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Österreichische Post AG

Annual Report Mar 16, 2011

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Annual Report

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GESCHÄFTS-BERICHT 2010 JAHRESFINANZ-BERICHT 2010

TEIL

WERTE & 1 ZIELE Geschäftsbericht ÖSTERREICHISCHE POST AG | TEIL 1 Jahresfinanzbericht

Teil 1: Konzerngeschäftsbericht: Informationen über die Österreichische Post .............. 2 Teil 2: Konzerngeschäftsbericht: Konzernlagebericht und Konzernabschluss Österreichische Post ............ 69 Teil 3: Jahresabschluss (Einzelabschluss) Österreichische Post AG .... 193 Teil 4: Erklärung aller gesetzlichen Vertreter ......... 241

DIE KUNDEN IN DEN MITTELPUNKT GESTELLT

FÜR DIE ZUKUNFT STRATEGISCH POSITIONIERT

WERTE SCHAFFEN FÜR ALLE STAKEHOLDER

DAS MAGAZIN DER ÖSTERREICHISCHEN POST 2010.

verlässlich, vertraulich, persönlich und nachhaltig

editorial

"Stetige Veränderung ist die wichtigste Voraussetzung für den künftigen Unternehmens erfolg. Wir wollen ein attrak tiver Dividendenwert bleiben, mit einer interessanten Portion Zusatzpotenzial."

Das Jahr 2010 hat die Österreichische Post durch eine Fülle größerer und kleinerer Veränderungen auf ihrem Weg in die Zukunft entscheidend vorangebracht.

In einem breit angelegten Strategieprozess haben wir die Ziele und die strategischen Maßnahmen für den Post-Konzern, aber auch für jede einzelne Division klar und ausführlich festgelegt. In allen Handlungsfeldern sind wir auch in der Umsetzung gut vorangekommen.

Parallel dazu haben wir unser Leitbild neu formuliert und damit unsere Grundwerte in Sachen Qualität, Kundennähe, Effizienz und Wirtschaftlichkeit neu definiert. Auch an der kundenorientierten Vereinfachung und Erweiterung unserer Produktpalette haben wir intensiv gearbeitet, ebenso wie am Ausbau unseres Geschäftsstellennetzes mit Partnern.

Damit und dank einer Fülle weiterer Maßnahmen stellt sich die Post den Herausforderungen der Zukunft – von der völligen Marktöffnung bei Briefen bis hin zum Wandel im Kommunikations- und Konsumverhalten unserer Kunden.

Stetige Veränderung ist die wichtigste Voraussetzung, dass wir auch weiterhin das bleiben, was Investoren im In- und Ausland schätzen: ein stabiler, attraktiver Dividendenwert mit einer interessanten Portion Zusatzpotenzial.

Herzlich,

Ihr

Georg Pölzl

Vision/ mission leitbild

Vision/Mission

Wir überbringen Werte – verlässlich, vertraulich, persönlich.

Wir sind die erste Wahl für unsere Kunden, Partner und Mitarbeiter – gestern, heute, morgen.

Wir sind der führende Post- und Logistikdienstleister in Österreich. Als erfolgreicher Spezialist wachsen wir in Europa.

Leitbild

Wir stellen den Kunden in den Mittelpunkt

Wir handeln zukunftsorientiert

Wir alle sind die Post

inhalt

Das Unternehmen

Vorwort/Gespräch mit dem Vorstand 7
Unternehmensprofil 10
Die Post bringt's 12
Division Brief 14
Division Paket & Logistik 16
Division Filialnetz 18
International präsent 20
Neues Leitbild 22

KUNDEN & MARKT

Nahe am Kunden 26
Innovation am Puls der Zeit 28
Spitzenleistungen 30
Der Postmarkt in Europa 32

Zukunft & Strategie

Strategie 38
Investment Story 42
Aktie und Investor Relations 43
Stakeholder Nachhaltige Verantwortung
Verantwortung/Gesellschaft
Verantwortung/Mitarbeiter
Verantwortung/Umwelt
Verantwortung/Ökonomie
48
50
52
56
58
Facts & Figures
Glossar/Stichwortverzeichnis
62
64

Impressum

beachten Sie Bitte auch Teil 2 / "Zahlen & Werte" des Geschäftsberichts 2010 Corporate-Governance-Bericht, Konzernlagebericht 2010, Konzernabschluss 2010, Service

66

nachhaltiger wertentwicklung verpflichtet

Der Vorstand der Österreichischen Post, v.l.n.r.: Dipl.-Ing. Dr. Georg Pölzl, Mag. Dr. Rudolf Jettmar (sitzend), Dipl.-Ing. Walter Hitziger, Dipl.-Bwt. (FH) Carl-Gerold Mende, Dipl.-Ing. Dr. Herbert Götz (stehend).

gespräch mit den mitgliedern des  vorstands der österreichischen post ag

2010 war ein Jahr vielfältiger Veränderungen bei der Post – welche Initiativen standen hier im Vordergrund?

Pölzl: Es war uns im Jahr 2010 wichtig, die eingeschlagene Strategie konsequent zu verfolgen und gleichzeitig an der Weiterentwicklung des Konzerns zu arbeiten. Als zentrale Basis dafür haben wir im Rahmen einer breit angelegten Wertediskussion richtungweisende Ziele für uns und unsere Mitarbeiter definiert. Ein wichtiges Ziel ist es, kundenorientiertes Handeln im Berufsalltag aller Mitarbeiter zu verankern. Diese bewusste Beschäftigung mit den Werten, für die wir stehen, hat im Unternehmen enorm viel verändert.

Und wie ist die wirtschaftliche Entwicklung der Post im vergangenen Jahr zu bewerten?

Jettmar: Wir sind mit der Entwicklung 2010 in Summe sehr zufrieden. Es ist gelungen, den Umsatz auf vergleichbarer Basis um 0,3% bzw. 7,6 Mio EUR auf 2.351,1 Mio EUR zu steigern. Das Briefgeschäft ist nur relativ wenig zurückgegangen, im Paketgeschäft haben wir wie erwartet Zuwächse erzielt. Und da wir kostenseitig immer darauf achten, effizient zu sein, konnten wir unsere Ergebnissituation weiter verbessern.

Was waren die wesentlichen Elemente des Strategieprojekts Post@2011? Gibt es neben der Verteidigung der Marktführerschaft in Österreich auch Wachstumschancen?

Pölzl: Die Marktführerschaft in unserem Kerngeschäft konnten wir behaupten – müssen aber weiterhin gegen die elektronische Substitution kämpfen. Deshalb setzen wir auf Wachstum im Paketbereich und wollen damit die unvermeidlichen Einbußen im Briefbereich mehr als ausgleichen. Hier ist es uns 2010 einmal mehr gelungen, die Chancen im dynamischen nationalen und internationalen Geschäft zu nutzen.

"... wollen Kundenorientierung noch stärker vorantreiben ..."

Und wie steht es dabei mit der Profitabilität im Paketgeschäft?

Mende: Im Jahr 2010 haben wir den Turnaround im Paketgeschäft geschafft – das Ergebnis konnte von minus 9,3 Mio EUR auf plus 11,0 Mio EUR gedreht werden. Die Marge, die derzeit mit rund 1% noch relativ bescheiden ist, wollen wir mittelfristig auf 4–5% steigern. Daran arbeiten wir sowohl umsatz- als auch kostenseitig.

Wie groß ist der Beitrag der internationalen Aktivitäten im Vergleich zum Inlandsgeschäft? Und wie geht es da weiter?

Mende: Derzeit stammen ca. 75% unseres Paket- und Logistikumsatzes aus dem internationalen Geschäft. Wir erwarten auch weiterhin Mengenwachstum im Paketgeschäft und sehen uns somit in unserer Strategie bestätigt. Unser primäres Ziel liegt aber in der Steigerung der Ertragskraft der internationalen Tochtergesellschaften.

Sie wollen Ihr neues Leitbild möglichst stark bei den Mitarbeitern verankern. Was tun Sie dafür?

Pölzl: Das Leitbild ist mir wirklich sehr wichtig. Das versuche ich, bei jeder Gelegenheit auch den Mitarbeitern zu vermitteln und ihnen vor allem auch vorzuleben. Jede Führungskraft ist gleichzeitig auch ein Wertebotschafter, das gilt natürlich auch für mich. Durch einen kulturellen Wandel im Umgang miteinander, mit Kunden und Partnern, die Stärkung der Identifikation mit dem Unternehmen und die Steigerung der Attraktivität des Unternehmens wird es uns auch gelingen, das Leitbild mit Leben zu füllen.

Wie nachhaltig ist das Geschäftsmodell der Post angesichts des Drucks auf das Volumen im Briefgeschäft?

Hitziger: Unsere mittelfristigen Planungen basieren tatsächlich auf der Annahme eines stetigen Volumenrückgangs im Briefgeschäft, dem aber gleichzeitig eine kontinuierliche Steigerung der Paketmengen und -umsätze gegenübersteht – beides nicht zuletzt getrieben durch die neuen technischen Möglichkeiten des Internets. In Summe streben wir mittelfristig ein moderates Wachstum an und betrachten unser Geschäftsmodell daher definitiv als nachhaltig.

Was bedeutet eigentlich die vollkommene Marktöffnung bei Briefen ab Jänner 2011 für Sie?

Hitziger: Wir haben uns vorgenommen, gerade im vollkommen liberalisierten Briefmarkt die Kundenorientierung noch stärker zu leben und einfache, selbstbedienungs- bzw. onlinefähige Lösungen zu forcieren. Unser neues Produktsortiment im Brief etwa wird auf leicht verständlichen, primär formatabhängigen Kriterien basieren

und nicht vorwiegend auf Gewicht. Großkunden werden außerdem die Wahlmöglichkeit zwischen Standard- und Priority-Sendungen haben. Wir sehen uns jedenfalls mit unseren Produkten und Dienstleistungen auch für den voll liberalisierten Markt gerüstet.

"... bieten solides Geschäftsmo dell und attraktive Renditen ..."

Das Filialnetz unterliegt einem enormen Veränderungsprozess. Wird sich mit der Neustrukturierung auch seine Ertragskraft wieder erhöhen?

Götz: So ist es. Vor dem Hintergrund der bereits weit fortgeschrittenen Umwandlung eigenbetriebener Filialen zu Post Partnern und der erfolgreichen Neugestaltung unserer Kooperation mit der BAWAG P.S.K. wird sich die Ergebnissituation in den nächsten Jahren stetig verbessern. Nach der Restrukturierung werden die Division Filialnetz, deren Aufgabenbild sich ja vollkommen gewandelt hat, und die Division Brief Anfang 2012 zusammengelegt.

Bewährt sich das Konzept der Post Partner? Was sagen die Kunden dazu?

Götz: Unseren Umfragen zufolge wird die große Anzahl der Post Partner sehr gut angenommen, weil es sehr praktisch ist, beim Nahversorger oder in der Apotheke gleich auch Postwege mit zu erledigen – meist sogar bei längeren Öffnungszeiten. Außerdem ist das Netz durch die Vielzahl an neuen Post Partnern dichter geworden – die Zahl der Poststandorte ist allein 2010 von 1.552 auf 1.850 gestiegen.

Wie sehen Ihre Erwartungen für 2011 aus?

Jettmar: Wir glauben, dass wir auf dem richtigen Weg sind, unsere mittelfristigen Zielvorgaben auch 2011 zu erreichen. Das bedeutet, dass wir ein leichtes Umsatzwachstum anpeilen. Die EBITDA-Marge sollte auch weiterhin in der Bandbreite zwischen 10% und 12% liegen. Somit gehen wir auch für 2011 von einer soliden Geschäftsentwicklung aus.

Was sagen Sie einem Anleger, der Sie fragt, ob er in die Post investieren soll?

Pölzl: Die Post bietet – und das ist für den Großteil unserer klassischen Anleger besonders wichtig – nicht nur ein solides Geschäftsmodell, sondern auch eine attraktive Dividendenpolitik. Seit dem Börsegang im Jahr 2006 haben wir dem Anleger eine Wertsteigerung seines Investments (Total Shareholder Return) von über 69% geboten – das ist die Summe aus den ausgeschütteten Dividenden und der zusätzlich eingetretenen Kurssteigerung. Für viereinhalb Jahre eine beachtliche Rendite.

Das heißt, Aktionäre können auch in Zukunft auf stabile Dividenden zählen?

Pölzl: Richtig, denn wir peilen auch weiterhin eine Auszahlung von zumindest 75% des Nettoergebnisses an. Unsere Dividendenpolitik steht natürlich auch im Zusammenhang mit unseren Wachstumschancen. Die Ausschüttung soll sich jedenfalls mit der Geschäftsentwicklung weiterentwickeln. Dieser nachhaltigen Wertentwicklung fühlen wir uns – natürlich unter der Voraussetzung eines entsprechenden Geschäftsverlaufes – auch verpflichtet.

Danke für das Gespräch.

Modern, dynamisch,  kundenorientiert

Die Österreichische Post ist mit einem Jahresumsatz von 2,4 Mrd EUR und rund 25.000 Mitarbeitern Österreichs führender Logistik- und Dienstleistungsanbieter. Durch 23 operative Tochterunternehmen ist die Post heute in elf europäischen Ländern vertreten. Das Unternehmen ist der Grundversorgung Österreichs mit Postdienstleistungen verpflichtet und garantiert sowohl im Brief- wie auch im Paketbereich höchste Qualität.

Marktführer in Österreich, erfolgreicher Spezialist in Europa

Die Österreichische Post ist in Österreich die Nummer 1 in der Zustellung von Briefen, Werbesendungen und Paketen an Privatkunden. Durch die flächendeckende und zuverlässige Versorgung der österreichischen Bevölkerung und Wirtschaft mit hochwertigen Postdienstleistungen liefert das Unternehmen einen wichtigen Beitrag zur Aufrechterhaltung und Absicherung der Kommunikationsund Logistikinfrastruktur des Landes.

"Nummer 1 in Österreich."

Neben der führenden Position im Heimmarkt hat sich die Österreichische Post mit ihren Tochterunternehmen als erfolgreicher Spezialist in definierten Segmenten und Regionen mit hohem Wachstumspotenzial etabliert. Nach eigener Einschätzung hat sie in den einzelnen Märkten und Segmenten folgende Marktposition inne: In Deutschland ist die Österreichische Post Nr. 1 in der Distribution von Sendungen im Pharmabereich sowie in der Kombifracht. In der Slowakei, Kroatien, Serbien und Bosnien-Herzegowina ist sie der führende Anbieter für die Zustellung von Paketen an Geschäftskunden, in Ungarn, Kroatien und der Slowakei wiederum rangiert sie als Marktführer bei unadressierten Werbesendungen.

Spitzenleistung und Kundennähe

Basis für das große Vertrauen, das die Österreichische Post bei ihren Kunden traditionell genießt, ist ihre hohe Leistungsqualität und ihre Nähe zum Kunden. Mit jährlich 6,2 Mrd zugestellten Sendungen und 62 Mio Kundenkontakten in den Post-Geschäftsstellen und täglich 4,2 Mio von den Zustellern besuchten Haushalten und Unternehmen wird die Post als wesentlicher Bestandteil des Alltags in Österreich empfunden. Innovative, auf den Bedarf der Kunden zugeschnittene Lösungen und Services sowie exzellente Performance belegen dabei den hohen Leistungsanspruch der Österreichischen Post.

Große Kundennähe in den Post-Geschäftsstellen: 62 Mio Kundenkontakte pro Jahr.

Drei Divisionen

Strukturell ist die Österreichische Post in die drei Divisionen Brief, Paket & Logistik sowie Filialnetz gegliedert. Etwa 30% des Umsatzes erwirtschaftet die Österreichische Post außerhalb Österreichs, hauptsächlich mit Paket- und Logistikdienstleistungen in den Nachbarländern.

Solides Geschäftsmodell

In einer Zeit laufender Veränderungen des Marktumfeldes baut die Österreichische Post auf ein solides Geschäftsmodell:

  1. Das Kerngeschäft Brief, der wichtigste Umsatzund Ergebnisträger, wird kontinuierlich optimiert und modernisiert

Den durch elektronische Substitution tendenziell schrumpfenden Briefvolumina wirkt die Österreichische Post – abgesehen von exzellenter Leistungsqualität – durch eine systematische, kundenorientierte Erweiterung ihres Angebotsportfolios entgegen. Die mit 1. Jänner 2011 erfolgte gänzliche Marktliberalisierung bietet hier die Möglichkeit, Dienstleistungen im Einklang mit internationalen Trends an den Anforderungen des Marktes zu orientieren.

2. Im Wachstumsfeld Paket & Logistik nutzt die Post gezielt zusätzliche Chancen

Bereits in den vergangenen Jahren konnte die Post ihr Geschäftsvolumen in diesem dynamischen Geschäftsbereich von rund 200 Mio EUR auf nunmehr etwa 800 Mio EUR Umsatz steigern. Deutlich erweitert wurde dabei das Geschäft mit Businesskunden, gleichzeitig wurde der Radius von Österreich auf die benachbarten Länder Zentraleuropas erweitert. Auch weiterhin soll die Bedeutung dieses zweiten Standbeines zunehmen.

"Hohes Kundenvertrauen durch verlässliche Leistung in hoher Qualität."

3. Laufende Performanceverbesserung sichert Ertragskraft, Wertsteigerung und Dividende

Durch konsequente Optimierung erfüllt die Post nicht nur die Erwartungen des Marktes, sondern sichert im Interesse von Mitarbeitern und Aktionären gleichzeitig ihre Profitabilität. Verbunden ist dies mit stetigen Strukturveränderungen im Unternehmen – einer Flexibilisierung und Neuordnung des Poststellennetzes ebenso wie konsequenter Modernisierung und Automatisierung. Oberste Ziele dabei: Systemoptimierung und Effizienzsteigerung, langfristige Wertsteigerung des Unternehmens sowie eine für die Eigentümer attraktive Dividendenpolitik.

Details zur strategischen Ausrichtung der Post und den dazugehörigen Maßnahmen finden sich im Kapitel Strategie (Seite 38ff).

Die post Bringt's

every day, every door

"Mehr als 11.000 Zusteller bringen tagtäglich 25 Mio Sendungen zu ihren Empfängern ...

An jedem Werktag und bei jedem Wetter sind mehr als 11.000 Mitarbeiter in der Zustellung der Österreichischen Post im Einsatz, um täglich 25 Mio Sendungen zu ihren Emfängern zu bringen und dabei täglich rund 200.000 km zurückzulegen. Mehr als 95% aller Briefsendungen werden bereits am ersten Werktag nach der Aufgabe zugestellt – sicher und zu einem fairen Preis. Das macht die Post zum schnellsten und zuverlässigsten Zusteller Österreichs und einem der besten Europas.

Tag für Tag nimmt die Post an ca. 22.000 Briefannahmestellen die Sendungen ihrer Kunden entgegen. In der Nacht werden sie sortiert und auf Zustellbasen in ganz Österreich verteilt. Und bereits am darauffolgenden Tag geht der größte Teil davon per Zusteller an die Empfänger – insgesamt rund 4,2 Mio österreichische Haushalte und Unternehmen. In Summe transportiert die Österreichische Post auf diese Weise pro Jahr rund 1 Mrd Briefe. Damit erfüllt sie nicht nur den anspruchsvollen gesetzlichen Auftrag des Post-Universaldienstes, sondern sichert gleichzeitig eine der wichtigsten Kommunikationsschienen in unserem Land. Doch damit nicht genug: Das Unternehmen stellt pro Jahr auch rund 4,5 Mrd Werbesendungen, 770 Mio Printmedien und 56 Mio Pakete zuverlässig und mit höchstem Tempo an Empfänger in ganz Österreich zu.

Spitzenleistung dank modernster Logistik-Infrastruktur

Möglich ist diese Höchstleistung nur durch das topmoderne Netzwerk des Unternehmens und den persönlichen Einsatz aller Mitarbeiter in der Brief- und Paketlogistik. Rund 500 Mio EUR hat die Österreichische Post in den letzten Jahren in die Modernisierung ihrer Logistik-Infrastruktur und ihres Maschinenparks – und damit direkt in die Steigerung ihrer Zustellqualität – investiert. Denn 4 Mio Briefe oder 200.000 Pakete täglich lassen sich schwer händisch sortieren und verteilen.

Universaldienst als hohe Verantwortung

Der Universaldienst bedeutet für die Österreichische Post eine hohe gesellschaftliche Verantwortung, zu der sich das Unternehmen trotz der damit verbundenen finanziellen Lasten auch bekennt. Denn die Erbringung definierter Postdienstleistungen, Tag für Tag, von jeder Adresse an jede Adresse in ganz Österreich, in höchster Qualität und zu einem einheitlichen Preis, wie sie die gesetzliche Universaldienstverpflichtung fordert, stellt höchste Anforderungen auch in wirtschaftlicher Hinsicht. Dies unterscheidet die Österreichische Post von alternativen, völlig flexiblen Anbietern, die keinem gesellschaftlichen Auftrag verpflichtet sind. Neben dem Einsatz für faire Finanzierungsmechanismen und Wettbewerbsstandards im Dialog mit der Politik hat deshalb insbesondere die Kooperation mit Städten und Gemeinden größte Bedeutung für das Unternehmen. Denn die Gemeinden sind wichtige Partner in allen Fragen der Versorgungssicherheit für Postdienstleistungen.

Neue Konzepte für flächendeckende Versorgung

Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Marktveränderungen spielen gemeinsame Initiativen mit dem Ziel "Mehr Post für Österreich" eine wichtige Rolle. Auch hier hat die Österreichische Post ihre Verantwortung aktiv wahrgenommen und innovative Konzepte für die landesweite Versorgung der Bevölkerung mit Postdienstleistungen entwickelt. Besonders bewährt sich hier bereits seit Jahren die Kombination eigener und fremdgeführter Post-Geschäftsstellen. Insbesondere das Konzept der Post Partner, bei dem lokale Trafikanten, Einzelhändler oder auch Gemeindeämter mit der Post kooperieren, ist sehr erfolgreich. Durch ihr erweitertes Angebot tragen die Post Partner darüber hinaus zur Stärkung der Nahversorgung bei.

Mehr als 11.000 Zusteller stellen die Nahversorgung mit Postdienstleistungen sicher, zunehmend auch mithilfe von E-Fahrrädern.

division Brief

zuwächse in neuen angebotsbereichen

Briefe, Infomails und Medienpost: Pro Jahr stellt die Division Brief in Österreich mehr als 6,2 Mrd Sendungen zu.

Tätigkeitsbereich

Die Division Brief umfasst die Geschäftsfelder Briefpost, Infomail und Medienpost. Ihr Kerngeschäft besteht in der Annahme, Sortierung und Zustellung von Briefen, Postkarten, adressierten Werbesendungen, unadressierter Haushaltswerbung, Zeitungen und Regionalmedien.

"Pro Jahr werden 6,2 Mrd Sendungen an 4,2 Mio Haushalte und Unternehmen zugestellt."

Rund 11.000 Mitarbeiter in der Zustellung bringen tagtäglich Post zu 4,2 Mio Haushalten und Unternehmen in ganz Österreich – pro Jahr werden über 6,2 Mrd Sendungen zugestellt. Ergänzt wird das Leistungsspektrum durch neue Dienstleistungen für Geschäftspost und Werbepost, darunter Adress- und Datenmanagement, Poststellen Management, intelligentes Scanning und Response-Management.

Highlights 2010

Rückgang bei Briefen, Zuwachs bei Werbesendungen

Auch 2010 war die Österreichische Post vom stetigen Volumensrückgang infolge der elektronischen Substitution von Briefen betroffen. Die Zahl der beförderten adressierten Briefe hat sich vor diesem Hintergrund um rund 3% reduziert. Demgegenüber verzeichneten die adressierten und unadressierten Werbesendungen einen Anstieg um 6%. Die Umsatzeinbußen aufgrund der Insolvenz des Unternehmens Quelle, des größten Versandhandelskunden der Österreichischen Post, im Winter 2009 konnten im Jahr 2010 erfolgreich durch den Gewinn neuer Kunden und neue Serviceangebote für diese Zielbranche kompensiert werden.

Neue Produkte und Dienstleistungen gewinnen an Bedeutung

Im Rahmen ihrer Online-Offensive hat die Österreichische Post 2010 wieder eine Reihe vom Markt gut aufgenommener Produktinnovationen eingeführt. Sie reichen von Online-Versionen für Services wie Nachsendeauftrag und Urlaubsfach bis hin zu Produkten wie e-Postkarte oder meinbrief.at. Erfolgreich war die Post auch wieder mit Dienstleistungen wie Poststellen Management oder digitaler Postbearbeitung. Details dazu s. Seite 26 bzw. 28.

Kombinierte Zustellung von Briefen und Paketen bringt Serviceverbesserung und Kostenreduktion

Deutlich ausgebaut hat die Post im Jahr 2010 die so genannte Verbundzustellung von Briefen und Paketen auf dem Land. Auf diese Weise können die Ortskenntnisse der Briefzusteller genutzt und das Service verbessert werden, gleichzeitig werden doppelte Wegstrecken vermieden sowie Treibstoffverbrauch und CO2 -Ausstoß reduziert.

High-Tech-Sortieranlagen garantieren hohe Zustellgeschwindigkeiten.

Joint-Venture mit der Schweizerischen Post erweitert internationale Direct-Mail-Aktivitäten

Im Rahmen eines 2010 vereinbarten Joint-Ventures bündelt die Österreichische Post ihre Aktivitäten im Bereich der adressierten Werbesendungen mit jenen der Schweizerischen Post und schafft damit einen neuen, leistungsfähigen Anbieter auf dem europäischen Markt. Die im Eigentum der Österreichischen Post befindliche meiller direct GmbH wurde dazu Anfang 2011 mit den Direct-Mail-Aktivitäten der Swiss Post Solutions zusammengeführt. Das neue Unternehmen firmiert unter dem Namen MEILLER-GHP und steht zu 65% im Eigentum der Österreichischen Post und zu 35% im Besitz der Schweizerischen Post. Der strategische Fokus liegt auf der Beratung, Konzeption und Produktion von adressierten, individualisierten Werbesendungen. Dazu zählen insbesondere die Produktion von Direct Mails und Kuverts sowie Lettershop-Tätigkeiten.

Post und feibra übernehmen redmail-Kunden

Mit 1. Februar 2010 übernahm die Österreichische Post die Servicierung von Kunden des Mitbewerbers redmail in jenen Regionen, in denen dieses Unternehmen nicht mehr tätig ist. Unadressierte Werbesendungen werden von feibra, einem 100%-Tochterunternehmen der Österreichischen Post, zugestellt.

feibra startet Aktivitäten in der adressierten Zustellung

feibra, bisher auf die Zustellung von unadressierter Werbung spezialisiert, startete im Berichtszeitraum auch diverse Pilotprojekte zum Aufbau der adressierten Zustellung, um sich auf den liberalisierten Markt vorzubereiten. So wurden in Niederösterreich erfolgreich Telefonbücher und höhergewichtige Sendungen zugestellt.

Post unterstützt Briefwahl 2010

Gemeinsam mit dem Bundesministerium für Inneres hat die Österreichische Post einen bequemen und einfachen Zugang zur Briefwahl erarbeitet, mit dessen Hilfe die in den letzten Jahren kontinuierlich gesunkene Wahlbeteiligung erfolgreich gestoppt werden konnte. Durch den Einsatz eines Selfmailers (Faltmailing als amtliche Wahlinformation mit einer Bestell-Antwortkarte für die Briefwahl) wurde der Wähler rechtzeitig über die bevorstehende Wahl informiert. Gleichzeitig konnten die Wahlunterlagen von den Wählern einfach und bequem von zu Hause aus angefordert werden. Letztes erfolgreiches Beispiel dafür ist die Wiener Gemeinderatswahl im Oktober 2010, bei der 15,9% der Stimmen per Briefwahl abgegeben wurden.

"Mit zahlreichen Produkten und Dienst leistungen sichert die Österreichische Post ihre Marktführerschaft im Briefgeschäft."

Neue Services wie Poststellen Management für Unternehmen gewinnen zunehmend an Bedeutung.

division paket & logistik

weiteres wachstum und turnaround

Tätigkeitsbereich

Mit der Division Paket & Logistik ist die Österreichische Post in zehn europäischen Ländern mit eigenen Gesellschaften vertreten. 2010 konnten sowohl die regionalen Marktanteile im B2B-Geschäft als auch die wachsenden Potenziale im Privatkundensegment erfolgreich genutzt werden. Die Österreichische Post setzt im Paketgeschäft grundsätzlich auf flächendeckenden Service und eine möglichst starke Marktposition, um ihren Kunden effiziente Logistik und auf den jeweiligen Markt zugeschnittene Zusatzdienstleistungen anbieten zu können.

Folgende Segmente deckt der Österreichische Post-Konzern hier ab:



1 Business to Consumer 2 Consumer to Consumer 3 Business to Business

Highlights 2010

Wachstum und Turnaround

Die Division Paket & Logistik konnte 2010 ihren Wachstumsauftrag über alle Regionen hinweg erfüllen. In Summe wurde ein Umsatzwachstum von 4,4% gegenüber dem Vorjahr erreicht, auf vergleichbarer Basis wuchs der Umsatz gegenüber 2009 um 7,8%. Gleichzeitig konnte auch die Profitabilität gesteigert werden, sodass sich in der EBITDA- und der EBIT-Entwicklung ein klarer Turnaround zeigt.

Anerkannter Qualitätsführer in Österreich

In Österreich führten die zusätzlich versendeten Mengen 2010 zu einer Rekordmenge an Paketen: Das von der Post beförderte Volumen stieg im Vergleich zu 2009 insgesamt um 12% auf 56 Mio Pakete (plus 6 Mio). Gründe dafür waren zum einen die Qualität der Zustellung – über 96% der Pakete im Universaldienst (und damit deutlich mehr als gesetzlich gefordert) wurden dem Empfänger pünktlich zugestellt –, zum anderen auch der gestiegene Internethandel. Auch die attraktiven Online-Services der Post, etwa die 2010 neu eingeführte Online-Paketmarke, tragen dazu bei.

Neben dem Kerngeschäft konzentriert sich die Post auf interessante Logistik-Nischen, etwa temperaturgeführte Transporte.

Egal wie groß oder schwer – die Österreichische Post stellt jedes Paket rasch und verlässlich zu.

Erfolgreicher Ausbau des B2B-Geschäfts in Österreich

Gerade die konstant hohe Qualität und Verlässlichkeit der Österreichischen Post in der Zustellung hat 2010 zu einem Mengenzuwachs bei Geschäftskunden von über 15% geführt. Sehr gute Akzeptanz bei Geschäftskunden erzielte dabei auch die Einführung des Produkts "Premium Light", das mit seinem Fokus auf den Kleinpaketversand den laufend zunehmenden Online-Handel Rechnung trägt.

Positive Umsatzentwicklung bei trans-o-flex Deutschland

Ein erfreuliches Umsatzplus von rund 8,5% auf vergleichbarer Basis konnte 2010 auch trans-o-flex Deutschland erreichen. Wesentlicher Treiber dieses Erfolgs war insbesondere das B2B-Angebot der Kombifracht – sowohl im nationalen Geschäft als auch im europäischen Export. Durch die gezielte Erweiterung des Branchenfokus und den Ausbau von Serviceangeboten hat trans-o-flex erste Schritte in den wachsenden B2C-Markt gesetzt.

Kundenorientierter Ausbau von temperaturgeführten Transporten

Die auf temperaturgeführte Transporte für die Pharmabranche spezialisierte trans-o-flex ThermoMed verfügt in Deutschland, den Benelux-Ländern und auch in Österreich (über das Tocherunternehmen Scherübl Transport) über flächendeckende Netzwerke für den Transport von Waren, deren Temperatur konstant zwischen 2°C und 8°C bzw. 15°C und 25°C gehalten werden muss.

Erweiterung des internationalen Kombifrachtnetzes EURODIS

EURODIS, das vom Tochterunternehmen trans-o-flex gegründete Distributionsnetz für den gemeinsamen Transport von Waren auf Paletten und in Paketen (Kombifracht), gewann 2010 starke Kooperationspartner hinzu. Seit Juni 2010 sind Sernam für Frankreich und UK Mail für Großbritannien und Irland als Gesellschafter in das mittlerweile 34 Länder umspannende Netzwerk eingetreten. Zum Netzwerk zählen u. a. auch Redur für Spanien und Portugal sowie die Österreichische Post und alle Tochterunternehmen in Südost-/Osteuropa. Durch den Beitritt dieser neuen Gesellschafter, aber auch durch organisches Wachstum hat EURODIS 2010 einen Volumenszuwachs von rund 40% erzielt.

Nachhaltige Bewältigung der Wirtschaftskrise in Südost-/Osteuropa

Der Branchenfokus wurde ausgeweitet um einem größeren Kundenspektrum interessante Lösungen anbieten zu können. So konnten zusätzliche Geschäftskunden in Südost-/Osteuropa gewonnen werden. Insgesamt wurde der Umsatz in dieser Region dadurch und durch die wirtschaftliche Erholung vieler Länder um rund 12% gesteigert. Gehalten wurde dabei die nationale Marktführerschaft in der Slowakei, Kroatien und Serbien. Weitere Treiber des Umsatzwachstums waren die Erweiterung des Kombifracht-Angebots, die erfolgreiche Kooperation mit dem internationalen Logistikspezialisten UPS in der Slowakei und Kroatien sowie der Ausbau des Privatkundengeschäfts.

division filialnetz

kundenorientierter aus- und umbau

Attraktives Angebot und kompetente Beratung.

Postfilialen werden kontinuierlich auf neue Kundenbedürfnisse hin adaptiert.

Tätigkeitsbereich

Das Filialnetz der Österreichischen Post zählt zu den größten Privatkundennetzen des Landes und bietet seinen Kunden in ganz Österreich hochwertige Produkte und Services in den Bereichen Post, Bank und Telekommunikation. Mit insgesamt 1.850 eigen- und fremdbetriebenen Post-Geschäftsstellen und nahezu 4.300 Mitarbeitern garantiert das Filialnetz Kundennähe. Rund 500 stationäre und rund 80 mobile Berater der BAWAG P.S.K. sichern dabei kompetente Beratung in Finanzfragen.

Highlights 2010

Tiefgreifender Netzumbau

Zügig vorangetrieben wurde 2010 die kundenorientierte Restrukturierung des Standortnetzes der Post. Wesentliches Element davon war und ist ein forcierter Ausbau des Post Partner-Konzepts. Hatte das Netz der Österreichischen Post Anfang Jänner 2010 noch 418 Post Partner umfasst, waren es zu Jahresende bereits 1.117. Damit erwies sich die Post Partner-Offensive als höchst erfolgreich. Auch die Zahl der Standorte insgesamt hat sich im Berichtszeitraum erhöht, und zwar von 1.552 zu Jahresbeginn auf zuletzt 1.850. Damit ist das Netz weit dichter, als mit 1.650 Geschäftsstellen gesetzlich vorgeschrieben.

Kooperation mit BAWAG P.S.K. erneuert und vertieft

Auf neue Beine gestellt wurde Ende 2010 die Kooperation der Österreichischen Post mit ihrem langjährigen Bankpartner. Die beiden Unternehmen bündeln ihre Stärken und bieten ihren Kunden in Zukunft an rund 520 gemeinsam betriebenen Standorten in ganz Österreich

ein vollwertiges Portfolio an Post-, Telekom- und Bankdienstleistungen. Beide Partner konzentrieren sich dabei auf ihre Kernkompetenzen und nutzen wechselweise das Netzwerk des jeweils anderen. Die gemeinsamen Filialen werden an den für die Kunden bestgeeigneten Standorten beider Unternehmen angesiedelt. Die erste neue Filiale nach dem neuen Konzept wurde noch im Dezember 2010 in Innsbruck eröffnet.

Hohe Servicequalität erneut bestätigt

Abgesehen von laufender Optimierung, etwa durch umfangreiche Aus- und Weiterbildung, setzt die Österreichische Post in Sachen Service- und Beratungsqualität auch auf Objektivierung und Transparenz. 2010 wurde die Einhaltung der hohen Servicestandards wieder durch ein unabhängiges Testinstitut überprüft. 36 Qualitätskriterien wurden dazu mittels Mystery Shopping bei mehr als 2.100 anonymen Filial-Testbesuchen erhoben. Die Ergebnisse zeigen, dass die überwiegende Mehrheit der Postfilialen ein sehr gutes Serviceniveau aufweist. Auch die Post Partner überzeugten bei diesem Test durch sehr hohe Servicequalität.

Solide Performance bei Bankdienstleistungen

Trotz des schwierigen Marktumfelds war die Post 2010 im Vertrieb von Finanzprodukten sehr erfolgreich: Im vergangenen Jahr konnten mehr als 33.000 neue Konten eröffnet und im Wertpapierbereich mehr als 400 Mio EUR veranlagt werden. Der Absatz bei Versicherungen (Zukunftsvorsorge und Einmalerläge) wurde um 16% auf über 130 Mio EUR gesteigert. Im Finanzierungsbereich konnte die Post – trotz der großen externen Herausforderungen – gute Zahlen verbuchen und ihren Absatz um 9% auf rund 180 Mio EUR steigern.

Verkauf von Telekommunikationsprodukten bestätigt Beratungsqualität

Die Zahl der über Postfilialen verkauften High-Speed-Internetanschlüsse der Telekom Austria erhöhte sich im Berichtsjahr auf rund 90.000 und belegte damit auch die Kompetenz der Mitarbeiter. In einem hoch kompetitiven Markt erwies sich die Post bei der Einführung des iPhone4 erneut als erfolgreichster Vertriebspartner von A1 Telekom. Neben Produktwelten rund um die Themen Verschenken, Verpacken, Versenden runden attraktive Reiseangebote in Kooperation mit dem Reiseveranstalter Reisefalke GmbH das Produktportfolio in den Postfilialen ab.

"Im Rahmen der Post Partner-Offensive wurde das Filialnetz der Österreichischen Post 2010 deutlich erweitert."

Briefmarken – die "Visitenkarten" jeder Postgesellschaft

Auch 2010 brachte die Österreichische Post wieder zahlreiche attraktive Sondermarken und interessante philatelistische Zusatzprodukte heraus. Das Themenspektrum reichte dabei von Kunst über große Jubiläen, Politik und Religion bis hin zu Natur und Sport. Höhepunkte waren internationale Gemeinschaftsausgaben mit Israel, Rumänien und Argentinien sowie der gestickte Markenblock "Petit Point".

erfolgreich im Herzen Europas

Die Österreichische Post hat in den letzten Jahren die dynamische Veränderung des Postmarktes in Europa aktiv genutzt und in Zentral- und Südost-/Osteuropa ein fokussiertes Geschäftsportfolio mit den Schwerpunkten Paket & Logistik sowie unadressierte Sendungen aufgebaut. Damit hat sie sich als Anbieter von spezialisierten Postdienstleistungen erfolgreich in attraktiven Marktnischen – etwa der Speziallogistik mit Fokus auf Kombifracht und der temperaturgeführten Logistik – sowie in geografischen Wachstumsmärkten positioniert.

Seit 2001 setzt die Österreichische Post neben der laufenden Optimierung und Erweiterung ihres Kerngeschäfts im Heimmarkt auf gezielte Expansion in benachbarte Länder Südost-/Osteuropas, aber auch Westeuropas. Der Hauptfokus liegt dabei auf der Erschließung jener Märkte, mit denen Österreich enge Handelsbeziehungen hat. Mittlerweile stammen rund 30% des Umsatzes aus internationalen Aktivitäten, rund 4.000 Mitarbeiter sind hier beschäftigt.

23 Unternehmen in elf Märkten

Die Österreichische Post ist mit Werbemittel-Verteilunternehmen in Ungarn, Kroatien und der Slowakei vertreten und in diesen Ländern auch in der Zustellung von adressierten Werbesendungen in Ballungsgebieten tätig. Während dieser Leistungsbereich in Ungarn und der Slowakei von den bereits bestehenden Unternehmen abgedeckt wird, wurde in Kroatien dafür ein neues Tochterunternehmen, die Post d.o.o., gegründet und mit dem Aufbau eines Zustellnetzwerks begonnen. Weiters verfügt die Post in Deutschland über eine eigene Vertriebsniederlassung – die Austrian Post International Deutschland, die den deutschen Markt bei internationalen Post-Versandlösungen betreut. Seit Anfang 2011 sind die Direct-Mail-Aktivitäten der Swiss Post Solutions und der meiller direct GmbH im Rahmen eines Joint Ventures gebündelt. Das neue Unternehmen MEILLERGHP ist der führende Direct-Mail-Produzent in Deutschland.

Mit integrierten Paketdienstleistungen ist die Österreichische Post heute im belgischen, bosnischen, deutschen, kroatischen, montenegrinischen, niederländischen, serbischen, slowakischen und ungarischen Markt aktiv. Die Märkte in der Slowakei und Kroatien bearbeitet die Post dabei in Kooperation mit dem internationalen Logistikspezialisten UPS.

Damit hat sich die Österreichische Post erfolgreich als Spezialist in definierten Segmenten und Regionen mit hohem Wachstumspotenzial etabliert. Nach eigener Einschätzung hat sie in den einzelnen Märkten und Segmenten folgende Marktposition inne: In Deutschland ist sie Nr. 1 in der Distribution von Sendungen im Pharmabereich sowie in der Kombifracht. In der Slowakei, Kroatien, Serbien und Bosnien-Herzegowina ist sie der führende Anbieter für die Zustellung von Paketen an Geschäftskunden, in Ungarn und Kroatien rangiert sie als Marktführer bei unadressierten Werbesendungen.

Auf breiter Basis präsent in zentral- und südOst-/Osteuropa

Die Österreichische Post ist derzeit mit 23 operativen Gesellschaften auf dem Brief- und Paketmarkt in elf Ländern tätig:

Land Unternehmen/Anteil1 Tätigkeitsfeld
Österreich Österreichische Post AG Briefpost
Adressierte Werbesendungen
Medienpost
Österreichische Post AG, feibra Unadressierte Werbesendungen
Scanpoint Scanning/Archivierung von Dokumenten
EBPP
(Electronic Bill Presentment and Payment)
Elektronische Servicedienstleistungen
Österreichische Post AG Express und Paket, Kombifracht
Scherübl Transport, 74,9% Temperaturlogistik
Post Wertlogistik Werttransporte
Deutschland trans-o-flex,
trans-o-flex Thermomed
Express, Kombifracht, Speziallogistik,
Temperaturlogistik
MEILLERGHP, 65,0% Direct-Mail-Dienstleistungen
Austrian Post International Deutschland International Mail
Belgien trans-o-flex Belgium Express, Kombifracht, Temperaturlogistik
Niederlande trans-o-flex Nederland Express, Kombifracht, Temperaturlogistik
Slowakei Slovak Parcel Service (SPS), In Time Express und Paket, Kombifracht
Kolos Unadressierte und adressierte
Werbesendungen
Tschechien MEILLERGHP, 65,0% Direct-Mail-Dienstleistungen
Scanpoint Scanning/Archivierung von Dokumenten
Ungarn trans-o-flex Hungary Express und Paket, Kombifracht
feibra Magyarország Unadressierte und adressierte
Werbesendungen
Serbien City Express Express und Paket, Kombifracht
Montenegro City Express Montenegro Express und Paket, Kombifracht
Bosnien-Herzegowina 24-VIP Express und Paket, Kombifracht
Kroatien Overseas Trade Express und Paket, Kombifracht
Weber Escal Unadressierte Werbesendungen
Post d.o.o. Adressierte Werbesendungen

1 Angabe des Beteiligungsverhältnisses erfolgt nur, wenn Anteil geringer als 100%.

neues leitbild

klare werte in einer zeit der veränderung

Ohne klare Visionen und Wertvorstellungen kann ein Unternehmen nicht zielorientiert und nachhaltig handeln. In diesem Bewusstsein hat die Österreichische Post, deren Umfeld großen Veränderungen unterworfen ist, im Jahr 2010 ein neues Leitbild erstellt. Wichtig war dabei die Einbeziehung einer großen Zahl von Mitarbeitern aus allen Bereichen, um das neue Wertegerüst auf ein möglichst solides Fundament zu stellen.

Mehrfache Ziele und Herausforderungen

Mit der Formulierung ihres neuen Leitbildes verband die Österreichische Post mehrere Ziele, die sich aus den Veränderungen ihres Marktes und ihrer eigenen Tätigkeit, aber auch der Wirtschaft und Arbeitswelt insgesamt ergeben:

  • Kultureller Wandel im Umgang miteinander, aber auch im Umgang mit Kunden und Partnern der Post
  • Stärkung der Identität und der Identifikation Stolz auf das eigene Unternehmen und dessen gesellschaftlichen Beitrag
  • Steigerung der Attraktivität des Unternehmens für Mitarbeiter, Kunden und andere Stakeholder

Breit angelegter Entstehungsprozess

Den Entwurf für ihr neues Leitbild hat die Österreichische Post im Frühjahr und Sommer 2010 in einem breit angelegten, mehrstufigen Top-Down/Bottom-Up-Prozess erarbeitet. Die Basis dafür hatte zuvor ein eigens eingerichtetes Leitbildteam im Zuge des Projekts "Leistungskultur" gelegt, aus dem vier Wertekategorien hervorgingen:

  • Kundenorientierung und Innovationsbereitschaft
  • Effizienz und Leistungsorientierung
  • Zuverlässigkeit und Qualität
  • Wertschätzung und offene Kommunikation

Dieses Grundgerüst wurde in weiterer Folge durch Führungskräfte und Mitarbeiter inhaltlich interpretiert und eingehend diskutiert. Zunächst erfolgte die Interpretation und Kommentierung der einzelnen Wertekategorien durch den Führungskreis der Post mittels Online-Fragebogen. In einem nächsten Schritt erarbeiteten 156 Führungskräfte und Mitarbeiter aus allen Divisionen und verschiedenen Ebenen in insgesamt sechs Workshops konkrete Beispiele und Formulierungen. Schließlich wurden noch die Top-270-Führungskräfte der Österreichischen Post mittels Online-Befragung eingebunden und um Feedback ersucht. In Summe haben damit rund 500 Mitarbeiter zum Entstehen des neuen Leitbildes unmittelbar beigetragen.

Kompaktes Ergebnis

Als Ergebnis dieses eingehenden Analyse- und Diskussionsprozesses wurden drei Wertekategorien definiert:

  • Kundenorientierung
  • Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit
  • Kommunikation und Wertschätzung

"Rund 500 Mitarbeiter haben zum Entstehen des neuen Wer tegerüstes der Österreichischen Post aktiv beigetragen."

Das Leitbild mit Leben füllen

Nun gilt es, das Leitbild auch in der täglichen Arbeit aller Mitarbeiter der Österreichischen Post umzusetzen und zu verankern. Denn nur, wenn es bewusst gelebt wird, erfüllt es seine eingangs skizzierten Ziele. Wichtige Elemente dieser Umsetzung im Alltag sind:

  • Nutzung von Projekten und Maßnahmen für die Implementierung der neuen Wertekultur im Alltag
  • Führungskräfte als Wertebotschafter
  • Begleitende Kommunikation zum Rollout der Wertekultur

22/ Teil 1

Geschäftsbericht 2010 / Das Unternehmen

Diese Leitsätze wurden mit Formulierungen aus den Workshops und Befragungen unterlegt und final im Führungskreis abgestimmt.

Claudia Rack

Key Account Managerin Versandhandel

Vertrieb Dialog Kommunikation

Leitsatz 1: Wir stellen den Kunden in den Mittelpunkt

Wir begeistern unsere Kunden Wir sind für alle Kunden die erste Wahl Wir stehen für Zuverlässigkeit, Vertraulichkeit und Effizienz

nahe am kunden

wertschätzung und vertrauen

In einem liberalisierten Postmarkt ist die Zufriedenheit der Kunden einer der zentralen Bausteine für eine erfolgreiche Geschäftsentwicklung der Österreichischen Post. Mit attraktiven, nachvollziehbaren Leistungsangeboten, innovativen Dienstleistungen und einer umfassenden Service-Offensive beweist die Post: Der Kunde steht im Mittelpunkt aller unternehmerischen Entscheidungen.

Dabei geht die Österreichische Post davon aus, dass Kundenzufriedenheit nicht nur in der korrekten Abwicklung einer Leistung begründet liegt, sondern auch mit Wertschätzung und Vertrauen zu tun hat. Deshalb setzt die Post auf ein möglichst individuelles, gezieltes Eingehen auf die Bedürfnisse der Kunden. Dabei muss sie

"Mit ihrem in ganz Österreich flächen- deckenden Netz, aber auch mit attraktiven, bedarfsorientierten Angeboten genießt die Österreichische Post hervorragende Zufriedenheitswerte."

Die langfristige Versorgungssicherheit in ganz Österreich ist der Österreichischen Post ein zentrales Anliegen.

auf veränderte Lebenswelten – etwa Internet, erhöhte Mobilität, Zunahme der Single-Haushalte etc. – ebenso eingehen wie auf den Bedarf nach einfacheren, leicht verständlichen Produkten und nach hoher Convenience.

Zahlreiche Initiativen hat die Post in diesem Bereich gerade im abgelaufenen Jahr gesetzt, begleitet von stetigen Leistungs- und Qualitätskontrollen, die durchwegs hervorragendes Feedback erbrachten.

Kundenzufriedenheitsbefragung bei 3,6 Mio Haushalten erbringt hervorragendes Ergebnis

Sehr erfreulich verlief die im November 2010 an 3,6 Mio österreichische Haushalte versendete Kundenzufriedenheitsbefragung der Division Brief. Schon die Rücklaufquote von über 8% signalisiert großes Interesse an den Dienstleistungen der Post. Die Analyse der Antworten zeigt zudem, dass 94% der Befragten mit der Briefzustellung sehr zufrieden bzw. zufrieden sind. Weiters stellte sich heraus, dass 91% Vertrauen in die Österreichische Post haben.

Werbemedien der Österreichischen Post positiv bewertet

Auf die Frage, welche Formen der Kommunikation über neue Produkte und Aktionen am meisten geschätzt werden, wurden Flugblätter von 46% und persönlich adressierte Postsendungen von 31% der Befragten als beliebteste Werbemedien genannt. Diese Ergebnisse werden auch durch das unabhängig durchgeführte Branchen-Tracking der Institute TMC Media Consulting und marketagent bestätigt.

Werbemedien der Post sind beliebteste Tools

Quelle: Kundenzufriedenheitsbefragung der Österreichischen Post, 10/2010

Post-Netz dichter als vom Gesetzgeber vorgeschrieben

Die Österreichische Post, die ihren Kunden schon bisher ein dichtes Netz an Geschäftsstellen mit attraktiven Angeboten und Öffnungszeiten geboten hatte, hat 2010 an dessen Verdichtung und Optimierung intensiv gearbeitet. Die Zahlen sprechen für sich: Zu Jahresbeginn 2010 umfasste das Netz der Post-Geschäftsstellen in Österreich insgesamt 1.552 Standorte, davon 418 Post Partner. In den vergangenen zwölf Monaten sind rund 700 weitere Wirtschaftstreibende dazu gekommen, die sicherstellen, dass das Netz um vieles dichter ist, als es der Gesetzgeber vorschreibt. Im neuen Postmarktgesetz werden 1.650 Geschäftstellen vorgeschrieben, mit Ende 2010 verfügte die Österreichische Post bereits über 1.850 Standorte, darunter 1.117 Post Partner.

Nahversorger als kundennahe Partner der Post

Branchencluster der Post Partner, Stand Jänner 2011

Quelle: Österreichische Post

Höhere Kunden-Convenience durch Vereinfachung von Produkten und Dienstleistungen

Klar strukturierte und vereinfachte Produkte, die sich am konkreten Bedarf der Menschen orientieren – so lautet das 2010 festgelegte strategische Ziel der Post für die Produktgestaltung. Ein wichtiger Schritt erfolgt hier mit 1. Mai 2011, wenn die Österreichische Post das Brief-Angebot von gewichtsbasierten auf fünf Standardformate umstellen wird. Geschäftskunden können darüber hinaus zwischen Economy- und Priority-Produkten in der Zustellgeschwindigkeit wählen.

Alles aus einer Hand – deutliche Zuwächse im Poststellen Management

Umfassender Service – über den Bereich der klassischen Postdienstleistungen hinaus – bringt die Post näher an ihre Kunden. Deshalb weitet sie ihr Angebot seit Jahren konsequent aus und bietet heute ein breites Portfolio an Business Services – von Datenmanagement, Druck, Kuvertierung und Versand bis hin zu Eingangspostbearbeitung und -sortierung, Digitalisierung und interner Verteilung. Der Erfolg gibt der Post recht: 2010 konnte der Umsatz im Bereich Poststellen Management dank neuer Kunden, etwa der Generali Gruppe Österreich, aber auch dank neuer Angebote erneut um mehr als 70% ausgeweitet werden.

Innovation am puls der zeit

ideale synthese von print und online

In Zeiten massiver Veränderungen der Geschäfts- und Kommunikationsprozesse nutzt die Österreichische Post den technologischen Fortschritt proaktiv zur Entwicklung kundenorientierter, innovativer Services. Kontinuierliche Produkterneuerungen in Verbindung mit den traditionellen Tugenden – Sicherheit, Vertrauen und Zuverlässigkeit – sind somit eine wesentliche Säule der Unternehmensstrategie der Österreichischen Post.

Die Post bietet zusätzlich zur Beförderung von Briefen und Paketen ihren Kunden auch neue Produkte an, die auf die veränderten Gegebenheiten in der Privat- und Geschäftskommunikation innovativ antworten. Es werden zwei Welten ideal unter einem Dach miteinander verbunden: konventionelle Offline-Kommunikation über physische Sendungen einerseits, neue Online-Angebote andererseits.

Wunschtext versehen und online versendet werden ...

Zahlreiche Neuerungen und Erweiterungen erfolgten hier im abgelaufenen Geschäftsjahr.

Online-Offensive 2010 bringt neue Produkte im Brief- und Paketbereich

Im Rahmen ihrer Online-Offensive hat die Österreichische Post – abgesehen von einem Relaunch ihres gesamten Webauftritts – mehrere wichtige Produktinnovationen auf den Markt gebracht: Im Juni 2010 startete die e-Postkarte, mit der es möglich ist, ein eigenes Fotomotiv mit einem Wunschtext zu versehen, das von der Post in hoher Qualität gedruckt und zugestellt wird. Kurz zuvor hatte die Post schon die klassischen Postdienste wie Nachsendeauftrag und Urlaubsfach erfolgreich auch online zugänglich gemacht.

100%-Übernahme der EBPP

Einen weiteren Meilenstein bedeutete die im Juni 2010 erfolgte 100%-Übernahme von EBPP (Electronic Bill Presentment and Payment) GmbH – einem der führenden österreichischen Anbieter in der elektronischen Rechnungslegung. Ihre Kernkompetenzen im Bereich der e-Rechnungen wurden mittlerweile mit dem Produkt meinBrief.at erweitert – ein innovatives duales Zustellservice, das dank seiner hohen Sicherheit sogar die rechtskonforme elektronische Zustellung behördlicher Schriftstücke (RSa-/RSb-Brief) ermöglicht. Grundsätzlich werden die Dokumente dabei digital versendet. Kann auf diese Weise nicht zugestellt werden, erfolgt eine physische Zustellung.

Online-Paketmarke

Mit November 2010 hat die Österreichische Post ihre Online-Services in Österreich um ein weiteres Angebot ergänzt – die Online-Paketmarke. Der Kunde wählt online die gewünschte Paketmarke und bezahlt sie auch über das Mit der e-Postkarte kann ein eigenes Fotomotiv mit einem

Internet. Nach der vollständigen Dateneingabe kann die Paketmarke bequem zu Hause ausgedruckt und auf das Paket geklebt werden. Das so frankierte Paket wird vom Kunden bei einer Post-Geschäftsstelle (Postfiliale, Post Partner) oder im Rahmen der Landannahme aufgegeben.

"Proaktives Eingehen auf geänderte Kommunikations- gewohnheiten."

Zahlreiche innovative Direct-Marketing-Services

Diverse besonders für Businesskunden attraktive Lösungen bietet die Österreichische Post im Direct Marketing. Abgesehen von professionellem Datenmanagement und komfortablen Outsourcing-Angeboten bedeutet vor allem das perfekte Zusammenspiel von Print und Internet einen beachtlichen Vorteil. So sorgt z. B. das medienübergreifende Paket Perfect Response für enorm hohe Responseraten.

... und die Österreichische Post druckt die Karte dann in hoher Qualität aus und stellt sie zu.

Digitale Postbearbeitung mit deutlichem Wachstum

Auch im Bereich der digitalen Postbearbeitung – wahrgenommen vom Tochterunternehmen Scanpoint – konnte der Umsatz 2010 deutlich gesteigert werden. Die Expertise des Unternehmens liegt in der Übernahme des physischen Posteingangs und dessen Umwandlung in digitale Informationen. Der Fokus liegt dabei auf der Bearbeitung von Eingangsrechnungen, die erfasst, ausgelesen und kundengerecht aufbereitet werden, wodurch die Durchlaufzeiten um bis zu 75% verkürzt werden. Zudem bietet Scanpoint innovative Dienstleistungen im Bereich der Archivdigitalisierung, etwa von Personalakten.

Neueste ORCA-Sortiersoftware erfolgreich implementiert

Auch für die interne Post-Logistik arbeitet die Österreichische Post laufend an zeitgemäßen Lösungen. ORCA (Opening Reading Coding Architecture) ist z. B. die neueste Lesesoftware für die Brief- und Flatsortieranlagen der Österreichischen Post. Durch den Einsatz der neuen Systemplattform konnten die Erkennungsraten der Postleitzahlen um 5 Prozentpunkte und jene der gesamten Adressen (Zustellbezirke) sogar um mehr als 8 Prozentpunkte gesteigert werden. Zeitgleich mit der Einführung von ORCA wurde die Maschinensteuerung der Brief- und Flatsortieranlagen modernisiert und vereinheitlicht.

im dienst des kunden

Die Österreichische Post bringt statistisch gesehen täglich jedem heimischen Haushalt und Unternehmen zwei Briefsendungen und bietet im europäischen Vergleich eine sehr hohe Zustellqualität. Damit ist die Österreichische Post nicht nur ein verlässlicher Logistik- Versorger, sondern verfügt als eines der bedeutendsten Unternehmen auch über das größte Kundennetzwerk des Landes. Hier einige Beispiele für die Spitzenleistungen der Post und ihrer Mitarbeiter:

täglich rund 200.000 kilometer

im dienst der kunden

  • mopeds: fahren täglich in Summe über 18.000 km. Das ist fast dreimal Wien – New York.
  • pkw und transporter: 6.800 gesamt kommen täglich auf 175.000 km. Das ist viermal um die Erde.
  • fahrräder: legen täglich rund 6.500 km zurück. Das ist mehr als viermal Wien – London.

900.000 Kunden hat die P.S.K. gegenwärtig in Österreich 6.500 Kilometer legen die Zusteller in ganz Österreich täglich mit dem Fahrrad zurück 6.200.000.000 100.000 Schultüten wurden 2010 bei der Schultütenaktion von Post und Ö3 an Schulen in ganz Österreich für Erstklassler ausgeliefert 56Mio Pakete befördert die Post jährlich in Österreich 4,2Mio Haushalte und Unternehmen werden täglich in Österreich von der Post beliefert 22.000 Briefannahmestellen hält die Post in Österreich für ihre Kunden bereit 100.000 Menschen besuchen jedes Jahr im Advent das Postamt Christkindl

Sendungen werden jährlich befördert; damit ist die Division Brief der größte Logistikanbieter des Landes

1.850

Post-Geschäftsstellen bestanden in Österreich Ende 2010

62 Kunden kommen jährlich in die Geschäftsstellen der Post Mio

1.250 Mopeds nutzen die Zustellerinnen und Zusteller der Division Brief

in Österreich zur raschen Zustellung in Stadtrandlagen

3.300.000 Adventkalender mit 24 Überraschungen brachte die Post im Dezember 2010 ihren Kunden als kleines Dankeschön

der postmarkt in europa

umfeld und trends

Weltweit und auch in Europa ist der Postmarkt teils massiven Veränderungen ausgesetzt. Liberalisierung und digitale Substitution des klassischen Briefes gehören dazu ebenso wie der anhaltende Boom im Online-Shopping. In diesem Umfeld setzen viele Postunternehmen auf eine Diversifikation ihrer Geschäftstätigkeit.

Postunternehmen sind vielfach in mehreren Segmenten tätig

Der europäische Postmarkt umfasst traditionell drei Segmente:

Kommunikation

(Beförderung von Briefen, Direct Mails und Printmedien),

  • Logistik (Paketbeförderung, Kurierdienste und Logistik-/Frachtdienstleistungen) und
  • Retail

(Filialgeschäft mit Postservices, Finanzdienstleistungen und Einzelhandel)

Jeder dieser Teilmärkte unterliegt unterschiedlichen Rahmenbedingungen und spricht verschiedene Zielgruppen an. Je nach historischer Entwicklung und spezifischen Marktgegebenheiten ist die Zusammensetzung und Gewichtung dieser drei Bereiche in den einzelnen Postmärkten bzw. bei den einzelnen Postunternehmen zum Teil sehr unterschiedlich.

Aktuelle Trends – Herausforderungen und Chancen

Das Marktumfeld in den drei historisch gewachsenen Kernmärkten der Post – Kommunikation, Logistik und Retail – ist starken Veränderungen unterworfen. Die zunehmende Digitalisierung von Kommunikations- und Geschäftsprozessen, die Liberalisierung des Briefmarktes, die globale

Wirtschaftskrise als zusätzlicher Impulsgeber für Veränderungsprozesse, aber auch grundlegende strukturelle Umwälzungen stellen die Postgesellschaften vor neue Herausforderungen. Sie bieten ihnen aber gleichzeitig die Chance, ihr Geschäft erfolgreich weiterzuentwickeln.

Substitution von Briefen durch elektronische Kommunikation

Der durch die Wirtschaftskrise verschärfte Kostendruck hat die schon seit mehreren Jahren international zu beobachtende Substitution des

klassischen Briefes durch elektronische Kommunikation zuletzt noch beschleunigt. Dieser Entwicklung versuchen Postgesellschaften durch die Entwicklung von eigenen digitalen Lösungen zu begegnen. Auch die Österreichische Post entspricht diesem Trend mit diversen Online- bzw. Hybrid-Angeboten oder der dualen Zustellung von Briefen und hat bereits eine Reihe sehr gut angenommener Online-Produkte in diesem Bereich lanciert. Da Österreich beim Volumen adressierter Briefe pro Einwohner in Westeuropa im Mittelfeld liegt, wirken sich Substitutionseffekte im internationalen Vergleich tendenziell etwas schwächer auf das Briefvolumen der Österreichischen Post aus.

Entwicklung des Briefvolumens in hoch digitalisierten Volkswirtschaften

Quelle: IPC, Global Postal Industry Report 2010

Österreich bei Briefen und adressierten Werbesendungen pro Einwohner im Mittelfeld

Quelle: IPC, Global Postal Industry Report 2009

Positive Tendenz bei Direct Mails in Österreich

Positive Impulse gehen umgekehrt vom weiterhin intakten Markt des Dialogmarketings in Österreich aus. Direct Mails an alle Haushalte oder an

spezifische Zielgruppen sind wegen der hohen Responsequalität ein wichtiger Bestandteil im Marketing Mix vieler Unternehmen. Im internationalen Vergleich befindet sich Österreich bei den Werbesendungen pro Einwohner unter den Spitzenreitern. Die Österreichische Post profitiert somit von dem weitgehend stabilen Sendungsaufkommen in diesem Segment.

Anhaltender Boom im Online-Shopping

Deutliche positive Impulse für das Postgeschäft liefert der nach wie vor dynamisch wachsende Distanzhandel, insbesondere über Online-Kanäle.

Vor allem das B2C-Paketgeschäft – also die Zustellung von Paketen an private Empfänger – profitiert mit kontinuierlichen Zuwächsen vom Boom im Online-Shopping. Aktuelle Statistiken zeigen, dass bereits 43% der 16- bis 74-Jährigen Produkte oder Dienstleistungen im Netz einkauften. Unter den 25- bis 34-Jährigen nutzen bereits 67% das Internet für Einkäufe.

laufende zunahme der ONLINE-SHOPPER in österreich %

Quelle: Statistik Austria

Angesichts der weiter zunehmenden Nutzung des Internet für die Bestellung von Waren und Dienstleistungen ist mit weiteren Zuwachsraten in diesem Bereich zu rechnen. Dabei verändert das Internet die Kundenerwartungen und das Kundenverhalten radikal, Ansprüche wie Verfügbarkeit und verbindliche Liefergeschwindigkeit und -treue rücken noch stärker in den Fokus. Auch die Post- und Logistikanbieter stellt das vor immer höhere Anforderungen bezüglich ihrer Leistungsqualität.

Paketmenge in Österreich MIO pakete

Quelle: Kreutzer Fischer & Partner

Wettbewerb durch vollständige Liberalisierung des Briefmarktes in Europa

Die dritte EU-Postdienste-Richtlinie schreibt vor, dass Europas nationale Postmärkte in bisher noch reser-

vierten Bereichen vollständig geöffnet werden müssen. Ziel dieser Liberalisierung ist es, in sämtlichen EU-Mitgliedstaaten den Postmarkt für den freien Wettbewerb zu öffnen und gegebenenfalls bestehende Monopole abzuschaffen.

Die Mitgliedstaaten sind demnach verpflichtet, die vollständige Liberalisierung ihrer Postmärkte mit 1. Jänner 2011 gesetzlich zu gewährleisten. Eine Ausnahmebestimmung besteht für Tschechien, Griechenland, Zypern, Lettland, Litauen, Luxemburg, Ungarn, Malta, Polen, Rumänien und die Slowakei, die die Umsetzung der Richtlinie bis zum 31. Dezember 2012 zurückstellen können. Der Status der Umsetzung variiert in den einzelnen Mitgliedstaaten erheblich. Teilweise liegen erst Entwürfe für die nationalen Rechtsvorschriften vor, mit denen die Richtlinie umgesetzt wird, während in anderen Mitgliedstaaten die Marktliberalisierung bereits jetzt umgesetzt ist.

Mehrstufiger Liberalisierungsfahrplan

Basierend auf der dritten EU-Postdienste-Richtlinie erließ der österreichische Gesetzgeber das Postmarktgesetz, das nun mit 1. Jänner 2011 zur Gänze in Kraft getreten ist. Die wesentlichsten Neuerungen sind:

Wegfall des Briefmonopols

Das Beförderungsmonopol der Österreichischen Post für Briefsendungen bis 50 Gramm, das die österreichweit gleichwertige Zustellung sichert, ist mit 31. Dezember 2010 weggefallen. Gleichzeitig entfiel damit für die Österreichische Post ab 1. Jänner 2011 aber auch der indirekte Ausgleich für die auferlegten Pflichten aus dem Universaldienst – die garantierte flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit qualitativ hochwertigen Postdienstleistungen im gesamten Bundesgebiet.

Universaldienst und Ausgleich der Nettokosten

Die Österreichische Post bleibt Österreichs Universaldienstanbieter und garantiert damit "every day, every door" Leistungen für Österreich. Der ab 2011 neu definierte Universaldienst beschränkt sich im Sinn der Sicherung der Grundversorgung primär auf Postsendungen, die an den gesetzlich definierten Zugangspunkten abgegeben werden können, das sind z. B. Post-Geschäftsstellen oder Briefkästen. Postdienste für Sendungen, die von Großkunden in Verteilzentren eingeliefert werden, zählen jedenfalls nicht zum Universaldienst.

Der Ersatz der Universaldienstnettokosten wird über einen Ausgleichsfonds abgewickelt, wobei der Kostenaufwand

zwischen der Österreichischen Post und den konzessionierten Postdienstanbietern nach Marktanteilen geteilt wird. In diesen Ausgleichsfonds müssen nur jene konzessionierten Postdiensteanbieter einzahlen, deren Jahresumsätze aus der konzessionierten Tätigkeit 1 Mio EUR übersteigen. Zudem werden der Österreichischen Post Universaldienst-Nettokosten nur so weit ersetzt, als diese das Unternehmen unverhältnismäßig finanziell belasten. Dies ist dann der Fall, wenn die Universaldienst-Nettokosten 2% der jährlichen Gesamtkosten der Österreichischen Post überschreiten.

Konzessionspflichtige Postdienstleistungen

Ab 1. Jänner 2011 unterliegen Postdienste für Briefsendungen mit einem Gewicht bis 50 Gramm (einschließlich nicht offener Direktwerbung) einer Konzessionspflicht.

Poststellennetz

Im Postmarktgesetz ist eine Mindestanzahl von 1.650 Post-Geschäftsstellen vorgesehen. Die Österreichische Post hat darüber hinaus sicherzustellen, dass in Gemeinden mit über 10.000 Einwohnern und in allen Bezirkshauptstädten im städtischen Bereich für mehr als 90% der Einwohner eine Post-Geschäftsstelle in maximal 2.000 Metern erreichbar ist, in allen anderen Regionen beträgt die vorgeschriebene maximale Entfernung zu einer Post-Geschäftsstelle 10.000 Meter. Die Österreichische Post übertrifft diese Anforderungen mit einem Geschäftsstellennetz von 1.850 Standorten per Ende 2010 im Interesse einer flächendeckend kundennahen Versorgung deutlich.

"Weiterhin hohe Anforderungen durch Universaldienst."

Mit eigenem Personal betriebene Post-Geschäftsstellen darf die Österreichische Post nur nach Durchführung eines Aufsichtsverfahrens in Post Partner umwandeln. Dabei muss sie nachweisen, dass die von der Umstrukturierung betroffenen Poststellen dauerhaft unrentabel sind und die flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Postdienstleistungen durch andere Standorte gewährleistet ist. Auch die betroffenen Gemeinden müssen zeitgerecht von der geplanten Strukturumwandlung im Filialnetz informiert werden.

Hausbrieffachanlagen und Landabgabekästen

Das Postmarktgesetz sieht einen Austausch der bestehenden Hausbrieffachanlagen und Landabgabekästen ohne Einwurfschlitz durch solche mit Einwurfschlitz vor. Die Österreichische Post hat als Universaldienstbetreiber diesen Austausch bis Ende 2012 vorzunehmen. Die Kostenaufteilung zwischen der Österreichischen Post und den konzessionierten Postdienstanbietern erfolgt zu 90% im Verhältnis der Marktanteile und zu 10% im Verhältnis der Anzahl der konzessionierten Postdienstanbieter.

Die Kooperation der Österreichischen Post mit der BAWAG P.S.K. ermöglicht beiden Partnern die Konzentration auf ihr Kerngeschäft.

einfluss- und erfolgsfaktoren im postgeschäft

Abgesehen von den zuvor erwähnten Markttrends und der Marktöffnung wird das Postgeschäft stark von weiteren externen sowie internen Einflussgrößen bestimmt:

Extern: Von außen – und damit durch das Unternehmen nur bedingt beeinflussbar – wirken hier insbesondere:

  • Bevölkerungswachstum
  • Konjunkturentwicklung
  • Inflation und Personalkostenentwicklung
  • Regulatorisches Umfeld

Intern: Vom Unternehmen selbst steuerund optimierbar sind folgende Erfolgsfaktoren, hinsichtlich derer sich die Österreichische Post in den letzten Jahren durchwegs sehr gut positionieren konnte:

  • Starke Marke mit hoher Bekanntheit und positivem Wertegerüst
  • Attraktive, nach Kundenbedürfnissen ausgerichtete Produkte
  • Kundennähe und flächendeckendes Vertriebsnetz
  • Zuverlässigkeit der Dienstleistung
  • Leistungsfähige und kosteneffiziente Logistiknetze
  • Wettbewerbsfolgen direkter und indirekter Prozesse

"WEIL'S MIR WIRKLICH WICHTIG IST, setze ich alles daran, unsere ziele zu erreichen und wirtschaftlich nachhaltig zu handeln."

mag. Christine Mahrle

Leitung Marketing International

und International Affairs Division Brief

Leitsatz 2: Wir handeln zukunftsorientiert

Wir arbeiten ergebnisorientiert und sichern unsere Marktposition Wir setzen anspruchsvolle Ziele Wir nutzen Ressourcen sparsam und nachhaltig

strategie

stabilität und wachstum

Ausgehend von der starken Position in Österreich ist die Strategie der Österreichischen Post klar definiert: Sicherung und Ausbau der Marktführerschaft in Österreich sowie Wachstum in definierten Märkten. Die Basis dafür: Laufende Effizienzsteigerung und Flexibilisierung der Kostenstruktur sowie konsequente Kundenorientierung und Innovation in allen Tätigkeitsbereichen.

Klare wirtschaftliche Ziele

Die aktuellen Entwicklungen auf dem internationalen Postund Logistikmarkt stellen die Österreichische Post vor große Herausforderungen, bringen aber auch neue Chancen. Mit dem Ende 2009 gestarteten Programm Post@2011 hat die Post ihre zentralen strategischen Stoßrichtungen definiert und 2010 die daraus resultierenden strategischen Initiativen konzernübergreifend gestartet.

Dabei orientiert sie sich an drei zentralen wirtschaftlichen Zielen:

Umsatz: Mittelfristiges Wachstum von 1-2% pro Jahr

Der erwartete Volumensrückgang bei adressierten Briefen von 3-5% p.a. soll durch Nutzung der Wachstumschancen – wie etwa durch Wachstum im Paketgeschäft von über 6% p.a. – mehr als kompensiert werden. Unterstützt wird

dieses Wachstum durch neue Serviceangebote, innovative Ansätze in Kundenbetreuung und -bindung sowie eine verstärkte Differenzierung der Produkte nach dem für den Kunden optimalen Preis-Leistungs-Verhältnis.

Hohe Ertragskraft: Nachhaltige EBITDA-Marge von 10-12%

Auch in einem liberalisierten Markt will die Österreichische Post ihre hohe Ertragskraft halten. In allen operativen Abläufen gilt es deshalb, die Effizienz weiter zu steigern. Die Dienstleistungen werden noch intensiver am Kundennutzen ausgerichtet, die Logistik so schlank wie möglich gestaltet. Damit sichert die Post sowohl ihre Erträge als auch ihren Cashflow nachhaltig.

Dividende: Auch weiterhin attraktive Dividendenpolitik

Wie bereits beim Börsegang kommuniziert, ist es Ziel der Österreichischen Post, ihren Eigentümern eine interessante Verzinsung des eingesetzten Kapitals zu bieten. Deshalb wird die bestehende Dividendenpolitik fortgesetzt, nach der regelmäßig 75% des Nettoergebnisses an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Es wird eine Dividende angestrebt, die sich mit dem Konzernergebnis weiterentwickelt.

Klar definierte Ziele für Heimmarkt und Wachstumsregionen

Österreich

Ziel: Markt-, Kosten- und Qualitätsführer in der Multi-Channel-Zustellung und bei postaffinen Mehrwert-Dienstleistungen

International

Ziel: Marktführer in Segmenten und Regionen mit hohem Wachstumspotenzial

  • Paket, Kombifracht und temperaturgeführte Logistik
  • Südost-/Osteuropa

Vier Kernstrategien

Ausgehend von diesen Zielen hat die Österreichische Post vier Kernstrategien definiert:

1. Verteidigung der Marktführerschaft im Kerngeschäft

In Österreich ist die Post unangefochtener Marktführer – sowohl im Briefgeschäft als auch in der Beförderung und Zustellung von Paketen, insbesondere an private Empfänger. In den Jahren 2009 und 2010 ist es gelungen, trotz Rezession und hartem Preiswettbewerb in vielen Segmenten Marktanteile zu gewinnen. Diese starke Position soll auch in der Zukunft abgesichert werden. Im Besonderen gilt dies für den mittlerweile zur Gänze liberalisierten Briefmarkt.

2. Wachstum in definierten Märkten

Ergänzend zu ihrem Kerngeschäft wird die Post bestehendes Potenzial in Wachstumssegmenten nutzen: Im Vordergrund steht hier das Paket- und Logistikgeschäft, das mit Fokus auf Kombifracht, temperaturgeführte Logistik und B2B- sowie B2C-Paket sowohl in Österreich und Deutschland als auch in Südost-/ Osteuropa weiter ausgebaut werden soll. Die Österreichische Post erweitert zudem laufend ihr Leistungsangebot für Briefkunden.

3. Effizienzsteigerung und Flexibilisierung der Kostenstruktur

Zur Festigung der klaren Kostenführerschaft in Österreich auch nach der vollständigen Liberalisierung des Briefmarktes ist eine weitere deutliche Steigerung der Effizienz in Logistik und Zustellung erforderlich. Die stetige Verbesserung der Netzwerkinfrastruktur, der weitere Umbau des Filialnetzes in Richtung unternehmerischer Modelle, die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle sowie eine gezielte Reduktion der Verwaltungskosten und des gesamten Sachaufwandes stellen wesentliche Stoßrichtungen dar.

4. Kundenorientierung und Innovation

Nur mit attraktiven Angeboten, die den konkreten Anforderungen der Kunden entsprechen, kann die Post langfristig erfolgreich sein. Deshalb setzt das Unternehmen neben Komplexitätsreduktion auf gezielte Innovation im Leistungsangebot sowie auf eine umfassende Serviceoffensive. Hierzu zählt unter anderem eine Online-Initiative, mit der der Komfort bei klassischen Postdienstleistungen erhöht wird und neue digitale Produkte im Bereich elektronischer Post angeboten werden.

Die Post verteidigt ihre Marktführerschaft in Österreich erfolgreich und wächst in definierten Märkten.

Deutliche Fortschritte im Jahr 2010

Zur konkreten Umsetzung der vier Kernstrategien hat die Österreichische Post sowohl konzernweit als auch auf Divisionsebene eine Reihe von Maßnahmenpaketen geschnürt und Projekte gestartet. Bereits 2010 konnten damit wesentliche positive Ergebnisse erzielt werden. In den nächsten Jahren sollen nun die getroffenen Maßnahmen und Initiativen konsequent fortgeführt und weiterentwickelt werden.

Verteidigung der Marktführerschaft im Kerngeschäft

Initiativen 2010

2010 konnte nicht nur der Mengenrückgang im Briefgeschäft gebremst, sondern auch ein Volumensanstieg

bei Werbesendungen erzielt werden. Ausgebaut werden konnte auch der Marktanteil bei B2B-Paketen. Speziell für Businesskunden wurde das neue Paketprodukt "Premium light" auf den Markt gebracht.

Projekte 2011

Die Briefdienstleistungen der Österreichischen Post werden ab 2011, dem Jahr der vollständigen Marktliberalisierung, weiter modernisiert und ausgeweitet. Dabei erfolgt aufgrund der gesetzlichen Änderungen eine Differenzierung nach umsatzsteuerpflichtigen und umsatzsteuerfreien Leistungen. Um durch Differenzierung im Preis-Leistungsangebot weitere Kundenschichten zu gewinnen, soll das Tochterunternehmen feibra gezielt weiterentwickelt werden. 2010 wurde das Zustellnetz von feibra erweitert, um die Leistungen österreichweit anbieten zu können.

Wachstum in definierten Märkten

Initiativen 2010

Ihren Wachstumskurs im Paket- und Logistikgeschäft mit Fokus auf Kombifracht, temperaturgeführte Logistik

und B2B-/B2C-Paket hat die Post 2010 sowohl in Österreich und Deutschland als auch in Südost- und Osteuropa fortgeführt. Im internationalen Geschäft konnte dabei nach Jahren starker Expansion im abgelaufenen Jahr der Turnaround erreicht werden. Wichtige Fortschritte wurden auch gemeinsam mit Partnern erzielt: Durch ein Joint Venture von meiller direct mit dem Geschäftsfeld Direct Mail der Swiss Post Solutions entstand unter dem Namen MEILLERGHP ein neuer, leistungsfähiger Anbieter auf dem europäischen Markt für adressierte Werbesendungen.

Projekte 2011

Das Hauptaugenmerk liegt hier nun auf weiterem Wachstum bei gleichzeitiger Steigerung der Profitabilität des internationalen Geschäfts im Bereich Paket & Logistik sowie auf der verstärkten Nutzung des internationalen Paket- und Frachtnetzwerks EURODIS. Parallel dazu ist eine Ausweitung des Leistungsprofils der Brief- und Paketaktivitäten in Südost-/Osteuropa geplant.

3.

effizienz

Effizienzsteigerung und Flexibilisierung der Kostenstruktur

Initiativen 2010

Auch im Jahr 2010 wurde in allen Bereichen konsequent eine Vielzahl von Effizienzsteigerungsmaßnahmen

umgesetzt. Zusätzlich konnten im Berichtszeitraum spürbare Synergien durch die Intensivierung der Verbundzustellung von Briefen und Paketen erreicht werden. Auch im Filialnetz der Post wurde eine Reihe von Maßnahmen, so etwa der erfolgreiche Umbau der Filialnetzstruktur, zur weiteren Effizienzsteigerung umgesetzt. Darüber hinaus hat die Post im Retail-Bankgeschäft eine intensivierte Kooperation mit der BAWAG P.S.K. vereinbart, die Synergien und zusätzliche Potenziale in diesem für die Filialen wichtigen Segment erschließt. Im Personalbereich wurden – auch durch die Entwicklung eines neuen Leitbildes – die Grundlagen zur Etablierung einer leistungsorientierten Unternehmenskultur geschaffen. Durch gemäßigte Gehaltssteigerungen, einen neuen Kollektivvertrag und einen Rückgang des Mitarbeiterstandes konnten 2010 die Personalkosten reduziert werden. Weiters wurde der interne Arbeitsmarkt neu aufgesetzt: Das Karriere- und Entwicklungscenter (KEC) wurde aufgelöst. Mitarbeiter,

deren bisheriger Arbeitsplatz redundant wurde, werden nun in Zusammenarbeit mit dem AMS (Arbeitsmarktservice) für eine neue Tätigkeit innerhalb oder außerhalb des Unternehmens professionell qualifiziert und zielgerichtet vorbereitet. Des Weiteren konnten durch die zielgerichtete Umsetzung des Zentraleinkaufs erste Einsparungen erzielt werden.

Projekte 2011

Eine weitere deutliche Steigerung der Effizienz in der Brieflogistik sollen 2011 die Einführung neuer Zustellmodelle und eine Modernisierung der Sortiertechnik ermöglichen. Parallel dazu wird gemeinsam mit der BAWAG P.S.K. der Strukturwandel im Filialnetz weiter fortgeführt. Ziel ist die Gestaltung eines kundenorientierten Leistungsangebots mit variabilisierten Kostenstrukturen.

"Bei der Umsetzung ihrer Strategie ist die Österreichische Post 2010 ein großes Stück vorangekommen."

Kundenorientierung und Innovation

kunden

Initiativen 2010 Im Rahmen der Online-Initiative der Österreichischen Post konnte der Komfort bei klassischen Post-

dienstleistungen durch neue Services – darunter etwa Online-Nachsendeauftrag und Online-Urlaubsfach oder die Möglichkeit zum Online-Erwerb von Paketmarken – erhöht werden. Auch durch neue hybride Produkte und innovative Technologien wurde das Angebot für Kunden erweitert, z. B. durch die von den Kunden sehr gut angenommene e-Postkarte. Die im Jahr 2010 erfolgte vollständige Übernahme des Internet-Dienstleisters EBPP hat im Bereich der dualen Zustellung entscheidende Fortschritte gebracht. Sie ermöglicht der Post etwa – in Form des neuen Produkts meinbrief.at – die Übermittlung von Schriftstücken sowohl in physischer als auch in elektronischer Form. Doch nicht nur der Bereich der elektronischen Dienstleistungen und Services wurde 2010 konsequent weiterentwickelt: Um auch physisch bundesweit optimalen Zugang zum Netzwerk der Post zu gewährleisten, wurde das Filialnetz auf 1.850 Post-Geschäftsstellen, davon mehr als 1.100 Post Partner, ausgebaut.

Projekte 2011

Um Leistungsprofil und Kundenzufriedenheit im gesamten Leistungsspektrum weiter zu optimieren, hat die Österreichische Post eine Service- und Qualitätsoffensive mit Fokus auf Privatkunden gestartet, die sich durch das ganze Jahr 2011 ziehen wird. Beim klassischen Brief wird 2011 eine Vereinfachung des Produktportfolios mit formatbasierten Tarifen und der Unterscheidung zwischen Premiumund Economy-Produkten erfolgen. Parallel dazu ist eine Weiterentwicklung der Online-Services in den Bereichen e-Post, e-Brief und e-Shop geplant.

Steuerung anhand klarer Parameter

Die operative Steuerung des Konzerns und der Divisionen der Österreichischen Post erfolgt über Umsatz, EBIT und Cashflow. Für die Wertsteigerung des Unternehmens ist es dabei gleichermaßen wichtig, Dienstleistungen bei bestehenden und neuen Kunden zu forcieren und die Kostenstruktur so effizient wie möglich zu halten. In den letzten Jahren ist es gelungen, aus dem Cashflow sowohl die notwendigen Investitionen bzw. Akquisitionen zu finanzieren als auch Dividendensicherheit zu gewährleisten. Um einen angemessenen Return on Investment zu garantieren, legt die Post auch an ihre Investitionen in neue Anlagen und Infrastruktur bzw. Beteiligungen strenge Kriterien an.

Kundenorientierung bedeutet auch, das Angebot an selbstbedienungsfähigen Produkten und Dienstleistungen kontinuierlich zu erweitern.

klare wirtschaftliche ziele

  • wachstum: Mittelfristiges Umsatzplus von 1-2% pro Jahr
  • hohe ertragskraft: Nachhaltige EBITDA-Marge von 10-12%
  • attraktive dividendenpolitik: Ausschüttungsquote von zumindest 75% des Periodenergebnisses; nachhaltige Dividende soll Geschäftsentwicklung widerspiegeln

investment story

klare ziele, attraktive rendite

Schon bei ihrem Börsegang im Frühjahr 2006 präsentierte sich die Österreichische Post mit einem Geschäftsmodell, das darauf ausgerichtet ist, den Aktionären des Unternehmens nachhaltig attraktive Dividenden zu bieten. Ziel war und ist es, das bestehende, solide Kerngeschäft im Brief- und Paketbereich auf Basis der führenden Marktposition zu sichern und die Wachstumschancen im deutlich dynamischeren Paketmarkt im In- und Ausland zu nutzen.

Optimierung und Modernisierung im Briefgeschäft, Expansion im Paketgeschäft

Die Substitution durch elektronische Medien führt im Briefgeschäft zu anhaltendem Volumensdruck. Dem daraus resultierenden tendenziellen Umsatzrückgang begegnet die Österreichische Post einerseits mit stetiger Optimierung und der Entwicklung zeitgemäßer, attraktiver Zusatzprodukte im Briefgeschäft selbst. Daneben setzt die Österreichische Post auf Wachstum im Paketgeschäft, das im In- und Ausland weiterhin interessante Wachstumsraten verzeichnet. Die Hauptimpulse gehen hier vor allem von der weiterhin starken Dynamik des Internet-Handels aus. In Summe strebt die Österreichische Post auf dieser Basis ein mittelfristiges jährliches Umsatzwachstum von 1-2% an.

Hohe Ergebnismargen und solide Bilanz als Basis für attraktive Dividendenpolitik

Im Interesse einer nachhaltig attraktiven Ergebnismarge und hoher Cashflows arbeitet die Österreichische Post laufend an der weiteren Steigerung ihrer Leistung und Effizienz in allen Geschäftsbereichen. Weiterer wichtiger Grundpfeiler der positiven Wertentwicklung ist die solide Bilanz der Österreichischen Post, die zuletzt Zahlungsmittel von 361 Mio EUR bei Finanzverbindlichkeiten von lediglich 79 Mio EUR auswies. Im Rahmen seiner Dividendenpolitik ist das Unternehmen bestrebt, seine Ausschüttungen im Einklang mit einer prosperierenden Ergebnisentwicklung weiterzuentwickeln und seinen Aktionären damit eine attraktive Rendite zu bieten.

dividendentitel mit attraktivem total shareholder return

solide bilanz: 361 Mio EUR Zahlungsmitteln und Wertpapieren stehen lediglich 79 Mio EUR an Finanzverbindlichkeiten gegenüber

  • starker cashflow: Ermöglicht attraktive Dividende
  • attraktiver total shareholder return (TSR): 69,1% seit dem Börsegang 20061

1 Basis: Kurssteigerung um 5,73 EUR und Dividendenzahlungen von 7,40 EUR ergeben einen TSR von insgesamt 13,13 EUR

dividende je aktie für geschäftsjahr eur

TOTAL SHAREHOLDER RETURN VON 69,1% EUR

aktie und investor relations

solider dividendentitel

Umfeld

Das Jahr 2010 war von einer Erholung an allen wichtigen Börseplätzen geprägt. Der ATX legte um 16,4% zu, der DAX um 16,1% und der Dow Jones Industrial um 11,0%. Die Indizes stiegen damit zumindest wieder auf das Niveau des Jahres 2008. Die Schuldenkrise in Europa und in den USA war das marktbeherrschende Thema, wurde aber im Verlauf des Jahres durch gute Unternehmensdaten zurückgedrängt. In Summe stieg die Stimmung der Investoren kontinuierlich. Die sich aufhellenden Wirtschaftsaussichten für 2011 taten ein Übriges. In diesem Marktumfeld konnte sich die Österreichische Post Aktie als dezidierter Dividendentitel sehr gut behaupten und erzielte ein Kursplus von 30,0%.

Kursentwicklung und Umsätze

Die Österreichische Post ist seit dem 31. Mai 2006 als europaweit drittes börsenotiertes Postunternehmen an der Börse – konkret der Wiener Börse – gelistet. Während die Österreichische Post Aktie für 2010 eine Kurssteigerung um 30,0% verzeichnen konnte, stieg der ATX um lediglich 16,4%, der für die Post relevante Branchenindex Euro Stoxx Transportation gab sogar um 2,9% nach.

Auf Basis des Kurses von 24,73 EUR per Ende 2010 errechnet sich eine Marktkapitalisierung von knapp 1,7 Mrd EUR. Der Umsatz an der Wiener Börse lag 2010 bei mehr als 25 Mio gehandelten Aktien, das entspricht einem Handelsvolumen von mehr als 520 Mio EUR (Einzelzählung).

Entwicklung der Post Aktie 2010 eur

ATX (relativ zur Post) Euro Stoxx Transportation (relativ zur Post)

Da die Österreichische Post keine Anleihen emittiert, liegt für das Unternehmen kein Rating vor.

Attraktive Dividende

Die Österreichische Post verfolgt weiterhin das Ziel, den Aktionären attraktive Dividenden und Total Shareholder Returns zu bieten. Für das Geschäftsjahr 2010 wird der Vorstand der Hauptversammlung am 28. April 2011 die Ausschüttung einer Dividende von 108,1 Mio EUR vorschlagen, dies entspricht 1,60 EUR pro Aktie. Die Dividende wird am 12. Mai 2011 ausgezahlt. Auf Basis eines Aktienkurses von 24,73 EUR per Ende Dezember 2010 errechnet sich damit eine Dividendenrendite von 6,5%. Seit dem Börsegang wurden den Aktionären in Summe 7,40 EUR an Dividende pro Aktie ausbezahlt. Auf Basis des Emissionskurses von 19,00 EUR (30. Mai 2006) errechnet sich daraus – inklusive der Dividendenzahlungen – bis Ende 2010 eine Gesamtrendite (Total Shareholder Return) von 69,1%.

Im Rahmen seiner Dividendenpolitik beabsichtigt der Österreichische Post Konzern für die folgenden Jahre unter der Voraussetzung, dass sich die Geschäftsentwicklung weiterhin erfolgreich fortsetzt und keine außergewöhnlichen Umstände auftreten, eine Ausschüttungsquote von zumindest 75% des auf die Aktionäre entfallenden Periodenergebnisses. Es wird eine nachhaltige Dividende angestrebt, die sich mit dem Konzernergebnis weiterentwickelt.

Vertreten in zahlreichen Indizes

Seit 18. September 2006 ist die Post Aktie im ATX, dem Leitindex der Wiener Börse, enthalten. Der ATX setzt sich aus jenen 20 österreichischen Unternehmen zusammen, die den höchsten Börseumsatz und die größte Marktkapitalisierung aufweisen. Die Gewichtung der Post Aktie im ATX betrug per Ende Dezember 2010 2,1%. Neben dem ATX ist die Post unter anderem im ATX Prime, dem VÖNIX (dem österreichischen Nachhaltigkeitsindex) sowie im Euro Stoxx Transportation vertreten.

"Die Österreichische Post Aktie hat sich 2010 deut- lich besser entwickelt als der Gesamtmarkt."

Anzahl der Aktien

Seit dem Rückkauf von 2.447.362 Aktien im Jahr 2008 und dem darauffolgenden Einzug aller eigenen Aktien am 24. April 2009 ist das Grundkapital in 67.552.638 Stückaktien geteilt. Dies entspricht einem Nennwert von 5,00 EUR je Aktie.

Aktionärsstruktur

Beim Börsegang im Jahr 2006 wurden 49,0% der Aktien bei Investoren platziert. Der Anteil der österreichischen Staatsholding ÖIAG (Österreichische Industrieholding AG) am Grundkapital der Österreichischen Post AG reduzierte sich daher von zuvor 100% auf 51,0% bzw. 35,7 Mio Aktien. Bezogen auf die aktuell im Umlauf befindlichen 67.552.638 Stück Aktien hält die ÖIAG 52,8% des Unternehmens. Damit ist die ÖIAG unverändert Mehrheitsaktionärin des Unternehmens. Der Gesellschaft sind keine anderen Investoren bekannt, die mehr als 5% des Grundkapitals halten.

Aktionärsstruktur nach Ländern Basis: 67,6 Mio Aktien

Eine im Jänner 2011 durchgeführte Aktionärserhebung zeigt, dass – neben dem Großaktionär ÖIAG – 38% aller Aktien von in Europa ansässigen Investoren gehalten werden (plus 4 Prozentpunkte gegenüber der Erhebung im Jänner 2010). Dabei werden in Summe 12% von privaten und institutionellen Investoren in Österreich (plus 1 Prozentpunkt), 14% in Kontinentaleuropa (plus 2 Prozentpunkte) und 10% in Großbritannien (plus 2 Prozentpunkte) gehalten. In Nordamerika (USA und Kanada) befinden sich derzeit 8% der Aktien (minus 2 Prozentpunkte), auf andere Länder entfällt weit weniger als 1% (unverändert). Zu den privaten Investoren in Österreich zählen auch die Mitarbeiter der Österreichischen Post mit einem Anteil von mehr als 2%.

Investor Relations

Die Kommunikation mit Investoren und Analysten ist der Österreichischen Post ein wichtiges Anliegen. Neben zahlreichen Besuchen von institutionellen Investoren und Analysten in Wien fanden laufend Meetings sowohl des Vorstands als auch des Investor-Relations-Teams mit Repräsentanten der Financial Community in Österreich und internationalen Finanzplätzen wie New York, Boston, London, Frankfurt, Mailand, Paris, Kopenhagen oder Stockholm statt. Der intensive Dialog mit dem Kapitalmarkt wurde bei 40 Roadshows und Investorenkonferenzen mit rund 250 institutionellen Investoren geführt.

Dass die Bemühungen des Investor-Relations-Teams gewürdigt werden, zeigt der 3. Platz für den Geschäftsbericht 2009 unter allen börsenotierten ATX-Unternehmen bei den Austrian Annual Report Awards des Wirtschaftsmagazins trend.

Auch die Privataktionäre machten vom umfangreichen Dialogangebot der Österreichischen Post auf breiter Basis Gebrauch. Zahlreiche Privataktionäre informierten sich unter anderem auf der GEWINN-Messe in Wien eingehend über das Unternehmen. Um auch Schüler – potenzielle künftige Mitarbeiter und Aktionäre zu informieren, war die Österreichische Post auch auf der Schüler-GEWINN-Messe vertreten.

Coverage der Österreichischen Post neu aufgenommen, im Jänner 2011 die Royal Bank of Canada. Per Ende Februar 2011 wird die Österreichische Post damit von 13 Investmenthäusern beobachtet: CA Cheuvreux, Credit Suisse, Deutsche Bank, Erste Bank, Goldman Sachs, Kepler Capital Markets, Macquarie, MainFirst Bank, Morgan Stanley, Raiffeisen Centrobank, Royal Bank of Canada, UBS und UniCredit. Eine Übersicht über die aktuellen Einschätzungen dieser Häuser findet sich im Internet unter:

www.post.at/ir >> Post Aktie >> Analysen.

Research Coverage

Die Empfehlungen und Kursziele von Analysten spielen neben gesamtwirtschaftlichen und unternehmensspezifischen Überlegungen bei Investitionsentscheidungen von Anlegern eine wichtige Rolle. Gleichzeitig liefern die Analysten-Reports für die Post wertvolles Feedback von Branchenexperten zu Strategie und Entwicklung des Unternehmens. Im Jahr 2010 hat Credit Suisse die

Kontakt Investor Relations

Dipl.-Ing. Harald Hagenauer T: +43(0)57767-30401 F: +43(0)57767-30409 E: [email protected] www.post.at/ir

Online-Geschäftsbericht 2010: www.post.at/gb2010

Aktien- Und Dividendenkennzahlen

2008 2009 2010 Veränderung
2009/2010
Ergebnis je Aktie EUR 1,71 1,18 1,75 +48,6%
Dividende je Aktie1 EUR 1,50 1,50 1,602 +6,7%
Sonderdividende je Aktie1 EUR 1,00
Dividendenausschüttung Mio EUR 168,9 101,3 108,1 +6,7%
Free Cashflow je Aktie3 EUR 2,34 2,95 2,13 –28,0%
Dividendenrendite4 % 10,4% 7,9% 6,5%
Total Shareholder Return
(Jahres-Performance mit Dividende)5
% +10,5% –10,7% +37,9%
Total Shareholder Return
seit Börsegang
% +44,7% +31,2% +69,1%
Aktienkurs-Performance % +0,5% –21,1% +30,0%
KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis)
per Ende Dezember
14,1 16,1 14,1
Kurs per Ende Dezember EUR 24,10 19,02 24,73 +30,0%
Höchst-/Tiefstkurs (Schlusskurs) EUR 29,75/20,44 26,14/18,00 24,73/18,20
Marktkapitalisierung per Ende Dezember Mio EUR 1.628,0 1.284,9 1.670,6 +30,0%
Anzahl der im Umlauf befindlichen
Aktien per Ende Dezember
Stück 67.552.638 67.552.638 67.552.638
Streubesitz % 47,2% 47,2% 47,2%

1 Für Geschäftsjahr

2 Vorschlag an die Hauptversammlung am 28. April 2011

3 Free Cashflow vor Erwerb/Verkauf von Wertpapieren

4 Dividende je Aktie dividiert durch Aktienkurs per Ende Dezember des jeweiligen Geschäftsjahres

5 Veränderung des Aktienkurses im Jahresvergleich plus Dividendenzahlung in diesem Jahr (ohne Reinvestition der Dividende)

Raphael Wolf Sohn von Thomas Wolf

Buchhaltung

Leitsatz 3: Wir alle sind die Post

Wir gehen offen und wertschätzend miteinander um Wir anerkennen, fordern und fördern Leistung Wir verstehen Führung als besondere Verantwortung

nachhaltige verantwortung

corporate social responsibility

Bewusste Verantwortung für die zuverlässige Versorgung hat bei der Österreichischen Post eine lange Tradition.

Als eines der größten Unternehmen Österreichs kennt die Österreichische Post ihre Verantwortung gegenüber ihren Stakeholdern und ihrem gesellschaftlichen Umfeld. Deshalb bekennt sie sich dazu, die Interessen aller Beteiligten in den Zielen und Aktivitäten des Unternehmens angemessen zu berücksichtigen. Dabei orientiert sich die Österreichische Post am UN Global Compact, dessen Mitglied sie seit 2007 ist. In zehn Grundsätzen legt der Global Compact ökologische und soziale Mindeststandards fest. Diese Grundsätze bilden die zentralen Forderungen der in den Vereinten Nationen repräsentierten internationalen Gemeinschaft für eine nachhaltige, auf die Interessen aller Stakeholder bedachte Unternehmensführung.

CSR – Themen und Prinzipien

Gesellschaft

Als Universalanbieter für Postdienstleistungen trägt die Österreichische Post große gesellschaftliche Verantwortung. Mit der flächendeckenden, zuverlässigen Versorgung Österreichs mit Postdienstleistungen in erstklassiger Qualität liefert sie einen wichtigen Beitrag, um die Kommunikationsinfrastruktur aufrechtzuerhalten und abzusichern. Sie will Leistungen anbieten, die den Ansprüchen ihrer Kunden entsprechen.

Mitarbeiter

Motivierte und leistungsfähige Mitarbeiter bilden die Basis des bewährten Logistikkonzepts, das die tägliche Belieferung der Kunden sicherstellt. Dafür ist eine gesunde und sichere Arbeitsumgebung eine wichtige Voraussetzung. Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und betriebliche Gesundheitsförderung sind deshalb Schlüsselelemente der Unternehmenspolitik. In einem Marktumfeld, in dem Personalanforderungen ständigen Veränderungen ausgesetzt sind, will das Unternehmen individuelle Zukunftsperspektiven schaffen.

Umwelt

Auch der effiziente Umgang mit Ressourcen ist der Österreichischen Post ein Anliegen. Deshalb forciert sie die Ressourcenschonung und nimmt aktiv an Projekten wie etwa dem Greenhouse Gas Reduction Programme von PostEurop teil, das auf die Reduktion von Treibhausgas-Emissionen abzielt.

Ökonomie

Das grundsätzliche Ziel, die Ertragskraft nachhaltig zu sichern, hat oberste Priorität im Management der Österreichischen Post. Nur ein erfolgreiches Unternehmen kann seine gesellschaftliche Verantwortung langfristig wahrnehmen und einen angemessenen Beitrag leisten, um soziale Bedürfnisse zu erfüllen. Daher ist die nachhaltige Sicherung der Ertragskraft von zentraler Bedeutung. In diesem Sinn strebt die Österreichische Post eine laufende Optimierung an, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.

CSR-Themenschwerpunkte und Ziele

Die Österreichische Post definiert ihre nachhaltige Entwicklung gegenüber den Stakeholdern mit vier Themenschwerpunkten und dahinterliegenden Zielen. Neben

Ökonomie sind dies die Bereiche Gesellschaft, Umwelt und Mitarbeiter.

Nähere Informationen zum Thema CSR finden sich unter www.post.at/csr.

Gute Beziehungen zu allen Stakeholdern

Die Österreichische Post geht auf die Anliegen all ihrer Anspruchsgruppen ein:

Kunden: Gute Beziehungen von Mensch zu Mensch sind Grundlage für den Erfolg der Post-Kunden. Die Ös
terreichische Post sichert deshalb landesweite Post-Dienstleistungen zu einem fairen Preis-Leistungs-Verhältnis.
Eigentümer: Ihren Eigentümern – und damit auch der Republik Österreich als Mehrheitseigentümerin –
brachte die Österreichische Post in den letzten Jahren attraktive Dividenden.
Mitarbeiter: Der Österreichische Post Konzern trägt Verantwortung für rund 21.000 Mitarbeiter in Österreich
und weitere rund 4.000 Beschäftigte in den internationalen Tochtergesellschaften. Dem Unternehmen ist es wich
tig, auch in Zukunft ein gefragter Arbeitgeber zu sein, der die aktive Weiterentwicklung seiner Mitarbeiter fördert.
Geschäftspartner: Für Lieferanten und Geschäftspartner ist die Österreichische Post seit jeher ein fairer,
verlässlicher und berechenbarer Geschäftspartner.
Umwelt: Durch laufende Modernisierung ihrer Infrastruktur und zahlreiche Initiativen für Ressourcenschonung
und Abfallvermeidung schützt die Post die Umwelt.
Gemeinden: Flächendeckende Versorgung und offener Dialog bestimmen das Verhältnis der Österreichi
schen Post zu den heimischen Gemeinden. Auch im ländlichen Raum bleibt die flächendeckende Versorgung
durch Post Partner und im Rahmen der Landannahme gesichert.
Regulierungsumfeld: Die Post arbeitet gemäß einem regulierten Versorgungsauftrag mit klaren Bedin
gungen für Zustellqualität und Serviceleistung.
Gesellschaft: Die Österreichische Post ist einer der bedeutendsten Arbeitgeber des Landes mit garantier
ter Versorgung durch hochwertige Postdienstleistungen.

verantwortung/ gesellschaft

versorgungssicherheit und gemeinwohl

Förderung des Gemeinwohls und des gesellschaftlichen Engagements

Bekenntnis zur landesweiten Versorgung

Die Österreichische Post ist der schnellste landesweite Zusteller, Jahr für Jahr: Zumindest 95% aller Briefe werden bereits am ersten Werktag nach der Aufgabe ihrem Empfänger zugestellt. Das ist ein europäischer Spitzenwert. Möglich ist diese Höchstleistung nur durch die moderne Logistik und den persönlichen Einsatz der Mitarbeiter in der Brief- und Zustellungslogistik.

Für die Österreichische Post als Universaldienstleister ist der Dialog mit der Politik, insbesondere mit Städten und Gemeinden, von großer Bedeutung. Denn die Gemeinden sind wichtige Partner in allen Fragen der Versorgungssicherheit der österreichischen Bevölkerung mit Postdienstleistungen. Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Marktveränderungen spielen gemeinsame Initiativen mit dem Ziel "Mehr Post für Österreich" eine wichtige Rolle. Die Zusammenarbeit mit den kommunalen Interessenvertretungen in Österreich ist eine wichtige Säule im aktiven Dialog der Österreichischen Post mit ihren Stakeholdern.

Für die landesweite Versorgung der Bevölkerung mit Postdienstleistungen bewährt sich bereits seit Jahren die Kombination eigener und fremdgeführter Post-Geschäftsstellen. Insbesondere das Konzept der Post Partner, bei dem lokale Trafikanten, Einzelhändler oder auch Gemeindeämter mit der Post kooperieren, ist sehr erfolgreich. Durch ihr erweitertes Angebot tragen die Post Partner darüber hinaus zur Stärkung der Nahversorgung bei.

Post Partner-Offensive 2010

2010 machte die Post allen Gemeinden das Angebot "Eine Post-Geschäftsstelle für jede Gemeinde". In Kooperation mit dem Österreichischen Gemeindebund und der Wirtschaftskammer Österreich sollten im ganzen Land neue Post Partner gefunden werden. Damit trug diese Initiative den Wünschen der Kunden nach guter Erreichbarkeit und besseren Öffnungszeiten gerade im ländlichen Raum Rechnung.

Die Zahlen des Jahres 2010 sprechen für sich: Zu Jahresbeginn umfasste das Netz der Post-Geschäftsstellen in Österreich 418 Post Partner. Bis Jahresende sind rund 700 weitere Wirtschaftstreibende hinzugekommen, die sicherstellen, dass das Netz weit dichter ist, als es der Gesetzgeber vorschreibt. Im neuen Postmarktgesetz werden 1.650 Geschäftsstellen vorgeschrieben, mit Ende 2010 verfügte die Post bereits über 1.850 Standorte.

Das Ziel, die Österreicher flächendeckend auf moderne und serviceorientierte Weise mit Post-Dienstleistungen zu versorgen, wird damit erfolgreich erfüllt.

Förderung des Gemeinwohls und des gesellschaftlichen Engagements

Soziales

2010 unterstützte die Österreichische Post bereits zum sechsten Mal die Aktion "Ö3-Wundertüte", die größte und erfolgreichste Einzelspendenaktion von "Licht ins Dunkel", und hat dabei wie in den vergangenen Jahren die gesamte Logistik übernommen. Nicht mehr benötigte Handys werden durch diese Aktion zu barem Geld und helfen Familien in Not. Die Aktion übertraf im vergangenen Jahr alle bisherigen Rekorde. Von Anfang Dezember 2010 bis Februar 2011 waren es 248.741 "Ö3-Wundertüten".

Unterstützt hat die Post auch die Aktion "Ein Funken Wärme", bei der die Caritas gemeinsam mit dem Kooperationspartner "Kronen Zeitung" Spenden für in Not geratene Familien sammelte.

Im abgelaufenen Jahr hat die Österreichische Post als Partner des Tages des Sports im Rahmen der großen "Licht ins Dunkel"-Gala ein signiertes XXL-Poster der Sonderbriefmarke "Tag des Sports 2010" sowie einen Plot der Marke zur Versteigerung zur Verfügung gestellt sowie die Aktion "Licht ins Dunkel" auch finanziell unterstützt.

Kultur

Die Österreichische Post fördert seit vielen Jahren herausragende Projekte im Bereich der bildenden Kunst. 2010 standen Kooperationen mit Albertina und Essl Museum im Mittelpunkt der Aktivitäten.

Mitarbeiter-Volunteering

Seit 2010 setzt die Österreichische Post Mitarbeiter, die von Restrukturierungsmaßnahmen betroffen sind, auch bei karitativen Organisationen ein. Fünf Mitarbeiter unterstützen den Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs in den Bereichen Schulung und Katastrophenhilfsdienst Inland oder im Bereich Rettungs- und Krankentransporte, zwei Mitarbeiter sind bei der Caritas im Einsatz, und ein Mitarbeiter ist als Rettungssanitäter beim Österreichischen Roten Kreuz tätig. Durch diese freiwilligen, meist einjährigen Einsätze leisten die Mitarbeiter der Post einen positiven Beitrag für die Gemeinschaft. Darüber hinaus bietet das freiwillige Engagement auch die Chance, etwas hinzuzulernen, denn im Rahmen der ausgeübten Tätigkeiten können neue Fähigkeiten und Kompetenzen erworben und damit sogar die Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt verbessert werden.

Nicht mehr benötigte Handys werden durch diese Aktion zu barem Geld und helfen Familien in Not.

"... umfangreiche Beiträge zu diversen sozialen Initiativen ..."

verantwortung/ Mitarbeiter

wertschätzung und förderung

mitarbeiterZiele

  • Schaffung individueller Zukunftsperspektiven
  • Unternehmens- und Führungskultur fördern
  • Förderung von Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz

Als einer der größten Arbeitgeber des Landes ist sich die Österreichische Post ihrer Verantwortung gegenüber allen Beschäftigten bewusst. In einem zukunftsorientierten Dienstleistungsbetrieb muss der "Faktor Mitarbeiter" einen hohen Stellenwert genießen. Mit zahlreichen Initiativen und Projekten bekennt sich die Post ganz klar dazu, ihre Mitarbeiter leistungsorientiert weiterzubilden, sie für die Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt zu qualifizieren und ihre Gesundheit und Sicherheit zu fördern.

Qualifikation und Wandel

Personalanpassungen verantwortungsvoll umgesetzt

Der Wettbewerb im Postmarkt nimmt stetig zu, hinzu kommt die vollkommene Öffnung des Briefmarkts mit Beginn des Jahres 2011. Das zunehmend anspruchsvolle Branchenumfeld fordert deshalb laufende Effizienzsteigerungen und Anpassungen in der Personalstruktur des Unternehmens.

Verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln bedeutet hier, auf die Veränderungen für Mitarbeiter zu reagieren und diesen für die Zukunft der Post wesentlichen Weg aktiv und sozialverträglich zu planen und zu begleiten. Mit dem "Post-Arbeitsmarkt" hat die Österreichische Post eine effektive Plattform initiiert, durch die betroffene Mitarbeiter für neue Tätigkeiten innerhalb oder außerhalb des Unternehmens qualifiziert und vorbereitet werden.

Die Ziele des Post-Arbeitsmarktes

  • Forderung und Förderung der internen Mobilität
  • Förderung der Veränderungsbereitschaft sowie Ausund Weiterbildungsmaßnahmen ermöglichen
  • Förderung eines wertschätzenden Miteinanders von Arbeitgeber- und Mitarbeiterseite

Die Post würdigt die Leistungen ihrer Mitarbeiter, denn sie alle tragen wesentlich zur Wertschöpfung bei.

Im Jahr 2010 wurden die Aufgaben des Post-Arbeitsmarktes umfassend festgelegt und in folgende vier Handlungsfelder unterteilt:

1.
Befähigung
und motivation
ƒ Potenzialerhebung, Ausbildung und Training
ƒ Ausbildungsprogramm zur individuellen Förderung
ƒ Re-Integration im Falle eines positiven
Beschäftigungserfolges nach längstens sechs Monaten
ƒ Interne Laufbahnberatung
ƒ Förderung der Veränderungswilligkeit
von MitarbeiterInnen
2.
Optimierung
interner
Personaleinsatz
ƒ Optimierung der Personaldisposition innerhalb
der/über die Division hinaus
ƒ Frühzeitige Information über bevorstehende Neu-Organisationen/
Schließungen, um Vermittlung frühestmöglich zu starten
ƒ Überstundenabbau und Reduktion von Leasingkräften
ƒ Beschäftigungsmöglichkeiten entwickeln (z. B. Markenhefte)
3.
Neue
Perspektiven
ƒ "Postler in den Bundesdienst" (Polizei, Justiz, BMF)
ƒ Proaktive Förderung des Ressortwechsels auch in andere,
post-externe Bereiche
ƒ Modelle zum Transfer zu Gemeinden und Ländern
ƒ Arbeitsstiftung
ƒ Ausbau externer Arbeitskräfteüberlassung
(Spezialbereich karitative Organisationen)
4. ƒ Abschluss eines neuen Sozialplanes
ƒ Zielgruppenspezifische Abfertigungsmodelle
ƒ Förderung von Arbeitsstiftungsmodellen
ƒ Übergangsmodell
Soziale
Abfederung

Sozialplan-Modell neu aufgesetzt

Im Februar 2009 wurde zwischen Unternehmen und Personalvertretung ein Sozialplan bis Ende 2010 vereinbart, der eine umfassende Unterstützung der von Reorganisationsmaßnahmen betroffenen Beschäftigten vorsah. Kurz vor Ablauf dieses Modells wurde im Dezember 2010 ein neuer Sozialplan erstellt. Er trat mit 1. Jänner 2011 in Kraft, ist bis 31. Dezember 2012 gültig und bietet Beamten und Angestellten, die von Restrukturierungsmaßnahmen und Arbeitsplatzverlust betroffen sind, umfassende Möglichkeiten zur Unterstützung einer beruflichen Neuausrichtung.

Neue Arbeitsstiftung zur beruflichen Neuorientierung

Als weitere Maßnahme zur Abfederung des Restrukturierungsprogramms wurde im Sommer 2010 auf Basis der Sozialplan-Betriebsvereinbarung zwischen der Österreichischen Post und dem Wiener ArbeitnehmerInnen

Förderungsfonds (WAFF) ein Kooperationsvertrag abgeschlossen. Seit September 2010 besteht nun für Mitarbeiter, die aufgrund von Restrukturierungsmaßnahmen ihren Arbeitsplatz verloren haben und deren Dienstverhältnis zur Post einvernehmlich aufgelöst wurde bzw. die als Beamte ihren Austritt erklärt haben, die Möglichkeit, an der Arbeitsstiftung teilzunehmen. Die Stiftung bietet interessierten Mitarbeitern eine ideale Chance zur beruflichen Neuorientierung. Individuell werden dafür Ausbildungsmaßnahmen festgelegt und finanziell unterstützt.

Postmitarbeiter zu Bundesministerien

Für Beamte der Österreichischen Post wurde weiters die Möglichkeit geschaffen, in das Bundesministerium für Inneres, in das Bundesministerium für Justiz oder in das Bundesministerium für Finanzen zu wechseln. Die Ministerien bieten Mitarbeitern der Österreichischen Post interessante neue berufliche Perspektiven. Zahlreiche Bewerbungen

Kooperation mit dem AMS

Im Rahmen des Post-Arbeitsmarktes wurde im Dezember 2010 auch eine Kooperation mit dem Arbeitsmarktservice gestartet, die nach Ablauf eines Jahres evaluiert und gegebenenfalls verlängert wird. Aufgrund der Initiative können rund 200 Teilnehmer des internen Arbeitsmarktes der Österreichischen Post die Beratungs- und Ausbildungsexpertise des AMS nutzen und sich so optimal auf neue berufliche Aufgaben vorbereiten.

Gesundheit und Sicherheit

Die Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter ist der Österreichischen Post ein besonderes Anliegen. Trainings über sicheres und gesundes Verhalten am Arbeitsplatz, Bewegungsprävention, Tabak- und Alkoholprävention, die Gestaltung einer gesundheitsfördernden und ergonomischen Arbeitsumgebung sowie die Schaffung behinderten- und altersgerechter Arbeitsplätze zählen zu den Schwerpunkten des unternehmensinternen Präventionsprogramms.

Neben dem bundesweiten Angebot zur kostenlosen Grippeimpfung für Mitarbeiter offerierte die Österreichische Post auch 2010 wieder die Möglichkeit für vergünstigte FSME-, Tetanus-, Diphterie-, Polio- und Hepatitisimpfungen. Im Jahr 2010 wurden bundesweit etwa 3.700 Impfungen verabreicht.

Das im Jahr 2007 im Bereich Distribution Brief gestartete Gesundheits-Programm "Die Post bewegt" – an dem bisher mehr als 13.200 Mitarbeiter und Führungskräfte teilgenommen haben – wurde 2010 aufgrund des großen Erfolges auf die Unternehmensbereiche Verteilzentren, Paket-Logistik und Güterbeförderung ausgeweitet. Schwerpunkt des Programms werden Informationsveranstaltungen über die richtige Haltung und Bewegung am Arbeitsplatz für alle Mitarbeiter dieser Bereiche sein.

Für Nachtschichtarbeiter und Mitarbeiter mit Bildschirmtätigkeit bestanden Angebote zu arbeitsmedizinischen Untersuchungen, die in 360 Fällen angenommen wurden.

Etwa 3.000 Begehungen von Arbeitsstätten einschließlich der Ermittlung und Beurteilung von Gefahren und der Festlegung allenfalls notwendiger Maßnahmen zur Gefahrenverhütung trugen im Berichtsjahr wesentlich zur Gewährleistung gesundheitsförderlicher und ergonomischer Arbeitsumgebungen für die Mitarbeiter bei.

2008 2009 2010
Mitarbeiter (VZK)1
gesamt
22.667 21.598 20.695
davon Frauen (VZK in %) 29,50% 29,59% 29,45%
Beamtete Mitarbeiter (VZK) 12.514 11.803 11.005
Mitarbeiter im angestellten Dienstverhältnis (VZK) 9.536 9.306 9.456
Mitarbeiter Vollzeit (Personen) 20.513 19.498 18.559
Mitarbeiter Teilzeit (Personen) 4.163 4.075 3.977
Durchschnittliche Betriebszugehörigkeit
beamtete Mitarbeiter (Jahre)
25 26 26
Durchschnittliche Betriebszugehörigkeit
Mitarbeiter im angestellten Dienstverhältnis (Jahre)
11 11 11
Mitarbeiter (VZK) nach Altersklassen
Unter 30 Jahre 1.976 1.805 1.753
31-50 Jahre 16.157 15.161 14.157
Über 51 Jahre 4.533 4.631 4.785
Fluktuation (Abgänge in %)2 6,34% 7,33% 9,85%
Krankenstandsquote Mitarbeiter (VZK in %) 7,34% 7,31% 7,47%
Durchschnittliche Ausfalltage pro Unfall 17,2 16,4 17,8
Anzahl der Arbeitsunfälle (inkl. Wegunfälle) 1.043 1.050 1.226

Mitarbeiterkennzahlen Österreichische Post AG

1 VZK ... Vollzeitkräfte 2 Fluktuation Stammpersonal mit zumindest sechsmonatigem Dienstverhältnis

Umfangreiche Vorsorgeuntersuchungsmöglichkeiten wurden den Mitarbeitern 2010 im Rahmen von vier Gesundheitstagen angeboten, bei denen unter anderem Blutzucker-, Cholesterin- und Blutdruckwerte gemessen sowie eingehende medizinische Beratungen geboten wurden.

Unternehmens- und Führungskultur

Leistungskultur fordern und fördern

Im Rahmen des Strategieprojekts Post@2011 hat das Projektteam "Leistungskultur" erste Leitlinien für ein Unternehmensleitbild erstellt. Im Frühjahr/Sommer 2010 wurde mit Mitarbeitern und Führungskräften aus den unterschiedlichsten Bereichen und Ebenen intensiv an der Ausarbeitung des Leitbildes gearbeitet, das im Herbst erstmals präsentiert werden konnte.

Zahlreiche Maßnahmen wurden ins Leben gerufen, um die Weiterentwicklung der Unternehmenskultur auf Basis folgender Kernwerte voranzutreiben und die Identifikation mit dem Unternehmen zu forcieren:

  • Wir stellen den Kunden in den Mittelpunkt
  • Wir handeln zukunftsorientiert
  • Wir alle sind die Post

Die Ziele des Unternehmensleitbildes:

  • Kultureller Wandel im Umgang miteinander, mit Kunden und Partnern der Post
  • Stärkung der Identität und der Identifikation Stolz auf das eigene Unternehmen und dessen gesellschaftlichen Beitrag
  • Steigerung der Attraktivität des Unternehmens für Mitarbeiter, Kunden und andere Stakeholder

Aus- und Weiterbildung

Die zielgruppen- und kompetenzorientierte Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter bildet einen wichtigen Schwerpunkt im Human-Resources-Management der Österreichischen Post und wurde auch 2010 intensiv fortgesetzt. Die Maßnahmen beinhalteten Fachschulungen, Weiterbildungskurse, Coachings und Trainings in allen Fachbereichen des Unternehmens. Zudem legt die Post großen Wert auf die Ausbildung von Führungspersonal im Rahmen spezieller Führungskräfte-Trainings.

Um die stetige Verbesserung des Beratungsangebotes in den Filialen sowie im Rahmen des Post Partner-Netzes sicherzustellen, wurden in der Division Filialnetz intensiv Schulungen und Fortbildungsprogramme durchgeführt, darunter Filialleiterausbildungen, Finanzberaterausbildungen, Telekom-Sales-Colleges und Post Partner-Schulungen. In der Division Brief wurden Teambuilding-Workshops, Verkaufstrainings und Seminare für Key Account Manager durchgeführt. In der Division Paket & Logistik wurden unter anderem Maßnahmen im Rahmen der

Führungskräfteentwicklung und im Kundenmanagement gesetzt und Sprachtrainings durchgeführt.

Wertschätzung und offene Kommunikation

Wie in den letzten Jahren wurden die bewährten Postund Managementgespräche weitergeführt. Diese von Führungskräften geleiteten Gespräche geben den Mitarbeitern die Möglichkeit, mit dem Top- und mittleren Management in persönlichen Dialog zu treten und direktes Feedback auf konkrete Fragestellungen zu erhalten. 2010 wurden zudem die erfolgreichen "Senior Management Conventions" – regelmäßige länderübergreifende Führungskräfteveranstaltungen – erfolgreich fortgeführt.

Chancengleichheit

Die Österreichische Post legt großen Wert auf Chancengleichheit am Arbeitsplatz in allen Unternehmensbereichen und tritt jeder Form von Diskriminierung, Mobbing und sexueller Belästigung entschieden entgegen. Zudem bestehen bei der Österreichischen Post keine Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen bei gleicher Tätigkeit und gleicher Ausbildung.

In Führungspositionen will die Post den Frauenanteil kontinuierlich anheben, um gleichberechtigte Beteiligung an Verantwortung und Entscheidungsfindung zu erreichen. Mit Frau Dr. Edith Hlawati ist etwa auch die wichtige Funktion der stellvertretenden Vorsitzenden des Aufsichtsrates mit einer Frau besetzt. Der Frauenanteil im Führungskreis der Österreichischen Post betrug im Geschäftsjahr 2010 rund 25%.

Motivation durch Erfolgsbeteiligung

Als eines von vielen Mitteln zur Motivation ihrer Mitarbeiter bietet die Österreichische Post seit Jahren regelmäßig eine freiwillige Erfolgsprämie. Im Rahmen dieses unter den großen österreichischen Unternehmen einzigartigen Programms wurden für 2010 bereits zum zehnten Mal in Folge 10% des erwirtschafteten EBIT der Österreichischen Post AG (bis zu einer festgelegten maximalen Deckelung) an die Mitarbeiter ausgeschüttet.

Sozialleistungen, "post.sozial"

Der Verein "post.sozial" spiegelt die soziale Verantwortung der Österreichischen Post gegenüber ihren Mitarbeitern durch zusätzliche – über gesetzliche Vorgaben hinausgehende – Sozialleistungen wider. Die Leistungspalette reicht von finanziellen Unterstützungen bei außergewöhnlichen Belastungen wie Krankheit oder Naturkatastrophen über vergünstigte Angebote im kulturellen Bereich bis hin zur kostengünstigen Kinderbetreuung während der Ferienzeit. Weiters wird auch Unterstützung für Gesundheitsmaßnahmen und zur Krankheitsprävention beitragenden Freizeitaktivitäten angeboten.

VERANT-WORTUNG / umwelt

maximale ressourcenschonung

Umweltziele

CO
-Reduktion
2
um 10% in den Jahren 2008-2012
  • Senkung des Energieverbrauchs um 10% in den Jahren 2008-2012
  • Forcierung ressourcenschonender und rezyklierbarer Materialien

Die Österreichische Post nimmt ihre Verantwortung gegenüber der Umwelt aktiv wahr. Dabei verfolgt sie vor allem das Ziel, die ökologischen Auswirkungen ihrer Geschäftstätigkeit durch den Einsatz umweltfreundlicher Technologien und den effizienten Umgang mit Ressourcen möglichst gering zu halten. Das Unternehmen ist dabei ständig auf der Suche nach Verbesserungspotenzialen.

Klimaneutraler Versand mit co2de green

Unter dem Titel "co2de green" bietet die Post-Tochtergesellschaft trans-o-flex in Deutschland seit Jänner 2010

flächendeckend den CO2-neutralen Versand von Sendungen an und ermöglicht ihren Kunden damit, ihre eigene Emissionsbilanz gezielt zu verbessern. Dazu werden die transportbedingten CO2-Emissionen durch die gleichzeitige Förderung von anerkannten Klimaschutzprojekten ausgeglichen. trans-o-flex erwirbt dafür Zertifikate von anerkannten Klimaschutzprojekten und berechnet Kunden dann den auf ihre Sendung entfallenden Anteil weiter. Konkret werden aktuell Projekte zur Abwasseraufbereitung in Thailand und die saubere Energiegewinnung in China unterstützt. Bisher wurden auf diese Weise transportbedingte Emissionen von rund 900 Tonnen CO2 ausgeglichen. 2011 soll das Programm "co2de green" auch auf die Benelux-Länder sowie Scherübl in Österreich ausgedehnt werden.

Höhere Öko-Effizienz im Transport

Transporte – ein wesentlicher Teil der Unternehmenstätigkeit – werden so umweltfreundlich wie möglich gestaltet. Zum einen geschieht dies durch optimierte Routenplanung (Leerfahrten werden vermieden, die Auslastung der eingesetzten Fahrzeuge konsequent optimiert, die Anzahl der Transport-Kilometer verringert), zum anderen garantieren eine moderne Fahrzeugflotte, regelmäßige Wartung und laufende Schulung der Fahrer die Öko-Effizienz.

Gas- und Elektrofahrzeuge in der Zustellung

Einen innovativen und umweltfreundlichen Weg geht die Post auch bei der Zustellung. Unterstützt durch das Förderprogramm "klima:aktiv mobil" des Lebensministeriums werden regelmäßig Fahrzeuge mit Alternativantrieben angeschafft. Zurzeit stehen bei der Post sehr erfolgreich 77 Erdgas-Fahrzeuge sowie rund 70 Elektro-Mopeds und Elektro-Fahrräder im Einsatz.

Teilnahme an internationalen Klimaschutzprogrammen

Das Engagement der Österreichischen Post bei internationalen Programmen – dem "Greenhouse Gas Reduction Programme" der europäischen Post-Interessenvertretung PostEurop sowie dem "Environmental Measurement and Monitoring System (EMMS)" der International Postal Corporation (IPC) – wurde 2010 weiter ausgebaut.

So wurden die Erhebungen der Österreichischen Post über die mit ihrer Tätigkeit verbundenen Umweltauswirkungen erstmals von einem durch PostEurop beauftragten Wirtschaftsprüfer (Third-Party Audit) überprüft und uneingeschränkt akzeptiert. Die Österreichische Post ist stolz darauf, auch über ihre Aktivitäten einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der internationalen Ziele für die CO2-Reduktion um 10% von 2008 bis 2012 zu leisten.

UMWELTkennzahlen Österreichische Post AG

Abfallreduktion

Im Sinne einer nachhaltigen Abfallwirtschaft arbeitet die Österreichische Post mit Nachdruck daran, die Umwelt durch Abfälle in möglichst geringem Umfang zu belasten. Die sinnvollste, effektivste und für die Umwelt nutzbringendste Maßnahme ist die gänzliche Vermeidung von Abfällen. Lassen sich Abfälle nicht vermeiden, werden sie umweltgerecht entsorgt. Konkret bedeutet das: Durch eine getrennte und sortenreine Erfassung von Altstoffen trägt die Post wesentlich zur Reduktion von Restmüll bei. Gleichzeitig schafft das Unternehmen durch diese Maßnahme die Voraussetzung für eine ökonomisch und ökologisch sinnvolle Verwertung dieser wertvollen Reststoffe.

2008 2009 2010
Verbrauch signifikanter Ressourcen (Mio kWh)
Gesamt 187,8 173,6 1
Erdgas 32,4 32,3 1
Heizöl 13,8 11,4 1
Fernwärme 46,6 40,0 1
Strom 95,0 89,9 1
Gebäudenutzflächen (m2
)
1.284.000 1.220.988 1.186.753
davon im Unternehmensbesitz 817.000 766.045 748.936
Treibstoffmenge: Benzin, Super, Diesel, Erdgas (l) 15.525.409 15.289.178 15.205.915
davon Diesel 15.112.978 14.899.709 14.745.075
CO
-Emissionen (t) nach Greenhouse Gas Protocol
2
(Summe)
83.148 79.307 1
Straßentransport 41.477 40.868 40.621
Gebäude und stätionäre Prozesse 41.671 38.439 1
Fahrzeuge (Summe) 9.289 9.165 9.248
Fahrräder 967 973 1.032
davon Elektro-Fahrräder 0 14 64
Mopeds 1.095 1.082 1.252
davon Elekro-Mopeds 6 6 6
Fahrzeuge bis 3,5t 7.031 6.925 6.788
davon Erdgas-Fahrzeuge bis 3,5t 77 77 77
Fahrzeuge über 3,5t 196 185 176
Kilometerleistung (Mio km) 126 123 120
Papier (t) 484,4 426,4 337,1

1 Messwerte noch nicht verfügbar, exakte Werte werden im Nachhaltigkeitsbericht 2010 der Österreichischen Post AG publiziert.

Das Greenhouse Gas Protocol (GHG Protocol) ist der international am weitesten verbreitete Standard für die Erhebung von Treibhausgasemissionen. www.ghgprotocol.org

Die Österreichische Post als Dienstleistungsunternehmen verbraucht vor allem Ressourcen im Bereich Fuhrpark und Gebäude. Andere Materialverbräuche wie etwa Metall sind nicht signifikant.

nachhaltige wertsteigerung

Ökonomische Ziele

Unternehmenswert steigern: Total Shareholder Return für Eigentümer dauerhaft erwirtschaften

Hohe ertragskraft sichern: Mittelfristiges Umsatzwachstum von 1-2% p.a. Nachhaltige EBITDA-Marge von 10-12%

wertschöpfung für Stakeholder und damit für die Volkswirtschaft generieren

Die Österreichische Post ist ein börsenotiertes Unternehmen, das in den letzen Jahren eine erfolgreiche Entwicklung vollzogen hat. Um die gesteckten Ziele auch weiterhin zu erreichen, orientiert sich die Österreichische Post an den Wünschen ihrer Kunden, aber auch an den Bedürfnissen ihrer Mitarbeiter und Eigentümer.

Das Geschäftsmodell der Österreichischen Post beruht auf einem starken Kerngeschäft und auf attraktiven Positionen in komplementären Märkten und Geschäftsbereichen. Den Herausforderungen des steigenden Wettbewerbs begegnet das Unternehmen mit proaktiver Veränderung der eigenen Prozesse, neuen attraktiven Produkten und laufender Effizienzsteigerung. Der Erhalt und die Steigerung des Unternehmenswertes sind dabei von größter Bedeutung. Dies zeigt sich an den definierten Strategien für den weiteren Ausbau des Geschäftsmodells, der soliden Bilanz und dem attraktiven Total Shareholder Return für die Eigentümer.

Das Vertrauen und die Wünsche der Kunden stehen im Mittelpunkt des unternehmerischen Handelns der Österreichischen Post. Durch innovative Lösungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette von der Briefzustellung bis zur Retourenbearbeitung steigert die Post laufend ihre Effizienz und generiert Zusatzleistungen, die gleichzeitig auch die Auslastung der primären Distributionsstrukturen sichern.

Wertschöpfungsbetrachtung

Dem von der Österreichischen Post im Jahr 2010 erwirtschafteten Umsatz von 2.441,7 Mio EUR (inkl. sonstige betriebliche Erträge) standen Vorleistungen von 1.165,1 Mio EUR gegenüber. Dies inkludiert Aufwendungen für Material und zugekaufte Leistungen im Umfang von 771,0 Mio EUR sowie sonstige betriebliche Aufwendungen von 288,8 Mio EUR. Die sich daraus ergebende Wertschöpfung der Österreichischen Post von 1.276,6 Mio EUR verteilte sich zum Großteil auf die Mitarbeiter: direkt in Form von Gehältern und Löhnen bzw. indirekt durch den damit verbundenen Sozialaufwand. An die Aktionäre gehen für 2010 insgesamt 108,1 Mio EUR an Dividende, die Republik Österreich war mit 52,8% beteiligt, erhält also 57,1 Mio EUR als Aktionärin. Die Ertragsteuern beliefen sich auf 30,3 Mio EUR.

Die Österreichische Post ist stets um langfristige Wertschaffung bemüht.

Wertschöpfung für alle Stakeholder

Mio EUR 2009 2010
Entstehung
Umsatzerlöse und sonstige betriebliche Erträge 2.446,5 2.441,7
abzüglich Vorleistungen –1.162,8 –1.165,1
davon Material und bezogene Leistungen –766,1 –771,0
davon sonstige betriebliche Aufwendungen –277,0 –288,8
Wertschöpfung 1.283,6 1.276,6
Verteilung
an Mitarbeiter (Löhne, Gehälter, Sozialaufwand) 1.147,3 1.129,2
an Aktionäre (Dividende) 101,3 108,1
an den Staat (Steuern) 45,1 30,3
an Kreditgeber (Zinsaufwand) 4,6 3,8
an Fremdgesellschafter 0,0 0,0
Restbetrag –14,8 5,2
Wertschöpfung 1.283,6 1.276,6

Christian fally

Briefzusteller

facts & figures

kennzahlen österreichische post

2008 2009 2010 Veränderung
2009/2010
Gewinn- und Verlustrechnung
Umsatzerlöse Mio EUR 2.441,4 2.356,9 2.351,1 –0,2%
Umsatzerlöse auf vergleichbarer Basis Mio EUR 2.343,5 2.351,1 +0,3%
EBITDA (Ergebnis vor Zinsen,
Steuern und Abschreibungen) Mio EUR 321,7 269,2 262,1 -2,6%
EBITDA-Marge % 13,2% 11,4% 11,1%
EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) Mio EUR 169,5 149,4 156,9 +5,0%
EBIT-Marge % 6,9% 6,3% 6,7%
Periodenergebnis Mio EUR 118,9 79,7 118,4 +48,5%
Ergebnis je Aktie1 EUR 1,71 1,18 1,75 +48,5%
Mitarbeiter (Periodendurchschnitt,
Vollzeitkräfte)
27.002 25.921 24.969 –3,7%
Cashflow
Cashflow aus dem Ergebnis
vor Steuern Mio EUR 278,3 220,7 196,0 –11,2%
Cashflow aus Geschäftstätigkeit vor Steuern Mio EUR 274,8 254,8 240,8 –5,5%
Cashflow aus Geschäftstätigkeit Mio EUR 233,4 230,0 178,9 –22,2%
Investitionen in Sachanlagen Mio EUR 102,9 65,6 45,5 –30,7%
Erwerb/Verkauf von Tochterunternehmen Mio EUR 30,5 1,1 12,7 >100%
Free Cashflow Mio EUR 210,3 236,9 153,6 –35,1%
Free Cashflow vor Erwerb/Verkauf
von Wertpapieren
Mio EUR 162,4 199,6 143,6 –28,0%
Bilanz
Bilanzsumme Mio EUR 1.874,6 1.775,3 1.715,1 –3,4%
Eigenkapital Mio EUR 741,5 673,7 690,8 +2,5%
Eigenkapitalquote % 39,6% 38,0% 40,3%
Eigenkapitalrentabilität (ROE) % 16,8% 13,9% 20,7%
Post Aktie
Kurs per Ende Dezember EUR 24,10 19,02 24,73 +30,0%
Dividende je Aktie (für Geschäftsjahr) EUR 1,50 1,50 1,602 +6,7%
Sonderdividende je Aktie EUR 1,00
Total Shareholder Return % +10,5% –10,7% +37,9%
Marktkapitalisierung per
Ende Dezember Mio EUR 1.628,0 1.284,9 1.670,6 +30,0%
Streubesitz % 47,2% 47,2% 47,2%
Umsatz nach Divisionen
(Außenumsatz)
Brief Mio EUR 1.460,0 1.396,8 1.389,4 –0,5%
Paket & Logistik Mio EUR 785,9 768,4 802,0 +4,4%
Filialnetz Mio EUR 192,2 189,6 157,9 –16,7%
EBIT
nach Divisionen
Brief3 Mio EUR 254,5 221,1 238,2 +7,7%
Paket & Logistik3 Mio EUR –25,5 –9,3 11,0 >100%
Filialnetz3 Mio EUR 14,5 –9,2 –20,2 >100%

1 Bezogen auf 69.505.601 Stück Aktien, ab 2009 bezogen auf 67.552.638 Stück Aktien 2

3 Vor freiwilligen Personalabfindungsaufwendungen (geänderte Darstellung seit 2010) Vorschlag an die Hauptversammlung am 28. April 2011

leistungsdaten österreichische post

Division Brief

Briefpost

  • Annahme von Briefsendungen an ca. 22.000 Briefannahmestellen in Österreich
  • Every day, every door: tägliche, flächendeckende Zustellung in höchster Qualität (95% der Inlandsbriefe werden am ersten Werktag nach Aufgabe zugestellt)
  • Produktion: Briefe werden gedruckt, kuvertiert und zum Versand vorbereitet
  • Zustellung von rund 1 Mrd Briefen pro Jahr an 4,2 Mio Haushalte/Unternehmen in Österreich
  • Zeitgenaue Zustellung/Abholung der Geschäftspost zu einem festen Wunschtermin bei rund 3.600 Firmen
  • Poststellen Management: Postbearbeitung bei rund 85 Businesskunden

Infomail

  • Zustellung von rund 680 Mio adressierten Werbesendungen pro Jahr in Österreich
  • Zustellung von rund 2,4 Mrd unadressierten Werbesendungen pro Jahr in der Slowakei, Ungarn und Kroatien
  • Zustellung von rund 3,8 Mrd unadressierten Werbesendungen pro Jahr in Österreich
  • Erstellung von Geomarketing-Streuplänen nach geografischen, soziodemografischen und sozioökonomischen Merkmalen
  • Produktion: Flyer, Kuverts, Kataloge

Medienpost

  • Zustellung von rund 440 Mio Printmedien (Zeitungen und Zeitschriften) und 330 Mio Regionalmedien in Österreich
  • Service und Zusatzleistungen aus dem Bereich Abo-Marketing: Abo-Packages für Verlage mit Leserprofilauswertungen etc.

Division Paket & Logistik

Heimmarkt Österreich

  • Zustellung von rund 56 Mio Paketen und EMS-Sendungen an alle Haushalte bzw. Unternehmen in Österreich
  • Paket- und EMS-Service in 220 Länder der Erde
  • Führender Dienstleister für die Auslieferung von Versandhandelspaketen – flächendeckende Zustellung in höchster Qualität
  • Abholung von Paketen für Geschäftskunden und Bearbeitung der Sendungen in 7 Verteilzentren und 13 eigenen Zustellbasen

Speziallogistikmarkt Westeuropa

  • Nationale und grenzübergreifende Zustellung von 54 Mio Kombifracht-Sendungen pro Jahr in Deutschland, Belgien und den Niederlanden sowie über EURODIS in ganz Europa
  • 49 trans-o-flex-Depots nah am Versender/Empfänger
  • 46 ThermoMed-/Scherübl-Standorte Umschlag, Transport und Zustellung von temperatursensiblen Arzneimitteln in Deutschland, den Benelux-Staaten und Österreich
  • Mehrwertdienstleistungen und Warehousing an 4 Logistik-Standorten

B2B-Markt Südost-/Osteuropa

  • 73 Logistik-Standorte in der Slowakei, Ungarn, Serbien, Montenegro, Bosnien-Herzegowina und Kroatien sichern Position als B2B-Marktführer in den Kernmärkten in CEE
  • Zustellung von mehr als 10 Mio Sendungen pro Jahr
  • Kooperation mit renommierten Logistikdienstleistern wie z. B. UPS

Division Filialnetz

  • 62 Mio Kundenbesuche
  • 1.850 eigen- und fremdbetriebene Post-Geschäftsstellen
  • Rund 500 stationäre und rund 80 mobile Finanzberater

Postdienstleistungen

  • 393 Mio Briefe und 14 Mio Pakete im Filialnetz aufgegeben
  • Handling der Produkte und Dienstleistungen der Divisionen Brief und Paket & Logistik (Postfach, Urlaubsfach und Freimachungsservice), Filialprodukte, Betreuung der KMU-Kunden und Verkauf von Philatelieprodukten

Handelswaren

  • 132.500 verkaufte Mobilfunkprodukte und 84.000 Bestellungen für Breitbandprodukte der Telekom Austria
  • Breites Sortiment an Telekommunikationsprodukten (Mobil, Festnetz und Internet) sowie postaffine Handelswaren und Dienstleistungen: Papier-, Büro- und Schreibwaren, Papeterie, Technik/Entertainment, Lotterie

Bankdienstleistungen

  • 900.000 PSK Bank-Kunden
  • 33.000 neu eröffnete Konten
  • Wertpapierverkäufe von über 400 Mio EUR
  • Rund 8 Mio Bareinzahlungen im Jahr 2010
  • Verkauf von Bankdienstleistungen der PSK Bank aus den Produktbereichen Sparen/Konto/Kredit/Vorsorge/ Versicherungen/Wertpapiere/Bausparen

glossar

branchenspezifische begriffe

Briefverkehr Inbound

Briefsendungen, die der Österreichischen Post von ausländischen Postorganisationen zur Zustellung in Österreich übergeben werden.

Briefverkehr Outbound

Briefsendungen, die von der Österreichischen Post ausländischen Postorganisationen zur Zustellung im Ausland übergeben werden.

Business to Business (B2B)

B2B bezeichnet Geschäfte zwischen Unternehmen.

Business to Consumer (B2C)

Im Gegensatz zu B2B ist beim B2C-Bereich der Privatkunde und Endverbraucher Leistungsempfänger.

Consumer to Consumer (C2C)

C2C bezeichnet Geschäftsbeziehungen zwischen Privatpersonen (Endkonsumenten).

Corporate Governance

Grundsätze und Regelungen für eine verantwortungsbewusste Unternehmensführung und -steuerung im Sinn aller Stakeholder; für heimische Unternehmen im Österreichischen Corporate Governance Kodex zusammengefasst.

Dritte EU-Postrichtlinie

Durch die Dritte EU-Postrichtlinie wurde der österreichische Postmarkt vollständig liberalisiert. Das bedeutet, dass ab 2011 auch andere Unternehmen Briefe bis 50 Gramm zustellen dürfen (siehe Liberalisierung).

EMS

Express Mail Service der Österreichischen Post, ein Produkt zur schnellen und sicheren Beförderung von Briefen und Paketen.

Geomarketing

Planung, Koordination und Kontrolle der zielgruppengerechten Streuung von Sendungen mittels geografischer Informationssysteme.

Infomail

Der Division Brief zugeordnet, umfasst dieses Geschäftsfeld die Entgegennahme und Zustellung von adressierten Werbesendungen und unadressierter Haushaltswerbung im In- und Ausland sowie Dienstleistungen aus dem Bereich des Direct Marketing (z. B. Geomarketing, Adressmanagement).

Kombifracht

Gemeinsamer Transport von Paketen und Paletten in einem Netzwerk.

Liberalisierung

Seit Anfang 2011 (bzw. teilweise 2013) ist in der EU der Briefpostmarkt vollständig liberalisiert. Im Einklang damit wurden in Österreich per 1. Jänner 1998 Briefsendungen und adressierte Direktwerbung über 350 Gramm für den Wettbewerb freigegeben. Der freie Marktzugang wurde per 1. Jänner 2003 auf Sendungen über 100 Gramm sowie alle Sendungen des Outbound-Bereichs ausgedehnt. Mit 1. Jänner 2006 erfolgte als letzte Zwischenstufe eine weitere Ausdehnung auf Briefsendungen über 50 Gramm.

Stichwortverzeichnis

Akquisitionen 28, 41 Aktionärsstruktur 44 Bankdienstleistungen 19, 63 BAWAG P.S.K. 18, 40, 41 Briefvolumen 32 CSR/Corporate Social Responsibility 48ff Direct-Marketing-Services 29 Dividende 9, 11, 38, 42f Division Brief 14f, 26f, 63 Division Filialnetz 18f, 26f, 63 Division Paket & Logistik 16f, 26f, 63 Ertragskraft 7ff, 38ff, 42, 58f Elektronische Substitution 11, 14, 32, 42

Ergebnis je Aktie 45, 62 Facts & Figures 62f Filialnetz, Post-Geschäftsstellennetz 18f, 35, 39 Geschäftsmodell 11, 39, 42 Innovation 28f, 39, 41 Investitionen 41 Investment Story 43f

Joint Venture 15, 20, 40 Kennzahlen 45, 54, 57, 62 Kerngeschäft 11, 20, 39f Kundenzufriedenheit/ Kundenorientierung 8, 22, 26ff, 39 Leitbild 22f, 40, 55 Liberalisierung 32, 34

64/ Teil 1

Medienpost

Der Division Brief zugeordnet, ist das Geschäftsfeld Medienpost im sehr speziellen Markt der Printmedienzustellung tätig.

Nachsendeauftrag

Die Post wird auf Wunsch vorübergehend an eine andere Adresse nachgesendet.

Post-Geschäftsstellen

Durch mehr als 1.850 eigen- und fremdbetriebene Post-Geschäftsstellen gilt die flächendeckende Versorgung mit Postdienstleistungen österreichweit als gesichert.

Postmarktgesetz

Das neue Postmarktgesetz, Ende 2009 beschlossen, schafft in Österreich klare Rahmenbedingungen und bildet die Basis für den seit 1. Jänner 2011 vollständig liberalisierten Briefmarkt.

Post Partner

Bieten Post- und Finanzdienstleistungen an. Betreiber sind Lebensmittelgeschäfte, Trafiken, Gemeinden, Tourismusverbände u. a.

Poststellen Management

Die Poststelle eines Unternehmens oder einer Organisation wird durch die Österreichische Post betrieben (interne Verteilung, Auslieferung, Zulieferung).

Postvollmacht

Persönlich adressierte Sendungen wie Einschreiben, Nachnahme, Wertbriefe, Geldbeträge, RSa- und RSb-Briefe können durch die Ausstellung einer Postvollmacht auch durch andere Personen übernommen werden (ausgenommen Briefsendungen mit dem Vermerk "Nicht an Postbevollmächtigte" und Pakete mit Vermerk "Persönlich").

Premium Light

Kleinversand für Geschäftskunden mit garantierter Zustellung am folgenden Werktag.

Sponsoring.Post

Sendungen zu ermäßigten Tarifen für Vereine, gemeinnützige und kirchliche Einrichtungen und andere Non-Profit-Organisationen.

Urlaubsfach

Sichere und diskrete Aufbewahrung von Post während der Abwesenheit. Nach dem Urlaub liegen die Sendungen zur Abholung bereit oder werden zu einem vereinbarten Termin zugestellt.

Universaldienst

Als Universaldienst bezeichnet man die Grundversorgung der österreichischen Bevölkerung mit Postdienstleistungen. Dazu zählen unter anderem die Zustellung in ganz Österreich fünfmal pro Woche an jede Adresse sowie ein ausreichendes Netz an Briefkästen und Post-Geschäftsstellen.

Universaldienstverordnung

Die Universaldienstverordnung regelt – neben dem Postmarktgesetz – die Grundversorgung der Bevölkerung mit Postdienstleistungen. Sie schreibt beispielsweise vor, dass jeder Österreicher fünfmal pro Woche die Post erhält.

Zustellbasen

Knoten im Verteilnetz, von denen aus die Zusteller ihre Zustellbezirke bedienen.

Marktführer/Marktführerschaft 8, 10, 20f, 38ff Marktposition 16, 42 Mitarbeiter 48f, 52ff Modernisierung 11f, 28f, 41f Online-Services 14, 16, 28, 39ff Post Aktie 43ff, 62

Post Partner 9, 18f, 27, 50 Postmarkt 32ff Postmarktgesetz 27, 34f Post-Geschäftsstellennetz, Filialnetz 18f, 26f, 35, 63 Poststellen Management 14, 27 Ressourcenschonung 48f, 56f Servicequalität 19

Speziallogistik 20f, 63 Strategie 7ff, 38ff, 58 Substitution, elektronische 11, 14, 32, 42 Umsatz 7, 11, 38 Umwelt 48f, 56f Universaldienst 13, 34f, 50 Versorgungssicherheit 12f, 50 Vorstand 7ff Wachstum 7ff, 11, 38ff Wertschöpfung 58f Zustellgeschwindigkeit 12f, 16, 27, 30f, 50f

impressum

Herausgeber und Medieninhaber

Österreichische Post AG Postgasse 8, 1010 Wien, Österreich T: +43 (0) 57767-0, E: [email protected], I: www.post.at FN: 180219d, Handelsgericht Wien

Konzept, Gestaltung und Gesamtkoordination

be.public Werbung Finanzkommunikation, Wien Projektagentur Weixelbaumer KG, Linz

Fotos

Wolfgang Pohn Andreas Fischer, gettyimages, Christian Houdek, Lukas Ilgner, Österreichische Post, Simon Rainsborough, Stefanie J. Steindl, trans-o-flex

Druck

Niederösterreichisches Pressehaus, St. Pölten

Wir haben diesen Bericht mit der größtmöglichen Sorgfalt erstellt und die Daten überprüft. Rundungs-, Satz- oder Druckfehler können dennoch nicht ausgeschlossen werden. Bei der Summierung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben können durch Verwendung automatischer Rechenhilfen rundungsbedingte Rechendifferenzen auftreten.

Dieser Bericht enthält auch zukunftsbezogene Einschätzungen und Aussagen, die wir auf Basis aller uns zum gegenwärtigen Zeitpunkt zur Verfügung stehenden Informationen getroffen haben. Diese zukunftsbezogenen Aussagen werden üblicherweise mit Begriffen wie "erwarten", "schätzen", "planen", "rechnen" etc. umschrieben. Wir weisen darauf hin, dass die tatsächlichen Gegebenheiten – und damit auch die tatsächlichen Ergebnisse – aufgrund verschiedenster Faktoren von den in diesem Bericht dargestellten Erwartungen abweichen können.

Personenbezogene Formulierungen sind geschlechtsneutral zu verstehen.

Dieser Geschäftsbericht ist auch in englischer Sprache verfügbar. Maßgeblich ist in Zweifelsfällen die deutschsprachige Version.

Redaktionsschluss: 1. März 2011

Geschäftsbericht 2010

2010

Facts & Figures der Österreichischen post 2010.

highlights 2010

Umsatz verbessert

  • Umsatz auf vergleichbarer Basis um 0,3% über Vorjahresniveau
  • Division Brief –0,5%, Paket & Logistik +4,4%

ergebnis gesteigert

  • EBITDA von 262,1 Mio EUR (Marge von 11,1%)
  • EBIT +5,0% auf 156,9 Mio EUR

Free CashFlow ermögliCht attraktive DiviDenDe

  • Free Cashflow von 153,6 Mio EUR (2,3 EUR/Aktie)
  • Dividendenvorschlag an die Hauptversammlung: 1,60 EUR/Aktie

aUsbliCk 2011 mit waChstUmsziel

  • Umsatzwachstum 2011 von 1-2% angepeilt
  • EBITDA-Marge am oberen Ende der Zielbandbreite 10-12%

kennzahlenüberbliCk österreiChisChe Post

mio eUr 2008 2009 2010 veränderung
2009/2010
gewinn- und verlustrechnung
Umsatzerlöse Mio EUR 2.441,4 2.356,9 2.351,1 –0,2%
Umsatzerlöse auf vergleichbarer Basis Mio EUR 2.343,5 2.351,1 +0,3%
EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und
Abschreibungen)
Mio EUR 321,7 269,2 262,1 –2,6%
EBITDA-Marge % 13,2% 11,4% 11,1%
EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) Mio EUR 169,5 149,4 156,9 +5,0%
EBIT-Marge % 6,9% 6,3% 6,7%
EBT (Ergebnis vor Steuern) Mio EUR 158,2 124,8 148,7 +19,1%
Periodenergebnis Mio EUR 118,9 79,7 118,4 +48,5%
Ergebnis je Aktie1 EUR 1,71 1,18 1,75 +48,5%
Mitarbeiter (Periodendurchschnitt, Vollzeitkräfte) 27.002 25.921 24.969 –3,7%
Cashflow
Cashflow aus dem Ergebnis vor Steuern Mio EUR 278,3 220,7 196,0 –11,2%
Cashflow aus der Geschäftstätigkeit vor Steuern Mio EUR 274,8 254,8 240,8 –5,5%
Cashflow aus Geschäftstätigkeit Mio EUR 233,4 230,0 178,9 –22,2%
Investitionen in Sachanlagen Mio EUR 102,9 65,6 45,5 –30,7%
Erwerb/Verkauf von Tochtergesellschaften Mio EUR 30,5 1,1 12,7 >100%
Free Cashflow Mio EUR 210,3 236,9 153,6 –35,1%
Free Cashflow vor Erwerb/Verkauf von Wertpapieren Mio EUR 162,4 199,6 143,6 –28,0%
bilanz
Bilanzsumme Mio EUR 1.874,6 1.775,3 1.715,1 –3,4%
Eigenkapital Mio EUR 741,5 673,7 690,8 +2,5%
Langfristiges Vermögen Mio EUR 1.252,1 1.141,3 1.067,6 –6,5%
Kurzfristiges Vermögen Mio EUR 622,5 634,0 647,5 +2,1%
Nettofinanzmittelverschuldung Mio EUR –270,2 –231,2 –126,6 +45,2%
Net Debt/EBITDA (Nettoverschuldung/EBITDA) 0,84 0,86 0,48 +43,8%
Eigenkapitalquote % 39,6% 38,0% 40,3%
Eigenkapitalrentabilität (ROE) % 16,8% 13,9% 20,7%
Gearing Ratio % 36,4% 34,3% 18,3%
Capital Employed Mio EUR 952,5 861,7 767,5 –10,9%
Return on Capital Employed (ROCE) % 17,4% 16,5% 19,3%
Post aktie
Kurs per Ende Dezember EUR 24,10 19,02 24,73 +30,0%
Höchst-/Tiefstkurs (Schlusskurs) EUR 29,75/20,44 26,14/18,00 24,73/18,20
Dividende je Aktie (für Geschäftsjahr) EUR 1,50 1,50 1,602 +6,7%
Sonderdividende je Aktie EUR 1,00
Total Shareholder Return % +10,5% –10,7% +37,9%
Marktkapitalisierung per Ende Dezember Mio EUR 1.628,0 1.284,9 1.670,6 +30,0%
Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien per Ende
Dezember Stück 67.552.638 67.552.638 67.552.638
Streubesitz % 47,2% 47,2% 47,2%
Umsatz nach Divisionen (außenumsatz)
Brief Mio EUR 1.460,0 1.396,8 1.389,4 –0,5%
Paket & Logistik Mio EUR 785,9 768,4 802,0 +4,4%
Filialnetz Mio EUR 192,2 189,6 157,9 –16,7%
ebit nach Divisionen
Brief3 Mio EUR 254,5 221,1 238,2 +7,7%
Paket & Logistik3 Mio EUR –25,5 –9,3 11,0 >100%
Filialnetz3 Mio EUR 14,5 –9,2 –20,2 >100%

1 Bezogen auf 69.505.601 Stück Aktien, ab 2009 bezogen auf 67.552.638 Stück Aktien

2 Vorschlag an die Hauptversammlung am 28. April 2011

3 Vor freiwilligen Personalabfindungsaufwendungen (geänderte Darstellung seit 2010)

entwiCklUng Der kennzahlen

Adressierte Sendungen Österreich Unadressierte Werbesendungen Österreich

PaketsenDUngen mio stüCk

Umsatz UnD ebitDa-marge

2007 2007 2006 2006 1,75 1,40 1,43 1,00 1,38 1,00 1,04

Ergebnis je Aktie (EUR) Free Cashflow je Aktie vor Erwerb/Verkauf von Wertpapieren (EUR)

DiviDenDe je aktie

Dividende Sonderdividende 1 Vorschlag an die Hauptversammlung am 28. April 2011

inhalt

Vorwort

6

CORPORATE
GOVERNANCE-BERICHT
Corporate Governance Kodex
Vorstand
Aufsichtsrat
Vergütungsbericht
Directors' Dealings
Externe Evaluierung
Bericht des Aufsichtsrats
Statement des Aufsichtsratsvorsitzenden
8
9
12
15
17
17
18
19
kon
zern
lagebericht
20101
Umfeld- und Rahmenbedingungen
Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage
Ergebnisse der Divisionen
Voraussichtliche Entwicklung/Ausblick und Risiken des Unternehmens
Internes Kontrollsystem und Risikomanagement im Hinblick auf den
Rechnungslegungsprozess
Informationen gemäß § 243a UGB
22
23
33
37
41
43
kon
zernab
sch
luss
20101
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
Gesamtergebnisrechnung
Konzernbilanz
Konzern-Cashflow-Statement
Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals
Konzernanhang
Erklärung der gesetzlichen Vertreter
Uneingeschränkter Bestätigungsvermerk
46
47
48
49
50
51
109
110
SERVICE Glossar – betriebswirtschaftlich
Geschichte der Post
2010 im Überblick
Adressen von Tochtergesellschaften
Kontakt
Facts & Figures, inkl. Zehn-Jahres-Kennzahlenüberblick
Finanzkalender
Impressum
112
114
116
117
118
119
121
123

1 Dieser Teil unterlag der gesetzlichen Abschlussprüfung durch die Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH (ausgenommen Kapitel "Erklärung der gesetzlichen Vertreter" sowie Kapitel "Uneingeschränkter Bestätigungsvermerk")

Beachten Sie Bitte auch Teil 1 / "Werte & Ziele" des Geschäftsberichts 2010 Das Unternehmen, Kunden & Markt, Zukunft & Strategie, Stakeholder

vorwort des vorstands

Sehr geehrte Damen und Herren, Verehrte Aktionärinnen und Aktionäre!

Die Österreichische Post ist weiterhin auf einem erfolgreichen Kurs. 2010 war – in einem insgesamt wesentlich freundlicheren Konjunkturumfeld – ein gutes Jahr für uns, mit dem wir zufrieden sein können. Das zeigt sich an der Entwicklung der Kennzahlen, vor allem aber auch daran, dass unsere grundlegende Strategie aufgegangen ist: die gezielte Kompensation der tendenziell rückläufigen Volumina an adressierten Briefen durch zusätzliche Erlöse – vor allem aus dem Paket- und Logistikgeschäft.

Umsatz dreht ins Wachstum

Mit einer Steigerung des Umsatzes um 0,3% bzw. 7,6 Mio EUR auf 2.351,1 Mio EUR – auf vergleichbare Basis bereinigt um die geänderte Verrechnung von Prepaid-Telefonwertkarten – hat sich das Geschäft der Österreichischen Post 2010 sehr zufriedenstellend entwickelt. Wir sind damit früher auf den Wachstumspfad eingeschwenkt als vorhergesehen. Während das Briefgeschäft dabei wie erwartet rückläufig war, konnte im Bereich Paket & Logistik über den Jahresverlauf ein stetiges Wachstum verzeichnet und der Rückgang damit mehr als ausgeglichen werden.

Rückgang bei Briefen nur moderat

Der Umsatz der Division Brief verzeichnete 2010 einen Rückgang von lediglich 0,5%. Zwar hielt der Trend der elektronischen Substitution von Briefen ebenso an wie der Rückgang bei hochwertigen Briefsendungen und bei durchschnittlichen Sendungsgewichten. Intensive Anstrengungen zur Kundengewinnung, aber auch Sondereffekte durch zahlreiche Wahltermine und einen zusätzlichen Arbeitstag im Jahr 2010 wirkten diesem Trend jedoch ebenso entgegen wie eine positive Entwicklung bei Werbesendungen. Das EBIT der Division konnte – nach einem Rückgang im Vorjahr – dank konsequenter Effizienzsteigerung von zuvor 221,1 Mio EUR auf 234,9 Mio EUR erhöht werden.

Turnaround im Paketgeschäft

Sehr positiv zeigte sich das Bild 2010 in der Division Paket & Logistik. Obwohl die Preissituation angespannt blieb, konnten hier sowohl die Sendungsvolumina gesteigert als auch neue Kunden gewonnen werden. Auf dieser Grundlage gelang es nicht nur, den Umsatz um insgesamt 4,4%, in Österreich sogar um 9,6% und in Deutschland auf vergleichbarer Basis um 8,5% zu steigern, sondern vor allem das EBIT von zuvor minus 9,3 Mio EUR auf 10,5 Mio EUR massiv zu verbessern. Damit hat die Division den angestrebten Turnaround klar erreicht.

Grundlegender Umbau des Filialnetzes

Plangemäß fortgesetzt haben wir 2010 den Umbau unseres Filialnetzes, das wir mit einer Ausweitung der Standorte von 1.552 auf 1.850 sogar noch verdichten, durch die Umwandlung zahlreicher eigenbetriebener Filialen in Post Partner aber gleichzeitig deutlich schlanker gestalten konnten. Zwar verringerte sich der Umsatz um 31,7 Mio EUR, die Gesamtkosten konnten aber ebenfalls um 34,7 Mio EUR reduziert werden. Mit 10,7 Mio EUR kommt gut ein Drittel des Umsatzrückgangs aus der bereits erwähnten Änderung der Umsatzdarstellung für Prepaid-Telefonwertkarten. Das geänderte Konsumentenverhalten spiegelte sich sowohl im Rückgang des Briefvolumens in den Postfilialen als auch bei Telekommunikationsprodukten und Bankdienstleistungen wider. In Summe ist das EBIT der Division Filialnetz vor freiwilligen Personalabfindungsaufwendungen in der aktuellen Restrukturierungsphase mit minus 20,2 Mio EUR aber klar negativ.

Um hier unsere Kostenstruktur weiter zu verbessern und dem veränderten Kommunikationsverhalten der Konsumenten Rechnung zu tragen, werden wir die Optimierung unseres Standortnetzes auch in Zukunft fortsetzen. Ein wichtiges Element wird dabei die kurz vor Jahresende 2010 erneuerte und weiter intensivierte Kooperation mit der BAWAG P.S.K. bilden. Sie ermöglicht es jedem Partner, sich auf seine Stärken zu konzentrieren und damit den Kunden in rund 520 neu gestalteten gemeinsamen Filialen ein noch attraktiveres Angebot zu offerieren. In Anbetracht der bereits weit fortgeschrittenen Umwandlung des Filialnetzes wird dieses bis Ende 2011 mit der Division Brief zusammengelegt.

Kostensenkung bringt EBIT-Steigerung

Angesichts des externen Drucks auf unsere Umsatzentwicklung sind wir laufend bestrebt, sowohl den Personalals auch den Sachaufwand des Konzerns nachhaltig zu senken. Hier konnten wir 2010 bei der größten Aufwandsposition, dem Personalaufwand, dank gezielter Ausnutzung der Fluktuation im Unternehmen sowie durch einen neuen Kollektivvertrag einen beachtlichen Rückgang erreichen, obwohl durch die Personalreduktion auch erhebliche Restrukturierungsaufwendungen angefallen sind. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) konnte somit um 5,0% auf 156,9 Mio EUR gesteigert werden.

Attraktive Dividende

Seit dem Börsegang 2006 ist und bleibt die Österreichische Post als Dividendentitel positioniert. Das Unternehmen zeichnet sich durch eine hohe Ertragskraft aus – die EBITDA-Marge lag auch 2010 mit 11,1% in unserer Zielbandbreite von 10-12% –, ergänzt um eine solide Bilanz mit einer hohen Eigenkapitalquote, geringen Finanzverbindlich

keiten und einem hohen Bestand an Zahlungsmitteln. Der 2010 erwirtschaftete Free Cashflow von 153,6 Mio EUR bildet auch eine gute Basis dafür, unsere attraktive Dividendenpolitik fortzuführen, der zufolge die Ausschüttungen die positive Ergebnisentwicklung des Konzerns widerspiegeln sollen. Deshalb haben wir uns entschlossen, der Hauptversammlung für 2010 die Zahlung einer Dividende von 1,60 EUR pro Aktie vorzuschlagen.

Erfolgreiche Umsetzung der Strategie

Was den weiteren Weg der Österreichischen Post betrifft, bleiben unsere anspruchsvollen Ziele aufrecht. 2009 haben wir vier Kernstrategien für die Weiterentwicklung des Konzerns definiert, bei deren Umsetzung wir bereits 2010 deutliche Fortschritte gemacht haben. Beispiele dafür sind neue Produkte und Dienstleistungen in allen Segmenten, darunter nicht zuletzt sehr erfolgreiche Online-Angebote, ein Volumensanstieg bei Werbesendungen, weiteres Wachstum im internationalen Paket- und Logistikgeschäft sowie strukturelle Verbesserungen, Effizienzsteigerungen und Kostenreduktionen in vielen Bereichen, von der erweiterten Verbundzustellung von Briefen und Paketen über vielfältige Optimierungen im Personalbereich bis hin zur Einführung eines zentralen Einkaufs. Um in einer Zeit starker Veränderungen auch über eine klare Orientierung und eine gemeinsame Wertebasis zu verfügen, haben wir im vergangenen Jahr darüber hinaus ein neues Leitbild erarbeitet, das die hohen Ansprüche der Österreichischen Post und ihrer Mitarbeiter an Leistungsqualität und Kundenorientierung prägnant definiert.

Weiteres Wachstum und Effizienzsteigerung

In Fortsetzung unserer Strategie werden wir auch weiterhin alles daran setzen, den aus der elektronischen Substitution im Briefbereich resultierenden Druck auf unseren Umsatz durch Wachstum im Paket- und Logistikgeschäft zu kompensieren. Aber auch durch attraktive, zeitgemäße Services, so etwa ein neues, vereinfachtes und formatbasiertes Produktportfolio für Briefe, wollen wir punkten. In Summe peilen wir in den nächsten Jahren ein Umsatzwachstum von 1-2% an. Um unseren Zielkorridor einer EBITDA-Marge von 10-12% zu erreichen bzw. zu halten, steht neben absoluter Kundenorientierung vor allem weitere konsequente Effizienzsteigerung ganz oben auf unserer Agenda. Dies betrifft zum einen die Optimierung der Strukturen in Österreich, wo wie bereits erwähnt derzeit der Umbau des Filialnetzes im Vordergrund steht. Parallel dazu widmen wir aber auch der Verbesserung der Performance unserer internationalen Tochtergesellschaften großes Augenmerk. Für 2011 gehen wir davon aus, dass unsere EBITDA-Marge nach der Dekonsolidierung des Joint Ventures MEILLERGHP, das künftig at equity konsolidiert wird, sogar am oberen Ende der genannten Bandbreite liegen wird.

Zum Abschluss möchten wir es nicht verabsäumen, unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu danken, die 2010 wieder entscheidend zur sehr soliden Entwicklung unseres Unternehmens beigetragen haben. Ebenfalls danken wir unseren Aktionären für ihr anhaltendes Interesse und ihre Treue.

"... haben 2010 bei der Umsetzung unserer vier Kernstrategien deutliche Fortschritte gemacht ..."

Dipl.-Ing. Dr. Georg Pölzl Generaldirektor

Mag. Dr. Rudolf Jettmar Generaldirektor-Stellvertreter

Dipl.-Ing. Dr. Herbert Götz Vorstandsmitglied

Dipl.-Ing. Walter Hitziger Vorstandsmitglied

Dipl.-Bwt. (FH) Carl-Gerold Mende Vorstandsmitglied

Corporate-Governance-Bericht   gemäSS §243b UGB

Die Österreichische Post ist eine börsenotierte Aktiengesellschaft mit Sitz in Österreich. Der Gestaltungsrahmen für die Corporate Governance ergibt sich aus dem österreichischen Recht, insbesondere dem Aktien- und Kapitalmarktrecht und den Bestimmungen über die betriebliche Mitbestimmung, aus der Satzung und den Geschäftsordnungen für die Organe der Gesellschaft sowie schließlich aus dem Österreichischen Corporate Governance Kodex (ÖCGK).

1. Corporate Governance Kodex

Der Vorstand und der Aufsichtsrat der Österreichischen Post sind den Grundsätzen guter Corporate Governance verpflichtet und entsprechen damit den Erwartungen nationaler und internationaler Investoren nach einer verantwortungsvollen, transparenten und langfristig orientierten Unternehmensführung. Der für die Berichterstattung relevante Kodex in der Fassung vom Jänner 2010 enthält 83 Regeln für gute Unternehmensführung, die sich in drei Kategorien aufteilen:

  • Regeln, die auf zwingenden Rechtsvorschriften beruhen (Legal Requirement)
  • Regeln, die auf international üblichen Vorschriften basieren und deren Nichteinhaltung erklärt und begründet werden muss, um ein kodexkonformes Verhalten zu erreichen (Comply or Explain)
  • Regeln, die reinen Empfehlungscharakter haben, deren Nichteinhaltung weder offenzulegen noch zu begründen ist (Recommendation)

Der Österreichische Corporate Governance Kodex ist sowohl über die Website der Österreichischen Post unter www.post.at/ir als auch auf der Website des Österreichischen Arbeitskreises für Corporate Governance unter www.corporate-governance.at öffentlich zugänglich.

Es werden alle "L-Regeln" (Legal Requirements) sowie – mit Ausnahme der nachfolgend genannten – auch alle "C-Regeln" (Comply or Explain) des Kodex eingehalten:

  • Regel 31 (Veröffentlichung der Vorstandsvergütungen): Die für jedes Vorstandsmitglied gewährten fixen und variablen Vergütungen werden im Corporate-Governance-Bericht gesamthaft veröffentlicht, wodurch dem Grundsatz der Vertraulichkeit schutzwürdiger Informationen betreffend die einzelnen Vorstandsmitglieder sowie die Gesellschaft Rechnung getragen wird.
  • Regel 39 (Ausschuss zur Entscheidung in dringenden Fällen): Der Aufsichtsrat trifft Entscheidungen in dringenden Fällen im Wege des Umlaufverfahrens. Des Weiteren sieht die Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat vor, dass im Fall besonderer Dringlichkeit Aufsichtsrats-

sitzungen auch ohne Einhaltung der sonst vorgesehenen Frist einberufen werden können.

  • Regel 41 (Einrichtung eines Nominierungsausschusses): Die Funktionen des Nominierungsausschusses nimmt der Präsidialausschuss wahr, wodurch ein entsprechendes Gremium gegeben ist.
  • Regel 43 (Einrichtung eines Vergütungsausschusses): Die Funktionen des Vergütungsausschusses nimmt das Präsidium des Aufsichtsrats wahr, wodurch ein entsprechendes Gremium gegeben ist.

Compliance

Die Gesellschaft hat zur Vermeidung von Insider-Geschäften eine konzernweit verpflichtende Compliance-Richtlinie erlassen, die den geltenden österreichischen Kapitalmarktvorschriften und der Emittenten-Compliance-Verordnung der Finanzmarktaufsichtsbehörde entspricht. Die Konzern-Compliance-Verantwortliche überwacht die Einhaltung der Richtlinie und führt das Insider-Verzeichnis. Die Gesellschaft entwickelt die Compliance Organisation über die gesetzlichen Anforderungen hinaus in Richtung eines konzernweit integrierten Compliance-Management-Systems. Dieses hat neben der Einhaltung der geltenden Kapitalmarktvorschriften die Aufgabe, rechts- und richtlinienkonformes Verhalten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu fördern und durch konkrete Maßnahmen zu unterstützen. Das Compliance-Verständnis der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird in regelmäßigen Schulungsveranstaltungen gefördert und aktualisiert.

Entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen und der C-Regel 73 des Österreichischen Corporate Governance Kodex werden die erfolgten Directors´ Dealings durch Verweis auf die entsprechende Webseite der Finanzmarktaufsicht unter www.post.at/ir laufend veröffentlicht.

Abschlussprüfung, Internes Kontrollsystem und Risikomanagement

Die Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH wurde auf Vorschlag des Aufsichtsrats von der Hauptversammlung am 22. April 2010 zum Abschlussprüfer des Jahres- und Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr 2010 bestellt. Im Geschäftsjahr 2010 wurden für die Prüfung des Einzelund Konzernabschlusses sowie für Abschlussprüfungen bei Tochtergesellschaften der Österreichischen Post von der Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH 309.144 EUR (exkl. USt.) verrechnet. Für sonstige Beratungsleistungen hat die Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH eine Gegenleistung von 171.098 EUR (exkl. USt.) erhalten.

Das Interne Kontrollsystem (IKS) der Österreichischen Post wird über prozessintegrierte Maßnahmen, Mechanismen und Kontrollen über das gesamte Unternehmen hinweg wahrgenommen. Für das IKS der Österreichischen Post wurde eine einheitliche Plattform geschaffen, auf welcher

die wichtigsten Geschäftsprozesse abgebildet werden. Die operativen Tätigkeiten sind darin nachvollziehbar dokumentiert und werden durch eine Risiko- und Kontrolldokumentation ergänzt. Das IKS der Österreichischen Post baut auf bestehenden Risikomanagement- und Prozessstrukturen im Unternehmen auf, bildet die Kontrollaktivitäten zu den wesentlichen Risiken ab und überwacht den Kontrolldurchführungsprozess. Die Interne Revision prüft die Einhaltung der relevanten Regelungen ex post. Die Erkenntnisse der Revision dienen der Beurteilung der Wirksamkeit der integrierten Kontrollen und Maßnahmen. Über den Revisionsplan für das jeweilige Folgejahr und die Revisionsergebnisse berichtet der Vorstand dem Prüfungsausschuss.

Im Geschäftsjahr 2010 wurde ein konzernweit umzusetzender Code of Conduct (Verhaltens- und Ethikkodex) entwickelt, der die Grundsätze für ethisch und rechtlich einwandfreies Handeln aller Beschäftigten des Konzerns enthält. Der Kodex orientiert sich an internationalen Übereinkünften und ethischen Standards sowie den Prinzipien des UN Global Compact.

Aktionäre

Das Grundkapital der Österreichischen Post ist geteilt in 67.552.638 Stück auf Inhaber lautende Stückaktien. Es liegen keine Stimmrechtsbeschränkungen oder Syndikatsvereinbarungen vor, die der Gesellschaft bekannt sind. Das Prinzip "One Share – One Vote" kommt voll zum Tragen. Die Republik Österreich hält über die ÖIAG 52,8% der Anteile an der Österreichischen Post.

Die Gleichbehandlung und die umfassende Information aller Aktionäre haben für die Österreichische Post einen besonders hohen Stellenwert. Dazu gehört auch, dass über die gesetzlich verpflichtenden Auskunfts- und Offenlegungspflichten hinaus (Geschäfts- und Quartalsberichte, Ad-hoc-Meldungen, Offenlegung der Directors' Dealings) regelmäßig und unter Beachtung der gebotenen Gleichbehandlung aller Aktionäre in Pressemeldungen sowie in Analysten-, Presse- und Aktionärskonferenzen über die Entwicklung des Unternehmens berichtet wird. Alle Berichte und Meldungen sowie die wesentlichen Präsentationen zu diesen Konferenzen werden unter www.post.at/ir veröffentlicht. Im Jahr 2010 wurden fünf Ad-hoc-Meldungen publiziert. Diese sowie die Aktionärsstruktur sind unter www.post.at/ir abrufbar.

2. Vorstand

Zusammensetzung des Vorstands

Der Vorstand der Österreichischen Post besteht aus fünf Personen. In der Aufsichtsratssitzung am 16. November 2010 wurde Peter Umundum zum Vorstand für Paket & Logistik bestellt. Er folgt in dieser Funktion Carl-Gerold Mende nach, der seine Vorstandsfunktion per 31. März 2011 zurücklegen wird. Peter Umundum wurde für die Dauer von drei Jahren als Vorstand der Österreichischen Post bestellt. Er wird seine Funktion per 1. April 2011 antreten.

Georg Pölzl

Vorsitzender des Vorstands, Generaldirektor, erstmals bestellt per 1. Oktober 2009 (Ende der laufenden Funktionsperiode: 30. September 2014), geb. 1957 Georg Pölzl studierte und promovierte an der Montanuniversität Leoben. Seine berufliche Laufbahn startete er als Unternehmensberater bei McKinsey & Co. Danach wechselte er in den Vorstand des Maschinen- und Anlagenbauers Binder & Co AG. Insgesamt neun Jahre lang leitete Georg Pölzl anschließend T-Mobile Austria in Wien. Es folgte sein Wechsel nach Deutschland, wo er als Sonderbeauftragter des Vorstands der Deutschen Telekom für die Umsetzung des erfolgreichen Restrukturierungsprogramms verantwortlich war. Zuletzt war Georg Pölzl als Sprecher der Geschäftsführung von T-Mobile Deutschland tätig. Mit 1. Oktober 2009 übernahm Georg Pölzl den Vorstandsvorsitz und die Position des Generaldirektors der Österreichischen Post.

Rudolf Jettmar

Stellvertretender Vorsitzender des Vorstands, Finanzvorstand, erstmals bestellt per 1. August 1999 (Ende der laufenden Funktionsperiode: 30. Juni 2012), geb. 1947

Rudolf Jettmar war nach seinem Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Wien sowie der Betriebswirtschaftslehre an der Wirtschaftsuniversität Wien in diversen Steuerberatungskanzleien tätig. 1979 legte er die Fachprüfung für Steuerberater, 1982 jene für Buchprüfer und Steuerberater ab. 1982 bis 1999 gehörte Rudolf Jettmar dem Vorstand der Österreichischen Verkehrskreditbank an. Mit August 1999 wurde Rudolf Jettmar erstmals zum Finanzvorstand und zum Stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden der Österreichischen Post bestellt.

Zusätzliche Funktionen: Aufsichtsrat der BAWAG P.S.K. Bank für Arbeit und Wirtschaft und Österreichische Postsparkasse Aktiengesellschaft und der BAWAG Holding GmbH.

Herbert Götz

Vorstandsdirektor, Division Filialnetz, erstmals bestellt per 1. März 2004 (Ende der laufenden Funktionsperiode: 31. Dezember 2011), geb. 1963

Herbert Götz startete seine Laufbahn nach der Ausbildung an der Technischen Universität Wien, Fachrichtung Maschinenbau, sowie Zwischenstationen als Mitarbeiter der österreichischen Außenhandelsstelle in Los Angeles und als Assistent am Institut für Robotik und Regelungstechnik der TU Wien als Referent für Industriepolitik in der Vereinigung Österreichischer Industrieller. Nach einigen Jahren als wirtschaftspolitischer Berater und in weiterer Folge Kabinettchef von Vizekanzler Dr. Erhard Busek setzte er seine berufliche Karriere 1995 bei der Siemens AG Österreich fort. Bis zu seiner erstmaligen Bestellung als Vorstandsmitglied der Österreichischen Post mit März 2004 war er als Bereichsleiter für Information und Communication Networks bei Siemens AG Österreich tätig.

Zusätzliche Funktionen: Aufsichtsrat der BAWAG P.S.K. Versicherung AG, 3. Stellvertreter des Aufsichtsratsvorsitzenden der Omnimedia Werbegesellschaft m.b.H., Aufsichtsrat des Technischen Museums Wien mit Österreichischer Mediathek.

Walter Hitziger

Vorstandsdirektor, Division Brief, erstmals bestellt per 1. Mai 2004 (Ende der laufenden Funktionsperiode: 31. Dezember 2011), geb. 1960

Walter Hitziger startete seine Karriere nach Abschluss des Studiums des Wirtschaftsingenieurwesens für Maschinenbau an der Technischen Universität in Graz in der Steirerbrau AG – Steirische Brauindustrie AG (Gösser/Puntigamer), verantwortlich für die Distributionslogistik. Jeweils als Bereichsleiter im Consulting war er in den Jahren 1990 bis 1997 bei Agiplan Planungsgesellschaft sowie der Econsult Betriebsberatungsgesellschaft in Wien beschäftigt. Von 1997 bis zu seiner erstmaligen Bestellung zum Vorstandsmitglied der Österreichischen Post mit Mai 2004 war er als Vorstand der bauMax Handels AG für Einkauf und Logistik verantwortlich.

Carl-Gerold Mende

Vorstandsdirektor, Division Paket & Logistik, erstmals bestellt per 15. Juni 2008 (Ende der laufenden Funktionsperiode: 31. März 2011), geb. 1956

Nach seiner kurzen Tätigkeit am Flughafen Frankfurt begann Carl-Gerold Mende seine berufliche Karriere bei DHL. 1985 wechselte er zu Federal Express Europe Inc., wo er zuletzt als Mitglied der deutschen Geschäftsleitung den "Central District" führte. Parallel zu den beruflichen Aktivitäten schloss Carl-Gerold Mende das Studium der Betriebswirtschaft an der Hochschule in Rendsburg ab. 1993 erfolgte sein Wechsel in die Geschäftsführung von General Parcel Logistics. In den Jahren 2001 bis 2004 war er Senior Vice President der GLS Holding in Amsterdam und übernahm danach die Position des International Director von Royal Mail in London. Im Juni 2008 wurde Carl-Gerold Mende als Vorstandsmitglied der Österreichischen Post bestellt. Carl-Gerold Mende wird seine Vorstandsfunktion per 31. März zurücklegen.

Peter Umundum

Erstmals bestellt per 1. April 2011 (Ende der laufenden Funktionsperiode: 31. März 2014), geb. 1964

Peter Umundum startete nach seinem Studium der Informatik und Technischen Mathematik seine berufliche Karriere im Jahr 1988 in der Steirerbrau AG, wo er die Leitung der Softwareentwicklung sowie der Organisationsund Informatikabteilung übernahm. 1994 wechselte er als IT-Leiter in die Styria Medien AG und stieg zwei Jahre später zum Geschäftsführer der Tochtergesellschaft Media Consult Austria GmbH auf. 1999 war er Mitbegründer und Geschäftsführer von redmail. Im Jahr 2001 wurde Peter Umundum mit der Geschäftsführung der Tageszeitung "Die Presse" betraut und drei Jahre später in die Geschäftsführung der Tageszeitung "Kleine Zeitung" berufen. 2005 folgte der Wechsel zur Österreichischen Post, wo er bis zum Antritt seiner Vorstandsfunktion als Mitglied der Divisionsleitung Brief im größten Geschäftsfeld des Unternehmens tätig ist.

Organisation (Stand 31. Dezember 2010)

Georg Pölzl Corporate Governance und Strategische Projekte, Konzernkommunikation,
Kommunikationsstrategie, Personalmanagement, Strategie und Konzern
entwicklung, Investor Relations, Konzernrevision, Risikomanagement und
Compliance, Länderkoordination
Rudolf Jettmar Finanz- und Rechnungswesen, Corporate Controlling, Treasury, Informations
technologie, Zentraler Einkauf, Recht, Corporate Real Estate
Herbert Götz Filialnetz inkl. Philatelie, Werbekoordination Österreich
Walter Hitziger Brief inkl. Güterbeförderung, Logistikkoordination
Carl-Gerold Mende Paket & Logistik, Vertriebskoordination

Arbeitsweise des Vorstands

In der Geschäftsordnung für den Vorstand sind die Geschäftsverteilung und die Zusammenarbeit des Vorstands geregelt. Weiters enthält sie die Informations- und Berichtspflichten des Vorstands sowie einen Katalog der Maßnahmen, die der Zustimmung durch den Aufsichtsrat bedürfen. Der Vorstand berät in zumindest vierzehntägigen Sitzungen den aktuellen Geschäftsverlauf, trifft im Rahmen dieser Sitzungen die notwendigen Entscheidungen und fasst die erforderlichen Beschlüsse. Die Mitglieder des Vorstands befinden sich im ständigen gegenseitigen Informationsaustausch untereinander und mit den jeweils zuständigen Führungskräften.

Für die Unterstützung des Vorstands bei der Geschäftsführung wurde der so genannte Führungskreis eingerichtet. Der Führungskreis besteht aus rund 35 Top-Level-Mitarbeitern und übt eine beratende und unterstützende Funktion in sämtlichen operativen und strategischen Belangen der Österreichischen Post aus.

Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle relevanten Fragen der Geschäftsentwicklung, einschließlich der Risikolage und des Risikomanagements in der Gesellschaft und in den wesentlichen Konzernunternehmen. Im Sinne guter Corporate Governance finden offene Diskussionen zwischen Vorstand und Aufsichtsrat und innerhalb dieser Organe statt. Darüber hinaus hält der Aufsichtsratsvorsitzende regelmäßig Kontakt mit dem Vorstandsvorsitzenden und diskutiert mit ihm die Strategie, die Geschäftsentwicklung und das Risikomanagement des Unternehmens.

In der Aufsichtsratssitzung vom 20. Jänner 2011 wurde die Umsetzung der Ergebnisse eines Organisations- und Strukturprojektes beschlossen. Vor dem Hintergrund der bereits weit fortgeschrittenen Umwandlung eigenbetriebener Filialen zu Post Partnern und der erfolgreichen Neugestaltung der Kooperation mit der BAWAG P.S.K. sollen die Divisionen Filialnetz und Brief bis Anfang 2012 zusammengeführt werden. Ziel ist es, das Unternehmen noch effizienter aufzustellen und gleichzeitig stärker auf Kundennähe und Marktbedürfnisse auszurichten.

Maßnahmen zur Frauenförderung

Als nachhaltig wirtschaftender Konzern nimmt sich die Österreichische Post gesellschaftsrelevanter Themen wie der Chancengleichheit am Arbeitsplatz an. Jeder Form von Diskriminierung oder Mobbing wird entschieden entgegengetreten. Bei der Österreichischen Post bestehen keine Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen bei gleicher Tätigkeit und gleicher Ausbildung.

In Führungspositionen will die Österreichische Post den Frauenanteil kontinuierlich anheben, um gleichberechtigte Beteiligung an Verantwortung und Entscheidungsfindung zu erreichen. Mit Frau Edith Hlawati ist die wichtige Funktion der stellvertretenden Vorsitzenden des Aufsichtsrats mit einer Frau besetzt. Der Frauenanteil im Führungskreis der Österreichischen Post betrug im Geschäftsjahr 2010 rund 25%.

3. Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat besteht aus insgesamt zwölf Mitgliedern – acht von der Hauptversammlung gewählten Kapitalvertretern und vier vom Zentralausschuss entsendeten Arbeitnehmervertretern. Im Geschäftsjahr 2010 gab es folgende Veränderungen im Aufsichtsrat: Dieter Bock, Horst Breitenstein, Hans Wehsely und Rainer Wieltsch sind mit Ablauf der Hauptversammlung am 22. April 2010 ausgeschieden. Edgar Ernst, Erich Hampel, Günter Leonhartsberger und

Chris E. Muntwyler sind von der Hauptversammlung 2010 für die Funktionsperiode von fünf Jahren in den Aufsichtsrat der Gesellschaft gewählt worden. Alle Kapitalvertreter sind bis zum Ende jener Hauptversammlung gewählt, die über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2014 beschließt.

Andreas Schieder wurde anstelle von Gerhard Fritz vom neu konstituierten Zentralausschuss der Österreichischen Post gemäß §110 ArbVG am 19. Oktober 2010 in den Aufsichtsrat entsendet.

Zusammensetzung des Aufsichtsrats (Stand 31. Dezember 2010)

Kapitalvertreter
Name (Geburtsjahr) Zivilberuf Weitere Aufsichtsrats- und
vergleichbare Funktionen
Erstbestellung
Peter Michaelis,
Vorsitzender
(1946)
Vorstand der Österreichischen
Industrieholding Aktiengesellschaft
Aufsichtsratsmandate (Vorsitzender):
Telekom Austria AG, OMV AG, APK
Pensionskasse AG
18. Mai 2001
Edith Hlawati,
stellvertretende Vorsitzende
(1957)
Partnerin der Rechtsanwaltskanzlei
Cerha Hempel Spiegelfeld Hlawati
Aufsichtsrat: Telekom Austria AG
(Vorsitzender-Stv.)
26. April 2007
Edgar Ernst
(1952)
Unternehmensberater Aufsichtsratsmandate:
Gildemeister AG (Deutschland),
Deutsche Postbank AG (Deutschland),
TUI AG (Deutschland)1
22. April 2010
Erich Hampel
(1951)
Unternehmensberater Aufsichtsratsmandate:
UniCredit Bank Austria AG (Vorsitzender
Stv.), B&C Industrieholding GmbH
(Vorsitzender), Bausparkasse Wüstenrot
AG (Vorsitzender-Stv.), Donau Chemie AG
(Vorsitzender-Stv.), Österreichische
Kontrollbank AG (Vorsitzender), ÖRAG
Österreichische Realitäten AG (Vorsitzen
der), Österreichische Lotterien GmbH,
Österreichisches Verkehrsbüro AG
22. April 2010
Günter Leonhartsberger
(1968)
Bereichsleiter Beteiligungs
management und Privatisierung
in der Österreichischen Industrie
holding AG
22. April 2010
Chris E. Muntwyler
(1952)
CEO der Conlogic AG (Schweiz) Verwaltungsrat der Panalpina World
Transport AG (Schweiz)
22. April 2010
Gerhard Roiss
(1952)
Generaldirektor-Stv. der OMV AG,
Geschäftsführer der OMV Refining
& Marketing GmbH
Aufsichtsratsmandate:
Borealis AG (Vice Chairman), Petrom SA
(Bucharest) (Vice Chairman), Petrol Ofisi
(Istanbul) (Chairman), Aufsichtsrats
vorsitzender-Stv. mehrerer Tochtergesell
schaften der OMV AG
26. April 2007
Karl Stoss
(1956)
Vorstandsvorsitzender der Casinos
Austria AG, Geschäftsführer der
Österreichischen Lotterien GmbH,
Präsident des Österreichischen
Olympischen Comités
Aufsichtsratsmandate:
Casinos Austria International Holding
GmbH, Burgtheater GmbH, Innsbruck
Tirol Olympische Jugendspiele 2012
GmbH (Vorsitzender-Stv.), Kathrein & Co.
Privatgeschäftsbank AG (Vorsitzender
Stv.), Omnimedia WerbegesmbH
(1. Vorsitzender-Stv.)
4. April 2006

1 Mit Wirkung vom 9. Februar 2011

Vom Zentralausschuss entsandte Aufsichtsratsmitglieder

Name (Geburtsjahr) Zivilberuf Weitere Aufsichtsrats- und
vergleichbare Funktionen
Erstbestellung
Helmut Köstinger
(1957)
Vorsitzender des Zentral
ausschusses der
Österreichischen Post
Aufsichtsrat der Österreichischen
Industrieholding Aktiengesellschaft
14. April 2005
Martin Palensky
(1963)
Vorsitzender-Stv. des Zentral
ausschusses der
Österreichischen Post
22. Februar 2002
Andreas Schieder
(1976)
Mitglied des Zentralausschusses
der Österreichischen Post
19. Oktober 2010
Manfred Wiedner
(1963)
Mitglied des Zentralausschusses
der Österreichischen Post
Aufsichtsrat der Österreichischen
Beamtenversicherung
3. März 1999

Im Geschäftsjahr 2010 ausgeschiedene Aufsichtsratsmitglieder (Datum des Ausscheidens)

Dieter Bock (22. April 2010) Horst Breitenstein (22. April 2010) Hans Wehsely (22. April 2010) Rainer Wieltsch (22. April 2010) Gerhard Fritz (18. Oktober 2010)

Ausschüsse des Aufsichtsrats1

Präsidium Peter Michaelis (Vorsitzender), Edith Hlawati
Präsidialausschuss Peter Michaelis (Vorsitzender), Edith Hlawati, Helmut Köstinger
Prüfungsausschuss Peter Michaelis (Vorsitzender), Edgar Ernst, Günter Leonhartsberger, Karl Stoss, Helmut Köstinger,
Manfred Wiedner

Diversität

Bei der Auswahl der Mitglieder des Aufsichtsrats stehen einschlägiges Wissen und Erfahrung in Führungspositionen im Vordergrund. Zusätzlich wird auf eine Diversität erzielende Zusammensetzung geachtet. Unter dem Gesichtspunkt der Diversität ist zu berichten, dass sich unter den zwölf Mitgliedern des Aufsichtsrats eine Frau befindet, vier Mitglieder unter 50 Jahre alt sind und zwei Mitglieder nicht-österreichischer Nationalität sind.

Unabhängigkeit

Entsprechend den Regelungen des Österreichischen Corporate Governance Kodex (C-Regel 53) hat der Aufsichtsrat der Österreichischen Post in Anlehnung an Anhang 1 des Corporate Governance Kodex in der Fassung Jänner 2010 folgende sechs Kriterien festgelegt, bei deren Erfüllung ein Aufsichtsratsmitglied als unabhängig anzusehen ist:

    1. Das Aufsichtsratsmitglied soll in den vergangenen fünf Jahren nicht Mitglied des Vorstands oder leitender Angestellter der Gesellschaft oder eines ihrer Tochterunternehmen gewesen sein.
    1. Das Aufsichtsratsmitglied soll zur Gesellschaft oder einem ihrer Tochterunternehmen kein Geschäftsverhältnis in einem für das Aufsichtsratsmitglied bedeutenden Umfang unterhalten oder im letzten Jahr unterhalten haben. Dies gilt auch für Geschäftsverhältnisse mit Unternehmen, an denen das Aufsichtsratsmitglied ein erhebliches wirtschaftliches Interesse hat, jedoch nicht für die Wahrnehmung von Organfunktionen im Konzern. Die Genehmigung einzelner Geschäfte durch den Aufsichtsrat gemäß L-Regel 48 führt nicht automatisch zur Qualifikation als nicht unabhängig.
    1. Das Aufsichtsratsmitglied soll in den letzten drei Jahren nicht Abschlussprüfer der Gesellschaft oder Beteiligter oder Angestellter der prüfenden Prüfungsgesellschaft gewesen sein.

1 Bis zum Zeitpunkt der Neukonstituierung des Aufsichtsrats (22. April 2010) bzw. des Zentralausschusses (18. Oktober 2010) galt folgende Besetzung der Ausschüsse: Präsidium (Peter Michaelis, Rainer Wieltsch), Präsidialausschuss (Peter Michaelis, Rainer Wieltsch, Gerhard Fritz), Prüfungsausschuss (Peter Michaelis, Hans Wehsely, Rainer Wieltsch, Karl Stoss, Gerhard Fritz, Manfred Wiedner).

    1. Das Aufsichtsratsmitglied soll nicht Vorstandsmitglied in einer anderen Gesellschaft sein, in der ein Vorstandsmitglied der Gesellschaft Aufsichtsratsmitglied ist.
    1. Das Aufsichtsratsmitglied soll nicht länger als 15 Jahre dem Aufsichtsrat angehören. Dies gilt nicht für Aufsichtsratsmitglieder, die Anteilseigner mit einer unternehmerischen Beteiligung sind oder die Interessen eines solchen Anteilseigners vertreten.
    1. Das Aufsichtsratsmitglied soll kein enger Familienangehöriger (direkte Nachkommen, Ehegatten, Lebensgefährten, Eltern, Onkel, Tanten, Geschwister, Nichten, Neffen) eines Vorstandsmitglieds oder von Personen sein, die sich in einer in den vorstehenden Punkten beschriebenen Position befinden.

Alle von der Hauptversammlung gewählten Mitglieder haben im Geschäftsjahr 2010 ihre Unabhängigkeit gemäß diesen Kriterien erklärt. Zudem umfasst der Aufsichtsrat sechs vom Kernaktionär der Österreichischen Post unabhängige Vertreter, sodass die Mehrheit der Aufsichtsratsmitglieder in keiner Beziehung zur Mehrheitsgesellschafterin steht (C-Regel 54).

Dem Aufsichtsrat der Österreichischen Post gehören weder ehemalige Vorstandsmitglieder noch leitende Angestellte an; auch so genannte "Überkreuz-Verflechtungen" bestehen nicht. Es wurden keine Kredite an Mitglieder des Aufsichtsrats vergeben.

Arbeitsweise des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat prüft sowohl im Plenum als auch durch seine Ausschüsse sowie durch seinen Vorsitzenden und dessen Stellvertreterin regelmäßig die Geschäftsführung der Gesellschaft. Diesem Zweck dienen ausführliche Darstellungen und Erörterungen im Rahmen der Aufsichtsrats- und Ausschuss-Sitzungen sowie wiederholte Besprechungen insbesondere des Präsidiums des Aufsichtsrats mit den Mitgliedern des Vorstands. Der Aufsichtsrat hat durch Beschluss aus seiner Mitte für spezifische Angelegenheiten Ausschüsse gebildet.

  • Dem Präsidium obliegt die Regelung der Beziehungen zwischen der Gesellschaft und den Mitgliedern des Vorstands, mit Ausnahme von Beschlüssen auf Bestellung oder Widerruf der Bestellung eines Vorstandsmitglieds sowie auf Einräumung von Optionen auf Aktien der Gesellschaft. Das Präsidium nimmt auch die Funktionen des Vergütungsausschusses im Hinblick auf den Abschluss der Anstellungsverträge mit den Vorstandsmitgliedern und die Grundsätze der Vergütungspolitik wahr.
  • Der Präsidialausschuss fungiert auch als Nominierungsausschuss und befasst sich mit Fragen der Vorstandsbestellung.
  • Dem Prüfungsausschuss obliegen vor allem die Prüfung und Vorbereitung der Feststellung des Jahresabschlusses, die Prüfung des Konzernabschlusses, des Vorschlags für die Gewinnverteilung, des Lageberichts und Konzernlageberichts und des Corporate-Governance-Berichts. Einen hohen Stellenwert nimmt die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des internen

Revisionssystems und des Risikomanagementsystems ein. Eine wichtige Aufgabe des Prüfungsausschusses ist weiters die Vorbereitung des Vorschlags des Aufsichtsrats für die Auswahl des Abschlussprüfers und die Überwachung der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers.

Anzahl der Sitzungen und Tätigkeitsschwerpunkte

Aufsichtsrat und Vorstand haben sich im Berichtsjahr in zehn Aufsichtsratssitzungen sowie in sechs Sitzungen des Prüfungsausschusses intensiv mit der strategischen Ausrichtung und der Geschäftsentwicklung in allen Bereichen des Konzerns befasst. Wesentliche Themen der Beratungen des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2010 waren neben den Vorstandsangelegenheiten die Festlegung der strategischen Eckpunkte sowie der mittelfristigen Ziele der Österreichischen Post mit dem Hintergrund der Liberalisierung des Postmarkts im Jahr 2011. In zwei Sondersitzungen hat sich der Aufsichtsrat mit der Weiterentwicklung der Filialnetzstrategie und der Kooperation mit dem Bank-Partner BAWAG P.S.K. sowie mit der Gründung eines Joint Ventures der meiller direct GmbH mit der Schweizerischen Post befasst.

Weiters fanden nach Bedarf Sitzungen des Präsidiums statt, die unter anderem die Ausscheidensvereinbarung mit Herrn Mende sowie die Verhandlung und den Abschluss des Anstellungsvertrags mit Herrn Umundum zum Gegenstand hatten.

Der Präsidialausschuss war im Geschäftsjahr 2010 mit der Erstellung eines Besetzungsvorschlags sowie der Vorbereitung der Beschlussfassung im Aufsichtsrat für die Vorstandsfunktion "Paket & Logistik" befasst.

Dem Prüfungsausschuss obliegen die Aufgaben gemäß § 92 Abs. 4a AktG. Im Rahmen der Sitzung zum Jahresund Konzernabschluss 2009, an der der Wirtschaftsprüfer teilgenommen hat, hat der Prüfungsausschuss die ihm gesetzlich zugewiesenen Aufgaben ordnungsgemäß wahrgenommen. Darüber hinaus hat der Prüfungsausschuss die im Geschäftsjahr 2010 erstellten Quartalsabschlüsse (Zwischenabschlüsse) eingehend behandelt. Dem Aufsichtsrat wurde empfohlen, der Hauptversammlung die Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH als Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer der Österreichischen Post für das Geschäftsjahr 2010 vorzuschlagen.

An zwei der zehn Aufsichtsratssitzungen nahmen alle Aufsichtsratsmitglieder teil. Die durchschnittliche Präsenzquote aller Aufsichtsratssitzungen im Jahr 2010 betrug 86%. Kein Aufsichtsratsmitglied nahm an weniger als 50% der Sitzungen teil.

4. Vergütungsbericht

Der Vergütungsbericht fasst die Grundsätze zusammen, die für die Festlegung der Vergütung des Vorstands der Österreichischen Post angewendet werden, und erläutert Höhe und Struktur der Vorstandsbezüge. Darüber hinaus werden Grundsätze und Höhe der Vergütung des Aufsichtsrats beschrieben sowie der Aktienbesitz von Vorstand und Aufsichtsrat veröffentlicht.

Vorstand

Das Vergütungssystem basiert auf dem Grundgedanken eines Drei-Säulen-Modells (fixe und variable Gehaltsbestandteile sowie ein Long-Term-Incentive-Program), welches bei guter operativer Performance wirken soll. Das fixe Basisgehalt orientiert sich an der Gehaltsstruktur börsenotierter österreichischer Unternehmen und richtet sich nach dem Umfang des Aufgabenbereichs und der Verantwortung des jeweiligen Vorstandsmitglieds.

Die variable Vergütung knüpft zu einem hohen Ausmaß an messbare, kurzfristige Leistungsindikatoren an und enthält weiters qualitative Zielerreichungskomponenten. Für den variablen Gehaltsbestandteil wurde eine Obergrenze von 100% des Jahresfixbezugs festgelegt. Die entsprechenden Beträge werden im Folgejahr ausgezahlt.

Die im Geschäftsjahr 2009 und 2010 gewährten Barbezüge der Vorstandsmitglieder setzen sich wie folgt zusammen:

Barbezüge

TEUR 2009 2010
Fixe Bezüge 1.765 1.840
Variable Bezüge 1.670 1.507
Gesamtbezüge 3.435 3.347

Der Aufsichtsrat hat im Dezember 2009 ein Long-Term-Incentive-Program (LTIP) für den Vorstand für die Periode 2010 bis 2012 beschlossen, das die Vorgaben der EU-Vergütungsempfehlung vom 30. April 2009 berücksichtigt. Ziel ist es, die Interessen des Managements mit denen der Aktionäre auf eine mittel- bis langfristige Steigerung des Unternehmenswerts in Einklang zu bringen. Das LTIP sieht ein einmaliges Eigeninvestment jedes teilnehmenden Vorstandsmitglieds und eine Laufzeit von drei Jahren vor. Die Berechnung der Anzahl der notwendigen Aktien erfolgte aufgrund des Durchschnittskurses des vierten Quartals 2009. Zu Beginn des Programms wurden Zielwerte für Schlüsselindikatoren (Total Shareholder Return, Free Cashflow und Earnings per Share) festgelegt, wobei die Ziele gleich gewichtet sind. Die Zielerreichung wird über den dreijährigen Beobachtungszeitraum ermittelt.

Weiters erhalten die Vorstandsmitglieder Sachbezüge. Im Falle der Beendigung des Dienstverhältnisses eines Vorstandsmitglieds sehen die Vorstandsverträge Abfertigungsansprüche in Höhe von bis zu einem Jahresbezug oder eine Einbindung in den Geltungsbereich des BMSVG (Betriebliches Mitarbeiter- und Selbständigenvorsorgegesetz) vor. Alle Vorstandsmitglieder verfügen über eine Pensionskassenregelung, in deren Rahmen sich die Österreichische Post zu einer jährlichen Einzahlung in Höhe von 10% des fixen Jahresbruttobezugs verpflichtet hat. Die Vorstandsverträge enthalten keine "Change of Control"-Klauseln.

Die Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder der Österreichischen Post sind im Rahmen einer D&O-Versicherung mit einer Haftungssumme von 20 Mio EUR versichert. Die Versicherung umfasst die gerichtliche und außergerichtliche Abwehr unbegründeter sowie die Befriedigung begründeter Schadenersatzansprüche.

Die Aufnahme von Nebentätigkeiten durch die Vorstandsmitglieder setzt die Zustimmung des Präsidiums des Aufsichtsrats voraus. Dadurch ist sichergestellt, dass weder der zeitliche Aufwand noch die dafür gewährte Vergütung zu einem Konflikt mit den Aufgaben als Vorstandsmitglied führt.

Grundsätze der Vergütung der Führungskräfte

Die für den Vorstand geltenden Grundsätze werden in angepasster Form auch auf die Führungskräfte angewendet. Die Gehälter der Führungskräfte enthalten fixe und variable Bestandteile, die auf dem Erreichen von finanziellen und nicht-finanziellen Unternehmenszielen sowie individuell vereinbarten Zielen basieren.

Darüber hinaus hat der Vorstand im Geschäftsjahr 2010 ein Long-Term-Incentive-Program (LTIP) für Führungskräfte beschlossen, an dem definierte Mitglieder der Führungsebenen des Konzerns teilnehmen. Das LTIP knüpft an im Vorfeld festgelegte, messbare, langfristige und nachhaltige Kriterien (Total Shareholder Return, Free Cashflow und Earnings per Share) an und sieht ein entsprechendes Eigeninvestment als Voraussetzung für die Teilnahme vor.

Aufsichtsrat

Die Vergütung für den Aufsichtsrat wird jährlich in der ordentlichen Hauptversammlung für das jeweils abgelaufene Geschäftsjahr beschlossen. Dabei wird auch das Sitzungsgeld festgelegt. Dieses liegt derzeit bei 300 EUR pro Sitzung. Darüber hinaus werden anfallende Reisekosten ersetzt. Für das Geschäftsjahr 2009 hat die Hauptversammlung am 22. April 2010 die individuellen Bezüge für die Mitglieder des Aufsichtsrats mit 15.000 EUR, für den Vorsitzenden mit 25.000 EUR sowie für den stellvertretenden Vorsitzenden mit 20.000 EUR festgesetzt. Ist ein Mitglied des Aufsichsrats nicht das volle Geschäftsjahr tätig, so sind die Vergütungen zu aliquotieren. Die Auszahlung dieser Bezüge erfolgte unmittelbar nach der ordentlichen Hauptversammlung.

Die im Geschäftsjahr 2010 dem Aufsichtsrat gewährten Vergütungen (inklusive Sitzungsgeld) von gesamt 168.600 EUR gliedern sich wie folgt:

Aufsichtsratsvergütung (inkl. Sitzungsgeld) in EUR

Peter Michaelis, Vorsitzender 29.500
Edith Hlawati, Stellvertreterin des Vorsitzenden 17.700
Dieter Bock (bis 22. April 2010) 15.900
Horst Breitenstein (bis 22. April 2010) 15.600
Edgar Ernst (seit 22. April 2010) 2.400
Erich Hampel (seit 22. April 2010) 1.500
Helmut Köstinger 2.400
Günter Leonhartsberger (seit 22. April 2010) 2.400
Chris E. Muntwyler (seit 22. April 2010) 1.500
Martin Palensky 2.400
Gerhard Roiss 16.800
Andreas Schieder (seit 19. Oktober 2010) 300
Karl Stoss 17.100
Hans Wehsely (bis 22. April 2010) 16.800
Manfred Wiedner 4.500
Rainer Wieltsch (bis 22. April 2010) 21.800
Gesamt 168.600

Die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat üben ihre Funktion ehrenamtlich aus und werden für ihre Tätigkeit im Zentralausschuss gemäß ihrem jeweiligen Dienstvertrag entlohnt, sie erhalten nur Sitzungsgeld. Sie können nur vom Zentralausschuss, dies aber jederzeit, abberufen werden.

5. Directors' Dealings

Aktienkäufe und -verkäufe von Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats werden gemäß § 48d Börsegesetz innerhalb von fünf Arbeitstagen nach dem Tag des Abschlusses des Geschäfts der Finanzmarktaufsichtsbehörde (FMA) gemeldet und auf der Website der FMA veröffentlicht. Insgesamt wurden im Berichtszeitraum folgende Aktienbestände an die Finanzmarktaufsicht gemeldet:

Aktienbesitz in Stück

31.12.2009 Kauf Verkauf 31.12.2010
Vorstand
Georg Pölzl 12.254 6.000 18.254
Rudolf Jettmar 9.110 2.000 11.110
Herbert Götz 28.684 28.684
Walter Hitziger 7.000 1.600 8.600
Carl-Gerold Mende 0 0
Aufsichtsrat
Peter Michaelis 600 590 10
Gesamt 57.648 9.600 590 66.658

6. Externe Evaluierung

Die Österreichische Post lässt die Einhaltung der C- und R-Regeln des Österreichischen Corporate Governance Kodex regelmäßig durch eine externe Institution evaluieren. Die zuletzt für den Zeitraum 1. Jänner 2008 bis 31. Dezember 2008 von der KPMG Austria GmbH durchgeführte Evaluierung bestätigt, dass die öffentliche Erklärung der Österreichischen Post zur Beachtung des Kodex zutreffend ist. Die Evaluierungsberichte werden unter www.post.at/ir veröffentlicht. Die nächste Evaluierung ist für das Geschäftsjahr 2011 vorgesehen.

Dipl.-Ing. Dr. Georg Pölzl Mag. Dr. Rudolf Jettmar

Generaldirektor Generaldirektor-Stellvertreter, verantwortlich für Finanzen

Dipl.-Ing. Dr. Herbert Götz Dipl.-Ing. Walter Hitziger Dipl.-Bwt. (FH) Carl-Gerold Mende Vorstandsmitglied, Vorstandsmitglied, Vorstandsmitglied, verantwortlich für Filialnetz verantwortlich für Brief verantwortlich für Paket & Logistik

Bericht des Aufsichtsrats der  Österreichischen Post AG über das Geschäftsjahr 2010

Die elektronische Substitution von Briefen, Liberalisierungseffekte sowie Volumenswachstum und hohe Wettbewerbsintensität bei Paketdienstleistungen haben die Geschäftsentwicklung der Österreichischen Post im Geschäftsjahr 2010 wesentlich beeinflusst.

In Hinblick auf die vollständige Marktöffnung mit 1. Jänner 2011 war das Jahr 2010 aus rechtlicher und regulatorischer Sicht von Vorbereitungsmaßnahmen geprägt. Mit dem Ende 2009 gestarteten Programm Post@2011 hat die Post ihre wesentlichen strategischen Stoßrichtungen definiert und 2010 die daraus resultierenden strategischen Initiativen konzernübergreifend gestartet.

Aufsichtsrat und Vorstand haben im Berichtsjahr in zehn Aufsichtsratssitzungen sowie in sechs Sitzungen des Prüfungsausschusses intensiv die wirtschaftliche und strategische Weiterentwicklung des Unternehmens beraten. Im Rahmen der laufenden Berichterstattung sowie in allen Sitzungen wurde der Aufsichtsrat über die Geschäfts-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns, die Personalsituation sowie die Investitionsvorhaben unterrichtet. Der Vorstand hat dem Aufsichtsrat in schriftlicher und mündlicher Form regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle relevanten Fragen der Geschäftsentwicklung, einschließlich der Risikolage und des Risikomanagements in der Gesellschaft und in den wesentlichen Beteiligungen, berichtet und Auskunft gegeben. Der Aufsichtsrat hat aufgrund dieser Berichterstattung die Geschäftsführung des Vorstands laufend überwacht und begleitend unterstützt.

In einer Sondersitzung im September 2010 hat der Aufsichtsrat ein Joint Venture mit der Schweizerischen Post genehmigt, das die Zusammenführung der im Eigentum der Österreichischen Post befindlichen meiller direct GmbH mit den Direct-Mail-Aktivitäten der Swiss Post Solutions mit Anfang 2011 vorsieht. In einer weiteren Sondersitzung im Oktober 2010 wurde die Filialnetzstrategie und die Kooperation der Österreichischen Post mit dem Bank-Partner BAWAG P.S.K. ausgiebig diskutiert. Das aktuelle Filialkonzept sieht vor, dass sich beide Unternehmen auf ihr Kerngeschäft konzentrieren und die Strukturen des jeweiligen Partners nutzen. Den Kunden soll ein nachhaltig gesichertes Netz aus vollwertigen Post- und Bankdienstleistungen an über 500 Standorten in ganz Österreich geboten werden.

Da Herr Dipl.-Bwt (FH) Carl-Gerold Mende seine Vorstandsfunktion per 31. März 2011 zurücklegen wird, wurde der Präsidialausschuss im September 2010 mit der Neubestellung der Position des Vorstands für die Division Paket & Logistik beauftragt. Der Aufsichtsrat bestellte im November 2010 Herrn Dipl.-Ing. Peter Umundum zum

Vorstandsmitglied Paket & Logistik mit Wirkung vom 1. April 2011 bis zum 31. März 2014.

Weiters hat der Aufsichtsrat in seiner Sitzung im November 2010 die Durchführung eines Organisations- und Strukturprojekts beschlossen. Die Ergebnisse dieses Projekts wurden in einer Sonderaufsichtsratssitzung im Jänner 2011 diskutiert, und der Aufsichtsrat hat beschlossen, mittelfristig die Divisionen Brief und Filialnetz zusammenzuführen. Das Unternehmen reagiert damit auf die laufenden Veränderungen im Postmarkt und stärkt seine Wettbewerbsfähigkeit und Kundennähe.

Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats hat in sechs Sitzungen seine Aufgaben wahrgenommen. Die Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH wurde von der Hauptversammlung am 22. April 2010 zum Abschlussprüfer des Jahres- und Konzernabschlusses der Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2010 bestellt. Die Quartalsergebnisse wurden eingehend im Prüfungsausschuss erörtert. Über die Ergebnisse der Prüfungsausschusssitzungen wurde dem Aufsichtsrat laufend berichtet.

In der Zusammensetzung des Aufsichtsrats kam es im vergangenen Geschäftsjahr zu einigen Änderungen. Dieter Bock, Dr. Horst Breitenstein, Dkfm. Hans Wehsely und Dipl.-Ing. Rainer Wieltsch sind mit Ablauf der Hauptversammlung am 22. April 2010 aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden. Prof. Dr. Edgar Ernst, Dr. Erich Hampel, Chris E. Muntwyler sowie Mag. Günter Leonhartsberger sind von der Hauptversammlung 2010 für die Funktionsperiode von fünf Jahren in den Aufsichtsrat der Gesellschaft gewählt worden. Alle anderen Kapitalvertreter im Aufsichtsrat wurden wiedergewählt. Andreas Schieder wurde anstelle von Gerhard Fritz vom neu konstituierten Zentralausschuss der Österreichischen Post AG gemäß §110 ArbVG am 19. Oktober 2010 in den Aufsichtsrat entsendet.

Im Anschluss an die Hauptversammlung wurden in der konstituierenden Aufsichtsratssitzung vom 22. April 2010 Herr Dr. Peter Michaelis zum Aufsichtsratsvorsitzenden und Frau Dr. Edith Hlawati zu seiner Stellvertreterin gewählt. Weitere Informationen über die Zusammensetzung und Arbeitsweise des Aufsichtsrats und seine Vergütung sind dem Corporate-Governance-Bericht zu entnehmen.

Der Jahresabschluss und der Konzernabschluss der Österreichischen Post zum 31. Dezember 2010 wurden durch die Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Der Lagebericht und der Konzernlagebericht stehen im Einklang mit dem Jahres- und Konzernabschluss. Sämtliche Abschlussunterlagen, der Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands, der

Corporate-Governance-Bericht und die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers wurden im Prüfungsausschuss eingehend mit den Prüfern behandelt und dem Aufsichtsrat vorgelegt. Der Aufsichtsrat hat die Unterlagen gemäß § 96 AktG geprüft, keine Beanstandungen festgestellt und stimmt dem Ergebnis der Abschlussprüfung zu. Der Aufsichtsrat billigt den Jahresabschluss 2010, der damit gemäß § 96 Abs. 4 AktG festgestellt ist, und erklärt sich mit dem gemäß § 245a UGB nach IFRS aufgestellten Konzernabschluss, dem Lagebericht, dem Konzernlagebericht und dem Corporate-Governance-Bericht einverstanden.

  1. März 2011

Dr. Peter Michaelis e.h. Vorsitzender des Aufsichtsrats Der Aufsichtsrat schließt sich dem Vorschlag des Vorstands an, vom Bilanzgewinn von EUR 149.361.639,94 eine Ausschüttung von EUR 108.084.220,80 vorzunehmen und den Rest in der Höhe von EUR 41.277.419,14 auf neue Rechnung vorzutragen.

Ich möchte mich an dieser Stelle bei der Unternehmensleitung und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren hervorragenden Einsatz im Geschäftsjahr 2010 bedanken. An unsere Kundinnen und Kunden im In- und Ausland richte ich die Bitte, dem Unternehmen auch weiterhin die Treue zu halten.

Statement des Aufsichtsratsvorsitzenden

Liebe Aktionärinnen und Aktionäre,

das Jahr 2010 ist für die Österreichische Post erfolgreich verlaufen. Es ist gelungen, den Umsatzrückgang aus der elektronischen Briefsubstitution durch Wachstum in anderen Segmenten – insbesondere im Paketgeschäft – zu kompensieren. Das Unternehmen konnte somit bei Umsatz und Ergebnis die gesetzten Ziele übertreffen. Auch andere Finanzkennzahlen zeigen die Stärken der Österreichischen Post: Die Bilanz zeichnet sich durch einen niedrigen Verschuldungsgrad und hohe Liquidität aus, der solide Cashflow ermöglicht eine attraktive Dividendenpolitik.

Im vollständig liberalisierten Postmarkt gilt es nun, gemäß den eingeschlagenen Strategien sowohl die Kundenorientierung als auch die Effizienz des Unternehmens voranzutreiben, um damit nachhaltiges Wachstum zu generieren.

Mein Dank für die im vergangen Jahr erbrachten Leistungen gilt an dieser Stelle sowohl dem Management der Österreichischen Post als auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die tagtäglich durch ihren Einsatz und ihr Engagement zum Erfolg des Unternehmens beitragen.

Dr. Peter Michaelis e.h.

1. Umfeld und Rah
menbe
ding
ungen
22
1.1 Wirtschaftliches Umfeld 22
1.2 Rechtliche Rahmenbedingungen 22
2.Gesch
äftsver
lauf und wirt
scha
ftliche
Lage
23
2.1 Veränderungen im Konsolidierungskreis 23
2.2 Umsatz- und Ergebnisentwicklung 23
2.3 Vermögens- und Finanzlage 27
2.4 Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren 28
2.4.1 Liquidität/Nettofinanzmittelverschuldung 28
2.4.2 Cashflow 29
2.4.3 Investitionen und Akquisitionen 29
2.4.4 Ergebnis- und wertorientierte Kennzahlen 30
2.4.5 Zustellgeschwindigkeit 31
2.4.6 Mitarbeiter 31
2.4.7 Laufende Aus- und Weiterbildung 31
2.4.8 Gesundheit und Arbeitssicherheit 31
2.4.9 Umwelt 31
2.4.10 Forschung und Entwicklung/Innovationsmanagement 32
2.5 Besondere Ereignisse nach dem Bilanzstichtag 32
3.Ergebni
sse der
Divi
sionen
33
3.1 Division Brief 33
3.2 Division Paket & Logistik 34
3.3 Division Filialnetz 35
4.Vora
ussicht
liche
Ent
wicklung
/Ausblick und Risiken
des Unterneh
men
s
37
4.1 Ausblick 2011 37
4.2 Wesentliche Risiken und Ungewissheiten 37
4.2.1 Risikomanagement 37
4.2.2 Struktur der Dienstverhältnisse
4.2.3 Technische Risiken 38
4.2.4 Regulatorische und rechtliche Risiken 38
38
4.2.5 Finanzielle Risiken 40
4.2.6 Markt- und Wettbewerbsrisiken 40
5. Interne
s Kontro
llsyste
m und Risikomanage
ment
im Hinb
lick
auf den
Rechn
ung
sleg
ung
spro
zess
41
5.1 Kontrollumfeld 41
5.2 Risikobeurteilung 41
5.3 Kontrollmaßnahmen 41
5.4 Information und Kommunikation 42
5.5 Überwachung 42
6.Infor
mationen
ge
mäSS § 243a UGB
43

1. Umfeld und Rahmenbedingungen

1.1 Wirtschaftliches Umfeld

Nach dem starken Rückgang der Wirtschaft um 3,5% im Jahr 2009 verbesserte sich die konjunkturelle Situation in Österreich 2010 wieder. Dabei profitierte die österreichische Wirtschaft auch vom günstigeren internationalen Umfeld. Im Gesamtjahr 2010 erhöhte sich die Wirtschaftsleistung in Österreich um 2,0% (WIFO), die Inflation lag im Durchschnitt bei 1,8% (WIFO), bedingt vor allem durch den Anstieg der Rohölpreise. Für 2011 wird von einer weiteren Konjunkturerholung ausgegangen, das Wachstum soll 2,2% betragen, die Inflation auf 2,1% (WIFO) steigen. Der Aufschwung stützt sich auf eine starke Exportdynamik, basierend auf dem deutlichen Wachstum der Weltwirtschaft, die 2010 um 5,0% zulegte. Für 2011 wird ein globales Wachstum des BIP um 4,4% vorausgesagt (IWF). Auch die Konsumnachfrage der privaten Haushalte und eine Belebung der Investitionstätigkeit in Österreich tragen zum Wirtschaftswachstum bei.

Für Deutschland wird ein Wachstum von 2,2% für 2011 prognostiziert. Die Erwartungen für die Länder Südost-/ Osteuropas sind ebenfalls durchwegs positiv: Slowakei plus 4,3%, Ungarn plus 2,0%, Serbien plus 3,0%, Bosnien-Herzegowina plus 3,0% (IWF).

Für die Entwicklung des Brief- und Paketmarktes sind neben der Wirtschaftsleistung auch die Bevölkerungsentwicklung und die Zunahme der Anzahl der Haushalte eines Landes von Bedeutung. In Österreich ergab sich mit plus 0,4% (Statistik Austria) auch 2010 ein leichtes Bevölkerungswachstum.

Der Trend zur elektronischen Substitution der Briefvolumina bleibt bestehen. Insbesondere Telekommunikationsund Versorgungsunternehmen versuchen, physische Sendungsvolumina zu reduzieren. Das Volumen der Werbesendungen ist abhängig von den Werbeaktivitäten der Unternehmen. Der vierteljährlich erscheinende Forecast von ZenithOptimedia geht davon aus, dass der Werbemarkt in Westeuropa stärker wächst als bisher erwartet – für 2011 wird ein Plus von rund 3,2% prognostiziert. Es wird erwartet, dass – im Gegensatz zu anderen Werbekanälen – weiterhin eine grundsätzlich positive Entwicklung der direkten Kommunikation bestehen bleibt. Direct Mailings zu Endkunden sollten ihren Stellenwert in der Kommunikation beibehalten können.

Die Paketmengen in Österreich steigen dank der ständig zunehmenden Bedeutung von Online-Shopping weiter. Das Fracht- und Expressgeschäft konnte durch die verbesserte Wirtschaftslage und ein ausgeweitetes Angebot wieder zulegen. Die Entwicklung der Sendevolumina im internationalen Paket- und Frachtgeschäft wird wesentlich von der Stärke des Aufschwungs und den Handelsströmen sowie der damit verbundenen Preisentwicklung abhängen. Im

Paket- und Logistikmarkt zeigten sich 2010 national und international positive Volumensentwicklungen, gestützt vom steigenden internationalen Handel sowie von der generellen Zunahme der Internetkäufe. Die Wettbewerbsintensität ist jedoch weiterhin hoch.

1.2 Rechtliche Rahmenbedingungen

Im Hinblick auf die vollständige Marktöffnung mit 1. Jänner 2011 war das Jahr 2010 aus rechtlicher und regulatorischer Sicht von Vorbereitungsmaßnahmen geprägt.

Seit Juli 2010 werden in Entsprechung einer einschlägigen EuGH-Judikatur in einem ersten Schritt Postdienste für Paketsendungen über 20 kg und EMS-Sendungen (Expressdienst) nicht mehr unter die Steuerbefreiung für Postdienstleistungen subsumiert. Für solche Dienste wird seither, sofern der Leistungsort in Österreich liegt und die Sendungen nicht in Drittländer befördert werden, zusätzlich zu den bestehenden Tarifen Umsatzsteuer verrechnet. In einem weiteren Schritt fallen seit 1. Jänner 2011 Dienstleistungen, die nicht in der gesetzlich vorgeschriebenen Universaldienstverpflichtung enthalten sind, nicht unter die Umsatzsteuerbefreiung für Postdienstleistungen. Postdienstleistungen im Universaldienst, deren Leistungsort in Österreich liegt, sind auch weiterhin steuerfrei und werden ohne Umsatzsteuer in Rechnung gestellt. Die entsprechenden Allgemeinen Geschäftsbedingungen wurden der Regulierungsbehörde im Herbst 2010 vorgelegt und von dieser zur Kenntnis genommen.

Mit Inkrafttreten der postmarktgesetzlichen Bestimmungen zum Poststellennetz im Dezember 2009 hat ein diesbezüglicher Umwandlungsprozess begonnen. Nach Durchführung der gesetzlich vorgeschriebenen Aufsichtsverfahren bei der Regulierungsbehörde wurden im Jahr 2010 mit eigenem Personal betriebene Post-Geschäftsstellen in Post Partner umgewandelt. Dabei musste die Österreichische Post AG nachweisen, dass die von der Restrukturierung betroffenen Poststellen dauerhaft unrentabel sind und die flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Postdienstleistungen durch andere Standorte gewährleistet ist. Auch die betroffenen Gemeinden mussten zeitgerecht von der geplanten Strukturumwandlung im Filialnetz informiert werden.

Weiters wurden im November 2010 der Regulierungsbehörde Allgemeine Geschäftsbedingungen vorgelegt, die für Briefdienste im Universaldienstbereich ein vereinfachtes, kundenorientiertes Produkt- und Dienstleistungsangebot mit formatbasierten Tarifen vorsehen. Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen wurden vonseiten der Regulierungsbehörde eingehend geprüft und gebilligt und werden somit ab Anfang Mai 2011 in Kraft treten.

kon

zern- lagebericht

2. Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage

2.1 Veränderungen im Konsolidierungskreis

Im Geschäftsjahr 2010 wurde der Konsolidierungskreis um die feibra West GmbH (Österreich, Division Brief) und die Post d.o.o. za usluge (Kroatien, Division Brief) sowie die LogIn Service d.o.o. (Bosnien-Herzegowina, Division Paket & Logistik) erweitert. Alle drei Unternehmen sind eigene Gründungen. Die ThermoMed Life Sciences GmbH & Co KG wurde in die trans-o-flex ThermoMed GmbH & Co KG integriert. Die Eurodis GmbH, die bisher vollkonsolidiert war, ist ab 1. Juli 2010 at equity konsolidiert. Die Eurodis koordiniert den europaweiten Paketversand zwischen den Partnerunternehmen, zu denen auch die europäischen Tochtergesellschaften des Österreichischen Post Konzerns gehören. Der Anteil an der Electronic Bill Presentment and Payment GmbH (EBPP) wurde mit 1. Juli 2010 von 40,0% auf 100,0% erhöht. Der Direct-Mail-Produzent meiller direct wurde Ende 2010 in ein Joint Venture mit der Schweizerischen Post eingebracht. Das neu entstandene Unternehmen MEILLERGHP – die Österreichische Post hält daran 65,0% – wird seit 20. Dezember 2010 at equity konsolidiert.

2.2 Umsatz- und Ergebnisentwicklung

Die Umsatzentwicklung der Österreichischen Post ist 2010 sehr zufriedenstellend verlaufen. Es ist gelungen, den Umsatz auf vergleichbarer Basis um 0,3% oder 7,6 Mio EUR auf 2.351,1 Mio EUR zu steigern. Im Jahr 2009 waren gemäß der ursprünglichen Umsatzdarstellung noch 13,3 Mio EUR Umsatz mit Prepaid-Telefonwertkarten gebucht worden. Während das Briefgeschäft wie erwartet rückläufig war, konnte im Bereich Paket & Logistik über den Jahresverlauf ein stetiges Wachstum verzeichnet werden und den Rückgang mehr als ausgleichen.

In der Division Brief reduzierte sich der Umsatz 2010 lediglich um 0,5%. Die Trends der elektronischen Substitution von Briefen, des Rückgangs hochwertiger Briefsendungen und der reduzierten Sendungsgewichte hielten zwar weiter an und führten bei der Briefpost zu einem Rückgang um 2,5%. Intensive Anstrengungen zur Kundengewinnung, Sondereffekte durch zahlreiche Wahltermine und ein zusätzlicher Arbeitstag im Jahr 2010 sowie eine positive Entwicklung bei Werbesendungen (plus 1,8%) wirkten diesem Trend entgegen.

In der Division Paket & Logistik war 2010 ein stetiger Volumensanstieg festzustellen. Obwohl die Preissituation angespannt blieb, konnten eine Steigerung der Mengenentwicklung und ein Zuwachs an Neukunden verzeichnet werden. Die Umsatzsteigerung lag trotz der Beendigung unrentabler Geschäfte der Transportlogistik bei 4,4%, in Österreich verbesserte sich der Umsatz sogar um 9,6%, in Deutschland lag die Steigerung auf vergleichbarer Basis bei über 6,0%.

Die Umsatz- und Organisationsstruktur im Filialnetz unterliegt aktuell einem Wandel. Der Umsatz verringerte sich vor diesem Hintergrund um 31,7 Mio EUR, die Gesamtkosten wurden gleichzeitig um 34,7 Mio EUR reduziert. Die geänderte Umsatzdarstellung von Prepaid-Telefonwertkarten trug mit 10,7 Mio EUR zum Umsatzrückgang bei. Auch die Innenumsätze reduzierten sich wegen der verstärkten Direktabholung von Briefen und Paketen bei Großkunden um 13,7 Mio EUR.

Umsatz nach Divisionen1

Mio EUR 2008 2009 2010 % Veränderung
2009/2010
Mio EUR
Struktur
2010
Umsatz gesamt 2.441,4 2.356,9 2.351,1 –0,2% –5,8 100,0%
Brief 1.460,0 1.396,8 1.389,4 –0,5% –7,4 59,1%
Paket & Logistik 785,9 768,4 802,0 4,4% 33,6 34,1%
Filialnetz 192,2 189,6 157,9 –16,7% –31,7 6,7%
Corporate 3,2 4,4 5,1 15,7% 0,7 0,2%
Konsolidierung 0,0 –2,2 –3,1 40,5% –0,9 0,1%
Werktage in Österreich2 253 251 252

1 Außenumsatz der Divisionen

2 Kalender-Werktage

Umsatzanteile nach Divisionen % Umsatz

Gewinn- und Verlustrechnung

2008 2009 2010 Veränderung
2009/2010
Struktur
2010
2.441,4 2.356,9 2.351,1 –0,2% 100,0%
81,0 89,6 90,5 1,0% 3,9%
–778,2 –766,1 –771,0 0,6% 32,8%
–1.119,2 –1.139,3 –1.120,7 –1,6% 47,7%
–304,5 –277,0 –288,8 4,3% 12,3%
1,2 5,1 1,0 –79,6% 0,0%
321,7 269,2 262,1 –2,6% 11,1%
–152,2 –119,8 –105,2 –12,1% 4,5%
47,5 22,4 8,8 –60,7% 0,4%
169,5 149,4 156,9 5,0% 6,7%
–11,3 –24,6 –8,2 66,6% 0,3%
158,2 124,8 148,7 19,1% 6,3%
–39,3 –45,1 –30,3 –32,9% 1,3%
118,9 79,7 118,4 48,5% 5,0%
1,71 1,18 1,75 48,5%

Um dem Umsatzdruck entgegenzuwirken, steht die Österreichische Post vor der Herausforderung, ihre Produktivität und Effizienz stetig zu verbessern. Die größte Aufwandsposition der Österreichischen Post ist mit etwa 50% des Umsatzes der Personalaufwand, der mit 1.120,7 Mio EUR im Jahresvergleich um 1,6% bzw. 18,6 Mio EUR reduziert werden konnte. Der Personalaufwand inkludiert neben den operativen Kosten für Löhne und Gehälter auch Rückstellungsveränderungen sowie Restrukturierungskosten gemäß den im Unternehmen vereinbarten Sozialplänen für das Ausscheiden von Mitarbeitern.

Der operative Personalaufwand – vor Restrukturierungsaufwendungen und vor Rückstellungen für Unterauslastung – konnte 2010 um mehr als 30 Mio EUR reduziert werden. Einsparungen ergaben sich hier aus der Ausnutzung der

Fluktuation im Unternehmen sowie durch einen neuen Kollektivvertrag, der bereits seit August 2009 gültig ist. Im Jahresdurchschnitt erfolgte 2010 eine Personalreduktion um 952 auf 24.969 Mitarbeiter. Mit dieser Veränderung in Zusammenhang stehen diverse Restrukturierungsaufwendungen von ca. 65 Mio EUR. Darin inkludiert sind etwa Aufwendungen für Personalabfindungen für Mitarbeiter, die die Möglichkeit der Übergangskarenzierung bis zum Pensionsantritt angenommen haben, sowie Abfertigungen und Restrukturierungsrückstellungen.

Der Personalaufwand der Österreichischen Post ist aufgrund der spezifischen Beschäftigungssituation traditionell durch hohe Personalrückstellungen geprägt – wie etwa die Rückstellung für Unterauslastung. Diese hat sich im Geschäftsjahr 2010 von 285,6 Mio EUR auf 244,1 Mio EUR

verringert. Darin inkludiert sind sowohl Rückstellungen für unkündbare Mitarbeiter, die im Unternehmen nicht oder nur mehr zum Teil eingesetzt werden, als auch Rückstellungen für Mitarbeiter, die in den Verwaltungsdienst des Bundes wechseln werden. Die Reduktion der Rückstellung resultiert unter anderem aus der Reintegration von Mitarbeitern in den Betriebsprozess, bei gleichzeitigem Rückstellungsbedarf aus der Veränderung des Diskontierungszinssatzes im Jahr 2010 von 5% auf 4,5%. Der zahlungswirksame Verbrauch 2010 betrug 17,8 Mio EUR.

Grundsätzlich wird die Bildung der Rückstellung für Unterauslastung nach Maßgabe der durchschnittlich ermittelten Unterauslastung für sämtliche Personalaufwendungen – unter Ansatz eines Fluktuationsabschlags – bis zum Zeitpunkt der Pensionierung oder des vorzeitigen Austritts vorgenommen, sofern die überschüssige Kapazität aufgrund des unkündbaren Dienstverhältnisses nicht reduziert werden kann. Verringert sich in den Folgejahren der Grad der durchschnittlichen Unterauslastung oder erfolgt eine Wiedereingliederung der Mitarbeiter in den operativen Arbeitsprozess, so führt dies zu einer Auflösung der in Vorperioden gebildeten Rückstellung. Ein Austritt aus dem Unternehmen führt zur gänzlichen Auflösung der Rückstellung.

Die Österreichische Post hat bereits 2009 eine Vereinbarung mit dem Bundesministerium für Inneres und 2010 auch mit den Bundesministerien für Finanzen und für Justiz getroffen, wonach Mitarbeiter der Post in den Bundesdienst wechseln können, die Österreichische Post aber die Kosten dieser Mitarbeiter bis Juni 2014 weiter trägt. Für diese bis Mitte 2014 auflaufenden Kosten war bereits 2009 eine Rückstellung gebildet worden. Durch den nunmehrigen Wechsel von Mitarbeitern wurden Rückstellungen in Höhe von 12,0 Mio EUR als Verbindlichkeiten umgebucht.

Beim Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen kam es 2010 zu einem Anstieg um 0,6%. Die größte Position darin ist der Zukauf externer Transportdienstleistungen (2010 in Summe 491,9 Mio EUR), die durch das Umsatzwachstum im Paket- & Logistikgeschäft ebenfalls gestiegen sind. Handelswaren des Filialnetzes reduzierten sich unter anderem durch die geänderte Umsatzdarstellung bei Prepaid-Telefonwertkarten um 10,7 Mio EUR. Der sonstige betriebliche Aufwand erhöhte sich um 4,3% aufgrund erhöhter Kommunikationsaufwendungen und Mietrückstellungen.

Die sonstigen betrieblichen Erträge sind im Berichtszeitraum um 1,0% auf 90,5 Mio EUR gestiegen. Darin inkludiert sind Mieterträge von 24,0 Mio EUR und Erträge aus dem Abgang von Sachanlagen von 24,3 Mio EUR.

EBITDA nach Divisionen

Mio EUR 2008 2009 2010 Veränderung
2009/2010
EBITDA Gesamt 321,7 269,2 262,1 –2,6%
Brief1 297,1 271,1 278,2 2,6%
Paket & Logistik1 34,8 20,5 37,5 82,9%
Filialnetz1 20,5 –3,3 –14,2 >100%
Corporate1 –13,5 –10,1 –21,5 >100%
Konsolidierung1 0,0 0,3 0,0 >100%
Freiwillige Personalabfindungsaufwendungen –17,2 –9,3 –17,8 91,6%

1 Vor freiwilligen Personalabfindungsaufwendungen (geänderte Darstellung seit 2010)

Das EBITDA des Österreichischen Post Konzerns lag 2010 mit 262,1 Mio EUR um 2,6% unter dem Wert des Vorjahres. Die EBITDA-Marge betrug 11,1% und liegt somit in der Zielbandbreite von 10-12%.

Die Abschreibungen der Österreichischen Post beliefen sich 2010 auf 105,2 Mio EUR. Dieser Wert setzt sich aus der planmäßigen Abschreibung von 96,4 Mio EUR (davon 80,7 Mio EUR für Sachanlagen) sowie Wertminderungen von 8,8 Mio EUR zusammen (davon 5,8 Mio EUR für Wertminderungen von Sachanlagen).

EBIT nach Divisionen

Mio EUR 2008 2009 2010 Veränderung
2009/2010
EBIT Gesamt 169,5 149,4 156,9 5,0%
Brief1 254,5 221,1 238,2 7,7%
Paket & Logistik1 –25,5 –9,3 11,0 >100%
Filialnetz1 14,5 –9,2 –20,2 >100%
Corporate1 –56,8 –44,2 –54,3 22,9%
Konsolidierung1 0,0 0,3 0,0 >100%
Freiwillige Personalabfindungsaufwendungen –17,2 –9,3 –17,8 91,6%

1 Vor freiwilligen Personalabfindungsaufwendungen (geänderte Darstellung seit 2010)

Da der eingetretene Umsatzrückgang kostenseitig mehr als kompensiert werden konnte, verbesserte sich das EBIT der Österreichischen Post 2010 um 5,0% auf 156,9 Mio EUR. Die EBIT-Marge beträgt 6,7%.

Freiwillige Personalabfindungsaufwendungen werden seit dem Geschäftsjahr 2010 im jeweiligen Segment erfasst. Zuvor wurden sie im Segment Corporate dargestellt. Zur besseren Vergleichbarkeit wird die Entwicklung der Divisionsergebnisse vor diesen Aufwendungen erläutert: Die Division Brief erwirtschaftete 2010 einen EBIT-Anstieg um 17,1 Mio EUR auf 238,2 Mio EUR, in der Division Paket & Logistik konnte das EBIT um 20,3 Mio EUR auf 11,0 Mio EUR gesteigert werden, und die Division Filialnetz verzeichnete einen Rückgang um 11,0 Mio EUR auf minus 20,2 Mio EUR. In Summe sind im Konzern freiwillige Personalabfindungsaufwendungen von 17,8 Mio EUR angefallen, der größte Anteil davon entfiel mit 10,6 Mio EUR auf die Division Filialnetz.

Das EBIT des Bereichs Corporate hat sich vor freiwilligen Personalabfindungsaufwendungen von minus 44,2 Mio EUR auf minus 54,3 Mio EUR verändert. Hier sind unter anderem nicht weiter verrechnete Aufwendungen zentraler Abteilungen, Aufwendungen im Zusammenhang mit leer stehenden Immobilien sowie die Veränderung von Personalrückstellungen enthalten. Die Ergebnisreduktion ist primär durch eine Restrukturierungsrückstellung für die Redimensionierung des Filialnetzes verursacht.

Das sonstige Finanzergebnis des Österreichischen Post Konzerns betrug 2010 minus 8,2 Mio EUR nach minus 24,6 Mio EUR im Jahr 2009. Im Finanzergebnis des Vorjahres war eine Wertminderung des Anteils am Konsortium der BAWAG P.S.K. in Höhe von 20,0 Mio EUR enthalten.

Das Ergebnis vor Steuern erhöhte sich von 124,8 Mio EUR auf 148,7 Mio EUR. Nach Abzug von Steuern im Ausmaß von 30,3 Mio EUR ergibt sich ein Periodenergebnis (Ergebnis nach Steuern) von 118,4 Mio EUR. Dies entspricht 1,75 EUR je Aktie für das Geschäftsjahr 2010 (2009: 1,18 EUR je Aktie).

EBITDA EBIT Periodenergebnis

2.3 Vermögens- und Finanzlage

Die Österreichische Post setzt auf eine risikoaverse Geschäftsgebarung. Dies zeigt sich an der hohen Eigenkapitalquote, den geringen Finanzverbindlichkeiten und der soliden Zahlungsmittelveranlagung mit geringstmöglichem Risiko.

Bilanzstruktur nach Positionen

Mio EUR 31.12.2008 31.12.2009 31.12.2010 Struktur
31.12.2010
in %
Aktiva
Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte und Firmenwerte 1.002,1 944,3 853,7 49,8%
Als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien (Investment
Property)
36,5 37,0 33,9 2,0%
Anteile at equity konsolidiert 7,3 8,3 27,3 1,6%
Vorräte, Forderungen und Sonstiges 448,2 393,8 397,4 23,2%
Finanzinvestitionen in Wertpapiere 92,5 56,7 48,3 2,8%
Andere Finanzanlagen 39,9 41,4 41,4 2,4%
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 248,1 293,8 313,1 18,3%
1.874,6 1.775,3 1.715,1 100,0%
Passiva
Eigenkapital 741,5 673,7 690,8 40,3%
Rückstellungen 585,4 604,4 574,7 33,5%
Finanzverbindlichkeiten 148,6 126,8 79,1 4,6%
Verbindlichkeiten und Sonstiges 399,1 370,4 370,5 21,6%
1.874,6 1.775,3 1.715,1 100,0%

Die Analyse der Bilanz des Österreichischen Post Konzerns zeigt, dass die Aktiva einen erheblichen Bestand an Finanzmitteln enthalten. In Summe verfügt der Österreichische Post Konzern zum 31. Dezember 2010 über Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente von insgesamt 313,1 Mio EUR und über Finanzinvestitionen in Wertpapiere von 48,3 Mio EUR. Somit ist der Bestand an Finanzmitteln im Jahr 2010 von 350,5 Mio EUR auf 361,3 Mio EUR gestiegen. Die Zahlung der Dividende von 1,50 EUR je Aktie – in Summe 101,3 Mio EUR – für das Geschäftsjahr 2009 im Mai 2010 ist dabei bereits berücksichtigt. Die Veranlagungspolitik der Österreichischen Post zielt auf das geringstmögliche Risiko ab. Die Sachanlagen, immateriellen Vermögenswerte und Firmenwerte nehmen mit 853,7 Mio EUR die größte Position unter den Aktiva ein.

Passivseitig zählen das Eigenkapital (40,3%) und die Rückstellungen (33,5%) zu den größten Positionen. Darin ist eine Rückstellung für Unterauslastung mit 244,1 Mio EUR enthalten. Der Rückgang der kurz- und langfristigen Finanzverbindlichkeiten auf 79,1 Mio EUR ergab sich durch die Tilgung von Verbindlichkeiten bei Banken.

Da die vorhandenen liquiden Mittel in der Bilanz (Finanzmittel von 361,3 Mio EUR) die Finanzverbindlichkeiten mit 79,1 Mio EUR übersteigen, ist die Aufnahme von Fremdkapital – ebenso wie ein Rating – derzeit nicht erforderlich.

Bilanzstruktur nach Fristigkeit

Mio EUR 31.12.2008 31.12.2009 31.12.2010 Struktur
31.12.2010
in %
Aktiva
Langfristiges Vermögen 1.252,1 1.141,3 1.067,6 62,2%
davon andere Finanzanlagen sowie Finanzinvestitionen
in Wertpapiere
132,2 97,9 89,4 5,2%
Kurzfristiges Vermögen 622,5 634,0 647,5 37,8%
davon Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 248,1 293,8 313,1 18,3%
1.874,6 1.775,3 1.715,1 100,0%
Passiva
Eigenkapital 741,5 673,7 690,8 40,3%
Langfristige Verbindlichkeiten 551,8 514,0 479,4 28,0%
davon Rückstellungen 466,2 453,4 414,6 24,2%
Kurzfristige Verbindlichkeiten 581,3 587,6 544,9 31,8%
davon Rückstellungen 119,2 150,9 160,1 9,3%
1.874,6 1.775,3 1.715,1 100,0%

Der überwiegende Teil der Bilanzsumme des Österreichischen Post Konzerns von insgesamt 1.715,1 Mio EUR entfällt mit einem Anteil von 62,2% bzw. 1.067,6 Mio EUR auf langfristiges Vermögen. Innerhalb des langfristigen Vermögens nehmen die Positionen Sachanlagen mit 610,9 Mio EUR sowie Finanzinvestitionen in Wertpapiere und andere Finanzanlagen mit 89,4 Mio EUR eine bedeutende Stellung ein. Zu den größten Posten des kurzfristigen Vermögens gehören mit 317,9 Mio EUR Forderungen sowie mit 313,1 Mio EUR Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente.

Passivseitig setzt sich die Bilanzsumme aus Eigenkapital (40,3%), langfristigen Verbindlichkeiten (28,0%) und kurzfristigen Verbindlichkeiten (31,8%) zusammen. Die langfristigen Verbindlichkeiten von insgesamt 479,4 Mio EUR beinhalten im Wesentlichen Rückstellungen (in Summe 414,6 Mio EUR).

Bei den kurzfristigen Verbindlichkeiten in Höhe von 544,9 Mio EUR dominieren Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen mit 210,5 Mio EUR.

2.4 Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

2.4.1 Liquidität/Nettofinanzmittelverschuldung

Mio EUR 31.12.2008 31.12.2009 31.12.2010
Verzinsliches Fremdkapital –655,9 –629,5 –540,3
davon Finanzverbindlichkeiten –148,6 –126,3 –78,6
davon verzinsliche Rückstellungen –501,1 –497,3 –456,5
Verzinsliche Aktiva 385,8 398,3 413,7
davon Finanzinvestitionen in Wertpapiere 92,5 56,7 48,3
davon Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 248,1 293,8 313,1
Nettofinanzmittelverschuldung –270,1 –231,2 –126,6
Verhältnis Nettofinanzmittelverschuldung/EBITDA 0,84 0,86 0,48
Gearing Ratio1 36,4% 34,3% 18,3%

1 Gearing Ratio = Nettofinanzmittelverschuldung/Eigenkapital

Der Österreichische Post Konzern wies per Ende 2010 eine Nettofinanzmittelverschuldung in Höhe von 126,6 Mio EUR auf. Dieser Betrag errechnet sich als Differenz aus verzinslichen Aktiva (Wertpapiere, andere Finanzanlagen und Zahlungsmittel) von 413,7 Mio EUR und verzinslichem Fremdkapital (Finanzverbindlichkeiten und andere verzinsliche Verbindlichkeiten sowie Sozialkapital und andere verzinsliche Rückstellungen) von 540,3 Mio EUR. Das Verhältnis Nettofinanzmittelverschuldung zu EBITDA beträgt 0,48. Der Verschuldungsgrad (Gearing Ratio) liegt bei 18,4%.

Auf Basis der vorhandenen Liquidität sowie des soliden operativen Cashflows kann die Österreichische Post die aktuellen Finanzierungsvorhaben selbst decken. Eine Fremdkapitalaufnahme ist derzeit nicht vorgesehen.

Im Rahmen seiner Dividendenpolitik beabsichtigt der Österreichische Post Konzern für die folgenden Jahre unter der Voraussetzung, dass sich die Geschäftsentwicklung weiterhin erfolgreich fortsetzt und keine außergewöhnlichen Umstände auftreten, eine Ausschüttungsquote von zumindest 75% des auf die Aktionäre entfallenden Periodenergebnisses. Es wird eine nachhaltige Dividende angestrebt, die sich mit dem Konzernergebnis weiterentwickelt.

2.4.2 CashFlow

Mio EUR 2008 2009 2010
Cashflow aus dem Ergebnis 237,0 195,8 134,1
+/– Veränderungen im Nettoumlaufvermögen –3,5 34,1 44,9
= Cashflow aus Geschäftstätigkeit 233,4 230,0 178,9
+/– Cashflow aus Investitionstätigkeit –23,1 6,9 –25,3
= Free Cashflow 210,3 236,9 153,6
+/– Cashflow aus Finanzierungstätigkeit –271,6 –191,2 –134,4
= Nettozunahme/-abnahme des Finanzmittelbestands –61,2 45,7 19,3

Die Vergleichbarkeit des Cashflows aus dem Ergebnis der Jahre 2010 und 2009 ist durch Sondereffekte stark beeinträchtigt. Es fielen in diesen Jahren unterschiedlich hohe Steuerzahlungen an. Darüber hinaus erfolgte 2010 eine Umgliederung von langfristigen Rückstellungen in Verbindlichkeiten und in kurzfristige Rückstellungen. Diese Umbuchungsvorgänge bedingten gleichzeitig auch den starken Anstieg des Cashflows aus der Veränderung des Nettoumlaufvermögens im Jahr 2010 auf 44,9 Mio EUR.

In Summe wurde 2010 ein Cashflow aus Geschäftstätigkeit in Höhe von 178,9 Mio EUR nach 230,0 Mio EUR im Vergleichszeitraum des Vorjahres erzielt. Lässt man die Steuerzahlungen außer Acht – diese waren 2010 durch hohe Einmaleffekte geprägt – so lag der Cashflow aus der Geschäftstätigkeit vor Steuern bei 240,8 Mio EUR (nach 254,8 Mio EUR im Jahr 2009). Diese Differenz inkludiert den erhöhten Finanzmittelbedarf für Restrukturierungsausgaben im Jahr 2010.

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit von minus 25,3 Mio EUR beinhaltet den Erwerb von Sachanlagen (CAPEX) in Höhe von 45,5 Mio EUR sowie den Erlös aus Anlagenverkäufen von 27,4 Mio EUR.

Der ausgewiesene Free Cashflow beträgt 153,6 Mio EUR. Die vorgeschlagene Dividende von 1,60 EUR je Aktie entspricht in Summe 108,1 Mio EUR.

2.4.3 Investitionen und Akquisitionen

Die Investitionen der Österreichischen Post in Sachanlagen erreichten 2010 ein Volumen von 45,5 Mio EUR (um 20,1 Mio EUR weniger als 2009). Die Investitionen wurden zum überwiegenden Teil für die Anschaffung von Zustellfahrzeugen (Anteil von rund 35%), Betriebs- und Geschäftsausstattung für Verteilzentren, Zustellbasen und Postfilialen (rund 10%), die Aufrüstung von Briefverteilanlagen mit verbesserter Lesesoftware sowie in technische Anlagen und Maschinen der Konzerngesellschaften trans-o-flex und meiller getätigt (rund 20%).

Um mit der wachsenden Paketmenge in Österreich Schritt halten zu können, wurde 2010 auch in die Erweiterung von Paketförderanlagen investiert. Die Kapazität der Anlagen in den Sortierzentren in Österreich ist so dimensioniert, dass die regulatorischen Vorgaben bezüglich der Zustellgeschwindigkeit innerhalb Österreichs (Zustellung von 95% aller Briefe am nächsten Werktag bzw. von 90% aller Pakete innerhalb von zwei Werktagen) erfüllt werden. Zu Spitzenzeiten – vor allem zu Weihnachten – steigen die transportierten Mengen punktuell um bis zu 50% an. Rund 15% des gesamten Investitionsvolumens wurden für Baumaßnahmen in Österreich (Umbau von Postfilialen) und der Slowakei (neues Verteilzentrum der SPS in Košice) aufgewendet.

Sowohl bei Neu- als auch bei Ersatzinvestitionen kam es zu einer detaillierten Qualifizierung der jeweiligen Investitionsmaßnahme. Ersatzinvestitionen wurden dann getätigt, wenn entweder mit der neueren Technologie ein Produktivitätsfortschritt erzielt werden konnte, der die laufenden Aufwendungen in Eigen- und Fremdpersonal oder den Zukauf von Transportleistungen reduziert, oder der optimale Austauschzeitpunkt dadurch gegeben war, dass die Lebenszykluskosten (vor allem Instandhaltungskosten) die Kosten eines neu beschafften Anlageguts überschritten.

Investitionen werden sowohl während diverser Planungsphasen als auch im Zuge der Beschaffungsphase durch ein Gremium genehmigt und freigegeben, das sich je nach Investitionsvolumen aus Bereichsverantwortlichen, einzelnen oder allen Vorständen bzw. dem Aufsichtsrat der Österreichischen Post AG zusammensetzt. Neben laufenden Plan-Ist-Vergleichen findet zum Abschluss der Investitionsphase – insbesondere bei großen Projekten – eine Investitionsnachschau statt.

Neben dem Return on Investment (ROI) als wesentlichem Entscheidungsparameter für Investitionen und Akquisitionen werden darüber hinaus die Amortisationsdauer und der Barwert des Investments betrachtet – dies sowohl in der Planung als auch im Kennzahlenmonitoring.

Für den Erwerb bzw. Verkauf von Tochtergesellschaften sowie von at equity konsolidierten Unternehmen erfolgte 2010 ein Zahlungsmittelabfluss von 12,7 Mio EUR. Jeder Akquisition geht ein konzernweit einheitlicher Auswahlprozess voran. Die Entscheidungsgrundlage bildet eine Due-Diligence-Prüfung, der eine Bewertung mittels Discounted-Cashflow-Methode folgt.

2.4.4 Ergebnis- und wertorientierte Kennzahlen

2008 2009 2010
EBITDA-Marge1 13,2% 11,4% 11,1%
EBIT-Marge2 6,9% 6,3% 6,7%
ROE3 16,8% 13,9% 20,7%
ROCE4 17,4% 16,5% 19,3%
Capital Employed (Mio EUR) 952,5 861,7 767,5

1 EBITDA-Marge = EBITDA/Umsatz

2 EBIT-Marge = EBIT/Umsatz

3 Return on Equity = Jahresüberschuss/Eigenmittel zum 1. Jänner abzüglich Dividende

4 Return on Capital Employed = EBIT/durchschnittliches Capital Employed

Capital Employed

Mio EUR 31.12.2008 31.12.2009 31.12.2010
+ Immaterielle Vermögenswerte und Firmenwerte 276,2 248,5 242,8
+ Sachanlagen 725,9 695,7 610,9
+ Als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien 36,5 37,0 33,9
+ Anteile at equity konsolidiert 7,3 8,3 27,3
+ Anteile an nicht konsolidierten Unternehmen 0,8 0,8 0,8
+ Vorräte 26,3 22,3 16,3
+ Forderungen1 356,7 321,1 319,4
– Unverzinsliches Fremdkapital –477,1 –472,1 –483,9
952,5 861,7 767,5

1 Abzüglich verzinsliche Forderungen

Das Capital Employed des Österreichischen Post Konzerns reduzierte sich um 94,2 Mio EUR auf 767,5 Mio EUR per Ende 2010. Der Return on Capital Employed konnte im Berichtsjahr somit von 16,5% auf 19,3% verbessert werden.

Ziel der Österreichischen Post ist es, das Capital Employed entsprechend den branchenspezifischen Gegebenheiten zu optimieren. Investitionen werden getätigt, um Produktivitätssteigerungen zu ermöglichen. Die wesentlichen Schwerpunkte im Forderungsmanagement der Österreichischen Post liegen in der kontinuierlichen Bonitätsprüfung der Kunden, um im Risikofall unverzüglich die Umstellung auf Voraus- oder Barzahlung vornehmen oder die Vorlage einer Bankgarantie fordern zu können. Des Weiteren wird die

Verkürzung der Fakturierungsintervalle entsprechend dem Zahlungsverhalten der Debitoren angepasst. Das Management wird regelmäßig über Außenstände informiert, um entsprechende Maßnahmen setzen zu können.

2.4.5 Zustellgeschwindigkeit

Die Österreichische Post hat es sich zum Ziel gesetzt, Anbieter hochqualitativer Dienstleistungen zu sein. Insbesondere in Österreich bestehen strenge Auflagen in der Zustellungsgeschwindigkeit von Briefen und Paketen. Mit einer Rate von 95,4% für die am ersten Werktag nach Einlieferung zugestellten Briefe lag die Österreichische Post auch 2010 wieder über der gesetzlichen Vorgabe von 95,0%. Auch bei der Paketzustellung im Rahmen des Universaldienstes (primär Privatpakete) konnte mit 94,9% Beförderung innerhalb von zwei Werktagen das gesetzliche Ziel von 90,0% übertroffen werden.

2.4.6 Mitarbeiter

Die durchschnittliche Zahl der Mitarbeiter (umgerechnet in Vollzeitkräfte) des Österreichischen Post Konzerns verringerte sich im Berichtszeitraum gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 3,7% oder 952 Mitarbeiter auf nunmehr 24.969. Dabei war in allen Divisionen außer Paket & Logistik ein Rückgang an Mitarbeitern zu verzeichnen. Der weitaus größte Teil der Konzernmitarbeiter (in Vollzeitkräften) ist in der Österreichischen Post AG beschäftigt (20.695). Nahezu 4.300 Mitarbeiter arbeiten in den Tochtergesellschaften.

Mitarbeiter nach Divisionen (Periodendurchschnitt, in Vollzeitkräften)

2008 2009 2010 Anteil
in %
Brief 15.835 15.232 14.841 59,4%
Paket & Logistik 4.066 3.976 4.008 16,1%
Filialnetz 4.931 4.719 4.274 17,1%
Corporate 2.170 1.994 1.846 7,4%
Gesamt 27.002 25.921 24.969 100,0%

2.4.7 Laufende Aus- und Weiterbildung

Die zielgruppen- und kompetenzorientierte Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter bildet einen wichtigen Schwerpunkt im Human-Resources-Management der Österreichischen Post und wurde auch 2010 intensiv fortgesetzt. Die Maßnahmen beinhalteten Fachschulungen, Weiterbildungskurse, Coachings und Trainings in allen Fachbereichen des Unternehmens. Zudem legt die Post großen Wert auf die Ausbildung von Führungspersonal im Rahmen spezieller Führungskräfte-Trainings.

Um die stetige Verbesserung des Beratungsangebotes in den Filialen sowie im Rahmen des Post Partner-Netzes sicherzustellen, wurden in der Division Filialnetz intensiv Schulungen und Fortbildungsprogramme durchgeführt, darunter Filialleiterausbildungen, Finanzberaterausbildungen, Telekom-Sales-Colleges und Post Partner-Schulungen. In der Division Brief wurden Teambuilding-Workshops, Verkaufstrainings und Seminare für Key Account Manager durchgeführt. In der Division Paket & Logistik wurden zusätzlich zur regelmäßigen fachlichen Weiterbildung unter anderem Maßnahmen im Rahmen der Führungskräfteentwicklung und im Kundenmanagement gesetzt sowie Sprachtrainings angeboten.

2.4.8 Gesundheit und Arbeitssicherheit

Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz sowie betriebliche Gesundheitsförderung sind wichtige Elemente der Unternehmenspolitik des Österreichischen Post Konzerns. Motivierte Mitarbeiter sind die Basis eines auf menschlicher Arbeitskraft aufgebauten Logistikkonzepts, das den bestmöglichen Service für die Kunden gewährleistet. Eine gesunde und sichere Arbeitsumgebung ist dafür eine unabdingbare Voraussetzung. Die Österreichische Post strebt daher eine betriebliche Gesundheitsförderungs- und Arbeitssicherheitskultur als integralen Bestandteil aller im Unternehmen zu verrichtenden Tätigkeiten an und bekennt sich zur sozialen Verantwortung auch in Bezug auf das Wohlbefinden der Mitarbeiter.

2.4.9 Umwelt

Die Österreichische Post nimmt ihre Verantwortung gegenüber der Umwelt aktiv wahr. Dabei verfolgt sie vor allem das Ziel, die ökologischen Auswirkungen ihrer Geschäftstätigkeit durch den Einsatz umweltfreundlicher Technologien und den effizienten Umgang mit Ressourcen möglichst gering zu halten. Das Unternehmen ist dabei ständig auf der Suche nach Verbesserungspotenzialen.

Transporte werden so umweltfreundlich wie möglich gestaltet. Zum einen geschieht dies durch optimierte Routenplanung, zum anderen garantieren eine moderne Fahrzeugflotte, regelmäßige Wartungen der Fahrzeuge und

laufende Schulungen der Fahrer die Öko-Effizienz. Zurzeit stehen bei der Österreichischen Post sehr erfolgreich 77 Erdgas-Fahrzeuge sowie rund 70 Elektro-Mopeds und Elektro-Fahrräder im Einsatz.

Im Sinne einer nachhaltigen Abfallwirtschaft arbeitet die Österreichische Post mit Nachdruck daran, die Umwelt durch Abfälle in möglichst geringem Ausmaß zu belasten. Durch getrennte und sortenreine Erfassung von Altstoffen trägt die Österreichische Post wesentlich zur Reduktion von Restmüll bei. Gleichzeitig schafft das Unternehmen durch diese Maßnahme die Voraussetzung für eine ökonomisch und ökologisch sinnvolle Verwertung dieser wertvollen Reststoffe.

Seit Jänner 2010 wird in Deutschland durch die Tochtergesellschaft trans-o-flex der CO2-neutrale Versand in dem Sinn flächendeckend angeboten, dass die transportbedingten Emissionen durch die gleichzeitige Förderung von Klimaschutzprojekten ausgeglichen werden. Diesen Weg hat trans-o-flex gewählt, um ihren Kunden die gezielte Verbesserung ihrer eigenen Emissionsbilanz zu ermöglichen. Mit dem co2de green genannten Service erwirbt trans-o-flex Zertifikate von anerkannten Klimaschutzprojekten, die für den Ausgleich von Treibhausgasen sorgen. Konkret werden dadurch eine Anlage zur Abwasseraufbereitung in Thailand sowie saubere Energiegewinnung in China unterstützt. Alle CO2-Emissionen, die durch den Transport von co2de green-Sendungen in Deutschland entstehen, werden damit wieder ausgeglichen. Der Aufschlag pro Paket geht zu 100% in zertifizierte Klimaschutzprojekte.

trans-o-flex geht bei der Emissions-Kompensation in Vorleistung, kauft eine bestimmte Menge an Zertifikaten und berechnet Kunden dann den auf ihre Sendungen entfallenden Anteil weiter. Auf diese Weise wurden bereits transportbedingte Emissionen von rund 900 Tonnen CO2 ausgeglichen. Ab April 2011 wird trans-o-flex das co2de green-Programm ausweiten und auch in den Benelux-Ländern und bei Scherübl in Österreich CO2-neutrale Transportlösungen anbieten.

2.4.10 Forschung und Entwicklung/Innovationsmanagement

Als reines Dienstleistungsunternehmen verfolgt die Österreichische Post keine nennenswerten Forschungsaktivitäten. Produktinnovation erfolgt auf Basis kontinuierlicher Analyse der Markt- und Kundenbedürfnisse.

Ein wesentlicher Schlüssel zum Erfolg in sich verändernden Märkten liegt in der Entwicklung und Markteinführung innovativer Produkte sowie der Erweiterung der bestehenden Produktpalette. Die Österreichische Post hat im Geschäftsjahr 2010 eine Vielzahl solcher Lösungen einerseits im Bereich der Online-Services und andererseits im Bereich der Servicedienstleistungen umgesetzt.

Die Online-Offensive 2010 brachte abgesehen von einem Relaunch des gesamten Webauftritts neue Produktinnovationen in den Bereichen Brief sowie Paket & Logistik. Mit

der e-Postkarte wird ein eigenes Fotomotiv des Kunden mit individuellem Text von der Österreichischen Post in hoher Qualität gedruckt und zugestellt. Durch die Erweiterung des Produktes meinbrief.at wird nun neben der Zustellung von e-Rechnungen auch die Zustellung behördlicher Schriftstücke (RSa-/RSb-Brief) ermöglicht. Eine weitere Innovation im Paketbereich in Österreich ist die Online-Paketmarke, mit der der Kunde einfach von zu Hause aus via Internet die gewünschte Paketmarke auswählen, ausdrucken und danach das frankierte Paket bei einer Post-Geschäftsstelle oder einem Landzusteller aufgeben kann.

Im Bereich der Servicedienstleistungen erweiterte die Österreichische Post laufend ihr umfassendes Angebot im Poststellen Management. So werden Geschäftskunden Dienstleistungen wie Datenmanagement, Druck, Kuvertierung, Versand, Eingangspostverarbeitung und -sortierung, Digitalisierung und interne Verteilung angeboten. Mit der Implementierung der ORCA-Sortiersoftware konnte 2010 die Erkennungsrate beim automatisierten Lesen von Adressen in den Brief- und Sortieranlagen verbessert werden.

2.5 Besondere Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Die Österreichische Post hat entsprechend der geänderten Gesetzeslage zur umsatzsteuerlichen Behandlung von Postdiensten ihre Allgemeinen Geschäftsbedingungen – bei gleichbleibender Produkt- und Tarifstruktur – insofern geändert, als seit 1. Jänner 2011 Dienstleistungen, die unter die gesetzlich vorgeschriebene Universaldienstverpflichtung fallen, umsatzsteuerfrei bleiben und alle anderen Postdienstleistungen nicht mehr von der Umsatzsteuerbefreiung für Postdienste umfasst sind.

Im Jänner 2011 wurde beschlossen, die Divisionen Brief und Filialnetz bis Anfang 2012 zusammenzuführen. Diese Entscheidung erfolgte vor dem Hintergrund der mittlerweile weit vorangeschrittenen Umwandlung eigenbetriebener Filialen zu Post Partnern und der erfolgreichen Neugestaltung der Kooperation mit der BAWAG P.S.K.

Ab Mai 2011 wird die Österreichische Post für Briefdienste im Inland wie auch im grenzüberschreitenden Postverkehr ein neues Produktportfolio anbieten, das auch für den Universaldienst ein vereinfachtes, kundenorientiertes Produkt- und Dienstleistungsangebot mit formatbasierten Tarifen vorsieht. Die Österreichische Post hat die Allgemeinen Geschäftsbedingungen, die dieses neue Produktportfolio im Universaldienst abbilden, im November 2010 der Regulierungsbehörde vorgelegt. Nach eingehender Prüfung hat die Regulierungsbehörde die Allgemeinen Geschäftsbedingungen im Bereich Brief und adressierter Direktwerbung akzeptiert, die neuen Geschäftsbedingungen mit neuen Produkten und Tarifen können daher mit Anfang Mai 2011 in Kraft treten.

3. Ergebnisse der Divisionen

3.1 Division Brief

Marktumfeld 2010

Die Substitution von Briefen durch elektronische Medien als wesentlicher Markttrend der letzten Jahre hat im Jahr 2010 weiter angehalten. Ausgehend vom Rezessionsjahr 2009 ist zu beobachten, dass auch weiterhin Geschäftskunden diverse Maßnahmen ergreifen, um Kosten zu sparen und Sendungen nicht mehr oder nur über elektronische Lösungen an ihre Kunden zu übermitteln.

Bei adressierten und unadressierten Werbesendungen zeigten sich hingegen nach den Volumensrückgängen des Jahres 2009 – speziell im Versandhandel – 2010 positive Tendenzen. Sowohl Umfragen bei Konsumenten als auch die Entwicklung bei Großkunden zeigen, dass der Einsatz von Direct Mails an alle Haushalte oder an spezifische Zielgruppen nach wie vor als höchst attraktives Werbetool mit hoher Responsequalität gilt.

Geschäftsentwicklung 2010 Division Brief

Mio EUR 2008 2009 2010 % Veränderung
2009/2010
Mio EUR
Außenumsatz 1.460,0 1.396,8 1.389,4 –0,5% –7,4
Briefpost 783,7 741,9 723,0 –2,5% –18,9
Infomail 541,5 521,4 531,0 1,8% 9,6
Medienpost 134,8 133,5 135,3 1,4% 1,9
Innenumsatz 45,3 50,1 54,3 8,4% 4,2
Umsatz gesamt 1.505,3 1.446,9 1.443,7 –0,2% –3,2
EBITDA vor freiwilligen
Personalabfindungsaufwendungen
297,1 271,1 278,2 2,6% 7,1
Abschreibungen 34,6 32,1 34,8 8,4% 2,7
Wertminderung (Impairment) 8,0 17,9 5,2 –71,1% –12,7
EBIT vor freiwilligen
Personalabfindungsaufwendungen
254,5 221,1 238,2 7,7% 17,1
Freiwillige Personalabfindungsaufwendungen 0,0 0,0 –3,3 3,3
EBITDA-Marge1 19,7% 18,7% 19,3%
EBIT-Marge1 16,9% 15,3% 16,5%
EBIT nach freiwilligen
Personalabfindungsaufwendungen
254,5 221,1 234,9 6,2% 13,8
Mitarbeiter2 15.835 15.232 14.841 –2,6% –392

1 Ergebnis vor freiwilligen Personalabfindungsaufwendungen; bezogen auf Gesamtumsatz

2 Periodendurchschnitt, in Vollzeitkräften

Der Außenumsatz der Division Brief reduzierte sich 2010 gegenüber 2009 um 0,5% auf 1.389,4 Mio EUR und zeigt damit eine bessere Entwicklung, als noch zu Jahresbeginn angenommen. Intensive Anstrengungen zur Kundengewinnung wirkten dem rückläufigen Volumenstrend aus der elektronischen Substitution von Briefen ebenso entgegen wie positive Sondereffekte durch zahlreiche Wahlen und einen Arbeitstag mehr im Jahr 2010.

Das Geschäftsfeld Briefpost verzeichnete wie prognostiziert einen Umsatzrückgang, und zwar um 2,5% oder

18,9 Mio EUR. Der Trend zur Substitution von Briefen durch elektronische Medien hält weiterhin an, so etwa in den Kundensegmenten Finanz und Telekommunikation. Darüber hinaus sind in einigen Bereichen – auch im öffentlichen Sektor – geringere Mengen an eingeschriebenen Briefen festzustellen. Als positive Einmaleffekte sind der Versand von Reisepässen und die Zustellung von Sozialversicherungskarten zu nennen.

Im Geschäftsfeld Infomail (adressierte und unadressierte Werbesendungen) erhöhte sich der Umsatz 2010 hingegen

um 1,8% oder 9,6 Mio EUR. Die Anstrengungen zur Gewinnung von Neukunden waren erfolgreich und konnten Ausfälle von Großkunden aus dem Jahr 2009 mehr als kompensieren. Impulse kommen darüber hinaus vom Versandhandel und durch die Wahlen des Jahres 2010. In Summe war eine positive Volumensentwicklung – allerdings mit geringeren durchschnittlichen Sendungsgewichten – zu registrieren. Der Direct-Mail-Produzent meiller direct entwickelt sich umsatzmäßig 2010 nahezu stabil. Das Unternehmen wurde Ende 2010 in ein Joint Venture mit der Schweizerischen Post eingebracht. Das neu entstandene Unternehmen MEILLERGHP – die Österreichische Post hält daran 65% – wird seit 20. Dezember 2010 at equity konsolidiert.

Im Geschäftsfeld Medienpost war aufgrund von Zuwächsen bei Firmenzeitungen und durch regionale Wahlen eine Umsatzsteigerung von 1,4% oder 1,9 Mio EUR zu verzeichnen.

In Summe konnte das EBITDA vor freiwilligen Personalabfindungsaufwendungen der Division Brief 2010 um 2,6% auf 278,2 Mio EUR verbessert werden, das EBIT vor freiwilligen Personalabfindungsaufwendungen erhöhte sich um 7,7% auf 238,2 Mio EUR. Diese Ergebnisverbesserung ist primär auf Effizienzsteigerungen zurückzuführen, da sowohl Sachkosten als auch Personalkosten reduziert werden konnten. Die freiwilligen Personalabfindungsaufwendungen betrugen 3,3 Mio EUR.

3.2 Division Paket & Logistik

Marktumfeld 2010

Das Marktumfeld der Paket- und Logistikbranche war 2010 von positiven Volumenstrends gekennzeichnet. Nach dem Wirtschaftsabschwung 2009 mit seinen negativen Auswirkungen auf Preise und transportierte Mengen stellte sich 2010 zunächst eine Stabilisierung und in weiterer Folge wieder Wachstum ein. Im Geschäft mit Businesskunden (B2B) führte die gute Konjunktur im EU-Raum zu Volumenssteigerungen, allerdings bei weiterhin hoher Wettbewerbsintensität. Durch eine Verknappung der frei verfügbaren Transportkapazitäten kam es teilweise zu einer Verteuerung der Zukaufskosten.

Generell ist zu beobachten, dass sich das internationale, grenzüberschreitende Geschäft rascher erholt als das nationale. Aus Preisgründen ist dabei nach wie vor ein Trend von Express- zu Standardleistungen festzustellen. Bei dem von der Österreichischen Post angebotenen Spezialprodukt Kombifracht (Pakete und Paletten werden in einem Netzwerk transportiert) zeigen sich sowohl im Bereich Health Care/Pharma sowie bei KMU Zuwachsraten.

Auch im Privatkundengeschäft (B2C) waren 2010 Volumenszuwächse festzustellen, deren wichtigste Triebfeder der Online-Versandhandel via Internet bleibt. In der Zustellung an Privatkunden steigen dabei die Anforderungen an Zusatzdienstleistungen.

Geschäftsentwicklung 2010 Division Paket & Logistik

Mio EUR 2008 2009 2010 % Veränderung
2009/2010
Mio EUR
Außenumsatz 785,9 768,4 802,0 4,4% 33,6
Innenumsatz 30,1 24,2 24,4 0,6% 0,1
Umsatz gesamt 816,0 792,6 826,4 4,3% 33,7
EBITDA vor freiwilligen
Personalabfindungsaufwendungen
34,8 20,5 37,5 82,9% 17,0
Abschreibungen 26,9 25,7 24,4 –5,1% –1,3
Wertminderung (Impairment) 33,4 4,1 2,1 –48,7% –2,0
EBIT vor freiwilligen
Personalabfindungsaufwendungen
–25,5 –9,3 11,0 >100% 20,3
Freiwillige Personalabfindungsaufwendungen 0,0 0,0 –0,5 0,5
EBITDA-Marge1 4,3% 2,6% 4,5%
EBIT-Marge1 –3,1% –1,2% 1,3%
EBIT nach freiwilligen
Personalabfindungsaufwendungen
–25,5 –9,3 10,5 >100% 19,8
Mitarbeiter2 4.066 3.976 4.008 0,8% 32

1 Ergebnis vor freiwilligen Personalabfindungsaufwendungen; bezogen auf Gesamtumsatz

2 Periodendurchschnitt, in Vollzeitkräften

Der Außenumsatz der Division Paket & Logistik erhöhte sich 2010 auf Basis einer guten Mengenentwicklung um 4,4% auf 802,0 Mio EUR. Während damit nun wieder erfreuliche Volumenssteigerungen zu verzeichnen sind, bleibt der Preisdruck allerdings nach wie vor hoch.

Mit dem Produktsegment "Premiumpaket" (Paketzustellung innerhalb von 24 Stunden) wurde 2010 ein Umsatz von 630,5 Mio EUR erzielt. Dies bedeutet einen Anstieg um 1,0%, dessen Vergleichbarkeit allerdings durch die Einstellung verlustbringender Aktivitäten der Transportlogistik Mitte 2009 in Deutschland beeinträchtigt ist. Auf bereinigter Umsatzbasis konnte in diesem Produktsegment in Deutschland – im Wesentlichen durch die Gewinnung von Neukunden – eine Volumenssteigerung von über 6% verzeichnet werden. Die deutsche Tochtergesellschaft trans-o-flex erwirtschaftete dabei rund drei Viertel des Premiumpaket-Umsatzes. Sehr positiv entwickelte sich das Geschäftskundenpaket auch weiterhin in Österreich, hier mit einem Marktanteil von 15%, sowie in Südost-/ Osteuropa.

Größere Zuwachsraten verzeichnete das Produktsegment "Standardpaket" in Österreich mit einer Umsatzsteigerung um 19,5% auf 160,8 Mio EUR. Organisches Wachstum, neue Versandhandelsmengen seit Juni 2009 sowie Volumensverschiebungen vom Premiumsegment in das Standardsegment waren dafür ausschlaggebend.

Das Ergebnis der Division Paket & Logistik verdeutlicht den klaren Turnaround. Mit einem EBIT vor freiwilligen Personalabfindungsaufwendungen von 11,0 Mio EUR wurde eine Verbesserung zum Vorjahr von 20,3 Mio EUR erreicht.

3.3 Division Filialnetz

Marktumfeld 2010

Das Marktumfeld für das Filialnetz der Österreichischen Post ist von einem grundsätzlichen Umbruch geprägt. Die Substitution von Briefen durch elektronische Medien verursacht sowohl im Privatkunden- als auch im Geschäftskundenbereich stetige Rückgänge des Briefvolumens in den Postfilialen. Dieser Entwicklung begegnet die Österreichische Post mit einem Wandel in ihrer Organisationsstruktur.

Vom geänderten Konsumentenverhalten sind aber auch weitere Geschäftsfelder der Österreichischen Post betroffen, so etwa das Geschäft mit Telekommunikationsprodukten und Bankdienstleistungen. Bei Telekommunikationsprodukten zeigt sich eine zunehmende Marktsättigung, Zusatzanwendungen sowie mobile Internetangebote werden forciert. Durch die allgemein schwache Kaufkraft setzt sich der Trend zu preisgünstigen Prepaid-Produkten und vor allem bindungsfreien Mobilfunkgeräten weiter fort, während die margenstärkeren Erstanmeldungen zurückgehen. Im Bereich Retail Banking – hier vertreibt die Österreichische Post Produkte des Bank-Partners BAWAG P.S.K. – zeigt sich eine hohe Wettbewerbsintensität und ein starker Margendruck durch die aktuelle Niedrigzinssituation.

Geschäftsentwicklung 2010 Division Filialnetz

Mio EUR 2008 2009 2010 % Veränderung
2009/2010
Mio EUR
Außenumsatz 192,2 189,6 157,9 –16,7% –31,7
Innenumsatz 206,3 185,2 171,5 –7,4% –13,7
Umsatz gesamt 398,5 374,8 329,3 –12,1% –45,4
EBITDA vor freiwilligen
Personalabfindungsaufwendungen
20,5 –3,3 –14,2 >100% –10,9
Abschreibungen 6,0 5,9 5,9 1,5% 0,1
Wertminderung (Impairment) 0,0 0,0 0,0
EBIT vor freiwilligen
Personalabfindungsaufwendungen
14,5 –9,2 –20,2 >100% –11,0
Freiwillige Personalabfindungsaufwendungen 0,0 0,0 –10,6 10,6
EBITDA-Marge1 5,1% –0,9% –4,3%
EBIT-Marge1 3,6% –2,5% –6,1%
EBIT nach freiwilligen
Personalabfindungsaufwendungen
14,5 –9,2 –30,8 –21,6
Mitarbeiter2 4.931 4.719 4.274 –9,4% –445

1 Ergebnis vor freiwilligen Personalabfindungsaufwendungen; bezogen auf Gesamtumsatz

2 Periodendurchschnitt, in Vollzeitkräften

kon

zern- lagebericht

Die Organisation des Filialnetzes der Österreichischen Post unterliegt einem Wandel, der sich sowohl auf den Umsatz als auch auf die Kostenstruktur auswirkt. Der Außenumsatz der Division verringerte sich entsprechend um 31,7 Mio EUR, die Gesamtkosten wurden um 34,7 Mio EUR reduziert.

Ein Umsatzrückgang von 10,7 Mio EUR in 2010 ist dabei auf die geänderte Darstellung von Prepaid-Telefonwertkarten zurückzuführen. Im Geschäftsjahr 2009 wurden das Wertkartennominale noch im Umsatz und der dazugehörige Wareneinsatz im Materialaufwand ausgewiesen. Seit 2010 wird hingegen nur noch die Provision verbucht. Darüber hinaus hat sich der Umsatz mit Handelswaren rückläufig entwickelt. Insbesondere bei Produkten der Mobiltelefonie ist eine Marktsättigung festzustellen.

Bei Finanzdienstleistungen und den damit verbundenen Provisionserträgen war ein Rückgang zu verzeichnen, der auf die reduzierten Margen infolge des derzeit niedrigen Zinsniveaus zurückzuführen ist.

Auch die Postdienstleistungen (Innenumsatz) haben sich 2010 um 7,4% bzw. 13,7 Mio EUR weiter reduziert. Das Volumen an Briefen, die über das Filialnetz eingeliefert werden, geht grundsätzlich zurück. Im Sinne verstärkter Serviceaktivitäten werden darüber hinaus vermehrt Briefe bei Großkunden direkt abgeholt.

Durch die Restrukturierung des Filialnetzes wird das Service- und Kostengefüge allerdings stetig verbessert. Unrentable eigenbetriebene Postfilialen werden in Post Partner umgewandelt. Im Jahr 2010 hat die Österreichische Post die Anzahl der Post-Geschäftsstellen von 1.552 auf 1.850 erhöht und die Zahl der darin inkludierten Post Partner-Betriebe sogar von 418 auf 1.117 gesteigert. Eine Umwandlung weiterer unrentabler eigenbetriebener Filialen ist vorgesehen. Dies wird auch in den nächsten Jahren zu einer signifikanten Verbesserung der Kostenstruktur führen.

Auch die Kooperation der Österreichischen Post mit dem Bank-Partner BAWAG P.S.K. wurde Ende 2010 auf neue Beine gestellt. Beide Unternehmen konzentrieren sich auf ihr Kerngeschäft und nutzen die Strukturen des jeweiligen Partners. In Zukunft wird es dadurch möglich sein, an mehr als 500 Standorten in ganz Österreich das volle Leistungsund Produkt-Sortiment der BAWAG P.S.K. sowie der Österreichischen Post zu nutzen.

Das EBIT der Division Filialnetz belief sich 2010 vor freiwilligen Personalabfindungsaufwendungen auf minus 20,2 Mio EUR nach minus 9,2 Mio EUR in der Vergleichsperiode des Vorjahres. Die Anzahl der Mitarbeiter hat sich um 445 reduziert. Durch die Restrukturierung sind freiwillige Personalabfindungsaufwendungen in Höhe von 10,6 Mio EUR angefallen.

4. Voraussichtliche Entwicklung/ Ausblick und Risiken des  Unternehmens

4.1 Ausblick 2011

Für das Jahr 2011 ist mit denselben internationalen makroökonomischen Trends zu rechnen, die bereits 2010 bestanden hatten. Die elektronische Substitution von Briefen, Liberalisierungseffekte sowie Volumenswachstum bei Paketdienstleistungen werden die Geschäftsentwicklung wesentlich beeinflussen.

Die Österreichische Post geht für 2011 davon aus, dass das Sendungsvolumen bei adressierten Briefen im Einklang mit internationalen Trends auch in Österreich um 3-5% p.a. rückgängig sein wird. Dies wird primär durch elektronische Substitution von Briefen bei tendenziell steigenden Mengen an Werbesendungen bedingt.

Dem nunmehr seit 1. Jänner 2011 vollständig liberalisierten Briefmarkt begegnet die Österreichische Post mit neuen kundenorientierten Angeboten sowie ab Mai 2011 mit einem vollkommen neuen Produktportfolio. Ziel der neuen Produktstruktur ist die Vereinfachung der Produkte und Dienstleistungen und ein marktorientiertes Angebot für Geschäftskunden. Das neue Modell führt zu formatbasierten Tarifen anstelle der derzeitigen ausschließlich gewichtsabhängigen Preise. Im Vordergrund stehen Standardformate, die für Kunden einfach und leicht zuordenbar sind. Wie international zunehmend üblich, sollen darüber hinaus Geschäftskunden künftig über die Zustellgeschwindigkeit entscheiden können. Ein "Premium-Produkt" sichert die Briefzustellung am nächsten Werktag, ein günstigeres "Economy-Produkt" wird für die Briefzustellung innerhalb von zwei bis drei Tagen angeboten. Darüber hinaus wird die Angebotspalette für adressierte Werbesendungen erweitert.

In der Division Paket & Logistik wird aufgrund der sich verbessernden internationalen Rahmenbedingungen mittelfristig und auch im Jahr 2011 mit einem Wachstum von über 6% pro Jahr gerechnet.

Basierend auf diesen Volumensschätzungen peilt die Österreichische Post 2011 auf Konzernebene einen Umsatzzuwachs von 1-2% an. Unter Berücksichtigung der nunmehrigen at equity Konsolidierung der 65%-Beteiligung MEILLERGHP sollte es – auf vergleichbarer Basis – somit möglich sein, den Volumensdruck aus der elektronischen Briefsubstitution zu kompensieren.

Im Rahmen des Strategieprogramms Post@2011 werden auch weiterhin eine Reihe operativer Maßnahmen umgesetzt, um sowohl umsatzseitige Wachstumschancen zu nutzen als auch kostenseitige Einsparungspotenziale zu realisieren. Ziel ist es, die hohe Ertragskraft zu erhalten

und eine nachhaltige EBITDA-Marge von 10-12% zu erzielen. Auch für das Jahr 2011 ist diese Bandbreite gültig. Nach der veränderten Konsolidierungsform der Gesellschaft MEILLERGHP wird das obere Ende dieser Brandbreite angestrebt.

Der erwirtschaftete operative Cashflow wird auch weiterhin primär für Zukunftsinvestitionen und Dividendenzahlungen verwendet. Die erwarteten Finanzierungserfordernisse sehen in den nächsten Jahren Anlageninvestitionen von etwa 80-90 Mio EUR vor. Dies sind primär Ersatzinvestitionen in bestehende Anlagen sowie Investitionen in neue, effizienzsteigernde Sortieranlagen. In der internationalen Ausrichtung haben die Performancesteigerung und der Ausbau bestehender Netze oberste Priorität. Eventuelle Akquisitionen sind nur im Kerngeschäft der Österreichischen Post und auch nur für Unternehmen mit wachstumsbasierten Geschäftsmodellen vorgesehen. Aktuell sind keine großen Akquisitionsziele absehbar.

Für das Geschäftsjahr 2010 wird der Vorstand der Österreichischen Post der nächsten Hauptversammlung am 28. April 2011 eine Dividende von 1,60 EUR je Aktie vorschlagen. Basierend auf einer soliden Bilanzstruktur und der Erwirtschaftung entsprechender Cashflows soll die bestehende attraktive Dividendenpolitik auch mittelfristig fortgesetzt werden: Unter der Voraussetzung einer weiterhin guten Geschäftsentwicklung wird die Österreichische Post zumindest 75% des Nettoergebnisses (Periodenergebnis) an die Aktionäre ausschütten. Die Dividende soll sich mit dem Konzernergebnis weiterentwickeln.

4.2 Wesentliche Risiken und Ungewissheiten

4.2.1 Risikomanagement

Die Österreichische Post betreibt ein umfangreiches Risikomanagement, in das alle Unternehmenseinheiten sowie Konzerngesellschaften einbezogen sind. Risiken werden nach einheitlichen Grundsätzen in ihrem Gesamtzusammenhang identifiziert, bewertet und in einem unternehmensweiten Risikomanagementsystem dokumentiert.

Das konzernweite Risikomanagement berichtet je Quartal – bei unerwartet auftretenden Risiken auch unmittelbar (ad hoc) – über Risiken und deren Entwicklung an den Vorstand. Zum Status des Risikomanagements wird regelmäßig der Aufsichtsrat und dessen Prüfungsausschuss informiert.

Nachfolgend werden die identifizierten wesentlichen

Risiken des Österreichischen Post Konzerns näher erläutert. Aus heutiger Sicht ist der Bestand des Unternehmens dadurch jedoch nicht gefährdet.

4.2.2 Struktur der Dienstverhältnisse

Ein Großteil der Mitarbeiter des Österreichischen Post Konzerns steht in einem öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnis und unterliegt den Bestimmungen des Beamtendienstrechts. Daraus ergeben sich Besonderheiten im Zusammenhang mit der dienstrechtlichen Verwendung. Bei einem Großteil der Belegschaft kann es durch die bestehenden rechtlichen Bedingungen zu keiner Kapazitätsanpassung im Falle von Mengenverlusten kommen, außerdem ist keine Anpassung des Gehaltsniveaus an eventuell niedrigere Marktkonditionen möglich. Das Beamtendienstrecht führt insgesamt zu einer geringen Kostenflexibilität. Der Österreichische Post Konzern ist im Hinblick auf den liberalisierten Markt zunehmend mit den Grenzen der dienstrechtlichen Verwendungsmöglichkeiten der ihm zugewiesenen Beamten konfrontiert. Die Lösung dieser Problematik nimmt im Dialog mit dem verantwortlichen Gesetzgeber eine besondere Rolle ein.

Aus Änderungen des Poststrukturgesetzes 1996 und den laufenden Änderungen des Beamtendienstrechts können sich für den Österreichischen Post Konzern, soweit diese Regelungen nicht auf die spezielle Wettbewerbssituation des Österreichischen Post Konzerns Rücksicht nehmen, zusätzliche Belastungen und unerwartete Mehrkosten ergeben, auf deren Entstehen der Konzern keinen Einfluss hat.

Der österreichische Gesetzgeber hat vorgesehen, dass die für Beamte auf Bundesebene 2008 getroffene Pensionskassenregelung sinngemäß auf die der Gesellschaft zugewiesenen Beamten anzuwenden wäre, was gegebenenfalls einen erhöhten Personalaufwand für den Österreichischen Post Konzern bedeuten könnte, falls diese Regelung tatsächlich auf die Gesellschaft anzuwenden ist.

Nach dem Poststrukturgesetz 1996 sind Änderungen des Beamtendienstrechts, die für Bundesbeamte eingeführt werden, grundsätzlich auch auf die der Gesellschaft zugewiesenen Beamten anwendbar. Im Ergebnis können Änderungen des Beamtendienstrechts daher unmittelbar die Kostenstruktur der Gesellschaft verändern. Ebenso können aus unterschiedlichen Interpretationen des Poststrukturgesetzes weitere Risiken grundsätzlich nicht ausgeschlossen werden, wobei nach derzeitigem Kenntnisstand keine weiteren Ansprüche gegenüber der Österreichischen Post durchsetzbar sein sollten.

Zur Erhöhung des Qualifikationsniveaus der Mitarbeiter wurden umfassende Maßnahmen gesetzt. Darüber hinaus wurde eine besondere Betriebsvereinbarung zur Milderung der Folgen von Restrukturierungsmaßnahmen abgeschlossen. Der Strukturthematik im Bereich der Bediensteten begegnet der Österreichische Post Konzern mit zunehmend flexibleren Arbeitsprozessen und Arbeitszeitmodellen.

Unternehmen des Österreichischen Post Konzerns bedienen sich – wie in der Brief-, Paket-, Zeitungszustell- und Werbemittelverteilbranche üblich – zur Beförderung und Zustellung von Sendungen selbstständiger Subunternehmer, die zum Teil aus dem EU-Ausland kommen. Die Qualifikation der Tätigkeit von Subunternehmern als selbstständige Werkunternehmer hängt von den jeweiligen spezifischen Umständen des Einzelfalls ab, die in einer Gesamtbetrachtung beurteilt werden.

Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die zuständigen Gerichte und Verwaltungsbehörden einzelfallbezogen die Unzulässigkeit dieser Form der Beschäftigung feststellen sowie Verwaltungsstrafen aussprechen und darüber hinaus andere verwaltungs-, insbesondere gewerberechtliche Sanktionen auferlegen.

Nicht unerhebliche finanzielle Auswirkungen könnten sich auch aus Rechtsstreitigkeiten ergeben, die das Bestehen bzw. Nichtbestehen von Kettendienstverhältnissen zum Gegenstand haben. Die Österreichische Post versucht, dieses Risiko durch entsprechende Vertragsgestaltung zu minimieren.

4.2.3 Technische Risiken

Der Österreichische Post Konzern ist in hohem Maße auf die Verwendung von komplexen technischen Systemen angewiesen und setzt bei der Erbringung seiner Dienstleistungen maßgeblich auf den Einsatz von Datenverarbeitungssystemen, modernen Kommunikationsmedien und anderen technischen Einrichtungen. Vor diesem Hintergrund hat der Österreichische Post Konzern in den vergangenen Jahren umfangreiche Investitionen vorgenommen, um sein Verteilnetz zu modernisieren. Die Leistungserbringung des Unternehmens hängt dabei von der Funktionsfähigkeit weniger wichtiger Standorte ab. Sollten technische Systeme vorübergehend oder dauerhaft ausfallen oder sollte es zu unberechtigten Datenzugriffen und Datenmanipulationen kommen oder sollten längerfristige kollektive Arbeitsniederlegungen stattfinden, könnte dies zu Störungen des Geschäftsablaufs und zu Verlusten von Reputation und Kunden führen sowie zusätzliche Kosten verursachen. Zur Bewältigung dieser technischen und operativen Risiken wurden Sicherheitsmaßnahmen, Prozesse und Regeln festgelegt, die verschiedene Eventualitäten abdecken und einen reibungslosen Ablauf sicherstellen sollen. Im Rechenzentrumsbetrieb wird eine Outsourcing-Strategie verfolgt. Durch Vertragsgestaltung und Service-Level-Management wird die Verfügbarkeit der ausgelagerten Tätigkeiten abgesichert. Die Vertragspartner sind verpflichtet, einschlägige gültige Zertifizierungen vorzuweisen.

4.2.4 Regulatorische und rechtliche Risiken

Der Österreichische Post Konzern erwirtschaftete einen erheblichen Teil seines Umsatzes im reservierten Postdienst. Die vollständige Öffnung des österreichischen Postmarktes erfolgte mit 1. Jänner 2011. Daraus ergeben sich Risiken einer Marktanteilsveränderung. Die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Zeitraum nach der vollständi

gen Liberalisierung wurden mit dem Postmarktgesetz neu geregelt, welches mit 1. Jänner 2011 zur Gänze in Kraft getreten ist. Dieses Postmarktgesetz sieht in vielen Bereichen keine Gleichbehandlung zwischen der Österreichischen Post und ihren Mitbewerbern vor, sondern eine Mehrbelastung der Österreichischen Post.

Die Österreichische Post ist im Rahmen des Universaldienstes verpflichtet, in ganz Österreich ein Mindestangebot von Postdienstleistungen in vergleichbarer Qualität anzubieten und ein flächendeckendes Netz von 1.650 Post-Geschäftsstellen sicherzustellen. Mit eigenem Personal betriebene Post-Geschäftsstellen dürfen nur nach Durchführung eines behördlichen Verfahrens geschlossen werden, sodass nicht ausgeschlossen werden kann, dass die Österreichische Post – zumindest vorübergehend – zur Führung unrentabler Standorte verpflichtet ist.

Das Postmarktgesetz sieht vor, dass die Österreichische Post – als einziger Postdienstanbieter in Österreich – zur umfassenden Erbringung des Universaldienstes verpflichtet ist. Der Ersatz der Universaldienst-Nettokosten wird über einen Ausgleichsfonds abgewickelt, dessen Kostenlast zwischen der Gesellschaft und den anderen konzessionierten Postdienstanbietern nach Marktanteilen geteilt wird. In diesen Ausgleichsfonds müssen nur solche konzessionierte Postdienstanbieter einzahlen, deren Jahresumsätze aus der konzessionierten Tätigkeit 1 Mio EUR übersteigen. Zudem werden der Gesellschaft Universaldienst-Nettokosten nur insoweit ersetzt, als diese 2% der jährlichen Gesamtkosten der Gesellschaft übersteigen. Davon ausgehend, dass die Gesellschaft auch nach der Marktöffnung einen beträchtlichen Marktanteil innehaben wird, wird die Österreichische Post den überwiegenden Teil der Universaldienst-Nettokosten und die Administration des Ausgleichsfonds selbst finanzieren müssen.

Weiters verpflichtet das Postmarktgesetz die Österreichische Post dazu, bestehende Hausbrieffachanlagen im Zeitraum von 1. Jänner 2011 bis 31. Dezember 2012 derart umzurüsten, dass sie auch für den Mitbewerb zugänglich sind. Die dadurch entstehenden Umrüstungskosten sind zwischen der Österreichischen Post und den konzessionierten Postdienstanbietern zu 90% im Verhältnis der Marktanteile und nur zu 10% nach der Zahl der konzessionierten Postdienstanbieter aufzuteilen. Geht man von einem hohen Marktanteil aus, wird die Österreichische Post den Großteil der Umrüstungskosten selbst tragen müssen.

Sofern es infolge der Liberalisierung zu keiner Gleichbehandlung im Hinblick auf Beschäftigungsverhältnisse und gesetzliche Leistungsanforderungen zwischen der Österreichischen Post und ihren Mitbewerbern und einer adäquaten Abgeltung des Universaldienstes kommt, ist eine signifikante Ergebnisbelastung für die Österreichische Post nicht auszuschließen.

In der Öffentlichkeitsarbeit des Österreichischen Post Konzerns nimmt die Thematik der Liberalisierung im Dialog mit allen Stakeholdern großen Stellenwert ein. Das Unternehmen sieht es als seine Aufgabe, auf die ungenügende

Abgeltung des Universaldienstes und die Problematik der asymmetrischen Marktöffnung hinzuweisen.

Die Österreichische Post geht derzeit nicht davon aus, dass sie verpflichtet wird, ihren Mitbewerbern Zugang zu Teilleistungen einzuräumen. In einem solchen Fall könnten diese jedoch in besonders lukrativen Marktsegmenten Postdienstleistungen selbst erbringen und in weniger lukrativen Marktsegmenten auf Teilleistungen der Österreichischen Post zurückgreifen. Dies könnte zu erheblichen Ergebnisbeeinträchtigungen führen.

Aus der Änderung der umsatzsteuerlichen Behandlung der Postdienste könnten sich negative Auswirkungen auf die Umsatzentwicklung ergeben, insbesondere bei Kundengruppen, die nicht zum Abzug der Vorsteuer berechtigt sind.

Die Österreichische Post unterliegt in der Gestaltung ihrer Geschäftsbedingungen (einschließlich ihrer Entgelte) im Universaldienst der Kontrolle durch die Regulierungsbehörde. Die Gesellschaft kann deshalb im Bereich des Universaldienstes nur eingeschränkt durch Preisanpassungen auf Marktveränderungen reagieren.

Die Kompetenzen der Regulierungsbehörde sind unverändert geblieben. Hinsichtlich der Auslegung des Umfangs des Universaldienstes steht die Österreichische Post in Diskussion mit der Regulierungsbehörde. Eine unterschiedliche Definition der Grenzen des Universaldienstes kann sich in der marktkonformen Gestaltung des Produktportfolios und der Preisfestsetzung niederschlagen.

Im europäischen Verkehr zwischen Postgesellschaften drängt das Abrechnungssystem nach dem "Agreement for the Remuneration of Mandatory Deliveries of Cross-Border Mails" (REIMS III und IV) das Abrechnungssystem des Weltpostvereins zurück. Bei REIMS III und IV handelt es sich um eine Vereinbarung über Endvergütungen im grenzüberschreitenden Postdienst, der jedoch nicht alle europäischen Postunternehmen angehören. Die Parteien von REIMS III und REIMS IV gehen davon aus, dass diese Vereinbarung – wie ihre Vorgängerregelung (REIMS II) – gemäß Art. 81 Abs. 3 EG-Vertrag vom Kartellverbot freigestellt ist. Die Österreichische Post wird – wie auch andere europäische Postgesellschaften – mit 31. Dezember 2011 aus REIMS IV austreten. Zurzeit laufen die Verhandlungen zum Abschluss bi- oder multilateraler Vereinbarungen mit anderen europäischen Postgesellschaften zur Abrechnung des grenzüberschreitenden Postdienstes nach 31. Dezember 2011.

Über das regulatorische Umfeld im Postmarkt hinaus muss der Österreichische Post Konzern im Rahmen seines ordentlichen Geschäftsbetriebs eine Vielzahl von rechtlichen Beschränkungen beachten. So sind die vertraglichen und faktischen Gestaltungsspielräume des Unternehmens etwa durch wettbewerbsrechtliche Regelungen eingeschränkt. Die kartellrechtliche Zulässigkeit von Vereinbarungen und Geschäftspraktiken des Österreichischen Post Konzerns war in der Vergangenheit bereits Gegenstand kartellrechtlicher Untersuchungen und Verfahren. Sonstige

rechtliche Risiken ergeben sich auch aus nicht vorhersehbaren Gerichtsverfahren mit Mitbewerbern und Kunden.

Zur bestmöglichen Vermeidung von Ergebnisbeeinträchtigungen durch regulatorische und rechtliche Risiken ist der Österreichische Post Konzern bestrebt, in seinen Kernprozessen eine Erweiterung der Wertschöpfungskette und des Produktportfolios zu erzielen, um seinen Kunden noch bessere Leistungen anzubieten und eine Qualitätsoptimierung zu erreichen.

4.2.5 Finanzielle Risiken

Finanzielle Risiken des Österreichischen Post Konzerns umfassen das Liquiditätsrisiko, das Kredit-/Kontrahentenund Produktrisiko, das Zinsänderungsrisiko, das Währungsänderungsrisiko sowie organisatorische Risiken. Eine detaillierte Darstellung der finanziellen Risiken findet sich im Anhang zum Konzernabschluss des Österreichischen Post Konzerns.

Der Konzern hat im Zuge seiner Expansion bedeutsame Firmenwerte und nicht abnutzbare Markenrechte bilanziert. Diese müssen gemäß IAS 36 mindestens einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest (Impairment) unterzogen werden. Falls Wertminderungen festgestellt werden, sind diese Firmenwerte abzuschreiben.

4.2.6 Markt- und Wettbewerbsrisiken

Der Österreichische Post Konzern erwirtschaftet den überwiegenden Teil seines Umsatzes in Österreich. Sollten sich die derzeitigen Prognosen zum Wirtschaftswachstum verschlechtern, so könnten Planungsprämissen verworfen werden müssen und dadurch die Planungssicherheit eingeschränkt werden.

Ferner erwirtschaftet das Unternehmen einen nicht unbedeutenden Anteil des Umsatzes mit einer geringen Anzahl von Großkunden. Das wirtschaftlich erfolgreiche Weiterbestehen der Großkunden ist wesentlich für die stabile Entwicklung des Österreichischen Post Konzerns. Großkunden sind vertraglich nicht verpflichtet, ihre Postsendungen vom Österreichischen Post Konzern befördern zu lassen, und könnten sich entscheiden, mittelfristig zumindest einen Teil ihrer Postsendungen Wettbewerbern der Österreichischen Post zur Zustellung zu übergeben.

Klassische Briefsendungen werden zunehmend durch E-Mails oder andere elektronische Medien ersetzt. Der Trend zur elektronischen Substitution von Briefen, insbesondere zur elektronischen Zustellung, wurde durch die Wirtschaftskrise der vergangenen Jahre beschleunigt und wird auch weiterhin fortbestehen. Diese Entwicklung kann zu nicht unerheblichen Volumensrückgängen und damit Ergebnisbeeinträchtigungen führen.

Der Brief- und Paketmarkt ist durch zunehmenden Wettbewerb gekennzeichnet. Insgesamt ist zu beobachten, dass der Markt zunehmend von der wirtschaftlichen Entwicklung seiner Kunden und zum anderen von der Wettbewerbssituation abhängig ist, die sich durch das etwaige Auftreten weiterer alternativer Anbieter weiter verschärfen könnte, sodass ein entsprechender Umsatzausfall nicht ausgeschlossen werden kann. Das Unternehmen ist in allen Ländern bestrebt, Kunden durch attraktive Leistungsangebote an sich zu binden.

Des Weiteren wird dem Mengenrückgang infolge von Substitution von Briefsendungen durch E-Mails mit neuen Produkten und Dienstleistungen, etwa im Bereich Infomail oder im B2B-Geschäft, vor allem aber entlang der Wertschöpfungskette, entgegengewirkt. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass infolge von Änderungen der gesetzlichen Zustellvorschriften für behördliche Sendungen ein Teil dieser Sendungen nicht mehr über den Österreichischen Post Konzern zugestellt wird. Die Diversifikation auf mehrere Märkte trägt dazu bei, Risiken einzelner Kundensegmente weit zu streuen bzw. gering zu halten.

Ein Bestandteil der Strategie des Österreichischen Post Konzerns ist das Wachstum durch selektive Akquisitionen und Kooperationen. Dabei ist es wichtig, passende Akquisitionsziele zu finden und erworbene Unternehmen erfolgreich zu integrieren. Die zukünftige Rentabilität dieser Projekte ist in hohem Maße vom Investitionsvolumen bzw. von den Akquisitionspreisen sowie politischen, wirtschaftlichen und gesetzlichen Faktoren abhängig. Alle Investitionsmaßnahmen müssen daher strikten finanziellen Kriterien gerecht werden. In der Division Filialnetz sind die Erträge aus Finanzdienstleistungen stark von der wirtschaftlichen Entwicklung des Kooperationspartners BAWAG P.S.K., die Erträge aus Telekommunikationsprodukten von der Produktgestaltung des Kooperationspartners Telekom Austria abhängig.

Alle erwähnten Markt- und Wettbewerbsrisiken können zu nicht unerheblichen Volumensrückgängen und damit Ergebnisbeeinträchtigungen führen.

5. Internes Kontrollsystem und Risikomanagement im Hinblick auf den  Rechnungslegungsprozess

Der Österreichische Post Konzern ist – als international tätiges Post- und Logistikdienstleistungsunternehmen – im Rahmen seiner Geschäftstätigkeit operativen Risiken ausgesetzt, mit denen sich das Unternehmen bewusst auseinandersetzt. Durch die Konzentration auf das Kerngeschäft sowie die jahrzehntelange Erfahrung in diesem Geschäft ist es dem Österreichischen Post Konzern möglich, diese Risiken frühzeitig zu identifizieren, zu bewerten und rasch geeignete Vorsorgemaßnahmen zu treffen.

5.1 Kontrollumfeld

Im Bereich Konzernrechnungslegung setzt sich die Aufbauorganisation aus den lokalen Abteilungen des Rechnungswesens in den Konzernunternehmen sowie dem zentralen Konzernrechnungswesen der Österreichischen Post AG zusammen.

Die Konzernunternehmen erstellen auf Gesellschaftsebene zeitgerecht vollständige und korrekte IFRS-Einzelabschlüsse gemäß den konzerneinheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften. Die IFRS-Einzelabschlüsse sind die Ausgangsbasis für die Weiterverarbeitung im zentralen Konzernrechnungswesen. Die Erstellung des Konzernabschlusses obliegt dem Konzernrechnungswesen, dessen Aufgaben- und Verantwortungsbereiche im Wesentlichen die strukturierte Übernahme der von den Konzernunternehmen gemeldeten Daten, die Durchführung der Konsolidierungs- und Eliminierungsmaßnahmen sowie die analytische Aufbereitung der Konzernabschlussdaten und die entsprechende Erstellung von Finanzberichten umfassen.

Der Ablauforganisation in der Erstellung des Konzernabschlusses liegt ein strikter Terminplan zugrunde. Die Termine werden für ein gesamtes Geschäftsjahr erstellt und veröffentlicht. Zusätzlich erhalten die Konzernunternehmen quartalsweise in Form des Konzerninformationsschreibens detaillierte Informationen und Konzernvorgaben zu ausgewählten Themen für die Erstellung des Quartalsabschlusses. Entsprechend dem Fertigstellungs-/Veröffentlichungstermin des Monats-/Quartalsabschlusses bestehen sowohl in den lokalen Organisationseinheiten als auch im Konzernrechnungswesen detaillierte Terminpläne und Arbeitskalender zur Abschlusserstellung und Berichtsaufbereitung.

5.2 Risikobeurteilung

Zur Vermeidung von wesentlichen Fehldarstellungen bei der Abbildung von Transaktionen wurden mehrstufig aufgebaute Qualitätssicherungsmaßnahmen implementiert um sicherzustellen, dass die IFRS-Einzelabschlüsse für die Zwecke der Konsolidierung richtig erfasst sind. Diese

Maßnahmen umfassen einerseits automatisierte Kontrollen (Validierungen) in SAP SEM-BCS und andererseits manuelle Kontrollen der Mitarbeiter der Tochtergesellschaften sowie der Mitarbeiter des Konzernrechnungswesens.

Ausgehend von den Abschlüssen der Konzernunternehmen führt das Konzernrechnungswesen in mehreren Stufen umfangreiche Plausibilitäts- und Datenqualitätschecks durch, die sicherstellen sollen, dass die Daten, die die Transaktionen der Konzernunternehmen abbilden, für die Zwecke der Konsolidierung bzw. der Erstellung des Konzernabschlusses richtig erfasst sind.

Die mehrstufige Überprüfung der Abschlussdaten sieht vor, dass die Abschlüsse der Konzernunternehmen auf Gesellschaftsebene vor Konsolidierung sowie in weiteren Stufen nach Konsolidierung zentral auf Positions-, Segment- und Konzernebene analysiert werden. Die zentrale Datenanalyse umfasst die Prüfung der erforderlichen Eliminierungen, die Segmentdarstellung nach IFRS 8 sowie Ausweisänderungen auf Konzernebene.

Erst nach Durchführung der Qualitätskontrollen auf allen Stufen erfolgt die Freigabe des Konzernabschlusses.

5.3 KontrollmaSSnahmen

Der Konzernabschluss der Österreichischen Post wird auf Grundlage von SAP SEM-BCS monatlich in Form einer Simultankonsolidierung erstellt. Die Erfassung der Anhangangaben sowie die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt ebenfalls über SAP SEM-BCS.

Die konzerneinheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind im Konzernhandbuch zusammengefasst. IFRS-Neuerungen werden vom Konzernrechnungswesen laufend überwacht und quartalsweise als IFRS-Updates zum Konzernhandbuch veröffentlicht. Einmal jährlich erfolgen die Einarbeitung der Updates und die Veröffentlichung der aktualisierten Jahresversion des Konzernhandbuchs.

Zusätzlich zum Konzernhandbuch bestehen Richtlinien und Fachkonzepte zu ausgewählten Konzernprozessen, insbesondere zu Konsolidierungskreisänderungen und Akquisitionen. Im Bereich der Stammdaten (z. B. SAP SEM-Positionen, SAP-Konzernkontenplan, Kundendaten) sind zentrale Anlage-/Änderungsprozesse definiert worden.

Die Konsolidierungsprozesse sind im Konsolidierungshandbuch beschrieben. Das Konsolidierungshandbuch vermittelt einen zusammenfassenden Überblick zum Ablauf der Erstellung des Konzernabschlusses mittels SAP SEM-BCS, zu den Qualitätssicherungsmaßnahmen und zur Berichter-

stattung im Konzernrechnungswesen. Aufbauend auf den betriebswirtschaftlichen Konsolidierungsregeln werden die Konsolidierungsmethoden im Österreichischen Post Konzern dokumentiert und spezifiziert.

Die IFRS-Einzelabschlüsse werden überwiegend mittels SAP R/3 erstellt. Die IFRS-Überleitung erfolgt im Zuge der parallelen (dualen) SAP-Rechnungslegung. Die Übernahme der Meldedaten in SAP SEM-BCS erfolgt mittels automatisiertem Upload.

5.4 Information und Kommunikation

Zu Zwecken der Überwachungs- und Kontrollfunktion wird der Konzernabschluss durch die EBIT- bzw. Ergebnisüberleitung kontrolliert. Dabei wird eine Überleitung der Einzelabschlüsse auf den Konzernabschluss unter Berücksichtigung der im Konzern durchgeführten Buchungen und Eliminierungen vorgenommen.

Zur Wahrnehmung der Überwachungs- und Kontrollfunktionen werden wesentlichen Führungsebenen vorläufige Konzernabschlussdaten zur Verfügung gestellt.

Im Zuge der Erstellung des Konzernabschlusses werden folgende Berichte erstellt:

  • Aufsichtsratsbericht
  • Zwischenberichte
  • Datenanalyse und Auswertung
  • Interner Beteilungsbericht.

Adressaten des vorläufigen sowie des vierteljährlich erstellten Aufsichtsratsberichts sind in erster Linie der Vorstand und der Aufsichtsrat der Österreichischen Post AG.

Neben dem Aufsichtsratsbericht und dem gesetzlich vorgeschriebenen Anhang/Zwischenbericht nach IAS 34 werden weitere interne Zwischenberichte, die weiterführende Erläuterungen zu ausgewählten Positionen, Ergebnisüberleitungen und Kennzahlen enthalten, erstellt.

Ein wesentlicher Punkt in der internen Berichterstattung des Österreichischen Post Konzerns ist die Datenanalyse und Auswertung. Diese beinhaltet vor allem die Berechnung des Konzern-Cashflows sowie die dazugehörigen detaillierten Erläuterungen. Weiters fällt unter diesen Punkt der Berichterstattung die Berechnung von ergebnis- und wertorientierten Parametern sowie von Liquiditätskennzahlen.

Vom Controlling wird monatlich ein interner Beteiligungsbericht erstellt, der Informationen über die Entwicklung der Konzernunternehmen enthält. Dieser Bericht wird ebenfalls dem Vorstand zur Verfügung gestellt.

Die Berichterstattung an die Aktionäre der Österreichischen Post AG erfolgt durch Investor Relations in Übereinstimmung mit dem Österreichischen Corporate Governance Kodex sowohl über die Website von Investor Relations als auch über direkte Gespräche mit den Investoren. Die veröffentlichten Informationen werden allen Investoren zeitgleich zur

Verfügung gestellt. Zusätzlich zu den Pflichtpublikationen (Jahresfinanzbericht/Geschäftsbericht, Zwischenbericht über das erste Quartal, Halbjahresfinanzbericht und Zwischenbericht für die ersten drei Quartale eines jeden Jahres) stehen den Investoren auf der Investor-Relations-Website zahlreiche weitere Informationen, unter anderem Investoren-Präsentationen, Informationen rund um die Aktie, Ad-hoc-Mitteilungen oder Finanzkalender, zur Verfügung.

5.5 Überwachung

Kernpunkt des operativen Risikomanagements bildet die Identifizierung, Evaluierung und Beherrschung von wesentlichen Risiken aus der operativen Geschäftstätigkeit. Dieser Prozess wird von Schlüsselpersonen in den Divisionen und den Geschäftsfeldern getragen. Die divisional angelegte Organisationsstruktur gliedert sich in drei operativ tätige Divisionen bzw. fünf Geschäftsfelder sowie in unterstützende und beratende Zentral- und Serviceeinheiten.

Die Tochtergesellschaften des Österreichischen Post Konzerns werden dabei im Wesentlichen je nach Tätigkeitsschwerpunkt den einzelnen Divisionen und Geschäftsfeldern zugeordnet. Die in den jeweiligen Einheiten bestehenden wesentlichen Geschäftsrisiken werden identifiziert und laufend beobachtet. Auf dieser Basis werden angemessene Risikomaßnahmen, wie z. B. Backups oder Notfallpläne, festgelegt.

Für den gesamten Österreichischen Post Konzern besteht ein einheitliches Risikomanagement, das alle Organisationseinheiten und wesentlichen Tochtergesellschaften sowie ein internes Kontrollsystem für alle wesentlichen Prozesse einschließt und sich grundsätzlich nach dem COSO Standard "Enterprise Risk Management – Integrated Framework" richtet.

Weitere zentrale Instrumente der Risikoüberwachung und -kontrolle sind konzernweite Richtlinien über den Umgang mit wesentlichen Risiken, der Planungs- und der Controllingprozess sowie die laufende Berichterstattung. Die Richtlinien umfassen beispielsweise die Festsetzung und Kontrolle von Limitkategorien und Handlungsabläufen zur Begrenzung finanzieller Risiken sowie die strikte Einhaltung des Vier-Augen-Prinzips.

Diese Richtlinien sind Teil des internen Kontrollsystems und stellen unter anderem die ordnungsgemäße interne und externe Finanzberichterstattung sicher. Der Planungsund Controllingprozess dient als Frühwarnsystem und als Basis für die Beurteilung der Wirksamkeit der eingeleiteten Steuerungsmaßnahmen.

Das interne Kontrollsystem (IKS) als Teil des Risikomanagementsystems ist risikoorientiert aufgebaut und in die Betriebsabläufe integriert. Das bedeutet, dass Maßnahmen arbeitsbegleitend erfolgen oder dem Arbeitsvollzug unmittelbar vor- oder nachgelagert sind. Das IKS basiert auf genauen Informationen über die Prozesse für die Rechnungslegung und Finanzberichterstattung und schließt auch deren vorgelagerte Unternehmensprozesse mit ein. Die Wirksamkeit des Internen Kontrollsystems wird regelmäßig von der Konzernrevision überprüft.

6. Informationen gemäSS § 243a UGB

Das Grundkapital der Österreichischen Post AG beträgt 337.763.190 EUR und ist geteilt in 67.552.638 Stück auf Inhaber lautende Stückaktien. Es liegen keine Stimmrechtsbeschränkungen oder Syndikatsvereinbarungen vor, die der Gesellschaft bekannt sind.

Die Republik Österreich hält über die Österreichische Industrieholding AG (ÖIAG) 52,8% der Anteile an der Österreichischen Post AG (auf Basis der in Umlauf befindlichen 67.552.638 Stück Aktien, nach Einzug aller 2.447.362 eigenen Aktien am 24. April 2009). Der Gesellschaft sind keine anderen Aktionäre bekannt, die mehr als 10% der Anteile halten.

Soweit der Gesellschaft bekannt ist, gibt es keine Inhaber von Aktien mit besonderen Kontrollrechten. Mitarbeiter, die auch Aktionäre der Österreichischen Post AG sind, üben ihre Stimmrechte individuell aus. Es existieren keine sich nicht unmittelbar aus dem Gesetz ergebenden Bestimmungen über die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie über die Änderung der Satzung der Gesellschaft.

Genehmigtes Kapital: Gemäß § 5 der Satzung der Österreichischen Post AG ist der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats ermächtigt, bis fünf Jahre nach Eintragung der Satzungsänderung in das Firmenbuch das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu 175.000.000 EUR durch

Wien, am 1. März 2011

Ausgabe von bis zu 35.000.000 Stück neuen auf Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bareinlagen zu erhöhen und den Ausgabekurs sowie die Ausgabebedingungen festzusetzen. Die Satzungsänderung wurde am 18. März 2006 in das Firmenbuch eingetragen.

Bedingtes Kapital: Gemäß § 5 der Satzung der Österreichischen Post AG ist der Vorstand ermächtigt, bis fünf Jahre nach Eintragung der Satzungsänderung in das Firmenbuch verzinsliche Wandelschuldverschreibungen auszugeben, mit denen ein Umtausch- oder Bezugsrecht in bis zu 35.000.000 Stück auf Inhaber lautende Aktien ohne Nennwert (Stückaktien) im Gesamtbetrag von insgesamt bis zu 175.000.000 EUR verbunden ist. Zu diesem Zweck wurde das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu 175.000.000 EUR durch Ausgabe von bis zu 35.000.000 Stück auf Inhaber lautende Stückaktien mit Stimmrecht bedingt erhöht. Die Satzungsänderung wurde am 21. April 2006 in das Firmenbuch eingetragen.

Es gibt keine bedeutsamen Vereinbarungen, an denen die Gesellschaft beteiligt ist, die bei einem Kontrollwechsel in der Gesellschaft infolge eines Übernahmeangebotes wirksam werden, sich wesentlich ändern oder enden. Es gibt keine Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern oder Arbeitnehmern für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebotes.

Dipl.-Ing. Dr. Georg Pölzl Mag. Dr. Rudolf Jettmar Generaldirektor Generaldirektor-Stellvertreter

Dipl.-Ing. Dr. Herbert Götz Dipl.-Ing. Walter Hitziger Dipl.-Bwt. (FH) Carl-Gerold Mende Vorstandsmitglied Vorstandsmitglied Vorstandsmitglied

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51
1. Grundsätzliche Ausführungen 51
2. Grundlagen der Rechnungslegung 51
3. Konsolidierungskreis 52
4. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden 55
5. Ermessensbeurteilungen und zukunftsbezogene Annahmen 63
6. Veröffentlichte, aber noch nicht angewendete Standards 65
7. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung 66
7.1 Umsatzerlöse und Segmentberichterstattung 66
7.2 Sonstige betriebliche Erträge 69
7.3 Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen 70
7.4 Personalaufwand 70
7.5 Abschreibungen 71
7.6 Sonstige betriebliche Aufwendungen 72
7.7 Sonstiges Finanzergebnis 72
7.8 Ergebnis je Aktie 73
8. Erläuterungen zur Bilanz 73
8.1 Firmenwerte 73
8.2 Immaterielle Vermögenswerte 74
8.3 Sachanlagen 76
8.4 Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien (Investment Property) 79
8.5 Anteile at equity konsolidiert 80
8.6 Finanzinvestitionen in Wertpapiere 82
8.7 Andere Finanzanlagen 82
8.8 Vorräte 83
8.9 Forderungen 83
8.10 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 84
8.11 Eigenkapital 84
8.12 Rückstellungen 85
8.13 Ertragsteuerrückstellungen 89
8.14 Finanzverbindlichkeiten 89
8.15 Verbindlichkeiten 90
8.16 Ertragsteuern 90
9. Sonstige Angaben 93
Erklärung
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KONZERN-GEWINN- UND  VERLUSTRECHNUNG  FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2010

Mio EUR Anhang 2009 2010
Umsatzerlöse (7.1) 2.356,9 2.351,1
Sonstige betriebliche Erträge (7.2) 89,6 90,5
Gesamte betriebliche Erträge 2.446,5 2.441,7
Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen (7.3) –766,1 –771,0
Personalaufwand (7.4) –1.139,3 –1.120,7
Abschreibungen (7.5) –119,8 –105,2
Sonstige betriebliche Aufwendungen (7.6) –277,0 –288,8
Gesamte betriebliche Aufwendungen –2.302,2 –2.285,8
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit 144,3 155,9
Ergebnis aus at equity konsolidierten Unternehmen (8.5) 5,1 1,0
Sonstiges Finanzergebnis (7.7) –24,6 –8,2
Finanzergebnis –19,5 –7,2
Ergebnis vor Ertragsteuern 124,8 148,7
Ertragsteuern (8.16) –45,1 –30,3
Periodenergebnis 79,7 118,4
Zuzurechnen an:
die Aktionäre des Mutterunternehmens 79,7 118,4
EUR
Unverwässertes Ergebnis je Aktie (7.8) 1,18 1,75
Verwässertes Ergebnis je Aktie (7.8) 1,18 1,75
Mio EUR
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit 144,3 155,9
Ergebnis aus at equity konsolidierten Unternehmen (8.5) 5,1 1,0
Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) 149,4 156,9

GESAMTERGEBNISRECHNUNG  FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2010

Mio EUR Anhang 2009 2010
Periodenergebnis 79,7 118,4
Währungsumrechnungsdifferenzen (8.11) –0,5 –0,8
Marktbewertung zur Veräußerung gehaltene Finanzinstrumente (8.11) 23,2 1,6
Latente Steuern (8.16) –5,8 –0,4
Marktbewertung von Sicherungsgeschäften (8.11) 6,0 –0,5
Latente Steuern (8.16) –1,5 0,1
Sonstiges Ergebnis 21,4 0,0
Gesamtperiodenergebnis 101,1 118,4
Zuzurechnen an:
die Aktionäre des Mutterunternehmens 101,1 118,4
Aktiva
Langfristiges Vermögen
Firmenwerte
(8.1)
181,8
183,8
Immaterielle Vermögenswerte
(8.2)
66,7
58,9
Sachanlagen
(8.3)
695,7
610,9
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
(8.4)
37,0
33,9
Anteile at equity konsolidiert
(8.5)
8,3
27,3
Finanzinvestitionen in Wertpapiere
(8.6)
56,5
48,0
Andere Finanzanlagen
(8.7)
41,4
41,4
Forderungen
(8.9)
10,5
13,3
Latente Steuern
(8.16)
43,2
49,9
1.141,3
1.067,6
Kurzfristiges Vermögen
Finanzinvestitionen in Wertpapiere
(8.6)
0,2
0,2
Vorräte
(8.8)
22,3
16,3
Forderungen
(8.9)
317,7
317,9
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
(8.10)
293,8
313,1
634,0
647,5
1.775,3
1.715,1
Passiva
Eigenkapital
(8.11)
Grundkapital
337,8
337,8
Kapitalrücklagen
130,5
130,5
Gewinnrücklagen
128,2
106,5
Marktbewertung Finanzinstrumente
–2,6
–1,8
Währungsumrechnungsrücklagen
0,2
–0,6
Periodenergebnis
79,7
118,4
673,7
690,8
Langfristige Verbindlichkeiten
Rückstellungen
(8.12)
453,4
414,6
Finanzverbindlichkeiten
(8.14)
32,3
24,6
Verbindlichkeiten
(8.15)
12,8
25,9
Latente Steuern
(8.16)
15,4
14,2
514,0
479,4
Kurzfristige Verbindlichkeiten
Mio EUR Anhang 31.12.2009 31.12.2010
Rückstellungen (8.12) 117,0 135,1
Ertragsteuerrückstellungen
(8.13)
33,9
25,0
Finanzverbindlichkeiten
(8.14)
94,5
54,5
Verbindlichkeiten
(8.15)
342,1
330,3
587,6
544,9
1.775,3
1.715,1

KONZERN-CASHFLOW-STATEMENT  FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2010

Mio EUR Anhang 2009 2010
Geschäftstätigkeit
Ergebnis vor Ertragsteuern 124,8 148,7
Abschreibungen (7.5) 119,8 105,2
Ergebnis aus at equity konsolidierten Unternehmen (8.5) –5,1 –1,0
Ergebniswirksame Bewertung von Finanzinstrumenten (7.7) 20,0 0,0
Langfristige Rückstellungen –12,8 –35,3
Ergebnis aus Anlagenverkäufen –21,9 –22,5
Ergebnis aus dem Abgang von Finanzinstrumenten 0,1 0,0
Gezahlte Steuern –24,9 –61,9
Nettozufluss/-abfluss Zinsen –4,0 0,7
Währungsumrechnung –0,2 –0,7
Sonstige zahlungsunwirksame Vorgänge (9.1) 0,0 0,8
Cashflow aus dem Ergebnis 195,8 134,1
Veränderungen im Nettoumlaufvermögen
Forderungen 39,9 –5,5
Vorräte 4,0 2,3
Kurzfristige Rückstellungen 9,7 22,3
Verbindlichkeiten –19,4 25,7
Cashflow aus der Veränderung des Nettoumlaufvermögens 34,1 44,9
Cashflow aus Geschäftstätigkeit 230,0 178,9
Investitionstätigkeit
Erwerb von immateriellen Vermögenswerten –3,4 –7,8
Erwerb von Sachanlagen und Investment Property –65,6 –45,5
Erlöse aus Anlagenverkäufen 30,3 27,4
Erwerb/Verkauf von Tochterunternehmen (9.1) –4,4 –12,5
Erwerb/Verkauf von at equity konsolidierten Unternehmen 3,4 –0,3
Erwerb von Wertpapieren –24,7 0,0
Erwerb von sonstigen Finanzinstrumenten –1,5 0,0
Erlöse aus dem Verkauf von Wertpapieren 63,6 10,0
Erhaltene Ausschüttungen von at equity konsolidierten Unternehmen (8.5) 0,7 0,2
Erhaltene Zinsen 8,7 3,1
Cashflow aus Investitionstätigkeit 6,9 –25,3
Free Cashflow 236,9 153,6
Finanzierungstätigkeit
Veränderung von Finanzverbindlichkeiten –17,6 –29,3
Ausschüttung –168,9 –101,3
Gezahlte Zinsen –4,7 –3,8
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit –191,2 –134,4
Nettoabnahme/-zunahme des Finanzmittelbestands 45,7 19,3
Finanzmittelbestand am 1. Jänner 248,1 293,8
Finanzmittelbestand am 31. Dezember 293,8 313,1

ENTWICKLUNG  DES KONZERN-EIGENKAPITALS

Geschäftsjahr 2009 Marktbewertung
Finanzinstrumente
Mio EUR Grund
kapital
Eigene
Aktien
Kapital
rück
lagen
Gewinn
rück
lagen
Zur
Veräuße
rung
gehalten
Siche
rungsge
schäfte
Wäh
rungs
umrech
nungs
rück
lagen
Perio
den
ergebnis
Konzern
Eigen
kapital
Stand am
1. Jänner 2009
350,0 –12,2 130,5 178,2 –20,4 –4,2 0,7 118,9 741,5
Einzug eigene Aktien –12,2 12,2 0,0
Ausschüttung –50,0 –118,9 –168,9
Periodenergebnis 79,7 79,7
Sonstiges Ergebnis 17,4 4,5 –0,5 21,4
Gesamtperioden
ergebnis
0,0 0,0 0,0 0,0 17,4 4,5 –0,5 79,7 101,1
Stand am
31. Dezember 2009
337,8 0,0 130,5 128,2 –3,0 0,3 0,2 79,7 673,7
Geschäftsjahr 2010
Marktbewertung
Finanzinstrumente
Mio EUR Grund
kapital
Eigene
Aktien
Kapital
rück
lagen
Gewinn
rück
lagen
Zur
Veräuße
rung
gehalten
Siche
rungsge
schäfte
Wäh
rungs
umrech
nungs
rück
lagen
Perio
den
ergebnis
Konzern
Eigen
kapital
Stand am
1. Jänner 2010
337,8 0,0 130,5 128,2 –3,0 0,3 0,2 79,7 673,7
Ausschüttung –21,6 –79,7 –101,3
Periodenergebnis 118,4 118,4
Sonstiges Ergebnis 0,0 1,2 –0,3 –0,8 0,0 0,0
Gesamtperioden
ergebnis
0,0 0,0 0,0 0,0 1,2 –0,3 –0,8 118,4 118,4
Stand am
31. Dezember 2010
337,8 0,0 130,5 106,5 –1,8 0,0 –0,6 118,4 690,8

/ Vorwort des Vorstands / Corporate-Governance-Bericht / Konzernlagebericht 2010 / Konzernabschluss 2010 / Service

KONZERNANHANG  FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2010

1. Grundsätzliche Ausführungen

Die Österreichische Post AG und ihre Tochtergesellschaften sind Logistik- und Dienstleistungsunternehmen im Brief- und Paketbereich. Zu den Geschäftsbereichen des Österreichischen Post Konzerns zählen die Erbringung von Leistungen des Brief- und Paketdienstes, Kombifracht und Speziallogistik sowie die Abwicklung von Finanzgeschäften in Kooperation mit der BAWAG P.S.K. Zudem umfasst das Dienstleistungsangebot Daten- und Outputmanagement sowie Dokumentenerfassung, -digitalisierung und -veredelung.

Der Sitz der Österreichischen Post AG befindet sich in Wien, Österreich. Die Anschrift lautet Österreichische Post AG, Postgasse 8, 1010 Wien. Die Gesellschaft ist in das Firmenbuch beim Handelsgericht Wien zu FN 180219d eingetragen.

2. Grundlagen der Rechnungslegung

Die Erstellung des Konzernabschlusses der Österreichischen Post AG für das Geschäftsjahr 2010 erfolgte in Übereinstimmung mit den zum 31. Dezember 2010 vom International Accounting Standards Board (IASB) herausgegebenen und verpflichtend anzuwendenden International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind. Dieser Konzernabschluss entspricht auch allen zum 31. Dezember 2010 geltenden IFRS, wie sie vom IASB veröffentlicht wurden und bereits anzuwenden sind.

Im Geschäftsjahr 2010 wurden folgende neuen oder geänderten Standards und Interpretationen erstmals verpflichtend zur Anwendung gebracht:

Neue Standards und Interpretationen Inkrafttreten EU1
IFRIC 17 Sachdividenden an Eigentümer 31.10.2009
Geänderte Standards und Interpretationen
IFRS 1 Erstmalige Anwendung der IFRS 01.01.2010
IFRS 1 Zusätzliche Befreiungen für die erstmalige Anwendung der IFRS 01.01.2010
IFRS 2 Änderungen Anteilsbasierte Vergütungen 01.01.2010
IFRS 3/IAS 27 Unternehmenszusammenschlüsse
Konzern- und separate Einzelabschlüsse nach IFRS
01.07.2009
IAS 39/IFRS 7 Umgliederung finanzieller Vermögenswerte: Zeitpunkt des Inkrafttretens
und Übergangsvorschriften
13.09.2009
IAS 39 Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung
Zulässige Grundgeschäfte im Rahmen von Sicherungsbeziehungen
01.07.2009
Diverse Jährliche Improvements to IFRS 2009 01.01.2010

1 Anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem angegebenen Datum beginnen

Die geänderten Standards IFRS 1, IAS 39 und die Interpretation IFRIC 17 sind auf den Österreichischen Post Konzern derzeit nicht anwendbar. Die "Improvements to IFRS" haben keine wesentlichen Auswirkungen auf die Darstellung des Konzernabschlusses des Österreichischen Post Konzerns.

Mit den Änderungen zu IFRS 2 wurde die Bilanzierung von anteilsbasierten Vergütungen mit Barausgleich im Konzern klargestellt. Im Detail wurde geregelt, wie eine einzelne Tochtergesellschaft in einem Konzern bestimmte anteilsbasierte Vergütungsvereinbarungen in ihrem eigenen Abschluss bilanzieren soll. Es wurde

nunmehr klargestellt, dass ein Unternehmen, das Güter und Dienstleistungen im Rahmen einer anteilsbasierten Vergütungsvereinbarung erhält, diese Güter und Dienstleistungen bilanzieren muss, unabhängig davon, welches Unternehmen im Konzern die zugehörige Verpflichtung erfüllt oder ob die Verpflichtung in Anteilen oder in bar erfüllt wird. Die Änderungen des IFRS 2 haben derzeit keine wesentlichen Auswirkungen auf die Darstellung des Konzernabschlusses.

Der geänderte Standard IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse" hat Auswirkungen auf die Behandlung der Anschaffungskosten sowie auf die Bilanzierung bei sukzessivem Erwerb und Anteilsveränderungen mit Verlust oder Beibehaltung der Kontrolle. Neben der Erweiterung des Anwendungsbereiches enthält der überarbeitete Standard ein Wahlrecht für den Ansatz des Geschäftswertes. Weiters sind Rechnungslegungsänderungen im Zusammenhang mit bedingten Gegenleistungen enthalten. Auswirkungen ergeben sich zudem auf die Bewertung von zurückerworbenen Rechten, Eventualschulden, Entschädigungsansprüchen und immateriellen Vermögenswerten sowie aufgrund der Neubeurteilung der Erstbewertung und Klassifizierung auf den Ansatz der mit dem Unternehmen erworbenen Vermögenswerte und Schulden. Der aktualisierte IAS 27 "Konzern- und separate Einzelabschlüsse nach IFRS" regelt neben der mit IFRS 3 verbundenen überarbeiteten Bewertung bei Teilabgängen von Tochterunternehmen außerdem die Bilanzierung von nicht kontrollierenden Anteilen neu. Bei der erstmaligen Anwendung der Änderungen in IFRS 3 und IAS 27 rechnet der Konzern mit Auswirkungen auf die Darstellung des Konzernabschlusses sowie auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Österreichischen Post Konzerns im Zuge von Unternehmenszusammenschlüssen. Im Geschäftsjahr führte die erstmalige Anwendung zu den unter Punkt "3. Konsolidierungskreis" beschriebenen Auswirkungen für Unternehmenserwerbe und Endkonsolidierungen aufgrund des Verlustes der Beherrschung.

Der Konzernabschluss wird in Euro aufgestellt. Alle Beträge sind, sofern nichts anderes angeführt ist, in Millionen Euro (Mio EUR) angegeben. Bei Summierung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben können durch Verwendung automatisierter Rechenhilfen rundungsbedingte Rechendifferenzen auftreten.

3. Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss sind neben der Österreichischen Post AG 23 inländische (31. Dezember 2009: 21) und 33 ausländische (31. Dezember 2009: 41) Tochterunternehmen einbezogen, bei denen der Österreichischen Post AG unmittelbar oder mittelbar die Mehrheit der Stimmrechte zusteht. Weiters werden vier inländische (31. Dezember 2009: 5) und drei ausländische (31. Dezember 2009: 0) Unternehmen nach der Equity-Methode bewertet.

Veränderungen des Konsolidierungskreises

Im Jahr 2010 haben folgende Änderungen im Konsolidierungskreis des Österreichischen Post Konzerns stattgefunden:

Name der Gesellschaft von Anteil am Kapital
auf
Transaktions-
zeitpunkt
Erläuterung
Brief
feibra GmbH (feibra Tirol GmbH)1 100,0% 01.03.2010 Verschmelzung
feibra West GmbH 100,0% 28.01.2010 Gründung
Post d.o.o. za usluge 100,0% 08.01.2010 Gründung
EBPP Electronic Bill Presentment
and Payment GmbH
40,0% 100,0% 01.07.2010 stufenweiser Erwerb
R-Electronic-Bill-Presentment Beteiligungs GmbH 100,0% 01.07.2010 Erwerb
meiller direct GmbH 100,0% 65,0% 20.12.2010 Anteilsverkauf
meiller direct cz. s.r.o. 100,0% 65,0% 20.12.2010 Anteilsverkauf
meiller direct sarl. 100,0% 65,0% 20.12.2010 Anteilsverkauf
meiller direct ltd. 100,0% 65,0% 20.12.2010 Anteilsverkauf
meiller direct AB 100,0% 65,0% 20.12.2010 Anteilsverkauf
Kolos Marketing s.r.o 100,0% 68,5% 20.12.2010 Anteilsverkauf
Name der Gesellschaft Anteil am Kapital
von
auf
Transaktions-
zeitpunkt
Erläuterung
Paket & Logistik
trans-o-flex ThermoMed GmbH & Co KG
(ThermoMed Life Sciences GmbH & Co KG –
vormals Rhenus Life Sciences GmbH & Co KG)2
100,0% 01.02.2010 Anwachsung
Eurodis GmbH 80,0% 59,4% 15.06.2010 Anteilsverkauf
LogIn Service d.o.o. 100,0% 07.01.2010 Gründung
tof Logisitic Service GmbH (TTL Tour Trans Log
Service GmbH)1
100,0% 01.09.2010 Verschmelzung
Thermomed Verwaltungs GmbH (ThermoMed Life
Sciences Verwaltung GmbH – vormals Rhenus Life
Sciences Verwaltungs GmbH)1
100,0% 01.10.2010 Verschmelzung

1 Die in Klammer angeführten Konzernunternehmen wurden auf die zuerst genannten Konzernunternehmen verschmolzen und sind somit nicht mehr im Konsolidierungskreis vorhanden

2 Anwachsung der in Klammer angeführten ThermoMed Life Sciences GmbH & Co KG - vormals Rhenus Life Sciences GmbH & Co KG - an den Kommanditisten wegen Ausscheidens der Komplementärin ThermoMed Life Sciences Verwaltungs GmbH vormals Rhenus Life Sciences GmbH & Co KG

Brief

Mit 1. Juli 2010 hat der Österreichische Post Konzern eine 100%ige Beteiligung an der R-Electronic-Bill-Presentment Beteiligungs GmbH, die eine Beteiligung in Höhe von 60% an der EBPP Electronic Bill Presentment and Payment GmbH hält, erworben. Dadurch wurde der bisherige 40%ige Anteil an der EBPP Electronic Bill Presentment and Payment GmbH des Österreichischen Post Konzerns auf 100% aufgestockt.

Die EBPP Electronic Bill Presentment and Payment GmbH ist ein führendes Unternehmen in der elektronischen Rechnungslegung und bietet eine Vielzahl an Lösungen für den elektronischen Versand von Dokumenten an. Der Österreichische Post Konzern soll mit diesem Unternehmenserwerb im Rahmen verstärkter Kundenorientierung und Innovation die duale Zustellung, das heißt die Übermittlung von Schriftstücken sowohl in physischer als auch elektronischer Form, durch das neue Produkt "meinbrief.at" umsetzen.

Aufgrund der Anteilserhöhung auf 100% wird die EBPP Electronic Bill Presentment and Payment GmbH ab 1. Juli 2010 als vollkonsolidiertes Unternehmen und nicht mehr als Anteil an assoziierten Unternehmen in den Konzernabschluss der Österreichischen Post AG einbezogen.

Der Kaufpreis für den 60%-Anteil an der EBPP Electronic Bill Presentment and Payment GmbH sowie den 100%-Anteil an der R-Electronic-Bill-Presentment Beteiligungs GmbH betrug 2,4 Mio EUR.

Abgeleitet aus dem Kaufpreis des neuen 60%-Anteils war gemäß IFRS 3.42 eine Neubewertung des bereits bestehenden 40%-Anteils auf den entsprechenden beizulegenden Zeitwert in Höhe von 1,6 Mio EUR erforderlich, aus der ein Verlust in Höhe von 1,3 Mio EUR resultiert. Der Gesamtkaufpreis betrug daher 4,0 Mio EUR. Bei der Kaufpreisaufteilung ergab sich ein Firmenwert in Höhe von 3,1 Mio EUR.

Der Firmenwert resultiert aus dem strategischen Ziel der Österreichischen Post, als Komplettanbieter für alle Arten der Zustellung Angebote verfügbar zu haben und auch erster und kompetenter Ansprechpartner für elektronische Post zu sein. Aufgrund der Herausforderungen der Marktentwicklungen – der gestiegenen Nachfrage nach gesicherter elektronischer Zustellung und Kommunikation – will die Österreichische Post die Marktentwicklung der elektronischen Zustellung aktiv mitgestalten.

Die folgenden Vermögenswerte und Schulden wurden im Rahmen der Akquisition der EBPP Electronic Bill Presentment and Payment GmbH und R-Electronic-Bill-Presentment Beteiligungs GmbH erworben:

Mio EUR Beizulegende
Zeitwerte
Buchwerte vor
dem Erwerb
Langfristiges Vermögen
Firmenwerte 3,1 0,0
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 0,1 0,1
3,2 0,1
Kurzfristiges Vermögen
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 0,9 0,9
Kurzfristige Verbindlichkeiten
Rückstellungen und Verbindlichkeiten 0,1 0,1
Erworbenes Nettovermögen 4,0 0,9

Seit Zugehörigkeit zum Konzern haben die im Geschäftsjahr 2010 neu akquirierten Unternehmen Umsätze von 0,2 Mio EUR und ein negatives EBIT von 0,1 Mio EUR generiert, die in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 2010 enthalten sind.

Wären die Unternehmenserwerbe und die damit verbundene Erstkonsolidierung zum 1. Jänner 2010 erfolgt, hätten diese Erwerbe mit 0,4 Mio EUR zum Konzernumsatz und mit –0,2 Mio EUR zum Konzern-EBIT beigetragen.1

Mit Vertrag vom 15. Oktober 2010 ist der Österreichische Post Konzern mit der Schweizerischen Post ein Joint Venture zwecks Bündelung der internationalen Aktivitäten im Bereich adressierter Werbesendungen eingegangen, wobei der Österreichische Post Konzern 65% und die Schweizerische Post 35% der Anteile halten.

Im Zuge des Joint Ventures wurde mit Stichtag 20. Dezember 2010 (Closing) die im Besitz des Österreichischen Post Konzerns befindliche meiller direct GmbH in Schwandorf (Deutschland) mit dem Geschäftsfeld Direct Mail der Swiss Post Solutions GmbH in Bamberg (Deutschland) samt ihren Tochtergesellschaften zusammengeführt. Das Joint Venture wird mit Tochtergesellschaften in Tschechien, Polen, Russland, Frankreich und Schweden tätig sein. Der strategische Fokus des neuen Unternehmens wird auf der Beratung, Konzeption und Produktion von adressierten, individualisierten Werbesendungen liegen. Dazu zählen insbesondere die Produktion von Direct Mails und Kuverts sowie Lettershop-Tätigkeiten.

Aufgrund der vertraglich vereinbarten Mitbestimmungsrechte der Schweizerischen Post handelt es sich um ein Gemeinschaftsunternehmen gemäß IAS 31. Der Österreichische Post Konzern kann keinen beherrschenden Einfluss ausüben, weil dem Minderheitengesellschafter bedeutende Mitwirkungsrechte und Kompetenzen eingeräumt wurden, die die Kontrollvermutung seitens der Österreichischen Post widerlegen. Die meiller direct GmbH sowie ihre Tochtergesellschaften werden daher nicht mehr als vollkonsolidierte Unternehmen in den Konsolidierungskreis des Österreichischen Post Konzerns einbezogen. Der Anteil an dem durch das Joint Venture entstandenen Konzern der MEILLERGHP GmbH wird nach der Equity-Methode bewertet.

Die Neubewertung des Anteils am Joint Venture ergab 29,0 Mio EUR. Als Bewertungsstichtag wurde der 31. Dezember 2010 herangezogen. Die Bewertung basiert auf dem von den Joint-Venture-Partnern gemeinsam festgelegten Business Plan. Die Wertermittlung erfolgte mittels Discounted-Cashflow-Verfahren nach dem Brutto-Ansatz. Der Unternehmenswert für das unverschuldete Unternehmen ergibt sich dabei aus dem Barwert der Free-Cashflows, diskontiert mit dem gewichteten Kapitalkostenzinssatz (WACC). Zur Ermittlung des für die Anteilsbewertung maßgeblichen Marktwerts des Eigenkapitals wurde der Marktwert der Nettofinanzverbindlichkeiten (Net Debt) vom Unternehmenswert abgezogen. Der oben genannte Wert des Anteils ist durch eine externe indikative Wertermittlung unterlegt.

1 Die Pro-forma-Angaben dienen nur zu Vergleichszwecken und stellen nicht zwangsläufig die Ergebnisse dar, die sich ergeben hätten, wäre die Transaktion tatsächlich zum 1. Jänner 2010 durchgeführt worden. Die Angaben sind kein Indikator für zukünftige Ergebnisse.

Paket & Logistik

Mitte Juni 2010 wurden 20,6% der Anteile an der Eurodis GmbH verkauft. Aufgrund der Abtretung von Stimmrechten im Zuge des Anteilsverkaufs hat der Österreichische Post Konzern den beherrschenden Einfluss an der Eurodis GmbH verloren. Die verbleibenden Anteile an der Eurodis GmbH werden daher ab 1. Juli 2010 nach der Equity-Methode bewertet.

Der Verkaufspreis entsprach dem anteiligen Nominalkapital. Aus der Endkonsolidierung ergibt sich ein Gewinn in Höhe von 0,4 Mio EUR, der unter den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen wird.

4. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

4.1 Konsolidierungsgrundsätze

Tochterunternehmen werden beginnend mit dem Zeitpunkt in den Konzernabschluss einbezogen, ab dem der Österreichische Post Konzern die Möglichkeit der Beherrschung erlangt. Die Kapitalkonsolidierung für erstmals in den Konzernabschluss einbezogene Tochterunternehmen erfolgt nach der Erwerbsmethode. Dabei werden die jeweiligen Anschaffungskosten auf die identifizierbaren erworbenen Vermögenswerte und Schulden einschließlich Eventualverbindlichkeiten aufgeteilt.

Immaterielle Vermögenswerte werden je nach Art des Vermögenswerts und der Verfügbarkeit von Informationen anhand eines ertragswertorientierten Verfahrens (Income Approach) bewertet. Für die Bewertung der Kundenbeziehungen wird die Residualwertmethode (Multi-Period Excess Earnings Method) angewendet. Dabei wird der Barwert der ausschließlich durch den zu bewertenden immateriellen Vermögenswert hervorgebrachten Cashflows ermittelt. Ausgehend von der Annahme, dass der zu bewertende immaterielle Vermögenswert erst im Verbund mit anderen materiellen und immateriellen Vermögenswerten Cashflows generiert, werden bei der Ermittlung der relevanten Einzahlungsüberschüsse fiktive Auszahlungen für diese "unterstützenden" Vermögenswerte (Contributory Asset Charges) berücksichtigt. Die Bewertung von Marken erfolgt durch die Methode der Lizenzpreisanalogie (Relief from Royalty Method). Der Wert des immateriellen Vermögenswerts wird dabei als Barwert fiktiv zu entrichtender Lizenzzahlungen bestimmt, und zwar unter der Annahme, dass sich der betreffende Vermögenswert im Eigentum eines Dritten befindet.

Ein verbleibender aktivischer Unterschiedsbetrag zwischen den Anschaffungskosten und dem Wert des identifizierten und neubewerteten Nettovermögens wird als Firmenwert ausgewiesen. Ein passivischer Unterschiedsbetrag wird nach einer nochmaligen Beurteilung der Identifizierbarkeit und Bewertung der übernommenen Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden und der Bewertung der Anschaffungskosten als Ertrag erfasst.

Beteiligungen an Unternehmen, auf die – in der Regel aufgrund eines Anteilsbesitzes zwischen 20 und 50% – ein maßgeblicher Einfluss ausgeübt werden kann (assoziierte Unternehmen), sowie gemeinschaftlich geführte Unternehmen werden nach der Equity-Methode bilanziert. Anteile an Unternehmen, bei denen aufgrund von vertraglich vereinbarten Minderheitenrechten die Beherrschungsmöglichkeit fehlt, werden auch at equity bewertet.

Bei der Equity-Methode werden die Anteile zunächst mit den Anschaffungskosten angesetzt und in der Folge um die Eigenkapitalveränderungen der Gesellschaft erhöht bzw. vermindert, soweit diese auf die Anteile der Österreichischen Post entfallen. Der mit einem assoziierten oder einem gemeinschaftlich geführten Unternehmen verbundene Firmenwert ist im Buchwert des Anteils enthalten.

Forderungen und Verbindlichkeiten, Erträge und Aufwendungen aus dem konzerninternen Lieferungs- und Leistungsaustausch werden eliminiert. Zwischenergebnisse im Konzern werden ebenso neutralisiert, sofern sie nicht von untergeordneter Bedeutung sind.

4.2 Währungsumrechnung

Die Darstellungswährung des Österreichischen Post Konzerns ist der Euro. Funktionale Währung für Konzerngesellschaften in Österreich und Ländern, die Teilnehmer der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion sind, ist der Euro. Funktionale Währung der übrigen Tochtergesellschaften ist die jeweilige Landeswährung, da diese Gesellschaften ihre Geschäfte in finanzieller, wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht selbstständig betreiben.

kon

ab

schluss

zern-

Geschäftstransaktionen in ausländischer Währung

Konzerngesellschaften erfassen Geschäftsfälle in ausländischer Währung mit dem am Tag der Transaktion gültigen Referenzkurs. Die Umrechnung der monetären Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in die funktionale Währung erfolgt mit dem am Bilanzstichtag gültigen Devisenreferenzkurs der Europäischen Zentralbank. Daraus resultierende Fremdwährungsgewinne und -verluste werden im Geschäftsjahr ergebniswirksam erfasst.

Umrechnung von Einzelabschlüssen in ausländischer Währung

Für die Umrechnung der Abschlüsse von Konzerngesellschaften, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, wird die modifizierte Stichtagskursmethode angewendet. Alle Bilanzposten mit Ausnahme des Eigenkapitals werden mit dem zum Bilanzstichtag gültigen Devisenreferenzkurs der Europäischen Zentralbank umgerechnet, die Eigenkapitalposten mit dem Anschaffungs- oder Entstehungskurs. Die Aufwendungen und Erträge werden mit den durchschnittlichen Devisenreferenzkursen des Geschäftsjahres umgerechnet. Die hieraus entstehenden Währungsumrechnungsdifferenzen werden ergebnisneutral direkt im Eigenkapital erfasst.

Die der Währungsumrechnung zugrunde gelegten Wechselkurse haben sich im Verhältnis zum Euro wie folgt verändert:

Bilanzstichtag Devisenreferenzkurs am Jahresdurchschnittskurs
1 EUR 31.12.2009 31.12.2010 2009 2010
Britische Pfund 0,8881 0,8608 0,8909 0,8578
Bosnische Konvertible Mark 1,9558 1,9558 1,9558 1,9558
Kroatische Kuna 7,3000 7,3830 7,3400 7,2891
Schwedische Kronen 10,2520 8,9655 10,6191 9,5373
Serbische Dinar 95,8888 105,4982 94,0364 103,0501
Tschechische Kronen 26,4730 25,0610 26,4349 25,2840
Ungarische Forint 270,4200 277,9500 280,3270 275,4786

4.3 Ertrags- und Aufwandsrealisierung

Die Erfassung von Umsatzerlösen und sonstigen betrieblichen Erträgen erfolgt dann, wenn die Leistung erbracht wurde, die Höhe der Erträge zuverlässig ermittelbar ist und der wirtschaftliche Nutzen dem Konzern wahrscheinlich zufließen wird. Für am Bilanzstichtag noch nicht ausgelieferte Aufträge sowie für Wertzeichen und Freistempelerlöse, für die von der Österreichischen Post AG noch keine Gegenleistung erbracht wurde, werden entsprechende Umsatzabgrenzungen vorgenommen.

Betriebliche Aufwendungen werden mit Inanspruchnahme der Leistung oder zum Zeitpunkt ihrer Verursachung ergebniswirksam.

4.4 Ergebnis je Aktie

Das Ergebnis je Aktie wird ermittelt, indem der auf die Aktionäre der Österreichischen Post AG entfallende Anteil am Periodenergebnis durch den gewichteten Durchschnitt der im Geschäftsjahr 2010 im Umlauf befindlichen Aktien dividiert wird. Während einer Periode zurückgekaufte Aktien werden zeitanteilig für den Zeitraum, in dem sie sich im Umlauf befinden, berücksichtigt. Im dargestellten Geschäftsjahr gab es keine Verwässerungseffekte. Damit entspricht das verwässerte Ergebnis je Aktie dem unverwässerten Ergebnis je Aktie.

4.5 Firmenwerte

Ein Geschäfts- oder Firmenwert ergibt sich als Überschuss des Kaufpreises über das zum beizulegenden Zeitwert bewertete (anteilige) Nettovermögen des gekauften Unternehmens. Firmenwerte werden jährlich auf Werthaltigkeit überprüft. Falls sich Ereignisse oder veränderte Umstände ergeben, die auf eine mögliche Wertminderung hindeuten, ist der Wertminderungstest anlassbezogen durchzuführen. Wertminderungen werden nach den unter Punkt "4.9. Wertminderungen" beschriebenen Grundsätzen vorgenommen.

4.6 Immaterielle Vermögenswerte

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte werden mit ihren Anschaffungskosten angesetzt und entsprechend ihrer wirtschaftlichen Nutzungsdauer oder Vertragsdauer von drei bis zehn Jahren linear abgeschrieben. Liegen Anhaltspunkte für eine Wertminderung vor und liegt der erzielbare Betrag unter den fortgeführten Anschaffungskosten, wird eine Abschreibung für Wertminderungen berücksichtigt. Bei Wegfall der Gründe für die Wertminderung werden entsprechende Zuschreibungen vorgenommen.

Bei Markenrechten wird grundsätzlich von einer unbegrenzten Nutzungsdauer ausgegangen, da ein Ende der wirtschaftlichen Nutzung nicht abzusehen ist.

Immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern jährlich einem Wertminderungstest unterzogen. Dies gilt auch dann, wenn keine Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen. Falls sich Ereignisse oder veränderte Umstände ergeben, die auf eine mögliche Wertminderung hindeuten, ist der Wertminderungstest anlassbezogen durchzuführen.

Die im Zusammenhang mit immateriellen Vermögenswerten durchgeführten Werthaltigkeitstests unterliegt den Grundsätzen, die unter Punkt "4.9. Wertminderungen" beschrieben werden.

4.7 Sachanlagen

Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, bewertet. Die Abschreibungssätze richten sich nach der erwarteten wirtschaftlichen Nutzungsdauer.

Die planmäßigen Abschreibungen werden linear unter Zugrundelegung folgender konzerneinheitlicher Nutzungsdauern berechnet:

Nutzungsdauer Jahre
Gebäude 20–50
Technische Anlagen und Maschinen 5–10
Fuhrpark 2–8
EDV-technische Ausstattung 3–5
Sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung 5–20

Liegen Anhaltspunkte für eine Wertminderung vor, werden Sachanlagen gemäß den in Punkt "4.9. Wertminderungen" angeführten Grundsätzen auf Werthaltigkeit geprüft.

4.8 Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien (Investment Property)

Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien umfassen jene Immobilien, die zur Erzielung von Mieteinnahmen und/oder zum Zweck von Wertsteigerungen gehalten werden und gesondert veräußert werden könnten. Bei einem betrieblich genutzten Anteil erfolgt eine dem prozentuellen Ausmaß der Nutzung entsprechende Zuordnung. In der Bilanz werden die als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien nach der Anschaffungskostenmethode, vermindert um kumulierte Abschreibungen, ausgewiesen. Die Abschreibungen werden dabei linear unter Zugrundelegung einer Nutzungsdauer von 20 bis 50 Jahren vorgenommen. Die Ermittlung der im Anhang angegebenen beizulegenden Zeitwerte der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien wurde im Wesentlichen von Experten einer Tochtergesellschaft der Österreichischen Post AG unter Anwendung von anerkannten Bewertungsverfahren vorgenommen. Die Bewertung erfolgt auf Basis von ertragsorientierten Bewertungsverfahren. Im Regelfall wurde das Ertragswertverfahren und bei komplexeren Objekten das Discounted-Cashflow-Verfahren angewendet. Für unbebaute Grundstücke wurde das Vergleichswertverfahren auf Basis von erhobenen Vergleichstransaktionen in einem aktiven Markt für die Wertermittlung herangezogen.

4.9 Wertminderungen

Zu jedem Bilanzstichtag wird geprüft, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung auf Vermögenswerte gemäß IAS 36 vorliegen. Liegen solche Hinweise vor, wird ein Werthaltigkeitstest durchgeführt. Bei immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer sowie bei Firmenwerten wird unabhängig davon, ob Anhaltspunkte vorliegen, jährlich ein Wertminderungstest durchgeführt. Falls sich Ereignisse oder veränderte

Umstände ergeben, die auf eine mögliche Wertminderung hindeuten, werden Wertminderungstests auch unterjährig durchgeführt.

Im Rahmen der Wertminderungstests wird der erzielbare Betrag des betreffenden Vermögenswertes ermittelt. Der erzielbare Betrag entspricht dem höheren Betrag aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Verkaufskosten und Nutzungswert.

Sofern der erzielbare Betrag nicht für einen einzelnen Vermögenswert ermittelt werden kann, werden Vermögenswerte zum Zweck des Wertminderungstests zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (ZGE) zugeordnet. ZGE werden durch die Zusammenfassung von Vermögenswerten auf der niedrigsten Ebene, die selbstständig Cashflows generieren oder für interne Managementzwecke überwacht werden, gebildet. Dementsprechend werden Wertminderungstests auf der Ebene von Untersegmenten oder Konzerngesellschaften durchgeführt.

Im Rahmen des Wertminderungstests werden das Sach- und immaterielle Anlagevermögen einer ZGE, einschließlich jener nach IAS 36 zugeordneten Vermögensgegenstände und Schulden, mit dem erzielbaren Betrag der ZGE verglichen. Ist die Summe dieser Buchwerte einer ZGE höher als der erzielbare Betrag, erfolgt eine Wertminderung in Höhe der Differenz. Bei Wegfall der Wertminderungen erfolgt, ausgenommen bei Firmenwerten, eine Zuschreibung. Der erzielbare Betrag einer ZGE wird mittels Discounted-Cashflow-Methode (DCF) ermittelt. Diese Berechnung basiert auf der Geschäftsjahresplanung für das Jahr 2011, der Mittelfristplanung für einen Zeitraum von drei Jahren (2012 bis 2014) und einer ewigen Rente. In der ewigen Rente werden die für die einzelnen ZGE langfristig erwarteten Wachstumsraten von bis zu 1,0% berücksichtigt. Die Kapitalkosten werden als gewichteter Durchschnitt der Eigen- und Fremdkapitalkosten berechnet (WACC = Weighted Average Cost of Capital) und nach dem Capital Asset Pricing Model (CAPM) nach Maßgabe der individuellen Verhältnisse der ZGE ermittelt. Der WACC betrug im Berichtszeitraum im Euro-Raum 5,8 bis 8,2% und in anderen Ländern 7,8 bis 14,5%.

Sachanlagen werden bei Vorliegen von Hinweisen für eine Wertminderung oder bei Wegfall von Anhaltspunkten, die in Vorperioden zu einer Wertminderung geführt haben, zum Bilanzstichtag gemäß IAS 36 einem Werthaltigkeitstest unterzogen. Liegt der erzielbare Betrag unter den fortgeführten Anschaffungs- und Herstellungskosten, erfolgt eine Wertminderung. Bei Wegfall der Gründe für eine früher vorgenommene Wertminderung werden entsprechende Zuschreibungen vorgenommen. Der infolge der Zuschreibung erhöhte Buchwert darf dabei die fortgeführten Anschaffungs- und Herstellungskosten nicht überschreiten.

4.10 Finanzierungsleasing

Gehen bei geleasten Vermögenswerten alle mit dem Eigentum verbundenen wesentlichen Risiken und Chancen aus dem Leasinggegenstand auf die Österreichische Post über (Finanzierungsleasing gemäß IAS 17), so werden diese zum beizulegenden Zeitwert des Vermögenswerts oder zum niedrigeren Barwert der künftigen Mindestleasingzahlungen im langfristigen Vermögen aktiviert. Die planmäßigen Abschreibungen erfolgen über die wirtschaftliche Nutzungsdauer oder, wenn kürzer, über die Laufzeit des Leasingvertrages. Die aus den Leasingverträgen resultierenden Zahlungsverpflichtungen sind unter den Finanzverbindlichkeiten passiviert.

4.11 Finanzielle Vermögenswerte

Im Österreichischen Post Konzern werden finanzielle Vermögenswerte in folgende Klassen gemäß IFRS 7 eingeteilt: Finanzinvestitionen in Wertpapiere, andere Finanzanlagen, Forderungen sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente. Diese finanziellen Vermögenswerte werden den IAS-39-Kategorien "Kredite und Forderungen" (Loans and Receivables), "bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen" (Held to Maturity Investments), "zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte" (Available for Sale Financial Assets) und "finanzielle Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert durch die Gewinn- und Verlustrechnung" (Financial Assets at Fair Value through Profit or Loss) zugeordnet.

"Kredite und Forderungen" werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Dabei erfolgt die Bewertung bei Zugang mit dem beizulegenden Zeitwert. Ein allenfalls bestehender Unterschied zwischen diesem Wert und dem Tilgungsbetrag (z. B. bei unverzinslichen oder vom Marktniveau abweichenden Zinsen) wird nach der Effektivzinsmethode periodengerecht abgegrenzt und im Finanzergebnis ausgewiesen.

Liegen Anzeichen für eine Wertminderung vor, wird eine ergebniswirksame Wertberichtigung bis auf den Barwert der erwarteten zukünftigen Cashflows vorgenommen. Im Österreichischen Post Konzern wird der Anteil der uneinbringlichen Forderungen unter Berücksichtigung der Kunden- und Marktstruktur auf Basis einer Fälligkeitsanalyse ermittelt. Zudem werden Wertminderungen dann erfasst, wenn aufgrund objektiver Hinweise nicht mit der Einbringlichkeit der Forderung zu rechnen ist. Wertberichtigungen werden grundsätzlich über ein Wertberichtigungskonto gebucht. Bei Wegfall der Gründe für die Wertberichtigung erfolgt eine Wertaufholung bis zu den Anschaffungskosten.

"Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte" werden zum Marktwert bilanziert. Unrealisierte Gewinne und Verluste werden bis zur Realisierung unter Berücksichtigung latenter Steuern gesondert im Eigenkapital (Marktbewertung Finanzinstrumente) ausgewiesen. Zu jedem Bilanzstichtag werden die Buchwerte der zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte daraufhin untersucht, ob objektive Anzeichen für eine Wertminderung vorliegen. Objektive Anzeichen sind beispielsweise erhebliche finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners, der Ausfall oder der Verzug von Zins- oder Tilgungszahlungen, der Wegfall eines aktiven Marktes sowie wesentliche Änderungen des wirtschaftlichen, rechtlichen oder marktbezogenen Umfeldes. Ein Wegfall des Wertminderungsgrundes wird bei Eigenkapitalinstrumenten ergebnisneutral und bei den übrigen Finanzinstrumenten ergebniswirksam erfasst. Käufe und Verkäufe werden am Erfüllungstag, d. h. am Valutatag, gebucht.

Andere Finanzanlagen, für die kein geregelter Markt existiert und deren beizulegender Zeitwert auch durch Bewertungsmethoden nicht zuverlässig ermittelt werden kann, werden zu Anschaffungskosten bewertet. Wertminderungen werden ergebniswirksam erfasst. Etwaige Wertaufholungen dürfen weder ergebniswirksam noch ergebnisneutral berücksichtigt werden.

4.12 Vorräte

Die Bewertung der Vorräte erfolgt mit dem niedrigeren Betrag aus Anschaffungskosten und Nettoveräußerungswert am Bilanzstichtag. Die Bestandswertermittlung wird nach dem gleitenden Durchschnittspreisverfahren durchgeführt. Wertminderungen aufgrund von Veralterung oder mangelnder Gängigkeit werden bei Ermittlung des Nettoveräußerungswerts berücksichtigt.

Noch nicht abrechenbare Leistungen sind mit dem niedrigeren Betrag aus Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert bewertet.

4.13 Zur VeräuSSerung gehaltene langfristige Vermögenswerte

Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte werden zum niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzt. Langfristige Vermögenswerte werden als zur Veräußerung gehalten klassifiziert, wenn der Buchwert durch ein Veräußerungsgeschäft und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert werden soll. Dies ist grundsätzlich nur dann der Fall, wenn der Verkauf höchstwahrscheinlich ist und der Vermögenswert in seinem aktuellen Zustand zur Veräußerung zur Verfügung steht.

4.14 Rückstellungen für Abfertigungen, Pensionen und Jubiläumsgelder

Rückstellungen für Abfertigungen

Abfertigungsrückstellungen werden für gesetzliche und vertragliche Ansprüche von Angestellten gebildet. Abfertigungsansprüche haben Mitarbeiter österreichischer Konzerngesellschaften im Falle der Erreichung des Pensionsantrittsalters sowie bei der Beendigung des Dienstverhältnisses durch den Dienstgeber. Die Höhe der Ansprüche ist von der Anzahl der Dienstjahre und dem bei Abfertigungsanfall maßgeblichen Bezug abhängig. Beamte haben grundsätzlich keinen Anspruch auf Abfertigungszahlungen. Die Berechnung erfolgt nach versicherungsmathematischen Grundsätzen nach der Methode der laufenden Einmalprämien (Projected Unit Credit Method), wobei versicherungsmathematische Gewinne und Verluste sofort zur Gänze ergebniswirksam realisiert werden.

Für Angestellte in österreichischen Konzerngesellschaften, deren Dienstverhältnis erst nach dem 31. Dezember 2002 begonnen hat, werden die Abfertigungsverpflichtungen durch die laufende Entrichtung entsprechender Beiträge an die Mitarbeitervorsorgekasse abgegolten. Darüber hinaus besteht für den Österreichischen Post Konzern keine weitere Verpflichtung.

Rückstellungen für Pensionen

Die Versorgungsverpflichtungen des Österreichischen Post Konzerns umfassen sowohl beitragsorientierte als auch leistungsorientierte Versorgungssysteme.

Gegenüber Beamten bestehen keine Pensionszusagen. Pensionsleistungen für Beamte werden grundsätzlich durch die Republik Österreich erbracht. Für Mitglieder des Vorstands werden Beiträge an eine Pensionskasse entrichtet. Aufgrund gesetzlicher Bestimmungen ist der Österreichische Post Konzern verpflichtet, Pensionsdeckungsbeiträge an die Republik Österreich zu entrichten. Die Beiträge betragen (einschließlich der von den Beamten selbst zu tragenden Beiträge) seit dem 1. Oktober 2005 je nach Alter und Beitragsgrundlage zwischen 15,8 und 28,3% der Vergütungen an aktive Beamte und werden im Personalaufwand ausgewiesen.

Bestimmten Mitarbeitern des Österreichischen Post Konzerns wurde eine leistungsorientierte Pensionszusage erteilt. Die Berechnung der Rückstellungen für leistungsorientierte Pensionszusagen erfolgt nach der Methode der laufenden Einmalprämien. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden sofort ergebniswirksam erfasst.

Rückstellungen für Jubiläumsgelder

Im Österreichischen Post Konzern bestehen zum Teil Verpflichtungen gegenüber Angestellten und Beamten, nach Erreichen eines bestimmten Dienstalters Jubiläumsgelder auszuzahlen.

In Österreich erfolgen Auszahlungen im Falle einer 25-jährigen Dienstzugehörigkeit in Höhe von zwei Monatsgehältern und im Falle einer 40-jährigen Dienstzugehörigkeit in Höhe von vier Monatsgehältern. Mitarbeitern, die bei Erreichen des Pensionsantrittsalters mindestens 35 Dienstjahre aufweisen, wird ebenfalls ein Jubiläumsgeld von vier Monatsgehältern ausgezahlt. Für Mitarbeiter, die dem Kollektivvertrag für Bedienstete der Österreichischen Post AG gemäß § 19 Abs. 3 Poststrukturgesetz (PTSG), Erster Teil unterliegen (gültig ab 1. August 2009), erfolgen Auszahlungen im Falle einer 20-jährigen Dienstzugehörigkeit in Höhe von einem Monatsgehalt, bei 25-jähriger Dienstzugehörigkeit in Höhe von eineinhalb Monatsgehältern, bei 35-jähriger Dienstzugehörigkeit in Höhe von zweieinhalb Monatsgehältern und bei 40-jähriger Dienstzugehörigkeit in Höhe von dreieinhalb Monatsgehältern. Für Mitarbeiter, die dem Zweiten Teil dieses Kollektivvertrages unterliegen, werden keine Jubiläumsgelder ausgezahlt.

Jubiläumsgeldrückstellungen werden analog zu den Rückstellungen für Abfertigungen und Pensionen nach der Methode der laufenden Einmalprämien ermittelt.

Mit Ausnahme des Zinsaufwandes werden alle Veränderungen aus den Abfertigungs-, Pensions- und Jubiläumsgeldrückstellungen im Personalaufwand ausgewiesen. Der Zinsaufwand wird im Finanzergebnis gezeigt.

Folgende Parameter wurden der Berechnung der Abfertigungs-, Pensions- und Jubiläumsgeldrückstellungen zum 31. Dezember 2009 und 2010 zugrunde gelegt:

2009 2010
Rechnungszinssatz 5,0% 4,5%
Gehaltssteigerung/Rentendynamik gestaffelt (0%–4%) gestaffelt (0%–4%)
Fluktuationsabschlag gestaffelt (0%–20%) gestaffelt (0%–20%)
Pensionsantrittsalter
Weibliche Angestellte 55–67 60–65
Männliche Angestellte 60–67 65
Beamte 60–65 60–65

4.15 Rückstellungen für Unterauslastung

Rückstellungen für Unterauslastung werden für künftige Personalaufwendungen für Mitarbeiter gebildet, die unkündbar sind (vor allem Beamte) und im Unternehmen nicht mehr oder nur mehr zum Teil zur Leistungserbringung eingesetzt werden können.

Bei diesen Dienstverhältnissen handelt es sich um belastende Verträge im Sinne des IAS 37, bei denen die unvermeidbaren Kosten zur Erfüllung der vertraglichen Verpflichtungen höher sind als der erwartete wirtschaftliche Nutzen.

Rückstellungen für Unterauslastung werden für Mitarbeiter gebildet, die dem Post-Arbeitsmarkt zugewiesen sind. Darüber hinaus werden Rückstellungen auch für Mitarbeiter gebildet, bei denen eine Versetzung in den Post-Arbeitsmarkt beschlossen wurde, für die aber der unternehmensinterne Organisationsänderungsprozess zur Versetzung noch nicht endgültig abgeschlossen wurde bzw. aufgrund eines besonderen Versetzungsschutzes oder Krankheit derzeit nicht möglich ist.

Die Rückstellungen werden unter Anwendung eines einheitlichen durchschnittlichen Unterauslastungsgrades unter Berücksichtigung eines Fluktuationsabschlages ermittelt.

Weiters wird für jene Mitarbeiter vorgesorgt, die sich in einem Verfahren zur Versetzung in den Ruhestand wegen Dienstunfähigkeit befinden. Zusätzlich wurde für die Übernahme von Mitarbeitern der Österreichischen Post AG in verschiedene Bundesministerien, für die entsprechend der Vereinbarungen die Gehälter refundiert werden müssen, bis zum Ende des Refundierungszeitraumes eine Vorsorge gebildet.

Für unkündbare Mitarbeiter, die an ein Logistikunternehmen verleast werden und für die die Österreichische Post AG laut Vertrag nur die kollektivvertragliche Entlohnung dieses Unternehmens vergütet erhält, wurde für den die Vergütung übersteigenden Lohnaufwand durch eine Rückstellung vorgesorgt. Die Berechnung des Rückstellungsbetrags erfolgt als Barwert der bis zur Pensionierung der jeweiligen Mitarbeiter anfallenden Unterdeckung.

Die Rückstellungen für Unterauslastung werden unter Berücksichtigung erwarteter Gehaltssteigerungen von 4,0% (2009: 4,0%) und eines Abzinsungssatzes von 4,5% (2009: 5,0%) ermittelt.

4.16 Sonstige Rückstellungen

Unter den sonstigen Rückstellungen werden gemäß IAS 37 rechtliche oder faktische Verpflichtungen gegenüber Dritten ausgewiesen, die auf zurückliegenden Ereignissen beruhen, bei denen es wahrscheinlich ist, dass sie zu einem Abfluss von Ressourcen führen werden und bei denen eine verlässliche Schätzung der Höhe der Verpflichtung möglich ist. Die Rückstellungen werden mit jenen Werten angesetzt, die zum Zeitpunkt der Erstellung des Jahresabschlusses nach bester Schätzung ermittelt werden können. Ist eine vernünftige Schätzung des Betrags nicht möglich, unterbleibt die Bildung einer Rückstellung. Unterscheidet sich der auf Basis eines marktüblichen Zinssatzes ermittelte Barwert der Rückstellung wesentlich vom geschätzten Zahlungsbetrag, wird der Barwert der Verpflichtung angesetzt.

Rückstellungen für belastende Verträge werden berücksichtigt, wenn die unvermeidbaren Kosten zur Erfüllung der vertraglichen Verpflichtung höher sind als der erwartete wirtschaftliche Nutzen.

Restrukturierungsrückstellungen werden gemäß IAS 37 angesetzt, wenn ein ausreichend detaillierter, formaler Plan vorliegt und mit den Restrukturierungsmaßnahmen bereits begonnen oder der Plan bereits vor dem Bilanzstichtag veröffentlicht wurde.

4.17 Finanzielle Schulden

Im Österreichischen Post Konzern werden finanzielle Schulden gemäß IAS 39 in die Klassen Finanzverbindlichkeiten und Verbindlichkeiten unterteilt. Finanzverbindlichkeiten werden bei Zuzählung in Höhe des tatsächlich zugeflossenen Betrags abzüglich Transaktionskosten und zu-/abzüglich eines Agios/Disagios erfasst. Der Unterschied zwischen dem erhaltenen Betrag und dem Rückzahlungsbetrag wird über die Laufzeit nach der Effektivzinsmethode verteilt und im Finanzergebnis erfasst.

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und andere Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt.

4.18 Ertragsteuern

Der für das Geschäftsjahr ausgewiesene Ertragsteueraufwand umfasst die für die einzelnen Gesellschaften aus dem steuerpflichtigen Einkommen und dem im jeweiligen Land anzuwendenden Steuersatz errechnete Ertragsteuer ("tatsächliche Steuer") sowie die Veränderung der latenten Steuern.

Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt nach der Balance-Sheet-Liability-Methode für alle temporären Differenzen zwischen der IFRS-Bilanz und der Steuerbilanz. Weiters wird der wahrscheinlich realisierbare Steuervorteil aus bestehenden Verlustvorträgen in die Ermittlung einbezogen. Keine Berücksichtigung von

latenten Steuern erfolgt bei Unterschiedsbeträgen aus steuerlich nicht absetzbaren Firmenwerten und mit Beteiligungen zusammenhängenden temporären Unterschieden, soweit sich diese in absehbarer Zeit nicht umkehren. Aktive latente Steuern werden angesetzt, wenn es wahrscheinlich ist, dass der enthaltene Steuervorteil realisierbar ist. Der Ansatz von aktiven latenten Steuern auf steuerliche Verlustvorträge erfolgt in dem Umfang, in dem es wahrscheinlich ist, dass in absehbarer Zeit steuerpflichtiges Einkommen zur Verfügung steht.

Die latenten Steuern werden auf Basis der Steuersätze ermittelt, die in den einzelnen Ländern zum Bilanzstichtag gelten oder für den Zeitpunkt bereits beschlossen sind, in dem die latenten Steueransprüche und -schulden realisiert werden. Für österreichische Konzernunternehmen wurde zur Ermittlung der Steuerabgrenzungen ein Körperschaftsteuersatz von 25% angewendet.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die für ausländische Gesellschaften bei der Berechnung der latenten Ertragsteuern angewandten Steuersätze:

Land Steuersatz Land Steuersatz
Belgien 34,0% Niederlande 25,5%
Bosnien-Herzegowina 10,0% Serbien 10,0%
Deutschland 28,1%–30,9% Slowakei 19,0%
Kroatien 20,0% Ungarn 10,0%/19,0%
Montenegro 9,0%

4.19 Derivative Finanzinstrumente

Zur Begrenzung und Steuerung von bestehenden Zins- und Rohstoffpreisänderungen werden einzelne derivative Finanzinstrumente eingesetzt.

Sämtliche derivativen Finanzinstrumente werden als Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten bilanziert. Derivative Finanzinstrumente und eingebettete derivative Finanzinstrumente, die integraler Bestandteil von bestimmten Verträgen sind und gesondert ausgewiesen werden müssen, werden bei Zugang und in den Folgeperioden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Unrealisierte Bewertungsgewinne und -verluste aus derivativen Finanzgeschäften sind ergebniswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Derivative Finanzinstrumente (Sicherungsgeschäfte), die der Absicherung von bilanzierten Vermögenswerten und Verbindlichkeiten dienen, werden zum beizulegenden Zeitwert angesetzt. Bewertungsgewinne und -verluste werden sofort ergebniswirksam erfasst.

Derivative Finanzinstrumente (Sicherungsgeschäfte), die der Absicherung von künftigen Zahlungsstromschwankungen aus in der Bilanz nicht angesetzten Vermögenswerten und Verbindlichkeiten dienen, werden ebenfalls zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Der effektive Teil des Gewinns oder Verlusts der Absicherung wird direkt in einem eigenen Eigenkapitalposten erfasst. Ein eventuell daraus resultierender ineffektiver Teil wird im Finanzergebnis ausgewiesen.

4.20 Aktienbasierte Vergütungen

Der Aufsichtsrat der Österreichischen Post AG hat im Dezember 2009 die Einführung eines aktienbasierten Vergütungsprogramms für die Periode 2010 bis 2012 beschlossen. Teilnahmeberechtigt sind Vorstandsmitglieder und ein bestimmter Kreis von Führungskräften, soweit sie nach vorgegebenen Richtlinien eine bestimmte Anzahl an Aktien der Österreichischen Post AG erwerben und dieses Eigeninvestment bis zum Ende des nächstfolgenden Jahres nach Ablauf des Performancezeitraums (31. Dezember 2013) ununterbrochen halten. Von den Vorstandsmitgliedern nehmen die Herren Dipl.-Ing. Dr. Georg Pölzl, Mag. Dr. Rudolf Jettmar, Dipl.-Ing. Dr. Herbert Götz und Dipl.-Ing. Walter Hitziger teil.

Die Anzahl der für das Eigeninvestment nötigen Aktien der Österreichischen Post AG bei Programmbeginn richtet sich für die Mitglieder des Vorstands nach einem prozentuellen Ausmaß des Bruttofixgehaltes 2009 dividiert durch den Referenzkurs des vierten Quartals 2009 und beträgt zum 31. Dezember 2010 insgesamt 46.306 Aktien. Das Eigeninvestment leitender Führungskräfte wurde in Abhängigkeit von definierten Teilnehmerkreisen festgelegt und beträgt zum 31. Dezember 2010 insgesamt 57.000 Aktien der Österreichischen Post AG.

Am Anspruchstag werden den Teilnehmern Bonusaktien gewährt. Die Zahl der Bonusaktien hängt vom Ausmaß der Erreichung der im Voraus definierten Leistungskriterien ab. Zu Beginn des Programms wurden Zielwerte für Schlüsselindikatoren festgelegt. Die maßgeblichen Indikatoren sind Earnings per Share (EPS), Free Cashflow und Total Shareholder Return (TSR), wobei die Teilziele gleich gewichtet sind. Die Zielerreichung wird über den dreijährigen Beobachtungszeitraum ermittelt.

Die Gesamtbonifikation richtet sich nach der Gesamtzielerreichung aus obigen Parametern sowie der Kursentwicklung. Die Gesamtbonifikation nach drei Jahren ist mit 175% jener Bonifikation gedeckelt und mit 25% als Minimum jener Bonifikation begrenzt, die bei 100% Gesamtzielerreichung vorgesehen ist.

Die Bonifikation kann in Aktien oder in bar erfolgen. Zum 31. Dezember 2010 ergibt sich daraus ein rechnerischer Zeitwert von 4,9 Mio EUR. Dieser wurde mithilfe eines Modells ermittelt, welches auf der erwarteten Erreichung der Leistungskriterien und dem erwarteten Aktienpreis beruht. Die erwarteten Aufwendungen aus dem aktienbasierten Vergütungsprogramm sind über den Performancezeitraum in Form einer Rückstellung zu verteilen. Zum Bilanzstichtag wurde daher eine aliquote Rückstellung in Höhe von 1,3 Mio EUR (davon Vorstände: 0,6 Mio EUR; davon leitende Angestellte: 0,7 Mio EUR) eingestellt.

5. Ermessensbeurteilungen und zukunftsbezogene Annahmen

Die Erstellung des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den IFRS erfordert bei der Anwendung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Ermessensbeurteilungen sowie die Festlegung von Annahmen über zukünftige Entwicklungen durch die Unternehmensleitung, die den Ansatz und den Wert der Vermögenswerte und Schulden, die Angabe von sonstigen Verpflichtungen zum Bilanzstichtag und den Ausweis von Erträgen und Aufwendungen des Geschäftsjahres wesentlich beeinflussen. Insbesondere bei folgenden Annahmen und Schätzungen besteht ein Risiko, dass es in zukünftigen Geschäftsjahren zu einer Anpassung von Vermögenswerten und Schulden kommen kann:

5.1 Rückstellungen für Abfertigungen, Pensionen und Jubiläumsgelder

Der Bewertung der bestehenden Abfertigungs-, Pensions- und Jubiläumsgeldrückstellungen (Buchwert 31.12.2010: 177,1 Mio EUR; 31.12.2009: 171,9 Mio EUR) liegen Annahmen zum Abzinsungssatz, zum Pensionsantrittsalter, zur Lebenserwartung, zu Fluktuationsraten und zu künftigen Gehaltserhöhungen zugrunde.

Eine Änderung des Rechnungszinssatzes um +/– 1 Prozentpunkt sowie eine Änderung der Gehaltssteigerung/Rentendynamik um +/– 1 Prozentpunkt hätte bei Gleichbleiben aller übrigen Parameter folgende Auswirkungen auf die Höhe der in der Tabelle angeführten Rückstellungen:

Mio EUR Rechnungszinssatz
–1%-Punkt
+1%-Punkt Gehaltssteigerung/Rentendynamik
–1%-Punkt
+1%-Punkt
Abfertigungen 13,2 –10,8 –10,8 13,0
Pensionen 0,3 –0,2 –0,2 0,2
Jubiläumsgelder 9,5 –8,2 –8,3 9,4

5.2 Rückstellung für Unterauslastung

Zur Bewertung der Rückstellung für Unterauslastung einzelner Organisationseinheiten (Buchwert 31.12.2010: 244,1 Mio EUR; 31.12.2009: 285,6 Mio EUR) werden Annahmen über den künftigen Auslastungsgrad der betroffenen Mitarbeiter getroffen. Je nach der tatsächlichen Entwicklung des Auslastungsgrads dieser Mitarbeiter und dem Erfolg der von der Österreichischen Post durchgeführten Umschulungsmaßnahmen kann der zukünftige Auslastungsgrad höher oder geringer ausfallen. Wäre der durchschnittliche Auslastungsgrad aller zum 31. Dezember 2010 berücksichtigten Mitarbeiter z. B. um 10 Prozentpunkte geringer bzw. höher gewesen als tatsächlich beobachtet, hätte sich zum 31. Dezember 2010 ein zusätzlicher (geringerer) Rückstellungsbedarf von 30,9 Mio EUR (31.12.2009: 30,9 Mio EUR) ergeben.

Der Berechnung der Rückstellung für Unterauslastung liegen weiters Annahmen über Fluktuation, Pensionsantrittsalter, Abzinsungssatz und künftige Gehaltssteigerungen zugrunde. Die Erhöhung (Verminderung) des angenommenen Rechnungszinssatzes um z. B. 1 Prozentpunkt würde zu einer Verminderung (Erhöhung) der Rückstellung um 16,3 Mio EUR (18,4 Mio EUR) führen. Die Erhöhung (Verminderung) der angenommenen

Gehaltssteigerung um 1 Prozentpunkt hätte eine Erhöhung (Verminderung) der Rückstellung von 18,1 Mio EUR (31.12.2009: 16,2 Mio EUR) zur Folge.

5.3 Vermögenswerte und Schulden im Zusammenhang mit Unternehmenserwerben

Im Rahmen von Unternehmenserwerben sind Schätzungen im Zusammenhang mit der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte und Schulden erforderlich. Immaterielle Vermögenswerte werden je nach Art des Vermögenswerts und der Verfügbarkeit von Informationen anhand einer geeigneten Bewertungsmethode (siehe dazu Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden"; Punkt "4.1. Konsolidierungsgrundsätze") ermittelt. Beizulegende Zeitwerte von Grundstücken und Gebäuden werden in der Regel durch unabhängige Experten bewertet.

5.4 Wertminderungen von immateriellen Vermögenswerten, Firmenwerten und Sachanlagen

Die Beurteilung der Werthaltigkeit von immateriellen Vermögenswerten, Firmenwerten und Sachanlagen basiert auf zukunftsbezogenen Annahmen. Die verwendeten Annahmen, die der Ermittlung des erzielbaren Betrags im Zuge der Wertminderungstests zugrunde gelegt wurden, werden in Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" unter Punkt "4.9. Wertminderungen" erläutert.

5.5 Finanzinstrumente

Zur Beurteilung der Werthaltigkeit von Finanzinstrumenten, für die kein aktiver Markt vorhanden ist, werden alternative finanzmathematische Bewertungsmethoden herangezogen. Die der Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts zugrunde gelegten Parameter beruhen teilweise auf zukunftsbezogenen Annahmen. Diese werden in den entsprechenden Abschnitten erläutert.

6. Veröffentlichte, aber noch nicht angewendete Standards

Im Geschäftsjahr 2010 hat der Österreichische Post Konzern die nachfolgend dargestellten und vom IASB herausgegeben Standards, Interpretationen und Änderungen zu bestehenden Standards nicht vorzeitig angewendet:

Neue Standards und Interpretationen Inkrafttreten IASB1 In EU anerkannt
IFRS 9 Finanzinstrumente: Finanzielle Vermögenswerte 01.01.2013
IFRIC 19 Tilgung finanzieller Verbindlichkeiten mit Eigenkapital
instrumenten
01.07.2010 Juli 2010
Geänderte Standards und Interpretationen
IFRS 1 Anpassungen aufgrund des geänderten IFRS 7 01.07.2010 Juli 2010
IFRS 1 Änderungen Hyperinflation und Umstellungszeitpunkt für
IFRS-Erstanwender
01.07.2011
IFRS 7 Finanzinstrumente: Angaben zur Übertragung finanzieller
Vermögenswerte
01.07.2011
IAS 12 Änderungen Latente Steuern 01.01.2012
IAS 24 Angaben über Beziehungen zu nahestehenden
Unternehmen und Personen
01.01.2011 Juli 2010
IAS 32 Finanzinstrumente: Klassifizierung von Bezugsrechten 01.02.2010 Dezember 2009
IFRIC 14 Freiwillig vorausgezahlte Beiträge im Rahmen von
Mindestfinanzierungsvorschriften
01.01.2011 Juli 2010
Diverse Jährliche Improvements to IFRS 2010 im Wesentlichen
01.01.2011

1 Anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem angegebenen Datum beginnen

Der neu veröffentlichte Standard IFRS 9 "Finanzinstrumente" regelt die Bewertung und Darstellung von Finanzinstrumenten und soll schrittweise IAS 39 "Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung" ersetzen. Die im November 2009 veröffentlichte erste Projektphase zur Ersetzung von IAS 39 bezieht sich auf die Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten. Der Konzern unterzieht die Veröffentlichungen im Zusammenhang mit IFRS 9 einer laufenden Evaluierung bezüglich der Anwendbarkeit und der Auswirkungen im Österreichischen Post Konzern.

Der Konzern evaluiert derzeit die Auswirkungen der Anwendung von IAS 24, welcher die Definition von nahestehenden Unternehmen und Personen verdeutlicht und die Angabepflichten von staatlich beeinflussten Unternehmen vereinfacht, auf die Darstellung des Konzernabschlusses der Österreichischen Post AG.

Im aktualisierten IAS 32 ist unter anderem die Bilanzierung von Bezugsrechten, Optionen und Optionsscheinen auf den Erwerb einer festen Anzahl von Eigenkapitalinstrumenten beim Emittenten in anderen als der funktionellen Währung geregelt. Die überarbeiteten Rechnungslegungsverlautbarungen von IAS 32 haben derzeit keinen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Österreichischen Post Konzerns.

Aufgrund der Regelungen in IAS 19.58 dürfen Vermögenswerte aus einem leistungsorientierten Plan nur angesetzt werden, wenn daraus ein künftiger wirtschaftlicher Nutzen aus Ansprüchen auf Minderung oder Rückerstattung von Beitragsleistungen resultiert. IFRIC 14 enthält Klarstellungen, wann derartige künftige Vorteile als verfügbar anzusehen sind. Aus den Änderungen in IFRIC 14 ergeben sich keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Österreichischen Post AG.

Aufgrund der neuen Interpretation IFRIC 19 und der geänderten Standards IFRS 1, IFRS 7 und IAS 12 ergeben sich derzeit keine Auswirkungen auf den Abschluss des Konzerns.

Im Rahmen der jährlichen "Improvements to IFRS" werden kleinere Änderungen an den bereits bestehenden Standards und Interpretationen vorgenommen. Die Österreichische Post untersucht derzeit mögliche Auswirkungen auf den Konzernabschluss, geht jedoch nicht von wesentlichen Auswirkungen für den Konzernabschluss aus.

7.1 Umsatzerlöse und Segmentberichterstattung

Im Österreichischen Post Konzern erfolgt die Identifizierung der berichtspflichtigen Segmente auf Basis der divisionalen Organisationsstruktur, welche die unterschiedlichen Dienstleistungen widerspiegelt.

Brief

Die Haupttätigkeit der Division Brief besteht in der Annahme und Zustellung von Brief- und anderen Postsendungen in Österreich und deren Weiterleitung ins Ausland. Des Weiteren fallen die Annahme und Zustellung von adressierten und unadressierten Werbesendungen, Zeitungen und Regionalmedien sowie eine Reihe von Zusatzdienstleistungen auf dem Gebiet des Direct Marketings in das Tätigkeitsfeld dieser Division. Dienstleistungen entlang der Wertschöpfungskette (Daten- und Output-Management, Dokumentenscanning sowie Konzeption und Produktion von Dokumenten und Direct Mailings) ergänzen das Angebot.

Paket & Logistik

Die Division Paket & Logistik bietet Paket-, Express- und Logistikdienstleistungen in Österreich, Deutschland, Benelux sowie in Südost-/Osteuropa an. Im Rahmen der Logistikdienstleistungen liegt das Hauptaugenmerk auf den Bereichen Kombifracht, Pharma- und temperaturgeführte Transporte sowie auf B2B- und B2C-Paketdienstaktivitäten.

Filialnetz

Die Division Filialnetz verfügt über eines der größten flächendeckenden Vertriebsnetze in Österreich. Das Dienstleistungs- und Produktspektrum umfasst Postdienstleistungen, Finanzdienstleistungen in Kooperation mit der BAWAG P.S.K. sowie ein breites Sortiment von Handelswaren und Angeboten im Bereich Philatelie.

Corporate

Den anderen Divisionen nicht zuordenbare Aktivitäten werden als Corporate gezeigt. Sie umfassen z. B. den Bereich der Immobilien, EDV-Dienstleistungen sowie die Organisationseinheit Post-Arbeitsmarkt.

Konsolidierung

In der Spalte Konsolidierung wird die Eliminierung der Beziehungen zwischen den Divisionen vorgenommen.

Geschäftsjahr 2009
Mio EUR
Brief Paket &
Logistik
Filialnetz Corporate Konsoli
dierung
Konzern
Außenumsatz 1.396,8 768,4 189,6 4,4 –2,2 2.356,9
Innenumsatz 50,1 24,2 185,2 169,1 –428,6 0,0
Umsatz gesamt 1.446,9 792,6 374,8 173,4 –430,8 2.356,9
Ergebnis der betrieblichen
Tätigkeit
216,5 –9,3 –9,2 –54,0 0,3 144,3
Ergebnis aus at equity
konsolidierten Unternehmen
4,6 0,0 0,0 0,5 0,0 5,1
EBIT 221,1 –9,3 –9,2 –53,5 0,3 149,4
Segmentvermögen 368,1 424,1 54,7 485,2 –1,0 1.331,1
Anteile at equity konsolidiert 8,1 0,0 0,0 0,3 0,0 8,3
Segmentschulden 310,8 107,4 75,3 436,3 –4,7 925,1
Segmentinvestitionen 23,1 22,8 3,3 25,1 0,0 74,3
Abschreibungen 50,0 29,8 5,9 34,0 0,0 119,8
davon Wertminderungen
erfolgswirksam
17,9 4,1 0,0 0,4 0,0 22,4
Mitarbeiter1 15.232 3.976 4.719 1.994 0 25.921

1 Periodendurchschnitt, Vollzeitkräfte

Geschäftsjahr 2010
Mio EUR
Brief Paket &
Logistik
Filialnetz Corporate Konsoli
dierung
Konzern
Außenumsatz 1.389,4 802,0 157,9 5,1 –3,1 2.351,1
Innenumsatz 54,3 24,4 171,5 168,8 –419,0 0,0
Umsatz gesamt 1.443,7 826,4 329,3 173,8 –422,1 2.351,1
Ergebnis der betrieblichen
Tätigkeit
234,4 10,5 –30,8 –58,3 0,0 155,9
Ergebnis aus at equity
konsolidierten Unternehmen
0,5 0,0 0,0 0,6 0,0 1,0
EBIT 234,9 10,5 –30,8 –57,7 0,0 156,9
Segmentvermögen 279,8 425,6 59,2 470,2 –0,7 1.234,1
Anteile at equity konsolidiert 26,4 0,1 0,0 0,9 0,0 27,3
Segmentschulden 310,0 105,2 77,0 410,1 –1,6 900,7
Segmentinvestitionen 31,5 15,0 3,7 10,7 0,0 60,8
Abschreibungen 40,0 26,5 5,9 32,8 0,0 105,2
davon Wertminderungen
erfolgswirksam
5,2 2,1 0,0 1,5 0,0 8,8
Mitarbeiter1 14.841 4.008 4.274 1.846 0 24.969

1 Periodendurchschnitt, Vollzeitkräfte

Erläuterungen zu den ausgewiesenen Werten nach Divisionen

Internes und externes Rechnungswesen sind im Österreichischen Post Konzern harmonisiert. Es gibt keine Unterschiede zwischen den Bewertungen des Segmentergebnisses, des Segmentvermögens und der Segmentverbindlichkeiten und jenen des Konzerns.

Der Außenumsatz des Konzerns entspricht der Summe der Segmentumsatzerlöse mit externen Kunden nach Konsolidierung der intersegmentären Leistungsbeziehungen. Der Innenumsatz stellt die Umsätze aus der internen Leistungsverrechnung mit anderen Segmenten dar. Über die leistungsspezifische Verrechnung hinaus leistet die Division Brief der Division Filialnetz zur Abgeltung der sich aus der Universaldienstverpflichtung ergebenden Aufwendungen einen Infrastrukturbeitrag.

Seit 2010 werden Prepaid-Telefonwertkarten auf Provisionsbasis verkauft. Der Nettoausweis als Provisionsgeschäft anstelle des Bruttoausweises als Ein- und Verkauf von Handelswaren führt zu einem Rückgang des Umsatzes im Segment Filialnetz um 10,7 Mio EUR.

Das Segmentvermögen umfasst das langfristige Vermögen (ohne Finanzinvestitionen in Wertpapiere und Andere Finanzanlagen, Anteile at equity konsolidiert und Latente Steuern) und das kurzfristige Vermögen (ohne Finanzinvestitionen in Wertpapiere und Andere Finanzanlagen, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente und Forderungen aus Ertragsteuern sowie Zinsabgrenzungen).

Als Segmentverbindlichkeiten werden langfristige Verbindlichkeiten (ohne Finanzverbindlichkeiten und Latente Steuern) und kurzfristige Verbindlichkeiten (ohne Finanzverbindlichkeiten, Verbindlichkeiten sowie Rückstellungen für Ertragsteuern und Verbindlichkeiten aus Zinsabgrenzungen) gezeigt.

Die Segmentinvestitionen beinhalten Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Firmenwerte sowie Sachanlagen.

Personalabfindungsaufwendungen werden seit dem Geschäftsjahr 2010 im jeweiligen Segment erfasst. Zuvor wurden sie im Segment "Corporate" dargestellt.

Die Abschreibungen (planmäßige Abschreibungen und Abschreibungen für Wertminderungen) resultieren aus den der jeweiligen Division zugeordneten Vermögenswerten.

Die Anzahl der Mitarbeiter auf Segmentebene wird auf Basis von Vollzeitäquivalenten der durchschnittlichen Zahl der Arbeitnehmer im Geschäftsjahr dargestellt.

Überleitungsrechnungen

Die Überleitung von Segmentvermögen und -schulden auf die entsprechenden Konzernwerte stellt sich folgendermaßen dar:

Überleitung Vermögen
Mio EUR
2009 2010
Segmentvermögen 1.331,1 1.234,1
Anteile at equity konsolidiert 8,3 27,3
Den Segmenten nicht zugeordnete Vermögenswerte:
Wertpapiere und andere Finanzanlagen 98,1 89,6
Aktive latente Steuern 43,2 49,9
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 293,8 313,1
Sonstige Zins- und Steuerforderungen 0,7 0,9
Konzernvermögen 1.775,3 1.715,1
Überleitung Schulden
Mio EUR
2009 2010
Segmentschulden 925,1 900,7
Den Segmenten nicht zugeordnete Schulden:
Lang- und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 126,8 84,3
Passive latente Steuern 15,4 14,2
Ertragsteuerrückstellungen 33,9 25,0
Sonstige Zins- und Steuerverbindlichkeiten 0,4 0,0
Konzernschulden 1.101,6 1.024,2

Erläuterungen zu den ausgewiesenen Werten nach Regionen

Geschäftsjahr 2009
Mio EUR
Österreich Deutschland Andere
Länder
Konzern
Außenumsatz 1.650,1 566,3 140,5 2.356,9
Segmentvermögen 920,8 309,7 100,7 1.331,1
davon langfristig 693,6 228,6 69,6 991,8
Segmentinvestitionen 46,5 15,8 11,9 74,3
Geschäftsjahr 2010
Mio EUR
Österreich Deutschland Andere
Länder
Konzern
Außenumsatz 1.629,7 581,9 139,6 2.351,1
Segmentvermögen 895,7 259,0 79,4 1.234,1
davon langfristig 659,2 187,9 53,8 900,9
Segmentinvestitionen 43,3 13,4 4,1 60,8

Die Umsätze werden nach dem Standort der leistungserbringenden Gesellschaft gezeigt.

Das ausgewiesene Segmentvermögen sowie die Investitionen werden entsprechend den Standorten der Vermögenswerte ausgewiesen.

Informationen über wichtige Kunden

Im Österreichischen Post Konzern besteht keine Abhängigkeit von wichtigen Kunden, über die gemäß IFRS 8 zu berichten wäre.

7.2 Sonstige betriebliche Erträge

Mio EUR 2009 2010
Aktivierte Eigenleistungen 2,5 1,0
Abgang von Sachanlagen 24,0 24,3
Mieten und Pachten 25,2 24,0
Weiterverrechnete Aufwendungen 5,9 5,5
Abgeltungen von Schadensfällen 2,8 3,1
Andere 29,3 32,7
89,6 90,5

Für einen Teil der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien werden Mieterträge aus in der Regel kündbaren Operating-Mietverhältnissen vereinnahmt. Die abgeschlossenen Mietverträge beinhalten Indexierungen der Mieten sowie mittel- bis langfristige Vertragslaufzeiten.

Die im Geschäftsjahr 2010 erwirtschafteten Miet-, Leasing- und Pachterträge stammen im Wesentlichen von der Österreichischen Post AG. Die entsprechenden zum Teil oder zur Gänze vermieteten Vermögenswerte sind in der Bilanz zum 31. Dezember 2010 mit einem Buchwert in Höhe von 227,1 Mio EUR (31.12.2009: 233,0 Mio EUR) erfasst.

In den anderen sonstigen betrieblichen Erträgen sind erfolgswirksam erfasste Erträge aus Währungsumrechnung in Höhe von 0,4 Mio EUR (2009: 0,8 Mio EUR) enthalten.

7.3 Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen

Mio EUR 2009 2010
Material
Treib- und Brennstoffe 29,4 27,3
Handelswaren 50,8 31,1
Wertzeichen 3,3 2,7
Betriebsmittel, Bekleidung 20,8 19,4
Ersatzteile, sonstiges 2,1 1,4
Industriepapier 19,3 19,4
Bewertungsänderungen 1,0 0,5
126,7 101,8
Bezogene Leistungen
Internationale Postbetreiber 65,2 67,2
Werbemittelverteiler 31,9 34,3
Energie 24,0 25,4
Transporte 477,1 491,9
Andere 41,2 50,4
639,4 669,2
766,1 771,0

7.4 Personalaufwand

Mio EUR 2009 2010
Löhne und Gehälter 877,2 845,9
Abfertigungen 21,3 35,3
Altersversorgung 0,2 0,1
Gesetzlich vorgeschriebene Abgaben und Beiträge 229,2 227,0
Andere Personalaufwendungen 11,5 12,5
1.139,3 1.120,7

Im Geschäftsjahr 2010 wurden aufwandswirksame Beiträge an die Mitarbeitervorsorgekasse (MVK) betreffend beitragsorientierte Abfertigungsverpflichtungen in Höhe von 1,6 Mio EUR (2009: 1,5 Mio EUR) erfasst.

Die Aufwendungen für Abfertigungen gliedern sich wie folgt:

Mio EUR 2009 2010
Vorstände 0,1 –0,1
Leitende Angestellte 1,1 0,5
Andere Arbeitnehmer 20,1 34,8
21,3 35,3

Die Pensionsdeckungsbeiträge an die Republik Österreich betrugen (nach Abzug der von den Beamten geleisteten Pensionsbeiträge) für das Geschäftsjahr 2010 66,0 Mio EUR (2009: 65,9 Mio EUR).

Die durchschnittliche Anzahl der Arbeitnehmer betrug im Geschäftsjahr:

2009 2010
Arbeiter 2.127 2.171
Angestellte 13.763 13.451
Beamte 12.260 11.438
Lehrlinge 59 77
Anzahl nach Köpfen 28.209 27.137
Entsprechende Vollzeitkraftäquivalente 25.921 24.969

7.5 Abschreibungen

Mio EUR 2009 2010
Wertminderungen Firmenwerte 17,6 2,1
Abschreibungen immaterielle Vermögenswerte
Planmäßige Abschreibungen 12,2 11,9
Wertminderungen 4,4 0,6
16,6 12,6
Abschreibungen Sachanlagen
Planmäßige Abschreibungen 81,8 80,7
Wertminderungen 0,0 5,8
81,8 86,6
Abschreibungen als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
Planmäßige Abschreibungen 3,3 3,8
Wertminderungen 0,4 0,2
3,7 4,0
119,8 105,2

Die Wertminderungstests zum 31. Dezember 2010 ergaben einen Wertminderungsbedarf auf Firmenwerte in Höhe von 2,1 Mio EUR, der ausschließlich der trans-o-flex Belgium im Segment Paket & Logistik zuzuordnen ist.

Die Wertminderungen von immateriellen Vermögenswerten in Höhe von 0,6 Mio EUR betreffen Sonstige immaterielle Vermögenswerte, die im Wesentlichen im Segment Brief ausgewiesen sind.

Von den Wertminderungen auf Sachanlagen in Höhe von 5,8 Mio EUR, die auf Basis von Nutzwertüberlegungen durchgeführt wurden, entfallen 2,0 Mio EUR auf Grundstücke und Bauten, 1,8 Mio EUR auf technische Anlagen und Maschinen sowie 2,0 Mio EUR auf Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung. Die Wertminderungen betreffen mit 3,2 Mio EUR die Österreichische Post AG, wovon 1,9 Mio EUR auf Depotbriefkästen und 1,2 Mio EUR auf Immobilien entfallen. Weiters wurden Wertminderungen bei den meiller Gesellschaften in Höhe von 2,6 Mio EUR im Vorfeld der Bildung des Gemeinschaftsunternehmens mit der Schweizerischen Post vorgenommen. Von diesen Wertminderungen entfallen 1,8 Mio EUR auf technische Anlagen und Maschinen und 0,8 Mio EUR auf Immobilien.

7.6 Sonstige betriebliche Aufwendungen

Mio EUR 2009 2010
EDV-Dienstleistungen 26,4 28,0
Instandhaltung 43,0 41,5
Leasing, Miet- und Pachtzinsen 73,4 78,8
Reise- und Fahrtaufwendungen 26,0 27,7
Fremdpersonal und Leasingkräfte 14,9 13,5
Beratung 11,1 13,8
Entsorgung und Reinigung 14,5 14,4
Kommunikation und Werbung 9,6 12,9
Telefon 6,5 5,8
Versicherungen 9,1 9,8
Sonstige Steuern (nicht vom Einkommen und Ertrag) 8,0 8,1
Andere 34,4 34,6
277,0 288,8

In den anderen sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind erfolgswirksam erfasste Aufwendungen aus Währungsumrechnung in Höhe von 0,8 Mio EUR (2009: 0,9 Mio EUR) enthalten.

7.7 Sonstiges Finanzergebnis

Mio EUR Anhang 2009 2010
Zinserträge 5,0 3,4
Wertpapiererträge 3,1 0,7
Erträge aus dem Abgang von Wertpapieren 0,3 0,0
8,4 4,1
Zinsaufwendungen für Finanzverbindlichkeiten –4,6 –3,8
Zinsaufwendungen für Rückstellungen (8.12.1) –8,0 –8,5
Wertminderungen für zur Veräußerung verfügbare
Finanzinstrumente
–20,0 0,0
Verluste aus dem Abgang von Wertpapieren –0,4 0,0
–33,1 –12,2
Bewertungsergebnis von derivativen Finanzinstrumenten (9.2.5) 0,1 0,0
–24,6 –8,2

Im Geschäftsjahr 2009 wurde im Rahmen der Überprüfung des beizulegenden Zeitwerts der in den Anderen Finanzanlagen ausgewiesenen Anteile am Konsortium zur Übernahme der BAWAG P.S.K. ein Wertrückgang in Höhe von 20,0 Mio EUR erfolgswirksam im Sonstigen Finanzergebnis erfasst.

7.8 Ergebnis je Aktie

2009 2010
Aktionären des Mutterunternehmens zurechenbares
Periodenergebnis
(Mio EUR) 79,7 118,4
Gewichteter Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien (Stück) 67.552.638 67.552.638
Unverwässertes Ergebnis je Aktie (EUR) 1,18 1,75
Verwässertes Ergebnis je Aktie (EUR) 1,18 1,75

8. Erläuterungen zur Bilanz

8.1 Firmenwerte

Mio EUR 2009 2010
Anschaffungs-/Herstellungskosten
Stand am 1. Jänner 230,7 233,5
Zugang aus Unternehmenserwerben 3,1 3,1
Zugänge 0,0 1,7
Abgang aus Endkonsolidierung 0,0 18,4
Abgänge 0,2 0,6
Stand am 31. Dezember 233,5 219,2
Wertminderungen
Stand am 1. Jänner 34,1 51,7
Zugänge 17,6 2,1
Abgang aus Endkonsolidierung 0,0 18,4
Stand am 31. Dezember 51,7 35,4
Buchwert am 1. Jänner 196,5 181,8
Buchwert am 31. Dezember 181,8 183,8

Die Abgänge in Höhe von 0,6 Mio EUR betreffen die nachträgliche Anpassung von variablen Kaufpreisen aus in Vorjahren durchgeführten Erwerben von Tochtergesellschaften.

Folgende Tabelle zeigt die Firmenwerte nach Segmenten:

Mio EUR 31.12.2009 31.12.2010
Brief
feibra 27,4 29,1
EBPP 0,0 3,1
Andere 10,7 10,4
38,1 42,6
Paket & Logistik
trans-o-flex 130,0 127,9
Andere 13,7 13,4
143,7 141,3
Gesamt 181,8 183,8

8.2 Immaterielle Vermögenswerte

Geschäftsjahr 2009
Mio EUR
Anhang Kunden
beziehungen
Marken
rechte
Sonstige im
materielle
Vermögens
werte
Gesamt
Anschaffungs-/Herstellungskosten
Stand am 1. Jänner 2009 73,8 30,0 56,3 160,1
Zugänge 0,6 0,0 3,5 4,1
Abgänge 0,4 0,0 19,3 19,8
Umbuchungen 0,0 0,0 –0,2 –0,2
Währungsumrechnungsdifferenzen –0,3 0,0 0,0 –0,3
Stand am 31. Dezember 2009 73,8 30,0 40,2 144,0
Abschreibungen/Wertminderungen
Stand am 1. Jänner 2009 33,1 1,8 45,6 80,5
Zugänge (7.5) 11,6 0,4 4,6 16,6
Abgänge 0,4 0,0 19,2 19,6
Umbuchungen 0,0 0,0 –0,1 –0,1
Währungsumrechnungsdifferenzen –0,1 0,0 0,0 –0,1
Stand am 31. Dezember 2009 44,2 2,2 30,9 77,3
Buchwert am 1. Jänner 2009 40,8 28,2 10,7 79,7
Buchwert am 31. Dezember 2009 29,6 27,8 9,4 66,7
Geschäftsjahr 2010
Mio EUR
Anhang Kunden
beziehungen
Marken
rechte
Sonstige im
materielle
Vermögens
werte
Gesamt
Anschaffungs-/Herstellungskosten
Stand am 1. Jänner 2010 73,8 30,0 40,2 144,0
Zugang aus Unternehmenserwerben 0,0 0,0 0,1 0,1
Abgang aus Endkonsolidierung 11,0 1,3 3,2 15,4
Zugänge 3,2 0,0 6,1 9,3
Abgänge 0,0 0,0 0,2 0,2
Umbuchungen 0,0 0,0 0,1 0,1
Währungsumrechnungsdifferenzen –0,3 0,0 0,0 –0,4
Stand am 31. Dezember 2010 65,7 28,7 43,1 137,5
Abschreibungen/Wertminderungen
Stand am 1. Jänner 2010 44,2 2,2 30,9 77,3
Abgang aus Endkonsolidierung 8,4 0,0 2,5 10,9
Zugänge (7.5) 6,5 0,4 5,7 12,6
Abgänge 0,0 0,0 0,1 0,1
Umbuchungen 0,0 0,0 0,0 0,0
Währungsumrechnungsdifferenzen –0,2 0,0 0,0 –0,2
Stand am 31. Dezember 2010 42,0 2,7 33,9 78,6
Buchwert am 1. Jänner 2010 29,6 27,8 9,4 66,7
Buchwert am 31. Dezember 2010 23,7 26,1 9,2 58,9

In den immateriellen Vermögenswerten sind Markenrechte mit unbegrenzter Nutzungsdauer in Höhe von 25,2 Mio EUR (2009: 26,5 Mio EUR) enthalten.

Markenrechte in Höhe von 0,9 Mio EUR, die ursprünglich aufgrund einer unbegrenzten Nutzungsdauer keiner planmäßigen Abschreibung unterlagen, werden aufgrund eines Beschlusses im Dezember 2008 – die im Rahmen von Unternehmensakquisitionen in Süd-/Osteuropa erworbenen Markenrechte im Segment Paket & Logistik sukzessive durch die Marke trans-o-flex zu ersetzen – seit dem Geschäftsjahr 2009 über vier Jahre planmäßig abgeschrieben.

Die aktivierten Kundenbeziehungen werden linear abgeschrieben und weisen eine Restnutzungsdauer von 1 bis 7 Jahren auf.

Im laufenden Geschäftsjahr wurden wie im Vorjahr keine Fremdkapitalkosten aktiviert.

Folgende Tabelle zeigt die Markenrechte zum 31. Dezember 2009 und 2010 nach Segmenten:

Mio EUR 31.12.2009 31.12.2010
Brief
meiller 1,3 0,0
1,3 0,0
Paket & Logistik
trans-o-flex 25,2 25,2
Andere 1,3 0,9
26,5 26,1
27,8 26,1
Geschäftsjahr 2009
Mio EUR
Anhang Grund
stücke und
Bauten
Technische
Anlagen und
Maschinen
Andere
Anlagen,
Betriebs- u.
Geschäfts
ausstattung
Geleistete
Anzahlun
gen und
Anlagen in
Bau
Gesamt
Anschaffungs-/
Herstellungskosten
Stand am 1. Jänner 2009 852,0 194,5 288,5 24,6 1.359,6
Zugang aus
Unternehmenserwerben
0,0 0,0 0,6 0,0 0,6
Zugänge 15,5 7,3 22,8 20,6 66,2
Abgänge 19,4 9,3 26,7 0,8 56,3
Umbuchungen 17,3 –1,1 3,7 –19,7 0,2
Umgliederungen gemäß
IAS 40
–13,6 0,0 0,0 0,0 –13,6
Währungsumrechnungs
differenzen
0,2 0,1 –0,3 0,0 0,0
Stand am
31. Dezember 2009
851,9 191,6 288,5 24,7 1.356,8
Abschreibungen/
Wertminderungen
Stand am 1. Jänner 2009 370,5 117,4 145,7 0,0 633,7
Zugänge (7.5) 26,8 16,4 38,7 0,0 81,8
Abgänge 15,2 8,7 22,7 0,0 46,6
Umbuchungen 0,0 –1,2 1,2 0,0 0,0
Umgliederungen gemäß
IAS 40
–7,9 0,0 0,0 0,0 –7,9
Währungsumrechnungs
differenzen
0,0 0,0 –0,1 0,0 –0,1
Stand am
31. Dezember 2009
374,2 123,9 162,9 0,0 661,0
Buchwert am
1. Jänner 2009
481,4 77,1 142,8 24,6 725,9
Buchwert am
31. Dezember 2009
477,7 67,6 125,6 24,7 695,7

8.3 Sachanlagen

Geschäftsjahr 2010
Mio EUR
Anhang Grund
stücke und
Bauten
Technische
Anlagen und
Maschinen
Andere
Anlagen,
Betriebs- u.
Geschäfts
ausstattung
Geleistete
Anzahlun
gen und
Anlagen in
Bau
Gesamt
Anschaffungs-/
Herstellungskosten
Stand am 1. Jänner 2010 851,9 191,6 288,5 24,7 1.356,8
Abgang aus
Endkonsolidierung
21,7 28,2 3,4 0,0 53,3
Zugänge 7,1 9,8 30,9 2,0 49,8
Abgänge 14,4 4,0 28,7 0,0 47,1
Umbuchungen 9,4 11,0 1,0 –20,8 0,5
Umgliederungen gemäß
IAS 40
–17,6 0,0 0,0 0,0 –17,6
Währungsumrechnungs
differenzen
0,2 0,4 –0,4 0,0 0,3
Stand am
31. Dezember 2010
814,9 180,6 288,0 6,0 1.289,4
Abschreibungen/
Wertminderungen
Stand am 1. Jänner 2010 374,2 123,9 162,9 0,0 661,0
Abgang aus
Endkonsolidierung
3,4 12,0 1,8 0,0 17,3
Zugänge (7.5) 27,3 19,0 40,3 0,0 86,6
Abgänge 11,4 1,7 26,6 0,0 39,6
Umbuchungen 0,0 0,1 0,6 0,0 0,6
Umgliederungen gemäß
IAS 40
–12,8 0,0 0,0 0,0 –12,8
Währungsumrechnungs
differenzen
0,0 0,1 –0,2 0,0 –0,1
Stand am
31. Dezember 2010
373,8 129,4 175,2 0,0 678,5
Buchwert am
1. Jänner 2010
477,7 67,6 125,6 24,7 695,7
Buchwert am
31. Dezember 2010
441,0 51,1 112,8 6,0 610,9

Im laufenden Geschäftsjahr wurden wie im Vorjahr keine Fremdkapitalkosten aktiviert.

Die als Sicherheiten verpfändeten Sachanlagen weisen einen Buchwert von 16,4 Mio EUR (2009: 37,4 Mio EUR) auf.

Cross Border Lease

Im Geschäftsjahr 2002 hat die Österreichische Post AG mit zwei US-Trusts eine Cross-Border-Leasing-Transaktion abgeschlossen. Die Österreichische Post AG hat diesen beiden Trusts auf 99 Jahre ein Fruchtgenussrecht an Postsortieranlagen in Wien, Graz, Salzburg und Innsbruck gegen Leistung eines "Grant Payments" von 117 Mio USD eingeräumt. Gleichzeitig wurde ein Lease Agreement abgeschlossen, in dem die Österreichische Post AG auf 24 Jahre das Nutzungsrecht an diesen Anlagen wieder zurückgemietet hat. Die als Sicherheiten verpfändeten Sachanlagen weisen einen Buchwert von 14,4 Mio EUR (31.12.2009: 20,8 Mio EUR) auf. In diesem Lease Agreement wurde der Österreichischen Post AG auch das Recht eingeräumt, das Fruchtgenussrecht an den Postsortieranlagen entweder mit 1. Jänner 2022 zu einem Fixpreis

("EBO Payment Amount") oder am Ende des Leasingvertrages zum Verkehrswert, mindestens jedoch zum "End of Term Purchase Option Price" zurückzukaufen.

Die Österreichische Post AG hat ihre Verpflichtung zur Zahlung der Leasingraten einschließlich eines allfälligen EBO Payment an zwei Payment Undertaker ausgelagert. Zu diesem Zweck hat die Österreichische Post AG Zahlungen an die Payment Undertaker geleistet (108,3 Mio USD) und die entsprechende Verbindlichkeit ausgebucht. Die Payment Undertaker haben sich ihrerseits verpflichtet, die entsprechenden Beträge zu den festgesetzten Zahlungsterminen für die Österreichische Post AG zu leisten. Bei der Österreichischen Post AG verbleibt das Restrisiko einer möglichen Inanspruchnahme im Falle einer Insolvenz der Payment Undertaker. Die aufgrund der Abstufung des Ratings eines Payment Undertakers erforderliche zusätzliche Besicherung durch Wertpapiere wurde hinterlegt.

Zum Bilanzstichtag stellt sich das Rating der beiden Payment Undertakers wie folgt dar:

31.12.2009 31.12.2010
Standard & Poor´s A+ (Stable) bzw. AA– (Negative) A+ (Positive) bzw. AA– (Negative)
Moody´s A1 (Negative) bzw. Aa3 (Stable) A1 (Stable) bzw. Aa3 (Stable)

Zum 31. Dezember 2010 beläuft sich der von den Payment Undertakers zu leistende Betrag auf 84,9 Mio EUR (31.12.2009: 79,1 Mio EUR).

Der aus dieser Transaktion der Österreichischen Post AG zugeflossene Nettobarwertvorteil wird unter den passiven Rechnungsabgrenzungsposten (31.12.2010: 5,3 Mio EUR; 31.12.2009: 5,8 Mio EUR) ausgewiesen und verteilt über die Vertragslaufzeit ertragswirksam aufgelöst.

Finanzierungsleasing

Nettobuchwerte und Nutzungsdauern der geleasten Vermögenswerte

Mio EUR Nutzungsdauer Buchwert
31.12.2009
Buchwert
31.12.2010
Grundstücke und Bauten 31–43 22,6 22,2
Technische Anlagen und Maschinen 9–10 3,5 2,6
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4–10 8,4 5,6

In der folgenden Tabelle wird die Summe der künftigen Mindestleasingzahlungen zum Bilanzstichtag auf deren Barwert übergeleitet:

Mio EUR 2009 2010
Mindestleasingzahlungen
Bis zu einem Jahr 8,1 6,0
Länger als ein und bis zu fünf Jahre 15,4 11,2
Länger als fünf Jahre 3,0 2,0
26,5 19,3
abzüglich:
Zukünftige Finanzierungskosten –3,4 –2,2
Barwert der Leasingverpflichtungen
Bis zu einem Jahr 7,0 5,5
Länger als ein und bis zu fünf Jahre 13,3 9,6
Länger als fünf Jahre 2,9 2,0
23,2 17,1

Die Kriterien für die Klassifizierung als Finanzierungsleasing waren im Wesentlichen der Barwert- und der Laufzeittest. Darüber hinaus wurden Ankaufsoptionen zu vorteilhaften Bedingungen am Ende der Laufzeit sowie Verlängerungs- und Preisanpassungsklauseln berücksichtigt.

Für einen Teil der Mietverträge ist die Mietzahlung an den 3-Monats-EURIBOR gebunden. Im Geschäftsjahr 2010 gab es wie im Vorjahr keine damit zusammenhängenden bedingten Mietzahlungen.

8.4 Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien (Investment Property)

Mio EUR Anhang 2009 2010
Anschaffungs-/Herstellungskosten
Stand am 1. Jänner 95,8 105,7
Zugänge 0,5 0,1
Abgänge 4,2 18,2
Umgliederungen 13,6 17,6
Stand am 31. Dezember 105,7 105,2
Abschreibungen
Stand am 1. Jänner 59,3 68,7
Zugänge (7.5) 3,7 4,0
Abgänge 2,3 14,2
Umgliederungen 7,9 12,8
Stand am 31. Dezember 68,7 71,3
Buchwert am 1. Jänner 36,5 37,0
Buchwert am 31. Dezember 37,0 33,9
Mio EUR 31.12.2009 31.12.2010
Beizulegender Zeitwert 117,2 118,9
Mieteinnahmen 12,2 11,7
Betriebliche Aufwendungen für vermietete Immobilien 3,5 3,2
Betriebliche Aufwendungen für nicht vermietete Immobilien 1,1 1,5

Im laufenden Geschäftsjahr wurden wie im Vorjahr keine Fremdkapitalkosten aktiviert.

Die Mieteinnahmen und die betrieblichen Aufwendungen für vermietete Immobilien enthalten nur Erträge und Aufwendungen gegenüber Dritten. Konzerninterne Aufwendungen und Erträge sind in obiger Tabelle nicht dargestellt.

8.5 Anteile at equity konsolidiert

Zusammensetzung der Buchwerte
Mio EUR
Anteile
in %
31.12.2009 Anteile
in %
31.12.2010
D2D – direct to document GmbH, Wien 30,0 3,8 30,0 3,8
EBPP – Electronic Bill Presentment and
Payment GmbH, Wien
40,0 2,9
Eurodis GmbH, Weinheim 59,4 0,1
FEIPRO Vertriebs GesmbH, Gaweinstal 50,0 0,2 50,0 0,3
Kolos Marketing s.r.o., Prag 10,0 0,0
Mader Zeitschriftenverlagsgesellschaft m.b.H.,
Wien
25,1 1,2 25,1 1,2
MEILLERGHP GmbH, Schwandorf 65,0 21,1
OmniMedia Werbeges.m.b.H., Wien 21,0 0,3 21,0 0,9
8,3 27,3

Bei dem Konzern der MEILLERGHP GmbH handelt es sich um ein Gemeinschaftsunternehmen. Die Kolos Marketing s.r.o. wird nach der Equity-Methode konsolidiert, da die restlichen 90% vom Gemeinschaftsunternehmen MEILLERGHP GmbH gehalten werden.

Überleitung der Buchwerte
Mio EUR
2009 2010
Nettobuchwert zum 1. Jänner 7,3 8,3
Zugang aus Unternehmenserwerben 3,3 0,0
Zugang aufgrund Verlust der Beherrschung 0,0 29,1
Abgang aus Unternehmensverkauf –2,2 0,0
Abgang aufgrund sukzessiven Unternehmenzusammenschlusses 0,0 –2,9
Anteiliges Jahresergebnis laufend 0,6 –7,0
Ausschüttungen –0,7 –0,2
Nettobuchwert zum 31. Dezember 8,3 27,3

Die Zugänge aufgrund Verlust der Beherrschung betreffen die MEILLERGHP GmbH, Schwandorf, in Höhe von 29,0 Mio EUR und die Eurodis GmbH, Weinheim, in Höhe von 0,1 Mio EUR. Die Unternehmen wurden bis 20. Dezember 2010 bzw. bis 30. Juni 2010 als vollkonsolidierte Unternehmen in den Konsoldierungskreis des Österreichischen Post Konzerns einbezogen.

Der Abgang aufgrund sukzessiven Unternehmenszusammenschlusses betrifft die EBPP Electronic Bill Presentment and Payment GmbH, Wien. Das Unternehmen wird seit 1. Juli 2010 als vollkonsolidiertes Unternehmen in den Konsolidierungskreis des Österreichischen Post Konzerns einbezogen.

Das Ergebnis aus at equity konsolidierten Unternehmen in Höhe von 1,0 Mio EUR ergibt sich wie folgt:

Mio EUR 2010
Anteiliges Jahresergebnis laufend –7,0
Endkonsolidierungserfolg meiller Gesellschaften –21,0
Neubewertung der Anteile an MEILLERGHP 29,0
Ergebnis aus at equity konsolidierten Unternehmen 1,0

Im anteiligen laufenden Jahresergebnis ist MEILLERGHP mit –7,9 Mio EUR berücksichtigt. In Summe ergibt sich daher aus den Transaktionen in Zusammenhang mit dem Verlust der Beherrschung der meiller Gesellschaften ein Ergebniseffekt in Höhe von 0,1 Mio EUR.

Folgende Tabelle zeigt eine aggregierte Darstellung der anteiligen Finanzinformationen für die im Konzern bestehenden assoziierten Unternehmen:

Mio EUR 31.12.2009 31.12.2010
Vermögenswerte 11,7 10,1
Schulden 6,6 7,5
Mio EUR 2009 2010
Umsatzerlöse 24,5 28,9

Folgende Tabelle zeigt eine aggregierte Darstellung der anteiligen Finanzinformationen für die im Konzern bestehenden Gemeinschaftsunternehmen:

Periodenergebnis 0,6 0,9

Mio EUR 31.12.2009 31.12.2010
Vermögenswerte langfristig 0,0 44,7
Vermögenswerte kurzfristig 0,0 26,2
Schulden langfristig 0,0 16,8
Schulden kurzfristig 0,0 41,3
Mio EUR 2009 2010
Erträge 0,0 65,9
Aufwendungen 0,0 80,9

Bei den in dieser Tabelle angeführten Beträgen handelt es sich um vorläufige Werte.

Die anteilige Finanzierungsverpflichtung des Österreichischen Post Konzerns gegenüber dem Gemeinschaftsunternehmen MEILLERGHP GmbH zum 31. Dezember 2010 beträgt 11,5 Mio EUR.

31. Dezember 2009
Mio EUR
Buchwert Unrealisier
ter Gewinn/
Verlust
Realisierter
Gewinn/
Verlust
Marktwert
Restlaufzeit
<1 Jahr
Restlaufzeit
>1 Jahr
Gesamt
Zur Veräußerung
verfügbare Wertpapiere
(Available for Sale)
Investmentfondsanteile 0,3 0,0 0,0 0,0 0,3 0,3
Anleihen 56,4 –4,0 –0,1 0,0 56,4 56,4
56,7 –4,0 –0,1 0,0 56,7 56,7
31. Dezember 2010
Mio EUR
Buchwert Unrealisier
ter Gewinn/
Verlust
Realisierter
Gewinn/
Verlust
Marktwert
Restlaufzeit
<1 Jahr
Restlaufzeit
>1 Jahr
Gesamt
Zur Veräußerung
verfügbare Wertpapiere
(Available for Sale)
Investmentfondsanteile 0,3 0,0 0,0 0,0 0,3 0,3
Anleihen 48,0 –2,4 0,0 24,8 23,1 48,0
48,3 –2,4 0,0 24,8 23,4 48,3

Die Zinssätze der festverzinslichen Wertpapiere liegen zwischen 3,0% und 3,8% (31.12.2009: 3,8% und 5,0%).

Im Vorjahr wurde eine Zuschreibung von Anleihen in Höhe von 1,0 Mio EUR erfolgswirksam erfasst.

8.7 Andere Finanzanlagen

Mio EUR Restlaufzeit
<1 Jahr
31.12.2009
Restlaufzeit
>1 Jahr
Gesamt Restlaufzeit
<1 Jahr
31.12.2010
Restlaufzeit
>1 Jahr
Gesamt
Zur Veräußerung verfüg
bare Finanzinstrumente
(Available for sale)
Strategische und andere
Anteile
0,0 40,6 40,6 0,0 40,6 40,6
Zu Anschaffungskosten
bewertete Finanz
instrumente
Andere Anteile 0,0 0,8 0,8 0,0 0,8 0,8
0,0 41,4 41,4 0,0 41,4 41,4

Der in den Anderen Finanzanlagen enthaltene Buchwert der strategischen Anteile betreffend die BAWAG P.S.K. zum 31. Dezember 2010 beträgt 36,4 Mio EUR (31.12.2009: 36,4 Mio EUR) und entspricht dem Zeitwert.

8.8 Vorräte

Mio EUR 31.12.2009 31.12.2010
Hilfs- und Betriebsstoffe 12,3 9,4
abzüglich Wertminderungen –4,5 –4,5
Unfertige Erzeugnisse 2,1 0,0
Handelswaren 14,9 13,4
abzüglich Wertminderungen –2,6 –2,1
Noch nicht abrechenbare Leistungen 0,0 0,0
22,3 16,3

Der Buchwert der zum Nettoveräußerungswert angesetzten Vorräte beträgt 0,3 Mio EUR (31.12.2009: 3,1 Mio EUR). Wertberichtigungen waren insbesondere wegen eingeschränkter Verwertbarkeit und langer Lagerdauer erforderlich.

8.9 Forderungen

In nachfolgender Tabelle werden die Forderungen nach Wertberichtigungen gezeigt:

Mio EUR Restlaufzeit
<1 Jahr
31.12.2009
Restlaufzeit
>1 Jahr
Gesamt Restlaufzeit
<1 Jahr
31.12.2010
Restlaufzeit
>1 Jahr
Gesamt
Forderungen aus
Lieferungen und
Leistungen
261,7 0,0 261,7 250,9 0,0 250,9
Forderungen gegenüber at
equity konsolidierten
Unternehmen
2,6 0,0 2,6 8,9 0,3 9,2
Andere Forderungen 53,4 10,5 63,9 58,1 13,0 71,1
317,7 10,5 328,3 317,9 13,3 331,1

Aufgrund der überwiegenden Kurzfristigkeit dieses Postens wird unterstellt, dass die Marktwerte im Wesentlichen den Buchwerten entsprechen.

Folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Wertberichtigungen zu Forderungen für die Geschäftsjahre 2009 und 2010:

Mio EUR 2009 2010
Stand am 1. Jänner 16,1 17,5
Veränderung 1,4 –0,3
Stand am 31. Dezember 17,5 17,1

8.10 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Mio EUR 2009 2010
Guthaben bei Kreditinstituten 33,9 27,2
Kurzfristige Veranlagungen (Termingelder) 257,7 283,7
Kassenbestand 2,2 2,2
293,8 313,1

Der durchschnittliche Zinssatz bei den Termingeldern lag zum 31. Dezember 2010 bei 1,2% (31.12.2009: 0,9%).

Die Marktwerte entsprechen den Buchwerten.

8.11 Eigenkapital

Eigenkapitalbestandteile

Das Grundkapital der Österreichischen Post AG beträgt 337,8 Mio EUR. Das Grundkapital ist in 67.552.638 Stück auf Inhaber lautende stimm- und gewinnberechtigte Aktien geteilt.

Im Rahmen der am 22. April 2008 abgehaltenen Hauptversammlung wurde der Vorstand ermächtigt, während einer Geltungsdauer von 18 Monaten eigene Aktien im Ausmaß von 10% des Grundkapitals nach den Bestimmungen des Aktiengesetzes und des Börsegesetzes gemäß § 65 Abs. 1 Z 8 AktG zu erwerben und zum Zwecke der Kapitalherabsetzung durch Einziehung von Aktien gemäß § 192 AktG einzuziehen.

Das Aktienrückkaufsprogramm, begonnen am 19. August 2008, wurde am 31. Dezember 2008 abgeschlossen. Im Geschäftsjahr 2008 wurden 2.447.362 Stück eigene Aktien mit einem Nennwert von 12,2 Mio EUR erworben.

Die eigenen Aktien, 2.447.362 Stück, wurden am 24. April 2009 zur Gänze eingezogen. Durch den Einzug der eigenen Aktien reduzierte sich das Grundkapital um die Höhe des Nennwertes der eigenen Aktien, 12,2 Mio EUR, von 350,0 Mio EUR auf 337,8 Mio EUR.

Die Anzahl der im Umlauf befindlichen dividendenberechtigten Aktien hat sich im Geschäftsjahr wie folgt entwickelt:

Stück
Stand am 1. Jänner 2010 67.552.638
Stand am 31. Dezember 2010 67.552.638
Gewichteter Durchschnitt der Aktien im Geschäftsjahr 2010 67.552.638

Hauptaktionärin der Österreichischen Post AG auf Basis der in Umlauf befindlichen Aktien ist mit einem Anteil von 52,8% die Österreichische Industrieholding AG, Wien.

Die Kapitalrücklagen resultieren aus Einzahlungen und Einlagen durch die Aktionäre. Die in der Entwicklung des Eigenkapitals des Konzerns dargestellten Kapitalrücklagen entsprechen jenen des Einzelabschlusses der Österreichischen Post AG.

Die Gewinnrücklagen des Konzerns umfassen gesetzliche und freie Rücklagen sowie in Vorjahren erwirtschaftete Ergebnisse vermindert um Gewinnausschüttungen.

Die Marktbewertung Finanzinstrumente umfasst einerseits die Marktbewertung von zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumenten sowie andererseits die Marktbewertung von Sicherungsinstrumenten. In der Position "Marktbewertung zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente" werden Gewinne und Verluste aus Änderungen des Marktwertes von zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumenten ergebnisneutral dargestellt. Die erfassten Beträge werden nach Steuern gezeigt.

Die Währungsumrechnungsrücklagen enthalten alle Kursdifferenzen, die aus der Umrechnung der in ausländischer Währung aufgestellten Jahresabschlüsse von Tochterunternehmen entstanden sind.

Das Periodenergebnis des Geschäftsjahres 2010 beträgt 118,4 Mio EUR (2009: 79,7 Mio EUR). Basis für die Gewinnverteilung ist entsprechend dem österreichischen Aktiengesetz der Jahresabschluss der Österreichischen Post AG zum 31. Dezember 2010. Der darin ausgewiesene ausschüttungsfähige Bilanzgewinn beträgt 149,4 Mio EUR (31.12.2009: 119,7 Mio EUR).

Für das Geschäftsjahr 2010 ist eine Ausschüttung von insgesamt 108,1 Mio EUR (Basisdividende von 1,60 EUR je Aktie) (2009: 101,3 Mio EUR, Basisdividende von 1,50 EUR je Aktie) gemäß Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstandes vorgesehen.

Kapitalmanagement

Das Kapitalmanagement des Konzerns zielt auf eine für die Einhaltung der Wachstums- und Akquisitionsziele sowie für die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes angemessene Kapitalstruktur ab.

Im Rahmen der Dividendenpolitik für die folgenden Jahre beabsichtigt der Konzern, basierend auf einer soliden Bilanzstruktur und der Erwirtschaftung entsprechender Cashflows die bestehende Dividendenpolitik auch mittelfristig fortzusetzen. Unter der Voraussetzung einer weiterhin guten Geschäftsentwicklung wird die Österreichische Post zumindest 75% des Nettoergebnisses (Periodenergebnis) an die Aktionäre ausschütten. Die Dividende soll sich mit dem Konzernergebnis weiterentwickeln.

Das wirtschaftliche Eigenkapital entspricht dem in der Konzernbilanz ausgewiesenen Eigenkapital. Bei einer Bilanzsumme von 1.715,1 Mio EUR zum 31. Dezember 2010 (31.12.2009: 1.775,3 Mio EUR) beträgt die Eigenkapitalquote zum 31. Dezember 2010 40,3% (31.12.2009: 38,0%).

8.12 Rückstellungen

Mio EUR Restlaufzeit
<1 Jahr
31.12.2009
Restlaufzeit
>1 Jahr
Gesamt Restlaufzeit
<1 Jahr
31.12.2010
Restlaufzeit
>1 Jahr
Gesamt
Rückstellungen für
Abfertigungen
0,0 72,9 72,9 0,0 79,1 79,1
Rückstellungen für
Pensionen
0,0 5,4 5,4 0,0 2,4 2,4
Rückstellungen für
Jubiläumsgelder
0,0 93,7 93,7 0,0 95,6 95,6
Andere Rückstellungen
für Mitarbeiter
83,9 276,3 360,2 97,4 231,8 329,2
Sonstige Rückstellungen 33,2 5,2 38,4 37,8 5,7 43,5
117,0 453,4 570,5 135,1 414,6 549,7

8.12.1 Rückstellungen für Abfertigungen, Pensionen und Jubiläumsgelder

Geschäftsjahr 2009
Mio EUR
Abfertigun
gen
Pensionen Jubiläums
gelder
Gesamt
Barwert der Verpflichtung am 1. Jänner 2009 69,0 5,3 91,4 165,8
Dienstzeitaufwand 5,2 0,1 5,1 10,4
Zinsaufwand 3,4 0,2 4,4 8,0
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste 1,5 0,0 –1,4 0,1
Tatsächliche Zahlungen –6,2 –0,3 –5,9 –12,4
Barwert der Verpflichtung am 31. Dezember 2009 72,9 5,4 93,7 171,9
Geschäftsjahr 2010
Mio EUR
Abfertigun
gen
Pensionen Jubiläums
gelder
Gesamt
Barwert der Verpflichtung am 1. Jänner 2010 72,9 5,4 93,7 171,9
Abgang aus Endkonsolidierung 0,0 –3,3 –0,2 –3,4
Dienstzeitaufwand 5,2 0,1 4,9 10,1
Zinsaufwand 3,6 0,3 4,6 8,5
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste 4,8 0,3 –1,0 4,1
Tatsächliche Zahlungen –7,4 –0,3 –6,4 –14,1
Barwert der Verpflichtung am 31. Dezember 2010 79,1 2,4 95,6 177,1

Der in der Gewinn- und Verlustrechnung enthaltene Aufwand für Abfertigungen, Pensionen und Jubiläumsgelder wird bis auf den Zinsaufwand, welcher im Finanzergebnis dargestellt wird, im Personalaufwand ausgewiesen.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Barwerte der Rückstellungen für Abfertigungen, Pensionen und Jubiläumsgelder der letzten fünf Jahre:

Mio EUR Abfertigun
gen
Pensionen Jubiläums
gelder
Gesamt
31. Dezember 2006 66,8 2,3 92,4 161,5
31. Dezember 2007 68,6 5,4 92,5 166,5
31. Dezember 2008 69,0 5,3 91,4 165,8
31. Dezember 2009 72,9 5,4 93,7 171,9
31. Dezember 2010 79,1 2,4 95,6 177,1

Folgende Tabelle zeigt die erfahrungsbedingten Anpassungen – Gewinne (–) und Verluste (+) – in Prozent vom Barwert der Verpflichtung (Stand am 31. Dezember 2010) für Abfertigungs-, Pensions- und Jubiläumsgeldrückstellungen für das Geschäftsjahr 2010. Für die Geschäftsjahre 2006 bis 2009 werden die gesamten versicherungsmathematischen Gewinne (–) bzw. Verluste (+) in Prozent vom Barwert der Verpflichtung (Stand am 31. Dezember 2010) für Abfertigungs-, Pensions- und Jubiläumsgeldrückstellungen dargestellt.

Mio EUR 2006 2007 2008 2009 2010
Abfertigungen 2,0% –0,1% 1,6% 2,1% –1,1%
Pensionen 0,0% –2,8% 1,5% 0,0% 0,0%
Jubiläumsgelder –1,4% –1,3% –3,3% –1,5% –5,6%

8.12.2 Andere Rückstellungen für Mitarbeiter

Geschäftsjahr 2009
Mio EUR
Unter
auslastung
Sonstige
personalbe
zogene Rück
stellungen
Gesamt
Stand am 1. Jänner 2009 307,8 39,7 347,5
Zugang aus Unternehmenserwerben 0,0 1,1 1,1
Umgliederung 15,9 1,6 17,5
Neubildung 67,1 71,4 138,5
Verwendung –25,7 –35,9 –61,6
Auflösung –94,2 –3,3 –97,5
Aufzinsung 14,7 0,0 14,7
Stand am 31. Dezember 2009 285,6 74,5 360,2
Geschäftsjahr 2010
Mio EUR
Unter
auslastung
Sonstige
personalbe
zogene Rück
stellungen
Gesamt
Stand am 1. Jänner 2010 285,6 74,5 360,2
Abgang aus Endkonsolidierung 0,0 –3,2 –3,2
Umgliederung –12,0 0,2 –11,8
Neubildung 19,5 67,7 87,2
Verwendung –17,8 –50,7 –68,5
Auflösung –44,4 –4,3 –48,7
Aufzinsung 13,1 1,0 14,1
Stand am 31. Dezember 2010 244,1 85,1 329,2

Andere Rückstellungen für Mitarbeiter beinhalten die Rückstellungen für Unterauslastung und Sonstige personalbezogene Rückstellungen.

Aufgrund des laufenden postinternen Organisationsprozesses zur Anpassung an die sich ändernden Marktbedingungen ist es im Geschäftsjahr 2010 zu einer Neubildung der Rückstellung für Unterauslastung in Höhe von 19,5 Mio EUR gekommen. Insbesondere wurde in der Neubildung der Rückstellung für jene Mitarbeiter in Höhe von 2,6 Mio EUR vorgesorgt, die künftig in verschiedene Bundesministerien wechseln und deren Kosten bis zu einem festgelegten Zeitpunkt (Refundierungzeitraum) übernommen werden.

Die im Geschäftsjahr 2009 erfolgte Umgliederung in Höhe von 15,9 Mio EUR in die Rückstellung für Unterauslastung aus den sonstigen Rückstellungen betraf eine Rückstellung für belastende Verträge für unkündbare Mitarbeiter, die an ein Logistikunternehmen verleast wurden (siehe Punkt 4.16.). Die Umgliederung im Geschäftsjahr 2010 in Höhe von 12,0 Mio EUR betrifft eine Umgliederung in die Verbindlichkeiten für jene Mitarbeiter, die bereits endgültig von einem Bundesministerium übernommen wurden.

Weiterhin nahmen jene Mitarbeiter, die aus dem Arbeitsprozess ausgeschieden sind, die Möglichkeiten in Anspruch (freiwillige Abfertigung, Überbrückungsmodell gemäß Sozialplan, Pensionierung gem. § 14 Beamten-Dienstrechtsgesetz), das Unternehmen zu verlassen, bzw. konnte eine Anzahl von Mitarbeitern wieder in den Arbeitsprozess integriert werden. Insgesamt erfolgte dadurch eine Auflösung der Rückstellung in Höhe von 44,4 Mio EUR.

Die Sonstigen personalbezogenen Rückstellungen enthalten im Wesentlichen Vorsorgen für Erfolgsbeteiligungen, Leistungsprämien und andere noch nicht bezahlte Mitarbeiteransprüche.

In der Neubildung für Sonstige personalbezogene Rückstellungen sind Vorsorgen für das Überbrückungsmodell gemäß Sozialplan in Höhe von 11,5 Mio EUR enthalten.

In den Sonstigen personalbezogenen Rückstellungen ist eine Rückstellung für Restrukturierung in Höhe von 18,0 Mio EUR enthalten. Im Geschäftsjahr 2010 wurde ein detaillierter Plan zur Restrukturierung der Division Filialnetz und damit geplanter Personalanpassungen festgelegt.

8.12.3 Sonstige Rückstellungen

Geschäftsjahr 2009
Mio EUR
Noch nicht
erbrachte
Leistungen
Rentenver
pflichtungen
Andere Gesamt
Stand am 1. Jänner 2009 23,5 3,0 32,5 59,0
Zugang aus Unternehmenserwerben 0,0 0,0 0,0 0,0
Umgliederung 0,0 0,0 –16,1 –16,1
Neubildung 21,2 0,1 6,9 28,2
Verwendung –23,5 –0,3 –6,4 –30,2
Auflösung 0,0 0,0 –2,7 –2,7
Aufzinsung 0,0 0,1 0,0 0,1
Währungsumrechnung 0,0 0,0 0,0 0,0
Stand am 31. Dezember 2009 21,2 3,0 14,2 38,4
Geschäftsjahr 2010
Mio EUR
Noch nicht
erbrachte
Leistungen
Rentenver
pflichtungen
Andere Gesamt
Stand am 1. Jänner 2010 21,2 3,0 14,2 38,4
Abgang aus Endkonsolidierung 0,0 0,0 –1,1 –1,1
Umgliederung 0,0 0,0 0,3 0,3
Neubildung 21,8 0,0 9,4 31,2
Verwendung –21,2 0,0 –3,0 –24,2
Auflösung 0,0 –0,1 –1,1 –1,2
Aufzinsung 0,0 0,1 0,0 0,1
Währungsumrechnung 0,0 0,0 0,0 0,0
Stand am 31. Dezember 2010 21,8 3,0 18,7 43,5

Die Rückstellungen für noch nicht erbrachte Leistungen umfassen Umsatzabgrenzungen für am 31. Dezember 2010 noch nicht ausgelieferte Aufträge sowie die bis zum 31. Dezember 2010 veräußerten Wertzeichen und Freistempelerlöse, für die von der Österreichischen Post AG noch keine Gegenleistung erbracht wurde.

Die Umgliederung im Posten Andere betraf im Geschäftsjahr 2009 im Wesentlichen eine Rückstellung für belastende Verträge für unkündbare Mitarbeiter, die an ein Logistikunternehmen verleast wurden (siehe Punkt 4.15.). Die Umgliederung erfolgte in die Rückstellungen für Unterauslastung.

Der Posten Andere setzt sich im Wesentlichen aus Rückstellungen für Prozesskosten, Rückstellungen für Rechts-, Prüfungs- und Beratungsaufwand sowie Vorsorgen für Schadensfälle zusammen.

8.13 Ertragsteuerrückstellungen

Mio EUR 2009 2010
Stand am 1. Jänner 13,1 33,9
Neubildung 22,9 2,1
Verwendung –1,9 –10,9
Auflösung –0,1 0,0
Stand am 31. Dezember 33,9 25,0

8.14 Finanzverbindlichkeiten

31.12.2009 31.12.2010
Mio EUR Restlaufzeit
<1 Jahr
Restlaufzeit
>1 Jahr
Gesamt Restlaufzeit
<1 Jahr
Restlaufzeit
>1 Jahr
Gesamt
Verbindlichkeiten gegen
über Kreditinstituten
46,9 11,8 58,7 4,9 12,2 17,0
Verbindlichkeiten
ABCP Programm
41,3 0,0 41,3 44,6 0,0 44,6
Verbindlichkeiten
Finanzierungsleasing
6,2 16,9 23,2 5,0 12,0 17,0
Andere Finanz
verbindlichkeiten
0,2 3,5 3,6 0,0 0,5 0,5
94,5 32,3 126,8 54,5 24,6 79,1

Die Marktwerte und wesentlichen Konditionen der Finanzverbindlichkeiten stellen sich wie folgt dar:

Mio EUR Marktwert
31.12.2009
Rentenver
pflichtungen
2009
Marktwert
31.12.2010
Effektiv
verzinsung
2010
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
Fix verzinste Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten
13,7 3,7–4,5% 13,1 3,41%
Variabel verzinste Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten
46,5 1,7–3,4% 4,9 0,25–3,5%
60,2 18,0
Verbindlichkeiten ABCP Programm 41,3 2,1–2,2% 44,6 1,78–3,18%
Verbindlichkeiten Finanzierungsleasing 23,8 4,7–7,4% 17,2 3,75–10,79%
Derivative Finanzinstrumente 0,0 n.a. 0,0 n.a.
Andere Finanzverbindlichkeiten 3,2 2,4–3,5% 0,5 3,00%
128,5 80,3

Die Ermittlung der Marktwerte erfolgte durch das jeweilige Kreditinstitut mittels Abzinsung der künftig zu leistenden Zahlungen unter Anwendung eines aktuellen Marktzinssatzes, wobei bei variabel verzinsten Positionen (Geld- und Kapitalmarkt-Floater) der Marktwert mit dem Nominale gleichgesetzt wurde.

Für Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 2,9 Mio EUR (31.12.2009: 5,8 Mio EUR) besteht gemäß § 20 Abs 1 Poststrukturgesetz eine Haftung der Republik Österreich.

Im Geschäftsjahr 2006 hat der Österreichische Post Konzern im Zuge eines Unternehmenserwerbs ein Asset Backed Commercial Paper (ABCP) Programm übernommen. Im Rahmen dieses Programms mit einer Laufzeit von fünf Jahren und einem Maximallimit in Höhe von 51,6 Mio EUR werden bestehende und zukünftige

Forderungen in Höhe von 41,7 Mio EUR (31.12.2009: 41,8 Mio EUR) aus Lieferungen und Leistungen an eine nicht nahestehende Zweckgesellschaft verkauft. Im Konzernabschluss werden die verkauften und abgetretenen Forderungen infolge des Verbleibs des wirtschaftlichen Risikos weiterhin als Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ausgewiesen, die aus dem ABCP Programm erhaltenen Beträge in Höhe von 42,4 Mio EUR (31.12.2009: 41,3 Mio EUR) werden als kurzfristige Finanzverbindlichkeiten gezeigt.

Im Geschäftsjahr 2010 hat die trans-o-flex Belgium einen Factoringvertrag abgeschlossen. Die verkauften Forderungen zum Stichtag betragen 2,2 Mio EUR. Im Konzernabschluss werden die verkauften und abgetretenen Forderungen infolge des Verbleibs des wirtschaftlichen Risikos weiterhin als Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ausgewiesen, die von der Factoringbank erhaltenen Beträge in Höhe von 2,2 Mio EUR werden gemeinsam mit dem ABCP Programm als kurzfristige Finanzverbindlichkeiten gezeigt.

8.15 Verbindlichkeiten

31.12.2009 31.12.2010
Mio EUR Restlaufzeit
<1 Jahr
Restlaufzeit
>1 Jahr
Gesamt Restlaufzeit
<1 Jahr
Restlaufzeit
>1 Jahr
Gesamt
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und
Leistungen
212,7 0,0 212,8 210,5 0,0 210,5
Verbindlichkeiten gegen
über at equity konsolidier
ten Unternehmen
1,3 0,0 1,3 1,4 0,0 1,4
Verbindlichkeiten nicht
konsumierte Urlaube
48,6 0,0 48,6 46,3 0,0 46,3
Andere Verbindlichkeiten 79,6 12,8 92,4 72,1 25,9 98,1
342,1 12,8 355,0 330,3 25,9 356,2

Aufgrund der überwiegenden Kurzfristigkeit dieses Postens wird unterstellt, dass die Marktwerte im Wesentlichen den Buchwerten entsprechen.

8.16 Ertragsteuern

Mio EUR 2009 2010
Laufender Steueraufwand 45,1 37,7
Steuergutschriften/-nachzahlungen für Vorjahre 0,3 0,4
Latenter Steueraufwand/-ertrag –0,2 –7,8
45,1 30,3

Temporäre Unterschiede zwischen den Wertansätzen im Konzernabschluss und dem jeweiligen steuerlichen Wertansatz wirken sich wie folgt auf die in der Bilanz ausgewiesenen latenten Steuern aus:

Mio EUR 31.12.2009 31.12.2010
Aktive latente Steuern auf temporäre Differenzen
Firmenwerte 0,5 0,5
Finanzanlagen 14,3 19,9
Rückstellungen 22,1 23,9
Finanzverbindlichkeiten 0,5 0,4
Verbindlichkeiten 0,3 0,0
37,7 44,6
Passive latente Steuern auf temporäre Differenzen
Kundenbeziehungen –7,9 –5,5
Markenrechte –7,6 –7,2
Andere immaterielle Vermögenswerte –0,2 –0,1
Sachanlagen –7,6 –6,4
Vorräte –0,1 –0,1
Forderungen –1,0 –0,9
Verbindlichkeiten 0,0 –0,1
–24,4 –20,2
Latente Steuern auf Verlustvorträge 14,5 11,3
Latente Steuern – Netto 27,8 35,7
Aktive latente Steuern 43,2 49,9
Passive latente Steuern –15,4 –14,2
Latente Steuern – Netto 27,8 35,7

Folgende aktive latente Steuern wurden nicht angesetzt:

Mio EUR 31.12.2009 31.12.2010
Aktive latente Steuern auf:
Noch nicht genutzte steuerliche Verluste 15,2 20,4
Andere Bewertungsunterschiede 1,1 1,0

Die Entwicklung und die Aufteilung der gesamten Veränderung der latenten Steuern in ergebniswirksame und ergebnisneutrale Komponenten wird in folgender Tabelle dargestellt:

Mio EUR Aktive
latente
Steuern
Passive
latente
Steuern
Stand am 1. Jänner 2009 59,2 24,3
Ergebniswirksame Veränderungen –8,6 –8,9
Ergebnisneutrale Veränderungen
Zur Veräußerung gehaltene Wertpapiere –5,8 0,0
Sicherungsgeschäfte –1,5 0,0
–7,3 0,0
Stand am 31. Dezember 2009 43,2 15,4
Stand am 1. Jänner 2010 43,2 15,4
Ergebniswirksame Veränderungen 7,0 –0,8
Ergebnisneutrale Veränderungen
Zur Veräußerung gehaltene Wertpapiere –0,4 0,0
Sicherungsgeschäfte 0,1 0,0
Abgang aus Endkonsolidierung 0,0 –0,4
–0,3 –0,4
Stand am 31. Dezember 2010 49,9 14,2

Steuerüberleitungsrechnung

Mio EUR 2009 2010
Ergebnis vor Ertragsteuern 124,8 148,7
Rechnerische Ertragsteuer 31,2 37,2
Steuerminderung aufgrund von
Steuerfreie Dividenden und Beteiligungserträge –1,3 –0,3
Anpassung an ausländische Steuersätze –0,3 –0,4
Übrige steuermindernde Posten –2,6 –2,8
–4,1 –3,5
Steuermehrung aufgrund von
Firmenwertabschreibungen 4,3 0,5
Teilwertabschreibung/künftige Wertaufholung 3,6 –12,3
Übrige steuermehrende Posten 9,8 2,6
17,6 –9,2
Ertragsteueraufwand der Periode 44,7 24,5
Aperiodischer Ertragsteueraufwand/-ertrag 0,3 0,4
Veränderung nicht gebildeter aktiver latenter Steuern auf Verlustvorträge 0,1 5,4
Tatsächliche Ertragsteuer 45,1 30,3

9. Sonstige Angaben

9.1 Erläuterungen zum Cashflow-Statement

Zahlungsmittel umfassen Barmittel und Sichteinlagen. Zahlungsmitteläquivalente sind kurzfristige, äußerst liquide Finanzinvestitionen, die jederzeit in bestimmte Zahlungsmittelbeträge umgewandelt werden können und nur unwesentlichen Wertschwankungen unterliegen.

Zum Konzern-Cashflow-Statement werden weiters folgende Angaben gemacht:

Auszahlungen aus dem Erwerb von Tochterunternehmen

Der Cashflow aus dem Erwerb von Tochterunternehmen setzt sich wie folgt zusammen:

Mio EUR 2009 2010
Unternehmenserwerbe
Auszahlungen für Unternehmenserwerbe
Erwerbszeitpunkt aktuelles Geschäftsjahr –1,3 –2,4
Erwerbszeitpunkt Vorjahre –3,2 –1,2
–4,5 –3,6
Übernommene Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 0,1 0,9
–4,4 –2,6
Unternehmensveräußerungen
Abgegangene Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 0,0 –9,8
0,0 –9,8
Summe –4,4 –12,5

Nicht zahlungswirksame Geschäftsvorfälle

Die aus dem erstmaligen Ansatz von im laufenden Geschäftsjahr abgeschlossenen Finanzierungsleasingverträgen resultierenden Vermögenswerte und Finanzverbindlichkeiten (2010: 1,6 Mio EUR; 2009: 1,4 Mio EUR) führen zu keiner Veränderung der Cashflows aus Investitions- und Finanzierungstätigkeit, da es sich hierbei um nicht zahlungswirksame Transaktionen handelt. Die geleisteten Leasingzahlungen werden im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit dargestellt.

Aufgrund von Konsolidierungskreisänderungen im Geschäftsjahr 2010 ergaben sich zahlungsunwirksame Effekte in Höhe von 0,8 Mio EUR. 1,2 Mio EUR betreffend den Verlust aus der Neubewertung des bestehenden Anteils an der EBPP Electronic Bill Presentment and Payment GmbH durch Anteilsaufstockung von 40% auf 100%. Aus der Endkonsolidierung der Eurodis GmbH aufgrund des Anteilsverkaufs ergibt sich ein Gewinn in Höhe von 0,4 Mio EUR.

9.2 Finanzinstrumente

Zu den Finanzinstrumenten zählen finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten (originäre Finanzinstrumente) sowie derivative Finanzinstrumente.

9.2.1 Finanzielle Vermögenswerte

Folgende Tabelle zeigt die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte für die Geschäftsjahre 2009 und 2010:

Finanzielle
Vermögenswerte
Mio EUR
Zur
Veräuße
rung
verfügbar
(Fair Value)
Zur
Veräuße
rung
verfügbar
(At Cost)
Kredite und
Forderun
gen
Siche
rungs
geschäfte
Zahlungs
mittel
Buchwert
31. Dezember 2009
Wertpapiere 56,7 0,0 0,0 0,0 0,0 56,7
Forderungen Lieferung
und Leistung
0,0 0,0 261,7 0,0 0,0 261,7
Forderungen at equity
konsolidierte Unter
nehmen
0,0 0,0 2,6 0,0 0,0 2,6
Derivative finanzielle
Vermögenswerte
0,0 0,0 0,0 0,5 0,0 0,5
Andere Forderungen 0,0 0,0 23,7 0,0 0,0 23,7
Strategische und
andere Anteile
40,6 0,8 0,0 0,0 0,0 41,4
Zahlungsmittel 0,0 0,0 0,0 0,0 293,8 293,8
97,3 0,8 288,0 0,5 293,8 680,4
Übrige sonstige
Vermögenswerte
39,8
97,3 0,8 288,0 0,5 293,8 720,2
31. Dezember 2010
Wertpapiere 48,3 0,0 0,0 0,0 0,0 48,3
Forderungen Lieferung
und Leistung
0,0 0,0 250,9 0,0 0,0 250,9
Forderungen at equity
konsolidierte Unter
nehmen
0,0 0,0 9,2 0,0 0,0 9,2
Andere Forderungen 0,0 0,0 31,3 0,0 0,0 31,3
Strategische und
andere Anteile
40,6 0,8 0,0 0,0 0,0 41,4
Zahlungsmittel 0,0 0,0 0,0 0,0 313,1 313,1
88,9 0,8 291,4 0,0 313,1 694,1
Übrige sonstige
Vermögenswerte
39,8
88,9 0,8 291,4 0,0 313,1 733,9

9.2.2 Finanzielle Verbindlichkeiten

Folgende Tabelle zeigt die Buchwerte der finanziellen Verbindlichkeiten für die Geschäftsjahre 2009 und 2010:

Finanzielle
Verbindlichkeiten
Mio EUR
Kredite und
Forderun
gen
Zum Rest
buchwert
bewertet
Finanzie
rungs
leasing
Siche
rungs
geschäfte
Andere
derivative
Finanz
instru
mente
Buchwert
31. Dezember 2009
Verzinsliche Finanz
verbindlichkeiten
58,7 41,5 23,2 0,0 0,0 123,3
Andere langfristige
Finanzverbindlichkeiten
0,0 3,5 0,0 0,0 0,0 3,5
Verbindlichkeiten
Lieferung und Leistung
0,0 212,8 0,0 0,0 0,0 212,8
Verbindlichkeiten at
equity konsolidierte
Unternehmen
0,0 1,3 0,0 0,0 0,0 1,3
Andere Verbindlichkeiten 0,0 18,8 0,0 0,0 0,0 18,8
58,7 277,7 23,2 0,0 0,0 359,6
Übrige sonstige
Verbindlichkeiten
122,2
58,7 277,7 23,2 0,0 0,0 481,8
31. Dezember 2010
Verzinsliche Finanzver
bindlichkeiten
17,0 44,6 17,0 0,0 0,0 78,6
Andere langfristige
Finanzverbindlichkeiten
0,0 0,5 0,0 0,0 0,0 0,5
Verbindlichkeiten
Lieferung und Leistung
0,0 210,5 0,0 0,0 0,0 210,5
Verbindlichkeiten at
equity konsolidierte
Unternehmen
0,0 1,4 0,0 0,0 0,0 1,4
Andere Verbindlichkeiten 0,0 24,5 0,0 0,0 0,0 24,5
17,0 281,5 17,0 0,0 0,0 315,4
Übrige sonstige
Verbindlichkeiten
119,8
17,0 281,5 17,0 0,0 0,0 435,3

9.2.3 Fair-value-Hierarchie

Die nachstehende Tabelle stellt die Finanzinstrumente dar, deren Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert vorgenommen wird. Diese sind unterteilt in Stufe 1 bis 3 – je nachdem, inwieweit der beizulegende Zeitwert beobachtbar ist:

Stufe-1-Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert sind solche, die sich aus notierten Preisen (unangepasst) auf aktiven Märkten für identische finanzielle Vermögenswerte oder Schulden ergeben.

Stufe-2-Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert sind solche, die auf Parametern beruhen, die nicht notierten Preisen für Vermögenswerte und Schulden wie in Stufe 1 entsprechen (Daten), entweder direkt abgeleitet (d. h. als Preise) oder indirekt abgeleitet (d. h. abgeleitet aus Preisen).

Stufe-3-Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert sind solche, die sich aus Modellen ergeben, welche Parameter für die Bewertung von Vermögenswerten oder Schulden verwenden, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren (nicht beobachtbare Parameter, Annahmen).

Mio EUR Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Gesamt
31. Dezember 2009
Finanzielle Vermögenswerte der Kategorie
"erfolgswirksam zum beizulegenden
Zeitwert bewertet"
Derivative finanzielle Vermögenswerte 0,8 0,0 0,0 0,8
Finanzielle Vermögenswerte der Kategorie
"zur Veräußerung verfügbar"
Wertpapiere 56,7 0,0 0,0 56,7
Strategische und andere Anteile 0,0 0,0 40,6 40,6
31. Dezember 2010
Finanzielle Vermögenswerte der Kategorie
"erfolgswirksam zum beizulegenden
Zeitwert bewertet"
Derivative finanzielle Vermögenswerte 0,3 0,0 0,0 0,3
Finanzielle Vermögenswerte der Kategorie
"zur Veräußerung verfügbar"
Wertpapiere 48,3 0,0 0,0 48,3
Strategische und andere Anteile 0,0 0,0 40,6 40,6

Während der Berichtsperiode wurden keine Transfers zwischen den Stufen 1 und 2 vorgenommen.

Überleitung der Stufe-3-Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert von finanziellen Vermögenswerten für die Geschäftsjahre 2009 und 2010:

Mio EUR Zur Ver
äußerung
verfügbar
2009
Zur Ver
äußerung
verfügbar
2010
Anfangsbestand am 1. Jänner 60,6 40,6
Gesamte Gewinne und Verluste 0,0 0,0
Erfolgswirksam in der Position Sonstiges Finanzergebnis erfasst –20,0 0,0
Endbestand am 31. Dezember 40,6 40,6

9.2.4 Derivative Finanzinstrumente

In folgender Tabelle werden der Bezugswert und der Marktwert der verschiedenen derivativen Finanzinstrumente dargestellt:

31.12.2009 31.12.2010
Mio EUR Nominale
(Bezugswert)
Marktwert Nominale
(Bezugswert)
Marktwert
Sicherungsgeschäfte
Rohstoff Hedge 7,4 0,5 0,0 0,0
Andere derivative Finanzinstrumente
Strukturierte Zins-Swaps 5,0 0,3 5,0 0,3
Strukturierte Zins-Caps 2,0 0,0 2,0 0,0
0,3 0,3
0,8 0,3

Der Österreichische Post Konzern hat Zins-Swaps mit einer durchschnittlichen Restlaufzeit von 8,8 Jahren zur Verminderung des Zinsänderungsrisikos von verzinslichen Wertpapieren und Finanzverbindlichkeiten abgeschlossen.

Die festen Zinssätze lagen zum 31. Dezember 2010 zwischen 1,52% und 3,59% (31.12.2009: 3,0% und 4,7%). Die variablen Zinssätze sind an verschiedene Interbankensätze gebunden. Die durchschnittlichen variablen Zinssätze, die während der Laufzeit der Swap-Vereinbarungen wesentlichen Änderungen unterliegen können, entsprechen den am Bilanzstichtag gültigen Zinssätzen.

Die Marktwerte für die Zins-Swaps entsprechen jenem Wert, den der Österreichische Post Konzern bei Auflösung des Geschäfts am Bilanzstichtag erhalten würde oder zahlen müsste. Dabei werden die gegenwärtigen Marktverhältnisse sowie das aktuelle Zinsniveau und die Bonität der Vertragspartner berücksichtigt.

Weiters hat der Österreichische Post Konzern einen Zinscap für einen Investitionskredit mit einer Restlaufzeit von 4,5 Jahren abgeschlossen.

Für das Geschäftsjahr 2010 wurde, wie auch schon im Geschäftsjahr 2009, ein Sicherungsgeschäft mit einem Kreditinstitut gegen Preisschwankungen bei Treibstoffen im Ausmaß von 16.500 metrischen Tonnen (dies entspricht 8 Millionen Litern) abgeschlossen, das ab Jänner 2010 monatlich auf Basis der vereinbarten Mengen und dem monatlichen Durchschnittspreis am Spotmarkt zwischen dem Kreditinstitut und der Österreichischen Post abgerechnet wurde. Zum 31. Dezember 2010 ist dieses Sicherungsgeschäft ausgelaufen.

Der ineffektive Teil des Sicherungsgeschäfts für Treibstoffe in Höhe von 0,4 Mio EUR wurde im Geschäftsjahr 2009 erfolgswirksam im Finanzergebnis erfasst. Im Geschäftsjahr 2010 war das Sicherungsgeschäft effektiv.

9.2.5 Nettogewinne und -verluste

Die folgende Tabelle zeigt die in der Gewinn- und Verlustrechnung enthaltenen Nettogewinne oder -verluste für die Geschäftsjahre 2009 und 2010:

Mio EUR 2009 2010
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte
Dividenden- und Wertpapiererträge 2,1 0,7
Veräußerungsergebnis aus Wertpapieren –0,1 0,0
Wertaufholungen 1,0 0,0
Wertminderungsaufwendungen –20,0 0,0
–17,0 0,7
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte
und Verbindlichkeiten
0,1 0,0
Finanzielle Verbindlichkeiten zum Restbuchwert bewertet 0,9 0,8
1,0 0,8
–16,1 1,5

Im Geschäftsjahr 2009 wurden Nettoverluste der zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte in Höhe von 20,0 Mio EUR erfolgswirksam aus der Rücklage für die Marktbewertung von Finanzinstrumenten zur Veräußerung verfügbar entnommen und Nettogewinne in Höhe von 3,0 Mio EUR direkt in die Gewinnund Verlustrechnung gebucht. Im Geschäftsjahr 2010 wurden die gesamten Nettogewinne in Höhe von 0,7 Mio EUR direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Das Ergebnis der erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten entspricht im Vorjahr dem Bewertungs- und Veräußerungsergebnis der derivativen Finanzinstrumente.

9.2.6 Gesamtzinserträge und -aufwendungen

Die Gesamtzinserträge und -aufwendungen für finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, mit Ausnahme der erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente, stellen sich dar wie folgt:

Mio EUR 2009 2010
Zinserträge aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten 3,5 2,5
Zinsaufwendungen für Kredite 1,9 2,0
Andere Zinsaufwendungen 2,2 1,7
4,1 3,7

9.3 Risiken/Risikomanagement

9.3.1 Darstellung der Risikoarten

Liquiditätsrisiko

Aufgabe der Liquiditätssicherung ist die jederzeitige Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit der Unternehmensgruppe. Basis des Liquiditätsmanagements ist ein Liquiditätsplan, der laufend Soll-Ist-Analysen unterzogen und bei Bedarf angepasst wird. Durch die aktive Steuerung von Zahlungsströmen wird der Zinssaldo optimiert.

Die folgenden Tabellen zeigen die Fälligkeiten der noch zu leistenden Bruttozahlungsverpflichtungen zum 31. Dezember 2009 und 2010:

31. Dezember 2009
Mio EUR
Buchwert Brutto
Cashflow
<1 Jahr Restlaufzeiten
1–5 Jahre
>5 Jahre
Finanzverbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
(fix verzinst)
13,4 13,9 11,7 2,2 0,0
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
(variabel verzinst)
45,3 46,5 35,6 3,8 7,1
Verbindlichkeiten ABCP Programm 41,3 41,3 41,3 0,0 0,0
Verbindlichkeiten Finanzierungsleasing 23,2 26,1 7,1 18,9 0,2
Andere Finanzverbindlichkeiten
(ohne Derivate)
3,6 3,6 2,1 1,5 0,0
126,8 131,4 97,8 26,4 7,2
Verbindlichkeiten – Finanzinstrumente
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen
212,8 212,8 212,7 0,0 0,0
Verbindlichkeiten gegenüber at equity
konsolidierten Unternehmen
1,3 1,3 1,3 0,0 0,0
Andere Verbindlichkeiten – Finanzinstrumente 18,8 18,8 17,3 0,0 1,5
232,8 232,8 231,3 0,0 1,5
Summe finanzielle Verbindlichkeiten 359,6 364,2 329,1 26,4 8,7
Übrige sonstige Verbindlichkeiten 122,2 122,2 110,8 11,4 0,0
Summe Verbindlichkeiten 481,8 486,4 440,0 37,8 8,7

Kreditrisiko/Kontrahentenrisiko/Produktrisiko/Risiko Payment Undertaker

Auf der Aktivseite stellen die ausgewiesenen Beträge gleichzeitig das maximale Bonitäts- und Ausfallsrisiko dar, da keine generellen Aufrechnungsvereinbarungen bestehen. Das Risiko bei Forderungen kann insgesamt als gering eingeschätzt werden, da die Mehrzahl der Kunden bar bezahlt oder einem Bankeinzugsverfahren zugestimmt hat. Ferner besteht ein Großteil der offenen Forderungen gegenüber ausländischen Postgesellschaften, bei denen es sich um Vertragspartner bester Bonität handelt.

Soweit bei den finanziellen Vermögenswerten Ausfallsrisiken erkennbar sind, werden diese Risiken durch Wertberichtigungen erfasst. Zur Vermeidung von Kreditrisiken werden Finanzkontrakte nur mit Kontrahenten einwandfreier Bonität abgeschlossen. Aus diesem Grund wird das allgemeine Kreditrisiko aus den eingesetzten Finanzinstrumenten für gering gehalten.

Für Geldmarkttransaktionen bestehen festgelegte Handelslimits. Zur Begrenzung des Ausfallsrisikos bei Anleihen, Schuldverschreibungen und strukturierten Finanzierungen werden nur Papiere von Emittenten mit einem Rating von zumindest A (Moody´s bzw. S&P-Äquivalent) oder vergleichbarer Bonität angekauft. Im Wertpapier-Portfolio befinden sich nur Papiere auf Investor-Grade-Niveau. Als Handelspartner für OTC-Transaktionen oder für in strukturierten Geschäften integrierte Transaktionen kommen gleichfalls nur Kontrahenten mit erstklassiger Bonität in Frage. Anteile an Investmentfonds werden nur an international anerkannten Kapitalanlagegesellschaften gehalten. Besonderes Augenmerk gilt auch der Liquidität und der Abwicklungssicherheit der abgeschlossenen Finanzprodukte.

Im Rahmen einer Cross-Border-Leasing-Transaktion wurde durch eine Einmalzahlung die Verpflichtung zur Zahlung der Leasingraten einschließlich eines allfälligen EBO Payment an Payment Undertaker ausgelagert. Als Payment Undertaker wurden Finanzinstitute mit bester Bonität (Qualified Issuer) ausgewählt. Im Falle des Equity Payment Undertakers wurden Mindestratings vereinbart, wobei mit Unterschreiten dieser Grenzen zusätzliche Sicherheiten in Form von Wertpapieren vom Payment Undertaker beizubringen sind und bei weiterem Sinken des Ratings die Verpflichtung besteht, den Equity Payment Undertaker zu wechseln. Damit rechtzeitig auf die jeweilige Situation der Payment Undertaker reagiert werden kann, erfolgt zumindest quartalsweise eine Überprüfung des Ratings der aktuellen Payment Undertaker sowie des Ratings vergleichbarer Kreditinstitute. Zudem ist zu jedem Bilanzstichtag von den Payment Undertakers in einer Bestätigung über den planmäßigen Verlauf der Transaktionen zu berichten und sind die offenen Rückführungsraten bekanntzugeben.

Mio EUR Anhang Nicht
überfällig
Überfällig
<1 Jahr
Überfällig
>1 Jahr
Gesamt
31. Dezember 2009
Buchwert vor Wertberichtigungen
(Finanzinstrumente)
253,0 37,3 15,4 305,8
abzüglich: Einzelwertberichtigung 2,8 2,7 10,9 16,4
abzüglich: Pauschale (Einzel)wertberichtigung 0,9 0,1 0,0 1,0
Buchwert nach Wertberichtigungen
(Finanzinstrumente)
249,4 34,6 4,5 288,5
Buchwert sonstige Forderungen 39,8
(8.9) 328,3
31. Dezember 2010
Buchwert vor Wertberichtigungen
(Finanzinstrumente)
256,5 40,1 11,9 308,5
abzüglich: Einzelwertberichtigung 1,9 3,7 10,5 16,2
abzüglich: Pauschale (Einzel)wertberichtigung 0,9 0,1 0,0 0,9
Buchwert nach Wertberichtigungen
(Finanzinstrumente)
253,7 36,3 1,4 291,4
Buchwert sonstige Forderungen 39,8
(8.9) 331,1

Die Überfälligkeitsstruktur der Forderungen für die Geschäftsjahre 2009 und 2010 zeigt folgendes Bild:

Zur Absicherung gegen Preisschwankungen bei Treibstoffen wurde für die Geschäftsjahre 2009 und 2010 jeweils ein Sicherungsgeschäft mit einem Kreditinstitut abgeschlossen. Eventuelle Änderungen des Cashflows aus den Sicherungsgeschäften wurden durch Zahlungen aus den vereinbarten Tankmengen kompensiert. Zum 31. Dezember 2010 sind diese Sicherungsgeschäfte ausgelaufen. Die zum 31. Dezember 2009 bestehende Marktbewertungsrücklage in Höhe von 0,3 Mio EUR wurde im Geschäftsjahr 2010 erfolgswirksam aufgelöst.

Zinsänderungsrisiko

Das Zinsänderungsrisiko stellt das Risiko dar, das sich aus der Wertänderung von Finanzinstrumenten, anderen Bilanzposten oder zinsbedingten Zahlungsströmen infolge von Schwankungen von Marktzinssätzen ergibt. Das Zinsänderungsrisiko beinhaltet das Barwertrisiko bei fest verzinsten Bilanzposten und das Zahlungsstromrisiko bei variabel verzinsten Bilanzposten.

Ein Zinsänderungsrisiko liegt vor allem bei Forderungen und Verbindlichkeiten mit Laufzeiten über einem Jahr vor. Solche längeren Laufzeiten sind im operativen Bereich nicht von materieller Bedeutung, spielen jedoch bei Finanzinvestitionen in Wertpapiere, Andere Finanzanlagen sowie Finanzverbindlichkeiten eine Rolle.

Die Steuerung des Zinsänderungsrisikos im Finanzbereich orientiert sich am Portfolio-Ansatz. Gesteuert werden grundsätzlich nicht Einzelpositionen, sondern das gesamte Finanzportfolio unter Bedachtnahme auf die jeweilige Grundtransaktion. Zu diesem Zweck werden selektiv auch derivative Instrumente wie Zins-Swaps eingesetzt. Das Finanzportfolio wird täglich der vorgegebenen Benchmark gegenübergestellt.

Eine detaillierte Darstellung der Finanzinvestitionen in Wertpapiere und der anderen Finanzanlagen findet sich in Punkt 8.6 und 8.7 des Konzernanhangs, Details zu Finanzverbindlichkeiten können Punkt 8.14 entnommen werden.

Eine Änderung des Marktzinssatzes um +/– 1 Prozentpunkt hätte auf Basis der Portfoliozusammensetzung bei Gleichbleiben aller übrigen Parameter folgende Auswirkung auf die Höhe der in folgender Tabelle angeführten Positionen:

Marktzinssatz
Mio EUR +1%-Punkt –1%-Punkt
Geschäftsjahr 2009
Sonstiges Finanzergebnis 2,7 –2,6
Geschäftsjahr 2010
Sonstiges Finanzergebnis 3,2 –3,2

Währungsänderungsrisiko

Als Währungsänderungsrisiko wird der mögliche Verlust aus Marktveränderungen durch schwankende Wechselkurse angesehen.

Auf der Aktivseite ergeben sich keine Risiken aus Währungsänderungen, da Lieferungen nahezu zur Gänze auf Euro-Währungsbasis abgewickelt werden. Gleiches gilt grundsätzlich für die übrigen originären Finanzinstrumente.

9.3.2 Risikomanagement

Ziel des Finanz- und Risikomanagements des Österreichischen Post Konzerns ist die Sicherung des Unternehmenserfolges gegen finanzielle Risiken jeglicher Art. Grundsätzlich wird beim Management der Finanzpositionen ein strategischer Portfolio-Ansatz unter Bedachtnahme auf eine konservative Risikopolitik verfolgt.

Die aktuelle Risikosituation im Finanzbereich wird laufend in einem standardisierten Berichtswesen dargelegt. Weiters bestehen im Österreichischen Post Konzern klare, schriftliche Strategien und operative Richtlinien für die Behandlung aller finanziellen Risiken.

Das Risikomanagement unterliegt einem vom Vorstand beschlossenen Regelwerk, welches Ziele, Grundsätze, Aufgaben und Kompetenzen festlegt. Darüber hinaus formuliert dieses Regelwerk standardisierte Abläufe, um Revisionssicherheit zu gewährleisten.

Zudem werden durch die Organisation der Tätigkeitsabläufe (wie z. B. Trennung von Handel und Buchführung von Finanztransaktionen, Sicherung von elektronischen Daten) organisatorische Risiken im Finanzbereich so weit wie möglich ausgeschaltet.

9.4 Sonstige Verpflichtungen

Sonstige finanzielle Verpflichtungen resultieren im Wesentlichen aus Operating-Miet- und Leasingverträgen für Betriebs- und Geschäftsgebäude. Daneben bestehen Operating-Miet- und Leasingverträge für technische Anlagen und Maschinen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung.

Die sich aus vor Ende der Laufzeit unkündbaren Operating-Miet- und Leasingverträgen ergebenden künftigen Mindestleasingzahlungen betragen für die Geschäftsjahre 2009 und 2010:

Mio EUR 2009 2010
Bis zu einem Jahr 48,6 49,1
Länger als ein und bis zu fünf Jahren 138,5 137,1
Länger als fünf Jahre 179,1 174,7
366,1 360,9

Die wesentlichen Miet- und Leasingverträge für Betriebs- und Geschäftsgebäude beinhalten Verlängerungsoptionen sowie Ausstiegsklauseln, welche den Marktkonditionen für Geschäftsliegenschaften entsprechen. Ebenso sind in diesen Verträgen Anpassungen der Leasingzahlungen an Preisindizes vorgesehen. In eingeschränktem Umfang sind die Leasingzahlungen an Umsatzzahlen gebunden. Es bestehen unkündbare Untervermietungen mit künftigen Mindestleasingzahlungen von 2,6 Mio EUR (31.12.2009: 2,6 Mio EUR).

Im Geschäftsjahr wurde ein Betrag von 51,7 Mio EUR (2009: 45,5 Mio EUR) an Zahlungen für Operating-Miet- und Leasingverträge erfolgswirksam erfasst. Der gesamte Betrag entfällt auf Mindestleasingzahlungen.

Für immaterielle Vermögenswerte wurden zum Stichtag 31. Dezember 2010 Erwerbsverpflichtungen in Höhe von 0,0 Mio EUR (31.12.2009: 0,4 Mio EUR) eingegangen. Die Erwerbsverpflichtungen für Sachanlagen betrugen zum 31. Dezember 2010 6,4 Mio EUR (31.12.2009: 3,7 Mio EUR).

Angaben im Zusammenhang mit Cross-Border-Lease-Transaktionen werden in den Kapiteln "8.3 Sachanlagen" sowie "9.3.1 Darstellung der Risikoarten" erläutert.

Für Rahmenkredite der MEILLERGHP GmbH, Schwandorf, Deutschland, in Höhe von 200,0 Mio CZK (aushaftender Betrag zum 31.12.2010: 8,0 Mio EUR) bei der Dresdner Bank AG, München, hat die Österreichische Post AG per 31. Juli 2007 eine Haftung für die rechtzeitige Rückzahlung übernommen.

Im Jahr 2009 wurden Haftungen für MEILLERGHP GmbH in Höhe von 4,0 Mio EUR (aushaftender Betrag am 31.12.2010: 3,0 Mio EUR) übernommen.

Im Geschäftsjahr 2010 wurden Haftungen für MEILLERGHP GmbH in Höhe von 4,4 Mio EUR (aushaftender Betrag am 31.12.2010: 3,4 Mio EUR) übernommen.

9.5 Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Die Republik Österreich hält über die Österreichische Industrieholding AG (ÖIAG) 52,8% der Aktien der Österreichischen Post AG. Damit zählen die Republik Österreich und die unter ihrem beherrschenden Einfluss stehenden Unternehmen zu den nahestehenden Unternehmen und Personen des Österreichischen Post Konzerns. Weiters sind alle verbundenen, Gemeinschaftsunternehmen und at equity konsolidierten Unternehmen sowie Vorstände und Aufsichtsräte der Österreichischen Post AG, Geschäftsführer von Konzernunternehmen sowie leitende Angestellte nahestehende Unternehmen und Personen.

Mit der BBG Bundesbeschaffung GmbH, Wien, besteht eine Vereinbarung im Namen und auf Rechnung des Bundes zur Auslieferung von Postsendungen von Bundeseinrichtungen. Im Geschäftsjahr 2010 wurden Dienstleistungen im Wert von 99,8 Mio EUR (2009: 97,1 Mio EUR) für die vertraglich festgelegten Bundeseinrichtungen erbracht. Zum 31. Dezember 2010 wurden Forderungen in Höhe von 9,0 Mio EUR (31.12.2009: 8,9 Mio EUR) gegenüber der BBG Bundesbeschaffung GmbH ausgewiesen.

Die Umsatzerlöse aus Leistungen der Österreichischen Post AG gegenüber dem Bundesrechenzentrum betrugen im Geschäftsjahr 2010 30,3 Mio EUR (2009: 27,8 Mio EUR). An Forderungen gegenüber dem Bundesrechenzentrum wies die Österreichische Post AG zum 31. Dezember 2010 2,3 Mio EUR (31.12.2009: 1,9 Mio EUR) aus.

Darüber hinaus sind zahlreiche staatliche Stellen und unter dem beherrschenden Einfluss der Republik Österreich stehende Unternehmen unmittelbar Kunden des Österreichischen Post Konzerns. Diese Geschäftsbeziehungen bestehen innerhalb des Leistungsspektrums des Österreichischen Post Konzerns zu fremdüblichen Konditionen. Die im Rahmen dieser Geschäftsbeziehungen erbrachten Leistungen sind jeweils nicht erheblich für die Gesamteinnahmen des Österreichischen Post Konzerns. Die daraus zum 31. Dezember 2010 offenen Posten werden in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ausgewiesen.

Weiters nahm die Österreichische Post AG Leistungen des im Eigentum der Republik Österreich stehenden ÖBB-Konzerns (insbesondere der Rail Cargo Austria AG) zu fremdüblichen Konditionen in Anspruch. Die Aufwendungen gegenüber Unternehmen des ÖBB-Konzerns beliefen sich im Geschäftsjahr 2010 auf 17,4 Mio EUR (2009: 19,7 Mio EUR). Zum 31. Dezember 2010 wurden Verbindlichkeiten in Höhe von 0,6 Mio EUR (31.12.2009: 1,1 Mio EUR) gegenüber dem ÖBB-Konzern ausgewiesen. Die Österreichische Post AG weist gegenüber dem ÖBB-Konzern Forderungen per 31. Dezember 2010 in Höhe von 0,3 Mio EUR (31.12.2009: 0,2 Mio EUR) sowie Erträge im Geschäftsjahr 2010 in Höhe von 1,8 Mio EUR (2009: 1,3 Mio EUR) aus.

Per 31. Dezember 2010 hatte die Österreichische Post AG Forderungen gegenüber der Telekom Austria AG in Höhe von 6,5 Mio EUR (31.12.2009: 7,7 Mio EUR) sowie Verbindlichkeiten in Höhe von 2,9 Mio EUR (31.12.2009: 3,1 Mio EUR). Im Geschäftsjahr 2010 erbrachte die Österreichische Post AG gegenüber der Telekom Austria AG Dienstleistungen in Höhe von 68,2 Mio EUR (2009: 72,2 Mio EUR), die Aufwendungen gegenüber der Telekom Austria AG beliefen sich im Geschäftsjahr 2010 auf 46,6 Mio EUR (2009: 59,6 Mio EUR).

Zum Bilanzstichtag bestehen bei der Österreichischen Post AG Verbindlichkeiten gegenüber dem OMV-Konzern in Höhe von 2,5 Mio EUR (31.12.2009: 2,1 Mio EUR). Die Aufwendungen der Österreichischen Post AG gegenüber dem OMV-Konzern betrugen in 2010 13,4 Mio EUR (2009: 12,1 Mio EUR), die Erträge beliefen sich im Geschäftsjahr 2010 auf 0,3 Mio EUR (2009: 0,3 Mio EUR).

Mit Gemeinschaftsunternehmen bestehen Geschäftsbeziehungen im Zusammenhang mit Direct-Marketing-Dienstleistungen zu fremdüblicher Preisgestaltung. Zum Bilanzstichtag bestehen gegenüber Gemeinschaftsunternehmen offene Forderungen in Höhe von 6,6 Mio EUR sowie Verbindlichkeiten in Höhe von 0,1 Mio EUR.

Mit assoziierten Unternehmen bestehen Geschäftsbeziehungen im Zusammenhang mit Werbung und Öffentlichkeitsarbeit sowie mit Beförderungsleistungen von Postsendungen zu fremdüblicher Preisgestaltung. Die von assoziierten Unternehmen erbrachten Leistungen betrugen im Geschäftsjahr 2010 8,1 Mio EUR (2009: 4,9 Mio EUR). Die Umsatzerlöse aus Leistungen für assoziierte Unternehmen betragen in Relation zum Gesamtumsatz 0,9% (2009: 0,8%). Zum Bilanzstichtag bestehen gegenüber at equity konsolidierten Unternehmen offene Forderungen in Höhe von 2,5 Mio EUR (31.12.2009: 2,3 Mio EUR) sowie offene Verbindlichkeiten in Höhe von 1,3 Mio EUR (31.12.2009: 0,9 Mio EUR).

Folgende Vergütungen einschließlich der Veränderung von Rückstellungen wurden an Aufsichtsräte, Vorstände und leitende Angestellte in den Geschäftsjahren 2009 und 2010 gewährt:

Mio EUR Aufsichtsräte Vorstände Leitende
Angestellte
Gesamt
Geschäftsjahr 2009
Kurzfristig fällige Leistungen 0,2 3,0 12,5 15,6
Leistungen nach Beendigung des Arbeits
verhältnisses
0,0 0,0 0,0 0,0
Andere langfristig fällige Leistungen 0,0 0,0 0,0 0,1
Leistungen aus Anlass der Beendigung des
Arbeitsverhältnisses
0,0
0,2
0,6
3,6
1,1
13,7
1,7
17,5
Geschäftsjahr 2010
Kurzfristig fällige Leistungen 0,2 3,4 13,1 16,6
Leistungen nach Beendigung des Arbeits
verhältnisses
0,0 0,0 0,0 0,0
Andere langfristig fällige Leistungen 0,0 –0,1 0,0 –0,1
Leistungen aus Anlass der Beendigung des
Arbeitsverhältnisses
0,0 0,0 0,1 0,1
Aktienbasierte Vergütungen 0,0 0,6 0,8 1,3
0,2 3,8 14,0 18,0

Im Geschäftsjahr 2010 bestanden Geschäftsbeziehungen mit leitenden Angestellten in Höhe von 0,0 Mio EUR (2009: 0,1 Mio EUR).

9.6 Aufwendungen für Abschlussprüfer

Im Geschäftsjahr 2010 stellte sich das Honorar für den Abschlussprüfer Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH und mit ihm verbundene Unternehmen wie folgt dar:

Leistungen Wirtschaftsprüfer in EUR 2010
Abschlussprüfung
Einzel- und Konzernabschluss zum 31.12.2010 der Österreichischen Post AG 148.500,00
Abschlussprüfungen zum 31.12.2010 bei Tochtergesellschaften der Österreichischen Post AG 129.000,00
Andere Bestätigungsleistungen 31.644,00
Steuerberatungsleistungen 0,00
Sonstige Beratungsleistungen 171.098,00
480.242,00

9.7 Konzernunternehmen

Name und Sitz des Unternehmens Anteil
in %
Konsoli
dierungsart
Post Paket Service GmbH, Wien 100,00 VK
Post & Co Vermietungs OG, Wien 100,00 VK
Post International Beteiligungs GmbH, Wien 100,00 VK
Post.Wertlogistik GmbH, Wien 100,00 VK
Post.Maintain Management Objektverwaltungs- und -instandhaltungs GmbH, Wien 100,00 VK
Medien.Zustell GmbH, Wien 100,00 VK
Austrian Post International Deutschland GmbH, Bonn 100,00 VK
Post Immobilien GmbH, Wien 100,00 VK
PTI Immobilienvermittlung GmbH, Wien 100,00 VK
Post Eins Beteiligungs GmbH, Wien 100,00 VK
Post Zwei Beteiligungs GmbH, Wien 100,00 VK
Post Drei Beteiligungs GmbH, Wien 100,00 VK
Post Vier Beteiligungs GmbH, Wien 100,00 VK
A4 Business Solutions GmbH, Wien 100,00 VK
Post Fünf Beteiligungs GmbH, Wien 100,00 VK
Weber Escal d.o.o., Zagreb 100,00 VK
Scanpoint Europe Holding GmbH, Wien 100,00 VK
Scanpoint Deutschland GmbH, Schwandorf 100,00 VK
Scanpoint Slovakia s.r.o., Brezno 100,00 VK
feibra GmbH, Wien 100,00 VK
PROWERB Gesellschaft für produktive Werbung GmbH, Wien 100,00 VK
feibra Magyarország Kft, Budapest 100,00 VK
PS Postservicegesellschaft m.b.H., Wien 100,00 VK
feibra West GmbH, Wien 100,00 VK
Post d.o.o. za usluge, Zagreb 100,00 VK
EBPP Electronic Bill Presentment and Payment GmbH, Wien 100,00 VK
R-Electronic-Bill-Presentment Beteiligungs GmbH, Wien 100,00 VK
Overseas Trade Co Ltd d.o.o., Zagreb 100,00 VK
Name und Sitz des Unternehmens Anteil
in %
Konsoli
dierungsart
Slovak Parcel Service s. r. o., Bratislava 100,00 VK
In Time s.r.o., Bratislava 100,00 VK
Kolos s.r.o., Bratislava 100,00 VK
Austrian Post International Ungarn Kft, Gyál 100,00 VK
trans-o-flex Hungary Kft, Gyál 100,00 VK
City Express d.o.o., Beograd 100,00 VK
trans-o-flex Austria GmbH, Wien 100,00 VK
24-VIP d.o.o, Sarajevo 100,00 VK
City Express Montenegro d.o.o, Podgorica 100,00 VK
trans-o-flex Deutschland
trans-o-flex Logistics Group GmbH, Weinheim 100,00 VK
trans-o-flex GmbH, Weinheim 100,00 VK
trans-o-flex Verwaltung GmbH, Weinheim 100,00 VK
trans-o-flex Schnell-Lieferdienst GmbH & Co KG, Weinheim 100,00 VK
trans-o-flex Transport Logistik GmbH, Weinheim 100,00 VK
trans-o-flex Customer-Service GmbH, Weinheim 100,00 VK
trans-o-flex Linienverkehr GmbH, Weinheim 100,00 VK
trans-o-flex Logistik Service GmbH, Weinheim 100,00 VK
trans-o-flex Admin-Service GmbH, Weinheim 100,00 VK
trans-o-flex IT-Service GmbH, Weinheim 100,00 VK
ThermoMed Verwaltungs GmbH, Weinheim 100,00 VK
trans-o-flex ThermoMed GmbH & Co KG, Weinheim 100,00 VK
trans-o-flex Accounting Service GmbH, Weinheim 100,00 VK
trans-o-flex Billing Service GmbH, Weinheim 100,00 VK
eurodisnet GmbH, Weinheim1 100,00 VK
Scherübl Transport GmbH, Frankenburg/a.H.2 74,90 VK
trans-o-flex Nederland B.V., Dordrecht 100,00 VK
trans-o-flex Belgium, Turnhout 100,00 VK
LogIn Service d.o.o., Sarajevo 100,00 VK
meiller
MEILLERGHP GmbH, Schwandorf3 65,00 EQ
meiller direct CZ sro., Nyrany3 65,00
Swiss Post Solution a.s., Pilsen3 65,00
meiller direct sarl., Paris3 65,00
Mailstep Holding a.s., Prag3 65,00
Mailstep sro., Prag3 65,00
GHP Direct France sarl., Le Chesnay3 65,00
meiller direct AB, Landskrona3 65,00
meiller direct LTD., Kent3 65,00
Swiss Post Solution SP z.o.o., Krakau3 65,00
GHP Direct Russ OOO, Moskau3 65,00
Kolos Marketing s.r.o., Prag3 58,50
Name und Sitz des Unternehmens Anteil
in %
Konsoli
dierungsart
Kolos Marketing s.r.o., Prag 10,00 EQ
Mader Zeitschriftenverlagsgesellschaft m.b.H., Wien 25,10 EQ
D2D – direct to document GmbH, Wien 30,00 EQ
FEIPRO Vertriebs GesmbH, Gaweinstal 50,00 EQ
OmniMedia Werbeges.m.b.H., Wien 21,00 EQ
Eurodis GmbH, Weinheim 59,40 EQ
OMNITEC Informationstechnologie-Systemservice GmbH, Wien 50,00 KK

1 In Liquidation

2 Bei der Scherübl Transport GmbH werden aufgrund der dem Minderheitengesellschafter zustehenden Put-Option 100% der Anteile konsolidiert und damit keine Minderheitenanteile im Eigenkapital gezeigt sowie der Firmenwert in vollem Ausmaß angesetzt.

3 Das Ergebnis aus at equity konsolidierten Unternehmen der MEILLERGHP GmbH entspricht dem anteiligen Konzernjahresergebnis des MEILLERGHP Konzerns und beinhaltet anteilig das Jahresergebnis der Tochtergesellschaften.

VK – Vollkonsolidierung, EQ – Equity-Konsolidierung, KK – keine Konsolidierung wegen Unwesentlichkeit

Die trans-o-flex-Gesellschaften mit Sitz in Deutschland machen Gebrauch von der gesetzlichen Befreiung der Offenlegung gemäß §§ 264 Abs. 3, 264 b dHGB.

9.8 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Die Österreichische Post hat entsprechend der geänderten Gesetzeslage zur umsatzsteuerlichen Behandlung von Postdiensten entsprechend ihrer Allgemeinen Geschäftsbedingungen – bei gleichbleibender Produkt- und Tarifstruktur – insofern geändert, als seit 1. Jänner 2011 Dienstleistungen, die unter die gesetzlich vorgeschriebene Universaldienstverpflichtung fallen, umsatzsteuerfrei bleiben und alle anderen Postdienstleistungen nicht mehr von der Umsatzsteuerbefreiung für Postdienste umfasst sind.

Im Jänner 2011 wurde beschlossen, die Divisionen Brief und Filialnetz bis Anfang 2012 zusammenzuführen. Diese Entscheidung erfolgt vor dem Hintergrund der mittlerweile weit vorangeschrittenen Umwandlung eigenbetriebener Filialen zu Post Partnern und der erfolgreichen Neugestaltung der Kooperation mit der BAWAG P.S.K.

Ab Mai 2011 wird die Österreichische Post für Briefdienste im Inland wie auch im grenzüberschreitenden Postverkehr ein neues Produktportfolio anbieten, welches auch für den Universaldienst ein vereinfachtes, kundenorientiertes Produkt- und Dienstleistungsangebot mit formatbasierten Tarifen vorsieht. Die Österreichische Post hat die Allgemeinen Geschäftsbedingungen, die dieses neue Produktportfolio im Universaldienst abbilden, im November 2010 der Regulierungsbehörde vorgelegt. Nach eingehender Prüfung hat die Regulierungsbehörde die Allgemeinen Geschäftsbedingungen im Bereich Brief und adressierter Direktwerbung akzeptiert. Es können daher die neuen Geschäftsbedingungen mit neuen Produkten und Tarifen mit Anfang Mai 2011 in Kraft treten.

Der Vorstand der Österreichischen Post AG hat den geprüften Konzernabschluss zum 31. Dezember 2010 am 1. März 2011 zur Weitergabe an den Aufsichtsrat freigegeben. Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, den Konzernabschluss zu prüfen und zu erklären, ob er den Konzernabschluss billigt.

Wien, am 1. März 2011

Der Vorstand

Dipl.-Ing. Dr. Georg Pölzl Mag. Dr. Rudolf Jettmar

Generaldirektor Generaldirektor-Stellvertreter, verantwortlich für Finanzen

Dipl.-Ing. Dr. Herbert Götz Dipl.-Ing. Walter Hitziger Dipl.-Bwt. (FH) Carl-Gerold Mende Vorstandsmitglied, Vorstandsmitglied, Vorstandsmitglied, verantwortlich für Filialnetz verantwortlich für Brief verantwortlich für Paket & Logistik

Erklärung aller gesetzlichen  Vertreter gemäSS § 82 Abs. 4 Z3 BörseG

Als gesetzliche Vertreter der Österreichischen Post AG bestätigen wir nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Konzernabschluss zum 31. Dezember 2010 ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt, dass der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.

Wien, am 1. März 2011

Der Vorstand

Dipl.-Ing. Dr. Georg Pölzl Mag. Dr. Rudolf Jettmar Generaldirektor Generaldirektor-Stellvertreter,

Dipl.-Ing. Dr. Herbert Götz Dipl.-Ing. Walter Hitziger Dipl.-Bwt. (FH) Carl-Gerold Mende Vorstandsmitglied, Vorstandsmitglied, Vorstandsmitglied, verantwortlich für Filialnetz verantwortlich für Brief verantwortlich für Paket & Logistik

verantwortlich für Finanzen

kon zernab schluss

Bericht zum Konzernabschluss

Wir haben den beigefügten Konzernabschluss der Österreichische Post AG, Wien, für das Geschäftsjahr vom 1. Jänner 2010 bis zum 31. Dezember 2010 geprüft. Dieser Konzernabschluss umfasst die Konzernbilanz zum 31. Dezember 2010, die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung und Gesamtergebnisrechnung, die Konzerngeldflussrechnung und die Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung für das am 31. Dezember 2010 endende Geschäftsjahr sowie den Konzernanhang.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und für die Buchführung

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind für die Konzernbuchführung sowie für die Aufstellung des Konzernabschlusses verantwortlich, der ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind, vermittelt. Diese Verantwortung beinhaltet: Gestaltung, Umsetzung und Aufrechterhaltung eines internen Kontrollsystems, soweit dieses für die Aufstellung des Konzernabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, damit dieser frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist, sei es aufgrund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern; die Auswahl und Anwendung geeigneter Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden; die Vornahme von Schätzungen, die unter Berücksichtigung der gegebenen Rahmenbedingungen angemessen erscheinen.

Verantwortung des Abschlussprüfers und Beschreibung von Art und Umfang der gesetzlichen Abschlussprüfung

Unsere Verantwortung besteht in der Abgabe eines Prüfungsurteils zu diesem Konzernabschluss auf der Grundlage unserer Prüfung. Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung der in Österreich geltenden gesetzlichen Vorschriften und der vom International Auditing and Assurance Standards Board (IAASB) der International Federation of Accountants (IFAC) herausgegebenen International Standards on Auditing (ISAs) durchgeführt.

Diese Grundsätze erfordern, dass wir die Standesregeln einhalten und die Prüfung so planen und durchführen, dass wir uns mit hinreichender Sicherheit ein Urteil darüber bilden können, ob der Konzernabschluss frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist.

Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen hinsichtlich der Beträge und sonstigen Angaben im Konzernabschluss.

Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers unter Berücksichtigung seiner Einschätzung des Risikos eines Auftretens wesentlicher Fehldarstellungen, sei es aufgrund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern.

Bei der Vornahme dieser Risikoeinschätzung berücksichtigt der Abschlussprüfer das interne Kontrollsystem, soweit es für die Aufstellung des Konzernabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, um unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen geeignete Prüfungshandlungen festzulegen, nicht jedoch um ein Prüfungsurteil über die Wirksamkeit der internen Kontrollen des Konzerns abzugeben.

Die Prüfung umfasst ferner die Beurteilung der Angemessenheit der angewendeten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und der von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen wesentlichen Schätzungen sowie eine Würdigung der Gesamtaussage des Konzernabschlusses. Wir sind der Auffassung, dass wir ausreichende und geeignete Prüfungsnachweise erlangt haben, sodass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unser Prüfungsurteil darstellt.

Prüfungsurteil

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss nach unserer Beurteilung den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2010 sowie der Ertragslage des Konzerns und der Zahlungsströme des Konzerns für das Geschäftsjahr vom 1. Jänner 2010 bis zum 31. Dezember 2010 in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind.

Aussagen zum Konzernlagebericht

Der Konzernlagebericht ist aufgrund der gesetzlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die sonstigen Angaben im Konzernlagebericht nicht eine falsche Vorstellung von der Lage des Konzerns erwecken. Der Bestätigungsvermerk hat auch eine Aussage darüber zu enthalten, ob der Konzernlagebericht mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die Angaben nach § 243a UGB zutreffen.

Der Konzernlagebericht steht nach unserer Beurteilung in Einklang mit dem Konzernabschluss. Die Angaben gemäß § 243a UGB sind zutreffend.

Wien, am 1. März 2011

Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH

Mag. Walter Müller e.h. Mag. Josef Spadinger e.h. Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

Glossar – betriebswirtschaftlich

Capital Employed

Immaterielle Vermögenswerte und Firmenwerte

    • Sachanlagen
    • Als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien
    • Anteile at equity konsolidiert
    • Anteile an nicht konsolidierten Unternehmen
    • Vorräte
    • Forderungen
  • Unverzinsliches Fremdkapital
  • = Capital Employed

Earnings before Interest and Taxes (EBIT)

Ergebnis vor Zinsen und Steuern; entspricht dem Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit zuzüglich des Ergebnisses aus at equity konsolidierten Unternehmen.

EBIT-Marge

EBIT im Verhältnis zum Umsatz.

Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortisation (EBITDA)

Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen; entspricht dem EBIT zuzüglich der Abschreibungen.

EBITDA-Marge

EBITDA im Verhältnis zum Umsatz.

Earnings before Taxes (EBT)

Ergebnis vor Steuern.

Eigenkapitalquote

Eigenkapital im Verhältnis zum Gesamtkapital (Bilanzsumme).

STICHWORTVERZEICHNIS

Akquisitionen 29, 37 Aktionärsstruktur 9 Aufsichtsrat 12ff, 18f Ausblick 37ff Ausschüsse des Aufsichtsrats 13 Bankdienstleistungen 6, 35 BAWAG P.S.K. 6, 35 Bestätigungsvermerk 110f Bilanz 3, 48 Briefvolumen 6, 35 Cashflow 29f Cashflow-Statement 49 Corporate Governance 8ff Dividende 29, 37 Division Brief 33f Division Filialnetz 35f Division Paket & Logistik 34f EBIT 4, 26 EBITDA 4, 25 Eigenkapital 84f

Ergebnis je Aktie 4, 73 Gewinn- und Verlustrechnung 3, 46 Innovationsmanagement 32 Investitionen 3, 29f Kennzahlen 3f, 119f Liberalisierung 18, 38

Eigenkapitalrentabilität (ROE)

Ergebnis nach Ertragsteuern im Verhältnis zum Eigenkapital (ohne aufgegebene Geschäftsbereiche) zum 1. Jänner abzüglich geflossener Dividende; drückt die Ertragskraft des Unternehmens aus.

Ergebnis je Aktie

Periodenergebnis dividiert durch die durchschnittliche Anzahl der Aktien.

Free Cashflow

Cashflow aus Geschäftstätigkeit zuzüglich des Cashflow aus Investitionstätigkeit; zeigt, in welchem Umfang flüssige Mittel zur Bedienung des zu verzinsenden Kapitals zur Verfügung stehen.

IFRS

International Financial Reporting Standards; internationale Rechnungslegungsstandards.

Nettofinanzmittelüberschuss bzw. Nettoverschuldung

Finanzverbindlichkeiten

    • Andere verzinsliche Verbindlichkeiten
    • Sozialkapital und andere verzinsliche Rückstellungen
  • = Verzinsliches Fremdkapital
  • Finanzinvestitionen in Wertpapiere
  • Andere Finanzanlagen und verzinsliche Forderungen
  • Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
  • = Nettofinanzmittelüberschuss bzw. Nettofinanzmittelverschuldung

Return on Capital Employed (ROCE)

EBIT im Verhältnis zum durchschnittlichen Capital Employed.

Liquidität 28f Mitarbeiter 31, 38 Nettoverschuldung 3, 28, 89f Nettofinanzmittelverschuldung/ EBITDA 28 Periodenergebnis 3, 26 Personalaufwand 24, 70

Post Aktie 3, 121f Post Partner 6, 36 Postmarktgesetz 38f Risikomanagement 37ff, 99ff Strategie 6f Umsatz 3, 23 Umwelt 31f

Universaldienst 22, 32 Vergütung 15f Vorstand 6f, 9ff Zustellgeschwindigkeit 31

Geschichte der Post

1490 Erste standardisierte Postverbindung Europas zwischen Innsbruck und Mechelen (Belgien)
1750 Ab Mitte des 18. Jahrhunderts regelmäßig Postkutschenverkehr
1787 Erstmalige Verwendung von Orts- und Tagesstempeln
1817 Neuordnung des Portoentrichtungssystems, Einführung der Briefkästen
1850 Einführung der Briefmarken, Beginn des Transports von Postsendungen per Bahn
1863 Internationale Postkonferenz in Paris – Richtlinien für den Abschluss internationaler Postverträge
1869 Erste Postkarten, eine Erfindung aus Österreich, gelangen in Umlauf
1874 Gründung des Weltpostvereins
1875 Erfindung und Inbetriebnahme einer pneumatischen Rohrpostanlage in Wien
1916 Erste Hausbriefkästen in Österreich
1918 Weltweit erster ziviler Flugpostdienst in Österreich
1928 Einführung Hausbriefkästen/-fachanlagen
1938 Eingliederung in die Deutsche Reichspost
1945 Wiederaufnahme des österreichischen Postdienstes
Reorganisation und Wiederaufbau des österreichischen Postnetzes
1957 Einführung von Landbriefträgerabgabekästen,
Inbetriebnahme einer mechanischen Paketverteilanlage im Postamt Wien 101 (Westbahnhof)
1959 Inbetriebnahme einer mechanischen Briefverteil- und Beutelstückförder- und -verteilanlage im
Postamt Wien 101 (Westbahnhof)
1966 Etablierung des Postleitzahlensystems
1986 Express Mail Service (EMS) als neues Service mit prioritärer Behandlung für Briefe und Pakete
1996 Gründung der Post und Telekom Austria
1999 Rechtliche Verselbstständigung der Österreichischen Post AG (für Post und Postbus)
Gezielte Investitionen in Modernisierung der Logistikinfrastruktur
2000 Abspaltung des Geschäftszweigs Postbus an die ÖIAG
2001 Akquisition feibra Österreich (unadressierte Werbesendungen)
2002 Akquisition der slowakischen Paketgesellschaften Slovak Parcel Service (SPS) und In-Time
2003 Übernahme der kroatischen Overseas Trade
2005 Erwerb von feibra Ungarn (unadressierte Werbesendungen)
Aufstockung des Anteils an feibra Österreich (unadressierte Werbesendungen) auf 100%
2006 Börsegang an der Wiener Börse – 49% Streubesitz
Akquisition von Kolos, Slowakei (Werbesendungen); Wiener Bezirkszeitung, Österreich (Medienpost);
Weber Escal, Kroatien (Werbesendungen); trans-o-flex, Deutschland (B2B-Speziallogistik)
2007 Weitere Akquisitionen und Erschließung von Nischen: Übernahme von Weber Escal, Kroatien (Direct
Marketing); Scanpoint Europe, Deutschland (Dokumenten-Digitalisierung); Road Parcel Logistics und
Merland Expressz, Ungarn (Paketmarkt); Scherübl Transport, Österreich (Pharmatransporte); meiller direct,
Deutschland (Direct Marketing); VOP und DHL EXPRESS DDS, Belgien und Niederlande (Paketgeschäft);
ST Media, Kroatien (unadressierte Werbesendungen); City Express, Serbien und Montenegro (Paket
geschäft); Beteiligung von 5% an BAWAG P.S.K.
2008 Integration bestehender Gesellschaften und selektive Akquisitionen: 24VIP, Bosnien-Herzegowina
(Paketgeschäft); Cont-Média, Kroatien (Direct Marketing); HSH Holding, Belgien (Paketgeschäft)
2009 Postmarktgesetz schafft Rahmenbedingungen für den ab 1. Jänner 2011 voll liberalisierten Briefmarkt
Akquisition von Rhenus Life Sciences, Deutschland (Pharmalogistik)
Neuer Kollektivvertrag für neu eintretende Mitarbeiter
2010 Erhöhung des Anteils an der EBPP Electronic Bill Presentment and Payment GmbH, einem führenden
Unternehmen in der elektronischen Rechnungslegung, von 40% auf nunmehr 100%
Ausbau und Intensivierung der Kooperation zwischen BAWAG P.S.K. und Österreichischer Post
Einführung neuer online-Services, z. B. e-Postkarte
Einbringung des Direct-Mail-Produzenten meiller direct in ein Joint Venture mit der Schweizerischen Post:
am neu entstandenen Unternehmen MEILLERGHP hält die Österreichische Post 65%

2010 im Überblick

Jänner

Österreichische Post, Wirtschaftskammer und Gemeindebund beschließen Intensivierung des Post Partner-Konzeptes. Das Versandhandelshaus Otto verlängert für weitere zwei Jahre den Kooperationsvertrag mit der Österreichischen Post.

Februar

Per 1. Februar übernehmen Österreichische Post und feibra Kunden von redmail.

März

Die Österreichische Post und die Generali Gruppe Österreich verstärken ihre strategische Partnerschaft mit dem Abschluss eines neuen Dienstleistungsvertrages.

April

Am "Tag der offenen Tür" der Logistikzentren nehmen mehr als 2.000 Besucher Einblick in die Weiterverarbeitung von Millionen Sendungen durch engagierte Mitarbeiter und modernste Technik.

Mai

Start der an Endkonsumenten gerichteten neuen Werbekampagne unter dem Slogan "Wenn's wirklich wichtig ist, dann lieber mit der Post".

Juni

Start der e-Postkarte, die ein wichtiges Bindeglied zwischen Internet und klassischer Post darstellt. Damit können Urlaubsgrüße direkt vom Handy oder via Web als Postkarte versendet werden.

September

Die Post-Tochter EBPP startet das neue Service meinbrief.at. Die duale Zustellung ermöglicht den Versand von Schriftstücken auf die vom Empfänger gewünschte Art und Weise: elektronisch über eine gesicherte Internet-Verbindung oder als physischer Brief.

In Linz fällt der Startschuss zur Auslieferung der neuen, 75 PS starken Opel Combo Kraftfahrzeuge für Zustellungen.

Oktober

Ausbau und Intensivierung der Kooperation zwischen BAWAG P.S.K. und Österreichischer Post. Die beiden Unternehmen bündeln Kräfte und Know-how. Das neue Filialkonzept sieht vor, an mehr als 500 Standorten in ganz Österreich das volle Leistungs- und Produkt-Sortiment der BAWAG P.S.K. sowie der Österreichischen Post anzubieten.

Österreichische und Schweizerische Post bündeln internationale Direct-Mail-Aktivitäten in einem Joint Venture. Am neu entstandenen Unternehmen MEILLERGHP hält die Österreichische Post 65%.

November

Dipl.-Ing. Peter Umundum wird zum Vorstand für Paket & Logistik bestellt. Er wird seine Funktion per 1. April 2011 antreten.

Die Österreichische Post bringt das Premium light Paket auf den Markt, das vom Briefzusteller ins Haus gebracht wird und durch die Reglementierung in der Größe und im Gewicht in jeden Hausbriefkasten passt.

Dezember

Im Rahmen des Kooperationsvertrages zwischen dem AMS und der Österreichischen Post werden die Experten des AMS die Post bei der Beratung und Ausbildung von Mitarbeitern im internen Post-Arbeitsmarkt unterstützen.

Adressen von Tochtergesellschaften

Österreichische Post AG Postgasse 8 1010 Wien, Österreich T: +43 (0) 57767-0 I: www.post.at

A4 Business Solutions GmbH

Wipplingerstraße 23 1010 Wien, Österreich T: +43 (1) 24777-0 I: www.a4b.at

Austrian Post International

Deutschland GmbH Rheinwerkallee 2 53227 Bonn, Deutschland T: +49 (228) 932949-0 I: www.austrianpost.de

City Express d.o.o.

Kumodraška 240 11010 Belgrad, Serbien T: +381 (11) 3093 009 I: www.cityexpress.rs

City Express Montenegro d.o.o.

Sergeja Jesenjina 7 81000 Podgorica, Crna Gora, Montenegro T: +382 (20) 641 166 I: www.cityexpress.me

feibra GmbH

Altmannsdorfer Straße 329 1230 Wien, Österreich T: +43 (1) 66130-0 I: www.feibra.at

feibra Magyarország Kft.

Váci út 95 1139 Budapest, Ungarn T: +36 (1) 340 9921 I: www.feibra.hu

In Time s.r.o.

Senecká cesta 1 90028 Ivanka pri Dunaji, Slowakei T: +421 (2) 48 707 901 I: www.intime.sk

Kolos s.r.o.

Senecká cesta 1 90028 Ivanka pri Dunaji, Slowakei T: +421 (2) 6531 6504 I: www.kolos.sk

MEILLERGHP GmbH

Gutenbergstraße 1-5 92421 Schwandorf, Deutschland T.: +49 (9431) 620-0 I: www.meillerdirect.com

Overseas Trade Co.Ltd. d.o.o.

Zastavnice 38a 10251 Hrvatski Leskovac, Kroatien T: + 385 (1) 460 70 01 I: www.overseas.hr

Post Immobilien GmbH

Postgasse 8 1010 Wien, Österreich T: +43 (0) 57780-0 I: www.postimmobilien.at

Post.Maintain Management Objektverwaltungs- und Instandhaltungs GmbH Postgasse 8 1010 Wien, Österreich

T: +43 (0) 57767 - 23881

Post.Wertlogistik GmbH

Steinheilgasse 1 1210 Wien, Österreich T: +43 (0) 57767 26713

Scanpoint Europe Holding GmbH

Postgasse 8 1010 Wien, Österreich T: +43 (1) 512 21 21-0 I: www.scanpoint.eu

Scherübl Transport GmbH

Hondastraße 1 2351 Wiener Neudorf, Österreich T: +43 (2236) 677 194-0 I: www.scheruebl.com

Slovak Parcel Service s.r.o.

Senecká cesta 1 90028 Ivanka pri Dunaji, Slowakei T: +421 (2) 48 707 211 I: www.sps-sro.sk

trans-o-flex Belgium B.V.B.A.

Hoofdkantoor Sint Niklaas Industriepark West 65 9100 Sint Niklaas, Belgien T: +32 (3) 7600 500 I: www.trans-o-flex.be

trans-o-flex Hungary Kft. Heltai Jeno˝ út 73 2360 Gyál, Ungarn T: +36 (29) 887 154 I: www.tof.hu

trans-o-flex Logistics Group GmbH Hertzstraße 10 69469 Weinheim, Deutschland T: +49 (6201) 988-0

I: www.trans-o-flex.de

trans-o-flex Nederland B.V.

Hoofdkantoor Dordrecht Jacobus Lipsweg 46 3316 BP Dordrecht, Niederlande T: +31 (78) 6551818 I: www.trans-o-flex.nl

Weber Escal d.o.o.

Zastavnice 38a 10 251 Hrvatski Leskovac, Kroatien T: +385 (1) 6175 111 I: www.weber-escal.com

24VIP Logistics Services d.o.o.

Tresnje 1 71000 Sarajewo, Bosnien-Herzegowina T: +387 (33) 76 44 39 I: www.24vip.net

Österreichische Post AG

Unternehmenszentrale Postgasse 8 1010 Wien T: +43 (0) 57767-0 E: [email protected] I: www.post.at

Investor Relations Dipl.-Ing. Harald Hagenauer T: +43 (0) 57767-30401 F: +43 (0) 57767-30409 E: [email protected] I: www.post.at/ir

Konzernkommunikation Mag. Ina Sabitzer T: +43 (0) 57767-21763 F: +43 (0) 57767-28050 E: [email protected] I: www.post.at/pr

Geschäftskunden1

T: 0800 212 212 www.business.post.at Privatkunden1 Post-Kundenservice T: 0810 010 100

EMS- und Paket-Auskunft1 T: 0810 010 100

Briefmarkensammlerservice1 T: 0800 100 197 I: www.philatelie.at

Postfiliale T: +43 (0) 57767-xxxx2 I: www.post.at/postfilialen I: www.xxxx.post.at2

Persönliche Briefmarke I: www.meine-marke.at

Österreichische Post Online-Geschäftsbericht 2010 www.post.at/gb2010

CSR – Nachhaltigkeit www.post.at/csr

Wenn Sie mehr über die Österreichische Post wissen wollen (Geschäftsberichte, Quartalsberichte etc.), haben Sie die Möglichkeit, sich auf unseren Verteiler setzen zu lassen: T: +43 (0) 57767-30401 E: [email protected] I: www.post.at/ir

1 Für Österreich

2 Bitte "xxxx" durch gewünschte Postleitzahl Ihrer Postfiliale ersetzen, und schon haben Sie eine direkte Verbindung.

Kennzahlenüberblick 2001-2010

Gewinn- und
Verlustrechnung
20011
IFRS
20021
IFRS
20032
IFRS
20042
IFRS
2005
IFRS
2006
IFRS
2007
IFRS
2008
IFRS
2009
IFRS
2010
IFRS
Umsatzerlöse Mio EUR 1.565,2 1.571,7 1.585,2 1.654,4 1.701,6 1.736,7 2.315,7 2.441,4 2.356,9 2.351,1
Sonstige
betriebliche
Erträge
Mio EUR 69,5 57,4 71,7 73,0 52,9 58,8 72,6 81,0 89,6 90,5
Materialaufwand
und Aufwand für
bezogene
Leistungen Mio EUR –190,9 –198,4 –228,8 –241,8 –241,9 –258,0 –692,2 –778,2 –766,1 –771,0
Personalaufwand Mio EUR –1.023,8 –1.015,0 –1.020,7 –1.046,6 –1.064,0 –1.063,0 –1.120,4 –1.119,2 –1.139,3 –1.120,7
Sonstige
betriebliche
Aufwendungen
Mio EUR –257,8 –254,2 –250,6 –236,7 –223,5 –243,9 –284,0 –304,5 –277,0 –288,8
Ergebnis aus at
equity konsolidier
ten Unternehmen
Mio EUR 3,6 1,0 0,9 0,7 –1,3 1,1 0,9 1,2 5,1 1,0
Ergebnis vor
Zinsen, Steuern
und Abschrei
bungen (EBITDA)
Mio EUR 109,4 101,6 157,7 203,1 223,8 231,7 292,7 321,7 269,2 262,1
EBITDA-Marge % 7,0% 6,5% 9,9% 12,3% 13,2% 13,3% 12,6% 13,2% 11,4% 11,1%
Abschreibungen Mio EUR –103,3 –108,1 –129,6 –120,9 –120,8 –108,4 –130,0 –152,2 –119,8 –105,2
Ergebnis vor
Zinsen und
Steuern (EBIT)
Mio EUR 15,1 4,1 28,1 82,2 103,0 123,3 162,8 169,5 149,4 156,9
EBIT-Marge % 1,0% 0,3% 1,8% 5,0% 6,1% 7,1% 7,0% 6,9% 6,3% 6,7 %
Sonstiges
Finanzergebnis
Mio EUR 19,5 4,7 –2,5 –5,4 –2,1 7,2 2,1 –11,3 –24,6 –8,2
Ergebnis vor
Steuern (EBT)
Mio EUR 6,1 –6,6 25,6 76,7 100,9 130,5 164,9 158,2 124,8 148,7
Ertragsteuern Mio EUR –8,1 –0,7 –10,8 –29,9 –10,9 –30,8 –42,2 –39,3 –45,1 –30,3
Ergebnis
aufgegebene
Geschäftsbereiche
Mio EUR 2,1 3,2 9,8
Periodenergebnis Mio EUR 17,5 –2,5 16,9 50,0 99,9 99,8 122,6 118,9 79,7 118,4
Ergebnis je Aktie3 EUR 0,24 –0,06 0,21 0,71 1,43 1,43 1,75 1,71 1,18 1,75
Mitarbeiter
(Periodendurch
schnitt, Vollzeit
kräfte)
30.357 29.558 27.713 26.342 25.192 24.456 25.764 27.002 25.921 24.969

1 Inklusive Versicherungssparte (Postversicherung AG)

2 Bereinigt um Versicherungssparte (Postversicherung AG)

3 Bezogen auf 70.000.000 Stück Aktien, 2008 auf 69.505.601 Stück Aktien, ab 2009 bezogen auf 67.552.638 Stück Aktien

Cashflow 20011
IFRS
20021
IFRS
20032
IFRS
20042
IFRS
2005
IFRS
2006
IFRS
2007
IFRS
2008
IFRS
2009
IFRS
2010
IFRS
Cashflow aus
dem Ergebnis vor
Steuern
Mio EUR 250,5 316,9 327,1 328,5 278,3 220,7 196,0
Cashflow aus
der Geschäftstä
tigkeit vor Steuern
Mio EUR 331,9 287,2 332,0 274,8 254,8 240,8
Cashflow aus
Geschäftstätigkeit
Mio EUR 49,6 76,3 145,0 223,8 298,0 238,0 295,9 233,4 230,0 178,9
Cashflow aus
der Investitions
tätigkeit
Mio EUR 25,5 –153,8 –44,4 –125,5 –92,6 –142,6 –142,4 –23,1 6,9 –25,3
Dividenden
ausschüttung
Mio EUR 75,2 –76,6 100,6 98,3 205,4 95,4 153,5 210,3 236,9 108,1
Bilanz
Bilanzsumme Mio EUR 1.601,7 1.631,8 1.617,9 1.795,7 1.563,0 1.901,6 2.058,6 1.874,6 1.775,3 1.715,1
Langfristiges
Vermögen
Mio EUR 1.223,2 1.287,6 1.021,7 1.011,4 997,4 1.272,9 1.361,9 1.252,1 1.141,3 1.067,6
Kurzfristiges
Vermögen
Mio EUR 378,6 344,1 287,4 393,7 542,6 614,9 694,3 622,5 634,0 647,5
Eigenkapital Mio EUR 749,7 718,9 698,9 712,5 762,1 821,4 874,3 741,5 673,7 690,8
Langfristige
Verbindlichkeiten
Mio EUR 400,6 426,3 218,2 287,5 361,3 564,0 598,0 551,8 514,0 479,4
Kurzfristige
Verbindlichkeiten
Mio EUR 451,5 486,6 405,2 421,0 439,6 516,2 586,3 581,3 587,6 544,9
Verzinsliches
Fremdkapital
Mio EUR 293,1 369,1 607,6 711,5 655,9 629,5 540,3
Verzinsliche Aktiva Mio EUR 196,6 397,1 433,7 538,1 385,8 398,3 413,7
Nettoverschuldung/
-überschuss
Mio EUR –96,5 28,0 –173,9 –173,4 –270,2 –231,2 –126,6
Net Debt/EBITDA 0,48 –0,13 0,75 0,59 0,84 0,86 0,48
Eigenkapitalquote % 46,8% 44,1% 43,2% 39,7% 48,8% 43,2% 42,5% 39,6% 38,0% 40,3%
Eigenkapital
rentabilität (ROE)
% 2,2% –0,3% 2,5% 7,2% 13,6% 13,8% 16,3% 16,8% 13,9% 20,7%
Capital Employed Mio EUR 796,2 694,3 935,0 992,2 952,5 861,7 767,5
Gearing Ratio % 36,4% 34,3% 18,3%
Return on Capital
Employed (ROCE)
% 10,2% 13,8% 15,1% 16,9% 17,4% 16,5% 19,3%

1 Inklusive Versicherungssparte (Postversicherung AG)

2 Bereinigt um Versicherungssparte (Postversicherung AG)

Finanzkalender 2011

15. März 2011 Jahresergebnis 2010
18. April 2011 Record Date für die Teilnahme an der Hauptversammlung
28. April 2011 Hauptversammlung 2011, Wien
12. Mai 2011 Ex-Dividendentag und Dividendenzahltag für Dividende von 1,60 EUR je Aktie1
13. Mai 2011 Zwischenbericht 1. Quartal 2011
19. August 2011 Halbjahresfinanzbericht 2011
17. November 2011 Zwischenbericht 1.–3. Quartal 2011

1 Vorschlag an die Hauptversammlung am 28. April 2011

Entwicklung der Post Aktie (Jänner-Dezember 2010)

Aktienkenn
zahlen
20011 20021 20032 20042 2005 2006 2007 2008 2009 2010
Aktienkurs zum
31.12.
36,10 23,99 24,10 19,02 24,73
Dividende je Aktie Mio EUR 0,41 0,51 0,51 0,57 0,57 1,00 2,40 2,50 1,50 1,603
Total Shareholder
Return
% +90,0% –30,8% +10,5% –10,7% +37,9%
Shareholder
Return seit Börse
gang (IPO-Preis
19,0 EUR)
% +90,0% +31,5% +44,7% +31,2% +69,1%
Marktkapitali
sierung per Ende
Dezember
Mio EUR 2.527,0 1.679,3 1.628,0 1.284,9 1.670,6

1 Inklusive Versicherungssparte (Postversicherung AG)

2 Bereinigt um Versicherungssparte (Postversicherung AG)

3 Vorschlag an die Hauptversammlung am 28. April 2011

Basisinformationen

AT0000APOST4
POST
POST.VI
POST AV
67.552.638 Stück
Wiener Börse
EUR 19,00
31. Mai 2006
1
Stammaktien
Kein Aktiensplit

Herausgeber und Medieninhaber

Österreichische Post AG Postgasse 8, 1010 Wien, Österreich T: +43 (0) 57767-0, E: [email protected], I: www.post.at FN: 180219d, Handelsgericht Wien

Konzept, Gestaltung und Gesamtkoordination

be.public Werbung Finanzkommunikation, Wien Projektagentur Weixelbaumer, Linz

Druck

Niederösterreichisches Pressehaus, St. Pölten

Wir haben diesen Bericht mit der größtmöglichen Sorgfalt erstellt und die Daten überprüft. Rundungs-, Satz- oder Druckfehler können dennoch nicht ausgeschlossen werden. Bei der Summierung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben können durch Verwendung automatischer Rechenhilfen rundungsbedingte Rechendifferenzen auftreten.

Dieser Bericht enthält auch zukunftsbezogene Einschätzungen und Aussagen, die wir auf Basis aller uns zum gegenwärtigen Zeitpunkt zur Verfügung stehenden Informationen getroffen haben. Diese zukunftsbezogenen Aussagen werden üblicherweise mit Begriffen wie "erwarten", "schätzen", "planen", "rechnen" etc. umschrieben. Wir weisen darauf hin, dass die tatsächlichen Gegebenheiten – und damit auch die tatsächlichen Ergebnisse – aufgrund verschiedenster Faktoren von den in diesem Bericht dargestellten Erwartungen abweichen können.

Personenbezogene Formulierungen sind geschlechtsneutral zu verstehen.

Dieser Geschäftsbericht ist auch in englischer Sprache verfügbar. Maßgeblich ist in Zweifelsfällen die deutschsprachige Version.

Redaktionsschluss: 1. März 2011

JAHRESABSCHLUSS 2010 ÖSTERREICHISCHE POST AG EINZELABSCHLUSS NACH ÖSTERREICHISCHEM UGB

ANLAGENVERZEICHNIS

Bilanz zum 31. Dezember 2010 3
Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2010 5
Anhang für das Geschäftsjahr 2010 6
Lagebericht für das Geschäftsjahr 2010 32

BILANZ ZUM 31. DEZEMBER 2010

31.12.2009
TEUR
31.12.2010
EUR
Aktiva A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 5.559 5.163.754,59
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten,
einschließlich der Bauten auf fremdem Grund 295.580 271.552.635,56
2. technische Anlagen und Maschinen 43.310 41.883.291,70
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 93.607 85.964.815,86
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau 11.331 4.265.476,84
443.827 403.666.219,96
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 446.680 453.715.724,08
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 11.777 55.676.043,37
3. Beteiligungen 988 988.494,90
4. Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens 101.024 91.018.109,68
560.469 601.398.372,03
1.009.856 1.010.228.346,58
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Hilfs- und Betriebsstoffe 5.289 4.217.839,48
2. Waren 12.163 11.170.826,20
17.452 15.388.665,68
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 162.656 163.810.074,71
2. Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 40.560 49.804.008,36
3. Forderungen gegenüber Unternehmen, mit denen
ein Beteiligungsverhältnis besteht 2.403 2.012.962,54
4. sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände 18.024 27.505.166,98
223.643 243.132.212,59
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 253.475 286.912.038,76
494.570 545.432.917,03
C. Rechnungsabgrenzungsposten 28.777 27.234.515,39
1.533.203 1.582.895.779,00
Passiva 31.12.2009
TEUR
31.12.2010
EUR
A. Eigenkapital
I. Grundkapital 337.763 337.763.190,00
II. Kapitalrücklagen
1. gebundene 12.237 12.236.810,00
2. nicht gebundene 118.300 118.299.759,74
III. Gewinnrücklagen
1. gesetzliche Rücklage 35.000 35.000.000,00
2. andere Rücklagen (freie Rücklagen) 0 15.000.000,00
IV. Bilanzgewinn,
davon Gewinnvortrag: EUR 4.430.130,23; Vorjahr: TEUR 2.924 120.759 149.361.639,94
624.059 667.661.399,68
B. Unversteuerte Rücklagen
1. Bewertungsreserve auf Grund von Sonderabschreibungen 12.705 16.355.828,12
C. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Abfertigungen 70.916 76.955.000,00
2. Steuerrückstellungen 32.318 22.952.000,00
3. sonstige Rückstellungen 532.820 512.096.120,00
636.054 612.003.120,00
D. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 12.780 9.740.748,25
2. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 330 152.518,93
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 129.097 136.300.890,84
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 39.538 59.709.264,36
5. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht 1.046 1.107.966,64
6. sonstige Verbindlichkeiten, 66.802 70.362.667,29
davon aus Steuern: EUR 16.486.919,82; Vorjahr: TEUR 29.279
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: EUR 19.685.009,70;
Vorjahr: TEUR 18.031
249.594 277.374.056,31
E. Rechnungsabgrenzungsposten 10.791 9.501.374,89
1.533.203 1.582.895.779,00
Sonstige vertragliche Haftungsverhältnisse 175.650 154.048.632,16

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2010

2009 2010
TEUR EUR
1. Umsatzerlöse 1.620.032 1.595.005.569,02
2. sonstige betriebliche Erträge
a) Erträge aus dem Abgang vom Anlagevermögen mit Ausnahme der Finanzanlagen 23.926 23.063.660,25
b) Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 9.643 1.141.731,80
c) übrige 49.438 48.944.325,70
3. Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Leistungen
a) Materialaufwand -78.978 -58.454.864,96
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -179.279 -208.050.029,35
4. Personalaufwand
a) Gehälter -773.978 -751.174.788,73
b) Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen
an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen -12.206 -16.935.627,20
c) Aufwendungen für Altersversorgung -153 -103.524,96
d) Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben sowie vom
Entgelt abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge -201.296 -199.037.643,51
e) Sonstige Sozialaufwendungen -7.145 -7.536.335,75
5. Abschreibungen auf immaterielle Gegenstände des
Anlagevermögens und Sachanlagen -64.740 -66.985.809,97
davon außerplanmäßige Abschreibungen auf
das Anlagevermögen gemäß § 204 Abs.2 UGB:
EUR 3.434.648,21; Vorjahr: TEUR 388
6. sonstige betriebliche Aufwendungen
a) Steuern, soweit nicht vom Einkommen und Ertrag -5.997 -6.234.536,48
b) übrige -205.201 -206.292.648,80
7. Zwischensumme aus Z 1 bis 6 (Betriebsergebnis) 174.066 147.349.477,06
8. Erträge aus Beteiligungen 9.601 35.329.905,19
davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 35.329.905,19;
Vorjahr: TEUR 9.112
9. Erträge aus anderen Wertpapieren des Finanzanlagevermögens 2.101 753.497,60
10. sonstige Zinsenerträge 5.150 5.036.432,87
davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 838.472,90;
Vorjahr: TEUR 829
11. Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu Finanzanlagen 15.637 8.553,97
davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 7.053,97;
Vorjahr: TEUR 14.312
12. Aufwendungen aus Finanzanlagen -44.696 -5.242.755,06
davon Abschreibungen: EUR 5.235.755,06; Vorjahr: TEUR 43.719
davon Aufwendungen aus verbundenen Unternehmen: EUR 5.235.755,06;
Vorjahr: TEUR 23.700
13. Zinsenaufwendungen -2.173 -1.894.679,53
davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 1.234.611,84;
Vorjahr: TEUR 1.166
14. Zwischensumme aus Z 8 bis 13 (Finanzergebnis) -14.380 33.990.955,04
15. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 159.686 181.340.432,10
16. Steuern vom Einkommen und Ertrag -39.726 -32.757.630,23
17. Jahresüberschuss 119.959 148.582.801,87
18. Auflösung unversteuerter Rücklagen 560 140.499,99
19. Zuweisung zu unversteuerten Rücklagen -2.684 -3.791.792,15
20. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 2.924 4.430.130,23
21. Bilanzgewinn 120.759 149.361.639,94

ANHANG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2010

Inhaltsverzeichnis

1. Grundsätzliche Ausführungen 7
2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
2.1.
Allgemeine Angaben
2.2.
Anlagevermögen
2.3.
Umlaufvermögen
2.4.
Rückstellungen
2.5.
Verbindlichkeiten
2.6.
Steuerliche Verhältnisse
8
8
8
9
10
10
11
3. Erläuterungen zur Bilanz
3.1.
Anlagevermögen
3.2.
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
3.3.
Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten
3.4.
Aktive Rechnungsabgrenzungsposten
3.5.
Eigenkapital
3.6.
Unversteuerte Rücklagen
3.7.
Rückstellungen
3.8.
Verbindlichkeiten
3.9.
Passive Rechnungsabgrenzungsposten
3.10. Sonstige Angaben
12
12
14
14
14
15
15
16
17
17
17
4. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
4.1.
Umsatzerlöse
4.2.
Sonstige betriebliche Erträge
4.3.
Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Leistungen
4.4.
Personalaufwand
4.5.
Aufwendungen für Abfertigungen und für Altersversorgung
4.6.
Sonstige betriebliche Aufwendungen
4.7.
Erträge aus Beteiligungen
4.8.
Aufwendungen aus Finanzanlagen
4.9.
Steuern vom Einkommen
21
21
21
21
21
22
22
23
23
24
5. Risikomanagement 25
6. Mitglieder des Vorstands und Aufsichtsrats 27
Bestätigungsvermerk 29

1. Grundsätzliche Ausführungen

Die Österreichische Post AG und ihre Tochtergesellschaften sind Dienstleistungsunternehmen im Bereich der Postbeförderung. Zu den Hauptgeschäftsbereichen der Österreichischen Post AG zählen die Erbringung von Leistungen des Brief- und Paketdienstes sowie die Abwicklung von Finanzgeschäften in Kooperation mit der BAWAG P.S.K.

Der Sitz der Österreichischen Post AG befindet sich in Wien, Österreich. Die Anschrift lautet: Österreichische Post AG, Postgasse 8, 1010 Wien. Die Gesellschaft ist in das Firmenbuch beim Handelsgericht Wien (FN 180219d) eingetragen.

Die Österreichische Post AG ist ein konsolidierungspflichtiges Mutterunternehmen im Sinne des § 244 UGB und stellt gemäß § 245a Abs.1 UGB ihren Konzernabschluss nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) auf.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

2.1. Allgemeine Angaben

Der Jahresabschluss zum 31.12.2010 wurde nach den Rechnungslegungsvorschriften des österreichischen Unternehmensgesetzbuches (UGB) in der geltenden Fassung, unter Beachtung der Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung sowie der Generalnorm, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu vermitteln, aufgestellt.

Der Jahresabschluss wurde in Euro aufgestellt. Alle Beträge sind, sofern nichts anderes angeführt ist, in tausend Euro (TEUR) angegeben. Bei Summierung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben können durch Verwendung automatisierter Rechenhilfen rundungsbedingte Rechendifferenzen auftreten.

Für die Erstellung des Jahresabschlusses wurde der Grundsatz der Vollständigkeit eingehalten. Bei der Bewertung wurde der Grundsatz der Einzelbewertung beachtet und eine Fortführung des Unternehmens unterstellt.

Dem Vorsichtsprinzip wurde Rechnung getragen, indem nur die am Abschlussstichtag verwirklichten Gewinne ausgewiesen wurden. Alle erkennbaren Risiken und drohenden Verluste wurden berücksichtigt.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

2.2. Anlagevermögen

Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen werden mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, angesetzt. Außerplanmäßige Abschreibungen werden bei voraussichtlich dauernder Wertminderung durchgeführt.

Die planmäßigen Abschreibungen werden linear unter Zugrundelegung folgender Nutzungsdauern und Abschreibungssätze berechnet:

Nutzungsdauer Abschreibungssatz
in Jahren in %
Immaterielle Vermögensgegenstände 3-10 10-33
Gebäude 20-50 2-5
Grundstückseinrichtungen 10 10
Technische Anlagen und Maschinen 8-10 10-12,5
Werkzeuge, Mess- und Prüfgeräte 5 20
Büromaschinen 5-8 12,5-20
EDVGroßrechner/Netzwerkkomponenten 5 20
EDV- Arbeitsplatzausstattung 3-4 25-33,3
Alarmanlagen 5 20
Büroeinrichtung und Schaltermöbel 12 8,33
Sozialeinrichtungen 8 12,5
Depotbriefkästen 10 10
Briefkästen 20 5
Fuhrpark 4-10 10-25

Für Zugänge des 1. Halbjahres wird die volle Jahresabschreibung, für Zugänge des 2. Halbjahres die halbe Jahresabschreibung angesetzt.

Geringwertige Vermögensgegenstände gemäß § 13 EStG werden im Zugangsjahr voll abgeschrieben. In der Entwicklung des Anlagevermögens werden sie als Zu- und Abgang sowie Abschreibung des Geschäftsjahres ausgewiesen.

Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten bewertet. Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, wenn der beizulegende Wert zum Abschlussstichtag niedriger ist und die Wertminderungen voraussichtlich von Dauer sind.

Ausleihungen werden zu Anschaffungskosten bewertet. Sofern sie unverzinslich sind, werden sie mit dem am Bilanzstichtag geltenden Zinssatz abgezinst und mit dem Barwert angesetzt.

2.3. Umlaufvermögen

Die Bewertung der Vorräte erfolgt zu Anschaffungs- und Herstellungskosten unter Beachtung des Niederstwertprinzips. Die Bestandswertermittlung wird in einem ersten Schritt nach dem gleitenden Durchschnittspreisverfahren durchgeführt. Der zweite Schritt der Bewertung umfasst eine gegebenenfalls erforderliche Abwertung auf einen zum Bilanzstichtag unter dem Durchschnittspreis liegenden niedrigeren Einkaufspreis. Der letzte Bewertungsschritt berücksichtigt die Gängigkeit der Vorräte. Nach Maßgabe der Umschlaghäufigkeit1 werden, wenn nötig, vom Bestandswert entsprechende Abschläge (bis 100%) vorgenommen.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert bewertet, soweit nicht im Fall erkennbarer Einzelrisiken, der niedrigere beizulegende Wert angesetzt wird. Zur Berücksichtigung allgemeiner Kreditrisiken bestehen pauschal ermittelte Wertberichtigungen. Soweit erforderlich, wird eine spätere Fälligkeit von Forderungen durch Abzinsung berücksichtigt.

Die liquiden Mittel sind zum Nennwert angesetzt.

Fremdwährungsforderungen gegenüber Drittländern werden mit dem Entstehungskurs oder mit dem niedrigeren Devisengeldkurs des Bilanzstichtages angesetzt. Die Forderungen aus dem internationalen Postverkehr werden großteils in Euro bzw. mit Drittländern in Sonderziehungsrechten abgerechnet. Die Bewertung der Sonderziehungsrechte erfolgt zum Referenzkurs des International Monetary Fund zum Bilanzstichtag.

1 Die Umschlaghäufigkeit errechnet sich, indem man den durchschnittlichen Jahresverbrauch durch den durchschnittlichen Ist-Bestand dividiert.

2.4. Rückstellungen

Rückstellungen für Abfertigungen werden für gesetzliche und vertragliche Ansprüche von Angestellten gebildet. Die Berechnung erfolgt nach versicherungsmathematischen Grundsätzen unter Zugrundelegung der Vorschriften der International Financial Reporting Standards (IAS 19). Die Bewertung erfolgt nach der Projected Unit Credit Method unter Zugrundelegung eines gesetzlichen Pensionsantrittsalters von 55 bis maximal 65 Jahren für weibliche und von 60 bis maximal 65 Jahren für männliche Angestellte und unter Berücksichtigung der Übergangsbestimmungen gemäß Pensionsharmonisierungsgesetz 2003 und schrittweiser Anhebung des Regelpensionsalters für Frauen. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden erfolgswirksam erfasst. Für Beamte wurde keine Abfertigungsrückstellung gebildet.

Folgende Parameter wurden zugrunde gelegt:

2009 2010
Rechnungszinssatz 5,0% 4,5%
Gehaltssteigerung 4,0% 4,0%
Fluktuationsabschlag gestaffelt 2-8 % gestaffelt 2-8 %

Für Dienstnehmer, deren Dienstverhältnisse nach dem 31. Dezember 2002 begonnen haben, werden die Abfertigungsverpflichtungen durch die laufende Entrichtung der Beiträge an eine Mitarbeitervorsorgekasse abgegolten.

Rückstellungen für den Abfertigungen ähnliche Verpflichtungen werden für Jubiläumsgelder gebildet. Die Berechnung erfolgt analog dem Verfahren für die Abfertigungsrückstellung unter Zugrundelegung der gleichen Parameter.

Die übrigen Rückstellungen werden in Höhe der voraussichtlichen Inanspruchnahme gebildet und berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und der Höhe nach noch nicht feststehende Verbindlichkeiten. Sie umfassen im Wesentlichen Vorsorgen für Personal, für noch nicht konsumierte Urlaube, Unterauslastungen, im Umlauf befindliche Postwertzeichen und aufgelieferte, jedoch noch nicht zugestellte Brief- und Paketsendungen, Abgeltungsverpflichtungen für Personalanpassungsmaßnahmen und sonstige ungewisse Verbindlichkeiten.

Die Rückstellung für Unterauslastung wird für künftige Personalaufwendungen für Mitarbeiter gebildet, die unkündbar sind (vor allem Beamte) und im Unternehmen nicht mehr oder nur mehr zum Teil zur Leistungserbringung eingesetzt werden können. Die Rückstellung wurde unter Anwendung eines einheitlichen durchschnittlichen Unterauslastungsgrades unter Berücksichtigung eines Fluktuationsabschlages ermittelt.

Weiters wird in der Rückstellung für Unterauslastung für jene Mitarbeiter vorgesorgt, die sich in einem Verfahren zur Versetzung in den Ruhestand wegen Dienstunfähigkeit befinden. Zusätzlich wurde für die Übernahme von Mitarbeitern der Österreichischen Post AG in die Bundesministerien für Inneres, Finanzen und Justiz hinsichtlich deren Gehaltsaufwand bis zum Ende des Refundierungszeitraumes eine Vorsorge gebildet.

Der Berechnung der Rückstellung für Unterauslastung wurden Gehaltssteigerungen von 4,0% und ein Abzinsungssatz von 4,5% (Vorjahr: 5,0%) zugrunde gelegt.

2.5. Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten sind mit ihrem Rückzahlungsbetrag unter Bedachtnahme auf den Grundsatz der Vorsicht angesetzt. Fremdwährungsverbindlichkeiten gegenüber Drittländern werden mit ihrem Entstehungskurs oder mit dem höheren Devisenbriefkurs zum Bilanzstichtag bewertet. Verbindlichkeiten aus dem internationalen Postverkehr werden großteils in Euro bzw. mit Drittländern in Sonderziehungsrechten abgerechnet. Die Bewertung der Sonderziehungsrechte erfolgt zum Bilanzstichtag mit dem Referenzkurs des International Monetary Fund.

2.6. Steuerliche Verhältnisse

Umsatzsteuer

Für alle Postdienstleistungen (Briefe, Pakete und EMS-Sendungen) gelten ab 1. Jänner 2010 die Bestimmungen der Richtlinie 2008/8/EG vom 12. Februar 2008 bezüglich des Ortes der Dienstleistung. Für Dienstleistungen, die an unternehmerische Leistungsempfänger erbracht werden, gilt generell das Empfängerortprinzip, für Dienstleistungen an nichtunternehmerische Leistungsempfänger kommt das Unternehmensortprinzip zur Anwendung (§ 3a Abs.6 bzw. Abs.7 UStG).

Die Berücksichtigung der Erkenntnisse aus der EuGH-Entscheidung vom 23. April 2009, Rechtsache C-357/07 und der geänderten postrechtlichen Bestimmungen im Postmarktgesetz hatte zur Folge, dass die Beförderung von EMS-Sendungen sowie von Paketen über 20 kg ab 1. Juli 2010 nicht mehr zu den steuerfreien Universaldienstleistungen gehört.

Die Österreichische Post AG ist ein Unternehmen, das neben Umsätzen, die zum Ausschluss vom Vorsteuerabzug führen, auch solche Umsätze bewirkt, bei denen ein solcher Ausschluss nicht gegeben ist.

Steuerfreie Umsätze der Österreichischen Post AG, die den Vorsteuerabzug ausschließen, sind vor allem die unmittelbar dem Postwesen dienenden Umsätze (§ 6 Abs.1 Z.10b UStG) aus dem Brief- und Paketdienst sowie jene aus der Vermittlung von Bankdienstleistungen (§ 6 Abs.1 Z.8 UStG).

Soweit Vorsteuerbeträge nicht direkt zu Umsätzen, die zum Vorsteuerabzug berechtigen oder zu Umsätzen, bei denen dieser ausgeschlossen ist, zuordenbar sind, erfolgt der Vorsteuerabzug im Verhältnis der zum Vorsteuerabzug berechtigenden, steuerpflichtigen Umsätze zu den übrigen Umsätzen. Dieses Verhältnis wird in Form eines Prozentsatzes, des sogenannten Pro-Rata-Satzes, angegeben.

Steuern vom Einkommen

Die Österreichische Post AG als Gruppenträger bildet mit mehreren Tochtergesellschaften eine Unternehmensgruppe i.S.d. § 9 KStG. Das Vorliegen einer Unternehmensgruppe bewirkt, dass die steuerlichen Ergebnisse (Gewinne und Verluste) der Gruppenmitglieder dem Gruppenträger – Österreichische Post AG – zugerechnet werden. Eine unternehmensrechtliche Zuweisung der Ergebnisse erfolgt nicht.

Innerhalb der Unternehmensgruppe erfolgt ein Ausgleich der steuerlichen Mehr- oder Minderbelastung des Gruppenträgers durch die Verrechnung positiver oder negativer Steuerumlagen. Positive Steuerumlagen sind Ausgleichszahlungen der Gruppenmitglieder an den Gruppenträger aufgrund der Überrechnung der positiven Ergebnisse. Negative Steuerumlagen sind als Ausgleich für die Überrechnung negativer Ergebnisse von Gruppenmitgliedern an den Gruppenträger von der Österreichischen Post AG zu leisten.

3. Erläuterungen zur Bilanz

3.1. Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens und die Aufgliederung der Jahresabschreibung sind im Anlagespiegel (Beilage A) dargestellt.

In den Sachanlagen ist bei den Grundstücken der Österreichischen Post AG ein Grundwert von TEUR 74.023 (31.12.2009 TEUR 74.870) enthalten.

Im Geschäftsjahr 2010 wurden außerplanmäßige Abschreibungen des Sachanlagevermögens in Höhe von TEUR 3.435 (2009: TEUR 388) und des Finanzanlagevermögens in Höhe von TEUR 5.236 (2009: TEUR 43.719) vorgenommen. Die außerplanmäßige Abschreibung des Finanzanlagevermögens in Höhe von TEUR 5.236 betrifft zur Gänze die Beteiligung an der Post drei Beteiligungs GmbH.

Da die Emittenten der im Finanzanlagevermögen ausgewiesenen Schuldinstrumente weiterhin ein gutes Bonitätsrating aufweisen und die Kursrückgänge nicht auf finanzielle Schwierigkeiten der Emittenten, sowie auf Verringerung zukünftiger Cashflows oder auf Ausfälle von Zins- und Tilgungszahlungen schließen lassen, ist eine dauerhafte Wertminderung nicht anzunehmen. Außerplanmäßige Abschreibungen gemäß § 204 Abs.2 zweiter Satz UGB unterbleiben daher. Der Buchwert der im Finanzanlagevermögen ausgewiesenen Schuldinstrumente beträgt TEUR 50.406; der beizulegende Zeitwert beläuft sich auf TEUR 47.974.

Beteiligungen der Österreichischen Post AG

Anteil
zum
31.12.2010
Eigenkapital
zum
31.12.2010
Jahres-
ergebnis
2010
Name und Sitz der Gesellschaft % TEUR TEUR
Anteile an verbundenen Unternehmen
Post Paket Service GmbH, Wien 100 42.667 12.130
Post & Co Vermietungs OG, Wien 100 150.412 3.840
Medien.Zustell Ges.m.b.H., Wien**) 100 322 121
Post.Maintain Mangement Objektverwaltungs- u. instandhaltungs
Ges.m.b.H, Wien**) 100 15.699 2.734
A4B Business Solutions Ges.m.b.H., Wien**) 100 177 125
Post.Wertlogistik Ges.m.b.H., Wien 100 3.920 593
Post Immobilien GmbH, Wien**) 100 1.709 74
feibra Ges.m.b.H., Wien**) 100 17.683 7.182
feibra Magyarország Kft, Budapest***) 100 3.336 455
Post International Beteiligungs GmbH, Wien**) 100 45.263 500
Austrian Post International Deutschland GmbH, Köln)*) 100 2.616 1.548
KOLOS s.r.o., Bratislava***) 100 240 24
Weber Escal d.o.o., Zagreb***) 100 2.325 554
Post eins Beteiligungs GmbH, Wien 100 120.025 4
Post drei Beteiligungs GmbH, Wien 100 39.914 -5.231
Beteiligungen an assoziierten Unternehmen
Omnimedia Werbegesellschaft mbH, Wien*) 21 4.077 792
Sonstige Beteiligungen
OMNITEC Informationstechnologie-Systemservice GmbH, Wien 50 356 17

*) Jahresabschluss zum 30.06.2010

**) Unternehmensgruppe i.S.d. § 9 KStG

***) gemäß IFRS-Reportingpackage zum 31.Dezember 2010

Der Beteiligungsansatz der Post International Beteiligungs GmbH erhöhte sich aufgrund eines Großmutterzuschusses an die Overseas Trade Co Ltd.d.o.o. um TEUR 8.156.

Weiters wurden nicht rückzahlbare Zuschüsse in Höhe von insgesamt TEUR 4.407 an Post drei Beteiligungs GmbH geleistet. Im Wesentlichen betrifft dies: Post vier Beteiligungs GmbH (TEUR 2.462 für Anteilskauf Electronic Bill Presentment and Payment GmbH (EBPP), TEUR 1.500 für ein Joint Venture Projekt und TEUR 300 für die Gründung der Post d.o.o.).

Der Buchwert der Anteile im Zusammenhang mit der BAWAG P.S.K. Bank für Arbeit und Wirtschaft und Österreichische Postsparkasse AG beträgt unverändert zum Vorjahr TEUR 36.400 (31.12.2009: TEUR 36.400).

Insgesamt wurden Ausleihungen in Höhe von TEUR 55.676 (31.12.2009: TEUR 11.777) an Post fünf Beteiligungs GmbH vergeben. Die Ausleihungen sind zur Gänze langfristig.

3.2. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

TEUR 31.12.2009 31.12.2010
bis über bis über
mit einer Restlaufzeit von 1 Jahr 1 Jahr 1 Jahr 1 Jahr
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 162.656 0 163.810 0
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 17.355 23.205 42.464 7.340
Forderungen gegenüber Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht 2.403 0 2.013
Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände 15.667 2.357 21.427 6.078
198.080 25.562 229.714 13.418

In den Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 1.029 (31.12.2009: TEUR 3.970) und sonstige Forderungen in Höhe von TEUR 48.775 (31.12.2009: TEUR 36.590) enthalten.

Die sonstigen Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen entfallen mit TEUR 2.353 (31.12.2009: TEUR 2.344) auf Steuerumlagen, mit TEUR 36.450 (31.12.2009: TEUR 9.112) auf Gewinnausschüttungen bzw. Ergebnisübernahmen sowie mit TEUR 9.972 (31.12.2009: TEUR 25.134) auf sonstige Verrechnungen und Finanzierungen.

Zum Jahresende wurden pauschal ermittelte Wertberichtigungen zu Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 818 (31.12.2009: TEUR 850) vorgenommen. Die Ermittlung der pauschalen Wertberichtigungen wird im mehrjährigen Jahresrhythmus an den tatsächlichen Schadensverlauf angepasst.

In den sonstigen Forderungen sind Ertragszinsen in Höhe von TEUR 680 (31.12.2009: TEUR 446) sowie sonstige übrige Erträge in Höhe von TEUR 11.028 (31.12.2009: TEUR 4.332) enthalten, die erst nach dem Abschlussstichtag zahlungswirksam werden.

3.3. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten

TEUR 31.12.2009 31.12.2010
Guthaben bei Kreditinstituten 4.361 1.305
Termingelder 247.000 283.500
Kassenbestände 2.114 2.107
253.475 286.912

3.4. Aktive Rechnungsabgrenzungsposten

Aktive Rechnungsabgrenzungen wurden in Höhe von TEUR 27.235 (31.12.2009: TEUR 28.777) gebildet; davon entfallen TEUR 17.948 (31.12.2009: TEUR 18.586) auf vorausbezahlte Bezüge an Mitarbeiter und TEUR 7.659 (31.12.2009: TEUR 8.870) auf Mietzinsvorauszahlungen.

3.5. Eigenkapital

Das Grundkapital der Österreichischen Post AG beträgt TEUR 337.763. Es ist in 67,6 Mio auf Inhaber lautende stimm- und gewinnberechtigte Aktien geteilt. Hauptaktionärin der Österreichischen Post AG ist mit einem Anteil von 52,8% die Österreichische Industrieholding AG, Wien.

Im Geschäftsjahr 2006 wurde der Vorstand in einer außerordentlichen Hauptversammlung gemäß § 174 Abs.2 AktG ermächtigt, innerhalb von fünf Jahren Wandelschuldverschreibungen, mit denen ein Umtauschrecht auf bis zu 35 Mio Stück Stammaktien der Gesellschaft im Gesamtbetrag von bis zu 175 Mio EUR verbunden ist, auszugeben. Weiters wurde der Vorstand ermächtigt eine bedingte Kapitalerhöhung des Grundkapitals um bis zu 175 Mio EUR durch Ausgabe von bis zu 35 Mio Stück neue auf Inhaber lautende Stückaktien zur Gewährung von Umtauschrechten an die Gläubiger der Wandelschuldverschreibungen durchzuführen.

Im Rahmen der am 22. April 2008 abgehaltenen Hauptversammlung wurde der Vorstand ermächtigt, während einer Geltungsdauer von 18 Monaten eigene Aktien im Ausmaß von 10% des Grundkapitals nach den Bestimmungen des Aktiengesetzes und des Börsegesetzes gemäß § 65 Abs.1 Z.8 AktG zu erwerben und zum Zwecke der Kapitalherabsetzung durch Einziehung von Aktien gemäß § 192 AktG einzuziehen. Das Aktienrückkaufsprogramm, begonnen am 19.08.2008, wurde am 31.12.2008 abgeschlossen. Alle eigenen Aktien (2.447.362 Stk.) wurden am 24.4.2009 eingezogen und damit das Grundkapital herabgesetzt. In der Höhe des Nennwerts der eigenen Anteile wurde eine gebundene Kapitalrücklage eingestellt.

Die nicht gebundene Kapitalrücklage beträgt zum 31.12.2010 TEUR 118.300 (31.12.2009: TEUR 118.300).

Die gesetzliche Gewinnrücklage beträgt zum Bilanzstichtag TEUR 35.000 (31.12.2009: TEUR 35.000). Weiters wurde gemäß Gewinnverwendungsbeschluss der Hauptversammlung vom 22.4.2010 eine freie Gewinnrücklage in Höhe von TEUR 15.000 durch Umgliederung aus dem Gewinnvortrag gebildet.

3.6. Unversteuerte Rücklagen

Die Bewertungsreserven aufgrund von Sonderabschreibungen gliedern sich wie folgt:

TEUR 01.01.2010 Auflösung 31.12.2010
Übertragung stiller Reserven gem. § 12 Abs.1 EStG
Grundstücke und Gebäude 9.685 36 9.650
Betriebs- und Geschäftsausstattung 18 5 13
Fahrzeuge 317 96 221
10.020 137 9.884

Die Rechtsgrundlage für die Zuweisung zu Bewertungsreserven aufgrund von Sonderabschreibungen stellt die mit dem Konjunkturpaket 2009 geschaffene Begünstigung einer vorzeitigen Abschreibung für körperliche Anlagegüter im Sinne des § 7a EStG dar. Der Anwendungszeitraum ist auf Anschaffungen, die in den Jahren 2009 und 2010 getätigt werden, begrenzt.

TEUR 01.01.2010 Auflösung Zuweisung 31.12.2010
Vorzeitige Abschreibung gem. § 7 a EStG
Technische Anlagen und Maschinen 251 3 163 411
Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.073 0 915 1.987
Fahrzeuge 1.304 0 2.714 4.018
Betriebsanlagen in Bau 57 0 0 57
2.684 3 3.792 6.472

3.7. Rückstellungen

Die Rückstellungen setzen sich zum Bilanzstichtag wie folgt zusammen:

TEUR 01.01.2010 Umgl. Verbrauch Auflösung Zuweisung 31.12.2010
Abfertigungen 70.916 0 0 0 6.039 76.955
Steuern 32.318 0 10.038 0 672 22.952
Jubiläumsgelder 90.977 0 2.497 0 4.518 92.998
Noch nicht konsumierte
Urlaube 45.511 0 19.482 0 18.044 44.073
Betriebsvereinbarung 45.080 0 34.441 196 21.024 31.467
Noch nicht erbrachte
Leistungen 21.223 0 21.223 0 21.815 21.815
Sonstige Personalkosten 30.929 0 26.603 2.957 50.660 52.029
Ausstehende
Eingangsrechnungen 10.907 0 10.318 488 15.757 15.858
Vorsorge für
Unterauslastung 263.213 -12.013 15.773 39.424 30.963 226.966
Abgeltungsverpflichtung 10.044 0 1.177 1.772 713 7.808
Übrige sonstige
Aufwendungen 14.936 0 3.727 793 8.667 19.083
Sonstige
Rückstellungen 532.820 -12.013 135.241 45.630 172.161 512.097
Rückstellungen gesamt 636.054 -12.013 145.279 45.630 178.872 612.004

In der Rückstellung für sonstige Personalkosten ist eine Rückstellung für Restrukturierung der Division Filialnetz in Höhe von 18.000 TEUR enthalten.

Die Umgliederung im Geschäftsjahr 2010 in Höhe von 12.013 TEUR betrifft eine Umgliederung in die Verbindlichkeiten für jene Mitarbeiter, die bereits endgültig vom Bundesministerium für Inneres übernommen wurden.

Von den Auflösungen der Rückstellungen wurden TEUR 44.489 im Personalaufwand verrechnet.

3.8. Verbindlichkeiten

TEUR 31.12.2009
bis 1 bis 5 über
mit einer Restlaufzeit von 1 Jahr Jahre 5 Jahre Gesamt
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 3.123 2.907 6.750 12.780
erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 330 0 0 330
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 129.053 45 0 129.098
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 39.538 0 0 39.538
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht 1.046 0 0 1.046
sonstige Verbindlichkeiten 62.752 2.850 1.200 66.802
235.842 5.802 7.950 249.594
TEUR 31.12.2010
bis 1 bis 5 über
mit einer Restlaufzeit von 1 Jahr Jahre 5 Jahre Gesamt
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 2.991 0 6.750 9.741
erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 153 0 0 153
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 136.301 0 0 136.301
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 59.709 0 0 59.709
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht 1.108 0 0 1.108
sonstige Verbindlichkeiten 54.446 14.725 1.192 70.363
254.707 14.725 7.942 277.374

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 4.949 (31.12.2009: TEUR 3.743), aus Steuerumlagen in Höhe von TEUR 400 (31.12.2009: TEUR 212) und sonstigen Verrechnungen mit TEUR 54.360 (31.12.2009: TEUR 35.583).

In den sonstigen Verbindlichkeiten sind Personalaufwendungen in Höhe von TEUR 50.590 (31.12.2009: TEUR 46.174) und sonstige übrige Aufwendungen in Höhe von TEUR 5.425 (31.12.2009: TEUR 1.227) enthalten, die erst nach dem Abschlussstichtag zahlungswirksam werden.

3.9. Passive Rechnungsabgrenzungsposten

Passive Rechnungsabgrenzungen wurden in der Höhe von insgesamt TEUR 9.501 (31.12.2009: TEUR 10.791) gebildet; davon entfallen TEUR 5.285 (31.12.2009: TEUR 5.766) auf den Nettobarwertvorteil aus dem Cross Border Leasing.

3.10. Sonstige Angaben

Haftungsverhältnisse

Cross Border Leasing

Im Geschäftsjahr 2002 hat die Österreichische Post AG mit zwei US-Trusts eine Cross Border Leasing-Transaktion abgeschlossen. Die Österreichische Post AG hat diesen beiden Trusts auf 99 Jahre ein Fruchtgenussrecht an Postsortieranlagen in Wien, Graz, Salzburg und Innsbruck gegen Leistung eines "Grant Payments" von 117 Mio USD eingeräumt. Gleichzeitig wurde ein Lease Agreement abgeschlossen, in dem die Österreichische Post AG auf 24 Jahre das Nutzungsrecht an diesen Anlagen wieder zurückgemietet hat. Die als Sicherheiten verpfändeten Sachanlagen weisen einen Buchwert von TEUR 14.422 (31.12.2009: TEUR 20.834) auf. In diesem Lease Agreement wurde der Österreichischen Post AG auch das Recht eingeräumt, das Fruchtgenussrecht an den Postsortieranlagen entweder mit 1.Jänner 2022 zu einem Fixpreis ("EBO Payment

Amount") oder am Ende des Leasingsvertrages zum Verkehrswert, mindestens jedoch zum "End of Term Purchase Option Price" zurückzukaufen.

Die Österreichische Post AG hat ihre Verpflichtung zur Zahlung der Leasingraten einschließlich eines allfälligen EBO Payment an zwei Payment Undertaker ausgelagert. Zu diesem Zweck hat die Österreichische Post AG Zahlungen an die Payment Undertaker geleistet (Mio USD 108,3) und die entsprechende Verbindlichkeit ausgebucht. Die Payment Undertaker haben sich ihrerseits verpflichtet, die entsprechenden Beträge zu den festgesetzten Zahlungsterminen für die Österreichische Post AG zu leisten. Bei der Österreichischen Post AG verbleibt das Restrisiko einer möglichen Inanspruchnahme im Falle einer Insolvenz der Payment Undertaker. Die aufgrund der in Vorjahren erfolgten Abstufung des Ratings eines Payment Undertakers erforderliche zusätzliche Besicherung durch Wertpapiere wurde hinterlegt.

Zum Bilanzstichtag stellt sich das Rating der beiden Payment Undertaker wie folgt dar:

31.12.2009 31.12.2010
Standard & Poor´s A+(Stable) bzw. AA-(Negative) A+(Positive) bzw. AA-(Negative)
Moody´s A1(Negative) bzw. Aa3 (Stable) A1(Stable) bzw. Aa3 (Stable)

Zum 31. Dezember 2010 beläuft sich der von den Payment Undertakern zu leistende Betrag auf TEUR 84.866 (31.12.2009: TEUR 79.138).

Der aus dieser Transaktion der Österreichischen Post AG zugeflossene Nettobarwertvorteil wird unter den passiven Rechnungsabgrenzungsposten (31.12.2010: TEUR 5.285; 31.12.2009: TEUR 5.766) ausgewiesen und verteilt über die Vertragslaufzeit ertragswirksam aufgelöst.

Patronatserklärungen

Mit 26. Jänner 2007 hat die Österreichische Post AG für ein Darlehen der Post fünf Beteiligungs GmbH über TEUR 95.926 an die trans-o-flex Schnell-Lieferdienst GmbH & Co. KG die Haftung für die rechtzeitige Rückzahlung übernommen. 2009 wurde dieses Darlehen um TEUR 50.000 auf TEUR 45.926 reduziert.

Für Rahmenkredite der Firma MEILLERGHP GmbH, Schwandorf, Deutschland, in Höhe von Mio CZK 200 (aushaftender Betrag zum 31.12.2010: TEUR 7.981) bei der Dresdner Bank AG, München, hat die Österreichische Post AG per 31. Juli 2007 ebenfalls die Haftung für die rechtzeitige Rückzahlung übernommen.

Im Jahr 2009 wurden Haftungen für trans-o-flex ThermoMed GmbH & Co KG in Höhe von TEUR 6.000 (aushaftender Betrag am 31.12.2010: TEUR 3.315), für meiller direct GmbH in Höhe von TEUR 4.000 (aushaftender Betrag am 31.12.2010: TEUR 3.000), für trans-o-flex Belgium B.V.B.A. in Höhe von TEUR 3.444 (aushaftender Betrag am 31.12.2010: TEUR 1.964) übernommen.

Im Geschäftsjahr 2010 wurden Haftungen für MEILLERGHP GmbH in Höhe von TEUR 4.400 (aushaftender Betrag am 31.12.2010: TEUR 3.375), für trans-o-flex Belgium B.V.B.A. in Höhe von TEUR 3.800 (aushaftender Betrag am 31.12.2010: TEUR 2.486) und für Scanpoint Europe Holding GmbH in Höhe von TEUR 1.000 (aushaftender Betrag am 31.12.2010: TEUR 1.000) übernommen.

Weiters bestehen sonstige Haftungsverhältnisse gegenüber verbundenen Unternehmen mit einem Betrag von TEUR 340 (aushaftender Betrag zum 31.12.2010: TEUR 137).

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

TEUR 31.12.2009 31.12.2010
Bestellverpflichtungen für Investitionen 1.002 4.986
Verpflichtungen aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen
im folgenden Geschäftsjahr 44.201 45.232
davon gegenüber verbundenen Unternehmen 8.074 8.905
in den folgenden fünf Jahren (statistisch hochgerechnet) 211.713 226.818
davon gegenüber verbundenen Unternehmen 40.369 44.527

Derivative Finanzinstrumente

Die Österreichische Post AG hat einen Zins-Swap zur Verminderung des Zinsänderungsrisikos von festverzinslichen Wertpapieren abgeschlossen. Die festen Zinssätze lagen im Geschäftsjahr 2010 zwischen 2,998% und 3,768% (2009: zwischen 1,516% und 4,948%). Die variablen Zinssätze sind an verschiedene Interbankensätze gebunden.

Die durchschnittlichen variablen Zinssätze, die während der Laufzeit der Swap-Vereinbarung wesentlichen Änderungen unterliegen können, entsprechen den am Bilanzstichtag gültigen Zinssätzen. Der Marktwert für den Zins-Swap entspricht jenem Wert, den die Österreichische Post AG bei Auflösung des Geschäftes am Bilanzstichtag erhalten würde oder zahlen müsste. Hierzu werden die gegenwärtigen Marktverhältnisse sowie das aktuelle Zinsniveau und die Bonität der Swap-Partner berücksichtigt:

31.12.2009
TEUR
31.12.2010
Nominale 5.000 5.000
Marktwert 336 290
durchschnittlich empfangener Zinssatz 4,679 % 3,593 %
durchschnittlich zu zahlender Zinssatz 2,999 % 1,519 %
durchschnittliche Restlaufzeit in Jahren 9,8 8,8

Aktienbasierte Vergütungsprogramme

Der Aufsichtsrat der Österreichischen Post AG hat im Dezember 2009 die Einführung eines aktienbasierten Vergütungsprogramms für die Periode 2010 bis 2012 beschlossen. Teilnahmeberechtigt sind Vorstandsmitglieder und ein bestimmter Kreis von Führungskräften, soweit sie nach vorgegebenen Richtlinien eine bestimmte Anzahl an Aktien der Österreichischen Post AG erwerben und dieses Eigeninvestment bis zum Ende des nächstfolgenden Jahres nach Ablauf des Performancezeitraums ununterbrochen halten (31.12.2013). Von den Vorstandsmitgliedern nehmen die Herren Dipl.-Ing. Dr. Georg Pölzl, Mag. Dr. Rudolf Jettmar, Dipl.-Ing. Dr. Herbert Götz und Dipl.-Ing. Walter Hitziger teil.

Die Anzahl der für das Eigeninvestment nötigen Aktien der Österreichischen Post AG bei Programmbeginn richtet sich für die Mitglieder des Vorstands nach einem prozentuellen Ausmaß des Bruttofixgehaltes 2009 dividiert durch den Referenzkurs des vierten Quartals 2009 und beträgt zum 31. Dezember 2010 insgesamt 46.306 Aktien. Das Eigeninvestment leitender Führungskräfte wurde in Abhängigkeit von festgelegten Teilnehmerkreisen festgelegt und beträgt zum 31. Dezember 2010 insgesamt 57.000 Aktien der Österreichischen Post AG.

Am Anspruchstag werden den Teilnehmern Bonusaktien gewährt. Die Zahl der Bonusaktien hängt vom Ausmaß der Erreichung der im Voraus definierten Leistungskriterien ab. Zu Beginn des Programms wurden Zielwerte für Schlüsselindikatoren festgelegt. Die maßgeblichen Indikatoren sind Earnings per Share (EPS), Free Cash Flow und Total Shareholder Return (TSR), wobei die Teilziele gleich gewichtet sind. Die Zielerreichung wird über den dreijährigen Beobachtungszeitraum ermittelt.

Die Gesamtbonifikation richtet sich nach der Gesamtzielerreichung aus obigen Parametern sowie der Kursentwicklung. Die Gesamtbonifikation nach drei Jahren ist mit 175% jener Bonifikation gedeckelt und mit 25% als Minimum jener Bonifikation begrenzt, die bei 100% Gesamtzielerreichung vorgesehen ist.

Die Bonifikation kann in Aktien oder in bar erfolgen. Zum 31.12.2010 ergibt sich daraus ein rechnerischer Zeitwert von TEUR 4.942. Dieser wurde mit Hilfe eines Modells ermittelt, welches auf der erwarteten Erreichung der Leistungskriterien und dem erwarteten Aktienpreis beruht. Die erwarteten Aufwendungen aus dem aktienbasierten Vergütungsprogramm sind über den Performancezeitraum in Form einer Rückstellung zu verteilen. Zum Bilanzstichtag wurde daher eine aliquote Rückstellung in Höhe von TEUR 1.307 eingestellt.

4. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

4.1. Umsatzerlöse

TEUR
31.12.2009
31.12.2010
Division Brief
1.235.656
1.227.007
Division Paket & Logistik
202.527
218.333
Division Filialnetz
181.803
149.665
Corporate
46
0
1.620.032 1.595.006

4.2. Sonstige betriebliche Erträge

TEUR 31.12.2009 31.12.2010
Erträge aus dem Abgang vom Anlagevermögen mit Ausnahme der Finanzanlagen 23.926 23.064
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 9.643 1.142
Erträge aus Mieten und Pachten 26.812 25.663
Abgeltungen von Schadensfällen 2.186 2.696
Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen 1.463 847
Weiterverrechnete Aufwendungen 13.327 12.980
Übrige 5.651 6.758
83.008 73.150

4.3. Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Leistungen

TEUR 31.12.2009 31.12.2010
Materialaufwand 78.978 58.455
Aufwand für bezogene Leistungen 179.279 208.050
258.257 266.505

4.4. Personalaufwand

TEUR 31.12.2009 31.12.2010
Gehälter 773.978 751.175
Aufwendungen für Abfertigungen 10.811 15.530
Beiträge an Mitarbeitervorsorgekassen 1.395 1.406
Aufwendungen für Altersversorgung 153 104
Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben sowie vom Entgelt abhängige
Abgaben und Pflichtbeiträge 201.296 199.038
Sonstige Sozialaufwendungen 7.145 7.536
994.778 974.788

Die durchschnittliche Zahl an Arbeitnehmern betrug im Geschäftsjahr:

31.12.2009 31.12.2010
Beamte 11.980 11.169
Angestellte 11.592 11.367
Summe 23.572 22.536
Entsprechende Vollzeitkräfte 21.598 20.695
TEUR 31.12.2009 31.12.2010
Bezüge an aktive Vorstandsmitglieder 2.945 3.347
Bezüge für Mitglieder des Aufsichtsrates 164 173
3.109 3.520

4.5. Aufwendungen für Abfertigungen und für Altersversorgung

Die Aufwendungen für Abfertigungen und für Altersversorgung verteilen sich wie folgt:

TEUR 31.12.2009 31.12.2010
Vorstände 280 90
Leitende Angestellte 139 301
Andere Arbeitnehmer 11.941 16.648
12.360 17.039

4.6. Sonstige betriebliche Aufwendungen

TEUR 31.12.2009 31.12.2010
Steuern, nicht vom Einkommen und Ertrag 5.997 6.235
Übrige 205.201 206.293
211.198 212.527

Die übrigen Aufwendungen gliedern sich wie folgt:

TEUR 31.12.2009 31.12.2010
Miet- und Pachtaufwendungen 48.105 50.444
Instandhaltung und Immobilienverwaltung 34.868 34.859
EDV-Dienstleistungsaufwand 25.402 25.633
Reiseaufwand 23.919 25.534
Entsorgung und Reinigung 14.040 13.760
Kommunikation und Werbung 8.413 11.896
Beratungsaufwand 6.923 9.222
Personalbereitstellung 7.638 7.513
Versicherungsaufwand 4.772 5.520
Telefonaufwand 4.084 3.553
Verluste aus dem Abgang von Sachanlagevermögen 1.426 873
Aus- und Fortbildung 872 1.584
sonstige 24.740 15.904
205.202 206.293

Die Erläuterungen zu den Aufwendungen für Leistungen an den Abschlussprüfer sind im Konzernabschluss dargestellt.

4.7. Erträge aus Beteiligungen

TEUR 31.12.2009 31.12.2010
Gewinnausschüttungen 6.989 31.490
Ergebnisüberrechnung Personengesellschaften 2.612 3.840
9.601 35.330

4.8. Aufwendungen aus Finanzanlagen

TEUR 31.12.2009 31.12.2010
Aufwendungen für Verlustabdeckung 580 0
Verluste aus dem Abgang von Wertpapieren 397 7
Abschreibungen auf Beteiligungen 23.700 5.236
Abschreibung Wertpapiere 20.019 0
44.696 5.243

4.9. Steuern vom Einkommen

Im Jahr 2010 wurden von den Gruppenmitgliedern positive steuerliche Ergebnisse in Höhe von TEUR 11.120 (2009: TEUR 13.649) und negative steuerliche Ergebnisse in Höhe von TEUR 4.437 (2009: 2.471) an den Gruppenträger Österreichische Post AG überrechnet. Aufgrund dieser Überrechnung ergeben sich positive Steuerumlagen in Höhe von TEUR 2.780 (2009: TEUR 3.411) sowie negative Umlagen im Betrage von TEUR 1.109 (2009: TEUR 617). Die überwiegende Zuweisung positiver steuerlicher Ergebnisse führte per Saldo zu einer Erhöhung der Körperschaftsteuerbelastung des Gruppenträgers im Ausmaß von TEUR 1.671 (2009: 2.794).

Der Körperschaftsteueraufwand der Unternehmensgruppe beträgt nach Zurechnung der einzelnen steuerlichen Ergebnisse der Gruppenmitglieder TEUR 34.560 (2009: TEUR 42.184). Nach Berücksichtigung der Steuerumlagen der Gruppenmitglieder ergibt sich für das Unternehmen Österreichische Post AG ein Körperschaftsteueraufwand 2010 in Höhe von TEUR 32.889 (2009: TEUR 39.390). Die Körperschaftsteuerbelastung resultiert ausschließlich aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit.

Im Jahr 2010 gab es steuerpflichtige Auflösungen von unversteuerten Rücklagen in Höhe von TEUR 140 (2009: TEUR 560) sowie Zuweisungen zu unversteuerten Rücklagen in Höhe von TEUR 3.792 (2009: TEUR 2.684).

Vom Wahlrecht zur Aktivierung von latenten Steuern in Höhe von TEUR 37.018 exklusive Gruppenmitgliedern (2009: TEUR 29.520) wurde kein Gebrauch gemacht.

5. Risikomanagement

Ziel des Finanz- und Risikomanagements der Österreichischen Post AG ist die Sicherung des Unternehmenserfolges gegen finanzielle Risiken jeglicher Art. Grundsätzlich wird beim Management der Finanzpositionen ein strategischer Portefeuilleansatz unter Bedachtnahme auf eine konservative Risikopolitik verfolgt.

Das Risikomanagement unterliegt einem vom Vorstand beschlossenen Regelwerk, welches Ziele, Grundsätze, Aufgaben und Kompetenzen festlegt. Darüber hinaus formuliert dieses Regelwerk standardisierte Abläufe, um Revisionssicherheit zu gewährleisten.

Die aktuelle Risikosituation im Finanzbereich wird laufend in einem standardisierten Berichtswesen dargelegt.

Bei der Österreichischen Post AG bestehen klare, schriftliche Strategien und operative Richtlinien für die Behandlung aller finanziellen Risiken. Finanzielle Risiken umfassen das Liquiditätsrisiko, das Kreditrisiko/Kontrahentenrisiko/Produktrisiko, das Zinsänderungsrisiko, das Währungsänderungsrisiko sowie organisatorische Risiken.

Liquiditätsrisiko

Aufgabe der Liquiditätssicherung ist die jederzeitige Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit der Unternehmensgruppe. Basis des Liquiditätsmanagements ist ein Liquiditätsplan, der laufend Soll-Ist Analysen unterzogen und bei Bedarf angepasst wird. Durch die aktive Steuerung von Zahlungsströmen wird der Zinssaldo optimiert.

Kreditrisiko/Kontrahentenrisiko/Produktrisiko/Risiko Payment Undertaker

Auf der Aktivseite stellen die ausgewiesenen Beträge gleichzeitig das maximale Bonitäts- und Ausfallsrisiko dar, da keine generellen Aufrechnungsvereinbarungen bestehen. Das Risiko bei Forderungen kann insgesamt als gering eingeschätzt werden, da die Mehrzahl der Kunden ohnedies bar bezahlt bzw. einem Bankeinzugsverfahren zugestimmt haben. Ferner besteht ein Großteil der offenen Forderungen gegenüber ausländischen Postgesellschaften, bei denen es sich um Vertragspartner bester Bonität handelt.

Soweit bei den finanziellen Vermögenswerten Ausfallsrisiken erkennbar sind, werden diese Risiken durch Wertberichtigungen erfasst. Zur Vermeidung von Kreditrisiken werden Finanzkontrakte nur mit Kontrahenten einwandfreier Bonität abgeschlossen. Aus diesem Grund wird das allgemeine Kreditrisiko aus den eingesetzten Finanzinstrumenten für gering gehalten.

Für Geldmarkttransaktionen bestehen festgelegte Handelslimits. Zur Begrenzung des Ausfallsrisikos bei Anleihen, Schuldverschreibungen und strukturierten Finanzierungen werden nur Papiere von Emittenten mit einem Rating von mindestens A (Moody's bzw. S & P Äquivalent) oder vergleichbarer Bonität angekauft. Im Wertpapier-Portfolio befinden sich nur Papiere auf Investor Grade Niveau. Als Handelspartner für OTC-Transaktionen bzw. für in strukturierten Geschäften integrierte Transaktionen kommen gleichfalls nur Kontrahenten mit erstklassigen Bonitäten in Frage. Besonderes Augenmerk gilt auch der Liquidität und der Abwicklungssicherheit der abgeschlossenen Finanzprodukte.

Im Rahmen einer Crossborder-Leasing Transaktion wurde durch eine Einmalzahlung die Verpflichtung zur Zahlung der Leasingraten einschließlich eines allfälligen EBO Payment an Payment Undertaker ausgelagert. Als Payment Undertaker wurden Finanzinstitute mit bester Bonität (Qualified Issuer) ausgewählt. Im Falle des Equity Payment Undertakers wurden Mindestratings vereinbart, wobei mit Unterschreiten dieser Grenzen zusätzliche Sicherheiten in Form von Wertpapieren vom Payment Undertaker beizubringen sind und bei weiterem Sinken des Ratings die Verpflichtung besteht, den Equity Payment Undertaker zu wechseln. Damit rechtzeitig auf die jeweilige Situation der Payment Undertaker reagiert werden kann, erfolgt zumindest quartalsweise eine Überprüfung des Ratings der aktuellen Payment Undertaker sowie des Ratings vergleichbarer Kreditinstitute. Zudem ist zu jedem Jahresabschluss von den Payment Undertakern in einer Saldenbestätigung über den planmäßigen Verlauf der Transaktionen zu berichten und die offenen Rückführungsraten bekannt zugeben.

Zinsänderungsrisiko

Das Zinsänderungsrisiko stellt das Risiko dar, das sich aus der Wertänderung von Finanzinstrumenten, anderen Bilanzposten oder zinsbedingten Zahlungsströmen infolge von Schwankungen von Marktzinssätzen ergibt. Das Zinsänderungsrisiko beinhaltet das Barwertrisiko bei fest verzinsten Bilanzposten und das Zahlungsstromrisiko bei variabel verzinsten Bilanzposten.

Ein Zinsänderungsrisiko liegt vor allem bei Forderungen und Verbindlichkeiten mit Laufzeiten über einem Jahr vor. Solche längeren Laufzeiten sind im operativen Bereich nicht von materieller Bedeutung, spielen jedoch bei Finanzanlagen und Finanzschulden eine Rolle.

Die Steuerung des Zinsänderungsrisikos im Finanzbereich orientiert sich am Portfolio-Ansatz. Gesteuert werden grundsätzlich nicht Einzelpositionen, sondern das gesamte Finanzportfolio unter Bedachtnahme auf die jeweilige Grundtransaktion. Zu diesem Zweck werden selektiv auch derivative Instrumente, wie Zins-Swaps eingesetzt. Täglich wird das Finanzportfolio der vorgegebenen Benchmark gegenübergestellt.

Währungsänderungsrisiko

Als Währungsänderungsrisiko wird der mögliche Verlust aus Marktveränderungen durch schwankende Wechselkurse angesehen.

Auf der Aktivseite ergeben sich keine Risiken aus Währungsänderungen, da Lieferungen nahezu zur Gänze auf Euro-Währungsbasis abgewickelt werden. Gleiches gilt grundsätzlich für die übrigen originären Finanzinstrumente.

Organisatorische Risiken

Durch die Organisation der Tätigkeitsabläufe (wie z.B. Trennung von Handel und Buchführung von Finanztransaktionen, Sicherung von elektronischen Daten) sind organisatorische Risiken im Finanzbereich, so weit wie möglich, ausgeschaltet.

6. Mitglieder des Vorstands und Aufsichtsrats

Vorstand

GD Dipl.-Ing. Dr. Georg Pölzl Vorsitzender des Vorstands
GD-Stv. Mag. Dr. Rudolf Jettmar Stellvertretender Vorsitzender des Vorstands
Dipl.-Ing. Dr. Herbert Götz
Dipl.-Ing. Walter Hitziger
Dipl.-Bwt. (FH) Carl-Gerold Mende

Aufsichtsrat

Dr. Peter Michaelis Vorsitzender des Aufsichtsrats
Dr. Edith Hlawati Stellvertreterin des Vorsitzenden des Aufsichtsrats
Dieter Bock bis 22.04.2010
Dr. Horst Breitenstein bis 22.04.2010
Prof. Dr. Edgar Ernst seit 22.04.2010
Dr. Erich Hampel seit 22.04.2010
Mag. Günter Leonhartsberger seit 22.04.2010
Chris E. Muntwyler seit 22.04.2010
Dr. Gerhard Roiss
Dr. Karl Stoss
Dkfm. Hans Wehsely bis 22.04.2010
Dipl.-Ing. Rainer Wieltsch bis 22.04.2010 (Stellvertreter des Vorsitzenden)
Gerhard Fritz bis 18.10.2010
Helmut Köstinger
Martin Palensky
Andreas Schieder seit 19.10.2010
Manfred Wiedner

Wien, am 1. März 2011

Der Vorstand

Dipl.-Ing. Dr. Georg Pölzl e.h.

Generaldirektor

Mag. Dr. Rudolf Jettmar e.h. Generaldirektor-Stellvertreter

Dipl.-Ing. Dr. Herbert Götz e.h. Vorstandsmitglied Dipl.-Ing. Walter Hitziger e.h.

Vorstandsmitglied

Dipl.-Bwt. (FH) Carl-Gerold Mende e.h. Vorstandsmitglied

Bestätigungsvermerk

Bericht zum Jahresabschluss

Wir haben den beigefügten Jahresabschluss der Österreichische Post AG, Wien, für das Geschäftsjahr vom 1. Jänner 2010 bis zum 31. Dezember 2010 unter Einbeziehung der Buchführung geprüft. Dieser Jahresabschluss umfasst die Bilanz zum 31. Dezember 2010, die Gewinn- und Verlustrechnung für das am 31. Dezember 2010 endende Geschäftsjahr sowie den Anhang.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und für die Buchführung

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind für die Buchführung sowie für die Aufstellung und den Inhalt des Jahresabschlusses verantwortlich, der ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften vermittelt. Diese Verantwortung beinhaltet: Gestaltung, Umsetzung und Aufrechterhaltung eines internen Kontrollsystems, soweit dieses für die Aufstellung des Jahresabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft von Bedeutung ist, damit dieser frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern; die Auswahl und Anwendung geeigneter Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden; die Vornahme von Schätzungen, die unter Berücksichtigung der gegebenen Rahmenbedingungen angemessen erscheinen.

Verantwortung des Abschlussprüfers und Beschreibung von Art und Umfang der gesetzlichen Abschlussprüfung

Unsere Verantwortung besteht in der Abgabe eines Prüfungsurteils zu diesem Jahresabschluss auf der Grundlage unserer Prüfung. Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung der in Österreich geltenden gesetzlichen Vorschriften und Grundsätze ordnungsgemäßer Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern, dass wir die Standesregeln einhalten und die Prüfung so planen und durchführen, dass wir uns mit hinreichender Sicherheit ein Urteil darüber bilden können, ob der Jahresabschluss frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist.

Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen hinsichtlich der Beträge und sonstigen Angaben im Jahresabschluss. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers unter Berücksichtigung seiner Einschätzung des Risikos eines Auftretens wesentlicher Fehldarstellungen, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern. Bei der Vornahme dieser Risikoeinschätzung berücksichtigt der Abschlussprüfer das interne Kontrollsystem, soweit es für die Aufstellung des Jahresabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft von Bedeutung ist, um unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen geeignete Prüfungshandlungen festzulegen, nicht jedoch um ein Prüfungsurteil über die Wirksamkeit der internen Kontrollen der Gesellschaft abzugeben. Die Prüfung umfasst ferner die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und der von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen wesentlichen Schätzungen sowie eine Würdigung der Gesamtaussage des Jahresabschlusses.

Wir sind der Auffassung, dass wir ausreichende und geeignete Prüfungsnachweise erlangt haben, sodass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unser Prüfungsurteil darstellt.

Prüfungsurteil

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss nach unserer Beurteilung den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage der Österreichische Post AG zum 31. Dezember 2010 sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das Geschäftsjahr vom 1. Jänner 2010 bis zum 31. Dezember 2010 in Übereinstimmung mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung.

Aussagen zum Lagebericht

Der Lagebericht ist auf Grund der gesetzlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob die sonstigen Angaben im Lagebericht nicht eine falsche Vorstellung von der Lage der Gesellschaft erwecken. Der Bestätigungsvermerk hat auch eine Aussage darüber zu enthalten, ob der Lagebericht mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob die Angaben nach § 243a UGB zutreffen.

Der Lagebericht steht nach unserer Beurteilung in Einklang mit dem Jahresabschluss. Die Angaben gemäß § 243a UGB sind zutreffend.

Wien, am 1. März 2011

Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH

Mag. Walter Müller e.h. Wirtschaftsprüfer

Mag. Josef Spadinger e.h. Wirtschaftsprüfer

Zusammensetzung des Anlagevermögens zum 31.12.2010 Österreichische Post Aktiengesellschaft, Wien Unternehmensrechtliche Darstellung

LAGEBERICHT 2010 DER ÖSTERREICHISCHEN POST AG NACH § 243 UGB

Inhaltsverzeichnis

1. Umfeld und Rahmenbedingungen 33
1.1 Wirtschaftliches Umfeld 33
1.2 Rechtliche Rahmenbedingungen 34
1.3 Struktur des Unternehmens 34
1.3.1 Division Brief 34
1.3.2 Division Paket & Logistik 34
1.3.3 Division Filialnetz 34
2. Geschäftsverlauf 2010 35
2.1 Umsatzentwicklung 35
2.2 Gewinn- und Verlustrechnung 36
2.3 Vermögens- und Finanzlage 37
2.4 Bericht über Zweigniederlassungen 37
2.5 Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren 38
2.5.1 Cashflow 38
2.5.2 Ergebnis- und wertorientierte Kennzahlen 38
2.5.3 Mitarbeiter 38
2.5.4 Gesundheit und Arbeitssicherheit 39
2.5.5 Umwelt 39
2.5.6 Forschung und Entwicklung 39
2.5.7 Innovationsmanagement 39
2.6 Besondere Ereignisse nach dem Bilanzstichtag 40
3. Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens und wesentliche Risiken und Ungewissheiten 41
3.1 Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens 41
3.2 Wesentliche Risiken und Ungewissheiten 41
3.2.1 Struktur der Dienstverhältnisse 41
3.2.2 Technische Risiken 42
3.2.3 Regulatorische und rechtliche Risiken 42
3.2.4 Finanzielle Risiken 44
3.2.5 Markt- und Wettbewerbsrisiken 44
4. Internes Kontrollsystem und Risikomanagement im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess 46
4.1 Kontrollumfeld 46
4.2 Risikobeurteilung 46
4.3 Kontrollmaßnahmen 46
4.4 Information und Kommunikation 47
4.5 Überwachung 47
5. Informationen gemäß § 243a UGB 48

1. Umfeld und Rahmenbedingungen

1.1 Wirtschaftliches Umfeld

Nach dem starken Rückgang der Wirtschaft um 3,5% im Jahr 2009 verbesserte sich die konjunkturelle Situation in Österreich 2010 wieder. Dabei profitierte die österreichische Wirtschaft auch vom günstigeren internationalen Umfeld. Im Gesamtjahr 2010 erhöhte sich die Wirtschaftsleistung in Österreich um 2,0% (WIFO), die Inflation lag im Durchschnitt bei 1,8% (WIFO), bedingt vor allem durch den Anstieg der Rohölpreise. Für 2011 wird von einer weiteren Konjunkturerholung ausgegangen, das Wachstum soll 2,2% betragen, die Inflation auf 2,1% (WIFO) steigen. Der Aufschwung stützt sich auf eine starke Exportdynamik, basierend auf dem deutlichen Wachstum der Weltwirtschaft, die 2010 um 5,0% zulegte. Für 2011 wird ein globales Wachstum des BIP um 4,4% vorausgesagt (IWF). Auch die Konsumnachfrage der privaten Haushalte und eine Belebung der Investitionstätigkeit in Österreich tragen zum Wirtschaftswachstum bei.

Für Deutschland wird ein Wachstum von 2,2% für 2011 prognostiziert. Die Erwartungen für die Länder Südost- und Osteuropas sind ebenfalls durchwegs positiv: Slowakei plus 4,3%, Ungarn plus 2,0%, Serbien plus 3,0% und Bosnien-Herzegowina plus 3,0% (IWF).

Für die Entwicklung des Brief- und Paketmarktes sind neben der Wirtschaftsleistung auch die Bevölkerungsentwicklung und die Zunahme der Anzahl der Haushalte eines Landes von Bedeutung. In Österreich ergab sich mit plus 0,4% (Statistik Austria) auch 2010 ein leichtes Bevölkerungswachstum.

Der Trend zur elektronischen Substitution der Briefvolumina bleibt bestehen. Insbesondere Telekommunikations- und Versorgungsunternehmen versuchen physische Sendungsvolumina zu reduzieren. Das Volumen der Werbesendungen ist abhängig von den Werbeaktivitäten der Unternehmen. Der vierteljährlich erscheinende Forecast von ZenithOptimedia geht davon aus, dass der Werbemarkt in Westeuropa stärker wächst als bisher erwartet – für 2011 wird ein Plus von rund 3,2% prognostiziert. Es wird erwartet, dass – im Gegensatz zu anderen Werbekanälen – weiterhin eine grundsätzlich positive Entwicklung der direkten Kommunikation bestehen bleibt. Direct Mailings zu Endkunden sollten ihren Stellenwert in der Kommunikation beibehalten können.

Die Paketmengen in Österreich steigen dank der ständig zunehmenden Bedeutung von Online-Shopping weiter. Das Fracht- und Expressgeschäft konnte durch die verbesserte Wirtschaftslage und ein ausgeweitetes Angebot wieder zulegen. Die Entwicklung der Sendevolumina im internationalen Paket- und Frachtgeschäft wird wesentlich von der Stärke des Aufschwungs und den Handelsströmen sowie der damit verbundenen Preisentwicklung abhängen. Im Paket- und Logistikmarkt zeigten sich 2010 national und international positive Volumensentwicklungen, gestützt vom steigenden internationalen Handel sowie von der generellen Zunahme der Internetkäufe. Die Wettbewerbsintensität ist jedoch weiterhin hoch.

1.2 Rechtliche Rahmenbedingungen

Im Hinblick auf die vollständige Marktöffnung mit 1. Jänner 2011 war das Jahr 2010 aus rechtlicher und regulatorischer Sicht von Vorbereitungsmaßnahmen geprägt.

Seit Juli 2010 werden in Entsprechung einer einschlägigen EuGH-Judikatur in einem ersten Schritt Postdienste für Paketsendungen über 20 kg und EMS-Sendungen (Expressdienst) nicht mehr unter die Steuerbefreiung für Postdienstleistungen subsumiert. Für solche Dienste wird seither, sofern der Leistungsort in Österreich liegt und die Sendungen nicht in Drittländer befördert werden, zusätzlich zu den bestehenden Tarifen Umsatzsteuer verrechnet. In einem weiteren Schritt fallen seit 1. Jänner 2011 Dienstleistungen, die nicht in der gesetzlich vorgeschriebenen Universaldienstverpflichtung enthalten sind, nicht unter die Umsatzsteuerbefreiung für Postdienstleistungen. Postdienstleistungen im Universaldienst, deren Leistungsort in Österreich liegt, sind auch weiterhin steuerfrei und werden ohne Umsatzsteuer in Rechnung gestellt. Die entsprechenden Allgemeinen Geschäftsbedingungen wurden der Regulierungsbehörde im Herbst 2010 vorgelegt und von dieser zur Kenntnis genommen

Mit Inkrafttreten der postmarktgesetzlichen Bestimmungen zum Poststellennetz im Dezember 2009 hat ein diesbezüglicher Umwandlungsprozess begonnen. Nach Durchführung der gesetzlich vorgeschriebenen Aufsichtsverfahren bei der Regulierungsbehörde wurden im Jahr 2010 mit eigenem Personal betriebene Post-Geschäftsstellen in Post Partner umgewandelt. Dabei musste die Österreichische Post AG nachweisen, dass die von der Restrukturierung betroffenen Poststellen dauerhaft unrentabel sind und die flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Postdienstleistungen durch andere Standorte gewährleistet ist. Auch die betroffenen Gemeinden mussten zeitgerecht von der geplanten Strukturumwandlung im Filialnetz informiert werden.

Weiters wurden im November 2010 der Regulierungsbehörde Allgemeine Geschäftsbedingungen vorgelegt, die für Briefdienste im Universaldienstbereich ein vereinfachtes, kundenorientiertes Produkt- und Dienstleistungsangebot mit formatbasierten Tarifen vorsehen. Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen wurden vonseiten der Regulierungsbehörde eingehend geprüft und gebilligt und werden somit ab Anfang Mai 2011 in Kraft treten.

1.3 Struktur des Unternehmens

1.3.1 Division Brief

Die Division Brief umfasst drei Geschäftsfelder: Briefpost, Infomail und Medienpost. Das Kerngeschäft besteht aus dem weltweiten Versand von Briefen und Postkarten, der Annahme und Zustellung von adressierten und unadressierten Werbesendungen, Zeitungen und Zeitschriften, der Zustellung von Sendungen aus der ganzen Welt an jeden Adressaten in Österreich sowie umfangreichen Service- und Zusatzleistungen aus dem Direct Mail Bereich und dem Poststellenmanagement.

1.3.2 Division Paket & Logistik

Das Kerngeschäft der Division Paket & Logistik besteht in der Annahme, Beförderung und Zustellung von Paketen und Paletten. Ergänzt wird es durch ein auf die jeweiligen Märkte und Kunden zugeschnittenes Dienstleistungsangebot.

1.3.3 Division Filialnetz

Die Österreichische Post AG bietet ihr Dienstleistungsangebot in 1.850 eigen- und fremdbetriebenen Postgeschäftsstellen an. Darüber hinaus nimmt die Österreichische Post AG eine führende Position im Vertrieb von Telekommunikationsprodukten (Mobil- und Festnetztelefone) ein und betreibt gemeinsam mit der BAWAG P.S.K. Bank für Arbeit und Wirtschaft und Österreichische Postsparkasse Aktiengesellschaft eines der größten Banknetze Österreichs.

2. Geschäftsverlauf 2010

2.1 Umsatzentwicklung

Das Geschäftsjahr 2010 der Division Brief war insbesondere von Volumenrückgängen in der Briefpost – getrieben durch die elektronische Substitution – sowie durch Volumenzuwächse bei Werbesendungen gekennzeichnet. Das Paketgeschäft verzeichnete beachtliche Zuwächse, der Umsatz des Filialnetzes ging durch den notwendigen Strukturwandel zurück. Der Gesamtumsatz verringerte sich um 1,5% auf 1.595,0 Mio EUR.

Die Verteilung des Umsatzes auf die einzelnen Divisionen zeigt die hohe Bedeutung der Division Brief, auf die ein Anteil von 76,9% vom Gesamtumsatz entfällt. Die Division Paket & Logistik trug mit 13,7% zum Umsatz bei. Die Division Filialnetz erwirtschaftete 9,4% vom Gesamtumsatz.

Außenumsatz nach Divisionen

Mio EUR 2009 2010 Veränderung
2009/2010
Umsatz gesamt 1.620,0 1.595,0 -1,5%
Brief 1.235,7 1.227,0 -0,7%
Paket & Logistik 202,5 218,3 7,8%
Filialnetz 181,8 149,7 -17,7%

Umsatz Division Brief nach Geschäftsfeldern

Mio EUR 2009 2010 Veränderung
2009/2010
Briefpost 736,7 718,9 -2,4%
Infomail 365,5 372,7 2,0%
Medienpost 133,5 135,4 1,4%

Die Division Brief verzeichnete 2010 einen Umsatzrückgang um 0,7% auf 1.227,0 Mio EUR. Positive Sondereffekte durch Wahlen und ein zusätzlicher Arbeitstag in 2010 verglichen mit 2009 wirkten sich positiv aus. Der stärkste Rückgang erfolgte im Geschäftsfeld Briefpost um 2,4% auf 718,9 Mio EUR. Die Trends der elektronischen Substitution von Briefen, des Rückgangs hochwertiger Briefsendungen und der reduzierten Sendungsgewichte halten weiter an und wirkten sich negativ auf das Geschäftsfeld Briefpost aus. Das Geschäftsfeld Infomail verzeichnete aufgrund der Gewinnung von Neukunden einen Zuwachs um 2,0% auf 372,7 Mio EUR. Ebenso erhöhte sich der Umsatz des Geschäftsfeldes Medienpost um 1,4% auf 135,4 Mio EUR.

In der Division Paket & Logistik konnte der Umsatz 2010 um 7,8% auf 218,3 Mio EUR gesteigert werden. Ein stetiger Volumenanstieg ist zu verzeichnen. Der Anstieg beruht sowohl auf Marktanteilsgewinnen bei Business to Business (B2B)-Kunden als auch auf Steigerungen im Privatkundengeschäft. Ein Haupttreiber bei Privatkunden war wie im Vorjahr das Internet.

Die Umsatz- und Organisationsstruktur im Filialnetz unterliegt einem Wandel. Der Umsatz ist um 17,7% auf 149,7 Mio EUR gesunken. Der Rückgang ergab sich durch rückläufige Tendenzen im Geschäft mit Finanz- und Telekomdienstleistungen. Die geänderte Umsatzdarstellung von Prepaid-Telefonwertkarten trug mit 10,7 Mio EUR zum Umsatzrückgang bei.

2.2 Gewinn- und Verlustrechnung

Die Gewinn- und Verlustrechnung der Österreichischen Post AG zeigt für 2010 folgendes Bild:

Mio EUR 2009 2010 Veränderung Struktur in
2009/2010 %
Umsatzerlöse 1.620,0 1.595,0 -1,5% 100,0%
Sonstige betriebliche Erträge 83,0 73,1 -11,9% 4,6%
Materialaufwand und Aufwand für bezogene
Leistungen -258,3 -266,5 3,2% -16,7%
Personalaufwand -994,8 -974,8 -2,0% -61,1%
Sonstige betriebliche Aufwendungen -211,2 -212,5 0,6% -13,3%
Beteiligungsergebnis -14,7 30,1 1,9%
EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und
Abschreibungen) 224,0 244,4 9,1% 15,3%
Abschreibungen -64,7 -67,0 3,5% -4,2%
EBIT (Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit) 159,3 177,4 11,4% 11,1%
Sonstiges Finanzergebnis 0,3 3,9 >100% 0,2%
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 159,6 181,3 13,6% 11,4%
Steuern -39,7 -32,8 -17,5% -2,1%
Jahresüberschuss 119,9 148,6 23,9% 9,3%

Die sonstigen betrieblichen Erträge gingen im Wesentlichen durch geringere Erträge aus Mieten und Pachten und geringere Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen um 11,9% auf 73,1 Mio EUR zurück.

Der Materialaufwand einschließlich des Aufwandes für bezogene Leistungen erhöhte sich um 3,2% auf 266,5 Mio EUR. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen um 0,6% auf 212,5 Mio EUR.

Der Personalaufwand ist mit einem Anteil von 61,1% an den Umsatzerlösen der größte Aufwandsposten der Österreichischen Post AG und ist im Berichtszeitraum um 2,0% auf 974,8 Mio EUR gesunken.

Das Beteiligungsergebnis erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 44,8 Mio EUR, aufgrund einer im Vorjahr durchgeführten außerplanmäßigen Abschreibung in Höhe von 23,7 Mio EUR auf Beteiligungen sowie gestiegenen Beteiligungserträgen im Geschäftsjahr 2010.

Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagevermögen der Österreichischen Post AG stiegen 2010 um 3,5% auf 67,0 Mio EUR. Dies ist ein Anteil von 4,2% am Umsatz. Der Anstieg ist auf erhöhte außerplanmäßige Abschreibungen zurückzuführen.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) der Österreichischen Post AG verbesserte sich 2010 um 11,4% auf 177,4 Mio EUR. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) betrug im Geschäftsjahr 2010 181,3 Mio EUR. Es liegt damit um 13,6% über Vorjahresniveau. Nach Abzug von Steuern im Ausmaß von 32,8 Mio EUR ergibt sich für 2010 ein Jahresüberschuss in Höhe von 148,6 Mio EUR (+23,9% gegenüber dem Vorjahr). Unter Berücksichtigung der Zuweisung und Auflösung von unversteuerten Rücklagen sowie des Gewinnvortrages beträgt der Bilanzgewinn 149,4 Mio EUR.

2.3 Vermögens- und Finanzlage

Die Bilanzstruktur der Österreichischen Post AG für das Geschäftsjahr 2010 weist folgende Struktur auf:

Mio EUR 31.12.2009 31.12.2010 Struktur
31.12.2010
in %
Aktiva
Sachanlagevermögen und immaterielles Vermögen 449,4 408,8 25,8%
Finanzanlagen 560,5 601,4 38,0%
Vorräte, Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände und
Rechnungsabrenzungsposten 269,8 285,8 18,1%
Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 253,5 286,9 18,1%
1.533,2 1.582,9 100,0%
Passiva
Eigenkapital 624,1 667,7 42,2%
Unversteuerte Rücklagen 12,7 16,4 1,0%
Rückstellungen 636,0 612,0 38,7%
Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungsposten 260,4 286,9 18,1%
1.533,2 1.582,9 100,0%

Die Österreichische Post AG folgt einer risikoaversen Geschäftsgebarung. Diese zeigt sich an der hohen Eigenkapitalquote, den geringen Finanzverbindlichkeiten und dem hohen Zahlungsmittelbestand.

Das Sachanlagevermögen und die immateriellen Vermögensgegenstände verringerten sich gegenüber 2009 um 40,6 Mio EUR auf 408,8 Mio EUR. Die größten Posten des Sachanlagevermögens sind Grundstücke und Bauten mit einem Buchwert von 271,6 Mio EUR sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung mit 86,0 Mio EUR.

Die Finanzanlagen beinhalten Anteile an verbundenen Unternehmen sowie Wertpapiere des Anlagevermögens.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände enthalten insbesondere Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 163,8 Mio EUR (2009: 162,7 Mio EUR) sowie Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 49,8 Mio EUR (2009: 40,6 Mio EUR). Die Bilanzposition Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten hat sich im Geschäftsjahr 2010 von 253,5 Mio EUR auf 286,9 Mio EUR erhöht.

Auf Basis des Eigenkapitals von 667,7 Mio EUR und der unversteuerten Rücklagen von 16,4 Mio EUR ergibt sich zum 31. Dezember 2010 eine Eigenkapitalquote von 43,2% (2009: 41,5%).

Die Rückstellungen in Höhe von 612,0 Mio EUR (2009: 636,0 Mio EUR) sind größtenteils langfristig und beinhalten unter anderem Rückstellungen für Abfertigungen und Jubiläumsgelder. Für Personalaufwendungen von Mitarbeitern, die unkündbar sind und im Unternehmen nicht mehr oder nur mehr zum Teil zur Leistungserbringung eingesetzt werden können, wurde mit einer Rückstellung für Unterauslastung vorgesorgt.

Die Verbindlichkeiten und passiven Rechnungsabgrenzungsposten der Österreichischen Post AG in Höhe von 286,9 Mio EUR stiegen gegenüber dem Vorjahr um 10,2%.

2.4 Bericht über Zweigniederlassungen

Die Österreichische Post AG unterhält keine Zweigniederlassungen.

2.5 Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

2.5.1 Cashflow

2009
Mio EUR
2010
Cashflow aus dem Ergebnis
174,7
103,2
+/- Veränderungen im Nettoumlaufvermögen
34,7
44,6
= Cashflow aus Geschäftstätigkeit
209,4
147,8
+/- Cashflow aus Investitionstätigkeit
16,8
2,4
= Free Cashflow
226,2
150,2
+/- Cashflow aus Finanzierungstätigkeit
-179,9
-116,8
= Nettoveränderung liquider Mittel
46,3
33,4

2.5.2 Ergebnis- und wertorientierte Kennzahlen

2009 2010
EBITDA-Marge1) 13,8% 15,3%
EBIT-Marge2) 9,8% 11,1%
ROE3) 23,3% 27,9%
ROCE4) 20,5% 24,1%
Capital Employed5) 771,1 Mio EUR 735,7 Mio EUR
1) EBITDA-Marge = EBITDA/Umsatz

2) EBIT-Marge = EBIT/Umsatz 3) Return on Equity = Jahresüberschuss/Eigenmittel zum 1.Jänner abzüglich Dividende

4) Return on Capital Employed = EBIT/durchschnittliches Capital Employed

5) Capital Employed = Immaterielle Vermögensgegenstände + Sachanlagevermögen + assoziierte Unternehmen + Vorräte + Forderungen – unverzinsliches Fremdkapital (Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, erhaltene Anzahlungen, Passive Rechnungsabgrenzungen und sonstige Verbindlichkeiten)

2.5.3 Mitarbeiter

Der durchschnittliche Personalstand der Österreichischen Post AG reduzierte sich 2010 um 902 (minus 4,2%) auf 20.695 Mitarbeiter (Vollzeitkräfte). Der überwiegende Teil der Mitarbeiter ist in der Division Brief beschäftigt.

Mitarbeiter nach Divisionen 2009 2010 Anteil
in %
Brief 13.877 13.509 65,3%
Paket & Logistik 1.461 1.508 7,3%
Filialnetz 4.614 4.166 20,1%
Corporate 1.645 1.512 7,3%
Gesamt 21.597 20.695 100,0%

2.5.4 Gesundheit und Arbeitssicherheit

Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz sowie betriebliche Gesundheitsförderung sind wichtige Elemente der Unternehmenspolitik der Österreichischen Post AG. Motivierte Mitarbeiter sind die Basis eines auf menschlicher Arbeitskraft aufgebauten Logistikkonzeptes, das den bestmöglichen Service für die Kunden gewährleistet. Eine gesunde und sichere Arbeitsumgebung ist dafür eine unabdingbare Voraussetzung. Die Österreichische Post AG strebt daher eine betriebliche Gesundheitsförderungs- und Arbeitssicherheitskultur als integralen Bestandteil aller im Unternehmen zu verrichtenden Tätigkeiten an und bekennt sich zur sozialen Verantwortung auch in Bezug auf das Wohlbefinden der Mitarbeiter.

2.5.5 Umwelt

Die Österreichische Post AG nimmt ihre Verantwortung gegenüber der Umwelt aktiv wahr. Dabei verfolgt sie vor allem das Ziel, die ökologischen Auswirkungen ihrer Geschäftstätigkeit durch den Einsatz umweltfreundlicher Technologien und den effizienten Umgang mit Ressourcen möglichst gering zu halten. Das Unternehmen ist dabei ständig auf der Suche nach Verbesserungspotenzialen.

Transporte werden so umweltfreundlich wie möglich gestaltet. Zum einen geschieht dies durch optimierte Routenplanung, zum anderen garantieren eine moderne Fahrzeugflotte, regelmäßige Wartungen der Fahrzeuge und laufende Schulungen der Fahrer die Öko-Effizienz. Zurzeit stehen bei der Österreichischen Post AG sehr erfolgreich 77 Erdgas-Fahrzeuge sowie rund 70 Elektro-Mopeds und Elektro-Fahrräder im Einsatz.

Im Sinne einer nachhaltigen Abfallwirtschaft arbeitet die Österreichische Post AG mit Nachdruck daran, die Umwelt durch Abfälle in möglichst geringem Ausmaß zu belasten. Durch getrennte und sortenreine Erfassung von Altstoffen trägt die Österreichische Post AG wesentlich zur Reduktion von Restmüll bei. Gleichzeitig schafft das Unternehmen durch diese Maßnahme die Voraussetzung für eine ökonomisch und ökologisch sinnvolle Verwertung dieser wertvollen Reststoffe.

2.5.6 Forschung und Entwicklung

Als reines Dienstleistungsunternehmen verfolgt die Österreichische Post AG keine nennenswerten Forschungsaktivitäten. Produktinnovation erfolgt auf Basis kontinuierlicher Analyse der Markt- und Kundenbedürfnisse.

2.5.7 Innovationsmanagement

Ein wesentlicher Schlüssel zum Erfolg in sich verändernden Märkten liegt in der Entwicklung und Markteinführung innovativer Produkte sowie der Erweiterung der bestehenden Produktpalette. Die Österreichische Post AG hat im Geschäftsjahr 2010 eine Vielzahl solcher Lösungen einerseits im Bereich der Online-Services und andererseits im Bereich der Servicedienstleistungen umgesetzt.

Die Online Offensive 2010 brachte abgesehen von einem Relaunch des gesamten Webauftritts neue Produktinnovationen in den Bereichen Brief sowie Paket & Logistik. Mit der e-Postkarte wird ein eigenes Fotomotiv des Kunden mit individuellem Text von der Österreichischen Post AG in hoher Qualität gedruckt und zugestellt. Durch die Erweiterung des Produktes meinBrief.at wird nun neben der Zustellung von e-Rechnungen auch die Zustellung behördlicher Schriftstücke (RSa/RSb-Brief) ermöglicht. Eine weitere Innovation im Paketbereich in Österreich ist die Online-Paketmarke, mit der der Kunde einfach von zu Hause aus via Internet die gewünschte Paketmarke auswählen, ausdrucken und danach das frankierte Paket bei einer Post-Geschäftsstelle oder einem Landzusteller aufgeben kann.

Im Bereich der Servicedienstleistungen erweiterte die Österreichische Post AG laufend ihr umfassendes Angebot im Poststellenmanagement. So werden Geschäftskunden Dienstleistungen wie Datenmanagement, Druck, Kuvertierung, Versand, Eingangspostverarbeitung und -sortierung, Digitalisierung und interne Verteilung angeboten. Mit der Implementierung der ORCA-Sortiersoftware konnte 2010 die Erkennungsrate beim automatisierten Lesen von Adressen in den Brief- und Sortieranlagen verbessert werden.

2.6 Besondere Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Die Österreichische Post AG hat entsprechend der geänderten Gesetzeslage zur umsatzsteuerlichen Behandlung von Postdiensten ihre Allgemeinen Geschäftsbedingungen – bei gleichbleibender Produkt- und Tarifstruktur – insofern geändert, als seit 1. Jänner 2011 Dienstleistungen, die unter die gesetzlich vorgeschriebene Universaldienstverpflichtung fallen, umsatzsteuerfrei bleiben und alle anderen Postdienstleistungen nicht mehr von der Umsatzsteuerbefreiung für Postdienste umfasst sind.

Im Jänner 2011 wurde beschlossen, die Divisionen Brief und Filialnetz bis Anfang 2012 zusammenzuführen. Diese Entscheidung erfolgte vor dem Hintergrund der mittlerweile weit vorangeschrittenen Umwandlung eigenbetriebener Filialen zu Post Partnern und der erfolgreichen Neugestaltung der Kooperation mit der BAWAG P.S.K.

Ab Mai 2011 wird die Österreichische Post AG für Briefdienste im Inland, wie auch im grenzüberschreitenden Postverkehr, ein neues Produktportfolio anbieten, das auch für den Universaldienst ein vereinfachtes, kundenorientiertes Produkt- und Dienstleistungsangebot mit formatbasierten Tarifen vorsieht. Die Österreichische Post AG hat die Allgemeinen Geschäftsbedingungen, die dieses neue Produktportfolio im Universaldienst abbilden, im November 2010 der Regulierungsbehörde vorgelegt. Nach eingehender Prüfung hat die Regulierungsbehörde die Allgemeinen Geschäftsbedingungen im Bereich Brief und adressierter Direktwerbung akzeptiert. Die neuen Geschäftsbedingungen mit neuen Produkten und Tarifen können daher mit Anfang Mai 2011 in Kraft treten.

3. Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens und wesentliche Risiken und Ungewissheiten

3.1 Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens

Für das Jahr 2011 ist mit denselben internationalen makroökonomischen Trends zu rechnen, die bereits 2010 bestanden hatten.

Die Österreichische Post AG geht für 2011 davon aus, dass das Sendungsvolumen bei adressierten Briefen im Einklang mit internationalen Trends, rückgängig sein wird. Dies wird primär durch elektronische Substitution von Briefen bei tendenziell steigenden Mengen an Werbesendungen bedingt. Weiters werden Liberalisierungseffekte sowie Volumenwachstum bei Paketdienstleistungen die Geschäftsentwicklung wesentlich beeinflussen.

Dem nunmehr seit 1. Jänner 2011 vollständig liberalisierten Briefmarkt begegnet die Österreichische Post AG mit neuen kundenorientierten Angeboten sowie ab Mai 2011 mit einem vollkommen neuen Produktportfolio. Ziel der neuen Produktstruktur ist die Vereinfachung der Produkte und Dienstleistungen und ein marktorientiertes Angebot für Geschäftskunden. Das neue Modell führt zu formatbasierten Tarifen anstelle der derzeitigen ausschließlich gewichtsabhängigen Preise. Im Vordergrund stehen Standardformate, die für Kunden einfach und leicht zuordenbar sind. Wie international zunehmend üblich, sollen darüber hinaus Geschäftskunden künftig über die Zustellgeschwindigkeit entscheiden können. Ein "Premium-Produkt" sichert die Briefzustellung am nächsten Werktag, ein günstigeres "Economy-Produkt" wird für die Briefzustellung innerhalb von zwei bis drei Tagen angeboten. Darüber hinaus wird die Angebotspalette für adressierte Werbesendungen erweitert.

Im Rahmen des Strategieprogramms "post@2011" wird auch weiterhin eine Reihe operativer Maßnahmen umgesetzt, um sowohl umsatzseitige Wachstumschancen zu nutzen als auch kostenseitige Einsparungspotenziale zu realisieren. Ziel ist es, auch weiterhin die hohe Ertragskraft zu erhalten.

Der erwirtschaftete operative Cashflow wird auch weiterhin primär für Zukunftsinvestitionen und Dividendenzahlungen verwendet. In den nächsten Jahren sind Anlageinvestitionen, primär Ersatzinvestitionen bestehender Anlagen, sowie neue, effizienzsteigernde Sortieranlagen, vorgesehen.

3.2 Wesentliche Risiken und Ungewissheiten

3.2.1 Struktur der Dienstverhältnisse

Der Großteil der Mitarbeiter der Österreichischen Post AG steht in einem öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnis und unterliegt den Bestimmungen des Beamtendienstrechts. Daraus ergeben sich Besonderheiten im Zusammenhang mit der dienstrechtlichen Verwendung. Bei einem Großteil der Belegschaft kann es durch die bestehenden rechtlichen Bedingungen zu keiner Kapazitätsanpassung im Falle von Mengenverlusten kommen, außerdem ist keine Anpassung des Gehaltsniveaus an eventuell niedrigere Marktkonditionen möglich. Das Beamtendienstrecht führt insgesamt zu einer geringen Kostenflexibilität. Die Österreichische Post AG ist im Hinblick auf den liberalisierten Markt zunehmend mit den Grenzen der dienstrechtlichen Verwendungsmöglichkeiten ihr zugewiesenen Beamten konfrontiert. Die Lösung dieser Problematik nimmt im Dialog mit dem verantwortlichen Gesetzgeber eine besondere Rolle ein.

Aus Änderungen des Poststrukturgesetzes 1996 und den laufenden Änderungen des Beamtendienstrechts können sich für die Österreichische Post AG, soweit diese Regelungen nicht auf die spezielle Wettbewerbssituation der Österreichischen Post AG Rücksicht nehmen, zusätzliche Belastungen und unerwartete Mehrkosten ergeben, auf deren Entstehen das Unternehmen keinen Einfluss hat.

Der österreichische Gesetzgeber hat vorgesehen, dass die für Beamte auf Bundesebene 2008 getroffene Pensionskassenregelung sinngemäß auf die der Gesellschaft zugewiesenen Beamten anzuwenden wäre, was gegebenenfalls einen erhöhten Personalaufwand für die Österreichische Post AG bedeuten könnte, falls diese Regelung tatsächlich auf die Gesellschaft anzuwenden ist.

Nach dem Poststrukturgesetz 1996 sind Änderungen des Beamtendienstrechts, die für Bundesbeamte eingeführt werden, grundsätzlich auch auf die der Gesellschaft zugewiesenen Beamten anwendbar. Im Ergebnis können Änderungen des Beamtendienstrechts daher unmittelbar die Kostenstruktur der Gesellschaft verändern. Ebenso können aus unterschiedlichen Interpretationen des Poststrukturgesetzes weitere Risiken grundsätzlich nicht ausgeschlossen werden, wobei nach derzeitigem Kenntnisstand keine weiteren Ansprüche gegenüber der Österreichischen Post AG durchsetzbar sein sollten.

Der Strukturthematik im Bereich der Bediensteten begegnet die Österreichische Post AG mit zunehmend flexibleren Arbeitsprozessen und Arbeitszeitmodellen. Zur Erhöhung des Qualifikationsniveaus der Mitarbeiter wurden umfassende Maßnahmen gesetzt. Zur Milderung der Folgen der Restrukturierungsmaßnahmen wurde eine besondere Betriebsvereinbarung abgeschlossen.

Unternehmen der Österreichischen Post AG bedienen sich – wie in der Brief-, Paket-, Zeitungszustell- und Werbemittelverteilbranche üblich – zur Beförderung und Zustellung von Sendungen selbstständiger Subunternehmer, die zum Teil aus dem EU-Ausland kommen. Die Qualifikation der Tätigkeit von Subunternehmern als selbstständige Werkunternehmer hängt von den jeweiligen spezifischen Umständen des Einzelfalls ab, die in einer Gesamtbetrachtung beurteilt werden.

Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die zuständigen Gerichte und Verwaltungsbehörden einzelfallbezogen die Unzulässigkeit dieser Form der Beschäftigung feststellen sowie Verwaltungsstrafen aussprechen und darüber hinaus andere verwaltungs-, insbesondere gewerberechtliche Sanktionen auferlegen.

Nicht unerhebliche finanzielle Auswirkungen könnten sich auch aus Rechtsstreitigkeiten ergeben, die das Bestehen bzw. Nichtbestehen von Kettendienstverhältnissen zum Gegenstand haben. Die Österreichische Post AG versucht dieses Risiko durch entsprechende Vertragsgestaltungen zu minimieren.

3.2.2 Technische Risiken

Die Österreichische Post AG ist in hohem Maße auf die Verwendung von komplexen technischen Systemen angewiesen und setzt bei der Erbringung seiner Dienstleistungen maßgeblich auf den Einsatz von Datenverarbeitungssystemen, modernen Kommunikationsmedien und anderen technischen Einrichtungen. Vor diesem Hintergrund hat die Österreichische Post AG in den vergangenen Jahren umfangreiche Investitionen vorgenommen, um ihr Verteilnetz zu modernisieren. Die Leistungserbringung des Unternehmens hängt dabei von der Funktionsfähigkeit weniger wichtiger Standorte ab. Sollten technische Systeme vorübergehend oder dauerhaft ausfallen oder sollte es zu unberechtigten Datenzugriffen und Datenmanipulationen kommen oder sollten längerfristige kollektive Arbeitsniederlegungen stattfinden, könnte dies zu Störungen des Geschäftsablaufs und zu Verlusten von Reputation und Kunden führen sowie zusätzliche Kosten verursachen. Zur Bewältigung dieser technischen und operativen Risiken wurden Sicherheitsmaßnahmen, Prozesse und Regeln festgelegt, die verschiedene Eventualitäten abdecken und einen reibungslosen Ablauf garantieren. Im Rechenzentrumsbetrieb wird eine Outsourcing-Strategie verfolgt. Durch Vertragsgestaltung und Service-Level-Management wird die Verfügbarkeit der ausgelagerten Tätigkeiten abgesichert. Die Vertragspartner sind verpflichtet, einschlägige gültige Zertifizierungen vorzuweisen.

3.2.3 Regulatorische und rechtliche Risiken

Die Österreichische Post AG erwirtschaftete einen erheblichen Teil ihres Umsatzes im reservierten Postdienst. Die vollständige Öffnung des österreichischen Postmarkts erfolgte mit 1. Jänner 2011. Daraus ergeben sich Risiken einer Marktanteilsveränderung. Die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Zeitraum nach der vollständigen Liberalisierung wurden mit dem Postmarktgesetz neu geregelt, welches mit 1. Jänner 2011 zur Gänze in Kraft getreten ist. Dieses Postmarktgesetz sieht in vielen Bereichen keine Gleichbehandlung zwischen der Österreichischen Post AG und ihren Mitbewerbern vor, sondern eine Mehrbelastung der Österreichischen Post AG.

Die Österreichische Post AG ist im Rahmen des Universaldienstes verpflichtet, in ganz Österreich ein Mindestangebot von Postdienstleistungen in vergleichbarer Qualität anzubieten und ein flächendeckendes Netz von 1.650 Post-Geschäftsstellen sicherzustellen. Mit eigenem Personal betriebene Post-Geschäftsstellen dürfen nur

nach Durchführung eines behördlichen Verfahrens geschlossen werden, sodass nicht ausgeschlossen werden kann, dass die Österreichische Post AG – zumindest vorübergehend – zur Führung unrentabler Standorte verpflichtet ist.

Das Postmarktgesetz sieht vor, dass die Österreichische Post AG – als einziger Postdienstanbieter in Österreich – zur umfassenden Erbringung des Universaldienstes verpflichtet ist. Der Ersatz der Universaldienst-Nettokosten wird über einen Ausgleichsfonds abgewickelt, dessen Kostenlast zwischen der Gesellschaft und den anderen konzessionierten Postdienstanbietern nach Marktanteilen geteilt wird. In diesen Ausgleichsfonds müssen nur solche konzessionierte Postdienstanbieter einzahlen, deren Jahresumsätze aus der konzessionierten Tätigkeit 1 Mio EUR übersteigen. Zudem werden der Gesellschaft Universaldienst-Nettokosten nur insoweit ersetzt, als diese 2% der jährlichen Gesamtkosten der Gesellschaft übersteigen. Davon ausgehend, dass die Gesellschaft auch nach der Marktöffnung einen beträchtlichen Marktanteil innehaben wird, wird die Österreichische Post AG den überwiegenden Teil der Universaldienst-Nettokosten und die Administration des Ausgleichsfonds selbst finanzieren müssen.

Weiters verpflichtet das Postmarktgesetz die Österreichische Post AG dazu, bestehende Hausbrieffachanlagen im Zeitraum von 1. Jänner 2011 bis 31. Dezember 2012 derart umzurüsten, dass sie auch für ihre Mitbewerber zugänglich sind. Die dadurch entstehenden Umrüstungskosten sind zwischen der Österreichischen Post AG und den konzessionierten Postdienstanbietern zu 90% im Verhältnis der Marktanteile und nur zu 10% nach der Zahl der konzessionierten Postdienstanbieter aufzuteilen. Geht man von einem hohen Marktanteil aus, wird die Österreichische Post AG den Großteil der Umrüstungskosten selbst tragen müssen.

Sofern es infolge der Liberalisierung zu keiner Gleichbehandlung im Hinblick auf Beschäftigungsverhältnisse und gesetzliche Leistungsanforderungen zwischen der Österreichischen Post AG und ihren Mitbewerbern und einer adäquaten Abgeltung des Universaldienstes kommt, ist eine signifikante Ergebnisbelastung für die Österreichische Post AG nicht auszuschließen.

In der Öffentlichkeitsarbeit der Österreichischen Post AG nimmt die Thematik der Liberalisierung im Dialog mit allen Stakeholdern großen Stellenwert ein. Das Unternehmen sieht es als seine Aufgabe, auf die ungenügende Abgeltung des Universaldienstes und die Problematik der asymmetrischen Marktöffnung hinzuweisen.

Die Österreichische Post AG geht derzeit nicht davon aus, dass sie verpflichtet wird, ihren Mitbewerbern Zugang zu Teilleistungen einzuräumen. In einem solchen Fall könnten diese jedoch in besonders lukrativen Marktsegmenten Postdienstleistungen selbst erbringen und in weniger lukrativen Marktsegmenten auf Teilleistungen der Österreichischen Post AG zurückgreifen. Dies könnte zu erheblichen Ergebnisbeeinträchtigungen führen.

Aus der Änderung der umsatzsteuerlichen Behandlung der Postdienste könnten sich negative Auswirkungen auf die Umsatzentwicklung ergeben, insbesondere bei Kundengruppen, die nicht zum Abzug der Vorsteuer berechtigt sind.

Die Österreichische Post AG unterliegt in der Gestaltung ihrer Geschäftsbedingungen (einschließlich ihrer Entgelte) im Universaldienst der Kontrolle durch die Regulierungsbehörde. Die Gesellschaft kann deshalb im Bereich des Universaldienstes nur eingeschränkt durch Preisanpassungen auf Marktveränderungen reagieren.

Die Kompetenzen der Regulierungsbehörde sind unverändert geblieben. Hinsichtlich der Auslegung des Umfangs des Universaldienstes steht die Österreichische Post AG in Diskussion mit der Regulierungsbehörde. Eine unterschiedliche Definition der Grenzen des Universaldienstes kann sich in der marktkonformen Gestaltung des Produktportfolios und der Preisfestsetzung niederschlagen.

Im europäischen Verkehr zwischen Postgesellschaften drängt das Abrechnungssystem nach dem "Agreement for the Remuneration of Mandatory Deliveries of Cross-Border Mails" (REIMS III und IV) das Abrechnungssystem des Weltpostvereins zurück. Bei REIMS III und IV handelt es sich um eine Vereinbarung über Endvergütungen im grenzüberschreitenden Postdienst, dem jedoch nicht alle europäischen Postunternehmen angehören. Die Parteien von REIMS III und REIMS IV gehen davon aus, dass diese Vereinbarung – wie ihre Vorgängerregelung (REIMS II) – gemäß Art. 81 Abs. 3 EG-Vertrag vom Kartellverbot freigestellt ist. Die Österreichische Post AG wird – wie auch andere europäische Postgesellschaften - mit 31. Dezember 2011 aus REIMS IV austreten. Zurzeit laufen die Verhandlungen zum Abschluss bi- oder multilateraler Vereinbarungen mit anderen europäischen Postgesellschaften zur Abrechnung des grenzüberschreitenden Postdienstes nach dem 31. Dezember 2011.

Über das regulatorische Umfeld im Postmarkt hinaus muss die Österreichische Post AG im Rahmen ihres ordentlichen Geschäftsbetriebs eine Vielzahl von rechtlichen Beschränkungen beachten. So sind die vertraglichen und faktischen Gestaltungsspielräume des Unternehmens etwa durch wettbewerbsrechtliche Regelungen eingeschränkt. Die kartellrechtliche Zulässigkeit von Vereinbarungen und Geschäftspraktiken der Österreichischen Post AG war in der Vergangenheit bereits Gegenstand kartellrechtlicher Untersuchungen und Verfahren. Sonstige rechtliche Risiken ergeben sich auch aus nicht vorhersehbaren Gerichtsverfahren mit Mitbewerbern und Kunden.

Zur bestmöglichen Vermeidung von Ergebnisbeeinträchtigungen durch regulatorische und rechtliche Risiken ist die Österreichische Post AG bestrebt, in ihren Kernprozessen eine Erweiterung der Wertschöpfungskette und des Produktportfolios zu erzielen, um ihren Kunden noch bessere Leistungen anzubieten und eine Qualitätsoptimierung zu erreichen.

3.2.4 Finanzielle Risiken

Finanzielle Risiken der Österreichischen Post AG umfassen das Liquiditätsrisiko, das Kredit-, Kontrahenten- und Produktrisiko, das Zinsänderungsrisiko, das Währungsänderungsrisiko sowie organisatorische Risiken. Eine detaillierte Darstellung der finanziellen Risiken findet sich im Anhang zum Jahresabschluss der Österreichischen Post AG.

3.2.5 Markt- und Wettbewerbsrisiken

Die Österreichische Post AG erwirtschaftet den überwiegenden Teil ihres Umsatzes in Österreich. Sollten sich die derzeitigen Prognosen zum Wirtschaftswachstum verschlechtern, so könnten Planungsprämissen verworfen werden müssen und dadurch die Planungssicherheit eingeschränkt werden.

Ferner erwirtschaftet das Unternehmen einen nicht unbedeutenden Anteil des Umsatzes mit einer geringen Anzahl von Großkunden. Das wirtschaftlich erfolgreiche Weiterbestehen der Großkunden ist wesentlich für die stabile Entwicklung der Österreichischen Post AG. Großkunden sind vertraglich nicht verpflichtet, ihre Postsendungen von der Österreichischen Post AG befördern zu lassen, und könnten sich entscheiden, mittelfristig zumindest einen Teil ihrer Postsendungen Wettbewerbern der Österreichischen Post AG zur Zustellung zu übergeben.

Klassische Briefsendungen werden zunehmend durch E-Mail oder andere elektronische Medien ersetzt. Der Trend zur elektronischen Substitution von Briefen, insbesondere zur elektronischen Zustellung, wurde durch die Wirtschaftskrise der vergangenen Jahre beschleunigt und wird auch weiterhin fortbestehen. Diese Entwicklung kann zu nicht unerheblichen Volumenrückgängen und damit Ergebnisbeeinträchtigungen führen.

Der Brief- und Paketmarkt ist durch zunehmenden Wettbewerb gekennzeichnet. Ingesamt ist zu beobachten, dass der Markt zunehmend von der wirtschaftlichen Entwicklung seiner Kunden und zum anderen von der Wettbewerbssituation abhängig ist, die sich durch das etwaige Auftreten weiterer alternativer Anbieter weiter verschärfen könnte, sodass ein entsprechender Umsatzausfall nicht ausgeschlossen werden kann. Das Unternehmen ist in allen Ländern bestrebt, Kunden durch attraktive Leistungsangebote an sich zu binden.

Des Weiteren wird dem Mengenrückgang infolge von Substitution von Briefsendungen durch E-Mail mit neuen Produkten und Dienstleistungen, etwa im Bereich Infomail oder im B2B-Geschäft und vor allem aber entlang der Wertschöpfungskette, entgegengewirkt. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass infolge von Änderungen der gesetzlichen Zustellvorschriften für behördliche Sendungen ein Teil dieser Sendungen nicht mehr über die Österreichischen Post AG zugestellt wird. Die Diversifikation auf mehrere Märkte trägt dazu bei, Risiken einzelner Kundensegmente weit zu streuen bzw. gering zu halten.

Ein Bestandteil der Strategie der Österreichischen Post AG ist das Wachstum durch selektive Akquisitionen und Kooperationen. Dabei ist es wichtig, passende Akquisitionsziele zu finden und erworbene Unternehmen erfolgreich

zu integrieren. Die zukünftige Rentabilität dieser Projekte ist in hohem Maße vom Investitionsvolumen bzw. von den Akquisitionspreisen sowie politischen, wirtschaftlichen und gesetzlichen Faktoren abhängig. Alle Investitionsmaßnahmen müssen daher strikten finanziellen Kriterien gerecht werden.

In der Division Filialnetz sind die Erträge aus Finanzdienstleistungen stark von der wirtschaftlichen Entwicklung des Kooperationspartners BAWAG P.S.K., die Erträge aus Telekommunikationsprodukten von der Produktgestaltung des Kooperationspartners Telekom Austria abhängig.

Alle erwähnten Markt- und Wettbewerbsrisiken können zu nicht unerheblichen Volumenrückgängen und damit Ergebnisbeeinträchtigungen führen.

4. Internes Kontrollsystem und Risikomanagement im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess

Das Interne Kontrollsystem (IKS) der Österreichischen Post AG im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess umfasst Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen zur Sicherung der Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung, sowie der Einhaltung rechtlicher Vorschriften. Die klare Definition von Verantwortungsbereichen sowie systematische Kontrollen ermöglichen eine frühzeitige Risikoerkennung und gewährleisten eine ordnungsmäßige Rechnungslegung.

4.1 Kontrollumfeld

Die Funktionen der Bereiche Treasury, Finanz- und Rechnungswesen und Controlling sind klar getrennt und die Aufgaben und Verantwortungen geteilt. Im Bereich Rechnungswesen setzt sich die Aufbauorganisation aus dem Rechnungswesen am Sitz der Gesellschaft sowie dezentraler Datenerfassungsstellen zusammen.

Die Aufgabe des Rechnungswesens besteht in der zeitgerechten, vollständigen und ordnungsgemäßen Erfassung von Geschäftsfällen und deren Darstellung in Monats-, Quartals- und Jahresabschlüssen der Österreichischen Post AG.

Sämtliche Belege werden am Sitz der Gesellschaft elektronisch erfasst und dokumentiert weiterverarbeitet. Eingangsrechnungen werden in der zentralen Scannstelle elektronisch erfasst, die Belege in der Buchhaltung gebucht und zur Freigabe elektronisch weitergeleitet. Die Freigabe der Belege durch die jeweiligen Sachbearbeiter erfolgt im System. Dadurch ist eine elektronische Dokumentation der Freigabe der Belege gewährleistet.

Der Ablauforganisation der monatlichen Bilanzierung liegt ein strikter Terminplan zugrunde. Die Termine werden für ein Geschäftsjahr erstellt und unternehmensintern kommuniziert. Im Zuge der Bilanzierung melden die Verantwortlichen der Organisationseinheiten monatlich bilanzierungsrelevante Sachverhalte, für die im Unternehmen noch keine Belege vorliegen. Zusätzlich werden, um eine Vollständigkeit der Abschlüsse zu gewährleisten, in Durchsprachen mit den Divisionsleitern, den Leitern der Informationstechnologie und des Corporate Real Estate, die wesentlichen bilanziellen Themen und Sachverhalte erörtert.

4.2 Risikobeurteilung

Die Risiken im Bereich Rechnungslegung umfassen die nicht vollständige Erfassung von bilanzierungsrelevanten Sachverhalten, Fehler in der Belegerfassung, Bewertungsfehler durch falsche Einschätzung von mit Unsicherheit behafteten Ereignissen bzw. fehlerhafte Berechnungen, unrichtiger Ausweis sowie verspätete Bilanzerstellung und Datenzugriff von unberechtigten Personen bzw. Datenmanipulation, Ausfall von IT-Systemen und Datenverlust.

4.3 Kontrollmaßnahmen

Zur Gewährleistung einer vollständigen, zeitgerechten und richtigen Bilanzerstellung wurden in allen am Rechnungslegungsprozess beteiligten Bereichen Qualitätssicherungsmaßnahmen implementiert. Die Anwendung unternehmensinterner Richtlinien (wie z. B. Bilanzierungshandbuch, Bilanzierungsrichtlinien) führt zu einer einheitlichen Behandlung der Geschäftsfälle und einer einheitlichen Bilanzierung, Bewertung und Berichterstattung. Diese Richtlinien und Anweisungen werden laufend aktualisiert.

Zusätzlich werden die für den IFRS-Konzernabschluss gültigen Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften angewandt, um sicherzustellen, dass Geschäftsvorfälle konzernweit einheitlich erfasst und bewertet werden.

Die Abschlüsse werden in SAP R3 als führendem System erstellt. Alle für die Rechnungslegung und Berichterstattung relevanten SAP Module kommen zum Einsatz. Die Systeme sind durch entsprechende Einrichtungen im EDV-Bereich gegen unbefugte Zugriffe geschützt.

Durch die eingesetzte Software finden automatisierte Prüfungen statt. Neben den automatisierten Kontrollen (wie Funktionstrennung, Rechnungsfreigabe, Rechnungsprüfung) existieren manuelle Kontrollen (z.B. durch Stichproben). Bei allen rechnungslegungsrelevanten Prozessen wird das Vier-Augen-Prinzip angewendet. Die Schlüsselprozesse

wurden dokumentiert, standardisiert und mit Kontrollpunkten versehen. Diese klar definierten Überprüfungsmechanismen ermöglichen eine frühzeitige Risikoerkennung. Zusätzlich wird sichergestellt, dass die Rechnungslegung im Einklang mit den gesetzlichen Vorschriften, den Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung und internationalen Rechnungslegungsvorschriften steht.

4.4 Information und Kommunikation

Zur Wahrnehmung der Überwachungs- und Kontrollfunktionen werden die Abschlüsse einem definierten Managementkreis der Österreichische Post AG auf Segmentebene zur Verfügung gestellt.

Neben den gesetzlich vorgeschriebenen Abschlüssen werden interne Berichte, die weiterführende Erläuterungen zu ausgewählten Positionen und Kennzahlen enthalten, erstellt. Wesentlicher Bestandteil der internen Berichterstattung der Österreichischen Post AG ist die Datenauswertung und deren Analyse. Diese beinhaltet unter anderem die Berechnung von Cashflows sowie dazugehörige detaillierte Erläuterungen.

Vom Controlling wird monatlich ein interner Beteiligungsbericht erstellt, der Informationen über die Entwicklung der einzelnen Konzernunternehmen enthält. Dieser Bericht wird ebenfalls dem Vorstand zur Verfügung gestellt.

Die Berichterstattung an die Aktionäre der Österreichische Post AG erfolgt durch Investor Relations in Übereinstimmung mit dem Österreichischen Corporate Governance Kodex sowohl über die Website von Investor Relations, www.post.at/ir als auch über direkte Gespräche mit den Investoren. Die veröffentlichten Informationen werden allen Investoren zeitgleich zur Verfügung gestellt. Zusätzlich zu den Pflichtpublikationen stehen den Investoren auf der Investor Relations Website zahlreiche weitere Informationen zur Verfügung.

4.5 Überwachung

Kernpunkt des operativen Risikomanagements bildet die Identifizierung, Evaluierung und Beherrschung von wesentlichen Risiken aus der operativen Geschäftstätigkeit. Dieser Prozess wird von Schlüsselpersonen in den Divisionen und den Geschäftsfeldern getragen. Die divisional angelegte Organisationsstruktur gliedert sich in drei operativ tätige Divisionen bzw. fünf Geschäftsfelder sowie in unterstützende und beratende Zentral- und Serviceeinheiten.

Für den gesamten Österreichischen Post Konzern besteht ein einheitliches Risikomanagement, das alle Organisationseinheiten und wesentliche Tochtergesellschaften sowie ein internes Kontrollsystem für alle wesentlichen Prozesse einschließt und sich grundsätzlich nach dem COSO Standard "Enterprise Risk Management – Integrated Framework" richtet.

Weitere zentrale Instrumente der Risikoüberwachung und -kontrolle sind Richtlinien über den Umgang mit wesentlichen Risiken, der Planungs- und der Controllingprozess sowie die laufende Berichterstattung. Die Richtlinien betreffen beispielsweise die Festsetzung und Kontrolle von Limitkategorien und Handlungsabläufen zur Begrenzung finanzieller Risiken sowie die strikte Einhaltung des Vier-Augen-Prinzips.

Diese Richtlinien sind Teil des Internen Kontrollsystems und stellen unter anderem die ordnungsgemäße interne und externe Finanzberichterstattung sicher. Der Planungs- und Controllingprozess dient als Frühwarnsystem und als Basis für die Beurteilung der Wirksamkeit der eingeleiteten Steuerungsmaßnahmen.

Das Interne Kontrollsystem als Teil des Risikomanagementsystems ist risikoorientiert aufgebaut und in die Betriebsabläufe integriert. Das bedeutet, dass Maßnahmen arbeitsbegleitend erfolgen oder dem Arbeitsvollzug unmittelbar vor- oder nachgelagert sind. Das IKS basiert auf genauen Informationen über die Prozesse für die Rechnungslegung und Finanzberichterstattung und schließt auch deren vorgelagerte Unternehmensprozesse mit ein. Die Wirksamkeit des Internen Kontrollsystems wird regelmäßig von der Konzernrevision überprüft.

5. Informationen gemäß § 243a UGB

Das Grundkapital der Österreichischen Post AG beträgt 337.763.190 EUR und ist geteilt in 67.552.638 Stück auf Inhaber lautende Stückaktien. Es liegen keine Stimmrechtsbeschränkungen oder Syndikatsvereinbarungen vor, die der Gesellschaft bekannt sind.

Die Republik Österreich hält über die Österreichische Industrieholding AG (ÖIAG) 52,8% der Anteile an der Österreichischen Post AG (auf Basis der in Umlauf befindlichen 67.552.638 Stück Aktien, nach Einzug aller 2.447.362 eigenen Aktien am 24. April 2009). Der Gesellschaft sind keine anderen Aktionäre bekannt, die mehr als 10% der Anteile halten.

Soweit der Gesellschaft bekannt ist, gibt es keine Inhaber von Aktien mit besonderen Kontrollrechten. Mitarbeiter, die auch Aktionäre der Österreichischen Post AG sind, üben ihre Stimmrechte individuell aus. Es existieren keine sich nicht unmittelbar aus dem Gesetz ergebenden Bestimmungen über die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie über die Änderung der Satzung der Gesellschaft.

Genehmigtes Kapital: Gemäß § 5 der Satzung der Österreichischen Post AG ist der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats ermächtigt, bis fünf Jahre nach Eintragung der Satzungsänderung in das Firmenbuch das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu 175.000.000 EUR durch Ausgabe von bis zu 35.000.000 Stück neue auf Inhaber lautende Stückaktien gegen Bareinlagen zu erhöhen und den Ausgabekurs sowie die Ausgabebedingungen festzusetzen. Die Satzungsänderung wurde am 18. März 2006 in das Firmenbuch eingetragen.

Bedingtes Kapital: Gemäß § 5 der Satzung der Österreichischen Post AG ist der Vorstand ermächtigt, bis fünf Jahre nach Eintragung der Satzungsänderung in das Firmenbuch verzinsliche Wandelschuldverschreibungen auszugeben, mit denen ein Umtausch- oder Bezugsrecht in bis zu 35.000.000 Stück auf Inhaber lautende Aktien ohne Nennwert (Stückaktien) im Gesamtbetrag von insgesamt bis zu 175.000.000 EUR verbunden ist. Zu diesem Zweck wurde das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu 175.000.000 EUR durch Ausgabe von bis zu 35.000.000 Stück auf Inhaber lautende Stückaktien mit Stimmrecht bedingt erhöht. Die Satzungsänderung wurde am 21. April 2006 in das Firmenbuch eingetragen.

Es gibt keine bedeutsamen Vereinbarungen, an denen die Gesellschaft beteiligt ist, die bei einem Kontrollwechsel in der Gesellschaft in Folge eines Übernahmeangebotes wirksam werden, sich wesentlich ändern oder enden.

Für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebotes gibt es keine Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern oder Arbeitnehmern.

Wien, am 1. März 2011

Der Vorstand

Dipl.-Ing. Dr. Georg Pölzl e.h. Generaldirektor

Mag. Dr. Rudolf Jettmar e.h. Generaldirektor-Stellvertreter

Dipl.-Ing. Dr. Herbert Götz e.h. Vorstandsmitglied

Dipl.-Ing. Walter Hitziger e.h. Vorstandsmitglied

Dipl.-Bwt.(FH) Carl-Gerold Mende e.h. Vorstandsmitglied

Teil 4:

Erklärung aller gesetzlichen Vertreter gemäß § 82 Abs. 4 Z 3 BörseG

Als gesetzliche Vertreter der Österreichischen Post AG bestätigen wir nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Konzernabschluss zum 31. Dezember 2010 ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt, dass der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Jahresabschluss des Mutterunternehmens ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt, dass der Lagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Unternehmens so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.

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