Quarterly Report • May 9, 2018
Quarterly Report
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3MONATSZWISCHENBERICHT 2017 Q1/3M-ZWISCHENBERICHT 2018
OHB SYSTEM FÜR DIE ESA-WISSENSCHAFTSMISSION PLATO AUSGEWÄHLT
OHB AUCH AN ZWEITER EXOMARS-MISSION SUBSTANZIELL BETEILIGT
MT AEROSPACE FÜR FERTIGUNG WEITERER ZEHN ARIANE 5-SHIPSETS BEAUFTRAGT
ERSTER ARIANE 6-TANK PÜNKTLICH VON MT AEROSPACE AN ARIANEGROUP AUSGELIEFERT
Die OHB SE ist ein europäischer Raumfahrt- und Technologiekonzern und eine der bedeutenden unabhängigen Kräfte der europäischen Luft- und Raumfahrtindustrie. Mit seiner über 35-jährigen Erfahrung in der Entwicklung und der Umsetzung innovativer Raumfahrtsysteme und -projekte und dem Angebot von spezifischen Luft-, Raumfahrt- und Telematikprodukten hat sich der OHB-Konzern herausragend positioniert und für den internationalen Wettbewerb aufgestellt.
Die Gesellschaft hat sich in den vergangenen Jahren geografisch innerhalb Europas diversifiziert und verfügt damit über Standorte in wichtigen ESA-Mitgliedsländern. Diese strategischen Standortentscheidungen fördern die Teilhabe an zahlreichen europäischen Programmen und Missionen. Die inhaltliche Zusammenführung und Konzentration auf die jeweiligen Kernfähigkeiten wird in den beiden Unternehmensbereichen "Space Systems" und "Aerospace + Industrial Products" gelebt.
Im Unternehmensbereich "Space Systems" liegt der Fokus auf der Entwicklung und Umsetzung von Raumfahrtprojekten. Das bedeutet insbesondere die Entwicklung und die Fertigung von erdnahen und geostationären Satelliten für Navigation, Wissenschaft, Kommunikation, Erd- und Wetterbeobachtung und Aufklärung inklusive der wissenschaftlichen Nutzlasten. Aufklärungssatelliten und breitbandige Funkübertragung von Bildaufklärungsdaten sind Kerntechnologien für die Anwendungsbereiche Sicherheit und Aufklärung. Im Bereich Exploration werden Studien und Konzepte für die Erforschung unseres Sonnensystems mit den Schwerpunkten Mond, Asteroiden und Mars erarbeitet. In der astronautischen Raumfahrt liegen die Schwerpunkte bei Projekten für die Ausstattung und den Betrieb der Internationalen Raumstation ISS.
Der Schwerpunkt des Unternehmensbereichs "Aerospace + Industrial Products" liegt in der Fertigung und Entwicklung von Produkten für die Luft- und Raumfahrt sowie für andere Industriebereiche. Hier hat sich OHB als bedeutender Ausrüster für Aerospace-Strukturen in der Luftund Raumfahrt positioniert und ist u.a. größter deutscher Zulieferer für das Ariane-Programm sowie etablierter Hersteller von Strukturelementen für Satelliten. Darüber hinaus ist OHB als erfahrener Anbieter von mechatronischen Systemen für Antennen und Teleskope an Großprojekten für Radioteleskope beteiligt. Telematiksysteme von OHB unterstützen weltweit die Logistik durch effiziente Transportsteuerung und Sendungsverfolgung.
die OHB SE hat sich in den ersten Monaten des begonnenen Geschäftsjahrs für die Zukunft neu aufgestellt: Der Aufsichtsrat bestellte Dr. Lutz Bertling und Kurt Melching als Vorstände, um nicht nur das altersbedingte Ausscheiden von Ulrich Schulz im vergangenen Jahr, sondern auch bereits das Ausscheiden Dr. Fritz Merkles im kommenden Juni zu kompensieren. Eine Veränderung gab es auch im Aufsichtsrat: Christa Fuchs hat den Aufsichtsratsvorsitz abgegeben; Robert Wethmar ist zum neuen Vorsitzenden des Gremiums gewählt worden. In den zukunftsträchtigen Feldern Services und Life Science hat der Konzern zwei neue Tochtergesellschaften gegründet: In der "OHB Satellitenbetrieb GmbH" werden die bisherigen Aktivitäten des Konzerns in diesem Bereich gebündelt. Die "Blue Horizon Deutschland GmbH" wird die Aktivitäten im Bereich Life Science intensivieren.
Das für den OHB-Konzern operativ bedeutendste Ereignis des ersten Quartals finden Sie im Nachtragsbericht dieses Dokuments: Während der Luft- und Raumfahrt Messe ILA in Berlin erhielt die OHB System AG die Information, dass ihr Angebot für die Wissenschaftsmission PLATO von der Europäischen Raumfahrtagentur ESA ausgewählt worden ist. Dieser Erfolg ist deswegen so bedeutend, weil OHB System damit erstmalig an einer ESA-Wissenschaftsmission als Hauptauftragnehmerin beteiligt sein wird. Ziel der Mission ist es, Exoplaneten (Planeten in anderen Sonnensystemen) zu entdecken und zu erforschen. Die Vertragsverhandlungen finden voraussichtlich im Juni statt, das Auftragsvolumen umfasst rund EUR 297 Millionen. An einer zweiten Wissenschaftsmission, die die Frage klären soll, ob auf dem Mars Leben existiert, bzw. existiert hat, ist die OHB System AG weiterhin als Unterauftragnehmerin beteiligt – die Beauftragung für das Trägermodul der zweiten ExoMars-Mission mit einem Volumen von EUR 103 Millionen wurde im März erteilt. Der Gewinn einer Studie im Programm zur Weltraum-Lageerfassung der ESA schafft die Basis für weitere Aktivitäten in diesem Gebiet.
Im Geschäftsbereich Aerospace + Industrial Products erreichte die MT Aerospace AG mit dem Gewinn einer Studie der ESA zur Konzeption kleiner kommerzieller Startraketen eine gute Ausgangslage für zukünftige Entwicklungen. MT Aerospace erhielt außerdem den voraussichtlich letzten Auftrag zur Lieferung von Komponenten für die Ariane 5-Rakete. Diese wird noch bis ins Jahr 2022 starten, ab 2020 beginnt die Übergangsphase, in der auch die Nachfolge-Rakete Ariane 6 starten wird. MT Aerospace ist auch an der Ariane 6 mit der Lieferung von wesentlichen Komponenten beteiligt. Mit einem Wasserstofftank hat das Unternehmen im April die erste Komponente der Oberstufe der zukünftigen europäischen Trägerrakete ausgeliefert.
Der konsolidierte Auftragsbestand der Unternehmen der OHB SE lag zum Quartalsende am 31. März 2018 bei EUR 2.397 Mio. und damit nahezu unverändert im Vergleich zum Jahresende 2017 (EUR 2.439 Mio.).
Aufgrund des hohen Auftragsbestands und der positiven Geschäftsentwicklung nach den ersten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahrs gehen wir davon aus, dass sich die Finanz- und Vermögenslage weiterhin gut entwickeln wird und bestätigen den Ausblick für das Geschäftsjahr 2018. Erwartet wird eine Gesamtleistung in Höhe von EUR 1 Mrd. sowie ein EBITDA und ein EBIT in Höhe von EUR 65 Mio. bzw. EUR 47 Mio.
Bremen, 9. Mai 2018
Der Vorstand
Der Deutsche Aktienindex (DAX) startete mit einem Stand von 12.918 Punkten auf hohem Niveau in das Börsenjahr 2018 und erreichte bereits am 23. Januar 2018 ein neues Allzeithoch von 13.597 Punkten, gab dann aber im weiteren Verlauf des ersten Quartals deutlich nach. Der bisherige Tiefststand im ersten Quartal wurde am 26. März 2018 bei 11.727 Punkten erreicht, was einem Rückgang gegenüber dem Höchststand von rund 14 Prozent entspricht. Ursachen waren zunehmende politische Verunsicherungen über drohende Handelsbeschränkungen zwischen den USA, China und Europa sowie Befürchtungen über eine Eskalation des Syrienkonflikts. Bis Anfang Mai erklomm der DAX zwar wieder das Niveau von 12.800 Punkten, erhöhte Unsicherheit und somit höhere Volatilität blieb allerdings erhalten.
Die OHB-Aktie profitierte ebenfalls von der sogenannten Januarrallye am Aktienmarkt und erreichte am 9. Januar 2018 ihr Allzeithoch von EUR 49,75, sie schloss Ende Januar mit EUR 46,35. Nahezu parallel zu den Indizes endete die Talfahrt des Aktienkurses zum Quartalsende am 29. März 2018 bei EUR 35,20.
Im Berichtszeitraum lag der durchschnittliche Tagesumsatz der OHB-Aktie mit 26.177 Stücken (Xetra + Parkett) deutlich über dem Wert des Vorjahreszeitraums von 6.557 Stücken pro Tag.
Die OHB SE hielt zum Stichtag 31. März dieses Jahres unverändert 80.496 eigene Aktien; dies entspricht einem Anteil am Grundkapital von 0,46%.
| 31. März 2018 | Aktien | Veränderung im Q1 |
|---|---|---|
| Christa Fuchs, Vorsitzende des Aufsichtrats |
1.401.940 | – |
| Professor Heinz Stoewer, Mitglied des Aufsichtsrats |
1.000 | – |
| Marco R. Fuchs, Vorsitzender des Vorstands |
6.046.610 | – |
| Dr. Fritz Merkle, Mitglied des Vorstands |
1.000 | – |
Vorstand und Aufsichtsrat der OHB SE werden der Hauptversammlung wie im Vorjahr eine Dividende in Höhe von 0,40 EUR je Stückaktie vorschlagen.
Zur fokussierten Gewinnung neuer sowie zur intensiveren Betreuung unserer bestehenden institutionellen Investoren haben wir im 3. Quartal 2017 erstmalig eine globale Identifizierung unserer institutionellen und unserer privaten Investoren in Auftrag gegeben.
Insgesamt konnten knapp 96% aller Aktionäre und Aktionärsgruppen indentifiziert werden:
69,72% hält der Pool der Familie Fuchs 12,96% halten institutionelle Investoren
weltweit 11,74% halten private Investoren
(11,50% deutsche private Investoren) 1,05% halten Banken als Handelsbestand
0,46% hält die OHB SE als Treasury Shares
| Institution | Datum | Kursziel in EUR | Empfehlung | |
|---|---|---|---|---|
| Bankhaus Lampe | 4. Mai 2018 | 50,00 | Kaufen | |
| equinet Bank | 4. Mai 2018 | 40,00 | Neutral | |
| Commerzbank | 3. Mai 2018 | 30,00 | Reduzieren | |
| HSBC Trinkaus & Burkhardt | 27. April 2018 | 34,00 | Halten | |
| DZ Bank | 27. Februar 2018 | 48,00 | Kaufen | |
ENTWICKLUNG DER OHB-AKTIE IM VERGLEICH ZU DAX UND TECDAX IM ZEITRAUM VOM 1.1.2017–30.4.2018 (INDEXIERT) 1.17 2.17 3.17 4.17 5.17 6.17 7.17 8.17 9.17 10.17 11.17 12.17 1.18 2.18 3.18 4.18 OHB DAX TecDAX 100 150 200 250
Eine detailliertere Analyse der institutionellen Investoren zeigt, dass diese nach regionaler Verteilung im Wesentlichen in Nordamerika, Kontinentaleuropa, Großbritannien & Irland sowie in Deutschland beheimatet sind:
Einen ersten Ausblick auf das laufende Finanzjahr gab der Vorstand der OHB SE wie gewohnt während des Capital Market Days (CMD), der in diesem Jahr am 7. Februar in der neuen Halle der MT Aerospace in Bremen, in denen die Oberstufen-Tanks für die Europäische Trägerrakete Ariane 6 geschweißt werden, stattfand. Diese Produktionshalle steht direkt neben den Integrationshallen der Ariane Group, so dass die Teilnehmer den CMD mit einem Besuch dort verbinden konnten. Vorstandsmitglieder und Direktoren der OHB informierten Analysten, Investoren, Banker und Finanzjournalisten über den Status aktueller Projekte und neuer Marktentwicklungen.
Den Konzernjahresabschluss für das Geschäftsjahr 2017 veröffentlichte die Gesellschaft am 21. März 2018, an diesem Tag fand zuerst eine Bilanzpressekonferenz in Bremen statt, anschließend wurden die Ergebnisse auf einer Analystenkonferenz in Frankfurt erörtert. Im bisherigen Jahresverlauf nahm OHB an Kapitalmarktkonferenzen in Paris und Baden-Baden teil.
| in EUR | 3M/2018 | 3M/2017 |
|---|---|---|
| Höchstkurs, Xetra | 49,75 | 21,18 |
| Tiefstkurs, Xetra | 34,90 | 18,27 |
| Schlusskurs, Xetra (Ultimo) | 35,20 | 20,60 |
| Durchschnittlicher Tages umsatz in Stück (Xetra+Parkett) |
26.177 | 6.557 |
| Marktkapitalisierung (Ultimo, Xetra) |
615 Mio. | 360 Mio. |
| Anzahl der Aktien in Stück | 17.468.096 | 17.468.096 |
Capital Market Day der OHB SE in der neuen Halle der MT Aerospace in Bremen 2 Wasserstofftank der Ariane 6 Dr. Merkle gibt einen Ausblick auf zukünftige Projekte
4+6 Messestand der OHB SE 5 Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundesminister Andreas Scheuer und Ministerpräsident Dietmar Woidke im Gespräch mit Marco Fuchs 7 Prof. Ulrich Walter, ESA Astronaut zu Gast bei OHB 8 Brigitte Zypries, ehemalige Bundeswirtschaftsministerin
Dr. Lutz Bertling Kurt Melching
Der Aufsichtsrat der OHB SE hat Dr. Lutz Bertling mit Wirkung zum 1. April 2018 in den Vorstand berufen. Er ist für die Bereiche Unternehmensentwicklung, Raumfahrtservices und Digitalisierung zuständig. Ebenfalls zum 1. April 2018 wurde Kurt Melching, der bereits Vorstandsmitglied der OHB System AG und Direktor Finanzen & Controlling der OHB SE war, vom Aufsichtsrat in den Vorstand der OHB SE bestellt. Er verantwortet den Bereich Finanzen jetzt auch auf Konzernebene.
Den Bereich Unternehmensentwicklung verantwortet Dr. Bertling mit Dr. Fritz Merkle bis zu dessen altersbedingtem Ausscheiden aus dem Vorstand der OHB SE am 30. Juni 2018 gemeinsam, anschließend wird er diesen Bereich ganz übernehmen. Ein Schwerpunkt seiner Tätigkeit ist die Herbeiführung von Synergien und Effizienzsteigerungen. Ergänzungen des OHB-Portfolios sollen zum weiteren, nachhaltigen und profitablen Wachstum des Konzerns beitragen.
Robert Wethmar
ROBERT WETHMAR ÜBERNIMMT AUFSICHTSRATSVORSITZ, INGO KRAMER ZUR WAHL IN DAS GREMIUM VOR-GESCHLAGEN
Ingo Kramer
Robert Wethmar, Aufsichtsratsmitglied seit 2012, wurde in der Sitzung des Kontrollgremiums am 20. März 2018 einstimmig
zum neuen Vorsitzenden des Aufsichtsrats gewählt. Robert Wethmar übernahm, mit Wirkung zum 1. April 2018, den Vorsitz von Unternehmensgründerin Christa Fuchs, die auch zukünftig dem Aufsichtsrat als Mitglied angehören wird.
Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat ebenfalls einstimmig den Bremerhavener Unternehmer und Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Arbeitgeberverbände BDA, Ingo Kramer, als viertes Mitglied des Aufsichtsrats nominiert. Ingo Kramer wird auf der kommenden Hauptversammlung am 24. Mai 2018 als zusätzliches Mitglied des Kontrollgremiums zur Wahl vorgeschlagen.
Koen Puimège wurde mit Wirkung vom 1. Januar 2018 zum Geschäftsführer der belgischen Tochtergesellschaft Antwerp Space ernannt. Koen Puimège ist seit mehr als 22 Jahren in der Raumfahrtindustrie als Ingenieur, Projektmanager, Operationsmanager sowie in der Geschäftsentwicklung tätig und kam im Jahr 2015 als Chief Operations Officer Koen Puimège zu Antwerp Space.
Ziel des neu gegründeten Unternehmens ist es, die bisherigen zahlreichen Aktivitäten innerhalb des Konzerns der OHB SE in diesem Bereich zu bündeln sowie sich beim Betrieb von Satelliten und den zugehörigen Bodensystemen weiter zu spezialisieren. Zukünftig wird die OHB Satellitenbetrieb GmbH auch das Management von Satellitenkonstellationen und die dazugehörigen Services anbieten. Eine steigende Nachfrage nach Gesamtsystemen sowie dem dazugehörigen Betrieb eröffnet ein enormes Wachstumspotenzial in den kommenden Jahren.
Ein erster Auftrag, der zum großen Teil von der neuen Gesellschaft abgearbeitet werden wird, ist der Weiterbetrieb des SAR-Lupe-Systems bis zum Jahr 2020. Dieses System wird von der OHB System AG, einem Tochterunternehmen der OHB SE, seit mehr als zehn Jahren im Auftrag der Bundeswehr betrieben. Dabei handelt es sich um fünf Radar -Satelliten und eine Bodenstation. Das Volumen des neuen Serviceauftrags (Laufzeit des Vertrags von Ende 2017 bis Ende 2020) beträgt EUR 13 Mio.
Nachhaltiges Leben im Weltall zu ermöglichen sowie verwüstete Landschaften auf der Erde zu revitalisieren, diese Vision soll durch Technologien und Verfahren aus dem Bereich "Life Science" ermöglicht und konkretisiert werden. Die OHB SE hat dazu neben der bereits im April 2017 gegründeten Gesellschaft Blue Horizon in Luxemburg jetzt auch eine deutsche Tochtergesellschaft im Bereich Life Science gegründet, die Blue Horizon Deutschland GmbH. Am Standort Luxemburg arbeitet Blue Horizon intensiv an Angeboten zur Erforschung autonomer Ökosysteme auf dem Mond (Cubehab), biologischen Wasser -Monitoringsystemen (Aquahab) sowie an biologischen Experimenten zur Durchführung in der Schwerelosigkeit (Biosat). Am Standort Bremen erforscht Blue Horizon Deutschland biologische Techniken, die auf Mond- und Marsgestein für Pflanzenwachstum sorgen sollen.
Der Vorstand sieht ein großes Geschäftsfeld des Bereichs Life Science im Weltraum, das vor allem dem praxisorientierten Ansatz von OHB folgt: Nützliche Raumfahrtaktivitäten zum Wohl unseres Lebens auf der Erde. Eine große Menge bereits bestehenden Know-hows aus den Tochterunternehmen des OHB-Konzerns fließt in diese New-Space-Firmen ein.
Die unkonsolidierte Gesamtleistung des Unternehmensbereichs Space Systems übertraf mit EUR 147,1 Mio. den Wert der ersten drei Monate des vorherigen Jahres in Höhe von EUR 113,8 Mio. Die erhöhte Gesamtleistung resultierte in einem ebenfalls höheren operativen Ergebnis (EBITDA) von EUR 9,9 Mio. (Vorjahr: 8,6 Mio.).
Das EBIT des Segments lag trotz deutlich höherer Abschreibungen mit EUR 7,2 Mio. über dem Wert des Vorjahrs von EUR 6,6 Mio. Die EBIT-Marge bezogen auf die unkonsolidierte Gesamtleistung gab leicht nach und erreichte 4,9% (Vorjahreswert: 5,8%).
Die OHB System AG hat mit dem Missionsführer Thales Alenia Space einen Vertrag in Höhe von EUR 102,6 Mio. bezüglich des Trägermoduls der zweiten ExoMars-Mission unterzeichnet. Das ExoMars-Programm wird in einer internationalen Kooperation zwischen der europäischen Weltraumorganisation ESA und der russischen Raumfahrtagentur Roskosmos durchgeführt und konzentriert sich auf die Suche nach Spuren von Leben auf dem Roten Planeten. Bei dieser zweiten Exo-Mars-Mission mit dem Namen "ExoMars Rover and Surface Platform Mission" (RSP) wird das Trägermodul von OHB im Juli 2020 einen Lander (Descent and Landing Module) sowie einen europäischen Rover zum Mars transportieren. OHB System wird für den Carrier ein Strukturmodell, einen Elektronik-Teststand, das Flugmodell sowie Ersatzteile, verschiedene Bodengeräte und mathematische Simulations-Modelle liefern. OHB leitet dabei ein Kernteam, das Subsysteme für den Carrier liefert, so ist beispielsweise das belgische Schwesterunternehmen Antwerp Space für das X-Band-Kommunikationssystem und die elektronischen Bodengeräte verantwortlich. OHB hat bereits Anfang 2017 das Strukturmodell und Anfang dieses Jahres den Elektronik-Teststand erfolgreich ausgeliefert. Die Lieferung des Carrier Flugmodells
Carrier der ExoMars-Mission
zu Thales Alenia Space nach Italien (Turin) ist für Februar 2019 vorgesehen. Dort wird es mit den anderen Modulen integriert und anschließend nach Frankreich (Cannes) transportiert. In Cannes erfolgen die Tests des kompletten Raumfahrzeugs bevor es zum Startplatz Baikonur weitergeht.
Das ExoMars-Programm gliedert sich in zwei Missionen zum Roten Planeten: Im Jahr 2016 starteten der Spurengas-Orbiter (Trace Gas Orbiter, TGO) sowie ein Eintritts- und Landemodul. Die wissenschaftliche Mission des TGO wurde Ende letzten Jahres erfolgreich aufgenommen und soll bis Ende des Jahres 2022 fortgesetzt werden. Mit Hilfe einer festen russischen Station und dem mobilen Rover soll die Suche nach Spuren von Leben auf dem Mars mit der zweiten Mission fortgesetzt und intensiviert werden. OHB liefert neben den oben genannten Anteilen am Carrier auch wesentliche Elemente für den Mars Rover. Hier bringt OHB ihre Expertise ein für Auswahl, Aufbereitung sowie die Verteilung und die Analyse der aus bis zu zwei Metern Tiefe gewonnenen Bodenproben. Dafür entwickelt OHB eine hochauflösende Kamera, ein komplexes, im Inneren des Rovers untergebrachtes System für die Probenaufbereitung und -verteilung sowie Beiträge zum RAMAN/RLS Laserinstrument, das mineralogische Untersuchungen vor Ort erlaubt.
Trace Gas Orbiter (TGO)
Das Integrated Baseband (IBB) von Antwerp Space wurde für die neueste PROBA-3-Mission ausgewählt. Es handelt sich hierbei um eine ESA-Mission für den autonomen Formationsflug, bei der 2019 die Sonnenkorona erforscht werden soll. Nach erfolgreicher Integration in die Software des Missionskontrollzentrums und in das Satellitensystem wurde es beim Betrieb der Satelliten PROBA-2 und PROBA-V auf der ESA-Bodenstation in Redu innerhalb der letzten drei Monate ausführlich getestet und hat sich dabei im Vergleich zu Konkurrenzsystemen als überlegen erwiesen.
Das Mikrosatellitenprojekt ESAIL von Lux-Space, eine staatlich-private Partnerschaft mit der ESA und dem kanadischen Unternehmen exactEarth, legt seit dem ersten Quartal 2018 an Geschwindigkeit zu und hat bereits wichtige Meilensteine genommen. Die Nutzlast ist ein AIS-Empfänger für Schiffserkennung aus dem Weltraum und das Satellitengewicht wird beim Start ungefähr 80 kg betragen. Die Nutzlast des Satelliten ermöglicht auch eine hoch entwickelte Bearbeitung von Rohdaten und RF-Spektrumproben für die Bearbeitung am Boden.
Das Unternehmen treibt erfolgreich die Integrationsphase des Flugmodells voran, die Ende März startete und bis Ende Oktober diesen Jahres abgeschlossen sein soll. Da die meisten der von Subunternehmern entwickelten Flugmodelleinheiten bereits abgenommen wurden, steht LuxSpace kurz vor dem Abschluss der Qualifikation der eigenen Flugmodelleinheiten. Parallel dazu schließt das Unternehmen die Aktivitäten in Bezug auf Montage, Integration und Tests des Flatsat bis Herbst diesen Jahres ab. Danach beginnen die Qualifikations- und Testkampagnen für ESAIL, die Anfang 2019 abgeschlossen sein sollen.
Seit September 2017 arbeitet LuxSpace intensiv an seiner neuen Mikrosatelliten-Plattform mit dem Namen Triton-X und Phase 1 des Projekts ist demnächst abgeschlossen. Die Plattform ist auf Modularität und Skalierbarkeit ausgelegt, was eine schnellere Entwicklung und damit eine hohe Kosteneffizienz ermöglicht. Triton-X erweitert das bestehende Angebot des OHB-Konzerns und eröffnet neue Möglichkeiten für kommerzielle Anwendungen. Die Plattform wird in enger Zusammenarbeit mit der ESA entwickelt. Ein so genannter "gemeinsamer Kern" ermöglicht die Skalierbarkeit, womit die Produktlinie aus derzeit drei vorläufigen Plattformen schlank gehalten wird: Triton-X Light, Triton-X Medium und Triton-X High Power.
In Phase 1 erreichte das Triton-X-Team von LuxSpace so wichtige Meilensteine wie den Entwurf und die Konsolidierung der Systemarchitektur. Die frühzeitige Entwicklung von Triton-X-Schlüsseltechnologien in der Luftfahrtelektronik und des Power-Subsystems für höhere Integrationsdichte sowie eine erste Testphase sind erfolgreich abgeschlossen worden. Eine zweite und dritte Testphase sind in Vorbereitung bis Ende Mai 2018.
Zusätzlich zu den wichtigen Fortschritten auf Technikebene werden derzeit intensive Gespräche mit potenziellen Partnern der Triton-X-Phase 2 geführt. LuxSpace und die ausgewählten Partnerunternehmen werden das industrielle Kernteam von Triton-X bilden und einen gemeinsamen Vorschlag für Phase 2 einbringen. Als eines der Schlüsselelemente dieser Phase gelten die technische Zusammenarbeit, gründliche Tests und die Prototypisierung in den Bereichen Luftfahrtelektronik, Power-Subsystem und Struktur. Der Jungfernflug für eine Triton-X-Satellitenplattform in Phase 3 ist für Ende 2019 angesetzt.
OHB System unterzeichnete am 2. Februar 2018 einen Vertrag in Höhe von EUR 3,3 Mio. für eine Studie zur satellitengestützten Beobachtung von Wetterphänomenen im All mit der Europäischen Weltraumagentur ESA. OHB System führt dabei eine von zwei parallelen Studien, bei den Untersuchungen für eine Mission zum "Lagrange-Punkt 5" durch. Dieser liegt rund 150 Mio. Kilometer von der Erde entfernt. Derzeit wird die Weltraumumgebung im Umfeld der Erde größtenteils durch bodengestützte Systeme überwacht. So werden zum Beispiel Raumfahrtrückstände wie "Weltraumschrott" mit Radarsystemen und Teleskopen beobachtet und katalogisiert. Ähnlich ist dies auch bei der Überwachung von "Space Weather Effects", also Weltraum-Wetterphänomenen – auch sie werden von der Erdoberfläche aus beobachtet. Die Sonne steht dabei besonders im Fokus, weil sie als Zentralgestirn des Sonnensystems maßgeblichen Einfluss auf die Erdumgebung
Künstlerische Darstellung der Magnetfeldmessung am Lagrange-Punkt
hat. Viele Effekte lassen sich jedoch deutlich besser direkt im Weltraum messen, etwa durch Satelliten.
Die Aktivitäten der Sonne haben enorme Auswirkungen auf Satelliten und können auch die Infrastruktur auf der Erde beeinflussen. So können etwa hochenergetische Partikel von der Sonne nicht nur die sensible Elektronik von Satelliten beschädigen, sondern auch Telekommunikations- und Stromnetze auf der Erde beeinträchtigen. Bei extremen Ereignissen kann es sogar zu großflächigen Stromausfällen kommen. Die ESA plant deshalb gemeinsam mit der NASA eine Satellitenkonstellation zur Beobachtung der Sonne aufzubauen. Jähr lich werden durch "Space Weather Effects" Schäden in Milliardenhöhe an Satelliten und terrestrischer Infrastruktur verursacht. Ein solches System würde deshalb nicht nur volkswirtschaftlich, sondern auch betriebswirtschaftlich sehr viel Nutzen stiften.
Im Rahmen der Lagrange-Mission hat die ESA noch zwei weitere Studien in Auftrag gegeben, um die dazu nötigen Instrumente bestimmen zu können. OHB System ist an einer dieser beiden Studien als Unterauftragnehmer mit dem Instrument "Magnetometer" beteiligt. Es misst das Magnetfeld zwischen Erde und Sonne in drei Dimensionen rund um den Satelliten.
OHB Italia wurde durch die italienische Raumfahrtagentur ASI mit der Umsetzung von zwei wissenschaftlichen Instrumenten beauftragt. Es handelt sich dabei um den VIS (Visual Imager) und den NISP (Nahinfrarotspektrometer und Photometer). EUCLID ist eine mittlere Raumfahrtmission im Bereich Astronomie und Astrophysik, die im Oktober 2011 durch die ESA ausgewählt wurde und 2021 starten soll. Dabei sollen Erkenntnisse über den Grund für die Beschleunigung des Weltalls sowie über die Quelle für diese Beschleunigung, nämlich die sogenannte dunkle Energie, gewonnen werden. Die dunkle Energie entspricht rund 75% des Energiegehalts des heutigen Universums, und dominiert zusammen mit der dunklen Materie das Weltall. Die Herkunft der dunklen Energie und der dunklen Materie sind unbekannt. Klar ist jedoch, dass sie die vergangene, die gegenwärtige und auch die künftige Entwicklung des Universums bestimmen.
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Die unkonsolidierte Gesamtleistung des Unternehmensbereichs Aerospace + Industrial Products erreichte in den ersten drei Monaten des Geschäftsjahrs 2018 EUR 44,0 Mio. (Vorjahr: EUR 55,2 Mio.), ein Rückgang gegenüber dem Vorjahreszeitraum um rund 20%. Die um rund 37% reduzierten Aufwendungen für Material und bezogene Leistungen im Berichtszeitraum betrugen EUR 18,3 Mio. nach EUR 29,1 Mio. im Vorjahr. Daraus resultierte ein operatives Ergebnis (EBITDA) leicht über Vorjahr in Höhe von EUR 4,4 Mio. (Vorjahr: EUR 4,3 Mio.).
Das konstante EBIT des Segments in Höhe von EUR 3,0 Mio. resultierte in einer gestiegenen EBIT-Marge bezogen auf die unkonsolidierte Gesamtleistung von 6,9% nach 5,4% im Vorjahr.
Kleinsatelliten waren bislang oft auf "Mitfluggelegenheiten" bei größeren Missionen angewiesen. Damit sie künftig schneller in ihre erdnahen Orbits gebracht werden können, hat die Europäische Weltraumagentur ESA jetzt MT Aerospace mit Machbarkeitsstudien für kleine Trägerraketen beauftragt. MT Aerospace geht mit drei verschiedenen, zukunftsweisenden Launch-Service-Konzepten ins Rennen. Eine kleine zwei- bis dreistufige Trägerrakete soll dabei etwa vom Boden aus 200 kg schwere Nutzlasten in den Orbit bringen.
Das Szenario mit Namen "Daneo", das Dassault Aviation in die Studie mit einbringt, sieht dagegen den Start einer Rakete von einem Flugzeug aus vor, die 50 kg schwere Satelliten ins All transportieren soll .
Schließlich wird auch die Option geprüft, Kleinsatelliten mit bis zu 75kg Masse mit dem stratosphärischen Träger "Bloostar" zu starten, einer Mischung aus Ballon und Rakete des Unternehmens Zero 2 Infinity aus Barcelona.
Für alle drei Konzepte soll MT Aerospace – zusammen mit den jeweiligen Partnerunternehmen – innerhalb von sechs Monaten die technologische und wirtschaftliche Machbarkeit ausarbeiten, tragfähige Geschäftsmodelle für umfassende Startdienstleistungspakete in den erdnahen Orbit vorlegen und die vielversprechendsten identifizieren.
Der Bau der neuen Startanlagen für die Ariane 6-Trägerrakete in Kourou, Französisch-Guayana, läuft auf Hochtouren. MT Mechatronics ist maßgeblich beteiligt und konnte am 28. März die ArianeGroup im europäischen Wettbewerb um eine große Präzisionsanlage für das Mechanical Ground Support Equipment MGSE überzeugen. Dabei handelt es sich um eine Ausrichtungsplattform für die End-Integration der P120-Booster am Startplatz. Die technische Herausforderung bei diesem Projekt ist keine geringere, als die 226 Tonnen Last des Raketenmotors mit seinen Paletten mit hoher Präzision zu positionieren, bevor er mit dem Zentralkörper der Rakete auf dem Starttisch, ebenfalls aus dem Hause MT Mechatronics, verbaut wird. Der 800 Tonnen schwere Starttisch wurde bereits nach Kourou geliefert, wie auch die ersten Mastteile für den Versorgungsturm.
Der neue, im Aufbau befindliche Startplatz für die Ariane 6, die ab 2020 starten soll, heißt ELA4 (l'Ensemble de Lancement Ariane Nr. 4). Die zukünftige europäische Träger rakete wird im Vergleich zum Vorgängermodell horizontal zusammengebaut, dies spart sowohl Kosten als auch Zeit bei der Integration. Die Rakete wird erst direkt am Startplatz in einem 90 Meter hohen und 8.000 Tonnen schweren mobilen Gebäude auf Schienen aufgerichtet, das kurz vor dem Start weggerollt wird.
Die OHB Logistic Solutions GmbH konnte im ersten Quartal zwei große Auftraggeber für sich gewinnen: Die Verhandlungen mit einem der größten Automobil-Hersteller Deutschlands konnten im Januar erfolgreich abgeschlossen werden und die ersten 3.000 Visiobox x-Einheiten wurden bestellt . Der Autobauer sieht den Nutzen des Tracking-Geräts vor allem in der Optimierung der eigenen internen Lieferprozesse sowie in der Überwachung weltweiter Transporte. Kaufentscheidend war die Möglichkeit der flexiblen Anbringung des Geräts am Container. Momentan denkt OHB LS in Zusammenarbeit mit dem Automobil-Hersteller über eine Erweiterung der Produktpalette im Bereich "Track & Trace" nach.
Der zweite große Auftrag kam von ägyptischen Regierungsstellen und ist das Ergebnis intensiver Verhandlungen. Bereits Ende des Jahres 2016 begannen die Gespräche mit den Verantwortlichen in Ägypten, die nun zum Abschluss eines Ser vice -Vertrags mit einem Auftragsvolumen von EUR 2,8 Mio. führten. Bestandteil des Vertrags ist die Auslieferung von 5.000 Visioboxx-Einheiten, der Aufbau einer eigenen Server -Struktur vor Ort sowie die Lizensierung zur Herstellung Tracking-Unit Visioboxx eigener Geräte.
Die Gesamtleistung des OHB-Konzerns ist stark abhängig von Leistungsmeilensteinen und Lieferdaten in den jeweiligen Projekten und hat daher einen planmäßig nicht linearen Verlauf. Sie betrug nach drei Monaten EUR 189,7 Mio., eine Steigerung gegenüber dem Vorjahreszeitraum um knapp 15% (Vorjahr: EUR 165,3 Mio.).
Das operative Ergebnis (EBITDA) legte auf EUR 14,2 Mio. zu (Vorjahr: EUR 12,7 Mio.). Die erzielte operative EBITDA-Marge behauptete sich nach drei Monaten 2018 mit 7,5% nahezu auf dem Niveau des vergleichbaren Vorjahreszeitraums von 7,7%. Trotz der höheren Abschreibungen von EUR 4,0 Mio. im laufenden Geschäftsjahr nach EUR 3,3 Mio. im Vorjahr, steigt das EBIT auf EUR 10,2 Mio. nach EUR 9,4 Mio. im Vorjahr. Die entsprechende EBIT-Marge gab leicht nach auf 5,4% nach 5,7% im Vorjahr. Deutlich zulegen konnte jedoch die EBIT-Marge auf die eigene Wertschöpfung, die im ersten Quartal 2018 den Wert von 9,6%, nach 8,0% im Vorjahr, erreichte. Das gegenüber dem Vorjahreszeitraum geringere Finanzergebnis von EUR –0,9 Mio. nach EUR –0,7 Mio. war im Wesentlichen die Folge höherer Zinsaufwendungen aufgrund gestiegener Finanzierungsvolumina. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) stieg nach den ersten drei Monaten 2018 um knapp 8% auf EUR 9,4 Mio. (Vorjahreswert: EUR 8,7 Mio.). Höhere Einkommen- und Ertragsteuern in Höhe von EUR 3,0 Mio. (Vorjahr: EUR 2,7 Mio.) im Berichtszeitraum 2018 resultierten dennoch in einem um 5% verbesserten Konzernperiodenergebnis in Höhe von EUR 6,4 Mio. (Vorjahr: EUR 6,1 Mio.).
Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit weist nach den ersten drei Monaten des Geschäftsjahrs einen gegenüber dem Vorjahr (EUR –29,2 Mio.) planmäßig erhöhten Mittelabfluss in Höhe von EUR 49,1 Mio. auf. Deutlich geringer fällt der Cashflow zur Investitionstätigkeit in Höhe von EUR –3,1 Mio. nach EUR –10,2 Mio. im Vorjahr aus, das noch wesentlich durch die Investitionen in das Anlagevermögen dominiert wurde. Der positive Cashflow aus Finanzierungstätigkeit in Höhe von EUR 43,9 Mio. (Vorjahrszeitraum: EUR 38,9 Mio.). verringert den Mittelabfluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit inklusive Investitionstätigkeit zum Großteil und resultiert in einem Finanzmittelbestand (ohne Wertpapiere) zum Ende des Berichtszeitraums von EUR 50,2 Mio. (Vorjahreswert: EUR 56,1 Mio.).
Der feste Auftragsbestand des Konzerns lag nach drei Monaten des Geschäftsjahrs 2018 bei EUR 2.397 Mio. nach EUR 1.523 Mio. im Vorjahreszeitraum. Davon entfallen mit EUR 1.916 Mio. rund 80% auf die OHB System AG.
Zum Stichtag 31. März 2018 lag die Bilanzsumme des OHB-Konzerns mit EUR 729,5 Mio. um gut 1% über dem Niveau des 31. Dezember 2017 (EUR 719,7 Mio.). Wesentliche Treiber dieser Differenz sind deutlich höhere Vorräte. In Summe um rund EUR 21 Mio. erhöhte Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistung auf der Passivseite überkompensieren unter anderem, die um knapp EUR 12 Mio. höheren Vorräte auf der Aktivseite. Das um rund EUR 20 Mio. geringere Eigenkapital im Konzern, aufgrund der Ablösung der bisherigen Rechnunglegungsstandards IAS 11 (Fertigungsaufträge) und IAS 18 (Umsatzerlöse) durch die neuen Bestimmungen nach IFRS 15 (Erlöse aus Verträgen mit Kunden) ab 2018, resultierte in einer Eigenkapitalquote zum 31. März 2018 von 25,8%, nach 28,8% zum Jahresultimo am 31. Dezember 2017.
| in TEUR | Q1/2018 | Q1/2017 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 177.934 | 147.006 |
| Gesamtleistung | 189.713 | 165.319 |
| EBITDA | 14.242 | 12.727 |
| EBIT | 10.220 | 9.416 |
| EBT | 9.365 | 8.708 |
| Konzernperiodenüberschuss | 6.359 | 6.050 |
| Ergebnis pro Aktie (EUR) | 0,34 | 0,31 |
| Bilanzsumme per 31. März | 729.547 | 710.244 |
| Eigenkapital per 31. März | 187.896 | 192.498 |
| Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | –49.081 | –29.224 |
| Investitionen | 3.417 | 10.526 |
| Mitarbeiter per 31. März | 2.496 | 2.309 |
| in TEUR | Q1/2018 | Q1/2017 |
|---|---|---|
| Raumfahrt | 172.031 | 140.118 |
| Luftfahrt | 3.201 | 3.837 |
| Antennen | 1.544 | 1.559 |
| Sonstige | 1.158 | 1.492 |
| Gesamt | 177.934 | 147.006 |
| in TEUR | Q1/2018 | Q1/2017 |
|---|---|---|
| Deutschland | 50.163 | 45.837 |
| Restliches Europa | 126.172 | 100.319 |
| Restliche Welt | 1.599 | 850 |
| Gesamt | 177.934 | 147.006 |
Der Aufwand für Forschung und Entwicklung sank in den ersten drei Monaten 2018 auf EUR 5,8 Mio., nach EUR 10,0 Mio. im Vorjahreszeitraum.
Die Investitionen in das Anlagevermögen lagen in den ersten drei Monaten 2018 mit EUR 3,4 Mio. deutlich unter dem Vorjahreswert von EUR 10,5 Mio., der unter anderem durch Investitionen in Produktionsanlagen zur Vorbereitung der Ariane-6-Fertigung bei MT Aerospace in Augsburg geprägt war.
Die Belegschaft des OHB-Konzerns hat mit 2.496 Mitarbeitern zum 31. März 2018, gegenüber dem Bilanzstichtag 31. Dezember 2017 mit 2.420 Mitarbeitern, zugenommen. Die Angabe der Mitarbeiterzahl für "Andere Welt" setzt sich aus 47 in Chile beschäftigten Personen und 63 in Französisch-Guayana beschäftigten Personen zusammen.
Im Geschäftsbericht für das Jahr 2017 wird im Chancen- und Risikobericht ausführlich auf Chancen und Risiken hingewiesen, die den Geschäftserfolg beeinflussen könnten. Im aktuellen Berichtszeitraum gab es keine wesentlichen Veränderungen im Chancenund Risikoprofil des OHB-Konzerns.
Der Vorstand erwartet für das Geschäftsjahr 2018 eine konsolidierte Gesamtleistung des OHB-Konzerns von EUR 1.000 Mio. Die operativen Ergebnisgrößen EBITDA und EBIT sollen 2018 EUR 65 Mio., respektive EUR 47 Mio. erreichen. Aufgrund des hohen Auftragsbestands und des positiven Ausblicks für das aktuelle Geschäftsjahr gehen wir davon aus, dass sich die Finanz- und Vermögenslage weiterhin gut entwickeln wird.
Mitarbeiter gesamt: 2.496
Die OHB System AG ist am 26. April von der Europäischen Raumfahrtagentur ESA als Hauptauftragnehmerin für die Wissenschaftsmission PLATO ausgewählt worden. Die Mission PLATO (PLAnetare Transite und Oszillationen von Sternen) soll im Jahr 2026 starten. Bei PLATO handelt es sich um ein satelliten-gestütztes Observatorium für den Einsatz im Weltraum, mit dem Exoplaneten1) in der Umlaufbahn anderer Sonnensysteme aufgespürt und erforscht werden können. OHB System kann als Hauptauftragnehmerin bei der Entwicklung und Fertigung des PLATO-Satelliten auf ein aus Thales Alenia Space (Frankreich und UK) und RUAG Space Schweiz bestehendes Kernteam zurückgreifen. Das Auftragsvolumen umfasst rund EUR 297 Mio. Die Vertragsverhandlungen und die Vertragsunterzeichnung mit der ESA erwartet OHB für Mitte Juni.
OHB wird mit den übertragenen Aufgaben erstmalig die Entwicklung und Herstellung eines kompletten Wissenschaftssatelliten für die ESA verantworten. Der Vertrag wird die Lieferung des zwei Tonnen schweren Satelliten umfassen, einschließlich der geforderten Tests vor dem Start und die Unterstützung durch OHB-Personal während der Start-Kampagne und der Phase der Inbetriebnahme im All. Der Vertrag wird mit der sogenannten In-Orbit Verifikation enden, die die volle Funktionsfähigkeit des Satelliten im Orbit attestiert.
OHB System hat in den vergangenen Jahren bereits zwei vorbereitende Studien für diese PLATO-Mission durchgeführt. Im Rahmen einer ESA-Studie beschäftigten sich die Teams eingehend mit der Entwicklung des Satellitendesigns für die PLATO Mission. Die Unterbringung der optischen Nutzlast, die von einem aus Deutschland geführten Nutzlast-Konsortium beigestellt wird, war Gegenstand der OHB-Studie im Auftrag des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), in deren Folge sich die DLR bereits für die OHB System AG zur konkreten Umsetzung entschieden hatte.
Wissenschaftler versprechen sich Antworten auf Fragestellungen wie diese:
Wie entstehen Planeten? Wie verändern sie sich mit der Zeit? Ist unser Sonnensystem einzigartig? Welche Eigenschaften haben erdähnliche Planeten in der habitablen Zone von Sternen?
Nachdem PLATO seinen Zielorbit um den Lagrange Punkt 22) erreicht hat, wird die Nutzlast, die aus insgesamt 26 Kameras besteht, auf Sterne vor dem dunklen Weltall ausgerichtet. Die Kameras detektieren sehr geringe und regelmäßige Lichteinbußen, die entstehen, wenn Planeten an den Sternen vorbeifliegen und dabei kurzzeitig einen Teil des Sternenlichts ausblenden. Es geht um die extrem präzise, langfristige und ununterbrochene photometrische Beobachtung heller Sterne im sichtbaren Bereich. Nur so können die Exoplaneten überhaupt entdeckt werden. Indirekt trägt PLATO auch zur Klärung der uralten Frage bei, ob es in anderen Sonnensystemen Leben geben könnte. PLATO soll extrasolare Planetensysteme nicht nur aufspüren, sondern auch erforschen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Erforschung der Eigenschaften terrestrischer Planeten in der habitablen Zone um sonnenähnliche Sterne. Zusätzlich soll PLATO auch seismische Aktivitäten im Inneren der Sterne untersuchen, denn davon versprechen sich die Wissenschaftler Aufschluss über die genauere Charakterisierung des Heimatsterns inklusive seines Alters.
1) Planeten sind Objekte, die sich im gravitativen Einfluss eines Sterns befinden, ihn also umkreisen. Exoplaneten oder extrasolare Planeten befinden sich außerhalb unseres Sonnensystems, im Gravitationsfeld anderer Sonnen.
2) Der Satellit behält auf diesem Orbit seine Orientierung in Bezug auf Sonne und Erde bei. Seine der Sonne zugewandten Solarpanels erzeugen die erforderliche Energie. Der in der Regel dreimonatigen Beobachtungszeit folgt ein Schwenkmanöver, das die Nutzlast vor der dann direkten Sonneneinstrahlung schützt.
Die MT Aerospace AG wird für weitere zehn Ariane 5 ECA-Träger die metallischen Boostergehäuse, Tanks und weitere Leichtbaustrukturen produzieren. In zwei Jahren soll die zukünftige, europäische Trägerrakete Ariane 6 schrittweise den Startbetrieb auf dem Weltraumbahnhof im südamerikanischen Kourou übernehmen.
Die Fertigung der ersten Komponenten des neuen Auftrags von Europropulsion (Booster), ArianeGroup (Strukturen) und Eurocryospace bei MT Aerospace hat bereits begonnen. MT Aerospace wird mit Auslieferung des letzten Shipsets Mitte 2020 am Bau von insgesamt 93 Ariane-Trägern des Typs 5 mitgewirkt haben. Ariane 5 ist seit 1996 im Einsatz und stellt die bisher zuverlässigste, leistungsfähigste und erfolgreichste Rakete dar.
Die MT Aerospace AG lieferte am 4. April mit einem Wasserstofftank die erste Komponente der Oberstufe der zukünftigen europäischen Träger rakete A riane 6 an das neue Produktionszentrum der ArianeGroup in Bremen. Die in Augsburg auf hochmodernen Anlagen und mit optimierten Verfahren gefertigten Tankböden und Zylinderpanele wurden in Bremen von MT Aerospace zu einem Treibstofftank zusammengefügt.
MT Aerospace ist an der Entwicklung und Industrialisierung des Ariane 6-Trägersystems maßgeblich beteiligt. Mit einem Industrieanteil von gut 10 Prozent treibt MT Aerospace als "Risk-Sharing-Partner" und "Cluster Prime" für Metall-Strukturen technische Innovationen und die Wettbewerbsfähigkeit für diese zukünftige Trägerrakete voran.
Wasserstofftank für die Ariane 6
Am 3. Mai haben zwei der vier Galileo FOC*- Satelliten, die im Juli mit einer Ariane-5- Rakete ins All transportiert werden sollen, das Bremer Werksgelände der OHB System AG verlassen. Tara und Samuel sind am Folgetag am Flughafen Cayenne angekommen und an den Startplatz transportiert worden. Jeder Satellit ist nach einem der Kinder benannt, die 2011 beim Malwettbewerb der Europäischen Kommission gewonnen haben. Damit hat OHB den 19. und 20. Galileo-Satelliten auf den Weg gebracht – 18 baugleiche Satelliten befinden sich bereits im All . Ein weiteres Satellitenpaar wird im Juni auf die Reise zum Weltraumstartplatz gehen. Das ver vollständigte Satellitenquartett wird dann gemeinsam einer Reihe von Funktionstests unterzogen, bevor die Satelliten dann auf die Rakete integriert werden.
Galileo Satellit in seinem schützenden Transportbehälter beim Entladen aus dem Frachtflugzeug in Französisch-Guayana
| in TEUR | Q1/2018 | Q1/2017 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 177.934 | 147.006 |
| Erhöhung/Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen | 6.553 | 10.675 |
| Andere aktivierte Eigenleistungen | 3.118 | 6.287 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 2.108 | 1.351 |
| Gesamtleistung | 189.713 | 165.319 |
| Materialaufwand | 110.438 | 88.756 |
| Personalaufwand | 49.817 | 47.182 |
| Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen |
4.022 | 3.311 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | 15.216 | 16.654 |
| Betriebsergebnis (EBIT) | 10.220 | 9.416 |
| Zinsen und ähnliche Erträge | 687 | 567 |
| Zinsen und sonstige Finanzaufwendungen | 1.590 | 1.298 |
| Währungsgewinne/ -verluste | 48 | 21 |
| Ergebnis aus At-Equity bewerteten Beteiligungen | 0 | 0 |
| Ergebnis aus Beteiligungen | 0 | 2 |
| Finanzergebnis | –855 | –708 |
| Ergebnis vor Steuern (EBT) | 9.365 | 8.708 |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 3.006 | 2.658 |
| Konzernjahresüberschuss | 6.359 | 6.050 |
| Anteile der Aktionäre der OHB SE am Jahresergebnis | 5.875 | 5.382 |
| Anteile anderer Gesellschafter am Jahresergebnis | 484 | 668 |
| Anzahl der Aktien (in Stück) | 17.387.600 | 17.387.600 |
| Ergebnis je Aktie (unverwässert in EUR) | 0,34 | 0,31 |
| Ergebnis je Aktie (verwässert in EUR) | 0,34 | 0,31 |
| in TEUR | Q1/2018 | Q1/2017 |
|---|---|---|
| Konzernjahresüberschuss | 6.359 | 6.050 |
| Neubewertungen von leistungsorientierten Plänen | –2 | 0 |
| Neubewertungen von leistungsorientierten Plänen assoziierter Unternehmen | 0 | |
| Posten, die nicht in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden | –2 | 0 |
| Differenzen aus der Währungsumrechnung | –147 | –6 |
| Differenzen aus der Währungsumrechnung assoziierter Unternehmen | 0 | |
| Erfolgsneutrale Bewertung finanzieller Vermögenswerte | –1.958 | 2.969 |
| Cashflow Hedges | –51 | –10 |
| Cashflow Hedges assoziierter Unternehmen | 0 | |
| Posten, die anschließend möglicherweise in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden | –2.156 | 2.953 |
| Sonstiges Ergebnis nach Steuern | –2.158 | 2.953 |
| Gesamtergebnis | 4.201 | 9.003 |
| Davon entfallen auf | ||
| Anteilseigner der OHB SE | 3.732 | 8.338 |
| andere Gesellschafter | 469 | 665 |
| in TEUR | Q1/2018 | Q1/2017 |
|---|---|---|
| Betriebliches EBIT | 10.220 | 9.417 |
| Gezahlte Ertragsteuern | –8.375 | –2.644 |
| Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen (+)/Erträge (–) | 0 | 0 |
| Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen | 4.022 | 3.311 |
| Veränderungen Pensionsrückstellung | –1.014 | –665 |
| Gewinn (–)/Verlust (+) aus dem Abgang von Vermögenswerten | 17 | 11 |
| Brutto-Cashflow | 4.870 | 9.430 |
| Zunahme (–)/Abnahme (+) aktivierte Eigenleistungen | –3.118 | –5.982 |
| Zunahme (–)/Abnahme (+) der Vorräte | –11.501 | –4.706 |
| Zunahme (–)/Abnahme (+) der Forderungen und sonstigen Vermögenswerte | –26.776 | –7.016 |
| Zunahme (+)/Abnahme (–) der Verbindlichkeiten und kurzfristigen Rückstellungen | 15.137 | –6.862 |
| Zunahme (+)/Abnahme (–) der erhaltenen Anzahlungen | –27.693 | –14.088 |
| Mittelzufluss/-abfluss aus laufender Geschäftstätigkeit | –49.081 | –29.224 |
| Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen | –3.417 | –10.526 |
| Einzahlungen aus Abgängen von Vermögenswerten | 0 | 0 |
| Zins- und sonstige Finanzeinzahlungen | 296 | 308 |
| Mittelzufluss/-abfluss aus der Investitionstätigkeit | –3.121 | –10.218 |
| Dividendenausschüttung | 0 | 0 |
| Auszahlungen für die Tilgung von Finanzkrediten | 0 | –70 |
| Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzkrediten | 44.371 | 39.873 |
| Gewinnausschüttung an andere Gesellschafter | 0 | –108 |
| Zins- und sonstige Finanzauszahlungen | –491 | –771 |
| Mittelzufluss/-abfluss aus der Finanzierungstätigkeit | 43.880 | 38.924 |
| Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelbestands | –8.322 | –518 |
| Wechselkursbedingte Veränderungen des Finanzmittelbestands | –48 | 18 |
| Finanzmittelbestand am Anfang der Periode | 58.578 | 56.567 |
| Finanzmittelbestand am Ende der Periode | 50.208 | 56.067 |
| in TEUR | 31.3.2018 | 31.12.2017 |
|---|---|---|
| AKTIVA | ||
| Geschäfts- oder Firmenwert | 7.131 | 7.131 |
| Übrige immaterielle Vermögenswerte | 104.279 | 103.217 |
| Sachanlagen | 78.937 | 77.698 |
| At-Equity-Beteiligungen | 2.388 | 2.388 |
| Übrige Finanzanlagen | 30.763 | 32.610 |
| Sonstige langfristige Forderungen und Vermögenswerte | 2.152 | 2.152 |
| Wertpapiere | 219 | 219 |
| Latente Steuern | 16.917 | 14.134 |
| Langfristige Vermögenswerte | 242.786 | 239.549 |
| Vorräte | 60.338 | 48.837 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 84.321 | 70.613 |
| Von Kunden fällige Beträge aus Fertigungsaufträgen | 244.047 | 257.634 |
| Ertragssteuerforderungen | 3.766 | 3.396 |
| Sonstige finanzielle und nicht finanzielle Vermögenswerte | 43.624 | 40.630 |
| Wertpapiere | 457 | 461 |
| Zahlungsmittel | 50.208 | 58.578 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 486.761 | 480.149 |
| Summe Aktiva | 729.547 | 719.698 |
| 17.468 | |
|---|---|
| 17.468 | |
| 14.923 | 14.923 |
| 521 | 521 |
| –4.241 | –2.099 |
| –781 | –781 |
| 139.889 | 157.599 |
| 167.779 | 187.631 |
| 20.117 | 19.649 |
| 187.896 | 207.280 |
| 96.279 | 96.587 |
| 2.088 | 1.891 |
| 30.414 | 30.414 |
| 29.207 | 8.291 |
| 32.842 | 36.505 |
| 190.830 | 173.688 |
| 26.854 | 27.977 |
| 108.257 | 63.886 |
| 104.076 | 83.141 |
| 89.280 | 133.978 |
| 1.900 | 5.811 |
| 4.100 | 2.711 |
| 16.354 | 21.226 |
| 338.730 | |
| 350.821 |
| in TEUR | Gezeich netes Kapital |
Kapital rücklage |
Gewinn rücklage |
Eigen kapital aus nicht reali sierten Gewinnen/ Verlusten |
Konzern gewinn |
Eigene Aktien |
Eigen kapital ohne Anteile anderer Gesell schafter |
Anteile anderer Gesell schafter |
Eigen kapital Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Stand am 1.1.2017 | 17.468 | 14.923 | 521 | –4.682 | 141.199 | –781 | 168.648 | 14.942 | 183.590 |
| Dividendenzahlung | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Konzern gesamtergebnis |
0 | 0 | 0 | 2.966 | 5.382 | 0 | 8.348 | 560 | 8.908 |
| Übrige Veränderungen |
0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Stand am 31.3.2017 | 17.468 | 14.923 | 521 | –1.716 | 146.581 | –781 | 176.996 | 15.502 | 192.498 |
| Stand am 31.12.2017* | 17.468 | 14.923 | 521 | –2.099 | 157.599 | –781 | 187.631 | 19.649 | 207.280 |
| Änderung Rechnungs legungsmethoden |
0 | 0 | 0 | 0 | –23.585 | 0 | –23.585 | 0 | –23.585 |
| Stand am 1.1.2018 | 17.468 | 14.923 | 521 | –2.099 | 134.014 | –781 | 164.046 | 19.649 | 183.695 |
| Konzern gesamtergebnis |
0 | 0 | 0 | –2.142 | 5.875 | 0 | 3.733 | 468 | 4.201 |
| Übrige Veränderungen |
0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Stand am 31.3.2018 | 17.468 | 14.923 | 521 | –4.241 | 139.889 | –781 | 167.779 | 20.117 | 187.896 |
*wie berichtet
| Space Systems |
Aerospace + Industrial Products |
Holding | Konsoli dierung |
Summe | |
|---|---|---|---|---|---|
| in TEUR | 2018 | 2018 | 2018 | 2018 | 2018 |
| Umsatzerlöse | 141.967 | 37.364 | 0 | –1.397 | 177.934 |
| davon Innenumsätze | 29 | 1.368 | 0 | –1.397 | 0 |
| Gesamtleistung | 147.073 | 44.020 | 1.286 | –2.666 | 189.713 |
| Materialaufwand und bez. Leistungen | 93.416 | 18.309 | 0 | –1.287 | 110.438 |
| EBITDA | 9.886 | 4.383 | –27 | 0 | 14.242 |
| Abschreibungen | 2.667 | 1.349 | 6 | 0 | 4.022 |
| EBIT | 7.219 | 3.034 | –33 | 0 | 10.220 |
| EBIT-Marge | 4,9% | 6,9% | 5,4% | ||
| Eigene Wertschöpfung | 66.953 | 39.884 | 106.837 | ||
| EBIT-Marge auf eigene Wertschöpfung | 10,8% | 7,6% | 9,6% |
| Space Systems |
Aerospace + Industrial Products |
Holding | Konsoli dierung |
Summe | |
|---|---|---|---|---|---|
| in TEUR | 2017 | 2017 | 2017 | 2017 | 2017 |
| Umsatzerlöse | 106.485 | 44.242 | 0 | –3.721 | 147.006 |
| davon Innenumsätze | 188 | 3.533 | 0 | –3.721 | 0 |
| Gesamtleistung | 113.796 | 55.211 | 1.855 | –5.543 | 165.319 |
| Materialaufwand und bez. Leistungen | 62.534 | 29.137 | 0 | –2.915 | 88.756 |
| EBITDA | 8.563 | 4.327 | –163 | 0 | 12.727 |
| Abschreibungen | 1.956 | 1.362 | 6 | –13 | 3.311 |
| EBIT | 6.607 | 2.965 | –169 | 13 | 9.416 |
| EBIT-Marge | 5,8% | 5,4% | 5,7% | ||
| Eigene Wertschöpfung | 65.537 | 52.766 | 118.303 | ||
| EBIT-Marge auf eigene Wertschöpfung | 10,1% | 5,6% | 8,0% |
Die OHB SE ist eine börsennotierte Kapitalgesellschaft mit Sitz in Deutschland. Der vorliegende Konzernabschluss zur Zwischenberichterstattung der OHB SE und ihrer Tochtergesellschaften ("Konzern") für die ersten drei Monate des Geschäftsjahrs 2018 wurde mit Beschluss des Vorstands vom 9. Mai 2018 zur Veröffentlichung freigegeben.
Der Konzernzwischenabschluss der OHB SE umfasst in voll konsolidierter Form folgende Gesellschaften:
Die Ergebnisse der nicht voll konsolidierten verbundenen Unternehmen werden unterjährig nicht berücksichtigt.
Der vorliegende ungeprüfte Konzernzwischenabschluss zum Zwischenbericht wurde im Einklang mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) und den diesbezüglichen Interpretationen des International Accounting Standards Board (IASB) für die Zwischenberichterstattung erstellt, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind und den ergänzenden nach §315 a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften. Demzufolge enthält dieser Abschluss zum Zwischenbericht nicht sämtliche Informationen und Anhangangaben, die gemäß IFRS für einen Konzernabschluss zum Ende des Geschäftsjahrs erforderlich sind.
Der vorliegende ungeprüfte Konzernabschluss zum Zwischenbericht enthält nach Ansicht des Vorstands alle erforderlichen Anpassungen, die für eine den tatsächlichen Verhältnissen entsprechende Darstellung der Ertragslage zum Zwischenergebnis erforderlich sind. Die Ergebnisse der zum 31. März 2018 endenden Berichtsperiode lassen nicht notwendigerweise Rückschlüsse auf die Entwicklung zukünftiger Ergebnisse zu.
Im Rahmen der Erstellung eines Konzernabschlusses zur Zwischenberichterstattung in Übereinstimmung mit IAS 34 "Interim Financial Reporting" muss der Vorstand Beurteilungen und Schätzungen vornehmen sowie Annahmen treffen, die die Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen im Konzern und den Ausweis der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie der Erträge und Aufwendungen beeinflussen. Die tatsächlichen Beträge können von diesen Schätzungen abweichen.
Die im Konzernzwischenabschluss zur Zwischenberichterstattung angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen denen des letzten Konzernabschlusses zum Ende des Geschäftsjahrs, bis auf folgende Änderungen: Ab 2018 werden die bisherigen Standards IAS 11 (Fertigungsaufträge) und IAS 18 (Umsatzerlöse) durch die neuen Bestimmungen nach IFRS 15 (Erlöse aus Verträgen mit Kunden) abgelöst. OHB hat für alle Kundenverträge, die am 31. Dezember 2017 noch nicht beendet waren, eine Analyse über Anwendung der neuen Vorschriften nach IFRS 15 durchgeführt und die nötigen Anpassungen der Erlösrealisierung vorgenommen. OHB wendet für die Einführung die modifizierte retrospektive Methode an, danach wird die Auswirkung gegenüber dem Jahresabschluss 2017 erfolgsneutral über eine Veränderung des Bilanzgewinns abgebildet.
Aus der Einführung ändert sich in Einzelfällen der zeitliche Anfall der Umsatzerlöse von langfristigen Entwicklungs- und Fertigungsaufträgen. Bis 2017 wurden im Segment "Space Systems" unter IAS 11 einzelne in einem sachlichen Zusammenhang zueinander stehende Verträge als wirtschaftliche Einheit betrachtet und die Erlösrealisierung unter einem einheitlichen Ansatz bewertet. Diese Bewertung ist nach IFRS 15 nicht anwendbar, so dass jeder dieser Verträge für sich einzeln bewertet werden muss. Daraus ergibt sich eine rückwirkende Verminderung von bereits in Vorperioden realisierten Gewinnanteilen aufgrund einer Verminderung von anteiligen Umsatzerlösen. Die Auswirkung hieraus beträgt TEUR 23.585 nach latenten Steuern und mindert erfolgsneutral das Eigenkapital.
Für die Ertragsteuern wird ein Steuersatz von ca. 32% zugrunde gelegt.
Im Vergleich zum Geschäftsbericht 2017 wurden keine wesentlichen Änderungen der Schätzungsgrundlagen vorgenommen. Eine detaillierte Beschreibung der Grundsätze der Rechnungslegung ist im Anhang zum Konzernabschluss des Geschäftsberichts 2017 veröffentlicht.
Der Zwischenbericht wurde weder gemäß §317 HGB geprüft noch einer prüferischen Durchsicht durch einen Abschlussprüfer unterzogen.
"Wir versichern nach bestem Wissen, dass der Konzernzwischenabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des Konzerns vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtl ichen Entw ick lung des Konzerns im verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben sind."
Bremen, 9. Mai 2018 Der Vorstand
Text und Inhalt: OHB SE, Bremen
PvF Investor Relations, Oberursel
Ligaturas – Reportdesign, Berlin
Antwerp Space N.V., Mike Auerbach, Bettina Conradi, DGzRS, ESA ARG medialab, ESA A. Baker, ESA C. Carreau, ESA David Ducros, ESA P. Muller, MT Aerospace, OHB SE, OHB System AG, planetmutlu
* Europäisches globales satellitengestütztes Navigationssystem: Die Phase bis zum Erreichen der vollen Einsatzkapazität (FOC – full operational capability) des Galileo-Programms wird von der Europäischen Union finanziert. Die Europäische Kommission und die Europäische Raumfahrtagentur ESA haben eine Übertragungsvereinbarung unterzeichnet, gemäß der die ESA im Auftrag der Kommission als die für die Entwicklung und die Beschaffung verantwortliche Stelle handelt. Die hier ausgedrückten Ansichten stellen nicht notwendigerweise die Position der Europäischen Union bzw. der ESA dar. Galileo ist ein eingetragenes Warenzeichen von EU und ESA gemäß HABM-Antrag Nr. 002742237.
| Q1/3M-ZWISCHENBERICHT / Analysten-Telefonkonferenz |
9. MAI 2018 |
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24. MAI 2018 |
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