Annual Report • Mar 16, 2010
Annual Report
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| Teil 1: Konzerngeschäftsbericht | 2 |
|---|---|
| 1.1. Informationen über die Österreichische Post | 2 |
| 1.2. Konzernlagebericht Österreichische Post | 69 |
| 1.3. Konzernabschluss Österreichische Post | 91 |
| Teil 2: Einzelabschluss | 169 |
| 2.1. Lagebericht Österreichische Post AG | 171 |
| 2.2. Jahresabschluss Österreichische Post AG | 193 |
| Gewinn- und Verlustrechnung | 2007 | 2008 | 2009 | Veränderung 2008/2009 |
|
|---|---|---|---|---|---|
| Umsatz | Mio EUR | 2.315,7 | 2.441,4 | 2.356,9 | –3,5% |
| EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, | |||||
| Steuern und Abschreibungen) | Mio EUR | 292,7 | 321,7 | 269,2 | –16,3% |
| EBITDA-Marge | % | 12,6% | 13,2% | 11,4% | – |
| EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) | Mio EUR | 162,8 | 169,5 | 149,4 | –11,9% |
| EBIT-Marge | % | 7,0% | 6,9% | 6,3% | – |
| EBT (Ergebnis vor Steuern) | Mio EUR | 164,9 | 158,2 | 124,8 | –21,1% |
| Periodenergebnis | Mio EUR | 122,6 | 118,9 | 79,7 | –33,0% |
| Ergebnis je Aktie | EUR | 1,75 | ¹ 1,71 |
² 1,18 |
–31,0% |
| Mitarbeiter (Durchschnitt, Vollzeitkräfte) | 25.764 | 27.002 | 25.921 | –4,0% | |
| Cash-Flow | |||||
| Cash-Flow aus dem Ergebnis | Mio EUR | 292,4 | 237,0 | 195,8 | –17,4% |
| Cash-Flow aus Geschäftstätigkeit | Mio EUR | 295,9 | 233,4 | 230,0 | –1,5% |
| Investitionen in Sachanlagen | Mio EUR | 96,8 | 102,9 | 65,6 | –36,3% |
| Investitionen in Beteiligungen | Mio EUR | 71,0 | 30,5 | 1,1 | –96,5% |
| Free Cash-Flow | Mio EUR | 153,5 | 210,3 | 236,9 | 12,6% |
| Free Cash-Flow vor Erwerb/Verkauf | |||||
| von Wertpapieren | Mio EUR | 96,3 | 162,4 | 199,6 | 22,9% |
| Bilanz | |||||
| Bilanzsumme | Mio EUR | 2.058,6 | 1.874,6 | 1.775,3 | –5,3% |
| Eigenkapital | Mio EUR | 874,3 | 741,5 | 673,7 | –9,1% |
| Langfristiges Vermögen | Mio EUR | 1.361,9 | 1.252,1 | 1.141,3 | –8,9% |
| Kurzfristiges Vermögen | Mio EUR | 694,3 | 622,5 | 634,0 | 1,9% |
| Nettoverschuldung | Mio EUR | –173,4 | –270,2 | –231,2 | –14,4% |
| Net debt/EBITDA | |||||
| (Nettoverschuldung/EBITDA) | 0,59 | 0,84 | 0,86 | 2,3% | |
| Eigenkapitalquote | % | 42,5% | 39,6% | 38,0% | – |
| Eigenkapitalrentabilität (ROE) | % | 16,3% | 16,8% | 13,9% | – |
| Capital Employed | Mio EUR | 992,2 | 952,5 | 861,7 | –9,5% |
| Return on Capital Employed (ROCE) | % | 16,9% | 17,4% | 16,5% | – |
| Post Aktie | |||||
| Kurs per Ende Dezember | EUR | 23,99 | 24,10 | 19,02 | –21,1% |
| Höchst-/Tiefstkurs (Schlusskurs) | EUR | 37,25/20,95 | 29,75/20,44 | 26,14/18,00 | – |
| Dividende je Aktie (für Geschäftsjahr) | EUR | 1,40 | 1,50 | ³ 1,50 |
0,0% |
| Sonderdividende je Aktie | EUR | 1,00 | 1,00 | – | – |
| Marktkapitalisierung per Ende Dezember | Mio EUR | 1.679,3 | 1.628,0 | 1.284,9 | –21,1% |
| Anzahl der im Umlauf befindlichen | |||||
| Aktien per Ende Dezember | Stück | 70.000.000 | 67.552.638 | 67.552.638 | – |
| Streubesitz | % | 49,0% | 47,2% | 47,2% | – |
| Umsatz nach Divisionen (Außenumsatz) | |||||
| Division Brief | Mio EUR | 1.381,0 | 1.460,0 | 1.396,8 | –4,3% |
| Division Paket & Logistik | Mio EUR | 738,6 | 785,9 | 768,4 | –2,3% |
| Division Filialnetz | Mio EUR | 192,1 | 192,2 | 189,6 | –1,4% |
| EBIT nach Divisionen | |||||
| Division Brief | Mio EUR | 274,3 | 254,5 | 221,1 | –13,1% |
| Division Paket & Logistik | Mio EUR | 12,8 | –25,5 | –9,3 | 63,5% |
| Division Filialnetz | Mio EUR | 13,6 | 14,5 | –9,2 | – |
¹ Bezogen auf 69.505.601 Stück Aktien
² Bezogen auf 67.552.638 Stück Aktien
³ Vorschlag an die Hauptversammlung am 22. April 2010
Cash-Flow aus dem Ergebnis und Investitionen1
1,00 1,04
4,0
3,2
2,4
1,6
0,8
0
1
EBITDA und EBIT
Investitionen in Sachanlagen und Beteiligungen
1
Dividende je Aktie
vor Erwerb/Verkauf von Wertpapieren
2005 2006 2007 2008 2009
1,38
2,34
2,95
1 Vorschlag an die Hauptversammlung am 22. April 2010
Geschäftsbericht 2009 Österreichische Post AG
10 Was wirklich zählt ...
20 Mitarbeiter
24 Vorwort des Vorstands 26 Corporate Governance Kodex
der Divisionen 83 Voraussichtliche Entwicklung/Ausblick und Risiken des Unternehmens
Kontrollsystem und Risikomanagement im Hinblick auf den Rechnungslegungs- prozess
Akquisitionen 8, 39, 83 Aktionärsstruktur 59 Aufsichtsrat 30ff, 150 Ausblick 83 Ausschüsse des Aufsichtsrats 31, 150 Bankdienstleistungen 37, 56 BAWAG PSK 57, 67, 82, 111
Bestätigungsvermerk 148f Bilanz 94, 118ff Cash-Flow 77, 95 Cash-Flow-Statement 95, 134 Corporate Governance 26ff Corporate Social Responsibility 61ff Direct Marketing 39, 50, 53
Dividende 8f, 49, 58 Division Brief 36f, 52f, 80, 111f Division Filialnetz 36f, 56f, 82, 111f Division Paket & Logistik 36f, 54f, 81, 111f EBIT 72, 74, 92
EBITDA 8f, 72, 73 Eigenkapital 75f, 94, 96, 126f Ergebnis je Aktie 60, 92, 101, 118 Gewinn- und Verlustrechnung 72ff, 92 Geschäftsmodell 48
46 Liberalisierung des Postmarkts in Europa 48 Geschäftsmodell und
60 Research Coverage
Strategie
Statement
96 Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals 97 Konzernanhang
147 Erklärung aller gesetzlichen Vertreter 148 Uneingeschränkter Bestätigungsvermerk 150 Bericht des Aufsichts-
rats
Glossar – allgemein Glossar – betriebs- wirtschaftlich Geschichte der Post 2009 im Überblick Adressen von Tochtergesellschaften 162 Kontakt
Dieser Teil unterlag der gesetzlichen Abschlussprüfung durch die Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH.
Hauptversammlung 58, 83 Innovationsmanagement 79ff Integration 55 Investitionen 77 Kennzahlen Flappen, 60 Kerngeschäft 36f Liberalisierung 46f
Liquidität 76f Marktposition 48ff Mitarbeiter 66ff Nettoverschuldung 76 Nettofinanzmittelverschuldung/EBITDA 76 Periodenergebnis 74, 92f Personalaufwand 92, 115 Post Aktie 58ff Post.Partner 47, 56f, 82 Postmarkt 42ff Risikomanagement 87ff Servicequalität 56 Speziallogistik 37, 39, 44 Strategie 8f, 38f, 44ff Umsatz 8f, 42, 49, 71
Umwelt 64f, 79 Universaldienst 46f, 84ff Vergütung 33f, 108 Vorstand 22 ff, 27ff Wertschöpfung 63f Zukunft 24f, 40f, 50, 83ff Zustellgeschwindigkeit 74, 78
Schon bei ihrem Börsegang im Frühjahr 2006 präsentierte sich die Österreichische Post AG mit einem Geschäftsmodell, das darauf ausgerichtet ist, den Aktionären des Unternehmens nachhaltig attraktive Dividenden zu bieten. Ziel war es damals, das bestehende, solide Kerngeschäft im Brief- und Paketbereich auf Basis der führenden Marktposition zu sichern sowie durch Akquisitionen abzurunden und zu erweitern. Insbesondere sollten vor dem Hintergrund stagnierender bzw. sogar schrumpfender Volumina in der Briefpost die Wachstumschancen im deutlich dynamischeren Paketmarkt im In- und Ausland genutzt und dadurch die hohe Ertragskraft der Post abgesichert werden.
In Umsetzung dieser Strategie ist es in den vergangenen Jahren gelungen, das Umsatzvolumen im Paketgeschäft durch forciertes organisches Wachstum, vor allem aber durch gezielte Akquisitionen von zuvor rund 200 Mio EUR auf ein Niveau von nahezu 800 Mio EUR zu heben.
Damit hat sich die Post erfolgreich in einem Geschäftsfeld verankert, das in allen Bereichen weiterhin strukturell wächst und dank der immer weiter zunehmenden Intensität des Internethandels nachhaltig zusätzliche interessante Wachstumsimpulse bekommt. Dass auch das Paketgeschäft derzeit vor allem im B2B-Bereich sowohl vom Volumen als auch von den erzielbaren Preisen her von der Finanz- und Wirtschaftskrise betroffen ist, tut dieser insgesamt positiven Perspektive keinen Abbruch.
Im Briefgeschäft allerdings wird die Substitution durch elektronische Medien zu einer länger andauernden jährlichen Umsatzreduktion führen. Zusätzliche Herausforderungen bringt die von der EU für das Jahr 2011 beschlossene vollständige Liberalisierung des europäischen Briefmarkts. Es gilt somit, Strukturreformen mit einem adaptierten Leistungsspektrum zu verbinden und neue Dienstleistungen zu forcieren.
Vor diesem Hintergrund hat die Österreichische Post Ende 2009 mit dem Programm post@2011 einen Strategieprozess aufgesetzt, um die zentralen strategischen Eckpunkte zu definieren und um zusätzlich zu den Initiativen der einzelnen Divisionen auch konzernübergreifende Maßnahmen einzuleiten.
Ausgehend von diesen wirtschaftlichen Zielen wurden für die Konzernstrategie vier Eckpunkte definiert. Details dazu werden im Kapitel Geschäftsmodell und Strategie erläutert.
All diese Maßnahmen haben ein Ziel: die Österreichische Post im Interesse von Aktionären, Mitarbeitern, Kunden und Partnern erfolgreich weiterzuentwickeln und erfolgreich in die Zukunft zu führen. Denn auch nach der Marktliberalisierung im Jahr 2011 soll gelten: Die Post bringt allen was.
1 Vorschlag an die Hauptversammlung am 22. April 2010
96% der Briefe werden bereits am nächsten Werktag zugestellt, 95% der Pakete werden am übernächsten Werktag zugestellt.
Every Day, every door! Die Österreichische Post bringt statistisch gesehen täglich jedem Haushalt und Unternehmen zwei Briefsendungen. Sie bietet im europäischen Vergleich eine sehr hohe Zustellqualität zu vergleichsweise niedrigen Kosten. Damit ist die Österreichische Post nicht nur ein verlässlicher Logistik-Versorger, sondern verfügt als eines der bedeutendsten Unternehmen auch über das größte Kundennetzwerk des Landes.
Täglich 225.000 Kilometer im Dienst der Kunden
Die Briefzusteller legen zu Fuß rund 6.000 km zurück (täglich dreimal Wien – Paris – Wien)
6.000 PKW und Transporter kommen täglich auf 200.000 km (fünfmal um die Erde)
Mopeds fahren täglich in Summe über 14.000 km (Wien – New York – Wien)
Fahrräder legen täglich rund 7.000 km zurück (dreimal Wien – London – Wien)
Umsatzentwicklung Österreich in Mio EUR
Umsatzentwicklung International in Mio EUR
Umsatzentwicklung Konzern in Mio EUR
Effiziente Brieflogistik und Wachstum mit neuen Business Services
Marktführerschaft sichert uns Wachstum und garantiert Unseren Kunden Qualität und Servicesicherheit. Die Post ist die Nr. 1 in Österreich bei der Beförderung von Briefen und Paketen sowie bei postaffinen Dienstleistungen. In ausgewählten Ländern Europas besetzt die Österreichische Post ebenfalls zahlreiche Spitzenpositionen sowohl im Bereich Werbesendungen als auch bei spezialisierten Logistikdienstleistungen wie z.B. Kombifracht und temperaturgeführte Logistik.
Rund 30% des Umsatzes werden außerhalb Österreichs erlöst.
Ausgezeichnete Marktposition in attraktiven Märkten
Nr. 1 in zahlreichen Märkten
Nr. 1 bei unadressierten Werbesendungen
Nr. 1 bei Paketen an Geschäftskunden
Nr. 1 bei Paketen an Geschäftskunden
In der Wirtschaftskrise gut gehalten: Die Aktie der Österreichischen Post AG
Die Post macht Gewinn – und bringt mehr als das. Die Post ist gewinnorientiert. Das sichert nachhaltige Ertragskraft und Unternehmenswert, verstärkt den Innovationswillen und die Flexibilität, um auf neue Trends rasch zu reagieren. Davon profitieren alle unsere Kunden, die Mitarbeiter, ja das ganze Land. Denn wir garantieren, dass jeder Zugang zu Kommunikation, Wirtschaft und Verwaltung hat und sichern den Komfort jedes Einzelnen. Nur ein ertragsstarkes Unternehmen kann die Bedürfnisse der Stakeholder optimal vereinen.
400 800 1.600 0 2.000 2.800 2.400 1.565,2 1.571,7 1.589,2 1.654,4 1.701,6 1.736,7 2.315,7 2.441,4 2.356,9 1.200 Umsatz gesteigert Solide Ertragssituation 400 800 1.600 2.000 2.800 2.400 1.565,2 1.571,7 1.589,2 1.654,4 1.701,6 1.736,7 2.315,7 2.441,4 2.356,9 1.200 200 50 100 0 150 250 350 300 1.565,2 1.571,7 1.589,2 1.654,4 1.701,6 1.736,7 2.315,7 2.441,4 2.356,9 200501000 150250350300 1.565,2 1.571,7 1.589,2 1.654,4 1.701,6 1.736,7 2.315,7 2.441,4 2.356,9
5% 10%
15%
15%
20%
0%
0%
5% 10%
Österreichische Post 2009 |15
Konzern Innovation und Nutzung von Synergien
Nicht nur die Digitalisierung von bestehenden Archiven sowie der Eingangspost wird mittlerweile für unsere Kunden übernommen, sondern auf Wunsch werden auch Briefe und Dokumente nach elektronischer Übermittlung gedruckt und zugestellt.
Postservices einfach von zu Hause aus beauftragen: Nachsendeauftrag, Urlaubspostfach, Postvollmacht, Wahl einer Wunschfiliale zur Abholung von eingeschriebenen Briefsendungen (Verständigung per SMS oder E-Mail).
B2B-Paketzustellung innerhalb von 24 Stunden: schnell, sicher und zuverlässig mit den Logistikprofis der Österreichischen Post AG.
Paketabholung, standardmäßiger zweiter Zustellversuch, Sendungsverfolgung Track&Trace, Kundenservice mit Hotline.
Alle Informationen zum aktuellen Status von Business-Sendungen: frei wähl- und definierbare Sendungsabfragen und -auswertungen, kombinierbare Sendungsfilter, Track&Trace Datenexport und mehr.
Pakete zu jeder Tages und Nachtzeit abholen und aufgeben, ohne Mehrkosten: Verständigung über Eintreffen des Pakets beim Paketautomaten per SMS, Entnahme mittels Abholcode.
Innovation bringt neue Lösungen und Services. Wir haben bereits vor Jahren begonnen, uns intensiv mit Innovationen auseinanderzusetzen. Um Abläufe effizienter zu gestalten, Kosten zu senken und neue Dienste anzubieten. Wir entwickeln laufend neue Lösungen und Services. So machen wir Ihre Post immer besser.
Die digitale Poststelle: Vorsortieren und Scannen einlangender Postsendungen nach Kundenvorgabe, die optimal aufbereiteten Daten werden digital an jeden beliebigen Standort verteilt.
Dieses Service ermöglicht auch, alle bestehenden Archive in digitale Archive umzuwandeln.
Schneller, höher, weiter. Wir von der Post haben den sportlichen Ehrgeiz, immer besser zu werden. Deshalb überprüfen wir ständig jeden einzelnen Handgriff, jeden einzelnen Schritt in der gesamten Prozesskette. Damit haben wir in den letzten Jahren bereits signifikante Effizienzsteigerungen erreicht.
Voller Einsatz: Briefträger, die Tag für Tag zu Fuß, mit Fahrrad, Moped oder Auto unterwegs sind: ein gewohnter Anblick.
Doch in Damüls (Vorarlberg), einer der schneereichsten Gegenden Österreichs, trifft man auf eine ganz besondere Art der Briefzustellung. Im Bregenzer Wald, auf 1.600 Meter Seehöhe, werden in den Wintermonaten die Ski angeschnallt, um jenen Damülsern, die entlang der Skipiste wohnen, ihre Post zu bringen.
Und das bei jedem Wetter.
Quellen: Bezirksrundschau OÖ, Niederösterreichische Nachrichten, Kleine Zeitung, post.inside
Mehr als nur Post. Unsere Postler sind nicht einfach Logistik-Dienstleister, sondern Menschen. Sie verrichten ihre Arbeit mit Engagement und Esprit. Und sie setzen sich für ihre Kunden ein, wenn Not am Mann ist. Darauf sind wir besonders stolz.
Österreichische Post 2009 | 21
Der Vorstand der Österreichischen Post besteht aus fünf Personen. Im Berichtsjahr gab es folgende Veränderungen: Dr. Anton Wais hat am 19. Februar 2009 seine Funktion als Mitglied des Vorstands und Vorstandsvorsitzender der Österreichischen Post mit Wirkung zum 31. März 2009 niedergelegt. Im Zeitraum von 1. April 2009 bis 30. September 2009 fungierte Herr Mag. Dr. Rudolf Jettmar interimistisch als Vorstandsvorsitzender.
Am 15. Juni 2009 wurde Herr Dr. Georg Pölzl mit Wirkung 1. Oktober 2009 zum Vorstandsmitglied und Vorsitzenden des Vorstands bis 30. September 2014 bestellt.
von links nach rechts:
Dipl.-Ing. Walter Hitziger Vorstandsmitglied, Division Brief
Mag. Dr. Rudolf Jettmar Stellvertretender Vorsitzender des Vorstands, Finanzvorstand
Dipl.-Bwt. (FH) Carl-Gerold Mende Vorstandsmitglied, Division Paket & Logistik
Dipl.-Ing. Dr. Georg Pölzl Vorsitzender des Vorstands, Generaldirektor
Dipl.-Ing. Dr. Herbert Götz Vorstandsmitglied, Division Filialnetz
Die Wirtschaftskrise hat auch die Österreichische Post nicht verschont und im Jahr 2009 zu erheblichen Belastungen geführt. Die Rezession sorgte für verstärkten Druck auf unsere Brief- und Paketumsätze, denn viele unserer Kunden begegneten ihren sinkenden Umsätzen durch forcierte Kosteneinsparungen. Damit beschleunigte die Krise gleichzeitig den Trend der Substitution von Briefen durch elektronische Medien. Der Umsatz der Österreichischen Post reduzierte sich daher im Jahr 2009 um 3,5% auf 2.356,9 Mio EUR.
Zur Kompensation dieses Umsatzrückgangs haben wir umgehend Maßnahmen eingeleitet, um sowohl den Personal- als auch den Sachaufwand des Konzerns nachhaltig zu reduzieren. Durch Nutzung der natürlichen Fluktuation ist es etwa gelungen, die aufgrund der hohen Inflationsrate des Jahres 2008 sehr kräftige Gehaltssteigerung 2009 zu kompensieren. Bei den Sachkosten konnte unser Einsparungsziel von 30 Mio EUR mit einer Nettoeinsparung von nahezu 40 Mio EUR sogar übertroffen werden. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) reduzierte sich als Resultat dieser Entwicklungen 2009 um 11,9% auf 149,4 Mio EUR.
Ein weiteres positives Ergebnis: Die umsatz- und kostenseitigen Initiativen, die wir 2009 zur Bekämpfung der Rezessionsfolgen setzten, resultierten in einer ausgesprochen soliden Bilanz- und Finanzlage unseres Unternehmens. So konnten wir den Free Cash-Flow durch restriktive Investitionspolitik sowie positive Einmaleffekte verbessern, und auch die Zahlungsmittel in der Bilanz haben sich weiter erhöht.
Während die elektronische Substitution von Briefen durch gegenläufige Trends – etwa Zuwächse im Direct Marketing – in den letzten Jahren gut kompensiert werden konnte, hat die Rezession den Rückgang deutlich beschleunigt. Bereits Ende 2008 begannen vor allem Geschäftskunden damit, elektronische Medien noch stärker zu forcieren oder auch das Gewicht ihrer Sendungen zu reduzieren, um Versandkosten zu sparen. Im Werbebereich hält der Trend zum verstärkten Einsatz von Direct Mails zwar weiterhin an, die Preise gaben allerdings im Zuge der Krise spürbar nach. Die Folge war 2009 ein Umsatzrückgang von in Summe 4,3% in der Division Brief.
Noch stärker als das Briefgeschäft litt 2009 die Paket- und Logistikbranche unter dem Wirtschaftsabschwung, der nicht nur international für einen Rückgang der transportierten Mengen, sondern auch für eine Preisreduktion sorgte. In diesem Umfeld konnte sich die Österreichische Post mit einem Umsatzrückgang von 2,2% noch relativ gut halten. Dafür war einerseits das Wachstum in Österreich und andererseits das relativ gute Transportvolumen in Deutschland verantwortlich. Dabei konnten wir unseren Marktanteil in diesen Kernmärkten noch steigern und ein positives Ergebnis erwirtschaften. Durch die Akquisition des im Transport und der Lagerung von Produkten für den Gesundheitsmarkt und in der temperaturgeführten Transportlogistik tätigen deutschen Unternehmens Rhenus Life Sciences haben wir unsere Position in diesem Schwerpunktsegment zudem wesentlich verbessert.
Das Filialnetz der Österreichischen Post steht angesichts der veränderten Bedürfnisse von Geschäftssowie Privatkunden vor deutlich veränderten Anforderungen. So werden Briefe vermehrt direkt bei Großkunden abgeholt, neue Services und Angebote verändern die Rolle der Standorte in der Gesamtdienstleistung. Für zusätzliche Herausforderungen sorgt das rezessionsbedingt rückläufige Sendevolumen an Briefen und Paketen. Ein grundlegender Strukturwandel ist in diesem Umfeld unumgänglich und wurde auch bereits eingeleitet. Ende Februar 2010 waren von den 1.667 Post-Geschäftsstellen bereits 535 externe Partner aktiv. Dieses Modell bietet Vorteile für Konsumenten durch verlängerte Öffnungszeiten und ist ein Beitrag zur Sicherung der landesweiten Versorgung.
Die aktuellen Entwicklungen auf dem internationalen Post- und Logistikmarkt stellen die Österreichische Post vor Herausforderungen, bringen aber auch neue Chancen. Durch die Marktliberalisierung und die elektronische Substitution wird international ein Volumensrückgang bei Briefsendungen prognostiziert. Dem stehen die fortschreitende Internationalisierung der Handelsströme und der anhaltende Trend zum Internet-Shopping gegenüber, die auch in Zukunft das
Vorwort des Vorstands Corporate Governance Bericht Österreichische Post im Überblick Der Postmarkt in Europa Liberalisierung Geschäftsmodell und Strategie Divisionen im Überblick Aktie und Investor Relations Corporate Social Responsibility
Wachstum im Bereich Paket & Logistik treiben. Für die vollständige Liberalisierung des Postmarkts in Österreich ab 2011 hat das neue Postmarktgesetz Ende 2009 nun zumindest Rechtssicherheit geschaffen.
Um unser Unternehmen in diesem Umfeld fit für die Zukunft zu machen, haben wir in den letzten Monaten vier strategische Eckpunkte als klare Orientierung für die Weiterentwicklung des Konzerns definiert. Neben der Verteidigung unserer Marktführerschaft bei Brief und Paket in Österreich wollen wir auch künftig Wachstumschancen aktiv nutzen. Im Vordergrund steht hier das Paket- und Logistikgeschäft, in dem wir uns in Spezialnischen wie Kombifracht oder temperaturgeführter Logistik schon gut etablieren konnten. Einen weiteren wichtigen Schwerpunkt werden weitere Effizienzsteigerungen und eine Flexibilisierung unserer Kostenstruktur bilden. Zudem bauen wir verstärkt auf Innovation und setzen dabei auf Komplexitätsreduktion sowie auf neue Dienstleistungen aus der Kombination physischer und elektronischer Lösungen.
Ausgehend von unseren Kernstrategien haben wir für die Österreichische Post anspruchsvolle ökonomische Mittelfristziele definiert. Für den Umsatz streben wir auf Konzernebene ein mittelfristiges Wachstum von 1–2% pro Jahr an, gehen also von einer erfolgreichen Kompensation der Einbußen im Briefgeschäft durch Zuwächse im Paket- und Logistikgeschäft aus. Die hohe Ertragskraft der Österreichischen Post soll in einer nachhaltigen EBITDA-Marge von 10–12% zum Ausdruck kommen. Basis dafür sind anhaltende Effizienzsteigerungen und Kostensenkungen. Und schließlich wollen wir unsere attraktive Dividendenpolitik durch Ausschüttung von zumindest 75% des Nettoergebnisses sowie eine angepeilte nachhaltige jährliche Dividende von 1,50 EUR pro Aktie fortsetzen. Auch für das Geschäftsjahr 2009 werden wir der Hauptversammlung am 22. April 2010 eine Dividende in dieser Höhe vorschlagen.
In der kurzfristigen Perspektive gehen wir für 2010 aber noch von einem Rückgang des Konzernumsatzes um etwa 1–2% aus. Primär bedingt durch elektronische Substitution wird ein Umsatzrückgang in der Division Brief erwartet. In der Division Paket & Logistik hingegen sollte angesichts des prognostizierten freundlicheren Marktumfelds 2010 eine Umsatzsteigerung möglich sein. Ziel des Unternehmens ist es, die Gesamtkosten weiter nachhaltig zu senken und die Ertragskraft zu erhalten. Auch für das Jahr 2010 wird eine EBITDA-Marge von 10–12% angestrebt.
Danken möchten wir zum Abschluss unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die auch im schwierigen Jahr 2009 entscheidend zur soliden Entwicklung unseres Unternehmens beigetragen haben. Ebenfalls danken wir unseren Aktionären für ihr anhaltendes Interesse und ihre Treue. Unser Dank gilt schließlich auch Dr. Anton Wais, der mit 31. März 2009 aus dem Vorstand ausgeschieden ist, nachdem er das Unternehmen ein Jahrzehnt hindurch geprägt und vor allem den Transformationsprozess zu einem modernen Dienstleister entscheidend vorangetrieben hat.
Dipl.-Ing. Dr. Georg Pölzl Mag. Dr. Rudolf Jettmar
Generaldirektor Generaldirektor-Stellvertreter
Vorstandsmitglied Vorstandsmitglied Vorstandsmitglied
Dipl.-Ing. Dr. Herbert Götz Dipl.-Ing. Walter Hitziger Dipl.-Bwt. (FH) Carl-Gerold Mende
Die Österreichische Post AG ist eine an der Wiener Börse notierte Aktiengesellschaft. Gemäß österreichischem Aktiengesetz leitet der Vorstand die Gesellschaft unter eigener Verantwortung, wie das Wohl des Unternehmens unter Berücksichtigung der Interessen der Aktionäre und der Arbeitnehmer sowie des öffentlichen Interesses es erfordert. Der Aufsichtsrat überwacht die Geschäftsführung und unterstützt den Vorstand bei wesentlichen Entscheidungen.
Die Österreichische Post bekennt sich im Sinne einer verantwortungsvollen und transparenten Unternehmensführung zur Einhaltung des Österreichischen Corporate Governance Kodex (ÖCGK). Der für die Berichterstattung relevante Kodex in der Fassung vom Jänner 2009 enthält 83 Regeln für gute Unternehmensführung, die sich in drei Kategorien aufteilen:
Der Österreichische Corporate Governance Kodex ist sowohl über die Website der Österreichischen Post AG unter www.post.at/ir als auch auf der Website des Österreichischen Arbeitskreises für Corporate Governance unter www.corporate-governance.at öffentlich zugänglich.
Es werden alle "L-Regeln" (Legal Requirements) sowie, mit Ausnahme der nachfolgend genannten, auch alle "C-Regeln" (Comply or Explain) des Kodex eingehalten:
Die Satzung und die Geschäftsordnungen für den Vorstand und den Aufsichtsrat entsprechen den Bestimmungen des Österreichischen Corporate Governance Kodex.
Die Gesellschaft hat zur Vermeidung von Insider-Geschäften eine konzernweit verpflichtende Compliance-Richtlinie eingeführt, die den aktuellen österreichischen Kapitalmarktvorschriften entspricht. Ihre Einhaltung sowie erforderlichenfalls ihre Adaptierung wird vom Compliance Officer kontinuierlich überwacht bzw. gewährleistet. Das Compliance-Verständnis der betroffenen MitarbeiterInnen wird in regelmäßigen Schulungsveranstaltungen gefördert.
Entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen und den Regelungen des Österreichischen Corporate Governance Kodex (C-Regel 73) werden die erfolgten Directors' Dealings unter www.post.at/ir laufend veröffentlicht.
Vorwort des Vorstands Corporate Governance Bericht Österreichische Post im Überblick Der Postmarkt in Europa Liberalisierung Geschäftsmodell und Strategie Divisionen im Überblick Aktie und Investor Relations Corporate Social Responsibility
Im Geschäftsjahr 2009 wurde die Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH im Wege eines europaweiten Vergabeverfahrens als Bestbieter für die Abschlussprüfung des Jahres- und Konzernabschlusses ermittelt. Die Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH wurde auf Vorschlag des Aufsichtsrats von der Hauptversammlung am 6. Mai 2009 zum Abschlussprüfer des Jahres- und Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr 2009 bestellt. Im Geschäftsjahr 2009 wurden für die Prüfung des Einzel- und Konzernabschlusses sowie für Abschlussprüfungen bei Tochtergesellschaften der Österreichischen Post von der Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH 273.500 EUR (exkl. USt.) verrechnet. Für sonstige Beratungsleistungen hat die Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH eine Gegenleistung von 131.941 EUR (exkl. USt.) erhalten.
Das Interne Kontrollsystem (IKS) der Österreichischen Post wird über prozessintegrierte Maßnahmen, Mechanismen und Kontrollen über das gesamte Unternehmen hinweg wahrgenommen. Für das IKS der Österreichischen Post wurde eine einheitliche Plattform geschaffen, auf welcher die wichtigsten Geschäftsprozesse abgebildet werden. Die operativen Tätigkeiten sind darin nachvollziehbar dokumentiert und werden durch eine Risiko- und Kontrolldokumentation ergänzt. Das IKS der Österreichischen Post baut auf bestehenden Risikomanagement- und Prozessstrukturen im Unternehmen auf, bildet die Kontrollaktivitäten zu den wesentlichen Risiken ab und überwacht den Kontrolldurchführungsprozess. Die Interne Revision prüft die Einhaltung der relevanten Regelungen ex post. Die Erkenntnisse der Revision dienen der Beurteilung der Wirksamkeit der integrierten Kontrollen und Maßnahmen.
Die Gleichbehandlung und die umfassende Information aller Aktionäre haben für die Österreichische Post einen besonders hohen Stellenwert. Dazu gehört auch, dass über die gesetzlich verpflichtenden Auskunfts- und Offenlegungspflichten hinaus (Geschäftsund Quartalsberichte, Ad-hoc-Meldungen, Offenlegung der Directors' Dealings) regelmäßig und unter Beachtung der gebotenen Gleichbehandlung aller Aktionäre in Pressemeldungen sowie in Analysten-, Presse- und Aktionärskonferenzen über die Entwicklung des Unternehmens berichtet wird. Alle Berichte und Meldungen sowie die wesentlichen Präsentationen zu diesen Konferenzen werden unter www.post. at/ir veröffentlicht. Im Jahr 2009 wurden neun Adhoc-Meldungen publiziert. Diese sowie die Aktionärsstruktur sind unter www.post.at/ir abrufbar.
Der Vorstand der Österreichischen Post besteht aus fünf Personen. Im Berichtsjahr gab es folgende Veränderungen: Dr. Anton Wais hat am 19. Februar 2009 seine Funktion als Mitglied des Vorstands und Vorstandsvorsitzender der Österreichischen Post mit Wirkung zum 31. März 2009 niedergelegt. Im Zeitraum von 1. April 2009 bis 30. September 2009 fungierte Herr Mag. Dr. Rudolf Jettmar interimistisch als Vorstandsvorsitzender. Am 15. Juni 2009 wurde Herr Dipl.-Ing. Dr. Georg Pölzl mit Wirkung 1. Oktober 2009 zum Vorstandsmitglied und Vorsitzenden des Vorstands mit dem Titel Generaldirektor für die Dauer von fünf Jahren, bis 30. September 2014, bestellt.
Der Aufsichtsrat hat dem ausgeschiedenen Generaldirektor Dr. Anton Wais den Dank für seine erfolgreiche Tätigkeit und für seinen großen Arbeitseinsatz ausgesprochen.
Vorsitzender des Vorstands, Generaldirektor, erstmals bestellt per 1. Oktober 2009 (Ende der laufenden Funktionsperiode: 30. September 2014), geb. 1957 Georg Pölzl studierte und promovierte an der Montanuniversität Leoben. Seine berufliche Laufbahn startete er als Unternehmensberater bei McKinsey & Co. Danach wechselte er in den Vorstand des Maschinen- und Anlagenbauers Binder & Co. AG. Insgesamt neun Jahre lang leitete Georg Pölzl anschließend T-Mobile Austria in Wien. Es folgte sein Wechsel nach Deutschland, wo er als Sonderbeauftragter des Vorstands der Deutschen Telekom für die Umsetzung des erfolgreichen Restrukturierungsprogramms verantwortlich war. Zuletzt war Georg Pölzl als Sprecher der Geschäftsführung von T-Mobile Deutschland tätig. Mit 1. Oktober 2009 übernahm Georg Pölzl den Vorstandsvorsitz und die Position des Generaldirektors der Österreichischen Post.
Stellvertretender Vorsitzender des Vorstands, Finanzvorstand, erstmals bestellt per 1. August 1999 (Ende der laufenden Funktionsperiode: 30. Juni 2012), geb. 1947 Rudolf Jettmar war nach seinem Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Wien sowie der Betriebswirtschaftslehre an der Wirtschaftsuniversität Wien in diversen Steuerberatungskanzleien tätig. 1979 legte er die Fachprüfung für Steuerberater, 1982 jene für Buchprüfer und Steuerberater ab. 1982 bis 1999 gehörte Rudolf Jettmar dem Vorstand der Österreichischen Verkehrskreditbank an. Mit August 1999 wurde Rudolf Jettmar erstmals zum Finanzvorstand und zum Stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden der Österreichischen Post AG bestellt. Von 1. April bis 30. September 2009 übernahm Rudolf Jettmar interimistisch die Funktion des Vorstandsvorsitzenden.
Zusätzliche Funktionen: Aufsichtsrat der BAWAG PSK Bank für Arbeit und Wirtschaft und Österreichische Postsparkasse Aktiengesellschaft und der BAWAG Holding GmbH.
Vorstandsmitglied, Division Filialnetz, erstmals bestellt per 1. März 2004 (Ende der laufenden Funktionsperiode: 31. Dezember 2011), geb. 1963 Herbert Götz startete seine Laufbahn nach der Ausbildung an der Technischen Universität Wien, Fachrichtung Maschinenbau, sowie Zwischenstationen als Mitarbeiter der österreichischen Außenhandelsstelle in Los Angeles und als Assistent am Institut für Robotik und Regelungstechnik der TU Wien als Referent für Industriepolitik in der Vereinigung Österreichischer Industrieller. Nach einigen Jahren als wirtschaftspolitischer Berater und in weiterer Folge Kabinettschef von Vizekanzler Busek setzte er seine berufliche Karriere 1995 bei Siemens AG Österreich fort. Bis zu seiner erstmaligen Bestellung als Vorstandsmitglied der Österreichischen Post mit März 2004 war er als Bereichsleiter für Information und Communication Networks tätig.
Zusätzliche Funktionen: Aufsichtsrat der BAWAG PSK Versicherung AG, 3. Stellvertreter des Aufsichtsratsvorsitzenden der Omnimedia Werbegesellschaft m.b.H., Aufsichtsrat des Technischen Museum Wien mit Österreichischer Mediathek.
Vorstandsmitglied, Division Brief, erstmals bestellt per 1. Mai 2004 (Ende der laufenden Funktionsperiode: 31. Dezember 2011), geb. 1960 Walter Hitziger startete seine Karriere nach Abschluss des Studiums des Wirtschaftsingenieurwesens für Maschinenbau an der Technischen Universität in Graz in der Steirerbrau AG – Steirische Brauindustrie AG (Gösser/ Puntigamer), verantwortlich für die Distributionslogistik. Jeweils als Bereichsleiter im Consulting war er in den Jahren 1990 bis 1997 bei Agiplan Planungsgesellschaft sowie der Econsult Betriebsberatungsgesellschaft in Wien beschäftigt. Von 1997 bis zu seiner erstmaligen Bestellung zum Vorstandsmitglied der Österreichischen Post mit Mai 2004 war er als Vorstand der bauMax Handels AG für Einkauf und Logistik verantwortlich.
Vorstandsmitglied, Division Paket & Logistik, erstmals bestellt per 15. Juni 2008 (Ende der laufenden Funktionsperiode: 14. Juni 2013), geb. 1956 Nach seiner kurzen Tätigkeit am Flughafen Frankfurt begann Carl-Gerold Mende seine berufliche Karriere bei DHL in Deutschland. 1985 wechselte er zu Federal Express Europe Inc., wo er zuletzt als Mitglied der deutschen Geschäftsleitung den "Central District" führte. Parallel zu den beruflichen Aktivitäten schloss Carl-Gerold Mende das Studium der Betriebswirtschaft an der Hochschule in Rendsburg ab. 1993 erfolgte sein Wechsel in die Geschäftsführung von General Parcel Logistic. In den Jahren 2001 bis 2004 war er Senior Vice President der GLS Holding in Amsterdam und übernahm danach die Position des International Director von Royal Mail in London. Im Juni 2008 wurde Carl-Gerold Mende als Vorstandsmitglied der Österreichischen Post bestellt.
Vorsitzender des Vorstands, erstmals bestellt per 1. Juli 1999, Generaldirektor bis 31. März 2009, geb. 1948 Im Juli 1999 trat Dr. Anton Wais die Position des Vorstandsvorsitzenden der Österreichischen Post an, die er bis zu seinem Ausscheiden am 31. März 2009 innehatte.
Vorwort des Vorstands Corporate Governance Bericht Österreichische Post im Überblick Der Postmarkt in Europa Liberalisierung Geschäftsmodell und Strategie Divisionen im Überblick Aktie und Investor Relations Corporate Social Responsibility
Der Vorstand berät in zumindest vierzehntägigen Sitzungen den aktuellen Geschäftsverlauf, trifft im Rahmen dieser Sitzungen die notwendigen Entscheidungen und fasst die erforderlichen Beschlüsse. Die Mitglieder des Vorstands befinden sich in ständigem Informationsaustausch untereinander und mit den jeweils zuständigen Divisionsleitern und Leitern der zentralen Einheiten.
Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle relevanten Fragen der Geschäftsentwicklung, einschließlich der Risikolage und des Risikomanagements in der Gesellschaft und in den wesentlichen Konzernunternehmen. Im Sinne guter Corporate Governance finden offene Diskussionen zwischen Vorstand und Aufsichtsrat und innerhalb dieser Organe statt. Darüber hinaus hält der Aufsichtsratsvorsitzende regelmäßig Kontakt mit dem Vorstandsvorsitzenden und diskutiert mit ihm die Strategie, die Geschäftsentwicklung und das Risikomanagement des Unternehmens.
Die Österreichische Post hat sich im Bereich Frauenförderung und aktives Karenzmanagement auf die Veränderung der Lebens- und Arbeitswelt eingestellt.
Auch in Führungspositionen will die Österreichische Post den Frauenanteil kontinuierlich anheben, um gleichberechtigte Beteiligung an Verantwortung und Entscheidungsfindung zu erreichen.
| Divisionen | Zentrale Funktionen | Koordinationsfelder | |
|---|---|---|---|
| Georg Pölzl | Compliance/Corporate Gover- nance und Corporate Office, Konzernkommunikation, Strategie und Konzernent wicklung, Personalmanagement, Kommunikationsstrategie, Investor Relations, Risiko management und Konzern revision, Briefmarkenregal |
Länderkoordination | |
| Rudolf Jettmar | Finanz- und Rechnungswesen, Corporate Controlling, Treasury, Informationstechnologie, Zentraler Einkauf, Recht, Corporate Real Estate |
||
| Herbert Götz | Filialnetz inkl. Philatelie | Werbekoordination Österreich |
|
| Walter Hitziger | Brief inkl. Güterbeförderung |
Logistikkoordination | |
| Carl-Gerold Mende | Paket & Logistik inkl. Zollwesen |
Vertriebskoordination |
(Stand 31. Dezember 2009)
(Stand 31. Dezember 2009)
| Dr. Peter Michaelis Vorsitzender |
unabhängig, erstmals gewählt: 18. Mai 2001, geb. 1946 Vorstand der Österreichische Industrieholding AG, Aufsichtsratsvorsitzender der Telekom Austria AG, der OMV AG und der APK-Pensionskasse AG |
|---|---|
| Dipl.-Ing. Rainer Wieltsch Vorsitzender Stv. |
unabhängig, erstmals gewählt: 6. Mai 2002, geb. 1944 Konsulent, Geschäftsführer der Aabar Automotives GmbH, der Aabar Europe Holdings GmbH, der IPIC Ferrostaal Holdings GmbH, der IPIC Gamma Holdings GmbH und der NOVA Chemicals Holding, Aufsichtsrat der OMV AG (Vorsitzender-Stv.) und der Telekom Austria AG |
| Dieter Bock | unabhängig, erstmals gewählt: 18. Mai 2001, geb. 1948 Selbstständiger Unternehmensberater |
| Dr. Horst Breitenstein | unabhängig, erstmals gewählt: 1. Jänner 2003, geb. 1941 Konsulent |
| Dr. Edith Hlawati | unabhängig, erstmals gewählt: 26. April 2007, geb. 1957 Partnerin der Rechtsanwaltskanzlei Cerha Hempel Spiegelfeld Hlawati (CHSH) Aufsichtsrat der Telekom Austria AG (Vorsitzender-Stv.) |
| Dr. Gerhard Roiss | unabhängig, erstmals gewählt: 26. April 2007, geb. 1952 Generaldirektor-Stv. der OMV AG und Geschäftsführer der OMV Refining & Marketing GmbH, Aufsichtsratsvorsitzender der Borealis AG, Aufsichtsratsvor sitzender der NOVA Chemicals (USA), Aufsichtsratsvorsitzender-Stv. der Petrom SA, Aufsichtsratsvorsitzender-Stv. mehrerer Tochtergesellschaften der OMV AG |
| Dr. Karl Stoss | unabhängig, erstmals gewählt: 4. April 2006, geb. 1956 Vorstandsvorsitzender der Casinos Austria AG, Geschäftsführer der Casinos Austria International Holding GmbH, der Österreichische Lotterien Gesellschaft m.b.H. und der Entertainment Glücks- und Unterhaltungsspiel GmbH, Aufsichtsratsvorsit zender der Congress Casino Baden Betriebsgesellschaft m.b.H. und der Österreich ische Sportwetten GmbH, Aufsichtsrat der Burgtheater GmbH, der Kathrein & Co. Privatgeschäftsbank AG (Vorsitzender-Stv.) und der Omnimedia Werbegesellschaft m.b.H. (1. Vorsitzender-Stv.) |
| Dkfm. Hans Wehsely | unabhängig, erstmals gewählt: 31. August 1999, geb. 1943 Aufsichtsrat der HABAU Hoch- und Tiefbaugesellschaft m.b.H. |
Alle Kapitalvertreter sind bis zum Ende jener Hauptversammlung gewählt, die über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2009 beschließt.
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| Gerhard Fritz | Mitglied seit 5. September 2001, geb. 1960 Vorsitzender des Zentralausschusses der Bediensteten der Österreichischen Post AG |
|---|---|
| Martin Palensky | Mitglied seit 22. Februar 2002, geb. 1963 Vorsitzender-Stv. des Zentralausschusses der Bediensteten der Österreichischen Post AG |
| Helmut Köstinger | Mitglied seit 14. April 2005, geb. 1957 Mitglied des Zentralausschusses der Bediensteten der Österreichischen Post AG |
| Manfred Wiedner | Mitglied seit 3. März 1999, geb. 1963 Mitglied des Zentralausschusses der Bediensteten der Österreichischen Post AG |
| Präsidium | Dr. Peter Michaelis (Vorsitzender), Dipl.-Ing. Rainer Wieltsch |
|---|---|
| Präsidialausschuss | Dr. Peter Michaelis (Vorsitzender), Dipl.-Ing. Rainer Wieltsch, Gerhard Fritz |
| Prüfungsausschuss | Dr. Peter Michaelis (Vorsitzender), Dipl.-Ing. Rainer Wieltsch, Dr. Karl Stoss, Dkfm. Hans Wehsely, Gerhard Fritz, Manfred Wiedner |
| Monitoringausschuss | Dr. Peter Michaelis (Vorsitzender), Dipl.-Ing. Rainer Wieltsch, Dr. Karl Stoss, Dkfm. Hans Wehsely, Gerhard Fritz, Manfred Wiedner |
Der Aufsichtsrat sieht es neben der Überwachung des Vorstands als seine Aufgabe an, diesen im Rahmen der Leitung des Unternehmens, insbesondere bei Entscheidungen von grundlegender Bedeutung, zu unterstützen. Dem Aufsichtsrat der Österreichischen Post gehören weder ehemalige Vorstandsmitglieder noch leitende Angestellte an; auch sogenannte Überkreuzverflechtungen bestehen nicht. Es wurden keine Kredite an Mitglieder des Aufsichtsrats vergeben.
Entsprechend den Regelungen des Österreichischen Corporate Governance Kodex (C-Regel 53) werden die in der Österreichischen Post geltenden Kriterien für die Unabhängigkeit von Aufsichtsratsmitgliedern im Folgenden dargestellt:
Die von der Hauptversammlung gewählten Aufsichtsratsmitglieder haben in eigener Verantwortung ihre Unabhängigkeit überprüft. Demzufolge gehört sowohl dem Gesamtaufsichtsrat als auch allen Ausschüssen eine ausreichende Anzahl an unabhängigen Aufsichtsratsmitgliedern an. Zudem umfasst der Aufsichtsrat acht vom Kernaktionär der Österreichischen Post unabhängige Vertreter, sodass die Mehrheit der Aufsichtsratsmitglieder in keiner Beziehung zur Mehrheitsgesellschafterin steht.
Der Aufsichtsrat hat durch Beschluss aus seiner Mitte für spezifische Angelegenheiten Ausschüsse gebildet.
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Aufsichtsrat und Vorstand haben sich im Berichtsjahr in sechs Aufsichtsratssitzungen, in sieben Sitzungen des Prüfungsausschusses sowie in vier Sitzungen des Monitoringausschusses intensiv mit der strategischen Ausrichtung und der Geschäftsentwicklung in allen Bereichen des Konzerns befasst. Wesentliche Themen der Beratungen des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2009 waren die Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise auf die Geschäfte des Unternehmens, die Begleitung von Effizienzsteigerungs- und Kostensenkungsprogrammen, das neue Postmarktgesetz sowie die bevorstehende Liberalisierung des Postmarkts im Jahr 2011.
Weiters fanden nach Bedarf Sitzungen des Präsidiums statt, die unter anderem die Verhandlung und den Abschluss des Anstellungsvertrags mit Herrn Dipl.-Ing. Dr. Georg Pölzl zum Gegenstand hatten.
Der Präsidialausschuss war im Geschäftsjahr 2009 mit der Erstellung eines Besetzungsvorschlags für die Vorstandsfunktion "Vorstandsmitglied und Vorsitzender des Vorstands" und mit der Vorbereitung der Beschlussfassung des Aufsichtsrats über die Bestellung des Vorstandsvorsitzenden der Österreichischen Post befasst.
Der Prüfungsausschuss hat sich eingehend mit der Auswahl des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2009 befasst. Die Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH wurde im Wege eines europaweiten Vergabeverfahrens als Bestbieter ermittelt. Der Prüfungsausschuss hat dem Aufsichtsrat empfohlen, der Hauptversammlung die Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH als Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer der Österreichischen Post für das Geschäftsjahr 2009 vorzuschlagen. Im Rahmen der Sitzung zum Jahres- und Konzernabschluss 2008, an der der Wirtschaftsprüfer (KPMG Austria GmbH) teilgenommen hat, hat der Prüfungsausschuss die ihm gesetzlich zugewiesenen Aufgaben ordnungsgemäß wahrgenommen. Darüber hinaus hat der Prüfungsausschuss die im Geschäftsjahr 2009 erstellten Quartalsabschlüsse (Zwischenabschlüsse) eingehend behandelt.
Der Monitoringausschuss hat sich in vier Sitzungen mit dem Gesetzgebungsprozess im Zusammenhang mit dem neuen Postmarktgesetz sowie dessen Auswirkungen auf die Österreichische Post befasst.
An drei der sechs Aufsichtsratssitzungen nahmen alle Aufsichtsratsmitglieder teil. Die durchschnittliche Präsenzquote aller Aufsichtsratssitzungen im Jahr 2009 betrug 95%. Kein Aufsichtsratsmitglied nahm an weniger als 50% der Sitzungen teil.
Der Vergütungsbericht fasst die Grundsätze zusammen, die für die Festlegung der Vergütung des Vorstands der Österreichischen Post angewendet werden, und erläutert Höhe und Struktur der Vorstandsbezüge. Darüber hinaus werden Grundsätze und Höhe der Vergütung des Aufsichtsrats beschrieben sowie der Aktienbesitz von Vorstand und Aufsichtsrat veröffentlicht.
Das Vergütungssystem umfasst fixe und variable Gehaltsbestandteile. Das fixe Basisgehalt orientiert sich an der Gehaltsstruktur börsenotierter österreichischer Unternehmen und richtet sich nach dem Umfang des Aufgabenbereichs und der Verantwortung des jeweiligen Vorstandsmitglieds.
Die variable Vergütung knüpft zu einem hohen Ausmaß an messbare, kurzfristige Leistungsindikatoren an und enthält weiters qualitative Zielerreichungskomponenten. Für den variablen Gehaltsbestandteil wurde eine Obergrenze von 100% des Jahresfixbezugs festgelegt. Die entsprechenden Beträge werden im Folgejahr ausgezahlt.
Die in den Geschäftsjahren 2008 und 2009 gewährten Barbezüge der Vorstandsmitglieder setzen sich wie folgt zusammen:
| Barbezüge in TEUR¹ | 2008 | 2009 |
|---|---|---|
| Fixe Bezüge | 1.591 | 1.765 |
| Variable Bezüge | 770 | 1.670 |
| Gesamtbezüge | 2.361 | 3.435 |
¹ Werte inkludieren Vorstandsveränderungen 2009.
Die variablen Bezüge werden auf Basis der individuellen Zielerreichung im jeweils vorangegangenen Geschäftsjahr ausbezahlt.
Die Aufnahme von Nebentätigkeiten durch die Vorstandsmitglieder setzt die Zustimmung des Präsidiums des Aufsichtsrats voraus. So ist sichergestellt, dass weder der zeitliche Aufwand noch die dafür gewährte Vergütung zu einem Konflikt mit den Aufgaben als Vorstandsmitglied führt.
Weiters erhalten die Vorstandsmitglieder Sachbezüge. Im Falle der Beendigung des Dienstverhältnisses eines Vorstandsmitglieds sehen die Vorstandsverträge Abfertigungsansprüche in Höhe von bis zu einem Jahresbezug vor, und zwar in den Fällen, in denen der Berechnung das AngG zugrunde zu legen ist oder eine Einbindung in den Geltungsbereich des BMSVG (Betriebliches Mitarbeiter- und Selbstständigenvorsorgegesetz) vorgesehen ist. Alle Vorstandsmitglieder verfügen über eine Pensionskassenregelung, in deren Rahmen sich die Österreichische Post zu einer jährlichen Einzahlung in Höhe von 10% des fixen Jahresbruttobezugs verpflichtet hat.
Die Vorstandsmitglieder der Österreichischen Post sind im Rahmen einer D&O-Versicherung, welche die gerichtliche und außergerichtliche Abwehr unbegründeter sowie die Befriedigung begründeter Schadenersatzansprüche umfasst, versichert.
Die Gehälter der Führungskräfte enthalten fixe und variable Bestandteile. Im Dezember hat der Aufsichtsrat ein Long-Term-Incentive-Program (LTIP) für den Vorstand für die Geschäftsjahre 2010 bis 2012 beschlossen, das die Vorgaben der EU-Vergütungsempfehlung vom 30. April 2009 berücksichtigt. Ziel ist es, die Interessen des Managements mit denen der Aktionäre auf eine mittel- bis langfristige Steigerung des Unternehmenswerts in Einklang zu bringen. Das LTIP knüpft an im Vorfeld festgelegte, messbare, langfristige und nachhaltige Kriterien (Total Shareholder Return, Free Cash-Flow und Earnings per Share) an und sieht ein entsprechendes Eigeninvestment als Voraussetzung für die Teilnahme vor.
Die Vergütung für den Aufsichtsrat wird jährlich in der ordentlichen Hauptversammlung für das jeweils abgelaufene Geschäftsjahr beschlossen. Dabei wird auch das Sitzungsgeld festgelegt. Dieses liegt derzeit bei 300 EUR pro Sitzung. Darüber hinaus werden anfallende Reisekosten ersetzt. Für das Geschäftsjahr 2008 hat die Hauptversammlung am 6. Mai 2009 die individuellen Bezüge für die Mitglieder des Aufsichtsrats mit 15.000 EUR, für den Vorsitzenden mit 25.000 EUR sowie für den stellvertretenden Vorsitzenden mit 20.000 EUR festgesetzt. Die Auszahlung dieser Bezüge erfolgte unmittelbar nach der ordentlichen Hauptversammlung.
Die im Geschäftsjahr 2009 dem Aufsichtsrat gewährten Vergütungen (inklusive Sitzungsgeld) von gesamt 158 TEUR (darin 1.700 EUR an Spesen) gliedern sich wie folgt:
| Peter Michaelis, Vorsitzender | 28.900 |
|---|---|
| Rainer Wieltsch, Stellvertreter des Vorsitzenden | 23.900 |
| Dieter Bock | 16.500 |
| Horst Breitenstein | 16.800 |
| Edith Hlawati | 16.800 |
| Gerhard Roiss | 16.200 |
| Karl Stoss | 18.600 |
| Hans Wehsely | 18.600 |
| Gesamt | 156.300 |
Die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat üben ihre Funktion ehrenamtlich aus und werden für ihre Tätigkeit im Zentralausschuss gemäß ihrem jeweiligen Dienstvertrag entlohnt. Sie können nur vom Zentralausschuss, dies aber jederzeit, abberufen werden.
Aktienkäufe und -verkäufe von Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats werden gemäß § 48d Börsegesetz innerhalb von fünf Arbeitstagen nach dem Tag des Abschlusses des Geschäfts der Finanzmarktaufsichtsbehörde (FMA) gemeldet und auf der Website der FMA veröffentlicht. Insgesamt wurden im Berichtszeitraum folgende Aktienbestände an die Finanzmarktaufsicht gemeldet:
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| Aktienbesitz in Stück | 31. Dez. 2008 | Kauf | Verkauf | 31. Dez. 2009 |
|---|---|---|---|---|
| Vorstand | ||||
| Georg Pölzl | 0 | 12.254 | 12.254 | |
| Rudolf Jettmar | 9.110 | 9.110 | ||
| Herbert Götz | 28.684 | 28.684 | ||
| Walter Hitziger | 7.000 | 7.000 | ||
| Carl-Gerold Mende | 0 | 0 | ||
| Anton Wais | 12.000 | 1.900 | 13.900 | |
| Aufsichtsrat | ||||
| Peter Michaelis | 600 | 600 | ||
| Rainer Wieltsch | 1.200 | 1.200 | 0 | |
| Gesamt | 58.594 | 14.154 | 1.200 | 71.548 |
Die Österreichische Post lässt die Einhaltung der C- und R-Regeln des Österreichischen Corporate Governance Kodex regelmäßig durch eine externe Institution evaluieren. Die zuletzt für den Zeitraum 1. Jänner 2008 bis 31. Dezember 2008 von der KPMG Austria GmbH durchgeführte Evaluierung bestätigt, dass die öffentliche Erklärung der Österreichischen Post zur Beachtung des Kodex zutreffend ist. Die Evaluierungsberichte werden unter www.post.at/ir veröffentlicht. Die nächste Evaluierung ist für das Geschäftsjahr 2010 vorgesehen.
Dipl.-Ing. Dr. Georg Pölzl Mag. Dr. Rudolf Jettmar
Generaldirektor Generaldirektor-Stellvertreter
Vorstandsmitglied Vorstandsmitglied Vorstandsmitglied
Dipl.-Ing. Dr. Herbert Götz Dipl.-Ing. Walter Hitziger Dipl.-Bwt. (FH) Carl-Gerold Mende
Die Division Brief umfasst die drei Geschäftsfelder Briefpost, Infomail und Medienpost. Das Kerngeschäft besteht aus der Annahme, Sortierung und Zustellung von Briefen, Postkarten, adressierten sowie unadressierten Werbesendungen, Zeitungen und Regionalmedien. Jährlich werden rund 6 Mrd Sendungen befördert, damit ist die Briefpost der größte Logistikanbieter des Landes. Zugestellt wird an jede der 4,2 Millionen Abgabestellen in Österreich – und zwar täglich.
Abseits der klassischen Postdienstleistungen werden zahlreiche neue Services aus einer Hand geboten: von der zielgruppenorientierten Analyse, Beratung und Planung von Werbekampagnen über professionelles Adressmanagement, Erfassung der Rückmeldung von Kunden zu Fragebögen oder Kundenkartenanmeldungen, der Betreuung von firmeninternen Poststellen bis hin zur Produktion von anspruchsvoll personalisierten und individualisierten Mailings, der Herstellung von Kuverts in Norm- und Sonderformaten und dem Druck und Kuvertierung von Geschäfts- und Werbepost.
Ergänzt wird das Leistungsspektrum durch Scan-Dienstleistungen: Eingangspost-Digitalisierung und Archiv-Scanning sorgen für papierlose Büros und elektronische Rechnungs- und Formularlesung unterstützt damit den Effizienzgedanken der Kunden der Österreichischen Post.
Die Division Paket & Logistik ist mit eigenen Gesellschaften in 10 europäischen Ländern vertreten und über das EURODIS-Netzwerk in insgesamt 25 Ländern Europas tätig. Alle Geschäftsfelder konnten 2009 weiter ausgebaut werden: Paket (B2B und B2C), Kombifracht sowie temperaturgeführte Transporte. Vor allem in Deutschland konnte der Marktanteil volumensbezogen gesteigert werden.
Durch die Akquisition und Integration von Rhenus Life Sciences in das temperaturgeführte Netzwerk in Deutschland wurde das bestehende Serviceangebot im Bereich temperaturgeführter Logistik von 2°C bis 8°C um den Temperaturbereich 15°C bis 25°C ergänzt.
Die Österreichische Post und ihre Tochtergesellschaften verfügen in ihren Märkten über eine flächendeckende Infrastruktur und mit ihrem Spektrum an hochwertigen Dienstleistungen über eine hervorragende Marktposition.
Der Geschäftsbereich Filialnetz betreibt mit 1.667 Post-Geschäftsstellen¹ ein leistungsfähiges und flächendeckendes Filialnetz in ganz Österreich. Postdienstleistungen, Bankdienstleistungen und ein breites Sortiment an Handelswaren sind die wesentlichen Elemente des Produkt- und Dienstleistungsangebots. Darüber hinaus verfügt die Österreichische Post über zwei Post.Mobile und vier Philatelieshops.
¹ Stand 1. März 2010
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| Briefpost | Annahme von Briefsendungen an ca. 22.000 Briefannahmestellen in Österreich Every day, every door: tägliche, flächen- deckende Zustellung in höchster Quali- tät (96% der Inlandsbriefe werden am nächsten Werktag zugestellt) Produktion: Briefe werden gedruckt, kuvertiert und zum Versand vorbereitet |
Zustellung von rund 1 Mrd Briefen pro Jahr an 4,2 Mio Haushalte/Unternehmen in Österreich Zeitgenaue Zustellung/Abholung der Geschäftspost zu einem festen Wunsch termin bei rund 3.200 Firmen Poststellen Management: Postbearbeitung bei rund 80 Firmenkunden |
|---|---|---|
| Infomail | Zustellung von rund 770 Mio adressierten Werbesendungen pro Jahr in Österreich (inkl. Sponsoring.Post) Zustellung von rund 2,2 Mrd unadres- sierten Werbesendungen pro Jahr in der Slowakei, Ungarn und Kroatien Zustellung von rund 3,8 Mrd unadres- sierten Werbesendungen pro Jahr in Österreich (inkl. Regionalmedien) |
Erstellung von Geomarketing-Streuplänen nach geografischen, soziodemografischen und sozioökonomischen Merkmalen Produktion: Flyer, Kuverts, Kataloge etc. werden gedruckt, individualisiert, perso nalisiert, gebunden, eingeschweißt und kuvertiert |
| Medienpost | Zustellung von rund 640 Mio Print- medien (Zeitungen und Zeitschriften) in Österreich |
Service und Zusatzleistungen aus dem Bereich Abo-Marketing: Abo-Packages für Verlage mit Leserprofilauswertungen etc. |
| Heimmarkt Österreich | 50 Mio Paketsendungen pro Jahr 13 eigene Zustellbasen |
7 eigene Verteilzentren |
| Speziallogistikmarkt Westeuropa |
50 Mio Sendungen pro Jahr 49 trans-o-flex-Standorte 44 ThermoMed-/Scherübl-Standorte |
3 Länder: Deutschland, Belgien, Niederlande 5 Logistikwarehousing-Standorte |
| B2B-Markt Südost-/Osteuropa |
9 Mio Sendungen pro Jahr 76 Logistik-Standorte |
6 Länder: Slowakei, Ungarn, Serbien, Monte negro, Bosnien-Herzegowina, Kroatien |
| Postdienstleistungen | Handling der Produkte und Dienstleis- tungen der Divisionen Brief und Paket & Logistik (Postfach, Urlaubsfach und Frei- |
machungsservice), Filialprodukte, Betreuung der KMU-Kunden und Verkauf von Philatelie produkten (Sondermarken) |
|---|---|---|
| Handelswaren | Breites Sortiment an Telekommunikations- produkten (Mobil, Festnetz und Internet) sowie postaffine Handelswaren und Dienst- Lotterieprodukte |
leistungen: Papier-, Büro- und Schreibwaren, Papeterie, Technik/Entertainment (CD, DVD), |
| Bankdienstleistungen | Verkauf von Bankdienstleistungen der PSK Bank aus den Produktbereichen Sparen/ |
Konto/Kredit/Vorsorge/Versicherungen/ Wertpapiere/Bausparen |
Seit 2001 setzt die Österreichische Post neben der laufenden Optimierung und Erweiterung ihres Kerngeschäfts im Heimmarkt auf die gezielte Expansion in benachbarte Länder Ost-, Südost-, aber auch Westeuropas. Hauptfokus liegt dabei auf der Erschließung jener Märkte, mit denen Österreich enge Handelsbeziehungen hat, und zwar für bestehende Dienstleistungen in den Bereichen Paket und Werbesendungen.
Zahlreiche Töchter in den Bereichen Paket, Werbesendungen und bei Postdienstleistungen Die Österreichische Post ist mit Paketfirmen am belgischen, bosnischen, deutschen, kroatischen, montenegrinischen, niederländischen, serbischen, slowakischen und ungarischen Markt aktiv und am Werbemittelmarkt in Ungarn, Kroatien und der Slowakei vertreten. Weiters verfügt die Österreichische Post in Deutschland über eine eigene Vertriebsniederlassung, die Austrian Post International, die insbesondere deutsche Firmen bei internationalen Post-Versandlösungen betreut.
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Die Österreichische Post ist mit 19 operativen Tochtergesellschaften am Brief- und Paketmarkt in 11 Ländern vertreten.
| Land | Unternehmen¹ | Tätigkeitsfeld |
|---|---|---|
| Österreich | Österreichische Post AG | Briefpost |
| Adressierte Werbesendungen | ||
| Medienpost | ||
| Express und Paket | ||
| Kombifracht | ||
| Finanzdienstleistungen | ||
| Dokumentenproduktion | ||
| Österreichische Post AG, feibra | Unadressierte Werbesendungen | |
| Scherübl Transport, 74,9% | Temperaturlogistik | |
| Scanpoint | Scanning/Archivierung | |
| von Dokumenten | ||
| Post Wertlogistik | Werttransporte | |
| Deutschland | trans-o-flex und trans-o-flex Thermomed | Express |
| Kombifracht | ||
| Speziallogistik | ||
| Temperaturlogistik | ||
| meiller direct | Direct Marketing-Dienstleister | |
| Austrian Post International Deutschland | International Mail | |
| Belgien | trans-o-flex Belgium | Express, Kombifracht |
| Niederlande | trans-o-flex Nederland | Express, Kombifracht |
| Slowakei | Kolos | Unadressierte Werbesendungen |
| Slovak Parcel Service (SPS), In Time | Express und Paket | |
| Kombifracht | ||
| Scanpoint | Scanning/Archivierung | |
| von Dokumenten | ||
| Tschechien | meiller direct | Direct Marketing-Dienstleister |
| Ungarn | feibra Magyarország | Unadressierte Werbesendungen |
| trans-o-flex Hungary | Express und Paket | |
| Kombifracht | ||
| Serbien | City Express | Express und Paket |
| Kombifracht | ||
| Montenegro | City Express Montenegro | Express und Paket |
| Kombifracht | ||
| Bosnien-Herzegowina | 24VIP | Express und Paket |
| Kombifracht | ||
| Kroatien | Weber Escal | Unadressierte Werbesendungen |
| Overseas Trade | Express und Paket | |
| Kombifracht |
¹ Angabe des Beteiligungsverhältnisses nur, wenn Beteiligung geringer als 100%
Herr Generaldirektor, die Post, eines der traditionsreichsten Unternehmen des Landes, steht mit der bevorstehenden Liberalisierung des Briefmarkts vor einer der größten Herausforderungen: Wie wird sie sich dieser stellen?
Wir stehen in der Tat vor großen Veränderungen. Das Briefgeschäft ist in ganz Europa rückläufig. In Zahlen ausgedrückt heißt das, dass die europäischen Postgesellschaften zwischen 3 und 7% des Briefumsatzes pro Jahr verlieren. Ein Trend, oder besser gesagt ein Strukturwandel, der nicht aufzuhalten ist. In Österreich ist die Liberalisierung natürlich eine Bedrohung. Wir sind aber darauf vorbereitet und werden unsere klare Position als Marktführer in Österreich verteidigen. In den Ländern Südost- und Osteuropas sehen wir durch die Liberalisierung aber auch Chancen.
Die Auslandsaktivitäten der Post, die rund 30% des Konzernumsatzes ausmachen, werden weitergeführt. Weil wir in den nächsten Jahren mit einem signifikanten Wachstum unserer Auslandstöchter rechnen, vor allem im Bereich Südost-/Osteuropa, und da vor allem im Wachstumsmarkt Paket und Logistik. In Österreich ist es unser Ziel, Markt- und Qualitätsführer zu bleiben.
Jeder von uns weiß, wie sich der Medienkonsum verändert und noch verändern wird. Private Briefe gehen zurück, immer mehr Informationen werden online abgerufen. Aber auch der Online-Versand steht erst am Anfang. Die physische Post wird auch weiterhin eine große Rolle spielen, davon bin ich überzeugt. Aber ich bin auch der Ansicht, dass wir als Österreichische Post uns dem Online-Trend nicht verschließen können. Wir sind die klare Nummer 1 in der Zustellung, warum also nicht auch bei Online-Diensten und der elektronischen Post?
Gerade weil wir ein Traditionsunternehmen sind, glauben wir, ganz gute Vorraussetzungen für dieses Geschäft mitzubringen. Die Post steht seit Jahrhunderten für Vertraulichkeit, Zuverlässigkeit und Effizienz. Die digitale Welt weckt bei Kunden hohe Erwartungen an Komfort, aber auch zunehmend an Sicherheit. Wer, wenn nicht die Post, kann hohe Datensicherheit und Schutz der Privatsphäre mit Geschwindigkeit, Komfort und leichter Erreichbarkeit vereinen? Genau in diesem vermeintlichen Widerspruch liegt die Chance für uns. Wir wollen daher noch stärker auf unsere Kompetenzen bauen und die klare Nummer 1 sein, wenn es darum geht, Sendungen und Informationen zu verschicken oder zu empfangen. Egal ob physisch oder elektronisch.
Nein. Wir gehen von einem mittelfristigen Wachstum von 1–2% pro Jahr aus, wenn die sinkenden Briefumsätze von steigenden Paketumsätzen kompensiert werden. Und das werden wir vor allem durch den Ausbau des Paketgeschäfts unserer Auslandstöchter erreichen. Im Inland kommen uns der Boom im Online-Geschäft und die prognostizierten Steigerungen bei den Business-Paketen, also der Paketversand zwischen Geschäftskunden, zugute. Also 6–9% Steigerung pro Jahr bei einem potenziellen Umsatzrückgang beim Brief von 3–5% pro Jahr.
Ihre Strategie ist also, die Verluste des Briefbereichs durch die Forcierung des Paketbereichs zu kompensieren?
Das ist ein Teil unserer Strategie. Wir haben insgesamt
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vier strategische Eckpunkte definiert: Die Verteidigung der Marktführerschaft im Kerngeschäft und ein Wachstum in definierten Märkten, wie zum Beispiel der Kombifracht oder der temperaturgeführten Logistik im Paketgeschäft. Drittens müssen wir unsere Effizienz weiter steigern und mehr Flexibilität in unsere Kostenstruktur bringen. Und der vierte wichtige Eckpunkt lautet Kundenorientierung und Innovation. Nur mit attraktiven Angeboten, die den konkreten Anforderungen der Kunden entsprechen, kann die Post langfristig erfolgreich sein. Deshalb setzen wir neben Komplexitätsreduktion auf gezielte Innovation sowie auf eine umfassende Serviceoffensive.
Wir müssen beides erreichen. Die Post hat sich – vor allem in den letzten 10 Jahren – von einer Behörde zu einem führenden Logistik- und Dienstleistungskonzern gewandelt. Dieser Veränderungsprozess muss weiter fortgeführt werden. Gleichzeitig gilt es aber auch, die Wachstumschancen zu nutzen und uns noch intensiver auf Innovation und mehr Kundenorientierung auszurichten.
In erster Linie müssen wir unser manchmal undurchschaubares Leistungsangebot einfacher und übersichtlicher gestalten. Darüber hinaus müssen wir unser Leistungsangebot für Privat- und Geschäftskunden ausbauen. Wir setzen dabei mittelfristig auf neue Technologien und Dienstleistungen. Ein wichtiger Baustein sind in diesem Zusammenhang Online-Services und die elektronische Post.
Als ersten Schritt können unsere Kunden diverse Postdienstleistungen, wie Nachsendeaufträge, Postvollmachten, die Abholung von Sendungen in einer Wunschfiliale und das Urlaubsfach bequem und sicher von zu Hause aus beauftragen. Das ist aber erst der Anfang. Unser Angebot wird künftig noch individueller auf die Kundenwünsche abgestimmt. Der Versender kann zum Beispiel in Zukunft frei wählen, ob er seine Post bereits ausgedruckt und kuvertiert oder als elektronische Datei einliefern und verschicken möchte. Auch der Paketversand kann im Vorfeld online konfiguriert werden – von der Verpackung bis zur elektronischen Paketmarke. Der Empfänger entscheidet, wie und wo er seine persönliche Post bekommen möchte. Ob an die Wohnadresse, zum Arbeitsplatz, in die Wunschfiliale oder zu einem Abholautomaten. Alternativ kann er sich seine Post auch elektronisch direkt ins sichere Post-Portal schicken lassen. Die Post bietet ihren Kunden damit höchsten Komfort.
Wir wollen der österreichischen Bevölkerung eine flächendeckende und vor allem dauerhafte Versorgung mit Postdienstleistungen bieten. Unsere Kunden wünschen gute Erreichbarkeit und bessere Öffnungszeiten von Post-Geschäftsstellen. Der stärkere Einsatz von Post.Partnern trägt diesen Wünschen noch besser Rechnung. Deshalb machen wir nun allen Gemeinden in Österreich ein Angebot: eine Post-Geschäftsstelle für jede Gemeinde. Das bringt Vorteile für alle Beteiligten, vor allem aber für unsere Kunden. Für diese bedeutet das: noch mehr Service, noch kürzere Wege, noch bessere Öffnungszeiten.
Zum Abschluss noch eine Frage, die vor allem die Aktionäre interessieren wird. Wie sieht die zukünftige Dividendenpolitik der Post aus?
Wir wollen die bestehende attraktive Dividendenpolitik fortsetzen und streben eine Ausschüttung von mindestens 75% des Nettoergebnisses sowie eine nachhaltige Dividende von 1,50 Euro an.
Der europäische Postmarkt umfasst traditionell drei Segmente:
Jeder dieser Teilmärkte unterliegt unterschiedlichen Rahmenbedingungen und spricht verschiedene Zielgruppen an. Je nach historischer Entwicklung und spezifischen Marktgegebenheiten sind die Zusammensetzung und Gewichtung dieser drei Bereiche in den einzelnen Postmärkten bzw. bei den einzelnen Postunternehmen zum Teil sehr unterschiedlich. Die Varianten reichen von primär auf die klassische Briefbeförderung fokussierten Postunternehmen bis hin zu reinen Paketdienstleistern. Angesichts des sich verändernden Marktumfelds versuchen Postgesellschaften neben dem klassischen Briefgeschäft auch Standbeine wie Paket, Logistik, Retailprodukte oder Finanzdienstleistungen aufzubauen.
Umsatzverteilung europäischer Postunternehmen nach Geschäftsfeldern 2008 (in %)
Quelle: IPC Global Postal Industry Report 2009
Das Marktumfeld in den drei historisch gewachsenen Kernmärkten der Post – Kommunikation, Logistik und Retail – ist starken Veränderungen unterworfen. Die zunehmende Digitalisierung von Kommunikations- und Geschäftsprozessen, die Liberalisierung des Briefmarkts, die globale Wirtschaftskrise als zusätzlicher Impulsgeber für Veränderungsprozesse, aber auch grundlegende strukturelle Umwälzungen stellen die Postgesellschaften vor neue Herausforderungen. Sie bieten ihnen aber gleichzeitig die Chance, ihr Geschäft erfolgreich weiterzuentwickeln. Einige zentrale Trends stehen dabei im Vordergrund:
1. Substitution von Briefen durch E-Mails Seit Jahren ist im Briefgeschäft international eine Stagnation, wenn nicht sogar ein Rückgang von klassischen Briefsendungen zu verzeichnen. Auslöser dafür ist die verstärkte Nutzung elektronischer Medien. Der durch die Wirtschaftskrise verschärfte Kostendruck hat den Wechsel zur elektronischen Kommunikation zuletzt noch beschleunigt.
Einer Marktuntersuchung im Auftrag der Europäischen Kommission ("The Evolution of the European Postal Market since 1997", ITA Consulting und WIK-Consult) zufolge wird der Trend zu fallenden Postvolumina vor allem in den westeuropäischen Märkten auch weiterhin anhalten.
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Tendenziell gute Impulse gehen hingegen vom weiterhin intakten Markt des Direct Marketing aus oder auch von der stetig steigenden Anzahl der Haushalte, mit der das Briefvolumen traditionell korreliert. In Österreich z.B. nehmen die Ein- und Mehrpersonenhaushalte stetig zu, und auch für die kommenden Jahre wird ein weiterer Anstieg prognostiziert.
Im internationalen Vergleich befindet sich Österreich mit 207 Briefen bzw. adressierten Werbesendungen pro Einwohner und Jahr im westeuropäischen Mittelfeld. Während der österreichische Briefmarkt sich bis 2008 – teilweise entgegen dem internationalen Trend – durch stetiges Wachstum ausgezeichnet hat, gingen 2009 erstmalig Mengen und Umsätze im Briefmarkt zurück – eine Entwicklung, die sich vermutlich auch in den nächsten Jahren fortsetzen wird.
2. Vollständige Liberalisierung des Briefmarkts in Europa Für zusätzlichen Druck sorgt die von der EU für 2011 vorgegebene vollständige Öffnung der europäischen Briefmärkte, die im Kapitel Liberalisierung im Detail dargestellt wird.
Entwicklung der adressierten Briefsendungen in den fünf größten europäischen Märkten
Quelle: Boston Consulting Group
Ländervergleich adressierte Sendungen pro Einwohner (in Stück)
Quelle: IPC Global Postal Industry Report 2009
Die Entwicklung in anderen Branchen (z.B. Telekom oder Versorger) hat gezeigt, dass die ehemaligen Monopolisten im Zuge der Liberalisierung Marktanteile verlieren. Im Postmarkt ist das Ausmaß der Marktanteilsverluste sehr stark vom jeweiligen Regulierungsumfeld und von der spezifischen Wettbewerbssituation abhängig. Durch die hohe Fixkostenbelastung auch für neue Anbieter – sowohl durch Investitionen als auch im operativen Betrieb – halten in bereits liberalisierten Märkten die jeweiligen nationalen Betreiber einen hohen Marktanteil (in Deutschland und Schweden rund 90%). In Österreich wird mit dem Wegfallen des bisher bestehenden Monopols auf Briefe bis 50 Gramm ab 1. Jänner 2011 das gesamte Briefgeschäft für den Wettbewerb geöffnet.
3. Anhaltender Boom bei Online-Shopping Deutliche positive Impulse für das Postgeschäft liefert der nach wie vor dynamisch wachsende Distanzhandel, inbesondere über Online-Kanäle. Vor allem das B2C-Paketgeschäft – also die Zustellung von Paketen von Unternehmen an private Empfänger – profitiert mit kontinuierlichen Zuwächsen vom Boom im Online-Shopping. Aktuelle Zahlen der Statistik Austria zeigen z.B., dass im Jahr 2009 bereits 41% der 16- bis 74-Jährigen Produkte oder Dienstleistungen im Netz einkaufen. Dies bedeutet eine Verdoppelung gegenüber 2004. Unter den 25- bis 34-Jährigen nutzen bereits 62% das Internet für Einkäufe.
Angesichts der weiter zunehmenden Nutzung des Internets für die Bestellung von Waren und Dienstleistungen ist mit weiteren Zuwachsraten in diesem Bereich zu rechnen. Dabei verändert das Internet die Kundenerwartungen und das Kundenverhalten radikal, Ansprüche wie Verfügbarkeit und verbindliche Liefergeschwindigkeit und -treue rücken noch stärker in den Fokus.
Quelle: Kreutzer Fischer & Partner
4. Internationalisierung der Handelsströme Während das Paketgeschäft im Bereich B2C vom Online-Shopping profitiert, erhält es im Bereich B2B (Paketsendungen zwischen Unternehmen) positive Impulse aus der zunehmenden Internationalisierung des Warenverkehrs. Zwar haben sich hier im Krisenjahr 2009 sowohl Mengen als auch Preise rückläufig entwickelt, da sich die gedämpfte Stimmung besonders im Industriesegment ungünstig auf die Transportvolumina auswirkte. Experten rechnen allerdings damit, dass das Paketvolumen bereits 2010 wieder geringfügig wachsen wird. Generell wird dabei der grenzüberschreitende Transport eine spürbar höhere Dynamik aufweisen. Weiters ist zu erwarten, dass das Wachstum in Zentral-/Osteuropa stärker als in Westeuropa ausfällt.
5. Höhere Anforderungen der Kunden an Convenience Angesichts stetig steigender Ansprüche ihrer Kunden sehen sich die Postunternehmen mit zunehmenden Herausforderungen im Bereich Service und Convenience konfrontiert. So hat gerade der E-Commerce
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mit seinen hohen Anforderungen an Verfügbarkeit, Liefergenauigkeit und Service zu einer Veränderung der Kundenerwartungen geführt: Zuverlässigkeit, Effizienz und Kundenfreundlichkeit sind die zentralen Themen für Transport- und Lagerlogistik. Gleichzeitig schaffen Trends wie Outsourcing neue Bedürfnisse und gleichzeitig Möglichkeiten, die Wertschöpfungskette von Post- und Logistikunternehmen in alle Richtungen zu verlängern. Die Post- und Logistikanbieter entwickeln sich damit zunehmend zu Serviceunternehmen, die ihren Kunden mit zahlreichen Zusatzangeboten und Dienstleistungen Mehrwert bieten. Für die Postgesellschaften gewinnen damit neue, bedarfsorientierte Produkte und Services noch stärker an Bedeutung.
6. Ökologisierung im Gütertransport Die Forderung, dem Klimawandel so weit wie möglich entgegenzuwirken, führt zu Veränderungen in Prozessen und Logistik von Postunternehmen. Diese Weiterentwicklung bei Produkten und Dienstleistungen von Post- und Logistikanbietern wird von den Stakeholdern erwartet. Naturgemäß steht bei der Erfüllung dieses Anliegens eine Reduktion des eigenen Energieverbrauchs und der Emissionen im Vordergrund. Die Umsetzung umfasst Initiativen wie die Minimierung von Transporten und Zustellfahrten, die Optimierung und gemeinsame Nutzung der Transport- und Logistiknetze, eine verbesserte Auslastung vorhandener Kapazitäten oder die umwelttechnische Optimierung von Fahrzeugflotten und Logistikzentren.
Von außen – und damit durch die einzelnen Unternehmen nur indirekt beeinflussbar – wird das Postgeschäft neben bereits erwähnten Markttrends stark von dem generellen Bevölkerungswachstum, der Konjunktur, der Inflation und damit erhöhten Kosten bei Personal, Energie und Treibstoffen sowie der Entwicklung des Werbemarkts bestimmt. Ergänzend definiert das nationale und internationale regulatorische Umfeld wesentliche Spielregeln und den Freiheitsgrad für Postunternehmen.
Vom Unternehmen selbst beeinfluss- und optimierbar sind Erfolgsfaktoren wie das spezifische Eingehen auf Kundenbedürfnisse in der Gestaltung des Produktangebots, eine starke Marke mit einer soliden Vertrauensbasis bei den Kunden, Kundennähe durch ein flächendeckendes Netz an Filialen und Vertriebspartnern sowie hohe Kosteneffizienz, Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit in Form starker und gut ausgelasteter Logistiknetze. Der Österreichischen Post ist es gelungen, sich in all diesen Bereichen sehr gut zu positionieren.
Die dritte EU-Postdienste-Richtlinie schreibt vor, dass Europas nationale Postmärkte in derzeit noch reservierten Bereichen vollständig geöffnet werden müssen. Ziel dieser Liberalisierung ist es, dass in sämtlichen EU-Mitgliedstaaten der Postmarkt für den freien Wettbewerb geöffnet und gegebenenfalls bestehende Monopole abgeschafft werden.
Die Mitgliedstaaten sind demnach verpflichtet, die vollständige Liberalisierung ihrer Postmärkte bis zum Stichtag 1. Jänner 2011 gesetzlich zu gewährleisten. Eine Ausnahmebestimmung besteht für Tschechien, Griechenland, Zypern, Lettland, Litauen, Luxemburg, Ungarn, Malta, Polen, Rumänien und die Slowakei, die die Umsetzung der Richtlinie bis zum 31. Dezember 2012 zurückstellen können. Der Status der Umsetzung variiert in den einzelnen Mitgliedstaaten erheblich. Teilweise liegen noch keine Entwürfe für die die Richtlinie umsetzenden nationalen Rechtsvorschriften vor, während in anderen Mitgliedstaaten die Marktliberalisierung bereits jetzt umgesetzt ist.
In Österreich wurde das neue Postmarktgesetz nach intensiver öffentlicher Diskussion vom Parlament beschlossen. Es wird – mit Ausnahme jener gesetzlichen Regelungen, die das Poststellennetz der Österreichischen Post betreffen und bereits mit 5. Dezember 2009 Wirksamkeit erlangt haben – mit 1. Jänner 2011 in Kraft treten.
Die wesentlichsten Neuerungen sind:
Wegfall des Briefmonopols Das Beförderungsmonopol der Österreichischen Post für Briefsendungen bis 50 Gramm, das die österreichweit gleichwertige Zustellung sichert, wird mit 31. Dezember 2010 wegfallen. Gleichzeitig entfällt damit für die Österreichische Post ab 1. Jänner 2011 aber auch der indirekte Ausgleich für die auferlegten Pflichten aus dem Universaldienst – die garantierte flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit qualitativ hochwertigen Postdienstleistungen im gesamten Bundesgebiet.
Island, Norwegen und Liechtenstein setzen als EWR-Mitglieder die Binnenmarktregelungen der EU um.
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Universaldienst und Ausgleich der Nettokosten Die Österreichische Post bleibt Österreichs Universaldienstanbieter und garantiert damit "every day, every door"-Leistungen für Österreich. Der ab 2011 neu definierte Universaldienst beschränkt sich im Sinne der Sicherung der Grundversorgung primär auf Postsendungen von Retailkunden und KMUs, die als Einzelsendungen an Poststellen oder Briefkästen abgegeben werden. Postdienste für Sendungen, die von Großkunden in Verteilzentren eingeliefert werden, zählen nicht zum Universaldienst.
Der Ersatz der Universaldienstnettokosten wird über einen Ausgleichsfonds abgewickelt, wobei der Kostenaufwand zwischen der Österreichischen Post und den konzessionierten Postdienstanbietern nach Marktanteilen geteilt wird. In diesen Ausgleichsfonds müssen nur jene konzessionierten Postdiensteanbieter einzahlen, deren Jahresumsätze aus der konzessionierten Tätigkeit 1 Mio EUR übersteigen.
Zudem werden der Österreichischen Post nur so weit Universaldienstnettokosten ersetzt, als diese das Unternehmen unverhältnismäßig finanziell belasten, was der Fall ist, wenn die Universaldienstnettokosten 2% der jährlichen Gesamtkosten der Österreichischen Post überschreiten.
Hausbrieffachanlagen und Landbriefkästen Das Postmarktgesetz sieht einen Austausch der bestehenden Hausbrieffachanlagen und Landbriefkästen ohne Einwurfschlitz durch solche mit Einwurfschlitz vor. Die Österreichische Post hat als Universaldienstbetreiber diesen Austausch bis Ende 2012 vorzunehmen. Die Kostenaufteilung zwischen der Österreichischen Post und den konzessionierten Postdienstanbietern erfolgt zu 90% im Verhältnis der Marktanteile und zu 10% im Verhältnis der Anzahl der konzessionierten Postdienstanbieter.
Konzessionspflichtige Postdienstleistungen Einer Konzessionspflicht werden ab 1. Jänner 2011 Postdienste für Briefsendungen mit einem Gewicht bis 50 Gramm (einschließlich nicht offener Direktwerbung) unterliegen.
Poststellennetz Im Postmarktgesetz ist eine Mindestanzahl von 1.650 Post-Geschäftsstellen vorgesehen. Erstmals schreibt der Gesetzgeber die bundesweite Dichte an Post-Geschäftsstellen gesetzlich vor: Die Österreichische Post hat sicherzustellen, dass in Gemeinden mit über 10.000 Einwohnern und in allen Bezirkshauptstädten im städtischen Bereich für mehr als 90% der Einwohner eine Post-Geschäftsstelle in maximal 2.000 Metern erreichbar ist, in allen anderen Regionen beträgt die vorgeschriebene maximale Entfernung zu einer Post-Geschäftsstelle 10.000 Meter. Der Österreichischen Post ist die flächendeckende Versorgung ein großes Anliegen. Dienstleistungen werden effizient und kundenorientiert erbracht – unter zukunftsfähigen Strukturen.
Mit eigenem Personal betriebene Post-Geschäftsstellen darf die Österreichische Post AG nur nach Durchführung eines Aufsichtsverfahrens in Post.Partner umwandeln, wobei sie nachweisen muss, dass die von der Umstrukturierung betroffenen Poststellen dauerhaft unrentabel sind und die flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Postdienstleistungen durch andere Standorte gewährleistet ist. Auch die betroffenen Gemeinden müssen zeitgerecht von der geplanten Strukturumwandlung im Filialnetz informiert werden.
Die Österreichische Post begrüßt die Tatsache, dass das neue Gesetz einen klaren Rechtsrahmen für die Erbringung von Postdienstleistungen vorgibt. Durch die Konzessionspflicht für die Zustellung von Briefpost bis 50 Gramm wird zumindest teilweise dafür vorgesorgt, dass sich alternative Anbieter nicht durch Kosteneinsparungen in Bereichen, in denen der Österreichischen Post aufgrund gesetzlicher Vorgaben solche Einsparungen nicht möglich sind, einen Wettbewerbsvorteil verschaffen können.
Kritisch hingegen wird die Regelung zum Ausgleich der Universaldienstkosten gesehen. Diese stellt die Österreichische Post vor Herausforderungen, da sie die hohen Kosten der Gewährleistung der Versorgungssicherheit durch eine garantierte flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit qualitativ hochwertigen Postdienstleistungen im gesamten Bundesgebiet zum überwiegenden Teil selbst zu tragen haben wird. Auch die Verpflichtung der Post zur Umrüstung der Hausbrieffachanlagen und Landbriefkästen ohne Einwurfschlitz ist in diesem Licht zu sehen: Die vorgesehene Regelung zur Kostenaufteilung ist kaum dafür geeignet, dass alternative Anbieter von Postdiensten einen finanziellen Beitrag in dem Ausmaß leisten, der ihren Vorteilen aus der Umrüstung entspricht.
Die Österreichische Post AG ist in Österreich die Nummer 1 für die Zustellung von Briefen, Werbesendungen und Paketen an Privatkunden – und aus Sicht der Bevölkerung mehr als ein Unternehmen: Mit jährlich mehr als 67 Millionen Kundenkontakten in den Filialen und täglich 4,2 Millionen von den Zustellern besuchten Haushalten und Unternehmen wird sie als wesentlicher Bestandteil des österreichischen Alltags empfunden. Auch in der Beförderung und der Zustellung von Paketen an Unternehmen nimmt die Post eine führende Stellung in Österreich ein. Die hervorragende Qualität ist die Basis für das große Vertrauen, das die Kunden der Österreichischen Post entgegenbringen. Durch die flächendeckende und zuverlässige Versorgung der österreichischen Bevölkerung und Wirtschaft mit hochwertigen Postdienstleistungen liefert das Unternehmen einen wichtigen Beitrag zur Aufrechterhaltung und Absicherung der Kommunikations- und Logistikinfrastruktur des Landes.
Die aktuellen Entwicklungen am internationalen Post- und Logistikmarkt stellen die Post vor große Herausforderungen, bringen aber auch neue Chancen.
Neben dem Markt haben sich auch die Bedürfnisse der Kunden weiterentwickelt und verändert. Einerseits wecken die neuen digitalen Möglichkeiten hohe Erwartungen an Online-Komfort, andererseits werden auch Werte wie Vertraulichkeit, Datensicherheit und Zuverlässigkeit von Dienstleistungen immer wichtiger.
Innovative Lösungen und die laufende Erweiterung des Serviceportfolios entlang der postalischen Wertschöpfungskette prägen den hohen Leistungsanspruch im Geschäftsmodell der Österreichischen Post. Um Produkte und Services zu wettbewerbsfähigen Preisen anbieten zu können, wurden in den vergangenen Jahren Leistungen und Kapazitäten gezielt den Kundenbedürfnissen angepasst und optimiert. Auch in den kommenden Jahren werden Effizienz- und Profitabilitätssteigerungen im Hinblick auf die Liberalisierung des österreichischen Briefmarkts zentrale Schwerpunkte bilden.
Parallel dazu hat die Österreichische Post in den letzten Jahren in Zentral-/Osteuropa ein fokussiertes Geschäftsportfolio mit den beiden Schwerpunkten Paket & Logistik sowie Brief aufgebaut. Die Post hat dabei die dynamische Veränderung des Postmarkts in Europa aktiv genutzt und sich als Anbieter von spezialisierten Postdienstleistungen erfolgreich in attraktiven Marktnischen, etwa in der Speziallogistik mit Fokus auf Kombifracht und temperaturgeführter Logistik, sowie in geografischen Wachstumsmärkten wie in Südost-/Osteuropa positioniert.
Die Österreichische Post ist Marktführer in Österreich und erfolgreicher Spezialist in Europa.
Kerngeschäft ist dabei die Umsetzung von Kommunikations- (Brief) oder Fulfillment- (Paket) Aktivitäten. Aufbauend auf den Werten und Kompetenzen dieses Kerngeschäfts wird durch Online-Leistungsangebote Kundenbindung abgesichert und weiteres Wachstumspotenzial erschlossen.
Als unverrückbare Grundsätze des Leistungsversprechens unseren Kunden gegenüber zählen bei unserer Tätigkeit in allen Geschäftsfeldern Integrität und Vertrauen, Zuverlässigkeit und Kundenorientierung sowie Leistungsfähigkeit und Effizienz.
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Mit dem Programm post@2011 hat die Österreichische Post Ende 2009 einen Strategieprozess gestartet, um sowohl ihre zentralen strategischen Stoßrichtungen zu definieren als auch um daraus resultierende strategische Initiativen konzernübergreifend zu starten. Dabei hat sie sich drei zentrale wirtschaftliche Ziele gesetzt:
den noch intensiver am Kundennutzen ausgerichtet, die Logistik so schlank wie möglich gestaltet. Damit sichert die Post sowohl ihre Erträge als auch ihren Cash-Flow nachhaltig.
Dividende: Auch weiterhin attraktive Dividendenpolitik Wie bereits beim Börsegang kommuniziert ist es Ziel der Post, ihren Eigentümern eine interessante Verzinsung des eingesetzten Kapitals zu bieten. Deshalb wird die bestehende Dividendenpolitik fortgesetzt, dass mindestens 75% des Nettoergebnisses an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Es wird eine nachhaltige Dividende von 1,50 EUR pro Aktie angestrebt.
Ausgehend von diesen wirtschaftlichen Zielen hat die Österreichische Post vier Kernstrategien definiert:
Zur konkreten Umsetzung dieser vier Kernstrategien hat die Österreichische Post eine Reihe von Maßnahmenpaketen geschnürt und Projekte gestartet. Das Gesamtportfolio umfasst sowohl konzernweite als auch divisionsspezifische Initiativen.
Auf Konzernebene baut die Österreichische Post in der Umsetzung ihrer Strategie insbesondere auf Innovation und Service sowie die maximale Nutzung von Synergien:
Optimierung von Leistungsangebot und Geschäftsmodellen Das 2009 im Nationalrat beschlossene Postmarktgesetz definiert neue Rahmenbedingungen für Universaldienst und Wettbewerb im österreichischen Postmarkt. Unter diesen Vorgaben werden das Leistungsangebot und das Geschäftsmodell der Post im österreichischen Markt erneuert. Ziel ist die Gestaltung eines kundenorientierten Leistungsangebots mit deutlich reduzierten und variabilisierten Kostenstrukturen.
Marktoffensive Innovationen im Produktangebot sollen zur Umsatzabsicherung beitragen. Durch neuartige Angebote will die Post ihre Kunden bzw. Partner in deren Kerngeschäft unterstützen und damit ihr eigenes Geschäftsvolumen aktiv ausbauen. Die Initiativen in diesem Bereich erstrecken sich auf die Briefpost ebenso wie auf Werbesendungen und Pakete, aber auch auf Philatelieprodukte und Retailangebote des Filialnetzes. Beispiele dafür sind etwa neue Servicepakete im Bereich Customer Relations Management und Direct Marketing oder neue Vertriebskonzepte im Filialbereich.
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Integrierte Online-Strategie Der digitalen Welt stellt sich die Post in drei Ausprägungen: mit e-Services, die klassische Postdienstleistungen auch online bedienbar machen, mit der e-Post, die digitale und duale Zustellung ermöglicht und auch einen elektronischen Briefkasten bietet, sowie einem deutlich ausgebauten e-Shop, der neben Postprodukten auch Finanzdienstleistungen offeriert und gleichzeitig eine Verbindung zu Partner-Shops und zum Versandhandel darstellt.
Einkaufs- und Verwaltungskosteninitiative Neben divisionalen Initiativen zur Verbesserung von Produktion und Logistik stellt die Verringerung von Verwaltungskosten eine permanente Optimierungsaufgabe dar. Im Vordergrund steht die Nutzung von Synergien, die Analyse sämtlicher Aktivitäten auf ihren Nutzen, konsequente Prozessvereinfachung und Komplexitätsreduktion.Mit der Schaffung eines Zentraleinkaufs werden Einsparungen im Sachaufwand vorangetrieben.
Wettbewerbsfähige Personalstruktur und Leistungskultur Konsequent weiter vorangetrieben wird schließlich der Kulturwandel vom früheren "Amt" zu einem kunden- und leistungsorientierten Dienstleister, mit wettbewerbsfähigen Strukturen auf Basis schlanker und flexibler Arbeitsprozesse. Die Weiterentwicklung beinhaltet auch einen kulturellen Wandel. Begriffe wie Kompetenz, Verantwortung, Transparenz, Vertrauen, Leistungsorientierung und Kundenfokus prägen diese neue Leistungskultur, die durch gezielte Kommunikation, Führungsverhalten sowie Mitarbeiter- und Führungskräfteentwicklung noch stärker verankert wird.
Die divisionsspezifischen Maßnahmenpakete zur Umsetzung der Konzernstrategie werden im folgenden Abschnitt in der Vorstellung der einzelnen Divisionen und der jeweils relevanten Markttrends im Detail erläutert.
Die Division Brief umfasst die Geschäftsfelder Briefpost, Infomail und Medienpost. Ihr Kerngeschäft besteht in der Annahme, Sortierung und Zustellung von Briefen, Postkarten, adressierten Werbesendungen, unadressierter Haushaltswerbung, Zeitungen und Regionalmedien. Rund 11.000 Mitarbeiter in der Zustellung (Vollzeitkräfte) bringen tagtäglich Post zu 4,2 Mio Haushalten und Unternehmen in ganz Österreich. Ergänzt wird das Leistungsspektrum durch neue Dienstleistungen für Geschäftspost und Werbepost, darunter Adress- und Datenmanagement, Poststellen Management, intelligentes Scanning und Response-Management.
Digitaler Posteingang für die UNIQA: Seit Mai 2009 digitalisiert die Post-Tochter Scanpoint täglich rund 6.000 Briefsendungen, klassifiziert sie und verteilt sie dann elektronisch an die neun Landesdirektionen bzw. an die zuständigen Abteilungen und Mitarbeiter der UNIQA. Der Kunde erspart sich damit die Wartezeiten, die mit der physischen Verteilung von Schriftstücken verbunden sind, und erhält die Daten über eine sichere Schnittstelle gleich in digitaler Form.
Zwei Briefzentren der Post für exzellente Leistung ausgezeichnet: Die Briefzentren Wien und Hall in Tirol gehören zum Kreis von weltweit nur 25 Logistikzentren, die von der International Post Corporation (IPC) hinsichtlich ihres Managements und der Bearbeitung von internationalen Briefsendungen als "exzellent" bewertet wurden.
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Das Marktumfeld präsentierte sich 2009 im gesamten Briefgeschäft – von Briefen über Werbesendungen bis hin zu Zeitschriften – als sehr schwierig. Ein bestimmender Faktor war die allgemeine Rezession, die zu einer Volumensreduktion führte. Darüber hinaus verstärkte die Rezession die elektronische Substitution wesentlich.
In der mittel- und langfristigen Perspektive ist das Briefgeschäft von folgenden Trends geprägt:
Oberstes Ziel der Österreichischen Post im Briefgeschäft ist es, ihre Ertragskraft auch bei sinkenden Briefvolumina zu sichern. Für die Division Brief werden daher vier zentrale strategische Maßnahmenpakete verfolgt:
Mit der Division Paket & Logistik ist die Österreichische Post in zehn europäischen Ländern mit eigenen Gesellschaften vertreten. Mit Ausnahme Österreichs konzentrieren sich die angebotenen Dienstleistungen derzeit auf Geschäftskunden, wobei auch das Potenzial im Privatkundensegment zunehmend genutzt wird. Die Österreichische Post setzt im Paketgeschäft grundsätzlich auf flächendeckenden Service und eine möglichst starke Marktposition, um ihren Kunden effiziente Logistik und auf den jeweiligen Markt zugeschnittene Zusatzdienstleistungen anbieten zu können.
Folgende Segmente werden abgedeckt:
| B2B | fracht | Kombi- Temperatur- geführte Logistik |
B2C C2C |
|
|---|---|---|---|---|
| Österreich | ||||
| Deutschland | ||||
| Belgien | ||||
| Niederlande | ||||
| Slowakei | ||||
| Ungarn | ||||
| Serbien | ||||
| Montenegro | ||||
| Bosnien | ||||
| Herzegowina | ||||
| Kroatien |
Internationales Kombifrachtnetz EURODIS Das Netzwerk EURODIS ermöglicht Geschäftskunden einen europaweit standardisierten Versand von Paketen und Paletten. Es greift dabei auf ein flächendeckendes Logistik-Netzwerk mehrerer Partner zu. Einer der führenden Partner ist die Österreichische Post mit den fast 4.000 MitarbeiterInnen ihrer Division Paket & Logistik an 163 Standorten, die von Zustell- und Fernverkehrsfahrern unterstützt werden.
Hermes nutzt Paketdienstleistungen der Österreichischen Post: Ein Großauftrag bestätigt die erfolgreiche Restrukturierung des Paketgeschäfts: Mit 1. Juni 2009 übernahm die Österreichische Post die Paketzustellung an die Endkunden von Hermes. Das Volumen umfasste 2009 rund 6 Mio Pakete.
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Inbetriebnahme eines neuen Verteilzentrums in der Slowakei: Im Dezember 2009 ging das neue Verteilzentrum im slowakischen Ivanka in Betrieb. Dank dieser Investition ist die Österreichische Post in der Lage, steigende Sendungsvolumina mit höchster Qualität und Produktivität zu verarbeiten, und hat sich damit auf das anhaltende Wachstum in der Region gut vorbereitet.
Auch im Paketgeschäft war die Österreichische Post 2009 mit einem anspruchsvollen Marktumfeld konfrontiert. Während besonders die Wirtschaftskrise für Druck auf Sendungsvolumina und Preise sorgte, konnten in Österreich dennoch erfreuliche Zuwächse verzeichnet werden.
Im Paket- und Logistikgeschäft ist es zentrales Ziel der Österreichischen Post, das Wachstum über dem Markttrend profitabel fortzusetzen. Zur Umsetzung dieses Ziels wurden folgende zentrale strategische Maßnahmenpakete definiert:
Das Filialnetz der Österreichischen Post zählt zu den größten Privatkundennetzen des Landes und bietet seinen Kunden in ganz Österreich hochwertige Produkte und Services in den Bereichen Post, Bank und Telekommunikation.
Mit derzeit mehr als 1.667 eigen- und fremdbetriebenen Post-Geschäftsstellen¹ und über 4.700 Mitarbeitern garantiert das Filialnetz Kundennähe. Mehr als 500 stationäre und rund 100 mobile BeraterInnen der PSK Bank sichern dabei kompetente Beratung in Finanzfragen.
¹ Stand 1. März 2010
Testbesuchen erhoben. Die Ergebnisse zeigen, dass die überwiegende Mehrheit der Postfilialen bereits ein sehr gutes Serviceniveau aufweist. Nach Branchen differenziert liegen die Postfilialen im oberen Mittelfeld der Banken und sogar im Spitzenfeld der Telekommunikationsanbieter.
Das Marktumfeld für das Filialnetz der Österreichischen Post wird durch zahlreiche Mitbewerber aus unterschiedlichen Bereichen bestimmt, darunter auch Banken oder Fachhändler für Kommunikationsoder Büroprodukte. Insgesamt steht das Filialnetz vor signifikanten Herausforderungen, aber auch Chancen. Vier zentrale Aspekte prägen dabei das Bild:
Postmarktgesetz gibt Standortdichte vor, lässt aber Wahlfreiheit beim Betreibermodell: Durch das 2009 verabschiedete österreichische Postmarktgesetz wird die Zahl der Post-Geschäftsstellen und deren
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Lage erstmals gesetzlich vorgegeben. Bei der Wahl des jeweiligen Betreibermodells wurde der Post jedoch ein deutlich höherer Freiheitsgrad eingeräumt als bisher. Österreich folgt damit einem international bewährten Modell.
Um auch 2011 nach der Vollliberalisierung des Postmarkts für die Kunden eine bestmögliche Serviceorientierung und kundengerechte Öffnungszeiten im ländlichen Raum sicherstellen zu können, werden folgende vier strategische Stoßrichtungen festgelegt:
Auch 2009 war ein nicht gerade einfaches Jahr an den Kapitalmärkten. Das erste Quartal 2009 war von einem weiteren Abschwung gekennzeichnet, auch der österreichische Leitindex ATX gab nochmals um fast 20% nach und erreichte seinen Tiefststand am 9. März 2009. Von diesem Zeitpunkt an bis Ende 2009 konnte der Leitindex um mehr als 75% zulegen. Diese Erholung ist in Österreich und anderen Ländern vor allem den zyklischen Aktienwerten und der Erholung der Finanztitel zu verdanken. Der Fokus der Investoren lag auf diesen Titeln und nicht so sehr auf Dividendentiteln wie der Österreichischen Post.
Die Österreichische Post verfolgt weiterhin das Ziel, den Aktionären attraktive Dividenden und Total Shareholder Returns zu bieten. Für das Geschäftsjahr 2009 wird der Vorstand der Hauptversammlung am 22. April 2010 die Ausschüttung einer Dividende von 101,3 Mio EUR, dies entspricht 1,50 EUR pro Aktie, vorschlagen. Die Dividende wird am 6. Mai 2010 ausgezahlt. Auf Basis eines Aktienkurses von 19,02 EUR per Ende Dezember 2009 errechnet sich damit eine Dividendenrendite von 7,9%. Seit dem Börsegang wurde den Aktionären in Summe 5,90 EUR Dividende pro Aktie ausbezahlt. Auf Basis des Emissionskurses von 19,00 EUR (30. Mai 2006) errechnet sich – inklusive der Dividendenzahlungen – bis Ende 2009 eine Gesamtrendite (Total Shareholder Return) von 31,2%.
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Auch für die kommenden Jahre strebt die Österreichische Post – unter der Voraussetzung einer anhaltend guten Geschäftsentwicklung und einer unverändert soliden Finanzlage – eine nachhaltige Basisdividende von 1,50 EUR pro Aktie sowie eine Ausschüttungsquote von zumindest 75% des Nettoergebnisses an.
Die Österreichische Post ist seit dem 31. Mai 2006 als europaweit drittes börsenotiertes Postunternehmen an der Wiener Börse gelistet. Während die Österreichische Post Aktie für 2009 einen Rückgang um 21,1% hinzunehmen hatte, stieg der ATX um 42,5%, der für die Post relevante Branchenindex DJ Euro Stoxx Transportation um 32,5%. Weit positiver sieht die Betrachtung über den gesamten bisherigen Zyklus der Wirtschaftskrise, ausgehend von Anfang 2008 bis Ende 2009, aus: Die Post konnte mit einem Rückgang um 20,7% den ATX klar outperformen, der einen Rückgang um 44,7% verzeichnete.
Auf Basis des Kurses von 19,02 EUR per Ende 2009 errechnet sich eine Marktkapitalisierung von knapp 1,3 Mrd EUR. Der Umsatz an der Wiener Börse lag 2009 bei mehr als 41 Millionen Stück gehandelten Aktien, das sind etwas mehr als 850 Mio EUR (in Einzelzählung).
Da die Österreichische Post keine Anleihen emittiert, liegt für das Unternehmen kein Rating vor.
Seit 18. September 2006 ist die Post Aktie im ATX, dem Leitindex der Wiener Börse, enthalten. Der ATX setzt sich aus jenen 20 österreichischen Unternehmen zusammen, die den höchsten Börseumsatz und die größte Marktkapitalisierung aufweisen. Die Gewichtung der Post Aktie im ATX betrug per Ende Dezember 2009 1,8%. Neben dem ATX ist die Post unter anderem im ATX Prime, dem VÖNIX (dem österreichischen Nachhaltigkeitsindex) sowie im DJ Euro Stoxx Transportation Index vertreten.
Durch den Börsegang im Jahr 2006 reduzierte sich der Anteil der österreichischen Staatsholding ÖIAG (Österreichische Industrieholding AG) am Grundkapital der Österreichischen Post AG von zuvor 100% auf 51% bzw. 35,7 Mio der ausstehenden 70 Mio Aktien. Durch das Aktien-Rückkaufprogramm verringerte sich die Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien auf 67.552.638 Stück. Die ÖIAG hält weiterhin 35,7 Mio Aktien und damit 52,8%. Damit ist die ÖIAG weiterhin Mehrheitsaktionärin des Unternehmens. Der Gesellschaft sind keine anderen Investoren bekannt, die mehr als 5% des gesamten Grundkapitals halten.
Eine im Jänner 2010 durchgeführte Aktionärserhebung zeigt, dass – neben dem Großaktionär ÖIAG (52,8%) – 34% aller Aktien von in Europa ansässigen Investoren gehalten werden (minus 1% gegenüber der Erhebung im Jänner 2009). Die europäische Verteilung beinhaltet 12% von privaten und institutionellen Investoren in Österreich (plus 1%), 14% in Kontinentaleuropa (plus 3%) und 8% in Großbritannien (minus 4% im Jahresvergleich 2009). In Nordamerika (USA und Kanada) befinden sich derzeit 13% (plus 2%) der Aktien, auf andere Länder entfällt weit weniger als 1% (minus 1%). Zu den privaten Investoren in Österreich zählen auch die Mitarbeiter der Österreichischen Post mit einem Anteil von etwa 2,6%.
Basis: 67,6 Millionen Aktien
Die Kommunikation mit Investoren und Analysten ist der Österreichischen Post ein wichtiges Anliegen. Neben zahlreichen Besuchen von institutionellen Investoren und Analysten in Wien fanden laufend Begegnungen sowohl des Vorstands als auch des Investor-Relations-Teams mit der Financial Community in Österreich und an internationalen Finanzplätzen wie Frankfurt, London, Mailand, Paris, Kopenhagen, Stockholm, New York oder Boston statt. Der intensive Dialog mit dem Kapitalmarkt wurde bei 40 Roadshows und Investorenkonferenzen mit rund 250 institutionellen Investoren geführt.
Dass die Bemühungen des Investor Relations-Teams gewürdigt werden, zeigt der 1. Platz unter allen ATX-Unternehmen beim Wiener Börsepreis 2009 sowie der Exzellenzpreis für Corporate Governance und Transparenz bei den Austrian Annual Report Awards des Wirtschaftsmagazins trend.
Auch die Privataktionäre haben vom umfangreichen Dialogangebot der Österreichischen Post auf breiter Basis Gebrauch gemacht. Zahlreiche Privataktionäre informierten sich unter anderem auf der GEWINN-Messe in Wien eingehend über das Unternehmen.
Die Empfehlungen und Kursziele von Analysten spielen neben gesamtwirtschaftlichen und unternehmensspezifischen Überlegungen bei Investitionsentscheidungen von Anlegern eine wichtige Rolle. Gleichzeitig liefern die Analysten-Reports für die Post wertvolles Feedback von Branchenexperten zu Strategie und Entwicklung des Unternehmens. Im Jahr 2009 haben drei Investmentbanken die Coverage der Österreichischen Post neu aufgenommen: Macquarie, Morgan Stanley und UBS. Per Ende Februar 2010 wird die Österreichische Post damit von zwölf Investmenthäusern laufend beobachtet: CA Cheuvreux, Deutsche Bank, Erste Bank, Goldman Sachs, Kepler Capital Markets, Macquarie, MainFirst Bank, Morgan Stanley, Raiffeisen Centrobank, Sal. Oppenheim, UBS und UniCredit. Eine Übersicht über die aktuellen Einschätzungen dieser Häuser findet sich im Internet unter www.post.at/ir >> Post Aktie >> Analysen.
| Aktienkennzahlen/Dividendenkennzahlen | Veränderung | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| 2007 | 2008 | 2009 | 2008/2009 | ||
| Ergebnis je Aktie | EUR | 1,75 | 1,71 | 1,18 | –31,0% |
| Dividende je Aktie1 | EUR | 1,40 | 1,50 | 1,502 | – |
| Sonderdividende je Aktie1 | EUR | 1,00 | 1,00 | – | – |
| Dividendenausschüttung | Mio EUR | 168,0 | 168,9 | 101,3 | –40,0% |
| Free Cash-Flow je Aktie3 | EUR | 1,38 | 2,34 | 2,95 | 26,1% |
| Dividendenrendite4 | % | 10,0% | 10,4% | 7,9% | – |
| Total Shareholder Return | |||||
| (Jahresperformance mit Dividende5 ) |
% | –26,9% | +10,5% | –10,7% | – |
| Total Shareholder Return seit Börsegang | % | 31,5% | 44,7% | 31,2% | – |
| Aktienkurs-Performance | % | –33,5% | +0,5% | –21,1% | – |
| KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) | |||||
| per Ende Dezember | – | 13,7 | 14,1 | 16,1 | – |
| Kurs per Ende Dezember | EUR | 23,99 | 24,10 | 19,02 | –21,1% |
| Höchst-/Tiefstkurs (Schlusskurs) | EUR | 37,25/20,95 | 29,75/20,44 | 26,14/18,00 | – |
| Marktkapitalisierung per Ende Dezember | Mio EUR | 1.679,3 | 1.628,0 | 1.284,9 | –21,1% |
| Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien | |||||
| per Ende Dezember | Stück | 70.000.000 | 67.552.638 | 67.552.638 | – |
| Streubesitz | % | 49,0% | 47,2% | 47,2% | – |
1 für Geschäftsjahr 2 Vorschlag an die Hauptversammlung am 22. April 2010
3 Free Cash-Flow vor Erwerb/Verkauf von Wertpapieren
4 Dividende je Aktie dividiert durch Aktienkurs per Ende Dezember des jeweiligen Geschäftsjahres
5 Veränderung des Aktienkurses im Jahresvergleich plus Dividendenzahlung (ohne Reinvestition der Dividende)
Dipl.-Ing. Harald Hagenauer T: +43(0)57767-30401 F: +43(0)57767-30409 E: [email protected] Internet: www.post.at/ir
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Als eines der größten Unternehmen Österreichs kennt die Österreichische Post ihre Verantwortung gegenüber Stakeholdern und gesellschaftlichem Umfeld. Deshalb bekennen wir uns dazu, die Interessen aller Beteiligten in unseren Zielen und unserer Tätigkeit angemessen zu berücksichtigen. Dabei orientiert sich die Österreichische Post am UN Global Compact, dessen Mitglied sie seit 2007 ist. In zehn Grundsätzen legt der Global Compact ökologische und soziale Mindeststandards fest. Diese Grundsätze bilden die zentralen Forderungen der in den Vereinten Nationen repräsentierten internationalen Gemeinschaft für eine nachhaltige, auf die Interessen aller Stakeholder bedachten Unternehmensführung.
Das grundsätzliche Ziel, die Ertragskraft nachhaltig zu sichern, hat für das Management der Österreichischen Post oberste Priorität. Denn nur ein ertragsstarkes Unternehmen kann auf Dauer seine gesellschaftliche Verantwortung wahrnehmen und einen angemessenen Beitrag zur Erfüllung sozialer Bedürfnisse leisten. In diesem Sinn werden die Strukturen des Unternehmens laufend durchleuchtet, um Optimierungspotenziale zu erschließen und so die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Dies sichert langfristig den angestrebten Unternehmenserfolg.
Die Österreichische Post ist einer der größten Arbeitgeber Österreichs. Auch in Zukunft sollen attraktive Arbeitsplätze angeboten werden. Zudem werden die Frauenförderung und die Möglichkeit zur Teilzeitarbeit aktiv weiterentwickelt.
Zur nachhaltigen Absicherung der Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens sind ständige Optimierungsmaßnahmen und Prozessverbesserungen unumgänglich. Daraus resultieren Anpassungen der Personalkapazität an den jeweils aktuellen Bedarf. Diese erfolgen unter strikter Beachtung sozialer Gesichtspunkte und unter maximaler Nutzung der natürlichen Fluktuation.
Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und betriebliche Gesundheitsförderung sind Schlüsselelemente der Unternehmenspolitik. Denn motivierte und leistungsfähige Mitarbeiter sind die Basis des bewährten Logistikkonzepts, das die tägliche Belieferung der Kunden sicherstellt. Eine gesunde und sichere Arbeitsumgebung ist dafür eine unabdingbare Voraussetzung.
Auch der effiziente Umgang mit Ressourcen ist der Österreichischen Post wichtig. Zahlreiche Projekte, wie die Teilnahme am Greenhouse Gas Reduction Programme von PostEurop, zeugen davon. Die Post hat sich dazu verpflichtet, von 2008 bis 2012 10% aller im Unternehmen anfallenden Treibhausgas-Emissionen einzusparen.
| Für die Kunden: | landesweite Postdienstleistungen zu einem fairen Preis-Leistungs-Verhältnis |
|---|---|
| Für die Eigentümer: | attraktive Dividenden |
| Für die Mitarbeiter: | ein gefragter Arbeitgeber, dessen Fokus auf der aktiven Weiterentwicklung |
| seiner Mitarbeiter liegt | |
| Für Geschäftspartner: | ein fairer und verlässlicher Geschäftspartner |
| Für die Umwelt: | zahlreiche Initiativen für Ressourcenschonung und Abfallvermeidung |
| Für Gemeinden: | flächendeckende Versorgung auch durch Post.Partner – mit mindestens 1.650 Post |
| Geschäftsstellen bleibt die flächendeckende Versorgung auch im ländlichen Raum gesichert | |
| Im Regulierungsumfeld: | klare Rahmenbedingungen durch das Postmarktgesetz ermöglichen die Weichenstellung |
| für die Zukunft | |
| Für die Gesellschaft: | einer der bedeutendsten Arbeitgeber des Landes mit garantierter Versorgung |
| durch hochwertige Postdienstleistungen |
Weitere Informationen zur nachhaltigen Ausrichtung der Österreichischen Post finden Sie im Nachhaltigkeitsbericht im Internet unter www.post.at/csr. Dieser wurde gemäß Global Reporting Initiative erstellt.
Die Österreichische Post definiert ihre nachhaltige Entwicklung gegenüber den Stakeholdern mit vier Themenschwerpunkten. Neben Ökonomie sind dies gesellschaftliche Verantwortung, Umwelt und die eigenen Mitarbeiter.
Die Österreichische Post ist der schnellste landesweite Zusteller, Jahr für Jahr: Zumindest 95% aller Briefe werden bereits am Werktag nach der Aufgabe ihrem Empfänger zugestellt. Das ist ein europäischer Spitzenwert. Möglich ist diese Höchstleistung nur durch die moderne Logistik und den persönlichen Einsatz der Mitarbeiter in der Brief- und Paketlogistik.
Für die landesweite Versorgung der Bevölkerung mit Postdienstleistungen bewährt sich bereits seit Jahren die Kombination eigener und fremdgeführter Post-Geschäftsstellen. Insbesondere das Konzept der Post.Partner, bei dem lokale Trafikanten, Einzelhändler oder auch Gemeindeämter mit der Post kooperieren, ist erfolgreich. Durch ihr erweitertes Angebot tragen die Post.Partner darüber hinaus zur Stärkung der Nahversorgung bei.
Für die Österreichische Post als Universaldienstleister ist der Dialog mit der Politik, insbesondere mit Städten und Gemeinden, von großer Bedeutung. Denn die Gemeinden sind wichtige Partner in allen Fragen der Versorgungssicherheit der österreichischen Bevölkerung mit Postdienstleistungen. Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Marktveränderung sind gemeinsame Initiativen mit dem Ziel "Mehr Post für Österreich" von großer Bedeutung. Die Zusammenarbeit mit den kommunalen Interessenvertretungen in Österreich ist eine wichtige Säule im aktiven Dialog der Österreichischen Post mit ihren Stakeholdern.
Eine im Jahr 2009 durchgeführte Stakeholderbefragung zeigte die weitreichende Bandbreite der Erwartungen und spiegelt das Spannungsfeld wider, in dem sich die Österreichische Post AG befindet: einerseits ein börsenotiertes Unternehmen mit klarer wirtschaftlicher Ertragsorientierung und andererseits ein Dienstleister mit Versorgungsauftrag für ganz Österreich.
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Soziales 2009 unterstützte die Österreichische Post bereits zum fünften Mal die Aktion "Ö3-Wundertüte" durch die Übernahme der gesamten Logistik. Nicht mehr benötigte Handys werden durch diese Aktion zu barem Geld und helfen Familien in Not. Unterstützt hat die Post auch die Aktion "Ein Funken Wärme", bei der die Caritas gemeinsam mit dem Kooperationspartner Kronen Zeitung Spenden für in Not geratene Familien sammelte.
Bei Unwettern im Frühjahr 2009 wurden in Österreich viele Hausbrunnen überflutet. In einer Zusammenarbeit mit dem Forschungszentrum Seibersdorf (AIT) und AQA stellte die Post 100 von Hochwasser betroffenen Hausbrunnenbesitzern kostenlos Wasserchecks zur Verfügung.
Sport Fußball behielt auch nach der UEFA EURO 2008™ einen hohen Stellenwert: Eine Kooperation zwischen dem Hauptsponsor Post, dem Unterrichtsministerium und dem Österreichischen Fußballbund (ÖFB) ermöglichte bundesweit 104 Schulen, an der erstmals stattfindenden "Postliga Mädchenfußball" teilzunehmen. Die Bedeutung von Sport für das Unternehmen wurde auch durch die Teilnahme am "Tag des Sports" unterstrichen.
Kultur Im kulturellen Bereich wurde anlässlich des Haydn-Jahres 2009 das Eröffnungskonzert der Haydn-Festspiele gesponsert und die bewährte Zusammenarbeit mit dem Salzburger Jazzherbst fortgesetzt. Im Bereich der bildenden Kunst erfolgte eine Kooperation mit der Albertina sowie mit dem Essl Museum.
Die Österreichische Post AG ist ein börsenotiertes Unternehmen, das in den letzen Jahren eine erfolgreiche Entwicklung vollzogen hat. Um die gesteckten Ziele auch weiterhin zu erreichen, orientiert sich die Österreichische Post AG an den Wünschen ihrer Kunden, aber auch an den Bedürfnissen ihrer Mitarbeiter und Eigentümer.
Das Vertrauen der Post-Empfänger und die Wünsche der Kunden stehen im Mittelpunkt des unternehmerischen Handelns der Österreichischen Post AG. Durch innovative Lösungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette von der Briefzustellung bis zur Retourenbearbeitung steigert die Post ihre Effizienz und generiert Zusatzleistungen, die gleichzeitig auch die Auslastung der primären Distributionsstrukturen sichern.
Gesellschaftliche und vor allem technische Entwicklungen beschleunigen den strukturellen Wandel der Postzustellung hin zur elektronischen Zustellung von Briefen. Um dieser Veränderung zu entsprechen, erschließt die Österreichische Post AG auch im Bereich der elektronischen Datenübermittlung ihren Kunden neue und attraktive Dienstleistungen.
Dem von der Österreichischen Post im Jahr 2009 erwirtschafteten Umsatz von 1.290,4 Mio EUR (inkl. sonstige betriebliche Erträge) standen Vorleistungen von 1.156,0 Mio EUR gegenüber. Dies inkludiert Aufwendungen für Material und zugekaufte Leistungen im Umfang von 766,1 Mio EUR sowie sonstige betriebliche Aufwendungen von 270,2 Mio EUR. Die sich daraus ergebende Wertschöpfung der Österreichischen Post von 1.290,4 Mio EUR verteilte sich zum Großteil auf die Mitarbeiter: direkt in Form von Gehältern und Löhnen bzw. indirekt durch den damit verbundenen Sozialaufwand. An die Aktionäre gehen für das Jahr 2009 insgesamt 101,3 Mio EUR an Dividende, der Staat Österreich ist mit 52,8% beteiligt, erhält also 53,5 Mio EUR als Aktionär. Die Ertragsteuern beliefen sich auf 45,1 Mio EUR.
| Mio EUR | 2008 | 2009 |
|---|---|---|
| Entstehung | ||
| Umsatzerlöse und sonstige betriebliche Erträge | 2.522,4 | 2.446,5 |
| abzüglich Vorleistungen | –1.234,9 | –1.156,0 |
| davon Material und bezogene Leistungen | –778,2 | –766,1 |
| davon sonstige betriebliche Aufwendungen | –304,5 | –270,2 |
| Wertschöpfung | 1.287,5 | 1.290,4 |
| Verteilung | ||
| an Mitarbeiter (Löhne, Gehälter, Sozialaufwand) | 1.126,8 | 1.154,1 |
| an Aktionäre (Dividende) | 168,9 | 101,3 |
| an den Staat (Steuern) | 39,3 | 45,1 |
| an Kreditgebühr (Zinsaufwand) | 9,6 | 4,6 |
| an Fremdgesellschafter | 0,0 | 0,0 |
| Restbetrag | –57,1 | –14,8 |
| Wertschöpfung | 1.287,5 | 1.290,4 |
Die Österreichische Post nimmt ihre Verantwortung gegenüber der Umwelt aktiv wahr. Deshalb ist es ihr Ziel, die ökologischen Auswirkungen ihrer Geschäftstätigkeit durch den Einsatz umweltfreundlicher Technologien und den effizienten Umgang mit Ressourcen möglichst gering zu halten.
Im Dezember 2009 startete im Rahmen der Klimaschutz-Offensive der Post das Projekt "co²de green": Die Post kauft CO² -Ausgleichszertifikate für 650.000 Pakete und EMS (Express Mail Service)-Sendungen und unterstützt damit ein klimaneutrales Projekt in Thailand. Dieser "co²de green" wird gratis an die Kunden, die im Filialnetz ihre Pakete aufgeben, weitergegeben.
Transporte – ein wesentlicher Teil der Unternehmenstätigkeit – werden so umweltfreundlich wie möglich gestaltet. Zum einen geschieht dies durch optimierte Routenplanung (Leerfahrten werden vermieden, die Auslastung der eingesetzten Fahrzeuge konsequent optimiert, die Anzahl der Transport-Kilometer verringert), zum anderen garantieren eine moderne Fahrzeugflotte, regelmäßige Wartung und laufende Schulung der Fahrer die Öko-Effizienz. In einem Pilotprojekt schulten z.B. posteigene ECO-Trainer rund 150 Lenker im spritsparenden Fahrverhalten.
Einen innovativen und umweltfreundlichen Weg geht die Post auch bei der Zustellung. In Kooperation mit der Nutzfahrzeugsparte von Volkswagen und unterstützt durch das Beratungs- und Förderprogramm "klima:aktiv mobil" des Lebensministeriums wurde ein Pilotversuch mit erdgasbetriebenen Fahrzeugen gestartet. Zurzeit hat die Post 77 Erdgas-Fahrzeuge sowie rund 20 Elektro-Mopeds und Elektro-Räder im Einsatz.
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Auch auf internationaler Ebene hat sich die Österreichische Post zu einer nachhaltigen Unternehmenspolitik verpflichtet. So ist sie etwa – als eine von 16 europäischen Postgesellschaften – Mitglied des "Greenhouse Gas Reduction Programme" der Post-Interessenvertretung PostEurop. Basierend auf einer gemeinsam entwickelten Erhebungsmethode werden im Rahmen dieses Programms erstmals die CO² -Emissionen der Postdienstleister im Bereich Transport und Fuhrpark systematisch erhoben und vergleichbar gemacht. Die Teilnehmer haben sich zusätzlich ein ehrgeiziges Ziel gesteckt: Vom Start des Programms im Jahr 2008 bis 2012 sollen rund 10% der CO² -Emissionen abgebaut werden. Auch bei dem von der International Postal Cooperation – einer Vereinigung von 24 Postbetreibern aus Europa, Nordamerika, Australien und Neuseeland – auf Basis des "Greenhouse Gas Protocol" entwickelten "Environmental Measurement and Monitoring System (EMMS)" ist die Österreichische Post engagiert. Auf Grundlage dieses Systems bzw. seiner Ergebnisse wurde zeitgleich mit der UNO-Klimakonferenz in Kopenhagen Ende Dezember 2009 der erste globale Nachhaltigkeitsbericht des Postsektors präsentiert.
Die Österreichische Post AG als Dienstleistungsunternehmen verbraucht vor allem Ressourcen im Bereich Fuhrpark und Gebäude. Andere Materialverbräuche wie etwa Metall sind nicht signifikant.
| 2007 | 2008 | 2009 | |
|---|---|---|---|
| Verbrauch signifikanter Ressourcen (Mio kWh) | |||
| Gesamt | 164,6 | 178,1 | 170,7 |
| Erdgas | 38,0 | 37,6 | 33,6 |
| Heizöl | 10,3 | 15,4 | 11,3 |
| Fernwärme | 37,0 | 36,3 | 37,2 |
| Strom | 79,3 | 88,9 | 88,6 |
| Gebäudenutzflächen (Quadratmeter) | – | 1.284.000 | 1.220.988 |
| davon im Unternehmensbesitz | – | 817.000 | 766.045 |
| Treibstoffmenge: Benzin, Super, Diesel, Erdgas (l) | 15.483.191 | 15.525.409 | 15.289.178 |
| davon Diesel | 15.073.299 | 15.112.978 | 14.899.709 |
| CO2-Emissionen (t) nach Greenhouse Gas Protocol (Summe) | 77.620 | 80.996 | 78.609 |
| Straßentransport | 41.349 | 41.477 | 40.868 |
| Gebäude und stätionäre Prozesse | 36.271 | 39.519 | 37.741 |
| Fahrzeugflotte (Summe) | 8.650 | 8.322 | 8.192 |
| Fahrräder | 975 | 967 | 973 |
| Mopeds | 1.240 | 1.095 | 1.082 |
| Fahrzeuge bis 3,5 t | 7.219 | 7.031 | 6.925 |
| Fahrzeuge > 3,5 t | 191 | 196 | 185 |
| davon gasbetriebene Fahrzeuge | 12 | 77 | 77 |
| davon elektrobetriebene Fahrzeuge | – | 6 | 6 |
| Kilometerleistung (Mio km) | 124 | 126 | 123 |
| Papier (t) | 437,7 | 484,4 | 426,4 |
Das Greenhouse Gas Protocol (GHG Protocol) ist der international am weitesten verbreitete Standard für die Erhebung von Treibhausgasemissionen. www.ghgprotocol.org
Als einer der größten Arbeitgeber des Landes ist sich die Österreichische Post ihrer Verantwortung gegenüber allen Mitarbeitern bewusst. Gerade in einem Dienstleistungsbetrieb muss der "Faktor Mitarbeiter" einen hohen Stellenwert genießen. Mit den zahlreichen Initiativen und Projekten zur Förderung der Mitarbeiter orientiert sich die Post ganz klar daran,
Der Wettbewerb im Postmarkt nimmt stetig zu. Hinzu kommt die Vorbereitung auf die vollkommene Öffnung des Briefmarkts im Jahr 2011. Dadurch sind laufende Anpassungen der Personalstruktur erforderlich. Im Februar 2009 wurde deshalb zwischen Unternehmen und Personalvertretung ein Sozialplan bis Ende 2010 vereinbart. Dieser bietet anlassbezogen eine umfassende Unterstützung der betroffenen Mitarbeiter.
Mitarbeiter, die sich beruflich neu orientieren möchten, können in eine externe Arbeitsstiftung eintreten. Innerhalb von maximal drei Jahren absolvieren sie hier Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen, um danach mithilfe der erworbenen Kenntnisse eine neue berufliche Tätigkeit zu ergreifen. Auch bei der Suche nach einem entsprechenden Arbeitsplatz unterstützen wir unsere Mitarbeiter aktiv.
Darüber hinaus unterstützt und begleitet das Karriere- und Entwicklungscenter (KEC) – die New-Placement-Einheit der Österreichischen Post – die neue berufliche Orientierung der vom Arbeitsplatzabbau betroffenen Mitarbeiter. Das Jahr 2009 war hier durch eine Reduktion der Mitarbeiterzahl gekennzeichnet. 60 Mitarbeiter etwa haben sich für das Überbrückungsmodell zum Pensionsantritt entschieden. Für über 40 Mitarbeiter konnte im Zuge einer systemischen Laufbahnberatung wieder ein fester Arbeitsplatz in einer Divisions- oder Serviceeinheit gefunden werden. Rund 250 Mitarbeiter sind mittlerweile in Langzeiteinsätzen tätig wie zum Beispiel im Austausch von Hard- oder Software für die Serviceeinheit IT, dem Poststellen Management oder der Digitalisierung der Eingangspost oder von Archiven unserer Kunden.
Schließlich ist es auch gelungen, die Anzahl der extern verleasten Mitarbeiter zu erhöhen. Diese Möglichkeit, neue Perspektiven für arbeitsplatzverlustige Mitarbeiter zu eröffnen, soll im kommenden Jahr genauso forciert werden wie Ressortwechsel zu anderen Bundesdienststellen. Gegen Ende 2009 wurden die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass in den nächsten Jahren in Summe bis zu 1.000 Beamte der beiden Unternehmen Österreichische Post und Telekom Austria freiwillig zum Bundesministerium für Inneres (BMI) wechseln können.
Der unternehmenseigene Frauenförderungsplan unterstützt die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und garantiert Chancengleichheit bei der Aufnahme und in der beruflichen Laufbahn. Auch der Wiedereinstieg nach der Karenz wird weiterhin durch aktives Karenzmanagement gefördert.
Um Mädchen gezielt für techniknahe Berufsgruppen zu begeistern, nahm die Post 2009 bereits zum zweiten Mal erfolgreich am "Wiener Töchtertag" teil und bot Einblicke in die Tätigkeiten im Briefzentrum, im Paketzentrum und bei der Güterbeförderung.
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Mit Jahresende wurde das seit 2008 im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung laufende Schwerpunktprogramm "Richtiges Bewegen bringt allen was" erfolgreich abgeschlossen. An mehr als 400 Informationsveranstaltungen über richtige Haltung und Bewegung am Arbeitsplatz nahmen mehr als 13.200 Führungskräfte und Mitarbeiter in den Zustellbasen teil. Neben dem bundesweiten Angebot zur kostenlosen Grippeimpfung für Mitarbeiter offerierte die Österreichische Post auch 2009 wieder vergünstigte Möglichkeiten für FSME-, Tetanus-, Diphterie-, Polio- und Hepatitisimpfungen. Für Nachtschichtarbeiter und Mitarbeiter mit Bildschirmtätigkeit bestanden Angebote zu arbeitsmedizinischen Untersuchungen.
Im Hinblick auf die Gefahren, die eine Pandemie für das Unternehmen birgt, wurde ein bereits vorhandener Pandemieplan entsprechend aktualisiert. Zusätzlich stehen den Mitarbeitern auf einer eigenen Intranetseite aktuelle Hinweise, Merkblätter, Checklisten und eine Hotline-Telefonnummer zur Verfügung, um durch gezielte Informationen das Risiko einer Ansteckung zu minimieren.
Fokussierte Investitionen in HR Die zielgruppen- und kompetenzorientierte Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter und Führungskräfte stand 2009 weiterhin im Vordergrund. Das Leistungsspektrum erstreckte sich von Trainings in der Division Brief (Center of Competence, Vertriebsschulungen, Prozessmanagement) über Schulungen im Filialnetz (Direct Marketing, Telefontrainings, Spezialschulungen Philatelie) bis hin zu Aktivitäten in der Division Paket & Logistik (Vertrieb, Zeitmanagement, Qualitätsmanagement).
In den jeweiligen Fachbereichen wurde gezielt in den Ausbau und die Vertiefung der Kompetenzen der Mitarbeiter investiert. Die Maßnahmen beinhalteten unter anderem IT-Wissen, arbeitsrechtliche Themen, spezielle EDV-Coachings und Vorbereitungen auf den Europäischen Computerführerschein, Certified Internal Auditor-Ausbildungen und Internes-Kontrollsystem-Trainings.
Vor dem Hintergrund der internationalen Vernetzung wurde großer Wert auf die Weiterentwicklung der Sprachfähigkeiten und Cultural Awareness gelegt.
Implacementstiftung Um dem Fachkräftemangel in der Branche bzw. in bestimmten Regionen entgegenzuwirken, startete die Post eine zukunftsweisende Zusammenarbeit mit einer Implacementstiftung. Ziel der Stiftung ist es, eine bedarfsgerechte und arbeitsplatznahe Qualifizierung künftiger Mitarbeiter zu gewährleisten und selbst ausgebildete Fachkräfte langfristig im Unternehmen zu beschäftigen.
Ausbildung von Banklehrlingen Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist die Verantwortung für junge Menschen besonders wichtig, deshalb bildet die Post in Zusammenarbeit mit der BAWAG PSK seit September 2009 20 Banklehrlinge in einer dreijährigen dualen Ausbildung (Berufsschule und Ausbildung im Betrieb) aus. Der Einsatz der Banklehrlinge ist vorerst in den Wiener Postfilialen und in Filialen in Niederösterreich (Wien Umgebung) geplant, langfristig auch im gesamten Bundesgebiet.
Motivation Im Bereich Brief wurden wie in den letzten Jahren die bewährten Post- und Managementgespräche weitergeführt. Diese von Führungskräften geleiteten Gespräche geben den Mitarbeitern die Möglichkeit, mit dem Top- und mittleren Management in den persönlichen Dialog zu treten und direktes Feedback auf konkrete Fragestellungen zu erhalten.
Weiters wurden sowohl beim "Logistik Award" als auch beim "Vertriebselite.Club" herausragende Leistungen der Mitarbeiter in den verschiedensten Bereichen prämiert.
In der Division Paket & Logistik wurden 2009 mit den "Senior Management Conventions" regelmäßige länderübergreifende Führungskräfteveranstaltungen eingeführt, in denen die strategische Ausrichtung an einen erweiterten Kreis von Führungskräften kommuniziert und gemeinsam an wesentlichen aktuellen Themenstellungen aus der Division gearbeitet wird.
Weiters wurden ständige länderübergreifende Arbeitsgruppen in den Bereichen Integration und Vertrieb eingerichtet, welche den divisionsweiten Wissensaustausch und die Kommunikation zusätzlich unterstützen.
Motivation durch Erfolgsbeteiligung Durch den Börsegang der Österreichischen Post ist die Mehrzahl der Mitarbeiter auch zu Aktionären des Unternehmens geworden. Zusätzliche Motivation bietet die Österreichische Post seit Jahren regelmäßig durch eine freiwillige Erfolgsprämie. Im Rahmen dieses unter den großen österreichischen Unternehmen einzigartigen Programms werden für 2009 bereits zum achten Mal in Folge 10% des erwirtschafteten EBIT der Österreichischen Post AG an die Mitarbeiter ausgeschüttet. Im Jahr 2009 war für 2008 eine Auszahlung von 648 EUR pro Mitarbeiter der Österreichischen Post AG erfolgt.
Sozialleistungen, Post.Sozial Der Verein "post.sozial" spiegelt die soziale Verantwortung der Österreichischen Post gegenüber ihren Mitarbeitern durch zusätzliche – über gesetzliche Vorgaben hinausgehende – Sozialleistungen wider. Die Leistungspalette reicht von finanziellen Unterstützungen bei außergewöhnlichen Belastungen wie Krankheit oder Naturkatastrophen über vergünstigte Angebote im kulturellen Bereich bis zur kostengünstigen Kinderbetreuung während der Ferienzeit. Weiters wird auch Unterstützung für Gesundheitsmaßnahmen und zur Gesunderhaltung beitragenden Freizeitaktivitäten angeboten.
| 2007 | 2008 | 2009 | |
|---|---|---|---|
| Mitarbeiter (VZK) gesamt | 23.045 | 22.667 | 21.598 |
| davon Frauen (VZK in %) | 28,93% | 29,50% | 29,59% |
| Beamtete Mitarbeiter | 12.819 | 12.514 | 11.803 |
| Mitarbeiter im angestellten Dienstverhältnis | 9.957 | 9.536 | 9.306 |
| Mitarbeiter Vollzeit (Personen) | 20.862 | 20.513 | 19.498 |
| Mitarbeiter Teilzeit (Personen) | 4.172 | 4.163 | 4.075 |
| Durchschnittliche Betriebszugehörigkeit beamtete Mitarbeiter (Jahre) | 24 | 25 | 26 |
| Durchschnittliche Betriebszugehörigkeit MA im angestellten DV (Jahre) | 11 | 11 | 11 |
| Mitarbeiter (VZK) nach Altersklassen | |||
| <30 Jahre | 2.097 | 1.976 | 1.805 |
| 30–50 Jahre | 16.924 | 16.157 | 15.161 |
| >50 Jahre | 4.023 | 4.533 | 4.631 |
| Fluktuation (Abgänge in %) | 8,6% | 10,9% | 12,6% |
| Krankenstandsquote Mitarbeiter VZK (%) | 6,70% | 7,34% | 7,31% |
| Durchschnittliche Ausfalltage pro Unfall | 19,7 | 17,2 | 16,4 |
| Anzahl der Arbeitsunfälle (inkl. Wegunfälle) | 1.029 | 1.043 | 1.050 |
| 1. Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage | 70 |
|---|---|
| 1.1. Wirtschaftliches Umfeld und Rahmenbedingungen | 70 |
| 1.2. Veränderungen im Konsolidierungskreis | 70 |
| 1.3. Geschäftsverlauf 2009 | 71 |
| 1.3.1 Umsatzerlöse | 71 |
| 1.3.2 Gewinn- und Verlustrechnung | 72 |
| 1.3.3 Vermögens- und Finanzlage | 72 |
| 1.4. Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren | 76 |
| 1.4.1 Liquidität | 76 |
| 1.4.2 Cash-Flow | 77 |
| 1.4.3 Investitionen | 77 |
| 1.4.4 Ergebnis- und wertorientierte Kennzahlen | 78 |
| 1.4.5 Zustellgeschwindigkeit | 78 |
| 1.4.6 Mitarbeiter | 78 |
| 1.4.7 Laufende Aus- und Weiterbildung | 78 |
| 1.4.8 Gesundheit und Arbeitssicherheit | 79 |
| 1.4.9 Umwelt | 79 |
| 1.4.10 Besondere Ereignisse nach dem Bilanzstichtag | 79 |
| 2. Forschung und Entwicklung/ Innovationsmanagement 3. Ergebnisse der Divisionen |
79 80 |
| 3.1. Division Brief | 80 |
| 3.2. Division Paket & Logistik | 81 |
| 3.3. Division Filialnetz | 82 |
| 4. Voraussichtliche Entwicklung/ Ausblick und Risiken des Unternehmens |
83 |
| 4.1. Ausblick 2010 | 83 |
| 4.2. Wesentliche Risiken und Ungewissheiten | 83 |
| 5. Internes Kontrollsystem und Risikomanagement im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess |
87 |
| 5.1. Kontrollumfeld | 87 |
| 5.2. Risikobeurteilung | 88 |
| 5.3. Kontrollmaßnahmen | 88 |
| 5.4. Information und Kommunikation 5.5. Überwachung |
88 89 |
| 6. Informationen gemäß § 243a UGB | 90 |
Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat im Jahr 2009 ihre vollen Auswirkungen gezeigt. Insbesondere die westlichen Industrienationen leiden unter den Nachfragerückgängen in vielen Branchen. Die weiterhin wachsenden Volkswirtschaften China, Indien, Brasilien und Russland waren hingegen weniger betroffen. Die immer stärker werdenden Binnenmärkte in diesen Ländern und die Nachfrage nach Ressourcen haben die Entwicklung begünstigt. Auch Österreich wurde von der Krise voll erfasst: Für 2009 schätzt das WIFO den Rückgang des Bruttoinlandsprodukts mit minus 3,4% etwas weniger stark als im Durchschnitt des Euro-Raums mit minus 3,9% ein.
Die prognostizierte Konjunkturerholung 2010 in Österreich ist noch sehr labil und unterliegt einer Reihe von Risiken wie etwa der niedrigen Kapazitätsauslastung und der Vorsicht vieler Betriebe, die den Bedarf nach Investitionen hemmt. Das internationale Umfeld birgt ebenfalls noch Risiken für die Konjunktur: In einigen europäischen Ländern, unter anderem Ungarn (minus 0,6%), Kroatien (minus 1,5%) oder Serbien (minus 0,7%), wird auch 2010 mit einem Rückgang gerechnet, Polen (plus 1,8%) und Tschechien (plus 1,4%) werden demgegenüber weiter expandieren (UniCredit Research). Auch die Entwicklung in Deutschland (plus 1,4%, IHS) ist noch mit Unsicherheiten behaftet. Durch diese Rahmenbedingungen dürfte die Konjunkturerholung in Österreich im Jahr 2010 mit plus 1,5% (WIFO) bzw. plus 1,3% (IHS) eher moderat ausfallen.
Die prognostizierte Erholung für 2010 bleibt zu gering, um einen nachhaltigen Rückgang der Arbeitslosigkeit zu ermöglichen. Das Budgetdefizit in Österreich wird sich als Folge der staatlichen Konjunkturprogramme und des Einbruchs der Steuereinnahmen auf minus 5,2% des BIP im Jahr 2010 erhöhen. Dadurch könnte es in Einklang mit EU-weiten Bestrebungen zu Einsparungen öffentlicher Institutionen kommen. Der Anstieg der Verbraucherpreise in Österreich wird für 2009 bei 0,5%, 2010 bei 1,3% prognostiziert.
Für die Entwicklung des Brief- und Paketmarkts sind neben der Wirtschaftsleistung auch die Bevölkerungsentwicklung und die Zunahme der Anzahl der Haushalte eines Landes von Bedeutung. In Österreich ergab sich mit plus 0,3% (Statistik Austria) auch 2009 ein leichtes Bevölkerungswachstum.
Als grundsätzlicher Trend wird die elektronische Substitution der Briefvolumina bestehen bleiben. Insbesondere Telekommunikations- und Versorgungsunternehmen versuchen physische Sendungsvolumina zu reduzieren. Das Postmarktgesetz schafft die Voraussetzungen für geregelte Rahmenbedingungen in Österreich. Die gegenwärtige wirtschaftliche Entwicklung verursacht auch Veränderungen am Werbemarkt, der für das Transportvolumen der Post bedeutend ist. Es wird erwartet, dass – im Gegensatz zu anderen Werbekanälen – weiterhin eine grundsätzlich positive Entwicklung der direkten Kommunikation bestehen bleibt. Direct Mailings zu Endkunden werden ihren Stellenwert in der Kommunikation beibehalten können.
Die Paketmengen in Österreich steigen dank der ständig zunehmenden Bedeutung von Online-Shopping weiter. Das Fracht- und Expressgeschäft musste durch die Rezession Rückgänge hinnehmen. Die Entwicklung der Sendevolumina im internationalen Paket- und Frachtgeschäft wird wesentlich von der Wirtschaftssituation und den Handelsströmen sowie der damit verbundenen Preisentwicklung abhängen.
Quellen: IHS, Statistik Austria, UniCredit Research, WIFO
Ende Februar 2009 wurden 49,8% an der Mader Zeitschriftenverlags GmbH, Wien, veräußert. Der Anteil an der weiterhin at equity in den Konzernabschluss einbezogenen Mader beträgt nun 25,1%. Am 31. Mai 2009 hat die Österreichische Post 40% der Anteile des Unternehmens EBPP – Electronic Bill Presentment and Payment erworben. Das Unternehmen beschäftigt sich mit der elektronischen Zustellung von Sendungen in ein gesichertes Postfach. Per 1. Juli 2009 wurde die Rhenus Life Sciences, Deutschland, erworben und in den Konsolidierungskreis aufgenommen. Das Unternehmen ist im Transport und der Lagerung von Produkten für den Gesundheitsmarkt und in der temperaturgeführten Transportlogistik tätig.
Geschäftsverlauf 2009 Ergebnisse der Divisionen Ausblick und Risiken Internes Kontrollsystem Informationen gemäß § 243a UGB
Die Geschäftsentwicklung der Österreichischen Post war 2009 von der rückläufigen Wirtschaftsentwicklung in den Kernmärkten geprägt. Die Rezession verursachte international Rückgänge der geschäftlichen Sendevolumina von Briefen und Paketen und beschleunigte darüber hinaus den Trend der elektronischen Substitution von Briefen durch elektronische Medien. Dadurch kam es 2009 zu einem Rückgang der Umsatzerlöse um 3,5% oder 84,5 Mio EUR auf 2.356,9 Mio EUR.
Die Division Brief verzeichnete im Jahresvergleich einen Rückgang von 4,3%, wobei alle Geschäftsfelder betroffen waren. Die markantesten Trends sind die verstärkte elektronische Substitution von Briefen sowie der rezessionsbedingte Rückgang von Werbeausgaben und der damit verbundene Preisdruck bei Werbesendungen.
In der Division Paket & Logistik verursachte die aktuelle Wirtschaftsentwicklung einen Rückgang der internationalen Transportvolumina. Aufgrund der Überkapazitäten im Fracht- und Transportsektor entstand darüber hinaus ein Preisdruck in allen Logistiksegmenten. Der Umsatz der Division im Jahr 2009 war um 2,3% rückläufig.
Der Außenumsatz der Division Filialnetz, bestehend aus Finanzdienstleistungen sowie Telekommunikationsprodukten und Handelswaren, ging um 1,4% zurück. Die Innenumsätze verringerten sich um 10,2% aufgrund verringerter Brief- und Paketvolumina, die über das Filialnetz eingeliefert werden.
Umsatz
| Veränderung | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Mio EUR | 2007 | 2008 | 2009 | % | 2008/2009 Mio |
Struktur 2009 |
| Umsatz gesamt | 2.315,7 | 2.441,4 | 2.356,9 | –3,5% | –84,5 | 100,0% |
| Brief | 1.381,0 | 1.460,0 | 1.396,8 | –4,3% | –63,2 | 59,3% |
| Paket & Logistik | 738,6 | 785,9 | 768,4 | –2,3% | –17,5 | 32,6% |
| Filialnetz | 192,1 | 192,2 | 189,6 | –1,4% | –2,6 | 8,0% |
| Sonstiges | 4,1 | 3,2 | 4,4 | 37,5 % | 1,2 | 0,1% |
| Konsolidierung | 0,0 | 0,0 | –2,2 | – | – | – |
| Werktage in Österreich | 250 | 253 | 251 | – | – | – |
¹ Externer Umsatz der Divisionen
| Mio EUR | 2007 | 2008 | 2009 | Veränderung 2008/2009 in % |
Struktur 2009 in % |
|---|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 2.315,7 | 2.441,4 | 2.356,9 | –3,5% | 100,0% |
| Sonstige betriebliche Erträge | 72,6 | 81,0 | 89,6 | 10,6% | 3,8% |
| Materialaufwand und Aufwand | |||||
| für bezogene Leistungen | –692,2 | –778,2 | –766,1 | –1,6% | 32,5% |
| Personalaufwand | –1.120,4 | –1.119,2 | –1.139,3 | 1,8% | 48,3% |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | –284,0 | –304,5 | –277,0 | –9,0% | 11,8% |
| Ergebnis aus assoziierten Unternehmen | 0,9 | 1,2 | 5,1 | – | 0,2% |
| EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, | |||||
| Steuern und Abschreibungen) | 292,7 | 321,7 | 269,2 | –16,3% | 11,4% |
| Abschreibungen | –130,0 | –152,2 | –119,8 | –21,3% | 5,1% |
| davon Wertminderung (Impairment) | 32,1 | 47,5 | 22,4 | 52,8% | 1,0% |
| EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) | 162,8 | 169,5 | 149,4 | –11,9% | 6,3% |
| Sonstiges Finanzergebnis | 2,1 | –11,3 | –24,6 | 117,7% | 1,0% |
| EBT (Ergebnis vor Steuern) | 164,9 | 158,2 | 124,8 | –21,1% | 5,3% |
| Ertragsteuern | –42,2 | –39,3 | –45,1 | 14,7% | 1,9% |
| Periodenergebnis | 122,6 | 118,9 | 79,7 | –33,0% | 3,4% |
Um dem Umsatzrückgang entgegenzuwirken, hatten Kostensenkungsmaßnahmen in der Österreichischen Post oberste Priorität. Ziel war es, sowohl den Personalaufwand zu reduzieren als auch den Sachaufwand der Österreichischen Post um zumindest 30 Mio EUR unter das Niveau des Jahres 2008 zu senken.
Der Personalaufwand – er ist mit nahezu 50% des Umsatzes nach wie vor die größte Aufwandsposition der Österreichischen Post – verzeichnete 2009 eine Steigerung um 1,8% oder 20,1 Mio EUR auf 1.139,3 Mio EUR. Der Anstieg ist auf unterschiedliche Rückstellungsveränderungen der letzten Jahre zurückzuführen. Während im Jahr 2008 der Personalaufwand – etwa durch die Veränderung der Rückstellung für Unterauslastung um 23,1 Mio EUR – positiv beeinflusst war, blieben die Personalrückstellungen 2009 unter Berücksichtigung vorgenommener Umgliederungen in Summe relativ konstant.
Die direkten Personalausgaben konnten somit geringfügig reduziert werden. Einsparungen ergaben sich aus der Ausnutzung der Fluktuation im Unternehmen sowie durch einen neuen Kollektivvertrag seit August 2009. Im Jahresvergleich kam es zu einer Personalreduktion von 1.081 Mitarbeitern auf 25.921 Mitarbeiter. Dieser Einsparung wirkte jedoch die Gehaltssteigerung (Kollektivvertragserhöhung um 3,7% ab 1. Jänner 2009) auf Basis der hohen Inflation des Jahres 2008 entgegen.
Der Personalaufwand der Österreichischen Post enthält neben den direkten Personalausgaben auch Zahlungen im Rahmen eines Sozialplans und die Veränderungen von Personalrückstellungen. Innerhalb der Personalrückstellungen sind die Rückstellung für Personal-Unterauslastung, einschließlich der Rückstellung für beamtete Mitarbeiter, die voraussichtlich im Jahr 2010 in den Verwaltungsdienst der Polizei wechseln werden, sowie die Sozialplanrückstellung erwähnenswert.
Die Rückstellung für Personal-Unterauslastung im Geschäftsjahr 2009 verringerte sich um 22,2 Mio EUR auf 285,6 Mio EUR (zahlungswirksamer Verbrauch in Höhe von 25,7 Mio EUR). Darin inkludiert sind sowohl Rückstellungen für unkündbare Mitarbeiter, die im Unternehmen nicht oder nur mehr zum Teil eingesetzt werden, als auch Rückstellungen für Mitarbeiter, die in den Verwaltungsdienst der Polizei wechseln werden.
Grundsätzlich wird die Bildung der Rückstellung für Unterauslastung nach Maßgabe der durchschnittlich ermittelten Unterauslastung für sämtliche Personalaufwendungen – unter Ansatz eines Fluktuationsabschlags – bis zum Zeitpunkt der Pensionierung oder des vorzeitigen Austritts vorgenommen, sofern die überschüssige Kapazität aufgrund des unkündbaren Dienstverhältnisses nicht reduziert werden kann. Verringert sich in den Folgejahren der Grad der durch-
Geschäftsverlauf 2009 Ergebnisse der Divisionen Ausblick und Risiken Internes Kontrollsystem Informationen gemäß § 243a UGB
schnittlichen Unterauslastung oder erfolgt eine Wiedereingliederung der Mitarbeiter in den operativen Arbeitsprozess, so führt dies zu einer Auflösung der in Vorperioden gebildeten Rückstellung. Ein Austritt aus dem Unternehmen führt zur gänzlichen Auflösung der Rückstellung. Durch organisatorische Maßnahmen ist es 2009 gelungen, verstärkt Mitarbeiter in den Betriebsprozess zu reintegrieren.
Für Mitarbeiter, die von der Möglichkeit zum Wechsel in den Verwaltungsdienst der Polizei (Bundesministerium für Inneres) Gebrauch machen, wurde erstmals eine Rückstellung von 41,5 Mio EUR gebildet. Die Österreichische Post hat 2009 eine Vereinbarung mit dem Innenministerium getroffen, wonach Mitarbeiter zur Polizei wechseln werden, die Post aber die Kosten dieser Mitarbeiter bis Juni 2014 weiter trägt. Für diese Kosten bis Mitte 2014 war es erforderlich, obige Rückstellung zu bilden.
Für jene Mitarbeiter, die den Sozialplan für die Übergangskarenzierung bis zum Pensionsantritt angenommen haben, wurde auch 2009 eine Rückstellung gebildet. Diese beträgt nun 35,8 Mio EUR nach 6,0 Mio EUR Ende 2008. Auszahlungen im Rahmen des Sozialplans beliefen sich 2009 auf 22,3 Mio EUR (nach 21,3 Mio im Jahr 2008).
Bei den Sachkosten (Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen sowie bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen) konnten im Jahresvergleich Einsparungen in Höhe von 39,6 Mio EUR erzielt werden. Die größten Rückgänge in der Position Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen erfolgten beim Zukauf externer Transportdienstleistungen sowie bei den Aufwendungen für internationale Postdienstleistungen. Im sonstigen betrieblichen Aufwand konnten etwa Beratungs-, Kommunikations- oder Instandhaltungsaufwendungen reduziert werden.
Die größten Sachkosten-Positionen sind der Zukauf externer Transportdienstleistungen (477,1 Mio EUR), Leasing, Miet- und Pachtzinsen (73,4 Mio EUR) sowie Aufwendungen für internationale Postdienstleistungen (65,2 Mio EUR).
Die sonstigen betrieblichen Erträge sind im Berichtszeitraum um 8,6 Mio EUR gestiegen. Darin inkludiert sind Mieterträge von 25,2 Mio EUR und Erträge aus dem Abgang von Sachanlagen von 24,0 Mio EUR.
| Mio EUR | 2007 | 2008 | 2009 | Veränderung 2008/2009 in % |
|---|---|---|---|---|
| EBITDA gesamt | 292,7 | 321,7 | 269,2 | –16,3% |
| Brief | 308,6 | 297,1 | 271,1 | –8,7% |
| Paket & Logistik | 46,5 | 34,8 | 20,5 | –41,1% |
Filialnetz 19,1 20,5 –3,3 – Sonstiges –81,5 –30,7 –19,4 36,7% Konsolidierung 0,0 0,0 0,3 –
Das EBITDA des Österreichischen Post Konzerns lag 2009 mit 269,2 Mio EUR um 16,3% unter dem Wert des Vorjahres. Die EBITDA-Marge beträgt somit 11,4%.
Die Abschreibungen der Österreichischen Post sind 2009 um 21,3% auf 119,8 Mio EUR zurückgegangen. Die Abschreibungen setzen sich aus der planmäßigen Abschreibung von 97,4 Mio EUR (davon 81,8 Mio EUR für Sachanlagen) sowie Wertminderungen von 22,4 Mio EUR zusammen (davon 17,6 Mio EUR für Firmenwerte, 4,4 Mio EUR für Kundenbeziehungen). Der Wertminderungsbedarf resultiert aus dem deutlichen Konjunkturabschwung und gedämpften Markterwartungen.
Veränderung
| EBIT gesamt 162,8 169,5 Brief 274,3 254,5 Paket & Logistik 12,8 –25,5 Filialnetz 13,6 Sonstiges –137,9 –74,0 Konsolidierung 0,0 |
2008 2009 |
Veränderung 2008/2009 in % |
|---|---|---|
| 149,4 | –11,9% | |
| 221,1 | –13,1% | |
| –9,3 | 63,5% | |
| 14,5 –9,2 |
– | |
| –53,5 | 27,7% | |
| 0,0 0,3 |
– |
Trotz der hohen Fixkostenintensität der Geschäftstätigkeit der Österreichischen Post reduzierte sich das EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) im Jahr 2009 lediglich um 11,9% oder 20,1 Mio EUR auf 149,4 Mio EUR. Die EBIT-Marge beträgt 6,3%.
Die Effizienzsteigerungs- und Optimierungsmaßnahmen im Jahr 2009 waren darauf ausgerichtet, dem Umsatzrückgang von 84,5 Mio EUR bestmöglich entgegenzuwirken. Die größten Einsparungseffekte ergaben sich aus Sachkosteneinsparungen sowie durch einen geringeren Abschreibungsbedarf.
Die Kapazität der Anlagen in den Sortierzentren in Österreich ist so dimensioniert, dass die regulatorischen Vorgaben bezüglich der Zustellgeschwindigkeit innerhalb Österreichs (Zustellung von 95% aller Briefe am nächsten Werktag bzw. von 90% aller Pakete innerhalb von zwei Werktagen) erfüllt werden. Zu Spitzenzeiten – vor allem zu Weihnachten – steigen die transportierten Mengen punktuell um bis zu 50% an.
Die Division Brief erwirtschaftete 2009 ein positives EBIT von 221,1 Mio EUR (minus 33,4 Mio EUR im Vergleich zum Vorjahr), bedingt durch die eingetretenen Umsatzrückgänge. Die Division Paket & Logistik verbesserte das EBIT auf minus 9,3 Mio EUR. Die Geschäftstätigkeit war im Jahr 2009 vom Preisdruck in der Branche beeinträchtigt. Eine positive Jahresperformance erreichte das Stammgeschäft in Österreich und Deutschland. Die Division Filialnetz erzielte ein EBIT von minus 9,2 Mio EUR.
Eine Verbesserung wurde im Bereich Sonstiges erzielt. Hier sind unter anderem nicht weiter verrechnete Aufwendungen zentraler Abteilungen, Aufwendungen im Zusammenhang mit leer stehenden Immobilien, Aufwendungen für Sozialplanleistungen an Mitarbeiter sowie die Veränderung von Personalrückstellungen enthalten. Im Bereich Sonstiges ist durch unterschiedliche Rückstellungsveränderungen sowie durch erhöhte Erträge aus Anlageverkäufen im Vergleich zum Vorjahr eine EBIT-Verbesserung auf nunmehr minus 53,5 Mio EUR eingetreten.
Das sonstige Finanzergebnis des Österreichischen Post Konzerns reduzierte sich 2009 auf minus 24,6 Mio EUR, unter anderem bedingt durch das gesunkene Zinsniveau und einen positiven Einmaleffekt im Jahr 2008. Darüber hinaus ist eine Wertminderung des Anteils am Konsortium der BAWAG PSK in der Höhe von 20,0 Mio EUR enthalten. Aufgrund der internationalen Finanzkrise erfolgte bereits 2008 eine Revision des Bewertungsansatzes. In der aktuellen Bewertungseinschätzung wurde ein im Vorjahr im Eigenkapital gebuchter Wertrückgang nun auch erfolgswirksam erfasst.
Das Ergebnis vor Steuern reduzierte sich um 21,1% auf 124,8 Mio EUR. Nach Abzug von Steuern im Ausmaß von 45,1 Mio EUR ergibt sich ein Periodenergebnis (Ergebnis nach Steuern) von 79,7 Mio EUR. Dies entspricht 1,18 EUR je Aktie für das Geschäftsjahr 2009.
Die Österreichische Post verfolgt eine risikoaverse Geschäftsgebarung. Dies zeigt sich an der hohen Eigenkapitalquote, den geringen Finanzverbindlichkeiten und der soliden Zahlungsmittelveranlagung mit geringstmöglichem Risiko. Vermögenswerte der Österreichischen Post werden auch weiterhin stetig evaluiert. Gedämpfte Markterwartungen führten zu Wertminderungen von immateriellen Vermögenswerten und Finanzinvestitionen.
| Mio EUR | 31.12.2007 | 31.12.2008 | 31.12.2009 | Struktur 31.12.2009 in % |
|---|---|---|---|---|
| Aktiva | ||||
| Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte | ||||
| und Firmenwerte | 1.038,7 | 1.002,1 | 944,3 | 53,2% |
| Als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien | ||||
| (Investment Property) | 36,6 | 36,5 | 37,0 | 2,1% |
| Anteile an assoziierten Unternehmen | 3,5 | 7,3 | 8,3 | 0,5% |
| Vorräte, Forderungen und Sonstiges | 441,0 | 448,2 | 393,8 | 22,2% |
| Finanzinvestitionen in Wertpapiere | 147,0 | 92,5 | 56,7 | 3,2% |
| Andere Finanzanlagen | 79,9 | 39,9 | 41,4 | 2,3% |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 309,4 | 248,1 | 293,8 | 16,5% |
| Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte | 2,4 | 0,0 | 0,0 | 0,0% |
| 2.058,6 | 1.874,6 | 1.775,3 | 100,0% | |
| Passiva | ||||
| Eigenkapital | 874,3 | 741,5 | 673,7 | 38,0% |
| Rückstellungen | 604,3 | 585,4 | 604,4 | 34,0% |
| Finanzverbindlichkeiten | 187,0 | 148,6 | 126,8 | 7,1% |
| Verbindlichkeiten und Sonstiges | 393,0 | 399,1 | 370,4 | 20,9% |
| 2.058,6 | 1.874,6 | 1.775,3 | 100,0% |
Die Analyse der Bilanz des Österreichischen Post Konzerns zeigt, dass die Aktiva einen erheblichen Bestand an Finanzmitteln enthalten. In Summe verfügt der Österreichische Post Konzern zum 31. Dezember 2009 über Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente von insgesamt 293,8 Mio EUR und über Finanzinvestitionen in Wertpapiere von 56,7 Mio EUR. Somit ist der Bestand an Finanzmitteln im Jahr 2009 von 340,6 Mio EUR auf 350,5 Mio EUR gestiegen. Die Zahlung der Basisdividende von 1,50 EUR je Aktie und der Sonderdividende von 1,00 EUR je Aktie (in Summe 168,9 Mio EUR) im Jahr 2009 ist hier bereits berücksichtigt. Die Veranlagungspolitik basiert auf dem geringstmöglichen Risiko.
Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte und Firmenwerte nehmen mit 944,3 Mio EUR die größte Position unter den Aktiva ein.
Passivseitig zählen das Eigenkapital (38,0%) und die Rückstellungen (34,0%) zu den größten Positionen. Darin ist eine Rückstellung für Unterauslastung mit 285,6 Mio EUR enthalten. Der überwiegende Teil der kurz- und langfristigen Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 126,8 Mio EUR entstand aus Zugängen durch Unternehmenserwerbe der letzten Jahre.
Da die vorhandenen liquiden Mittel in der Bilanz die Finanzverbindlichkeiten übersteigen, ist die Aufnahme von Fremdkapital – ebenso wie ein Rating – derzeit nicht erforderlich.
| Mio EUR | 31.12.2007 | 31.12.2008 | 31.12.2009 | Struktur 31.12.2009 in % |
|---|---|---|---|---|
| Aktiva | ||||
| Langfristiges Vermögen | 1.361,9 | 1.252,1 | 1.141,3 | 64,3% |
| davon andere Finanzanlagen | ||||
| sowie Finanzinvestitionen in Wertpapiere | 211,7 | 132,2 | 97,9 | 5,5% |
| Kurzfristiges Vermögen | 694,3 | 622,5 | 634,0 | 35,7% |
| davon Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 309,4 | 248,1 | 293,8 | 16,5% |
| Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte | 2,4 | 0,0 | 0,0 | 0,0% |
| 2.058,6 | 1.874,6 | 1.775,3 | 100,0% | |
| Passiva | ||||
| Eigenkapital | 874,3 | 741,5 | 673,7 | 38,0% |
| Langfristige Verbindlichkeiten | 598,0 | 551,8 | 514,0 | 29,0% |
| davon Rückstellungen | 487,7 | 466,2 | 453,4 | 25,5% |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten | 586,3 | 581,3 | 587,6 | 33,1% |
| davon Rückstellungen | 116,7 | 119,2 | 150,9 | 8,5% |
| 2.058,6 | 1.874,6 | 1.775,3 | 100,0% |
Der überwiegende Teil der Bilanzsumme des Österreichischen Post Konzerns von insgesamt 1.775,3 Mio EUR entfällt mit einem Anteil von 64,3% oder 1.141,3 Mio EUR auf langfristiges Vermögen. Innerhalb des langfristigen Vermögens nehmen die Positionen Sachanlagen mit 695,7 Mio EUR sowie Finanzinvestitionen in Wertpapiere und andere Finanzanlagen mit 97,9 Mio EUR eine bedeutende Stellung ein. Zu den größten Posten des kurzfristigen Vermögens gehören mit 317,7 Mio EUR Forderungen sowie mit 293,8 Mio EUR Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente.
Passivseitig setzt sich die Bilanzsumme aus Eigenkapital (38,0%), langfristigen Verbindlichkeiten (29,0%) und kurzfristigen Verbindlichkeiten (33,1%) zusammen. Die langfristigen Verbindlichkeiten von insgesamt 514,0 Mio EUR beinhalten im Wesentlichen Rückstellungen (in Summe 453,4 Mio EUR). Bei den kurzfristigen Verbindlichkeiten in Höhe von 587,6 Mio EUR dominieren Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (212,7 Mio EUR).
| Mio EUR | 31.12.2007 | 31.12.2008 | 31.12.2009 |
|---|---|---|---|
| Verzinsliches Fremdkapital | –711,5 | –655,9 | –629,5 |
| davon Finanzverbindlichkeiten | –187,0 | –148,6 | –126,3 |
| davon verzinsliche Rückstellungen | –517,7 | –501,1 | –497,3 |
| Verzinsliche Aktiva | 538,1 | 385,8 | 398,3 |
| davon Finanzinvestitionen in Wertpapiere | 147,0 | 92,5 | 56,7 |
| davon Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 309,4 | 248,1 | 293,8 |
| Nettofinanzmittelverschuldung | –173,4 | –270,2 | –231,2 |
| Verhältnis Nettofinanzmittelverschuldung/EBITDA | 0,59 | 0,84 | 0,86 |
| Gearing Ratio¹ | 19,8% | 36,4% | 34,3% |
¹ Gearing Ratio = Nettofinanzmittelverschuldung/Eigenkapital
Der Österreichische Post Konzern wies per Ende 2009 eine Nettoverschuldung in Höhe von 231,2 Mio EUR auf. Dieser Betrag errechnet sich als Differenz aus verzinslichen Aktiva (Wertpapiere, andere Finanzanlagen und Zahlungsmittel) von 398,3 Mio EUR und verzinslichem Fremdkapital (Finanzverbindlichkeiten und
Geschäftsverlauf 2009 Ergebnisse der Divisionen Ausblick und Risiken Internes Kontrollsystem Informationen gemäß § 243a UGB
andere verzinsliche Verbindlichkeiten sowie Sozialkapital und andere verzinsliche Rückstellungen) von 629,5 Mio EUR. Das Verhältnis Nettoverschuldung zu EBITDA beträgt 0,86.
Auf Basis der vorhandenen Liquidität sowie des soliden operativen Cash-Flows kann die Österreichische Post die aktuellen Finanzierungsvorhaben selbst decken. Eine Fremdkapitalaufnahme ist derzeit nicht vorgesehen.
Im Rahmen der Dividendenpolitik beabsichtigt der Konzern für die folgenden Jahre unter der Voraussetzung, dass sich die Geschäftsentwicklung weiterhin erfolgreich fortsetzt und keine außergewöhnlichen Umstände auftreten, eine Ausschüttungsquote von zumindest 75% des auf die Aktionäre entfallenden Periodenergebnisses. Es wird eine nachhaltige Dividende von 1,50 EUR pro Aktie angestrebt.
| Mio EUR | 2007 | 2008 | 2009 |
|---|---|---|---|
| Cash-Flow aus dem Ergebnis | 292,4 | 237,0 | 195,8 |
| ± Veränderungen im Nettoumlaufvermögen | 3,5 | –3,5 | 34,1 |
| = Cash-Flow aus Geschäftstätigkeit | 295,9 | 233,4 | 230,0 |
| ± Cash-Flow aus Investitionstätigkeit | –142,4 | –23,1 | 6,9 |
| = Free Cash-Flow | 153,5 | 210,3 | 236,9 |
| ± Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit | –73,5 | –271,6 | –191,2 |
| = Nettozunahme/-abnahme des Finanzmittelbestands | 80,0 | –61,2 | 45,7 |
Der Cash-Flow aus dem Ergebnis lag 2009 mit 195,8 Mio EUR um 41,2 Mio EUR unter dem Niveau des Jahres 2008. Die eingetretenen Umsatzrückgänge wirkten sich einnahmenseitig negativ aus, Kosteneinsparungen und geringere Steuerzahlungen konnten dem entgegenwirken.
Der Cash-Flow aus der Veränderung des Nettoumlaufvermögens betrug 2009 34,1 Mio EUR. Diese Veränderung resultiert vor allem aus verminderten Forderungen, aber auch aus erhöhten Verbindlichkeiten. In Summe ergibt sich 2009 ein Cash-Flow aus Geschäftstätigkeit in Höhe von 230,0 Mio EUR nach 233,4 Mio EUR im Jahr 2008.
Der Cash-Flow aus Investitionstätigkeit betrug 2009 6,9 Mio EUR nach minus 23,1 Mio EUR im Jahr 2008. Die bedeutendsten Positionen sind der Erwerb von Sachanlagen (CAPEX) in Höhe von 65,6 Mio EUR (102,9 Mio EUR im Jahr 2008), der Erlös aus Anlagenverkäufen mit 30,3 Mio EUR (40,0 Mio EUR im Jahr 2008) sowie Erwerb und Verkauf von Finanzinvestitionen in Wertpapiere von 37,3 Mio EUR (47,9 Mio EUR im Jahr 2008). Der Free Cash-Flow betrug somit 236,9 Mio EUR (26,6 Mio EUR über dem Vorjahresniveau). Der Free Cash-Flow vor Wertpapierveränderungen lag 2009 bei 199,6 Mio EUR und damit um 37,2 Mio EUR über dem Vorjahr.
Die Investitionen der Österreichischen Post in Sachanlagen erreichten 2009 ein Volumen von 65,6 Mio EUR. Fast 25% der Gesamtinvestitionen wurden für Grundstücke, Gebäude und in Bau befindliche Anlagen aufgewendet. Unter anderem wurde in ein Verteilzentrum in Bratislava (6 Mio EUR) sowie in Gebäude in Österreich (9 Mio EUR) investiert.
Die Investitionen in technische Anlagen und Maschinen (11% der Gesamtinvestitionen) betreffen vorwiegend Beschriftungsanlagen und Kuvertiermaschinen der meiller-Gesellschaften, Förder- und Sortieranlagen der trans-o-flex-Gesellschaften sowie Brief- und Paketförderanlagen in Österreich.
Mit einem Anteil von fast 35% ist die Betriebs- und Geschäftsausstattung die bedeutendste Investitionsposition. Sie umfasst im Wesentlichen den Ankauf von Zustellertischen, die Beschaffung von LKWs und das Austauschprogramm der Zustellfahrzeuge in der Division Brief, Fuhrparkinvestitionen sowie Betriebsund Geschäftsausstattung der trans-o-flex-Gesellschaften, Ausstattungen für die Postfilialen sowie diverse Büro- und Geschäftsausstattungen.
Für den Erwerb/Verkauf von Tochtergesellschaften, sowie von assoziierten Unternehmen erfolgte 2009 ein Zahlungsmittelabfluss von 1,0 Mio EUR.
Das Capital Employed des Österreichischen Post Konzerns betrug zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2009 861,7 Mio EUR nach 952,5 Mio EUR zum Jahresende 2008. Der Return on Capital Employed ist im Berichtsjahr von 17,4% auf 16,5% zurückgegangen.
| EBITDA-Marge1 | 12,6% | 13,2% | 11,4% |
|---|---|---|---|
| EBIT-Marge2 | 7,0% | 6,9% | 6,3% |
| ROE3 | 16,3% | 16,8% | 13,9% |
| ROCE4 | 16,9% | 17,4% | 16,5% |
| Capital Employed (Mio EUR) | 992,2 | 952,5 | 861,7 |
1 EBITDA-Marge = EBITDA/Umsatz
2 EBIT-Marge = EBIT/Umsatz
3 Return on Equity = Jahresüberschuss/Eigenmittel zum 1. Jänner abzüglich Dividende
4 Return on Capital Employed = EBIT/durchschnittliches Capital Employed
| Mio EUR | 31.12.2007 | 31.12.2008 | 31.12.2009 |
|---|---|---|---|
| + Immaterielle Vermögenswerte und Firmenwerte | 322,1 | 276,2 | 248,5 |
| + Sachanlagen | 716,7 | 725,9 | 695,7 |
| + als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien | 36,6 | 36,5 | 37,0 |
| + Anteile an assoziierten Unternehmen | 3,5 | 7,3 | 8,3 |
| + Anteile an nicht konsolidierten Unternehmen | 0,8 | 0,8 | 0,8 |
| + Vorräte | 25,6 | 26,3 | 22,3 |
| + Forderungen¹ | 357,3 | 356,7 | 321,1 |
| + Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte | 2,4 | 0,0 | 0,0 |
| – unverzinsliches Fremdkapital | –472,9 | –477,1 | –472,1 |
| 992,2 | 952,5 | 861,7 |
¹ Abzüglich verzinsliche Forderungen
Die Österreichische Post hat es sich zum Ziel gesetzt, Anbieter hochqualitativer Dienstleistungen zu sein. Insbesondere in Österreich bestehen hohe Auflagen in der Zustellgeschwindigkeit von Briefen und Paketen. Mit einer Rate von 96,0% für die am nächsten Werktag zugestellten Briefe lag die Österreichische Post AG über der gesetzlichen Vorgabe von 95,0%. Auch bei der Paketzustellung im Rahmen des Universaldienstes (primär Privatpakete) konnte mit 95,5% innerhalb von zwei Werktagen das gesetzliche Ziel von 90,0% übertroffen werden.
Die durchschnittliche Zahl der Vollzeitkräfte des Österreichischen Post Konzerns verringerte sich im Berichtszeitraum gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 4,0% oder 1.081 Mitarbeiter auf nunmehr 25.921 Mitarbeiter. In allen Divisionen war ein Rückgang an Mitarbeitern zu verzeichnen.
Der weitaus größte Teil der Konzernmitarbeiter (in Vollzeitkräften) ist in der Österreichischen Post AG beschäftigt (21.598). Mehr als 4.300 Mitarbeiter arbeiten in den Tochterunternehmen.
| Mitarbeiter nach Divisionen¹ | 2007 | 2008 | 2009 | Anteil in % |
|---|---|---|---|---|
| Brief | 15.593 | 15.835 | 15.232 | 58,8% |
| Paket & Logistik | 3.410 | 4.066 | 3.976 | 15,3% |
| Filialnetz | 5.069 | 4.931 | 4.719 | 18,2% |
| Sonstiges | 1.692 | 2.170 | 1.994 | 7,7% |
| Gesamt | 25.764 | 27.002 | 25.921 | 100,0% |
¹ Periodendurchschnitt, in Vollzeitkräften
Geschäftsverlauf 2009 Ergebnisse der Divisionen Ausblick und Risiken Internes Kontrollsystem Informationen gemäß § 243a UGB
1.4.7 Laufende Aus- und Weiterbildung Die zielgruppen- und kompetenzorientierte Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter und Führungskräfte stand 2009 weiterhin im Vordergrund. Das Leistungsspektrum erstreckte sich von Trainings in der Division Brief (Center of Competence, Vertriebsschulungen, Prozessmanagement) über Schulungen im Filialnetz (Direct Marketing, Telefontrainings, Spezialschulungen Philatelie) bis hin zu Aktivitäten in der Division Paket & Logistik (Vertrieb, Zeitmanagement, Qualitätsmanagement).
Die Maßnahmen beinhalteten unter anderem IT-Wissen, arbeitsrechtliche Themen, spezielle EDV-Coachings und Vorbereitungen auf den Europäischen Computerführerschein, Certified Internal Auditor-Ausbildungen und Internes-Kontrollsystem-Trainings. Um den Ausbau der Finanzdienstleistungen in den Postfilialen durch junge, motivierte Mitarbeiter zu unterstützen, bildet die Österreichische Post AG in Zusammenarbeit mit der BAWAG P.S.K. seit 2009 Banklehrlinge aus. (Mehr Informationen: http://www.post.at/csr)
Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz sowie betriebliche Gesundheitsförderung sind Schlüsselelemente der Unternehmenspolitik des Österreichischen Post Konzerns. Motivierte Mitarbeiter sind die Basis eines auf menschlicher Arbeitskraft aufgebauten Logistikkonzepts, das den bestmöglichen Service für die Kunden gewährleistet. Eine gesunde und sichere Arbeitsumgebung ist dafür eine unabdingbare Voraussetzung. Die Österreichische Post strebt daher eine betriebliche Gesundheitsförderungs- und Arbeitssicherheitskultur als integralen Bestandteil aller im Unternehmen zu verrichtenden Tätigkeiten an und bekennt sich zur sozialen Verantwortung auch in Bezug auf das Wohlbefinden der Mitarbeiter.
(Mehr Informationen: http://www.post.at/csr)
Der Österreichische Post Konzern bekennt sich zu seiner Verantwortung, einen Beitrag zum schonungsvollen Umgang mit Ressourcen zu leisten. Wo es technisch möglich und wirtschaftlich sinnvoll ist, werden umwelt- und ressourcenschonende Maßnahmen gesetzt, wie etwa die Optimierung der Transportlogistik und die damit verbundene Entlastung der Umwelt und Senkung der Transportkosten. Per Ende 2009 standen bereits 77 erdgasbetriebene sowie 20 elektrobetriebene Fahrzeuge im Einsatz. Diese ermöglichten aufgrund des geringeren Treibstoffverbrauchs eine Reduktion des CO²-Ausstoßes. Die Zentralisierung der Sammlung und Verwertung von "Wertstoffen" (Altpapier, Kartonagen, Kunststoff) reduzierte die Entsorgungskosten.
Mehr als 650.000 Pakete und EMS (Express Mail Service)-Sendungen wurden von der Österreichischen Post AG – für die Kunden ohne zusätzliche Kosten – in der Vorweihnachtszeit in Österreich CO²-neutral transportiert. Die verursachten Transportemissionen wurden dabei zu 100% durch die Unterstützung anerkannter externer Klimaschutzprojekte ausgeglichen. In Deutschland, wo das "co²de green" genannte Angebot entwickelt wurde, wird der CO²-neutrale Versand ab Jänner 2010 flächendeckend angeboten.
(Mehr Informationen: http://www.post.at/csr)
1.4.10 Besondere Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Es gab keine besonderen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag.
Als reines Dienstleistungsunternehmen verfolgt die Österreichische Post keine ausgewiesenen Forschungsaktivitäten. Produktinnovation erfolgt auf Basis kontinuierlicher Analyse der Markt- und Kundenbedürfnisse.
Ein wesentlicher Schlüssel zum Erfolg in sich verändernden Märkten liegt in der Entwicklung und Markteinführung innovativer Produkte, die den Bedürfnissen der Kunden entgegenkommen. Die Österreichische Post hat im Geschäftsjahr 2009 eine Vielzahl solcher Lösungen umgesetzt.
Die Innovationen auf dem Gebiet der Digitalisierung von Postsendungen werden von Geschäftskunden verstärkt nachgefragt. So digitalisiert die Post-Tochter Scanpoint nun flächendeckend alle eingehenden Briefe der UNIQA Versicherungen AG in Österreich. Im Bereich Paket & Logistik ist im Geschäftsjahr mit der Lösung Business.Cockpit ein Online-Qualitätstool eingeführt worden, das Geschäftskunden unter anderem eine Auswertung der Laufzeiten sowie die Erstellung von Statistiken über Mengen und Gewicht der Sendungen ermöglicht. Ein weiteres Beispiel für neue Dienstleistungen im Filialnetz sind die Post-Reisen, die in Zusammenarbeit mit dem Reiseveranstalter "Reisefalke" in den Filialen und im Internet angeboten werden.
Darüber hinaus konnten durch die kontinuierliche Verbesserung der Betriebsmittel Kosten signifikant reduziert und gleichzeitig der Arbeitsalltag für Mitarbeiter in Hinsicht auf Komfort und Gesundheit weiter optimiert werden.
Das Marktumfeld der Division Brief hat sich im Jahr 2009 im Vergleich zu den Vorjahren grundlegend gewandelt. Zuvor konnten Volumensrückgänge, die durch Substitutionseffekte von Briefen durch elektronische Medien verursacht wurden, durch gegenläufige Trends kompensiert werden. Die Rezession hat aber bereits Ende 2008 und verstärkt 2009 dazu geführt, dass vor allem Geschäftskunden Maßnahmen ergriffen haben, um Kosten zu sparen. Zusätzlich zu allgemeinen, rezessionsbedingten Volumensbeeinträchtigungen erfolgte daher bei vielen Unternehmen ein starker Impuls zur Forcierung elektronischer Medien oder auch zur Gewichtsreduktion von Sendungen, um Versandkosten zu sparen.
Bei adressierten und unadressierten Werbesendungen kam es zwar zu Rückgängen im Versandhandel, der grundsätzliche Trend zum Einsatz von Direct Mails als effizienteres Kommunikationstool hält jedoch weiterhin an. Die Entwicklung im Jahr 2009 war insgesamt geprägt von einer rezessionsbedingten Preisreduktion bei allen Werbe- und Kommunkationskanälen.
| Mio EUR | 2007 | 2008 | 2009 | % | Veränderung 2008/2009 Mio |
|---|---|---|---|---|---|
| Außenumsatz | 1.381,0 | 1.460,0 | 1.396,8 | –4,3% | –63,2 |
| Briefpost | 786,2 | 783,7 | 741,9 | –5,4% | –41,9 |
| Infomail | 464,7 | 541,5 | 521,4 | –3,7% | –20,0 |
| Medienpost | 130,1 | 134,8 | 133,5 | –1,0% | –1,4 |
| Innenumsatz | 48,8 | 45,3 | 50,1 | 10,7% | 4,8 |
| Umsatz gesamt | 1.429,8 | 1.505,3 | 1.446,9 | –3,9% | –58,4 |
| EBITDA | 308,6 | 297,1 | 271,1 | –8,7% | –26,0 |
| Planmäßige Abschreibung | 30,1 | 34,6 | 32,1 | –7,2% | –2,5 |
| Wertminderung (Impairment) | 4,2 | 8,0 | 17,9 | – | 9,9 |
| EBIT | 274,3 | 254,5 | 221,1 | –13,1% | –33,4 |
| EBITDA-Marge¹ | 21,6% | 19,7% | 18,7% | – | – |
| EBIT-Marge¹ | 19,2% | 16,9% | 15,3% | – | – |
| Mitarbeiter² | 15.593 | 15.835 | 15.232 | –3,8% | – |
¹ Bezogen auf Gesamtumsatz
² Periodendurchschnitt, in Vollzeitkräften
Der Außenumsatz der Division Brief reduzierte sich 2009 gegenüber dem Vorjahr um 4,3% oder 63,2 Mio EUR auf 1.396,8 Mio EUR.
Der stärkste Rückgang erfolgt im Geschäftsfeld Briefpost mit minus 5,4% oder 41,9 Mio EUR. Die negative Wirtschaftsentwicklung veranlasste viele Unternehmen zu Einsparungsmaßnahmen sowie zu einer maßgeblichen Verstärkung der Substitution von Briefen durch elektronische Medien, insbesondere im Kundensegment Telekommunikation. Rückgänge waren auch bei internationalen Sendungsvolumina festzustellen.
Im Geschäftsfeld Infomail (adressierte und unadressierte Werbesendungen) reduzierte sich der Umsatz 2009 um 3,7% oder 20,0 Mio EUR. Hauptgründe für die negative Entwicklung waren der entstandene Preisdruck durch den rezessionsbedingten Rückgang von Werbeausgaben sowie reduzierte Sendungsgewichte. Der Umsatzrückgang erfolgte also bei relativ stabilen Transportmengen, lediglich der Versandhandel zeigte sinkende Tendenzen.
Die Rückgänge im Versandhandel wirkten sich auch negativ auf die Umsatzentwicklung des auf Druckdienstleistungen und Dokumentenmanagement spezialisierten Unternehmens meiller direct aus (minus 7,2% im Jahr 2009).
Geschäftsverlauf 2009 Ergebnisse der Divisionen Ausblick und Risiken Internes Kontrollsystem Informationen gemäß § 243a UGB
Im Geschäftsfeld Medienpost war aufgrund des konjunkturellen Rückgangs bei Tages- und Wochenzeitungen ein Umsatzrückgang von 1,0% oder 1,4 Mio EUR zu verzeichnen.
In Summe erwirtschaftete die Division ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibung (EBITDA) von 271,1 Mio EUR und liegt damit aufgrund der getätigten Kosteneinsparungsmaßnahmen lediglich um 8,7% bzw. 26,0 Mio EUR unter dem Vorjahresergebnis. Aufgrund höherer Abschreibungen verzeichnete das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) einen Rückgang um 13,1% auf 221,1 Mio EUR.
Das Marktumfeld der Paket- und Logistikbranche war 2009 überproportional vom Wirtschaftsabschwung betroffen. Die rückläufigen internationalen Handelsströme im B2B-Bereich wirkten sich gleich doppelt negativ aus: einerseits durch den Rückgang an transportierten Mengen und andererseits durch die damit verbundene Preisreduktion aller Anbieter. Die Paketund Frachtunternehmen versuchten durch Preisrabatte Transportmengen zu halten, um freie Kapazitäten in der Logistik zu vermeiden. Der verstärkte Marktdruck führte aber auch zu Konsolidierungseffekten und vermehrter Zusammenarbeit der Anbieter.
Bei Privatkunden (B2C) war auch 2009 ein ungebrochen positiver Trend zu verzeichnen. E-Commerce und Internet-Versandhandel sind weiterhin die Triebfeder für stetige Volumenssteigerungen. Beim von der Österreichischen Post angebotenen Spezialprodukt Kombifracht (Pakete und Paletten in einem Netzwerk) zeigt sich sowohl im Bereich Health-Care/Pharma als auch bei klein- und mittelständischen Unternehmen der Bedarf nach integrierten Lösungen. In den Ländern Südost-/Osteuropas sind – analog zur allgemeinen Wirtschaftsentwicklung – differenzierte Entwicklungen festzustellen.
| Mio EUR | 2007 | 2008 | 2009 | % | Veränderung 2008/2009 Mio |
|---|---|---|---|---|---|
| Außenumsatz | 738,6 | 785,9 | 768,4 | –2,2% | –17,6 |
| Innenumsatz | 31,4 | 30,1 | 24,2 | –19,4% | –5,8 |
| Umsatz gesamt | 770,0 | 816,0 | 792,6 | –2,9% | –23,4 |
| EBITDA | 46,5 | 34,8 | 20,5 | –41,1% | –14,3 |
| Planmäßige Abschreibung | 23,0 | 26,9 | 25,7 | –4,4% | –1,2 |
| Wertminderung (Impairment) | 10,7 | 33,4 | 4,1 | –87,7% | –29,3 |
| EBIT | 12,8 | –25,5 | –9,3 | 63,5% | 16,2 |
| EBITDA-Marge¹ | 6,0% | 4,3% | 2,6% | – | – |
| EBIT-Marge¹ | 1,7% | –3,1% | –1,2% | – | – |
| Mitarbeiter² | 3.410 | 4.066 | 3.976 | –2,2% | – |
¹ Bezogen auf Gesamtumsatz
² Periodendurchschnitt, in Vollzeitkräften
Durch die rezessionsbedingte Preis- und Mengenentwicklung 2009 reduzierte sich der Außenumsatz der Division Paket & Logistik 2009 um 2,2% auf 768,4 Mio EUR. Im internationalen Vergleich fiel dieser Rückgang somit relativ gering aus. In allen Paket- und Logistikmärkten war ebenfalls ein rezessionsbedingter Mengenrückgang festzustellen.
Im Produktsegment Premiumpaket (Paketzustellung innerhalb von 24 Stunden) wurde 2009 ein Umsatz von 623,9 Mio EUR nach 659,6 Mio EUR in 2008 erzielt. Diese Entwicklung mit einem Rückgang von 5,4% im Jahresvergleich ist stark an das internationale Fracht- und Expressgeschäft gekoppelt, wo sich der konjunkturelle Abschwung in reduzierten Durchschnittspreisen niedergeschlagen hat. Etwa 81% dieses Umsatzes werden von der trans-o-flex-Gruppe in Deutschland, Belgien und den Niederlanden erwirtschaftet. Aufgrund der guten Qualität konnten in den trans-o-flex-Kernmärkten die Sendungen sogar gesteigert werden. In Österreich wurden 10% der Umsätze erzielt – bei einem gestiegenen Marktanteil. Die Region Südost-/Osteuropa mit 9% komplettiert die internationale Ausrichtung dieses Produktsegments. Per 1. Juli 2009 wurde das Unternehmen Rhenus Life Sciences in Deutschland erworben. Das Unternehmen ist in Transport und Lagerung von Produkten für den Gesundheitsmarkt und in der temperaturgeführten Transportlogistik tätig.
Entgegen dem Markttrend sind die Umsätze des Produktsegments Standardpaket in Österreich gewachsen. Durch eine stetige Steigerung der Internetbestellungen sowie durch den Neukunden Hermes seit 1. Juni 2009 erfolgte ein beträchtlicher Umsatzanstieg von 9,1% auf 134,4 Mio EUR. Der Paketumsatz in Österreich in Summe zeigte mit einer Steigerung um 11,5% auf rund 200 Mio EUR eine äußerst erfolgreiche Entwicklung und gleichzeitig erhöhte Marktanteile, sowohl im Bereich Privatkundenpaket (B2C) als auch bei Businesspaketen (B2B).
Das EBIT der Division Paket & Logistik betrug 2009 minus 9,3 Mio EUR. Darin inkludiert sind jedoch Sondereffekte wie etwa Integrationskosten und operative Verluste der per 1. Juli 2009 erworbenen Gesellschaft Rhenus Life Sciences von rund 6,0 Mio EUR. Das Stammgeschäft in Deutschland und Österreich konnte trotz des rezessionsbedingten Preis- und Mengendrucks im Jahr 2009 ein positives Ergebnis erwirtschaften.
Das Marktumfeld für das Filialnetz der Österreichischen Post wird durch zahlreiche Mitbewerber aus unterschiedlichen Bereichen bestimmt, darunter auch Banken und Fachhändler für Kommunikationsoder Büroprodukte.
Bei Telekommunikationsprodukten zeigt sich eine zunehmende Marktsättigung. Den stagnierenden Verkaufs- bzw. Anschlusszahlen im Telefonbereich wird durch den forcierten Verkauf von Zusatzanwendungen sowie von mobilen Internetangeboten begegnet. Im Bereich Retail Banking – hier werden Produkte des Bank Partners BAWAG PSK vertrieben – zeigt sich eine hohe Wettbewerbsintensität und ein Trend zu einfachen und sicheren Produkten.
| Mio EUR | 2007 | 2008 | 2009 | % | Veränderung 2008/2009 Mio |
|---|---|---|---|---|---|
| Außenumsatz | 192,1 | 192,2 | 189,6 | –1,4% | –2,7 |
| Innenumsatz | 203,4 | 206,3 | 185,2 | –10,2% | –21,1 |
| Umsatz gesamt | 395,5 | 398,5 | 374,8 | –6,0% | –23,7 |
| EBITDA | 19,1 | 20,5 | –3,3 | – | –23,9 |
| Planmäßige Abschreibung | 5,5 | 6,0 | 5,9 | –2,7% | –0,1 |
| Wertminderung (Impairment) | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0% | 0,0 |
| EBIT | 13,6 | 14,5 | –9,2 | – | –23,7 |
| EBITDA-Marge¹ | 4,8% | 5,1% | –0,9% | – | – |
| EBIT-Marge¹ | 3,4% | 3,6% | –2,5% | – | – |
| Mitarbeiter² | 5.069 | 4.931 | 4.719 | –4,3% | – |
¹ Bezogen auf Gesamtumsatz
² Periodendurchschnitt, in Vollzeitkräften
Der Außenumsatz der Division Filialnetz entwickelte sich im Jahr 2009 mit minus 1,4% oder 2,7 Mio EUR leicht rückläufig. Rückgänge in dieser Größenordnung gab es sowohl bei Finanzdienstleistungen sowie bei Prepaid-Produkten in der Mobiltelefonie.
Die strukturelle Veränderung in der Bedeutung des Filialnetzes für das Handling von Briefen und Paketen zeigt sich am Rückgang des Innenumsatzes um 10,2% bzw. 21,1 Mio EUR. Einerseits rezessionsbedingt, andererseits dadurch, dass Briefsendungen von Großkunden vermehrt direkt abgeholt werden, sind die Volumina nachhaltig rückläufig.
Das Filialnetz der Österreichischen Post muss an die geänderten Bedürfnisse angepasst werden. Anfang des Jahres 2009 wurden etwa 290 unrentable Postfilialen definiert, die auf fremdbetriebene Post.Partner-Filialen umgestellt werden sollten. Tatsächlich umgewandelt wurden ca. 140 dieser Filialen, die weitere Umwandlung von 144 Poststellen wurde durch einen Bescheid des Verkehrsministeriums untersagt. Erst das neue Postmarktgesetz sieht ab Jänner 2010 neu geregelte Voraussetzungen vor, um Postdienstleistungen effizienter mit lokalen Nahversorgern zu organisieren.
Das EBIT der Division Filialnetz betrug 2009 minus 9,2 Mio EUR nach plus 14,5 Mio EUR im Jahr 2008. Die ursprünglich geplanten Einsparungen konnten durch die behördlich verzögerte Umwandlung von unrentablen Kleinpostämtern nur teilweise realisiert werden.
Geschäftsverlauf 2009 Ergebnisse der Divisionen Ausblick und Risiken Internes Kontrollsystem Informationen gemäß § 243a UGB
Die Entwicklung des Jahres 2009 hat gezeigt, dass die Wirtschaftskrise ein wesentlicher Belastungsfaktor für die Österreichische Post war. Einerseits entstand rezessionsbedingter Druck auf Brief- und Paketumsätze, andererseits wirkte die Krise als Katalysator für den bestehenden Trend der Substitution von Briefen durch elektronische Medien. Diese Volumensrückgänge sind weiter anhaltend.
Die Österreichische Post geht für 2010 davon aus, dass die Umsätze in der Division Brief – primär bedingt durch elektronische Substitution – weiter rückläufig sein werden. Das Ausmaß des Umsatzrückgangs ist schwer einzuschätzen, angelehnt an internationale Erfahrungen erscheint eine Bandbreite von minus 3% bis minus 5% realistisch. In der Division Paket & Logistik wird aufgrund der sich verbessernden internationalen Rahmenbedingungen mittelfristig mit einem Wachstum von 6–9% pro Jahr gerechnet. Bereits 2010 sollte sich – basierend auf den derzeit vorliegenden Konjunkturschätzungen – im Jahresverlauf eine Verbesserung des Paketumsatzes einstellen. Auf Grundlage dieser Annahmen geht die Österreichische Post davon aus, dass der Umsatz des Konzerns 2010 um etwa 1–2% unter dem Niveau des Jahres 2009 liegen wird.
Mittelfristig soll – durch Nutzung der sich bietenden Wachstumschancen – der potenzielle Volumensrückgang in der Division Brief mehr als kompensiert werden, sodass eine Umsatzsteigerung im Konzern von 1–2% pro Jahr angepeilt wird.
Im Programm post@2011 hat das Unternehmen eine Reihe strategischer Ziele und operativer Maßnahmen definiert, um sowohl umsatzseitige Wachstumschancen zu nutzen als auch kostenseitige Einsparungspotenziale zu realisieren. Ziel ist es, die Gesamtkosten des Konzerns weiter nachhaltig zu senken, die hohe Ertragskraft zu erhalten und eine nachhaltige EBITDA-Marge von 10–12% zu erzielen. Auch für das Jahr 2010 wird eine EBITDA-Marge von 10–12% angestrebt.
Hinsichtlich der erwarteten Finanzierungserfordernisse für 2010 geht die Österreichische Post von erforderlichen Anlageinvestitionen (CAPEX) im Ausmaß von etwa 80 Mio EUR aus.
In der internationalen Ausrichtung behalten die Integration und der Ausbau bestehender Netze Vorrang, ebenso wie die Steigerung der operativen Performance der Tochtergesellschaften. Ab 2010 ist ein nachhaltig positiver Ergebnisbeitrag der internationalen Beteiligungen vorgesehen. Weitere Akquisitionen sind nur im Kerngeschäft der Österreichischen Post und auch nur von Unternehmen mit wachstumsbasierten Geschäftsmodellen geplant. Aktuell sind keine großen Akquisitionsziele absehbar.
Für das Geschäftsjahr 2009 wird der Vorstand der Österreichischen Post in der Hauptversammlung am 22. April 2010 eine Dividende von 1,50 EUR pro Aktie vorschlagen.
Basierend auf einer soliden Bilanzstruktur und Cash-Generierung wird die bestehende attraktive Dividendenpolitik auch mittelfristig fortgesetzt: Unter der Voraussetzung einer weiterhin guten Geschäftsentwicklung und unter der Annahme, dass keine außergewöhnlichen Umstände eintreten, werden 75% des Nettoergebnisses an die Aktionäre ausgeschüttet. Es wird eine jährliche Dividende von 1,50 EUR pro Aktie angestrebt.
Ein Großteil der Mitarbeiter des Österreichischen Post Konzerns steht in einem öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnis und unterliegt den Bestimmungen des Beamtendienstrechts. Daraus ergeben sich Besonderheiten im Zusammenhang mit der dienstrechtlichen Verwendung. Bei einem Großteil der Belegschaft kann es durch die bestehenden rechtlichen Bedingungen zu keiner Kapazitätsanpassung im Falle von Mengenverlusten kommen, außerdem ist keine Anpassung des Gehaltsniveaus an eventuell niedrigere Marktkonditionen möglich. Das Beamtendienstrecht führt insgesamt zu einer geringen Kostenflexibilität. Der Österreichische Post Konzern ist im Zuge der Vorbereitung auf den liberalisierten Markt zunehmend mit den Grenzen der dienstrechtlichen Verwendungsmöglichkeiten für die ihm zugewiesenen Beamten konfrontiert. Die Lösung dieser Problematik nimmt im Dialog mit dem verantwortlichen Gesetzgeber eine besondere Rolle ein.
Aus Änderungen des Poststrukturgesetzes 1996 und den laufenden Änderungen des Beamtendienstrechts können sich für den Österreichischen Post Konzern, soweit diese Regelungen nicht auf die spezielle Wettbewerbssituation des Österreichischen Post Konzerns Rücksicht nehmen, zusätzliche Belastungen und unerwartete Mehrkosten ergeben, auf deren Entstehen der Konzern keinen Einfluss hat.
Der österreichische Gesetzgeber hat vorgesehen, dass die für Beamte auf Bundesebene 2008 getroffene Pensionskassenregelung sinngemäß auf die der Gesellschaft zugewiesenen Beamten anzuwenden wäre, was gegebenenfalls einen erhöhten Personalaufwand für den Österreichischen Post Konzern bedeuten könnte, falls diese Regelung tatsächlich auf die Gesellschaft anzuwenden ist.
Nach dem Poststrukturgesetz 1996 sind Änderungen des Beamtendienstrechts, die für Bundesbeamte eingeführt werden, grundsätzlich auch auf die der Gesellschaft zugewiesenen Beamten anwendbar. Im Ergebnis können Änderungen des Beamtendienstrechts daher unmittelbar die Kostenstruktur der Gesellschaft verändern. Ebenso können aus unterschiedlichen Interpretationen des Poststrukturgesetzes weitere Risiken grundsätzlich nicht ausgeschlossen werden, wobei nach derzeitigem Kenntnisstand keine weiteren Ansprüche gegenüber der Post durchsetzbar sein sollten.
Zur Erhöhung des Qualifikationsniveaus der Mitarbeiter wurden umfassende Maßnahmen gesetzt. Darüber hinaus wurde eine besondere Betriebsvereinbarung zur Milderung der Folgen von Restrukturierungsmaßnahmen abgeschlossen. Der Strukturthematik im Bereich der Bediensteten begegnet der Österreichische Post Konzern mit zunehmend flexibleren Arbeitsprozessen und Arbeitszeitmodellen.
Unternehmen des Österreichischen Post Konzerns bedienen sich – wie in der Brief-, Paket-, Zeitungszustellund Werbemittelverteilbranche üblich – zur Beförderung und Zustellung von Sendungen selbstständiger Subunternehmer, die zum Teil aus dem EU-Ausland kommen. Die Qualifikation der Tätigkeit von Subunternehmern als selbstständige Werkunternehmer hängt von den jeweiligen spezifischen Umständen des Einzelfalls ab, die in einer Gesamtbetrachtung beurteilt werden.
Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die zuständigen Gerichte und Verwaltungsbehörden einzelfallbezogen die Unzulässigkeit dieser Form der Beschäftigung feststellen sowie Verwaltungsstrafen aussprechen und darüber hinaus andere verwaltungs-, insbesondere gewerberechtliche Sanktionen auferlegen.
Der Österreichische Post Konzern ist in hohem Maße auf die Verwendung von komplexen technischen Systemen angewiesen und setzt bei der Erbringung seiner Dienstleistungen maßgeblich auf den Einsatz von Datenverarbeitungssystemen, modernen Kommunikationsmedien und anderen technischen Einrichtungen. Im Rechenzentrumsbetrieb wird eine Outsourcing-Strategie verfolgt. Vor diesem Hintergrund hat der Österreichische Post Konzern in den vergangenen Jahren umfangreiche Investitionen vorgenommen, um sein Verteilnetz zu modernisieren. Die Leistungserbringung des Unternehmens hängt dabei von der Funktionsfähigkeit weniger wichtiger Standorte ab. Weiters ist nicht absehbar, ob es im Vorfeld der für die Vorbereitung auf den liberalisierten Markt durchzuführenden Umstrukturierungen zu kurz- oder längerfristigen kollektiven Arbeitsniederlegungen seitens der Belegschaft kommt. Sollten technische Systeme vorübergehend oder dauerhaft ausfallen oder sollte es zu unberechtigten Datenzugriffen und Datenmanipulationen kommen oder sollten längerfristige kollektive Arbeitsniederlegungen stattfinden, könnte dies zu Störungen des Geschäftsablaufs und zu Verlusten von Reputation und Kunden führen sowie zusätzliche Kosten verursachen. Zur Bewältigung dieser technischen und operativen Risiken wurden Sicherheitsmaßnahmen, Prozesse und Regeln festgelegt, die verschiedene Eventualitäten abdecken und einen reibungslosen Ablauf sicherstellen sollen. Durch Vertragsgestaltung und Servicelevelmanagement wird die Verfügbarkeit der outgesourcten Tätigkeiten abgesichert. Die Vertragspartner sind verpflichtet, einschlägige gültige Zertifizierungen vorzuweisen.
Der Österreichische Post Konzern erwirtschaftet einen erheblichen Teil seines Umsatzes im reservierten Postdienst. Die vollständige Öffnung des österreichischen Postmarkts ist für 1. Jänner 2011 vorgesehen. Daraus ergeben sich Risiken einer Marktanteilsveränderung. Die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Zeitraum nach der vollständigen Liberalisierung wurden mit dem im Dezember 2009 verlautbarten Postmarktgesetz neu geregelt, welches (größtenteils) mit 1. Jänner 2011 in Kraft treten wird. Dieses Postmarktgesetz sieht in vielen Bereichen keine Gleichbehandlung zwischen der Österreichischen Post AG und ihren Mitbewerbern vor, sondern eine Mehrbelastung der Österreichischen Post AG.
Geschäftsverlauf 2009 Ergebnisse der Divisionen Ausblick und Risiken Internes Kontrollsystem Informationen gemäß § 243a UGB
Die Österreichische Post AG ist im Rahmen des Universaldienstes verpflichtet, in ganz Österreich ein Mindestangebot von Postdienstleistungen in vergleichbarer Qualität anzubieten und ein flächendeckendes Netz von 1.650 Post-Geschäftsstellen sicherzustellen. Mit eigenem Personal betriebene Post-Geschäftsstellen dürfen nur nach Durchführung eines behördlichen Aufsichtsverfahrens geschlossen werden, sodass nicht ausgeschlossen werden kann, dass die Österreichische Post – zumindest vorübergehend – zur Führung unrentabler Standorte verpflichtet ist.
Als Abgeltung für diese kostenintensive Verpflichtung wurde der Gesellschaft der reservierte Postdienst übertragen. Das Postmarktgesetz sieht nunmehr vor, dass die Gesellschaft – als einziger Postdienstanbieter in Österreich – auch nach vollständiger Freigabe des reservierten Dienstes mit 31. Dezember 2010 zur umfassenden Erbringung des Universaldienstes verpflichtet sein wird. Der Ersatz der Universaldienstnettokosten wird dann über einen Ausgleichsfonds abgewickelt werden, wobei die Last der Kostentragung zwischen der Gesellschaft und den anderen konzessionierten Postdienstanbietern nach Marktanteilen geteilt wird. In diesen Ausgleichsfonds müssen nur solche konzessionierte Postdienstanbieter einzahlen, deren Jahresumsätze aus der konzessionierten Tätigkeit 1 Mio EUR übersteigen. Zudem werden der Gesellschaft nur so weit Universaldienstnettokosten ersetzt, als diese 2% der jährlichen Gesamtkosten der Gesellschaft übersteigen. Davon ausgehend, dass die Gesellschaft auch nach der Marktöffnung einen beträchtlichen Marktanteil innehaben wird, muss die Österreichische Post AG den überwiegenden Teil der Universaldienstnettokosten und die Administration des Ausgleichsfonds selbst finanzieren.
Weiters verpflichtet das Postmarktgesetz die Österreichische Post dazu, dass sie bestehende Hausbrieffachanlagen im Zeitraum von 1. Jänner 2011 bis 31. Dezember 2012 derart umrüstet, dass sie auch für den Mitbewerb zugänglich sind. Die dadurch entstehenden Umrüstungskosten sind zwischen der Österreichischen Post und den konzessionierten Postdienstanbietern zu 90% im Verhältnis der Marktanteile und nur zu 10% nach der Zahl der konzessionierten Postdienstanbieter aufzuteilen. Geht man von einem hohen Marktanteil aus, wird die Österreichische Post AG den Großteil der Umrüstungskosten selbst tragen müssen.
Sofern es infolge der Liberalisierung zu keiner Gleichbehandlung im Hinblick auf Beschäftigungsverhältnisse und gesetzliche Leistungsanforderungen zwischen der Österreichischen Post AG und ihren Mitbewerbern und einer adäquaten Abgeltung des Universaldienstes kommt, ist eine signifikante Ergebnisbelastung für die Österreichische Post AG nicht auszuschließen.
In der Öffentlichkeitsarbeit des Österreichischen Post Konzerns nimmt die Thematik der Liberalisierung im Dialog mit allen Stakeholdern großen Stellenwert ein. Das Unternehmen sieht es als seine Aufgabe, auf die ungenügende Abgeltung des Universaldienstes und die Problematik der asymmetrischen Marktöffnung hinzuweisen.
Die Österreichische Post geht derzeit nicht davon aus, dass sie verpflichtet wird, ihren Mitbewerbern Zugang zu Teilleistungen einzuräumen. In einem solchen Fall könnten diese jedoch in besonders lukrativen Marktsegmenten Postdienstleistungen selbst erbringen und in weniger lukrativen Marktsegmenten auf Teilleistungen der Österreichischen Post zurückgreifen. Dies könnte zu erheblichen Ergebnisbeeinträchtigungen führen.
Im Hinblick auf die einschlägige EuGH-Rechtsprechung kann davon ausgegangen werden, dass die Umsatzsteuerbefreiung der Österreichischen Post im Zusammenhang mit der Erbringung von Postdiensten teilweise aufgehoben werden wird. In diesem Fall wird das Unternehmen einerseits versuchen, die Preisstruktur kundenseitig zu adaptieren, wobei die marktmäßige Durchführbarkeit nicht sichergestellt ist. Es können sich somit negative Umsatzentwicklungen ergeben, insbesondere bei Kundengruppen, die nicht zum Abzug der Vorsteuer berechtigt sind. Profitieren wird die Österreichische Post jedoch durch eine wesentliche Erhöhung der verrechenbaren Umsatzsteuer(Vorsteuer)-Beträge.
Mit zunehmender Liberalisierung des Postmarkts könnte der Österreichische Post Konzern gezwungen sein, für bestehende Betriebsanlagen nachträglich gewerberechtliche Genehmigungen zu beantragen.
Die Österreichische Post AG unterliegt in der Preisfestsetzung im Universaldienst einschließlich des reservierten Bereichs rechtlichen Einschränkungen; die Entgelte für die betroffenen Leistungen bedürfen entweder einer vorherigen Genehmigung oder unterliegen einer nachträglichen Kontrolle. Die Gesellschaft kann deshalb im Bereich des Universaldienstes nur eingeschränkt durch Preisanpassungen auf Marktveränderungen reagieren.
Seit 1. Jänner 2008 haben die Post-Control-Kommission und die Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH in Umsetzung der Postgesetz-Novelle 2006 die Funktion der Regulierungsbehörde vom Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie übernommen. Die Kompetenzen der Regulierungsbehörde sind zwar unverändert geblieben, es könnten aber in der Vollziehung der maßgeblichen Regelungen des Postgesetzes Unterschiede zur bisher gängigen Praxis auftreten. So befindet sich die Österreichische Post AG derzeit etwa in einer rechtlichen Auseinandersetzung über die Befugnisse der Post-Control-Kommission im Zusammenhang mit der Rabattgewährung, da diese ihre Zuständigkeit weiter auslegt, als es der Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie getan hat. Der Ausgang dieser rechtlichen Auseinandersetzung könnte sich gegebenenfalls auf die Eigenständigkeit der Österreichischen Post bei der Rabattgewährung einschränkend auswirken.
Im europäischen Verkehr drängt das Abrechnungssystem nach dem "Agreement for the Remuneration of Mandatory Deliveries of Cross-Border Mails" (REIMS III und IV) das Abrechnungssystem des Weltpostvereins zurück. Bei REIMS III und IV handelt es sich um eine Vereinbarung über Endvergütungen im grenzüberschreitenden Postdienst, dem jedoch nur 23 europäische Postunternehmen angehören. Die Parteien des REIMS III und REIMS IV gehen davon aus, dass diese Vereinbarung – wie ihre Vorgängerregelung (REIMS II) – gemäß Art. 81 (3) EG-Vertrag vom Kartellverbot freigestellt ist.
Die Abrechnung des grenzüberschreitenden Postdienstes mit den Postgesellschaften in den anderen EU-Ländern setzt bi- oder multilaterale Vereinbarungen mit diesen voraus.
Über das regulatorische Umfeld im Postmarkt hinaus muss der Österreichische Post Konzern im Rahmen seines ordentlichen Geschäftsbetriebs eine Vielzahl von rechtlichen Beschränkungen beachten. So sind die vertraglichen und faktischen Gestaltungsspielräume des Unternehmens etwa durch wettbewerbsrechtliche Regelungen eingeschränkt. Die kartellrechtliche Zulässigkeit von Vereinbarungen und Geschäftspraktiken des Österreichischen Post Konzerns war in der Vergangenheit bereits Gegenstand kartellrechtlicher Untersuchungen und Verfahren. Sonstige rechtliche Risiken ergeben sich auch aus nicht vorhersehbaren Gerichtsverfahren mit Mitbewerbern und Kunden.
Zur bestmöglichen Vermeidung von Ergebnisbeeinträchtigungen durch regulatorische und rechtliche Risiken ist der Österreichische Post Konzern bestrebt, in seinen Kernprozessen eine Erweiterung der Wertschöpfung und des Produktportfolios zu erzielen, um seinen Kunden noch bessere Leistungen anzubieten und eine Qualitätsoptimierung zu erreichen. Darüber hinaus beabsichtigt der Österreichische Post Konzern, vermehrt Umsätze im bereits liberalisierten Bereich zu erwirtschaften.
Finanzielle Risiken des Österreichischen Post Konzerns umfassen das Liquiditätsrisiko, das Kredit-/Kontrahenten- und Produktrisiko, das Zinsänderungsrisiko, das Währungsänderungsrisiko sowie organisatorische Risiken. Eine detaillierte Darstellung der finanziellen Risiken findet sich im Anhang zum Konzernabschluss des Österreichischen Post Konzerns.
Der Konzern hat im Zuge seiner Expansion bedeutsame Firmenwerte und nicht abnutzbare Markenrechte bilanziert. Diese müssen gemäß IAS 36 mindestens einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest (Impairment) unterzogen werden. Falls Wertminderungen festgestellt werden, sind diese Firmenwerte abzuschreiben.
Der Österreichische Post Konzern erwirtschaftet den überwiegenden Teil seines Umsatzes in Österreich. Sollte das Wirtschaftswachstum in Österreich weiter nachlassen, könnte dies zu einer Abschwächung der Nachfrage führen. Sollten sich die derzeitigen Prognosen zum Wirtschaftswachstum verschlechtern, so könnten Planungsprämissen verworfen werden müssen.
Dem Geschäftsmodell könnte die Planungssicherheit entzogen werden. Ferner erwirtschaftet das Unternehmen einen nicht unbedeutenden Anteil des Umsatzes mit einer geringen Anzahl von Großkunden. Das wirtschaftlich erfolgreiche Weiterbestehen der Großkunden ist wesentlich für die stabile Entwicklung des Österreichischen Post Konzerns. Großkunden sind vertraglich nicht verpflichtet, ihre Postsendungen vom Österreichischen Post Konzern befördern zu lassen, und könnten sich entscheiden, mittelfristig zumindest einen Teil ihrer Postsendungen Wettbewerbern der Österreichischen Post zur Zustellung zu übergeben.
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Klassische Briefsendungen werden zunehmend durch E-Mail oder andere elektronische Medien ersetzt. Der Trend zur elektronischen Substitution von Briefen, insbesondere zur elektronischen Zustellung, wurde durch die Wirtschaftskrise der vergangenen Jahre beschleunigt und wird auch weiterhin fortbestehen. Diese Entwicklung kann zu nicht unerheblichen Volumensrückgängen und damit Ergebnisbeeinträchtigungen führen.
Der Brief- und Paketmarkt ist durch zunehmenden Wettbewerb gekennzeichnet. Insbesondere das B2C-Paketgeschäft – hier nimmt die Österreichische Post eine führende Stellung am österreichischen Markt ein – ist zum einen von der wirtschaftlichen Entwicklung seines Kundensegments und zum anderen vom sich durch das etwaige Auftreten weiterer alternativer Anbieter verschärfenden Wettbewerb abhängig, sodass ein entsprechender Umsatzausfall nicht ausgeschlossen werden kann. Das Unternehmen ist bestrebt, Kunden durch attraktive Leistungsangebote an sich zu binden.
Des Weiteren wird dem Mengenrückgang infolge von Substitution von Briefsendungen durch E-Mail mit neuen Produkten und Dienstleistungen, etwa im Bereich Infomail oder im B2B-Geschäft und vor allem entlang der Wertschöpfungskette, entgegengewirkt. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass infolge von Änderungen der gesetzlichen Zustellvorschriften für behördliche Sendungen ein Teil dieser Sendungen nicht mehr über den Österreichischen Post Konzern zugestellt wird. Die Diversifikation auf mehrere Märkte trägt dazu bei, Risiken einzelner Branchen weit zu streuen bzw. gering zu halten.
Ein Bestandteil der Strategie des Österreichischen Post Konzerns ist das Wachstum durch selektive Akquisitionen und Kooperationen. Dabei ist es wichtig, passende Akquisitionsziele zu finden und erworbene Unternehmen erfolgreich zu integrieren. Die zukünftige Rentabilität dieser Projekte ist in hohem Maße vom Investitionsvolumen bzw. von den Akquisitionspreisen sowie politischen, wirtschaftlichen und gesetzlichen Faktoren abhängig. Alle Investitionsmaßnahmen müssen daher strikten finanziellen Kriterien gerecht werden.
In der Division Filialnetz sind die Erträge aus Finanzdienstleistungen vom Markterfolg des Kooperationspartners BAWAG PSK, die Erträge im Kommunikationsgeschäft vom Markterfolg des Kooperationspartners Telekom Austria abhängig.
Insgesamt kann sich das geringere Wirtschaftswachstum belastend auf die Volumens- und Marktentwicklung bei Briefen, Werbesendungen und Paketen auswirken, und somit kann die wirtschaftliche Entwicklung des Konzerns an Dynamik verlieren.
Der Österreichische Post Konzern ist – als international tätiges Post- und Logistikdienstleistungsunternehmen – im Rahmen seiner Geschäftstätigkeit operativen Risiken ausgesetzt, mit denen sich das Unternehmen bewusst auseinandersetzt. Durch die Konzentration auf das Kerngeschäft sowie die jahrzehntelange Erfahrung in diesem Geschäft ist es dem Österreichischen Post Konzern möglich, diese Risiken frühzeitig zu identifizieren, zu bewerten und geeignete Vorsorgemaßnahmen zur Sicherung rasch zu setzen.
Im Bereich Konzernrechnungslegung setzt sich die Aufbauorganisation aus den lokalen Rechnungswesenabteilungen in den Konzernunternehmen sowie dem zentralen Konzernrechnungswesen der Österreichischen Post AG zusammen.
Die Konzernunternehmen erstellen auf Gesellschaftsebene zeitgerecht vollständige und richtige IFRS-Einzelabschlüsse gemäß den konzerneinheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften. Die IFRS-Einzelabschlüsse sind die Ausgangsbasis für die Weiterverarbeitung im zentralen Konzernrechnungswesen.
Die Erstellung des Konzernabschlusses obliegt dem Konzernrechnungswesen, dessen Aufgaben- und Verantwortungsbereiche im Wesentlichen die Betreuung der Meldedatenübernahme der Konzernunternehmen, die Durchführung der Konsolidierungs- und Eliminierungsmaßnahmen sowie die analytische Aufbereitung der Konzernabschlussdaten und die entsprechende Erstellung von Finanzberichten umfassen.
Der Ablauforganisation in der Konzernabschlusserstellung liegt ein strikter Terminplan zugrunde. Die Termine werden für ein gesamtes Geschäftsjahr erstellt und veröffentlicht. Zusätzlich erhalten die Konzernunternehmen quartalsweise in Form des Konzerninformationsschreibens detaillierte Informationen und Konzernvorgaben zu ausgewählten Themen der Quartalsabschlusserstellung. Entsprechend dem Fertigstellungs-/Veröffentlichungstermin des Monats-/Quartalsabschlusses bestehen sowohl in den lokalen Organisationseinheiten als auch im Konzernrechnungswesen detaillierte Terminpläne und Arbeitskalender zur Abschlusserstellung und Berichtsaufbereitung.
Zur Vermeidung von wesentlichen Fehldarstellungen bei der Abbildung von Transaktionen wurden mehrstufig aufgebaute Qualitätssicherungsmaßnahmen implementiert, mit der Zielsetzung, dass die IFRS-Einzelabschlüsse für die Zwecke der Konsolidierung richtig erfasst sind. Diese Maßnahmen umfassen einerseits automatisierte Kontrollen (Validierungen) in SAP SEM-BCS und andererseits manuelle Kontrollen der Mitarbeiter der Tochtergesellschaften sowie der Mitarbeiter des Konzernrechnungswesens.
Ausgehend von den Abschlüssen der Konzernunternehmen führt das Konzernrechnungswesen in mehreren Stufen umfangreiche Plausibilitäts- und Datenqualitätschecks durch, welche sicherstellen sollen, dass die Daten, die die Transaktionen der Konzernunternehmen abbilden, für die Zwecke der Konsolidierung bzw. die Erstellung des Konzernabschlusses richtig erfasst sind.
Die mehrstufige Überprüfung der Abschlussdaten sieht vor, dass die Abschlüsse der Konzernunternehmen auf Gesellschaftsebene vor Konsolidierung sowie in weiteren Stufen nach Konsolidierung zentral auf Positions-, Segment- und Konzernebene analysiert werden. Die zentrale Datenanalyse umfasst die Prüfung der erforderlichen Eliminierungen, die IFRS 8- Segmentdarstellung sowie Ausweisänderungen auf Konzernebene.
Erst nach Durchführung der Qualitätskontrollen auf allen Stufen erfolgt die Freigabe des Konzernabschlusses.
Der Konzernabschluss der Österreichischen Post wird auf Grundlage von SAP SEM-BCS monatlich in Form einer Simultankonsolidierung erstellt. Die Erfassung der Anhangangaben sowie die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt ebenfalls über SAP SEM-BCS.
Die konzerneinheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind im Konzernhandbuch zusammengefasst. IFRS-Neuerungen werden vom Konzernrechnungswesen laufend überwacht und quartalsweise als IFRS-Updates zum Konzernhandbuch veröffentlicht. Einmal jährlich erfolgen die Einarbeitung der Updates und die Veröffentlichung der aktualisierten Jahresversion des Konzernhandbuchs.
Zusätzlich zum Konzernhandbuch bestehen Richtlinien und Fachkonzepte zu ausgewählten Konzernprozessen, insbesondere zu Konsolidierungskreisänderungen und Akquisitionen. Im Bereich der Stammdaten (z.B. SAP SEM-Positionen, SAP-Konzernkontenplan, Kundendaten) sind zentrale Anlage-/Änderungsprozesse definiert worden.
Die Konsolidierungsprozesse sind im Konsolidierungshandbuch beschrieben. Das Konsolidierungshandbuch vermittelt einen zusammenfassenden Überblick zum Ablauf der Erstellung des Konzernabschlusses mittels SAP SEM-BCS, zu den Qualitätssicherungsmaßnahmen und zur Berichterstattung im Konzernrechnungswesen. Aufbauend auf den betriebswirtschaftlichen Konsolidierungsregeln werden die Konsolidierungsmethoden im Österreichischen Post Konzern dokumentiert und spezifiziert.
Die IFRS-Einzelabschlüsse werden überwiegend mittels SAP R/3 erstellt. Die IFRS-Überleitung erfolgt im Zuge der parallelen (dualen) SAP-Rechnungslegung. Die Übernahme der Meldedaten in SAP SEM-BCS erfolgt mittels automatisiertem Upload.
Zu Zwecken der Überwachungs- und Kontrollfunktion wird der Konzernabschluss durch die EBIT- bzw. Ergebnisüberleitung kontrolliert. Dabei wird eine Überleitung der Einzelabschlüsse auf den Konzernabschluss unter Berücksichtigung der im Konzern durchgeführten Buchungen und Eliminierungen vorgenommen.
Zur Wahrnehmung der Überwachungs- und Kontrollfunktionen werden wesentlichen Führungsebenen vorläufige Konzernabschlussdaten zur Verfügung gestellt.
Im Zuge der Konzernabschlusserstellung werden folgende Berichte erstellt:
Geschäftsverlauf 2009 Ergebnisse der Divisionen Ausblick und Risiken Internes Kontrollsystem Informationen gemäß § 243a UGB
Adressaten des vorläufigen sowie des vierteljährlich erstellten Aufsichtsratsberichts sind in erster Linie der Vorstand und der Aufsichtsrat der Österreichischen Post AG.
Neben dem Aufsichtsratsbericht und dem gesetzlich vorgeschriebenen Anhang/Zwischenbericht nach IAS 34 werden weitere interne Zwischenberichte, die weiterführende Erläuterungen zu ausgewählten Positionen, Ergebnisüberleitungen und Kennzahlen enthalten, erstellt.
Ein wesentlicher Punkt in der internen Berichterstattung des Österreichischen Post Konzerns ist die Datenanalyse und Auswertung. Diese beinhaltet vor allem die Berechnung des Konzern-Cash-Flows sowie die dazugehörigen detaillierten Erläuterungen. Weiters fällt unter diesen Punkt der Berichterstattung die Berechnung von ergebnis- und wertorientierten sowie Liquiditätskennzahlen.
Vom Controlling wird monatlich ein interner Beteiligungsbericht erstellt, der Informationen über die Entwicklung der Konzernunternehmen enthält. Dieser Bericht wird ebenfalls dem Vorstand zur Verfügung gestellt.
Die Berichterstattung an die Aktionäre der Österreichischen Post AG erfolgt durch Investor Relations in Übereinstimmung mit dem Österreichischen Corporate Governance Kodex sowohl über die Website von Investor Relations, www.post.at/ir, als auch über direkte Gespräche mit den Investoren. Die veröffentlichten Informationen werden allen Investoren zeitgleich zur Verfügung gestellt. Zusätzlich zu den Pflichtpublikationen (Jahresfinanzbericht/Geschäftsbericht, Zwischenbericht über das erste Quartal, Halbjahresfinanzbericht und Zwischenbericht für die ersten drei Quartale eines jeden Jahres) stehen den Investoren auf der Investor Relations-Website zahlreiche weitere Informationen, unter anderem Investoren-Präsentationen, Informationen rund um die Aktie, Ad hoc-Mitteilungen oder Finanzkalender, zur Verfügung.
Kernpunkt des operativen Risikomanagements bildet die Identifizierung, Evaluierung und Beherrschung von wesentlichen Risiken aus der operativen Geschäftstätigkeit. Dieser Prozess wird von Schlüsselpersonen in den Divisionen und den Geschäftsfeldern getragen. Die divisional angelegte Organisationsstruktur gliedert sich in drei operativ tätige Divisionen bzw. fünf Geschäftsfelder sowie in unterstützende und beratende Zentral- und Serviceeinheiten.
Die Tochtergesellschaften des Österreichischen Post Konzerns werden dabei im Wesentlichen je nach Tätigkeitsschwerpunkt den einzelnen Divisionen und Geschäftsfeldern zugeordnet. Die in den jeweiligen Einheiten bestehenden wesentlichen Geschäftsrisiken werden identifiziert und laufend beobachtet. Auf dieser Basis werden angemessene Risikomaßnahmen, wie z.B. Backups oder Notfallpläne, festgelegt.
Für den gesamten Österreichischen Post Konzern besteht ein einheitliches Risikomanagementsystem, das alle Organisationseinheiten und wesentliche Tochtergesellschaften sowie ein internes Kontrollsystem für alle wesentlichen Prozesse einschließt.
Der Vorstand der Österreichischen Post hat ein umfangreiches, systematisches und effizientes Enterprise-Risk-Management (ERM-System) installiert, welches sich grundsätzlich nach dem COSO Standard "Enterprise Risk Management – Integrated Framework" richtet.
Weitere zentrale Instrumente der Risikoüberwachung und -kontrolle sind konzernweite Richtlinien über den Umgang mit wesentlichen Risiken, der Planungs- und der Controllingprozess sowie die laufende Berichterstattung. Die Richtlinien umfassen beispielsweise die Festsetzung und Kontrolle von Limitkategorien und Handlungsabläufen zur Begrenzung finanzieller Risiken sowie die strikte Einhaltung des Vier-Augen-Prinzips.
Diese Richtlinien sind Teil des internen Kontrollsystems und stellen unter anderem die ordnungsgemäße interne und externe Finanzberichterstattung sicher. Der Planungs- und Controllingprozess dient als Frühwarnsystem und als Basis für die Beurteilung der Wirksamkeit der eingeleiteten Steuerungsmaßnahmen.
Das interne Kontrollsystem (IKS) als Teil des Risikomanagementsystems ist risikoorientiert aufgebaut und in die Betriebsabläufe integriert, das heißt, Maßnahmen erfolgen arbeitsbegleitend oder sind dem Arbeitsvollzug unmittelbar vor- oder nachgelagert. Das IKS basiert auf genauen Informationen über die Prozesse für die Rechnungslegung und Finanzberichterstattung und schließt auch deren vorgelagerte Unternehmensprozesse mit ein.
Der jährliche Revisionsplan wird vom Vorstand genehmigt und umfasst die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen, interne Richtlinien sowie Prozessrichtlinien und -verfahren im gesamten Post Konzern.
Das Grundkapital der Österreichischen Post AG beträgt 337.763.190 EUR und ist geteilt in 67.552.638 Stück auf Inhaber lautende Stückaktien. Es liegen keine Stimmrechtsbeschränkungen oder Syndikatsvereinbarungen vor, die der Gesellschaft bekannt sind.
Die Republik Österreich hält über die Österreichische Industrieholding AG (ÖIAG) 52,8% der Anteile an der Österreichischen Post AG (auf Basis der in Umlauf befindlichen 67.552.638 Stückaktien, nach Einzug aller 2.447.362 eigenen Aktien am 24. April 2009). Der Gesellschaft sind keine anderen Aktionäre bekannt, die mehr als 10% der Anteile halten.
Soweit der Gesellschaft bekannt ist, gibt es keine Inhaber von Aktien mit besonderen Kontrollrechten. Mitarbeiter, die auch Aktionäre der Österreichischen Post AG sind, üben ihre Stimmrechte individuell aus. Es existieren keine sich nicht unmittelbar aus dem Gesetz ergebenden Bestimmungen über die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie über die Änderung der Satzung der Gesellschaft.
Genehmigtes Kapital: Gemäß § 5 der Satzung der Österreichischen Post AG ist der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats ermächtigt, bis fünf Jahre nach Eintragung der Satzungsänderung in das Firmenbuch das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu 175.000.000 EUR durch Ausgabe von bis zu 35.000.000 Stück neue auf Inhaber lautende Stückaktien gegen Bareinlagen zu erhöhen und den Ausgabekurs sowie die Ausgabebedingungen festzusetzen. Die Satzungsänderung wurde am 18. März 2006 in das Firmenbuch eingetragen.
Bedingtes Kapital: Gemäß § 5 der Satzung der Österreichischen Post AG ist der Vorstand ermächtigt, bis fünf Jahre nach Eintragung der Satzungsänderung in das Firmenbuch verzinsliche Wandelschuldverschreibungen auszugeben, mit denen ein Umtausch- oder Bezugsrecht in bis zu 35.000.000 Stück auf Inhaber lautende Aktien ohne Nennwert (Stückaktien) im Gesamtbetrag von insgesamt bis zu 175.000.000 EUR verbunden ist. Zu diesem Zweck wurde das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu EUR 175.000.000 durch Ausgabe von bis zu 35.000.000 Stück auf Inhaber lautende Stückaktien mit Stimmrecht bedingt erhöht. Die Satzungsänderung wurde am 21. April 2006 in das Firmenbuch eingetragen.
Es gibt keine bedeutsamen Vereinbarungen, an denen die Gesellschaft beteiligt ist, die bei einem Kontrollwechsel in der Gesellschaft in Folge eines Übernahmeangebots wirksam werden, sich wesentlich ändern oder enden.
Es gibt keine Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern oder Arbeitnehmern für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebots.
Wien, am 1. März 2010
Dipl.-Ing. Dr. Georg Pölzl Mag. Dr. Rudolf Jettmar Generaldirektor Generaldirektor-Stellvertreter
Vorstandsmitglied Vorstandsmitglied Vorstandsmitglied
Dipl.-Ing. Dr. Herbert Götz Dipl.-Ing. Walter Hitziger Dipl.-Bwt. (FH) Carl-Gerold Mende
| Gesamtergebnisrechnung | 93 |
|---|---|
| Konzernbilanz | 94 |
| Konzern-Cash-Flow-Statement | 95 |
| Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals | 96 |
| Konzernanhang | 97 |
| Grundlagen und Methoden | 97 |
| Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung | 111 |
| 6. Umsatzerlöse und Segmentberichterstattung | 111 |
| 7. Sonstige betriebliche Erträge | 114 |
| 8. Aufwendungen für Material und bezogene Leistungen | 115 |
| 9. Personalaufwand | 115 |
| 10. Abschreibungen | 116 |
| 11. Sonstige betriebliche Aufwendungen | 117 |
| 12. Sonstiges Finanzergebnis | 117 |
| 13. Ergebnis je Aktie | 117 |
| Erläuterungen zur Bilanz | 118 |
| 14. Firmenwerte | 118 |
| 15. Immaterielle Vermögenswerte | 119 |
| 16. Sachanlagen | 120 |
| 17. Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | |
| (Investment Property) | 123 |
| 18. Anteile an assoziierten Unternehmen | 123 |
| 19. Finanzinvestitionen in Wertpapiere | 124 |
| 20. Andere Finanzanlagen | 125 |
| 21. Vorräte | 125 |
| 22. Forderungen | 125 |
| 23. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 126 |
| 24. Eigenkapital | 126 |
| 25. Rückstellungen | 127 |
| 26. Ertragsteuerrückstellungen | 130 |
| 27. Finanzverbindlichkeiten | 131 |
| 28. Verbindlichkeiten | 132 |
| 29. Ertragsteuern | 132 |
| Sonstige Angaben | 134 |
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 92
| Erklärung der gesetzlichen Vertreter | 147 |
|---|---|
| Uneingeschränkter Bestätigungsvermerk | 148 |
| Bericht des Aufsichtsrats | 150 |
| Mio EUR | Anhang | 2008 | 2009 |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | (6) | 2.441,4 | 2.356,9 |
| Sonstige betriebliche Erträge | (7) | 81,0 | 89,6 |
| Gesamte betriebliche Erträge | 2.522,4 | 2.446,5 | |
| Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen | (8) | –778,2 | –766,1 |
| Personalaufwand | (9) | –1.119,2 | –1.139,3 |
| Abschreibungen | (10) | –152,2 | –119,8 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | (11) | –304,5 | –277,0 |
| Gesamte betriebliche Aufwendungen | –2.354,1 | –2.302,2 | |
| Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit | 168,3 | 144,3 | |
| Ergebnis aus assoziierten Unternehmen | (18) | 1,2 | 5,1 |
| Sonstiges Finanzergebnis | (12) | –11,3 | –24,6 |
| Finanzergebnis | –10,1 | –19,5 | |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 158,2 | 124,8 | |
| Ertragsteuern | (29) | –39,3 | –45,1 |
| Periodenergebnis | 118,9 | 79,7 | |
| Zuzurechnen an: die Aktionäre des Mutterunternehmens | 118,9 | 79,7 | |
| EUR | |||
| Unverwässertes Ergebnis je Aktie | (13) | 1,71 | 1,18 |
| Verwässertes Ergebnis je Aktie | (13) | 1,71 | 1,18 |
| Mio EUR | |||
| Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit | 168,3 | 144,3 | |
| Ergebnis aus assoziierten Unternehmen | (18) | 1,2 | 5,1 |
| Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) | 169,5 | 149,4 |
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Konzernbilanz Konzern-Cash-Flow-Statement Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals Konzernanhang – Notes Allgemein Konzernanhang – Notes GuV Konzernanhang – Notes Bilanz Konzernanhang – Notes Sonstige Angaben Erklärung aller gesetzlichen Vertreter Bestätigungsvermerk Bericht des Aufsichtsrats
| Mio EUR | Anhang | 2008 | 2009 |
|---|---|---|---|
| Periodenergebnis | 118,9 | 79,7 | |
| Währungsumrechnungsdifferenzen | (24) | –0,4 | –0,5 |
| Marktbewertung zur Veräußerung gehaltene Finanzinstrumente | (24) | –26,5 | 23,2 |
| Latente Steuern | (29) | 6,6 | –5,8 |
| Marktbewertung von Sicherungsgeschäften | (24) | –5,6 | 6,0 |
| Latente Steuern | (29) | 1,4 | –1,5 |
| Sonstiges Ergebnis | –24,4 | 21,4 | |
| Gesamtperiodenergebnis | 94,5 | 101,1 | |
| Zuzurechnen an: die Aktionäre des Mutterunternehmens | 94,5 | 101,1 |
| Mio EUR | Anhang | 31.12.2008 | 31.12.2009 |
|---|---|---|---|
| Aktiva | |||
| Langfristiges Vermögen | |||
| Firmenwerte | (14) | 196,5 | 181,8 |
| Immaterielle Vermögenswerte | (15) | 79,7 | 66,7 |
| Sachanlagen | (16) | 725,9 | 695,7 |
| Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | (17) | 36,5 | 37,0 |
| Anteile an assoziierten Unternehmen | (18) | 7,3 | 8,3 |
| Finanzinvestitionen in Wertpapiere | (19) | 92,3 | 56,5 |
| Andere Finanzanlagen | (20) | 39,9 | 41,4 |
| Forderungen | (22) | 14,9 | 10,5 |
| Latente Steuern | (29) | 59,2 | 43,2 |
| 1.252,1 | 1.141,3 | ||
| Kurzfristiges Vermögen | |||
| Finanzinvestitionen in Wertpapiere | (19) | 0,2 | 0,2 |
| Vorräte | (21) | 26,3 | 22,3 |
| Forderungen | (22) | 347,8 | 317,7 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | (23) | 248,1 | 293,8 |
| 622,5 | 634,0 | ||
| 1.874,6 | 1.775,3 | ||
| Passiva | |||
| Eigenkapital | (24) | ||
| Grundkapital | 350,0 | 337,8 | |
| Eigene Aktien | –12,2 | 0,0 | |
| Kapitalrücklagen | 130,5 | 130,5 | |
| Gewinnrücklagen | 178,2 | 128,2 | |
| Marktbewertung Finanzinstrumente | –24,5 | –2,6 | |
| Währungsumrechnungsrücklagen | 0,7 | 0,2 | |
| Periodenergebnis | 118,9 | 79,7 | |
| 741,5 | 673,7 | ||
| Langfristige Verbindlichkeiten | |||
| Rückstellungen | (25) | 466,2 | 453,4 |
| Finanzverbindlichkeiten | (27) | 45,5 | 32,3 |
| Verbindlichkeiten | (28) | 15,7 | 12,8 |
| Latente Steuern | (29) | 24,3 | 15,4 |
| 551,8 | 514,0 | ||
| Kurzfristige Verbindlichkeiten | |||
| Rückstellungen | (25) | 106,1 | 117,0 |
| Ertragsteuerrückstellungen | (26) | 13,1 | 33,9 |
| Finanzverbindlichkeiten | (27) | 103,1 | 94,5 |
| Verbindlichkeiten | (28) | 359,0 | 342,1 |
| 581,3 | 587,6 | ||
| 1.874,6 | 1.775,3 |
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Konzernbilanz Konzern-Cash-Flow-Statement Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals Konzernanhang – Notes Allgemein Konzernanhang – Notes GuV Konzernanhang – Notes Bilanz Konzernanhang – Notes Sonstige Angaben Erklärung aller gesetzlichen Vertreter
| Mio EUR | Anhang | 2008 | 2009 |
|---|---|---|---|
| Geschäftstätigkeit | |||
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 158,2 | 124,8 | |
| Abschreibungen | (10) | 152,2 | 119,8 |
| Abschreibungen auf Finanzanlagen | 20,0 | 20,0 | |
| Ergebnis von assoziierten Unternehmen | (18) | –1,2 | –5,1 |
| Langfristige Rückstellungen | –21,5 | –12,8 | |
| Ergebnis aus Anlagenverkäufen | –14,5 | –21,9 | |
| Ergebnis aus der Veräußerung von Finanzinstrumenten | 0,2 | 0,1 | |
| Gezahlte Steuern | –41,4 | –24,9 | |
| Nettoabfluss/-zufluss Zinsen | –15,2 | –4,0 | |
| Währungsumrechnung | 0,1 | –0,2 | |
| Cash-Flow aus dem Ergebnis | 237,0 | 195,8 | |
| Veränderung des Nettoumlaufvermögens | |||
| Forderungen | (22) | –9,2 | 39,9 |
| Vorräte | (21) | –0,6 | 4,0 |
| Verbindlichkeiten | (28) | 2,5 | –19,4 |
| Kurzfristige Rückstellungen | (25) | 3,7 | 9,7 |
| Cash-Flow aus Veränderung des Nettoumlaufvermögens | –3,5 | 34,1 | |
| Cash-Flow aus Geschäftstätigkeit | 233,4 | 230,0 | |
| Investitionstätigkeit | |||
| Erwerb von immateriellen Vermögenswerten | (15) | –3,6 | –3,4 |
| Erwerb von Sachanlagen | (16)/(30) | –102,9 | –65,6 |
| Erwerb von Tochterunternehmen | (30) | –24,2 | –4,4 |
| Erwerb/Verkauf von assoziierten Unternehmen | –3,8 | 3,4 | |
| Erwerb von Minderheitenanteilen | –2,6 | 0,0 | |
| Erwerb von Finanzinvestitionen in Wertpapiere | –5,0 | –26,3 | |
| Erlöse aus Anlagenverkäufen | 40,0 | 30,3 | |
| Erlöse aus Verkauf von Finanzinvestitionen in Wertpapiere | 52,9 | 63,6 | |
| Erhaltene Ausschüttungen von assoziierten Unternehmen | 1,1 | 0,7 | |
| Erhaltene Zinsen | 24,9 | 8,7 | |
| Cash-Flow aus Investitionstätigkeit | –23,1 | 6,9 | |
| Free Cash-Flow | 210,3 | 236,9 | |
| Finanzierungstätigkeit | |||
| Veränderung von Finanzverbindlichkeiten | –37,1 | –17,6 | |
| Ausschüttung | –168,0 | –168,9 | |
| Gezahlte Zinsen | –9,7 | –4,7 | |
| Rückkauf eigene Aktien | –56,7 | 0,0 | |
| Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit | –271,6 | –191,2 | |
| Nettoabnahme/-zunahme des Finanzmittelbestandes | –61,2 | 45,7 | |
| Finanzmittelbestand am 1. Jänner | 309,4 | 248,1 | |
| Finanzmittelbestand am 31. Dezember | 248,1 | 293,8 |
Marktbewertung
| Finanzinstrumente | |||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Mio EUR Geschäftsjahr 2008 |
Grund- kapital |
Eigene Aktien |
Kapital- rücklagen |
Gewinn- rücklagen |
Zur Ver- äußerung gehalten |
rungs- geschäfte |
Siche- Währungs- umrech- nungs- rücklagen |
Perioden- ergebnis |
Gesamt | Anteile anderer Gesell- schafter |
Konzern Eigen kapital |
| Stand am 1. Jänner 2008 | 350,0 | 0,0 | 212,0 | 188,7 | –0,5 | 0,0 | 1,0 | 122,5 | 873,7 | 0,6 | 874,3 |
| Rückkauf eigener Aktien | –12,2 | –24,5 | –20,0 | –56,7 | –56,7 | ||||||
| Erwerb | |||||||||||
| Minderheitenanteile | –2,0 | –2,0 | –0,6 | –2,6 | |||||||
| Veränderung von | |||||||||||
| Rücklagen | –57,0 | 57,0 | 0,0 | 0,0 | |||||||
| Ausschüttung | –45,5 | –122,5 | –168,0 | –168,0 | |||||||
| Periodenergebnis | 118,9 | 118,9 | 118,9 | ||||||||
| Sonstiges Ergebnis | –19,9 | –4,2 | –0,4 | –24,4 | –24,4 | ||||||
| Gesamtperiodenergebnis | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | –19,9 | –4,2 | –0,4 | 118,9 | 94,5 | 0,0 | 94,5 |
| Stand am | |||||||||||
| 31. Dezember 2008 | 350,0 | –12,2 | 130,5 | 178,2 | –20,4 | –4,2 | 0,7 | 118,9 | 741,5 | 0,0 | 741,5 |
| Mio EUR Geschäftsjahr 2009 |
Grund- kapital |
Eigene Aktien |
Kapital- rücklagen |
Gewinn- rücklagen |
Zur Ver- äußerung gehalten |
rungs- geschäfte |
Siche- Währungs- umrech- nungs- rücklagen |
Perioden- ergebnis |
Gesamt | Anteile anderer Gesell- schafter |
Konzern Eigen kapital |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Stand am 1. Jänner 2009 350,0 | –12,2 | 130,5 | 178,2 | –20,4 | –4,2 | 0,7 | 118,9 | 741,5 | 0,0 | 741,5 | |
| Einzug eigene Aktien | –12,2 | 12,2 | 0,0 | 0,0 | |||||||
| Ausschüttung | –50,0 | –118,9 | –168,9 | –168,9 | |||||||
| Periodenergebnis | 79,7 | 79,7 | 79,7 | ||||||||
| Sonstiges Ergebnis | 17,4 | 4,5 | –0,5 | 21,4 | 21,4 | ||||||
| Gesamtperiodenergebnis | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 17,4 | 4,5 | –0,5 | 79,7 | 101,1 | 0,0 | 101,1 |
| Stand am | |||||||||||
| 31. Dezember 2009 | 337,8 | 0,0 | 130,5 | 128,2 | –3,0 | 0,3 | 0,2 | 79,7 | 673,7 | 0,0 | 673,7 |
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Konzernbilanz Konzern-Cash-Flow-Statement Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals Konzernanhang – Notes Allgemein Konzernanhang – Notes GuV Konzernanhang – Notes Bilanz Konzernanhang – Notes Sonstige Angaben Erklärung aller gesetzlichen Vertreter
Die Österreichische Post AG und ihre Tochtergesellschaften sind Logistik- und Dienstleistungsunternehmen im Brief- und Paketbereich. Zu den Geschäftsbereichen des Österreichischen Post Konzerns zählen die Erbringung von Leistungen des Brief- und Paketdienstes, Kombifracht und Speziallogistik sowie die Abwicklung von Finanzgeschäften in Kooperation mit der BAWAG P.S.K. Zudem umfasst das Dienstleistungsangebot Daten- und Output-Management sowie Dokumentenerfassung, -digitalisierung und -veredelung.
Der Sitz der Österreichischen Post AG befindet sich in Wien, Österreich. Die Anschrift lautet Österreichische Post AG, Postgasse 8, 1010 Wien. Die Gesellschaft ist in das Firmenbuch beim Handelsgericht Wien zu FN 180219d eingetragen.
Die Erstellung des Konzernabschlusses der Österreichischen Post AG für das Geschäftsjahr 2009 erfolgte in Übereinstimmung mit den zum 31. Dezember 2009 vom International Accounting Standards Board (IASB) herausgegebenen und verpflichtend anzuwendenden International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind. Dieser Konzernabschluss entspricht auch allen zum 31. Dezember 2009 geltenden IFRS, wie sie vom IASB veröffentlicht wurden und bereits anzuwenden sind.
Im Geschäftsjahr 2009 wurden folgende neuen oder geänderten Standards und Interpretationen erstmals verpflichtend zur Anwendung gebracht:
| Neue Standards und Interpretationen | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| IFRS 8 | Operative Segmente | |||||
| IFRIC 12 | Dienstleistungskonzessionsvereinbarungen | 1. 1. 2008 | ||||
| IFRIC 13 | Kundentreueprogramme | 1. 7. 2008 | ||||
| IFRIC 15 | Vereinbarungen über die Errichtung von Immobilien | 1. 1. 2009 | ||||
| IFRIC 16 | Absicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb | 1. 10. 2008 | ||||
| IFRIC 18 | Übertragungen von Vermögenswerten von Kunden | 1. 7. 2009 |
| IFRS 1/IAS 27 | Anschaffungskosten einer Beteiligung an einem Tochterunternehmen, | |
|---|---|---|
| gemeinschaftlich geführten Unternehmen oder assoziierten Unternehmen | 1. 1. 2009 | |
| IFRS 2 | Anteilsbasierte Vergütungen | 1. 1. 2009 |
| IFRS 7 | Finanzinstrumente: Angaben | 1. 1. 2009 |
| IAS 1 | Darstellung des Abschlusses – Änderung zur Darstellung eines IFRS-Abschlusses | 1. 1. 2009 |
| IAS 23 | Fremdkapitalkosten | 1. 1. 2009 |
| IAS 32/IAS 1 | Zum Fair Value kündbare Finanzinstrumente und Finanzinstrumente, | |
| aus denen im Liquidationsfall eine Zahlungsverpflichtung resultiert | 1. 1. 2009 | |
| IAS 39 | Umgliederung finanzieller Vermögenswerte: | |
| Zeitpunkt des Inkrafttretens und Übergangsvorschriften | 1.7.2008 | |
| Diverse | Jährliche Improvements to IFRS 2008 | 1.1.2009 |
Geänderte Standards und Interpretationen
¹ Anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem angegebenen Datum beginnen
Gemäß dem neuen Standard IFRS 8 "Operative Segmente" haben sich die Aufbereitung der Segmentberichterstattung und die Segmentidentifikation an den Informationen zu orientieren, die auch dem zentralen Entscheidungsträger für Entscheidungszwecke zur Verfügung gestellt werden (Management Approach). IFRS 8 ersetzt den bisher im Post Konzern angewendeten IAS 14 vollständig. Die erstmalige Anwendung führt im Wesentlichen zu einer Trennung der Berichtsspalte "Sonstiges/Konsolidierung" und einer Überleitungsrechnung der erforderlichen Segmentwerte auf Konzernwerte. Die Anpassungen, die aufgrund der erstmaligen Anwendung von IFRS 8 erforderlich waren, wurden im Konzernabschluss 2009 umgesetzt.
Durch den überarbeiteten IAS 1 "Darstellung des Abschlusses" soll die Analyse und Vergleichbarkeit von IFRS-Abschlüssen erleichtert werden. Anteilseignerbezogene Eigenkapitalveränderungen sind getrennt von allen anderen eigenkapitalverändernden Transaktionen darzustellen. Im Österreichischen Post Konzern werden zuvor erfolgsneutral in der Eigenkapitalveränderungsrechnung dargestellte Beträge nunmehr in einer Gesamtergebnisrechnung gezeigt.
Die Überarbeitung von IAS 23 "Fremdkapitalkosten" führt zu einer Änderung der im Österreichischen Post Konzern angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden. Ab 1. Jänner 2009 werden Fremdkapitalkosten, die direkt dem Erwerb eines qualifizierten Vermögenswertes zugeordnet werden können, als Teil der Anschaffungsoder Herstellungskosten aktiviert. Eine wesentliche Änderung auf die Darstellung der Ertrags- und Vermögenslage des Konzerns ergibt sich daraus nicht.
Die erstmalige Anwendung der geänderten Standards IFRS 1/IAS 27, IFRS 2, IFRS 7, IAS 32/IAS 1, IAS 39 und der jährlichen "Improvements to IFRS" sowie die Anwendung der neuen Interpretationen IFRIC 12, IFRIC 13, IFRIC 15, IFRIC 16 und IFRIC 18 haben keine Auswirkung auf die Darstellung des Konzernabschlusses sowie auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Österreichischen Post Konzerns.
Der Konzernabschluss wird in Euro aufgestellt. Alle Beträge sind, sofern nichts anderes angeführt ist, in Millionen Euro (Mio EUR) angegeben. Bei Summierung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben können durch Verwendung automatisierter Rechenhilfen rundungsbedingte Rechendifferenzen auftreten.
In den Konzernabschluss sind neben der Österreichischen Post AG 21 inländische (31. Dezember 2008: 19) und 41 ausländische (31. Dezember 2008: 50) Tochterunternehmen einbezogen, bei denen der Österreichischen Post AG unmittelbar oder mittelbar die Mehrheit der Stimmrechte zusteht. Weiters wurden 5 inländische Unternehmen (31. Dezember 2008: 4) nach der Equity-Methode bewertet.
Im Jahr 2009 haben folgende Änderungen im Konsolidierungskreis des Österreichischen Post Konzerns stattgefunden:
| Name der Gesellschaft | Anteil am Kapital | Transaktions- | Erläuterung | |
|---|---|---|---|---|
| von | auf | zeitpunkt | ||
| Brief | ||||
| PS Postservicegesellschaft m.b.H. | – | 100,0% | 4. 5. 2009 | Gründung |
| feibra Tirol GmbH | – | 100,0% | 5. 5. 2009 | Gründung |
| meiller direct AB (meiller lithorex AB)¹ | – | 100,0% | 1. 1. 2009 | Verschmelzung |
| meiller direct (meiller Weiterverarbeitung, | ||||
| meiller lettershop und meiller Dialogservice)¹ | – | 100,0% | 1. 1. 2009 | Verschmelzung |
| Feibra Magyarország (Cont-Média Hungary)¹ | – | 100,0% | 2. 1. 2009 | Verschmelzung |
| Mader Zeitschriftenverlags GmbH | 74,9% | 25,1% | 27.2. 2009 | Anteilsverkauf |
| EBPP – Electronic Bill Presentment and Payment | – | 40,0% | 31. 5. 2009 | Erwerb |
| Paket & Logistik | ||||
| Road Parcel (Merland Expressz)¹ | – | 100,0% | 1. 1. 2009 | Verschmelzung |
| VOP (HSH Holding)¹ | – | 100,0% | 1. 2. 2009 | Verschmelzung |
| trans-o-flex Belgium (MIT Transport)¹ | – | 100,0% | 1. 2. 2009 | Verschmelzung |
| trans-o-flex Belgium (VOP)¹ | – | 100,0% | 1. 7. 2009 | Verschmelzung |
| Rhenus Life Sciences Verwaltungs GmbH & Co. KG | – | 100,0% | 1. 7. 2009 | Erwerb |
| Rhenus Life Sciences Verwaltungs GmbH | – | 100,0% | 1. 7. 2009 | Erwerb |
| TTL Tour Trans Log Service GmbH (TTV)¹ | – | 100,0% | 1. 11. 2009 | Verschmelzung |
| tof Schn-Lief GmbH & Co KG (EBUR)¹ | – | 100,0% | 30. 11. 2009 | Anwachsung |
¹ Die in Klammer angeführten Konzernunternehmen wurden auf die zuerst genannten Konzernunternehmen verschmolzen und sind somit nicht mehr im Konsolidierungskreis vorhanden.
² Anwachsung der in Klammer angeführten EBUR GmbH & Co KG an den Kommanditisten wegen Ausscheidens der nicht im Konsolidierungskreis befindlichen Komplementärin EBUR GmbH
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Konzernbilanz Konzern-Cash-Flow-Statement Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals Konzernanhang – Notes Allgemein Konzernanhang – Notes GuV Konzernanhang – Notes Bilanz Konzernanhang – Notes Sonstige Angaben Erklärung aller gesetzlichen Vertreter Bestätigungsvermerk Bericht des Aufsichtsrats
Ende Februar 2009 wurden 49,8% an der Mader Zeitschriftenverlagsgesellschaft m.b.H., Wien, veräußert. Der Anteil an der weiterhin at equity in den Konzernabschluss einbezogenen Mader beträgt nun 25,1%. Das aus dem Verkauf resultierende Ergebnis beträgt 4,5 Mio EUR und wird im Ergebnis aus assoziierten Unternehmen gezeigt. Am 31. Mai 2009 hat die Österreichische Post 40% der Anteile an der EBPP – Electronic Bill Presentment and Payment, Wien, um 2,0 Mio EUR erworben. Das Unternehmen wird als assoziiertes Unternehmen nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen. Der bei der Kaufpreisaufteilung entstandene Firmenwert in Höhe von 1,9 Mio EUR wird als Bestandteil des Anteils an assoziierten Unternehmen ausgewiesen.
Mit Erwerbstichtag am 1. Juli 2009 hat die Österreichische Post 100% der Anteile an Rhenus Life Sciences Verwaltungs GmbH & Co. KG, Holzwickede, sowie an Rhenus Life Sciences Verwaltungs GmbH, Holzwickede, erworben. Der Kaufpreis für beide Unternehmen beläuft sich auf 1,3 Mio EUR. Der Unternehmensgegenstand umfasst den Transport und die Lagerung von Produkten für den Gesundheitsmarkt inklusive temperaturgeführt zu behandelnder Güter.
Die im Geschäftsjahr 2009 im Segment Paket & Logistik durchgeführten Unternehmenserwerbe führten zur Erfassung der folgenden Vermögenswerte und Schulden.
| Mio EUR | Beizulegende Zeitwerte |
Buchwerte vor dem Erwerb |
|---|---|---|
| Firmenwert | 2,7 | 0,0 |
| Sachanlagen | 0,6 | 0,6 |
| Kurzfristiges Vermögen | 1,5 | 1,5 |
| Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten | –3,6 | –3,6 |
| Erworbenes Nettovermögen | 1,3 | –1,5 |
Seit Zugehörigkeit zum Konzern haben die im Geschäftsjahr 2009 neu akquirierten Unternehmen Umsätze von 1,4 Mio EUR und ein negatives EBIT von 6,0 Mio EUR generiert, die in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 2009 enthalten sind.
Wären die Unternehmenserwerbe und die damit verbundene Erstkonsolidierung zum 1. Jänner 2009 erfolgt, hätten diese Erwerbe mit 5,5 Mio EUR zum Konzernumsatz und mit –14,4 Mio EUR zum Konzern-EBIT beigetragen.¹
¹Die Pro-forma-Angaben dienen nur zu Vergleichszwecken und stellen nicht zwangsläufig die Ergebnisse dar, die sich ergeben hätten, wäre die Transaktion tatsächlich zum 1. Jänner 2009 durchgeführt worden. Die Angaben sind kein Indikator für zukünftige Ergebnisse.
Tochterunternehmen werden beginnend mit dem Zeitpunkt in den Konzernabschluss einbezogen, ab dem der Österreichische Post Konzern die Möglichkeit der Beherrschung erlangt. Die Kapitalkonsolidierung für erstmals in den Konzernabschluss einbezogene Tochterunternehmen erfolgt nach der Erwerbsmethode. Dabei werden die jeweiligen Anschaffungskosten auf die identifizierbaren, erworbenen Vermögenswerte und Schulden einschließlich Eventualverbindlichkeiten aufgeteilt.
Immaterielle Vermögenswerte werden je nach Art des Vermögenswerts und der Verfügbarkeit von Informationen anhand eines ertragswertorientierten Verfahrens (Income Approach) bewertet. Für die Bewertung der Kundenbeziehungen wird die Residualwertmethode (Multi-Period Excess Earnings Method) angewandt. Dabei wird der Barwert der ausschließlich durch den zu bewertenden immateriellen Vermögenswert hervorgebrachten Cash-Flows ermittelt. Ausgehend von der Annahme, dass der zu bewertende immaterielle Vermögenswert erst im Verbund mit anderen materiellen und immateriellen Vermögenswerten Cash-Flows generiert, werden bei der Ermittlung der relevanten Einzahlungsüberschüsse fiktive Auszahlungen für diese "unterstützenden" Vermögenswerte (Contributory Asset Charges) berücksichtigt. Die Bewertung von Marken erfolgt durch die Methode der Lizenzpreisanalogie (Relief from Royalty Method). Der Wert des immateriellen Vermögenswerts wird dabei als Barwert fiktiv zu entrichtender Lizenzzahlungen bestimmt, und zwar unter der Annahme, dass sich der betreffende Vermögenswert im Eigentum eines Dritten befindet. Ein verbleibender aktivischer Unterschiedsbetrag zwischen den Anschaffungskosten und dem Wert des identifizierten und neu bewerteten Nettovermögens wird als Firmenwert ausgewiesen. Ein passivischer Unterschiedsbetrag wird nach einer nochmaligen Beurteilung der Identifizierbarkeit und Bewertung der übernommenen Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden und der Bewertung der Anschaffungskosten als Ertrag erfasst.
Beteiligungen an Unternehmen, auf die – in der Regel aufgrund eines Anteilsbesitzes zwischen 20 und 50% – ein maßgeblicher Einfluss ausgeübt werden kann (assoziierte Unternehmen), sowie gemeinschaftlich geführte Unternehmen werden nach der Equity-Methode bilanziert. Anteile an Unternehmen, bei denen aufgrund von vertraglich vereinbarten Minderheitenrechten die Beherrschungsmöglichkeit fehlt, werden auch at equity bewertet.
Bei der Equity-Methode werden die Anteile zunächst mit den Anschaffungskosten angesetzt und in der Folge um die Eigenkapitalveränderungen der Gesellschaft erhöht bzw. vermindert, soweit diese auf die Anteile der Österreichischen Post entfallen. Der mit einem assoziierten Unternehmen verbundene Firmenwert ist im Buchwert des Anteils enthalten und wird gemäß IFRS 3 behandelt.
Forderungen und Verbindlichkeiten, Erträge und Aufwendungen aus dem konzerninternen Lieferungs- und Leistungsaustausch werden eliminiert. Zwischenergebnisse im Konzern werden ebenso neutralisiert, sofern sie nicht von untergeordneter Bedeutung sind.
Die Darstellungswährung des Österreichischen Post Konzerns ist der Euro. Funktionale Währung für Konzerngesellschaften in Österreich und Ländern, die Teilnehmer der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion sind, ist der Euro. Funktionale Währung der übrigen Tochtergesellschaften ist die jeweilige Landeswährung, da diese Gesellschaften ihre Geschäfte in finanzieller, wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht selbstständig betreiben.
Konzerngesellschaften erfassen Geschäftsfälle in ausländischer Währung mit dem am Tag der Transaktion gültigen Referenzkurs. Die Umrechnung der monetären Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in die funktionale Währung erfolgt mit dem am Bilanzstichtag gültigen Devisenreferenzkurs der Europäischen Zentralbank. Daraus resultierende Fremdwährungsgewinne und -verluste werden im Geschäftsjahr ergebniswirksam erfasst.
Für die Umrechnung der Abschlüsse von Konzerngesellschaften, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, wird die modifizierte Stichtagskursmethode angewendet. Alle Bilanzposten mit Ausnahme des Eigenkapitals werden mit dem
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Konzernbilanz Konzern-Cash-Flow-Statement Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals Konzernanhang – Notes Allgemein Konzernanhang – Notes GuV Konzernanhang – Notes Bilanz Konzernanhang – Notes Sonstige Angaben Erklärung aller gesetzlichen Vertreter Bestätigungsvermerk Bericht des Aufsichtsrats
zum Bilanzstichtag gültigen Devisenreferenzkurs der Europäischen Zentralbank umgerechnet, die Eigenkapitalposten mit dem Anschaffungs- oder Entstehungskurs. Die Aufwendungen und Erträge werden mit den durchschnittlichen Devisenreferenzkursen des Geschäftsjahres umgerechnet. Die hieraus entstehenden Währungsumrechnungsdifferenzen werden ergebnisneutral direkt im Eigenkapital erfasst.
Die der Währungsumrechnung zugrunde gelegten Wechselkurse haben sich im Verhältnis zum Euro wie folgt verändert:
| Devisenreferenzkurs am Bilanzstichtag | Jahresdurchschnittskurs | |||
|---|---|---|---|---|
| 1 EUR | 31.12.2008 | 31.12.2009 | 2008 | 2009 |
| Britische Pfund | 0,9525 | 0,8881 | 0,7963 | 0,8909 |
| Bosnische Konvertible Mark | 1,9558 | 1,9558 | 1,9558 | 1,9558 |
| Kroatische Kuna | 7,3555 | 7,3000 | 7,2239 | 7,3400 |
| Schwedische Kronen | 10,8700 | 10,2520 | 9,6152 | 10,6191 |
| Serbische Dinar | 88,6010 | 95,8888 | 81,7127 | 94,0364 |
| Slowakische Kronen | 30,1260 | n.a. | 31,2617 | n.a. |
| Tschechische Kronen | 26,8750 | 26,4730 | 24,9463 | 26,4349 |
| Ungarische Forint | 266,7000 | 270,4200 | 251,5121 | 280,3270 |
Die Erfassung von Umsatzerlösen und sonstigen betrieblichen Erträgen erfolgt dann, wenn die Leistung erbracht wurde, die Höhe der Erträge zuverlässig ermittelbar ist und der wirtschaftliche Nutzen dem Konzern wahrscheinlich zufließen wird. Für am Bilanzstichtag noch nicht ausgelieferte Aufträge sowie für Wertzeichen und Freistempelerlöse, für die von der Österreichischen Post AG noch keine Gegenleistung erbracht wurde, werden entsprechende Umsatzabgrenzungen vorgenommen.
Betriebliche Aufwendungen werden mit Inanspruchnahme der Leistung oder zum Zeitpunkt ihrer Verursachung ergebniswirksam.
Das Ergebnis je Aktie wird ermittelt, indem der auf die Aktionäre der Österreichischen Post AG entfallende Anteil am Periodenergebnis durch den gewichteten Durchschnitt der im Geschäftsjahr 2009 im Umlauf befindlichen Aktien dividiert wird. Während einer Periode zurückgekaufte Aktien werden zeitanteilig für den Zeitraum, in dem sie sich im Umlauf befinden, berücksichtigt. Im dargestellten Geschäftsjahr gab es keine Verwässerungseffekte. Damit entspricht das verwässerte Ergebnis je Aktie dem unverwässerten Ergebnis je Aktie.
Ein Geschäfts- oder Firmenwert ergibt sich als Überschuss des Kaufpreises über das zum beizulegenden Zeitwert bewertete (anteilige) Nettovermögen des gekauften Unternehmens. Firmenwerte werden jährlich auf Werthaltigkeit überprüft. Falls sich Ereignisse oder veränderte Umstände ergeben, die auf eine mögliche Wertminderung hindeuten, ist der Wertminderungstest anlassbezogen durchzuführen. Wertminderungen werden nach den unter Punkt "(i) Wertminderungen" beschriebenen Grundsätzen vorgenommen.
Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte werden mit ihren Anschaffungskosten angesetzt und entsprechend ihrer wirtschaftlichen Nutzungsdauer oder Vertragsdauer von drei bis zehn Jahren linear abgeschrieben. Liegen Anhaltspunkte für eine Wertminderung vor und liegt der erzielbare Betrag unter den fortgeführten Anschaffungskosten, wird eine Abschreibung für Wertminderungen berücksichtigt. Bei Wegfall der Gründe für die Wertminderung werden entsprechende Zuschreibungen vorgenommen.
Bei Markenrechten wird grundsätzlich von einer unbegrenzten Nutzungsdauer ausgegangen, da ein Ende der wirtschaftlichen Nutzung nicht abzusehen ist.
Immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern jährlich einem Wertminderungstest unterzogen. Dies gilt auch dann, wenn keine Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen. Falls sich Ereignisse oder veränderte Umstände ergeben, die auf eine mögliche Wertminderung hindeuten, ist der Wertminderungstest anlassbezogen durchzuführen.
Die im Zusammenhang mit immateriellen Vermögenswerten durchgeführten Werthaltigkeitstests unterliegen den Grundsätzen, die unter Punkt "(i) Wertminderungen" beschrieben werden.
Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, bewertet. Die Abschreibungssätze richten sich nach der erwarteten wirtschaftlichen Nutzungsdauer.
Die planmäßigen Abschreibungen werden linear unter Zugrundelegung folgender konzerneinheitlicher Nutzungsdauern berechnet:
| Gebäude | 20–50 |
|---|---|
| Technische Anlagen und Maschinen | 5–10 |
| Fuhrpark | 2–8 |
| EDV-technische Ausstattung | 3–5 |
| Sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung | 5–20 |
Liegen Anhaltspunkte für eine Wertminderung vor, werden Sachanlagen gemäß den in Punkt "(i) Wertminderungen" angeführten Grundsätzen auf Werthaltigkeit geprüft.
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien umfassen jene Immobilien, die zur Erzielung von Mieteinnahmen und/ oder zum Zweck von Wertsteigerungen gehalten werden und gesondert veräußert werden könnten. Bei einem betrieblich genutzten Anteil erfolgt eine dem prozentuellen Ausmaß der Nutzung entsprechende Zuordnung. In der Bilanz werden die als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien nach der Anschaffungskostenmethode, vermindert um kumulierte Abschreibungen, ausgewiesen. Die Abschreibungen werden dabei linear unter Zugrundelegung einer Nutzungsdauer von 20 bis 50 Jahren vorgenommen. Die Ermittlung der im Anhang angegebenen beizulegenden Zeitwerte der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien wurde großteils von Experten einer Tochtergesellschaft der Österreichischen Post AG unter Anwendung von anerkannten Bewertungstechniken vorgenommen. Die Bewertung erfolgt auf Basis von ertragsorientierten Bewertungsverfahren. Im Regelfall wurde das Ertragswertverfahren und bei komplexeren Objekten das Discounted Cash Flow-Verfahren angewandt. Für unbebaute Grundstücke wurde das Vergleichswertverfahren, auf Basis von erhobenen Vergleichstransaktionen in einem aktiven Markt, für die Wertermittlung herangezogen.
Zu jedem Bilanzstichtag wird geprüft, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung auf Vermögenswerte gemäß IAS 36 vorliegen. Liegen solche Hinweise vor, wird ein Werthaltigkeitstest durchgeführt. Bei immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer sowie bei Firmenwerten wird unabhängig davon, ob Anhaltspunkte vorliegen, jährlich ein Wertminderungstest durchgeführt. Falls sich Ereignisse oder veränderte Umstände ergeben, die auf eine mögliche Wertminderung hindeuten, werden Wertminderungstests auch unterjährig durchgeführt.
Im Rahmen der Wertminderungstests wird der erzielbare Betrag des betreffenden Vermögenswertes ermittelt. Der erzielbare Betrag entspricht dem höheren Betrag aus beizulegendem Zeitwert und dem Nutzungswert.
Sofern der erzielbare Betrag nicht für einen einzelnen Vermögenswert ermittelt werden kann, werden Vermögenswerte zum Zweck des Wertminderungstests zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (ZGE) zugeordnet. ZGE
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werden durch die Zusammenfassung von Vermögenswerten auf der niedrigsten Ebene, die selbstständig Cash-Flows generieren oder für interne Managementzwecke überwacht werden, gebildet. Dementsprechend werden Wertminderungstests auf der Ebene von Untersegmenten oder Konzerngesellschaften durchgeführt.
Im Rahmen des Wertminderungstests werden das Sach- und immaterielle Anlagevermögen einer ZGE, einschließlich jener nach IAS 36 zugeordneten Vermögensgegenstände und Schulden, mit dem erzielbaren Betrag der ZGE verglichen. Ist die Summe dieser Buchwerte einer ZGE höher als der erzielbare Betrag, erfolgt eine Wertminderung in Höhe der Differenz. Bei Wegfall der Wertminderungen erfolgt, ausgenommen bei Firmenwerten, eine Zuschreibung. Der erzielbare Betrag einer ZGE wird mittels Discounted Cash Flow-Methode (DCF) ermittelt. Diese Berechnung basiert auf der Geschäftsjahresplanung für das Jahr 2010, der Mittelfristplanung für einen Zeitraum von drei Jahren (2011 bis 2013) und einer ewigen Rente. In der ewigen Rente werden die für die einzelnen ZGE langfristig erwarteten Wachstumsraten von bis zu 1,0% berücksichtigt. Die Kapitalkosten werden als gewichteter Durchschnitt der Eigen- und Fremdkapitalkosten berechnet (WACC = Weighted Average Cost of Capital) und nach dem Capital Asset Pricing Model (CAPM) nach Maßgabe der individuellen Verhältnisse der ZGE ermittelt. Der WACC betrug im Berichtszeitraum im Euro-Raum 6,9 bis 8,6% und in anderen Ländern 9,2 bis 19,0%.
Sachanlagen werden bei Vorliegen von Hinweisen für eine Wertminderung oder bei Wegfall von Anhaltspunkten, die in Vorperioden zu einer Wertminderung geführt haben, zum Bilanzstichtag gemäß IAS 36 einem Werthaltigkeitstest unterzogen. Liegt der erzielbare Betrag unter den fortgeführten Anschaffungs- und Herstellungskosten, erfolgt eine Wertminderung. Bei Wegfall der Gründe für eine früher vorgenommene Wertminderung werden entsprechende Zuschreibungen vorgenommen. Der infolge der Zuschreibung erhöhte Buchwert darf dabei die fortgeführten Anschaffungs- und Herstellungskosten nicht überschreiten.
Gehen bei geleasten Vermögenswerten alle mit dem Eigentum verbundenen wesentlichen Risiken und Chancen aus dem Leasinggegenstand auf die Österreichische Post über (Finanzierungsleasing gemäß IAS 17), so werden diese zum beizulegenden Zeitwert des Vermögenswerts oder zum niedrigeren Barwert der künftigen Mindestleasingzahlungen im langfristigen Vermögen aktiviert. Die planmäßigen Abschreibungen erfolgen über die wirtschaftliche Nutzungsdauer oder, wenn kürzer, über die Laufzeit des Leasingvertrages. Die aus den Leasingverträgen resultierenden Zahlungsverpflichtungen sind unter den Finanzverbindlichkeiten passiviert.
Im Österreichischen Post Konzern werden finanzielle Vermögenswerte in folgende Klassen gemäß IFRS 7 eingeteilt: Finanzinvestitionen in Wertpapiere, andere Finanzanlagen, Forderungen sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente. Diese finanziellen Vermögenswerte werden den IAS 39-Kategorien "Kredite und Forderungen" (Loans and Receivables), "Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen" (Held to Maturity Investments), "Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte" (Available for Sale Financial Assets) und "Finanzielle Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert durch die Gewinn- und Verlustrechnung" (Financial Assets at Fair Value through Profit or Loss) zugeordnet.
"Kredite und Forderungen" werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Dabei erfolgt die Bewertung bei Zugang mit dem beizulegenden Zeitwert. Ein allenfalls bestehender Unterschied zwischen diesem Wert und dem Tilgungsbetrag (z.B. bei unverzinslichen oder vom Marktniveau abweichenden Zinsen) wird nach der Effektivzinsmethode periodengerecht abgegrenzt und im Finanzergebnis ausgewiesen.
Liegen Anzeichen für eine Wertminderung vor, wird eine ergebniswirksame Wertberichtigung bis auf den Barwert der erwarteten zukünftigen Cash-Flows vorgenommen. Im Post Konzern wird der Anteil der uneinbringlichen Forderungen unter Berücksichtigung der Kunden- und Marktstruktur auf Basis einer Fälligkeitsanalyse ermittelt. Zudem werden Wertminderungen dann erfasst, wenn aufgrund objektiver Hinweise nicht mit der Einbringlichkeit der Forderung zu rechnen ist. Wertberichtigungen werden grundsätzlich über ein Wertberichtigungskonto gebucht. Bei Wegfall der Gründe für die Wertberichtigung erfolgt eine Wertaufholung bis zu den Anschaffungskosten.
"Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte" werden zum Marktwert bilanziert. Unrealisierte Gewinne und Verluste werden bis zur Realisierung unter Berücksichtigung latenter Steuern gesondert im Eigenkapital (Marktbewertung Finanzinstrumente) ausgewiesen. Zu jedem Bilanzstichtag werden die Buchwerte der zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte daraufhin untersucht, ob objektive Anzeichen für eine Wertminderung vorliegen. Objektive Anzeichen sind beispielsweise erhebliche finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners, der Ausfall oder der Verzug von Zins- oder Tilgungszahlungen, der Wegfall eines aktiven Marktes sowie wesentliche Änderungen des wirtschaftlichen, rechtlichen oder marktbezogenen Umfeldes. Ein Wegfall des Wertminderungsgrundes wird bei Eigenkapitalinstrumenten ergebnisneutral und bei den übrigen Finanzinstrumenten ergebniswirksam erfasst. Käufe und Verkäufe werden am Erfüllungstag, d.h. am Valutatag, gebucht.
Andere Finanzanlagen, für die kein geregelter Markt existiert und deren beizulegender Zeitwert auch durch Bewertungsmethoden nicht zuverlässig ermittelt werden kann, werden zu Anschaffungskosten bewertet. Wertminderungen werden ergebniswirksam erfasst. Etwaige Wertaufholungen dürfen weder ergebniswirksam noch ergebnisneutral berücksichtigt werden.
Die Bewertung der Vorräte erfolgt mit dem niedrigeren Betrag aus Anschaffungskosten und Nettoveräußerungswert am Bilanzstichtag. Die Bestandswertermittlung wird nach dem gleitenden Durchschnittspreisverfahren durchgeführt. Wertminderungen aufgrund von Veralterung oder mangelnder Gängigkeit werden bei Ermittlung des Nettoveräußerungswerts berücksichtigt.
Noch nicht abrechenbare Leistungen sind mit dem niedrigeren Betrag aus Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert bewertet.
Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte werden zum niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzt. Langfristige Vermögenswerte werden als zur Veräußerung gehalten klassifiziert, wenn der Buchwert durch ein Veräußerungsgeschäft und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert werden soll. Dies ist grundsätzlich nur dann der Fall, wenn der Verkauf höchstwahrscheinlich ist und der Vermögenswert in seinem aktuellen Zustand zur Veräußerung zur Verfügung steht.
Abfertigungsrückstellungen werden für gesetzliche und vertragliche Ansprüche von Angestellten gebildet. Abfertigungsansprüche haben Mitarbeiter österreichischer Konzerngesellschaften im Falle der Erreichung des Pensionsantrittsalters sowie bei der Beendigung des Dienstverhältnisses durch den Dienstgeber. Die Höhe der Ansprüche ist von der Anzahl der Dienstjahre und dem bei Abfertigungsanfall maßgeblichen Bezug abhängig. Beamte haben grundsätzlich keinen Anspruch auf Abfertigungszahlungen. Die Berechnung erfolgt nach versicherungsmathematischen Grundsätzen nach der Methode der laufenden Einmalprämien (Projected Unit Credit Method), wobei versicherungsmathematische Gewinne und Verluste sofort zur Gänze ergebniswirksam realisiert werden.
Für Angestellte in österreichischen Konzerngesellschaften, deren Dienstverhältnis erst nach dem 31. Dezember 2002 begonnen hat, werden die Abfertigungsverpflichtungen durch die laufende Entrichtung entsprechender Beiträge an die Mitarbeitervorsorgekasse abgegolten. Darüber hinaus besteht für den Österreichischen Post Konzern keine weitere Verpflichtung.
Die Versorgungsverpflichtungen des Österreichischen Post Konzerns umfassen sowohl beitragsorientierte als auch leistungsorientierte Versorgungssysteme.
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Gegenüber Beamten bestehen keine Pensionszusagen. Pensionsleistungen für Beamte werden grundsätzlich durch die Republik Österreich erbracht. Für Mitglieder des Vorstands werden Beiträge an eine Pensionskasse entrichtet. Aufgrund gesetzlicher Bestimmungen ist der Österreichische Post Konzern verpflichtet, Pensionsdeckungsbeiträge an die Republik Österreich zu entrichten. Die Beiträge betragen (einschließlich der von den Beamten selbst zu tragenden Beiträge) seit dem 1. Oktober 2005 je nach Alter und Beitragsgrundlage zwischen 15,8 und 28,3% der Vergütungen an aktive Beamte und werden im Personalaufwand ausgewiesen.
Bestimmten Mitarbeitern des Österreichischen Post Konzerns wurde eine leistungsorientierte Pensionszusage erteilt. Die Berechnung der Rückstellungen für leistungsorientierte Pensionszusagen erfolgt nach der Methode der laufenden Einmalprämien. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden sofort ergebniswirksam erfasst.
Im Österreichischen Post Konzern bestehen zum Teil Verpflichtungen gegenüber Angestellten und Beamten, nach Erreichen eines bestimmten Dienstalters Jubiläumsgelder auszuzahlen.
In Österreich erfolgen Auszahlungen im Falle einer 25-jährigen Dienstzugehörigkeit in Höhe von zwei Monatsgehältern und im Falle einer 40-jährigen Dienstzugehörigkeit in Höhe von vier Monatsgehältern. Mitarbeitern, die zum Zeitpunkt des Pensionsantrittsalters mindestens 35 Dienstjahre aufweisen, wird ebenfalls ein Jubiläumsgeld von vier Monatsgehältern ausgezahlt.
Jubiläumsgeldrückstellungen werden analog zu den Rückstellungen für Abfertigungen und Pensionen nach der Methode der laufenden Einmalprämien ermittelt.
Mit Ausnahme des Zinsaufwandes werden alle Veränderungen aus den Abfertigungs-, Pensions- und Jubiläumsgeldrückstellungen im Personalaufwand ausgewiesen. Der Zinsaufwand wird im Finanzergebnis gezeigt.
Folgende Parameter wurden der Berechnung der Abfertigungs-, Pensions- und Jubiläumsgeldrückstellungen zum 31. Dezember 2008 und 2009 zugrunde gelegt:
| 2008 | 2009 | |
|---|---|---|
| Rechnungszinssatz | 5,0% | 5,0% |
| Gehaltssteigerung/Rentendynamik | gestaffelt (0%–4%) | gestaffelt (0%–4%) |
| Fluktuationsabschlag | gestaffelt (0%–20%) | gestaffelt (0%–20%) |
| Pensionsantrittsalter | ||
| Weibliche Angestellte | 55–67 | 55–67 |
| Männliche Angestellte | 60–67 | 60–67 |
| Beamte | 60–65 | 60–65 |
Rückstellungen für Unterauslastung werden für künftige Personalaufwendungen für Mitarbeiter gebildet, die unkündbar sind (vor allem Beamte) und im Unternehmen nicht mehr oder nur mehr zum Teil zur Leistungserbringung eingesetzt werden können.
Bei diesen Dienstverhältnissen handelt es sich um belastende Verträge im Sinne des IAS 37, bei denen die unvermeidbaren Kosten zur Erfüllung der vertraglichen Verpflichtungen höher sind als der erwartete wirtschaftliche Nutzen. Eine Rückstellung für Unterauslastung wurde für Mitarbeiter gebildet, die dem Karriere- und Entwicklungscenter zugewiesen sind. Darüber hinaus werden Rückstellungen auch für Mitarbeiter gebildet, bei denen eine Versetzung in das Karriere- und Entwicklungscenter beschlossen wurde, für die aber der unternehmensinterne Organisationsänderungsprozess zur Versetzung noch nicht endgültig abgeschlossen wurde bzw. aufgrund eines besonderen Versetzungsschutzes oder Krankheit derzeit nicht möglich ist.
Die Rückstellung wurde unter Anwendung eines einheitlichen durchschnittlichen Unterauslastungsgrades unter Berücksichtigung eines Fluktuationsabschlages ermittelt. Des Weiteren wurden der Berechnung der Rückstellung für Unterauslastung wie im Vorjahr Gehaltssteigerungen von 4,0% und ein Abzinsungssatz von 5,0% zugrunde gelegt. Weiters wird für jene Mitarbeiter vorgesorgt, die sich in einem Verfahren zur Versetzung in den Ruhestand wegen Dienstunfähigkeit befinden. Zusätzlich wurde im Geschäftsjahr 2009 für die Übernahme von Mitarbeitern der Österreichischen Post AG in das Bundesministerium für Inneres bis zum Ende des Refundierungszeitraumes eine Vorsorge gebildet.
Für unkündbare Mitarbeiter, die an ein Logistikunternehmen verleast werden, für die die Österreichische Post AG laut Vertrag nur die kollektivvertragliche Entlohnung dieses Unternehmens vergütet erhält, wurde für den die Vergütung übersteigenden Lohnaufwand einschließlich zurechenbarer Verwaltungskosten durch eine Rückstellung vorgesorgt. Die Berechnung des Rückstellungsbetrags erfolgt als Barwert der bis zur Pensionierung der jeweiligen Mitarbeiter anfallenden Unterdeckung, wobei Gehaltssteigerungen von 4,0% und ein Abzinsungssatz von 5,0% wie im Vorjahr zugrunde gelegt wurden. Diese Rückstellung wurde im Vorjahr unter den sonstigen Rückstellungen ausgewiesen.
Unter den sonstigen Rückstellungen werden gemäß IAS 37 rechtliche oder faktische Verpflichtungen gegenüber Dritten ausgewiesen, die auf zurückliegenden Ereignissen beruhen, bei denen es wahrscheinlich ist, dass sie zu einem Abfluss von Ressourcen führen werden, und bei denen eine verlässliche Schätzung der Höhe der Verpflichtung möglich ist. Die Rückstellungen werden mit jenen Werten angesetzt, die zum Zeitpunkt der Erstellung des Jahresabschlusses nach bester Schätzung ermittelt werden können. Ist eine vernünftige Schätzung des Betrags nicht möglich, unterbleibt die Bildung einer Rückstellung. Unterscheidet sich der auf Basis eines marktüblichen Zinssatzes ermittelte Barwert der Rückstellung wesentlich vom geschätzten Zahlungsbetrag, wird der Barwert der Verpflichtung angesetzt.
Rückstellungen für belastende Verträge werden berücksichtigt, wenn die unvermeidbaren Kosten zur Erfüllung der vertraglichen Verpflichtung höher sind als der erwartete wirtschaftliche Nutzen.
Die im Vorjahr unter diesem Posten ausgewiesene Rückstellung für unkündbare Mitarbeiter, die an ein Logistikunternehmen verleast werden, für die die Österreichische Post AG laut Vertrag nur die kollektivvertragliche Entlohnung dieses Unternehmens vergütet erhält, wurde im Geschäftsjahr 2009 in die Rückstellungen für Unterauslastung umgegliedert (siehe (o)).
Restrukturierungsrückstellungen werden gemäß IAS 37 angesetzt, wenn ein ausreichend detaillierter, formaler Plan vorliegt und mit den Restrukturierungsmaßnahmen bereits begonnen oder der Plan bereits vor dem Bilanzstichtag veröffentlicht wurde.
Im Österreichischen Post Konzern werden finanzielle Schulden gemäß IAS 39 in die Klassen Finanzverbindlichkeiten und Verbindlichkeiten unterteilt. Finanzverbindlichkeiten werden bei Zuzählung in Höhe des tatsächlich zugeflossenen Betrags abzüglich Transaktionskosten und zu-/abzüglich eines Agios/Disagios erfasst. Der Unterschied zwischen dem erhaltenen Betrag und dem Rückzahlungsbetrag wird über die Laufzeit nach der Effektivzinsmethode verteilt und im Finanzergebnis erfasst.
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und andere Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt.
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Der für das Geschäftsjahr ausgewiesene Ertragsteueraufwand umfasst die für die einzelnen Gesellschaften aus dem steuerpflichtigen Einkommen und dem im jeweiligen Land anzuwendenden Steuersatz errechnete Ertragsteuer ("tatsächliche Steuer") sowie die Veränderung der latenten Steuern.
Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt nach der Balance Sheet Liability-Methode für alle temporären Differenzen zwischen der IFRS-Bilanz und der Steuerbilanz. Weiters wird der wahrscheinlich realisierbare Steuervorteil aus bestehenden Verlustvorträgen in die Ermittlung einbezogen. Keine Berücksichtigung von latenten Steuern erfolgt bei Unterschiedsbeträgen aus steuerlich nicht absetzbaren Firmenwerten und mit Beteiligungen zusammenhängenden temporären Unterschieden, soweit sich diese in absehbarer Zeit nicht umkehren. Aktive latente Steuern werden angesetzt, wenn es wahrscheinlich ist, dass der enthaltene Steuervorteil realisierbar ist. Der Ansatz von aktiven latenten Steuern auf steuerliche Verlustvorträge erfolgt in dem Umfang, in dem es wahrscheinlich ist, dass in absehbarer Zeit steuerpflichtiges Einkommen zur Verfügung steht.
Die latenten Steuern werden auf Basis der Steuersätze ermittelt, die in den einzelnen Ländern zum Bilanzstichtag gelten oder für den Zeitpunkt bereits beschlossen sind, in dem die latenten Steueransprüche und -schulden realisiert werden. Für österreichische Konzernunternehmen wurde zur Ermittlung der Steuerabgrenzungen ein Körperschaftsteuersatz von 25% angewendet.
Die nachfolgende Tabelle zeigt die für ausländische Gesellschaften bei der Berechnung der latenten Ertragsteuern angewandten Steuersätze:
| Land | Steuersatz | Land | Steuersatz | |
|---|---|---|---|---|
| Belgien | 34,0% | Niederlande | 25,5% | |
| Bosnien und Herzegowina | 10,0% | Schweden | 26,3% | |
| Deutschland | 28,1% – 32,3% | Serbien | 10,0% | |
| Frankreich | 33,3% | Slowakei | 19,0% | |
| Großbritannien | 28,0% | Tschechien | 20,0% | |
| Kroatien | 20,0% | Ungarn | 19,0% | |
| Montenegro | 9,0% |
Zur Begrenzung und Steuerung von bestehenden Zins- und Rohstoffpreisänderungen werden einzelne derivative Finanzinstrumente eingesetzt.
Sämtliche derivativen Finanzinstrumente werden als Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten bilanziert. Derivative Finanzinstrumente und eingebettete derivative Finanzinstrumente, die integraler Bestandteil von bestimmten Verträgen sind und gesondert ausgewiesen werden müssen, werden bei Zugang und in den Folgeperioden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Unrealisierte Bewertungsgewinne und -verluste aus derivativen Finanzgeschäften sind ergebniswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.
Derivative Finanzinstrumente (Sicherungsgeschäfte), die der Absicherung von bilanzierten Vermögenswerten und Verbindlichkeiten dienen, werden zum beizulegenden Zeitwert angesetzt. Bewertungsgewinne und -verluste werden sofort ergebniswirksam erfasst.
Derivative Finanzinstrumente (Sicherungsgeschäfte), die der Absicherung von künftigen Zahlungsstromschwankungen aus in der Bilanz nicht angesetzten Vermögenswerten und Verbindlichkeiten dienen, werden ebenfalls zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Der effektive Teil des Gewinns oder Verlusts der Absicherung wird direkt in einem eigenen Eigenkapitalposten erfasst. Ein eventuell daraus resultierender ineffektiver Teil wird im Finanzergebnis ausgewiesen.
Im Rahmen des Börsegangs im Geschäftsjahr 2006 wurde vom Vorstand und Aufsichtsrat der Österreichischen Post AG die Einführung eines aktienbasierten Vergütungsprogramms für Führungskräfte beschlossen. Teilnahmeberechtigt waren die Vorstandsmitglieder und ausgewählte leitende Angestellte, soweit sie nach vorgegebenen Richtlinien eine bestimmte Anzahl an Post-Aktien erworben hatten und dieses Eigeninvestment über die Programmlaufzeit hielten. Den Planteilnehmern wurden aus dem aktienbasierten Vergütungsprogramm 2006 Wertrechte mit einer Laufzeit von drei Jahren und aus dem Programm 2007 Wertrechte mit einer Laufzeit von zwei Jahren gewährt.
Die Bewegungen der gewährten Wertrechte stellen sich für die Geschäftsjahre 2008 und 2009 wie folgt dar:
| 2008 | 2009 |
|---|---|
| Ausstehend zum 1. Jänner 109.124 |
106.928 |
| Ausgegeben 0 |
0 |
| Ausgeübt 0 |
0 |
| Verfallen/verwirkt 2.196 |
106.928 |
| Ausstehend zum 31. Dezember 106.928 |
0 |
Am Ende der Laufzeit erfolgte die Vergütung der Planteilnehmer durch einen Geldbetrag in Höhe des Werts der eingeräumten Wertrechte. Dieser Wert ergab sich aus dem Durchschnitt der Börsekurse der Post-Aktie an den letzten 60 Handelstagen vor dem Ende der Laufzeit multipliziert mit einem von der Gesamtrendite der Post-Aktie abhängigen Faktor.
Nach dem Ende der Laufzeit beider Vergütungsprogramme im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden keine weiteren mehr angeboten.
Die Erstellung des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den IFRS erfordert bei der Anwendung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Ermessensbeurteilungen sowie die Festlegung von Annahmen über zukünftige Entwicklungen durch die Unternehmensleitung, die den Ansatz und den Wert der Vermögenswerte und Schulden, die Angabe von sonstigen Verpflichtungen zum Bilanzstichtag und den Ausweis von Erträgen und Aufwendungen des Geschäftsjahres wesentlich beeinflussen. Insbesondere bei folgenden Annahmen und Schätzungen besteht ein Risiko, dass es in zukünftigen Geschäftsjahren zu einer Anpassung von Vermögenswerten und Schulden kommen kann.
Der Bewertung der bestehenden Abfertigungs-, Pensions- und Jubiläumsgeldrückstellungen (Buchwert 31.12.2009: 171,9 Mio EUR; 31.12.2008: 165,8 Mio EUR) liegen Annahmen zum Abzinsungssatz, zum Pensionsantrittsalter, zur Lebenserwartung, zu Fluktuationsraten und zu künftigen Gehaltserhöhungen zugrunde.
Eine Änderung des Rechnungszinssatzes um +/–1 Prozentpunkt sowie eine Änderung der Gehaltssteigerung/Rentendynamik um +/–1 Prozentpunkt hätte bei Gleichbleiben aller übrigen Parameter folgende Auswirkungen auf die Höhe der in der Tabelle angeführten Rückstellungen:
| Mio EUR | Rechnungszinssatz | Gehaltssteigerung/ Rentendynamik |
||
|---|---|---|---|---|
| –1%-Punkt | +1%-Punkt | –1%-Punkt | +1%-Punkt | |
| Abfertigungen | 10,9 | –10,9 | –10,9 | 10,7 |
| Pensionen | 0,7 | –0,7 | –0,6 | 0,5 |
| Jubiläumsgelder | 9,1 | –8,3 | –9,1 | 8,4 |
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Konzernbilanz Konzern-Cash-Flow-Statement Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals Konzernanhang – Notes Allgemein Konzernanhang – Notes GuV Konzernanhang – Notes Bilanz Konzernanhang – Notes Sonstige Angaben Erklärung aller gesetzlichen Vertreter Bestätigungsvermerk Bericht des Aufsichtsrats
Zur Bewertung der Rückstellung für Unterauslastung einzelner Organisationseinheiten (Buchwert 31.12.2009: 285,6 Mio EUR; 31.12.2008: 307,8 Mio EUR) werden Annahmen über den künftigen Auslastungsgrad der betroffenen Mitarbeiter getroffen. Je nach tatsächlicher Entwicklung des Auslastungsgrads dieser Mitarbeiter und dem Erfolg der von der Österreichischen Post durchgeführten Umschulungsmaßnahmen kann der zukünftige Auslastungsgrad höher oder geringer ausfallen. Wäre der durchschnittliche Auslastungsgrad aller zum 31. Dezember 2009 berücksichtigten Mitarbeiter z.B. um 10 Prozentpunkte geringer bzw. höher gewesen als tatsächlich beobachtet, hätte sich zum 31. Dezember 2009 ein zusätzlicher (geringerer) Rückstellungsbedarf von 32,8 Mio EUR (34,1 Mio EUR) ergeben.
Der Berechnung der Rückstellung für Unterauslastung liegen weiters Annahmen über Fluktuation, Pensionsantrittsalter, Abzinsungssatz und künftige Gehaltssteigerungen zugrunde. Die Erhöhung (Verminderung) des angenommenen Rechnungszinssatzes um z.B. 1 Prozentpunkt würde zu einer Verminderung (Erhöhung) der Rückstellung um 19,5 Mio EUR (22,2 Mio EUR) führen. Die Erhöhung (Verminderung) der angenommenen Gehaltssteigerung um 1 Prozentpunkt hätte eine Erhöhung (Verminderung) der Rückstellung von 21,8 Mio EUR (19,5 Mio EUR) zur Folge.
Im Rahmen von Unternehmenserwerben sind Schätzungen im Zusammenhang mit der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte und Schulden erforderlich. Immaterielle Vermögenswerte werden je nach Art des Vermögenswerts und der Verfügbarkeit von Informationen anhand einer geeigneten Bewertungsmethode (siehe dazu Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden"; Punkt "3. (a) Konsolidierungsgrundsätze") ermittelt. Beizulegende Zeitwerte von Grundstücken und Gebäuden werden in der Regel durch unabhängige Experten bewertet.
Die Beurteilung der Werthaltigkeit von immateriellen Vermögenswerten, Firmenwerten und Sachanlagen basiert auf zukunftsbezogenen Annahmen. Die verwendeten Annahmen, die der Ermittlung des erzielbaren Betrags im Zuge der Wertminderungstests zugrunde gelegt wurden, werden in Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" unter Punkt "3. (i) Wertminderungen" erläutert.
Zur Beurteilung der Werthaltigkeit von Finanzinstrumenten, für die kein aktiver Markt vorhanden ist, werden alternative finanzmathematische Bewertungsmethoden herangezogen. Die der Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts zugrunde gelegten Parameter beruhen teilweise auf zukunftsbezogenen Annahmen. Diese werden in den entsprechenden Abschnitten erläutert.
Im Geschäftsjahr 2009 hat der Österreichische Post Konzern die nachfolgend dargestellten und vom IASB herausgegeben Standards, Interpretationen und Änderungen zu bestehenden Standards nicht vorzeitig angewandt:
| Neue Standards und Interpretationen | Inkrafttreten¹ | in EU anerkannt | |
|---|---|---|---|
| IFRS 9 | Finanzinstrumente | 1. 1. 2013 | – |
| IFRIC 17 | Sachdividenden an Eigentümer | 1. 7. 2009 | Nov 09 |
| IFRIC 19 | Tilgung finanzieller Verbindlichkeiten mit Eigenkapitalinstrumenten | 1. 7. 2010 | – |
| IFRS 1 | Erstmalige Anwendung der IFRS | 1. 7. 2009 | Nov 09 |
|---|---|---|---|
| IFRS 1 | Zusätzliche Befreiungen für die erstmalige Anwendung der IFRS | 1. 1. 2010 | – |
| IFRS 1 | Anpassungen aufgrund des geänderten IFRS 7 | 1. 7. 2010 | – |
| IFRS 2 | Anteilsbasierte Vergütungen | 1. 1. 2010 | – |
| IFRS 3/IAS 27 | Unternehmenszusammenschlüsse | ||
| Konzern- und separate Einzelabschlüsse nach IFRS | 1. 7. 2009 | Jun 09 | |
| IAS 24 | Angaben über Beziehungen zu nahe stehenden | ||
| Unternehmen und Personen | 1. 1. 2011 | – | |
| IAS 32 | Finanzinstrumente: Klassifizierung von Bezugsrechten | 1. 2. 2010 | Dez 09 |
| IAS 39 | Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung – Zulässige Grundgeschäfte | ||
| im Rahmen von Sicherungsbeziehungen | 1. 7. 2009 | Sept 09 | |
| IAS 39/IFRIC 9 | Finanzinstrumente – Eingebettete Derivate | 1. 7. 2009 | Nov 09 |
| IFRIC 14 | Freiwillig vorausgezahlte Beiträge im Rahmen von | ||
| Mindestfinanzierungsvorschriften | 1. 1. 2011 | – | |
| Diverse | Jährliche Improvements to IFRS 2009 | im Wesentlichen | |
| 1. 1. 2010 | – |
¹ Anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem angegebenen Datum beginnen
Der neu veröffentlichte Standard IFRS 9 "Finanzinstrumente" regelt die Bewertung und Darstellung von Finanzinstrumenten und soll schrittweise IAS 39 "Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung" ersetzen. Die im November 2009 veröffentlichte erste Projektphase zur Ersetzung von IAS 39 bezieht sich auf die Klassifizierung und Bewertung von Finanzinstrumenten. Der Konzern unterzieht die Veröffentlichungen im Zusammenhang mit IFRS 9 einer laufenden Evaluierung bezüglich der Anwendbarkeit und der Auswirkungen im Post Konzern.
Der überarbeitete IFRS 2 "Anteilsbasierte Vergütungen" stellt im Wesentlichen die Bilanzierung von anteilsbasierten Vergütungen mit Barausgleich innerhalb des Konzerns im Einzelabschluss einer Tochtergesellschaft klar. Mit den Änderungen werden Regelungen in IFRS 2 übernommen, die bisher in IFRIC 8 "Anwendungsbereich von IFRS 2" und IFRIC 11 "IFRS 2 – Konzerninterne Geschäfte und Geschäfte mit eigenen Anteilen" enthalten waren. Die Anwendung der überarbeiteten Fassung wird keinen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse haben.
Der geänderte Standard IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse" hat Auswirkungen auf die Behandlung der Anschaffungskosten sowie auf die Bilanzierung bei sukzessivem Erwerb und Anteilsveränderungen mit Verlust oder Beibehaltung der Kontrolle. Neben der Erweiterung des Anwendungsbereiches enthält der überarbeitete Standard ein Wahlrecht für den Ansatz des Geschäftswertes. Weiters sind Rechnungslegungsänderungen im Zusammenhang mit bedingten Gegenleistungen enthalten. Auswirkungen ergeben sich zudem auf die Bewertung von zurückerworbenen Rechten, Eventualschulden, Entschädigungsansprüchen und immateriellen Vermögenswerten sowie aufgrund der Neubeurteilung der Erstbewertung und Klassifizierung auf den Ansatz der mit dem Unternehmen erworbenen Vermögenswerte und Schulden. Der aktualisierte IAS 27 "Konzern- und separate Einzelabschlüsse nach IFRS" regelt neben der mit IFRS 3 verbundenen überarbeiteten Bewertung bei Teilabgängen von Tochterunternehmen außerdem die Bilanzierung von nicht kontrollierenden Anteilen neu. Der Konzern rechnet derzeit mit keinen wesentlichen Auswirkungen auf die Darstellung des Konzernabschlusses sowie auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Österreichischen Post Konzerns bei Anwendung der Änderungen in IFRS 3.
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Konzernbilanz Konzern-Cash-Flow-Statement Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals Konzernanhang – Notes Allgemein Konzernanhang – Notes GuV Konzernanhang – Notes Bilanz Konzernanhang – Notes Sonstige Angaben Erklärung aller gesetzlichen Vertreter Bestätigungsvermerk Bericht des Aufsichtsrats
Der Konzern geht derzeit nicht davon aus, dass die Anwendung von IAS 24, welcher die Definition von nahe stehenden Unternehmen und Personen verdeutlicht und die Angabepflichten von staatlich beeinflussten Unternehmen vereinfacht, eine wesentliche Auswirkung auf die Darstellung des Konzernabschlusses der Österreichischen Post AG haben wird.
Im aktualisierten IAS 32 ist unter anderem die Bilanzierung von Bezugsrechten, Optionen und Optionsscheinen auf den Erwerb einer festen Anzahl von Eigenkapitalinstrumenten beim Emittenten in anderen als der funktionellen Währung geregelt. Die überarbeiteten Rechnungslegungsverlautbarungen von IAS 32 haben derzeit keinen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Österreichischen Post Konzerns.
Aufgrund der Regelungen in IAS 19.58 dürfen Vermögenswerte aus einem leistungsorientierten Plan nur angesetzt werden, wenn daraus ein künftiger wirtschaftlicher Nutzen aus Ansprüchen auf Minderung oder Rückerstattung von Beitragsleistungen resultiert. IFRIC 14 enthält Klarstellungen, wann derartige künftige Vorteile als verfügbar anzusehen sind. Aus den Änderungen in IFRIC 14 ergeben sich keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Österreichischen Post AG.
Aufgrund der neuen Interpretationen IFRIC 17 und IFRIC 19, des geänderten Standards IFRS 1 und IAS 39 sowie der geänderten Interpretationen IFRIC 9 ergeben sich derzeit keine Auswirkungen auf den Abschluss des Konzerns. Im Rahmen der jährlichen "Improvements to IFRS" werden kleinere Änderungen an den bereits bestehenden Standards und Interpretationen vorgenommen. Die Österreichische Post untersucht derzeit mögliche Auswirkungen auf den Konzernabschluss, geht jedoch nicht von wesentlichen Auswirkungen für den Konzernabschluss aus.
Im Österreichischen Post Konzern erfolgt die Identifizierung der berichtspflichtigen Segmente auf Basis der divisionalen Organisationsstruktur, welche die unterschiedlichen Dienstleistungen widerspiegelt.
Die Haupttätigkeit der Division Brief besteht in der Annahme und Zustellung von Brief- und anderen Postsendungen in Österreich und deren Weiterleitung ins Ausland. Des Weiteren fallen die Annahme und Zustellung von adressierten und unadressierten Werbesendungen, Zeitungen und Regionalmedien sowie eine Reihe von Zusatzdienstleistungen auf dem Gebiet des Direct Marketing in das Tätigkeitsfeld dieser Division. Dienstleistungen entlang der Wertschöpfungskette (Daten- und Output-Management, Dokumentenscanning sowie Konzeption und Produktion von Dokumenten und Direct Mailings) ergänzen das Angebot.
Die Division Paket & Logistik bietet Paket-, Express- und Logistikdienstleistungen in Österreich, Deutschland sowie in Südost-/Osteuropa an. Im Rahmen der Logistikdienstleistungen liegt das Hauptaugenmerk auf den Bereichen Kombifracht, Pharma- und temperaturgeführte Transporte sowie auf B2B- und B2C-Paketdienstaktivitäten.
Die Division Filialnetz verfügt über eines der größten flächendeckenden Vertriebsnetze in Österreich. Das Dienstleistungs- und Produktspektrum umfasst Postdienstleistungen, Finanzdienstleistungen in Kooperation mit der BAWAG P.S.K. sowie ein breites Sortiment von Handelswaren und Angeboten im Bereich Philatelie.
Den Divisionen nicht zuordenbare Aktivitäten werden als Sonstiges gezeigt. Sie umfassen z.B. den Bereich der Immobilien, EDV-Dienstleistungen sowie die Organisationseinheit Karriere- und Entwicklungscenter.
In der Spalte Konsolidierung wird die Eliminierung der Beziehungen zwischen den Divisionen vorgenommen.
| Mio EUR | Brief | Paket & Logistik |
Filialnetz | Sonstiges | Konsoli- dierung |
Konzern |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Geschäftsjahr 2008 | ||||||
| Außenumsatz | 1.460,0 | 785,9 | 192,2 | 6,6 | –3,3 | 2.441,4 |
| Innenumsatz | 45,3 | 30,1 | 206,3 | 172,3 | –454,0 | 0,0 |
| Umsatz gesamt | 1.505,3 | 816,0 | 398,5 | 178,9 | –457,3 | 2.441,4 |
| Ergebnis der | ||||||
| betrieblichen Tätigkeit | 253,8 | –25,5 | 14,5 | –74,5 | 0,0 | 168,3 |
| Ergebnis aus | ||||||
| assoziierten Unternehmen | 0,6 | 0,0 | 0,0 | 0,5 | 0,0 | 1,2 |
| EBIT | 254,5 | –25,5 | 14,5 | –74,0 | 0,0 | 169,5 |
| Segmentvermögen | 441,7 | 474,3 | 54,1 | 455,8 | –0,5 | 1.425,4 |
| Anteile an | ||||||
| assoziierten Unternehmen | 7,1 | 0,0 | 0,0 | 0,2 | 0,0 | 7,3 |
| Segmentverbindlichkeiten | 339,1 | 143,1 | 75,6 | 388,0 | –5,4 | 940,4 |
| Segmentinvestitionen | 42,0 | 52,1 | 4,5 | 29,0 | 0,0 | 127,5 |
| Abschreibungen | 42,6 | 60,3 | 6,0 | 43,2 | 0,0 | 152,2 |
| davon Wertminderungen erfolgswirksam | 8,0 | 33,4 | 0,0 | 6,0 | 0,0 | 47,4 |
| Mitarbeiter¹ | 15.835 | 4.066 | 4.931 | 2.169 | 0 | 27.002 |
| Mio EUR | Brief | Paket & Logistik |
Filialnetz | Sonstiges | Konsoli- dierung |
Konzern |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Geschäftsjahr 2009 | ||||||
| Außenumsatz | 1.396,8 | 768,4 | 189,6 | 4,4 | –2,2 | 2.356,9 |
| Innenumsatz | 50,1 | 24,2 | 185,2 | 169,1 | –428,6 | 0,0 |
| Umsatz gesamt | 1.446,9 | 792,6 | 374,8 | 173,4 | –430,8 | 2.356,9 |
| Ergebnis der | ||||||
| betrieblichen Tätigkeit | 216,5 | –9,3 | –9,2 | -54,0 | 0,3 | 144,3 |
| Ergebnis aus | ||||||
| assoziierten Unternehmen | 4,6 | 0,0 | 0,0 | 0,5 | 0,0 | 5,1 |
| EBIT | 221,1 | –9,3 | –9,2 | –53,5 | 0,3 | 149,4 |
| Segmentvermögen | 368,1 | 424,1 | 54,7 | 485,2 | –1,0 | 1.331,1 |
| Anteile an | ||||||
| assoziierten Unternehmen | 8,1 | 0,0 | 0,0 | 0,3 | 0,0 | 8,3 |
| Segmentverbindlichkeiten | 310,8 | 107,4 | 75,3 | 436,3 | –4,7 | 925,1 |
| Segmentinvestitionen | 23,1 | 22,8 | 3,3 | 25,1 | 0,0 | 74,3 |
| Abschreibungen | 50,0 | 29,8 | 5,9 | 34,0 | 0,0 | 119,8 |
| davon Wertminderungen erfolgswirksam | 17,9 | 4,1 | 0,0 | 0,4 | 0,0 | 22,4 |
| Mitarbeiter¹ | 15.232 | 3.976 | 4.719 | 1.994 | 0 | 25.921 |
¹ Periodendurchschnitt, Vollzeitkräfte
Internes und externes Rechnungswesen sind im Österreichischen Post Konzern harmonisiert. Es gibt keine Unterschiede zwischen den Bewertungen des Segmentergebnisses, des Segmentvermögens und der Segmentverbindlichkeiten und jenen des Konzerns.
Der Außenumsatz des Konzerns entspricht der Summe der Segmentumsatzerlöse mit externen Kunden nach Konsolidierung der intersegmentären Leistungsbeziehungen. Der Innenumsatz stellt die Umsätze aus der internen Leistungsverrechnung mit anderen Segmenten dar. Über die leistungsspezifische Verrechnung hinaus leistet die Division Brief der Division Filialnetz zur Abgeltung der sich aus der Universaldienstverpflichtung ergebenden Aufwendungen einen Infrastrukturbeitrag.
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Konzernbilanz Konzern-Cash-Flow-Statement Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals Konzernanhang – Notes Allgemein Konzernanhang – Notes GuV Konzernanhang – Notes Bilanz Konzernanhang – Notes Sonstige Angaben Erklärung aller gesetzlichen Vertreter Bestätigungsvermerk Bericht des Aufsichtsrats
Das Segmentvermögen umfasst das langfristige Vermögen (ohne Finanzinvestitionen in Wertpapiere und andere Finanzanlagen, Anteile an assoziierten Unternehmen und latenten Steuern) und das kurzfristige Vermögen (ohne Finanzinvestitionen in Wertpapiere und andere Finanzanlagen, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente und Forderungen aus Ertragsteuern sowie Zinsabgrenzungen).
Als Segmentverbindlichkeiten werden langfristige Verbindlichkeiten (ohne Finanzverbindlichkeiten und latente Steuern) und kurzfristige Verbindlichkeiten (ohne Finanzverbindlichkeiten, Verbindlichkeiten sowie Rückstellungen für Ertragsteuern und Verbindlichkeiten aus Zinsabgrenzungen) gezeigt.
Die Segmentinvestitionen beinhalten Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Firmenwerte sowie Sachanlagen.
Die Abschreibungen (planmäßige Abschreibungen und Abschreibungen für Wertminderungen) resultieren aus den der jeweiligen Division zugeordneten Vermögenswerten.
Die Anzahl der Mitarbeiter auf Segmentebene wird auf Basis von Vollzeitäquivalenten der durchschnittlichen Zahl der Arbeitnehmer im Geschäftsjahr dargestellt.
Die Überleitung von Segmentvermögen und -schulden auf die entsprechenden Konzernwerte stellt sich folgendermaßen dar:
| Überleitung Vermögen | ||
|---|---|---|
| Mio EUR | 2008 | 2009 |
| Segmentvermögen | 1.425,4 | 1.331,1 |
| Anteile an assoziierten Unternehmen | 7,3 | 8,3 |
| Den Segmenten nicht zugeordnete Vermögenswerte: | ||
| Wertpapiere und andere Finanzanlagen | 132,4 | 98,1 |
| Aktive latente Steuern | 59,2 | 43,2 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 248,1 | 293,8 |
| Sonstige Zins- und Steuerforderungen | 2,2 | 0,7 |
| Konzernvermögen | 1.874,6 | 1.775,3 |
| Mio EUR 2008 |
2009 |
|---|---|
| Segmentschulden 940,4 |
925,1 |
| Den Segmenten nicht zugeordnete Schulden: | |
| Lang- und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 148,6 |
126,8 |
| Passive latente Steuern 24,3 |
15,4 |
| Ertragsteuerrückstellungen 13,1 |
33,9 |
| Sonstige Zins- und Steuerverbindlichkeiten 6,7 |
0,4 |
| Konzernverbindlichkeiten 1.133,1 |
1.101,6 |
Nach Regionen werden im Österreichischen Post Konzern folgende Segmente unterschieden:
| Mio EUR | Österreich | Deutschland | Andere Länder | Konzern |
|---|---|---|---|---|
| Geschäftsjahr 2008 | ||||
| Außenumsatz | 1.685,9 | 610,0 | 145,5 | 2.441,4 |
| Segmentvermögen | 997,1 | 328,9 | 99,5 | 1.425,5 |
| davon kurzfristig | 749,5 | 235,0 | 69,0 | 1.053,5 |
| Segmentinvestitionen | 74,3 | 17,4 | 35,8 | 127,5 |
| Mio EUR | Österreich | Deutschland | Andere Länder | Konzern |
| Geschäftsjahr 2009 | ||||
| Außenumsatz | 1.650,1 | 566,3 | 140,5 | 2.356,9 |
| Segmentvermögen | 920,8 | 309,7 | 100,7 | 1.331,1 |
| davon kurzfristig | 693,6 | 228,6 | 69,6 | 991,8 |
| Segmentinvestitionen | 46,5 | 15,8 | 11,9 | 74,3 |
Die Umsätze werden nach dem Standort der leistungserbringenden Gesellschaft gezeigt.
Das ausgewiesene Segmentvermögen sowie die Investitionen werden entsprechend den Standorten der Vermögenswerte ausgewiesen.
Im Österreichischen Post Konzern besteht keine Abhängigkeit von wichtigen Kunden, über die gemäß IFRS 8 zu berichten wäre.
| Mio EUR | 2008 | 2009 |
|---|---|---|
| Aktivierte Eigenleistungen | 3,2 | 2,5 |
| Abgang von Sachanlagen | 16,0 | 24,0 |
| Mieten und Pachten | 23,9 | 25,2 |
| Weiterverrechnete Aufwendungen | 3,1 | 5,9 |
| Abgeltungen von Schadensfällen | 2,4 | 2,8 |
| Andere | 32,5 | 29,3 |
| 81,0 | 89,6 |
Für einen Teil der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien werden Mieterträge aus in der Regel kündbaren Operating-Mietverhältnissen vereinnahmt. Die abgeschlossenen Mietverträge beinhalten Indexierungen der Mieten sowie mittel- bis langfristige Vertragslaufzeiten.
Die in 2009 erwirtschafteten Miet-, Leasing- und Pachterträge stammen im Wesentlichen von der Österreichischen Post AG. Die entsprechenden Vermögenswerte sind in der Bilanz mit einem Buchwert in Höhe von 233,0 Mio EUR erfasst.
In den anderen sonstigen betrieblichen Erträgen sind erfolgswirksam erfasste Erträge aus Währungsumrechnung in Höhe von 0,8 Mio EUR (2008: 2,0 Mio EUR) enthalten.
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Konzernbilanz Konzern-Cash-Flow-Statement Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals Konzernanhang – Notes Allgemein Konzernanhang – Notes GuV Konzernanhang – Notes Bilanz Konzernanhang – Notes Sonstige Angaben Erklärung aller gesetzlichen Vertreter Bestätigungsvermerk Bericht des Aufsichtsrats
| Mio EUR | 2008 | 2009 |
|---|---|---|
| Material | ||
| Treib- und Brennstoffe | 28,2 | 29,4 |
| Handelswaren | 51,1 | 50,8 |
| Wertzeichen | 3,7 | 3,3 |
| Betriebsmittel, Bekleidung | 19,5 | 20,8 |
| Ersatzteile, Sonstiges | 2,5 | 2,1 |
| Industriepapier | 21,9 | 19,3 |
| Bewertungsänderungen | 1,2 | 1,0 |
| 128,2 | 126,7 | |
| Bezogene Leistungen | ||
| Internationale Postbetreiber | 72,1 | 65,2 |
| Werbemittelverteiler | 30,8 | 31,9 |
| Energie | 20,1 | 24,0 |
| Transporte | 492,0 | 477,1 |
| Andere | 35,1 | 41,2 |
| 650,0 | 639,4 | |
| 778,2 | 766,1 |
| Mio EUR | 2008 | 2009 |
|---|---|---|
| Löhne und Gehälter | 859,3 | 877,2 |
| Abfertigungen | 24,5 | 21,3 |
| Altersversorgung | 0,5 | 0,2 |
| Gesetzlich vorgeschriebene Abgaben und Beiträge | 227,7 | 229,2 |
| Andere Personalaufwendungen | 7,3 | 11,5 |
| 1.119,2 | 1.139,3 |
Im Geschäftsjahr 2009 wurden aufwandswirksame Beiträge an die Mitarbeitervorsorgekasse (MVK) betreffend beitragsorientierte Abfertigungsverpflichtungen in Höhe von 1,5 Mio EUR (2008: 1,4 Mio EUR) erfasst.
Die Aufwendungen für Abfertigungen gliedern sich wie folgt:
| Mio EUR | 2008 | 2009 |
|---|---|---|
| Vorstände | 0,2 | 0,1 |
| Leitende Angestellte | 0,9 | 1,1 |
| Andere Arbeitnehmer | 23,3 | 20,1 |
| 24,5 | 21,3 |
Die Pensionsdeckungsbeiträge an die Republik Österreich betrugen (nach Abzug der von den Beamten geleisteten Pensionsbeiträge) für das Geschäftsjahr 2009 ebenso wie für das Geschäftsjahr 2008 65,9 Mio EUR.
Die durchschnittliche Anzahl der Arbeitnehmer betrug im Geschäftsjahr:
| 2008 | 2009 | |
|---|---|---|
| Arbeiter | 2.126 | 2.127 |
| Angestellte | 14.153 | 13.763 |
| Beamte | 12.991 | 12.260 |
| Lehrlinge | 56 | 59 |
| 29.326 | 28.209 | |
| Entsprechende Vollzeitkraftäquivalente | 27.002 | 25.921 |
| Mio EUR | 2008 | 2009 |
|---|---|---|
| Wertminderungen Firmenwerte | 24,8 | 17,6 |
| Abschreibungen immaterielle Vermögenswerte | ||
| Planmäßige Abschreibungen | 14,3 | 12,2 |
| Wertminderungen | 16,0 | 4,4 |
| 30,3 | 16,6 | |
| Abschreibungen Sachanlagen | ||
| Planmäßige Abschreibungen | 87,1 | 81,8 |
| Wertminderungen | 6,7 | 0,0 |
| 93,8 | 81,8 | |
| Abschreibungen als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | ||
| Planmäßige Abschreibungen | 3,3 | 3,3 |
| Abschreibungen für Wertminderungen | 0,0 | 0,4 |
| 3,3 | 3,7 | |
| 152,2 | 119,8 |
Die Wertminderungstests zum 31. Dezember 2009 ergaben einen Wertminderungsbedarf auf Firmenwerte in Höhe von 17,6 Mio EUR, der in Höhe von 15,9 Mio EUR dem Segment Brief und in Höhe von 1,7 Mio EUR dem Segment Paket & Logistik zugeordnet ist. Davon entfallen 1,3 Mio EUR auf die bosnische Pakettochtergesellschaft 24VIP und 0,4 Mio EUR auf trans-o-flex Ungarn. Die im Segment Brief ausgewiesene Abschreibung für Wertminderung auf den Firmenwert betrifft ausschließlich die zahlungsmittelgenerierende Einheit meiller.
Die Wertminderung von immateriellen Vermögenswerten in Höhe von 4,4 Mio EUR betrifft Kundenbeziehungen. Die Wertminderungen werden in Höhe von 2,0 Mio EUR im Segment Brief und in Höhe von 2,4 Mio EUR im Segment Paket & Logistik ausgewiesen.
Der Wertminderungsbedarf bei Firmenwerten und Kundenbeziehungen resultierte in beiden Segmenten aus dem deutlichen Konjunkturabschwung, mit dessen Folgen kurzfristig die Transportwirtschaft genauso wie ihre wichtigsten Nachfrager konfrontiert sind. Es wird erwartet, dass der Konjunkturabschwung die Nachfrage über das Jahr 2010 hinaus belasten wird.
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Konzernbilanz Konzern-Cash-Flow-Statement Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals Konzernanhang – Notes Allgemein Konzernanhang – Notes GuV Konzernanhang – Notes Bilanz Konzernanhang – Notes Sonstige Angaben Erklärung aller gesetzlichen Vertreter Bestätigungsvermerk Bericht des Aufsichtsrats
| Mio EUR | 2008 | 2009 | |
|---|---|---|---|
| EDV-Dienstleistungen | 28,8 | 26,4 | |
| Instandhaltung | 46,7 | 43,0 | |
| Leasing, Miet- und Pachtzinsen | 70,5 | 73,4 | |
| Reise- und Fahrtaufwendungen | 27,1 | 26,0 | |
| Fremdpersonal und Leasingkräfte | 20,0 | 14,9 | |
| Beratung | 19,0 | 11,1 | |
| Entsorgung und Reinigung | 15,4 | 14,5 | |
| Kommunikation und Werbung | 17,0 | 9,6 | |
| Telefon | 6,5 | 6,5 | |
| Versicherungen | 9,1 | 9,1 | |
| Sonstige Steuern (nicht vom Einkommen und Ertrag) | 7,7 | 8,0 | |
| Andere | 36,7 | 34,4 | |
| 304,5 | 277,0 |
In den anderen sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind erfolgswirksam erfasste Aufwendungen aus Währungsumrechnung in Höhe von 0,9 Mio EUR (2008: 1,7 Mio EUR) enthalten.
| Mio EUR | Anhang | 2008 | 2009 |
|---|---|---|---|
| Zinserträge | 13,8 | 5,0 | |
| Wertpapiererträge | 10,6 | 3,1 | |
| Erträge aus dem Abgang von Wertpapieren | 0,2 | 0,3 | |
| 24,6 | 8,4 | ||
| Zinsaufwendungen für Finanzverbindlichkeiten | –9,6 | –4,6 | |
| Zinsaufwendungen für Rückstellungen | (25) | –7,6 | –8,0 |
| Wertminderungen für zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente | –20,0 | –20,0 | |
| Verluste aus dem Abgang von Wertpapieren | –0,4 | –0,4 | |
| –37,6 | –33,1 | ||
| Bewertungsergebnis von derivativen Finanzinstrumenten | (31(a)) | 1,7 | 0,1 |
| –11,3 | –24,6 |
Wie im Vorjahr erfolgte im abgelaufenen Geschäftsjahr eine Überprüfung des beizulegenden Zeitwerts der in den Anderen Finanzanlagen ausgewiesenen Anteile am Konsortium zur Übernahme der BAWAG P.S.K.
Auf Basis dieser erneuten Werteinschätzung wurde der im Vorjahr erfolgsneutral im Eigenkapital ausgewiesene Wertrückgang in Höhe von 20,0 Mio EUR nunmehr erfolgswirksam im Sonstigen Finanzergebnis erfasst.
| 2008 | 2009 | ||
|---|---|---|---|
| Aktionären des Mutterunternehmens zurechenbares Periodenergebnis | Mio EUR | 118,9 | 79,7 |
| Gewichteter Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien | Stück | 69.503.072 | 67.552.638 |
| Unverwässertes Ergebnis je Aktie = | EUR | 1,71 | 1,18 |
| Verwässertes Ergebnis je Aktie | EUR | 1,71 | 1,18 |
| Mio EUR | 2008 | 2009 |
|---|---|---|
| Anschaffungs-/Herstellungskosten | ||
| Stand am 1. Jänner | 225,3 | 230,7 |
| Zugänge aus Unternehmenserwerben | 7,4 | 3,1 |
| Abgänge | 2,0 | 0,2 |
| Stand am 31. Dezember | 230,7 | 233,5 |
| Wertminderungen | ||
| Stand am 1. Jänner | 9,3 | 34,1 |
| Zugänge | 24,8 | 17,6 |
| Stand am 31. Dezember | 34,1 | 51,7 |
| Buchwert am 1. Jänner | 216,0 | 196,5 |
| Buchwert am 31. Dezember | 196,5 | 181,8 |
Die Abgänge in Höhe von 0,2 Mio EUR betreffen die nachträgliche Anpassung von variablen Kaufpreisen aus in Vorjahren durchgeführten Erwerben von Tochtergesellschaften.
Folgende Tabelle zeigt die Firmenwerte zum 31. Dezember 2008 und 2009 nach Segmenten:
| Mio EUR | 31.12.2008 | 31.12.2009 |
|---|---|---|
| Brief | ||
| meiller | 15,9 | 0,0 |
| Andere | 37,9 | 38,1 |
| 53,8 | 38,1 | |
| Paket & Logistik | ||
| trans-o-flex | 127,5 | 129,9 |
| Andere | 15,3 | 13,8 |
| 142,7 | 143,7 | |
| 196,5 | 181,8 |
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Konzernbilanz Konzern-Cash-Flow-Statement Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals Konzernanhang – Notes Allgemein Konzernanhang – Notes GuV Konzernanhang – Notes Bilanz Konzernanhang – Notes Sonstige Angaben Erklärung aller gesetzlichen Vertreter Bestätigungsvermerk Bericht des Aufsichtsrats
| Mio EUR | Anhang | Kunden- beziehungen |
Markenrechte | Sonstige immaterielle Vermögenswerte |
Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
| Geschäftsjahr 2008 | |||||
| Anschaffungs-/Herstellungskosten | |||||
| Stand am 1. Jänner 2008 | 73,6 | 30,0 | 52,7 | 156,3 | |
| Zugänge aus Unternehmenserwerben | 0,7 | 0,0 | 0,0 | 0,7 | |
| Zugänge | 0,0 | 0,0 | 3,6 | 3,6 | |
| Abgänge | 0,0 | 0,0 | 0,1 | 0,1 | |
| Währungsumrechnungsdifferenzen | –0,5 | 0,0 | 0,1 | –0,3 | |
| Stand am 31. Dezember 2008 | 73,8 | 30,0 | 56,3 | 160,1 | |
| Abschreibungen/Wertminderungen | |||||
| Stand am 1. Jänner 2008 | 9,6 | 0,0 | 40,6 | 50,2 | |
| Zugänge | (10) | 23,5 | 1,8 | 5,0 | 30,3 |
| Abgänge | 0,0 | 0,0 | 0,1 | 0,1 | |
| Währungsumrechnungsdifferenzen | –0,1 | 0,0 | 0,1 | 0,0 | |
| Stand am 31. Dezember 2008 | 33,1 | 1,8 | 45,6 | 80,5 | |
| Buchwert am 1. Jänner 2008 | 64,0 | 30,0 | 12,1 | 106,1 | |
| Mio EUR | Anhang | Kunden- beziehungen |
Markenrechte | Sonstige immaterielle Vermögenswerte |
Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
| Geschäftsjahr 2009 | |||||
| Anschaffungs-/Herstellungskosten | |||||
| Stand am 1. Jänner 2009 | 73,8 | 30,0 | 56,3 | 160,1 | |
| Zugänge | 0,6 | 0,0 | 3,5 | 4,1 | |
| Abgänge | 0,4 | 0,0 | 19,3 | 19,8 | |
| Umbuchungen | 0,0 | 0,0 | –0,2 | –0,2 | |
| Währungsumrechnungsdifferenzen | –0,3 | 0,0 | 0,0 | –0,3 | |
| Stand am 31. Dezember 2009 | 73,8 | 30,0 | 40,2 | 144,0 |
Buchwert am 31. Dezember 2008 40,8 28,2 10,7 79,7
| Stand am 1. Jänner 2009 | 33,1 | 1,8 | 45,6 | 80,5 | |
|---|---|---|---|---|---|
| Zugänge | (10) | 11,6 | 0,4 | 4,6 | 16,6 |
| Abgänge | 0,4 | 0,0 | 19,2 | 19,6 | |
| Umbuchungen | 0,0 | 0,0 | –0,1 | –0,1 | |
| Währungsumrechnungsdifferenzen | –0,1 | 0,0 | 0,0 | –0,1 | |
| Stand am 31. Dezember 2009 | 44,2 | 2,2 | 30,9 | 77,3 | |
| Buchwert am 1. Jänner 2009 | 40,8 | 28,2 | 10,7 | 79,7 | |
| Buchwert am 31. Dezember 2009 | 29,6 | 27,8 | 9,4 | 66,7 |
In den immateriellen Vermögenswerten sind Markenrechte mit unbegrenzter Nutzungsdauer in Höhe von 26,5 Mio EUR (2008: 26,5 Mio EUR) enthalten.
Markenrechte in Höhe von 1,3 Mio EUR, die ursprünglich aufgrund einer unbegrenzten Nutzungsdauer keiner planmäßigen Abschreibung unterlagen, werden aufgrund eines Beschlusses im Dezember 2008 – die im Rahmen von Unternehmensakquisitionen in Süd-/Osteuropa erworbenen Markenrechte im Segment Paket & Logistik sukzessive durch die Marke trans-o-flex zu ersetzen – seit dem Geschäftsjahr 2009 über vier Jahre planmäßig abgeschrieben.
Im laufenden Geschäftsjahr wurden keine Fremdkapitalkosten aktiviert (2008: 0,0 Mio EUR).
| Mio EUR | Anhang | Grundstücke- und Bauten |
Technische Anlagen und |
Andere Anlagen, Betriebs- und Ge- Maschinen schäftsausstattung |
Geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau |
Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Geschäftsjahr 2008 | ||||||
| Anschaffungs-/Herstellungskosten | ||||||
| Stand am 1. Jänner 2008 | 829,8 | 182,9 | 276,2 | 6,4 | 1.295,3 | |
| Zugänge aus Unternehmenserwerben | 7,2 | 0,2 | 3,4 | 0,0 | 10,9 | |
| Zugänge | 25,8 | 11,5 | 43,1 | 25,6 | 106,0 | |
| Abgänge | 10,6 | 1,2 | 35,4 | 0,0 | 47,2 | |
| Umbuchungen | 5,1 | 1,1 | 1,2 | –7,4 | 0,0 | |
| Umgliederungen gemäß IAS 40 | –5,4 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | –5,4 | |
| Währungsumrechnungsdifferenzen | 0,0 | 0,0 | 0,1 | 0,0 | 0,0 | |
| Stand am 31. Dezember 2008 | 852,0 | 194,5 | 288,5 | 24,6 | 1.359,6 | |
| Abschreibungen/Wertminderungen | ||||||
| Stand am 1. Jänner 2008 | 341,3 | 100,5 | 136,8 | 0,0 | 578,6 | |
| Zugänge | (10) | 34,9 | 17,6 | 41,3 | 0,0 | 93,8 |
| Abgänge | 3,0 | 0,7 | 32,4 | 0,0 | 36,2 | |
| Umbuchungen | 0,0 | 0,1 | –0,1 | 0,0 | 0,0 | |
| Umgliederungen gemäß IAS 40 | –2,6 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | –2,6 | |
| Währungsumrechnungsdifferenzen | 0,0 | –0,1 | 0,2 | 0,0 | 0,1 | |
| Stand am 31. Dezember 2008 | 370,5 | 117,4 | 145,7 | 0,0 | 633,7 | |
| Buchwert am 1. Jänner 2008 | 488,5 | 82,4 | 139,5 | 6,4 | 716,7 | |
| Buchwert am 31. Dezember 2008 | 481,4 | 77,1 | 142,8 | 24,6 | 725,9 | |
| Mio EUR Geschäftsjahr 2009 |
Anhang | Grundstücke- und Bauten |
Technische Anlagen und |
Andere Anlagen, Betriebs- und Ge- Maschinen schäftsausstattung |
Geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau |
Gesamt |
| Anschaffungs-/Herstellungskosten | ||||||
| Stand am 1. Jänner 2009 | 852,0 | 194,5 | 288,5 | 24,6 | 1.359,6 | |
| Zugänge aus Unternehmenserwerben | 0,0 | 0,0 | 0,6 | 0,0 | 0,6 | |
| Zugänge | 15,5 | 7,3 | 22,8 | 20,6 | 66,2 | |
| Abgänge | 19,4 | 9,3 | 26,7 | 0,8 | 56,3 | |
| Umbuchungen | 17,3 | –1,1 | 3,7 | –19,7 | 0,2 | |
| Umgliederungen gemäß IAS 40 | –13,6 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | –13,6 | |
| Währungsumrechnungsdifferenzen | 0,2 | 0,1 | –0,3 | 0,0 | 0,0 | |
| Stand am 31. Dezember 2009 | 851,9 | 191,6 | 288,5 | 24,7 | 1.356,8 | |
| Abschreibungen/Wertminderungen | ||||||
| Stand am 1. Jänner 2009 | 370,5 | 117,4 | 145,7 | 0,0 | 633,7 | |
| Zugänge | (10) | 26,8 | 16,4 | 38,7 | 0,0 | 81,8 |
| Abgänge | 15,2 | 8,7 | 22,7 | 0,0 | 46,6 | |
| Umbuchungen | 0,0 | –1,2 | 1,2 | 0,0 | 0,0 | |
| Umgliederungen gemäß IAS 40 | –7,9 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | –7,9 | |
| Währungsumrechnungsdifferenzen | 0,0 | 0,0 | –0,1 | 0,0 | –0,1 | |
| Stand am 31. Dezember 2009 | 374,2 | 123,9 | 162,9 | 0,0 | 661,0 | |
| Buchwert am 1. Jänner 2009 Buchwert am 31. Dezember 2009 |
481,4 | 77,1 | 142,8 | 24,6 | 725,9 |
Im laufenden Geschäftsjahr wurden keine Fremdkapitalkosten aktiviert (2008: 0,0 Mio EUR). Die als Sicherheiten verpfändeten Sachanlagen weisen einen Buchwert von 37,4 Mio EUR (2008: 46,1 Mio EUR) auf.
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Konzernbilanz Konzern-Cash-Flow-Statement Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals Konzernanhang – Notes Allgemein Konzernanhang – Notes GuV Konzernanhang – Notes Bilanz Konzernanhang – Notes Sonstige Angaben Erklärung aller gesetzlichen Vertreter Bestätigungsvermerk Bericht des Aufsichtsrats
Im Geschäftsjahr 2002 hat die Österreichische Post AG mit zwei US-Trusts eine Cross Border Leasing-Transaktion abgeschlossen. Die Österreichische Post AG hat diesen beiden Trusts auf 99 Jahre ein Fruchtgenussrecht an Postsortieranlagen in Wien, Graz, Salzburg und Innsbruck gegen Leistung eines "Grant Payments" von 117 Mio USD eingeräumt. Gleichzeitig wurde ein Lease Agreement abgeschlossen, in dem die Österreichische Post AG auf 24 Jahre das Nutzungsrecht an diesen Anlagen wieder zurückgemietet hat. Die als Sicherheiten verpfändeten Sachanlagen weisen einen Buchwert von 20,8 Mio EUR (2008: 26,1 Mio EUR) auf. In diesem Lease Agreement wurde der Österreichischen Post AG auch das Recht eingeräumt, das Fruchtgenussrecht an den Postsortieranlagen entweder mit 1. Jänner 2022 zu einem Fixpreis ("EBO Payment Amount") oder am Ende des Leasingvertrages zum Verkehrswert, mindestens jedoch zum "End of Term Purchase Option Price" zurückzukaufen.
Die Österreichische Post AG hat ihre Verpflichtung zur Zahlung der Leasingraten einschließlich eines allfälligen EBO Payment an zwei Payment Undertaker ausgelagert. Zu diesem Zweck hat die Österreichische Post AG Zahlungen an die Payment Undertaker geleistet (108,3 Mio USD) und die entsprechende Verbindlichkeit ausgebucht. Die Payment Undertaker haben sich ihrerseits verpflichtet, die entsprechenden Beträge zu den festgesetzten Zahlungsterminen für die Österreichische Post AG zu leisten. Bei der Österreichischen Post AG verbleibt das Restrisiko einer möglichen Inanspruchnahme im Falle einer Insolvenz der Payment Undertaker. Die aufgrund der Abstufung des Ratings eines Payment Undertakers erforderliche zusätzliche Besicherung durch Wertpapiere wurde hinterlegt.
Zum Bilanzstichtag stellt sich das Rating der beiden Payment Undertaker wie folgt dar:
| 31.12.2008 | 31.12.2009 | |
|---|---|---|
| Standard & Poor's: | AA– (Stable) bzw. AA– (Negative) | A+ (Stable) bzw. AA– (Negative) |
| Moody's: | Aa2 bzw. Aa1 (Negative) | A1 (Negative) bzw. Aa3 (Stable) |
Zum 31. Dezember 2009 beläuft sich der von den Payment Undertakern zu leistende Betrag auf 79,1 Mio EUR (31.12.2008: 82,3 Mio EUR).
Der aus dieser Transaktion der Österreichischen Post AG zugeflossene Nettobarwertvorteil wird unter den passiven Rechnungsabgrenzungsposten (31.12.2009: 5,8 Mio EUR; 31.12.2008: 6,2 Mio EUR) ausgewiesen und verteilt über die Vertragslaufzeit ertragswirksam aufgelöst.
| Buchwert | ||||
|---|---|---|---|---|
| Mio EUR | Nutzungsdauer | 31.12.2008 | 31.12.2009 | |
| Grundstücke und Bauten | 31–43 | 23,1 | 22,6 | |
| Technische Anlagen und Maschinen | 5–10 | 4,5 | 3,5 | |
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 2–20 | 21,4 | 8,4 |
In der folgenden Tabelle wird die Summe der künftigen Mindestleasingzahlungen zum Bilanzstichtag auf deren Barwert übergeleitet:
| Mio EUR | 2008 | 2009 |
|---|---|---|
| Mindestleasingzahlungen | ||
| Bis zu einem Jahr | 15,1 | 8,1 |
| Länger als ein und bis zu fünf Jahre | 22,5 | 15,4 |
| Länger als fünf Jahre | 4,3 | 3,0 |
| 42,0 | 26,5 | |
| abzüglich: | ||
| Zukünftige Finanzierungskosten | –4,5 | –3,4 |
| Barwert der Leasingverpflichtungen | ||
| Bis zu einem Jahr | 13,4 | 7,0 |
| Länger als ein und bis zu fünf Jahre | 20,3 | 13,3 |
| Länger als fünf Jahre | 4,1 | 2,9 |
| 37,8 | 23,2 |
Die Kriterien für die Klassifizierung als Finanzierungsleasing waren im Wesentlichen der Barwert- und der Laufzeittest. Darüber hinaus wurden Ankaufsoptionen zu vorteilhaften Bedingungen am Ende der Laufzeit sowie Verlängerungs- und Preisanpassungsklauseln berücksichtigt.
Für einen Teil der Mietverträge ist die Mietzahlung an den 3-Monats-EURIBOR gebunden. Im Geschäftsjahr 2009 gab es keine damit zusammenhängenden bedingten Mietzahlungen (2008: 1,7 Mio EUR).
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Konzernbilanz Konzern-Cash-Flow-Statement Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals Konzernanhang – Notes Allgemein Konzernanhang – Notes GuV Konzernanhang – Notes Bilanz Konzernanhang – Notes Sonstige Angaben Erklärung aller gesetzlichen Vertreter Bestätigungsvermerk Bericht des Aufsichtsrats
| Mio EUR | Anhang | 2008 | 2009 |
|---|---|---|---|
| Anschaffungs-/Herstellungskosten | |||
| Stand am 1. Jänner | 91,1 | 95,8 | |
| Zugänge | 0,7 | 0,5 | |
| Abgänge | 1,3 | 4,2 | |
| Umgliederungen | 5,4 | 13,6 | |
| Stand am 31. Dezember | 95,8 | 105,7 | |
| Abschreibungen | |||
| Stand am 1. Jänner | 54,4 | 59,3 | |
| Zugänge | (10) | 3,3 | 3,7 |
|---|---|---|---|
| Abgänge | 1,1 | 2,3 | |
| Umgliederungen | 2,6 | 7,9 | |
| Stand am 31. Dezember | 59,3 | 68,7 | |
| Buchwert am 1. Jänner | 36,6 | 36,5 | |
| Buchwert am 31. Dezember | 36,5 | 37,0 |
| Mio EUR | 31.12.2008 | 31.12.2009 |
|---|---|---|
| Beizulegender Zeitwert | 116,5 | 117,2 |
| Mieteinnahmen | 11,3 | 12,2 |
| Betriebliche Aufwendungen für vermietete Immobilien | 3,2 | 3,5 |
| Betriebliche Aufwendungen für nicht vermietete Immobilien | 1,2 | 1,1 |
Im laufenden Geschäftsjahr wurden keine Fremdkapitalkosten aktiviert (2008: 0,0 Mio EUR).
Die Mieteinnahmen und die betrieblichen Aufwendungen für vermietete Immobilien enthalten nur Erträge und Aufwendungen gegenüber Dritten. Konzerninterne Aufwendungen und Erträge sind in obiger Tabelle nicht dargestellt.
| Mio EUR | Anteile in % | 31.12.2008 | Anteile in % | 31.12.2009 |
|---|---|---|---|---|
| D2D – direct to document GmbH, Wien | 30,0 | 3,8 | 30,0 | 3,8 |
| EBPP – Electronic Bill Presentment and Payment GmbH, Wien | 0,0 | 0,0 | 40,0 | 2,9 |
| FEIPRO Vertriebs GesmbH, Gaweinstal | 50,0 | 0,2 | 50,0 | 0,2 |
| Mader Zeitschriftenverlagsgesellschaft m.b.H., Wien | 74,9 | 3,1 | 25,1 | 1,2 |
| OmniMedia Werbegesellschaft m.b.H., Wien | 21,0 | 0,2 | 21,0 | 0,3 |
| 7,3 | 8,3 |
| Mio EUR | 2008 | 2009 |
|---|---|---|
| Nettobuchwert zum 1. Jänner | 3,5 | 7,3 |
| Zugänge aus Unternehmenserwerben | 3,8 | 3,3 |
| Abgang aus Unternehmensverkauf | 0,0 | –2,2 |
| Jahresergebnis | 1,2 | 0,6 |
| Ausschüttungen | –1,1 | –0,7 |
| Nettobuchwert zum 31. Dezember | 7,3 | 8,3 |
Im Ergebnis aus assoziierten Unternehmen in Höhe von 5,1 Mio EUR wird das aus dem Anteilsverkauf der Mader Zeitschriftenverlagsgesellschaft m.b.H. resultierende Ergebnis in Höhe von 4,5 Mio EUR und das Jahresergebnis aus assoziierten Unternehmen in Höhe von 0,6 Mio EUR gezeigt.
Folgende Tabelle zeigt eine aggregierte Darstellung der anteiligen Finanzinformationen für die im Konzern bestehenden assoziierten Unternehmen:
| Mio EUR | 31.12.2008 | 31.12.2009 |
|---|---|---|
| Vermögenswerte | 14,3 | 16,3 |
| Schulden | 7,0 | 6,9 |
| 2008 | 2009 | |
| Umsatzerlöse | 28,2 | 24,5 |
| Periodenergebnis | 1,2 | 0,5 |
| Marktwert | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Mio EUR | Buchwert | Unrealisierter Gewinn/Verlust |
Realisierter Gewinn/Verlust |
Restlaufzeit < 1 Jahr |
Restlaufzeit > 1 Jahr |
Gesamt |
| Stand am 31. Dezember 2008 | ||||||
| Zur Veräußerung verfügbare | ||||||
| Wertpapiere (Available for Sale) | ||||||
| Investmentfondsanteile | 0,3 | 0,0 | 0,0 | 0,2 | 0,1 | 0,2 |
| Anleihen | 92,2 | –5,3 | –0,2 | 0,0 | 92,2 | 92,2 |
| 92,5 | –5,4 | –0,2 | 0,2 | 92,3 | 92,5 |
| Marktwert | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Mio EUR | Buchwert | Unrealisierter Gewinn/Verlust |
Realisierter Gewinn/Verlust |
Restlaufzeit < 1 Jahr |
Restlaufzeit > 1 Jahr |
Gesamt |
| Stand am 31. Dezember 2009 | ||||||
| Zur Veräußerung verfügbare | ||||||
| Wertpapiere (Available for Sale) | ||||||
| Investmentfondsanteile | 0,3 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,3 | 0,3 |
| Anleihen | 56,4 | –4,0 | –0,1 | 0,0 | 56,4 | 56,4 |
| 56,7 | –4,0 | –0,1 | 0,0 | 56,7 | 56,7 |
Die Zinssätze der festverzinslichen Wertpapiere liegen zwischen 0,0% und 7,0% (2008: 0,0% und 6,0%).
Eine Zuschreibung von Anleihen in Höhe von 1,0 Mio EUR wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr erfolgswirksam erfasst.
Im Geschäftsjahr 2009 betrug das Veräußerungsergebnis der zur Veräußerung verfügbaren Wertpapiere –0,1 Mio EUR (2008: –0,2 Mio EUR).
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Konzernbilanz Konzern-Cash-Flow-Statement Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals Konzernanhang – Notes Allgemein Konzernanhang – Notes GuV Konzernanhang – Notes Bilanz Konzernanhang – Notes Sonstige Angaben Erklärung aller gesetzlichen Vertreter Bestätigungsvermerk Bericht des Aufsichtsrats
| 31.12.2008 | 31.12.2009 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Mio EUR | Restlaufzeit < 1 Jahr |
Restlaufzeit > 1 Jahr |
Gesamt | Restlaufzeit < 1 Jahr |
Restlaufzeit > 1 Jahr |
Gesamt |
| Zur Veräußerung | ||||||
| verfügbare Finanzinstrumente | ||||||
| (Available for sale) | ||||||
| Strategische Anteile | 0,0 | 39,1 | 39,1 | 0,0 | 40,6 | 40,6 |
| Zu Anschaffungskosten | ||||||
| bewertete Finanzinstrumente | ||||||
| Andere Anteile | 0,0 | 0,8 | 0,8 | 0,0 | 0,8 | 0,8 |
| 0,0 | 39,9 | 39,9 | 0,0 | 41,4 | 41,4 |
Die BAWAG P.S.K. hat in 2009 eine Kapitalerhöhung durchgeführt. In diesem Zusammenhang hat die Österreichische Post AG Anteile an der kapitalgebenden Gesellschaft erhalten. Insgesamt beträgt der in den Anderen Finanzanlagen enthaltene Buchwert der strategischen Anteile betreffend die BAWAG P.S.K. zum 31.12.2009 36,4 Mio EUR.
| Mio EUR | 31.12.2008 | 31.12.2009 |
|---|---|---|
| Hilfs- und Betriebsstoffe | 13,5 | 12,3 |
| abzüglich Wertminderungen | –4,3 | –4,5 |
| Unfertige Erzeugnisse | 1,8 | 2,1 |
| Handelswaren | 18,7 | 14,9 |
| abzüglich Wertminderungen | –3,5 | –2,6 |
| Noch nicht abrechenbare Leistungen | 0,1 | 0,0 |
| 26,3 | 22,3 |
Der Buchwert der zum Nettoveräußerungswert angesetzten Vorräte beträgt 3,1 Mio EUR (31.12.2008: 3,7 Mio EUR). Wertberichtigungen waren insbesondere wegen eingeschränkter Verwertbarkeit und langer Lagerdauer erforderlich.
In nachfolgender Tabelle werden die Forderungen nach Wertberichtigungen gezeigt:
| 31.12.2008 | 31.12.2009 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Mio EUR | Restlaufzeit < 1 Jahr |
Restlaufzeit > 1 Jahr |
Gesamt | Restlaufzeit < 1 Jahr |
Restlaufzeit > 1 Jahr |
Gesamt |
| Forderungen aus | ||||||
| Lieferungen und Leistungen | 284,3 | 0,0 | 284,3 | 261,7 | 0,0 | 261,7 |
| Forderungen gegenüber | ||||||
| assoziierten Unternehmen | 2,1 | 1,1 | 3,2 | 2,6 | 0,0 | 2,6 |
| Andere Forderungen | 61,4 | 13,8 | 75,1 | 53,4 | 10,5 | 63,9 |
| 347,8 | 14,9 | 362,7 | 317,7 | 10,5 | 328,3 |
Aufgrund der überwiegenden Kurzfristigkeit dieses Postens wird unterstellt, dass die Marktwerte im Wesentlichen den Buchwerten entsprechen.
Folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Wertberichtigungen zu Forderungen für die Geschäftsjahre 2008 und 2009:
| Mio EUR | 2008 | 2009 |
|---|---|---|
| Stand am 1. Jänner | 14,5 | 16,1 |
| Veränderung | 1,6 | 1,4 |
| Stand am 31. Dezember | 16,1 | 17,5 |
| Mio EUR | 31.12.2008 | 31.12.2009 |
|---|---|---|
| Guthaben bei Kreditinstituten | 113,8 | 33,9 |
| Kurzfristige Veranlagungen (Termingelder) | 131,7 | 257,7 |
| Kassenbestand | 2,7 | 2,2 |
| 248,1 | 293,8 |
Der durchschnittliche Zinssatz bei den Termingeldern lag zum 31. Dezember 2009 bei 0,9% (31.12.2008: 4,2%). Die Marktwerte entsprechen den Buchwerten.
Das Grundkapital der Österreichischen Post AG beträgt 337,8 Mio EUR. Das Grundkapital ist in 67.552.638 Stück auf Inhaber lautende stimm- und gewinnberechtigte Aktien geteilt.
Im Rahmen der am 22. April 2008 abgehaltenen Hauptversammlung wurde der Vorstand ermächtigt, während einer Geltungsdauer von 18 Monaten eigene Aktien im Ausmaß von 10% des Grundkapitals nach den Bestimmungen des Aktiengesetzes und des Börsegesetzes gemäß § 65 Abs. 1 Z 8 AktG zu erwerben und zum Zwecke der Kapitalherabsetzung durch Einziehung von Aktien gemäß § 192 AktG einzuziehen.
Das Aktienrückkaufprogramm, begonnen am 19.08.2008, wurde am 31.12.2008 abgeschlossen. Im Geschäftsjahr 2008 wurden 2.447.362 Stück eigene Aktien mit einem Nennwert von 12,2 Mio EUR erworben.
Die eigenen Aktien, 2.447.362 Stück, wurden am 24.04.2009 zur Gänze eingezogen. Durch den Einzug der eigenen Aktien reduzierte sich das Grundkapital um die Höhe des Nennwertes der eigenen Aktien, 12,2 Mio EUR, von 350,0 Mio EUR auf 337,8 Mio EUR.
Die Anzahl der im Umlauf befindlichen dividendenberechtigten Aktien hat sich im Berichtsjahr wie folgt entwickelt:
Stück
| Stand am 1. Jänner 2009 | 67.552.638 |
|---|---|
| Stand am 31. Dezember 2009 | 67.552.638 |
| Gewichteter Durchschnitt der Aktien im Geschäftsjahr 2009 | 67.552.638 |
Hauptaktionärin der Österreichischen Post AG ist mit einem Anteil von 51% die Österreichische Industrieholding AG, Wien. Auf Basis der im Umlauf befindlichen Aktien beträgt der Anteil der Österreichischen Industrieholding AG 52,8%. Die Kapitalrücklagen resultieren aus Einzahlungen und Einlagen durch die Aktionäre. Die in der Entwicklung des Eigenkapitals des Konzerns dargestellten Kapitalrücklagen entsprechen jenen des Einzelabschlusses der Österreichischen Post AG.
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Konzernbilanz Konzern-Cash-Flow-Statement Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals Konzernanhang – Notes Allgemein Konzernanhang – Notes GuV Konzernanhang – Notes Bilanz Konzernanhang – Notes Sonstige Angaben Erklärung aller gesetzlichen Vertreter Bestätigungsvermerk Bericht des Aufsichtsrats
Die Gewinnrücklagen des Konzerns umfassen die gesetzlichen Rücklagen sowie in Vorjahren erwirtschaftete Ergebnisse vermindert um Gewinnausschüttungen.
Die Marktbewertung Finanzinstrumente umfasst einerseits die Marktbewertung von zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumenten sowie andererseits die Marktbewertung von Sicherungsinstrumenten für in der Bilanz nicht angesetzte Vermögenswerte und Verbindlichkeiten. In der Position "Marktbewertung zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente" werden Gewinne und Verluste aus Änderungen des Marktwertes von zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumenten ergebnisneutral dargestellt. Die erfassten Beträge werden nach Steuern gezeigt. Unter der Position "Marktbewertung Sicherungsgeschäfte" wird der effektive Teil des Gewinns oder Verlusts aus Sicherungsgeschäften, für in der Bilanz nicht angesetzte Vermögenswerte und Verbindlichkeiten gezeigt.
Die Währungsumrechnungsrücklagen enthalten alle Kursdifferenzen, die aus der Umrechnung der in ausländischer Währung aufgestellten Jahresabschlüsse von Tochterunternehmen entstanden sind.
Das Periodenergebnis des Geschäftsjahres 2009 beträgt 79,7 Mio EUR (2008: 118,9 Mio EUR). Basis für die Gewinnverteilung ist entsprechend dem österreichischen Aktiengesetz der Jahresabschluss der Österreichischen Post AG zum 31. Dezember 2009. Der darin ausgewiesene ausschüttungsfähige Bilanzgewinn beträgt 119,7 Mio EUR (2008: 170,2 Mio EUR).
Für das Geschäftsjahr 2009 ist eine Ausschüttung von insgesamt 101,3 Mio EUR (Basisdividende von 1,50 EUR) (2008: 168,9 Mio EUR) gemäß Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands vorgesehen.
Das Kapitalmanagement des Konzerns zielt auf eine für die Einhaltung der Wachstums- und Akquisitionsziele sowie für die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes angemessene Kapitalstruktur ab.
Im Rahmen der Dividendenpolitik für die folgenden Jahre beabsichtigt der Konzern unter der Voraussetzung, dass sich die Geschäftsentwicklung weiterhin erfolgreich fortsetzt und keine außergewöhnlichen Umstände auftreten, eine Ausschüttungsquote von zumindest 75% des auf die Aktionäre entfallenden Periodenergebnisses. Es wird eine nachhaltige Dividende von zumindest 1,50 EUR pro Aktie angestrebt. Sofern es für die Aufrechterhaltung einer geeigneten Kapitalstruktur als zielführend erscheint, werden auch Ausschüttungen über diese Beträge in Betracht gezogen. Zur Verbesserung der Kapitalstruktur behält sich der Konzern das Recht vor, auch andere Maßnahmen zu setzen.
Das wirtschaftliche Eigenkapital entspricht dem in der Konzernbilanz ausgewiesenen Eigenkapital. Bei einer Bilanzsumme von 1.775,3 Mio EUR zum 31.Dezember 2009 (31.12.2008: 1.874,6 Mio EUR) beträgt die Eigenkapitalquote zum 31.Dezember 2009 38,0% (31.12.2008: 39,6%).
| 31.12.2008 | 31.12.2009 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Mio EUR | Restlaufzeit < 1 Jahr |
Restlaufzeit > 1 Jahr |
Gesamt | Restlaufzeit < 1 Jahr |
Restlaufzeit > 1 Jahr |
Gesamt |
| Rückstellungen | ||||||
| für Abfertigungen | 0,0 | 69,0 | 69,0 | 0,0 | 72,9 | 72,9 |
| Rückstellungen | ||||||
| für Pensionen | 0,0 | 5,3 | 5,3 | 0,0 | 5,4 | 5,4 |
| Rückstellungen | ||||||
| für Jubiläumsgelder | 0,0 | 91,4 | 91,4 | 0,0 | 93,7 | 93,7 |
| Andere Rückstellungen | ||||||
| für Mitarbeiter | 68,4 | 279,1 | 347,5 | 83,9 | 276,3 | 360,2 |
| Sonstige Rückstellungen | 37,6 | 21,4 | 59,0 | 33,2 | 5,2 | 38,4 |
| 106,1 | 466,2 | 572,3 | 117,0 | 453,4 | 570,5 |
| Mio EUR | Abfertigungen | Pensionen | Jubiläumsgelder | Gesamt |
|---|---|---|---|---|
| Geschäftsjahr 2008 | ||||
| Barwert der Verpflichtung am 1. Jänner 2008 | 68,6 | 5,4 | 92,5 | 166,5 |
| Zugänge aus Unternehmenserwerben | 0,0 | 0,0 | 0,1 | 0,2 |
| Dienstzeitaufwand | 5,7 | 0,2 | 4,5 | 10,4 |
| Zinsaufwand | 3,2 | 0,1 | 4,3 | 7,6 |
| Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste | –2,1 | –0,1 | –5,2 | –7,4 |
| Tatsächliche Zahlungen | –6,5 | –0,3 | –4,7 | –11,5 |
| Barwert der Verpflichtung am 31. Dezember 2008 | 69,0 | 5,3 | 91,4 | 165,8 |
| Mio EUR | Abfertigungen | Pensionen | Jubiläumsgelder | Gesamt |
| Geschäftsjahr 2009 | ||||
| Barwert der Verpflichtung am 1. Jänner 2009 | 69,0 | 5,3 | 91,4 | 165,8 |
| Zugänge aus Unternehmenserwerben | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| Dienstzeitaufwand | 5,2 | 0,1 | 5,1 | 10,4 |
| Zinsaufwand | 3,4 | 0,2 | 4,4 | 8,0 |
| Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste | 1,5 | 0,0 | –1,4 | 0,1 |
| Tatsächliche Zahlungen | –6,2 | –0,3 | –5,9 | –12,4 |
| Barwert der Verpflichtung am 31. Dezember 2009 | 72,9 | 5,4 | 93,7 | 171,9 |
Der in der Gewinn- und Verlustrechnung enthaltene Aufwand für Abfertigungen, Pensionen und Jubiläumsgelder wird bis auf den Zinsaufwand, welcher im Finanzergebnis dargestellt wird, im Personalaufwand ausgewiesen.
Die nachfolgende Tabelle zeigt die Barwerte der Rückstellungen für Abfertigungen, Pensionen und Jubiläumsgelder der letzten fünf Jahre:
| Mio EUR | Abfertigungen | Pensionen | Jubiläumsgelder | Gesamt |
|---|---|---|---|---|
| 31. Dezember 2005 | 60,7 | 0,0 | 88,8 | 149,5 |
| 31. Dezember 2006 | 66,8 | 2,3 | 92,4 | 161,5 |
| 31. Dezember 2007 | 68,6 | 5,4 | 92,5 | 166,5 |
| 31. Dezember 2008 | 69,0 | 5,3 | 91,4 | 165,8 |
| 31. Dezember 2009 | 72,9 | 5,4 | 93,7 | 171,9 |
Folgende Tabelle zeigt die erfahrungsbedingten Anpassungen (versicherungsmathematische Verluste/Gewinne) in Prozent vom Barwert der Verpflichtung (Stand am 31. Dezember 2009) für Abfertigungs-, Pensions- und Jubiläumsgeldrückstellungen für die Geschäftsjahre 2006 bis 2009:
| Mio EUR | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 |
|---|---|---|---|---|
| Abfertigungen | 2,0% | –0,1% | 1,6% | 2,1% |
| Pensionen | – | –2,8% | 1,5% | 0,0% |
| Jubiläumsgelder | –1,4% | –1,3% | –3,3% | –1,5% |
| Sonstige | |||
|---|---|---|---|
| Mio EUR | Unterauslastung | personalbezogene Rückstellungen |
Gesamt |
| Geschäftsjahr 2008 | |||
| Stand am 1. Jänner 2008 | 331,0 | 33,0 | 364,0 |
| Neubildung | 132,1 | 39,6 | 171,7 |
| Verwendung | –27,3 | –30,5 | –57,8 |
| Auflösung | –142,0 | –2,5 | –144,5 |
| Aufzinsung | 14,1 | 0,0 | 14,1 |
| Stand am 31. Dezember 2008 | 307,8 | 39,7 | 347,5 |
| Mio EUR | Unterauslastung | Sonstige personalbezogene Rückstellungen |
Gesamt |
| Geschäftsjahr 2009 | |||
| Stand am 1. Jänner 2009 | 307,8 | 39,7 | 347,5 |
| Zugänge aus Unternehmenserwerben | 0,0 | 1,1 | 1,1 |
| Umgliederung | 15,9 | 1,6 | 17,5 |
| Neubildung | 67,1 | 71,4 | 138,5 |
| Verwendung | –25,7 | –35,9 | –61,6 |
| Auflösung | –94,2 | –3,3 | –97,5 |
| Aufzinsung | 14,7 | 0,0 | 14,7 |
| Stand am 31. Dezember 2009 | 285,6 | 74,5 | 360,2 |
Andere Rückstellungen für Mitarbeiter beinhalten die Rückstellungen für Unterauslastung und sonstige personalbezogene Rückstellungen.
Die im Geschäftsjahr 2009 erfolgte Umgliederung in Höhe von 15,9 Mio EUR in die Rückstellung für Unterauslastung aus den sonstigen Rückstellungen betraf eine Rückstellung für belastende Verträge im Zusammenhang mit unkündbaren Mitarbeitern, die an ein Logistikunternehmen verleast werden (siehe Punkt 3. (o)).
Aufgrund des laufenden postinternen Organisationsprozesses zur Anpassung an die sich ändernden Marktbedingungen ist es im Geschäftsjahr zu einer Neubildung der Rückstellung für Unterauslastung in Höhe von 67,1 Mio EUR gekommen. Insbesondere wurde in der Neubildung der Rückstellung für jene Mitarbeiter in Höhe von 41,5 Mio EUR vorgesorgt, die künftig in das Bundesministerium für Inneres wechseln und deren Kosten bis zu einem festgelegten Zeitpunkt (Refundierungzeitraum) übernommen werden.
Weiterhin nahmen jene Mitarbeiter, die aus dem Arbeitsprozess ausgeschieden sind, verstärkt die Möglichkeiten in Anspruch (freiwillige Abfertigung, Überbrückungsmodell gemäß Sozialplan, Pensionierung gem. §14 Beamten-Dienstrechtsgesetz), das Unternehmen zu verlassen bzw. konnte eine Anzahl von Mitarbeitern wieder in den Arbeitsprozess integriert werden. Insgesamt erfolgte dadurch eine Auflösung der Rückstellung in Höhe von 94,2 Mio EUR.
Die sonstigen personalbezogenen Rückstellungen enthalten im Wesentlichen Vorsorgen für Erfolgsbeteiligungen, Leistungsprämien und andere noch nicht bezahlte Mitarbeiteransprüche.
In der Neubildung für sonstige personalbezogene Rückstellungen sind Vorsorgen für das Überbrückungsmodell gemäß Sozialplan in Höhe von 34,1 Mio EUR enthalten.
In den sonstigen personalbezogenen Rückstellungen ist weiters eine Rückstellung für Restrukturierung im Ausmaß von 3,8 Mio EUR der meiller direct GmbH, Schwandorf, Deutschland, enthalten. Meiller direct GmbH hat im April 2009 einen detaillierten Plan zur Umstrukturierung des Standorts Schwandorf und damit geplanten Personalanpassungen festgelegt und veröffentlicht. Die Umsetzung der geplanten Maßnahmen begann im Geschäftsjahr 2009 und soll 2010 abgeschlossen sein.
| Mio EUR | Noch nicht erbrachte Leistungen |
Renten- verpflichtungen |
Andere | Gesamt |
|---|---|---|---|---|
| Geschäftsjahr 2008 | ||||
| Stand am 1. Jänner 2008 | 25,4 | 2,9 | 31,1 | 59,5 |
| Umgliederung | 0,0 | 0,0 | 0,4 | 0,4 |
| Neubildung | 23,5 | 0,2 | 9,3 | 33,0 |
| Verwendung | –25,4 | –0,3 | –5,8 | –31,6 |
| Auflösung | 0,0 | 0,0 | –3,2 | –3,2 |
| Aufzinsung | 0,0 | 0,1 | 0,8 | 0,9 |
| Stand am 31. Dezember 2008 | 23,5 | 3,0 | 32,5 | 59,0 |
| Mio EUR | Noch nicht erbrachte Leistungen |
Renten- verpflichtungen |
Andere | Gesamt |
| Geschäftsjahr 2009 | ||||
| Stand am 1. Jänner 2009 | 23,5 | 3,0 | 32,5 | 59,0 |
| Umgliederung | 0,0 | 0,0 | –16,1 | –16,1 |
| Stand am 31. Dezember 2009 | 21,2 | 3,0 | 14,2 | 38,4 |
|---|---|---|---|---|
| Aufzinsung | 0,0 | 0,1 | 0,0 | 0,1 |
| Auflösung | 0,0 | 0,0 | –2,7 | –2,7 |
| Verwendung | –23,5 | –0,3 | –6,4 | –30,2 |
| Neubildung | 21,2 | 0,1 | 6,9 | 28,2 |
| Umgliederung | 0,0 | 0,0 | –16,1 | –16,1 |
Die Rückstellungen für noch nicht erbrachte Leistungen umfassen Umsatzabgrenzungen für am 31. Dezember 2009 noch nicht ausgelieferte Aufträge sowie die bis zum 31. Dezember 2009 veräußerten Wertzeichen und Freistempelerlöse, für die von der Österreichischen Post AG noch keine Gegenleistung erbracht wurde.
Die Umgliederung im Posten Andere betraf im Geschäftsjahr 2009 im Wesentlichen eine Rückstellung für belastende Verträge für unkündbare Mitarbeiter, die an ein Logistikunternehmen verleast werden (siehe Punkt 3. (o)). Die Umgliederung erfolgte in die Rückstellungen für Unterauslastung.
Der Posten Andere setzt sich im Wesentlichen aus Rückstellungen für Prozesskosten, Rückstellungen für Rechts-, Prüfungs- und Beratungsaufwand sowie Vorsorgen für Schadensfälle zusammen.
| Mio EUR | 2008 | 2009 |
|---|---|---|
| Stand am 1. Jänner | 14,4 | 13,1 |
| Neubildung | 11,9 | 22,9 |
| Verwendung | –12,8 | –1,9 |
| Auflösung | –0,4 | –0,1 |
| Stand am 31. Dezember | 13,1 | 33,9 |
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Konzernbilanz Konzern-Cash-Flow-Statement Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals Konzernanhang – Notes Allgemein Konzernanhang – Notes GuV Konzernanhang – Notes Bilanz Konzernanhang – Notes Sonstige Angaben Erklärung aller gesetzlichen Vertreter Bestätigungsvermerk Bericht des Aufsichtsrats
| 31.12.2008 | 31.12.2009 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Mio EUR | Restlaufzeit < 1 Jahr |
Restlaufzeit > 1 Jahr |
Gesamt | Restlaufzeit < 1 Jahr |
Restlaufzeit > 1 Jahr |
Gesamt |
| Verbindlichkeiten | ||||||
| gegenüber Kreditinstituten | 34,5 | 15,3 | 49,8 | 46,9 | 11,8 | 58,7 |
| Verbindlichkeiten ABCP-Programm | 49,5 | 0,0 | 49,5 | 41,3 | 0,0 | 41,3 |
| Verbindlichkeiten | ||||||
| Finanzierungsleasing | 13,4 | 24,4 | 37,8 | 6,2 | 16,9 | 23,2 |
| Derivative Finanzinstrumente | 5,7 | 1,2 | 6,8 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| Andere Finanzverbindlichkeiten | 0,0 | 4,7 | 4,7 | 0,2 | 3,5 | 3,6 |
| 103,1 | 45,5 | 148,6 | 94,5 | 32,3 | 126,8 |
Die Marktwerte und wesentlichen Konditionen der Finanzverbindlichkeiten stellen sich wie folgt dar:
| Mio EUR | Marktwert 31.12.2008 |
Effektivver- zinsung 2008 |
Marktwert 31.12.2009 |
Effektivver zinsung 2009 |
|---|---|---|---|---|
| Verbindlichkeiten | ||||
| gegenüber Kreditinstituten | ||||
| Fix verzinste Verbindlichkeiten | ||||
| gegenüber Kreditinstituten | 16,1 | 3,4–4,6% | 13,7 | 3,7–4,5% |
| Variabel verzinste Verbindlichkeiten | ||||
| gegenüber Kreditinstituten | 33,8 | 3,2–5,1% | 46,5 | 1,7–3,4% |
| 49,9 | 60,2 | |||
| Verbindlichkeiten ABCP-Programm | 49,5 | 4,3–6,0% | 41,3 | 2,1–2,2% |
| Verbindlichkeiten Finanzierungsleasing | 34,0 | 4,5–9,5% | 23,8 | 4,7–7,4% |
| Derivative Finanzinstrumente | 6,8 | 5,0–5,4% | 0,0 | n.a. |
| Andere Finanzverbindlichkeiten | 4,7 | 5,4% | 3,2 | 2,4–3,5% |
| 144,9 | 128,5 |
Die Ermittlung der Marktwerte erfolgte durch das jeweilige Kreditinstitut mittels Abzinsung der künftig zu leistenden Zahlungen unter Anwendung eines aktuellen Marktzinssatzes, wobei bei variabel verzinsten Positionen (Geldund Kapitalmarkt-Floater) der Marktwert mit dem Nominale gleichgesetzt wurde.
Für Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 5,8 Mio EUR besteht gemäß § 20 Abs. 1 Poststrukturgesetz eine Haftung der Republik Österreich.
Im Geschäftsjahr 2006 hat der Österreichische Post Konzern im Zuge eines Unternehmenserwerbs ein Asset Backed Commercial Paper (ABCP) Programm übernommen. Im Rahmen dieses Programms mit einer Laufzeit von fünf Jahren und einem Maximallimit in Höhe von 51,6 Mio EUR werden bestehende und zukünftige Forderungen in Höhe von 41,8 Mio EUR aus Lieferungen und Leistungen an eine nicht nahestehende Zweckgesellschaft verkauft. Im Konzernabschluss werden die verkauften und abgetretenen Forderungen infolge des Verbleibs des wirtschaftlichen Risikos weiterhin als Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ausgewiesen, die aus dem ABCP-Programm erhaltenen Beträge in Höhe von 41,3 Mio EUR werden als kurzfristige Finanzverbindlichkeiten gezeigt.
| 31.12.2008 | 31.12.2009 | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Mio EUR | Restlaufzeit < 1 Jahr |
Restlaufzeit > 1 Jahr |
Gesamt | Restlaufzeit < 1 Jahr |
Restlaufzeit > 1 Jahr |
Gesamt | |
| Verbindlichkeitenaus Lieferungen und Leistungen | 215,9 | 0,1 | 216,0 | 212,7 | 0,0 | 212,8 | |
| Verbindlichkeiten gegenüber | |||||||
| assoziierten Unternehmen | 0,8 | 0,0 | 0,8 | 1,3 | 0,0 | 1,3 | |
| Verbindlichkeiten nicht konsumierte Urlaube | 50,8 | 0,0 | 50,8 | 48,6 | 0,0 | 48,6 | |
| Andere Verbindlichkeiten | 91,7 | 15,6 | 107,3 | 79,6 | 12,8 | 92,4 | |
| 359,0 | 15,7 | 374,8 | 342,1 | 12,8 | 355,0 |
Aufgrund der überwiegenden Kurzfristigkeit dieses Postens wird unterstellt, dass die Marktwerte im Wesentlichen den Buchwerten entsprechen.
| Mio EUR | 2008 | 2009 |
|---|---|---|
| Laufender Steueraufwand | 46,4 | 45,1 |
| Steuergutschriften/-nachzahlungen für Vorjahre | –0,3 | 0,3 |
| Latenter Steueraufwand/-ertrag | –6,8 | –0,2 |
| 39,3 | 45,1 |
Temporäre Unterschiede zwischen den Wertansätzen im Konzernabschluss und dem jeweiligen steuerlichen Wertansatz wirken sich wie folgt auf die in der Bilanz ausgewiesenen latenten Steuern aus:
| Mio EUR | 31.12.2008 | 31.12.2009 |
|---|---|---|
| Aktive latente Steuern auf temporäre Differenzen | ||
| Immaterielle Vermögenswerte | 0,2 | 0,0 |
| Firmenwerte | 1,5 | 0,5 |
| Finanzanlagen | 24,9 | 14,3 |
| Rückstellungen | 23,8 | 22,1 |
| Finanzverbindlichkeiten | 10,1 | 5,8 |
| Verbindlichkeiten | 0,1 | 0,3 |
| 60,7 | 42,9 | |
| Passive latente Steuern auf temporäre Differenzen | ||
| Kundenbeziehungen | –10,7 | –7,9 |
| Markenrechte | –7,6 | –7,6 |
| Andere immaterielle Vermögenswerte | –0,1 | –0,2 |
| Sachanlagen | –15,0 | –12,8 |
| Vorräte | –0,1 | –0,1 |
| Forderungen | –4,3 | –1,0 |
| –37,9 | –29,6 | |
| Latente Steuern auf Verlustvorträge | 12,1 | 14,5 |
| Latente Steuern – netto | 34,9 | 27,8 |
| Aktive latente Steuern | 59,2 | 43,2 |
| Passive latente Steuern | –24,3 | –15,4 |
| Latente Steuern – netto | 34,9 | 27,8 |
Folgende aktive latente Steuern wurden nicht angesetzt:
| Mio EUR 31.12.2008 |
31.12.2009 |
|---|---|
| Aktive latente Steuern auf | |
| noch nicht genutzte steuerliche Verluste 15,4 |
15,2 |
| noch nicht genutzte Steuergutschriften 0,6 |
0,0 |
| nicht angesetzte Anteile an Tochterunternehmen 1,3 |
1,1 |
Die Entwicklung und die Aufteilung der gesamten Veränderung der latenten Steuern in ergebniswirksame und ergebnisneutrale Komponenten werden in folgender Tabelle dargestellt:
| Mio EUR | Aktive | Passive latente Steuern latente Steuern |
|---|---|---|
| Stand am 1. Jänner 2008 | 55,5 | 33,2 |
| Ergebniswirksame Veränderungen | –4,4 | –11,2 |
| Ergebnisneutrale Veränderungen | ||
| Zur Veräußerung gehaltene Wertpapiere | 6,6 | 0,0 |
| Sicherungsgeschäfte | 1,4 | 0,0 |
| Zugang aus Unternehmenserwerben | 0,0 | 2,3 |
| 8,0 | 2,3 | |
| Stand am 31. Dezember 2008 | 59,2 | 24,3 |
| Mio EUR | Aktive | Passive latente Steuern latente Steuern |
| Stand am 1. Jänner 2009 | 59,2 | 24,3 |
| Ergebniswirksame Veränderungen | –8,6 | –8,9 |
| Ergebnisneutrale Veränderungen | ||
| Zur Veräußerung gehaltene Wertpapiere | –5,8 | 0,0 |
| Sicherungsgeschäfte | –1,5 | 0,0 |
| –7,3 | 0,0 | |
| Stand am 31. Dezember 2009 | 43,2 | 15,4 |
| Mio EUR | 2008 | 2009 |
|---|---|---|
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 158,2 | 124,8 |
| Rechnerische Ertragsteuer | 39,5 | 31,2 |
| Steuerminderung aufgrund von | ||
| steuerfreien Dividenden und Beteiligungserträgen | –0,4 | –1,3 |
| Teilwertabschreibung Tochtergesellschaften | –9,7 | 0,0 |
| Anpassung an ausländische Steuersätze | –1,0 | –0,3 |
| übrigen steuermindernden Posten | –4,0 | –2,6 |
| –15,0 | –4,1 | |
| Steuermehrung aufgrund von | ||
| Firmenwertabschreibungen | 6,2 | 4,3 |
| Teilwertabschreibung/künftige Wertaufholung | 0,0 | 3,6 |
| übrigen steuermehrenden Posten | 4,4 | 9,8 |
| 10,6 | 17,6 | |
| Ertragsteueraufwand der Periode | 35,1 | 44,7 |
| Aperiodischer Ertragsteueraufwand/-ertrag | –0,3 | 0,3 |
| Veränderung nicht gebildeter aktiver latenter Steuern auf Verlustvorträge | 4,5 | 0,1 |
| Tatsächliche Ertragsteuer | 39,3 | 45,1 |
Zahlungsmittel umfassen Barmittel und Sichteinlagen. Zahlungsmitteläquivalente sind kurzfristige, äußerst liquide Finanzinvestitionen, die jederzeit in bestimmte Zahlungsmittelbeträge umgewandelt werden können und nur unwesentlichen Wertschwankungen unterliegen.
Zum Cash-Flow-Statement werden weiters folgende Angaben gemacht:
Der Cash-Flow aus dem Erwerb von Tochterunternehmen setzt sich wie folgt zusammen:
| Mio EUR 2008 |
2009 |
|---|---|
| Unternehmenserwerbe | |
| Auszahlungen für Unternehmenserwerbe | |
| Erwerbszeitpunkt aktuelles Geschäftsjahr –6,8 |
–1,3 |
| Offene Kaufpreisverbindlichkeiten 2,5 |
0,0 |
| Erwerbszeitpunkt Vorjahre –20,8 |
–3,2 |
| –25,1 | –4,5 |
| Übernommene Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 0,9 |
0,1 |
| –24,2 | –4,4 |
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Konzernbilanz Konzern-Cash-Flow-Statement Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals Konzernanhang – Notes Allgemein Konzernanhang – Notes GuV Konzernanhang – Notes Bilanz Konzernanhang – Notes Sonstige Angaben Erklärung aller gesetzlichen Vertreter Bestätigungsvermerk Bericht des Aufsichtsrats
Die aus dem erstmaligen Ansatz von im laufenden Geschäftsjahr abgeschlossenen Finanzierungsleasingverträgen resultierenden Vermögenswerte und Finanzverbindlichkeiten (2009: 1,4 Mio EUR; 2008 3,8 Mio EUR) führen zu keiner Veränderung des Cash-Flows aus Investitions- und Finanzierungstätigkeit, da es sich hierbei um nicht zahlungswirksame Transaktionen handelt. Die geleisteten Leasingzahlungen werden im Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit dargestellt.
Zu den Finanzinstrumenten zählen finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten (originäre Finanzinstrumente) sowie derivative Finanzinstrumente.
Folgende Tabelle zeigt die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte für die Geschäftsjahre 2008 und 2009:
| Mio EUR | Zur Veräußerung | Zur Veräußerung | Kredite und | Sicherungs- | Zahlungsmittel | Buchwert |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Finanzielle Vermögenswerte | verfügbar | verfügbar | Forderungen | geschäfte | ||
| (fair Value) | (at cost) | |||||
| Stand am 31. Dezember 2008 | ||||||
| Wertpapiere | 92,5 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 92,5 |
| Forderungen | ||||||
| Lieferung und Leistung | 0,0 | 0,0 | 284,3 | 0,0 | 0,0 | 284,3 |
| Forderungen | ||||||
| assoziierte Unternehmen | 0,0 | 0,0 | 3,2 | 0,0 | 0,0 | 3,2 |
| Andere Forderungen | 0,0 | 0,0 | 30,1 | 0,0 | 0,0 | 30,1 |
| Strategische und andere Anteile | 39,1 | 0,8 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 39,9 |
| Zahlungsmittel | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 248,1 | 248,1 |
| 131,6 | 0,8 | 317,7 | 0,0 | 248,1 | 698,2 | |
| Übrige sonstige Vermögenswerte | 45,0 | |||||
| 131,6 | 0,8 | 317,7 | 0,0 | 248,1 | 743,2 | |
| Stand am 31. Dezember 2009 | ||||||
| Wertpapiere | 56,7 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 56,7 |
| Forderungen | ||||||
| Lieferung und Leistung | 0,0 | 0,0 | 261,7 | 0,0 | 0,0 | 261,7 |
| Forderungen | ||||||
| assoziierte Unternehmen | 0,0 | 0,0 | 2,6 | 0,0 | 0,0 | 2,6 |
| Derivative | ||||||
| finanzielle Vermögenswerte | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,5 | 0,0 | 0,5 |
| Andere Forderungen | 0,0 | 0,0 | 23,7 | 0,0 | 0,0 | 23,7 |
| Strategische und andere Anteile | 40,6 | 0,8 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 41,4 |
| Zahlungsmittel | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 293,8 | 293,8 |
| 97,3 | 0,8 | 288,0 | 0,5 | 293,8 | 680,4 | |
| Übrige sonstige Vermögenswerte | 39,8 | |||||
| 97,3 | 0,8 | 288,0 | 0,5 | 293,8 | 720,2 | |
| Mio EUR | Zur Veräußerung | Zur Veräußerung | Kredite und | Sicherungs- | Zahlungsmittel | Buchwert |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Finanzielle Vermögenswerte | verfügbar | verfügbar | Forderungen | geschäfte | ||
| (fair Value) | (at cost) | |||||
| Stand am 31. Dezember 2008 | ||||||
| Verzinsliche | ||||||
| Finanzverbindlichkeiten | 49,8 | 49,5 | 37,8 | 0,0 | 0,0 | 137,0 |
| Andere langfristige | ||||||
| Finanzverbindlichkeiten | 0,0 | 4,7 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 4,7 |
| Verbindlichkeiten | ||||||
| Lieferung und Leistung | 0,0 | 216,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 216,0 |
| Verbindlichkeiten | ||||||
| assoziierte Unternehmen | 0,0 | 0,8 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,8 |
| Derivative | ||||||
| finanzielle Verbindlichkeiten | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 5,7 | 1,2 | 6,8 |
| Andere Verbindlichkeiten | 0,0 | 28,6 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 28,6 |
| 49,8 | 299,6 | 37,8 | 5,7 | 1,2 | 394,0 | |
| Übrige sonstige Verbindlichkeiten | 129,4 | |||||
| 49,8 | 299,6 | 37,8 | 5,7 | 1,2 | 523,4 | |
| Stand am 31. Dezember 2009 | ||||||
| Verzinsliche | ||||||
| Finanzverbindlichkeiten | 58,7 | 41,5 | 23,2 | 0,0 | 0,0 | 123,3 |
| Andere langfristige | ||||||
| Finanzverbindlichkeiten | 0,0 | 3,5 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 3,5 |
| Verbindlichkeiten | ||||||
| Lieferung und Leistung | 0,0 | 212,8 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 212,8 |
| Verbindlichkeiten | ||||||
| assoziierte Unternehmen | 0,0 | 1,3 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 1,3 |
| Derivative | ||||||
| finanzielle Verbindlichkeiten | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| Andere Verbindlichkeiten | 0,0 | 18,8 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 18,8 |
| 58,7 | 277,7 | 23,2 | 0,0 | 0,0 | 359,6 | |
| Übrige sonstige Verbindlichkeiten | 122,2 | |||||
| 58,7 | 277,7 | 23,2 | 0,0 | 0,0 | 481,8 |
Folgende Tabelle zeigt die Buchwerte der finanziellen Verbindlichkeiten für die Geschäftsjahre 2008 und 2009:
In folgender Tabelle werden der Bezugswert und der Marktwert der verschiedenen derivativen Finanzinstrumente dargestellt:
| 31.12.2008 | 31.12.2009 | |||
|---|---|---|---|---|
| Mio EUR | Nominale (Bezugswert) |
Marktwert | Nominale (Bezugswert) |
Marktwert |
| Sicherungsgeschäfte | ||||
| Rohstoff Hedge | 17,8 | –5,6 | 5,0 | 0,3 |
| Andere derivative Finanzinstrumente | ||||
| Strukturierte Zins-Swaps | 5,0 | –0,1 | 7,4 | 0,5 |
| Eingebettete Derivate | 0,0 | –1,2 | 0,0 | 0,0 |
| –1,3 | 0,5 | |||
| –6,8 | 0,8 |
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Konzernbilanz Konzern-Cash-Flow-Statement Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals Konzernanhang – Notes Allgemein Konzernanhang – Notes GuV Konzernanhang – Notes Bilanz Konzernanhang – Notes Sonstige Angaben Erklärung aller gesetzlichen Vertreter Bestätigungsvermerk Bericht des Aufsichtsrats
Der Österreichische Post Konzern hat Zins-Swaps mit einer durchschnittlichen Restlaufzeit von 9,8 Jahren zur Verminderung des Zinsänderungsrisikos von festverzinslichen Wertpapieren und Finanzverbindlichkeiten abgeschlossen.
Die festen Zinssätze lagen zum 31. Dezember 2009 zwischen 3,0% und 4,7% (31.12.2008: 5,0% und 5,4%). Die variablen Zinssätze sind an verschiedene Interbankensätze gebunden. Die durchschnittlichen variablen Zinssätze, die während der Laufzeit der Swap-Vereinbarungen wesentlichen Änderungen unterliegen können, entsprechen den am Bilanzstichtag gültigen Zinssätzen.
Die Marktwerte für die Zins-Swaps entsprechen jenem Wert, den der Österreichische Post Konzern bei Auflösung des Geschäfts am Bilanzstichtag erhalten würde oder zahlen müsste. Dabei werden die gegenwärtigen Marktverhältnisse sowie das aktuelle Zinsniveau und die Bonität der Vertragspartner berücksichtigt.
Im Geschäftsjahr 2009 wurde, wie bereits im Vorjahr, ein Sicherungsgeschäft mit einem Kreditinstitut gegen Preisschwankungen bei Treibstoffen im Ausmaß von 16.500 metrischen Tonnen (dies entspricht 8 Millionen Liter) abgeschlossen, das ab Jänner 2010 monatlich auf Basis der vereinbarten Mengen und des monatlichen Durchschnittspreises am Spotmarkt zwischen dem Kreditinstitut und der Österreichischen Post abgerechnet wird.
Der ineffektive Teil des Sicherungsgeschäfts für Treibstoffe in Höhe von 0,4 Mio EUR wurde im Geschäftsjahr 2009 erfolgswirksam im Finanzergebnis erfasst.
Die folgende Tabelle zeigt die in der Gewinn- und Verlustrechnung enthaltenen Nettogewinne oder -verluste für die Geschäftsjahre 2008 und 2009:
| Mio EUR | 2008 | 2009 |
|---|---|---|
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | ||
| Dividenden- und Wertpapiererträge | 10,6 | 2,1 |
| Veräußerungsergebnis aus Wertpapieren | –0,2 | –0,1 |
| Wertaufholungen | 0,0 | 1,0 |
| Wertminderungsaufwendungen | –20,0 | –20,0 |
| –9,6 | –17,0 | |
| Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert | ||
| bewertete finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten | 1,7 | 0,1 |
| –7,9 | –17,0 |
Die Nettoverluste der zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte in Höhe von 17,0 Mio EUR (2008: 9,6 Mio EUR) wurden in Höhe von 20,0 Mio EUR (2008: 0,2 Mio EUR) erfolgswirksam aus der Rücklage für die Marktbewertung von Finanzinstrumenten zur Veräußerung verfügbar entnommen, und Nettogewinne in Höhe von 3,0 Mio EUR (2008: Nettoverluste in Höhe von 9,8 Mio EUR) wurden direkt in die Gewinn- und Verlustrechnung gebucht.
Das Ergebnis der erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten entspricht dem Bewertungs- und Veräußerungsergebnis der derivativen Finanzinstrumente.
Die Gesamtzinserträge und -aufwendungen für finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, mit Ausnahme der erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente, stellen sich dar wie folgt:
| Mio EUR | 2008 | 2009 |
|---|---|---|
| Zinserträge aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten | 11,6 | 3,5 |
| Andere Zinserträge | 0,5 | 0,0 |
| 12,1 | 3,5 | |
| Zinsaufwendungen für Kredite | 5,4 | 1,9 |
| Andere Zinsaufwendungen | 3,3 | 2,2 |
| 8,7 | 4,1 |
Aufgabe der Liquiditätssicherung ist die jederzeitige Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit der Unternehmensgruppe. Basis des Liquiditätsmanagements ist ein Liquiditätsplan, der laufend Soll-Ist-Analysen unterzogen und bei Bedarf angepasst wird. Durch die aktive Steuerung von Zahlungsströmen wird der Zinssaldo optimiert.
Die folgenden Tabellen zeigen die Fälligkeiten der noch zu leistenden Bruttozahlungsverpflichtungen zum 31. Dezember 2008 und 2009:
| Mio EUR | Buchwert | Brutto- | Restlaufzeiten | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Cash-Flow | < 1 Jahr | 1–5 Jahre | > 5 Jahre | ||||
| Stand am 31. Dezember 2008 | |||||||
| Finanzverbindlichkeiten | |||||||
| Verbindlichkeiten gegenüber | |||||||
| Kreditinstituten (fix verzinst) | 16,0 | 17,8 | 6,3 | 4,2 | 7,3 | ||
| Verbindlichkeiten gegenüber | |||||||
| Kreditinstituten (variabel verzinst) | 33,8 | 34,2 | 28,0 | 6,2 | 0,0 | ||
| Verbindlichkeiten ABCP Programm | 49,5 | 49,5 | 49,5 | 0,0 | 0,0 | ||
| Verbindlichkeiten Finanzierungsleasing | 37,8 | 39,0 | 14,1 | 20,8 | 4,1 | ||
| Andere Finanzverbindlichkeiten (ohne Derivate) | 4,7 | 4,7 | 0,6 | 3,6 | 0,5 | ||
| 141,8 | 145,1 | 98,5 | 34,7 | 11,9 | |||
| Verbindlichkeiten – Finanzinstrumente | |||||||
| Verbindlichkeiten | |||||||
| aus Lieferungen und Leistungen | 216,0 | 216,0 | 215,9 | 0,1 | 0,0 | ||
| Verbindlichkeiten | |||||||
| gegenüber assoziierten Unternehmen | 0,8 | 0,8 | 0,8 | 0,0 | 0,0 | ||
| Andere Verbindlichkeiten – Finanzinstrumente | 28,6 | 28,6 | 25,8 | 0,0 | 2,9 | ||
| 245,4 | 245,4 | 242,4 | 0,1 | 2,9 | |||
| Derivative finanzielle Verbindlichkeiten | 6,8 | 6,8 | 5,7 | 0,0 | 1,2 | ||
| Summe finanzielle Verbindlichkeiten | 394,0 | 397,4 | 346,5 | 34,9 | 15,9 | ||
| Übrige sonstige Verbindlichkeiten | 129,4 | 65,3 | 51,2 | 10,7 | 3,4 | ||
| Summe Verbindlichkeiten | 523,4 | 462,7 | 397,8 | 45,6 | 19,3 |
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Konzernbilanz Konzern-Cash-Flow-Statement Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals Konzernanhang – Notes Allgemein Konzernanhang – Notes GuV Konzernanhang – Notes Bilanz Konzernanhang – Notes Sonstige Angaben Erklärung aller gesetzlichen Vertreter Bestätigungsvermerk Bericht des Aufsichtsrats
| v | |
|---|---|
| Mio EUR | Buchwert | Brutto- | Restlaufzeiten | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Cash-Flow | < 1 Jahr | 1–5 Jahre | > 5 Jahre | ||||
| Stand am 31. Dezember 2009 | |||||||
| Finanzverbindlichkeiten | |||||||
| Verbindlichkeiten | |||||||
| gegenüber Kreditinstituten (fix verzinst) | 13,4 | 13,9 | 11,7 | 2,2 | 0,0 | ||
| Verbindlichkeiten | |||||||
| gegenüber Kreditinstituten (variabel verzinst) | 45,3 | 46,5 | 35,6 | 3,8 | 7,1 | ||
| Verbindlichkeiten ABCP Programm | 41,3 | 41,3 | 41,3 | 0,0 | 0,0 | ||
| Verbindlichkeiten Finanzierungsleasing | 23,2 | 26,1 | 7,1 | 18,9 | 0,2 | ||
| Andere Finanzverbindlichkeiten (ohne Derivate) | 3,6 | 3,6 | 2,1 | 1,5 | 0,0 | ||
| 126,8 | 131,4 | 97,8 | 26,4 | 7,2 | |||
| Verbindlichkeiten – Finanzinstrumente | |||||||
| Verbindlichkeiten | |||||||
| aus Lieferungen und Leistungen | 212,8 | 212,8 | 212,7 | 0,0 | 0,0 | ||
| Verbindlichkeiten | |||||||
| gegenüber assoziierten Unternehmen | 1,3 | 1,3 | 1,3 | 0,0 | 0,0 | ||
| Andere Verbindlichkeiten – Finanzinstrumente | 18,8 | 18,8 | 17,3 | 0,0 | 1,5 | ||
| 232,8 | 232,8 | 231,3 | 0,0 | 1,5 | |||
| Derivative finanzielle Verbindlichkeiten | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | ||
| Summe finanzielle Verbindlichkeiten | 359,6 | 364,2 | 329,1 | 26,4 | 8,7 | ||
| Übrige sonstige Verbindlichkeiten | 122,2 | 65,3 | 54,0 | 11,4 | 0,0 | ||
| Summe Verbindlichkeiten | 481,8 | 429,6 | 383,1 | 37,8 | 8,7 |
Auf der Aktivseite stellen die ausgewiesenen Beträge gleichzeitig das maximale Bonitäts- und Ausfallsrisiko dar, da keine generellen Aufrechnungsvereinbarungen bestehen. Das Risiko bei Forderungen kann insgesamt als gering eingeschätzt werden, da die Mehrzahl der Kunden bar bezahlt oder einem Bankeinzugsverfahren zugestimmt hat. Ferner besteht ein Großteil der offenen Forderungen gegenüber ausländischen Postgesellschaften, bei denen es sich um Vertragspartner bester Bonität handelt.
Soweit bei den finanziellen Vermögenswerten Ausfallsrisiken erkennbar sind, werden diese Risiken durch Wertberichtigungen erfasst. Zur Vermeidung von Kreditrisiken werden Finanzkontrakte nur mit Kontrahenten einwandfreier Bonität abgeschlossen. Aus diesem Grund wird das allgemeine Kreditrisiko aus den eingesetzten Finanzinstrumenten für gering gehalten.
Für Geldmarkttransaktionen bestehen festgelegte Handelslimits. Zur Begrenzung des Ausfallsrisikos bei Anleihen, Schuldverschreibungen und strukturierten Finanzierungen werden nur Papiere von Emittenten mit einem Rating von zumindest A (Moody's bzw. S & P-Äquivalent) oder vergleichbarer Bonität angekauft. Im Wertpapier Portfolio befinden sich nur Papiere auf Investor Grade Niveau. Als Handelspartner für OTC-Transaktionen oder für in strukturierten Geschäften integrierte Transaktionen kommen gleichfalls nur Kontrahenten mit erstklassiger Bonität in Frage. Anteile an Investmentfonds werden nur an international anerkannten Kapitalanlagegesellschaften gehalten. Besonderes Augenmerk gilt auch der Liquidität und der Abwicklungssicherheit der abgeschlossenen Finanzprodukte.
Im Rahmen einer Cross Border Leasing-Transaktion wurde durch eine Einmalzahlung die Verpflichtung zur Zahlung der Leasingraten einschließlich eines allfälligen EBO Payment an Payment Undertaker ausgelagert. Als Payment Undertaker wurden Finanzinstitute mit bester Bonität (Qualified Issuer) ausgewählt. Im Falle des Equity Payment Undertakers wurden Mindestratings vereinbart, wobei mit Unterschreiten dieser Grenzen zusätzliche Sicherheiten in Form von Wertpapieren vom Payment Undertaker beizubringen sind und bei weiterem Sinken des Ratings die Verpflichtung besteht, den Equity Payment Undertaker zu wechseln. Damit rechtzeitig auf die jeweilige Situation der Payment Undertaker reagiert werden kann, erfolgt zumindest quartalsweise eine Überprüfung des Ratings der aktuellen Payment Undertaker sowie des Ratings vergleichbarer Kreditinstitute. Zudem ist zu jedem Bilanzstichtag von den Payment Undertakern in einer Bestätigung über den planmäßigen Verlauf der Transaktionen zu berichten und die offenen Rückführungsraten bekanntzugeben.
Die Überfälligkeitsstruktur der Forderungen für die Geschäftsjahre 2008 und 2009 zeigt folgendes Bild:
| Mio EUR Stand am 31. Dezember 2008 |
Anhang | Nicht überfällig |
Überfällig < 1 Jahr |
Überfällig > 1 Jahr |
Gesamt | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Buchwert vor Wertberichtigungen | ||||||
| (Finanzinstrumente) | 282,3 | 39,9 | 11,6 | 333,8 | ||
| abzüglich: Einzelwertberichtigung | 1,7 | 2,1 | 11,2 | 15,1 | ||
| abzüglich: Pauschale (Einzel)wertberichtigung | 0,9 | 0,1 | 0,0 | 1,0 | ||
| Buchwert nach Wertberichtigungen | ||||||
| (Finanzinstrumente) | 279,6 | 37,7 | 0,4 | 317,7 | ||
| Buchwert sonstige Forderungen | ||||||
| (22) |
| Mio EUR | Anhang | Nicht überfällig |
Überfällig < 1 Jahr |
Überfällig > 1 Jahr |
Gesamt | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Stand am 31. Dezember 2009 | ||||||
| Buchwert vor Wertberichtigungen | ||||||
| (Finanzinstrumente) | 253,0 | 37,3 | 15,4 | 305,8 | ||
| abzüglich: Einzelwertberichtigung | 2,8 | 2,7 | 10,9 | 16,4 | ||
| abzüglich: Pauschale (Einzel)wertberichtigung | 0,9 | 0,1 | 0,0 | 1,0 | ||
| Buchwert nach Wertberichtigungen | ||||||
| (Finanzinstrumente) | 249,4 | 34,6 | 4,5 | 288,5 | ||
| Buchwert sonstige Forderungen | ||||||
| (22) |
Zur Absicherung gegen Preisschwankungen bei Treibstoffen wurde im Geschäftsjahr 2008 als auch im Geschäftsjahr 2009 jeweils ein Sicherungsgeschäft mit einem Kreditinstitut abgeschlossen. Eine Änderung des Marktpreises um +/– 10 Prozentpunkte ist in nachfolgender Tabelle dargestellt:
| Mio EUR | Marktpreise | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| +10%-Punkte | –10%-Punkte | ||||
| 2008 | |||||
| Marktbewertung Sicherungsgeschäfte (Eigenkapital) | 1,1 | –1,1 | |||
| 2009 | |||||
| Marktbewertung Sicherungsgeschäfte (Eigenkapital) | 0,8 | –0,8 |
Eventuelle Änderungen des Cash-Flows aus den Sicherungsgeschäften werden durch Zahlungen aus den vereinbarten Tankmengen kompensiert.
Das Zinsänderungsrisiko stellt das Risiko dar, das sich aus der Wertänderung von Finanzinstrumenten, anderen Bilanzposten oder zinsbedingten Zahlungsströmen infolge von Schwankungen von Marktzinssätzen ergibt. Das Zinsänderungsrisiko beinhaltet das Barwertrisiko bei fest verzinsten Bilanzposten und das Zahlungsstromrisiko bei variabel verzinsten Bilanzposten.
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Konzernbilanz Konzern-Cash-Flow-Statement Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals Konzernanhang – Notes Allgemein Konzernanhang – Notes GuV Konzernanhang – Notes Bilanz Konzernanhang – Notes Sonstige Angaben Erklärung aller gesetzlichen Vertreter Bestätigungsvermerk Bericht des Aufsichtsrats
Ein Zinsänderungsrisiko liegt vor allem bei Forderungen und Verbindlichkeiten mit Laufzeiten über einem Jahr vor. Solche längeren Laufzeiten sind im operativen Bereich nicht von materieller Bedeutung, spielen jedoch bei Finanzinvestitionen in Wertpapiere, anderen Finanzanlagen sowie Finanzverbindlichkeiten eine Rolle.
Die Steuerung des Zinsänderungsrisikos im Finanzbereich orientiert sich am Portfolio-Ansatz. Gesteuert werden grundsätzlich nicht Einzelpositionen, sondern das gesamte Finanzportfolio unter Bedachtnahme auf die jeweilige Grundtransaktion. Zu diesem Zweck werden selektiv auch derivative Instrumente wie Zins-Swaps eingesetzt. Das Finanzportfolio wird täglich der vorgegebenen Benchmark gegenübergestellt.
Eine detaillierte Darstellung der Finanzinvestitionen in Wertpapiere und der anderen Finanzanlagen findet sich in Kapitel 19 und 20 des Konzernanhangs, Details zu Finanzverbindlichkeiten können Kapitel 27 entnommen werden.
Eine Änderung des Marktzinssatzes um +/– 1 Prozentpunkt hätte auf Basis der Portfoliozusammensetzung bei Gleichbleiben aller übrigen Parameter folgende Auswirkung auf die Höhe der in folgender Tabelle angeführten Positionen:
| Mio EUR | Marktzinssatz | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| +1%-Punkt | –1%-Punkt | ||||
| 2008 | |||||
| Sonstiges Finanzergebnis | 2,0 | –1,9 | |||
| Marktbewertung zur Veräußerung gehalten (Eigenkapital) | 0,0 | 0,0 | |||
| 2009 | |||||
| Sonstiges Finanzergebnis | 2,7 | –2,6 | |||
| Marktbewertung zur Veräußerung gehalten (Eigenkapital) | 0,0 | 0,0 |
Als Währungsänderungsrisiko wird der mögliche Verlust aus Marktveränderungen durch schwankende Wechselkurse angesehen.
Auf der Aktivseite ergeben sich keine Risiken aus Währungsänderungen, da Lieferungen nahezu zur Gänze auf Euro-Währungsbasis abgewickelt werden. Gleiches gilt grundsätzlich für die übrigen originären Finanzinstrumente.
Ziel des Finanz- und Risikomanagements des Österreichischen Post Konzerns ist die Sicherung des Unternehmenserfolges gegen finanzielle Risiken jeglicher Art. Grundsätzlich wird beim Management der Finanzpositionen ein strategischer Portfolio-Ansatz unter Bedachtnahme auf eine konservative Risikopolitik verfolgt.
Die aktuelle Risikosituation im Finanzbereich wird laufend in einem standardisierten Berichtswesen dargelegt. Weiters bestehen im Österreichischen Post Konzern klare, schriftliche Strategien und operative Richtlinien für die Behandlung aller finanziellen Risiken.
Das Risikomanagement unterliegt einem vom Vorstand beschlossenen Regelwerk, welches Ziele, Grundsätze, Aufgaben und Kompetenzen festlegt. Darüber hinaus formuliert dieses Regelwerk standardisierte Abläufe, um Revisionssicherheit zu gewährleisten.
Zudem werden durch die Organisation der Tätigkeitsabläufe (wie z.B. Trennung von Handel und Buchführung von Finanztransaktionen, Sicherung von elektronischen Daten) organisatorische Risiken im Finanzbereich so weit wie möglich ausgeschaltet.
Sonstige finanzielle Verpflichtungen resultieren im Wesentlichen aus Operating-Miet- und Leasingverträgen für Betriebs- und Geschäftsgebäude. Daneben bestehen Operating-Miet- und Leasingverträge für technische Anlagen und Maschinen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung.
Die sich aus vor Ende der Laufzeit unkündbaren Operating-Miet- und Leasingverträgen ergebenden künftigen Mindestleasingzahlungen betragen für die Geschäftsjahre 2008 und 2009:
| Mio EUR | 2008 | 2009 |
|---|---|---|
| Bis zu einem Jahr | 44,9 | 48,6 |
| Länger als ein und bis zu fünf Jahren | 133,8 | 138,5 |
| Länger als fünf Jahre | 193,5 | 179,1 |
| 372,2 | 366,1 |
Die wesentlichen Miet- und Leasingverträge für Betriebs- und Geschäftsgebäude beinhalten Verlängerungsoptionen sowie Ausstiegsklauseln, welche den Marktkonditionen für Geschäftsliegenschaften entsprechen. Ebenso sind in diesen Verträgen Anpassungen der Leasingzahlungen an Preisindizes vorgesehen. In eingeschränktem Umfang sind die Leasingzahlungen an Umsatzzahlen gebunden. Sämtliche hierzu bestehenden Untervermietungen sind kündbar.
Im Geschäftsjahr wurde ein Betrag von 23,4 Mio EUR (2008: 24,7 Mio EUR) an Zahlungen für Operating-Miet- und Leasingverträge erfolgswirksam erfasst. Der gesamte Betrag entfällt auf Mindestleasingzahlungen.
Für immaterielle Vermögenswerte wurden im Geschäftsjahr Erwerbsverpflichtungen in Höhe von 0,4 Mio EUR (2008: 0,2 Mio EUR) eingegangen. Die Erwerbsverpflichtungen für Sachanlagen betrugen im Geschäftsjahr 3,7 Mio EUR (2008: 3,4 Mio EUR).
Angaben im Zusammenhang mit Cross Border-Lease-Transaktionen werden in den Kapiteln 16. Sachanlagen sowie 32. (a) Darstellung der Risikoarten erläutert.
Die Republik Österreich hält über die Österreichische Industrieholding AG (ÖIAG) 52,8% der Aktien der Österreichischen Post AG. Damit zählen die Republik Österreich und die unter ihrem beherrschenden Einfluss stehenden Unternehmen zu den nahe stehenden Unternehmen und Personen des Österreichischen Post Konzerns. Weiters sind alle verbundenen und assoziierten Unternehmen sowie Vorstände und Aufsichtsräte der Österreichischen Post AG, Geschäftsführer von Konzernunternehmen sowie leitende Angestellte nahe stehende Unternehmen und Personen.
Mit der BBG Bundesbeschaffung GmbH, Wien, besteht eine Vereinbarung im Namen und auf Rechnung des Bundes zur Auslieferung von Postsendungen von Bundeseinrichtungen. Im Geschäftsjahr 2009 wurden Dienstleistungen im Wert von 97,1 Mio EUR (2008: 99,8 Mio EUR) für die vertraglich festgelegten Bundeseinrichtungen erbracht. Zum 31. Dezember 2009 wurden Forderungen in Höhe von 8,9 Mio EUR (31.12.2008: 8,9 Mio EUR) gegenüber der BBG Bundesbeschaffung GmbH ausgewiesen.
Die Umsatzerlöse aus Leistungen der Österreichischen Post AG gegenüber dem Bundesrechenzentrum betrugen im Jahr 2009 27,8 Mio EUR (2008: 28,2 Mio EUR). An Forderungen gegenüber dem Bundesrechenzentrum wies die Österreichische Post AG zum 31.12.2009 1,9 Mio EUR (31.12.2008: 1,7 Mio EUR) aus.
Darüber hinaus sind zahlreiche staatliche Stellen und unter dem beherrschenden Einfluss der Republik Österreich stehende Unternehmen unmittelbar Kunden des Österreichischen Post Konzerns. Diese Geschäftsbeziehungen bestehen innerhalb des Leistungsspektrums des Österreichischen Post Konzerns zu fremdüblichen Konditionen. Die im Rahmen dieser Geschäftsbeziehungen erbrachten Leistungen sind jeweils nicht erheblich für die Gesamt-
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Konzernbilanz Konzern-Cash-Flow-Statement Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals Konzernanhang – Notes Allgemein Konzernanhang – Notes GuV Konzernanhang – Notes Bilanz Konzernanhang – Notes Sonstige Angaben Erklärung aller gesetzlichen Vertreter Bestätigungsvermerk Bericht des Aufsichtsrats
einnahmen des Österreichischen Post Konzerns. Die daraus zum 31. Dezember 2009 offenen Posten werden in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ausgewiesen.
Weiters nahm die Österreichische Post AG Leistungen des im Eigentum der Republik Österreich stehenden ÖBB-Konzerns (insbesondere der Rail Cargo Austria AG) zu fremdüblichen Konditionen in Anspruch. Die Aufwendungen gegenüber Unternehmen des ÖBB-Konzerns beliefen sich im Geschäftsjahr 2009 auf 19,7 Mio EUR (2008: 19,2 Mio EUR). Zum 31. Dezember 2009 wurden Verbindlichkeiten in Höhe von 1,1 Mio EUR (31.12.2008: 0,6 Mio EUR) gegenüber dem ÖBB-Konzern ausgewiesen. Die Österreichische Post AG weist gegenüber dem ÖBB-Konzern Forderungen per 31. Dezember 2009 in Höhe von EUR 0,2 Mio EUR (31.12.2008: 0,2 Mio EUR) sowie Erträge im Jahr 2009 in Höhe von 1,3 Mio EUR (2008: 1,1 Mio EUR) aus.
Per 31.12.2009 hatte die Österreichische Post AG Forderungen gegenüber der Telekom Austria AG in Höhe von 7,7 Mio EUR (31.12.2008: 8,7 Mio EUR) sowie Verbindlichkeiten in Höhe von 3,1 Mio EUR (31.12.2008: 2,5 Mio EUR). Von Jänner bis Dezember 2009 erbrachte die Österreichische Post AG gegenüber der Telekom Austria AG Dienstleistungen im Wert von 72,2 Mio EUR (2008: 63,0 Mio EUR), die Aufwendungen gegenüber der Telekom Austria AG beliefen sich in 2009 auf 59,6 Mio EUR (2008: 62,9 Mio EUR).
Zum Bilanzstichtag bestehen bei der Österreichischen Post AG Verbindlichkeiten gegenüber dem OMV-Konzern in Höhe von 2,1 Mio EUR (31.12.2008: 2,2 Mio EUR). Die Aufwendungen der Österreichischen Post AG gegenüber dem OMV-Konzern betrugen in 2009 12,1 Mio EUR (2008: 15,4 Mio EUR), die Erträge beliefen sich im Jahr 2009 auf 0,3 Mio EUR (2008: 0,3 Mio EUR).
Mit assoziierten Unternehmen bestehen Geschäftsbeziehungen im Zusammenhang mit Werbung und Öffentlichkeitsarbeit sowie mit Beförderungsleistungen von Postsendungen zu fremdüblicher Preisgestaltung. Die von assoziierten Unternehmen erbrachten Leistungen betrugen 2009 4,9 Mio EUR (2008: 4,4 Mio EUR). Die Umsatzerlöse aus Leistungen für assoziierte Unternehmen betragen in Relation zum Gesamtumsatz 0,8% (2008: 0,3%). Zum Bilanzstichtag bestehen gegenüber assoziierten Unternehmen offene Forderungen in Höhe von 2,3 Mio EUR (31.12.2008: 3,2 Mio EUR) sowie offene Verbindlichkeiten in Höhe von 0,9 Mio EUR (31.12.2008: 0,8 Mio EUR).
Folgende Vergütungen einschließlich der Veränderung von Rückstellungen wurden an Aufsichtsräte, Vorstände und leitende Angestellte in den Geschäftsjahren 2008 und 2009 gewährt:
| Mio EUR | Aufsichtsräte | Vorstände | Leitende Angestellte |
Gesamt |
|---|---|---|---|---|
| Geschäftsjahr 2008 | ||||
| Kurzfristig fällige Leistungen | 0,2 | 2,4 | 13,5 | 16,1 |
| Leistungen nach | ||||
| Beendigung des Arbeitsverhältnisses | 0,0 | 0,4 | 0,0 | 0,4 |
| Andere langfristig fällige Leistungen | 0,0 | 0,3 | 0,0 | 0,3 |
| Leistungen aus Anlass der | ||||
| Beendigung des Arbeitsverhältnisses | 0,0 | 0,0 | 1,2 | 1,2 |
| 0,2 | 3,2 | 14,7 | 18,0 | |
| Geschäftsjahr 2009 | ||||
| Kurzfristig fällige Leistungen | 0,2 | 3,0 | 12,5 | 15,6 |
| Leistungen nach | ||||
| Beendigung des Arbeitsverhältnisses | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| Andere langfristig fällige Leistungen | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,1 |
| Leistungen aus Anlass der | ||||
| Beendigung des Arbeitsverhältnisses | 0,0 | 0,6 | 1,1 | 1,7 |
| 0,2 | 3,6 | 13,7 | 17,5 |
Im Geschäftsjahr 2009 bestanden Geschäftsbeziehungen mit leitenden Angestellten in Höhe von 0,1 Mio EUR (2008: 0,2 Mio EUR).
Im Geschäftsjahr 2009 stellte sich das Honorar für den Abschlussprüfer Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH wie folgt dar:
| Abschlussprüfung | |
|---|---|
| Einzel- und Konzernabschluss zum 31.12.2009 | |
| der Österreichischen Post AG | 148.500,00 |
| Abschlussprüfungen zum 31.12.2009 | |
| bei Tochtergesellschaften der Österreichischen Post AG | 125.000,00 |
| Andere Bestätigungsleistungen | 0,00 |
| Steuerberatungsleistungen | 0,00 |
| Sonstige Beratungsleistungen | 131.941,00 |
| 405.441,00 |
| Name und Sitz des Unternehmens | Anteil in % | Eigenkapital 31.12.2009 Mio EUR |
Perioden- ergebnis 2009 Mio EUR |
Konsoli dierungsart |
|---|---|---|---|---|
| feibra GmbH, Wien | 100,00 | 12,2 | 8,5 | VK |
| PROWERB Gesellschaft für | ||||
| produktive Werbung GmbH, Wien | 100,00 | 0,1 | 0,1 | VK |
| feibra Tirol GmbH, Wien | 100,00 | 0,0 | 0,0 | VK |
| Medien.Zustell GmbH, Wien | 100,00 | 0,2 | 0,1 | VK |
| Feibra Magyarország Kft, Budapest | 100,00 | 2,3 | 0,7 | VK |
| PS Postservicegesellschaft m.b.H., Wien | 100,00 | 0,0 | 0,0 | VK |
| Austrian Post International Deutschland GmbH, Bonn | 100,00 | 1,2 | 1,1 | VK |
| Post Paket Service GmbH, Wien | 100,00 | –30,9 | 0,0 | VK |
| Post International Beteiligungs GmbH, Wien | 100,00 | –1,1 | 0,6 | VK |
| Slovak Parcel Service s. r. o., Bratislava | 100,00 | 6,5 | 1,2 | VK |
| In Time s.r.o., Bratislava | 100,00 | 0,9 | 0,3 | VK |
| Overseas Trade Co Ltd d.o.o., Zagreb | 100,00 | –1,5 | 0,7 | VK |
| Post.Wertlogistik GmbH, Wien | 100,00 | 2,7 | 0,6 | VK |
| Post & Telekom Immobiliengesellschaft mbH, Wien | 100,00 | –7,4 | 0,1 | VK |
| PTI Immobilienvermittlung GmbH, Wien | 100,00 | –0,1 | 0,1 | VK |
| Post & Co Vermietungs OEG, Wien | 100,00 | 5,2 | 2,7 | VK |
| Post.Maintain Management Objektverwaltungs- und | ||||
| -instandhaltungs GmbH, Wien | 100,00 | 2,5 | –0,4 | VK |
| A4 Business Solutions GmbH, Wien | 100,00 | 0,1 | 0,1 | VK |
| Kolos s.r.o., Bratislava | 100,00 | 0,0 | –0,4 | VK |
| Kolos Marketing s.r.o., Praha | 100,00 | 0,1 | 0,0 | VK |
| Post Eins Beteiligungs GmbH, Wien | 100,00 | 0,0 | 0,0 | VK |
| Post Zwei Beteiligungs GmbH, Wien | 100,00 | –22,6 | 0,0 | VK |
| Post Drei Beteiligungs GmbH, Wien | 100,00 | 0,0 | 0,0 | VK |
| Post Vier Beteiligungs GmbH, Wien | 100,00 | –23,5 | –18,6 | VK |
| Post Fünf Beteiligungs GmbH, Wien | 100,00 | 10,0 | 2,8 | VK |
| trans-o-flex Deutschland | ||||
| trans-o-flex Logistics Group GmbH, Weinheim | 100,00 | –8,9 | 0,0 | VK |
| trans-o-flex GmbH, Weinheim | 100,00 | –5,8 | 0,1 | VK |
| trans-o-flex Verwaltung GmbH, Weinheim | 100,00 | 0,0 | 0,0 | VK |
| trans-o-flex Schnell-Lieferdienst GmbH & Co. KG, Weinheim | 100,00 | –10,6 | –10,5 | VK |
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Konzernbilanz Konzern-Cash-Flow-Statement Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals Konzernanhang – Notes Allgemein Konzernanhang – Notes GuV Konzernanhang – Notes Bilanz Konzernanhang – Notes Sonstige Angaben Erklärung aller gesetzlichen Vertreter Bestätigungsvermerk Bericht des Aufsichtsrats
| Name und Sitz des Unternehmens | Anteil in % | Eigenkapital 31.12.2009 Mio EUR |
Perioden- ergebnis 2009 Mio EUR |
Konsoli dierungsart |
|
|---|---|---|---|---|---|
| trans-o-flex Transport Logistik GmbH, Weinheim | 100,00 | 1,2 | 1,8 | VK | |
| trans-o-flex Customer-Service GmbH, Weinheim | 100,00 | 0,0 | 0,0 | VK | |
| trans-o-flex Linienverkehr GmbH, Weinheim | 100,00 | –0,1 | 0,6 | VK | |
| trans-o-flex Logistik Service GmbH, Weinheim | 100,00 | –0,2 | 0,0 | VK | |
| trans-o-flex Admin-Service GmbH, Weinheim | 100,00 | 0,1 | 0,0 | VK | |
| trans-o-flex IT-Service GmbH, Weinheim | 100,00 | 0,1 | 0,1 | VK | |
| ThermoMed Verwaltungs GmbH, Herborn | 100,00 | –0,5 | –0,2 | VK | |
| Rhenus Life Sciences GmbH & Co. KG, Holzwickede | 100,00 | –7,1 | –7,1 | VK | |
| Rhenus Life Sciences Verwaltungs GmbH, Holzwickede | 100,00 | 0,0 | 0,0 | VK | |
| trans-o-flex ThermoMed GmbH & Co. KG, Köln | 100,00 | 0,8 | 1,7 | VK | |
| TTL Tour-Trans Logistic Services GmbH, Kerpen | 100,00 | –0,9 | 0,5 | VK | |
| Eurodis GmbH, Weinheim | 80,00 | –0,6 | 0,0 | VK | |
| trans-o-flex Accounting Service GmbH, Weinheim | 100,00 | 0,0 | 0,0 | VK | |
| trans-o-flex Billing Service GmbH, Weinheim | 100,00 | 0,0 | 0,0 | VK | |
| trans-o-flex Nederland B.V., Dordrecht | 100,00 | –7,0 | –2,3 | VK | |
| trans-o-flex Belgium B.V.B.A., Sint Niklaas | 100,00 | –5,9 | –2,1 | VK | |
| trans-o-flex Austria GmbH, Wien | 100,00 | –0,3 | –0,3 | VK | |
| Scherübl Transport GmbH, Frankenburg/a.H.¹ | 74,90 | –1,5 | 0,4 | VK | |
| eurodisnet GmbH, Weinheim² | 100,00 | –1,7 | 0,0 | VK | |
| Weber Escal d.o.o., Zagreb | 100,00 | 0,7 | 0,2 | VK | |
| Scanpoint Europe Holding GmbH, Wien | 100,00 | –0,3 | 0,9 | VK | |
| Scanpoint Deutschland GmbH, Schwandorf | 100,00 | –1,9 | 0,0 | VK | |
| Scanpoint Slovakia s.r.o., Brezno | 100,00 | 0,0 | 0,0 | VK | |
| Austrian Post International Ungarn, Gyal | 100,00 | –2,7 | –0,9 | VK | |
| trans-o-flex Hungary Kft., Gyal | 100,00 | –1,0 | –0,4 | VK | |
| 24VIP d.o.o, Sarajevo | 100,00 | –0,8 | –0,6 | VK | |
| City Express d.o.o., Beograd | 100,00 | –4,4 | –2,8 | VK | |
| City Express Montenegro d.o.o, Podgorica | 100,00 | 0,0 | 0,0 | VK | |
| meiller direct GmbH, Schwandorf | 100,00 | –8,3 | –5,4 | VK | |
| meiller direct s.r.o., Nyrany | 100,00 | –0,1 | 0,5 | VK | |
| meiller direct sarl, Versailles | 100,00 | 0,2 | 0,0 | VK | |
| meiller direct LTD., Kent | 100,00 | 0,0 | 0,0 | VK | |
| meiller direct AB, Landskrona | 100,00 | 0,1 | 0,1 | VK | |
| Omnimedia Werbegesellschaft mbH, Wien | 21,00 | 0,0 | 0,0 | EQ | |
| FEIPRO Vertriebs GesmbH, Gaweinstal | 50,00 | 0,0 | 0,0 | EQ | |
| Mader Zeitschriftenverlags GmbH, Wien | 25,10 | 0,0 | 0,0 | EQ | |
| D2D – direct to document GmbH, Wien | 30,00 | 0,0 | 0,0 | EQ | |
| EBPP – Electronic Bill Presentment and Payment GmbH, Wien | 40,00 | 0,0 | 0,0 | EQ | |
| OMNITEC Informationstechnologie-Systemservice GmbH, Wien | 50,00 | 0,0 | 0,0 | KK |
¹ Bei der Scherübl Transport GmbH werden aufgrund der dem Minderheitengesellschafter zustehenden Put-Option 100% der Anteile konsolidiert und damit keine Minderheitenanteile im Eigenkapital gezeigt sowie der Firmenwert in vollem Ausmaß angesetzt.
² In Liquidation
VK – Vollkonsolidierung, EQ – Equity-Konsolidierung, KK – keine Konsolidierung wegen Unwesentlichkeit
Die trans-o-flex-Gesellschaften sowie die meiller direct GmbH mit Sitz in Deutschland machen Gebrauch von der gesetzlichen Befreiung der Offenlegung gemäß §§ 264 Abs. 3, 264 b dHGB.
Ereignisse nach dem Bilanzstichtag, die für die Bewertung am Bilanzstichtag von Bedeutung sind, wie offene Rechtsfälle oder Schadenersatzforderungen sowie andere Verpflichtungen oder Drohverluste, die gemäß IAS 10 zu erfassen sind, sind im vorliegenden Konzernabschluss berücksichtigt.
Der Vorstand der Österreichischen Post AG hat den geprüften Konzernabschluss zum 31. Dezember 2009 am 1. März 2010 zur Weitergabe an den Aufsichtsrat freigegeben. Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, den Konzernabschluss zu prüfen und zu erklären, ob er den Konzernabschluss billigt.
Wien, am 1. März 2010
Der Vorstand
Dipl.-Ing. Dr. Georg Pölzl e.h. Mag. Dr. Rudolf Jettmar e.h. Generaldirektor Generaldirektor-Stellvertreter
Vorstandsmitglied Vorstandsmitglied Vorstandsmitglied
Dipl.-Ing. Dr. Herbert Götz e.h. Dipl.-Ing. Walter Hitziger e.h. Dipl.-Bwt. (FH) Carl-Gerold Mende e.h.
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Konzernbilanz Konzern-Cash-Flow-Statement Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals Konzernanhang – Notes Allgemein Konzernanhang – Notes GuV Konzernanhang – Notes Bilanz Konzernanhang – Notes Sonstige Angaben Erklärung aller gesetzlichen Vertreter Bestätigungsvermerk Bericht des Aufsichtsrats
Als gesetzliche Vertreter der Österreichischen Post AG bestätigen wir nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Konzernabschluss zum 31. Dezember 2009 ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt, dass der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht , und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.
Wien, am 1. März 2010
Der Vorstand
Dipl.-Ing. Dr. Georg Pölzl e.h. Mag. Dr. Rudolf Jettmar e.h. Generaldirektor Generaldirektor-Stellvertreter,
verantwortlich für Finanzen
Vorstandsmitglied, Vorstandsmitglied, Vorstandsmitglied,
Dipl.-Ing. Dr. Herbert Götz e.h. Dipl.-Ing. Walter Hitziger e.h. Dipl.-Bwt. (FH) Carl-Gerold Mende e.h. verantwortlich für Filialnetz verantwortlich für Brief verantwortlich für Paket & Logistik
Wir haben den beigefügten Konzernabschluss der Österreichische Post Aktiengesellschaft, Wien, für das Geschäftsjahr vom 1. Jänner 2009 bis zum 31. Dezember 2009 geprüft. Dieser Konzernabschluss umfasst die Konzernbilanz zum 31. Dezember 2009, die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung und Gesamtergebnisrechnung, die Konzerngeldflussrechnung und die Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung für das am 31. Dezember 2009 endende Geschäftsjahr sowie den Konzernanhang.
Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind für die Konzernbuchführung sowie für die Aufstellung des Konzernabschlusses verantwortlich, der ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind, vermittelt. Diese Verantwortung beinhaltet: Gestaltung, Umsetzung und Aufrechterhaltung eines internen Kontrollsystems, soweit dieses für die Aufstellung des Konzernabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, damit dieser frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern; die Auswahl und Anwendung geeigneter Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden; die Vornahme von Schätzungen, die unter Berücksichtigung der gegebenen Rahmenbedingungen angemessen erscheinen.
Unsere Verantwortung besteht in der Abgabe eines Prüfungsurteils zu diesem Konzernabschluss auf der Grundlage unserer Prüfung. Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung der in Österreich geltenden gesetzlichen Vorschriften und der vom International Auditing and Assurance Standards Board (IAASB) der International Federation of Accountants (IFAC) herausgegebenen International Standards on Auditing (ISAs) durchgeführt.
Diese Grundsätze erfordern, dass wir die Standesregeln einhalten und die Prüfung so planen und durchführen, dass wir uns mit hinreichender Sicherheit ein Urteil darüber bilden können, ob der Konzernabschluss frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist.
Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen hinsichtlich der Beträge und sonstigen Angaben im Konzernabschluss.
Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers unter Berücksichtigung seiner Einschätzung des Risikos eines Auftretens wesentlicher Fehldarstellungen, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern.
Bei der Vornahme dieser Risikoeinschätzung berücksichtigt der Abschlussprüfer das Interne Kontrollsystem, soweit es für die Aufstellung des Konzernabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, um unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen geeignete Prüfungshandlungen festzulegen, nicht jedoch um ein Prüfungsurteil über die Wirksamkeit der internen Kontrollen des Konzerns abzugeben.
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Konzernbilanz Konzern-Cash-Flow-Statement Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals Konzernanhang – Notes Allgemein Konzernanhang – Notes GuV Konzernanhang – Notes Bilanz Konzernanhang – Notes Sonstige Angaben Erklärung aller gesetzlichen Vertreter Bestätigungsvermerk
Bericht des Aufsichtsrats
Die Prüfung umfasst ferner die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und der von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen wesentlichen Schätzungen sowie eine Würdigung der Gesamtaussage des Konzernabschlusses. Wir sind der Auffassung, dass wir ausreichende und geeignete Prüfungsnachweise erlangt haben, sodass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unser Prüfungsurteil darstellt.
Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss nach unserer Beurteilung den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2009 sowie der Ertragslage des Konzerns und der Zahlungsströme des Konzerns für das Geschäftsjahr vom 1. Jänner 2009 bis zum 31. Dezember 2009 in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind.
Der Konzernlagebericht ist auf Grund der gesetzlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die sonstigen Angaben im Konzernlagebericht nicht eine falsche Vorstellung von der Lage des Konzerns erwecken. Der Bestätigungsvermerk hat auch eine Aussage darüber zu enthalten, ob der Konzernlagebericht mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die Angaben nach § 243a UGB zutreffen.
Der Konzernlagebericht steht nach unserer Beurteilung in Einklang mit dem Konzernabschluss. Die Angaben gemäß § 243a UGB sind zutreffend.
Wien, am 1. März 2010
Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH
Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer
Mag. Walter Müller e.h. Mag. Josef Spadinger e.h.
Die Geschäftsentwicklung der Österreichischen Post war im Geschäftsjahr 2009 von der rückläufigen Wirschaftsentwicklung in den Kernmärkten geprägt. Die Rezession verursachte verstärkte Rückgänge des Sendevolumens und beschleunigte darüber hinaus den Trend zur elektronischen Substitution. Die Österreichische Post steuert dieser rückläufigen Entwicklung mit Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und Kostensenkung entgegen.
Aufsichtsrat und Vorstand haben im Berichtsjahr in sechs Aufsichtsratssitzungen und in sieben Sitzungen des Prüfungsausschusses intensiv die wirtschaftliche Lage und strategische Weiterentwicklung des Unternehmens beraten. In vier Sitzungen des Monitoringausschusses wurden der Gesetzgebungsprozess des Postmarktgesetzes und die Evaluierung der Auswirkungen auf die Österreichische Post laufend begleitet.
Der Präsidialausschuss war im Geschäftsjahr 2009 mit der Vorbereitung der Beschlussfassung des Aufsichtsrats über die Bestellung des Vorstandsvorsitzenden der Österreichischen Post befasst. Zusätzlich fanden nach Bedarf Sitzungen des Präsidiums statt, die unter anderem die Verhandlung und den Abschluss des Anstellungsvertrags mit Dr. Georg Pölzl zum Gegenstand hatten. Nach dem Ausscheiden von Dr. Anton Wais mit 31. März 2009 hatte der Aufsichtsrat die Agenden des Vorstandsvorsitzenden interimistisch Mag. Dr. Rudolf Jettmar übertragen und den Präsidialausschuss mit der Vorbereitung der Neubesetzung der Funktion des Vorstandsvorsitzenden betraut. In der Aufsichtsratssitzung am 15. Juni 2009 wurde Dr. Georg Pölzl mit Wirkung 1. Oktober 2009 als weiteres Mitglied des Vorstands und Vorstandsvorsitzender der Gesellschaft bestellt. Besonderer Dank des Aufsichtsrats gilt Dr. Anton Wais, in dessen Ära die rechtliche Verselbstständigung der Post im Jahr 1999, die Restrukturierung und Modernisierung des Unternehmens, die Weichenstellung für die internationale Expansion des Konzerns sowie der erfolgreiche Börsegang im Frühjahr 2006 fielen.
Wesentliche Themen der Beratungen und Beschlussfassungen des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2009 waren der proaktive Strukturwandel im Filialnetz (Post.Partner-Konzept), die Entwicklung neuer Zustellmodelle, die Beteiligungsstrategie sowie die notwendige Anpassung der Personalstruktur durch den Transfer von Postmitarbeitern zu Bundesdienststellen (zur Zeit: BMI). Weiters hat der Aufsichtsrat im Juli 2009 einen neuen Kollektivvertrag für ab 1. August 2009 neu eintretende Bedienstete der Österreichischen Post genehmigt.
Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats hat in sieben Sitzungen seine (aufgrund des Unternehmensrechtsänderungsgesetzes URÄG 2008 erweiterten) Aufgaben wahrgenommen. Im Frühjahr 2009 wurden nach erfolgter Ausschreibung der Wirtschaftsprüferleistungen die eingelangten Angebote im Prüfungsausschuss eingehend analysiert und es wurde eine begründete Empfehlung an den Aufsichtsrat abgegeben. Die Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH wurde von der Hauptversammlung am 6. Mai 2009 zum Abschlussprüfer des Jahres- und Konzernabschlusses der Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2009 bestellt. Die Quartalsergebnisse wurden eingehend im Prüfungsausschuss erörtert. Über die Ergebnisse der Prüfungsausschusssitzungen wurde dem Aufsichtsrat laufend berichtet.
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Konzernbilanz Konzern-Cash-Flow-Statement Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals Konzernanhang – Notes Allgemein Konzernanhang – Notes GuV Konzernanhang – Notes Bilanz Konzernanhang – Notes Sonstige Angaben Erklärung aller gesetzlichen Vertreter Bestätigungsvermerk
Bericht des Aufsichtsrats
Im Rahmen der laufenden Berichterstattung sowie in allen Sitzungen wurde der Aufsichtsrat über die Geschäfts-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns, die Personalsituation sowie die Investitionsvorhaben unterrichtet. Der Vorstand hat dem Aufsichtsrat in schriftlicher und mündlicher Form regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle relevanten Fragen der Geschäftsentwicklung, einschließlich der Risikolage und des Risikomanagements in der Gesellschaft und in den wesentlichen Konzernunternehmen, berichtet und Auskunft gegeben. Der Aufsichtsrat hat aufgrund dieser Berichterstattung die Geschäftsführung des Vorstands laufend überwacht und begleitend unterstützt.
Der Jahresabschluss und der Konzernabschluss der Österreichischen Post zum 31. Dezember 2009 wurden durch die Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Der Lagebericht und Konzernlagebericht stehen im Einklang mit dem Jahres- und Konzernabschluss. Sämtliche Abschlussunterlagen, der Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands, der Corporate Governance-Bericht und die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers wurden im Prüfungsausschuss eingehend mit den Prüfern behandelt und dem Aufsichtsrat vorgelegt. Der Aufsichtsrat hat die Unterlagen gemäß § 96 AktG geprüft, keine Beanstandungen festgestellt und stimmt dem Ergebnis der Abschlussprüfung zu. Der Aufsichtsrat billigt den Jahresabschluss 2009, der damit gemäß § 96 Abs. 4 AktG festgestellt ist, und erklärt sich mit dem gemäß § 245a UGB nach IFRS aufgestellten Konzernabschluss, dem Lagebericht, dem Konzernlagebericht und dem Corporate Governance-Bericht einverstanden.
Der Aufsichtsrat schließt sich dem Vorschlag des Vorstands an, vom Bilanzgewinn von EUR 120.759.087,23 eine Ausschüttung von EUR 101.328.957,00 am 6. Mai 2010 vorzunehmen, EUR 15.000.000,00 in die freie Gewinnrücklage einzustellen und den Rest in der Höhe von EUR 4.430.130,23 auf neue Rechnung vorzutragen.
Abschließend dankt der Aufsichtsrat dem Vorstand und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren Einsatz und ihr Engagement im Geschäftsjahr 2009. Besonderer Dank gilt auch den Kunden und Aktionären der Österreichischen Post für das entgegengebrachte Vertrauen.
Wien, am 15. März 2010
Dr. Peter Michaelis e.h. Vorsitzender des Aufsichtsrats
Briefverkehr Inbound Briefsendungen, die der Österreichischen Post von ausländischen Postorganisationen zur Zustellung in Österreich übergeben werden.
Briefverkehr Outbound Briefsendungen, die von der Österreichischen Post ausländischen Postorganisationen zur Zustellung im Ausland übergeben werden.
Business to Business (B2B) B2B bezeichnet Geschäfte zwischen Unternehmen.
Business to Consumer (B2C) Im Gegensatz zu B2B ist beim B2C-Bereich der Privatkunde und Endverbraucher Leistungsempfänger.
C2C bezeichnet Geschäftsbeziehungen zwischen Privatpersonen.
Grundsätze und Regelungen für eine verantwortungsbewusste Unternehmensführung und -steuerung im Sinn aller Stakeholder; für heimische Unternehmen im Österreichischen Corporate Governance Kodex zusammengefasst.
Postmarkt vollständig liberalisiert. Das bedeutet, dass ab 2011 auch andere Unternehmen Briefe bis 50 Gramm zustellen dürfen (siehe Liberalisierung).
EMSExpress Mail Service der Österreichischen Post, ein Produkt zur schnellen und sicheren Beförderung von Briefen und Paketen.
der zielgruppengerechten Streuung von Sendungen mittels geographischer Informationssysteme.
Glossar – allgemein Glossar – betriebswirtschaftlich Geschichte der Post 2009 im Überblick Adressen der Tochtergesellschaften Impressum
Der Division Brief zugeordnet, umfasst dieses Geschäftsfeld die Entgegennahme und Zustellung von adressierten Werbesendungen und unadressierter Haushaltswerbung im In- und Ausland sowie Dienstleistungen aus dem Bereich des Direct Marketing (z.B. Geomarketing, Adressmanagement) und Poststellen Management bei Großkunden.
Bis 2011 (bzw. teilweise 2013) ist von der EU die vollständige Liberalisierung des Briefpostmarkts vorgesehen. Im Einklang damit wurden in Österreich per 1. Jänner 1998 Briefsendungen und adressierte Direktwerbung über 350 Gramm für den Wettbewerb freigegeben. Der freie Marktzugang wurde per 1. Jänner 2003 auf Sendungen über 100 Gramm sowie alle Sendungen des Outbound Bereichs ausgedehnt. Mit 1. Jänner 2006 ist als letzte Zwischenstufe eine weitere Ausdehnung auf Briefsendungen über 50 Gramm erfolgt.
ist das Geschäftsfeld Medienpost im sehr speziellen Markt der Printmedienzustellung tätig.
vorübergehend an eine andere Adresse nachgesendet.
Durch mehr als 1.650 eigen- und fremdbetriebene Post-Geschäftsstellen gilt die flächendeckende Versorgung mit Postdienstleistungen österreichweit als gesichert.
Postmarktgesetz Ein neues Postmarktgesetz, Ende 2009 beschlossen, schafft in Österreich klare Rahmenbedingungen und bildet die Basis für den ab 1. Jänner 2011 vollständig liberalisierten Briefmarkt.
an Post- und Finanzdienstleistungen an. Betreiber sind Handels- oder Gewerbebetriebe, aber auch Gemeinden und Tourismusverbände.
wird durch die Österreichische Post betrieben (interne Verteilung, Auslieferung, Zulieferung).
Persönlich adressierte Sendungen wie Einschreiben, Nachnahme, Wertbriefe, Geldbeträge, RSa- und RSb-Briefe können durch die Ausstellung einer Postvollmacht auch durch andere Personen übernommen werden (ausgenommen Briefsendungen mit dem Vermerk "Nicht an Postbevollmächtigte" und Pakete mit Vermerk "Persönlich").
gemeinnützige und kirchliche Einrichtungen und andere Non-Profit-Organisationen.
während der Abwesenheit. Nach dem Urlaub liegen die Sendungen zur Abholung bereit oder werden zu einem vereinbarten Termin zugestellt.
man die Grundversorgung der österreichischen Bevölkerung mit Postdienstleistungen. Dazu zählen unter anderem die Zustellung in ganz Österreich fünfmal pro Woche an jede Adresse sowie ein ausreichendes Netz an Briefkästen und Post-Geschäftsstellen.
der Bevölkerung mit Postdienstleistungen. Sie schreibt beispielsweise vor, dass jeder Österreicher fünfmal pro Woche die Post erhält.
Knoten im Verteilnetz, von denen aus die Zusteller ihre Zustellbezirke bedienen.
Glossar – allgemein Glossar – betriebswirtschaftlich Geschichte der Post 2009 im Überblick Adressen der Tochtergesellschaften Impressum
Ergebnis vor Zinsen und Steuern; entspricht dem Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit zuzüglich des Ergebnisses aus assoziierten Unternehmen.
EBIT-Marge EBIT im Verhältnis zum Umsatz.
Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortisation (EBITDA)
Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen; entspricht dem EBIT zuzüglich der Abschreibungen.
EBITDA-Marge EBITDA im Verhältnis zum Umsatz.
Earnings before Taxes (EBT) Ergebnis vor Steuern.
Eigenkapitalquote Eigenkapital im Verhältnis zum Gesamtkapital (Bilanzsumme).
Eigenkapitalrentabilität (ROE) Ergebnis nach Ertragsteuern im Verhältnis zum Eigenkapital (ohne aufgegebene Geschäftsbereiche) zum 1. Jänner abzüglich geflossener Dividende; drückt die Ertragskraft des Unternehmens aus.
Ergebnis je Aktie Periodenergebnis dividiert durch die durchschnittliche Anzahl der Aktien.
Cash-Flow aus Geschäftstätigkeit zuzüglich des Cash-Flow aus Investitions-tätigkeit; zeigt, in welchem Umfang flüssige Mittel zur Bedienungdes zu verzinsenden Kapitals zur Verfügung stehen.
IFRS International Financial Reporting Standards; internationale Rechnungslegungsstandards.
Finanzverbindlichkeiten
= Nettofinanzmittelüberschuss bzw. Nettoverschuldung
Return on Capital Employed (ROCE) EBIT im Verhältnis zum durchschnittlichen Capital Employed.
1490 Erste standardisierte Postverbindung Europas zwischen Innsbruck und Mechelen (Belgien)
1750 Ab Mitte des 18. Jahrhunderts regelmäßig Postkutschenverkehr 1787
Erstmalige Verwendung von Orts- und Tagesstempel 1817 Neuordnung des Portoentrichtungssystems, Einführung der Briefkästen
1850 Einführung der Briefmarken, Beginn des Transports von Postsendungen per Bahn 1863
Internationale Postkonferenz in Paris – Richtlinien für den Abschluss internationaler Postverträge
1869 Erste Postkarten, eine Erfindung aus Österreich, gelangen in Umlauf
1874 Gründung des Weltpostvereins 1875 Erfindung und Inbetriebnahme einer pneumatischen Rohrpostanlage in Wien 1916
Erste Hausbriefkästen in Österreich
1918 Weltweit erster ziviler Flugpostdienst in Österreich
1928 Einführung Hausbriefkästen/-fachanlagen
1938 Eingliederung in die Deutsche Reichspost
1945 Wiederaufnahme des österreichischen Postdienstes Reorganisation und Wiederaufbau des österreichischen Postnetzes
1957 Einführung Landbriefträgerabgabekästen, Inbetriebnahme einer mechanischen Paketverteilanlage im Postamt Wien 101 (= Westbahnhof) 1959
Inbetriebnahme einer mechanischen Briefverteil-und Beutelstückförderund -verteilanlage im Postamt Wien 101 (= Westbahnhof)
1966 Etablierung des Postleitzahlensystems
Glossar – allgemein Glossar – betriebswirtschaftlich Geschichte der Post 2009 im Überblick Adressen der Tochtergesellschaften Impressum
Express Mail Service (EMS) als neues Service mit prioritärer Behandlung für Briefe und Pakete
1996
Gründung der Post und Telekom Austria
Rechtliche Verselbstständigung der Österreichischen Post AG (für Post und Postbus) Gezielte Investitionen in Modernisierung der Logistikinfrastruktur
Abspaltung des Geschäftszweigs Postbus an die ÖIAG
Akquisition feibra Österreich (unadressierte Werbesendungen)
2002
Akquisition der slowakischen Paketgesellschaften Slovak Parcel Service (SPS) und In-Time
2003
Übernahme der kroatischen Overseas Trade
2005
Erwerb von feibra Ungarn (unadressierte Werbesendungen) Aufstockung des Anteils an feibra Österreich (unadressierte Werbesendungen) auf 100%
Börsegang an der Wiener Börse – 49% Streubesitz Akquisition von Kolos, Slowakei (Werbesendungen); Wiener Bezirkszeitung, Österreich (Medienpost); Weber Escal, Kroatien (Werbesendungen); trans-o-fl ex, Deutschland (B2B-Speziallogistik)
Weitere Akquisitionen und Erschließung von Nischen: Übernahme von Weber Escal, Kroatien (Direct Marketing), Scanpoint Europe, Deutschland (Dokumenten-Digitalisierung), Road Parcel Logistics und Merland Expressz, Ungarn (Paketmarkt), Scherübl Transport, Österreich (Pharmatransporte), meiller direct, Deutschland (Direct Marketing), VOP und DHL EXPRESS DDS, Belgien und Niederlande (Paketgeschäft), ST Media, Kroatien (unadressierte Werbesendungen), City Express, Serbien und Montenegro (Paketgeschäft), Beteiligung von 5% an BAWAG PSK
Integration bestehender Gesellschaften und selektive Akquisitionen: 24VIP, Bosnien-Herzegowina (Paketgeschäft), Cont-Média, Kroatien (Direct Marketing), HSH Holding, Belgien (Paketgeschäft)
Postmarktgesetz schafft Rahmenbedingungen für den voll liberalisierten Briefmarkt ab dem 1. Jänner 2011 Akquisition von Rhenus Life Sciences, Deutschland (Pharmalogistik) Neuer Kollektivvertrag für neu eintretende Mitarbeiter vereinbart
Jänner
Die Post wird für das "Weekend Magazin" künftig nicht nur die Bundeslandausgaben für Wien/Niederösterreich/Burgenland und Vorarlberg zustellen, sondern zusätzlich auch die Ausgaben für Kärnten, Salzburg, Steiermark und Tirol, die bis dato von Mitbewerbern der Post verteilt wurden.
März
Die Post gibt bekannt, dass 450 neue Post.Partner 300 kleine, unrentable Postfilialen ersetzen werden. Das österreichische Postfilialnetz vergrößert sich somit von 1.500 auf 1.650 Poststellen.
Anton Wais legt sein Mandat als Vorstandsvorsitzender der Österreichischen Post AG aus gesundheitlichen Gründen per 31. März 2009 zurück.
April
Juli Juni
Hermes Österreich entscheidet, ab Juni 2009 die Paketdienstleistungen der Österreichischen Post AG zu nutzen. Die Post übernimmt damit wieder die Zustellung der Pakete des Versandhandels.
Start von Post-Reisen: Ab 20. April wird in den Postfilialen in Wien auch ein Reiseprogramm angeboten. Die Österreichische Post AG hat dieses gemeinsam mit dem Unternehmen Reisefalke/TUI Österreich für ihre Kunden zusammengestellt.
Der Bescheid des Verkehrsministeriums über den Stopp zur Umwandlung von 193 kleinen defizitären Postfilialen in Post.Partner wird aufgehoben.
Per 1. Juli erwirbt die Post Rhenus Life Sciences, Deutschland. Das Unternehmen ist in der temperaturgeführten Transportlogistik tätig.
Der für ab 1. August 2009 neu eintretende Post-Mitarbeiter ausgehandelte Kollektivvertrag legt Mindeststandards für alle Post-August
dienstanbieter fest
Glossar – allgemein Glossar – betriebswirtschaftlich Geschichte der Post 2009 im Überblick Adressen der Tochtergesellschaften Impressum
Post und Raiffeisen Informatik bereiten den Weg zur elektronischen Briefzustellung – die Zukunft des Briefs ist auch eine elektronische.
Neuerlicher Bescheid des Verkehrsministeriums: 144 defizitäre Postfilialen müssen weitergeführt und können nicht auf Post.Partner umgestellt werden.
Die Post startet mit der Ausbildung von Banklehrlingen.
Die Post-Tochter Scanpoint digitalisiert den Posteingang der UNIQA Versicherungen AG: rund 6.000 Briefsendungen täglich.
November Oktober
Das neue Postmarktgesetz schafft klare Rahmenbedingungen. Die postalische Grundversorgung der österreichischen Bevölkerung durch die Österreichische Post ist weiterhin abgesichert.
Die Österreichische Post AG vereinbart mit der Bundesregierung die Voraussetzungen für den Wechsel von Postbeamten zur Polizei. Ein solcher erfolgt ausschließlich auf freiwilliger Basis. Wie auch schon die derzeit rund 35 dienstzugeteilten Postbeamten werden sie ausschließlich im administrativen Innendienst der Polizei eingesetzt.
Im Rahmen der Klimaschutz-Offensive der Post startet das Projekt "co² de green": Die Post kauft CO² -Ausgleichszertifikate zur Unterstützung eines klimaneutralen Projekts in Thailand. Diesen "co² de green" gibt sie an die Kunden, die im Filialnetz ihre Pakete aufgeben, gratis weiter.
TNT gibt bekannt, sich mit der Tochtergesellschaft redmail auf die Zustellung von Zeitungen zu konzentrieren.
Postgasse 8, 1010 Wien, Österreich ✆ +43 (0) 57767-0 www.post.at
A4 Business Solutions GmbH Wipplingerstr. 23, 1010 Wien, Österreich ✆ +43 (1) 24777-0 www.a4b.at
Deutschland GmbH Rheinwerkallee 2, 53227 Bonn, Deutschland ✆ +49 (228) 932949- 0 www.austrianpost.de
City Express d.o.o. Kumodraška 240, 11000 Belgrad, Serbien ✆ +381 (11) 3093 009 www.cityexpress.rs
Sergeja Jesenjina 7, 81000 Podgorica, Crna Gora, Montenegro ✆ +382 (20) 641 166 www.cityexpress.rs
Feibra GmbH
Altmannsdorfer Straße 329, 1230 Wien, Österreich ✆ +43 (1) 66 130-0 www.feibra.at
Feibra Magyarország Kft. Váci út 95, 1139 Budapest, Ungarn ✆ +36 (1) 340 9921 www.feibra.hu
In Time s.r.o. Senecká cesta 1, 90028 Ivanka pri Dunaji, Slowakei ✆ +421 (2) 48 707 226 www.intime.sk
Kolos s.r.o. L'. Fullu 9A, 841 05 Bratislava, Slowakei ✆ +421 (2) 6531 6504 www.kolos.sk
meiller direct GmbH Gutenbergstraße 1-5, 92421 Schwandorf, Deutschland ✆ +49 (9431) 620-0 www.meillerdirect.com
Zastavnice 38a, 10251 Hrvatski Leskovac, Kroatien ✆ +385 (1) 460 70 01 www.overseas.hr/
Unternehmensleitung , Postgasse 8, 1010 Wien, Österreich ✆ +43 (0) 57780-0 www.postimmobilien.at
Post.Maintain Management Objektverwaltungs- und Instandhaltungs GmbH. Postgasse 8, 1010 Wien, Österreich ✆ +43 (0) 57767-23881
Post.Wertlogistik GmbH Neutorgasse 7, Stiege 2/ 1. Stock 1010 Wien, Österreich ✆ +43 (0) 57767-26713
Glossar – allgemein Glossar – betriebswirtschaftlich Geschichte der Post 2009 im Überblick Adressen der Tochtergesellschaften Impressum
Postgasse 8, 1010 Wien, Österreich ✆ 43 (1) / 512 21 21-0 www.scanpoint.eu
Scherübl Transport GmbH Hondastraße 1, 2351 Wiener Neudorf, Österreich ✆ +43 (2236) 677-194
Slovak Parcel Service s.r.o.
www.scheruebl.com
Senecká cesta 1, 90028 Ivanka pri Dunaji, Slowakei ✆ +421 (2) 48 707 211 www.sps-sro.sk
trans-o-flex Belgium B.V.B.A. Hoofdkantoor Sint Niklaas, Industriepark West 65 9100 Sint Niklaas, Belgien ✆ +32 (3) 7600 500 www.trans-o-flex.be
Heltai Jen út 73, 2360 Gyál, Ungarn ✆ +36 (29) 887 154 www.roadparcel.hu
Hertzstraße 10, 69469 Weinheim, Deutschland ✆ +49 (6201) 988-0 www.trans-o-flex.de
trans-o-flex Nederland B.V. Hoofdkantoor Dordrecht, Jacobus Lipsweg 46 3316 BP Dordrecht, Niederlande ✆ +31 (78) 655 18 18 www.trans-o-flex.nl
Weber Escal d.o.o. Zastavnice 38a, 10 251 Hrvatski Leskovac, Kroatien ✆ +385 (1) 6175 111 www.weber-escal.com
Tresnje 1, 71000 Sarajewo, Bosnien-Herzegowina ✆ +387 (33) 76 44 39 www.24vip.net
Österreichische Post AG Unternehmenszentrale Postgasse 8, 1010 Wien
T: +43 (0) 57767-0 E: [email protected] I: www.post.at
Investor Relations Dipl.-Ing. Harald Hagenauer
T: +43 (0) 57767-30401 F: +43 (0) 57767-30409 E: [email protected] I: www.post.at/ir
Mag. Ina Sabitzer
T: +43 (0) 57767-21763 F: +43 (0) 577 67-28039 E: [email protected] I: www.post.at/pr
T: 0800 212 212 www.business.post.at
Post-Kundenservice¹:
T: 0810 010 100
T: 0810 010 101
T: 0800 100 197 I: www.philatelie.at
T: +43(0) 57767.xxxx² I: www.post.at/postfilialen
I: www.xxxx.post.at²
I: www.meine-marke.at
www.post.at/ir/gb/2009
www.post.at/csr
Wenn Sie mehr über die Österreichische Post wissen wollen (Geschäftsberichte, Quartalsberichte etc.), haben Sie die Möglichkeit, sich auf unseren Verteiler setzen zu lassen:
T: +43 (0) 57767-30401 E: [email protected] I: www.post.at/ir
¹
² Bitte "xxxx" durch gewünschte Postleitzahl Ihrer Postfiliale ersetzen, und schon haben Sie eine direkte Verbindung.
Österreichische Post AG Druck: Ueberreuter Print GmbH, Korneuburg
Wir haben diesen Geschäftsbericht mit der größtmöglichen Sorgfalt erstellt und alle Daten überprüft. Rundungs-, Satz- oder Druckfehler können dennoch nicht ausgeschlossen werden. Bei der Summierung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben können durch Verwendung automatischer Rechenhilfen rundungsbedingte Rechendifferenzen auftreten.
Dieser Geschäftsbericht enthält auch zukunftsbezogene Einschätzungen und Aussagen, die wir auf Basis aller uns zur Verfügung stehenden Informationen getroffen haben. Diese zukunftsbezogenen Aussagen werden üblicherweise mit Begriffen wie "erwarten", "schätzen", "planen", "rechnen" etc. umschrieben. Wir weisen darauf hin, dass die tatsächlichen Gegebenheiten – und damit auch die tatsächlichen Ergebnisse – aufgrund verschiedenster Faktoren von den in diesem Bericht dargestellten Erwartungen abweichen können.
Personenbezogene Formulierungen sind geschlechtsneutral zu verstehen.
Dieser Geschäftsbericht ist auch in englischer Sprache verfügbar. Maßgeblich ist in Zweifelsfällen die deutschsprachige Version.
Redaktionsschluss: 1. März 2010
| Gewinn- und Verlustrechnung | 2001 1 IFRS |
2002 1 IFRS |
2003 2 IFRS |
2004 2 IFRS |
2005 IFRS |
2006 IFRS |
2007 IFRS |
2008 IFRS |
2009 IFRS |
|
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Umsatz | Mio EUR | 1.565,2 | 1.571,7 | 1.585,2 | 1.654,4 | 1.701,6 | 1.736,7 | 2.315,7 | 2.441,4 | 2.356,9 |
| Sonstige betriebliche Erträge | Mio EUR | 69,5 | 57,4 | 71,7 | 73,0 | 52,9 | 58,8 | 72,6 | 81,0 | 89,6 |
| Materialaufwand und Aufwand | ||||||||||
| für bezogene Leistungen | Mio EUR | –190,9 | –198,4 | –228,8 | –241,8 | –241,9 | –258,0 | –692,2 | –778,2 | –766,1 |
| Personalaufwand | Mio EUR | –1.023,8 | –1.015,0 | –1.020,7 | –1.046,6 | –1.064,0 | –1.063,0 | –1.120,4 | –1.119,2 | –1.139,3 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | Mio EUR | –257,8 | –254,2 | –250,6 | –236,7 | –223,5 | –243,9 | –284,0 | –304,5 | –277,0 |
| Ergebnis aus assoziierten Unternehmen | Mio EUR | 3,6 | 1,0 | 0,9 | 0,7 | –1,3 | 1,1 | 0,9 | 1,2 | 5,1 |
| Ergebnis vor Zinsen, Steuern | ||||||||||
| und Abschreibungen (EBITDA) | Mio EUR | 109,4 | 101,6 | 157,7 | 203,1 | 223,8 | 231,7 | 292,7 | 321,7 | 269,2 |
| Abschreibungen | Mio EUR | –103,3 | –108,1 | –129,6 | –120,9 | –120,8 | –108,4 | –130,0 | –152,2 | –119,8 |
| Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) | Mio EUR | 15,1 | 4,1 | 28,1 | 82,2 | 103,0 | 123,3 | 162,8 | 169,5 | 149,4 |
| Sonstiges Finanzergebnis | Mio EUR | 19,5 | 4,7 | –2,5 | –5,4 | –2,1 | 7,2 | 2,1 | –11,3 | –24,6 |
| Ergebnis vor Steuern (EBT) | Mio EUR | 6,1 | –6,6 | 25,6 | 76,7 | 100,9 | 130,5 | 164,9 | 158,2 | 124,8 |
| Ertragsteuern | Mio EUR | –8,1 | –0,7 | –10,8 | –29,9 | –10,9 | –30,8 | –42,2 | –39,3 | –45,1 |
| Ergebnis aufgegebene Geschäftsbereiche | Mio EUR | – | – | 2,1 | 3,2 | 9,8 | – | – | – | – |
| Periodenergebnis | Mio EUR | 17,5 | –2,5 | 16,9 | 50,0 | 99,9 | 99,8 | 122,6 | 118,9 | 79,7 |
| EBITDA-Marge | % | 7,0% | 6,5% | 9,9% | 12,3% | 13,2% | 13,3% | 12,6% | 13,2% | 11,4% |
| EBIT-Marge | % | 1,0% | 0,3% | 1,8% | 5,0% | 6,1% | 7,1% | 7,0% | 6,9% | 6,3% |
| Ergebnis je Aktie | EUR | 0,24 | –0,06 | 0,21 | 0,71 | 1,43 | 1,43 | 1,75 | 1,71 | 3 1,18 |
| Total Shareholder Return | ||||||||||
| (Jahresperformance plus Dividende) | – | – | – | – | – | +90,0% | –30,8% | +10,5% | –10,7% | |
| Mitarbeiter (Periodendurchschnitt, Vollzeitkräfte) | 30.357 | 29.558 | 27.713 | 26.342 | 25.192 | 24.456 | 25.764 | 27.002 | 25.921 | |
| Cash-Flow | ||||||||||
| Cash-Flow aus dem Ergebnis | Mio EUR | 100,3 | 121,2 | 127,6 | 263,7 | 283,1 | 277,6 | 292,4 | 237,0 | 195,8 |
| Cash-Flow aus Geschäftstätigkeit | Mio EUR | 49,6 | 76,3 | 145,0 | 223,8 | 298,0 | 238,0 | 295,9 | 233,4 | 230,0 |
| Cash-Flow aus der Investitionstätigkeit | Mio EUR | 25,5 | –153,8 | –44,4 | –125,5 | –92,6 | –142,6 | –142,4 | –23,1 | 6,9 |
| Free Cash-Flow | Mio EUR | 75,2 | –76,6 | 100,6 | 98,3 | 205,4 | 95,4 | 153,5 | 210,3 | 236,9 |
| Dividendenausschüttung | Mio EUR | 29,0 | 36,0 | 36,0 | 40,0 | 40,0 | 70,0 | 168,0 | 168,9 | 4 101,3 |
| Dividende je Aktie | EUR | 0,41 | 0,51 | 0,51 | 0,57 | 0,57 | 1,00 | 2,40 | 2,50 | 1,50 4 |
| Bilanz | ||||||||||
| Bilanzsumme | Mio EUR | 1.601,7 | 1.631,8 | 1.617,9 | 1.795,7 | 1.563,0 | 1.901,6 | 2.058,6 | 1.874,6 | 1.775,3 |
| Langfristiges Vermögen | Mio EUR | 1.223,2 | 1.287,6 | 1.021,7 | 1.011,4 | 997,4 | 1.272,9 | 1.361,9 | 1.252,1 | 1.141,3 |
| Kurzfristiges Vermögen | Mio EUR | 378,6 | 344,1 | 287,4 | 393,7 | 542,6 | 614,9 | 694,3 | 622,5 | 634,0 |
| Eigenkapital | Mio EUR | 749,7 | 718,9 | 698,9 | 712,5 | 762,1 | 821,4 | 874,3 | 741,5 | 673,7 |
| Langfristige Verbindlichkeiten | Mio EUR | 400,6 | 426,3 | 218,2 | 287,5 | 361,3 | 564,0 | 598,0 | 551,8 | 514,0 |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten | Mio EUR | 451,5 | 486,6 | 405,2 | 421,0 | 439,6 | 516,2 | 586,3 | 581,3 | 587,6 |
| Verzinsliches Fremdkapital | Mio EUR | – | – | – | 293,1 | 369,1 | 607,6 | 711,5 | 655,9 | 629,5 |
| Verzinsliches Fremdkapital | Mio EUR | – | – | – | 293,1 | 369,1 | 607,6 | 711,5 | 655,9 | 629,5 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Verzinsliche Aktiva | Mio EUR | – | – | – | 196,6 | 397,1 | 433,7 | 538,1 | 385,8 | 398,3 |
| Nettoverschuldung/ -überschuss | Mio EUR | – | – | – | –96,5 | 28,0 | –173,9 | –173,4 | –270,2 | –231,2 |
| Net debt/EBITDA | – | – | – | 0,48 | –0,13 | 0,75 | 0,59 | 0,84 | 0,86 | |
| Eigenkapitalquote | % | 46,8% | 44,1% | 43,2% | 39,7% | 48,8% | 43,2% | 42,5% | 39,6% | 38,0% |
| Eigenkapitalrentabilität (ROE) | % | 2,2% | –0,3% | 2,5% | 7,2% | 13,6% | 13,8% | 16,3% | 16,8% | 13,9% |
| Capital Employed | Mio EUR | – | – | – | 796,2 | 694,3 | 935,0 | 992,2 | 952,5 | 861,7 |
| Return on Capital Employed (ROCE) | % | – | – | – | 10,2% | 13,8% | 15,1% | 16,9% | 17,4% | 16,5% |
1 Inklusive Versicherungssparte (Postversicherung AG)
2 Bereinigt um Versicherungssparte (Postversicherung AG)
3 Bezogen auf 67.552.638 Stück Aktien
4 Vorschlag an die Hauptversammlung am 22. April 2010
| 16. März 2010 | Geschäftsbericht 2009, Veröffentlichung: 08:00 Uhr |
|---|---|
| 12. April 2010 | Record Date, Nachweisstichtag für Teilnahme an Hauptversammlung |
| 22. April 2010 | Hauptversammlung 2010, Wien |
| 06. Mai 2010 | Ex-Dividendentag und Dividendenzahltag für Dividende von 1,50 EUR je Aktie1 |
| 20. Mai 2010 | Zwischenbericht 1. Quartal 2010, Veröffentlichung: 08:00 Uhr |
| 12. August 2010 | Halbjahresfinanzbericht 2010, Veröffentlichung: 08:00 Uhr |
| 17. November 2010 | Zwischenbericht 1.–3. Quartal 2010, Veröffentlichung: 08:00 Uhr |
1 Vorschlag an die Hauptversammlung am 22. April 2010
| ISIN | AT0000APOST4 |
|---|---|
| Handelssymbol (Wiener Börse) | POST |
| Reuters Code | POST.VI |
| Bloomberg Code | POST AV |
| Anzahl der Aktien per 31. 12. 2009 | 67.552.638 Stück |
| Handelsplatz | Wiener Börse |
| Emissionskurs | EUR 19,00 |
| Erster Handelstag | 31. Mai 2006 |
| Mindeststückzahl (kleinste handelbare Aktienanzahl) | 1 |
| Aktiengattung | Stammaktien |
| Aktiensplit | kein Aktiensplit |
Dr. Georg Pölzl
www.post.at
| 2.1. Lagebericht Österreichische Post AG 171 | |
|---|---|
| 2.2. Jahresabschluss Österreichische Post AG 193 | |
| Bilanz zum 31. Dezember 2009 193 | |
| Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2009 195 | |
| Anhang für das Geschäftsjahr 2009 196 |
Einzelabschluss nach österreichischem UGB
| 1. | Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage 172 | |
|---|---|---|
| 1.1. | Wirtschaftliches Umfeld und Rahmenbedingungen 172 | |
| 1.2. | Struktur des Unternehmens 173 | |
| 1.2.1 Division Brief 173 |
||
| 1.2.2 Division Paket & Logistik 173 |
||
| 1.2.3 Division Filialnetz 173 |
||
| 1.3. | Geschäftsverlauf 2009 174 | |
| 1.3.1 Umsatzentwicklung 174 |
||
| 1.3.2 Gewinn- und Verlustrechnung 175 |
||
| 1.3.3 Vermögens- und Finanzlage 176 |
||
| 1.4. | Bericht über Zweigniederlassungen 177 | |
| 1.5. | Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren 177 | |
| 1.5.1 Cash-Flow 177 |
||
| 1.5.2 Ergebnis- und wertorientierte Kennzahlen 177 |
||
| 1.5.3 Mitarbeiter 177 |
||
| 1.5.4 Gesundheit und Arbeitssicherheit 178 |
||
| 1.5.5 Umwelt 178 |
||
| 1.6. | Besondere Ereignisse nach dem Bilanzstichtag 178 | |
| 2. | Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens und wesentliche Risiken und | |
| Ungewissheiten 179 | ||
| 2.1. | Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens 179 | |
| 2.2. | Wesentliche Risiken und Ungewissheiten 180 | |
| 2.2.1 Struktur der Dienstverhältnisse 180 |
||
| 2.2.2 Technische Risiken 182 |
||
| 2.2.3 Regulatorische und rechtliche Risiken 182 |
||
| 2.2.4 Markt- und Wettbewerbsrisiken 185 2.2.5 Finanzielle Risiken und Verwendung von Finanzinstrumenten 186 |
||
| 3. | Forschung und Entwicklung 187 | |
| 3.1. | Innovationsmanagement 187 | |
| 4. | Internes Kontrollsystem und Risikomanagement im Hinblick auf den | |
| Rechnungslegungsprozess 188 | ||
| 4.1. | Kontrollumfeld 188 | |
| 4.2. | Risikobeurteilung 188 | |
| 4.3. | Kontrollmaßnahmen 189 | |
| 4.4. | Information und Kommunikation 189 | |
| 4.5. | Überwachung 190 | |
| 5. | Informationen gemäß § 243a UGB 191 |
Das Geschäftsjahr 2009 der Österreichischen Post AG war durch die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise gekennzeichnet und stellte das Unternehmen vor neue Herausforderungen. Ein Ende der Krise ist nach nationalen und internationalen Einschätzungen nicht absehbar. Das WIFO erwartet, dass der Rückgang des Bruttoinlandprodukts 2009 in Österreich 3,4% betragen wird. Für den Euro-Raum wird eine Verminderung um 3,9% erwartet.
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Die prognostizierte Konjunkturerholung im nächsten Jahr dürfte in Österreich mit 1,5% (WIFO) bzw. 1,3% (IHS) eher moderat ausfallen. Diese Prognosen sind mit einer Reihe von Risiken, wie etwa der niedrigen Kapazitätsauslastung und den Einsparungen vieler Betriebe bei Investitionen behaftet. Das internationale Umfeld birgt ebenfalls noch Risiken für die Konjunkturbelebung. In einigen europäischen Ländern wird auch 2010 mit einem Rückgang gerechnet. Die Entwicklung in Deutschland (IHS: +1,4%) ist ebenfalls noch mit Unsicherheiten behaftet.
Die derzeit prognostizierte Erholung für 2010 bleibt zu gering, um einen nachhaltigen Rückgang der Arbeitslosigkeit zu ermöglichen. Das Budgetdefizit in Österreich wird sich als Folge der staatlichen Konjunkturprogramme und der Verringerung der Steuereinnahmen im Jahr 2010 erhöhen. Dadurch könnte es im Einklang mit EU-weiten Bestrebungen zu Einsparungen öffentlicher Institutionen kommen. Der Anstieg der Verbraucherpreise 2009 dürfte in Österreich bei 0,5%, 2010 bei 1,3% liegen.
Für die Entwicklung des Brief- und Paketmarktes sind neben der Wirtschaftsleistung auch die Bevölkerungsentwicklung und die Zunahmen der Anzahl der Haushalte eines Landes von Bedeutung. In Österreich ergab sich mit 0,3% (Statistik Austria) 2009 ein leichtes Bevölkerungswachstum.
Der Trend der Substitution des physischen Versands von Briefen durch elektronische Medien wird weiterhin bestehen bleiben.
Die Paketmengen konnten in Österreich aufgrund der gestiegenen Bedeutung von Online-Shopping weiter erhöht werden. Das Fracht- und Expressgeschäft musste rezessionsbedingt Rückgänge verzeichnen. Die Entwicklung der Sendevolumina im internationalen Paket- und Frachtgeschäft wird wesentlich von der Wirtschafts- und der Preisentwicklung beeinflusst.
Die gegenwärtige wirtschaftliche Entwicklung verursacht auch Veränderungen am Werbemarkt, der für das Transportvolumen der Post bedeutend ist. Es wird erwartet, dass – im Gegensatz zu anderen Werbekanälen – weiterhin eine positive Entwicklung der Direct Mailings zu Endkunden bestehen bleibt. Das 2009 im Nationalrat verabschiedete Postmarktgesetz, welches 2011 in Kraft tritt, schafft die
1 Quelle: IHS, Statistik Austria, UniCredit Research, WIFO
Voraussetzungen für geregelte Rahmenbedingungen in Österreich. Durch das neue Postmarktgesetz werden der Universaldienst, die Pflichten des Universaldienstbetreibers, die Postdienste und die Postund Regulierungsbehörden geregelt.
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Die Division Brief umfasst drei Geschäftsfelder: Briefpost, Infomail und Medienpost. Das Kerngeschäft besteht aus dem weltweiten Versand von Briefen und Postkarten, der Annahme und Zustellung von adressierten und unadressierten Werbesendungen, Zeitungen und Zeitschriften, der Zustellung von Sendungen aus der ganzen Welt an jeden Adressaten in Österreich sowie umfangreichen Service- und Zusatzleistungen aus dem Direct Marketing Bereich und dem Poststellenmanagement.
Die schlechte Wirtschaftlage wirkte sich 2009 negativ auf das Sendungsvolumen in der Division Brief aus. Einerseits durch eine beschleunigte Substitution von Briefen durch elektronische Medien und andererseits durch reduzierte Ausgaben vieler Unternehmen für Werbeaussendungen.
Das Kerngeschäft der Division Paket & Logistik besteht in der Annahme, Beförderung und Zustellung von Paketen und Paletten. Ergänzt wird es durch ein auf die jeweiligen Märkte und Kunden zugeschnittenes Dienstleistungsangebot.
Der Paket- bzw. Logistikmarkt war im Jahr 2009 von rezessionsbedingten Volumensrückgängen und Preisdruck gekennzeichnet. Speziell der Business-to-Business(B2B)-Bereich zeigte eine hohe Abhängigkeit von der allgemeinen Wirtschaftslage. Im Privatkundenbereich konnten durch gestiegene Internetbestellungen weiterhin Zuwächse erzielt werden.
Die Österreichische Post AG bietet ihr Dienstleistungsangebot derzeit in 1.580 eigenen und fremdbetriebenen Postgeschäftsstellen an. Weitere 350 Servicestellen stehen zusätzlich zur Verfügung. Darüber hinaus nimmt die Österreichische Post AG eine führende Position im Vertrieb von Telekommunikationsprodukten (Mobil- und Festnetztelefone) ein und betreibt gemeinsam mit der BAWAG PSK Bank für Arbeit und Wirtschaft und Österreichische Postsparkasse Aktiengesellschaft eines der größten Bankennetze Österreichs.
Rückläufige Brief- und Paketmengen, die über das Filialnetz angenommen werden, sowie leicht rückläufige Tendenzen im Geschäft mit Finanz- und Telekomdienstleistungen wirkten sich 2009 auf das Ergebnis der Division Filialnetz aus.
Das Geschäftsjahr 2009 der Österreichischen Post AG war insbesondere von Volumensrückgängen in der Division Brief, getrieben durch die elektronische Substitution sowie einem Preisdruck bei Werbesendungen, gekennzeichnet.
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Die Verteilung des Umsatzes auf die einzelnen Divisionen zeigt die hohe Bedeutung der Division Brief, auf die ein Anteil von 76,3% vom Gesamtumsatz entfällt. Die Division Paket & Logistik trug mit 12,5% zum Umsatz bei. Die Division Filialnetz erwirtschaftete 11,2% vom Gesamtumsatz.
| Mio. EUR | 2008 | 2009 | Veränderung 2008/2009 |
|---|---|---|---|
| Brief | 1.290,7 | 1.235,7 | -4,3% |
| Paket & Logistik | 181,6 | 202,5 | +11,5% |
| Filialnetz | 185,2 | 181,8 | -1,8% |
| Umsatz gesamt | 1.657,5 | 1.620,0 | -2,3% |
| Mio. EUR | 2008 | 2009 | Veränderung 2008/2009 |
|---|---|---|---|
| Briefpost | 776,1 | 736,7 | -5,1% |
| Infomail | 379,7 | 365,5 | -3,7% |
| Medienpost | 134,9 | 133,5 | -1,0% |
Die Division Brief verzeichnete 2009 einen Umsatzrückgang um 4,3% auf 1.235,7 Mio. EUR. Der stärkste Rückgang erfolgte im Geschäftsfeld Briefpost auf 736,7 Mio. EUR. Das Geschäftsfeld Infomail verzeichnete aufgrund von Einsparungen von Unternehmen bei Werbesendungen einen Rückgang um 3,7% auf 365,5 Mio. EUR. Ebenso verringerte sich der Umsatz des Geschäftsfeldes Medienpost um 1,0% auf 133,5 Mio. EUR.
In der Division Paket & Logistik konnte der Umsatz 2009 um 11,5% auf 202,5 Mio. EUR gesteigert werden. Der Anstieg beruht auf Marktanteilsgewinnen bei Business to Business (B2B)-Kunden. Im Filialnetz ist der Umsatz rezessionsbedingt um 1,8% auf 181,8 Mio. EUR gesunken.
Die Gewinn- und Verlustrechnung der Österreichischen Post AG für 2009 zeigt folgendes Bild:
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| Mio. EUR | 2008 | 2009 | Veränderung 2008/2009 |
in % |
|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 1.657,5 | 1.620,0 | -2,3% | 100,0% |
| sonstige betriebliche Erträge | 73,3 | 83,0 | 13,2% | 5,1% |
| Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen |
-246,8 | -258,3 | -4,7% | 15,9% |
| Personalaufwand | -996,4 | -994,8 | +0,2% | 61,4% |
| sonstige betriebliche Aufwendungen | -226,8 | -211,2 | +6,9% | 13,0% |
| Beteiligungsergebnis | -28,2 | -14,7 | +47,9% | 0,9% |
| EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) |
232,5 | 224,1 | -3,6% | 13,8% |
| Abschreibungen | -75,9 | -64,7 | +14,8% | 4,0% |
| EBIT (Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit) | 156,6 | 159,4 | +1,8% | 9,8% |
| sonstiges Finanzergebnis | -2,9 | 0,3 | 110,3% | 0,0% |
| Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit | 153,7 | 159,7 | +3,9 % | 9,9% |
| Steuern | -40,4 | -39,7 | +1,7% | 2,5% |
| Jahresüberschuss | 113,3 | 120,0 | +5,9% | 7,4% |
Die sonstigen betrieblichen Erträge stiegen im Wesentlichen durch erhöhte Erträge aus dem Abgang vom Anlagevermögen auf 83,0 Mio. EUR.
Der Personalaufwand ist mit einem Anteil von 61,4% an den Umsatzerlösen der größte Aufwandsposten der Österreichischen Post AG und ist im Berichtszeitraum um 0,2% auf 994,8 Mio. EUR gesunken.
Der Materialaufwand einschließlich des Aufwandes für bezogene Leistungen erhöhte sich um 4,7% auf 258,3 Mio. EUR. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen verringerten sich um 6,9% auf 211,2 Mio. EUR. Einsparungen erfolgten unter anderem bei Beratungs- und Kommunikationsaufwand.
Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagevermögen der Österreichische Post AG beliefen sich 2009 auf 64,7 Mio. EUR. Dies ist ein Anteil von 4,0% am Umsatz. Der Rückgang ist auf geringere außerplanmäßige Abschreibungen sowie rückläufige Abschreibungen auf Gebäude zurückzuführen.
Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) der Österreichischen Post AG verbesserte sich 2009 um 1,8% auf 159,4 Mio. EUR. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) betrug im Geschäftsjahr 2009 159,7 Mio. EUR. Es liegt damit um 3,9% über Vorjahresniveau. Nach Abzug von Steuern im Ausmaß von 39,7 Mio. EUR ergibt sich für 2009 ein Jahresüberschuss in Höhe von 120,0 Mio. EUR (+5,9% gegenüber dem Vorjahr). Unter Berücksichtigung der Zuweisung und Auflösung von unversteuerten Rücklagen sowie des Gewinnvortrages beträgt der Bilanzgewinn 120,8 Mio. EUR.
| Aktiva | % | Mio. EUR | Mio. EUR | % | Passiva |
|---|---|---|---|---|---|
| Sachanlagevermögen und immaterielles Vermögen |
29,3% | 449,4 | 624,1 | 40,7% | Eigenkapital |
| Finanzanlagen | 36,6% | 560,5 | 12,7 | 0,8% | Unversteuerte Rücklagen |
| Vorräte, Forderungen und sonstige Vermögensgegen stände und Rechnungsab grenzungsposten |
17,6% | 269,8 | 636,0 | 41,5% | Rückstellungen |
| Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten |
16,5% | 253,5 | 260,4 | 17,0% | Verbindlichkeiten u. Rechnungsabgrenzungsposten |
| Bilanzsumme | 100,0% | 1.533,2 | 1.533,2 | 100,0% | Bilanzsumme |
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Die Österreichische Post AG folgt einer risikoaversen Geschäftsgebarung. Dies zeigt sich an der hohen Eigenkapitalquote, den geringen Finanzverbindlichkeiten und dem hohen Zahlungsmittelbestand.
Das Sachanlagevermögen und die Immateriellen Vermögensgegenstände verringerten sich gegenüber 2008 um 40,5 Mio. EUR auf 449,4 Mio. EUR. Die größten Posten des Sachanlagevermögens sind Grundstücke und Bauten mit einem Buchwert von 295,6 Mio. EUR sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung mit 93,6 Mio. EUR.
Die Finanzanlagen beinhalten Anteile an verbundenen Unternehmen sowie Wertpapiere des Anlagevermögens.
Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände enthalten insbesondere Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 162,7 Mio. EUR (2008: 173,9 Mio. EUR) sowie Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 40,6 Mio. EUR (2008: 30,4 Mio. EUR). Die Bilanzposition Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten hat sich im Geschäftsjahr 2009 von 207,1 Mio. EUR auf 253,5 Mio. EUR erhöht.
Auf Basis des Eigenkapitals von 624,1 Mio. EUR und der unversteuerten Rücklagen von 12,7 Mio. EUR ergibt sich zum 31. Dezember 2009 eine Eigenkapitalquote von 41,5% (2008: 43,2%).
Die Rückstellungen in Höhe von 636,0 Mio. EUR (2008: 629,3 Mio. EUR) sind größtenteils langfristig und beinhalten unter anderem Rückstellungen für Abfertigungen und Jubiläumsgelder. Für Personalaufwendungen von Mitarbeitern, die unkündbar sind und im Unternehmen nicht mehr oder nur mehr zum Teil zur Leistungserbringung eingesetzt werden können, wurde mit einer Rückstellung für Unterauslastung vorgesorgt.
Die Verbindlichkeiten und passiven Rechnungsabgrenzungsposten der Österreichischen Post AG in Höhe von 260,4 Mio. EUR gingen gegenüber dem Vorjahr um 3,8% zurück.
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Die Österreichische Post AG unterhält keine Zweigniederlassungen.
| Mio. EUR | 2008 | 2009 |
|---|---|---|
| Cash-Flow aus dem Ergebnis | 199,9 | 174,7 |
| +/- Veränderungen im Nettoumlaufvermögen | +9,1 | +34,7 |
| Cash-Flow aus Geschäftstätigkeit | 208,9 | 209,4 |
| +/- Cash-Flow aus Investitionstätigkeit | -2,7 | +16,8 |
| Free Cash-Flow | 206,2 | 226,2 |
| +/- Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit | -261,1 | -179,9 |
| Nettoveränderung liquider Mittel | -54,8 | 46,3 |
| 2008 | 2009 | |
|---|---|---|
| EBITDA-Marge1) | 14,0% | 13,8% |
| EBIT-Marge 2) | 9,5% | 9,8% |
| ROE3) | 18,1% | 23,3% |
| ROCE4) | 19,5% | 20,5% |
| Capital Employed5) | 783,2 Mio. EUR | 771,1 Mio. EUR |
1) EBITDA-Marge = EBITDA/Umsatz
2) EBIT-Marge = EBIT/Umsatz
3) Return on Equity = Jahresüberschuss/Eigenmittel zum 1.1. abzüglich Dividende
4) Return on Capital Employed = EBIT/durchschnittliches Capital Employed
5) Capital Employed = Immaterielle Vermögensgegenstände + Sachanlagevermögen + assoziierte Unternehmen + Vorräte + Forderungen – unverzinsliches Fremdkapital (Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, erhaltene Anzahlungen, Passive Rechnungsabgrenzung und sonstige Verbindlichkeiten)
Der durchschnittliche Personalstand der Österreichischen Post AG reduzierte sich 2009 um 1.069 (minus 4,7%) auf 21.598 Mitarbeiter (Vollzeitkräfte). Der überwiegende Teil der Mitarbeiter ist in der Division Brief beschäftigt.
| 2008 | 2009 | in % | |
|---|---|---|---|
| Brief | 14.433 | 13.877 | 64,2% |
| Paket & Logistik | 1.600 | 1.461 | 6,8% |
| Filialnetz | 4.843 | 4.614 | 21,4% |
| Sonstiges | 1.791 | 1.645 | 7,6% |
| Gesamt | 22.667 | 21.598 | 100,0% |
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1 ) Jahresdurchschnitt, in Vollzeitkräften
Die Österreichische Post AG hat in den letzten Jahren den Frauenanteil ihrer Belegschaft laufend erhöht. Dieser beträgt derzeit ca. 30%. Im Filialnetz sind rund 48% Frauen beschäftigt. Ungefähr 30% der Mitarbeiter sind unter 40 Jahre alt. Das Durchschnittsalter aller Beschäftigten der Österreichischen Post AG liegt bei rund 41 Jahren.
Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz sowie betriebliche Gesundheitsförderung sind Schlüsselelemente unserer Unternehmenspolitik. Motivierte Mitarbeiter sind Basis unseres auf menschlicher Arbeitskraft aufgebauten Logistikkonzepts, das den bestmöglichen Service für unsere Kunden gewährleistet. Eine gesunde und sichere Arbeitsumgebung ist dafür eine unabdingbare Voraussetzung. Wir streben eine betriebliche Gesundheitsförderungs- und Arbeitssicherheitskultur als integralen Bestandteil aller in unserem Unternehmen zu verrichtenden Tätigkeiten an und bekennen uns zu unserer sozialen Verantwortung auch in Bezug auf das Wohlbefinden unserer Mitarbeiter.
Die Österreichische Post AG bekennt sich zu ihrer Verantwortung, einen Beitrag zum schonungsvollen Umgang mit Ressourcen zu leisten. Wo technisch möglich und wirtschaftlich sinnvoll werden umweltund ressourcenschonende Maßnahmen gesetzt. Die Optimierung der Transportlogistik und die damit verbundene Entlastung der Umwelt und der Transportkosten. Die derzeitige Erprobung von erdgasbetriebenen sowie elektrobetriebenen Fahrzeugen wird zukünftig einen Beitrag zu einem geringeren Treibstoffverbrauch und zu einer Reduktion des CO2-Ausstoßes leisten. Die Zentralisierung der Sammlung und Verwertung von Altpapier, Kartonagen und Kunststoff reduzierte die Entsorgungskosten.
Es gab keine besonderen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag.
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Die Entwicklung des Jahres 2009 hat gezeigt, dass die Wirtschaftskrise ein wesentlicher Belastungsfaktor für die Österreichische Post AG war. Einerseits entstand rezessionsbedingter Druck auf Brief- und Paketumsätze, andererseits wirkte die Krise als Katalysator und beschleunigte den bestehenden Trend der Substitution von Briefen durch elektronische Medien.
Die Österreichische Post AG geht daher für 2010 davon aus, dass die Umsätze in der Division Brief primär bedingt durch elektronische Substitution – weiter rückläufig sein werden. In der Division Paket & Logistik wird aufgrund der sich verbessernden internationalen Rahmenbedingungen mittelfristig mit einem Wachstum gerechnet.
Im Programm "Post@2011" hat das Unternehmen eine Reihe strategischer Ziele und operativer Maßnahmen definiert, um sowohl umsatzseitige Wachstumschancen zu nutzen, als auch kostenseitige Einsparungspotentiale zu realisieren. Ziel ist es, die Gesamtkosten des Konzerns weiter nachhaltig zu senken und eine hohe Ertragskraft zu erhalten.
Die Österreichische Post hat vier Kernstrategien definiert:
• Verteidigung der Marktführerschaft im Kerngeschäft
In Österreich ist die Österreichische Post AG unangefochtener Marktführer – sowohl im Briefgeschäft als auch in der Beförderung und Zustellung von Paketen, insbesondere an private Empfänger. Im Jahr 2009 ist es gelungen trotz Rezession und hartem Preiswettbewerb in vielen Segmenten Marktanteile zu gewinnen. Diese Position soll auch in der Zukunft abgesichert werden. Im Besonderen gilt dies für den Briefmarkt, der mit 2011 zur Gänze liberalisiert wird.
• Wachstum in definierten Märkten
Ergänzend zu ihrem Kerngeschäft wird die Österreichische Post AG bestehendes Potenzial in Wachstumssegmente nutzen: Im Vordergrund steht hier das Paket- und Logistikgeschäft, das mit Fokus auf Kombifracht, temperaturgeführte Logistik und B2B/B2C-Paket sowohl in Österreich und Deutschland als auch in Süd-/Osteuropa weiter ausgebaut werden soll. Im Geschäftsfeld Brief setzt die Post in erster Linie auf Mehrwertdienste entlang der Wertschöpfungskette und auf den weiteren Ausbau Ihrer Aktivitäten in Süd-/Osteuropa. Im Filialnetz werden Wachstumspotenziale im Vertrieb von Bank- und Telekomdienstleistungen erschlossen.
• Effizienzsteigerung und Flexibilisierung der Kostenstruktur
Zur Festigung der klaren Kostenführerschaft in Österreich plant die Österreichische Post AG eine weitere deutliche Steigerung ihrer Effizienz in Logistik und Zustellung. Die stetige Verbesserung der Netzwerkinfrastruktur, der weitere Umbau des Filialnetzes in Richtung unternehmerischer Modelle, die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle sowie eine gezielte Reduktion der Verwaltungskosten und des gesamten Sachaufwands stellen wesentliche Stoßrichtungen dar.
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Nur mit attraktiven Angeboten, die den konkreten Anforderungen der Kunden entsprechen, kann die Österreichische Post AG langfristig erfolgreich sein. Deshalb setzt das Unternehmen neben Komplexitätsreduktion in ihrem Kerngeschäft auf gezielte Innovation im Leistungsangebot sowie auf eine umfassende Serviceoffensive. Hierzu zählt unter anderem eine Online-Initiative, mit der die Convenience bei klassischen Postdienstleistungen erhöht und neue digitale Produkte im Bereich elektronischer Post angeboten werden.
Ein Großteil der Mitarbeiter der Österreichischen Post AG steht in einem öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnis und unterliegt den Bestimmungen des Beamtendienstrechtes. Daraus ergeben sich Besonderheiten im Zusammenhang mit der dienstrechtlichen Verwendung. Durch die bestehenden rechtlichen Rahmenbedingungen kann es bei einem Großteil der Belegschaft zu keiner Kapazitätsanpassung im Falle von Mengenverlusten kommen. Darüber hinaus ist keine Anpassung des Gehaltsniveaus an eventuell niedrigere Marktkonditionen möglich. Das Beamtendienstrecht führt insgesamt zu einer geringen Kostenflexibilität. Die Österreichische Post AG ist im Zuge der Vorbereitung auf den liberalisierten Markt immer mehr mit den Grenzen der dienstrechtlichen Verwendungsmöglichkeiten für die ihr zugewiesenen Beamten konfrontiert. Die Lösung dieser Problematik nimmt im Dialog mit dem verantwortlichen Gesetzgeber eine besondere Rolle ein.
Aus Änderungen des Poststrukturgesetzes 1996 und den laufenden Änderungen des Beamtendienstrechts können sich für die Österreichische Post AG - soweit diese Regelungen nicht auf die spezielle Wettbewerbssituation der Österreichischen Post AG Rücksicht nehmen - zusätzliche Belastungen und unerwartete Mehrkosten ergeben, auf deren Entstehen das Unternehmen keinen Einfluss hat.
Der österreichische Gesetzgeber hat vorgesehen, dass die für Beamte auf Bundesebene 2008 getroffene Pensionskassenregelung sinngemäß auf die der Gesellschaft zugewiesenen Beamten anzuwenden wäre, was gegebenenfalls einen erhöhten Personalaufwand für die Österreichische Post AG bedeuten könnte, falls diese Regelung tatsächlich auf die Gesellschaft anzuwenden ist.
Nach dem Poststrukturgesetz 1996 sind Änderungen des Beamtendienstrechts, die für Bundesbeamte eingeführt werden, grundsätzlich auch auf die der Gesellschaft zugewiesenen Beamten anwendbar. Im Ergebnis können Änderungen des Beamtendienstrechtes daher unmittelbar die Kostenstruktur der Gesellschaft verändern. Ebenso können aus unterschiedlichen Interpretationen des Poststrukturgesetzes weitere Risiken grundsätzlich nicht ausgeschlossen werden, wobei nach derzeitigem Kenntnisstand keine weiteren Ansprüche gegenüber der Post durchsetzbar sein sollten.
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Zur Erhöhung des Qualifikationsniveaus der Mitarbeiter wurden umfassende Maßnahmen gesetzt. Darüber hinaus wurde eine besondere Betriebsvereinbarung zur Milderung der Folgen von Restrukturierungsmaßnahmen abgeschlossen. Der Strukturthematik im Bereich der Bediensteten begegnet die Österreichische Post AG mit zunehmend flexibleren Arbeitsprozessen und Arbeitszeitmodellen.
Die Österreichische Post AG bedient sich – wie in der Brief-, Paket-, Zeitungszustell- und Werbemittelverteilbranche üblich – zur Beförderung und Zustellung von Sendungen selbstständiger Subunternehmer. Die Qualifikation der Tätigkeit dieser Subunternehmer als selbständig ist immer im Rahmen eines beweglichen Systems gradueller Kriterien vorzunehmen, und zwar in einer Gesamtbetrachtung der Merkmale nach Zahl und Gewicht. Dies setzt voraus, dass auf eine Einzelfallbetrachtung abzustellen ist. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die zuständigen Gerichte und Verwaltungsbehörden einzelfallbezogen die Unzulässigkeit dieser Form der Beschäftigung feststellen sowie Verwaltungsstrafen aussprechen, und darüber hinaus andere verwaltungs-, insbesondere gewerberechtliche Sanktionen auferlegen.
Die Österreichische Post AG ist in hohem Maße auf die Verwendung von komplexen technischen Systemen angewiesen und setzt bei der Erbringung ihrer Dienstleistungen maßgeblich auf den Einsatz von Datenverarbeitungssystemen, modernen Kommunikationsmedien und anderen technischen Einrichtungen. Im Rechenzentrumsbetrieb wird eine Outsourcing-Strategie verfolgt. Vor diesem Hintergrund hat die Österreichische Post AG in den vergangenen Jahren umfangreiche Investitionen vorgenommen, um ihr Verteilnetz zu modernisieren. Die Leistungserbringung des Unternehmens hängt dabei von der Funktionsfähigkeit weniger wichtiger Standorte ab. Weiters ist nicht absehbar, ob es im Vorfeld der für die Vorbereitung auf den liberalisierten Markt durchzuführenden Umstrukturierungen zu kurz- oder längerfristigen kollektiven Arbeitsniederlegungen seitens der Belegschaft kommt. Sollten technische Systeme vorübergehend oder endgültig ausfallen, oder sollte es zu unberechtigten Datenzugriffen und Datenmanipulationen kommen, oder sollten längerfristige kollektive Arbeitsniederlegungen stattfinden, könnte dies zu Störungen des Geschäftsablaufs und zu Verlust von Reputation und Kunden führen sowie zusätzliche Kosten verursachen. Zur Bewältigung dieser technischen und operativen Risiken wurden Sicherheitsmaßnahmen, Prozesse und Regeln festgelegt, die verschiedene Eventualitäten abdecken und einen reibungslosen Ablauf sicherstellen sollen. Durch Vertragsgestaltung und Servicelevelmanagement wird die Verfügbarkeit der outgesourcten Tätigkeiten abgesichert. Unsere Vertragspartner sind verpflichtet, einschlägige gültige Zertifizierungen vorzuweisen.
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Die Österreichische Post AG erwirtschaftet einen erheblichen Teil ihres Umsatzes im reservierten Postdienst. Die vollständige Öffnung des österreichischen Postmarktes ist für 1.1.2011 vorgesehen. Daraus ergeben sich Risiken einer Marktanteilsveränderung. Die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Zeitraum nach der vollständigen Liberalisierung wurden mit dem im Dezember 2009 verlautbarten Postmarktgesetz neu geregelt, welches (größtenteils) mit 1.1.2011 in Kraft treten wird. Dieses Postmarktgesetz sieht in vielen Bereichen keine Gleichbehandlung zwischen der Österreichischen Post AG und ihren Mitbewerbern vor, sondern eine Mehrbelastung der Österreichischen Post AG.
Die Österreichische Post AG ist im Rahmen des Universaldienstes verpflichtet, in ganz Österreich ein Mindestangebot von Postdienstleistungen in vergleichbarer Qualität anzubieten und ein flächendeckendes Netz von 1.650 Post-Geschäftsstellen sicherzustellen. Mit eigenem Personal betriebene Post-Geschäftsstellen dürfen nur nach Durchführung eines behördlichen Aufsichtsverfahrens geschlossen werden, sodass nicht ausgeschlossen werden kann, dass die Österreichische Post AG – zumindest vorübergehend – zur Führung unrentabler Standorte verpflichtet wird.
Als Abgeltung für diese kostenintensive Verpflichtung wurde der Gesellschaft der reservierte Postdienst übertragen. Das Postmarktgesetz sieht nunmehr vor, dass die Gesellschaft – als einziger Postdiensteanbieter in Österreich – auch nach vollständiger Freigabe des reservierten Dienstes mit 31.12.2010 zur umfassenden Erbringung des Universaldienstes verpflichtet sein wird. Der Ersatz der Universaldienstnettokosten wird dann über einen Ausgleichsfonds abgewickelt werden, wobei die Last der Kostentragung zwischen der Gesellschaft und den anderen konzessionierten Postdiensteanbietern nach Marktanteilen geteilt wird. In diesen Ausgleichsfonds müssen nur solche konzessionierten Postdiensteanbieter einzahlen, deren Jahresumsätze aus der konzessionierten Tätigkeit 1 Million Euro übersteigen. Zudem werden der Gesellschaft nur soweit Universaldienstnettokosten ersetzt, als diese 2% der jährlichen Gesamtkosten der Gesellschaft übersteigen. Davon ausgehend, dass die Gesellschaft auch nach der Marktöffnung einen beträchtlichen Marktanteil innehaben wird, muss die Österreichische Post AG den überwiegenden Teil der Universaldienstnettokosten und die Administration des Ausgleichsfonds selbst finanzieren.
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Weiters verpflichtet das Postmarktgesetz die Österreichische Post AG, dass sie bestehende Hausbrieffachanlagen im Zeitraum vom 1.1.2011 bis 31.12.2012 derart umrüstet, dass sie auch für den Mitbewerb zugänglich sind. Die dadurch entstehenden Umrüstungskosten sind zwischen der Österreichischen Post AG und den konzessionierten Postdiensteanbietern zu 90% im Verhältnis der Marktanteile und nur zu 10% nach der Zahl der konzessionierten Postdiensteanbieter aufzuteilen. Geht man von einem hohen Marktanteil aus, wird die Österreichische Post AG den Großteil der Umrüstungskosten selbst tragen müssen.
Sofern es infolge der Liberalisierung zu keiner Gleichbehandlung im Hinblick auf Beschäftigungsverhältnisse und gesetzliche Leistungsanforderungen zwischen der Österreichischen Post AG und ihren Mitbewerbern und zu keiner adäquaten Abgeltung des Universaldienstes kommt, ist eine signifikante Ergebnisbelastung für die Österreichische Post AG nicht auszuschließen.
In der Öffentlichkeitsarbeit der Österreichischen Post AG nimmt die Thematik der Liberalisierung im Dialog mit allen Stakeholdern großen Stellenwert ein. Das Unternehmen sieht es als seine Aufgabe, auf die ungenügende Abgeltung des Universaldienstes und die Problematik der asymmetrischen Marktöffnung hinzuweisen.
Die Österreichische Post AG geht derzeit nicht davon aus, dass sie verpflichtet wird, ihren Mitbewerbern Zugang zu Teilleistungen einzuräumen. In einem solchen Fall könnten diese jedoch in besonders lukrativen Marktsegmenten Postdienstleistungen selbst erbringen und in weniger lukrativen Marktsegmenten auf Teilleistungen der Österreichischen Post zurückgreifen. Dies könnte ebenfalls zu erheblichen Ergebnisbeeinträchtigungen führen.
Im Hinblick auf die einschlägige EuGH-Rechtssprechung kann davon ausgegangen werden, dass die Umsatzsteuerbefreiung der Österreichischen Post AG im Zusammenhang mit der Erbringung von Postdiensten teilweise aufgehoben werden wird. In diesem Fall wird das Unternehmen einerseits versuchen, die Preisstruktur kundenseitig zu adaptieren – wobei die marktmäßige Durchführbarkeit nicht sichergestellt ist. Es können sich somit negative Umsatzentwicklungen ergeben, insbesondere bei Kundengruppen, die nicht zum Abzug der Vorsteuer berechtigt sind. Profitieren wird die Österreichische Post AG jedoch durch eine wesentliche Erhöhung der verrechenbaren Umsatzsteuer-(Vorsteuer)- Beträge.
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Mit zunehmender Liberalisierung des Postmarktes könnte die Österreichische Post AG gezwungen sein, für bestehende Betriebsanlagen nachträglich gewerberechtliche Genehmigungen zu beantragen.
Die Österreichische Post AG unterliegt in der Preisfestsetzung im Universaldienst einschließlich des reservierten Bereichs rechtlichen Einschränkungen. Die Entgelte für die betroffenen Leistungen bedürfen entweder einer vorherigen Genehmigung, oder unterliegen einer nachträglichen Kontrolle. Die Gesellschaft kann deshalb im Bereich des Universaldienstes nur eingeschränkt durch Preisanpassungen auf Marktveränderungen reagieren.
Seit 1. Jänner 2008 haben die Post-Control-Kommission und die Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH in Umsetzung der Postgesetz-Novelle 2006 die Funktion der Regulierungsbehörde vom Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie übernommen. Die Kompetenzen der Regulierungsbehörde sind zwar unverändert, es könnten aber in der Vollziehung der maßgeblichen Regelungen des Postgesetzes Unterschiede zur bisher gängigen Praxis auftreten. So befindet sich die Österreichische Post AG derzeit in einer rechtlichen Auseinandersetzung über die Befugnisse der Post-Control-Kommission im Zusammenhang mit der Rabattgewährung, da diese ihre Zuständigkeit weiter auslegt, als es der Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie getan hat. Der Ausgang dieser rechtlichen Auseinandersetzung könnte sich gegebenenfalls auf die Eigenständigkeit der Österreichischen Post bei der Rabattgewährung einschränkend auswirken.
Im europäischen Verkehr drängt das Abrechnungssystem nach dem "Agreement for the Remuneration of Mandatory Deliveries of Cross-Border Mails" (REIMS III und IV) das Abrechnungssystem des Weltpostvereins zurück. Bei REIMS III und IV handelt es sich um eine Vereinbarung über Endvergütungen im grenzüberschreitenden Postdienst, dem 23 europäische Postunternehmen angehören. Die Parteien des REIMS III und REIMS IV gehen davon aus, dass diese Vereinbarung – wie ihre Vorgängerregelung (REIMS II) - gemäß Art. 81 (3) EG-Vertrag vom Kartellverbot freigestellt ist.
Die Abrechnung des grenzüberschreitenden Postdienstes mit den Postgesellschaften in den anderen EU-Ländern setzt bi- oder multilaterale Vereinbarungen mit diesen voraus.
Über das regulatorische Umfeld im Postmarkt hinaus muss die Österreichische Post AG im Rahmen ihres ordentlichen Geschäftsbetriebs eine Vielzahl von rechtlichen Beschränkungen beachten. So sind die vertraglichen und faktischen Gestaltungsspielräume des Unternehmens etwa durch wettbewerbsrechtliche Regelungen eingeschränkt. Die kartellrechtliche Zulässigkeit von Vereinbarungen und Geschäftspraktiken der Österreichischen Post AG war in der Vergangenheit bereits Gegenstand kartellrechtlicher Untersuchungen und Verfahren. Sonstige rechtliche Risiken ergeben sich auch aus nicht vorhersehbaren Gerichtsverfahren mit Mitbewerbern und Kunden.
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Zur bestmöglichen Vermeidung von Ergebnisbeeinträchtigungen durch regulatorische und rechtliche Risiken ist die Österreichische Post AG bestrebt, in ihren Kernprozessen eine Erweiterung der Wertschöpfung und des Produktportfolios zu erzielen, um ihren Kunden noch bessere Leistungen anzubieten und eine Qualitätsoptimierung zu erzielen. Darüber hinaus beabsichtigt die Österreichische Post AG vermehrt Umsätze im bereits liberalisierten Bereich zu erwirtschaften.
Die Österreichische Post AG erwirtschaftet den überwiegenden Teil ihres Umsatzes in Österreich. Sollte das Wirtschaftswachstum in Österreich weiter nachlassen, könnte dies zu einer Abschwächung der Nachfrage führen. Sollten sich die derzeitigen Prognosen zum Wirtschaftswachstum verschlechtern, so könnten Planungsprämissen verworfen werden müssen und dem Geschäftsmodell könnte die Planungssicherheit entzogen werden.
Ferner erwirtschaftet das Unternehmen einen nicht unbedeutenden Anteil des Umsatzes mit einer geringen Anzahl von Großkunden. Das wirtschaftlich erfolgreiche Weiterbestehen der Großkunden ist wesentlich für die stabile Entwicklung der Österreichischen Post AG. Großkunden sind vertraglich nicht verpflichtet, ihre Postsendungen von der Österreichischen Post AG befördern zu lassen und könnten sich entscheiden, mittelfristig einen Teil ihrer Postsendungen Wettbewerbern der Österreichischen Post AG zur Zustellung zu übergeben.
Klassische Briefsendungen werden zunehmend durch E-Mail oder andere elektronische Medien ersetzt. Der Trend zur elektronischen Substitution von Briefen, insbesondere zur elektronischen Zustellung, wurde durch die Wirtschaftskrise der vergangenen Jahre beschleunigt und wird auch weiterhin fortbestehen. Diese Entwicklung kann zu nicht unerheblichen Volumensrückgängen und damit Ergebnisbeeinträchtigungen führen.
Der Brief- und Paketmarkt ist durch zunehmenden Wettbewerb gekennzeichnet. Insbesondere das Business-to-Consumer (B2C)-Paketgeschäft – hier nimmt die Österreichische Post AG eine führende Stellung am österreichischen Markt ein – ist zum einen von der wirtschaftlichen Entwicklung ihres Kundensegments und zum anderen vom sich durch das etwaige Auftreten weiterer alternativer
Anbieter verschärfenden Wettbewerb abhängig, sodass ein entsprechender Umsatzausfall nicht ausgeschlossen werden kann. Das Unternehmen ist bestrebt, Kunden durch attraktive Leistungsangebote an sich zu binden.
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Dem Mengenrückgang infolge von E-Mail-Substitution wird durch neue Produkte und Dienstleistungen, etwa im Bereich Infomail oder im Business-to-Business (B2B)-Geschäft und vor allem entlang der Wertschöpfungskette, entgegengewirkt.
Weiters kann nicht ausgeschlossen werden, dass infolge von Änderungen der gesetzlichen Zustellvorschriften für behördliche Sendungen ein Teil dieser Sendungen nicht mehr über die Österreichische Post AG zugestellt wird. Die Diversifikation auf mehrere Märkte trägt dazu bei, Risiken einzelner Branchen weit zu streuen bzw. gering zu halten.
Ein Bestandteil der Strategie der Österreichischen Post AG ist das Wachstum durch selektive Akquisitionen und Kooperationen. Dabei ist es wichtig, passende Akquisitionsziele zu finden und erworbene Unternehmen erfolgreich zu integrieren. Die zukünftige Rentabilität dieser Projekte ist in hohem Maße vom Investitionsvolumen bzw. von den Akquisitionspreisen sowie politischen, wirtschaftlichen und gesetzlichen Faktoren abhängig. Alle Investitionsmaßnahmen müssen daher strikten finanziellen Kriterien gerecht werden.
In der Division Filialnetz sind die Erträge aus Finanzdienstleistungen von der weiteren Marktentwicklung der Zinsmargen und vom Markterfolg des Kooperationspartners BAWAG PSK Bank für Arbeit und Wirtschaft und Österreichische Postsparkasse Aktiengesellschaft, die Erträge im Kommunikationsgeschäft vom Markterfolg des Kooperationspartners Telekom Austria AG abhängig.
Insgesamt kann sich das geringere Wirtschaftswachstum belastend auf die Volumens- und Marktentwicklung bei Briefen, Werbesendungen und Paketen auswirken. Somit kann die wirtschaftliche Entwicklung unseres Unternehmens an Dynamik verlieren.
Finanzielle Risiken der Österreichischen Post AG umfassen das Liquiditätsrisiko, das Kredit- /Kontrahenten- und Produktrisiko, das Zinsänderungsrisiko, das Währungsänderungsrisiko sowie organisatorische Risiken. Eine detaillierte Darstellung der finanziellen Risiken, der Verwendung von Finanzinstrumenten und des Umfanges von Sicherungsgeschäften findet sich im Anhang zum Jahresabschluss der Österreichische Post AG.
Als reines Dienstleistungsunternehmen verfügt die Österreichische Post AG über keine nennenswerten Forschungsaktivitäten.
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Ein wesentlicher Schlüssel zum Erfolg in sich verändernden Märkten liegt in der Entwicklung und Markteinführung innovativer Produkte, die den Bedürfnissen der Kunden entgegenkommen. Die Österreichische Post AG hat im Geschäftsjahr 2009 eine Vielzahl derartiger Lösungen umgesetzt. Um den Ausbau der Finanzdienstleistungen in den Postfilialen, durch junge, motivierte MitarbeiterInnen zu unterstützen, bildet die Österreichische Post AG in Zusammenarbeit mit der Bank für Arbeit und Wirtschaft und Österreichische Postsparkasse AG seit 2009 Banklehrlinge aus.
Die Innovationen auf dem Gebiet der Digitalisierung von Postsendungen werden von Geschäftskunden verstärkt nachgefragt.
Im Bereich Paket & Logistik ist im laufenden Jahr mit der Lösung "Business Cockpit" ein Online-Qualitätstool eingeführt worden, das unseren Geschäftskunden unter anderem eine Auswertung der Laufzeiten sowie die Erstellung von Statistiken über Mengen und Gewicht der Sendungen ermöglicht.
Durch die kontinuierliche Verbesserung der Betriebsmittel konnten Kosten signifikant eingespart werden und gleichzeitig der Arbeitsalltag für Mitarbeiter in Hinsicht auf Komfort und Gesundheit verbessert werden. Innovationsmanagement bedeutet dabei für die Österreichische Post AG auch das Schaffen von Rahmenbedingungen, wie etwa einer offenen Unternehmenskultur, die nachhaltig Innovationen ermöglichen.
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Das interne Kontrollsystem der Österreichischen Post AG im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess umfasst Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen zur Sicherung der Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung, sowie der Einhaltung rechtlicher Vorschriften. Die klare Definition von Verantwortungsbereichen sowie systematische Kontrollen ermöglichen eine frühzeitige Risikoerkennung und gewährleisten eine ordnungsmäßige Rechnungslegung.
Die Funktionen der Bereiche Treasury, Finanz- und Rechnungswesen und Controlling sind klar getrennt und die Aufgaben und Verantwortungen geteilt. Im Bereich Rechnungswesen setzt sich die Aufbauorganisation aus dem Rechnungswesen am Sitz der Gesellschaft sowie dezentraler Datenerfassungsstellen zusammen.
Die Aufgabe des Rechnungswesens besteht in der zeitgerechten, vollständigen und ordnungsgemäßen Erfassung von Geschäftsfällen und deren Darstellung in Monats-, Quartals- und Jahresabschlüssen der Österreichischen Post AG.
Sämtliche Belege werden am Sitz der Gesellschaft elektronisch erfasst und dokumentiert weiterverarbeitet. Eingangsrechnungen werden in der zentralen Scannstelle elektronisch erfasst, die Belege in der Buchhaltung gebucht und zur Freigabe elektronisch weitergeleitet. Die Freigabe der Belege durch die jeweiligen Sachbearbeiter erfolgt im System. Dadurch ist eine elektronische Dokumentation der Freigabe der Belege gewährleistet.
Der Ablauforganisation der monatlichen Bilanzerstellung liegt ein strikter Terminplan zugrunde. Die Termine werden für ein Geschäftsjahr erstellt und unternehmensintern kommuniziert. Im Zuge der Bilanzierung melden die Verantwortlichen der Organisationseinheiten monatlich bilanzierungsrelevante Sachverhalte, für die im Unternehmen noch keine Belege vorliegen. Zusätzlich werden, um eine Vollständigkeit der Abschlüsse zu gewährleisten, in Durchsprachen mit den Divisionsleitern, den Leitern der Informationstechnologie und des Corporate Real Estate, die wesentlichen bilanziellen Themen und Sachverhalte erörtert.
Die Risiken im Bereich Rechnungslegung umfassen die nicht vollständige Erfassung von bilanzierungsrelevanten Sachverhalten, Fehler in der Belegerfassung, Bewertungsfehler durch falsche Einschätzung von mit Unsicherheit behafteten Ereignissen bzw. fehlerhafte Berechnungen, unrichtiger Ausweis sowie verspätete Bilanzerstellung und Datenzugriff von unberechtigten Personen bzw. Datenmanipulation, Ausfall von IT-Systemen und Datenverlust.
Zur Gewährleistung einer vollständigen, zeitgerechten und richtigen Bilanzerstellung wurden in allen am Rechnungslegungsprozess beteiligten Bereichen Qualitätssicherungsmaßnahmen implementiert. Die Anwendung unternehmensinterner Richtlinien (wie z. B. Bilanzierungshandbuch, Bilanzierungsrichtlinien) führt zu einer einheitlichen Behandlung der Geschäftsfälle und einer einheitlichen Bilanzierung, Bewertung und Berichterstattung. Diese Richtlinien und Anweisungen werden laufend aktualisiert.
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Zusätzlich werden die für den IFRS-Konzernabschluss gültigen Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften angewandt, um sicherzustellen, dass Geschäftsvorfälle konzernweit einheitlich erfasst und bewertet werden.
Die Abschlüsse werden in SAP R3 als führendem System erstellt. Alle für die Rechnungslegung und Berichterstattung relevanten SAP Module kommen zum Einsatz. Die Systeme sind durch entsprechende Einrichtungen im EDV-Bereich gegen unbefugte Zugriffe geschützt.
Durch die eingesetzte Software finden automatisierte Prüfungen statt. Neben den automatisierten Kontrollen (wie Funktionstrennung, Rechnungsfreigabe, Rechnungsprüfung) existieren manuelle Kontrollen (z.B. durch Stichproben). Bei allen rechnungslegungsrelevanten Prozessen wird das Vier-Augen-Prinzip angewendet. Die Schlüsselprozesse wurden dokumentiert, standardisiert und mit Kontrollpunkten versehen. Diese klar definierten Überprüfungsmechanismen ermöglichen eine frühzeitige Risikoerkennung. Zusätzlich wird sichergestellt, dass die Rechnungslegung im Einklang mit den gesetzlichen Vorschriften, den Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung und internationalen Rechnungslegungsvorschriften steht.
Zur Wahrnehmung der Überwachungs- und Kontrollfunktionen werden die Abschlüsse einem definierten Managementkreis der Österreichische Post AG auf Segmentebene zur Verfügung gestellt.
Neben den gesetzlich vorgeschriebenen Abschlüssen werden interne Berichte, die weiterführende Erläuterungen zu ausgewählten Positionen und Kennzahlen enthalten, erstellt. Wesentlicher Bestandteil der internen Berichterstattung der Österreichischen Post AG ist die Datenauswertung und deren Analyse. Diese beinhaltet unter anderem die Berechnung von Cashflows sowie dazugehörige detaillierte Erläuterungen.
Vom Controlling wird monatlich ein interner Beteiligungsbericht erstellt, der Informationen über die Entwicklung der einzelnen Konzernunternehmen enthält.
Die Berichterstattung an die Aktionäre der Österreichische Post AG erfolgt in Übereinstimmung mit dem Österreichischen Corporate Governance Kodex über die Website von Investor Relations, www.post.at/ir und über direkte Gespräche mit institutionellen Investoren. Die veröffentlichten Informationen werden allen Investoren zeitgleich zur Verfügung gestellt. Zusätzlich zu den Pflichtpublikationen stehen den Investoren auf der Investor Relations Website zahlreiche weitere Informationen zur Verfügung.
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Der Vorstand der Österreichische Post AG hat ein umfangreiches, systematisches und effizientes Enterprise-Risk-Management (ERM-System) installiert, welches sich nach dem COSO Standard "Enterprise Risk Management – integrated Framework" richtet.
Kernpunkt des operativen Risikomanagements bildet die Identifizierung, Evaluierung und Beherrschung von wesentlichen Risiken aus der operativen Geschäftstätigkeit. Dieser Prozess wird von Schlüsselpersonen in den Divisionen und den Geschäftsfeldern getragen. Die divisional angelegte Organisationsstruktur gliedert sich in drei operativ tätige Divisionen bzw. fünf Geschäftsfelder sowie in unterstützende und beratende Zentral- und Serviceeinheiten.
Zentrale Instrumente der Risikoüberwachung und -kontrolle sind Richtlinien über den Umgang mit wesentlichen Risiken, der Planungs- und der Controllingprozess sowie die laufende Berichterstattung. Die Richtlinien betreffen beispielsweise die Festsetzung und Kontrolle von Limitkategorien und Handlungsabläufen zur Begrenzung finanzieller Risiken sowie die strikte Einhaltung des Vier-Augen-Prinzips.
Diese Richtlinien sind Teil des internen Kontrollsystems und stellen unter anderem die ordnungsgemäße interne und externe Finanzberichterstattung sicher. Der Planungs- und Controllingprozess dient als Frühwarnsystem und als Basis für die Beurteilung der Wirksamkeit der eingeleiteten Steuerungsmaßnahmen.
Das interne Kontrollsystem (IKS) als Teil des Risikomanagementsystems ist risikoorientiert aufgebaut und in die Betriebsabläufe integriert, d.h. Maßnahmen erfolgen arbeitsbegleitend oder sind dem Arbeitsvollzug unmittelbar vor- oder nachgelagert. Das IKS basiert auf genauen Informationen über die Prozesse für die Rechnungslegung und Finanzberichterstattung und schließt auch deren vorgelagerte Unternehmensprozesse mit ein.
Der jährliche Revisionsplan wird vom Vorstand genehmigt und umfasst die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen, interner sowie Prozessrichtlinien und –verfahren im gesamten Post Konzern.
Das Grundkapital der Österreichischen Post AG beträgt 337.763.190 EUR und ist geteilt in 67.552.638 Stück auf Inhaber lautende Stückaktien. Es liegen keine Stimmrechtsbeschränkungen oder Syndikatsvereinbarungen vor, die der Gesellschaft bekannt sind.
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Die Republik Österreich hält über die Österreichische Industrieholding AG (ÖIAG) 52,8% der Anteile an der Österreichischen Post AG (auf Basis der in Umlauf befindlichen 67.552.638 Stück Aktien, nach Einzug aller 2.447.362 eigenen Aktien am 24. April 2009). Der Gesellschaft sind keine anderen Aktionäre bekannt, die mehr als 10% der Anteile halten.
Soweit der Gesellschaft bekannt ist, gibt es keine Inhaber von Aktien mit besonderen Kontrollrechten. Mitarbeiter, die auch Aktionäre der Österreichischen Post AG sind, üben ihre Stimmrechte individuell aus. Es existieren keine sich nicht unmittelbar aus dem Gesetz ergebenden Bestimmungen über die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie über die Änderung der Satzung der Gesellschaft.
Genehmigtes Kapital: Gemäß § 5 der Satzung der Österreichischen Post AG ist der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrates ermächtigt, bis fünf Jahre nach Eintragung der Satzungsänderung in das Firmenbuch das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu 175.000.000 EUR durch Ausgabe von bis zu 35.000.000 Stück neue auf Inhaber lautende Stückaktien gegen Bareinlagen zu erhöhen und den Ausgabekurs sowie die Ausgabebedingungen festzusetzen. Die Satzungsänderung wurde am 18. März 2006 in das Firmenbuch eingetragen.
Bedingtes Kapital: Gemäß § 5 der Satzung der Österreichischen Post AG ist der Vorstand ermächtigt, bis fünf Jahre nach Eintragung der Satzungsänderung in das Firmenbuch verzinsliche Wandelschuldverschreibungen auszugeben, mit denen ein Umtausch- oder Bezugsrecht in bis zu 35.000.000 Stück auf Inhaber lautende Aktien ohne Nennwert (Stückaktien) im Gesamtbetrag von insgesamt bis zu 175.000.000 EUR verbunden ist. Zu diesem Zweck wurde das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu EUR 175.000.000 durch Ausgabe von bis zu 35.000.000 Stück auf Inhaber lautende Stückaktien mit Stimmrecht bedingt erhöht. Die Satzungsänderung wurde am 21. April 2006 in das Firmenbuch eingetragen.
Es gibt keine bedeutsamen Vereinbarungen, an denen die Gesellschaft beteiligt ist, die bei einem Kontrollwechsel in der Gesellschaft in Folge eines Übernahmeangebotes wirksam werden, sich wesentlich ändern oder enden.
Für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebotes gibt es keine Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern oder Arbeitnehmern.
Wien, am 1. März 2010
Der Vorstand
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Dipl.-Ing. Dr. Georg Pölzl e.h. Mag. Dr. Rudolf Jettmar e.h.
Generaldirektor Generaldirektor-Stellvertreter
Dipl.-Ing. Dr. Herbert Götz e.h. Dipl.-Ing. Walter Hitziger e.h. Dipl.-Bwt. (FH) Carl–Gerold Mende e.h. Vorstandsdirektor Vorstandsdirektor Vorstandsdirektor
| 31.12.2008 | 31.12.2009 | ||
|---|---|---|---|
| Aktiva | TEUR | EUR | |
| A. Anlagevermögen | |||
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | |||
| 1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte | 6.590 | 5.559.455,12 | |
| II. Sachanlagen | |||
| 1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten, | |||
| einschließlich der Bauten auf fremdem Grund | 319.277 | 295.579.794,14 | |
| 2. technische Anlagen und Maschinen | 52.384 | 43.309.791,19 | |
| 3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 103.569 | 93.606.792,33 | |
| 4. geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau | 8.034 | 11.330.886,49 | |
| 483.265 | 443.827.264,15 | ||
| III. Finanzanlagen | |||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 396.280 | 446.680.104,98 | |
| 2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen | 47.465 | 11.777.193,37 | |
| 3. Beteiligungen | 988 | 988.494,90 | |
| 4. Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens | 157.299 | 101.023.609,68 | |
| 602.033 | 560.469.402,93 | ||
| 1.091.888 | 1.009.856.122,20 | ||
| B. Umlaufvermögen | |||
| I. Vorräte | |||
| 1. Hilfs- und Betriebsstoffe | 6.836 | 5.289.248,12 | |
| 2. Waren | 15.002 | 12.162.657,54 | |
| 21.839 | 17.451.905,66 | ||
| II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | |||
| 1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 173.950 | 162.655.888,53 | |
| 2. Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen | 30.440 | 40.559.673,24 | |
| 3. Forderungen gegenüber Unternehmen, mit denen | |||
| ein Beteiligungsverhältnis besteht | 3.233 | 2.402.804,93 | |
| 4. sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände | 25.485 | 18.024.359,69 | |
| 233.108 | 223.642.726,39 | ||
| III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten | 207.127 | 253.475.209,70 | |
| 462.073 | 494.569.841,75 | ||
| C. Rechnungsabgrenzungsposten | 31.679 | 28.776.544,38 | |
| 1.585.640 | 1.533.202.508,33 |
| 31.12.2008 | 31.12.2009 | |
|---|---|---|
| Passiva | TEUR | EUR |
| A. Eigenkapital | ||
| I. Grundkapital | 350.000 | 337.763.190,00 |
| abzüglich eigener Aktien | -12.237 | 0,00 |
| 337.763 | 337.763.190,00 | |
| II. Kapitalrücklagen | ||
| 1. gebundene | 12.237 | 12.236.810,00 |
| 2. nicht gebundene | 142.763 | 118.299.759,74 |
| abzüglich eigener Aktien | -24.463 | 0,00 |
| 118.300 | 118.299.759,74 | |
| 130.537 | 130.536.569,74 | |
| III. Gewinnrücklagen | ||
| 1. gesetzliche Rücklage | 35.000 | 35.000.000,00 |
| 2. andere Rücklagen (freie Rücklagen) | 20.000 | 0,00 |
| abzüglich eigener Aktien | -20.000 | 0,00 |
| 0 | 0,00 | |
| 35.000 | 35.000.000,00 | |
| IV. Bilanzgewinn, davon Gewinnvortrag: EUR 2.924.065,84; Vorjahr: TEUR 1.232 |
171.806 | 120.759.087,23 |
| 675.105 | 624.058.846,97 | |
| B. Unversteuerte Rücklagen | ||
| 1. Bewertungsreserve auf Grund von Sonderabschreibungen | 10.580 | 12.704.535,96 |
| C. Rückstellungen | ||
| 1. Rückstellungen für Abfertigungen | 67.150 | 70.916.000,00 |
| 2. Steuerrückstellungen | 10.088 | 32.318.000,00 |
| 3. sonstige Rückstellungen | 552.100 | 532.820.320,00 |
| 629.338 | 636.054.320,00 | |
| D. Verbindlichkeiten | ||
| 1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 15.863 | 12.780.346,03 |
| 2. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen | 368 | 329.668,74 |
| 3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 130.330 | 129.097.461,17 |
| 4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 34.927 | 39.538.261,07 |
| 5. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein | ||
| Beteiligungsverhältnis besteht | 612 | 1.045.787,73 |
| 6. sonstige Verbindlichkeiten, | 76.550 | 66.802.110,59 |
| davon aus Steuern: EUR 29.278.618,02; Vorjahr: TEUR 30.597 | ||
| davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: EUR 18.031.470,22; | ||
| Vorjahr: TEUR 21.330 | ||
| 258.649 | 249.593.635,33 | |
| E. Rechnungsabgrenzungsposten | 11.967 | 10.791.170,07 |
| 1.585.640 | 1.533.202.508,33 | |
| Sonstige vertragliche Haftungsverhältnisse | 210.075 | 175.649.567,03 |
| 2008 TEUR |
2009 EUR |
|
|---|---|---|
| 1. Umsatzerlöse | 1.657.531 | 1.620.031.958,86 |
| 2. sonstige betriebliche Erträge | ||
| a) Erträge aus dem Abgang vom Anlagevermögen mit | ||
| Ausnahme der Finanzanlagen b) Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen |
15.370 12.979 |
23.926.416,82 9.643.230,25 |
| c) übrige | 44.908 | 49.437.940,41 |
| 3. Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Leistungen | ||
| a) Materialaufwand | -83.325 | -78.978.114,23 |
| b) Aufwendungen für bezogene Leistungen | -163.476 | -179.279.152,71 |
| 4. Personalaufwand | ||
| a) Gehälter b) Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen |
-770.295 | -773.977.583,42 |
| an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen | -17.148 | -12.205.755,21 |
| c) Aufwendungen für Altersversorgung | -416 | -153.435,24 |
| d) Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene | ||
| Sozialabgaben sowie vom Entgelt abhängige | ||
| Abgaben und Pflichtbeiträge e) Sonstige Sozialaufwendungen |
-201.139 -7.396 |
-201.296.218,89 -7.145.140,53 |
| 5. Abschreibungen auf immaterielle Gegenstände des | ||
| Anlagevermögens und Sachanlagen | -75.882 | -64.739.715,42 |
| davon außerplanmäßige Abschreibungen auf | ||
| das Anlagevermögen gemäß § 204 Abs 2 UGB: | ||
| EUR 388.300,00; Vorjahr: TEUR 6.261 | ||
| 6. sonstige betriebliche Aufwendungen a) Steuern, soweit nicht vom Einkommen und Ertrag |
-5.905 | -5.997.476,81 |
| b) übrige | -220.923 | -205.201.184,72 |
| 7. Zwischensumme aus Z 1 bis 6 (Betriebsergebnis) | 184.884 | 174.065.769,16 |
| 10.624 | 9.600.539,08 | |
| 8. Erträge aus Beteiligungen davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 9.111.859,66; |
||
| Vorjahr: TEUR 10.032 | ||
| 9. Erträge aus anderen Wertpapieren des Finanzanlagevermögens | 10.662 | 2.101.167,80 |
| 10. sonstige Zinsenerträge | 12.752 | 5.149.552,16 |
| davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 829.246,92; Vorjahr: TEUR 357 |
||
| 11. Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu |
1.819 | 15.637.144,69 |
| Finanzanlagen | ||
| davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 14.312.144,69 | ||
| Vorjahr: TEUR 0 | ||
| 12. Aufwendungen aus Finanzanlagen davon Abschreibungen: EUR 43.719.114,28; Vorjahr: TEUR 58.865 |
-59.270 | -44.695.874,28 |
| davon Aufwendungen aus verbundenen Unternehmen: | ||
| EUR 23.700.000,00; Vorjahr: TEUR 38.865 | ||
| 13. Zinsenaufwendungen | -7.751 | -2.172.583,91 |
| davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 1.165.624,88; | ||
| Vorjahr: TEUR 1.407 | ||
| 14. Zwischensumme aus Z 8 bis 13 (Finanzergebnis) | -31.164 | -14.380.054,46 |
| 15. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit | 153.720 | 159.685.714,70 |
| 16. Steuern vom Einkommen | -40.420 | -39.726.426,64 |
| 17. Jahresüberschuss | 113.300 | 119.959.288,06 |
| 18. Auflösung unversteuerter Rücklagen | 274 | 559.825,37 |
| 19. Auflösung von Kapitalrücklagen | 57.000 | 0,00 |
| 20. Zuweisung zu unversteuerten Rücklagen | 0 | -2.684.092,04 |
| 21. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr | 1.232 | 2.924.065,84 |
| 22. Bilanzgewinn | 171.806 | 120.759.087,23 |
| 1. | Grundsätzliche Ausführungen 197 | ||
|---|---|---|---|
| 2. | Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden 198 | ||
| 2.1 | Allgemeine Angaben 198 | ||
| 2.2 | Anlagevermögen | 198 | |
| 2.3 | Umlaufvermögen 199 | ||
| 2.4 | Rückstellungen 200 | ||
| 2.5 | Verbindlichkeiten 201 | ||
| 2.6 | Steuerliche Verhältnisse 201 | ||
| 3. | Erläuterungen zur Bilanz 202 | ||
| 3.1 | Anlagevermögen | 202 | |
| 3.2 | Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 205 | ||
| 3.3 | Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 206 | ||
| 3.4 | Aktive Rechnungsabgrenzungsposten 206 | ||
| 3.5 | Eigenkapital 206 | ||
| 3.6 | Unversteuerte Rücklagen 207 | ||
| 3.7 | Rückstellungen 208 | ||
| 3.8 | Verbindlichkeiten 209 | ||
| 3.9 | Passive Rechnungsabgrenzungsposten 209 | ||
| 3.10 | Sonstige Angaben 210 | ||
| 4. | Erläuterungen der Gewinn- und Verlustrechnung 213 | ||
| 4.1 | Umsatzerlöse 213 | ||
| 4.2 | Sonstige betriebliche Erträge 213 | ||
| 4.3 | Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Leistungen 213 | ||
| 4.4 | Personalaufwand | 213 | |
| 4.5 | Aufwendungen für Abfertigungen und für Altersversorgung 214 | ||
| 4.6 | Sonstige betriebliche Aufwendungen 214 | ||
| 4.7 | Erträge aus Beteiligungen 215 | ||
| 4.8 | Aufwendungen aus Finanzanlagen 215 | ||
| 4.9 | Steuern vom Einkommen 216 | ||
| 5. | Risikomanagement 217 | ||
| 6. | Mitglieder des Vorstandes und Aufsichtrates 220 | ||
Die Österreichische Post AG und ihre Tochtergesellschaften sind Dienstleistungsunternehmen im Bereich der Postbeförderung. Zu den Hauptgeschäftsbereichen der Österreichschen Post AG zählen die Erbringung von Leistungen des Brief- und Paketdienstes sowie die Abwicklung von Finanzgeschäften in Kooperation mit der BAWAG PSK.
___________________________________________________________________________________________
Der Sitz der Österreichischen Post AG befindet sich in Wien, Österreich. Die Anschrift lautet: Österreichische Post AG, Postgasse 8, 1010 Wien. Die Gesellschaft ist in das Firmenbuch beim Handelsgericht Wien (FN 180219d) eingetragen.
Die Österreichische Post AG ist ein konsolidierungspflichtiges Mutterunternehmen im Sinne des § 244 UGB und stellt gemäß § 245a Abs. 1 UGB ihren Konzernabschluss nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) auf.
Der Jahresabschluss zum 31.12.2009 wurde nach den Rechnungslegungsvorschriften des österreichischen Unternehmensgesetzbuches (UGB) in der geltenden Fassung, unter Beachtung der Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung sowie der Generalnorm, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu vermitteln, aufgestellt.
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Für die Erstellung des Jahresabschlusses wurde der Grundsatz der Vollständigkeit eingehalten. Bei der Bewertung wurde der Grundsatz der Einzelbewertung beachtet und eine Fortführung des Unternehmens unterstellt.
Dem Vorsichtsprinzip wurde Rechnung getragen, indem nur die am Abschlussstichtag verwirklichten Gewinne ausgewiesen wurden. Alle erkennbaren Risiken und drohenden Verluste wurden berücksichtigt.
Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.
Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen werden mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, angesetzt. Außerplanmäßige Abschreibungen werden bei voraussichtlich dauernder Wertminderung durchgeführt.
Die planmäßigen Abschreibungen werden linear unter Zugrundelegung folgender Nutzungsdauern und Abschreibungssätze berechnet:
| Nutzungsdauer | Abschreibungssatz | |
|---|---|---|
| in Jahren | in % | |
| Immaterielle Vermögensgegenstände | 3-10 | 10-33 |
| Gebäude | 20-50 | 2-5 |
| Grundstückseinrichtungen | 10 | 10 |
| Technische Anlagen und Maschinen | 8-10 | 10-12,5 |
| Werkzeuge, Mess- und Prüfgeräte | 5 | 20 |
| Büromaschinen | 5-8 | 12,5-20 |
| EDV - Großrechner/Netzwerkkomponenten | 5 | 20 |
| EDV - Arbeitsplatzausstattung | 3 | 33,3 |
| Alarmanlagen | 5 | 20 |
| Büroeinrichtung und Schaltermöbel | 12 | 8,33 |
| Sozialeinrichtungen | 8 | 12,5 |
| Depotbriefkästen | 10 | 10 |
| Briefkästen | 20 | 5 |
| Fuhrpark | 4-10 | 10-25 |
Für Zugänge des 1. Halbjahres wird die volle Jahresabschreibung, für Zugänge des 2. Halbjahres die halbe Jahresabschreibung angesetzt.
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Geringwertige Vermögensgegenstände gemäß § 13 EStG werden im Zugangsjahr voll abgeschrieben. In der Entwicklung des Anlagevermögens werden sie als Zu- und Abgang sowie Abschreibung des Geschäftsjahres ausgewiesen.
Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten bewertet. Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, wenn der beizulegende Wert zum Abschlussstichtag niedriger ist und die Wertminderungen voraussichtlich von Dauer sind.
Ausleihungen werden zu Anschaffungskosten bewertet. Sofern sie unverzinslich sind, werden sie mit dem am Bilanzstichtag geltenden Zinssatz abgezinst und mit dem Barwert angesetzt.
Die Bewertung der Vorräte erfolgt zu Anschaffungs- und Herstellungskosten unter Beachtung des Niederstwertprinzips. Die Bestandswertermittlung wird in einem ersten Schritt nach dem gleitenden Durchschnittspreisverfahren durchgeführt. Der zweite Schritt der Bewertung umfasst eine gegebenenfalls erforderliche Abwertung auf einen zum Bilanzstichtag unter dem Durchschnittspreis liegenden niedrigeren Einkaufspreis. Der letzte Bewertungsschritt berücksichtigt die Gängigkeit der Vorräte. Nach Maßgabe der Umschlaghäufigkeit1 werden, wenn nötig, vom Bestandswert entsprechende Abschläge (bis 100%) vorgenommen.
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert bewertet, soweit nicht im Fall erkennbarer Einzelrisiken, der niedrigere beizulegende Wert angesetzt wird. Zur Berücksichtigung allgemeiner Kreditrisiken bestehen pauschal ermittelte Wertberichtigungen. Soweit erforderlich, wird eine spätere Fälligkeit von Forderungen durch Abzinsung berücksichtigt.
Die liquiden Mittel sind zum Nennwert angesetzt.
Fremdwährungsforderungen gegenüber Drittländern werden mit dem Entstehungskurs oder mit dem niedrigeren Devisengeldkurs des Bilanzstichtages angesetzt. Die Forderungen aus dem internationalen Postverkehr werden großteils in Euro bzw. mit Drittländern in Sonderziehungsrechten abgerechnet. Die Bewertung der Sonderziehungsrechte erfolgt zum Referenzkurs des International Monetary Fund zum Bilanzstichtag.
1 Die Umschlaghäufigkeit errechnet sich, indem man den durchschnittlichen Jahresverbrauch durch den durchschnittlichen Ist-Bestand dividiert.
Rückstellungen für Abfertigungen werden für gesetzliche und vertragliche Ansprüche von Angestellten gebildet. Die Berechnung erfolgt nach versicherungsmathematischen Grundsätzen unter Zugrundelegung der Vorschriften der International Financial Reporting Standards (IAS 19). Die Bewertung erfolgt nach der Projected Unit Credit Method unter Zugrundelegung eines gesetzlichen Pensionsantrittsalters von 55 bis maximal 65 Jahren für weibliche und von 60 bis maximal 65 Jahren für männliche Angestellte und unter Berücksichtigung der Übergangsbestimmungen gemäß Pensionsharmonisierungsgesetz 2003 und schrittweiser Anhebung des Regelpensionsalters für Frauen. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden erfolgswirksam erfasst. Für Beamte wurde keine Abfertigungsrückstellung gebildet.
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Folgende Parameter wurden zugrunde gelegt:
| 2009 | 2008 | |
|---|---|---|
| in % | in % | |
| Rechnungszinssatz | 5,00 | 5,00 |
| Gehaltssteigerung | 4,00 | 4,00 |
| Fluktuationsabschlag | gestaffelt 2-8 | gestaffelt 2-8 |
Für Dienstnehmer, deren Dienstverhältnisse nach dem 31. Dezember 2002 begonnen haben, werden die Abfertigungsverpflichtungen durch die laufende Entrichtung der Beiträge an eine Mitarbeitervorsorgekasse abgegolten.
Rückstellungen für den Abfertigungen ähnliche Verpflichtungen werden für Jubiläumsgelder gebildet. Die Berechnung erfolgt analog dem Verfahren für die Abfertigungsrückstellung unter Zugrundelegung der gleichen Parameter.
Die übrigen Rückstellungen werden in Höhe der voraussichtlichen Inanspruchnahme gebildet und berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und der Höhe nach noch nicht feststehenden Verbindlichkeiten. Sie umfassen im Wesentlichen Vorsorgen für Personal, für nicht konsumierte Urlaube, Unterauslastungen, im Umlauf befindliche Postwertzeichen und aufgelieferte jedoch noch nicht zugestellte Brief- und Paketsendungen, Abgeltungsverpflichtungen für Personalanpassungsmaßnahmen und sonstige ungewisse Verbindlichkeiten.
Die Rückstellung für Unterauslastung wird für künftige Personalaufwendungen für Mitarbeiter gebildet, die unkündbar sind (vor allem Beamte) und im Unternehmen nicht mehr oder nur mehr zum Teil zur Leistungserbringung eingesetzt werden können. Die Rückstellung wurde unter Anwendung eines einheitlichen durchschnittlichen Unterauslastungsgrades unter Berücksichtigung eines Fluktuationsabschlages ermittelt.
Weiters wird in der Rückstellung für Unterauslastung für jene Mitarbeiter vorgesorgt, die sich in einem Verfahren zur Versetzung in den Ruhestand wegen Dienstunfähigkeit befinden. Zusätzlich wurde im Geschäftsjahr 2009 für die Übernahme von Mitarbeitern der Österreichischen Post AG in das Bundesministerium für Inneres bis zum Ende des Refundierungszeitraumes eine Vorsorge gebildet.
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Der Berechnung der Rückstellung für Unterauslastung wurden wie im Vorjahr Gehaltssteigerungen von 4,00 % und ein Abzinsungssatz von 5,00 % zugrunde gelegt.
Verbindlichkeiten sind mit ihrem Rückzahlungsbetrag unter Bedachtnahme auf den Grundsatz der Vorsicht angesetzt. Fremdwährungsverbindlichkeiten gegenüber Drittländern werden mit ihrem Entstehungskurs oder mit dem höheren Devisenbriefkurs zum Bilanzstichtag bewertet. Verbindlichkeiten aus dem internationalen Postverkehr werden großteils in Euro bzw. mit Drittländern in Sonderziehungsrechten abgerechnet. Die Bewertung der Sonderziehungsrechte erfolgt zum Bilanzstichtag mit dem Referenzkurs des International Monetary Fund.
Die Österreichische Post AG ist ein Unternehmen, das neben Umsätzen, die zum Ausschluss vom Vorsteuerabzug führen, auch solche Umsätze bewirkt, bei denen ein solcher Ausschluss nicht gegeben ist.
Steuerfreie Umsätze der Österreichischen Post AG, die den Vorsteuerabzug ausschließen, sind vor allem die unmittelbar dem Postwesen dienenden Umsätze (§ 6 Abs.1 Z. 10b UStG) aus dem Brief- und Paketdienst sowie jene aus der Vermittlung von Bankdienstleistungen (§ 6 Abs. 1 Z. 8 UStG).
Soweit Vorsteuerbeträge nicht direkt zu Umsätzen, die zum Vorsteuerabzug berechtigen oder zu Umsätzen, bei denen dieser ausgeschlossen ist, zuordenbar sind, erfolgt der Vorsteuerabzug im Verhältnis der zum Vorsteuerabzug berechtigenden, steuerpflichtigen Umsätze zu den übrigen Umsätzen. Dieses Verhältnis wird in Form eines Prozentsatzes, des sogenannten Pro-Rata-Satzes, angegeben.
Die Österreichische Post AG als Gruppenträger bildet mit mehreren Tochtergesellschaften eine Unternehmensgruppe i. S. d. § 9 KStG. Das Vorliegen einer Unternehmensgruppe bewirkt, dass die steuerlichen Ergebnisse (Gewinne und Verluste) der Gruppenmitglieder dem Gruppenträger – Österreichische Post AG – zugerechnet werden. Eine unternehmensrechtliche Zuweisung der Ergebnisse erfolgt nicht.
Innerhalb der Unternehmensgruppe erfolgt ein Ausgleich der steuerlichen Mehr- oder Minderbelastung des Gruppenträgers durch die Verrechnung positiver oder negativer Steuerumlagen. Positive Steuerumlagen sind Ausgleichszahlungen der Gruppenmitglieder an die Gruppenmutter aufgrund der Überrechnung der positiven Ergebnisse. Negative Steuerumlagen sind als Ausgleich für die Überrechnung negativer Ergebnisse von Gruppenmitgliedern an die Gruppenmutter von der Österreichischen Post AG zu leisten.
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Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens und die Aufgliederung der Jahresabschreibung sind im Anlagenspiegel (Beilage A) dargestellt.
In den Sachanlagen ist bei den Grundstücken der Österreichischen Post AG ein Grundwert von TEUR 74.870 (31.12.2008: TEUR 77.821) enthalten.
Im Geschäftsjahr 2009 wurden außerplanmäßige Abschreibungen des Sachanlagevermögens in Höhe von TEUR 388 (2008: TEUR 6.261) und des Finanzanlagevermögens in Höhe von TEUR 43.719 (2008: TEUR 58.865) vorgenommen. Von der Abschreibung des Finanzanlagevermögens betreffen TEUR 20.019 den Anteil an der BAWAG Holding Coöperatie U.A. (2008: TEUR 20.000). Im Geschäftsjahr 2009 wurde darüber hinaus die Beteiligung an der Post drei Beteiligungs GmbH mit TEUR 23.700 (2008: TEUR 7.865) außerplanmäßig abgeschrieben. Im Geschäftsjahr 2009 wurden Zuschreibungen wegen gestiegener Börsenkurse für strukturierte Anleihen (Reverse TARN Floater 2005-2020, DZ Bank AG Memory Anleihe) in Höhe von TEUR 1.031 vorgenommen (2008: TEUR 1.620).
Da die Emittenten der im Finanzanlagevermögen ausgewiesenen Schuldinstrumente weiterhin ein gutes Bonitätsrating aufweisen und die Kursrückgänge nicht auf finanzielle Schwierigkeiten der Emittenten, sowie auf Verringerung zukünftiger Cashflows oder auf Ausfälle von Zins- und Tilgungszahlungen schließen lassen, ist eine dauerhafte Wertminderung nicht anzunehmen. Außerplanmäßige Abschreibungen gemäß § 204 Abs. 2 zweiter Satz UGB unterbleiben daher. Der Buchwert der im Finanzanlagevermögen ausgewiesenen Schuldinstrumente beträgt TEUR 60.412; der beizulegende Zeitwert beläuft sich auf TEUR 56.445.
| Anteil | Eigenkapital | Jahres | |
|---|---|---|---|
| zum | zum | ergebnis | |
| Name und Sitz der Gesellschaft | 31.12.2009 | 31.12.2009 | 2009 |
| in % | TEUR | TEUR | |
| Anteile an verbundenen Unternehmen | |||
| Post Paket Service GmbH, Wien | 100,0 | 33.512 | 878 |
| Post & Co Vermietungs OEG, Wien | 100,0 | 146.572 | 2.612 |
| Medien.Zustell Ges.m.b.H., Wien **) | 100,0 | 201 | 85 |
| Post.Maintain Management Objektverwaltungs- u. instandhaltungs Ges.m.b.H., Wien **) |
100,0 | 12.965 | -942 |
| A4 Business Solutions Ges.m.b.H., Wien **) | 100,0 | 102 | 56 |
| Post.Wertlogistik Ges.m.b.H., Wien | 100,0 | 3.727 | 600 |
| Post & Telekom Immobiliengesellschaft mbH, Wien **) | 100,0 | 1.635 | 191 |
| feibra Ges.m.b.H., Wien **) | 100,0 | 15.651 | 8.605 |
| feibra Magyarország Kft, Budapest ***) | 100,0 | 3.755 | 652 |
| Post International Beteiligungs GmbH, Wien **) | 100,0 | 36.607 | -7.555 |
| Austrian Post International Deutschland GmbH, D, Köln )*) | 100,0 | 2.168 | 1.056 |
| KOLOS Marketing s.r.o., Prag ***) | 10,0 | 88 | -13 |
| KOLOS s.r.o., Bratislava ***) | 100,0 | 217 | -448 |
| Weber Escal d.o.o., Zagreb ***) | 100,0 | 2.320 | 211 |
| Post eins Beteiligungs GmbH, Wien | 100,0 | 120.021 | 5 |
| Post drei Beteiligungs GmbH, Wien | 100,0 | 40.739 | -23.696 |
| Beteiligungen an assoziierten Unternehmen | |||
| Omnimedia Werbegesellschaft mbH, Wien *) | 21,0 | 2.881 | 2.327 |
| Sonstige Beteiligungen | |||
| OMNITEC Informationstechnologie-Systemservice GmbH, Wien | 50,0 | 338 | 16 |
___________________________________________________________________________________________
*) Jahresabschluss zum 30.06.2009
**) Unternehmensgruppe i.S.d. § 9 KStG
***) gemäß IFRS-Reportingpackage zum 31. Dezember 2009
Im Geschäftsjahr 2009 wurden an die Post & Co Vermietungs OEG Zuschüsse für das Projekt Ivanka in Höhe von TEUR 2.899 (31.12.2008: TEUR 11.101) und für den Zubau Briefverteilzentrum Wien in Höhe von TEUR 5.900 geleistet.
An die Feibra Tirol GmbH wurde ein Zuschuss in Höhe von TEUR 328 geleistet. In Folge von Kaufpreisanpassungen wurde der Beteiligungsansatz an feibra Magyarország Kft, Budapest, um TEUR 207 und an KOLOS s.r.o. um TEUR 16 erhöht. Weiters wurde die Cont Media Hungary Kft., Budapest, mit Stichtag 01.01.2009 mit der feibra Magyarország Kft, Budapest, verschmolzen.
Weiters wurden nicht rückzahlbare Zuschüsse in Höhe von insgesamt TEUR 64.750 an folgende Konzerngesellschaften geleistet:
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Ein Teil der Mittelzufuhr in Höhe von TEUR 50.000 erfolgte durch Rückführung der entsprechenden Darlehensschuld der Post fünf Beteiligungs GmbH an die Österreichische Post AG im Wege der Abtretung der Darlehensforderung der Post fünf Beteiligungs GmbH an der trans-o-flex Schnell-Lieferdienst GmbH&Co. KG in gleicher Höhe und dem nachfolgenden Verzicht der Österreichischen Post AG auf diese Forderung.
• Post vier Beteiligungs GmbH: TEUR 3.000 für Anteilskauf EBPP GmbH und TEUR 300 für Scanpoint Europe Holding GmbH
Die BAWAG P.S.K. Bank für Arbeit und Wirtschaft und Österreichische Postsparkasse AG hat 2009 eine Kapitalerhöhung durchgeführt. In diesem Zusammenhang hat die Österreichische Post AG Anteile an der kapitalgebenden Gesellschaft erhalten. Insgesamt beträgt der Buchwert der Anteile im Zusammenhang mit der BAWAG P.S.K. Bank für Arbeit und Wirtschaft und Österreichische Postsparkasse AG TEUR 36.400 (31.12.2008: TEUR 56.419).
Insgesamt wurden Ausleihungen in Höhe von TEUR 11.777 (31.12.2008: TEUR 47.465) an Post fünf Beteiligungs GmbH vergeben. Die Ausleihungen sind zur Gänze langfristig.
| 31.12.2008 | 31.12.2009 | |||
|---|---|---|---|---|
| TEUR | TEUR | |||
| mit einer Restlaufzeit von | bis zu 1 Jahr | über 1 Jahr | bis zu 1 Jahr | über 1 Jahr |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 173.950 | 0 | 162.656 | 0 |
| Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen |
19.605 | 10.835 | 17.355 | 23.205 |
| Forderungen gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht |
2.133 | 1.100 | 2.403 | 0 |
| Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände |
21.161 | 4.324 | 15.667 | 2.357 |
| 216.849 | 16.259 | 198.081 | 25.562 |
___________________________________________________________________________________________
In den Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 3.970 (31.12.2008: TEUR 2.891) und sonstige Forderungen in Höhe von TEUR 36.590 (31.12.2008: TEUR 27.549) enthalten.
Die sonstigen Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen entfallen mit TEUR 2.344 (31.12.2008: TEUR 1.102) auf Steuerumlagen, mit TEUR 9.112 (31.12.2008: TEUR 9.852) auf Gewinnausschüttungen bzw. Ergebnisübernahmen sowie mit TEUR 25.134 (31.12.2008: TEUR 16.595) auf sonstige Verrechnungen und Finanzierungen.
Zum Jahresende wurden pauschal ermittelte Wertberichtigungen zu Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 850 (31.12.2008: TEUR 862) vorgenommen. Die Ermittlung der pauschalen Wertberichtigungen wird im mehrjährigen Jahresrhythmus an den tatsächlichen Schadensverlauf angepasst.
In den sonstigen Forderungen sind Ertragszinsen in Höhe von TEUR 446 (31.12.2008: TEUR 2.400) sowie sonstige übrige Erträge in Höhe von TEUR 4.332 (31.12.2008: TEUR 6.392) enthalten, die erst nach dem Abschlussstichtag zahlungswirksam werden.
| 31.12.2008 | 31.12.2009 | |
|---|---|---|
| TEUR | TEUR | |
| Guthaben bei Kreditinstituten | 74.920 | 4.361 |
| Termingelder | 129.820 | 247.000 |
| Kassenbestände | 2.387 | 2.114 |
| 207.127 | 253.475 |
___________________________________________________________________________________________
Aktive Rechnungsabgrenzungen wurden in Höhe von TEUR 28.777 (31.12.2008: TEUR 31.679) gebildet; davon entfallen TEUR 18.586 (31.12.2008: TEUR 18.103) auf vorausbezahlte Bezüge an Mitarbeiter und TEUR 8.870 (31.12.2008: TEUR 9.925) auf Mietzinsvorauszahlungen.
Das Grundkapital der Österreichischen Post AG beträgt TEUR 337.763. Es ist in 67,6 Mio. auf Inhaber lautende stimm- und gewinnberechtigte Aktien geteilt. Hauptaktionärin der Österreichischen Post AG ist mit einem Anteil von 52,8% die Österreichische Industrieholding AG, Wien.
Im Geschäftsjahr 2006 wurde der Vorstand in einer außerordentlichen Hauptversammlung gemäß § 174 Abs. 2 AktG ermächtigt, innerhalb von fünf Jahren Wandelschuldverschreibungen, mit denen ein Umtauschrecht auf bis zu 35 Mio. Stück Stammaktien der Gesellschaft im Gesamtbetrag von bis zu 175 Mio. EUR verbunden ist, auszugeben. Weiters wurde der Vorstand ermächtigt eine bedingte Kapitalerhöhung des Grundkapitals um bis zu 175 Mio. EUR durch Ausgabe von bis zu 35 Mio. Stück neue auf Inhaber lautende Stückaktien zur Gewährung von Umtauschrechten an die Gläubiger der Wandelschuldverschreibungen durchzuführen.
Im Rahmen der am 22. April 2008 abgehaltenen Hauptversammlung wurde der Vorstand ermächtigt, während einer Geltungsdauer von 18 Monaten eigene Aktien im Ausmaß von 10% des Grundkapitals nach den Bestimmungen des Aktiengesetzes und des Börsegesetzes gemäß § 65 Abs. 1 Z 8 AktG zu erwerben und zum Zwecke der Kapitalherabsetzung durch Einziehung von Aktien gemäß § 192 AktG einzuziehen. Das Aktienrückkaufsprogramm, begonnen am 19.08.2008, wurde am 31.12.2008 abgeschlossen. Alle eigenen Aktien (2.447.362 Stk.) wurden am 24.4.2009 eingezogen und damit das Grundkapital herabgesetzt. In der Höhe des Nennwerts der eigenen Anteile wurde eine gebundene Kapitalrücklage eingestellt. Die nicht gebundene Kapitalrücklage beträgt zum 31.12.2009 TEUR 118.300 (31.12.2008: TEUR 118.300); die gesetzliche Gewinnrücklage TEUR 35.000 (31.12.2008: TEUR 35.000).
Die Bewertungsreserven aufgrund von Sonderabschreibungen gliedern sich wie folgt:
| 01.01.2009 | Auflösung | 31.12.2009 | |
|---|---|---|---|
| Stille Reserve gem. § 12 Abs. 1 EStG | TEUR | TEUR | TEUR |
| Grundstücke und Gebäude | 10.144 | 459 | 9.685 |
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | 21 | 3 | 18 |
| Fahrzeuge | 415 | 98 | 317 |
| 10.580 | 560 | 10.020 |
___________________________________________________________________________________________
Die Rechtsgrundlage für die Zuweisung zu Bewertungsreserven aufgrund von Sonderabschreibungen stellt die mit dem Konjunkturpaket 2009 geschaffene Begünstigung einer vorzeitigen Abschreibung für körperliche Anlagegüter im Sinne des § 7a EStG dar. Der Anwendungszeitraum ist auf Anschaffungen, die in den Jahren 2009 und 2010 getätigt werden, begrenzt.
| 01.01.2009 | Zuweisung | 31.12.2009 | |
|---|---|---|---|
| Vorzeitige Abschreibung gem. § 7 a EStG | TEUR | TEUR | TEUR |
| Technische Anlagen und Maschinen | 0 | 251 | 251 |
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | 0 | 1.073 | 1.073 |
| Fahrzeuge | 0 | 1.304 | 1.304 |
| Betriebsanlagen in Bau | 0 | 56 | 56 |
| 0 | 2.684 | 2.684 |
Die Rückstellungen setzen sich zum Bilanzstichtag wie folgt zusammen:
| Stand | Verbrauch | Auflösung | Zuweisung | Stand | |
|---|---|---|---|---|---|
| 1.1.2009 | 31.12.2009 | ||||
| Rückstellung für | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR |
| Abfertigungen | 67.150 | 0 | 0 | 3.766 | 70.916 |
| Steuern | 10.088 | 0 | 0 | 22.230 | 32.318 |
| Jubiläumsgelder | 88.703 | 0 | 0 | 2.274 | 90.977 |
| Nicht konsumierte Urlaube | 47.165 | 20.795 | 49 | 19.190 | 45.511 |
| Betriebsvereinbarung | 20.005 | 13.571 | 47 | 38.693 | 45.080 |
| Noch nicht erbrachte Leistungen | 23.489 | 23.489 | 0 | 21.223 | 21.223 |
| Sonstige Personalkosten | 28.757 | 26.608 | 1.269 | 30.049 | 30.929 |
| Ausstehende Eingangsrechnungen | 12.887 | 10.506 | 1.954 | 10.480 | 10.907 |
| Vorsorge für Unterauslastung | 293.788 | 23.240 | 84.563 | 77.228 | 263.213 |
| Abgeltungsverpflichtung | 17.689 | 1.730 | 6.799 | 884 | 10.044 |
| Übrige sonstige Aufwendungen | 19.617 | 8.404 | 1.085 | 4.808 | 14.936 |
| Sonstige Rückstellungen | 552.1 0 | 128.343 | 95.766 | 204.829 | 532.820 |
| Rückstellungen gesamt | 629.338 | 128.343 | 95.766 | 230.825 | 636.054 |
___________________________________________________________________________________________
Die im Vorjahr gesondert ausgewiesene Rückstellung für drohende Verluste in Höhe von TEUR 15.904 wurde in die Rückstellung für Unterauslastung umgegliedert.
Von den Auflösungen der Rückstellungen wurden TEUR 86.123 im Personalaufwand verrechnet.
| 31.12.2008 | 31.12.2009 | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| TEUR | TEUR | ||||||
| bis | 1 bis 5 | über | bis | 1 bis 5 | über | ||
| mit einer Restlaufzeit von | 1 Jahr | Jahre | 5 Jahre | 1 Jahr | Jahre | 5 Jahre | Gesamt |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten |
3.299 | 5.814 | 6.750 | 3.123 | 2.907 | 6.750 | 12.780 |
| erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen |
368 | 0 | 0 | 330 | 0 | 0 | 330 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen |
130.202 | 127 | 0 | 129.053 | 45 | 0 | 129.098 |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen |
34.927 | 0 | 0 | 39.538 | 0 | 0 | 39.538 |
| Verbindlichkeiten gegenüber | |||||||
| Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht |
612 | 0 | 0 | 1.046 | 0 | 0 | 1.046 |
| sonstige Verbindlichkeiten | 71.197 | 4.145 | 1.208 | 62.752 | 2.850 | 1.200 | 66.802 |
| 240.605 | 10.086 | 7.958 | 235.842 | 5.802 | 7.950 | 249.594 |
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Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 3.743 (31.12.2008: TEUR 3.699), aus Steuerumlagen in Höhe von TEUR 212 (31.12.2008: TEUR 112) und sonstigen Verrechnungen mit TEUR 35.583 (31.12.2008: TEUR 31.116).
In den sonstigen Verbindlichkeiten sind Personalaufwendungen in Höhe von TEUR 46.174 (31.12.2008: TEUR 49.689) und sonstige übrige Aufwendungen in Höhe von TEUR 1.227 (31.12.2008: TEUR 1.159) enthalten, die erst nach dem Abschlussstichtag zahlungswirksam werden.
Passive Rechnungsabgrenzungen wurden in Höhe von insgesamt TEUR 10.791 (31.12.2008: TEUR 11.967) gebildet; davon entfallen TEUR 5.766 (31.12.2008: TEUR 6.246) auf den Nettobarwertvorteil aus dem Cross Border Leasing.
Im Geschäftsjahr 2002 hat die Österreichische Post AG mit zwei US-Trusts eine Cross Border Leasing-Transaktion abgeschlossen. Die Österreichische Post AG hat diesen beiden Trusts auf 99 Jahre ein Fruchtgenussrecht an Postsortieranlagen in Wien, Graz, Salzburg und Innsbruck gegen Leistung eines "Grant Payments" von 117 Mio. USD eingeräumt. Gleichzeitig wurde ein Lease Agreement abgeschlossen, in dem die Österreichische Post AG auf 24 Jahre das Nutzungsrecht an diesen Anlagen wieder zurückgemietet hat. Die als Sicherheiten verpfändeten Sachanlagen weisen einen Buchwert von TEUR 20.834 (2008: TEUR 26.147) auf. In diesem Lease Agreement wurde der Österreichischen Post AG auch das Recht eingeräumt, das Fruchtgenussrecht an den Postsortieranlagen entweder mit 1. Jänner 2022 zu einem Fixpreis ("EBO Payment Amount") oder am Ende des Leasingvertrages zum Verkehrswert, mindestens jedoch zum "End of Term Purchase Option Price" zurückzukaufen.
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Die Österreichische Post AG hat ihre Verpflichtung zur Zahlung der Leasingraten einschließlich eines allfälligen EBO Payment an zwei Payment Undertaker ausgelagert. Zu diesem Zweck hat die Österreichische Post AG Zahlungen an die Payment Undertaker geleistet (Mio. USD 108,3) und die entsprechende Verbindlichkeit ausgebucht. Die Payment Undertaker haben sich ihrerseits verpflichtet, die entsprechenden Beträge zu den festgesetzten Zahlungsterminen für die Österreichische Post AG zu leisten. Bei der Österreichischen Post AG verbleibt das Restrisiko einer möglichen Inanspruchnahme im Falle einer Insolvenz der Payment Undertaker. Die aufgrund der Abstufung des Ratings eines Payment Undertakers erforderliche zusätzliche Besicherung durch Wertpapiere wurde hinterlegt.
Zum Bilanzstichtag stellt sich das Rating der beiden Payment Undertaker wie folgt dar:
Standard & Poor´s AA- (Stable) bzw. AA- (Negative) A+ (Stable) bzw. AA- (Negative) Moody´s Aa2 bzw. Aa1 (Negative) A1 (Negative) bzw. Aa3 (Stable)
Zum 31. Dezember 2009 beläuft sich der von den Payment Undertakern zu leistende Betrag auf TEUR 79.138 (31.12.2008: TEUR 82.317).
Der aus dieser Transaktion der Österreichischen Post AG zugeflossene Nettobarwertvorteil wird unter den passiven Rechnungsabgrenzungsposten (31.12.2009: TEUR 5.766; 31.12.2008: TEUR 6.246) ausgewiesen und verteilt über die Vertragslaufzeit ertragswirksam aufgelöst.
Die Österreichische Post AG hat durch eine Patronatserklärung vom 22. Dezember 2006 die Sicherstellung für die Rückzahlung des Rahmenkredites der trans-o-flex Schnell-Lieferdienst GmbH & Co. KG, Weinheim, Deutschland, gegenüber der Landesbank Baden-Württemberg in Höhe von TEUR 25.000 (aushaftender Betrag zum 31. 12. 2009: TEUR 18.512) übernommen. Ebenso wurde am 2. März 2008 eine Patronatserklärung als Sicherstellung für die Rückzahlung der Kreditlinie über TEUR 10.000 (aushaftender Betrag zum 31. 12. 2009: TEUR 10.000) der trans-o-flex Schnell-Lieferdienst GmbH & Co. KG bei der Deutschen Bank AG abgegeben.
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Mit 26. Jänner 2007 hat die Österreichische Post AG für ein Darlehen der Post fünf Beteiligungs GmbH über TEUR 95.926 an die trans-o-flex Schnell-Lieferdienst GmbH & Co. KG die Haftung für die rechtzeitige Rückzahlung übernommen. 2009 wurde dieses Darlehen um TEUR 50.000 auf TEUR 45.926 reduziert.
Für Rahmenkredite der Firma meiller direct GmbH, Schwandorf, Deutschland, in Höhe von Mio. CZK 200 (aushaftender Betrag zum 31. 12. 2009: TEUR 7.555) bei der Dresdner Bank AG, München, hat die Österreichische Post AG per 31. Juli 2007 ebenfalls die Haftung für die rechtzeitige Rückzahlung übernommen.
Im Jahr 2009 wurden Haftungen für die tof-Thermomed GmbH & Co KG in Höhe von TEUR 6.000 (aushaftender Betrag 31.12.2009: TEUR 5.728), für die meiller direct GmbH in Höhe von TEUR 4.000 (aushaftender Betrag 31.12.2009: TEUR 2.000), für TOF Belgien in Höhe von TEUR 3.444 (aushaftender Betrag 31.12.2009: TEUR 3.166), für KOLOS s.r.o. in Höhe von TEUR 200 (aushaftender Betrag 31.12.2009: TEUR 200), für trans-o-flex Schnell-Lieferdienst GmbH in Höhe von TEUR 3.500 (aushaftender Betrag am 31.12.2009: TEUR 917) übernommen. Weiters bestehen sonstige Haftungsverhältnisse gegenüber verbundenen Unternehmen mit einem Betrag von TEUR 2.508.
| 31.12.2008 | 31.12.2009 | |
|---|---|---|
| TEUR | TEUR | |
| Bestellverpflichtungen für Investitionen | 1.337 | 1.002 |
| Verpflichtungen aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen |
||
| im folgenden Geschäftsjahr | 45.320 | 44.201 |
| davon gegenüber verbundenen Unternehmen | 7.624 | 8.074 |
| in den folgenden fünf Jahren (statistisch hochgerechnet) | 210.862 | 211.713 |
| davon gegenüber verbundenen Unternehmen | 38.119 | 40.369 |
Die Österreichische Post AG hat einen Zins-Swap zur Verminderung des Zinsänderungsrisikos von festverzinslichen Wertpapieren und Finanzverbindlichkeiten abgeschlossen. Die festen Zinssätze lagen im Geschäftsjahr 2009 zwischen 1,516% und 4,948% (2008: 4,948% und 5,921%). Die variablen Zinssätze sind an verschiedene Interbankensätze gebunden.
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Die durchschnittlichen variablen Zinssätze, die während der Laufzeit der Swap-Vereinbarung wesentlichen Änderungen unterliegen können, entsprechen den am Bilanzstichtag gültigen Zinssätzen. Der Marktwert für den Zins-Swap entspricht jenem Wert, den die Österreichische Post AG bei Auflösung des Geschäftes am Bilanzstichtag erhalten würde oder zahlen müsste. Hierzu werden die gegenwärtigen Marktverhältnisse sowie das aktuelle Zinsniveau und die Bonität der Swap-Partner berücksichtigt:
| Strukturierter-Zins-Swap | 31.12.2008 | 31.12.2009 |
|---|---|---|
| Nominale in TEUR | 5.000 | 5.000 |
| Marktwert in TEUR | -94,1 | 336 |
| Durchschnittlich empfangener Zinssatz | 5,309% | 4,679% |
| Durchschnittlich zu zahlender Zinssatz | 5,396% | 2,999% |
| Durchschnittliche Restlaufzeit in Jahren | 10,8 | 9,8 |
Im Geschäftsjahr 2009 wurde ein Sicherungsgeschäft gegen Preisschwankungen bei Treibstoffen im Ausmaß von 16.500 metrischen Tonnen (dies entspricht 8 Millionen Liter) abgeschlossen, das ab Jänner 2010 monatlich auf Basis der vereinbarten Mengen und dem monatlichen Durchschnittspreis am Spotmarkt zwischen der Bank und der Österreichischen Post AG abgerechnet wird. Der Marktwert zum Abschlussstichtag entspricht einer Forderung in Höhe von TEUR 464.
Im Rahmen des Börsegangs wurde vom Vorstand und Aufsichtsrat der Österreichischen Post AG die Einführung aktienbasierter Vergütungsprogramme für Vorstandsmitglieder und ausgewählte Führungskräfte beschlossen. Den Planteilnehmern wurden 2006 Wertrechte mit einer Laufzeit von drei Jahren, 2007 mit einer Laufzeit von zwei Jahren gewährt. Nach dem Ende der Laufzeit beider Vergütungsprogramme im Berichtsjahr wurden keine weiteren mehr angeboten.
| TEUR | 2008 | 2009 |
|---|---|---|
| Erlöse Division Brief | 1.290.692 | 1.235.656 |
| Erlöse Division Paket & Logistik | 181.596 | 202.527 |
| Erlöse Division Filialnetz | 185.173 | 181.803 |
| Sonstige Umsatzerlöse | 70 | 46 |
| 1.657.531 | 1.620.032 |
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| TEUR | 2008 | 2009 |
|---|---|---|
| Erträge aus dem Abgang vom Anlagevermögen mit | ||
| Ausnahme der Finanzanlagen | 15.370 | 23.926 |
| Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen | 12.979 | 9.643 |
| Erträge aus Mieten und Pachten | 25.049 | 26.812 |
| Abgeltungen von Schadensfällen | 2.030 | 2.186 |
| Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen | 949 | 1.463 |
| Weiterverrechnete Aufwendungen | 11.655 | 13.327 |
| Übrige | 5.224 | 5.651 |
| 73.256 | 2092.008 |
| TEUR | 2008 | 2009 |
|---|---|---|
| Materialaufwand | 83.325 | 78.978 |
| Aufwand für bezogene Leistungen | 163.475 | 179.279 |
| 246.800 | 258.257 |
| TEUR | 2008 | 2009 |
|---|---|---|
| Gehälter | 770.295 | 773.978 |
| Aufwendungen für Abfertigungen | 15.858 | 10.811 |
| Beiträge an Mitarbeitervorsorgekassen | 1.290 | 1.395 |
| Aufwendungen für Altersversorgung | 416 | 153 |
| Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene | ||
| Sozialabgaben sowie vom Entgelt abhängige Abgaben | ||
| und Pflichtbeiträge | 201.139 | 201.296 |
| Sonstige Sozialaufwendungen | 7.395 | 7.145 |
| 996.393 | 994.778 |
| 2008 | 2009 | |
|---|---|---|
| Beamte | 12.695 | 11.980 |
| Angestellte | 11.981 | 11.592 |
| Summe | 24.676 | 23.572 |
| Entsprechende Vollzeitkräfte | 22.667 | 21.598 |
___________________________________________________________________________________________
| TEUR | 2008 | 2009 |
|---|---|---|
| Bezüge an aktive Vorstandsmitglieder | 2.399 | 2.945 |
| Bezüge für Mitglieder des Aufsichtsrates | 158 | 164 |
| 2.557 | 3.109 |
Die Aufwendungen für Abfertigungen und für Altersversorgung verteilen sich wie folgt:
| TEUR | 2008 | 2009 |
|---|---|---|
| Vorstände | 723 | 280 |
| Leitende Angestellte | 64 | 139 |
| Andere Arbeitnehmer | 16.777 | 11.941 |
| 17.564 | 12.360 |
| TEUR | 2008 | 2009 |
|---|---|---|
| Steuern, nicht vom Einkommen und Ertrag | 5.905 | 5.997 |
| Übrige | 220.923 | 205.201 |
| 226.828 | 211.198 |
| TEUR | 2008 | 2009 |
|---|---|---|
| Miet u. Pachtaufwendungen | 47.282 | 48.105 |
| Instandhaltung und Immobilienverwaltung | 39.881 | 34.868 |
| EDV-Dienstleistungsaufwand | 27.628 | 25.402 |
| Reiseaufwand | 24.534 | 23.919 |
| Entsorgung und Reinigung | 14.085 | 14.040 |
| Kommunikation und Werbung | 15.257 | 8.413 |
| Beratungsaufwand | 10.454 | 6.923 |
| Personalbereitstellung | 7.872 | 7.638 |
| Versicherungsaufwand | 5.032 | 4.772 |
| Telefonaufwand | 4.312 | 4.084 |
| Abgeltungsverpflichtungen | 1.078 | 900 |
| Verluste aus dem Abgang von Sachanlagevermögen | 1.210 | 1.426 |
| Aus- und Fortbildung | 1.862 | 872 |
| sonstige | 20.436 | 23.840 |
| 220.923 | 205.201 |
Die Erläuterungen zu den Aufwendungen für Leistungen an den Abschlussprüfer sind im Konzernabschluss dargestellt.
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| TEUR | 2008 | 2009 |
|---|---|---|
| Gewinnausschüttungen | 7.232 | 6.989 |
| Ergebnisüberrechnung Personengesellschaften | 3.392 | 2.612 |
| 10.624 | 9.601 |
| TEUR | 2008 | 2009 |
|---|---|---|
| Aufwendungen für Verlustabdeckung | 0 | 580 |
| Verluste aus dem Abgang von Wertpapieren | 405 | 397 |
| Abschreibungen auf Beteiligungen | 38.865 | 23.700 |
| Abschreibung Wertpapiere | 20.000 | 20.019 |
| 59.270 | 44.696 |
Im Jahre 2009 wurden von den Gruppenmitgliedern positive steuerliche Ergebnisse in Höhe von TEUR 13.649 (2008: TEUR 9.409) und negative steuerliche Ergebnisse in Höhe von TEUR 2.471 (2008: TEUR 1.740) an den Gruppenträger Österreichische Post AG überrechnet. Aufgrund dieser Überrechnung ergeben sich positive Steuerumlagen in Höhe von TEUR 3.411 (2008: TEUR 2.349) sowie negative Umlagen im Betrage von TEUR 617 (2008: TEUR 435). Die überwiegende Zuweisung positiver steuerlicher Ergebnisse führte per Saldo zu einer Erhöhung der Körperschaftsteuerbelastung des Gruppenträgers im Ausmaß von TEUR 2.794 (2008: TEUR 1.914).
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Der Körperschaftsteueraufwand der Unternehmensgruppe beträgt nach Zurechnung der einzelnen steuerlichen Ergebnisse der Gruppenmitglieder TEUR 42.184 (2008: TEUR 42.355). Nach Berücksichtigung der Steuerumlagen der Gruppenmitglieder ergibt sich für das Unternehmen Österreichische Post AG ein Körperschaftsteueraufwand 2009 in Höhe von TEUR 39.390 (2008: TEUR 40.441). Die Körperschaftsteuerbelastung resultiert ausschließlich aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit.
Im Jahr 2009 gab es steuerpflichtige Auflösungen von unversteuerten Rücklagen in Höhe von TEUR 560 (2008: TEUR 274) sowie Zuweisungen zu unversteuerten Rücklagen in Höhe von TEUR 2.684 (2008: TEUR 0).
Vom Wahlrecht zur Aktivierung von latenten Steuern in Höhe von TEUR 29.520 exklusive Gruppenmitglieder (2008: TEUR 36.828) wurde kein Gebrauch gemacht.
Ziel des Finanz- und Risikomanagements der Österreichischen Post AG ist die Sicherung des Unternehmenserfolges gegen finanzielle Risiken jeglicher Art. Grundsätzlich wird beim Management der Finanzpositionen ein strategischer Portefeuilleansatz unter Bedachtnahme auf eine konservative Risikopolitik verfolgt.
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Das Risikomanagement unterliegt einem vom Vorstand beschlossenen Regelwerk, welches Ziele, Grundsätze, Aufgaben und Kompetenzen festlegt. Darüber hinaus formuliert dieses Regelwerk standardisierte Abläufe, um Revisionssicherheit zu gewährleisten.
Die aktuelle Risikosituation im Finanzbereich wird laufend in einem standardisierten Berichtswesen dargelegt.
Bei der Österreichischen Post AG bestehen klare, schriftliche Strategien und operative Richtlinien für die Behandlung aller finanziellen Risiken. Finanzielle Risiken umfassen das Liquiditätsrisiko, das Kreditrisiko/Kontrahentenrisiko/Produktrisiko, das Zinsänderungsrisiko, das Währungsänderungsrisiko sowie organisatorische Risiken.
Aufgabe der Liquiditätssicherung ist die jederzeitige Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit der Unternehmensgruppe. Basis des Liquiditätsmanagements ist ein Liquiditätsplan, der laufend Soll-Ist-Analysen unterzogen und bei Bedarf angepasst wird. Durch die aktive Steuerung von Zahlungsströmen wird der Zinssaldo optimiert.
Auf der Aktivseite stellen die ausgewiesenen Beträge gleichzeitig das maximale Bonitäts- und Ausfallsrisiko dar, da keine generellen Aufrechnungsvereinbarungen bestehen. Das Risiko bei Forderungen kann insgesamt als gering eingeschätzt werden, da die Mehrzahl der Kunden ohnedies bar bezahlt bzw. einem Bankeinzugsverfahren zugestimmt haben. Ferner besteht ein Großteil der offenen Forderungen gegenüber ausländischen Postgesellschaften, bei denen es sich um Vertragspartner bester Bonität handelt.
Soweit bei den finanziellen Vermögenswerten Ausfallsrisiken erkennbar sind, werden diese Risiken durch Wertberichtigungen erfasst. Zur Vermeidung von Kreditrisiken werden Finanzkontrakte nur mit Kontrahenten einwandfreier Bonität abgeschlossen. Aus diesem Grund wird das allgemeine Kreditrisiko aus den eingesetzten Finanzinstrumenten für gering gehalten.
Für Geldmarkttransaktionen bestehen festgelegte Handelslimits. Zur Begrenzung des Ausfallsrisikos bei Anleihen, Schuldverschreibungen und strukturierten Finanzierungen werden nur Papiere von Emittenten mit einem Rating von mindestens A (Moody´s bzw.- S & P Äquivalent) oder vergleichbarer
Bonität angekauft. Im Wertpapier-Portfolio befinden sich nur Papiere auf Investor Grade Niveau. Als Handelspartner für OTC-Transaktionen bzw. für in strukturierten Geschäften integrierte Transaktionen kommen gleichfalls nur Kontrahenten mit erstklassigen Bonitäten in Frage. Anteile an Investmentfonds werden nur an international anerkannten Kapitalanlagegesellschaften gehalten. Besonderes Augenmerk gilt auch der Liquidität und der Abwicklungssicherheit der abgeschlossenen Finanzprodukte.
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Im Rahmen einer Crossborder Leasing-Transaktion wurde durch eine Einmalzahlung die Verpflichtung zur Zahlung der Leasingraten einschließlich eines allfälligen EBO Payment an Payment Undertaker ausgelagert. Als Payment Undertaker wurden Finanzinstitute mit bester Bonität (Qualified Issuer) ausgewählt. Im Falle des Equity Payment Undertakers wurden Mindestratings vereinbart, wobei mit Unterschreiten dieser Grenzen zusätzliche Sicherheiten in Form von Wertpapieren vom Payment Undertaker beizubringen sind und bei weiterem Sinken des Ratings die Verpflichtung besteht, den Equity Payment Undertaker zu wechseln. Damit rechtzeitig auf die jeweilige Situation der Payment Undertaker reagiert werden kann, erfolgt zumindest quartalsweise eine Überprüfung des Ratings der aktuellen Payment Undertaker sowie des Ratings vergleichbarer Kreditinstitute. Zudem ist zu jedem Jahresabschluss von den Payment Undertakern in einer Saldenbestätigung über den planmäßigen Verlauf der Transaktionen zu berichten und die offenen Rückführungsraten bekannt zugeben.
Das Zinsänderungsrisiko stellt das Risiko dar, das sich aus der Wertänderung von Finanzinstrumenten, anderen Bilanzposten oder zinsbedingten Zahlungsströmen infolge von Schwankungen von Marktzinssätzen ergibt. Das Zinsänderungsrisiko beinhaltet das Barwertrisiko bei fest verzinsten Bilanzposten und das Zahlungsstromrisiko bei variabel verzinsten Bilanzposten.
Ein Zinsänderungsrisiko liegt vor allem bei Forderungen und Verbindlichkeiten mit Laufzeiten über einem Jahr vor. Solche längeren Laufzeiten sind im operativen Bereich nicht von materieller Bedeutung, spielen jedoch bei Finanzanlagen und Finanzschulden eine Rolle.
Die Steuerung des Zinsänderungsrisikos im Finanzbereich orientiert sich am Portfolio-Ansatz. Gesteuert werden grundsätzlich nicht Einzelpositionen, sondern das gesamte Finanzportfolio unter Bedachtnahme auf die jeweilige Grundtransaktion. Zu diesem Zweck werden selektiv auch derivative Instrumente, wie Zins-Swaps eingesetzt. Täglich wird das Finanzportfolio der vorgegebenen Benchmark gegenübergestellt.
Als Währungsänderungsrisiko wird der mögliche Verlust aus Marktveränderungen durch schwankende Wechselkurse angesehen.
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Auf der Aktivseite ergeben sich keine Risiken aus Währungsänderungen, da Lieferungen nahezu zur Gänze auf Euro-Währungsbasis abgewickelt werden. Gleiches gilt grundsätzlich für die übrigen originären Finanzinstrumente.
Durch die Organisation der Tätigkeitsabläufe (wie z.B. Trennung von Handel und Buchführung von Finanztransaktionen, Sicherung von elektronischen Daten) sind organisatorische Risiken im Finanzbereich, so weit wie möglich, ausgeschaltet.
| GD DI Dr. Georg Pölzl | (Vorsitzender des Vorstandes seit 01.10.2009) |
|---|---|
| GD-Stv. Dr. Rudolf Jettmar | (Stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes; |
| Vorsitzender des Vorstandes von 01.04.-30.09.2009,) | |
| GD Dr. Anton Wais | (Vorsitzender des Vorstandes bis 31.03.2009) |
| Dipl.-Ing. Dr. Herbert Götz | |
| Dipl.-Ing. Walter Hitziger | |
| Dipl.-Bwt. (FH) Carl–Gerold Mende |
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| Dr. Peter Michaelis | (Vorsitzender des Aufsichtsrates) |
|---|---|
| Dipl.Ing. Rainer Wieltsch | (Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates) |
| Dr. Horst Breitenstein | ||
|---|---|---|
| Dr. Edith Hlawati | ||
| Dr. Gerhard Roiss | ||
| Dr. Karl Stoss | ||
| Dkfm. Hans Wehsely | ||
Gerhard Fritz
Helmut Köstinger
Martin Palensky
Manfred Wiedner
Wien, am 1. März 2010
Der Vorstand
Dipl.-Ing. Dr. Georg Pölzl e.h. Mag. Dr. Rudolf Jettmar e.h. Generaldirektor Generaldirektor-Stellvertreter
Vorstandsdirektor Vorstandsdirektor Vorstandsdirektor
Dipl.-Ing. Dr. Herbert Götz e.h. Dipl.-Ing. Walter Hitziger e.h. Dipl.-Bwt. (FH) Carl–Gerold Mende e.h.
Wir haben den beigefügten Jahresabschluss der Österreichische Post AG, Wien, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2009 bis zum 31. Dezember 2009 unter Einbeziehung der Buchführung geprüft. Dieser Jahresabschluss umfasst die Bilanz zum 31. Dezember 2009, die Gewinn- und Verlustrechnung für das am 31. Dezember 2009 endende Geschäftsjahr sowie den Anhang.
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Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind für die Buchführung sowie für die Aufstellung und den Inhalt des Jahresabschlusses verantwortlich, der ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften vermittelt. Diese Verantwortung beinhaltet: Gestaltung, Umsetzung und Aufrechterhaltung eines internen Kontrollsystems, soweit dieses für die Aufstellung des Jahresabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft von Bedeutung ist, damit dieser frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern; die Auswahl und Anwendung geeigneter Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden; die Vornahme von Schätzungen, die unter Berücksichtigung der gegebenen Rahmenbedingungen angemessen erscheinen.
Unsere Verantwortung besteht in der Abgabe eines Prüfungsurteils zu diesem Jahresabschluss auf der Grundlage unserer Prüfung. Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung der in Österreich geltenden gesetzlichen Vorschriften und Grundsätze ordnungsgemäßer Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern, dass wir die Standesregeln einhalten und die Prüfung so planen und durchführen, dass wir uns mit hinreichender Sicherheit ein Urteil darüber bilden können, ob der Jahresabschluss frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist.
Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen hinsichtlich der Beträge und sonstigen Angaben im Jahresabschluss. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers unter Berücksichtigung seiner Einschätzung des Risikos eines Auftretens wesentlicher Fehldarstellungen, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern. Bei der Vornahme dieser Risikoeinschätzung berücksichtigt der Abschlussprüfer das interne Kontrollsystem, soweit es für die Aufstellung des Jahresabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft von Bedeutung ist, um unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen geeignete Prüfungshandlungen festzulegen, nicht jedoch um ein Prüfungsurteil über die Wirksamkeit der internen Kontrollen der Gesellschaft abzugeben. Die Prüfung umfasst ferner die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und der von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen wesentlichen Schätzungen sowie eine Würdigung der Gesamtaussage des Jahresabschlusses.
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Wir sind der Auffassung, dass wir ausreichende und geeignete Prüfungsnachweise erlangt haben, sodass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unser Prüfungsurteil darstellt.
Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss nach unserer Beurteilung den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage der Österreichische Post AG zum 31. Dezember 2009 sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das Geschäftsjahr vom 1. Jänner 2009 bis zum 31. Dezember 2009 in Übereinstimmung mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung.
Der Lagebericht ist auf Grund der gesetzlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob die sonstigen Angaben im Lagebericht nicht eine falsche Vorstellung von der Lage der Gesellschaft erwecken. Der Bestätigungsvermerk hat auch eine Aussage darüber zu enthalten, ob der Lagebericht mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob die Angaben nach § 243a UGB zutreffen.
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Der Lagebericht steht nach unserer Beurteilung in Einklang mit dem Jahresabschluss. Die Angaben gemäß § 243a UGB sind zutreffend.
Wien, am 1. März 2010
Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer
Mag. Walter Müller e.h. Mag. Josef Spadinger e.h.
Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Jahresabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Jahresabschluss samt Lagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs 2 UGB zu beachten.
Unternehmensrechtliche Darstellung
| Herstellungskosten Anschaffungs-/ |
Zugänge | Abgänge | Umbuchungen | Anschaffungs-/ Herstellungs- |
Abschreibungen (kumuliert) |
31.12.2009 Buchwert |
31.12.2008 Buchwert |
im Geschäftsjahr im Geschäftsjahr Abschreibungen |
Zuschreibungen | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| TEUR | 01.01.2009 | 31.12.2009 | 31.12.2009 | 2009 | 2009 | |||||
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | ||||||||||
| Konzessionen, gew. Schutzrechte und ähnliche Rechte | 46.825 | 1.898 | -18.219 | 0 | 30.504 | -24.945 | 5.559 | 6.590 | -2.893 | 0 |
| 46.825 | 1.898 | -18.219 | 0 | 30.504 | -24.945 | 5.559 | 6.590 | -2.893 | 0 | |
| II. Sachanlagen | ||||||||||
| Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten | ||||||||||
| einschließlich der Bauten auf fremdem Grund | 723.090 | 5.370 | -23.577 | 524 | 705.407 | -409.827 | 295.580 | 319.277 | -23.480 | 0 |
| technische Anlagen und Maschinen | 161.301 | 2.436 | -8.372 | 388 | 155.753 | -112.444 | 43.309 | 52.384 | -11.471 | 0 |
| andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 219.580 | 17.652 | -16.506 | 0 | 220.726 | -127.119 | 93.607 | 103.570 | -26.896 | 0 |
| geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau | 8.034 | 4.391 | -182 | -912 | 11.331 | 0 | 11.331 | 8.034 | 0 | 0 |
| 1.112.005 | 29.849 | -48.637 | 0 | 1.093.217 | -649.390 | 443.827 | 483.265 | -61.847 | 0 | |
| III. Finanzanlagen | ||||||||||
| Anteile an verbundenen Unternehmen | 1.028.556 | 74.100 | 0 | 0 | 1.102.656 | -655.976 | 446.680 | 396.280 | -23.700 | 0 |
| Ausleihungen an verbundene Unternehmen | 65.926 | 0 | -50.000 | 0 | 15.926 | -4.148 | 11.778 | 47.465 | 0 | 0 |
| Beteiligungen | 989 | 0 | 0 | 0 | 989 | 0 | 989 | 989 | 0 | 0 |
| Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens | 178.490 | 16.234 | -53.681 | 0 | 141.043 | -40.019 | 101.024 | 157.299 | -20.019 | 1.031 |
| 1.273.961 | 90.334 | -103.681 | 0 | 1.260.614 | -700.143 | 560.471 | 602.033 | -43.719 | 1.031 | |
| Gesamt | 2.432.791 | 122.081 | -170.537 | 0 | 2.384.335 | -1.374.478 | 1.009.857 | 1.091.888 | -108.459 | 1.031 |
Als gesetzliche Vertreter der Österreichischen Post AG bestätigen wir nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Konzernabschluss zum 31. Dezember 2009 ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt, dass der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.
Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Jahresabschluss des Mutterunternehmens ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt, dass der Lagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Unternehmens so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.
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