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Österreichische Post AG

Annual Report Mar 13, 2009

752_10-k_2009-03-13_a49ee1c3-8548-4bfc-80ad-0bf219c5b4a5.pdf

Annual Report

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Jahresfinanzbericht 2008

Österreichische Post AG

Die Zukunft ist gelb!

Kennzahlen Österreichische Post

Gewinn- und Verlustrechnung
1.736,7
2.315,7
2.441,4
+5,4%
Umsatz
Mio EUR
EBITDA (Ergebnis vor Zinsen,
231,7
292,7
321,7
+9,9%
Steuern und Abschreibungen)
Mio EUR
13,3%
12,6%
13,2%
-
EBITDA-Marge
%
123,3
162,8
169,5
+4,1%
EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern)
Mio EUR
7,1%
7,0%
6,9%
-
EBIT-Marge
%
130,5
164,9
158,2
-4,0%
EBT (Ergebnis vor Steuern)
Mio EUR
99,8
122,6
118,9
-3,1%
Periodenergebnis
Mio EUR
1,43
1,75
1,71
-2,3%
Ergebnis je Aktie
EUR
24.456
25.764
27.002
+4,8%
Mitarbeiter (Durchschnitt, Vollzeitkräfte)
Cash-Flow
277,9
292,4
237,0
-19,0%
Cash-Flow aus dem Ergebnis
Mio EUR
238,0
295,9
233,4
-21,1%
Cash-Flow aus Geschäftstätigkeit
Mio EUR
63,6
96,8
102,9
+6,3%
Investitionen in Sachanlagen
Mio EUR
60,1
71,9
30,5
-57,5%
Investitionen in Beteiligungen
Mio EUR
95,4
153,5
210,3
+37,1%
Free Cash-Flow
Mio EUR
Bilanz
1.901,6
2.058,6
1.874,6
-8,9%
Bilanzsumme
Mio EUR
821,4
874,3
741,5
-15,2%
Eigenkapital
Mio EUR
-607,6
-711,5
-655,9
-7,8%
Verzinsliches Fremdkapital
Mio EUR
433,7
538,1
385,8
-28,3%
Verzinsliche Aktiva
Mio EUR
-173,9
-173,4
-270,2
+55,8%
Nettoverschuldung
Mio EUR
Net debt/EBITDA
0,75
0,59
0,84
-
(Nettoverschuldung/EBITDA)
43,2%
42,5%
39,6%
-
Eigenkapitalquote
%
13,8%
16,3%
16,8%
-
Eigenkapitalrentabilität (ROE)
%
935,0
992,2
952,5
-4,0%
Capital Employed
Mio EUR
15,1%
16,9%
17,4%
-
Return on Capital Employed (ROCE)
%
Post Aktie
36,10
23,99
24,10
+0,5%
Kurs per Ende Dezember
EUR
39,50/21,50
37,25/20,95
29,75/20,44
-
Höchst-/Tiefstkurs (Schlusskurs)
EUR
1,00
2,40
2,501
+4,2%
Dividende je Aktie (für Geschäftsjahr)
EUR
Marktkapitalisierung
2.527,0
1.679,3
1.628,0
-
per Ende Dezember
Mio EUR
Anzahl der im Umlauf befindlichen
70.000.000
70.000.000
67.552.638
-3,5%
Aktien per Ende Dezember
Stück
49,0%
49,0%
47,2%
-
Streubesitz
%
Umsatz nach Divisionen
1.311,3
1.381,0
1.460,0
+5,7%
Division Brief
Mio EUR
227,1
738,6
785,9
+6,4%
Division Paket & Logistik
Mio EUR
194,4
192,1
192,2
+0,1%
Division Filialnetz
Mio EUR
EBIT nach Divisionen
271,6
274,3
254,5
-7,2%
Division Brief
Mio EUR
20,8
12,8
-25,5
-
Division Paket & Logistik
Mio EUR
11,5
13,6
14,5
+6,7%
2006 2007 2008 2007/2008
in %
Division Filialnetz Mio EUR

1 Vorschlag an die Hauptversammlung am 6. Mai 2009

Entwicklung der Kennzahlen

Umsatz (Mio EUR)

Cash-Flow aus dem Ergebnis und Anlageinvestitionen (Mio EUR)

Ergebnis pro Aktie (EUR)

EBITDA und EBIT (Mio EUR)

Free Cash-Flow pro Aktie (EUR)

Dividende pro Aktie (EUR, für Geschäftsjahr)

Highlights 2008

Konzernumsatz um 5,4% auf 2.441,4 Mio EUR gestiegen

  • Brief: gute Entwicklung in allen Bereichen (Umsatz +5,7%), organisches Wachstum von 1,3%
  • Paket & Logistik: Umsatzplus von 6,4% trotz reduziertem Paketvolumen im österreichischen B2C-Geschäf; Anstieg überwiegend durch Akquisitionen
  • Filialnetz: gute Entwicklung bei Finanzdienstleistungen
  • Ergebnis vor Zinsen und Steuern von 169,5 Mio EUR (+4,1%)

Solide Bilanz

  • Eigenkapitalquote von 40%, kein Fremdfi nanzierungsbedarf
  • Umsichtige Bilanzpolitik
  • Konservative Bilanz- und Finanzierungsstruktur
  • Stetige Evaluierung der Vermögenswerte dient Risikominimierung

Attraktive Dividendenpolitik basierend auf starkem Cash-Flow und solider Bilanz

Inhalt

8 Vorwort des Vorstands
12 Die Post heute und morgen
22 Corporate Governance Bericht
24 Vorstand
26 Aufsichtsrat
32 Aktie und Investor Relations
36 Liberalisierung
39 Konzernstrategie
50 Corporate Social Responsibility
58 Konzernlagebericht 2008
58 Wirtschaftliches Umfeld und Rahmenbedingungen
59 Geschäftsverlauf 2008
70 Risikomanagement
75 Informationen gemäß § 243a UGB
76 Ausblick 2009
76 Besondere Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
77 Ergebnisse der Divisionen
77 Division Brief
78 Division Paket & Logistik
79 Division Filialnetz
82 Konzernabschluss 2008
83 Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
84 Konzernbilanz
85 Konzern-Cash-Flow-Statement
86 Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals
87 Konzernanhang
139 Erklärung der gesetzlichen Vertreter
140 Uneingeschränkter Bestätigungsvermerk
142 Bericht des Aufsichtsrats
144 Service
144 Glossar
148 Geschichte der Post
150 2008 im Überblick
152 Stichwortverzeichnis
153 Adressen
154 Kontakt/Impressum
  • U3 Kennzahlenüberblick
  • U3 Aktionärsinformation

Dieser Teil unterlag der gesetzlichen Abschlussprüfung durch die KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft.

Das ist die Post und die ist gelb!

Historisch gesehen hat die Farbe Gelb für die Post eine große Tradition. Die kaiserliche Wappenfarbe wurde Ende des 15. Jahrhunderts von der Familie Thurn und Taxis für die Postdienste übernommen und voll Stolz als weithin sichtbares Zeichen für Tatkraft, Innovation und Stärke getragen. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

In der Farbsymbolik steht die Farbe Gelb für Heiterkeit, Freundlichkeit, Grenzen überwindende Unternehmungslust, Phantasie und Tatendrang. Für die Österreichische Post symbolisiert sie darüber hinaus Attribute wie solide Wertentwicklung, verlässliche Dienstleistungsqualität und attrak tive Dividenden.

Von der gelben Sonnenblume bis zum lachenden gelben Smiley haben alle Illustrationen in diesem Geschäftsbericht mit den Werten der Österreichischen Post zu tun. Das wird auch weiterhin so bleiben, denn wir beliefern jeden Tag jede österreichische Adresse zuverlässig, schnell und effizient. Die Zukunft ist eben gelb.

Starke Marktposition sichert den Erfolg im Wettbewerb

Das Geschäftsmodell der Österreichischen Post AG

Das Geschäftsmodell der Österreichischen Post beruht auf einem starken Kerngeschäft und auf attraktiven Positionen in komplementären Märkten und Ge schäftsbereichen. Den Herausforderungen des stei genden Wettbewerbs begegnet das Unter nehmen mit proaktiver Veränderung der eigenen Prozesse, neuen attraktiven Produkten und laufender Effi zienzsteigerung. Die Veränderungen am Postmarkt werden aktiv mitgestaltet.

In Österreich nimmt die Österreichische Post in allen wesentlichen Geschäftsbereichen eine führende Marktstellung ein, die eine solide Basis für die Entwicklung von Erträgen und Cash-Flows bildet. Zu sätzlich sicherte sich das Unternehmen in den letzten Jahren vielversprechende Marktpositionen durch Ak quisitionen in einer Reihe von benachbarten Ländern.

Die kontinuierliche Weiterentwicklung des Unternehmens wird durch neue Dienstleistungen für bestehende Kunden sichergestellt: Angeboten werden hier innovative Lösungen entlang der Wertschöpfungskette der Postversorgung. Dazu zählen beispielsweise die Briefproduktion für Versicherungen und Banken oder die Erstellung anderer adressierter Werbesendungen. Parallel dazu setzt die Österreichische Post auf die Erschließung neuer Märkte mit bestehenden Dienstleistungen.

Die Österreichische Post hat in den letzten Jahren bewiesen, dass sie sehr wandlungsfähig ist. Die Produktivität wurde stetig erhöht, die Kapazitäten wurden den Gegebenheiten und Kundenbedürfnissen an gepasst. Die weitere Profi tabilitätssteigerung und Verbesserung der operativen Performance bilden auch im kommenden Jahr die zentrale Herausfor de rung für das Management der Österreichischen Post.

Investmentprofi l: Versorgungs titel mit attraktiver Dividenden politik

Für Investoren mit Interesse an einem versorgerorientierten Geschäftsmodell ist die Aktie der Österreich ischen Post AG als Investment mit attraktiver Divi dende gut positioniert. Im Unterschied zu vielen anderen Branchen blieben die Volumina im Postmarkt umfeld in Österreich auch in konjunkturell schwierigen Zeiten auf hohem Niveau. Auch von der gegenwärtigen Finanzkrise ist die Öster rei chi sche Post operativ derzeit kaum betroffen.

Die Bilanz der Österreichischen Post ist solide und von konservativen Strukturen geprägt. Es besteht aktuell kein Finanzmittelbedarf, die geplanten Investitionen können aus dem Cash-Flow fi nanziert werden. Die liquiden Mittel des Unternehmens werden mit geringstmöglichem Risiko veranlagt.

Auf einen Blick

  • Versorgerorientiertes Geschäftsmodell
  • Kerngeschäft mit guter Visibilität
  • Umsichtige Bilanzpolitik: hohes Eigenkapital bedeutet Risikominimierung
  • Stetige Optimierung und Effi zienzsteigerung
  • Gute Profi tabilität und hohe Cash-Flow-Generierung als Basis für attraktive Dividendenpolitik

Das ist ein Zitronenfalter und der ist gelb.

Manche Dinge muss man einfach beim Namen nennen: Es gibt nur einen, der täglich jede Adresse in Österreich erreicht. Flächendeckend, sicher, zuverlässig. Wir sind stolz darauf, dass wir diese Leistung jeden Tag seit Jahrzehnten mit immer besserer Qualität erbringen. Sie benötigen eine Zustel lung in den entlegensten Winkel des Landes? Wir fliegen!

Vorwort des Vorstands

Die Post heute und morgen Corporate Governance Bericht Aktie und Investor Relations Liberalisierung Konzernstrategie Corporate Social Responsibility Konzernlagebericht 2008 Konzernabschluss 2008

Service Vorwort des Vorstands

Sehr geehrte Damen und Herren, verehrte Aktionärinnen und Aktionäre!

Das Jahr 2008 war für die Österreichische Post reich an Herausforderungen, die wir letztlich aber gut meistern konnten. Bereits mit Jahresanfang 2008 mussten wir im österreichischen Paketgeschäft den Verlust der beiden bedeutendsten Versandhandelskunden hinnehmen, der zu einer entsprechend starken Reduktion der Mengen an transportierten Paketen in Österreich führte.

Wir haben darauf entschlossen reagiert und eine Redimensionierung und Neupositionierung der Divi sion Paket & Logistik in Österreich vorgenommen. Dies umfasste eine Reduktion sowohl der Perso nal kapazitäten als auch der Logistikverteilzentren in Österreich. Parallel dazu haben wir den Einstieg in den B2B(Business-to-Business)-Paketmarkt forciert.

Eine weitere Herausforderung stellte Mitte des Jahres der starke Anstieg der Treibstoff- und Transportkosten dar, und zu guter Letzt brachte die internationale Finanzkrise eine konjunkturelle Belastung für viele unserer Kunden in allen Regionen, in denen wir tätig sind.

Unsere Kennzahlen 2008 zeigen jedoch, dass wir mit unseren Anstrengungen im Interesse von Stabilität und Werterhaltung erfolgreich waren. So konnte der Konzernumsatz um 5,4% gesteigert werden, und auch das Ergebnis vor Zinsen und Steuern legte um 4,1% zu.

Der Kapitalmarkt beurteilte das Geschäftsmodell der Österreichischen Post ebenfalls weiterhin positiv, wie der äußerst stabile Aktienkurs belegt. Der Mix aus erfolgreicher Geschäftsentwicklung, solider Bilanz und attraktiver Dividendenpolitik bildet die Basis für diese gerade im Jahr 2008 beachtliche Entwicklung des Aktienkurses. Als einzige Aktie im ATX, dem österreichischen Benchmark-Index, konnte die Post Aktie ungeachtet des ausgesprochen turbulenten Kapitalmarktumfelds im Jahresvergleich sogar eine leichte Kurssteigerung verzeichnen.

Integration neuer Unternehmen

Mit Neuerwerbungen in Belgien (Paket), Ungarn (unadressierte Werbesendungen) und Bosnien-Herze gowina (Paket) haben wir 2008 auch unseren Aktionsradius neuerlich erweitert. Wir befi nden uns nun in einer Phase der Konsolidierung, in der die Integration der Unternehmen in den Österreichischen Post Konzern vor weiteren Akquisitionen im Vor der grund steht. Bei der Integration geht es vor allem um logistische Prozesse, die exakt aufeinander abgestimmt werden müssen, damit die Logistik möglichst effi zient abläuft – für den Kunden ebenso wie für uns selbst.

Mittlerweile erwirtschaftet die Österreichische Post 31% ihres Umsatzes außerhalb Österreichs und ist in Summe in elf Ländern mit Niederlassungen tätig.

Solide Entwicklung im Briefgeschäft

Das Geschäftsfeld Briefpost blieb – trotz des anhaltenden Trends zur elektronischen Substitution – 2008 nahezu konstant, der Rückgang um 0,3% ist im europäischen Vergleich ein ausgezeichneter Wert. Der stetigen Substitution von Briefen durch elektronische Sendungen standen positive Effekte in anderen Segmenten (Briefwahl, erhöhtes Volumen der Sozialver sicherungsträger in Österreich) gegenüber.

Der Anstieg im Geschäftsfeld Infomail ist größtenteils auf die Konsolidierung der im Vorjahr akquirierten meiller direct-Gesellschaften zurückzuführen, aber auch die organische Steigerung betrug 2,9%. Das Wachstum betraf sowohl adressierte als auch unadressierte Werbesendungen. Im Geschäftsfeld Medienpost war ebenfalls ein Umsatzzuwachs zu verzeichnen, vor allem durch die gute Entwicklung bei Regionalmedien sowie positive Effekte aus Landtags- und Nationalratswahlen in Österreich.

Wettbewerbsintensives Umfeld für Paket & Logistik Der österreichische Paketmarkt war 2008 geprägt vom Einstieg eines Wettbewerbers, der vorrangig im B2C(Business-to-Consumer)-Geschäft aktiv wurde. Dem Abgang zweier bedeutender Versand handelskunden begegneten wir mit einer forcierten Bearbeitung des B2B(Business-to-Business)-Paket markts. Dem Ziel, unseren Marktanteil im B2B-Ge schäft bis zum Jahr 2011 auf 20% zu steigern, sind wir dadurch

Vorwort des Vorstands

Die Post heute und morgen Corporate Governance Bericht Aktie und Investor Relations Liberalisierung Konzernstrategie Corporate Social Responsibility Konzernlagebericht 2008 Konzernabschluss 2008 Service

Von links nach rechts: Dr. Anton Wais, Generaldirektor Dipl.-BW (FH) Carl-Gerold Mende, Vorstandsdirektor Mag. Dr. Rudolf Jettmar, Generaldirektor-Stellvertreter Dipl.-Ing. Dr. Herbert Götz, Vorstandsdirektor Dipl.-Ing. Walter Hitziger, Vorstandsdirektor

einen weiteren Schritt näher gekommen. Wichtige positive Impulse für den Paketmarkt kommen weiterhin aus dem Internet-Shopping, das mit seinem Wachstum eine Stütze der zu transportierenden Volumina darstellt.

Im Nischenmarkt der Speziallogistik in Westeuropa (Health Care/Pharmabranche) verzeichneten wir eben falls eine gute Mengenentwicklung, die auf dem Trend zu integrierten Logistiklösungen basiert. In den Ländern Süd-/Osteuropas wies das Markt umfeld 2008 stabile Zuwachsraten auf. Grundlage dafür ist der nachhaltige Aufwärtstrend der Paketvolumina pro Kopf in diesen Ländern im Vergleich zu Westeuropa.

Steigerung bei Finanzdienstleistungen

Der Außenumsatz der Division Filialnetz erhöhte sich im Jahr 2008 gegenüber dem Vorjahr leicht. Ein Rückgang bei den Handelswaren, insbesondere bei der Mobiltelefonie, konnte hier durch eine Steigerung in den Bereichen Finanzdienstleistungen und Filialprodukte kompensiert werden. Damit haben wir trotz der aktuellen Finanzmarktkrise ein Wachstum bei Finanzprodukten erzielt, wobei derzeit vor allem Standardprodukte stärker nachgefragt werden.

Vorwort des Vorstands

Die Post heute und morgen Corporate Governance Bericht Aktie und Investor Relations Liberalisierung Konzernstrategie Corporate Social Responsibility Konzernlagebericht 2008 Konzernabschluss 2008 Service

Zielgerichtete Vorbereitung auf 2011

Stabilität und Werterhaltung sind auch weiterhin wesentliche Ziele der Österreichischen Post. Wir wollen darüber hinaus unsere Wettbewerbsfähigkeit stärken und die fl ächendeckende Versorgung Österreichs sicherstellen.

Gemeinsam mit dem Aufsichtsrat haben wir unsere Ziele so defi niert, dass eine optimale Vorbereitung auf die vollständige Liberalisierung des Briefmarktes per 1. Jänner 2011 gewährleistet ist. Die drei Eckpfeiler unserer Zukunftssicherung sind:

    1. Wachstumsstrategie im In- und Ausland: erweitertes Dienstleistungsspektrum entlang der Wertschöpfungskette unserer Kunden
    1. Ausbau alternativer Betreibermodelle im Filialnetz, marktkonforme Strukturen durch Post.Partner
    1. Stärkere Einbeziehung externer Dienstleister in die Logistik der Post

Die effi ziente Gestaltung aller Unternehmens prozesse und der konsequente Ausbau der Kunden orientierung sind zentrale Elemente bei der Um set zung dieser strategischen Ziele.

Dr. Anton Wais legt sein Mandat als Vorstandsvorsitzender der Österreichischen Post AG aus gesundheitlichen Gründen per 31. März 2009 zurück. Der Vorstand bedauert dies und wünscht ihm für seine Genesung alles Gute. Seine Aufgaben werden ab 1. April 2009 bis auf weiteres von Generaldirektor-Stellvertreter und Finanzvorstand Dr. Rudolf Jettmar übernommen. Wichtige Themen des Jahres 2009 werden weiterhin alle Maßnahmen der Zukunftssicherung sowie ein neues Österreichisches Postmarkt gesetz sein. Die Österreichische Post, die sich zur fl ächendeckenden Versorgung in ganz Österreich und zur Auf rechterhaltung der hohen Servicequalität uneingeschränkt bekennt, hat ihre Vorstellungen bzw. For de rungen für die Neuordnung der Postversorgung in Österreich auch den politisch Verantwortlichen präsentiert. Im Rahmen eines "Runden Tisches" im Bun des ministerium für Finanzen am 19. November 2008 wurde seitens der neuen österreichischen Bundes regierung eine entsprechende Anpassung der rechtlichen Rahmenbedingungen bis Mitte 2009 in Aus sicht gestellt.

Ausblick 2009

Die derzeit unsicheren internationalen Rahmen bedingungen reduzieren die Prognosegenauigkeit auch für die Österreichische Post. Der Ausblick 2009 unterliegt daher der Einschränkung, dass sich das wirtschaftliche Umfeld der Österreichischen Post und die Konsumnachfrage nicht noch weiter verschlechtern, als bisher erwartet. In Summe erwartet der Österreichische Post Konzern für 2009 einen Umsatz auf Ebene des Jahres 2008. Ebenso wird ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) auf dem Niveau des Jahres 2008 angestrebt. Bei einer Be schleu nigung der rezessiven Tendenzen kann ein leichter Umsatzund Ergebnisrückgang jedoch nicht ausgeschlossen werden. Zur Sicherung der angepeilten Ziele wird das Management der Österreichischen Post – speziell vor dem Hintergrund des wirtschaftlichen Umfelds – sowohl kurz- als auch mittelfristig alles tun, um die Flexibilität und Effi zienz des Unter neh mens zu erhöhen und damit die Werterhaltung sicherzustellen.

Vorstandsdirektor Vorstandsdirektor Vorstandsdirektor

Dr. Anton Wais Mag. Dr. Rudolf Jettmar Generaldirektor Generaldirektor-Stellvertreter

Dipl.-Ing. Dr. Herbert Götz Dipl.-Ing. Walter Hitziger Dipl.-BW (FH) Carl-Gerold Mende

Egal, wo man hinkommt: Die Post ist schon da. Ob als Post.Partner, als klassisches oder auch als mobiles Postamt – wir bieten heute ein flächendeckendes Logistiknetz, das in ganz Österreich für einen sicheren, zuverlässigen Briefverkehr sorgt. Wer sonst hat so viel auf dem Kasten?

Die Österreichische Post – High Tech und Servicequalität

Brief, Paket, PSK-Bankdienstleistungen, Zeitungszustellung, Werbesendungen und EMS (Express Mail Service) – die Österreichische Post AG ist aus dem täglichen Leben nicht wegzudenken. Jährlich befördert die Österreichische Post in Österreich rund 5,6 Mrd Briefe und Werbesendungen, 41 Mio Paketsendungen, etwa 650 Mio Zeitungen, betreut rund 1 Mio Bankkunden und erzielte 2008 mehr als 2,4 Mrd Euro Umsatz. Damit ist die Post nicht nur ein verlässlicher Logistik an bieter und betreibt eines der größten Retailnetzwerke des Landes, sondern ist auch eines der größten und werthaltigsten Unternehmen Österreichs.

Die Basis dieses Erfolgs liegt jedoch nicht in der jahrhundertealten Tradition der Post, sondern vielmehr in den Weichenstellungen und Entscheidungen der letzten Jahre. 1999 fi el der Startschuss für einen beispiellosen Transformationsprozess, der die Post in kurzer Zeit zu dem gemacht hat, was sie heute ist: ein erfolgreiches börsenotiertes Unternehmen, eine der modernsten europäischen Postgesellschaften und ein dynamisches österreichisches Logistik unterneh men mit starker Kundenorientierung. Die Österreichische Post hat sich damit von einer Behörde zu einem modernen Dienst leistungs unternehmen entwickelt, das auch im europäischen Vergleich Spitzenleistungen erbringt – nicht zuletzt durch den persönlichen Einsatz ihrer Mitarbeiter.

Die seit Jahren bestehende Kooperation mit der PSK wurde 2007 durch eine 5%-Beteiligung an der BAWAG PSK weiter vertieft. Neben dem Vertrieb von Bankdienstleistungen über das Filialnetz mit rund 500 stationären, extra geschulten Mitarbeitern stehen auch rund 60 mobile Beraterinnen und Be rater bundesweit zur Verfügung. Und dies macht sich im wahrsten Sinne des Wortes bezahlt – 2008 erfolgten durch 900.000 BAWAG PSK Bank-Kunden rund 10,3 Mio Bareinzahlungen.

Möglich wurde diese Transformation der Post aber auch durch kräftige Investitionen in das Herzstück des Unternehmens – die Logistik. Modernste Ver teil zentren, ein leistungsfähiges Transportnetz so wie eine qualitativ hochwertige Zustellung gewährleisten, dass alle Sendungen innerhalb kürzester Zeit adressgenau den Empfänger erreichen.

High Tech und ausgeklügelte Logistik sichern Zustellrekorde Gerade in den letzten Jahren wurde die Logistik umstrukturiert und gestrafft. Die Zustellqualität wurde enorm gesteigert. So erreichen mehr als 96% der Briefe bereits am nächsten Tag den Empfänger.

Täglich werden durchschnittlich rund 4,4 Mio Briefsen dungen von 22.000 Briefabgabestellen (Briefkästen und Postfi lialen) zu 3,9 Mio Haushalten und Unter nehmen in ganz Österreich befördert. Die logistische Herausforderung liegt also darin, dass vom Sammeln der Post nach Geschäftsschluss über das Ordnen und Sortieren, den mehrstufi gen Transport bis hin zur Zustellung am Tag darauf nur wenige Stun den zur Verfügung stehen. Herzstück dieser Leis tung sind die über Österreich verteilten Logistikzentren.

Die Dimensionen beeindrucken: Im Briefzentrum Wien etwa arbeiten über 1.200 Mitarbeiter im Dreischichtbetrieb rund um die Uhr. 22 Anlagen sortieren in einer Halle so groß wie sieben Fußballfelder die Post. Förderbänder mit stattlichen fünf Kilometern Länge übernehmen die Briefe aus 57 Verladerampen von den LKWs unsortiert aus den Brief kästen, nach Formaten geschlichtet aus den Post fi lialen oder palettenweise von Großkunden. Nach Post leitzahlen geordnet nehmen die LKWs sie wieder auf und bringen sie dann zu den anderen Ver teilzentren und Zustellbasen, wo sie den einzelnen Zustell bezirken oder gleich direkt Zustellerinnen und Zustellern zugeordnet werden.

Innovationsmanagement

Die Kundenbedürfnisse und damit auch die Anforderungen an Produkte und Dienstleistungen von Postunternehmen verändern sich kontinuierlich. Die Österreichische Post begegnet dieser Herausforderung mit der laufenden Weiterentwicklung der Produkte, Services und Prozesse, aber auch der internen Betriebsmittel. Im Jahr 2008 wurde eine Vielzahl solcher Lösungen umgesetzt, die den Kunden Zeit ersparen, sich kostensenkend auswirken und gleichzeitig das Arbeitsumfeld der Mitarbeiter verbessern.

Dabei muss sichergestellt sein, dass die einzelnen Arbeitsschritte optimal aufeinander abgestimmt sind und ineinandergreifen wie die Zahnräder eines Uhrwerks. Beispielsweise sollten unproduktive Stand zeiten der 300 LKWs, die die Post zu den Verteilzentren bringen, an den einzelnen Terminals vermieden werden. Zu diesem Zweck hat die Post eine Kursdatenbank entwickelt. Dieses High Tech-Steu erungsinstrument im Hintergrund sorgt dafür, dass die Planung der Fahrten verbessert, gesteuert, präziser abgestimmt und auch gleich abgerechnet werden kann. Zudem stellt es sicher, dass bei Fehl entwicklungen sofort reagiert wird. Gleichzeitig überwachen Messanlagen in den Logistikzentren die Durchlaufzeiten von Briefen, um auch hier den Überblick zu bewahren und die Laufzeiten weiter zu optimieren.

Spitzenleistungen im europäischen Ver-

gleich Die Kunden stehen für die Österreichische Post immer im Mittelpunkt der Anstrengungen, daher ist die Post erfolgreich auf dem Weg vom Monopolisten zum Marktführer. Mit ihren Leis tun gen befi ndet sich die Österreichische Post im europäischen Spitzenfeld, trotzdem liegt sie bei den Tarifen europaweit im unteren Mittelfeld und kann ihren Kunden damit ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis anbieten. Dabei wird die kontinuierliche Steigerung der Produktivität weiterhin im Auge behalten, um die Wettbewerbsfähigkeit erhalten und weiter ausbauen zu können. Mit drei Viertel des Umsatzes befi ndet sich die Österreichische Post bereits derzeit im freien Wettbewerb.

Expansion Die Österreichische Post AG ist nicht nur in Österreich tätig. War das Geschäft der Post bis 2001 rein national ausgerichtet, erfolgte noch im selben Jahr der Start der internationalen Expansion. Seit dem Börsegang im Mai 2006 hat die Österreichische Post zielgerichtet investiert.

Das stabile Geschäft im Heimmarkt wird heute durch attraktive Positionen in Wachstumsmärkten ergänzt. So verfügt die Österreichische Post über Paket- oder Direct Marketing-Töchter in der Slowakei, Ungarn, Serbien, Bosnien-Herzegowina, Monte neg ro, Kroa tien, Deutschland, den Niederlanden und Belgien. Sie hat sich als bedeutender Player in diesen Märkten und Marktsegmenten etabliert. Erfolgreich wurden Nischen neuer Postdienst leis tun gen besetzt. In Summe wurden 2008 bereits über 30% des Umsatzes außerhalb Österreichs erwirtschaftet.

Das Unternehmen im Überblick

Division Brief

Die Division Brief umfasst die drei Geschäftsfelder Briefpost, Infomail und Medienpost. Das Kerngeschäft besteht aus der Annahme, Sortierung und Zu stel lung von Briefen, Postkarten, adressierten Werbesendungen, unadressierter Haus haltswer bung, Zeitungen und Regionalmedien. Zugestellt wird an jede Ab gabestelle in Österreich – und zwar täglich. Ergänzt wird das Leistungsspektrum durch neue Business Services entlang der Wertschöpfungskette für Geschäftspost und Werbe post (Analyse, Beratung und Planung, Adressmanagement, Produktion, Post stel len management, intelligentes Scanning, Response-Erfassung).

Division Paket & Logistik

Die Division Paket & Logistik ist mit eigenen Gesellschaften in 10 Ländern tätig. In allen Ländern werden auf die individuellen Marktgegebenheiten abgestimmte Produkte (Paket, Palette, Express) angeboten. Die Geschäftsfelder Kombifracht (Pakete und Paletten in einer Sendung integriert übernommen, umgeschlagen und zugestellt) und temperaturgeführte Transporte konnten 2008 ausgebaut werden. Mit dem EURODIS-Netzwerk wird die Kombifracht in 21 Ländern Europas angeboten. Die Österreichische Post und ihre Tochtergesellschaften verfügen in ihren Märk ten über eine fl ächendeckende Infrastruktur und mit ihrem breiten Spektrum an hochwertigen Dienstleistungen durchwegs auch über eine hervorragende Markt position.

Der Geschäftsbereich Filialnetz betreibt mit mehr als 1.500 Poststellen ein leistungsfähiges und fl ächendeckendes Vertriebs netz in ganz Österreich. Dieses wird zusätzlich durch rund 400 Post.Abholstellen und Post.Servicestellen ergänzt. Postdienst leistungen, Finanzdienstleistungen und ein breites Sortiment an Handelswaren sind die wesentlichen Elemente des Produkt- und Dienstleis tungsangebots.

Briefpost Annahme von Briefsendungen an ca. 22.000 Briefabgabestellen in Österreich

■ Zustellung von rund 1,1 Mrd Briefen pro Jahr an 3,9 Mio Haushalte/Unternehmen in Österreich
Täglich, fl ächendeckend, in höchster Qualität zugestellt (über 96% der Briefe im Inland

am nächsten Werktag)
Poststellenmanagement bei Großkunden
Infomail Zustellung von rund 790 Mio adressierten Werbesendungen pro Jahr in Österreich (inkl. Sponsoring.Post)

Zustellung von rund 3,7 Mrd unadressierten Werbesendungen pro Jahr in Österreich

(inkl. Regionalmedien)
Zustellung von rund 2,0 Mrd unadressierten Werbesendungen pro Jahr in der Slowakei,

Ungarn und Kroatien
Erstellung von Geomarketing-Streuplänen für adressierte und unadressierte Sendungen

Service- und Zusatzleistungen aus dem Bereich Direct Marketing (Adressmanagement,

Lettershop-Leistungen, Marktstudien etc.)
Medienpost Zustellung von rund 650 Mio Printmedien (Zeitungen und Zeitschriften) in ganz Österreich

Service- und Zusatzleistungen aus dem Bereich Abo-Marketing
Heimmarkt
Österreich
■ 41 Mio Paketsendungen pro Jahr
■ 7 eigene Verteilzentren
■ 13 eigene Zustellbasen
Speziallogistikmarkt
Westeuropa
■ 51 Mio Sendungen pro Jahr
■ 38 trans-o-fl ex-Standorte
■ 45 Thermomed-Standorte
■ 7 Logistikwarehousing-Standorte
B2B-Markt
Süd-/Osteuropa
■ 9 Mio Sendungen pro Jahr
■ 66 Logistik-Standorte
■ 6 Länder: Slowakei, Ungarn, Serbien, Montenegro, Bosnien-Herzegowina, Kroatien
Postdienst-
leistungen
Handling der Produkte und Dienstleistungen der Divisionen Brief sowie Paket & Logistik
(Postfach, Urlaubsfach und Freimachungsservice), Betreuung der KMU-Kunden und Verkauf
von Philatelie produkten (Sondermarken).
Handelswaren Breites Sortiment an Telekommunikationsprodukten (Mobil, Festnetz und Internet) sowie
postaffi ne Handelswaren und Dienstleistungen: Papier-, Büro- und Schreibwaren, Papeterie,
Technik/Entertainment (CD, DVD), Lotterieprodukte.
Bankdienst-
leistungen
Verkauf von Bankdienstleistungen der PSK Bank aus den Produktbereichen Sparen/Konto/Kredit/
Vorsorge/Versicherungen/Wertpapiere/Bausparen.
1.512 Poststellen zur Erbringung von Post- und Bankdienstleistungen sichern landesweite

Versorgung (1.302 im Eigenbetrieb und 210 im Fremdbetrieb mit Post.Partnern)
3 Post.Mobile- und 2 Philatelie-Shops

rund 400 Post.Abholstellen und Post.Servicestellen mit reduzierten und standardisierten

Post- und Bankdienstleistungen

Erfolgreiche Internationalisierung und Wachstum

Seit 2001 setzt die Österreichische Post neben der laufenden Optimierung und Erweiterung ihres Kerngeschäfts im Heimmarkt auf die gezielte Expansion in benachbarte Länder Ost-, Südost-, aber auch Westeuropas. Hauptfokus liegt dabei auf der Erschließung jener Märkte, mit denen Österreich enge Handelsbeziehungen hat, und zwar für Dienstleistungen in den Bereichen Paket und Werbe sendungen.

Entscheidend für das Engagement der Österreichischen Post in Süd-/Osteuropa sind die Chan cen, die diese prosperierenden Märkte bieten. Die selektive Übernahme bestehender Unternehmen bildet einen entscheidenden Faktor für das Unterneh mens wachstum der Österreichischen Post.

Zahlreiche Töchter in den Bereichen Pa ket, Werbesendungen und bei Post dienst leis tun-

gen Die Österreichische Post ist mit Paket fi r men am belgischen, bosnischen, deutschen, kroatischen, montenegrinischen, niederländischen, ser bi schen, slowakischen und ungarischen Markt aktiv und mit Werbemittelverteilfi rmen in Ungarn, Kroa tien und der Slowakei vertreten. Weiters verfügt die Öster reichische Post in Deutschland über eine eigene Vertriebsniederlassung, die Austrian Post Inter national, die insbesondere deutsche Firmen bei inter natio nalen Post-Versandlösungen betreut.

Durch ihre konsequente Expansionspolitik hat die Österreichische Post zunehmend an Unabhängigkeit vom österreichischen Markt gewonnen. Wurden im Jahr 2006 noch weniger als 3% des Konzernumsatzes außerhalb Österreichs erwirtschaftet, so waren es im Jahr 2008 bereits über 30%, im Paketgeschäft mehr als 75%. Insgesamt ist die Österreichische Post damit ein relevanter regionaler Player und interessan ter Partner für internationale Kooperationen. Spe-

ziell bei Expansionen stehen der Ausbau des bestehenden Verteilnetzes und weitere Akquisitionen zur Absicherung der Position eines Full-Service-An bieters für expandierende Kunden im Mittelpunkt. Erst dies ermöglicht, die Kunden der Österreichischen Post bei ihrer Expansion – speziell nach Süd-/Ost europa – entsprechend zu begleiten.

Besetzen attraktiver Nischen und Weiterentwicklung von Kompetenzen Die durch die Veränderung des europäischen Postmarkts entstehenden Marktnischen bieten die Möglichkeit, sich als Anbieter von spezialisierten Postdienst leis tun gen, etwa der Speziallogistik oder als Full -Service-An bieter, zu positionieren. Dies führt zu einer Stär kung der Österreichischen Post im zunehmenden Wettbewerb und zu Marktchancen trotz stag nie ren dem Stammgeschäft beim klassischen Brief.

Expansion in wachsende Segmente Für die Österreichische Post bietet auch der Heimmarkt attraktive Marktchancen. In diversen Post-Teil märkten, etwa der Zustellung unadressierter Werbe sen dungen oder der Beförderung von Paketen an Ge schäftskunden, hat sich das Unternehmen bereits etabliert. Auch in Zukunft sieht die Österreichische Post hier erhebliches Potenzial.

Vorwort des Vorstands Die Post heute und morgen

Corporate Governance Bericht Aktie und Investor Relations Liberalisierung Konzernstrategie Corporate Social Responsibility Konzernlagebericht 2008 Konzernabschluss 2008 Service

Ausgezeichnet positioniert in attraktiven Märkten

Land Unternehmen1 Tätigkeitsfeld
Österreich Österreichische Post AG Briefpost
Adressierte Werbesendungen
Medienpost
Österreichische Post AG, feibra Unadressierte Werbesendungen
Österreichische Post AG Express und Paket, Kombifracht
Scherübl Transport, 74,9% Temperaturlogistik
Scanpoint Scanning/Archivierung von Dokumenten
Deutschland trans-o-flex, trans-o-flex Thermomed Kombifracht, Speziallogistik,
Temperaturlogistik
meiller direct Direct Marketing-Dienstleister
Scanpoint Scanning/Archivierung von Dokumenten
Austrian Post International Deutschland International Mail
Belgien VOP Kombifracht
Niederlande trans-o-flex Nederland Kombifracht
Slowakei Kolos Unadressierte Werbesendungen
SPS, In Time Express und Paket, Kombifracht
Scanpoint Scanning/Archivierung von Dokumenten
Tschechien meiller direct Direct Marketing-Dienstleister
Kolos Unadressierte Werbesendungen
Ungarn feibra Magyarország Unadressierte Werbesendungen
Road Parcel Paket- und Speziallogistik, Kombifracht
Serbien City Express Express und Paket, Kombifracht
Montenegro City Express Montenegro Express und Paket, Kombifracht
Bosnien-Herzegowina 24VIP Express und Paket, Kombifracht
Kroatien Weber Escal Unadressierte Werbesendungen
Overseas Trade Express und Paket, Kombifracht

1 Angabe des Beteiligungsverhältnisses nur, wenn Beteiligung geringer als 100%

Die Post hat Zukunft

Aktuelle Trends verändern die Gesellschaft und das Kommunikationsverhalten der Menschen maßgeblich, damit verändern sich auch die Perspektiven für Postunternehmen. Einige dieser Trends haben bereits heute starke Auswirkungen auf den Postmarkt, während andere erst in einigen Jahren voll wirksam werden. Die Österreichische Post setzt sich aktiv mit den neuen Anforderungen, Geschäftsfeldern und Dienstleistungen auseinander, um die Zukunft erfolgreich zu meistern.

Auswirkungen gesellschaftlicher Entwicklungen auf das Geschäft der Post

  • Individualisierung des Angebots: Die Vielfalt von Lebens- und Partnerschaftsformen hat zu einer Steigerung der Haushaltszahlen und damit zu einer Individualisierung der Postvolumina geführt. Interessante Chancen für die Post bringt hier vor allem der verstärkte Trend zu Direct Marketing. Dies beinhaltet die Unterstützung und Schulung der Kunden bei der Gestaltung von stark individualisierter Kommunikation. Der Post mit ihrem kun dennahen Netzwerk kommt hier eine besondere Bedeutung zu.
  • Bequemer und exzellenter Service: Während die Bevölkerung in den westlichen Industriestaaten immer älter wird, werden ältere Menschen in ihren Anforderungen und Möglichkeiten den jüngeren immer ähnlicher: Sie erwarten zunehmend bequemen und exzellenten Service. Für die Österreichische Post bedeutet dies, fl exible Lösungen und Betreuung auf höchstem Serviceniveau anzubieten.
  • Moderne Arbeitsstrukturen: Die üblichen Kar riereverläufe der vergangenen Jahrzehnte werden durch Modelle mit hoher Flexibilität und Bereit schaft zur Veränderung abgelöst. Für die Öster reichische Post bedeutet das einerseits die große Herausforderung, die bestehende Mit ar bei ter struktur an die neuen Strukturen anzupassen. Andererseits ergeben sich aber auch Chan cen, das kreative Potenzial der Mitarbeiter professionell zur Weiterentwicklung des Unter neh mens zu nutzen.
  • Zunehmende Flexibilität: Durch die Verände rungen in der Familienstruktur und in der Arbeits welt, aber auch aufgrund des Strebens nach Indivi duali sierung wächst die Mobilität rapide an. Ab gesehen von höheren Ansprüchen an die Zu stel lung bringt dies für Postdienstleister die Mög lich keit, sich als "Mobilitätsmanager" stärker im Leben der Kunden zu verankern.
  • Fokus "Health Care": Im Sinn der zunehmenden ökologischen Orientierung und des bereits seit Jahren anhaltenden Wellness- und Fitnesstrends orientieren sich immer größere Teile der Bevöl kerung klar am Prinzip nachhaltiger Lebens füh rung. Für die Österreichische Post bieten die künftig nach gefragten Services im Gesundheitsbereich durch ihre Nähe zu den Privatkunden interessante Chancen. Im Health Care-Markt ist trans-o-fl ex bereits bestens positioniert.

Service

Österreichische Post antwortet mit attraktiven Angeboten

Das Verständnis der Österreichischen Post hat sich in den letzten Jahren grundlegend gewandelt. Aus dem Transporteur von Nachrichten der früheren Jahre wurde mittlerweile ein Full-Service-Anbieter. Heute versteht sich die Österreichische Post AG als Partner für ihre Kunden in der gesamten Wert schöpfungskette. Von der Gestaltung von Briefen und

Direct Mails bis zur Response-Bearbeitung und Integration der eingehenden Post in interne Aktensysteme werden alle relevanten Schritte aus einer Hand angeboten. Auch die Konzentration auf physische Briefe tritt dabei in den Hintergrund. Die Post bietet damit nicht nur ihren Kunden attraktive neue Services und begleitet sie dadurch in ihrer Ent wicklung, sondern sichert durch die Verlängerung ihrer Wertschöpfungskette auch ihre Zukunft.

  • Adressmanagement: Das Adressmanagement der Österreichischen Post AG bietet verschiedene quali tativ hochwertige Services wie den Adress.Check oder den Adress.Shop, die dabei helfen, Adressen immer auf dem neuesten Stand zu halten.
  • Dokumentenmanagement: Die Leistung der Post beginnt nicht mit der Übernahme fertiger Briefe, sondern schon mit deren Ausdruck und Kuvertierung. Der Kunde liefert lediglich den Datenträger mit Adressen und Inhalten – den Rest erledigt die Post.
  • Direct Mail Production: Modernste Technologien und Druckanlagen sorgen für fehlerfreien Druck jeglicher Art von Dokumenten wie Werbesendungen, aber auch Versicherungspolizzen und garantieren deren Zustellung.
  • Scanning und Digitalisierung: Der elektronische Belegfl uss durch Scannen und Online-Verteilung von Post-Eingangsstücken bringt für Unternehmen deutlichen Zeitgewinn, Kostensenkung und Trans parenz.
  • Poststellenmanagement: Die Post unterstützt Kunden bei der Optimierung ihrer betriebsinternen Poststelle – von der Übernahme einzelner Prozesse bis zur gesamten Postbearbeitung. Die Services der Post werden jeweils auf den einzelnen Kunden zugeschnitten und beinhalten auch Service-Erweiterungen für spezielle Anforderungen wie etwa Sicherheits-Scans, individuelle Postprozesse, Botenfahrten bis hin zur Digitalisierung der Post.

Trends in der Postwelt

Mit der laufenden Weiterentwicklung des Unter nehmens und der Dienstleistungsangebote gewährleistet die Österreichische Post auch weiterhin ihre Wettbe werbsfähigkeit. Dies entspricht damit den Entwicklungen und neuen Herausforderungen, die im Postsektor erkennbar sind.

  • Konsolidierung: Die Öffnung der europäischen Postmärkte und die zunehmend überregional tätigen Kunden lassen für die Zukunft mittel- bis langfristig eine Konsolidierung sowohl bei klassischen Postunternehmen als auch bei neuen Anbietern erwarten. Die Österreichische Post positioniert sich als multiregionaler Anbieter. Gleichzeitig ist auch ein Zuwachs von neuen Anbietern im Markt zu erwarten.
  • Verstärkte elektronische Kommunikation: Der Trend zur elektronischen Substitution von Briefen wird weiterhin anhalten. Die Erfahrung der Vergangenheit zeigt jedoch, dass für Briefe, die durch neue Technologien substituiert wurden, bisher stets neue Ströme entstanden sind, wie beispielsweise die Identifi zierung von neuen Kunden durch Direkt-/Internet-Banken oder die neuen rechtlichen

Bestimmungen zur Briefwahl. Zusätz lich birgt der Trend zum E-Commerce gerade für die klassischen Postgesellschaften, die traditionell das Brief- und das Paketgeschäft kombinieren, große Chancen.

  • Rückwärts- und Vorwärtsintegration: Um die Anforderungen der Kunden zu erfüllen und die ge rade in einem liberalisierten Markt wichtigen Schnittstellen zu besetzen, zeigen die Post unter nehmen einen deutlichen Trend zur Ver längerung ihrer Wertschöpfungskette. Auch die Österrei chi sche Post hat in diesem Bereich bereits große An strengungen unternommen. Viele Kunden nehmen bereits die neuen Angebote der Post, wie z. B. Dokumentenmanagement oder Post stellen mana ge ment, an.
  • Steigende Bedeutung der direkten Kommuni kation: Der moderne Konsument und Kunde kann immer weniger durch undifferenzierte Massenkom munikation angesprochen werden, zusätzlich verlieren Massenmedien an Reichweite. Die durch CRM-Lösungen unterstützte Mailing-Kom muni kation bzw. die durch Geomarketing unterstützte Streuung von Werbung an Haushalte sichern die Zielgruppenorientierung in der Markt kommunika tion.

Die Guten kämpfen auch für die Schwachen.

Manche wollen nur die profitablen Regionen des Landes beliefern. Die Post ist für alle da. Wer sonst hat die Kraft, die Erfahrung und das Know-how, ganz Österreich bis in das kleinste, entlegenste Bergbauerndorf über ein hochmodernes, leistungsfähiges Logistiknetz zu versorgen? Am Schluss siegt eben immer das Gute.

Corporate Governance Bericht

Die Österreichische Post AG ist eine an der Wiener Börse notierte Aktiengesellschaft nach österreichischem Recht. Sie unterliegt den gesetzlichen Vorschriften zur Leitung und Überwachung von Aktiengesellschaften. Gemäß dem dualistischen System des österreichischen Aktienrechts wird die Gesell schaft vom Vorstand geleitet und vom Auf sichtsrat überwacht.

Corporate Governance Kodex

Die Österreichische Post bekennt sich im Sinn einer verantwortungsvollen und transparenten Unternehmensführung zur Einhaltung des Österreichischen Corporate Governance Kodex in der während der Berichtsperiode geltenden Fassung. Der Österrei chi sche Corporate Governance Kodex ist auf der Web site des Österreichischen Arbeitskreises für Corpo rate Gover nance unter www.corporate-governance.at abrufbar.

Die Österreichische Post hält alle "L-Regeln" (Legal Requirements) sowie, mit Ausnahme der nachfolgend genannten, auch alle "C-Regeln" (Comply or Explain) des Kodex ein:

  • Regel 39: Der Aufsichtsrat trifft Entscheidungen in dringenden Fällen im Wege des Umlauf ver fahrens. Des Weiteren sieht die Geschäfts ord nung für den Aufsichtsrat vor, dass im Fall besonderer Dringlichkeit Aufsichtsratssitzungen auch ohne Ein haltung der sonst vorgesehenen Frist einberufen werden können.
  • Regel 41: Die Funktionen des Nominierungs ausschusses nimmt der Präsidialausschuss wahr, wodurch ein entsprechendes Gremium gegeben ist.
  • Regel 43: Die Funktionen des Vergütungsausschus ses nimmt das Präsidium des Aufsichtsrats wahr, wodurch ein entsprechendes Gremium gegeben ist.

Die Satzung und die Geschäftsordnungen für den Vorstand und den Aufsichtsrat der Österreichischen Post entsprechen den Bestimmungen des Österreichischen Corporate Governance Kodex.

Die Gesellschaft hat zur Vermeidung von Insider-Geschäften eine konzernweit verpfl ichtende Compli ance-Richtlinie eingeführt, die den aktuellen öster reichischen Kapitalmarktvorschriften entspricht. Ihre Einhaltung sowie erforderlichenfalls ihre Adaptierung werden vom Compliance Offi cer kontinuierlich überwacht bzw. gewährleistet. Das Compliance-Verständnis der betroffenen Mitarbei ter wird in regelmäßigen Schulungsveran stal tungen gefördert.

Entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen und den Regelungen des Österreichischen Corporate Governance Kodex (C-Regel 70) werden die erfolgten Directors' Dealings unter www.post.at/ir laufend veröffentlicht.

Weiters wurden Kriterien für die Unabhängigkeit der Aufsichtsratsmitglieder beschlossen.

Abschlussprüfung und Kontrolle Die KPMG Austria GmbH Wirtschafts- und Steuerberatungsgesell schaft wurde von der Hauptversammlung am 22. April 2008 zum Abschlussprüfer des Jahres- und Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr 2008 bestellt. Im Geschäftsjahr 2008 wurden für die Prüfung des Einzelabschlusses und des Konzernabschlusses der Österreichischen Post AG von der KPMG Austria GmbH 613.823 EUR (Audit Fee) verrechnet. Für prüfungsnahe Tätigkeiten von Spezialisten hat die KPMG Austria GmbH eine Gegenleistung von 63.229 EUR erhalten, für sonstige Aufträge wurde seitens KPMG Austria GmbH ein Betrag von 384.929 EUR in Rechnung gestellt.

Das interne Kontrollsystem der Österreichischen Post wird über prozessintegrierte Maßnahmen, Mechanis men und Kontrollen über das gesamte Unter nehmen hinweg wahrgenommen. Das Cor po rate Controlling erfüllt im Bereich des Risikomanage ments Aufgaben der laufenden Berichterstattung und Vorschaurechnung. Im Bereich des Beschaf fungs pro zesses obliegt ihm die Budgetprüfung bzw. die Prüfung der Wirtschaftlichkeitsberechnungen bei Projekten und Investitionsvorhaben. Die Interne Revision prüft die Einhaltung der relevanten Rege lungen ex post.

Die Erkenntnisse der Revision dienen der Beurteilung der Wirksamkeit der integrierten Kontrollen und Maßnahmen.

Aktionäre Die Gleichbehandlung und die umfassende Information aller Aktionäre haben für die Österreichische Post einen besonders hohen Stel lenwert. Dazu gehört auch, dass über die gesetzlich ver pfl ichtenden Auskunfts- und Offenlegungs pfl ichten hinaus (Geschäfts- und Quartalsberichte, Ad-hoc-Meldungen, Offenlegung der Directors' Dealings) regelmäßig und unter Beachtung der gebotenen

Gleichbehandlung aller Aktionäre in Presse meldungen sowie in Analysten-, Presse- und Aktio närs konferenzen über die Entwicklung des Unter nehmens berichtet wird. Alle Berichte und Meldun gen sowie die wesentlichen Präsentationen zu diesen Konfe renzen werden unter www.post.at veröffentlicht. Im Jahr 2008 wurden fünf Ad-hoc-Mel dun gen publiziert. Diese sind unter www.post.at/ir verfügbar.

Die Informationen zur Aktionärsstruktur der Österrei chischen Post AG (C-Regel 62 des Österreichischen Corporate Governance Kodex) fi nden sich auf Seite 33 dieses Geschäftsberichts.

Entwicklung Corporate Governance Kodex in Österreich

Der Österreichische Corporate Governance Kodex wurde im Jahr 2002 nach mehreren Verhandlungsrunden mit Kapitalmarktexperten vom Österreichischen Arbeitskreis für Corporate Governance erarbeitet, um zur Förderung des Vertrauens in den österreichischen Kapitalmarkt beizutragen.

Der Kodex ist nicht gesetzlich verankert, jedoch können sich Unternehmen dem Kodex selbst unterwerfen ("Soft Law"). Alle österreichischen börsenotierten Gesellschaften sind jedoch aufgerufen, sich durch eine öffentliche Erklärung zur Beachtung des Kodex zu verpfl ichten.

Mit dieser freiwilligen Selbstregulierungsmaßnahme wird das Vertrauen der Aktionäre durch noch mehr Transparenz, durch eine Qualitätsverbesserung im Zusammenwirken zwischen Aufsichtsrat, Vorstand und Aktionären und durch die Ausrichtung auf langfristige Wertschaffung maßgeblich gefördert. Der Österreichische Corporate Governance Kodex ist daher ein wichtiger Baustein für die weitere Entwicklung und Belebung des österreichischen Kapitalmarktes.

In den letzten Jahren wurde der Österreichische Corporate Governance Kodex mehrmals überarbeitet, da dieser jährlich vor dem Hintergrund nationaler und internationaler Entwicklungen zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen ist.

Zuletzt machte das im Mai 2008 im Bundesgesetzblatt veröffentlichte Unternehmensrechts-Änderungsgesetz die Anpassung von einigen L-Regeln und C-Regeln des Kodex notwendig. Die wichtigsten Änderungen betrafen Regeln zum Corporate Governance Bericht sowie zur weiteren Stärkung der Unabhängigkeit des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse. Der überarbeitete Kodex in der Fas sung Jänner 2009 gilt für Geschäftsjahre, die nach dem 31. Dezember 2008 beginnen.

Der Österreichische Arbeitskreis für Corporate Governance wird bei der Erarbeitung der Neufassungen aktiv von der Arbeitsgruppe Corporate Governance & Kapitalmarktrecht unterstützt, in der auch die Österreichische Post AG durch ihre Compliance-Beauftragte vertreten ist.

Vorstand

Dr. Anton Wais

Vorsitzender des Vorstands, Generaldirektor, bestellt bis 30. Juni 2012, geb. 1948

Studium der Rechtswissenschaften an der Univer sität Wien. Anschließend Tätigkeit im Kabinett des Bundes ministers Josef Staribacher, danach zwanzig Jahre im Siemens-Konzern, zuletzt als Mitglied des Vorstands der Siemens AG Österreich mit Verantwor tung für die Bereiche Verkehrstechnik, Energieüber tragung und Energieerzeugung. Im Juli 1999 Bestellung zum Mit glied und Vorsitzenden des Vorstands der Öster reichi schen Post AG. Von 8. August 2007 bis 14. Juni 2008 interimistische Leitung der Division Paket & Logistik.

Dr. Rudolf Jettmar

Stellvertretender Vorsitzender des Vorstands,

Finanz vorstand, bestellt bis 30. Juni 2012, geb. 1947 Studium der Rechtswissenschaften an der Univer sität Wien sowie der Betriebswirtschaftslehre an der Wirt schaftsuniversität Wien. Tätigkeit in diversen Steuer beratungskanzleien, Fachprüfungen für Steuerberater sowie für Buchprüfer und Steuer be rater. 1982 bis 1999 Mitglied des Vorstands der Öster reichischen Ver kehrs kreditbank. Im August 1999 Bestellung zum Finanz vor stand und zum Stell vertretenden Vorstands vor sitzenden der Öster rei chi schen Post AG.

Zusätzliche Funktionen: Aufsichtsrat der BAWAG PSK Bank für Arbeit und Wirtschaft und Öster reichi sche Postsparkasse Aktiengesellschaft und der BAWAG Holding GmbH.

Dipl.-Ing. Dr. Herbert Götz Vorstandsdirektor, Division Filialnetz, bestellt bis 31. Dezember 2011, geb. 1963

Studium an der Technischen Universität Wien, Fachrichtung Maschinenbau. Assistent am Institut für Robotik und Regelungstechnik der TU Wien, Referent für Industriepolitik in der Vereinigung Österrei chischer Industrieller, wirtschaftspolitischer Berater und Kabinettchef von Vizekanzler Erhard Busek. Ab 1995 bei der Siemens AG Österreich, zuletzt als Bereichsleiter Information und Com mu nication Networks. Im März 2004 Bestellung zum Vorstands mitglied der Öster reichischen Post AG.

Zusätzliche Funktionen: Aufsichtsrat der BAWAG PSK Versicherung AG, 3. Stellvertreter des Auf sichts ratsvorsitzenden der Omnimedia Werbegesellschaft m.b.H., Aufsichtsrat des Technischen Museums Wien mit Österreichischer Mediathek.

Dipl.-Ing. Walter Hitziger Vorstandsdirektor, Division Brief, bestellt bis 31. Dezember 2011, geb. 1960

Studium des Wirtschaftsingenieurwesens für Ma schinen bau an der Technischen Universität in Graz. Tätigkeit in der Steirerbrau AG – Steirische Brau indus trie AG, bei Agiplan Planungsgesellschaft sowie bei der Econsult Betriebsberatungsgesellschaft in Wien. Ab 1997 Mitglied des Vorstands der bauMax Handels AG mit Verantwortung für Einkauf und Logistik. Im Mai 2004 Berufung in den Vorstand der Österreichischen Post AG.

Dipl.-BW (FH) Carl-Gerold Mende Vorstandsdirektor, Division Paket & Logistik, bestellt bis 14. Juni 2011, geb. 1956

Tätigkeit bei DHL und ab 1985 bei Federal Express Europe, zuletzt als Mitglied der deutschen Geschäftsleitung. Parallel zu den berufl ichen Aktivitäten Abschluss des Studiums der Betriebswirtschaft an der Hochschule in Rendsburg. 1993 Geschäftsführung von General Parcel Logistics. 2001 bis 2004 Senior Vice President der GLS Holding in Amsterdam, danach International Director von Royal Mail in London. Im Juni 2008 Berufung in den Vorstand der Öster reichischen Post AG.

Der Vorstand leitet unter eigener Verantwortung die Gesellschaft, wie das Wohl des Unternehmens unter Berücksichtigung der Interessen der Aktionäre und der Arbeitnehmer sowie das öffentliche Interesse es erfordern.

In Anbetracht der gestiegenen Bedeutung der Division Paket & Logistik und der forcierten Internationalisierung wurde für den Geschäftsbereich Paket & Logistik der Österreichischen Post AG eine neue Vorstandsposition ausgeschrieben. Im März 2008 wurde Dipl.-BW (FH) Carl-Gerold Mende vom Auf sichtsrat der Österreichischen Post AG mit Wirkung ab 15. Juni 2008 zum Vorstand für Paket & Logistik be stellt. Die Bestellung erfolgte auf die Dauer von drei Jahren mit der Option auf Verlän gerung um weite re zwei Jahre.

Arbeitsweise des Vorstands Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle relevanten Fragen der Ge schäftsentwicklung, einschließlich der Risikolage und des Risikomanagements in der Gesellschaft und in den wesentlichen Konzernunter nehmen. Vor stand und Aufsichtsrat sehen es dabei als gemein same Auf gabe, die ausreichende Versorgung des Auf sichtsrats mit

den erforderlichen Informationen sicherzustellen. Im Sinne guter Cor porate Gover nance fi nden offene Diskussionen zwischen Vor stand und Auf sichtsrat und innerhalb dieser Organe statt. Darüber hinaus hält der Auf sichts rats vor sit zende regelmäßig Kontakt mit dem Vorstands vor sitzenden und diskutiert mit ihm die Strategie, die Geschäftsentwicklung und das Risiko mana gement des Unternehmens.

Unternehmensorganisation und Vorstandsbereiche

(Stand 31. Dezember 2008)

Divisionen Zentrale Funktionen Koordinationsfelder
Dr. Anton Wais Generalsekretariat, Länderkoordination
Strategie und Konzern-
entwicklung,
Personalmanagement
und strategisches Human
Resources Management,
Investor Relations,
Compliance &
Corporate Governance,
Konzernrevision,
Konzernkommunikation
Mag. Dr. Finanz- und Rechnungswesen,
Rudolf Jettmar Corporate Controlling,
Treasury,
Personaladministration,
Informationstechnologie,
Recht,
Corporate Real Estate
Dipl.-Ing. Dr. Filialnetz inkl. Philatelie Werbekoordination
Herbert Götz Österreich
Dipl.-Ing. Brief Logistikkoordination
Walter Hitziger inkl. Güterbeförderung
Dipl.-BW (FH) Paket & Logistik Vertriebskoordination
Carl-Gerold Mende1 inkl. Zollwesen

1 Seit 15. Juni 2008

Aufsichtsrat (Stand 31. Dezember 2008)

Kapitalvertreter

Dr. Peter Michaelis
Vorsitzender
unabhängig, erstmals gewählt: 18. Mai 2001, geb. 1946
Vorstand der Österreichischen Industrieholding AG
Aufsichtsratsvorsitzender der Telekom Austria AG,
der Austrian Airlines AG und der APK-Pensionskasse AG,
Aufsichtsrat der OMV AG (Vorsitzender-Stv.)
Dipl.-Ing. Rainer Wieltsch
Vorsitzender-Stv.
unabhängig, erstmals gewählt: 6. Mai 2002, geb. 1944
Konsulent
Aufsichtsratsvorsitzender der OMV AG, Aufsichtsrat der
Austrian Airlines AG (2. Vorsitzender-Stv.) und der Telekom Austria AG,
Aufsichtsratsvorsitzender der Bundesrechenzentrum GmbH
(bis 31. Dezember 2008)
Dieter Bock unabhängig, erstmals gewählt: 18. Mai 2001, geb. 1948
selbstständiger Unternehmensberater
Dr. Horst Breitenstein unabhängig, erstmals gewählt: 1. Jänner 2003, geb. 1941
Konsulent
Aufsichtsrat der BEKO Holding AG
Dr. Edith Hlawati unabhängig, erstmals gewählt: 26. April 2007, geb. 1957
Partnerin der Rechtsanwaltskanzlei
Cerha Hempel Spiegelfeld Hlawati (CHSH)
Aufsichtsrat der Telekom Austria AG (Vorsitzende-Stv.)
Dr. Gerhard Roiss unabhängig, erstmals gewählt: 26. April 2007, geb. 1952
Generaldirektor-Stv. der OMV AG
Aufsichtsratsvorsitzender der Borealis AG, Aufsichtsrats
vorsitzender-Stv. mehrerer Tochtergesellschaften der OMV AG
Dr. Karl Stoss1 unabhängig, erstmals gewählt: 4. April 2006, geb. 1956
Vorstandsvorsitzender der Casinos Austria AG,
Geschäftsführer der Österreichische Lotterien Gesellschaft m.b.H.,
der Entertainment Glücks- und Unterhaltungsspiel GmbH
sowie der Casinos Austria International Holding GmbH,
Aufsichtsrat der Burgtheater GmbH, Aufsichtsrat der Kathrein & Co.
Privatgeschäftsbank AG (Vorsitzender-Stv.), Aufsichtsrat der
Omnimedia Werbegesellschaft m.b.H. (1. Vorsitzender-Stv.),
Aufsichtsratsvorsitzender der Österreichische Sportwetten GmbH
Dkfm. Hans Wehsely unabhängig, erstmals gewählt: 31. August 1999, geb. 1943
Prokurist der Siemens AG Österreich sowie Geschäftsführer der
VA TECH Transmission & Distribution GmbH

Alle Kapitalvertreter sind bis zum Ende jener Hauptversammlung gewählt, die über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2009 beschließt.

Arbeitnehmervertreter

Gerhard Fritz Mitglied seit 5. September 2001, geb. 1960
Vorsitzender des Zentralausschusses der Bediensteten
der Österreichischen Post AG
Martin Palensky Mitglied seit 22. Februar 2002, geb. 1963
Vorsitzender-Stv. des Zentralausschusses der Bediensteten
der Österreichischen Post AG
Helmut Köstinger Mitglied seit 14. April 2005, geb. 1957
Mitglied des Zentralausschusses der Bediensteten
der Österreichischen Post AG
Manfred Wiedner Mitglied seit 3. März 1999, geb. 1963
Mitglied des Zentralausschusses der Bediensteten
der Österreichischen Post AG

Ausschüsse des Aufsichtsrats

Präsidium Dr. Peter Michaelis (Vorsitzender), Dipl.-Ing. Rainer Wieltsch
Präsidialausschuss Dr. Peter Michaelis (Vorsitzender), Dipl.-Ing. Rainer Wieltsch,
Gerhard Fritz
Prüfungsausschuss Dr. Peter Michaelis (Vorsitzender), Dipl.-Ing. Rainer Wieltsch,
Dr. Karl Stoss1, Dkfm. Hans Wehsely, Gerhard Fritz, Manfred Wiedner
Filialnetz-Ausschuss Dr. Peter Michaelis (Vorsitzender), Dipl.-Ing. Rainer Wieltsch,
Dr. Gerhard Roiss, Dkfm. Hans Wehsely, Martin Palensky,
Manfred Wiedner

Der Aufsichtsrat sieht neben der Überwachung des Vorstands als seine Aufgabe an, diesen im Rahmen der Leitung des Unternehmens, insbesondere bei Entscheidungen von grundlegender Bedeutung, zu unterstützen. Dem Aufsichtsrat der Österreichischen Post AG gehören weder ehemalige Vorstands mitglieder noch leitende Angestellte an; auch sogenannte "Überkreuzverfl echtungen" bestehen nicht. Es wurden keine Kre dite an Mitglieder des Aufsichtsrats vergeben.

Unabhängigkeit des Aufsichtsrats Der Aufsichtsrat der Österreichischen Post AG hat gemäß C-Regel 53 des Österreichischen Corporate Governance Kodex Leitlinien zur Feststellung der Unabhän gig keit von Aufsichtsratsmitgliedern, die dem Anhang 1 des Österreichischen Corporate Gover nance Kodex entsprechen, beschlossen. Die von der Hauptversamm lung gewählten Aufsichtsratsmit glie der haben in eige ner Verantwortung ihre Un ab hängigkeit überprüft. Demzufolge gehört sowohl dem Gesamt auf sichtsrat als auch allen Ausschüssen eine ausreichen de Anzahl an unabhängigen Auf sichts ratsmitgliedern an. Zudem umfasst der Auf sichtsrat sieben vom Kernaktionär der Österrei chi schen Post AG unabhängige Vertreter, sodass die Mehr heit der Auf sichtsratsmitglieder in keiner Be ziehung zur Mehr heits gesellschafterin steht.

Arbeitsweise des Aufsichtsrats Der Auf sichtsrat hat durch Beschluss aus seiner Mitte für spezi fi sche Angelegenheiten Ausschüsse gebildet.

  • Dem Präsidium obliegt die Regelung der Be zie hungen zwischen der Gesellschaft und den Mit gliedern des Vorstands, mit Ausnahme von Be schlüssen auf Bestellung oder Widerruf der Be stel lung eines Vorstandsmitglieds sowie auf Ein räumung von Optionen auf Aktien der Ge sell schaft. Das Präsidium nimmt auch die Fun ktionen des Vergütungsausschusses im Hin blick auf die Vorstandsbezüge wahr.
  • Der Präsidialausschuss fungiert auch als Nomi nierungsausschuss.
  • Der Prüfungsausschuss befasst sich mit der Prü fung und Vorbereitung der Feststellung des Jah res abschlusses, des Vorschlags für die Ge winn ver wendung und des Lageberichts so wie des Kon zern abschlusses und des Kon zern lageberichts. Zu sätzlich befasst sich der Prüfungsausschuss mit dem Bericht des Abschlussprüfers über die Funk tionsfähig keit des Risikomanagements und mit dem Revisions plan.

■ Der Filialnetz-Ausschuss wurde als Arbeitsgruppe zur Behandlung spezifi scher Fragen des Filial netzes eingerichtet.

Anzahl der Sitzungen und Tätigkeits schwer-

punkte Aufsichtsrat und Vorstand haben im Berichtsjahr in sechs Aufsichtsratssitzungen und in zwei Sitzungen des Filialnetz-Ausschusses sowie in einer Sitzung des Prüfungsausschusses intensiv den Geschäftsverlauf und die strategische Weiter ent wicklung beraten. Wesentliche Themen der Be ra tungen des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2008 waren die bevorstehende Liberalisierung des Post markts im Jahr 2011, die Neustrukturierung des Paketgeschäfts sowie die Entwicklung neuer Modelle für die Filialnetzstruktur und die Zustellung.

Weiters fanden nach Bedarf Sitzungen des Prä si diums statt, die unter anderem die Verhandlung und den Abschluss des Anstellungsvertrags mit Dipl.-BW (FH) Carl-Gerold Mende und die Änderung der Ge schäftsordnung für den Vorstand infolge der Erwei terung des Vorstands zum Gegenstand hatten.

Der Präsidialausschuss war im Geschäftsjahr 2008 mit der Erstellung eines Besetzungsvorschlags für die Vorstandsfunktion Paket & Logistik und mit der Vorbereitung der Beschlussfassung des Aufsichtsrats über die Bestellung des Vorstandsmitglieds für Paket & Logistik der Österreichischen Post AG befasst.

Der Prüfungsausschuss hat in seiner Sitzung am 4. März 2008, an der der Wirtschaftsprüfer teilgenommen hat, die ihm gesetzlich zugewiesenen Aufgaben ordnungsgemäß wahrgenommen.

Der Filialnetz-Ausschuss hat sich in zwei Sitzungen (4. Februar 2008 und 4. März 2008) vor allem mit den Optimierungs- und Entwicklungspotenzialen der Division Filialnetz befasst.

Alle Ausschüsse sind in den Sitzungen vollzählig zusammengetreten.

Vergütungsbericht

Der Vergütungsbericht fasst die Grundsätze zusammen, die für die Festlegung der Vergütung des Vorstands der Österreichischen Post AG angewendet werden, und erläutert Höhe und Struktur der Vorstandseinkommen. Darüber hinaus werden Grundsätze und Höhe der Vergütung des Aufsichtsrats beschrieben sowie Angaben zum Aktienbesitz von Vorstand und Aufsichtsrat gemacht.

Vorstand Das Vergütungssystem umfasst einen fi xen und einen variablen Gehaltsbestandteil. Das fi xe Basisgehalt orientiert sich an der Gehaltsstruktur börsenotierter österreichischer Unternehmen und berücksichtigt den Verantwortungsbereich des jeweiligen Vorstandsmitglieds. Die variable Vergütung ist zu einem hohen Ausmaß mit der Erreichung der Ergebnisziele (EBIT) des Konzerns verknüpft und ent hält weiters qualitative Zielerreichungs kom ponenten. Für den variablen Gehaltsbestandteil wurde eine Obergrenze von 100% des Jahres fi x bezugs festgelegt. Die entsprechenden Beträge werden im Folgejahr ausgezahlt.

Die im Geschäftsjahr 2007 und 2008 ausbezahlten Bezüge der Vorstandsmitglieder setzen sich wie folgt zusammen:

Bezüge in TEUR 2007 2008
Fixe Bezüge 1.360 1.591
Variable Bezüge 655 770
Gesamtbezüge 2.015 2.361

Weiters erhalten die Vorstandsmitglieder Sachbe züge. Im Falle der Beendigung des Dienstverhältnisses eines Vorstandsmitglieds sehen die Vorstands verträge, die vor dem 1. Jänner 2008 geschlossen wurden, Abfertigungsansprüche in Höhe von bis zu einem Jahresbezug vor. Alle Vorstandsmitglieder verfügen über eine Pensionskassenregelung, in deren Rahmen sich die Österreichische Post AG zur Ge währung eines Pensionsbeitrages in Höhe von 10% des fi xen Jahresbruttobezugs verpfl ichtet hat.

Zur Aufnahme von Nebentätigkeiten benötigen die Vorstandsmitglieder die Zustimmung des Präsidiums. So ist sichergestellt, dass weder der zeitliche Aufwand noch die dafür gewährte Vergütung zu einem Konfl ikt mit den Aufgaben für das Unternehmen führen.

Die Vorstandsmitglieder der Österreichischen Post AG sind im Rahmen einer D&O-Versicherung, welche sowohl die gerichtliche und außergerichtliche Ab wehr unbegründeter als auch die Befriedigung begründeter Schadenersatzansprüche umfasst, versichert.

Aktienbasiertes Vergütungsprogramm Die Gehälter des Managements enthalten grundsätzlich einen fi xen und einen variablen Anteil. Der Vorstand und der Aufsichtsrat der Österreichischen Post AG haben darüber hinaus beschlossen, im Rahmen der Börseeinführung ein aktienbasiertes Vergütungspro gramm für die rund 35 Führungskräfte der Österreichischen Post AG einzuführen, und planen auch für die kommenden Jahre vergleichbare Pro gramme. Dadurch sollen die Interessen des Manage ments mit jenen der Aktionäre auf eine mittel- bis langfristige Steigerung des Unternehmens werts in Einklang gebracht und die Führungskräfte zusätzlich motiviert werden.

Die erfolgsbasierte Auszahlung wird auf der Basis von sogenannten Wertrechten ermittelt, die den einzelnen Teilnehmern gewährt werden. Die Ge wäh rung der Wertrechte an die einzelnen Teil neh mer setzt voraus, dass diese als Eigeninvestment im Rahmen des Börsegangs oder über die Börse Aktien der Gesellschaft im Wert von rund 30% ihres individuellen Zielwerts erwerben und diese Aktien während der Laufzeit der Wertrechte ununterbrochen halten. Die Vergütung ist an die Gesamtrendite der Aktie (Total Shareholder Return) gebunden, also an die Kurs steigerung der Aktie zuzüglich der ausgeschütteten Divi denden über den Betrachtungs zeit raum.

Die Wertrechte des Programms 2007 (2006) haben eine Laufzeit von zwei (drei) Jahren ab dem Zeitpunkt ihrer Gewährung und berechtigen ihren Inhaber am Ende der Laufzeit zum Bezug eines Geldbetrags in Höhe der ihm eingeräumten Wertrechte. Der Vorstand hat die ihm eingeräumten Wertrechte in voller Höhe ausgeschöpft (18.500 Wertrechte für Pro gramm 2007; 25.480 Wertrechte für Programm 2006).

Aufsichtsrat Die Vergütung für den Aufsichtsrat wird jährlich in der ordentlichen Hauptversammlung für das jeweils abgelaufene Geschäftsjahr beschlossen. Dabei wird auch das Sitzungsgeld festgelegt. Dieses liegt derzeit bei 300 EUR pro Sitzung. Darüber hinaus werden anfallende Reisekosten ersetzt. Für das Geschäftsjahr 2007 hat die Hauptversammlung am 22. April 2008 die individuellen Bezüge für die Mitglieder des Aufsichtsrats mit 15.000 EUR, für den Vorsitzenden mit 25.000 EUR sowie für den stellvertretenden Vorsitzenden mit 20.000 EUR festgesetzt. Die Auszahlung dieser Bezüge erfolgte unmittelbar nach der ordentlichen Hauptversammlung.

Die dem Aufsichtsrat im Geschäftsjahr 2008 gewährten Vergütungen (inklusive Sitzungsgeld und Spesen) betragen gesamt 158 TEUR.

Die Arbeitnehmervertreter üben ihre Funktion ehren amtlich aus und werden für ihre Tätigkeit im Zentralausschuss gemäß ihrem jeweiligen Dienstver trag entlohnt. Sie können nur vom Zentral ausschuss, dies aber jederzeit, abberufen werden.

Directors' Dealings

Aktienkäufe und -verkäufe von Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats werden gemäß § 48d Börsegesetz innerhalb von fünf Arbeitstagen nach dem Tag des Abschlusses des Geschäfts der Finanzmarktaufsicht gemeldet und auf der Website der Finanzmarktaufsicht veröffentlicht. Insgesamt wurden im Berichtszeitraum folgende Aktien be stände bzw. -transaktionen an die Finanz markt auf sicht gemeldet:

Aktienbesitz in Stück 31. 12. 2007 Kauf Verkauf 31. 12. 2008
Vorstand
Anton Wais 12.000 12.000
Rudolf Jettmar 9.110 9.110
Walter Hitziger 6.421 579 7.000
Herbert Götz 28.684 28.684
Carl-Gerold Mende 0 0
Aufsichtsrat
Peter Michaelis 600 600
Rainer Wieltsch 1.200 1.200
Gesamt 58.015 579 58.594

Externe Evaluierung

Die Österreichische Post AG hat die Einhaltung des Österreichischen Corporate Governance Kodex für den Zeitraum 1. Jänner 2008 bis 31. Dezember 2008 einer freiwilligen externen Evaluierung durch die KPMG Austria GmbH Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft unterzogen. Die Prü fung erfolgte anhand des offi ziellen Fragebogens des Österreichischen Arbeitskreises für Corporate Governance und hat ergeben, dass das öffentliche Be kenntnis der Gesellschaft zum Kodex den tatsächlichen Gegebenheiten im Unternehmen entspricht. Der von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zu ihrer Evaluie rung abgegebene Bericht kann unter www.post.at eingesehen werden. Die Rechtsan walts kanzlei CMS Reich-Rohrwig Hainz wurde mit der Evaluierung der Einhaltung der den Abschluss prüfer betreffenden Bestimmungen des Österreichi schen Corporate Governance Kodex (Regeln 74 bis 80) beauftragt. Der Bericht wird nach Ab schluss der Evaluierung durch die beauftragte Rechts anwaltskanzlei auf der Web site der Österreichischen Post veröffentlicht.

Statement des Aufsichtsratsvorsitzenden

Trotz größter Turbulenzen auf den internationalen Kapitalmärkten konnte die Österreichische Post ihren Kurswert als einziger ATX-Titel im Jahr 2008 sogar leicht steigern. Damit wurde nicht nur die Strategie der letzten Jahre, sondern auch die Entscheidung zum Börsegang im Jahr 2006 klar bestätigt. Auch die Geschäftsentwicklung im Jahr 2008 gibt Anlass zur Zufriedenheit. Neuerliche Umsatz- und operative Ergebnissteigerungen, eine solide Bilanz mit geringem Verschuldungsgrad und selektive Akquisitionstätigkeit sind nur die wichtigsten Highlights. Anhaltend hohe Cash-Flows und die daraus resultierende Dividendenkraft spielen für die stabile Wertentwicklung der Post eine entscheidende Rolle.

In den nächsten Monaten wird es die Hauptaufgabe der Post sein, im Spannungsfeld zwischen der Forde rung nach fl ächendeckender Versorgung, dem zunehmenden Wettbewerbsdruck, steigenden betriebswirtschaftlichen Anforderungen und den Inter essen der Mitarbeiter und Aktionäre ein tragfähiges Konzept für die Zukunft zu entwickeln. Wesentliche Voraussetzung dafür sind klare rechtliche Rahmenbedingungen, die von der Politik bis Mitte dieses Jahres zugesagt wurden. Die Rahmenbedingungen müssen für fairen Wettbewerb sorgen und ein transparentes Modell für die Finanzierung des Universaldienstes enthalten, die nicht zulasten der Österreichischen Post gehen darf.

Aufbauend auf dem neuen rechtlichen Rahmen wird die Österreichische Post detaillierte strategische Maßnahmen für die Zukunft entwickeln. Dabei wird eine Veränderung des Netzwerks hin zu mehr Post.Partnern, die unrentable Postfi lialen ersetzen, angesichts der vollkommenen Öffnung des Briefmarktes unumgänglich sein. Gleichzeitig gilt es, die einzig artige Stellung der Post als Österreichs größter Logistik anbieter mit dem dichtesten Filialnetz im Land weiterhin gezielt zur Entwicklung neuer, attraktiver Angebote zu nutzen.

Mein Dank für die im vergangenen Jahr erbrachten Leistungen gilt an dieser Stelle dem Vorstand und dem Management der Österreichischen Post AG und insbesondere Herrn Dr. Anton Wais, der aus gesundheitlichen Gründen per 31. März 2009 aus dem Vorstand ausscheiden wird. Weiters danke ich auch allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die tagtäglich durch ihren Einsatz und ihr Engagement wesentlich zum Erfolg dieses Unternehmens beitragen.

Dr. Peter Michaelis e. h. Vorsitzender des Aufsichtsrats

Aktie und Investor Relations

Stabiles Geschäft führt zu stabiler Kurs entwicklung Trotz des schwierigen Kapital markt umfelds beurteilt der Kapitalmarkt das Geschäfts modell der Österreichischen Post auch weiterhin positiv, wie der äußerst stabile Aktienkurs belegt. Der Mix aus erfolgreicher Geschäfts entwicklung, solider Bilanz und attraktiver Dividen denpolitik bildet die Basis für die beachtliche Ent wicklung des Aktienkurses im Jahr 2008. Im Jahres vergleich konnte die Aktie ungeachtet des ausgesprochen turbulenten Kapitalmarktumfelds sogar um 0,5% zulegen. Sie war damit die einzige Aktie im ATX, dem österreichischen Benchmark-Index, die ihren Kurs steigern konnte.

Steigerung der Dividende Die Österreichische Post verfolgt weiterhin das klare Ziel einer Wert steigerung des Unternehmens. Gleichzeitig bietet sie ihren Aktionären auf der Grundlage stabiler Cash-Flows attraktive Dividenden. Für das Ge schäfts jahr 2008 wird der Vorstand der Haupt versammlung am 6. Mai 2009 die Aus schüttung einer Basisdividende von 1,50 EUR pro Aktie vorschlagen. Zusätzlich soll eine Sonderdividende von 1,00 EUR pro Aktie ausgezahlt werden. Auf Basis eines Aktienkurses von 24,10 EUR per Ende Dezember 2008 errechnet sich damit – unter Berücksichtigung von Basis- und Sonderdivi dende – eine Dividen den rendite von 10,4%.

Auch für die kommenden Jahre strebt die Öster reichische Post – unter der Voraussetzung einer anhaltend guten Geschäftsentwicklung und einer unverändert soliden Finanzlage – eine Aus schüttungs quote von zumindest 75% des Nettoergebnisses an.

Kursentwicklung und Umsätze Die Österreich ische Post, die seit dem 31. Mai 2006 als europaweit drittes börsenotiertes Postunternehmen an der Wiener Börse gelistet ist, war 2008 die erfolgreichste Aktie an der Wiener Börse. Per Saldo legte sie im Jahresverlauf 2008 um 0,5% zu, während der ATX in derselben Periode um mehr als 60% nachgab und auch der für die Post relevante Branchenindex DJ Euro Stoxx Transportation um fast die Hälfte einbrach. Per Ende 2008 lag der Kurs der Post Aktie bei 24,10 EUR, die Marktkapitalisierung erreichte damit knapp 1,7 Mrd EUR. Der Umsatz an der Wiener Börse lag 2008 mit rund 34 Millionen gehandelten Aktien bei mehr als 800 Mio EUR (in Einzelzählung).

Hohe Rendite Auf Basis des Emissionskurses von 19,00 EUR (30. Mai 2006) errechnet sich bis Ende 2008 ein Wertzuwachs von 26,8%. Rechnet man die Dividendenzahlungen von insgesamt 3,40 EUR pro Aktie in diesem Zeitraum hinzu, so ergibt sich eine sehr beachtliche Gesamtrendite (Total Shareholder Return) von 44,7%.

Da die Österreichische Post keine Anleihen emittiert, liegt für das Unternehmen kein Rating vor.

Vertreten in zahlreichen Indizes Seit 18. September 2006 ist die Post Aktie im ATX, dem Leitindex der Wiener Börse, enthalten. Der ATX setzt sich aus jenen 20 österreichischen Unternehmen zusammen, die den höchsten Börseumsatz und die größte Markt kapitalisierung aufweisen. Die Gewichtung der Post Aktie im ATX betrug per Ende Dezember 2008 3,5% und hat sich damit gegenüber dem Wert von 1,2% zu Jahresende 2007 nahezu verdreifacht. Dies ist auf die gute Performance der Aktie im Vergleich zu den anderen im Index vertretenen Unternehmen zurückzuführen. Neben dem ATX ist die Post auch noch im ATX Prime, dem VÖNIX (dem österreichischen Nachhaltigkeitsindex) sowie im DJ Euro Stoxx Transportation Index vertreten.

Aktienrückkauf Die Hauptversammlung der Öster reichischen Post AG vom 22. April 2008 hat den Vorstand ermächtigt, ein Aktien-Rückkaufprogramm in Höhe von maximal 10% des Grundkapitals bis Oktober 2009 durchzuführen. Von dieser Ermäch ti gung hat der Vorstand am 12. August 2008 Ge brauch gemacht und ein entsprechendes Aktien-Rückkauf programm gestartet. Das Programm lief von 19. August bis 31. Dezember 2008, das Volumen war mit 3,5 Millionen Aktien bzw. 5% des Grundkapitals begrenzt. Insgesamt wurden im Rahmen dieses Pro gramms über die Wiener Börse 2.447.362 Stück aktien, dies entspricht 3,5% des Grundkapitals, zurückgekauft.

Entwicklung der Post Aktie (30. Mai 2006–27. Februar 2009)

Aktionärsstruktur Durch den Börsegang im Jahr 2006 reduzierte sich der Anteil der österreichischen Staatsholding ÖIAG (Österreichische Industrie hol ding AG) am Grundkapital der Österreichischen Post AG von zuvor 100% auf 51% bzw. 35,7 Mio Aktien. Nach dem Aktienrückkauf im Jahr 2008 erhöhte sich der Anteil auf 52,8%. Per 31. Dezember 2008 befanden sich aufgrund des durchgeführten Aktien-Rück kaufpro gramms insgesamt 2.447.362 Stück Aktien – das sind knapp 3,5% aller ausstehenden Aktien – im Besitz der Gesellschaft ("eigene Aktien").

Eine im Jänner 2009 durchgeführte Aktionärs erhebung zeigt, dass 88% aller Aktien von in Europa ansäs sigen Investoren gehalten werden, 65% in Österreich. Der Streubesitz wird repräsentiert durch 12% private und institutionelle Investoren in Österreich, 12% in Großbritannien und 11% in Kontinental europa.

Aktionärsstruktur Jänner 2009

Basis: 67,6 Millionen Aktien

Zu den privaten Investo ren in Österreich zählen auch die Mitarbeiter der Österreichischen Post mit einem Anteil von etwa 2,6%. In Nordamerika (USA und Kanada) befi nden sich derzeit 11% der Aktien, 1% entfällt auf andere Länder.

Investor Relations Die Kommunikation mit In vestoren und Analysten ist der Österreichischen Post ein wichtiges Anliegen. Neben zahlreichen Be suchen von institutionellen Investoren und Analys ten in Wien fanden laufend Begegnungen sowohl des Vorstands als auch des Investor-Relations-Teams mit der Financial Community in Österreich und an internationalen Finanzplätzen wie Frankfurt, Lon don, Mailand, Paris, New York oder Boston statt. Der intensive Dialog mit dem Kapitalmarkt wurde bei mehr als 30 Roadshows und Investoren kon fe ren zen mit rund 200 institutionellen Investoren geführt.

Dass die Bemühungen der Österreichischen Post um Transparenz gewürdigt werden, bezeugt der von der Post belegte 3. Platz in der Kategorie "Journalisten" bei dem vom österreichischen Wirtschaftsmagazin GEWINN verliehenen Börsepreis 2008.

Auch die Privataktionäre haben vom umfangreichen Dialogangebot der Österreichischen Post auf breiter Basis Gebrauch gemacht. Zahlreiche Privataktionäre informierten sich unter anderem auf der Haupt versammlung oder der GEWINN-Messe in Wien eingehend über das Unternehmen.

Research Coverage Die Empfehlungen und Kurs ziele von Analysten spielen neben gesamt wirtschaft lichen und unternehmensspezifi schen Überlegungen bei Investitionsentscheidungen von Anlegern eine wichtige Rolle. Gleichzeitig liefern die Analysten-Reports für die Post wertvolles Feedback von Bran chen experten zu Strategie und Entwicklung des Unternehmens. Im Jahr 2008 haben zwei Investment banken die Coverage der Österreichischen Post neu aufgenommen: die deutsche Berenberg Bank

sowie das neu gegründete Wiener Büro von CA Cheuvreux. Per Anfang März 2009 wird die Öster reichische Post damit von zehn Invest menthäusern laufend beobachtet: Berenberg Bank, CA Cheuvreux, Deutsche Bank, Erste Bank, Goldman Sachs, Main First Bank, Morgan Stanley, Raiffeisen Centrobank, Sal. Oppenheim und UniCredit.Eine Übersicht über die aktuellen Ein schätzungen dieser Häuser fi ndet sich im Internet unter www.post.at/ir >> Post Aktie >> Analysen.

Aktienkennzahlen/Dividendenkennzahlen Veränderung

Kontakt Investor Relations: Dipl.-Ing. Harald Hagenauer T: +43 (0) 57767-30401

F: +43 (0) 57767-30409 E: [email protected]

I: www.post.at/ir

Online-Geschäftsbericht 2008:

www.post.at/gb2008

in %
Ergebnis je Aktie EUR 1,43 1,75 1,71 -2,4%
Dividende je Aktie1 EUR 1,00 1,40 1,502 +7,1%
Sonderdividende je Aktie EUR - 1,00 1,002 -
Gesamtausschüttung Mio EUR 70,0 168,0 168,9 +0,5%
Free Cash-Flow je Aktie3 EUR 1,36 2,19 3,00 +37,0%
Dividendenrendite4 % 2,8% 10,0% 10,4% -
Jahresperformance mit Dividende5
(Total Shareholder Return) % +90,0% -30,8% +10,5% -
Jahresperformance ohne Dividende % +90,0% -33,5% +0,5% -
KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis)
per Ende Dezember 25,2 13,7 14,1 -
Kurs per Ende Dezember EUR 36,10 23,99 24,10 +0,5%
Höchst-/Tiefstkurs (Schlusskurs) EUR 39,50/21,50 37,25/20,95 29,75/20,44 -
Marktkapitalisierung
per Ende Dezember Mio EUR 2.527,0 1.679,3 1.628,0 -3,1%
Anzahl der im Umlauf befindlichen
Aktien per Ende Dezember Stück 70.000.000 70.000.000 67.552.638 -3,5%
Streubesitz % 49,0% 49,0% 47,2% -

2006 2007 2008 2007/2008

1 Für Geschäftsjahr

2

Vorschlag an die Hauptversammlung am 6. Mai 2009

3 Cash-Flow aus Geschäftstätigkeit (Cash flow from operating activities) minus Investitionstätigkeit

4 Dividende je Aktie dividiert durch Aktienkurs per Ende Dezember des jeweiligen Geschäftsjahres

5 Veränderung des Aktienkurses im Jahresvergleich plus Dividendenzahlung (ohne Reinvestition der Dividende)

In unseren Adern fließt gelbes Blut.

Vor 500 Jahren von Fürsten gegründet, ist die Post heute eines der modernsten und effizientesten Unternehmen Österreichs. 2006 ging die Post als europaweit erst dritte, weltweit erst vierte an die Börse. Kurz darauf wurde der Titel in den ATX aufgenommen. Seither spielt die Post endgültig in der höchsten Liga der österreichischen Topunternehmen. Adel verpflichtet eben.

Liberalisierung

Vollständige Marktöffnung bis 2011 bzw. 2013 beschlossen Anfang 2008 hat die EU mit Ver abschiedung der dritten Post-Richtlinie (2008/6/ EG) die vollständige Öffnung der europäischen Postmärkte beschlossen. Damit wird auch das letzte noch bestehende Monopol – jenes auf Briefe bis 50 Gramm – in naher Zukunft wegfallen, sodass alternative Anbieter auch in diesem bisher geschützten Bereich ihre Dienste anbieten können. Für die Umsetzung der vollständigen Marktöffnung hat sich die EU auf einen Stufenplan geeinigt. Die meisten EU-Staaten – darunter auch Österreich – öffnen ihre Märkte mit 1. Jänner 2011, elf Mitglied staaten erst mit 1. Jänner 2013.

Größte Herausforderung: Finanzierung des Universaldienstes Die EU-Richtlinie sieht vor, dass auch nach der Liberalisierung der Briefmärkte eine fl ächendeckende Versorgung mit Postdienst leistungen zu tragbaren Preisen und mit entsprechender Qualität sichergestellt wird. Unter anderem sind in der EU-Richtlinie folgende Mindeststandards festgeschrieben:

  • Hauszustellung an zumindest fünf Arbeitstagen pro Woche
  • Abholung, Sortierung und Zustellung von Postsen dungen bis zwei Kilogramm
  • Abholung, Sortierung und Zustellung von Paketsendungen bis zehn Kilogramm
  • Dienste für Einschreib- und Wertsendungen
  • Netz mit Abhol- und Zugangspunkten entsprechend den Bedürfnissen der Nutzer

Mehrstufiger Liberalisierungsfahrplan

Island, Norwegen und Liechtenstein setzen als EWR-Mitglieder die Binnenmarktregelungen der EU um.

Bisher wurde dieser Universaldienst durch die Er träge aus dem sogenannten "reservierten Bereich", dem Monopol auf Briefe bis 50 Gramm, fi nanziert. Nach dessen Aufhebung werden auch alternative Anbieter in diesem Segment tätig werden, sich dabei aber wohl vor allem auf die dicht besiedelten Ballungsräume konzentrieren. Die Österreichische Post hingegen plant weiterhin an jede Adresse in Österreich zuzustellen und so den Versorgungs auf trag zu erfüllen.

Damit stellt sich die Frage der Finanzierung der kostenintensiven Versorgung der ländlichen Regionen, die bis dato durch das Monopol gewährleistet war. Die EU-Richtlinie sieht hierfür mehrere Möglichkeiten vor. Die Österreichische Post AG befürwortet die Abgeltung der Universaldienstkosten über staatliche Aus gleichs zahlungen.

Umsetzung in österreichisches Recht – Schaf fung fairer Marktbedingungen Der

Erfolg der Liberalisierung hängt von der Umsetzung der Post-Richtlinie in das nationale Recht der einzelnen Mitgliedstaaten, insbesondere von der Ein führung ge eigneter Mechanismen zur Gleichstellung aller Marktteilnehmer ab. In diesem Sinn müssen nun die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Postversor gung neu gestaltet werden. Dies betrifft die Vorschriften für die Postmärkte im engeren Sinne – in Österreich sind dies u. a. das Postgesetz und die Universaldienst verordnung – sowie fl ankierende Maßnahmen.

Abgesehen von der Abgeltung der Kosten für den Universaldienst und der Fest legung transparenter Qualitätsstandards setzt ein fairer Wettbewerb auch größere Flexibilität der Österreichischen Post in der Preisgestaltung voraus. Denn wie Erfahrungen aus bereits liberalisierten Län dern zeigen, konzentrieren sich die neuen Mit bewerber nicht nur auf die dicht besiedelten Bal lungs räume, sondern dort vor allem auf Groß ver sender. Um hier wettbewerbsfähig zu bleiben, benötigt die Österreichische Post Preisfl exibi lität im B2B-/B2C-Bereich.

Darüber hinaus muss die Österreichische Post die Frei heit haben, die Betriebsform ihrer Geschäfts stellen selbst zu bestimmen. Im Interesse der Kostenund Serviceoptimierung muss es dem Unternehmen möglich sein, alternative Modelle wie etwa Post.Partner dort einzusetzen, wo eine eigenbetriebene Filiale nicht wirtschaftlich zu führen ist. Dies ist ein wichtiger Beitrag zur Sicherung der Versorgung im ländlichen Raum.

Parallel dazu müssen auch die arbeitsrechtlichen Rahmenbedingungen adaptiert werden. Die Öster rei chische Post ist aufgrund ihres hohen Beam ten an teils (55%) deutlich weniger fl exibel als Unter neh men, die freie Dienstnehmer beschäftigen. Wett be werbsgleichheit kann hier aus Sicht der Österrei chi schen Post nur durch einen Branchen kol lektivvertrag hergestellt werden, der die Arbeits be dingungen für die gesamte Postbranche neu und einheitlich regelt.

Neuregelung für 2009 angekündigt Die Öster reichische Post bekennt sich zur fl ächendeckenden Versorgung in ganz Österreich und zur Aufrechterhaltung der hohen Servicequalität. Auf dieser Basis hat sie ihre Vorstellungen bzw. For derungen für die

Neuordnung der Postversorgung in Öster reich den politisch Verantwortlichen mitgeteilt. Sei tens der österreichischen Bundesregierung wurde für 2009 eine Neuregelung der rechtlichen Rahmen bedingungen angekündigt.

Gewährleistung der fl ächendeckenden Postversorgung

Abgeltung der Universaldienstkosten

Die Universaldienstkosten, die durch den Versorgungsauftrag der Österreichischen Post AG entstehen, sind entsprechend den in der EU-Richtlinie vorgesehenen Ausgleichsmechanismen abzugelten.

Flexible Preisgestaltung

Nur durch freie Preisgestaltung im Geschäftskundenbereich kann der bestehende Einheitstarif für Privatkunden dauerhaft abgesichert werden.

Freiheit für Betreibermodelle bei Postgeschäftsstellen

Die Österreichische Post AG muss ihre Betriebsform auch bei Postgeschäftsstellen frei wählen können, um die Versorgung der Bevölkerung im ländlichen Raum nachhaltig zu sichern.

  • Einheitliche und transparente Qualitätsstandards für alle Marktteilnehmer Die Konsumenten erwarten von den Anbietern von Postdienstleistungen Qualität und Transparenz. Daher sind einheitliche Qualitätsmess- und -kontrollsysteme für alle Marktteilnehmer sowie die Veröffentlichung der Ergebnisse erforderlich.
  • Faire arbeitsrechtliche Bedingungen durch Branchenkollektiv Durch einen einheitlichen Branchenkollektivvertrag sollen einheitliche Rahmenbedingungen geschaffen werden.

Service

Postmarkt in Europa

Liberalisierung und Wirt schaftskrise als Herausforderung und Chance

Das Marktumfeld in den historisch gewachsenen drei Kernmärkten der Post – Kommunikation, Logi stik und Retail – bleibt in Bewegung. Die Vor be rei tungen auf die Liberalisierung des Briefmarkts im Jahr 2011 und die globale Wirtschaftskrise stellen die Post gesellschaften vor neue Herausforderungen. Sie bieten aber gerade für die Österreichische Post AG auch die Chance, ihr Geschäft erfolgreich weiterzuentwickeln.

  • Im Kommunikationsmarkt sind konjunkturelle Veränderungen spürbar. Der Briefmarkt als Teil des Kommunikationsmarkts zeigt jedoch nur geringe Abhängigkeit. Die deutlichen Länderunter schiede in der Anzahl der Sen dun gen pro Kopf lassen sich einerseits durch wirt schaft liche Leis tungs fähig keit, insbesondere Infra stru k tur, andererseits durch unterschiedliche Tradi tio nen im Kommunikationsverhalten erklären.
  • Im Logistikmarkt ist die wirtschaftliche Ent wic klung ein wesentlicher Einfl ussfaktor. Besonders im Expressmarkt wirkt sich die gedämpfte Stimmung der Industrie bereits deutlich aus. Die Integra toren am Weltmarkt – Unternehmen wie UPS, FedEx und DHL – mussten ihre Prognosen angesichts des deutlichen Konjunktureinbruchs bereits mehrfach nach unten korrigieren. Kun den verlagern ihre Sendungen von Express-Zu stellung (Luftfracht) auf kostengünstigere Straßen tran sporte. Fehlenden Impulsen im B2B-Paketgeschäft stehen allerdings Zuwächse bei den Paketen von E-Commerce-Anbietern an Privat personen gegenüber.
  • Auch im Retailbereich, also dem Filialgeschäft, sind aufgrund der Finanzkrise Veränderungen festzustellen. Sie betreffen in erster Linie das Geschäft mit Finanzdienstleistungen. Die Risiko aversion und damit verbunden die Suche nach konservativen Veranlagungen bieten Finanzan bietern mit starker Verankerung im Privatbereich, wie den Postbanken, interessantes Potenzial.

Briefe und adressierte Werbesendungen pro Einwohner und Jahr Quelle: Ecorys 2008

Geschäftsmodell und Strategie

Die Konzernstrategie der Österreichischen Post orientiert sich an zwei Hauptzielen:

  • der kontinuierlichen Weiterentwicklung des Unternehmenswerts durch Ausdehnung des Ge schäftsmodells sowohl in regionaler Hinsicht als auch in vor- und nachgelagerte Stufen der Wert schöpfungs kette unter der Prämisse der langfristigen Absicherung der Wettbewerbsfähigkeit
  • dem Anspruch auf fl ächendeckende Versorgung der österreichischen Bevölkerung mit hochwertigen Postdienstleistungen

Massengeschäft: Effi zienz und Kunden orientierung Wie bei anderen Postgesellschaften auch unterliegen die Kerntätigkeiten der Österreichi schen Post den Kriterien eines klassischen Massen geschäfts mit den damit verbundenen Gesetz mäßigkeiten. Basierend auf einer starken Marke bestehen sie aus

  • gutem Preis-Leistungs-Verhältnis,
  • kontinuierlicher Optimierung in Richtung marktgerechter Kostenstrukturen und
  • laufender Weiterentwicklung der Geschäfts modell e angesichts sich verändernder Kundenbedürfnisse.

Diesem Grundverständnis folgend, sind die effi ziente Gestaltung aller Unternehmensprozesse und der konsequente Ausbau der Kunden orien tierung zentrale Elemente der Unternehmens führung der Österreichischen Post.

Spitzenleistung als Messlatte Die Österreichische Post orientiert sich an der Spitzenposition, die das Unternehmen traditionell im österreichischen Markt einnimmt, und bringt auch für die Zukunft entsprechende Vorgaben. Performance im Dienst der Kunden ist dabei oberstes Prinzip und entscheidender Erfolgsfaktor.

Exzellente Leistung als Erfolgsfaktor

  • Flächendeckende Kundennähe
  • Erhaltung des hohen Kundenvertrauens
  • Effi ziente Netzwerke
  • Synergien zwischen Teilmärkten
  • Laufende Erweiterung der Wertschöpfungskette
  • Zunehmende Internationalisierung

Drei strategische Hauptstoßrichtungen Die Konzernstrategie der Österreichischen Post AG ist durch drei strategische Hauptstoßrichtungen gekennzeichnet, die sich – in unterschiedlicher Aus prä gung – in allen drei Divisionen wiederfi nden:

1. Optimierung des Kerngeschäfts und weitere Intensivierung der Kundenorientie rung Im Be wusstsein um die Herausforderungen eines liberalisierten Markts, die in anderen Ländern bereits in Form aggressiver Konkurrenz mit "Low-Cost"-Politik sichtbar werden, arbeitet die Post laufend an der Optimierung ihrer Leistung.

Schon in den vergangenen Jahren haben Unter nehmen und Mitarbeiter hohe Flexibilität bei der Umsetzung notwendiger Schritte gezeigt und werden diesen erfolgreichen Weg auch in Zukunft fortsetzen. Damit sollen nicht nur die Kundenerwartungen an Zuverlässigkeit und Kompetenz, sondern auch die erhöhten Anforderungen an die Wirtschaftlich keit erfüllt werden, um auch in Zukunft eine fl ächendeckende Versorgung der österreichischen Bevölkerung mit hochwertigen Postdienstleistungen sicherzustellen.

Vorwort des Vorstands Die Post heute und morgen Corporate Governance Bericht Aktie und Investor Relations Liberalisierung Konzernstrategie

Corporate Social Responsibility Konzernlagebericht 2008 Konzernabschluss 2008 Service

Die frühzeitige Anpassung der Strukturen an Veränderungen des Markt- und Wettbewerbsumfelds bildet auch weiterhin einen zentralen Schwerpunkt in der strategischen Weiterentwicklung der Österreichischen Post. Die Verbesserung von Prozessen und effi zientere Betriebsmittelbewirtschaftung sind nur einige der dazu dienenden Optimierungs maßnahmen. Darüber hinaus setzt die Österrei chi sche Post auch auf die Evaluierung innovativer Geschäftsbzw. Betreiber modelle. Derartige neue Konzepte, etwa jenes der Post.Partner im Filialnetz oder die Zusammenarbeit mit zuverlässigen Partnern in der Zustellung, erhalten dabei durch die für 2011 vorgesehene Liberali sie rung des Briefmarkts erhöhte Bedeutung.

2. Erweiterung der Wertschöpfungskette und Spezia lisierung auf profi table Nischen Das hohe Vertrauen, das die Österreichische Post als langjähriger Partner ihrer Kunden genießt, bildet die Basis für die ge zielte Weiterentwicklung des attraktiven und umfassen den Angebotsportfolios. Um vor allem ihren Ge schäftskunden Komplettlösungen "aus einer Hand" anbieten zu können, hat die Öster reichische Post in den letzten Jahren Spezialservices wie Adress management, Geomarketing, Dokumen ten druck, Digitali sierung und Poststellenmanage ment auf den Markt gebracht. Auch weiterhin arbeitet die Post konti nuierlich an neuen Lösungen – von Multi-Channel-Dialogmarketing und Verbund wer bung im Brief ge schäft bis hin zu temperaturgeführter Phar ma logistik oder einem europaweit fl ächendeckenden Kombifracht-System im Paketbereich.

3. Internationalisierung und Positionierung als lokaler Integrator So wie die Österreichische Post im Heim markt Synergien nutzt, etwa bei der ge meinsamen Zustellung von Paketen und Briefen im ländlichen Raum, setzt sie bei ihren internationalen Aktivitäten auf den Transfer von Know-how, Vertrauen und Kun denorientierung. Zahlreiche erfolgreiche Expan sions schritte in Süd-/Osteuropa und Westeuropa belegen diese Strategie, der Umsatzanteil außerhalb Öster reichs konnte seit Beginn der Internatio na lisierung im Jahr 2001 durch zielgerichtete Akqui sitionen auf mittlerweile 30% gesteigert werden.

Die erworbenen Tochterunternehmen werden unter Nutzung der Marktdynamik gezielt weiterentwickelt. Beispiele dafür sind die Entwicklung von B2C-Logistiklösungen mit Paketshops in Süd-/Osteuropa, die Weiterentwicklung von Vertriebsgesellschaften im Ausland oder diverse Investitionsprojekte in bestehende Standorte und Tochterunternehmen. So wurden in den letzten Jahren mehrere Logistikzen tren in der Slowakei, Kroatien und Deutschland (meiller direct und trans-o-fl ex) neu errichtet, erneuert bzw. erweitert. Damit verankert sich die Österreichische Post nicht nur verstärkt in den lokalen Märkten, sondern erhöht auch ihre Attraktivität als Partner für internationale Kunden und Logistik unternehmen. Nach den Akquisitionen der letzten Jahre hat die Vernetzung und Integration dieser Gesellschaften hinsichtlich Serviceangebot und Logistik nunmehr oberste Priorität.

Bei Akquisitionen stehen drei Aspekte im Vordergrund: Einerseits muss es möglich sein, attraktive Nischen zu besetzen, das Ziel-Unternehmen muss in einem wachsenden Markt tätig sein, und schließlich muss die Übernahme eine Weiterentwicklung im Konzern bereits vorhandener Kompetenzen ermöglichen.

Division Brief

Tätigkeitsbereich

Die Division Brief umfasst die Geschäftsfelder Briefpost, Infomail und Medienpost. Ihr Kerngeschäft besteht in der Annahme, Sortierung und Zustellung von Briefen, Postkarten, adressierten Werbe sen dungen, unadressierter Haushaltswerbung, Zeit ungen und Regionalmedien. 11.300 Postzusteller brin gen Post zu 3,9 Mio Haushalten und Unter neh men in ganz Österreich. Ergänzt wird das Leistungs spek trum durch neue Services für Geschäftspost und Werbepost, wie Adress- und Datenmanagement, Post stellenmanagement, intelligentes Scanning und Response-Management.

Marktumfeld und Trends

Das Marktumfeld im Bereich für Briefsendungen – von Briefen, Werbesendungen bis hin zu Zeit schriften – kann in Summe als stabil betrachtet werden. Volumensrückgänge bzw. Substi tu tions effekte von Briefen durch elektronische Information werden durch neue Kommunikations anforderungen bzw. durch neue Dienstleistungen kompensiert.

Das Briefgeschäft ist von folgenden Trends geprägt:

  • Verstärkte elektronische Kommunikation führt zu einem geringen, aber stetigen jährlichen Rück gang von Briefmengen.
  • Neue Kommunikationsformen bieten aber auch Chancen und Möglichkeiten – insbesondere wenn Dialog gefordert ist (Briefwahl, Kunden iden ti fi zierung für Online-Banken).
  • Neue Dienstleistungen entstehen entlang der Wert schöpfungskette des Informationsfl usses (von Brief-Scanning bis zu Druckdienstleistungen).
  • Direkte Kommunikation mit den Endkunden ist für viele Unternehmen und Branchen unverzicht bar. Zielgruppenorientierte Ansprache und Dialog formen nehmen daher in der Werbung zu.

Strategie

Kontinuität im Stammgeschäft Das Stammgeschäft der Österreichischen Post im Geschäftsfeld Brief besteht in der Zustellung adressierter, teil adressierter und unadressierter Sendungen. Die Öster reichische Post setzt dabei auf effi ziente Logis tik und nachhaltigen Kundennutzen.

Mit maßgeschneiderten Branchenlösungen setzt die Österreichische Post neue Impulse in stabilen Märkten. Weitere Effi zienzsteigerungen im Sortier- und Verteilprozess unterstützen gleichzeitig die Vor be reitung auf die vollständige Liberalisierung. Die Position im Markt soll damit nicht nur gehalten, sondern gestärkt und ausgebaut werden.

Direct Marketing: Alternative Dienst leis tungen und regionale Expansion Die Einbin dung alternativer Modelle in der Zustellung ermöglicht eine Optimierung bei Zustellprozessen und -qualität, dieser Weg soll konsequent weiterverfolgt werden. Der Erfolg von feibra Österreich, dem führenden alter nativen Zusteller des Landes für un adressierte Sendungen, belegt dies deutlich. Der Er werb von Marktführern in Süd-/Osteuropa in der alternativen Zustellung wird daher weiterhin forciert.

Erweiterung der Wertschöpfungskette

Neben der Annahme, Sortierung und Zustellung von Sen dungen bietet die Österreichische Post umfassende neue Leistungen in den Bereichen Produktion, Adress- und Response-Management sowie Business Process Outsourcing an. Ermöglicht wird dies durch die Tochterunternehmen meiller direct (Full-Service-Provider für Direct Marketing), Scanpoint (Spezialist für Scanning-Lösungen), D2D (Druck-, Kuvertier- und Datentransferdienstleistungen) sowie durch den Ausbau der Verteilzentren. Die Leistungen reichen da bei von Adressverwaltung und Zielgruppen pla nung über den Druck und die Kuvertierung von Sen dungen bis zur digitalen internen Verteilung von Poststücken beim Kunden.

Vorwort des Vorstands Die Post heute und morgen Corporate Governance Bericht Aktie und Investor Relations Liberalisierung Konzernstrategie Corporate Social Responsibility

Konzernlagebericht 2008 Konzernabschluss 2008 Service

Die Österreichische Post bietet mittlerweile alle Leistungen entlang der Wertschöpfungskette des Informationsaustausches "aus einer Hand" an und entwickelt maßgeschneiderte Kundenlösungen.

Prozessoptimierung in der Logistik Die Lo gi stik leistungen sind das Kerngeschäft der Öster reichischen Post. In der Distribution, der Sortierung und der Güterbeförderung werden permanent Effi zienzsteigerungen ausgelotet und umgesetzt. 2008 lagen die Schwerpunkte in der Optimierung und Verbesserung der Abwicklung von Indoor- und Outdoor-Tätigkeiten durch neue Zeitwerte und Sortiertische, einer Veränderung des Vorsortier pro zesses in Wien, der Integration von Paket leistungen in das Briefgeschäft sowie dem ersten Einsatz umweltschonender Gasfahrzeuge.

Highlights 2008

Stetige Effi zienzsteigerung in der Logistik Auch 2008 gelang es, die Effi zienz weiter zu steigern. Dies zeigt sich in der Verbesserung der Absatz pro-

duktivität, in der Einsparung von Vollzeitkräften durch neue Zeitwerte für Indoor- und Outdoor-Tätigkeiten sowie in Prozessoptimierungen durch neue Sortierbänder, optimierte Routenplanung und modernste IT.

  • Veränderung der Vorsortierung in Wien Die Vorsortierung in Wien wurde von 21 Standorten in ein Briefverteilzentrum Wien zusammenge zo gen. Auf einer in dieser Größenordnung einzig artigen Fläche von mehr als 7.000 m2 werden seit September rund 1,25 Mio Sendungen täglich direkt auf die Rayone aufgeteilt.
  • Erweiterung des Leistungsumfangs durch neue Beteiligungen In Ungarn ist die Österreichische Post AG mit feibra Ungarn vertreten. Zusätzlich konnte die Nr. 2 bei unadressierten Sendungen, Cont-Média Kft, zu 100% übernommen und damit auch Westungarn abgedeckt werden.

Mit der Beteiligung an D2D (direct to document) gemeinsam mit der Raiffeisen Informatik GmbH bietet die Österreichische Post AG nun auch Dienstleistungen für Druck, Kuvertierung und Datentransfer an.

Gezielte Erweiterung der Wertschöpfungskette

Division Paket & Logistik

Tätigkeitsbereich

In der Division Paket & Logistik ist die Österreichische Post bereits in zehn europäischen Ländern mit eigenen Gesellschaften vertreten. Mit Ausnahme Öster reichs konzentrieren sich die angebotenen Dienst leistungen derzeit auf Geschäftskunden, die Gren zen zum Privatkundensegment verschwimmen aller dings zunehmend. Die Österreichische Post setzt dabei auf fl ächendeckenden Service und eine möglichst starke Marktposition, um ihren Kunden effi ziente Logistik und auf den jeweiligen Markt zugeschnittene Zusatzdienstleistungen anzubieten.

Europaweites Service durch EURODIS Über

das Netzwerk EURODIS, zu dessen Gründungs gesellschaftern die Post-Tochter trans-o-fl ex zählt, können Pakete und Paletten europaweit standardisiert verschickt werden. EURODIS greift dabei auf ein in Europa fl ächendeckendes Logistik-Netzwerk mehrerer Partner zu. Die Division Paket & Logistik der Österreichischen Post ist an 163 Standorten mit ihren über 4.000 Mitarbeitern, die von Zustell- und Fern ver kehrsfahrern unterstützt werden, der führende Partner dieses europäischen Netzwerks.

Marktumfeld und Trends

Der Paket- bzw. Logistikmarkt war im Jahr 2008 von wachsenden Mengen gekennzeichnet, die auch durch den rapiden Wirtschaftsabschwung Ende des Jahres vorerst kaum beeinträchtigt wurden. Für 2009 ist mit stagnierenden Mengen und mit anhaltend inten sivem Wettbewerb zu rechnen. Die Trends im Einzel nen:

  • Die internationale Handelsentwicklung wird weiterhin zu einer Verlagerung von Produktionen in Niedriglohnländer führen. Die dadurch steigenden Handels- und Transportvolumina auch aus Süd-/ Osteuropa bringen für Logistikdienstleister, die in diesen Märkten präsent sind, neue Chancen.
  • Die Anforderungen, den Ergebnisbeitrag von Logistik über die reine Kostensenkung hinaus zu erhöhen, werden stetig größer.
  • Dynamische Entwicklung des Internet-Versandhandels.
  • Die Sicherheitsrisiken im Gütertransport zu begrenzen, wird immer wichtiger.
  • Politik, Versender und Empfänger suchen verstärkt "grüne" Lösungen in der Logistikbranche.
  • Die Qualität der eingesetzten IT-Technologie wird zunehmend zu einem kritischen Erfolgsfaktor für Transparenz und Effi zienz sowie zusätzlichen Kunden nutzen.
Kombifracht:
Integrierte Dienst-
leistung für Pakete
und Paletten
B2B:
Geschäftspaket
Temperatur-
geführte Logistik
B2C, C2C:
Privatpaket
Österreich
Deutschland
Belgien
Niederlande
Slowakei
Ungarn
Serbien
Montenegro
Bosnien-Herzegowina
Kroatien

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Corporate Social Responsibility Konzernlagebericht 2008 Konzernabschluss 2008 Service

Strategie

"Wir verbinden unsere Kunden mit ihren Kunden und streben danach, dass für Absender und Empfänger die mit uns gestaltete Logistikkette einen echten Mehrwert bietet." Mit der Entwicklung dieser Vision hat die Österreichische Post 2008 in der Division Paket & Logistik einen strategischen Entwick lungspro zess eingeleitet, der künftig einen noch stärkeren Fokus auf die Kunden und das Dienst leistungs an gebot legen soll. Konkretisiert wird diese Vision durch strategische Kernaussagen, die mit Maßnah menplänen hinterlegt sind:

  • Profi tables Wachstum über Marktwachstum
  • Steigerung von Produktivität und Qualität
  • Optimale Kombination von Service und Kosten
  • Verantwortung für den Schutz der Umwelt

Damit verfügt die Division Paket & Logistik über ein strategisches Rahmengerüst, das eine wertsteigernde Weiterentwicklung gewährleistet.

Zusätzlich bieten alle Tochtergesellschaften der Division eine gemeinsame Abholung, Beförderung und Zustellung von Paketen und Paletten, die sogenannte Kombifracht, an. Die Österreichische Post ist damit eines der wenigen Logistikunternehmen, das Pakete und Paletten gemeinsam verarbeiten kann. Für die weitere Stärkung ihrer Position in den einzelnen Märkten bringt das einen erheblichen Wett bewerbsvorteil. Unsere starke Positionierung im Pharmageschäft ermöglicht dabei die Absiche rung und den Ausbau dieses Geschäfts modells.

Highlights 2008

Restrukturierung und B2B-Ausbau in Österreich In Österreich wurde 2008 die Restrukturierung des Paketgeschäfts abgeschlossen. Ein Verteil zen trum wurde verlagert, 8 Paketzustellbasen wurden mit Briefbasen zusammengeführt. Es erfolgte die Umstellung auf einen neuen Produktions plan, der den Kunden nicht nur kürzere Laufzeiten, sondern auch verlängerte Einlieferzeiten in die Verteil zentren bietet. Gute Erfolge zeigte der Aus bau des B2B-Geschäfts – die Mengen konnten deutlich gesteigert werden – sowie der Ausbau der Ver bundzustellung.

  • Markenausweitung von trans-o-fl ex Die Unternehmen der trans-o-fl ex Gruppe (inklusive des Spe ziallogistikers trans-o-fl ex Thermomed) treten nun mehr unter der gemeinsamen Marke trans-o-fl ex Logistics Group auf. Die Erfahrung in der Kombifracht wird nunmehr stärker genutzt und Logistik-Software von trans-o-fl ex auch in Süd-/Osteuropa eingesetzt.
  • Expansion bei temperaturgeführten Transporten 2008 starteten die Vorbereitungen für den Ein stieg in das Geschäft mit aktiv temperaturgeführten Transporten in den Benelux-Ländern. Die Österrei chische Post ist mit trans-o-fl ex Thermo med bereits im deutschen Markt und mit Scherübl Transport im österreichischen Markt erfolgreich. Damit wird die Gruppe künftig einen Großteil der wichtigen pharmazeutischen Erzeuger- und Verbrauchermärkte Europas abdecken.
  • Neue Verteilzentren in der Slowakei und in Kroatien Die Beteiligungen der Österreichischen Post in Süd-/Osteuropa, besonders jene in Kroatien und in der Slowakei, verzeichnen stetig steigende Sendungsvolumina. In beiden Ländern wurde da her mit dem Bau neuer Hauptverteilzentren begonnen.
  • Erfolgreiche Integration Neben der Einbindung der im Jahr 2007 erworbenen Töchter in Serbien, Montenegro und Ungarn in den Konzern wurde in Ungarn die Basis für die Verschmelzung der beiden Töchter Road Parcel und Merland Expressz geschaffen. Seit Beginn 2009 können die ungarischen Kunden sowohl Pakete als auch Paletten über einen einzigen Dienstleister versenden.
  • Markteintritt in Bosnien-Herzegowina Die auf Beförderung von Paketen und Stückgut im B2B-Bereich spezialisierte 24VIP Logistics Services ist seit Anfang Oktober 2008 Teil des Österreichischen Post Konzerns. Das Unternehmen ermöglicht eine fl ächendeckende Dienstleistung zwischen Ser bien, Kroatien und Bosnien-Herzegowina.

Division Filialnetz

Tätigkeitsbereich

Das Filialnetz der Österreichischen Post bietet seinen Kunden in ganz Österreich qualitativ hochwer tige Produkte und Services in den Bereichen Bank-, Postund Kommunikationsdienstleistungen.

Mit insgesamt mehr als 1.500 eigen- und fremdbetriebenen Postgeschäftsstellen, 400 weiteren Ser vicestellen und fast 5.000 Mitarbeitern garantiert das Filialnetz Kundennähe und bietet ausgezeichneten Zugang zu Infrastruktur und Kommunikation.

Die Zahlen des Jahres 2008 sprechen für sich: rund 67 Mio Kundenbesuche, 560 Mio im Filialnetz aufgegebene Briefe und Pakete, rund 900.000 PSK Bank-Kunden, rund 10,3 Mio Bareinzahlungen, 127.000 ver kaufte Mobiltelefone und rund 73.000 Bestellungen neuer Internetanschlüsse. Die Öster reichische Post stand täglich im Dienst ihrer Kunden.

Marktumfeld und Trends

Das Filialnetz der Österreichischen Post zählt zu den größten Privatkundennetzen des Landes. Darüber hinaus nimmt die Österreichische Post eine führende Position im Vertrieb von Telekommunikations pro dukten (Mobil- und Festnetztelefone) ein und be treibt gemeinsam mit der PSK Bank eines der größten Bankennetze Österreichs.

Das Marktumfeld wird daher durch zahlreiche Mitbewerber aus unterschiedlichen Bereichen bestimmt. Dazu zählen etwa auch Banken oder Fach händler für Kommunikations- oder Büro pro dukte.

Im Markttrend liegt im Bereich Telekom die For cierung des Verkaufs von Zusatzanwendungen zum Festnetzanschluss ("Alles aus einer Hand"), im Speziellen neben ADSL-Anschluss die Möglichkeit zum Fernsehen (aonTV); im Bereich Mobilkom die Forcierung der Mobilität auch beim Internet, etwa durch A1-Anwendungen wie mobiles Surfen in Kombination mit Gratis-Hardware. Telekommunikationsprodukte sind eher konjunkturabhängig.

Im Bankdienstleistungsbereich zeigt sich der Markttrend gerade im derzeitigen Finanzmarktumfeld hin zu sicheren Veranlagungsprodukten wie z. B. Sparbüchern und Fonds und einfachen, schnellen Finanzierungsprodukten. Die PSK Bank positioniert sich hier als Bank mit sicheren und einfachen Finanz produkten mit einem guten Preis-Leistungs -Ver hältnis.

Strategie

Filialnetz: Typisierung, Standardisierung und Serviceversprechen Die Division Filialnetz stand im Jahr 2008 ganz im Zeichen einer Neuausrichtung. Ziel dieser Neuausrichtung und Neuorganisation nach Filialtypen ist es, rascher und gezielter auf sich verändernde Kundenbedürfnisse einzugehen, die Filialen besser nach den Markt erfordernissen auszurichten und durch eine geringere Leistungs spanne noch mehr Unterstützung im Verkauf zu bieten.

Forcierung der Bankdienstleistungen Aktuell sichern im Filialnetz der Österreichischen Post mehr als 500 stationäre und 60 mobile Be rater der PSK Bank kompetente Beratung in Finanzfragen. Ziel ist, noch mehr Kunden zu gewinnen, die sich zusätzlich zu den Standardprodukten für höherwertige Produkte wie Versicherungen und Veran la gun gen entscheiden. Parallel dazu werden laufend innovative und leicht verständliche Pro dukte mit attraktivem Preis-Leistungs-Verhältnis für das Retail-Publikum entwickelt.

KMU-Postdienstleistungen im Filialnetz Seit 2007 steht die optimale Betreuung der kleinen und mittelständischen Unternehmen im Mittelpunkt der Aktivitäten. Ziel ist es, den Kunden aus dem umfangreichen Leistungs- und Serviceportfolio der Österreichischen Post AG die jeweils optimale Ver sandform anzubieten. Dafür wurden österreichweit mehr als 300 "Postdienstleistungs-Kompetenzzen tren" – Filialstandorte mit speziell ausgebildeten Verkaufsberatern – ausgebaut.

Vorwort des Vorstands Die Post heute und morgen Corporate Governance Bericht Aktie und Investor Relations Liberalisierung

Konzernstrategie Corporate Social Responsibility Konzernlagebericht 2008 Konzernabschluss 2008 Service

Sicherung der fl ächendeckenden Postgeschäftsstellen Die Österreichische Post bietet ihr komplettes Dienstleistungsprogramm derzeit an 1.500 eigenen und fremdbetriebenen Postgeschäftsstellen an, weitere 400 Servicestellen stehen zur Verfügung. Bedingt durch die bevorstehende Liberalisierung 2011 wird sich der Postmarkt stark verändern. Die Post muss auf diese Herausforderung rasch reagie ren. Da sich das Unternehmen zur Auf recht erhaltung der fl ächendeckenden Versorgung mit Postdienstleistungen bekennt, ist ein wesentlicher Punkt der Ausbau alternativer Betreibermodelle im Filialnetz.

Vor allem das Konzept der Post.Partner hat sich bewährt: Kunden schätzen die meist längeren Öffnungs zeiten, in Gemeinden wird die Infrastruktur erhalten, die Post.Partner profi tieren von Um satzstei ge run gen und höherer Kundenfrequenz, und die Post stärkt ihre Wirtschaftlichkeit durch die Um wand lung von unrentablen Postfi lialen zu Post.Partnern.

Highlights 2008

  • Vertriebsmobilisierungsprogramm Um den aktiven Verkauf in ihrem Filialnetz zu stärken, hat die Österreichische Post 2008 gemeinsam mit der PSK Bank ein Vertriebsmobilisierungsprogramm gestartet. Dieses bisher größte Mitarbeiter-Ent wicklungsprogramm der Post in ihrem Filialnetz dient der Prozessoptimierung und einer Stärkung der Vertriebskraft. Der Erfolg des Programms ist bei den schon mobilisierten Filialen klar zu erkennen.
  • Stetige Modernisierung der Postfi lialen Die Öster reichische Post optimiert ihr Filialnetz laufend durch Umbau und Modernisierung. Jährlich werden rund 50 Standorte komplett ausgebaut bzw. modernisiert, allein 2008 wurden dafür rund 10 Mio EUR investiert. 70 Finanzberatungsräume und 32 KMU-Beratungsbereiche wurden errichtet bzw. auf neuesten Ausstattungsstandard gebracht. Um die Verfügbarkeit des Angebots noch

weiter auszudehnen, setzt die Österreichische Post zusätzlich Selbstbedienungsgeräte ein und erweitert bzw. ergänzt damit die Öffnungszeiten ihrer Filialen.

Parallel dazu gewährleisten gezielte Investitionen in die Aus- und Weiterbildung von Mitarbeitern im Bankbereich und von Fachverkäufern für Telekommunikation eine weitere massive Steigerung der Beratungskompetenz.

  • Kommunikation & Retail erfolgreiche Ko operation und Erweiterung des Sortiments Die erfolgreiche Kooperation mit dem Partner und Marktführer Telekom Austria konnte die Öster rei chische Post 2008 weiter ausbauen. So stieg etwa die Zahl der über Postfi lialen verkauften Internet anschlüsse im Berichtsjahr auf rund 73.000. Das Filialnetz der Post gehört auch zu den wichtigsten Vertriebspartnern von mobilkom austria/A1. In einem hoch kompetitiven Markt erzielte es auch im Jahr 2008 im Absatz von A1-Vertragsgeräten und -Erstanmeldungen Zuwächse und übertraf damit die allgemeine Entwicklung deutlich.
  • Philatelieschwerpunkte Im Bereich Philatelie war das Ausgabejahr 2008 in mehrerer Hinsicht außer gewöhnlich. Zum einen wurden wegen der UEFA EURO 2008TM und wegen der Wiener Inter nationalen Postwertzeichen-Ausstellung (WIPA) 2008 deutlich mehr Briefmarken ausgegeben als in anderen Jahren. Zum anderen brachte die Öster reichische Post technisch hoch anspruchsvolle Briefmarken auf Lentikularbasis (darunter die erste 3D-Briefmarke der Welt) sowie eine gestickte Briefmarke mit einem Enzian-Motiv auf den Markt, die als bemerkenswerteste Marke des Jahres 2008 ausgezeichnet wurde.

Weiters wurde die Österreichische Post für den Druck der schnellsten Briefmarke der Welt im Guinness World Records Buch aufgenommen. Der Druck begann unmittelbar nach dem Ende des EM-Fußballfi nales am 29. Juni 2008 und dauerte exakt 1 Stunde und 25 Minuten. In der gleichen Nacht wurde diese Briefmarke ab 00:41 Uhr im Philatelieshop in Wien verkauft.

Mission Statement

Stabilität, Werterhaltung und Visibilität

Die nachhaltige Erhaltung und Steigerung des Unter nehmenswerts zum Nutzen aller Stakeholder hat für uns oberste Priorität. Unser Anspruch ist die stabile, fl ächendeckende Versorgung der Bevöl ke rung mit hochwertigen Postdienstleistungen. Als loka ler Integrator in unseren Märkten ist die stetige Weiterentwick lung zur Er füllung der Kundenbe dür fnisse der Maßstab unseres Handelns.

Wer für das ganze Land Verantwortung trägt, kann sich keine Ausrutscher erlauben.

Wer, wenn nicht die Post, versorgt ganz Österreich Tag für Tag mit einem Logistiknetz, das zuverlässig, schnell und effizient bis in das kleinste Dorf reicht? Und das in einem Affentempo: Von 4,4 Millionen Briefen täglich kommen 96% bereits am nächsten Tag an.

Corporate Social Responsibility

Verantwortung und nachhaltige Entwicklung

Als eines der größten Unternehmen des Landes ist sich die Österreichische Post ihrer Verantwortung gegenüber ihren Stakeholdern und ihrem gesellschaftlichen Umfeld bewusst. Deshalb bekennt sich das Unternehmen dazu, die Interessen aller Be teiligten in seinen Zielen und seiner Tätigkeit angemessen zu berücksichtigen. Dabei orientiert sich die Österreichische Post an den Prinzipien des UN Global Com pact, dessen Mitglied sie seit 2007 ist. In zehn Grundsätzen legt der Global Compact ökologische und soziale Mindeststandards fest. Diese Grund sätze bilden die zentralen Forderungen der in den Verein ten Nationen repräsentierten internationalen Ge meinschaft hinsichtlich einer nachhaltigen, auf die Interessen aller Stakeholder bedachten Unter neh mensführung.

Die Post als Partner für ihre Stakeholder

  • Für die Kunden: Gute Beziehungen von Mensch zu Mensch sind Grundlage für den Erfolg der Kun den der Post. Die Österreichische Post sichert deshalb landesweite Post-Dienstleistungen zu einem fairen Preis-Leistungs-Verhältnis.
  • Für die Eigentümer: Ihren Eigentümern und damit auch der ÖIAG (d. h. der Republik Österreich) als Mehrheitseigentümerin – brachte die Öster rei chische Post in den letzten Jahren hohe Divi denden.
  • Für die Mitarbeiter: Der Österreichische Post Konzern trägt Verantwortung für rund 23.000 Mitarbeiter in Österreich und weitere 4.000 international. Dem Unternehmen ist es ein wichtiges Anliegen, auch weiterhin ein gefragter Arbeitgeber zu bleiben, dessen Fokus auf der aktiven Weiterentwicklung seiner Mitarbeiter liegt.
  • Für Geschäftspartner: Für Lieferanten und Geschäftspartner ist die Österreichische Post seit jeher ein fairer, verlässlicher und berechenbarer Geschäftspartner.

  • Für die Umwelt: Durch laufende Modernisierung ihrer Infrastruktur und zahlreiche Initiativen für Ressourcenschonung und Abfallvermeidung bemüht sich die Post um Umweltschonung.

  • Für Gemeinden: Flächendeckende Versorgung und offener Dialog bestimmen das Verhältnis der Österreichischen Post zu den heimischen Gemeinden. Auch im ländlichen Raum bleibt die fl ächendeckende Versorgung durch Post.Partner und Landzusteller gesichert.
  • Im Regulierungsumfeld: Die Österreichische Post arbeitet in einem großen Teil ihres Geschäfts gemäß einem regulierten Versorgungsauftrag mit klaren Bedingungen für Zustellqualität und Ser vice leistung. Voraussetzung für eine erfolgreiche Liberalisierung sind faire Rahmenbedingungen für alle Postunternehmen.
  • Für die Gesellschaft: Die Österreichische Post ist einer der bedeutendsten Arbeitgeber des Landes und garantiert mit ihrem fl ächendeckenden Netz für jeden Österreicher die Versorgung mit hochwertigen Postdienstleistungen.

CSR-Themenschwerpunkte

Im Hinblick auf die umfassende Verantwortung gegenüber ihren Stakeholdern hat die Österreichische Post vier Themenschwerpunkte defi niert:

Ökonomie: Nur ein wachsendes Unternehmen kann seine gesellschaftliche Verantwortung langfristig wahrnehmen und einen angemessenen Beitrag zur Erfüllung sozialer Bedürfnisse leisten. Daher hat die nachhaltige Sicherung der Ertragskraft im Mana gement der Österreichischen Post oberste Priorität. In diesem Sinn wird laufende Optimierung angestrebt, um die Wettbewerbsfähigkeit der Österreichi schen Post zu sichern. Ebenso soll die internationale Expansionsstrategie den angestrebten Unterneh menserfolg langfristig sichern.

Gesellschaft: Als österreichischer Universalanbieter für Postdienstleistungen trägt die Österreichische Post große gesellschaftliche Verantwortung. Mit der fl ächendeckenden, zuverlässigen Versorgung der öster reichischen Bevölkerung mit Postdienstleis tungen in erstklassiger Qualität liefert das Unter nehmen einen wichtigen Beitrag zur Aufrecht erhal tung und Absicherung der Kommunikations infra struk tur des Landes. Den Herausforderungen eines steigenden Wettbewerbs begegnet das Unterneh men mit stetigem Wandel und laufender Profi tabili täts verbes serung.

Mitarbeiter: Die Österreichische Post ist mit rund 27.000 Mitarbeitern ein bedeutender Arbeitgeber. Moti vierte und leistungsfähige Mitarbeiter sind die Basis des bewährten Logistik konzepts, das die tägliche Belieferung der Kunden sicherstellt. Dafür ist eine gesunde und sichere Arbeitsumgebung eine

wichtige Voraus setzung. Zur Optimierung und Prozess verbesserung muss die Personalkapazität ständig an den aktuellen Bedarf angepasst werden. Dies geschieht unter strikter Beachtung sozialer Gesichtspunkte und unter maximaler Nutzung der üblichen Mit arbeiter fl u ktuation.

Umwelt: Auch der effi ziente Umgang mit Ressourcen ist ein wichtiges Anliegen der Österreichischen Post. Daher bemüht sie sich um Ressourcenschonung und nimmt aktiv an Projekten wie etwa dem Greenhouse Gas Reduction Programme von PostEurop teil, bei dem die Reduktion von Treibhausgas-Emissionen im Mittelpunkt steht.

Weitere Informationen zur nachhaltigen Ausrichtung der Österreichischen Post fi nden Sie im Nach haltigkeitsbericht und im Internet unter www.post.at/verantwortung.

CSR-Themenschwerpunkte der Österreichischen Post

Gesellschaft

Bekenntnis zur landesweiten Versorgung Österreichweit sichern 1.500 eigen- und fremdbetriebene Postgeschäftsstellen und weitere 400 Servicestellen die Versorgung der Bevölkerung mit Postdienst leistungen. Gerade angesichts der Liberali sierung des Postmarkts bekennt sich die Öster rei chi sche Post zur Aufrechterhaltung der fl ächendeckenden Versorgung. Vor allem das Konzept der Post.Partner, bei dem lokale Trafi kanten, Einzel händler oder auch Gemeindeämter mit der Post kooperieren, hat sich bewährt. Durch ihr erweitertes Angebot tragen die Post.Partner zur Stärkung der Nahversorgung bei, da hier Dienstleistungen gebündelt werden, die aufgeteilt auf mehrere Betreiber nicht auf Dauer angeboten werden könnten. Für die Vertragspartner stellen die Kooperationen zusätz liche Einnahmequellen dar, und die Kunden, die Ein kauf und Paketaufgabe in einem Geschäft erledigen können, profi tieren vom One-Stop-Shopping. Ein weiterer Vorteil besteht in den zumeist längeren Öffnungszeiten.

Für die Österreichische Post als Universaldienstleister ist der Dialog mit der Politik, insbesondere mit Städten und Gemeinden, von besonderer Bedeutung. Die Gemeinden sind wichtige Partner der Öster reichischen Post in allen Fragen der Versorgungs sicherheit der österreichischen Bevölkerung mit Post dienstleistungen. Gerade vor dem Hintergrund der durch die Liberalisierung geänderten Rahmenbe dingungen ist die Post bestrebt, im regen Dialog mit Österreichs Gemeinden Lösungen zu fi nden, um die Erfüllung dieses Versorgungsauftrags auch weiterhin sicherzustellen.

Die Österreichische Post hat auch im Jahr 2008 am Städtetag und am Gemeindetag des Öster rei chi schen Städte- bzw. Gemeindebundes teilgenommen und dort die Möglichkeit zum direkten Ge dan ken austausch mit den BürgermeisterInnen genutzt. Die Zusammenarbeit mit den kommunalen Interes sen vertretungen in Österreich ist ein weiterer wichtiger Pfeiler im aktiven Dialog der Öster rei chischen Post mit ihren Stakeholdern.

Barrierefreiheit Um die Gleichstellung von Menschen mit besonderen Bedürfnissen zu fördern, hat die Österreichische Post 2008 weitere 18 Filialen behindertengerecht um gestaltet. Eigene Parkplätze und Rampen im Ein gangsbereich erleichtern den Zutritt, in den Filialen selbst sorgen niedere Schreibpulte für Barriere frei heit.

Sponsoring und Cultural Responsibility

Soziales 2008 unterstützte die Österreichische Post bereits zum vierten Mal die Aktion "Ö3-Wun dertüte" durch die Übernahme der gesamten Logis tik. Nicht mehr benötigte Handys werden durch diese Aktion zu barem Geld und helfen Familien in Not. Unterstützt hat die Post auch die Aktion "Helping Hands" der Kronen Zeitung. Die dabei hereingebrach ten Spen den kommen der Wohngemeinschaft Pronegg und dem SOS-Kinderdorf in Wien-Floridsdorf zugute.

Sport Im sportlichen Bereich kann die Österreichische Post als Nationaler Förderer auf eine – auch abseits der eigentlichen Spiele – sehr erfolgreich verlaufene Fuß ball-Europameisterschaft zurückblicken.

Auch nach der UEFA EURO 2008TM wird Fußball in Österreich weiterhin einen hohen Stellenwert einnehmen. Durch die Kooperation zwischen dem Hauptsponsor Post, dem Unterrichtsministerium und dem Österreichischen Fußballbund (ÖFB) wurde mit Beginn des Schuljahres 2008/09 bundesweit die "Postliga Mädchenfußball" gestartet.

Kultur Im kulturellen Bereich fungierte die Österreichische Post 2008 bereits zum dritten Mal als Sponsor des bekannten Filmfestivals Viennale. Auch die bewährte Zusammenarbeit mit dem Salzburger Jazzherbst und den Haydn-Festspielen in Eisenstadt hat das Unternehmen fortgesetzt. Im Wiener Burgtheater konnte die Portraitgalerie dank der Unterstützung der Österreichischen Post auch im Jahr 2008 erweitert werden. Neu hinzugekommen ist im Berichts zeitraum eine Kooperation mit der Albertina.

Mitarbeiter

Frauen/Familie Schon früh hat die Österreichische Post die Wich tig keit des Themas Gleichbe handlung erkannt. In diesem Sinn unterstützt der unternehmenseigene Frauenförderungsplan die Vereinbar keit von Beruf und Familie und garantiert Chancengleichheit bei Aufnahmen und in der berufl ichen Laufbahn. Auch der Wiedereinstieg nach der Karenz wird durch aktives Karenzmanagement gefördert.

Das Jahr 2008 stand ganz unter dem Motto "Die Post ist weiblich". Bewusstseinsbildende Maß nah men, wie etwa die Sensibilisierung von Mitar bei terInnen und Führungskräften zum Thema Gender-Mainstrea ming durch externe Experten im Rahmen der "Postgespräche", gehörten ebenso dazu wie eine MitarbeiterInnen-Umfrage zum Thema Gleich be handlung. Dabei zeigte sich, dass in der Post ein deutlich höheres Bewusstsein für Gleichbehandlung besteht als in der österreichischen Wirtschaft insgesamt. Dass auch männerdominierte Berufssparten aufgebrochen werden können, zeigt als konkretes Beispiel die erste LKW-Fahrerin, die seit September 2008 in der Güter beförderung der Österreichischen Post beschäftigt ist. Um Mädchen gezielt für techniknahe Berufs gruppen zu begeistern, nahm die Post auch erstmals am Wiener Töchtertag teil und bot Einblicke in die Tätigkeit der Mitarbeiter im Brief zentrum, dem Paketzentrum und in der Güter be förderung.

Gesundheit und Sicherheit Im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung widmete sich das Schwerpunktprogramm "Richtiges Bewegen bringt allen was" dem Thema Ergonomie mit speziellem Fokus auf postspezifi sche Tätigkeiten. Ge mein sam mit externen Fachexperten wurden in Kick-off-Veranstaltungen bundesweit rund 500 Füh rungskräfte geschult. In mehr als 200 Zustell basen nahmen rund 6.800 Mitarbeiter an den Informa tionsvorträgen der Arbeitsmediziner teil. Unterstützt wurde das Pro gramm mit eigens gestalteten Bro schüren und Plakaten.

Die regionalen Gesundheitsprogramme "Post Vital Wals" und "Post Vital Steiermark" erhielten das "Güte siegel für Betriebliche Gesundheitsförderung 2008–2010" des Netzwerks Betrieblicher Gesundheits förderung für die erfolgreiche Implementierung von Gesundheitsförderung in den Regelbetrieb.

Neben dem bundesweiten Angebot zur kostenlosen Grippeimpfung für Mitarbeiter offerierte die Österreichische Post auch 2008 wieder vergünstigte Möglichkeiten für FSME-, Tetanus-, Diphterie-, Polio- und Hepatitisimpfungen.

Um den im ersten Halbjahr 2008 massiv angestiegenen Überfällen auf Zusteller zu begegnen, hat die Post zusätzlich zu bereits laufenden Schulungs maßnahmen in Kooperation mit Sicherheitsfi rmen die Sicherheitsaufwendungen für Zusteller verdoppelt. Bei einem Sicherheitsgipfel im August wurde vereinbart, dass ab sofort Pensionszahlungen in Wien durch Sonderboten zugestellt werden. Betroffene Pensionsbezieher wurden in einem persönlichen Schreiben von der Umstellung informiert.

Veränderung Aufgrund des steigenden Wettbewerbs und der Vor bereitung auf die vollkommene Öffnung des Brief markts im Jahr 2011 waren in der Berichtsperiode wieder Anpassungen in der Per so nalstruktur erforderlich. Im August 2008 wurde zwischen Unter neh men und Personalvertretung ein Sozial plan bis Ende 2009 vereinbart, der anlassbezogen Unterstüt zung für die betroffenen Mit ar bei ter bietet.

Teilnahme an externen regionalen Arbeitsstiftungen

Für MitarbeiterInnen, die sich berufl ich neu orientieren möchten, besteht die Möglichkeit des Eintritts in eine Arbeitsstiftung. In ihrem Rahmen können Ausund Weiterbildungsmaßnahmen in der Dauer von bis zu drei Jahren absolviert werden, an deren Ende die Mitarbeiter auch bei der Suche nach einer entsprechenden Tätigkeit unterstützt werden.

Überbrückungsgeldmodell

Beamtete Mitarbeiter bis zum Geburtsjahrgang 1950, die aufgrund einer beitragsgedeckten Gesamt dienstzeit von 40 Jahren die Voraussetzungen für eine abschlagsfreie Pensionierung ab dem 60. Lebens jahr erfüllen, können bei Arbeitsplatzverlust die verbleibende Zeit bis zur Pension mit einer bezahlten Karenzierung überbrücken.

Sozialplan

Allen Beamten und Angestellten, die von einem Arbeitsplatzverlust betroffen sind und für die keine Möglichkeit der Weiterbeschäftigung im Konzern besteht, bietet die Österreichische Post im Rahmen eines Sozialplans fi nanzielle Unterstützung.

Karriere- und Entwicklungscenter (KEC)

Darüber hinaus unterstützt und begleitet das Karriere- und Entwicklungscenter (KEC) – die New-Placement-Einheit der Österreichischen Post – die neue berufl iche Orientierung der vom Arbeits platzabbau betroffenen Mitarbeiter. Im Berichts zeitraum haben über 200 Mitarbeiter das Angebot einer syste mischen Laufbahnberatung angenommen, mit deren Hilfe neue Beschäftigungs möglichkeiten inner halb und außerhalb des Kon zerns gefunden wurden. So konnten auch zahlreiche Mitarbeiter in neuen Geschäftszweigen, etwa dem Poststellenmana gement oder der Digitalisierung der Eingangspost von Kunden, ein neues Be tätigungsfeld fi nden.

Weiterbildung

Start des einjährigen Management-Curriculums

Im Jahr 2008 hat die Österreichische Post erstmals ein konzernweites Management-Curriculum zur gezielten Ausbildung von Nachwuchsführungskräften angeboten. Die dafür ausgewählten Teilnehmer-Innen absolvierten in dem auf ein Jahr ausgelegten Programm alle wesentlichen Themenbereiche ihrer Manage ment aufgaben. Die Themen reichten von Mitar bei ter führung über Prozessmanagement, Stra te gie und Postmarkt-Entwicklung bis hin zu postspe zi fi scher Betriebswirtschaftslehre in Form eines Unterneh mens planspiels.

Aus- und Weiterbildung – langfristige Investition in Humankapital

Einen wichtigen Eckpfeiler in der umfassenden Ausund Weiterbildung im Post Konzern bilden die fokussierten Trainings für Führungskräfte. In diesem Sinn wurden auch 2008 in allen drei Divisionen Führungskräfte-Trainings durchgeführt, die ihren Fokus jeweils auf die konkreten Entwicklungsziele der einzelnen Division legten. Um den Nutzen für die Praxis weiter zu steigern, nahmen Führungskräfte auch individuelles Coaching in Anspruch. Neben der Inves tition in interne Schulungen zu IT-Themen, wie z. B. Identity-Management, CERT/CIRT, CISA/CISM, wurden auch die Mitarbeiter, die im direkten Kunden kontakt stehen, intensiv geschult.

Motivation Um die Mitarbeiter der Österreichischen Post auf die Herausforderungen der nächsten Jahre optimal vorzubereiten, wurden die sogenannten "Post ge sprä che" im Berichtszeitraum weiter fort geführt. Im Rahmen dieser Veranstaltungen informierten Füh rungskräfte der Post die Mitarbeiter österreichweit über wichtige Themen aus der eigenen Division und dem Konzern insgesamt – und zwar in der bewährten Form eines Dialogs. Der Groß teil der Mitarbeiter nutzte diese Möglichkeit, sich direkt über aktuelle Themen zu informieren. So beteiligten sich etwa in der Division Brief rund 11.000 Personen an den Ge sprächen. Führungskräfte standen den Mitarbeitern in den "Zukunftsgesprä chen" persönlich Rede und Antwort. Viele durch Umbrüche im Postmarkt ausgelöste Unsicherheiten bei den Mitarbeitern konnten durch die direkte Ansprache und die Möglichkeit, konkrete Fragen zu stellen, ausgeräumt werden.

Motivation durch Erfolgsbeteiligung

Durch den Börsegang der Österreichischen Post ist die Mehrzahl der Mitarbeiter auch zu Aktionären des Unternehmens geworden. Zusätzliche Motiva tion bietet die Österreichische Post seit Jahren durch eine freiwillige Erfolgs prämie. Im Rah men dieses unter den großen österreichischen Unter nehmen einzigartigen Programms wer den heuer für 2008 be reits

zum siebenten Mal in Folge 10% des erwirtschafteten EBIT der Österreichischen Post AG ausgeschüttet. Im Jahr 2008 war für 2007 eine Auszahlung von 590 EUR pro Mitarbeiter der Österreichischen Post AG erfolgt.

Sozialleistungen, post.sozial Der im Jahr 2005 von Vorstand und Betriebsrat gegründete gemeinnützige Verein "post.sozial" hat seine bereits bestehende umfangreiche Leistungs palette 2008 noch er weitert. Die Angebote reichen dabei von "Klassikern" wie Essensbons und verbilligten Eintrittskarten für Veranstaltungen über Ur laubs quartiere zu besonders günstigen Preisen bis hin zu fi nanziellen Zuschüssen beim Zahnarztbesuch und unbürokratischer Soforthilfe bei Natur kata stro phen.

Umwelt

Die Österreichische Post nimmt ihre Verant wortung gegenüber der Umwelt aktiv wahr. In diesem Sinn ist es ihr Ziel, die ökologischen Aus wirkungen ihrer Geschäftstätigkeit durch Einsatz umweltfreund licher Technologien und durch effi zienten Umgang mit Ressourcen möglichst gering zu halten.

Höhere Öko-Effi zienz im Transport Transporte – ein sehr wesentlicher Teil der Unter neh menstätigkeit – werden so umweltfreundlich wie möglich gestaltet. Zum einen geschieht dies durch optimierte Routenplanung (Leerfahrten werden vermieden, die Auslastung der eingesetzten Fahr zeuge konsequent optimiert, die Anzahl der Trans port-Kilo meter verringert), zum anderen garantieren eine moderne Fahrzeugfl otte, regelmäßige Wartung und laufende Schulung der Fahrer die Öko-Effi zienz. In einem Pilotprojekt schulten z. B. post eigene "ECO-Trainer" rund 150 Lenker im spritsparenden Fahrver halten.

Gas- und Elektrofahrzeuge in der Zustel lung Einen innovativen Weg geht die Post beim Um weltschutz in der Zustellung. In Kooperation mit der Nutzfahrzeugsparte von Volkswagen, unterstützt durch das Beratungs- und Förderprogramm des Lebensminis teriums "klima:aktiv mobil", wurde ein Pilot versuch mit erdgasbetriebenen Fahrzeugen gestartet. In ganz Österreich standen Ende 2008 bereits 77 erdgasbetriebene Zustellfahrzeuge im Ein satz. Weiters wurden nach erfolgreichen Tests mit E-Mopeds sechs derartige Fahrzeuge angekauft, zehn weitere werden getestet.

Teilnahme an internationalen Klimaschutzprogrammen Auch auf internationaler Ebene hat sich die Öster reichische Post zu einer nachhaltigen Unternehmens politik verpfl ichtet. So ist sie etwa – als eine von 16 europäischen Postgesellschaften – Mitglied des "Greenhouse Gas Reduction Pro gramme" der Post-Interessenvertretung PostEurop. Basierend auf einer gemeinsam entwickelten Er he bungs methode werden im Rahmen dieses Pro gramms erst mals die CO2 -Emissionen der Post dienst leister im Bereich Trans port und Fuhrpark systematisch erhoben und vergleichbar gemacht. Die Teilnehmer haben sich zusätzlich ein ehrgeiziges Ziel gesteckt: Zwischen dem Start des Programms im Jahr 2007 und bis 2012 sollen rund 10% der CO2 -Emissionen abgebaut werden.

Auch bei dem von der International Postal Coope ration – einer Vereinigung von 24 Postbetreibern aus Europa, Nordamerika, Australien und Neuseeland – auf Basis des "Greenhouse Gas Protocol" entwickelten "Environmental Measurement and Monitoring System (EMMS)" ist die Österreichische Post AG Mitglied. Auf Grundlage dieses Systems bzw. seiner Ergebnisse soll zeitgleich mit der UNO-Klima kon fe renz in Kopenhagen Ende Dezember 2009 der erste globale Nachhaltigkeitsbericht des Post sektors präsentiert werden.

Ökonomie

Wertschöpfungsbetrachtung Dem von der Österreichischen Post im Jahr 2008 erwirtschafteten Umsatz von 2.522,4 Mio EUR (inkl. sonstige betriebliche Erträge) standen Vorleistungen von 1.234,9 Mio EUR gegenüber. Dies inkludiert Auf wendungen für Material und bezogene Leistungen im Umfang von 778,2 Mio EUR sowie sonstige betrieb liche Auf wendungen von 304,5 Mio EUR. Die sich daraus

ergebende Wertschöpfung der Österrei chischen Post von 1.287,5 Mio EUR verteilte sich zum Großteil auf die Mitarbeiter: direkt in Form von Ge hältern und Löhnen bzw. indirekt durch den damit verbundenen Sozialaufwand. An die Aktionäre gehen für 2008 ins gesamt 168,9 Mio EUR an Divi dende, der Staat Öster reich war mit 51% beteiligt, erhielt also 85,7 Mio EUR als Aktionär. Die Ertragsteuern beliefen sich auf 39,3 Mio EUR.

Wertschöpfungsbetrachtung für alle Stakeholder

Mio EUR 2007 2008
Entstehung
Umsatzerlöse und sonstige betriebliche Erträge 2.388,3 2.522,4
abzüglich Vorleistungen -1.106,1 -1.234,9
davon Material und bezogene Leistungen -108,3 -778,2
davon sonstige betriebliche Aufwendungen -583,9 -304,5
Wertschöpfung 1.282,2 1.287,5
Verteilung
an Mitarbeiter (Löhne, Gehälter, Sozialaufwand) 1.126,9 1.126,8
an Aktionäre (Dividende) 168,0 168,9
an den Staat (Steuern) 42,2 39,9
an Kreditgeber (Zinsaufwand) 8,3 9,6
an Fremdgesellschafter 0,1 0,0
Restbetrag -63,3 -57,1
Wertschöpfung 1.282,2 1.287,5

Leadership heißt, mit leuchtendem Beispiel voranzugehen.

Die Post war, ist und bleibt Österreichs erstes Logistikunternehmen. Das zeigt sich nicht nur an unseren Leistungen (4,4 Mio Briefe, 400.000 Paketsendungen pro Tag!), das schlägt sich auch in unserer Wertschätzung durch Anleger nieder. Profitabilität, hoher Cash-Flow, eine solide Bilanzstruktur sowie eine attraktive Dividendenpolitik machen die Post auch an der Börse zu einem gefragten Titel.

Lagebericht 2008 des Österreichischen Post Konzerns

Wirtschaftliches Umfeld und Rahmen bedingungen1

Die wirtschaftliche Entwicklung ist derzeit – induziert von der Finanzkrise – auch in Europa rückläufi g. Das Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) und das Institut für Höhere Studien (IHS) kommen zu dem Ergebnis, dass die österreichische Wirtschaft 2008 weniger gewachsen ist als bis zur Jahresmitte vorausgesagt. Beide Institute errechneten für das Jahr 2008 ein Plus von 1,8%.

Zu erwarten ist auch, dass sich alle relevanten westlichen Märkte im Jahr 2009 in einer wirtschaftlichen Schrumpfungsphase befi nden werden. Den aktuellen Prognosen nach wird der Wirtschaftsrückgang in Österreich 2009 nach Ansicht des WIFO 0,5% bzw. in der Prognose des IHS 0,1% ausmachen. Die starke Abhängigkeit von den Exportmärkten (besonders von Deutschland) und die schwer vorhersehbare Reaktion des privaten Konsums ergeben aber einen überdurchschnittlich großen Spielraum in den Prog noserechnungen. Die globale Krise hat auch die Län der Süd-/ Osteuropas erfasst – es werden geringe Wachstumsraten für 2009 prognostiziert (z. B. Slo wakei +2,5%, Ungarn –2,7%, Kroatien –1,2%, Ser bien +1,5%).

Das geringe Wachstum wird 2009 voraussichtlich mit einer niedrigeren Infl ation einhergehen. Die Verbraucherpreise werden 2009 nur mehr um 1,5% (IHS) bzw. 1,2% (WIFO) zulegen (2008: 3,2%).

Für die Entwicklung des Brief- und Paketmarktes sind neben der Wirtschaftsleistung auch die Bevöl kerungsentwicklung und die Zunahme der Anzahl der Haushalte eines Landes von Bedeutung. Ein An stieg der Bevölkerung in Österreich um 0,4% im Jahr 2008 bedeutete eine Stütze des Transportvolumens – sowohl bei Briefen, Werbesendungen als auch Paketen.

Als grundsätzlicher Trend wird die elektronische Subs titution der Briefvolumina bestehen bleiben. Die gegenwärtige wirtschaftliche Entwicklung verursacht auch Veränderungen am Werbemarkt, der

für das Transportvolumen der Post bedeutend ist. Es wird erwartet, dass – im Gegensatz zu anderen Werbekanälen – weiterhin eine positive Entwicklung der direkten Kommunikation bestehen bleibt. Direct Mailings zu Endkunden werden ihren Stellenwert in der Kommunikation ausbauen können. Die Entwicklung der Paketmengen wird in Einklang mit der wirtschaftlichen Entwicklung an Dynamik verlieren; mit anhaltend intensivem Wettbewerb ist zu rechnen.

Anfang 2008 hat die EU mit Verabschiedung der dritten Post-Richtlinie (2008/6/EG) die vollständige Öffnung der europäischen Postmärkte beschlossen. Die meisten EU-Staaten – darunter auch Österreich – müssen ihre Märkte mit 1. Jänner 2011 öffnen.

Damit stellt sich die Frage der Finanzierung der kostenintensiven Versorgung der ländlichen Regionen. Die EU-Richtlinie sieht hierfür mehrere Möglichkeiten vor. Die Österreichische Post AG befürwortet die Abgeltung der Universaldienstkosten über eine Ausgleichszahlung, wie in der Richtlinie angeführt. Darüber hinaus erfordert der freie Markt auch größere Flexibilität der Österreichischen Post hinsichtlich der Preisgestaltung für Geschäftskunden und der Flexibili tät in der Betriebsform von Geschäfts stellen. Einheitliche Qualitätsmess- und Kontroll systeme sowie faire arbeitsrechtliche Bedingungen komplettieren die von der Öster reichischen Post unterstützten Rah menbe dingungen.

Die Österreichische Post, die sich zur fl ächendeckenden Versorgung in ganz Österreich und zur Aufrecht erhaltung der hohen Servicequalität uneingeschränkt bekennt, hat ihre Vorstellungen bzw. For derungen für die Neuordnung der Postversorgung in Österreich auch den politisch Verantwortlichen präsentiert. Im Rahmen eines "Runden Tisches" im Bundes minis terium für Finanzen am 19. November 2008 wurde seitens der neuen österreichischen Bun desregierung eine entsprechende Anpassung der rechtli chen Rahmenbedingungen bis Mitte 2009 in Aussicht gestellt.

Geschäftsverlauf 2008

Veränderungen im Konsolidierungskreis Ende April 2008 hat die Österreichische Post 100% der Anteile an der HSH Holding, Belgien, übernommen. HSH fungiert als Holding für zwei vollkon so lidierte rechtliche Einheiten: MIT Transport und DISTRA. Die Gesellschaften sind im Bereich der Pharmalogistik mit dem Schwerpunkt Health Care in Belgien tätig. Am 31. August 2008 hat die Öster reichische Post 30% der Anteile an D2D – direct to document GmbH, Wien, erworben. Diese Gesell schaft ist im Bereich Outputservices (Druck-, Kuver tier- und Datentrans ferleistungen) tätig. Am 1. Sep tember 2008 hat die Österreichische Post AG die Cont-Média Hungary Kft, Budapest, zu 100% übernommen. Cont-Média Hungary ist im Bereich der Zustellung von unadressierten Werbesendungen in Ungarn tätig. Am 2. Oktober 2008 wurde die Paket fi rma 24VIP in Bosnien-Herzegowina zu 100% erwor ben.

Die Vergleichbarkeit der Zahlen der Gewinn- und Ver lustrechnung des Geschäftsjahres 2008 mit jenen des Vorjahres ist vor allem aufgrund der ab August 2007 in den Konzernabschluss einbezogenen meiller Gesellschaften nicht unmittelbar gegeben.

Geschäftsentwicklung – Ertragslage Das Jahr 2008 stellte für die Österreichische Post vor dem Hintergrund der sich verschärfenden internationalen Finanzkrise und insbesondere durch den Ende 2007 bekannt gegebenen Verlust der beiden bedeutendsten Versandhandelskunden im österreichischen Paketgeschäft eine große Herausforderung dar. Trotz dieser Vorgaben konnte der Umsatz der Österrei-

chischen Post 2008 gegenüber dem Vor jahr um insgesamt 5,4% auf 2.441,4 Mio EUR gesteigert werden. Der Anstieg erfolgte durch organisches Wachstum (plus 19,0 Mio EUR), aber in erster Linie durch die Einbeziehung neuer Gesellschaften (plus 106,7 Mio EUR).

Im Berichtszeitraum 2008 verbesserte sich der Umsatz der Division Brief gegenüber dem Vorjahr um 5,7%, wobei sich eine gute Umsatzentwicklung in allen drei Geschäftsfeldern zeigte. Die Briefpost blieb – trotz des stetigen Trends einer elektronischen Sub stitution – nahezu konstant, und die Ge schäftsfelder Infomail (adressierte und unadressierte Werbesen dun gen) sowie Medienpost konnten solide organische Zuwächse verzeichnen.

Im Bereich Paket & Logistik wurde der Umsatz um 6,4% auf 785,9 Mio EUR gesteigert. Dies ist einerseits auf die Umsatzsteigerung im Produkt Pre miumpaket in Österreich (Paketzustellung innerhalb von 24 Stunden) und international zurückzuführen und andererseits durch den Zuwachs von neu akqui rierten Tochtergesellschaften bedingt. Der Um satz zuwachs von 0,1% in der Division Filialnetz ist auf die gute Entwicklung bei Finanzdienstleis tun gen zurückzuführen.

Auch im vierten Quartal 2008 zeigte sich im Ver gleich zum vierten Quartal 2007 eine steigende Um satzent wick lung. Der Umsatz des Österreichi schen Post Kon zerns erhöhte sich um 1,3% bzw. 8,3 Mio EUR auf 656,8 Mio EUR. In den Divisionen zeigte sich im Periodenvergleich zum vierten Quartal 2008 ein Plus von 0,6% in der Division Brief, ein Plus von 1,8% in der Division Paket & Logistik sowie ein Plus von 3,3% in der Division Filialnetz.

Veränderung Struktur
Mio EUR 2006 2007 2008 2007/2008 2008
in % in %
Umsatz gesamt 1.736,7 2.315,7 2.441,4 +5,4% 100,0%
Brief 1.311,3 1.381,0 1.460,0 +5,7% 59,8%
Paket & Logistik 227,1 738,6 785,9 +6,4% 32,2%
Filialnetz 194,4 192,1 192,2 +0,1% 7,9%
Sonstiges/Konsolidierung 4,0 4,1 3,2 -20,9% 0,1%

Umsatz nach Divisionen1

1 Externer Umsatz der Divisionen

Umsatzanteile nach Divisionen (%) Umsatz (Mio EUR)

Gewinn- und Verlustrechnung

Veränderung Struktur
Mio EUR 2006 2007 2008 2007/2008 2008
in % in %
Umsatzerlöse 1.736,7 2.315,7 2.441,4 +5,4% 100,0%
Sonstige betriebliche Erträge 58,8 72,6 81,0 +11,6% 3,3%
Materialaufwand und Aufwand
für bezogene Leistungen -258,0 -692,2 -778,2 +12,4% 31,9%
Personalaufwand -1.063,0 -1.120,4 -1.119,2 -0,1% 45,8%
Sonstige betriebliche Aufwendungen -243,9 -284,0 -304,5 +7,2% 12,5%
Ergebnis aus
assoziierten Unternehmen 1,1 0,9 1,2 +23,3% 0,0%
EBITDA (Ergebnis vor Zinsen,
Steuern und Abschreibungen) 231,7 292,7 321,7 +9,9% 13,2%
Abschreibungen -108,4 -130,0 -152,2 +17,1% 6,2%
davon Wertminderung (Impairment) -21,1 -32,1 -47,5 +48,1% 1,9%
EBIT (Ergebnis vor
Zinsen und Steuern) 123,3 162,8 169,5 +4,1% 6,9%
Sonstiges Finanzergebnis 7,2 2,1 -11,3 - 0,5%
EBT (Ergebnis vor Steuern) 130,5 164,9 158,2 -4,0% 6,5%
Ertragsteuern -30,8 -42,2 -39,3 -6,8% 1,6%
Periodenergebnis 99,8 122,6 118,9 -3,1% 4,9%

Neben einem Anstieg des Umsatzes um 5,4% zeigt die Gewinn- und Verlustrechnung der Öster rei chischen Post auch einen erhöhten Materialaufwand und Auf wand für bezogene Leistungen (plus 12,4% auf 778,2 Mio EUR). Diese Steigerung um 86,0 Mio EUR ist vorwiegend auf die Konsolidierung der akquirierten Gesellschaften (plus 58,7 Mio EUR) sowie auf höhere Treibstoff- und Transportkosten im Be richtszeit raum zurückzuführen (plus 23,4 Mio EUR).

Der Personalaufwand der Österreichischen Post (1.119,2 Mio EUR) stellt mit etwa 46% des Umsatzes die größte Aufwandsposition dar. Der Personalstand des Österreichischen Post Konzerns erhöhte sich im Jahresdurchschnitt 2008 im Vergleich zu 2007 von 25.764 Mitarbeiter auf 27.002 Mitarbeiter. Im Jahr 2008 kam es – insbesondere im dritten und vierten Quartal – aufgrund der Zahlungen für Abfertigungen im Rahmen eines Sozialplanes zu höheren Personalaufwendungen. Die gesamten Abfertigungszah lungen erhöhten sich dadurch von 16,9 Mio EUR im Jahr 2007 auf 24,5 Mio EUR im Jahr 2008.

Der Personalaufwand enthält wie in den Vorjahren auch die Veränderung der Rückstellung für Unteraus lastung. Im Geschäftsjahr 2008 verringerte sich die Rückstellung für Unterauslastung um insgesamt 23,1 Mio EUR (zahlungswirksamer Verbrauch in Höhe von 27,3 Mio EUR).

Die Bildung einer Rückstellung für Unterauslastung wird nach Maßgabe der individuell ermittelten Unterauslastung der jeweiligen Mitarbeiter für sämt liche Personalaufwendungen bis zum Zeitpunkt der Pensio nierung oder des vorzeitigen Austritts vor genommen, sofern die überschüssige Kapazität aufgrund des unkündbaren Dienstverhältnisses nicht reduziert werden kann.

Verringert sich in den Folgejahren der Grad der individuellen Unterauslastung oder erfolgt eine Wie der eingliederung der Mitarbeiter in den operativen Arbeitsprozess, so führt dies zu einer Aufl ösung der in Vorperioden gebildeten Rückstellung. Ein Austritt aus dem Unternehmen führt zur gänzlichen Aufl ösung der Rückstellung.

Aufgrund des laufenden konzerninternen Anpassungs pro zesses an die sich stetig ändernden Marktbedingungen kann es ständig zum Ausscheiden von unkündbaren Mitarbeitern aus den operativen Divisionen und Serviceeinheiten kommen. Die Ent wicklung des Rückstellungsbedarfes ist wesentlich beeinfl usst vom aktuellen Kapazitätsbedarf, von der Mitarbeiterfl uktuation und in weiterer Folge von den Reintegrationsmöglichkeiten im Unternehmen.

Insbesondere im vierten Quartal 2008 nahmen Mitarbeiter vermehrt die vom Unternehmen gesetzten Möglichkeiten in Anspruch (freiwillige Abfertigung, Überbrückungsmodell gemäß Sozialplan), das Unternehmen zu verlassen. Durch organisatorische Maßnahmen war es zudem gelungen, verstärkt Mitarbeiter in den Betriebsprozess zu reintegrieren. Somit konnte im Geschäftsjahr 2008 die erforderliche Rück stellung für Unterauslastung – insgesamt – reduziert werden.

Sonstige betriebliche Erträge sind im Berichts zeit raum durch die neu einbezogenen Tochtergesell schaf ten auf 81,0 Mio EUR gestiegen. Die größten Ertrags positionen sind Mieterträge (23,9 Mio EUR) und Er träge aus dem Abgang von Sachanlagen (16,0 Mio EUR).

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich um 7,2% auf 304,5 Mio EUR. Die größten hier enthaltenen Positionen sind Miet- und Pachtzinsen (70,5 Mio EUR) sowie Instandhaltungsaufwendungen (46,7 Mio EUR).

EBITDA nach Divisionen

Veränderung
Mio EUR 2006 2007 2008 2007/2008
in %
EBITDA gesamt 231,7 292,7 321,7 +9,9%
Brief 308,7 308,6 297,1 -3,7%
Paket & Logistik 31,7 46,5 34,8 -25,2%
Filialnetz 25,0 19,1 20,5 +7,5%
Sonstiges/Konsolidierung -133,7 -81,5 -30,7 -62,3%

Das EBITDA des Österreichischen Post Konzerns lag 2008 mit 321,7 Mio EUR um 9,9% über dem Ver gleichswert des Vorjahres. Die EBITDA-Marge beträgt somit 13,2%. Der Anstieg des EBITDA ist auf das verbesserte Ergebnis im Bereich Sonstiges/Konsoli dierung zurückzuführen. Die Reintegration von Mit arbeitern und die damit verbundene Aufl ösung der Rück stel lung für Unterauslastung hat dazu positiv beigetragen.

Die Abschreibungen der Österreichischen Post haben sich 2008 auf 152,2 Mio EUR erhöht. Ein Wert min derungsbedarf auf Firmenwerte und Kunden be ziehungen entstand aufgrund des Konjunkturab schwungs

EBIT nach Divisionen

und der gedämpften Markterwartungen von Toch tergesellschaften.

Die Abschreibung setzt sich daher aus der planmäßigen Abschreibung von Sachanlagen sowie immateriellen Vermögenswerten von 104,7 Mio EUR, der Abschreibung für Wertminderungen auf Sachanlagen in Höhe von 6,7 Mio EUR und auf immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 40,8 Mio EUR (davon Kundenbeziehungen 14,2 Mio EUR, Firmenwerte von 24,8 Mio EUR und Markenrechte von 1,8 Mio EUR) zusammen.

Veränderung Mio EUR 2006 2007 2008 2007/2008 in % EBIT gesamt 123,3 162,8 169,5 +4,1% Brief 271,6 274,3 254,5 -7,2% Paket & Logistik 20,8 12,8 -25,5 - Filialnetz 11,5 13,6 14,5 +6,7% Sonstiges/Konsolidierung -180,6 -137,9 -74,0 +46,4%

Das EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) 2008 der Österreichischen Post beträgt 169,5 Mio EUR nach

162,8 Mio EUR im Vorjahr.

Die Veränderung ist auf folgende Faktoren zurückzuführen: Einen positiven Ergebniseffekt hatte die beschriebene Aufl ösung der Rückstellung für Unteraus lastung. Ergebnisbelastend wirkten hingegen so-

wohl die Abschreibungen für Wertminderungen (für Sachanlagen, Firmenwerte, Kundenbeziehungen und Markenrechte) als auch Einzeleffekte, die 2008 zu höheren operativen Aufwendungen geführt haben. Dies waren im Speziellen höhere Transport- und Treibstoffkosten, vermehrte Aufwendungen für Sozialplanleistungen an Mitarbeiter und Integra tions kosten neuer Gesellschaften.

Darüber hinaus musste die Österreichische Post einen Umsatz- und Ergebnisrückgang im österreichischen Paketgeschäft verkraften. Durch den Wegfall der beiden größten Versandhandelskunden ging ein bedeutender Anteil der österreichischen B2C-Paketmengen verloren. Die Redimensionierung der Logistik verlief jedoch plangemäß. Ein Drittel der Paket zustellbasen wurde geschlossen; wo möglich, wurden Brief- und Paketlogistik zusammengeführt.

Die Kapazitätsauslastung der Anlagen in den Sortierzentren in Österreich ist so dimensioniert, dass die regulatorischen Vorgaben bezüglich der Zustell geschwin digkeit innerhalb Österreichs (Zustellung von 95% aller Briefe am nächsten Werktag bzw. von 90% aller Pakete innerhalb von zwei Werktagen) erfüllt werden. Zu Spitzenzeiten – vor allem zu Weih nachten – steigen die transportierten Mengen punktuell um bis zu 50% an.

Bei den Ergebnisbeiträgen der Divisionen zeigten sich verstärkt die einzelnen Sondereffekte. Die Divi sion Brief erwirtschaftete ein EBIT von 254,5 Mio EUR. Hier erfolgten lediglich geringere Wertmin de rungen. In der Division Paket & Logistik führten Wert min derungen von 33,4 Mio EUR sowie Integra tionskosten

neuer Gesellschaften zu einem negativen EBIT von 25,5 Mio EUR. Die Division Filialnetz konnte das Ergebnis auf 14,5 Mio EUR steigern, ebenso verbesserte sich der Bereich Sonstiges/Kon soli die rung auf minus 74,0 Mio EUR. Dieser Bereich enthält nicht weiterverrechnete Auf wendungen zentraler Abteilungen, Aufwendungen im Zusammen hang mit leer stehenden Immobilien, Aufwendungen für Sozialplan leis tungen an Mit arbei ter sowie die Veränderung der Rückstellung für Unterauslastung, aber auch Miet einnahmen und Erlöse aus Anlagen verkäufen.

Das Finanzergebnis des Österreichischen Post Konzerns reduzierte sich 2008 von 2,1 Mio EUR im Jahr 2007 auf minus 11,3 Mio EUR im Jahr 2008. Dies ist auf eine Wertminderung des Anteils am Konsortium der BAWAG PSK in Höhe von 20,0 Mio EUR zurückzuführen. Aufgrund der internationalen Finanzkrise und der damit verbundenen neuen Bewertungseinschät zung im Bankensektor erfolgt eine Revision des Be wertungsansatzes.

Das Ergebnis vor Steuern reduzierte sich um 4,0% auf 158,2 Mio EUR. Nach Abzug von Steuern im Aus maß von 39,3 Mio EUR ergibt sich ein Periodenergeb nis (entspricht Ergebnis nach Steuern) von 118,9 Mio EUR.

Ergebniskennzahlen 2006–2008

Vermögens- und Finanzlage Die Öster rei chische Post folgt einer risikoaversen Ge schäfts geba rung. Dies zeigt sich an der hohen Eigen kapitalquote, den geringen Finanzverbind lich kei ten und der soliden Zahlungsmittelveranlagung mit geringstmöglichem Risiko. Die internationale Finanz- und

Wirt schaftskrise hat dazu geführt, dass die Öster reichi sche Post Vermögenswerte auch weiterhin stetig evaluiert. Gedämpfte Markterwar tun gen führten zu Wertminderungen von Sachanlagen, immateriellen Vermögenswerten und Finanzinves titio nen.

Bilanzstruktur nach Positionen

Struktur
Mio EUR 31. 12. 2006 31. 12. 2007 31. 12. 2008 31. 12. 2008
in %
AKTIVA
Sachanlagen, immaterielle
Vermögenswerte und Firmenwerte 938,1 1.038,7 1.002,1 53,5%
Als Finanzinvestitionen gehaltene
Immobilien (Investment Property) 38,3 36,6 36,5 1,9%
Anteile an assoziierten Unternehmen 3,5 3,5 7,3 0,4%
Vorräte, Forderungen und Sonstiges 473,4 441,0 448,2 23,9%
Finanzinvestitionen in Wertpapiere 198,8 147,0 92,5 4,9%
Andere Finanzanlagen 6,2 79,9 39,9 2,1%
Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente 229,4 309,4 248,1 13,2%
Zur Veräußerung gehaltene
langfristige Vermögenswerte 13,8 2,4 0,0 0,0%
1.901,6 2.058,6 1.874,6 100,0%
PASSIVA
Eigenkapital 821,4 874,3 741,5 39,6%
Rückstellungen 520,2 604,3 585,4 31,2%
Finanzverbindlichkeiten 148,8 187,0 148,6 7,9%
Verbindlichkeiten und
passive latente Steuern 411,3 393,0 399,1 21,3%
1.901,6 2.058,6 1.874,6 100,0%

Die Analyse der Bilanz des Österreichischen Post Konzerns zeigt, dass die Aktiva einen erheblichen Bestand an Finanzmitteln enthalten. In Summe verfügt der Österreichische Post Konzern zum 31. De zem ber 2008 über Zahlungsmittel und Zahlungs mitteläquiva lente von insgesamt 248,1 Mio EUR und über Finanzinvestitionen in Wertpapiere von 92,5 Mio EUR. Die Veranlagungspolitik basiert auf dem geringstmöglichen Risiko. Vor dem Hintergrund der internationalen Finanzkrise erfolgte eine Revision des Be wertungsansatzes an der 5%igen Beteiligung am Kon sor-

tium der BAWAG PSK, die zu einer erfolgswirksamen Wertminderung von 20,0 Mio EUR (Im pair ment) führte. Durch die zum Bilanzstichtag durch geführte Marktbewertung kam es darüber hinaus zu einer erfolgsneutralen Reduktion des Beteili gungsansatzes um weitere 20,0 Mio EUR.

Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte und Firmenwerte nehmen mit 1.002,1 Mio EUR die größte Position unter den Aktiva ein.

Passivseitig zählen das Eigenkapital (39,6%) und die Rückstellungen (31,2%) zu den größten Positionen. Die darin enthaltene Rückstellung für Unteraus las tung hat sich 2008 um 23,1 Mio EUR auf 307,8 Mio EUR verringert.

Der überwiegende Teil der kurz- und langfristigen Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 148,6 Mio EUR entstand aus Zugängen durch Unternehmenserwerbe der letzten Jahre.

Da die vorhandenen liquiden Mittel in der Bilanz die Finanzverbindlichkeiten übersteigen, ist die Auf nahme von Fremdkapital – und damit auch ein Rating – derzeit nicht erforderlich.

Bilanzstruktur nach Fristigkeit

Struktur
Mio EUR 31. 12. 2006 31. 12. 2007 31. 12. 2008 31. 12. 2008
in %
AKTIVA
Langfristiges Vermögen 1.272,9 1.361,9 1.252,1 66,8%
davon andere Finanzanlagen sowie
Finanzinvestitionen in Wertpapiere 204,5 211,7 132,2 7,1%
Kurzfristiges Vermögen 614,9 694,3 622,5 33,2%
davon Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 229,4 309,4 248,1 13,2%
Zur Veräußerung gehaltene
langfristige Vermögenswerte 13,8 2,4 0,0 0,0%
1.901,6 2.058,6 1.874,6 100,0%
PASSIVA
Eigenkapital 821,4 874,3 741,5 39,6%
Langfristige Verbindlichkeiten 564,0 598,0 551,8 29,4%
davon Rückstellungen 425,8 487,7 466,2 24,9%
Kurzfristige Verbindlichkeiten 516,2 586,3 581,3 31,0%
1.901,6 2.058,6 1.874,6 100,0%

Der überwiegende Teil der Bilanzsumme des Österrei chischen Post Konzerns von insgesamt 1.874,6 Mio EUR entfällt mit einem Anteil von 66,8% bzw. 1.252,1 Mio EUR auf langfristiges Vermögen.

Innerhalb des langfristigen Vermögens nehmen die Positionen Sachanlagen mit 725,9 Mio EUR sowie Finanzinvestitionen in Wertpapiere und andere Finanz anlagen mit 132,2 Mio EUR eine bedeutende Stellung ein.

Zu den größten Posten des kurzfristigen Vermögens gehören mit 347,8 Mio EUR die Forderungen sowie mit 248,1 Mio EUR die Zahlungsmittel und die Zahlungsmitteläquivalente.

Passivseitig setzt sich die Bilanzsumme vorwiegend aus dem Eigenkapital und den langfristigen Verbindlichkeiten (in Summe 69,0%) zusammen. Die langfristigen Verbindlichkeiten von insgesamt 551,8 Mio EUR beinhalten im Wesentlichen Rückstellungs positionen (in Summe 446,2 Mio EUR). Auf die Rück stellung für Unterauslastung entfallen 307,8 Mio EUR.

Bei den kurzfristigen Verbindlichkeiten in Höhe von 581,3 Mio EUR dominieren Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (215,9 Mio EUR).

Liquidität

Mio EUR 31. 12. 2006 31. 12. 2007 31. 12. 2008
Verzinsliches Fremdkapital -607,6 -711,5 -655,9
davon Finanzverbindlichkeiten -148,8 -187,0 -148,6
davon verzinsliche Rückstellungen -451,6 -517,7 -501,1
Verzinsliche Aktiva 433,7 538,1 385,8
davon Finanzinvestitionen in Wertpapiere 198,8 147,0 92,5
davon Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 229,4 309,4 248,1
Nettoverschuldung -173,9 -173,4 -270,2
Nettoverschuldung/EBITDA 0,75 0,59 0,84

Der Österreichische Post Konzern weist derzeit eine Nettoverschuldung in Höhe von 270,2 Mio EUR auf. Dieser Betrag errechnet sich als Differenz aus verzinslichen Aktiva (Wertpapiere, andere Finanz an lagen und Zahlungsmittel) von 385,8 Mio EUR und verzinslichem Fremdkapital (Finanzverbindlichkeiten und andere verzinsliche Verbindlichkeiten sowie aus Sozialkapital und anderen verzinslichen Rückstel lun gen) von 655,9 Mio EUR. Das Verhältnis Nettover schuldung zu EBITDA beträgt 0,84.

Auf Basis der vorhandenen Liquidität sowie des soliden operativen Cash-Flows kann die Österreichische Post die aktuellen Finanzierungsvorhaben selbst decken. Eine Fremdkapitalaufnahme ist derzeit nicht

vorgesehen. Das Kapitalmanagement des Konzerns zielt auf eine für die Einhaltung der Wachstumsziele sowie für die nachhaltige Steigerung des Unter nehmenswertes angemessene Kapitalstruktur ab. Mit tel fristig peilt die Österreichische Post ein branchenübliches Verhältnis Nettoverschuldung/EBITDA von bis zu 2,0 an.

Im Rahmen der Dividendenpolitik beabsichtigt der Konzern für die folgenden Jahre unter der Voraus setzung, dass sich die Geschäftsentwicklung weiterhin erfolgreich fortsetzt und keine außergewöhnlichen Umstände auftreten, eine Ausschüttungsquote von zumindest 75% des auf die Aktionäre entfallenden Periodenergebnisses.

Cash-Flow

Mio EUR 2006 2007 2008
Cash-Flow aus dem Ergebnis 277,6 292,4 237,0
± Veränderungen im Nettoumlaufvermögen -39,6 3,5 -3,5
= Cash-Flow aus Geschäftstätigkeit 238,0 295,9 233,4
± Cash-Flow aus Investitionstätigkeit -142,6 -142,4 -23,1
= Free Cash-Flow 95,4 153,5 210,3
± Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit -40,4 -73,5 -271,6
= Nettozunahme/-abnahme des Finanzmittelbestandes 55,0 80,0 -61,2

Der Cash-Flow aus dem Ergebnis blieb mit 237,0 Mio EUR unter dem Niveau des Jahres 2007. Operativ entstanden 2008 höhere Belastungen durch den Wegfall zweier Paketkunden in Österreich, höhere Transport- und Treibstoffkosten, vermehrte Auf wen dun gen für Sozialplanleistungen an Mitarbeiter und Inte grationskosten neuer Gesellschaften. Da rüber hinaus kam es 2008 zu höheren Steuer nach zahlungen.

Der Cash-Flow aus der Veränderung des Netto umlaufvermögens betrug 2008 minus 3,5 Mio EUR und ist auf die Erhöhung von Forderungen gegenüber anderen Postgesellschaften zurückzuführen. In Summe ergibt sich für 2008 ein Cash-Flow aus der Ge schäftstätigkeit in Höhe von 233,4 Mio EUR.

Der Cash-Flow aus Investitionstätigkeit mit minus 23,1 Mio EUR inkludiert den Erwerb von Sachanlagen (CAPEX) mit 102,9 Mio EUR, den Erwerb von Toch terunternehmen inklusive dem Erwerb von Minder heiten anteilen in Höhe von 30,5 Mio EUR, den Erlös aus Anlagenverkäufen mit 40,0 Mio EUR sowie Erlöse aus dem Verkauf von Finanzinvestitionen in Wertpapiere in Höhe von 52,9 Mio EUR. Der ausgewiesene Free Cash-Flow beträgt somit 210,3 Mio EUR nach 153,5 Mio EUR in der Vergleichsperiode des Vorjahres. Dies entspricht 3 EUR/Aktie.

Der Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit für 2008 umfasst die Zahlung der Basisdividende von 98,0 Mio EUR, eine Sonderdividende von 70,0 Mio EUR sowie die Reduktion der Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 37,1 Mio EUR. Der Erwerb eigener Aktien im Rahmen des Aktienrückkaufprogramms führte zu einer Auszahlung in Höhe von 56,7 Mio EUR.

Investitionen Die Investitionen der Österrei chischen Post in Sachanlagen erreichten 2008 ein Volumen von 106,7 Mio EUR. Etwa 25% der Gesamtinvestitionen wurden für Grundstücke, Gebäude und in Bau befi ndliche Anlagen, unter anderem ein Ver teilzentrum in Bratislava (8 Mio EUR), ein Grund stückserwerb in Zagreb (3 Mio EUR), das Briefzentrum Wien (6 Mio EUR) und Gebäudeinvestitionen der Österreichischen Post AG (10 Mio EUR), aufgewendet.

Die Investitionen in technische Anlagen und Maschinen (rund 11%) betreffen vorwiegend Kuvertier-, Einschweiß- und Digitaldruckmaschinen der meiller-Gesellschaften, Sortieranlagen der trans-o-fl ex-Gesellschaften und Brief- und Paketförderanlagen der Österreichischen Post AG für die Verteilzentren in Wien, Kalsdorf und Linz.

Mit einem Anteil von über 40% ist die Betriebs- und Geschäftsausstattung die bedeutendste Investi tionsposition. Sie umfasst im Wesentlichen das Aus tauschprogramm der Zustellfahrzeuge (16 Mio EUR) und der Zustellertische (7 Mio EUR) der Division Brief, Ausstattungen für die Postfi lialen und diverse Büro- und Geschäftsausstattungen, Fuhrparkinvestitio nen, Flurförderfahrzeuge (Elektro-/Dieselfahrzeuge) so wie sonstige Betriebsausstattung der trans-o-fl ex-Gesellschaften.

Für den Erwerb von Tochtergesellschaften, Minderheitenanteilen an Tochtergesellschaften sowie von assoziierten Unternehmen bezahlte der Österrei chische Post Konzern im Geschäftsjahr 2008 30,5 Mio EUR (HSH, Cont-Média, 24VIP, 30% Anteil D2D, restliche 23,85% an trans-o-fl ex Deutschland und restliche 49,0% an Scanpoint).

Ergebnis- und wertorientierte Kennzahlen

Das Capital Employed des Österreichischen Post Kon zerns beträgt zum Bilanzstichtag, 31. Dezember 2008, 952,5 Mio EUR nach 992,2 Mio EUR zum Jah resende 2007. Es besteht im Wesentlichen aus den Positionen immaterielle Vermögenswerte und Fir menwerte (276,2 Mio EUR), Sachanlagen (725,9 Mio EUR), Forderungen (356,7 Mio EUR) und unverzins liches Fremdkapital (minus 477,1 Mio EUR).

Der Return on Capital Employed hat sich im Be richts jahr von 16,9% auf 17,4% verbessert.

Ergebniskennzahlen

2006 2007 2008
EBITDA-Marge1 13,3% 12,6% 13,2%
EBIT-Marge2 7,1% 7,0% 6,9%
ROE3 13,8% 16,3% 16,8%
ROCE4 15,1% 16,9% 17,4%
Capital Employed (Mio EUR) 935,0 992,2 952,5

1 EBITDA-Marge = EBITDA/Umsatz

2 EBIT-Marge = EBIT/Umsatz

3 Return on Equity = Jahresüberschuss/Eigenmittel zum 1. Jänner abzüglich Dividende

4 Return on Capital Employed = EBIT/durchschnittliches Capital Employed

Nichtfi nanzielle Qualitätskennzahlen

Zustellgeschwindigkeit Die Österreichische Post hat es sich zum Ziel gesetzt, Anbieter hochqualitativer Dienstleistungen zu sein. Insbesondere in Österreich bestehen hohe Aufl agen in der Zustel lungs geschwindigkeit von Briefen und Paketen. Mit einer Rate von 96,1% für die am nächsten Werktag zugestellten Briefe lag die Österrei chi sche Post AG über der gesetzlichen Vorgabe von 95,0%. Auch beim Paket konnte mit 95,0% Paket zu stellung inner halb von zwei Werktagen das gesetzliche Ziel von 90,0% deutlich übertroffen werden.

Innovationsmanagement Ein wesentlicher Schlüs sel zum Erfolg in sich verändernden Märkten liegt in der Entwicklung und Markteinführung innovativer Produkte, die den Bedürfnissen der Kunden entgegenkommen. Die Österreichische Post hat im Ge schäftsjahr 2008 eine Vielzahl solcher Lösungen um gesetzt. Beispiele dafür sind der "Paketauf gabeschein Online" im Paketbereich und "Postaufgabe über Postfach" in der Division Filialnetz, die den Kun den Zeit ersparen. Durch die kontinuierliche Ver-

bes serung der Betriebsmittel konnten Kosten gesenkt werden und gleichzeitig das Arbeitsumfeld für Mitarbeiter in Hinsicht auf Komfort und Gesund heit verbessert werden. Innovationsmanagement bedeutet dabei für die Österreichische Post auch das Schaffen von Rahmenbedingungen.

Mitarbeiter Die durchschnittliche Zahl der Vollzeit kräfte des Österreichischen Post Konzerns stieg im Berichtszeitraum gegenüber dem Vergleichs zeitraum des Vorjahres um 4,8% oder 1.238 Mitarbeiter auf nun mehr 27.002 Mitarbeiter. Der Anstieg ist durch den Erwerb von Tochterunternehmen bedingt. Der An stieg der Zahl der Mitarbeiter in Sonstiges/ Kon solidierung resultiert aus dem geänderten Ausweis von dauerhaft erkrankten Mitarbeitern.

In Österreich war in der Durchschnittsbetrachtung im Vergleich zum Vorjahr eine Reduktion von nahezu 400 Mitarbeitern zu verzeichnen. Der weitaus größte Teil der Konzernmitarbeiter (in Vollzeitkräf ten) ist in der Österreichischen Post AG beschäftigt (22.667). Mehr als 4.335 Mitarbeiter arbeiten in den Tochterunternehmen.

Mitarbeiter nach Divisionen1

Anteil
2006 2007 2008 in %
Brief 15.311 15.593 15.835 58,6%
Paket & Logistik 2.265 3.410 4.066 15,1%
Filialnetz 5.236 5.069 4.931 18,3%
Sonstiges/Konsolidierung 1.645 1.692 2.169 8,0%
Gesamt 24.456 25.764 27.002 100,0%

1 Periodendurchschnitt, in Vollzeitkräften

Laufende Aus- und Weiterbildung Ein wichtiger Eck pfeiler in der umfassenden Aus- und Wei ter bil dung im Post Konzern bilden die fokussierten Trai nings für Führungskräfte. Daher wurden auch 2008 in allen drei Divisionen Führungskräfte-Trainings mit dem jeweiligen Fokus auf die Divisions ent wick lungsziele durchgeführt. Um den Praxis trans fer weiter zu verbessern, nahmen Führungs kräfte auch individuelles Coaching in Anspruch. Neben der In ves tition in interne IT-Themen wurden Mitarbei ter Innen, die im direkten Kundenkontakt ste hen, in tensiv geschult. Insgesamt wurden 2008 rund 21.000 Personentage an Aus- und Weiterbil dungs maßnahmen durchgeführt. Im Jahre 2008 fand das erste konzernweite Management Curri cu lum für Nachwuchsführungskräfte statt. Die speziell ausgewählten Teilneh merInnen absolvierten in dem auf ein Jahr verteilten insgesamt 18 Tage umfassenden Programm alle wesentlichen Themen be reiche ihrer zukünftigen Führungs- bzw. Manage ment aufgaben.

Gesundheit und Arbeitssicherheit Arbeitssicher heit und Gesundheitsschutz sowie betriebliche Ge sund heitsförderung sind Schlüsselelemente der Unter nehmenspolitik der Österreichischen Post. Mit arbei termotivation ist besonders wichtig für das Funktio nieren eines bundesweiten, auf menschlicher Arbeits kraft aufgebauten Logistikkonzepts. Da her setzt die Österreichische Post zahlreiche Maß nah men, um für das Wohlbefi nden sowie für eine gesunde und sichere Arbeitsumgebung zu sorgen. Die betriebliche Gesundheitsförderungs- und Ar beits sicher heitskultur ist ein wichtiger Bestandteil aller Bereiche. Gegenüber 2007 stieg die Anzahl der Arbeitsunfälle mit Ausfallzeit in der Österreichischen Post AG geringfügig um 3,3%.

Umwelt Der Österreichische Post Konzern bekennt sich zu seiner Verantwortung, einen Beitrag zum schonungsvollen Umgang mit Ressourcen zu leisten. Wo es technisch möglich und wirtschaftlich sinnvoll ist, werden umwelt- und ressourcenschonen de Maß nahmen gesetzt. Im Rahmen Post Europe hat sich die Österreichische Post AG verpfl ichtet, die CO2-Emissionen innerhalb der nächsten fünf Jahre (bis Ende 2012) um 10% zu reduzieren. Die Reduk tio nen ergeben sich aus einem optimalen Mix aus Part nerschaften mit Leitfi rmen, Investitionen in ver läss liche Technologien und Nutzung von Förde run gen.

Im Fuhrpark werden seit geraumer Zeit Initiativen gesetzt, um den Treibstoffverbrauch – und damit die Emissionen – nachhaltig zu reduzieren. Maßnah men sind etwa die Beschaffung von weiteren 25 erd gasbetriebenen Zustellfahrzeugen, die laufende Routenoptimierung im Tagesgeschäft, der Einsatz treibstoffsparender und umweltfreundlicher LKWs und Schulungen von Lenkern für wirtschaftliches Fahren. Im Bereich Immobilien wird durch Umstel lung bei Heizungsanlagen auf Fern- und Nahwärmeversorgung bzw. Gasheizungen im Zuge von erforderlichen Instandhaltungsmaßnahmen bei Alt anla gen eine laufende Reduktion des Energieverbrauchs sowie eine CO2-Reduktion erreicht.

Risikomanagement

Strategisches und operatives Risiko mana gement Der Österreichische Post Konzern ist – als international tätiges Post- und Logistikdienstleistungsunternehmen – im Rahmen seiner Geschäftstätigkeit unterschiedlichen Risiken ausgesetzt. Mit diesen strategischen und operativen Risiken setzt sich das Unternehmen bewusst auseinander. Durch die Kon zentration auf das Kerngeschäft sowie die jahrzehntelange Erfahrung in diesem Geschäft ist es dem Österreichischen Post Konzern möglich, Risiken früh zeitig zu identifi zieren, diese zu bewerten und geeignete Vorsorgemaßnahmen zur Sicherung rasch zu setzen.

Das strategische Risikomanagement befasst sich mit der Identifi zierung und Evaluierung strategischer Geschäftsrisiken und trifft die Entscheidung darüber, ob und inwieweit strategische Risiken eingegangen werden. Ziel des strategischen Risiko mana ge ments ist es, alle wesentlichen strategischen Risiken, die die Erreichung der strategischen Unternehmensziele gefährden, so weit wie möglich zu kontrollieren.

Kernpunkt des operativen Risikomanagements bildet die Identifi zierung, Evaluierung und Beherr schung von wesentlichen Risiken aus der operativen Geschäftstätigkeit. Dieser Prozess wird von Schlüs selpersonen in den Divisionen und den Geschäfts fel dern getragen. Die divisional angelegte Organisa tionsstruk tur gliedert sich in drei operativ tätige Divisionen bzw. fünf Geschäftsfelder sowie in unterstützende und beratende Zentral- und Serviceein hei ten. Die Tochtergesellschaften des Österreichi schen Post Konzerns werden dabei im Wesentlichen je nach Tätigkeitsschwerpunkt den einzelnen Divi sio nen und Geschäftsfeldern zugeordnet. Die in den jeweiligen

Einheiten bestehenden wesentlichen Ge schäfts risiken werden identifi ziert und laufend beobachtet. Auf dieser Basis werden angemessene Risiko maßnahmen, wie z. B. Backups oder Notfall pläne, festgelegt. Im Zuge der regelmäßigen Pla nungs- und Ergebnisge spräche erfolgt eine Bericht erstattung über die wesentlichen Risikofelder durch die zuständigen Leiter. Zusätzlich wurden in den einzelnen ergebnisverantwortlichen Unternehmens einheiten Risiko verant wortliche festgelegt, die die Risiken überwachen und evaluieren und darüber zu mindest quartalsweise Bericht erstatten. Das Ergeb nis der Risikoein schätzung mündet in ein standardisiertes Reporting.

Weitere zentrale Instrumente der Risikoüberwachung und -kontrolle sind konzernweite Richtlinien über den Umgang mit wesentlichen Risiken, der Planungs- und Controllingprozesse sowie die laufende Be richterstattung. Die Richtlinien umfassen beispielsweise die Festsetzung und Kontrolle von Limit kategorien und Handlungsabläufen zur Begrenzung fi nanzieller Risiken sowie die strikte Einhaltung des Vier-Augen-Prinzips.

Diese Richtlinien sind Teil des internen Kontrollsystems und stellen unter anderem die ordnungsgemäße interne und externe Finanzberichterstattung sicher. Der Planungs- und Controllingprozess dient als Frühwarnsystem und als Basis für die Beurteilung der Wirksamkeit der eingeleiteten Steuerungsmaßnahmen.

Besondere Bedeutung kommt dabei dem transparenten Berichtswesen zu – vor allem auch gegenüber den Aufsichtsorganen.

Wesentliche Risikofaktoren des Österreichischen Post Konzerns sind im Überblick:

Regulatorische und rechtliche Risiken Der Österrei chische Post Konzern erwirtschaftet einen erheblichen Teil seines Umsatzes im reservierten Post dienst. Eine vollständige Freigabe des Postmarktes ist in der EU derzeit ab 1. Jänner 2011 vorgesehen. Daraus ergeben sich Risiken einer Marktanteilsver ände rung. Die Neugestaltung der rechtlichen Rah menbedingungen, insbesondere im Rahmen des für den Zeitraum nach der vollständigen Liberalisierung neu zu erlassenden Postgesetzes für Österreich, kann erhebliche nega tive Auswirkungen auf die Er geb nisentwicklung der Österreichischen Post haben. Die EU-Richtlinie 2008/6/EG enthält keine Rechts sicherheit, dass das Postgesetz für Österreich mit be stimmten Inhalten erlassen wird.

Die Österreichische Post AG ist im Rahmen des Universaldienstes verpfl ichtet, in ganz Österreich ein Min destangebot von Postdienstleistungen in vergleichbarer Qualität anzubieten. Als Abgeltung für diese kostenintensive Verpfl ichtung wurde der Gesellschaft der reservierte Postdienst übertragen. Es ist derzeit noch nicht absehbar, ob im Falle der vollständigen Freigabe des reservierten Dienstes die Gesellschaft auch dazu verpfl ichtet werden kann, sogar unter der Aufl age der Weiterführung unren tabler Postfi lialen, den Universaldienst weiterhin ohne adä quate Abgeltung zu erbringen. Sofern es infolge der Liberalisierung zu keiner Gleichbehand lung im Hinblick auf Beschäftigungsverhältnisse und gesetzliche Leistungsanforderungen zwischen der Österrei chischen Post AG und ihren Mitbe wer bern und einer adäquaten Abgeltung des Univer sal dienstes kommt, ist eine signifi kante Ergebnisbelas tung für die Österreichische Post AG nicht auszuschließen.

In der Öffentlichkeitsarbeit des Österreichischen Post Konzerns nimmt die Thematik der Liberalisie rung im Dialog mit allen Stakeholdern großen Stel lenwert ein. Das Unternehmen sieht es als seine Aufgabe, auf die derzeit ungeklärten Aspekte der Ab geltung des Universaldienstes und der Proble ma tik einer asymmetrischen Marktöffnung hinzuweisen.

Die Österreichische Post geht derzeit nicht davon aus, dass sie verpfl ichtet wird, ihren Mitbewerbern Zugang zu Teilleistungen einzuräumen. In einem solchen Fall könnten diese jedoch in besonders lukrativen Marktsegmenten Postdienstleistungen selbst er bringen und in weniger lukrativen Marktsegmenten auf Teilleistungen der Österreichischen Post zurückgreifen. Dies könnte zu erheblichen Ergebnisbeeinträchtigungen führen.

Im Zuge der Liberalisierung könnte die Umsatzsteuerbefreiung der Österreichischen Post im Zusammenhang mit der Erbringung von Postdiensten aufgehoben werden. In diesem Fall würde das Unternehmen einerseits versuchen, die Preisstruktur kundenseitig zu adaptieren – wobei die marktmäßige Durchführbarkeit nicht sichergestellt ist. Profi tieren würde die Österreichische Post jedoch durch eine wesentliche Erhöhung der verrechenbaren Umsatzsteuer-(Vorsteuer-)beträge.

Mit zunehmender Liberalisierung des Postmarktes könnte der Österreichische Post Konzern gezwungen sein, für bestehende Betriebsanlagen nachträglich ge werberechtliche Genehmigungen zu beantragen.

Die Österreichische Post AG unterliegt in der Preisfestsetzung im Universaldienst einschließlich des reservierten Bereichs rechtlichen Einschränkungen. Die Entgelte für die betroffenen Leistungen bedürfen entweder einer vorherigen Genehmigung oder unterliegen einer nachträglichen Kontrolle. Die Gesellschaft kann deshalb im Bereich des Univer saldienstes nur eingeschränkt durch Preisanpassungen auf Marktveränderungen reagieren.

Seit 1. Jänner 2008 haben die Telekom-Control-Kommission (TKK) und die Rundfunk und Telekom Regu lie rungs-GmbH in Umsetzung der Postgesetz-Novelle 2006 die Funktion der Regulierungsbehörde vom Bundesminister für Verkehr, Innovation und Tech nologie übernommen. Die Kompetenzen der Regu lierungsbehörde sind zwar unverändert gleich geblieben, es könnten aber in der Vollziehung der maßgeblichen Regelungen des Postgesetzes Unter schiede zur bisher gängigen Praxis auftreten. So befi ndet sich die Österreichische Post AG derzeit etwa in einer rechtlichen Auseinandersetzung über die Be fugnisse der TKK im Zusammenhang mit der Rabatt gewährung, da diese ihre Zuständigkeit weiter auslegt, als es der Bundesminister für Verkehr, Innovation und Tech nologie getan hat. Der Ausgang dieser rechtlichen Auseinandersetzung könnte sich gegebenenfalls auf die Eigenständigkeit der Öster rei chischen Post bei der Rabattgewährung einschränkend auswirken.

Im europäischen Verkehr drängt das Abrechnungssystem nach dem "Agreement for the Remuneration of Mandatory Deliveries of Cross-Border Mails" (REIMS III) das Abrechnungssystem des Weltpostver eins zurück. Bei REIMS III handelt es sich um eine Ver ein barung über Endvergütungen im grenz überschrei tenden Postdienst, dem jedoch nur 23 europäische Postunternehmen angehören. Die Parteien des REIMS III gehen davon aus, dass diese Vereinbarung – wie ihre Vorgängerregelung (REIMS II) – gemäß Art. 81 (3) EG-Vertrag vom Kartellverbot freigestellt ist.

Die Abrechnung des grenzüberschreitenden Postdiens tes mit den Postgesellschaften in den anderen EU-Ländern setzt bi- oder multilaterale Vereinbarungen mit diesen voraus.

Über das regulatorische Umfeld im Postmarkt hinaus muss der Österreichische Post Konzern im Rahmen seines ordentlichen Geschäftsbetriebs eine Vielzahl von rechtlichen Beschränkungen beachten. So sind die vertraglichen und faktischen Gestaltungs spielräume des Unternehmens etwa durch wettbewerbsrechtliche Regelungen eingeschränkt. Die kartellrechtliche Zulässigkeit von Vereinbarungen und Geschäftspraktiken des Österreichischen Post Kon zerns war in der Vergangenheit bereits Gegenstand kartellrechtlicher Untersuchungen und Verfahren. Sonstige recht liche Risiken ergeben sich auch aus nicht vorhersehbaren Gerichtsverfahren mit Mitbe werbern und Kunden.

Zur bestmöglichen Vermeidung von Ergebnisbeeinträchtigungen durch regulatorische und rechtliche Risiken ist der Österreichische Post Konzern bestrebt, in seinen Kernprozessen eine Erweiterung der Wertschöpfung zu erzielen, um seinen Kunden noch bessere Leistungen anzubieten und eine Qualitätsoptimierung zu erzielen. Darüber hinaus beabsichtigt der Österreichische Post Konzern, vermehrt Umsätze im bereits liberalisierten Bereich zu erwirtschaften.

Markt- und Wettbewerbsrisiken Der Österrei chische Post Konzern erwirtschaftet den überwie gen den Teil seines Umsatzes in Österreich. Sollte das Wirt schaftswachstum in Österreich weiter nachlas sen, könnte dies zu einer Abschwächung der Nachfrage führen. Sollten sich die derzeitigen Prog nosen zum Wirtschaftswachstum weiter verschlechtern, so könnten Planungsprämissen verworfen werden.

Dem Geschäftsmodell könnte die Planungssicherheit entzogen werden. Ferner erwirtschaftet das Unternehmen einen nicht unbedeutenden Anteil des Umsatzes mit einer geringen Anzahl von Groß kun den. Das wirtschaftlich erfolgreiche Weiterbestehen der Großkunden ist wesentlich für die stabile Ent wick lung des Österreichischen Post Konzerns. Groß kunden sind vertraglich nicht verpfl ichtet, ihre Post sen dungen vom Österreichischen Post Konzern befördern zu lassen, und könnten sich entscheiden, mittelfristig zumindest einen Teil ihrer Postsendun gen Wettbewerbern der Österreichischen Post zur Zustellung zu übergeben. Klassische Briefsendungen könnten zunehmend durch E-Mail oder andere elektronische Medien ersetzt werden.

Der Österreichische Post Konzern sieht sich im Briefund vor allem im Paketmarkt zunehmendem Wettbewerb ausgesetzt. Insbesondere das Business-to-Consumer (B2C)-Paketgeschäft – hier nimmt die Öster reichische Post eine führende Stellung am öster reichischen Markt ein – ist zum einen von der wirtschaftlichen Entwicklung seines Kundensegments und zum anderen vom sich durch das etwaige Auftreten weiterer alternativer Anbieter verschär fenden Wettbewerb abhängig, sodass ein entsprechender Umsatzausfall nicht ausgeschlossen werden kann. Das Unternehmen ist bestrebt, Kunden durch attraktive Leistungsangebote an sich zu binden.

Des Weiteren wird dem Mengenrückgang infolge von E-Mail-Substitution durch neue Produkte und Dienstleistungen, etwa im Bereich Infomail oder im Business-to-Business (B2B)-Geschäft und vor allem entlang der Wertschöpfungskette, entgegengewirkt. Die Diversifi kation auf mehrere Märkte trägt dazu bei, Risiken einzelner Branchen weit zu streuen bzw. gering zu halten.

Ein wesentlicher Bestandteil der Strategie des Österreichischen Post Konzerns ist das Wachstum durch Akquisitionen und Kooperationen. Dabei ist es wichtig, passende Akquisitionsziele zu fi nden und erworbene Unternehmen erfolgreich zu integrieren. Die zukünftige Rentabilität dieser Projekte ist in hohem Maße vom Investitionsvolumen bzw. von den Akquisitionspreisen sowie politischen, wirtschaftlichen und gesetzlichen Faktoren abhängig. Alle Investi tionsmaßnahmen müssen daher strikten fi nanziellen Kriterien gerecht werden.

In der Division Filialnetz sind die Erträge aus Finanzdienstleistungen vom Markterfolg des Kooperationspartners BAWAG PSK, die Erträge im Kommunikations geschäft vom Markterfolg des Kooperationspartners Telekom Austria abhängig.

Insgesamt kann sich das geringere Wirtschafts wachstum belastend auf die Volumens- und Markt entwicklung bei Briefen, Werbesendungen und Paketen auswirken, und somit kann die wirtschaftliche Entwicklung an Dynamik verlieren.

Struktur der Dienstverhältnisse Ein Großteil der Mitarbeiter des Österreichischen Post Konzerns steht in einem öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnis und unterliegt den Bestimmungen des Beam tendienstrechts. Daraus ergeben sich Besonder hei ten im Zusammenhang mit der dienstrechtlichen Verwendung. Durch die bestehenden rechtlichen Be dingungen kann es bei einem Großteil der Beleg schaft zu keiner Kapazitätsanpassung im Falle von Mengenverlusten kommen, außerdem ist keine An passung des Gehaltsniveaus an eventuell niedrigere Marktkonditionen möglich. Das Beamtendienstrecht führt insgesamt zu einer geringen Kostenfl exibilität. Der Österreichische Post Konzern ist im Zuge der Vor bereitung auf den liberalisierten Markt immer mehr

mit den Grenzen der dienstrechtlichen Ver wen dungsmöglichkeiten für die ihm zugewiesenen Beam ten konfrontiert. Die Lösung dieser Problematik nimmt im Dialog mit dem verantwortlichen Gesetz geber eine besondere Rolle ein.

Aus Änderungen des Poststrukturgesetzes 1996 und den laufenden Änderungen des Beamtendienstrechts können sich für den Österreichischen Post Konzern, soweit diese Regelungen nicht auf die spezielle Wett bewerbssituation des Österreichischen Post Konzerns Rücksicht nehmen, zusätzliche Be lastun gen und unerwartete Mehrkosten ergeben, auf deren Entstehen der Konzern keinen Einfl uss hat.

Der österreichische Gesetzgeber hat vorgesehen, dass die für Beamte auf Bundesebene 2008 getroffene Pensionskassenregelung sinngemäß auf die der Gesellschaft zugewiesenen Beamten anzuwenden wäre, was gegebenenfalls einen erhöhten Personalauf wand für den Österreichischen Post Konzern bedeuten könnte, falls diese Regelung tatsächlich auf die Gesellschaft anzuwenden ist.

Zur Erhöhung des Qualifi kationsniveaus der Mitarbei ter wurden umfassende Maßnahmen gesetzt. Da rüber hinaus wurde eine besondere Betriebsverein ba rung zur Milderung der Folgen von Restruk turie rungsmaßnahmen abgeschlossen. Der Strukturthe matik im Bereich der Bediensteten begegnet der Österreichische Post Konzern mit zunehmend fl exibleren Arbeitsprozessen und Arbeitszeit modellen.

Unternehmen des Österreichischen Post Konzerns bedienen sich – wie in der Paketzustell-, Zeitungszustell- und Werbemittelverteilbranche üblich – zur Beförderung und Zustellung von Sendungen selbstständiger Subunternehmer, die zum Teil aus dem EU-Ausland kommen. Die Qualifi kation der Tätigkeit von (ausländischen) Subunternehmern ist immer im Rahmen eines beweglichen Systems gradueller Kri te rien vorzunehmen, und zwar in einer Gesamt be trachtung der Merkmale nach Zahl und Gewicht. Dies setzt voraus, dass auf eine Einzelfallbetrachtung abzustellen ist. Es kann nicht ausgeschlossen werden,

dass die zuständigen Gerichte und Verwal tungs behörden einzelfallbezogen die Unzulässigkeit dieser Form der Beschäftigung feststellen sowie Ver waltungsstrafen aussprechen und darüber hinaus andere verwaltungs-, insbesondere gewerberechtliche Sanktionen auferlegen.

Technische Risiken Der Österreichische Post Kon zern ist in hohem Maße auf die Verwendung von komplexen technischen Systemen angewiesen und setzt bei der Erbringung seiner Dienstleistungen maßgeblich auf den Einsatz von Datenverarbei tungssystemen, modernen Kommunikationsmedien und anderen technische Einrichtungen. Vor diesem Hintergrund hat der Österreichische Post Konzern in den vergangenen Jahren umfangreiche Investitionen vorgenommen, um sein Verteilnetz zu modernisieren. Die Leistungserbringung des Unternehmens hängt dabei von der Funktionsfähigkeit weniger wichtiger Standorte ab. Weiters ist nicht absehbar, ob es im Vorfeld der für die Vorbereitung auf den libe ralisierten Markt durchzuführenden Umstruk tu rierungen zu kurz- oder längerfristigen kollektiven Arbeits niederlegungen seitens der Belegschaft kommt. Sollten technische Systeme vorübergehend oder endgültig ausfallen oder längerfristige kollek tive Arbeitsniederlegungen stattfi nden, könnte dies zu Störungen des Geschäftsablaufs und zu Verlusten von Reputation und Kunden führen sowie zusätzliche Kosten verursachen. Zur Bewältigung dieser tech nischen und operativen Risiken wurden Sicher heitsmaßnahmen, Prozesse und Regeln festgelegt, die verschiedenste Eventualitäten abdecken und einen reibungslosen Ablauf sicherstellen sollen.

Finanzielle Risiken Finanzielle Risiken des Österreichischen Post Konzerns umfassen das Liqui ditätsrisiko, das Kredit-/Kontrahenten- und Produkt risiko, das Zinsänderungsrisiko, das Währungsände rungsrisiko sowie organisatorische Risiken. Eine detaillierte Darstellung der fi nanziellen Risiken fi ndet sich im Anhang zum Konzernabschluss des Öster reichischen Post Konzerns.

Informationen gemäß § 243a UGB

Das Grundkapital der Österreichischen Post AG beträgt 350.000.000 EUR und ist geteilt in 70.000.000 Stück auf Inhaber lautende Stückaktien. Es sind der Gesellschaft keine Stimmrechtsbeschränkungen oder Syndikatsvereinbarungen bekannt.

In der Hauptversammlung der Österreichischen Post AG am 22. April 2008 wurde der Vorstand ermächtigt, eigene Aktien im Ausmaß von 10% des Grundkapitals nach den Bestimmungen des Aktiengesetzes und des Börsegesetzes zweckneutral gemäß § 65 Abs. 1 Z 8 AktG zu erwerben. Die Laufzeit dieser Ermächtigung beträgt 18 Monate. Von dieser Ermächti gung hat der Vorstand am 12. August 2008 Gebrauch gemacht und ein entsprechendes Aktien-Rück kaufprogramm gestartet. Das Programm lief von 19. August bis 31. Dezember 2008, das Volumen war mit 3,5 Millionen Aktien bzw. 5% des Grund kapi tals begrenzt. Insgesamt wurden im Rahmen dieses Programms über die Wiener Börse 2.447.362 Stück aktien, dies entspricht 3,4962% des Grundkapitals, zurückgekauft.

Die Republik Österreich hält über die Österreichische Industrieholding AG (ÖIAG) 51% der Anteile an der Österreichischen Post AG. Der Gesellschaft sind keine anderen Aktionäre bekannt, die mehr als 10% der An teile halten. Auf Basis der in Umlauf befi ndlichen Aktien (67.552.638 Stück nach Rückkauf von 2.447.362 Aktien im Rahmen des Rückkaufpro gramms) beträgt der Anteil der Österreichische Indus trie holding AG (ÖIAG) 52,8%.

Soweit der Gesellschaft bekannt ist, gibt es keine Inhaber von Aktien mit besonderen Kontrollrechten. Mitarbeiter, die auch Aktionäre der Österreichischen Post AG sind, üben ihre Stimmrechte individuell aus.

Es existieren keine sich nicht unmittelbar aus dem Gesetz ergebenden Bestimmungen über die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie über die Änderung der Satzung der Gesellschaft.

Genehmigtes Kapital: Gemäß § 5 der Satzung der Österreichischen Post AG ist der Vorstand mit Zustim mung des Aufsichtsrats ermächtigt, bis fünf Jahre nach Eintragung der Satzungsänderung in das Firmenbuch das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu 175.000.000 EUR durch Ausgabe von bis zu 35.000.000 Stück neue auf Inhaber lautende Stückaktien gegen Bareinlagen zu erhöhen und den Ausgabekurs sowie die Ausgabebedingungen festzusetzen. Die Satzungsänderung wurde am 18. März 2006 in das Firmenbuch eingetragen.

Bedingtes Kapital: Gemäß § 5 der Satzung der Österreichischen Post AG ist der Vorstand ermächtigt, bis fünf Jahre nach Eintragung der Satzungs ände rung in das Firmenbuch verzinsliche Wandel schuld verschrei bungen auszugeben, mit denen ein Umtauschoder Bezugsrecht in bis zu 35.000.000 Stück auf Inhaber lautende Aktien ohne Nennwert (Stückaktien) im Gesamtbetrag von insgesamt bis zu 175.000.000 EUR verbunden ist. Zu diesem Zweck wurde das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu 175.000.000 EUR durch Ausgabe von bis zu 35.000.000 Stück auf Inhaber lautende Stückaktien mit Stimmrecht bedingt erhöht. Die Satzungsände rung wurde am 21. April 2006 in das Firmenbuch ein getragen.

Es gibt keine bedeutsamen Vereinbarungen, an denen die Gesellschaft beteiligt ist, die bei einem Kon trollwechsel in der Gesellschaft in Folge eines Über nahmeangebotes wirksam werden, sich wesentlich ändern oder enden.

Es gibt keine Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern oder Arbeitnehmern für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebotes.

Aktienrückkauf im Detail

Dauer des Programms: 19.8.2008–31.12.2008

Aktiengattung: Stammaktien Erwerbszweck: Optimie rung der Kapitalstruktur durch Einziehung der rückerwor-

benen Aktien Anzahl der rückerwor benen Stück: 2.447.362

Höchster geleisteter Gegenwert je Aktie: 28,02 EUR Niedrigster geleisteter Gegen-

wert je Aktie: 19,61 EUR Gewichteter Durch schnitts-

gegenwert der rückerworbenen Aktien: 23,154 EUR

Wert der rückerworbenen Aktien: 56.666.263,73 EUR

Ausblick 2009

Die derzeit unsicheren internationalen Rahmen bedin gungen reduzieren die Prognosegenauigkeit für die Österreichische Post. Der Ausblick 2009 unterliegt daher der Voraussetzung, dass sich das wirtschaftliche Umfeld der Österreichischen Post und die Konsumnachfrage nicht noch weiter verschlechtern als bisher erwartet.

Trotz der negativen konjunkturellen Daten geht die Österreichische Post davon aus, dass die Umsatz entwicklung in der Division Brief in Summe weitgehend solide bleibt. Volumensrückgänge in Folge von Subs ti tutionseffekten durch elektronische Kommu nika tion werden weiterhin bestehen. Es wird jedoch geplant, diesem Trend durch eine gute Entwicklung bei Werbesendungen (Business-to-Consumer-Kommu ni kation) sowie neuen Dienstleistungen entlang der Wert schöpfungskette der Briefzustellung gegenzusteuern. In der Division Paket & Logistik wird mit einem weitgehend stabilen Transportvolumen bei an haltend intensiver Wettbewerbssituation gerechnet. Das steigende Volumen der Internetanbieter ist weiterhin als Impulstreiber zu sehen, ebenso das Markt an teilswachstum im österreichischen B2B-Ge schäft. Im Filialnetzgeschäft sollten Bankdienstleis tungen vom Trend zu sicheren Veranlagungsproduk ten profi tieren.

Hinsichtlich der erwarteten Finanzierungserfordernisse für 2009 geht die Österreichische Post von erforderlichen Anlageinvestitionen (CAPEX) im Aus maß von etwa 100 Mio EUR aus. Für 2009 ist mit einer zurückhaltenden Akquisitionstätigkeit zu rechnen. Es sind derzeit keine großen Akquisitionsziele absehbar, die unseren Kriterien entsprechen. Vorran gig ist die Integration der neuen Konzerngesell schaf ten.

In Summe erwartet die Österreichische Post 2009 für den Konzern einen Umsatz auf der Ebene des Jahres 2008. Es wird auch ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) auf dem Niveau des Jahres 2008 angestrebt. Bei einer Beschleunigung der rezessiven Tendenzen kann ein leichter Umsatz- und Ergebnisrückgang nicht ausgeschlossen werden. Zur Sicherung der angepeilten Ziele wird das Management der Österreichischen Post – speziell vor dem Hintergrund des wirtschaftlichen Umfelds – sowohl kurzfristig als auch mittelfristig alles tun, um die Flexi bili tät und Effi zienz des Unternehmens zu erhöhen und damit die Werterhaltung sicherzustellen.

Basierend auf einer soliden Bilanzstruktur und einer guten Cash-Generierung ist weiterhin eine attraktive Dividendenpolitik vorgesehen. Der Vorstand der Öster reichischen Post AG wird in der nächsten Hauptversammlung am 6. Mai 2009 für das Ge schäfts jahr 2008 eine Basisdividende von 1,50 EUR pro Aktie und eine Sonderdividende von 1,00 EUR pro Aktie vorschlagen. Das Prinzip der Ausschüttung einer Basisdividende von zumindest 75% des Netto ergebnisses bleibt bestehen.

Besondere Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Es gab keine besonderen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag.

Ergebnisse der Divisionen

Division Brief

Marktumfeld Das Marktumfeld im Bereich für Briefsendungen – von Briefen, Werbesendungen bis hin zu Zeitschriften – war 2008 in Summe stabil. Volumensrückgänge bzw. Substitutions effekte von Briefen durch elektronische Medien wurden durch neue Kommunikationsanforderungen, insbesondere verstärkte B2C-Kontakte (Business-to-Consumer), sowie durch den Anstieg privater Haushalte und Adressen weitgehend kompensiert.

Neue Dienstleistungen entstehen entlang der Wertschöpfungskette des Informationsfl usses (von Brief-Scanning bis zu Druckdienstleistungen). Diese Dienstleistungen werden nunmehr schrittweise von Großkunden in Anspruch genommen. In der Wer bung ist die direkte Kommunikation mit den End kunden für viele Unternehmen und Branchen unverzichtbar. Zielgruppenorientierte Ansprache forciert daher sowohl das adressierte als auch unadressierte Sendungsvolumen.

Geschäftsentwicklung 2008

Veränderung
Mio EUR 2006 2007 2008 2007/2008
in %
Außenumsatz 1.311,3 1.381,0 1.460,0 +5,7%
Briefpost 774,7 786,2 783,7 -0,3%
Infomail 407,5 464,7 541,5 +16,4%
Medienpost 129,0 130,1 134,8 +3,6%
Innenumsatz 66,9 48,8 45,3 -7,1%
Umsatz gesamt 1.378,2 1.429,8 1.505,3 +5,3%
EBITDA 308,7 308,6 297,1 -3,7%
Planmäßige Abschreibung -31,5 -30,1 -34,6 +14,9%
Wertminderung (Impairment) -5,6 -4,2 -8,0 +89,5%
EBIT 271,6 274,3 254,5 -7,2%
EBITDA-Marge1 22,4% 21,6% 19,7% -
EBIT-Marge1 19,7% 19,2% 16,9% -
Mitarbeiter2 15.311 15.593 15.835 +1,6%

1 Bezogen auf Gesamtumsatz

2 Periodendurchschnitt, in Vollzeitkräften

Der Außenumsatz der Division Brief stieg im Jahr 2008 gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres um 5,7% auf 1.460,0 Mio EUR. Der Anstieg resultiert neben dem Konsolidierungseffekt der im Juli 2007 ak quirierten Gesellschaft meiller direct auch aus einem operativen Umsatzanstieg von etwa 1,3%.

Das Geschäftsfeld Briefpost hielt sich mit einem Umsatzrückgang von 0,3% recht stabil. Der stetigen elektronischen Substitution von Briefen standen auch positive Effekte in anderen Segmenten gegenüber. Steigerungen gab es beispielsweise im öffentlichen Sektor wie etwa durch die neuen Möglich kei ten der Briefwahl oder durch das erhöhte Sende volu men der Sozialversicherungsträger. Auch im Versandhandel kam es zu einem Anstieg der versendeten Kataloge.

Im Geschäftsfeld Infomail (adressierte und unadressierte Werbesendungen) erhöhte sich der Umsatz um 16,4%. Der Anstieg ist größtenteils auf die Kon so li-

dierung der im Jahr 2007 akquirierten meiller Ge sellschaften zurückzuführen, aber auch die organische Steigerung betrug 2,9%. Das Wachstum betraf sowohl adressierte als auch unadressierte Werbe sendun gen. Im Geschäftsfeld Medienpost war ebenfalls ein Umsatzuwachs zu verzeichnen (plus 3,6%), vorrangig durch die gute Entwicklung bei Regionalmedien sowie positive Effekte aus Land tags- und Nationalratswahlen in Österreich.

In Summe erwirtschaftete die Österreichische Post in der Division Brief 2008 ein EBITDA in der Höhe von 297,1 Mio EUR. Neben der planmäßigen Abschreibung von 34,6 Mio EUR wurde eine Abschreibung für Wertminderung auf immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 7,6 Mio EUR durchgeführt (davon Kunden be ziehungen von 4,2 Mio EUR und Firmenwerte von 3,4 Mio EUR). Daraus ergibt sich ein EBIT in Höhe von 254,5 Mio EUR.

Division Paket & Logistik

Marktumfeld Das Umfeld im Paket- und Logistikmarkt war im Jahr 2008 von wachsenden Mengen gekennzeichnet. Auch der rapide Wirtschafts abschwung Ende des Jahres hatte diesen Trend vorerst kaum beeinträchtigt, erst 2009 ist mit stagnierenden Mengen bei weiterhin intensiver Wettbewerbssituation zu rechnen.

Der österreichische Postmarkt war 2008 geprägt vom Einstieg eines Wettbewerbers, vorrangig in den B2C-Paketmarkt (Business-to-Consumer). Dem Abgang zweier bedeutender Versandhandelskunden begegnete die Paketlogistik mit einem forcierten Einstieg in den B2B-Paketmarkt (Business-to-Busi ness). Wichtige positive Impulse kommen von den Inter netverkäufen; diese stellten mit ihrem Wachs tum eine Stütze der Transportvolumina dar.

Im Nischenmarkt der Speziallogistik in Westeuropa (Health Care/Pharmabranche) zeigte sich eine gute Volumensentwicklung, basierend auf dem Trend zu integrierten Logistiklösungen. Das Marktumfeld in den Ländern Süd-/Osteuropas wies 2008 stabile Zuwachsraten auf. Grundlage dafür ist der nachhaltige Aufwärtstrend der Paketvolumina pro Kopf in diesen Ländern im Vergleich zu Westeuropa.

Veränderung
Mio EUR 2006 2007 2008 2007/2008
in %
Außenumsatz 227,1 738,6 785,9 +6,4%
Innenumsatz 49,8 31,4 30,1 -4,3%
Umsatz gesamt 276,9 770,0 816,0 +6,0%
EBITDA 31,7 46,5 34,8 -25,2%
Planmäßige Abschreibung -7,0 -23,0 -26,9 +17,1%
Wertminderung (Impairment) -3,9 -10,7 -33,4 -
EBIT 20,8 12,8 -25,5 -
EBITDA-Marge1 11,5% 6,0% 4,3% -
EBIT-Marge1 7,5% 1,7% -3,1% -
Mitarbeiter2 2.265 3.410 4.066 +19,3%

Geschäftsentwicklung 2008

1 Bezogen auf Gesamtumsatz

2 Periodendurchschnitt, in Vollzeitkräften

Der Außenumsatz der Division Paket & Logistik hat sich 2008 um 6,4% auf 785,9 Mio EUR erhöht, vorwiegend durch Akquisitionen mit einem Umsatzanteil von 45,8 Mio EUR.

Mit rund 659,6 Mio EUR wird der größte Teil des Umsatzes (84%) mit dem Produkt Premiumpaket erzielt (Paketzustellung innerhalb von 24 Stunden an Privat- und Businesskunden). Hier erfolgte ein Anstieg um etwa 12,6%, welcher sowohl auf organisches Wachs tum als auch auf die Akquisitionen neuer Gesellschaf ten zurückzuführen ist. Den bedeutendsten Um satz anteil von ca. 500 Mio EUR erzielte die Tochter gesell schaft trans-o-fl ex in Deutschland, mit dem Schwer punkt Pharmalogistik, Kombifracht und tem pe ra tur geführte Transporte. Zudem konnte 2008 in West europa die Gesellschaft HSH/Belgien erworben werden. Der Umsatzbeitrag aus Süd-/Osteuropa beträgt etwa 60 Mio EUR. Neu akquiriert wurde in 2008 das Unternehmen 24VIP in Bosnien-Herze gowina.

Das Standardpaket in Österreich (rund 15% des Gesamt umsatzes der Division) verzeichnete wie erwar-

tet einen Volumensrückgang in Folge des Markteintritts eines Paketanbieters. Ein Redimensionierungsprozess wurde im Jahr 2008 planmäßig umgesetzt und beinhaltete eine Reduktion sowohl der Perso nalkapazitäten als auch der Logistikverteilzentren in Österreich.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) der Division betrug im Geschäftsjahr 2009 34,8 Mio EUR. Der Rückgang ist einerseits auf den erwarteten Marktanteilsrückgang in Österreich durch den Abgang zweier großer Versandhandels-Paket kun den und andererseits auf Integrationskosten der neuen Gesellschaften in den Niederlanden und Belgien sowie erhöhte Transport- und Treibstoffkos ten zurückzuführen.

In der Division Paket & Logistik wurden hauptsächlich Wertminderungen bei Firmenwerten und Kun denbeziehungen der akquirierten Tochtergesell schaf ten der trans-o-fl ex Gruppe in Höhe von ins gesamt 33,4 Mio EUR durchgeführt, sodass sich ein negatives EBIT von 25,5 Mio EUR 2008 ergibt.

Division Filialnetz

Marktumfeld Die Division Filialnetz des Öster reichischen Post Konzerns betreibt eines der größten und dichtesten Vertriebsnetze in Österreich. Mit seinen Finanzdienstleistungen und seinem Angebot an Handelswaren steht es zu 100% im Wettbewerb. Das Filialnetz der Österreichischen Post offeriert ein breites Portfolio an Bank- und Postdienstleistungen sowie Kommunikations- und Retailprodukten. Das Marktumfeld wird daher durch zahlreiche Mitbewer ber aus unterschiedlichen Bereichen bestimmt. Dazu zählen etwa auch Banken oder Fachhändler für Kommunikations- oder Büroprodukte.

Bei Kommunikations- und Retailprodukten wie etwa Mobilfunkgeräten ist von einer stärkeren Kon junk turabhängigkeit auszugehen. Bei Bank dienst leis tungen zeigt sich gerade im unsicheren Finanz marktumfeld ein Trend zu sicheren Veranlagungs pro dukten.

Geschäftsentwicklung 2008

Veränderung
Mio EUR 2006 2007 2008 2007/2008
in %
Außenumsatz 194,4 192,1 192,2 +0,1%
Innenumsatz 210,0 203,4 206,3 +1,4%
Umsatz gesamt 404,4 395,5 398,5 +0,8%
EBITDA 25,0 19,1 20,5 +7,3%
Planmäßige Abschreibung -7,7 -5,5 -6,0 +9,1%
Wertminderung (Impairment) -5,8 0,0 0,0 0,0%
EBIT 11,5 13,6 14,5 +6,7%
EBITDA-Marge1 6,2% 4,8% 5,1% -
EBIT-Marge1 2,8% 3,4% 3,6% -
Mitarbeiter2 5.236 5.069 4.931 -2,7%

1 Bezogen auf Gesamtumsatz

2 Periodendurchschnitt, in Vollzeitkräften

Der Außenumsatz der Division Filialnetz erhöhte sich im Jahr 2008 gegenüber dem Vorjahr um 0,1% auf 192,2 Mio EUR. Ein Rückgang bei Handelswaren insbesondere im Bereich von Mobilfunk-Verkäufen konnte durch eine Steigerung im Bereich Finanzdienst leistungen und Filialprodukte kompensiert wer den. Wachstumsmaßnahmen wie eine Vertriebsoffensive für Privatkunden wurden eingeleitet. Trotz der aktuellen Finanzmarktkrise wurde ein Wachstum

bei Finanzdienstleistungen erzielt, insbesondere bei Standardprodukten, die derzeit stärker nachgefragt werden. Der Innenumsatz der Division zeigte sich ebenfalls verbessert.

Sowohl das EBITDA als auch das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) der Division Filialnetz konnte durch Kostendisziplin und organisatorische Optimierungsmaßnahmen gesteigert werden.

Wien, am 13. Februar 2009

Der Vorstand

Dr. Anton Wais e. h. Mag. Dr. Rudolf Jettmar e. h. Generaldirektor Generaldirektor-Stellvertreter

Vorstandsdirektor Vorstandsdirektor Vorstandsdirektor

Dipl.-Ing. Dr. Herbert Götz e. h. Dipl.-Ing. Walter Hitziger e. h. Dipl.-BW (FH) Carl-Gerold Mende e. h.

Wer mehr Ertrag will, braucht ein größeres Feld.

Wenn wir sagen, die Post bringt allen was, dann meinen wir auch wirklich alle. Mit 8 Millionen Kunden bedienen wir heute Österreichs größte Kundenbasis. Kein Wunder, dass die Post auch weiterhin ein so stabiles, ertragreiches Unternehmen ist.

IFRS-Konzernabschluss 2008 der Österreichischen Post AG

  • Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
  • Konzernbilanz
  • Konzern-Cash-Flow-Statement
  • Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals

Konzernanhang

  • Grundlagen und Methoden
  • Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
  • Erläuterungen zur Bilanz
  • Sonstige Angaben
  • Erklärung der gesetzlichen Vertreter
  • Uneingeschränkter Bestätigungsvermerk
  • Bericht des Aufsichtsrats

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2008

Mio EUR Anhang 2007 2008
Umsatzerlöse (6) 2.315,7 2.441,4
Sonstige betriebliche Erträge (7) 72,6 81,0
Gesamte betriebliche Erträge 2.388,3 2.522,4
Materialaufwand und Aufwand
für bezogene Leistungen (8) -692,2 -778,2
Personalaufwand (9) -1.120,4 -1.119,2
Abschreibungen (10) -130,0 -152,2
Sonstige betriebliche Aufwendungen (11) -284,0 -304,5
Gesamte betriebliche Aufwendungen -2.226,5 -2.354,1
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit 161,8 168,3
Ergebnis aus assoziierten Unternehmen (18) 0,9 1,2
Sonstiges Finanzergebnis (12) 2,1 -11,3
Finanzergebnis 3,0 -10,1
Ergebnis vor Ertragsteuern 164,9 158,2
Ertragsteuern (30) -42,2 -39,3
Periodenergebnis 122,6 118,9
Zuzurechnen an:
die Aktionäre des Mutterunternehmens 122,5 118,9
die Anteile anderer Gesellschafter 0,1 0,0
EUR
Unverwässertes Ergebnis je Aktie (13) 1,75 1,71
Verwässertes Ergebnis je Aktie (13) 1,75 1,71
Mio EUR
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit 161,8 168,3
Ergebnis aus assoziierten Unternehmen (18) 0,9 1,2
Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) 162,8 169,5

Konzernbilanz zum 31. Dezember 2008

Mio EUR Anhang 31. 12. 2007 31. 12. 2008
AKTIVA
Langfristiges Vermögen
Firmenwerte (14) 216,0 196,5
Immaterielle Vermögenswerte (15) 106,1 79,7
Sachanlagen (16) 716,7 725,9
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien (17) 36,6 36,5
Anteile an assoziierten Unternehmen (18) 3,5 7,3
Finanzinvestitionen in Wertpapiere (19) 131,8 92,3
Andere Finanzanlagen (20) 79,9 39,9
Forderungen (22) 15,9 14,9
Latente Steuern (30) 55,5 59,2
1.361,9 1.252,1
Kurzfristiges Vermögen
Finanzinvestitionen in Wertpapiere (19) 15,2 0,2
Vorräte (21) 25,6 26,3
Forderungen (22) 344,0 347,8
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (23) 309,4 248,1
694,3 622,5
Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte (24) 2,4 0,0
2.058,6 1.874,6
PASSIVA
Eigenkapital (25)
Grundkapital 350,0 350,0
Eigene Aktien 0,0 -12,2
Kapitalrücklagen 212,0 130,5
Gewinnrücklagen 188,7 178,2
Marktbewertung Finanzinstrumente -0,5 -24,5
Währungsumrechnungsrücklagen 1,0 0,7
Periodenergebnis 122,5 118,9
873,7 741,5
Anteile anderer Gesellschafter 0,6 0,0
874,3 741,5
Langfristige Verbindlichkeiten
Rückstellungen (26) 487,7 466,2
Finanzverbindlichkeiten (28) 58,6 45,5
Verbindlichkeiten (29) 18,7 15,7
Latente Steuern (30) 33,2 24,3
598,0 551,8
Kurzfristige Verbindlichkeiten
Rückstellungen (26) 102,3 106,1
Ertragsteuerrückstellungen (27) 14,4 13,1
Finanzverbindlichkeiten (28) 128,5 103,1
Verbindlichkeiten (29) 341,1 359,0
586,3 581,3
2.058,0 1.874,6

Konzern-Cash-Flow-Statement für das Geschäftsjahr 2008

Mio EUR Anhang 2007 2008
Geschäftstätigkeit
Ergebnis vor Ertragsteuern 164,9 158,2
Abschreibungen (10) 130,0 152,2
Abschreibungen/Zuschreibungen auf Finanzanlagen -0,1 20,0
Ergebnis von assoziierten Unternehmen (18) -0,9 -1,2
Langfristige Rückstellungen 57,9 -21,5
Ergebnis aus Anlagenverkäufen -11,7 -14,5
Ergebnis aus der Veräußerung von Finanzanlagen -2,9 0,2
Gezahlte Steuern -36,1 -41,4
Nettoabfluss/-zufluss Zinsen -8,5 -15,2
-0,2 0,1
Währungsumrechnung 292,4 237,0
Cash-Flow aus dem Ergebnis
Veränderung des Nettoumlaufvermögens
Forderungen (22) 49,7 -9,2
Vorräte (21) -1,3 -0,6
Verbindlichkeiten (29) -51,7 2,5
Kurzfristige Rückstellungen (26) 6,7 3,7
Cash-Flow aus Veränderung des Nettoumlaufvermögens 3,5 -3,5
Cash-Flow aus Geschäftstätigkeit 295,9 233,4
Investitionstätigkeit
Erwerb von immateriellen Vermögenswerten (15) -6,5 -3,6
Erwerb von Sachanlagen (16), (31) -96,8 -102,9
Erwerb von Tochterunternehmen (31) -71,9 -24,2
Erwerb von assoziierten Unternehmen 0,0 -3,8
Erwerb von Minderheitenanteilen 0,0 -2,6
Erwerb von Finanzinvestitionen in Wertpapiere -12,4 -5,0
Erwerb von anderen Finanzanlagen -76,4 0,0
Erlöse aus Anlagenverkäufen 34,7 40,0
Erlöse aus Verkauf von Finanzinvestitionen in Wertpapiere 69,6 52,9
Erhaltene Ausschüttungen von assoziierten Unternehmen 0,9 1,1
Erhaltene Zinsen 16,4 24,9
Cash-Flow aus Investitionstätigkeit -142,4 -23,1
Free-Cash-Flow 153,5 210,3
Finanzierungstätigkeit
Veränderung von Finanzverbindlichkeiten 4,4 -37,1
Ausschüttung -70,0 -168,0
Gezahlte Zinsen -7,9 -9,7
Rückkauf eigene Aktien 0,0 -56,7
Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit -73,5 -271,6
Nettozunahme/-abnahme des Finanzmittelbestandes 80,0 -61,2
Finanzmittelbestand am 1. Jänner 229,4 309,4
Finanzmittelbestand am 31. Dezember 309,4 248,1

Service Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals

Marktbewertung
Finanzinstrumente Währungs- Anteile
Kapital Gewinn Zur Ver- umrech- anderer Konzern-
Grund- Eigene rück- rück- äußerung Sicherungs- nungs- Perioden- Gesell- Eigen
Mio EUR kapital Aktien lagen lagen gehalten geschäfte rücklagen ergebnis Gesamt schafter kapital
GESCHÄFTSJAHR 2007
Stand am 1. Jänner 2007 350,0 0,0 274,5 96,4 -0,1 0,0 0,9 99,8 821,4 0,0 821,4
Veränderung von Rücklagen -62,5 92,3 -29,8 0,0 0,0
Direkt im Eigenkapital
erfasste Gewinne und Verluste
Währungsumrechnung 0,2 0,2 0,2
Marktbewertung
von Wertpapieren -0,4 -0,4 -0,4
0,0 0,0 0,0 0,0 -0,4 0,0 0,2 0,0 -0,2 0,0 -0,2
Periodenergebnis 122,5 122,5 0,6 123,1
Summe der erfassten
Gewinne und Verluste 0,0 0,0 -62,5 92,3 -0,4 0,0 0,2 92,8 122,3 0,6 122,9
Ausschüttung -70,0 -70,0 -70,0
Stand am 31. Dezember 2007 350,0 0,0 212,0 188,7 -0,5 0,0 1,0 122,5 873,7 0,6 874,3

Marktbewertung

Finanzinstrumente
Währungs- Anteile
Kapital Gewinn Zur Ver- umrech- anderer Konzern-
Grund- Eigene rück- rück- äußerung Sicherungs- nungs- Perioden- Gesell- Eigen
Mio EUR kapital Aktien lagen lagen gehalten geschäfte rücklagen ergebnis Gesamt schafter kapital
GESCHÄFTSJAHR 2008
Stand am 1. Jänner 2008 350,0 0,0 212,0 188,7 -0,5 0,0 1,0 122,5 873,7 0,6 874,3
Erwerb Minderheitenanteile -2,0 -2,0 -0,6 -2,6
Veränderung von Rücklagen -57,0 57,0 0,0 0,0
Direkt im Eigenkapital
erfasste Gewinne und Verluste
Währungsumrechnung -0,4 -0,4 -0,4
Marktbewertung
Finanzinstrumente -19,9 -4,2 -24,0 -24,0
0,0 0,0 0,0 0,0 -19,9 -4,2 -0,4 0,0 -24,4 0,0 -24,4
Periodenergebnis 118,9 118,9 0,0 118,9
Summe der erfassten
Gewinne und Verluste 0,0 0,0 -57,0 54,9 -19,9 -4,2 -0,4 118,9 92,4 -0,6 91,8
Ausschüttung -45,5 -122,5 -168,0 -168,0
Rückkauf eigener Aktien -12,2 -24,5 -20,0 -56,7 -56,7
Stand am 31. Dezember 2008 350,0 -12,2 130,5 178,2 -20,4 -4,2 0,7 118,9 741,5 0,0 741,5

Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2008

Grundlagen und Methoden

Die Österreichische Post AG und ihre Tochtergesellschaften sind Logistik- und Dienstleistungsunternehmen im Brief- und Paketbereich. Zu den Geschäftsbereichen des Österreichischen Post Konzerns zählen die Er bringung von Leistungen des Brief- und Paketdienstes, Kombifracht und Speziallogistik sowie die Abwick lung von Finanzgeschäften in Kooperation mit der BAWAG PSK. Zudem umfasst das Dienstleistungsangebot Daten- und Output-Management sowie Dokumentenerfassung, -digitalisierung und -veredelung. Der Sitz der Österreichischen Post AG befi ndet sich in Wien, Österreich. Die Anschrift lautet Österreichi sche Post AG, Postgasse 8, 1010 Wien. Die Gesellschaft ist in das Firmenbuch beim Handelsgericht Wien zu

1 | Grundlagen der Rechnungslegung

FN 180219d eingetragen.

Die Erstellung des Konzernabschlusses der Österreichischen Post AG für das Geschäftsjahr 2008 erfolgte in Übereinstimmung mit den zum 31. Dezember 2008 vom International Accounting Standard Board (IASB) herausgegebenen und verpfl ichtend anzuwendenden International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind. Dieser Konzernabschluss entspricht auch allen zum 31. Dezember 2008 geltenden IFRS, wie sie vom IASB veröffentlicht wurden und bereits anzuwenden sind.

Im Geschäftsjahr 2008 wurden folgende neuen oder geänderten Standards und Interpretationen erstmals verpfl ichtend zur Anwendung gebracht:

Neue Standards und Interpretationen Inkrafttreten
IAS 39/IFRS 7 Umklassifi zierung von fi nanziellen Vermögenswerten 1. 7. 2008
Geänderte Standards und Interpretationen
IFRIC 11 IFRS 2 – Konzerninterne Geschäfte und Geschäfte mit eigenen Anteilen 1. 3. 2007
IFRIC 13 Kundentreueprogramme 1. 7. 2008
IFRIC 14 IAS 19 – Die Begrenzung eines leistungsorientierten Vermögenswerts,
Mindestfi nanzierungsvorschriften und ihre Wechselwirkung
1. 1. 2008

Aus der Anwendung der neuen oder geänderten Standards und Interpretationen ergeben sich keine Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns.

Der Konzernabschluss wird in Euro aufgestellt. Alle Beträge sind, sofern nichts anderes angeführt ist, in Millionen Euro (Mio EUR) angegeben. Bei Summierung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben können durch Verwendung automatisierter Rechenhilfen rundungsbedingte Rechendifferenzen auftreten.

2 | Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss sind neben der Österreichischen Post AG 19 inländische (Vorjahr: 18) und 50 ausländische (Vorjahr: 45) Tochterunternehmen einbezogen, bei denen der Österreichischen Post AG unmittelbar oder mittelbar die Mehrheit der Stimmrechte zusteht.

Weiters wurden 4 Unternehmen (Vorjahr: 3) nach der Equity-Methode bewertet.

Eine vollständige Übersicht über die vollkonsolidierten und nach der Equity-Methode bewerteten Unternehmen fi ndet sich in der Liste der Konzernunternehmen am Ende des Anhangs.

Veränderungen des Konsolidierungskreises

Der Konsolidierungskreis des Österreichischen Post Konzerns hat sich im Geschäftsjahr 2008 durch Unternehmenserwerbe wie folgt verändert:

Anteil Erwerbs-/Erst
konsolidierungs
Name der Gesellschaft am Kapital zeitpunkt
Brief
D2D – direct to document GmbH 30,0% 31. 8. 2008
Cont-Média Hungary Kft 100,0% 1. 9. 2008
Paket & Logistik
HSH Holding B.V.B.A. 100,0% 30. 4. 2008
Distra N.V. 100,0% 30. 4. 2008
MIT Transport N.V. 100,0% 30. 4. 2008
24VIP Logistics Services d.o.o. 100,0% 2. 10. 2008

Brief

Am 31. August 2008 hat die Österreichische Post 30% der Anteile an der D2D – direct to document GmbH, Wien, um 3,8 Mio EUR erworben. Das Unternehmen wird als assoziiertes Unternehmen nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen. Der bei der Kaufpreisaufteilung entstandene Firmenwert in Höhe von 3,6 Mio EUR wird als Bestandteil des Anteils an assoziierten Unternehmen ausgewiesen. Mit dem Erwerb der D2D – direct to document GmbH wird die Strategie der Division Brief, das Angebot entlang der Wertschöpfungskette zu erweitern, weiter verfolgt.

Der Kaufpreis für die am 1. September 2008 akquirierte 100%-Beteiligung an Cont-Média Hungary Kft, Buda pest, beträgt 4,3 Mio EUR. Der Kaufpreis beinhaltet einen variablen Kaufpreisbestandteil in Höhe von 1,9 Mio EUR. Im Rahmen der durchgeführten Kaufpreisallokation wurden bestehende Kundenbeziehungen mit einem beizulegenden Zeitwert in Höhe von 0,4 Mio EUR als immaterielle Vermögenswerte sowie die hierauf entfallenden latenten Steuern in Höhe von 0,1 Mio EUR angesetzt. Die Kundenbeziehungen werden planmäßig über eine Nutzungsdauer von drei Jahren abgeschrieben. Der verbleibende Firmenwert beträgt 3,2 Mio EUR und resultiert aus der von der Division Brief verfolgten Strategie, sich durch den Erwerb von marktführenden alternativen Zustellern auch in Süd-/Osteuropa als Postdienstleister zu positionieren.

Paket & Logistik

Die Summe der Kaufpreise für die im Geschäftsjahr 2008 im Segment Paket & Logistik durchgeführten Akquisitionen beträgt 2,5 Mio EUR. Der Kaufpreis setzt sich aus einem fi xen Kaufpreisbestandteil in Höhe von 1,9 Mio EUR und einem variablen Kaufpreisbestandteil in Höhe von 0,6 Mio EUR zusammen.

Im Rahmen der durchgeführten Kaufpreisallokationen wurden bestehende Kundenbeziehungen in Höhe von 0,3 Mio EUR als immaterielle Vermögenswerte identifi ziert und angesetzt. Die Nutzungsdauer der Kunden beziehungen beträgt sechs Jahre. Aus der Erstkonsolidierung der neuen Gesellschaften des Segments Paket & Logistik ergeben sich Firmenwerte in Höhe von 4,3 Mio EUR.

Der Firmenwert resultiert im Segment Paket & Logistik aus der Strategie der Österreichischen Post, ihre Marktposition durch die konsequente Erweiterung des Logistiknetzwerkes in Westeuropa und Süd-/Osteuropa, sowohl in regionaler als auch produktspezifi scher Hinsicht zu stärken.

Die im Geschäftsjahr 2008 in den Segmenten Brief und Paket & Logistik durchgeführten Unternehmenserwerbe führten zur Erfassung der folgenden Vermögenswerte und Schulden:

Mio EUR Beizulegende
Zeitwerte
Buchwerte vor
dem Erwerb
Firmenwerte 7,4 0,0
Anderes langfristiges Vermögen 11,6 5,2
Kurzfristiges Vermögen 11,0 11,0
Langfristige Verbindlichkeiten -9,5 -7,4
Kurzfristige Verbindlichkeiten -13,6 -13,6
Erworbenes Nettovermögen 6,8 -4,9

Seit Zugehörigkeit zum Konzern haben die im Geschäftsjahr 2008 neu akquirierten Unternehmen Umsätze von 14,6 Mio EUR und ein negatives EBIT von 1,5 Mio EUR generiert, die in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 2008 enthalten sind.

Wären die Unternehmenserwerbe und die damit verbundene Erstkonsolidierung zum 1. Jänner 2008 erfolgt, hätten diese Erwerbe mit 25,3 Mio EUR zum Konzernumsatz und mit –1,4 Mio EUR zum Konzern-EBIT beigetragen1.

Im Geschäftsjahr 2008 wurden folgende Konzernanteilsveränderungen und Gründungen vorgenommen:

Anteil am Kapital Transaktions
Name der Gesellschaft von auf zeitpunkt Erläuterung
Brief
Scanpoint Europe 51,0% 100,0% 31. 1. 2008 Sukzessiver
Anteilserwerb
Paket & Logistik
trans-o-fl ex Austria GmbH - 100,0% 31. 1. 2008 Gründung
Eurodis GmbH 100,0% 80,0% 5. 3. 2008 Anteilsverkauf
City Express Montenegro d.o.o. - 100,0% 24. 6. 2008 Gründung

Brief

Ende Jänner 2008 hat die Österreichische Post die verbleibenden 49% der Anteile an Scanpoint Europe um einen Kaufpreis in Höhe von 2,6 Mio EUR erworben. Der Unterschiedsbetrag zwischen Kaufpreis und anteiligem Eigenkapital in Höhe von 2,0 Mio EUR wird ergebnisneutral im Eigenkapital dargestellt.

Paket & Logistik

Anfang März 2008 wurden 20% der Anteile an der Eurodis GmbH verkauft. Die Eurodis GmbH wird weiterhin als vollkonsolidiertes Unternehmen in den Konzernabschluss einbezogen.

1 Die Pro-forma-Angaben dienen nur zu Vergleichszwecken und stellen nicht zwangsläufi g die Ergebnisse dar, die sich ergeben hätten, wäre die Transaktion tatsächlich zum 1. Jänner 2008 durchgeführt worden. Die Angaben sind kein Indikator für zukünftige Ergebnisse.

3 | Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

(a) Konsolidierungsgrundsätze

Tochterunternehmen werden beginnend mit dem Zeitpunkt in den Konzernabschluss einbezogen, ab dem der Österreichische Post Konzern die Möglichkeit der Beherrschung erlangt. Die Kapitalkonsolidierung für erstmals in den Konzernabschluss einbezogene Tochterunternehmen erfolgt nach der Erwerbsmethode. Dabei werden die jeweiligen Anschaffungskosten auf die identifi zierbaren, erworbenen Vermögenswerte und Schulden einschließlich Eventualverbindlichkeiten aufgeteilt.

Immaterielle Vermögenswerte werden je nach Art des Vermögenswerts und der Verfügbarkeit von Infor mationen anhand eines ertragswertorientierten Verfahrens (Income Approach) bewertet. Für die Bewertung der Kundenbeziehungen wird die Residualwertmethode (Multi-Period Excess Earnings Method) angewandt. Dabei wird der Barwert der ausschließlich durch den zu bewertenden immateriellen Vermögenswert hervorgebrachten Cash-Flows ermittelt. Ausgehend von der Annahme, dass der zu bewertende immaterielle Vermögenswert erst im Verbund mit anderen materiellen und immateriellen Vermögenswerten Cash-Flows generiert, werden bei der Ermittlung der relevanten Einzahlungsüberschüsse fi ktive Auszahlungen für diese "unterstützenden" Vermögenswerte (Contributory Asset Charges) berücksichtigt. Die Bewertung von Mar ken erfolgt durch die Methode der Lizenzpreisanalogie (Relief from Royalty Method). Der Wert des immateriellen Vermögenswerts wird dabei als Barwert fi ktiv zu entrichtender Lizenzzahlungen bestimmt, und zwar unter der Annahme, dass sich der betreffende Vermögenswert im Eigentum eines Dritten befi ndet.

Ein verbleibender aktivischer Unterschiedsbetrag zwischen den Anschaffungskosten und dem Wert des iden ti fi zierten und neubewerteten Nettovermögens wird als Firmenwert ausgewiesen. Ein passivischer Unter schiedsbetrag wird nach einer nochmaligen Beurteilung der Identifi zierbarkeit und Bewertung der über nommenen Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden und der Bewertung der Anschaf fungskosten als Ertrag erfasst.

Zweckgesellschaften werden konsolidiert, sofern die Beziehung zwischen dem Konzern und der Zweckgesellschaft ihrem Wesen nach einer Beherrschung durch die Österreichische Post gleichkommt. Zweckgesell schaften sind Unternehmen, die gegründet wurden, um ein enges und genau defi niertes Ziel zu erreichen.

Beteiligungen an Unternehmen, auf die – in der Regel aufgrund eines Anteilsbesitzes zwischen 20% und 50% – ein maßgeblicher Einfl uss ausgeübt werden kann (assoziierte Unternehmen), sowie gemeinschaftlich geführte Unternehmen werden nach der Equity-Methode bilanziert. Anteile an Unternehmen, bei denen aufgrund von vertraglich vereinbarten Minderheitenrechten die Beherrschungsmöglichkeit fehlt, werden auch at equity bewertet.

Bei der Equity-Methode werden die Anteile zunächst mit den Anschaffungskosten angesetzt und in der Folge um die Eigenkapitalveränderungen der Gesellschaft erhöht bzw. vermindert, soweit diese auf die Anteile der Österreichischen Post entfallen. Der mit einem assoziierten Unternehmen verbundene Firmenwert ist im Buchwert des Anteils enthalten und wird gemäß IFRS 3 behandelt.

Forderungen und Verbindlichkeiten, Erträge und Aufwendungen aus dem konzerninternen Lieferungs- und Leistungsaustausch sowie Zwischengewinne werden eliminiert.

(b) Währungsumrechnung

Die Darstellungswährung des Österreichischen Post Konzerns ist der Euro. Funktionale Währung für Kon zerngesellschaften in Österreich und Ländern, die Teilnehmer der Europäischen Wirtschafts- und Währungs union sind, ist der Euro. Funktionale Währung der übrigen Tochtergesellschaften ist die jeweilige Landes wäh rung, da diese Gesellschaften ihre Geschäfte in fi nanzieller, wirtschaftlicher und organisatorischer Hin sicht selbstständig betreiben.

Geschäftstransaktionen in ausländischer Währung

Konzerngesellschaften erfassen Geschäftsfälle in ausländischer Währung mit dem am Tag der Transaktion gültigen Referenzkurs. Die Umrechnung der monetären Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in die funktionale Währung erfolgt mit dem am Bilanzstichtag gültigen Devisenreferenzkurs der Europäischen Zentralbank. Daraus resultierende Fremdwährungsgewinne und -verluste werden im Geschäftsjahr ergebniswirksam erfasst.

Umrechnung von Einzelabschlüssen in ausländischer Währung

Für die Umrechnung der Abschlüsse von Konzerngesellschaften, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, wird die modifi zierte Stichtagskursmethode angewendet. Alle Bilanzposten mit Ausnahme des Eigenkapitals werden mit dem zum Bilanzstichtag gültigen Devisenreferenzkurs der Europäischen Zentralbank umgerechnet, die Eigenkapitalposten mit dem Anschaffungs- oder Entstehungskurs. Die Aufwendungen und Erträge werden mit den durchschnittlichen Devisenreferenzkursen des Geschäftsjahres umgerechnet. Die hieraus entstehenden Währungsumrechnungsdifferenzen werden ergebnisneutral direkt im Eigen kapi tal erfasst.

Die der Währungsumrechnung zugrunde gelegten Wechselkurse haben sich im Verhältnis zum Euro wie folgt verändert:

Devisenreferenzkurs Jahres-
am Bilanzstichtag durchschnittskurs
1 EUR 31. 12. 2007 31. 12. 2008 2007 2008
Britische Pfund 0,7334 0,9525 0,6843 0,7963
Bosnische Konvertible Mark - 1,9558 - 1,9558
Kroatische Kuna 7,3308 7,3555 7,3376 7,2239
Schwedische Kronen 9,4415 10,8700 9,2501 9,6152
Serbische Dinar 79,2362 88,6010 80,0111 81,7127
Slowakische Kronen 33,5830 30,1260 33,7745 31,2617
Tschechische Kronen 26,6280 26,8750 27,7656 24,9463
Ungarische Forint 253,7300 266,7000 251,3520 251,5121

(c) Ertrags- und Aufwandsrealisierung

Die Erfassung von Umsatzerlösen und sonstigen betrieblichen Erträgen erfolgt dann, wenn die Leistung erbracht wurde, die Höhe der Erträge zuverlässig ermittelbar ist und der wirtschaftliche Nutzen dem Konzern wahrscheinlich zufl ießen wird. Für am Bilanzstichtag noch nicht ausgelieferte Aufträge sowie für Wertzeichen und Freistempelerlöse, für die von der Österreichischen Post AG noch keine Gegenleistung erbracht wurde, werden entsprechende Umsatzabgrenzungen vorgenommen.

Betriebliche Aufwendungen werden mit Inanspruchnahme der Leistung oder zum Zeitpunkt ihrer Verursachung ergebniswirksam.

(d) Ergebnis je Aktie

Das Ergebnis je Aktie wird ermittelt, indem der auf die Aktionäre der Österreichischen Post entfallende Anteil am Periodenergebnis durch den gewichteten Durchschnitt der im Geschäftsjahr 2008 im Umlauf befi ndlichen Aktien dividiert wird. Während einer Periode zurückgekaufte Aktien werden zeitanteilig für den Zeitraum, in dem sie sich im Umlauf befi nden, berücksichtigt. In der dargestellten Berichtsperiode gab es keine Verwässerungseffekte. Damit entspricht das verwässerte Ergebnis je Aktie dem unverwässerten Ergebnis je Aktie.

(e) Firmenwerte

Ein Geschäfts- oder Firmenwert ergibt sich als Überschuss des Kaufpreises über das zum beizulegenden Zeitwert bewertete (anteilige) Nettovermögen des gekauften Unternehmens. Firmenwerte werden jährlich auf Werthaltigkeit überprüft. Falls sich Ereignisse oder veränderte Umstände ergeben, die auf eine mögliche Wertminderung hindeuten, ist der Wertminderungstest auch häufi ger durchzuführen. Wertminderungen werden nach den unter Punkt "(i) Wertminderungen" beschriebenen Grundsätzen vorgenommen.

(f) Immaterielle Vermögenswerte

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte werden mit ihren Anschaffungskosten angesetzt und entsprechend ihrer wirtschaftlichen Nutzungsdauer oder Vertragsdauer von drei bis zehn Jahren linear abgeschrieben. Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte werden aufgrund von Unwesentlichkeit nicht aktiviert. Liegen Anhaltspunkte für eine Wertminderung vor und liegt der erzielbare Betrag unter den fortgeführten Anschaffungskosten, wird eine Abschreibung für Wertminderungen berücksichtigt. Bei Wegfall der Gründe für die Wertminderung werden entsprechende Zuschreibungen vorgenommen.

Immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern jährlich einem Wertminderungstest unterzogen. Dies gilt auch dann, wenn keine Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen. Falls sich Ereignisse oder veränderte Umstände ergeben, die auf eine mögliche Wertminderung hindeuten, ist der Wertminderungstest auch häufi ger durchzuführen.

Die im Zusammenhang mit immateriellen Vermögenswerten durchgeführten Werthaltigkeitstests unterliegen den Grundsätzen, die unter Punkt "(i) Wertminderungen" beschrieben werden.

(g) Sachanlagen

Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschrei bungen, bewertet. Die Herstellungskosten umfassen neben den direkt zurechenbaren Einzelkosten an gemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten. Gegebenenfalls anfallende Fremdkapitalkos ten sind nicht Bestandteil der Herstellungskosten. Die Abschreibungssätze richten sich nach der erwarte ten wirt schaftlichen Nutzungsdauer.

Die planmäßigen Abschreibungen werden linear unter Zugrundelegung folgender konzerneinheitlicher Nutzungs dauern berechnet:

Nutzungsdauer Jahre
Gebäude 20-50
Technische Anlagen und Maschinen 5-10
Fuhrpark 2-8
EDV-technische Ausstattung 3-5
Sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung 5-20

Liegen Anhaltspunkte für eine Wertminderung vor, werden Sachanlagen gemäß den in Punkt "(i) Wert minderungen" angeführten Grundsätzen auf Werthaltigkeit geprüft.

(h) Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien (Investment Property)

Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien umfassen jene Immobilien, die zur Erzielung von Mieteinnahmen und/oder zum Zweck von Wertsteigerungen gehalten werden und gesondert veräußert werden könnten. Bei einem betrieblich genutzten Anteil erfolgt eine dem prozentuellen Ausmaß der Nutzung entsprechende Zuordnung. In der Bilanz werden die als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien nach der Anschaffungskostenmethode, vermindert um kumulierte Abschreibungen, ausgewiesen. Die Abschreibungen werden dabei linear unter Zugrundelegung einer Nutzungsdauer von 20 bis 50 Jahren vorgenommen. Die Ermittlung der im Anhang angegebenen beizulegenden Zeitwerte der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien wurde großteils von Experten einer Tochtergesellschaft der Österreichischen Post AG unter Anwendung von anerkannten Bewertungstechniken vorgenommen. Die Bewertung erfolgt auf Basis von ertragsorientierten Bewertungsverfahren. Im Regelfall wurde das Ertragswertverfahren und bei komplexeren Objekten das Discounted-Cash-Flow-Verfahren angewandt. Für unbebaute Grundstücke wurde das Vergleichswertverfahren, auf Basis von erhobenen Vergleichstransaktionen in einem aktiven Markt, für die Wertermittlung herangezogen.

(i) Wertminderungen

Zu jedem Bilanzstichtag wird geprüft, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung auf Vermögenswerte gemäß IAS 36 vorliegen. Liegen solche Hinweise vor, wird ein Werthaltigkeitstest durchgeführt. Bei immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer sowie bei Firmenwerten wird unabhängig davon, ob Anhaltspunkte vorliegen, jährlich ein Wertminderungstest durchgeführt. Falls sich Ereignisse oder veränderte Umstände ergeben, die auf eine mögliche Wertminderung hindeuten, werden Wertminde rungstests auch häufi ger durchgeführt.

Im Rahmen der Wertminderungstests wird der erzielbare Betrag des betreffenden Vermögenswerts ermittelt. Der erzielbare Betrag entspricht dem höheren Betrag aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Verkaufskosten (Nettoveräußerungspreis) und dem Nutzungswert.

Sofern der erzielbare Betrag nicht für einen einzelnen Vermögenswert ermittelt werden kann, werden Vermögenswerte zum Zweck des Wertminderungstests zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (ZGE) zugeordnet. ZGE werden durch die Zusammenfassung von Vermögenswerten auf der niedrigsten Ebene, die selbstständig Cash-Flows generieren oder für interne Managementzwecke überwacht werden, gebildet. Dementsprechend werden Wertminderungstests auf der Ebene von Untersegmenten oder Konzerngesellschaften durchgeführt.

Im Rahmen des Wertminderungstests werden die Restbuchwerte einer ZGE mit ihrem jeweiligen erzielbaren Betrag verglichen. Ist der Buchwert einer ZGE höher als der erzielbare Betrag, erfolgt eine Wertminderung in Höhe der Differenz. Bei Wegfall der Wertminderungen erfolgt, ausgenommen bei Firmenwerten, eine Zu schreibung. Der erzielbare Betrag einer ZGE wird mittels Discounted Cash Flow-Methode (DCF) ermittelt. Diese Berechnung basiert auf der Geschäftsjahresplanung für das Jahr 2009, der Mittelfristplanung für einen Zeitraum von drei Jahren (2010 bis 2012) und einer ewigen Rente. In der ewigen Rente werden die für die einzelnen ZGE langfristig erwarteten Wachstumsraten von bis zu 1,0% berücksichtigt. Die Kapitalkosten werden als gewichteter Durchschnitt der Eigen- und Fremdkapitalkosten berechnet (WACC = Weighted Aver age Cost of Capital) und nach dem Capital Asset Pricing Model (CAPM) nach Maßgabe der individuellen Verhältnisse der ZGE ermittelt. Der WACC betrug im Berichtszeitraum im Euro-Raum 7,7% bis 9,1% und in anderen Ländern 8,6% bis 12,9%.

Sachanlagen werden bei Vorliegen von Hinweisen für eine Wertminderung oder bei Wegfall von Anhaltspunkten, die in Vorperioden zu einer Wertminderung geführt haben, zum Bilanzstichtag gemäß IAS 36 einem Werthaltigkeitstest unterzogen. Liegt der erzielbare Betrag unter den fortgeführten Anschaffungsund Herstellungskosten, erfolgt eine Wertminderung. Bei Wegfall der Gründe für eine früher vorgenommene Wertminderung werden entsprechende Zuschreibungen vorgenommen. Der infolge der Zuschreibung erhöhte Buchwert darf dabei die fortgeführten Anschaffungs- und Herstellungskosten nicht überschreiten.

(j) Finanzierungsleasing

Gehen bei geleasten Vermögenswerten alle mit dem Eigentum verbundenen wesentlichen Risiken und Chancen aus dem Leasinggegenstand auf die Österreichische Post über (Finanzierungsleasing gemäß IAS 17), so werden diese zum beizulegenden Zeitwert des Vermögenswerts oder zum niedrigeren Barwert der künftigen Mindestleasingzahlungen im langfristigen Vermögen aktiviert. Die planmäßigen Abschreibungen erfolgen über die wirtschaftliche Nutzungsdauer oder, wenn kürzer, über die Laufzeit des Leasingvertrages. Die aus den Leasingverträgen resultierenden Zahlungsverpfl ichtungen sind unter den Finanzverbindlichkeiten passiviert.

(k) Finanzielle Vermögenswerte

Im Österreichischen Post Konzern werden fi nanzielle Vermögenswerte in folgende Klassen gemäß IFRS 7 eingeteilt: Finanzinvestitionen in Wertpapiere, andere Finanzanlagen, Forderungen sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente. Diese fi nanziellen Vermögenswerte werden den IAS 39-Kategorien "Kre dite und Forderungen" (Loans and Receivables), "Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen" (Held to Maturity Investments), "Zur Veräußerung verfügbare fi nanzielle Vermögenswerte" (Available for Sale Finan cial Assets) und "Finanzielle Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert durch die Gewinn- und Ver lustrechnung" (Financial Assets at Fair Value through Profi t or Loss) zugeordnet.

"Kredite und Forderungen" werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Dabei erfolgt die Be wertung bei Zugang mit dem beizulegenden Zeitwert. Ein allenfalls bestehender Unterschied zwischen diesem Wert und dem Tilgungsbetrag (z. B. bei unverzinslichen oder vom Marktniveau abweichenden Zinsen) wird nach der Effektivzinsmethode periodengerecht abgegrenzt und im Finanzergebnis ausgewiesen.

Liegen Anzeichen für eine Wertminderung vor, wird eine ergebniswirksame Wertberichtigung bis auf den Barwert der erwarteten zukünftigen Cash-Flows vorgenommen. Im Post Konzern wird der Anteil der uneinbringlichen Forderungen unter Berücksichtigung der Kunden- und Marktstruktur auf Basis einer Fälligkeitsanalyse ermittelt. Zudem werden Wertminderungen dann erfasst, wenn aufgrund objektiver Hinweise nicht mit der Einbringlichkeit der Forderung zu rechnen ist. Wertberichtigungen werden grundsätzlich über ein Wertberichtigungskonto gebucht. Bei Wegfall der Gründe für die Wertberichtigung erfolgt eine Wertauf holung bis zu den Anschaffungskosten.

"Zur Veräußerung verfügbare fi nanzielle Vermögenswerte" werden zum Marktwert bilanziert. Unrealisierte Gewinne und Verluste werden bis zur Realisierung unter Berücksichtigung latenter Steuern gesondert im Eigenkapital (Marktbewertung Finanzinstrumente) ausgewiesen. Zu jedem Bilanzstichtag werden die Buchwerte der zur Veräußerung verfügbaren fi nanziellen Vermögenswerte daraufhin untersucht, ob objektive Anzeichen für eine Wertminderung vorliegen. Objektive Anzeichen sind beispielsweise erhebliche fi nanzielle Schwierigkeiten des Schuldners, der Ausfall oder der Verzug von Zins- oder Tilgungszahlungen, der Weg fall eines aktiven Marktes sowie wesentliche Änderungen des wirtschaftlichen, rechtlichen oder marktbezogenen Umfeldes. Ein Wegfall des Wertminderungsgrundes wird bei Eigenkapitalinstrumenten ergebnisneutral und bei den übrigen Finanzinstrumenten ergebniswirksam erfasst. Käufe und Verkäufe werden am Erfüllungstag, d. h. am Valutatag, gebucht.

Andere Finanzanlagen, für die kein geregelter Markt existiert und deren beizulegender Zeitwert auch durch Bewertungsmethoden nicht zuverlässig ermittelt werden kann, werden zu Anschaffungskosten bewertet. Wertminderungen werden ergebniswirksam erfasst. Etwaige Wertaufholungen dürfen weder ergebniswirksam noch ergebnisneutral berücksichtigt werden.

(l) Vorräte

Die Bewertung der Vorräte erfolgt mit dem niedrigeren Betrag aus Anschaffungskosten und Nettoveräußerungswert am Bilanzstichtag. Die Bestandswertermittlung wird nach dem gleitenden Durchschnitts preisverfahren durchgeführt. Wertminderungen aufgrund von Veralterung oder mangelnder Gängigkeit werden bei Ermittlung des Nettoveräußerungswerts berücksichtigt.

Noch nicht abrechenbare Leistungen sind mit dem niedrigeren Betrag aus Herstellungskosten und Nettover äußerungswert bewertet.

(m) Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte

Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte werden zum niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzt. Langfristige Vermögenswerte werden als zur Veräußerung gehalten klassifi ziert, wenn der Buchwert durch ein Veräußerungsgeschäft und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert werden soll. Dies ist grundsätzlich nur dann der Fall, wenn der Verkauf höchstwahrscheinlich ist und der Vermögenswert in seinem aktuellen Zustand zur Veräußerung zur Verfügung steht.

(n) Rückstellungen für Abfertigungen, Pensionen und Jubiläumsgelder Rückstellungen für Abfertigungen

Abfertigungsrückstellungen werden für gesetzliche und vertragliche Ansprüche von Angestellten gebildet. Abfertigungsansprüche haben Mitarbeiter österreichischer Konzerngesellschaften im Falle der Erreichung des Pensionsantrittsalters sowie bei der Beendigung des Dienstverhältnisses durch den Dienstgeber. Die Höhe der Ansprüche ist von der Anzahl der Dienstjahre und dem bei Abfertigungsanfall maßgeblichen Bezug abhängig. Beamte haben grundsätzlich keinen Anspruch auf Abfertigungszahlungen. Die Berechnung erfolgt nach versicherungsmathematischen Grundsätzen nach der Methode der laufenden Einmalprämien (Projected Unit Credit Method), wobei versicherungsmathematische Gewinne und Verluste sofort zur Gänze ergebniswirksam realisiert werden.

Für Angestellte in österreichischen Konzerngesellschaften, deren Dienstverhältnis erst nach dem 31. Dezem ber 2002 begonnen hat, werden die Abfertigungsverpfl ichtungen durch die laufende Entrichtung entsprechender Beiträge an die Mitarbeitervorsorgekasse abgegolten. Darüber hinaus besteht für den Österrei chi schen Post Konzern keine weitere Verpfl ichtung.

Rückstellungen für Pensionen

Die Versorgungsverpfl ichtungen des Österreichischen Post Konzerns umfassen sowohl beitragsorientierte als auch leistungsorientierte Versorgungssysteme.

Gegenüber Beamten bestehen keine Pensionszusagen. Pensionsleistungen für Beamte werden grundsätzlich durch die Republik Österreich erbracht. Für Mitglieder des Vorstands werden Beiträge an eine Pensionskasse entrichtet. Aufgrund gesetzlicher Bestimmungen ist der Österreichische Post Konzern verpfl ichtet, Pensionsdeckungsbeiträge an die Republik Österreich zu entrichten. Die Beiträge betragen (einschließlich der von den Beamten selbst zu tragenden Beiträge) seit dem 1. Oktober 2005 je nach Alter und Beitragsgrund lage zwischen 15,75% und 28,30% der Vergütungen an aktive Beamte und werden im Personalaufwand ausgewiesen.

Bestimmten Mitarbeitern des Österreichischen Post Konzerns wurde eine leistungsorientierte Pensionszusage erteilt. Die Berechnung der Rückstellungen für leistungsorientierte Pensionszusagen erfolgt nach der Methode der laufenden Einmalprämien. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden sofort ergebniswirksam erfasst.

Rückstellungen für Jubiläumsgelder

Im Österreichischen Post Konzern bestehen zum Teil Verpfl ichtungen gegenüber Angestellten und Beamten, nach Erreichen eines bestimmten Dienstalters Jubiläumsgelder auszuzahlen.

In Österreich erfolgen Auszahlungen im Falle einer 25-jährigen Dienstzugehörigkeit in Höhe von zwei Monatsgehältern und im Falle einer 40-jährigen Dienstzugehörigkeit in Höhe von vier Monatsgehältern. Mit arbeitern, die zum Zeitpunkt des Pensionsantrittsalters mindestens 35 Dienstjahre aufweisen, wird eben falls ein Jubiläumsgeld von vier Monatsgehältern ausgezahlt.

Jubiläumsgeldrückstellungen werden analog zu den Rückstellungen für Abfertigungen und Pensionen nach der Methode der laufenden Einmalprämien ermittelt.

Mit Ausnahme des Zinsaufwandes werden alle Veränderungen aus den Abfertigungs-, Pensions- und Jubiläumsgeldrückstellungen im Personalaufwand ausgewiesen. Der Zinsaufwand wird im Finanzergebnis gezeigt.

Folgende Parameter wurden der Berechnung der Abfertigungs-, Pensions- und Jubiläumsgeldrückstellungen zum 31. Dezember 2007 und 2008 zugrunde gelegt:

2007 2008
Rechnungszinssatz 4,75% 5,00%
Gehaltssteigerung/Rentendynamik 0%-4%1 0%-4%1
Fluktuationsabschlag 0%-8%1 0%-20%1
Pensionsantrittsalter
Weibliche Angestellte 55-60 Jahre 55-67 Jahre
Männliche Angestellte 60-65 Jahre 60-67 Jahre
Beamte 60-65 Jahre 60-65 Jahre

1 gestaffelt

(o) Rückstellungen für Unterauslastung

Rückstellungen für Unterauslastung werden für künftige Personalaufwendungen für Mitarbeiter gebildet, die unkündbar sind (vor allem Beamte) und im Unternehmen nicht mehr oder nur mehr zum Teil zur Leis tungserbringung eingesetzt werden können. Nach Durchführung aller gesetzlichen und unternehmensspezifi schen Maßnahmen werden diese Mitarbeiter speziellen Organisationseinheiten, wie insbesondere dem Karriereund Entwicklungscenter, zugewiesen.

Bei diesen Dienstverhältnissen handelt es sich um belastende Verträge im Sinne des IAS 37, bei denen die unvermeidbaren Kosten zur Erfüllung der vertraglichen Verpfl ichtungen höher sind als der erwartete wirtschaftliche Nutzen.

Die Rückstellungen für Unterauslastung wurden für Mitarbeiter gebildet, die bereits dem Karriere- und Entwicklungscenter zugewiesen sind. Darüber hinaus werden Rückstellungen auch für Mitarbeiter gebildet, bei denen eine Versetzung zum Karriere- und Entwicklungscenter bereits beschlossen wurde, für die aber der unternehmensinterne Organisationsänderungsprozess zur Versetzung noch nicht endgültig abgeschlossen wurde bzw. aufgrund eines besonderen Versetzungsschutzes oder Krankheit derzeit nicht möglich ist. Ein Einsatz in einer Division oder Serviceeinheit ist für die entsprechenden Mitarbeiter nur noch von untergeordneter Bedeutung und ein anderer Einsatz in der Abteilung nicht möglich. Weiters wird in den Rück stellun gen für Unterauslastung für jene Mitarbeiter vorgesorgt, die sich in einem Verfahren zur Versetzung in den Ruhestand wegen Dienstunfähigkeit befi nden.

Die Rückstellungen wurden nach Maßgabe der ermittelten Unterauslastung des jeweiligen Mitarbeiters für sämtliche Personalaufwendungen bis zum Zeitpunkt der Pensionierung oder des vorzeitigen Austritts gebildet. Der Berechnung der Rückstellung für Unterauslastung wurden Gehaltssteigerungen von 4,00% (Vorjahr: 4,00%) und ein Abzinsungssatz von 5,00% (Vorjahr: 4,75%) zugrunde gelegt.

(p) Sonstige Rückstellungen

Unter den sonstigen Rückstellungen werden gemäß IAS 37 rechtliche oder faktische Verpfl ichtungen gegenüber Dritten ausgewiesen, die auf zurückliegenden Ereignissen beruhen, bei denen es wahrscheinlich ist, dass sie zu einem Abfl uss von Ressourcen führen werden, und bei denen eine verlässliche Schätzung der Höhe der Verpfl ichtung möglich ist. Die Rückstellungen werden mit jenen Werten angesetzt, die zum Zeitpunkt der Erstellung des Jahresabschlusses nach bester Schätzung ermittelt werden können. Ist eine vernünftige Schätzung des Betrags nicht möglich, unterbleibt die Bildung einer Rückstellung. Unterscheidet sich der auf Basis eines marktüblichen Zinssatzes ermittelte Barwert der Rückstellung wesentlich vom geschätzten Zahlungsbetrag, wird der Barwert der Verpfl ichtung angesetzt.

Rückstellungen für belastende Verträge werden berücksichtigt, wenn die unvermeidbaren Kosten zur Erfüllung der vertraglichen Verpfl ichtung höher sind als der erwartete wirtschaftliche Nutzen.

Für unkündbare Mitarbeiter, die an ein Logistikunternehmen verleast werden, für die die Österreichische Post AG laut Vertrag nur die kollektivvertragliche Entlohnung dieses Unternehmens vergütet erhält, wurde für den die Vergütung übersteigenden Lohnaufwand einschließlich zurechenbarer Verwaltungskosten durch eine Rückstellung vorgesorgt. Die Berechnung des Rückstellungsbetrags erfolgt als Barwert der bis zur Pensionierung der jeweiligen Mitarbeiter anfallenden Unterdeckung, wobei Gehaltssteigerungen von 4,00% (Vorjahr: 4,00%) und ein Abzinsungssatz von 5,00% (Vorjahr: 4,75%) zugrunde gelegt wurden.

Restrukturierungsrückstellungen werden gemäß IAS 37 angesetzt, wenn ein ausreichend detaillierter formaler Plan vorliegt und mit den Restrukturierungsmaßnahmen bereits begonnen oder der Plan bereits vor dem Bilanzstichtag veröffentlicht wurde.

(q) Finanzielle Schulden

Im Österreichischen Post Konzern werden fi nanzielle Schulden gemäß IFRS 7 in die Klassen Finanzver bindlich keiten und Verbindlichkeiten unterteilt. Finanzverbindlichkeiten werden bei Zuzählung in Höhe des tatsächlich zugefl ossenen Betrags abzüglich Transaktionskosten und zu-/abzüglich eines Agios/Disagios erfasst. Der Unterschied zwischen dem erhaltenen Betrag und dem Rückzahlungsbetrag wird über die Lauf zeit nach der Effektivzinsmethode verteilt und im Finanzergebnis erfasst.

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und andere Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt.

(r) Ertragsteuern

Der für das Geschäftsjahr ausgewiesene Ertragsteueraufwand umfasst die für die einzelnen Gesellschaften aus dem steuerpfl ichtigen Einkommen und dem im jeweiligen Land anzuwendenden Steuersatz errechnete Ertragsteuer ("tatsächliche Steuer") sowie die Veränderung der latenten Steuern.

Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt nach der Balance Sheet Liability-Methode für alle temporären Differenzen zwischen der IFRS-Bilanz und der Steuerbilanz. Weiters wird der wahrscheinlich realisierbare Steuervorteil aus bestehenden Verlustvorträgen in die Ermittlung einbezogen. Keine Berücksichtigung von latenten Steuern erfolgt bei Unterschiedsbeträgen aus steuerlich nicht absetzbaren Firmenwerten und mit Beteiligungen zusammenhängenden temporären Unterschieden, soweit sich diese in absehbarer Zeit nicht umkehren. Aktive latente Steuern werden angesetzt, wenn es wahrscheinlich ist, dass der enthaltene Steuer -

vorteil realisierbar ist. Der Ansatz von aktiven latenten Steuern auf steuerliche Verlustvorträge erfolgt in dem Umfang, in dem es wahrscheinlich ist, dass in absehbarer Zeit steuerpfl ichtiges Einkommen zur Verfügung steht.

Die latenten Steuern werden auf Basis der Steuersätze ermittelt, die in den einzelnen Ländern zum Bilanzstichtag gelten oder für den Zeitpunkt bereits beschlossen sind, in dem die latenten Steueransprüche und -schulden realisiert werden. Für österreichische Konzernunternehmen wurde zur Ermittlung der Steuer abgren zungen ein Körperschaftsteuersatz von 25% angewendet.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die für ausländische Gesellschaften bei der Berechnung der latenten Ertragsteuern angewandten Steuersätze:

Land Steuersatz Land Steuersatz
Belgien 34,0% Niederlande 25,5%
Bosnien-Herzegowina 10,0% Schweden 28,0%
Deutschland 28,43%-29,55% Serbien 10,0%
Frankreich 33,3% Slowakei 19,0%
Großbritannien 28,0% Tschechien 21,0%
Kroatien 20,0% Ungarn 16,0%
Montenegro 9,0%

(s) Derivative Finanzinstrumente

Zur Begrenzung und Steuerung von bestehenden Zins- und Rohstoffpreisänderungen werden einzelne derivative Finanzinstrumente eingesetzt.

Sämtliche derivativen Finanzinstrumente werden als Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten bilanziert. Derivative Finanzinstrumente und eingebettete derivative Finanzinstrumente, die integraler Bestandteil von bestimmten Verträgen sind und gesondert ausgewiesen werden müssen, werden bei Zugang und in den Folgeperioden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Unrealisierte Bewertungsgewinne und -verluste aus derivativen Finanzgeschäften sind ergebniswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Derivative Finanzinstrumente (Sicherungsgeschäfte), die der Absicherung von bilanzierten Vermögenswer ten und Verbindlichkeiten dienen, werden zum beizulegenden Zeitwert angesetzt. Bewertungsgewinne und -verluste werden sofort ergebniswirksam erfasst.

Derivative Finanzinstrumente (Sicherungsgeschäfte), die der Absicherung von künftigen Zahlungs stromschwan kungen aus in der Bilanz nicht angesetzten Vermögenswerten und Verbindlichkeiten dienen, werden ebenfalls zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Der effektive Teil des Gewinns oder Verlusts der Ab sicherung wird direkt in einem eigenen Eigenkapitalposten erfasst. Ein eventuell daraus resultierender in effektiver Teil wird im Finanzergebnis ausgewiesen.

(t) Aktienbasierte Vergütungen

Im Rahmen des Börsegangs im Geschäftsjahr 2006 wurde vom Vorstand und Aufsichtsrat der Österrei chischen Post AG die Einführung eines aktienbasierten Vergütungsprogramms für Führungskräfte beschlossen. Teilnahmeberechtigt sind die Vorstandsmitglieder und ausgewählte leitende Angestellte, soweit sie nach vor gegebenen Richtlinien eine bestimmte Anzahl an Post Aktien erwerben und dieses Eigeninvestment über die Programmlaufzeit halten. Den Planteilnehmern wurden aus dem aktienbasierten Vergütungs programm 2006 Wertrechte mit einer Laufzeit von drei Jahren und aus dem Programm 2007 Wertrechte mit einer Laufzeit von zwei Jahren gewährt.

Die Bewegungen der gewährten Wertrechte stellen sich für die Geschäftsjahre 2007 und 2008 wie folgt dar:

2007 2008
Ausstehend zum 1. Jänner 70.077 109.124
Ausgegeben 44.569 0
Ausgeübt 0 0
Verfallen/verwirkt 5.522 2.196
Ausstehend zum 31. Dezember 109.124 106.928

Am Ende der Laufzeit erfolgt die Vergütung der Planteilnehmer durch einen Geldbetrag in Höhe des Werts der eingeräumten Wertrechte. Dieser Wert ergibt sich aus dem Durchschnitt der Börsekurse der Post Aktie an den letzten 60 Handelstagen vor dem Ende der Laufzeit, multipliziert mit einem von der Gesamtrendite der Post Aktie abhängigen Faktor.

Die möglichen Werte des Faktors ergeben sich für die aktienbasierten Vergütungsprogramme 2006 und 2007 aus folgenden Tabellen:

Programm 2006 kleiner als größer oder gleich größer oder gleich größer oder gleich
Gesamtrendite 20% 20% 30% 40%
Wert des Faktors 0 0,5 1 1,5
Programm 2007 kleiner als größer oder gleich größer oder gleich größer oder gleich
Gesamtrendite 10% 10% 15% 20%
Wert des Faktors 0 0,5 1 1,5

Bei diesen Plänen handelt es sich um eine aktienbasierte Vergütung mit Barausgleich, für die ein Schuldposten anzusetzen ist. Dies erfolgt im Österreichischen Post Konzern durch Ansatz einer Rückstellung. Die Grundlage für die Ermittlung der zeitanteiligen Rückstellung ist die Bestimmung des beizulegenden Zeit werts der Wertrechte. Diese erfolgt anhand eines vereinfachten Optionspreismodells unter Berück sichti gung der voraussichtlichen jährlichen Dividendenzahlung. Der Berechnung wurde ein Zinssatz von 7,5% zugrunde gelegt. Zum 31. Dezember 2008 besteht aufgrund der Gesamtrendite zum Stichtag keine Verpfl ich tung (31. 12. 2007: Mio EUR 0,0).

4 | Ermessensbeurteilungen und zukunftsbezogene Annahmen

Die Erstellung des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den IFRS erfordert bei der Anwendung der Bilan zie rungs- und Bewertungsmethoden Ermessensbeurteilungen sowie die Festlegung von Annahmen über zukünftige Entwicklungen durch die Unternehmensleitung, die den Ansatz und den Wert der Ver mögens werte und Schulden, die Angabe von sonstigen Verpfl ichtungen zum Bilanzstichtag und den Aus weis von Erträgen und Aufwendungen des Geschäftsjahres wesentlich beeinfl ussen. Insbesondere bei folgenden Annahmen und Schätzungen besteht ein Risiko, dass es in zukünftigen Geschäftsjahren zu einer Anpassung von Vermögenswerten und Schulden kommen kann.

(a) Rückstellungen für Abfertigungen, Pensionen und Jubiläumsgelder

Der Bewertung der bestehenden Abfertigungs-, Pensions- und Jubiläumsgeldrückstellungen (Buchwert 31. 12. 2008: 165,8 Mio EUR; 31. 12. 2007: 166,5 Mio EUR) liegen Annahmen zum Abzinsungssatz, zum Pensionsantrittsalter, zur Lebenserwartung, zu Fluktuationsraten und zu künftigen Gehaltserhöhungen zugrunde. Eine Änderung des Rechnungszinssatzes um ± 1%-Punkt sowie eine Änderung der Gehaltssteigerung/Ren tendynamik um ± 1%-Punkt hätte bei Gleichbleiben aller übrigen Parameter folgende Auswirkungen auf die Höhe der in der Tabelle angeführten Rückstellungen:

Rechnungszinssatz Gehaltssteigerung/
Rentendynamik
Mio EUR – 1%-Punkt + 1%-Punkt – 1%-Punkt + 1%-Punkt
Abfertigungen 11,7 -9,4 -9,5 11,5
Pensionen 0,7 -0,7 -0,6 0,5
Jubiläumsgelder 9,4 -8,1 -8,9 8,7

(b) Rückstellung für Unterauslastung

Zur Bewertung der Rückstellung für Unterauslastung einzelner Organisationseinheiten (Buchwert 31. 12. 2008: 307,8 Mio EUR; 31. 12. 2007: 331,0 Mio EUR) werden Annahmen über den künftigen Auslastungsgrad der betroffenen Mitarbeiter getroffen. Je nach tatsächlicher Entwicklung des Auslastungsgrads dieser Mitarbeiter und dem Erfolg der von der Österreichischen Post durchgeführten Umschulungsmaßnahmen kann der zukünftige Auslastungsgrad höher oder geringer ausfallen. Wäre der durchschnittliche Auslastungsgrad aller zum 31. Dezember 2008 berücksichtigten Mitarbeiter z. B. um 10%-Punkte geringer (höher) gewesen als tatsächlich beobachtet, hätte sich zum 31. Dezember 2008 ein zusätzlicher (geringerer) Rückstellungsbedarf von 34,5 Mio EUR (45,3 Mio EUR) ergeben.

Der Berechnung der Rückstellung für Unterauslastung liegen weiters Annahmen über Pensionsantrittsalter, Abzinsungssatz und künftige Gehaltssteigerungen zugrunde. Die Erhöhung (Verminderung) des angenommenen Rechnungszinssatzes um z. B. 1%-Punkt würde zu einer Verminderung (Erhöhung) der Rückstellung um 20,8 Mio EUR (23,5 Mio EUR) führen. Die Erhöhung (Verminderung) der angenommenen Gehaltssteigerung um 1%-Punkt hätte eine Erhöhung (Verminderung) der Rückstellung von 10,1 Mio EUR (19,0 Mio EUR) zur Folge.

(c) Vermögenswerte und Schulden im Zusammenhang mit Unternehmenserwerben

Im Rahmen von Unternehmenserwerben sind Schätzungen im Zusammenhang mit der Ermittlung der beizu legenden Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte und Schulden erforderlich. Immaterielle Ver mö genswerte werden je nach Art des Vermögenswerts und der Verfügbarkeit von Informationen anhand einer geeigneten Bewertungsmethode (siehe dazu Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden", Punkt "(a) Konsolidierungsgrundsätze") ermittelt. Beizulegende Zeitwerte von Grundstücken und Gebäuden werden in der Regel durch unabhängige Experten bewertet.

(d) Wertminderungen von immateriellen Vermögenswerten,

Firmenwerten und Sachanlagen

Die Beurteilung der Werthaltigkeit von immateriellen Vermögenswerten, Firmenwerten und Sachanlagen basiert auf zukunftsbezogenen Annahmen. Die verwendeten Annahmen, die der Ermittlung des erzielbaren Betrags im Zuge der Wertminderungstests zugrunde gelegt wurden, werden in Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" unter Punkt "(i) Wertminderungen" erläutert.

(e) Finanzinstrumente

Zur Beurteilung der Werthaltigkeit von Finanzinstrumenten, für die kein aktiver Markt vorhanden ist werden alternative fi nanzmathematische Bewertungsmethoden herangezogen. Die der Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts zugrunde gelegten Parameter beruhen teilweise auf zukunftsbezogenen Annahmen. Diese werden in den entsprechenden Abschnitten erläutert.

5 | Veröffentlichte, aber noch nicht angewendete Standards

Im Geschäftsjahr 2008 hat der Österreichische Post Konzern die nachfolgend dargestellten und vom IASB herausgegeben Standards, Interpretationen und Änderungen zu bestehenden Standards nicht vorzeitig angewandt:

Neue Standards und Interpretationen Inkrafttreten1 In EU anerkannt
IFRS 8 Operative Segmente 1. 1. 2009 21. 11. 2007
IFRIC 12 Dienstleistungskonzession 1. 7. 2008 -
IFRIC 15 Vereinbarung über die Errichtung von Immobilien 1. 1. 2009 -
IFRIC 16 Absicherung einer Nettoinvestition
in einen ausländischen Geschäftsbetrieb 1. 10. 2008 -
IFRIC 17 Sachdividenden an Eigentümer 1. 7. 2009 -
Geänderte Standards und Interpretationen
IFRS 1 Erstmalige Anwendung der IFRS 1. 1. 2009 -
IFRS 2 Anteilsbasierte Vergütungen 1. 1. 2009 17. 12. 2008
IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse 1. 7. 2009 -
IAS 1 Darstellung des Abschlusses –
Änderung zur Darstellung eines IFRS-Abschlusses 1. 1. 2009 17. 12. 2008
IAS 23 Fremdkapitalkosten 1. 1. 2009 18. 12. 2008
IAS 27 Konzern- und separate Einzelabschlüsse 1. 7. 2009 -
IAS 39 Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung (IFRIC 9) 1. 7. 2009 -

1 Anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem angegebenen Datum beginnen

Der neue Standard IFRS 8 "Operative Segmente" regelt die Angaben zu Geschäftssegmenten, Produkten und Dienstleistungen, Regionen sowie Kundenbeziehungen des Unternehmens. Die Aufbereitung der Segmentberichterstattung und die Segmentidentifi kation haben sich gemäß IFRS 8 an den Informationen zu orientieren, die auch dem zentralen Entscheidungsträger für Entscheidungszwecke zur Verfügung gestellt werden (Management Approach). Die erstmalige Anwendung wird zu einer getrennten Darstellung der Berichts spalte "Sonstiges/Konsolidierung" führen.

Die Änderungen von IFRS 2 "Anteilsbasierte Vergütungen" betreffen im Wesentlichen die Defi nition von Aus übungsbedingungen und die Regelungen zur Annullierung eines Planes durch eine andere Partei als das Unternehmen. Die Änderung des Standards wird auf künftige Konzernabschlüsse keine wesentliche Aus wirkung haben.

Durch den überarbeiteten IAS 1 "Darstellung des Abschlusses" soll die Analyse und Vergleichbarkeit von IFRS-Abschlüssen erleichtert werden. Neuerungen ergeben sich sowohl im Ausweis als auch bei Defi nitionen. So sind nicht anteilseignerbezogene Eigenkapitalveränderungen getrennt von allen anderen eigenkapitalverändernden Transaktionen darzustellen. Diese Anforderung kann durch den Ausweis sämtlicher nicht anteilseignerbezogener Eigenkapitalveränderungen in einem sogenannten "Statement of Comprehensive In come" erfüllt werden. Für den Österreichischen Post Konzern werden sich durch den überarbeiteten IAS 1 Änderungen in der Darstellung des Konzernabschlusses ergeben.

Gemäß dem geänderten IAS 23 "Fremdkapitalkosten" sind Fremdkapitalkosten, die direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung eines qualifi zierten Vermögenswerts zugeordnet werden können, als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten dieses Vermögenswerts zu aktivieren. Damit ersetzt die Neuregelung von IAS 23 das bisherige Wahlrecht. Die Überarbeitung wird eine Änderung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zur Folge haben, da im Österreichischen Post Konzern anfallende Fremdkapitalkosten nicht Bestandteil der Herstellungskosten sind. Eine wesentliche Änderung auf die Darstellung der Ertrags-, Finanzund Vermögenslage des Konzerns wird sich dadurch nicht ergeben.

Die erstmalige Anwendung der geänderten Standards IFRS 1, IFRS 3, IAS 27 und IAS 39 sowie die neuen Interpretationen IFRIC 12, IFRIC 15, IFRIC 16 und IFRIC 17, die noch nicht von der EU in europäisches Recht übernommen wurden, werden voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen auf die Darstellung des Konzern abschlusses der Österreichischen Post haben.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

6 | Umsatzerlöse und Segmentberichterstattung k siehe auch Anhang 3 (c)

Im Österreichischen Post Konzern werden folgende primäre Segmente nach Divisionen unterschieden:

Brief

Die Haupttätigkeit der Division Brief besteht in der Annahme und Zustellung von Brief- und anderen Postsendungen in Österreich und deren Weiterleitung ins Ausland. Des Weiteren fallen die Annahme und Zustellung von adressierten und unadressierten Werbesendungen, Zeitungen und Regionalmedien sowie eine Reihe von Zusatzdienstleistungen auf dem Gebiet des Direct Marketings in das Tätigkeitsfeld dieser Division. Dienstleistungen entlang der Wertschöpfungskette (Daten- und Output-Management, Dokumenten-Scanning sowie Konzeption und Produktion von Dokumenten und Direct Mailings) ergänzen das Angebot.

Paket & Logistik

Die Division Paket & Logistik bietet Paket-, Express- und Logistikdienstleistungen in Österreich, Deutschland sowie in Süd-/Osteuropa. Im Rahmen der Logistikdienstleistungen erfolgten in den vergangenen Jahren Schwerpunktsetzungen in den Bereichen Kombifracht sowie Pharma- und temperaturgeführte Transporte.

Filialnetz

Die Division Filialnetz verfügt über eines der größten fl ächendeckenden Vertriebsnetze in Österreich. Das Dienstleistungs- und Produktspektrum umfasst Postdienstleistungen, Finanzdienstleistungen in Koopera tion mit der BAWAG PSK sowie ein breites Sortiment von Handelswaren und Angeboten im Bereich Philatelie.

Sonstiges/Konsolidierung

Die Eliminierung der Beziehungen zwischen den Divisionen wird in der Spalte Sonstiges/Konsolidierung vorgenommen. Den Divisionen nicht zuordenbare Aktivitäten werden ebenfalls in dieser Spalte gezeigt. Sie um fassen z. B. den Bereich der Immobilien, EDV-Dienstleistungen sowie die Organisationseinheit Karriereund Entwicklungscenter.

Konzernanhang | KONZERNABSCHLUSS

Vorwort des Vorstands Die Post heute und morgen Corporate Governance Bericht Aktie und Investor Relations Liberalisierung Konzernstrategie Corporate Social Responsibility Konzernlagebericht 2008 Konzernabschluss 2008 Service

Paket & Sonstiges/
Mio EUR Brief Logistik Filialnetz Konsolidierung Konzern
GESCHÄFTSJAHR 2007
Außenumsatz 1.381,0 738,6 192,1 4,1 2.315,7
Innenumsatz 48,8 31,4 203,4 -283,6 0,0
Umsatz gesamt 1.429,8 770,0 395,5 -279,5 2.315,7
Ergebnis der
betrieblichen Tätigkeit 273,8 12,8 13,6 -138,4 161,8
Ergebnis aus assoziierten
Unternehmen 0,5 0,0 0,0 0,5 0,9
EBIT 274,3 12,8 13,6 -137,9 162,8
Segmentvermögen 434,6 488,0 56,5 481,7 1.460,8
Anteile an assoziierten
Unternehmen 3,2 0,0 0,0 0,3 3,5
Segmentverbindlichkeiten 311,9 144,2 82,3 425,4 963,9
Segmentinvestitionen 107,6 69,9 8,7 42,8 229,0
Abschreibungen 34,3 33,7 5,5 56,4 130,0
davon Wertminderungen 4,2 10,7 0,0 17,1 32,1
Sonstige nicht zahlungs
wirksame Aufwendungen 0,9 1,5 0,1 55,4 57,9
Mitarbeiter1 15.593 3.410 5.069 1.692 25.764
GESCHÄFTSJAHR 2008
Außenumsatz 1.460,0 785,9 192,2 3,2 2.441,4
Innenumsatz 45,3 30,1 206,3 -281,6 0,0
Umsatz gesamt 1.505,3 816,0 398,5 -278,4 2.441,4
Ergebnis der
betrieblichen Tätigkeit 253,8 -25,5 14,5 -74,5 168,3
Ergebnis aus assoziierten
Unternehmen 0,6 0,0 0,0 0,5 1,2
EBIT 254,5 -25,5 14,5 -74,0 169,5
Segmentvermögen 441,7 474,3 54,1 455,3 1.425,5
Anteile an assoziierten
Unternehmen 7,1 0,0 0,0 0,2 7,3
Segmentverbindlichkeiten 339,1 143,1 75,6 382,6 940,4
Segmentinvestitionen 42,0 52,1 4,5 29,0 127,5
Abschreibungen 42,6 60,3 6,0 43,2 152,2
davon Wertminderungen 8,0 33,4 0,0 6,0 47,5
Sonstige nicht zahlungs
wirksame Aufwendungen 0,7 -1,7 -0,4 -20,1 -21,5
Mitarbeiter 1 15.835 4.066 4.931 2.169 27.002

1 Periodendurchschnitt, Vollzeitkräfte

Erläuterungen zu den ausgewiesenen Werten nach Divisionen

Der Innenumsatz stellt die Umsätze mit anderen Segmenten dar, wobei die Verrechnungspreise zwischen den Unternehmensbereichen auf marktüblichen Bedingungen beruhen.

Über die leistungsspezifi sche Verrechnung hinaus leistet die Division Brief der Division Filialnetz zur Ab geltung der sich aus der Universaldienstverpfl ichtung ergebenden Aufwendungen einen Infrastrukturbeitrag. Das Segmentvermögen umfasst das langfristige Vermögen (ohne Finanzinvestitionen in Wertpapiere und

KONZERNABSCHLUSS | Konzernanhang

Vorwort des Vorstands Die Post heute und morgen Corporate Governance Bericht Aktie und Investor Relations Liberalisierung Konzernstrategie Corporate Social Responsibility Konzernlagebericht 2008 Konzernabschluss 2008 Service

andere Finanzanlagen, Anteile an assoziierten Unternehmen und latente Steuern) und das kurzfristige Vermögen (ohne Finanzinvestitionen in Wertpapiere und andere Finanzanlagen, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente und Forderungen aus Ertragsteuern) sowie zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte.

Als Segmentverbindlichkeiten werden langfristige Verbindlichkeiten (ohne Finanzverbindlichkeiten und laten te Steuern) und kurzfristige Verbindlichkeiten (ohne Finanzverbindlichkeiten und Verbindlichkeiten sowie Rückstellungen für Ertragsteuern) gezeigt.

Die Segmentinvestitionen beinhalten Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Firmenwerte sowie Sachanlagen.

Die Abschreibungen (planmäßige Abschreibungen und Abschreibungen für Wertminderungen) resultieren aus den der jeweiligen Division zugeordneten Vermögenswerten.

Die zahlungsunwirksamen Aufwendungen umfassen die Veränderung der langfristigen Rückstellungen. Die Anzahl der Mitarbeiter auf Segmentebene wird auf Basis von Vollzeitäquivalenten der durchschnittlichen Zahl der Arbeitnehmer im Geschäftsjahr dargestellt.

Nach Regionen werden im Österreichischen Post Konzern folgende Segmente unterschieden:

Andere
Mio EUR Österreich Deutschland Länder Gesamt
GESCHÄFTSJAHR 2007
Außenumsatz 1.691,8 553,1 70,7 2.315,7
Segmentvermögen 1.032,1 358,8 69,9 1.460,8
Segmentinvestitionen 124,0 59,7 45,2 229,0
GESCHÄFTSJAHR 2008
Außenumsatz 1.685,9 610,0 145,5 2.441,4
Segmentvermögen 997,1 328,9 99,5 1.425,5
Segmentinvestitionen 74,3 17,4 35,8 127,5

Erläuterungen zu den ausgewiesenen Werten nach Regionen

Die Umsätze werden nach dem Standort der leistungserbringenden Gesellschaft gezeigt.

Das ausgewiesene Segmentvermögen sowie die Investitionen werden entsprechend den Standorten der Ver mögenswerte ausgewiesen. Die Investitionen umfassen immaterielle Vermögenswerte und Firmenwerte sowie Sachanlagen.

7 | Sonstige betriebliche Erträge

Mio EUR 2007 2008
Aktivierte Eigenleistungen 3,3 3,2
Abgang von/Zuschreibung zu Sachanlagen 14,1 16,0
Mieten und Pachten 20,8 23,9
Weiterverrechnete Aufwendungen 5,2 3,1
Abgeltungen von Schadensfällen 3,8 2,4
Andere 25,4 32,5
72,6 81,0

104

Für einen Teil der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien werden Mieterträge aus in der Regel künd baren Operating-Mietverhältnissen vereinnahmt. Die abgeschlossenen Mietverträge beinhalten Indexie run gen der Mieten sowie mittel- bis langfristige Vertragslaufzeiten.

8 | Aufwendungen für Material und bezogene Leistungen

Mio EUR 2007 2008
Material
Treib- und Brennstoffe 20,1 28,2
Handelswaren 53,5 51,1
Wertzeichen 3,9 3,7
Betriebsmittel, Bekleidung 19,3 19,5
Ersatzteile, Sonstiges 1,4 2,5
Industriepapier 8,9 21,9
Bewertungsänderungen 1,2 1,2
108,3 128,2
Bezogene Leistungen
Internationale Postbetreiber 67,8 72,1
Werbemittelverteiler 24,6 30,8
Energie 19,1 20,1
Transporte 448,9 492,0
Andere 23,5 35,1
583,9 650,0
692,2 778,2

9 | Personalaufwand

Mio EUR 2007 2008
Löhne und Gehälter 874,9 859,3
Abfertigungen 16,9 24,5
Altersversorgung 0,4 0,5
Gesetzlich vorgeschriebene Abgaben und Beiträge 213,9 227,7
Andere Personalaufwendungen 14,3 7,3
1.120,4 1.119,2

Die Aufwendungen für Abfertigungen gliedern sich wie folgt:

Mio EUR 2007 2008
Vorstände 0,1 0,2
Leitende Angestellte 0,3 0,9
Andere Arbeitnehmer 16,6 23,3
16,9 24,5

Die Pensionsdeckungsbeiträge an die Republik Österreich betrugen (nach Abzug der von den Beamten geleisteten Pensionsbeiträge) für das Geschäftsjahr 2008 65,9 Mio EUR (2007: 64,3 Mio EUR).

Die durchschnittliche Anzahl der Arbeitnehmer betrug im Geschäftsjahr:

2007 2008
Arbeiter 993 2.126
Angestellte 13.567 14.153
Beamte 13.314 12.991
Lehrlinge 43 56
27.917 29.326
Entsprechende Vollzeitkraftäquivalente 25.764 27.002

10 | Abschreibungen

Mio EUR 2007 2008
Wertminderungen Firmenwerte 9,3 24,8
Abschreibungen immaterielle Vermögenswerte
Planmäßige Abschreibungen 13,1 14,3
Wertminderungen 0,8 16,0
13,9 30,3
Abschreibungen Sachanlagen
Planmäßige Abschreibungen 81,4 90,4
Wertminderungen 22,0 6,7
103,4 97,1
Abschreibungen als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
Planmäßige Abschreibungen 3,4 0,0
130,0 152,2

Die Wertminderungstests zum 31. Dezember 2008 ergaben einen Wertminderungsbedarf auf Firmenwerte in Höhe von 24,8 Mio EUR, der in Höhe von 3,4 Mio EUR dem Segment Brief und in Höhe von 21,4 Mio EUR dem Segment Paket & Logistik zugeordnet ist. Die im Segment Paket & Logistik ausgewiesene Abschreibung für Wertminderung auf den Firmenwert betrifft ausschließlich die zahlungsmittelgenerierende Einheit trans-o-fl ex.

Die Wertminderung von immateriellen Vermögenswerten betrifft in Höhe von 14,2 Mio EUR Kunden beziehun gen. Diese werden in Höhe von 4,2 Mio EUR im Segment Brief und in Höhe von 10,0 Mio EUR im Segment Paket & Logistik ausgewiesen.

Der Wertminderungsbedarf auf Firmenwerte und Kundenbeziehungen resultierte in beiden Segmenten aus dem deutlichen Konjunkturabschwung, mit dessen Folgen kurzfristig die Transportwirtschaft genauso wie ihre wichtigsten Nachfrager konfrontiert sind. Es wird erwartet, dass der Konjunkturabschwung die Nachfrage über das Jahr 2009 hinaus belasten wird.

Zudem wurden Abschreibungen für Wertminderungen auf Markenrechte in Höhe von 1,8 Mio EUR durchgeführt. Aufgrund eines Beschlusses im Dezember 2008 – die im Rahmen von Unternehmensakquisitionen in Süd-/Osteuropa erworbenen Markenrechte im Segment Paket & Logistik sukzessive durch die Marke transo-fl ex zu ersetzen – wurde die Nutzungsdauer der entsprechenden Markenrechte auf vier Jahre begrenzt. In Folge von niedrigeren erzielbaren Beträgen wurden Abschreibungen für Wertminderungen bei Grundstücken in Höhe von 6,0 Mio EUR (2007: 17,1 Mio EUR) vorgenommen, die im Segment Sonstiges/Konsoli dierung gezeigt werden. Zudem wurden technische Anlagen in Höhe von 0,6 Mio EUR (2007: 3,9 Mio EUR) und andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung in Höhe von 0,0 Mio EUR (2007: 0,9 Mio EUR) wertgemindert. Der angesetzte erzielbare Betrag entspricht dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten.

11 | Sonstige betriebliche Aufwendungen k siehe auch Anhang 3 (i)

Mio EUR 2007 2008
EDV-Dienstleistungen 28,5 28,8
Instandhaltung 42,7 46,7
Leasing, Miet- und Pachtzinsen 67,5 70,5
Reise- und Fahrtaufwendungen 27,0 27,1
Fremdpersonal und Leasingkräfte 15,4 20,0
Beratung 18,5 19,0
Entsorgung und Reinigung 12,6 15,4
Kommunikation und Werbung 21,1 17,0
Telefon 7,3 6,5
Versicherungen 8,0 9,1
Sonstige Steuern (nicht vom Einkommen und Ertrag) 7,2 7,7
Andere 28,2 36,7
284,0 304,5

12 | Sonstiges Finanzergebnis

Mio EUR Anhang 2007 2008
Zinserträge 11,3 13,8
Wertpapiererträge 5,2 10,6
Erträge aus dem Abgang von Wertpapieren 2,9 0,2
19,3 24,6
Zinsaufwendungen für Finanzverbindlichkeiten -7,9 -9,6
Zinsaufwendungen für Rückstellungen (26) -6,6 -7,6
Wertminderungen für zur Veräußerung
verfügbare Finanzinstrumente (20) 0,0 -20,0
Verluste aus dem Abgang von Wertpapieren 0,0 -0,4
-14,5 -37,6
Bewertungsergebnis von derivativen Finanzinstrumenten (32 a) -2,8 1,7
2,1 -11,3

13 | Ergebnis je Aktie k siehe auch Anhang 3 (d)

2007 2008
Aktionären des Mutterunternehmens
zurechenbares Periodenergebnis Mio EUR 122,5 118,9
Gewichteter Durchschnitt
der im Umlauf befi ndlichen Aktien Stück 70.000.000 69.503.072
Unverwässertes Ergebnis je Aktie = EUR 1,75 1,71
Verwässertes Ergebnis je Aktie EUR 1,75 1,71

Erläuterungen zur Bilanz

14 | Firmenwerte k siehe auch Anhang 3 (e)

2008
Mio EUR 2007
Anschaffungs-/Herstellungskosten
Stand am 1. Jänner 183,1 225,3
Zugänge aus Unternehmenserwerben 42,2 7,4
Abgänge 0,0 2,0
Stand am 31. Dezember 225,3 230,7
Wertminderungen
Stand am 1. Jänner 0,0 9,3
Zugänge 9,3 24,8
Stand am 31. Dezember 9,3 34,1
Buchwert am 1. Jänner 183,1 216,0
Buchwert am 31. Dezember 216,0 196,5

Die Abgänge in Höhe von 2,0 Mio EUR betreffen die nachträgliche Anpassung von variablen Kaufpreisen aus in Vorjahren durchgeführten Erwerben von Tochtergesellschaften.

Folgende Tabelle zeigt die Firmenwerte zum 31. Dezember 2007 und 2008 nach Segmenten:

Mio EUR 31. 12. 2007 31. 12. 2008
Brief
meiller 18,6 15,9
Andere 35,6 37,9
54,2 53,8
Paket & Logistik
trans-o-fl ex 146,6 127,5
Andere 15,1 15,3
161,7 142,7
216,0 196,5
immaterielle
Kunden- Marken- Vermögens
Mio EUR Anhang beziehungen rechte werte Gesamt
GESCHÄFTSJAHR 2007
Anschaffungs-/Herstellungskosten
Stand am 1. Jänner 55,9 25,0 57,8 138,7
Zugänge aus
Unternehmenserwerben 17,7 5,0 1,3 24,1
Zugänge 0,0 0,0 6,5 6,5
Abgänge 0,0 0,0 13,0 13,0
Stand am 31. Dezember 73,6 30,0 52,7 156,3
Abschreibungen/Wertminderungen
Stand am 1. Jänner 0,7 0,0 48,4 49,1
Zugänge (10) 9,0 0,0 4,9 13,9
Abgänge 0,0 0,0 12,8 12,8
Stand am 31. Dezember 9,6 0,0 40,6 50,2
Buchwert am 1. Jänner 55,2 25,0 9,4 89,6
Buchwert am 31. Dezember 64,0 30,0 12,1 106,1
GESCHÄFTSJAHR 2008
Anschaffungs-/Herstellungskosten
Stand am 1. Jänner 73,6 30,0 52,7 156,3
Zugänge aus
Unternehmenserwerben 0,7 0,0 0,0 0,7
Zugänge 0,0 0,0 3,6 3,6
Abgänge 0,0 0,0 0,1 0,1
Währungsumrechnungs
differenzen -0,5 0,0 0,1 -0,3
Stand am 31. Dezember 73,8 30,0 56,3 160,1
Abschreibungen/Wertminderungen
Stand am 1. Jänner 9,6 0,0 40,6 50,2
Zugänge (10) 23,5 1,8 5,0 30,3
Abgänge 0,0 0,0 0,1 0,1
Währungsumrechnungs
-0,1 0,0 0,1 0,0
differenzen
Stand am 31. Dezember
33,1 1,8 45,6 80,5
Buchwert am 1. Jänner 64,0 30,0 12,1 106,1
Buchwert am 31. Dezember 40,8 28,2 10,7 79,7

15 | Immaterielle Vermögenswerte k siehe auch Anhang 3 (f) Sonstige

In den immateriellen Vermögenswerten sind Markenrechte mit unbegrenzter Nutzungsdauer in Höhe von 26,5 Mio EUR (2007: 30,0 Mio EUR) enthalten.

Markenrechte in Höhe von 1,7 Mio EUR die im Vorjahr aufgrund einer unbegrenzten Nutzungsdauer keiner planmäßigen Abschreibung unterlagen, werden ab dem Geschäftsjahr 2009 über vier Jahre planmäßig abge schrieben (vergleiche dazu Kapitel 10. Abschreibungen).

Grundstücke Technische
Anlagen und
Andere Anlagen,
Betriebs- und
Geschäfts-
Geleistete
Anzahlungen
und Anlagen
Mio EUR Anhang und Bauten Maschinen ausstattung in Bau Gesamt
GESCHÄFTSJAHR 2007
Anschaffungs-/Herstellungskosten
Stand am 1. Jänner 769,3 159,0 263,5 9,3 1.201,0
Zugänge aus
Unternehmenserwerben 24,4 14,2 10,0 0,1 48,7
Zugänge 31,6 18,0 48,2 8,3 106,0
Abgänge 1,5 12,4 47,4 0,8 62,1
Umbuchungen 4,5 4,1 1,9 -10,5 0,0
Umgliederungen gemäß IFRS 5 8,5 0,0 0,0 0,0 8,5
Umgliederungen gemäß IAS 40 -6,9 0,0 0,0 0,0 -6,9
Währungsumrechnungs
differenzen 0,0 0,0 0,1 0,0 0,1
Stand am 31. Dezember 829,8 182,9 276,2 6,4 1.295,3
Abschreibungen/Wertminderungen
Stand am 1. Jänner 300,2 93,0 142,5 0,0 535,6
Zugänge (10) 45,7 19,3 38,4 0,0 103,4
Abgänge 0,9 11,7 44,2 0,0 56,8
Umgliederungen gemäß IFRS 5 0,5 0,0 0,0 0,0 0,5
Umgliederungen gemäß IAS 40 -4,2 0,0 0,0 0,0 -4,2
Währungsumrechnungs
differenzen 0,0 0,0 0,1 0,0 0,1
Stand am 31. Dezember 341,3 100,5 136,8 0,0 578,6
Buchwert am 1. Jänner 469,1 66,0 121,0 9,3 665,3
Buchwert am 31. Dezember 488,5 82,4 139,5 6,4 716,7
GESCHÄFTSJAHR 2008
Anschaffungs-/Herstellungskosten
Stand am 1. Jänner 829,8 182,9 276,2 6,4 1.295,3
Zugänge aus
Unternehmenserwerben 7,2 0,2 3,4 0,0 10,9
Zugänge 25,8 11,5 43,1 25,6 106,0
Abgänge 10,6 1,2 35,4 0,0 47,2
Umbuchungen 5,1 1,1 1,2 -7,4 0,0
Umgliederungen gemäß IAS 40 -5,4 0,0 0,0 0,0 -5,4
Währungsumrechnungs
differenzen 0,0 0,0 0,1 0,0 0,0
Stand am 31. Dezember 852,0 194,5 288,5 24,6 1.359,6

16 | Sachanlagen k siehe auch Anhang 3 (g)

Mio EUR Anhang Grundstücke
und Bauten
Technische
Anlagen und
Maschinen
Andere Anlagen,
Betriebs- und
Geschäfts-
ausstattung
Geleistete
Anzahlungen
und Anlagen
in Bau
Gesamt
Abschreibungen/Wertminderungen
Stand am 1. Jänner 341,3 100,5 136,8 0,0 578,6
Zugänge (10) 34,9 17,6 41,3 0,0 93,8
Abgänge 3,0 0,7 32,4 0,0 36,2
Umbuchungen 0,0 0,1 -0,1 0,0 0,0
Umgliederungen gemäß IAS 40 -2,6 0,0 0,0 0,0 -2,6
Währungsumrechnungs
differenzen 0,0 -0,1 0,2 0,0 0,1
Stand am 31. Dezember 370,5 117,4 145,7 0,0 633,7
Buchwert am 1. Jänner 488,5 82,4 139,5 6,4 716,7
Buchwert am 31. Dezember 481,4 77,1 142,8 24,6 725,9

Die als Sicherheiten verpfändeten immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen weisen einen Buchwert von 46,1 Mio EUR (2007: 51,4 Mio EUR) auf.

Cross Border Lease

Im Geschäftsjahr 2002 hat die Österreichische Post AG mit zwei US-Trusts eine Cross Border Lease-Transaktion abgeschlossen. Die Österreichische Post AG hat diesen beiden Trusts auf 99 Jahre ein Fruchtgenussrecht an Postsortieranlagen in Wien, Graz, Salzburg und Innsbruck gegen Leistung eines "Grant Payment" von 117 Mio USD eingeräumt. Gleichzeitig wurde ein Lease Agreement abgeschlossen, in dem die Österreichische Post AG auf rund 24 Jahre das Nutzungsrecht an diesen Anlagen wieder zurückgemietet hat. In diesem Lease Agreement wurde der Österreichischen Post AG auch das Recht eingeräumt, das Frucht genussrecht an den Postsortieranlagen entweder mit 1. Jänner 2022 zu einem Fixpreis ("EBO Payment Amount") oder am Ende des Leasingvertrages zum Verkehrswert, mindestens jedoch zum "End of Term Purchase Option Price" zurückzukaufen.

Die Österreichische Post AG hat ihre Verpfl ichtung zur Zahlung der Leasingraten einschließlich eines allfälligen EBO Payment an Payment Undertaker ausgelagert (siehe dazu Kapitel 33 (a) "Darstellung der Risikoarten"). Zu diesem Zweck hat die Österreichische Post AG Zahlungen in Höhe von 108,3 Mio USD an die Payment Undertaker geleistet und die entsprechende Verbindlichkeit ausgebucht. Die Payment Undertaker haben sich ihrerseits verpfl ichtet, die entsprechenden Beträge zu den festgesetzten Zahlungsterminen für die Öster reichische Post AG zu leisten. Bei der Österreichischen Post AG verbleibt das Restrisiko einer möglichen Inanspruchnahme im Falle einer Insolvenz der Payment Undertaker. Zum 31. Dezember 2008 beläuft sich der von den Payment Undertakers zu leistende Betrag auf 114,6 Mio USD (das sind 82,3 Mio EUR; 2007: 115,1 Mio USD bzw. 78,2 Mio EUR).

Im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2008 wurde die Cross Border Lease-Transaktion wie folgt erfasst: Die dem Fruchtgenussrecht zugrunde liegenden Postsortieranlagen bleiben aufgrund des unverändert fortbestehenden wirtschaftlichen Eigentums an den Anlagen weiterhin im Anlagevermögen der Österreichischen Post AG ausgewiesen und werden über eine zehnjährige Nutzungsdauer abgeschrieben.

Der ursprünglich bei der Österreichischen Post AG verbleibende Nettobarwertvorteil in Höhe von 9,1 Mio USD (das sind 9,2 Mio EUR) wird in den anderen Verbindlichkeiten ausgewiesen und über die Vertragslaufzeit pro rata temporis aufgelöst. Im Geschäftsjahr 2008 wurden 0,5 Mio EUR (2007: 0,5 Mio EUR) aufgelöst und als Zinsertrag erfasst.

Finanzierungsleasing k siehe auch Anhang 3 (j) Nettobuchwerte und Nutzungsdauern der geleasten Vermögenswerte

Nutzungsdauer Buchwert
Mio EUR in Jahren 31. 12. 2007 31. 12. 2008
Grundstücke und Bauten 31-43 23,6 23,1
Technische Anlagen und Maschinen 5-10 5,9 4,5
Andere Anlagen,
Betriebs- und Geschäftsausstattung 2-20 23,6 21,4

In der folgenden Tabelle wird die Summe der künftigen Mindestleasingzahlungen zum Bilanzstichtag auf deren Barwert übergeleitet:

Mio EUR 2007 2008
Mindestleasingzahlungen
Bis zu einem Jahr 18,7 15,1
Länger als ein und bis zu fünf Jahre 26,4 22,5
Länger als fünf Jahre 5,7 4,3
50,8 42,0
abzüglich:
Zukünftige Finanzierungskosten -6,5 -4,5
Barwert der Leasingverpfl ichtungen
Bis zu einem Jahr 16,5 13,4
Länger als ein und bis zu fünf Jahre 23,2 20,3
Länger als fünf Jahre 4,5 4,1
44,3 37,8

Die Kriterien für die Klassifi zierung als Finanzierungsleasing waren im Wesentlichen der Barwert- und der Laufzeittest. Darüber hinaus wurden Ankaufsoptionen zu vorteilhaften Bedingungen am Ende der Laufzeit sowie Verlängerungs- und Preisanpassungsklauseln berücksichtigt.

Für einen Teil der Mietverträge ist die Mietzahlung an den 3-Monats-EURIBOR gebunden. Im Geschäftsjahr 2008 betrugen die damit zusammenhängenden bedingten Mietzahlungen 1,7 Mio EUR (2007: 0,3 Mio EUR).

17 | Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

(Investment Property) k siehe auch Anhang 3 (h)

Mio EUR 2007 2008
Anschaffungs-/Herstellungskosten
Stand am 1. Jänner 87,3 91,1
Zugänge aus Unternehmenserwerben 1,1 0,0
Zugänge 0,4 0,7
Abgänge 4,7 1,3
Umgliederungen 6,9 5,4
Stand am 31. Dezember 91,1 95,8
Abschreibungen
Stand am 1. Jänner 49,0 54,4
Zugänge aus Unternehmenserwerben 0,0 0,0
Zugänge 3,4 3,3
Abgänge 2,2 1,1
Umgliederungen 4,2 2,6
Stand am 31. Dezember 54,4 59,3
Buchwert am 1. Jänner 38,3 36,6
Buchwert am 31. Dezember 36,6 36,5
Mio EUR 31. 12. 2007 31. 12. 2008
Beizulegender Zeitwert 109,4 116,5
Mieteinnahmen 7,4 11,3
Betriebliche Aufwendungen für vermietete Immobilien 3,0 3,2
Betriebliche Aufwendungen für nicht vermietete Immobilien 1,2 1,2

18 | Anteile an assoziierten Unternehmen

Mio EUR Anteile in % 31. 12. 2007 31. 12. 2008
Mader Zeitschriftenverlagsgesellschaft m.b.H, Wien 74,9 3,0 3,1
OmniMedia Werbegesellschaft m.b.H., Wien 21,0 0,3 0,2
FEIPRO Vertriebs GesmbH, Gaweinstal 50,0 0,2 0,2
D2D – direct to document GmbH, Wien 30,0 - 3,8
3,5 7,3
Mio EUR 2007 2008
3,5 3,5
Nettobuchwert zum 1. Jänner
Zugänge aus Unternehmenserwerben 0,0 3,8
Jahresergebnis 0,9 1,2
Ausschüttungen/Abgang -1,0 -1,1
Nettobuchwert zum 31. Dezember 3,5 7,3

113

Folgende Tabelle zeigt eine aggregierte Darstellung der anteiligen Finanzinformationen für die im Konzern bestehenden assoziierten Unternehmen:

Mio EUR 31. 12. 2007 31. 12. 2008
Vermögenswerte 10,7 14,3
Schulden 7,1 7,0
2007 2008
Umsatzerlöse 27,2 28,2
Periodenergebnis 0,9 1,2

19 | Finanzinvestitionen in Wertpapiere k siehe auch Anhang 3 (k)

Fortgeschriebene Marktwert
Anschaffungs- Unrealisierter Realisierter Restlaufzeit Restlaufzeit
Mio EUR kosten Gewinn/Verlust Gewinn/Verlust bis 1 Jahr über 1 Jahr Gesamt
31. DEZEMBER 2007
Zur Veräußerung
verfügbare Wertpapiere
(Available for Sale)
Investmentfondsanteile 3,6 0,2 0,0 0,2 3,4 3,6
Anleihen 143,4 -0,7 2,9 15,0 128,4 143,4
147,0 -0,5 2,9 15,2 131,8 147,0
31. DEZEMBER 2008
Zur Veräußerung
verfügbare Wertpapiere
(Available for Sale)
Investmentfondsanteile 0,3 0,0 0,0 0,2 0,1 0,2
Anleihen 92,2 -5,3 -0,2 0,0 92,2 92,2
92,5 -5,4 -0,2 0,2 92,3 92,5

Die Zinssätze der festverzinslichen Wertpapiere liegen zwischen 0,00% und 6,02% (2007: 1,34% und 5,44%). Im Geschäftsjahr 2008 betrug das Veräußerungsergebnis der zur Veräußerung verfügbaren Wertpapiere –0,2 Mio EUR (2007: 2,9 Mio EUR).

20 | Andere Finanzanlagen k siehe auch Anhang 3 (k)

31. 12. 2007 31. 12. 2008
Restlaufzeit Restlaufzeit Restlaufzeit Restlaufzeit
Mio EUR bis 1 Jahr über 1 Jahr Gesamt bis 1 Jahr über 1 Jahr Gesamt
Zur Veräußerung
verfügbare Finanzinstrumente
(Available for Sale)
Strategische Anteile 0,0 79,1 79,1 0,0 39,1 39,1
Zu Anschaffungskosten
bewertete Finanzinstrumente
Andere Anteile 0,0 0,8 0,8 0,0 0,8 0,8
0,0 79,9 79,9 0,0 39,9 39,9

Für den im Vorjahr mit den Anschaffungskosten bewerteten Anteil am Konsortium zur Übernahme der BAWAG PSK erfolgte im Geschäftsjahr 2008 die näherungsweise Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts. Dazu wurde die Marktkapitalisierung einer Vergleichsgruppe europäischer börsenotierter Kreditinstitute zu deren Eigenkapital in Beziehung gesetzt und der errechnete Mittelwert dieser Relation mit dem aktuellen Eigenkapital der BAWAG PSK multipliziert. Die Bewertung ergab einen beizulegenden Zeitwert in Höhe von 39,1 Mio EUR. Zudem wurde zum 31. Dezember 2008 aufgrund von objektiven Hinweisen einer Wertmin derung die Werthaltigkeit des Anteils am Konsortium zur Übernahme der BAWAG PSK überprüft. Dazu wurde der Buchwert dem Barwert (Abzinsungssatz: 10%; Wachstumsrate der ewigen Rente: 1,5%) der geschätzten künftigen Erträge gegenübergestellt. Der sich daraus ergebende Wertminderungsaufwand in Höhe von 20,0 Mio EUR wird unter der Position "Wertminderung zur Veräußerung verfügbare Finanzinstru mente" (Kapitel 12, "Sonstiges Finanzergebnis") gezeigt. Der darüber hinausgehende Rückgang des beizu legen den Zeitwerts wurde in Höhe von 20,0 Mio EUR erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst.

21 | Vorräte k siehe auch Anhang 3 (l)

Mio EUR 31. 12. 2007 31. 12. 2008
Hilfs- und Betriebsstoffe 12,3 13,5
abzüglich Wertminderungen -4,1 -4,3
Unfertige Erzeugnisse 1,9 1,8
Handelswaren 18,2 18,7
abzüglich Wertminderungen -2,9 -3,5
Noch nicht abrechenbare Leistungen 0,1 0,1
25,6 26,3

Der Buchwert der zum Nettoveräußerungswert angesetzten Vorräte beträgt 3,7 Mio EUR (31. 12. 2007: 3,9 Mio EUR). Wertberichtigungen waren insbesondere wegen eingeschränkter Verwertbarkeit und langer Lagerdauer erforderlich.

22 | Forderungen k siehe auch Anhang 3 (k)

In nachfolgender Tabelle werden die Forderungen nach Wertberichtigungen gezeigt:

31. 12. 2007 31. 12. 2008
Restlaufzeit Restlaufzeit Restlaufzeit Restlaufzeit
Mio EUR bis 1 Jahr über 1 Jahr Gesamt bis 1 Jahr über 1 Jahr Gesamt
Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen 271,1 0,0 271,1 284,3 0,0 284,3
Forderungen gegenüber
assoziierten Unternehmen 0,3 1,1 1,4 2,1 1,1 3,2
Andere Forderungen 72,6 14,8 87,3 61,4 13,8 75,1
344,0 15,9 359,9 347,8 14,9 362,7

Aufgrund der überwiegenden Kurzfristigkeit dieses Postens wird unterstellt, dass die Marktwerte im Wesent lichen den Buchwerten entsprechen.

Folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Wertberichtigungen zu Forderungen für die Geschäftsjahre 2007 und 2008:

Mio EUR 2007 2008
Stand am 1. Jänner 12,7 14,5
Zugänge aus Unternehmenserwerben 2,0 0,0
Veränderung -0,2 1,6
Stand am 31. Dezember 14,5 16,1

23 | Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Mio EUR 31. 12. 2007 31. 12. 2008
Guthaben bei Kreditinstituten 49,9 113,8
Kurzfristige Veranlagungen (Termingelder) 256,9 131,7
Kassenbestand 2,6 2,7
309,4 248,1

Der durchschnittliche Zinssatz bei den Termingeldern lag zum 31. Dezember 2008 bei 4,21% (31. 12. 2007: 4,74%). Die Marktwerte entsprechen den Buchwerten.

24 | Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte

Zum 31. Dezember 2008 bestehen keine zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerte (31. 12. 2007: 2,4 Mio EUR).

25 | Eigenkapital

Eigenkapitalbestandteile

Das Grundkapital der Österreichischen Post AG beträgt 350,0 Mio EUR. Das Grundkapital ist in 70.000.000 Stück auf Inhaber lautende stimm- und gewinnberechtigte Aktien geteilt.

Im Rahmen der Hauptversammlung der Österreichischen Post AG am 22. April 2008 wurde der Vorstand emächtigt, eigene Aktien im Ausmaß von 10% des Grundkapitals zu erwerben. Die Anzahl der im Umlauf befi ndlichen dividendenberechtigten Aktien hat sich im Berichtsjahr wie folgt entwickelt:

Stand am 1. Jänner 2008 70.000.000
Rückkauf eigene Aktien 2.447.362
Stand am 31. Dezember 2008 67.552.638
Gewichteter Durchschnitt der Aktien im Geschäftsjahr 2008 69.505.601

Hauptaktionärin der Österreichischen Post AG ist mit einem Anteil von 51% die Österreichische Industrieholding AG, Wien. Auf Basis der im Umlauf befi ndlichen Aktien beträgt der Anteil der Österreichischen Industrieholding AG 52,8%.

Die Kapitalrücklagen resultieren aus Einzahlungen und Einlagen durch die Aktionäre. Die in der Entwicklung des Eigenkapitals des Konzerns dargestellten Kapitalrücklagen entsprechen jenen des Einzelabschlusses der Österreichischen Post AG.

Die Gewinnrücklagen des Konzerns umfassen die gesetzlichen Rücklagen sowie in Vorjahren erwirtschaftete Ergebnisse vermindert um Gewinnausschüttungen.

Die Marktbewertung Finanzinstrumente umfasst einerseits die Marktbewertung von zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumenten sowie andererseits die Marktbewertung von Sicherungsinstrumenten für in der Bilanz nicht angesetzte Vermögenswerte und Verbindlichkeiten. In der Position "Marktbewertung zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente" werden Gewinne und Verluste aus Änderungen des Marktwer ts von zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumenten ergebnisneutral dargestellt. Die erfassten Beträge werden nach Steuern gezeigt. Unter der Position "Marktbewertung Sicherungsgeschäfte" wird der effektive Teil des Gewinns oder Verlusts aus Sicherungsgeschäften, für in der Bilanz nicht angesetzte Vermögenswerte und Verbindlichkeiten gezeigt.

Die Währungsumrechnungsrücklagen enthalten alle Kursdifferenzen, die aus der Umrechnung der in ausländischer Währung aufgestellten Jahresabschlüsse von Tochterunternehmen entstanden sind.

Das Periodenergebnis des Geschäftsjahres 2008 beträgt 118,9 Mio EUR (2007: 122,5 Mio EUR). Basis für die Gewinnverteilung ist entsprechend dem österreichischen Aktiengesetz der Jahresabschluss der Öster reichischen Post AG zum 31. Dezember 2008. Der darin ausgewiesene Bilanzgewinn beträgt 170,2 Mio EUR (2007: 169,2 Mio EUR).

Für das Geschäftsjahr 2008 ist eine Ausschüttung von insgesamt 168,9 Mio EUR (Basisdividende von 1,50 EUR zuzüglich Sonderdividende von 1,00 EUR) (2007: 168,0 Mio EUR) gemäß Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands vorgesehen.

Kapitalmanagement

Das Kapitalmanagement des Konzerns zielt auf eine für die Einhaltung der Wachstums- und Akquisitionsziele sowie für die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts angemessene Kapitalstruktur ab.

Im Rahmen der Dividendenpolitik für die folgenden Jahre beabsichtigt der Konzern unter der Voraussetzung, dass sich die Geschäftsentwicklung weiterhin erfolgreich fortsetzt und keine außergewöhnlichen Umstände auftreten, eine Ausschüttungsquote von zumindest 75% des auf die Aktionäre entfallenden Periodenergebnisses. Sofern es für die Aufrechterhaltung einer geeigneten Kapitalstruktur als zielführend erscheint, werden auch Ausschüttungen über diese Beträge in Betracht gezogen. Zur Verbesserung der Kapitalstruktur behält sich der Konzern das Recht vor, auch andere Maßnahmen zu setzen.

Das wirtschaftliche Eigenkapital entspricht dem in der Konzernbilanz ausgewiesenen Eigenkapital. Bei einer Bilanzsumme von 1.874,6 Mio EUR zum 31. Dezember 2008 (31. 12. 2007: 2.058,6 Mio EUR) beträgt die Eigenkapitalquote zum 31. Dezember 2008 39,6% (31. 12. 2007: 42,4%).

Die Nettofi nanzmittelverschuldung und das Gearing Ratio sind für die Darstellung der Kapitalstruktur des Konzerns maßgebliche Kennzahlen und zeigen folgende Entwicklung:

Nettofi nanzmittelverschuldung

Mio EUR 31. 12. 2007 31. 12. 2008
Verzinsliches Fremdkapital
+ Finanzverbindlichkeiten 187,0 148,6
+ Andere verzinsliche Verbindlichkeiten 6,7 6,2
+ Sozialkapital 166,5 165,8
+ Andere verzinsliche Rückstellungen 351,3 335,3
711,5 655,9
Verzinsliche Aktiva
– Finanzinvestitionen in Wertpapiere 147,0 92,5
– Andere Finanzanlagen und verzinsliche Forderungen 81,7 45,2
– Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 309,4 248,1
538,1 385,8
Nettofi nanzmittelverschuldung 173,4 270,2
Gearing Ratio = Nettofi nanzmittelverschuldung
Eigenkapital zum 31. 12.
19,8% 36,4%

Die Nettofi nanzmittelverschuldung hat sich im Geschäftsjahr 2008 um 96,8 Mio EUR auf 270,2 Mio EUR erhöht (31. 12. 2007: 173,4 Mio EUR). Die Gearing Ratio ist entsprechend gestiegen und zeigt einen Anstieg auf 36,4% (2007: 19,8%).

26 | Rückstellungen

31. 12. 2007 31. 12. 2008
Restlaufzeit Restlaufzeit Restlaufzeit Restlaufzeit
Mio EUR bis 1 Jahr über 1 Jahr Gesamt bis 1 Jahr über 1 Jahr Gesamt
Rückstellungen
für Abfertigungen 0,0 68,6 68,6 0,0 69,0 69,0
Rückstellungen
für Pensionen 0,0 5,4 5,4 0,0 5,3 5,3
Rückstellungen
für Jubiläumsgelder 0,0 92,5 92,5 0,0 91,4 91,4
Andere Rückstellungen
für Mitarbeiter 63,6 300,5 364,0 68,4 279,1 347,5
Sonstige Rückstellungen 38,7 20,8 59,5 37,6 21,4 59,0
102,3 487,7 589,9 106,1 466,2 572,3
Jubiläums
Mio EUR Abfertigungen Pensionen gelder Gesamt
GESCHÄFTSJAHR 2007
Barwert der Verpfl ichtung
am 1. Jänner 2007 66,8 2,3 92,4 161,5
Zugänge aus Unternehmenserwerben 0,0 3,6 0,2 3,9
Dienstzeitaufwand 6,1 0,0 4,5 10,6
Zinsaufwand 2,8 0,2 3,6 6,6
Versicherungstechnische
Gewinne/Verluste -2,9 -0,1 -3,8 -6,8
Tatsächliche Zahlungen -4,3 -0,6 -4,4 -9,3
Barwert der Verpfl ichtung
am 31. Dezember 2007 68,6 5,4 92,5 166,5
GESCHÄFTSJAHR 2008
Barwert der Verpfl ichtung
am 1. Jänner 2008 68,6 5,4 92,5 166,5
Zugänge aus Unternehmenserwerben 0,0 0,0 0,1 0,2
Dienstzeitaufwand 5,7 0,2 4,5 10,4
Zinsaufwand 3,2 0,1 4,3 7,6
Versicherungstechnische
Gewinne/Verluste -2,1 -0,1 -5,2 -7,4
Tatsächliche Zahlungen -6,5 -0,3 -4,7 -11,5
Barwert der Verpfl ichtung
am 31. Dezember 2008 69,0 5,3 91,4 165,8

Rückstellungen für Abfertigungen, Pensionen und Jubiläumsgelder k siehe auch Anhang 3 (n)

Folgende Tabelle zeigt die erfahrungsbedingten Anpassungen in Prozent vom Barwert der Verpfl ichtung (Stand am 31. Dezember 2008) für Abfertigungs-, Pensions- und Jubiläumsgeldrückstellungen für die Geschäfts jahre 2006 bis 2008:

Mio EUR 2006 2007 2008
Abfertigungen 2,0% -0,1% 1,6%
Pensionen - -2,8% 1,5%
Jubiläumsgelder -1,4% -1,3% -3,3%

Andere Rückstellungen für Mitarbeiter k siehe auch Anhang 3 (o)

Sonstige personal-
Unter- bezogene
Mio EUR auslastung Rückstellungen Gesamt
GESCHÄFTSJAHR 2007
Stand am 1. Jänner 2007 270,9 29,0 299,9
Zugänge aus Unternehmenserwerben 0,0 2,8 2,8
Neubildung 159,8 31,5 191,3
Verwendung -22,8 -27,0 -49,8
Aufl ösung -88,3 -3,2 -91,6
Aufzinsung 11,4 0,0 11,4
Stand am 31. Dezember 2007 331,0 33,0 364,0
GESCHÄFTSJAHR 2008
Stand am 1. Jänner 2008 331,0 33,0 364,0
Neubildung 132,1 39,6 171,7
Verwendung -27,3 -30,5 -57,8
Aufl ösung -142,0 -2,5 -144,5
Aufzinsung 14,1 0,0 14,1
Stand am 31. Dezember 2008 307,8 39,7 347,5

Die sonstigen personalbezogenen Rückstellungen enthalten im Wesentlichen Vorsorgen für Erfolgsbeteiligungen, Leistungsprämien und andere noch nicht bezahlte Mitarbeiteransprüche.

Aufgrund des laufenden postinternen Organisationsprozesses zur Anpassung an die sich ändernden Marktbedingungen ist es im Geschäftsjahr zu einem Anstieg des von der Rückstellung für Unterauslastung umfassten Personenkreises gekommen. Dies führte zu einer Neubildung in Höhe von 132,1 Mio EUR. Demgegenüber steht eine Aufl ösung in Höhe von 142,0 Mio EUR.

Die Rückstellung wird personenbezogen nach Maßgabe der jeweiligen Höhe der Unterauslastung ermittelt. Dabei ergibt sich auf der einen Seite eine Aufl ösung der Rückstellung dadurch, dass einzelne Mitarbeiter (über wiegend Beamte) im Unternehmen wieder teilweise oder voll beschäftigt werden können. Im zweiten Halbjahr des vergangenen Jahres wurden vor allem jene Mitarbeiter, die im Vorjahr durch die Restrukturierung im Segment Paket & Logistik aus dem Arbeitsprozess ausgeschieden sind, im Segment Brief reintegriert. Zusätzlich nahmen jene Mitarbeiter, die aus dem Arbeitsprozess ausgeschieden sind, verstärkt die Möglichkeiten in Anspruch (freiwillige Abfertigung, Überbrückungsmodell gemäß Sozialplan, Pensionierung gemäß § 14 Beamten-Dienstrechtsgesetz), das Unternehmen zu verlassen. Auf der anderen Seite verlieren durch die ständige Anpassung und Restrukturierung der Prozesse weitere Personen ihre Beschäftigung, wodurch es zu einer Neubildung der Rückstellung für Unterauslastung kommt.

Sonstige Rückstellungen k siehe auch Anhang 3 (p)

Noch nicht
erbrachte Rentenver
Mio EUR Leistungen pfl ichtungen Andere Gesamt
GESCHÄFTSJAHR 2007
Stand am 1. Jänner 2007 26,3 3,1 26,3 55,7
Zugänge aus Unternehmenserwerben 0,0 0,0 1,1 1,1
Neubildung 25,4 0,0 10,1 35,5
Verwendung -26,3 -0,3 -5,3 -31,9
Aufl ösung 0,0 0,0 -1,8 -1,9
Aufzinsung 0,0 0,1 0,7 0,8
Stand am 31. Dezember 2007 25,4 2,9 31,1 59,5
GESCHÄFTSJAHR 2008
Stand am 1. Jänner 2008 25,4 2,9 31,1 59,5
Umgliederung 0,0 0,0 0,4 0,4
Neubildung 23,5 0,2 9,3 33,0
Verwendung -25,4 -0,3 -5,8 -31,6
Aufl ösung 0,0 0,0 -3,2 -3,2
Aufzinsung 0,0 0,1 0,8 0,9
Stand am 31. Dezember 2008 23,5 3,0 32,5 59,0

Die Rückstellungen für noch nicht erbrachte Leistungen umfassen Umsatzabgrenzungen für am 31. Dezember 2008 noch nicht ausgelieferte Aufträge sowie die bis zum 31. Dezember 2008 veräußerten Wertzeichen und Freistempelerlöse, für die von der Österreichischen Post AG noch keine Gegenleistung erbracht wurde.

27 | Ertragsteuerrückstellungen

Mio EUR 2007 2008
Stand am 1. Jänner 3,1 14,4
Neubildung 14,5 11,9
Verwendung -3,0 -12,8
Aufl ösung -0,2 -0,4
Stand am 31. Dezember 14,4 13,1
31. 12. 2007 31. 12. 2008
Restlaufzeit Restlaufzeit Restlaufzeit Restlaufzeit
Mio EUR bis 1 Jahr über 1 Jahr Gesamt bis 1 Jahr über 1 Jahr Gesamt
Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten 42,7 24,2 66,9 34,5 15,3 49,8
Verbindlichkeiten
ABCP-Programm 49,2 0,0 49,2 49,5 0,0 49,5
Verbindlichkeiten
Finanzierungsleasing 16,6 27,9 44,4 13,4 24,4 37,8
Derivative Finanzinstrumente 0,0 3,0 3,0 5,7 1,2 6,8
Andere Finanz
verbindlichkeiten 19,9 3,5 23,4 0,0 4,7 4,7
128,5 58,6 187,0 103,1 45,5 148,6

28 | Finanzverbindlichkeiten k siehe auch Anhang 3 (q)

Die Marktwerte und wesentlichen Konditionen der Finanzverbindlichkeiten stellen sich wie folgt dar:

Marktwert Effektivver- Marktwert Effektivver
Mio EUR 31. 12. 2007 zinsung 2007 31. 12. 2008 zinsung 2008
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
Fix verzinste Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten 17,7 3,06% 16,1 3,40-4,60%
Variabel verzinste Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten 49,3 3,96-5,34% 33,8 3,24-5,14%
67,0 49,9
Verbindlichkeiten ABCP-Programm 49,2 4,63% 49,5 4,29-6,00%
Verbindlichkeiten Finanzierungsleasing 44,0 5,34-6,10% 34,0 4,52-9,47%
Derivative Finanzinstrumente 3,0 4,96-5,42% 6,8 4,95-5,42%
Andere Finanzverbindlichkeiten 23,7 4,75% 4,7 5,43%
186,9 144,9

Die Ermittlung der Marktwerte erfolgte durch das jeweilige Kreditinstitut mittels Abzinsung der künftig zu leistenden Zahlungen unter Anwendung eines aktuellen Marktzinssatzes, wobei bei variabel verzinsten Positionen (Geld- und Kapitalmarkt-Floater) der Marktwert mit der Nominale gleichgesetzt wurde.

Für Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 11,6 Mio EUR besteht gemäß § 20 Abs. 1 Poststrukturgesetz eine Haftung der Republik Österreich.

Im Geschäftsjahr 2006 hat der Österreichische Post Konzern im Zuge eines Unternehmenserwerbs ein Asset Backed Commercial Paper (ABCP)-Programm übernommen. Im Rahmen dieses Programms mit einer Laufzeit von fünf Jahren und einem Maximallimit in Höhe von 51,6 Mio EUR werden bestehende und zukünftige Forderungen in Höhe von 48,1 Mio EUR aus Lieferungen und Leistungen an eine nicht nahestehende Zweck-

gesellschaft verkauft. Im Konzernabschluss werden die verkauften und abgetretenen Forderungen infolge des Verbleibs des wirtschaftlichen Risikos weiterhin als Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ausgewiesen, die aus dem ABCP-Programm erhaltenen Beträge in Höhe von 49,5 Mio EUR werden als kurzfristige Finanzverbindlichkeiten gezeigt.

29 | Verbindlichkeiten k siehe auch Anhang 3 (q)

31. 12. 2007 31. 12. 2008
Restlaufzeit Restlaufzeit Restlaufzeit Restlaufzeit
Mio EUR bis 1 Jahr über 1 Jahr Gesamt bis 1 Jahr über 1 Jahr Gesamt
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen 209,8 0,2 210,0 215,9 0,1 216,0
Verbindlichkeiten gegenüber
assoziierten Unternehmen 0,9 0,0 0,9 0,8 0,0 0,8
Verbindlichkeiten nicht
konsumierte Urlaube 47,9 0,0 47,9 50,8 0,0 50,8
Andere Verbindlichkeiten 82,6 18,5 101,1 91,7 15,6 107,3
341,1 18,7 359,8 359,0 15,7 374,8

Aufgrund der überwiegenden Kurzfristigkeit dieses Postens wird unterstellt, dass die Marktwerte im Wesentlichen den Buchwerten entsprechen.

30 | Ertragsteuern k siehe auch Anhang 3 (r)

Mio EUR 2007 2008
Laufender Steueraufwand 47,6 46,4
Steuergutschriften/-nachzahlungen für Vorjahre 0,0 -0,3
Latenter Steueraufwand/-ertrag -5,4 -6,8
42,2 39,3

Temporäre Unterschiede zwischen den Wertansätzen im IFRS-Konzernabschluss und dem jeweiligen steuerlichen Wertansatz wirken sich wie folgt auf die in der Bilanz ausgewiesenen latenten Steuern aus:

Mio EUR 31. 12. 2007 31. 12. 2008
Aktive latente Steuern auf temporäre Differenzen
Immaterielle Vermögenswerte 0,4 0,2
Firmenwerte 1,7 1,5
Finanzanlagen 9,4 24,9
Rückstellungen 28,3 23,8
Finanzverbindlichkeiten 30,6 23,2
Verbindlichkeiten 0,1 0,1
70,4 73,8

123

Mio EUR 31. 12. 2007 31. 12. 2008
Passive latente Steuern auf temporäre Differenzen
Kundenbeziehungen -17,4 -10,7
Markenrechte -10,4 -7,6
Andere immaterielle Vermögenswerte -0,1 -0,1
Konzerndarlehen -4,6 -4,6
Sachanlagen -15,7 -15,0
Vorräte 0,0 -0,1
Forderungen -13,9 -12,8
-62,1 -51,0
Latente Steuern auf Verlustvorträge 14,0 12,1
Latente Steuern – netto 22,3 34,9
Aktive latente Steuern 55,5 59,2
Passive latente Steuern -33,2 -24,3
Latente Steuern – netto 22,3 34,9

Folgende aktive latente Steuern wurden nicht angesetzt:

Mio EUR 31. 12. 2007 31. 12. 2008
Aktive latente Steuern auf
noch nicht genutzte steuerliche Verluste 10,8 15,4
noch nicht genutzte Steuergutschriften 0,0 1,9

Die Entwicklung und die Aufteilung der gesamten Veränderung der latenten Steuern in ergebniswirksame und ergebnisneutrale Komponenten wird in folgender Tabelle dargestellt:

Aktive latente Passive latente
Mio EUR Steuern Steuern
Stand am 1. Jänner 2007 60,3 36,5
Ergebniswirksame Veränderungen -5,1 -10,4
Ergebnisneutrale Veränderungen
Ergebnisneutrale Bewertung von Wertpapieren 0,1 0,0
Zugang aus Unternehmenserwerben 0,2 7,1
0,3 7,1
Stand am 31. Dezember 2007 55,5 33,2
Stand am 1. Jänner 2008 55,5 33,2
Ergebniswirksame Veränderungen -4,4 -11,2
Ergebnisneutrale Veränderungen
Ergebnisneutrale Bewertung von Wertpapieren 8,0 0,0
Zugang aus Unternehmenserwerben 0,0 2,3
8,0 2,3
Stand am 31. Dezember 2008 59,2 24,3

124

Steuerüberleitungsrechnung

Mio EUR 2007 2008
Ergebnis vor Ertragsteuern 164,9 158,2
Rechnerische Ertragsteuer 41,2 39,5
Steuerminderung aufgrund von
Steuerfreie Dividenden und Beteiligungserträge -0,3 -0,4
Teilwertabschreibung Tochtergesellschaften -2,3 -9,7
Steuersatzänderungen -0,3 0,0
Anpassung an ausländische Steuersätze 0,0 -1,0
Übrige steuermindernde Posten -0,8 -4,0
-3,7 -15,0
Steuermehrung aufgrund von
Firmenwertabschreibungen 0,0 6,2
Anpassung an ausländische Steuersätze 0,3 0,0
Übrige steuermehrende Posten 1,9 4,4
2,3 10,6
Ertragsteueraufwand der Periode 39,8 35,1
Aperiodischer Ertragsteueraufwand/-ertrag 0,0 -0,3
Veränderung nicht gebildeter aktiver latenter Steuern auf Verlustvorträge 2,4 4,5
Tatsächliche Ertragsteuer 42,2 39,3

Sonstige Angaben

31 | Erläuterungen zum Cash-Flow-Statement

Der Cash-Flow aus dem Erwerb von Tochterunternehmen setzt sich wie folgt zusammen:

Mio EUR 2007 2008
Unternehmenserwerbe
Auszahlungen für Unternehmenserwerbe
Erwerbszeitpunkt aktuelles Geschäftsjahr -75,7 -6,8
Erwerbszeitpunkt Vorjahre -1,1 -18,2
-76,8 -25,1
Übernommene Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 5,0 0,9
-71,9 -24,2

Die seit dem Zeitpunkt des Erwerbs (Dezember 2006) der trans-o-fl ex Deutschland den Minderheitsgesellschaftern zustehende Put-Option wurde im Geschäftsjahr 2008 ausgeübt und führte zu einem Zahlungsmittel abfl uss in Höhe von 20,4 Mio EUR. Die Begleichung dieser offenen Kaufpreisverbindlichkeit wird im Cash-Flow aus Investitionstätigkeit als "Erwerb von Tochterunternehmen" ausgewiesen. Weiters wurde für die im Geschäftsjahr 2006 erworbene Kolos, die im aktuellen Geschäftsjahr geleistete Teilzahlung der variab len Kaufpreisverbindlichkeit in Höhe von 0,3 Mio EUR ebenfalls im Cash-Flow aus Investitionstätigkeit als "Erwerb von Tochterunternehmen" gezeigt.

Nicht zahlungswirksame Transaktionen

Die aus dem erstmaligen Ansatz von im laufenden Geschäftsjahr abgeschlossenen Finanzierungsleasing verträgen resultierenden Vermögenswerte und Finanzverbindlichkeiten (2008: 3,8 Mio EUR; 2007: 9,6 Mio EUR) führen zu keiner Veränderung des Cash-Flows aus Investitions- und Finanzierungstätigkeit, da es sich hierbei um nicht zahlungswirksame Transaktionen handelt. Nachfolgende Leasingzahlungen werden im Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit dargestellt.

32 | Finanzinstrumente

Zu den Finanzinstrumenten zählen fi nanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten (originäre Finanzinstru mente) sowie derivative Finanzinstrumente.

Finanzielle Vermögenswerte k siehe auch Anhang 3 (k)

Folgende Tabelle zeigt die Buchwerte der fi nanziellen Vermögenswerte für die Geschäftsjahre 2007 und 2008:

Zur Zur
Veräußerung Veräußerung
verfügbar verfügbar Kredite und Zahlungs- Keine Finanz
Mio EUR (fair value) (at cost) Forderungen mittel instrumente Buchwert
31. DEZEMBER 2007
Wertpapiere 147,0 0,0 0,0 0,0 0,0 147,0
Forderungen
Lieferung und Leistung 0,0 0,0 271,1 0,0 0,0 271,1
Forderungen
assoziierte Unternehmen 0,0 0,0 1,4 0,0 0,0 1,4
Andere Forderungen 0,0 0,0 46,0 0,0 41,3 87,4
Strategische und andere Anteile 0,0 79,9 0,0 0,0 0,0 79,9
Zahlungsmittel 0,0 0,0 0,0 309,4 0,0 309,4
147,0 79,9 318,6 309,4 41,3 896,2
31. DEZEMBER 2008
Wertpapiere 92,5 0,0 0,0 0,0 0,0 92,5
Forderungen
Lieferung und Leistung 0,0 0,0 284,3 0,0 0,0 284,3
Forderungen
assoziierte Unternehmen 0,0 0,0 3,2 0,0 0,0 3,2
Andere Forderungen 0,0 0,0 30,1 0,0 45,0 75,1
Strategische und andere Anteile 39,1 0,8 0,0 0,0 0,0 39,9
Zahlungsmittel 0,0 0,0 0,0 248,1 0,0 248,1
131,6 0,8 317,7 248,1 45,0 743,2

Finanzielle Verbindlichkeiten k siehe auch Anhang 3 (q)

Folgende Tabelle zeigt die Buchwerte der fi nanziellen Verbindlichkeiten für die Geschäftsjahre 2007 und 2008:

Andere
Zum Rest- Finanzie- derivative Keine
Kredite und buchwert rungs- Sicherungs- Finanz- Finanz
Mio EUR Forderungen bewertet leasing geschäfte instrumente instrumente Buchwert
31. DEZEMBER 2007
Finanzverbindlichkeiten 66,9 49,2 44,4 0,0 0,0 0,0 160,6
Andere langfristige
Finanzverbindlichkeiten 0,0 23,6 0,0 0,0 0,0 0,0 23,6
Verbindlichkeiten
Lieferung und Leistung 0,0 210,0 0,0 0,0 0,0 0,0 210,0
Verbindlichkeiten assoziierte
Unternehmen 0,0 0,8 0,0 0,0 0,0 0,0 0,8
Derivative fi nanzielle
Verbindlichkeiten 0,0 0,0 0,0 0,0 2,8 0,0 2,8
Andere Verbindlichkeiten 0,0 34,0 0,0 0,0 0,0 115,1 149,0
66,9 317,6 44,4 0,0 2,8 115,1 546,8
31. DEZEMBER 2008
Finanzverbindlichkeiten 49,8 49,5 37,8 0,0 0,0 0,0 137,0
Andere langfristige
Finanzverbindlichkeiten 0,0 4,7 0,0 0,0 0,0 0,0 4,7
Verbindlichkeiten
Lieferung und Leistung 0,0 216,0 0,0 0,0 0,0 0,0 216,0
Verbindlichkeiten assoziierte
Unternehmen 0,0 0,8 0,0 0,0 0,0 0,0 0,8
Derivative fi nanzielle
Verbindlichkeiten 0,0 0,0 0,0 5,7 1,2 0,0 6,8
Andere Verbindlichkeiten 0,0 28,6 0,0 0,0 0,0 129,4 158,0
49,8 299,6 37,8 5,7 1,2 129,4 523,4

(a) Derivative Finanzinstrumente k siehe auch Anhang 3 (s)

In folgender Tabelle werden der Bezugswert und der Marktwert der verschiedenen derivativen Finanz instrumente dargestellt:

31. 12. 2007 31. 12. 2008
Nominale Nominale
Mio EUR (Bezugswert) Marktwert Marktwert
Sicherungsgeschäfte
Rohstoff-Hedge 0,0 0,0 17,8 -5,6
Andere derivative Finanzinstrumente
Strukturierte Zins-Swaps 5,0 -0,2 5,0 -0,1
Eingebettete Derivate 0,0 -2,8 0,0 -1,2
-3,0 -1,3
-3,0 -6,8

Der Österreichische Post Konzern hat Zins-Swaps mit einer durchschnittlichen Restlaufzeit von 10,8 Jahren zur Verminderung des Zinsänderungsrisikos von festverzinslichen Wertpapieren und Finanzverbindlichkeiten abgeschlossen.

Die festen Zinssätze lagen zum 31. Dezember 2008 zwischen 4,948% und 5,415% (31. 12. 2007: 4,958% und 5,415%). Die variablen Zinssätze sind an verschiedene Interbankensätze gebunden. Die durchschnittlichen variablen Zinssätze, die während der Laufzeit der Swap-Vereinbarungen wesentlichen Ände run gen unterliegen können, entsprechen den am Bilanzstichtag gültigen Zinssätzen.

Die Marktwerte für die Zins-Swaps und die eingebetteten Derivate entsprechen jenem Wert, den der Österreichische Post Konzern bei Aufl ösung des Geschäfts am Bilanzstichtag erhalten würde oder zahlen müsste. Dabei werden die gegenwärtigen Marktverhältnisse wie das aktuelle Zinsenniveau und die Bonität der Vertragspartner berücksichtigt.

Im Geschäftsjahr 2008 wurde ein Sicherungsgeschäft mit einem Kreditinstitut gegen Preisschwankungen bei Treibstoffen abgeschlossen, das ab Jänner 2009 monatlich auf Basis der vereinbarten Mengen und dem monatlichen Durchschnittspreis am Spotmarkt zwischen dem Kreditinstitut und der Österreichischen Post abgerechnet wird.

(b) Nettogewinne und -verluste

Die folgende Tabelle zeigt die in der Gewinn- und Verlustrechnung enthaltenen Nettogewinne oder -verluste für die Geschäftsjahre 2007 und 2008:

Mio EUR 2007 2008
Zur Veräußerung verfügbare fi nanzielle Vermögenswerte
Dividenden- und Wertpapiererträge 5,2 10,6
Veräußerungsergebnis aus Wertpapieren 2,9 -0,2
Wertminderungsaufwendungen 0,0 -20,0
8,0 -9,6
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
bewertete fi nanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten -3,0 1,7
Kredite und Forderungen 0,1 0,0
13,1 -17,6

Die Nettoverluste der zur Veräußerung verfügbaren fi nanziellen Vermögenswerte in Höhe von 9,6 Mio EUR (2007: Nettogewinne in Höhe von 8,0 Mio EUR) wurden in Höhe von 9,8 Mio EUR (2007: Nettogewinne in Höhe von 6,9 Mio EUR) direkt in die Gewinn- und Verlustrechnung gebucht; 0,2 Mio EUR (2007: 1,1 Mio EUR) wurden erfolgswirksam aus der Rücklage für die Marktbewertung von Finanzinstrumenten zur Veräußerung gehalten entnommen.

Das Ergebnis der erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten fi nanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten entspricht dem Bewertungs- und Veräußerungsergebnis der derivativen Finanzinstrumente.

(c) Gesamtzinserträge und -aufwendungen

Die Gesamtzinserträge und -aufwendungen für fi nanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, mit Aus nahme der erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente, stellen sich dar wie folgt:

Mio EUR 2007 2008
Zinserträge
Zinserträge aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten 10,1 11,6
Andere Zinserträge 0,2 0,5
10,3 12,1
Zinsaufwendungen
Zinsaufwendungen für Kredite 5,0 5,4
Andere Zinsaufwendungen 2,9 3,3
7,9 8,7
Zinsergebnis 2,4 3,4

33 | Risiken/Risikomanagement

(a) Darstellung der Risikoarten

Liquiditätsrisiko

Aufgabe der Liquiditätssicherung ist die jederzeitige Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit der Unternehmensgruppe. Basis des Liquiditätsmanagements ist ein Liquiditätsplan, der laufend Soll-Ist-Analysen unterzogen und bei Bedarf angepasst wird. Durch die aktive Steuerung von Zahlungsströmen wird der Zinssaldo optimiert.

Die folgenden Tabellen zeigen die Fälligkeiten der noch zu leistenden Bruttozahlungsverpfl ichtungen zum 31. Dezember 2007 und 2008:

Restlaufzeiten
Brutto bis über
Mio EUR Buchwert Cash-Flow 1 Jahr 1–5 Jahre 5 Jahre
31. DEZEMBER 2007
Finanzverbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten (fi x verzinst) 17,6 19,5 10,4 1,0 8,1
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten (variabel verzinst) 49,3 50,6 33,0 17,4 0,3
Verbindlichkeiten ABCP Programm 49,2 49,2 49,2 0,0 0,0
Verbindlichkeiten Finanzierungsleasing 44,4 50,4 21,0 23,8 5,7
Andere Finanzverbindlichkeiten
(ohne Derivate) 23,6 23,6 20,6 2,7 0,3
184,2 193,4 134,2 44,8 14,3

129

Restlaufzeiten
Brutto bis über
Mio EUR Buchwert Cash-Flow 1 Jahr 1–5 Jahre 5 Jahre
Verbindlichkeiten – Finanzinstrumente
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen 210,0 210,0 210,0 0,0 0,0
Verbindlichkeiten gegenüber
assoziierten Unternehmen 0,8 0,8 0,8 0,0 0,0
Andere Verbindlichkeiten –
Finanzinstrumente 34,0 34,0 29,1 4,5 0,5
244,8 244,8 239,8 4,5 0,5
Derivative fi nanzielle Verbindlichkeiten 3,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Summe fi nanzielle Verbindlichkeiten 432,0 438,2 374,1 49,3 14,8
Andere Verbindlichkeiten
(keine Finanzinstrumente) 115,0 99,1 95,8 3,3 0,0
Summe Verbindlichkeiten 547,0 537,3 469,8 52,6 14,8
31. DEZEMBER 2008
Finanzverbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten (fi x verzinst) 16,0 17,8 6,3 4,2 7,3
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten (variabel verzinst) 33,8 34,2 28,0 6,2 0,0
Verbindlichkeiten ABCP-Programm 49,5 49,5 49,5 0,0 0,0
Verbindlichkeiten Finanzierungsleasing 37,8 39,0 14,1 20,8 4,1
Andere Finanzverbindlichkeiten
(ohne Derivate) 4,7 4,7 0,6 3,6 0,5
141,8 145,1 98,5 34,7 11,9
Verbindlichkeiten – Finanzinstrumente
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen 216,0 216,0 215,9 0,1 0,0
Verbindlichkeiten gegenüber
assoziierten Unternehmen 0,8 0,8 0,8 0,0 0,0
Andere Verbindlichkeiten –
Finanzinstrumente 28,6 28,6 25,8 0,0 2,9
245,4 245,4 242,4 0,1 2,9
Derivative fi nanzielle Verbindlichkeiten 6,8 6,8 5,7 0,0 1,2
Summe fi nanzielle Verbindlichkeiten 394,0 397,4 346,5 34,9 15,9
Andere Verbindlichkeiten
(keine Finanzinstrumente) 129,4 123,8 109,7 10,7 3,4
Summe Verbindlichkeiten 523,4 521,1 456,3 45,6 19,3

Kreditrisiko/Kontrahentenrisiko/Produktrisiko

Auf der Aktivseite stellen die ausgewiesenen Beträge gleichzeitig das maximale Bonitäts- und Ausfallsrisiko dar, da keine generellen Aufrechnungsvereinbarungen bestehen. Das Risiko bei Forderungen kann insgesamt als gering eingeschätzt werden, da die Mehrzahl der Kunden bar bezahlt oder einem Bankeinzugs verfahren zugestimmt hat. Ferner besteht ein Großteil der offenen Forderungen gegenüber ausländischen Post gesellschaften, bei denen es sich um Vertragspartner bester Bonität handelt.

Soweit bei den fi nanziellen Vermögenswerten Ausfallsrisiken erkennbar sind, werden diese Risiken durch Wertberichtigungen erfasst. Zur Vermeidung von Kreditrisiken werden Finanzkontrakte nur mit Kontrahenten einwandfreier Bonität abgeschlossen. Aus diesem Grund wird das allgemeine Kreditrisiko aus den eingesetzten Finanzinstrumenten für gering gehalten.

Für Geldmarkttransaktionen bestehen festgelegte Handelslimits. Zur Begrenzung des Ausfallsrisikos bei Anleihen, Schuldverschreibungen und strukturierten Finanzierungen werden nur Papiere von Emittenten mit einem Rating von zumindest A (Moody's bzw. S&P-Äquivalent) oder vergleichbarer Bonität herangezogen. Als Handelspartner für OTC-Transaktionen oder für in strukturierten Geschäften integrierte Transaktionen kommen gleichfalls nur Kontrahenten mit erstklassiger Bonität in Frage. Anteile an Investmentfonds werden nur an international anerkannten Kapitalanlagegesellschaften gehalten. Besonderes Augenmerk gilt auch der Liquidität und der Abwicklungssicherheit der abgeschlossenen Finanzprodukte.

Im Rahmen einer Cross Border Leasing-Transaktion wurde durch eine Einmalzahlung die Verpfl ichtung zur Zahlung der Leasingraten einschließlich eines allfälligen EBO Payment an Payment Undertaker ausgelagert. Als Payment Undertaker wurden Kreditinstitute mit bester Bonität ausgewählt. Im Falle des Equity Payment Undertakers wurden Mindestratings vereinbart, wobei mit Unterschreiten dieser Grenzen zusätzliche Sicher heiten in Form von Wertpapieren vom Payment Undertaker beizubringen sind und bei weiterem Sin ken des Ratings die Verpfl ichtung besteht, den Equity Payment Undertaker zu wechseln. Damit rechtzeitig auf die jeweilige Situation der Payment Undertaker reagiert werden kann, erfolgt quartalsweise eine Überprüfung des Ratings der aktuellen Payment Undertake, sowie des Ratings vergleichbarer Kreditinstitute. Zudem ist zu jedem Bilanzstichtag von den Payment Undertakern in einer Bestätigung über den planmäßigen Verlauf der Transaktionen zu berichten und die offenen Rückführungsraten bekannt zu geben. Zum 31. Dezember 2008 wurden die Mindestratings eingehalten.

Die Überfälligkeitsstruktur der Forderungen für die Geschäftsjahre 2007 und 2008 zeigt folgendes Bild:

Nicht Überfällig Überfällig
Mio EUR Anhang überfällig bis 1 Jahr bis 1 Jahr Gesamt
31. DEZEMBER 2007
Buchwert vor
Wertberichtigungen
(Finanzinstrumente) 282,7 39,8 10,1 332,6
abzüglich: Einzel
wertberichtigung 0,7 2,5 8,9 12,2
abzüglich: pauschale
(Einzel-)Wertberichtigung 1,2 0,3 0,2 1,7
Buchwert nach
Wertberichtigungen
(Finanzinstrumente) 280,8 36,9 0,9 318,7
Buchwert Forderungen
(keine Finanzinstrumente) 41,3
(22) 359,9

131

Nicht Überfällig Überfällig
Mio EUR Anhang überfällig bis 1 Jahr bis 1 Jahr Gesamt
31. DEZEMBER 2008
Buchwert vor
Wertberichtigungen
(Finanzinstrumente) 282,3 39,9 11,6 333,8
abzüglich: Einzelwert
berichtigung 1,7 2,1 11,2 15,1
abzüglich: pauschale
(Einzel-)Wertberichtigung 0,9 0,1 0,0 1,0
Buchwert nach
Wertberichtigungen
(Finanzinstrumente) 279,6 37,7 0,4 317,7
Buchwert Forderungen
(keine Finanzinstrumente) 45,0
(22) 362,7

Zur Absicherung gegen Preisschwankungen bei Treibstoffen wurde im Geschäftsjahr 2008 ein Sicherungsgeschäft mit einem Kreditinstitut abgeschlossen. Eine Änderung des Marktpreises um ± 10%-Punkte ist in nachfolgender Tabelle dargestellt:

Marktpreise
2008 + 10%-Punkte – 10%-Punkte
Marktbewertung Sicherungsgeschäfte (Eigenkapital) 1,1 -1,1

Eventuelle Änderungen der Cash-Flows aus den Sicherungsgeschäften werden durch Zahlungen aus den ver einbarten Tankmengen kompensiert.

Zinsänderungsrisiko

Das Zinsänderungsrisiko stellt das Risiko dar, das sich aus der Wertänderung von Finanzinstrumenten, anderen Bilanzposten oder zinsbedingten Zahlungsströmen infolge von Schwankungen von Marktzinssätzen er gibt. Das Zinsänderungsrisiko beinhaltet das Barwertrisiko bei fest verzinsten Bilanzposten und das Zahl ungs stromrisiko bei variabel verzinsten Bilanzposten.

Ein Zinsänderungsrisiko liegt vor allem bei Forderungen und Verbindlichkeiten mit Laufzeiten über einem Jahr vor. Solche längeren Laufzeiten sind im operativen Bereich nicht von materieller Bedeutung, spielen jedoch bei Finanzinvestitionen in Wertpapiere, anderen Finanzanlagen sowie Finanzverbindlichkeiten eine Rolle.

Die Steuerung des Zinsänderungsrisikos im Finanzbereich orientiert sich am Portefeuille-Ansatz. Gesteuert werden grundsätzlich nicht Einzelpositionen, sondern das gesamte Finanzportefeuille unter Bedachtnahme auf die jeweilige Grundtransaktion. Zu diesem Zweck werden selektiv auch derivative Instrumente wie Zins-Swaps eingesetzt. Das Finanzportefeuille wird täglich der vorgegebenen Benchmark gegenübergestellt. Eine detaillierte Darstellung der Finanzinvestitionen in Wertpapiere und der anderen Finanzanlagen fi ndet sich in Kapitel 19 und 20 des Konzernanhangs, Details zu Finanzverbindlichkeiten können Kapitel 28 entnommen werden.

Eine Änderung des Marktzinssatzes um ± 1%-Punkt hätte auf Basis der Portfoliozusammensetzung bei Gleich bleiben aller übrigen Parameter folgende Auswirkung auf die Höhe der in folgender Tabelle angeführten Positionen:

Marktzinssatz
+ 1%-Punkt – 1%-Punkt
2007
Sonstiges Finanzergebnis 2,4 -1,6
Marktbewertung zur Veräußerung gehalten (Eigenkapital) 0,0 0,0
2008
Sonstiges Finanzergebnis 2,0 -1,9
Marktbewertung zur Veräußerung gehalten (Eigenkapital) 0,0 0,0

Währungsänderungsrisiko

Auf der Aktivseite ergeben sich keine Risiken aus Währungsänderungen, da Lieferungen nahezu zur Gänze auf Euro-Währungsbasis abgewickelt werden. Gleiches gilt grundsätzlich für die übrigen originären Finanzinstru mente.

(b) Risikomanagement

Ziel des Finanz- und Risikomanagements des Österreichischen Post Konzerns ist die Sicherung des Unternehmens erfolgs gegen fi nanzielle Risiken jeglicher Art. Grundsätzlich wird beim Management der Finanzpositionen ein strategischer Portefeuille-Ansatz unter Bedachtnahme auf eine konservative Risikopolitik verfolgt. Die aktuelle Risikosituation im Finanzbereich wird laufend in einem standardisierten Berichtswesen dargelegt. Weiters bestehen im Österreichischen Post Konzern klare, schriftliche Strategien und operative Richtlinien für die Behandlung aller fi nanziellen Risiken.

Das Risikomanagement unterliegt einem vom Vorstand beschlossenen Regelwerk, welches Ziele, Grundsätze, Aufgaben und Kompetenzen festlegt. Darüber hinaus formuliert dieses Regelwerk standardisierte Abläufe, um Revisionssicherheit zu gewährleisten.

Zudem werden durch die Organisation der Tätigkeitsabläufe (wie z. B. Trennung von Handel und Buchführung von Finanztransaktionen, Sicherung von elektronischen Daten) organisatorische Risiken im Finanzbereich so weit wie möglich ausgeschaltet.

34 | Eventualforderungen

Gegen den anlässlich einer Lohnsteuerprüfung beim Mutterunternehmen ergangenen Haftungs- und Abgaben bescheid vom 12. Mai 2003 wurde das Rechtsmittel der Berufung ergriffen. In der Berufung wird unter anderem angeführt, dass die seit 1. Mai 1996 von der Österreichischen Post AG für Beamte geleisteten Dienst geberbeiträge zum Familienlastenausgleichsfonds zu Unrecht selbst berechnet und abgeführt wurden. Begründet wird dies damit, dass durch das Budgetbegleitgesetz 2003 klarstellend ausgeführt wird, dass rückwirkend mit 1. Mai 1996 zu den ersatzpfl ichtigen Aktivbezügen der vom Bund der Österreichischen Post AG zugewiesenen Beamten auch die diesen Beamten gezahlten Familienbeihilfen nach dem Familienlasten ausgleichsgesetz oder die abgeführten Dienstgeberbeiträge nach § 39 Abs. 4 FLAG 1967 zählen. Hieraus lässt sich ableiten, dass die Österreichische Post AG selbst für die ihr zugewiesenen Beamten niemals dienstgeberbeitragspfl ichtig war, sondern nur dem Bund im Rahmen der zu ersetzenden Aktivbezüge einen allenfalls von ihm zu tragenden Dienstgeberbeitrag zu ersetzen hätte. Da der Bund als Selbstträger mit der Summe der Beamtenbezüge nicht dienstgeberbeitragspfl ichtig ist, erfolgte bei wörtlicher Auslegung des

§ 17 Abs. 6 a PTSG seit 1. Mai 1996 die Abfuhr der Dienstgeberbeiträge zu Unrecht. Im Gegenzug hätte die Öster reichische Post AG die bisher vom Bund getragenen Familienbeihilfen nach dem Familienlasten ausgleichs gesetz zu ersetzen gehabt. Ein allfälliger Anspruch aus diesem Rechtsmittel wurde nicht bilanziert. Das Finanzamt hat in der Berufungsentscheidung vom 23. August 2004 die von der Österreichischen Post AG diesbezüglich eingebrachte Berufung abgewiesen. Da dieser Sachverhalt bereits beim Verwaltungsgerichtshof anhängig ist, hat die Österreichische Post AG am 22. September 2004 einen Antrag auf Erstreckung der Frist zur Ein bringung einer Berufung an die Abgabenbehörde II. Instanz eingebracht, womit das Berufungs verfahren über die Verpfl ichtung zur Entrichtung des Dienstgeberbeitrages für Beamte nach wie vor offen ist. Im Geschäftsjahr 2005 wurde von der Österreichischen Post AG gegen die von den Finanzämtern Innsbruck und Linz im Jahr 2005 ergangenen Haftungs- und Abgabenbescheide in Bezug auf den oben beschriebenen Sachverhalt zur Wahrung der Ansprüche für etwaige zu Unrecht entrichtete Dienstgeberbeiträge für Beamte das Rechtsmittel der Berufung ergriffen.

35 | Sonstige Verpfl ichtungen und ungewisse Verbindlichkeiten

Sonstige fi nanzielle Verpfl ichtungen resultieren im Wesentlichen aus Operating-Miet- und Leasingverträgen für Betriebs- und Geschäftsgebäude. Daneben bestehen Operating-Miet- und Leasingverträge für technische Anlagen und Maschinen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung.

Die sich aus vor Ende der Laufzeit unkündbaren Operating-Miet- und Leasingverträgen ergebenden künftigen Mindestleasingzahlungen betragen für die Geschäftsjahre 2007 und 2008:

Mio EUR 2007 2008
Bis zu einem Jahr 42,3 44,9
Länger als ein und bis zu fünf Jahren 137,3 133,8
Länger als fünf Jahre 218,9 193,5
398,5 372,2

Die wesentlichen Miet- und Leasingverträge für Betriebs- und Geschäftsgebäude beinhalten Verlängerungsoptionen sowie Ausstiegsklauseln, welche den Marktkonditionen für Geschäftsliegenschaften entsprechen. Ebenso sind in diesen Verträgen Anpassungen der Leasingzahlungen an Preisindizes vorgesehen. In eingeschränktem Umfang sind die Leasingzahlungen an Umsatzzahlen gebunden. Sämtliche hierzu bestehenden Untervermietungen sind kündbar.

Für immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen wurden im Geschäftsjahr Erwerbsverpfl ichtungen in Höhe von 3,5 Mio EUR (2007: 12,1 Mio EUR) eingegangen.

Angaben im Zusammenhang mit Cross Border-Lease Transaktionen werden in den Kapiteln 16, "Sachanlagen", sowie 33 (a), "Darstellung der Risikoarten", erläutert.

36 | Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Die Republik Österreich hält über die Österreichische Industrieholding AG (ÖIAG) 51% der Aktien der Österreichischen Post AG. Damit zählen die Republik Österreich und die unter ihrem beherrschenden Einfl uss stehenden Unternehmen zu den nahe stehenden Unternehmen und Personen des Österreichischen Post Kon zerns. Weiters sind alle verbundenen und assoziierten Unternehmen sowie Vorstände und Aufsichtsräte der Österreichischen Post AG, Geschäftsführer von Konzernunternehmen sowie leitende Angestellte nahestehende Unternehmen und Personen.

Mit der BBG Bundesbeschaffung GmbH, Wien, besteht eine Vereinbarung im Namen und auf Rechnung des Bundes zur Auslieferung von Postsendungen von Bundeseinrichtungen. Im Geschäftsjahr 2008 wurden Dienstleistungen im Wert von 99,8 Mio EUR (2007: 96,2 Mio EUR) für die vertraglich festgelegten Bundesein richtungen erbracht. Zum 31. Dezember 2008 wurden Forderungen in Höhe von 8,9 Mio EUR (31. 12. 2007: 8,0 Mio EUR) gegenüber der BBG Bundesbeschaffung GmbH ausgewiesen.

Darüber hinaus sind zahlreiche staatliche Stellen und unter dem beherrschenden Einfl uss der Republik Öster reich stehende Unternehmen unmittelbar Kunden des Österreichischen Post Konzerns. Diese Ge schäftsbeziehungen bestehen innerhalb des Leistungsspektrums des Österreichischen Post Konzerns zu fremdüblichen Konditionen. Die im Rahmen dieser Geschäftsbeziehungen erbrachten Leistungen sind jeweils nicht erheblich für die Gesamteinnahmen des Österreichischen Post Konzerns. Die daraus zum 31. De zember 2008 offenen Posten werden in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ausgewiesen.

Weiters nahm die Österreichische Post AG Leistungen des im Eigentum der Republik Österreich stehenden ÖBB-Konzerns (insbesondere der Rail Cargo Austria AG und der ÖBB Infrastruktur Bau AG) zu fremdüblichen Konditionen in Anspruch. Die Aufwendungen gegenüber Unternehmen des ÖBB-Konzerns beliefen sich im Geschäftsjahr 2008 auf 19,2 Mio EUR (2007: 19,5 Mio EUR). Zum 31. Dezember 2008 wurden Forderungen in Höhe von 4,4 Mio EUR (31. 12. 2007: 0,9 Mio EUR) gegenüber dem ÖBB-Konzern ausgewiesen.

Mit assoziierten Unternehmen bestehen Geschäftsbeziehungen im Zusammenhang mit Werbung und Öffentlichkeitsarbeit sowie mit Beförderungsleistungen von Postsendungen zu fremdüblicher Preisge stal tung. Die von assoziierten Unternehmen erbrachten Leistungen betrugen 2008 4,4 Mio EUR (2007: 2,7 Mio EUR). Die Umsatzerlöse aus Leistungen für assoziierte Unternehmen betragen in Relation zum Gesamtumsatz 0,3% (2007: weniger als 0,1%). Zum Bilanzstichtag bestehen gegenüber assoziierten Unternehmen offene Forderun gen in Höhe von 3,2 Mio EUR (31. 12. 2007: 1,4 Mio EUR) sowie offene Verbindlichkeiten in Höhe von 0,8 Mio EUR (31. 12. 2007: 0,9 Mio EUR).

Leitende
Mio EUR Aufsichtsräte Vorstände Angestellte Gesamt
GESCHÄFTSJAHR 2007
Kurzfristig fällige Leistungen 0,1 2,1 12,4 14,6
Leistungen nach Beendigung
des Arbeitsverhältnisses 0,0 0,1 0,0 0,1
Andere langfristig fällige Leistungen 0,0 0,1 0,0 0,1
Leistungen aus Anlass der Beendigung
des Arbeitsverhältnisses 0,0 0,0 0,1 0,1
0,1 2,2 12,5 14,9
GESCHÄFTSJAHR 2008
Kurzfristig fällige Leistungen 0,2 2,4 13,5 16,1
Leistungen nach Beendigung
des Arbeitsverhältnisses 0,0 0,4 0,0 0,4
Andere langfristig fällige Leistungen 0,0 0,3 0,0 0,3
Leistungen aus Anlass der Beendigung
des Arbeitsverhältnisses 0,0 0,0 1,2 1,2
0,2 3,2 14,7 18,0

Folgende Vergütungen einschließlich der Veränderung von Rückstellungen wurden an Aufsichtsräte, Vorstände und leitende Angestellte in den Geschäftsjahren 2007 und 2008 gewährt:

Im Geschäftsjahr 2008 bestanden Geschäftsbeziehungen mit leitenden Angestellten im Volumen von 0,2 Mio EUR (2007: 1,0 Mio EUR).

37 | Konzernunternehmen

Anteil
31. 12. 2008
ergebnis 2008
Konsolidie
Name und Sitz des Unternehmens
in %
Mio EUR
Mio EUR
rungsart
100,00
12,1
5,4
feibra GmbH, Wien
VK
PROWERB Gesellschaft für
100,00
0,1
0,1
produktive Werbung GmbH, Wien
VK
100,00
0,2
0,1
Medien.Zustell GmbH, Wien
VK
100,00
2,0
0,7
Feibra Magyarország Kft, Budapest
VK
100,00
1,2
0,2
Cont-Média Hungary Kft, Budapest
VK
Austrian Post International
100,00
2,0
1,0
Deutschland GmbH, Bonn
VK
100,00
36,1
0,0
Post Paket Service GmbH, Wien
VK
100,00
45,1
0,0
Post International Beteiligungs GmbH, Wien
VK
100,00
5,3
2,7
Slovak Parcel Service s.r.o., Bratislava
VK
100,00
0,7
0,2
In Time s.r.o., Bratislava
VK
100,00
8,4
0,6
Overseas Trade Co Ltd d.o.o., Zagreb
VK
100,00
3,5
0,6
Post.Wertlogistik GmbH, Wien
VK
Post & Telekom Immobilien
100,00
1,4
0,0
gesellschaft mbH, Wien
VK
100,00
0,5
0,1
PTI Immobilienvermittlung GmbH, Wien
VK
100,00
138,6
3,4
Post & Co Vermietungs OEG, Wien
VK
Post.Maintain Management Objektver
100,00
15,2
0,6
waltungs- und -instandhaltungs GmbH, Wien
VK
100,00
0,2
0,1
A4 Business Solutions GmbH, Wien
VK
100,00
0,7
0,2
Kolos s.r.o., Bratislava
VK
100,00
0,1
0,1
Kolos Marketing s.r.o., Prag
VK
100,00
58,6
-31,0
Post Eins Beteiligungs GmbH, Wien
VK
100,00
57,1
-33,2
Post Zwei Beteiligungs GmbH, Wien
VK
100,00
61,1
-7,9
Post Drei Beteiligungs GmbH, Wien
VK
100,00
61,1
-7,9
Post Vier Beteiligungs GmbH, Wien
VK
100,00
37,7
3,6
Post Fünf Beteiligungs GmbH, Wien
VK
trans-o-fl ex Deutschland
trans-o-fl ex Logistics Group GmbH,
100,00
42,3
-9,5
Weinheim
VK
100,00
32,9
-1,7
trans-o-fl ex GmbH, Weinheim
VK
100,00
0,0
0,0
trans-o-fl ex Verwaltung GmbH, Weinheim
VK
trans-o-fl ex Schnell-Lieferdienst
100,00
-81,4
-10,4
GmbH & Co KG, Weinheim
VK
100,00
-0,2
-0,2
trans-o-fl ex Transport Logistik GmbH, Weinheim
VK
100,00
0,0
0,0
trans-o-fl ex Customer-Service GmbH, Weinheim
VK
trans-o-fl ex Linienverkehr GmbH, Weinheim
100,00
0,0
0,6
VK
100,00
0,0
0,0
trans-o-fl ex Logistik Service GmbH, Weinheim
VK
Eigenkapital Perioden-
100,00
0,0
0,1
trans-o-fl ex Admin-Service GmbH, Weinheim
VK
100,00
0,0
0,0
trans-o-fl ex IT-Service GmbH, Weinheim
VK
100,00
0,0
0,0
ThermoMed Verwaltungs GmbH, Herborn
VK
100,00
2,3
1,8
trans-o-fl ex ThermoMed GmbH & Co KG, Köln
VK
EBUR Grundstücks-Verwaltungs
100,00
0,2
0,2
GmbH & Co KG, Grünwald1
VK
Eigenkapital Perioden-
Anteil 31. 12. 2008 ergebnis 2008 Konsolidie
Name und Sitz des Unternehmens in % Mio EUR Mio EUR rungsart
TTL Tour-Trans Logistic Services GmbH, Kerpen 100,00 0,3 0,9 VK
TTV Tour-Trans Verteilerservice GmbH, Kerpen 100,00 0,2 0,1 VK
Eurodis GmbH, Weinheim 80,00 -0,5 -0,6 VK
trans-o-fl ex Accounting Service GmbH,
100,00 0,0 0,0
Weinheim
trans-o-fl ex Billing Service GmbH, Weinheim
100,00 0,0 0,0 VK
VK
trans-o-fl ex Nederland B.V., Dordrecht 100,00 -1,2 -3,2 VK
trans-o-fl ex Belgien
Van Osselaer Pieters Colli Services B.V.B.A.,
Sint Niklaas 100,00 3,0 -2,6 VK
HSH Holding B.V.B.A., Stekene 100,00 1,1 -0,1 VK
Distra N.V., Turnhout 100,00 9,9 -0,2 VK
MIT Transport N.V., Turnhout 100,00 2,1 -0,3 VK
trans-o-fl ex Austria GmbH, Wien 100,00 1,0 0,0 VK
Scherübl Transport GmbH, Frankenburg/a.H.2 74,90 -0,7 -1,5 VK
eurodisnet GmbH, Weinheim3 100,00 0,0 -0,2 VK
Weber Escal d.o.o., Zagreb 100,00 2,1 0,2 VK
Scanpoint Europe Holding GmbH, Wien 100,00 -0,8 -2,0 VK
Scanpoint Deutschland GmbH, Waldbronn 100,00 -0,8 -2,2 VK
Scanpoint Slovakia s.r.o., Brezno 100,00 0,0 0,1 VK
Austrian Post International Ungarn, Budapest 100,00 21,4 0,0 VK
Road Parcel Logistics Services Kft., Budapest 100,00 0,2 -0,2 VK
Merland Expressz Logistics Service Kft., Sülysáp 100,00 -0,2 -0,4 VK
24VIP Logistics Services d.o.o, Sarajevo 100,00 0,4 -0,2 VK
City Express d.o.o., Belgrad 100,00 6,5 -0,1 VK
City Express Montenegro d.o.o, Podgorica 100,00 0,0 0,0 VK
meiller direct GmbH, Schwandorf 100,00 34,6 -3,6 VK
meiller Weiterverarbeitung GmbH, Schwandorf 100,00 0,9 0,2 VK
meiller lettershop GmbH, Schwandorf 100,00 0,8 -2,4 VK
meiller Dialogservice GmbH, Schwandorf 100,00 0,1 0,7 VK
meiller direct s.r.o., Nyrany 100,00 1,0 -0,8 VK
meiller direct sarl., Versailles 100,00 1,1 0,1 VK
meiller direct LTD., Kent 100,00 0,0 0,0 VK
meiller direct AB, Landskrona 100,00 0,1 0,0 VK
meiller lithorex AB, Landskrona 100,00 0,2 0,2 VK
Omnimedia Werbegesellschaft mbH, Wien 21,00 3,4 2,8 EQ
FEIPRO Vertriebs GesmbH, Gaweinstal 50,00 0,3 0,3 EQ
Mader Zeitschriftenverlags GmbH, Wien4 74,90 0,7 0,7 EQ
D2D – direct to document GmbH, Wien 30,00 0,5 0,4 EQ
OMNITEC Informationstechnologie
System-service GmbH, Wien 50,00 0,3 0,0 KK

1 Die Einbeziehung dieser Gesellschaft erfolgt auf Basis von SIC 12 als Zweckgesellschaft. Der Anteil am Kapital entspricht dem von der Österreichischen Post gehaltenen Kommanditanteil.

Bei der Scherübl Transport GmbH werden aufgrund der dem Minderheitengesellschafter zustehenden Put-Option 100% der Anteile konsolidiert und damit keine Minderheitenanteile im Eigenkapital gezeigt sowie der Firmenwert in vollem Ausmaß angesetzt. 3

In Liquidation 4 Einbezug in den Konzernabschluss erfolgt nach der Equity-Methode aufgrund fehlender Beherrschungsmöglichkeit durch vertraglich vereinbarte Minderheitenrechten.

VK – Vollkonsolidierung, EQ – Equity-Konsolidierung, KK – keine Konsolidierung wegen Unwesentlichkeit

137

38 | Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag, die für die Bewertung am Bilanzstichtag von Bedeutung sind, wie offene Rechtsfälle oder Schadenersatzforderungen sowie andere Verpfl ichtungen oder Drohverluste, die gemäß IAS 10 gebucht werden müssen, sind im vorliegenden Konzernabschluss berücksichtigt.

Der Vorstand der Österreichischen Post AG hat den geprüften Konzernabschluss zum 31. Dezember 2008 am 13. Februar 2009 zur Weitergabe an den Aufsichtsrat freigegeben. Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, den Konzernabschluss zu prüfen und zu erklären, ob er den Konzernabschluss billigt.

Wien, am 13. Februar 2009

Der Vorstand

Dr. Anton Wais e. h. Mag. Dr. Rudolf Jettmar e. h. Generaldirektor Generaldirektor-Stellvertreter

Vorstandsdirektor Vorstandsdirektor Vorstandsdirektor

Dipl.-Ing. Dr. Herbert Götz e. h. Dipl.-Ing. Walter Hitziger e. h. Dipl.-BW (FH) Carl-Gerold Mende e. h.

Erklärung der gesetzlichen Vertreter

Als gesetzliche Vertreter der Österreichischen Post AG bestätigen wir nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Konzernabschluss zum 31. Dezember 2008 ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt, dass der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.

Wien, am 13. Februar 2009

Der Vorstand

Dr. Anton Wais e. h. Mag. Dr. Rudolf Jettmar e. h. Generaldirektor Generaldirektor-Stellvertreter

Vorstandsdirektor Vorstandsdirektor Vorstandsdirektor

Dipl.-Ing. Dr. Herbert Götz e. h. Dipl.-Ing. Walter Hitziger e. h. Dipl.-BW (FH) Carl-Gerold Mende e. h.

139

Service Uneingeschränkter Bestätigungsvermerk

Bericht zum Konzernabschluss

Wir haben den beigefügten Konzernabschluss der Österreichische Post Aktiengesellschaft, Wien, für das Geschäftsjahr vom 1. Jänner bis 31. Dezember 2008 geprüft. Dieser Konzernabschluss umfasst die Konzernbilanz zum 31. Dezember 2008, die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, die Konzerngeldfl ussrechnung und die Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung für das am 31. Dezember 2008 endende Geschäftsjahr sowie eine Zusammenfassung der wesentlichen angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und sonstige Anhangangaben.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind für die Aufstellung eines Konzernabschlusses verantwortlich, der ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns in Überein stimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind, vermittelt. Diese Verantwortung beinhaltet: Gestaltung, Umsetzung und Aufrechterhaltung eines internen Kontroll systems, soweit dieses für die Aufstellung eines Konzernabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, damit dieser Konzernabschluss frei von wesentlichen Fehldarstellungen, sei es aufgrund beabsichtigter oder unbeabsichtigter Fehler, ist; die Auswahl und Anwendung geeigneter Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden; die Vornahme von Schätzungen, die unter Berücksichtigung der gegebenen Rahmenbedingungen angemessen erscheinen.

Verantwortung des Abschlussprüfers

Unsere Verantwortung besteht in der Abgabe eines Prüfungsurteils zu diesem Konzernabschluss auf der Grundlage unserer Prüfung. Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung der in Österreich geltenden gesetzlichen Vorschriften und der vom International Auditing and Assurance Standards Board (IAASB) der International Federation of Accountants (IFAC) herausgegebenen International Standards on Auditing (ISAs) durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern, dass wir die Standesregeln einhalten und die Prüfung so planen und durchführen, dass wir uns mit hinreichender Sicherheit ein Urteil darüber bilden können, ob der Konzern abschluss frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist.

Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen hinsichtlich der Beträge und sonstigen Angaben im Konzernabschluss. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pfl ichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers, unter Berücksichtigung seiner Einschätzung des Risikos eines Auftretens wesentlicher Fehldarstellungen, sei es aufgrund beabsichtigter oder unbeabsichtigter Fehler. Bei der Vornahme dieser Risikoeinschätzungen berücksichtigt der Abschlussprüfer das interne Kontrollsystem, soweit es für die Aufstellung eines Konzernabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, um unter Berücksich tigung der Rahmenbedingungen geeignete Prüfungshandlungen festzulegen, nicht jedoch um ein Prüfungsurteil über die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems des Konzerns abzugeben. Die Prüfung umfasst ferner die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und der von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen, wesentlichen Schätzungen sowie eine Würdigung der Gesamtaussage des Konzernabschlusses.

Wir sind der Auffassung, dass wir ausreichende und geeignete Prüfungsnachweise erlangt haben, sodass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unser Prüfungsurteil darstellt.

Prüfungsurteil

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss nach unserer Beurteilung den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2008 sowie der Ertragslage und der Zahlungsströme des Konzerns für das Geschäftsjahr vom 1. Jänner bis zum 31. Dezem ber 2008 in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind.

Bericht zum Konzernlagebericht

Der Konzernlagebericht ist aufgrund der in Österreich geltenden gesetzlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die sonstigen Angaben im Konzernlagebericht nicht eine falsche Vorstellung von der Lage des Konzerns erwecken.

Der Konzernlagebericht steht nach unserer Beurteilung in Einklang mit dem Konzernabschluss.

Wien, am 13. Februar 2009

KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft

Mag. Helmut Kerschbaumer e. h. Mag. Rainer Hassler e. h. Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

Service Bericht des Aufsichtsrats

Das Geschäftsjahr 2008 war geprägt von der bevorstehenden Liberalisierung des Postmarktes im Jahr 2011, der Neu strukturierung des Paketgeschäfts sowie der Entwicklung neuer Modelle für die Filialnetzstruktur und die Zustellung. In Anbetracht der gestiegenen Bedeutung der Division Paket & Logistik und der forcierten Internationalisierung wurde mit Wirkung zum 15. Juni 2008 Carl-Gerold Mende zum Vorstand für Paket & Logistik bestellt. Weiters kann die Öster rei chi sche Post AG als nationaler Förderer auf eine erfolgreich verlaufene Fußball-Europameisterschaft UEFA EURO 2008™ zurückblicken.

Aufsichtsrat und Vorstand haben im Berichtsjahr in sechs Aufsichtsratssitzungen und in zwei Sitzungen des Filial netz ausschusses sowie in einer Sitzung des Prüfungsaus schus ses intensiv die wirtschaftliche Lage und strategische Weiter entwicklung des Unternehmens beraten. Der Präsi dialausschuss war im Geschäftsjahr 2008 mit der Erstellung des Be setzungsvorschlages für die Vorstandsfunktion Paket & Logistik befasst. Zusätzlich fanden nach Bedarf Sitzungen des Präsidiums statt, die unter anderem die Verhandlung und den Abschluss des Anstellungsvertrages mit dem fünften Vorstandsmitglied, Carl-Gerold Mende und die Änderung der Geschäftsordnung für den Vorstand zum Gegen stand hatten.

Ein Arbeitsschwerpunkt war die Neupositionierung der Divi sion Filialnetz. In dem hierfür eingesetzten Filialnetz aus schuss wurden insbesondere die Stärkung der Vertriebs strukturen sowie die Entwicklung neuer Modelle für die Filial netzstruktur behandelt.

In den Aufsichtsratssitzungen vom 12./13. August 2008 und vom 12. November 2008 hat sich der Aufsichtsrat umfassend mit der Konzernstrategie bis 2015 und der durch die Liberalisierung des Briefbereichs notwendigen Neuausrich tung des Unternehmens befasst. Diese Neuausrichtung soll die Aufrechterhaltung der fl ächen deckenden Versorgung mit Post dienst leistungen sowie die Wettbewerbsfähigkeit der Österreichische Post AG gewährleisten.

Wesentliche Themen der Beratungen und Beschlussfassun gen des Aufsichtsrates im Geschäftsjahr 2008 waren der Erwerb der restlichen 49% der Anteile an der Scanpoint Europe Holding GmbH, die 100%ige Übernah me des belgischen Pharma-Logistikers HSH Holding B.V.B.A. sowie der Erwerb der rest lichen 23,85% an der trans-o-fl ex Logistics Group. Weitere Akquisitionen, die im Berichtsjahr erfolgreich abgeschlossen wurden und über die im Auf sichts rat berichtet wurde, waren Cont-Média (Ungarn) und 24VIP Logistics Services d.o.o. (Bosnien-Herze gowina).

Im Rahmen der laufenden Berichterstattung sowie in allen Sitzungen wurde der Aufsichtsrat über die Geschäftspolitik, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns, die Per so nal situation sowie die Inves titionsvorhaben unterrichtet.

Der Vorstand hat dem Aufsichtsrat in schriftlicher und mündlicher Form regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle relevanten Fragen der Geschäftsentwicklung einschließ lich der Risikolage und des Risikomanagements in der Ge sell schaft und in den wesentlichen Konzernunternehmen berichtet und Auskunft gegeben. Der Aufsichtsrat hat aufgrund dieser Berichterstattung die Geschäftsführung des Vorstands laufend überwacht und begleitend unterstützt.

Darüber hinaus hat der Aufsichtsratsvorsitzende regelmäßig Kontakt mit dem Vorstandsvorsitzenden gehalten und mit ihm die Strategie, die Geschäftsentwicklung und das Risikomanagement des Unternehmens diskutiert.

Der Jahresabschluss gemäß UGB und der Konzernabschluss gemäß International Financial Re por ting Standards (IFRS) wurden von der KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuer beratungs gesellschaft geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Der Lage bericht steht im Einklang mit dem Jahres- und Konzernabschluss.

Sämtliche Abschlussunterlagen, der Gewinnverwen dungs vorschlag des Vorstands und die Prüfungsberichte der Ab schlussprüfer wurden im Prüfungsausschuss eingehend mit den Prüfern behandelt und dem Aufsichts rat vorgelegt. Der Aufsichtsrat hat die Unterlagen gemäß § 96 AktG geprüft, keine Beanstandungen festgestellt und stimmt dem Ergeb nis der Abschlussprüfung zu.

Der Aufsichtsrat billigt den Jahresabschluss 2008, der damit gemäß § 125 Abs. 2 AktG festgestellt ist und erklärt sich mit dem Lagebericht sowie mit dem gemäß § 245a UGB aufgestellten Konzernabschluss und Konzernlagebericht einverstanden.

Der Aufsichtsrat schließt sich dem Vorschlag des Vorstandes an, vom Bilanzgewinn von 171.805.660,84 EUR eine Aus schüt tung von 101.328.957,00 EUR am 20. Mai 2009 vorzunehmen, eine Bonusdividende in der Höhe von 67.552.638,00 EUR am 20. August 2009 auszuschütten und den Rest in der Höhe von 2.924.065,84 EUR auf neue Rechnung vorzutragen.

Der Aufsichtsrat bedankt sich bei der Unternehmensleitung sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren Ein satz und die guten Ergebnisse im abgelaufenen Geschäfts jahr.

Wien, 11. März 2009

Dr. Peter Michaelis e. h. Vorsitzender des Aufsichtsrates

143

Glossar – allgemein

Briefverkehr Inbound Briefsendungen, die der Österreichischen Post von ausländischen Post
organisationen zur Zustellung in Österreich übergeben werden.
Briefverkehr Outbound Briefsendungen, die von der Österreichischen Post ausländischen Post
organisationen zur Zustellung im Ausland übergeben werden.
Business to Business (B2B) B2B bezeichnet das Geschäft, das von einem Unternehmen mit
anderen Unternehmen gemacht wird.
Business to Consumer (B2C) Im Gegensatz zu B2B (siehe B2B) ist bei B2C der Empfänger einer Sen
dung der Privatkunde.
Consumer to Business (C2B) Beziehungen zwischen Privatpersonen und Unternehmen.
Consumer to Consumer (C2C) C2C bezeichnet (Geschäfts-)Beziehungen zwischen Privatpersonen.
Corporate Governance Grundsätze und Regelungen für eine verantwortungsbewusste Unter
nehmensführung und -steuerung im Sinn aller Stakeholder; für heimi
sche Unternehmen im Österreichischen Corporate Governance Kodex
zusammengefasst.
Dritte EU-Postrichtlinie Die Dritte EU-Postrichtlinie ist ein Gesetz der Europäischen Union.
Ihre Bestimmungen werden ins Postgesetz aufgenommen. Durch sie
wird der österreichische Postmarkt vollständig liberalisiert. Das be
deutet, dass ab 2011 auch andere Unternehmen Briefe bis 50 Gramm
zustellen dürfen.
EMS Express Mail Service der Österreichischen Post, Österreichs Markt
führer unter den Expressdiensten.
Infomail Der Divison Brief zugeordnet, umfasst dieses Geschäftsfeld die Ent
gegen nahme und Zustellung von adressierten Werbesendungen und
unadressierter Haushaltswerbung im In- und Ausland sowie Dienst
leistungen aus dem Bereich des Direct Marketing (z. B. Geo-Marke ting,
Adressmanagement) und Poststellen-Management bei Groß kunden.
Liberalisierung Bis 2011 (bzw. teilweise 2013) ist von der EU die vollständige Liberali
sie rung des Briefpostmarktes vorgesehen. Im Einklang damit wurden
in Österreich per 1. Jänner 1998 Briefsendungen und adressierte
Direkt werbung über 350 Gramm für den Wettbewerb freigegeben.
Der freie Marktzugang wurde per 1. Jänner 2003 auf Sendungen über
100 Gramm sowie alle Sendungen des Outbound-Bereichs ausgedehnt.
Mit 1. Jänner 2006 ist als letzte Zwischenstufe eine weitere Ausdeh
nung auf Briefsendungen über 50 Gramm erfolgt.
Liberalisierungsfahrplan Der Liberalisierungsfahrplan beschreibt den Weg bis zur vollständigen
Öffnung der Märkte für andere Anbieter. Er wurde von der EU fest
gelegt und betrifft die Österreichische Post ab 1. Jänner 2011.
Medienpost Der Division Brief zugeordnet, ist das Geschäftsfeld Medienpost im
sehr speziellen Markt der Printmedienzustellung tätig.
Post.Abholstellen In Gemeinedeämtern angesiedelt, bieten sie die Möglichkeit zur Ab
holung von Sendungen.
Postgesetz Das Postgesetz regelt die meisten Bereiche, die die Post betreffen. In
ihm sind z. B. Grundsätze für die Tariffestsetzungen und Laufzeiten
für Brief- und Paketsendungen geregelt. Es schreibt auch fest, dass
Briefe und Pakete fünfmal pro Woche an jede Adresse in ganz Öster
reich zugestellt werden müssen.
Post.Partner Sie bieten das gleiche Leistungsspektrum wie Postfi lialen, zeichnen
sich aber in vielen Fällen durch kundenfreundliche Öffnungszeiten
aus.
Post.Servicestellen Vorwiegend in Gemeindeämtern eingerichtet, nehmen sie Briefe,
Pakete und Erlagscheine entgegen und bieten die Möglichkeit zur
Ab holung von Sendungen.
Poststellenmanagement Die Poststelle eines Unternehmens oder einer Organisation wird durch
die Österreichische Post betrieben (intere Verteilung, Ausliefe rung,
Zulieferung).
Sponsoring.Post Sendungen zu ermäßigten Tarifen für Vereine, gemeinnützige und
kirchliche Einrichtungen und andere Non-Profi t-Organisationen.
Universaldienst Als Universaldienst bezeichnet man die Grundversorgung der öster
reichischen Bevölkerung mit Postdienstleistungen. Dazu zählen unter
anderem die Zustellung in ganz Österreich fünfmal pro Woche an jede
Adresse und ein ausreichendes Netz an Briefkästen und Post fi lialen
bzw. Post.Partnern.
Universaldienstverordnung Die Universaldienstverordnung regelt – neben dem Postgesetz – die
Grundversorgung der Bevölkerung mit Postdienstleistungen. Sie
schreibt beispielsweise vor, dass jeder Österreicher fünfmal pro Woche
die Post erhält.
Zustellbasen Knoten im Verteilnetz, von denen aus die Zusteller ihre Zustellbezirke
bedienen.

Glossar – betriebswirtschaftlich

Capital Employed Immaterielle Vermögenswerte und Firmenwerte
+ Sachanlagen
+ als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien
+ Anteile an assoziierten Unternehmen
+ Vorräte
+ Forderungen
– unverzinsliches Fremdkapital
= Capital Employed
EBIT Earnings before Interest and Taxes;
Ergebnis vor Zinsen und Steuern; entspricht dem Ergebnis der
betrieblichen Tätigkeit zuzüglich des Ergebnisses aus assoziierten
Unter nehmen.
EBIT-Marge EBIT im Verhältnis zum Umsatz
EBITDA Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortisation;
Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen; entspricht
dem EBIT zuzüglich der Abschreibungen.
EBITDA-Marge EBITDA im Verhältnis zum Umsatz
EBT Earnings before Taxes;
Ergebnis vor Steuern
Eigenkapitalquote Eigenkapital im Verhältnis zum Gesamtkapital (Bilanzsumme)
Ergebnis je Aktie Periodenergebnis dividiert durch die durchschnittliche Anzahl
der im Umlauf befi ndlichen Aktien.
Free Cash-Flow Cash-Flow aus Geschäftstätigkeit zuzüglich des Cash-Flow aus
Inves ti tionstätigkeit; zeigt, in welchem Umfang fl üssige Mittel zur
Bedie nung des zu verzinsenden Kapitals zur Verfügung stehen.
IASB International Accounting Standards Board
IFRS International Financial Reporting Standards;
internationale Rech nungs legungsstandards
Nettofi nanzmittelüberschuss Finanzverbindlichkeiten
bzw. Nettoverschuldung + andere verzinsliche Verbindlichkeiten
+ Sozialkapital und andere verzinsliche Rückstellungen
= verzinsliches Fremdkapital
– Finanzinvestitionen in Wertpapiere
– andere Finanzanlagen und verzinsliche Forderungen
– Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
= Nettofi nanzmittelüberschuss bzw. Nettoverschuldung
ROCE Return on Capital Employed;
EBIT im Verhältnis zum durchschnittlichen Capital Employed
ROE Eigenkapitalrentabilität;
Ergebnis nach Ertragsteuern im Verhältnis zum Eigenkapital
(ohne aufgegebene Geschäftsbereiche) zum 1. Jänner abzüglich
gefl os sener Dividende; drückt die Ertragskraft des Unter
nehmens aus.

147

Geschichte der Post

1490 Erste standardisierte Postverbindung Europas zwischen Innsbruck
und Mechelen (Belgien)
1750 Ab Mitte des 18. Jahrhunderts regelmäßig Postkutschenverkehr
1787 Erstmalige Verwendung von Orts- und Tagesstempel
1817 Neuordnung des Portoentrichtungssystems,
Einführung der Briefkästen
1850 Einführung der Briefmarken, Beginn des Transports von
Postsendungen per Bahn
1863 Internationale Postkonferenz in Paris –
Richtlinien für den Abschluss internationaler Postverträge
1869 Erste Postkarten, eine Erfi ndung aus Österreich, gelangen in Umlauf
1874 Gründung des Weltpostvereins
1875 Erfi ndung und Inbetriebnahme einer pneumatischen Rohrpost
anlage in Wien
1916 Erste Hausbriefkästen in Österreich
1918 Weltweit erster ziviler Flugpostdienst in Österreich
1928 Einführung Hausbriefkästen/-fachanlagen
1938 Eingliederung in die Deutsche Reichspost
1945 Wiederaufnahme des österreichischen Postdienstes
Reorganisation und Wiederaufbau des öster reichischen Postnetzes
1957 Einführung Landbriefträgerabgabekästen
Inbetriebnahme einer mechanischen Paketverteilanlage
im Postamt Wien 101 (= Westbahnhof)
1959 Inbetriebnahme einer mechanischen Briefverteil- und Beutelstück
förder- und -verteilanlage im Post amt Wien 101 (= Westbahnhof)
1966 Etablierung des Postleitzahlensystems
1986 Express Mail Service (EMS) als neues Service mit prioritärer
Behandlung für Briefe und Pakete
1996 Gründung der Post und Telekom Austria
Rechtliche Verselbstständigung der Österreichischen Post AG
(für Post und Postbus)
1999 Gezielte Investitionen in Modernisierung der Logistikinfrastruktur
2000 Abspaltung des Geschäftszweigs Postbus an die ÖIAG
2001 Akquisition feibra Österreich (unadressierte Werbesendungen)
2002 Akquisition der slowakischen Paketgesellschaften Slovak Parcel
Service (SPS) und In-Time
2003 Übernahme der kroatischen Overseas Trade
2005 Erwerb von feibra Ungarn (unadressierte Werbesendungen)
Aufstockung des Anteils an feibra Österreich (unadressierte
Werbesendungen) auf 100%
2006 Börsegang an der Wiener Börse – 49% Streubesitz
Akquisition von Kolos, Slowakei (Werbesendungen); Wiener Bezirks
zeitung, Österreich (Medienpost); Weber Escal, Kroatien (Werbe
sendungen); trans-o-fl ex, Deutschland (B2B-Speziallogistik)
2007 Weitere Akquisitionen und Erschließung von Nischen: Übernahme
von Weber Escal, Kroatien (Direct Marketing), Scanpoint Europe,
Deutschland (Dokumenten-Digitalisierung), Road Parcel Logistics
und Merland Expressz, Ungarn (Paketmarkt), Scherübl Transport,
Österreich (Pharmatransporte), meiller direct, Deutschland
(Direct Marketing), VOP und DHL EXPRESS DDS, Belgien und
Niederlande (Paketgeschäft), ST Media, Kroatien (unadressierte
Werbe sendungen), City Express, Serbien und Montenegro (Paket
geschäft)
Beteiligung von 5% an BAWAG PSK
2008 Integration bestehender Gesellschaften und selektive Akquisitionen:
24VIP, Cont-Média, HSH Holding

Service 2008 im Überblick

Jänner Mit Herold Business Data wird ein neuer Kunde für das Poststellen
Management gewonnen. Die Post übernimmt die Lagerung und den
Ver sand von HEROLD-Produkten.
Die erfolgreiche Kooperation mit dem NEWS-Verlag fi ndet ihre Fort
setzung – für weitere drei Jahre stellt die Post 40 Millionen Zeit
schriften pro Jahr zu.
Februar Die Österreichische Post AG übernimmt die restlichen 49% der An teile
an Scanpoint Europe – der Spezialist für Dokumenten-Digitali sie rung
wird somit eine 100%-Tochter des Post Konzerns.
März In der Aufsichtsratssitzung vom 11. März wird Carl-Gerold Mende
zum Vorstand für Paket & Logistik bestellt (ab 15. Juni 2008).
Das Tochterunternehmen Scherübl – der Player am österreichischen
Markt für temperaturgeführte Pharma-Logistik – investiert 1 Mio EUR
in den neuen Logistik-Standort in Wiener Neudorf.
April In der Hauptversammlung wird neben der Auszahlung der Divi dende
in der Höhe von 1,40 EUR pro Aktie auch eine Sonderdividende in der
Höhe von 1,00 EUR pro Aktie beschlossen. Außerdem erfolgt der Be
schluss zum Rückkauf von Aktien bis zu einer Höhe von 10% des
Grund kapitals.
Mai Die Expansion wird fortgesetzt. Die Post übernimmt den belgischen
Pharma-Logistiker HSH Holding: 18 Mio EUR Umsatz, 5 Millionen
Pakete, 180 Mitarbeiter stärken den Konzern.
Juni Anpfi ff zur UEFA EURO 2008™ – und die Post ist als Nationaler För derer
dieses Sportereignisses hautnah mit dabei. Zum Fußball passend
unterstützt die Post auch die "Postliga Mädchenfußball", um da mit
den Frauenfußball in Österreich zu stärken.
Die Österreichische Post übernimmt die restlichen Anteile am deut
schen Tochterunternehmen trans-o-fl ex.
Die Österreichische Post erhält für den Druck der "schnellsten Brief
marke der Welt" einen Eintrag im Guinness World Records Buch. Der
Druck beginnt unmittelbar nach dem Ende des EM-Fußballfi nales am
29. Juni 2008 und dauert exakt 1 Stunde und 25 Minuten. In der
gleichen Nacht wird diese Briefmarke ab 00:41 Uhr im Philatelieshop
in der Kärntner Straße verkauft. Sie zeigt Bilder der beiden Finalmann

schaften Deutschland und Spanien sowie das Ergebnis des Spiels.

Juli Im Kärntner Guttaring geht der 200. Post.Partner in Betrieb.
August Die weltweit erste "3D-Briefmarke" kommt aus Österreich. 80 Einzel
bilder der "Venus von Willendorf" verleihen dem dreidimensionalen
Markenblock ein einzigartiges plastisches Aussehen.
September Mit Cont-Média übernimmt die Österreichische Post ein weiteres
Unter nehmen in Ungarn – die Expansion im ungarischen Markt für
unadressierte Werbesendungen geht weiter.
Oktober Übernahme der Paketfi rma 24VIP in Bosnien-Herzegowina. Und die
Post gratuliert Bundespräsident Dr. Heinz Fischer mit einer Brief
marke zum Geburtstag.
November Der Aufsichtsrat beschließt im Sinne der Zukunftssicherung des Unter
nehmens die notwendige Neuaus richtung der Post. Wachs tums stra
te gie und neue Betreibermodelle für Filialen und Zustellung sichern
die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber dem Mitbewerb.
Wirtschaftskammer und Post präsentieren neue Vergütungen für
Post.Partner – Ausbau und Fortsetzung einer siebenjährigen erfolg
reichen Partnerschaft.
Dezember Postvorstand und Zentralausschuss der Österreichischen Post AG
vereinbaren ein gemeinsames Vorgehen hinsichtlich der Forderung
nach einem neuen Postmarktgesetz und einer neuen Universaldienst
verordnung. Zusätzlich wird vereinbart, gemeinsam an einem Um
set zungsprogramm zur Schaffung eines Branchenkollektivvertrags
zu arbeiten.
Der Post-Aufsichtsrat beschließt den Verkauf von 50% der Anteile an
der "Wiener Bezirkszeitung – bz". Die Post hält in Zukunft 25,1%.

Service Stichwortverzeichnis

A G R
Akquisitionen 41, 79, 88 Gewinn- und Restrukturierung 45
Aktienrückkauf 32, 75 Verlustrechnung 60ff, 83, 102ff Risikomanagement 70ff, 129ff
Aktionärsstruktur 33 Geschäftsmodell 6, 40f
Aufsichtsrat 26ff
Ausblick 76 S
Ausschüsse des Aufsichtsrats 27 H Servicequalität 12, 38
Handelswaren 14f, 79f Speziallogistik 15, 16f, 45, 78
Hauptversammlung 76
B
Bankdienstleistungen 12, 15, 46 U
BAWAG PSK 12, 63, 115 I Umsatz 59f, 83, 102f
Bestätigungsvermerk 140f Innovationsmanagement 13, 68 Umwelt 55, 69
Bilanz 64f, 108 Integration 45 Universaldienst 36ff, 52
Investitionen 67, 103f
C V
Cash-Flow 66f, 85 K Vergütung 29f, 98f, 135
Cash-Flow-Statement 85, 125 Kennzahlen Flappen, 68f Versorgung 36ff, 40, 47, 52
Corporate Governance 22ff Kerngeschäft 14, 40, 42f Vorstand 8ff, 24f
Corporate Social
Responsibility 50ff
L W
Liberalisierung 36ff Werterhaltung 8ff, 48, 76
D Liquidität 66 Wertschöpfung 41ff, 56
Direct Marketing 15, 17, 18, 42
Dividende 32, 34, 66, 117
Division Brief 14f, 42f, 77f, 102 M Z
Division Marktposition 6, 44 Zukunft 10, 18ff, 40
Filialnetz 14f, 46f, 79f, 102 Mitarbeiter 53f, 68f Zustellgeschwindigkeit 68
Division
Paket & Logistik 14f, 44f, 78f, 102
N 66
Nettoverschuldung 66
E 60, 62f, 83, 103 Nettoverschuldung/EBITDA
EBIT 60, 62f
EBITDA 84, 86, 117f
Eigenkapital 34, 83, 91, 108 P 63, 83, 84, 86
Ergebnis je Aktie Periodenergebnis 61, 83, 105
Personalaufwand 32ff
Post Aktie 47, 52
Post.Partner 18ff
Postmarkt

Adressen

Österreichische Post AG Unternehmenszentrale Postgasse 8 1010 Wien, Österreich T: +43 (0) 57767-0 I: www.post.at

A4 Business Solutions GmbH Wipplinger Straße 23 1010 Wien, Österreich T: +43 (1) 24777-0 I: www.a4b.at

Austrian Post International Deutschland GmbH Rheinwerkallee 2 53227 Bonn, Deutschland T: +49 (228) 932 949-0 I: www.austrianpost.de

City Express d.o.o. Kumodraška 240 11000 Belgrad, Serbien T: +381 (11) 3093 000 I: www.cityexpress.co.yu

City Express Montenegro d.o.o. Sergeja Jesenjina 7 81000 Podgorica, Crna Gora, Montenegro T: +382 (20) 641 166 I: www.cityexpress.co.yu

Feibra GmbH Altmannsdorfer Straße 329 1230 Wien, Österreich T: +43 (1) 66130-0 I: www.feibra.at

Feibra Magyarorszag Kft. Váci út 95 1139 Budapest, Ungarn T: +361 340 9921 I: www.feibra.hu

In Time s.r.o. Stará Prievozská 2 821 09 Bratislava, Slowakei T: +421 (2) 16160 I: www.intime.sk

Kolos s.r.o. L'. Fullu 9A 841 05 Bratislava, Slowakei T: +421 (2) 6531 6504 I: www.kolos.sk

meiller direct GmbH Gutenbergstraße 1–5 92421 Schwandorf, Deutschland T: +49 (9431) 620-0 I: www.meillerdirect.com

Overseas Trade Co. Ltd. d.o.o. Kovinska 21 10090 Zagreb, Kroatien T: +385 (1) 34 54 777 I: www.overseas.hr

Post & Telekom Immobiliengesellschaft m.b.H. Postgasse 8 1010 Wien, Österreich T: +43 (0) 57780-0 I: www.postimmobilien.at

Post.Maintain Management Objektverwaltungs- und Instandhaltungs GmbH Postgasse 8 1010 Wien, Österreich T: +43 (0) 57767-23881

Post.Wertlogistik GmbH Neutorgasse 7, Stiege 2, 1. Stock 1010 Wien, Österreich T: +43 (0) 57767-26713

Road Parcel Kft. Heltai Jenő út 73 2360 Gyál, Ungarn T: +36 (29) 887 100 I: www.roadparcel.hu Scanpoint Europe Holding GmbH Postgasse 8 1010 Wien, Österreich T: +43 (1) 512 21 21-0 I: www.scanpoint.eu

Scherübl Transport GmbH Hondastraße 1 2351 Wiener Neudorf, Österreich T: +43 (2236) 677-194 I: www.scheruebl.com

Slovak Parcel Service s.r.o. Stará Prievozská 2 821 09 Bratislava, Slowakei T: +421 (2) 16877 I: www.sps-sro.sk

trans-o-fl ex Logistics Group Hertzstraße 10 69469 Weinheim, Deutschland T: +49 (6201) 988-0 I: www.transofl ex.de

trans-o-fl ex Nederland B.V. Jacobus Lipsweg 46 3316 BP Dordrecht, Niederlande T: +31 (78) 655 18 18 I: www.dds.trans-o-fl ex.com

VOP B.V.B.A. Hoofdkantoor Sint Niklaas Industriepark West 65 9100 Sint Niklaas, Belgien T: +32 (3) 7600 500 I: www.vop.trans-o-fl ex.com

Weber Escal d.o.o. Racka 20 a 10 250 Jezdovec, Kroatien T: +385 (1) 6175 111 I: www.weber-escal.com

24VIP Logistics Services d.o.o. Tresnje 1 71000 Sarajewo, Bosnien-Herzegowina T: +387 (33) 764 425-39 I: www.24vip.net

153

Kontakt/Impressum

Österreichische Post AG

Unternehmenszentrale Postgasse 8 1010 Wien T: +43 (0) 57767-0 E: [email protected] I: www.post.at

Investor Relations

Dipl.-Ing. Harald Hagenauer T: +43 (0) 57767-30401 F: +43 (0) 57767-30409 E: [email protected] I: www.post.at/ir

Konzernkommunikation

Mag. Marc Zimmermann T: +43 (0) 57767-22626 F: +43 (1) 400 222 017 E: [email protected] I: www.post.at/pr

Geschäftskunden1 T: 0800 212 212 I: www.business.post.at

Privatkunden Post-Kundenservice1: T: 0810 010 100

EMS und Paket-Auskunft1: T: 0810 010 101

Briefmarkensammlerservice1: T: 0800 100 197 I: www.philatelie.at

Postfi liale: T: +43(0) 57767.xxxx2 I: www.post.at/postfi lialen I: www.xxxx.post.at2

Persönliche Briefmarke: I: www.meine-marke.at

Österreichische Post Online-Geschäftsbericht 2008: www.post.at/gb2008

Wenn Sie mehr über die Österreichische Post wissen wollen (Geschäftsberichte, Quartalsberichte etc.), haben Sie die Möglichkeit, sich auf unseren Verteiler setzen zu lassen: T: +43 (0) 57767-30401 E: [email protected] I: www.post.at/ir/61.php

Für Österreich

1

2

Bitte "xxxx" durch gewünschte Postleit zahl Ihrer Postfiliale ersetzen, und schon haben Sie eine direkte Verbindung.

Konzept, Gestaltung und Gesamtkoordination: Scholdan & Company, Wien Illustration: Artur Bodenstein Foto: Christian Saupper, Wien Druck: ueberreuter print, Korneuburg

Wir haben diesen Geschäftsbericht mit der größtmöglichen Sorgfalt erstellt und die Daten überprüft. Rundungs-, Satzoder Druckfehler können dennoch nicht ausgeschlossen werden. Bei der Summierung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben können durch Verwendung automatischer Rechenhilfen rundungsbedingte Rechendifferenzen auftreten.

Dieser Geschäftsbericht enthält auch zukunftsbezogene Einschätzungen und Aussagen, die wir auf Basis aller uns zum gegenwärtigen Zeitpunkt zur Verfügung stehenden Informationen getroffen haben. Diese zukunftsbezogenen Aussagen werden üblicherweise mit Begriffen wie "erwarten", "schätzen", "planen", "rechnen" etc. umschrieben. Wir weisen darauf hin, dass die tatsächlichen Gegebenheiten – und damit auch die tatsächlichen Ergebnisse – aufgrund verschiedenster Faktoren von den in diesem Bericht dargestellten Erwartungen abweichen können.

Personenbezogene Formulierungen sind geschlechtsneutral zu verstehen.

Dieser Geschäftsbericht ist auch in englischer Sprache verfügbar. Maßgeblich ist in Zweifelsfällen die deutschsprachige Version.

Redaktionsschluss: 1. März 2009

Uns geht es doch nur ums Gelb.

Nicht nur unsere Briefträger haben einen weiten Weg hinter sich. Alle Mitarbeiter, vom Außendienst bis zum Generaldirektor, identifizieren sich heute mehr denn je mit der Aufgabe und Verantwortung der Post als Österreichs größtes und bestes Logistikunternehmen. Marktführerschaft beginnt eben im Kopf.

Kennzahlenüberblick

20011 20021 20032 20042 2005 2006 2007 2008
IFRS IFRS IFRS IFRS IFRS IFRS IFRS IFRS
Gewinn- und Verlustrechnung
Umsatz Mio EUR 1.565,2 1.571,7 1.585,2 1.654,4 1.701,6 1.736,7 2.315,7 2.441,4
Sonstige betriebliche Erträge Mio EUR 69,5 57,4 71,7 73,0 52,9 58,8 72,6 -81,0
Materialaufwand und Aufwand
für bezogene Leistungen Mio EUR -190,9 -198,4 -228,8 -241,8 -241,9 -258,0 -692,2 -778,2
Personalaufwand Mio EUR -1.023,8 -1.015,0 -1.020,7 -1.046,6 -1.064,0 -1.063,0 -1.120,4 -1.119,2
Sonstige betriebliche
Aufwendungen Mio EUR -257,8 -254,2 -250,6 -236,7 -223,5 -243,9 -284,0 -304,5
Ergebnis aus
assoziierten Unternehmen 3,6 1,0 0,9 0,7 -1,3 1,1 0,9 1,2
Ergebnis vor Zinsen, Steuern Mio EUR
109,4 101,6 157,7 203,1 223,8 231,7 292,7 321,7
und Abschreibungen (EBITDA) Mio EUR -103,3 -108,1 -129,6 -120,9 -120,8 -108,4 -130,0 -152,2
Abschreibungen Mio EUR
Ergebnis vor 15,1 4,1 28,1 82,2 103,0 123,3 162,8 169,5
Zinsen und Steuern (EBIT) Mio EUR
Sonstiges Finanzergebnis Mio EUR 19,5 4,7 -2,5 -5,4 -2,1 7,2 2,1 -11,3
Ergebnis vor Steuern (EBT) Mio EUR 6,1 -6,6 25,6 76,7 100,9 130,5 164,9 158,2
Ertragsteuern Mio EUR -8,1 -0,7 -10,8 -29,9 -10,9 -30,8 -42,2 -39,3
Ergebnis aufgegebene
Geschäftsbereiche Mio EUR - - 2,1 3,2 9,8 - - -
Periodenergebnis Mio EUR 17,5 -2,5 16,9 50,0 99,9 99,8 122,6 118,9
EBITDA-Marge % 7,0% 6,5% 9,9% 12,3% 13,2% 13,3% 12,6% 13,2%
EBIT-Marge % 1,0% 0,3% 1,8% 5,0% 6,1% 7,1% 7,0% 6,9%
Ergebnis je Aktie3 EUR 0,24 -0,06 0,21 0,71 1,43 1,43 1,75 1,71
Jahresperformance mit Dividende
(Total Shareholder Return) - - - - - +90,0% -30,8% +10,5%
Mitarbeiter (Durchschnitt, Vollzeitkräfte) 30.357 29.558 27.713 26.342 25.192 24.456 25.764 27.002
Cash-Flow
Cash-Flow aus dem Ergebnis Mio EUR 100,3 121,2 127,6 263,7 283,1 277,9 292,4 237,0
Cash-Flow aus
Geschäftstätigkeit Mio EUR 49,6 76,3 145,0 223,8 298,0 238,0 295,9 233,4
Cash-Flow aus
Investitionstätigkeit Mio EUR 25,5 -153,8 -44,4 -125,5 -92,6 -142,6 -142,4 -23,1
Free Cash-Flow Mio EUR 75,2 -76,6 100,6 98,3 205,4 95,4 153,5 210,3
Dividende Mio EUR 29,0 36,0 36,0 40,0 40,0 70,0 168,0 168,94
Dividende je Aktie EUR 0,41 0,51 0,51 0,57 0,57 1,00 2,40 2,504
Bilanz
Bilanzsumme Mio EUR 1.601,7 1.631,8 1.617,9 1.795,7 1.563,0 1.901,6 2.058,6 1.874,6
Langfristiges Vermögen Mio EUR 1.223,2 1.287,6 1.021,7 1.011,4 997,4 1.272,9 1.361,9 1.252,1
Kurzfristiges Vermögen Mio EUR 378,6 344,1 287,4 393,7 542,6 614,9 694,3 622,5
Eigenkapital 749,7 718,9 698,9 712,5 762,1 821,4 874,3 741,5
Mio EUR 400,6 426,3 218,2 287,5 361,3 564,0 598,0 551,8
Langfristige Verbindlichkeiten Mio EUR 451,5 486,6 405,2 421,0 439,6 516,2 586,3 581,3
Kurzfristige Verbindlichkeiten Mio EUR - - - 293,1 369,1 607,6 711,5 655,9
Verzinsliches Fremdkapital Mio EUR - - - 196,6 397,1 433,7 538,1 385,8
Verzinsliche Aktiva Mio EUR - - - -96,5 28,0 -173,9 -173,4 -270,2
Nettoverschuldung/-überschuss Mio EUR
Net debt/EBITDA - - - 0,48 -0,13 0,75 0,59 0,84
Eigenkapitalquote % 46,8% 44,1% 43,2% 39,7% 48,8% 43,2% 42,5% 39,6%
Eigenkapitalrentabilität (ROE) % 2,2% -0,3% 2,5% 7,2% 13,6% 13,8% 16,3% 16,8%
Capital Employed Mio EUR - - - 796,2 694,3 935,0 992,2 952,5
Return on
Capital Employed (ROCE) % - - - 10,2% 13,8% 15,1% 16,9% 17,4%

1 Inklusive Versicherungssparte (Postversicherung AG)

2 Bereinigt um Versicherungssparte (Postversicherung AG)

3 Bezogen auf 70 Mio Aktien, Wert 2008 mit durchschnittlich gewichteter Anzahl

4 Vorschlag an die Hauptversammlung am 6. Mai 2009

Aktionärsinformationen

Finanzkalender 2009

12. März 2009 Geschäftsbericht 2008, Veröffentlichung: 07:30 Uhr
6. Mai 2009 Hauptversammlung 2009, Wien
19. Mai 2009 Zwischenbericht 1. Quartal 2009, Veröffentlichung: 07:30 Uhr
20. Mai 2009 Ex-Dividendentag und Dividendenzahltag
für Basisdividende von 1,50 EUR je Aktie1
13. August 2009 Halbjahresbericht 2009, Veröffentlichung: 07:30 Uhr
20. August 2009 Ex-Dividendentag und Dividendenzahltag
für Sonderdividende von 1,00 EUR je Aktie1
13. November 2009 Zwischenbericht 1.–3. Quartal 2009, Veröffentlichung: 07:30 Uhr

Vorschlag an die Hauptversammlung am 6. Mai 2009

Entwicklung der Post Aktie (Jänner 2008–Dezember 2008)

Basisinformationen Post Aktie

ISIN AT0000APOST4
Handelssymbol (Wiener Börse) POST
Reuters Code POST.VI
Bloomberg Code POST AV
Anzahl der Aktien per 31. 12. 2008 70.000.000 Stück
Eigene Aktien (aus Aktien-Rückkaufprogramm per 31. 12. 2008) 2.447.362 Stück
Im Umlauf befindliche Aktien 67.552.638 Stück
Handelsplatz Wiener Börse
Emissionskurs EUR 19,00
Erster Handelstag 31. Mai 2006
Mindeststückzahl (kleinste handelbare Aktienanzahl) 1
Aktiengattung Stammaktien
Aktiensplit kein Aktiensplit

Jahresabschluss 2008 Österreichische Post AG

Einzelabschluss nach österreichischem UGB

Beilagenverzeichnis

Bilanz zum 31. Dezember 2008……………………………………………………………………………………I
Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2008……………………………………II
Anhang für das Geschäftsjahr 2008………………………………………………………………………….III
Lagebericht der Österreichischen Post AG für das Geschäftsjahr 2008……………….IV

Bilanz zum 31. Dezember 2008

31.12.2007 31.12.2008
Aktiva TEUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 8.003 6.590.430,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten,
einschließlich der Bauten auf fremdem Grund 344.979 319.277.065,72
2. technische Anlagen und Maschinen 60.872 52.384.237,78
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 100.223 103.569.188,00
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau 3.269 8.034.192,91
509.343 483.264.684,41
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 383.566 396.279.836,53
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 47.465 47.465.048,68
3. Beteiligungen 989 988.494,90
4. Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens 223.752 157.299.133,96
655.772 602.032.514,07
1.173.118 1.091.887.628,48
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Hilfs- und Betriebsstoffe 6.373 6.836.202,52
2. Waren 15.291 15.002.404,45
21.664 21.838.606,97
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 167.110 173.949.882,33
2. Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 21.320 30.440.168,46
3. Forderungen gegenüber Unternehmen, mit denen
ein Beteiligungsverhältnis besteht 1.410 3.232.511,32
4. sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände 34.552 25.485.411,07
224.392 233.107.973,18
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 261.958 207.126.596,04
508.014 462.073.176,19
C. Rechnungsabgrenzungsposten 37.314 31.679.109,82
1.718.446 1.585.639.914,49
31.12.2007 31.12.2008
Passiva TEUR EUR
A. Eigenkapital
I. Grundkapital 350.000 350.000.000,00
abzüglich eigene Aktien 0 -12.236.810,00
350.000 337.763.190,00
II. Kapitalrücklagen
1. gebundene 0 12.236.810,00
2. nicht gebundene 212.000 142.763.190,00
abzüglich eigene Aktien 0 -24.463.430,26
212.000 118.299.759,74
212.000 130.536.569,74
III. Gewinnrücklagen
1. gesetzliche Rücklage 35.000 35.000.000,00
2. andere Rücklagen (freie Rücklagen) 20.000 20.000.000,00
abzüglich eigene Aktien 0 -20.000.000,00
20.000 0,00
55.000 35.000.000,00
IV. Bilanzgewinn,
davon Gewinnvortrag: EUR 1.231.937,24; Vorjahr: TEUR 1.875 169.232 171.805.660,84
786.232 675.105.420,58
B. Unversteuerte Rücklagen
1. Bewertungsreserve auf Grund von Sonderabschreibungen 10.854 10.580.269,29
C. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Abfertigungen 66.823 67.150.000,00
2. Steuerrückstellungen 11.683 10.088.000,00
3. sonstige Rückstellungen 558.005 552.100.087,00
636.511 629.338.087,00
D. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 29.149 15.862.821,53
2. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 432 368.052,32
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 133.851 130.329.809,20
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 43.293 34.927.470,45
5. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht 716 611.579,62
6. sonstige Verbindlichkeiten, 64.771 76.549.613,93
davon aus Steuern: EUR 30.597.239,37; Vorjahr: TEUR 22.641
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: EUR 21.330.499,81;
Vorjahr: TEUR 19.053
272.212 258.649.347,05
E. Rechnungsabgrenzungsposten 12.637 11.966.790,57
1.718.446 1.585.639.914,49
Sonstige vertragliche Haftungsverhältnisse 205.577 210.074.996,15

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2008

2007
TEUR
2008
EUR
1. Umsatzerlöse 1.664.793 1.657.531.189,55
2. sonstige betriebliche Erträge
a) Erträge aus dem Abgang vom Anlagevermögen mit
Ausnahme der Finanzanlagen 13.885 15.369.505,61
b) Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 9.536 12.979.134,89
c) übrige 40.902 44.907.514,95
3. Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Leistungen
a) Materialaufwand
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen
-84.122
-150.181
-83.324.635,04
-163.475.596,23
4. Personalaufwand
a) Gehälter -805.885 -770.295.067,04
b) Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen
an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen -8.385 -17.147.681,47
c) Aufwendungen für Altersversorgung -72 -415.874,98
d) Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene
Sozialabgaben sowie vom Entgelt abhängige
Abgaben und Pflichtbeiträge -196.417 -201.138.854,78
e) Sonstige Sozialaufwendungen -13.019 -7.395.532,77
5. Abschreibungen auf immaterielle Gegenstände des
Anlagevermögens und Sachanlagen -92.174 -75.881.980,93
davon außerplanmäßige Abschreibungen auf
das Anlagevermögen gemäß § 204 Abs 2 UGB:
EUR 6.261.495,-; Vorjahr: TEUR 21.982
6. sonstige betriebliche Aufwendungen
a) Steuern -6.150 -5.905.249,81
b) übrige -237.087 -220.922.793,30
7. Zwischensumme aus Z 1 bis 6 (Betriebsergebnis) 135.624 184.884.078,65
8. Erträge aus Beteiligungen
davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 10.032.145,45
8.284 10.624.228,07
Vorjahr: TEUR 7.817
9. Erträge aus anderen Wertpapieren des Finanzanlagevermögens 5.521 10.661.802,75
10. sonstige Zinsenerträge 10.886 12.752.059,49
davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 357.316,30;
Vorjahr: TEUR 70
11.
Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu
2.854 1.818.987,28
Finanzanlagen
12. Aufwendungen aus Finanzanlagen -16.500 -59.270.150,00
davon Abschreibungen: EUR 58.865.150,-; Vorjahr: TEUR 2.811
davon Aufwendungen aus verbundenen Unternehmen:
EUR 38.865.150,-; Vorjahr: TEUR 13.689
13. Zinsenaufwendungen
davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 1.407.038,59
-3.359 -7.750.998,09
Vorjahr: TEUR 1.499
14. Zwischensumme aus Z 8 bis 13 (Finanzergebnis) 7.686 -31.164.070,50
15. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 143.310 153.720.008,15
16. Steuern vom Einkommen -38.729 -40.420.240,55
17. Jahresüberschuss 104.581 113.299.767,60
18. Auflösung unversteuerter Rücklagen 276 273.956,00
19. Auflösung von Kapitalrücklagen 62.500 57.000.000,00
20. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 1.875 1.231.937,24
21. Bilanzgewinn 169.232 171.805.660,84
1. Grundsätzliche Ausführungen 2
2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden3
2.1 Allgemeine Angaben3
2.2 Anlagevermögen3
2.3 Umlaufvermögen4
2.4 Rückstellungen 5
2.5 Verbindlichkeiten6
2.6 Steuerliche Verhältnisse 6
3. Erläuterungen zur Bilanz 7
3.1 Anlagevermögen7
3.2 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 10
3.3 Aktive Rechnungsabgrenzungsposten 10
3.4 Eigenkapital 11
3.5 Unversteuerte Rücklagen 12
3.6 Rückstellungen 12
3.7 Verbindlichkeiten 13
3.8 Passive Rechnungsabgrenzungsposten 13
3.9 Sonstige Angaben 14
4. Erläuterungen der Gewinn- und Verlustrechnung17
4.1 Umsatzerlöse 17
4.2 Sonstige betriebliche Erträge 17
4.3 Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Leistungen 17
4.4 Personalaufwand 18
4.5 Aufwendungen für Abfertigungen und für Altersversorgung 18
4.6 Sonstige betriebliche Aufwendungen 19
4.7 Erträge aus Beteiligungen 19
4.8 Aufwendungen aus Finanzanlagen 19
4.9 Steuern vom Einkommen 20
5. Risikomanagement 21
6. Mitglieder des Vorstandes und Aufsichtrates 24

1. Grundsätzliche Ausführungen

Die Österreichische Post AG und ihre Tochtergesellschaften sind Dienstleistungsunternehmen im Bereich der Postbeförderung. Zu den Hauptgeschäftsbereichen des Österreichschen Post Konzerns zählen die Erbringung von Leistungen des Post- und Paketdienstes sowie die Abwicklung von Finanzgeschäften in Kooperation mit der BAWAG PSK.

___________________________________________________________________________________________

Der Sitz der Österreichischen Post AG befindet sich in Wien, Österreich. Die Anschrift lautet Österreichische Post AG, Postgasse 8, 1010 Wien. Die Gesellschaft ist in das Firmenbuch beim Handelsgericht Wien (FN 180219d) eingetragen.

Die Österreichische Post AG ist ein konsolidierungspflichtiges Mutterunternehmen im Sinne des § 244 UGB und stellt gemäß § 245a Abs. 1 UGB ihren Konzernabschluss nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) auf.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

2.1 Allgemeine Angaben

Der Jahresabschluss wurde nach den Vorschriften des österreichischen Unternehmensgesetzbuches (UGB), unter Beachtung der Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung sowie der Generalnorm, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu vermitteln, aufgestellt.

___________________________________________________________________________________________

Bei der Erstellung des Jahresabschlusses wurde der Grundsatz der Vollständigkeit eingehalten. Bei der Bewertung wurde der Grundsatz der Einzelbewertung beachtet und eine Fortführung des Unternehmens unterstellt.

Dem Vorsichtsprinzip wurde Rechnung getragen, indem nur die am Abschlussstichtag verwirklichten Gewinne ausgewiesen wurden. Alle erkennbaren Risiken und drohenden Verluste wurden berücksichtigt.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

2.2 Anlagevermögen

Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen werden mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten vermindert um planmäßige Abschreibungen angesetzt. Außerplanmäßige Abschreibungen werden bei voraussichtlich dauernder Wertminderung durchgeführt.

Die planmäßigen Abschreibungen werden linear unter Zugrundelegung folgender Nutzungsdauer und Abschreibungssätze berechnet:

Nutzungsdauer Abschreibungssatz
in Jahren in %
Immaterielle Vermögensgegenstände 3-10 10-33%
Gebäude 20-50 2-5
Grundstückseinrichtungen 10 10
Technische Anlagen und Maschinen 8-10 10-12,5
Werkzeuge, Mess- und Prüfgeräte 5 20
Büromaschinen 5-8 12,5-20
EDV -Großrechner/Netzwerkkomponenten 5 20
EDV - Arbeitsplatzausstattung 3 33,3
Alarmanlagen 5 20
Büroeinrichtung u. Schaltermöbel 12 8,33
Sozialeinrichtungen 8 12,5
Depotbriefkästen 10 10
Briefkästen 20 5
Fuhrpark 4-10 10-25

Für Zugänge des 1. Halbjahres wird die volle Jahresabschreibung, für Zugänge des 2. Halbjahres die halbe Jahresabschreibung angesetzt.

___________________________________________________________________________________________

Geringwertige Vermögensgegenstände gemäß § 13 EStG werden im Zugangsjahr voll abgeschrieben. In der Entwicklung des Anlagevermögens werden sie als Zu- und Abgang sowie Abschreibung des Geschäftsjahres ausgewiesen.

Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten bewertet. Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, wenn der beizulegende Wert zum Abschlussstichtag niedriger ist und die Wertminderungen voraussichtlich von Dauer sind.

Ausleihungen werden zu Anschaffungskosten bewertet. Sofern sie unverzinslich sind, werden sie mit dem am Bilanzstichtag geltenden Zinssatz abgezinst und mit dem Barwert angesetzt.

2.3 Umlaufvermögen

Die Bewertung der Vorräte erfolgt zu Anschaffungs- und Herstellungskosten unter Beachtung des Niederstwertprinzips. Die Bestandswertermittlung wird in einem ersten Schritt nach dem gleitenden Durchschnittspreisverfahren auf Werksebene durchgeführt. Der zweite Schritt der Bewertung umfasst eine gegebenenfalls erforderliche Abwertung auf einen zum Bilanzstichtag unter dem Durchschnittspreis liegenden niedrigeren Einkaufspreis. Der letzte Bewertungsschritt berücksichtigt die Gängigkeit der Vorräte. Nach Maßgabe der Umschlagshäufigkeit1 werden, wenn nötig, vom Bestandswert entsprechende Abschläge vorgenommen.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert bewertet, soweit nicht im Fall erkennbarer Einzelrisiken, der niedrigere beizulegende Wert angesetzt wird. Zur Berücksichtigung allgemeiner Kreditrisiken bestehen Einzelwertberichtigungen und pauschal ermittelte Wertberichtigungen. Soweit erforderlich, wird eine spätere Fälligkeit von Forderungen durch Abzinsung berücksichtigt.

Die liquiden Mittel sind zum Nennwert angesetzt.

Fremdwährungsforderungen gegenüber Drittländern werden mit dem Entstehungskurs oder mit dem niedrigeren Devisengeldkurs des Bilanzstichtages angesetzt. Die Forderungen aus dem internationalen Postverkehr werden großteils in Euro bzw. mit Drittländern in Sonderziehungsrechten abgerechnet. Die Bewertung der Sonderziehungsrechte erfolgt zum Referenzkurs des International Monetary Fund zum Bilanzstichtag.

1 Die Umschlagshäufigkeit errechnet sich, indem man den durchschnittlichen Jahresverbrauch durch den durchschnittlichen Bestand des Geschäftsjahres dividiert.

2.4 Rückstellungen

Rückstellungen für Abfertigungen werden für gesetzliche und vertragliche Ansprüche von Angestellten gebildet. Die Berechnung erfolgt nach versicherungsmathematischen Grundsätzen unter Zugrundelegung der Vorschriften der International Financial Reporting Standards (IAS 19). Die Bewertung erfolgt nach der Projected Unit Credit Method unter Zugrundelegung eines gesetzlichen Pensionsalters von 55 bis maximal 65 Jahren für weibliche und von 60 bis maximal 65 Jahren für männliche Angestellte und unter Berücksichtigung der Übergangsbestimmungen gemäß Pensionsharmonisierungsgesetz 2003 und schrittweiser Anhebung des Regelpensionsalters für Frauen. Die versicherungsmathematischen Gewinne werden erfolgswirksam erfasst. Für Beamte wurde keine Abfertigungsrückstellung gebildet.

___________________________________________________________________________________________

Folgende Parameter wurden zugrunde gelegt:

Rechnungszinssatz 5,00% (2007: 4,75%)
Gehaltssteigerung 4,00% (2007: 4,00%)
Fluktuationsabschlag gestaffelt (2% - 8%) (2007: 0% - 8%)

Für Dienstnehmer, deren Dienstverhältnisse erst nach dem 31. Dezember 2002 begonnen haben, werden die Abfertigungsverpflichtungen durch die laufende Entrichtung der Beiträge an eine Mitarbeitervorsorgekasse abgegolten.

Rückstellungen für den Abfertigungen ähnliche Verpflichtungen werden für Jubiläumsgelder gebildet. Die Berechnung erfolgt analog dem Verfahren für die Abfertigungsrückstellung unter Zugrundelegung der gleichen Parameter.

Die übrigen Rückstellungen werden in Höhe der voraussichtlichen Inanspruchnahme gebildet und berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und der Höhe nach noch nicht feststehenden Verbindlichkeiten. Sie umfassen im Wesentlichen Vorsorgen für Personal, für nicht konsumierte Urlaube, Unterauslastungen, im Umlauf befindliche Postwertzeichen und aufgelieferte jedoch noch nicht zugestellte Brief- und Paketsendungen, Abgeltungsverpflichtungen für Personalanpassungsmaßnahmen und sonstige ungewisse Verbindlichkeiten.

Die Rückstellung für Unterauslastung wurde nach Maßgabe der ermittelten Unterauslastung des jeweiligen Mitarbeiters für sämtliche Personalaufwendungen bis zum Zeitpunkt der Pensionierung oder des vorzeitigen Austritts gebildet. Der Berechnung der Rückstellung für Unterauslastung wurden Gehaltssteigerungen von 4,00 % (Vorjahr: 4,00 %) und ein Abzinsungssatz von 5 % (Vorjahr: 4,75 %) zugrundegelegt.

2.5 Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten sind mit ihrem Rückzahlungsbetrag unter Bedachtnahme auf den Grundsatz der Vorsicht angesetzt. Fremdwährungsverbindlichkeiten gegenüber Drittländern werden mit ihrem Entstehungskurs oder mit dem höheren Devisenbriefkurs zum Bilanzstichtag bewertet. Verbindlichkeiten aus dem internationalen Postverkehr werden großteils in Euro bzw. mit Drittländern in Sonderziehungsrechten abgerechnet. Die Bewertung der Sonderziehungsrechte erfolgt zum Bilanzstichtag mit dem Referenzkurs des International Monetary Fund.

___________________________________________________________________________________________

2.6 Steuerliche Verhältnisse

2.6.1 Umsatzsteuer

Die Österreichische Post AG ist ein Unternehmen, das neben Umsätzen, die zum Ausschluss vom Vorsteuerabzug führen, auch solche Umsätze bewirkt, bei denen ein solcher Ausschluss nicht gegeben ist.

Steuerfreie Umsätze der Österreichischen Post AG, die den Vorsteuerabzug ausschließen, sind vor allem die unmittelbar dem Postwesen dienenden Umsätze (§ 6 Abs.1 Z. 10b UStG) aus dem Brief- und Paketdienst sowie jene aus der Vermittlung von Bankdienstleistungen (§ 6 Abs. 1 Z. 8 UStG).

Soweit Vorsteuerbeträge nicht direkt zu Umsätzen, die zum Vorsteuerabzug berechtigen oder zu Umsätzen, bei denen dieser ausgeschlossen ist, zuordenbar sind, erfolgt der Vorsteuerabzug im Verhältnis der zum Vorsteuerabzug berechtigenden, steuerpflichtigen Umsätze zu den übrigen Umsätzen. Dieses Verhältnis wird in Form eines Prozentsatzes, des sogenannten Pro-Rata-Satzes, angegeben.

2.6.2 Steuern vom Einkommen

Die Österreichische Post AG als Gruppenträger bildet mit mehreren Tochtergesellschaften eine Unternehmensgruppe i. S. d. § 9 KStG. Durch das Vorliegen einer Unternehmensgruppe wird bewirkt, dass die steuerlichen Ergebnisse (Gewinne und Verluste) der Gruppenmitglieder dem Gruppenträger – Österreichische Post AG – zugerechnet werden. Eine unternehmensrechtliche Zuweisung der Ergebnisse erfolgt nicht.

Innerhalb der Unternehmensgruppe erfolgt ein Ausgleich der steuerlichen Mehr- oder Minderbelastung des Gruppenträgers durch die Verrechnung positiver oder negativer Steuerumlagen. Positive Steuerumlagen sind Ausgleichszahlungen der Gruppenmitglieder an die Gruppenmutter aufgrund der Überrechnung der positiven Ergebnisse. Negative Steuerumlagen sind als Ausgleich für die Überrechnung negativer Ergebnisse von Gruppenmitgliedern an die Gruppenmutter von der Österreichischen Post AG zu leisten.

3. Erläuterungen zur Bilanz

3.1 Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens und die Aufgliederung der Jahresabschreibung sind im Anlagenspiegel (Anlage A) dargestellt.

___________________________________________________________________________________________

In den Sachanlagen ist bei den Grundstücken der Österreichischen Post AG ein Grundwert von TEUR 77.821 (31.12.2007: TEUR 81.010) enthalten.

Im Geschäftsjahr 2008 wurden außerplanmäßige Abschreibungen des Sachanlagevermögens in Höhe von TEUR 6.261 (2007: TEUR 21.982) und des Finanzanlagevermögens in Höhe von TEUR 58.865 (2007: TEUR 2.811) vorgenommen. Von der Abschreibung 2008 des Finanzanlagevermögens betreffen TEUR 20.000 (2007: TEUR 0) den Anteil an der BAWAG Holding Coöperatie U.A. Im Geschäftsjahr 2008 wurden Zuschreibungen wegen am Bilanzstichtag gestiegener Börsenkurse für strukturierte Anleihen (Reverse TARN Floater 2005-2020, DZ Bank AG Memory Anleihe) in Höhe von TEUR 1.620 vorgenommen (2007: TEUR 0).

Da die Emittenten der im Finanzanlagevermögen ausgewiesenen Schuldinstrumente weiterhin ein gutes Bonitätsrating aufweisen und die Kursrückgänge nicht auf finanzielle Schwierigkeiten der Emittenten, sowie auf Verringerung zukünftiger Cashflows oder auf Ausfälle von Zins- und Tilgungszahlungen schließen lassen, ist eine dauerhafte Wertminderung nicht anzunehmen. Außerplanmäßige Abschreibungen gemäß § 204 Abs. 2 zweiter Satz UGB unterbleiben daher. Der Buchwert der im Finanzanlagevermögen ausgewiesenen Schuldinstrumente beträgt TEUR 98.165; der beizulegende Zeitwert beläuft sich auf TEUR 91.038.

Beteiligungen der Österreichischen Post AG

Anteil am Kapital Eigenkapital Jahres-
zum zum ergebnis
Name und Sitz der Gesellschaft 31.12.2008 31.12.2008 2008
in % TEUR TEUR
Anteile an verbundenen Unternehmen
Post Paket Service GmbH, Wien 100,0 32.639 2.103
Post & Co Vermietungs OEG, Wien X 138.553 3.392
Medien.Zustell Ges.m.b.H., Wien **) 100,0 206 141
Post.Maintain Management Objektverwaltungs- u.
instandhaltungs Ges.m.b.H., Wien **)
100,0 13.907 587
A4 Business Solutions Ges.m.b.H., Wien **) 100,0 166 98
Post.Wertlogistik Ges.m.b.H., Wien 100,0 3.528 640
Post & Telekom Immobiliengesellschaft mbH, Wien **) 100,0 1.444 91
feibra Ges.m.b.H., Wien **) 100,0 11.718 5.266
feibra Magyarorszagi, Kft, Budapest ***) 100,0 1.966 652
Post International Beteiligungs GmbH, Wien **) 100,0 44.162 310
Austrian Post International Deutschland GmbH, D, Köln )*) 100,0 1.962 955
KOLOS Marketing s.r.o., Prag ***) 10,0 100 99
KOLOS s.r.o., Bratislava ***) 100,0 667 187
Weber Escal d.o.o., Zagreb ***) 100,0 2.084 191
Post eins Beteiligungs GmbH, Wien 100,0 58.566 -30.999
Post drei Beteiligungs GmbH, Wien 100,0 61.135 -7.864
Cont Media Hungary Kft, Budapest ***) 100,0 1.156 425
Beteiligungen an assoziierten Unternehmen
Omnimedia Werbegesellschaft mbH, Wien *) 21,0 3.374 2.819
Sonstige Beteiligungen
OMNITEC Informationstechnologie-Systemservice GmbH, Wien 50,0 322 1

___________________________________________________________________________________________

*) Jahresabschluss zum 30.06.2008

**) Unternehmensgruppe i.S.d. § 9 KStG

***) gemäß IFRS-Reportingpackage zum 31. Dezember 2008

Im Geschäftsjahr 2008 wurden an die Post & Co Vermietungs OEG Zuschüsse für das Projekt Ivanka in Höhe von TEUR 11.101 (31.12.2007: TEUR 5.771) geleistet.

Der Beteiligungsansatz der Post International Beteiligungs GmbH erhöhte sich aufgrund von Großmutterzuschüssen um insgesamt TEUR 1.000 (31.12.2007: TEUR 19.277). Dieser Zuschuss wurde an die Overseas Trade d.o.o. , HR gewährt.

Weiters wurden nicht rückzahlbare Großmütterzuschüsse in Höhe von insgesamt TEUR 35.195 an folgende Konzerngesellschaften geleistet:

___________________________________________________________________________________________

Post eins Beteiligungs GmbH:

  • Post zwei Beteiligungs GmbH (TEUR 5.922)
  • Eurodisnet GmbH, Deutschland (TEUR 2.500)
  • trans-o-flex Logistics Group GmbH (TEUR 20.423)

Post drei Beteiligungs GmbH:

• Post vier Beteiligungs GmbH TEUR 6.350 (davon TEUR 2.600 für den Anteilskauf an Scanpoint Europe Holding und TEUR 3.750 für den 30% Anteilskauf an D2D – direct to document GmbH)

Weiters wurde die ungarische Gesellschaft Cont Media Hungary Kft. um insgesamt TEUR 4.283 erworben.

Insgesamt wurden Ausleihungen in Höhe von TEUR 47.465 (31.12.2007: TEUR 47.465) vergeben, die auf das verbundene Unternehmen Post fünf Beteiligungs GmbH entfallen. Die Ausleihungen sind zur Gänze langfristig. Als Zinsertrag wurden im Geschäftsjahr 2008 TEUR 61 (2007: TEUR 52) vereinnahmt.

Im Geschäftsjahr 2008 wurden die Beteiligungen an der Post eins Beteiligungs GmbH mit TEUR 31.000 (2007: TEUR 13.689) und an der Post drei Beteiligungs GmbH mit TEUR 7.865 (2007: TEUR 0) außerplanmäßig abgeschrieben.

3.2 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

31.12.2007 31.12.2008
TEUR TEUR
mit einer Restlaufzeit von bis zu 1 Jahr über 1 Jahr bis zu 1 Jahr über 1 Jahr
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 167.110 0 173.950 0
Forderungen gegenüber verbundenen
Unternehmen
19.320 2.000 19.605 10.835
Forderungen gegenüber Unternehmen, mit
denen ein Beteiligungsverhältnis besteht
310 1.100 2.133 1.100
Sonstige Forderungen und
Vermögensgegenstände
30.523 4.028 21.161 4.324
217.263 7.128 216.849 16.259

___________________________________________________________________________________________

In den Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 2.891 (31.12.2007: TEUR 3.920) und sonstige Forderungen in Höhe von TEUR 27.549 (31.12.2007: TEUR 17.400) enthalten.

Die sonstigen Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen entfallen mit TEUR 1.102 (31.12.2007: TEUR 3.967) auf Steuerumlagen, mit TEUR 9.852 (31.12.2007: TEUR 7.799) auf Gewinnausschüttungen bzw. Ergebnisübernahmen sowie mit TEUR 16.595 (31.12.2007: TEUR 5.633) auf sonstige Verrechnungen und Finanzierungen.

Zum Jahresende wurden pauschal ermittelte Wertberichtigungen zu Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 862 (31.12.2007: TEUR 848) vorgenommen. Die Ermittlung der pauschalen Wertberichtigungen wird im mehrjährigen Jahresrhythmus an den tatsächlichen Schadensverlauf angepasst.

In den sonstigen Forderungen sind Ertragszinsen in Höhe von TEUR 2.400 (31.12.2007: TEUR 2.724) sowie sonstige übrige Erträge in Höhe von TEUR 6.392 (31.12.2007: TEUR 14.797) enthalten, die erst nach dem Abschlussstichtag zahlungswirksam werden.

3.3 Aktive Rechnungsabgrenzungsposten

Aktive Rechnungsabgrenzungen wurden in Höhe von insgesamt TEUR 31.679 (31.12.2007: TEUR 37.314) gebildet, davon entfallen im Geschäftsjahr 2008 TEUR 18.103 (31.12.2007: TEUR 17.934) auf vorausbezahlte Bezüge von Mitarbeitern und TEUR 9.925 (31.12.2007: TEUR 11.216) auf Mietzinsvorauszahlungen.

3.4 Eigenkapital

Das Grundkapital der Österreichischen Post AG beträgt 350,0 Mio. EUR. Es ist in 70,0 Mio. auf Inhaber lautende stimm- und gewinnberechtigte Aktien geteilt. Hauptaktionärin der Österreichischen Post AG ist mit einem Anteil von 51% weiterhin die Österreichische Industrieholding AG, Wien.

___________________________________________________________________________________________

Im Geschäftsjahr 2006 wurde in einer außerordentlichen Hauptversammlung der Vorstand gemäß § 174 Abs. 2 AktG ermächtigt, innerhalb von fünf Jahren Wandelschuldverschreibungen, mit denen ein Umtauschrecht auf bis zu 35 Mio. Stück Stammaktien der Gesellschaft im Gesamtbetrag von bis zu Mio. EUR 175 verbunden ist, auszugeben. Weiters wurde der Vorstand ermächtigt eine bedingte Kapitalerhöhung des Grundkapitals um bis zu Mio. EUR 175 durch Ausgabe von bis zu 35 Mio. Stück neue auf Inhaber lautende Stückaktien zur Gewährung von Umtauschrechten an die Gläubiger der Wandelschuldverschreibungen durchzuführen.

Im Rahmen der am 22. April 2008 abgehaltenen Hauptversammlung wurde der Vorstand ermächtigt, während einer Geltungsdauer von 18 Monaten eigene Aktien im Ausmaß von 10% des Grundkapitals nach den Bestimmungen des Aktiengesetzes und des Börsegesetzes gemäß § 65 Abs. 1 Z 8 AktG zu erwerben und zum Zwecke der Kapitalherabsetzung durch Einziehung von Aktien gemäß § 192 AktG einzuziehen. Das Aktienrückkaufsprogramm, begonnen am 19.08.2008, wurde am 31.12.2008 abgeschlossen. Zum Bilanzstichtag befinden sich 2.447.362 eigene Aktien im Bestand der Gesellschaft. Der Nennwert der zurückgekauften Anteile (5 EUR/Aktie) wurde mit dem Grundkapital, die Differenz zu den Anschaffungskosten mit den freien Gewinnrücklagen und den nicht gebundenen Kapitalrücklagen offen verrechnet. In der Höhe des Nennwerts der eigenen Anteile wurde eine gebundene Kapitalrücklage eingestellt. Durch das Aktienrückkaufsprogramm erhöhte sich der Anteil der Österreichischen Industrieholding AG an den in Umlauf befindlichen Aktien auf 52,8%. Weiters wurden von der nicht gebundene Kapitalrücklage im Geschäftsjahr 2008 TEUR 57.000 aufgelöst und diese beträgt per 31.12.2008 TEUR 118.300 (31.12.2007: TEUR 212.000).

Der Bestand eigener Aktien zum 31.12.2008 gliedert sich wie folgt:
Anzahl der rückerworbenen Aktien: 2.447.362
Anteil am Grundkapital: 3,4962 %
Nennwert der zurückgekauften Aktien in EUR: 12.236.810
Höchster geleisteter Gegenwert je Aktie in EUR: 28,02
Niedrigster geleisteter Gegenwert je Aktie in EUR: 19,61
Gewichteter Durchschnittsgegenwert der rückerworbenen Aktien in EUR: 23,15
Anschaffungskosten gesamt in EUR: 56.700.240,26

Die gesetzliche Gewinnrücklage beträgt TEUR 35.000 und besteht in der vorgeschriebenen Höhe von 10% des Grundkapitals.

3.5 Unversteuerte Rücklagen

Bewertungsreserve 01.01.2008 Auflösung 31.12.2008
Stille Reserve gem. § 12 Abs. 1 EStG TEUR TEUR TEUR
Grundstücke und Gebäude 10.318 174 10.144
Betriebs- und Geschäftsausstattung 25 4 21
Fahrzeuge 511 96 415
10.854 274 10.580

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3.6 Rückstellungen

Die Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:

Rückstellung für Stand Verbrauch Auflösung Zuweisung Stand
1.1.2008 31.12.2008
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
Abfertigungen 66.823 0 0 327 67.150
Steuern 11.683 11.482 201 10.088 10.088
Jubiläumsgelder 89.560 857 0 0 88.703
Nicht konsumierte Urlaube 44.459 0 0 2.706 47.165
Sozialplan (Umstellungsaufwendungen) 9.043 9.017 26 20.005 20.005
Noch nicht erbrachte Leistungen 23.810 23.810 0 23.489 23.489
Sonstige Personalkosten 26.192 25.074 1.008 28.647 28.757
Ausstehende Eingangsrechnungen 18.323 17.534 576 12.674 12.887
Vorsorge für Unterauslastung 286.444 24.114 128.409 143.963 277.884
Drohende Verluste 16.430 730 1.108 1.312 15.904
Abgeltungsverpflichtung 30.495 2.326 11.558 1.078 17.689
Übrige sonstige Aufwendungen 13.249 1.921 1.029 9.318 19.617
Sonstige Rückstellungen 558.005 105.383 143.714 243.192 552.100
Rückstellungen gesamt 636.511 116.865 143.915 253.607 629.338

3.7 Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten stellen sich zum Bilanzstichtag wie folgt dar:

31.12.2007 31.12.2008
TEUR TEUR
über über
bis 1 bis 5 über bis 1 bis 5 über
mit einer Restlaufzeit von 1 Jahr Jahre 5 Jahre 1 Jahr Jahre 5 Jahre
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
13.678 8.721 6.750 3.299 5.814 6.750
erhaltene Anzahlungen auf
Bestellungen
432 0 0 368 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen
133.676 175 0 130.202 127 0
Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen
43.293 0 0 34.927 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber
Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht
716 0 0 612 0 0
sonstige Verbindlichkeiten 56.517 7.214 1040 71.197 4.145 1.208
248.312 16.110 7.790 240.605 10.086 7.958

___________________________________________________________________________________________

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 3.699 (31.12.2007: TEUR 3.180) sowie aus Steuerumlagen in Höhe von TEUR 112 (31.12.2007: TEUR 113) und sonstige Verrechnungen mit TEUR 31.116 (31.12.2007: TEUR 40.000)

In den sonstigen Verbindlichkeiten sind Personalaufwendungen in Höhe von TEUR 49.689 (31.12.2007: TEUR 49.573) und sonstige übrige Aufwendungen in Höhe von TEUR 1.159 (31.12.2007: TEUR 2.104) enthalten, die erst nach dem Abschlussstichtag zahlungswirksam werden.

3.8 Passive Rechnungsabgrenzungsposten

Passive Rechnungsabgrenzungen wurden in Höhe von insgesamt TEUR 11.967 (31.12.2007: TEUR 12.637) gebildet, davon entfallen TEUR 6.246 (31.12.2007: TEUR 6.727) auf den Nettobarwertvorteil aus dem Cross Border Leasing.

3.9 Sonstige Angaben

3.9.1 Haftungsverhältnisse

Cross Border Leasing

Im Geschäftsjahr 2002 hat die Österreichische Post AG mit zwei US-Trusts eine Cross Border Leasing-Transaktion abgeschlossen. Die Österreichische Post AG hat diesen beiden Trusts auf 99 Jahre ein Fruchtgenussrecht an Postsortieranlagen in Wien, Graz, Salzburg und Innsbruck gegen Leistung eines "Grant Payments" von 117 Mio. USD eingeräumt. Gleichzeitig wurde ein Lease Agreement abgeschlossen, in dem die Österreichische Post AG auf 24 Jahre das Nutzungsrecht an diesen Anlagen wieder zurückgemietet hat. Die als Sicherheiten verpfändeten Sachanlagen weisen einen Buchwert von TEUR 26.147 (2007: TEUR 33.444) auf. In diesem Lease Agreement wurde der Österreichischen Post AG auch das Recht eingeräumt, das Fruchtgenussrecht an den Postsortieranlagen entweder mit 1. Jänner 2022 zu einem Fixpreis ("EBO Payment Amount") oder am Ende des Leasingvertrages zum Verkehrswert, mindestens jedoch zum "End of Term Purchase Option Price" zurückzukaufen.

___________________________________________________________________________________________

Die Österreichische Post AG hat ihre Verpflichtung zur Zahlung der Leasingraten einschließlich eines allfälligen EBO Payment an Payment Undertaker ausgelagert. Zu diesem Zweck hat die Österreichische Post AG Zahlungen an die Payment Untertaker geleistet (Mio. USD 108,3) und die entsprechende Verbindlichkeit ausgebucht. Die Payment Undertaker haben sich ihrerseits verpflichtet, die entsprechenden Beträge zu den festgesetzten Zahlungsterminen für die Österreichische Post AG zu leisten. Bei der Österreichischen Post AG verbleibt das Restrisiko einer möglichen Inanspruchnahme im Falle einer Insolvenz der Payment Undertaker. Zum 31. Dezember 2008 beläuft sich der von den Payment Undertaker zu leistende Betrag auf Mio EUR 82,3 (31.12.2007: Mio EUR 78,2).

Der aus dieser Transaktion der Österreichischen Post AG zugeflossene Nettobarwertvorteil wird unter den passiven Rechnungsabgrenzungsposten (31.12.2008: TEUR 6.246; 31.12.2007: TEUR 6.727) ausgewiesen und verteilt über die Vertragslaufzeit ertragswirksam aufgelöst.

Patronatserklärungen

Die Österreichische Post AG hat durch eine Patronatserklärung vom 22. Dezember 2006 die Sicherstellung für die Rückzahlung des Rahmenkredites der trans-o-flex Schnell-Lieferdienst GmbH & Co. KG, 69469 Weinheim, Deutschland, gegenüber der Landesbank Baden- Württemberg in Höhe von TEUR 25.000 (aushaftender Betrag zum 31. 12. 2008: TEUR 13.055) übernommen. Ebenso wurde am 2. März 2008 eine Patronatserklärung als Sicherstellung für die Rückzahlung der Kreditlinie über TEUR 10.000 (aushaftender Betrag zum 31. 12. 2008: TEUR 7.416) der trans-o-flex Schnell-Lieferdienst GmbH & Co. KG bei der Deutschen Bank AG abgegeben.

Mit 26. Jänner 2007 hat die Österreichische Post AG für ein Darlehen der Post fünf Beteiligungs GmbH über TEUR 95.926 an die trans-o-flex Schnell-Lieferdienst GmbH & Co. KG die Haftung für die rechtzeitige Rückzahlung übernommen. Weiters hat die Österreichische Post AG für die Scanpoint Deutschland GmbH mit 2. September 2008 die Haftung für TEUR 1.500 (aushaftender Betrag zum 31. 12. 2008: TEUR 940) übernommen. Zur Sicherstellung von Liquidität hat die Österreichische Post AG Patronatserklärungen gegenüber der Scanpoint Deutschland GmbH und gegenüber der Scanpoint Europe Holding GmbH in Höhe von jeweils TEUR 1.000 abgegeben.

___________________________________________________________________________________________

Für Rahmenkredite der Firma meiller direct GmbH, 92421 Schwandorf, Deutschland in Höhe von TEUR 11.525 (aushaftender Betrag zum 31. 12. 2008: TEUR 980) bei der Sparkasse im Landkreis Schwandorf und in Höhe von Mio. CZK 200 (aushaftender Betrag zum 31. 12. 2008: TEUR 7.442) bei der Dresdner Bank AG, München, hat die Österreichische Post AG per 31. Juli 2007 ebenfalls die Haftung für die rechtzeitige Rückzahlung übernommen.

3.9.2 Sonstige finanzielle Verpflichtungen

31.12.2007 31.12.2008
TEUR TEUR
Bestellverpflichtungen für Investitionen 11.472 1.337
Verpflichtungen aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen
Sachanlagen
im folgenden Geschäftsjahr 44.442 45.320
davon gegenüber verbundenen Unternehmen 6.888 7.624
in den folgenden fünf Jahren (statistisch hochgerechnet) 205.390 210.862
davon gegenüber verbundenen Unternehmen 34.441 38.119

3.9.3 Derivative Finanzinstrumente

Die Österreichische Post AG hat einen Zins-Swap zur Verminderung des Zinsänderungsrisikos von festverzinslichen Wertpapieren und Finanzverbindlichkeiten abgeschlossen. Die festen Zinssätze lagen im Geschäftsjahr 2008 zwischen 4,948% und 5,921% (2007: 4,958% und 5,415%). Die variablen Zinssätze sind an verschiedene Interbankensätze gebunden.

Die durchschnittlichen variablen Zinssätze, die während der Laufzeit der Swap-Vereinbarung wesentlichen Änderungen unterliegen können, entsprechen den am Bilanzstichtag gültigen Zinssätzen. Der Marktwert für den Zinsswap entspricht jenem Wert, den die Österreichische Post AG bei Auflösung des Geschäftes am Bilanzstichtag erhalten würde oder zahlen müsste. Hierzu werden die gegenwärtigen Marktverhältnisse sowie das aktuelle Zinsniveau und die Bonität der Swap-Partner berücksichtigt:

Strukturierter-Zins-Swap
31.12.2007
31.12.2008
Nominale in TEUR
5.000
5.000
Marktwert in TEUR
-181
-94,1
Durchschnittlich empfangener Zinssatz
5,062%
5,309%
Durchschnittlich zu zahlender Zinssatz
4,593%
5,396%
Durchschnittliche Restlaufzeit in Jahren
11,8
10,8

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Im Geschäftsjahr 2008 wurde ein Sicherungsgeschäft gegen Preisschwankungen bei Treibstoffen im Ausmaß von 28.600 metrischen Tonnen (dies entspricht 15 Millionen Liter) abgeschlossen, das ab Jänner 2009 monatlich auf Basis der vereinbarten Mengen und dem monatlichen Durchschnittspreis am Spotmarkt zwischen der Bank und der Österreichischen Post AG abgerechnet wird. In den sonstigen Rückstellungen wurde für das Sicherungsgeschäft mit einem Betrag in Höhe von TEUR 5.174 vorgesorgt. Dieser Buchwert entspricht dem beizulegenden Zeitwert zum Abschlussstichtag.

3.9.4 Aktienbasierte Vergütungsprogramme

Im Rahmen des Börsegangs wurde vom Vorstand und Aufsichtsrat der Österreichischen Post AG die Einführung aktienbasierter Vergütungsprogramme beschlossen. Teilnahmeberechtigt sind Vorstandsmitglieder und ausgewählte Führungskräfte, soweit sie nach vorgegebenen Richtlinien eine bestimmte Anzahl an Post Aktien erwerben und dieses Eigeninvestment über die Programmlaufzeit halten. Den Planteilnehmern wurden 2006 Wertrechte mit einer Laufzeit von drei Jahren, 2007 mit einer Laufzeit von zwei Jahren gewährt. Insgesamt bestehen zum 31. Dezember 2008 106.928 Wertrechte (2007: 109.124).

Der zum Zeitpunkt der Gewährung ermittelte beizulegende Zeitwert der Wertrechte wird linear über den Erdienungszeitraum als Aufwand verteilt und als Rückstellung berücksichtigt. Die Rückstellung wird zu jedem Bilanzstichtag neu bewertet. Veränderungen des beizulegenden Zeitwertes der Rückstellung werden im Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit erfasst.

Am Ende der Laufzeit erfolgt die Vergütung der Planteilnehmer durch einen Geldbetrag in Höhe des Wertes der eingeräumten Wertrechte. Dieser Wert ergibt sich aus dem Durchschnitt der Börsenkurse der Post Aktie an den letzten 60 Handelstagen vor dem Ende der Laufzeit multipliziert mit einem von der Gesamtrendite der Post Aktie abhängigen Faktor.

kleiner als größer oder gleich größer oder gleich größer oder gleich AVP 2006 Gesamtrendite 20% 20% 30% 40% Wert des Faktors 0 0,5 1 1,5 AVP 2007 Gesamtrendite 10% 10% 15% 20% Wert des Faktors 0 0,5 1 1,5

Die möglichen Werte des Faktors ergeben sich aus folgender Tabelle:

Die Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts der Wertrechte für die Ermittlung der zeitanteiligen Rückstellung erfolgt anhand eines vereinfachten Optionspreismodells unter Berücksichtigung der voraussichtlichen jährlichen Dividendenzahlung. Der Berechnung wurde ein Zinssatz von 7,5 % zu Grunde gelegt.

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Zum 31. Dezember 2008 besteht aus dem aktienbasierten Vergütungsprogramm keine Verpflichtung (2007: TEUR 0).

4. Erläuterungen der Gewinn- und Verlustrechnung

4.1 Umsatzerlöse

TEUR 2007 2008
Erlöse Division Brief 1.279.290 1.290.692
Erlöse Division Paket & Logistik 198.840 181.596
Erlöse Division Filialnetz 186.529 185.173
Sonstige Umsatzerlöse 134 70
1.664.793 1.657.531

4.2 Sonstige betriebliche Erträge

TEUR 2007 2008
Erträge aus dem Abgang vom Anlagevermögen mit
Ausnahme der Finanzanlagen 13.885 15.370
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 9.536 12.979
Erträge aus Mieten und Pachten 22.067 25.049
Abgeltungen von Schadensfällen 2.278 2.030
Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen 1.304 949
Übrige 15.253 16.879
64.323 73.256

4.3 Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Leistungen

TEUR 2007 2008
Materialaufwand 84.122 83.325
Aufwand für bezogene Leistungen 150.181 163.475
234.303 246.800

4.4 Personalaufwand

TEUR 2007 2008
Gehälter 805.885 770.295
Aufwendungen für Abfertigungen 7.300 15.858
Beiträge an Mitarbeitervorsorgekassen 1.084 1.290
Aufwendungen für Altersversorgung 72 416
Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene
Sozialabgaben sowie vom Entgelt abhängige Abgaben
und Pflichtbeiträge 196.417 201.139
Sonstige Sozialaufwendungen 13.019 7.395
1.023.777 996.393

___________________________________________________________________________________________

Die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer betrug im Geschäftsjahr:

2007 2008
Beamte 12.995 12.695
Angestellte 12.039 11.981
Summe 25.034 24.676
Entsprechende Vollzeitkräfte 23.045 22.667
TEUR 2007 2008
Bezüge an aktive Vorstandsmitglieder 2.047 2.399
Bezüge für Mitglieder des Aufsichtsrates 144 158
2.191 2.557

4.5 Aufwendungen für Abfertigungen und für Altersversorgung

Die Aufwendungen für Abfertigungen und für Altersversorgung verteilen sich wie folgt:

TEUR 2007 2008
Vorstände 162 723
Leitende Angestellte 189 64
Andere Arbeitnehmer 8.105 16.777
8.456 17.564

4.6 Sonstige betriebliche Aufwendungen

TEUR 2007 2008
Steuern, nicht vom Einkommen 6.150 5.905
Übrige 237.087 220.923
243.237 226.828

___________________________________________________________________________________________

Die übrigen Aufwendungen gliedern sich wie folgt:

TEUR 2007 2008
EDV-Dienstleistungsaufwand 26.685 27.628
Instandhaltung und Immobilienverwaltung 38.489 39.881
Miet u. Pachtaufwendungen 47.250 47.282
Reiseaufwand 24.714 24.534
Personalbereitstellung 7.846 7.872
Beratungsaufwand 10.558 10.454
Entsorgung und Reinigung 14.421 14.085
Kommunikation und Werbung 19.401 15.257
Telefonaufwand 5.326 4.312
Aus- und Fortbildung 1.860 1.862
Versicherungsaufwand 5.025 5.032
Verluste aus dem Abgang von Sachanlagevermögen 2.096 1.210
Abgeltungsverpflichtungen 13.655 1.078
Wertberichtigung zu Forderungen verb. Unternehmen 65 0
sonstige 19.696 20.436
237.087 220.923

4.7 Erträge aus Beteiligungen

TEUR 2007 2008
Gewinnausschüttungen 5.299 7.232
Ergebnisüberrechnung Personengesellschaften 2.985 3.392
8.284 10.624

4.8 Aufwendungen aus Finanzanlagen

TEUR 2007 2008
Verluste aus dem Abgang von Wertpapieren 0 405
Abschreibungen auf Beteiligungen 13.689 38.865
Abschreibung Wertpapiere 2.811 20.000
16.500 59.270

4.9 Steuern vom Einkommen

Im Jahre 2008 wurden von den Gruppenmitgliedern positive steuerliche Ergebnisse in Höhe von TEUR 9.409 (2007: TEUR 20.766) und negative steuerliche Ergebnisse in Höhe von TEUR 1.740 (2007: TEUR 1.809) an den Gruppenträger Österreichische Post AG überrechnet. Aufgrund dieser Überrechnung ergeben sich positive Steuerumlagen in Höhe von TEUR 2.349 (2007: TEUR 5.191) sowie negative Umlagen im Betrage von TEUR 435 (2007: TEUR 452). Die überwiegende Zuweisung positiver steuerlicher Ergebnisse führte per Saldo zu einer Erhöhung der Körperschaftsteuerbelastung des Gruppenträgers im Ausmaß von TEUR 1.914.

___________________________________________________________________________________________

Der Körperschaftsteueraufwand der Unternehmensgruppe beträgt nach Zurechnung der einzelnen steuerlichen Ergebnisse der Gruppenmitglieder TEUR 42.355 (2007: TEUR 43.468). Nach Berücksichtigung der Steuerumlagen der Gruppenmitglieder ergibt sich für das Unternehmen Österreichische Post AG ein Körperschaftsteueraufwand in Höhe von TEUR 40.441 (2007: TEUR 38.729). Die Körperschaftsteuerbelastung resultiert ausschließlich aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit.

Im Jahr 2008 gab es steuerpflichtige Auflösungen von unversteuerten Rücklagen in Höhe von TEUR 274 (2007: TEUR 276).

Vom Wahlrecht zur Aktivierung von latenten Steuern in Höhe von TEUR 36.828 exklusive Gruppenmitglieder (2007: TEUR 27.829) wurde kein Gebrauch gemacht.

5. Risikomanagement

Ziel des Finanz- und Risikomanagements der Österreichischen Post AG ist die Sicherung des Unternehmenserfolges gegen finanzielle Risiken jeglicher Art. Grundsätzlich wird beim Management der Finanzpositionen ein strategischer Portefeuilleansatz unter Bedachtnahme auf eine konservative Risikopolitik verfolgt.

___________________________________________________________________________________________

Das Risikomanagement unterliegt einem vom Vorstand beschlossenen Regelwerk, welches Ziele, Grundsätze, Aufgaben und Kompetenzen festlegt. Darüber hinaus formuliert dieses Regelwerk standardisierte Abläufe, um Revisionssicherheit zu gewährleisten.

Die aktuelle Risikosituation im Finanzbereich wird laufend in einem standardisierten Berichtswesen dargelegt.

Bei der Österreichischen Post AG bestehen klare, schriftliche Strategien und operative Richtlinien für die Behandlung aller finanziellen Risiken. Finanzielle Risiken umfassen das Liquiditätsrisiko, das Kreditrisiko/Kontrahentenrisiko/Produktrisiko, das Zinsänderungsrisiko, das Währungsänderungsrisiko sowie organisatorische Risiken.

Liquiditätsrisiko

Aufgabe der Liquiditätssicherung ist die jederzeitige Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit der Unternehmensgruppe. Basis des Liquiditätsmanagements ist ein Liquiditätsplan, der laufend Soll-Ist-Analysen unterzogen und bei Bedarf angepasst wird. Durch die aktive Steuerung von Zahlungsströmen wird der Zinssaldo optimiert.

Kreditrisiko/Kontrahentenrisiko/Produktrisiko/Risiko Payment Undertaker

Auf der Aktivseite stellen die ausgewiesenen Beträge gleichzeitig das maximale Bonitäts- und Ausfallsrisiko dar, da keine generellen Aufrechnungsvereinbarungen bestehen. Das Risiko bei Forderungen kann insgesamt als gering eingeschätzt werden, da die Mehrzahl der Kunden ohnedies bar bezahlt bzw. einem Bankeinzugsverfahren zugestimmt hat. Ferner besteht ein Großteil der offenen Forderungen gegenüber ausländischen Postgesellschaften, bei denen es sich um Vertragspartner bester Bonität handelt.

Soweit bei den finanziellen Vermögenswerten Ausfallsrisiken erkennbar sind, werden diese Risiken durch Wertberichtigungen erfasst. Zur Vermeidung von Kreditrisiken werden Finanzkontrakte nur mit Kontrahenten einwandfreier Bonität abgeschlossen. Aus diesem Grund wird das allgemeine Kreditrisiko aus den eingesetzten Finanzinstrumenten für gering gehalten.

Für Geldmarkttransaktionen bestehen festgelegte Handelslimits. Zur Begrenzung des Ausfallsrisikos bei Anleihen, Schuldverschreibungen und strukturierten Finanzierungen werden nur Papiere von Emittenten mit einem Rating von mindestens A (Moody´s bzw.- S & P Aquivalent) oder vergleichbarer Bonität herangezogen. Als Handelspartner für OTC-Transaktionen bzw. für in strukturierten Geschäften integrierte Transaktionen kommen gleichfalls nur Kontrahenten mit erstklassigen Bonitäten in Frage. Anteile an Investmentfonds werden nur an international anerkannten Kapitalanlagegesellschaften gehalten. Besonderes Augenmerk gilt auch der Liquidität und der Abwicklungssicherheit der abgeschlossenen Finanzprodukte.

___________________________________________________________________________________________

Im Rahmen einer Crossborder Leasing-Transaktion wurde durch eine Einmalzahlung die Verpflichtung zur Zahlung der Leasingraten einschließlich eines allfälligen EBO Payment an Payment Undertaker ausgelagert. Als Payment Undertaker wurden Kreditinstitute mit bester Bonität (Qualified Issuer) ausgewählt. Im Falle des Equity Payment Undertakers wurden Mindestratings vereinbart, wobei mit Unterschreiten dieser Grenzen zusätzliche Sicherheiten in Form von Wertpapieren vom Payment Undertaker beizubringen sind und bei weiterem Sinken des Ratings die Verpflichtung besteht, den Equity Payment Undertaker zu wechseln. Damit rechtzeitig auf die jeweilige Situation der Payment Undertaker reagiert werden kann, erfolgt quartalsweise eine Überprüfung des Ratings der aktuellen Payment Undertaker sowie des Ratings vergleichbarer Kreditinstitute. Zudem ist zu jedem Jahresabschluss von den Payment Undertakern in einer Saldenbestätigung über den planmäßigen Verlauf der Transaktionen zu berichten und die offenen Rückführungsraten bekannt zugeben. Zum 31.12.2008 waren die Mindestratings eingehalten.

Zinsänderungsrisiko

Das Zinsänderungsrisiko stellt das Risiko dar, das sich aus der Wertänderung von Finanzinstrumenten, anderen Bilanzposten oder zinsbedingten Zahlungsströmen infolge von Schwankungen von Marktzinssätzen ergibt. Das Zinsänderungsrisiko beinhaltet das Barwertrisiko bei fest verzinsten Bilanzposten und das Zahlungsstromrisiko bei variabel verzinsten Bilanzposten.

Ein Zinsänderungsrisiko liegt vor allem bei Forderungen und Verbindlichkeiten mit Laufzeiten über einem Jahr vor. Solche längeren Laufzeiten sind im operativen Bereich nicht von materieller Bedeutung, spielen jedoch bei Finanzanlagen und Finanzschulden eine Rolle.

Die Steuerung des Zinsänderungsrisiko im Finanzbereich orientiert sich am Portfeuilleansatz. Gesteuert werden grundsätzlich nicht Einzelpositionen, sondern das gesamte Finanzportfeuille unter Bedachtnahme auf die jeweilige Grundtransaktion. Zu diesem Zweck werden selektiv auch derivative Instrumente, wie Zinsswaps eingesetzt. Täglich wird das Finanzportefeuille der vorgegebenen Benchmark gegenübergestellt.

Währungsänderungsrisiko

Als Währungsänderungsrisiko wird der mögliche Verlust aus Marktveränderungen durch schwankende Wechselkurse angesehen.

Auf der Aktivseite ergeben sich keine Risiken aus Währungsänderungen, da Lieferungen nahezu zur Gänze auf Euro-Währungsbasis abgewickelt werden. Gleiches gilt grundsätzlich für die übrigen

originären Finanzinstrumente. Für künftige Fremdwährungszahlungen, resultierend aus bestehenden Vertragsverpflichtungen, wurden zur Absicherung des Wechselkurses Devisentermingeschäfte abgeschlossen.

___________________________________________________________________________________________

Organisatorische Risiken

Durch die Organisation der Tätigkeitsabläufe (wie z.B. Trennung von Handel und Buchführung von Finanztransaktionen, Sicherung von elektronischen Daten) sind organisatorische Risiken im Finanzbereich, so weit wie möglich, ausgeschaltet.

6. Mitglieder des Vorstandes und Aufsichtrates

Vorstand

GD Dr. Anton Wais (Vorsitzender des Vorstandes)
GD-Stv. Mag. Dr. Rudolf Jettmar (Stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes)
Dipl.-Ing. Dr. Herbert Götz
Dipl.-Ing. Walter Hitziger
Dipl.-Bwt. (FH) Carl–Gerold Mende seit 15.6.2008

___________________________________________________________________________________________

Aufsichtsrat

Dr. Peter Michaelis (Vorsitzender des Aufsichtsrates)
Dipl.Ing. Rainer Wieltsch (Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates)

Dieter Bock

Dr. Horst Breitenstein

Dr. Edith Hlawati

Dr. Gerhard Roiss

Gen.Dir.Dr. Karl Stoss

Dkfm. Hans Wehsely

Gerhard Fritz Helmut Köstinger Martin Palensky

Manfred Wiedner

Wien, am 06. Februar 2009

Der Vorstand

Dr. Anton Wais e.h. Mag. Dr. Rudolf Jettmar e.h. Generaldirektor Generaldirektor-Stellvertreter

Vorstandsdirektor Vorstandsdirektor Vorstandsdirektor

Dipl.-Ing. Walter Hitziger e.h. Dipl.-Ing. Dr. Herbert Götz e.h. Dipl.-Bwt. (FH) Carl–Gerold Mende e.h.

Österreichische Post Aktiengesellschaft, Wien Anlage A

Zusammensetzung des Anlagevermögens zum 31.12.2008

Unternehmensrechtliche Darstellung

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20
1. Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage 2
1.1. Wirtschaftliches Umfeld und Rahmenbedingungen 2
1.2. Struktur des Unternehmens 4
1.2.1 Division Brief 4
1.2.2 Division Paket & Logistik 4
1.2.3 Division Filialnetz 4
1.3. Geschäftsverlauf 2008 5
1.3.1 Umsatz- und Ertragslage 5
1.3.2 Gewinn- und Verlustrechnung 6
1.3.3 Vermögens- und Finanzlage 7
1.4. Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren 8
1.4.1 Cash-Flow 8
1.4.2 Ergebnis- und wertorientierte Kennzahlen 8
1.4.3 Mitarbeiter 9
1.4.4 Gesundheit und Arbeitssicherheit 9
1.4.5 Umwelt 9
1.4.6 Innovationsmanagement10
2. Risikomanagement11
2.1. Strategisches und operatives Risikomanagement11
2.2. Regulatorische und rechtliche Risiken12
2.3. Markt- und Wettbewerbsrisiken 14
2.4. Struktur der Dienstverhältnisse15
2.5. Technische Risiken16
2.6. Finanzielle Risiken16
3. Informationen gemäß § 243a UGB 17
4. Ausblick für 2009 18
5. Besondere Ereignisse nach dem Bilanzstichtag18

1. Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage

1.1. Wirtschaftliches Umfeld und Rahmenbedingungen

Die wirtschaftliche Entwicklung ist derzeit – induziert von der Finanzkrise – auch in Europa rückläufig. Das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) und das Institut für Höhere Studien (IHS) sind sich einig, dass die österreichische Wirtschaft 2008 weniger gewachsen ist als bis zur Jahresmitte vorausgesagt. Beide Institute errechneten für das Jahr 2008 ein Plus von nun mehr 1,8%.

___________________________________________________________________________________________

Zu erwarten ist auch, dass sich alle relevanten westlichen Märkte im Jahr 2009 in einer wirtschaftlichen Schrumpfungsphase befinden werden. Den aktuellen Prognosen nach wird der Wirtschaftsrückgang in Österreich 2009 0,5% nach Ansicht des Wifos bzw. 0,1% in der Prognose des IHS ausmachen. Die starke Abhängigkeit von den Exportmärkten (besonders von Deutschland) und die schwer vorhersehbare Reaktion des privaten Konsums ergeben aber einen überdurchschnittlich weiten Spielraum in der Prognoserechnung. Die globale Krise hat auch die osteuropäischen Länder voll erfasst. In den CEE-Ländern wird 2009 ein Rückgang von 0,4% (2008: plus 3,2%) erwartet.

Das geringe Wachstum wird mit einer niedrigeren Inflation einhergehen: Die Verbraucherpreise werden 2009 nur mehr um 1,5% (IHS) bzw. 1,2% (Wifo) zulegen (heuer 3,2%).

Für die Entwicklung des Brief- und Paketmarktes sind neben der Wirtschaftsleistung auch die Bevölkerungsentwicklung und die Zunahme der Anzahl der Haushalte eines Landes von Bedeutung. Ein Anstieg der Bevölkerung in Österreich um 0,4% in 2008 bedeutet eine Stütze des Transportvolumens – sowohl an Briefen, Werbesendungen als auch Paketen.

Als grundsätzlicher Trend wird die elektronische Substitution der Briefvolumen bestehen bleiben. Die gegenwärtige wirtschaftliche Entwicklung verursacht auch Veränderungen am Werbemarkt, der für das Transportvolumen der Post bedeutend ist. Es wird erwartet, dass sich der Werbemarkt verändert, positive Tendenzen in Form einer weiterhin guten Entwicklung für die direkte Kommunikation zeichnen sich ab. Direct Mailings zu Endkunden werden ihren Stellenwert in der Kommunikation ausbauen können. Die Entwicklung der Paketmengen wird in Einklang mit der wirtschaftlichen Entwicklung an Dynamik verlieren; mit anhaltendem intensivem Wettbewerb ist zu rechnen.

Anfang 2008 hat die EU mit Verabschiedung der dritten Post-Richtlinie (2008/6/EG) die vollständige Öffnung der europäischen Postmärkte beschlossen. Die meisten EU-Staaten - darunter auch Österreich – müssen ihre Märkte mit 1. Jänner 2011 öffnen.

Damit stellt sich die Frage der Finanzierung der kostenintensiven Versorgung der ländlichen Regionen. Die EU-Richtlinie sieht hierfür mehrere Möglichkeiten vor. Die Österreichische Post AG befürwortet die Abgeltung der Universaldienstkosten über eine Ausgleichszahlung, wie in der Richtlinie angeführt. Darüber hinaus erfordert der freie Markt auch größere Flexibilität der Österreichischen Post AG

hinsichtlich der Preisgestaltung für Geschäftskunden und Flexibilität in der Betriebsform von Geschäftsstellen. Einheitliche Qualitätsmess- und Kontrollsysteme sowie faire arbeitsrechtliche Bedingungen komplettieren die von der Österreichischen Post AG unterstützten Rahmenbedingungen.

___________________________________________________________________________________________

Die Österreichische Post AG, die sich zur flächendeckenden Versorgung in ganz Österreich und zur Aufrechterhaltung der hohen Servicequalität uneingeschränkt bekennt, hat ihre Vorstellungen bzw. Forderungen für die Neuordnung der Postversorgung in Österreich auch den politisch Verantwortlichen präsentiert. Im Rahmen eines "Runden Tisches" im Bundesministerium für Finanzen, am 19. November 2008, wurde seitens der neuen österreichischen Bundesregierung bis Mitte 2009 eine entsprechende Anpassung der rechtlichen Rahmenbedingungen zugesagt.

Quelle: IHS, Statistik Austria, WIFO; World Economic Outlook

1.2. Struktur des Unternehmens

1.2.1 Division Brief

Die Division Brief umfasst die drei Geschäftsfelder Briefpost, Infomail und Medienpost. Das Kerngeschäft besteht aus dem weltweiten Versand von Briefen und Postkarten, der Annahme und Zustellung von adressierten und unadressierten Werbesendungen, Zeitungen und Zeitschriften, der Zustellung von Sendungen aus der ganzen Welt an jeden Adressaten in Österreich sowie umfangreichen Service- und Zusatzleistungen aus dem Direct Marketing Bereich und Poststellenmanagement.

___________________________________________________________________________________________

Das Marktumfeld im Bereich für Briefsendungen – von Briefen, Werbesendungen bis hin zu Zeitschriften – war 2008 in Summe stabil. Volumensrückgänge, beziehungsweise Substitutionseffekte von Briefen durch elektronische Information werden durch neue Kommunikationsanforderungen bzw. durch neue Dienstleistungen kompensiert.

1.2.2 Division Paket & Logistik

Das Kerngeschäft der Division Paket & Logistik besteht in der Annahme, Beförderung und Zustellung von Paketen und Paletten. Ergänzt wird es durch ein auf die jeweiligen Märkte und Kunden zugeschnittenes Dienstleistungsangebot. Aufgrund der konsequent verfolgten Expansionsstrategie erzielt die Österreichische Post AG heute bereits rund zwei Drittel ihrer Umsätze in dieser Division außerhalb des Heimmarktes Österreich. Mit Ausnahme des österreichischen Marktes ist sie vor allem im Business-to-Business-Markt (B2B) tätig.

Der Paket- bzw. Logistikmarkt war im Jahr 2008 von wachsenden Mengen gekennzeichnet, die auch durch den rapiden Wirtschaftsabschwung Ende des Jahres nur geringfügig beeinträchtigt wurden. Die Internetbestellungen und der Internethandel zeigen wachsende Bedeutung.

1.2.3 Division Filialnetz

Die Österreichische Post AG bietet ihr komplettes Dienstleistungsprogramm derzeit an 1.500 eigenen und fremdbetrieblichen Postgeschäftsstellen an; weitere 400 Servicestellen stehen zur Verfügung und bieten ausgezeichneten Zugang zu Infrastruktur und Kommunikation.

Das Filialnetz der Österreichischen Post AG zählt zu den größten Privatkundennetzen und Anlaufstellen des Landes für Post- und Bankdienstleistungen. Darüber hinaus nimmt die Österreichische Post AG eine führende Position im Vertrieb von Telekommunikationsprodukten (Mobil- und Festnetztelefone) ein und betreibt gemeinsam mit der BAWAG PSK Bank für Arbeit und Wirtschaft und Österreichische Postsparkasse Aktiengesellschaft eines der größten Bankennetze Österreichs. Das Marktumfeld wird daher durch zahlreiche Mitbewerber aus unterschiedlichen Bereichen bestimmt. Dazu zählen etwa auch Banken oder Fachhändler für Kommunikations- oder Büroprodukte.

1.3. Geschäftsverlauf 2008

1.3.1 Umsatz- und Ertragslage

Der Geschäftsverlauf der Österreichischen Post AG entwickelte sich im Jahr 2008 äußerst zufriedenstellend. Obwohl es mit dem Markteintritt eines neuen Paketanbieters in Österreich zu einem Verlust zweier bedeutender Versandhandelskunden gekommen ist, konnte der Gesamtumsatz nahezu auf dem Niveau des Vorjahres gehalten werden.

___________________________________________________________________________________________

Die Verteilung dieses Umsatzes auf die einzelnen Divisionen zeigt die hohe Bedeutung der Division Brief, auf die ein Anteil von 77,9% am Gesamtvolumen entfällt. Die Division Paket & Logistik, trug mit 11,0% zum Umsatz bei, 11,2% erwirtschaftete die Division Filialnetz.

Mio EUR 2006 2007 2008 Veränderung
2007/2008
Umsatz gesamt 1.661,8 1.664,8 1.657,5 -0,4%
x Brief 1.272,8 1.279,3 1.290,7 +0,9%
x Paket & Logistik 199,2 198,8 181,6 -8,7%
x Filialnetz 189,6 186,5 185,2 -0,7%
x Sonstige 0,2 0,1 0,1 -47,8%

Umsatz nach Divisionen1)

1) Außenumsätze der Divisionen

Die Division Brief konnte beim Umsatz 2008 um 0,9% auf 1.290,7 Mio EUR zulegen. Das Geschäftsfeld Briefpost reduzierte sich geringfügig auf 776,1 Mio EUR während das Geschäftsfeld Infomail um 2,1% auf 379,7 Mio EUR stieg (adressierte und unadressierte Werbesendungen) und die Medienpost um 3,7% (Zustellung von Zeitungen und Zeitschriften) auf 134,9 Mio EUR.

Umsatz Division Brief nach Geschäftsfeldern

Mio EUR 2006 2007 2008 Veränderung
2007/2008
Briefpost 775,0 777,3 776,1 -0,2%
Infomail 368,8 371,8 379,7 +2,1%
Medienpost 129,0 130,1 134,9 +3,7%

In der Division Paket & Logistik verringerte sich der Umsatz 2008 um 8,7% auf 181,6 Mio EUR bedingt durch das Auftreten eines neuen Wettbewerbers am österreichischen Paketmarkt und den damit verbundenen Abgang zweier wichtiger Versandhandelskunden. Im Filialnetz ist der Umsatz von 186,5 Mio EUR auf 185,2 Mio EUR zurückgegangen.

1.3.2 Gewinn- und Verlustrechnung

Die Gewinn- und Verlustrechnung der Österreichischen Post AG für 2008 zeigt von der Struktur her folgendes Bild:

___________________________________________________________________________________________

Mio EUR 2006 2007 2008 Veränderung
2007/2008
Struktur
2008
Umsatzerlöse 1.661,8 1.664,8 1.657,5 -0,4% 100,0%
Sonstige betriebliche Erträge 55,9 64,3 73,3 +13,9% 4,4%
Materialaufwand
und
Aufwand
für
bezogene
Leistungen
-228,6 -234,3 -246,8 +5,3% 14,9%
Personalaufwand -1.034,2 -1.023,8 -996,4 -2,7% 60,1%
Sonstige
betriebliche
Aufwendungen
-261,6 -243,2 -226,8 -6,7% 13,7%
Beteiligungsergebnis 7,6 -5,4 -28,2 1,7%
EBITDA (Ergebnis vor Zinsen,
Steuern und Abschreibungen)
200,9 222,4 232,5 +4,6% 14,0%
Abschreibungen -97,4 -92,2 -75,9 -17,7% 4,6%
EBIT
(Ergebnis
der
betrieblichen Tätigkeit)
103,5 130,2 156,6 +20,3% 9,5%
Sonstiges Finanzergebnis 12,1 13,1 -2,9 0,2%
Ergebnis
der
gewöhnlichen
Geschäftstätigkeit
115,6 143,3 153,7 +7,3% 9,3%
Steuern -25,8 -38,7 -40,4 +4,4% 2,4%
Jahresüberschuss 89,8 104,6 113,3 +8,3% 6,8%

Der Personalaufwand ist mit einem Anteil von 60,1% am Gesamtumsatz der größte Aufwandsposten der Österreichischen Post AG. Er ist im Berichtszeitraum mit 996,4 Mio EUR um 2,7% zurückgegangen.

Der Materialaufwand einschließlich des Aufwandes für bezogene Leistungen erhöhte sich aufgrund der erhöhten Treibstoff- und Transportkosten um 5,3% auf 246,8 Mio EUR (14,9% vom Umsatz).

Der Aufwandsposten der Sonstigen betrieblichen Aufwendungen verringerte sich um 6,7% auf 226,8 Mio EUR.

Das EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) konnte somit um 4,6% auf 232,5 Mio EUR gesteigert werden. Die EBITDA-Marge beträgt 14,0%.

Die Abschreibungen auf das Sachanlage- und immaterielle Vermögen der Österreichischen Post AG beliefen sich 2008 auf 75,9 Mio EUR; dies ist ein Anteil von 4,6% des Umsatzes. Der Rückgang ist auf geringere außerplanmäßige Abschreibungen zurückzuführen.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) der Österreichischen Post AG verbesserte sich 2008 um 20,3% auf 156,6 Mio EUR.

Das Zinsen- und Wertpapierergebnis der Österreichischen Post AG verringerte sich im Geschäftsjahr 2008 von 13,1 Mio EUR auf -2,9 Mio EUR.

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Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) beträgt 153,7 Mio EUR. Es liegt damit um 7,3% über dem Vorjahresniveau.

Nach Abzug der Steuern im Ausmaß von 40,4 Mio EUR ergibt sich für das Jahr 2008 ein Jahresüberschuss in Höhe von 113,3 Mio EUR. Unter Berücksichtigung der Auflösung von unversteuerten Rücklagen und Kapitalrücklagen sowie des Gewinnvortrages beträgt der Bilanzgewinn somit 171,8 Mio EUR.

1.3.3 Vermögens- und Finanzlage

Aktiva %
2008
2008 2008 %
2008
Passiva
Sachanlagevermögen und
immaterielles Vermögen
30,9% 489,9 675,1 42,6% Eigenkapital
Finanzanlagen 38,0% 602,0 10,6 0,7% Unversteuerte
Rücklagen
Vorräte, Forderungen und
sonstige Vermögensgegen
stände und Rechnungsab
grenzungsposten
18,0% 286,6 629,3 39,7% Rückstellungen
Kassenbestand und
Guthaben bei
Kreditinstituten
13,1% 207,1 270,6 17,0% Verbindlichkeiten u.
Rechnungsab
grenzungsposten
Bilanzsumme 100,0% 1.585,6 1.585,6 100,0% Bilanzsumme

Bilanzstruktur nach Fristigkeit (in Mio EUR)

Die Bilanzsumme der Österreichischen Post AG zum 31. Dezember 2008 betrug 1.585,6 Mio EUR und hat sich damit im Vergleich zum Vorjahr um 7,7% verringert.

Die größten Posten des Sachanlagevermögens sind Grundstücke und Bauten mit einem Buchwert von 319,3 Mio EUR sowie Anlagen/Geschäftsausstattung mit 103,6 Mio EUR.

Die Finanzanlagen – sie erreichen einen Wert von insgesamt 602,0 Mio EUR – beinhalten größtenteils Anteile an verbundenen Unternehmen sowie Wertpapiere des Anlagevermögens.

Die Bilanzposition "Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände" enthält Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (173,9 Mio EUR) sowie sonstige Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen (30,4 Mio EUR) als größte Posten. Der Posten "Guthaben bei Kreditinstituten" hat sich im Jahr 2008 von zuvor 262,0 Mio EUR auf 207,1 Mio EUR verringert.

Auf Basis des Eigenkapitals von 675,1 Mio EUR und der unversteuerten Rücklagen von 10,6 Mio EUR ergibt sich zum 31. Dezember 2008 eine Eigenkapitalquote von 43,2%.

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Die Rückstellungen in Höhe von 629,3 Mio EUR sind größtenteils langfristiger Natur und beinhalten unter anderem Rückstellungen für Abfertigungen, Jubiläumsgelder und Rückstellungen für Personalunterauslastung.

Die Verbindlichkeiten und Passiven Rechnungsabgrenzungsposten der Österreichischen Post AG in Höhe von 270,6 Mio EUR gingen gegenüber dem Vorjahr um 5,0% zurück.

1.4. Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

1.4.1 Cash-Flow

Mio EUR 2006 2007 2008
Cash-Flow aus dem Ergebnis 268,5 269,2 199,9
+/- Veränderungen im Nettoumlaufvermögen -38,8 +25,1 +9,1
=
Cash-Flow aus Geschäftstätigkeit
229,7 294,3 208,9
+/- Cash-Flow aus Investitionstätigkeit -188,9 -157,0 -2,7
=
Free Cash-Flow
40,8 137,2 206,2
+/- Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit -25,8 -90,3 -261,1
=
Nettoveränderung liquider Mittel
15,0 46,9 -54,8

1.4.2 Ergebnis- und wertorientierte Kennzahlen

Das Capital Employed der Österreichischen Post AG beträgt 783,2 Mio. EUR nach 823,3 Mio EUR in 2007. Der Return on Capital Employed hat sich von 16,1% auf 19,5% verbessert.

Ergebnis-Kennzahlen 2006 2007 2008
EBITDA-Marge1) % 12,1 13,4 14,0
EBIT-Marge 2) % 6,2 7,8 9,5
ROE3) % 13,4 15,2 18,1
ROCE4) % 14,0 16,1 19,5
Capital Employed Mio EUR 796,2 823,3 783,2

1) EBITDA-Marge = EBITDA/Umsatz

2) EBIT-Marge = EBIT/Umsatz

3) Return on Equity = Jahresüberschuss/Eigenmittel zum 1.1. abzüglich Dividende

4) Return on Capital Employed = EBIT/durchschnittliches Capital Employed

1.4.3 Mitarbeiter

Der durchschnittliche Personalstand der Österreichischen Post AG reduzierte sich 2008 um 378 oder 1,6% auf nunmehr 22.667 Mitarbeiter (Vollzeitkräfte). Der überwiegende Teil der Mitarbeiter ist in der Division Brief tätig (fast zwei Drittel), gefolgt von Filialnetz sowie Paket & Logistik.

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Mitarbeiter nach Divisionen 1)
-------------------------------- --
Gesamt 23.509 23.045 22.667 100,0%
Sonstige 1.220 1.288 1.791 7,9%
Filialnetz 5.177 4.997 4.843 21,4%
Paket & Logistik 1.976 1.912 1.600 7,1%
Brief 15.136 14.848 14.433 63,6%
2006 2007 2008 Anteil in
Prozent

1 ) Jahresdurchschnitt, Vollzeitkräfte

Die Österreichische Post AG hat in den letzten Jahren den Frauenanteil in ihrer Belegschaft laufend erhöht. Er ist mittlerweile auf mehr als ein Drittel angewachsen. Die meisten Frauen sind im Filialnetz tätig (Anteil von über 50%). Von der Altersstruktur her fördert die Österreichische Post AG besonders die Beschäftigung junger Mitarbeiter: Über 40 % der Mitarbeiter sind unter 40 Jahre alt. Das Durchschnittsalter aller Beschäftigten der Österreichischen Post AG beträgt rund 40 Jahre.

1.4.4 Gesundheit und Arbeitssicherheit

Arbeitsicherheit und Gesundheitsschutz sowie betriebliche Gesundheitsförderung sind Schlüsselelemente unserer Unternehmenspolitik. Motivierte Mitarbeiter sind Basis unseres auf menschlicher Arbeitskraft aufgebauten Logistikkonzepts, das den bestmöglichen Service für unsere Kunden gewährleistet. Eine gesunde und sichere Arbeitsumgebung ist dafür eine unabdingbare Voraussetzung. Wir streben eine betriebliche Gesundheitsförderungs- und Arbeitssicherheitskultur als integralen Bestandteil aller in unserem Unternehmen zu verrichtenden Tätigkeiten an und bekennen uns zu unserer sozialen Verantwortung auch in Bezug auf das Wohlbefinden unserer Mitarbeiter.

1.4.5 Umwelt

Die Österreichische Post AG bekennt sich zu ihrer Verantwortung, einen Beitrag zum schonungsvollen Umgang mit Ressourcen zu leisten. Wo technisch möglich und wirtschaftlich sinnvoll werden umweltund ressourcenschonende Maßnahmen gesetzt. Die Optimierung der Transportlogistik brachte eine erhebliche Reduktion des Treibstoffverbrauches und führte somit zu einer Entlastung der Umwelt und der Transportkosten. Per Ende 2008 standen bereits 77 erdgasbetriebene Fahrzeuge zum Einsatz dies ermöglichte aufgrund des geringeren Treibstoffverbrauches eine Reduktion des jährlichen CO2- Ausstoßes. Die Zentralisierung der Sammlung und Verwertung von "Wertstoffen" (Altpapier, Kartonagen, Kunststoff) reduzierte die Entsorgungskosten.

1.4.6 Innovationsmanagement

Ein wesentlicher Schlüssel zum Erfolg in sich verändernden Märkten liegt in der Entwicklung und Markteinführung innovativer Produkte, die den Bedürfnissen der Kunden entgegenkommen. Die Österreichische Post AG hat im Geschäftsjahr 2008 eine Vielzahl solcher Lösungen umgesetzt. Beispiele dafür sind der "Paketaufgabeschein Online" im Paketbereich und "Postaufgabe über Postfach" in der Division Filialnetz, die den Kunden Zeit ersparen. Durch die kontinuierliche Verbesserung der Betriebsmittel konnten Kosten signifikant eingespart werden und gleichzeitig der Arbeitsalltag für Mitarbeiter in Hinsicht auf Komfort und Gesundheit verbessert werden. Innovationsmanagement bedeutet dabei für die Österreichische Post AG auch das Schaffen von Rahmenbedingungen wie etwa einer offenen Unternehmenskultur, die nachhaltig Innovationen ermöglichen.

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2. Risikomanagement

2.1. Strategisches und operatives Risikomanagement

Die Österreichische Post AG ist – als international tätiges Post- und Logistikdienstleistungsunternehmen – im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit unterschiedlichen Risiken ausgesetzt. Mit diesen strategischen und operativen Risiken setzt sich das Unternehmen bewusst auseinander. Durch die Konzentration auf das Kerngeschäft sowie die jahrzehntelange Erfahrung in diesem Geschäft ist es der Österreichischen Post AG möglich, Risiken frühzeitig zu identifizieren, diese zu bewerten und geeignete Vorsorgemaßnahmen zur Sicherung zu setzen.

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Das strategische Risikomanagement befasst sich mit der Identifizierung und Evaluierung strategischer Geschäftsrisiken und trifft die Entscheidung darüber, ob und inwieweit strategische Risiken eingegangen werden. Ziel des strategischen Risikomanagements ist es, alle wesentlichen strategischen Risiken, die die Erreichung der strategischen Unternehmensziele gefährden, so weit wie möglich zu kontrollieren.

Kernpunkt des operativen Risikomanagements bildet die Identifizierung, Evaluierung und Beherrschung von wesentlichen Risiken aus der operativen Geschäftstätigkeit. Dieser Prozess wird von Schlüsselpersonen in den Divisionen und den Geschäftsfeldern getragen. Die nunmehr divisional angelegte Organisationsstruktur gliedert sich in drei operativ tätige Divisionen bzw. fünf Geschäftsfelder sowie in unterstützende und beratende Zentral- und Serviceeinheiten. Die Tochtergesellschaften der Österreichischen Post AG werden dabei im Wesentlichen, je nach Tätigkeitsschwerpunkt, den einzelnen Divisionen und Geschäftsfeldern zugeordnet. Die in den jeweiligen Einheiten bestehenden wesentlichen Geschäftsrisiken werden identifiziert und laufend beobachtet. Auf dieser Basis werden angemessene Risikomaßnahmen, wie z.B. Backups oder Notfallpläne, festgelegt. Im Zuge der regelmäßigen Planungs- und Ergebnisgespräche erfolgt eine Berichterstattung über die wesentlichen Risikofelder durch die zuständigen Leiter. Zusätzlich wurden in den einzelnen ergebnisverantwortlichen Unternehmenseinheiten Risikoverantwortliche festgelegt, die die Risiken überwachen und evaluieren und darüber zumindest quartalsweise Bericht erstatten. Das Ergebnis der Risikoeinschätzung mündet in ein standardisiertes Reporting.

Weitere zentrale Instrumente der Risikoüberwachung und -kontrolle sind konzernweite Richtlinien über den Umgang mit wesentlichen Risiken, den Planungs- und Controllingprozessen sowie der laufenden Berichterstattung. Die Richtlinien umfassen beispielsweise die Festsetzung und Kontrolle von Limitkategorien und Handlungsabläufen zur Begrenzung finanzieller Risiken sowie die strikte Einhaltung des Vier-Augen-Prinzips. Diese Richtlinien sind Teil des internen Kontrollsystems und stellen unter anderem die ordnungsgemäße interne und externe Finanzberichterstattung sicher. Der Planungsund Controllingprozess dient als Frühwarnsystem und als Basis für die Beurteilung der Wirksamkeit der eingeleiteten Steuerungsmaßnahmen.

Besondere Bedeutung kommt dabei dem transparenten Berichtswesen zu – vor allem auch gegenüber den Aufsichtsorganen.

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Wesentliche Risikofaktoren der Österreichischen Post AG sind im Überblick:

2.2. Regulatorische und rechtliche Risiken

Die Österreichische Post AG erwirtschaftet einen erheblichen Teil ihres Umsatzes im reservierten Postdienst. Eine vollständige Freigabe des Postmarktes ist in der EU derzeit ab 1.1.2011 vorgesehen. Daraus ergeben sich Risiken einer Marktanteilsveränderung. Die Neugestaltung der rechtlichen Rahmenbedingungen, insbesondere im Rahmen des für den Zeitraum nach der vollständigen Liberalisierung neu zu erlassenden Postgesetzes für Österreich, kann erhebliche negative Auswirkungen auf die Ergebnisentwicklung der Österreichischen Post AG haben. Die EU-Richtlinie 2008/6/EG enthält keine Rechtssicherheit, dass das Postgesetz für Österreich mit bestimmten Inhalten erlassen wird.

Die Österreichische Post AG ist verpflichtet, in ganz Österreich im Rahmen des Universaldienstes ein Mindestangebot von Postdienstleistungen in vergleichbarer Qualität anzubieten. Als Abgeltung für diese kostenintensive Verpflichtung wurde der Gesellschaft der reservierte Postdienst übertragen. Es ist derzeit noch nicht absehbar, ob die Gesellschaft weiterhin zur Erbringung des Universaldienstes, gegebenenfalls sogar unter der Auflage der Führung unrentabler Betriebsstandorte, verpflichtet bleibt, wenn der reservierte Postdienst vollständig aufgehoben wird, ohne dafür eine adäquate Abgeltung zu erhalten. Sofern es infolge der Liberalisierung zu keiner Gleichbehandlung im Hinblick auf Beschäftigungsverhältnisse und gesetzliche Leistungsanforderungen zwischen der Österreichischen Post AG und ihren Mitbewerbern und einer adäquaten Abgeltung des Universaldienstes kommt, ist eine signifikante Ergebnisbelastung für die Österreichischen Post AG nicht auszuschließen.

In der Öffentlichkeitsarbeit der Österreichischen Post AG nimmt die Thematik der Liberalisierung im Dialog mit allen Stakeholdern großen Raum ein. Das Unternehmen sieht es als seine Aufgabe, auf die derzeit ungeklärten Aspekte der Abgeltung des Universaldienstes und der Problematik einer asymmetrischen Marktöffnung hinzuweisen.

Die Österreichische Post AG geht derzeit nicht davon aus, dass sie verpflichtet wird, ihren Mitbewerbern Zugang zu Teilleistungen einzuräumen. In einem solchen Fall könnten diese jedoch in besonders lukrativen Marktsegmenten Postdienstleistungen selbst erbringen und in weniger lukrativen Marktsegmenten auf Teilleistungen der Österreichischen Post AG zurückgreifen. Dies könnte zu Ergebnisbeeinträchtigungen führen.

Im Zuge der Liberalisierung könnte die Umsatzsteuerbefreiung der Österreichischen Post AG im Zusammenhang mit der Erbringung von Postdiensten aufgehoben werden. In diesem Fall würde das Unternehmen versuchen, die Preisstruktur kundenseitig zu adaptieren – wobei die marktmäßige Durchführbarkeit nicht sichergestellt ist. Profitieren würde die Österreichische Post AG jedoch durch eine wesentliche Erhöhung der verrechenbaren Umsatzsteuer- (Vorsteuer) beträge.

Mit zunehmender Liberalisierung des Postmarktes könnte die Österreichische Post AG gezwungen sein, für bestehende Betriebsanlagen nachträglich gewerberechtliche Genehmigungen zu beantragen.

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Die Österreichische Post AG unterliegt bei der Preisfestsetzung im Universaldienst einschließlich des reservierten Bereichs rechtlichen Einschränkungen; die Entgelte für die betroffenen Leistungen bedürfen entweder einer vorherigen Genehmigung oder unterliegen einer nachträglichen Kontrolle. Die Gesellschaft kann deshalb im Bereich des Universaldienstes nur eingeschränkt durch Preisanpassungen auf Marktveränderungen reagieren.

Seit 1. Jänner 2008 haben die Telekom-Control-Kommission (TKK) und die Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH in Umsetzung der Postgesetz-Novelle 2006 die Funktion der Regulierungsbehörde vom Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie übernommen. Die Kompetenzen der Regulierungsbehörde sind zwar unverändert gleich geblieben; es könnten aber in der Vollziehung der maßgeblichen Regelungen des Postgesetzes Unterschiede zur bisher gängigen Praxis auftreten. So befindet sich die Österreichische Post AG derzeit etwa in einer rechtlichen Auseinandersetzung über die Befugnisse der TKK im Zusammenhang mit der Rabattgewährung, da diese ihre Zuständigkeit weiter auslegt, als es der Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie getan hat. Der Ausgang dieser rechtlichen Auseinandersetzung könnte sich gegebenenfalls auf die Eigenständigkeit der Österreichischen Post AG bei der Rabattgewährung einschränkend auswirken.

Im europäischen Verkehr drängt das Abrechnungssystem nach dem "Agreement for the Remuneration of Mandatory Deliveries of Cross-Border Mails" (REIMS III) das Abrechnungssystem des Weltpostvereins zurück. Bei REIMS III handelt es sich um eine Vereinbarung über Endvergütungen im grenzüberschreitenden Postdienst, dem jedoch nur 23 europäische Postunternehmen angehören. Die Parteien des REIMS III gehen davon aus, dass diese Vereinbarung – wie ihre Vorgängerregelung (REIMS II) - gemäß Art. 81 (3) EG-Vertrag vom Kartellverbot freigestellt ist. Die Abrechnung des grenzüberschreitenden Postdienstes mit den Postgesellschaften in den anderen EU-Ländern setzt bioder multilaterale Vereinbarungen mit diesen voraus.

Über das regulatorische Umfeld im Postmarkt hinaus muss die Österreichische Post AG im Rahmen ihres ordentlichen Geschäftsbetriebs eine Vielzahl von rechtlichen Beschränkungen beachten. So sind die vertraglichen und faktischen Gestaltungsspielräume des Unternehmens etwa durch wettbewerbsrechtliche Regelungen eingeschränkt. Die kartellrechtliche Zulässigkeit von Vereinbarungen und Geschäftspraktiken der Österreichischen Post AG war in der Vergangenheit bereits Gegenstand kartellrechtlicher Untersuchungen und Verfahren. Sonstige rechtliche Risiken ergeben sich auch aus nicht vorhersehbaren Gerichtsverfahren mit Mitbewerbern und Kunden.

Zur bestmöglichen Vermeidung von Ergebnisbeeinträchtigungen durch regulatorische und rechtliche Risiken ist die Österreichische Post AG bestrebt, in ihren Kernprozessen eine Erweiterung der Wertschöpfung zu erzielen, um ihren Kunden noch bessere Leistungen anzubieten und eine Qualitätsoptimierung zu erzielen. Darüber hinaus beabsichtigt die Österreichische Post AG, vermehrt

Umsätze im bereits liberalisierten Bereich zu erwirtschaften.

2.3. Markt- und Wettbewerbsrisiken

Sollte das Wirtschaftswachstum in Österreich weiter nachlassen, könnte dies zu einer Abschwächung der Nachfrage führen. Sollten sich die derzeitigen Prognosen zum Wirtschaftswachstum weiter verschlechtern, so müssten Planungsprämissen verworfen werden. Dem Geschäftsmodell könnte die Planungssicherheit entzogen werden. Ferner erwirtschaftet das Unternehmen einen nicht unbedeutenden Anteil des Umsatzes mit einer geringen Anzahl von Großkunden. Der wirtschaftlich erfolgreiche Bestand der Großkunden ist wesentlich für die stabile Entwicklung der Österreichischen Post AG. Großkunden sind vertraglich nicht verpflichtet, ihre Postsendungen von der Österreichischen Post AG befördern zu lassen und könnten sich entscheiden, mittelfristig zumindest einen Teil ihrer Postsendungen Wettbewerbern der Österreichischen Post AG zur Zustellung zu übergeben. Klassische Briefsendungen könnten zunehmend durch E-Mail oder andere elektronische Medien ersetzt werden.

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Die Österreichische Post AG sieht sich im Brief und vor allem im Paketmarkt zunehmendem Wettbewerb ausgesetzt. Insbesondere das Business-to-Consumer (B2C)-Paketgeschäft – hier nimmt die Österreichische Post AG eine führende Stellung am österreichischen Markt ein – ist einerseits von der wirtschaftlichen Entwicklung ihres Kundensegments und andererseits vom sich durch das etwaige Auftreten weiterer alternativer Anbieter verschärfenden Wettbewerb abhängig, sodass ein entsprechender Umsatzausfall nicht ausgeschlossen werden kann. Das Unternehmen ist bestrebt, Kunden durch attraktive Leistungsangebote an sich zu binden. Des Weiteren wird dem Mengenrückgang infolge von E-Mail-Substitution durch neue Produkte und Dienstleistungen, etwa im Bereich Infomail oder im Business-to-Business (B2B)-Geschäft und vor allem entlang der Wertschöpfungskette, entgegengewirkt. Die Diversifikation auf mehrere Märkte trägt dazu bei, Risiken einzelner Branchen weit zu streuen bzw. gering zu halten.

Ein wesentlicher Bestandteil der Strategie der Österreichischen Post AG ist Wachstum durch Akquisitionen und Kooperationen. Dabei ist es wichtig, passende Akquisitionsziele zu finden und erworbene Unternehmen erfolgreich zu integrieren. Die zukünftige Rentabilität dieser Projekte ist in hohem Maß vom Investitionsvolumen bzw. von den Akquisitionspreisen sowie politischen, wirtschaftlichen und gesetzlichen Faktoren abhängig. Alle Investitionsmaßnahmen müssen daher strikten finanziellen Kriterien gerecht werden.

In der Division Filialnetz sind die Erträge aus Finanzdienstleistungen vom Markterfolg des Kooperationspartners BAWAG PSK Bank für Arbeit und Wirtschaft und Österreichische Postsparkasse Aktiengesellschaft, die Erträge im Kommunikationsgeschäft vom Markterfolg des Kooperationspartners Telekom Austria AG abhängig.

Insgesamt kann sich das geringere Wirtschaftswachstum belastend auf die Volumens- und Marktentwicklung bei Briefen, Werbesendungen und Paketen auswirken, und somit kann die wirtschaftliche Entwicklung an Dynamik verlieren.

2.4. Struktur der Dienstverhältnisse

Bei einem Großteil der Mitarbeiter der Österreichischen Post AG kommen öffentlich-rechtliche Dienstverhältnisse (Beamtendienstrecht) zur Anwendung, aus denen sich Besonderheiten der dienstrechtlichen Verwendung ergeben. Durch die bestehenden rechtlichen Bedingungen kann es bei einem Großteil der Belegschaft zu keiner Kapazitätsanpassung im Falle von Mengenverlusten kommen, außerdem ist keine Anpassung des Gehaltsniveaus an eventuell niedrigere Marktkonditionen möglich. Das Beamtendienstrecht führt insgesamt zu einer geringen Kostenflexibilität. Die Österreichische Post AG ist im Zuge der Vorbereitung auf den liberalisierten Markt immer mehr mit den Grenzen der dienstrechtlichen Verwendungsmöglichkeiten für die ihr zugewiesenen Beamten konfrontiert. Die Lösung dieser Problematik nimmt im Dialog mit dem verantwortlichen Gesetzgeber eine besondere Rolle ein.

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Aus Änderungen des Poststrukturgesetzes 1996 und den laufenden Änderungen des Beamtendienstrechts können sich für die Österreichische Post AG, soweit bei dieser Regelung nicht auf die spezielle Wettbewerbssituation der Österreichischen Post AG Rücksicht nehmen, zusätzliche Belastungen und unerwartete Mehrkosten ergeben, auf deren Entstehen sie keinen Einfluss hat. Der österreichische Gesetzgeber hat vorgesehen, dass die für Beamte auf Bundesebene 2008 getroffene Pensionskassenregelung sinngemäß auf die der Gesellschaft zugewiesenen Beamten anzuwenden wäre, was gegebenenfalls einen erhöhten Personalaufwand für die Österreichische Post AG bedeuten könnte, falls diese Regelung tatsächlich auf die Gesellschaft anzuwenden ist.

Zur Erhöhung des Qualifikationsniveaus der Mitarbeiter wurden umfassende Maßnahmen gesetzt. Darüber hinaus wurde eine besondere Betriebsvereinbarung betreffend Maßnahmen zur Milderung der Folgen von Restrukturierungsmaßnahmen abgeschlossen. Der Strukturthematik im Bereich der Bediensteten begegnet die Österreichische Post AG mit zunehmend flexibleren Arbeitsprozessen und Arbeitszeitmodellen.

Unternehmen der Österreichischen Post AG bedienen sich – wie in der Paketzustell-, Zeitungszustellund Werbemittelverteilbranche üblich – zur Beförderung und Zustellung von Sendungen selbstständiger Subunternehmer, die zum Teil aus dem EU-Ausland kommen. Die Qualifikation der Tätigkeit von (ausländischen) Subunternehmern ist immer im Rahmen eines beweglichen Systems gradueller Kriterien, und zwar in einer Gesamtbetrachtung der Merkmale nach Zahl und Gewicht, vorzunehmen. Dies setzt voraus, dass auf eine Einzelfallbetrachtung abzustellen ist. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die zuständigen Gerichte und Verwaltungsbehörden einzelfallbezogen die Unzulässigkeit dieser Form der Beschäftigung feststellen und Verwaltungsstrafen aussprechen und darüber hinaus auch verwaltungs-, insbesondere gewerberechtliche Sanktionen auferlegen.

2.5. Technische Risiken

Die Österreichische Post AG ist in hohem Maße auf die Unterstützung durch komplexe technische Systeme angewiesen und setzt bei der Erbringung ihrer Dienstleistungen maßgeblich auf die Unterstützung durch Datenverarbeitungssysteme, moderne Kommunikationsmedien und andere technische Einrichtungen. Vor diesem Hintergrund hat die Österreichische Post AG in den vergangenen Jahren umfangreiche Investitionen vorgenommen, um ihr Verteilnetz zu modernisieren. Die Leistungserbringung des Unternehmens hängt dabei von der Funktionsfähigkeit weniger, wichtiger Standorte ab. Weiters ist nicht absehbar, ob es im Vorfeld der für die Vorbereitung auf den liberalisierten Markt durchzuführenden Umstrukturierungen zu kurz- oder längerfristigen kollektiven Arbeitsniederlegungen seitens der Belegschaft kommt. Sollten technische Systeme vorübergehend oder endgültig ausfallen oder längerfristige kollektive Arbeitsniederlegungen stattfinden, könnte dies zu Störungen des Geschäftsablaufs und zu Verlusten von Reputation und Kunden führen sowie zusätzliche Kosten verursachen. Zur Bewältigung dieser technischen und operativen Risiken wurden Sicherheitsmaßnahmen, Prozesse und Regulatorien festgelegt, die verschiedenste Eventualitäten abdecken und einen reibungslosen Ablauf sicherstellen.

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2.6. Finanzielle Risiken

Finanzielle Risiken der Österreichischen Post AG umfassen das Liquiditätsrisiko, das Kredit- /Kontrahenten-/Produktrisiko, das Zinsänderungsrisiko, das Währungsänderungsrisiko sowie organisatorische Risiken. Eine detaillierte Darstellung der finanziellen Risiken findet sich im Anhang zum Jahresabschluss der Österreichischen Post AG.

3. Informationen gemäß § 243a UGB

Das Grundkapital der Österreichischen Post AG beträgt 350.000.000 EUR und ist geteilt in 70.000.000 Stück auf Inhaber lautende Stückaktien. Es liegen keine Stimmrechtsbeschränkungen oder Syndikatsvereinbarungen vor, die der Gesellschaft bekannt sind.

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In der Hauptversammlung der Österreichischen Post AG am 22. April 2008 wurde der Vorstand ermächtigt eigene Aktien im Ausmaß von 10% des Grundkapitals nach den Bestimmungen des Aktiengesetzes und des Börsegesetzes zweckneutral gemäß §65 Abs. 1 Z 8 AktG zu erwerben. Die Laufzeit dieser Ermächtigung beträgt 18 Monate.

Weitere Details zum Aktienrückkauf-Programm finden sich im Anhang des Jahresabschlusses der Österreichischen Post AG, Punkt 3.4 Eigenkapital.

Die Republik Österreich hält über die Österreichische Industrieholding AG (ÖIAG) 51% der Anteile an der Österreichischen Post AG. Der Gesellschaft sind keine anderen Aktionäre bekannt, die mehr als 10% der Anteile halten. Auf Basis der in Umlauf befindlichen Aktien (67.552.638 Stück nach Rückkauf von 2.447.362 Aktien im Rahmen des Rückkauf-Programmes) beträgt der Anteil der Österreichischen Industrieholding AG (ÖIAG) 52,8%.

Soweit der Gesellschaft bekannt ist, gibt es keine Inhaber von Aktien mit besonderen Kontrollrechten. Mitarbeiter, die auch Aktionäre der Österreichischen Post AG sind, üben ihre Stimmrechte individuell aus. Es existieren keine sich nicht unmittelbar aus dem Gesetz ergebenden Bestimmungen über die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie über die Änderung der Satzung der Gesellschaft.

Genehmigtes Kapital: Gemäß § 5 der Satzung der Österreichischen Post AG ist der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrates ermächtigt, bis fünf Jahre nach Eintragung der Satzungsänderung in das Firmenbuch das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu 175.000.000 EUR durch Ausgabe von bis zu 35.000.000 Stück neue auf Inhaber lautende Stückaktien gegen Bareinlagen zu erhöhen und den Ausgabekurs sowie die Ausgabebedingungen festzusetzen. Die Satzungsänderung wurde am 18. März 2006 in das Firmenbuch eingetragen.

Bedingtes Kapital: Gemäß § 5 der Satzung der Österreichischen Post AG ist der Vorstand ermächtigt, bis fünf Jahre nach Eintragung der Satzungsänderung in das Firmenbuch verzinsliche Wandelschuldverschreibungen auszugeben, mit denen ein Umtausch- oder Bezugsrecht in bis zu 35.000.000 Stück auf Inhaber lautende Aktien ohne Nennwert (Stückaktien) im Gesamtbetrag von insgesamt bis zu 175.000.000 EUR verbunden ist. Zu diesem Zweck wurde das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu EUR 175.000.000 durch Ausgabe von bis zu 35.000.000 Stück auf Inhaber lautende Stückaktien mit Stimmrecht bedingt erhöht. Die Satzungsänderung wurde am 21. April 2006 in das Firmenbuch eingetragen.

Es gibt keine bedeutsamen Vereinbarungen, an denen die Gesellschaft beteiligt ist, die bei einem Kontrollwechsel in der Gesellschaft in Folge eines Übernahmeangebotes wirksam werden, sich wesentlich ändern oder enden.

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Es gibt keine Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern oder Arbeitnehmern für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebotes.

4. Ausblick für 2009

Die international unsicheren Rahmenbedingungen erschweren die Prognosegenauigkeit für die nächsten Perioden. Das Ziel der Österreichischen Post AG für das Jahr 2009 ist es, weiter an der Optimierung ihrer internen Leistungsprozesse zu arbeiten und gleichzeitig strategische Wachstumspläne zu verfolgen.

    1. Intensivierung der Wachstumsstrategie im In- und Ausland
    1. Der Ausbau alternativer Betreibermodelle im Filialnetz
    1. Erhöhung des Anteils privater Zustellung und Sortierung im Brief- und Paketbereich

Damit werden Schritte gesetzt, die es der Österreichischen Post AG auch weiterhin ermöglichen, die dauerhafte flächendeckende Versorgung der österreichischen Bevölkerung mit hochqualitativen Postdienstleistungen sicherzustellen.

5. Besondere Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Es gab keine besonderen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag.

Wien, am 6. Februar 2009

Der Vorstand

Dr. Anton Wais e.h. Mag. Dr. Rudolf Jettmar e.h. Generaldirektor Generaldirektor-Stellvertreter

Vorstandsdirektor Vorstandsdirektor Vorstandsdirektor

Dipl.-Ing. Walter Hitziger e.h. Dipl.-Ing. Dr. Herbert Götz e.h. Dipl.-Bwt. (FH) Carl–Gerold Mende e.h.

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