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Österreichische Post AG

Annual Report Mar 13, 2008

752_10-k_2008-03-13_484578f4-610b-4546-8a7f-77800afc13fa.pdf

Annual Report

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Österreichische Post AG

Jahresfinanzbericht 2007

Geschäftsbericht und UGB Jahresabschluss der Österreichischen Post AG

Österreichische Post AG

Was bringt die Post?

Was Sie schon immer über die Post wissen wollten.

Inhalt

Vorwort des Vorstands

Corporate Governance

  • Vorstand
  • Aufsichtsrat
  • Statement des Aufsichtsratsvorsitzenden
  • Corporate Governance Kodex
  • Aktionäre
  • Vergütungsbericht
  • Directors' Dealings

Aktie und Investor Relations

  • Postmarkt in Europa
  • Marktliberalisierung als regulatorische Herausforderung
  • Erfolgsfaktoren und Strategie
  • Wachstum durch Akquisitionen
  • Division Brief
  • Division Paket & Logistik
  • Division Filialnetz
  • Verantwortung und nachhaltige Entwicklung
  • Unsere Vision: Starke Cash-Flows durch Spitzenleistung

64 Konzernlagebericht 2007

  • Wirtschaftliches Umfeld und Rahmenbedingungen
  • Geschäftsverlauf 2007
  • Ausblick 2008
  • Division Brief
  • Division Paket & Logistik
  • Division Filialnetz

84 Konzernabschluss 2007

  • Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
  • Konzernbilanz
  • Konzern-Cash-Flow-Statement
  • Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals
  • Konzernanhang
  • Uneingeschränkter Bestätigungsvermerk
  • Bericht des Aufsichtsrats

Service

  • Geschichte der Post
  • Glossar allgemein
  • Glossar betriebswirtschaftlich
  • Stichwortverzeichnis
  • Kennzahlenüberblick

Kennzahlen

Österreichische Post

Die Österreichische Post auf einen Blick

  • Starkes Kerngeschäft und attraktive Marktpositionen
  • Wachstumschancen in Zentral- und Osteuropa und in Nischenmärkten Westeuropas
  • Stetiges Streben nach Verbesserung und höherer Effizienz
  • Hoher Cash-Flow und solide Bilanzstruktur
  • Attraktive Dividendenpolitik

Highlights 2007

  • Konzernumsatz +33,3 % auf 2.315,7 Mio EUR signifikant gesteigert
  • Erfolgreiche und wertschaffende Akquisitionen1 2007
  • Weber Escal (Kroatien, unadressierte Werbesendungen)
  • Scanpoint Europe (Deutschland, Digitalisierung und Verwaltung von Dokumenten)
  • meiller direct (Deutschland, Direct Mail Production)
  • Road Parcel und Merland Expressz (Ungarn, Paket)
  • Scherübl Transport (Österreich, temperaturgeführte Speziallogistik)
  • DDS und VOP (Niederlande/Belgien, Kombifracht, Speziallogistik)
  • ST Media (Kroatien, unadressierte Werbesendungen)
  • City Express (Serbien, Paket- und Expressunternehmen)
  • Übernahme eines Anteils von 5 % am Konsortium zur Übernahme des Bankpartners BAWAG PSK
  • EBIT +32,0 % auf 162,8 Mio EUR gesteigert
  • Cash-Flow aus dem Ergebnis bei 292,4 Mio EUR (+5,3 %)

1 Scanpoint per 31. 1. 2007; meiller direct per 31. 7. 2007; Road Parcel und Merland Expressz per 2. 5. 2007; Scherübl Transport per 25. 4. 2007; DDS und VOP per 1. 10. 2007 und City Express per 12. 11. 2007

Entwicklung der Kennzahlen

Umsatz (Mio EUR) EBIT (Mio EUR)

Cash-Flow aus dem Ergebnis (Mio EUR) Dividende (EUR/Aktie)

1 Zuzüglich Sonderdividende 1,00 EUR/Aktie

Kennzahlen Österreichische Post

Veränderg.
2005 2006 2007 2006/2007
in %
Gewinn- und Verlustrechnung
Umsatz Mio EUR 1.701,6 1.736,7 2.315,7 +33,3
%
EBITDA (Ergebnis vor Zinsen,
Steuern und Abschreibungen) Mio EUR 223,8 231,7 292,7 +26,3
%
EBITDA-Marge % 13,2
%
13,3
%
12,6
%
-
EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) Mio EUR 103,0 123,3 162,8 +32,0
%
EBIT-Marge % 6,1
%
7,1
%
7,0
%
-
EBT (Ergebnis vor Steuern) Mio EUR 100,9 130,5 164,9 +26,3
%
Periodenergebnis Mio EUR 99,91 99,8 122,6 +22,9
%
Ergebnis je Aktie2 EUR 1,43 1,43 1,75 +22,9
%
Mitarbeiter
(Periodendurchschnitt, Vollzeitkräfte) 25.192 24.456 25.764 +5,3
%
Cash-Flow
Cash-Flow aus dem Ergebnis Mio EUR 283,1 277,6 292,4 +5,3
%
Cash-Flow aus Geschäftstätigkeit Mio EUR 298,0 238,0 295,9 +24,3
%
Erwerb von Sachanlagen (Cash out) Mio EUR 73,6 63,6 96,8 +52,4
%
Erwerb von Tochterunternehmen Mio EUR -10,3 60,1 71,9 +19,5
%
Free Cash-Flow Mio EUR 205,4 95,4 153,4 +60,8
%
Bilanz
Bilanzsumme Mio EUR 1.563,0 1.901,6 2.058,6 +8,3
%
Langfristiges Vermögen Mio EUR 997,4 1.272,9 1.361,9 +7,0
%
Kurzfristiges Vermögen Mio EUR 542,6 614,9 694,3 +12,9
%
Zur Veräußerung gehaltene
langfristige Vermögenswerte Mio EUR 23,0 13,8 2,4 -82,3
%
Eigenkapital Mio EUR 762,1 821,4 874,3 +6,4
%
Langfristige Verbindlichkeiten Mio EUR 361,3 564,0 598,0 +6,0
%
Kurzfristige Verbindlichkeiten Mio EUR 439,6 516,2 586,3 +13,6
%
Bilanzkennzahlen
Verzinsliches Fremdkapital Mio EUR -369,1 -607,6 -711,5 +17,1
%
Verzinsliche Aktiva Mio EUR 397,1 433,7 538,1 +24,1
%
Nettoverschuldung Mio EUR 28,0 -173,9 -173,4 -0,3
%
Eigenkapitalquote % 48,8
%
43,2
%
42,4
%
-
Eigenkapitalrentabilität (ROE) % 13,6
%
13,8
%
16,3
%
-
Capital Employed Mio EUR 694,3 935,0 992,2 +6,1
%
Return on Capital Employed (ROCE) % 13,8
%
15,1
%
16,9
%
-

1 Inkl. 9,8 Mio EUR aus dem Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen

2 Bezogen auf 70 Mio Aktien

Kennzahlen der operativen Divisionen

Veränderg.
Mio EUR 2003 2004 2005 2006 2007 2006/2007
in %
Umsatz gesamt 1.585,2 1.654,4 1.701,6 1.736,7 2.315,7 +33,3
%
Division Brief 1.208,9 1.255,3 1.290,8 1.311,3 1.381,0 +5,3
%
Division Paket & Logistik 180,7 199,0 211,8 227,1 738,6 +225,3
%
Division Filialnetz 184,0 196,2 193,8 194,4 192,1 -1,2
%
EBIT gesamt 28,1 82,2 103,0 123,3 162,8 +32,0
%
Division Brief 112,8 235,3 268,9 271,6 274,3 +1,0
%
Division Paket & Logistik -30,3 -16,7 10,4 20,8 12,8 -38,5
%
Division Filialnetz -15,2 -10,2 8,7 11,5 13,6 +18,2
%

1.209 1.255 1.291 1.311 1.381 1.500 1.000

Umsatz Brief (Mio EUR) Umsatz Paket & Logistik (Mio EUR)

Umsatz Filialnetz (Mio EUR)

Kennzahlen der Post Aktie

Veränderg.
2005 2006 2007 2006/2007
in %
Post Aktie
Kurs per Ende Dezember EUR - 36,10 23,99 -33,5
%
Höchst-/Tiefstkurs (Schlusskurs) EUR - 39,50/21,50 37,25/20,95 -
Dividende je Aktie (für Geschäftsjahr) EUR 0,572 1,001 1,401 +40,0
%
Sonderdividende je Aktie EUR - - 1,00 -
Marktkapitalisierung
per Ende Dezember Mio EUR - 2.527,0 1.679,3 -33,5
%
Anzahl der Aktien
per Ende Dezember Stück 10.000 70.000.000 70.000.000 -
Streubesitz % 0,0
%
49,0
%
49,0
%
-

1 Vorschlag an die Hauptversammlung am 22. April 2008

2 Bezogen auf 70 Mio Aktien

Finanzkalender 2008

22. April 2008 Hauptversammlung 2008
6. Mai 2008 Dividendenzahltag und Ex-Dividendentag
(Basisdividende 1,40 EUR1
)
16. Mai 2008 Zwischenbericht 1. Quartal 2008
14. August 2008 Zwischenbericht 1. Halbjahr 2008
5. September 2008 Dividendenzahltag und Ex-Dividendentag
(Sonderdividende 1,00 EUR1
)
13. November 2008 Zwischenbericht 1.–3. Quartal 2008

Entwicklung der Post Aktie

www.post.at

Was bringt die Post?

13 Fragen und Antworten finden Sie auf den folgenden 144 Seiten.

Stark positioniert im Markt – erfolgreich im Wettbewerb

Investmentprofil

Das Geschäftsmodell der Österreichischen Post be ruht auf einem starken Kerngeschäft und attraktiven Marktpositionen. Den Herausforderungen eines stei genden Wettbewerbs begegnet das Unternehmen mit stetigem Wan del und laufender Profitabilitäts ver besserung. Veränderungen am Postmarkt werden aktiv mitgestaltet.

Vor allem in Österreich nimmt die Österreichische Post in sämtlichen Geschäftsbereichen eine führende Marktstellung ein, die eine solide Basis für die Ent wicklung von Erträgen und Cash-Flows bildet. Zu sätz lich sicherte sich das Unternehmen in den letz ten Jahren durch Akquisitionen auch in vielen weiteren Ländern führende Marktanteile so wohl im Paket- als auch im Briefgeschäft.

Seit dem Börsegang im Mai 2006 hat die Österreichi sche Post etwa 225 Mio EUR in Akquisitionen in ves tiert. Das stabile Geschäft im Heimmarkt wird so mit heute durch attraktive Postitionen in Wachs tums märkten ergänzt. Mittlerweile werden bereits 27 % des Umsatzes außerhalb Österreichs generiert.

Eine weitere positive Entwicklung soll einerseits durch neue Angebote für bestehende Kun den und anderer seits durch die Erschließung neuer Märkte mit be ste henden Dienstleistungen erzielt werden. Dies auch durch selektive Akquisitionen und Kooperationen. Derartige Trans ak tio nen führt die Post prinzipiell mit großer Umsicht durch. Als wichtigstes Kriterium für Akquisi tionen hat die Österreichische Post für den Return on Invested Capital (ROIC) vor Steuern einen Wert von zumindest 12 % im dritten Jahr der Integra tion definiert.

Die Österreichische Post hat in den letzten Jahren be wiesen, dass sie zu enormem Wandel fähig ist. Die Produktivität wurde stetig erhöht, die Kapazitäten wurden den Gegebenheiten und Kundenbedürfnis sen angepasst. Dies alles führte zu einer gewaltigen Ergebnisverbesserung. Stetige Profitabilitätsstei ge rung und Verbesserung der operativen Performance bilden auch in Zukunft die zentrale Her aus for derung für das Management der Österreichi schen Post.

Die Österreichische Post verfügt über eine solide Bilanz und generiert hohe Cash-Flows. Im Kapital markt posi tioniert sie sich damit als solider Versor gungstitel mit attraktiver Dividendenpolitik. Dieses Investment profil ist vor allem für dividendenorientierte Investo ren von Bedeutung.

Auf einen Blick

  • Starkes Kerngeschäft und attraktive Markt positionen
  • Wachstumschancen in Zentral- und Osteuropa und in Nischenmärkten Westeuropas
  • Stetiges Streben nach Verbesserung und höherer Effizienz
  • Hoher Cash-Flow und solide Bilanzstruktur
  • Attraktive Dividendenpolitik

Kann man aus der Vergangen heit die Zukunft ableiten? [1]

Die Österreichische Post: Ein moderner europäischer Postdienstleister

Die Österreichische Post hat sich in den vergangenen Jahren durch zahlreiche Verbesserungs maß nah men zu einem modernen Dienstleistungsunter neh men entwickelt: Umfangreiche High-Tech-Investi tio nen in das Logistiknetzwerk, das nun zu den moderns ten Europas zählt, und konsequente Optimierung der in ternen Prozesse führten zu einer deutlichen Effizienz steigerung.

Die Kennzahlen der vergangenen Jahre belegen den Wandel eindrucksvoll. Sowohl Umsatz als auch Er trag konnten regelmäßig deutlich gesteigert werden. Auch in Zukunft werden kontinuierliche Moder nisierun gen und Optimierungen die hohe Effizienz, Qua li tät und Modernität der Produkte und Dienstleis tungen der Österreichischen Post sicherstellen.

Die Profitabilität wurde laufend gesteigert. Die Mit ar bei terkapazitäten wurden kontinuierlich dem Be darf angepasst.

[1] Kann man aus der Vergangenheit die Zukunft ableiten?

Die Österreichische Post hat es in den vergangenen Jahren geschafft, durch stetige Verbesserungsmaßnahmen ihre Produktivität zu erhöhen und ihre Ertrags kraft kontinuierlich zu steigern. Dieses Ziel der Wertsteigerung verfolgen wir auch weiterhin mit Nachdruck.

1 Periodendurchschnitt, in Vollzeitkräften

Meilensteine 2007

Jänner Die Übernahme von Weber Escal bringt einen Marktanteil von über 40 %
im kroatischen Direct Marketing-Markt.
Mit dem Erwerb von 51 % der auf die Digitalisierung von Dokumenten
spezialisierten Scanpoint Europe setzt die Österreichische Post
ihre Expansion fort.
Mai Die Übernahme von Road Parcel Logistics Services und Merland Expressz
Logistics Services bringt den Einstieg in den ungarischen Paketmarkt.
Mit der Übernahme von 74,7 % an Scherübl Transport sichert sich die
Österreichische Post in Österreich die Spezialkompetenz für Pharmatransporte.
Die Österreichische Post beteiligt sich mit 5 % am Konsortium
zur Übernahme der BAWAG PSK.
Juni Die Österreichische Post wird nationaler Förderer der UEFA EURO 2008™.
Juli Die Österreichische Post übernimmt den deutschen Direct Marketing
Dienstleister meiller direct.
August Durch die Beteiligung an Van Osselaer Pieters Colli Service (VOP) und
Dedicated Distribution Services (DDS) steigt die Österreichische Post auch
in den belgischen und den niederländischen Paketmarkt ein.
Oktober Mit dem Einsatz von Erdgasfahrzeugen in der Zustellung unterstreicht
die Österreichische Post ihr Bekenntnis zum Klimaschutz.
Die Übernahme der ST Media stellt einen weiteren wichtigen Expansionsschritt
im kroatischen Markt für unadressierte Werbesendungen dar.
November Die Österreichische Post steigt mit der Übernahme von City Express
in den serbischen und montenegrinischen Paketmarkt ein.
Dezember Nach dem Eintritt eines Mitbewerbers und dem Verlust von Marktanteilen
präsentiert die Österreichische Post ein Drei-Punkte-Strategieprogramm zur
Stabilisierung und Neupositionierung der Division Paket & Logistik in Österreich.

Das Unternehmen im Überblick

Division Brief

Die Division Brief umfasst die drei Geschäftsfelder Briefpost, Infomail und Medien post. Das Kerngeschäft besteht aus der Annahme, Sortierung und Zustellung von Briefen, Postkarten, adressierten Werbesendungen, unadressierten Werbe sendun gen, Zeitungen und Regionalmedien. Zugestellt wird an jede Abgabe stelle in Österreich – und zwar täglich. Ergänzt wird das Leistungs spektrum durch neue Business Services entlang der Wertschöpfungskette für Geschäftspost und Werbepost (Analyse, Beratung und Planung, Adressmanage ment, Produktion, Poststellenmanagement, intelligentes Scanning, Responsemanagement).

Division Paket & Logistik

Die Division Paket & Logistik ist mit eigenen Gesellschaften in Österreich, Deutsch land, Belgien, den Niederlanden, der Slowakei, Ungarn, Serbien und Kroatien tätig. Ihr Kerngeschäft besteht aus der Annahme und Zustellung von Paketen und Paletten sowie aus umfangreichen Zusatzleistungen. Die Österreichische Post und ihre Tochtergesellschaften verfügen in ihren Märkten über eine flächendeckende Infrastruktur und mit ihrem breiten Spektrum an hochwertigen Dienstleistungen durchgängig über eine hervorragende Marktposition. Mit dem Partnernetzwerk EURODIS steht der Division Paket & Logistik weiters eine westeuropäische Netz anbindung zur Verfügung.

Division Filialnetz

Der Geschäftsbereich Filialnetz betreibt mit 1.313 eigenen Filialen und insgesamt 611 externen Standorten ein leistungsfähiges und flächendeckendes Vertriebs netz in ganz Österreich. Postdienstleistungen, Bankdienstleistungen und ein breites Sortiment an Handelswaren sind die wesentlichen Elemente des Produkt- und Dienstleistungsangebots.

Briefpost ■ Annahme von Briefsendungen an ca. 25.000 Stellen in Österreich
■ Zustellung von durchschnittlich 4,5 Mio Briefsendungen pro Tag an 3,9 Mio Abgabestellen in Österreich
■ Täglich, flächendeckend, in höchster Qualität zugestellt (über 95 % der Briefe im Inland
am nächsten Werktag)
■ Poststellenmanagement bei Großkunden
Infomail ■ Zustellung von 2,6 Mio adressierten Werbesendungen pro Tag in Österreich
■ Zustellung von 19,1 Mio unadressierten Werbesendungen pro Tag in Österreich, der Slowakei,
Ungarn und Kroatien
■ Erstellung von Geomarketing-Streuplänen für adressierte und unadressierte Sendungen
■ Service- und Zusatzleistungen aus dem Bereich Direct Marketing
(Adressmanagement, Lettershop-Leistungen, Marktstudien)
Medienpost ■ Zustellung von 2,6 Mio Zeitungen und Zeitschriften pro Tag in ganz Österreich mit größter Zuverlässigkeit
■ Service- und Zusatzleistungen aus dem Bereich Abo-Marketing
Österreich ■ 46,3 Mio Pakete im Jahr 2007
■ 6 eigene Verteilzentren
■ 21 eigene Zustellbasen
Westeuropa ■ 51,2 Mio Sendungen, 114,6 Mio Pakete und 2,2 Mio Paletten
■ 60 Depots, davon 8 Hubs
■ Zusätzlich 3 Warehousing-Standorte
Zentral- und
Osteuropa1
■ 9,0 Mio Sendungen
■ 15,5 Mio Pakete
■ 7 Hubs und 62 Depots
Postdienst-
leistungen
Handling der Produkte und Dienstleistungen der Divisionen Brief sowie Paket & Logistik,
Filialprodukte (Postfach, Urlaubsfach und Freimachungsservice), Betreuung der KMU-Kunden und
Verkauf von Philatelieprodukten (Sondermarken)
Handelswaren Breites Sortiment an Telekommunikationsprodukten (Mobil, Festnetz und Internet) sowie
postaffine Handelswaren und Dienstleistungen: Papier-, Büro- und Schreibwaren, Papeterie,
Technik/Entertainment (CD, DVD), Lotterieprodukte
Bankdienst-
leistungen
Verkauf von Bankdienstleistungen der PSK BANK aus den Produktbereichen Sparen/Konto/Kredit/
Vorsorge/Versicherungen/Wertpapiere/Bausparen
■ 1.313 eigene Filialen und 2 Post.Mobile sichern landesweite Versorgung
■ 1 Post.Mobil Philatelie und 2 Philatelie.Shops
■ 195 Post.Partner mit ausgewählten Post- und Finanzdienstleistungen;
Betreiber sind Handels- und Gewerbebetriebe, aber auch Gemeinden und Tourismusverbände
■ 340 Post.Servicestellen vorwiegend in Gemeindeämtern nehmen Briefe, Pakete und Erlagscheine
entgegen und bieten die Möglichkeit zur Abholung von Sendungen
■ 76 Post.Abholstellen in Gemeindeämtern bieten die Möglichkeit zur Abholung von Sendungen

Vorwort des Vorstands

Sehr geehrte Damen und Herren, verehrte Aktionärinnen und Aktionäre!

Positive Geschäftsentwicklung

In einem insgesamt sehr herausfordernden Jahr hat sich die Österreichische Post 2007 wieder ausgespro chen positiv entwickelt. Wir setzen damit unseren erfolgreichen Kurs fort, der bereits ab 2002 mit der Restrukturierung des Unternehmens und der gezielten Transformation zu einem modernen internationalen Postdienstleister begonnen hat. 2007 war ein Jahr reich an Impulsen, in dem der Österreichischen Post auf vielen Gebieten sehr erfreuliche Erfolge ge lun gen sind.

Auch die Zahlen belegen dies: Mit einer neuerlichen Steigerung von mehr als 30 % sowohl beim Umsatz als auch beim EBIT konnten wir beweisen, dass wir nicht nur im Inlandsgeschäft erfolgreich arbeiten, son dern dass auch unsere Internationalisierung kon krete Erfolge bringt. Immerhin stammten 2007 be reits 27 % des Konzernumsatzes aus unseren Tochter ge sell schaf ten im Ausland. In Summe haben wir das Konzern-EBIT im Vergleich zu 2003 fast versechsfacht. In diesem Zusammenhang gilt unser Dank allen Mit arbeitern des Unternehmens.

Expansion und Internationalisierung

Einen wesentlichen Schwerpunkt bildete auch 2007 die Erweiterung des Konzerns durch Akquisitionen und – ebenso wichtig – die zügige Integration der neuen Tochtergesellschaften. Wir sind dadurch nicht nur im Volumen insgesamt gewachsen und konnten damit belegen, dass auch in stark umkämpften Märk ten deutliches Wachstum möglich ist. Gleich zeitig haben wir auch unser Leistungsportfolio und unseren geografischen Radius in sehr attraktiver Weise ausgebaut.

Neben einer Erweiterung der Wertschöpfungskette im Bereich Brief – z. B. in Richtung Scanning-Dienst leistungen, Dokumentenmanagement und internatio nale Direct Marketing-Aktivitäten – ist es vor allem gelungen, die Österreichische Post im Paketgeschäft noch stärker als europäischen Player zu verankern. Ins besondere konnten wir die Nische Health Care/Life Sciences in Westeuropa besetzen und haben daneben auch zwei ungarische Paketgesellschaften erworben. Eine zentrale Rolle spielte im Berichtszeit raum natür lich die Ende 2006 erworbene trans-o-flex, die 2007 vollständig in die Gruppe integriert werden konnte und bereits einen Beitrag zu Umsatz und Er gebnis geleistet hat.

Wir sind nun in West- sowie in Südosteuropa in all jenen Märkten präsent, mit denen Österreich enge Handelsbeziehungen hat. Als Partner international tätiger Unternehmen haben wir damit die Basis für organisches Wachstum im Paketge schäft geschaffen, das durch eine Forcierung der Aktivitäten im österreichischen B2B-Geschäft noch verstärkt werden soll. Vom lokalen B2C-Anbieter hat sich die Österreichi sche Post zu einem Nischenplayer entwickelt. Dies ist eine gute Voraussetzung, um für die großen inter nationalen Paketgesellschaften ein idealer Koopera tionspartner zu sein.

Stabiles Briefgeschäft

Ein durchwegs erfreuliches Bild zeigt auch die Betrach tung des Geschäftsverlaufs in den einzelnen Divisio nen. So hat sich das Briefgeschäft bei stabilen Volu mina 2007 besser entwickelt als ursprünglich er wartet und verzeichnete wieder eine erfreuliche Umsatz stei ge rung von rund 5 %. Wesentlich dazu beigetragen hat die Bereicherung unseres Portfolios durch neu erwor bene Unternehmen, die das angestrebte Wachs tum entlang der Wertschöpfungs kette in attraktiver Weise ermöglicht haben. Beispiele da für sind etwa die Akquisition des österreichischen Unternehmens Scan point, spezialisiert auf die Digita lisierung von Doku menten, oder des deutschen Direct Marketing-Spezialisten meiller direct. Auch im kroatischen Markt für unadressierte Werbesendungen haben wir uns mit der Übernahme von Weber Escal und ST Media im ver gangenen Jahr erfolgreich etabliert.

Von links nach rechts: Dr. Anton Wais, Generaldirektor Dipl.-Ing. Walter Hitziger, Vorstandsdirektor Mag. Dr. Rudolf Jettmar, Generaldirektor-Stellvertreter Dipl.-Ing. Dr. Herbert Götz, Vorstandsdirektor

Umstrukturierung im österreichischen Paketgeschäft

Die Entwicklung des Paketgeschäfts zeigte sich im vergangenen Jahr zwiespältig. Während im Ausland durch die Übernahme mehrerer Unternehmen wie erwähnt eine sehr erfreuliche Tendenz vorherrschte, waren wir in Österreich durch den Marktauftritt eines Mitbewerbers mit dem Abgang von zwei wichtigen Kunden konfrontiert. Dies war natürlich schmerzhaft, bedeutet aber gleichzeitig eine Herausforderung, in deren Bewältigung wir auch großes Potenzial sehen. Unsere Antwort besteht in einem unmittelbar einge leiteten Drei-Punkte-Programm für die Repositionie rung des Paketgeschäfts in Österreich. Dieses Maß - nahmenpaket, das vor allem auf eine Änderung des Produkt-Mix und eine Forcierung des B2B-Geschäfts abzielt, umfasst drei wesentliche Schwerpunktbe reiche:

Zum einen wird eine Verbesserung unserer Leistung in der Paketzustellung vorgenommen. Als wichtigste Neuerung werden wir das sogenannte "24-Stunden-Premium-Paket" auf den Markt bringen, das schon im Laufe des nächsten Tages zugestellt werden wird. Zusätzliche Serviceleistungen sind etwa die freie Wahl des Zustellorts oder der Zustellzeit über ein Call Center bzw. auch die Möglichkeit der Samstag zustellung.

Darüber hinaus erfolgt eine Redimensionierung der Paketlogistik. Sie soll deutlich reduziert und zwecks Nutzung zusätzlicher Synergien zum Teil in das be stehende Brief-Netzwerk integriert werden.

Und schließlich möchten wir mit einer Verkaufs offen sive unseren Marktanteil im B2B-Geschäft von derzeit 5 % bis zum Jahr 2011 auf 20 % steigern.

Neue Produkte im Filialnetz

Unser Geschäftsbereich Filialnetz – mit 1.313 eigenen Filialen und 611 externen Standorten das größte flächendeckende Vertriebsnetz in ganz Österreich – leistete auch 2007 wieder einen positiven Beitrag zu Konzernumsatz und -ergebnis. Postdienstleistungen, Finanzdienstleistungen und ein breites Sortiment an Handelswaren sind die wesentlichen Elemente seines Angebots. Einen wichtigen Impuls setzten wir hier im Berichtszeitraum mit unserer 5 %-Beteiligung am Konsortium zur Übernahme der BAWAG PSK. Dies stärkt nicht nur unseren Marktauftritt, sondern bietet auch die Chance eines wertsteigernden Investments. Vor allem eröffnet uns diese Beteiligung die Mög lich keit, das Finanzdienstleistungsgeschäft in unserem Filialnetz aktiv mitzugestalten und zu forcieren. Unser dichtes, landesweites Netz bietet in Sachen Kunden zugang einen erheblichen Wettbewerbsvor teil und soll durch neue Produkte und die Aufstockung der Zahl an Finanzberatern noch stärker genutzt wer den. Ziel ist eine Ausweitung des Finanzgeschäfts und da mit unserer Commission Fees.

Positiver Ausblick

Optimistisch sehen wir vor dem Hintergrund all dieser Entwicklungen und Maßnahmen auch die Zukunft der Österreichischen Post insgesamt. Unter Annahme eines weitgehend stabilen Volumens an Briefsen dun gen und Direct Mails, eines Anstiegs im internationa len Paketgeschäft sowie eines wettbewerbsbe dingten Rückgangs im österreichischen Paketgeschäft erwar ten wir für 2008 eine Umsatzsteigerung von bis zu 3 %. Das EBIT wird aufgrund der Neupositio nie rung des Paketgeschäfts in Österreich geringfügig unter dem hohen Wert von 2007 zu liegen kommen. In den kommenden Jahren sollte es jedoch wieder kontinuier lich steigen, um in unseren Zielkorridor für die EBIT-Marge von 7 % bis 8 % zurück zukehren.

Weiterhin stark werden sich unsere Cash-Flows präsentieren und damit auch in Zukunft eine gute Grund lage für die geplanten Investitionen in Anlagen und Akquisitionen sowie für Dividenden bilden. Basierend auf dieser stabilen Entwicklung und unserer soliden Bilanz setzen wir – neben anderen Maßnahmen zur Optimierung der Kapitalstruktur – weiterhin auf eine attraktive Dividendenpolitik. Zur Verbesserung unserer Kapitalstruktur werden wir der nächsten Hauptver sammlung zusätzlich zur Ausschüttung einer Basis dividende von 1,40 EUR/Aktie eine Sonder dividende von 1,00 EUR/Aktie vorschlagen sowie die Geneh migung zur Durchführung eines Aktienrück kauf pro gramms in Höhe von maximal 10 % des Grund kapitals für die darauffolgenden 18 Monate zur Ent scheidung vorlegen.

Dr. Anton Wais Mag. Dr. Rudolf Jettmar Dipl.-Ing. Dr. Herbert Götz Dipl.-Ing. Walter Hitziger Generaldirektor Generaldirektor-Stellvertreter Vorstandsdirektor Vorstandsdirektor

Wie wird die Post geführt? [2]

Corporate Governance

Die Österreichische Post AG ist eine an der Wiener Börse notierte Aktiengesellschaft nach österreichi schem Recht. Sie unterliegt den gesetzlichen Vor schriften über die Leitung und Überwachung von Aktiengesell schaften. Gemäß dem dualistischen System des öster reichischen Aktienrechts wird die Ge sellschaft vom Vorstand geleitet und vom Auf sichts rat überwacht.

Vorstand

Der Vorstand leitet unter eigener Verantwortung die Gesellschaft, wie das Wohl des Unternehmens unter Berücksichtigung der Interessen der Aktionäre und der Arbeitnehmer sowie des öffentlichen Interesses es erfordert.

Aufgrund der notwendigen Integration der jüngsten Akquisitionen im Paketbereich (trans-o-flex, Slovak Parcel Service, In-Time, Overseas Express, Merland Expressz, Road Parcel und City Express) und der Er weiterung des Dienstleistungsportfolios in der Division Brief (Weber Escal, Scanpoint, meiller direct, ST Media) wurde der seit 1. Jänner 2007 zu Vorstands - direktor Dipl.-Ing. Hitziger ressortierende Geschäfts bereich Paket & Logistik ab Anfang August interimis tisch auf Generaldirektor Dr. Wais übertragen. Eine neue Vorstandsposition für diesen Bereich wurde im Jänner 2008 ausgeschrieben. Zur Wahrnehmung von unternehmensübergreifenden funktionalen Aufgaben wurden einzelnen Vorstandsmitgliedern Konzernfunk tionen zugeordnet.

Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle relevanten Fragen der Geschäftsentwicklung einschließlich der Risiko lage und des Risikomanagements in der Ge sell schaft und in den wesentlichen Konzernunter nehmen. Vor stand und Aufsichtsrat sehen es dabei als ge mein same Aufgabe, die ausreichende Versor gung des Auf sichts rats mit den erforderlichen Infor ma tionen sicherzustellen. Im Sinne guter Corporate Governance finden offene Diskussionen zwischen Vorstand und Auf sichtsrat und innerhalb dieser Organe statt. Darüber hinaus hält der Aufsichts rats vorsitzende regelmäßig Kontakt mit dem Vor stands vorsitzenden und diskutiert mit ihm die Strategie, die Geschäfts entwicklung und das Risikomanage ment des Unternehmens.

Mag. Dr. Dipl.-Ing. Dr. Dipl.-Ing.
Dr. Anton Wais Rudolf Jettmar Herbert Götz Walter Hitziger
Divisionen ■ Paket & Logistik1 ■ Filialnetz ■ Brief
Zentrale ■ Generalsekretariat ■ Finanz- und ■ Vertriebskoordination ■ Produktion
Funktionen, ■ Strategie und Rechnungswesen und Marketing und Logistik
Konzern- Konzernentwicklung ■ Unternehmenscontrolling
funktionen ■ Personalmanagement ■ Treasury
■ Strategisches Human ■ Personaladministration
Resources Management ■ Informationstechnologie
■ Public Relations ■ Recht
■ Investor Relations ■ Zentraler Einkauf
■ Compliance & ■ Corporate Real Estate
Corporate Governance
■ Konzernrevision

Unternehmensorganisation und Vorstandsbereiche (Stand 31. Dezember 2007)

1 Seit Anfang August 2007

Dr. Anton Wais Vorstandsvorsitzender, Generaldirektor, Division Paket & Logistik

Geboren 1948, Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Wien. Anschließend Tätigkeit im Kabinett BM Josef Staribacher, danach 20 Jahre im Siemens-Konzern, zuletzt als Mitglied des Vorstands der Siemens AG Österreich mit Verantwortung für die Bereiche Verkehrstechnik, Energieübertragung und -verteilung sowie Energieerzeugung. Juli 1999 Bestellung zum Mitglied und Vorsitzenden des Vor stands der Österreichischen Post AG. Ab 8. August 2007 interimistische Leitung der Division Paket & Logistik. Das aktuelle Mandat läuft bis 30. Juni 2012.

Mag. Dr. Rudolf Jettmar Stellvertretender Vorstandsvorsitzender, Finanzvorstand

Geboren 1947, Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Wien sowie der Betriebswirt schafts lehre an der Wirtschaftsuniversität Wien. Tätigkeit in diversen Steuerberatungskanzleien, Fachprüfungen für Steuerberater sowie für Buchprüfer und Steuer berater. 1982 bis 1999 Mitglied des Vorstands der Öster reichischen Verkehrskreditbank. August 1999 Bestellung zum Finanzvorstand und zum Stellver tre tenden Vorstandsvorsitzenden der Österreichischen Post AG. Das aktuelle Mandat läuft bis 30. Juni 2012.

Dipl.-Ing. Dr. Herbert Götz

Vorstandsdirektor, Division Filialnetz

Geboren 1963, Studium an der Technischen Univer si tät Wien, Fachrichtung Maschinenbau. Assistent am Institut für Robotik und Regelungstechnik der TU Wien, Referent für Industriepolitik in der Vereini gung Öster reichischer Industrieller, wirtschaftspolitischer Berater und Kabinettschef von Vizekanzler Busek. Ab 1995 bei der Siemens AG Österreich, zu letzt als Bereichsleiter Information und Communi ca tion Networks. März 2004 Bestellung zum Vor stands mitglied der Österreichischen Post AG. Das aktuelle Mandat läuft bis 31. Dezember 2011.

Dipl.-Ing. Walter Hitziger Vorstandsdirektor, Division Brief

Geboren 1960, Studium des Wirtschaftsingenieur wesens für Maschinenbau an der Technischen Uni ver si tät in Graz. Tätigkeit in der Steirerbrau AG – Stei ri sche Brauindustrie AG, bei Agiplan Planungsgesell schaft sowie der Econsult Betriebsberatungs gesell schaft in Wien. Ab 1997 Mitglied des Vorstands der bauMax Handels AG mit Verantwortung für Einkauf und Logis tik. Mai 2004 Berufung in den Vorstand der Öster reichischen Post AG. Von 1. Jänner 2007 bis 7. August 2007 zusätzlich für die Division Paket & Logistik verantwortlich. Das aktuelle Mandat läuft bis 31. Dezem ber 2011.

[2] Wie wird die Post geführt?

Das Unternehmen wird vom Vorstand eigenverantwortlich, wertorientiert und mit langjährigem Geschäfts-Know-how geführt. Dies geschieht auf Basis des Aktiengesetzes und des Unternehmensgesetzbuches (UGB) im Einklang mit dem Österreichischen Corporate Governance Kodex.

Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat sieht es neben der Überwachung des Vorstands als seine Aufgabe, diesen im Rahmen der Leitung des Unternehmens, insbesondere bei Ent schei dungen von grundlegender Bedeutung, zu unter stützen. Die Anzahl der Sitzungen sowie die wesentlichen Inhalte werden im Bericht des Auf sichts rats (Seite 138) dargestellt.

Der Aufsichtsrat hat durch Beschluss aus seiner Mitte für spezifische Angelegenheiten Ausschüsse gebildet.

  • Dem Präsidium obliegt die Regelung der Bezie hun gen zwischen der Gesellschaft und den Mit glie dern des Vorstands, mit Ausnahme von Be schlüs sen auf Bestellung oder Widerruf der Be stellung eines Vorstandsmitglieds sowie auf Ein räumung von Optionen auf Aktien der Gesell schaft. Das Präsi dium nimmt auch die Funktionen des Vergütungs ausschusses in Hinblick auf die Vorstandsbezüge wahr.
  • Der Prüfungsausschuss befasst sich mit der Prü fung und Vorbereitung der Feststellung des Jah res abschlusses, des Vorschlags für die Gewinnver wen dung und des Lageberichts sowie des Kon zern abschlusses und des Konzernlageberichts. Zu sätz lich befasst sich der Prüfungsausschuss mit dem Bericht des Abschlussprüfers über die Funk tions fähigkeit des Risikomanagements und mit dem Revisionsplan.
  • Der Präsidialausschuss fungiert auch als Nominie rungsausschuss. Am 12.Dezember 2007 wurde der Präsidialausschuss ermächtigt, eine fünfte Vor standsposition nach dem Stellenbesetzungs ge setz auszuschreiben und einen Besetzungsvor schlag zu erstellen. Mit dieser Vorgangsweise soll dem über aus dynamischen Wettbewerbsumfeld im europäi schen Post- und Zustellungsmarkt so wie der ge stiegenen Bedeutung der Division Paket & Logistik Rechnung getragen werden. Bei der Formulierung des Anforderungsprofils wurde auf die Bedeu tung der Division Paket & Logistik in der Österreichi schen Post Bedacht genommen.

  • Der Strukturausschuss KEP neu (KEP Kurier, Ex press, Paket) wurde als Arbeits gruppe zur Behand lung von spezifischen Fragen der Division Paket & Logistik eingerichtet.

  • In der Aufsichtsratssitzung am 12. Dezember 2007 wurde ein Filialnetzausschuss zur Behandlung spe zifischer Fragen des Filialnetzes eingerichtet.

Dem Aufsichtsrat der Österreichischen Post AG ge hören weder ehemalige Vorstandsmitglieder noch leitende Angestellte an; auch sogenannte Überkreuz verflechtungen bestehen nicht. Es wurden keine Kre dite an Mitglieder des Aufsichtsrats vergeben.

Gemäß C-Regel 49 des Österreichischen Corporate Governance Kodex sind die gemäß § 95 Abs 5 Z 12 AktG zustimmungspflichtigen Verträge im Ge schäfts bericht zu veröffentlichen. Dr. Stephan Koren war bis 26. April 2007 Aufsichtsratsmitglied der Österreichischen Post AG und Vorstandsmitglied der BAWAG PSK Bank für Arbeit und Wirtschaft und Österreichische Postsparkasse AG (BAWAG PSK). Die BAWAG PSK ist eine Bankengruppe, mit welcher der Österreichische Post Konzern bereits seit langem Bank- und Leasinggeschäfte zu marktüblichen Kon di tionen abwickelt. In Hinblick auf die Unter neh mens größe der BAWAG PSK insgesamt sind diese Ge schäfte für die BAWAG PSK von wirtschaftlich unter geordneter Bedeutung. Im Zeitraum 1. Jänner bis 26. April 2007 wurden über die BAWAG PSK LEASING GmbH 34 Dienst fahrzeuge des Österreichi schen Post Konzerns mit Anschaffungskosten in Höhe von 439 TEUR finanziert.

Dr. Gerhard Roiss, Generaldirektor-Stellvertreter der OMV AG, ist seit 26. April 2007 Aufsichtsratsmitglied der Österreichischen Post AG. OMV und Post unterzeichneten am 5. März 2007 einen Kooperations ver trag über die Einrichtung von Paketshops. Seit April 2007 besteht damit die Möglichkeit, Pakete direkt an OMV-Tankstellen abzugeben. In Hinblick auf die Unternehmensgröße der OMV insgesamt ist dieses Geschäft für die OMV von wirtschaftlich untergeordneter Bedeutung.

Unabhängigkeit des Aufsichtsrats Der Auf sichtsrat der Österreichischen Post AG hat gemäß C-Regel 53 des Österreichischen Corporate Governance Kodex Leitlinien zur Fest stellung der Unabhän gig keit von Aufsichtsrats mitgliedern, die der Anlage 1 des Österreichischen Corporate Governance Kodex entsprechen, beschlossen. Die von der Hauptver samm lung gewählten Aufsichtsratsmitglieder haben in eigener Verantwortung ihre Unabhän gig keit über-

prüft. Demzufolge gehört sowohl dem Gesamt auf sichtsrat als auch allen Ausschüssen eine ausreichende Anzahl an unabhängigen Auf sichts rats mit gliedern an. Zudem umfasst der Aufsichtsrat sechs vom Kern aktionär der Österreichischen Post AG un abhängige Ver treter, sodass die Mehrheit der Auf sichts rats mit glieder in keiner Beziehung zur Mehr heits gesell schaf terin steht.

Statement des Aufsichtsratsvorsitzenden

Das Geschäftsjahr 2007 stand für die Österreichische Post AG er neut im Zeichen von Wachstum und Expansion. Mit dem Abschluss wesentlicher Akquisitionen in Kroatien, Ungarn und Serbien konnte das Unternehmen seine Position als starker regionaler Player in den Wachstumsregionen Zentral- und Osteuropas nachhaltig stärken. So ist die Österreichische Post in Kroatien nach der Übernahme von Weber Escal und ST Media mittlerweile als Marktführer im Direct Marketing-Markt vertreten, mit dem Erwerb von Road Parcel Logistics Services und Merland Expressz Logistics Services hat sie auch den Einstieg in den ungarischen Paketmarkt vollzogen.

Ebenfalls gelungen ist 2007 mit dem Erwerb von City Express der Einstieg in den serbischen und montenegrinischen Paketmarkt. In der Slowakei konnte die Marktstellung ausgebaut werden, und auch in Ungarn setzte die Österreichische Post erfolgreich weitere Maß nahmen zur Integration und Weiterentwicklung ihrer Tochter gesellschaften um. Insgesamt erreichte die Österreichische Post in den zentral- und osteuropäischen Märkten ein zweistelliges Volumens- und Ergebniswachstum.

Gleichzeitig hat die Österreichische Post mit dem Erwerb des deutschen Direct Marketing-Spezia listen meiller direct sowie von zwei Paketgesell schaften in Belgien und den Niederlanden auch ihre Marktposition in Westeuropa deutlich gestärkt. Die Integration des Ende 2006 erworbenen Spezial logistik-Unternehmens trans-o-flex verlief plangemäß und unterstützte vor allem die weitere Nischen fokussierung der Gruppe in Richtung Pharmaindustrie. Dank ihrer erfolgreichen Expan sionsmaßnahmen generierte die Öster reichische Post im Berichtszeitraum bereits 27 % des Umsatzes außerhalb von Österreich.

Die neuen Gesellschaften im Brief-, Direct Marke ting- und Paket bereich tragen ebenso zur Stabilität der einzelnen Divisionen des Unternehmens bei wie die im Berichtszeitraum erworbene 5 %-Beteiligung an der BAWAG PSK. Die erfreuliche Entwicklung der Finanzzahlen – vor allem die Steigerung des EBIT um 32 % auf 162,8 Mio EUR – zeigt, dass der schon vor dem Börsegang eingeschlagene Weg richtig ist. Mit der erfolgreichen Umsetzung dieser europäischen Wachstumsstrategie ist das Unternehmen auch für die kommenden Jahre gut positioniert.

Dies ist umso bedeutender, als die Post dank der von der EU vorangetriebenen Liberalisierung und des Auftretens neuer Player in einem durchaus anspruchsvollen Umfeld agiert. So hat sich gerade der Wettbewerb im österreichischen Paketgeschäft im Herbst des Berichtsjahres deutlich verschärft, sodass hier eine Neupositio nie rung notwendig wurde. Die Österreichische Post hat darauf um gehend mit einem umfangreichen Maßnahmenpaket reagiert, das auf eine Repositionierung in diesem Segment abzielt und den Kunden ein neues Leis tungsangebot und eine weiter verbesserte Service qualität bieten wird. Parallel dazu wird die Paket logistik in Österreich neu strukturiert und deutlich verschlankt. Die Österreichische Post stärkt damit ihre Ertragskraft nachhaltig und wird auch im B2B-Paketgeschäft, in dem sie bisher kaum tätig war, für ihre Zielgruppen noch attraktiver.

Strategische Hauptstoßrichtungen der Österreichischen Post für die kommenden Jahre sind die weitere Intensivierung der Kunden orientierung und die Optimierung des Kerngeschäfts, die gezielte Erweiterung der Wertschöpfungskette und die Spezialisierung auf profitable Nischen sowie eine Fortsetzung der Internationa li sie rung und Positio nierung als lokaler Integrator. Neben der bereits erwähnten Forcierung des österreichischen Paket geschäfts und Optimierungen im technischen und organisatorischen Bereich zählen dazu insbesondere die Entwicklung neuer Dienstleistungen und die weitere Verlängerung der Wertschöpfungskette der Divisionen Brief und Paket & Logistik sowie die Intensivierung der Finanzdienstleistungen im Filialnetz. Die Beteiligung an der BAWAG PSK und die dadurch intensivierte Kooperation mit diesem wichtigen Bankpartner bilden dafür eine ideale Basis.

Mein Dank für die im vergangenen Jahr erbrachten Leistungen gilt an dieser Stelle dem Vorstand und dem Management der Österreichischen Post AG, in besonderem Maße aber den Mit arbeiterinnen und Mitarbeitern, die tagtäglich durch ihren Einsatz und ihr Engagement wesentlich zum Erfolg dieses Unternehmens beitragen.

Dr. Peter Michaelis e.h. Vorsitzender des Aufsichtsrats

Mitglieder und Ausschüsse des Aufsichtsrats (Stand 31. Dezember 2007)

Kapitalvertreter
Dr. Peter Michaelis Unabhängig, erstmals gewählt: 18. Mai 2001
Vorsitzender Vorstand der Österreichischen Industrieholding AG
Aufsichtsratsvorsitzender der Telekom Austria AG, Austrian Airlines AG
und APK-Pensionskasse AG, Aufsichtsrat der OMV AG (Vorsitzender-Stv.)
Dipl.-Ing. Rainer Wieltsch
Vorsitzender-Stv.
Unabhängig, erstmals gewählt: 6. Mai 2002
Konsulent
Aufsichtsratsvorsitzender der OMV AG, Aufsichtsrat der
Austrian Airlines AG (2. Vorsitzender-Stv.) und der Telekom Austria AG,
Aufsichtsratsvorsitzender der Bundesrechenzentrum GmbH
Dieter Bock Unabhängig, erstmals gewählt: 18. Mai 2001
Selbstständiger Unternehmensberater
Dr. Horst Breitenstein Unabhängig, erstmals gewählt: 1. Jänner 2003
Konsulent
Aufsichtsrat der BEKO Holding AG
Dr. Edith Hlawati Unabhängig, erstmals gewählt: 26. April 2007
Partnerin der Rechtsanwaltskanzlei Cerha Hempel Spiegelfeld Hlawati (CHSH)
Aufsichtsrat der Telekom Austria AG (Vorsitzender-Stv.)
Dr. Gerhard Roiss Unabhängig, erstmals gewählt: 26. April 2007
Generaldirektor-Stv. der OMV AG
Aufsichtsratsvorsitzender der AMI Agrolinz Melamine International GmbH
und der Borealis AG, Aufsichtsratsvorsitzender-Stv. mehrerer Tochtergesellschaften
der OMV AG
Dr. Karl Stoss Unabhängig, erstmals gewählt: 4. April 2006
Vorstandsvorsitzender der Casinos Austria AG sowie Geschäftsführer
der Österreichische Lotterien Gesellschaft m.b.H. und der Entertainment
Glücks- und Unterhaltungsspiel GmbH
Aufsichtsrat der Burgtheater GmbH und der Casinos Austria International
Holding GmbH, Aufsichtsrat der Kathrein & Co. Privatgeschäftsbank AG
(Vorsitzender-Stv.), Aufsichtsrat der Omnimedia WerbegmbH (1. Vorsitzender-Stv.),
Aufsichtsratsvorsitzender der Österreichische Sportwetten GmbH
Dkfm. Hans Wehsely Unabhängig, erstmals gewählt: 31. August 1999
Prokurist der Siemens AG Österreich sowie Geschäftsführer der
VA TECH Transmission & Distribution GmbH

Alle Kapitalvertreter sind bis zum Ende jener Hauptversammlung gewählt, die über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2009 beschließt.

Arbeitnehmervertreter

Gerhard Fritz Mitglied seit 5. September 2001
Vorsitzender des Zentralausschusses der Bediensteten
der Österreichischen Post AG
Martin Palensky Mitglied seit 22. Februar 2002
Vorsitzender-Stv. des Zentralausschusses der Bediensteten
der Österreichischen Post AG
Helmut Köstinger Mitglied seit 14. April 2005
Mitglied des Zentralausschusses der Bediensteten
der Österreichischen Post AG
Manfred Wiedner Mitglied seit 3. März 1999
Mitglied des Zentralausschusses der Bediensteten
der Österreichischen Post AG

Ausschüsse des Aufsichtsrats

Präsidium Dr. Peter Michaelis, Dipl.-Ing. Rainer Wieltsch
Präsidialausschuss Dr. Peter Michaelis, Dipl.-Ing. Rainer Wieltsch, Gerhard Fritz
Prüfungsausschuss Dr. Peter Michaelis, Dipl.-Ing. Rainer Wieltsch, Dkfm. Hans Wehsely,
Gerhard Fritz, Manfred Wiedner
Strukturausschuss KEP neu Dr. Peter Michaelis, Dipl.-Ing. Rainer Wieltsch, Dieter Bock,
Dr. Karl Stoss, Gerhard Fritz, Manfred Wiedner
Filialnetzausschuss Dr. Peter Michaelis, Dipl.-Ing. Rainer Wieltsch, Dr. Gerhard Roiss,
Dkfm. Hans Wehsely, Martin Palensky, Manfred Wiedner

Im Berichtsjahr ausgeschieden

Dr. Stephan Koren Per 26. April 2007
KR Dr. Hans Jörg Schelling Per 5. Februar 2007

Corporate Governance Kodex

Die Österreichische Post bekennt sich im Sinne einer verantwortungsvollen und transparenten Unterneh mensführung zur Einhaltung des Österreichischen Corporate Governance Kodex in der derzeit geltenden Fassung. Es werden alle "L-Regeln" (Legal Re quire ments) sowie, mit Ausnahme der nachfolgend ge nannten, auch alle "C-Regeln" (Comply or Explain) des Kodex eingehalten:

  • Regel 39: Der Aufsichtsrat trifft Entscheidungen in dringenden Fällen im Wege des Umlaufverfah rens. Des Weiteren sieht die Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat vor, dass im Fall besonderer Dringlichkeit Aufsichtsratssitzungen auch ohne Einhaltung der sonst vorgesehenen Frist einbe rufen werden können.
  • Regel 41: Die Funktionen des Nominierungsaus schusses nimmt der Präsidialausschuss wahr, wo durch ein entsprechendes Gremium gegeben ist.
  • Regel 43: Die Funktionen des Vergütungsaus schus ses nimmt das Präsidium des Aufsichtsrats wahr, wodurch ein entsprechendes Gremium ge ge ben ist.

Die Satzung und die Geschäftsordnungen für den Vorstand und den Aufsichtsrat entsprechen den Be stimmungen des Österreichischen Corporate Gover nance Kodex.

Die Gesellschaft hat zur Vermeidung von Insider-Ge schäften eine konzernweit verpflichtende Compli ance-Richtlinie eingeführt, die den aktuellen österreichi schen Kapitalmarktvorschriften entspricht. Ihre Ein haltung wird vom Compliance Officer kontinuierlich überwacht. Das Compliance-Verständnis der betroffenen MitarbeiterInnen wird in regelmäßigen Schulungsveranstaltungen gefördert.

Entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen und den Regelungen des Österreichischen Corporate Governance Kodex (C-Regel 70) werden die erfolgten Directors' Dealings unter www.post.at/ir laufend veröffentlicht.

Weiters wurden Kriterien für die Unabhängigkeit der Aufsichtsratsmitglieder beschlossen.

Die KPMG Austria GmbH Wirtschafts- und Steuerbe ratungsgesellschaft wurde von der Hauptversammlung am 26. April 2007 zum Abschlussprüfer des Jahresund Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr 2007 bestellt. Im Geschäftsjahr 2007 wurden für die Prüfung des Einzelabschlusses und des Konzernabschlusses der Österreichischen Post AG von der KPMG Austria GmbH 597.818 EUR (Audit Fee) verrechnet. Für prüfungsnahe Tätigkeiten von Spezialisten hat die KPMG Austria GmbH eine Gegenleistung von 100.358 EUR erhalten, für sonstige Aufträge, vor allem Beratung in Steuerfragen und Due Diligence-Untersuchungen bei Unternehmensakquisitionen, wurde im Berichts zeit raum ein Betrag von 459.676 EUR in Rechnung gestellt.

Das interne Kontrollsystem der Österreichischen Post wird über prozessintegrierte Maßnahmen, Mechanis men und Kontrollen über das gesamte Unterneh men hinweg wahrgenommen. Das Corpo rate Controlling erfüllt im Bereich des Risikomana ge ments Aufgaben der laufenden Berichterstattung und Vorausschau rechnung. Im Bereich des Beschaf fungsprozesses ob liegt ihm die Budgetprüfung bzw. die Prüfung der Wirtschaftlichkeitsberechnungen bei Projekten und Investitionsvorhaben. Die interne Revision prüft die Einhaltung der relevanten Rege lungen ex post. Die Erkenntnisse der Revision dienen der Beurteilung der Wirksamkeit der integrierten Kontrollen und Maß nahmen.

Die Österreichische Post AG hat die Einhaltung des Österreichischen Corporate Governance Kodex für den Zeitraum 1. Jänner 2007 bis 31. Dezember 2007 einer freiwilligen externen Evaluierung durch die KPMG Austria GmbH Steuerberatungs- und Wirt schaftsprüfungsgesellschaft unterzogen. Die Prü fung

erfolgte anhand des offiziellen Fragebogens des Öster reichischen Arbeitskreises für Corporate Governance und hat ergeben, dass das öffentliche Bekenntnis der Gesellschaft zum Kodex den tatsächlichen Ge gebenheiten im Unternehmen entspricht. Der von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zu ihrer Evaluie rung abgegebene Bericht kann unter www.post.at eingesehen werden.

Aktionäre

Die Gleichbehandlung und die umfassende Informa tion aller Aktionäre haben für die Österreichische Post einen besonders hohen Stellenwert. Dazu gehört auch, dass über die gesetzlich verpflichtenden Auskunftsund Offenlegungspflichten hinaus (Geschäfts- und Quartalsberichte, Ad-hoc-Meldungen, Offenlegung der Directors' Dealings) regelmäßig und unter Be ach tung der gebotenen Gleichbehandlung aller Aktio näre in Pressemeldungen sowie in Analysten-, Presse- und Aktionärskonferenzen über die Ent wicklung des Unter nehmens berichtet wird. Alle Be richte und Meldun gen sowie die wesentlichen Prä senta tio nen zu diesen Konferenzen werden unter www.post.at veröffentlicht. Im Jahr 2007 wurden acht Ad-hoc-Mel dungen publiziert. Diese sind unter www.post.at/ir verfügbar.

Die Informationen zur Aktionärsstruktur der Österreichischen Post AG (C-Regel 62 des Österreichischen Corporate Governance Kodex) finden sich auf Seite 25 dieses Geschäftsberichts.

Vergütungsbericht

Der Vergütungsbericht fasst die Grundsätze zusammen, die für die Festlegung der Vergütung des Vorstands der Österreichischen Post AG angewendet werden, und erläutert Höhe und Struktur der Vor standseinkommen. Darüber hinaus werden Grund sätze und Höhe der Vergütung des Aufsichtsrats be schrieben sowie Angaben zum Aktienbesitz von Vor stand und Aufsichtsrat gemacht.

Vorstand Sämtliche Mitglieder des Vorstands wurden im September 2006 wiederbestellt. Das Ver gütungssystem umfasst einen fixen und einen variab len Gehaltsbestandteil. Das fixe Basis gehalt orientiert sich an der Gehaltsstruktur börsenotierter österreichischer Unternehmen und be rücksichtigt den Verantwortungsbereich des je weiligen Vorstands mitglieds. Die variable Vergütung ist zu einem hohen Ausmaß mit der Erreichung der Ergebnisziele (EBIT) des Konzerns verknüpft und enthält weiters qualitative Zielerreichungskompo nen ten. Für den variablen Gehaltsbestandteil wurde eine Obergrenze von 100 % des Jahresfixbezuges fest gelegt. Die entsprechenden Be träge werden im Folgejahr ausgezahlt.

Die gesamten Barbezüge der Vorstandsmitglieder für das Geschäftsjahr 2007 betrugen 2.015 TEUR, (2006: 1.848 TEUR), davon entfielen 1.360 TEUR auf fixe (2006: 1.210 TEUR) sowie 655 TEUR auf variable Gehalts be standteile (2006: 638 TEUR).

Weiters erhalten die Vorstandsmitglieder Sachbe züge. Im Falle der Beendigung des Dienstverhält nis ses eines Vorstandsmitglieds bestehen ferner Ab fertigungs ansprüche in Höhe von bis zu einem Jahres be zug. Alle Vorstandsmitglieder verfügen über eine Pen sions kassenregelung, in deren Rahmen sich die Öster reichi sche Post AG zu einer jährlichen Einzah lung in Höhe von 10 % des fixen Jahresbruttobe zu gs verpflichtet hat.

Aktienbasiertes Vergütungsprogramm Die Gehälter des Managements enthalten grundsätzlich einen fixen und einen variablen Anteil. Der Vorstand und der Aufsichtsrat der Österreichischen Post AG haben darüber hinaus beschlossen, im Rahmen der Börseeinführung ein aktienbasiertes Vergütungs pro gramm für die rund 30 Führungskräfte der Österreichischen Post AG einzuführen, und planen auch für die kommenden Jahre vergleichbare Programme. Da durch sollen die Interessen des Managements mit denen der Aktionäre auf eine mittel- bis langfristige Steigerung des Unternehmenswerts in Einklang ge bracht und die Führungskräfte zusätzlich motiviert werden.

Die erfolgsbasierte Auszahlung wird auf der Basis von sogenannten Wertrechten ermittelt, die den einzelnen Teilnehmern gewährt werden. Die Gewäh rung der Wertrechte an die einzelnen Teilnehmer setzt voraus, dass diese als Eigeninvestment im Rah men des Börsegangs oder über die Börse Aktien der Gesellschaft im Wert von rund 30 % ihres individuellen Zielwertes erwerben und diese Aktien während der Laufzeit der Wertrechte ununterbrochen halten. Die Vergütung ist an die Gesamtrendite der Aktie (Total Shareholder Return) gebunden, also an die Kurs steigerung der Aktie zuzüglich der reinvestierten Dividenden über den Betrachtungszeitraum.

Die Wertrechte des Programms 2007 (2006) haben eine Laufzeit von zwei (drei) Jahren ab dem Zeit punkt ihrer Gewährung und berechtigen ihren In haber am Ende der Laufzeit zum Bezug eines Geld betrages in Höhe der ihm eingeräumten Wertrechte.

Der Vorstand hat die ihm eingeräumten Wertrechte durch das aktienbasierte Vergütungsprogramm 2007 in voller Höhe ausgeschöpft (18.500 Wertrechte).

Aufsichtsrat Die Vergütung für den Aufsichtsrat wird jährlich in der ordentlichen Hauptversamm lung für das jeweils abgelaufene Geschäftsjahr be schlos sen. Dabei wird auch das Sitzungsgeld festgelegt. Dieses liegt derzeit bei 300 EUR pro Sitzung. Darüber hinaus werden anfallende Reisekosten er setzt. Für das Geschäftsjahr 2006 hat die Hauptver sammlung am 26. April 2007 die individuellen Be züge für die Mitglieder des Aufsichtsrats mit 15.000 EUR, für den Vorsitzenden mit 25.000 EUR sowie für den stellvertretenden Vorsitzenden mit 20.000 EUR festgesetzt. Die Auszahlung dieser Bezüge er folgte unmittelbar nach der ordentlichen Haupt ver samm lung.

Die Arbeitnehmervertreter üben ihre Funktion ehren amtlich aus und werden für ihre Tätigkeit im Zentral ausschuss gemäß ihrem jeweiligen Dienst vertrag ent lohnt. Sie können nur vom Zentralaus schuss, dies aber jederzeit, abberufen werden.

Directors' Dealings

Aktienkäufe und -verkäufe von Mitgliedern des Vor stands und des Aufsichtsrats werden gemäß § 48d Börsegesetz innerhalb von fünf Arbeitstagen nach dem Tag des Abschlusses des Geschäfts der Finanz marktaufsicht gemeldet und auf der Website der Finanzmarktaufsicht veröffentlicht.

Insgesamt wurden im Berichtszeitraum folgende Aktienbe stän de an die Finanzmarktaufsicht gemeldet:

Stück 31. 12. 2006 Kauf Verkauf 31. 12. 2007
Vorstand
Dr. Anton Wais 8.000 4.000 0 12.000
Mag. Dr. Rudolf Jettmar 5.710 3.400 0 9.110
Dipl.-Ing. Dr. Herbert Götz 28.684 0 0 28.684
Dipl.-Ing. Walter Hitziger 6.421 0 0 6.421
Aufsichtsrat
Dr. Peter Michaelis 600 0 0 600
Dipl.-Ing. Rainer Wieltsch 1.200 0 0 1.200
Gesamt 50.615 7.400 0 58.015

Aktienbesitz

Was können Aktionäre erwarten? [3]

Aktie und Investor Relations

Positionierung als starker Dividendentitel Das Geschäftsmodell der Österreichischen Post bildet die Grundlage für die gute Entwicklung des Cash-Flow und ermöglicht es dem Unternehmen, seinen Aktio nären attraktive Dividenden zu zahlen.

Für das Geschäftsjahr 2007 wird der Vorstand der Hauptversammlung am 22. April 2008 die Ausschüt tung einer Basisdividende von 98 Mio EUR (1,40 EUR pro Aktie) vorschlagen. Im Vergleich zum Vorjahr be deutet dies eine Erhöhung der Dividende um 40 %. Auf Basis eines Aktienkurses von 23,99 EUR per Ende Dezember 2007 errechnet sich damit eine Dividen den rendite von 5,8 %.

[3] Was können Aktionäre erwarten?

Die Österreichische Post will ein attraktiver Dividendentitel sein. Die kontinuierliche Dividenden steigerung basiert auf einem stabilen Geschäfts modell. Wir streben eine Ausschüt tungs quote von zumindest 75 % des Netto er geb nisses an.

Zusätzlich wird eine Sonderdividende von 1,00 EUR pro Aktie vorgeschlagen. Auch für die kommenden Jahre strebt die Österreichische Post – bei anhaltend guter Geschäftsentwicklung und unverändert solider Finanz lage – eine Ausschüttungsquote von zu min dest 75 % an.

Kursentwicklung und Umsätze Die Österreichische Post, die seit dem 31. Mai 2006 als europaweit drittes börsenotiertes Postunternehmen an der Wiener Börse gelistet ist, verzeichnete auch 2007 ein wirtschaftlich sehr erfolgreiches Jahr. Trotz der guten Fundamentaldaten des Unternehmens spiegelte sich die Volatilität an den internationalen Finanzmärkten jedoch auch im Aktienkurs der Österreichischen Post wider. Eine weitere Belastung für den Kurs der Aktie der Österreichischen Post brachten auch der Einstieg eines Mitbewerbers in den österreichischen Paket markt und die damit notwendig gewordenen Restruk turierungsmaßnahmen im Paketgeschäft in Österreich.

Per Saldo gab die Aktie im Jahresverlauf 2007 um 33,5 % nach, während der ATX in derselben Periode um 1,1 % zulegte. Der für die Österreichische Post relevante Branchenindex DJ Euro Stoxx Transpor ta tion blieb mit einem Plus von 0,1 % nahezu unverändert. Ende 2007 lag der Kurs der Post Aktie bei 23,99 EUR, die Markt kapitalisierung erreichte damit knapp 1,7 Mrd EUR.

Auf Basis des Emissionskurses von 19,00 EUR (30. Mai 2006) errechnet sich somit bis Ende 2007 ein Wert zuwachs von 26,3 %. Der Umsatz an der Wiener Börse lag 2007 mit rund 37 Millionen gehandelten Aktien bei knapp 1 Mrd EUR (in Einzelzählung).

Da die Österreichische Post keine Anleihen emittiert, verfügt das Unternehmen über kein Rating.

Seit 18. September 2006 ist die Post Aktie im Leit index der Wiener Börse ATX enthalten. Der ATX be steht aus jenen 20 österreichischen Unternehmen, die den höchsten Börseumsatz und die größte Marktkapita li sierung aufweisen. Die Gewichtung der Post Aktie im ATX betrug per Ende Dezember 1,2 %. Neben dem ATX ist die Post auch noch im ATX Prime mit einem Anteil von 1,0 %, dem VÖNIX (österreichischer Nach haltigkeitsindex) sowie mit 1,5 % im DJ Euro Stoxx Transportation Index vertreten.

Entwicklung der Post Aktie

■ Post (absolut, in EUR; Basis 19 EUR) ■ ATX (relativ zur Post) ■ DJ Euro Stoxx Transportation (relativ zur Post)

Aktionärsstruktur Durch den Börsegang im Jahr 2006 reduzierte sich der Anteil der österreichi schen Staatsholding ÖIAG (Österreichische Indus trie hol ding AG) am Grundkapital der Österreichi schen Post AG von zuvor 100 % auf 51 % bzw. 35,7 Mio der ausstehen den 70 Mio Aktien. Damit ist die ÖIAG weiterhin Mehrheitsaktionärin des Unternehmens. Der zweitgrößte Aktionär nach der ÖIAG ist seit Dezem ber 2007 die Greenlight Capital Group mit einem Anteil von über 5 %.

Eine im Jänner 2008 durchgeführte Aktionärser he bung zeigt, dass 29 % des Streubesitzes von in Europa ansässigen Investoren gehalten werden (minus 1 % gegen über der Erhebung im Jänner 2007). Der größte Anteil wird mit je 12 % von privaten/in stitutionellen Inves toren in Österreich und Kontinentaleuropa ge halten, ge folgt von britischen Investoren mit einem Anteil von 5 % (minus 1 %). Zu den privaten Investoren in Öster reich zählen auch die Mitarbeiter der Öster reichi schen Post mit einem Anteil von etwa 2,5 %. In Nordamerika (USA und Kanada) befinden sich derzeit 18 % (plus 2 %) der Aktien, die restlichen 2 % entfallen auf andere Länder.

Investor Relations Die Kommunikation mit In vestoren und Analysten ist der Österreichischen Post ein wichtiges Anliegen. Neben zahlreichen Besuchen von institutionellen Investoren und Analysten in Wien stehen sowohl der Vorstand als auch das Investor Relations-Team der Financial Community in Österreich und an internationalen Finanzplätzen wie Frankfurt, London, New York oder Tokio im Rahmen von Inves torenkonferenzen und Einzelge sprächen laufend zur Verfügung. Im November 2007 informierte das Management die zum zweiten "Austrian Post Investor Day" angereisten internationalen Analysten und insti tutionellen Investoren ausführlich über den aktuellen Geschäftsgang und die Pläne für 2008.

Aktionärsstruktur Jänner 2008

Dass die Bemühungen der Österreichischen Post um Transparenz von der Financial Community gewürdigt werden, bezeugt der von der Post belegte zweite Platz beim diesjährigen Börsepreis. Der Geschäftsbericht 2006 erhielt bei den Austrian Annual Report Awards den Exzellenz preis für die beste Inszenierung.

Auch die Privataktionäre haben vom umfangreichen Dialogangebot der Österreichischen Post Gebrauch gemacht: Zahlreiche Privataktionäre informierten sich unter anderem auf der GEWINN-Messe in Wien eingehend über das Unternehmen.

Research Coverage Die Empfehlungen und Kurs ziele von Analysten spielen bei der Entscheidungs findung von Investoren neben gesamtwirtschaftlichen und unternehmensspezifischen Überlegungen eine wichtige Rolle. Gleichzeitig liefern die Analys ten-Re ports für die Post wertvolles Feedback von Experten der Branche zu Strategie und Entwicklung des Unter nehmens. Im Jahr 2007 wurde die Cover age durch drei weitere Investmentbanken neu aufgenom men: Bear Stearns, Capital Bank sowie Sal. Oppen heim. Per Ende Februar 2008 wird die Österreichi sche Post da her von neun Investmenthäusern laufend beobachtet: Bear Stearns, Capital Bank, Deut sche Bank, Erste Bank, Goldman Sachs, Main First Bank, Raiffeisen Centro bank, Sal. Oppenheim und UniCredit. Eine Übersicht über die aktuellen Ein schätzungen findet sich im Inter net unter www.post.at/ir >> Post Aktie >> Analysen.

Basisinformationen

ISIN AT0000APOST4
Handelssymbole
Wiener Börse POST
Reuters POST.VI
Bloomberg POST AV
Anzahl der Aktien 70 Mio Stück
Handelsplatz Wiener Börse
Emissionskurs 19,00 EUR
Erster Handelstag 31. Mai 2006

Finanzkalender 2008

22. 4. 2008 Hauptversammlung 2008
6. 5. 2008 Ex-Dividendentag und
Dividendenzahltag
(Basisdividende 1,40 EUR1
)
16. 5. 2008 Zwischenbericht 1. Quartal 2008
14. 8. 2008 Zwischenbericht 1. Halbjahr 2008
5. 9. 2008 Ex-Dividendentag und
Dividendenzahltag
(Sonderdividende 1,00 EUR1
)
13. 11. 2008 Zwischenbericht 1.–3. Quartal 2008
Aktienkennzahlen Veränderung
2005 2006 2007 2006/2007
in %
Ergebnis je Aktie EUR 1,432 1,43 1,75 +22,9 %
Dividende je Aktie (für Geschäftsjahr) EUR 0,572 1,00 1,401 +40,0 %
Sonderdividende je Aktie
(für Geschäftsjahr) EUR - - 1,001 -
Kurs per Ende Dezember EUR - 36,10 23,99 -33,5 %
Höchst-/Tiefstkurs (Schlusskurs) EUR - 39,50/21,50 37,25/20,95 -
Marktkapitalisierung
per Ende Dezember Mio EUR - 2.527,0 1.679,3 -33,5 %
Anzahl der Aktien per Ende Dezember Stück 10.000 70.000.000 70.000.000 -
Streubesitz % - 49 % 49 % -

1 Vorschlag an die Hauptversammlung am 22. April 2008

2 Bezogen auf 70 Mio Aktien

Kontakt Investor Relations

Dipl.-Ing. Harald Hagenauer Mag. Stefan Marin Gabriele Mayer T: +43 (0) 57767-30401 F: +43 (0) 57767-30409 E: [email protected] I: www.post.at/ir

Auf welchen Märkten ist die Post tätig? [4]

Postmarkt in Europa

Kommunikation, Logistik und Retail als Teilmärkte

Historisch bedingt ist die Österreichische Post ebenso wie die meisten anderen nationalen Postgesell schaf ten im Kommunikations-, Logistik- und Retail markt und dort jeweils in spezifischen Bereichen tätig.

[4] Auf welchen Märkten ist die Post tätig?

Die Österreichische Post ist auf Brief, Paket und Speziallogistik sowie auf Dienstleistungen für Privatkunden spezialisiert. Ihr Geschäftsmodell beruht auf der größten Kundenbasis Österreichs. International ist die Österreichische Post vorwiegend für Geschäftskunden tätig.

■ Im Kommunikationsmarkt besteht eine Speziali sierung auf die physische Kommunikation, also die Produktion und Übermittlung von Briefen und Doku menten sowie gegebenenfalls deren Digita lisierung. Die Österreichische Post bietet hier, verpflichtet durch Gesetz bzw. Verordnung, die sogenannte Universal dienstleistung. Darunter versteht man eine qualitativ hochwertige, flächendeckende und allgemein erschwingliche Versorgung der Be völkerung mit bestimmten Postdienstleistungen.

  • Der Fokus im Logistikmarkt liegt auf standardisier tem Paket-Handling. Auch hier ist die Österreichi sche Post der landesweite Universaldienstan bieter. International ist sie vorwiegend im Paket geschäft für Businesskunden tätig.
  • Im Retailbereich, also dem Filialgeschäft, werden neben den klassischen Postdienstleistungen auch Finanzdienstleistungen, Telekommunikation und Handelswaren mit Bezug zu den postalischen Diens ten vertrieben.

Geografische Unterschiede bei Rahmenbedingungen und Kundenanforderungen

Jeder dieser Teilmärkte unterliegt unterschiedlichen Rahmenbedingungen und bedient verschiedene Ziel gruppen. Die Teilbereiche werden von den nationalen Postunternehmen jeweils zu einer Einheit, dem je weiligen "Postmarkt", zusammengefasst. Dabei diffe renzieren sich die nationalen Postmärkte hinsichtlich der Kundenbedürfnisse und Marktge gebenheiten und auch in ihrer Zusammensetzung zum Teil deutlich.

Wichtige Unterschiede bestehen z. B. im lan desspe zi fi schen Kommunikationsverhalten. Von diesem ist etwa die Postmenge pro Einwohner ab hän gig. Die nebenstehenden Grafiken illustrieren dies.

Fact Box: Briefmarkt

Der europäische Briefmarkt wird zu knapp 75 % von den Top-4-Playern dominiert. Im Ver gleich zu diesen ist die Österreichische Post zwar ein kleineres Unternehmen, dennoch ist sie auf dem stark diversifizierten europäischen Postmarkt gut positioniert. Belegt wird dies durch einen hohen Marktanteil in den relevanten Märkten und durch eine hohe operative Marge.

Unabhängig von den Postmengen zählt die flächendeckende Präsenz zu den elementaren Aufgaben einer Postgesellschaft. Beim Betreuungsverhältnis der Kun den – gemessen an der Zahl der von einer Filiale be treuten Einwohner – hat die Österreichische Post AG im europäischen Vergleich eine sehr gute Stellung. Mit 4.200 Einwohnern pro Filiale liegt die Österreichische Post AG im guten Mittelfeld der europäischen Postgesellschaften; der Wert für die Deutsche Post liegt bei 6.500, jener für TNT (Niederlande) bei rund 7.800 (Quelle: IPC).

Trotz Effizienzsteigerung des Filialnetzes bietet die Österreichische Post weiterhin eine sehr gute flächen deckende Kundenbetreuung. Damit kommt sie einerseits ihrer Verpflichtung zur flächendeckenden Ver sorgung bestens nach, andererseits ist der gute Zu gang auch ein wichtiges Element der Kundenbindung.

Briefe pro Einwohner und Jahr

Quelle: Ecorys 2005

Werbesendungen pro Einwohner und Jahr

Quelle: Ecorys 2005

Umsatzverteilung nach Segmenten für 2006

Auch die Größe des Heimatmarktes bzw. das Ge schäfts volumen der einzelnen Postgesellschaften zeigen auf grund der unterschiedlichen Marktstrukturen erheb -

Gleichzeitig variiert die Geschäftstätigkeit – und da mit die Zusammensetzung der Umsätze – zum Teil deutlich. Die europäischen Postgesellschaften haben historisch bedingt sehr unterschiedliche Schwer punkte in den einzelnen Geschäftsfeldern, woraus sich entsprechend verschiedene Business modelle ergeben.

liche internationale Unterschiede.

Wachstum im Logistikmarkt, Kommunikationsmarkt stabil

Der Postmarkt wird naturgemäß von der allgemeinen gesellschaftlichen Entwicklung im Bereich der Kommunikation und den Trends in der Wirtschaft ge prägt. Insgesamt resultieren daraus durchaus posi tive Tendenzen. Der Logistikmarkt etwa profitiert von den gestiegenen Warentransporten der zu nehmend globa - lisierten Wirtschaft. Der Kommu ni kationsmarkt zeigt zwar in Teilaspekten unterschiedliche Tenden zen, bleibt aber grundsätzlich stabil. Etwaige Substi tu tions effekte durch elektronische Medien werden durch andere B2C-Bereiche, insbesondere Direct Mar ke ting, kompensiert.

Kundenzufriedenheit als wichtiger Erfolgsfaktor

Für die europäischen Postgesellschaften wird nicht nur die Entwicklung des Gesamtmarktes von Be deu tung sein, sondern vor allem die Absicherung ihrer Marktanteile im Briefgeschäft. Wichtiger Faktor in diesem Segment ist – neben dem verfügbaren Haus haltseinkommen und der Zahl der wirtschaftlich gut gestellten Haushalte – vor allem die Kun denzu frie den heit. Damit kann die Österreichische Post in diesem Segment ihre Zukunft in einem hohen Maß selbst be einflussen. Darüber hinaus ist ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis ein wichtiger Erfolgsfaktor.

Welche Voraus setzun gen sieht die Österreichische Post für die Liberali sie rung? [5]

Marktliberalisierung als regulatorische Herausforderung

EU-Post-Richtlinie bringt vollständige Öffnung der Postmärkte

Durch eine EU-Richtline (Post-Richtlinie) sollen An fang 2011 die meisten europäischen Briefmärkte zur Gänze für den Wettbewerb geöffnet werden. Damit wird der letzte und entscheidende Schritt zur vollständigen Öffnung der Postmärkte gesetzt und ein europäischer Binnenmarkt für Postdienstleistungen realisiert.

Die EU-Mitgliedstaaten müssen die Bestimmungen der Post-Richtlinie in nationales Recht umsetzen. Für die Marktöffnung ist dabei eine zweistufige Lösung vorgesehen. Generell sollen die Postmärkte per 1. Jän ner 2011 geöffnet werden. Elf Mitgliedstaaten (Grie chenland, Lettland, Litauen, Luxem burg, Malta, Polen, Rumänien, Slo wakei, Tsche chien, Ungarn, Zypern) können die Liberalisierung auf den 1. Jänner 2013 verschieben.

Aufhebung des reservierten Bereichs

Durch die vollständige Liberalisierung wird ein wichtiger Grundstein für das Funktionieren der europäischen Postmärkte beseitigt: Die Finanzierung der flächendeckenden Grundversorgung mit Postdienst leis tungen erfolgte bislang durch ein Monopol. Der sogenannte reser vierte Bereich, also die Monopol stellung eines Universaldienstleisters, wurde in den letzten Jahren bereits schrittweise reduziert: 1998 auf Sendungen bis 350 Gramm, 2003 auf Sendungen bis 100 Gramm und 2006 auf Sendungen bis 50 Gramm. Der letzte reservierte Bereich von Sendungen bis 50 Gramm soll – mit Ausnahme der oben erwähnten elf Mit gliedstaaten – am 1. Jänner 2011 fallen.

[5] Welche Voraussetzungen sieht die Österreichische Post für die Liberalisierung?

Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Postmarktliberalisierung sind einheitliche Qualitätsstandards für alle Anbieter, stabile arbeitsrechtliche Rahmenbedingungen und die Sicher stellung eines funktionierenden Universaldienstes. Mit der Aufhebung des reservierten Bereichs gilt es auch, operative Wettbewerbsnachteile zu beseitigen.

Chancen der Marktöffnung

Der Erfolg der Liberalisierung hängt von der Um setzung der Post-Richtlinie in nationales Recht der einzelnen Mitgliedstaaten ab. Hier bietet sich dem je wei ligen Gesetzgeber die Chance, die nationalen Postgesetze und Rahmenbedingungen so zu moder nisieren, dass sie den Anforderungen an einen libera lisierten, dynamischen Wettbewerbsmarkt ge recht werden – und keinen Anbieter von Postdienst leistun gen benachteiligen.

Um die grundlegenden Veränderungen optimal zu gestalten, ist vor einer vollständigen Marktöffnung die Klärung einiger zentraler Fragen notwendig:

  • Wie kann die Finanzierung des Universaldienstes ohne einen reservierten Bereich erfolgen?
  • Wie kann Auf lagengleichheit zwischen den einzel nen Anbietern von Postdienstleistungen erreicht werden?
  • Wie können ungleiche Bedingungen im Bereich des Arbeits rechts eliminiert werden?

Mehrstufiger Liberalisierungsfahrplan

Unterschiedliche Ansätze zur Umsetzung in Europa

Einige Länder haben ihre nationalen Postmärkte be reits für den Wettbewerb geöffnet – Schweden und Finnland beispielsweise in den frühen 90er Jahren, Großbritannien Anfang 2006 oder Deutschland per 1. Jänner 2008. Die Erfahrungen in diesen Ländern zeigen, dass die Ausgestaltung und – damit verbunden – der Erfolg der Marktöffnung sehr stark von den je weiligen politischen und rechtlichen Rahmen bedin gungen abhängen.

Finnland – Wettbewerb auf Augenhöhe

Der finnische Postmarkt wurde bereits 1991 vollständig geöffnet. Um die Universaldienstleistung auch in entlegenen Gebieten nachhaltig zu ge währ leisten, gelten hier für alle Anbieter die gleichen Rahmenbedingungen. Die Qualitätsanfor de rungen für alternative Anbieter wurden jenen der finnischen Post angeglichen. Die Tätigkeitsbe rei che der alternativen Anbieter müssen ländliches und städti sches Gebiet gleichermaßen abdecken.

Schweden – Auslagerung des Vertriebsnetzes Die Liberalisierung des schwedischen Postmark tes im Jahr 1993 ging Hand in Hand mit einer um fas senden Änderung der Filialnetzstruktur. Alle Filialen der schwedischen Post wurden auf Fremd betrieb umgestellt, das heißt im Rahmen eines Franchise - Konzepts an Dritte ausgelagert. Durch diese Maß nahme konnte die Kostenstruktur der schwedischen Post signifikant verbessert werden.

Großbritannien – nationale Post als weiterhin monopolistischer "Last Mile-Verteiler"

Großbritannien hat Anfang 2006 seinen Post markt vollständig geöffnet. Alternative Anbieter können ihre Sendungen in das Netz des Univer sal dienst leisters (Royal Mail) zu sehr niedrigen, regulierten Tarifen einliefern. Dadurch wird der Uni ver sal dienst leister in seiner Geschäftstätigkeit massiv fremdbestimmt. Von den Regelungen profitieren in erster Linie Großversender mit starkem Standing im Markt, etwa Banken, Versicherungen oder der Einzel handel.

Deutschland – Mindestlohn zur Vermeidung von Lohndumping

Die Liberalisierung des deutschen Postmarktes mit 1. Jänner 2008 war von intensiven politischen Dis kus sionen um die arbeitsrechtlichen Rahmen be din gungen in der Postbranche geprägt. Das unter schiedliche Lohnniveau stellte die faire Libe rali sierung des deutschen Postmarktes in Frage. Mit der Einigung der Koalition auf einen Mindest lohn für die Postbranche konnte Ende 2007 letztlich die angestrebte faire Basis für die Markt öff nung erzielt werden.

Kriterien für eine erfolgreiche Liberalisierung

Die Österreichische Post setzt sich massiv dafür ein, die Umsetzung der Liberalisierung in Österreich so zu gestalten, dass ein fairer Wettbewerb ermöglicht wird. Erfolgen soll dies im Rahmen einer grundlegen den Neugestaltung der postgesetzlichen Rah men bedingungen, die vor dem Hintergrund der europarechtlichen Vorgaben ohnehin erforderlich wird. Drei Aspekte stehen hier im Vordergrund:

Funktionierendes Finanzierungsmodell für den Universaldienst

Derzeit sind die rechtlichen Rahmenbedingungen in Österreich auf einen Monopolmarkt ausgerichtet. Der Universaldienstleister Österreichische Post ist mit der Erbringung der Grundversorgung be traut, deren Finanzierung auf einem Monopol für Sendungen bis 50 Gramm beruht. Der Grund ver sorgungsauftrag ist mit hohen gesetzlichen Auf lagen verbunden. So müssen etwa 95 % aller Brief sendungen bereits am ersten Werktag nach Aufgabe zugestellt werden. Weiters ist die Österreichische Post verpflichtet, ein flächendeckendes Filialnetz aufrechtzuerhalten und täglich an jede Adresse in Österreich zuzustellen.

Fällt das Briefmonopol mit 1. Jänner 2011, müssen alternative Finanzierungsmodelle entwickelt wer den, um diese Grundversorgung mit Postdienst leis tungen weiterhin gewährleisten und finanzieren zu können.

Gleiche Auflagen für alle Anbieter von Universaldienstleistungen

Gleiche Vorgaben in Bezug auf die Leistungs quali tät sind eine weitere zwingende Voraussetzung für eine erfolgreiche Umsetzung der Liberalisie rung. Auflagen und Verpflichtungen müssen alle Markt teilnehmer in gleicher Weise treffen. Der zeit sind die entsprechenden Auflagen in Österreich lediglich an die Österreichische Post gerichtet, andere Anbieter sind hingegen völlig frei in der Gestal tung ihrer Leistung. Bleiben diese Asymmetrien nach der Liberalisierung des österreichischen Post mark tes bestehen, wäre die nachhaltige Grundversor gung gefährdet, da dies er heb liche Wettbewerbs nachteile für die Österreichische Post bedeuten würde. Auflagengleichheit im Universaldienst hin gegen würde eine durchgehend hohe Qualität im Postmarkt und damit deutliche Vorteile für die Kunden bringen.

Faire arbeitsrechtliche Rahmenbedingungen

Auch im Arbeitsrecht müssen im Zuge der Umset zung der Liberalisierung Asymmetrien verhindert werden. Da Postdienstleistungen sehr personal intensiv sind, stellen die Personalkosten einen wesentlichen Faktor für die Wettbewerbsfähig keit eines Anbieters dar. Derzeit operieren die öster rei chischen Postanbieter mit völlig unterschiedlichen Modellen und Rahmenbedingungen. Die Österreichische Post ist aufgrund ihres hohen Beamten an teils (55 %) deutlich weniger flexibel als Unter nehmen, die freie Dienstnehmer bes chäf tigen. Wett bewerbsgleichheit kann hier aus Sicht der Österreichischen Post nur durch einen Bran chen kollektivvertrag hergestellt werden, der die Arbeits bedingungen für die gesamte Post branche neu und einheitlich regelt.

Was sichert den Erfolg der Post? [6]

Erfolgsfaktoren und Strategie

Nähe zum Kunden stärkt das Vertrauen

Die Österreichische Post ist mehr als ein Unterneh men. Ihre Kundennähe bei der Zustellung nach dem Grundsatz "every day, every door" macht sie zu einem wesentlichen Bestandteil des österreichi schen All tags. Die Kunden bringen der Österreichi schen Post ein entsprechend hohes Maß an Ver trauen entgegen. Und sie schätzen vor allem die Zu verlässigkeit und Kompetenz, die die Österreichische Post tagtäglich beweist.

[6] Was sichert den Erfolg der Post?

Basierend auf einem starken Kern ge schäft und attraktiven Marktpositionen begegnet die Österreichische Post mit ständiger Effizienzsteigerung und innovativen Angeboten der Heraus forderung des Wettbewerbs.

Kompetenz in der Zustellung sichert die Qualität

Mit ihrer hohen Zustellqualität – ermöglicht durch High-Tech-Infra struktur und effiziente Organisation – differenziert sich die Österreichische Post nachhaltig von ihren Mitbewerbern. Denn viele alternative An bie ter setzen auf eine "Low Cost"-Politik, was sich in der Qualifikation der Mitarbeiter und dem Service niveau entsprechend niederschlägt. Um ihren Erfolg auch in einem liberalisierten Markt zu sichern und weiter auszubauen, setzt die Österreichische Post auch weiterhin auf den konsequenten Ausbau ihrer Kundenorien tie rung und die laufende Optimierung des Kernge schäfts.

Spitzenposition bei Effizienz und Profitabilität

Auch die Nutzung von Synergien – etwa bei der ge meinsamen Zustellung von Paketen und Briefen im ländlichen Raum – ist ein wesentlicher Fak tor für die hohe Effizienz der Österreichischen Post. Diese ist, insbesondere im Briefmarkt, ein entscheidender Vor teil gegenüber neu in den Markt tretenden Mitbewer bern. Zahlreiche Beispiele belegen dies: So ist die Österreichische Post etwa hinsichtlich der Zu stell menge pro Zusteller, der Anzahl der Zu stell adressen pro Rayon und der Zustellgeschwin digkeit im europäischen Spitzenfeld angesiedelt.

Konsequent hat die Österreichische Post die Verän de rungen der vergangenen Jahre zur Steigerung ihrer Profitabilität genutzt. Mit einer EBITDA-Marge von 12,6 % zählt sie heute zu den ertragsstärksten Post gesellschaften in Europa. Und auch weiterhin zählt Effizienzsteigerung zu den zentralen Unter neh mens zielen.

Bereit für die Liberalisierung durch optimale Marktposition

Schon heute nimmt die Österreichische Post in ihren Märkten eine attraktive Position ein. Sie ist in Österreich die Nr. 1 für Briefe, Werbesendungen und Pakete an Privatkunden, in der Slowakei, Kroatien, Ungarn und Serbien befindet sie sich über ihre Tochter gesell schaf ten jeweils unter den Top 3 für unadressierte Werbe sendungen und Geschäftskunden pro dukte. Dies sind gute Voraussetzungen für die erfolgreiche Bewältigung des verstärkten Wettbe werbs in einem vollständig liberalisierten Markt.

Drei strategische Schwerpunkte für alle Divisionen

Aufbauend auf der soliden Marktposition und der sehr erfolgreichen Optimierung und Erweiterung des ge samten Geschäfts setzt die Konzernstrategie der Öster reichischen Post auf drei strategische Haupt stoß rich tungen. Sie sind – mit unterschiedlich intensiver Ausprägung – für alle Divisionen relevant:

Optimierung des Kerngeschäfts und weitere Intensivierung der Kundenorientierung

Serviceorientierung und individuelle Kundenbe treu ung stellen gerade im zunehmenden Wett be werb eine wesentliche Erfolgsvoraussetzung dar. In diesem Bewusstsein setzt die Österreichische Post umfangreiche Maßnahmen im Interesse von Kun denzufriedenheit und Kundenbindung. Unter neh mensweite Qualitätsoffensiven und gezielte Aus bildungsschwerpunkte bilden einen Teil da von. Zur weiteren Stärkung von Effizienz und Profita bilität sind darüber hinaus Optimie run gen im tech ni schen und organisatorischen Be reich vorgesehen, so etwa die verstärkte Nut zung von Synergien zwischen den einzelnen Divi sionen.

Erweiterung der Wertschöpfungskette und Spe zia lisierung auf profitable Nischen

Das Grundvertrauen der Kunden in die Österreichische Post als ihren langjährigen Partner unterstützt die Markteinführung weiterer Services. So wurden etwa die Leistungsportfolios der Divisionen Brief sowie Paket & Logistik schon in den letzten Jahren deutlich ausgeweitet. Beispiele dafür sind etwa neue Dienstleistungen im Bereich Doku men tenmanagement oder in der Speziallogistik. Das verbreiterte Leistungsspektrum bietet den Kunden die Möglichkeit, alle Bereiche der Post-Wert schöp fungskette "aus einer Hand" zu nutzen.

Internationalisierung und Positionierung als lokaler Integrator

Im Rahmen der verstärkten Internationalisierung will sich die Österreichische Post auf eine noch bessere Verankerung in den lokalen Märkten konzentrieren. Die Österreichische Post ist mit ihrer multiregionalen Präsenz ein willkommener Part ner für internationale Kunden und Logistikunter nehmen.

Ausgezeichnete Marktposition in attraktiven Märkten

Österreich

Nr. 1 bei Briefen bei adressierten Werbesendungen bei unadressierten Werbesendungen bei Paketen an Privatkunden bei Medienpost

International

Slowakei

  • Nr. 1 bei Paketen an Geschäftskunden
  • Nr. 2 bei unadressierten Werbesendungen

Kroatien

Nr. 1 bei Paketen an Geschäftskunden bei unadressierten Werbesendungen

Ungarn

  • Nr. 1 bei unadressierten Werbesendungen
  • Nr. 3 bei Paketen an Geschäftskunden

Serbien

Nr. 1 bei Paketen an Geschäftskunden

Der Fokus auf die drei angeführten Schwerpunkte er möglicht eine kontinuierliche weitere Stärkung der Marktposition in den Kernmärkten. Dadurch posi tio niert sich die Österreichische Post als Kompe tenz träger mit einem attraktiven und umfassenden An gebotsportfolio. Während in der Division Brief und in der Division Filialnetz vor allem das Kern ge schäft optimiert und durch die Erweiterung der Wert schöp fungskette ausgebaut werden soll, wird in der Division Paket & Logistik der Schwerpunkt auf die Nischen spe zialisierung und die Erweiterung der inter nationalen Netze gelegt.

Hinsichtlich aller drei Kernstrategien hat die Österrei chische Post im letzten Jahr wichtige Umset zungs schritte vollzogen. Angesichts der Entwicklung im heimischen Paketmarkt wurde die Realisierung in diesem Segment noch beschleunigt, um die Stellung des Unternehmens als klarer Qualitätsführer zu sichern und auf diese Weise auch künftig stabile Cash-Flows zu erwirtschaften.

Nachstehende Tabelle zeigt, welche strategischen Detailmaßnahmen und -konzepte sich daraus für die unterschiedlichen Tätigkeitsfelder der einzelnen Divisionen ergeben:

Division Division Division
Brief Paket & Logistik Filialnetz
Optimierung des Stammgeschäft Top-Leistungs- Postdienst
Kerngeschäfts und stärken angebot für leistungen und
weitere Intensivierung Business- und Retailprodukte
der Kundenorientierung Privatkunden stärken
Erweiterung der Erweiterung des Konzentration Finanzdienst
Wertschöpfungskette Leistungsspektrums auf Speziallogistik leistungen forcieren
und Spezialisierung (Direct Marketing
auf profitable Nischen Produktion, Scanning,
Poststellenmanagement)
Internationalisierung Alternative Zustel- Geschäftskunden Flächendeckender
und Positionierung lung insbesondere (B2B)-Netzwerk in lokaler Integrator
als lokaler Integrator in Zentral- und CEE ausbauen in Österreich
Osteuropa ausbauen

Detailmaßnahmen und -konzepte

Wozu braucht die Post Akquisitionen? [7]

Wachstum durch Akquisitionen

Durch ihre konsequente Expansionspolitik hat die Österreichische Post zunehmend an Unabhängig keit vom österreichischen Markt gewonnen. Wurden im Jahr 2006 noch weniger als 3 % des Konzern um satzes außerhalb Österreichs erwirtschaftet, waren es im Jahr 2007 bereits 27 %, im Paketge schäft mehr als 70 %. Insgesamt ist die Österreichi sche Post damit ein rele vanter regionaler Player und interessanter Partner für internationale Koopera tionen.

Klare Zielvorgaben

Die selektive Übernahme bestehender Unternehmen bildet einen entscheidenden Faktor im Unternehmens wachs tum der Österreichischen Post. Derartige Trans aktionen werden mit großer Umsicht durchgeführt. Als wichtigstes Kriterium dafür hat die Österreichi sche Post für den Return on Invested Capital (ROIC) vor Steuern einen Wert von zumindest 12 % im dritten Jahr der Integration definiert. Drei Aspekte stehen bei Akquisitionen im Vordergrund:

Besetzen attraktiver Nischen

Die durch die dynamische Veränderung des europäischen Postmarktes entstehenden Marktnischen bergen nicht nur für Mitbewerber die Chance, sich im österreichischen Markt zu etablieren. Sie bieten auch der Österreichischen Post die Möglich keit, sich als Anbieter von spezialisierten Post dienst leistungen, etwa der Speziallogistik, zu positionieren. Dies führt zu einer Stärkung der Öster reichi schen Post im zunehmenden Wettbe werb und zu Marktchancen trotz einer Stagnation im klassischen Briefgeschäft.

Expansion in wachsenden Märkten

Für die Österreichische Post bietet auch der Heim markt attraktive Marktchancen. In diversen Post-Teilmärkten, etwa der Zustellung unadressierter Werbesendungen oder der Beförderung von Pake - ten an Geschäftskunden, hat sich das Unter neh men bereits mit entsprechenden Anbie tern (feibra, Scherübl Transport) etabliert. Auch in Zukunft sieht die Österreichische Post hier erhebliches Poten zial. Ebensolche Chancen liegen in den prosperierenden Märkten Zentral- und Ost euro pas (CEE). Durch ihre Expansionspolitik kann die Österreichi sche Post also sowohl in Österreich wie auch beson ders in CEE an der wirtschaftlichen Ent wicklung partizipieren.

Weiterentwicklung von Kompetenzen

Die Österreichische Post zielt mit ihren Akqui si tionen erfolgreich auf Bereiche ab, in denen be reits Kompetenzen im Unternehmen vorhanden sind. Ebenso wichtige Faktoren sind das Vorhan densein günstiger Marktgegebenheiten und die Erfüllung der strikten finanziellen Kriterien. Diese Strategie ermöglicht es der Österreichischen Post, ihr vorhandenes Fachwissen mit neu erworbenem Markt-Know-how zu kombinieren. Dadurch entsteht eine Win-Win-Situation: Die Akquisition be stehen der Unternehmen bringt der Österreichi schen Post zu sätzliches markt- und produktspezifisches Knowhow. Damit wird ein weiteres Ele ment der Wert schöpfungskette bedient und das Angebot für den Kunden vergrößert. Gleich zeitig profitieren die Tochterunternehmen von der Erfahrung und Kompetenz der Österreichischen Post.

Gibt es einen Erfolg in stagnierenden Märkten? [8]

Tätigkeitsbereich

Die Division Brief umfasst die drei Geschäftsfelder Briefpost, Infomail und Medienpost. Das Kernge schäft besteht aus der Annahme, Sortierung und Zu stellung von Briefen, Postkarten, adressierten Werbe sendun gen, unadressierter Haushaltswer bung, Zeitungen und Regionalmedien. 11.300 Zusteller bringen täglich Post zu 3,9 Mio Haus hal ten und Unternehmen – an jedem Tag, an jede Haus tür. Ergänzt wird das Leis tungsspektrum durch neue Business Services entlang der Wertschöpfungskette für Geschäftspost und Werbe post (Analyse, Bera tung und Planung; Adress- und Datenmanagement, Produktion, Poststellen manage ment, intelligentes Scanning, Responsemanagement).

Marktumfeld und Markttrends

Markt für adressierte Sendungen Die klassische Briefpost (Geschäftspost, private Briefe, Karten, adressierte Werbesendungen) unterliegt bislang nur moderatem Wettbewerb. Vor der Umsetzung der von der EU vorgesehenen vollständigen Öffnung des Post marktes sind die regulatorischen Rahmenbe din gun - gen in jedem EU-Land zu klären. Durch neue Kon zepte bereitet sich die Österreichische Post auf diesen freien Wettbe werb vor. Mit innovativen Dienst leistungen wie Adressmanagement, Dokumenten druck oder in telligentem Scanning bietet die Österreichi sche Post ihren Kunden grundsätzlich neue Services. Darüber hinaus nimmt die Österreichische Post auch aktiv an der Gestaltung der regulatorischen Rahmen bedin gun gen teil, die unter anderem zur Umsetzung der Post-Richtline der EU notwendig sind.

Markt für unadressierte Sendungen: Er heb liches Potenzial in Zentral- und Osteuropa Prospektwerbung genießt im Vergleich zu anderen Werbeformen in Österreich einen überdurchschnittlich hohen Stellenwert. Der Markt für unadressierte Sendungen (Haushaltswerbung) unterliegt dem freien Wettbewerb und zeigt sich angesichts der Effi zienz von Werbeprospekten dynamisch. Österreich weist hier mit über 470 Stück unadressierten Werbe sen dun gen pro Kopf und Jahr im Ver gleich zu den anderen Ländern eine sehr gute Position auf. In Zentral- und Osteuropa werden überproportionale Zu wächse er war tet. Aus diesem Grund hat die Österreichische Post 2007 z. B. ST Media, einen kroatischen Spezialis -

Marktposition

Land Unternehmen1 Tätigkeitsfeld Position
Österreich Österreichische Post AG Briefpost Nr. 1
Adressierte Werbesendungen Nr. 1
Medienpost Nr. 1
Österreichische Post AG, feibra Unadressierte Werbesendungen Nr. 1
Mader Zeitschriftenverlag, 74,9 % Gratiszeitung für Wien Nischenposition
Deutschland Austrian Post International International Mail Vertriebsstandort
Deutschland
meiller direct Direct Mail Production Top-Position in Nische
Österreich, Scanpoint Scanning/Archivierung von Top-Position in Nische
Deutschland, CEE Dokumenten, Responseerfassung
Kroatien Weber Escal/ST Media Unadressierte Werbesendungen Nr. 1
Slowakei Kolos Unadressierte Werbesendungen Nr. 2
Ungarn feibra Unadressierte Werbesendungen Nr. 1

1 Angabe des Beteiligungsverhältnisses nur, wenn Beteiligung geringer als 100 %

ten in der Zu stel lung unadressierter Sendungen, zu 100 % erwor ben. ST Media wird mit dem bereits be stehenden kroatischen Tochterunter neh men Weber Escal zu einem Unternehmen verschmolzen. Auch ihren öster reichischen Kunden bietet die Österrei chi sche Post mit ihrer internationalen Ex pan sion eine attraktive Erweiterung: Österreichische Key Accounts können bei ihren Werbemaß nahmen auch im Aus land der Kompetenz der Toch ter gesell schaften der Österreichischen Post vertrauen.

Maximale Kundenorientierung im Ge schäfts feld Medienpost In der Zustellung von Printmedien kann sich die Österreichische Post durch Premium-Qualität, flächendeckende Zustel lung und innovative Kundenbindungsideen – etwa dem Abo-Shop – in einem harten Wettbewerb hervorragend behaupten. Das Beispiel des Produktes "Plus.zeitung", bei dem eine rasche Zustellung garantiert wird, zeugt von der Kundenorientierung. Profi tiert hat das Unter nehmen nicht zuletzt von der deut lichen Zunahme im Bereich der Gratis-Zeitun gen, in dem es mit der Zustellung der Wiener Bezirks zeitung selbst aktiv ist. Für 2008 sind in diesem Geschäftsbereich steigende Volu mina zu er warten.

Strategie

Kontinuität im Stammgeschäft Das Stamm geschäft der Österreichischen Post im Geschäftsfeld Brief besteht aus der Zustellung adressierter und un adressierter Sendungen. Die Sender-Empfänger-Beziehungen reichen dabei von B2C (Business-to-Consumer) über B2B (Business-to-Business) und C2B (Consumer-to-Business) bis hin zu C2C (Consumerto-Consumer).

Hier setzt die Österreichische Post massiv auf effiziente Logistik und nachhaltigen Kundennutzen. Maßgeschnei der te Branchenlösungen bringen neue Impulse in stabilen Märkten. Damit soll bei vollständiger Liberali sie rung die Position im Markt nicht nur gehalten, sondern gestärkt und ausgebaut werden. Darüber hinaus wer den Direct Marketing-Aktivitäten im In- und Aus land gefördert. Interne und externe Audits garan tieren die hohe Qualität entsprechend den Kundenerwartungen.

[8] Gibt es einen Erfolg in stagnierenden Märkten?

Gerade in gesättigten Märkten gilt es, das Dienstleistungsportfolio für be ste hende Kunden zu erweitern. Die Österreichische Post hat hier in den vergangenen Jahren durch neue Lösungen ihre Innovationskraft bewiesen.

Direct Marketing: Alternative Zustellung und regionale Expansion Im Direct Marketing-Geschäft bringt die Einbindung alternativer Zu steller eine Optimierung bei Zustellprozessen und -qualität. Schon die Integration von feibra Öster reich, einem der führenden alternativen Zu stel ler des Landes für unadressierte Sendungen, belegte den Erfolg der Zwei-Marken-Strategie der Österreichischen Post. Diese wird nun auch durch den Erwerb von marktführenden alternativen Zu stellern in CEE forciert.

Erweiterung der Wertschöpfungskette Neben der klas sischen Annahme, Sortierung und Zustellung von Sendungen kann die Österreichische Post in den Bereichen Produktion sowie Adress- und Responsemanagement neue attraktive Leistungen anbieten. Ermöglicht wird dies insbesondere durch den Erwerb von meiller direct (Direct Marketing Full Service Provider) und Scanpoint (Spezialist für Dokumenten-Digitalisierung).

Die Österreichische Post kann nun alle Leistun gen ent lang der Wertschöpfungskette des physischen Infor mationsaustausches aus einer Hand anbieten und das in diesem Bereich bestehende Wachstums potenzial aktiv nutzen. Ganz im Sinn der Kunden orien tierung werden dabei logistische und vertriebliche Synergien ausgeschöpft und individuelle, für den je wei ligen Kunden maßgeschneiderte Lösungen ge fun den. Die Österreichische Post vollzieht damit einen Wandel vom reinen Zusteller von Sendungen zu einem Full Service-Anbieter. Gleichzeitig erweitert das Unter - nehmen seinen Kunden- und Aktions radius auf West-, aber auch auf Zentral- und Ost europa.

Prozessoptimierung in der Logistik Um den hohen Qualitätsanforderungen der Kunden gerecht zu werden, optimiert die Österreichische Post ständig ihre Logis tikleistung und sichert damit die Basis des Brief geschäfts. Dazu werden die technischen, logis tischen und organisatorischen Prozesse laufend moder nisiert und verbessert. Interne Strukturen wur den gestrafft und Verantwortungen eindeutig zugeordnet, gleichzeitig wurde der Zustellprozess als Ergebnis von Kapazitätsmessungen neu koordiniert. Die Zahl der Briefverteilzentren wurde von ursprüng lich 39 auf mittlerweile sechs reduziert, die Zahl der Zustellbasen ging von 1.880 im Jahr 2001 auf nunmehr 320 zurück. Durch verbesserte Technik und konsequente Effizienzsteigerung zählt die Logistik-Infrastruktur der Österreichischen Post heute zu den modernsten Europas.

Bedarfsanalyse Versandberatung Adressaktualisierung Adressdatenservice Datenmanagement Transaktionsdruck Kuvertierung Annahme Sortierung Zustellung Zuführung/ Abholung Poststellenmanagement Scanning/ Digitalisierung Retourenbearbeitung Kampagnenmanagement Mediaplanung Produktionsberatung Streuplanoptimierung Zielgruppenanalyse Adressaktualisierung Druck Lettershop Fulfillment Datenbankmanagement Annahme Sortierung Zustellung Geschäftspost Werbepost Zuführung/ Abholung Retourenbearbeitung Response-Erfassung Bearbeitung Analyse Analyse Beratung Planung Adressmanagement Produktion Klassische Postdienstleistungen Erweiterte Postdienstleistungen Response-Management

Gezielte Erweiterung der Wertschöpfungskette

Welches Potenzial bietet das Paketgeschäft? [9]

Division Paket & Logistik

Tätigkeitsbereiche

Das Kerngeschäft der Division Paket & Logistik be steht in der Annahme, Beförderung und Zustellung von Paketen und Paletten. Ergänzt wird es durch ein auf die jeweiligen Märkte und Kunden zugeschnit tenes Dienstleistungsangebot. Aufgrund der konsequent verfolgten Expansionsstrategie erzielt die Österreichische Post heute bereits rund zwei Drittel ihrer Umsätze in dieser Division außerhalb des Heim marktes Österreich. Alle Tochtergesellschaften verfügen in ihren Märkten über eine flächendeckende Infrastruktur und über eine sehr gute Position. Mit Ausnahme Österreichs sind sie vor allem im Businessto-Business (B2B)-Markt tätig.

Marktumfeld und Markttrends

Der Paketmarkt ist zur Gänze liberalisiert und damit dem Wettbewerb frei zugänglich. In allen Ländern, in denen die Österreichische Post tätig ist, besteht starker Wettbewerb. Aufgrund des Eintritts eines Mit bewerbers in den österreichischen Business-to-Consumer (B2C)- und Consumer-to-Consumer (C2C)- Markt hat die Österreichische Post eine aktive Reposi tionie rung ihres Geschäfts eingeleitet.

Auch nationale und internationale Markttrends sind entscheidend für die Entwicklung des Paket- und Logistikgeschäfts. Die wichtigsten Tendenzen dabei:

  • E-Commerce bleibt der wichtigste Volumens trei ber und erhöht die Anforderungen an die Logis tik anbieter zunehmend. Zudem baut der klassische Versandhandel seine E-Commerce-Aktivitäten deutlich aus.
  • Die grenzüberschreitende Paketbeförderung wächst stärker als das nationale Geschäft. Die Spe zial logis tik gewinnt dabei einen immer höheren Stellenwert.
  • Durch den Markteintritt neuer Mitbewerber in Österreich und die Ausweitung der Geschäfts modelle bestehender Anbieter verschwimmen die Grenzen zwischen dem B2C- und dem B2B-Markt.
  • "Alles aus einer Hand" bleibt für die Kunden wichtige Voraussetzung bei der Entscheidung für einen Logistikanbieter, vor allem bei grenzüberschreitenden Transportlösungen.
  • Das Logistikgeschäft in Südosteuropa konsolidiert sich zunehmend. Dadurch bekommt die internatio nale Anbindung einen ebenso wichtigen Stel len wert wie in Westeuropa.
  • Der Paketmarkt in Südosteuropa weist nach wie vor zweistellige Zuwachsraten auf.

Land Unternehmen1 Tätigkeitsfeld Position Österreich Österreichische Post AG Express und Paket Nr. 1 Scherübl Transport, 74,9 % Temperaturlogistik Top-Position in Nische Deutschland trans-o-flex, 76,15 % Kombifracht, Speziallogistik Nischenposition trans-o-flex Thermomed, 76,15 % Temperaturlogistik Top-Position in Nische Belgien Van Osselaer Pieters Colli Kombifracht, Speziallogistik Ergänzung zum Service (VOP) deutschen Markt Niederlande Dedicated Distribution Kombifracht, Speziallogistik Ergänzung zum Service (DDS), 76,15 % deutschen Markt Kroatien Overseas Express Express und Paket Nr. 2 Serbien City Express Express und Paket Nr. 2 Slowakei SPS, In-Time Express und Paket Nr. 2 Ungarn Road Parcel, Merland Expressz Paket und Speziallogistik Nr. 4

Marktposition

1 Angabe des Beteiligungsverhältnisses nur, wenn Beteiligung geringer als 100 %

Strategie

Heimmarkt Österreich Um der Volumensreduk tion entgegenzuwirken, die aus dem Einstieg eines Mitbewerbers in den österreichischen Paketmarkt resultierte, hat die Österreichische Post gegen Ende des vergangenen Jahres eine Neupositionierung ihres nationalen Paketgeschäfts eingeleitet. Das Maßnahmenpaket zielt insgesamt auf die Stärkung der Position im österreichischen Heimmarkt ab.

Premiumprodukt "24-Stunden-Businesspaket" Basis der Neupositionierung ist die Ergänzung der Produktpalette. Das neue Premiumprodukt "24- Stunden-Businesspaket" bringt wesentliche Vor teile für B2B- und B2C-Kunden. Der spätestmög liche Einlieferungszeitpunkt für Geschäfts pakete wird auf 01:00 Uhr Nacht ausgedehnt – ein ent scheidender Mehrwert vor allem für Sendun gen aus internationalen Zentraldepots. Dies ist ein wesentlicher Vorteil für alle Kunden, die eine rasche Zustellung ihrer Pakete am nächsten Werk tag wünschen. Ein Service, der etwa für alle Online-Bestellungen immer wichtiger wird.

Redimensionierung der Paketlogistik

Die Redi men sionierung umfasst die Schließung von sieben Zu stellbasen und die Verlagerung des Verteil zen trums Graz in das benachbarte Ver teil zentrum Kalsdorf. Zudem werden künftig verstärkt Syner gien mit der Division Brief genutzt.

Vertriebsoffensive im B2B-Segment

Die B2B-Ver triebsoffensive der Österreichischen Post wird wei ter gestärkt. Der aktuelle Marktanteil von rund 5 % soll bis 2011 auf etwa 20 % gesteigert wer den. Durch neue, attraktive Produkte und Service leis tungen wird eine deutliche Zunahme im B2B-Seg ment erwartet.

Die Umsetzung dieser Maßnahmen startete bereits 2007, mit Ende des Jahres 2008 wird sie größtenteils abgeschlossen sein. Darüber hinaus konnten im ab gelaufenen Geschäftsjahr durch eine Änderung im IT-System die Produktion und die Zustellung flexibler gestaltet werden. Die Kundenorientierung wurde durch die Reorganisation des Vertriebs und die Ein richtung von Paketshops in allen OMV-Tankstellen intensiviert.

B2B-Markt Südosteuropa Für den südosteuro päischen Markt verfolgt die Österreichische Post eine ehrgeizige Wachstumsstrategie. Sie besteht einerseits in der Erschließung neuer Märkte durch Akqui sitio nen und andererseits in der Intensivierung bestehen der Aktivitäten, so etwa durch eine optimale Aus nutzung der Wertschöpfungskette.

Auch im Geschäftsjahr 2007 wurde die Umsetzung der Expansionsstrategie erfolgreich fortgesetzt: Der Erwerb der ungarischen Unternehmen Road Parcel und Merland Expressz sowie des serbischen Paket -

[9] Welches Potenzial bietet das Paketgeschäft?

Der Paketmarkt bietet sowohl die Chance auf organisches Wachstum als auch attraktive Nischen. Die gute Positio nierung und die umfangreiche Erfahrung der neuen Tochtergesell schaften ermöglichen Wachstum im B2B-Geschäft.

zustellers City Express bedeutete den Einstieg in zwei weitere prosperierende Märkte. Während Road Parcel sich auf Paketdienstleistungen spezialisiert hat, ist Merland Expressz im Transport von Paletten tätig. Dadurch kann die Österreichische Post ungarischen Kunden ein attraktives und umfassendes Port folio an Transportdienstleistungen bieten. Die ebenfalls 2007 erworbene City Express ist mit rund 50 % Markt an teil Serbiens führender Paketdienstleister.

Gleichzeitig wurden in bestehenden Märkten die Ver triebsaktivitäten der Division Paket & Logistik inten siviert und ausgebaut. So können die Tochter gesellschaften etwa durch die Festlegung einer über die Landesgrenzen hinaus geltenden, harmonisierten Produktmatrix nunmehr Transport- und gewisse Zusatzdienstleistungen innerhalb des gesamten Netz werks einheitlich anbieten. Auch die Erweite rung des Angebots entlang der Wertschöpfungs kette, etwa durch Warehousing, intensiviert und stärkt die Kun denbeziehungen.

Speziallogistikmarkt Westeuropa Die Österreichische Post hat Ende des Jahres 2006 mit der Akquisition des Speziallogistikanbieters trans-o-flex in Deutschland eine erfolgreiche Nischenpolitik für Paket- und Logistikdienstleistungen gestartet. transo-flex ist ein europaweit tätiges Logistikunter neh men und bietet in Deutschland über seinen Schnell-Lieferdienst ein flächendeckendes Netzwerk für den effizienten und sicheren Transport von Paketen wie Paletten (Kombifracht). Neben der bundesweiten 24- Stunden-Auslieferung mit zahlreichen Express- und Zusatzdiensten (z. B. Gefahrenguttransporten) entwickelte trans-o-flex das EURODIS-Netzwerk. Damit ist trans-o-flex einer der führenden Kombifracht dienst leister Europas. Das Unternehmen setzt auf maßgeschneiderte Logistikkonzepte und hat eine Viel zahl spezialisierter Branchenlösungen entwickelt.

Die Hauptgeschäftsfelder von trans-o-flex liegen in den Bereichen Health Care, Life Science, Lifestyle so wie Consumer Electronics und Home Entertainment. In diesen wachsenden Geschäftssegmenten setzt das Unternehmen auf spezielle Branchen lösun gen. Im Spezialgebiet der aktiv gekühlten Trans porte zwischen 2° und 8° Celsius ist die Tochtergesellschaft trans-o-flex Thermomed deutscher Marktführer.

Um auch die Warenströme zwischen Deutschland und den Benelux-Ländern abzudecken, hat die Öster reichische Post im Jahr 2007 mit VOP und DDS Spe zial logistikgesellschaften in Holland und Belgien er wor ben. Das Leistungsangebot in dieser Branche wird stetig erweitert und umfasst mittlerweile auch die stationäre Zwischenlagerung von Transport pro duk ten. Weiters werden die bestehenden Dienstleis tungen über die Plattform EURODIS weiter internationalisiert. In Westeuropa erfolgt dies über Par tner gesellschaf ten, in Österreich, Zentral- und Osteuropa erfolgt die Expansion vorrangig über das wachsende Netz der eigenen Tochtergesellschaften.

Die Österreichische Post sieht generell in der Spe zia lisierung von Paket- und Logistikdienstleistungen große Wachstumschancen. Die daraus folgende Stra tegie, sich in diesem Bereich verstärkt zu etablieren, wurde in Österreich z. B. durch den Er werb von Scherübl Transport umgesetzt. Das Unter nehmen ist spezialisiert auf den Transport und die Lagerung von pharmazeutischen Waren und in diesem Segment Marktführer in Österreich. Scherübl Transport verzeichnete im abgelaufenen Jahr kräftiges Wachstum.

Welche Chancen bietet ein flächendeckendes Filialnetz, und warum hat sich die Post an der BAWAG PSK beteiligt? [10]

Division Filialnetz

Tätigkeitsbereich

Das Filialnetz der Österreichischen Post bietet seinen Kunden in ganz Österreich qualitativ höchstwertige Produkte und Services in den Bereichen Bank-, Postund Kommunikationsdienstleistungen. Mit insgesamt rund 1.900 internen und externen Poststellen und rund 5.000 Mitarbeitern garantiert das Filial netz so wohl Kundennähe als auch optimale Öffnungs zeiten und bietet den besten Zugang zu Infra struk tur und Kommunikation. Damit hebt sich die Österreichi sche Post ebenso klar von ihren Mitbewer bern ab wie durch die hohe Fachkompetenz und Kunden orientie rung ihrer Mitarbeiter.

[10] Welche Chancen bietet ein flächendeckendes Filialnetz, und warum hat sich die Post an der BAWAG PSK beteiligt?

Die Beteiligung an der BAWAG PSK stärkt den Marktauftritt und bietet die Chance eines wertsteigernden Investments. Die Österreichische Post wird ihr Bankdienstleistungsgeschäft über eines der dichtesten landesweiten Filialnetze forcieren. Das Filial netz ist mit seinem direkten Kundenzugang ein wichtiges Asset im Wettbewerb.

Die Zahlen des Jahres 2007 sprechen für sich: Mit fast 70 Millionen Kundenbesuchen, 556 Millionen über das Filialnetz aufgegebenen Briefen und Pake ten, 900.000 zufriedenen PSK BANK-Kunden, rund 12 Mil lionen Bar einzahlungen, 127.000 verkauften Mobil telefonen und 49.000 beauftragten Internet an schlüssen stand die Österreichische Post täglich im Dienst ihrer Kunden und festigte die außergewöhn liche Marktposition ihres Filialnetzes.

Marktposition

Das Filialnetz der Österreichischen Post zählt zu den größten Privatkundennetzen und Anlaufstellen des Landes für Post- und Bankdienstleistungen. Darüber hinaus nimmt die Österreichische Post eine führende Posi tion im Vertrieb von Telekommunikations pro dukten (Mobil- und Festnetztelefone) ein und verfügt mit dem Netz der Postfilialen gleichzeitig über das größte Ban kennetz Österreichs.

Marktumfeld und Markttrends

Das Filialnetz der Österreichischen Post offeriert ein breites Portfolio an Bank- und Postdienstleistungen sowie Kommunikations- und Retailprodukten. Das Marktumfeld wird daher durch zahlreiche Mitbe wer ber aus unterschiedlichen Bereichen bestimmt. Dazu zählen etwa auch Banken oder Fachhändler für Kommunikations- oder Büroprodukte.

Die starke und in wichtigen Bereichen weiter steigende Nachfrage für die angebotenen Produkte und Services ist wichtigstes prägendes Merkmal für das Marktumfeld des Filialnetzes. Im Besonderen gilt dies für Bank- und Versicherungsdienstleistungen. Um von dieser Tendenz in möglichst hohem Maß zu profitieren, optimiert die Österreichische Post ihr Filialnetz

laufend durch Umbau und Moderni sie rung. Allein 2007 wurden rund 10 Mio EUR investiert. Um die Ver fügbarkeit des Angebots noch weiter auszudehnen, setzt die Österreichische Post zusätzlich Selbstbedie nungsgeräte ein und erweitert bzw. ergänzt damit die Öffnungszeiten ihrer Filialen.

Strategie

Ausbau von Kundennähe und Beratungs kompetenz bei Bankdienstleistungen Als wichtiges Wachstumssegment soll das Geschäft des Filialnetzes der Österreichischen Post mit Bank- und Finanzdienstleistungen gezielt ausgebaut werden. Einen wichtigen Baustein in dieser Strategie bildet auch die Beteiligung an der BAWAG PSK. Die Österreichische Post sieht diesen Schritt nicht nur als rentables und wertorientiertes Investment, sondern vor allem als eine Gelegenheit zur forcierten Um set zung einer gemeinsamen Offensiv-Strategie. Im Zuge der Verhandlungen zur Übernahme der BAWAG PSK wurde auch der bestehende Koopera tionsvertrag zum Vertrieb von Bankdienst leis tun gen über das landes weite Netzwerk der Postfilialen um drei Jahre bis 2015 verlängert. Zusätzliche Be deu tung erhält diese Be teiligung durch die Einbindung der Partner Generali und Wüstenrot in das Konsor tium zur Übernahme der BAWAG PSK.

Die Österreichische Post ist mit ihrem flächendecken den Filialnetz einer der wichtigsten Vertriebs wege für Bankprodukte der BAWAG PSK. Mit der Neuposi tionierung der PSK BANK wird gleichzeitig der Ver kauf von Bankprodukten zu einer Kern kom petenz der Postfilialen ausgebaut. In diesem Sinn sorgen eine deutliche Erhöhung der Zahl von Finanz beratern so wie eine Aus- und Weiterbildungs offen sive für die Mitarbeiter im Bankbereich für eine massive Aus wei tung der Beratungskompetenz. Bis Ende 2007 wurde die Anzahl der Finanzberater auf über 600 aufgestockt – davon allein 40 zusätzliche Be rater in Wien. Auch die Zahl der Finanzberatungs zentren in den Post filialen wurde bis Ende 2007 auf rund 300 erhöht. Die speziell ausgebildeten Finanz berater können sich damit künftig ganz auf die individuelle Beratung ihrer Kunden in Finanz- und Ver sicherungsfragen konzentrieren. Die reinen Ein- und Auszahlungen hin gegen erfolgen weiterhin an den Schaltern der je weiligen Filialen. Im ländlichen Be reich werden verstärkt mobile Finanzberater jeweils mehrere Kleinfilialen in der Be ratung – vor allem für hochwertige Bankprodukte – unterstützen.

Auch die Produktpalette wird ständig erweitert. Mit neuen, kundenfreundlichen und innovativen An sätzen wie etwa dem "Fußballsparbuch" reagiert die PSK BANK auf die Anforderungen ihres breiten Kun denseg ments.

Fact Box: Finanzdienstleistungen

  • Gratiskonto "Konto-Box"
  • Neue Sparformen, z. B. das "Fußballsparbuch"
  • PSK BANK Wohnbau- und Konsumkredite
  • Top-10-Fonds der BAWAG PSK
  • Top-Produkte der BAWAG PSK Versicherung
  • Bausparprodukte von Wüstenrot

KMU-Offensive bei Postdienstleistung Durch zahlreiche Initiativen im Dienstleistungs be reich baut die Österreichische Post ihr Portfolio in Rich tung einer noch gezielteren Erfüllung der Kun denanfor de rungen ständig weiter aus. 2007 lag hier der Fokus auf dem Segment kleine und mittelständische Unter nehmen (KMU). Dafür wurde etwa eine verstärkte KMU-Betreuungsoffensive im Rahmen von Veranstal tungen (Gründertage, Jungunterneh mer tage, KMU-Abende in Gemeinden) initiiert, zu sätzlich hat die Österreichische Post österreichweit Mailings an mehr als 116.000 KMU-Kunden versendet. Für die Filialmit arbeiter fanden parallel dazu inten sive Schulungen statt. An mehr als 270 Stand orten bietet die Österreichische Post nun eine um fassende spezielle Be treuung für KMU. Auch mit den Wirtschaftskammern für Kärnten, Oberösterreich und Wien wurden Ko ope rationen in Richtung einer optimalen postalischen Betreuung von KMU initiiert, die 2008 auf alle neun Bundesländer ausgedehnt werden sollen. Durch diese erfolgreichen Maß nahmen konnte die Österreichi sche Post 2007 zahlreiche weitere Kunden von ihren Dienstleistungen überzeugen.

Kommunikation & Retail – erfolgreiche Ko operation und Optimierung des Sortiments Die erfolgreiche Kooperation mit dem Partner und Marktführer Telekom Austria konnte 2007 weiter aus gebaut werden. So stieg etwa die Zahl der über Post filialen verkauften Internetanschlüsse bereits auf rund 49.000. Das Filialnetz der Post gehört zu den wichtigs ten Vertriebspartnern der mobilkom austria/A1 und konnte in einem hoch kompetitiven Markt als ein ziger Handelspartner im Jahr 2007 im Absatz signifikante Zuwächse erzielen. Trotz der großen Markt durch drin gung im Mobilfunksegment legte die Zahl an Handy-Neuanmeldungen 2007 im Vergleich zu 2006 um 33 % zu.

2007 setzte die Österreichische Post auch erfolg reiche Maßnahmen zur Straffung ihres Sortiments an Han delswaren. Diese Aktivitäten werden auch 2008 fort gesetzt und führen zu einer noch stärkeren Spe ziali sierung auf postaffine Produkte. Zusätz lich werden im Jahr 2008 Fan-Artikel der UEFA EURO 2008™ im Filialnetz verkauft.

Philatelie Im Jahr 2007 wurde die Erweiterung des Philateliesortiments um Markenbücher und Mar ken hefte erfolgreich fortgesetzt. Die hochwertig ge stal teten Bücher mit integrierten Briefmarken bögen greifen aktuelle Themen und interessante Schwer punkte aus den Bereichen Kunst, Kultur und Technik auf und eignen sich als besondere Ge schenke mit einem außergewöhnlichen Mehr wert.

Welche nachhaltigen Maßnahmen setzt die Post? [11]

Verantwortung und nachhaltige Entwicklung

Verantwortung für Wirtschaft, Gesellschaft, Mitarbeiter und Umwelt

Jedes Unternehmen trägt Verantwortung gegenüber seinen Stakeholdern und dem gesellschaftlichen Um feld. Im Bewusstsein dieser Verantwortung ist es der Österreichischen Post ein Anliegen, die Interessen aller Beteiligten in ihrer Tätigkeit angemessen zu be rück sichtigen. Dabei orientiert sich der gesamte Öster reichische Post Konzern an den Prinzipien des UN Global Compact. Die umfassende Verantwortung basiert auf vier Säulen:

Verantwortung für die Wirtschaft Nur ein wachsendes Unternehmen kann seine gesellschaftliche Verantwortung langfristig wahrnehmen und einen angemessenen Beitrag zur Erfüllung sozialer Bedürfnisse leisten. Daher hat die nachhaltige Siche rung der Ertragskraft im Management der Öster rei chischen Post oberste Priorität. In diesem Sinn wird laufende Optimierung angestrebt, um die Wettbe werbsfähigkeit der Österreichischen Post zu sichern. Ebenso soll die internationale Expansions str ategie den angestrebten Unternehmenserfolg langfristig sichern.

[11] Welche nachhaltigen Maßnahmen setzt die Post?

Die Österreichische Post hat in ihrer Nachhaltigkeitspolitik vier Säulen definiert: Wirtschaftlichen Erfolg, gesellschaftliche Verantwortung, Mitarbeiter entwicklung und Umweltverträglichkeit sehen wir als wesentliche Eckpfeiler.

Verantwortung für die Gesellschaft Die Öster reichische Post ist mit mehr als 23.000 Mitarbeitern einer der größten Arbeitgeber in Österreich. Um weiterhin zukunftsträchtige Ar beitsplätze bieten zu können, ist eine nachhaltige Absicherung der Wett bewerbsfähigkeit notwendig. Zur Optimie rung und Prozessverbesse rung muss die Personal kapazität ständig an den aktuel len Bedarf angepasst werden. Dies geschieht unter strikter Beachtung sozialer Ge sichtspunkte und unter maximaler Nut zung der üblichen Mit arbei terfluktuation. Auch Frauenförde rung und die Schaffung der Möglichkeit zur Teilzeit arbeit werden aktiv vorangetrieben.

Verantwortung gegenüber Mitarbeitern

Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz sowie be triebliche Gesundheitsförderung sind Schlüssel elemen te der Unternehmenspolitik der Österreichi schen Post. Motivierte und leistungsfähige Mit arbeiter sind die Basis des bewährten Logistik kon zepts, das die tägliche Belieferung der Kunden sicherstellt. Da für ist eine gesunde und sichere Arbeitsumgebung eine wichtige Voraussetzung.

Verantwortung für die Umwelt Auch der effi z iente Umgang mit Ressourcen ist ein wichtiges An lie gen der Österreichischen Post. Daher nimmt sie an zahlreichen Projekten teil, wie etwa dem Green house Gas Reduction Programme von PostEurop, bei dem die Reduktion von Treibhausgas-Emissionen im Mittelpunkt steht.

Weitere Informationen zur nachhaltigen Ausrich tung der Österreichischen Post in den Bereichen "Wirtschaft licher Erfolg – Mitarbeiter – Gesellschaft – Umwelt" finden sich in dem im September 2007 publizierten Nachhaltigkeitsbericht des Unter neh mens sowie im Internet unter www.post.at/verantwortung.

Leistung für alle Stakeholder

Kunden Ihren Kunden bietet die Österreichische Post in ganz Österreich Postdienstleistungen und Kunden service zu einem fairen Preis-Leistungs-Verhältnis.

Eigentümer Ihrem Mehrheitseigentümer ÖIAG und damit der Republik Österreich brachte die Österreichische Post in den letzten fünf Jahren hohe Dividen den. Seit dem Börsegang werden 49 % der Aktien von institutionellen und privaten Anlegern im In- und Ausland gehalten.

Mitarbeiter Der Österreichische Post Konzern trägt Verantwortung für nahezu 26.000 Mitarbei ter. Da her ist es dem Unternehmen ein wichtiges An liegen, auch weiterhin ein gefragter Arbeitgeber zu bleiben, dessen Fokus auf der aktiven Weiter ent wick lung seiner Mitarbeiter liegt.

Geschäftspartner Lieferanten und Geschäfts part ner der Österreichischen Post werden stets fair be handelt. Aufgrund ihrer soliden finanziellen Situation gilt die Österreichische Post seit jeher als verläss li cher und berechenbarer Geschäftspartner.

Umwelt Ihrem Umweltbewusstsein trägt die Öster reichische Post durch laufende Modernisierung ihrer Infrastruktur und zahlreiche Initiativen zu Ressour cen schonung und Abfallvermeidung Rech nung.

Gemeinden Flächendeckende Versorgung und offener Dialog bestimmen das Verhältnis der Österreichischen Post zu den heimischen Gemeinden. Dies wird heute durch rund 1.300 Postfilialen so wie mehr als 600 Post-Partnerbetriebe und 5.000 Land zusteller gesichert.

Regulierungsumfeld Die Österreichische Post arbeitet in einem großen Teil ihres Geschäfts gemäß einem regulierten Versorgungsauftrag mit klaren Bedingungen für Zustellqualität und Serviceleistung und bereitet sich in Hinblick auf die Liberalisierung auf den Wettbewerb vor.

Gesellschaft Die Österreichische Post ist einer der bedeutendsten Arbeitgeber des Landes und garan tiert mit ihrem flächendeckenden Netz für jeden Österreicher die Versorgung mit hochwertigen Post dienstleistungen.

Zahlreiche Initiativen für Mitarbeiter

Familienförderung, Frauenförderung, Fle xi bilität Mit Frauenförderung und aktivem Karenz management geht die Österreichische Post neue Wege und stellt sich damit auf die Veränderungen der heutigen Lebens- und Arbeitswelt und den demografischen Wandel ein. Dadurch erleichtert die Österreichische Post Frauen die Karriereplanung und fördert ihren Wiedereinstieg nach der Karenz. Wäh rend der Karenzzeit ist z. B. die Teilnahme an Aus- und Weiter bildungsmaßnahmen möglich. Eine Laufbahn be ratung mit Standortbestimmung an lässlich des Wieder ein stiegs soll Kompetenzen und Neigungen aufdecken und bei der Suche nach alternativen Ein satz mög lich keiten helfen. Ebenso erleichtert die Öster reichische Post etwa durch Teil zeitarbeit oder Job Sharing die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Auch in Füh rungs positionen will die Österreichische Post den Frauenanteil kontinuierlich anheben, um eine gleichberechtigte Be teiligung an Verantwortung und Entscheidungs findung zu erreichen.

post.sozial Mit "post.sozial" haben der Vorstand und der Betriebsrat der Österreichischen Post im Jahr 2005 das unternehmenseigene Sozialwesen auf neue Beine gestellt: Der gemeinnützige Verein post.sozial offeriert Mitarbeitern und deren Ange hörigen unter schiedliche Services und Leistungen. Das Leistungs - spektrum reicht von Essensbons und ermäßigten Tickets für ausgewählte Veranstal tun gen bis hin zu günstigen Urlaubsquartieren oder Feriencamps für Kinder. Auch finanzielle Unterstüt zungen, etwa für Bestattungskosten, sind vorgesehen. Finanziert wird der Verein durch regelmäßige Zuwendungen des Unternehmens in Abhängigkeit von der Lohnsumme sowie durch Spenden Dritter und Erträge vereins eigener Unternehmungen.

Laufende Aus- und Weiterbildung Die För derung der Mitarbeiter bildete auch im Jahr 2007 einen wichtigen Schwerpunkt im Human-Resour ces-Manage ment der Österreichischen Post. Dazu ge hör ten Fachschulungen ebenso wie Führungs kräfte-Trainings oder Sprachkurse. Für lokale Füh rungs kräfte im besonders personalintensiven Seg ment Brief wur den die Führungskräfte-Trainings für Leiter von Zustellbasen im Berichtszeitraum verstärkt fortgesetzt. Insgesamt haben 2007 rund 200 Leiter von Zu stellbasen an solchen Seminaren, z. B. zum Schwer punkt Führungsverhalten, teilgenommen.

Weitere Seminare betrafen die Bereiche Selbst- und Zeitmanagement sowie Betriebswirtschaftslehre. Diese Schulungsmaßnahmen abseits von technischen oder fachlichen Inhalten sollen die soziale Kom pe tenz der Mitarbeiter und damit die Unter nehmenskultur fördern. Im Filialnetz wurden 2007 insgesamt mehr als 10.200 Trainings-Personentage absolviert.

Frauenanteil Österreichische Post AG

davon
Mitarbeiter Frauen Anteil in %
156 34 22 %
16.203 4.825 30 %
1.974 214 11 %
5.520 2.881 52 %

Durchschnittswerte 2007 der Österreichischen Post AG (Österreich), nach Köpfen

Höchste Priorität für Gesundheit und Sicher heit Betriebliche Gesundheitsförderung ge hört ebenso zu einem positiven Arbeitsumfeld wie eine sichere Arbeitsumgebung. Daher bietet die Österreichische Post ihren Mitarbeitern seit Jahren umfangreiche Möglichkeiten zur Gesundheitsvor sorge. So konnte im Rahmen der Aktion "Die Post ist rauchfrei" ein Rückgang der Raucher im Unterneh men um 5 % verzeichnet werden. Als neuer Schwer punkt startete 2007 das Programm "Die Post bewegt – rich tiges Bewegen bringt allen was". Bei "Gesund heits tagen" bzw. "Gesundheitsstraßen" kön nen dar über hinaus unterschiedliche Beratun gen und Unter su chun gen in Anspruch genommen werden.

Positiver Umgang mit Veränderung Um dem anspruchsvollen Branchenumfeld gerecht zu werden, strebt die Österreichische Post laufend nach Effizienz steigerung. Dies erfordert unter anderem auch immer wieder die Anpassung der Perso nal struktur an die herrschenden Markterfordernisse.

Um die Konsequenzen von Restrukturierungsmaß nahmen abzumildern, wurde zwischen Unter neh men und Belegschaftsvertretung eine eigene Be triebs ver einbarung ("Sozialplan") abgeschlossen, die eine Reihe von Möglichkeiten für betroffene Mit arbeiter eröffnet:

  • Das Karriere- und Entwicklungscenter (KEC) fungiert als interner Dienstleister für jene Mitar bei ter, die sich beruflich neu positionieren. Grund sätzlich werden freie Stellen bevorzugt internen Bewer bern angeboten. Die Mitarbeiter werden da bei durch spezielle Schulungen für Bewer bungs verfahren und Training-on-the-Job-Einsätze unterstützt.
  • Weiters sind Qualifizierung und Ausbildung durch externe regionale Arbeitsstiftungen vorgesehen. Das Angebot reicht von der Teilnahme an betrieblichen Praktika und Kursen bis hin zur universitären Ausbildung. In manchen Fällen eröffnen diese Qualifizierungsmaßnahmen ein gänzlich neues Berufsfeld.
  • Wenn ein Arbeitsplatz aufgelassen wird und trotz aller Maßnahmen keine Möglichkeit zur Weiter be schäftigung für den betroffenen Mitarbeiter be -

steht, bietet die Österreichische Post für An gestellte und Beamte im Rahmen des Sozialplans finanzielle Unterstützung.

Motivation durch Erfolgsbeteiligung Durch den Börsegang der Österreichischen Post ist die Mehr zahl der Mitarbeiter auch zu Aktionären des Unter nehmens geworden. Effizienzsteigerung und Wachs tum als Basis des wirtschaftlichen Erfolgs wur den damit auch für die Mitarbeiter zu wichtigen Faktoren. Zusätzliche Motivation bietet die Österreichische Post durch eine freiwillige Erfolgsprämie. Im Rahmen dieses unter den großen österreichischen Unter neh men einzigartigen Programms werden nun bereits zum sechsten Mal in Folge 10 % des erwirtschafteten EBIT (bis zu einem Maximalbetrag von 14,5 Mio EUR) der Österreichischen Post AG ausgeschüttet. Im Jahr 2007 erfolgte eine Auszahlung von 412 EUR pro Mit arbeiter der Österreichischen Post AG.

Gesellschaftliche Verantwortung als landesweiter Dienstleister

Neben der Orientierung an den Prinzipien des Global Compact ist die Österreichische Post auch Mitglied von respACT – austrian business council for sustain able development, der österreichischen Plattform für Corporate Social Responsibility (CSR) und nach haltige Entwicklung. Im September 2007 erschien der erste Nachhaltigkeitsbericht der Österreichi schen Post, der umfassend über die Verantwortung gegenüber der Gesellschaft, den Mitarbeitern und der Um welt informiert. Der Bericht und aktuelle In for ma tio nen sind online unter www.post.at/verantwortung ab rufbar.

Barrierefreier Zugang zu den Filialen Um Menschen mit besonderen Bedürfnissen entgegenzukommen, werden die Filialen der Österreichischen Post seit 2007 im Rahmen einer Kooperation mit dem Österreichischen Zivilinvalidenverband (ÖZIV) systematisch überprüft. Als erster Schritt soll dadurch ein barrierefreier Zugang zu allen Filialen ermöglicht werden. Darauf aufbauend wird ein gemeinsamer

Etappen- und Maß nahmenplan entwickelt, der eine laufende Begleitung, Abstimmung und Evaluierung hinsichtlich der Erfor dernisse des Behindertengleich stel lungs gesetzes sicherstellt.

Österreichische Post hilft beim Helfen Die

Österreichische Post unterstützte 2007 in bewährter Weise die "Ö3-Wundertüten"-Aktion, in deren Rah men alte Mobiltelefone gesammelt und anschließend ent weder verkauft oder rezykliert werden. Neben der Verteilung der Wundertüten an 3,5 Mil lionen österreichische Haushalte übernahm die Österreichische Post auch die anschließende Sam mel- und Verteil logistik für die in Briefkästen oder Postfilialen abgegebenen Mobiltelefone. Ebenso unterstützt wurde die Aktion "Helping Hands" der Kronen Zeitung. Ein Teil der dadurch hereingebrachten Spenden dient zur Abdeckung der Heizkosten notleidender Menschen in Österreich.

Nationaler Förderer der UEFA EURO 2008TM

Als Sponsoring-Höhepunkt des Jahres 2008 wird die Österreichische Post als nationaler Förderer der UEFA EURO 2008TM auftreten. 2007 wurde in Hin blick darauf ein regionaler Briefmarken-Wettbe werb in öster reichi schen Schulen gestartet, dessen Bundesland-Sieger bilder als Marken gedruckt werden. Auch mehrere Tischfußball-Anlagen gingen an verschiedene soziale Einrichtungen. Darüber hinaus veranstaltete die Österreichische Post eines der größten Hobby-Fuß ball-Events des Landes – den Post Fußball Cup 07 –, bei dem alle fußballinteressierten Österreicher willkommen waren.

Aktives Kultursponsoring Mit dem Wiener Burg theater unterstützt die Österreichische Post seit Jahren eine der bedeutendsten Kulturinstitutionen des Landes. 2007 wurde im Rahmen dieser Ko ope ra tion die Gemäldegalerie im Pausenfoyer des Theaters um zeitgenössische Darstellungen bereichert. Da rüber hinaus unterstützte die Österreichi sche Post 2007 eine Gala des Salzburger Jazz-Herbs tes und fungierte bereits zum zweiten Mal als Spon sor des bekannten Filmfestivals Viennale.

Künstlerwettbewerb "Aktie der Österreichi schen Post" Unter diesem Motto veranstaltete die Österreichische Post einen Wettbewerb für österreichische Künstler. Das Siegerbild von Deborah Sengl wurde sowohl von der Fachjury als auch von der Österreichischen Post AG auserkoren. Dieses Werk bildet die Gestaltungsgrundlage für die "Stamm aktie der Österreichischen Post" zum Nenn wert von 5 EUR.

Ressourcenschonung und Umweltschutz

Greenhouse Gas Reduction Programme Die Österreichische Post nimmt auch ihre Verant wor tung gegenüber der Umwelt ernst und hat sich deshalb zur Teilnahme am Greenhouse Gas Reduction Pro gramme entschlossen. Ziele dieses Programms sind die Reduktion der im Postbetrieb anfallenden Treib haus gas-Emissionen um 10 % bis 2012 sowie eine deutliche Reduktion der Feinstaubbelastung. Für die Ko ordination dieser europaweiten Initiative zeichnet PostEurop, der europäische Interessenver band der Post gesellschaften, verantwortlich, der auch ge mein schaftliche Messmethoden zur Verfügung stellt. Das Greenhouse Gas Reduction Programme soll vor allem einen Anreiz bieten, jene Ressourcen einzu setzen, die sowohl ökonomisch wie auch ökologisch den höchsten Nutzen aufweisen.

Aktive Ressourcenschonung durch nachhal tigen Einsatz von Betriebsmitteln Die große Fahrzeugflotte der Österreichischen Post AG bietet im Sinne der umfassenden Unterneh mens verant wor tung einen idealen Ansatzpunkt für einen aktiven Beitrag zur Klimaentlastung. Einge bettet in das Pro gramm "klima:aktiv mobil" des Lebens ministeriums hat die Österreichische Post im vergangenen Jahr 50 erdgasbetriebene Fahrzeuge angeschafft, die auf grund ihres deutlich geringeren Treibstoffverbrauchs jährlich um bis zu 30 % weniger CO2 emittieren.

Eine massive Schadstoffreduktion um 5 % bis 10 % soll auch der Einsatz eines patentierten Geräts der Firma Eco-Spin bringen, das durch Druckverän de rung

in der Treibstoffleitung den Übergang von der Flüs sig- in die Gasphase beschleunigt und das "Flash boiling" begünstigt. Der Einsatz dieses Sys tems wird seit 2006 bei zwei LKWs getestet. Weiters prüft die Österreichische Post die Einsatzmöglich keiten von Elektromopeds im Zustelldienst.

Abfallvermeidung – Abfallverwertung Um

noch stärker auf Ressourcenschonung zu achten, hat die Österreichiche Post seit Herbst 2006 die Samm lung und Verwertung von sogenannten Wertstoffen (Altpapier, Kartonagen, Kunststoff) sukzessive zentra - lisiert. Diese Umstellung wurde mit Ende 2007 vollständig abgeschlossen. Die ge trennten, wieder verwertbaren Abfälle werden dabei von jenen LKWs, die auch die Post an die Zustellbasen liefern, an einen zentralen Sammelpunkt transportiert. Dadurch ist kein gesonderter Transport erforderlich. Ein Teil der im Briefzentrum angelieferten Abfälle wird zur Volu mensreduktion maschinell verpresst und in dieser Form den jeweiligen Verwertern zum Kauf angeboten. Dies hat nicht nur die gesamten Entsorgungskosten wesentlich reduziert, sondern darüber hinaus eine zusätzliche Einnahmequelle für die Österreichische Post erschlossen.

Fact Box: Wertschöpfungsbetrachtung

Dem von der Österreichischen Post im Jahr 2007 erwirtschafteten Umsatz von 2.388,3 Mio EUR (inkl. sons tige betriebliche Erträge) standen Vor leistun gen von 1.106,1 Mio EUR gegenüber. Dies inkludert Aufwendungen für Material und zugekaufte Leistungen im Umfang von 108,3 Mio EUR sowie sonstige betriebliche Aufwendungen von 83,9 Mio EUR. Die sich daraus ergebende Wert schöpfung der Österreichischen Post von 1.282,2 Mio EUR verteilte sich zum Großteil auf die Mitarbeiter: direkt in Form von Gehältern und Löhnen bzw. indirekt durch den damit verbundenen Sozialaufwand. An die Aktio näre gehen für 2007 insgesamt 168,0 Mio EUR an Dividende, die Ertragsteuern beliefen sich auf 42,2 Mio EUR.

Wertschöpfungsbetrachtung für alle Stakeholder

Mio EUR 2006 2007
Entstehung
Umsatzerlöse und sonstige betriebliche Erträge 1.795,5 2.388,3
abzüglich Vorleistungen -610,3 -1.106,1
davon Material und bezogene Leistungen -258,0 -108,3
davon sonstige betriebliche Aufwendungen -243,9 -583,9
Wertschöpfung 1.185,2 1.282,2
Verteilung
an Mitarbeiter (Löhne, Gehälter, Sozialaufwand) 1.068,8 1.126,9
an Aktionäre (Dividende) 70,0 168,0
an den Staat (Steuern) 30,8 42,2
an Kreditgeber (Zinsaufwand) 1,9 8,3
an Fremdgesellschafter 0,0 0,1
Restbetrag 13,7 -63,3
Wertschöpfung 1.185,2 1.282,2

Unsere Vision: Starke Cash-Flows durch Spitzenleistung

Die Österreichische Post hat eine klare Vision. Wir setzen auf höchste Standards in unserem Geschäft und zielen auf Ertragswachstum und Wertsteigerung.

Unser starkes Kerngeschäft und unsere gute Positionierung in zehn Ländern Europas zeigen, dass eine nationale Postgesellschaft imstande ist, ihr Leistungsportfolio über Transport und Distribution hinaus zu erweitern. Die Österreichische Post ist durch die Erweiterung und Optimierung ihrer Produktpalette ein Innovator mit hoher Effizienz.

Unsere Akquisitionsstrategie und die von uns eingegangenen Kooperationen sollen uns als lokaler Integrator zu einem starken Nischenplayer in Westeuropa und CEE machen. Eine der zentralen Prioritäten für das gesamte Management ist es dabei, das Unternehmen für die zukünftige Marktentwicklung so flexibel wie möglich zu machen.

Deshalb gehen wir nach klaren Kriterien vor:

1. Wann investieren wir?

Wenn ein Konnex zu unserem Geschäft besteht und eine angemessene Wertsteigerung gewährleistet ist. Dies messen wir anhand der Vorgabe eines ROIC von zumindest 12 % nach drei Jahren.

2. Wie investieren wir?

So präzise und so schnell wie möglich, aber immer mit Herz. Wichtigste Aspekte sind hier für uns neben profunder Information und effizientem Umgang mit Managementressourcen vor allem der strategische "Fit" und der Erfolgswille der beteiligten Führungskräfte und Mitarbeiter.

Wie hat sich die Post 2007 entwickelt? [12]

Lagebericht 2007 des Österreichischen Post Konzerns

Wirtschaftliches Umfeld und Rahmenbedingungen1

Die österreichische Wirtschaft wies im Jahr 2007 ein starkes Wachstum auf. Das BIP, ein wichtiger Ein fluss faktor für die Geschäftsentwicklung, lag mit 3,3 % erheblich über den zum Jahresanfang prognosti zierten Werten. Damit liegt Österreich deutlich über dem – ebenfalls guten – Durchschnitt der Euro-Zone mit einem BIP-Wachstum von 2,5 %. Bei der An zahl der österreichischen Haushalte wird für die nächsten Jahre – wie im letzten Jahrzehnt – ein Wachstum von rund 1 % p. a. erwartet. In den für die Geschäftstätig -

[12] Wie hat sich die Post 2007 entwickelt?

Das Jahr 2007 stand erneut im Zeichen von Umsatz- und Ertrags wachstum. Neue Tochtergesell schaften im In- und Ausland wurden erworben und erfolgreich integriert.

keit der Österreichischen Post relevanten CEE-Ländern (Slowakei, Ungarn, Kroatien, Serbien) ist besonders das immer noch zweistellige Wachstum beim Geld vermögen der privaten Haus halte ein deutliches Signal für den starken wirtschaftlichen Aufholprozess.

Für 2008 wird eine Verlangsamung des Wirtschafts wachstums erwartet. Für Österreich geht man derzeit von einem Wachstum von etwa 2,4 % aus, dies sollte weiterhin über dem EU-Durchschnitt von 2 % liegen. Gründe für die Abschwächung der globalen Konjunktur sind die Immobilienkrise in den USA und die daraus resultierenden Unsicher heiten auf den Finanzmärkten, die stark anziehende Inflation (vor allem aufgrund der gestiegenen Energiepreise) so wie die erschwerte Wettbewerbs fähigkeit durch die starke Aufwertung des Euro.

Für die gesamte Weltwirtschaft wird ein etwas ab ge schwächtes Wachstum erwartet. Die Dynamik wird vor allem von den asiatischen Schwellenlän dern getra gen, während in den USA ein geringeres Wachstum prognostiziert wird. In den CEE-Ländern, in denen die Österreichische Post mit Tochterunter nehmen tätig ist, werden jedoch überdurchschnittliche Steigerungs raten (zwischen 2,75 % und 7 %) er war tet.

Die Entwicklung im europäischen Briefmarkt wurde im Jahr 2007 von der Entscheidung der EU-Gremien zur vollständigen Liberalisierung und der Diskus sion um den deutschen Mindestlohn dominiert. Die euro päischen Briefvolumina blieben insgesamt weit gehend konstant. In einigen Ländern waren aber auch rückgängige Mengen zu verzeichnen. Der österreichische Brief markt blieb größtenteils stabil. Die Rück gänge bei klassischen Briefen wurden durch Wachs tum in anderen Bereichen ausgeglichen.

Im Oktober 2006 hat die EU-Kommission einen Richt linienvorschlag zur vollständigen Postmarkt libe ra lisierung veröffentlicht. Dieser Vorschlag wurde 2007 im Rahmen des Mitentscheidungs ver fahrens intensiv im EU-Parlament und im EU-Ministerrat diskutiert und im Jänner 2008 als dritte EU-Post richtlinie verabschiedet.

Das Ergebnis ist ein zweistufiger Liberalisierungs fahr plan: Während die vollständige Marktöffnung in Europa generell Anfang 2011 erfolgen soll, können Zypern, Tschechien, Griechenland, Ungarn, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Polen, Rumänien und die Slowakei die Umsetzung der Postrichtlinie bis An fang 2013 aufschieben. Die Österreichische Post be grüßt die Verschiebung der Marktöffnung auf 2011.

Das dadurch entstandene Zeitfenster muss nun ge nutzt werden, um die nationalen Postgesetze im Rah men der Umsetzung der Richtlinie an einen voll ständig liberalisierten Markt anzupassen. Dies be trifft insbesondere die Schaffung gleichwertiger Rahmenbedin gun gen für alle Anbieter von Post dienst leistungen, die Angleichung der arbeitsrechtlichen Vorschriften und die Etablierung von funktionierenden Finanzie rungsmechanismen für den Uni versal dienst in einem liberalisierten Markt.

Geschäftsverlauf 2007

Veränderungen im Konsolidierungskreis/ Akquisitionen Am 2. Jänner 2007 erfolgte der Er werb der Weber Escal d.o.o. zu 100 %. Weber Escal ist ein in Kroatien ansässiges Unternehmen, das in der Verteilung von unadressierten Werbesendungen tätig ist. Die am 31. Oktober 2007 erworbene ST Media d.o.o. ist im selben Geschäftsfeld in Kroatien tätig und wurde mit Wirkung zum 24. Dezember 2007 mit der Weber Escal d.o.o. verschmolzen. Am 31. Jänner 2007 erfolgte die Akquisition von Scanpoint Europe, Deutsch land, zu 51,0 %. Scanpoint ist ein auf das Scanning bzw. die Archivierung von Dokumenten sowie die Responseerfassung spezialisiertes Unter nehmen.

Am 25. April 2007 hat die Österreichische Post 74,9 % der Anteile an der österreichischen Scherübl Trans port GmbH – einem auf Temperaturlogistik spezialisierten Transportunternehmen – erworben. In Ost europa übernahm die Österreichische Post weiters per 2. Mai 2007 die ungarischen Unternehmen Road Parcel Logistics Services Kft. und Merland Expressz Logistics Services Kft. zu jeweils 100 %. Die Ge sellschaften sind im Bereich der Business-to-Busi ness-Paketlogis tik in Ungarn tätig. Eine wesentliche Ergänzung der Dienst leistungen entlang der Wert schöpfungskette des Briefgeschäfts bringt das per 31. Juli 2007 zu 100 % erworbene deutsche Unternehmen meiller direct. Sein Dienstleistungsangebot umfasst die Konzeption und Produktion von Dokumenten und Direct Mails an zwei Produktionsstandorten in Deutsch land und Tsche chien. meiller direct erwirtschaftete im Ge schäfts jahr 2006 mit rund 1.100 Mit - arbeitern einen Umsatz von 106 Mio EUR. In Er gän zung des deutschen Geschäfts von trans-o-flex wurden mit 1. Oktober 2007 die Paketlogistikunter neh men Dedicated Distribution Services B.V. (DDS), Nieder lande, und Van Osselaer-Pieters Colli Service B.V. (VOP), Belgien, erworben. Am 12. November 2007 wurde das serbische Paket- und Expressunter neh men City Express d.o.o. zu 100 % über nommen. Die Einbeziehung in den Konzernabschluss erfolgte jeweils ab dem Erwerbsstichtag.

Geschäftsentwicklung – Ertragslage Der Geschäftsverlauf der Österreichischen Post hat sich 2007 sehr positiv entwickelt. So stiegen die Umsatz er löse des Konzerns um 33,3 % auf 2.315,7 Mio EUR. Ein wesentlicher Umsatzanteil (rund 500 Mio EUR) stammt dabei aus der erstmaligen Einbeziehung der Ende 2006 erworbenen trans-o-flex (Division Paket & Logistik). Insgesamt wuchsen die Umsätze der Division Brief um 5,3 %, jene der Division Paket & Logistik um 225,3 %, während die Division Filialnetz einen Umsatzrückgang von 1,2 % verzeichnete.

Die Entwicklung des vierten Quartals 2007 zeigt im Vergleich zum vierten Quartal 2006 ein ähnliches Bild. Der Gesamtumsatz des Österreichischen Post Konzerns erhöhte sich im vierten Quartal 2007 gegen über dem Vergleichszeitraum 2006 um 39,3 % auf 648,4 Mio EUR. In den Divisionen zeigte sich im Perio denvergleich zum vierten Quartal 2006 ein Plus von 10,8 % in der Division Brief, ein Plus von 225,6 % in der Division Paket & Logistik sowie ein Plus von 2,7 % in der Division Filialnetz.

Veränderung Struktur
Mio EUR 2005 2006 2007 2006/2007 2007
in % in %
Umsatz gesamt 1.701,6 1.736,7 2.315,7 +33,3 % 100,0 %
Brief 1.290,8 1.311,3 1.381,0 +5,3 % 59,6 %
Paket & Logistik 211,8 227,1 738,6 +225,3 % 31,9 %
Filialnetz 193,8 194,4 192,1 -1,2 % 8,3 %
Sonstiges/Konsolidierung 5,1 4,0 4,1 +2,1 % 0,2 %

Umsatz nach Divisionen1

1 Externer Umsatz der Divisionen

Umsatzanteile nach Divisionen (%) Umsatz (Mio EUR)

Gewinn- und Verlustrechnung

Veränderung Struktur
Mio EUR 2005 2006 2007 2006/2007 2007
in % in %
Umsatzerlöse 1.701,6 1.736,7 2.315,7 +33,3 % 100,0 %
Sonstige betriebliche Erträge 52,9 58,8 72,6 +23,5 % 3,1 %
Materialaufwand und Aufwand
für bezogene Leistungen -241,9 -258,0 -692,2 +168,3 % 29,9 %
Personalaufwand -1.064,0 -1.063,0 -1.120,4 +5,4 % 48,4 %
Sonstige betriebliche
Aufwendungen -223,5 -243,9 -284,0 +16,4 % 12,3 %
Ergebnis aus
assoziierten Unternehmen -1,3 1,1 0,9 -12,6 % 0,0 %
EBITDA (Ergebnis vor Zinsen,
Steuern und Abschreibungen) 223,8 231,7 292,7 +26,3 % 12,6 %
Abschreibungen -120,8 -108,4 -130,0 +19,9 % 5,6 %
EBIT (Ergebnis vor
Zinsen und Steuern) 103,0 123,3 162,8 +32,0 % 7,0 %
Sonstiges Finanzergebnis -2,1 7,2 2,1 -71,0 % 0,1 %
EBT (Ergebnis vor Steuern) 100,9 130,5 164,9 +26,3 % 7,1 %
Ertragsteuern -10,9 -30,8 -42,2 +37,2 % 1,8 %
Ergebnis nach Ertragsteuern 90,1 99,8 122,6 +22,9 % 5,3 %
Ergebnis aus aufgegebenen
Geschäftsbereichen 9,8 0,0 0,0 - -
Periodenergebnis 99,9 99,8 122,6 +22,9 % 5,3 %

Die Struktur der Gewinn- und Verlustrechnung des Österreichi schen Post Konzerns hat sich durch die Akquisitio nen der letzten Jahre verändert. Die neuen Gesell schaf ten verfügen meist über eine sehr flexible Kos tenstruktur mit einem geringen Personal kosten an teil und einem hohen Anteil an extern be zogenen Leis tungen.

Der Personalaufwand des Österreichischen Post Kon zerns lag 2007 mit 1.120,4 Mio EUR bei knapp 50 % des Umsatzes (2006: über 60 %), die Position Material aufwand und Aufwand für bezogene Leis tungen er höhte sich auf rund 30 % (2006: 15 %) des Umsatzes.

Durch die drohenden Umsatzeinbußen im Segment Paket & Logistik war es 2007 erforderlich, ein umfassendes Restrukturierungskonzept zur Neupositio nie rung in Österreich zu erstellen. Das Konzept sieht unter anderem die Schließung von Paketzustell basen und einem Verteilzentrum sowie den Abbau von rund 360 Mitarbeitern in der Division Paket & Logistik in Österreich vor. Diese Maßnahmen führten zur Bil dung von entsprechenden Rückstellun gen.

Die Bildung einer Unterauslastungsrückstellung er folgt, wenn Mitarbeiter ganz oder teilweise unteraus gelastet sind und überschüssige Kapazität aufgrund des Dienstverhältnisses nicht reduziert werden kann. Die Vorsorge für Personal-Unterauslas tung ist im Per sonalaufwand des Österreichischen Post Konzerns enthalten.

Der Personalaufwand für die betroffenen Mitarbei ter – für den bereits in Vorperioden eine Rückstel lung in der Bilanz gebildet wurde – wurde im Be richts zeit raum durch einen Verbrauch der Rückstel lung für Unterauslastung in Höhe von 22,8 Mio EUR gedeckt.

Der Netto-Rückstellungseffekt für 2007 beträgt 60,1 Mio EUR (2006: 103,6 Mio EUR). Dieser Betrag entspricht der Nettozunahme der entsprechenden Posi tion in der Bilanz von 270,9 Mio EUR per 1. Jänner 2007 auf nunmehr 331,0 Mio EUR per 31. Dezember 2007.

Die Aufwendungen für Material und bezogene Leis tungen sind im Geschäftsjahr 2007 durch die Ein beziehung neuer Gesellschaften um 168,3 % auf 692,2 Mio EUR angestiegen. Insbesondere stiegen die Transportauf wen dungen von 56,0 Mio EUR auf 448,9 Mio EUR. Weitere Positionen in der Beschaf fung von Material und Dienstleistungen sind be zogene Leistungen internationaler Postbetreiber (67,8 Mio EUR), der Einkauf der über das Filialnetz verkauften Handelswaren (53,5 Mio EUR) sowie Treib- und Brenn stoffe (20,1 Mio EUR).

Aufgrund höherer Erträge aus dem Abgang von Sach anlagen sowie durch die neu einbezogenen Toch ter gesellschaften stiegen die sonstigen betrieblichen Er träge im Berichtszeitraum auf 72,6 Mio EUR. Sie bein halten größtenteils Mieterträge (20,8 Mio EUR) und Erträge aus dem Abgang von Sachanlagen (14,1 Mio EUR).

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich um 16,4 % auf 284,0 Mio EUR. Die größten hier enthaltenen Positionen sind Miet- und Pacht zinsen (67,5 Mio EUR) sowie Instandhaltungs auf wen dun gen (42,7 Mio EUR).

Das EBITDA des Österreichischen Post Konzerns lag 2007 mit 292,7 Mio EUR um 26,3 % über dem Ver gleichswert des Vorjahres. Die EBITDA-Marge be trägt somit 12,6 %.

Die Kapazitätsauslastung der Anlagen in den Sor tier zentren ist so dimensioniert, dass die regulatorischen Vorgaben bezüglich der Zustellgeschwin dig keit inner halb Österreichs (Zustellung von 95 % aller Briefe am nächsten Werktag bzw. von 90 % aller Pakete innerhalb von zwei Werktagen) erfüllt werden. Zu Spitzen zeiten – vor allem zu Weihnachten – steigen die trans portierten Mengen punktuell um bis zu 50 % an.

In den Abschreibungen in Höhe von 130,0 Mio EUR sind auch Wertminderungen für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 22,8 Mio EUR sowie Wertminderungen von Firmenwerten in Höhe von 9,3 Mio EUR enthalten. Die Wertminde rungen entfallen größtenteils auf die Bereiche Paket & Logistik sowie Sonstiges/Konsolidierung.

EBIT nach Divisionen

Veränderung
Mio EUR 2005 2006 2007 2006/2007
in %
EBIT gesamt 103,0 123,3 162,8 +32,0 %
Brief 268,9 271,6 274,3 +1,0 %
Paket & Logistik 10,4 20,8 12,8 -38,5 %
Filialnetz 8,7 11,5 13,6 +18,2 %
Sonstiges/Konsolidierung -184,9 -180,6 -137,9 -23,6 %

Das EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) der Öster reichischen Post konnte im Geschäftsjahr 2007 gegen über dem Vorjahr um 32,0 % auf 162,8 Mio EUR ge stei gert werden. Die EBIT-Marge beträgt somit 7,0 %.

Alle operativen Unternehmensbereiche leisteten einen positiven Beitrag zu diesem Ergebnis. Die Divi sion Brief erreichte ein EBIT von 274,3 Mio EUR, jenes der Division Paket & Logistik betrug 12,8 Mio EUR, und die Division Filialnetz erwirtschaftete 13,6 Mio EUR.

Der Bereich Sonstiges/Konsolidierung wies im Jahr 2007 ein negatives EBIT von 137,9 Mio EUR aus (2006: minus 180,6 Mio EUR). Dieser Betrag enthält Auf wen dungen zentraler Abteilungen, Aufwendun gen im Zu sammenhang mit leer stehenden Immo bilien, Ab schreibungen für Wertminderung sowie die ergeb nis wirksame Veränderung der Rückstel lung für Unter - auslastung (82,9 Mio EUR in 2007 nach 112,1 Mio EUR in 2006).

Aufgrund der Finanzverbindlichkeiten neuer Toch ter gesellschaften reduzierte sich das sonstige Finanz ergebnis des Österreichischen Post Konzerns im Jahr 2007 auf 2,1 Mio EUR.

Das Ergebnis vor Steuern konnte um 26,3 % auf 164,9 Mio EUR gesteigert werden.

Nach Abzug von Steuern im Ausmaß von 42,2 Mio EUR ergibt sich ein Ergebnis nach Steuern von 122,6 Mio EUR. Das Periodenergebnis des Österreichi schen Post Konzerns des Jahres 2007 stieg somit um 22,9 % auf 122,6 Mio EUR und wird fast zur Gänze den Aktionären des Mutterunternehmens zugerechnet, lediglich 0,1 Mio EUR entfallen auf andere Ge sell schafter.

Ergebniskennzahlen 2005–2007

300

200

100

0

EBITDA (Mio EUR) EBIT (Mio EUR) Periodenergebnis (Mio EUR)

Vermögens- und Finanzlage

Bilanzstruktur nach Fristigkeit

Struktur
Mio EUR 31. 12. 2005 31. 12. 2006 31. 12. 2007 31. 12. 2007
in %
AKTIVA
Langfristiges Vermögen 997,4 1.272,9 1.361,9 66,2 %
davon andere Finanzanlagen
sowie Finanzinvestitionen
in Wertpapiere 172,6 204,5 211,7 10,3 %
Kurzfristiges Vermögen 542,6 614,9 694,3 33,7 %
davon Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente 174,5 229,4 309,4 15,0 %
Zur Veräußerung gehaltene
langfristige Vermögenswerte und
aufgegebene Geschäftsbereiche 23,0 13,8 2,4 0,1 %
1.563,0 1.901,6 2.058,6 100,0 %
PASSIVA
Eigenkapital 762,1 821,4 874,3 42,5 %
Langfristige Verbindlichkeiten 361,3 564,0 598,0 29,1 %
davon Rückstellungen 311,6 425,8 487,7 23,7 %
Kurzfristige Verbindlichkeiten 439,6 516,2 586,3 28,5 %
1.563,0 1.901,6 2.058,6 100,0 %

Aktivseitig entfällt die Bilanzsumme des Österreichi schen Post Konzerns von insgesamt 2.058,6 Mio EUR mit einem Anteil von 66,2 % bzw. 1.361,9 Mio EUR überwiegend auf langfristiges Vermögen.

Inner halb des langfristigen Vermögens nehmen die Positionen Sachanlagen mit 716,7 Mio EUR sowie Finanzinvestitionen in Wertpapiere und andere Finanz anlagen mit 211,7 Mio EUR eine bedeutende Stellung ein.

Die größten Posten des kurzfristigen Vermögens sind mit 344,0 Mio EUR Forderungen sowie mit 309,4 Mio EUR Zahlungsmittel und Zahlungsmittel äquivalente.

Passivseitig besteht die Bilanzsumme zum über wiegenden Teil aus Eigenkapital (42,5 %) und langfristigen Verbindlichkeiten (29,1 %). Die langfristigen Ver bindlichkeiten von insgesamt 598,0 Mio EUR be in halten in hohem Ausmaß Rückstellungen (in Summe 487,7 Mio EUR). Die darin enthaltene Rückstellung für Unterauslastung hat sich 2007 um 60,1 Mio EUR auf 331,0 Mio EUR erhöht.

Bei den kurzfristigen Ver bind lichkeiten in Höhe von 586,3 Mio EUR dominieren Verbindlichkeiten aus Lie ferungen und Leistun gen (209,8 Mio EUR).

Bilanzstruktur nach Positionen

Struktur
Mio EUR 31. 12. 2005 31. 12. 2006 31. 12. 2007 31. 12. 2007
in %
AKTIVA
Sachanlagevermögen, immaterielle
Vermögenswerte und Firmenwerte 720,4 938,1 1.038,7 50,5 %
Als Finanzinvestitionen gehaltene
Immobilien (Investment Property) 54,8 38,3 36,6 1,8 %
Anteile an assoziierten Unternehmen 0,3 3,5 3,5 0,2 %
Vorräte, Forderungen und Sonstiges 367,4 473,4 441,0 21,4 %
Finanzinvestitionen in Wertpapiere 220,9 198,8 147,0 7,1 %
Andere Finanzanlagen 1,8 6,2 79,9 3,9 %
Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente 174,5 229,4 309,4 15,0 %
Zur Veräußerung gehaltene
langfristige Vermögenswerte und
aufgegebene Geschäftsbereiche 23,0 13,8 2,4 0,1 %
1.563,0 1.901,6 2.058,6 100,0 %
PASSIVA
Eigenkapital 762,1 821,4 874,3 42,5 %
Rückstellungen 431,8 520,2 604,3 29,4 %
Finanzverbindlichkeiten 42,2 148,8 187,0 9,1 %
Verbindlichkeiten und
passive latente Steuern 326,9 411,3 393,0 19,1 %
1.563,0 1.901,6 2.058,6 100,0 %

Die Analyse der Bilanz des Österreichischen Post Kon zerns nach Bilanzpositionen zeigt, dass die Aktiva einen erheblichen Bestand an Finanzmitteln enthalten. In Summe verfügt der Österreichische Post Konzern zum 31. Dezember 2007 über Zahlungs mittel und Zahlungs mitteläquivalente von 309,4 Mio EUR und über Finanz investitionen in Wertpa pie re von 147,0 Mio EUR.

Passivseitig besteht die Bilanz zu 42,5 % aus Eigen kapi tal und zu 29,4 % aus Rückstellungen. Die Finanz ver bindlichkeiten (187,0 Mio EUR) sind durch die Akqui sition von Tochtergesellschaften gestiegen. Die Rück stellungen von insgesamt 604,3 Mio EUR in kludie ren auch Rückstellungen für Unteraus las tung von 331,0 Mio EUR. Aufgrund der vorhandenen liquiden Mittel ist die Aufnahme von Fremdkapital in größerem Umfang – und damit auch ein Rating – derzeit nicht vorgesehen.

Auf Basis der vorhandenen Liquidität sowie des soliden operativen Cash-Flow kann die Österreichische Post die Finanzierungsvorhaben der nächs ten Jahre selbst decken. Das Kapital manage ment des Konzerns zielt auf eine für die Einhaltung der Wachs tums- und Akquisitionsziele sowie für die nachhaltige Steige rung des Unternehmenswertes angemessene Kapital struktur ab.

Im Rahmen der Dividendenpolitik für die folgenden Jahre beabsichtigt der Konzern unter der Voraus set zung, dass sich die Geschäftsentwicklung weiterhin erfolgreich fortsetzt und keine außergewöhnlichen Umstände eintreten, eine Ausschüttungsquote von zumindest 75 % des auf die Aktionäre entfallenden Periodenergebnisses.

Liquidität

Mio EUR 31. 12. 2005 31. 12. 2006 31. 12. 2007
Verzinsliches Fremdkapital -369,1 -607,6 -711,5
davon Finanzverbindlichkeiten -42,2 -148,8 -187,0
davon verzinsliche Rückstellungen -319,7 -451,6 -517,7
Verzinsliche Aktiva 397,1 433,7 538,1
davon Finanzinvestitionen in Wertpapiere 220,9 198,8 147,0
davon Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 174,5 229,4 309,4
Nettofinanzmittelüberschuss bzw. Nettoverschuldung 28,0 -173,9 -173,4

Der Österreichische Post Konzern weist derzeit eine Nettoverschuldung von 173,4 Mio EUR auf. Diese er rechnet sich als Differenz aus verzinslichen Aktiva (Wertpapiere, andere Finanzanlagen und Zahlungs - mittel) von 538,1 Mio EUR und verzinslichem Fremd kapital (Rückstellungen, Finanzverbindlichkeiten, Sozialkapital und andere ver zinsliche Verbind lich kei ten) von 711,5 Mio EUR.

Cash-Flow

Mio EUR 2005 2006 2007
Cash-Flow aus dem Ergebnis 283,1 277,6 292,4
±
Veränderungen im Nettoumlaufvermögen
15,0 -39,6 3,5
=
Cash-Flow aus Geschäftstätigkeit
298,0 238,0 295,9
±
Cash-Flow aus Investitionstätigkeit
-92,6 -142,6 -142,4
=
Free Cash-Flow
205,4 95,4 153,4
±
Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit
-81,3 -40,4 -73,5
=
Nettozunahme des Finanzmittelbestandes
124,2 55,0 80,0

Der Cash-Flow aus dem Ergebnis der Österreichi schen Post erhöhte sich im Berichtszeitraum im Ver gleich zu 2007 um 5,3 % auf 292,4 Mio EUR. Dieser Anstieg ist hauptsächlich auf den Beitrag der neuen Tochter gesellschaften und auf geringere Zunahmen von lang fristigen Rückstellungen zurückzuführen.

Der Cash-Flow aus der Veränderung des Nettoum lauf vermögens beträgt für 2007 plus 3,5 Mio EUR. So wohl Forderungen als auch Verbindlichkeiten haben sich reduziert. In Summe ergibt sich daraus für 2007 ein Cash-Flow aus Geschäftstätigkeit in Höhe von 295,9 Mio EUR. Dies entspricht einer Stei ge rung von 24,3 % zum Vorjahr.

Der Cash-Flow aus Investitionstätigkeit betrug im Be richtszeitraum minus 142,4 Mio EUR. Darin inkludiert sind der Erwerb von Sachanlagen im Ausmaß von 96,8 Mio EUR, der Erwerb von Tochtergesell schaf ten im Ausmaß von 71,9 Mio EUR (Weber Escal, Scan point, meiller, ST Media, Scherübl, Road Parcel, Merland Expressz, DDS, VOP, City Express) sowie der Erwerb eines Anteils in Höhe von 5 % am Konsortium zur Über nahme der BAWAG PSK.

Der ausgewiesene Free Cash-Flow betrug 153,4 Mio EUR. Unter Berücksichtigung der Aus schüt tung einer Dividende von 70,0 Mio EUR hat der Finanzmittel bestand 2007 um 80,0 Mio EUR zugenommen.

Ergebnis- und wertorientierte Kennzahlen Das Capital Employed des Österreichischen Post Kon zerns beträgt zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2007 992,2 Mio EUR nach 935,0 Mio EUR zum Jah res ende 2006. Es besteht im Wesentlichen aus den Posi tionen immaterielle Vermögenswerte und Fir men -

werte (322,1 Mio EUR), Sachanlagen (716,7 Mio EUR), Forderungen (357,3 Mio EUR) und unverzinslichem Fremdkapital (minus 472,9 Mio EUR).

Der Return on Capital Employed hat sich im Be richts jahr von 15,1 % auf 16,9 % verbessert.

Ergebniskennzahlen

2005 2006 2007
EBITDA-Marge1 13,2 % 13,3 % 12,6 %
EBIT-Marge2 6,1 % 7,1 % 7,0 %
ROE3 13,6 % 13,8 % 16,3 %
ROCE4 13,8 % 15,1 % 16,9 %
Capital Employed (Mio EUR) 694,3 935,0 992,2

1 EBITDA-Marge = EBITDA/Umsatz

2 EBIT-Marge = EBIT/Umsatz

3 Return on Equity = Jahresüberschuss/Eigenmittel zum 1. Jänner abzüglich Dividende

4 Return on Capital Employed = EBIT/durchschnittliches Capital Employed

Nichtfinanzielle Qualitätskennzahlen Die Österreichische Post hat sich zum Ziel gesetzt, An bieter hochqualitativer Dienstleistungen zu sein. Ins be sondere in Österreich bestehen hohe Auf lagen in der Zustellungsgeschwindigkeit von Briefen und Paketen. Mit einer Rate von 96,1 % am nächsten Werk tag zugestellter Briefe lag die Österreichische Post AG über der gesetzlichen Vorgabe von 95 %. Auch im Paket geschäft konnte mit 95,0 % Zustel lung inner halb von zwei Werktagen das gesetzliche Ziel von 90 % deutlich übertroffen werden.

Investitionen in Sachanlagevermögen Die In vestitionen der Österreichischen Post in Sachan la gen erreichten 2007 ein Volumen von 106,0 Mio EUR.

Etwa 38 % der Gesamtinvestitionen betreffen Grund stücke, Gebäude und in Bau befindliche An lagen wie etwa die Verteilzentren Wals (11 Mio EUR) und Hall (5 Mio EUR) oder den Umbau von Post filialen in Österreich. Inkludiert sind auch Grund stückskäufe in Zentral- und Osteuropa. Hier ist die Errichtung von Verteilzentren in der Slowakei und in Kroatien vorgesehen.

Investitionen in technische Anlagen und Maschinen betreffen 17 % der Sachanlageinvestitionen. Dies be trifft Briefverteilanlagen sowie die technische Aus stattung für die Volldatenerfassung in der Division Paket & Logistik.

Mit einem Anteil von 45 % ist die Betriebs- und Ge schäfts ausstattung die bedeutendste Investitions posi tion. Der Austausch von Zustellerfahrzeugen (13 Mio EUR), Alarmanlagen, Zutrittssystemen sowie die Anschaffung neuer Sortiertische für Zusteller sind Teil des laufenden Modernisierungsprogramms.

Investitionen in Tochterunternehmen und Finanz anlagen Für den Erwerb von Tochter unter nehmen bezahlte der Österreichische Post Konzern im Ge schäftsjahr 2007 71,9 Mio EUR (Weber Escal, Scan point, meiller, ST Media, Scherübl, Road Parcel, Merland Expressz, DDS, VOP, City Express), für den Er werb von anderen Finanzanlagen 76,4 Mio EUR (An teilserwerb am Konsortium zur Übernahme der BAWAG PSK).

Innovationsmanagement Ein wesentlicher Schlüssel zum Erfolg in sich verändernden Märkten liegt in der Entwicklung und Markteinführung inno va tiver Geschäftsmodelle. Die Österreichische Post AG hat im Geschäftsjahr 2007 eine Vielzahl solcher Lösun gen umgesetzt. Beispiele dafür sind die Selbst bedie nungssysteme für Pakete (Post.24) und Briefe (ProPostal2000), die es den Kunden er mög li chen, rund um die Uhr auf wesentliche Post dienst leis tungen zu zugreifen.

Durch die Erweiterung der Wertschöpfungskette im Briefbereich bietet die Österreichische Post Leis tun gen und Services aus einer Hand, von der Be ra tung und Planung über die Produktion bis hin zu Response management, an.

Innovationsmanagement bedeutet dabei für die Österreichische Post AG das Schaffen von Rahmen bedingungen wie etwa einer innovationsfreudigen Unternehmenskultur, die nachhaltig Innova tio nen er möglichen.

Mitarbeiter1

2005 2006 2007 Anteil
in %
Brief 15.556 15.311 15.593 60,5 %
Paket & Logistik 2.461 2.265 3.410 13,2 %
Filialnetz 5.446 5.236 5.069 19,7 %
Sonstiges/Konsolidierung 1.729 1.645 1.692 6,6 %
Gesamt 25.192 24.456 25.764 100,0 %

1 Periodendurchschnitt in Vollzeitkräften

Die durchschnittliche Zahl der Voll zeit kräfte des Öster reichischen Post Konzerns stieg im Berichtszeitraum gegenüber dem Vergleichs zeit raum des Vorjahres um 5,3 % oder rund 1.300 Mit arbeiter auf nunmehr 25.764 Mitarbeiter. Der An stieg ist bedingt durch den Er werb von Unter neh men und Unternehmensbeteiligungen. Gleichzeitig war im bis herigen Stammgeschäft in Österreich eine Reduk tion von rund 450 Mitarbei tern zu verzeichnen.

Der weitaus größte Teil der Konzernmitarbeiter (in Vollzeitkräften) ist in der Österreichischen Post AG beschäftigt (23.045). Mehr als 2.700 Mitarbeiter arbei ten in den Tochterunternehmen, davon entfielen auf trans-o-flex rund 1.070 Mitarbeiter.

Laufende Aus- und Weiterbildung Die Ausund Weiterbildung in der Österreichischen Post stellt eine fokussierte Investition in die Leistungs fähigkeit und Performance der MitarbeiterInnen und Füh rungs kräfte dar und unterstützt damit direkt den Ge schäfts - erfolg der einzelnen Divisionen und Be reiche. 2007 wurden rund 22.300 Perso nen tage an Aus- und Weiter bildungsmaßnahmen absolviert. Ins gesamt gab es rund 1.800 Veranstaltungen, so etwa im Rah men der österreichweiten modularen Schu lungs-Offensive für operative Führungs kräfte oder der praxisorientierten Trainee-Program me im In- und Ausland. Der aus gewogene und effizient ge staltete Methodenmix bei den einzelnen Maßnah men garan tierte optimale Praxisnähe und damit einen hohen Return on Invest ment.

Gesundheit und Arbeitssicherheit Arbeits sicherheit und Gesundheitsschutz sowie betrieb liche Gesundheitsförderung sind Schlüsselelemente der Unternehmenspolitik der Österreichischen Post. Mitarbeitermotivation ist besonders wichtig für das Funktionieren eines bundesweiten, auf menschlicher Arbeitskraft aufgebauten Logistikkonzepts. Daher setzt die Österreichische Post zahlreiche Maß nah men, um für das Wohlbefinden sowie für eine gesunde

und sichere Arbeitsumgebung zu sorgen. Die be trieb liche Gesundheitsförderungs- und Ar beits sicherheits kultur ist ein wichtiger Bestandteil aller Bereiche. Der bereits letztes Jahr ersichtliche positive Trend der Reduktion von Arbeitsunfällen konnte weiter fort ge setzt werden. Gegenüber 2006 sank die Anzahl der Arbeitsunfälle mit Aus fallzeit in der Öster reichi schen Post AG um 10,4 % auf 770.

Umwelt Der Österreichische Post Konzern bekennt sich zu seiner Verantwortung, einen Beitrag zum schonungsvollen Umgang mit Ressourcen zu leisten. Wo technisch möglich und wirtschaftlich sinnvoll, wer den umwelt- und ressourcenschonende Maß nah men gesetzt. Die Optimierung der Transport logis tik brachte eine erhebliche Reduktion des Treibstoff ver brauches und führte damit zu einer Ver min derung der Umweltbelastung und der Trans portkosten. Die Beschaffung von 50 erdgasbetriebenen Fahrzeugen im Jahr 2007 ermöglicht aufgrund des geringeren Treibstoffverbrauches eine Reduk tion des jährlichen CO2-Ausstoßes um bis zu 30 %. Die Zentralisierung der Sammlung und Verwertung von "Wertstoffen" (Altpapier, Kartonagen, Kunst stoff) reduzierte die Ent sorgungskosten.

Risikomanagement Der Österreichische Post Kon zern ist – als international tätiges Post- und Logis tikdienstleistungsunternehmen – im Rahmen seiner Geschäftstätigkeit unterschiedlichen Risiken aus gesetzt. Mit diesen strategischen und operativen Risi ken setzt sich das Unternehmen bewusst ausein ander. Durch die Konzentration auf das Kern ge schäft sowie die jahrzehntelange Erfahrung in diesem Geschäft ist es dem Österreichischen Post Kon zern möglich, Risiken frühzeitig zu identifizieren, diese zu bewerten und geeignete Vorsorgemaß nahmen zur Sicherung zu setzen.

Das strategische Risikomanagement befasst sich mit der Identifizierung und Evaluierung strategischer Geschäftsrisiken und trifft die Entscheidung darüber, ob und inwieweit strategische Risiken eingegangen

werden. Ziel des strategischen Risiko manage ments ist es, alle wesentlichen strategischen Risiken, die die Erreichung der strategischen Unternehmensziele ge fährden, so weit wie möglich zu kontrollieren.

Kernpunkt des operativen Risikomanagements bildet die Identifizierung, Evaluierung und Beherr schung von wesentlichen Risiken aus der operativen Geschäfts tätigkeit. Dieser Prozess wird von Schlüs sel personen in den Divisionen und den Geschäfts feldern getragen. Die nunmehr divisional angelegte Organisations struk tur gliedert sich in drei operativ tätige Divisionen bzw. fünf Geschäftsfelder sowie in unterstützende und beratende Zentral- und Service einheiten. Die Tochtergesellschaften des Österreichi schen Post Kon zerns werden dabei im Wesentlichen je nach Tätig keits schwerpunkt den einzelnen Divi sio nen und Ge schäfts feldern zugeordnet. Die in den jeweiligen Einheiten bestehenden wesentlichen Ge schäftsrisiken werden identifiziert und laufend be ob achtet. Auf dieser Basis werden angemessene Risiko maßnahmen, wie z. B. Back ups oder Notfall pläne, festgelegt. Im Zuge der regelmäßigen Pla nungs- und Ergebnisgespräche er folgt eine Be rich terstattung über die wesentlichen Risikofelder durch die zuständigen Leiter.

Weitere zentrale Instrumente der Risikoüber wa chung und -kontrolle sind konzernweite Richtlinien über den Umgang mit wesentlichen Risiken, der Planungs- und der Controllingprozess sowie laufende Berichterstat tung. Die Richtlinien umfassen beispielsweise die Fest setzung und Kontrolle von Limit kategorien und Hand lungsabläufen zur Begrenzung finanzieller Risi ken so wie die strikte Einhaltung des Vier-Augen-Prinzips. Diese Richtlinien sind Teil des internen Kontroll systems und stellen unter anderem die ordnungsgemäße interne und externe Finanz be richterstattung sicher. Der Planungs- und Control ling prozess dient als Früh warnsystem und als Basis für die Beurteilung der Wirksamkeit der eingeleiteten Steuerungsmaß nahmen.

Besondere Bedeutung kommt dabei dem transparen ten Berichtswesen – vor allem auch gegenüber den Aufsichtsorganen – zu.

Wesentliche Risikofaktoren des Österreichischen Post Konzerns sind im Überblick:

Regulatorische und rechtliche Risiken

Der Österreichische Post Konzern erwirtschaftet einen erheblichen Teil seines Umsatzes im reservierten Post dienst. Eine vollständige Freigabe des Post mark tes ist EU-weit derzeit ab 2011 vorgesehen. Dar aus er geben sich Risiken einer Marktanteils ver ände rung. Die Neugestaltung der rechtlichen Rahmenbe din gun gen kann erhebliche negative Auswirkungen auf die Er geb nis entwicklung der Österreichischen Post haben.

Die Österreichische Post AG ist verpflichtet, in ganz Österreich im Rahmen des Universaldienstes ein Min destangebot von Postdienstleistungen in vergleichbarer Qualität anzubieten. Als Abgeltung für diese kostenintensive Verpflichtung wurde der Ge sellschaft der reservierte Postdienst übertragen. Es ist derzeit noch nicht absehbar, ob die Gesell schaft weiterhin zur Erbringung des Universal diens tes verpflichtet bleibt, wenn der reservierte Post dienst vollständig aufgehoben wird, ohne dafür eine adäquate Abgeltung zu erhalten. Sofern es infolge der Libera lisierung zu keiner Gleichbehandlung in Hinblick auf Beschäftigungsverhältnisse und gesetzliche Leistungs anforderungen zwischen der Österreichischen Post AG und ihren Mitbewerbern und einer adäquaten Ab gel tung des Universaldienstes kommt, ist eine sig ni fikante Ergebnisbelastung für die Österreichische Post AG nicht auszuschließen.

In der Öffentlichkeitsarbeit des Österreichischen Post Konzerns nimmt die Thematik der Liberali sie rung im Dialog mit allen Stakeholdern großen Raum ein. Das Unternehmen sieht es als seine Aufgabe, auf die derzeit ungeklärten Aspekte der Abgeltung des Univer sal dienstes und der Problematik einer asymmetrischen Marktöffnung hinzuweisen.

Die Österreichische Post geht derzeit nicht davon aus, dass sie verpflichtet wird, ihren Mitbewerbern Zu gang zu Teilleistungen einzuräumen. In einem solchen Fall könnten diese jedoch in besonders lukrativen Markt segmenten Postdienstleistungen selbst erbringen und in weniger lukrativen Marktseg men ten auf Teilleis tungen der Österreichischen Post zurückgreifen. Dies könnte zu Ergebnisbeeinträch tigungen führen.

Im Zuge einer etwaigen Liberalisierung könnte die Umsatzsteuerbefreiung der Österreichischen Post auf gehoben werden. In diesem Fall würde das Unter neh men einerseits versuchen, die Preisstruktur kundenseitig zu adaptieren – wobei die marktmäßige Durchführbarkeit nicht sichergestellt ist. Profi tie ren würde die Post andererseits durch die Anrech nung der von der Post bezahlten Umsatzsteuer (Vor steuer abzug).

Mit zunehmender Liberalisierung des Postmarktes könnte der Österreichische Post Konzern gezwungen sein, für bestehende Betriebsanlagen nachträglich gewerberechtliche Genehmigungen zu beantragen.

Die Österreichische Post AG unterliegt in der Preis fest setzung im Universaldienst einschließlich des reservierten Bereichs rechtlichen Einschränkungen; die Entgelte für die betroffenen Leistungen bedürfen ent weder einer vorherigen Genehmigung oder unterliegen einer nachträglichen Kontrolle. Die Ge sellschaft kann deshalb im Bereich des Universal dienstes nur eingeschränkt durch Preisanpassungen auf Markt ver änderungen reagieren.

Seit 1. Jänner 2008 haben die Telekom-Control-Kom mission und die Rundfunk und Telekom Regulie rungs GmbH in Umsetzung der Postgesetz-Novelle 2006 die Funktion der Regulierungsbehörde vom Bun des minis ter für Verkehr, Innovation und Tech no lo gie über nom men. Die Kompetenzen der Regu lie rungs behör den sind unverändert gleich geblieben.

Im europäischen Verkehr drängt das Abrechnungs system nach dem "Agreement for the Remuneration of Mandatory Deliveries of Cross-Border Mails" (REIMS II) das Abrechnungssystem des Weltpost ver eins zurück. Bei REIMS II handelt es sich um eine Vereinbarung über Endvergütungen im grenzüber schrei tenden Postdienst, dem 16 europäische Post unter nehmen angehören. Die Vereinbarung wurde am 9. Juli 1997 abgeschlossen und am 15. September

1999 von der EU-Kommission vom Kartellverbot des Art 81 (1) EG-Vertrag freigestellt; die Vereinbarung und die Freistellung sind am 31. Dezember 2006 zeitlich abgelaufen. REIMS II wurde verlängert. Aller dings ist eine Einzelfreistellung von REIMS II vom Kartell verbot für die Zeit nach dem 31. Dezember 2006 nach der seit der letzten Freistellungsent schei dung ge änderten Rechtslage nicht mehr möglich; die REIMS II-Parteien gehen jedoch davon aus, dass die Verein barung gemäß Art 81 (3) EG-Vertrag freigestellt ist. Zurzeit befinden sich die REIMS II-Par teien in End ver handlung über den Abschluss einer REIMS III-Ver einbarung; die Unterfertigung der endverhandelten REIMS III-Vereinbarung ist aus derzeitiger Sicht für Ende März 2008 geplant und würde rückwirkend mit 1. Jänner 2008 in Kraft treten.

Über das regulatorische Umfeld im Postmarkt hin aus muss der Österreichische Post Konzern im Rah men seines ordentlichen Geschäftsbetriebs eine Viel zahl von rechtlichen Beschränkungen beachten. So sind die vertraglichen und faktischen Gestal tungs spiel räume des Unternehmens etwa durch wett bewerbs rechtliche Regelungen eingeschränkt. Die kartellrecht liche Zulässigkeit von Vereinbarun gen und Geschäfts praktiken des Österreichischen Post Konzerns war in der Vergangenheit Gegenstand kartellrechtlicher Untersuchungen und Verfahren. Sonstige rechtliche Risiken ergeben sich auch aus nicht vorhersehbaren Gerichtsverfahren mit Mit be werbern und Kunden.

Zur bestmöglichen Vermeidung von Ergebnisbeein trächtigungen durch regulatorische und rechtliche Risiken ist der Österreichische Post Konzern be strebt, in seinen Kernprozessen eine Erweiterung der Wert schöpfung zu erzielen, um seinen Kunden noch bessere Leistungen anzubieten und eine Qualitäts opti mierung zu erzielen. Darüber hinaus beabsichtigt der Österreichische Post Konzern, vermehrt Um sätze im bereits liberalisierten Bereich zu erwirtschaften.

Markt- und Wettbewerbsrisiken

Der Österreichische Post Konzern erwirtschaftet den überwiegenden Teil seines Umsatzes in Österreich. Sollte das Wirtschaftswachstum in Österreich nachlassen, könnte dies zu einer Abschwächung der Nach frage führen. Ferner erwirtschaftet das Unter nehmen einen nicht unbedeutenden Anteil des Um satzes mit einer geringen Anzahl von Großkunden. Großkunden sind vertraglich nicht verpflichtet, ihre Postsendun gen vom Österreichischen Post Konzern befördern zu lassen, und könnten sich entscheiden, mittelfristig zumindest einen Teil ihrer Postsen dun gen von Wett bewerbern der Österreichischen Post befördern zu lassen. Klassische Briefsendungen könn ten zunehmend durch E-Mail oder andere elektronische Medien er setzt werden.

Der Österreichische Post Konzern sieht sich im Briefund vor allem im Paketmarkt zunehmendem Wett bewerb ausgesetzt. Im Business-to-Consumer (B2C)- Paketgeschäft – hier nimmt die Österreichi sche Post eine führende Stellung am österreichi schen Markt ein – ist auch weiterhin mit vermehrtem Auftreten alternativer Anbieter zu rechnen und kann ein entsprechender Umsatzausfall nicht ausgeschlossen wer den. Das Unternehmen ist bestrebt, Kunden durch attraktive Leistungsangebote an sich zu binden. Ande rerseits wird dem Mengenrückgang infolge von E-Mail-Substitution durch neue Pro dukte und Dienst leistungen, etwa im Bereich Info mail oder im Busi nessto-Business (B2B)-Geschäft und vor allem entlang der Wertschöpfungskette, ent gegenge wirkt. Die Diver si fikation auf mehrere Märkte trägt dazu bei, Risiken einzelner Branchen weit zu streuen bzw. gering zu halten.

Ein wesentlicher Bestandteil der Strategie des Österreichischen Post Konzerns ist Wachstum durch Akqui sitionen und Kooperationen. Dabei ist es wichtig, passende Akquisitionsziele zu finden und erwor bene Unternehmen erfolgreich zu integrieren. Die zukünf tige Rentabilität dieser Projekte ist in hohem Maß vom Investitionsvolumen bzw. den Akquisi tions preisen so wie politischen, wirtschaftlichen und ge setzlichen

Faktoren abhängig. Alle Investitions maß nahmen müs sen daher strikten finanziellen Kri terien gerecht werden.

In der Division Filialnetz sind die Erträge aus Finanz dienstleistungen vom Markterfolg des Koopera tions partners BAWAG PSK, die Erträge im Kommu nika tions geschäft vom Markterfolg des Kooperationspartners Telekom Austria abhängig.

Struktur der Dienstverhältnisse

Bei einem Großteil der Mitarbeiter des Österreichi schen Post Konzerns kommen öffentlich-rechtliche Dienstverhältnisse (Beamtendienstrecht) zur An wen dung, aus denen sich Besonderheiten der dienst recht lichen Verwendung ergeben. Durch die bestehenden rechtlichen Bedingungen kann es bei einem Großteil der Belegschaft zu keiner Kapazitäts anpassung im Falle von Mengenverlusten kommen, außerdem ist keine Anpassung des Gehaltsniveaus an eventuell niedrigere Marktkonditionen möglich. Das Beamten dienstrecht führt insgesamt zu einer geringen Kosten flexibilität.

Aus Änderungen des Poststrukturgesetzes 1996 und den laufenden Änderungen des Beamtendienst rechts können sich für den Österreichischen Post Kon zern, sofern bei diesen nicht auch auf die spezielle Wett bewerbssituation der Österreichischen Post AG ab ge stellt wird, zusätzliche Belastungen und un erwartete Mehrkosten ergeben, auf deren Entstehen er keinen Einfluss hat. Der österreichische Gesetzge ber hat vor gesehen, dass für Beamte auf Bundes ebene bis Ende 2006 eine Pensionskassenregelung zu treffen wäre. Eine solche – allerdings weiterhin ausständige – Rege lung wäre auch auf die der Gesellschaft zugewiesenen Beamten zu übertragen.

Zur Erhöhung des Qualifikationsniveaus der Mitar beiter wurden umfassende Maßnahmen gesetzt. Da rüber hinaus wurde eine besondere Betriebsver ein barung betreffend Maßnahmen zur Milderung der Folgen von Restrukturierungsmaßnahmen abgeschlossen. Der Strukturthematik im Bereich der Be - diensteten begegnet der Österreichische Post Kon zern mit zunehmend flexibleren Arbeitsprozessen und Arbeitszeitmodellen.

Unternehmen des Österreichischen Post Konzerns be dienen sich – wie in der Zeitungszustell- und Werbe mittelverteilbranche üblich – zur Verteilung der Werbe mittel selbstständiger Sub unternehmer, die zum Teil aus dem EU-Aus land kom men. Die Qualifikation der Tätigkeit von (ausländi schen) Zeitungszustellern und Werbemit tel verteilern ist immer im Rahmen eines beweglichen Systems gradueller Kriterien, und zwar in einer Gesamtbetrach tung der Merkmale nach Zahl und Gewicht, vorzuneh men. Dies setzt voraus, dass auf eine Einzelfall betrach tung abzustellen ist. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die zuständigen Gerichte und Verwal tungsbehörden einzelfallbezogen die Unzulässigkeit dieser Form der Beschäfti gung aus sprechen und Ver waltungsstrafen und/oder andere verwaltungs-, ins besondere gewerberechtliche Sank tionen auferlegen.

Technische Risiken

Der Österreichische Post Konzern ist in hohem Maße auf die Unterstützung durch komplexe technische Systeme angewiesen und setzt bei der Erbringung seiner Dienstleistungen maßgeblich auf die Unter stüt zung durch Datenverarbeitungssysteme, moderne Kommunikationsmedien und andere technische Ein richtungen. Vor diesem Hintergrund hat der Öster rei chische Post Konzern in den vergangenen Jahren um fangreiche Investitionen vorgenommen, um sein Verteilnetz zu modernisieren. Die Leis tungs erbrin gung des Unternehmens hängt dabei von der Funk tionsfähigkeit weniger wichtiger Standorte ab. Sollten technische Systeme vorübergehend oder end gültig ausfallen, könnte dies zu Störungen des Ge schäfts ab laufs und zu Verlusten von Reputation und Kun den führen sowie zusätzliche Kosten verursachen. Zur Be wältigung der technischen Risiken wur den Sicher heitsmaßnahmen, Prozesse und Regu la torien festge legt, die verschiedenste Eventua li täten abdecken und einen reibungslosen Ablauf sicherstellen.

Finanzielle Risiken

Finanzielle Risiken des Österreichischen Post Kon zerns umfassen das Liquiditätsrisiko, das Kredit risiko/Kon trahentenrisiko/Produktrisiko, das Zins ände rungs risiko, das Währungsänderungsrisiko so wie organisa torische Risiken. Eine detaillierte Dar stellung der finanziellen Risiken findet sich im An hang zum Kon zernabschluss des Österreichischen Post Konzerns.

Informationen gemäß § 243a UGB

Das Grundkapital der Österreichischen Post AG be trägt 350.000.000 EUR und ist geteilt in 70.000.000 Stück auf Inhaber lautende Stückaktien. Es liegen keine Stimmrechtsbeschränkungen oder Syndikats ver ein barungen vor, die der Gesellschaft bekannt sind.

Die Republik Österreich hält über die Österreichische Industrieholding AG (ÖIAG) 51 % der Anteile der Öster reichischen Post AG. Der Gesellschaft sind keine ande ren Aktionäre bekannt, die mehr als 10 % der Anteile halten.

Soweit der Gesellschaft bekannt ist, gibt es keine In haber von Aktien mit besonderen Kontrollrechten. Mitarbeiter, die auch Aktionäre der Österreichischen Post AG sind, üben ihre Stimmrechte individuell aus.

Es existieren keine sich nicht unmittelbar aus dem Gesetz ergebenden Bestimmungen über die Ernen nung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie über die Änderung der Satzung der Gesellschaft.

Genehmigtes Kapital: Gemäß § 5 der Satzung der Österreichischen Post AG ist der Vorstand mit Zu stim mung des Aufsichtsrats ermächtigt, bis fünf Jahre nach Eintragung der Satzungsänderung in das Firmen buch das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu 175.000.000 EUR durch Ausgabe von bis zu 35.000.000 Stück neuen, auf Inhaber lautenden Stück aktien gegen Bareinlagen zu erhöhen und den Aus gabekurs sowie die Ausgabebedingungen festzusetzen. Die Satzungs änderung wurde am 18. März 2006 in das Firmenbuch eingetragen.

Bedingtes Kapital: Gemäß § 5 der Satzung der Österreichischen Post AG ist der Vorstand ermächtigt, bis fünf Jahre nach Eintragung der Satzungsänderung in das Firmenbuch verzinsliche Wandelschuld ver schrei bungen auszugeben, mit denen ein Um tauschoder Bezugsrecht von bis zu 35.000.000 Stück auf In haber lautenden Aktien ohne Nennwert (Stück aktien) im Gesamtbetrag von insgesamt bis zu 175.000.000 EUR verbunden ist. Zu diesem Zweck wurde das Grund kapital der Gesellschaft um bis zu 175.000.000 EUR durch Ausgabe von bis zu 35.000.000 Stück auf den Inhaber lautenden Stück aktien mit Stimmrecht be dingt erhöht. Die Sat zungs änderung wurde am 21. April 2006 in das Fir men buch eingetragen.

Es gibt keine bedeutsamen Vereinbarungen, an denen die Gesellschaft beteiligt ist, die bei einem Kontroll wechsel in der Gesellschaft infolge eines Übernahme angebots wirksam werden, sich we sent lich ändern oder enden.

Es gibt keine Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Vorstands- und Aufsichts ratsmitgliedern oder Arbeitnehmern für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebots.

Was kann ich in Zukunft erwarten? [13]

Ausblick 2008

Für das Jahr 2008 prognostiziert der Österreichische Post Konzern eine in Summe stabile bis leicht steigende Umsatzentwicklung (bis zu 3 %). Die Steige rung inkludiert die Einbeziehung der im Laufe des Jahres 2007 erworbenen neuen Tochtergesell schaf ten. Diese Prognose resultiert aus der Annahme eines weitgehend stabilen Volumens an Briefsen dun gen und Direct Mails, eines Anstieges im internationalen Paketgeschäft sowie eines geringeren Volumens im österreichischen Paketgeschäft aufgrund des Abgan ges bedeutender Versandhandels kunden.

[13] Was kann ich in Zukunft erwarten?

Für das Jahr 2008 erwartet die Österreichische Post ein Ergebnis leicht unter dem des Jahres 2007, für die Zeit danach geht sie wieder von kontinuierlichen Steigerungen aus.

Dem Kundenverlust im österreichischen Paketge schäft wurde und wird mit einer Neupositionierung und der damit verbundenen Restrukturierung der Divi sion Paket & Logistik in Österreich begegnet.

Trotz dieser Marktbeeinträchtigung im österreichi schen Paketgeschäft geht die Österreichische Post davon aus, dass das operative Ergebnis (EBIT) 2008 nur geringfügig unter dem des Jahres 2007 liegen und in den Folgejahren wieder kontinuierlich an steigen wird. Die EBIT-Marge wird daher 2008 knapp unter 7 % liegen und danach wieder auf die Ziel-EBIT-Marge von 7 % bis 8 % steigen. Für die Division Paket & Logis tik wird im Jahr 2008 eine EBIT-Marge von 2 % bis 3 % erwartet; sie soll auf die Ziel-EBIT-Marge von 5 % gesteigert werden.

Aufgrund der guten Geschäftsentwicklung wird der Vorstand der Österreichischen Post AG in der nächsten Hauptversammlung am 22. April 2008 für das Ge schäftsjahr 2007 eine Erhöhung der Basisdivi den de pro Aktie um 40 % auf 1,40 EUR und zusätzlich eine Sonderdividende von 1,00 EUR pro Aktie vorschlagen. Darüber hinaus wird der Hauptversammlung als weiterer Schritt zur Opti mie rung der Kapitalstruktur die Geneh mi gung zur Durch führung eines Aktien rückkauf pro gramms in Höhe von maximal 10 % des Grund kapi tals für die darauf folgenden 18 Monate zur Ent schei dung vorgelegt.

Für das Jahr 2008 rechnet der Österreichische Post Konzern mit einem operativen Cash-Flow in der Band breite der letzten Jahre sowie Anlageninves ti tionen (CAPEX) in der Größenordnung von insgesamt 110 bis 120 Mio EUR. Für Akquisitionen von Toch ter gesellschaf ten sind in den nächsten 18 Mo naten rund 150 Mio EUR angedacht. Basierend auf dieser stabilen Cash-Flow-Entwicklung und einer soliden Bilanzstruktur ist weiterhin eine attraktive Dividen denpolitik vorgesehen. Die Basisdividende soll auf eine Ausschüt tungs quote von zumindest 75 % des Nettoergeb nis ses (bis her 70 %) gesteigert werden.

Besondere Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Ende Jänner 2008 hat die Österreichische Post die rest lichen 49 % der Anteile an Scanpoint Europe er wor ben. Das Kerngeschäft von Scanpoint ist die datenschutzrechtliche Digitalisie rung von Dokumenten sowie die Zulieferung ge schäfts rele van ter Informationen in den hausinternen Workflow des Kunden.

Ergebnisse der Divisionen

Division Brief

Marktumfeld Der Briefmarkt in Österreich zeigte sich – wie schon in den letzten Jahren – stabil. Die tendenzielle Substitution klassischer Briefsendun gen durch elektronische Medien wird durch positive Kom munikationsentwicklungen – insbesondere verstärkte B2C-Kontakte – ebenso kom pen siert wie durch den Anstieg privater Haus halte und Adressen.

Im Bereich der unadressierten Sendungen ist eine hohe Dichte an Prospektwerbung zu verzeichnen und da her moderates Wachstum möglich, in den Län dern Zentral- und Osteuropas ist hohes Potenzial vorhanden.

Neue Dienstleistungen rund um den klassischen An nahme-, Sortierungs- und Zustellungsprozess, wie etwa Adressmanagement, Druck, Kuvertierung oder Scanning-Dienstleistungen, werden vom Markt an ge nommen. Mehr als die Hälfte des Geschäfts der Divi sion Brief unterliegt bereits dem freien Wett be werb.

Geschäftsentwicklung 2007

Veränderung
Mio EUR 2005 2006 2007 2006/2007
in %
Außenumsatz 1.290,8 1.311,3 1.381,0 +5,3 %
Briefpost 782,4 774,7 786,2 +0,9 %
Infomail 382,3 407,5 464,7 +15,2 %
Medienpost 126,1 129,0 130,1 +0,8 %
Innenumsatz 66,3 66,9 48,8 -27,2 %
Umsatz gesamt 1.357,1 1.378,2 1.429,8 +3,7 %
EBIT 268,9 271,6 274,3 +1,0 %
EBIT-Marge1 19,8 % 19,7 % 19,2 % -
Mitarbeiter2 15.556 15.311 15.593 +1,8 %

1 Bezogen auf Gesamtumsatz

2 Periodendurchschnitt in Vollzeitkräften

Der Außenumsatz der Division Brief stieg 2007 gegen über 2006 um 5,3 % auf 1.381,0 Mio EUR. Dieser An stieg resultiert vor allem aus der Konsolidierung der akqui rierten Gesellschaften, inkludiert allerdings auch ein operatives Umsatzwachstum von etwa 0,5 %.

Das Geschäftsfeld Briefpost entwickelte sich sehr zu friedenstellend. Der Umsatz hat sich 2007 um ins ge samt 0,9 % verbessert. Zu diesem Wachstum bei getra gen hat die gute Entwicklung des per 31. Jänner 2007 erworbenen Unternehmens Scan point ebenso wie operative Impulse durch den Versand von Reise pässen in Österreich. Dadurch konnten Sub s ti tu tions effekte durch elektronische Medien in anderen Be rei chen kompensiert werden.

Die Umsatzerlöse des Geschäftsfeldes Infomail (adres sierte und unadressierte Werbesendungen) stiegen 2007 um 15,2 % auf 464,7 Mio EUR. Wesentlich dazu beigetragen haben die erstmalige Einbeziehung des Direct Marketing-Dienstleisters meiller direct (per 31. Juli 2007) sowie die sehr gute Geschäfts ent wick lung in Kroatien und in der Slowakei. Der österreichi sche Markt blieb stabil.

Im Geschäftsfeld Medienpost erfolgte 2007 ein leich ter Umsatzanstieg um 0,8 %, der auf die positive Ent wicklung bei Regio nal medien zu rückzuführen ist.

In Summe erwirtschaftete die Division Brief 2007 ein EBIT in Höhe von 274,3 Mio EUR (plus 1,0 %).

Division Paket & Logistik

Marktumfeld Der Markt für Kurier-, Express- und Paketdienstleistungen zeigt nach wie vor Wachstum sowohl bei grenzüberschreitendem Sendungsvolu men als auch bei nationalen Transporten. Wachs tums im pulse kommen vor allem von Internet-basierten Ver sandhändlern. Der Paketmarkt ist zur Gänze liberalisiert und dem Wettbewerb frei zugänglich. Dies zeigte sich 2007 besonders in Österreich mit dem Einstieg eines neuen Wettbewerbers in den B2C- bzw. C2C-Paketmarkt. Dem Ab gang zweier bedeutender Ver sandhandelskunden in Öster reich begegnete die Öster reichische Post mit der Repositionierung des Paket geschäfts, mit der Ende 2007 begonnen wurde. Mit dem Angebot des Pre mium produktes "24-Stun den-Businesspaket" wird den B2B- und B2C-Kunden die Möglichkeit ge boten, bei spätestmöglicher Einliefe rung Pakete bereits am nächsten Tag zustellen zu lassen. Die gute Repu tation und Erfahrung der Toch tergesell schaft trans-o-flex werden dabei ge nutzt.

Im Nischenmarkt der Speziallogistik in Westeuropa (Health Care-/Pharmabranche) zeigt sich eine positive Volumensentwicklung, die durch den Trend zu Logis tiklösungen "aus einer Hand" unterstützt wird. Die grenzüberschreitende Paketbeförderung wächst über proportional.

Der Paketmarkt in den Ländern Zentral- und Ost euro pas weist zumindest zweistellige Zuwachsraten auf. Grundlage dafür ist der nachhaltige Aufwärtstrend der Paketvolumina pro Kopf in diesen Ländern im Ver gleich zu Westeuropa.

Veränderung
Mio EUR 2005 2006 2007 2006/2007
in %
Außenumsatz 211,8 227,1 738,6 +225,3 %
Innenumsatz 45,8 49,8 31,4 -36,9 %
Umsatz gesamt 257,6 276,9 770,0 +178,1 %
EBIT 10,4 20,8 12,8 -38,5 %
EBIT-Marge1 4,1 % 7,5 % 1,7 % -
Mitarbeiter2 2.461 2.265 3.410 +50,5 %

Geschäftsentwicklung 2007

1 Bezogen auf Gesamtumsatz

2 Periodendurchschnitt in Vollzeitkräften

Der Außenumsatz der Division Paket & Logistik hat sich 2007 auf 738,6 Mio EUR erhöht. Dieser Anstieg resultiert hauptsächlich aus der erstmaligen Konso li dierung von Tochtergesellschaften (Umsatzbeitrag von trans-o-flex rund 500 Mio EUR), ist zum Teil je doch auch durch organisches Wachstum bedingt. Die Umsätze der Gesellschaften in der Slowakei und in Kroatien haben sich ebenfalls sehr positiv entwickelt.

Seit Mitte 2007 hat sich der Wettbewerb im Paket geschäft bei Privatkunden (B2C) in Österreich inten siviert. Durch den Markteintritt eines deutschen Paket anbieters erfolgte ein Volumensrück gang, da der Eigen tümer dieses Anbieters mit einem Jahres volu men von etwa 8 Millionen Paketen in Öster reich bislang ein bedeutender Paketkunde der Öster reichi schen Post war.

In der Division Paket & Logistik wurden Ende 2007 in Österreich umfassende Redimensionierungsmaß nah men gestartet, die die Profitabilität des Paket geschäfts erhöhen sollen. Es wurden darüber hin aus Abschreibungen auf Anlagen und Firmenwerte durch geführt. Die Abschreibungen und Wertminde rungen haben sich in Summe von 10,9 Mio EUR in 2006 auf 33,7 Mio EUR in 2007 erhöht, von denen 9,3 Mio EUR auf Wertminderungen von Firmenwerten entfielen.

Dadurch reduzierte sich das ausgewiesene EBIT der Division Paket & Logistik auf 12,8 Mio EUR im Jahr 2007 (2006: 20,8 Mio EUR). Das EBITDA hingegen hat sich von 31,7 Mio EUR auf 46,5 Mio EUR verbessert (plus 46,7 %). Die Anzahl der Mitarbeiter (Vollzeit kräfte) er höhte sich um 1.145 bzw. 50,5 % auf 3.410. Der Anstieg ist fast ausschließlich auf die Einbezie hung neuer Toch tergesellschaften zurückzuführen.

und seinem Angebot an Handelswaren steht es zu 100 % im Wettbewerb.

Das Filialnetz der Österreichischen Post offeriert ein breites Portfolio an Bank- und Postdienstleistungen sowie Kommunikations- und Retailprodukten. Das Marktumfeld wird daher durch zahlreiche Mitbe wer ber aus unterschiedlichen Bereichen bestimmt. Dazu zählen etwa auch Banken oder Fachhändler für Kommunikations- oder Büroprodukte.

Division Filialnetz

Marktumfeld Die Division Filialnetz des Österreichischen Post Konzerns betreibt eines der größten, dichtesten und effizientesten Netze an Vertriebs stel len in Österreich. Mit seinen Finanzdienst leis tungen Die starke und in wichtigen Bereichen weiter steigende Nachfrage für die angebotenen Produkte und Services ist das wichtigste prägende Merkmal für das Marktumfeld des Filialnetzes. Im Besonderen gilt dies für Bank- und Versicherungsdienstleistungen.

Geschäftsentwicklung 2007

Veränderung
2005 2006 2007 2006/2007
in %
193,8 194,4 192,1 -1,2 %
208,0 210,0 203,4 -3,2 %
401,9 404,4 395,5 -2,2 %
8,7 11,5 13,6 +18,2 %
2,2 % 2,8 % 3,4 % -
5.446 5.236 5.069 -3,2 %

1 Bezogen auf Gesamtumsatz

2 Periodendurchschnitt in Vollzeitkräften

Der Außenumsatz der Division Filialnetz ist im Jahr 2007 gegenüber dem Vorjahr um 1,2 % auf 192,1 Mio EUR gesunken. Ein Grund dafür waren Rückgänge im Verkauf von Mobiltelefon-Wertkarten. Rückgänge waren auch im Bereich Finanzdienstleistungen zu verzeichnen, in dem sich noch die Einlagenabflüsse aus 2006 bemerkbar mach ten. Mit der Neupositio nie rung der PSK BANK startete im vierten Quartal 2007 eine Vertriebsoffen sive für Privat kunden. Sie be in hal tet eine Ausweitung des Pro dukt- und Leistungs sorti ments sowie eine Er höhung der Vertriebs kapa zitäten, um das Finanz dienst leis tungsgeschäft wesent lich zu steigern.

Der Innenumsatz der Division zeigte, be dingt durch rückläufige Sendungsvolumina über das Filialnetz, eben falls einen Rückgang um 3,2 % im Vergleich zum Vorjahr.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) der Divi sion Filialnetz ist durch konsequente Kostenopti mierung im Vergleich zu 2006 von 11,5 Mio EUR auf 13,6 Mio EUR gestiegen.

83

IFRS-Konzernabschluss 2007 der Österreichischen Post AG

  • 85 Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
  • 86 Konzernbilanz
  • 87 Konzern-Cash-Flow-Statement
  • 88 Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals
  • 89 Konzernanhang
  • Grundlagen und Methoden
  • Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
  • Erläuterungen zur Bilanz
  • Sonstige Angaben
  • Uneingeschränkter Bestätigungsvermerk
  • Bericht des Aufsichtsrats

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2007

Mio EUR Anhang 2006 2007
(6) 1.736,7 2.315,7
Umsatzerlöse (7) 58,8 72,6
Sonstige betriebliche Erträge 1.795,5 2.388,3
Gesamte betriebliche Erträge
Materialaufwand und Aufwand -258,0 -692,2
für bezogene Leistungen (8)
Personalaufwand (9) -1.063,0 -1.120,4
Abschreibungen (10) -108,4 -130,0
Sonstige betriebliche Aufwendungen (11) -243,9 -284,0
Gesamte betriebliche Aufwendungen -1.673,3 -2.226,5
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit 122,2 161,8
Ergebnis aus assoziierten Unternehmen (12) 1,1 0,9
Sonstiges Finanzergebnis (13) 7,2 2,1
Finanzergebnis 8,3 3,0
Ergebnis vor Ertragsteuern 130,5 164,9
Ertragsteuern (31) -30,8 -42,2
Ergebnis nach Ertragsteuern 99,8 122,6
Periodenergebnis 99,8 122,6
Zuzurechnen an:
die Aktionäre des Mutterunternehmens 99,8 122,5
die Anteile anderer Gesellschafter 0,0 0,1
EUR
Unverwässertes Ergebnis je Aktie (14) 1,43 1,75
Verwässertes Ergebnis je Aktie (14) 1,43 1,75
Mio EUR
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit 122,2 161,8
Ergebnis aus assoziierten Unternehmen 1,1 0,9
Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) 123,3 162,8

Konzernbilanz zum 31. Dezember 2007

Mio EUR Anhang 31. 12. 2006 31. 12. 2007
AKTIVA
Langfristiges Vermögen
Firmenwerte (15) 183,1 216,0
Immaterielle Vermögenswerte (16) 89,6 106,1
Sachanlagen (17) 665,3 716,7
Als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien (18) 38,3 36,6
Anteile an assoziierten Unternehmen (19) 3,5 3,5
Finanzinvestitionen in Wertpapiere (20) 198,6 131,8
Andere Finanzanlagen (21) 5,9 79,9
Forderungen (23) 28,2 15,9
Latente Steuern (31) 60,3 55,5
1.272,9 1.361,9
Kurzfristiges Vermögen
Finanzinvestitionen in Wertpapiere (20) 0,2 15,2
Andere Finanzanlagen (21) 0,3 0,0
Vorräte (22) 21,0 25,6
Forderungen (23) 364,0 344,0
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (24) 229,4 309,4
614,9 694,3
Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte (25) 13,8 2,4
1.901,6 2.058,6
PASSIVA
Eigenkapital (26)
Grundkapital 350,0 350,0
Kapitalrücklagen 274,5 212,0
Gewinnrücklagen 96,4 188,7
Marktbewertung von Wertpapieren -0,1 -0,5
Währungsumrechnungsrücklagen 0,9 1,0
Periodenergebnis 99,8 122,5
821,4 873,7
Anteile anderer Gesellschafter 0,0 0,6
821,4 874,3
Langfristige Verbindlichkeiten
Rückstellungen (27) 425,8 487,7
Finanzverbindlichkeiten (29) 82,0 58,6
Verbindlichkeiten (30) 19,7 18,7
Latente Steuern (31) 36,5 33,2
564,0 598,0
Kurzfristige Verbindlichkeiten
Rückstellungen (27) 91,3 102,3
Steuerrückstellungen (28) 3,1 14,4
Finanzverbindlichkeiten (29) 66,7 128,5
Verbindlichkeiten (30) 355,1 341,1
516,2 586,3
1.901,6 2.058,6

Konzern-Cash-Flow-Statement für das Geschäftsjahr 2007

Mio EUR Anhang 2006 2007
Geschäftstätigkeit
Ergebnis vor Ertragsteuern 130,5 164,9
Abschreibungen 108,4 130,0
Abschreibungen/Zuschreibungen auf Finanzanlagen -2,2 -1,0
Langfristige Rückstellungen 110,8 57,9
Ergebnis aus Anlagenverkäufen -8,9 -11,7
Ergebnis aus der Veräußerung von Finanzanlagen -1,8 -2,9
Gezahlte Steuern -49,2 -36,1
Nettoabfluss/-zufluss Zinsen -10,2 -8,5
Währungsumrechnung 0,2 -0,2
Cash-Flow aus dem Ergebnis 277,6 292,4
Veränderung des Nettoumlaufvermögens
Forderungen -19,4 49,7
Vorräte -1,3 -1,3
Verbindlichkeiten -18,9 -51,7
Kurzfristige Rückstellungen 0,0 6,7
Cash-Flow aus Veränderung des Nettoumlaufvermögens -39,6 3,5
Cash-Flow aus Geschäftstätigkeit 238,0 295,9
Investitionstätigkeit
Erwerb von immateriellen Vermögenswerten -5,2 -6,5
Erwerb von Sachanlagen -63,6 -96,8
Erwerb von Tochterunternehmen (32) -57,3 -71,9
Erwerb von assoziierten Unternehmen -2,8 0,0
Übernahme von Schulden
aus dem Erwerb von Tochterunternehmen -95,7 0,0
Erwerb von Finanzinvestitionen in Wertpapiere -27,3 -12,4
Erwerb von anderen Finanzanlagen -3,5 -76,4
Erlöse aus Anlagenverkäufen 49,8 34,7
Erlöse aus Verkauf von Finanzinvestitionen in Wertpapiere 50,1 69,6
Erhaltene Ausschüttungen von assoziierten Unternehmen 0,7 0,9
Erhaltene Zinsen 12,0 16,4
Cash-Flow aus Investitionstätigkeit -142,6 -142,4
Free Cash-Flow 95,4 153,4
Finanzierungstätigkeit
Veränderung von Finanzverbindlichkeiten 1,4 4,4
Ausschüttung -40,0 -70,0
Gezahlte Zinsen -1,9 -7,9
Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit -40,4 -73,5
Nettozunahme des Finanzmittelbestandes 55,0 80,0
Finanzmittelbestand am 1. Jänner 174,5 229,4
Finanzmittelbestand am 31. Dezember 229,4 309,4

Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals

Marktbe- Währungs- Anteile
Kapital Gewinn wertung umrech- anderer Konzern
Grund- rück- rück- von Wert- nungs- Perioden- Gesell- Eigen
Mio EUR kapital lagen lagen papieren rücklagen ergebnis Gesamt schafter kapital
GESCHÄFTSJAHR 2006
Stand am 1. Jänner 2006 10,0 614,5 36,5 0,7 0,5 99,9 762,1 0,0 762,1
Veränderung des Konsolidierungskreises
Deinvestitionen 0,0 0,0
Anteilserhöhung 0,0 0,0
Veränderung von Rücklagen 59,9 -59,9 0,0 0,0
Direkt im Eigenkapital erfasste Gewinne und Verluste
Währungsumrechnung 0,3 0,3 0,3
Neubewertung von Wertpapieren -0,8 -0,8 -0,8
-0,8 0,3 -0,5 -0,5
Periodenergebnis 99,8 99,8 99,8
Summe der erfassten Gewinne und Verluste 0,0 0,0 59,9 -0,8 0,3 39,8 99,2 0,0 99,2
Ausschüttung -40,0 -40,0 -40,0
Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln 340,0 -340,0 0,0 0,0
Stand am 31. Dezember 2006 350,0 274,5 96,4 -0,1 0,9 99,8 821,4 0,0 821,4
Marktbe- Währungs- Anteile
Kapital Gewinn wertung umrech- anderer Konzern
Grund- rück- rück- von Wert- nungs- Perioden- Gesell- Eigen
Mio EUR kapital lagen lagen papieren rücklagen ergebnis Gesamt schafter kapital
GESCHÄFTSJAHR 2007
Stand am 1. Jänner 2007 350,0 274,5 96,4 -0,1 0,9 99,8 821,4 0,0 821,4
Veränderung des Konsolidierungskreises
Deinvestitionen 0,0 0,0
Anteilserhöhung 0,0 0,0
Veränderung von Rücklagen -62,5 92,3 -29,8 0,0 0,0
Direkt im Eigenkapital erfasste Gewinne und Verluste
Währungsumrechnung 0,2 0,2 0,2
Neubewertung von Wertpapieren -0,4 -0,4 -0,4
-0,4 0,2 -0,2 -0,2
Periodenergebnis 122,5 122,5 0,6 123,1
Summe der erfassten Gewinne und Verluste 0,0 -62,5 92,3 -0,4 0,2 92,8 122,3 0,6 122,9
Ausschüttung -70,0 -70,0 -70,0
Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln 0,0 0,0
Stand am 31. Dezember 2007 350,0 212,0 188,7 -0,5 1,0 122,5 873,7 0,6 874,3

Konzernanhang

Grundlagen und Methoden

Die Österreichische Post AG und ihre Tochtergesellschaften sind Dienstleistungsunternehmen im Bereich der Postbeförderung. Zu den Geschäftsbereichen des Österreichischen Post Konzerns zählen die Erbringung von Leistungen des Brief- und Paketdienstes, Kombifracht und Speziallogistik sowie die Abwicklung von Finanzgeschäften in Kooperation mit der BAWAG PSK. Zudem wurde mit den im Geschäftsjahr 2007 durch ge führten Akquisitionen das Dienstleistungsangebot um Dokumentenerfassung, -digitalisierung und -veredelung erweitert.

Der Sitz der Österreichischen Post AG befindet sich in Wien, Österreich. Die Anschrift lautet Österreichische Post AG, Postgasse 8, 1010 Wien. Die Gesellschaft ist in das Firmenbuch beim Handelsgericht Wien zu FN 180219d eingetragen.

1 | Grundlagen der Rechnungslegung

Die Erstellung des Konzernabschlusses der Österreichischen Post AG für das Geschäftsjahr 2007 erfolgte in Übereinstimmung mit den zum 31. Dezember 2007 vom International Accounting Standard Board (IASB) herausgegebenen und verpflichtend anzuwendenden International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind. Der Konzernabschluss der Österreichischen Post entspricht auch den vom IASB veröffentlichten IFRS.

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden vom 31. Dezember 2006 werden grundsätzlich unverändert angewandt. Der seit 1. Jänner 2007 verpflichtend anzuwendende neue IFRS 7 (Anhangangaben zu Finanz instrumenten), die geänderte Rechnungslegungsvorschrift des IAS 1 (zusätzliche Angaben zum Kapital) so wie die neue IFRIC Interpretation 10 (Zwischenberichterstattung und Wertminderung) wurden bei der Erstellung des Konzernabschlusses berücksichtigt. Aus der Anwendung der neuen oder geänderten Standards und Interpretationen ergeben sich keine Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertrags lage des Konzerns. Aus der Anwendung von IFRS 7 ergeben sich erweiterte Angabepflichten.

Die im Konzern geltenden Ansatz- und Bewertungsmethoden werden von der Österreichischen Post AG und deren Tochterunternehmen einheitlich angewandt.

Der Konzernabschluss wird in Euro aufgestellt. Die funktionale Währung ist der Euro. Alle Beträge sind, sofern nichts anderes angeführt ist, in Millionen Euro (Mio EUR) angegeben. Bei Summierung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben können durch Verwendung automatisierter Rechenhilfen rundungsbedingte Rechendifferenzen auftreten.

2 | Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss sind neben der Österreichischen Post AG 18 inländische (Vorjahr: 16) und 45 aus län dische (Vorjahr: 23) Tochterunternehmen einbezogen, bei denen der Österreichischen Post AG unmittelbar oder mittelbar die Mehrheit der Stimmrechte zusteht. Weiters wurden 3 Unternehmen (Vorjahr: 4) nach der Equity-Methode bewertet.

Eine vollständige Übersicht über die vollkonsolidierten und nach der Equity-Methode bewerteten Unter nehmen findet sich in der Liste der Konzernunternehmen am Ende des Anhangs.

Änderungen durch Unternehmenserwerbe

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über die im Geschäftsjahr 2007 erstmals konsolidierungspflichtigen Unternehmenserwerbe:

Erwerbs-/Erst
Anteil am konsolidierungs
Name der Gesellschaft Kapital zeitpunkt Erläuterung
Brief
Weber Escal d.o.o. 100,00 % 2. 1. 2007 Erwerb
Scanpoint 51,00 % 31. 1. 2007 Erwerb
meiller 100,00 % 31. 7. 2007 Erwerb
ST Media d.o.o. 100,00 % 31. 10. 2007 Erwerb
Paket & Logistik
Scherübl Transport GmbH 74,90 % 25. 4. 2007 Erwerb
Road Parcel Logistics Services Kft. 100,00 % 2. 5. 2007 Erwerb
Merland Expressz Logistics Services Kft. 100,00 % 2. 5. 2007 Erwerb
DDS B.V. 76,15 % 1. 10. 2007 Asset-Deal
VOP B.V.B.A. 76,15 % 1. 10. 2007 Erwerb

City Express d.o.o. 100,00 % 12. 11. 2007 Erwerb

Brief

Der Kaufpreis für die im Geschäftsjahr 2007 akquirierten Tochterunternehmen, mit Ausnahme der meiller, die dem Segment Brief zugeordnet ist, beträgt in Summe 6,6 Mio EUR. Mit Wirkung zum 24. Dezember 2007 wurde die zum 31. Oktober 2007 erworbene kroatische ST Media d.o.o. mit der Weber Escal d.o.o. verschmolzen.

Im Rahmen der durchgeführten Kaufpreisallokationen wurden bestehende Kundenbeziehungen mit einem beizulegenden Zeitwert in Höhe von 1,5 Mio EUR als immaterielle Vermögenswerte sowie die hierauf ent fallenden latenten Steuern in Höhe von 0,4 Mio EUR angesetzt. Die Kundenbeziehungen werden planmäßig über eine Nutzungsdauer von drei Jahren abgeschrieben; die verbleibenden Firmenwerte betragen insgesamt 4,5 Mio EUR.

Weiters hat die Österreichische Post 100 % der Anteile an der meiller direct GmbH, Schwandorf erworben. Ins gesamt gehören meiller neun vollkonsolidierte rechtliche Einheiten an (insgesamt als "meiller" bezeichnet). Der Gesamtkaufpreis für den Erwerb von meiller beläuft sich auf 41,3 Mio EUR.

Das Dienstleistungsangebot umfasst neben der Produktion von Dokumenten und Mailings auch Dialog services sowie die Weiterverarbeitung und Veredelung von Dialogmedien.

Bei der Kaufpreisallokation wurden bestehende Kunden beziehungen und ein Markenrecht als immaterielle Vermögenswerte identifiziert und berücksichtigt. Der beizulegende Zeitwert der Kundenbeziehungen be trug zum Erwerbszeitpunkt 11,0 Mio EUR und der des Markenrechts 1,3 Mio EUR. Die Kundenbeziehungen werden planmäßig über eine Nutzungsdauer von zehn Jahren abgeschrieben. Der Markenname wird keiner plan mäßigen Abschreibung unterzogen, da dieser auf Lebenszeit zur Verfügung steht. Die auf die Kunden be zie hungen und das Markenrecht entfallenden latenten Steuern betrugen 3,4 Mio EUR. Der bei der Kauf preis aufteilung entstandene Firmenwert beträgt 18,6 Mio EUR.

Die sich aus den Akquisitionen des Segments Brief ergebenden Firmenwerte resultieren aus der von der Division Brief verfolgten Strategie, das Angebot entlang der Wertschöpfungskette zu erweitern. Dies um fasst einerseits die vorgelagerte Wertschöpfungskette mit Daten- und Outputmanagement sowie andererseits nachgelagerte Prozesse wie Poststellenmanagement und Dokumenten-Scanning.

Paket & Logistik

Die Summe der Kaufpreise für die im Geschäftsjahr 2007 im Segment Paket & Logistik durchgeführten Akquisitionen beträgt 32,8 Mio EUR. Der Kaufpreis setzt sich aus einem fixen Kaufpreisbestandteil in Höhe von 32,4 Mio EUR und der von den Minderheitengesellschaftern der Scherübl GmbH ausübbaren Put-Option in Höhe von 0,4 Mio EUR zusammen. Aufgrund der bestehenden Put-Option werden 100 % der Anteile an der Scherübl GmbH konsolidiert, keine Minderheiten im Eigenkapital gezeigt sowie der Firmenwert in vollem Ausmaß angesetzt. Aus der Erwerbsverpflichtung der Put-Option ergibt sich eine Finanzverbindlichkeit gegen über dem Minderheitengesellschafter.

Weiters hat die Österreichische Post am 1. November 2007 zu den bestehenden 50 % weitere 50 % an der trans-o-flex Nederland B.V. erworben, die ab diesem Stichtag erstmals als vollkonsolidiertes Unternehmen in den Konsolidierungskreis einbezogen wird (bisher nach der Equity-Methode). Der Kaufpreis beträgt 0,2 Mio EUR.

Im Rahmen der durchgeführten Kaufpreisallokationen wurden bestehende Kundenbeziehungen in Höhe von 5,3 Mio EUR, Markenrechte in Höhe von 3,7 Mio EUR und ein technologiebezogenes Patent (Baumuster) in Höhe von 0,5 Mio EUR als immaterielle Vermögenswerte identifiziert und angesetzt.

Für das Segment Paket & Logistik liegt die Nutzungsdauer der Kundenbeziehungen zwischen vier und neun Jahren, das Baumuster wird über vier Jahre abgeschrieben. Die Markennamen wurden als immaterielle Ver mögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer klassifiziert, da diese auf Lebenszeit zur Verfügung stehen. Für die im Rahmen der Kaufpreisaufteilung aktivierten immateriellen Vermögenswerte wurden latente Steuern von insgesamt 1,2 Mio EUR berücksichtigt. Aus den Erstkonsolidierungen der neuen Gesellschaften des Segments Paket & Logistik ergeben sich Firmenwerte in Höhe von 19,0 Mio EUR.

Der Firmenwert resultiert im Segment Paket & Logistik aus der Strategie der Österreichischen Post, ihre Markt position durch die konsequente Erweiterung des Logistiknetzwerkes in Westeuropa und CEE sowohl in regio naler als auch produktspezifischer Hinsicht zu stärken.

Die im Geschäftsjahr 2007 durchgeführten Unternehmenserwerbe führten zur Erfassung der folgenden Vermögenswerte und Schulden:

meiller Andere
Beizulegende Buchwerte Beizulegende Buchwerte
Mio EUR Zeitwerte vor Erwerb Zeitwerte vor Erwerb
Immaterielle Vermögenswerte 12,9 0,7 11,0 0,1
Firmenwert 18,6 0,0 23,6 0,0
Sachanlagen 38,1 38,1 11,1 9,1
Aktive latente Steuern 0,8 0,8 0,2 0,0
Kurzfristiges Vermögen 28,0 28,0 9,1 9,1
Langfristige Rückstellungen
und Verbindlichkeiten -13,1 -13,1 -3,5 -3,5
Passive latente Steuern -5,8 -2,3 -2,2 0,0
Kurzfristige Rückstellungen
und Verbindlichkeiten -38,3 -38,3 -9,7 -9,7
Erworbenes Nettovermögen 41,3 13,8 39,4 5,1

Die im Geschäftsjahr 2007 durchgeführten Akquisitionen haben folgende Auswirkungen auf den Konzern umsatz und das Konzern-EBIT:

Mio EUR meiller Andere Gesamt
Umsatz 48,2 30,4 78,6
EBIT 0,7 -0,5 0,2

Wären die Unternehmenserwerbe und die damit verbundenen Erstkonsolidierungen zum 1. Jänner 2007 erfolgt, hätten diese Erwerbe mit 173,5 Mio EUR zum Konzernumsatz und mit 2,7 Mio EUR zum Konzern-EBIT beigetragen.1

Zudem wurden Ende Dezember 2007 zusätzliche 1,25 % der Anteile an trans-o-flex um 1,1 Mio EUR erworben. Diese Transaktion hat lediglich Auswirkung auf die Verbindlichkeit gegenüber dem Minderheiten gesell schafter, da aufgrund der bestehenden Put-Option des Minderheitengesellschafters bereits 100 % der Anteile konsolidiert werden.

3 | Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

(a) Konsolidierungsgrundsätze

Tochterunternehmen werden beginnend mit dem Zeitpunkt in den Konzernabschluss einbezogen, ab dem der Österreichische Post Konzern die Möglichkeit der Beherrschung erlangt. Die Kapitalkonsolidierung für erstmals in den Konzernabschluss einbezogene Tochterunternehmen erfolgt nach der Erwerbsmethode. Dabei werden die jeweiligen Anschaffungskosten auf die identifizierbaren erworbenen Vermögenswerte und Schulden einschließlich Eventualverbindlichkeiten aufgeteilt. Ein verbleibender aktivischer Unterschiedsbetrag zwischen den Anschaffungskosten und dem Wert des identifizierten und neubewerteten Nettovermögens wird als Firmenwert ausgewiesen. Ein passivischer Unterschiedsbetrag wird nach einer nochmaligen Beurtei lung der Identifizierbarkeit und Bewertung der übernommenen Vermögenswerte, Schulden und Eventual schulden und der Bewertung der Anschaffungskosten als Ertrag erfasst.

Zweckgesellschaften werden konsolidiert, sofern die Beziehung zwischen dem Konzern und der Zweck ge sell schaft ihrem Wesen nach einer Beherrschung durch die Österreichische Post gleichkommt. Zweckgesell schaf ten sind Unternehmen, die gegründet wurden, um ein enges und genau definiertes Ziel zu erreichen.

Beteiligungen an Unternehmen, auf die – in der Regel aufgrund eines Anteilsbesitzes zwischen 20 % und 50 % – ein maßgeblicher Einfluss ausgeübt werden kann (assoziierte Unternehmen), sowie gemeinschaftlich geführte Unternehmen werden nach der Equity-Methode bilanziert. Anteile an Unternehmen, bei denen auf grund von vertraglich vereinbarten Minderheitenrechten die Beherrschungsmöglichkeit fehlt, werden auch at equity bewertet.

Bei der Equity-Methode werden die Anteile zunächst mit den Anschaffungskosten angesetzt und in der Folge um die Eigenkapitalveränderungen der Gesellschaft erhöht bzw. vermindert, soweit diese auf die Anteile der Österreichischen Post entfallen. Der mit einem assoziierten Unternehmen verbundene Firmenwert ist im Buchwert des Anteils enthalten und wird gemäß IFRS 3 behandelt.

Forderungen und Verbindlichkeiten, Erträge und Aufwendungen aus dem konzerninternen Lieferungs- und Leistungsaustausch sowie Zwischengewinne werden eliminiert. Zwischenverluste werden nur dann eliminiert, wenn sie nicht auf einer Wertminderung beruhen.

1 Die Pro-forma-Angaben dienen nur zu Vergleichszwecken und stellen nicht zwangsläufig die Ergebnisse dar, die sich ergeben hätten, wäre die Transaktion tatsächlich zum 1. Jänner 2007 durchgeführt worden. Die Angaben sind kein Indikator für zukünftige Ergebnisse.

(b) Währungsumrechnung Geschäftstransaktionen in ausländischer Währung

Die einzelnen Konzerngesellschaften erfassen Geschäftsfälle in ausländischer Währung mit dem am Tag der Transaktion gültigen Referenzkurs. Die Umrechnung der monetären Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in Euro erfolgt mit dem am Bilanzstichtag gültigen Devisenreferenzkurs der Europäischen Zentralbank. Daraus resultierende Fremdwährungsgewinne und -verluste werden im Geschäftsjahr ergebniswirksam erfasst.

Umrechnung von Einzelabschlüssen in ausländischer Währung

Berichtswährung und funktionale Währung für Konzerngesellschaften in Österreich und Ländern, die Teil nehmer der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion sind, ist der Euro. Funktionale Währung der übrigen Tochter gesellschaften ist die jeweilige Landeswährung, da diese Gesellschaften ihre Geschäfte in finanzieller, wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht selbstständig betreiben. Für die Umrechnung der Abschlüsse dieser Gesellschaften wird die modifizierte Stichtagskursmethode angewandt. Alle Bilanz posten mit Aus nahme des Eigenkapitals werden mit dem zum Bilanzstichtag gültigen Devisen referenz kurs der Europäischen Zentralbank umgerechnet, die Eigenkapitalposten mit dem Anschaffungs- oder Ent ste hungs kurs. Die Auf wendungen und Erträge werden mit den durchschnittlichen Devisenreferenzkursen des Geschäftsjahres umgerechnet. Die hieraus entstehenden Währungsumrech nungsdifferenzen werden ergebnis neutral direkt im Eigenkapital erfasst.

Die der Währungsumrechnung zugrunde gelegten Wechselkurse haben sich im Verhältnis zum Euro wie folgt verändert:

Devisenreferenzkurs Jahres
am Bilanzstichtag durchschnittskurs
1 EUR 31. 12. 2006 31. 12. 2007 2006 2007
Britische Pfund - 0,7334 - 0,6843
Kroatische Kuna 7,3504 7,3308 7,3247 7,3376
Schwedische Kronen - 9,4415 - 9,2501
Serbische Dinar - 79,2362 - 80,0111
Slowakische Kronen 34,4350 33,5830 37,2341 33,7745
Tschechische Kronen 27,4850 26,6280 28,3417 27,7656
Ungarische Forint 251,7700 253,7300 264,2633 251,3520

(c) Ertrags- und Aufwandsrealisierung

Die Erfassung von Umsatzerlösen und sonstigen betrieblichen Erträgen erfolgt dann, wenn die Leistung er bracht wurde, die Höhe der Erträge zuverlässig ermittelbar ist und der wirtschaftliche Nutzen dem Konzern wahrscheinlich zufließen wird.

Betriebliche Aufwendungen werden mit Inanspruchnahme der Leistung oder zum Zeitpunkt ihrer Verur sachung ergebniswirksam.

(d) Ergebnis je Aktie

Das Ergebnis je Aktie wird ermittelt, indem das Periodenergebnis durch den gewichteten Durchschnitt der im Jahr 2007 im Umlauf befindlichen Aktien dividiert wird. Optionsrechte auf die Ausgabe neuer Aktien be standen nicht. Damit entspricht das verwässerte Ergebnis je Aktie dem unverwässerten Ergebnis je Aktie.

(e) Immaterielle Vermögenswerte und Firmenwerte

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte werden mit ihren Anschaffungskosten angesetzt und entsprechend ihrer wirtschaftlichen Nutzungsdauer oder Vertragsdauer von drei bis zehn Jahren linear abge schrieben. Liegen Anhaltspunkte für eine Wertminderung vor und liegt der erzielbare Betrag unter den fortgeführten Anschaffungskosten, wird eine Abschreibung für Wertminderungen berücksichtigt. Bei Wegfall der Gründe für die Wertminderung werden entsprechende Zuschreibungen vorgenommen.

Immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer und Firmenwerte werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern jährlich auf Wertminderungsbedarf geprüft. Dies gilt auch dann, wenn keine Anhalts punkte für eine Wertminderung vorliegen. Falls sich Ereignisse oder veränderte Umstände ergeben, die auf eine mögliche Wertminderung hindeuten, ist der Wertminderungstest auch häufiger durchzuführen.

Immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer und Firmenwerte werden zum Zweck des Wertminderungstests zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (ZGE) zugeordnet. ZGE werden durch die Zu sammenfassung von Vermögenswerten auf der niedrigsten Ebene, die selbstständig Cash-Flows generieren oder für interne Managementzwecke überwacht werden, gebildet.

Im Rahmen des Wertminderungstests werden die Restbuchwerte einer ZGE mit ihrem jeweiligen erziel baren Betrag verglichen. Ist der Buchwert einer ZGE höher als der erzielbare Betrag, erfolgt eine Wertmin derung in Höhe der Differenz. Bei Wegfall der Wertminderungen erfolgt, ausgenommen bei Firmenwerten, eine Zuschreibung. Der erzielbare Betrag einer ZGE entspricht dem Nutzungswert, der den Barwert der zu künftigen Cash-Flows darstellt. Diese Berechnung basiert auf der Geschäftsjahresplanung für das Jahr 2008, der Mittelfristplanung für einen Zeitraum von zwei Jahren (2009 bis 2010) und einer ewigen Rente (ab 2011). In der ewigen Rente werden die für die einzelnen ZGE langfristig erwarteten Wachstumsraten in Höhe von 1,0 % berücksichtigt. Die Kapitalkosten werden als gewichteter Durchschnitt der Eigen- und Fremdkapital kosten (WACC = Weighted Average Cost of Capital) nach dem Capital Asset Pricing Model (CAPM) nach Maß gabe der individuellen Verhältnisse der ZGE ermittelt. Der WACC betrug im Berichtszeitraum im Euro-Raum 8,0 % bis 9,5 % und in anderen Ländern 9,5 % bis 15,8 %.

(f) Sachanlagen

Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Ab schreibungen, bewertet. Die Herstellungskosten umfassen neben den direkt zurechenbaren Einzelkosten ange messene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten. Gegebenenfalls anfallende Fremdkapital kosten sind nicht Bestandteil der Herstellungskosten. Die Abschreibungssätze richten sich nach der erwarteten wirt schaftlichen Nutzungsdauer.

Die planmäßigen Abschreibungen werden linear unter Zugrundelegung folgender konzerneinheitlicher Nutzungsdauern berechnet:

Nutzungsdauer Jahre
Gebäude 20-56
Technische Anlagen und Maschinen 3-14
Fuhrpark 2-8
EDV-technische Ausstattung 3-5
Sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung 5-20

Sachanlagen werden bei Vorliegen von Hinweisen für eine Wertminderung oder bei Wegfall von Anhalts punkten, die in Vorperioden zu einer Wertminderung geführt haben, zum Bilanzstichtag gemäß IAS 36 einem Werthaltigkeitstest unterzogen. Liegt der erzielbare Betrag unter den fortgeführten Anschaffungs- und Her stellungskosten, erfolgt eine Wertminderung. Der erzielbare Betrag ist der höhere Betrag vom beizulegenden

Zeitwert abzüglich Verkaufskosten (Nettoveräußerungspreis) und dem Nutzungswert. Bei Wegfall der Gründe für eine früher vorgenommene Wertminderung werden entsprechende Zuschreibungen vorgenommen. Der infolge der Zuschreibung erhöhte Buchwert darf dabei die fortgeführten Anschaffungs- und Herstellungs kosten nicht überschreiten.

(g) Finanzierungsleasing

Gehen bei geleasten Vermögenswerten alle mit dem Eigentum verbundenen wesentlichen Risiken und Chancen aus dem Leasinggegenstand auf die Österreichische Post über (Finanzierungsleasing gemäß IAS 17), so werden diese zum beizulegenden Zeitwert des Vermögenswerts oder zum niedrigeren Barwert der künftigen Mindestleasingzahlungen im langfristigen Vermögen aktiviert. Die planmäßigen Abschreibungen erfolgen über die wirtschaftliche Nutzungsdauer oder, wenn kürzer, über die Laufzeit des Leasingvertrages. Die aus den Leasingverträgen resultierenden Zahlungsverpflichtungen sind unter den Finanzverbindlichkeiten passi viert.

(h) Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien (Investment Property)

Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien umfassen jene Immobilien, die zur Erzielung von Mieteinnahmen und/oder zum Zweck von Wertsteigerungen gehalten werden und gesondert veräußert werden könnten. Bei einem betrieblich genutzten Anteil erfolgt eine dem prozentuellen Ausmaß der Nutzung entsprechende Zu ordnung. In der Bilanz werden die als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien nach der Anschaffungs kosten methode, vermindert um kumulierte Abschreibungen, ausgewiesen. Die Abschreibungen werden dabei linear unter Zugrundelegung einer Nutzungsdauer von 20 bis 50 Jahren vorgenommen. Die Ermittlung der im An hang angegebenen beizulegenden Zeitwerte der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien wurde großteils von Experten einer Tochtergesellschaft der Österreichischen Post AG unter Anwendung von anerkannten Bewertungstechniken vorgenommen. Die Bewertung erfolgt auf Basis von Ertragswerten.

(i) Finanzielle Vermögenswerte

Im Österreichischen Post Konzern werden finanzielle Vermögenswerte in folgende Klassen gemäß IFRS 7 eingeteilt: Finanzinvestitionen in Wertpapiere, andere Finanzanlagen, Forderungen sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente. Diese finanziellen Vermögenswerte werden den IAS 39-Kategorien "Kredite und Forderungen" (Loans and Receivables), "Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen" (Held to Maturity Investments), "Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte" (Available for Sale Finan cial Assets) und "Finanzielle Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert durch die Gewinn- und Verlust rech nung" (Financial Assets at Fair Value through Profit or Loss) zugeordnet.

Forderungen werden der Kategorie "Kredite und Forderungen" zugeordnet und zu fortgeführten Anschaffungs kosten bewertet. Dabei erfolgt die Bewertung bei Zugang mit dem beizulegenden Zeitwert. Ein allenfalls bestehender Unterschied zwischen diesem Wert und dem Tilgungsbetrag (z. B. bei unverzinslichen oder vom Marktniveau abweichenden Zinsen) wird nach der Effektivzinsmethode periodengerecht abgegrenzt und im Finanzergebnis ausgewiesen.

Liegen Anzeichen für eine Wertminderung vor, wird eine ergebniswirksame Wertberichtigung bis auf den Barwert der erwarteten zukünftigen Cash-Flows vorgenommen. Im Post Konzern wird der Anteil der uneinbringlichen Forderungen unter Berücksichtigung der Kunden- und Marktstruktur auf Basis einer Fälligkeits analyse ermittelt. Zudem werden Wertminderungen dann erfasst, wenn aufgrund objektiver Hinweise nicht mit der Einbringlichkeit der Forderung zu rechnen ist. Wertberichtigungen werden grundsätzlich über ein Wertberichtigungskonto gebucht. Bei Wegfall der Gründe für die Wertberichtigung erfolgt eine Wertauf holung bis zu den Anschaffungskosten.

Finanzinvestitionen in Wertpapiere werden in der Regel der Kategorie "Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte" zugeordnet. Die zur Veräußerung verfügbaren Wertpapiere werden zum Marktwert bilanziert. Unrealisierte Gewinne und Verluste werden bis zur Realisierung unter Berücksichtigung latenter Steuern gesondert im Eigenkapital (Marktbewertung von Wertpapieren) ausgewiesen. Bei objektiven An zeichen für eine dauerhafte Wertminderung werden Wertminderungen ergebniswirksam erfasst. Ein Wegfall des Wertminderungsgrundes wird bei Eigenkapitalinstrumenten bis zu den fortgeführten Anschaffungs kosten vor Berücksichtigung der Wertminderung ergebnisneutral und bei den übrigen Finanzinstrumenten ergebniswirksam erfasst. Käufe und Verkäufe werden am Erfüllungstag, d. h. am Valutatag, gebucht. Andere Finanzanlagen, für die kein geregelter Markt existiert und deren beizulegender Zeitwert auch durch Bewertungsmethoden nicht zuverlässig ermittelt werden kann, werden zu Anschaffungskosten bewertet. Wertminderungen werden ergebniswirksam erfasst. Etwaige Wertaufholungen dürfen weder ergebniswirksam noch ergebnisneutral berücksichtigt werden.

(j) Vorräte

Die Bewertung der Vorräte erfolgt mit dem niedrigeren Betrag aus Anschaffungskosten und Nettover äuße rungswert am Bilanzstichtag. Die Bestandswertermittlung wird nach dem gleitenden Durchschnittspreis ver fahren durchgeführt. Wertminderungen aufgrund von Veralterung oder mangelnder Gängigkeit werden bei Ermittlung des Nettoveräußerungswerts berücksichtigt.

Noch nicht abrechenbare Leistungen sind mit dem niedrigeren Betrag aus Herstellungskosten und Nettover äußerungswert bewertet.

(k) Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte

Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte werden zum niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzt. Langfristige Vermögenswerte werden als zur Veräußerung gehalten klassifiziert, wenn der Buchwert durch ein Veräußerungsgeschäft und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert werden soll. Dies ist grundsätzlich nur dann der Fall, wenn der Verkauf höchst wahrscheinlich ist und der Vermögenswert in seinem aktuellen Zustand zur Veräußerung zur Ver fügung steht.

(l) Rückstellungen für Abfertigungen, Pensionen und Jubiläumsgelder Rückstellungen für Abfertigungen

Abfertigungsrückstellungen werden für gesetzliche und vertragliche Ansprüche von Angestellten gebildet. Abfertigungsansprüche haben Mitarbeiter österreichischer Konzerngesellschaften im Falle der Erreichung des Pensionsantrittsalters sowie bei der Beendigung des Dienstverhältnisses durch den Dienstgeber. Die Höhe der Ansprüche ist von der Anzahl der Dienstjahre und dem bei Abfertigungsanfall maßgeblichen Bezug abhängig. Beamte haben grundsätzlich keinen Anspruch auf Abfertigungszahlungen. Die Berechnung er folgt nach versicherungsmathematischen Grundsätzen nach der Anwartschaftsbarwertmethode (Projected Unit Credit Method), wobei versicherungsmathematische Gewinne und Verluste sofort zur Gänze realisiert werden.

Für Angestellte, deren Dienstverhältnis erst nach dem 31. Dezember 2002 begonnen hat, werden die Abferti gungsverpflichtungen durch die laufende Entrichtung entsprechender Beiträge an die Mitarbeiter vorsorge kasse abgegolten. Darüber hinaus besteht für den Österreichischen Post Konzern keine weitere Ver pflich tung.

Rückstellungen für Pensionen

Die Versorgungsverpflichtungen des Österreichischen Post Konzerns umfassen sowohl beitragsorientierte als auch leistungsorientierte Versorgungssysteme.

Durch leistungsorientierte Versorgungssysteme wird bestimmten Mitarbeitern des Österreichischen Post Konzerns ein Pensionsbetrag zugesagt, der sich aus einem leistungsorientierten Pensionsplan ergibt. Die Be rechnung der Rückstellungen für leistungsorientierte Pensionszusagen erfolgt nach der Anwartschafts bar wert methode. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden sofort ergebniswirksam erfasst.

Derzeit bestehen gegenüber Beamten keine Pensionszusagen. Für Mitglieder des Vorstands werden Beiträge an eine Pensionskasse entrichtet.

Für jene Mitarbeiter, für die keine betriebliche Pensionszusage vorliegt, werden Pensionsleistungen grundsätzlich durch die Pensionsversicherungsanstalt und für Beamte grundsätzlich durch den Staat erbracht. Auf grund gesetzlicher Bestimmungen ist der Österreichische Post Konzern verpflichtet, Pensionsdeckungsbeiträge an den Staat zu entrichten. Die Beiträge betragen (einschließlich der von den Beamten selbst zu tragenden Beiträge) seit dem 1. Oktober 2005 28,3 % der Vergütungen an aktive Beamte und werden im Personal auf wand ausgewiesen.

Rückstellungen für Jubiläumsgelder

Im Österreichischen Post Konzern bestehen in Österreich und Deutschland Verpflichtungen, Angestellten und Beamten nach Erreichen eines bestimmten Dienstalters Jubiläumsgelder auszuzahlen.

In Österreich erfolgen Auszahlungen im Falle einer 25-jährigen Dienstzugehörigkeit in Höhe von zwei Monats gehältern und im Falle einer 40-jährigen Dienstzugehörigkeit in Höhe von vier Monatsgehältern. Mit arbei tern, die zum Zeitpunkt des Pensionsantrittsalters mindestens 35 Dienstjahre aufweisen, wird ebenfalls ein Jubiläumsgeld von vier Monatsgehältern ausgezahlt.

Jubiläumsgeldrückstellungen werden analog zu den Rückstellungen für Abfertigungen und Pensionen nach der Anwartschaftsbarwertmethode ermittelt.

Mit Ausnahme des Zinsaufwandes werden alle Veränderungen aus den Abfertigungs-, Pensions- und Jubiläumsgeldrückstellungen im Personalaufwand ausgewiesen. Der Zinsaufwand wird im Finanzergebnis gezeigt.

Folgende Parameter wurden der Berechnung der Abfertigungs-, Pensions- und Jubiläumsgeldrückstellungen zum 31. Dezember 2006 und 2007 zugrunde gelegt:

2006 2007
Rechnungszinssatz 4,25 % 4,75 %
Gehaltssteigerung/Rentendynamik gestaffelt (0 %-3,75 %) gestaffelt (0 %-4 %)
Fluktuationsabschlag gestaffelt (0 %-8 %) gestaffelt (0 %-8 %)
Pensionsantrittsalter
Weibliche Angestellte 55-60 Jahre 55-60 Jahre
Männliche Angestellte 60-65 Jahre 60-65 Jahre
Beamte 60-65 Jahre 60-65 Jahre

(m) Rückstellungen für Unterauslastung

Rückstellungen für Unterauslastung werden für künftige Personalaufwendungen für Mitarbeiter gebildet, die unkündbar sind (vor allem Beamte), im Unternehmen jedoch nicht mehr oder nur mehr zum Teil zur Leistungserbringung eingesetzt werden können. Nach Durchführung aller gesetzlichen und unternehmensspezifischen Maßnahmen werden diese Mitarbeiter speziellen Organisationseinheiten außerhalb der Regel organisation, wie insbesondere dem Karriere- und Entwicklungscenter, zugewiesen.

Bei diesen Dienstverhältnissen handelt es sich um belastende Verträge im Sinne des IAS 37, bei denen die unvermeidbaren Kosten zur Erfüllung der vertraglichen Verpflichtungen höher sind als der erwartete wirtschaftliche Nutzen.

Die Rückstellungen für Unterauslastung wurden für Mitarbeiter gebildet, die bereits dem Karriere- und Entwicklungscenter zugewiesen sind. Darüber hinaus werden Rückstellungen auch für Mitarbeiter gebildet, bei denen eine Versetzung zum Karriere- und Entwicklungscenter bereits beschlossen wurde, für die aber der unternehmensinterne Organisationsänderungsprozess zur Versetzung noch nicht endgültig abgeschlossen wurde bzw. aufgrund eines besonderen Versetzungsschutzes oder Krankheit derzeit nicht möglich ist. Ein Einsatz in der Regelorganisation ist für die entsprechenden Mitarbeiter nur noch von untergeordneter Be deutung und ein anderer Einsatz in der Abteilung nicht möglich. Weiters wird in den Rückstellungen für Unter auslastung für jene Mitarbeiter vorgesorgt, die sich in einem Verfahren zur Versetzung in den Ruhe stand wegen Dienstunfähigkeit befinden.

Die Rückstellungen wurden nach Maßgabe der ermittelten Unterauslastung des jeweiligen Mitarbeiters für sämtliche Personalaufwendungen bis zum Zeitpunkt der Pensionierung oder des vorzeitigen Austritts ge bildet.

Der Berechnung der Rückstellung für Unterauslastung wurden Gehaltssteigerungen von 4,00 % (Vorjahr: 3,75 %) und ein Abzinsungssatz von 4,75 % (Vorjahr: 4,25 %) zugrunde gelegt.

(n) Sonstige Rückstellungen

Unter den sonstigen Rückstellungen werden gemäß IAS 37 rechtliche oder faktische Verpflichtungen gegenüber Dritten ausgewiesen, die auf zurückliegenden Ereignissen beruhen, bei denen es wahrscheinlich ist, dass sie zu einem Abfluss von Ressourcen führen werden, und bei denen eine verlässliche Schätzung der Höhe der Verpflichtung möglich ist. Die Rückstellungen werden mit jenen Werten angesetzt, die zum Zeitpunkt der Erstellung des Jahresabschlusses nach bester Schätzung ermittelt werden können. Ist eine vernünftige Schät zung des Betrags nicht möglich, unterbleibt die Bildung einer Rückstellung. Unterscheidet sich der auf Basis eines marktüblichen Zinssatzes ermittelte Barwert der Rückstellung wesentlich vom geschätzten Zahlungs betrag, wird der Barwert der Verpflichtung angesetzt.

Rückstellungen für belastende Verträge werden berücksichtigt, wenn die unvermeidbaren Kosten zur Erfüllung der vertraglichen Verpflichtung höher sind als der erwartete wirtschaftliche Nutzen.

Für unkündbare Mitarbeiter, die an ein Logistikunternehmen verleast werden, wofür die Österreichische Post AG laut Vertrag nur die kollektivvertragliche Entlohnung dieses Unternehmens vergütet erhält, wurde für den die Vergütung übersteigenden Lohnaufwand einschließlich zurechenbarer Verwaltungskosten in einer Rückstellung vorgesorgt. Die Berechnung des Rückstellungsbetrags erfolgt als Barwert der bis zur Pensio nie rung der jeweiligen Mitarbeiter anfallenden Unterdeckung, wobei Gehaltssteigerungen von 4,00 % und ein Abzinsungssatz von 4,75 % zugrunde gelegt wurden.

Restrukturierungsrückstellungen werden gemäß IAS 37 angesetzt, wenn ein ausreichend detaillierter, formaler Plan vorliegt und mit den Restrukturierungsmaßnahmen bereits begonnen oder der Plan bereits vor dem Bilanzstichtag veröffentlicht wurde.

(o) Finanzielle Schulden

Im Österreichischen Post Konzern werden finanzielle Schulden gemäß IFRS 7 in die Klassen Finanzverbindlich keiten und Verbindlichkeiten unterteilt. Finanzverbindlichkeiten werden bei Zuzählung in Höhe des tatsächlich zugeflossenen Betrags abzüglich Transaktionskosten und zu-/abzüglich eines Agios/Disagios erfasst. Der Unterschied zwischen dem erhaltenen Betrag und dem Rückzahlungsbetrag wird über die Laufzeit nach der Effektivzinsmethode verteilt und im Finanzergebnis erfasst.

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und andere Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt.

(p) Ertragsteuern

Der für das Geschäftsjahr ausgewiesene Ertragsteueraufwand umfasst die für die einzelnen Gesellschaften aus dem steuerpflichtigen Einkommen und dem im jeweiligen Land anzuwendenden Steuersatz errechnete Ertragsteuer ("tatsächliche Steuer") sowie die Veränderung der latenten Steuern.

Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt nach der Balance Sheet Liability-Methode für alle temporären Differenzen zwischen der IFRS-Bilanz und der Steuerbilanz. Weiters wird der wahrscheinlich realisierbare Steuervorteil aus bestehenden Verlustvorträgen in die Ermittlung einbezogen. Keine Berücksichtigung von latenten Steuern erfolgt bei Unterschiedsbeträgen aus steuerlich nicht absetzbaren Firmenwerten und mit Beteiligungen zusammenhängenden temporären Unterschieden. Aktive latente Steuern werden angesetzt, wenn es wahrscheinlich ist, dass der enthaltene Steuervorteil realisierbar ist.

Die latenten Steuern werden auf Basis der Steuersätze ermittelt, die in den einzelnen Ländern zum Bilanz stich tag gelten oder für den Zeitpunkt angekündigt sind, in dem die latenten Steueransprüche und -schulden realisiert werden. Für österreichische Konzernunternehmen wurde zur Ermittlung der Steuerabgrenzungen ein Körperschaftsteuersatz von 25 % angewandt.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die für ausländische Gesellschaften bei der Berechnung der latenten Ertrag steuern angewandten Steuersätze:

Land Steuersatz Land Steuersatz
Belgien 34,0 % Schweden 28,0 %
Deutschland 28,1 %-32,3 % Serbien 10,0 %
Frankreich 33,3 % Slowakei 19,0 %
Großbritannien 30,0 % Tschechien 21,0 %
Kroatien 20,0 % Ungarn 16,0 %
Niederlande 25,5 %

(q) Derivative Finanzinstrumente

Zur Begrenzung und Steuerung von Währungs- und Zinsänderungsrisiken werden derivative Finanzinstru mente, primär Zins-Swaps, eingesetzt.

Alle derivativen Finanzinstrumente werden als Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten bilanziert. Außer dem sind unabhängig vom Zweck alle derivativen Finanzinstrumente am Valutatag zu Anschaffungskosten angesetzt und in den Folgeperioden mit dem Marktwert bewertet. Unrealisierte Bewertungsgewinne und -verluste aus derivativen Finanzgeschäften sind ergebniswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung er fasst.

(r) Aktienbasierte Vergütungen

Im Rahmen des Börsegangs wurde vom Vorstand und Aufsichtsrat der Österreichischen Post AG die Einführung eines aktienbasierten Vergütungsprogramms für Führungskräfte beschlossen.

Teilnahmeberechtigt sind die Vorstandsmitglieder und ausgewählte leitende Angestellte, soweit sie nach vorgegebenen Richtlinien eine bestimmte Anzahl an Post-Aktien erwerben und dieses Eigeninvestment über die Programmlaufzeit halten. Den Planteilnehmern wurden aus dem aktienbasierten Vergütungsprogramm 2006 Wertrechte mit einer Laufzeit von drei Jahren und aus dem Programm 2007 Wertrechte mit einer Lauf zeit von zwei Jahren gewährt.

Die Bewegungen der gewährten Wertrechte stellen sich für die Geschäftsjahre 2006 und 2007 wie folgt dar:

2006 2007
Ausstehend zum 1. Jänner 0 70.077
Ausgegeben 70.077 44.569
Ausgeübt 0 0
Verfallen/verwirkt 0 5.522
Ausstehend zum 31. Dezember 70.077 109.124

Am Ende der Laufzeit erfolgt die Vergütung der Planteilnehmer durch einen Geldbetrag in Höhe des Werts der eingeräumten Wertrechte. Dieser Wert ergibt sich aus dem Durchschnitt der Börsekurse der Post-Aktie an den letzten 60 Handelstagen vor dem Ende der Laufzeit, multipliziert mit einem von der Gesamtrendite der Post-Aktie abhängigen Faktor.

Die möglichen Werte des Faktors ergeben sich für die aktienbasierten Vergütungsprogramme 2006 und 2007 aus folgenden Tabellen:

Programm 2006 kleiner als größer oder gleich größer oder gleich größer oder gleich
Gesamtrendite 20 % 20 % 30 % 40 %
Wert des Faktors 0 0,5 1 1,5
Programm 2007 kleiner als größer oder gleich größer oder gleich größer oder gleich
Gesamtrendite 10 % 10 % 15 % 20 %
Wert des Faktors 0 0,5 1 1,5

Bei diesen Plänen handelt es sich um eine aktienbasierte Vergütung mit Barausgleich, für die ein Schuld posten anzusetzen ist. Dies erfolgt im Österreichischen Post Konzern durch Ansatz einer Rückstellung. Die Grundlage für die Ermittlung der zeitanteiligen Rückstellung ist die Bestimmung des beizulegenden Zeit werts der Wertrechte. Diese erfolgt anhand eines vereinfachten Optionspreismodells unter Berücksichti gung der voraussichtlichen jährlichen Dividendenzahlung. Der Berechnung wurde ein Zinssatz von 7,5 % zugrunde gelegt. Zum 31. Dezember 2007 besteht aufgrund der Gesamtrendite zum Stichtag keine Verpflichtung (31. 12. 2006: 3,5 Mio EUR). Die im Geschäftsjahr 2006 gebildete zeitanteilige Rückstellung in Höhe von 0,4 Mio EUR wurde mit 31. Dezember 2007 aufgelöst.

4 | Ermessensbeurteilungen und zukunftsbezogene Annahmen

Die Erstellung des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den IFRS erfordert bei der Anwendung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Ermessensbeurteilungen sowie die Festlegung von Annahmen über zukünftige Entwicklungen durch die Unternehmensleitung, die den Ansatz und den Wert der Ver mögens werte und Schulden, die Angabe von sonstigen Verpflichtungen zum Bilanzstichtag und den Ausweis von Erträgen und Aufwendungen des Geschäftsjahres wesentlich beeinflussen.

Insbesondere bei folgenden Annahmen und Schätzungen besteht ein Risiko, dass es in zukünftigen Geschäfts jahren zu einer Anpassung von Vermögenswerten und Schulden kommen kann.

(a) Rückstellungen für Abfertigungen, Pensionen und Jubiläumsgelder

Der Bewertung der bestehenden Abfertigungs-, Pensions- und Jubiläumsgeldrückstellungen (Buchwert 31.12.2007: 166,5 Mio EUR; 31. 12. 2006: 161,5 Mio EUR) liegen Annahmen zum Abzinsungssatz, zum Pensionsan trittsalter, zur Lebenserwartung und zu künftigen Gehaltserhöhungen zugrunde.

Eine Änderung des Rechnungszinssatzes um ± 1 Prozentpunkt sowie eine Änderung der Gehaltssteigerung/ Rentendynamik um ± 1 Prozentpunkt hätte bei Gleichbleiben aller übrigen Parameter folgende Auswirkungen auf die Höhe der in der Tabelle angeführten Rückstellungen:

Rechnungszinssatz Gehaltssteigerung/
Rentendynamik
Mio EUR – 1 %-Punkt + 1 %-Punkt – 1 %-Punkt + 1 %-Punkt
Abfertigungen 12,4 -10,2 -10,2 12,1
Pensionen 0,8 -0,7 -0,5 0,5
Jubiläumsgelder 10,1 -8,6 -9,2 9,5

(b) Rückstellung für Unterauslastung

Zur Bewertung der Rückstellung für Unterauslastung einzelner Organisationseinheiten (Buchwert 31. 12. 2007: 331,0 Mio EUR; 31. 12. 2006: 270,9 Mio EUR) werden Annahmen über den künftigen Auslastungsgrad der be troffenen Mitarbeiter getroffen. Je nach tatsächlicher Entwicklung des Auslastungsgrads dieser Mitarbeiter und dem Erfolg der von der Österreichischen Post durchgeführten Umschulungsmaßnahmen kann der zu künftige Auslastungsgrad höher oder geringer ausfallen. Wäre der durchschnittliche Auslastungsgrad aller zum 31. Dezember 2007 berücksichtigten Mitarbeiter z. B. um 10 Prozentpunkte geringer (höher) gewesen als tatsächlich beobachtet, hätte sich zum 31. Dezember 2007 ein zusätzlicher (geringerer) Rückstellungsbedarf von 34,2 Mio EUR (47,6 Mio EUR) ergeben.

Der Berechnung der Rückstellung für Unterauslastung liegen weiters Annahmen über Pensionsantrittsalter, Abzinsungssatz und künftige Gehaltssteigerungen zugrunde. Die Erhöhung (Verminderung) des angenommenen Rechnungszinssatzes um z. B. 1 Prozentpunkt würde zu einer Verminderung (Erhöhung) der Rückstel lung um 24,4 Mio EUR (27,8 Mio EUR) führen. Die Erhöhung (Verminderung) der angenommenen Gehalts steige rung um 1 Prozentpunkt hätte eine Erhöhung (Verminderung) der Rückstellung von 27,8 Mio EUR (24,8 Mio EUR) zur Folge.

(c) Immaterielle Vermögenswerte und Firmenwerte

Die Beurteilung der Werthaltigkeit der Firmenwerte (Buchwert 31. 12. 2007: 216,0 Mio EUR; 31. 12. 2006: 183,1 Mio EUR) erfolgt auf Basis der aus der unternehmensinternen Mittelfristplanung abgeleiteten Vor schaurechnung für die Cash-Flows der nächsten vier Jahre und unter Anwendung eines an die Tätigkeit und das Unternehmensrisiko angepassten Abzinsungssatzes.

Im Rahmen von Unternehmenserwerben sind Schätzungen im Zusammenhang mit der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte und Schulden erforderlich. Immobilien werden durch Experten einer Tochtergesellschaft der Österreichischen Post AG bewertet. Immaterielle Vermögenswerte werden je nach Art des Vermögenswerts und der Verfügbarkeit von Informationen anhand einer geeigneten Bewertungsmethode bewertet. Da eine marktpreisorientierte Bewertung von immateriellen Vermögens werten meist nicht möglich ist, wird in der Regel ein ertragswertorientiertes Verfahren (Income Approach) herangezogen. Für die Bewertung der Kundenbeziehungen wird die Residualwertmethode (Multi-Period Excess Earnings Method) angewandt. Dabei wird der Barwert der ausschließlich durch den zu bewertenden immateriellen Vermögenswert hervorgebrachten Cash-Flows ermittelt. Ausgehend von der Annahme, dass der zu bewertende immaterielle Vermögenswert erst im Verbund mit anderen materiellen und immateriellen Vermögenswerten Cash-Flows generiert, werden bei der Ermittlung der relevanten Einzahlungsüberschüsse fiktive Auszahlungen für diese "unterstützenden" Vermögenswerte (Contributory Asset Charges) berück-

sichtigt. Die Bewertung von Marken erfolgt durch die Methode der Lizenzpreisanalogie (Relief from Royalty Method). Der Wert des immateriellen Vermögenswerts wird dabei als Barwert fiktiv zu entrichtender Lizenz zahlungen bestimmt, und zwar unter der Annahme, dass sich der betreffende Vermögenswert im Eigentum eines Dritten befindet.

5 | Veröffentlichte, aber noch nicht angewandte Standards

Neue Standards und Interpretationen Inkrafttreten1
IFRS 8 Operative Segmente 1. 1. 2009
IFRIC 11 Konzerninterne Geschäfte und Geschäfte mit eigenen Anteilen nach IFRS 2 1. 3. 2007
IFRIC 12 Dienstleistungskonzessionsvereinbarungen 1. 1. 2008
IFRIC 13 Kundentreueprogramme 1. 7. 2008
IFRIC 14 Die Begrenzung eines leistungsorientierten Vermögenswertes,
Mindestfinanzierungsvorschriften und ihre Wechselwirkung 1. 1. 2008
Geänderte Standards und Interpretationen
IAS 1 Darstellung des Abschlusses – Änderung zu Darstellung eines IFRS-Abschlusses 1. 1. 2009
IAS 23 Fremdkapitalkosten 1. 1. 2009

1 Anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem angegebenen Datum beginnen

Der neue Standard IFRS 8 "Operative Segmente", der im November 2007 von der EU in europäisches Recht übernommen wurde, regelt die Angaben zu Geschäftssegmenten, Produkten und Dienstleistungen, Regionen sowie Kundenbeziehungen des Unternehmens. Die Aufbereitung der Segmentberichterstattung und die Segmentidentifikation haben sich gemäß IFRS 8 an den Informationen zu orientieren, die auch dem zentralen Entscheidungsträger für Entscheidungszwecke zur Verfügung gestellt werden (Management Approach). Die erstmalige Anwendung wird voraussichtlich zu einer getrennten Darstellung der Berichtsspalte "Sonstiges/ Konsolidierung" führen.

IFRIC 11 ist auf aktienbasierte Vergütungsvereinbarungen anzuwenden, bei denen das Unternehmen Güter oder Dienstleistungen erhält und im Gegenzug eigene Eigenkapitalinstrumente des Unternehmens oder Eigenkapitalinstrumente einer anderen Gesellschaft innerhalb des Konzerns gewährt werden. Die im Juni 2007 in europäisches Recht übernommene Interpretation IFRIC 11 wird auf künftige Konzernabschlüsse keine Auswirkung haben.

Auch die erstmalige Anwendung der geänderten Standards IAS 1 und IAS 23 sowie die neuen Interpreta tionen IFRIC 12, IFRIC 13 und IFRIC 14, die noch nicht von der EU in europäisches Recht übernommen wurden, wird voraussichtlich keine wesentliche Auswirkung auf den Konzernabschluss der Österreichischen Post haben.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

6 | Umsatzerlöse und Segmentberichterstattung k siehe auch Note 3 (c)

Im Österreichischen Post Konzern werden folgende primäre Segmente nach Divisionen unterschieden:

Brief

Die Haupttätigkeit der Division Brief besteht in der Annahme und Zustellung von Brief- und anderen Post sendungen in Österreich und deren Weiterleitung ins Ausland. Des Weiteren fallen die Annahme und Zustel lung von Werbesendungen, Zeitungen und Regionalmedien sowie eine Reihe von Zusatzdienstleistungen

auf dem Gebiet des Direct Marketings in das Tätigkeitsfeld dieser Division. Infolge der Unternehmenserwerbe von meiller und Scanpoint wurde das Dienstleistungsangebot entlang der Wertschöpfungskette um Datenund Output-Management, Dokumentenscanning sowie um die Konzeption und Produktion von Dokumen ten und Direct Mailings erweitert.

Paket & Logistik

Die Division Paket & Logistik bietet Paket-, Express- und Logistikdienstleistungen in Österreich, Deutsch land sowie in CEE an. Mit dem deutschen Speziallogistikunternehmen trans-o-flex wurde die Bearbeitung des B2B-Segments strategisch ausgebaut, sodass die Division nun auch als führender Kombifracht-Anbieter in Deutschland tätig ist. Durch die im Geschäftsjahr 2007 durchgeführten Akquisitionen wurden einerseits weitere Märkte in Westeuropa und in CEE erschlossen sowie andererseits das Angebot im Bereich Spezial logistik auf Pharma- und temperaturgeführte Transporte ausgedehnt.

Filialnetz

Die Division Filialnetz verfügt über eines der größten flächendeckenden Vertriebsnetze in Österreich. Das Dienstleistungs- und Produktspektrum umfasst Postdienstleistungen, Finanzdienstleistungen in Koopera tion mit der BAWAG PSK sowie ein breites Sortiment von Handelswaren und Angeboten im Bereich Philatelie.

Sonstiges/Konsolidierung

Die Eliminierung der Beziehungen zwischen den Divisionen wird in der Spalte Sonstiges/Konsolidierung vorgenommen. Den Divisionen nicht zuordenbare Aktivitäten werden ebenfalls in dieser Spalte gezeigt. Sie um fassen z. B. den Bereich der Immobilien, EDV-Dienstleistungen sowie die Organisationseinheit Karriere- und Entwicklungscenter.

Paket & Sonstiges/
Mio EUR Brief Logistik Filialnetz Konsolidierung Konzern
GESCHÄFTSJAHR 2006
Außenumsatz 1.311,3 227,1 194,4 4,0 1.736,7
Innenumsatz 66,9 49,8 210,0 -326,8 0,0
Umsatz gesamt 1.378,2 276,9 404,4 -322,9 1.736,7
Ergebnis der
betrieblichen Tätigkeit 271,2 20,8 11,5 -181,3 122,2
Ergebnis aus
assoziierten Unternehmen 0,4 0,0 0,0 0,7 1,1
EBIT 271,6 20,8 11,5 -180,6 123,3
Segmentvermögen 378,5 430,2 51,1 541,5 1.401,4
Anteile an
assoziierten Unternehmen 3,2 0,1 0,0 0,3 3,5
Segmentverbindlichkeiten 308,1 133,2 77,9 372,9 892,2
Segmentinvestitionen 24,2 279,1 7,2 30,9 341,4
Abschreibungen 37,1 10,9 13,5 46,9 108,4
davon Wertminderungen 5,6 3,9 5,8 5,7 21,0
Sonstige nicht zahlungs
wirksame Aufwendungen 4,6 0,7 0,8 104,8 110,8
Mitarbeiter1 15.311 2.265 5.236 1.645 24.456

1 Periodendurchschnitt, Vollzeitkräfte

Paket & Sonstiges/
Mio EUR Brief Logistik Filialnetz Konsolidierung Konzern
GESCHÄFTSJAHR 2007
Außenumsatz 1.381,0 738,6 192,1 4,1 2.315,7
Innenumsatz 48,8 31,4 203,4 -283,6 0,0
Umsatz gesamt 1.429,8 770,0 395,5 -279,5 2.315,7
Ergebnis der
betrieblichen Tätigkeit 273,8 12,8 13,6 -138,4 161,8
Ergebnis aus
assoziierten Unternehmen 0,5 0,0 0,0 0,5 0,9
EBIT 274,3 12,8 13,6 -137,9 162,8
Segmentvermögen 434,6 488,0 56,5 481,7 1.460,8
Anteile an
assoziierten Unternehmen 3,2 0,0 0,0 0,3 3,5
Segmentverbindlichkeiten 311,9 144,2 82,3 425,4 963,9
Segmentinvestitionen 107,6 69,9 8,7 42,8 229,0
Abschreibungen 34,3 33,7 5,5 56,4 130,0
davon Wertminderungen 4,2 10,7 0,0 17,1 32,1
Sonstige nicht zahlungs
wirksame Aufwendungen 0,9 1,5 0,1 55,4 57,9
Mitarbeiter1 15.593 3.410 5.069 1.692 25.764

1 Periodendurchschnitt, Vollzeitkräfte

Erläuterungen zu den ausgewiesenen Werten nach Divisionen

Der Innenumsatz stellt die Umsätze mit anderen Segmenten dar, wobei die Verrechnungspreise zwischen den Unternehmensbereichen auf marktüblichen Bedingungen beruhen.

Über die leistungsspezifische Verrechnung hinaus leistete die Division Brief der Division Filialnetz zur Ab geltung der sich aus der Universaldienstverpflichtung ergebenden Aufwendungen einen Infrastruktur beitrag.

Das Segmentvermögen umfasst das langfristige Vermögen (ohne Finanzanlagen, Anteile an assoziierten Unternehmen und latenten Steuern) und das kurzfristige Vermögen (ohne Finanzanlagen, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente und Forderungen aus Ertragsteuern) sowie zur Veräußerung gehaltene lang fristige Vermögenswerte.

Als Segmentverbindlichkeiten werden langfristige Verbindlichkeiten (ohne Finanzverbindlichkeiten und latente Steuern) und kurzfristige Verbindlichkeiten (ohne Finanzverbindlichkeiten und Verbindlichkeiten sowie Rück stellungen für Ertragsteuern) gezeigt.

Die Segmentinvestitionen beinhalten Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Firmenwerte sowie Sachanlagen.

Die Abschreibungen (planmäßige Abschreibungen und Abschreibungen für Wertminderungen) resultieren aus den der jeweiligen Division zugeordneten Vermögenswerten.

Die zahlungsunwirksamen Aufwendungen umfassen die Veränderung der langfristigen Rückstellungen.

Die Anzahl der Mitarbeiter auf Segmentebene wird auf Basis von Vollzeitäquivalenten der durchschnittlichen Zahl der Arbeitnehmer im Geschäftsjahr dargestellt.

Nach Regionen werden im Österreichischen Post Konzern folgende Segmente unterschieden:

Andere
Mio EUR Österreich Deutschland Länder Gesamt
GESCHÄFTSJAHR 2006
Außenumsatz 1.695,6 4,2 37,0 1.736,7
Segmentvermögen 1.072,0 316,0 13,3 1.401,3
Segmentinvestitionen 115,7 224,2 1,5 341,4
GESCHÄFTSJAHR 2007
Außenumsatz 1.691,8 553,1 70,7 2.315,7
Segmentvermögen 1.032,1 358,8 69,9 1.460,8
Segmentinvestitionen 124,0 59,7 45,2 229,0

Erläuterungen zu den ausgewiesenen Werten nach Regionen

Die Umsätze werden nach dem Standort der leistungserbringenden Gesellschaft gezeigt. Das ausgewiesene Segmentvermögen sowie die Investitionen werden entsprechend den Standorten der Ver mögenswerte ausgewiesen. Die Investitionen umfassen immaterielle Vermögenswerte und Firmenwerte sowie Sachanlagen.

7 | Sonstige betriebliche Erträge

Mio EUR 2006 2007
Bestandsveränderungen 0,3 -0,1
Aktivierte Eigenleistungen 2,2 3,3
Erträge aus dem Abgang von/der Zuschreibung zu Sachanlagen 11,9 14,1
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 1,8 0,2
Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen 1,0 0,0
Erträge aus Mieten und Pachten 19,6 20,8
Erlöse aus weiterverrechneten Aufwendungen 4,1 5,2
Abgeltungen von Schadensfällen 2,1 3,8
Palettenerträge 0,0 3,8
Andere 15,7 21,5
58,8 72,6

Für einen Teil der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien werden Mieterträge aus in der Regel kündbaren Operating-Mietverhältnissen vereinnahmt. Die abgeschlossenen Mietverträge beinhalten Indexierun gen der Mieten sowie mittel- bis langfristige Vertragslaufzeiten.

Die Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen (1,8 Mio EUR) sowie die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen werden im Geschäftsjahr 2007 direkt mit der entsprechenden Aufwandsposition verrechnet (siehe Note 11 – Sonstige betriebliche Aufwendungen).

8 | Aufwendungen für Material und bezogene Leistungen

Mio EUR 2006 2007
Material
Treib- und Brennstoffe 15,6 20,1
Handelswaren 55,5 53,5
Wertzeichen 5,4 3,9
Betriebsmittel, Bekleidung 8,4 19,3
Ersatzteile, Sonstiges 1,4 1,4
Industriepapier 0,0 8,9
Bewertungsänderungen 0,5 1,2
86,7 108,3
Bezogene Leistungen
Internationale Postbetreiber 66,9 67,8
Werbemittelverteiler 19,6 24,6
Energie 21,9 19,1
Transporte 56,0 448,9
Andere 6,8 23,5
171,2 583,9
258,0 692,2

9 | Personalaufwand

Mio EUR 2006 2007
Löhne und Gehälter 837,6 874,9
Aufwendungen für Abfertigungen 16,1 16,9
Aufwendungen für Jubiläumsgelder 3,4 0,7
Aufwendungen für die Altersversorgung 0,1 0,4
Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Abgaben und Beiträge 198,5 213,9
Andere Personalaufwendungen 7,3 13,8
1.063,0 1.120,4

Die Aufwendungen für Abfertigungen gliedern sich wie folgt:

Mio EUR 2006 2007
Vorstände 0,2 0,1
Leitende Angestellte 0,3 0,3
Andere Arbeitnehmer 15,6 16,6
16,1 16,9

Die Pensionsdeckungsbeiträge an die Republik Österreich betrugen (nach Abzug der von den Beamten ge leis teten Pensionsbeiträge) für das Geschäftsjahr 2007 64,3 Mio EUR (2006: 63,2 Mio EUR).

Die durchschnittliche Anzahl der Arbeitnehmer betrug im Geschäftsjahr:

2006 2007
Arbeiter 70 993
Angestellte 12.781 13.567
Beamte 13.591 13.314
Lehrlinge 0 43
26.441 27.917
Entsprechende Vollzeitkraftäquivalente 24.456 25.764

10 | Abschreibungen

Mio EUR 2006 2007
Wertminderungen Firmenwerte 2,9 9,3
Abschreibungen immaterielle Vermögenswerte
Planmäßige Abschreibungen 4,3 13,1
Wertminderungen 0,0 0,8
4,3 13,9
Abschreibungen Sachanlagen
Planmäßige Abschreibungen 79,5 81,4
Wertminderungen 18,2 22,0
97,7 103,4
Abschreibungen als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien
Planmäßige Abschreibungen 3,6 3,4
108,4 130,0

Die Wertminderungstests zum 31. Dezember 2007 ergaben einen Wertminderungsbedarf auf Firmenwerte in Höhe von 9,3 Mio EUR, der dem Segment Paket & Logistik zugeordnet ist, sowie auf Kundenbeziehungen in Höhe von 0,8 Mio EUR, der im Segment Brief ausgewiesen wird.

Aufgrund von niedrigeren erzielbaren Beträgen oder technischer Veralterung wurden Abschreibungen für Wert minderungen bei Grundstücken in Höhe von 17,1 Mio EUR (2006: 4,8 Mio EUR) vorgenommen, die im Seg ment Sonstiges/Konsolidierung gezeigt werden. Zudem wurden technische Anlagen in Höhe von 3,9 Mio EUR (2006: 6,7 Mio EUR) und andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung in Höhe von 0,9 Mio EUR (2006: 6,7 Mio EUR) abgeschrieben. Der erzielbare Betrag entspricht dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Ver äußerungskosten.

In den Abschreibungen für Wertminderungen auf Sachanlagen sind Wertminderungen in Höhe von 1,5 Mio EUR im Zusammenhang mit den Restrukturierungsmaßnahmen im Segment Paket & Logistik enthalten. Diese betreffen die Schließung von Paketzustellbasen und die Verlagerung des Verteilzentrums Graz zu dem bestehenden Standort Kalsdorf.

11 | Sonstige betriebliche Aufwendungen

Mio EUR 2006 2007
EDV-Dienstleistungen 22,2 28,5
Instandhaltung 39,4 42,7
Leasing, Miet- und Pachtzinsen 40,4 67,5
Reise- und Fahrtaufwendungen 26,0 27,0
Fremdpersonal, Leasingkräfte 6,1 15,4
Beratungsaufwand 13,1 18,5
Entsorgung und Reinigung 17,0 12,6
Kommunikation, Werbung 17,2 21,1
Telefonaufwand 7,2 7,3
Verluste aus dem Abgang von Sachanlagen 2,9 2,3
Versicherungsaufwendungen 6,9 8,0
Sonstige Steuern (nicht vom Einkommen und Ertrag) 7,1 7,2
Andere 38,5 25,9
243,9 284,0

12 | Ergebnis aus assoziierten Unternehmen

Das Ergebnis aus assoziierten Unternehmen beträgt für das Geschäftsjahr 2007 0,9 Mio EUR (2006: 1,1 Mio EUR).

13 | Sonstiges Finanzergebnis

Mio EUR 2006 2007
Zinserträge 8,6 11,3
Wertpapiererträge 4,5 5,2
Erträge aus dem Abgang von Wertpapieren 1,8 2,9
15,0 19,3
Zinsaufwendungen Finanzverbindlichkeiten -1,7 -7,9
Zinsaufwendungen Rückstellungen -5,9 -6,6
-7,6 -14,5
Bewertungsergebnis derivative Finanzinstrumente -0,2 -2,8
7,2 2,1

14 | Ergebnis je Aktie

Die Anzahl der ausgegebenen Aktien beträgt 70.000.000 Stück.

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie beträgt bei einem Periodenergebnis von 122,5 Mio EUR (2006: 99,8 Mio EUR) 1,75 EUR (2006: 1,43 EUR). Da bisher keine Verwässerungseffekte aufgetreten sind, entspricht das verwässerte Ergebnis je Aktie dem unverwässerten Ergebnis je Aktie.

Erläuterungen zur Bilanz

15 | Firmenwerte k siehe auch Note 3 (e)

Mio EUR 2006 2007
Anschaffungs-/Herstellungskosten 37,5 183,1
Stand am 1. Jänner
Zugänge aus Unternehmenserwerben 148,2 42,2
Zugänge 0,0 0,0
Abgänge 2,9 0,0
Umbuchungen 0,2 0,0
Währungsumrechnungsdifferenzen 0,0 0,0
Stand am 31. Dezember 183,1 225,3
Wertminderungen
Stand am 1. Jänner 0,0 0,0
Zugänge aus Unternehmenserwerben 0,0 0,0
Zugänge 2,9 9,3
Abgänge 2,9 0,0
Währungsumrechnungsdifferenzen 0,0 0,0
Stand am 31. Dezember 0,0 9,3
Buchwert am 1. Jänner 37,5 183,1
Buchwert am 31. Dezember 183,1 216,0

Folgende Tabelle zeigt die Firmenwerte zum 31. Dezember 2006 und 2007 nach Segmenten:

Mio EUR 31. 12. 2006 31. 12. 2007
Brief 31,1 54,2
Paket & Logistik
trans-o-flex 146,8 137,5
Andere 5,2 24,2
152,0 161,7
183,1 216,0

16 | Immaterielle Vermögenswerte k siehe auch Note 3 (e)

Mio EUR 2006 2007
Anschaffungs-/Herstellungskosten
Stand am 1. Jänner 56,7 138,7
Zugänge aus Unternehmenserwerben 80,0 24,1
Zugänge 5,2 6,5
Abgänge 3,1 13,0
Umbuchungen -0,2 0,0
Währungsumrechnungsdifferenzen 0,1 0,0
Stand am 31. Dezember 138,7 156,3
Mio EUR 2006 2007
Abschreibungen/Wertminderungen
Stand am 1. Jänner 47,8 49,1
Zugänge aus Unternehmenserwerben 0,0 0,0
Zugänge 4,3 13,9
Abgänge 3,1 12,8
Währungsumrechnungsdifferenzen 0,1 0,0
Stand am 31. Dezember 49,1 50,2
Buchwert am 1. Jänner 9,0 89,6
Buchwert am 31. Dezember 89,6 106,1

In den immateriellen Vermögenswerten sind Markenrechte mit unbegrenzter Nutzungsdauer in Höhe von 30,0 Mio EUR (2006: 25,0 Mio EUR) enthalten.

17 | Sachanlagen k siehe auch Note 3 (f)

Andere Anlagen, Geleistete
Technische Betriebs- und Anzahlungen
Grundstücke Anlagen und Geschäfts- und Anlagen
Mio EUR und Bauten Maschinen ausstattung in Bau Gesamt
GESCHÄFTSJAHR 2006
Anschaffungs-/Herstellungskosten
Stand am 1. Jänner 2006 748,3 159,9 273,2 1,4 1.182,8
Zugänge aus Unternehmenserwerben 28,1 3,3 12,4 0,6 44,4
Zugänge 16,2 3,2 34,7 8,6 62,8
Abgänge 28,1 7,8 57,0 0,0 92,9
Umbuchungen 20,5 0,3 -0,2 -1,3 19,3
Umgliederungen gemäß IFRS 5 -15,9 0,0 0,0 0,0 -15,9
Währungsumrechnungsdifferenzen 0,0 0,0 0,4 0,0 0,4
Stand am 31. Dezember 2006 769,3 159,0 263,5 9,3 1.201,0
Abschreibungen/Wertminderungen
Stand am 1. Jänner 2006 276,1 78,6 154,2 0,0 508,9
Zugänge aus Unternehmenserwerben 0,0 0,1 0,1 0,0 0,2
Zugänge 32,5 20,7 43,1 0,0 96,3
Abgänge 15,2 6,7 55,0 0,0 76,9
Umbuchungen 8,9 0,1 -0,1 0,0 8,9
Umgliederungen gemäß IFRS 5 -2,1 0,0 0,0 0,0 -2,1
Währungsumrechnungsdifferenzen 0,0 0,0 0,3 0,0 0,3
Stand am 31. Dezember 2006 300,2 93,0 142,5 0,0 535,6
Buchwert am 1. Jänner 2006 472,3 81,3 118,9 1,4 673,9
Buchwert am 31. Dezember 2006 469,1 66,0 121,0 9,3 665,3
Andere Anlagen, Geleistete
Technische Betriebs- und Anzahlungen
Grundstücke Anlagen und Geschäfts- und Anlagen
und Bauten Maschinen ausstattung in Bau Gesamt
769,3 159,0 263,5 9,3 1.201,0
24,4 14,2 10,0 0,1 48,7
31,6 18,0 48,2 8,3 106,0
1,5 12,4 47,4 0,8 62,1
4,5 4,1 1,9 -10,5 0,0
8,5 0,0 0,0 0,0 8,5
-6,9 0,0 0,0 0,0 -6,9
0,0 0,0 0,1 0,0 0,1
829,8 182,9 276,2 6,4 1.295,3
300,2 93,0 142,5 0,0 535,6
0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
45,7 19,3 38,4 0,0 103,4
0,9 11,7 44,2 0,0 56,8
0,5 0,0 0,0 0,0 0,5
-4,2 0,0 0,0 0,0 -4,2
0,0 0,0 0,1 0,0 0,1
341,3 100,5 136,8 0,0 578,6
469,1 66,0 121,0 9,3 665,3
488,5 82,4 139,5 6,4 716,7

Die als Sicherheiten verpfändeten immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen weisen einen Buchwert von 51,4 Mio EUR (2006: 41,4 Mio EUR) auf.

Cross Border Lease

Im Geschäftsjahr 2002 hat die Österreichische Post AG mit zwei US-Trusts eine Cross Border Lease-Transaktion abgeschlossen. Die Österreichische Post AG hat diesen beiden Trusts auf 99 Jahre ein Fruchtgenussrecht an Postsortieranlagen in Wien, Graz, Salzburg und Innsbruck gegen Leistung eines "Grant Payment" von 117 Mio USD eingeräumt. Gleichzeitig wurde ein Lease Agreement abgeschlossen, in dem die Österreichische Post AG auf rund 24 Jahre das Nutzungsrecht an diesen Anlagen wieder zurückgemietet hat. In diesem Lease Agreement wurde der Österreichischen Post AG auch das Recht eingeräumt, das Fruchtgenussrecht an den Postsortieranlagen entweder mit 1. Jänner 2022 zu einem Fixpreis ("EBO Payment Amount") oder am Ende des Leasingvertrages zum Verkehrswert, mindestens jedoch zum "End of Term Purchase Option Price" zurück zukaufen.

Die Österreichische Post AG hat ihre Verpflichtung zur Zahlung der Leasingraten einschließlich eines allfälligen EBO Payment an Payment Undertaker ausgelagert. Zu diesem Zweck hat die Österreichische Post AG Zahlun gen an die Payment Undertaker geleistet (108,3 Mio USD) und die entsprechende Verbindlichkeit ausgebucht. Die Payment Undertaker haben sich ihrerseits verpflichtet, die entsprechenden Beträge zu den festgesetzten Zahlungsterminen für die Österreichische Post AG zu leisten. Bei der Österreichischen Post AG verbleibt das Restrisiko einer möglichen Inanspruchnahme im Falle einer Insolvenz der Payment Undertaker. Zum 31. Dezem ber 2007 beläuft sich der von den Payment Undertakers zu leistende Betrag auf 115,1 Mio USD (d.s. 78,2 Mio EUR; 2006: 115,5 Mio USD bzw. 87,7 Mio EUR).

Im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2007 wurde die Cross Border Lease-Transaktion wie folgt erfasst: Die dem Fruchtgenussrecht zugrunde liegenden Postsortieranlagen bleiben aufgrund des unverändert fortbestehenden wirtschaftlichen Eigentums an den Anlagen weiterhin im Anlagevermögen der Österreichischen Post AG ausgewiesen und werden über eine zehnjährige Nutzungsdauer abgeschrieben.

Der ursprünglich bei der Österreichischen Post AG verbleibende Nettobarwertvorteil in Höhe von 9,1 Mio USD (d. s. 9,2 Mio EUR) wird in den anderen Verbindlichkeiten ausgewiesen und über die Vertragslaufzeit pro rata temporis aufgelöst. Im Geschäftsjahr 2007 wurden 0,5 Mio EUR (2006: 0,5 Mio EUR) aufgelöst und als Zinsertrag erfasst.

Finanzierungsleasing k siehe auch Note 3 (g)

Nettobuchwert und Nutzungsdauern der geleasten Vermögenswerte

Nutzungsdauer Buchwert
Mio EUR in Jahren 31. 12. 2007
Grundstücke und Bauten 50-56 23,6
Technische Anlagen und Maschinen 3-14 5,9
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2-8 23,6

In der folgenden Tabelle wird die Summe der künftigen Mindestleasingzahlungen zum Bilanzstichtag auf deren Barwert übergeleitet:

Mio EUR 2006 2007
Mindestleasingzahlungen
Bis zu einem Jahr 9,0 18,7
Länger als ein und bis zu fünf Jahre 27,1 26,4
Länger als fünf Jahre 9,3 5,7
45,4 50,8
abzüglich:
Zukünftige Finanzierungskosten -6,3 -6,5
Barwert der Leasingverpflichtungen 39,1 44,3
Bis zu einem Jahr 8,1 16,5
Länger als ein und bis zu fünf Jahre 23,7 23,2
Länger als fünf Jahre 7,3 4,5
39,1 44,3

Die Kriterien für die Klassifizierung als Finanzierungsleasing waren im Wesentlichen der Barwert- und der Laufzeittest. Zudem bestehen Ankaufsoptionen zu vorteilhaften Bedingungen am Ende der Laufzeit sowie Verlängerungs- und Preisanpassungsklauseln.

Für einen Teil der Mietverträge ist die Mietzahlung an den 3-Monats-EURIBOR gebunden. Im Geschäftsjahr 2007 betrugen die damit zusammenhängenden bedingten Mietzahlungen 0,3 Mio EUR (2006: 0,3 Mio EUR).

18 | Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien (Investment Property) k siehe auch Note 3 (h)

Mio EUR 2006 2007
Anschaffungs-/Herstellungskosten
Stand am 1. Jänner 111,4 87,3
Zugänge aus Unternehmenserwerben 0,0 1,1
Zugänge 0,8 0,4
Abgänge 5,5 4,7
Umgliederungen -19,3 6,9
Stand am 31. Dezember 87,3 91,1
Abschreibungen
Stand am 1. Jänner 56,6 49,0
Zugänge aus Unternehmenserwerben 0,0 0,0
Zugänge 3,6 3,4
Abgänge 2,3 2,2
Umgliederungen -8,9 4,2
Stand am 31. Dezember 49,0 54,4
Buchwert am 1. Jänner 54,8 38,3
Buchwert am 31. Dezember 38,3 36,6
Mio EUR 31. 12. 2006 31. 12. 2007
Beizulegender Zeitwert 104,2 109,4
Mieteinnahmen 6,3 7,4
Betriebliche Aufwendungen für vermietete Immobilien 3,4 3,0
Betriebliche Aufwendungen für nicht vermietete Immobilien 1,7 1,2

19 | Anteile an assoziierten Unternehmen k siehe auch Note 3 (a)

Mio EUR Anteil 31. 12. 2006 31. 12. 2007
Mader Zeitschriftenverlagsgesellschaft m.b.H., Wien 74,9 % 2,9 3,0
OmniMedia Werbegesellschaft m.b.H., Wien 21,0 % 0,3 0,3
FEIPRO Vertriebs GesmbH, Gaweinstal 50,0 % 0,2 0,2
trans-o-flex Nederland B.V., Utrecht 37,5 % 0,1 -
3,5 3,5

Österreichische Post

Mio EUR 2006 2007
Nettobuchwert am 1. Jänner 0,3 3,5
Zugänge aus Unternehmenserwerben 2,9 0,0
Zugänge aus Ergebnis 1,1 0,9
Ausschüttungen/Abgang -0,7 -1,0
Nettobuchwert am 31. Dezember 3,5 3,5

Folgende Tabelle zeigt eine aggregierte Darstellung der Finanzinformationen für die im Konzern bestehenden assoziierten Unternehmen:

Mio EUR 31. 12. 2006 31. 12. 2007
Vermögenswerte 12,4 10,7
Schulden 8,9 7,1
Mio EUR 2006 2007
Umsatzerlöse 39,3 27,2
Periodenergebnis 0,4 0,9

20 | Finanzinvestitionen in Wertpapiere k siehe auch Note 3 (i)

Fortgeschriebene Marktwert
Anschaffungs- Unrealisierter Unrealisierter Restlaufzeit Restlaufzeit
Mio EUR kosten Gewinn Verlust bis 1 Jahr über 1 Jahr Gesamt
31. DEZEMBER 2006
Zum Verkauf verfügbare
Wertpapiere (Available for Sale)
Investmentfondsanteile 68,7 1,3 0,1 0,2 70,1 70,3
Anleihen 130,4 0,1 1,5 0,0 128,5 128,5
199,0 1,4 1,5 0,2 198,6 198,8
31. DEZEMBER 2007
Zum Verkauf verfügbare
Wertpapiere (Available for Sale)
Investmentfondsanteile 3,6 0,2 0,0 0,2 3,4 3,6
Anleihen 143,4 0,1 0,8 15,0 128,4 143,4
147,0 0,3 0,8 15,2 131,8 147,0

Die Zinssätze der festverzinslichen Wertpapiere liegen zwischen 3,85 % und 5,44 % (2006: 3,13 % und 7,70 %). Für die beiden strukturierten Bonds ergibt sich im Geschäftsjahr 2007 eine Effektivverzinsung zwischen 1,34 % und 3,64 %. Der Marktwert resultierte aus den Kurswerten zum 31. Dezember 2007.

Im Geschäftsjahr 2007 betrug das Veräußerungsergebnis der zur Veräußerung verfügbaren Wertpapiere 2,9 Mio EUR (2006: 1,6 Mio EUR).

21 | Andere Finanzanlagen k siehe auch Note 3 (i)

31. 12. 2006 31. 12. 2007
Restlaufzeit Restlaufzeit Restlaufzeit Restlaufzeit
Mio EUR bis 1 Jahr über 1 Jahr Gesamt bis 1 Jahr über 1 Jahr Gesamt
Anteile an nicht
konsolidierten Unternehmen 0,0 0,8 0,8 0,0 0,8 0,8
Ausleihungen 0,3 2,4 2,7 0,0 0,0 0,0
Strategische Anteile 0,0 2,7 2,7 0,0 79,1 79,1
0,3 5,9 6,2 0,0 79,9 79,9

Die im Vorjahr unter den anderen Finanzanlagen ausgewiesenen Ausleihungen werden ab dem Geschäfts jahr 2007 unter den Forderungen gegenüber assoziierten Unternehmen und unter den sonstigen Forderungen ausgewiesen. Die strategischen Anteile betreffen im Wesentlichen den Anteilserwerb am Konsortium zur Übernahme der BAWAG PSK.

22 | Vorräte k siehe auch Note 3 ( j)

Mio EUR 31. 12. 2006 31. 12. 2007
Hilfs- und Betriebsstoffe 11,1 12,3
abzüglich Wertminderungen -3,1 -4,1
Unfertige Erzeugnisse 0,0 1,9
Handelswaren 15,1 18,2
abzüglich Wertminderungen -2,7 -2,9
Noch nicht abrechenbare Leistungen 0,7 0,1
21,0 25,6

Der Buchwert der zum Nettoveräußerungswert angesetzten Vorräte beträgt 3,9 Mio EUR (31. 12. 2006: 1,7 Mio EUR). Wertberichtigungen waren insbesondere wegen eingeschränkter Verwertbarkeit und langer Lagerdauer erforderlich.

23 | Forderungen k siehe auch Note 3 (i)

In nachfolgender Tabelle werden die Forderungen nach Wertberichtigungen gezeigt:

31. 12. 2006 31. 12. 2007
Restlaufzeit Restlaufzeit Restlaufzeit Restlaufzeit
Mio EUR bis 1 Jahr über 1 Jahr Gesamt bis 1 Jahr über 1 Jahr Gesamt
Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen 296,1 0,0 296,1 271,1 0,0 271,1
Forderungen gegenüber
assoziierten Unternehmen 0,5 0,0 0,5 0,3 1,1 1,4
Andere Forderungen 67,3 28,2 95,4 72,6 14,8 87,3
364,0 28,2 392,1 344,0 15,9 359,9
davon keine Finanzinstrumente 37,6 41,3
354,5 318,5

Aufgrund der überwiegenden Kurzfristigkeit dieses Postens wird unterstellt, dass die Marktwerte den Buch werten entsprechen.

Folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Wertberichtigungen zu Forderungen für die Geschäftsjahre 2006 und 2007:

Mio EUR 2006 2007
Stand am 1. Jänner 12,3 12,7
Zugänge aus Unternehmenserwerben 0,0 2,0
Veränderung 0,4 -0,2
Stand am 31. Dezember 12,7 14,5

24 | Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Mio EUR 31. 12. 2006 31. 12. 2007
Guthaben bei Kreditinstituten 14,6 49,9
Kurzfristige Veranlagungen (Termingelder) 211,0 256,9
Kassenbestand 3,8 2,6
229,4 309,4

Der durchschnittliche Zinssatz bei den Termingeldern lag zum 31. Dezember 2007 bei 4,74 % (31. 12. 2006: 3,13 %). Aufgrund der Kurzfristigkeit der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente wird unterstellt, dass die Marktwerte den Buchwerten entsprechen.

25 | Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte k siehe auch Note 3 (k)

Zum 31. Dezember 2007 werden in dieser Position Grundstücke und Bauten in Höhe von 2,4 Mio EUR (31. 12. 2006: 13,8 Mio EUR) ausgewiesen, die 2008 veräußert werden sollen. Der geplante Verkauf des Bahnhofvorplatzes in Salzburg konnte im Geschäftsjahr 2007 insoweit realisiert werden, als 3.852 m2 veräußert wurden. Da die verbleibenden 8.480 m2 nicht wie ursprünglich geplant von potentiellen Käufern erworben wurden, erfolgte eine Umgliederung von den zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerten zu den Grund stücken.

26 | Eigenkapital

Eigenkapitalbestandteile

Das Grundkapital der Österreichischen Post AG beträgt 350,0 Mio EUR. Mit Beschluss der ordentlichen Haupt versammlung vom 3. März 2006 wurde das Grundkapital der Gesellschaft durch Umwandlung der im Jahres abschluss zum 31. Dezember 2005 ausgewiesenen nicht gebundenen Kapitalrücklage gemäß den Regelungen des Kapitalberichtigungsgesetzes um 340,0 Mio EUR erhöht, wobei die Ausgabe von zusätzlichen Aktien unterblieben ist. Zugleich wurde eine neue Stückelung der Aktien beschlossen und das Grundkapital in 70.000.000 Stück auf Inhaber lautende stimm- und gewinnberechtigte Aktien geteilt. Hauptaktionärin der Österreichischen Post AG ist mit einem Anteil von 51 % die Österreichische Industrieholding AG, Wien. Die Kapitalrücklagen resultieren aus Einzahlungen und Einlagen durch die Aktionäre. Die in der Entwicklung des Eigenkapitals des Konzerns dargestellten Kapitalrücklagen entsprechen jenen des Einzelabschlusses der Österreichischen Post AG.

Die Gewinnrücklagen des Konzerns umfassen die gesetzlichen Rücklagen sowie in Vorjahren erwirtschaftete Ergebnisse vermindert um Gewinnausschüttungen.

In die Position Marktbewertung von Wertpapieren werden Gewinne und Verluste aus Änderungen des Markt wertes von zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren ergebnisneutral eingestellt. Die in der Marktbewer tung von Wertpapieren erfassten Beträge werden nach Steuern gezeigt.

Die Währungsumrechnungsrücklagen enthalten alle Kursdifferenzen, die aus der Umrechnung der in ausländischer Währung aufgestellten Jahresabschlüsse von Tochterunternehmen entstanden sind.

Das Periodenergebnis des Geschäftsjahres 2007 beträgt 122,5 Mio EUR (2006: 99,8 Mio EUR). Basis für die Gewinnverteilung ist entsprechend dem österreichischen Aktiengesetz der Jahresabschluss der Österreichi schen Post AG zum 31. Dezember 2007. Der darin ausgewiesene Bilanzgewinn beträgt 169,2 Mio EUR (2006: 91,9 Mio EUR).

Für das Geschäftsjahr 2007 ist eine Ausschüttung von insgesamt 168,0 Mio EUR gemäß Gewinnverwen dungs vorschlag des Vorstands vorgesehen (Basisdividende von 1,40 EUR zuzüglich Bonusdividende von 1,00 EUR je Stückaktie).

Kapitalmanagement

Das Kapitalmanagement des Konzerns zielt auf eine für die Einhaltung der Wachstums- und Akquisitions ziele sowie für die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes angemessene Kapitalstruktur ab.

Im Rahmen der Dividendenpolitik für die folgenden Jahre beabsichtigt der Konzern unter der Voraussetzung, dass sich die Geschäftsentwicklung weiterhin erfolgreich fortsetzt und keine außergewöhnlichen Umstände auftreten, eine Ausschüttungsquote von zumindest 75 % des auf die Aktionäre entfallenden Periodenergeb nisses. Sofern es für die Aufrechterhaltung einer geeigneten Kapitalstruktur als zielführend erscheint, werden auch Ausschüttungen über diese Beträge in Betracht gezogen. Zur Verbesserung der Kapitalstruktur behält sich der Konzern das Recht vor auch andere Maßnahmen zu setzen.

Das wirtschaftliche Eigenkapital entspricht dem in der Konzernbilanz ausgewiesenen Eigenkapital. Bei einer Bilanzsumme von 2.058,6 Mio EUR zum 31. Dezember 2007 (31. 12. 2006: 1.901,6 Mio EUR) beträgt die Eigen kapitalquote zum 31. Dezember 2007 42,4 % (31. 12. 2006: 43,2 %).

Die Nettofinanzmittelverschuldung und die Gearing Ratio sind für die Darstellung der Kapitalstruktur des Konzerns maßgebliche Kennzahlen und zeigen folgende Entwicklung:

Mio EUR 31. 12. 2006 31. 12. 2007
Verzinsliches Fremdkapital
+ Finanzverbindlichkeiten 148,8 187,0
+ Andere verzinsliche Verbindlichkeiten 7,2 6,7
+ Sozialkapital 161,5 166,5
+ Andere verzinsliche Rückstellungen 290,1 351,3
607,6 711,5
Verzinsliche Aktiva
– Finanzinvestitionen in Wertpapiere 198,8 147,0
– Andere Finanzanlagen und verzinsliche Forderungen 5,4 81,7
– Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 229,4 309,4
433,7 538,1
Nettofinanzmittelverschuldung 173,9 173,4
2006 2007
Gearing Ratio = Nettofinanzmittelverschuldung / Eigenkapital 31. 12. 21,2 % 19,8 %

Die Nettofinanzmittelverschuldung hat sich im Geschäftsjahr 2007 um 0,5 Mio EUR auf 173,4 Mio EUR verringert (31. 12. 2006: 173,9 Mio EUR). Die Gearing Ratio ist entsprechend gesunken und zeigt einen Rückgang auf 19,8 % (2006: 21,2 %).

27 | Rückstellungen

31. 12. 2006 31. 12. 2007
Restlaufzeit Restlaufzeit Restlaufzeit Restlaufzeit
Mio EUR bis 1 Jahr über 1 Jahr Gesamt bis 1 Jahr über 1 Jahr Gesamt
Rückstellungen
für Abfertigungen 0,0 66,8 66,8 0,0 68,6 68,6
Rückstellungen für Pensionen 0,0 2,3 2,3 0,0 5,4 5,4
Rückstellungen
für Jubiläumsgelder 0,0 92,4 92,4 0,0 92,5 92,5
Andere Rückstellungen
für Mitarbeiter 54,9 245,0 299,9 63,6 300,5 364,0
Sonstige Rückstellungen 36,4 19,2 55,7 38,7 20,8 59,5
91,3 425,8 517,1 102,3 487,7 589,9

Rückstellungen für Abfertigungen, Pensionen und Jubiläumsgelder k siehe auch Note 3 (l)

Jubiläums
Mio EUR Abfertigungen Pensionen gelder Gesamt
GESCHÄFTSJAHR 2006
Stand am 1. Jänner 2006 60,7 0,0 88,8 149,5
Zugänge aus
Unternehmenserwerben 0,0 2,3 0,6 2,9
Dienstzeitaufwand 6,1 0,0 4,7 10,7
Zinsaufwand 2,4 0,0 3,5 5,9
Versicherungstechnische
Gewinne/Verluste 1,3 0,0 -1,3 0,0
Tatsächliche Zahlungen -3,7 0,0 -3,9 -7,6
Stand am 31. Dezember 2006 66,8 2,3 92,4 161,5

Die erfahrungsbedingten Anpassungen für Abfertigungsrückstellungen betragen für das Geschäftsjahr 2006 gegenüber dem Vorjahr 2,0 % vom Barwert der Verpflichtungen zum Stichtag 31. Dezember 2006, jene für Jubiläumsgeldrückstellungen –1,4 %.

Jubiläums
Mio EUR Abfertigungen Pensionen gelder Gesamt
GESCHÄFTSJAHR 2007
Stand am 1. Jänner 2007 66,8 2,3 92,4 161,5
Zugänge aus
Unternehmenserwerben 0,0 3,6 0,2 3,9
Dienstzeitaufwand 6,1 0,0 4,5 10,6
Zinsaufwand 2,8 0,2 3,6 6,6
Versicherungstechnische
Gewinne/Verluste -2,9 -0,1 -3,8 -6,8
Tatsächliche Zahlungen -4,3 -0,6 -4,4 -9,3
Stand am 31. Dezember 2007 68,6 5,4 92,5 166,5

Die erfahrungsbedingten Anpassungen für Abfertigungsrückstellungen betragen für das Geschäftsjahr 2007 gegenüber dem Vorjahr –0,1 % vom Barwert der Verpflichtungen zum Stichtag 31. Dezember 2007, jene für Pensionsrückstellungen –2,8 % und für Jubiläumsgeldrückstellungen –1,3 %.

Andere Rückstellungen für Mitarbeiter k siehe auch Note 3 (m)

Sonstige personal
Unter- bezogene
Mio EUR auslastung Rückstellungen Gesamt
GESCHÄFTSJAHR 2006
Stand am 1. Jänner 2006 167,2 37,1 204,2
Zugänge aus Unternehmenserwerben 0,0 4,7 4,7
Umgliederung 10,1 -15,0 -4,9
Neubildung 132,3 23,8 156,1
Verwendung -18,6 -20,0 -38,6
Auflösung -26,8 -1,5 -28,2
Aufzinsung 6,6 0,0 6,6
Stand am 31. Dezember 2006 270,9 29,0 299,9
GESCHÄFTSJAHR 2007
Stand am 1. Jänner 2007 270,9 29,0 299,9
Zugänge aus Unternehmenserwerben 0,0 2,8 2,8
Umgliederung 0,0 0,0 0,0
Neubildung 159,8 31,5 191,3
Verwendung -22,8 -27,0 -49,8
Auflösung -88,3 -3,2 -91,6
Aufzinsung 11,4 0,0 11,4
Stand am 31. Dezember 2007 331,0 33,0 364,0

119

Die sonstigen personalbezogenen Rückstellungen enthalten im Wesentlichen Vorsorgen für Erfolgsbeteili gungen, Leistungsprämien und andere noch nicht bezahlte Mitarbeiteransprüche.

Aufgrund drohender Umsatzeinbußen im Segment Paket & Logistik war es im Geschäftsjahr 2007 erforder lich, ein umfassendes Maßnahmenkonzept (Restrukturierungskonzept) zur Neupositionierung der Division Paket & Logistik zu erstellen. Der Restrukturierungsplan sieht unter anderem die Schließung von Paketzu stell basen und eines Verteilzentrums sowie den Abbau von ca. 360 Paketmitarbeitern vor. Diese Restruk tu rie rungsmaßnahmen führten zu einer Veränderung der Rückstellung für Unterauslastung in Höhe von 54,4 Mio EUR, der Bildung einer Rückstellung für Strukturanpassungen in Höhe von 2,0 Mio EUR, die in der Position "Sonstige Rückstellungen, Andere" gezeigt wird, sowie Abfertigungsrückstellungen in Höhe von 0,1 Mio EUR. Die Rückstellungen für Strukturanpassungen betreffen vor allem nicht mehr genutzte Miet objekte. Zudem ergeben sich Abschreibungen für Wertminderungen auf Sachanlagen in Höhe von 1,5 Mio EUR. Mit der Um setzung der Restrukturierungsmaßnahmen wird Anfang 2008 begonnen.

Sonstige Rückstellungen k siehe auch Note 3 (n)

Noch nicht Renten
erbrachte verpflich
Mio EUR Leistungen tungen Andere Gesamt
GESCHÄFTSJAHR 2006
Stand am 1. Jänner 2006 30,0 3,1 9,0 42,0
Zugänge aus Unternehmenserwerben 0,0 0,0 2,8 2,8
Umgliederung 0,0 0,0 1,0 1,0
Neubildung 26,3 0,2 19,5 45,9
Verwendung -30,0 -0,3 -3,3 -33,6
Auflösung 0,0 0,0 -2,6 -2,6
Aufzinsung 0,0 0,1 0,0 0,1
Stand am 31. Dezember 2006 26,3 3,1 26,3 55,7
GESCHÄFTSJAHR 2007
Stand am 1. Jänner 2007 26,3 3,1 26,3 55,7
Zugänge aus Unternehmenserwerben 0,0 0,0 1,1 1,1
Umgliederung 0,0 0,0 0,0 0,0
Neubildung 25,4 0,0 10,1 35,5
Verwendung -26,3 -0,3 -5,3 -31,9
Auflösung 0,0 0,0 -1,8 -1,9
Aufzinsung 0,0 0,1 0,7 0,8
Stand am 31. Dezember 2007 25,4 2,9 31,1 59,5

Die Rückstellungen für noch nicht erbrachte Leistungen umfassen Umsatzneutralisierungen für am 31. Dezem ber 2007 noch nicht ausgelieferte Aufträge sowie die bis zum 31. Dezember 2007 veräußerten Wertzeichen und Freistempelerlöse, für die von der Österreichischen Post AG noch keine Gegenleistung erbracht wurde.

28 | Steuerrückstellungen

Mio EUR 2006 2007
Stand am 1. Jänner 36,0 3,1
Zugänge aus Unternehmenserwerben 2,2 0,0
Neubildung 26,2 14,5
Verwendung -0,2 -3,0
Auflösung -0,2 -0,2
Verrechnung mit Vorauszahlung -61,0 0,0
Stand am 31. Dezember 3,1 14,4

29 | Finanzverbindlichkeiten k siehe auch Note 3 (o)

31. 12. 2006 31. 12. 2007
Restlaufzeit Restlaufzeit Restlaufzeit Restlaufzeit
Mio EUR bis 1 Jahr über 1 Jahr Gesamt bis 1 Jahr über 1 Jahr Gesamt
Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten 4,6 30,1 34,6 42,7 24,2 66,9
Verbindlichkeiten
ABCP Programm 53,7 0,0 53,7 49,2 0,0 49,2
Verbindlichkeiten
Finanzierungsleasing 8,1 31,1 39,1 16,6 27,9 44,4
Derivative Finanzinstrumente 0,0 0,0 0,0 0,0 3,0 3,0
Andere Finanz
verbindlichkeiten 0,3 20,9 21,2 19,9 3,5 23,4
66,7 82,0 148,8 128,5 58,6 187,0

Die Marktwerte und wesentlichen Konditionen der Finanzverbindlichkeiten, mit Ausnahme der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzverbindlichkeiten, stellen sich wie folgt dar:

Marktwert Effektivver- Marktwert Effektivver
Mio EUR 31. 12. 2006 zinsung 2006 31. 12. 2007 zinsung 2007
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
Fix verzinste Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten 19,5 3,83 % 17,7 3,06 %
Variabel verzinste Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten 15,1 3,82 % 49,3 3,96-5,34 %
34,5 67,0
Verbindlichkeiten ABCP Programm 53,7 4,90 % 49,2 4,63 %
Verbindlichkeiten Finanzierungsleasing 39,4 4,12 % 44,0 5,34-6,10 %
Andere Finanzverbindlichkeiten
(ohne Derivate) 21,2 4,25 % 23,7 4,75 %
148,9 183,9

121

Die Ermittlung der Marktwerte erfolgte durch das jeweilige Kreditinstitut mittels Abzinsung der künftig zu leistenden Zahlungen unter Anwendung eines aktuellen Marktzinssatzes, wobei bei variabel verzinsten Posi tionen (Geld- und Kapitalmarkt-Floater) der Marktwert mit der Nominale gleichgesetzt wurde.

Für Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 11,6 Mio EUR besteht gemäß § 20 Abs 1 Poststrukturgesetz eine Haftung der Republik Österreich.

Im Geschäftsjahr 2006 hat der Österreichische Post Konzern im Zuge eines Unternehmenserwerbs ein Asset Backed Commercial Paper (ABCP) Programm übernommen. Im Rahmen dieses Programms mit einer Laufzeit von fünf Jahren und einem Maximallimit in Höhe von 50,0 Mio EUR werden bestehende und zukünftige Forderungen in Höhe von 51,5 Mio EUR aus Lieferungen und Leistungen an eine nicht nahestehende Zweck gesellschaft verkauft. Im Konzernabschluss werden die verkauften und abgetretenen Forderungen infolge des Verbleibs des wirtschaftlichen Risikos weiterhin als Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ausgewiesen, die aus dem ABCP Programm erhaltenen Beträge in Höhe von 49,2 Mio EUR werden als kurzfristige Finanzverbindlichkeiten gezeigt.

30 | Verbindlichkeiten k siehe auch Note 3 (o)

31. 12. 2006 31. 12. 2007
Restlaufzeit Restlaufzeit Restlaufzeit Restlaufzeit
Mio EUR bis 1 Jahr über 1 Jahr Gesamt bis 1 Jahr über 1 Jahr Gesamt
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen 237,2 1,3 238,5 209,8 0,2 210,0
Verbindlichkeiten gegenüber
assoziierten Unternehmen 1,4 0,0 1,4 0,9 0,0 0,9
Verbindlichkeiten nicht
konsumierte Urlaube 44,9 0,0 44,9 47,9 0,0 47,9
Andere Verbindlichkeiten 71,7 18,4 90,0 82,6 18,5 101,1
355,1 19,7 374,8 341,1 18,7 359,8
davon keine finanziellen
Verbindlichkeiten 106,2 115,1
268,6 244,7

Aufgrund der überwiegenden Kurzfristigkeit dieses Postens wird unterstellt, dass die Marktwerte den Buch werten entsprechen.

31 | Ertragsteuern k siehe auch Note 3 (p)

Mio EUR 2006 2007
Laufender Steueraufwand 26,7 47,6
Latenter Steueraufwand/-ertrag 4,0 -5,4
30,8 42,2

Temporäre Unterschiede zwischen den Wertansätzen im IFRS-Konzernabschluss und dem jeweiligen steuerlichen Wertansatz wirken sich wie folgt auf die in der Bilanz ausgewiesenen latenten Steuern aus:

Mio EUR 31. 12. 2006 31. 12. 2007
Aktive latente Steuern auf temporäre Differenzen
Immaterielle Vermögenswerte 0,0 0,4
Firmenwerte 2,8 1,7
Finanzanlagen 8,7 9,4
Forderungen 0,0 0,0
Rückstellungen 23,0 28,3
Finanzverbindlichkeiten 38,3 30,6
Verbindlichkeiten 0,8 0,1
73,7 70,4
Passive latente Steuern auf temporäre Differenzen
Kundenbeziehungen -20,7 -17,4
Markenrechte -9,6 -10,4
Andere immaterielle Vermögenswerte -0,2 -0,1
Konzerndarlehen -4,6 -4,6
Sachanlagen -16,6 -15,7
Vorräte 0,0 0,0
Forderungen -18,8 -13,9
Verbindlichkeiten 0,0 0,0
-70,5 -62,1
Latente Steuern auf Verlustvorträge 20,5 14,0
Summe latente Steuern 23,7 22,3
Aktive latente Steuern 60,3 55,5
Passive latente Steuern -36,5 -33,2
Summe latente Steuern 23,7 22,3

Die Entwicklung und die Aufteilung der gesamten Veränderung der latenten Steuern in ergebniswirksame und ergebnisneutrale Komponenten sind in folgender Tabelle dargestellt:

Aktive Passive
Mio EUR latente Steuern latente Steuern
GESCHÄFTSJAHR 2006
Stand am 1. Jänner 2006 40,3 1,0
Ergebniswirksame Veränderungen 0,4 4,4
Ergebnisneutrale Veränderungen
Ergebnisneutrale Bewertung von Wertpapieren 0,3 0,0
Zugänge aus Unternehmenserwerben 19,2 31,1
19,5 31,1
Stand am 31. Dezember 2006 60,3 36,5
Aktive Passive
Mio EUR latente Steuern latente Steuern
GESCHÄFTSJAHR 2007
Stand am 1. Jänner 2007 60,3 36,5
Ergebniswirksame Veränderungen -5,1 -10,4
Ergebnisneutrale Veränderungen
Ergebnisneutrale Bewertung von Wertpapieren 0,1 0,0
Zugänge aus Unternehmenserwerben 0,2 7,1
0,3 7,1
Stand am 31. Dezember 2007 55,5 33,2

Steuerüberleitungsrechnung

Mio EUR 2006 2007
Ergebnis vor Ertragsteuern 130,5 164,9
Rechnerische Ertragsteuer 32,6 41,2
Steuerminderung aufgrund von
steuerfreien Dividenden und Beteiligungserträgen -0,3 -0,3
Teilwertabschreibung Tochtergesellschaften 0,0 -2,3
Firmenwertabschreibungen -0,1 0,0
Steuersatzänderungen 0,0 -0,3
Anpassung an ausländische Steuersätze -0,1 0,0
Übrige steuermindernde Posten -0,2 -0,8
-0,6 -3,7
Steuermehrung aufgrund von
Anpassung an ausländische Steuersätze 0,0 0,3
Übrige steuermehrende Posten 0,4 1,9
0,4 2,3
Ertragsteueraufwand der Periode 32,5 39,8
Aperiodischer Ertragsteueraufwand/-ertrag 0,0 0,0
Veränderung nicht gebildeter
aktiver latenter Steuern auf Verlustvorträge -1,7 2,4
Tatsächliche Ertragsteuer 30,8 42,2

Sonstige Angaben

32 | Erläuterungen zum Cash-Flow-Statement

Der Cash-Flow aus dem Erwerb von Tochterunternehmen setzt sich wie folgt zusammen:

Mio EUR 2006 2007
Unternehmenserwerbe
Auszahlungen für Unternehmenserwerbe -59,0 -76,8
Übernommene Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 1,7 5,0
-57,3 -71,9

33 | Finanzinstrumente

Zu den Finanzinstrumenten zählen finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten (originäre Finanz instrumente) sowie derivative Finanzinstrumente.

Die Gegenüberstellung der Buch- und Marktwerte von im Post Konzern vorhandenen finanziellen Ver mögens werten und Verbindlichkeiten zeigt folgendes Bild:

31. 12. 2006 31. 12. 2007
Mio EUR Buchwert Marktwert Buchwert Marktwert
Finanzielle Vermögenswerte
Zur Veräußerung verfügbar 199,0 198,8 147,0 147,0
Erfolgswirksam zum
beizulegenden Zeitwert bewertet 0,0 0,0 0,0 0,0
Kredite und Forderungen 354,5 354,5 318,5 318,5
Zu Anschaffungskosten bewertet 3,5 3,5 79,9 79,9
557,0 556,8 545,5 545,5
Finanzielle Verbindlichkeiten
Erfolgswirksam zum
beizulegenden Zeitwert bewertet 0,0 0,0 3,0 3,0
Zum Restbuchwert bewertet 417,4 416,6 428,9 428,7
417,4 416,6 432,0 431,7

In den zu Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerten ist der strategische Anteil am Konsortium zur Übernahme der BAWAG PSK enthalten. Da für diesen Anteil kein geregelter Markt existiert, erfolgt die Bewertung at cost.

(a) Derivative Finanzinstrumente k siehe auch Note 3 (q)

Derivative Finanzinstrumente werden hauptsächlich im Rahmen des Finanzmanagements eingesetzt. Sie dienen ausschließlich der Absicherung gegen finanzielle Risiken aus Veränderungen von Wechselkursen so wie Zinsen und nicht spekulativen Zwecken.

In folgender Tabelle werden der Bezugswert und der Marktwert der verschiedenen derivativen Finanzinstru mente dargestellt:

31. 12. 2006 31. 12. 2007
Nominale Nominale
Mio EUR (Bezugswert) Marktwert (Bezugswert) Marktwert
Strukturierte Zins-Swaps 5,0 0,0 5,0 -0,2
Zins-Caps 1,3 0,0 0,0 0,0
Eingebettete Derivate - - 0,0 -2,8
0,0 -3,0

Der Österreichische Post Konzern hat Zins-Swaps mit einer durchschnittlichen Restlaufzeit von 11,8 Jahren zur Verminderung des Zinsänderungsrisikos von festverzinslichen Wertpapieren und Finanzverbindlichkeiten abgeschlossen. Die festen Zinssätze lagen zum 31. Dezember 2007 zwischen 4,958 % und 5,415 % (31. 12. 2006: 4,615 % und 4,958 %). Die variablen Zinssätze sind an verschiedene Interbankensätze gebunden.

Die durchschnittlichen variablen Zinssätze, die während der Laufzeit der Swap-Vereinbarungen wesentlichen Änderungen unterliegen können, entsprechen den am Bilanzstichtag gültigen Zinssätzen.

Der Österreichische Post Konzern hat im Geschäftsjahr 2007 bei zwei strukturierten Anleihen die eingebette ten Derivate abgespalten und mit einem negativen Marktwert in Höhe von 2,8 Mio EUR angesetzt. Die Marktwerte für die Zins-Swaps und die eingebetteten Derivate entsprechen jenem Wert, den der Österreichi sche Post Konzern bei Auflösung des Geschäfts am Bilanzstichtag erhalten würde oder zahlen müsste. Dabei werden die gegenwärtigen Marktverhältnisse wie das aktuelle Zinsenniveau und die Bonität der Vertrags partner berücksichtigt.

(b) Nettogewinne und -verluste

Die folgende Tabelle zeigt die in der Gewinn- und Verlustrechnung enthaltenen Nettogewinne oder -verluste für die Geschäftsjahre 2006 und 2007:

Mio EUR 2006 2007
6,3 8,0
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete
finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten -0,2 -3,0
Kredite und Forderungen -0,5 0,1
5,6 5,1

Die Nettoverluste der zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte wurden in Höhe von 6,9 Mio EUR (2006: 5,5 Mio EUR) direkt in die Gewinn- und Verlustrechnung gebucht. Die restlichen 1,1 Mio EUR (2006: 0,8 Mio EUR) wurden erfolgswirksam aus der Rücklage für die Marktbewertung der Wertpapiere entnommen. Die Nettogewinne und -verluste aus zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten umfassen im Wesentlichen das Veräußerungsergebnis aus Wertpapieren (2,9 Mio EUR) sowie Dividenden- und Wert papiererträge (5,2 Mio EUR). Das Ergebnis der erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finan ziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten entspricht dem Bewertungs- und Veräußerungsergebnis der derivativen Finanzinstrumente. Die Kategorie Kredite und Forderungen enthält vor allem Wertminderungen in Höhe von 0,7 Mio EUR (2006: 0,7 Mio EUR) und Wertaufholungen von Forderungen in Höhe von 0,9 Mio EUR (2006: 0,3 Mio EUR).

(c) Gesamtzinserträge und -aufwendungen

Die Gesamtzinserträge und -aufwendungen für finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, mit Aus nahme der erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten, stellen sich dar wie folgt:

Mio EUR 2006 2007
Gesamtzinserträge 7,9 10,3
Gesamtzinsaufwendungen -1,7 -7,9
6,2 2,4

34 | Risiken/Risikomanagement

(a) Darstellung der Risikoarten

Liquiditätsrisiko

Aufgabe der Liquiditätssicherung ist die jederzeitige Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit der Unternehmens gruppe. Basis des Liquiditätsmanagements ist ein Liquiditätsplan, der laufend Soll-Ist-Analysen unterzogen und bei Bedarf angepasst wird. Durch die aktive Steuerung von Zahlungsströmen wird der Zinssaldo optimiert. Die folgenden Tabellen zeigen die Fälligkeiten der noch zu leistenden Bruttozahlungsverpflichtungen zum 31. Dezember 2006 und 2007:

Restlaufzeiten
Brutto bis über
Mio EUR Buchwert Cash-Flow 1 Jahr 1–5 Jahre 5 Jahre
GESCHÄFTSJAHR 2006
Finanzverbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten (fix verzinst) 19,5 21,3 0,9 11,6 8,8
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten (variabel verzinst) 15,1 16,7 4,3 12,4 0,0
Verbindlichkeiten ABCP Programm 53,7 53,7 53,7 0,0 0,0
Verbindlichkeiten Finanzierungsleasing 39,1 45,5 9,1 27,1 9,3
Andere Finanzverbindlichkeiten
(ohne Derivate) 21,2 21,2 20,5 0,7 0,0
148,8 158,4 88,5 51,8 18,1
Verbindlichkeiten – Finanzinstrumente
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen 238,5 238,5 238,5 0,0 0,0
Verbindlichkeiten gegenüber
assoziierten Unternehmen 1,2 1,2 1,2 0,0 0,0
Andere Verbindlichkeiten – Finanzinstrumente 28,9 29,7 26,0 2,9 0,8
268,6 269,4 265,7 2,9 0,8
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Summe finanzielle Verbindlichkeiten 417,4 427,8 354,1 54,7 18,9
Andere Verbindlichkeiten
(keine Finanzinstrumente) 106,2 93,5 89,7 3,8 0,0
Summe Verbindlichkeiten 523,6 521,2 443,8 58,5 18,9
Restlaufzeiten
Brutto bis über
Mio EUR Buchwert Cash-Flow 1 Jahr 1–5 Jahre 5 Jahre
GESCHÄFTSJAHR 2007
Finanzverbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten (fix verzinst) 17,6 19,5 10,4 1,0 8,1
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten (variabel verzinst) 49,3 50,6 33,0 17,4 0,3
Verbindlichkeiten ABCP Programm 49,2 49,2 49,2 0,0 0,0
Verbindlichkeiten Finanzierungsleasing 44,4 50,4 21,0 23,8 5,7
Andere Finanzverbindlichkeiten
(ohne Derivate) 23,6 23,6 20,6 2,7 0,3
184,2 193,4 134,2 44,8 14,3
Verbindlichkeiten – Finanzinstrumente
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen 210,0 210,0 210,0 0,0 0,0
Verbindlichkeiten gegenüber
assoziierten Unternehmen 0,8 0,8 0,8 0,0 0,0
Andere Verbindlichkeiten – Finanzinstrumente 34,0 34,0 29,1 4,5 0,5
244,8 244,8 239,8 4,5 0,5
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten 3,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Summe finanzielle Verbindlichkeiten 432,0 438,2 374,1 49,3 14,8
Andere Verbindlichkeiten
(keine Finanzinstrumente) 115,0 99,1 95,8 3,3 0,0
Summe Verbindlichkeiten 547,0 537,3 469,8 52,6 14,8

Kreditrisiko/Kontrahentenrisiko/Produktrisiko

Auf der Aktivseite stellen die ausgewiesenen Beträge gleichzeitig das maximale Bonitäts- und Ausfallsrisiko dar, da keine generellen Aufrechnungsvereinbarungen bestehen. Das Risiko bei Forderungen kann insgesamt als gering eingeschätzt werden, da die Mehrzahl der Kunden bar bezahlt oder einem Bankeinzugsverfahren zugestimmt hat. Ferner besteht ein Großteil der offenen Forderungen gegenüber ausländischen Postgesell schaften, bei denen es sich um Vertragspartner bester Bonität handelt.

Soweit bei den finanziellen Vermögenswerten Ausfallsrisiken erkennbar sind, werden diese Risiken durch Wertberichtigungen erfasst. Zur Vermeidung von Kreditrisiken werden Finanzkontrakte nur mit Kontrahen ten einwandfreier Bonität abgeschlossen. Aus diesem Grund wird das allgemeine Kreditrisiko aus den eingesetzten Finanzinstrumenten für gering gehalten.

Für Geldmarkttransaktionen bestehen festgelegte Handelslimits. Zur Begrenzung des Ausfallsrisikos bei An leihen, Schuldverschreibungen und strukturierten Finanzierungen werden nur Papiere von Emittenten mit einem Rating von zumindest A (Moody's bzw. S&P-Äquivalent) oder vergleichbarer Bonität herangezogen. Als Handelspartner für OTC-Transaktionen oder für in strukturierten Geschäften integrierte Transaktionen kommen gleichfalls nur Kontrahenten mit erstklassiger Bonität in Frage. Anteile an Investmentfonds werden nur an international anerkannten Kapitalanlagegesellschaften gehalten. Besonderes Augenmerk gilt auch der Liquidität und der Abwicklungssicherheit der abgeschlossenen Finanzprodukte.

Nicht Überfällig Überfällig
Mio EUR überfällig bis 1 Jahr über 1 Jahr Gesamt
GESCHÄFTSJAHR 2006
Buchwert vor Wertberichtigungen 340,8 20,1 6,3 367,2
abzüglich Einzelwertberichtigung 4,4 1,3 5,6 11,3
abzüglich
Pauschale (Einzel-)Wertberichtigung 1,0 0,2 0,2 1,4
Buchwert nach Wertberichtigungen 335,4 18,6 0,6 354,5
GESCHÄFTSJAHR 2007
Buchwert vor Wertberichtigungen 304,8 18,4 10,1 333,2
abzüglich Einzelwertberichtigung 1,4 2,5 8,9 12,8
abzüglich
Pauschale (Einzel-)Wertberichtigung 1,2 0,3 0,2 1,7
Buchwert nach Wertberichtigungen 302,2 15,6 0,9 318,7

Die Überfälligkeitsstruktur der Forderungen für die Geschäftsjahre 2006 und 2007 zeigt folgendes Bild:

Zinsänderungsrisiko

Das Zinsänderungsrisiko stellt das Risiko dar, das sich aus der Wertänderung von Finanzinstrumenten, anderen Bilanzposten oder zinsbedingten Zahlungsströmen infolge von Schwankungen von Marktzinssätzen ergibt. Das Zinsänderungsrisiko beinhaltet das Barwertrisiko bei fest verzinsten Bilanzposten und das Zahlungs stromrisiko bei variabel verzinsten Bilanzposten.

Ein Zinsänderungsrisiko liegt vor allem bei Forderungen und Verbindlichkeiten mit Laufzeiten über einem Jahr vor. Solche längeren Laufzeiten sind im operativen Bereich nicht von materieller Bedeutung, spielen je doch bei Finanzinvestitionen in Wertpapiere, anderen Finanzanlagen sowie Finanzverbindlichkeiten eine Rolle.

Die Steuerung des Zinsänderungsrisikos im Finanzbereich orientiert sich am Portefeuille-Ansatz. Gesteuert werden grundsätzlich nicht Einzelpositionen, sondern das gesamte Finanzportefeuille unter Bedachtnahme auf die jeweilige Grundtransaktion. Zu diesem Zweck werden selektiv auch derivative Instrumente wie Zins-Swaps eingesetzt. Das Finanzportefeuille wird täglich dem vorgegebenen Benchmark gegenübergestellt.

Eine detaillierte Darstellung der Finanzinvestitionen in Wertpapiere und der anderen Finanzanlagen findet sich in Note 20 und 21 des Konzernanhangs, Details zu Finanzverbindlichkeiten können Note 29 entnommen werden.

Eine Änderung des Marktzinssatzes um ± 1 Prozentpunkt hätte bei Gleichbleiben aller übrigen Parameter folgende Auswirkung auf die Höhe der in folgender Tabelle angeführten Positionen:

Marktzinssatz
+ 1 %-Punkt – 1 %-Punkt
GESCHÄFTSJAHR 2006
Sonstiges Finanzergebnis 1,2 -1,5
Eigenkapital 0,0 0,0
GESCHÄFTSJAHR 2007
Sonstiges Finanzergebnis 2,4 -1,6
Eigenkapital 0,0 0,0

Währungsänderungsrisiko

Als Währungsänderungsrisiko wird der mögliche Verlust aus Marktveränderungen durch schwankende Wechselkurse angesehen.

Auf der Aktivseite ergeben sich keine Risiken aus Währungsänderungen, da Lieferungen nahezu zur Gänze auf Euro-Währungsbasis abgewickelt werden. Gleiches gilt grundsätzlich für die übrigen originären Finanz instrumente. Für künftige Fremdwährungszahlungen, resultierend aus bestehenden Vertragsverpflich tungen, wurden zur Absicherung des Wechselkurses Devisentermingeschäfte abgeschlossen.

Organisatorische Risiken

Durch die Organisation der Tätigkeitsabläufe (wie z. B. Trennung von Handel und Buchführung von Finanz transaktionen, Sicherung von elektronischen Daten) sind organisatorische Risiken im Finanzbereich so weit wie möglich ausgeschaltet.

(b) Risikomanagement

Ziel des Finanz- und Risikomanagements des Österreichischen Post Konzerns ist die Sicherung des Unter nehmenserfolgs gegen finanzielle Risiken jeglicher Art. Grundsätzlich wird beim Management der Finanz positionen ein strategischer Portefeuille-Ansatz unter Bedachtnahme auf eine konservative Risikopolitik verfolgt.

Die aktuelle Risikosituation im Finanzbereich wird laufend in einem standardisierten Berichtswesen dargelegt. Im Österreichischen Post Konzern bestehen klare schriftliche Strategien und operative Richtlinien für die Behandlung aller finanziellen Risiken.

Das Risikomanagement unterliegt einem vom Vorstand beschlossenen Regelwerk, welches Ziele, Grund sätze, Aufgaben und Kompetenzen festlegt. Darüber hinaus formuliert dieses Regelwerk standardisierte Abläufe, um Revisionssicherheit zu gewährleisten.

35 | Eventualforderungen

Gegen den anlässlich einer Lohnsteuerprüfung beim Mutterunternehmen ergangenen Haftungs- und Abgaben bescheid vom 12. Mai 2003 wurde das Rechtsmittel der Berufung ergriffen. In der Berufung wird unter anderem angeführt, dass die seit 1. Mai 1996 von der Österreichischen Post AG für Beamte geleisteten Dienstgeber beiträge zum Familienlastenausgleichsfonds zu Unrecht selbst berechnet und abgeführt wurden. Begründet wird dies damit, dass durch das Budgetbegleitgesetz 2003 klarstellend ausgeführt wird, dass rückwirkend mit 1. Mai 1996 zu den ersatzpflichtigen Aktivbezügen der vom Bund der Österreichischen Post AG zugewiesenen Beamten auch die diesen Beamten gezahlten Familienbeihilfen nach dem Familienlastenausgleichs gesetz oder die abgeführten Dienstgeberbeiträge nach § 39 Abs 4 FLAG 1967 zählen. Hieraus lässt sich ableiten, dass die Österreichische Post AG selbst für die ihr zugewiesenen Beamten niemals dienstgeberbeitragspflichtig war, sondern nur dem Bund im Rahmen der zu ersetzenden Aktivbezüge einen allenfalls von ihm zu tragenden Dienstgeberbeitrag zu ersetzen hätte. Da der Bund als Selbstträger mit der Summe der Beamten bezüge nicht dienstgeberbeitragspflichtig ist, erfolgte bei wörtlicher Auslegung des § 17 Abs 6 a PTSG seit 1. Mai 1996 die Abfuhr der Dienstgeberbeiträge zu Unrecht. Im Gegenzug hätte die Österreichische Post AG die bisher vom Bund getragenen Familienbeihilfen nach dem Familienlastenausgleichsgesetz zu ersetzen gehabt. Ein allfälliger Anspruch aus diesem Rechtsmittel wurde nicht bilanziert. Das Finanzamt hat in der Berufungsentscheidung vom 23. August 2004 die von der Österreichischen Post AG diesbezüglich eingebrachte Berufung abgewiesen. Da dieser Sachverhalt bereits beim VwGH anhängig ist, hat die Österreichi sche Post AG am 22. September 2004 einen Antrag auf Erstreckung der Frist zur Einbringung einer Berufung an die Abgabenbehörde II. Instanz eingebracht, womit das Berufungsverfahren über die Verpflichtung zur Entrichtung des Dienstgeberbeitrages für Beamte nach wie vor offen ist. Im Geschäftsjahr 2005 wurde von der Österreichischen Post AG gegen die von den Finanzämtern Innsbruck und Linz im Jahr 2005 ergangenen

Haftungs- und Abgabenbescheide in Bezug auf den oben beschriebenen Sachverhalt zur Wahrung der An sprüche für etwaige zu Unrecht entrichtete Dienstgeberbeiträge für Beamte das Rechtsmittel der Berufung ergriffen.

36 | Sonstige Verpflichtungen und ungewisse Verbindlichkeiten

Sonstige finanzielle Verpflichtungen resultieren im Wesentlichen aus Operating-Miet- und Leasingverträgen für Betriebs- und Geschäftsgebäude. Daneben bestehen Operating-Miet- und Leasingverträge für technische Anlagen und Maschinen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung.

Die sich aus unkündbaren Operating-Miet- und Leasingverträgen ergebenden künftigen Mindestleasing zahlungen betragen 42,3 Mio EUR (2006: 40,3 Mio EUR) für innerhalb eines Jahres fällig werdende Verpflich tungen. Verpflichtungen in Höhe von 137,3 Mio EUR (2006: 136,8 Mio EUR) werden innerhalb der nächsten fünf Jahre und 218,9 Mio EUR (2006: 218,3 Mio EUR) werden in mehr als fünf Jahren fällig.

Die wesentlichen Miet- und Leasingverträge für Betriebs- und Geschäftsgebäude beinhalten Verlängerungs optionen sowie Ausstiegsklauseln, welche den Marktkonditionen für Geschäftsliegenschaften entsprechen. Ebenso sind in diesen Verträgen Anpassungen der Leasingzahlungen an Preisindizes vorgesehen. In eingeschränktem Umfang sind die Leasingzahlungen an Umsatzzahlen gebunden. Sämtliche hierzu bestehenden Untervermietungen sind kündbar.

Für immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen wurden im Geschäftsjahr Erwerbsverpflichtungen in Höhe von 12,1 Mio EUR (2006: 5,4 Mio EUR) eingegangen.

37 | Geschäftsbeziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen

Die Republik Österreich hält über die Österreichische Industrieholding AG (ÖIAG) 51 % der Aktien der Österrei chischen Post AG. Damit zählen die Republik Österreich und die unter ihrem beherrschenden Einfluss stehen den Unternehmen zu den nahe stehenden Unternehmen und Personen des Österreichischen Post Konzerns. Weiters sind alle verbundenen und assoziierten Unternehmen sowie die Vorstände und Aufsichtsräte der Österreichischen Post AG nahe stehende Unternehmen und Personen.

Mit der BBG Bundesbeschaffung GmbH, Wien, besteht eine Vereinbarung im Namen und auf Rechnung des Bundes zur Auslieferung von Postsendungen von Bundeseinrichtungen. Im Geschäftsjahr 2007 wurden Dienstleistungen im Wert von 96,2 Mio EUR (2006: 87,3 Mio EUR) für die vertraglich festgelegten Bundes einrichtungen erbracht. Zum 31. Dezember 2007 wurden Forderungen in Höhe von 8,0 Mio EUR (31. 12. 2006: 8,4 Mio EUR) gegenüber der BBG Bundesbeschaffung GmbH ausgewiesen.

Darüber hinaus sind zahlreiche staatliche Stellen und unter dem beherrschenden Einfluss der Republik Öster reich stehende Unternehmen unmittelbar Kunden des Österreichischen Post Konzerns. Diese Geschäfts be zie hungen bestehen innerhalb des Leistungsspektrums des Österreichischen Post Konzerns zu fremdüblichen Konditionen. Die im Rahmen dieser Geschäftsbeziehungen erbrachten Leistungen sind jeweils nicht erheblich für die Gesamteinnahmen des Österreichischen Post Konzerns. Die daraus zum 31. Dezember 2007 offenen Posten werden in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ausgewiesen.

Weiters nahm die Österreichische Post AG Leistungen des im Eigentum der Republik Österreich stehenden ÖBB-Konzerns (insbesondere der Rail Cargo Austria AG und der ÖBB Infrastruktur Bau AG) zu fremdüblichen Konditionen in Anspruch. Die Aufwendungen gegenüber Unternehmen des ÖBB-Konzerns beliefen sich im Geschäftsjahr 2007 auf 19,5 Mio EUR (2006: 23,8 Mio EUR). Zum 31. Dezember 2007 wurden Forderungen in Höhe von 0,9 Mio EUR (31. 12. 2006: 1,1 Mio EUR) gegenüber dem ÖBB-Konzern ausgewiesen.

Mit assoziierten Unternehmen bestehen Geschäftsbeziehungen im Zusammenhang mit Werbung und Öffent lichkeitsarbeit sowie mit Beförderungsleistungen von Postsendungen zu fremdüblicher Preisgestaltung. Die von assoziierten Unternehmen erbrachten Leistungen betrugen 2007 2,7 Mio EUR. Die Umsatzerlöse aus Leistungen für assoziierte Unternehmen betragen in Relation zum Gesamtumsatz weniger als 0,1 %.

Folgende Vergütungen einschließlich der Veränderung von Rückstellungen wurden an Aufsichtsräte, Vor stände und leitende Angestellte in den Geschäftsjahren 2006 und 2007 gewährt:

Leitende
Mio EUR Aufsichtsräte Vorstände Angestellte Gesamt
GESCHÄFTSJAHR 2006
Kurzfristig fällige Leistungen 0,1 1,9 6,8 8,8
Leistungen nach Beendigung
des Arbeitsverhältnisses 0,0 0,1 0,0 0,1
Andere langfristig fällige Leistungen 0,0 0,3 0,2 0,5
0,1 2,2 7,0 9,3
GESCHÄFTSJAHR 2007
Kurzfristig fällige Leistungen 0,1 2,1 12,4 14,6
Leistungen nach Beendigung
des Arbeitsverhältnisses 0,0 0,1 0,0 0,1
Andere langfristig fällige Leistungen 0,0 0,1 0,0 0,1
Leistungen aus Anlass der Beendigung
des Arbeitsverhältnisses 0,0 0,0 0,1 0,1
0,1 2,2 12,5 14,9

Im Geschäftsjahr 2007 bestanden Geschäftsbeziehungen mit leitenden Angestellten im Volumen von 1,0 Mio EUR (2006: 0,2 Mio EUR). Zudem bestanden zum 31. Dezember 2007 Verbindlichkeiten gegenüber nahe stehenden Unternehmen und Personen in Höhe von 0,9 Mio EUR (31. 12. 2006: 0,0 Mio EUR). Dabei handelt es sich um ein an ein Tochterunternehmen gewährtes Darlehen mit einer Verzinsung in Höhe von 4,5 % p.a.

38 | Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag, die für die Bewertung am Bilanzstichtag von Bedeutung sind, wie offene Rechtsfälle oder Schadenersatzforderungen sowie andere Verpflichtungen oder Drohverluste, die gemäß IAS 10 gebucht werden müssen, sind im vorliegenden Konzernabschluss berücksichtigt.

Ende Jänner 2008 hat die Österreichische Post die restlichen 49 % der Anteile an Scanpoint Europe erworben. Das Kerngeschäft der Scanpoint-Gesellschaften ist die datenschutzrechtliche Digitalisierung von Dokumen ten sowie die Zulieferung geschäftsrelevanter Informationen in den hausinternen Workflow des Kunden.

39 | Konzernunternehmen

Eigenkapital Perioden
Anteil 31. 12. 2007 ergebnis 2007 Konsolidie
Name und Sitz des Unternehmens in % Mio EUR Mio EUR rungsart
feibra GmbH, Wien 100,00 11,4 5,2 VK
PROWERB Gesellschaft für
produktive Werbung GmbH, Wien 100,00 0,2 0,1 VK
Medien.Zustell GmbH, Wien 100,00 0,2 0,1 VK
Feibra Magyarország Kft, Budapest 100,00 1,4 0,2 VK
Austrian Post International
Deutschland GmbH, Bonn 100,00 1,2 0,2 VK
Post Paket Service GmbH, Wien 100,00 36,1 0,0 VK
Post International Beteiligungs GmbH, Wien 100,00 44,1 3,9 VK
Slovak Parcel Service s. r. o., Bratislava 100,00 3,7 1,7 VK
In Time s.r.o., Bratislava 100,00 0,8 0,2 VK
Overseas Trade Co Ltd d.o.o., Zagreb 100,00 7,1 0,6 VK
Post.Wertlogistik GmbH, Wien 100,00 2,9 0,6 VK
Post & Telekom Immobilien
gesellschaft mbH, Wien 100,00 1,4 0,1 VK
PTI Immobilienvermittlung GmbH, Wien 100,00 0,4 0,1 VK
Post & Co Vermietungs OEG, Wien 100,00 127,0 2,9 VK
Post.Maintain Management Objektverwaltungs
und -instandhaltungs GmbH, Wien 100,00 14,6 8,4 VK
A4 Business Solutions GmbH, Wien 100,00 0,1 0,1 VK
Kolos s.r.o., Bratislava 100,00 0,4 0,2 VK
Kolos Marketing s.r.o., Prag 100,00 0,0 0,0 VK
Post Eins Beteiligungs GmbH, Wien 100,00 60,7 -13,7 VK
Post Zwei Beteiligungs GmbH, Wien 100,00 61,4 -12,9 VK
Post Drei Beteiligungs GmbH, Wien 100,00 62,6 0,0 VK
Post Vier Beteiligungs GmbH, Wien 100,00 62,7 0,0 VK
Post Fünf Beteiligungs GmbH, Wien 100,00 34,1 3,5 VK
Praetorium Holding GmbH, Weinheim1 76,15 46,1 0,0 VK
trans-o-flex GmbH, Weinheim 76,15 34,5 -6,2 VK
trans-o-flex Verwaltung GmbH, Weinheim 76,15 0,0 0,0 VK
trans-o-flex Schnell-Lieferdienst
GmbH & Co KG, Weinheim 76,15 -71,0 10,1 VK
trans-o-flex Transport Logistik GmbH, Weinheim 76,15 0,0 0,4 VK
trans-o-flex Customer-Service GmbH, Weinheim 76,15 0,0 0,0 VK
trans-o-flex Linienverkehr GmbH, Weinheim 76,15 0,1 0,5 VK
trans-o-flex Logistik Service GmbH, Weinheim 76,15 0,0 0,1 VK
trans-o-flex Admin-Service GmbH, Weinheim 76,15 0,0 0,1 VK
trans-o-flex IT-Service GmbH, Weinheim 76,15 0,0 0,1 VK
ThermoMed Verwaltungs GmbH, Herborn 76,15 0,0 0,0 VK
trans-o-flex ThermoMed GmbH & Co KG, Köln 76,15 0,7 0,4 VK
EBUR Grundstücks-Verwaltungs
GmbH & Co KG, Grünwald2 76,15 0,0 0,1 VK
Eigenkapital Perioden
Anteil 31. 12. 2007 ergebnis 2007 Konsolidie
Name und Sitz des Unternehmens in % Mio EUR Mio EUR rungsart
TTL Tour-Trans Logistic Services GmbH, Kerpen 76,15 0,3 0,7 VK
TTV Tour-Trans Verteilerservice GmbH, Kerpen 76,15 0,3 0,1 VK
Eurodis GmbH, Weinheim 76,15 0,1 0,0 VK
DDS Dedicated Distribution Services B.V.,
Amsterdam 76,15 0,1 -1,2 VK
Van Osselaer Pieters Colli Services B.V.B.A.,
Sint Niklaas 76,15 2,8 -0,7 VK
trans-o-flex Accounting Service GmbH,
Weinheim 76,15 0,0 0,0 VK
trans-o-flex Billing Service GmbH, Weinheim 76,15 0,0 0,0 VK
trans-o-flex Nederland B.V., Utrecht 76,15 -0,8 -0,1 VK
eurodisnet GmbH, Weinheim3 100,00 -2,3 -1,5 VK
Weber Escal d.o.o., Zagreb 100,00 1,9 0,3 VK
City Express d.o.o., Belgrad 100,00 4,4 -0,3 VK
Scanpoint Europe Holding GmbH, Wien 51,00 1,1 -0,3 VK
Scanpoint Deutschland GmbH, Waldbronn 51,00 1,5 0,6 VK
Scanpoint Slovakia s.r.o., Slowakei 51,00 0,0 -0,1 VK
Scherübl Transport GmbH, Frankenburg/a.H.1 74,90 0,4 -0,5 VK
Austrian Post International Ungarn, Budapest 100,00 16,8 -0,1 VK
Road Parcel Logistics Services Kft., Budapest 100,00 0,4 0,0 VK
Merland Expressz Logistics Service Kft., Sülysáp 100,00 0,1 -0,1 VK
meiller direct GmbH, Schwandorf 100,00 38,2 0,0 VK
meiller Weiterverarbeitung GmbH, Schwandorf 100,00 0,8 -0,3 VK
meiller lettershop GmbH, Schwandorf 100,00 0,4 -0,2 VK
meiller Dialogservice GmbH, Schwandorf 100,00 0,0 0,4 VK
meiller direct s.r.o., Nyrany 100,00 1,8 0,1 VK
meiller direct sarl., Versailles 100,00 1,0 0,1 VK
meiller direct LTD., Kent 100,00 0,0 0,0 VK
meiller direct AB, Landskrona 100,00 0,0 0,0 VK
meiller lithorex AB, Landskrona 100,00 0,0 -0,3 VK
Omnimedia Werbegesellschaft mbH, Wien 21,00 1,8 1,2 EQ
FEIPRO Vertriebs GesmbH, Gaweinstal 50,00 0,4 0,3 EQ
Mader Zeitschriftenverlags GmbH, Wien4 74,90 0,5 0,5 EQ
OMNITEC Informationstechnologie
Systemservice GmbH, Wien 50,00 0,3 0,0 KK

1 Bei der Praetorium Holding GmbH und den von ihr beherrschten Gesellschaften sowie bei der Scherübl Transport GmbH werden aufgrund der den Minderheitengesellschaftern zustehenden Put-Optionen 100 % der Anteile konsolidiert und damit keine Minderheitenanteile im Eigenkapital gezeigt sowie der Firmenwert in vollem Ausmaß angesetzt.

2 Die Einbeziehung dieser Gesellschaft erfolgt auf Basis von SIC 12 als Zweckgesellschaft. Der Anteil am Kapital entspricht dem von der Österreichischen Post gehaltenen Kommanditanteil.

3 Vormals Eurodis GmbH; in Liquidation

4 Einbezug in den Konzernabschluss erfolgt nach der Equity-Methode aufgrund fehlender Beherrschungsmöglichkeit durch vertraglich vereinbarte Minderheitenrechten.

VK Vollkonsolidierung

EQ Equity-Konsolidierung

KK keine Konsolidierung wegen Unwesentlichkeit

40 | Erklärung der gesetzlichen Vertreter

Als gesetzliche Vertreter der Österreichischen Post AG versichern wir nach bestem Wissen, dass der im Ein klang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte (Konzern-)Abschluss zum 31. Dezem ber 2007 ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Österreichischen Post AG und der Gesamtheit der in die Konsolidierung einbezogenen Unternehmen vermittelt. Wir versichern weiter, dass der (Konzern-)Lagebericht für das Geschäftsjahr 2007 ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanzund Ertragslage für die Gesamtheit der in die Konsolidierung einbezogenen Unternehmen vermittelt.

Der Vorstand der Österreichischen Post AG hat den geprüften Konzernabschluss zum 31. Dezember 2007 am 6. März 2008 zur Weitergabe an den Aufsichtsrat freigegeben. Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, den Kon zernabschluss zu prüfen und zu erklären, ob er den Konzernabschluss billigt.

Wien, am 6. März 2008

Der Vorstand

DipI.-Ing. Dr. Herbert Götz e. h. DipI.-Ing. Walter Hitziger e. h. Vorstandsdirektor Vorstandsdirektor

Dr. Anton Wais e. h. Mag. Dr. Rudolf Jettmar e. h. Generaldirektor Generaldirektor-Stellvertreter

Uneingeschränkter Bestätigungsvermerk

Bericht zum Konzernabschluss

Wir haben den beigefügten Konzernabschluss der Österreichische Post Aktiengesellschaft, Wien, für das Geschäftsjahr vom 1. Jänner bis 31. Dezember 2007 geprüft. Dieser Konzernabschluss umfasst die Konzern bilanz zum 31. Dezember 2007, die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, die Konzerngeldflussrechnung und die Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung für das am 31. Dezember 2007 endende Geschäftsjahr sowie eine Zusammenfassung der wesentlichen angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und sonstige Anhangangaben.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind für die Aufstellung eines Konzernabschlusses verantwortlich, der ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind, vermittelt. Diese Verantwortung beinhaltet: Gestaltung, Umsetzung und Aufrechterhaltung eines internen Kontroll systems, soweit dieses für die Aufstellung eines Konzernabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, damit dieser Konzernabschluss frei von wesentlichen Fehldarstellungen, sei es aufgrund beabsichtigter oder unbeabsichtigter Fehler, ist; die Auswahl und Anwendung geeigneter Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden; die Vornahme von Schätzungen, die unter Berücksichtigung der gegebenen Rahmenbedingungen angemessen erscheinen.

Verantwortung des Abschlussprüfers

Unsere Verantwortung besteht in der Abgabe eines Prüfungsurteils zu diesem Konzernabschluss auf der Grundlage unserer Prüfung. Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung der in Österreich geltenden gesetzlichen Vorschriften und der vom International Auditing and Assurance Standards Board (IAASB) der Inter national Federation of Accountants (IFAC) herausgegebenen International Standards on Auditing (ISAs) durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern, dass wir die Standesregeln einhalten und die Prüfung so planen und durchführen, dass wir uns mit hinreichender Sicherheit ein Urteil darüber bilden können, ob der Kon zern abschluss frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist.

Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen hinsichtlich der Beträge und sonstigen Angaben im Konzernabschluss. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers, unter Berücksichtigung seiner Einschätzung des Risikos eines Auftretens wesentlicher Fehldarstellungen, sei es aufgrund beabsichtigter oder unbeabsich tigter Fehler. Bei der Vornahme dieser Risikoeinschätzungen berücksichtigt der Abschlussprüfer das interne Kontrollsystem, soweit es für die Aufstellung eines Konzernabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, um unter Berück sichtigung der Rahmenbedingungen geeignete Prüfungshandlungen festzulegen, nicht jedoch um ein Prüfungs urteil über die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems des Konzerns abzugeben. Die Prüfung umfasst ferner die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und der von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen, wesentlichen Schätzungen sowie eine Würdigung der Ge samtaussage des Konzernabschlusses.

Wir sind der Auffassung, dass wir ausreichende und geeignete Prüfungsnachweise erlangt haben, sodass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unser Prüfungsurteil darstellt.

Prüfungsurteil

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkennt nisse entspricht der Konzernabschluss nach unserer Beurteilung den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2007 sowie der Ertragslage und der Zahlungsströme des Konzerns für das Geschäftsjahr vom 1. Jänner bis zum 31. Dezember 2007 in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU an zuwenden sind.

Bericht zum Konzernlagebericht

Der Konzernlagebericht ist aufgrund der in Österreich geltenden gesetzlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die sonstigen Angaben im Konzernlagebericht nicht eine falsche Vorstellung von der Lage des Konzerns erwecken.

Der Konzernlagebericht steht nach unserer Beurteilung in Einklang mit dem Konzernabschluss.

Wien, am 7. März 2008

KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft

Mag. Helmut Kerschbaumer e. h. Mag. Rainer Hassler e. h. Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

Bericht des Aufsichtsrats

Aufsichtsrat und Vorstand haben im Berichtsjahr in sechs Aufsichtsratssitzungen und in zwei Sitzungen des Strukturausschusses KEP neu sowie in einer Sitz ung des Prüfungsausschusses intensiv die wirtschaf tliche Lage und strategische Weiterentwick lung des Unternehmens beraten. Zusätzlich fanden nach Be darf Sitzun gen des Präsidiums statt, in welchen unter anderem im Auftrag des Aufsichtsrats die bestehende Geschäfts verteilung im Vorstand analysiert wurde.

Wesentliche Themen der Beratungen und Beschluss fassungen des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2007 waren der Erwerb einer Beteiligung von 5 % an der BAWAG Holding Coöperatie U.A. sowie der Beteiligungs erwerb von 100 % an meiller direct. Weitere Akquisitionen, die im Be richtsjahr erfolgreich abgeschlossen wurden und über die im Aufsichtsrat beraten wurde, waren Scanpoint Europe (Deutschland), Road Parcel und Merland Ex pressz (Ungarn), Scherübl (Österreich) und City Express (Serbien) und zwei weitere Paket gesellschaften in Holland und Belgien.

In der Aufsichtsratssitzung vom 7./8. August 2007 hat sich der Aufsichtsrat umfassend mit der Weiter ent wicklung der Konzernstrategie befasst.

Ein wichtiger Arbeitsschwerpunkt lag in der Neu posi tionierung der Division Paket & Logistik, die insbeson dere im Strukturausschuss KEP neu behandelt wurde. In der Aufsichtsratssitzung vom 12. Dezember 2007 wurde ein Maßnahmenpaket zur Neupositio nie rung und verbesserten Marktstellung im geänderten Paket markt beschlossen.

Im Rahmen der laufenden Berichterstattung sowie in allen Sitzungen wurde der Aufsichtsrat über die Ge schäfts- und Finanzlage des Konzerns, die Per so nal situation sowie die Investitionsvorhaben unterrichtet.

Der Vorstand hat dem Aufsichtsrat in schriftlicher und mündlicher Form regelmäßig, zeitnah und um fassend über alle relevanten Fragen der Geschäfts entwick lung, einschließlich der Risikolage und des Risikomanage ments in der Gesellschaft und in den wesentlichen Konzernunternehmen berichtet und Auskunft ge geben. Der Aufsichtsrat hat aufgrund dieser Bericht erstattung die Geschäftsführung des Vorstands lau fend überwacht und begleitend unterstützt.

Darüber hinaus hat der Aufsichtsratsvorsitzende regel mäßig Kontakt mit dem Vorstandsvorsitzenden ge halten und mit ihm die Strategie, die Ge schäfts ent wicklung und das Risikomanagement des Unter neh mens diskutiert.

Zur Prüfung und Vorbereitung der Feststellung des Jahresabschlusses 2007, des Vorschlags der Gewinn verwendung und des Lageberichts sowie des Kon zer nabschlusses 2007 und des Konzernlageberichts hat der Prüfungsausschuss unter Beiziehung des Abschlussprüfers stattgefunden.

Der Jahresabschluss und der Konzernabschluss einschließlich der Notes gemäß International Financial Repor ting Standards (IFRS) wurden von der KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerbe ratungs gesellschaft geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Der Lage bericht steht im Einklang mit dem Jahres- und Kon zernabschluss.

Sämtliche Abschlussunterlagen, der Gewinnverwen dungsvorschlag des Vorstands und die Prüfungs be richte der Abschlussprüfer wurden dem Aufsichtsrat vorgelegt. Der Aufsichtsrat hat die Unterlagen gemäß § 96 AktG geprüft, keine Bean stan dungen festgestellt und stimmt dem Ergebnis der Abschlussprüfung zu.

Der Aufsichtsrat billigt den Jahresabschluss 2007, der damit gemäß § 125 Abs. 2 AktG festgestellt ist und er klärt sich mit dem Lagebericht sowie mit dem ge mäß § 245a UGB aufgestellten Konzernabschluss 2007 und Konzernlagebericht einverstanden.

Der Aufsichtsrat schließt sich dem Vorschlag des Vorstands an, vom Bilanzgewinn von 169.231.937,24 EUR eine Ausschüttung von 98.000.000,00 EUR am 6. Mai 2008 vorzunehmen, eine Bonusdividende in der Höhe von 70.000.000,00 EUR am 5. September 2008 auszuschütten und den Rest in der Höhe von 1.231.937,24 EUR auf neue Rechnung vorzutragen.

Der Aufsichtsrat dankt den Mitgliedern des Vor stan ds sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren engagierten Einsatz im Geschäftsjahr 2007.

Wien, 11. März 2008

Dr. Peter Michaelis e. h. Vorsitzender des Aufsichtsrats

Geschichte der Post

1490 Erste standardisierte Postverbindung Europas zwischen Innsbruck
und Mechelen (Belgien)
1750 Ab Mitte des 18. Jahrhunderts regelmäßig Postkutschenverkehr
1787 Erstmalige Verwendung von Orts- und Tagesstempeln
1817 Neuordnung des Portoentrichtungssystems, Einführung der Briefkästen
1850 Einführung der Briefmarken, Beginn des Transports von Postsendungen per Bahn
1863 Internationale Postkonferenz in Paris – Richtlinien für den Abschluss
internationaler Postverträge
1869 Erste Postkarten, eine Erfindung aus Österreich, gelangen in Umlauf
1874 Gründung des Weltpostvereins
1875 Erfindung und Inbetriebnahme einer pneumatischen Rohrpostanlage in Wien
1916 Erste Hausbriefkästen in Österreich
1918 Weltweit erster ziviler Flugpostdienst in Österreich
1966 Etablierung des Postleitzahlensystems
1986 Express Mail Service (EMS) als neues Service mit prioritärer Behandlung
für Briefe und Pakete
1996 Gründung der Post und Telekom Austria (PTA)
1998 Telekom Austria wird von Post und Telekom Austria (PTA) durch Spaltung getrennt
1999 Rechtliche Verselbstständigung der Österreichischen Post AG
Gezielte Investitionen in Modernisierung der Logistikinfrastruktur
2001 Abspaltung und Übertragung des Postautodienstes (Österreichische Postbus AG) an die ÖIAG
Akquisition von 74,9 % an feibra Österreich (unadressierte Werbesendungen)
2002 Akquisition der slowakischen Paketgesellschaften Slovak Parcel Service (SPS) und In-Time
2003 Übernahme der kroatischen Overseas Trade (Paketgeschäft)
2004 Verkauf der Postversicherung
Erwerb von feibra Ungarn (unadressierte Werbesendungen)
2005
Aufstockung des Anteils an feibra Österreich (unadressierte Werbesendungen) auf 100 %
2006 Börsegang an der Wiener Börse – 49 % Streubesitz
Akquisition von Kolos (Werbesendungen, Slowakei), Wiener Bezirkszeitung (Medienpost,
Österreich), trans-o-flex (B2B-Paketgeschäft/Speziallogistik, Deutschland)

Erwerb eines Anteils in Höhe von 5 % am Konsortium zur Übernahme der BAWAG PSK

Glossar – allgemein

Business to Business (B2B) B2B bezeichnet das Geschäft, das von einem Unternehmen mit anderen Unter nehmen gemacht wird.

Business to Consumer (B2C) Im Gegensatz zu B2B ist beim B2C-Bereich der Privatkunde und Endverbraucher Leistungs empfänger.

CEE Zentral- und Osteuropa.

Consumer to Business (C2B) Beziehungen zwischen Privatpersonen und Unternehmen.

Consumer to Consumer (C2C) C2C bezeichnet (Geschäfts-)Beziehungen zwischen Privatpersonen.

Corporate Governance Grundsätze und Regelungen für eine verantwortungsbewusste Unternehmens führung und -steuerung im Sinn aller Stakeholder; für heimische Unternehmen im Österreichischen Corporate Governance Kodex zusammengefasst.

EMS Express Mail Service der Österreichischen Post, Österreichs Marktführer unter den Expressdiensten.

Hub Knotenpunkt in einem Logistiknetzwerk, über den Warenströme transportiert und umgelenkt werden.

Infomail Der Division Brief zugeordnet, umfasst dieses Geschäftsfeld die Entgegennahme und Zustellung von adressierten Werbesendungen und unadressierter Haushaltswerbung im In- und Ausland sowie Dienst leistungen aus dem Bereich des Direct Marketing (z. B. Geo-Marketing, Adressmanagement) und Poststellen-Manage ment bei Großkunden.

Liberalisierung Bis 2011 (bzw. teilweise 2013) ist von der EU eine vollständige Liberalisierung des Briefpost marktes beschlossen. Im Einklang damit wurden in einem ersten Schritt in Österreich per 1. Jänner 1998 Brief sendungen und adressierte Direktwerbung über 350 Gramm für den Wettbewerb geöffnet. Der freie Marktzugang wurde per 1. Jänner 2003 auf Sendungen über 100 Gramm sowie alle Sendungen des Outbound-Bereichs ausgedehnt. Mit 1. Jänner 2006 ist als letzte Zwischenstufe eine weitere Ausdehnung auf Brief sendungen über 50 Gramm erfolgt.

Medienpost Der Division Brief zugeordnet, ist das Geschäftsfeld Medienpost im sehr speziellen Markt der Print medien zustellung tätig.

Post.Abholstellen In Gemeindeämtern angesiedelt, bieten sie die Möglichkeit zur Abholung von Sendungen.

Post.Partner Verfügen über ein ausgewähltes Angebot an Post- und Finanzdienstleistungen. Betreiber sind Handels- oder Gewerbebetriebe, aber auch Gemeinden und Tourismusverbände.

Post.Servicestellen Vorwiegend in Gemeindeämtern eingerichtet, nehmen sie Briefe, Pakete und Erlag scheine entgegen und bieten die Möglichkeit zur Abholung von Sendungen.

Poststellenmanagement Die Poststelle eines Unternehmens oder einer Organisation wird durch die Österreichische Post betrieben (interne Verteilung, Auslieferung, Zulieferung).

Universaldienstverordnung Diese zu Beginn des Jahres 2002 vom Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie erlassene Verordnung legt Qualität und Umfang des Universaldienstes im Postbereich als Verpflichtung des Uni versaldienstbetreibers (Österreichische Post AG) fest. Zweck dieser Verordnung ist nach § 1 "eine den Be dürfnissen der Kunden entsprechende, qualitativ hochwertige, flächendeckende und all gemein erschwing liche Versorgung der Bevölkerung mit den im Rahmen des Universaldienstes zu erbringen den Postdienst leistungen zu gewähren".

Warehousing Dienstleistungen im Bereich Lagerlogistik.

Zustellbasen Knoten im Verteilnetz, von denen aus die Zusteller ihre Zustellbezirke bedienen.

Glossar – betriebswirtschaftlich

Capital Employed

Immaterielle Vermögenswerte und Firmenwerte

    • Sachanlagen
    • als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
    • Anteile an assoziierten Unternehmen
    • Vorräte
    • Forderungen
  • unverzinsliches Fremdkapital
  • = Capital Employed

Earnings before Interest and Taxes (EBIT) Ergebnis vor Zinsen und Steuern; entspricht dem Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit zuzüglich des Ergebnisses aus assoziierten Unternehmen.

EBIT-Marge EBIT im Verhältnis zum Umsatz.

Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortisation (EBITDA) Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen; entspricht dem EBIT zuzüglich der Abschreibungen.

EBITDA-Marge EBITDA im Verhältnis zum Umsatz.

Earnings before Taxes (EBT) Ergebnis vor Steuern.

Eigenkapitalquote Eigenkapital im Verhältnis zum Gesamtkapital (Bilanzsumme).

Eigenkapitalrentabilität (ROE) Ergebnis nach Ertragsteuern im Verhältnis zum Eigenkapital (ohne auf gegebene Geschäftsbereiche) zum 1. Jänner abzüglich geflossener Dividende; drückt die Ertragskraft des Unternehmens aus.

Ergebnis je Aktie Periodenergebnis dividiert durch die durchschnittliche Anzahl der Aktien.

Free Cash-Flow Cash-Flow aus Geschäftstätigkeit zuzüglich des Cash-Flow aus Investitionstätigkeit; zeigt, in welchem Umfang flüssige Mittel zur Bedienung des zu verzinsenden Kapitals zur Verfügung stehen.

IFRS International Financial Reporting Standards; internationale Rechnungslegungsstandards.

Nettofinanzmittelüberschuss bzw. Nettoverschuldung

Finanzverbindlichkeiten

    • Andere verzinsliche Verbindlichkeiten
    • Sozialkapital und andere verzinsliche Rückstellungen
  • = Verzinsliches Fremdkapital
  • Finanzinvestitionen in Wertpapiere
  • Andere Finanzanlagen und verzinsliche Forderungen
  • Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
  • = Nettofinanzmittelüberschuss bzw. Nettoverschuldung

Return on Capital Employed (ROCE) EBIT im Verhältnis zum durchschnittlichen Capital Employed.

Stichwortverzeichnis

Abschlussprüfer Seiten 16, 20, 136–139 Akquisition Seiten 4, 10, 12, 14, 17, 20, 40–42, 49–50, 62, 65, 67, 70, 76, 80, 89–92, 103, 117, 138, 141 Aktionäre Seiten 14, 21, 24, 26, 59, 61, 68, 70, 78, 85, 116–117 Aufsichtsrat Seiten 14, 16–22, 78, 99, 131–132, 135, 138–139 Ausblick Seiten 12, 80

Cash-Flow Seiten 4, 12, 38, 62, 70–71, 80, 87, 125, 127–128, 144, 147

Dividende Seiten 4, 12, 24, 26, 57, 61, 70–71, 80, 100, 117, 126, 139, 144, 146 Division Brief Seiten 8–10, 14, 17, 37–38, 44–46, 58, 65–66, 68, 73, 81, 102–104, 107, 109, 142 Division Filialnetz Seiten 8–9, 12, 14, 16–17, 19, 29, 33–34, 38, 52–53, 55, 58, 65–68, 73, 77, 83, 103–104 Division Paket & Logistik Seiten 7–9, 14, 16–17, 37–38, 48–50, 58, 65–68, 72–73, 80, 82–83, 90–91, 103, 107, 109, 120, 138

Eigenkapital Seiten 69–70, 86, 88, 92–93, 96, 116–117, 129, 133–134, 144, 147 Ergebnis Seiten 4, 66, 68, 72, 75, 80–83, 85–88, 93, 103–104, 108, 114, 117, 124, 129, 133–134, 144, 147

Investitionen Seiten 6, 12, 72, 77, 80, 88, 103–105

Liberalisierung Seiten 32–34, 36, 45, 57, 64, 75, 142

Marktposition Seiten 4, 8, 17, 36–38, 44, 48, 52, 91 Mitarbeiter Seiten 6–7, 17, 20, 25, 36, 52–54, 56–59, 61, 62, 67, 73, 77–78, 81–83, 96–98, 101, 103–104, 118–120, 139

Nachhaltigkeit Seiten 24, 56, 59 Nettoverschuldung Seiten 71, 117–118, 144

Risiko Seiten 14, 16, 20, 74–78, 95, 99–102, 122, 125–130, 136, 138

Sendungsvolumen Seite 82

Umsatz Seiten 4, 10, 12, 40, 61, 65–67, 80–83, 85, 92–93, 102–105, 114, 120, 131, 144, 147 Umwelt Seiten 56–57, 59–60, 74 Universaldienst Seiten 28, 32–34, 64, 75, 104, 143

Vergütung Seiten 16, 20–22, 97–100, 132 Vorstand Seiten 10–12, 14–16, 21–22, 78, 97, 99, 106, 131–132, 135, 138–139

Wertschöpfungsbetrachtung Seite 61 Wertschöpfungskette Seiten 8, 10, 17, 37–38, 42, 44, 46, 49–50, 65, 73, 76, 90, 103

§ 243a UGB Seite 78

Kontakt/Impressum

Österreichische Post AG

Unternehmenszentrale Postgasse 8 1010 Wien www.post.at

Investor Relations

T: +43 (0) 57767-30401 F: +43 (0) 57767-30409 E: [email protected] I: www.post.at/ir

Public Relations

T: +43 (0) 57767-32010 F: +43 (1) 400 222 017 E: [email protected] I: www.post.at/pr

Die Österreichische Post im Internet: www.post.at www.business.post.at

Konzept, Gestaltung und Gesamtkoordination: Scholdan & Company, Wien Redaktionelle Unterstützung: be.public Werbung Finanzkommunikation, Wien Foto: Gerhard Heller, Wien Druck: ueberreuter print, Korneuburg

Finanzkalender 2008

22. 4. 2008 Hauptversammlung 2008
6. 5. 2008 Ex-Dividendentag und
Dividendenzahltag
(Basisdividende 1,40 EUR1
)
16. 5. 2008 Zwischenbericht 1. Quartal 2008
14. 8. 2008 Zwischenbericht 1. Halbjahr 2008
5. 9. 2008 Ex-Dividendentag und
Dividendenzahltag
(Sonderdividende 1,00 EUR1
)
13. 11. 2008 Zwischenbericht 1.–3. Quartal 2008

1 Vorschlag an die Hauptversammlung am 22. April 2008

Wir haben diesen Geschäftsbericht mit der größtmöglichen Sorgfalt erstellt und die Daten überprüft. Rundungs-, Satzoder Druckfehler können dennoch nicht ausgeschlossen werden. Bei der Summierung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben können durch Verwendung automatischer Rechenhilfen rundungsbedingte Rechendifferenzen auftreten.

Dieser Geschäftsbericht enthält auch zukunftsbezogene Einschätzungen und Aussagen, die wir auf Basis aller uns zum gegenwärtigen Zeitpunkt zur Verfügung stehenden Informationen getroffen haben. Diese zukunftsbezogenen Aussagen werden üblicherweise mit Begriffen wie "erwarten", "schätzen", "planen", "rechnen" etc. umschrieben. Wir weisen darauf hin, dass die tatsächlichen Gegebenheiten – und damit auch die tatsächlichen Ergebnisse – aufgrund verschiedenster Faktoren von den in diesem Bericht dargestellten Erwartungen abweichen können.

Personenbezogene Formulierungen sind geschlechtsneutral zu verstehen.

Dieser Geschäftsbericht ist auch in englischer Sprache verfügbar. Maßgeblich ist in Zweifelsfällen die deutschsprachige Version.

Redaktionsschluss: 7. März 2008

Kennzahlenüberblick

20011 20021 20032 20042 2005 2006 2007
Mio EUR IFRS IFRS IFRS IFRS IFRS IFRS IFRS
Gewinn- und Umsatz 1.565,2 1.571,7 1.585,2 1.654,4 1.701,6 1.736,7 2.315,7
Verlustrechnung Sonstige betriebliche Erträge 69,5 57,4 71,7 73,0 52,9 58,8 72,6
Materialaufwand und Aufwand
für bezogene Leistungen -190,9 -198,4 -228,8 -241,8 -241,9 -258,0 -692,2
Personalaufwand -1.023,8 -1.015,0 -1.020,7 -1.046,6 -1.064,0 -1.063,0 -1.120,4
Sonstige betriebliche
Aufwendungen -257,8 -254,2 -250,6 -236,7 -223,5 -243,9 -284,0
Aufwendungen aus dem
Versicherungsgeschäft -56,4 -60,1 - - - - -
Ergebnis aus
assoziierten Unternehmen 3,6 1,0 0,9 0,7 -1,3 1,1 0,9
Ergebnis vor Zinsen, Steuern
und Abschreibungen (EBITDA) 109,4 101,6 157,7 203,1 223,8 231,7 292,7
Abschreibungen -103,3 -108,1 -129,6 -120,9 -120,8 -108,4 -130,0
Ergebnis vor
Zinsen und Steuern (EBIT) 15,1 4,1 28,1 82,2 103,0 123,3 162,8
Sonstiges Finanzergebnis 19,5 4,7 -2,5 -5,4 -2,1 7,2 2,1
Ergebnis vor Steuern (EBT) 6,1 -6,6 25,6 76,7 100,9 130,5 164,9
Ertragsteuern -8,1 -0,7 -10,8 -29,9 -10,9 -30,8 -42,2
Ergebnis aufgegebene
Geschäftsbereiche - - 2,1 3,2 9,8 - -
Periodenergebnis 17,5 -2,5 16,9 50,0 99,9 99,8 122,6
1.601,7 1.631,8 1.617,9 1.795,7 1.563,0 1.901,6 2.058,6
Bilanz Bilanzsumme 1.223,2 1.287,6 1.021,7 1.011,4 997,4 1.272,9 1.361,9
Langfristiges Vermögen 378,6 344,1 287,4 393,7 542,6 614,9 694,3
Kurzfristiges Vermögen
Zur Veräußerung gehaltene
langfristige Vermögenswerte und - - 308,7 390,6 23,0 13,8 2,4
aufgegebene Geschäftsbereiche 749,7 718,9 698,9 712,5 762,1 821,4 874,3
Eigenkapital 400,6 426,3 218,2 287,5 361,3 564,0 598,0
Langfristige Verbindlichkeiten 451,5 486,6 405,2 421,0 439,6 516,2 586,3
Kurzfristige Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten
aufgegebene Geschäftsbereiche - - 295,6 374,7 - - -
Cash-Flow Cash-Flow aus dem Ergebnis 100,3 121,2 127,6 263,7 283,1 277,9 292,4
Cash-Flow aus der
Geschäftstätigkeit 49,6 76,3 145,0 223,8 298,0 238,0 295,9
Cash-Flow aus der
Investitionstätigkeit 25,5 -153,8 -44,4 -125,5 -92,6 -142,6 -142,4
Free Cash-Flow 75,2 -76,6 100,6 98,3 205,4 95,4 153,4
Zunahme des
Finanzmittelbestandes -451,5 -55,7 -2,3 33,9 124,2 55,0 80,0

1 Inklusive Versicherungssparte (Postversicherung AG)

2 Bereinigt um Versicherungssparte (Postversicherung AG)

UGB Jahresabschluss zum 31. Dezember 2007 der Österreichischen Post AG

Bilanz Gewinn- und Verlustrechnung Anhang Lagebericht

Bilanz zum 31. Dezember 2007

Aktiva

31.12.2007
EUR
31.12.2006
TEUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte
und ähnliche Rechte 8.002.664,00 5.869
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten,
einschließlich der Bauten auf fremdem Grund 344.978.590,49 373.370
2. Technische Anlagen und Maschinen 60.871.655,55 61.880
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 100.223.423,00 93.885
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau 3.269.385,48 8.174
509.343.054,52 537.309
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 383.566.145,37 287.590
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 47.465.048,68 47.030
3. Beteiligungen 988.494,90 988
4. Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens 223.752.146,22 201.432
5. Sonstige Ausleihungen 0,00 2.666
655.771.835,17 539.706
1.173.117.553,69 1.082.884
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Hilfs- und Betriebsstoffe 6.372.475,32 7.643
2. Waren 15.291.392,02 12.292
21.663.867,34 19.935
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 167.110.098,30 224.352
2. Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 21.319.849,39 9.543
3. Forderungen gegenüber Unternehmen, mit denen
ein Beteiligungsverhältnis besteht 1.409.834,28 500
4. Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände 34.551.799,53 48.346
224.391.581,50 282.741
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 261.958.388,23 215.024
508.013.837,07 517.700
C. Rechnungsabgrenzungsposten 37.314.453,11 39.021
1.718.445.843,87 1.639.605
31.12.2007 31.12.2006
EUR TEUR
A. Eigenkapital
I. Grundkapital 350.000.000,00 350.000
II. Kapitalrücklagen
Nicht gebundene 212.000.000,00 274.500
III. Gewinnrücklagen
1. Gesetzliche Rücklage 35.000.000,00 35.000
2. Andere Rücklagen 20.000.000,00 0
IV. Bilanzgewinn 169.231.937,24 91.875
davon Gewinnvortrag: EUR 1.875.122,83; Vorjahr: TEUR 1.617 786.231.937,24 751.375
B. Unversteuerte Rücklagen
1. Bewertungsreserve auf Grund von Sonderabschreibungen
10.854.225,29 11.131
10.854.225,29 11.131
C. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Abfertigungen 66.823.000,00 65.126
2. Steuerrückstellungen 11.683.000,00 686
3. Sonstige Rückstellungen 558.004.900,00
636.510.900,00
488.905
554.716
D. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 29.149.191,02 32.834
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 432.224,68 795
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 133.850.686,84 164.832
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 43.292.699,01 48.461
5. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht 716.400,66 1.232
6. Sonstige Verbindlichkeiten 64.770.713,81 61.360
davon aus Steuern: EUR 22.640.774,08; Vorjahr: TEUR 20.753
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: EUR 19.053.364,74;
Vorjahr: TEUR 18.404
272.211.916,02 309.514
E. Rechnungsabgrenzungsposten 12.636.865,32 12.869
1.718.445.843,87 1.639.605
Sonstige vertragliche Haftungsverhältnisse 205.577.025,23 101.223

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2007

2007 2006
EUR EUR TEUR
1. Umsatzerlöse 1.664.792.521,91 1.661.801
2. Sonstige betriebliche Erträge
a) Erträge aus dem Abgang vom Anlagevermögen mit
Ausnahme der Finanzanlagen 13.885.052,94
b) Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 9.535.557,57
c) Übrige 40.902.037,77 64.322.648,28 55.906
3. Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Leistungen
a) Materialaufwand -84.122.112,29
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -150.181.133,44 -234.303.245,73 -228.586
4. Personalaufwand
a) Gehälter -805.884.742,34
b) Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen
an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen -8.384.744,65
c) Aufwendungen für Altersversorgung -71.750,29
d) Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene
Sozialabgaben sowie vom Entgelt abhängige
Abgaben und Pflichtbeiträge -196.416.739,22
e) Sonstige Sozialaufwendungen -13.019.429,75 -1.023.777.406,25 -1.034.207
5. Abschreibungen auf immaterielle Gegenstände des
Anlagevermögens und Sachanlagen -92.173.890,80 -97.436
davon außerplanmäßige Abschreibungen auf
das Anlagevermögen gemäß § 204 Abs 2 HGB:
EUR 21.981.707,00; Vorjahr: TEUR 18.180
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen
a) Steuern -6.149.554,98
b) Übrige -237.087.128,81 -243.236.683,79 -261.581
7. Zwischensumme aus Z 1 bis 6 (Betriebsergebnis) 135.623.943,62 95.897
8. Erträge aus Beteiligungen 8.284.376,88 7.571
davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 7.816.977,94;
Vorjahr: TEUR 7.019
9. Erträge aus anderen Wertpapieren des Finanzanlagevermögens 5.520.508,86 4.644
10. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 10.886.004,31 8.421
davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 70.160,19;
Vorjahr: TEUR 14
11. Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu 2.853.758,18 1.536
Finanzanlagen und Wertpapieren des Umlaufvermögens
12. Aufwendungen aus Finanzanlagen -16.500.228,24 0
a) Abschreibungen: EUR 2.811.000,00;
Vorjahr: TEUR 0,00
b) Aufwendungen aus verbundenen Unternehmen:
EUR 13.689.228,24; Vorjahr: TEUR 0,00
13. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -3.358.631,11 -2.532
davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 1.499.175,66;
Vorjahr: TEUR 1.067
14. Zwischensumme aus Z 8 bis 13 (Finanzergebnis) 7.685.788,88 19.640
15. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 143.309.732,50 115.537
16. Steuern vom Einkommen -38.729.222,09 -25.769
17. Jahresüberschuss 104.580.510,41 89.768
18. Auflösung unversteuerter Rücklagen 276.304,00 490
19. Auflösung von Kapitalrücklagen 62.500.000,00 0
20. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 1.875.122,83 1.617
21. Bilanzgewinn 169.231.937,24 91.875

Beilage III

Anhang

der

Österreichischen Post AG

2007

1 Grundsätzliche Ausführungen4
2 Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden 5
2.1 Allgemeine Grundsätze5
2.2 Anlagevermögen5
2.3 Umlaufvermögen6
2.4 Rückstellungen 7
2.5 Verbindlichkeiten8
2.6 Derivative Finanzinstrumente8
2.7 Vorsteuern 8
2.8 Aktienbasierte Vergütungen 9
3 Erläuterungen der Bilanz 10
3.1 Anlagevermögen 10
3.2 Forderungen und sonstige Vermögensstände 13
3.3 Aktive Rechnungsabgrenzungsposten 13
3.4 Eigenkapital 14
3.5 Unversteuerte Rücklagen 14
3.6 Rückstellungen 14
3.7 Verbindlichkeiten 15
3.8 Haftungsverhältnisse 15
3.8.1 Cross Border Leasing 15
3.8.2 Patronatserklärung 16
3.9 Sonstige finanzielle Verpflichtungen 17
3.10 Risiken/Risikomanagement 17
3.10.1 Finanzinstrumente 17
3.10.2 Zins-Swap-Kontrakte 17
3.10.3 Aktienbasiertes Vergütungsprogramm für Führungskräfte 18
3.10.4 Risikomanagement 19
3.10.5 Liquiditätsrisiko 19
3.10.6 Kreditrisiko/Kontrahentenrisiko/Produktrisiko 19
3.10.7 Zinsänderungsrisiko 20
3.10.8 Währungsänderungsrisiko 20
3.10.9 Organisatorische Risiken 20
4 Erläuterungen der Gewinn- und Verlustrechnung 21
4.1 Umsatzerlöse 21
4.2 Sonstige betriebliche Erträge 21
4.3 Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen 21
4.4 Personalaufwand 21
4.5 Aufwendungen für Abfertigungen und für Altersversorgung 22
4.6 Sonstige betriebliche Aufwendungen 22
4.7 Erträge aus Beteiligungen 23
4.8 Aufwendungen aus Finanzanlagen 23
4.9 Steuern vom Einkommen 24
5 Mitglieder des Vorstandes und Aufsichtrates 25

1 Grundsätzliche Ausführungen

Die Österreichische Post AG und ihre Tochtergesellschaften sind Dienstleistungsunternehmen im Bereich der Postbeförderung. Zu den Hauptgeschäftsbereichen des Österreichschen Post Konzers zählen die Erbringung von Leistungen des Post- und Paketdienstes sowie die Abwicklung von Finanzgeschäften in Kooperation mit der BAWAG P.S.K.

Der Sitz der Österreichischen Post AG befindet sich in Wien, Österreich. Die Anschrift lautet Österreichische Post AG, Postgasse 8, 1010 Wien. Die Gesellschaft ist in das Firmenbuch beim Handelsgericht Wien (FN 180219d) eingetragen.

Die Österreichische Post AG ist ein konsolidierungspflichtiges Mutterunternehmen im Sinne des § 244 UGB.

Die Österreichische Post AG stellt gemäß § 245 a, Abs. 1 UGB ihren Konzernabschluss nach International Financial Reporting Standards (IFRS) auf.

2 Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

2.1 Allgemeine Grundsätze

Der Jahresabschluss wurde nach den Vorschriften des österreichischen Unternehmensgesetzbuches (UGB), unter Beachtung der Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung sowie der Generalnorm, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu vermitteln, aufgestellt.

Bei der Erstellung des Jahresabschlusses wurde der Grundsatz der Vollständigkeit eingehalten.

Bei der Bewertung der einzelnen Vermögensgegenstände und Schulden wurde der Grundsatz der Einzelbewertung beachtet und eine Fortführung des Unternehmens unterstellt.

Dem Vorsichtsprinzip wurde dadurch Rechnung getragen, dass nur die am Abschlussstichtag verwirklichten Gewinne ausgewiesen wurden. Alle erkennbaren Risiken und drohende Verluste wurden berücksichtigt.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren erstellt.

Der Jahresabschluss wurde in Euro aufgestellt. Die zahlenmäßige Darstellung im Anhang erfolgt in tausend Euro.

2.2 Anlagevermögen

Die immateriellen Vermögensstände werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen nach der linearen Abschreibungsmethode, bewertet. Als Nutzungsdauer wird ein Zeitraum von 3 bis 4 Jahren bzw. entsprechend der vereinbarten Vertragsdauer zugrunde gelegt.

Die Sachanlagen werden zu Anschaffungs- und Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, bewertet. Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, wenn die Wertminderungen voraussichtlich von Dauer sind.

Die planmäßigen Abschreibungen werden linear unter Zugrundelegung folgender Nutzungsdauern und Abschreibungssätze berechnet:

Nutzungsdauer Abschreibungssatz
in Jahren in %
Gebäude 20-50 2-5
Grundstückseinrichtungen 10-20 5-10
Technische Anlagen und Maschinen 8-10 10-12,5
Werkzeuge, Mess- und Prüfgeräte 5 20
Büromaschinen 5-8 12,5-20
EDV -Großrechner/Netzwerkkomponenten 5 20
EDV - Arbeitsplatzausstattung 3 33,3
Alarmanlagen 5 20
Büroeinrichtung u. Schaltermöbel 12 8,33
Sozialeinrichtungen 8 12,5
Depotbriefkästen 10 10
Briefkästen 20 5
Fuhrpark 4-10 10-25

Für Zugänge des 1. Halbjahres wird die volle Jahresabschreibung, für Zugänge des 2. Halbjahres die halbe Jahresabschreibung verrechnet.

Geringwertige Vermögensgegenstände (Einzelanschaffungswert bis TEUR 0,4) werden im Zugangsjahr voll abgeschrieben. In der Entwicklung des Anlagevermögens werden sie als Zu- und Abgang sowie Abschreibung des Geschäftsjahres ausgewiesen.

Briefkästen werden in Gruppen verwaltet. Diese Gruppe unterliegt einer planmäßigen Abschreibung. Büro- und Kundenverkehrseinrichtungsgegenstände sowie Büromaschinen werden einzeln verwaltet.

Die Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen werden grundsätzlich zu Anschaffungskosten bewertet. Wertpapiere und Wertrechte des Anlagevermögens sowie Ausleihungen werden zu Anschaffungskosten, vermindert um Abschreibungen und Abzinsung bewertet.

Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, wenn der zum Abschlussstichtag beizulegende Wert niedriger ist und die Wertminderungen voraussichtlich von Dauer sind.

Die Ausleihungen werden mit den Anschaffungskosten bewertet. Unverzinsliche Ausleihungen werden mit dem Barwert angesetzt. Die Ausleihungen werden mit dem am Bilanzstichtag geltenden Zinssätzen abgezinst.

2.3 Umlaufvermögen

Die Bewertung der Vorräte erfolgt zu Anschaffungs- und Herstellungskosten unter Beachtung des Niederstwertprinzips. Die Bestandswertermittlung wird in einem ersten Schritt nach dem gleitenden Durchschnittspreisverfahren auf Werksebene durchgeführt. Der zweite Schritt der Bewertung umfasst eine gegebenenfalls erforderliche Abschreibung auf einen zum Bilanzstichtag unter dem

Durchschnittspreis liegenden niedrigeren Marktpreis. Der letzte Bewertungsschritt berücksichtigt die Gängigkeit der Vorräte. Nach Maßgabe der Umschlaghäufigkeit1 werden wenn nötig vom Bestandswert entsprechende Abschläge (0% - 100%) vorgenommen.

Forderungen und sonstige Vermögensstände sind zum Nennwert bewertet, soweit nicht im Fall erkennbarer Einzelrisiken, der niedrigere beizulegende Wert angesetzt wird. Zur Berücksichtigung allgemeiner Kreditrisiken bestehen Einzelwertberichtigungen und pauschal ermittelte Wertberichtigungen. Soweit erforderlich, wird die spätere Fälligkeit von Forderungen durch Abzinsung berücksichtigt.

Die liquiden Mittel sind zum Nennwert angesetzt.

Die Fremdwährungsforderungen gegenüber Drittländern werden zum Anschaffungskurs oder zum niedrigeren Devisen-Geldkurs des Bilanzstichtages bewertet. Die Forderungen aus dem internationalen Postverkehr werden großteils in Euro bzw. mit Drittländern in Sonderziehungsrechten abgerechnet. Die Bewertung der Sonderziehungsrechte erfolgt zum Referenzkurs des Internationalen Monetary Fund zum Bilanzstichtag.

2.4 Rückstellungen

Die Abfertigungsrückstellungen werden für die gesetzlichen und vertraglichen Ansprüche der Angestellten gebildet. Die Berechnung erfolgt nach versicherungsmathematischen Grundsätzen unter Zugrundelegung der Vorschriften der International Financial Reporting Standards (IFRS – IAS 19). Die Bewertung erfolgt nach der Projected Unit Credit Method unter Zugrundelegung eines gesetzlichen Pensionsalters von 60 bis maximal 65 Jahren für weibliche und männliche Angestellte unter Berücksichtigung der Übergangsbestimmungen gemäß Pensionsharmonisierungsgesetz 2003 und schrittweiser Anhebung des Regelpensionsalters für Frauen.

Die in der Bilanz ausgewiesenen Sozialkapitalrückstellungen entsprechen dem versicherungsmathematisch ermittelten Barwert der künftigen Ansprüche.

Für Beamte wurde keine Abfertigungsrückstellung gebildet.

Folgende Parameter wurden zugrunde gelegt:

Rechnungszinssatz 4,75% (2006: 4,25%)
Gehaltssteigerung 4,00% (2006:3,75%)
Fluktuationsabschlag gestaffelt (0% - 8%) (2006: 0% - 8%)

1 Die Umschlaghäufigkeit errechnet sich, indem man den Jahresverbrauch durch den Ist-Bestand zum Bilanzstichtag dividiert.

Für Dienstnehmer, deren Dienstverhältnis erst nach dem 31. Dezember 2002 begonnen hat, werden die Abfertigungsverpflichtungen grundsätzlich durch die laufende Entrichtung der Beiträge an die Mitarbeitervorsorgekasse abgegolten.

Rückstellungen für den Abfertigungen ähnliche Verpflichtungen werden für Jubiläumsgelder gebildet. Die Berechnung erfolgt analog dem Verfahren für die Abfertigungsrückstellung unter Zugrundelegung der gleichen Parameter.

Die übrigen Rückstellungen umfassen im Wesentlichen Vorsorge für Personal, für nicht konsumierte Urlaube, Unterauslastungen, im Umlauf befindliche Postwertzeichen und aufgelieferte jedoch noch nicht zugestellte Brief- und Paketsendungen, Abgeltungsverpflichtungen für Personalanpassungsmaßnahmen und sonstige ungewisse Verbindlichkeiten. Sie wurden in Höhe der voraussichtlichen Inanspruchnahme gebildet und berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und der Höhe nach noch nicht feststehenden Verbindlichkeiten.

2.5 Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten sind mit ihrem Rückzahlungsbetrag unter Bedachtnahme auf den Grundsatz der Vorsicht angesetzt.

Die Fremdwährungsverbindlichkeiten gegenüber Drittländern werden zum Anschaffungskurs oder zum höheren Devisen-Briefkurs des Bilanzstichtages bewertet. Die Verbindlichkeiten aus dem internationalen Postverkehr werden großteils in Euro bzw. in Drittländern in Sonderziehungsrechten abgerechnet. Die Bewertung der Sonderziehungsrechte erfolgt zum Referenzkurs des International Monetary Fund zum Bilanzstichtag.

2.6 Derivative Finanzinstrumente

Für derivative Finanzinstrumente werden folgende Berwertungsgrundsätze angewendet:

Zinsenswaps, die nicht der Absicherung von Zinsänderungsrisiken dienen, werden mit dem Marktwert bewertet, wobei unrealisierte Gewinne aus positiven Marktwerten nicht angesetzt werden. Für negative Marktwerte wird eine Rückstellung für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften gebildet.

2.7 Vorsteuern

Die Österreichische Post AG ist ein Unternehmen, das neben Umsätzen, die zum Ausschluss vom Vorsteuerabzug führen, auch solche Umsätze bewirkt, bei denen ein solcher Ausschluss nicht gegeben ist.

Steuerfreie Umsätze der Österreichischen Post AG, die den Vorsteuerabzug ausschließen, sind vor allem die unmittelbar dem Postwesen dienenden Umsätze (§6 Abs.1 Z. 10 b UStG) aus dem Brief und Paketdienst sowie jene aus der Vermittlung von Bankdienstleistungen (§ 6 Abs. 1 Z. 8 UStG).

Soweit Vorsteuerbeträge nicht direkt zu Umsätzen, die zum Vorsteuerabzug berechtigen, oder zu Umsätzen, bei denen dieser ausgeschlossen ist, zuordenbar sind, erfolgt der Vorsteuerabzug im Verhältnis der zum Vorsteuerabzug berechtigenden, steuerpflichtigen Umsätze zu den übrigen Umsätzen. Dieses Verhältnis wird in Form eines Prozentsatzes, des sogenannten Pro-Rata-Satzes, angegeben.

Während des laufenden Geschäftsjahres werden die Vorsteuerbeträge im Ausmaß des für das Vorjahr ermittelten, endgültigen Pro-Rata-Satzes in den monatlichen Umsatzsteuervoranmeldungen geltend gemacht. Anhand des zum Bilanzstichtag neu errechneten Pro-Rata-Satzes werden die tatsächlichen Vorsteuerbeträge ermittelt und die sich ergebenden Differenzbeträge im Rahmen der Jahresumsatzsteuererklärung veranlagt.

2.8 Aktienbasierte Vergütungen

Im Rahmen von aktienbasierten Vergütungsprogrammen werden ausgewählten Führungskräften Wertrechte, deren Ausgleich am Ende der Programmlaufzeit in bar erfolgt, gewährt. Der zum Zeitpunkt der Gewährung ermittelte beizulegende Zeitwert der Wertrechte wird linear über den Erdienungszeitraum als Aufwand verteilt und als Rückstellung berücksichtigt. Die Rückstellung wird sowohl zu jedem Bilanzstichtag als auch zum Zeitpunkt der Auszahlung neu bewertet. Veränderungen des beizulegenden Zeitwertes der Rückstellung werden im Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit erfasst.

3 Erläuterungen der Bilanz

3.1 Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens und die Aufgliederung der Jahresabschreibung nach einzelnen Posten sind im Anlagespiegel (Beilage A) dargestellt.

In den Sachanlagen ist bei den Grundstücken der Österreichischen Post AG ein Grundwert von TEUR 81.010 (31.12.2006: TEUR 83.604) enthalten.

Im Geschäftsjahr 2007 wurden außerplanmäßige Abschreibungen im Sachanlagevermögen in Höhe von TEUR 21.982 (2006: TEUR 18.180) und im Finanzanlagevermögen in Höhe von TEUR 2.811 (31.12.2006: TEUR 0) für strukturierte Anleihen (Reverse TARN Floater 2005-2020, DZ Bank AG Memory Anleihe) vorgenommen. Zuschreibungen wegen am Bilanzstichtag gestiegener Börsekurse wurden im Geschäftsjahr 2007 nicht vorgenommen (2006: TEUR 236).

Beteiligungen der Österreichischen Post AG:

Anteil am Kapital Eigenkapital Jahres
zum zum ergebnis
Name und Sitz der Gesellschaft 31.12.2007 31.12.2007 2007
in % TEUR TEUR
Anteile an verbundenen Unternehmen
Post Paket Service GmbH, Wien **) 100,0 31.553 1.016
Post & Co Vermietungs OEG, Wien X 127.045 2.985
Medien.Zustell Ges.m.b.H., Wien **) 100,0 176 111
Post.Maintain Management Objektverwaltungs- u.
instandhaltungs Ges.m.b.H., Wien **)
100,0 13.320 7.798
A4 Business Solutions Ges.m.b.H., Wien **) 100,0 148 113
Post.Wertlogistik Ges.m.b.H., Wien 100,0 2.888 614
Post & Telekom Immobiliengesellschaft mbH, Wien **) 100,0 1.353 158
feibra Ges.m.b.H., Wien **) 100,0 11.075 5.100
feibra Magyarorszagi, Kft, Budapest ***) 100,0 1.421 214
Post International Beteiligungs GmbH, Wien **) 100,0 42.852 4.166
Austrian Post International Deutschland GmbH, D, Köln )*) 100,0 1.186 186
KOLOS Marketing s.r.o., Prag ***) 10,0 8 22
KOLOS s.r.o., Bratislava ***) 100,0 425 153
Weber Escal d.o.o., Zagreb ***) 100,0 1.903 331
Post eins Beteiligungs GmbH, Wien 100,0 60.721 -13.684
Post drei Beteiligungs GmbH, Wien 100,0 62.648 5
Beteiligungen an assoziierten Unternehmen
Omnimedia Werbegesellschaft mbH, Wien *) 21,0 2.780 2.226
Sonstige Beteiligungen
OMNITEC Informationstechnologie-Systemservice GmbH, Wien 50,0 322 11

*) Jahresabschluss zum 30.06.2007

**) Unternehmensgruppe i.S.d. § 9 KStG

***) gemäß IFRS-Reportingpackage zum 31. Dezember 2007

Im Geschäftsjahr 2007 wurde an die Post & Co Vermietungs OEG ein Zuschuss für den Grundkauf Wals Siezenheim in Höhe von TEUR 5.771 (31.12.2006: TEUR 0) ausgezahlt.

Der Beteiligungsansatz der Post International Beteiligungs GmbH erhöhte sich aufgrund von Großmutterzuschüssen um insgesamt TEUR 19.277 (31.12.2006: TEUR 5.000). Davon entfielen TEUR 16.875 auf die Austrian Post International Hungary Kft, Ungarn und TEUR 2.402 auf die Overseas Trade d.o.o. ,HR.

Weiters wurden nicht rückzahlbare Großmütterzuschüsse in Höhe von insgesamt TEUR 79.459 an folgende Konzerngesellschaften, geleistet:

Post eins Beteiligungs GmbH:

  • Post zwei Beteiligungs GmbH (TEUR 1.350)
  • Eurodis GmbH, Deutschland (TEUR 2.500)
  • Praetorium Holding GmbH, Deutschland (TEUR 6.000)
  • DDS Dedicated Distribution Service B.V., Niederlande ( TEUR 7.000)

Post drei Beteiligungs GmbH:

  • Post vier Beteiligungs GmbH (TEUR 61.177), das sind TEUR 41.177 für Anteilskauf Sebaldus GmbH und TEUR 20.000 Gesellschafterzuschuss meiller direct GmbH
  • Scanpoint Europe Holding (TEUR 1.432)

Weiters wurden die kroatischen Gesellschaften Weber Escal d.o.o. sowie ST Media d.o.o. um insgesamt 5.158 erworben. Die ST Media d.o.o. wurde per 24. Dezember 2007 in die Weber Escal d.o.o. verschmolzen.

In den sonstigen Beteiligungen ist eine Anzahlung in Höhe von TEUR 751 für den Erwerb einer 24,9% Beteiligung an der Fellner Medien GmbH, Wien (vormals Fellner Medien AG) in 2009 ausgewiesen.

Im 1. Halbjahr 2007 wurde ein Anteil von 5% an der BAWAG Holding Coöperatie U.A. in Höhe von TEUR 76.419 erworben, der in der Bilanz als Wertrecht ausgewiesen ist.

Insgesamt wurden Ausleihungen in Höhe von TEUR 47.465 (31.12.2006: TEUR 49.695) vergeben, die auf das verbundene Unternehmen Post fünf Beteiligungs GmbH entfallen. Die Ausleihungen sind zur Gänze langfristig.

Die Abwertungen der Ausleihungen des Geschäftsjahres 2007 betrugen TEUR 65 (2006: TEUR 18.395). Diese wurden im übrigen betrieblichen Aufwand ausgewiesen. Als Zinsertrag wurden im Geschäftsjahr 2007 TEUR 52 (2006: TEUR 40) vereinnahmt.

Die Beteiligung an der Post eins Beteiligungs GmbH wurde im Geschäftsjahr 2007 mit TEUR 13.689 wertberichtigt.

3.2 Forderungen und sonstige Vermögensstände

31.12.2006 31.12.2007
TEUR TEUR
mit einer Restlaufzeit von bis zu 1 Jahr über 1 Jahr bis zu 1 Jahr über 1 Jahr
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 224.352 0 167.110 0
Forderungen gegenüber verbundenen
Unternehmen
9.195 347 19.320 2.000
Forderungen gegenüber Unternehmen, mit
denen ein Beteiligungsverhältnis besteht
500 0 310 1.100
Sonstige Forderungen und
Vermögensgegenstände
32.054 16.293 30.523 4.028
266.101 16.640 217.263 7.128

In den Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 3.920 (31.12.2006: TEUR 916) und sonstige Forderungen in Höhe von TEUR 17.400 (31.12.2006: TEUR 8.626) enthalten.

Die sonstigen Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen entfallen mit TEUR 3.967 (31.12.2006: TEUR 628) auf Steuerumlagen, mit TEUR 7.799 (31.12.2006: TEUR 7.019) auf Gewinnausschüttungen bzw. Ergebnisübernahmen sowie mit TEUR 5.633 (31.12.2006: TEUR 979) auf sonstige Verrechnungen und Finanzierungen.

Zum Jahresende wurden pauschal ermittelte Wertberichtigungen zu Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 848 (31.12.2006: TEUR 1.104) vorgenommen. Die Ermittlung der pauschalen Wertberichtigungen wird im mehrjährigen Jahresrhythmus an den tatsächlichen Schadensverlauf angepasst.

In den sonstigen Forderungen sind Ertragszinsen in Höhe von TEUR 2.724 (31.12.2006: TEUR 2.094) sowie sonstige übrige Erträge in Höhe von TEUR 14.797 (31.12.2006: TEUR 27.897) enthalten, die erst nach dem Abschlussstichtag zahlungswirksam werden.

3.3 Aktive Rechnungsabgrenzungsposten

Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten bestehen im Wesentlichen aus vorausbezahlten Bezügen für Mitarbeiter und Mietzinsvorauszahlungen.

Aktive Rechnungsabgrenzungen wurden in Höhe von insgesamt TEUR 37.314 (31.12.2006: TEUR 39.021) gebildet, davon entfallen im Geschäftsjahr 2007 TEUR 17.934 (31.12.2006: TEUR 18.079) auf Bezugvorauszahlungen und TEUR 11.216 (31.12.2006: TEUR 12.640) auf Mietzinsvorauszahlungen.

3.4 Eigenkapital

Das Grundkapital der Österreichischen Post AG beträgt 350,0 Mio EUR. Es ist in 70,0 Mio auf Inhaber lautende stimm- und gewinnberechtigte Aktien geteilt. Hauptaktionärin der Österreichischen Post AG ist mit einem Anteil von 51% weiterhin die Österreichische Industrieholding AG, Wien.

Im Geschäftsjahr 2006 wurde in einer außerordentlichen Hauptversammlung der Vorstand gemäß § 174 Abs 2 AktG ermächtigt innerhalb von fünf Jahren Wandelschuldverschreibungen, mit denen ein Umtauschrecht auf bis zu 35 Mio Stück Stammaktien der Gesellschaft im Gesamtbetrag von bis zu Mio EUR 175 verbunden ist, auszugeben. Weiters wurde über eine bedingte Kapitalerhöhung des Grundkapitals um bis zu Mio EUR 175 durch Ausgabe von bis zu 35 Mio Stück neue auf Inhaber lautende Stückaktien zur Gewährung von Umtauschrechten an die Gläubiger der Wandelschuldverschreibungen beschlossen.

Die nicht gebundene Kapitalrücklage wurde im Geschäftsjahr 2007 um TEUR 62.500 aufgelöst und beträgt per 31.12.2007 TEUR 212.000 (31.12.2006:TEUR 274.500).

Die gesetzliche Gewinnrücklage beträgt TEUR 35.000 und besteht in der vorgeschriebenen Höhe von 10% des Grundkapitals. Weiters wurde gemäß Gewinnverwendungsbeschluss vom 26. April 2007 eine freie Gewinnrücklage in Höhe von TEUR 20.000 gebildet.

3.5 Unversteuerte Rücklagen

Bewertungsreserve 01.01.2007 Auflösung 31.12.2007
Stille Reserve gem. § 12 Abs 1 EStG TEUR TEUR TEUR
Grundstücke und Gebäude 10.494 176 10.318
Betriebs- und Geschäftsausstattung 29 4 25
Fahrzeuge 608 96 512
11.131 276 10.855

3.6 Rückstellungen

Die Entwicklung der Rückstellungen ist in Beilage B dargestellt.

3.7 Verbindlichkeiten

31.12.2006 31.12.2007
TEUR TEUR
über über
bis 1 bis 5 über bis 1 bis 5 über
mit einer Restlaufzeit von 1 Jahr Jahre 5 Jahre 1 Jahr Jahre 5 Jahre
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
4.456 21.628 6.750 13.678 8.721 6.750
erhaltene Anzahlungen auf
Bestellungen
794 0 0 432 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen
163.487 1.345 0 133.676 175 0
Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen
48.461 0 0 43.293 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber
Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht
1.232 0 0 716 0 0
sonstige Verbindlichkeiten 55.244 6.117 0 56.517 7.214 1.040
273.674 29.090 6.750 248.312 16.110 7.790

Bei den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen handelt es sich um Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in der Höhe von TEUR 3.180 (31.12.2006: TEUR 2.601) sowie um sonstige Verbindlichkeiten in der Höhe von TEUR 40.113 (31.12.2006: TEUR 45.860). Die sonstigen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen entfallen mit TEUR 113 (31.12.2006: TEUR 340) auf Steuerumlagen und mit TEUR 40.000 (31.12.2006: TEUR 45.520) auf sonstige Verrechnungen.

In den sonstigen Verbindlichkeiten sind Personalaufwendungen in Höhe von TEUR 49.573 (31.12.2006: TEUR 49.043) und sonstige übrige Aufwendungen in der Höhe von TEUR 2.104 (31.12.2006: TEUR 2.299) enthalten, die erst nach dem Abschlussstichtag zahlungswirksam werden.

3.8 Haftungsverhältnisse

3.8.1 Cross Border Leasing

Im Geschäftsjahr 2002 hat die Österreichische Post AG mit zwei US-Trusts eine Cross Border Leasing-Transaktion abgeschlossen. Die Österreichische Post AG hat diesen beiden Trusts auf 99 Jahren ein Fruchtgenussrecht an Postsortieranlagen in Wien, Graz, Salzburg und Innsbruck gegen Leistung eines "Grant Payments" von 117Mio USD eingeräumt. Gleichzeitig wurde ein Lease Agreement abgeschlossen, in dem die Österreichische Post AG auf 24 Jahre das Nutzungsrecht an diesen Anlagen (Buchwert 31.12.2007: TEUR 33.444, Buchwert 31.12.2006: TEUR 34.419) wieder zurückgemietet hat. In diesem

Lease Agreement wurde der Österreichischen Post AG auch das Recht eingeräumt, das Fruchtgenussrecht an den Postsortieranlagen entweder mit 1. Jänner 2022 zu einem Fixpreis ("EBO Payment Amount") oder am Ende des Leasingvertrages zum Verkehrswert, mindestens jedoch zum "End of Term Purchase Option Price" zurückzukaufen.

Die Österreichische Post AG hat ihre Verpflichtung zur Zahlung der Leasingraten einschließlich eines allfälligen EBO Payment an Payment Undertaker ausgelagert. Zu diesem Zweck hat die Österreichische Post AG Zahlungen an die Payment Untertaker geleistet (Mio USD 108,3) und die entsprechende Verbindlichkeit ausgebucht. Die Payment Undertaker haben sich ihrerseits verpflichtet, die entsprechenden Beträge zu den festgesetzten Zahlungsterminen für die Österreichische Post AG zu leisten. Bei der Österreichischen Post AG verbleibt das Restrisiko einer möglichen Inanspruchnahme im Falle einer Insolvenz der Payment Undertaker. Zum 31. Dezember 2007 beläuft sich der von den Payment Undertaker zu leistende Betrag auf Mio EUR 78,2 (31.12.2006: Mio EUR 87,7).

Der aus dieser Transaktion der Österreichischen Post AG zugeflossene Nettobarwertvorteil wird unter den passiven Rechnungsabgrenzungsposten (31.12.2007: TEUR 6.727; 31.12.2006: TEUR 7.207) ausgewiesen und verteilt über die Vertragslaufzeit ertragswirksam aufgelöst.

3.8.2 Patronatserklärung

Die Österreichische Post AG hat durch eine Patronatserklärung vom 22. Dezember 2006 die Sicherstellung für die Rückzahlung des Rahmenkredites der trans-o-flex Schnell-Lieferdienst GmbH & CO.KG, Hertzstrasse 10, 69469 Weinheim, Deutschland, gegenüber der Landesbank Baden-Württemberg in Höhe von TEUR 25.000 (aushaftender Betrag zum 31. 12. 2007: TEUR 13.845) übernommen.

Weiters hat die Österreichische Post AG für ein Darlehen der Post fünf Beteiligungs GmbH über TEUR 95.926 an die trans-o-flex Schnell-Lieferdienst GmbH & CO KG mit 26. Jänner 2007 die Haftung für die rechtzeitige Rückzahlung übernommen.

Für die Rahmenkredite der Firma meiller direct GmbH, Gutenbergstrasse 1 – 5, 92421 Schwandorf in Höhe von TEUR 11.525 (aushaftender Betrag zum 31. 12. 2007: TEUR 10.135) bei der Sparkasse im Landkreis Schwandorf und in Höhe von Mio CZK 200 (aushaftender Betrag zum 31. 12. 2007: TEUR 7.511) bei der Dresdner Bank AG, München, hat die Österreichische Post AG per 30.7.2007 ebenfalls die Haftung für die rechtzeitige Rückzahlung übernommen.

3.9 Sonstige finanzielle Verpflichtungen

31.12.2006 31.12.2007
TEUR TEUR
Bestellverpflichtungen für Investitionen 4.537 11.472
Verpflichtungen aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen
Sachanlagen
im folgenden Geschäftsjahr 40.327 44.442
davon gegenüber verbundenen Unternehmen 6.045 6.888
in den folgenden fünf Jahren (statistisch hochgerechnet) 194.535 205.390
davon gegenüber verbundenen Unternehmen 30.224 34.441

3.10 Risiken/Risikomanagement

3.10.1 Finanzinstrumente

Zu den Finanzinstrumenten zählen finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie vertragliche Ansprüche und Verpflichtungen über den Tausch bzw. die Übertragung finanzieller Vermögenswerte.

Die Finanzinstrumente umfassen auf der Aktivseite im Wesentlichen Finanzanlagen wie Wertpapiere, Ausleihungen und nicht konsolidierte Beteiligungen, Forderungen und flüssige Mittel. Auf der Passivseite entsprechen sie weitgehend den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie den Verbindlichkeiten gegenüber den Kreditinstituten.

Derivative Finanzinstrumente werden hauptsächlich im Rahmen des Finanzmanagements zu Sicherungszwecken eingesetzt.

Der periodische Zinsaufwand und –ertrag aus den derivativen Finanzinstrumenten ist im Finanzergebnis und in den Sonstigen Forderungen und Sonstigen Verbindlichkeiten bilanziert.

Die derivativen Finanzinstrumente aus dem Finanzbereich setzen sich wie folgt zusammen:

3.10.2 Zins-Swap-Kontrakte

Die Österreichische Post AG hat einen Zins-Swap zur Verminderung des Zinsänderungsrisikos von festverzinslichen Wertpapieren und Finanzverbindlichkeiten abgeschlossen. Die festen Zinssätze lagen im Geschäftsjahr 2007 zwischen 4,958% und 5,415% (2006: 4.615% und 4,958%). Die variablen Zinssätze sind an verschiedene Interbankensätze gebunden.

Die folgenden Tabellen enthalten eine Aufstellung des am 31. Dezember 2007 und 2006 bestehenden Zins-Swaps sowie deren gewichtete durchschnittliche Zinssätze und die gewichteten durchschnittlichen Laufzeiten der Zins-Swap-Vereinbarungen. Die durchschnittlichen variablen Zinssätze, die während der Laufzeit der Swap-Vereinbarung wesentlichen Änderungen unterliegen können, entsprechen den am Bilanzstichtag gültigen Zinssätzen. Der Marktwert für den Zinsswap entspricht jenem Wert, den die Österreichische Post AG bei Auflösung des Geschäftes am Bilanzstichtag erhalten würde oder zahlen müsste. Hierzu werden die gegenwärtigen Marktverhältnisse, wie das aktuelle Zinsniveau und die Bonität der Swap-Partner berücksichtigt:

Strukturierter-Zins-Swap
31.12.2006
31.12.2007
Nominale in TEUR 5.000 5.000
Marktwert in TEUR -24 -181
Durchschnittlich empfangener Zinssatz 4,762% 5,062%
Durchschnittlich zu zahlender Zinssatz 3,489% 4,593%
Durchschnittliche Restlaufzeit in Jahren 12,8 11,8

3.10.3 Aktienbasiertes Vergütungsprogramm für Führungskräfte

Im Rahmen des Börsegangs wurde vom Vorstand und Aufsichtsrat der Österreichischen Post AG die Einführung aktienbasierter Vergütungsprogramme für Führungskräfte beschlossen. Teilnahmeberechtigt sind Vorstandsmitglieder und ausgewählte leitende Angestellte, soweit sie nach vorgegebenen Richtlinien eine bestimmte Anzahl an Post Aktien erwerben und dieses Eigeninvestment über die Programmlaufzeit halten. Den Planteilnehmern wurden 2006 Wertrechte mit einer Laufzeit von drei Jahren, 2007 mit einer Laufzeit von zwei Jahren, gewährt. Insgesamt bestehen zum 31. Dezember 2007 109.124 Wertrechte (2006: 70.077).

Am Ende der Laufzeit erfolgt die Vergütung der Planteilnehmer durch einen Geldbetrag in Höhe des Wertes der eingeräumten Wertrechte. Dieser Wert ergibt sich aus dem Durchschnitt der Börsenkurse der Post Aktie an den letzten 60 Handelstagen vor dem Ende der Laufzeit multipliziert mit einem von der Gesamtrendite der Post Aktie abhängigen Faktor.

Die möglichen Werte des Faktors ergeben sich aus folgender Tabelle:

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größer oder
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größer oder
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AVP 2006 Gesamtrendite 20% 20% 30% 40%
Wert des Faktors 0 0,5 1 1,5
AVP 2007 Gesamtrendite 10% 10% 15% 20%
Wert des Faktors 0 0,5 1 1,5

Die Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts der Wertrechte für die Ermittlung der zeitanteiligen Rückstellung erfolgt anhand eines vereinfachten Optionspreismodells unter Berücksichtigung der voraussichtlichen jährlichen Dividendenzahlung. Der Berechnung wurde ein Zinssatz von 7,5 % zu Grunde gelegt. Zum 31. Dezember 2007 besteht aus dem aktienbasierten Vergütungsprogramm keine

Verpflichtung (2006: Mio EUR 3,5). Die im Vorjahr gebildete zeitanteilige Rückstellung in Höhe von Mio EUR 0,4 wurde aufgelöst.

3.10.4 Risikomanagement

Ziel des Finanz- und Risikomanagements der Österreichischen Post AG ist die Sicherung des Unternehmenserfolges gegen finanzielle Risiken jeglicher Art. Grundsätzlich wird beim Management der Finanzpositionen ein strategischer Portfeuilleansatz unter Bedachtnahme auf eine konservative Risikopolitik verfolgt.

Die aktuelle Risikosituation im Finanzbereich wird laufend in einem standardisierten Berichtswesen dargelegt.

Bei der Österreichischen Post AG bestehen klare, schriftliche Strategien und operative Richtlinien für die Behandlung aller finanziellen Risiken.

Das Risikomanagement unterliegt einem vom Vorstand beschlossenen Regelwerk, welches Ziele, Grundsätze, Aufgaben und Kompetenzen festlegt. Darüber hinaus formuliert dieses Regelwerk standardisierte Abläufe, um Revisionssicherheit zu gewährleisten.

3.10.5 Liquiditätsrisiko

Aufgabe der Liquiditätssicherung ist die jederzeitige Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit der Unternehmensgruppe. Basis des Liquiditätsmanagements ist ein Liquiditätsplan, der laufend Soll-Ist-Analysen unterzogen und bei Bedarf angepasst wird. Durch die aktive Steuerung von Zahlungsströmen wird der Zinssaldo optimiert.

3.10.6 Kreditrisiko/Kontrahentenrisiko/Produktrisiko

Auf der Aktivseite stellen die ausgewiesenen Beträge gleichzeitig das maximale Bonitäts- und Ausfallsrisiko dar, da keine generellen Aufrechnungsvereinbarungen bestehen. Das Risiko bei Forderungen kann insgesamt als gering eingeschätzt werden, da die Mehrzahl der Kunden ohnedies bar bezahlt bzw. einem Bankeinzugsverfahren zugestimmt hat. Ferner besteht ein Großteil der offenen Forderungen gegenüber ausländischen Postgesellschaften, bei denen es sich um Vertragspartner bester Bonität handelt.

Soweit bei den finanziellen Vermögenswerten Ausfallsrisiken erkennbar sind, werden diese Risiken durch Wertberichtigungen erfasst. Zur Vermeidung von Kreditrisiken werden Finanzkontrakte nur mit Kontrahenten einwandfreier Bonität abgeschlossen. Aus diesem Grund wird das allgemeine Kreditrisiko aus den eingesetzten Finanzinstrumenten für gering gehalten.

Für Geldmarkttransaktionen bestehen festgelegte Handelslimits. Zur Begrenzung des Ausfallrisiko bei Anleihen, Schuldverschreibungen und strukturierten Finanzierungen werden nur Papiere von Emittenten mit einem Rating von mindestens A (Moody´s bzw.- S & P Aquivalent) oder vergleichbarer Bonität herangezogen. Als Handelspartner für OTC-Transaktionen bzw. für in strukturierten Geschäften

integrierte Transaktionen kommen gleichfalls nur Kontrahenten mit erstklassigen Bonitäten in Frage. Anteile an Investmentfonds werden nur an international anerkannten Kapitalanlagegesellschaften gehalten. Besonderes Augenmerk gilt auch der Liquidität und der Abwicklungssicherheit der abgeschlossenen Finanzprodukte.

3.10.7 Zinsänderungsrisiko

Das Zinsänderungsrisiko stellt das Risiko dar, das sich aus der Wertänderung von Finanzinstrumenten, anderen Bilanzposten oder zinsbedingten Zahlungsströmen infolge von Schwankungen von Marktzinssätzen ergibt. Das Zinsänderungsrisiko beinhaltet das Barwertrisiko bei fest verzinsten Bilanzposten und das Zahlungsstromrisiko bei variabel verzinsten Bilanzposten.

Ein Zinsänderungsrisiko liegt vor allem bei Forderungen und Verbindlichkeiten mit Laufzeiten über einem Jahr vor. Solche längeren Laufzeiten sind im operativen Bereich nicht von materieller Bedeutung, spielen jedoch bei Finanzanlagen und Finanzschulden eine Rolle.

Die Steuerung des Zinsänderungsrisiko im Finanzbereich orientiert sich am Portfeuille - Ansatz. Gesteuert werden grundsätzlich nicht Einzelpositionen, sondern das gesamte Finanzportfeuille unter Bedachtnahme auf die jeweilige Grundtransaktion. Zu diesem Zweck werden selektiv auch derivative Instrumente, wie Zinsswaps eingesetzt. Täglich wird das Finanzportefeuille der vorgegebenen Benchmark gegenübergestellt.

3.10.8 Währungsänderungsrisiko

Als Währungsänderungsrisiko wird der mögliche Verlust aus Marktveränderungen durch schwankende Wechselkurse angesehen.

Auf der Aktivseite ergeben sich keine Risiken aus Währungsänderungen, da Lieferungen nahezu zur Gänze auf Euro-Währungsbasis abgewickelt werden. Gleiches gilt grundsätzlich für die übrigen originären Finanzinstrumente. Für künftige Fremdwährungszahlungen, resultierend aus bestehenden Vertragsverpflichtungen, wurden zur Absicherung des Wechselkurses Devisentermingeschäfte abgeschlossen.

3.10.9 Organisatorische Risiken

Durch die Organisation der Tätigkeitsabläufe (wie z.B. Trennung von Handel und Buchführung von Finanztransaktionen, Sicherung von elektronischen Daten) sind organisatorische Risiken im Finanzbereich, so weit wie möglich, ausgeschaltet.

4 Erläuterungen der Gewinn- und Verlustrechnung

4.1 Umsatzerlöse

TEUR 2006 2007
Erlöse Division Brief 1.272.814 1.279.290
Erlöse Division Paket & Logistik 199.191 198.840
Erlöse Division Filialnetz 189.616 186.529
Sonstige Umsatzerlöse 180 134
1.661.801 1.664.793

4.2 Sonstige betriebliche Erträge

TEUR 2006 2007
Erträge aus dem Abgang vom Anlagevermögen mit
Ausnahme der Finanzanlagen 11.720 13.885
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 2.288 9.536
Erträge aus Mieten und Pachten 21.297 22.067
Abgeltungen von Schadensfällen 2.087 2.278
Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen 927 1.304
Übrige 17.586 15.253
55.905 64.323

4.3 Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen

TEUR 2006 2007
Materialaufwand 84.687 84.122
Aufwand für bezogene Leistungen 143.898 150.181
228.585 234.303

4.4 Personalaufwand

TEUR 2006 2007
Gehälter 823.887 805.885
Aufwendungen für Abfertigungen 10.401 7.300
Beiträge an Mitarbeitervorsorgekassen 929 1.084
Aufwendungen für Altersversorgung 67 72
Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene
Sozialabgaben sowie vom Entgelt abhängige Abgaben
und Pflichtbeiträge 192.036 196.417
Sonstige Sozialaufwendungen 6.887 13.019
1.034.207 1.023.777

Die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer betrug im Geschäftsjahr:

TEUR 2006 2007
Beamte 13.255 12.995
Angestellte 12.211 12.039
Summe 25.466 25.034
Entsprechende Vollzeitkräfte 23.509 23.045
TEUR 2006 2007
Bezüge an aktive Vorstandsmitglieder 1.884 2.047
Bezüge für Mitglieder des Aufsichtsrates 108 144
1.992 2.191

4.5 Aufwendungen für Abfertigungen und für Altersversorgung

Die Aufwendungen für Abfertigungen und für Altersversorgung verteilen sich wie folgt:

TEUR 2006 2007
Vorstände 323 162
Leitende Angestellte 193 189
Andere Arbeitnehmer 10.881 8.105
11.397 8.456

4.6 Sonstige betriebliche Aufwendungen

TEUR 2006 2007
Steuern, nicht vom Einkommen 6.573 6.150
übrige 255.008 237.087
261.581 243.237

Die übrigen Aufwendungen gliedern sich wie folgt:

TEUR 2006 2007
EDV-Dienstleistungsaufwand 24.481 26.685
Instandhaltung und Immobilienverwaltung 43.196 38.489
Miet u. Pachtaufwendungen 43.711 47.250
Reiseaufwand 24.869 24.714
Personalbereitstellung 5.748 7.846
Beratungsaufwand 7.599 10.558
Entsorgung und Reinigung 16.506 14.421
Kommunikation und Werbung 15.980 19.401
Telefonaufwand 6.452 5.326
Aus- und Fortbildung 1.742 1.860
Versicherungsaufwand 6.451 5.025
Verluste aus dem Abgang von Sachanlagevermögen 2.798 2.096
Drohende Verluste aus schwebenden Geschäften 16.100 1.229
Wertberichtigung zu Forderungen verb. Unternehmen 18.395 65
Abgeltungsverpflichtungen 823 13.655
sonstige übrige 20.157 18.467
255.008 237.087

4.7 Erträge aus Beteiligungen

TEUR 2006 2007
Vertragliche Ergebnisüberrechnung 417 0
Gewinnausschüttungen 4.581 5.299
Ergebnisüberrechnung Personengesellschaften 2.573 2.985
7.571 8.284

4.8 Aufwendungen aus Finanzanlagen

TEUR 2006 2007
Abschreibungen auf Beteiligungen 0 13.689
Abschreibung Wertpapiere 0 2.811
0 16.500

4.9 Steuern vom Einkommen

Die Österreichische Post AG als Gruppenträger bildet mit mehreren Tochtergesellschaften eine Unternehmensgruppe i. S. d. § 9 KStG. Durch das Vorliegen einer Unternehmensgruppe wird bewirkt, dass die steuerlichen Ergebnisse (Gewinne und Verluste) der Gruppenmitglieder dem Gruppenträger – Österreichische Post AG – zugerechnet werden. Eine unternehmensrechtliche Zuweisung der Ergebnisse erfolgt nicht.

Innerhalb der Unternehmensgruppe erfolgt ein Ausgleich der steuerlichen Mehr- oder Minderbelastung des Gruppenträgers durch die Verrechnung positiver oder negativer Steuerumlagen. Positive Steuerumlagen sind Ausgleichszahlungen der Gruppenmitglieder an die Gruppenmutter aufgrund der Überrechnung der positiven Ergebnisse. Negative Steuerumlagen sind als Ausgleich für die Überrechnung negativer Ergebnisse von Gruppenmitgliedern an die Gruppenmutter von der Österreichischen Post AG zu leisten.

Im Jahre 2007 wurden von den Gruppenmitgliedern positive steuerliche Ergebnisse in Höhe von TEUR 20.766 (2006: TEUR 8.064) und negative steuerliche Ergebnisse in Höhe von TEUR 1.809 (2006: TEUR 7.175) an den Gruppenträger Österreichische Post AG überrechnet. Aufgrund dieser Überrechnung ergeben sich positive Steuerumlagen in Höhe von TEUR 5.191 (2006: TEUR 2.015) sowie negative Umlagen im Betrage von TEUR 452 (2006: TEUR 1.794). Die überwiegende Zuweisung positiver steuerlicher Ergebnisse führte per Saldo zu einer Erhöhung der Körperschaftsteuerbelastung des Gruppenträgers im Ausmaß von TEUR 4.739.

Der Körperschaftsteueraufwand der Unternehmensgruppe beträgt nach Zurechnung der einzelnen steuerlichen Ergebnisse der Gruppenmitglieder TEUR 43.468 (2006: TEUR 25.990). Nach Berücksichtigung der Steuerumlagen der Gruppenmitglieder ergibt sich für das Unternehmen Österreichische Post AG ein Körperschaftsteueraufwand in Höhe von TEUR 38.729 (2006: TEUR 25.769). Die Körperschaftsteuerbelastung resultiert ausschließlich aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit.

Im Jahr 2007 gab es steuerpflichtige Auflösungen von unversteuerten Rücklagen in Höhe von TEUR 276 (2006: TEUR 280).

Vom Wahlrecht zur Aktivierung von latenten Steuern in Höhe von TEUR 27.829 exklusive Gruppenmitglieder (2006: TEUR 28.440) wurde kein Gebrauch gemacht.

5 Mitglieder des Vorstandes und Aufsichtrates

Vorstand:

GD Dr. Anton Wais (Vorsitzender des Vorstandes)
GD-Stv. Mag. Dr. Rudolf Jettmar (Stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes)
Dipl.-Ing. Dr. Herbert Götz
Dipl.-Ing. Walter Hitziger

Aufsichtsrat:

Dr. Peter Michaelis (Vorsitzender des Aufsichtsrates)
Dipl.Ing. Rainer Wieltsch (Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates)
Dieter Bock
Dr. Horst Breitenstein
Mag.Dr. Stephan Koren bis 17.8.2007
Mag.Dr. Johann Georg Schelling bis 16.2.2007
Gen.Dir.Dr. Stoss Karl
Dkfm. Hans Wehsely
Dr. Edith Hlawati seit 17.8.2007
Dr. Gerhard Roiss seit 17.8.2007
Gerhard Fritz
Helmut Köstinger
Martin Palensky
Manfred Wiedner
Wien, am 6. März 2008 Der Vorstand
Dr. Anton Wais e.h.
Generaldirektor
Mag. Dr. Rudolf Jettmar e.h.
Generaldirektor-Stellvertreter

Vorstandsdirektor Vorstandsdirektor

Dipl.-Ing. Walter Hitziger e.h. Dipl.-Ing. Dr. Herbert Götz e.h.

Zusammensetzung des Anlagevermögens der Österreichischen Post AG zum 31.12.2007 Unternehmensrechtliche Darstellung

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Entwicklung der Sonstigen Rückstellungen Österreichische Post AG

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18.
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30.
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664
84.
816
.58
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0
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.00
5

Lagebericht

der

Österreichischen Post AG

2007

Wirtschaftliches Umfeld und Rahmenbedingungen

Die österreichische Wirtschaft wies im Jahr 2007 ein starkes Wachstum auf – das BIP, ein wichtiger Einflussfaktor für die Geschäftsentwicklung, lag mit 3,3% erheblich über den zum Jahresanfang prognostizierten Werten. Damit schneidet Österreich deutlich über dem – ebenfalls guten – Durchschnitt des Euroraums mit 2,5% BIP-Wachstum. Bei einem weiteren Indikator, der Anzahl der Haushalte kann man für die nächsten Jahre in Österreich wie im letzten Jahrzehnt ein Wachstum von rund 1% per annum erwarten. In den für die Geschäftstätigkeit der Österreichischen Post AG relevanten CEE-Ländern (Slowakei, Ungarn, Kroatien, Serbien) ist besonders das immer noch zweistellige Wachstum beim Geldvermögen der privaten Haushalte ein deutliches Signal für den starken wirtschaftlichen Aufholprozess.

Für 2008 wird eine allgemeine Verlangsamung des Wirtschaftswachstums erwartet. Für Österreich geht man derzeit von etwa 2,4% aus, wobei dies weiterhin über dem EU-Durchschnitt von 2% liegen sollte. Gründe für die Abschwächung der globalen Konjunktur sind zum einen die Immobilienkrise in den USA und die daraus resultierenden Unsicherheiten an den Finanzmärkten, die stark anziehende Inflation (vor allem aufgrund der gestiegenen Energiepreise) sowie die erschwerte Wettbewerbsfähigkeit durch die starke Aufwertung des Euro.

Für die gesamte Weltwirtschaft wird ein etwas abgeschwächtes Wachstum erwartet. Die Dynamik wird vor allem von den asiatischen Schwellenländern getragen, während in den USA, ein geringeres Wachstum prognostiziert ist. Weiters wird in den CEE-Ländern, in denen die Österreichische Post mit Tochterunternehmen tätig ist, wiederum überdurchschnittliche Steigerungen (zwischen 2,75% und 7%) erwartet.

Die Entwicklung im europäischen Briefmarkt wurde im Jahr 2007 von der Entscheidung der EU-Gremien zur vollständigen Liberalisierung und der Diskussion um den deutschen Mindestlohn dominiert. Die europäischen Briefvolumina bleiben weiterhin stabil. In einigen Ländern waren aber auch rückgängige Mengen zu verzeichnen. Auch der österreichische Briefmarkt blieb größtenteils stabil. Rückgänge bei klassischen Briefen wurden durch Wachstum bei werblichen Briefen ausgeglichen.

Im Oktober 2006 hat die EU-Kommission einen Richtlinienvorschlag zur vollständigen Postmarktliberalisierung veröffentlicht. Dieser Vorschlag wurde 2007 intensiv im EU-Parlament und im EU-Ministerrat im Rahmen des Mitentscheidungsverfahrens diskutiert und im Jänner 2008 als dritte EU Postrichtlinie verabschiedet.

Das Ergebnis ist ein zweistufiger Liberalisierungsfahrplan:

Während die vollständige Marktöffnung in Europa generell Anfang 2011 erfolgen soll, können folgende Mitgliedsstaaten die Liberalisierung bis Anfang 2013 aufschieben: Zypern, Tschechien, Griechenland, Ungarn, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Polen, Rumänien und die Slowakei. Die Österreichische Post AG begrüßt die Verschiebung der Marktöffnung auf 2011.

Das so entstandene Zeitfenster muss nun genutzt werden, um die nationalen Postgesetze im Rahmen der Richtlinienumsetzung an einen Markt im vollständigen Wettbewerb anzupassen. Dies betrifft insbesondere die Schaffung gleichwertiger Rahmenbedingungen für alle Anbieter von Postdienstleistungen, die Angleichung der arbeitsrechtlichen Vorschriften und die Etablierung von funktionierenden Finanzierungsmechanismen für den Universaldienst in einem liberalisierten Markt.

Quelle: IHS; Stand 12/2007

Geschäftsverlauf 2007

Umsatz- und Ertragslage

Der Geschäftsverlauf der Österreichischen Post AG im Jahr 2007 setzt die positive Tendenz der letzten Jahre fort. Sowohl die Umsatz- als auch die Ergebnisentwicklung hat sich in Summe verbessert.

Der Umsatz insgesamt erhöhte sich 2007 um 0,2% auf 1.664,8 Mio EUR.

Die Verteilung dieses Umsatzes auf die einzelnen Divisionen zeigt die hohe Bedeutung der Division Brief, auf die ein Anteil von 76,8% am Gesamtvolumen entfällt. Die Division Paket & Logistik, trug mit 11,9% zum Umsatz bei, 11,2% erwirtschaftete die Division Filialnetz.

2005 2006 2007 Veränderung
2006/2007
Umsatz gesamt 1.637,5 1.661,8 1.664,8 +0,18%
x Brief 1.261,9 1.272,8 1.279,3 +0,51%
x Paket & Logistik 185,2 199,2 198,8 -0,20%
x Filialnetz 190,1 189,6 186,5 -1,64%
x Sonstige 0,3 0,2 0,1 -50,00%

Umsatz nach Divisionen1)

1) Außenumsätze der Divisionen

Die Division Brief konnte beim Umsatz 2007 um 0,5% auf 1.279,3 Mio EUR zulegen. Dabei war ein Anstieg in allen drei Geschäftsfeldern verzeichnen. Im Geschäftsfeld Briefpost um 0,3%, im Geschäftsfeld Infomail um 0,8% (adressierte und unadressierte Werbesendungen) und in der Medienpost um 0,9% (Zustellung von Zeitungen und Zeitschriften).

Umsatz Division Brief nach Geschäftsfeldern (Mio EUR)

2005 2006
2007
Veränderung
2006/2007
Briefpost 782,4 775,0 777,3 +0,30%
Infomail 353,4 368,8 371,8 +0,81%
Medienpost 126,1 129,0 130,1 +0,85%

In der Division Paket & Logistik verringerte sich der Umsatz 2007 um 0,2% auf 198,8 Mio EUR bedingt durch das Auftreten eines neuen Wettbewerbers am österreichischen Paketmarkt und des damit verbundenen geringeren Paketvolumens für die Österreichische Post AG. Im Filialnetz ist der Umsatz geringfügig von 189,6 Mio EUR auf 186,5 Mio EUR zurückgegangen.

Gewinn- und Verlustrechnung

Die Gewinn- und Verlustrechnung der Österreichischen Post AG für 2007 zeigt von der Struktur her folgendes Bild:

Mio EUR 2005 2006 2007 Veränderung
2006/2007
Struktur
2007
Umsatzerlöse 1.637,5 1.661,8 1.664,8 +0,2% 100,0%
Sonstige betriebliche Erträge 55,8 55,9 64,3 +15,0% 3,9%
Materialaufwand und Auf
wand für bezogene Leistun
gen
-218,3 -228,6 -234,3 +2,5% 14,1%
Personalaufwand -1.041,0 -1.034,2 -1.023,8 -1,0% 61,5%
Sonstige betriebliche Auf
wendungen
-226,7 -261,6 -243,2 -7,0% 14,6%
Beteiligungsergebnis -4,0 7,6 -5,4 -171,1% 0,3%
EBITDA (Ergebnis vor Zinsen,
Steuern und Abschreibungen)
203,2 200,9 222,4 +10,7% 13,4%
Abschreibungen -112,1 -97,4 -92,2 -5,3% 5,5%
EBIT (Ergebnis der betriebli
chen Tätigkeit)
91,1 103,5 130,2 +25,8% 7,8%
Sonstiges Finanzergebnis 3,4 12,1 13,1 +8,3% 0,8%
Ergebnis der gewöhnlichen
Geschäftstätigkeit
94,5 115,6 143,3 +24,1% 8,6%
Steuern -35,6 -25,8 -38,7 +50,0% 2,3%
Jahresüberschuss 58,9 89,8 104,6 +16,5% 6,3%

Der Personalaufwand ist mit einem Anteil von 61,5% am Gesamtumsatz der größte Aufwandsposten der Österreichischen Post AG. Er ist im Berichtszeitraum mit 1.023,8 Mio EUR um 1,0% zurückgegangen.

Der Materialaufwand einschließlich des Aufwandes für bezogene Leistungen reduzierte sich um 2,5% auf 234,3 Mio EUR (14,1% vom Umsatz).

Der Aufwandsposten der Sonstigen betrieblichen Aufwendungen verringerte sich um 7,0% auf 243,2 Mio EUR.

Das EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) konnte somit um 10,7% auf 222,4 Mio EUR gesteigert werden. Die EBITDA Marge beträgt 13,4%.

Die Abschreibungen auf das Sachanlage- und immaterielle Vermögen der Österreichischen Post AG beliefen sich 2007 auf 92,2 Mio EUR, dies ist ein Anteil von 5,5% des Umsatzes.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) der Österreichischen Post AG verbesserte sich 2007 um 25,8% auf 130,2 Mio EUR.

Das Zinsen- und Wertpapierergebnis der Österreichischen Post AG erhöhte sich im Geschäftsjahr 2007 von 12,1 Mio EUR auf 13,1 Mio EUR.

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) beträgt 143,3 Mio EUR. Es liegt damit um 24,1% über dem Vorjahresniveau.

Nach Abzug der Steuern im Ausmaß von 38,7 Mio EUR ergibt sich ein Jahresüberschuss 2007 von 104,6 Mio EUR und führt unter Berücksichtigung der Auflösung von unversteuerten Rücklagen und der Auflösung von Kapitalrücklagen sowie des Gewinnvortrages zu einem Bilanzgewinn von 169,2 Mio EUR.

Vermögens- und Finanzlage

Aktiva %
2007
2007 2007 %
2007
Passiva
Sachanlagevermögen und
immaterielles Vermögen
30,1% 517,3 786,2 45,8% Eigenkapital
Finanzanlagen 38,2% 655,8 10,9 0,6% Unversteuerte Rückla
gen
Vorräte, Forderungen und
sonstige Vermögensgegen
stände und Rechnungsab
grenzungsposten
16,4% 283,3 636,5 37,0% Rückstellungen
Wertpapiere des Umlauf
vermögens u. Kassen
bestand
15,2% 262,0 284,8 16,6% Verbindlichkeiten u.
Rechnungsab
grenzungsposten
Bilanzsumme 100,0% 1.718,4 1.718,4 100,0% Bilanzsumme

Bilanzstruktur nach Fristigkeit (in Mio EUR)

Die Bilanzsumme der Österreichischen Post AG zum 31. Dezember 2007 betrug 1.718,4 Mio EUR und hat sich damit im Vergleich zum Vorjahr um 4,8% erhöht.

Die größten Posten des Sachanlagevermögens sind Grundstücke und Bauten mit einem Buchwert von 345,0 Mio EUR sowie Anlagen/Geschäftsausstattung mit 100,2 Mio EUR.

Die Finanzanlagen – sie erreichen einen Wert von insgesamt 655,8 Mio EUR – beinhalten größtenteils Anteile an verbundenen Unternehmen sowie Wertpapiere des Anlagevermögens.

Die "Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände" enthalten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (167,1 Mio EUR) sowie sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände (34,6 Mio EUR) als größte Posten. Der Posten "Guthaben bei Kreditinstituten" hat sich im Jahr 2007 von zuvor 215,0 Mio EUR auf 262,0 Mio EUR weiter erhöht.

Auf Basis des Eigenkapitals von 786,2 Mio EUR und der unversteuerten Rücklagen von 10,9 Mio EUR ergibt sich zum 31. Dezember 2007 eine Eigenkapitalquote von 46,4%.

Die Rückstellungen in Höhe von 636,5 Mio EUR sind größtenteils langfristiger Natur und beinhalten unter anderem Rückstellungen für Abfertigungen, Jubiläumsgelder und Rückstellungen für Personalunterauslastung.

Die Verbindlichkeiten und Passiven Rechnungsabgrenzungsposten der Österreichischen Post AG in Höhe von 284,8 Mio EUR gingen gegenüber dem Vorjahr um 11,7% zurück.

Cash-Flow

Mio EUR 2005 2006 2007
Cash-Flow aus dem Ergebnis 294,0 268,5 269,2
+/- Veränderungen im Nettoumlaufvermögen 23,5 -38,8 +25,1
=
Cash-Flow aus Geschäftstätigkeit
317,5 229,7 294,3
+/- Cash-Flow aus Investitionstätigkeit -94,2 -188,9 -157,0
=
Free Cash-Flow
223,3 40,8 137,2
+/- Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit -83,6 -25,8 -90,3
=
Nettoveränderung liquider Mittel
139,7 15,0 46,9

Ergebnis- und wertorientierte Kennzahlen

Das Capital Employed der Österreichischen Post AG beträgt 823,3 Mio. EUR nach 796,2 Mio EUR 2006.

Der Return on Capital Employed hat sich von 14,0% auf 16,1% verbessert.

Ergebnis-Kennzahlen 2005 2006 2007
EBITDA-Marge1) % 12,4 12,1 13,4
EBIT-Marge 2) % 5,6 6,2 7,8
ROE3) % 9,1 13,4 15,2
ROCE4) % 12,5 14,0 16,1
Capital Employed Mio EUR 680,1 796,2 823,3

1) EBITDA-Marge = EBITDA/Umsatz

2) EBIT-Marge = EBIT/Umsatz

3) Return on Equity = Jahresüberschuss/Eigenmittel zum 1.1. abzüglich Dividende

4) Return on Capital Employed = EBIT/durchschnittliches Capital Employed

Mitarbeiter

Der durchschnittliche Personalstand der Österreichischen Post AG reduzierte sich 2007 um 464 oder 2,0 % auf nunmehr 23.045 Mitarbeiter (Vollzeitkräfte). Der überwiegende Teil der Mitarbeiter ist in der Division Brief tätig (fast zwei Drittel), gefolgt von Filialnetz sowie Paket & Logistik.

Mitarbeiter nach Divisionen 1)

Brief
Paket & Logistik
15.389
2.075
15.136
1.976
14.848
1.912
64,4%
8,3%
Filialnetz 5.399 5.177 4.997 21,7%
Sonstige 1.314 1.220 1.288 5,6%
Gesamt 24.177 23.509 23.045 100,0%

1 ) Jahresdurchschnitt, Vollzeitkräfte

Laufend hat die Österreichische Post AG in den letzten Jahren den Frauenanteil in ihrer Belegschaft erhöht. Er ist mittlerweile auf nahezu ein Drittel angewachsen. Die meisten Frauen sind im Filialnetz tätig (Anteil von etwa 50%). Deutlich gestiegen ist der Frauenanteil auch in den Verteilzentren auf rund 40%.

Von der Altersstruktur her fördert die Österreichische Post AG besonders die Beschäftigung junger Mitarbeiter: Über 40 % der Mitarbeiter sind unter 40 Jahre alt. Das Durchschnittsalter aller Beschäftigten der Österreichischen Post beträgt rund 40 Jahre.

Gesundheit und Arbeitssicherheit

Arbeitsicherheit und Gesundheitsschutz sowie betriebliche Gesundheitsförderung sind Schlüsselelemente unserer Unternehmenspolitik. Motivierte Mitarbeiter sind Basis unseres auf menschlicher Arbeitskraft aufgebauten Logistikkonzepts, das den bestmöglichen Service für unsere Kunden gewährleistet. Eine gesunde und sichere Arbeitsumgebung ist dafür eine unabdingbare Voraussetzung. Wir streben eine betriebliche Gesundheitsförderungs- und Arbeitssicherheitskultur als integralen Bestandteil aller in unserem Unternehmen zu verrichtenden Tätigkeiten an und bekennen uns zu unserer sozialen Verantwortung auch in Bezug auf das Wohlbefinden unserer Mitarbeiter.

Umwelt

Der Österreichische Post Konzern bekennt sich zu seiner Verantwortung einen Beitrag zum schonungsvollen Umgang mit Ressourcen zu leisten. Wo technisch möglich und wirtschaftlich sinnvoll werden umwelt- und ressourcenschonende Maßnahmen gesetzt. Die Optimierung der Transportlogistik brachte eine erhebliche Reduktion des Treibstoffverbrauches und führte somit zu einer Entlastung der Umwelt und der Transportkosten. Die Beschaffung von 50 erdgasbetriebenen Fahrzeugen im Jahr 2007 ermöglicht aufgrund des geringeren Treibstoffverbrauches eine Reduktion des jährlichen CO2-Ausstoßes um bis zu 67 Tonnen. Die Zentralisierung der Sammlung und Verwertung von "Wertstoffen" (Altpapier, Kartonagen, Kunststoff) reduzierte die Entsorgungskosten.

Risikomanagement

Die Österreichische Post AG ist – als international tätiges Post- und Logistikdienstleistungsunternehmen – im Rahmen seiner Geschäftstätigkeit unterschiedlichen Risiken ausgesetzt. Mit diesen strategischen und operativen Risiken setzt sich das Unternehmen bewusst auseinander. Durch die Konzentration auf das Kerngeschäft sowie die jahrzehntelange Erfahrung in diesem Geschäft ist es der Österreichischen Post AG möglich, Risiken frühzeitig zu identifizieren, diese zu bewerten und geeignete Vorsorgemaßnahmen zur Sicherung zu setzen.

Das strategische Risikomanagement befasst sich mit der Identifizierung und Evaluierung strategischer Geschäftsrisiken und trifft die Entscheidung darüber, ob und inwieweit strategische Risiken eingegangen werden. Ziel des strategischen Risikomanagements ist es, alle wesentlichen strategischen Risiken, die die Erreichung der strategischen Unternehmensziele gefährden, so weit wie möglich zu kontrollieren.

Kernpunkt des operativen Risikomanagements bildet die Identifizierung, Evaluierung und Beherrschung von wesentlichen Risiken aus der operativen Geschäftstätigkeit. Dieser Prozess wird von Schlüsselpersonen in den Divisionen und den Geschäftsfeldern getragen. Die nunmehr divisional angelegte Organisationsstruktur gliedert sich in drei operativ tätige Divisionen bzw. fünf Geschäftsfelder sowie in unterstützende und beratende Zentral- und Serviceeinheiten. Die Tochtergesellschaften der Österreichischen Post AG werden dabei im Wesentlichen je nach Tätigkeitsschwerpunkt den einzelnen Divisionen und Geschäftsfeldern zugeordnet. Die in den jeweiligen Einheiten bestehenden wesentlichen Geschäftsrisiken werden identifiziert und laufend beobachtet. Auf dieser Basis werden angemessene Risikomaßnahmen, wie z.B. Backups oder Notfallpläne, festgelegt. Im Zuge der regelmäßigen Planungs- und Ergebnisgespräche erfolgt eine Berichterstattung über die wesentlichen Risikofelder durch die zuständigen Leiter.

Weitere zentrale Instrumente der Risikoüberwachung und -kontrolle sind konzernweite Richtlinien über den Umgang mit wesentlichen Risiken, der Planungs- und der Controllingprozess sowie laufende Berichterstattung. Die Richtlinien umfassen beispielsweise die Festsetzung und Kontrolle von Limitkategorien und Handlungsabläufen zur Begrenzung finanzieller Risiken sowie die strikte

Einhaltung des Vier-Augen-Prinzips. Diese Richtlinien sind Teil des internen Kontrollsystems und stellen unter anderem die ordnungsgemäße interne und externe Finanzberichterstattung sicher. Der Planungs- und Controllingprozess dient als Frühwarnsystem und als Basis für die Beurteilung der Wirksamkeit der eingeleiteten Steuerungsmaßnahmen.

Besondere Bedeutung kommt dabei dem transparenten Berichtswesen – vor allem auch gegenüber den Aufsichtsorganen – zu.

Wesentliche Risikofaktoren der Österreichische Post AG sind im Überblick:

Regulatorische und rechtliche Risiken

Die Österreichische Post AG erwirtschaftet einen erheblichen Teil seines Umsatzes im reservierten Postdienst. Eine vollständige Freigabe des Postmarktes ist EU-weit derzeit ab 2011 vorgesehen. Daraus ergeben sich Risiken einer Marktanteilsveränderung. Die Neugestaltung der rechtlichen Rahmenbedingungen kann erhebliche negative Auswirkungen auf die Ergebnisentwicklung der Österreichischen Post AG haben.

Die Österreichische Post AG ist verpflichtet, in ganz Österreich im Rahmen des Universaldienstes ein Mindestangebot von Postdienstleistungen in vergleichbarer Qualität anzubieten. Als Abgeltung für diese kostenintensive Verpflichtung wurde der Gesellschaft der reservierte Postdienst übertragen. Es ist derzeit noch nicht absehbar, ob die Gesellschaft weiterhin zur Erbringung des Universaldienstes verpflichtet bleibt, wenn der reservierte Postdienst vollständig aufgehoben wird, ohne dafür eine adäquate Abgeltung zu erhalten. Sofern es infolge der Liberalisierung zu keiner Gleichbehandlung in Hinblick auf Beschäftigungsverhältnisse und gesetzliche Leistungsanforderungen zwischen der Österreichische Post AG und ihren Mitbewerbern und einer adäquaten Abgeltung des Universaldienstes kommt, ist eine signifikante Ergebnisbelastung für die Österreichische Post AG nicht auszuschließen.

In der Öffentlichkeitsarbeit der Österreichischen Post AG nimmt die Thematik der Liberalisierung im Dialog mit allen Stakeholdern großen Raum ein. Das Unternehmen sieht es als seine Aufgabe, auf die derzeit ungeklärten Aspekte der Abgeltung des Universaldienstes und der Problematik einer asymmetrischen Marktöffnung hinzuweisen.

Die Österreichische Post AG geht derzeit nicht davon aus, dass sie verpflichtet wird, ihren Mitbewerbern Zugang zu Teilleistungen einzuräumen. In einem solchen Fall könnten diese jedoch in besonders lukrativen Marktsegmenten Postdienstleistungen selbst erbringen und in weniger lukrativen Marktsegmenten auf Teilleistungen der Österreichischen Post AG zurückgreifen. Dies könnte zu Ergebnisbeeinträchtigungen führen.

Im Zuge einer etwaigen Liberalisierung könnte die Umsatzsteuerbefreiung der Österreichischen Post AG aufgehoben werden. In diesem Fall würde das Unternehmen einerseits versuchen, die Preisstruktur kundenseitig zu adaptieren – wobei die marktmäßige Durchführbarkeit nicht sichergestellt ist. Profitieren würde die Post andererseits durch die Anrechnung der von der Post bezahlten Umsatzsteuer (Vorsteuerabzug).

Mit zunehmender Liberalisierung des Postmarktes könnte die Österreichische Post AG gezwungen sein, für bestehende Betriebsanlagen nachträglich gewerberechtliche Genehmigungen zu beantragen.

Die Österreichische Post AG unterliegt in der Preisfestsetzung im Universaldienst einschließlich des reservierten Bereichs rechtlichen Einschränkungen; die Entgelte für die betroffenen Leis-

tungen bedürfen entweder einer vorherigen Genehmigung oder unterliegen einer nachträglichen Kontrolle. Die Gesellschaft kann deshalb im Bereich des Universaldienstes nur eingeschränkt durch Preisanpassungen auf Marktveränderungen reagieren.

Seit 1.1.2008 haben die Telekom-Control-Kommission und die Rundfunk und Telekom Regulierungs GmbH in Umsetzung der Postgesetz-Novelle 2006 die Funktion der Regulierungsbehörde vom Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie übernommen. Die Kompetenzen der Regulierungsbehörden sind unverändert gleich geblieben.

Im europäischen Verkehr drängt das Abrechnungssystem nach dem "Agreement for the Remuneration of Mandatory Deliveries of Cross-Border Mails" (REIMS II) das Abrechnungssystem des Weltpostvereins zurück. Bei REIMS II handelt es sich um eine Vereinbarung über Endvergütungen im grenzüberschreitenden Postdienst, dem 16 europäische Postunternehmen angehören. Die Vereinbarung wurde am 9. Juli 1997 abgeschlossen und am 15. September 1999 von der EU-Kommission vom Kartellverbot des Art 81 (1) EG-Vertrag freigestellt; die Vereinbarung und die Freistellung sind am 31. Dezember 2006 zeitlich abgelaufen. REIMS II wurde verlängert. Allerdings ist eine Einzelfreistellung von REIMS II vom Kartellverbot für die Zeit nach dem 31. Dezember 2006 nach der seit der letzten Freistellungsentscheidung geänderten Rechtslage nicht mehr möglich; die REIMS II-Parteien gehen jedoch davon aus, dass die Vereinbarung gemäß Art 81 (3) EG-Vertrag freigestellt ist. Zurzeit befinden sich die REIMS II-Parteien in Endverhandlung über den Abschluss einer REIMS III-Vereinbarung; die Unterfertigung der endverhandelten REIMS III-Vereinbarung ist aus derzeitiger Sicht Ende März 2008 geplant und würde rückwirkend mit 1.1.2008 in Kraft treten.

Über das regulatorische Umfeld im Postmarkt hinaus muss die Österreichische Post AG im Rahmen ihres ordentlichen Geschäftsbetriebs eine Vielzahl von rechtlichen Beschränkungen beachten. So sind die vertraglichen und faktischen Gestaltungsspielräume des Unternehmens etwa durch wettbewerbsrechtliche Regelungen eingeschränkt. Die kartellrechtliche Zulässigkeit von Vereinbarungen und Geschäftspraktiken der Österreichischen Post AG war in der Vergangenheit Gegenstand kartellrechtlicher Untersuchungen und Verfahren. Sonstige rechtliche Risiken ergeben sich auch aus nicht vorhersehbaren Gerichtsverfahren mit Mitbewerbern und Kunden.

Zur bestmöglichen Vermeidung von Ergebnisbeeinträchtigungen durch regulatorische und rechtliche Risiken ist die Österreichische Post AG bestrebt, in ihren Kernprozessen eine Erweiterung der Wertschöpfung zu erzielen, um seinen Kunden noch bessere Leistungen anzubieten und eine Qualitätsoptimierung zu erzielen. Darüber hinaus beabsichtigt die Österreichische Post AG, vermehrt Umsätze im bereits liberalisierten Bereich zu erwirtschaften.

Markt- und Wettbewerbsrisiken

Die Österreichische Post AG erwirtschaftet den überwiegenden Teil ihres Umsatzes in Österreich. Sollte das Wirtschaftswachstum in Österreich nachlassen, könnte dies zu einer Abschwä-

chung der Nachfrage führen. Ferner erwirtschaftet das Unternehmen einen nicht unbedeutenden Anteil des Umsatzes mit einer geringen Anzahl von Großkunden. Großkunden sind vertraglich nicht verpflichtet, ihre Postsendungen von der Österreichischen Post AG befördern zu lassen und könnten sich entscheiden, mittelfristig zumindest einen Teil ihrer Postsendungen von Wettbewerbern der Österreichischen Post AG befördern zu lassen. Klassische Briefsendungen könnten zunehmend durch e-Mail oder andere elektronische Medien ersetzt werden.

Die Österreichische Post AG sieht sich im Brief-, und vor allem im Paketmarkt zunehmendem Wettbewerb ausgesetzt. Im B2C Paketgeschäft (Business to Consumer), - hier nimmt die Österreichische Post AG eine führende Stellung am österreichischen Markt ein – ist auch weiterhin mit vermehrtem Auftreten alternativer Anbieter zu rechnen und kann ein entsprechender Umsatzausfall nicht ausgeschlossen werden. Das Unternehmen ist bestrebt, Kunden durch attraktive Leistungsangebote an sich zu binden. Anderseits wird dem Mengenrückgang infolge von E-Mail-Substitution durch neue Produkte und Dienstleistungen, etwa im Bereich Infomail oder im B2B- (Business-to-Business) Geschäft und vor allem entlang der Wertschöpfungskette, entgegengewirkt. Die Diversifikation auf mehrere Märkte trägt dazu bei, Risiken einzelner Branchen weit zu streuen bzw. gering zu halten.

Ein wesentlicher Bestandteil der Strategie der Österreichischen Post AG ist Wachstum durch Akquisitionen und Kooperationen. Dabei ist es wichtig, passende Akquisitionsziele zu finden und erworbene Unternehmen erfolgreich zu integrieren. Die zukünftige Rentabilität dieser Projekte ist in hohem Maß vom Investitionsvolumen bzw. den Akquisitionspreisen sowie politischen, wirtschaftlichen und gesetzlichen Faktoren abhängig. Alle Investitionsmaßnahmen müssen daher strikten finanziellen Kriterien gerecht werden.

In der Division Filialnetz sind die Erträge aus Finanzdienstleistungen vom Markterfolg des Kooperationspartners BAWAG P.S.K., die Erträge im Kommunikationsgeschäft vom Markterfolg des Kooperationspartnes Telekom Austria abhängig.

Struktur der Dienstverhältnisse

Bei einem Großteil der Mitarbeiter der Österreichischen Post AG kommen öffentlichrechtliche Dienstverhältnisse (Beamtendienstrecht) zur Anwendung, aus denen sich Besonderheiten der dienstrechtlichen Verwendung ergeben. Durch die bestehenden rechtlichen Bedingungen kann es bei einem Großteil der Belegschaft zu keiner Kapazitätsanpassung im Falle von Mengenverlusten kommen, außerdem ist keine Anpassung des Gehaltsniveaus an eventuell niedrigere Marktkonditionen möglich. Das Beamtendienstrecht führt insgesamt zu einer geringen Kostenflexibilität.

Aus Änderungen des Poststrukturgesetzes 1996 und den laufenden Änderungen des Beamtendienstrechts können sich für die Österreichische Post AG, sofern bei diesen nicht auch auf die spezielle Wettbewerbssituation der Österreichische Post AG abgestellt wird, zusätzliche Belas-

tungen und unerwartete Mehrkosten ergeben, auf deren Entstehen er keinen Einfluss hat. Der österreichische Gesetzgeber hat vorgesehen, dass für Beamte auf Bundesebene bis Ende 2006 eine Pensionskassenregelung zu treffen wäre. Eine solche – allerdings weiterhin ausständige – Regelung wäre auch auf die der Gesellschaft zugewiesenen Beamten zu übertragen.

Zur Erhöhung des Qualifikationsniveaus der Mitarbeiter wurden umfassende Maßnahmen gesetzt. Darüber hinaus wurde eine besondere Betriebsvereinbarung betreffend Maßnahmen zur Milderung der Folgen von Restrukturierungsmaßnahmen abgeschlossen. Der Strukturthematik im Bereich der Bediensteten begegnet die Österreichische Post AG mit zunehmend flexibleren Arbeitsprozessen und Arbeitszeitmodellen.

Unternehmen des Österreichischen Post Konzerns bedienen sich - wie in der Zeitungszustellund Werbemittelverteilbranche üblich - zur Verteilung der Werbemittel selbständiger Subunternehmer, die zum Teil aus dem EU-Ausland kommen. Die Qualifikation der Tätigkeit von (ausländischen) Zeitungszustellern und Werbemittelverteilern ist immer im Rahmen eines beweglichen Systems gradueller Kriterien und zwar in einer Gesamtbetrachtung der Merkmale nach Zahl und Gewicht vorzunehmen. Dies setzt voraus, dass auf eine Einzelfallbetrachtung abzustellen ist. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die zuständigen Gerichte und Verwaltungsbehörden einzelfallbezogen die Unzulässigkeit dieser Form der Beschäftigung aussprechen und Verwaltungsstrafen und/oder andere verwaltungs-, insbesondere gewerberechtliche Sanktionen auferlegen.

Technische Risiken

Die Österreichische Post AG ist in hohem Maß auf die Unterstützung durch komplexe technische Systeme angewiesen und setzt bei der Erbringung ihrer Dienstleistungen maßgeblich auf die Unterstützung durch Datenverarbeitungssysteme, moderne Kommunikationsmedien und andere technische Einrichtungen. Vor diesem Hintergrund hat die Österreichische Post AG in den vergangenen Jahren umfangreiche Investitionen vorgenommen, um sein Verteilnetz zu modernisieren. Die Leistungserbringung des Unternehmens hängt dabei von der Funktionsfähigkeit weniger wichtiger Standorte ab. Sollten technische Systeme vorübergehend oder endgültig ausfallen, könnte dies zu Störungen des Geschäftsablaufs und zu Verlusten von Reputation und Kunden führen sowie zusätzliche Kosten verursachen. Zur Bewältigung der technischen Risiken wurden Sicherheitsmaßnahmen, Prozesse und Regulatorien festgelegt, die verschiedenste Eventualitäten abdecken und einen reibungslosen Ablauf sicherstellen.

Finanzielle Risiken

Finanzielle Risiken der Österreichische Post AG umfassen das Liquiditätsrisiko, das Kreditrisiko/Kontrahentenrisiko/Produktrisiko, das Zinsänderungsrisiko, das Währungsänderungsrisiko sowie organisatorische Risiken. Eine detaillierte Darstellung der finanziellen Risiken findet sich im Anhang zum Konzernabschluss des Österreichischen Post Konzerns.

Informationen gemäß §243a UGB

Das Grundkapital der Österreichischen Post AG beträgt 350.000.000 EUR und ist geteilt in 70.000.000 Stück auf Inhaber lautende Stückaktien. Es liegen keine Stimmrechtsbeschränkungen oder Syndikatsvereinbarungen vor, die der Gesellschaft bekannt sind.

Die Republik Österreich hält über die Österreichische Industrieholding AG (ÖIAG) 51% der Anteile der Österreichischen Post AG. Der Gesellschaft sind keine anderen Aktionäre bekannt, die mehr als 10% der Anteile halten.

Soweit der Gesellschaft bekannt ist, gibt es keine Inhaber von Aktien mit besonderen Kontrollrechten. Mitarbeiter, die auch Aktionäre der Österreichischen Post AG sind, üben ihre Stimmrechte individuell aus. Es existieren keine sich nicht unmittelbar aus dem Gesetz ergebenden Bestimmungen über die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie über die Änderung der Satzung der Gesellschaft.

Genehmigtes Kapital: Gemäß § 5 der Satzung der Österreichischen Post AG ist der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrates ermächtigt bis fünf Jahre nach Eintragung der Satzungsänderung in das Firmenbuch das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu 175.000.000 EUR durch Ausgabe von bis zu 35.000.000 Stück neue auf Inhaber lautende Stückaktien gegen Bareinlagen zu erhöhen und den Ausgabekurs sowie die Ausgabebedingungen festzusetzen. Die Satzungsänderung wurde am 18. März 2006 in das Firmenbuch eingetragen.

Bedingtes Kapital: Gemäß § 5 der Satzung der Österreichische Post AG ist der Vorstand ermächtigt, bis fünf Jahre nach Eintragung der Satzungsänderung in das Firmenbuch verzinsliche Wandelschuldverschreibungen auszugeben, mit denen ein Umtausch- oder Bezugsrecht in bis zu 35.000.000 Stück auf Inhaber lautende Aktien ohne Nennwert (Stückaktien) im Gesamtbetrag von insgesamt bis zu 175.000.000 EUR verbunden ist. Zu diesem Zweck wurde das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu EUR 175.000.000 durch Ausgabe von bis zu 35.000.000 Stück auf Inhaber lautende Stückaktien mit Stimmrecht bedingt erhöht. Die Satzungsänderung wurde am 21. April 2006 in das Firmenbuch eingetragen.

Es gibt keine bedeutsamen Vereinbarungen an denen die Gesellschaft beteiligt ist, die bei einem Kontrollwechsel in der Gesellschaft in Folge eines Übernahmeangebotes wirksam werden, sich wesentlich ändern oder enden.

Es gibt keine Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Vorstandsund Aufsichtsratsmitgliedern oder Arbeitnehmern für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebotes.

Ausblick für 2008

Das Ziel der Österreichischen Post AG für das Jahr 2008 ist es, weiter an der Optimierung ihrer internen Leistungsprozesse zu arbeiten und gleichzeitig strategische Wachstumspläne zu verfolgen.

In Österreich steht die Neupositionierung des Paketgeschäfts im Vordergrund. Dem zu erwartenden Volumensrückgang durch den Verlust großer Versandhandelskunden wird durch ein 3- Punkte-Programm begegnet:

    1. Redimensionierung der Paketlogistik und teilweise Integration in die Brieflogistik
    1. Verbessertes Dienstleistungsangebot (24 Stunden Premiumpaket und 48 Stunden Standardpaket)
    1. Verstärkter Einstieg in den B2B Paketmarkt

Besondere Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Ende Jänner 2008 hat die Österreichische Post die restlichen 49% der Anteile an Scanpoint Europe erworben. Das Kerngeschäft der Scanpoint-Gesellschaften ist die datenschutzrechtliche Digitalisierung von Dokumenten sowie die Zulieferung geschäftsrelevanter Informationen in den hausinternen Workflow des Kunden.

Entwicklung der Divisionen

Division Brief

Profil der Division

Die Division Brief umfasst die drei Geschäftsfelder Briefpost, Infomail und Medienpost. Das Kerngeschäft besteht aus dem weltweiten Versand von Briefen und Postkarten, der Annahme und Zustellung von adressierten und unadressierten Werbesendungen, Zeitungen und Zeitschriften, der Zustellung von Sendungen aus der ganzen Welt an jeden Adressaten in Österreich sowie umfangreiche Service- und Zusatzleistungen aus dem Direct Marketing Bereich und Poststellenmanagement.

Marktumfeld

Der Briefmarkt in Österreich ist geprägt von regulativen Rahmenbedingungen und sich verändernden Kommunikationsgewohnheiten (einerseits Substitution durch elektronische Kommunikation, andererseits mehr Kommunikation durch die Zunahme der Informations- und Werbesendungen an Haushalte). Etwa 50% des Geschäftes der Division unterliegt bereits dem freien Wettbewerb. Im Jahr 2007 konnte die Division Brief den Umsatz erneut steigern. Rückläufige Tendenzen in Folge der Substitution durch elektronische Medien konnten also mehr als kompensiert werden.

Division Paket & Logistik

Profil der Division

Das Kerngeschäft der Division Paket & Logistik besteht in der Annahme, Beförderung und Zustellung von Paketen und Paletten. Ergänzt wird es durch ein auf die jeweiligen Märkte und Kunden zugeschnittenes Dienstleistungsangebot. Aufgrund der konsequent verfolgten Expansionsstrategie erzielt die Österreichische Post AG heute bereits rund zwei Drittel ihrer Umsätze in dieser Division außerhalb des Heimmarktes Österreich. Alle Tochtergesellschaften verfügen in ihren Märkten über eine flächendeckende Infrastruktur und über eine sehr gute Position im Markt. Mit Ausnahme des österreichischen Marktes sind sie vor allem im Business-to-Business-Markt (B2B) tätig.

Marktumfeld

Der Kurier-, Express- und Paketmarkt ist nach wie vor ein wachsender Markt, in Osteuropa sind sogar zweistellige Wachstumsraten zu verzeichnen. Die internationalen Volumina und Umsätze wuchsen deutlich stärker als die nationalen Volumina. Die internationale Netzanbindung gewinnt daher für die versendenden Unternehmen zunehmend an Bedeutung. Der gesamte Markt ist liberalisiert und somit dem Wettbewerb frei zugänglich. Im österreichischen Paketge-

schäft hat sich das Marktumfeld durch den Einstieg eines neuen Wettbewerbers verändert. Die Österreichische Post AG ist jedoch nach wie vor Marktführer. Obwohl ein bedeutender Versandhandelskunde sein Paketvolumen seit Mitte 2007 nicht mehr über die Österreichische Post AG verteilt, war der Gesamtumsatz des Jahres nur geringfügig (minus 0,2%) unter dem des Jahres 2006.

Division Filialnetz

Profil der Division

Die Division Filialnetz betreibt mit 1.313 eigenen Filialen und 611 externen Stellen (195 Post.Partnern, 340 Post.Servicestellen und 76 Post.Abholstellen) ein leistungsfähiges und flächendeckendes Vertriebsnetz in Österreich. Postdienstleistungen, Finanzdienstleistungen und ein breites Sortiment an Handelswaren sind die wesentlichen Elemente des Produkt- und Dienstleistungsangebots.

Marktumfeld

Die Division Filialnetz der Österreichischen Post AG betreibt eines der größten, dichtesten und effizientesten Netze an Vertriebsstellen in Österreich. Mit seinen Finanzdienstleistungen und seinem Angebot an Handelswaren steht es zu 100% im Wettbewerb.

Das flächendeckende Netz, qualitativ hochwertige Produkte und Dienstleistungen sowie gut ausgebildete Mitarbeiter sind eine gute Grundlage, um die Herausforderungen des Marktes auch in Zukunft erfolgreich zu bewältigen. Das Jahr 2007 stand im Zeichen der Neupositionierung des Finanzpartners BAWAG PSK wobei die Österreichische Post AG an der BAWAG Holding Coöperative UA nunmehr einen Anteil von 5% hält. Der Vertrieb von Finanzdienstleistungsprodukten über das landesweite Filialnetz soll weiter forciert werden.

Wien, am 6. März 2008

Der Vorstand

Dr. Anton Wais e.h. Mag. Dr. Rudolf Jettmar e.h. Generaldirektor Generaldirektor-Stellvertreter

Dipl.-Ing. Dr. Herbert Götz e.h. Dipl.-Ing. Walter Hitziger e.h. Vorstandsdirektor Vorstandsdirektor

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