aufsichtsrats der Österreichischen Post AG über das Geschäftsjahr 2014

Das Geschäftsjahr 2014 war ein gutes Jahr für die Österreichische Post. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen konnte der Konzernumsatz das Niveau des Vorjahres leicht übertreffen und das Ergebnis verbessert werden. Die wesentlichen Trends der Logistik- und Postdienstleistungen setzten sich auch im abgelaufenen Jahr fort. Im Briefbereich hält die elektronische Substitution des klassischen Briefs weiterhin an. Das Volumen an Werbesendungen ist von der Intensität der Werbeaktivitäten der Unternehmen abhängig, dabei zeigte sich im abgelaufenen Jahr eine hohe Volatilität der Umsätze. Der Paketmarkt ist weiterhin gekennzeichnet durch ein starkes Wettbewerbsumfeld mit hohem Preisdruck. Die Österreichische Post konnte die Herausforderungen des vergangenen Geschäftsjahres erfolgreich meistern und ist zur nachhaltigen Absicherung ihrer Wettbewerbsfähigkeit und Ertragskraft gut aufgestellt.

Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2014 fünf Aufsichtsratssitzungen abgehalten und wurde im Rahmen der regelmäßigen Berichterstattung über alle relevanten Fragen zur Geschäftsentwicklung einschließlich der Risikolage und des Risikomanagements der Österreichischen Post zeitnah und umfassend informiert. Der Aufsichtsrat hat auf Basis dieser Berichterstattung die Geschäftsführung des Vorstands laufend überwacht und begleitend unterstützt.

Die Präsenz in den Aufsichtsratssitzungen lag bei durchschnittlich 90%. Kein Aufsichtsratsmitglied war bei mehr als der Hälfte der Sitzungen abwesend.

Personelle Veränderungen

Ing.-Dr. Peter E. Kruse wurde in der ordentlichen Hauptversammlung am 24. April 2014 neu in den Aufsichtsrat gewählt. Er folgt damit Dr. Edgar Ernst, der mit Wirkung vom 21. Juni 2013 sein Aufsichtsratsmandat zurückgelegt hat.

Schwerpunkte

In allen ordentlichen Aufsichtsratssitzungen wurden die Entwicklungen der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens präsentiert. Ebenso wurden die Quartalsergebnisse der Konzernbeteiligungsunternehmen sowie wichtige strategische Projekte behandelt. Neben seiner beratenden Tätigkeit überprüfte der Aufsichtsrat insbesondere die Rechtmäßigkeit und Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung.

Die Sitzung am 12. März 2014 hatte vor allem den Jahres- und Konzernabschluss 2013 sowie die Vorbereitung der ordentlichen Hauptversammlung zum Thema. In dieser Sitzung befasste sich

der Aufsichtsrat außerdem mit den Ergebnissen der im Jänner 2014 durchgeführten Selbstevaluierung. Diese stellt eine kontinuierliche Verbesserung der Effizienz und Effektivität der Arbeitsweise des Aufsichtsrats sicher.

Im Fokus der Aufsichtsratssitzung am 7. Mai 2014 standen die Realisierung des Immobilienprojekts "Post am Rochus" sowie die Verwertung des Gebäudes der ehemaligen Unternehmenszentrale in der Postgasse.

Im Hinblick darauf, dass die Funktionsperiode von DI Walter Oblin mit 30. Juni 2015 endet, wurde in der Sitzung vom 13. August 2014 das Verfahren zur Besetzung der Funktion des Finanzvorstandes eingeleitet. In der Aufsichtsratssitzung am 11. November 2014 wurde DI Walter Oblin in dieser Funktion bestätigt und bis 30. Juni 2018 mit einer Verlängerungsoption auf zwei weitere Jahre wiederbestellt.

Die Aufsichtsratssitzung am 11. November 2014 fand im Rahmen eines Besuches im neuen Logistikzentrum in Allhaming, Oberösterreich statt. Die Besichtigung war eine gute Gelegenheit für den Aufsichtsrat, einen Einblick in die modernen Sortiertechnologien und in die Produktionsprozesse der Österreichischen Post zu gewinnen. Die Genehmigung des Budgets der Österreichischen Post für das Geschäftsjahr 2015 sowie ein Bericht über die Mittelfristplanung 2016–2018 waren inhaltliche Schwerpunkte dieser Sitzung.

In einer außerordentlich einberufenen Sitzung am 19. Dezember 2014 wurde die Verwertung der ehemaligen Unternehmenszentrale in der Postgasse 8-10, 1010 Wien, eingehend diskutiert und der Verkauf an die Soravia Group beschlossen.

Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats hat in vier Sitzungen seine Aufgaben wahrgenommen. Er überwachte die Rechnungslegungsprozesse, die Abschlussprüfung und die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems sowie des Revisionssystems. Wirtschaftsprüfer und Prüfungsausschuss konnten sich auch ohne Beisein des Vorstands austauschen. Die Quartalsergebnisse wurden eingehend im Prüfungsausschuss erörtert. Über die Ergebnisse der Prüfungsausschusssitzungen wurde dem Aufsichtsrat laufend berichtet. Die Deloitte Wirtschaftsprüfungs GmbH hat im Rahmen der Berichterstattung nach § 270 Abs. 1a UGB ihre Unbefangenheit gegenüber dem Prüfungsausschuss schlüssig dargelegt.

Der Präsidialausschuss war im Geschäftsjahr 2014 mit der Erstellung eines Besetzungsvorschlags für die Funktion des Finanzvorstandes und mit der Vorbereitung der Beschlussfassung des Aufsichtsrats über dessen Bestellung befasst.

Konzern- und Jahresabschluss 2014

Die Deloitte Wirtschaftsprüfungs GmbH wurde von der Hauptversammlung am 24. April 2014 zum Abschlussprüfer des Jahres- und Konzernabschlusses der Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2014 bestellt.

Der Jahresabschluss und der Konzernabschluss der Österreichischen Post zum 31. Dezember 2014 wurden durch die Deloitte Wirtschaftsprüfungs GmbH geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Der Lagebericht und der Konzernlagebericht stehen im Einklang mit dem Jahres- und Konzernabschluss. Sämtliche Abschlussunterlagen, der Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands, der Corporate-Governance-Bericht und die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers wurden im Prüfungsausschuss eingehend mit den Prüfern behandelt und dem Aufsichtsrat vorgelegt.

  1. März 2015

Ing. Rudolf Kemler e. h. Vorsitzender des Aufsichtsrats Der Aufsichtsrat hat die Unterlagen gemäß § 96 AktG geprüft, keine Beanstandungen festgestellt und stimmt dem Ergebnis der Abschlussprüfung zu. Der Aufsichtsrat billigt den Jahresabschluss 2014, der damit gemäß § 96 Abs. 4 AktG festgestellt ist, und erklärt sich mit dem gemäß § 245a UGB nach IFRS aufgestellten Konzernabschluss, dem Lagebericht, dem Konzernlagebericht und dem Corporate-Governance-Bericht einverstanden.

Der Aufsichtsrat schließt sich dem Vorschlag des Vorstands an, vom Bilanzgewinn von EUR 168.619.529,80 eine Ausschüttung von EUR 131.727.644,10 vorzunehmen und den Rest in der Höhe von EUR 36.891.885,70 auf neue Rechnung vorzutragen.

Abschließend möchte der Aufsichtsrat dem gesamten Vorstand sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Dank und Anerkennung für ihre wertvollen Leistungen im vergangenen Geschäftsjahr aussprechen. Besonderer Dank gilt auch den Kunden und Aktionären der Österreichischen Post für das entgegengebrachte Vertrauen.

1 Konzerninfor
mationen & Strategie
24
1.1
Geschäftstätigkeit und
Organisationsstruktur
24
1.2
Absatzmärkte und Marktposition
25
1.3 Konzernstrategie und Steuerung 26
1.3.1 Ziele und Strategie 26
1.3.2 Steuerung 26
2 umfeld und rahmenbedingungen 27
2.1 Wirtschaftliches
Umfeld
27
2.2 Branchenumfeld 27
2.3
Rechtliche
Rahmenbedingungen
28
G
e
schäftsv
er
lauf und
wirt
schaft
liche Lage
3
28
3.1 Veränderungen im Konsolidierungskreis 28
3.2
Ertragslage
29
3.2.1 Umsatzentwicklung 29
3.2.2 Ergebnisentwicklung 32
3.3 Vermögens- und
Finanzlage
35
3.3.1 Bilanzstruktur 35
3.3.2 Cashflow 37
3.3.3 Liquidität/Nettofinanzverschuldung 38
3.3.4 Investitionen und Akquisitionen 39
3.4 Wertorientierte Kennzahlen 40
3.4.1 Capital Employed 40
3.4.2 Ratios 40
4 Nichtfinanziell
e Leistungsindikatoren
41
4.1 Mitarbeiter 41
4.1.1 Arbeitnehmerschutz und Gesundheitsförderung 41
4.1.2 Aus- und Weiterbildung 41
4.1.3 Vielfalt und Chancengleichheit 41
4.2
Umwelt
42
4.3
Forschung und
Entwicklung/
Innovationsmanagement
42
4.4
Zustellqualität
43
4.5 Kundenzufriedenheit 43
4.6 Versorgungssicherheit 44
5 Be
sondere
Ereigniss
e nach de
m Bi
lanz
stichtag
44
A
usbl
ic
k 2015
6
45
Chancen/
R
i
s
i
ken de
s
Unterneh
men
s
7
46
7.1 Wesentliche
Risiken und
Ungewissheiten
46
7.2
Top
Risiken
47
7.3
Allgemeine und sonstige
Risiken
48
8 Son
stige
Anga
ben
50
8.1
Internes Kontrollsystem und
Risikomanagement
50
8.2
Informationen gemäß § 243
A UG
B
53

1 Konzerninformationen & Strategie

1.1 Geschäftstätigkeit und Organisationsstruktur

Mit einem Jahresumsatz von 2,4 Mrd EUR und rund 24.000 Mitarbeitern ist der Österreichische Post Konzern – im Folgenden Österreichische Post, Konzern bzw. Post genannt – der führende Logistik- und Postdienstleister des Landes und mit Tochtergesellschaften in 13 europäischen Ländern auch international stark positioniert. Das Kerngeschäft umfasst die Beförderung von Briefen, Werbesendungen, Printmedien und Paketen sowie diverse Logistikdienstleistungen. Zusätzlich betreibt die Österreichische Post in ihrem Heimmarkt ein flächendeckendes Filialnetz, das mit 1.826 eigen- und fremdbetriebenen Geschäftsstellen zu den größten Privatkundennetzen Österreichs zählt.

Die Österreichische Post ist mit den beiden Divisionen Brief, Werbepost & Filialen sowie Paket & Logistik auf dem Markt tätig. Die Division Corporate erbringt zusätzlich vor allem Dienstleistungen im Bereich der Konzernverwaltung, beinhaltet aber auch die Bereiche Innovationsmanagement und Entwicklung neuer Geschäftsmodelle. Diese drei Divisionen entsprechen den berichtspflichtigen Segmenten nach IFRS 8.

Das Leistungsspektrum der Division Brief, Werbepost & Filialen umfasst die Annahme, Sortierung und Zustellung von Briefen, Postkarten, adressierten und unadressierten Werbesendungen und Zeitungen sowie den Verkauf von Post- und Telekomprodukten bzw. Finanzdienstleistungen in Kooperation mit dem Bankpartner BAWAG P.S.K. Darüber hinaus bietet die Österreichische Post ihren Kunden diverse Online-Services an. Ergänzt wird das Angebot durch neue Dienstleistungen für Geschäftspost und Werbepost,

darunter Adress- und Datenmanagement, Poststellen-Management, intelligentes Scanning und Response-Management. Dafür stehen den Kunden 1.826 Geschäftsstellen – davon 1.306 Post Partner – in ganz Österreich zur Verfügung. Per Ende 2014 bot die Post ihren Kunden zudem 260 SB-Zonen, die mit modernen Frankierautomaten, Packstationen, Versandboxen und teilweise bereits Abholstationen ausgestattet sind. Im Berichtsjahr stellte die Post in Österreich 910 Mio Briefe, 615 Mio adressierte Werbesendungen, 3,4 Mrd unadressierte Werbesendungen, 410 Mio Printmedien und 310 Mio Regionalmedien zu.

Die Division Paket & Logistik bietet ihre Leistungen in neun europäischen Ländern an. In den internationalen Märkten erfolgt dies durchwegs über eigene Tochtergesellschaften. Hauptgeschäft ist die Beförderung von Paketen sowie von EMS-Sendungen für Privat- und Geschäftskunden. Im Heimmarkt stellte die Österreichische Post im Jahr 2014 74 Mio Pakete und EMS-Sendungen zu. Damit ist sie führender Dienstleister für die Auslieferung von Versandhandelspaketen mit einer flächendeckenden Zustellung in höchster Qualität. Das Portfolio umfasst aber auch ein breites Spektrum an Speziallogistiklösungen – etwa die so genannte Kombifracht (den gemeinsamen Transport von einzelnen Paketen und ganzen Paletten) oder temperaturgeführte Logistik (Transport von temperatursensiblen Waren in den Temperaturbereichen 2–8°C bzw. 15–25°C) und Kontraktlogistik. In den vergangenen Jahren hat die Österreichische Post entlang der gesamten logistischen Wertschöpfungskette weitere Kompetenzen aufgebaut und ist nun als Anbieter vielfältiger Mehrwertdienstleistungen erfolgreich. So bietet das Unternehmen maßgeschneiderte Fulfillment-Lösungen wie Lagerung, Kommissionierung, Retouren-Management oder Webshop-Logistik sowie Geld- und Werttransporte.

ÖSTERREICHI
SCHE
POST AG
Corporate Brief, Werbepost & Filialen Paket & Logistik
Vorstandsvorsitzer
DI Dr. Georg Pölzl
Vorstandsmitglied Finanzen
DI Walter Oblin
Vorstandsmitglied
DI Walter Hitziger
Vorstandsmitglied
DI Peter Umundum
Funktionen
• Strategie & Konzernentwicklung
• Unternehmenskommunikation
• Personalmanagement
• Investor Relations, Konzern
revision & Compliance
• Endkundeninitiativen & -service
• Online & eCommerce
Innovationsmanagement
Funktionen
• Finanz- & Rechnungswesen
• Corporate Controlling
• Finanzen Brief, Werbepost &
Filialen
• Finanzen Paket & Logistik
• Treasury
• Informationstechnologie
• Konzerneinkauf
• Recht
• Konzernimmobilien
Funktionen
• Annahme, Sortierung und
Zustellung von Briefen, Werbe
und Medienpost in Österreich
und CEE/SEE
• Geomarketing
• Adressmanagement
• Kuvert
• Dokumentenmanagement
• Produktportfolio in den Post
Geschäftsstellen (Post-Filialen
und Post Partner)
Funktionen
• Annahme, Sortierung und
Zustellung von Paketen/Paletten
in Österreich/CEE/SEE
• Pharmalogistik
• Kombifrachttransporte in
Deutschland
• Werttransporte
• Logistische Zusatzleistungen
• Logistik Services Paket &
Logistik
• Online Service

1.2 Absatzmärkte und Marktposition

Die Österreichische Post ist mit ihren Konzernunternehmen in 13 Ländern im Bereich Brief- und Werbepost sowie Paket und Logistik aktiv. Rund 70% des Umsatzes werden derzeit am Heimmarkt Österreich erwirtschaftet. Hier nimmt die Österreichische Post sowohl in der Zustellung von Briefen, Werbesendungen und Zeitungen als auch von Paketen eine führende Marktstellung ein. Speziell im wachsenden Markt der Paketzustellung konnte die Österreichische Post ihre Marktposition in den vergangenen Jahren kontinuierlich steigern. So hat das Unternehmen im aufgrund des Online-Shopping-Trends wachsenden Bereich Privatkunden-Pakete einen Marktanteil am Paketvolumen von rund 77%. Im Bereich Business-Pakete (B2B) konnte der Marktanteil am Paketvolumen von rund 25% im Jahr 2013 auf rund 28% im Jahr 2014 gesteigert werden (Kreutzer Fischer & Partner, Branchenradar 2015).

Auch international verfügen die Konzernunternehmen der Österreichischen Post über eine gute Marktposition. So ist die Österreichische Post Marktführer bei der Zustellung unadressierter Werbesendungen in Kroatien und Ungarn sowie führend im Bereich Hybrid-Mail in Bulgarien. Bei Paketen an Geschäftskunden ist der Konzern die Nummer 1 in der Slowakei, Kroatien, Serbien sowie Bosnien und Herzegowina. Zudem ist die trans-o-flex Gruppe in Deutschland führend im Pharma-Direktgeschäft. Das 2013 erworbene Gemeinschaftsunternehmen Aras Kargo a.s., Türkei, stellt die Nummer 2 auf dem türkischen Paketmarkt dar (unternehmensinterne Markteinschätzungen).

Die folgende Abbildung gibt einen Überblick über die Markpositionen in den wichtigsten Regionen:

1 Mit 20. Februar 2015 wurden die Anteile an dem Gemeinschaftsunternehmen MEILLERGHP verkauft.

1.3 Konzernstrategie und Steuerung

1.3.1 Ziele und Strategie

Die aktuellen Entwicklungen auf dem internationalen Post- und Logistikmarkt stellen die Österreichische Post vor große Herausforderungen, bringen aber auch neue Chancen. Vor diesem Hintergrund hat das Unternehmen im Jahr 2010 vier zentrale Stoßrichtungen definiert und diese seither mit einer Vielzahl an Initiativen und Maßnahmen konsequent umgesetzt. Dabei orientiert sich die Österreichische Post an drei zentralen wirtschaftlichen Zielen:

  • 1. Umsatzwachstum: Auf Konzernebene wird ein durchschnittliches Umsatzwachstum von 1–2% p. a. über die nächsten Jahre angestrebt. Während das Volumen bei adressierten Briefen aufgrund der E-Substitution weiter zurückgehen wird, nutzt die Post Wachstumschancen in anderen Bereichen. Diese liegen zum einen im wachsenden Paketgeschäft, zum anderen entwickelt die Post ständig neue Serviceangebote, um den Kundennutzen zu erhöhen und neue Umsatzpotenziale zu erschließen.
  • 2. Hohe Ertragskraft: Eine solide Profitabilität ist wesentlich für eine nachhaltige Unternehmensperspektive. Daher strebt die Österreichische Post eine nachhaltige EBITDA-Marge um die 12% an. Zu diesem Zweck wird die Effizienz in allen operativen Abläufen kontinuierlich gesteigert sowie die Kostenstruktur flexibilisiert.
  • 3. Zuverlässige Dividende: Ein wesentlicher Eckpfeiler der Unternehmensphilosophie ist die attraktive Dividendenpolitik. Jährlich sollen zumindest 75% des Nettoergebnisses an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Ziel ist es somit, die Dividende im Einklang mit dem operativen Konzernergebnis weiterzuentwickeln. Seit dem Börsegang 2006 hat die Österreichische Post, gemessen am Total Shareholder Return, einen Wertzuwachs von rund 190% erwirtschaftet.

Ausgehend von diesen Zielen wurden vier Kernstrategien definiert. Die konsequente Umsetzung dieser Kernstrategien bildet den durchgehenden unternehmerischen Kompass für die Österreichische Post. Während die übergeordneten Kernstrategien über die Zeit stabil sind, werden die thematischen Umsetzungsschwerpunkte jährlich den aktuellen Entwicklungen angepasst:

  • 1. Verteidigung der Marktführerschaft im Kerngeschäft: Die Österreichische Post ist Marktführer im heimischen Briefund Paketgeschäft. Ein wesentlicher strategischer Pfeiler besteht darin, diese starke Position zu erhalten bzw. speziell im Bereich der Paketzustellung weiter auszubauen. Besonderes Augenmerk gilt daher unter anderem der Sicherung einer weiterhin sehr hohen Servicequalität.
  • 2. Profitables Wachstum in definierten Märkten: Zur Kompensation rückläufiger Absatzmengen bei Briefen verfolgt die Österreichische Post eine fokussierte Wachstumsstrategie.

Im Vordergrund steht dabei das Paket- und Logistikgeschäft. Hier werden zum einen Wachstumschancen in Südost- und Osteuropa genutzt und zum anderen die Aktivitäten in der Pharmalogistik verstärkt. Im Briefbereich wird vor allem der Bereich Mail Solutions ausgebaut.

  • 3. Effizienzsteigerung und Flexibilisierung der Kostenstruktur: Die Österreichische Post setzt auf eine kontinuierliche Steigerung der Effizienz in allen Bereichen. Wesentlichen Anteil an der Festigung der Kostenführerschaft haben regelmäßige Investitionen in die Modernisierung der Logistikinfrastruktur. Auch die Prozessund Personalkosten werden laufend überprüft und optimiert.
  • 4. Kundenorientierung und Innovation: Nur mit attraktiven Angeboten, die konkrete Bedürfnisse der Kunden befriedigen, kann die Österreichische Post langfristig erfolgreich sein. Daher setzt das Unternehmen auf laufende Innovation im Leistungsportfolio, um die Convenience für seine Kunden stetig zu erhöhen.

1.3.2 Steuerung

Ein umfassendes Steuerungssystem berücksichtigt das gesamte Unternehmensgefüge. Der Fokus liegt hier klar auf Umsatz, EBITDA/EBIT und Free Cashflow, parallel dazu wird aber auch der Wirtschaftlichkeit von Investitionen (Return on Investment) in neue Anlagen und Infrastruktur sowie in Beteiligungen ein sehr hoher Stellenwert beigemessen. Nur auf diese Weise kann sichergestellt werden, dass zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Entscheidungen getroffen werden.

Im Berichtswesen der Österreichischen Post sind periodische Berichte wie Monats- und Quartalsberichte zur aktuellen Geschäftsentwicklung wesentliche Bausteine zur Entscheidungsfindung bzw. zur operativen Steuerung. Diese fassen relevante Kennzahlen für den Gesamtvorstand bzw. das Top-Management zusammen. Die Steuerungsparameter orientieren sich an den strategischen Eckpfeilern des Konzerns. Im Schwerpunktbereich "Marktführerschaft im Kerngeschäft" sowie "Wachstum in definierten Märkten" werden Umsatz- und Ergebniskennzahlen der Divisionen dargestellt. Der Schwerpunkt "Effizienzsteigerung und Flexibilisierung der Kostenstruktur" fokussiert auf die größten Aufwandspositionen sowie die Steuerung des Geschäftsstellennetzwerks. Im Bereich "Kundenorientierung und Innovation" werden nicht-finanzielle Leistungsindikatoren wie die Anzahl der Post-Geschäftsstellen, die Kundenzufriedenheit sowie die Forcierung neuer Selbstbedienungslösungen zur Steuerung des Konzerns herangezogen.

Insgesamt setzt die Österreichische Post damit auf die Einhaltung einheitlicher Standards und die klare Ergebnisausrichtung auf Top-Ebene. In der weiteren Berichtskaskade werden diese Eckpunkte um bereichsspezifische Produktivitäts- und Qualitätskennzahlen ergänzt. Ein hohes Maß an Durchgängigkeit und die damit verbundene Transparenz zwischen unterschiedlichen Steuerungseinheiten sollen dazu beitragen, das Wachstum neuer Geschäftsfelder zu unterstützen und den Faktor Kosteneffizienz in allen Bereichen sichtbar zu machen. Insgesamt konnte die Österreichische Post dadurch in den vergangenen Jahren aus ihrem Cashflow nicht nur die notwendigen Investitionen bzw. Akquisitionen finanzieren, sondern auch eine attraktive Dividendenpolitik gewährleisten.

2 Umfeld und Rahmenbedingungen

2.1 Wirtschaftliches Umfeld

Auf globaler Ebene ist eine leichte Erholung der Weltwirtschaft zu beobachten. Die Auswirkungen der Finanzkrise wie hohe Arbeitslosigkeit und hohe Verschuldung der Staatshaushalte dämpfen allerdings nach wie vor das Wachstum. Hinzu kommen unsichere Zukunftserwartungen und geopolitische Spannungen. Für das Gesamtjahr 2014 errechnet der Internationale Währungsfonds (IWF) ein globales Wirtschaftswachstum von 3,3%, das sich im Jahr 2015 auf 3,5% verstärken soll. Das BIP-Wachstum des Euroraums hat sich dabei im Jahresverlauf weiter verlangsamt. Laut Prognose des IWF wuchs das BIP des Euroraums 2014 nur um 0,8%. Die Gründe dafür liegen in der schwachen Investitionsentwicklung, der geringen Kapazitätsauslastung und der hohen ökonomischen und politischen Unsicherheit (IWF, Jänner 2015).

Die Konjunktur in Österreich verlor in den letzten Monaten ebenfalls an Tempo und blieb im Jahr 2014 insgesamt hinter den ursprünglichen Erwartungen zurück. Außenwirtschaftlich belasten die anhaltende Schwäche des Euroraums und geopolitische Spannungen wie der Konflikt Russlands mit der Ukraine und damit verbundene Vertrauensverluste die Aussichten der Exportwirtschaft. Im Inland dämpft die Unsicherheit über die weitere wirtschaftliche Entwicklung die Investitionsbereitschaft. Die schwache Entwicklung der Realeinkommen lässt zudem wenig Spielraum für zusätzliche private Konsumausgaben. Das Österreichische Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) geht in seiner Prognose von einem Wachstum der österreichischen Wirtschaft im Jahr 2014 von 0,4% aus und auch 2015 soll das Wachstum mit 0,5% nur geringfügig stärker ausfallen (WIFO, Dezember 2014). In Deutschland stellt sich das Gesamtbild etwas besser dar. So stieg die Wirtschaftsleistung laut aktuellen Prognosen 2014 um 1,5% und soll auch 2015 um 1,3% zulegen (IWF, Jänner 2015).

Etwas dynamischer ist die wirtschaftliche Lage in Zentral-, Ost- und Südosteuropa. Diese Region zeigt mit einer BIP-Prognose von 2,7% für 2014 und von 2,9% für 2015 ein moderates Wachstum. Besonders positiv entwickelten sich 2014 Polen (+3,2%) und die Türkei (+3,0), und auch für 2015 wird diesen Märkten ein BIP-Anstieg über der 3%-Marke prognostiziert. In Ungarn (2014: +2,8%) und Rumänien (2014: +2,4%) wird für 2015 ebenso ein deutlicher Anstieg des BIP erwartet (+2,3% für Ungarn, +2,5% für Rumänien). Auch für Kroatien (–0,8%) und Serbien (–0,5%) wird nach einem Rückgang der Wirtschaftsleistung im Jahr 2014 für das Folgejahr wieder ein Wachstum von 0,5% bzw. 1,0% in Aussicht gestellt (IWF, Oktober 2014).

2.2 Branchenumfeld

Neben dem konjunkturellen Umfeld wird die Geschäftsentwicklung der Österreichischen Post vor allem von folgenden internationalen Trends beeinflusst, die Risiken, aber auch Chancen mit sich bringen.

Im Briefbereich hält die elektronische Substitution des klassischen Briefs weiterhin an. Dieser globale Trend betrifft alle Postgesellschaften und ist im Kern auch nicht beeinflussbar. Als Basisszenario geht man international von Rückgängen in der Größenordnung von 3–5% pro Jahr aus. Österreich blieb mit einem jährlichen Rückgang der Briefmengen von rund 3% in den letzten fünf Jahren unter dem europäischen Branchenschnitt, während etwa Länder wie die Niederlande oder Großbritannien deutlich höhere Volumenrückgänge verzeichneten. Physische Dialogmedien sind für viele österreichische Betriebe ein unverzichtbarer Bestandteil ihrer Werbestrategie. Auch unadressierte Werbesendungen zählen in Österreich zu den beliebtesten Kommunikationsmedien. Das Geschäft mit Werbesendungen wiederum ist abhängig von der Intensität der Werbeaktivitäten der Unternehmen.

Die Paketmengen im privaten Bereich steigen dank der ständig zunehmenden Bedeutung des Online-Shoppings weiter. Über alle Altersgruppen hinweg sind es knapp 70% der Österreicher, die regelmäßig über das Internet einkaufen (Kreutzer Fischer & Partner, September 2014). Auf Basis dieses Trends hat sich das österreichische Paketaufkommen an Privatkunden 2014 im Vergleich zum Vorjahr um 4,8% erhöht. Im B2B-Bereich dagegen ging die Anzahl der Pakete, aufgrund der nach wie vor getrübten Konjunkturlage mit minus 0,9% im Vergleich zu 2013 leicht zurück (Kreutzer Fischer & Partner, Februar 2015).

Die Entwicklung des internationalen Paket- und Frachtgeschäfts ist wiederum wesentlich von der Konjunkturentwicklung, den internationalen Handelsströmen und der damit verbundenen Preisentwicklung abhängig. Wettbewerbsintensität und Preisdruck sind in diesem Bereich weiterhin hoch. Die Handelsströme werden immer internationaler und mit ihnen die nachgefragten Logistikdienstleistungen. Internationale Sendungen sind deshalb ein weiterer wichtiger Faktor für das Wachstum des europäischen Kurier-, Express- und Paketmarkts (KEP). Die Konzernunternehmen der Österreichischen Post in CEE profitieren zudem vom tendenziell dynamischeren Wirtschaftswachstum in dieser Region und ebenso vom Aufholbedarf in Sachen E-Commerce.

Ein weiterer wichtiger Markttrend ist die steigende Bedeutung des Klimaschutzes und die dadurch steigende Nachfrage nach ressourcenschonenden Gütertransporten. Die Österreichische Post entspricht diesen Anforderungen durch das Angebot der CO2 neutralen Zustellung von Sendungen im Heimmarkt Österreich, mit dem sie für sich und ihre Kunden eine Belastung der globalen Klimabilanz durch ihre Unternehmenstätigkeit vermeidet.

2.3 Rechtliche Rahmenbedingungen

Die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Geschäftstätigkeit der Österreichischen Post basieren primär auf dem Österreichischen Postmarktgesetz, das mit 1. Jänner 2011 in Kraft getreten ist. Seine wesentlichen Eckpunkte sind:

  • Die Österreichische Post bleibt auch nach der vollständigen Marktöffnung Österreichs Universaldienstleister und garantiert damit die Versorgung mit qualitativ hochwertigen Postdienstleistungen in ganz Österreich.
  • Der Universaldienst beschränkt sich primär auf Postsendungen, die an den gesetzlich definierten Zugangspunkten abgegeben werden können, also z. B. Post-Geschäftsstellen oder Briefkäs-

ten. Damit soll die Grundversorgung der österreichischen Bevölkerung und Wirtschaft mit Postdienstleistungen gesichert werden. Postdienste für Sendungen, die von Großkunden in Verteilzentren eingeliefert werden, zählen – mit Ausnahme von Zeitungen – nicht zum Universaldienst.

  • Die Österreichische Post war zum Austausch der nicht mehr dem Gesetz entsprechenden Hausbrieffachanlagen und Landabgabekästen verpflichtet und musste diesen Austausch auch vorfinanzieren. Die Kosten für den Austausch wären der Österreichischen Post nach einem gesetzlich geregelten Aufteilungsschlüssel teilweise zu ersetzen. Der Kostenersatz ist im gleichen Verhältnis auf fünf Jahre aufzuteilen. Bisher erfolgte jedoch kein solcher Kostenersatz.
  • Die gewerbsmäßige Beförderung von Briefsendungen mit einem Gewicht bis 50 Gramm unterliegt einer Konzessionspflicht.
  • Seit 1. Jänner 2011 gilt die Umsatzsteuerbefreiung nur mehr für Postdienste im Rahmen des gesetzlichen Universaldienstes. Postdienstleistungen, deren Bedingungen individuell vereinbart wurden, unterliegen der Umsatzsteuer zum Normalsteuersatz.

3 Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage

3.1 Veränderungen im Konsolidierungskreis

Im Geschäftsjahr 2014 fanden folgende wesentliche Unternehmenserwerbe statt:

Mit 1. April 2014 wurde die Option auf den Erwerb von weiteren 25% der Anteile an der M&BM Express OOD, Bulgarien, ausgeübt. Der Anteil erhöhte sich damit von 51% auf 76%. Die M&BM Express OOD ist in den Bereichen Hybrid-Mail (Druck und Zustellung) sowie adressierte und unadressierte Briefsendungen tätig.

Zudem hat die Österreichische Post im Geschäftsjahr 2014 im Wege der operativen Übernahme den Geschäftsbetrieb von fünf Distributionsgesellschaften in Deutschland erworben. Drei dieser Gesellschaften bildeten die so genannte "Spekker Gruppe" (Seevetal bei Hamburg, Groß Ippener bei Bremen, Neumünster), die mit 1. Juni 2014 übernommen wurde. Die weiteren zwei Gesellschaften gehörten zur so genannte "Lehner Gruppe" (Dettingen, Offenburg), die mit 1. Oktober 2014 übernommen wurden. Sowohl die Spekker als auch die Lehner Gruppe gehörten zu den wesentlichen Distributionspartnern der trans-o-flex Gruppe und bedienten über ihre Standorte den Wirtschaftsraum Hamburg/Bremen/Neumünster (Spekker) bzw. Dettingen/Offenburg (Lehner). Im Zuge des Erwerbs wurden im Wesentlichen nur die Mitarbeiter sowie bestehende Kundenbeziehungen übernommen. Der Erwerb ermöglicht die Optimierung der operativen Kosten und die Nutzung von Synergien zwischen den Logistikstandorten der trans-o-flex Gruppe.

Die Änderungen im Konsolidierungskreis sind im Konzernanhang im Kapitel 4.2 vollständig dargestellt.

3.2 Ertragslage

3.2.1 Umsatzentwicklung

Der Konzernumsatz der Österreichischen Post konnte im Jahr 2014 das Niveau des Vorjahres leicht übertreffen. Insgesamt erhöhte sich der Umsatz um 0,2% auf 2.370,5 Mio EUR. Dabei zeigte das Paketgeschäft in der Berichtsperiode weiterhin ein solides Wachstum von 3,1% und konnte damit die Umsatzrückgänge der Brief-Division von 1,5% kompensieren.

Der Umsatz des Konzerns entfällt zu 62,8% auf die Division Brief, Werbepost & Filialen und zu 37,2% auf die Division Paket & Logistik. Der Umsatzanteil der Division Corporate lag unter 0,1%.

Insgesamt reduzierte sich der Umsatz der Division Brief, Werbepost & Filialen im Berichtszeitraum um 1,5% auf 1.487,7 Mio EUR. Dieser Rückgang ist auf die anhaltende elektronische Substitution von Briefen sowie rückläufige Werbemengen zurückzuführen. Gleichzeitig verringerte sich im Jahr 2014 auch der Umsatz mit Filialdienstleistungen.

In der Division Paket & Logistik konnte der Umsatz 2014 um 3,1% auf 882,0 Mio EUR gesteigert werden. Regional betrachtet konnte dabei starkes Wachstum in Österreich (+6,5%) und Südost- und Osteuropa (+10,7%) verzeichnet werden, während der Umsatz in Deutschland leicht rückläufig war.

Der Umsatz der Division Corporate betrug in der Berichtsperiode 0,8 Mio EUR (Umsatz mit Dritten). Die Geschäftstätigkeit

in der Division Corporate besteht in der Erbringung von Dienstleistungen, wie sie typischerweise für Zwecke der Verwaltung eines Konzerns erbracht werden. Diese Dienstleistungen umfassen die Verwaltung der Konzernimmobilien, die Erbringung von IT-Support, Finanzierungs- und Verwaltungstätigkeiten sowie die Administration des Post-Arbeitsmarkts. Die Division Corporate beinhaltet darüber hinaus die Bereiche Innovationsmanagement und Entwicklung neuer Geschäftsmodelle.

In der regionalen Betrachtung des Konzernumsatzes der Österreichischen Post wurden im Geschäftsjahr 2014 insgesamt 72,6% in Österreich erwirtschaftet, 22,1% in Deutschland und 5,3% in Südost-/Osteuropa.

Umsatzentwicklung

1 Werte bereinigt um Tochtergesellschaften Benelux (Verkauf im Jahr 2012) und meiller Gruppe (seit 2011 wurde das Gemeinschaftsunternehmen MEILLERGHP nach der Equity-Methode bilanziert).

Umsatzentwicklung Konzern

Mio EUR 20121 2013 2014 Veränderung
2013/2014
% Mio EUR
Umsatz 2.348,9 2.366,8 2.370,5 0,2% 3,7
Kalenderwerktage in Österreich 250 251 250

1 Umsatz bereinigt um die im Jahr 2012 veräußerten Tochtergesellschaften Benelux.

Umsatzentwicklung Division Brief, Werbepost & Filialen

Mio EUR 2012 20131 2014 % Veränderung
2013/2014
Mio EUR
Umsatzerlöse mit Dritten (extern) 1.508,2 1.510,3 1.487,7 –1,5% –22,6
Briefpost & Mail Solutions 784,6 793,1 790,5 –0,3% –2,7
Werbepost 445,2 441,8 431,0 –2,5% –10,8
Medienpost 143,7 140,9 143,2 1,7% 2,3
Filialdienstleistungen 134,7 134,4 123,0 –8,5% –11,4
Umsatzerlöse mit anderen Segmenten (konzernintern) 70,6 75,1 79,4 5,7% 4,3
Umsatzerlöse gesamt 1.578,8 1.585,4 1.567,1 –1,2% –18,3

1 Die Darstellung der Umsatzerlöse wurde angepasst, sodass segmentübergreifende Leistungsbeziehungen zwischen Tochtergesellschaften bzw. zwischen Tochtergesellschaften und der Österreichischen Post AG nicht mehr in den Umsatzerlösen mit Dritten (vormals Außenumsatz) gezeigt werden.

BRIEFUmsatz nach Produktgruppen

1 Die Darstellung der Umsatzerlöse wurde angepasst, sodass segmentübergreifende Leistungsbeziehungen zwischen Tochtergesellschaften bzw. zwischen Tochtergesellschaften und der Österreichischen Post AG nicht mehr in den Umsatzerlösen mit Dritten (vormals Außenumsatz) gezeigt werden.

Der Umsatz der Division Brief, Werbepost & Filialen von 1.487,7 Mio EUR stammt zu 53,1% aus dem Bereich Briefpost & Mail Solutions, zu 29,0% aus Werbepost und zu 9,6% aus Medienpost, also der Zustellung von Zeitungen und Magazinen. Zudem wurden 8,3% des Umsatzes mit Filialdienstleistungen erwirtschaftet.

Speziell in der Brief-, Werbe- und Medienpost war die Umsatzentwicklung im Jahresverlauf stark durch Wahleffekte beeinflusst. Während im Jahr 2013 in den ersten drei Quartalen wesentliche Zusatzumsätze durch Wahlen generiert werden konnten, konzentrierten sich die Wahlumsätze in der Berichtsperiode auf das erste Halbjahr. Hier wirkte sich vor allem die EU-Wahl im Mai 2014 positiv auf die Umsatzentwicklung aus.

Im Bereich Briefpost & Mail Solutions lag der Umsatz in der Berichtsperiode bei 790,5 Mio EUR und damit mit minus 0,3% nur leicht unter dem Niveau des Vorjahres. Der Basistrend einer rückläufigen Volumenentwicklung infolge der Substitution von Briefen durch elektronische Kommunikationsformen hält nach wie vor an. Rückgänge sind etwa im Kundensegment Banken zu verzeichnen. Die Rückgänge im Bereich Briefpost konnten jedoch durch weitere Umsatzzuwächse im Bereich Mail Solutions zum Teil kompensiert werden. Ähnlich wie im Vorjahr lieferten auch im Jahr 2014 Wahlen positive Impulse, da die Möglichkeit der Briefwahl mittlerweile ein beliebtes Mittel der Stimmabgabe darstellt.

Der Bereich Werbepost verzeichnete in der Berichtsperiode einen Umsatzrückgang um 2,5% auf 431,0 Mio EUR. Grundsätzlich ist dieses Geschäftsfeld vom Ausmaß der Werbeaktivitäten der Kunden und damit unter anderem auch vom konjunkturellen Umfeld beeinflusst. Der Druck des Online-Handels auf den traditionellen Versandhandel und den stationären Handel führte hier bei einigen Kunden zu einer Reduktion ihrer Werbeaktivitäten. Darüber hinaus kam es in einigen Handelssegmenten auch zu Marktkonsolidierungen. Im Jahr 2013 hatten Wahlen und Volksbefragungen – vor allem in den ersten drei Quartalen – insgesamt etwas höhere Umsatzbeiträge geliefert.

BRIEFUmsatz nach Produktgruppen 2014

Der Umsatz mit Medienpost konnte im Periodenvergleich um 1,7% auf 143,2 Mio EUR gesteigert werden. Gleichzeitig verringerte sich der Umsatz mit Produkten und Dienstleistungen im Filialnetz um 8,5% bzw. 11,4 Mio EUR auf 123,0 Mio EUR. Eine veränderte

Produkt- und Preispositionierung seitens des Vertragspartners führte hier zu einer Abnahme der Umsätze aus Mobilfunkprodukten, und auch bei Finanzdienstleistungen für den Bankpartner BAWAG P.S.K. waren Rückgänge zu verzeichnen.

Umsatzentwicklung Division Paket & Logistik

Mio EUR 20121 20132 2014 % Veränderung
2013/2014
Mio EUR
Umsatzerlöse mit Dritten (extern) 840,9 855,6 882,0 3,1% 26,4
Paket Premium 635,4 643,0 658,4 2,4% 15,5
Paket Standard 177,8 181,4 188,2 3,8% 6,9
Paket Sonstige Leistungen 27,7 31,3 35,3 13,0% 4,1
Umsatzerlöse mit anderen Segmenten (konzernintern) 8,8 9,4 8,8 –6,3% –0,6
Umsatzerlöse gesamt 849,7 865,0 890,8 3,0% 25,8

1 Umsatz bereinigt um die im Jahr 2012 veräußerten Tochtergesellschaften Benelux.

2 Die Darstellung der Umsatzerlöse wurde angepasst, sodass segmentübergreifende Leistungsbeziehungen zwischen Tochtergesellschaften bzw. zwischen Tochtergesellschaften und der Österreichischen Post AG nicht mehr in den Umsatzerlösen mit Dritten (vormals Außenumsatz) gezeigt werden.

paketUmsatz nach Produktgruppen

Werte bereinigt um die im Jahr 2012 veräußerten Tochtergesellschaften Benelux. 2 Die Darstellung der Umsatzerlöse wurde angepasst, sodass segmentübergreifende Leistungsbeziehungen zwischen Tochtergesellschaften bzw. zwischen Tochtergesellschaften und der Österreichischen Post AG nicht mehr in den Umsatzerlösen mit Dritten (vormals Außenumsatz) gezeigt werden.

Der Umsatz der Division Paket & Logistik erhöhte sich im Geschäftsjahr 2014 um 3,1% auf 882,0 Mio EUR. Der Großteil des Divisionsumsatzes entfiel mit rund 75% auf den Premium-Bereich (Paketzustellung innerhalb von 24 Stunden). Dieser verzeichnete in der Berichtsperiode einen Umsatzanstieg von 2,4% auf 658,4 Mio EUR, der sowohl Umsatzzuwächsen bei bestehenden Kunden als auch der Gewinnung von Neukunden zu verdanken war. Neben einer guten Entwicklung des Paketgeschäfts mit Business-Kunden in Österreich waren auch bei höherwertigen Paketen für Privatkunden überdurchschnittliche Steigerungen zu verzeichnen.

Die Umsätze des Bereichs Paket Standard – es umfasst vorrangig Sendungen an Privatkunden in Österreich – stiegen um 3,8% auf 188,2 Mio EUR. Speziell in der zweiten Jahreshälfte waren hier auf Basis des anhaltenden Online-Shopping-Trends höhere Zuwachsraten zu verbuchen. Im Bereich Paket Sonstige Leistungen, der diverse Logistik-Zusatzdienstleistungen wie z. B. Fulfillment, Warehousing oder Werttransporte beinhaltet, wurden in der Berichtsperiode Umsätze in Höhe von 35,3 Mio EUR generiert. Dies entspricht einer Steigerung um 4,1 Mio EUR.

Regional betrachtet werden 55,4% der Umsätze in Deutschland generiert, 35,6% der Umsätze entfallen auf Österreich und 9,0% auf die Tochtergesellschaften in Südost- und Osteuropa. Während sich das Geschäft in Österreich und den CEE-Märkten sehr positiv entwickelte, musste die deutsche Tochtergesellschaft trans-o-flex aufgrund der herausfordernden Wettbewerbssituation einen – wenn auch geringfügigen – Umsatzrückgang von 0,1% hinnehmen. Demgegenüber konnte in Österreich – getrieben durch den Trend zum Online-Shopping sowie Marktanteilssteigerungen bei Business-Paketen – ein Wachstum von 6,5% erzielt werden. Die Tochtergesellschaften in Südost- und Osteuropa verzeichneten insgesamt ein deutliches Umsatzwachstum von 10,7%.

PAKETUmsatz nach Regionen 2014

3.2.2 Ergebnisentwicklung

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Mio EUR 2012 2013 2014 % Veränderung
2013/2014
Mio EUR
Umsatzerlöse 2.366,1 2.366,8 2.370,5 0,2% 3,7
Sonstige betriebliche Erträge 72,0 69,7 134,4 92,9% 64,8
Materialaufwand und Aufwand für
bezogene Leistungen
–766,9 –753,3 –744,5 –1,2% –8,8
Personalaufwand –1.091,4 –1.073,5 –1.109,5 3,4% 36,0
Sonstige betriebliche Aufwendungen –294,8 –298,6 –317,0 6,2% 18,4
Ergebnis aus nach der Equity-Methode
bilanzierten Finanzanlagen
–13,9 –6,6 –0,1 98,3% 6,4
EBITDA
(Ergebnis vor Zinsen, Steuern
und Abschreibungen)
271,2 304,5 333,8 9,6% 29,3
Planmäßige Abschreibungen –81,6 –83,5 –84,9 1,7% 1,4
Wertminderungen –7,2 –35,1 –52,0 48,4% 17,0
EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) 182,4 186,0 196,9 5,9% 10,9
Sonstiges Finanzergebnis –30,8 –14,8 –2,8 80,7% 11,9
EBT (Ergebnis vor Ertragsteuern) 151,6 171,2 194,0 13,3% 22,8
Ertragsteuern –28,4 –47,2 –47,2 0,0% 0,0
Periodenergebnis 123,2 124,0 146,8 18,4% 22,8
Ergebnis je Aktie (EUR)1 1,82 1,82 2,17 18,9% 0,35

1 Unverwässertes Ergebnis je Aktie, bezogen auf 67.552.638 Stück Aktien

Aufwandsverteilung 2014

Die Aufwandsstruktur der Österreichischen Post ist von einem hohen Anteil an Personalkosten geprägt. So entfielen im Jahr 2014 48,1% der gesamten betrieblichen Aufwendungen auf Personalaufwand. Die zweitgrößte Aufwandsposition stellt mit 32,3% der Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen dar, der zum Großteil extern vergebene Transportaufwendungen betrifft. Weiters entfallen 13,7% auf sonstige betriebliche Aufwendungen und 5,9% auf Abschreibungen.

Die sonstigen betrieblichen Erträge erhöhten sich im Berichtszeitraum auf 134,4 Mio EUR nach 69,7 Mio EUR im Vorjahr. Dieser deutliche Anstieg ist auf die Verwertung der ehemaligen Unternehmenszentrale in der Wiener Innenstadt bzw. den Verkauf der entsprechenden Entwicklungsgesellschaft zurückzuführen. Der Verkaufsprozess in Form eines internationalen Bieterverfahrens wurde Ende Juni 2014 gestartet und mit Abschluss des Kaufvertrags und Closing der Transaktion am 22. Dezember 2014 beendet. Zum Zeitpunkt des Verkaufs waren die Vermögenswerte der Gesellschaft als zur Veräußerung gehalten eingestuft und bestanden nur noch aus dem Buchwert dieser Liegenschaft. Daraus ergab sich ein Entkonsolidierungsgewinn in Höhe von 62,4 Mio EUR, der als sonstiger betrieblicher Ertrag erfasst wurde.

Der Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen reduzierte sich in der Berichtsperiode um 1,2% bzw. 8,8 Mio EUR auf 744,5 Mio EUR. Diese Entwicklung ist vor allem auf den Rückgang der bezogenen Leistungen für Transporte in Deutschland zurückzuführen: Das Geschäftsmodell der trans-o-flex Gruppe war in der Vergangenheit durch eine hohe externe Wertschöpfung geprägt. Diese externen Leistungen werden derzeit durch die Übernahme von Distributionsgesellschaften verringert und durch interne Leistungserbringung in der Zustellung ersetzt. Darüber

hinaus reduzierte sich aufgrund der rückläufigen Umsätze im Bereich Filialnetz der Materialaufwand für Handelswaren vor allem im Bereich Mobilfunkprodukte.

Der Personalaufwand der Österreichischen Post belief sich im Jahr 2014 auf 1.109,5 Mio EUR, dies entspricht einer Steigerung von 3,4% bzw. 36,0 Mio EUR. Dieser Anstieg resultierte im Wesentlichen aus zwei Effekten: Einerseits verursachte die beschriebene Integration von Distributionsgesellschaften in Deutschland zusätzliche Personalkosten in Höhe von 14,4 Mio EUR, denen allerdings ein Rückgang der bezogenen Leistungen gegenübersteht. Zudem wurden im Geschäftsjahr 2014 Parameteranpassungen für verzinsliche Personalrückstellungen (Diskontierungszinssatz, Gehaltssteigerungen und Fluktuationsabschläge) vorgenommen. Aufgrund der hohen Personalrückstellungen in der Bilanz der Österreichischen Post kam es dadurch im Jahresverlauf zu einem negativen Effekt von insgesamt 22,5 Mio EUR.

Die operativen Personalaufwendungen für Löhne und Gehälter lagen bereinigt um den Effekt aus der Integration von Distributionsgesellschaften auf Vorjahresniveau. Dies zeigt, dass die konsequente Fortführung der Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und zur Verbesserung der Personalstruktur die inflationsbedingten Kostensteigerungen kompensieren konnte. In Summe beschäftigte der Österreichische Post Konzern im Geschäftsjahr 2013 noch 24.211 Mitarbeiter im Periodendurchschnitt (Vollzeitkräfte). Im Geschäftsjahr 2014 waren 23.912 Mitarbeiter für die Österreichische Post tätig, wobei in der Berichtsperiode 373 zusätzliche Mitarbeiter auf die übernommenen Distributionsgesellschaften entfielen.

Zusätzlich zu den laufenden operativen Personalkosten inkludiert der Personalaufwand der Österreichischen Post auch nicht-operative Personalaufwendungen wie Abfertigungen oder Rückstellungsveränderungen, die primär auf die spezifische Beschäftigungssituation beamteter Mitarbeiter bei der Österreichischen Post zurückzuführen sind. Diese Aufwendungen sind im Jahr 2014 in Summe höher ausgefallen als 2013.

Die Höhe der Abfertigungsaufwendungen (inklusive der Veränderung der Rückstellung für Abfertigung) lag in der Berichtsperiode mit 24,2 Mio EUR auf dem Niveau des Vorjahres (2013: 24,3 Mio EUR).

Zu den erwähnten Personalrückstellungen zählen vor allem Rückstellungen für Sozialpläne, Personalunterauslastung und den freiwilligen Personalwechsel von Mitarbeitern in den Bundesdienst sowie diverse Restrukturierungsrückstellungen, die in der Berichtsperiode unterschiedliche Trends zeigten. So verringerte sich die Rückstellung für unterausgelastete Mitarbeiter im Post-Arbeitsmarkt. Diese Rückstellung unterliegt generellen Schwankungen durch laufende Ein- und Austritte in den Post-Arbeitsmarkt, zudem wurden Maßnahmen gesetzt, um Mitarbeiter wieder in den Regelbetrieb zu integrieren. Hingegen fielen zusätzliche Aufwendungen für Mitarbeiter an, die in den Bundesdienst wechseln, ebenso kam es zu einem Anstieg bei den Restrukturierungsrückstellungen, so etwa für Mitarbeiter der trans-o-flex Gruppe, die sich derzeit in einem umfangreichen Effizienzsteigerungsprogramm befindet.

Neben generellen Rückstellungsbewegungen führten die erwähnten Parameteranpassungen für verzinsliche Personalrückstellungen (Diskontierungszinssatz, Gehaltssteigerungen und Fluktuationsabschläge) wie erwähnt zu zusätzlichen Aufwendungen in Höhe von 22,5 Mio EUR.

Die Möglichkeit zum Wechsel in den Bundesdienst basiert auf Vereinbarungen mit dem Bundesministerium für Inneres aus dem Jahr 2009 bzw. mit den Bundesministerien für Finanzen und für Justiz aus dem Jahr 2010. Da die bestehende Vereinbarung im Jahr 2013 auslief, kam es zu einer Reduktion der entsprechenden Rückstellung im Vorjahr. Im Oktober 2013 wurde jedoch eine neue Rahmenvereinbarung geschlossen, welche es nun allen Dienststellen des Bundes die Möglichkeit einräumt, sich an dem Ressortwechselprojekt zu beteiligen. Im Rahmen dieser Vereinbarung werden von der Österreichischen Post die Kosten für die betroffenen Mitarbeiter für einen bestimmten Zeitraum weitergetragen, wodurch im Anlassfall eine Rückstellung gebildet werden muss. Bis Ende 2014 haben insgesamt 485 ehemalige Post-Mitarbeiter in den Bundesdienst gewechselt.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich um 6,2% auf 317,0 Mio EUR. Dieser Anstieg war einerseits auf erhöhte Instandhaltungsaufwendungen zurückzuführen, die zum Teil aus dem Austausch von Fördertechnik und Sortieranlagen resultierten. Zudem fielen diverse Wertminderungen von Forderungen der trans-o-flex Gruppe an.

Das Ergebnis aus nach der Equity-Methode die bilanzierten Finanzanlagen betrug minus 0,1 Mio EUR nach minus 6,6 Mio EUR im Jahr 2013. Dieses Ergebnis beinhaltet einen positiven Ergebnisbeitrag der türkischen Gesellschaft Aras Kargo a.s., aber auch einen negativen Ergebnisbeitrag der deutschen Gesellschaft AEP GmbH. Das Vorjahresergebnis hatte noch einen negativen Ergebnisbeitrag der Beteiligung am deutschen Druckdienstleister MEILLERGHP, einem Gemeinschaftsunternehmen der Österreichischen Post (Anteil 65%) und der Schweizerischen Post (Anteil 35%), inkludiert. Am 7. Februar 2014 hat die MEILLERGHP einen Antrag auf Eröffnung eines Sanierungsinsolvenzverfahrens gestellt, das mit 15. Februar 2015 beendet wurde.

Das EBITDA des Österreichischen Post Konzerns erhöhte sich um 9,6% bzw. um 29,3 Mio EUR auf 333,8 Mio EUR. Dieser im Verhältnis zur Umsatzentwicklung überproportionale Anstieg war vor allem auf Sondereffekte wie den Verkauf der ehemaligen Unternehmenszentrale zurückzuführen. Diesem positiven Effekt in Höhe von 62,4 Mio EUR wirkten negative Effekte wie erhöhte Personalaufwendungen und diverse Wertminderungen sowie Strukturmaßnahmen im Zusammenhang mit der trans-o-flex Gruppe entgegen. Durch diese Sondereffekte, die durchwegs außerhalb der operativen Geschäftstätigkeit lagen, erhöhte sich die EBITDA-Marge des Konzerns auf 14,1%.

EBITDA

In Summe fielen in der Berichtsperiode 136,9 Mio EUR an Abschreibungen an – und damit um 18,4 Mio EUR mehr als im Vorjahr. Dieser Anstieg war vor allem auf Wertminderungen von Firmenwerten in Höhe von 48,6 Mio EUR zurückzuführen, die im Vorjahr bei 32,4 Mio EUR gelegen waren. So wurde aufgrund der wettbewerbsintensiven Marktsituation und der reduzierten Ertragslage insbesondere eine Wertminderung des Firmenwerts der transo-flex Gruppe in Höhe von 38,9 Mio EUR vorgenommen. Der Firmenwert dieser Gesellschaft liegt nunmehr bei 49,4 Mio EUR. Eine weitere wesentliche Wertminderungen im Ausmaß von 9,7 Mio EUR erfolgte für den Firmenwert der polnischen Tochtergesellschaft PostMaster Sp. z o.o.

Nach Abzug der Abschreibungen lag das EBIT in Summe bei 196,9 Mio EUR und damit um 5,9% über dem Vergleichswert des Vorjahres. Die EBIT-Marge betrug damit 8,3%.

Das sonstige Finanzergebnis der Österreichischen Post lag mit minus 2,8 Mio EUR deutlich über dem Niveau des Vorjahres von minus 14,8 Mio EUR. Im Vergleichswert des Vorjahres war noch eine vollständige Wertminderung der bestehenden Forderung aus Gesellschafterdarlehen gegenüber dem Gemeinschaftsunternehmen MEILLERGHP in Höhe von 10,6 Mio EUR enthalten gewesen.

Die Steuerbelastung belief sich im Jahr 2014 auf 47,2 Mio EUR. Nach Abzug der Steuern ergibt sich damit ein Periodenergebnis (Ergebnis nach Steuern), das mit 146,8 Mio EUR über dem Niveau des Vorjahres (124,0 Mio EUR) lag. Dieser im Vergleich zur operativen Ergebnisentwicklung deutlichere Anstieg ist vor allem auf den erwähnten negativen Sondereffekt im Finanzergebnis des Vorjahres zurückzuführen. Dies entspricht einem unverwässerten Ergebnis pro Aktie von 2,17 EUR für das Geschäftsjahr 2014.

Periodenergebnis

2012 2013 2014 Veränderung
2013/2014
%
Mio EUR
Marge
2014
271,2 304,5 333,8 9,6% 29,3 14,1%
307,2 320,7 311,0 –3,0% –9,7 19,8%
46,6 42,8 41,4 –3,2% –1,4 4,6%
–82,7 –58,9 –18,5 68,5% 40,4 –21,2%
182,4 186,0 196,9 5,9% 10,9 8,3%
272,5 281,8 270,0 –4,2% –11,8 17,2%
25,3 –4,9 –19,5 –<100% –14,6 –2,2%
–115,4 –90,9 –53,6 41,1% 37,3 –61,3%

EBITDA und EBIT nach Divisionen

Nach Divisionen betrachtet, verzeichnete die Division Brief, Werbepost & Filialen im Geschäftsjahr 2014 ein EBITDA von 311,0 Mio EUR. Dies entspricht einem Rückgang von 9,7 Mio EUR bzw. 3,0%, was vor allem auf den Umsatzrückgang durch elektronische Substitution und reduzierte Werbe- und Filialnetzumsätze zurückzuführen war. Das Divisions-EBIT lag mit 270,0 Mio EUR um 4,2% unter dem Vergleichswert des Vorjahres. Während im Vorjahr Wertminderungen von Firmenwerten in Höhe von 5,4 Mio EUR anfielen, kam es in der Berichtsperiode zu Wertminderungen der Firmenwerte von Tochtergesellschaften in Südost- und Osteuropa von insgesamt 9,7 Mio EUR.

Die Division Paket & Logistik verzeichnete ein EBITDA von 41,4 Mio EUR nach 42,8 Mio EUR im Geschäftsjahr 2013. Sowohl im Vorjahr als auch in der aktuellen Berichtsperiode wirkten sich negative Effekte im Zusammenhang mit der trans-o-flex Gruppe auf die Ergebnisentwicklung aus. Das Programm zur Effizienzsteigerung in der trans-o-flex Gruppe sieht vor, externe Leistungen zu integrieren, indem ausgewählte Distributionspartner übernommen werden. Ziel ist dabei die Optimierung der operativen Kosten und die Nutzung von Synergien innerhalb der Distributionslogistik. Im Rahmen dieses Effizienzsteigerungsprogramms fielen im Jahr 2014 Wertminderungen sowie Strukturmaßnahmen im Zusammenhang mit der Integration von Distributionsgesellschaften in Höhe von 9,8 Mio an (2013: 7,1 Mio EUR an Wertminderungen). Darüber hinaus wurde in der Berichtsperiode wie erwähnt eine Wertminderung des Firmenwerts der trans-o-flex Gruppe in Höhe von 38,9 Mio EUR vorgenommen, der im Vorjahr eine Wertminderung für diese Gesellschaft von 27,0 Mio EUR gegenüberstand. Das EBIT lag somit in der Berichtsperiode bei minus 19,5 Mio EUR nach minus 4,9 Mio EUR in der Vergleichsperiode des Vorjahres.

Die Division Corporate enthält grundsätzlich alle Aufwendungen zentraler Abteilungen des Konzerns sowie Personalrückstellungen und Vorsorgen. Darüber hinaus beinhaltet die Division die Bereiche Innovationsmanagement und Entwicklung neuer Geschäftsmodelle. Der beschriebene positiven Effekte im Zusammenhang mit dem Verkauf der ehemaligen Unternehmenszentrale sowie erhöhte gegenläufig Personalaufwendungen, insbesondere Parameteranpassungen für verzinsliche Personalrückstellungen, führten in dieser Division insgesamt zu einem EBIT von minus 53,6 Mio EUR nach minus 90,9 Mio EUR in der Vergleichsperiode des Vorjahres (inklusive Konsolidierung).

3.3 Vermögens- und Finanzlage

Die Österreichische Post setzt auf eine konservative Bilanz- und Finanzierungsstruktur. Dies zeigt sich allem voran an der hohen Eigenkapitalquote, den geringen Finanzverbindlichkeiten und der soliden Veranlagung von Zahlungsmitteln mit möglichst geringem Risiko.

3.3.1 Bilanzstruktur

Die Bilanzsumme der Österreichischen Post lag mit 31. Dezember 2014 bei 1.671,0 Mio EUR. Aktivseitig bilden Sachanlagen in Höhe von 597,7 Mio EUR die größte Bilanzposition, zudem sind immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 59,9 Mio EUR vorhanden. Die Geschäfts- oder Firmenwerte aus Unternehmenserwerben sind per 31. Dezember 2014 mit 112,2 Mio EUR ausgewiesen. Davon entfällt ein Großteil auf die trans-o-flex Gruppe. Durch eine im vierten Quartal 2014 vorgenommene Abwertung in Höhe von 38,9 Mio EUR reduzierte sich der Firmenwert der trans-o-flex Gruppe auf 49,4 Mio EUR.

Aus der Bilanz ist ersichtlich, dass die Österreichische Post zum 31. Dezember 2014 über Finanzmittel (Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente) in Höhe von 264,1 Mio EUR verfügt. Die anderen finanziellen Vermögenswerte – davon Wertpapiere in Höhe von 53,1 Mio EUR – lagen zum Bilanzstichtag bei 67,1 Mio EUR. Die von der Österreichischen Post gehaltenen Wertpapiere besitzen ein Investment-Grade-Rating bzw. eine vergleichbare Bonität, weshalb von einer kurzfristigen Liquidierbarkeit dieser Anteile ausgegangen werden kann. Damit lag der Finanzmittelbestand inklusive Wertpapiere per Jahresultimo bei 317,3 Mio EUR. Die Zahlung der Dividende von 1,90 EUR je Aktie – in Summe 128,4 Mio EUR – für das Geschäftsjahr 2013 im Mai 2014 ist dabei berücksichtigt.

Das Eigenkapital des Österreichischen Post Konzerns lag per 31. Dezember 2014 bei 702,7 Mio EUR; dies ergibt eine Eigenkapitalquote von 42,1%. Das Eigenkapital beinhaltet nicht beherrschende Anteile an der Gesellschaft M&BM Express OOD, Bulgarien, in Höhe von 0,7 Mio EUR.

Auf der Passivseite der Bilanz zählen Rückstellungen mit 540,5 Mio EUR zu den größten Positionen (32,3%). Darin sind

Bilanz per 31. Dezember 2014

1.671,0 Andere finanzielle 1.671,0
Zahlungsmittel/
Wertpapiere
317,3 Verbindlichkeiten 17,7
Fin. Vermögenswerte/ Verbindlichkeiten/
Sonstiges1
410,1
Investment Property1 119,7
Forderungen/ 464,2
Vorräte/Sonstiges Rückstellungen 540,5
Immaterielle 172,1
Vermögenswerte
Sachanlagen 597,7 Eigenkapital 702,7
AKTIVA PASSIVA

1 Inkl. zur Veräußerung gehaltener Vermögenswerte/Schulden in Höhe von je 0,6 Mio EUR.

Bilanzstruktur nach Positionen

Mio EUR 01.01.2013
angepasst1
31.12.2013
angepasst1
31.12.2014 Struktur
31.12.2014
Aktiva
Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte, Geschäfts
oder Firmenwerte
849,6 839,7 769,9 46,1%
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien (Investment Property) 37,8 33,5 51,8 3,1%
Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen 7,1 50,3 53,3 3,2%
Vorräte, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Sonstiges 433,0 397,4 464,2 27,8%
Andere finanzielle Vermögenswerte 52,1 77,2 67,1 4,0%
davon Wertpapiere 39,9 65,0 53,1
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 315,0 240,2 264,1 15,8%
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 0,0 1,9 0,6 0,0%
1.694,6 1.640,2 1.671,0 100%
Passiva
Eigenkapital 708,6 699,4 702,7 42,1%
Rückstellungen 520,9 517,3 540,5 32,3%
Andere finanzielle Verbindlichkeiten 22,9 21,0 17,7 1,1%
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und Sonstiges 442,2 402,6 409,5 24,5%
Schulden iZm zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten 0,0 0,0 0,6 0,0%
1.694,6 1.640,2 1.671,0 100%

1 Bilanzstruktur nach angepasster Darstellung von Ertragsteuererstattungsansprüchen/Ertragsteuerverbindlichkeiten und dem Ausweis von erhaltenen Anzahlungen sowie der Zusammenfassung von Bilanzposten.

Rückstellungen für Unterauslastung in Höhe von 194,3 Mio EUR enthalten. Die kurz- und langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten lagen mit 17,7 Mio EUR per 31. Dezember 2014 weiterhin auf niedrigem Niveau. Da die vorhandenen Finanzmittel inklusive Wertpapiere mit 317,3 Mio EUR die anderen finanziellen Verbindlichkeiten mit 17,7 Mio EUR bei Weitem übersteigen, ist die

Aufnahme von Fremdkapital – ebenso wie ein Rating – derzeit nicht erforderlich.

Die Analyse der Bilanzstruktur nach Fristigkeiten zeigt, dass der überwiegende Teil der Bilanzsumme mit einem Anteil von 61,4% bzw. 1.025,4 Mio EUR auf langfristiges Vermögen entfällt. Inner-

Bilanzstruktur nach Fristigkeiten1

1 Die zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte/Schulden sind in den langfristigen Vermögenswerten/Schulden enthalten.

halb des langfristigen Vermögens nehmen die Positionen Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte und Geschäfts- oder Firmenwerte mit 769,9 Mio EUR eine bedeutende Stellung ein. Zu den größten Posten des kurzfristigen Vermögens gehören mit 352,0 Mio EUR die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen sowie mit 264,1 Mio EUR die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente. Inklusive der Wertpapiere von 53,1 Mio EUR lagen die Finanzmittel der Österreichischen Post per 31. Dezember 2014 damit bei 317,3 Mio EUR.

Passivseitig setzt sich die Bilanzsumme aus Eigenkapital (42,1%), langfristigen Schulden (25,8%) und kurzfristigen Schulden (32,1%) zusammen. Die langfristigen Schulden von insgesamt 431,4 Mio EUR beinhalten im Wesentlichen Rückstellungen (in Summe 387,7 Mio EUR). Bei den kurzfristigen Schulden in Höhe von 536,3 Mio EUR dominieren Verbindlichkeiten mit 383,5 Mio EUR (davon aus Lieferungen und Leistungen 217,9 Mio EUR).

3.3.2 Cashflow

Der Cashflow aus dem Ergebnis erreichte im Geschäftsjahr 2014 283,3 Mio EUR nach 304,8 Mio EUR im Geschäftsjahr 2013. Der Cashflow aus der Geschäftstätigkeit lag mit 232,2 Mio EUR um

Cashflow

18,3 Mio EUR unter dem Vergleichswert des Vorjahres. In der Berichtsperiode waren hier Zahlungen lohnabhängiger Abgaben aus Vorperioden von ca. 8 Mio EUR enthalten. Zudem wirkte sich ein im Periodenvergleich geringerer Forderungsabbau als im Vorjahr Cashflow-mindernd aus.

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit fiel im Jahr 2014 mit minus 69,4 Mio EUR deutlich geringer aus als in der Vergleichsperiode des Vorjahres. So fielen in der Berichtsperiode kaum Zahlungen im Zusammenhang mit Akquisitionen an, während im Jahr 2013 noch Zahlungen für Akquisitionen von 69,0 Mio EUR verbucht wurden, die mit rund 50 Mio EUR großteils den Erwerb eines 25%-Anteils an der türkischen Gesellschaft Aras Kargo a.s. betrafen. Auch der Erwerb von Sachanlagen lag mit 82,6 Mio EUR etwas unter dem Niveau des Vorjahres. Im Bereich der Wertpapiere gab es im Vorjahr einen Cashflow-mindernden Effekt von 24,3 Mio EUR, in der Berichtsperiode hingegen einen Cashflow-erhöhenden Effekt von 13,0 Mio EUR aus diversen Wertpapierbewegungen. Insgesamt lag der Free Cashflow in der Berichtsperiode damit bei 162,8 Mio EUR nach 60,5 Mio EUR im Jahr 2013. Der Free Cashflow vor Akquisitionen und Wertpapieren erreichte 151,7 Mio EUR und lag damit auf stabil hohem Niveau. Dies bildet eine gute Basis für die zukünftige Investitions- und Dividendenfähigkeit.

Mio EUR 20121 20132 2014
Cashflow aus dem Ergebnis 276,6 304,8 283,3
Cashflow aus Geschäftstätigkeit 246,7 250,4 232,2
Cashflow aus Investitionstätigkeit –115,4 –189,9 -69,4
davon CAPEX –78,9 –96,4 -82,6
davon Cashflow aus Akquisitionen/Devestitionen –39,3 –69,0 -2,0
davon Erwerb/Verkauf von Wertpapieren –1,6 –24,3 13,0
davon sonstiger Cashflow aus Investitionstätigkeit –4,4 –0,2 2,1
Free Cashflow 131,3 60,5 162,8
Free Cashflow vor Akquisitionen/Wertpapieren 172,1 153,9 151,7
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit –126,8 –135,4 -138,8
davon Ausschüttungen –114,8 –123,6 -129,7
Veränderung des Finanzmittelbestandes 4,5 –74,8 24,0
Veränderung des Finanzmittelbestandes vor Wertpapieren 6,0 –50,5 11,0
Veränderung des Finanzmittelbestandes vor Akquisitionen/Wertpapieren 45,3 18,5 13,0

1 Angepasste Darstellung 2012: Im Zusammenhang mit der Neutralisierung der Reklassifizierung von langfristigen in kurzfristige Rückstellungen wurde ab dem Geschäftsjahr 2013 der Verbrauch von langfristigen Rückstellungen nicht im Cashflow aus dem Ergebnis dargestellt. Das Cashflow-Statement für das Geschäftsjahr 2012 wurde entsprechend angepasst. 2 Angepasste Darstellung 2013: Unbare Veränderung von Rückstellungen, die von ihrer Art her insgesamt als langfristig zu betrachten sind, sowie Rückstelllungen für Restrukturierungen werden ab dem Geschäftsjahr 2014 im Cashflow aus dem Ergebnis bereinigt. Das Cashflow-Statement für das Geschäftsjahr 2013 wurde entsprechend angepasst.

Entwicklung des Finanzmittel- und wertpapierbestandes 20141

1 Der Finanzmittelbestand inkl. Wertpapiere per 31.12.2014 enthält Zuschreibungen zu Wertpapieren in Höhe von 1,2 Mio EUR. Diese Zuschreibungen wurden erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst und sind daher nicht im Cashflow enthalten.

Die Analyse der Entwicklung des Finanzmittelbestands inklusive Wertpapiere im Jahr 2014 zeigt folgendes Bild: Per 1. Jänner 2014 lag der Finanzmittelbestand der Österreichischen Post bei 305,2 Mio EUR. Im Jahr 2014 wurde ein Cashflow aus der Geschäftstätigkeit von 232,2 Mio EUR erwirtschaftet, der nach Abzug der im Lauf des Jahres getätigten Investitionen in einem Cashflow vor Akquisitionen/Wertpapieren von 151,7 Mio EUR resultierte. Damit wurden die Ausschüttungen des Jahres 2014 von 129,7 Mio EUR deutlich abgedeckt. Insgesamt verblieb damit per Jahresende ein Finanzmittelbestand inklusive Wertpapiere von 317,3 Mio EUR.

3.3.3 Liquidität/Nettofinanzverschuldung

Der Österreichische Post Konzern wies per Ende 2014 eine Nettofinanzverschuldung in Höhe von 99,7 Mio EUR auf. Dieser Betrag errechnet sich als Differenz aus verzinslichen Aktiva (Wertpapiere, andere Finanzanlagen und Zahlungsmittel) von 341,1 Mio EUR und verzinslichem Fremdkapital (Finanzverbindlichkeiten und andere verzinsliche Verbindlichkeiten sowie Sozialkapital und andere verzinsliche Rückstellungen) von 440,7 Mio EUR. Der Rückgang der Nettofinanzverschuldung war vor allem auf die Erhöhung der verzinslichen Aktiva um 12,2 Mio EUR zurückzuführen, die ihrerseits ein Resultat der reduzierten Investitionsund Akquisitionstätigkeit ist.

Liquidität/Nettofinanzverschuldung

Mio EUR 31.12.2012 31.12.2013 31.12.2014
Verzinsliches Fremdkapital –462,1 –443,1 –440,7
davon andere finanzielle Verbindlichkeiten und verzinsliche Verbindlichkeiten –27,2 –24,9 –21,0
davon verzinsliche Rückstellungen –434,8 –418,2 –419,7
Verzinsliche Aktiva 393,6 328,8 341,1
davon Wertpapiere 39,9 65,0 53,1
davon andere Finanzanlagen und verzinsliche Forderungen 38,7 23,7 23,8
davon Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 315,0 240,2 264,1
Nettofinanzverschuldung –68,5 –114,3 –99,7
Verhältnis Nettofinanzverschuldung/EBITDA 0,22 0,38 0,30
Gearing Ratio1 9,7% 16,3% 14,2%

Gearing Ratio = Nettofinanzverschuldung/Eigenkapital

Das Verhältnis Nettofinanzverschuldung zu EBITDA erhöhte sich demnach per Ende Dezember 2014 auf 0,30. Der Verschuldungsgrad (Gearing Ratio) lag am Ende der Berichtsperiode bei 14,2%.

Auf Basis der vorhandenen Liquidität sowie des soliden operativen Cashflows kann die Österreichische Post die aktuellen Finanzierungsvorhaben selbst decken. Eine substantielle Fremdkapitalaufnahme ist derzeit nicht vorgesehen.

Im Rahmen der Dividendenpolitik beabsichtigt der Österreichische Post Konzern für die kommenden Jahre unter der Voraussetzung, dass sich die Geschäftsentwicklung weiterhin erfolgreich fortsetzt und keine außergewöhnlichen Umstände auftreten, eine Ausschüttungsquote von zumindest 75% des auf die Aktionäre entfallenden Periodenergebnisses. Es wird eine nachhaltige Dividende angestrebt, die sich mit dem Konzernergebnis weiterentwickelt.

3.3.4 Investitionen und Akquisitionen

Die Investitionen des Österreichischen Post Konzerns beliefen sich im Geschäftsjahr 2014 auf 91,5 Mio EUR und lagen damit um 7,3 Mio EUR unter dem Niveau des Vorjahres. Davon entfielen 83,2 Mio EUR auf Investitionen in Sachanlagen und 8,3 Mio EUR auf Investitionen in immaterielle Vermögenswerte (9,1%), die beispielsweise Software-Lizenzen umfassten.

Im Bereich Sachanlagen investierte die Österreichische Post in der Berichtsperiode den größten Anteil in Technische Anlagen und Maschinen (23,0%). So wurde das Investitionsprogramm zur Modernisierung der Sortieranlagen und der Fördertechnik auch 2014 weiter fortgesetzt. Diese Investitionen dienen der Effizienzund Produktivitätssteigerung, sind aber auch notwendig, um die hohen Qualitätsanforderungen innerhalb Österreichs zu erfüllen (Zustellung von 95% aller Briefe am nächsten Werktag bzw. von

Investitionen nach kategorien 2014

Geschäftsausstattung/Hardware Filialnetz

90% aller Pakete innerhalb von zwei Werktagen). Die Investitionen in diesem Bereich fokussierten vor allem auf das neu errichtete Logistikzentrum in Allhaming, Oberösterreich, und das größte Logistikzentrum des Konzerns in Wien. Zudem entfielen 16,2% der Investitionen auf Grundstücke, Gebäude und Investment Property sowie 8,6% auf geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau. Neben diversen Baumaßnahmen enthielten diese Positionen auch Investitionen für das neu eröffnete Logistikzentrum Allhaming, das nach nur einjähriger Bauzeit im August 2014 in Betrieb genommen wurde, sowie für die neue Unternehmenszentrale im dritten Bezirk in Wien, die im Jahr 2017 fertiggestellt werden soll.

Naturgemäß machen auch Ersatzinvestitionen im Bereich Fuhrpark (19,8%) sowie neue Betriebs- und Geschäftsausstattung/Hardware (16,6%) einen bedeutenden Anteil des jährlichen Investitionsvolumens aus. Im Filialnetz wurde die Modernisierung der gemeinsam mit der BAWAG P.S.K. geführten Standorte weiter vorangetrieben, zudem wurde in neue Selbstbedienungslösungen investiert (6,7%).

Sowohl bei Neu- als auch bei Ersatzinvestitionen erfolgt eine detaillierte Rentabilitätsbetrachtung der jeweiligen Maßnahme. Ersatzinvestitionen werden dann getätigt, wenn entweder mit der neueren Technologie ein Produktivitätsfortschritt erzielt werden kann, der die laufenden Aufwendungen in Eigen- und Fremdpersonal oder den Zukauf von Transportleistungen reduziert, oder der optimale Austauschzeitpunkt dadurch gegeben ist, dass die Lebenszykluskosten (vor allem Instandhaltungskosten) die Kosten eines neu beschafften Anlageguts überschreiten.

Investitionen werden sowohl während diverser Planungsphasen als auch im Zuge der Beschaffungsphase durch ein Gremium genehmigt und freigegeben, das sich je nach Investitionsvolumen aus Bereichsverantwortlichen, einzelnen oder allen Vorständen bzw. dem Aufsichtsrat der Österreichischen Post AG zusammensetzt. Neben laufenden Plan/Ist-Vergleichen findet zum Abschluss der Investitionsphase – insbesondere bei großen Projekten – eine Investitionsnachschau statt.

Neben dem Return on Investment (ROI) als wesentlichem Entscheidungsparameter für Investitionen und Akquisitionen werden auch die Amortisationsdauer und der Barwert des Investments betrachtet – dies sowohl in der Planung als auch im Kennzahlen-Monitoring.

Für den Erwerb bzw. Verkauf von Tochtergesellschaften sowie von nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen erfolgte 2014 nur ein Zahlungsmittelabfluss von 6,0 Mio EUR nach 74,3 Mio EUR im Jahr 2013. Im Vorjahr war hier die Übernahme des 25%-Anteils an der türkischen Gesellschaft Aras Kargo a.s. in Höhe von rund 50 Mio EUR enthalten gewesen. Generell geht jeder Akquisition ein konzernweit einheitlicher Auswahlprozess voran. Die Entscheidungsgrundlage bildet eine Due-Diligence-Prüfung, der eine Bewertung mittels Discounted-Cashflow-Methode und gegebenenfalls eine Plausibilisierung der ermittelten Werte mittels Vergleichswertverfahren folgt.

3.4 Wertorientierte Kennzahlen

3.4.1 Capital Employed

Das Capital Employed des Österreichischen Post Konzerns reduzierte sich per Ende 2014 um 21,5 Mio EUR auf 733,8 Mio EUR. Zu den dafür wesentlichen Effekten zählt eine Reduktion der Immateriellen Vermögenswerte und Firmenwerte, darunter die Wertminderung des Firmenwerts der trans-o-flex Gruppe. Zudem kam es zu einem Anstieg des unverzinslichen Fremdkapitals, dem ein Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenübersteht.

Ziel der Österreichischen Post ist es, das Capital Employed entsprechend den branchenspezifischen Gegebenheiten zu optimieren.

Vor diesem Hintergrund werden Investitionen äußerst selektiv und gezielt getätigt, um vor allem Produktivitätssteigerungen zu ermöglichen. Beteiligungen werden laufend auf ihre Werthaltigkeit geprüft und bei Anzeichen von Wertminderungen entsprechend wertberichtigt. Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen sind durch die laufenden Gewinne/Verluste der darin enthaltenen Beteiligungen beeinflusst.

Die wesentlichen Schwerpunkte im Forderungsmanagement der Österreichischen Post liegen in der kontinuierlichen Prüfung der überfälligen Forderungen. Das Management wird regelmäßig über Außenstände informiert, um entsprechende Maßnahmen setzen zu können. Im Risikofall erfolgt unverzüglich die Umstellung auf Voraus- oder Barzahlung bzw. wird die Vorlage einer Bankgarantie gefordert.

Capital Employed

Mio EUR 01.01.2013
angepasst1
31.12.2013
angepasst1
31.12.2014
+ Immaterielle Vermögenswerte und Geschäfts- oder Firmenwerte 249,7 223,8 172,1
+ Sachanlagen 599,9 615,9 597,7
+ Als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien (Investment Property) 37,8 33,5 51,8
+ Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen 7,1 50,3 53,3
+ Vorräte 16,1 17,1 16,7
+ Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen2 326,5 310,5 368,9
+ Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 0,0 1,9 0,6
– Unverzinsliches Fremdkapital –524,0 –497,8 –527,5
Capital Employed 713,2 755,3 733,8

1 Zur Berechnung der Kennzahlen wurde die Bilanzstruktur nach angepasster Darstellung von Ertragsteuererstattungsansprüchen/Ertragssteuerverbindlichkeiten und dem Ausweis von Erhaltenen Anzahlungen herangezogen.

2 Abzüglich verzinsliche Forderungen

3.4.2 Ratios

Die EBITDA-Marge der Österreichischen Post erhöhte sich von 12,9% im Jahr 2013 auf 14,1% im Jahr 2014. Dieser deutliche Anstieg war vor allem auf positive Sondereffekte wie den Verkauf der ehemaligen Unternehmenszentrale in Wien zurückzuführen. Die EBIT-Marge verbesserte sich hingegen nur leicht auf 8,3%, da in der Berichtsperiode auch negative Effekte im Bereich Abschreibungen und Wertminderungen wirkten. Der Return on Equity erhöhte sich aufgrund der gestiegenen Ertragssituation gepaart mit der soliden Bilanzstruktur auf 25,8%. Auch der Return on Capital Employed stieg auf 26,4% an, was neben der positiven Ergebnisentwicklung auch auf einen Rückgang des Capital Employed auf 733,8 Mio EUR zurückzuführen war.

Ratios
2012 2013 2014
EBITDA-Marge1 11,5% 12,9% 14,1%
EBIT-Marge2 7,7% 7,9% 8,3%
ROE3 21,0% 21,1% 25,8%
ROCE4 25,6% 25,3% 26,4%

1 EBITDA-Marge = EBITDA/Umsatz

2 EBIT-Marge = EBIT/Umsatz

3 Return on Equity = Periodenergebnis/Eigenmittel zum 1. Jänner abzüglich Dividendenausschüttung

4 Return on Capital Employed = EBIT/durchschnittliches Capital Employed

4 Nicht-finanzielle Leistungsindikatoren

4.1 Mitarbeiter

Die durchschnittliche Zahl der Mitarbeiter (umgerechnet in Vollzeitkräfte) des Österreichischen Post Konzerns reduzierte sich im Berichtszeitraum gegenüber dem Vorjahr um 299 Mitarbeiter

auf nunmehr 23.912. Der weitaus größte Teil der Konzernmitarbeiter (in Vollzeitkräften) ist in der Österreichischen Post AG beschäftigt (18.403). Insgesamt 5.508 Mitarbeiter (in Vollzeitkräften) arbeiten in den Tochtergesellschaften.

Mitarbeiter nach Divisionen

Periodendurchschnitt
in Vollzeitkräften
2012 2013 2014 Anteil
%
Brief, Werbepost & Filialen 17.192 17.955 17.331 72,5%
Paket & Logistik 4.022 4.191 4.611 19,3%
Corporate 1.968 2.065 1.970 8,2%
Gesamt 23.181 24.211 23.912 100,0%

4.1.1 Arbeitnehmerschutz und Gesundheitsförderung

Für die Österreichische Post als Dienstleistungsunternehmen stellen motivierte und gesunde Mitarbeiter einen entscheidenden Erfolgsfaktor dar. Um die Arbeitsfähigkeit der Mitarbeiter auch bis in ein höheres Alter gut zu erhalten, muss ein attraktiver Arbeitgeber ein sicheres und motivierendes Arbeitsumfeld schaffen. Daher arbeitet die Österreichische Post an der Gestaltung einer gesundheitsfördernden und ergonomischen Arbeitsumgebung sowie an behinderten- und alter(n)sgerechten Arbeitsplätzen. Zum Erhalt ihrer eigenen Gesundheit sind auch die Mitarbeiter selbst gefordert – hier unterstützt die Österreichische Post durch gezielte Angebote in den Bereichen Bewegung, Ernährung, seelische Gesundheit und Suchtprävention sowie mit zielgruppen- und themenspezifischen Gesundheitsförderungsprogrammen. Im Jahr 2014 lag der Schwerpunkt in der Weiterentwicklung des Projekts "Gesundes Herz und Du". An rund 120 Standorten führten die Arbeitsmediziner der Post Gesundheitsberatungen durch. Dabei konnten die Mitarbeiter ihren Blutdruck messen sowie Blutzucker- und Cholesterinwerte bestimmen lassen. In vertraulichen persönlichen Gesprächen wurden sie zudem über ihr Herz-Kreislauf-Risiko beraten.

4.1.2 Aus- und Weiterbildung

Die zielgruppen- und kompetenzorientierte Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter bildet einen wichtigen Schwerpunkt im Personalmanagement der Österreichischen Post. Die hier umgesetzten Maßnahmen beinhalten Fachschulungen, Weiterbildungskurse, Coachings und Trainings in allen Fachbereichen des Unternehmens.

Wenn es darum geht, Mitarbeiterpotenziale zu erkennen und ihre Fähigkeiten durch individuelle Förderung auszubauen, sind im ersten Schritt die Führungskräfte gefordert. Daher setzt die Österreichische Post seit dem Jahr 2012 auch einen Schwerpunkt auf die Ausbildung von Führungskräften im Rahmen ihrer Führungsakademie. Deren Ziel besteht darin, leitende Mitarbeiter und Schlüsselkräfte mit einem maßgeschneiderten Programm bei der Umsetzung der Führungsleitlinien zu unterstützen. Die vier zielgruppengerechten Programme zur Weiterentwicklung der Führungskräfte wurden 2014 fortgesetzt.

4.1.3 Vielfalt und Chancengleichheit

Im Rahmen ihres Diversity-Managements sieht die Post die Vielfalt unter ihren Mitarbeitern explizit als fördernswert und nutzt diese konstruktiv. Dies bezieht sich einerseits auf äußerlich wahrnehmbare Unterschiede wie Geschlecht, Ethnie, Alter oder Behinderung, andererseits aber auch auf subjektive Unterschiede wie Religion oder Lebensstil. Die Österreichische Post möchte die individuelle Verschiedenheit der Mitarbeiter nicht nur respektieren, sondern diese im Sinn einer positiven Wertschätzung besonders hervorheben. Ziele sind eine produktive Gesamtatmosphäre im Unternehmen zu schaffen, soziale Diskriminierungen von Minderheiten zu verhindern und die Bedingungen für Chancengleichheit zu verbessern. Denn die Österreichische Post legt in allen Unternehmensbereichen großen Wert auf Chancengleichheit am Arbeitsplatz und tritt daher jeder Form von Diskriminierung, Mobbing und sexueller Belästigung entschieden entgegen. Bereits 2013 hat die Österreichische Post die "Charta der Vielfalt" unterzeichnet und trägt seither im Sinn dieser freiwilligen Selbstverpflichtung im Rahmen ihres Diversity Managements zu mehr Toleranz, Fairness und Wertschätzung bei.

4.2 Umwelt

Die Österreichische Post ist sich auch ihrer Verantwortung gegenüber der Umwelt bewusst und sucht daher laufend nach Optimierungspotenzialen, um ihren ökologischen Fußabdruck zu minimieren. Auch im Jahr 2014 hat die Österreichische Post im Rahmen ihrer Initiative CO2 NEUTRAL ZUGESTELLT alle Briefe, Pakete und Werbesendungen in Österreich ausnahmslos CO2 -neutral zugestellt. Diese Initiative wird in einem Drei-Stufen-Programm umgesetzt: Oberste Priorität hat immer die Vermeidung von Emissionen in den eigenen Kernprozessen. Dies betrifft vor allem die Bereiche Fuhrpark und Gebäude und wird etwa durch optimierte Routenplanung, eine moderne Fahrzeugflotte sowie Schulungen der Fahrer bzw. durch Monitoring des Energieverbrauchs in Gebäuden und die Optimierung der Gebäudenutzflächen verwirklicht. In einem zweiten Schritt setzt die Österreichische Post auf alternative Energieformen. Auch 2014 wurde etwa der E-Fuhrpark bedeutend ausgebaut und umfasste Ende des Jahres bereits 862 E-Fahrzeuge. Darüber hinaus bezieht die

Österreichische Post seit 2012 nur noch Strom aus erneuerbaren Energiequellen und betreibt auf dem Dach des Briefzentrums Wien und des Logistikzentrums Allhaming jeweils eine Photovoltaikanlage. Die Anlagen produzieren gemeinsam rund 1,3 Millionen Kilowattstunden Strom jährlich. Auf der dritten Ebene werden schließlich alle Emissionen, die derzeit noch nicht vermieden werden können, durch die Unterstützung anerkannter und zertifizierter nationaler und internationaler Klimaschutzprojekte mit hoher ökologischer und sozioökonomischer Wirkung kompensiert. Die gesamte Initiative wird regelmäßig von Sachverständigen des TÜV AUSTRIA geprüft.

Die Tabelle zeigt, dass der Energie- und Treibstoffverbrauch und damit verbunden die CO2 -Emissionen seit dem Jahr 2011 sinken. Im Jahr 2013 kam es jedoch aufgrund einer Verbesserung in der Datenauswertung beim Energieverbrauch und einer Erhöhung des Treibstoffverbrauchs infolge eines Anstiegs der gefahrenen Kilometer zu einer leichten Erhöhung der CO2 -Emissionen.

Umweltkennzahlen

2011 2012 2013 Veränderung
2012/2013
% absolut
CO2
-Emissionen gesamt (t)
78.533 70.834 71.899 1,5 1.065
Energieverbrauch gesamt (Mio kWh) 158,0 149,5 151,4 1,2 1,9
Treibstoffverbrauch gesamt (Mio Liter) 14,6 14,3 14,5 1,4 0,2

Die Österreichische Post erstellt Nachhaltigkeitsberichte nach den Regeln der Global Reporting Initiative (GRI). Der Nachhaltigkeitsbericht 2013 entsprach der höchsten Anwendungsebene A+ und wurde von der Ernst & Young Wirtschaftsprüfungs m.b.H. einer Prüfung mit begrenzter Sicherheit unterzogen. Die hier veröffentlichten Umweltkennzahlen 2013 – CO2 -Emissionen, Energieverbrauch und Treibstoffverbrauch – waren auch Teil dieser Prüfung. Die Umweltkennzahlen des Geschäftsjahres 2014 werden im Nachhaltigkeitsbericht 2014 veröffentlicht, der im September 2015 erscheint.

4.3 Forschung und Entwicklung/ Innovationsmanagement

Ein wesentlicher Schlüssel zum Erfolg in sich verändernden Märkten liegt in der Entwicklung und Markteinführung innovativer Produkte sowie der Erweiterung der bestehenden Produktpalette aus dem Kerngeschäft heraus. Die Österreichische Post hat im Geschäftsjahr 2014 eine Vielzahl solcher Lösungen einerseits im Bereich ihrer Online-Services und andererseits im Bereich ihrer Servicedienstleistungen umgesetzt.

Im Rahmen der Brief- und Paketdienstleistungen entwickelte die Österreichische Post ihre Lösungen vor allem in den Bereichen

elektronische Post und mobile Services ("Post-App") weiter. Die Online-Services der Post zeichnen sich dabei durch ein hohes Maß an Sicherheit und Vertrauenswürdigkeit aus. Im Bereich Mail Solutions wird speziell an innovativen Lösungen zur Optimierung von Geschäftsprozessen und zur Steigerung der Werbeeffizienz von Business-Kunden gearbeitet. Der Fokus liegt hier unter anderem auf dualem Versand und Empfang (digital/physisch), effizientem Poststellenmanagement, digitalem Dokumentenmanagement und integrierten Druckdienstleistungen sowie wirkungsvollen CRM-Anwendungen (Geomarketing, Adressmanagement etc.). Im Bereich Logistik-Services entwickelt die Österreichische Post zudem laufend maßgeschneiderte Kundenlösungen für Warehousing und Fulfillment sowie diverse "Value Added Services". Diese Lösungen sorgen in Verbindung mit innovativen Online-Services für mehr Effizienz, höhere Flexibilität und generell für eine kundenorientierte Optimierung von Kommunikation und Distribution.

Neben ihren eigenen Entwicklungsaktivitäten kooperiert die Österreichische Post seit dem Jahr 2013 mit namhaften österreichischen Universitäten und Fachhochschulen. Ziel dieser Zusammenarbeit ist es, den Fokus auf Innovationen weiter zu verstärken und in der Entwicklung von Produkten und Services auf wissenschaftlich fundierte Ergebnisse zurückgreifen zu können.

Mit der Karl-Franzens-Universität Graz läuft derzeit etwa ein Forschungsprojekt zum Thema "Last-Mile-Logistik und mobile Kommunikation". Dadurch sollen in Zukunft sowohl der Zustellprozess optimiert als auch die Erstzustellquote weiter verbessert werden. Dafür werden ein weltweites Monitoring innovativer Lösungen für die Last-Mile-Logistik durchgeführt, tragfähige Geschäftsmodelle rund um neuartige technologische Lösungen ausgearbeitet und deren Kundenakzeptanz analysiert. Das gemeinsam mit dem Logistikum der FH Oberösterreich in Steyr durchgeführte Forschungsprojekt "food4all@home" klärte, wie eine flächendeckende Hauszustellung von Gütern des täglichen Bedarfs funktionieren kann. Abgesehen von einer Überprüfung der Machbarkeit war es auch Ziel des Projekts, die Wirtschaftlichkeit sowie die zu erwartende Akzeptanz auf dem Markt zu testen.

Im Juni 2014 hat die Österreichische Post zudem erstmals einen "Innovationstag" veranstaltet. Mehrere Start-up-Unternehmen hatten dort die Möglichkeit, vor Führungskräften der Post ihre Geschäftsideen zu präsentieren. In gemeinsamen Workshops wurde anschließend über mögliche Anwendungsfelder der innovativen Ideen diskutiert – und ebenso darüber, wie Innovationen bei der Post vorangetrieben werden können.

4.4 Zustellqualität

Die Österreichische Post hat es sich zum Ziel gesetzt, Anbieter hochqualitativer Dienstleistungen zu sein. In Österreich bestehen im Rahmen des Universaldienstes folgende strenge Auflagen für die Zustellgeschwindigkeit von Briefen und Paketen: Zustellung von 95% aller Briefe am nächsten Werktag bzw. von 90% aller Pakete innerhalb von zwei Werktagen. Mit einer Rate von 96,3% für die am ersten Werktag nach Einlieferung zugestellten Briefe hat die Österreichische Post die gesetzliche Vorgabe auch 2014 wieder übererfüllt.

Bei der Paketzustellung im Rahmen des Universaldienstes (primär Privatpakete) konnte mit 97,5% Beförderung innerhalb von zwei Werktagen das gesetzliche Ziel deutlich übertroffen werden. Auch bei den internationalen Sendungen (Inbound) bietet die Österreichische Post eine im europäischen Vergleich überdurchschnittliche Zustellqualität.

Im Bereich der Erstzustellquote von bescheinigten Briefen und Paketen konnten die guten Werte des Vorjahres im Briefbereich stabil gehalten bzw. im Paketbereich sogar leicht übertroffen werden. Die Erstzustellquote ist ein für die Kundenzufriedenheit sehr wichtiger Faktor. So konnten im Jahr 2013 88,7% der Pakete beim ersten Versuch erfolgreich zugestellt werden, bei den bescheinigten Briefen lag der Wert bei 77,4%.

4.5 Kundenzufriedenheit

Im Berichtsjahr wurde die Kundenzufriedenheit quartalsweise erhoben. Partner der Österreichischen Post in der Marktforschung ist hier das renommierte Institut für Empirische Sozialforschung IFES. Mittels repräsentativer Befragungen mit einer Sample-Größe von n = 1.000 pro Welle wird der "Customer Satisfaction Index" (CSI) ermittelt, der sich aus Kundenzufriedenheit und Kundenbindung zusammensetzt. Der durchschnittliche CSI im Jahr 2014 liegt mit einem Wert von 68 im guten Bereich und erneut einen Indexpunkt über dem Vorjahr. Über die vier Quartale 2014 gesehen schwankte der Index nur geringfügig zwischen 66 und 69. Im ersten und vierten Quartal 2014 wurden sogar die bisher höchsten Werte erzielt, wobei besonders junge Menschen zu den zufriedensten Kunden zählen. Sehr gute Bewertungen erhalten die Post-Geschäftsstellen sowie die Zustellung.

Zustellqualität

2012 2013 2014
Laufzeitquote
E+1 Laufzeitquote Brief
96,0%
95,5% 96,3%
E+2 Laufzeitquote Paket Inland1
93,3%
96,6% 97,5%
Zustellquote
Erstzustellquote Brief (bescheinigt)
77,8%
77,4% 77,4%
Erstzustellquote Paket (E+2)
87,5%
87,9% 88,7%

E+1 – Zustellung am ersten Werktag nach Einlieferung (Aufgabe); E+2 – Zustellung am zweiten Werktag nach Einlieferung Anpassung des Werts 2013 aufgrund einer Änderung in der Berechnungslogik.

Die Zufriedenheit mit der Zustellung ist im Jahresverlauf leicht gestiegen. Sowohl Brief- als auch Paketzustellung erhalten sehr gute Werte, die Zusteller selbst liegen im ausgezeichneten Beurteilungsspektrum. Im Briefbereich hat sich vor allem die Wahrnehmung des Zustellungszeitpunkts verbessert; dies ist der wichtigste Punkt für Briefempfänger. Im Paketbereich legen die Befragten besonderen Wert auf die Zustellgeschwindigkeit. Auch hier konnte eine Verbesserung erzielt werden.

Die Kundenzufriedenheitsmessung mittels CSI beurteilt Werte bis 50 Punkte als kritisch, Werte zwischen 51 und 60 Punkten als mäßig, ab 61 Punkten wird von einem guten Wert gesprochen. 71 Punkte und mehr sind sehr gut; ausgezeichnet bedeuten 81 Punkte bis zum Höchstwert von 100 Punkten.

4.6 Versorgungssicherheit

Neben der Verpflichtung, täglich Post-Dienstleistungen für jeden Haushalt in ganz Österreich in höchster Qualität und zu einem einheitlichen Preis zu liefern, umfassen die Verpflichtungen des

Universaldienstes auch ein flächendeckendes Standortnetz mit mindestens 1.650 Geschäftsstellen. Auch hier übertrifft die Österreichische Post – im Sinn der optimalen Versorgung ihrer Kunden – die Vorgaben: Insgesamt 1.826 Standorte umfasst das Geschäftsstellennetz mit Ende 2014 und zählt damit zu den größten Privatkundennetzen des Landes. Die Österreichische Post ist also wortwörtlich immer in der Nähe ihrer Kunden.

Da das Postgeschäft großen Veränderungen unterworfen ist, erfordern ständig neue Rahmenbedingungen laufend kundenorientierte Anpassungen vonseiten der Post, um die Versorgung der österreichischen Bevölkerung mit Postdienstleistungen auch langfristig gewährleisten zu können. Eine wesentliche Maßnahme stellt dabei der Umbau des Standortnetzes der Post dar, der auch im vergangenen Jahr konsequent vorangetrieben wurde. Zentrales Element dabei ist das sehr erfolgreiche Post Partner-Konzept. Insgesamt 1.306 Post Partner – Lebensmittelgeschäfte, Tankstellen, Trafiken, Gemeindeämter und viele andere mehr – sorgen hier für eine optimale regionale Erreichbarkeit der Post.

5 Besondere Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Im Februar 2014 beantragte das Gemeinschaftsunternehmen MEILLERGHP beim Amtsgericht Amberg, Deutschland, die Eröffnung eines Sanierungsinsolvenzverfahrens ("Schutzschirmverfahren"). Mit Beschluss vom 2. Jänner 2015 wurde seitens des Amtsgerichts der Insolvenzplan bestätigt und das Verfahren mit Beschluss vom 11. Februar 2015 zum 15. Februar 2015 aufgehoben und somit erfolgreich beendet. Mit 20. Februar 2015 hat die Österreichische Post nunmehr ihre Anteile an dem Gemeinschaftsunternehmen MEILLERGHP verkauft. Der Gesamtbetrag der erhaltenen Gegenleistung war unwesentlich.

Die Österreichische Post AG hat im Oktober 2014 ihrem Vertragspartner eine Option auf die vorzeitigen Beendigung der Cross Border Leasing Transaktion für Sortieranlagen aus dem Jahr 2002 eingeräumt, die am 23. Februar 2015 gezogen wurde. Die Entscheidung, ob es tatsächlich zu einer vorzeitigen Auflösung der Transaktion kommt, liegt beim Vertragspartner. Im Falle der vorzeitigen Auflösung der Transaktion entfallen die für die Österreichische Post AG derzeit noch bestehenden Restrisiken, ohne dass es zu wirtschaftlichen Nachteilen kommt.

6 Ausblick 2015

Positive Umsatzentwicklung angepeilt

Aufgrund der vorliegenden Wirtschaftsdaten ist für die Kernregion der Österreichischen Post 2015 mit einer leicht positiven Wirtschaftsentwicklung zu rechnen. Sowohl für Österreich und Deutschland als auch für die meisten Länder Südost-/Osteuropas liegen verbesserte Konjunkturdaten vor. Die aktuellen Prognosen sind aufgrund des geo- und fiskalpolitischen Umfelds jedoch weiterhin mit Unsicherheit behaftet.

Generell ist davon auszugehen, dass sich die Basistrends des Brief- und Logistikmarktes der letzten Jahre auch im Jahr 2015 fortsetzen. Das Geschäftsmodell der Österreichischen Post ist hinsichtlich der Umsatzentwicklung darauf ausgerichtet, Rückgänge im Briefbereich durch Zuwächse im Paketgeschäft zu kompensieren und auf dieser Grundlage Wachstumsraten von durchschnittlich 1–2% p. a. zu erzielen. Auch für das Jahr 2015 wird mit einem Anstieg des Konzernumsatzes in dieser Größenordnung gerechnet.

Grundlage dieser Einschätzung ist eine Fortsetzung der Basistrends in der Volumenentwicklung. Der Briefumsatz wird auch weiterhin von einem kontinuierlichen Mengenrückgang bei adressierten Sendungen aufgrund der elektronischen Substitution geprägt sein. Gemäß internationalen Trends muss im adressierten Briefbereich mit kontinuierlichen Rückgängen von 3–5% p. a. gerechnet werden. Ein Prozentpunkt mehr oder weniger an Volumenrückgang durch elektronische Substitution bedeutet für die Österreichische Post im Bereich Briefpost eine Umsatzabweichung von ca. 7 Mio EUR. Der Markt für adressierte und unadressierte Werbesendungen wird weiterhin eine differenzierte Volumenentwicklung zeigen. Einige Kundensegmente, wie etwa der traditionelle Versandhandel und der stationäre Handel, stehen durch zunehmende Aktivitäten der Online-Händler unter Druck; dies könnte zu einer weiteren Reduktion der Werbeaktivitäten führen. Zudem besteht weiterhin das Risiko des Wegfalls von Umsätzen einzelner Kunden durch die Marktkonzentration im Handelsbereich.

Die Entwicklung im Bereich Paket & Logistik wird ebenfalls von zwei Trends dominiert. Im Privatkundenbereich ist auch weiterhin – je nach Region – von einem Wachstum von 3–6% auszugehen. Triebfeder dieses Anstiegs ist der stetig wachsende Online-Handel. Im Bereich Business-Paket ist eine positive Entwicklung von einer stabilen Konjunktur- und Wettbewerbssituation abhängig. Aufgrund der gedämpften Konjunkturaussichten sind hier derzeit kaum Impulse zu erwarten. Vor allem im internationalen Paketgeschäft gilt es, die gute Marktposition zu nutzen und daraus resultierende Chancen zu ergreifen.

Um ihre starke Marktposition abzusichern, wird die Österreichische Post auch in Zukunft Investitionen zur Erhöhung des Kundenkomforts und der Servicequalität konsequent forcieren.

Zur Aufrechterhaltung der Innovationskraft wird es – angesichts seit der letzten Tarifreform im Jahr 2011 inflationsbedingt steigender Faktorkosten – mit 1. März 2015 zu einer Anpassung der Preise im Briefbereich kommen. Im Paketbereich ist die Preisentwicklung von der Wettbewerbssituation im jeweiligen Markt geprägt. Insbesondere im deutschen Markt ist hier großer Wettbewerbs- und Preisdruck spürbar.

Effizienzsteigerung zur Sicherung der Ergebnislage

Um die Effizienz der erbrachten Leistungen weiter zu erhöhen, verfolgt die Österreichische Post ein Maßnahmenprogramm mit dem Ziel einer stetigen Performance-Verbesserung. Sowohl in der Brief- wie auch in der Paketlogistik werden Strukturen und Prozesse optimiert. Auf Basis neuer Sortiertechnologien sollen Kosteneinsparungspotenziale konsequent realisiert werden. Insbesondere in der internationalen Geschäftstätigkeit hat Profitabilität absolute Priorität. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Weiterführung des Effizienzsteigerungsprogramms in der trans-o-flex Gruppe, das eine Restrukturierung der Prozess-, Distributions- und Personalstrukturen umfasst.

Die Österreichische Post verfolgt auch weiterhin das Ziel einer nachhaltigen EBITDA-Marge um die 12%. Dieses Ziel wird auch für das Gesamtjahr 2015 angestrebt – ebenso wie eine weitere kontinuierliche Verbesserung im Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT).

Cashflow für Zukunftsinvestitionen und Dividenden

Der erwirtschaftete operative Cashflow wird auch in Zukunft umsichtig und zielgerichtet für nachhaltige Effizienzsteigerungen, Strukturmaßnahmen und Zukunftsinvestitionen eingesetzt. Die weiteren Investitionen dienen vor allem der Modernisierung, dem Ersatz bestehender Anlagen und Fahrzeuge sowie der Kapazitätserweiterung im Paketgeschäft. Auch 2015 sind daher operative Sachanlageninvestitionen (CAPEX) von 80–90 Mio EUR in Sortiertechnik, Logistik und Kundenlösungen geplant. Darüber hinaus wird mit dem Bau der neuen Unternehmenszentrale im dritten Wiener Gemeindebezirk begonnen, die im Jahr 2017 fertiggestellt werden soll. Mit diesem Neubau wird eine im Besitz der Österreichischen Post befindliche Liegenschaft nach den Grundsätzen der Effizienz und Wertmaximierung entwickelt.

Für das Geschäftsjahr 2014 wird der Vorstand der Österreichischen Post der nächsten Hauptversammlung am 15. April 2015 die Ausschüttung einer Dividende von 1,95 EUR je Aktie vorschlagen. Damit setzt das Unternehmen auf der Grundlage seiner soliden Bilanzstruktur und der erwirtschafteten Cashflows seine attraktive Dividendenpolitik weiter fort: Die Österreichische Post möchte zumindest 75% des Nettoergebnisses an die Aktionäre ausschütten. Unter der Voraussetzung einer weiterhin guten Geschäftsentwicklung soll sich die Dividende mit dem Konzernergebnis weiterentwickeln.

7 Chancen/Risiken des Unternehmens

7.1 Wesentliche Risiken und Ungewissheiten

7.1.1 Risikomanagement

Die Österreichische Post betreibt ein umfangreiches Risikomanagement, in das alle Unternehmenseinheiten sowie Konzerngesellschaften einbezogen sind. Das Ziel des Risikomanagements ist es, die Risiken frühzeitig zu erkennen und durch geeignete Maßnahmen so zu steuern, dass die Abweichung von den Unternehmenszielen möglichst gering gehalten wird. Risiken werden nach einheitlichen Grundsätzen in ihrem Gesamtzusammenhang identifiziert, bewertet, überwacht und in einem unternehmensweiten Risikomanagementsystem dokumentiert. Der Konzernvorstand definiert die Risikostrategie und -politik des Unternehmens und legt die Rahmenbedingungen des Risikomanagementsystems fest.

Die wichtigsten Schritte des Risikomanagementprozesses:

Risikostrategie und -Politik

  • 1. Identifizierung und Bewertung: Risiken sind definiert als potenzielle Abweichung vom mittelfristig geplanten Unternehmensergebnis. Quartalsweise analysieren die Risikomanager der jeweiligen Unternehmensbereiche ihre Risikosituation. Für jedes identifizierte Risiko wird ein Verantwortlicher festgelegt, der die Bewertung, die Steuerung und die Überwachung durchführt. Bei der Bewertung werden die Risiken so weit wie möglich gemäß den Dimensionen Auswirkung und Eintrittswahrscheinlichkeit quantifiziert. Nicht quantifizierbare Risiken werden anhand definierter qualitativer Klassen bewertet. Zusätzlich prüft das zentrale Risikomanagement zyklisch die einzelnen Unternehmensbereiche in Form proaktiver Risiko-Assessments und Workshops hinsichtlich ihrer Risiken. Die Ergebnisse der Identifizierung und Bewertung werden in der IT-Anwendung des Risikomanagementsystems dokumentiert.
  • 2. Aggregation und Reporting: Das zentrale Risikomanagement sammelt und überprüft die identifizierten und bewerteten Risiken. Die finanziellen Effekte möglicher Überschneidungen werden in der Aggregation berücksichtigt. Im Anschluss werden die Risiken in einem Risiko-Gremium analysiert und plausibilisiert. Das Risiko-Gremium setzt sich aus Vertretern des Controllings, der Rechtsabteilung, der Strategieabteilung und des Rechnungswesens sowie aus Vertretern der operativen Bereiche zusammen. Die Ergebnisse des Risiko-Gremiums fließen in den quartalsweisen Bericht des zentralen Risikomanagements über die Risiken und deren Entwicklung an den Vorstand ein. Unerwartet auftretende Risiken werden dem Vorstand unmittelbar (ad hoc) berichtet. Zum Status des Risikomanagements werden der Aufsichtsrat und der Prüfungsausschuss ebenfalls regelmäßig informiert.

  • 3. Maßnahmengestaltung: Die Risikosteuerung erfolgt durch die Festlegung geeigneter Maßnahmen mit dem Ziel, die Risiken zu vermeiden, zu reduzieren oder auf Dritte zu übertragen. Die Unternehmensbereiche prüfen hierzu die in Frage kommenden Maßnahmen mittels Kosten-Nutzen-Analysen und implementieren diese anschließend. Die Maßnahmen werden im Zuge der quartalsweisen Analyse durch die Risikomanager überwacht und angepasst.

  • 4. Überwachung und Kontrolle: In Anlehnung an den Österreichischen Corporate Governance Kodex wird die Funktionsfähigkeit des Risikomanagementsystem jährlich durch den Wirtschaftsprüfer bewertet. Des Weiteren wurde die Konzeption, Angemessenheit und Wirksamkeit des Risikomanagementsystems durch einen externen Auditor evaluiert.

7.2 Top-Risiken

7.2.1 E-Substitution klassischer Briefsendungen

Klassische Briefsendungen werden zunehmend durch elektronische Medien ersetzt. Der Trend zur elektronischen Substitution von Briefen, insbesondere zur elektronischen Zustellung, wird auch weiterhin fortbestehen. Diese Entwicklung, die vom Gesetzgeber gefördert wird, kann zu nicht unerheblichen Volumenrückgängen und damit Ergebnisbeeinträchtigungen führen. Ein Rückgang des Umsatzes der Österreichischen Post im Bereich Briefpost von einem Prozentpunkt führt zu einem negativen Umsatzeffekt von rund 7 Mio EUR pro Jahr, der aufgrund der Fixkostenstruktur des Unternehmens kurz- bis mittelfristig großteils ergebnismindernd wirken würde. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass infolge von Änderungen der gesetzlichen Zustellvorschriften für behördliche Sendungen in Österreich ein Teil dieser Sendungen nicht mehr über den Österreichischen Post Konzern zugestellt wird.

Dem Mengenrückgang infolge der Substitution von Briefsendungen durch elektronische Medien wird mit neuen Produkten und Dienstleistungen entgegengewirkt. Die Diversifikation auf mehrere Märkte trägt dazu bei, Risiken einzelner Branchen weit zu streuen bzw. gering zu halten.

7.2.2 Strukturveränderung bei Werbemengen

Bedingt durch die in den vergangenen Jahren anhaltende Wirtschaftskrise war ein zunehmender Trend der Marktkonzentration (Konkurse, Firmenzusammenschlüsse) im Bereich Handel festzustellen. In Folge dessen kann es auch zu einer Strukturveränderung bei den Werbemitteln und -mengen, z. B. zu einer Reduktion der Flugblattwerbung, kommen. Dies kann zu einem spürbaren

Rückgang im Geschäft mit Werbesendungen und damit auch zu einer Beeinträchtigung des Ergebnisses führen.

7.2.3 Beteiligungen

Ein Bestandteil der Strategie des Österreichischen Post Konzerns ist das Wachstum durch selektive Akquisitionen und Kooperationen. Dabei ist es wichtig, passende Akquisitionsziele zu finden und erworbene Unternehmen erfolgreich zu integrieren. Die Chancen und Risiken von Beteiligungen wie trans-o-flex, Aras Kargo a.s. oder AEP sind in hohem Maß von politischen, wirtschaftlichen und gesetzlichen Rahmenbedingungen abhängig. Darüber hinaus können Marktpreisrisiken wie fluktuierende Fremdwährungskurse, so etwa bei Aras Kargo a.s. in Bezug auf die türkische Lira, Auswirkungen auf die Werthaltigkeit von Beteiligungen haben. Die Rentabilität der Beteiligungen bzw. allenfalls erforderliche Wertminderungen können das Ergebnis der Österreichischen Post beeinflussen.

7.2.4 Personalkosten und Struktur der Dienstverhältnisse

Das Geschäftsmodell der Österreichischen Post ist von einer hohen Personalkostentangente geprägt. Eine Planabweichung im Bereich Löhne und Gehälter von einem Prozentpunkt entspricht dabei durchschnittlich 8 Mio EUR pro Jahr.

Weiters steht ein großer Teil der Mitarbeiter des Österreichischen Post Konzerns in einem öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnis und unterliegt den Bestimmungen des Beamtendienstrechts. Daraus ergeben sich Besonderheiten im Zusammenhang mit der dienstrechtlichen Verwendung. Bei einem Großteil der Belegschaft kann es durch die bestehenden rechtlichen Bedingungen im Fall von Mengenverlusten zu keiner Kapazitätsanpassung kommen, ebenso ist keine Anpassung des Gehaltsniveaus an eventuell ungünstigere Marktkonditionen möglich. Das Beamtendienstrecht führt damit insgesamt zu geringer Kostenflexibilität.

Der Österreichische Post Konzern ist im Hinblick auf den liberalisierten Markt zunehmend mit den Grenzen der dienstrechtlichen Verwendungsmöglichkeiten für die ihm zugewiesenen Beamten konfrontiert. Die Lösung dieser Problematik nimmt im Dialog mit dem verantwortlichen Gesetzgeber eine bedeutende Rolle ein.

Aus den laufenden Änderungen des Beamtendienstrechts können sich für den Österreichischen Post Konzern, soweit diese Regelungen nicht auf die spezielle Wettbewerbssituation des Österreichischen Post Konzerns Rücksicht nehmen, zusätzliche Belastungen und unerwartete Mehrkosten ergeben, auf deren Entstehen der Konzern keinen Einfluss hat.

7.3 Allgemeine und sonstige Risiken

Die Österreichische Post unterliegt wie jedes Unternehmen einer Reihe von Risiken, die sich aus der Branche bzw. dem Marktumfeld ergeben. Diese Risiken werden mit Maßnahmen, die dem Stand der Technik entsprechen, auf wirtschaftliche Art und Weise minimiert, können aber nicht vollkommen ausgeschlossen werden.

7.3.1 Operative Risiken

Markt- und Wettbewerbsrisiken

Der Österreichische Post Konzern erwirtschaftet den überwiegenden Teil seines Umsatzes in Österreich. Sollten sich die aktuellen Prognosen zum Wirtschaftswachstum verschlechtern, könnten Planungsprämissen verworfen werden müssen und damit die Planungssicherheit eingeschränkt werden.

Ferner erwirtschaftet das Unternehmen einen nicht unbedeutenden Anteil seines Umsatzes mit einer geringen Anzahl von Großkunden. Das wirtschaftlich erfolgreiche Weiterbestehen dieser Großkunden ist somit wesentlich für die stabile Entwicklung des Österreichischen Post Konzerns. Großkunden sind zudem vertraglich nicht verpflichtet, ihre Postsendungen vom Österreichischen Post Konzern befördern zu lassen, und könnten sich entscheiden, mittelfristig zumindest einen Teil ihrer Postsendungen Wettbewerbern der Österreichischen Post zur Zustellung zu übergeben.

Das Paketgeschäft – hier nimmt die Österreichische Post eine führende Stellung im österreichischen Markt ein – ist zum einen von der wirtschaftlichen Entwicklung seiner Kunden und zum anderen von allfälligen Wettbewerbsverschärfungen durch das Auftreten weiterer alternativer Anbieter abhängig, sodass Umsatzeinbußen nicht ausgeschlossen werden können. Das Unternehmen ist deshalb bestrebt, Kunden durch attraktive Leistungsangebote an sich zu binden.

Im Filialnetz ist die Österreichische Post zum Teil von strategischen Partnern wie der BAWAG P.S.K. abhängig. Risiken, die auf diese Partnerschaften einwirken können, jedoch nicht im Einflussbereich der Österreichischen Post liegen, können auch zu Ergebnisbeeinträchtigungen aufseiten der Post führen. Die Österreichische Post ist bestrebt, solche Risiken laufend mit ihren Partnern abzustimmen und diesen gemeinsam – soweit möglich – entgegenzuwirken.

Der internationale Brief- und Paketmarkt ist durch zunehmende Wettbewerbsintensität gekennzeichnet. Vor allem im Briefmarkt kann dies zu Preisrückgängen führen, die durch Mengenwachstum nicht ausgeglichen werden können. Um hier mögliche Umsatzeinbußen zu kompensieren, werden in diesem Bereich verstärkt Effizienzsteigerungsprojekte durchgeführt.

Alle erwähnten Markt- und Wettbewerbsrisiken können zu nicht unerheblichen Volumenrückgängen und damit Ergebnisbeeinträchtigungen führen.

Beschaffungsrisiken

Die Beschaffungsrisiken der Österreichischen Post beschränken sich im Wesentlichen auf Schwankungen des Treibstoffpreises. Eine Erhöhung der Treibstoffpreise kann geringe negative Auswirkungen auf das Ergebnis haben.

Technische Risiken

Der Österreichische Post Konzern ist in hohem Maß auf die Verwendung von komplexen technischen Systemen angewiesen und setzt bei der Erbringung seiner Dienstleistungen maßgeblich auf den Einsatz von Datenverarbeitungssystemen, modernen Kommunikationsmedien und anderen technischen Einrichtungen. Vor diesem Hintergrund hat der Österreichische Post Konzern in den vergangenen Jahren umfangreiche Investitionen vorgenommen, um sein Verteil- und Zustellnetz zu modernisieren. Die Leistungserbringung des Unternehmens hängt dabei von der Funktionsfähigkeit weniger wichtiger Standorte ab. Sollten technische Systeme vorübergehend oder dauerhaft ausfallen, sollte es zu unberechtigten Datenzugriffen und Datenmanipulationen kommen oder sollten längerfristige kollektive Arbeitsniederlegungen stattfinden, könnte dies zu Störungen des Geschäftsablaufs und zum Verlust von Reputation und Kunden führen sowie zusätzliche Kosten verursachen.

Zur Bewältigung dieser technischen und operativen Risiken wurden Sicherheitsmaßnahmen, Prozesse und Regeln festgelegt, die verschiedene Eventualitäten abdecken und einen reibungslosen Ablauf sicherstellen sollen.

Im Betrieb von Rechenzentren verfolgt der Österreichische Post Konzern eine Outsourcing-Strategie. Durch entsprechende Vertragsgestaltung und gezieltes Servicelevel-Management wird die Verfügbarkeit aller outgesourcten Tätigkeiten abgesichert. Die Vertragspartner sind verpflichtet, einschlägige gültige Zertifizierungen vorzuweisen.

7.3.2 Finanzrisiken

Finanzielle Risiken des Österreichischen Post Konzerns umfassen das Liquiditätsrisiko, das Kredit-/Kontrahenten- und das Zinsänderungsrisiko. Das Währungsrisiko, so etwa die Fluktuation der türkischen Lira, kann das Ergebnis beeinträchtigen. Die Österreichische Post wickelt jedoch ca. 95 % der Geschäftstätigkeit in Euro ab, was das Risiko aus Wechselkursschwankungen insgesamt begrenzt. Weiters wird laufend geprüft, ob Absicherungsinstrumente für Währungen vorteilhaft für die Österreichische Post sind.

Eine detaillierte Darstellung der finanziellen Risiken findet sich im Anhang zum Konzernabschluss des Österreichischen Post Konzerns.

Der Konzern hat im Zuge seiner Expansion umfangreiche Firmenwerte und nicht abnutzbare Markenrechte bilanziert. Diese müssen gemäß IAS 36 mindestens einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest (Impairment Test) unterzogen werden. Falls dabei Wertminderungen festgestellt werden, sind diese Firmenwerte und nicht abnutzbaren Markenrechte abzuschreiben.

7.3.3 Externe Risiken

Regulatorische und rechtliche Risiken

Mit Inkrafttreten des Postmarktgesetzes am 1. Jänner 2011 erfolgte die vollständige Öffnung des österreichischen Postmarktes. Daraus ergeben sich Risiken einer Marktanteilsveränderung. Die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Zeit nach der vollständigen Liberalisierung wurden mit dem Postmarktgesetz ebenfalls neu geregelt. Das Postmarktgesetz sieht in vielen Bereichen keine Gleichbehandlung zwischen der Österreichischen Post und ihren Mitbewerbern vor, sondern eine Mehrbelastung der Österreichischen Post:

Die Österreichische Post ist im Rahmen des Universaldienstes verpflichtet, in ganz Österreich ein Mindestangebot von Postdienstleistungen in vergleichbarer Qualität anzubieten und ein flächendeckendes Netz von mindestens 1.650 Post-Geschäftsstellen sicherzustellen. Mit eigenem Personal betriebene Post-Geschäftsstellen dürfen nur nach Durchführung eines behördlichen Verfahrens geschlossen werden, sodass nicht ausgeschlossen werden kann, dass die Österreichische Post – zumindest vorübergehend – zur Führung unrentabler Standorte verpflichtet ist.

Die Österreichische Post geht derzeit nicht davon aus, dass sie verpflichtet wird, ihren Mitbewerbern Zugang zu Teilleistungen einzuräumen. In einem solchen Fall könnten diese jedoch in besonders lukrativen Marktsegmenten Postdienstleistungen selbst erbringen und in weniger lukrativen Marktsegmenten zu regulierten Preisen auf Teilleistungen der Österreichischen Post zurückgreifen. Dies könnte zu erheblichen Ergebnisbeeinträchtigungen führen.

In der Öffentlichkeitsarbeit des Österreichischen Post Konzerns sowie im Dialog mit allen Stakeholdern nimmt die Thematik der Gleichbehandlung der Österreichischen Post mit anderen Marktteilnehmern einen hohen Stellenwert ein. Das Unternehmen sieht es als seine Aufgabe, auf die ungenügende Abgeltung des Universaldienstes und die Problematik der asymmetrischen Marktöffnung hinzuweisen.

Die Österreichische Post unterliegt in der Gestaltung ihrer Geschäftsbedingungen (einschließlich ihrer Entgelte) im Universaldienst der Kontrolle durch die Regulierungsbehörde. Die Gesellschaft kann deshalb im Bereich des Universaldienstes nur eingeschränkt durch Preisanpassungen auf Marktveränderungen reagieren. Unterschiedliche Definitionen der Grenzen des Universaldienstes seitens der Regulierungsbehörde und des Unternehmens können sich in der Gestaltung des Produktportfolios und der Preisfestsetzung niederschlagen.

Die kartellrechtliche Zulässigkeit von Vereinbarungen und Geschäftspraktiken des Österreichischen Post Konzerns war in der Vergangenheit bereits Gegenstand kartellrechtlicher Untersuchungen und Verfahren. Sonstige rechtliche Risiken ergeben sich auch aus nicht vorhersehbaren Gerichtsverfahren mit Mitbewerbern, Kunden und Lieferanten.

Zur bestmöglichen Vermeidung von Ergebnisbeeinträchtigungen durch regulatorische und rechtliche Risiken ist der Österreichische Post Konzern bestrebt, in seinen Kernprozessen eine Erweiterung der Wertschöpfung und des Produktportfolios zu erzielen, um seinen Kunden noch bessere Leistungen anzubieten und eine Qualitätsoptimierung zu erreichen. Darüber hinaus beabsichtigt der Österreichische Post Konzern, vermehrt Umsätze im nicht regulierten Bereich zu erwirtschaften.

Nach dem Poststrukturgesetz 1996 sind Änderungen des Beamtendienstrechts, die für Bundesbeamte eingeführt werden, grundsätzlich auch auf die der Gesellschaft zugewiesenen Beamten anwendbar. Im Ergebnis können Änderungen des Beamtendienstrechts daher unmittelbar die Kostenstruktur der Gesellschaft verändern. Weiters können Risiken aufgrund unterschiedlicher Interpretationen des Poststrukturgesetzes grundsätzlich nicht ausgeschlossen werden. Bezüglich der allgemeinen Thematik der Festlegung des korrekten Vorrückungsstichtags bei Beamten gab es die Forderung nach einer Anpassung, die zu einer negativen Auswirkung bei der Österreichischen Post führen könnte. Die Österreichische Regierung hat einen Gesetzesentwurf eingebracht, der am 21. Jänner 2015 im Nationalrat beschlossen wurde. Das entsprechende Bundesgesetz ist mit 12. Februar 2015 in Kraft getreten. Mit der nun vorliegenden Reform wird ein neues Gehaltssystem implementiert, das keinerlei Anhängigkeiten vom Lebensalter eines Beamten mehr enthält. Damit ergibt sich für die Österreichische Post, dass zum Abschlussstichtag 31. Dezember 2014 für die laufenden Anträge aktiver Beamter kein Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen wahrscheinlich ist.

Weiters gibt es unterschiedliche Rechtsauffassungen zwischen Bund und Österreichischer Post betreffend die Berechnung der vom Unternehmen laufend an den Bund zu bezahlenden Pensionsbeiträge für aktive Beamte, die von der Post zum Bund gewechselt sind. Dadurch könnte es seitens des Bundes zu Nachforderungen gegenüber der Post, die über die bestehende Vorsorge hinausgehen, sowie zu erhöhten zukünftigen Personalaufwendungen kommen.

Umweltrisiken

Mit Fortschreiten der klimatischen Veränderungen könnte es zu einer Zunahme von Naturkatastrophen kommen. Wetterbedingte Phänomene wie starker Regen, Hagel, Erdrutsche, Hochwasser u. ä. könnten häufiger auftreten. Konsequenzen und Folgeerscheinungen sind vor allem Sach- und Personenschäden. Es könnte zusätzlicher Instandsetzungs- und Instandhaltungsbedarf entstehen. Zudem ist die Österreichische Post gesetzlich verpflichtet, die flächendeckende Versorgung mit Postdienstleistungen sicherzustellen. Falls diese durch Naturkatastrophen über einen Zeitraum nicht gewährleistet werden kann, könnten zusätzliche finanzielle Verpflichtungen entstehen.

Für eine detaillierte Aufstellung sei dazu auf den Nachhaltigkeitsbericht 2013 nach GRI 3.1 A+ verwiesen.

7.4 Gesamtaussage zur Risikosituation des Konzerns

Die vorstehend beschriebenen Risiken des Unternehmens werden stetig beobachtet und bei Bedarf adaptiert. Aus heutiger Sicht ist der Bestand des Unternehmens dadurch jedoch nicht gefährdet.

7.5 Wesentliche Chancen

Da die Veränderungen, denen das Unternehmen ausgesetzt ist, auch zu positiven Zielabweichungen führen können, wird im Risikomanagementsystem ein weiterer Fokus auf die Erfassung und Steuerung der Chancen gelegt. Das Ziel ist es hier, Chancen aufzuzeigen und durch geeignete Maßnahmensetzung das entsprechende Potenzial zu verwirklichen. Die Identifizierung, Bewertung, Steuerung und das Reporting erfolgen gemäß dem oben dargestellten Prozess.

Im Detail erfolgt die Erfassung einerseits im Rahmen der Mittelfristplanung durch den Bereichsplaner (Bottom-up), zusätzlich werden die Chancen (Top-down) durch den Bereich Strategie & Konzernentwicklung verifiziert und ergänzt. Die Österreichische Post führt daher eine kontinuierliche Chancenevaluierung durch, um alle Potenziale wahrnehmen zu können. Im Jahr 2013 wurde zur Chancenerkennung ein neues strategisches Projekt "Post2016" gestartet. Dieses beinhaltet mehrere Teilprojekte mit dem Ziel, Potenziale im Detail zu eruieren. Diese Projekte sollen unter Beachtung der vier strategischen Eckpfeiler nochmals wichtige Chancen für die Österreichische Post aufzeigen.

In der ersten strategischen Stoßrichtung – Verteidigung der Marktführerschaft im Kerngeschäft – wird die Erweiterung und Adaptierung des Produktportfolios im Segment Brief,

Werbepost & Filialen gemäß den Anforderungen der Kunden als Chance betrachtet. Eine kontinuierliche E-Substitution wird in der Planung der Österreichischen Post bereits berücksichtigt, womit ein im Vergleich zu den ursprünglichen Annahmen langsameres Voranschreiten des Rückgangs als Chance zu bewerten ist. Im Paketbereich werden die Potenziale neuer attraktiver Zustellmodelle wie Same-Day Delivery laufend geprüft.

Im zweiten strategischen Feld – Wachstum in definierten Märkten – ergeben sich Chancen in den internationalen Beteiligungen in Wachstumsmärkten in Zentral- und Osteuropa. Insbesondere die Türkei ist ein rasch wachsender Markt, welcher der Österreichischen Post mit ihrer Beteiligung an Aras Kargo Potenziale bietet. Mögliche technologische Weiterentwicklungen können die Chancen in der Türkei zusätzlich erhöhen. In Deutschland bieten sich im Bereich Pharmalogistik, speziell bei konsequenter Umsetzung der EU-Richtlinie GDP "Good Distribution Practice", besondere Wachstumschancen.

In der dritten Stoßrichtung – Effizienzsteigerung und Flexibilisierung der Kostenstruktur – können durch Projekte wie "Operational Excellence" und weitere Einkaufsinitiativen Impulse gesetzt und als Chance erkannt werden. Neue Teamstrukturen in der Verteilung können zu einer weiteren Effizienzsteigerung führen.

Für den vierten strategischen Eckpfeiler – Kundenorientierung und Innovation – ergeben sich beispielsweise Potenziale durch den Ausbau des Online- und Selbstbedienungsangebots sowie durch neue Geschäftsmodelle im Bereich E-Commerce.

8 Sonstige Angaben

8.1 Internes Kontrollsystem und Risikomanagement im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess

Der Österreichische Post Konzern ist – als international tätiges Logistik- und Dienstleistungsunternehmen – im Rahmen seiner Geschäftstätigkeit operativen Risiken ausgesetzt, mit denen sich das Unternehmen bewusst auseinandersetzt. Durch die Konzentration auf das Kerngeschäft sowie die jahrzehntelange Erfahrung in diesem Geschäft ist es dem Österreichischen Post Konzern möglich, diese Risiken frühzeitig zu identifizieren und zu bewerten sowie geeignete Vorsorgemaßnahmen zur Sicherung rasch zu setzen.

8.1.1 Kontrollumfeld

Im Bereich Konzernrechnungslegung setzt sich die Aufbauorganisation aus den lokal in den Konzernunternehmen für das Rechnungswesen verantwortlichen Abteilungen sowie dem zentralen Konzernrechnungswesen der Österreichischen Post AG zusammen.

Die Tochterunternehmen erstellen auf Gesellschaftsebene zeitgerecht vollständige und richtige IFRS-Einzelabschlüsse gemäß den konzerneinheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften. Die IFRS-Einzelabschlüsse sind die Ausgangsbasis für die Weiterverarbeitung im zentralen Konzernrechnungswesen. Die Erstellung des Konzernabschlusses obliegt dem Konzernrechnungswesen, dessen Aufgaben- und Verantwortungsbereiche im Wesentlichen die Betreuung der Meldedatenübernahme der Tochterunternehmen, die Durchführung der Konsolidierungsund Eliminierungsmaßnahmen sowie die analytische Aufbereitung der Konzernabschlussdaten und die entsprechende Erstellung von Finanzberichten umfassen.

Der Ablauforganisation für die Erstellung des Konzernabschlusses liegt ein strikter Terminplan zugrunde. Die Termine werden jeweils für ein gesamtes Geschäftsjahr erstellt und veröffentlicht. Zusätzlich erhalten die Tochterunternehmen quartalsweise in Form von Konzerninformationsschreiben detaillierte Informationen und Konzernvorgaben zu ausgewählten Themen der Erstellung von Quartalsabschlüssen. Entsprechend dem Fertigstellungs-/Veröffentlichungstermin des Monats-/Quartalsabschlusses bestehen sowohl in den lokalen Organisationseinheiten als auch im Konzernrechnungswesen detaillierte Terminpläne und Arbeitskalender zur Abschlusserstellung und Berichtsaufbereitung.

8.1.2 Risikobeurteilung

Zur Vermeidung von wesentlichen Fehldarstellungen bei der Abbildung von Transaktionen wurden mehrstufig aufgebaute Qualitätssicherungsmaßnahmen mit der Zielsetzung implementiert, dass die IFRS-Einzelabschlüsse für die Zwecke der Konsolidierung richtig erfasst sind. Diese Maßnahmen umfassen einerseits automatisierte Kontrollen (Validierungen) in SAP SEM-BCS und andererseits manuelle Kontrollen der Mitarbeiter der Tochtergesellschaften sowie der Mitarbeiter des Konzernrechnungswesens.

Ausgehend von den Abschlüssen der Tochterunternehmen führt das Konzernrechnungswesen in mehreren Stufen umfangreiche Plausibilitäts- und Datenqualitätschecks durch. Sie sollen sicherstellen, dass die Daten, welche die Transaktionen der Tochterunternehmen abbilden, für die Zwecke der Konsolidierung bzw. die Erstellung des Konzernabschlusses richtig erfasst sind.

Erst nach Durchführung der Qualitätskontrollen auf allen Stufen erfolgt die Freigabe des Konzernabschlusses.

8.1.3 Kontrollmaßnahmen

Der Konzernabschluss der Österreichischen Post wird auf Grundlage von SAP SEM-BCS monatlich in Form einer Simultankonsolidierung erstellt. Die Erfassung der Anhangangaben sowie die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt ebenfalls über SAP SEM-BCS.

Die konzerneinheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind im Konzernhandbuch zusammengefasst. IFRS-Neuerungen werden vom Konzernrechnungswesen laufend überwacht und quartalsweise als IFRS-Updates in Konzerninformationsschreiben veröffentlicht. Einmal jährlich erfolgt die Einarbeitung der Updates in das Konzernhandbuch, dessen aktualisierte Jahresversion daraufhin veröffentlicht wird.

Zusätzlich zum Konzernhandbuch bestehen Richtlinien und Fachkonzepte zu ausgewählten Konzernprozessen, insbesondere zu Konsolidierungskreisänderungen und Akquisitionen. Im Bereich der Stammdaten (z. B. SAP SEM-Positionen, SAP-Konzernkontenplan, Kundendaten) sind zentrale Anlage-/Änderungsprozesse definiert worden.

Die Konsolidierungsprozesse sind im Konsolidierungshandbuch beschrieben. Das Konsolidierungshandbuch vermittelt einen zusammenfassenden Überblick zum Ablauf der Erstellung des Konzernabschlusses mittels SAP SEM-BCS, zu den Qualitätssicherungsmaßnahmen und zur Berichterstattung im Konzernrechnungswesen. Aufbauend auf den betriebswirtschaftlichen Konsolidierungsregeln werden die Konsolidierungsmethoden im Österreichischen Post Konzern dokumentiert und spezifiziert.

Die IFRS-Einzelabschlüsse werden überwiegend mittels SAP R/3 erstellt. Die IFRS-Überleitung erfolgt im Zuge der parallelen (dualen) SAP-Rechnungslegung. Die Übernahme der Meldedaten in SAP SEM-BCS erfolgt durch automatisierten Upload.

8.1.4 Information und Kommunikation

Zu Zwecken der Überwachung und Kontrolle wird der Konzernabschluss durch eine EBIT-Überleitung überprüft. Dabei wird eine Überleitung der Einzelabschlüsse auf den Konzernabschluss unter Berücksichtigung der im Konzern durchgeführten Buchungen und Eliminierungen vorgenommen.

Zur Wahrnehmung der Überwachungs- und Kontrollfunktionen werden wesentlichen Führungsebenen vorläufige Konzernabschlussdaten zur Verfügung gestellt.

Im Zuge der Erstellung des Konzernabschlusses werden folgende Berichte erstellt:

  • Aufsichtsratsbericht
  • Monatsbericht inklusive Strategie-Cockpit
  • Zwischenberichte
  • Beteiligungsbericht
  • Datenanalyse und Auswertung

Adressaten des vierteljährlich erstellten Aufsichtsratsberichts sind in erster Linie der Vorstand und der Aufsichtsrat der Österreichischen Post AG.

Neben dem Aufsichtsratsbericht und dem gesetzlich vorgeschriebenen Jahresfinanzbericht/Geschäftsbericht sowie dem Zwischenbericht nach IAS 34 werden unterjährig weitere interne Berichte, die weiterführende Erläuterungen zu ausgewählten Positionen, Ergebnisüberleitungen und Kennzahlen enthalten, erstellt.

Der Monatsbericht fasst die wesentlichen Finanz- und Leistungskennzahlen des Unternehmens zusammen. Ausgehend von den vier strategischen Handlungsfeldern und den damit verbundenen Messgrößen werden Kennzahlen vor allem zu Absatz- und Personaldaten bereitgestellt. Die weitere interne Berichtsstruktur orientiert sich am und leitet sich aus dem Monatsbericht ab.

Ein weiterer wesentlicher Punkt in der internen Berichterstattung des Österreichischen Post Konzerns ist die Datenanalyse und Auswertung. Diese beinhaltet vor allem die Berechnung des Konzern-Cashflows sowie die dazugehörigen detaillierten Erläuterungen und die Berechnung von ergebnis- und wertorientierten Kennzahlen sowie von Liquiditätskennzahlen.

Vom Controlling wird monatlich ein Beteiligungsbericht erstellt, der Informationen über die Entwicklung der Tochterunternehmen enthält.

Die Berichterstattung an die Aktionäre der Österreichischen Post AG erfolgt durch Investor Relations in Übereinstimmung mit dem Österreichischen Corporate Governance Kodex sowohl über die Investor-Relations-Website (www.post.at/ir) als auch über direkte Gespräche mit den Investoren. Die veröffentlichten Informationen werden allen Investoren zeitgleich zur Verfügung gestellt. Zusätzlich zu den Pflichtpublikationen (Jahresfinanzbericht/Geschäftsbericht, Zwischenbericht über das erste Quartal, Halbjahresfinanzbericht und Zwischenbericht für die ersten drei Quartale jedes Jahres) stehen den Investoren auf der Investor-Relations-Website zahlreiche weitere Informationen, unter anderem Investoren-Präsentationen, Informationen rund um die Aktie, Ad-hoc-Mitteilungen oder der Finanzkalender, zur Verfügung.

8.1.5 Überwachung

Kernpunkt des operativen Risikomanagements ist die Identifizierung, Evaluierung und Beherrschung von wesentlichen Risiken aus dem Kerngeschäft. Dieser Prozess wird von Schlüsselpersonen in den Divisionen getragen. Der Österreichische Post Konzern gliedert sich in die auf dem Markt tätigen Divisionen Brief, Werbepost & Filialen sowie Paket & Logistik und in die Division Corporate, die zusätzlich vor allem Dienstleistungen im Bereich der Konzernverwaltung erbringt.

Die Tochterunternehmen des Österreichischen Post Konzerns werden dabei im Wesentlichen je nach Tätigkeitsschwerpunkt den einzelnen Divisionen zugeordnet. Die in den jeweiligen Einheiten bestehenden wesentlichen Geschäftsrisiken werden identifiziert und laufend beobachtet. Auf dieser Basis werden angemessene Risikomaßnahmen, wie z. B. Backups oder Notfallpläne, festgelegt. Für den gesamten Österreichischen Post Konzern besteht ein einheitliches Risikomanagement, das alle Organisationseinheiten und wesentlichen Tochterunternehmen sowie ein internes Kontrollsystem für alle wesentlichen Prozesse einschließt. Dieses richtet sich grundsätzlich nach dem COSO-Standard "Enterprise Risk Management – Integrated Framework".

Weitere zentrale Instrumente der Risikoüberwachung und -kontrolle sind konzernweite Richtlinien über den Umgang mit wesentlichen Risiken, der Planungs- und der Controlling-Prozess sowie die laufende Berichterstattung. Die Richtlinien umfassen beispielsweise die Festsetzung und Kontrolle von Limit-Kategorien und Handlungsabläufen zur Begrenzung finanzieller Risiken sowie die strikte Vorgabe des Vier-Augen-Prinzips.

Diese Richtlinien sind Teil des internen Kontrollsystems und stellen unter anderem die ordnungsgemäße interne und externe Finanzberichterstattung sicher. Der Planungs- und Berichtsprozess dient als Frühwarnsystem und als Basis für die Beurteilung der Wirksamkeit der eingeleiteten Steuerungsmaßnahmen. Dabei kommt es nach dem Bericht der dem Gesamtvorstand vorgelegten Spitzenkennzahlen zu monatlichen Performance Reviews in den auf dem Markt tätigen Einheiten, die sich gemäß dem integrierten Planungs- und Berichtswesen kaskadenförmig weiter fortsetzen. Wesentliches Merkmal des Planungs- und Berichtswesens ist neben der vertikalen Integration die Konvergenz zwischen internem und externem Berichtswesen. Zudem werden bereits in der Planungsphase Chancen und Risiken zur Plausibilisierung der Planungsziele berichtet.

Das interne Kontrollsystem, als Teil des Risikomanagementsystems ist risikoorientiert aufgebaut und in die Betriebsabläufe integriert. Dies bedeutet, dass Maßnahmen arbeitsbegleitend erfolgen oder dem Arbeitsvollzug unmittelbar vor- oder nachgelagert sind. Das interne Kontrollsystem basiert auf genauen Informationen über die Prozesse für die Rechnungslegung und Finanzberichterstattung und schließt auch deren vorgelagerte Unternehmensprozesse mit ein. Änderungen der Organisation bzw. der Geschäftsprozesse haben unmittelbare Auswirkungen auf das interne Kontrollsystem, das jeweils unmittelbar an die aktuellen Gegebenheiten angepasst wird. Für die Durchführung der Kontrollen ist die jeweilige Unternehmenseinheit verantwortlich. Die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems wird regelmäßig von der Konzernrevision überprüft.

8.2 Informationen gemäSS § 243a UGB

Das Grundkapital der Österreichischen Post AG beträgt 337.763.190 EUR und ist geteilt in 67.552.638 Stück auf Inhaber lautende Stückaktien mit einem Nominalwert von jeweils 5 EUR. Es liegen keine Stimmrechtsbeschränkungen oder Syndikatsvereinbarungen vor, die der Gesellschaft bekannt sind.

Die Republik Österreich hält über die Österreichische Industrieholding AG (ÖIAG) 52,8% der Anteile an der Österreichischen Post AG (auf Basis der in Umlauf befindlichen 67.552.638 Stück Aktien). Der Gesellschaft sind keine anderen Aktionäre bekannt, die mehr als 10% der Anteile halten.

Soweit der Gesellschaft bekannt ist, gibt es keine Inhaber von Aktien mit besonderen Kontrollrechten. Mitarbeiter, die auch

Wien, am 27. Februar 2015

Aktionäre der Österreichischen Post AG sind, üben ihre Stimmrechte individuell aus. Es existieren keine sich nicht unmittelbar aus dem Gesetz ergebenden Bestimmungen über die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie über die Änderung der Satzung der Gesellschaft.

Derzeit besteht weder ein genehmigtes noch ein bedingtes Kapital.

Es gibt keine bedeutsamen Vereinbarungen, an denen die Gesellschaft beteiligt ist, die bei einem Kontrollwechsel in der Gesellschaft infolge eines Übernahmeangebots wirksam werden, sich wesentlich ändern oder enden. Es gibt keine Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern oder Arbeitnehmern für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebots.

Der Vorstand

Dipl.-Ing. Dr. Georg Pölzl Dipl.-Ing. Walter Oblin Vorstandsvorsitzender Vorstandsmitglied Generaldirektor Finanzen

Brief, Werbepost & Filialen Paket & Logistik

Dipl.-Ing. Walter Hitziger Dipl.-Ing. Peter Umundum Vorstandsmitglied Vorstandsmitglied

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 56
Gesamtergebnisrechnung 57
Konzernbilanz 58
Konzern-Cashflow-Statement 59
Entwickl
ung des Konzern-Eigenkapitals
60
KONZERNANHANG
62
1 I nformationen zum Unternehmen 62
2 G rundlagen der Rechnungslegung 62
3 Ä nderungen in den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden 62
4 Konsolidierungskreis 67
5 Währungsumrechnung 71
6 Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden 72
7 E rmessensbeurteilungen und zukunftsbezogene Annahmen 81
8 E rläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung 83
8.1 Segmentberichterstattung 83
8.2 Sonstige betriebliche Erträge 86
8.3 Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen 86
8.4 Personalaufwand 87
8.5 Abschreibungen 88
8.6 Sonstige betriebliche Aufwendungen 88
8.7 Sonstiges Finanzergebnis 89
8.8 Ergebnis je Aktie 89
9 E rläuterungen zur Bilanz 90
9.1 Geschäfts- oder Firmenwerte 90
9.2 Immaterielle Vermögenswerte 93
9.3 Sachanlagen 94
9.4 Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien (Investment Property) 97
9.5 Gemeinschaftsunternehmen und Assoziierte Unternehmen 98
9.6 Andere finanzielle Vermögenswerte 102
9.7 Vorräte 103
9.8 Forderungen 103
9.9 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 104
9.10 Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Schulden 104
9.11 Eigenkapital 105
9.12 Rückstellungen 106
9.13 Andere Finanzielle Verbindlichkeiten 109
9.14 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 109
9.15 Ertragsteuern 109
10 Finanzinstrumente und damit verbundene Risiken 112
11 Sonstige Angaben 120
ERKLÄRUNG
ALLER
GESETZ
LICHEN
VERTRETER
129
BESTÄTIGUNG
SVERMERK

KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2014

Mio EUR
Anhang
2013
2014
Umsatzerlöse
(8.1)
2.366,8
2.370,5
Sonstige betriebliche Erträge
(8.2)
69,7
134,4
Gesamte betriebliche Erträge
2.436,5
2.504,9
Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen
(8.3)
–753,3
–744,5
Personalaufwand
(8.4)
–1.073,5
–1.109,5
Abschreibungen
(8.5)
–118,5
–136,9
Sonstige betriebliche Aufwendungen
(8.6)
–298,6
–317,0
Gesamte betriebliche Aufwendungen
–2.243,9
–2.308,0
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit
192,5
197,0
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen
(9.5)
–6,6
–0,1
Finanzerträge
4,1
4,2
Finanzaufwendungen
–18,8
–7,1
Sonstiges Finanzergebnis
(8.7)
–14,8
–2,8
Finanzergebnis
–21,3
–3,0
Ergebnis vor Ertragsteuern
171,2
194,0
Ertragsteuern
(9.15)
–47,2
–47,2
Periodenergebnis
124,0
146,8
Zuzurechnen an:
Aktionäre des Mutterunternehmens
123,2
146,5
Nicht beherrschende Anteile
0,9
0,4

Ergebnis je aktie

EUR Anhang 2013 2014
Unverwässertes Ergebnis je Aktie (8.8) 1,82 2,17
Verwässertes Ergebnis je Aktie (8.8) 1,82 2,17

GESAMTERGEBNISRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2014

Mio EUR Anhang 2013 2014
Periodenergebnis 124,0 146,8
Posten, die nachträglich in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden können:
Währungsumrechnungsdifferenzen – ausländische Geschäftsbetriebe (9.11) –0,6 –1,0
Zeitwertänderungen von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten (9.11) 0,7 1,2
Steuereffekt auf Zeitwertänderungen (9.15) –0,2 –0,3
Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen – Anteil am sonstigen Ergebnis (9.5) –7,7 2,1
Summe der Posten, die umgegliedert werden können –7,7 2,0
Posten, die nicht nachträglich in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden:
Neubewertung von leistungsorientierten Verpflichtungen (9.11) –1,1 –15,7
Steuereffekt auf Neubewertung (9.15) 0,3 4,0
Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen – Anteil am sonstigen Ergebnis (9.5) –0,1 –0,1
Summe der Posten, die nicht umgegliedert werden –0,9 –11,9
Sonstiges Ergebnis –8,7 –9,9
Gesamtperiodenergebnis 115,4 137,0
Zuzurechnen an:
Aktionäre des Mutterunternehmens 114,5 136,6
Nicht beherrschende Anteile 0,9 0,4

KONZERNBILANZ ZUM 31. DEZEMBER 2014

Mio EUR 01.01.2013 31.12.2013 31.12.2014
Anhang angepasst1 angepasst1
Aktiva
Langfristiges Vermögen
Geschäfts- oder Firmenwerte
Immaterielle Vermögenswerte
(9.1)
(9.2)
183,5
66,2
160,6
63,3
112,2
59,9
Sachanlagen (9.3) 599,9 615,9 597,7
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien (9.4) 37,8 33,5 51,8
Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen (9.5) 7,1 50,3 53,3
Andere finanzielle Vermögenswerte (9.6) 51,9 63,9 60,7
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen (9.8) 37,2 20,7 21,0
Latente Steueransprüche (9.15) 63,9 58,3 68,6
1.047,6 1.066,4 1.025,4
Kurzfristiges Vermögen
Andere finanzielle Vermögenswerte (9.6) 0,2 13,3 6,4
Vorräte (9.7) 16,1 17,1 16,7
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen (9.8) 314,2 295,6 352,0
Ertragsteuererstattungsansprüche 1,5 5,8 5,8
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (9.9) 315,0 240,2 264,1
647,0 571,9 645,0
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte (9.10) 0,0 1,9 0,6
1.694,6 1.640,2 1.671,0
Passiva
Eigenkapital (9.11)
Grundkapital 337,8 337,8 337,8
Kapitalrücklagen 130,5 130,5 130,5
Gewinnrücklagen 248,3 245,5 260,3
Andere Rücklagen –8,0 –16,7 –26,6
Eigenkapital der Aktionäre des Mutterunternehmens 708,6 697,1 702,0
Nicht beherrschende Anteile 0,0 2,3 0,7
708,6 699,4 702,7
Langfristige Schulden
Rückstellungen (9.12) 393,0 382,8 387,7
Andere finanzielle Verbindlichkeiten (9.13) 19,8 17,2 14,6
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
und sonstige Verbindlichkeiten (9.14) 20,2 15,3 20,8
Latente Steuerverbindlichkeiten (9.15) 12,2 8,1 8,3
445,2 423,4 431,4
Kurzfristige Schulden
Rückstellungen (9.12) 127,9 134,5 152,8
Ertragsteuerverbindlichkeiten 1,3 7,3 19,3
Andere finanzielle Verbindlichkeiten (9.13) 3,1 3,9 3,1
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
und sonstige Verbindlichkeiten
(9.14) 408,5 371,9 361,2
540,9 517,5 536,3
Schulden iZm zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten (9.10) 0,0 0,0 0,6
1.694,6 1.640,2 1.671,0

KONZERN-CASHFLOW-STATEMENT FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2014

2013
Mio EUR
Anhang
angepasst1
2014
Geschäftstätigkeit
Ergebnis vor Ertragsteuern
171,2
194,0
Abschreibungen
(8.5)
118,5
136,9
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen
(9.5)
6,6
0,1
Rückstellungen unbar
41,7
68,7
Gezahlte Steuern
–44,4
–42,8
Sonstige zahlungsunwirksame Vorgänge
(11.1)
11,2
–73,6
Cashflow aus dem Ergebnis
304,8
283,3
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen
17,1
–2,0
Vorräte
0,1
0,5
Rückstellungen
–45,1
–37,8
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten
–26,4
–11,8
Cashflow aus Geschäftstätigkeit
250,4
232,2
Investitionstätigkeit
Erwerb von immateriellen Vermögenswerten
–10,0
–9,3
Erwerb Sachanlagen/als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
–96,4
–82,6
Einzahlungen aus Anlagenverkäufen
11,6
12,2
Erwerb von Tochterunternehmen
(11.1)
–11,7
–0,7
Erwerb von nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen
(9.5)
–57,3
–1,3
Erwerb von Wertpapieren
–27,7
0,0
Einzahlungen aus dem Verkauf von Wertpapieren
3,4
13,0
Gewährte Darlehen
–5,3
–4,6
Erhaltene Ausschüttungen von nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen
(9.5)
0,5
1,4
Erhaltene Zinsen
3,0
2,4
Cashflow aus Investitionstätigkeit
–189,9
–69,4
Free Cashflow
60,5
162,8
Finanzierungstätigkeit
Veränderung von anderen finanziellen Verbindlichkeiten
–4,2
–3,8
Ausschüttungen
–123,6
–129,7
Gezahlte Zinsen
–2,3
–1,4
Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen
–5,2
–4,0
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit
–135,4
–138,8
Nettozunahme/-abnahme des Finanzmittelbestands
–74,8
24,0
Finanzmittelbestand am 1. Jänner
315,0
240,2
Finanzmittelbestand am 31. Dezember
240,2
264,2

ENTWICKLUNG DES KONZERN-EIGENKAPITALS

Geschäftsjahr 2013
Mio EUR
angepasst1
Grund
kapital
Kapital
rück
lagen
Gewinn
rück
lagen
Neube-
wertungs-
rücklage
Andere Rücklagen
Markt-
bewer-
tungs-
rücklage
Währungs
umrech-
nungs
rücklage
Eigenkapital
der Aktionäre
des Mutter
unterneh
mens
Nicht
beherr
schende
Anteile
Eigen
kapital
Stand am
1. Jänner 2013
337,8 130,5 248,3 –4,5 –1,9 –1,6 708,6 0,0 708,6
Sukzessiver Erwerb eines
Tochterunternehmens
0,0 0,0 –4,4 0,0 0,0 0,0 –4,4 3,4 –1,0
Ausschüttung 0,0 0,0 –121,6 0,0 0,0 0,0 –121,6 –2,0 –123,6
Periodenergebnis 0,0 0,0 123,2 0,0 0,0 0,0 123,2 0,9 124,0
Währungsumrechnungs
differenzen – ausländische
Geschäftsbetriebe
0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 –0,6 –0,6 0,0 –0,6
Zeitwertänderungen von zur
Veräußerung verfügbaren
finanziellen Vermögenswerten
0,0 0,0 0,0 0,0 0,7 0,0 0,7 0,0 0,7
Neubewertung von
leistungsorientierten
Verpflichtungen
0,0 0,0 0,0 –1,1 0,0 0,0 –1,1 0,0 –1,1
Nach der Equity-Methode
bilanzierte Finanzanlagen –
Anteil am sonstigen Ergebnis
0,0 0,0 0,0 –0,1 0,0 –7,7 –7,8 0,0 –7,8
Steuereffekt 0,0 0,0 0,0 0,3 –0,2 0,0 0,1 0,0 0,1
Sonstiges Ergebnis 0,0 0,0 0,0 –0,9 0,6 –8,3 –8,7 0,0 –8,7
Gesamtperiodenergebnis 0,0 0,0 123,2 –0,9 0,6 –8,3 114,5 0,9 115,4
Stand am
31. Dezember 2013
337,8 130,5 245,5 –5,5 –1,3 –9,9 697,1 2,3 699,4

ENTWICKLUNG DES KONZERN-EIGENKAPITALS

Geschäftsjahr 2014
Mio EUR
angepasst1
Grund
kapital
Kapital
rück
lagen
Gewinn
rück
lagen
Neube-
wertungs-
rücklage
Andere Rücklagen
Markt-
bewer-
tungs-
rücklage
Währungs
umrech-
nungs
rücklage
Eigenkapital
der Aktionäre
des Mutter
unterneh
mens
Nicht
beherr
schende
Anteile
Eigen
kapital
Stand am
1. Jänner 2014
337,8 130,5 245,5 –5,5 –1,3 –9,9 697,1 2,3 699,4
Sukzessiver Erwerb eines
Tochterunternehmens
0,0 0,0 –3,3 0,0 0,0 0,0 –3,3 –0,7 –4,0
Ausschüttung 0,0 0,0 –128,4 0,0 0,0 0,0 –128,4 –1,3 –129,7
Periodenergebnis 0,0 0,0 146,5 0,0 0,0 0,0 146,5 0,4 146,8
Währungsumrechnungs
differenzen – ausländische
Geschäftsbetriebe
0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 –1,0 –1,0 0,0 –1,0
Zeitwertänderungen von zur
Veräußerung verfügbaren
finanziellen Vermögenswerten
0,0 0,0 0,0 0,0 1,2 0,0 1,2 0,0 1,2
Neubewertung von
leistungsorientierten
Verpflichtungen
0,0 0,0 0,0 –15,7 0,0 0,0 –15,7 0,0 –15,7
Nach der Equity-Methode
bilanzierte Finanzanlagen –
Anteil am sonstigen Ergebnis
0,0 0,0 0,0 –0,1 0,0 2,1 2,0 0,0 2,0
Steuereffekt 0,0 0,0 0,0 4,0 –0,3 0,0 3,7 0,0 3,7
Sonstiges Ergebnis 0,0 0,0 0,0 –11,9 0,9 1,1 –9,9 0,0 –9,9
Gesamtperiodenergebnis 0,0 0,0 146,5 –11,9 0,9 1,1 136,6 0,4 137,0
Stand am
31. Dezember 2014
337,8 130,5 260,3 –17,3 –0,5 –8,8 702,0 0,7 702,7

KONZERNANHANG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2014

1 Informationen zum Unternehmen

Die Österreichische Post AG und ihre Tochtergesellschaften sind Logistik- und Dienstleistungsunternehmen im Brief- und Paketbereich. Zu den Geschäftsbereichen des Österreichischen Post Konzerns zählen die Erbringung von Leistungen des Brief- und Paketdienstes, Speziallogistik wie Kombifracht und Wertlogistik sowie die Abwicklung von Finanzdienstleistungen in Kooperation mit der BAWAG P.S.K. Zudem umfasst das Dienstleistungsangebot Fulfillment-Dienstleistungen, Daten- und Outputmanagement sowie Dokumentenerfassung, -digitalisierung und -veredelung.

Der Sitz der Österreichischen Post AG befindet sich in Wien, Österreich. Die Anschrift lautet Österreichische Post AG, Haidingergasse 1, 1030 Wien. Die Gesellschaft ist in das Firmenbuch beim Handelsgericht Wien zu FN 180219d eingetragen.

2 Grundlagen der Rechnungslegung

Die Erstellung des Konzernabschlusses der Österreichischen Post AG für das Geschäftsjahr 2014 erfolgte in Übereinstimmung mit den zum 31. Dezember 2014 vom International Accounting Standards Board (IASB) herausgegebenen International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union verpflichtend anzuwenden sind und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a (UGB).

Der Konzernabschluss der Österreichischen Post AG besteht aus der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Gesamtergebnisrechnung, der Konzern-Bilanz, dem Konzern-Cashflow-Statement, der Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals und dem Konzern-Anhang. Der Konzernabschluss wird in Euro aufgestellt. Alle Beträge sind, sofern nichts Anderes angeführt ist, in Millionen Euro (Mio EUR) angegeben. Bei der Summierung gerundeter Beträge und Prozentangaben können durch die Verwendung automatisierter Rechenhilfen Rundungsdifferenzen auftreten.

3 Änderungen in den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

3.1 Neuerungen in den International Financial Reporting Standards

3.1.1 Verpflichtend angewandte neue und geänderte Standard

Im Geschäftsjahr 2014 wurden folgende neue und geänderte Standards erstmals verpflichtend zur Anwendung gebracht:

Verpflichtend angewandte neue Standards Inkrafttreten EU1
IFRS 10 Konzernabschlüsse 01.01.2014
IFRS 11 Gemeinsame Vereinbarungen 01.01.2014
IFRS 12 Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen 01.01.2014
Verpflichtend angewandte geänderte Standards Inkrafttreten EU1
IFRS 10 – 12 Änderungen der Übergangsbestimmungen der IFRS 10, 11 und 12 01.01.2014
IFRS 10, 12, IAS 27 Investment Entities (Änderungen der IFRS 10 und 12 sowie IAS 27) 01.01.2014
IAS 27 Einzelabschlüsse 01.01.2014
IAS 28 Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen 01.01.2014
IAS 32 Finanzinstrumente: Darstellung – Saldierung von finanziellen Vermögenswerten
und finanziellen Verbindlichkeiten
01.01.2014
IAS 39 Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung – Novation von Derivaten und Fortsetzung
der Bilanzierung von Sicherungsgeschäften
01.01.2014

1 Anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem angegebenen Datum beginnen IFRS 10 – Konzernabschlüsse schafft eine einheitliche Definition für den Begriff der Beherrschung und damit eine einheitliche Grundlage für das Vorliegen einer Mutter-Tochter-Beziehung und die hiermit verbundene Abgrenzung des Konsolidierungskreises. Der neue Standard ersetzt die in IAS 27 enthaltenen Leitlinien über Beherrschung und Konsolidierung sowie SIC 12 Konsolidierung – Zweckgesellschaften. Das Kernprinzip, dass ein Konzernabschluss das Mutterunternehmen und seine Tochterunternehmen als ein einziges Unternehmen darstellt, bleibt ebenso unberührt wie die Konsolidierungsverfahren. Die Vorschriften für Einzelabschlüsse sind weiterhin in IAS 27 geregelt. Dieser neue Standard hat keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Österreichischen Post AG, da die Beurteilung der Beherrschung gemäß IFRS 10 keine Änderung der Einbeziehung der Tochterunternehmen in den Konzernabschluss zur Folge hat.

IFRS 11 – Gemeinsame Vereinbarungen regelt die Bilanzierung von Sachverhalten, in denen ein Unternehmen eine gemeinschaftliche Führung über ein Gemeinschaftsunternehmen ausübt. Der neue Standard ersetzt IAS 31 – Anteile an Gemeinschaftsunternehmen sowie SIC 13 – Gemeinschaftlich geführte Einheiten – nicht-monetäre Einlagen durch Partnerunternehmen. IFRS 11 stellt nicht mehr auf die rechtliche Form der gemeinsam beherrschten Tätigkeit, sondern auf die konkreten Rechte und Pflichten der beteiligten Parteien ab. Gemeinschaftsunternehmen sind stets nach der Equity-Methode zu bilanzieren. Dieser neue Standard hat keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Österreichischen Post AG, da die Equity-Methode für die Bilanzierung von Gemeinschaftsunternehmen bereits in Ausübung des Wahlrechtes gemäß IAS 31 angewendet wurde.

IFRS 12 – Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen legt die erforderlichen Angaben für Unternehmen fest, die in Übereinstimmung mit den beiden neuen Standards IFRS 10 und IFRS 11 bilanzieren. Weiters ersetzt der Standard die vormals in IAS 28 enthaltenen Angabepflichten. Dieser neue Standard führte zu zusätzlichen Angaben im Konzernabschluss der Österreichischen Post AG. Die Angaben zu den Finanzinformationen für nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen wurden an die Vorschriften des IFRS 12 angepasst (siehe Punkt 9.5).

3.1.2 Veröffentlichte, aber noch nicht angewandte Standards

Folgende Standards sind durch die Europäische Union anerkannt worden bzw. befinden sich im Anerkennungsprozess. Eine verpflichtende Anwendung ist jedoch erst für die Zukunft vorgesehen. Sofern nicht anders angegeben, ergeben sich aus der zukünftigen Anwendung dieser neuen und geänderten Standards voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Österreichischen Post AG:

Noch nicht angewandte neue Standards Endorsement EU Inkrafttreten EU1
IFRS 9 Finanzinstrumente geplant H2 2015 geplant 01.01.2018
IFRS 14 Preisregulierte Absatzgeschäfte noch zu entscheiden geplant 01.01.2016
IFRS 15 Umsatzrealisierung geplant Q2 2015 geplant 01.01.2017
IFRIC 21 Abgaben 13.06.2014 17.06.2014
Noch nicht angewandte geänderte Standards Endorsement EU Inkrafttreten EU1
IFRS 10, 12, Investment Entities: Anwendung der Ausnahme von der
IAS 28 Konsolidierungspflicht geplant Q4 2015 geplant 01.01.2016
IAS 1 Disclosure Initiative geplant Q4 2015 geplant 01.01.2016
IFRS 10, Veräußerung oder Einlage von Vermögenswerten an/in ein assoziiertes
IAS 28 Unternehmen oder ein Gemeinschaftsunternehmen verschoben geplant 01.01.2016
IAS 27 Equity Methode in separaten Abschlüssen geplant Q3 2015 geplant 01.01.2016
IAS 16, 41 Landwirtschaft: fruchttragende Gewächse geplant Q3 2015 geplant 01.01.2016
IAS 16, 38 Klarstellung zu zulässigen Abschreibungsmethoden geplant Q3 2015 geplant 01.01.2016
IFRS 11 Erwerb von Anteilen an gemeinschaftlichen Tätigkeiten geplant Q3 2015 geplant 01.01.2016
IAS 19 Leistungsorientierte Pläne: Arbeitnehmerbeiträge 17.12.2014 01.02.2015
Diverse Verbesserungen an den IFRS, Zyklus 2010–2012 17.12.2014 01.02.2015
Diverse Verbesserungen an den IFRS, Zyklus 2011–2013 18.12.2014 01.01.2015
Diverse Verbesserungen an den IFRS, Zyklus 2012–2014 geplant Q3 2015 geplant 01.01.2016

1 Anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem angegebenen Datum beginnen IFRS 9 – Finanzinstrumente enthält Vorschriften für den Ansatz und die Bewertung sowie die Ausbuchung und Sicherungsbilanzierung. Die bisher unter IAS 39 Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung vorgenommene Bilanzierung von Finanzinstrumenten kann nunmehr vollständig durch die Bilanzierung nach IFRS 9 ersetzt werden.

Zielsetzung des IFRS 14 – Preisregulierte Absatzgeschäfte ist es, die Vergleichbarkeit von Abschlüssen solcher Unternehmen zu erhöhen, die preisregulierte Absatzgeschäfte erbringen und IFRS-Erstanwender sind.

Zielsetzung des IFRS 15 – Umsatzrealisierung ist es, eine Vielzahl der bisher in diversen Standards und Interpretationen enthaltenen Regelungen zusammenzuführen. Der Control Approach (Übergang der Kontrolle) zur Bestimmung des Zeitpunkts der Umsatzrealisierung ersetzt den bisherigen Risk and Reward Approach (Übertragung von Risiken und Chancen). Die geforderten Angaben werden erweitert. Die Auswirkungen der zukünftigen Anwendung dieses Standards auf den Konzernabschluss der Österreichischen Post AG sind derzeit in Überprüfung.

IFRIC 21 – Abgaben stellt klar, wann für gesetzliche Abgaben, die nicht in den Anwendungsbereich eines anderen IFRS fallen, Verpflichtungen zu passivieren sind. Häufigster Anwendungsfall ist die Bankenabgabe.

Die Änderungen an IFRS 10, IFRS 12 und IAS 28 dienen zur Klärung von Fragestellungen in Bezug auf die Anwendung der Ausnahme von der Konsolidierungspflicht nach IFRS 10, wenn das Mutterunternehmen die Definition einer "Investmentgesellschaft" erfüllt.

Die Änderungen an IAS 1 enthalten die Klarstellung, dass Anhangangaben nicht durch Aggregation oder unwesentliche Informationen verschleiert werden sollen. Des Weiteren erfolgt die Klarstellung, wie Anteile am sonstigen Ergebnis von Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, in der Gesamtergebnisrechnung darzustellen sind. Die Reihenfolge der Angaben soll nicht mehr nach einer bestimmten Reihenfolge, sondern in Erwägung von Verständlichkeit und Vergleichbarkeit erfolgen.

Durch die Änderungen des IFRS 10 und des IAS 28 wird eine Inkonsistenz zwischen den Standards, insbesondere betreffend die Erfassung von Gewinnen und Verlusten aus der Veräußerung (bzw. Einbringung) von Vermögenswerten an ein assoziiertes Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen, beseitigt.

Mit der Änderung des IAS 27 – Einzelabschlüsse wird die Equity-Methode als Bilanzierungsoption für Anteile an anderen Unternehmen in separaten Abschlüssen wieder zugelassen.

Die Änderungen an IAS 16 – Sachanlagen und IAS 38 – Immaterielle Vermögenswerte stellen klar, dass umsatzbasierte Abschreibungsmethoden für Sachanlagen nicht und für immaterielle Vermögenswerte lediglich in bestimmten Ausnahmefällen zulässig sind.

Die Änderung des IFRS 11 – Gemeinsame Vereinbarungen regelt die Bilanzierung eines Erwerbs von Anteilen an einer gemeinschaftlichen Tätigkeit, die einen Geschäftsbetrieb im Sinn des IFRS 3 – Unternehmenszusammenschlüsse darstellt. In solchen Fällen soll der Erwerber die Grundsätze für die Bilanzierung von Unternehmenszusammenschlüssen nach IFRS 3 anwenden. Zudem greifen auch in diesen Fällen die Angabepflichten des IFRS 3.

Die Änderung des IAS 19 – Leistungsorientierte Pläne stellt klar, dass Arbeitnehmerbeiträge nach wie vor in der Periode von dem Dienstzeitaufwand abgezogen werden können, in der die entsprechende Dienstzeit erbracht wurde, wenn der Betrag der Beiträge unabhängig von der Anzahl der Dienstjahre ist.

3.2 Änderungen in der Darstellung des Konzernabschlusses und Anpassung der Vorjahreszahlen

3.2.1 Darstellung der Konzernbilanz

Zum besseren Verständnis der Vermögens- und Finanzlage des Unternehmens werden folgende Ausweisänderungen vorgenommen.

Ertragsteuererstattungsansprüche und Ertragsteuerverbindlichkeiten

Der Österreichische Post Konzern weist bestehende Ertragsteuerschulden als Ertragsteuerverbindlichkeiten und nicht wie bisher als Rückstellungen aus. Gleichzeitig werden bisher mit Ertragsteuerverbindlichkeiten saldierte Ertragsteuererstattungsansprüche in einem separaten Bilanzposten ausgewiesen. Dadurch ergeben sich folgende Umgliederungen in der Konzernbilanz:

Mio EUR 01.01.2013 31.12.2013 31.12.2014
Ertragsteuererstattungsansprüche 1,5 5,8 5,8
Kurzfristiges Vermögen 1,5 5,8 5,8
Aktiva 1,5 5,8 5,8
Ertragsteuerrückstellungen –11,9 –14,7 –32,6
Ertragsteuerverbindlichkeiten 1,3 7,3 19,3
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
und sonstige Verbindlichkeiten
12,1 13,2 19,1
Kurzfristige Schulden 1,5 5,8 5,8
Passiva 1,5 5,8 5,8

Erhaltene Vorauszahlungen

Erhaltene Vorauszahlungen aus dem Verkauf von Wertzeichen und Freistempelguthaben werden als Abgrenzungsposten unter den sonstigen Verbindlichkeiten und nicht mehr unter den Rückstellungen ausgewiesen. Auf Grund der hohen Eintrittswahrscheinlichkeit ist der Ausweis dieser Verpflichtung zur Erbringung einer Beförderungsleistung unter den sonstigen Verbindlichkeiten vorzuziehen. Zusätzlich werden Umsatzabgrenzungen für fakturierte aber noch nicht erbrachte Leistungen nun direkt von den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abgesetzt.

Die Auswirkungen der Umgliederungen auf die Bilanz stellen sich wie folgt dar:

Mio EUR 01.01.2013 31.12.2013 31.12.2014
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen –7,7 –7,2 –7,7
Kurzfristiges Vermögen –7,7 –7,2 –7,7
Aktiva –7,7 –7,2 –7,7
Rückstellungen –21,6 –22,9 –23,1
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige
Verbindlichkeiten
14,0 15,7 15,4
Kurzfristige Schulden –7,7 –7,2 –7,7
Passiva –7,7 –7,2 –7,7

Die Auswirkungen der Umgliederungen in der Bilanz auf den Konzern-Cashflow sind wie folgt:

Mio EUR 2013 2014
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen –0,5 0,5
Rückstellungen –1,3 –0,2
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 1,8 –0,4
Cashflow aus Geschäftstätigkeit 0,0 0,0

Darstellung des Eigenkapitals

Die Rücklagen aus der Marktbewertung von Finanzinstrumenten, der Neubewertung von leistungsorientierten Verpflichtungen und der Währungsumrechnung werden zu dem Posten Andere Rücklagen zusammengefasst. Das Periodenergebnis wird in der Position Gewinnrücklagen dargestellt. Dadurch ergeben sich folgende Anpassungen in den Gewinnrücklagen:

Stand 1. Jänner 2013 +123,2 Mio EUR
Stand 31. Dezember 2013 +123,2 Mio EUR

Sämtliche Darstellungsänderungen haben keine Auswirkungen auf die Gesamthöhe des Konzern-Eigenkapitals.

3.2.2 Kapitalflussrechnung

In der bisherigen Darstellung des Konzern-Cashflow-Statements wurden unbare Veränderungen, also sämtlicher Rückstellungen mit einer Fristigkeit größer als ein Jahr im Cashflow aus dem Ergebnis bereinigt. Unbare Veränderungen der jeweiligen kurzfristigen Anteile wurden im Cashflow aus der Geschäftstätigkeit berücksichtigt. Dies führt bei Rückstellungen, die von ihrer Art her insgesamt als langfristig zu betrachten sind, zu Verschiebungen zwischen diesen beiden Ergebniszeilen, welche die betriebswirtschaftliche Aussagekraft mindern. Gleiches gilt für Restrukturierungsrückstellungen. Zukünftig werden unbare Veränderungen von Rückstellungen die von ihrer Art her insgesamt als langfristig zu betrachten sind sowie Rückstellungen für Restrukturierungen vollständig im Cashflow aus dem Ergebnis unter dem Posten Rückstellungen unbar bereinigt. Dies betrifft insbesondere die Rückstellung für Pensionen, Abfertigungen und Jubiläumsgelder sowie die Rückstellung für Unterauslastung. Zusätzlich werden betragsmäßig unwesentliche Posten (Ergebnis aus Anlagenverkäufen, Zinsergebnis und Währungsumrechnung) unter den sonstigen zahlungsunwirksamen Vorgängen zusammengefasst.

Durch diese Änderung ergaben sich folgende Umgliederungen in der Kapitalflussrechnung des Konzerns:

2013
Mio EUR
2014
Langfristige Rückstellungen
–36,3
–39,9
Rückstellungen unbar
41,7
68,7
Ergebnis aus Anlagenverkäufen
3,4
64,0
Zinsergebnis
0,8
2,0
Währungsumrechnung
0,3
0,3
Sonstige zahlungsunwirksame Vorgänge
–4,5
–66,4
Cashflow aus dem Ergebnis
5,4
28,8
Kurzfristige Rückstellungen
38,5
8,9
Rückstellungen
–43,8
–37,7
Cashflow aus Geschäftstätigkeit
0,0
0,0

3.2.3 Segmentberichterstattung

Die bisher in den Umsatzerlösen mit Dritten (vormals Außenumsatz) enthaltenen segmentübergreifenden Leistungsbeziehungen zwischen Tochtergesellschaften untereinander bzw. mit der Österreichischen Post AG werden nunmehr in dem Posten Umsatzerlöse mit anderen Segmenten gezeigt. Dementsprechend werden in dem Posten Umsatzerlöse mit Dritten nur mehr Umsätze ausgewiesen, die mit Unternehmen außerhalb des Konsolidierungskreises getätigt werden. Durch die Änderung ergaben sich folgende Verschiebungen innerhalb der Umsatzerlöse:

Geschäftsjahr 2013
Mio EUR
Brief, Werbepost
& Filialen
Paket &
Logistik
Corporate Konsolidierung Konzern
Umsatzerlöse mit Dritten –0,5 –1,8 –5,3 7,5 0,0
Umsatzerlöse mit anderen Segmenten 0,5 1,8 5,3 –7,5 0,0
Umsatzerlöse gesamt 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Geschäftsjahr 2014
Mio EUR
Brief, Werbepost
& Filialen
Paket &
Logistik
Corporate Konsolidierung Konzern
Umsatzerlöse mit Dritten –0,5 –2,2 –2,4 5,1 0,0
Umsatzerlöse mit anderen Segmenten 0,5 2,2 2,4 –5,1 0,0
Umsatzerlöse gesamt 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0

4 Konsolidierungskreis

4.1 Konsolidierungsgrundsätze

In den Konzernabschluss werden alle Unternehmen, die unter der Beherrschung der Österreichischen Post AG stehen (Tochterunternehmen), im Wege der Vollkonsolidierung einbezogen. Die Einbeziehung beginnt mit dem Zeitpunkt des Erlangens der Beherrschung und endet mit deren Wegfall. Die erstmalige Einbeziehung in den Konzernabschluss erfolgt im Erwerbsfall unter Verwendung der Erwerbsmethode nach IFRS 3. Nach der Erwerbsmethode entsprechen die Anschaffungskosten des Erwerbes dem beizulegenden Zeitwert der übertragenen Gegenleistung (z. B. Zahlungsmittel, sonstige Vermögenswerte, bedingte Gegenleistungen, Eigenkapitalinstrumente), die den Zeitwerten der erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden gegenübergestellt werden. Positive Unterschiedsbeträge aus der Gegenüberstellung werden als Geschäfts- oder Firmenwert erfasst, negative Unterschiedsbeträge werden sofort ergebniswirksam erfasst. Anschaffungsnebenkosten werden nicht angesetzt, sondern ergebniswirksam erfasst.

Gemeinschaftsunternehmen nach IFRS 11 sowie Unternehmen, auf die ein maßgeblicher Einfluss ausgeübt wird (assoziierte Unternehmen), werden nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen. Bei der Equity-Methode werden die Anteile zunächst mit den Anschaffungskosten angesetzt und in der Folge um die anteiligen Eigenkapitalveränderungen der Unternehmen erhöht bzw. vermindert. Negative Eigenkapitalveränderungen werden über die fortgeschriebenen Anschaffungskosten hinaus gegen langfristige sonstige Anteile (z. B. Darlehen) erfasst, sofern diese nach ihrem wirtschaftlichen Gehalt Teil der Nettoinvestition in das assoziierte Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen sind.

Alle konzerninternen Vermögenswerte, Schulden und Eigenkapital sowie Erträge und Aufwendungen im Zusammenhang mit Geschäftsvorfällen zwischen Konzernunternehmen werden im Rahmen der Konsolidierung eliminiert.

4.2 Änderungen im Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss sind neben der Österreichischen Post AG 24 inländische (31.12.2013: 27) und 31 ausländische (31.12.2013: 29) Tochterunternehmen einbezogen, bei denen der Österreichischen Post AG unmittelbar oder mittelbar die Mehrheit der Stimmrechte zusteht. Weiters werden drei inländische (31.12.2013: drei) und vier ausländische (31.12.2013: vier) Unternehmen nach der Equity-Methode bilanziert.

Im Jahr 2014 haben folgende Änderungen im Konsolidierungskreis sowie Unternehmenszusammenschlüsse im Österreichischen Post Konzern stattgefunden:

Name der Gesellschaft Anteil am Kapital Transaktions Erläuterung
von auf zeitpunkt
Brief, Werbepost & Filialen
M&BM Express OOD 51,0% 76,0% 01.04.2014 Anteilserhöhung
Paket & Logistik
trans-o-flex Netzwerk zwei GmbH 0,0% 100,0% 16.05.2014 Gründung
trans-o-flex Fuhrpark GmbH1 0,0% 100,0% 16.05.2014 Gründung
Geschäftsbetrieb von 3 Distributionsgesellschaften 01.06.2014 Übernahme
Geschäftsbetrieb
Österreichische Post AG (trans-o-flex Austria GmbH)2 100,0% 0,0% 15.08.2014 Verschmelzung
Geschäftsbetrieb von 2 Distributionsgesellschaften 01.10.2014 Übernahme
Geschäftsbetrieb
Corporate
Neutorgasse 7 Projektentwicklungs AG & Co OG 0,0% 100,0% 08.05.2014 Gründung
PDG Post Dienstleistungs Gesellschaft mbH
(PS Postservicegesellschaft m.b.H.)2
100,0% 0,0% 05.07.2014 Verschmelzung
ADELHEID GmbH 44,4% 45,4% 08.08.2014 Anteilserhöhung
Österreichische Post AG
(PDG Post Dienstleistungs Gesellschaft mbH)2
100,0% 0,0% 14.08.2014 Verschmelzung
Postgasse 8 Entwicklungs AG & Co OG 100,0% 0,0% 22.12.2014 Verkauf

1 Umfimierung per 3. Dezember 2014. Davor trans-o-flex Netzwerk drei GmbH.

2 Die in Klammer angeführten Konzernunternehmen wurden auf die zuerst genannten Konzernunternehmen verschmolzen und sind somit nicht mehr im Konsolidierungskreis vorhanden.

Brief, Werbepost & Filialen

M&BM Express OOD

Mit 1. April 2014 wurde die Option auf den Erwerb von weiteren 25% der Anteile an der M&BM Express OOD, Sofia, ausgeübt und die Anteile für eine Gegenleistung in bar von 4,0 Mio EUR erworben. Der Anteil erhöhte sich damit von 51% auf 76%. Der um Dividendenzahlungen bzw. die Periodenergebnisse fortgeschriebene Saldo der identifizierbaren Vermögenswerte und übernommenen Schulden betrug zum 1. April 2014 2,6 Mio EUR. Das zu diesem Zeitpunkt auf die zusätzlich erworbenen Anteile entfallene Nettovermögen betrug somit 0,7 Mio EUR. Gemäß IFRS 10 sind Transaktionen, die zu einer Änderung der Beteiligungsquote, jedoch zu keinem Verlust der Beherrschung führen, als Eigenkapitaltransaktionen zu erfassen. Entsprechend erfasste der Österreichische Post Konzern eine Verringerung der Anteile ohne beherrschenden Einfluss von 0,7 Mio EUR und eine Reduktion der Gewinnrücklagen von 3,3 Mio EUR.

Nachstehend sind die Entwicklung des Saldos der identifizierbaren Vermögenswerte und übernommenen Schulden der M&BM Express OOD und die Auswirkung der Änderungen der Beteiligungsquote auf den Konzernanteil der M&BM Express OOD zusammengefasst:

Mio EUR Konzernanteil Nicht
beherrschende
Anteile
Gesamt
Stand am 1. Jänner 2014 2,4 2,3 4,6
Periodenergebnis 0,2 0,2 0,3
Ausschüttung –1,0 –1,3 –2,3
Stand am 1. April 2014 1,5 1,1 2,6
Erhöhung des Konzernanteils 0,7 –0,7 0,0
Periodenergebnis 0,6 0,2 0,8
Stand am 31. Dezember 2014 2,8 0,7 3,5

Paket & Logistik

Geschäftsbetrieb von fünf Distributionsgesellschaften

Der Österreichische Post Konzern hat im Geschäftsjahr 2014 den Geschäftsbetrieb von insgesamt fünf Distributionsgesellschaften in Deutschland jeweils im Wege der operativen Übernahme übernommen. Drei dieser Gesellschaften bildeten die sogenannte "Spekker Gruppe" (Distributions GmbH-11, Seevetal bei Hamburg, Distributions GmbH-1, Groß Ippener bei Bremen und Distributions GmbH Neumünster, Neumünster), die mit 1. Juni 2014 übernommen wurde. Die weiteren zwei Gesellschaften bildeten die so genannte "Lehner Gruppe" (Distributions GmbH Dettingen – 48, Dettingen, und Distributions GmbH Offenburg – 43, Appenweier), die mit 1. Oktober 2014 übernommen wurden. Im Zuge des Erwerbes wurden im Wesentlichen jeweils nur die Mitarbeiter sowie bestehende Kundenbeziehungen übernommen. Bei den übernommenen Geschäftsbetrieben handelt es sich nach Einschätzung des Managements um Geschäftsbetriebe im Sinn des IFRS 3, womit der Erwerb als Unternehmenszusammenschluss einzustufen ist. Sowohl die Spekker als auch die Lehner Gruppe gehörten zu den wesentlichen Distributionspartnern der trans-o-flex Gruppe und bedienten über ihre Standorte den Wirtschaftsraum Hamburg/Bremen/Neumünster (Spekker) bzw. Dettingen/Offenburg (Lehner). Der Erwerb ermöglicht die Optimierung der operativen Kosten und die Nutzung von Synergien zwischen den Logistikstandorten der trans-o-flex Gruppe.

Die Darstellung des Erwerbes erfolgt im Folgenden aggregiert für alle fünf Geschäftsbetriebe.

Die vorläufigen beizulegenden Zeitwerte der identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden der Geschäftsbetriebe der fünf Distributionsgesellschaften stellen sich zum Erwerbszeitpunkt wie folgt dar:

Mio EUR Beizulegende
Zeitwerte
Langfristiges Vermögen
Kundenbeziehungen 0,8
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 0,1
Langfristige Schulden
Rückstellungen und Verbindlichkeiten 0,0
Latente Steuerverbindlichkeiten –0,2
Kurzfristige Schulden
Rückstellungen und Verbindlichkeiten –0,6
Saldo der identifizierbaren Vermögenswerte und übernommenen Schulden 0,1
Mio EUR Beizulegende
Zeitwerte
Ermittlung des Geschäfts- oder Firmenwertes
Saldo der identifizierbaren Vermögenswerte und übernommenen Schulden –0,1
Gesamtbetrag der übertragenen Gegenleistung 0,7
davon finanzielle Verbindlichkeiten (bedingte Restkaufpreisverbindlichkeit) 0,3
davon sonstige übertragene Gegenleistungen 0,5
Geschäfts- oder Firmenwert 0,6
Aufgliederung des Zahlungsmittelab-/zuflusses
Gesamtbetrag der übertragenen Gegenleistung –0,7
Restkaufpreisverbindlichkeit 0,3
nicht zahlungswirksame Gegenleistungen 0,5
Tatsächlicher Zahlungsmittelab-/zufluss 0,0

Die bedingte Kaufpreiszahlung ist abhängig von der reibungslosen Übergabe des operativen Geschäftsbetriebs und beträgt maximal 0,3 Mio EUR. Die erworbenen Geschäftsbetriebe haben seit dem Erwerbszeitpunkt 3,1 Mio EUR zu den Umsatzerlösen und –1,8 Mio EUR zum Periodenergebnis des Österreichischen Post Konzerns beigetragen. Hätte der Unternehmenszusammenschluss zu Jahresbeginn stattgefunden, hätte sich der Beitrag zu den Umsatzerlösen auf 5,5 Mio EUR und zum Periodenergebnis auf –2,4 Mio EUR belaufen. Der in Höhe von 0,6 Mio EUR angesetzte Firmenwert umfasst die oben angesprochenen erwarteten Synergien aus der Einbindung der Geschäftsbetriebe in die trans-o-flex Gruppe.

Erwerb von vier Distributionsgesellschaften im Jahr 2013

Ende 2013 wurden jeweils 100% der Anteile an vier Distributionsgesellschaften der trans-o-flex Gruppe erworben (sogenannte "Rhein-Ruhr Gruppe"). Der Gesamtbetrag der übertragenen Gegenleistung enthielt eine bedingte Kaufpreisverbindlichkeit in Höhe von 0,2 Mio EUR, von der bis zum 31. Dezember 2014 0,1 Mio EUR bezahlt wurden.

trans-o-flex Fuhrpark GmbH

Die Gesellschaft wurde am 16. Mai 2014 gegründet und ist bislang nicht operativ tätig geworden.

Corporate

Neutorgasse 7 Projektentwicklungs AG & Co OG

In Vorbereitung der geplanten Verwertung der Liegenschaft Neutorgasse 7, Wien, wurde mit der Neutorgasse 7 Projektentwicklungs AG & Co OG am 8. Mai 2014 eine Projektgesellschaft gegründet, in welche die Liegenschaft im Wege einer Sacheinlage eingebracht wurde. Die Gesellschaft wird ab diesem Datum als Tochterunternehmen in den Konzernabschluss einbezogen.

ADELHEID GmbH/AEP GmbH

Per 8. August 2014 hat der Österreichische Post Konzern seinen Anteil an dem assoziierten Unternehmen ADELHEID GmbH, Berlin, mittels Kapitalerhöhung von 44,4% auf 45,4% erhöht. Der Buchwert der nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligung erhöhte sich dadurch um 1,5 Mio EUR. Die ADELHEID GmbH ist 100%-Gesellschafter der AEP GmbH, Alzenau, Deutschland, die unter der Geschäftsbezeichnung "AEP Direkt" Apotheken in ganz Deutschland mit Pharmaprodukten beliefert.

Postgasse 8 Entwicklungs AG & Co OG

Mit Stichtag 22. Dezember 2014 wurden die Anteile an der Postgasse 8 Entwicklungs AG & Co OG verkauft und die Gesellschaft aufgrund des damit einhergehenden Verlustes der Beherrschung mit diesem Datum entkonsolidiert. Zur Darstellung der abgehenden Vermögenswerte und Schulden sowie des Abgangserfolges verweisen wir auf Punkt 9.10 Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte.

5 Währungsumrechnung

Die Berichtswährung des Österreichischen Post Konzerns ist der Euro. Die in ausländischer Währung erstellten Jahresabschlüsse der Konzernunternehmen werden gemäß IAS 21 nach dem Konzept der funktionalen Währung in Euro umgerechnet. Die funktionale Währung bestimmt sich nach dem primären wirtschaftlichen Umfeld, in dem die Unternehmen hauptsächlich Zahlungsmittel erwirtschaften und verwenden. Die funktionale Währung für Konzerngesellschaften in Österreich und aus Ländern der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion ist der Euro. Für die übrigen Unternehmen ist die funktionale Währung die jeweilige lokale Währung.

Fremdwährungstransaktionen in der funktionalen Währung

Die Konzerngesellschaften erfassen in ihren Abschlüssen Geschäftsfälle in der funktionalen Währung mit dem Kurs zum Transaktionszeitpunkt. Die Folgebewertung monetärer Posten erfolgt mit dem am Bilanzstichtag gültigen Devisenreferenzkurs der Europäischen Zentralbank. Kursgewinne und -verluste werden ergebniswirksam erfasst.

Umrechnung eines ausländischen Geschäftsbetriebes

Für die Umrechnung der Abschlüsse von Tochterunternehmen sowie von nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmen, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, wird die modifizierte Stichtagskursmethode angewendet. Alle Bilanzposten mit Ausnahme des Eigenkapitals werden mit dem zum Bilanzstichtag gültigen Devisenreferenzkurs der Europäischen Zentralbank umgerechnet, die Eigenkapitalposten mit dem historischem Anschaffungs- oder Entstehungskurs. Aufwendungen und Erträge werden mit den durchschnittlichen Devisenreferenzkursen des Geschäftsjahres umgerechnet. Die hieraus entstehenden Währungsumrechnungsdifferenzen werden ergebnisneutral direkt im Eigenkapital erfasst.

Die der Währungsumrechnung zugrunde gelegten Wechselkurse haben sich im Verhältnis zum Euro wie folgt verändert:

1 EUR Devisenreferenzkurs am
Bilanzstichtag
Jahresdurchschnittskurs
31.12.2013 31.12.2014 2013 2014
Bosnische konvertible Mark 1,9558 1,9558 1,9558 1,9558
Bulgarischer Lew 1,9558 1,9558 1,9558 1,9558
Kroatische Kuna 7,6265 7,6580 7,5786 7,6344
Polnischer Zloty 4,1543 4,2732 4,1975 4,1843
Rumänischer Leu 4,4710 4,4828 4,4190 4,4437
Serbischer Dinar 114,6421 120,9583 113,1098 117,3882
Tschechische Krone 27,4270 27,7350 25,9797 27,5359
Türkische Lira 2,9605 2,8320 2,5335 2,9065
Ungarischer Forint 297,0400 315,5400 296,8730 308,7061

6 Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Den Jahresabschlüssen der in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen liegen einheitliche Bilanzierungsund Bewertungsmethoden zugrunde. Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfolgt nach dem Grundsatz historischer Anschaffungs- und Herstellungskosten, mit der Ausnahme einzelner Posten, die mit ihrem beizulegenden Zeitwert auszuweisen sind. Der Bilanzstichtag aller Tochterunternehmen ist der 31. Dezember 2014.

6.1 Ertragsrealisierung

Die Erfassung von Umsatzerlösen erfolgt dann, wenn die Leistung erbracht wurde, die maßgeblichen Chancen und Risiken auf den Käufer übergegangen sind, die Höhe der Erträge zuverlässig ermittelbar ist und der wirtschaftliche Nutzen dem Konzern wahrscheinlich zufließen wird. Für am Bilanzstichtag noch nicht ausgelieferte Aufträge werden entsprechende Umsatzabgrenzungen vorgenommen. Wertzeichen und Freistempelerlöse, für die von der Österreichischen Post AG noch keine Gegenleistungen erbracht wurden, werden ebenfalls abgegrenzt. Umsatzerlöse werden um allfällige Erlösschmälerungen gekürzt und ohne Umsatzsteuer sowie nach Eliminierung konzerninterner Transaktionen ausgewiesen.

6.2 Ertragsteuern

Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt nach der Balance-Sheet-Liability-Methode für alle temporären Differenzen zwischen dem Buchwert laut IFRS-Konzernabschluss und den korrespondierenden steuerlichen Werten. Aktive latente Steuern werden angesetzt, wenn es wahrscheinlich ist, dass der enthaltene Steuervorteil realisierbar ist. Der Ansatz von aktiven latenten Steuern auf steuerliche Verlustvorträge erfolgt in dem Umfang, in dem es wahrscheinlich ist, dass in absehbarer Zeit steuerpflichtiges Einkommen zur Verfügung steht. Keine Berücksichtigung von latenten Steuern erfolgt bei Unterschiedsbeträgen aus steuerlich nicht absetzbaren Geschäfts- oder Firmenwerten und mit Beteiligungen zusammenhängenden temporären Unterschieden, da die Ansatzkriterien des IAS 12 nicht erfüllt waren.

Die latenten Steuern werden auf Basis der Steuersätze ermittelt, die in den einzelnen Ländern zum Bilanzstichtag gelten oder für den Zeitpunkt bereits beschlossen sind, in dem die latenten Steueransprüche und -schulden realisiert werden. Für österreichische Konzernunternehmen wurde zur Ermittlung der Steuerabgrenzungen ein Körperschaftsteuersatz von 25% angewendet.

Land Steuersatz Land Steuersatz
Belgien 34,0% Polen 19,0%
Bosnien und Herzegowina 10,0% Rumänien 16,0%
Bulgarien 10,0% Serbien 15,0%
Deutschland 28,1%–33,5% Slowakei 22,0%
Kroatien 20,0% Ungarn 10,0%
Montenegro 9,0%

Die nachfolgende Tabelle zeigt die für ausländische Gesellschaften bei der Berechnung der latenten Ertragsteuern angewendeten Steuersätze:

6.3 Ergebnis je Aktie

Das Ergebnis je Aktie wird ermittelt, indem der auf die Aktionäre der Österreichischen Post AG entfallende Anteil am Periodenergebnis durch den gewichteten Durchschnitt der im Geschäftsjahr im Umlauf befindlichen Aktien dividiert wird. Während einer Periode neu ausgegebene oder zurückgekaufte Aktien werden zeitanteilig für den Zeitraum, in dem sie sich im Umlauf befinden, berücksichtigt. Für die Berechnung des verwässerten Ergebnisses je Aktie wird die durchschnittliche Aktienanzahl durch Hinzurechnung von Aktien, für die eine Herausgabe ohne Gegenleistung angenommen wird, erhöht. Das Periodenergebnis wird entsprechend um verwässernde Effekte bereinigt.

Eine Verwässerung des Ergebnisses je Aktie kann sich potenziell aufgrund des aktienbasierten Vergütungsprogramms der Österreichischen Post AG ergeben. Nachdem die teilnehmenden Vorstände für die Auszahlung in bar optiert haben und im Jahr 2014 auch für die teilnehmenden Führungskräfte der Ausgleich in bar festgelegt wurde, ergeben sich aus den derzeit laufenden Programmen keine Verwässerungseffekte.

6.4 Geschäfts- oder Firmenwerte und Allokation auf zahlungsmittelgenerierende Einheiten (ZGE)

Geschäfts- oder Firmenwerte werden zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungen bewertet. Geschäftsoder Firmenwerte aus dem Erwerb eines ausländischen Geschäftsbetriebes werden in dessen funktionaler Währung geführt und zum Stichtagskurs umgerechnet. Wertminderungen werden nach den unter Punkt 6.9 Wertminderungen IAS 36 beschriebenen Grundsätzen vorgenommen. Wertaufholungen sind unzulässig. Geschäfts- oder Firmenwerte sind jeweils zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (ZGE) zugeordnet. ZGE werden durch die Zusammenfassung von Vermögenswerten auf der niedrigsten Ebene gebildet, auf der unabhängig von anderen Vermögenswerten Cashflows erzielt werden. Die niedrigste Ebene entspricht in der Österreichischen Post im Regelfall einzelnen operativen Gesellschaften bzw. Gruppen von operativen Gesellschaften. In Einzelfällen erfolgt die Zuordnung auf der Ebene von Geschäftsfeldern innerhalb einer operativen Gesellschaft.

6.5 Immaterielle Vermögenswerte

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte werden mit ihren Anschaffungskosten angesetzt und entsprechend ihrer wirtschaftlichen Nutzungsdauer oder Vertragsdauer von drei bis zehn Jahren linear abgeschrieben. Bei Markenrechten wird grundsätzlich von einer unbegrenzten Nutzungsdauer ausgegangen, da ein Ende der wirtschaftlichen Nutzung nicht abzusehen ist. Immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern jährlich einem Wertminderungstest unterzogen.

Liegen Anhaltspunkte für eine Wertminderung vor, werden immaterielle Vermögenswerte gemäß den in Punkt 6.9 Wertminderung IAS 36 angeführten Grundsätzen auf Werthaltigkeit geprüft.

6.6 Sachanlagen

Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, bewertet. Die Abschreibungssätze richten sich nach der erwarteten wirtschaftlichen Nutzungsdauer.

Die planmäßigen Abschreibungen werden linear unter Zugrundelegung folgender konzerneinheitlicher Nutzungsdauern berechnet:

Nutzungsdauer Jahre
Gebäude bis zu 50
Technische Anlagen und Maschinen 5–10
Fuhrpark 2–8
IT-technische Ausstattung 3–5
Sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung 5–20

Liegen Anhaltspunkte für eine Wertminderung vor, werden Sachanlagen gemäß den in Punkt 6.9 Wertminderung IAS 36 angeführten Grundsätzen auf Werthaltigkeit geprüft.

6.7 Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes nach IFRS 13

Die Ermittlung von beizulegenden Zeitwerten erfolgt in der Österreichischen Post nach den Grundsätzen des IFRS 13. Nach diesem Standard wird der beizulegende Zeitwert als der Preis definiert, der in einem geordneten Geschäftsvorfall zwischen den Marktteilnehmern am Bemessungsstichtag für den Verkauf eines Vermögenswertes bzw. für die Übertragung einer Schuld gezahlt würde. In diesem Zusammenhang sind von dem Unternehmen unter anderem die folgenden Punkte festzulegen: die Bestimmung der Vermögenswerte bzw. Schulden, die Gegenstand der Bewertung sind; bei nicht-finanziellen Vermögenswerten die Bewertungsprämisse (Annahme der höchsten und besten Verwendung); der für den Vermögenswert oder die Schuld vorrangige (oder vorteilhafteste) Markt; die (abhängig von den zur Verfügung stehenden Daten) sachgerechte Bewertungstechnik; die Stufe in der Bemessungshierarchie, der diese Daten (Inputfaktoren) zugewiesen wurden.

Abhängig davon, inwieweit die verwendeten Inputfaktoren auf einem aktiven Markt beobachtbar sind oder nicht, werden sie in die Stufen 1 bis 3 (sogenannte Fair-Value-Hierarchie) eingeteilt: Stufe-1-Inputfaktoren sind in aktiven Märkten für identische Vermögenswerte oder Schulden notierte (nicht berichtigte) Preise. Stufe-2-Inputfaktoren sind andere als die auf Stufe 1 genannten Marktpreisnotierungen, die für den Vermögenswert oder die Schuld entweder unmittelbar oder mittelbar zu beobachten sind, und beinhalten z. B. Preisnotierungen für ähnliche Vermögenswerte oder Schulden auf aktiven oder nicht aktiven Märkten oder andere Inputfaktoren als Preisnotierungen, die für den Vermögenswert oder die Schuld beobachtet werden können (Zinssätze und -kurven, implizite Volatilitäten, Credit Spreads). Stufe-3-Inputfaktoren sind nicht beobachtbare Daten. Abhängig vom Vermögenswert und der zur Verfügung stehenden Inputdaten kommen in der Österreichischen Post sowohl marktbasierte als auch kostenbasierte und einkommensbasierte Ansätze zur Anwendung. Dabei wird der Verwendung beobachtbarer Inputfaktoren höchste Priorität eingeräumt.

6.8 Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien (Investment Property)

Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien umfassen jene Immobilien, die zur Erzielung von Mieteinnahmen und/oder zum Zweck von Wertsteigerungen gehalten werden und gesondert veräußert werden könnten. Bei einem betrieblich genutzten Anteil erfolgt eine dem prozentuellen Ausmaß der Nutzung entsprechende Zuordnung. Der Ansatz und die Bewertung der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien erfolgen nach der Anschaffungskostenmethode. Die planmäßigen Abschreibungen werden linear unter Zugrundelegung einer Nutzungsdauer von 20 bis 50 Jahren vorgenommen.

Die Ermittlung der im Anhang angegebenen beizulegenden Zeitwerte der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien wurde von Experten der Österreichischen Post AG sowie von externen Sachverständigen nach den Vorgaben des IFRS 13 vorgenommen. Die Bewertung erfolgt vorrangig auf Basis von einkommensbasierten Ansätzen (insbesondere Barwerttechniken). Im Regelfall wird das Ertragswertverfahren und bei komplexeren Objekten das Discounted-Cashflow-Verfahren angewendet. Dabei handelt es sich um Stufe-3-Bewertungen im Sinn von IFRS 13 (Fair-Value-Hierarchie). Die verwendeten Inputfaktoren umfassen insbesondere objektbezogene Planungsdaten, Zinsstrukturkurven und Marktrenditen. Für unbebaute Grundstücke werden auch marktbasierte Ansätze (insbesondere Vergleichswertverfahren) herangezogen. Dabei handelt es sich um Stufe-2-Bewertungen im Sinn von IFRS 13. Die verwendeten Inputfaktoren umfassen insbesondere Preisinformationen aus Vergleichstransaktionen in aktiven Märkten.

6.9 Wertminderung IAS 36

Zu jedem Bilanzstichtag wird geprüft, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung der Buchwerte von immateriellen Vermögenswerten, Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien vorliegen. Liegen derartige Anhaltspunkte vor, wird ein Werthaltigkeitstest durchgeführt. Bei immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer sowie bei Geschäfts- oder Firmenwerten wird zusätzlich unabhängig davon, ob derartige Hinweise vorliegen, einmal jährlich ein Wertminderungstest durchgeführt.

Bei Geschäfts- oder Firmenwerten sowie einzelnen Vermögenswerten, für die der erzielbare Betrag nicht gesondert ermittelt werden kann, erfolgt der Wertminderungstest auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (ZGE). Im Rahmen der Werthaltigkeitstests wird der erzielbare Betrag des einzelnen Vermögenswerts oder der ZGE ermittelt und mit dem jeweiligen Buchwert verglichen. Der erzielbare Betrag entspricht dem höheren Betrag aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Verkaufskosten und Nutzungswert. Werden die erzielbaren Beträge unter Verwendung kapitalwertorientierter Verfahren ermittelt, werden als Abzinsungssatz die gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten (Weighted Average Cost of Capital) unter Anwendung des Capital Asset Pricing Model (CAPM) verwendet. Zur Abbildung von Länder-, Währungsund Preisrisiken werden entsprechende Zuschläge im Abzinsungssatz berücksichtigt. Sofern die Mittelzuflüsse in Fremdwährung erfolgen, wird der erzielbare Betrag in Fremdwährung ermittelt und anschließend mit dem Stichtagskurs in Euro umgerechnet.

Ist der Buchwert höher als der erzielbare Betrag, erfolgt eine Wertminderung. Bei Wegfall der Gründe für eine Wertminderung erfolgt, ausgenommen bei Geschäfts- oder Firmenwerten, eine Wertaufholung. Der infolge der Zuschreibung erhöhte Buchwert darf dabei die fortgeführten Anschaffungs- und Herstellungskosten nicht überschreiten. Die Wertminderungen und Wertaufholungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung unter den Abschreibungen erfasst.

6.10 Wertminderung von nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen

Zu jedem Bilanzstichtag wird geprüft, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung für Nettoinvestitionen in assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen im Sinn von IAS 39 vorliegen. Liegen derartige Anhaltspunkte vor, wird ein Werthaltigkeitstest durchgeführt. Liegt der Buchwert der Nettoinvestition unter dem erzielbaren Betrag, wird eine Wertminderung erfasst. Steigt der erzielbare Betrag in Folge wieder an, erfolgt eine Wertaufholung bis maximal in Höhe der ursprünglichen Wertminderung. Der auf den Buchwert der Anteile entfallende Teil der Wertminderung wird unter dem Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen ausgewiesen. Der Ausweis von Wertminderungen von Buchwerten anderer Elemente der Nettoinvestition ist abhängig von der Art dieser Elemente.

6.11 Finanzierungsleasing

Gehen bei geleasten Vermögenswerten alle mit dem Eigentum verbundenen wesentlichen Risiken und Chancen aus dem Leasinggegenstand auf die Österreichische Post über (Finanzierungsleasing gemäß IAS 17), so werden diese zum beizulegenden Zeitwert des Vermögenswerts oder zum niedrigeren Barwert der künftigen Mindestleasingzahlungen im langfristigen Vermögen aktiviert. Die planmäßigen Abschreibungen erfolgen über die wirtschaftliche Nutzungsdauer oder, wenn kürzer, über die Laufzeit des Leasingvertrags. Die aus den Leasingverträgen resultierenden Zahlungsverpflichtungen sind unter den Finanzverbindlichkeiten passiviert.

6.12 Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten

Im Österreichischen Post Konzern werden finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in folgende Klassen gemäß IFRS 7 eingeteilt: Wertpapiere, Strategische und andere Anteile, Derivative Finanzinstrumente, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Andere finanzielle Verbindlichkeiten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten. Diese finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden den IAS 39-Kategorien "Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet", "Zur Veräußerung verfügbar", "Kredite und Forderungen" sowie "Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet" zugeordnet.

Finanzielle Vermögenswerte der Kategorie "Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet" werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Realisierte sowie unrealisierte Bewertungsgewinne und -verluste werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Finanzielle Vermögenswerte der Kategorie "Zur Veräußerung verfügbar" werden zum beizulegenden Zeitwert bilanziert. Unrealisierte Gewinne und Verluste werden bis zur Realisierung unter Berücksichtigung latenter Steuern gesondert im sonstigen Ergebnis ausgewiesen. Zu jedem Bilanzstichtag werden die Buchwerte der zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte daraufhin untersucht, ob objektive Anzeichen für eine Wertminderung vorliegen. Wertminderungen werden ergebniswirksam erfasst. Ein Wegfall des Wertminderungsgrundes wird bei Eigenkapitalinstrumenten ergebnisneutral und bei Fremdkapitalinstrumenten ergebniswirksam erfasst. Käufe und Verkäufe werden am Erfüllungstag, d. h. am Valutatag, gebucht. Finanzielle Vermögenswerte, für die kein geregelter Markt existiert und deren beizulegender Zeitwert auch durch Bewertungsmethoden nicht zuverlässig ermittelt werden kann, werden zu Anschaffungskosten bewertet. Etwaige Wertminderungen dürfen in diesem Fall generell nicht rückgängig gemacht werden.

Finanzielle Vermögenswerte der Kategorie "Kredite und Forderungen" werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Dabei erfolgt die Bewertung bei Zugang mit dem beizulegenden Zeitwert. Ein allenfalls bestehender Unterschied zwischen diesem Wert und dem Tilgungsbetrag (z. B. bei unverzinslichen oder vom Marktniveau abweichenden Zinsen) wird nach der Effektivzinsmethode periodengerecht abgegrenzt und im Finanzergebnis ausgewiesen. Liegen Anzeichen für eine Wertminderung vor, wird eine ergebniswirksame Wertberichtigung bis auf den Barwert der erwarteten zukünftigen Cashflows vorgenommen. Im Österreichischen Post Konzern wird der Anteil der uneinbringlichen Forderungen unter Berücksichtigung der Kunden- und Marktstruktur auf Basis einer Fälligkeitsanalyse ermittelt. Zudem werden Wertminderungen dann erfasst, wenn aufgrund objektiver Hinweise nicht mit der Einbringlichkeit der Forderung zu rechnen ist. Wertberichtigungen werden grundsätzlich über ein Wertberichtigungskonto gebucht. Bei Wegfall der Gründe für die Wertberichtigung erfolgt eine Wertaufholung bis zu den Anschaffungskosten.

Finanzielle Verbindlichkeiten der Kategorie "Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet" werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Die Verbindlichkeiten werden bei Zuzählung in Höhe des tatsächlich zugeflossenen Betrags abzüglich Transaktionskosten und zu-/abzüglich eines Agios/Disagios erfasst. Bei Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten wird der Unterschied zwischen dem erhaltenen Betrag und dem Rückzahlungsbetrag über die Laufzeit nach der Effektivzinsmethode verteilt und im Finanzergebnis erfasst.

6.13 Derivative Finanzinstrumente

Derivative Finanzinstrumente sind der IAS 39-Kategorie "Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet" zugeordnet und werden bei Zugang sowie in den Folgeperioden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Zum Zeitpunkt des Zuganges wird im Regelfall der Kaufpreis als bestmögliche Annäherung an den Fair Value als Anschaffungskosten angesetzt. Unrealisierte Bewertungsgewinne und -verluste aus derivativen Finanzinstrumenten werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Vereinzelt werden im Österreichischen Post Konzern zur Begrenzung und Steuerung von Zins-, Währungs- und Preisrisiken derivative Finanzinstrumente eingesetzt. Im Geschäftsjahr 2014 wurden keine derartigen Geschäfte abgeschlossen. Weiters wurden im Zusammenhang mit dem Erwerb von Unternehmensanteilen zukünftig ausübbare Rechte auf den Erwerb von weiteren Anteilen erworben (Call-Optionen), die nach IAS 39 als derivative Finanzinstrumente einzustufen sind. Zum 31. Dezember 2014 bestehen derartige Rechte nur im Zusammenhang mit dem Erwerb der Aras Kargo a.s.

Derivative Instrumente deren Ausgleich unmittelbar in bar erfolgt, werden unter den Posten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen bzw. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten ausgewiesen. Derivative Finanzinstrumente im Zusammenhang mit dem Erwerb von Unternehmensanteilen werden unter den Anderen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesen.

6.14 Vorräte

Die Bewertung der Vorräte erfolgt mit dem niedrigeren Betrag aus Anschaffungskosten und Nettoveräußerungswert am Bilanzstichtag. Die Bestandswertermittlung wird nach dem gleitenden Durchschnittspreisverfahren durchgeführt. Wertminderungen aufgrund von Veralterung oder mangelnder Gängigkeit werden bei Ermittlung des Nettoveräußerungswerts berücksichtigt.

6.15 Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte

Langfristige Vermögenswerte werden als zur Veräußerung gehalten klassifiziert, wenn der zugehörige Buchwert überwiegend durch ein Veräußerungsgeschäft und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert wird. Diese Bedingung wird nur dann als erfüllt angesehen, wenn die Veräußerung höchstwahrscheinlich ist und der langfristige Vermögenswert in seiner jetzigen Beschaffenheit für einen sofortigen Verkauf verfügbar ist. Eine Veräußerung ist dann höchstwahrscheinlich, wenn die zuständige Managementebene einen Plan für den Verkauf des Vermögenswerts beschlossen hat und mit der Suche nach einem Käufer und der Durchführung des Plans aktiv begonnen wurde und zudem davon ausgegangen werden kann, dass der Veräußerungsvorgang innerhalb eines Jahres nach einer solchen Klassifizierung abgeschlossen wird.

Langfristige Vermögenswerte, die als zur Veräußerung gehalten klassifiziert sind, werden mit dem niedrigeren Betrag aus ihrem Buchwert und dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bewertet.

6.16 Rückstellungen für Abfertigungen, Pensionen und Jubiläumsgelder

Rückstellungen für Abfertigungen

Abfertigungsrückstellungen werden für gesetzliche Ansprüche von Angestellten gebildet. Abfertigungsansprüche haben Mitarbeiter österreichischer Konzerngesellschaften im Fall der Erreichung des Pensionsantrittsalters sowie bei der Beendigung des Dienstverhältnisses durch den Dienstgeber. Die Höhe der Ansprüche ist von der Anzahl der Dienstjahre und dem bei Abfertigungsanfall maßgeblichen Bezug abhängig. Beamte haben grundsätzlich keinen Anspruch auf Abfertigungszahlungen. Die Berechnung erfolgt nach versicherungsmathematischen Grundsätzen nach der Methode der laufenden Einmalprämien (Projected Unit Credit Method).

Für Angestellte in österreichischen Konzerngesellschaften, deren Dienstverhältnis erst nach dem 31. Dezember 2002 begonnen hat, werden die Abfertigungsverpflichtungen durch die laufende Entrichtung entsprechender Beiträge an die Mitarbeitervorsorgekasse abgegolten. Darüber hinaus besteht für den Österreichischen Post Konzern keine weitere Verpflichtung.

Rückstellungen für Pensionen

Die Versorgungsverpflichtungen des Österreichischen Post Konzerns umfassen sowohl beitragsorientierte als auch leistungsorientierte Versorgungssysteme.

Gegenüber Beamten bestehen keine Pensionszusagen. Pensionsleistungen für Beamte werden grundsätzlich durch die Republik Österreich erbracht. Aufgrund gesetzlicher Bestimmungen ist der Österreichische Post Konzern verpflichtet, Pensionsdeckungsbeiträge an die Republik Österreich zu entrichten. Die Beiträge betragen (einschließlich der von den Beamten selbst zu tragenden Beiträge) seit dem 1. Oktober 2005 je nach Alter und Beitragsgrundlage zwischen 15,8% und 28,3% der Vergütungen an aktive Beamte und werden im Personalaufwand ausgewiesen.

Für Mitglieder des Vorstands werden Beiträge an eine Pensionskasse entrichtet.

Für leistungsorientierte Pensionszusagen an Mitarbeiter des Österreichischen Post Konzerns erfolgt die Berechnung der Rückstellungen nach der Methode der laufenden Einmalprämien (Projected Unit Credit Method).

Rückstellungen für Jubiläumsgelder

Im Österreichischen Post Konzern bestehen zum Teil Verpflichtungen gegenüber Angestellten und Beamten, nach Erreichen eines bestimmten Dienstalters Jubiläumsgelder auszuzahlen.

In Österreich erfolgen Auszahlungen im Fall einer 25-jährigen Dienstzugehörigkeit in Höhe von zwei Monatsgehältern und im Fall einer 40-jährigen Dienstzugehörigkeit in Höhe von vier Monatsgehältern. Bestimmten Mitarbeitern, die zum Zeitpunkt des gesetzlichen Pensionsantrittsalters mindestens 35 Dienstjahre aufweisen, wird ebenfalls ein Jubiläumsgeld von vier Monatsgehältern ausgezahlt. Für Mitarbeiter, die dem Kollektivvertrag für Bedienstete der Österreichischen Post AG gemäß § 19 Abs. 3 Poststrukturgesetz (PTSG), Erster Teil unterliegen (gültig ab 1. August 2009), erfolgen Auszahlungen im Fall einer 20-jährigen Dienstzugehörigkeit in Höhe von einem Monatsgehalt, bei 25-jähriger Dienstzugehörigkeit in Höhe von eineinhalb Monatsgehältern, bei 35-jähriger Dienstzugehörigkeit in Höhe von zweieinhalb Monatsgehältern und bei 40-jähriger Dienstzugehörigkeit in Höhe von dreieinhalb Monatsgehältern. Für Mitarbeiter, die dem Zweiten Teil dieses Kollektivvertrags unterliegen, werden keine Jubiläumsgelder ausgezahlt.

Jubiläumsgeldrückstellungen werden analog zu den Rückstellungen für Abfertigungen und Pensionen nach der Methode der laufenden Einmalprämien (Projected Unit Credit Method) ermittelt.

Versicherungsmathematische Parameter

Im Zuge der regelmäßigen Überprüfung und zur Gewährleistung der bestmöglichen Schätzung der versicherungsmathematischen Parameter für die Abfertigungs-, Pensions- und Jubiläumsgeldrückstellungen hat der Post Konzern im Geschäftsjahr 2014 für die Berechnung dieser Rückstellungen unternehmensspezifische Parameter zugrunde gelegt, die nach einheitlichen Konzernvorgaben ermittelt wurden.

Folgende Parameter sind in die Berechnung der Abfertigungs-, Pensions- und Jubiläumsgeldrückstellungen zum 31. Dezember 2013 und 2014 eingeflossen:

Abfertigungen Pensionen Jubiläumsgelder
2013 2014 2013 2014 2013 2014
Rechnungszinssatz 3,5% 2% 3,5% 1,88% 3,5% 2%
Gehaltssteigerung / Rentendynamik 3,5% 3% 2% 1,75% 3,5% 3%
Fluktuationsabschlag (gestaffelt) 2%–8% 0,5%–1,75% 0% 0% 2%–8% 6,75%–23%

corporate governance konzernlagebericht service Konzernabschluss | KONZERNANHANG

Pensionsantrittsalter 2013 2014
Weibliche Angestellte 60–67 60–67
Männliche Angestellte 65–67 65–67
Beamte 65–65 65–65

Die gewichtete durchschnittliche Laufzeit der definierten Leistungsverpflichtung (Duration) beträgt für Abfertigungen 15 Jahre (2013: 16 Jahre), für Pensionen 13 Jahre (2013: 12 Jahre) und für Jubiläumsgelder 14 Jahre (2013: 14 Jahre).

Zur Ermittlung des für die Abzinsung anzuwendenden Zinssatzes wird von einem Index für erstrangige, festverzinsliche Industrieanleihen (Mercer Pension Discount Yield Curve) ausgegangen und daraus der relevante Zinssatz gemäß der Fristigkeit (Duration) der einzelnen Verpflichtungen abgeleitet. Im Vorjahr wurde hingegen der Rechnungszinssatz anhand der durchschnittlichen Duration der gesamten Verpflichtungen ermittelt. Aufgrund der derzeit international niedrigen Zinslandschaft sind die verwendeten Diskontierungssätze im Vergleich zu dem im Vorjahr vorgegebenen einheitlichen Rechnungszinssatz gesunken.

Die zur Anwendung kommenden Gehaltssteigerungen erfolgen aus der Ableitung von zukünftig erwarteten Lohn- und Gehaltssteigerungen. Diese basieren auf der Durchschnittsbetrachtung der vergangenen Jahre sowie auf den zukünftig erwarteten Gehaltssteigerungen. Die Ermittlung erfolgte für jede Rückstellung individuell unter Beachtung der gesetzlichen und kollektivvertraglichen Vorgaben, wie z. B. die Biennalsprünge bei Beamten.

Der Fluktuationsabschlag wurde basierend auf der Durchschnittsbetrachtung der vergangenen Jahre bestimmt.

Die Auswirkungen von geänderten versicherungsmathematischen Parametern führen zu versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten, die für Abfertigungs- und Pensionsrückstellungen im sonstigen Ergebnis und für Jubiläumsgeldrückstellungen im Personalaufwand ausgewiesen werden. Die Effekte aus den Änderungen des Zinssatzes sowie der zukünftigen Gehaltsteigerungen sind in den versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten aus der Veränderung finanzieller Annahmen enthalten. Die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste aus der Veränderung demografischer Annahmen enthalten die Auswirkungen aus der Anpassung der Fluktuationsabschläge. Die Überleitung der Barwerte der einzelnen Verpflichtungen ist unter Punkt 9.12.1. dargestellt.

Der Zinsaufwand aus den Abfertigungs-, Pensions- und Jubiläumsgeldrückstellungen wird im Finanzergebnis gezeigt. Alle übrigen Veränderungen werden im Personalaufwand erfasst.

6.17 Rückstellungen für Unterauslastung

Rückstellungen für Unterauslastung werden für künftige Personalaufwendungen von unkündbaren Mitarbeitern (vor allem beamtete Mitarbeiter) gebildet, die im Rahmen des laufenden Post-internen Organisationsprozesses zur Anpassung an die sich ändernden Marktbedingungen ihren Arbeitsplatz verlieren und im Unternehmen nicht mehr oder nur mehr in einem untergeordneten Ausmaß zur Leistungserbringung eingesetzt werden können. Bei diesen Dienstverhältnissen handelt es sich um belastende Verträge im Sinn des IAS 37, bei denen die unvermeidbaren Kosten zur Erfüllung der vertraglichen Verpflichtungen höher sind als der erwartete wirtschaftliche Nutzen. Die Berechnung des Rückstellungsbetrags erfolgt als Barwert der bis zur Pensionierung der jeweiligen Mitarbeiter anfallenden Aufwendungen unter Ansatz eines durchschnittlichen Unterauslastungsgrades sowie unter Berücksichtigung eines Fluktuationsabschlags. Sofern unkündbare Mitarbeiter mangels Einsatzmöglichkeit im Unternehmen zu nicht kostendeckenden Konditionen an externe Unternehmen verleast werden, erfolgt die Ermittlung der Rückstellung unter Ansatz der prozentuellen Kostenunterdeckung. Sämtliche Parameter werden laufend evaluiert und an sich ändernde Verhältnisse angepasst.

Für beamtete Mitarbeiter, die sich in einem Verfahren zur Versetzung in den Ruhestand wegen Dienstunfähigkeit befinden, werden für noch zu erbringende Leistungen Vorsorgen gebildet. Die Ermittlung der Rückstellung erfolgt als Barwert der noch zu erbringenden Leistungen für den Zeitraum der erwarteten durchschnittlichen Verfahrensdauern.

Der Barwert der einzelnen Rückstellungen wird unter Ansatz eines Abzinsungssatzes und der erwarteten Gehaltssteigerung ermittelt. Der Zinsaufwand wird im Personalaufwand erfasst. Die Berechnung der Parameter erfolgt entsprechend der unter Punkt 6.16 beschriebenen Vorgangsweise.

Folgende Parameter wurden bei der Berechnung der Rückstellungen zugrunde gelegt:

2013 2014
3,5% 0,75%–1,5%
3,5% 2,75%

Die Änderung der Parameter führte zu einem negativen Bewertungseffekt von 19,4 Mio EUR, der in der Gewinn- und Verlustrechnung unter den Personalaufwendungen erfasst wurde.

Die Rückstellung für Unterauslastung enthält weiters Vorsorgen für Mitarbeiter, die sich im Programm zum möglichen Ressortwechsel in verschiedene Bundesministerien befinden. Im Oktober 2013 wurde eine entsprechende Rahmenvereinbarung mit dem Bund zum möglichen Ressortwechsel von Post-Mitarbeitern in verschiedene Bundesministerien abgeschlossen. Dabei werden Ansprüche für Mitarbeiter, die einem Wechsel bereits zugestimmt haben, für einen bestimmten festgelegten Zeitraum übernommen und entsprechend rückgestellt.

6.18 Sonstige Rückstellungen

Unter den sonstigen Rückstellungen werden gemäß IAS 37 rechtliche oder faktische Verpflichtungen gegenüber Dritten ausgewiesen, die auf zurückliegenden Ereignissen beruhen, bei denen es wahrscheinlich ist, dass sie zu einem Abfluss von Ressourcen führen werden, und bei denen eine verlässliche Schätzung der Höhe der Verpflichtung möglich ist. Die Rückstellungen werden mit jenen Werten angesetzt, die zum Zeitpunkt der Erstellung des Jahresabschlusses nach bester Schätzung ermittelt werden können. Ist eine vernünftige Schätzung des Betrags nicht möglich, unterbleibt die Bildung einer Rückstellung. Unterscheidet sich der auf Basis eines marktüblichen Zinssatzes ermittelte Barwert der Rückstellung wesentlich vom geschätzten Zahlungsbetrag, wird der Barwert der Verpflichtung angesetzt.

Rückstellungen für belastende Verträge werden berücksichtigt, wenn die unvermeidbaren Kosten zur Erfüllung der vertraglichen Verpflichtung höher sind als der erwartete wirtschaftliche Nutzen.

Restrukturierungsrückstellungen werden gemäß IAS 37 angesetzt, wenn ein ausreichend detaillierter, formaler Plan vorliegt und mit den Restrukturierungsmaßnahmen bereits begonnen oder der Plan bereits vor dem Bilanzstichtag kommuniziert wurde.

6.19 Aktienbasierte Vergütungsprogramme

Im Jahr 2009 hat der Aufsichtsrat der Österreichischen Post AG die Einführung eines aktienbasierten Vergütungsprogrammes genehmigt. In den Geschäftsjahren 2010 bis 2014 wurden jeweils entsprechende Vergütungsprogramme für Vorstandsmitglieder und Führungskräfte realisiert (Long-Term-Incentive-Programme). Bei diesen Programmen handelt es sich um ein aktienbasiertes und performanceorientiertes Entlohnungsmodell, dessen Tranchen sich über eine dreijährige Laufzeit (Performancezeitraum) erstrecken und das ein einmaliges Eigeninvestment als grundsätzliche Teilnahmebedingung vorsieht. Der Performance Zeitraum erstreckt sich jeweils vom 1. Jänner des Jahres der Auflage der jeweiligen Tranche bis zum 31. Dezember des drittfolgenden Jahres.

Von den aktiven und ehemaligen Vorstandsmitgliedern nehmen zum 31.12.2014 die Herren Dipl.-Ing. Dr. Georg Pölzl, Dipl.-Ing. Walter Hitziger, Dipl.-Ing. Peter Umundum und Dipl.-Ing. Walter Oblin an den Vergütungsprogrammen drei bis fünf und Herr Mag. Dr. Rudolf Jettmar am Vergütungsprogramm drei teil.

Die für das Eigeninvestment nötige Anzahl an Aktien der Österreichischen Post AG bei Programmbeginn ergibt sich für die Mitglieder des Vorstands als definierter Prozentsatz des Bruttofixgehaltes, dividiert durch den Referenzkurs des vierten Quartals des jeweiligen Vorjahres. Das Eigeninvestment der Führungskräfte orientiert sich an der gewählten Investmentkategorie gemäß Teilnahmebedingungen. Die für die bestehenden aktienbasierten Vergütungsprogramme nötigen Eigeninvestments betragen zum 31. Dezember 2014 für die Mitglieder des Vorstands insgesamt 56.806 Aktien, für die teilnehmenden Führungskräfte 187.633 Aktien. Das Eigeninvestment ist jeweils bis zum Ende des nächstfolgenden Jahres nach Ablauf des Performancezeitraums ununterbrochen zu halten.

Die Entlohnung erfolgt auf Basis von sogenannten Bonusaktien als rechnerische Größe und hängt vom Ausmaß der Zielerreichung der definierten Performance Indikatoren (Earnings per Share, Free Cashflow und Total Shareholder Return) ab. Die Zielgrößen für die Performance Indikatoren werden jeweils zu Beginn der einzelnen Tranchen festgelegt, wobei die einzelnen Teilziele gleich gewichtet sind. Die Zielerreichung wird über einen dreijährigen Performancezeitraum ermittelt. Die Gesamtbonifikation richtet sich nach der Gesamtzielerreichung aus obigen Parametern sowie der Kursentwicklung der Aktie der Österreichischen Post AG. Die Gesamtbonifikation der Mitglieder des Vorstands sowie der teilnehmenden Führungskräfte ist begrenzt. Vorstände haben eine Obergrenze von 225% jener Bonifikation, die bei 100% Gesamtzielerreichung vorgesehen ist. Führungskräfte haben eine Obergrenze je nach Tranche aufgrund der maximalen Zielerreichung zwischen 125% oder 225% bzw. in Abhängigkeit von ihrem individuellen Jahresbruttofixgehalt.

Die aktuell erwartete Anzahl der Bonusaktien (rechnerische Größe) verteilt sich zu den jeweiligen Stichtagen auf die einzelnen Tranchen wie folgt:

31.12.2014
2.340
458.776
378.975
233.463
1.073.554

Die Auszahlung der Bonusaktien kann grundsätzlich entweder in Form von Aktien der Österreichischen Post AG oder in bar erfolgen. Nachdem der Vorstand für sich einheitlich die Ausschüttung der Bonifikation in bar gewählt hat und für die Führungskräfte die Auszahlung der Bonifikation in bar beschlossen wurde, besteht gegenwärtig keine Verpflichtung zum Ausgleich in Eigenkapitalinstrumenten. Die Bilanzierung erfolgt entsprechend als anteilsbasierte Vergütungen mit Barausgleich.

Die erworbenen Dienstleistungen und die entstandene Schuld werden, aliquot zum Ausmaß der bisherigen Leistungserbringung mit dem beizulegenden Zeitwert der Schuld erfasst. Bis zur Begleichung der Schuld ist der beizulegende Zeitwert zu jedem Berichtsstichtag und am Erfüllungstag neu zu bestimmen. Alle Änderungen des beizulegenden Zeitwertes werden ergebniswirksam unter den Personalaufwendungen erfasst. Der beizulegende Zeitwert der Schuld wurde mittels eines Modells ermittelt, in dem die Performance Indikatoren und der Umfang der bisher von den Mitarbeitern erbrachten Leistungen berücksichtigt werden. Im Sinn des IFRS 13 handelt es sich hierbei um einen einkommensbasierten Ansatz (Barwerttechnik), bei dem die erwartete Zielerreichung (Basis Unternehmensplanung), die Mitarbeiterfluktuation und eine Abschätzung des zukünftigen Aktienkurses Verwendung finden. Im Sinn der Fair-Value-Hierarchie sind die verwendeten Daten als Stufe-3-Inputfaktoren einzustufen.

Der beizulegende Zeitwert der Schuld wird unter den Rückstellungen ausgewiesen und verteilt sich zu den jeweiligen Stichtagen auf die einzelnen Tranchen wie folgt:

Mio EUR
31.12.2013
31.12.2014
Buchwert der Rückstellung
Tranche 2
10,2
0,0
Tranche 3
7,0
11,7
Tranche 4
2,5
7,8
Tranche 5
0,0
3,3
19,7 22,8

Der in der jeweiligen Berichtsperiode erfasste Gesamtaufwand für anteilsbasierte Vergütungen verteilt sich auf die einzelnen Tranchen wie folgt:

Mio EUR 2013 2014
Gesamtaufwand
Tranche 2 3,5 0,0
Tranche 3 4,5 4,6
Tranche 4 2,5 5,3
Tranche 5 0,0 3,3
10,5 13,2

Im Geschäftsjahr 2014 erfolgte die Auszahlung der Tranche 2 in Höhe von 10,0 Mio EUR zur Gänze in bar.

7 Ermessensbeurteilungen und zukunftsbezogene Annahmen

Die Erstellung des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den IFRS erfordert bei der Anwendung der Bilanzierungsund Bewertungsmethoden Ermessensbeurteilungen sowie die Festlegung von Annahmen über zukünftige Entwicklungen durch die Unternehmensleitung, die den Ansatz und den Wert der Vermögenswerte und Schulden, die Angabe von sonstigen Verpflichtungen zum Bilanzstichtag und den Ausweis von Erträgen und Aufwendungen des Geschäftsjahres wesentlich beeinflussen. Insbesondere bei folgenden Annahmen und Schätzungen besteht ein Risiko, dass es in zukünftigen Geschäftsjahren zu einer Anpassung von Vermögenswerten und Schulden kommen kann:

7.1 Rückstellungen für Abfertigungen, Pensionen und Jubiläumsgelder

Der Bewertung der bestehenden Abfertigungs-, Pensions- und Jubiläumsgeldrückstellungen (Buchwert 31.12.2014: 199,1 Mio EUR; 31.12.2013: 181,8 Mio EUR) liegen Annahmen zum Rechnungszinssatz, zum Pensionsantrittsalter, zur Lebenserwartung, zu Fluktuationsraten und zu künftigen Gehaltserhöhungen zugrunde.

Eine Änderung des Rechnungszinssatzes um +/–1 Prozentpunkt, eine Änderung der Gehaltssteigerung/Rentendynamik um +/–1 Prozentpunkt sowie eine Änderung des Fluktuationsabschlages um +/–1 Prozentpunkt hätte bei Gleichbleiben aller übrigen Parameter folgende Auswirkungen auf die Höhe der in der Tabelle angeführten Rückstellungen:

Mio EUR Rechnungszinssatz Gehaltssteigerung/ Rentendynamik Fluktuationsabschlag
–1%-Punkt +1%-Punkt –1%-Punkt +1%-Punkt –1%-Punkt +1%-Punkt
Abfertigungen 15,0 –14,7 –14,5 14,4 0,5 –1,1
Pensionen 0,4 –0,3 –0,3 0,3 0,0 0,0
Jubiläumsgelder 8,3 –7,4 –7,3 8,0 0,5 –1,5

7.2 Rückstellungen für Unterauslastung

Zur Bewertung der Rückstellungen für Unterauslastung einzelner Organisationseinheiten (Buchwert 31.12.2014: 194,3 Mio EUR; 31.12.2013: 213,3 Mio EUR) werden Annahmen über Unterauslastungsgrad, Rechnungszinssatz, Gehaltssteigerungen und Fluktuationsabschlag der betroffenen Mitarbeiter getroffen.

Eine Änderung des durchschnittlichen Unterauslastungsgrades und Fluktuationsabschlags um jeweils +/–10 Prozentpunkte bzw. eine Änderung des Rechnungszinssatzes oder der Gehaltssteigerungen um jeweils +/–1 Prozentpunkt hätte bei Gleichbleiben aller anderen Parameter folgende Auswirkungen auf die Höhe der Rückstellungen:

Mio EUR Unterauslastungs-
grad
Rechnungs-
zinssatz
Gehalts-
steigerungen
Fluktuations-
abschlag
–10%-
Punkte
+10%-
Punkte
–1%-
Punkt
+1%-
Punkt
–1%-
Punkt
+1%-
Punkt
–10%-
Punkte
+10%-
Punkte
Unterauslastung –21,2 21,2 13,4 –12,0 –12,0 13,1 24,2 –24,2

7.3 Anrechnung von Vordienstzeiten für beamtete Mitarbeiter

Mit Entscheid vom 11. November 2014 (Rechtssache Schmitzer) hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) nach Vorlage durch den österreichischen Verwaltungsgerichtshof (VwGH) festgestellt, dass die im Jahr 2010 gesetzlich festgelegte Methodik zur Beseitigung der Altersdiskriminierungen im Gehaltssystem der Bundesbediensteten nicht geeignet ist, das Problem der Altersdiskriminierung zu lösen und das Gehaltssystem als solches damit weiterhin gegen das unionsrechtliche Verbot der Altersdiskriminierung verstößt. Diese Aussage des EuGH hätte zu einer rückwirkenden Neu-Gehaltseinstufung der betroffenen Mitarbeiter seitens der Österreichischen Post führen können, wobei für die zum 31. Dezember 2014 anhängigen Verfahren festzuhalten ist, dass der VwGH noch keine abschließende Entscheidung erlassen hat und zum Bilanzstichtag nicht fest stand, wie die Dienstbehörde das geltende nationale Recht konkret unionsrechtskonform auszulegen hatte, insbesondere ob die unionsrechtskonforme Auslegung zu höheren oder geringeren Gehaltsansprüchen führen würde. Vor diesem Hintergrund war zu prüfen, ob für die zum Abschlussstichtag 31. Dezember 2014 laufenden Verfahren infolge der Entscheidung des EuGH vom 11. November 2014 ein Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen wahrscheinlich war. In der Beurteilung der Frage, ob eine Verpflichtung besteht, sind sämtliche Hinweise inklusive von Ereignissen die nach dem Abschlussstichtag entstanden sind zu berücksichtigen.

Nachdem die Thematik der Anrechnung von Vordienstzeiten nicht nur die der Österreichischen Post AG zugeteilten Beamten sondern alle Beamten des Bundes betraf, hat der österreichische Nationalrat reagiert und bereits mit 21. Jänner 2015 eine umfassende Reform des Besoldungssystems des Bundes vorgenommen. Das entsprechende Bundesgesetz ist mit 12. Februar 2015 in Kraft getreten. Mit der nun vorliegenden Reform wird ein neues Gehaltssystem implementiert, das keinerlei Abhängigkeiten vom Lebensalter eines Beamten mehr enthält. Alle aktiven Beamten – so auch die der Österreichischen Post AG zugeteilten – werden in dieses neue System auf gesetzlicher Basis übergeleitet. Der Hauptkritikpunkt des EuGH, nämlich dass das Besoldungssystem der österreichischen Beamten die Diskriminierung auch zukünftig fortschreibe, ist aufgegriffen und umfassend beseitigt worden. Mit Inkrafttreten der Dienstrechtsreform wurde auch ausdrücklich bestimmt, dass jene Bestimmungen des zum 31. Dezember 2014 gültigen Gehaltsgesetzes, auf die die Beamten ihre Neuberechnung des Vorrückungsstichtages stützen, in früheren Fassungen in laufenden und künftigen Verfahren nicht mehr anzuwenden sind. Damit ergibt sich für die Österreichische Post, dass zum Abschlussstichtag 31. Dezember 2014 für die laufenden Anträge der aktiven Beamten kein Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen wahrscheinlich ist.

Für beamtete Mitarbeiter, die möglicherweise der beschlossenen Dienstrechtsreform nicht unterliegen, wurde für drohende Gehaltsnachzahlungen eine Rückstellung in Höhe von 5,3 Mio EUR gebildet.

7.4 Vermögenswerte und Schulden im Zusammenhang mit Unternehmenszusammenschlüssen

Im Rahmen von Unternehmenserwerben sind Schätzungen im Zusammenhang mit der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der identifizierbaren Vermögenswerte und übernommenen Schulden sowie möglicher bedingter Kaufpreisverbindlichkeiten erforderlich.

Für die erstmalige Bilanzierung von identifizierbaren Vermögenswerten und übernommenen Schulden werden alle verfügbaren Informationen über die Umstände zum Erwerbszeitpunkt herangezogen. Sofern die Informationen noch nicht vollständig vorliegen, werden vorläufige Beträge angegeben. Zusätzliche Informationen über Fakten und Umstände, die zum Erwerbszeitpunkt bestanden haben und innerhalb des Bewertungszeitraums (maximal ein Jahr) bekannt werden, führen zu einer rückwirkenden Berichtigung der vorläufig angesetzten Beträge. Änderungen aufgrund von Ereignissen nach dem Erwerbszeitpunkt führen nicht zu einer Berichtigung innerhalb des Bewertungszeitraums.

Immaterielle Vermögenswerte werden je nach Art des Vermögenswerts und der Verfügbarkeit der Informationen anhand einer geeigneten Bewertungsmethode ermittelt. Für Kundenbeziehungen und Markenrechte erfolgt dies im Regelfall auf Basis von ertragswertorientierten Verfahren (Income Approach). Beizulegende Zeitwerte von Grundstücken und Gebäuden werden in der Regel durch externe Experten oder Experten im Konzern ermittelt. Diese Bewertungen sind neben den Annahmen über die künftige Entwicklung der geschätzten Cashflows auch wesentlich von den verwendeten Abzinsungssätzen beeinflusst.

Analog zu den erworbenen Vermögenswerten und übernommenen Schulden werden auch für die erstmalige Bilanzierung bedingter Kaufpreisverbindlichkeiten alle verfügbaren Informationen über die Umstände zum Erwerbszeitpunkt herangezogen. Zusätzliche Informationen über Fakten und Umstände, die zum Erwerbszeitpunkt bestanden haben und innerhalb des Bewertungszeitraums bekannt werden, führen ebenfalls zu einer rückwirkenden Berichtigung der vorläufig angesetzten Beträge. Änderungen aufgrund von Ereignissen nach dem Erwerbszeitpunkt (wie die Erreichung eines angestrebten Ergebnisziels) werden nicht als Berichtigung innerhalb des Bewertungszeitraums behandelt, sondern führen zu einer ergebniswirksamen Anpassung der Kaufpreisverbindlichkeit.

7.5 Wertminderungen von immateriellen Vermögenswerten, Geschäfts- oder Firmenwerten und Sachanlagen

Die Beurteilung der Werthaltigkeit von immateriellen Vermögenswerten, Geschäfts- oder Firmenwerten und Sachanlagen basiert auf zukunftsbezogenen Annahmen. Die verwendeten Annahmen, die den Wertminderungstests von Firmenwerten zugrunde gelegt wurden, sowie die sich daraus ergebenden Sensitivitäten werden im Kapitel "Erläuterungen zur Bilanz" unter Punkt 9.1 Geschäfts- oder Firmenwerte erläutert.

7.6 Finanzinstrumente

Zur Beurteilung der Werthaltigkeit von Eigenkapitalinstrumenten, für die kein aktiver Markt vorhanden ist, werden alternative Bewertungsmethoden herangezogen (Ertragswertverfahren bzw. Multiple Verfahren), die mit Schätzunsicherheiten behaftet sind. So beruhen die in der Bewertung angesetzten Parameter teilweise auf zukunftsbezogenen Annahmen bzw. erfordert die Auswahl der geeigneten Peer Group Annahmen über deren Vergleichbarkeit. Sofern eine verlässliche Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts nicht möglich ist, erfolgt ein Ansatz zu fortgeführten Anschaffungskosten. Das Vorgehen wird im Kapitel "Sonstige Angaben" unter Punkt 10.2.4 Fair-Value-Hierarchie erläutert.

7.7 Ertragsteuern

Ansatz und Folgebewertung der tatsächlichen wie der latenten Steuern unterliegen Unsicherheiten aufgrund komplexer steuerlicher Vorschriften in unterschiedlichen nationalen Jurisdiktionen, die zudem laufenden Änderungen unterworfen sind. Das Management geht davon aus, eine vernünftige Einschätzung der steuerlichen Unsicherheiten getroffen zu haben. Aufgrund der bestehenden steuerlichen Unsicherheiten besteht jedoch das Risiko, dass Abweichungen zwischen den tatsächlichen Ergebnissen und den getroffenen Annahmen zu Auswirkungen auf die angesetzten Steuerverbindlichkeiten und latenten Steuern führen.

Latente Steueransprüche für bestehende steuerliche Verlustvorträge werden im Ausmaß der erwarteten tatsächlichen Nutzbarkeit angesetzt. Dem Ansatz liegen Planungsrechnungen des Managements über die Höhe des zu versteuernden Ergebnisses und der tatsächlichen Verwertungsmöglichkeit zugrunde, die Ermessensentscheidungen erfordern.

8 Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

8.1 Segmentberichterstattung

Allgemeine Informationen

Die Identifizierung berichtspflichtiger Segmente im Österreichischen Post Konzern erfolgt auf der Grundlage der Unterschiede zwischen Produkten und Dienstleistungen. Es wurden die berichtspflichtigen Segmente "Brief, Werbepost & Filialen", "Paket & Logistik" und "Corporate" bestimmt, die der divisionalen Organisationsstruktur des Österreichischen Post Konzerns entsprechen.

Brief, Werbepost & Filialen

Das Kerngeschäft der Division Brief, Werbepost & Filialen besteht in der Annahme, Sortierung und der direkten und hybriden Zustellung von Briefen, Werbesendungen und Printmedien. Die dazu benötigte Infrastruktur besteht aus Verteilzentren, Zustellbasen, Fahrzeugen sowie eigenbetriebenen Filialen und Post-Partnern.

Das Leistungsangebot umfasst drei Arten von Sendungen: Briefpost, Werbepost und Medienpost. Als Briefpost gelten herkömmliche, adressierte Briefe. Die Werbepost betrifft die Zustellung von adressierten und unadressierten Werbesendungen. Die Medienpost beinhaltet die adressierte und unadressierte Zustellung von Printmedien wie z. B. Zeitungen, Zeitschriften und Regionalmedien.

Das Leistungsangebot wird durch Adress- und Datenmanagement, Poststellenmanagement, Dokumenten-Scanning und Response Management ergänzt. Weiters werden im Filialnetz Finanzdienstleistungen in Kooperation mit der BAWAG P.S.K., ein breites Sortiment an Handelswaren und Produkte im Bereich der Philatelie angeboten.

Paket & Logistik

Das Kerngeschäft der Division Paket & Logistik besteht in der Annahme, Sortierung und Zustellung von Paketen und Expresssendungen. Die Beförderung von Paketen erfolgt über ein engmaschiges Distributionsnetz. Die dazu benötigte Infrastruktur besteht aus Zustellbasen, Verteil- und Lagerzentren sowie einem Fuhrpark. Das Leistungsangebot wird durch Speziallogistik wie Kombifracht, Pharma- und temperaturgeführte Logistik, Wertlogistik (Transport und Handling von Bargeld) sowie Kontraktlogistik- und Fulfillment-Dienstleistungen ergänzt.

Corporate

Das Kerngeschäft der Division Corporate besteht in der Erbringung von Dienstleistungen, wie sie typischerweise für Zwecke der Verwaltung eines Konzerns erbracht werden. Diese Dienstleistungen umfassen die Verwaltung der Konzernimmobilien, die Erbringung von IT-Support, Finanzierungs- und Verwaltungstätigkeiten sowie die Administration des Post-Arbeitsmarkts. Darüber hinaus beinhaltet Corporate Innovationsmanagement und die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle.

Konsolidierung

In der Spalte Konsolidierung wird die Eliminierung der Beziehungen zwischen den Segmenten vorgenommen. Weiters dient die Konsolidierung der Überleitung von Segmentgrößen auf Konzerngrößen.

Geschäftsjahr 2013
angepasst1
Mio EUR
Brief, Werbepost
& Filialen
Paket &
Logistik
Corporate Konsolidierung Konzern
Umsatzerlöse mit Dritten 1.510,3 855,6 0,9 0,0 2.366,8
Umsatzerlöse mit anderen Segmenten 75,1 9,4 186,2 –270,8 0,0
Umsatzerlöse gesamt 1.585,4 865,0 187,1 –270,8 2.366,8
Ergebnis aus nach der Equity-Methode
bilanzierten Finanzanlagen
–6,7 1,8 –1,6 0,0 –6,6
EBITDA 320,7 42,8 –58,9 –0,1 304,5
Abschreibungen 38,8 47,7 32,2 –0,2 118,5
davon Wertminderungen erfolgswirksam 8,1 27,0 0,0 0,0 35,1
EBIT 281,8 –4,9 –91,1 0,2 186,0
Sonstiges Finanzergebnis –14,8
Ergebnis vor Ertragsteuern 171,2
Segmentinvestitionen 38,7 18,6 41,6 –0,1 98,8

Informationen über den Gewinn oder Verlust

1 Anpassung aufgrund Ausweisänderung intrasegmentärer Umsatzerlöse – siehe Punkt 3.2

Informationen über den Gewinn oder Verlust

Geschäftsjahr 2014
Mio EUR
Brief, Werbepost
& Filialen
Paket &
Logistik
Corporate Konsolidierung Konzern
Umsatzerlöse mit Dritten 1.487,7 882,0 0,8 0,0 2.370,5
Umsatzerlöse mit anderen Segmenten 79,4 8,8 181,1 –269,3 0,0
Umsatzerlöse gesamt 1.567,1 890,8 181,9 –269,3 2.370,5
Ergebnis aus nach der Equity-Methode
bilanzierten Finanzanlagen
1,1 2,0 –3,2 0,0 –0,1
EBITDA 311,0 41,4 –18,6 0,0 333,8
Abschreibungen 41,0 60,9 35,3 –0,2 136,9
davon Wertminderungen erfolgswirksam 9,9 39,8 2,4 0,0 52,0
EBIT 270,0 –19,5 –53,9 0,3 196,9
Sonstiges Finanzergebnis –2,8
Ergebnis vor Ertragsteuern 194,0
Segmentinvestitionen 42,1 22,9 23,8 0,0 88,9

Intersegmentäre Transaktionen erfolgen zu marktorientierten Verrechnungspreisen.

In den Umsatzerlösen mit Dritten werden Umsätze ausgewiesen, die mit Unternehmen außerhalb des Konzerns getätigt werden. In den Umsatzerlösen mit anderen Segmenten werden Leistungsbeziehungen zwischen Tochtergesellschaften, die segmentübergreifenden Leistungsbeziehungen zwischen Tochtergesellschaften und der Österreichischen Post AG sowie die Verrechnung der Leistungsbeziehungen innerhalb der Österreichischen Post AG gezeigt. Die Abschreibungen (planmäßige Abschreibungen und Wertminderungen) resultieren aus den dem jeweiligen Segment zugeordneten Vermögenswerten. Die Segmentinvestitionen beinhalten Investitionen in immaterielle Vermögenswerte sowie Sachanlagen.

Informationen über geografische Gebiete

Geschäftsjahr 2013
Mio EUR
Österreich Deutschland Andere Länder Konzern
Umsatzerlöse mit Dritten 1.725,5 518,9 122,4 2.366,8
Langfristige Vermögenswerte, ausgenommen
Finanzinstrumente und latente Steueransprüche
657,6 162,6 70,9 891,1
Geschäftsjahr 2014
Mio EUR
Österreich Deutschland Andere Länder Konzern
Umsatzerlöse mit Dritten 1.721,5 524,3 124,7 2.370,5
Langfristige Vermögenswerte, ausgenommen
Finanzinstrumente und latente Steueransprüche
654,1 123,4 57,5 835,0

Die Umsätze werden nach dem Standort der leistungserbringenden Gesellschaft gezeigt.

8.2 Sonstige betriebliche Erträge

Mio EUR 2013 2014
Mieten und Pachten 25,6 26,2
Weiterverrechnete Aufwendungen 6,6 12,9
Personalbereitstellung und -verwaltung 5,3 6,2
Abgang von Sachanlagen 5,9 3,6
Abgeltungen von Schadensfällen 2,0 2,2
Aktivierte Eigenleistungen 3,2 1,8
Palettenerträge 4,6 1,3
Gewinn aus dem Abgang der Postgasse 8 0,0 62,4
Andere 16,6 17,8
69,7 134,4

In den sonstigen betrieblichen Erträgen ist der Entkonsolidierungsgewinn aus dem Verkauf der Anteile an der Postgasse 8 Entwicklungs AG & Co OG enthalten. Für Informationen dazu verweisen wir auf Punkt 9.10 Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte.

Die sonstigen betrieblichen Erträge aus Mieten und Pachten betreffen zum Teil oder zur Gänze vermietete Vermögenswerte (Sachanlagen und als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien). Deren Buchwert beträgt zum 31. Dezember 2014 164,9 Mio EUR (31.12.2013: 178,9 Mio EUR). Bei den zugrunde liegenden Mietverhältnissen handelt es sich im Regelfall um kündbare Operating-Leasingverhältnisse mit Indexierung der Mieten. Die zukünftigen Mindestleasingzahlungen zum Bilanzstichtag aus unkündbaren Operating-Leasingverhältnissen betragen für das nächste Jahr 0,3 Mio EUR (31.12.2013: 0,7 Mio EUR).

Die weiterverrechneten Aufwendungen enthalten vorwiegend Durchlaufposten, denen in gleicher Höhe Aufwendungen gegenüberstehen.

8.3 Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen

Mio EUR 2013 2014
Material
Treib- und Brennstoffe 31,1 29,8
Handelswaren 27,0 21,2
Wertzeichen 2,2 2,1
Betriebsmittel, Bekleidung 20,3 22,0
Ersatzteile, Sonstiges 1,5 1,8
Bewertungsänderungen 0,3 0,7
82,5 77,6
Bezogene Leistungen
Internationale Postbetreiber 68,4 71,4
Werbemittelverteiler 42,5 43,1
Energie 17,9 17,8
Transporte 495,1 484,4
Andere 46,9 50,2
670,8 666,9
753,3 744,5

8.4 Personalaufwand

Mio EUR 2013 2014
Löhne und Gehälter 820,4 840,2
Abfertigungen 24,3 24,2
Altersversorgung 0,2 0,2
Gesetzlich vorgeschriebene Abgaben und Beiträge 220,1 231,8
Andere Personalaufwendungen 8,4 13,0
1.073,5 1.109,5

Die Aufwendungen für Abfertigungen gliedern sich wie folgt:

Mio EUR 2013 2014
Vorstände 0,6 0,1
Leitende Angestellte 0,3 0,2
Andere Arbeitnehmer 23,4 23,8
24,3 24,2

Im Geschäftsjahr 2014 wurden aufwandswirksame Beiträge an die Mitarbeitervorsorgekasse (MVK) betreffend beitragsorientierte Abfertigungsverpflichtungen in Höhe von 2,7 Mio EUR (2013: 2,4 Mio EUR) erfasst.

Die durchschnittliche Anzahl der Arbeitnehmer betrug im Geschäftsjahr:

2013 2014
Arbeiter 3.481 3.499
Angestellte 13.252 13.515
Beamte 9.529 8.788
Lehrlinge 70 86
Anzahl nach Köpfen 26.331 25.888
Entsprechende Vollzeitkraftäquivalente 24.211 23.912

8.5 Abschreibungen

Mio EUR 2013 2014
Wertminderungen Geschäfts- oder Firmenwerte 32,4 48,6
Abschreibungen immaterielle Vermögenswerte
Planmäßige Abschreibungen 11,0 11,8
Wertminderungen 2,7 1,1
13,7 12,9
Abschreibungen Sachanlagen
Planmäßige Abschreibungen 68,8 70,2
Wertminderungen 0,0 1,5
68,8 71,7
Abschreibungen als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
Planmäßige Abschreibungen 3,6 2,9
Wertminderungen 0,0 0,9
3,6 3,8
118,5 136,9

Zur Erläuterung der Wertminderung von Geschäfts- oder Firmenwerten verweisen wir auf das Kapitel "Erläuterung zur Bilanz", Punkt 9.1 Geschäfts- oder Firmenwerte.

Die Wertminderungen von immateriellen Vermögenswerten im Jahr 2014 betreffen mit 1,0 Mio EUR eine Softwarelösung deren wirtschaftlicher Nutzen nicht mehr gegeben ist (Segment Corporate). Die Wertminderungen im Vorjahr in Höhe von insgesamt 2,7 Mio EUR betrafen rückläufige Kundenbeziehungen im Segment Brief, Werbepost & Filialen.

Bei den Sachanlagen sowie bei den als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien waren jeweils Wertminderungen auf den niedrigeren beizulegenden Zeitwert laut Bewertungsgutachten zu erfassen. Die Wertminderungen bei den Sachanlagen betrafen das Segment Corporate, bei den als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien das Segment Paket & Logistik. Im Vorjahr waren jeweils keine Wertminderungen zu erfassen.

8.6 Sonstige betriebliche Aufwendungen

Mio EUR 2013 2014
Leasing, Miet- und Pachtzinsen 81,3 79,9
Instandhaltung 44,9 49,4
IT-Dienstleistungen 32,3 36,7
Reise- und Fahrtaufwendungen 25,7 26,5
Fremdpersonal und Leasingkräfte 17,2 18,5
Kommunikation und Werbung 16,1 17,1
Entsorgung und Reinigung 12,4 13,2
Weiterverrechnete Aufwendungen 5,0 11,3
Folgebewertung von Forderungen 8,0 9,6
Schadensfälle 8,6 8,6
Versicherungen 9,9 8,5
Beratung 10,7 8,3
Sonstige Steuern (nicht vom Einkommen und Ertrag) 7,3 8,0
Telefon 4,5 3,9
Aus- und Fortbildung 3,2 3,2
Verlust Abgang Sachanlagen 2,5 1,9
Andere 9,0 12,5
298,6 317,0

8.7 Sonstiges Finanzergebnis

Mio EUR Anhang 2013 2014
Finanzerträge
Zinserträge 3,3 3,4
Wertpapiererträge 0,6 0,8
Erträge aus der Fremdwährungsbewertung 0,1 0,0
4,1 4,2
Finanzaufwendungen
Zinsaufwendungen für Finanzverbindlichkeiten –2,3 –1,4
Zinsaufwendungen für Rückstellungen (9.12.1) –6,0 –5,2
Wertminderungen Forderungen gegenüber nach
der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen
(9.5.1) –10,6 –0,4
–18,8 –7,1
–14,8 –2,8

Die Wertminderungen von Forderungen gegenüber nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen im Geschäftsjahr 2013 betrafen Gesellschafterdarlehen gegenüber dem Gemeinschaftsunternehmen MEILLERGHP.

8.8 Ergebnis je Aktie

2013 2014
Aktionären des Mutterunternehmens zurechenbares
Periodenergebnis
(Mio EUR) 123,2 146,5
Bereinigtes Periodenergebnis zur Ermittlung des verwässerten
Ergebnisses je Aktie
(Mio EUR) 124,3 146,5
Gewichtete durchschnittliche Anzahl von für die Berechnung des
unverwässerten Ergebnisses je Aktie verwendeten Stammaktien
(Stück) 67.552.638 67.552.638
Gewichtete durchschnittliche Anzahl von für die Berechnung des
verwässerten Ergebnisses je Aktie verwendeten Stammaktien
(Stück) 68.180.816 67.552.638
Unverwässertes Ergebnis je Aktie (EUR
)
1,82 2,17
Verwässertes Ergebnis je Aktie (EUR
)
1,82 2,17

Die gewichtete durchschnittliche Anzahl der für die Berechnung des verwässerten Ergebnisses je Aktie verwendeten Stammaktien ergibt sich wie folgt:

2013 2014
Stammaktien (Stück) 67.552.638 67.552.638
Aktien, für die eine Herausgabe ohne Gegenleistung angenommen wird:
Anteilsbasierte Vergütung – verwässernd (Stück) 628.178 0
Gewichtete durchschnittliche Anzahl von für die Berechnung des
verwässerten Ergebnisses je Aktie verwendeten Stammaktien
(Stück) 68.180.816 67.552.638

9 Erläuterungen zur Bilanz

9.1 Geschäfts- oder Firmenwerte

Mio EUR
2013
2014
Anschaffungskosten
Stand am 1. Jänner
232,5
241,8
Zugang aus Unternehmenserwerben
9,4
0,6
Umgliederung als zur Veräußerung gehalten
0,0
–6,3
Währungsumrechnungsdifferenzen
–0,1
–1,1
Stand am 31. Dezember
241,8
235,0
Wertminderungen
Stand am 1. Jänner
49,0
81,2
Zugänge
32,4
48,6
Umgliederung als zur Veräußerung gehalten
0,0
–6,3
Währungsumrechnungsdifferenzen
–0,1
–0,7
Stand am 31. Dezember
81,2
122,8
Buchwert am 1. Jänner
183,5
160,6
Buchwert am 31. Dezember
160,6
112,2

Die Zugänge aus Unternehmenserwerben im Jahr 2014 betreffen Unternehmenszusammenschlüsse im Sinn des IFRS 3 im Zusammenhang mit dem Erwerb der Geschäftsbetriebe von fünf Distributionsgesellschaften durch die trans-o-flex Gruppe (siehe dazu im Einzelnen Punkt 4.1 Konsolidierungskreis). Die Umgliederung als zur Veräußerung gehalten betrifft das Tochterunternehmen feibra Magyarország Kft.

Die folgende Tabelle zeigt die Geschäfts- oder Firmenwerte nach Segmenten und ZGE:

Mio EUR 31.12.2013 31.12.2014
Brief, Werbepost & Filialen
feibra Gruppe 30,9 30,9
PostMaster Sp. z o.o. 9,7 0,0
PostMaster s.r.l. 8,0 8,0
Sonstige < 5 Mio EUR1 11,2 11,2
59,9 50,2
Paket & Logistik
trans-o-flex 87,6 49,4
Slovak Parcel Service s.r.o. & IN TIME s.r.o. 5,2 5,2
Sonstige < 5 Mio EUR1 7,8 7,5
100,7 62,0
160,6 112,2

Firmenwerte von unter 5 Mio EUR werden in Relation zum gesamten Buchwert der Firmenwerte als unwesentlich eingestuft.

Der einmal jährlich durchzuführende Werthaltigkeitstest erfolgt in der Österreichischen Post nach dem Value-in-Use-Konzept. Dabei wird der erzielbare Betrag der ZGE auf Basis des Nutzungswerts ermittelt. Für die Ermittlung des Nutzungswerts werden die erwarteten künftigen Cashflows mithilfe der Discounted-Cashflow-Methode unter Verwendung eines durchschnittlichen Kapitalkostensatzes (Weighted Average Cost of Capital) nach Steuern auf ihren Barwert abgezinst. Für die Ableitung des Kapitalkostensatzes wird für alle im gleichen Segment tätigen ZGE jeweils eine Gruppe von Vergleichsunternehmen (Peer Group) herangezogen. Im Anschluss werden die Abzinsungssätze vor Steuern auf Basis eines iterativen Prozesses ermittelt.

Die Cashflow-Prognosen im Detailplanungszeitraum basieren auf der vom Management genehmigten Geschäftsjahresplanung für das Jahr 2015 und der Mittelfristplanung für einen Zeitraum von weiteren drei Jahren (2016–2018). Den Cashflow-Prognosen liegen sowohl die unternehmensinternen Erfahrungen aus der Vergangenheit als auch die unternehmensextern erhobenen volkswirtschaftlichen bzw., soweit verfügbar, branchenbezogenen Rahmendaten zur Verfügung. Der Wertbeitrag ab dem Jahr 2019 wird durch den Ansatz einer ewigen Rente berücksichtigt. Als Obergrenze für die in der ewigen Rente angesetzte Wachstumsrate werden die langfristigen Wachstums- und Inflationserwartungen der Länder bzw. Branchen, in denen die jeweiligen ZGE ihre Cashflows erzielen, berücksichtigt. Im Regelfall wird eine Wachstumsrate von 1,0% (2013: 1,0%) angesetzt. Die wesentlichen Bewertungsannahmen, die der Ermittlung des erzielbaren Betrags zugrunde lagen, waren Annahmen des Managements über die erwartete kurz- und langfristige Umsatzentwicklung, der verwendete Abzinsungssatz und die langfristig erwartete Wachstumsrate.

Die folgende Tabelle zeigt die für die einzelnen wesentlichen ZGE angesetzten Abzinsungssätze:

31.12.2013
WACC
vor
Steuern
31.12.2014
WACC
vor
Steuern
Brief, Werbepost & Filialen
feibra Gruppe 9,1% 7,9%
PostMaster s.r.l. 12,3% 11,7%
PostMaster Sp. z o.o. 8,8% 8,2%
Sonstige < 5 Mio EUR 9,3%–13,0% 8,0%–12,2%
Paket & Logistik
trans-o-flex 10,1% 9,2%
Slovak Parcel Service s.r.o. & IN TIME s.r.o. 11,7% 10,0%
Sonstige < 5 Mio EUR 10,0%–17,4% 8,7%–19,3%

Die folgende Tabelle zeigt die Zugänge zu den Wertminderungen der Geschäfts- oder Firmenwerte nach Segmenten und ZGE:

2013
Mio EUR
2014
Zugang Wertminderungen Geschäfts- oder Firmenwerte
Brief, Werbepost & Filialen
PostMaster Sp. z o.o.
0,0
9,7
feibra Magyarország Kft.
1,7
0,0
PostMaster s.r.l.
3,7
0,0
5,4 9,7
Paket & Logistik
trans-o-flex
27,0
38,9
27,0 38,9
32,4 48,6

Die ZGE PostMaster Sp. z o.o., Krakow, (Segment Brief, Werbepost & Filialen) gehört zu den führenden Anbietern im Bereich der nicht adressierten Zustellung in Polen. Bei der ZGE lagen bereits im zweiten Quartal 2014 Anhaltspunkte für eine Wertminderung vor und der Test auf Wertminderung ergab eine Wertminderung des Firmenwerts von 4,9 Mio EUR. Bedingt durch die weiterhin unverändert hohe Wettbewerbsintensität konnten auch die adaptierten Umsatzerwartungen für 2014 nicht erfüllt werden und die Einschätzung der mittelfristigen Wachstumserwartungen wurde weiter zurückgenommen. Der im vierten Quartal erneut durchgeführte Wertminderungstest ergab eine zusätzliche Wertminderung von 4,8 Mio EUR. Somit ergab sich im Geschäftsjahr 2014 insgesamt ein Wertminderungsbedarf in Höhe des bislang angesetzten Firmenwerts von 9,7 Mio. EUR, der in der Gewinn- und Verlustrechnung unter den Abschreibungen erfasst wurde.

Die ZGE trans-o-flex (Segment Paket & Logistik) bietet in den Geschäftsfeldern Schnell-Lieferdienst, ThermoMed und Logistik-Service eine breite Palette an europaweiten Logistik-Dienstleistungen an. Bedingt durch das anhaltend schwierige wirtschaftliche Umfeld am deutschen Kombifrachtmarkt wurden die Effekte aus den bislang erfolgreich umgesetzten Restrukturierungsmaßnahmen durch negative Markteffekte überkompensiert. Die erwarteten Ergebnisverbesserungen blieben somit bislang hinter den Erwartungen zurück und die mittelfristigen Umsatz- und Ertragserwartungen wurden entsprechend angepasst. Der im vierten Quartal durchgeführte Wertminderungstest ergab einen Wertminderungsbedarf des bislang in Höhe von 87,6 Mio EUR angesetzten Firmenwerts von 38,9 Mio EUR, der unter den Abschreibungen in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst wurde.

Zusätzlich zum Werthaltigkeitstest wurden für alle wesentlichen ZGE Sensitivitätsanalysen bezogen auf die wesentlichen Bewertungsannahmen durchgeführt. Dabei wurde in der ersten Sensitivitätsanalyse die Umsatzerwartung um einen Prozentpunkt reduziert, in der zweiten Sensitivitätsanalyse der Abzinsungssatz um einen Prozentpunkt angehoben und in der dritten Sensitivitätsanalyse wurde die Wachstumsrate in der ewigen Rente mit null angesetzt. Aus der Veränderung dieser Parameter würden sich ceteris paribus bei den folgenden wesentlichen ZGE zusätzliche Wertminderungen ergeben:

Mio EUR Umsatzerwartung
–1%-Punkt
WACC
+1%-Punkt
Wachstumsrate
0%
PostMaster s.r.l. 0,8 1,3 1,1
PostMaster Sp. z o.o. 0,3 0,2 0,1
trans-o-flex 8,2 19,2 16,1

9.2 Immaterielle Vermögenswerte

Geschäftsjahr 2013
Mio EUR
Anhang Kunden
beziehungen
Marken
rechte
Sonstige im
materielle
Vermögens
werte
Gesamt
Anschaffungskosten
Stand am 1. Jänner 2013 72,7 29,2 61,2 163,1
Zugang aus Unternehmenserwerben 3,7 0,0 0,0 3,7
Zugänge 0,0 0,0 7,1 7,2
Abgänge 0,0 0,0 2,1 2,1
Währungsumrechnungsdifferenzen –0,1 0,0 0,0 –0,2
Stand am 31. Dezember 2013 76,2 29,2 66,3 171,7
Abschreibungen/Wertminderungen
Stand am 1. Jänner 2013 52,3 3,7 40,9 96,9
Zugänge (8.5) 8,1 0,1 5,5 13,7
Abgänge 0,0 0,0 2,1 2,1
Stand am 31. Dezember 2013 60,3 3,8 44,3 108,5
Buchwert am 1. Jänner 2013 20,4 25,5 20,2 66,2
Buchwert am 31. Dezember 2013 15,9 25,4 21,9 63,3
Geschäftsjahr 2014
Mio EUR
Anhang Kunden
beziehungen
Marken
rechte
Sonstige im
materielle
Vermögens
werte
Gesamt
Anschaffungskosten
Stand am 1. Jänner 2014 76,2 29,2 66,3 171,7
Zugang aus Unternehmenserwerben 0,8 0,0 0,1 1,0
Zugänge 3,6 0,0 4,8 8,3
Abgänge 0,0 0,0 0,6 0,6
Umbuchungen 0,0 0,0 0,4 0,4
Umgliederung als zur Veräußerung gehalten –0,3 0,0 –0,1 –0,5
Währungsumrechnungsdifferenzen –0,3 0,0 0,0 –0,4
Stand am 31. Dezember 2014 79,9 29,2 70,8 180,0
Abschreibungen/Wertminderungen
Stand am 1. Jänner 2014 60,3 3,8 44,3 108,5
Zugang aus Unternehmenserwerben 0,0 0,0 0,0 0,0
Zugänge (8.5) 5,2 0,1 7,5 12,9
Abgänge 0,0 0,0 0,5 0,5
Umgliederung als zur Veräußerung gehalten –0,3 0,0 –0,1 –0,5
Währungsumrechnungsdifferenzen –0,3 0,0 0,0 –0,3
Stand am 31. Dezember 2014 65,0 3,8 51,2 120,1
Buchwert am 1. Jänner 2014 15,9 25,4 21,9 63,3
Buchwert am 31. Dezember 2014 15,0 25,4 19,6 59,9

Im laufenden Geschäftsjahr wurden wie im Vorjahr keine Fremdkapitalkosten aktiviert.

In den immateriellen Vermögenswerten sind Markenrechte mit unbegrenzter Nutzungsdauer mit einem Buchwert in Höhe von 25,4 Mio EUR (31.12.2013: 25,4 Mio EUR) sowie gewerbliche Schutzrechte mit unbegrenzter Nutzungsdauer mit einem Buchwert in Höhe von 0,4 Mio EUR (31.12.2013: 0,4 Mio EUR) enthalten. Die Markenrechte mit unbegrenzter Nutzungsdauer wurden im Zuge des Wertminderungstest der ZGE trans-o-flex auf Werthaltigkeit geprüft.

Die aktivierten Kundenbeziehungen werden linear abgeschrieben und weisen eine Restnutzungsdauer von zwei bis acht Jahren auf.

Folgende Tabelle zeigt die Markenrechte zum Buchwert zum 31. Dezember 2013 und 2014 nach Segmenten und ZGE:

Mio EUR 31.12.2013 31.12.2014
Paket & Logistik
trans-o-flex 25,1 25,0
Andere 0,4 0,4
25,4 25,4

9.3 Sachanlagen

Geschäftsjahr 2013
Mio EUR
Anhang Grundstücke
und Bauten
Technische
Anlagen und
Maschinen
Andere
Anlagen,
Betriebs- u.
Geschäfts
ausstattung
Geleistete
Anzahlungen
und Anlagen
in Bau
Gesamt
Anschaffungs-/
Herstellungskosten
Stand am 1. Jänner 2013 766,6 197,6 308,2 15,4 1.287,8
Zugang aus Unternehmenserwerben 0,1 0,1 0,6 0,0 0,7
Zugänge 14,2 6,0 41,8 29,2 91,2
Abgänge 11,0 13,9 33,8 0,0 58,7
Umbuchungen 0,2 5,9 7,9 –14,0 0,0
Umgliederung Investment Property –4,8 0,0 0,0 0,0 –4,8
Währungsumrechnungsdifferenzen –0,1 0,0 –0,1 0,0 –0,2
Stand am
31. Dezember 2013
765,1 195,7 324,7 30,6 1.316,0
Abschreibungen/Wertminderungen
Stand am 1. Jänner 2013 376,6 144,0 167,3 0,0 687,9
Zugänge (8.5.) 20,4 11,2 37,3 0,0 68,8
Abgänge 9,3 13,7 30,2 0,0 53,3
Umgliederung Investment Property –3,1 0,0 0,0 0,0 –3,1
Währungsumrechnungsdifferenzen 0,0 0,0 –0,1 0,0 –0,1
Stand am
31. Dezember 2013
384,5 141,5 174,2 0,0 700,2
Buchwert am
1. Jänner 2013
390,0 53,6 140,9 15,4 599,9
Buchwert am
31. Dezember 2013
380,6 54,2 150,4 30,6 615,9
Geschäftsjahr 2014
Mio EUR
Anhang Grundstücke
und Bauten
Technische
Anlagen und
Maschinen
Andere
Anlagen,
Betriebs- u.
Geschäfts
ausstattung
Geleistete
Anzahlungen
und Anlagen
in Bau
Gesamt
Anschaffungs-/
Herstellungskosten
Stand am 1. Jänner 2014 765,1 195,7 324,7 30,6 1.316,0
Zugang aus Unternehmenserwerben 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Zugänge 10,4 21,0 39,5 7,8 78,7
Abgänge 1,8 64,7 21,5 0,0 88,0
Umbuchungen 16,2 9,2 1,0 –26,8 –0,4
Umgliederung Investment Property –99,1 0,0 0,0 0,0 –99,1
Umgliederung als zur Veräußerung
gehalten
0,0 –0,1 –0,8 0,0 –0,9
Währungsumrechnungsdifferenzen –0,1 0,0 –0,3 0,0 –0,4
Stand am
31. Dezember 2014
690,8 161,1 342,4 11,6 1.205,9
Abschreibungen/Wertminderungen
Stand am 1. Jänner 2014 384,5 141,5 174,2 0,0 700,2
Zugang aus Unternehmenserwerben 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Zugänge (8.5) 21,6 12,2 38,0 0,0 71,7
Abgänge 1,3 63,7 19,9 0,0 85,0
Umgliederungen Investment
Property
–77,6 0,0 0,0 0,0 –77,6
Umgliederung als zur Veräußerung
gehalten
0,0 –0,1 –0,8 0,0 –0,9
Währungsumrechnungsdifferenzen 0,0 0,0 –0,2 0,0 –0,2
Stand am
31. Dezember 2014
327,1 89,8 191,3 0,0 608,2
Buchwert am
1. Jänner 2014
380,6 54,2 150,4 30,6 615,9
Buchwert am
31. Dezember 2014
363,7 71,3 151,2 11,6 597,7

Im laufenden Geschäftsjahr wurden wie im Vorjahr keine Fremdkapitalkosten aktiviert.

Von den Zugängen der geleisteten Anzahlungen und Anlagen in Bau in Höhe von 7,8 Mio EUR entfallen 4,8 Mio EUR auf Anlagen in Bau für die neue Unternehmenszentrale der Post AG.

Cross Border Lease

Im Geschäftsjahr 2002 hat die Österreichische Post AG mit zwei US-Trusts eine Cross-Border-Leasing-Transaktion abgeschlossen. Die Österreichische Post AG hat diesen beiden Trusts auf 99 Jahre ein Fruchtgenussrecht an Postsortieranlagen in Wien, Graz, Salzburg und Innsbruck gegen Leistung eines "Grant Payments" von 117 Mio USD eingeräumt. Gleichzeitig wurde ein Lease Agreement abgeschlossen, in dem die Österreichische Post AG auf 24 Jahre das Nutzungsrecht an diesen Anlagen wieder zurückgemietet hat. Die oben genannten Anlagen sind aufgrund der Vereinbarungen weiterhin im Anlagevermögen der Österreichischen Post AG ausgewiesen. Die als Sicherheiten verpfändeten Sachanlagen weisen einen Buchwert von 23,1 Mio EUR (31.12.2013: 15,7 Mio EUR) auf. In diesem Lease Agreement wurde der Österreichischen Post AG auch das Recht eingeräumt, das Fruchtgenussrecht an den Postsortieranlagen entweder mit 1. Jänner 2022 zu einem Fixpreis ("EBO Payment Amount") oder am Ende des Leasingvertrags zum Verkehrswert, mindestens jedoch zum "End of Term Purchase Option Price" zurückzukaufen.

Die Österreichische Post AG hat ihre Verpflichtung zur Zahlung der Leasingraten einschließlich eines allfälligen EBO Payment an zwei Payment Undertaker ausgelagert. Zu diesem Zweck hat die Österreichische Post AG Zahlungen an die Payment Undertaker geleistet (108,3 Mio USD) und die entsprechende Verbindlichkeit ausgebucht. Die Payment Undertaker haben sich ihrerseits verpflichtet, die entsprechenden Beträge zu den festgesetzten Zahlungsterminen für die Österreichische Post AG zu leisten. Bei der Österreichischen Post AG verbleibt das Restrisiko einer möglichen Inanspruchnahme im Falle einer Insolvenz der Payment Undertaker.

Zum Bilanzstichtag stellt sich das Rating der beiden Payment Undertaker wie folgt dar:

31.12.2013 31.12.2014
Standard & Poor's AA– (Stable) bzw. A (Stable) AA– (Stable) bzw. A (Negative)
Moody's Aa3 (Positive) bzw. A2 (Negative) Aa3 (Stable) bzw. A2 (Negative)

Zum 31. Dezember 2014 beläuft sich der von den Payment Undertaker zu leistende Betrag auf 90,8 Mio EUR (31.12.2013: 80,6 Mio EUR).

Der aus dieser Transaktion der Österreichischen Post AG zugeflossene Nettobarwertvorteil wird unter den passiven Rechnungsabgrenzungsposten (31.12.2014: 3,4 Mio EUR; 31.12.2013: 3,8 Mio EUR) ausgewiesen und verteilt über die Vertragslaufzeit ertragswirksam aufgelöst.

Finanzierungsleasing

Nettobuchwerte und Nutzungsdauern der geleasten Vermögenswerte
Mio EUR
Nutzungs
dauer
Buchwert
31.12.2013
Buchwert
31.12.2014
Grundstücke und Bauten 30–43 13,7 13,4
Technische Anlagen und Maschinen 5–10 1,2 0,7
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2–8 3,5 2,2

In der folgenden Tabelle wird die Summe der künftigen Mindestleasingzahlungen zum Bilanzstichtag auf deren Barwert übergeleitet:

2013
Mio EUR
2014
Mindestleasingzahlungen
Bis zu einem Jahr
3,2
2,3
Länger als ein und bis zu fünf Jahre
5,6
4,1
Länger als fünf Jahre
5,0
4,1
13,9 10,5
Abzüglich:
Zukünftige Finanzierungskosten
–1,3
–0,8
Barwert der Leasingverpflichtungen
Bis zu einem Jahr
2,9
2,2
Länger als ein und bis zu fünf Jahre
5,2
3,8
Länger als fünf Jahre
4,5
3,7
12,6 9,7

Die Kriterien für die Klassifizierung als Finanzierungsleasing waren im Wesentlichen der Barwert- und der Laufzeittest. Darüber hinaus wurden Ankaufsoptionen zu vorteilhaften Bedingungen am Ende der Laufzeit sowie Verlängerungs- und Preisanpassungsklauseln berücksichtigt.

Für einen Teil der Mietverträge ist die Mietzahlung an den 3-Monats-EURIBOR gebunden. Im Geschäftsjahr 2014 gab es wie im Vorjahr keine damit zusammenhängenden bedingten Mietzahlungen.

9.4 Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien (Investment Property)

Mio EUR Anhang 2013 2014
Anschaffungs-/Herstellungskosten
Stand am 1. Jänner 141,3 140,1
Zugänge 0,5 4,4
Abgänge 3,0 4,1
Umgliederung aus Sachanlagen 4,8 99,1
Umgliederung als zur Veräußerung gehalten –3,4 –16,7
Stand am 31. Dezember 140,1 222,8
Abschreibungen
Stand am 1. Jänner 103,5 106,6
Zugänge (8.5) 3,6 3,8
Abgänge 2,2 3,0
Umgliederung aus Sachanlagen 3,1 77,6
Umgliederung als zur Veräußerung gehalten –1,5 –14,1
Stand am 31. Dezember 106,6 170,9
Buchwert am 1. Jänner 37,8 33,5
Buchwert am 31. Dezember 33,5 51,8
Mio EUR 31.12.2013 31.12.2014
Beizulegender Zeitwert 214,4 197,1
Mieteinnahmen 14,1 14,6
Betriebliche Aufwendungen für vermietete Immobilien 3,6 4,6
Betriebliche Aufwendungen für nicht vermietete Immobilien 1,1 1,1

Der Rückgang des beizulegenden Zeitwerts der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien ist im Wesentlichen durch den Abgang der Liegenschaft Postgasse 8 bedingt. Gegenläufig wirkt die Umgliederung zweier Liegenschaften in Linz aus den Sachanlagen in die als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien.

Die Mieteinnahmen und die betrieblichen Aufwendungen für vermietete sowie nicht vermietete Immobilien enthalten nur Erträge und Aufwendungen gegenüber Dritten. Konzerninterne Aufwendungen und Erträge sind in obiger Tabelle nicht dargestellt.

Im laufenden Geschäftsjahr wurden wie im Vorjahr keine Fremdkapitalkosten aktiviert.

9.5 Gemeinschaftsunternehmen und Assoziierte Unternehmen

9.5.1 Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen

Zusammensetzung der Buchwerte
Mio EUR
Anteile
%
2013 Anteile
%
2014
Assoziierte Unternehmen
ADELHEID GmbH, Berlin 44,4 3,8 45,4 1,6
D2D – direct to document GmbH, Wien 30,0 0,1 30,0 1,4
Eurodis GmbH, Weinheim 39,8 0,1 39,8 0,1
media.at GmbH, Wien 20,5 0,8 20,5 0,5
4,7 3,7
Gemeinschaftsunternehmen
MEILLERGHP GmbH, Schwandorf 65,0 0,0 65,0 0,0
Aras Kargo a.s., Istanbul 25,0 45,6 25,0 49,6
OMNITEC GmbH, Wien 50,0 0,0 50,0 0,0
45,6 49,6
Nettobuchwert zum 31. Dezember 50,3 53,3

Bei der MEILLERGHP GmbH, der Aras Kargo a.s. sowie der OMNITEC Informationstechnologie-Systemservice GmbH wurde mit den restlichen Anteilseignern auf Basis der jeweiligen Gesellschaftervereinbarungen gemeinschaftliche Führung vereinbart. Da sie jeweils als eigenständiges Vehikel aufgebaut sind, handelt es sich bei diesen Gesellschaften um Gemeinschaftsunternehmen gemäß IFRS 11. Sämtliche Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen werden nach der Equity-Methode gemäß IAS 28 in den Konzernabschluss der Österreichischen Post AG einbezogen.

Der Bilanzstichtag des assoziierten Unternehmens media.at GmbH, Wien, ist der 30. Juni und weicht somit vom Bilanzstichtag der Österreichischen Post AG ab. Eine Änderung des Abschlussstichtags ist nicht möglich. Die Gesellschaft hat einen Zwischenabschluss zum 31. Dezember erstellt.

Der aggregierte Buchwert der Anteile an einzeln für sich genommen unwesentlichen assoziierten Unternehmen beträgt 3,7 Mio EUR (31.12.2013: 4,7 Mio EUR). Der aggregierte Buchwert der Anteile an einzeln für sich genommen unwesentlichen Gemeinschaftsunternehmen beträgt 0,0 Mio EUR (31.12.2013: 0,0 Mio EUR).

Überleitung der Buchwerte
Mio EUR
2013 2014
Nettobuchwert zum 1. Jänner 7,1 50,3
Zugang aus Unternehmenserwerben 51,2 0,0
Zugang aus Gesellschafterzuschuss 6,1 1,8
Abgang aufgrund sukzessivem Unternehmenserwerb –5,8 0,0
Wertaufholung 0,0 1,1
Anteiliges Jahresergebnis laufend 0,2 –1,3
Ausschüttungen –1,2 –0,7
Währungsumrechnungsdifferenzen –7,2 2,1
Neubewertung von leistungsorientierten Verpflichtungen –0,2 –0,1
Nettobuchwert zum 31. Dezember 50,3 53,3

Der Zugang aus Unternehmenserwerben im Jahr 2013 resultierte aus dem Kauf der Anteile an dem Gemeinschaftsunternehmen Aras Kargo a.s. Der Abgang aufgrund sukzessivem Unternehmenserwerb im Vorjahr in Höhe von 5,8 Mio EUR ergab sich aus der Erlangung der Beherrschung im Sinn des IFRS 3 an der FEIPRO Vertriebs GesmbH, Gaweinstal, und der M&BM Express OOD, Sofia.

Der Zugang aus Gesellschafterzuschuss in Höhe von 1,8 Mio EUR betrifft im Wesentlichen Zuschüsse an die ADELHEID GmbH in Höhe von 1,5 Mio EUR (2013: 6,1 Mio EUR). Anlässlich der Erholung und Neuausrichtung der D2D GmbH wurde im Geschäftsjahr 2014 eine Wertaufholung gemäß IAS 28 in Höhe von 1,1 Mio EUR auf den gestiegenen erzielbaren Betrag erfasst. Die Veränderung aus Währungsumrechnung in Höhe von 2,1 Mio EUR (2013: –7,2 Mio EUR) resultiert aus dem Anteil an der türkischen Gesellschaft Aras Kargo a.s.

Aras Kargo

Bei der Aras Kargo a.s., Istanbul, handelt es sich um ein für den Österreichischen Post Konzern wesentliches Gemeinschaftsunternehmen. Die Beteiligung an der Aras Kargo a.s., einem der führenden türkischen Paketdienstleister, ermöglicht den Einstieg in den Zukunftsmarkt Türkei im Rahmen der definierten Wachstumsstrategie der Österreichischen Post AG.

Die nachstehende Tabelle fasst die Finanzinformationen des wesentlichen Gemeinschaftsunternehmens Aras Kargo a.s., wie in dessen eigenem Abschluss aufgeführt, zusammen, berichtigt um Anpassungen an den beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbszeitpunkt und Unterschiede bei den Rechnungslegungsmethoden. Die Tabelle zeigt auch eine Überleitung der zusammengefassten Finanzinformationen auf den Buchwert des Anteils des Österreichischen Post Konzerns.

Aras Kargo
Finanzinformationen
20131
Mio EUR
2014
Langfristige Vermögenswerte
108,8
120,2
Kurzfristige Vermögenswerte
39,7
43,8
davon Zahlungsmittel
16,5
13,6
Langfristige Schulden
19,6
14,2
davon finanzielle Schulden mit Ausnahme von Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen sowie sonstigen Verbindlichkeiten und von Rückstellungen
12,9
6,6
Kurzfristige Schulden
57,1
66,9
davon finanzielle Schulden mit Ausnahme von Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen sowie sonstigen Verbindlichkeiten und von Rückstellungen
9,8
9,4
Nettovermögen (100%)
71,8
82,8
Anteil des Österreichischen Post Konzerns am Nettovermögen
17,9
20,7
Firmenwert
27,7
28,9
Nettobuchwert zum 31. Dezember
45,6
49,6
Umsatzerlöse
111,1
250,5
Periodenergebnis
7,1
8,0
davon planmäßige Abschreibungen
2,5
6,6
davon Zinserträge
0,6
1,1
davon Zinsaufwendungen
2,1
3,7
davon Ertragsteueraufwendungen
2,1
2,8
Sonstiges Ergebnis
–29,5
8,1
Gesamtergebnis
–22,4
16,1
Anteil des Konzerns am Gesamtergebnis
–5,6
4,0
Erhaltene Dividenden
0,0
0,0

1 Darstellung des Ergebnisses seit Konzernzugehörigkeit

Im Zusammenhang mit der Beteiligung an der Aras Kargo a.s. bestehen weiters folgende mögliche Verpflichtungen:

Bestehende Darlehensverträge der Aras Kargo a.s. enthalten Vertragsbestimmungen (Covenants), insbesondere die Einhaltung einer vorgegebenen EBITDA to Total Debt Ratio, welche die Möglichkeit zur Ausschüttung von Dividenden einschränken können. Zusätzlich wurden mit den anderen Anteilseignern in der Gesellschaftervereinbarung Vorgaben zur Dividendenpolitik der Aras Kargo a.s. beschlossen: Danach ist die Ausschüttung eines bestimmten maximalen Prozentsatzes der jährlichen ausschüttungsfähigen Gewinne unter folgenden Bedingungen vorgesehen: i) Bestehen eines ausschüttbaren Ergebnisses nach IFRS und lokalen Rechnungslegungsvorschriften, ii) positiver Cashflow in dem Jahr, für das eine Ausschüttung beschlossen werden soll, iii) die Ausschüttung darf nicht über die Aufnahme von zusätzlichem Fremdkapital finanziert werden und iv) es bestehen keine Gesellschafterdarlehen.

In der Gesellschaftervereinbarung haben sich die Anteilseigner der Aras Kargo a.s. verpflichtet, der Gesellschaft bei Vorliegen bestimmter Umstände zusätzliche finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen: Für den Fall, dass die Aras Kargo a.s. ihren Finanzierungsbedarf zur Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs nicht mehr über Dritte abdecken kann, ist die Österreichische Post zur Vergabe von Gesellschafterdarlehen bis zu maximal 3 Mio EUR verpflichtet. Zur Vermeidung einer Insolvenzgefährdung der Aras Kargo a.s. ist die Österreichische Post des Weiteren verpflichtet, unter bestimmten Umständen eine Kapitalerhöhung im Ausmaß von bis zu 3 Mio EUR zu zeichnen.

Im Geschäftsjahr 2013 traten neue gesetzliche Bestimmungen in der Türkei in Kraft, die zu einer Verschärfung der Eigenmittelvorschriften für börsenotierte Unternehmen führten. Es bestand die Möglichkeit, dass die Gesellschaft auf Basis des Jahresabschlusses zum 31. Dezember 2013 diese Erfordernisse unterschreitet. Per 30. September 2014 konnte die Gesellschaft die Eigenmittelerfordernisse jedoch bereits aus eigener Kraft erfüllen.

MEILLERGHP

Bedingt durch das anhaltend schwierige Marktumfeld und dessen negative Auswirkungen auf die MEILLERGHP war eine grundlegende Restrukturierung des Unternehmens unumgänglich. Am 7. Februar 2014 wurde von der MEILLERGHP GmbH in Deutschland ein Antrag auf Eröffnung eines Sanierungsinsolvenzverfahrens ("Schutzschirmverfahren") beim Amtsgericht Amberg gestellt. Mit Beschluss vom 1. Mai 2014 wurde das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eröffnet. Im Zuge dieses Verfahrens hat sich die MEILLERGHP strukturell neu aufgestellt und konnte den Geschäftsbetrieb im Jahr 2014 unverändert fortsetzen. Aufgrund der deutschen Rechtslage konnte die Österreichische Post ihre Forderungen aus dem Gesellschaftsverhältnis gegenüber der Gesellschaft nicht anmelden, sodass diese Forderungen mit rechtskräftiger Planbestätigung als erlassen gelten. Gleichzeitig hat die Österreichische Post einem Verkaufsverfahren unter Führung eines Treuhänders zugestimmt. Die Österreichische Post hat mit dem Treuhänder eine Vereinbarung abgeschlossen, wonach bei Verkauf der Gesellschaftsanteile der MEILLERGHP bis zum 31. Dezember 2015 ihre Anteile automatisch an den Treuhänder übergehen. Die Treuhandvereinbarung berührt nicht die Einstufung der Gesellschaft als Gemeinschaftsunternehmen nach IFRS 11.

Der Buchwert der gesamten Netto-Investition in die nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlage MEILLERGHP betrug bereits per Ende 2013 null. Im Geschäftsjahr 2014 konnten anteilige negative Gesamtergebnisse in Höhe von 10,4 Mio EUR somit nicht gegen die Anteile erfasst werden, sondern wurden außerbücherlich fortgeschrieben. Dies entspricht dem per 31. Dezember 2014 bestehenden Gesamtbetrag der nicht erfassten negativen Ergebnisse.

ADELHEID GmbH

Zum 31. Dezember 2014 besteht eine offene Verbindlichkeit zur Zahlung eines Agios in Höhe von 0,4 Mio EUR aus einer durchgeführten Kapitalerhöhung im Geschäftsjahr 2014. Darüber hinaus hat sich die Österreichische Post AG gegenüber den anderen Gesellschaftern verpflichtet, an einer weiteren Kapitalerhöhung inklusive Agio im Geschäftsjahr 2015 in Höhe von insgesamt 2,4 Mio EUR teilzunehmen. Die Eintragung der Kapitalerhöhung in das Handelsregister fand am 30. Jänner 2015 statt. Das Agio ist nach schriftlicher Aufforderung durch die Geschäftsführung der Gesellschaft zur Zahlung fällig, wobei die Höhe der einzelnen Teilbeträge von der Geschäftsführung nach dem Liquiditätsbedarf der ADELHEID GmbH festzusetzen ist.

9.5.2 Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen

Die nachstehende Tabelle gliedert in aggregierter Form den Anteil am Ergebnis und sonstigen Ergebnis von einzeln betrachtet unwesentlichen assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen auf. Die Tabelle zeigt auch die Überleitung zur Summe des Ergebnisses aus nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen.

Ergebnis aus nach der Equity-Methode 2013 2014
bilanzierten Finanzanlagen
Mio EUR
Unwesentliche assoziierte Unternehmen
Anteil am Periodenergebnis –1,6 –3,1
Wertaufholung 0,0 1,1
–1,6 –1,9
Unwesentliche Gemeinschaftsunternehmen
Anteil am Periodenergebnis –6,8 –0,2
Anteil am sonstigen Ergebnis –0,5 0,0
–7,2 –0,2
Wesentliche assoziierte und Gemeinschaftsunternehmen
Anteil am Periodenergebnis 1,8 2,0
Anteil am sonstigen Ergebnis –7,4 2,0
–5,6 4,0
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen –6,6 –0,1
Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen – Anteil am sonstigen Ergebnis –7,8 2,0

Im Vorjahr wurden von dem anteiligen Periodenergebnis in Höhe von –6,6 Mio EUR 0,2 Mio EUR in den Buchwerten der Anteile erfasst und –6,8 Mio EUR gegen bestehende Gesellschafterdarlehen gegenüber der MEILLERGHP erfasst. Ebenso wurden von den Anteilen am sonstigen Ergebnis im Vorjahr –0,5 Mio EUR gegen diese Gesellschafterdarlehen erfasst.

9.6 Andere finanzielle Vermögenswerte

Mio EUR 31.12.2013 31.12.2014
Restlaufzeit
<1 Jahr
Restlaufzeit
>1 Jahr
Gesamt Restlaufzeit
<1 Jahr
Restlaufzeit
>1 Jahr
Gesamt
Wertpapiere 13,3 51,7 65,0 6,4 46,8 53,1
Strategische und andere Anteile 0,0 12,2 12,2 0,0 12,2 12,2
Derivative finanzielle
Vermögenswerte
0,0 0,0 0,0 0,0 1,7 1,7
13,3 63,9 77,2 6,4 60,7 67,1

Wertpapiere

Der in den Wertpapieren enthaltene Buchwert enthält im Wesentlichen Investmentfonds und Anleihen. Die vom Österreichischen Post Konzern gehaltenen Wertpapiere besitzen ein Investment-Grade-Rating bzw. eine vergleichbare erstklassige Bonität. Investmentfonds werden nur bei international anerkannten Kapitalanlagegesellschaften gehalten.

Strategische und andere Anteile

Der in den anderen Anteilen enthaltene Buchwert des mittelbar gehaltenen Anteils an der BAWAG P.S.K. zum 31. Dezember 2014 beträgt 8,0 Mio EUR (31.12.2013: 8,0 Mio EUR). Der in den anderen Anteilen enthaltene Buchwert des Anteils betreffend die Wiener Börse AG zum 31. Dezember 2014 beträgt 4,2 Mio EUR (31.12.2013: 4,2 Mio EUR).

Derivative finanzielle Vermögenswerte

Im Geschäftsjahr 2013 hat die Österreichische Post 25% der Anteile an der Aras Kargo a.s. erworben. Zusätzlich wurde der Österreichischen Post das einseitig ausübbare Recht eingeräumt, im Zeitraum 1. April–30. Juni 2016 weitere 50% der Anteile von der Familie Aras zu erwerben (Call-Option). Der Ausübungspreis bemisst sich als Vielfaches (Multiple) des betrieblichen Ergebnisses der Aras Kargo a.s. im Jahr 2015 unter Abzug der Netto-Finanzverbindlichkeiten. Zusätzlich besteht eine betraglich untergeordnete Earn-Out-Komponente. Für den Erwerb dieses Rechts wurde kein gesonderter Kaufpreis bezahlt. Der beizulegende Zeitwert im Zeitpunkt des Zugangs sowie per 31. Dezember 2013 wurde mit Null eingeschätzt. Die Bewertung der Call-Option erfolgte vorrangig auf Basis der erwarteten Planergebnisse unter Gegenüberstellung des beizulegenden Verkehrswerts der Anteile.

Angaben zur Ermittlung der Markwerte erfolgen in Kapitel "Sonstige Angaben" unter Punkt 10.1 Finanzinstrumente.

9.7 Vorräte

Mio EUR 31.12.2013 31.12.2014
Hilfs- und Betriebsstoffe 10,5 10,6
abzüglich Wertminderungen –4,9 –4,8
Handelswaren 13,8 13,3
abzüglich Wertminderungen –2,3 –2,3
17,1 16,7

Der Buchwert der zum Nettoveräußerungswert angesetzten Vorräte beträgt 0,2 Mio EUR (31.12.2013: 0,3 Mio EUR). Wertberichtigungen waren insbesondere wegen eingeschränkter Verwertbarkeit und langer Lagerdauer erforderlich.

9.8 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen

Mio EUR
angepasst1
31.12.2013
Restlaufzeit
<1 Jahr
Restlaufzeit
>1 Jahr
Gesamt Restlaufzeit
<1 Jahr
Restlaufzeit
>1 Jahr
Gesamt
Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen
251,3 0,0 251,3 242,3 0,0 242,3
Forderungen gegenüber nach
der Equity-Methode bilanzierten
Finanzanlagen
1,0 2,3 3,3 1,0 4,1 5,1
Andere sonstige Forderungen 43,3 18,3 61,6 108,7 16,9 125,6
295,6 20,7 316,2 352,0 21,0 373,0

1 Anpassung aufgrund der Umgliederung fakturierter, aber noch nicht erbrachter Leistungen; siehe Punkt 3.2

In den Forderungen gegenüber nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen zum 31. Dezember 2013 waren vollständig wertberichtigte Forderungen aus Gesellschafterdarlehen gegenüber dem nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmen MEILLERGHP enthalten. Zum 31. Dezember 2014 sind in diesem Posten nachrangige Gesellschafterdarlehen inklusive aufgelaufener Zinsen in Höhe von insgesamt 4,3 Mio EUR gegenüber der AEP GmbH enthalten.

In den anderen sonstigen Forderungen sind EUR 60,0 Mio EUR Forderungen aus dem Verkauf der Postgasse 8 Entwicklungs AG & Co OG enthalten. Die Forderung war zum Zeitpunkt der Erstellung des Jahresabschlusses bereits vollständig eingegangen.

Aufgrund der aktuellen Einschätzung der Einbringlichkeit waren Wertminderungen auf aushaftende Forderungen gegenüber Kunden und Logistikpartnern der trans-o-flex Gruppe in Höhe von insgesamt 8,7 Mio EUR (2013: 7,1 Mio EUR) zu erfassen. Davon betrafen 6,0 Mio EUR Distributionsgesellschaften (2013: 6,1 Mio EUR).

Zur Darstellung der Wertberichtigungen der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen verweisen wir auf Punkt 10.1 Finanzinstrumente.

9.9 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Mio EUR 31.12.2013 31.12.2014
Guthaben bei Kreditinstituten 23,3 20,2
Kurzfristige Veranlagungen (Termingelder) 214,1 241,2
Kassenbestand 2,8 2,7
240,2 264,1

Der Finanzmittelbestand, wie er im Konzern-Cashflow-Statement dargestellt wird, kann auf den Posten Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in der Konzernbilanz wie folgt übergeleitet werden:

Mio EUR 31.12.2013 31.12.2014
Finanzmittelbestand 240,2 264,2
In den zum Verkauf gehaltenen Vermögenswerten enthaltene Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente
0,0 –0,1
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 240,2 264,1

9.10 Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Schulden

Liegenschaft Sint Niklaas

Im Jahr 2013 hat die Österreichische Post die Liegenschaft in Sint Niklaas, Belgien (Segment Paket & Logistik), unter aufschiebender Bedingung verkauft. Die Liegenschaft wurde entsprechend per 31. Dezember 2013 mit einem Buchwert von 1,9 Mio EUR unter den als zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten ausgewiesen. Die aufschiebende Bedingung des Kaufvertrags ist per Ende März 2014 eingetreten und der Verkauf der Liegenschaft wurde vollzogen.

Postgasse 8 Entwicklungs AG & Co OG

Im zweiten Quartal 2014 hat die Österreichische Post AG einen Plan zur Veräußerung der Postgasse 8 Entwicklungs AG & Co OG (Segment Corporate) beschlossen. Die Gesellschaft wurde in Vorbereitung der geplanten Verwertung der Liegenschaft 1010 Wien, Postgasse 8 gegründet, wobei die Liegenschaft in die Gesellschaft eingebracht wurde. Bei der Liegenschaft handelt es sich um die ehemalige Firmenzentrale der Österreichischen Post AG in der Wiener Innenstadt. Der Verkaufsprozess in Form eines internationalen Bieterverfahrens wurde Ende Juni 2014 gestartet. Der Abschluss des Kaufvertrags und das Closing der Transaktion erfolgte am 22. Dezember 2014. Der Verkauf der Liegenschaft bzw. der Abgang der Gesellschaft wurden mit diesem Datum vollzogen. Zum Zeitpunkt des Verkaufs waren die Vermögenswerte der Gesellschaft als zur Veräußerung gehalten im Sinn des IFRS 5 eingestuft und bestanden nur noch aus dem Buchwert dieser Liegenschaft.

Aus der Gegenüberstellung des Buchwerts der abgehenden Vermögenswerte zu der erhaltenen Gegenleistung ergibt sich ein Gewinn, der unter den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst wurde:

–2,6
5,0
60,0
65,0
62,4

feibra Magyarország Kft.

Im vierten Quartal 2014 hat die Österreichische Post einen Plan zur Veräußerung des ungarischen Tochterunternehmens feibra Magyarország Kft. (Segment Brief, Werbepost & Filialen) beschlossen. Ein öffentlicher Verkaufsprozess wurde Ende 2014 gestartet. Die Gesellschaft wurde als Veräußerungsgruppe im Sinn des IFRS 5 eingestuft und wird entsprechend gesondert in der Bilanz ausgewiesen. Im Zuge der initialen Umgliederung der Vermögenswerte als zur Veräußerung gehalten waren Wertminderungen in Höhe von insgesamt 0,5 Mio EUR zu erfassen.

Die Vermögenswerte und Schulden der Veräußerungsgruppe beinhalten im Wesentlichen Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

9.11 Eigenkapital

Eigenkapitalbestandteile

Das Grundkapital der Österreichischen Post AG beträgt 337,8 Mio EUR. Das Grundkapital ist in 67.552.638 Stück auf Inhaber lautende stimm- und gewinnberechtigte Aktien mit einem Nennwert in Höhe von 5,0 EUR geteilt.

Die Anzahl der im Umlauf befindlichen dividendenberechtigten Aktien hat sich im Geschäftsjahr wie folgt entwickelt:

Stück
Stand am 1. Jänner 2014 67.552.638
Stand am 31. Dezember 2014 67.552.638
Gewichteter Durchschnitt der Aktien im Geschäftsjahr 2014 67.552.638

Hauptaktionärin der Österreichischen Post AG auf Basis der im Umlauf befindlichen Aktien ist mit einem Anteil von 52,8% die Österreichische Industrieholding AG, Wien.

Die Kapitalrücklagen resultieren aus Einzahlungen und Einlagen durch die Aktionäre. Die in der Entwicklung des Eigenkapitals des Konzerns dargestellten Kapitalrücklagen entsprechen jenen des Einzelabschlusses der Österreichischen Post AG.

Die Gewinnrücklagen des Konzerns umfassen die gesetzlichen und freien Rücklagen der Österreichischen Post AG sowie die um Gewinnausschüttungen verminderten erwirtschafteten Ergebnisse des Konzerns. Außerdem sind darin im Eigenkapital zu erfassende Beträge aus Änderungen an der Beteiligungsquote an Tochterunternehmen, die nicht zu einem Verlust der Beherrschung führen, enthalten.

Die anderen Rücklagen beinhalten Rücklagen aus der Neubewertung von leistungsorientierten Verpflichtungen, aus der Marktbewertung von Finanzinstrumenten sowie Währungsumrechnungsrücklagen: Die Rücklage aus der Neubewertung von leistungsorientierten Verpflichtungen stammt aus Anpassungen und Änderungen von versicherungsmathematischen Annahmen, deren Effekte im sonstigen Ergebnis erfasst werden. Die Marktbewertung von Finanzinstrumenten umfasst Zeitwertänderungen von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten. Gewinne und Verluste aus Änderungen des Marktwerts werden ergebnisneutral und nach Steuern in der Rücklage erfasst. Die Währungsumrechnungsrücklagen enthalten alle Kursdifferenzen, die aus der Umrechnung der in ausländischer Währung aufgestellten Jahresabschlüsse von Tochterunternehmen und von nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen entstanden sind.

Die nicht beherrschenden Anteile beziehen sich ausschließlich auf die M&BM Express OOD.

Das Periodenergebnis des Geschäftsjahres 2014 beträgt 146,8 Mio EUR (2013: 124,0 Mio EUR). Das den Aktionären des Mutterunternehmens zurechenbare Periodenergebnis beträgt 146,5 Mio EUR (2013: 123,2 Mio EUR). Die Basis für die Gewinnverteilung ist entsprechend dem österreichischen Aktiengesetz der Jahresabschluss der Österreichischen Post AG zum 31. Dezember 2014. Der darin ausgewiesene ausschüttungsfähige Bilanzgewinn beträgt 168,6 Mio EUR (2013: 188,8 Mio EUR).

Für das Geschäftsjahr 2014 ist gemäß Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands eine Ausschüttung von insgesamt 131,7 Mio EUR (Basisdividende von 1,95 EUR je Aktie) (2013: 128,4 Mio EUR, Basisdividende von 1,90 EUR je Aktie) vorgesehen.

Kapitalmanagement

Das Kapitalmanagement des Konzerns zielt auf eine für die Einhaltung der Wachstums- und Akquisitionsziele sowie für die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts angemessene Kapitalstruktur ab.

Im Rahmen seiner Dividendenpolitik beabsichtigt der Österreichische Post Konzern für die kommenden Jahre, unter der Voraussetzung, dass sich die Geschäftsentwicklung weiterhin erfolgreich fortsetzt und keine außergewöhnlichen Umstände auftreten, eine Ausschüttungsquote von zumindest 75% des den Aktionären des Mutterunternehmens zurechenbaren Periodenergebnisses. Es wird eine nachhaltige Dividende angestrebt, die sich mit dem Konzernergebnis weiterentwickelt.

Bei einer Bilanzsumme von 1.671,0 Mio EUR zum 31. Dezember 2014 (31.12.2013: 1.640,2 Mio EUR) beträgt die Eigenkapitalquote zum 31. Dezember 2014 42,1% (31.12.2013: 42,6%).

9.12 Rückstellungen

Mio EUR 31.12.2013 31.12.2014
Restlaufzeit
<1 Jahr
angepasst1
Restlaufzeit
>1 Jahr
Gesamt Restlaufzeit
<1 Jahr
Restlaufzeit
>1 Jahr
Gesamt
Rückstellungen für
Abfertigungen
2,0 85,8 87,9 2,0 102,6 104,6
Rückstellungen für Pensionen 0,2 2,4 2,6 0,1 2,6 2,7
Rückstellungen für
Jubiläumsgelder
6,2 85,1 91,3 5,1 86,6 91,7
Andere Rückstellungen
für Mitarbeiter
93,3 207,2 300,5 108,0 193,8 301,9
Sonstige Rückstellungen 32,7 2,2 34,9 37,5 2,1 39,5
134,5 382,8 517,3 152,8 387,7 540,5

1 Anpassung aufgrund der Umgliederung erhaltener Vorauszahlungen für noch zu erbringende Leistungen in Höhe von 22,9 Mio EUR; siehe Punkt 3.2

9.12.1 Rückstellungen für Abfertigungen, Pensionen und Jubiläumsgelder

Geschäftsjahr 2013
Mio EUR
Abferti
gungen
Pensionen Jubiläums
gelder
Gesamt
Barwert der Verpflichtung am 1. Jänner 2013 86,0 2,6 95,4 184,0
Zugang aus Unternehmenserwerben 0,2 0,0 0,3 0,5
Dienstzeitaufwand 5,4 0,1 5,5 10,9
Zinsaufwand 2,9 0,1 3,0 5,9
Versicherungsmathematische Gewinne (–) und Verluste (+)
aus der Veränderung demographischer Annahmen
0,0 0,0 0,0 0,0
Versicherungsmathematische Gewinne (–) und Verluste (+)
aus der Veränderung finanzieller Annahmen
0,0 0,0 0,0 0,0
Erfahrungsbedingte Berichtigungen 1,1 0,0 –6,6 –5,5
Tatsächliche Zahlungen –7,6 –0,2 –6,2 –14,0
Barwert der Verpflichtung am 31. Dezember 2013 87,9 2,6 91,3 181,8
Geschäftsjahr 2014
Mio EUR
Abferti
gungen
Pensionen Jubiläums
gelder
Gesamt
Barwert der Verpflichtung am 1. Jänner 2014 87,9 2,6 91,3 181,8
Zugang aus Unternehmenserwerben 0,1 0,0 –0,1 –0,1
Dienstzeitaufwand 5,4 0,0 5,2 10,6
Zinsaufwand 2,5 0,1 2,6 5,2
Versicherungsmathematische Gewinne (–) und Verluste (+)
aus der Veränderung demographischer Annahmen
2,0 –0,2 –4,4 –2,6
Versicherungsmathematische Gewinne (–) und Verluste (+)
aus der Veränderung finanzieller Annahmen
13,5 0,4 7,5 21,4
Erfahrungsbedingte Berichtigungen 0,1 0,0 –4,7 –4,6
Tatsächliche Zahlungen –6,7 –0,2 –5,7 –12,6
Barwert der Verpflichtung am 31. Dezember 2014 104,6 2,7 91,7 199,1

Die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste sind aus den unter Punkt 6.16 beschriebenen Parameteranpassungen von Rechnungszinssatz, Gehaltssteigerung und Fluktuationsabschlag entstanden. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste für Abfertigungen und Pensionen werden im sonstigen Ergebnis ausgewiesen.

Der in der Gewinn- und Verlustrechnung enthaltene Aufwand für Abfertigungen, Pensionen und Jubiläumsgelder wird bis auf den Zinsaufwand, der im Finanzergebnis dargestellt wird, im Personalaufwand ausgewiesen.

9.12.2 Andere Rückstellungen für Mitarbeiter

Geschäftsjahr 2013
Mio EUR
Unter
auslastung
Sonstige
personalbe
zogene Rück
stellungen
Gesamt
Stand am 1. Jänner 2013 229,1 72,1 301,2
Veränderung Konsolidierungskreis 0,0 0,8 0,8
Umgliederung –2,4 0,0 –2,4
Neubildung 43,0 68,4 111,3
Verwendung –23,1 –48,9 –71,9
Auflösung –40,0 –5,6 –45,6
Aufzinsung 6,8 0,3 7,1
Stand am 31. Dezember 2013 213,4 87,1 300,5
Geschäftsjahr 2014
Mio EUR
Unter
auslastung
Sonstige
personalbe
zogene Rück
stellungen
Gesamt
Stand am 1. Jänner 2014 213,4 87,1 300,5
Umgliederung –7,7 0,0 –7,7
Neubildung 85,8 83,3 169,1
Verwendung –22,2 –55,1 –77,3
Auflösung –78,1 –7,8 –85,9
Aufzinsung 3,1 0,1 3,2
Stand am 31. Dezember 2014 194,3 107,6 301,9

Rückstellungen für Unterauslastung

Zu Inhalt und Systematik der Rückstellung für Unterauslastung verweisen wir auf Punkt 6.17 Rückstellungen für Unterauslastung.

Die Umgliederung in Höhe von 7,7 Mio EUR (2013: 2,4 Mio EUR) betrifft die Rückstellung für Ressortwechsel. Nach der endgültigen Übernahme von Mitarbeitern durch ein Bundesministerium sind die gebildeten Vorsorgen in die Verbindlichkeiten umzugliedern. Die Neubildung in Höhe von 85,8 Mio EUR (2013: 43,0 Mio EUR) ergab sich insbesondere durch den Neueintritt von Mitarbeitern in den Post Arbeitsmarkt, deren Arbeitsplätze aufgrund des laufenden Post-internen Organisationsprozesses zur Anpassung an die sich ändernden Marktbedingungen verloren gingen. Zusätzlich führten die Effekte aus den Parameteränderungen (siehe unter Punkt 6.17) in Höhe von 19,4 Mio EUR zu einer Erhöhung der Rückstellung. Die Verwendung betrifft die laufenden Zahlungen an die rückgestellten Mitarbeiter und lag in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Die Auflösung in Höhe von 78,1 Mio EUR (2013: 40,0 Mio EUR) war bedingt durch den Abgang von Mitarbeitern, die das Unternehmen verlassen haben, sowie durch die Reintegration von Mitarbeitern in den Arbeitsprozess.

Sonstige personalbezogene Rückstellungen

Die sonstigen personalbezogenen Rückstellungen enthalten im Wesentlichen Vorsorgen für Erfolgsbeteiligungen und Leistungsprämien, Vorsorgen für Leistungen an Mitarbeiter, die das Unternehmen verlassen (Überbrückungsmodell gemäß Sozialplan) sowie Rückstellungen für Restrukturierungen.

Die Neubildung in Höhe von 83,3 Mio EUR (2013: 68,4 Mio EUR) betrifft überwiegend die Dotierung für Erfolgsbeteiligungen und Leistungsprämien (2014: 50,8 Mio EUR; 2013: 46,2 Mio EUR). Weiters waren Rückstellungen für Restrukturierungen in Höhe von insgesamt 10,0 Mio EUR für geplante Personalanpassungen neu zu bilden. Davon entfielen auf das Segment Brief, Werbepost & Filialen 6,6 Mio EUR und auf das Segment Paket & Logistik 3,4 Mio EUR. Ebenso betrifft die Verwendung in Höhe von 55,1 Mio EUR im Wesentlichen die Auszahlung von Erfolgsbeteiligungen und Leistungsprämien. In der Verwendung enthalten ist auch die teilweise Verwendung der im Vorjahr gebildeten Rückstellungen für Restrukturierungen in Höhe von 2,5 Mio EUR.

Geschäftsjahr 2013
Mio EUR
Stand am 1. Jänner 2013 35,8
Veränderung Konsolidierungskreis 0,3
Neubildung 12,1
Verwendung –6,5
Auflösung –6,7
Stand am 31. Dezember 2013 34,9
Geschäftsjahr 2014
Mio EUR
Stand am 1. Jänner 2014 34,9
Neubildung 13,8
Verwendung –5,6

9.12.3 Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen enthalten eine Vorsorge für ungewisse Verbindlichkeiten aus Abgaben und Beiträgen in Höhe von 21,5 Mio EUR (2013: 17,0 Mio EUR) sowie Vorsorgen für Prozesskosten, Rechts-, Prüfungs- und Beratungsaufwand sowie für Schadensfälle. Weiters ist darin eine Rückstellung in Höhe von 5,3 Mio EUR aus dem Thema Vorrückungsstichtag enthalten (siehe dazu unter Punkt 7.3 Anrechnung von Vordienstzeiten für beamtete Mitarbeiter).

Auflösung –3,6 Stand am 31. Dezember 2014 39,5

9.13 Andere finanzielle Verbindlichkeiten

Mio EUR 31.12.2013 31.12.2014
Restlaufzeit
<1 Jahr
Restlaufzeit
>1 Jahr
Gesamt Restlaufzeit
<1 Jahr
Restlaufzeit
>1 Jahr
Gesamt
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
0,9 7,0 7,9 0,9 6,8 7,6
Verbindlichkeiten
Finanzierungsleasing
2,9 9,7 12,6 2,2 7,5 9,7
Andere Finanzverbindlichkeiten 0,0 0,5 0,5 0,0 0,4 0,4
3,9 17,2 21,0 3,1 14,6 17,7

9.14 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten

Mio EUR 31.12.2013 31.12.2014
angepasst1 Restlaufzeit
<1 Jahr
Restlaufzeit
>1 Jahr
Gesamt Restlaufzeit
<1 Jahr
Restlaufzeit
>1 Jahr
Gesamt
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen
218,3 0,2 218,6 217,8 0,1 217,9
Verbindlichkeiten gegenüber
nach der Equity-Methode
bilanzierten Finanzanlagen
2,4 0,0 2,4 3,6 0,0 3,6
Andere sonstige
Verbindlichkeiten
151,1 15,1 166,2 139,8 20,7 160,5
371,9 15,3 387,2 361,2 20,8 381,9

1 Anpassung aufgrund der Umgliederung erhaltener Vorauszahlungen und Ertragsteuerverbindlichkeiten; siehe Punkt 3.2

Die anderen sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von 160,5 Mio EUR enthalten neben Verbindlichkeiten gegenüber Steuerbehörden und Sozialversicherungsträgern in Höhe von 50,9 Mio EUR (31.12.2013: 51,9 Mio EUR) und Verbindlichkeiten für nicht konsumierte Urlaube in Höhe von 38,3 Mio EUR (31.12.2013: 45,0 Mio EUR) erhaltene Vorauszahlungen für noch nicht erbrachte Leistungen in Höhe von 15,9 Mio EUR (31.12.2013: 16,6 Mio EUR).

9.15 Ertragsteuern

Mio EUR 2013 2014
Laufender Steueraufwand 41,3 53,6
Steuergutschriften/-nachzahlungen für Vorjahre 4,7 0,2
Latenter Steueraufwand/-ertrag 1,1 –6,7
47,2 47,2

Im Latenten Steueraufwand/-ertrag sind Wertminderungen latenter Steueransprüche in Höhe von 2,5 Mio EUR (31.12.2013: 4,3 Mio EUR) enthalten.

Temporäre Unterschiede zwischen den Wertansätzen im Konzernabschluss und dem jeweiligen steuerlichen Wertansatz wirken sich wie folgt auf die in der Bilanz ausgewiesenen latenten Steuern aus:

Mio EUR
31.12.2013
31.12.2014
Aktive latente Steuern auf temporäre Differenzen
Geschäfts- oder Firmenwerte
0,0
0,2
Finanzanlagen (Steuerliche Teilwertabschreibungen)
36,6
42,7
Forderungen
0,2
0,1
Rückstellungen
20,9
26,7
Finanzverbindlichkeiten
0,1
0,0
Verbindlichkeiten
1,0
1,2
58,8 71,0
Passive latente Steuern auf temporäre Differenzen
Kundenbeziehungen
–2,6
–2,2
Markenrechte
–6,8
–6,8
Andere immaterielle Vermögenswerte
–0,3
–0,3
Sachanlagen
–8,8
–8,1
Vorräte
–0,1
–0,1
–18,6 –17,4
Latente Steuern auf Verlustvorträge
10,1
6,8
Latente Steuern – Netto
50,2
60,3
Aktive latente Steuern
58,3
68,6
Passive latente Steuern
–8,1
–8,3
Latente Steuern – Netto
50,2
60,3

Aktive latente Steuern auf Verlustvorträge werden nur insoweit gebildet, als deren Realisierung aufgrund der Steuerplanung wahrscheinlich ist.

Folgende aktive latente Steuern wurden nicht angesetzt:

Mio EUR 31.12.2013 31.12.2014
Aktive latente Steuern auf:
Noch nicht genutzte steuerliche Verluste 18,2 33,7

Die steuerlichen Verlustvorträge, auf die keine aktiven latenten Steuern angesetzt werden, sind zeitlich unbefristet nutzbar. Für Gesellschaften, die in der laufenden Periode oder in der Vorperiode Verluste erlitten haben, übersteigen die ausgewiesenen latenten Steuerforderungen die Steuerverbindlichkeiten um 0,0 Mio EUR (31.12.2013: 1,9 Mio EUR).

Temporäre Differenzen in Höhe von 25,8 Mio EUR (31.12.2013: 38,2 Mio EUR), die im Zusammenhang mit Anteilen an Tochterunternehmen stehen, wurden nicht angesetzt, da es wahrscheinlich ist, dass sich diese temporären Differenzen in absehbarer Zeit nicht umkehren werden. Die Entwicklung und die Aufteilung der gesamten Veränderung der latenten Steuern in ergebniswirksame und ergebnisneutrale Komponenten werden in folgender Tabelle dargestellt:

Mio EUR Aktive
latente
Steuern
Passive
latente
Steuern
Stand am 1. Jänner 2013 63,9 12,2
Ergebniswirksame Veränderungen –5,7 –4,6
Ergebnisneutrale Veränderungen
Zur Veräußerung gehaltene Wertpapiere –0,2 0,0
Neubewertung von leistungsorientierten Verpflichtungen 0,4 0,1
Zugang aus Unternehmenserwerben 0,0 0,4
0,2 0,5
Stand am 31. Dezember 2013 58,3 8,1
Stand am 1. Jänner 2014 58,3 8,1
Ergebniswirksame Veränderungen 6,7 0,0
Ergebnisneutrale Veränderungen
Zur Veräußerung gehaltene Wertpapiere –0,3 0,0
Neubewertung von leistungsorientierten Verpflichtungen 3,9 0,0
Zugang aus Unternehmenserwerben 0,0 0,2
3,7 0,2
Stand am 31. Dezember 2014 68,6 8,3

Die Konzernsteuerquote ist als das Verhältnis von tatsächlicher Ertragsteuer der Periode zum Ergebnis vor Ertragsteuern definiert und beträgt im Geschäftsjahr 2014 24,3% (2013: 27,5%).

Steuerüberleitungsrechnung

Mio EUR 2013 2014
Ergebnis vor Ertragsteuern 171,2 193,9
Rechnerische Ertragsteuer 42,8 48,5
Steuerminderung aufgrund von
Teilwertabschreibung Tochtergesellschaften –15,2 –18,9
Anpassung an ausländische Steuersätze –0,2 –1,0
Forderungsbewertungen –4,2 –0,1
Veräußerung Anlagevermögen 0,0 –6,4
Übrige steuermindernde Posten –3,8 –4,9
–23,3 –31,4
Mio EUR 2013 2014
Steuermehrung aufgrund von
Wertminderung auf Geschäfts- oder Firmenwert 8,1 12,1
Nicht steuerwirksam übernommene Verluste (nach der Equity-Methode) 1,6 0,0
Zuschreibung Tochtergesellschaften 0,0 1,5
Konsolidierungskreisänderungen 0,2 0,0
Übrige steuermehrende Posten 3,1 6,2
13,0 19,9
Ertragsteueraufwand der Periode 32,4 37,0
Aperiodischer Ertragsteueraufwand/-ertrag 4,7 0,2
Veränderung nicht gebildeter aktiver latenter Steuern auf Verlustvorträge 10,0 10,0
Tatsächliche Ertragsteuer 47,2 47,2

Die Position Forderungsbewertung steht im Zusammenhang mit der Wertminderung der an die MEILLERGHP gewährten Gesellschafterdarlehen und die Position Veräußerung Anlagevermögen mit dem Verkauf der Liegenschaft 1010 Wien Postgasse 8 Entwicklungs AG & Co OG.

10 Finanzinstrumente und damit verbundene Risiken

10.1 Finanzinstrumente

10.1.1 Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten

Die folgenden Tabellen zeigen die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach den Bewertungskategorien des IAS 39 sowie die Einstufung nach der Fair-Value-Hierarchie:

31. Dezember 2013
Mio EUR
Stufe Erfolgs
wirksam zum
beizulegen
den Zeitwert
Zur
Veräußerung
verfügbar
Kredite und
Forderungen
Zu fortgeführ
ten Anschaf
fungskosten
bewertet
Gesamt
Finanzielle Vermögenswerte
Folgebewertung zum
beizulegenden Zeitwert
Wertpapiere 1 0,0 65,0 0,0 0,0 65,0
Strategische und andere Anteile 3 0,0 12,2 0,0 0,0 12,2
Derivative finanzielle Vermögenswerte 3 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
0,0 77,2 0,0 0,0 77,2
Folgebewertung nicht zum
beizulegenden Zeitwert
Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen
0,0 0,0 251,3 0,0 251,3
Forderungen gegenüber nach
der Equity-Methode bilanzierten
Finanzanlagen
0,0 0,0 3,3 0,0 3,3
Andere sonstige Forderungen1 0,0 0,0 25,7 0,0 25,7
Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente
0,0 0,0 0,0 240,2 240,2
0,0 0,0 280,3 240,2 520,5
31. Dezember 2013
Mio EUR
Stufe Erfolgs
wirksam zum
beizulegen
den Zeitwert
Zur
Veräußerung
verfügbar
Kredite und
Forderungen
Zu fortgeführ
ten Anschaf
fungskosten
bewertet
Gesamt
Finanzielle Verbindlichkeiten
Folgebewertung nicht zum
beizulegenden Zeitwert
Andere finanzielle Verbindlichkeiten 0,0 0,0 0,0 21,0 21,0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen
0,0 0,0 0,0 218,6 218,6
Verbindlichkeiten gegenüber nach
der Equity-Methode bilanzierten
Finanzanlagen
0,0 0,0 0,0 2,4 2,4
Andere sonstige Verbindlichkeiten2 0,0 0,0 0,0 20,3 20,3
0,0 0,0 0,0 262,3 262,3
31. Dezember 2014
Mio EUR
Stufe Erfolgs
wirksam zum
beizulegen
den Zeitwert
Zur
Veräußerung
verfügbar
Kredite und
Forderungen
Zu fortgeführ
ten Anschaf
fungskosten
bewertet
Gesamt
Finanzielle Vermögenswerte
Folgebewertung zum
beizulegenden Zeitwert
Wertpapiere 1 0,0 53,1 0,0 0,0 53,1
Strategische und andere Anteile 3 0,0 12,2 0,0 0,0 12,2
Derivative finanzielle Vermögenswerte 3 1,7 0,0 0,0 0,0 1,7
1,7 65,4 0,0 0,0 67,1
Folgebewertung nicht zum
beizulegenden Zeitwert
Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen
0,0 0,0 242,3 0,0 242,3
Forderungen gegenüber nach
der Equity-Methode bilanzierten
Finanzanlagen
0,0 0,0 5,1 0,0 5,1
Andere sonstige Forderungen1 0,0 0,0 86,3 0,0 86,3
Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente
0,0 0,0 264,1 0,0 264,1
0,0 0,0 597,8 0,0 597,8
Finanzielle Verbindlichkeiten
Folgebewertung nicht zum
beizulegenden Zeitwert
Andere finanzielle Verbindlichkeiten 0,0 0,0 0,0 17,7 17,7
Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen
0,0 0,0 0,0 217,9 217,9
Verbindlichkeiten gegenüber nach
der Equity-Methode bilanzierten
Finanzanlagen 0,0 0,0 0,0 3,6 3,6
Andere sonstige Verbindlichkeiten2 0,0 0,0 0,0 36,5 36,5
0,0 0,0 0,0 275,6 275,6

1 Exklusive geleisteter Vorauszahlungen und Forderungen gegenüber Steuerbehörden und Sozialversicherungsträgern

2 Exklusive erhaltener Vorauszahlungen und Verbindlichkeiten gegenüber Steuerbehörden und Sozialversicherungsträgern sowie nicht konsumierte Urlaube Die folgende Tabelle zeigt die Gegenüberstellung von Buchwert und beizulegendem Zeitwert der anderen finanziellen Verbindlichkeiten:

Mio EUR 31.12.2013 31.12.2014
Buchwert Marktwert Buchwert Marktwert
Andere finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 7,9 8,4 7,7 7,7
Verbindlichkeiten Finanzierungsleasing 12,6 12,6 9,7 9,7
Andere Finanzverbindlichkeiten 0,5 0,5 0,4 0,4
21,0 21,6 17,7 17,8

Bei allen anderen finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, die nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, wird aufgrund der überwiegenden Kurzfristigkeit dieser Posten unterstellt, dass die Buchwerte den beizulegenden Zeitwerten entsprechen.

10.1.2 Angaben zur Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte

Stufe Finanzinstrumente Bewertungsverfahren Inputfaktoren
Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert
1 Wertpapiere Marktwertorientiert Nominalwerte, Börsenpreis
3 Strategische und
andere Anteile
Marktwertorientiert bzw.
Kapitalwertorientiert
Buchwert-Multiples vergleichbarer
börsenotierter Unternehmen
und sofern verfügbar Planungs
rechnungen
3 Derivative finanzielle
Vermögenswerte
Kapitalwertorientiert Planungsrechnungen und darauf
basierende wahrscheinlichkeitsge
wichtete Szenarien, risikogewichtete
Abzinsungssätze (WACC)
Folgebewertung nicht zum beizulegenden Zeitwert
3 Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen und sonstige
Forderungen
Buchwerte als realistische Schätzung
des beizulegenden Zeitwerts
3 Andere finanzielle
Verbindlichkeiten
Kapitalwertorientiert Mit den Finanzinstrumenten
verbundene Zahlungen, Markt
zinssätze vergleichbarer
Finanzierungen
3 Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen und sonstige
Verbindlichkeiten
Buchwerte als realistische Schätzung
des beizulegenden Zeitwerts

Die folgende Tabelle zeigt die bei der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte verwendeten Bewertungsverfahren und Inputfaktoren:

Wesentliche Sensitivitäten in der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte von Stufe-3-Finanzinstrumenten, die zum beizulegenden Zeitwert angesetzt sind, können sich aus der Veränderung der zugrunde liegenden Marktdaten vergleichbarer Unternehmen sowie der in der Kapitalwertermittlung angesetzten Inputfaktoren (insbesondere Diskontierungssätze und Planungsdaten) ergeben.

Während der Berichtsperiode wurden keine Transfers zwischen den Stufen 1, 2 und 3 vorgenommen.

Folgende Tabelle zeigt die Überleitung der Stufe 3-Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert von finanziellen Vermögenswerten für die Geschäftsjahre 2013 und 2014:

Mio EUR 2013 2014
Anfangsbestand 1. Jänner 12,2 12,2
Gesamte Gewinne und Verluste
Erfolgswirksam in der Position Sonstige Erträge erfasst 0,0 1,7
Endbestand 31. Dezember 12,2 13,9

Der erfasste Gewinn betrifft zur Gänze die Folgebewertung des derivativen Vermögenswerts Call-Option Aras Kargo a.s.

10.1.3 Saldierte Finanzinstrumente

Aufrechnungen im Sinn des IFRS 7 finden im Österreichischen Post Konzern im Wesentlichen nur mit internationalen Postbetreibern statt, wobei die aufrechenbaren und entsprechend saldiert ausgewiesenen Beträge unwesentlich sind.

10.1.4 Angaben zur Gesamtergebnisrechnung

Die folgende Tabelle zeigt die in der Gesamtergebnisrechnung enthaltenen Nettogewinne und -verluste aus Finanzinstrumenten für die Geschäftsjahre 2013 und 2014:

Mio EUR 2013 2014
Gewinn
und Verlust
rechnung
Sonstiges
Ergebnis
Gesamt Gewinn
und Verlust
rechnung
Sonstiges
Ergebnis
Gesamt
Erfolgswirksam zum
beizulegenden Zeitwert
Ergebnis aus der
Folgebewertung
0,0 0,0 1,7 1,7
Zur Veräußerung verfügbar
Ergebnis aus der
Folgebewertung
0,7 0,7 1,2 1,2
Kredite und Forderungen
Ergebnis aus der
Folgebewertung
–18,6 –18,6 –9,6 –9,6
–18,6 0,7 –17,8 –7,9 1,2 –6,7

Im Geschäftsjahr 2014 wurden wie im Vorjahr keine wesentlichen Beträge aus dem sonstigen Ergebnis in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert.

Die nach der Effektivzinssatzmethode berechneten Zinserträge und -aufwendungen für finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, mit Ausnahme der erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente, stellen sich wie folgt dar:

2013
Mio EUR
2014
Zinserträge
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
1,7
1,9
Andere finanzielle Vermögenswerte
0,8
0,7
2,5 2,6
Zinsaufwendungen
Andere finanzielle Verbindlichkeiten
–2,3
–1,4
–2,3 –1,4

10.2 Mit den Finanzinstrumenten verbundene Risiken und Risikomanagement

10.2.1 Darstellung der Risikoarten

Aus den im Österreichischen Post Konzern eingesetzten Finanzinstrumenten ergeben sich folgenden Risiken:

Ausfallrisiken

  • Liquiditätsrisiken
  • Marktrisiken

Ausfallrisiken

Die in der Aufstellung der finanziellen Vermögenswerte dargestellten Beträge stellen gleichzeitig das maximale Bonitätsund Ausfallrisiko dar. Soweit bei den finanziellen Vermögenswerten Ausfallrisiken erkennbar sind, werden diese Risiken durch Wertberichtigungen erfasst.

Das Risiko bei Forderungen kann insgesamt als gering eingeschätzt werden, da die Mehrzahl der Kunden einem Bankeinzugsverfahren zugestimmt hat bzw. in risikobehafteten Fällen Bankgarantien hinterlegt oder Vorauszahlungen geleistet werden. Ferner besteht ein Großteil der offenen Forderungen gegenüber Vertragspartnern bester Bonität.

Zur Begrenzung des Ausfallrisikos bei Wertpapieren werden nur Papiere von Emittenten mit einem Investment-Grade-Rating oder vergleichbarer Bonität angekauft bzw. gehalten. Anteile an Investmentfonds werden nur bei international anerkannten Kapitalanlagegesellschaften gehalten. Besonderes Augenmerk gilt auch der Liquidität und der Abwicklungssicherheit der abgeschlossenen Finanzprodukte. Für Geldmarkttransaktionen bestehen festgelegte Handelslimits.

Im Rahmen einer Cross-Border-Leasing-Transaktion wurde durch eine Einmalzahlung die Verpflichtung zur Zahlung der Leasingraten einschließlich eines allfälligen EBO Payment an Payment Undertaker ausgelagert. Als Payment Undertaker wurden Finanzinstitute mit bester Bonität (Qualified Issuer) ausgewählt. Im Fall des Equity Payment Undertakers wurden Mindestratings vereinbart. Bei Unterschreiten dieser Grenzen sind vom Payment Undertaker zusätzliche Sicherheiten in Form von Wertpapieren beizubringen, und bei weiterem Sinken des Ratings besteht die Verpflichtung, den Equity Payment Undertaker zu wechseln. Damit rechtzeitig auf die jeweilige Situation der Payment Undertaker reagiert werden kann, erfolgt zumindest quartalsweise eine Überprüfung des Ratings der aktuellen Payment Undertaker sowie des Ratings vergleichbarer Kreditinstitute. Zudem ist zu jedem Bilanzstichtag von den Payment Undertakers in einer Bestätigung über den planmäßigen Verlauf der Transaktionen zu berichten, ebenso sind die offenen Rückführungsraten bekanntzugeben.

Die Altersstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und anderen sonstigen Forderungen, die überfällig, aber nicht wertgemindert sind, zeigt folgendes Bild:

31. Dezember 2013 Davon Davon
Mio EUR Buchwert nicht
einzelwert
berichtigt
nicht
überfällig
1–90 Tage
überfällig
91–180 Tage
überfällig
mehr als
181 Tage
überfällig
Buchwert Brutto
Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen
258,6 250,9 206,9 40,8 0,9 2,2
Forderungen gegenüber
nach der Equity-Methode
bilanzierten Finanzanlagen
22,7 3,3 3,3 0,0 0,1 0,0
Andere sonstige Forderungen 43,9 23,8 21,8 1,8 0,0 0,2
325,3
Wertminderung –44,9
Buchwert Netto 280,3
31. Dezember 2014 Davon Davon
Mio EUR Buchwert nicht
einzelwert
berichtigt
nicht
überfällig
1–90 Tage
überfällig
91–180 Tage
überfällig
mehr als
181 Tage
überfällig
Buchwert Brutto
Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen
248,1 242,2 202,4 36,3 2,0 1,5
Forderungen gegenüber
nach der Equity-Methode
bilanzierten Finanzanlagen
25,0 5,1 4,9 0,1 0,1 0,1
Andere sonstige Forderungen 104,1 72,4 71,9 0,3 0,0 0,1
377,2
Wertminderung –43,5
Buchwert Netto 333,7

Das Management geht davon aus, dass die ausgewiesenen Forderungen mit einer Überfälligkeit von mehr als 90 Tagen werthaltig sind. Die Einschätzung erfolgt auf Basis des historischen Zahlungsverhaltens und einer eingehenden Analyse des individuellen Kreditrisikos der betroffenen Kunden.

Die folgenden Tabellen zeigen die Entwicklung der Wertminderungen zu den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und anderen sonstigen Forderungen:

31. Dezember 2013
Mio EUR
01.01.2013 Dotierung1 Verbrauch Auflösung 31.12.2013
Wertminderungen
Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen
6,7 4,2 –2,1 –1,5 7,3
Forderungen gegenüber nach der
Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen
1,6 17,8 0,0 0,0 19,4
Andere sonstige Forderungen 16,8 5,4 –3,8 –0,2 18,2
25,1 27,4 –5,8 –1,7 44,9
31. Dezember 2014
Mio EUR
01.01.2014 Dotierung1 Verbrauch2 Auflösung 31.12.2014
Wertminderungen
Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen
7,3 5,2 –5,5 –1,2 5,8
Forderungen gegenüber nach der
Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen
19,4 0,4 0,0 0,0 19,9
Andere sonstige Forderungen 18,2 6,2 –6,0 –0,7 17,8
44,9 11,8 –11,5 –1,8 43,5

1 Inklusive Erfassung anteiliger negativer Ergebnisse im Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen

2 Inklusive Umgliederung zur Veräußerung gehalten in Höhe von 0,3 Mio EUR

Liquiditätsrisiken

Aufgabe der Liquiditätssicherung ist die jederzeitige Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit des Österreichischen Post Konzerns. Basis des Liquiditätsmanagements ist ein Liquiditätsplan, der laufend Soll-Ist-Analysen unterzogen und bei Bedarf angepasst wird. Durch die aktive Steuerung von Zahlungsströmen wird der Zinssaldo optimiert.

Die folgenden Tabellen zeigen die Fälligkeitsanalyse der finanziellen Verbindlichkeiten auf Basis der verbleibenden Restlaufzeiten:

31. Dezember 2013 Restlaufzeiten
Mio EUR Buchwert Brutto
Cashflow
<1 Jahr 1–5 Jahre >5 Jahre
Finanzielle Verbindlichkeiten
Andere finanzielle Verbindlichkeiten 21,0 22,9 8,7 9,2 5,0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen
218,6 218,6 218,3 0,2 0,0
Verbindlichkeiten gegenüber nach der
Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen
2,4 2,4 2,4 0,0 0,0
Andere sonstige Verbindlichkeiten 20,3 20,3 18,4 1,9 0,0
262,3 264,1 247,8 11,3 5,0
31. Dezember 2014 Restlaufzeiten
Mio EUR Buchwert Brutto
Cashflow
<1 Jahr 1–5 Jahre >5 Jahre
Finanzielle Verbindlichkeiten
Andere finanzielle Verbindlichkeiten 17,7 18,5 4,1 10,3 4,1
Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen
217,9 217,9 217,8 0,1 0,0
Verbindlichkeiten gegenüber nach der
Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen
3,6 3,6 3,6 0,0 0,0
Andere sonstige Verbindlichkeiten 36,5 36,5 29,6 6,9 0,0
275,6 276,5 255,1 17,3 4,1

Marktrisiken

Marktrisiken umfassen die bestehenden Risiken aus der Änderung von Marktpreisen. Im Österreichischen Post Konzern bestehen im Wesentlichen Risiken aus der Veränderung von Zinsen und Währungskursen, die Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben können:

Zinsänderungsrisiko

Das Zinsänderungsrisiko stellt das Risiko dar, das sich aus der Wertänderung von Finanzinstrumenten oder zinsbedingten Zahlungsströmen infolge von Schwankungen von Marktzinssätzen ergibt. Das Zinsänderungsrisiko beinhaltet das Barwertrisiko bei fest verzinsten Bilanzposten und das Zahlungsstromrisiko bei variabel verzinsten Bilanzposten. Ein Zinsänderungsrisiko liegt vor allem bei Forderungen und Verbindlichkeiten mit Laufzeiten von über einem Jahr vor. Solche längeren Laufzeiten sind im operativen Bereich nicht von materieller Bedeutung, spielen jedoch bei Finanzinvestitionen in Wertpapiere sowie bei Finanzverbindlichkeiten eine Rolle.

Die Steuerung des Zinsänderungsrisikos im Finanzbereich orientiert sich am Portfolio-Ansatz. Gesteuert werden grundsätzlich nicht Einzelpositionen, sondern das gesamte Finanzportfolio unter Bedachtnahme auf die jeweilige Grundtransaktion. Zu diesem Zweck werden grundsätzlich selektiv auch derivative Instrumente wie Zins-Swaps und Zins-Caps eingesetzt. Zum Berichtszeitpunkt bestehen keine derivativen Finanzpositionen. Das Finanzportfolio wird täglich der vorgegebenen Benchmark gegenübergestellt.

Eine Änderung des Marktzinssatzes um +/–1 Prozentpunkt hätte auf Basis der Portfolio-Zusammensetzung bei Gleichbleiben aller übrigen Parameter folgende Auswirkung auf die Höhe der in folgender Tabelle angeführten Posten:

Marktzinssatz
+1%-Punkt –1%-Punkt
2,7 –2,6
Marktzinssatz
+1%-Punkt –1%-Punkt
2,9 –2,8

Währungsänderungsrisiko

Als Währungsänderungsrisiko wird der mögliche Verlust aus Marktveränderungen durch schwankende Wechselkurse angesehen.

Auf der Aktivseite ergeben sich keine Risiken aus Währungsänderungen, da Lieferungen nahezu zur Gänze auf Euro-Währungsbasis abgewickelt werden. Gleiches gilt grundsätzlich für die übrigen originären Finanzinstrumente. Risiken aus Währungsänderungen bestehen in geringem Ausmaß für die Call-Option bezüglich der Aras Kargo a.s., die ggf. in Türkischer Lira auszuüben ist.

10.2.2 Risikomanagement

Ziel des Finanz- und Risikomanagements des Österreichischen Post Konzerns ist die Sicherung des Unternehmenserfolgs gegen finanzielle Risiken jeglicher Art. Grundsätzlich wird beim Management der Finanzpositionen ein strategischer Portfolio-Ansatz unter Bedachtnahme auf eine konservative Risikopolitik verfolgt.

Im Österreichischen Post Konzern erfolgt eine laufende Überwachung eventuell auftretender Risikokonzentrationen. Diese können bei Finanzinstrumenten mit ähnlichen Merkmalen und ähnlichen Bedingungen auftreten, z. B. in Bezug auf Fristigkeiten und Kontrahenten-Struktur oder hinsichtlich der Umsetzung der Veranlagungsstrategie. Konzentrationsrisiken werden unter anderem durch die Veranlagung von Termingeldern bei verschiedenen Banken, Diversifikation der Emittenten im Wertpapierportfolio oder Streuung der Fälligkeitsprofile vermieden.

Die aktuelle Risikosituation im Finanzbereich wird laufend in einem standardisierten Berichtswesen dargelegt. Weiters bestehen im Österreichischen Post Konzern klare, schriftlich festgelegte Strategien und operative Richtlinien für die Behandlung aller finanziellen Risiken.

Das Risikomanagement unterliegt einem vom Vorstand beschlossenen Regelwerk, das Ziele, Grundsätze, Aufgaben und Kompetenzen festlegt. Darüber hinaus formuliert dieses Regelwerk standardisierte Abläufe, um Revisionssicherheit zu gewährleisten.

Zudem werden durch die Organisation der Tätigkeitsabläufe (wie z. B. Trennung von Handel und Buchführung von Finanztransaktionen, Sicherung von elektronischen Daten) organisatorische Risiken im Finanzbereich so weit wie möglich ausgeschaltet.

11 Sonstige Angaben

11.1 Erläuterungen zum Cashflow-Statement

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen gemäß IAS 7 Barmittel, Sichteinlagen und kurzfristige, liquide Finanzinvestitionen, die jederzeit in bestimmte Zahlungsmittelbeträge umgewandelt werden können und nur unwesentlichen Wertschwankungen unterliegen. Finanzinvestitionen mit einer Restlaufzeit von nicht mehr als drei Monaten – gerechnet vom Erwerbszeitpunkt – sind in der Regel als Zahlungsmitteläquivalente einzustufen.

Die in der Kapitalflussrechnung in den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten enthaltenen Termingeldveranlagungen sind jederzeit kündbar und können in Zahlungsmittelbeträge umgewandelt werden. Sie dienen dazu, kurzfristigen Zahlungsverpflichtungen nachkommen zu können, und werden nicht zu Investitionszwecken gehalten. Primäres Ziel ist dabei das laufende Cash Management bzw. die Sicherstellung der Liquidität des Unternehmens und nicht die Erzielung einer möglichst hohen Rendite. Bei vorzeitiger Auflösung von Termingeldveranlagungen kommen laufzeitadäquate Zinssätze zur Anwendung.

Bei Veranlagungen wird auf die erstklassige Bonität der Kreditinstitute großer Wert gelegt. Wertschwankungsrisiken bestehen bei Termingeldveranlagungen derzeit nicht.

Auszahlungen aus dem Erwerb von Tochterunternehmen

Der Cashflow aus dem Erwerb von Tochterunternehmen setzt sich wie folgt zusammen:

Mio EUR 2013 2014
Unternehmenserwerbe
Auszahlungen für Unternehmenserwerbe
Erwerbszeitpunkt aktuelles Geschäftsjahr (Kaufpreise) –1,3 –0,5
Offene Kaufpreisverbindlichkeiten 0,3 0,1
Erwerbszeitpunkt Vorjahre (Restkaufpreisverbindlichkeiten) –13,0 –0,2
–14,1 –0,7
Übernommene Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 2,4 0,0
Summe –11,7 –0,7

Sonstige zahlungsunwirksame Vorgänge

Die im Cashflow aus dem Ergebnis neutralisierten sonstigen zahlungsunwirksamen Vorgänge setzen sich wie folgt zusammen:

Mio EUR 2013 2014
Ergebnis aus Anlagenverkäufen –3,4 –64,0
Zinsergebnis –0,8 –2,0
Währungsumrechnung –0,3 –0,3
Ergebnis aus Entkonsolidierung und Methodenwechsel –1,4 0,0
Bewertung gewährte Darlehen 10,4 6,3
Forderungsbewertungen 8,0 3,9
Erfolgsneutrale Veränderungen (IAS 19) –1,1 –15,7
Andere –0,3 –1,8
Summe 11,2 –73,6

Das 2014 erzielte Ergebnis aus Anlagenverkäufen in Höhe von 64,0 Mio EUR resultiert im Wesentlichen aus dem Verkauf der Anteile der Liegenschaft 1010 Wien, Postgasse 8 Entwicklungs AG & Co OG.

Übrige nicht zahlungswirksame Geschäftsvorfälle

Die aus dem erstmaligen Ansatz von im laufenden Geschäftsjahr abgeschlossenen Finanzierungsleasingverträgen resultierenden Vermögenswerte und Finanzverbindlichkeiten (31.12.2014: 0,4 Mio EUR; 31.12.2013: 2,0 Mio EUR) führen zu keiner Veränderung der Cashflows aus Investitions- und Finanzierungstätigkeit, da es sich hierbei um nicht zahlungswirksame Transaktionen handelt. Die geleisteten Leasingzahlungen werden im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit dargestellt.

11.2 Sonstige Verpflichtungen

Sonstige finanzielle Verpflichtungen resultieren im Wesentlichen aus Operating-Miet- und Leasingverträgen für Betriebsund Geschäftsgebäude. Daneben bestehen Operating-Miet- und Leasingverträge für technische Anlagen und Maschinen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung.

Die sich aus vor Ende der Laufzeit unkündbaren Operating-Miet- und Leasingverträgen ergebenden künftigen Mindestleasingzahlungen betragen zum Berichtsstichtag wie folgt:

Mio EUR 31.12.2013
angepasst1
31.12.2014
Bis zu einem Jahr 49,0 47,7
Länger als ein und bis zu fünf Jahre 104,9 106,5
Länger als fünf Jahre 50,0 55,2
203,9 209,4

1 Im Vorjahr wurden die Mindestleasingzahlungen versehentlich inklusive der innerhalb des Konzerns bestehenden Miet- und Leasingverträge angegeben.

Die wesentlichen Miet- und Leasingverträge für Betriebs- und Geschäftsgebäude beinhalten Verlängerungsoptionen sowie Ausstiegsklauseln, die den Marktkonditionen für Geschäftsliegenschaften entsprechen. Ebenso sind in diesen Verträgen Anpassungen der Leasingzahlungen an Preisindizes vorgesehen.

Im Geschäftsjahr wurde ein Betrag von 51,0 Mio EUR (2013: 56,0 Mio EUR) an Zahlungen für Operating-Miet- und Leasingverträge erfolgswirksam erfasst. Der gesamte Betrag entfällt auf Mindestleasingzahlungen.

Angaben im Zusammenhang mit Cross-Border-Lease-Transaktionen werden unter den Punkten 9.3 Sachanlagen sowie 10.2.1 Darstellung der Risikoarten erläutert.

Für immaterielle Vermögenswerte bestanden zum Stichtag 31. Dezember 2014 Erwerbsverpflichtungen in Höhe von 0,4 Mio EUR (31.12.2013: 0,2 Mio EUR). Die Erwerbsverpflichtungen für Sachanlagen betrugen zum 31. Dezember 2014 8,9 Mio EUR (31.12.2013: 32,5 Mio EUR). Von den Erwerbsverpflichtungen betreffen 2,7 Mio EUR die neue Unternehmenszentrale in Wien Landstraße.

Finanzierungsverpflichtungen gegenüber Gemeinschaftsunternehmen werden in Punkt 9.5.1 Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen beschrieben.

11.3 Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Die Republik Österreich hält über die Österreichische Industrieholding AG (ÖIAG) 52,8% der Aktien der Österreichischen Post AG. Damit zählen die Republik Österreich und die unter ihrem beherrschenden oder maßgeblichen Einfluss stehenden Unternehmen zu den nahestehenden Unternehmen und Personen des Österreichischen Post Konzerns. Weiters gehören alle Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen zu den nahestehenden Unternehmen der Österreichischen Post. Die nahestehenden Personen umfassen Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen der Österreichischen Post (Vorstände, Aufsichtsräte und leitende Angestellte der Österreichischen Post AG sowie Geschäftsführer von Konzernunternehmen) sowie deren nahe Familienangehörige.

Salden und Geschäftsvorfälle zwischen der Österreichischen Post und ihren Tochterunternehmen wurden im Zuge der Konsolidierung eliminiert und werden nicht erläutert. Die zum Bilanzstichtag mit den konzernfremden nahestehenden Unternehmen und Personen bestehenden offenen Posten werden in den Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ausgewiesen.

Geschäftsvorfälle mit nahestehenden Unternehmen und Personen bestehen nur innerhalb des Leistungsspektrums des Österreichischen Post Konzerns und werden zu fremdüblichen Konditionen erbracht bzw. bezogen.

Einzelheiten zu Geschäftsvorfällen mit Gemeinschaftsunternehmen, assoziierten Unternehmen und anderen nahestehenden Unternehmen und Personen sind nachfolgend angegeben:

Geschäftsjahr 2013
Mio EUR
Assoziierte
Unternehmen
Gemein
schaftsunter
nehmen
Andere
nahestehende
Unternehmen1
Nahestehende
Personen
Gesamt
Gesamte betriebliche Erträge 1,6 2,0 178,8 0,0 182,4
Gesamte betriebliche Aufwendungen 7,9 6,6 71,1 0,7 86,3
Ausstehende Forderungen 3,1 0,2 18,0 0,0 21,3
Ausstehende Verbindlichkeiten 1,5 0,9 7,7 0,0 10,1
Geschäftsjahr 2014
Mio EUR
Assoziierte
Unternehmen
Gemein
schaftsunter
nehmen
Andere
nahestehende
Unternehmen
Nahestehende
Personen
Gesamt
Gesamte betriebliche Erträge 1,4 3,4 157,2 0,0 162,0
Gesamte betriebliche Aufwendungen 9,0 7,7 60,2 0,1 76,9
Ausstehende Forderungen 4,5 0,4 11,4 0,0 16,3
Ausstehende Verbindlichkeiten 1,8 1,7 4,8 0,0 8,4

Im Vergleich zu den Anhangangaben zum Vorjahr werden die Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen als Gesamtsumme dargestellt

Die betrieblichen Erträge betreffen in den Jahren 2013 und 2014 im Wesentlichen Leistungen der BBG Bundesbeschaffung GmbH. Hier besteht eine Vereinbarung im Namen und auf Rechnung des Bundes zur Auslieferung von Postsendungen von Bundeseinrichtungen. Im Geschäftsjahr 2014 wurden Dienstleistungen im Wert von 107,9 Mio EUR (2013: 111,2 Mio EUR) für die vertraglich festgelegten Bundeseinrichtungen erbracht. Der Rückgang bei den betrieblichen Erträgen ist im Wesentlichen auf den Rückgang von Provisionserlösen mit der A1 Telekom Austria AG zurückzuführen.

Bei den betrieblichen Aufwendungen handelt es sich hauptsächlich um Handelswareneinkäufe bei der A1 Telekom Austria AG im Wert von 15,2 Mio EUR (2013: 22,5 Mio EUR) und den Energiebezug vom OMV-Konzern im Wert von 14,7 Mio EUR (2013: 15,6 Mio EUR).

Finanzierungsverpflichtungen gegenüber Gemeinschaftsunternehmen werden in Punkt 9.5.1 Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen erläutert.

Im Rahmen der Verlegung der Unternehmenszentrale der Post AG fielen zum 31. Dezember 2014 Erwerbsverpflichtungen für Sachanlagen gegenüber der A1 Telekom Austria AG in Höhe von 2,7 Mio EUR an.

Die folgende Tabelle zeigt die Vergütungen einschließlich der Veränderung von Rückstellungen für Vergütungen, die an Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen gewährt wurden:

2013
Mio EUR
angepasst1
2014
Vergütungen an Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen
Kurzfristig fällige Leistungen
11,8
11,2
Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses
1,0
0,6
Andere langfristig fällige Leistungen
0,0
0,0
Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses
0,2
0,0
Dotierung für aktienbasiertes Vergütungsprogramm
10,6
13,3
23,6 25,2

1 Der Personenkreis der Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen wurde gegenüber dem Vorjahr angepasst. So werden Mitglieder des Managements der ersten Berichtsebene bei Tochterunternehmen nicht mehr als nahestehende Personen geführt.

11.4 Aufwendungen für Abschlussprüfer

In den Geschäftsjahren 2013 und 2014 stellte sich das Honorar für den Abschlussprüfer Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH und mit ihm verbundene Unternehmen wie folgt dar:

Leistungen Wirtschaftsprüfer
in EUR
2013 2014
Abschlussprüfung
Einzel- und Konzernabschluss zum 31.12. der Österreichischen Post AG 99.000,00 99.000,00
Abschlussprüfungen zum 31.12. bei Tochtergesellschaften der Österreichischen Post AG 107.900,00 112.400,00
Steuerberatungsleistungen 14.000,00 1.678,00
Sonstige Beratungsleistungen 269.293,00 45.997,20
490.193,00 259.075,20

11.5 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Im Februar 2014 beantragte das Gemeinschaftsunternehmen MEILLERGHP beim Amtsgericht Amberg, Deutschland, die Eröffnung eines Sanierungsinsolvenzverfahrens ("Schutzschirmverfahren"; siehe dazu Punkt 9.5.1). Mit Beschluss vom 2. Jänner 2015 wurde seitens des Amtsgerichts der Insolvenzplan bestätigt und das Verfahren mit Beschluss vom 11. Februar 2015 zum 15. Februar 2015 aufgehoben und somit erfolgreich beendet. Mit 20. Februar 2015 hat die Österreichische Post nunmehr ihre Anteile an dem Gemeinschaftsunternehmen MEILLERGHP verkauft. Der Gesamtbetrag der erhaltenen Gegenleistung war unwesentlich.

Die Österreichische Post AG hat im Oktober 2014 ihrem Vertragspartner eine Option auf die vorzeitige Beendigung der Cross Border Leasing Transaktion für Sortieranlagen aus dem Jahr 2002 eingeräumt, die am 23. Februar 2015 gezogen wurde. Die Entscheidung, ob es tatsächlich zu einer vorzeitigen Auflösung der Transaktion kommt liegt beim Vertragspartner. Im Falle der vorzeitigen Auflösung der Transaktion entfallen die für die Österreichische Post AG derzeit noch bestehenden Restrisiken, ohne dass es zu wirtschaftlichen Nachteilen kommt.

11.6 Konzernunternehmen

Name und Sitz des Unternehmens 31.12.2013 31.12.2014
Anteil
%
Ein
bezug2
Anteil
%
Ein
bezug2
Neutorgasse 7 Projektentwicklungs AG & Co OG, Wien (gegründet) 0,00 n. a. 100,00 VK
Post 001 Finanzierungs GmbH, Wien 100,00 VK 100,00 VK
Post 002 Finanzierungs GmbH, Wien 100,00 VK 100,00 VK
Post & Co Vermietungs OG, Wien 100,00 VK 100,00 VK
Postgasse 8 Entwicklungs AG & Co OG, Wien (verkauft) 100,00 VK 0,00 n. a.
Post.Wertlogistik GmbH, Wien 100,00 VK 100,00 VK
Systemlogistik Distribution GmbH, Wien 100,00 VK 100,00 VK
PDG Post Dienstleistungs Gesellschaft mbH, Wien (verschmolzen) 100,00 VK 0,00 n. a.
Medien.Zustell GmbH, Wien 100,00 VK 100,00 VK
Austrian Post International Deutschland GmbH, Bonn 100,00 VK 100,00 VK
Post Immobilien GmbH, Wien 100,00 VK 100,00 VK
Post 201 Beteiligungs GmbH, Wien 100,00 VK 100,00 VK
Post 202 Beteiligungs GmbH, Wien 100,00 VK 100,00 VK
Post 105 Beteiligungs GmbH, Wien 100,00 VK 100,00 VK
Post 106 Beteiligungs GmbH, Wien 100,00 VK 100,00 VK
Weber Escal d.o.o., Hrvatski Leskovac 100,00 VK 100,00 VK
Scanpoint GmbH, Wien 100,00 VK 100,00 VK
Scanpoint Deutschland GmbH, Schwandorf 100,00 VK 100,00 VK
Scanpoint Slovakia s.r.o., Nitra 100,00 VK 100,00 VK
feibra GmbH, Wien 100,00 VK 100,00 VK
PROWERB Gesellschaft für produktive Werbung GmbH, Wien 100,00 VK 100,00 VK
feibra Magyarország Kft., Budapest 100,00 VK 100,00 VK
PS Postservicegesellschaft m.b.H., Wien (verschmolzen) 100,00 VK 0,00 n. a.
Overseas Trade Co Ltd d.o.o., Hrvatski Leskovac 100,00 VK 100,00 VK
Slovak Parcel Service s.r.o., Ivanka pri Dunaji 100,00 VK 100,00 VK
IN TIME s.r.o., Ivanka pri Dunaji 100,00 VK 100,00 VK
Kolos s.r.o., Ivanka pri Dunaji 100,00 VK 100,00 VK
PostMaster Sp. z o.o., Kraków (vormals Kolportaz Rzetelny Sp. z o.o.) 100,00 VK 100,00 VK
M&BM Express OOD, Sofia 51,00 VK 76,00 VK
PostMaster s.r.l., București 100,00 VK 100,00 VK
trans-o-flex Hungary Kft., Budapest 100,00 VK 100,00 VK
City Express d.o.o., Beograd 100,00 VK 100,00 VK
trans-o-flex Austria GmbH, Wien (verschmolzen) 100,00 VK 0,00 n. a.
24-VIP d.o.o., Sarajevo 100,00 VK 100,00 VK
City Express Montenegro d.o.o, Podgorica 100,00 VK 100,00 VK
Post 101 Beteiligungs GmbH, Wien 100,00 VK 100,00 VK
Post 102 Beteiligungs GmbH, Wien 100,00 VK 100,00 VK
Name und Sitz des Unternehmens 31.12.2013 31.12.2014
Anteil
%
Ein
bezug2
Anteil
%
Ein
bezug2
Post 103 Beteiligungs GmbH, Wien 100,00 VK 100,00 VK
Post 104 Beteiligungs GmbH, Wien 100,00 VK 100,00 VK
Post 203 Beteiligungs GmbH, Wien 100,00 VK 100,00 VK
Post 204 Beteiligungs GmbH, Wien 100,00 VK 100,00 VK
Post 205 Beteiligungs GmbH, Wien 100,00 VK 100,00 VK
Post 206 Beteiligungs GmbH, Wien 100,00 VK 100,00 VK
trans-o-flex Gruppe
trans-o-flex Logistics Group GmbH, Weinheim 100,00 VK 100,00 VK
trans-o-flex Schnell-Lieferdienst GmbH, Weinheim 100,00 VK 100,00 VK
trans-o-flex Logistik Service GmbH, Weinheim 100,00 VK 100,00 VK
trans-o-flex IT-Service GmbH, Weinheim 100,00 VK 100,00 VK
ThermoMed Verwaltungs GmbH, Weinheim 100,00 VK 100,00 VK
trans-o-flex ThermoMed GmbH & Co KG, Weinheim 100,00 VK 100,00 VK
trans-o-flex ThermoMed Austria GmbH, Wiener Neudorf 100,00 VK 100,00 VK
trans-o-flex Belgium Real Estate B.V.B.A., Turnhout 100,00 VK 100,00 VK
LogIn Service d.o.o., Ilidza 100,00 VK 100,00 VK
Distributions GmbH – 31, Köln 100,00 VK 100,00 VK
Distributions GmbH Dortmund, Dortmund 100,00 VK 100,00 VK
Distributions GmbH Meinerzhagen, Meinerzhagen 100,00 VK 100,00 VK
Distributions GmbH Duisburg, Duisburg 100,00 VK 100,00 VK
trans-o-flex Netzwerk GmbH, Bergkirchen 100,00 VK 100,00 VK
trans-o-flex Netzwerk zwei GmbH, Weinheim (gegründet) 0,00 n. a. 100,00 VK
trans-o-flex Fuhrpark GmbH, Weinheim (gegründet) 0,00 n. a. 100,00 VK
MEILLERGHP
MEILLERGHP GmbH, Schwandorf1 65,00 EQ 65,00 EQ
MEILLERGHP CZ s.r.o., Nyrany (verschmolzen)1 65,00 0,00
MEILLERGHP a.s., Pilsen1 65,00 65,00
MEILLERGHP s.a.r.l., Versailles1 65,00 65,00
Mailstep a.s., Prag (verkauft)1 65,00 0,00
MEILLERGHP AB, Huddinge1 65,00 65,00
MEILLERGHP Sp. z o.o., Wieliczka1 65,00 65,00
Kolos Marketing s.r.o., Nyrany (verschmolzen)1 65,00 0,00
D2D – direct to document GmbH, Wien 30,00 EQ 30,00 EQ
media.at
media.at GmbH, Wien1 20,45 EQ 20,45 EQ
OmniMedia GmbH, Wien1 20,45 20,45
MediaSelect GmbH, Wien1 20,45 20,45
mediastrategen GmbH, Wien (gegründet)1 0,00 20,45
Eurodis GmbH, Weinheim 39,80 EQ 39,80 EQ
Name und Sitz des Unternehmens 31.12.2013 31.12.2014
Anteil
%
Ein
bezug2
Anteil
%
Ein
bezug2
ADELHEID/AEP
ADELHEID GmbH, Berlin1 44,36 EQ 45,35 EQ
AEP GmbH, Alzenau1 44,36 45,35
Aras Kargo Yurtici Yurtdisi Tasimacilik a.s., Istanbul 25,00 EQ 25,00 EQ
OMNITEC Informationstechnologie-Systemservice GmbH, Wien 50,00 EQ 50,00 EQ
BAWAG Holdings Coöperatie U.A., Baarn 5,00 afs 5,00 afs
Wiener Börse AG, Wien 1,69 afs 1,69 afs
GELDSERVICE AUSTRIA Logistik für Wertgestionierung und
Transportkoordination G.m.b.H., Wien
0,19 afs 0,19 afs

1 Das Ergebnis der nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen entspricht dem anteiligen Jahresergebnis der jeweiligen Unternehmensgruppe. 2 VK – Vollkonsolidierung, EQ – Equity-Konsolidierung, n. a. – keine Einbeziehung, afs – zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte

Die trans-o-flex-Gesellschaften mit Sitz in Deutschland machen Gebrauch von der gesetzlichen Befreiung der Offenlegung gemäß §§ 264 Abs. 3 sowie 264b dHGB.

Der Vorstand der Österreichischen Post AG hat den geprüften Konzernabschluss zum 31. Dezember 2014 am 27. Februar 2015 zur Weitergabe an den Aufsichtsrat freigegeben. Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, den Konzernabschluss zu prüfen und zu erklären, ob er den Konzernabschluss billigt.

Wien, am 27. Februar 2015

Der Vorstand

Dipl.-Ing. Dr. Georg Pölzl Dipl.-Ing. Walter Oblin Vorstandsvorsitzender Vorstandsmitglied Generaldirektor Finanzen

Brief, Werbepost & Filialen Paket & Logistik

Dipl.-Ing. Walter Hitziger Dipl.-Ing. Peter Umundum Vorstandsmitglied Vorstandsmitglied

corporate governance konzernlagebericht service Konzernabschluss

Bestätigungsvermerk

Bericht zum Konzernabschluss

Wir haben den beigefügten Konzernabschluss der Österreichische Post AG, Wien, für das Geschäftsjahr vom 1. Jänner 2014 bis zum 31. Dezember 2014 geprüft. Dieser Konzernabschluss umfasst die Konzernbilanz zum 31. Dezember 2014, die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung und Gesamtergebnisrechnung, die Konzerngeldflussrechnung und die Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung für das am 31. Dezember 2014 endende Geschäftsjahr sowie den Konzernanhang.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und für die Buchführung

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind für die Konzernbuchführung sowie für die Aufstellung des Konzernabschlusses verantwortlich, der ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind, und mit den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB, vermittelt. Diese Verantwortung beinhaltet: Gestaltung, Umsetzung und Aufrechterhaltung eines internen Kontrollsystems, soweit dieses für die Aufstellung des Konzernabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, damit dieser frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern; die Auswahl und Anwendung geeigneter Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden; die Vornahme von Schätzungen, die unter Berücksichtigung der gegebenen Rahmenbedingungen angemessen erscheinen.

Verantwortung des Abschlussprüfers und Beschreibung von Art und Umfang der gesetzlichen Abschlussprüfung

Unsere Verantwortung besteht in der Abgabe eines Prüfungsurteils zu diesem Konzernabschluss auf der Grundlage unserer Prüfung. Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung der in Österreich geltenden gesetzlichen Vorschriften und der vom International Auditing and Assurance Standards Board (IAASB) der International Federation of Accountants (IFAC) herausgegebenen International Standards on Auditing (ISA) durchgeführt.

Diese Grundsätze erfordern, dass wir die Standesregeln einhalten und die Prüfung so planen und durchführen, dass wir uns mit hinreichender Sicherheit ein Urteil darüber bilden können, ob der Konzernabschluss frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist.

Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen hinsichtlich der Beträge und sonstigen Angaben im Konzernabschluss.

Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers unter Berücksichtigung seiner Einschätzung des Risikos eines Auftretens wesentlicher Fehldarstellungen, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern.

Bei der Vornahme dieser Risikoeinschätzung berücksichtigt der Abschlussprüfer das interne Kontrollsystem, soweit es für die Aufstellung des Konzernabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, um unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen geeignete Prüfungshandlungen festzulegen, nicht jedoch, um ein Prüfungsurteil über die Wirksamkeit der internen Kontrollen des Konzerns abzugeben.

Die Prüfung umfasst ferner die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und der von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen wesentlichen Schätzungen sowie eine Würdigung der Gesamtaussage des Konzernabschlusses. Wir sind der Auffassung, dass wir ausreichende und geeignete Prüfungsnachweise erlangt haben, sodass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unser Prüfungsurteil darstellt.

Prüfungsurteil

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss nach unserer Beurteilung den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2014 sowie der Ertragslage des Konzerns und der Zahlungsströme des Konzerns für das Geschäftsjahr vom 1. Jänner 2014 bis zum 31. Dezember 2014 in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind.

Aussagen zum Konzernlagebericht

Der Konzernlagebericht ist auf Grund der gesetzlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die sonstigen Angaben im Konzernlagebericht nicht eine falsche Vorstellung von der Lage des Konzerns erwecken. Der Bestätigungsvermerk hat auch eine Aussage darüber zu enthalten, ob der Konzernlagebericht mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die Angaben nach § 243a UGB zutreffen.

Der Konzernlagebericht steht nach unserer Beurteilung in Einklang mit dem Konzernabschluss. Die Angaben gemäß § 243a UGB sind zutreffend.

Wien, am 27. Februar 2015

Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH

Mag. Manfred Geritzer e. h. Mag. Michael Schober e. h. Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Konzernabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Konzernabschluss samt Konzernlagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs. 2 UGB zu beachten.

Glossar/ stichwortverzeichnis

Glossar

Capital Employed

Immaterielle Vermögenswerte und Geschäfts- oder Firmenwerte

    • Sachanlagen
    • Als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien
    • Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen
    • Anteile an nicht konsolidierten Unternehmen
    • Vorräte
    • Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen sowie Ertragsteuererstattungsansprüche
    • Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte
  • Unverzinsliches Fremdkapital
  • = Capital Employed

Earnings before Interest and Taxes (EBIT)

Ergebnis vor Zinsen und Steuern; entspricht dem Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit zuzüglich des Ergebnisses aus nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen.

EBIT-Marge

EBIT im Verhältnis zum Gesamtumsatz.

Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortisation (EBITDA)

Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen; entspricht dem EBIT zuzüglich der Abschreibungen.

EBITDA-Marge

EBITDA im Verhältnis zum Gesamtumsatz.

Earnings before Taxes (EBT)

Ergebnis vor Ertragsteuern.

Eigenkapitalquote

Eigenkapital im Verhältnis zum Gesamtkapital (Bilanzsumme).

Stichwortverzeichnis

Akquisitionen 39 Aktionärsstruktur 9 Aras Kargo a.s. 28, 39, 47 Aufsichtsrat 11 Ausblick 45 Ausschüsse des Aufsichtsrats 14 Bestätigungsvermerk 130 Bilanz 35 Cashflow 37, 59 Corporate Governance 8ff. Dividende 105 Division Brief, Werbepost & Filialen 30

Division Paket & Logistik 31 EBIT 34 EBITDA 34 Eigenkapital 35f. Elektronische Substitution 27ff. Ergebnis je Aktie 32, 89

Gewinn- und Verlustrechnung 56 Hauptversammlung 140 Investitionen 39 Kennzahlen 3f., 40, 138f. Kerngeschäft 24ff. Liberalisierung 49

Eigenkapitalrentabilität (ROE)

Ergebnis nach Ertragsteuern im Verhältnis zum Eigenkapital (ohne aufgegebene Geschäftsbereiche) zum 1. Jänner abzüglich geflossener Dividende; drückt die Ertragskraft des Unternehmens aus.

Ergebnis je Aktie

Periodenergebnis dividiert durch die durchschnittliche Anzahl der Aktien.

Free Cashflow

Cashflow aus Geschäftstätigkeit zuzüglich des Cashflow aus Investitionstätigkeit. Der Free Cashflow zeigt, in welchem Umfang flüssige Mittel zur Bedienung des zu verzinsenden Kapitals zur Verfügung stehen.

IFRS

International Financial Reporting Standards; internationale Rechnungslegungsstandards.

Nettofinanzüberschuss bzw. Nettofinanzverschuldung

Andere finanzielle Verbindlichkeiten

    • Andere verzinsliche Verbindlichkeiten
    • Sozialkapital
    • Andere verzinsliche Rückstellungen
  • = Verzinsliches Fremdkapital
  • Wertpapiere
  • Andere finanzielle Vermögenswerte und verzinsliche Forderungen
  • Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
  • = Verzinsliche Aktiva
  • = Nettofinanzüberschuss bzw. Nettofinanzverschuldung

Return on Capital Employed (ROCE)

EBIT im Verhältnis zum durchschnittlichen Capital Employed.

Liquidität 38f. M&BM Express 68f. Mitarbeiter 41 Nettofinanzverschuldung 38f. Paketvolumen 25

Periodenergebnis 34 Personalaufwand 32f., 87 Post-Aktie 140 Post Partner 24, 44 Postmarkt 49

Risikomanagement 8f., 50 Strategie 24ff. trans-o-flex 25, 28, 31ff. Umsatz 29ff. Umwelt 42

Universaldienst 28, 43f. Vergütung 15ff., 79f, 123 Vorstand 6f., 10f. Wertschöpfung 24, 49 Zustellqualität 43

Geschichte der Post

1490 Erste standardisierte Postverbindung Europas zwischen Innsbruck und Mechelen (Belgien)
1750 Ab Mitte des 18. Jahrhunderts regelmäßig Postkutschenverkehr
1787 Erstmalige Verwendung von Orts- und Tagesstempeln
1817 Neuordnung des Portoentrichtungssystems, Einführung der Briefkästen
1850 Einführung der Briefmarken, Beginn des Transports von Postsendungen per Bahn
1863 Internationale Postkonferenz in Paris – Richtlinien für den Abschluss internationaler Postverträge
1869 Erste Postkarten, eine Erfindung aus Österreich, gelangen in Umlauf
1874 Gründung des Weltpostvereins
1875 Erfindung und Inbetriebnahme einer pneumatischen Rohrpostanlage in Wien
1916 Erste Hausbriefkästen in Österreich
1918 Weltweit erster ziviler Flugpostdienst in Österreich
1928 Einführung Hausbriefkästen/-fachanlagen
1938 Eingliederung in die Deutsche Reichspost
1945 Wiederaufnahme des österreichischen Postdienstes
Reorganisation und Wiederaufbau des österreichischen Postnetzes
1957 Einführung von Landbriefträgerabgabekästen,
Inbetriebnahme einer mechanischen Paketverteilanlage im Postamt Wien 101 (Westbahnhof)
1959 Inbetriebnahme einer mechanischen Briefverteil- und Beutelstückförder- und -verteilanlage im
Postamt Wien 101 (Westbahnhof)
1966 Etablierung des Postleitzahlensystems
1986 Express Mail Service (EMS) als neues Service mit prioritärer Behandlung für Briefe und Pakete
1996 Gründung der Post und Telekom Austria
1999 Rechtliche Verselbstständigung der Österreichischen Post AG (für Post und Postbus)
Gezielte Investitionen in Modernisierung der Logistikinfrastruktur
2000 Abspaltung des Geschäftszweigs Postbus an die ÖIAG
2001 Akquisition feibra Österreich (unadressierte Werbesendungen)
2002 Akquisition der slowakischen Paketgesellschaften Slovak Parcel Service (SPS) und In-Time
2003 Übernahme der kroatischen Overseas Trade
2005 Erwerb von feibra Ungarn (unadressierte Werbesendungen)
Aufstockung des Anteils an feibra Österreich (unadressierte Werbesendungen) auf 100%
2006 Börsegang an der Wiener Börse – 49% Streubesitz
Akquisition von Kolos, Slowakei (Werbesendungen); Wiener Bezirkszeitung, Österreich (Medienpost); Weber Escal,
Kroatien (Werbesendungen); trans-o-flex, Deutschland (B2B-Speziallogistik)
2007 Weitere Akquisitionen und Erschließung von Nischen: Übernahme von Weber Escal, Kroatien (Direct Marketing);
Scanpoint Europe, Deutschland (Dokumenten-Digitalisierung); Road Parcel Logistics und Merland Expressz, Ungarn
(Paketmarkt); Scherübl Transport, Österreich (Pharmatransporte); meiller direct, Deutschland (Direct Marketing);
VOP und DHL EXPRESS DDS, Belgien und Niederlande (Paketgeschäft); ST Media, Kroatien (unadressierte
Werbesendungen); City Express, Serbien und Montenegro (Paketgeschäft); Beteiligung an BAWAG P.S.K.
2008 Integration bestehender Gesellschaften und selektive Akquisitionen: 24VIP, Bosnien-Herzegowina
(Paketgeschäft); Cont-Média, Kroatien (Direct Marketing); HSH Holding, Belgien (Paketgeschäft)
2009 Postmarktgesetz definiert Rahmenbedingungen für Liberalisierung des Briefmarktes
Akquisition von Rhenus Life Science, Deutschland (Pharmalogistik)
Neuer Kollektivvertrag für neu eintretende Mitarbeiter
2010 Erhöhung des Anteils an der EBPP Electronic Bill Presentment and Payment GmbH, einem führenden
Unternehmen in der elektronischen Rechnungslegung, von 40% auf nunmehr 100%, Einbringung des
Direct-Mail-Produzenten meiller direct in ein Joint Venture mit der Schweizerischen Post: am neu
entstandenen Unternehmen MEILLERGHP hält die Österreichische Post 65%
2011 Vollständige Liberalisierung des österreichischen Briefmarkts ab 1. Jänner 2011
Umbenennung der 100%-Tochtergesellschaft EBPP Electronic Bill Presentment and Payment GmbH in
Online Post Austria GmbH, Übernahmen eines 26%-Anteils an der rumänischen PostMaster s.r.l.
2012 Übernahme des österreichischen Fulfillment-Spezialisten Systemlogistik Distribution GmbH sowie des polnischen
Marktführers im Bereich unadressierter Sendungen Kolportaz.
Rzetelny sp. z o.o.; Kauf eines 26%-Anteils an M&BM
Express OOD, Bulgarien und Erhöhung der Beteiligung an PostMaster s.r.l., Rumänien auf 100%; Abgabe der
Tochtergesellschaften der trans-o-flex in Belgien und den Niederlanden
2013 Übernahme eines 25%-Anteils am türkischen Paketdienstleister Aras Kargo a.s. mit einer Call-Option auf weitere
50% im Jahr 2016; Erhöhung der Beteiligung an M&BM Express OOD, Bulgarien, auf 51%
2014 Erhöhung der Beteiligung an M&BM Express OOD, Sofia, auf 76%; Erwerb von fünf Distributionsgesellschaften
der trans-o-flex Gruppe

Adressen von Tochtergesellschaften

Österreichische Post AG Haidingergasse 1 1030 Wien, Österreich T: +43 (0) 577 67 0 I: www.post.at

Aras Kargo a.s. Rüzgarlibahce Mah. Yavuz Sultan Selim Cad: No 2, Aras Plaza Kavacik 34810 Beykoz/Istanbul, Türkei T: +90 (0) 216 538 55 00 I: www.araskargo.com.tr

Austrian Post International Deutschland GmbH Koblenzer Straße 112

53177 Bonn, Deutschland T: +49 (0) 228 932949 0 I: www.austrianpost.de

City Express d.o.o.

Kumodraška 240 11000 Belgrad, Serbien T: +381 (0) 11 3093 000 I: www.cityexpress.rs

City Express Montenegro d.o.o.

Branka Radičevića 12 81000 Podgorica, Montenegro T: +382 (0) 20 628 818 I: www.cityexpress.me

feibra GmbH Altmannsdorfer Straße 329 1230 Wien, Österreich T: +43 (0) 166 130 0 I: www.feibra.at

feibra Magyarország Kft. Késmárk u. 14/b. 1158 Budapest, Ungarn T: +36 (0) 20 339 3000 I: www.feibra.hu

In Time s.r.o. Senecká cesta 1 90028 Ivanka pri Dunaji, Slowakei T: +421 (0) 248 707 211 I: www.intime.sk

Kolos s.r.o.

Senecká cesta 1 90028 Ivanka pri Dunaji, Slowakei T: +421 (0) 903 830 225 I: www.kolos.sk

MEILLERGHP GmbH

Gutenbergstraße 1-5 92421 Schwandorf, Deutschland T: +49 (0) 9431 620 114 I: www.meillerghp.com

M&BM Express OOD

Boulevard Professor Tsvetan Lazarov No. 117 Kv. Druzhba 2, 1463 Sofia, Bulgarien T: +359 (0) 2 902 57 40 I: www.mbm-express.com

Overseas Trade Co.Ltd. d.o.o.

Zastavnice 38a 10251 Hrvatski Leskovac, Kroatien T: +385 (0) 134 54 555 I: www.overseas.hr

Post Immobilien GmbH

Haidingergasse 1 1030 Wien, Österreich T: +43 (0) 577 67 0 I: www.postimmobilien.at

PostMaster Sp. z o. o.

st. Zawila 65L 30-390 Kraków, Polen T: +48 (0) 12 446 78 29 I: www.post-master.pl

PostMaster s.r.l.

Str. Transilvaniei 64, Sector 1 010799 Bukarest, Rumänien T: +40 (0) 213 353 308 I: www.post-master.ro

Post.Wertlogistik GmbH

Steinheilgasse 1 1210 Wien, Österreich T: +43 (0) 577 67 39026 Scanpoint GmbH Haidingergasse 1 1030 Wien, Österreich T: +43 (0) 1 512 21 21 0 I: www.scanpoint.eu

ThermoMed Austria GmbH Hondastraße 1 2351 Wiener Neudorf, Österreich T: +43 (0) 2236 677 194 0 I: www.thermomed.de

Slovak Parcel Service s.r.o. Senecká cesta 1 90028 Ivanka pri Dunaji, Slowakei T: +421 (0) 248 707 211 I: www.sps-sro.sk

Systemlogistik Distribution GmbH Czeija-Nissl-Gasse 8 1210 Wien, Österreich T: +43 (0) 1 278 36 11 I: www.systemlogistik.at

trans-o-flex Hungary Kft. Európa út 12 1239 Budapest, Ungarn T: +36 (0) 18777 400 I: www.tof.hu

trans-o-flex Logistics Group GmbH Hertzstraße 10 69469 Weinheim, Deutschland T: +49 (0) 6201 988 0

Weber Escal d.o.o.

I: www.24vip.net

I: www.trans-o-flex.de

Zastavnice 38a 10251 Hrvatski Leskovac, Kroatien T: +385 (0) 16175 111 I: www.weber-escal.com

24VIP Logistics Services d.o.o. Rajlovačka Cesta bb 71000 Sarajewo, Bosnien-Herzegowina T: +387 (0) 33 756 656

Kontakt

Österreichische Post AG

Unternehmenszentrale Haidingergasse 1 1030 Wien T: +43 (0) 577 67 0 E: [email protected] I: www.post.at

Investor Relations

Dipl.-Ing. Harald Hagenauer T: +43 (0) 577 67 30401 F: +43 (0) 577 67 30409 E: [email protected] I: www.post.at/ir

Unternehmenskommunikation

Mag. Manuela Bruck T: +43 (0) 577 67 24099 F: +43 (0) 577 67 28039 E: [email protected] I: www.post.at/pr

CSR – Nachhaltigkeit

Dipl.-Ing. Daniel-Sebastian Mühlbach E: [email protected] I: www.post.at/csr I: www.post.at/co2neutral

Compliance

Dr. Judith Pilles T: 0800 202 224 E: [email protected]

Privatkunden Post-Kundenservice1 T: 0810 010 100

Geschäftskunden

T: 0800 212 212 I: www.business.post.at

Briefmarkensammlerservice1 T: 0800 100 197

I: www.philatelie.at

Österreichische Post Online-Geschäftsbericht 2014 I: www.post.at/gb2014

Wenn Sie mehr über die Österreichische Post wissen wollen (Geschäftsberichte, Quartalsberichte etc.), haben Sie die Möglichkeit, sich auf unseren Verteiler setzen zu lassen: T: +43 (0) 577 67 30401 E: [email protected] I: www.post.at/ir

Für Österreich

Kennzahlenüberblick 2005–2014

Gewinn- und
Verlustrechnung
2005
IFR
S
2006
IFR
S
2007
IFR
S
2008
IFR
S
2009
IFR
S
2010
IFR
S
2011
IFR
S
2012
IFR
S
2013
IFR
S
2014
IFR
S
Umsatzerlöse Mio EUR 1.701,6 1.736,7 2.315,7 2.441,4 2.356,9 2.351,1 2.348,7 2.366,1 2.366,8 2.370,5
Sonstige
betriebliche Erträge
Mio EUR 52,9 58,8 72,6 81,0 89,6 90,5 74,6 72,0 69,7 134,4
Materialaufwand
und Aufwand für
bezogene
Leistungen
Mio EUR –241,9 –258,0 –692,2 –778,2 –766,1 –771,0 –759,8 –766,9 –753,3 –744,5
Personalaufwand Mio EUR –1.064,0 –1.063,0 –1.120,4 –1.119,2 –1.139,3 –1.120,7 –1.050,8 –1.091,4 –1.073,5 –1.109,5
Sonstige betriebli
che Aufwendungen
Mio EUR –223,5 –243,9 –284,0 –304,5 –277,0 –288,8 –320,0 –294,8 –298,6 –317,0
Ergebnis aus nach
der Equity-Methode
bilanzierten
Finanzanlagen
Mio EUR –1,3 1,1 0,9 1,2 5,1 1,0 –10,8 –13,9 –6,6 –0,1
Ergebnis vor
Zinsen, Steuern
und Abschreibun
gen (EBITDA
)
Mio EUR 223,8 231,7 292,7 321,7 269,2 262,1 281,9 271,2 304,5 333,8
EBITDA-Marge % 13,2% 13,3% 12,6% 13,2% 11,4% 11,1% 11,3% 11,5% 12,9% 14,1%
Abschreibungen Mio EUR –120,8 –108,4 –130,0 –152,2 –119,8 –105,2 –114,4 –88,8 –118,5 –136,9
Ergebnis vor
Zinsen und
Steuern (EBIT)
Mio EUR 103,0 123,3 162,8 169,5 149,4 156,9 167,5 182,4 186,0 196,9
EBIT-Marge % 6,1% 7,1% 7,0% 6,9% 6,3% 6,7% 7,1% 7,7% 7,9% 8,3%
Sonstiges
Finanzergebnis
Mio EUR –2,1 7,2 2,1 –11,3 –24,6 –8,2 –5,2 –30,8 –14,8 –2,8
Ergebnis vor
Ertragsteuern
(EBT)
Mio EUR 100,9 130,5 164,9 158,2 124,8 148,7 162,3 151,6 171,2 194,0
Ertragsteuern Mio EUR –10,9 –30,8 –42,2 –39,3 –45,1 –30,3 –39,1 –28,4 –47,2 –47,2
Ergebnis aufge
gebene Geschäfts
bereiche
Mio EUR 9,8
Periodenergebnis Mio EUR 99,9 99,8 122,6 118,9 79,7 118,4 123,2 123,2 124,0 146,8
Ergebnis je Aktie1 EUR 1,43 1,43 1,75 1,71 1,18 1,75 1,82 1,82 1,82 2,17
Mitarbeiter
(Periodendurch
schnitt,
Vollzeitkräfte) 25.192 24.456 25.764 27.002 25.921 24.969 23.369 23.181 24.211 23.912

1 Bezogen auf 70.000.000 Stück Aktien, 2008 auf 69.505.601, ab 2009 bezogen auf 67.552.638 Stück Aktien

Cashflow 2005
IFR
S
2006
IFR
S
2007
IFR
S
2008
IFR
S
2009
IFR
S
2010
IFR
S
2011
IFR
S
20121
IFR
S
20132
IFR
S
2014
IFR
S
Cashflow aus
dem Ergebnis vor
Steuern Mio EUR 316,9 327,1 328,5 278,3 220,7 196,0 290,6 328,4 343,8 326,1
Cashflow aus dem
Ergebnis
Mio EUR 283,1 277,6 292,4 237,0 195,8 134,1 248,6 276,6 304,8 283,3
Cashflow aus
Geschäftstätigkeit
Mio EUR 298,0 238,0 295,9 233,4 230,0 178,9 228,2 246,7 250,4 232,2
Cashflow aus
der Investitions
tätigkeit
Mio EUR –92,6 –142,6 –142,4 –23,1 6,9 –25,3 –65,8 –115,4 –189,9 –69,4
Free Cashflow Mio EUR 95,4 153,4 210,3 236,9 153,6 162,5 131,3 60,5 162,8
Free Cashflow vor
Akquisitionen/
Wertpapieren
Mio EUR 228,4 168,2 193,0 199,0 156,4 151,4 172,1 153,9 151,7
Dividenden
ausschüttung3
Mio EUR 40 70 168,0 168,9 101,3 108,1 114,8 121,6 128,4 131,74
Bilanz und Kennzahlen 2005
IFR
S
2006
IFR
S
2007
IFR
S
2008
IFR
S
2009
IFR
S
2010
IFR
S
2011
IFR
S
20125
IFR
S
20135
IFR
S
2014
IFR
S
Bilanzsumme Mio EUR 1.563,0 1.901,6 2.058,6 1.874,6 1.775,3 1.715,1 1.668,3 1.694,6 1.640,2 1.671,0
Langfristiges
Vermögen
Mio EUR 997,4 1.272,9 1.361,9 1.252,1 1.141,3 1.067,6 1.005,1 1.047,6 1.066,4 1.025,4
Kurzfristiges
Vermögen
Mio EUR 542,6 614,9 694,3 622,5 634,0 647,5 660,4 647,0 573,8 645,6
Eigenkapital Mio EUR 762,1 821,4 874,3 741,5 673,7 690,8 702,0 708,6 699,4 702,7
Langfristige
Schulden
Mio EUR 361,3 564,0 598,0 551,8 514,0 479,4 452,9 445,2 423,4 431,4
Kurzfristige
Schulden
Mio EUR 439,6 516,2 586,3 581,3 587,6 544,9 502,8 540,9 517,5 536,9
Verzinsliches
Fremdkapital
Mio EUR 369,1 607,6 711,5 655,9 629,5 540,3 471,6 462,1 443,1 440,7
Verzinsliche Aktiva Mio EUR 397,1 433,7 538,1 385,8 398,3 413,7 410,1 393,6 328,8 341,1
Nettofinanz
verschuldung/
-überschuss
Mio EUR 28,0 –173,9 –173,4 –270,2 –231,2 –126,6 –61,5 –68,5 –114,3 –99,7
Net Debt/EBITDA –0,13 0,75 0,59 0,84 0,86 0,48 0,22 0,25 0,38 0,30
Eigenkapitalquote % 48,8% 43,2% 42,5% 39,6% 38,0% 40,3% 42,1% 41,8% 42,6% 42,1%
Eigenkapital
rentabilität (ROE)
% 13,6% 13,8% 16,3% 16,8% 13,9% 20,7% 21,1% 21,0% 21,1% 25,8%
Capital Employed Mio EUR 694,3 935,0 992,2 952,5 861,7 767,5 708,9 713,2 755,3 733,8
Gearing Ratio Mio EUR 36,4% 34,3% 18,3% 8,8% 9,7% 16,3% 14,2%
Return on Capital
Employed (ROCE)
% 13,8% 15,1% 16,9% 17,4% 16,5% 19,3% 22,7% 25,6% 25,3% 26,4%

1 Angepasste Darstellung 2012: Im Zusammenhang mit der Neutralisierung der Reklassifizierung von langfristigen in kurzfristige Rückstellungen wurde ab dem Geschäftsjahr 2013 auch der Verbrauch von langfristigen Rückstellungen im Cashflow aus der Veränderung des Nettoumlaufvermögens dargestellt, weshalb das Cashflow-Statement im Geschäftsjahr 2012

dementsprechend angepasst wurde. 2 Angepasste Darstellung 2013: Unbare Veränderungen von Rückstellungen, die von ihrer Art her insgesamt als langfristig zu betrachten sind, sowie Rückstellungen für Restrukturierungen werden ab dem Geschäftsjahr 2014 im Cashflow aus dem Ergebnis bereinigt. Das Cashflow-Statement für das Geschäftsjahr 2013 wurde entsprechend angepasst.

3 Auszahlung der Dividende im Folgejahr

4 Vorschlag an die Hauptversammlung am 15. April 2015

5 Bilanzstruktur nach angepasster Darstellung von Ertragsteuererstattungsansprüchen/Ertragsteuerverbindlichkeiten und dem Ausweis von erhaltenen Anzahlungen.

Finanzkalender 2015

12. März Jahresergebnis 2014, Veröffentlichung: 7:30h–7:40h
5. April Nachweisstichtag für die Teilnahme an der Hauptversammlung
15. April Hauptversammlung 2015, Wien
28. April Nachweisstichtag für Dividendenzahlung
29. April Ex-Dividendentag und Dividendenzahltag
7. Mai Zwischenbericht 1. Quartal 2015, Veröffentlichung: 7:30h–7:40h
6. August Halbjahresfinanzbericht 2015, Veröffentlichung: 7:30h–7:40h
12. November Zwischenbericht 1. bis 3. Quartal 2015, Veröffentlichung: 7:30h–7:40h

Entwicklung der Post-Aktie (Vergleich 12 Monate)

Euro Stoxx Transportation (relativ zur Post)

Aktienkennzahlen

2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
Aktienkurs zum
31.12.
36,10 23,99 24,10 19,02 24,73 23,30 31,20 34,78 40,38
Dividende je Aktie EUR 0,57 1,00 2,40 2,50 1,50 1,60 1,70 1,80 1,90 1,951
Total Shareholder
Return
% 90,0% –30,8% 10,5% –10,7% 37,9% 0,7% 41,2% 17,2% 21,6%
Total Shareholder
Return seit Börse
gang (IPO-Preis
19,0 EUR)
% 90,0% 31,5% 44,7% 31,2% 69,1% 70,0% 120,5% 148,8% 188,3%
Marktkapitalisierung
per Ende
Dezember
Mio EUR 2.527,0 1.679,3 1.628,0 1.284,9 1.670,6 1.574,0 2.107,6 2.349,5 2.727,8

1 Vorschlag an die Hauptversammlung am 15. April 2015

Basisinformationen

ISIN AT0000APOST4
Handelssymbol (Wiener Börse) POST
Reuters Code POST.VI
Bloomberg Code POST AV
Anzahl der Aktien per 31. Dezember 2013 67.552.638 Stück
Handelsplatz Wiener Börse
Emissionskurs EUR 19,00
Erster Handelstag 31. Mai 2006
Mindeststückzahl (kleinste handelbare Aktienanzahl) 1
Aktiengattung Stammaktien
Aktiensplit Kein Aktiensplit

Impressum

Herausgeber und Medieninhaber

Österreichische Post AG Haidingergasse 1, 1030 Wien T: +43 (0) 577 67 0, E: [email protected] FN: 180219d, Handelsgericht Wien

Projektleitung, Gestaltung und Lektorat be.public Corporate & Financial Communications, Wien

Druck

Niederösterreichisches Pressehaus, St. Pölten

Wir haben diesen Bericht mit der größtmöglichen Sorgfalt erstellt und die Daten überprüft. Rundungs-, Satz- oder Druckfehler können dennoch nicht ausgeschlossen werden. Bei der Summierung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben können durch Verwendung automatischer Rechenhilfen rundungsbedingte Rechendifferenzen auftreten.

Dieser Bericht enthält auch zukunftsbezogene Einschätzungen und Aussagen, die wir auf Basis aller uns zum gegenwärtigen Zeitpunkt zur Verfügung stehenden Informationen getroffen haben. Diese zukunftsbezogenen Aussagen werden üblicherweise mit Begriffen wie "erwarten", "schätzen", "planen", "rechnen" etc. umschrieben. Wir weisen darauf hin, dass die tatsächlichen Gegebenheiten – und damit auch die tatsächlichen Ergebnisse – aufgrund verschiedenster Faktoren von den in diesem Bericht dargestellten Erwartungen abweichen können.

Personenbezogene Formulierungen sind geschlechtsneutral zu verstehen.

Dieser Geschäftsbericht ist auch in englischer Sprache verfügbar. Maßgeblich ist in Zweifelsfällen die deutschsprachige Version.

Redaktionsschluss: 11. März 2015

JAHRESABSCHLUSS 2014 ÖSTERREICHISCHE POST AG EINZELABSCHLUSS NACH ÖSTERREICHISCHEM UGB

ANLAGENVERZEICHNIS

Bilanz zum 31. Dezember 2014 1
Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2014 2
Anhang für das Geschäftsjahr 2014 3
Lagebericht für das Geschäftsjahr 2014 4

Anlage 1/1

BILANZ ZUM 31. DEZEMBER 2014

31.12.2013 31.12.2014
Aktiva TEUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 17.815 14.878.375,35
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten,
einschließlich der Bauten auf fremdem Grund 214.947 223.077.407,94
2. technische Anlagen und Maschinen 39.003 58.445.423,03
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 107.795 106.439.467,90
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau 29.339 12.650.200,90
391.084 400.612.499,77
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 556.416 499.068.939,89
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 41.829 12.484.252,55
3. Beteiligungen 6.742 8.255.257,90
4. Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens 78.721 65.724.060,48
683.707 585.532.510,82
1.092.607 1.001.023.385,94
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Hilfs- und Betriebsstoffe 4.659 4.646.747,59
2. Waren 11.256 10.834.527,83
15.915 15.481.275,42
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 167.739 152.491.286,67
2. Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 69.832 64.328.559,18
3. Forderungen gegenüber Unternehmen, mit denen
ein Beteiligungsverhältnis besteht 894 439.987,14
4. sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände 21.314 82.102.318,84
259.780 299.362.151,83
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 213.446 243.529.454,02
489.141 558.372.881,27
C. Rechnungsabgrenzungsposten 28.897 27.564.714,33
1.610.644 1.586.960.981,54

Anlage 1/2

31.12.2013 31.12.2014
Passiva TEUR EUR
A. Eigenkapital
I. Grundkapital 337.763 337.763.190,00
II. Kapitalrücklagen
1. gebundene 12.237 12.236.810,00
2. nicht gebundene 118.300 118.299.759,74
III. Gewinnrücklagen
1. gesetzliche Rücklage 35.000 35.000.000,00
2. andere Rücklagen (freie Rücklagen) 15.000 15.000.000,00
IV. Bilanzgewinn
davon Gewinnvortrag: EUR 60.462.931,68; Vorjahr: TEUR 11.533 188.813 168.619.529,80
707.113 686.919.289,54
B. Unversteuerte Rücklagen
1. Bewertungsreserve auf Grund von Sonderabschreibungen 15.379 15.047.082,19
C. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Abfertigungen 85.423 101.966.000,00
2. Steuerrückstellungen 13.404 17.748.200,00
3. sonstige Rückstellungen 494.673 478.591.410,00
593.500 598.305.610,00
D. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 6.750 6.750.070,25
2. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 77 40.126,13
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 137.176 130.986.895,35
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 70.494 45.389.917,13
5. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht 2.308 2.948.710,94
6. sonstige Verbindlichkeiten 73.193 80.963.649,38
davon aus Steuern: EUR 30.040.487,60; Vorjahr: TEUR 25.512
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: EUR 22.138.760,82;
Vorjahr: TEUR 20.640
289.998 267.079.369,18
E. Rechnungsabgrenzungsposten 4.655 19.609.630,63
1.610.644 1.586.960.981,54
Haftungsverhältnisse 87.657 94.811.941,10

Anlage 2

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2014

2013 2014
TEUR EUR
1. Umsatzerlöse
2. aktivierte Eigenleistungen
1.668.725
561
1.659.841.865,95
853.717,24
3. sonstige betriebliche Erträge
a) Erträge aus dem Abgang vom Anlagevermögen mit Ausnahme der Finanzanlagen 5.592 3.057.586,72
b) Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 11.446 9.435.814,44
c) übrige 116.405 75.263.234,36
4. Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Leistungen
a) Materialaufwand -60.109 -54.033.002,96
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -254.902 -255.131.599,72
5. Personalaufwand
a) Gehälter -719.883 -737.978.135,87
b) Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen
an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen -28.279 -39.900.902,42
c) Aufwendungen für Altersversorgung -168 -207.280,72
d) Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben sowie vom
Entgelt abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge -197.518 -206.967.448,47
e) Sonstige Sozialaufwendungen -8.023 -8.323.256,45
6. Abschreibungen auf immaterielle Gegenstände des
Anlagevermögens und Sachanlagen -59.416 -62.898.416,28
davon außerplanmäßige Abschreibungen auf das Anlagevermögen
gemäß § 204 Abs. 2 UGB: EUR 2.310.199,46; (Vorjahr: TEUR 0)
7. sonstige betriebliche Aufwendungen
a) Steuern, soweit nicht vom Einkommen und Ertrag -5.912 -6.512.684,73
b) übrige -222.925 -212.046.066,83
8.Zwischensumme aus Z 1 bis 7 (Betriebsergebnis) 245.595 164.453.424,26
9. Erträge aus Beteiligungen 27.125 29.757.445,17
davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 29.066.037,76;
Vorjahr: TEUR 26.198
10. Erträge aus anderen Wertpapieren des Finanzanlagevermögens 626 814.109,14
11. sonstige Zinsenerträge 3.805 3.673.282,16
davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 1.379.517,64;
Vorjahr: TEUR 1.710
12. Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu Finanzanlagen 0 18.764.617,60
davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 18.761.517,60;
Vorjahr: TEUR 0
13. Aufwendungen aus Finanzanlagen -59.372 -75.920.338,72
davon Abschreibungen: EUR 75.575.278,00; Vorjahr: TEUR 51.600
davon Aufwendungen aus verbundenen Unternehmen: EUR 75.920.338,72
Vorjahr: TEUR 59.370
14. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -2.206 -743.008,92
davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 49.692,37;
Vorjahr: TEUR 1.227
15. Zwischensumme aus Z 9 bis 14 (Finanzergebnis) -30.021 -23.653.893,57
16. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 215.573 140.799.530,69
17. Verschmelzungsgewinn 0 13.103.583,04
18. Steuern vom Einkommen und Ertrag -38.661 -46.078.070,93
19. Jahresüberschuss 176.913 107.825.042,80
20. Auflösung unversteuerter Rücklagen 367 331.555,32
21. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 11.533 60.462.931,68
22. Bilanzgewinn 188.813 168.619.529,80

ANHANG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2014

Inhaltsverzeichnis

1. Grundsätzliche Ausführungen 7
2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
2.1
Allgemeine Angaben
2.2
Anlagevermögen
2.3
Umlaufvermögen
2.4
Rückstellungen
2.5
Verbindlichkeiten
2.6
Steuerliche Verhältnisse
8
8
8
9
10
12
13
3. Erläuterungen zur Bilanz
3.1
Anlagevermögen
3.2
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
3.3
Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten
3.4
Aktive Rechnungsabgrenzungsposten
3.5
Eigenkapital
3.6
Unversteuerte Rücklagen
3.7
Rückstellungen
3.8
Verbindlichkeiten
3.9
Passive Rechnungsabgrenzungsposten
3.10
Sonstige Angaben
14
14
17
17
17
18
18
19
20
20
21
4. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
4.1
Umsatzerlöse
4.2
Sonstige betriebliche Erträge
4.3
Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Leistungen
4.4
Personalaufwand
4.5
Aufwendungen für Abfertigungen und für Altersversorgung
4.6
Sonstige betriebliche Aufwendungen
4.7
Erträge aus Beteiligungen
4.8
Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu Finanzanlagen
4.9
Aufwendungen aus Finanzanlagen
4.10
Verschmelzungsgewinn
4.11
Steuern vom Einkommen
24
24
24
24
24
25
25
26
26
27
27
28
5. Risikomanagement 29
6. Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats 31
Bestätigungsvermerk 33

1. Grundsätzliche Ausführungen

Die Österreichische Post AG und ihre Tochtergesellschaften sind Logistik- und Dienstleistungsunternehmen im Briefund Paketbereich. Zu den Geschäftsbereichen der Österreichischen Post AG zählen die Erbringung von Leistungen des Brief- und Paketdienstes sowie die Abwicklung von Finanzdienstleistungen in Kooperation mit der BAWAG P.S.K.

Der Sitz der Österreichischen Post AG befindet sich in Wien, Österreich. Die Anschrift lautet Österreichische Post AG, Haidingergasse 1, 1030 Wien. Die Gesellschaft ist in das Firmenbuch beim Handelsgericht Wien zu FN 180219d eingetragen.

Die Österreichische Post AG ist ein konsolidierungspflichtiges Mutterunternehmen im Sinne des § 244 UGB und stellt gemäß § 245a Abs.1 UGB ihren Konzernabschluss nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) auf.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

2.1 Allgemeine Angaben

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2014 wurde nach den Rechnungslegungsvorschriften des österreichischen Unternehmensgesetzbuches (UGB) in der geltenden Fassung, unter Beachtung der Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung sowie der Generalnorm, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu vermitteln, aufgestellt.

Der Jahresabschluss wurde in Euro aufgestellt. Alle Beträge sind, sofern nichts anderes angeführt ist, in tausend Euro (TEUR) angegeben. Bei Summierung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben können durch Verwendung automatisierter Rechenhilfen rundungsbedingte Rechendifferenzen auftreten.

Für die Erstellung des Jahresabschlusses wurde der Grundsatz der Vollständigkeit eingehalten. Bei der Bewertung wurde der Grundsatz der Einzelbewertung beachtet und eine Fortführung des Unternehmens unterstellt.

Dem Vorsichtsprinzip wurde Rechnung getragen, indem nur die am Abschlussstichtag verwirklichten Gewinne ausgewiesen wurden. Alle erkennbaren Risiken und drohenden Verluste wurden berücksichtigt.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

2.2 Anlagevermögen

Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen werden mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, angesetzt. Außerplanmäßige Abschreibungen werden bei voraussichtlich dauernder Wertminderung durchgeführt.

Die planmäßigen Abschreibungen werden linear unter Zugrundelegung folgender Nutzungsdauern und Abschreibungssätze berechnet:

Nutzungsdauer Abschreibungssatz
in Jahren in %
Immaterielle Vermögensgegenstände 3-10 10-33
Gebäude 10-50 2-10
Technische Anlagen und Maschinen 8-10 10-12,5
Fuhrpark 4-8 12,5-25
EDV- technische Ausstattung 3-5 20-33,3
Sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung 5-20 5-20

Anlage 3

Für Zugänge des 1. Halbjahres wird die volle Jahresabschreibung, für Zugänge des 2. Halbjahres die halbe Jahresabschreibung angesetzt.

Geringwertige Vermögensgegenstände gemäß § 13 EStG werden im Zugangsjahr voll abgeschrieben. In der Entwicklung des Anlagevermögens werden sie als Zu- und Abgang sowie Abschreibung des Geschäftsjahres ausgewiesen.

Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten bewertet. Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, wenn der beizulegende Wert zum Abschlussstichtag niedriger ist und die Wertminderungen voraussichtlich von Dauer sind.

Ausleihungen werden zu Anschaffungskosten bewertet. Sofern sie unverzinslich sind, werden sie mit dem am Bilanzstichtag geltenden Zinssatz abgezinst und mit dem Barwert angesetzt.

2.3 Umlaufvermögen

Die Bewertung der Vorräte erfolgt zu Anschaffungs- und Herstellungskosten unter Beachtung des Niederstwertprinzips. Die Bestandswertermittlung wird in einem ersten Schritt nach dem gleitenden Durchschnittspreisverfahren durchgeführt. Der zweite Schritt der Bewertung umfasst eine gegebenenfalls erforderliche Abwertung auf einen zum Bilanzstichtag unter dem Durchschnittspreis liegenden niedrigeren Einkaufspreis. Der letzte Bewertungsschritt berücksichtigt die Gängigkeit der Vorräte. Nach Maßgabe der Umschlaghäufigkeit werden, wenn nötig, vom Bestandswert entsprechende Abschläge (bis zu 100%) vorgenommen.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert bewertet, soweit nicht im Fall erkennbarer Einzelrisiken, der niedrigere beizulegende Wert angesetzt wird. Zur Berücksichtigung allgemeiner Kreditrisiken bestehen pauschal ermittelte Wertberichtigungen. Soweit erforderlich, wird eine spätere Fälligkeit von Forderungen durch Abzinsung berücksichtigt.

Die liquiden Mittel sind zum Nennwert angesetzt.

Fremdwährungsforderungen gegenüber Drittländern werden mit dem Entstehungskurs oder mit dem niedrigeren Devisengeldkurs des Bilanzstichtages angesetzt. Die Forderungen aus dem internationalen Postverkehr werden großteils in Euro bzw. mit Drittländern in Sonderziehungsrechten abgerechnet. Die Bewertung der Sonderziehungsrechte erfolgt zum Referenzkurs des International Monetary Fund zum Bilanzstichtag.

2.4 Rückstellungen

Rückstellungen für Abfertigungen werden für gesetzliche und vertragliche Ansprüche von Angestellten gebildet. Die Rückstellung wird nach versicherungsmathematischen Grundsätzen unter Zugrundelegung der Vorschriften der International Financial Reporting Standards (IAS 19) berechnet. Die Bewertung erfolgt nach der Methode der laufenden Einmalprämien (Projected Unit Credit Method) unter Zugrundelegung eines gesetzlichen Pensionsantrittsalters von 60 bis 65 Jahren für weibliche und von 65 Jahren für männliche Angestellte unter Berücksichtigung der Übergangsbestimmungen gemäß Pensionsharmonisierungsgesetz 2003 und der schrittweisen Anhebung des Regelpensionsalters für Frauen. Für Beamte wurde mangels Anspruch keine Abfertigungsrückstellung gebildet.

Folgende Parameter wurden der Berechnung zu Grunde gelegt:

2013 2014
Rechnungszinssatz 3,5% 2,0%
Gehaltssteigerung 3,5% 3,0%
Fluktuationsabschlag (gestaffelt) 2-8% 0,5% - 1,75%

Für Dienstnehmer, deren Dienstverhältnis nach dem 31. Dezember 2002 begonnen hat, werden die Abfertigungsverpflichtungen durch die laufende Entrichtung entsprechender Beiträge an die Mitarbeitervorsorgekasse abgegolten.

Rückstellungen für den Abfertigungen ähnliche Verpflichtungen werden für Jubiläumsgelder gebildet. Die Berechnung erfolgt analog dem Verfahren für die Abfertigungsrückstellung nach der Methode der laufenden Einmalprämien (Projected Unit Credit Method).

Folgende Parameter wurden der Berechnung zu Grunde gelegt:

2013 2014
Rechnungszinssatz 3,5% 2,0%
Gehaltssteigerung 3,5% 3,0%
Fluktuationsabschlag (gestaffelt) 2-8% 6,75% - 23%

Die übrigen Rückstellungen werden in Höhe der voraussichtlichen Inanspruchnahme gebildet und berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und der Höhe nach noch nicht feststehende Verbindlichkeiten. Sie umfassen im Wesentlichen Vorsorgen für Personal, für noch nicht konsumierte Urlaube, Unterauslastungen, Verpflichtungen für Personalanpassungsmaßnahmen und sonstige ungewisse Verbindlichkeiten.

Rückstellungen für Unterauslastung werden für künftige Personalaufwendungen von unkündbaren Mitarbeitern (vor allem beamtete Mitarbeiter) gebildet, die im Rahmen des laufenden Post-internen Organisationsprozesses zur Anpassung an die sich ändernden Marktbedingungen ihren Arbeitsplatz verlieren und im Unternehmen nicht mehr oder nur mehr in einem untergeordneten Ausmaß zur Leistungserbringung eingesetzt werden können. Bei diesen Dienstverhältnissen handelt es sich um belastende Verträge, bei denen die unvermeidbaren Kosten zur Erfüllung der vertraglichen Verpflichtungen höher sind als der erwartete wirtschaftliche Nutzen. Die Berechnung des Rückstellungsbetrags erfolgt als Barwert der bis zur Pensionierung der jeweiligen Mitarbeiter anfallenden Aufwendungen unter Ansatz eines einheitlichen durchschnittlichen Unterauslastungsgrades sowie eines Fluktuationsabschlags. Sofern unkündbare Mitarbeiter mangels Einsatzmöglichkeit im Unternehmen zu nicht kostendeckenden Konditionen an externe Unternehmen verleast werden, erfolgt die Ermittlung der Rückstellung unter Ansatz der prozentuellen Kostenunterdeckung. Sämtliche Parameter werden laufend evaluiert und an sich ändernde Verhältnisse angepasst.

Für beamtete Mitarbeiter die sich in einem Verfahren zur Versetzung in den Ruhestand wegen Dienstunfähigkeit befinden, werden für noch zu erbringende Leistungen Vorsorgen gebildet. Die Ermittlung der Rückstellung erfolgt als Barwert der noch zu erbringenden Leistungen für den Zeitraum der erwarteten durchschnittlichen Verfahrensdauern.

Der Barwert der einzelnen Rückstellungen wird unter Ansatz eines Abzinsungssatzes und der erwarteten Gehaltssteigerung ermittelt.

Folgende Parameter wurden bei der Berechnung der Rückstellungen zu Grunde gelegt:

2013 2014
Rechnungszinssatz
3,5%
0,75% - 1,5%
Gehaltssteigerung
3,5%
2,75%

Die Änderung der Parameter führte zu einem negativen Bewertungseffekt von TEUR 19.350, der in der Gewinn- und Verlustrechnung unter den Personalaufwendungen erfasst wurde.

Die Rückstellung für Unterauslastung enthält weiters Vorsorgen für Mitarbeiter die sich im Programm zum möglichen Ressortwechsel in verschiedene Bundesministerien befinden. Im Oktober 2013 wurde eine entsprechende Rahmenvereinbarung mit dem Bund zum möglichen Ressortwechsel von Post-Mitarbeitern in verschiedene Bundesministerien abgeschlossen. Dabei werden Ansprüche für Mitarbeiter, die einem Wechsel bereits zugestimmt haben, für einen bestimmten festgelegten Zeitraum übernommen und entsprechend rückgestellt.

Anrechnung von Vordienstzeiten für beamtete Mitarbeiter

Mit Entscheid vom 11. November 2014 (Rechtssache Schmitzer) hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) nach Vorlage durch den österreichischen Verwaltungsgerichtshof (VwGH) festgestellt, dass die im Jahr 2010 gesetzlich festgelegte Methodik zur Beseitigung der Altersdiskriminierungen im Gehaltssystem der Bundesbediensteten nicht geeignet ist, das Problem der Altersdiskriminierung zu lösen und das Gehaltssystem als solches damit weiterhin gegen das unionsrechtliche Verbot der Altersdiskriminierung verstößt. Diese Aussage des EuGH hätte zu einer rückwirkenden Neu-Gehaltseinstufung der betroffenen Mitarbeiter seitens der Österreichischen Post AG führen können, wobei für die zum 31. Dezember 2014 anhängigen Verfahren festzuhalten ist, dass der VwGH noch keine abschließende Entscheidung erlassen hat und zum Bilanzstichtag nicht fest stand, wie die Dienstbehörde das geltende nationale Recht konkret unionsrechtskonform auszulegen hatte, insbesondere ob die unionsrechtskonforme Auslegung zu höheren oder geringeren Gehaltsansprüchen führen würde. Vor diesem Hintergrund war zu prüfen, ob für die zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2014 laufenden Verfahren infolge der Entscheidung des EuGH vom 11. November 2014 eine Rückstellung zu bilden war. In der Beurteilung der Frage, ob eine Verpflichtung besteht, sind sämtliche Hinweise inklusive von Ereignissen, die nach dem Bilanzstichtag entstanden sind, zu berücksichtigen.

Nachdem die Thematik der Anrechnung von Vordienstzeiten nicht nur die der Österreichischen Post AG zugeteilten Beamten, sondern alle Beamten des Bundes betraf, hat der österreichische Nationalrat reagiert und bereits mit 21. Jänner 2015 eine umfassende Reform des Besoldungssystems des Bundes vorgenommen. Das entsprechende Bundesgesetz ist mit 12. Februar 2015 in Kraft getreten. Mit der nun vorliegenden Reform wird ein neues Gehaltssystem implementiert, das keinerlei Abhängigkeiten vom Lebensalter eines Beamten mehr enthält. Alle aktiven Beamten – so auch die der Österreichischen Post AG zugeteilten – werden in dieses neue System auf gesetzlicher Basis übergeleitet. Der Hauptkritikpunkt des EuGH, nämlich dass das Besoldungssystem der österreichischen Beamten die Diskriminierung auch zukünftig fortschreibe, ist aufgegriffen und umfassend beseitigt worden. Mit Inkrafttreten der Dienstrechtsreform wurde auch ausdrücklich bestimmt, dass jene Bestimmungen des zum 31. Dezember 2014 gültigen Gehaltsgesetzes, auf die die Beamten ihre Neuberechnung des Vorrückungsstichtages stützen, in früheren Fassungen in laufenden und künftigen Verfahren nicht mehr anzuwenden sind. Damit ergibt sich für die Österreichische Post AG, dass zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2014 für die laufenden Anträge der aktiven Beamten keine Rückstellung zu bilden war.

Für beamtete Mitarbeiter, die möglicherweise der beschlossenen Dienstrechtsreform nicht unterliegen, wurde für drohende Gehaltsnachzahlungen eine Rückstellung in Höhe von TEUR 5.333 EUR gebildet.

Anlage 3

2.5 Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten sind mit ihrem Rückzahlungsbetrag unter Bedachtnahme auf den Grundsatz der Vorsicht angesetzt. Fremdwährungsverbindlichkeiten gegenüber Drittländern werden mit ihrem Entstehungskurs oder mit dem höheren Devisenbriefkurs zum Bilanzstichtag bewertet. Verbindlichkeiten aus dem internationalen Postverkehr werden großteils in Euro bzw. mit Drittländern in Sonderziehungsrechten abgerechnet. Die Bewertung der Sonderziehungsrechte erfolgt zum Bilanzstichtag mit dem Referenzkurs des International Monetary Fund.

2.6 Steuerliche Verhältnisse

Umsatzsteuer

Umfang der Umsatzsteuerbefreiung

In der Europäischen Union stellen die Postdienste ein wesentliches Instrument für Kommunikation und Informationsaustausch dar und spielen eine grundlegende Rolle im Rahmen der Zielsetzungen des sozialen, wirtschaftlichen und territorialen Zusammenhalts in der Union. Um diese Zielsetzung zu erreichen, werden die Mitgliedsstaaten verpflichtet, einen Universaldienst sicherzustellen, der ständig flächendeckend postalische Dienstleistungen einer bestimmten Qualität zu tragbaren Preisen für alle Nutzer bietet.

Aus diesem Grund sind gemäß Artikel 132 der EU-Richtlinie über das gemeinsame Mehrwertsteuersystem (2006/112/EG) dem Gemeinwohl dienende Tätigkeiten (und somit auch von öffentlichen Posteinrichtungen ausgeführten Dienstleistungen) steuerfrei. Das Urteil des EuGH (C-357/07) konkretisiert den Begriff "öffentliche Posteinrichtungen" und schränkt die Umsatzsteuerbefreiung auf Leistungen ein, die ein Betreiber von Universaldienstleistungen als solcher ausführt.

Durch die Verpflichtung, diese Regelungen in die nationale Rechtslage zu übernehmen, wurde im österreichischen Umsatzsteuergesetz mit Wirkung 1. Jänner 2011 festgeschrieben, dass nur mehr Universaldienstleistungen (v.a. Briefe bis 2 kg und Pakete bis 10 kg) eines Universaldienstbetreibers umsatzsteuerfrei sind (§ 6 Abs 1 Z 10 lit b UStG). Vom Universaldienst ausdrücklich ausgenommen und daher auch von der o.g. Umsatzsteuerbefreiung sind jedoch Postsendungen, die bei Verteilzentren aufgeliefert werden. Dies gilt auch für Leistungen, deren Bedingungen individuell ausgehandelt worden sind.

Pro-rata-Satz

Der Leistungsumfang der Österreichischen Post AG umfasst Produkte und Dienstleistungen, die gemäß Umsatzsteuergesetz (UStG) sowohl steuerfrei (v.a. Universaldienstleistungen sowie die Vermittlung von Bankdienstleistungen) als auch steuerpflichtig (restliche Produkte) behandelt werden. Können Aufwendungen nicht exakt einem Umsatz zugeordnet werden, so kommt beim Vorsteuerabzug der sogenannte Pro-rata-Satz zur Anwendung. Dieser stellt die Relation der steuerpflichtigen Umsätze zu den gesamten Umsätzen dar und betrug im Jahr 2014 49,8% (2013: 48,7%).

Steuern vom Einkommen

Die Österreichische Post AG als Gruppenträger bildet mit mehreren Tochtergesellschaften eine Unternehmensgruppe i.S.d. § 9 KStG. Das Vorliegen einer Unternehmensgruppe bewirkt, dass die steuerlichen Ergebnisse der Gruppenmitglieder der Österreichischen Post AG zugerechnet werden. Eine unternehmensrechtliche Zuweisung der Ergebnisse erfolgt nicht.

Innerhalb der Unternehmensgruppe erfolgt ein Ausgleich der steuerlichen Mehr- oder Minderbelastung des Gruppenträgers durch die Verrechnung positiver und negativer Steuerumlagen. Positive Steuerumlagen sind Ausgleichszahlungen der Gruppenmitglieder an den Gruppenträger aufgrund der Überrechnung der positiven Ergebnisse. Negative Steuerumlagen sind als Ausgleich für die Überrechnung negativer Ergebnisse vom Gruppenträger an die Gruppenmitglieder zu leisten.

3. Erläuterungen zur Bilanz

3.1 Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens und die Aufgliederung der Abschreibung des Geschäftsjahres sind im Anlagespiegel (Beilage A) dargestellt.

In den Sachanlagen ist bei den Grundstücken der Österreichischen Post AG ein Grundwert von TEUR 77.020 (31.12.2013: TEUR 77.490) enthalten.

Im Geschäftsjahr 2014 wurden außerplanmäßige Abschreibungen von immateriellen Vermögensgegenständen und Sachanlagevermögen in Höhe von TEUR 2.310 (2013: TEUR 0) vorgenommen.

Das Finanzanlagevermögen wurde in Höhe von TEUR 75.575 (2013: TEUR 51.600) außerplanmäßig abgeschrieben:

Im Geschäftsjahr 2014 wurde die Beteiligung an der Post 201 Beteiligungs GmbH im Zusammenhang mit der transo-flex Gruppe Deutschland mit TEUR 74.983 (2013: TEUR 33.769) und die Beteiligung an der Post 103 Beteiligungs GmbH in Höhe von TEUR 592 (2013: TEUR 407) außerplanmäßig abgeschrieben. Im Geschäftsjahr 2013 wurden darüber hinaus die Beteiligung an der Post 105 Beteiligungs GmbH im Zusammenhang mit der MEILLERGHP GmbH, Deutschland mit TEUR 12.152 und die Beteiligung an der Post 101 Beteiligungs GmbH ausschüttungsbedingt mit TEUR 5.272 außerplanmäßig abgeschrieben.

Weiters erfolgten in 2014 Zuschreibungen an der Beteiligung Post 101 Beteiligungs GmbH mit TEUR 3.296 und an der Beteiligung Post 105 Beteiligungs GmbH mit TEUR 3.000.

Da die Emittenten der in den Wertpapieren des Anlagevermögens ausgewiesenen Schuldinstrumente weiterhin ein gutes Bonitätsrating aufweisen und die Kursrückgänge nicht auf finanzielle Schwierigkeiten der Emittenten, sowie auf Verringerung zukünftiger Cashflows oder auf Ausfälle von Zins- und Tilgungszahlungen schließen lassen, ist eine dauerhafte Wertminderung nicht anzunehmen. Außerplanmäßige Abschreibungen gemäß § 204 Abs.2 zweiter Satz UGB unterbleiben daher. Der Buchwert der in den Wertpapieren des Anlagevermögens ausgewiesenen Schuldinstrumente beträgt TEUR 53.512 (31.12.2013: TEUR 66.509); der beizulegende Zeitwert beläuft sich auf TEUR 52.867 (31.12.2013: TEUR 64.705).

Beteiligungen der Österreichischen Post AG

Name und Sitz der Gesellschaft Anteil
zum
31.12.2014
%
Eigenkapital
zum
31.12.2014
TEUR
Jahres
ergebnis
2014
TEUR
Anteile an verbundenen Unternehmen
Austrian Post International Deutschland GmbH, Bonn**) 100 3.636 2.122
feibra GmbH, Wien**) 100 10.572 8.401
Medien.Zustell GmbH, Wien**) 100 3.996 3.366
Neutorgasse 7 Projektentwicklungs AG & CO OG***) 100 12.912 -111
Post & Co Vermietungs OG, Wien***) 100 140.519 3.059
Post 001 Finanzierungs GmbH, Wien 100 32.421 1.270
Post 101 Beteiligungs GmbH, Wien 100 9.327 3.302
Post 103 Beteiligungs GmbH, Wien 100 62.871 4.573
Post 105 Beteiligungs GmbH, Wien 100 -11 -10
Post 201 Beteiligungs GmbH, Wien 100 86.329 -73.884
Post 203 Beteiligungs GmbH, Wien**) 100 61.399 6.292
Post 205 Beteiligungs GmbH, Wien 100 50.092 89
Post Immobilien GmbH, Wien**) 100 1.352 23
Post.Wertlogistik GmbH, Wien 100 4.435 232
Systemlogistik Distribution GmbH, Wien**) 100 1.920 -134
Anteile an assoziierten Unternehmen
ADELHEID/AEP
ADELHEID GmbH, Berlin 45,35 16.322 -7
AEP GmbH, Alzenau 45,35 1.233 -8.282
media.at GmbH, Wien*) 20,45 3.935 3.380
OMNITEC Informationstechnologie-Systemservice GmbH, Wien 50 388 1

*) Jahresabschluss zum 30.06.2014

**) Unternehmensgruppe i.S.d. § 9 KStG

***) Österreichische Post AG als unbeschränkt haftender Gesellschafter beteiligt

Der Beteiligungsansatz der Post 201 Beteiligungs GmbH erhöhte sich aufgrund nicht rückzahlbarer Zuschüsse um TEUR 52.465. Ein Teil der Mittelzufuhr in Höhe von TEUR 42.465 erfolgte mittels privativer Schuldübernahme von Darlehensverbindlichkeiten der trans-o-flex Schnell-Lieferdienst GmbH gegenüber Post 002 Finanzierungs GmbH. Die nunmehr seitens der Österreichischen Post AG gegenüber der trans-o-flex Schnell-Lieferdienst GmbH bestehende Darlehensforderung wurde in einen nicht rückzahlbaren Eigenmittelzuschuss umgewandelt, der eine Einlage in das Eigenkapital der trans-o-flex Schnell-Lieferdienst GmbH darstellt.

Für den Erwerb von weiteren 25% der Anteile an der M&BM Express OOD, Sofia, wurde der Post 104 Beteiligungs GmbH (über Post 103 Beteiligungs GmbH) ein Zuschuss in Höhe von TEUR 3.976 gewährt.

Weiters wurde an die ADELHEID GmbH ein Zuschuss in Höhe von TEUR 1.514 geleistet.

In Vorbereitung der geplanten Verwertung der Liegenschaft Neutorgasse 7 wurde am 13. März 2014 zusammen mit der Post Immobilien GmbH, Wien die Neutorgasse 7 Projektentwicklungs AG & Co OG mit einer Einlage von TEUR 1 gegründet. Die Immobilie Neutorgasse 7 wurde auf den Verkehrswert aufgewertet und auf diese Gesellschaft mittels Einlage übertragen.

Der Gesellschaft Postgasse 8 Entwicklungs AG & Co OG wurden im Geschäftsjahr 2014 Zuschüsse in Höhe von TEUR 1.735 gewährt. Mit 22. Dezember 2014 wurden die Anteile zur Gänze verkauft.

Im Geschäftsjahr 2014 erfolgte die Verschmelzung der PDG Post Dienstleistungs Gesellschaft mbH auf die Österreichische Post AG. Weiters wurde die Trans-o-flex Austria GmbH rückwirkend mit 1. Jänner 2014 auf die Österreichische Post AG verschmolzen. Im Zuge dessen wurde die Beteiligung an der Trans-o-flex Austria GmbH mittels Sachdividende in Höhe von TEUR 1.069 von der Post 201 Beteiligungs GmbH an die Österreichische Post AG ausgeschüttet.

Der Buchwert der mittelbar gehaltenen Anteile an der BAWAG P.S.K beträgt unverändert zum Vorjahr TEUR 8.000.

Insgesamt bestehen Ausleihungen in Höhe von TEUR 12.484 (31.12.2013: TEUR 41.829) an Post 002 Finanzierungs GmbH. Ausleihungen mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr betragen TEUR 690 (31.12.2013: TEUR 690).

3.2 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

TEUR 31.12.2013 31.12.2014
bis über bis über
mit einer Restlaufzeit von 1 Jahr 1 Jahr 1 Jahr 1 Jahr
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 167.739 0 152.491 0
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 44.224 25.608 49.815 14.513
Forderungen gegenüber Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht 894 0 440 0
Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände 10.441 10.874 71.323 10.779
223.298 36.482 274.070 25.292

Zum Jahresende wurden pauschal ermittelte Wertberichtigungen zu Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 892 (31.12.2013: TEUR 850) vorgenommen. Die Ermittlung der pauschalen Wertberichtigungen wird im mehrjährigen Rhythmus an den tatsächlichen Schadensverlauf angepasst.

In den Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 2.623 (31.12.2013: TEUR 2.761) und sonstige Forderungen in Höhe von TEUR 61.705 (31.12.2013: TEUR 67.071) enthalten.

Die sonstigen Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen entfallen mit TEUR 3.865 (31.12.2013: TEUR 3.015) auf Steuerumlagen, mit TEUR 27.997 (31.12.2013: TEUR 20.926) auf Gewinnausschüttungen und Ergebnisüberrechnungen sowie mit TEUR 29.843 (31.12.2013: TEUR 43.130) auf sonstige Verrechnungen und Finanzierungen.

In den sonstigen Forderungen sind Ertragszinsen in Höhe von TEUR 929 (31.12.2013: TEUR 619) sowie sonstige übrige Erträge in Höhe von TEUR 61.938 (31.12.2013: TEUR 948) enthalten, die erst nach dem Abschlussstichtag zahlungswirksam werden (davon Forderungen aus dem Verkauf der Postgasse 8 Entwicklungs AG & Co OG in Höhe von TEUR 60.010).

3.3 Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten

31.12.2013
TEUR
31.12.2014
Guthaben bei Kreditinstituten 195 1.354
Termingelder
211.000
240.000
Kassenbestände
2.251
2.175
213.446 243.529

3.4 Aktive Rechnungsabgrenzungsposten

Aktive Rechnungsabgrenzungen wurden in Höhe von TEUR 27.565 (31.12.2013: TEUR 28.897) gebildet; davon entfallen TEUR 15.933 (31.12.2013: TEUR 16.198) auf vorausbezahlte Bezüge an Mitarbeiter, TEUR 2.531 (31.12.2013: TEUR 3.383) auf Mietzinsvorauszahlungen und TEUR 9.101 (31.12.2013: TEUR 9.316) auf sonstige Vorauszahlungen.

3.5 Eigenkapital

Das Grundkapital der Österreichischen Post AG beträgt TEUR 337.763. Es ist in 67,6 Mio auf Inhaber lautende stimm- und gewinnberechtigte Aktien geteilt. Hauptaktionärin der Österreichischen Post AG ist mit einem Anteil von 52,8% die Österreichische Industrieholding AG, Wien.

Im Rahmen eines Aktienrückkaufsprogramms im Geschäftsjahr 2008 wurde in der Höhe des Nennwerts der eigenen Anteile eine gebundene Kapitalrücklage in Höhe von TEUR 12.237 eingestellt.

Die nicht gebundene Kapitalrücklage beträgt zum 31. Dezember 2014 unverändert zum Vorjahr TEUR 118.300.

Die gesetzliche Gewinnrücklage beträgt zum Bilanzstichtag TEUR 35.000 (31.12.2013: TEUR 35.000). Weiters wurde gemäß Gewinnverwendungsbeschluss der Hauptversammlung vom 22. April 2010 eine freie Gewinnrücklage in Höhe von TEUR 15.000 durch Umgliederung aus dem Gewinnvortrag gebildet.

3.6 Unversteuerte Rücklagen

Die Bewertungsreserven aufgrund von Sonderabschreibungen gliedern sich wie folgt:

TEUR 1.1.2014 Auflösung 31.12.2014
Übertragung stiller Reserven gem. § 12 Abs. 1 EStG
Grundstücke und Gebäude 9.592 17 9.574
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 3 0
9.594 20 9.574

Die Rechtsgrundlage für die Zuweisung zu Bewertungsreserven aufgrund von Sonderabschreibungen stellt die mit dem Konjunkturpaket 2009 geschaffene Begünstigung einer vorzeitigen Abschreibung für körperliche Anlagegüter im Sinne des § 7a EStG dar. Der Anwendungszeitraum war auf Anschaffungen, die in den Jahren 2009 und 2010 getätigt wurden, begrenzt.

Die vorzeitige Abschreibung gemäß § 7a EStG gliedert sich wie folgt:

TEUR 1.1.2014 Auflösung 31.12.2014
Vorzeitige Abschreibung gem. § 7a EStG
Technische Anlagen und Maschinen 438 33 404
Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.544 115 1.429
Fahrzeuge 3.803 164 3.640
5.785 312 5.473

3.7 Rückstellungen

TEUR 1.1. Um Um Verbrauch Auflösung Zuweisung 31.12.
gründungen gliederung
Abfertigungen 85.423 383 6.907 705 23.772 101.966
Steuern 13.404 35 13.326 113 17.748 17.748
Jubiläumsgelder 88.065 1.310 5.906 6.609 12.484 89.344
Noch nicht konsumierte
Urlaube 42.388 549 42.859 711 36.842 36.209
Betriebsvereinbarung 22.007 200 8.472 582 12.490 25.643
Noch nicht erbrachte
Leistungen 22.902 -22.902 0
Sonstige Personalkosten 60.903 55 43.653 6.683 63.343 73.964
Ausstehende
Eingangsrechnungen 23.155 16 19.891 2.538 22.009 22.751
Unterauslastung 198.916 9.293 -7.742 21.756 73.185 88.757 194.283
Abgeltungsverpflichtung 5.239 5.239 0
Übrige sonstige 31.097 24 3.299 2.492 11.067 36.398
Sonstige Rückstellungen 494.673 11.447 -30.644 145.835 98.040 246.991 478.591
Rückstellungen gesamt 593.500 11.865 -30.644 166.068 98.858 288.511 598.306

Erhaltene Vorauszahlungen aus dem Verkauf von Wertzeichen und Freistempelguthaben werden nicht mehr unter den Rückstellungen für noch nicht erbrachte Leistungen, sondern als Abgrenzungsposten unter den Passiven Rechnungsabgrenzungen ausgewiesen. Zusätzlich werden Umsatzabgrenzungen für fakturierte, aber noch nicht erbrachte Leistungen direkt von den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abgesetzt.

Die Rückstellungen für sonstige Personalkosten enthalten im Wesentlichen Vorsorgen für Erfolgsbeteiligungen und Leistungsprämien sowie Rückstellungen für die Anrechnung von Vordienstzeiten für beamtete Mitarbeiter und für Restrukturierungen.

Die Umgliederung in Höhe von TEUR 7.742 betrifft die Rückstellung für Ressortwechsel. Nach der endgültigen Übernahme von Mitarbeitern durch ein Bundesministerium, sind die gebildeten Vorsorgen in die Verbindlichkeiten umzugliedern.

In den übrigen sonstigen Rückstellungen wurde für ungewisse Verbindlichkeiten aus Abgaben und Beiträge in Höhe von TEUR 21.497 vorgesorgt.

Von den Auflösungen der Rückstellungen wurden TEUR 89.422 im Personalaufwand verrechnet.

3.8 Verbindlichkeiten

TEUR 31.12.2013
bis 1 bis 5 über
mit einer Restlaufzeit von 1 Jahr Jahre 5 Jahre Gesamt
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0 6.750 0 6.750
erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 77 0 0 77
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 137.176 0 0 137.176
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 70.494 0 0 70.494
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht 2.308 0 0 2.308
sonstige Verbindlichkeiten 62.156 10.141 896 73.193
272.211 16.891 896 289.998
TEUR 31.12.2014
bis 1 bis 5 über
mit einer Restlaufzeit von 1 Jahr Jahre 5 Jahre Gesamt
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0 6.750 0 6.750
erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 40 0 0 40
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 130.987 0 0 130.987
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 45.390 0 0 45.390
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht 2.949 0 0 2.949
sonstige Verbindlichkeiten 64.235 15.766 962 80.964
243.601 22.516 962 267.079

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 5.074 (31.12.2013: TEUR 6.212), aus Steuerumlagen in Höhe von TEUR 228 (31.12.2013: TEUR 140) und mit TEUR 40.088 (31.12.2013: TEUR 64.142) aus sonstigen Verrechnungen.

In den sonstigen Verbindlichkeiten sind Personalaufwendungen in Höhe von TEUR 45.641 (31.12.2013: TEUR 55.086) und sonstige übrige Aufwendungen in Höhe von TEUR 1.252 (31.12.2013: TEUR 3.157) enthalten, die erst nach dem Abschlussstichtag zahlungswirksam werden.

3.9 Passive Rechnungsabgrenzungsposten

Passive Rechnungsabgrenzungen wurden in Höhe von TEUR 19.610 (31.12.2013: TEUR 4.655) gebildet; davon entfallen TEUR 3.363 (31.12.2013: TEUR 3.844) auf den Nettobarwertvorteil aus dem Cross Border Leasing (vgl. 3.10). Erhaltene Vorauszahlungen aus dem Verkauf von Wertzeichen und Freistempelguthaben in Höhe von TEUR 15.358 werden nicht mehr unter den Rückstellungen (vgl. 3.7), sondern als Abgrenzungsposten ausgewiesen.

3.10 Sonstige Angaben

Haftungsverhältnisse

Cross Border Leasing

Im Geschäftsjahr 2002 hat die Österreichische Post AG mit zwei US-Trusts eine Cross Border Leasing-Transaktion abgeschlossen. Die Österreichische Post AG hat diesen beiden Trusts auf 99 Jahre ein Fruchtgenussrecht an Postsortieranlagen in Wien, Graz, Salzburg und Innsbruck gegen Leistung eines "Grant Payments" von 117 Mio USD eingeräumt. Gleichzeitig wurde ein Lease Agreement abgeschlossen, in dem die Österreichische Post AG auf 24 Jahre das Nutzungsrecht an diesen Anlagen wieder zurückgemietet hat. Die obengenannten Anlagen sind aufgrund der Vereinbarungen weiterhin im Anlagevermögen der Österreichischen Post AG ausgewiesen. Die als Sicherheiten verpfändeten Sachanlagen weisen einen Buchwert von TEUR 23.062 (31.12.2013: TEUR 15.730) auf. In diesem Lease Agreement wurde der Österreichischen Post AG auch das Recht eingeräumt, das Fruchtgenussrecht an den Postsortieranlagen entweder mit 1. Jänner 2022 zu einem Fixpreis ("EBO Payment Amount") oder am Ende des Leasingsvertrages zum Verkehrswert, mindestens jedoch zum "End of Term Purchase Option Price" zurückzukaufen.

Die Österreichische Post AG hat ihre Verpflichtung zur Zahlung der Leasingraten einschließlich eines allfälligen EBO Payment an zwei Payment Undertaker ausgelagert. Zu diesem Zweck hat die Österreichische Post AG Zahlungen an die Payment Undertaker geleistet (108,3 Mio USD) und die entsprechende Verbindlichkeit ausgebucht. Die Payment Undertaker haben sich ihrerseits verpflichtet, die entsprechenden Beträge zu den festgesetzten Zahlungsterminen für die Österreichische Post AG zu leisten. Bei der Österreichischen Post AG verbleibt das Restrisiko einer möglichen Inanspruchnahme im Falle einer Insolvenz der Payment Undertaker. Aufgrund der Verbesserung des Ratings eines Payment Undertakers ist keine zusätzliche Besicherung durch Wertpapiere mehr notwendig.

Zum Bilanzstichtag stellt sich das Rating der beiden Payment Undertaker wie folgt dar:

31.12.2013 31.12.2014
Standard & Poor´s AA- (Stable) bzw. A (Stable) AA- (Stable) bzw. A (Negative)
Moody´s Aa3 (Positive) bzw. A2 (Negative) Aa3 (Stable) bzw. A2 (Negative)

Zum 31. Dezember 2014 beläuft sich der von den Payment Undertakern noch zu leistende Betrag auf TEUR 90.849 (31.12.2013: TEUR 80.632) und ist in den Haftungsverhältnissen enthalten.

Der aus dieser Transaktion der Österreichischen Post AG zugeflossene Nettobarwertvorteil wird unter den passiven Rechnungsabgrenzungsposten (31.12.2014: TEUR 3.363; 31.12.2013: TEUR 3.844) ausgewiesen und verteilt über die Vertragslaufzeit ertragswirksam aufgelöst.

Patronatserklärungen

Im Jahr 2011 wurden Haftungen für trans-o-flex ThermoMed GmbH & Co KG in Höhe von TEUR 7.500 (aushaftender Betrag am 31.12.2014: TEUR 296) übernommen.

Im Jahr 2013 wurden Haftungen für City Express, Belgrad in Höhe von TEUR 3.457 (aushaftender Betrag am 31.12.2014: TEUR 3.457) übernommen.

Weiters bestehen sonstige Haftungsverhältnisse gegenüber verbundenen Unternehmen mit einem Betrag von TEUR 549 (aushaftender Betrag zum 31.12.2014: TEUR 209).

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

TEUR 31.12.2013 31.12.2014
Bestellverpflichtungen für Investitionen 31.780 6.093
Verpflichtungen aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen
im folgenden Geschäftsjahr 46.165 46.487
davon gegenüber verbundenen Unternehmen 9.590 9.683
in den folgenden fünf Jahren (statistisch hochgerechnet) 230.068 232.311
davon gegenüber verbundenen Unternehmen 47.950 48.417

Aktienbasierte Vergütungsprogramme

Im Jahr 2009 hat der Aufsichtsrat der Österreichischen Post AG die Einführung eines aktienbasierten Vergütungsprogrammes genehmigt. In den Geschäftsjahren 2010 bis 2014 wurden jeweils entsprechende Vergütungsprogramme für Vorstandsmitglieder und Führungskräfte realisiert (sogenannte Long-Term-Incentive-Programme). Bei diesen Programmen handelt es sich um ein aktienbasiertes und performanceorientiertes Entlohnungsmodell, dessen Tranchen sich über eine dreijährige Laufzeit (Performancezeitraum) erstrecken und ein einmaliges Eigeninvestment als grundsätzliche Teilnahmebedingung vorsieht. Der Performancezeitraum erstreckt sich jeweils vom 1. Jänner des Jahres der Auflage der jeweiligen Tranche bis zum 31. Dezember des drittfolgenden Jahres.

Von den aktiven und ehemaligen Vorstandsmitgliedern nehmen zum Bilanzstichtag die Herren Dipl.-Ing. Dr. Georg Pölzl, Dipl.-Ing. Walter Hitziger, Dipl.-Ing. Peter Umundum und Dipl.-Ing. Walter Oblin an den Vergütungsprogrammen drei bis fünf und Herr Mag. Dr. Rudolf Jettmar am Vergütungsprogramm drei teil.

Die für das Eigeninvestment nötige Anzahl an Aktien der Österreichischen Post AG bei Programmbeginn ergibt sich für die Mitglieder des Vorstands als definierter Prozentsatz des Bruttofixgehaltes dividiert durch den Referenzkurs des vierten Quartals des jeweiligen Vorjahres. Das Eigeninvestment der Führungskräfte orientiert sich an der gewählten Investmentkategorie gemäß Teilnahmebedingungen. Die für die bestehenden aktienbasierten Vergütungsprogramme nötigen Eigeninvestments betragen zum 31. Dezember 2014 für die Mitglieder des Vorstands insgesamt 56.806 Aktien, für die teilnehmenden Führungskräfte 187.633 Aktien. Das Eigeninvestment ist jeweils bis zum Ende des nächstfolgenden Jahres nach Ablauf des Performancezeitraums ununterbrochen zu halten.

Die Entlohnung erfolgt auf Basis von sogenannten Bonusaktien als rechnerische Größe und hängt vom Ausmaß der Zielerreichung der definierten Performance Indikatoren (Earnings per Share, Free Cashflow und Total Shareholder Return) ab. Die Zielgrößen für die Performance Indikatoren werden jeweils zu Beginn der einzelnen Tranchen festgelegt, wobei die einzelnen Teilziele gleich gewichtet sind. Die Zielerreichung wird über einen dreijährigen Performancezeitraum ermittelt. Die Gesamtbonifikation richtet sich nach der Gesamtzielerreichung aus obigen Parametern sowie der Kursentwicklung der Aktie der Österreichischen Post AG. Die Gesamtbonifikation der Mitglieder des Vorstands sowie der teilnehmenden Führungskräfte ist begrenzt. Vorstände haben eine Obergrenze von 225% jener Bonifikation, die bei 100% Gesamtzielerreichung vorgesehen ist. Führungskräfte haben eine Obergrenze je nach Tranche aufgrund der maximalen Zielerreichung zwischen 125% und 225%, beziehungsweise in Abhängigkeit von ihrem individuellen Jahresbruttofixgehalt.

Die aktuell erwartete Anzahl der Bonusaktien (rechnerische Größe) verteilt sich zu den jeweiligen Stichtagen auf die einzelnen Tranchen wie folgt:

31.12.2013 31.12.2014
Anzahl Bonusaktien je Tranche
Tranche 2
358.195
2.340
Tranche 3
449.630
458.776
Tranche 4
288.073
378.975
Tranche 5
0
233.463
1.095.898 1.073.554

Die Auszahlung der Bonusaktien kann entweder in Form von Aktien der Österreichischen Post AG oder in bar erfolgen. Nachdem der Vorstand für sich einheitlich die Ausschüttung der Bonifikation in bar gewählt hat und für die Führungskräfte die Auszahlung der Bonifikation in bar beschlossen wurde, besteht gegenwärtig keine Verpflichtung zum Ausgleich in Eigenkapitalinstrumenten.

Die erwarteten Aufwendungen aus dem aktienbasierten Vergütungsprogramm sind über den Performancezeitraum in Form einer Rückstellung zu verteilen. Die Höhe der Rückstellung wird zu jedem Bilanzstichtag mittels eines Modells ermittelt, in welchem die Performance Indikatoren und der bisherige Anteil des Performancezeitraums berücksichtigt werden. Sämtliche Änderungen der Rückstellung werden ergebniswirksam unter den Personalaufwendungen erfasst.

Der Stand der Rückstellung verteilt sich zu den jeweiligen Stichtagen auf die einzelnen Tranchen wie folgt:

TEUR
Stand der Rückstellung
31.12.2013 31.12.2014
Tranche 2 10.166 87
Tranche 3 7.042 11.672
Tranche 4 2.478 7.766
Tranche 5 0 3.322
19.686 22.847

Der in der jeweiligen Berichtsperiode erfasste Gesamtaufwand für anteilsbasierte Vergütungen verteilt sich auf die einzelnen Tranchen wie folgt:

TEUR 2013 2014
Gesamtaufwand
Tranche 2 3.546 43
Tranche 3 4.548 4.630
Tranche 4 2.478 5.288
Tranche 5 0 3.322
10.572 13.283

Im Geschäftsjahr 2014 erfolgte die Auszahlung der Tranche 2 in Höhe von TEUR 10.028 zur Gänze in bar.

4. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

4.1 Umsatzerlöse

31.12.2013
TEUR
31.12.2014
Brief, Werbepost & Filialen
1.396.934
1.373.258
Paket & Logistik
271.740
286.540
Corporate
50
44
1.668.725 1.659.842

4.2 Sonstige betriebliche Erträge

TEUR 31.12.2013 31.12.2014
Erträge aus dem Abgang vom Anlagevermögen mit Ausnahme der Finanzanlagen 5.592 3.058
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 11.446 9.436
Erträge aus Mieten und Pachten 40.819 40.670
Abgeltungen von Schadensfällen 1.569 1.366
Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen 602 490
Weiterverrechnete Aufwendungen 14.459 11.282
Übrige 58.957 21.456
133.444 87.757

In den sonstigen betrieblichen Erträgen, übrige ist die Neubewertung der Liegenschaft Neutorgasse 7 zum Verkehrswert in Höhe von TEUR 12.800 im Zusammenhang mit der Einlage in eine eigene Gesellschaft enthalten. Im Vorjahr war in dieser Position die Neubewertung der Liegenschaft Postgasse 8 im Zusammenhang mit der Einlage in die Gesellschaft Postgasse 8 Entwicklungs AG & Co OG ausgewiesen.

4.3 Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Leistungen

TEUR 31.12.2013 31.12.2014
Materialaufwand 60.109 54.033
Aufwand für bezogene Leistungen 254.902 255.132
315.011 309.165

4.4 Personalaufwand

TEUR 31.12.2013 31.12.2014
Gehälter 719.883 737.978
Aufwendungen für Abfertigungen 26.151 37.479
Beiträge an Mitarbeitervorsorgekassen 2.128 2.422
Aufwendungen für Altersversorgung 168 207
Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben sowie vom Entgelt abhängige
Abgaben und Pflichtbeiträge 197.518 206.967
Sonstige Sozialaufwendungen 8.023 8.323
953.871 993.377

Die durchschnittliche Zahl an Arbeitnehmern betrug im Geschäftsjahr:

31.12.2013 31.12.2014
Beamte 9.270 8.608
Angestellte 11.297 11.362
Summe 20.567 19.970
Entsprechende Vollzeitkräfte 18.951 18.403
TEUR 31.12.2013 31.12.2014
Bezüge aktive Vorstandsmitglieder 4.572 5.435
Bezüge ehemalige Vorstandsmitglieder 775 1.022
Bezüge Mitglieder des Aufsichtsrats 153 151
5.501 6.608

4.5 Aufwendungen für Abfertigungen und für Altersversorgung

TEUR 31.12.2013 31.12.2014
Vorstände 719 327
Leitende Angestellte 228 204
Andere Arbeitnehmer 27.500 39.713
28.447 40.244

4.6 Sonstige betriebliche Aufwendungen

TEUR 31.12.2013 31.12.2014
Steuern, nicht vom Einkommen und Ertrag 5.912 6.513
Übrige 222.925 212.046
228.837 218.559

Die übrigen Aufwendungen gliedern sich wie folgt:

TEUR 31.12.2013 31.12.2014
Miet- und Pachtaufwendungen 52.163 52.348
Instandhaltung und Immobilienverwaltung 34.402 37.476
EDV-Dienstleistungsaufwand 28.685 32.765
Reiseaufwand 23.489 24.132
Entsorgung und Reinigung 11.643 11.414
Kommunikation und Werbung 14.778 15.548
Beratungsaufwand 9.871 5.624
Personalbereitstellung 10.972 7.757
Versicherungsaufwand 5.678 4.144
Telefonaufwand 2.672 2.292
Verluste aus dem Abgang von Sachanlagevermögen 3.708 1.820
Aus- und Fortbildung 2.749 2.732
sonstige 22.115 13.993
222.925 212.046

Die Erläuterungen zu den Aufwendungen für Leistungen an den Abschlussprüfer sind im Konzernabschluss dargestellt.

4.7 Erträge aus Beteiligungen

TEUR 31.12.2013 31.12.2014
Gewinnausschüttungen 19.071 25.629
Ergebnisüberrechnung Personengesellschaften 2.781 3.059
Sachdividende 5.272 1.069
27.125 29.757

4.8 Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu Finanzanlagen

TEUR
31.12.2013
31.12.2014
Erträge aus dem Abgang von Beteiligungen
0
12.465
Erträge aus dem Abgang von Wertpapieren
0
3
Zuschreibung Beteiligungen
0
6.296
0 18.765

In den Erträgen aus dem Abgang von Beteiligungen ist der Ertrag aus dem Abgang der Gesellschaft Postgasse 8 Entwicklungs AG & Co OG im Dezember 2014 enthalten.

4.9 Aufwendungen aus Finanzanlagen

TEUR 31.12.2013 31.12.2014
Abschreibungen auf Beteiligungen 51.600 75.575
Sonstige Aufwendungen auf Finanzanlagen 7.772 345
59.372 75.920

Die wesentlichen Inhalte der Abschreibungen auf Beteiligungen werden in Kapitel 3.1. (S.13) erläutert.

4.10 Verschmelzungsgewinn

TEUR 31.12.2013 31.12.2014
Gewinn aus der Verschmelzung PDG Post Dienstleistungs Gesellschaft mbH 0 13.104
0 13.104

Der Verschmelzungsgewinn resultiert aus nicht gebundenen Kapitalrücklagen sowie thesaurierten Gewinnen.

4.11 Steuern vom Einkommen

Im Jahr 2014 wurden von den Gruppenmitgliedern positive steuerliche Ergebnisse in Höhe von TEUR 15.935 (2013: TEUR 18.647) und negative steuerliche Ergebnisse in Höhe von TEUR 11 (2013: TEUR 1.504) an den Gruppenträger Österreichische Post AG überrechnet. Aufgrund dieser Überrechnung ergeben sich positive Steuerumlagen in Höhe von TEUR 3.984 (2013: TEUR 4.662) sowie negative Umlagen im Betrage von TEUR 3 (2013: TEUR 376). Die überwiegende Zuweisung positiver steuerlicher Ergebnisse führte per Saldo zu einer Erhöhung der Körperschaftsteuerbelastung des Gruppenträgers im Ausmaß von TEUR 3.981 (2013: TEUR 4.286).

Der Körperschaftsteueraufwand der Steuergruppe beträgt nach Zurechnung der einzelnen steuerlichen Ergebnisse der Gruppenmitglieder TEUR 50.059 (2013: TEUR 37.901). Nach Berücksichtigung der Steuerumlagen der Gruppenmitglieder ergibt sich für die Österreichische Post AG ein Körperschaftsteueraufwand für das Geschäftsjahr 2014 in Höhe von TEUR 46.078 (2013: TEUR 33.616). Die Körperschaftsteuerbelastung resultiert ausschließlich aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit.

Im Jahr 2014 gab es steuerpflichtige Auflösungen von unversteuerten Rücklagen in Höhe von TEUR 332 (2013: TEUR 367).

Vom Wahlrecht zur Aktivierung von latenten Steuern in Höhe von TEUR 74.623 exklusive Gruppenmitgliedern (2013: TEUR 52.292) wurde kein Gebrauch gemacht.

5. Risikomanagement

Ziel des Finanz- und Risikomanagements der Österreichischen Post AG ist die Sicherung des Unternehmenserfolges gegen finanzielle Risiken jeglicher Art. Grundsätzlich wird beim Management der Finanzpositionen ein strategischer Portefeuilleansatz unter Bedachtnahme auf eine konservative Risikopolitik verfolgt.

In der Österreichischen Post AG erfolgt eine laufende Überwachung eventuell auftretender Risikokonzentrationen. Diese können bei Finanzanlagen mit ähnlichen Merkmalen und ähnlichen Bedingungen auftreten, zum Beispiel in Bezug auf Fristigkeiten, Kontrahentenstruktur und hinsichtlich der Umsetzung der Veranlagungsstrategie. Konzentrationsrisiken werden unter anderem durch die Veranlagung von Termingeldern bei verschiedenen Banken, Diversifikation der Emittenten im Wertpapierportfolio oder durch Streuung der Fälligkeitsprofile vermieden.

Das Risikomanagement unterliegt einem vom Vorstand beschlossenen Regelwerk, welches Ziele, Grundsätze, Aufgaben und Kompetenzen festlegt. Darüber hinaus formuliert dieses Regelwerk standardisierte Abläufe, um Revisionssicherheit zu gewährleisten.

Die aktuelle Risikosituation im Finanzbereich wird laufend in einem standardisierten Berichtswesen dargelegt. Weiters bestehen bei der Österreichischen Post AG klare, schriftlich festgelegte Strategien und operative Richtlinien für die Behandlung aller finanziellen Risiken. Finanzielle Risiken umfassen das Liquiditätsrisiko, das Kreditrisiko/Kontrahentenrisiko/Produktrisiko/Risiko Payment Undertaker, das Zinsänderungsrisiko, das Währungsänderungsrisiko sowie organisatorische Risiken.

Liquiditätsrisiko

Aufgabe der Liquiditätssicherung ist die jederzeitige Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit der Unternehmensgruppe. Basis des Liquiditätsmanagements ist ein Liquiditätsplan, der laufend Soll-Ist Analysen unterzogen und bei Bedarf angepasst wird. Durch die aktive Steuerung von Zahlungsströmen wird der Zinssaldo optimiert.

Kreditrisiko/Kontrahentenrisiko/Produktrisiko/Risiko Payment Undertaker

Auf der Aktivseite stellen die ausgewiesenen Beträge gleichzeitig das maximale Bonitäts- und Ausfallsrisiko dar. Soweit Ausfallsrisiken erkennbar sind, werden diese durch Wertberichtigungen erfasst. Das Risiko bei Forderungen kann insgesamt als gering eingeschätzt werden, da die Mehrzahl der Kunden einem Bankeinzugsverfahren zugestimmt hat bzw. in risikobehafteten Fällen Bankgarantien hinterlegt oder Vorauszahlungen geleistet wurden. Ferner besteht ein Großteil der offenen Forderungen gegenüber Vertragspartnern bester Bonität.

Zur Vermeidung von Kreditrisiken werden Finanzkontrakte nur mit Kontrahenten einwandfreier Bonität abgeschlossen. Aus diesem Grund wird das allgemeine Kreditrisiko aus den eingesetzten Finanzinstrumenten für gering gehalten. Für Geldmarkttransaktionen bestehen festgelegte Handelslimits. Zur Begrenzung des Ausfallsrisikos bei Anleihen, Schuldverschreibungen und strukturierten Finanzierungen werden nur Papiere von Emittenten mit einem Investment-Grade-Rating oder vergleichbarer Bonität angekauft. Im Wertpapierportfolio befinden sich nur Papiere auf Investment Grade Niveau. Als Handelspartner für OTC-Transaktionen bzw. für in strukturierten Geschäften integrierte Transaktionen kommen gleichfalls nur Kontrahenten mit erstklassigen Bonitäten in Frage. Besonderes Augenmerk gilt auch der Liquidität und der Abwicklungssicherheit der abgeschlossenen Finanzprodukte.

Im Rahmen einer Crossborder-Leasing Transaktion wurde durch eine Einmalzahlung die Verpflichtung zur Zahlung der Leasingraten einschließlich eines allfälligen EBO Payment an Payment Undertaker ausgelagert. Als Payment Undertaker wurden Finanzinstitute mit bester Bonität (Qualified Issuer) ausgewählt. Im Falle des Equity Payment Undertakers wurden Mindestratings vereinbart, wobei mit Unterschreiten dieser Grenzen zusätzliche Sicherheiten in Form von Wertpapieren vom Payment Undertaker beizubringen sind und bei weiterem Sinken des Ratings die Verpflichtung besteht, den Equity Payment Undertaker zu wechseln. Damit rechtzeitig auf die jeweilige Situation der Payment Undertaker reagiert werden kann, erfolgt zumindest quartalsweise eine Überprüfung des Ratings der aktuellen Payment Undertaker sowie des Ratings vergleichbarer Kreditinstitute. Zudem ist zu jedem Bilanzstichtag

von den Payment Undertakern in einer Bestätigung über den planmäßigen Verlauf der Transaktionen zu berichten und die offenen Rückführungsraten bekanntzugeben.

Zinsänderungsrisiko

Das Zinsänderungsrisiko stellt das Risiko dar, das sich aus der Wertänderung von Finanzinstrumenten, anderen Bilanzposten oder zinsbedingten Zahlungsströmen infolge von Schwankungen von Marktzinssätzen ergibt. Das Zinsänderungsrisiko beinhaltet das Barwertrisiko bei fest verzinsten Bilanzposten und das Zahlungsstromrisiko bei variabel verzinsten Bilanzposten. Ein Zinsänderungsrisiko liegt vor allem bei Forderungen und Verbindlichkeiten mit Laufzeiten über einem Jahr vor. Solche längeren Laufzeiten sind im operativen Bereich nicht von materieller Bedeutung, spielen jedoch bei Finanzanlagen und Finanzverbindlichkeiten eine Rolle.

Die Steuerung des Zinsänderungsrisikos im Finanzbereich orientiert sich am Portfolio-Ansatz. Gesteuert werden grundsätzlich nicht Einzelpositionen, sondern das gesamte Finanzportfolio unter Bedachtnahme auf die jeweilige Grundtransaktion. Zu diesem Zweck werden grundsätzlich selektiv auch derivative Instrumente, wie Zins-Swaps eingesetzt. Zum Bilanzstichtag bestehen keine derivativen Finanzinstrumente. Das Finanzportfolio wird täglich der vorgegebenen Benchmark gegenübergestellt.

Währungsänderungsrisiko

Als Währungsänderungsrisiko wird der mögliche Verlust aus Marktveränderungen durch schwankende Wechselkurse angesehen. Auf der Aktivseite ergeben sich keine wesentlichen Risiken aus Währungsänderungen, da Lieferungen nahezu zur Gänze auf Euro-Währungsbasis abgewickelt werden. Gleiches gilt grundsätzlich für die übrigen originären Finanzinstrumente.

Organisatorische Risiken

Durch die Organisation der Tätigkeitsabläufe (wie z.B. Trennung von Handel und Buchführung von Finanztransaktionen, Sicherung von elektronischen Daten) sind organisatorische Risiken im Finanzbereich so weit wie möglich ausgeschaltet.

Anlage 3

6. Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats

Vorstand

GD Dipl.-Ing. Dr. Georg Pölzl Vorsitzender des Vorstands Dipl.-Ing. Walter Oblin Dipl.-Ing. Walter Hitziger Dipl.-Ing. Peter Umundum

Aufsichtsrat
--------------

Ing. Rudolf Kemler Vorsitzender des Aufsichtsrats Dr. Edith Hlawati Stellvertreterin des Vorsitzenden des Aufsichtsrats Dr. Erich Hampel Dr.-Ing. Peter Kruse seit 24. April 2014 Mag. Günter Leonhartsberger Chris E. Muntwyler Mag. Markus Pichler Prof. Elisabeth Stadler Vom Betriebsrat entsandt: Helmut Köstinger Martin Palensky Andreas Schieder Manfred Wiedner

Bestätigungsvermerk

Bericht zum Jahresabschluss

Wir haben den beigefügten Jahresabschluss der Österreichische Post AG, Wien, für das Geschäftsjahr vom 1. Jänner 2014 bis zum 31. Dezember 2014 unter Einbeziehung der Buchführung geprüft. Dieser Jahresabschluss umfasst die Bilanz zum 31. Dezember 2014, die Gewinn- und Verlustrechnung für das am 31. Dezember 2014 endende Geschäftsjahr sowie den Anhang.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und für die Buchführung

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind für die Buchführung sowie für die Aufstellung und den Inhalt des Jahresabschlusses verantwortlich, der ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften vermittelt. Diese Verantwortung beinhaltet: Gestaltung, Umsetzung und Aufrechterhaltung eines internen Kontrollsystems, soweit dieses für die Aufstellung des Jahresabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft von Bedeutung ist, damit dieser frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern; die Auswahl und Anwendung geeigneter Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden; die Vornahme von Schätzungen, die unter Berücksichtigung der gegebenen Rahmenbedingungen angemessen erscheinen.

Verantwortung des Abschlussprüfers und Beschreibung von Art und Umfang der gesetzlichen Abschlussprüfung

Unsere Verantwortung besteht in der Abgabe eines Prüfungsurteils zu diesem Jahresabschluss auf der Grundlage unserer Prüfung. Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung der in Österreich geltenden gesetzlichen Vorschriften und Grundsätze ordnungsgemäßer Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern, dass wir die Standesregeln einhalten und die Prüfung so planen und durchführen, dass wir uns mit hinreichender Sicherheit ein Urteil darüber bilden können, ob der Jahresabschluss frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist.

Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen hinsichtlich der Beträge und sonstigen Angaben im Jahresabschluss. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers unter Berücksichtigung seiner Einschätzung des Risikos eines Auftretens wesentlicher Fehldarstellungen, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern. Bei der Vornahme dieser Risikoeinschätzung berücksichtigt der Abschlussprüfer das interne Kontrollsystem, soweit es für die Aufstellung des Jahresabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft von Bedeutung ist, um unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen geeignete Prüfungshandlungen festzulegen, nicht jedoch um ein Prüfungsurteil über die Wirksamkeit der internen Kontrollen der Gesellschaft abzugeben. Die Prüfung umfasst ferner die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und der von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen wesentlichen Schätzungen sowie eine Würdigung der Gesamtaussage des Jahresabschlusses.

Wir sind der Auffassung, dass wir ausreichende und geeignete Prüfungsnachweise erlangt haben, sodass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unser Prüfungsurteil darstellt.

Anlage 3

Prüfungsurteil

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss nach unserer Beurteilung den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage der Österreichische Post AG zum 31. Dezember 2014 sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das Geschäftsjahr vom 1. Jänner 2014 bis zum 31. Dezember 2014 in Übereinstimmung mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung.

Aussagen zum Lagebericht

Der Lagebericht ist auf Grund der gesetzlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob die sonstigen Angaben im Lagebericht nicht eine falsche Vorstellung von der Lage der Gesellschaft erwecken. Der Bestätigungsvermerk hat auch eine Aussage darüber zu enthalten, ob der Lagebericht mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob die Angaben nach § 243a UGB zutreffen.

Der Lagebericht steht nach unserer Beurteilung in Einklang mit dem Jahresabschluss. Die Angaben gemäß § 243a UGB sind zutreffend.

Wien, am 27. Februar 2015

Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH

Mag. Manfred Geritzer Wirtschaftsprüfer

Mag. Michael Schober Wirtschaftsprüfer

Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Jahresabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Jahresabschluss samt Lagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs 2 UGB zu beachten.

Österreichische Post Aktiengesellschaft, Wien Beilage A

Zusammensetzung des Anlagevermögens zum 31.12.2014

I. Immaterielle Vermögensgegenstände
TEUR
Anschaffungs-/ Zugänge
01.01.2014
Herstellungskosten
Umgründungen durch Zugänge Abgänge Umbuchungen Anschaffungs-/
31.12.2014
kum.
Herstellungskosten Abschreibung durch
Umgründungen
Abschreibungen
31.12.2014
Buchwert
(kumuliert) 31.12.2014
Buchwert
01.01.2014
im Geschäftsjahr
2014
Abschreibungen
Konzessionen, gew. Schutzrechte und ähnliche Rechte 55.428 3.465 0 0
-510
58.384 0 -43.506 14.878 17.815 -6.293
55.428 3.465 0 0
-510
58.384 0 -43.506 14.878 17.815 -6.293
II. Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten
einschließlich der Bauten auf fremdem Grund
633.485 10.737 -8.712
0
16.173 651.682 0 -428.605 223.077 214.947 -17.076
technische Anlagen und Maschinen 170.811 21.142 -63.760
0
8.644 136.837 0 -78.391 58.445 39.003 -9.651
andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 245.263 28.665 -17.913
805
663 257.483 -436 -151.043 106.439 107.795 -29.878
geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau 29.339 8.792 0 -25.480
0
12.650 0 0 12.650 29.339 0
1.078.898 69.335 -90.386
805
0 1.058.652 -436 -658.040 400.612 391.084 -56.605
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 1.386.089 72.046 -96.388
0
0 1.361.747 0 -862.678 499.069 556.416 -75.575
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 41.829 0 -29.345
0
0 12.484 0 0 12.484 41.829 0
Beteiligungen 6.742 1.514 0 0
0
8.255 0 0 8.255 6.742 0
Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens 147.140 0 -12.997
0
0 134.143 0 -68.419 65.724 78.721 0
1.581.800 73.560 0 -138.730 0 1.516.630 0 -931.098 585.533 683.707 -75.575

Gesamt 2.716.127 146.360 805 -229.625 0 2.633.666 -436 -1.632.643 1.001.023 1.092.607 -138.474 6.296

Anlage 4

LAGEBERICHT 2014 DER ÖSTERREICHISCHEN POST AG NACH § 243 UGB

Inhaltsverzeichnis

1. Umfeld und Rahmenbedingungen 2
1.1 Wirtschaftliches Umfeld 2
1.2 Branchenumfeld 3
1.3 Rechtliche Rahmenbedingungen 4
1.4 Struktur des Unternehmens 5
2. Geschäftsverlauf 2014 6
2.1 Umsatzentwicklung 6
2.2 Gewinn- und Verlustrechnung 7
2.3 Vermögens- und Finanzlage 8
2.4 Bericht über Zweigniederlassungen 9
2.5 Finanzielle und nicht-finanzielle Leistungsindikatoren 9
2.6 Besondere Ereignisse nach dem Bilanzstichtag 13
3. Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens / Ausblick 14
4. Wesentliche Risiken und Ungewissheiten 16
4.1 Risikomanagement 16
4.2 Top Risiken 16
4.3 Allgemeine und sonstige Risiken 17
4.4 Gesamtaussage zur Risikosituation 20
4.5 Wesentliche Chancen 20
5. Internes Kontrollsystem und Risikomanagement im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess 21
6. Informationen gemäß § 243a UGB 23

1. Umfeld und Rahmenbedingungen

1.1 Wirtschaftliches Umfeld

Auf globaler Ebene ist eine leichte Erholung der Weltwirtschaft zu beobachten. Die Auswirkungen der Finanzkrise wie hohe Arbeitslosigkeit und hohe Verschuldung der Staatshaushalte dämpfen allerdings nach wie vor das Wachstum. Hinzu kommen unsichere Zukunftserwartungen und geopolitische Spannungen. Für das Gesamtjahr 2014 errechnet der Internationale Währungsfonds (IWF) ein globales Wirtschaftswachstum von 3,3%, das sich im Jahr 2015 auf 3,5% verstärken soll. Das BIP-Wachstum des Euroraums hat sich dabei im Jahresverlauf weiter verlangsamt. Laut Prognose des IWF wuchs das BIP des Euroraums 2014 nur um 0,8%. Die Gründe dafür liegen in der schwachen Investitionsentwicklung, der geringen Kapazitätsauslastung und der hohen ökonomischen und politischen Unsicherheit (IWF, Jänner 2015).

Die Konjunktur in Österreich verlor in den letzten Monaten ebenfalls an Tempo und blieb im Jahr 2014 insgesamt hinter den ursprünglichen Erwartungen zurück. Außenwirtschaftlich belasten die anhaltende Schwäche des Euroraums und geopolitische Spannungen wie der Konflikt Russlands mit der Ukraine und damit verbundene Vertrauensverluste die Aussichten der Exportwirtschaft. Im Inland dämpft die Unsicherheit über die weitere wirtschaftliche Entwicklung die Investitionsbereitschaft. Die schwache Entwicklung der Realeinkommen lässt zudem wenig Spielraum für zusätzliche private Konsumausgaben. Das Österreichische Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) geht in seiner Prognose von einem Wachstum der österreichischen Wirtschaft im Jahr 2014 von 0,4% aus und auch 2015 soll das Wachstum mit 0,5% nur geringfügig stärker ausfallen (WIFO, Dezember 2014). In Deutschland stellt sich das Gesamtbild etwas besser dar. So stieg die Wirtschaftsleistung laut aktuellen Prognosen 2014 um 1,5% und soll auch 2015 um 1,3% zulegen (IWF, Jänner 2015).

Anlage 4

1.2 Branchenumfeld

Neben dem konjunkturellen Umfeld wird die Geschäftsentwicklung der Österreichischen Post AG vor allem von folgenden internationalen Trends beeinflusst, die Risiken, aber auch Chancen mit sich bringen.

Im Briefbereich hält die elektronische Substitution des klassischen Briefs weiterhin an. Dieser globale Trend betrifft alle Postgesellschaften und ist im Kern auch nicht beeinflussbar. Als Basisszenario geht man international von Rückgängen in der Größenordnung von 3–5% pro Jahr aus. Österreich blieb mit einem jährlichen Rückgang der Briefmengen von 2,6% in den letzten fünf Jahren unter dem europäischen Branchenschnitt, während etwa Länder, wie die Niederlande oder Großbritannien mit 8,3% bzw. 6,5% deutlich höhere Volumenrückgänge verzeichnen (Goldman Sachs Global Investment Research).

Physische Dialogmedien sind für viele österreichische Betriebe ein unverzichtbarer Bestandteil ihrer Werbestrategie. Auch unadressierte Werbesendungen zählen in Österreich zu den beliebtesten Kommunikationsmedien. Das Geschäft mit Werbesendungen wiederum ist abhängig von der Intensität der Werbeaktivitäten der Unternehmen. Die Paketmengen im privaten Bereich steigen dank der ständig zunehmenden Bedeutung des Online-Shoppings weiter. Über alle Altersgruppen hinweg sind es knapp 70% der Österreicher, die regelmäßig über das Internet einkaufen (Kreutzer Fischer & Partner; September 2014). Auf Basis dieses Trends hat sich das österreichische Paketaufkommen an Privatkunden 2014 im Vergleich zum Vorjahr um 4,8% erhöht. Im B2B-Bereich dagegen ging die Anzahl der Pakete, aufgrund der nach wie vor getrübten Konjunkturlage mit minus 0,9% im Vergleich zu 2013 leicht zurück (Kreutzer, Fischer & Partner, Februar 2015).

Die Entwicklung des internationalen Paket- und Frachtgeschäfts ist wiederum wesentlich von der Konjunkturentwicklung, den internationalen Handelsströmen und der damit verbundenen Preisentwicklung abhängig. Wettbewerbsintensität und Preisdruck sind in diesem Bereich weiterhin hoch. Die Handelsströme werden immer internationaler und mit ihnen die nachgefragten Logistikdienstleistungen. Internationale Sendungen sind deshalb ein weiterer wichtiger Faktor für das Wachstum des europäischen Kurier-, Express- und Paketmarkts (KEP).

Ein weiterer wichtiger Markttrend ist die steigende Bedeutung des Klimaschutzes und die dadurch steigende Nachfrage nach ressourcenschonenden Gütertransporten. Die Österreichische Post AG entspricht diesen Anforderungen durch das Angebot der CO2-neutralen Zustellung von Sendungen im Heimmarkt Österreich, mit dem sie für sich und ihre Kunden eine Belastung der globalen Klimabilanz durch ihre Unternehmenstätigkeit vermeidet.

1.3 Rechtliche Rahmenbedingungen

Die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Geschäftstätigkeit der Österreichischen Post AG basieren primär auf dem Österreichischen Postmarktgesetz, das seit 1. Jänner 2011 in Kraft getreten ist. Seine wesentlichen Eckpunkte sind:

  • x Die Österreichische Post AG bleibt auch nach der vollständigen Marktöffnung Österreichs Universaldienstleister und garantiert damit die Versorgung mit qualitativ hochwertigen Postdienstleistungen in ganz Österreich.
  • x Der Universaldienst beschränkt sich primär auf Postsendungen, die an den gesetzlich definierten Zugangspunkten abgegeben werden können, also z. B. Post-Geschäftsstellen oder Briefkästen. Damit soll die Grundversorgung der österreichischen Bevölkerung und Wirtschaft mit Postdienstleistungen gesichert werden. Postdienste für Sendungen, die von Großkunden in Verteilzentren eingeliefert werden, zählen – mit Ausnahme von Zeitungen – nicht zum Universaldienst.
  • x Die Österreichische Post AG war zum Austausch der nicht mehr dem Gesetz entsprechenden Hausbrieffachanlagen und Landabgabekästen verpflichtet und musste diesen Austausch auch vorfinanzieren. Die Kosten für den Austausch wären der Österreichischen Post AG nach einem gesetzlich geregelten Aufteilungsschlüssel teilweise zu ersetzen. Der Kostenersatz ist im gleichen Verhältnis auf fünf Jahre aufzuteilen. Bisher erfolgte jedoch kein solcher Kostenersatz.
  • x Die gewerbsmäßige Beförderung von Briefsendungen mit einem Gewicht bis 50 Gramm unterliegt einer Konzessionspflicht.
  • x Seit 1. Jänner 2011 gilt die Umsatzsteuerbefreiung nur mehr für Postdienste im Rahmen des gesetzlichen Universaldienstes. Postdienstleistungen, deren Bedingungen individuell vereinbart wurden, unterliegen der Umsatzsteuer zum Normalsteuersatz.

1.4 Struktur des Unternehmens

Die Österreichische Post AG ist mit den beiden Divisionen Brief, Werbepost & Filialen sowie Paket & Logistik auf dem Markt tätig. Die Division Corporate erbringt zusätzlich vor allem Dienstleistungen im Bereich der Verwaltung.

1.4.1 Division Brief, Werbepost & Filialen

Das Leistungsspektrum der Division Brief, Werbepost & Filialen erstreckt sich auf die Annahme, Sortierung und Zustellung von Briefen, Postkarten, adressierten und unadressierten Werbesendungen und Zeitungen sowie den Verkauf von Post- und Telekomprodukten bzw. Finanzdienstleistungen in Kooperation mit dem Bankpartner BAWAG P.S.K. Darüber hinaus bietet die Österreichische Post AG ihren Kunden diverse Online-Services an. Ergänzt wird das Angebot durch neue Dienstleistungen für Geschäftspost und Werbepost, darunter Adress- und Datenmanagement, Poststellen-Management, intelligentes Scanning und Response-Management. Dafür stehen den Kunden 1.826 Geschäftsstellen – davon 1.306 Post Partner – in ganz Österreich zur Verfügung. Per Ende 2014 bot die Post ihren Kunden zudem 260 SB-Zonen, die mit modernen Frankierautomaten, Packstationen, Versandboxen und teilweise bereits Abholstationen ausgestattet sind, an. Pro Jahr stellt die Post in Österreich 910 Mio Briefe, 615 Mio adressierte Werbesendungen, 3,4 Mrd unadressierte Werbesendungen, 410 Mio Printmedien und 310 Mio Regionalmedien zu.

1.4.2 Division Paket & Logistik

Hauptgeschäft ist die Beförderung von Paketen sowie von EMS-Sendungen für Privat- und Geschäftskunden. Im Heimmarkt stellte die Österreichische Post AG im Jahr 2014 74 Mio Pakete und EMS-Sendungen zu. Damit ist sie führender Dienstleister für die Auslieferung von Versandhandelspaketen mit einer flächendeckenden Zustellung in höchster Qualität. In den vergangenen Jahren hat die Österreichische Post AG entlang der gesamten logistischen Wertschöpfungskette weitere Kompetenzen aufgebaut und ist nun als Anbieter vielfältiger Mehrwertdienstleistungen erfolgreich.

1.4.3 Division Corporate

In der Division Corporate werden Dienstleistungen erbracht, wie sie typischerweise für Zwecke der Verwaltung notwendig sind. Diese Dienstleistungen umfassen die Verwaltung von Immobilien, die Erbringung von IT-Support, Finanzierungs- und Verwaltungstätigkeiten sowie die Administration des Post-Arbeitsmarktes. Die Division Corporate beinhaltet darüber hinaus die Bereiche Innovationsmanagement und die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle.

2. Geschäftsverlauf 2014

2.1 Umsatzentwicklung

Der Umsatz der Österreichischen Post AG verringerte sich im Jahr 2014 um 0,5% auf 1.659,8 Mio EUR. Die Verteilung des Umsatzes auf die einzelnen Divisionen zeigt die hohe Bedeutung der Division Brief, Werbepost & Filialen auf die ein Anteil von 82,7% vom Gesamtumsatz entfällt. Die Division Paket & Logistik trug mit 17,3% zum Umsatz bei.

Außenumsatz nach Divisionen

Mio EUR 2013 2014 Veränderung
2013/2014
Umsatz gesamt 1.668,7 1.659,8 -0,5%
Brief, Werbepost & Filialen 1.397,0 1.373,3 -1,7%
Paket & Logistik 271,7 286,5 5,4%

Umsatz Division Brief, Werbepost & Filialen

Mio EUR 2013 2014 Veränderung
2013/2014
Briefpost & Mail Solutions 759,0 751,2 -1,0%
Werbepost 377,9 372,8 -1,3%
Medienpost 140,4 141,8 1,0%
Filialdienstleistungen 119,7 107,4 -10,3%

Insgesamt reduzierte sich der Umatz der Division Brief, Werbepost & Filialen im Berichtszeitraum um 1,7% auf 1.373,3 Mio EUR. Im Bereich Briefpost & Mail Solutions lag der Umsatz im Jahr 2014 bei 751,2 Mio EUR und damit mit minus 1% unter dem Niveau des Vorjahres. Der Basistrend einer rückläufigen Volumenentwicklung infolge der Substitution von Briefen durch elektronische Kommunikationsformen hält nach wie vor an. Rückgänge sind etwa im Kundensegment Banken zu verzeichnen. Diese Rückgänge konnten jedoch durch weitere Umsatzzuwächse im Bereich Mail-Solutions zum Teil kompensiert werden. Ähnlich wie im Vorjahr lieferten auch im Jahr 2014 Wahlen positive Impulse, da die Möglichkeit der Briefwahl mittlerweile ein beliebtes Mittel der Stimmabgabe darstellt. Im Bereich Werbepost verringerte sich der Umsatz 2014 um 1,3% auf 372,8 Mio EUR. Grundsätzlich ist dieses Geschäftsfeld vom Ausmaß der Werbeaktivitäten der Kunden und damit unter anderem auch vom konjunkturellen Umfeld beeinflusst. Der Druck des Online-Handels auf den traditionellen Versandhandel und den stationären Handel führte hier bei einigen Kunden zu einer Reduktion ihrer Werbeaktivitäten. Darüber hinaus kam es in einigen Handelssegmenten auch zu Marktkonsolidierungen. Im Jahr 2013 hatten Wahlen und Volksbefragungen insgesamt etwas höhere Umsatzbeiträge geliefert. Der Umsatz mit Medienpost konnte um 1,0% auf 141,8 Mio EUR gesteigert werden. Gleichzeitig verringerte sich der Umsatz mit Filialdienstleistungen um 10,3% auf 107,4 Mio EUR. Eine veränderte Produkt- und Preispositionierung seitens der Vertragspartner führte hier zu einer Abnahme der Umsätze aus Mobilfunkprodukten und auch bei Finanzdienstleistungen für den Bankpartner BAWAG P.S.K. waren Rückgänge zu verzeichnen.

Der Umsatz der Division Paket & Logistik konnte 2014 um 5,4% auf 286,5 Mio EUR gesteigert werden. Ein stetiger Volumenanstieg ist zu verzeichnen. Der Anstieg beruht sowohl auf Marktanteilsgewinnen bei Business-to-Business (B2B)-Kunden als auch auf Steigerungen im Privatkundengeschäft. Ein Haupttreiber bei Privatkunden war der steigende Internethandel.

2.2 Gewinn- und Verlustrechnung

Die Gewinn- und Verlustrechnung der Österreichischen Post AG zeigt für das Geschäftsjahr 2014 folgendes Bild:

Mio EUR 2013 2014 Veränderung Struktur in
2013/2014 %
Umsatzerlöse 1.668,7 1.659,8 -0,5% 100,0%
Aktivierte Eigenleistungen 0,6 0,9 52,2% 0,1%
Sonstige betriebliche Erträge 133,4 87,8 -34,2% 5,3%
Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen -315,0 -309,2 -1,9% -18,6%
Personalaufwand -953,9 -993,4 4,1% -59,8%
Sonstige betriebliche Aufwendungen -228,8 -218,6 -4,5% -13,2%
Beteiligungsergebnis -24,5 -27,1 10,5% -1,6%
Abschreibungen -59,4 -62,9 5,9% -3,8%
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) 221,1 137,4 -37,9% 8,3%
Sonstiges Finanzergebnis -5,5 3,4 -161,3% 0,2%
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) 215,6 140,8 -34,7% 8,5%
Verschmelzungsgewinn 0,0 13,1 - 0,8%
Steuern -38,7 -46,1 19,2% -2,8%
Jahresüberschuss 176,9 107,8 -39,1% 6,5%

Die sonstigen betrieblichen Erträge sind gegenüber Vorjahr um 34,2% auf 87,8 Mio EUR gesunken. Im Vorjahr ist in den sonstigen betrieblichen Erträgen die Neubewertung der Liegenschaft Postgasse 8 zum Verkehrswert im Zusammenhang mit der Einlage in eine eigene Gesellschaft enthalten.

Der Aufwand für Material und bezogene Leistungen ist gegenüber dem Vorjahr um 1,9% auf 309,2 Mio EUR gesunken. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen reduzierten sich um 4,5% auf 218,6 Mio EUR.

Der Personalaufwand ist mit einem Anteil von 59,8% an den Umsatzerlösen der größte Aufwandsposten der Österreichischen Post AG und ist im Berichtszeitraum um 4,1% auf 993,4 Mio EUR gestiegen.

Das Beteiligungsergebnis reduzierte sich von minus 24,5 Mio EUR auf minus 27,1 Mio EUR im Geschäftsjahr 2014.

Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen der Österreichischen Post AG sind 2014 um 5,9% auf 62,9 Mio EUR gestiegen.

Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) der Österreichischen Post AG reduzierte sich 2014 auf 137,4 Mio EUR. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) betrug im Geschäftsjahr 2014 140,8 Mio EUR. Nach Hinzurechnung des Gewinns aus der Verschmelzung PDG Post Dienstleistungs Gesellschaft mbH und nach Abzug von Steuern im Ausmaß von 46,1 Mio EUR ergibt sich ein Jahresüberschuss in Höhe von 107,8 Mio EUR. Unter Berücksichtigung der Auflösung von unversteuerten Rücklagen sowie des Gewinnvortrages betrug der Bilanzgewinn 168,6 Mio EUR.

2.3 Vermögens- und Finanzlage

Die Österreichische Post AG setzt auf eine konservative Bilanz- und Finanzierungsstruktur. Dies zeigt sich vor allem an der hohen Eigenkapitalquote, den geringen Finanzverbindlichkeiten und der Veranlagung von Zahlungsmitteln mit möglichst geringem Risiko.

Die Bilanz der Österreichischen Post AG für das Geschäftsjahr 2014 weist folgende Struktur auf:

Mio EUR 31.12.2013 31.12.2014 Struktur
31.12.2014
in %
Aktiva
Sachanlagevermögen und immaterielles Vermögen 408,9 415,5 26,2%
Finanzanlagen 683,7 585,5 36,9%
Vorräte, Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände und
Rechnungsabgrenzungsposten 304,6 342,4 21,6%
Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 213,4 243,5 15,3%
1.610,6 1.587,0 100,0%
Passiva
Eigenkapital 707,1 686,9 43,3%
Unversteuerte Rücklagen 15,4 15,0 0,9%
Rückstellungen 593,5 598,3 37,7%
Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungsposten 294,7 286,7 18,1%
1.610,6 1.587,0 100,0%

Die Position Sachanlagevermögen und immaterielles Vermögen erhöhte sich gegenüber 2013 um 6,6 Mio EUR auf 415,5 Mio EUR. Die größten Posten des Sachanlagevermögens sind Grundstücke und Bauten mit einem Buchwert von 223,1 Mio EUR (31.12.2013: 214,9 Mio EUR) sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung mit 106,4 Mio EUR (31.12.2013: 107,8 Mio EUR).

Die Finanzanlagen in Höhe von 585,5 Mio EUR beinhalten Anteile an verbundenen Unternehmen sowie Wertpapiere des Anlagevermögens. Der Rückgang im Geschäftsjahr 2014 ist im Wesentlichen auf den Verkauf der Gesellschaft Postgasse 8 Entwicklungs AG & Co OG im Dezember 2014 sowie außerplanmäßige Abschreibungen auf Beteiligungen im Zusammenhang mit der trans-o-flex Gruppe Deutschland zurückzuführen.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände enthalten insbesondere Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 152,5 Mio EUR (31.12.2013: 167,7 Mio EUR), Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 64,3 Mio EUR (31.12.2013: 69,8 Mio EUR) sowie sonstige Forderungen in Höhe von 69,5 Mio EUR.

Die Bilanzposition Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten ist im Geschäftsjahr 2014 auf von 213,4 Mio EUR auf 243,5 Mio EUR gestiegen.

Auf Basis des Eigenkapitals von 686,9 Mio EUR und der unversteuerten Rücklagen von 15,0 Mio EUR ergibt sich zum 31. Dezember 2014 eine Eigenkapitalquote von 44,2% (Vorjahr 44,9%).

Die Rückstellungen in Höhe von 598,3 Mio EUR sind größtenteils langfristig und beinhalten unter anderem Rückstellungen für Abfertigungen und Jubiläumsgelder. Für Personalaufwendungen von unkündbaren Mitarbeitern (vor allem beamtete Mitarbeiter), die im Rahmen des laufenden Post-internen Organisationsprozesses zur Anpassung an die sich ändernden Marktbedingungen ihren Arbeitsplatz verlieren und im Unternehmen nicht mehr oder nur mehr in einem untergeordnetem Ausmaß zur Leistungserbringung eingesetzt werden können, wurde mit einer Rückstellung für Unterauslastung in Höhe von 194,3 Mio EUR (31.12.2013: 198,9 Mio EUR) vorgesorgt. In der

Rückstellung für Unterauslastung ist in Höhe von 10,2 Mio EUR (31.12.2013: 4,3 Mio EUR) für Mitarbeiter, die sich im Programm zum möglichen Ressortwechsel in verschiedene Bundesministerien befinden, vorgesorgt. Dabei werden Ansprüche für Mitarbeiter, die einem Wechsel bereits zugestimmt haben, für einen bestimmten festgelegten Zeitraum übernommen und entsprechend rückgestellt.

Die Verbindlichkeiten und passiven Rechnungsabgrenzungsposten der Österreichischen Post AG betragen zum 31. Dezember 2014 286,7 Mio EUR.

2.4 Bericht über Zweigniederlassungen

Die Österreichische Post AG unterhält keine Zweigniederlassungen.

2.5 Finanzielle und nicht-finanzielle Leistungsindikatoren

2.5.1 Cashflow

2013
Mio EUR
2014
Cashflow aus dem Ergebnis
212,4
179,6
+/- Veränderungen im Nettoumlaufvermögen
-8,3
15,6
= Cashflow aus Geschäftstätigkeit
204,1
195,2
+/- Cashflow aus Investitionstätigkeit
-152,9
-48,4
= Free Cashflow
51,2
146,8
+/- Cashflow aus Finanzierungstätigkeit
-130,6
-117,1
= Nettoveränderung liquider Mittel1)
-79,4
29,7

1) nach Verschmelzungen

2.5.2 Ergebnis- und wertorientierte Kennzahlen

2013 2014
EBIT-Marge1)
13,3%
7,5%
ROE2)
32,7%
26,9%
ROCE3)
28,9%
15,1%
Ø Capital Employed4)
768,4 Mio EUR
828,6 Mio. EUR

1) EBIT-Marge = EBIT/Umsatz

2) Return on Equity = Jahresüberschuss/Eigenkapital + unversteuerte Rücklagen (bereinigt um latente Steuern) zum 1.Jänner abzüglich im Geschäftsjahr

geflossener Dividende 3) Return on Capital Employed = EBIT/durchschnittliches Capital Employed

4) Capital Employed = Immaterielle Vermögensgegenstände + Sachanlagevermögen + Anteile an verbundenen Unternehmen + Beteiligungen + Vorräte +

Forderungen (abzüglich verzinsliche Forderungen) + Aktive Rechnungsabgrenzung– unverzinsliches Fremdkapital

2.5.3 Mitarbeiter

Der durchschnittliche Personalstand der Österreichischen Post AG reduzierte sich gegenüber dem Vorjahr um 548 auf 18.403 Mitarbeiter (Vollzeitkräfte). Der überwiegende Teil der Mitarbeiter ist in der Division Brief, Werbepost & Filialen beschäftigt.

Mitarbeiter nach Divisionen 2013 2014 Anteil
in %
Brief, Werbepost & Filialen 15.592 15.037 82,3%
Paket & Logistik 1.510 1.547 8,4%
Corporate 1.849 1.819 9,7%
Gesamt 18.951 18.403 100,0%

2.5.4 Arbeitnehmerschutz und Gesundheitsförderung

Für die Österreichische Post AG als Dienstleistungsunternehmen stellen motivierte und gesunde Mitarbeiter einen entscheidenden Erfolgsfaktor dar. Um die Arbeitsfähigkeit der Mitarbeiter auch bis in ein höheres Alter gut zu erhalten, muss ein attraktiver Arbeitgeber ein sicheres und motivierendes Arbeitsumfeld schaffen. Daher arbeitet die Österreichische Post AG an der Gestaltung einer gesundheitsfördernden und ergonomischen Arbeitsumgebung sowie an behinderten- und alter(n)sgerechten Arbeitsplätzen. Zum Erhalt ihrer eigenen Gesundheit sind auch die Mitarbeiter selbst gefordert – hier unterstützt die Österreichische Post AG durch gezielte Angebote in den Bereichen Bewegung, Ernährung, seelische Gesundheit und Suchtprävention, sowie mit zielgruppen- und themenspezifischen Gesundheitsförderungsprogrammen. Im Jahr 2014 lag der Schwerpunkt in der Weiterentwicklung des Projekts "Gesundes Herz und Du". An rund 120 Standorten führten die Arbeitsmediziner der Post Gesundheitsberatungen durch. Dabei konnten die Mitarbeiter ihren Blutdruck messen sowie Blutzucker- und Cholesterinwerte bestimmen lassen. In vertraulichen persönlichen Gesprächen wurden sie zudem über ihr Herz-Kreislauf-Risiko beraten.

2.5.5 Aus- und Weiterbildung

Die zielgruppen- und kompetenzorientierte Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter bildet einen wichtigen Schwerpunkt im Personalmanagement der Österreichischen Post AG. Die hier umgesetzten Maßnahmen beinhalten Fachschulungen, Weiterbildungskurse, Coachings und Trainings in allen Fachbereichen des Unternehmens.

Wenn es darum geht, Mitarbeiterpotenziale zu erkennen und ihre Fähigkeiten durch individuelle Förderung auszubauen, sind im ersten Schritt die Führungskräfte gefordert. Daher setzt die Österreichische Post AG seit dem Jahr 2012 auch einen Schwerpunkt auf die Ausbildung von Führungskräften im Rahmen ihrer Führungsakademie. Deren Ziel besteht darin, leitende Mitarbeiter und Schlüsselkräfte mit einem maßgeschneiderten Programm bei der Umsetzung der Führungsleitlinien zu unterstützen. Die vier zielgruppengerechten Programme zur Weiterentwicklung der Führungskräfte wurden 2014 fortgesetzt.

2.5.6 Vielfalt und Chancengleichheit

Im Rahmen ihres Diversity-Managements sieht die Post die Vielfalt unter ihren Mitarbeitern explizit als fördernswert und nutzt diese konstruktiv. Dies bezieht sich einerseits auf äußerlich wahrnehmbare Unterschiede wie Geschlecht, Ethnie, Alter oder Behinderung, andererseits aber auch auf subjektive Unterschiede wie Religion oder Lebensstil. Die Österreichische Post AG möchte die individuelle Verschiedenheit der Mitarbeiter nicht nur respektieren, sondern diese im Sinn einer positiven Wertschätzung besonders hervorheben. Ziele sind eine produktive Gesamtatmosphäre im Unternehmen zu schaffen, soziale Diskriminierungen von Minderheiten zu verhindern und die Bedingungen für Chancengleichheit zu verbessern. Denn die Österreichische Post AG legt in allen Unternehmensbereichen großen Wert auf Chancengleichheit am Arbeitsplatz und tritt daher jeder Form von Diskriminierung, Mobbing und sexueller Belästigung entschieden entgegen. Bereits 2013 hat die Österreichische Post AG die "Charta der Vielfalt" unterzeichnet und trägt seither mit dieser freiwilligen Selbstverpflichtung im Rahmen ihres Diversity-Managements zu mehr Toleranz, Fairness und Wertschätzung bei.

2.5.7 Umwelt

Die Österreichische Post AG ist sich auch ihrer Verantwortung gegenüber der Umwelt bewusst und sucht daher laufend nach Optimierungspotenzialen, um ihren ökologischen Fußabdruck zu minimieren. Auch im Jahr 2014 hat die Österreichische Post AG im Rahmen ihrer Initiative CO2 NEUTRAL ZUGESTELLT alle Briefe, Pakete und Werbesendungen in Österreich ausnahmslos CO2-neutral zugestellt. Diese Initiative wird in einem Drei-Stufen-Programm umgesetzt: Oberste Priorität hat immer die Vermeidung von Emissionen in den eigenen Kernprozessen. Dies betrifft vor allem die Bereiche Fuhrpark und Gebäude und wird etwa durch optimierte Routenplanung, eine moderne Fahrzeugflotte sowie Schulungen der Fahrer bzw. durch Monitoring des Energieverbrauchs in Gebäuden und die Optimierung der Gebäudenutzflächen verwirklicht. In einem zweiten Schritt setzt die Österreichische Post AG auf alternative Energieformen. Auch 2014 wurde etwa der E-Fuhrpark bedeutend ausgebaut und umfasste Ende des Jahres bereits 862 E-Fahrzeuge. Darüber hinaus bezieht die Österreichische Post AG seit 2012 nur noch Strom aus erneuerbaren Energiequellen und betreibt auf dem Dach des Briefzentrums Wien und des Logistikzentrums Allhaming jeweils eine Photovoltaikanlage. Die Anlagen produzieren gemeinsam rund 1,3 Millionen Kilowattstunden Strom jährlich. Auf der dritten Ebene werden schließlich alle

Emissionen, die derzeit noch nicht vermieden werden können, durch die Unterstützung anerkannter und zertifizierter nationaler und internationaler Klimaschutzprojekte mit hoher ökologischer und sozioökonomischer Wirkung kompensiert. Die gesamte Initiative wird regelmäßig von Sachverständigen des TÜV AUSTRIA geprüft.

2.5.8 Forschung und Entwicklung/Innovationsmanagement

Ein wesentlicher Schlüssel zum Erfolg in sich verändernden Märkten liegt in der Entwicklung und Markteinführung innovativer Produkte sowie der Erweiterung der bestehenden Produktpalette aus dem Kerngeschäft heraus. Die Österreichische Post AG hat im Geschäftsjahr 2014 eine Vielzahl solcher Lösungen einerseits im Bereich ihrer Online-Services und andererseits im Bereich ihrer Servicedienstleistungen umgesetzt.

Im Rahmen der Brief- und Paketdienstleistungen entwickelte die Österreichische Post AG ihre Lösungen vor allem in den Bereichen elektronische Post und mobile Services ("Post-App") weiter. Die Online-Services der Post zeichnen sich dabei durch ein hohes Maß an Sicherheit und Vertrauenswürdigkeit aus. Im Bereich Mail Solutions wird speziell an innovativen Lösungen zur Optimierung von Geschäftsprozessen und zur Steigerung der Werbeeffizienz von Business-Kunden gearbeitet. Der Fokus liegt hier unter anderem auf dualem Versand und Empfang (digital/physisch), effizientem Poststellenmanagement, digitalem Dokumentenmanagement und integrierten Druckdienstleistungen sowie wirkungsvollen CRM-Anwendungen (Geomarketing, Adressmanagement etc.). Im Bereich Logistik Services entwickelt die Österreichische Post AG zudem laufend maßgeschneiderte Kundenlösungen für Warehousing und Fulfillment sowie diverse "Value Added Services". Diese Lösungen sorgen in Verbindung mit innovativen Online-Services für mehr Effizienz, höhere Flexibilität und generell für eine kundenorientierte Optimierung von Kommunikation und Distribution.

Neben ihren eigenen Entwicklungsaktivitäten kooperiert die Österreichische Post AG seit dem Jahr 2013 mit namhaften österreichischen Universitäten und Fachhochschulen einzugehen. Ziel dieser Zusammenarbeit ist es, den Fokus auf Innovationen weiter zu verstärken und in der Entwicklung von Produkten und Services auf wissenschaftlich fundierte Ergebnisse zurückgreifen zu können.

Mit der Karl-Franzens-Universität Graz läuft derzeit etwa ein Forschungsprojekt zum Thema "Last-Mile-Logistik und mobile Kommunikation". Dadurch sollen in Zukunft sowohl der Zustellprozess optimiert als auch die Erstzustellquote weiter verbessert werden. Dafür werden ein weltweites Monitoring innovativer Lösungen für die Last-Mile-Logistik durchgeführt, tragfähige Geschäftsmodelle rund um neuartige technologische Lösungen ausgearbeitet und deren Kundenakzeptanz analysiert. Das gemeinsam mit dem Logistikum der FH Oberösterreich in Steyr durchgeführte Forschungsprojekt "food4all@home" klärte, wie eine flächendeckende Hauszustellung von Gütern des täglichen Bedarfs funktionieren kann. Abgesehen von einer Überprüfung der Machbarkeit war es auch Ziel des Projekts die Wirtschaftlichkeit sowie die zu erwartende Akzeptanz auf dem Markt zu testen.

Im Juni 2014 hat die Österreichische Post AG zudem erstmals einen "Innovationstag" veranstaltet. Mehrere Start-up-Unternehmen hatten dort die Möglichkeit, vor Führungskräften der Post ihre Geschäftsideen zu präsentieren. In gemeinsamen Workshops wurde anschließend über mögliche Anwendungsfelder der innovativen Ideen diskutiert und ebenso darüber, wie Innovationen bei der Post vorangetrieben werden können.

2.5.9 Zustellqualität

Die Österreichische Post AG hat es sich zum Ziel gesetzt, Anbieter hochqualitativer Dienstleistungen zu sein. In Österreich bestehen im Rahmen des Universaldienstes folgende strenge Auflagen für die Zustellgeschwindigkeit von Briefen und Paketen: Zustellung von 95% aller Briefe am nächsten Werktag bzw. von 90% aller Pakete innerhalb von zwei Werktagen. Mit einer Rate von 96,3% für die am ersten Werktag nach Einlieferung zugestellten Briefe hat die Österreichische Post AG die gesetzliche Vorgabe auch 2014 wieder übererfüllt.

Bei der Paketzustellung im Rahmen des Universaldienstes (primär Privatpakete) konnte mit 97,5% Beförderung innerhalb von zwei Werktagen das gesetzliche Ziel sogar deutlich übertroffen werden. Auch bei den internationalen Sendungen (Inbound) bietet die Österreichische Post AG eine im europäischen Vergleich überdurchschnittliche Zustellqualität.

Im Bereich der Erstzustellquote von bescheinigten Briefen und Paketen konnten die guten Werte des Vorjahres im Briefbereich stabil gehalten bzw. im Paketbereich sogar leicht übertroffen werden. Die Erstzustellquote ist ein für die Kundenzufriedenheit sehr wichtiger Faktor. So konnten im Jahr 2014 88,7% der Pakete beim ersten Versuch erfolgreich zugestellt werden, bei den bescheinigten Briefen lag der Wert bei 77,4%.

2.5.10 Kundenzufriedenheit

Im Berichtsjahr wurde die Kundenzufriedenheit quartalsweise erhoben. Partner der Österreichischen Post AG in der Marktforschung ist hier das renommierte Institut für Empirische Sozialforschung IFES. Mittels repräsentativer Befragungen mit einer Sample-Größe von n = 1.000 pro Welle wird der "Customer Satisfaction Index" (CSI) ermittelt, der sich aus Kundenzufriedenheit und Kundenbindung zusammensetzt. Der durchschnittliche CSI im Jahr 2014 liegt mit einem Wert von 68 im guten Bereich und erneut einen Indexpunkt über dem Vorjahr. Über die vier Quartale gesehen schwankt der Index nur geringfügig zwischen 66 und 69. Im ersten und vierten Quartal 2014 wurden sogar die bisher höchsten Werte erzielt, wobei besonders junge Menschen zu den zufriedensten Kunden zählen. Sehr gute Bewertungen erhalten die Post-Geschäftsstellen sowie die Zustellung.

Die Zufriedenheit mit der Zustellung ist im Jahresverlauf leicht gestiegen. Sowohl Brief- als auch Paketzustellung erhalten sehr gute Werte, die Zusteller selbst liegen im ausgezeichneten Beurteilungsspektrum. Im Briefbereich hat sich vor allem die Wahrnehmung des Zustellungszeitpunkts verbessert; dies ist der wichtigste Punkt für Briefempfänger. Im Paketbereich legen die Befragten besonderen Wert auf die Zustellgeschwindigkeit. Auch hier konnte eine Verbesserung erzielt werden.

Die Kundenzufriedenheitsmessung mittels CSI beurteilt Werte bis 50 Punkte als kritisch, Werte zwischen 51 und 60 Punkten als mäßig, ab 61 Punkten wird von einem guten Wert gesprochen. 71 Punkte und mehr sind sehr gut; ausgezeichnet bedeuten 81 Punkte bis zum Höchstwert von 100.

2.5.11 Versorgungssicherheit

Neben der Verpflichtung, täglich Post-Dienstleistungen für jeden Haushalt in ganz Österreich in höchster Qualität und zu einem einheitlichen Preis zu liefern, umfassen die Verpflichtungen des Universaldienstes auch ein flächendeckendes Standortnetz mit mindestens 1.650 Geschäftsstellen. Auch hier übertrifft die Österreichische Post AG – im Sinn der optimalen Versorgung ihrer Kunden – die Vorgaben: Insgesamt 1.826 Standorte umfasst das Geschäftsstellennetz mit Ende 2014 und zählt damit zu den größten Privatkundennetzen des Landes. Die Österreichische Post AG ist also wortwörtlich immer in der Nähe ihrer Kunden.

Da das Postgeschäft großen Veränderungen unterworfen ist, erfordern ständig neue Rahmenbedingungen laufend kundenorientierte Anpassungen vonseiten der Post, um die Versorgung der österreichischen Bevölkerung mit Postdienstleistungen auch langfristig gewährleisten zu können. Eine wesentliche Maßnahme stellt dabei der Umbau des Standortnetzes der Post dar, der auch im vergangenen Jahr konsequent vorangetrieben wurde. Zentrales Element dabei ist das sehr erfolgreiche Post Partner-Konzept. Insgesamt 1.306 Post Partner - Lebensmittelgeschäfte, Tankstellen, Trafiken, Gemeindeämter und viele andere mehr – sorgen hier für eine optimale regionale Erreichbarkeit der Post .

2.6 Besondere Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Im Februar 2014 beantragte das Gemeinschaftsunternehmen MEILLERGHP beim Amtsgericht Amberg, Deutschland, die Eröffnung eines Sanierungsinsolvenzverfahrens ("Schutzschirmverfahren"). Mit Beschluss vom 2. Jänner 2015 wurde seitens des Amtsgerichts der Insolvenzplan bestätigt und das Verfahren mit Beschluss vom 11. Februar 2015 zum 15. Februar 2015 aufgehoben und somit erfolgreich beendet. Mit 20. Februar 2015 hat die Österreichische Post nunmehr ihre Anteile an dem Gemeinschaftsunternehmen MEILLERGHP verkauft. Der Gesamtbetrag der erhaltenen Gegenleistung war unwesentlich.

Die Österreichische Post AG hat im Oktober 2014 ihrem Vertragspartner eine Option auf die vorzeitigen Beendigung der Cross Border Leasing Transaktion für Sortieranlagen aus dem Jahr 2002 eingeräumt, die am 23. Februar 2015 gezogen wurde. Die Entscheidung, ob es tatsächlich zu einer vorzeitigen Auflösung der Transaktion kommt, liegt beim Vertragspartner. Im Falle der vorzeitigen Auflösung der Transaktion entfallen die für die Österreichische Post AG derzeit noch bestehenden Restrisiken, ohne dass es zu wirtschaftlichen Nachteilen kommt.

3. Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens / Ausblick

Positive Umsatzentwicklung angepeilt

Aufgrund der vorliegenden Wirtschaftsdaten ist für die Kernregion der Österreichischen Post AG mit einer leicht positiven Wirtschaftsentwicklung zu rechnen. Sowohl für Österreich, Deutschland als auch die meisten Länder Südost-/Osteuropas liegen verbesserte Konjunkturdaten vor. Die aktuellen Prognosen sind aufgrund des geo- und fiskalpolitischen Umfelds jedoch weiterhin mit Unsicherheit behaftet.

Generell ist davon auszugehen, dass sich die Basistrends des Brief- und Logistikmarktes der letzten Jahre auch im Jahr 2015 fortsetzen werden.

Das Geschäftsmodell der Österreichischen Post AG ist hinsichtlich der Umsatzentwicklung darauf ausgerichtet, Rückgänge im Briefbereich durch Zuwächse im Paketgeschäft zu kompensieren und auf dieser Grundlage Wachstumsraten von durchschnittlich 1–2% p. a. zu erzielen. Auch für das Jahr 2015 wird mit einem Anstieg des Umsatzes in dieser Größenordnung gerechnet.

Grundlage dieser Einschätzung ist eine Fortsetzung der Basistrends in der Volumenentwicklung. Der Briefumsatz wird auch weiterhin von einem kontinuierlichen Mengenrückgang bei adressierten Sendungen aufgrund der elektronischen Substitution geprägt sein. Gemäß internationalen Trends muss im adressierten Briefbereich mit kontinuierlichen Rückgängen von 3–5% p.a. gerechnet werden. Ein Prozentpunkt mehr oder weniger an Volumenrückgang durch elektronische Substitution bedeutet für die Österreichische Post im Bereich Briefpost eine Umsatzabweichung von ca. 7 Mio EUR. Der Markt für adressierte und unadressierte Werbesendungen wird weiterhin eine differenzierte Volumenentwicklung zeigen. Einige Kundensegmente, wie etwa der traditionelle Versandhandel und der stationäre Handel, stehen durch zunehmende Aktivitäten der Online-Händler unter Druck; dies könnte zu einer weiteren Reduktion der Werbeaktivitäten führen. Zudem besteht weiterhin das Risiko des Wegfalls von Umsätzen einzelner Kunden durch die Marktkonzentration im Bereich Handelsbereich.

Die Entwicklung im Bereich Paket & Logistik wird ebenfalls von zwei Trends dominiert. Im Privatkundenbereich ist auch weiterhin – je nach Region – von einem Wachstum von 3–6% auszugehen. Triebfeder dieses Anstiegs ist der stetig wachsende Online-Handel. Im Bereich Business-Paket ist eine positive Entwicklung von einer stabilen Konjunktur- und Wettbewerbssituation abhängig. Aufgrund der gedämpften Konjunkturaussichten sind hier derzeit kaum Impulse zu erwarten. Vor allem im internationalen Paketgeschäft gilt es, die gute Marktposition zu nutzen und daraus resultierende Chancen zu ergreifen.

Um ihre starke Marktposition abzusichern, wird die Österreichische Post AG auch in Zukunft Investitionen zur Erhöhung des Kundenkomforts und der Servicequalität konsequent forcieren. Zur Aufrechterhaltung der Innovationskraft wird es - angesichts seit der letzten Tarifreform im Jahr 2011 inflationsbedingt steigernder Faktorkosten – mit 1. März 2015 zu einer Anpassung der Preise im Briefbereich kommen. Im Paketbereich ist die Preisentwicklung von der Wettbewerbssituation im jeweiligen Markt geprägt.

Effizienzsteigerung zur Sicherung der Ergebnislage

Um die Effizienz der erbrachten Leistungen weiter zu erhöhen, verfolgt die Österreichische Post AG ein Maßnahmenprogramm mit dem Ziel einer stetigen Performance-Verbesserung. Sowohl in der Brief- wie auch in der Paketlogistik werden Strukturen und Prozesse optimiert. Auf Basis neuer Sortiertechnologien sollen Kosteneinsparungspotenziale konsequent realisiert werden.

Cashflow für Zukunftsinvestitionen und Dividenden

Der erwirtschaftete operative Cashflow wird auch in Zukunft umsichtig und zielgerichtet für nachhaltige Effizienzsteigerungen, Strukturmaßnahmen und Zukunftsinvestitionen eingesetzt. Die weiteren Investitionen dienen vor allem der Modernisierung, dem Ersatz bestehender Anlagen und Fahrzeuge sowie der Kapazitätserweiterung im Paketgeschäft. Auch 2015 sind daher operative Sachanlageninvestitionen von 80-90 Mio EUR in Sortiertechnik, Logistik und Kundenlösungen geplant. Darüber hinaus wird mit dem Bau der neuen Unternehmenszentrale im

Anlage 4

dritten Wiener Gemeindebezirk begonnen, die im Jahr 2017 fertiggestellt werden soll. Mit diesem Neubau wird eine im Besitz der Österreichischen Post AG befindliche Liegenschaft nach den Grundsätzen der Effizienz und Wertmaximierung entwickelt.

Für das Geschäftsjahr 2014 wird der Vorstand der Österreichischen Post AG der nächsten Hauptversammlung am 15. April 2015 die Ausschüttung einer Dividende von 1,95 EUR je Aktie vorschlagen. Damit setzt das Unternehmen auf der Grundlage seiner soliden Bilanzstruktur und der erwirtschafteten Cashflows seine attraktive Dividendenpolitik weiter fort: Die Österreichische Post AG möchte zumindest 75% des Nettoergebnisses an die Aktionäre ausschütten.

4. Wesentliche Risiken und Ungewissheiten

4.1 Risikomanagement

Die Österreichische Post AG betreibt ein umfangreiches Risikomanagement, in das alle Unternehmenseinheiten sowie Konzerngesellschaften einbezogen sind. Das Ziel des Risikomanagements ist es, die Risiken frühzeitig zu erkennen und durch geeignete Maßnahmen so zu steuern, dass die Abweichung von den Unternehmenszielen möglichst gering gehalten wird. Risiken werden nach einheitlichen Grundsätzen in ihrem Gesamtzusammenhang identifiziert, bewertet, überwacht und in einem unternehmensweiten Risikomanagementsystem dokumentiert. Der Vorstand definiert die Risikostrategie und –politik des Unternehmens und legt die Rahmenbedingungen des Risikomanagementsystems fest.

Die wichtigsten Schritte des Risikomanagementprozesses sind:

1. Identifizierung und Bewertung: Risiken sind definiert als potenzielle Abweichung vom mittelfristig geplanten Unternehmensergebnis. Quartalsweise analysieren die Risikomanager der jeweiligen Unternehmensbereiche ihre Risikosituation. Für jedes identifizierte Risiko wird ein Verantwortlicher festgelegt, der die Bewertung, die Steuerung und die Überwachung durchführt. Bei der Bewertung werden die Risiken so weit wie möglich gemäß den Dimensionen Auswirkung und Eintrittswahrscheinlichkeit quantifiziert. Nicht quantifizierbare Risiken werden anhand definierter qualitativer Klassen bewertet. Zusätzlich prüft das zentrale Risikomanagement zyklisch die einzelnen Unternehmensbereiche in Form eines proaktiven Risiko-Assessments hinsichtlich ihrer Risiken. Die Ergebnisse der Identifizierung und Bewertung werden in der IT-Anwendung des Risikomanagementsystems dokumentiert.

2. Aggregation und Reporting: Das zentrale Risikomanagement sammelt und überprüft die identifizierten und bewerteten Risiken. Die finanziellen Effekte möglicher Überschneidungen werden in der Aggregation berücksichtigt. Im Anschluss werden die Risiken in einem Risiko-Gremium analysiert und plausibilisiert. Das Risiko-Gremium setzt sich aus Vertretern des Controllings, der Rechtsabteilung, der Strategieabteilung, des Rechnungswesens sowie aus Vertretern der operativen Bereiche zusammen. Die Ergebnisse des Risiko-Gremiums fließen in den quartalsweisen Bericht des zentralen Risikomanagements über die Risiken und deren Entwicklung an den Vorstand ein. Unerwartet auftretende Risiken werden dem Vorstand unmittelbar (ad hoc) berichtet. Zum Status des Risikomanagements werden der Aufsichtsrat und der Prüfungsausschuss ebenfalls regelmäßig informiert.

3. Maßnahmengestaltung: Die Risikosteuerung erfolgt durch die Festlegung geeigneter Maßnahmen mit dem Ziel, die Risiken zu vermeiden, zu reduzieren oder auf Dritte zu übertragen. Die Unternehmensbereiche prüfen hierzu die in Frage kommenden Maßnahmen mittels Kosten-Nutzen-Analysen und implementieren diese anschließend. Die Maßnahmen werden im Zuge der quartalsweisen Analyse durch die Risikomanager überwacht und angepasst.

4. Überwachung und Kontrolle: In Anlehnung an den Österreichischen Corporate Governance Kodex wird die Funktionsfähigkeit des Risikomanagementsystem jährlich durch den Wirtschaftsprüfer beurteilt. Des Weiteren wurde die Konzeption, Angemessenheit und Wirksamkeit des Risikomanagementsystems durch einen externen Auditor evaluiert.

4.2 Top Risiken

4.2.1 E-Substitution klassischer Briefsendungen

Klassische Briefsendungen werden zunehmend durch elektronische Medien ersetzt. Der Trend zur elektronischen Substitution von Briefen, insbesondere zur elektronischen Zustellung wird auch weiterhin fortbestehen. Diese Entwicklung, die vom Gesetzgeber gefördert wird, kann zu nicht unerheblichen Volumenrückgängen und damit Ergebnisbeeinträchtigungen führen. Ein Rückgang des Umsatzes der Österreichischen Post AG im Bereich Briefpost von einem Prozentpunkt führt zu einem negativen Umsatzeffekt von rund 7 Mio EUR pro Jahr, der aufgrund der Fixkostenstruktur des Unternehmens kurz- bis mittelfristig großteils ergebnismindernd wirken würde. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass infolge von Änderungen der gesetzlichen Zustellvorschriften für behördliche Sendungen ein Teil dieser Sendungen nicht mehr über die Österreichische Post AG zugestellt wird.

Dem Mengenrückgang infolge der Substitution von Briefsendungen durch elektronische Medien wird mit neuen Produkten und Dienstleistungen entgegengewirkt. Die Diversifikation auf mehrere Märkte trägt dazu bei, Risiken einzelner Branchen weit zu streuen bzw. gering zu halten.

4.2.2 Strukturveränderung bei Werbemengen

Bedingt durch die in den vergangenen Jahren anhaltende Wirtschaftskrise war ein zunehmender Trend der Marktkonzentration (Konkurse, Firmenzusammenschlüsse) im Bereich Handel festzustellen. In Folge dessen kann es auch zu einer Strukturveränderung bei den Werbemitteln und –mengen, z.B. zu einer Reduktion der Flugblattwerbung kommen. Dies kann zu einem spürbaren Rückgang im Geschäft mit Werbesendungen und damit auch zu einer Beeinträchtigung des Ergebnisses führen.

4.2.3 Beteiligungen

Ein Bestandteil der Strategie der Österreichischen Post AG ist das Wachstum durch selektive Akquisitionen und Kooperationen. Dabei ist es wichtig, passende Akquisitionsziele zu finden und erworbene Unternehmen erfolgreich zu integrieren. Die Chancen und Risiken dieser Projekte sind in hohem Maß vom Investitionsvolumen bzw. von den Akquisitionspreisen sowie politischen, wirtschaftlichen und gesetzlichen Rahmenbedingungen abhängig. Darüber hinaus können Marktpreisrisiken, wie fluktuierende Fremdwährungskurse, Auswirkung auf die Werthaltigkeit von Beteiligungen haben. Die Rentabilität der Beteiligungen bzw. allenfalls erforderliche Abschreibungen können das Ergebnis der Österreichischen Post AG beeinflussen.

4.2.4 Struktur der Dienstverhältnisse

Ein Großteil der Mitarbeiter der Österreichischen Post AG steht in einem öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnis und unterliegt den Bestimmungen des Beamtendienstrechts. Daraus ergeben sich Besonderheiten im Zusammenhang mit der dienstrechtlichen Verwendung. Bei einem Großteil der Belegschaft kann es durch die bestehenden rechtlichen Bedingungen im Fall von Mengenverlusten zu keiner Kapazitätsanpassung kommen, ebenso ist keine Anpassung des Gehaltsniveaus an eventuell ungünstigere Marktkonditionen möglich. Das Beamtendienstrecht führt damit insgesamt zu geringer Kostenflexibilität.

Die Österreichische Post AG ist im Hinblick auf den liberalisierten Markt zunehmend mit den Grenzen der dienstrechtlichen Verwendungsmöglichkeiten für die ihr zugewiesenen Beamten konfrontiert. Die Lösung dieser Problematik nimmt im Dialog mit dem verantwortlichen Gesetzgeber eine bedeutende Rolle ein.

Aus den laufenden Änderungen des Beamtendienstrechts können sich für die Österreichische Post AG, soweit diese Regelungen nicht auf die spezielle Wettbewerbssituation der Österreichischen Post AG Rücksicht nehmen, zusätzliche Belastungen und unerwartete Mehrkosten ergeben, auf deren Entstehen die Österreichische Post AG keinen Einfluss hat.

4.3 Allgemeine und sonstige Risiken

Die Österreichische Post AG unterliegt wie jedes Unternehmen einer Reihe von Risiken die sich aus der Branche bzw. dem Marktumfeld ergeben. Diese Risiken werden mit Maßnahmen, die dem Stand der Technik entsprechen, auf wirtschaftliche Art und Weise minimiert, können aber nicht vollkommen ausgeschlossen werden.

4.3.1 Markt- und Wettbewerbsrisiken

Die Österreichische Post AG erwirtschaftet ihren Umsatz fast ausschließlich in Österreich. Sollten sich die aktuellen Prognosen zum Wirtschaftswachstum verschlechtern, könnten Planungsprämissen verworfen werden müssen und damit die Planungssicherheit eingeschränkt werden.

Ferner erwirtschaftet das Unternehmen einen nicht unbedeutenden Anteil seines Umsatzes mit einer geringen Anzahl von Großkunden. Das wirtschaftlich erfolgreiche Weiterbestehen dieser Großkunden ist somit wesentlich für die stabile Entwicklung der Österreichischen Post AG. Großkunden sind vertraglich nicht verpflichtet, ihre Postsendungen von der Österreichischen Post AG befördern zu lassen, und könnten sich entscheiden, mittelfristig

Anlage 4

zumindest einen Teil ihrer Postsendungen Wettbewerbern der Österreichischen Post AG zur Zustellung zu übergeben.

Das Paketgeschäft – hier nimmt die Österreichische Post AG eine führende Stellung im österreichischen Markt ein – ist zum einen von der wirtschaftlichen Entwicklung ihrer Kunden und zum anderen von allfälligen Wettbewerbsverschärfungen durch das Auftreten weiterer alternativer Anbieter abhängig, sodass Umsatzeinbußen nicht ausgeschlossen werden können. Das Unternehmen ist deshalb bestrebt, Kunden durch attraktive Leistungsangebote an sich zu binden.

Im Filialnetz ist die Österreichische Post AG zum Teil von strategischen Partnern wie der BAWAG P.S.K. abhängig. Risiken, die auf diese Partnerschaften einwirken können, jedoch nicht im Einflussbereich der Österreichischen Post AG liegen, können auch zu Ergebnisbeeinträchtigungen aufseiten der Post führen. Die Österreichische Post AG ist bestrebt, solche Risiken laufend mit ihren Partnern abzustimmen und diesen gemeinsam – soweit möglich – entgegenzuwirken.

Der internationale Brief- und Paketmarkt ist durch zunehmende Wettbewerbsintensität gekennzeichnet. Vor allem im Briefmarkt kann dies zu Preisrückgängen führen, die durch Mengenwachstum nicht ausgeglichen werden können. Um hier mögliche Umsatzeinbußen zu kompensieren, werden in diesem Bereich verstärkt Effizienzsteigerungsprojekte durchgeführt.

Alle erwähnten Markt- und Wettbewerbsrisiken können zu nicht unerheblichen Volumenrückgängen und damit Ergebnisbeeinträchtigungen führen.

4.3.2 Beschaffungsrisiken

Die Beschaffungsrisiken der Österreichischen Post AG beschränken sich im Wesentlichen auf Schwankungen des Treibstoffpreises. Eine Erhöhung der Treibstoffpreise kann geringe negative Auswirkungen auf das Ergebnis haben.

4.3.3 Technische Risiken

Die Österreichische Post AG ist in hohem Maß auf die Verwendung von komplexen technischen Systemen angewiesen und setzt bei der Erbringung ihrer Dienstleistungen maßgeblich auf den Einsatz von Datenverarbeitungssystemen, modernen Kommunikationsmedien und anderen technischen Einrichtungen. Vor diesem Hintergrund hat die Österreichische Post AG in den vergangenen Jahren umfangreiche Investitionen vorgenommen, um ihr Verteil- und Zustellnetz zu modernisieren. Die Leistungserbringung des Unternehmens hängt dabei von der Funktionsfähigkeit weniger wichtiger Standorte ab. Sollten technische Systeme vorübergehend oder dauerhaft ausfallen oder sollte es zu unberechtigten Datenzugriffen und Datenmanipulationen kommen oder sollten längerfristige kollektive Arbeitsniederlegungen stattfinden, könnte dies zu Störungen des Geschäftsablaufs und zu Verlusten von Reputation und Kunden führen sowie zusätzliche Kosten verursachen.

Zur Bewältigung dieser technischen und operativen Risiken wurden Sicherheitsmaßnahmen, Prozesse und Regeln festgelegt, die verschiedene Eventualitäten abdecken und einen reibungslosen Ablauf sicherstellen sollen.

Im Betrieb von Rechenzentren verfolgt die Österreichische Post AG eine Outsourcing-Strategie. Durch entsprechende Vertragsgestaltung und gezieltes Servicelevel-Management wird die Verfügbarkeit aller outgesourcten Tätigkeiten abgesichert. Die Vertragspartner sind verpflichtet, einschlägige gültige Zertifizierungen vorzuweisen.

4.3.4 Finanzielle Risiken

Finanzielle Risiken der Österreichischen Post AG umfassen das Liquiditätsrisiko, das Kredit-/Kontrahenten- und Produktrisiko, das Zinsänderungsrisiko, sowie organisatorische Risiken. Das Währungsrisiko kann ebenfalls das Ergebnis beeinflussen. Eine detaillierte Darstellung der finanziellen Risiken findet sich im Anhang zum Jahresabschluss der Österreichischen Post AG.

4.3.5 Regulatorische und rechtliche Risiken

Mit Inkrafttreten des Postmarktgesetzes am 1. Jänner 2011 erfolgte die vollständige Öffnung des österreichischen Postmarktes. Daraus ergeben sich Risiken einer Marktanteilsveränderung. Die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Zeit nach der vollständigen Liberalisierung wurden mit dem Postmarktgesetz neu geregelt, welches mit 1. Jänner 2011 zur Gänze in Kraft getreten ist. Das Postmarktgesetz sieht in vielen Bereichen keine Gleichbehandlung zwischen der Österreichischen Post AG und ihren Mitbewerbern vor, sondern eine Mehrbelastung der Österreichischen Post AG.

Die Österreichische Post AG ist im Rahmen des Universaldienstes verpflichtet, in ganz Österreich ein Mindestangebot von Postdienstleistungen in vergleichbarer Qualität anzubieten und ein flächendeckendes Netz von mindestens 1.650 Post-Geschäftsstellen sicherzustellen. Mit eigenem Personal betriebene Post-Geschäftsstellen dürfen nur nach Durchführung eines behördlichen Verfahrens geschlossen werden, sodass nicht ausgeschlossen werden kann, dass die Österreichische Post AG – zumindest vorübergehend – zur Führung unrentabler Standorte verpflichtet ist.

Die Österreichische Post AG geht derzeit nicht davon aus, dass sie verpflichtet wird, ihren Mitbewerbern Zugang zu Teilleistungen einzuräumen. In einem solchen Fall könnten diese jedoch in besonders lukrativen Marktsegmenten Postdienstleistungen selbst erbringen und in weniger lukrativen Marktsegmenten zu regulierten Preisen auf Teilleistungen der Österreichischen Post AG zurückgreifen. Dies könnte zu erheblichen Ergebnisbeeinträchtigungen führen.

In der Öffentlichkeitsarbeit der Österreichischen Post AG nimmt die Thematik der Gleichbehandlung der Österreichischen Post AG mit anderen Marktteilnehmern im Dialog mit allen Stakeholdern großen Stellenwert ein. Das Unternehmen sieht es als seine Aufgabe, auf die ungenügende Abgeltung des Universaldienstes und die Problematik der asymmetrischen Marktöffnung hinzuweisen.

Die Österreichische Post AG unterliegt in der Gestaltung ihrer Geschäftsbedingungen (einschließlich ihrer Entgelte) im Universaldienst der Kontrolle durch die Regulierungsbehörde. Die Gesellschaft kann deshalb im Bereich des Universaldienstes nur eingeschränkt durch Preisanpassungen auf Marktveränderungen reagieren. Unterschiedliche Definitionen der Grenzen des Universaldienstes zwischen der Regulierungsbehörde und dem Unternehmen können sich in der Gestaltung des Produktportfolios und der Preisfestsetzung niederschlagen.

Die kartellrechtliche Zulässigkeit von Vereinbarungen und Geschäftspraktiken der Österreichischen Post AG war in der Vergangenheit bereits Gegenstand kartellrechtlicher Untersuchungen und Verfahren. Sonstige rechtliche Risiken ergeben sich auch aus nicht vorhersehbaren Gerichtsverfahren mit Mitbewerbern, Kunden und Lieferanten.

Zur bestmöglichen Vermeidung von Ergebnisbeeinträchtigungen durch regulatorische und rechtliche Risiken ist die Österreichische Post AG bestrebt, in ihren Kernprozessen eine Erweiterung der Wertschöpfung und des Produktportfolios zu erzielen, um ihren Kunden noch bessere Leistungen anzubieten und eine Qualitätsoptimierung zu erreichen. Darüber hinaus beabsichtigt die Österreichische Post AG, vermehrt Umsätze im nicht regulierten Bereich zu erwirtschaften.

Über das regulatorische Umfeld im Postmarkt hinaus muss die Österreichische Post AG im Rahmen ihres ordentlichen Geschäftsbetriebs eine Vielzahl von rechtlichen Beschränkungen beachten. So sind die vertraglichen und faktischen Gestaltungsspielräume des Unternehmens etwa durch vergabe- und wettbewerbsrechtliche Regelungen eingeschränkt.

Nach dem Poststrukturgesetz 1996 sind Änderungen des Beamtendienstrechts, die für Bundesbeamte eingeführt werden, grundsätzlich auch auf die der Gesellschaft zugewiesenen Beamten anwendbar. Im Ergebnis können Änderungen des Beamtendienstrechts daher unmittelbar die Kostenstruktur der Gesellschaft verändern. Weiters können Risiken aufgrund unterschiedlicher Interpretationen des Poststrukturgesetzes grundsätzlich nicht ausgeschlossen werden. Bezüglich der allgemeinen Thematik der Festlegung des korrekten Vorrückungsstichtags

bei Beamten gab es die Forderung nach einer Anpassung, die zu einer negativen Auswirkung bei der Österreichischen Post AG führen könnte. Die österreichische Regierung hat einen Gesetzesentwurf eingebracht, der am 21. Jänner 2015 im Nationalrat beschlossen wurde. Das entsprechende Bundesgesetz ist mit 12. Februar 2015 in Kraft getreten. Mit der nun vorliegenden Reform wird ein neues Gehaltssystem implementiert, das keinerlei Anhängigkeiten vom Lebensalter eines Beamten mehr enthält. Damit ergibt sich für die Österreichische Post AG, dass zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2014 für die laufenden Anträge aktiver Beamter kein Rückstellungsbedarf besteht.

Weiters gibt es unterschiedliche Rechtsauffassungen zwischen Bund und Österreichischer Post AG betreffend der Berechnung der vom Unternehmen laufend an den Bund zu bezahlenden Pensionsbeiträge für aktive Beamte, die von der Österreichischen Post AG zum Bund gewechselt sind. Dadurch könnte es seitens des Bundes zu Nachforderungen gegenüber der Post, die über die bestehende Vorsorge hinausgehen, sowie zu erhöhten, zukünftigen Personalaufwendungen kommen.

4.4 Gesamtaussage zur Risikosituation

Die vorstehend beschriebenen Risiken des Unternehmens werden stetig beobachtet und bei Bedarf adaptiert. Aus heutiger Sicht ist der Bestand des Unternehmens dadurch jedoch nicht gefährdet.

4.5 Wesentliche Chancen

Da die Veränderungen, denen das Unternehmen ausgesetzt ist, auch zu positiven Zielabweichungen führen können, wird im Risikomanagementsystem ein weiterer Fokus auf die Erfassung und Steuerung der Chancen gelegt. Das Ziel ist es hier, Chancen aufzuzeigen und durch geeignete Maßnahmensetzung das entsprechende Potenzial zu verwirklichen. Die Identifizierung, Bewertung, Steuerung und das Reporting erfolgen gemäß dem oben dargestellten Prozess. Im Detail erfolgt die Erfassung einerseits im Rahmen der Mittelfristplanung durch den Bereichsplaner (Bottom-up) und andererseits durch gezielte Marktrecherche durch den Bereich Strategie (Top-down). Die Österreichische Post AG führt daher eine kontinuierliche Chancenevaluierung durch, um alle Potenziale wahrnehmen zu können. Im Jahr 2013 wurde zur Chancenerkennung ein neues strategisches Projekt "Post2016" gestartet. Dieses beinhaltet mehrere Teilprojekte, mit dem Ziel Potenziale im Detail zu eruieren. Diese Projekte sollen unter Beachtung der vier strategischen Eckpfeiler nochmals wichtige Chancen für die Österreichische Post AG aufzeigen.

In der ersten strategischen Stoßrichtung – Verteidigung der Marktführerschaft im Kerngeschäft - wird die Erweiterung und Adaptierung des Produktportfolios im Segment Brief, Werbepost und Filialen gemäß den Anforderungen der Kunden als Chance betrachtet. Eine kontinuierliche E-Substitution wird in der Planung der Österreichischen Post AG bereits berücksichtigt, womit ein im Vergleich zu den ursprünglichen Annahmen langsameres Voranschreiten des Rückgangs als Chance zu bewerten ist. Im Paketbereich werden die Potenziale neuer attraktiver Zustellmodelle wie Same-Day-Delivery laufend geprüft.

Im zweiten strategischen Feld – Wachstum in definierten Märkten – ergeben sich Chancen in den internationalen Beteiligungen in Wachstumsmärkte in Zentral- und Osteuropa sowie der Türkei. In Deutschland bieten sich besondere Chancen bei einer konsequenten Umsetzung der EU-Richtlinie GDP "Good Distribution Practice".

In der dritten Stoßrichtung – Effizienzsteigerung und Flexibilisierung der Kostenstruktur - können durch Projekte wie "Operational Excellence" und weitere Einkaufsinitiativen Impulse gesetzt und als Chance erkannt werden. Neue Teamstrukturen in der Verteilung können zu einer weiteren Effizienzsteigerung führen.

Für den vierten strategischen Eckpfeiler – Kundenorientierung und Innovation - ergeben sich beispielsweise Potenziale durch den Ausbau des Online- und Selbstbedienungsangebots sowie durch neue Geschäftsmodellen im Bereich E-Commerce

5. Internes Kontrollsystem und Risikomanagement im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess

Das interne Kontrollsystem (IKS) der Österreichischen Post AG im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess umfasst Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen zur Sicherung der Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung, sowie der Einhaltung rechtlicher Vorschriften. Die klare Definition von Verantwortungsbereichen sowie systematische Kontrollen ermöglichen eine frühzeitige Risikoerkennung und gewährleisten eine ordnungsmäßige Rechnungslegung.

5.1 Kontrollumfeld

Die Funktionen der Bereiche Treasury, Finanz- und Rechnungswesen und Controlling sind klar getrennt und die Aufgaben und Verantwortungen geteilt. Im Bereich Rechnungswesen setzt sich die Aufbauorganisation aus dem Rechnungswesen am Sitz der Gesellschaft sowie dezentraler Datenerfassungsstellen zusammen.

Die Aufgabe des Rechnungswesens besteht in der zeitgerechten, vollständigen und ordnungsgemäßen Erfassung von Geschäftsfällen und deren Darstellung in Monats-, Quartals- und Jahresabschlüssen der Österreichischen Post AG.

Sämtliche Belege werden am Sitz der Gesellschaft elektronisch erfasst und dokumentiert weiterverarbeitet. Eingangsrechnungen werden in der zentralen Scanstelle elektronisch erfasst, die Belege in der Buchhaltung gebucht und zur Freigabe elektronisch weitergeleitet. Die Freigabe der Belege durch die jeweiligen Sachbearbeiter erfolgt im System. Dadurch ist eine elektronische Dokumentation der Freigabe der Belege gewährleistet.

Der Ablauforganisation der monatlichen Bilanzierung liegt ein strikter Terminplan zugrunde. Die Termine werden für ein Geschäftsjahr erstellt und unternehmensintern kommuniziert. Im Zuge der Bilanzierung melden die Verantwortlichen der Organisationseinheiten monatlich bilanzierungsrelevante Sachverhalte, für die im Unternehmen noch keine Belege vorliegen. Zusätzlich werden, um eine Vollständigkeit der Abschlüsse zu gewährleisten, in Durchsprachen mit den Divisionsleitern, den Leitern der Abteilungen Informationstechnologie, Konzernimmobilien und Konzerneinkauf, die wesentlichen bilanziellen Themen und Sachverhalte erörtert.

5.2 Risikobeurteilung

Die Risiken im Bereich Rechnungslegung umfassen die nicht vollständige Erfassung von bilanzierungsrelevanten Sachverhalten, Fehler in der Belegerfassung, Bewertungsfehler durch falsche Einschätzung von mit Unsicherheit behafteten Ereignissen bzw. fehlerhafte Berechnungen, unrichtiger Ausweis sowie verspätete Bilanzerstellung und Datenzugriff von unberechtigten Personen bzw. Datenmanipulation, Ausfall von IT-Systemen und Datenverlust.

5.3 Kontrollmaßnahmen

Zur Gewährleistung einer vollständigen, zeitgerechten und richtigen Bilanzerstellung wurden in allen am Rechnungslegungsprozess beteiligten Bereichen Qualitätssicherungsmaßnahmen implementiert. Die Anwendung unternehmensinterner Richtlinien (wie z. B. Bilanzierungshandbuch, Bilanzierungsrichtlinien) führt zu einer einheitlichen Behandlung der Geschäftsfälle und einer einheitlichen Bilanzierung, Bewertung und Berichterstattung. Diese Richtlinien und Anweisungen werden laufend aktualisiert.

Die Abschlüsse werden in SAP R3 als führendem System erstellt. Alle für die Rechnungslegung und Berichterstattung relevanten SAP Module kommen zum Einsatz. Die Systeme sind durch entsprechende Einrichtungen im EDV-Bereich gegen unbefugte Zugriffe geschützt.

Durch die eingesetzte Software finden automatisierte Prüfungen statt. Neben den automatisierten Kontrollen (wie Funktionstrennung, Rechnungsfreigabe, Rechnungsprüfung) existieren manuelle Kontrollen (z.B. durch Stichproben). Bei allen rechnungslegungsrelevanten Prozessen wird das Vier-Augen-Prinzip angewendet. Die Schlüsselprozesse wurden dokumentiert, standardisiert und mit Kontrollpunkten versehen. Diese klar definierten Überprüfungsmechanismen ermöglichen eine frühzeitige Risikoerkennung. Zusätzlich wird sichergestellt, dass die

Rechnungslegung im Einklang mit den gesetzlichen Vorschriften, den Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung und internationalen Rechnungslegungsvorschriften steht.

5.4 Information und Kommunikation

Zu Zwecken der Überwachung und Kontrolle werden die Abschlüsse wesentlichen Führungsebenen der Österreichischen Post AG zur Verfügung gestellt.

Neben den gesetzlich vorgeschriebenen Abschlüssen werden interne Berichte, die weiterführende Erläuterungen zu ausgewählten Positionen und Kennzahlen enthalten, erstellt. Wesentlicher Bestandteil der internen Berichterstattung der Österreichischen Post AG ist die Datenanalyse und deren Auswertung. Diese beinhaltet unter anderem die Berechnung von Cashflows sowie dazugehörige detaillierte Erläuterungen.

Vom Controlling wird monatlich ein interner Beteiligungsbericht erstellt, der Informationen über die Entwicklung der einzelnen Konzernunternehmen enthält. Dieser Bericht wird ebenfalls dem Vorstand zur Verfügung gestellt.

Die Berichterstattung an die Aktionäre der Österreichischen Post AG erfolgt durch Investor-Relations in Übereinstimmung mit dem Österreichischen Corporate Governance Kodex sowohl über die Investor-Relations-Website (www.post.at/ir) als auch über direkte Gespräche mit den Investoren. Die veröffentlichten Informationen werden allen Investoren zeitgleich zur Verfügung gestellt. Zusätzlich zu den Pflichtpublikationen stehen den Investoren auf der Investor-Relations-Website zahlreiche weitere Informationen zur Verfügung.

5.5 Überwachung

Kernpunkt des operativen Risikomanagements bildet die Identifizierung, Evaluierung und Beherrschung von wesentlichen Risiken aus der operativen Geschäftstätigkeit. Dieser Prozess wird von Schlüsselpersonen in den Divisionen getragen. Die divisional angelegte Organisationsstruktur gliedert sich in zwei operativ tätige Divisionen sowie in unterstützende und beratende Zentral- und Serviceeinheiten.

Für den gesamten Österreichischen Post Konzern besteht ein einheitliches Risikomanagement, das alle Organisationseinheiten und wesentliche Tochtergesellschaften sowie ein internes Kontrollsystem für alle wesentlichen Prozesse einschließt. Dieses richtet sich grundsätzlich nach dem COSO Standard "Enterprise Risk Management – Integrated Framework".

Weitere zentrale Instrumente der Risikoüberwachung und -kontrolle sind konzernweite Richtlinien über den Umgang mit wesentlichen Risiken, der Planungs- und der Controllingprozess sowie die laufende Berichterstattung. Die Richtlinien betreffen beispielsweise die Festsetzung und Kontrolle von Limit-Kategorien und Handlungsabläufen zur Begrenzung finanzieller Risiken sowie die strikte Einhaltung des Vier-Augen-Prinzips.

Diese Richtlinien sind Teil des internen Kontrollsystems und stellen unter anderem die ordnungsgemäße interne und externe Finanzberichterstattung sicher. Der Planungs- und Berichtsprozess dient als Frühwarnsystem und als Basis für die Beurteilung der Wirksamkeit der eingeleiteten Steuerungsmaßnahmen.

Das interne Kontrollsystem als Teil des Risikomanagementsystems ist risikoorientiert aufgebaut und in die Betriebsabläufe integriert. Das bedeutet, dass Maßnahmen arbeitsbegleitend erfolgen oder dem Arbeitsvollzug unmittelbar vor- oder nachgelagert sind. Das IKS basiert auf genauen Informationen über die Prozesse für die Rechnungslegung und Finanzberichterstattung und schließt auch deren vorgelagerte Unternehmensprozesse mit ein. Die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems wird regelmäßig von der Konzernrevision überprüft.

ERKLÄRUNG ALLER GESETZLICHEN VERTRETER GEMÄSS § 82 ABS. 4 Z3 BÖRSEG

Als gesetzliche Vertreter der Österreichischen Post AG bestätigen wir nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Konzernabschluss zum 31. Dezember 2014 ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt, dass der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Jahresabschluss des Mutterunternehmens ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt, dass der Lagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Unternehmens so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.

Der Vorstand

Wien, am 27. Februar 2015

Dipl.-Ing. Dr. Georg Pölzl Vorstandsvorsitzender Generaldirektor

Dipl.-Ing. Walter Hitziger Vorstandsmitglied Brief, Werbepost & Filialen

Dipl.-Ing. Walter Oblin Vorstandsmitglied Finanzen

Dipl.-Ing. Peter Umundum Vorstandsmitglied Paket & Logistik

Talk to a Data Expert

Have a question? We'll get back to you promptly.