Annual Report • Mar 29, 2019
Annual Report
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OHB SE Geschäftsbericht 2018
| in TEUR | 2018 | 2017 | 2016 | 2015 | 2014 |
|---|---|---|---|---|---|
| 1. Umsatzerlöse |
976.551 | 825.894 | 699.184 | 719.706 | 728.147 |
| 2. Gesamtleistung |
1.000.392 | 859.689 | 728.386 | 730.368 | 772.954 |
| 3. EBITDA |
65.013 | 58.809 | 55.081 | 52.135 | 53.416 |
| 4. EBIT |
47.751 | 44.223 | 42.700 | 40.214 | 40.400 |
| 5. EBT |
44.092 | 42.238 | 38.009 | 36.698 | 33.874 |
| 6. Anteile der Aktionäre der OHB SE am Jahresergebnis |
24.998 | 23.355 | 22.212 | 20.975 | 25.713 |
| 7. Ergebnis pro Aktie (EUR) |
1,44 | 1,34 | 1,28 | 1,21 | 1,48 |
| 8. Bilanzsumme |
753.606 | 719.698 | 682.914 | 638.725 | 640.613 |
| 9. Eigenkapital |
200.019 | 207.280 | 183.590 | 168.751 | 145.402 |
| 10. Cashflow aus lfd. Geschäftstätigkeit | 60.179 | 34.977 | 72.726 | 3.591 | −35.020 |
| 11. Investitionen | 40.736 | 44.885 | 50.200 | 24.616 | 25.048 |
| 12. davon Investitionen in Beteiligungen | 2.342 | 245 | 1.966 | 39 | 40 |
| 13. Auftragsbestand | 2.398.682 | 2.438.864 | 1.559.655 | 1.684.249 | 2.106.426 |
| 14. Mitarbeiter per 31.12. | 2.769 | 2.420 | 2.298 | 2.056 | 2.086 |
| in EUR | 2018 | 2017 | 2016 | 2015 | 2014 |
|---|---|---|---|---|---|
| 1. Jahresschlusskurs |
30,90 | 44,61 | 18,54 | 20,97 | 19,70 |
| 2. Jahreshöchstkurs |
49,75 | 47,47 | 20,78 | 23,60 | 25,06 |
| 3. Jahrestiefstkurs |
27,55 | 18,26 | 17,02 | 16,59 | 17,45 |
| 4. Marktkapitalisierung zum Jahresschluss (in EUR Mio.) |
540 | 779 | 324 | 366 | 344 |
| 5. Anzahl der Aktien (Stück) |
17.468.096 | 17.468.096 | 17.468.096 | 17.468.096 | 17.468.096 |
| 6. Dividende |
0,43 * |
0,40 | 0,40 | 0,40 | 0,37 |
* Vorschlag an die Hauptversammlung
Geschäftsjahr
p pSeite 130
Die OHB SE ist ein europäischer Raumfahrt- und Technologiekonzern und eine der bedeutenden unabhängigen Kräfte der europäischen Luft- und Raumfahrtindustrie. Mit seiner über 35-jährigen Erfahrung in der Entwicklung und der Umsetzung innovativer Raumfahrtsysteme und -projekte und dem Angebot von spezifischen Luft-, Raumfahrt- und Telematikprodukten hat sich der OHB-Konzern herausragend positioniert und für den internationalen Wettbewerb aufgestellt. Die Gesellschaft hat sich in den vergangenen Jahren geografisch innerhalb Europas diversifiziert und verfügt damit über Standorte in wichtigen ESA-Mitglieds ländern. Diese strategischen Standortentscheidungen fördern die Teilhabe an zahlreichen europäischen Programmen und Missionen. Die inhaltliche Zusammenführung und Konzentration auf die jeweiligen Kernfähigkeiten wird in den beiden Unternehmensbereichen "Space Systems" und "Aerospace + Industrial Products" gelebt.
Im Unternehmensbereich "SPACE SYSTEMS" liegt der Fokus auf der Entwicklung und Umsetzung von Raumfahrtprojekten. Das bedeutet insbesondere die Entwicklung und die Fertigung von erdnahen und geostationären Satelliten für Navigation, Wissenschaft, Kommunikation, Erd- und Wetterbeobachtung und Aufklärung inklusive der wissenschaftlichen Nutzlasten. Aufklärungssatelliten und breitbandige Funkübertragung von Bildaufklärungsdaten sind Kerntechnologien für die Anwendungsbereiche Sicherheit und Aufklärung. Im Bereich Exploration werden Studien und Konzepte für die Erforschung unseres Sonnensystems mit den Schwerpunkten Mars, Mond und Asteroiden erarbeitet. In der astronautischen Raumfahrt liegen die Schwerpunkte bei Projekten für die Ausstattung und den Betrieb der Internationalen Raumstation ISS.
Der Schwerpunkt des Unternehmensbereichs "AERO-SPACE + INDUSTRIAL PRODUCTS" liegt in der Fertigung und Entwicklung von Produkten für die Luft- und Raumfahrt sowie für andere Industriebereiche. Hier hat sich OHB als bedeutender Ausrüster für Aerospace-Strukturen positioniert und ist u. a. größter deutscher Zulieferer für das Ariane-Programm sowie etablierter Hersteller von Bauteilen für Satelliten und Luftfahrzeuge. Darüber hinaus ist OHB als erfahrener Anbieter von mechatronischen Systemen für Antennen und Teleskope an Großprojekten für Radioteleskope beteiligt. Telematiksysteme von OHB unterstützen weltweit die Logistik durch effiziente Transportsteuerung und Sendungsverfolgung.
| 100 % | OHB System AG Bremen & Oberpfaffenhofen, Deutschland |
|
|---|---|---|
| 100 % | OHB Italia S.p.A. | |
| 100 % | LuxSpace Sàrl Betzdorf, Luxemburg |
70 % |
| 100 % | Antwerp Space N.V. | |
| 100 % | OHB Sweden AB Stockholm, Schweden |
100 % |
| 100 % | OHB Czechspace s.r.o. Klatovy & Brünn, Tschechische Republik |
|
| 100 % | OHB Hellas mon.E.P.E Athen, Griechenland |
100 % |
der OHB SE
Die
k Bremen
M T
A G
k
OHB S W E D E N A B
kMainz
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OHB ITALIA S.P.A.
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ANTWERP SPACE N.V.
k
k
Luxemburg
k
Santiago de Chile
MECATRÒNICA
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geb. 1960, Dipl.‑Kfm., Mitglied des Vorstands der OHB SE seit 2015
p p Marco R. Fuchs, geb. 1962, Rechtsanwalt, Vorsitzender des Vorstands der OHB SE seit 2000
Mitglied des Vorstands der OHB SE seit 2018
p p Dr. Lutz Bertling, geb. 1962, Dr.‑Ing.,
Mitglied des Vorstands der OHB SE seit 2018
VORWORT
DES VORSTANDS
wir befinden uns in der glücklichen Lage, in einer Branche aktiv zu sein, die eine große Faszination auslöst und in der viele Ingenieure mit Enthu‑ siasmus nach Lösungen suchen. Hinzu kommt das seit ein paar Jahren stetig zunehmende öffentliche Interesse für die Raumfahrt, die aufgrund der mittlerweile unverzichtbaren raumfahrtbasierten Anwendungen auch wirtschaftlich immer relevanter wird. Dies wurde auch anhand der Besucherzahlen des weltgrößten Raumfahrtkongresses deutlich, der im Oktober 2018 in Bremen stattfand. Der International Astronauti‑ cal Congress konnte mit der Teilnahme von 6.400 Fachleuten und über 13.000 Besuchern am Öffentlichkeitstag einen Publikumsrekord auf‑ stellen. Die oben genannten Faktoren erhöhen die Attraktivität unserer Konzerngesellschaften auf dem Arbeitsmarkt. Die Suche nach den besten Köpfen ist eine unserer kontinuierlichen Herausforderungen, denn auch im zurückliegenden Geschäftsjahr sind wir weiter gewachsen, die Zahl unserer Mitarbeiter hat sich von 2.420 auf 2.769 erhöht.
p Marco R. Fuchs, Vorsitzender des Vorstands
Auch räumlich werden wir unsere Kapazitäten weiter steigern: Mit dem Bau der bisher größten Satelliten-Integrationshalle am Standort Bremen, deren Spaten‑ stich im Dezember stattgefunden hat, entsteht ein neuer ISO-8 Reinraum. Diese zusätzliche Fläche ist erforderlich, um den derzeitigen Rekordauftragsbe‑ stand in Höhe von EUR 2,6 Mrd. planmäßig realisieren zu können. In Bezug auf den Auftragseingang des vergangenen Jahres möchte ich zwei Akquisitionen besonders hervorheben: Dies ist zum einen der Auf‑ trag zur Realisierung der ESA-Wissenschaftsmission PLATO mit einem Volumen von EUR 288 Mio., den unsere Tochtergesellschaft OHB System im Oktober unterschrieben hat. Die Gesellschaft ist damit erst‑ malig als Hauptauftragnehmerin für eine Wissen‑ schaftsmission in dieser Größe verantwortlich. Mit Hilfe eines satellitengestützten Observatoriums sollen Planeten in der Umlaufbahn anderer Sonnensysteme aufgespürt und erforscht werden. Das spannendste Ergebnis aus dieser Mission wäre sicherlich, wenn man eine "zweite Erde" finden würde, die um eine "zweite Sonne" kreist, das heißt einen Planeten ent‑ decken würde, auf dem Leben möglich wäre. Außer‑ dem möchte ich einen Auftragseingang betonen, den unsere Tochtergesellschaft OHB Italia S.p.A. verbu‑ chen konnte: Das Unternehmen hat mit der luxembur‑ gischen Regierung einen Vertrag in Höhe von EUR 168 Mio. für die Lieferung eines hochauflösenden optischen Satelliten unterzeichnet. Dieser Auftrag diversifiziert die vorhandene Kundenstruktur und ist ein bedeutender Exporterfolg für unser italienisches Unternehmen.
Ein weiteres Resultat des Wachstums der vergange‑ nen Jahre ist die Erweiterung der Gremien Vorstand und Aufsichtsrat um je ein zusätzliches Mitglied: Zur Kompensation des altersbedingten Ausscheidens der langjährigen Vorstandsmitglieder Dr. Fritz Merkle und Ulrich Schulz im Vorjahr hat der Aufsichtsrat Kurt Melching und Dr. Lutz Bertling mit Wirkung zum 1. April 2018 zu Vorständen der OHB SE bestellt. Kurt Melching war bereits langjähriger Direktor Finanzen&Controlling der OHB SE und verantwortet nun auch als Vorstandsmitglied den Bereich Finanzen. Dr. Lutz Bertling ist neu im OHB-Konzern und leitet die Bereiche Unternehmens- und Geschäftsentwick‑ lung, Digitalisierung, Services. Auch der Aufsichtsrat der Gesellschaft ist um ein viertes Mitglied erweitert worden – Ingo Kramer ist im vergangenen Geschäfts‑ jahr von der Hauptversammlung gewählt worden und gehört dem Aufsichtsrat seit dem 19. Juni 2018 an. Christa Fuchs hat den Vorsitz in diesem Gremium anlässlich ihres 80. Geburtstags abgegeben, sie bleibt weiterhin ordentliches Mitglied des Aufsichts‑ rats. Robert Wethmar ist zu ihrem Nachfolger ge‑ wählt worden, er sitzt dem Aufsichtsrat seit dem 1. April 2018 vor.
Das Unternehmensorganigramm der OHB SE hat sich im vergangenen Geschäftsjahr aufgrund von vier Neugründungen und einem Zukauf ebenfalls erwei‑ tert: In dem zukunftsträchtigen Feld Life Science wurde die Tochtergesellschaft Blue Horizon Deutsch‑ land GmbH gegründet. Im wachstumsstarken Feld Services wurde die Gesellschaft OHB Satellitenbe‑ trieb GmbH gegründet, die sich im Betrieb von Satel‑ liten- und den zugehörigen Bodensystemen spezia‑ lisieren wird. Diese beiden Gesellschaften werden im laufenden Jahr 2019 ihren Geschäftsbetrieb auf‑ nehmen. Die beiden Neugründungen OHB Hellas und OHB Czechspace ergänzen die Europäische Stand‑ ortverteilung der OHB SE im Jahr 2018 und begüns‑ tigen die Stellung des Konzerns im Hinblick auf die Akquisition weiterer ESA-Aufträge, beide sind im zurückliegenden Geschäftsjahr erfolgreich operativ gestartet. Ferner wurde das Unternehmen Tele‑ Consult Austria GmbH mit Sitz in Graz Ende Dezem‑ ber 2018 gekauft, das sich auf Softwarelösungen im Navigationsbereich spezialisiert hat und als Aus‑ gangspunkt für eine signifikante Erweiterung der Aktivitäten in diesem Bereich dienen wird.
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Im Geschäftsbereich Aerospace + Industrial Products erhielt die MT Aerospace im vergangenen Jahr den
voraussichtlich letzten Auftrag zur Lieferung von Komponenten für die europäische Rakete Ariane 5, die noch bis in das Jahr 2022 weiter starten wird. Ab dem kommenden Jahr beginnt die Übergangsphase, in der sowohl die aktuelle Ariane 5 als auch die neu entwickelte Rakete Ariane 6 starten werden. Auch an dieser Rakete ist die MT Aerospace mit der Entwick‑ lung und Lieferung von wesentlichen Komponenten beteiligt.
Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptver‑ sammlung dieses Jahr eine Dividende von 43 Cent je Aktie (Vorjahr 40 Cent je Aktie) zur Ausschüttung vor‑ schlagen.
VORWORT DES VORSTANDS
Basierend auf dem hohen Auftragsbestand von rund EUR 2,4 Mrd. (Vorjahr: rund EUR 2,4 Mrd., Stand jeweils zum 31. Dezember) erwartet der Vorstand für das Gesamtjahr 2019 eine Steigerung der konsoli‑ dierten Gesamtleistung auf EUR 1,05 Mrd. Die pro‑ gnostizierten operativen Ergebnisgrößen EBITDA und EBIT sollen mit EUR 80 Mio., bzw. EUR 50 Mio. die bisherigen Vorjahreswerte erneut übertreffen.
Ende Juni vergangenen Jahres hat mit dem alters‑ bedingten Ausscheiden von Fritz Merkle eine charis‑ matische Persönlichkeit den Vorstand der OHB SE verlassen. Besonders seine Erfahrung, seine Loyali‑ tät und die Gabe, Begeisterung für die Raumfahrt weiter zu geben, habe ich immer sehr zu schätzen ge‑ wusst – für sein 18-jähriges Wirken im OHB-Konzern möchte ich ihm großen Dank aussprechen.
Der Erfolg der OHB SE wird getragen durch einen wachsenden und sich wandelnden Raumfahrtmarkt, gesichert wird er jedoch durch die Fähigkeiten unse‑ rer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ihnen gilt des‑ halb besonderer Dank für Ihre im vergangenen Jahr geleistete Arbeit, Ihren engagierten Einsatz sowie Ihren Enthusiasmus.
Bremen, den 19. März 2019
p Marco R. Fuchs Vorsitzender des Vorstands
BERICHT DES AUFSICHTSRATS
im Geschäftsjahr 2018 hat der Aufsichtsrat die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufga‑ ben mit der gebotenen Sorgfalt wahrgenommen. Er hat den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens regelmäßig beraten und laufend überwacht. Die Tätigkeit des Aufsichts‑ rats umfasst neben der kontrollierenden Funktion auch eine gestaltende Aufgabe. So wirkt der Aufsichtsrat nicht nur kurzfristig, sondern auch mittel- und langfristig am Ge‑ schäftserfolg des Unternehmens mit.
Der Vorstand unterrichtete den Aufsichtsrat regelmäßig aus‑ führlich über die Geschäftsentwicklung, aktuelle Ausschrei‑ bungen, den Stand der Auftragseingänge, die relevanten Finanzkennzahlen sowie die Beschäftigung in der OHB SE, dem übrigen Konzern und den einzelnen Unternehmens‑ bereichen. Der Vorstand beantwortete alle Fragen des Aufsichtsrats vollständig und umfassend. Der Aufsichtsrat hat sich fortlaufend über die Unternehmensplanung, die strategische Weiterentwicklung sowie die wesentlichen Beteiligungsprojekte informieren lassen und stand dem Vorstand bei einzelnen Themen wie etwa wesentlichen Per‑ sonalthemen, Unternehmensakquisitionen und Projektaus‑ schreibungen beratend zur Seite.
In vier ordentlichen Sitzungen befasste sich der Aufsichtsrat mit der Entwicklung der laufenden Geschäfte, der Prüfung der Berichte des Vorstands, den Statusberichten aktueller Projekte und laufender Ausschreibungen, Akquisitionsvor‑ haben sowie der Unternehmensplanung 2019 bis 2021. Die ordentlichen Sitzungen des Aufsichtsrats im Jahr 2018 fanden am 20. März, 24. Mai, 20. September und 12. Dezem‑ ber jeweils am Sitz der Gesellschaft in Bremen statt. Zwei außerordentliche Sitzungen des Aufsichtsrats am 23. Feb‑ ruar und am 5. März galten ausschließlich Personalan‑ gelegenheiten im Vorstand und des Aufsichtsrats. Der Auf‑ sichtsrat war in allen sechs Sitzungen des vergangenen Jahres jeweils vollständig vertreten, bei zwei Sitzungen (23. Februar und 5. März) waren jeweils zwei Aufsichtsrats‑ mitglieder telefonisch zugeschaltet. Der Vorstand war bei vier Aufsichtsratssitzungen jeweils komplett vertreten, bei den Sitzungen am 23. Februar und am 12. Dezember war jeweils ein Vorstandsmitglied an der Teilnahme verhindert, bei der Sitzung am 5. März war ein Vorstandsmitglied tele‑ fonisch zugeschaltet. Die Protokollführung aller ordentli‑ chen Sitzungen des Aufsichtsrats übernahm der Syndikus des Unternehmens, die Protokollführung der außerordent‑ lichen Sitzungen am 23. Februar und am 5. März lag jeweils bei einem Vorstandsmitglied.
Mitglied des Aufsichtsrats der OHB SE seit 2018, geb.1953, Diplom-Wirtschaftsingenieur, Gesellschafter der Kramer GmbH & Co. KG, Bremerhaven, Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Berlin
Mitglied des Aufsichtsrats der OHB SE seit 2002, geb. 1938, Kauffrau, Geschäftsführende Gesellschafterin der VOLPAIA Beteiligungsgesellschaft mbH, Bremen
Vorsitzender des Aufsichtsrats seit 2018, Mitglied des Aufsichtsrats seit 2012, geb. 1961, Rechtsanwalt, LL.M., Partner der internationalen Anwaltskanzlei Taylor Wessing, Hamburg
Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats der OHB SE, Mitglied des Aufsichtsrats seit 2005, geb. 1940, Dipl.-Ing., M. Sc., Professor em. Space Systems Engineering, Technische Universität Delft, Niederlande, Geschäftsführer SAC Space Associates Beratungs GmbH, München
Im Rahmen der außerordentlichen Sitzung am 23. FEBRUAR 2018 erörterte der Aufsichtsrat eine Bestellung der Herren Dr. Lutz Bertling und Kurt Melching zu Mitgliedern des Vorstands der OHB SE sowie die Erweiterung des Aufsichtsrats um ein vier‑ tes Mitglied.
Bei der außerordentlichen Sitzung des Aufsichtsrats am 5. MÄRZ 2018 bestellte der Aufsichtsrat die Herren Dr. Lutz Bertling für vier Jahre und Kurt Melching für fünf Jahre zu Mitgliedern des Vorstands der OHB SE, jeweils zum 1. April 2018, und stimmte dem Abschluss der vorgelegten Vorstandsdienst‑ verträge der beiden neuen Vorstandsmitglieder zu.
Im Mittelpunkt der Sitzung am 20. MÄRZ 2018 stan‑ den der Bericht des Vorstands über den Verlauf des Geschäftsjahres vom 1. Januar bis 31. Dezember 2017, die aktuelle Geschäftslage sowie die erwartete Ge‑ schäftsentwicklung für das laufende Geschäftsjahr 2018. Der Vorstand legte hierzu den Jahresabschluss, den Konzernabschluss sowie den Lagebericht und den Konzernlagebericht für die OHB SE für das Ge‑ schäftsjahr 2017 vor. Die Vorlage und Erläuterung des Prüfungsberichts der PricewaterhouseCoopers Wirtschaftsprüfungsgesellschaft GmbH, Bremen, sowie der mündliche Bericht des Abschlussprüfers wurden von den verantwortlichen Wirtschaftsprüfern persönlich vorgenommen. Konzernabschluss und Jahresabschluss der OHB SE wurden jeweils einstim‑ mig gebilligt und somit festgestellt. Ebenfalls be‑ schlossen wurde der Bericht des Aufsichtsrats ein‑ schließlich der Erklärung zur Billigung des vom Vorstand aufgestellten Abhängigkeitsberichts. Der Vorschlag des Vorstands zur Gewinnverwendung und Ausschüttung einer zum Vorjahr unveränderten Divi‑ dende in Höhe von EUR 0,40 je Aktie zur Entscheidung auf der Hauptversammlung wurde vom Aufsichtsrat zustimmend zur Kenntnis genommen und einver‑ nehmlich beschlossen.
Die vollständig ausformulierte Einladung einschließ‑ lich der Tagesordnung der ordentlichen Haupt‑ versammlung der OHB SE am 24. Mai 2018 und der Beschlussvorschläge wurde ebenfalls einstimmig beschlossen. Die Tagesordnung enthielt neben den jährlich wiederkehrenden Punkten den Vorschlag zur Änderung der Satzung der OHB SE im Hinblick auf eine Erweiterung des Aufsichtsrats von drei auf vier Sitze. Als viertes Mitglied des Aufsichtsrats wurde Herr Ingo Kramer nominiert.
Über die turnusmäßigen Themen hinaus stand bei der Sitzung am 20. März 2018 eine wichtige Aufsichtsrats‑ angelegenheit auf der Agenda: Frau Christa Fuchs erklärte, dass sie ihr Amt als Vorsitzende des Auf‑ sichtsrats der OHB SE mit Wirkung zum 31. März 2018 niederlegen, ihren Sitz im Aufsichtsrat aber beibehal‑ ten werde. Die übrigen Mitglieder des Aufsichtsrats bedankten sich bei Frau Fuchs für ihre langjährige Tätigkeit als Aufsichtsratsvorsitzende und begrüßten die Fortsetzung der Zusammenarbeit mit Frau Fuchs in diesem Gremium. Anschließend wählte der Auf‑ sichtsrat den Unterzeichner mit Wirkung zum 1. Ap‑ ril 2018 zum neuen Aufsichtsratsvorsitzenden. Die Amtszeit des Unterzeichners endet mit der Beendi‑ gung der Hauptversammlung, die über die Entlas‑ tung des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2020 beschließt.
Schließlich informierte der Vorstand den Aufsichtsrat, dass die OHB SE aufgrund neuer gesetzlicher Vor‑ gaben erstmals für das Jahr 2017 einen Nachhaltig‑ keitsbericht erstellt habe, der inhaltlich durch den Aufsichtsrat zu prüfen und bis zum 30. April 2018 zu veröffentlichen sei. Dieser gesonderte nichtfinanziel‑ le Bericht außerhalb des Lageberichts ist nach Prü‑ fung und Freigabe durch den Aufsichtsrat fristgerecht beim Bundesanzeiger eingereicht worden.
Vorstand und Aufsichtsrat zogen in der Sitzung am 24. MAI 2018 eine durchweg positive Bilanz der am Vormittag durchgeführten ordentlichen Hauptver‑ sammlung der OHB SE. Insbesondere die Vorschläge zur Erweiterung des Aufsichtsrats auf vier Mitglieder und zur Bestellung von Herrn Ingo Kramer zum vier‑ ten Aufsichtsratsmitglied trafen auf hohe Zustim‑ mung der Aktionäre. Zudem berichtete der Vorstand über den Geschäftsverlauf im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2018 und die aktuelle Geschäftslage.
Zudem beschloss der Aufsichtsrat in dieser Sitzung nach ausführlicher Diskussion einstimmig, Herrn Marco R. Fuchs für weitere drei Jahre und zu unver‑ änderten vertraglichen und wirtschaftlichen Bedin‑ gungen zum Vorstandsvorsitzenden der Gesellschaft zu bestellen.
In der Sitzung am 20. SEPTEMBER 2018 berichte‑ te der Vorstand über den Geschäftsverlauf im ersten Halbjahr und über die aktuelle Geschäftslage. Darü‑ ber hinaus präsentierte der Vorstand verschiedene Projekte zur geschäftlichen Expansion und infor‑ mierte über die geschäftliche Lage einzelner Beteili‑ gungsgesellschaften. Personelle Veränderungen im Vorstand im Jahresverlauf 2018 erforderten eine Neufassung des Geschäftsverteilungsplans, den der Vorstand dem Aufsichtsrat ausführlich erläuterte und dem der Aufsichtsrat im Anschluss einstimmig zu‑ stimmte.
Außerdem beschloss der Aufsichtsrat in dieser Sitzung nach eingehender Erörterung einstimmig, Herrn Klaus Hofmann für weitere fünf Jahre zum Personalvorstand der Gesellschaft zu bestellen, und stimmte dem Abschluss der vorgelegten Änderungs‑ vereinbarung zu seinem bestehenden Vorstands‑ dienstvertrag ebenfalls zu. Darüber hinaus gab der Vorstand den jährlichen Überblick über die Miet‑ verträge zwischen Unternehmen des OHB-Konzerns und den Grundstücksgesellschaften der Familie Fuchs in Bremen, Oberpfaffenhofen und Mailand.
Die letzte Sitzung des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr am 12. DEZEMBER 2018 stand maßgeblich im Zeichen des Berichts des Vorstands zum Geschäfts‑ verlauf in den ersten neun Monaten 2018, zur aktuel‑ len Geschäftslage und zum erwarteten Ergebnis für das gesamte Geschäftsjahr 2018. Des Weiteren stellte der Vorstand die Unternehmensplanung für die Jahre 2019 bis 2021 vor. Der Aufsichtsrat stimmte dieser Unternehmensplanung nach ausführlicher Diskus‑ sion zu.
Ein weiteres Schwerpunktthema dieser Sitzung war der Stand der Digitalisierung in der OHB-Gruppe und die künftigen Aufgaben und Herausforderungen in diesem Bereich. Der Vorstand präsentierte die be‑ reits vollzogenen und künftig geplanten Maßnahmen zur weiteren Verbesserung der IT-Infrastruktur. Vor‑ rangiges Ziel ist eine einheitliche IT-Strategie inner‑ halb der gesamten OHB-Gruppe. Der Vorstand wird dem Aufsichtsrat künftig regelmäßig über den Stand der Digitalisierung bei OHB berichten.
Gegenstand der Dezember-Sitzung des Aufsichtsrats war zudem die Vorstellung des Revisionsberichts 2018 der internen Revision sowie der durchgeführten Prü‑ fungsmaßnahmen und Ergebnisse. Darüber hinaus wurde der Prüfungsplan für das Jahr 2019 vorgelegt und von Vorstand und Aufsichtsrat beschlossen. Der Syndikus stellte den Compliance-Report 2018 vor, der von Vorstand und Aufsichtsrat zustimmend zur Kennt‑ nis genommen wurde. Gemäß Gesetz für die gleich‑ berechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen sind Zielgrößen für den Frau‑ enanteil in Aufsichtsrat und Vorstand anzugeben. Nach eingehender Diskussion und unter Berücksich‑ tigung der aktuellen Situation bei der OHB SE legte der Aufsichtsrat die Zielgröße für den Frauenanteil im Aufsichtsrat der Gesellschaft auf 25% sowie im Vor‑ stand der Gesellschaft auf 0% fest. Die Zielgrößen sollen bis 31. Dezember 2020 Gültigkeit haben. Be‑ schlossen wurde weiterhin die gemeinsam von Vor‑ stand und Aufsichtsrat verfasste Entsprechenser‑ klärung nach§161 Aktiengesetz zur Beachtung des Deutschen Corporate Governance Kodex in seiner Fassung vom 7. Februar 2017.
Der Vorstand berichtete zugleich auch für den Auf‑ sichtsrat über die Corporate Governance gemäß Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex im Rahmen der Erklärung zur Unternehmensführung nach§289 f. HGB. Auf der Internetseite der OHB SE wurde die Erklärung zur Unternehmensführung öffentlich zugänglich gemacht. Der Aufsichtsrat be‑ handelte regelmäßig die Anwendung und Weiterent‑ wicklung der Corporate Governance-Grundsätze des Unternehmens. Vorstand und Aufsichtsrat gaben am 12. Dezember 2018 eine aktualisierte Entsprechens‑ erklärung gemäß §161 AktG ab und haben diese den Aktionären auf der Internetseite der Gesellschaft dauerhaft zugänglich gemacht.
Der Jahresabschluss, der Konzernabschluss und die dazugehörigen Lageberichte der OHB SE für das Ge‑ schäftsjahr 2018 wurden von der Pricewaterhouse‑ Coopers Wirtschaftsprüfungsgesellschaft GmbH, Bremen, geprüft und jeweils mit einem uneinge‑ schränkten Bestätigungsvermerk versehen.
Die vorgenannten Unterlagen wurden allen Mitglie‑ dern des Aufsichtsrats mit ausreichend zeitlichem Vorlauf übermittelt. In der Bilanzsitzung des Auf‑ sichtsrats vom 19. März 2019 wurden diese Unter‑ lagen jeweils in Anwesenheit und unter Einbeziehung des Abschlussprüfers erörtert.
Der Aufsichtsrat hatte keine Einwendungen und stimmte dem Ergebnis der Abschlussprüfung zu. Der Aufsichtsrat hat den Konzernabschluss gebilligt und der Jahresabschluss ist damit festgestellt. Dem Ge‑ winnverwendungsvorschlag des Vorstands stimmte der Aufsichtsrat zu. Der vom Vorstand aufgestellte Abhängigkeitsbericht wurde durch die Pricewater‑ houseCoopers Wirtschaftsprüfungsgesellschaft GmbH, Bremen, geprüft und mit dem folgenden un‑ eingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen:
"Nach unserer pflichtgemäßen Prüfung und Beurtei‑ lung bestätigen wir, dass
Der Aufsichtsrat erhebt nach eigener Prüfung keine Einwände und billigt den Abhängigkeitsbericht des Vorstands.
In Aufsichtsrat und Vorstand der OHB SE ergaben sich im Geschäftsjahr 2018 wesentliche Veränderungen:
Frau Christa Fuchs legte mit Wirkung zum 31. März 2018 ihr Amt als Vorsitzende des Aufsichtsrats nieder, behielt aber ihren Sitz im Aufsichtsrat bei. Mit Wir‑ kung zum 1. April 2018 wählte der Aufsichtsrat den Unterzeichner zu seinem neuen Vorsitzenden. Die Hauptversammlung vom 24. Mai 2018 beschloss eine Erweiterung des Aufsichtsrats von drei auf vier Mit‑ glieder; korrespondierend zu diesem Beschluss wähl‑ te sie Herrn Ingo Kramer neu in den Aufsichtsrat. Mit Eintragung in das Handelsregister gehört Herr Ingo Kramer seit 19. Juni 2018 dem Aufsichtsrat der OHB SE als viertes Mitglied an.
Herr Dr. Fritz Merkle ist zum 30. Juni 2018 altersbe‑ dingt aus dem Vorstand der OHB SE ausgeschieden. Herr Dr. Lutz Bertling wurde zum 1. April 2018 in den Vorstand der OHB SE bestellt; seine Ressortzustän‑ digkeiten umfassen die Bereiche Unternehmens- und Geschäftsentwicklung, Digitalisierung, Services Ebenfalls zum 1. April 2018 wurde Herr Kurt Melching, bis dato bereits Vorstandsmitglied der OHB System AG und Direktor Finanzen&Controlling der OHB SE, in den Vorstand der OHB SE bestellt; er verantwortet hier den Bereich Finanzen.
Der Aufsichtsrat bedankt sich herzlich bei den Mit‑ gliedern des Vorstands, allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den Arbeitnehmervertretungen für die geleistete Arbeit. Sie haben damit erneut zu einem sehr erfolgreichen Geschäftsjahr der OHB SE beigetragen.
Bremen, den 19. März 2019
p Robert Wethmar Vorsitzender des Aufsichtsrats
| HERR KURT |
|---|
| MELCHING UND |
| HERR DR. LUTZ |
| BERTLING WURDEN |
| MIT WIRKUNG ZUM |
| 1. APRIL 2018 ZU |
| VORSTÄNDEN DER |
| OHB SE BESTELLT. |
OHB SE GESCHÄFTSBERICHT 2018
Unter Erdbeobachtung versteht man die Überwachung unseres Planeten und seiner Ökosysteme vom Weltraum aus. Sie ist eine der wichtigsten Aufgaben, die die Raumfahrt zum Nutzen der Menschheit erfüllt. Dabei werden der Zustand der Erdoberfläche und der Erdatmosphäre mit Hilfe von Satellitensystemen erfasst. Erdbeobachtungssatelliten werden explizit für diese Anwendungen entworfen. Eingesetzt werden vor allem Wettersatelliten für die Meteorologie und Umweltsatelliten für die Umweltbeobachtung, für die Kartierung und für die Geologie. Auch Aufklärungssatelliten gehören zur Erdbeobachtung. Sie liefern Bild- und Radarinformationen.
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Mit den Messungen von Erdbeobachtungssatelliten ist es möglich, Veränderungen der Umwelt – zum Beispiel von Böden, Meeren und der Atmosphäre – zu erkennen und Maßnahmen zum Schutz von Umwelt und Klima zu entwickeln. Erdbeobachtungssatelliten verschaffen zudem bei akuten Katastrophen wie etwa Erdbeben, Hochwasser oder einer Ölpest einen schnellen Überblick über Schäden. Ihre Aufnahmen zeigen das Ausmaß einer Katastrophe und deren Brennpunkte und unterstützen so Hilfsdienste vor Ort. Erdbeobachtungssatelliten ermöglichen es, digitale Karten der Erde zu erstellen sowie Daten für die Wettervorhersage zu liefern. Damit leisten sie einen Beitrag, um beispielsweise den Flug- und Schiffsverkehr zu sichern.
Unsere Projekte: MTG, PRISMA, EnMAP, Copernicus, EAGLET, SARah, OptSat, NAOS
Informationen zur Wettervorhersage gehören heute zu den alltäglichsten Informationen, die jeder Mensch nutzt. Doch auch zum Beispiel Landwirtschaft und Verkehr sind auf präzise Wetterdaten angewiesen. p Seite 20
Veränderungen von Klima, Atmosphäre und Erdoberfläche können zur existenziellen Bedrohung der Menschheit werden. Umweltsatelliten liefern Daten, die rechtzeitiges Gegensteuern ermöglichen. p Seite 24
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Aufklärungssatelliten liefern Radar- und/oder Bildinformationen, die Ländern oder staatlichen Institutionen zu einer aktuellen Lageeinschätzung an einem bestimmten Ort verhelfen. p Seite 32
FOKUS ERDE
DIE RÜCKKEHR DES DEUTSCHEN A S T RON A U T E N A L E X A NDE R GE RS T VON DER ISS HAT DIE BEGEIS-T ERUNG DER MENSCHEN FÜR D IE RAUMFAHRT NOCH EINMAL ANGE-FA CH T. F ÜR V IE L E GE H T V ON IHR EINE ENORME FASZINATION AUS. WOHER KOMMT DIESE FASZINATION?
Sie rührt daher, dass es mit der Raumfahrt möglich geworden ist, die Erde zu verlassen. Das ist das Spektakuläre an dem, was Astro‑ nauten möglich ist. Sie sehen die Erde als Gan‑ zes von oben. Man sieht dabei die verletzliche Gesamtheit dieses kleinen blauen Punktes im Universum. Dieses Gefühl drückt sich am stärksten in dem inzwischen ikonografischen Foto der Crew von Apollo 8 aus, die 1968 den Aufgang der Erde über dem Horizont des Mon‑ des eingefangen hat. Dieses Bild sowie der Schritt von Neil Armstrong aus der Landefähre Eagle auf den Mondboden im Juli 1969 sind die Bilder, die die Faszination Raumfahrt am emo‑ tionalsten transportieren. Das lässt kaum einen Betrachter unberührt.
p Marco R. Fuchs ist seit 2000 Vorstandsvorsitzender der OHB SE und seit 2011 Vorstandsvorsitzender der OHB System AG. Der 56-Jährige ist Jurist und seit 1995 bei OHB im Management tätig.
INTERVIEW
"MAN SIEHT DABEI DIE VERLETZLICHE GESAMTHEIT DIESES KLEINEN BLAUEN PUNKTES IM UNIVERSUM."
Marco R. Fuchs, Vorsitzender des Vorstands der OHB SE
GE RS T H AT N A CH SE INE R RÜCK K E HR EIN SEHR EMOTIONALES VIDEO GE-DRE H T, IN DEM E R S ICH BE I SE INE N UNGE B ORE NE N E NK E L N F ÜR DE N UMG A NG DE R ME NSCHE N M I T DE R E RDE E N T SCHU L D IG T. D IE SE BETROFFENHEIT IN IHM IST DURCH DEN SOGENANNTEN OVERVIEW-E F FE K T – A L SO DE N B L ICK A US DEM A L L A UF UNS SE L BS T – EN T S TA NDEN. IS T E S DE NK B A R , D A SS M I T DE R S AT E L L I T E N T E CHNO L OG IE DE R E RDBE OB A CH T UNG D IE SE R E F FE K T
F ÜR A L L E ME NSCHE N E R L E B B A R GEM A CH T W E RDE N K ÖNN T E UND D A M I T D A NN E BE N A UCH ME HR SENSIBILITÄT FÜR DIE VERLETZLICH - KEIT DES PLANETEN ENTSTEHT?
Die Emotionalität kommt durch das Bewusstsein der Ver‑ letzlichkeit. Und vor allem die Erkenntnis, dass wir alle auf diesen einen kleinen Punkt im All angewiesen sind. Zudem entsteht Erkenntnis beziehungsweise die Klarheit darüber, was man eigentlich schon weiß, durch die Darstellung. Die‑ ses eine Bild der Erde macht sofort klar, worum es geht.
Man verschafft sich eindeutige Fakten. Unsere Kultur ba‑ siert auf Erkenntnis, auf Empirie. Man gesteht sich ein, dass man nicht alles weiß, dass Beobachtung noch weitere Er‑ kenntnis bringt und dass Erkenntnis möglicherweise das Verhalten verändert. Erdbeobachtung führt in diesem Sinn dazu, dass wir mehr über die Erde erfahren und somit viel‑ leicht besser und schneller herausfinden, wohin sie sich entwickelt. Der tiefere Sinn der Raumfahrt besteht in dem Fall darin, dass sie das eben großflächiger machen kann. Und daraus kann sie große Autorität ableiten. Denn am Ende geht es immer darum, Prognosen oder Theorien glaubhaft zu machen. Dazu muss man beobachten und Fakten sam‑ meln. Bei Umwelt und Klima trifft das zumindest auf jeden Fall zu. Im Fall der satellitengestützten Aufklärung geht es vielleicht mehr darum, souverän und unabhängig die Wirk‑ lichkeit abzubilden, um zu wissen, was ist. Daraus werden dann politische und gegebenenfalls militärische Entschei‑ dungen abgeleitet.
Das kann man gut in Wellen beschreiben. Lange Zeit war für OHB der Bereich satellitengestützte Aufklärung am wich‑ tigsten. SAR-Lupe war ein Projekt, das uns vor rund 18 Jah‑ ren in eine neue Liga katapultiert hat. Wenn man derzeit in unsere Hallen schaut, sind Satelliten für die Wetterbe‑ obachtung der größte Bereich. Langfristig ist sicher der Bereich Umwelt einschließlich Wetter und Klima am bedeu‑ tendsten. Die Umweltüberwachung aus dem Weltraum wird ein Ausmaß annehmen, das wir uns im Moment noch gar nicht vorstellen können.
Die Umweltüberwachung wird eine Permanenz und Viel‑ schichtigkeit bekommen, die sie von allen anderen Berei‑ chen deutlich unterscheidet. Bei der Aufklärung geht es um drei, vier abbildende Sensoren, zum Beispiel hochauflösen‑ de elektronische Optik, Radar oder Infrarot. Für die Umwelt gibt es deutlich mehr. Und zwar in der Form, dass ich über‑ zeugt bin, wir werden in Zukunft möglicherweise über Sensoren reden, die eine eigene Satellitenkonstellation notwendig machen.
Sie wird sich unterschiedlich im Sinne des Innovationszyklus entwickeln. Aufklärung informiert über den Status quo. Wetterbeobachtung informiert über das Heute, Morgen und Übermorgen. Umweltüberwachung jedoch wird mit der Frage konfrontiert sein, wie man langfristige Entwicklungen bewerten und beeinflussen kann.
Einen Beitrag, ja. Die Raumfahrt nimmt für sich ja insge‑ samt in Anspruch, dass sie Gutes für die Erde leistet. Für die Überwachung der Umwelt nehmen wir natürlich auch in Anspruch, dass die Erde damit bewahrt werden soll.
Für die Wetterbeobachtung ist das gar keine Frage, selbst‑ verständlich. Das ist das Alltäglichste, das man heute als Information bekommen kann. Und viele Ältere erinnern sich noch, dass die Wettervorhersage lange Zeit mehr mit Wahr‑ sagerei als Empirie zu tun hatte. Heute ist das völlig anders. Wettervorhersagen sind verlässlich geworden. Es ist eine Naturwissenschaft geworden, die präzise Vorhersagen liefert. Kurzum: Das Wetter ist die alltäglichste Frage, die jeden umtreibt. Jeder Mensch, in allen Kulturen, in allen Lebenslagen, interessiert sich für das Wetter.
Daran glaube ich fest. Die Wetterbeobachtung wird noch eine sehr, sehr lange Zeit sehr, sehr wichtig sein. Das Ge‑ schäft mit Satelliten in dem Bereich profitiert davon, weil Satelliten für die Wetterbeobachtung in den letzten Jahr‑ zehnten sehr viel besser geworden sind. Die Frage ist immer die gleiche: Was kann man beobachten, welche Erkennt‑ nisse gewinnt man und was kann man daraus ableiten? So gesehen hat die Raumfahrt der Wettervorhersage viel ge‑ bracht, umgekehrt aber auch das Wetter der Raumfahrt.
Es gibt Imager- und Sounder-Satelliten. Bei den Imager-Satelliten geht es darum, die Bildgebung weiter zu verbes‑ sern. Der große Fortschritt aber sind die Sounder-Satelliten. Damit sind Profilmessungen in der Vertikalen möglich, also eine dreidimensionale Erfassung von Atmosphärendaten. Diese Innovation des Sounders ermöglicht eine genauere langfristigere Vorhersage – und auch lokale Wetterereig‑ nisse werden sich besser vorhersagen lassen.
Sie werden hoffentlich zu einer wichtigen Ergänzung unse‑ res heutigen Portfolios werden. Das Spektrum unserer Satelliten wird damit sehr groß sein – von fünf Kilo bis fünf Tonnen. Die Kleinsatelliten haben den Vorteil, dass sie in Schwärmen und damit an vielen Stellen gleichzeitig messen können. Die Schwarmintelligenz sorgt für ein großes Lage‑ bild. Aus dem Grund bin ich überzeugt, dass diese Klein‑ satelliten ihren Markt finden werden.
IM NOVEMBER, AUF DER ESA-M IN IS T E RR AT SK ONFE RE N Z , W IRD AUCH ÜBER DIE EUROPÄISCHE ERDBEOBACHTUNGSMISSION COPERNICUS ENTSCHIEDEN. OHB IS T DE R ZE I T M I T INSGE S A M T F ÜNF M A CHB A RK E I T SS T UD IE N A N DE R M ISS ION BE T E I L IG T. W IE W ICH T IG IST COPERNICUS FÜR OHB?
Sehr wichtig. Bislang sind wir an dem Programm nur mit einem begrenzten Anteil am Projekt Sentinel-4 involviert. Es besteht für uns ein großes Zukunftspotenzial. Für OHB ist es strategisch gesehen das größte neue Feld, das wir uns erschließen wollen.
Wir möchten bei zwei von sechs möglichen neuen Missionen Systemführer werden und bei zwei weiteren eine substanzielle Rolle übernehmen, wie zum Beispiel die Payload-Verantwortung.
E IN W E I T E RE S E HRGE I Z IGE S , A BE R SE HR K OM P L E X E S P RO JE K T IS T DE R UMWELTSATELLIT EnM A P. E S G A B V IE L E , V OR A L L EM T E CHN ISCHE P R O B L EME UND V E R Z Ö GE RUN GE N. IN Z W ISCHE N IS T D A S P RO JE K T A BE R A UF DE R Z IE L GE R A DE N. FREUEN SIE SICH?
Ja, weil sich daran zeigt, dass wir in unserer Firma den Mut haben, Dinge anzupacken, die zuvor noch nie gemacht wurden, und dass wir die Ausdauer haben, für die enormen Herausforderungen dann auch Lösungen zu finden. Insofern freue ich mich sehr, zumal ein ähnlicher Satellit – PRISMA von unserer Tochtergesellschaft OHB Italia – erfolgreich realisiert wurde.
Das Beobachtungsinstrument des Satelliten ist eine Inno‑ vation und so gesehen natürlich technisch enorm heraus‑ fordernd. Das Projekt war deutlich schwieriger, als wir am Anfang dachten. Es hat sich über die Jahre aber enorm ent‑ wickelt. Aus einem ursprünglich einfachen Kleinsatelliten ist ein sehr komplexer mittlerer Satellit geworden.
Hyperspektral bedeutet, dass Daten in 20 bis 250 spektralen Kanälen aufgezeichnet werden, die von Wellenlängen im ultravioletten Bereich bis zum langwelligen Infrarot reichen. Messungen mit der Genauigkeit von EnMAP hat es bislang vom Weltraum aus noch nicht gegeben. Es gibt auf der Welt überhaupt nur zwei Projekte, für die Hyperspektralsatelliten mit dieser Komplexität entwickelt und gebaut werden – und beide Projekte finden bei OHB statt.
Besonders für die Umweltbeobachtung lassen sich mit dieser Technologie qualitativ bessere und vor allem nützli‑ chere Daten beschaffen. Hyperspektraltechnologie lässt Rückschlüsse auf dynamische Umwelteinflüsse zu. Es geht darum, qualitative Aussagen über etwa die Entwicklung von Böden oder der Vegetation treffen zu können.
BE DE U T E T D A S A L SO , JE ME HR E RDBE OB A CH T UNGSD AT E N DEM A L LTÄ G L ICHE N UND SOG A R W IR T SCH A F T L ICHE N NU T ZE N DE R ME NSCHE N D IE NE N , DE S T O UN V E R Z ICH T B A RE R W IRD DE R SERVICE ANGESEHEN WERDEN?
Richtig. Die für uns ideale Situation ist tatsächlich die per‑ manente Überwachung der Erde bei Umwelt, Klima und Sicherheit. Denn dann sind wir Teil der Infrastruktur, einer Art Erkenntnisinfrastruktur, die rund um die Uhr Daten zur Verfügung stellt.
SAR-Lupe läuft seit über elf Jahren sehr erfolgreich im vol‑ len operationalen Betrieb, ohne dass es in einem Jahrzehnt auch nur die geringsten Ausfälle gab. Das Nachfolgesystem SARah wird gerade umgesetzt und ist weit entwickelt. Wir haben zudem zwei wichtige Projekte für Deutschland und Luxemburg im Bereich hochauflösender elektro-optischer Aufklärung. Zudem würden wir gerne mit unserer Klein‑ satellitenserie EAGLET mit dem italienischen Staat zusam‑ menarbeiten. EAGLET-1 ist Ende 2018 erfolgreich gestartet worden, EAGLET-2 wird derzeit im Auftrag des italienischen Verteidigungsministeriums gebaut.
Rund 60. EAGLET-1 fliegt und sendet Bilder, EAGLET-2 ist beauftragt und über EAGLET-3 und -4 wird verhandelt. Wir hoffen, dass wir diese Flotte von vier Demonstrationssatel‑ liten ins All bekommen, um belegen zu können, dass das Konzept funktioniert.
Bei den Wettersatelliten schauen wir im Rahmen des MTG-Projekts auf die Imager- und die Sounder-Satelliten. Unser dritter Beitrag im Bereich Wetter ist der MicroWave--Imager (MWI), der als weitere Nutzlast für die zukünftigen polarfliegenden, europäischen Wettersatelliten von OHB Italia S.p.A. gefertigt wird. Bei den Umweltsatelliten schaue ich auf Sentinel-4, unsere Beiträge zur FLEX-Nutzlast, EnMAP, PRISMA sowie die neuen Copernicus-Missionen. Unser Hauptaugenmerk liegt dabei natürlich bei den kom‑ menden Copernicus-Missionen. Dort in einem vernünftigen Umfang dabei zu sein, ist für uns das Wichtigste.
Wir können da recht selbstbewusst sein. Im Bereich Aufklä‑ rung sind wir führend, bei Wettersatelliten sind wir durch das MTG-Programm bei den großen Playern dabei. Bei Copernicus sind wir der Neue. Da wollen wir wie gesagt in Zukunft ein gewichtiges Wort mitreden.
"Die Fünf-Tage-Prognose ist heute so präzise wie 1980 der W e t t e r b e r i c h t f ü r den nächsten Tag."
gibt es weltweit pro Minute."
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war die kälteste je aufgezeichnete Temperatur auf der Erde."
Eine Antwort auf diese Frage gibt etwa ein Blick aus dem Fenster, die klassische Wettervorhersage im Fernsehen – oder auch ein Klick auf das soziale Netzwerk Facebook ("Guten Morgen, es soll heute in Oberpfaffenhofen regnen. Nimm lieber einen Schirm mit!"). Im Alltag sind solche Wettervorhersagen vor allem komfortabel.
Aber es gibt Situationen, da sind präzise Wettervorhersagen sogar unverzichtbar – etwa für Wanderer. Hier wird es sehr schnell gefährlich: Durch die Beschaffenheit von Gebirgsketten können gefährliche Wetterumschwünge lokal begrenzt entstehen. Wenn ich als Wanderer weiß, dass hinter dem Gebirgskamm bereits ein Schneesturm tobt, und dann rechtzeitig ins Tal absteige oder eine Schutzhütte aufsuche, kann das mein Leben retten.
Genauso entscheidend sind präzise Wettervorhersagen für die Landwirtschaft – etwa bei der Warnung vor Frost, Hagelschlag oder Starkregen, die zum Teil als sehr lokale Phänomene auftreten. Ein weiteres Beispiel ist der Flugverkehr: Wenn der Pilot eines Verkehrsflugzeugs weiß, wo gerade ein Sturm oder Gewitter auftritt, kann er dieses Wetterphänomen umfliegen – oder zumindest seine Passagiere vorwarnen. Der Pilot kann mit diesem Wissen auch den Rückenwind besser nutzen. Das spart Treibstoff und schont die Umwelt.
MTG-S Satelliten
Common Platform 980 k g
Imaging Fourier Spectrometer 460 k g
4 x 4 Kilometer On Ground Spatial Sampling
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FOKUS WETTER
Um Europas führende Fähigkeiten im Bereich der Wetter‑ vorhersagen zu erhalten und weiter auszubauen, beauftrag‑ te die europäische Agentur EUMETSAT (European Meteoro‑ logical Satellite Organisation) derzeit eine neue, dritte Generation von Meteosat-Wettersatelliten (Meteosat Third Generation, MTG). Die Entwicklung der Systeme wird von der Europäischen Weltraumorganisation ESA geführt und die insgesamt sechs Satelliten sollen schrittweise ab 2021 in den Weltraum gestartet werden.
A Die vier MTG-I-Satelliten liefern mit dem Haupt‑ instrument "Imager" deutlich verbesserte Aufnahmen. Die beiden anderen MTG-S-Satelliten tragen ein neuartiges hochauflösendes Spektrometer ("Sounder"), mit dessen Hilfe die dreidimensionale Bewegung von Wasserdampf und anderen Gasen in der Atmosphäre verfolgt wird.
Sobald die MTG-Satelliten ihren Betrieb im geostationären Orbit aufgenommen haben, werden ihre neuen und erwei‑ terten Fähigkeiten deutlich genauere Wettervorhersagen ermöglichen. Somit können zum Beispiel Unwetter mit Starkregen früher und genauer vorhergesagt, der Luftver‑ kehr besser und ökonomischer geplant werden und die Landwirtschaft kann präzise den optimalen Zeitpunkt der Ernte bestimmen. Darüber hinaus werden die Messungen der MTG-Satelliten unser Verständnis für das Klimasystem Erde verbessern, wovon nicht nur Europa profitieren wird.
Das industrielle Konsortium zur Entwicklung des MTG-Programms wird von der französischen Firma Thales Alenia Space mit der OHB System AG als Partner geführt. Die OHB System AG ist dabei für die Entwicklung aller sechs Satellitenplattformen verantwortlich und führt außerdem auch die Entwicklung der Sounder-Satelliten.
Neben ihren Aktivitäten auf Systemebene arbeitet die OHB System AG am Raumfahrtzentrum "Optik&Wissenschaft" an den Instrumenten für MTG. So führt die OHB System AG die komplette Entwicklung des Infrared Sounder, dem höchst anspruchsvollen abbildenden Spektrometer, welches das Hauptinstrument der zwei Sounder-Satelliten ist.
OHB Italia S.p.A. ist verantwortlich für das Design und die Entwicklung des MicroWave Imager (MWI)-Instru‑ ments für die MetOp Second Generation (SG)-Wetter‑ satelliten und die abschließende In-Orbit-Verifizierung von drei Flugmodellen. Der Gesamtwert des Vertrags mit Airbus beträgt rund EUR 170 Mio. Die extrem hohe radiometrische Genauigkeit des MWI und die zu ge‑ nerierenden hochwertigen Daten werden zu einer deutlichen Verbesserung der Wettervorhersagen und einem besseren Verständnis der Klimaänderungen führen.
OHB SE GESCHÄFTSBERICHT 2018
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Der Klimawandel sorgt seit einigen Jahrzehnten für starke Veränderungen unserer Umwelt: Das Klima verändert sich, Gletscher sowie das Eis an den Polen schmelzen und Naturkatastrophen nehmen zu. Mit der neuesten Technologie satellitenbasierter Erdbeobachtung lassen sich diese Veränderungen heute präzise messen und verfolgen. Das ermöglicht es Wissenschaftlern, die Folgen besser einschätzen zu können und damit der Politik Empfehlungen zu liefern, Gegenmaßnahmen zu ergreifen.
Umweltbeobachtung dient zudem dazu, Veränderungen von Böden und Meeren zu verstehen; das nützt der Landwirtschaft, die etwa durch die Hyperspektralanalyse von Äckern Informationen über die Fruchtbarkeit ableiten kann. Das wiederum kann helfen, die Ernte zu steigern, indem der punktgenaue Einsatz von Bewässerung oder Düngemitteln möglich wird.
Die Beobachtung von Wäldern und Wiesen liefert ein umfassendes Lagebild für die Forstwirtschaft sowie der Vielfalt von Lebewesen in der Natur. Die Daten zur Windgeschwindigkeit und Sonneneinstrahlung liefert der Energiebranche zudem wichtige Informationen für die Stromgewinnung mittels erneuerbarer Energien. Bodenanalysen mittels Hyperspektraltechnologie liefern Erkenntnisse darüber, wo sich neue Rohstoff‑ quellen befinden.
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unterschiedliche Tierarten gibt es ca. auf der Erde – aber bis zu 200 davon sterben täglich aus!"
"Die EU gibt etwa
i h r e s H a u s h a l t s f ü r A g r a r s u b v e n t i o n e n a u s , u n d o b d i e L a n d w i r t e a l l e s richtig deklarieren, kann durch Satelli tendaten überprüft werden."
OHB SE GESCHÄFTSBERICHT 2018
p PRISMA ist eine von der italienischen Welt‑ raumbehörde finanzierte Satellitenmission. Das Ziel lautete, einen Satelliten zu entwickeln, der mit einem hyperspektralen optischen Sensor ausgestattet ist. PRISMA startet im März 2019 vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou, Französisch-Guayana. Im Rah‑ men dieser Mission ist OHB Italia S.p.A. für die gesamte Programmverwaltung, Planung, Systemtechnik, Entwicklung und Integration der Plattform sowie alle Validierungsaktivitäten verantwortlich.
ist, das einen hyperspektralen Sensor mit einer mittelauf‑ lösenden panchromatischen Kamera kombiniert. Diese Art von kombiniertem Gerät bietet die Vorteile der konven‑ tionellen Beobachtung, basierend auf der Erkennung der geometrischen Eigenschaften einer Region, verbunden mit der Fähigkeit, die chemischen und physikalischen Eigen‑ schaften der in dem Abschnitt vorhandenen Objekte mit Hilfe der hyperspektralen Sensoren zu bestimmen.
Die wissenschaftliche Gemeinschaft und andere Nutzer werden in der Lage sein, diese Fähigkeiten für eine Reihe von Anwendungen zu nutzen, einschließlich Umweltüber‑ wachung, Ressourcenmanagement, Identifizierung und Klassifizierung von Pflanzen, Schutz vor Umweltverschmut‑ zung etc. Auch andere Anwendungen sind möglich, darunter der Heimatschutz. Der von OHB Italia S.p.A. gebaute Sa‑ tellit PRISMA wird in einer sonnensynchronen Umlaufbahn in einer Höhe von 615 Kilometern platziert. Er wird beim Start etwa 900 Kilogramm wiegen.
Globale Abdeckung mit konstanter 70°S – 70°N AOI-Leistung
Maximaler Querschienenwinkel zur Beobachtung der Bodenspur: 21 °
Wiederholungszyklus der Umlaufbahn: 29 Tage maximale "Revisit Time" eines bestimmten Punktes am Boden kZiel: 6 Tage
Erfassungslatenzzeit, bestimmt als die maximale Zeit ab einer bestimmten Erfassungsanforderung und deren Verfügbarkeit an Bord: ca. 9 Tage.
Verarbeitungslatenzzeit, bestimmt als die maximale Zeit ab der Verfügbarkeit von On-Board-Daten einer einzelnen Erfassung und derjenigen für verwandte zugehörige Produkte, die vom Benutzer angefordert wurden: ca. 2 Tage.
Erdoberfläche, die an einem Tag erfasst werden kann: 200.000 km2, was etwa 223 30 x 30 km Spotbilder entspricht.
Das System kann entweder im Spot-Modus (30 km x 30 km) oder im Strip-Modus bis zu einer maximalen Länge von 1.800 km betrieben werden.
Systempunktgenauigkeit weniger als 1 km Geolokalisierung ohne GCP-Nutzung <200 m; mit GCP <15 m
FOKUS UMWELT
Das Environmental Mapping and Analysis Program (EnMAP) charakte‑ risiert die Umwelt der Erde auf globaler Ebene. Der Hyperspectral Imager (HSI) misst die von der Erdoberfläche reflektierte Sonnenstrah‑ lung als hochaufgelöstes kontinuierliches Spektrum vom sichtbaren Licht bis hin zum kurzwelligen Infrarot.
Daraus lassen sich präzise Aussagen über Zustand und Veränderungen der Erdoberfläche ableiten. Die Mission soll im Jahr 2020 starten und ist auf fünf Jahre ausgelegt. Das DLR-Raumfahrtmanagement hat die Gesamtprojektleitung für die EnMAP-Mission.
BEREICHE: Umwelt, Landwirtschaft, Landnutzung, Wasserwirtschaft und Geologie in einem globalen Maßstab
Die von EnMAP behandelten wissenschaftlichen Themen decken ein breites Anwendungsspektrum ab: von den Auswirkungen des Klima‑ wandels über Änderungen der Landnutzung, Materialbestimmung, Vegetations-Diagnostik bis hin zu Geo-Risikobewertungen.
Damit kann Auskunft z.B. über die mineralogische Zusammensetzung der Gesteine, die Schädigung von Pflanzen durch Luftschadstoffe oder den Grad der Bodenverschmutzung gegeben werden.
EnMAP wird die weltraumgestützte hyperspektrale Erdbeobachtung vorantreiben und einzigartige Messungen zur Quantifizierung der wich‑ tigsten wissenschaftlichen Parameter der Erde ermöglichen, mit einem überragenden Potenzial für vielfältige zukünftige kommerzielle Anwendungen.
FOKUS ERDE
SECHS WÄCHTER BEOBACHTEN DIE ERDE
Es besteht aus sechs Satellitenfamilien, den sogenannten Sentinels ("Wächter"). Sie messen den Zustand unseres Planeten sowohl an der Erdoberfläche als auch in Gewässern und in der Luft. Dazu sammeln sie Daten, mit denen Entwicklung bzw. Zustand des Klimas, der Vegetation, der Böden und der Meere ver‑ folgt werden kann.
Mit dem Start von Sentinel-1A im Jahr 2014 be‑ gann die Copernicus-Mission; bis 2030 sollen rund 20 Satelliten als Wächter den Zustand der Erde vom All aus beobachten. Die EU bereitet derzeit schon die nächste Generation der Sentinel-Familie vor:
"SENTINEL EXPANSION" . Das große Potenzial ergibt sich vor allem, weil Copernicus die satellitengestützten Erdbeobachtungs‑ instrumente mit Datenquellen am Boden, zu Wasser und in der Luft (etwa in Flugzeugen) verknüpft. So ergeben sich sechs verschiedene sogenannte Copernicus-Dienste, die bei der Analyse des Zustands der Erde helfen:
Das Sentinel-4 /UVN-Instrument (S4) ist Teil des Copernicus-Programms der ESA. Es wird als zusätzliche Nutzlast auf dem MTG-S-Satelliten angebracht. OHB ist bei Sentinel-4 verantwortlich für die Beschaffung der TSTA-Mechanismen (Scanner, Aperture Cover und Calibration Assembly), der thermalen Hardware (z.B. MLI, Radiatoren, Heat Pipes), des Instrument-Checkout-System und des mechanischen Ground-Support-Equipments. Zusätzlich verantwortet OHB das Design, die Fertigung und die Qualifikation der Sentinel-4-Instrumentenstruktur. Der Gesamtvertrag für OHB hat einen Wert von
EUR 51 Mio. und wird Mitte 2019 beendet sein.
p Die Misson soll es ermöglichen, Regionen mit starker CO2-Emission zu entdecken sowie allgemein die Vereinbarungen des Klimaabkommens von Paris zu überwachen.
FOKUS ERDE
p Die Mission " L A N D S U R F A C E T E M P E R A T U R E MONITORING" dient dazu, die Veränderung der Oberflächentemperatur der Erde zu messen, vor allem Küstenregionen sollen dabei genauer erfasst werden können. Durch verbesserte Beobachtung von Veränderungen des Erdbodens und der Temperatur wird es möglich sein, der Landwirtschaft genauere Daten für den Anbau, die Bewässerung und die Ernte zu liefern.
p Das Ziel der Mission "POLAR ICE & SNOW TOPOGRAPHY" ist es, durch Höhenmessungen des Meeresspiegels mittels Messungen der polaren Eiskappen, der Meereseisvariation und der Schnee‑ höhen die Folgen des Klimawandels berechnen zu können.
HAUPTAUFTRAGNEHMER OHB SYSTEM AG
p Die Mission "COPERNICUS HYPER‑ S P E C T R A L I M A G I N G M I S S I O N F O R THE ENVIRONMENT" wird durch Hyperspektralanalysen völlig neue Erkenntnisse im Bereich der Bodeneigen‑ schaften und der chemischen Zusammen‑ setzung von Mineralien, Felsen und Böden liefern. Daraus lassen sich wertvolle Hinweise für nachhaltige Landwirtschaft, Bergbauaktivitäten, Nahrungsmittelsicher‑ heit und Erhalt der Artenvielfalt ableiten.
p Die Mission " C O P E R N I C U S I M A G I N G MICROWAVE RADIOMETER" soll unter anderem die Konzentration des Eises auf dem Meer beobachten. Sie soll die Kontinuität der Meereseis-Konzentrations‑ überwachung verbessern und eventuell durch zusätzliche Messungen der Meeres‑ oberflächentemperatur in den Polar‑ regionen weitere Erkenntnisse bringen.
OHB entwickelt und realisiert wichtige Bestandteile für den Satelliten FLEX (FLuorescence EXplorer), den 8. Erdbeobachtungssatelliten der ESA. OHB lie‑ fert eines der beiden Spektrometer, beide Kamerasysteme sowie die optische Spaltbaugruppe. Mit dem FLEX-Spektrometer wird es zum ersten Mal möglich sein, die Photo‑ synthese-Aktivität der Pflanzen direkt aus dem Weltraum zu beob‑ achten. Der bei der Photosynthese auftretende Fluoreszenzeffekt wird genutzt, um den Gesundheitszu‑ stand der Vegetation zu unter‑ suchen.
Am 4. Dezember 2018 wurde der Satellit EAGLET-1, der erste Nanosat--Prototyp für Erdbeobachtung und Meeresüberwachung von OHB Italia, erfolgreich von der kalifornischen Luftwaffenbasis Vandenberg an Bord einer Falcon 9-Trägerrakete in der SSO-A-Mission von SpaceX gestar‑ tet. EAGLET-1 ist ein Nanosatellit, der in einer sonnensynchronen Um‑ laufbahn in 575 Kilometer Höhe platziert wurde und zwei Nutzlasten aufnehmen kann:
A eine hochauflösende optische Nutzlast, die panchromatische Bilder erfasst
FOKUS UMWELT
A eine Nutzlast, die in der Lage ist, AIS-Signale (Automatic Information System) zu empfangen und auf die Erde weiterzuschicken, die von Schiffen in dem vom Satelliten abgedeckten Gebiet übertragen werden.
Dieser Launch war ein wichtiger Meilenstein für den Einsatz der EAGLET-Konstellation. EAGLET-1 ist die In-Orbit-Validierung eines Nanosats, der nach dem industriellen Ansatz für Zuverlässigkeit und Leistung entwickelt wurde. Er ist der Vorläufer einer Konstellation von hochinnovativen, schnell einsetzbaren und kostengünstigen Satelliten, die optische und AIS-Daten liefern. Ziel ist es, eine breite Palette von Überwachungs- und Sicherheitsanwendungen zu ermöglichen. EAG-LET-1 ist ein 3U+ Satellit mit 5 m panchromatischer Auflösung, der ein 300 mm Brennweitenteleskop mit einer Öffnung von 85 mm verwendet. Die Gesamtmasse beträgt weniger als 5Kilogram. Der Satellit verfügt über ein präzises Lageregelungssystem, das auf Erde, Sonne, Sternen‑ verfolgung und GPS-Sensoren basiert. Das Lageregelungssystem greift dabei auf Reaktionsräder zurück, die Magnettorquer zur Entdrallung nutzen.
300 mm Brennweitenteleskop
EAGLET-2 wird derzeit im Auftrag des italienischen Verteidigungsministeriums gebaut.
weniger als 5 k g Gesamtmasse OHB SE GESCHÄFTSBERICHT 2018
A Aus der Raumfahrtstrategie der Bundesregierung
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Zwei der SARah-Satelliten beruhen technisch auf einer Weiterentwicklung der Reflektortechnologie des Systems SAR-Lupe der Bundeswehr, mit dem diese schon seit 2007 Radaraufklärung betreibt. Der dritte SARah-Satellit beruht auf einer Weiterentwicklung der bereits im All bewährten Phased-Array-Radar-Technologie von Airbus Defence and Space. Insgesamt sollen so wesentliche Leistungsverbes‑ serungen des Gesamtsystems der Radaraufklärung erreicht werden.
p Die von Radarsatelliten erzeugten Aufnahmen sind unabhängig von Bewölkung und Tageszeit. So werden die Reflektor-Satellliten gestochen scharfe Aufnahmen in bisher unerreichter Qualität generieren.
OHB ist der führende Technologiepartner der Bundesrepu‑ blik Deutschland im Bereich satellitengestützter Aufklärung. Diese Stellung unterstreicht das Unternehmen durch den Ende 2017 erteilten Auftrag für ein Satellitensystem zur weltweiten elektro-optischen Aufklärung (OptSat). Darüber hinaus erhielt das OHB-Tochterunternehmen OHB Italia S.p.A. von der luxemburgischen Regierung den Auftrag, ei‑ nen hochauflösenden optischen Satelliten zu realisieren. Das Volumen dieses "National Advanced Optical System" (NAOS) beträgt EUR 168,2 Mio. NAOS wird beim geplanten Start im Jahr 2022 ca. 600kg wiegen und ist auf eine nomi‑ nelle Lebensdauer von mindestens sieben Jahren ausgelegt, wenn es einmal in einer sonnensynchronen Umlaufbahn auf ca. 500 Kilometer positioniert ist. Der hochauflösende Aufklärungssatellit wurde für staatliche und militärische Zwecke entwickelt und kann mehr als hundert Bilder pro Tag aufnehmen. Durch die Erhebung der Satellitendaten will sich Luxemburg aktiver an den Verteidigungsbemühungen der NATO (Europe and North Atlantic Treaty Organization) beteiligen.
OHB SE GESCHÄFTSBERICHT 2018
JAHRESRÜCKBLICK
p 2. Februar 2018,Bremen
p 13. Februar 2018, Augsburg
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p 8. März 2018, Bremen
FOKUS ERDE
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JAHRESRÜCKBLICK
JAHRESRÜCKBLICK
FOKUS ERDE
p 25. Juli 2018, Kourou /Bremen
p OHB-Satelliten für Galileo erfolgreich gestartet
p 10. Oktober 2018, Mailand
JAHRESRÜCKBLICK
p Auftragsvolumen EUR 168,2 Mio.
Im Juni 2002 hat eine von der Bundesregierung eingesetzte Kommission Empfehlungen für Verfahrens- und Verhaltens‑ weisen verabschiedet, die zusammengefasst als "Deutscher Corporate Governance Kodex" bezeichnet werden. Corporate Governance umfasst das gesamte Unternehmensleitungsund -überwachungssystem und soll die in Deutschland geltenden Regeln für nationale wie internationale Investoren transparent machen, um so das Vertrauen in die Unterneh‑ mensführung deutscher Gesellschaften zu stärken. Auf‑ sichtsrat und Vorstand der OHB SE fühlen sich den im Kodex aufgestellten Prinzipien einer guten, auf Wertschöpfung ausgerichteten Unternehmensführung und -kontrolle verpflichtet und begrüßen die Entwicklung zur Corporate Governance in Deutschland.
Zum Bilanzstichtag hielten Christa Fuchs, Vorsitzende des Aufsichtsrats, 1.401.940 Aktien und Prof. Heinz Stoewer, Mitglied des Aufsichtsrats, 1.000 Aktien. Marco R. Fuchs, Vorsitzender des Vorstands, hielt 6.046.610 Aktien. Dr. Lutz Bertling, Mitglied des Vorstands, hielt zum Bilanzstichtag 14.500 Aktien. Die VOLPAIA Beteiligungs-GmbH hielt am 31. Dezember 2018 3.730.170 Aktien. An dieser waren Christa Fuchs zu 20% und Marco R. Fuchs zu 60% am Stich‑ tag beteiligt.
Im Berichtsjahr erhielt Dr. Lutz Bertling eine Zuteilung von 12.500 Aktien als Vergütungsbestandteil im Rahmen der Vorstandsvergütung. Von den übrigen Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie nahestehenden juristischen Personen sind keine Wertpapiergeschäfte vor‑ genommen worden.
Die OHB SE strebt an, die Besetzung des Aufsichtsrats un‑ ter Diversity-Gesichtspunkten durchzuführen, und hat hin‑ sichtlich der Besetzung des Gremiums die nachstehenden Zielvorgaben formuliert; die Mitglieder des Aufsichtsrats sollen insgesamt und nicht jedes Mitglied für sich über die folgenden Kompetenzen verfügen:
Außerdem soll dem Diversity-Gedanken insbesondere mit dem Ziel der Vermeidung einer ausschließlich gleich‑ geschlechtlichen Besetzung des Aufsichtsrats Rechnung getragen werden. Darüber hinaus wird eine Kombination von Mitgliedern aus dem technischen und kaufmännischen Bereich angestrebt. Die Zahl der unabhängigen Mitglieder des Aufsichtsrats im Sinne von Nummer 5.4.2 des Corporate Governance Kodex soll mindestens eins betragen.
Mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Robert Wethmar, Partner in einer international tätigen Anwaltskanzlei, Christa Fuchs, der Gründerin der OHB System AG und lang‑ jährigen kaufmännischen Geschäftsführerin, und Prof. Heinz Stoewer als international erfahrenen Raumfahrt‑ experten und ehemals führenden Manager bei der ESA und Geschäftsführer der Deutschen Raumfahrtagentur konnte die gewünschte Vielfalt in Hinblick auf Geschlecht, Fach‑ wissen und internationale Erfahrung in hohem Maße erreicht werden. Resultierend aus dem Wachstum der Gesellschaft in den vergangenen Jahren wurde das Gre‑ mium im Berichtsjahr durch ein weiteres Mitglied ergänzt: Ingo Kramer, Präsident der Bundesvereinigung der Deut‑ schen Arbeitgeberverbände und langjähriger Geschäfts‑ führer des Familienunternehmens Kramer GmbH&Co. KG, gehört dem Aufsichtsrat seit dem 19. Juni 2018 an.
Die Prinzipien verantwortungsbewusster und guter Unter‑ nehmensführung bestimmen das Handeln der Leitungs-und Kontrollgremien der OHB SE. Das Handeln der Gremien der OHB SE ist auf nachhaltigen Erfolg ausgerichtet. Die OHB SE begrüßt daher den Deutschen Corporate Governance Kodex sowie dessen gesetzliche Verankerung. Vorstand und Aufsichtsrat der OHB SE erklären, dass den Verhaltensemp‑ fehlungen der von der deutschen Bundesregierung einge‑ setzten Kodex-Kommission zur Unternehmensleitung und -überwachung entsprochen wurde und auch in Zukunft ent‑ sprochen werden soll. Diese Entsprechenserklärung bezieht sich im Folgenden auf die Fassung des Corporate Gover‑ nance Kodex vom 7. Februar 2017. Das Verhalten der OHB SE weicht in folgenden Punkten von den Grundsätzen des Corporate Governance Kodex ab:
In der D&O-Versicherung der OHB SE ist für Aufsichtsrats‑ mitglieder kein Selbstbehalt vorgesehen.
Die D&O-Versicherungspolice ist eine Gruppenversicherung für die Organmitglieder des Unternehmens (Vorstand und Aufsichtsrat) sowie eine Vielzahl von Mitarbeitern des Kon‑ zerns im In- und Ausland. Eine grundsätzliche Differenzie‑ rung zwischen Mitarbeitern und Organmitgliedern wurde in der Vergangenheit für nicht sachgerecht erachtet. Aufgrund des Gesetzes zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung wurde jedoch die Versicherungspolice der Gesellschaft um einen Selbstbehalt für die Mitglieder des Vorstands in der vom Gesetz und Kodex vorgesehenen Höhe ergänzt. Der Gesetzgeber hat jedoch die Einführung eines entsprechen‑ den Selbstbehalts für die Mitglieder des Aufsichtsrats aus‑ drücklich nicht vorgesehen, lediglich der Kodex enthält eine entsprechende Empfehlung. Vorstand und Aufsichtsrat sehen deswegen auch weiterhin keine Veranlassung, von der bisherigen Handhabung abzuweichen. Die Erwägungen von Vorstand und Aufsichtsrat hierfür beruhen auf der Ein‑ schätzung, dass es in erster Linie darum geht, geeignete Persönlichkeiten für das Amt des Aufsichtsrats gewinnen zu können, die mit ihrer Erfahrung im Interesse des Unter‑ nehmens eine Bereicherung der Tätigkeit im Aufsichtsrat darstellen. Diesen Bestrebungen liefe es zuwider, wenn die so gewonnenen Aufsichtsratsmitglieder für ihre Tätigkeit nur eingeschränkten Versicherungsschutz genössen.
Vor diesem Hintergrund ist die OHB SE der Ansicht, dass sowohl die Motivation als auch das Verantwortungsbewusst‑ sein der Aufsichtsratsmitglieder nicht durch einen Selbst‑ behalt verbessert würden, zumal etwaige Selbstbehalte durch die Aufsichtsratsmitglieder selbst versichert werden könnten.
Die Empfehlung des Deutschen Corporate Governance Ko‑ dex sieht für die variable Vergütung des Vorstands eine mehrjährige Bemessungsgrundlage vor, die im Wesent‑ lichen zukunftsbezogen sein soll. Vor dem Hintergrund der Entstehungsgeschichte des Unternehmens wird die variable Vergütung der Mitglieder des Vorstands auf der Grundlage des wirtschaftlichen Ergebnisses des vorangegangenen Geschäftsjahres bemessen. Eine mehrjährige Bemes‑ sungsgrundlage ist in den derzeitigen Vorstandsverträgen nicht vorgesehen.
Die OHB SE berichtet bereits jährlich im Vergütungsbericht, der Teil des Lageberichts ist, detailliert über die gezahlte Vorstandsvergütung. Darüber hinausgehende Angaben, wie die unter Punkt 4.2.5 empfohlenen Informationen, halten wir im Sinne einer an Relevanz orientierten Berichtspolitik für nicht dienlich. Insbesondere passen die zur Informations‑ aufbereitung empfohlenen Tabellen nicht zu der tatsäch‑ lichen Ausgestaltung der Vergütungsbestandteile des Vorstands, sodass auf eine Darstellung in dieser Form verzichtet wird.
Aus Sicht der OHB SE soll keine Festlegung der Altersgrenze für Vorstandsmitglieder erfolgen, da dies für den Aufsichts‑ rat eine Einschränkung bei der Auswahl der Vorstandsmit‑ glieder bedeuten würde.
Aufgrund der geringen Anzahl der Aufsichtsratsmitglieder (vier) wird von der Bildung von Ausschüssen abgesehen.
Der Corporate Governance Kodex empfiehlt die Festlegung von Altersgrenzen für Aufsichtsratsmitglieder sowie eine festzulegende Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zu diesem Gremium. Der Aufsichtsrat wird von den Aktionären der OHB SE gewählt. Eine Altersgrenze kann zu starren Regelungen führen und ein nicht gewolltes Ausschluss‑ kriterium begründen, das dem Ziel der Gesellschaft, für die Tätigkeit im Aufsichtsrat Persönlichkeiten mit großer Erfah‑ rung zu gewinnen, zuwiderlaufen könnte. Deswegen wurde einer flexibleren Handhabung mittels einer Entscheidung im Einzelfall der Vorzug gegenüber einer starren Grenze gegeben. Die Einführung einer Begrenzung der Zugehörig‑ keitsdauer zum Aufsichtsrat halten Vorstand und Aufsichts‑ rat für nicht angemessen.
Kandidatenvorschläge für den Aufsichtsratsvorsitz werden den Aktionären nicht bekannt gegeben, da nach den gesetz‑ lichen Vorgaben die Wahl des Aufsichtsratsvorsitzenden allein dem Aufsichtsrat obliegt.
p Vorstand und Aufsichtsrat der OHB SE Bremen, 12. Dezember 2018
Erstmalig seit dem Jahr 2012 verzeichnet der deutsche Aktienindex (DAX) im zurückliegenden Börsenjahr einen Kursverlust. Der Index stieg zu Jahresbeginn an und mar‑ kierte dann bereits am 23. Januar sein Jahreshoch von 13.559 Punkten. Im Februar kam es zu einem bis Ende März anhaltenden Kursrückgang von über 1.600 Punkten. Einer Erholung bis Mitte Mai auf 13.169 Punkte folgte dann ein bis zum Jahresende anhaltender Abwärtstrend. Am 27. De‑ zember markierte der Index dann sein Jahrestief von 10.381 Punkten. Mit seinem Schlusskurs von 10.558 Punkten am 28. Dezember hat der DAX seinen Jahresverlust von 18% fixiert und hatte unter den bedeutenden internationalen In‑ dizes die größten Verluste zu verzeichnen (der Dow Jones beendete das Börsenjahr mit einem Kursrückgang von 6%, der Nikkei-Index mit 12%). Die beherrschenden Themen an den Börsen waren der Handelskonflikt zwischen China und den USA, die Brexit-Verhandlungen, Konjunktursorgen und die Angst vor steigenden Zinsen.
Der Index TecDAX, der die wichtigsten deutschen Technolo‑ giewerte unterhalb des DAX abbildet, beendete den Handel im zurückliegenden Geschäftsjahr mit einem Wert von 2.450 Punkten und verbuchte damit eine Kursentwicklung von −3%.
Die negative Entwicklung der Referenzindizes (DAX und TecDAX) wurde von der OHB-Aktie in überproportionalem Maße nachvollzogen. Die Aktie konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht an die sehr positive Entwicklung des Vorjahres anknüpfen und beendete das Börsenjahr mit ei‑ nem Kurverlust von 31%. Der Kurs schwankte dabei in einer Bandbreite von EUR 22,20 zwischen dem Jahreshoch von EUR 49,75 (gleichzeitig Allzeithoch) am 15. Januar und dem Jahrestief von EUR 27,55 am 28. Juni 2018. Das börsentäg‑ liche durchschnittliche Handelsvolumen der OHB-Aktie (Xetra und Frankfurt Parkett) reduzierte sich von 19.295 Ak‑ tien im Vorjahr auf 15.659 Aktien im Berichtsjahr.
| ——— OHB | ——— DAX ——— TecDAX |
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|---|---|---|---|---|---|---|---|
| [ Jan. 18 ] | [ März ] | [ Mai ] | [ Juli ] | [ Sept. ] | [ Nov. ] | [ Jan. 19 ] | [ März ] |
| in EUR | 2018 | 2017 | 2016 | 2015 |
|---|---|---|---|---|
| Jahresschlusskurs | 30,90 | 44,61 | 18,54 | 20,97 |
| Jahreshöchstkurs | 49,75 | 47,47 | 20,78 | 23,60 |
| Jahrestiefstkurs | 27,55 | 18,26 | 17,02 | 16,59 |
| Marktkapitalisierung (Ultimo) in Mio. | 540 | 779 | 324 | 366 |
| Durchschnittlicher Tagesumsatz (Xetra + Parkett) in Stück |
15.659 | 19.295 | 4.752 | 9.600 |
| Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) (Ultimo) | 21,46 | 33,29 | 14,59 | 17,33 |
| Ergebnis pro Aktie (EPS) | 1,44 | 1,34 | 1,28 | 1,21 |
| Dividende pro Aktie | 0,43 * |
0,40 | 0,40 | 0,40 |
| Dividendenrendite (Ultimo) | 1,39% | 0,90% | 2,16% | 1,91% |
* Vorschlag an die Hauptversammlung
| Datum | Institut | Kursziel in EUR | Empfehlung |
|---|---|---|---|
| März 2019 | DZ Bank AG | 42,00 | kaufen |
| Februar 2019 | Pareto Securities | 42,00 | kaufen |
| Januar 2019 | Bankhaus Lampe | 43,00 | kaufen |
| November 2018 | HSBC Trinkaus&Burkhardt | 33,00 | halten |
| November 2018 | Commerzbank AG | 31,50 | halten |
Zum Stichtag 31. Dezember 2018 hielt die OHB SE 67.996 eigene Aktien; dies entspricht einem Anteil am Grund‑ kapital von 0,39% k SIEHE GRAFIK [ 02 ]. Die Anzahl eige‑ ner Aktien hat sich damit gegenüber dem Bilanzstichtag 31. Dezember 2017 um 12.500 reduziert aufgrund einer Aktienzuteilung an ein Vorstandsmitglied als Vergütungs‑ bestandteil.
| ISIN | DE0005936124 |
|---|---|
| Börsenkürzel | OHB |
| Handelssegment | Prime Standard |
| Branche | Luft- und Raumfahrt, Telekommuni kation, Informationstechnologie |
| Indizes | Prime All Share, Tec All Share, CDAX |
| Designated Sponsor | DZ Bank AG, HSBC Trinkaus&Burkhardt KGaA |
| Grundkapital | EUR 17.468.096 |
| Gattung | Nennwertlose Inhaber-Stammaktien |
Der jährliche Capital Market Day der OHB SE fand im Feb‑ ruar des zurückliegenden Geschäftsjahres am Bremer Standort der Tochtergesellschaft MT Aerospace statt. Vorstandsmitglieder und Direktoren gaben sowohl einen Überblick über aktuelle Projekte der Tochtergesellschaften der OHB SE als auch einen Ausblick auf die wichtigsten Finanzkennziffern des Konzerns für das Geschäftsjahr 2018. Das endgültige Ergebnis des Vorjahres wurde am Morgen des 21. März während einer Bilanzpressekonferenz in Bremen den anwesenden Pressevertretern und während einer Konferenz am Nachmittag in Frankfurt am Main den Analysten vorgestellt. Die jeweiligen Quartalsergebnisse des zurückliegenden Geschäftsjahres wurden nach deren Veröffentlichungen in telefonischen Analystenkonferenzen jeweils am selben Tag vorgestellt und diskutiert. Im Jahres‑ verlauf nahm die OHB SE an Kapitalmarktkonferenzen in Paris, Düsseldorf, Baden-Baden, Frankfurt am Main und München aktiv teil. Darüber hinaus erhielten weitere Inves‑ toren im Rahmen von Reverse Roadshows in Bremen und Oberpfaffenhofen Einblick in die laufenden Projekte und Entwicklungen der Gesellschaft.
FOKUS ERDE
p Martina Lilienthal Investor Relations
| Tel.: | +49 (0)421 2020-720 | |
|---|---|---|
| Fax: | +49 (0)421 2020-613 | |
| E-Mail: | [email protected] |
Die am 24. Mai 2018 durchgeführte ordentliche Haupt‑ versammlung wählte Ingo Kramer mit großer Mehrheit als zusätzliches viertes Aufsichtsratsmitglied in das bisher mit drei Personen besetzte Gremium. Die Aktionäre beschlos‑ sen an diesem Tag außerdem die Auszahlung einer Divi‑ dende für das Geschäftsjahr 2017 in Höhe von EUR 0,40 k SIEHE GRAFIK [ 03 ] je dividendenberechtigter Stückaktie (im Vorjahr betrug die Dividende ebenfalls EUR 0,40). Die Ausschüttungssumme auf die 17.387.600 dividendenberech‑ tigten Aktien betrug damit EUR 6,96 Mio. Der verbleibende Betrag des HGB-Bilanzgewinns in Höhe von EUR 5,93 Mio. wurde auf neue Rechnung vorgetragen. Die weiteren Tages‑ ordnungspunkte wurden ebenfalls mit großen Mehrheiten angenommen, dies waren im Einzelnen die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat sowie die Bestellung des Ab‑ schluss- und Konzernabschlussprüfers, hier wurde die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers GmbH, Bremen, zum Abschlussprüfer und Konzernab‑ schlussprüfer für das Geschäftsjahr 2018 gewählt.
Blick ins Auditorium
DIE OHB-AKTIE
p 12. Februar 2019 C A P I TA L M A R K E T DAY
Networking im Foyer des Hauptgebäudes am Veranstaltungsort in Oberpfaffenhofen
4 9
OHB SE GESCHÄFTSBERICHT 2018
für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2018 bis zum 31. Dezember 2018
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| GRUNDLAGEN DES KONZERNS |
|---|
| p Seite 51 |
| WIRTSCHAFTSBERICHT |
| p Seite 53 |
| PROGNOSE-, RISIKO |
| UND CHANCENBERICHT |
| p Seite 65 |
| I N T E R N E S K O N T R O L L - U N D |
| RISIKOMANAGEMENTSYSTEM |
| p Seite 69 |
| VERGÜTUNGSBERICHT p Seite 70 |
| ANGABEN NACH § 315A ABS. 1 HGB p Seite 71 ERKLÄRUNG ZUR |
p Seite 72
Der Raumfahrtkonzern OHB SE vereint Aktivitäten aus ver‑ schiedenen Hochtechnologiebereichen. Die einzelnen Toch‑ tergesellschaften sind geografisch innerhalb Europas di‑ versifiziert, sodass die Gesellschaft über Standorte in vielen wichtigen Mitgliedsländern der Europäischen Weltraumor‑ ganisation ESA verfügt. Dies ist eine wichtige Voraussetzung für die erfolgreiche Umsetzung von bestimmten Raumfahrt‑ projekten. Die einzelnen Tochtergesellschaften bewahren trotz der notwendigen Vorgaben der Konzernholding ihre Individualität und Unternehmenskultur auch im Konzern‑ verbund. Die OHB SE besitzt selbst kein operatives Geschäft, unterstützt die Tochtergesellschaften aber bei Vertriebs‑ aktivitäten und nimmt somit die Funktion einer aktiven Holdinggesellschaft wahr.
Unter dem Dach der OHB SE bestehen die beiden Unterneh‑ mensbereiche:
Der Fokus dieses Unternehmensbereichs liegt auf der Ent‑ wicklung und Umsetzung von Raumfahrtprojekten. Das be‑ deutet insbesondere die Entwicklung und die Fertigung von erdnahen und geostationären Satelliten für Navigation, Wis‑ senschaft, Kommunikation, Erd- und Wetterbeobachtung und Aufklärung inklusive der wissenschaftlichen Nutzlasten. Aufklärungssatelliten und breitbandige Funkübertragung von Bildaufklärungsdaten sind Kerntechnologien für die Anwendungsbereiche Sicherheit und Aufklärung. Im Bereich Exploration werden Studien und Konzepte für die Erfor‑ schung unseres Sonnensystems mit den Schwerpunkten Mars, Mond und Asteroiden erarbeitet. In der astronauti‑ schen Raumfahrt liegen die Schwerpunkte bei Projekten für die Ausstattung und den Betrieb der Internationalen Raum‑ station ISS.
Der Schwerpunkt dieses Unternehmensbereichs liegt in der Fertigung und Entwicklung von Produkten für die Luft- und Raumfahrt sowie für andere Industriebereiche. Hier hat sich OHB als bedeutender Ausrüster für Aerospace-Strukturen positioniert und ist u.a. größter deutscher Zulieferer für das Ariane-Programm sowie etablierter Hersteller von Bautei‑ len für Satelliten und Luftfahrzeuge. Darüber hinaus ist OHB als erfahrener Anbieter von mechatronischen Systemen für Antennen und für Teleskope an Großprojekten für Radiotele‑ skope beteiligt. Telematiksysteme von OHB unterstützen weltweit die Logistik durch effiziente Transportsteuerung und Sendungsverfolgung.
Der Konzern verfolgt weiter das Ziel eines kontinuierlichen Wachstums und einer Steigerung der Gesamtleistung. Da‑ mit verbunden werden eine Bewahrung und Erweiterung des Know-hows der Mitarbeiter und eine Sicherung der Arbeitsplätze angestrebt. Die Profitabilitätsmarge (EBIT--Marge bzw. EBITDA-Marge auf die Gesamtleistung) wird gezielt in einigen Teilbereichen weiter erhöht. Die Errei‑ chung dieser Ziele wird durch verstärkte Business Development-Aktivitäten sowie durch weitere Technologie‑ entwicklungen gestützt. Generell wird ein positiver opera‑ tiver Cashflow angestrebt. Dabei wird für die Umsetzung der Ziele für den mittelfristigen Zeitraum kein außerge‑ wöhnlicher Anstieg des Kapitalbedarfs erwartet. Die Aus‑ richtung des Konzerns wird weiter auf die Raumfahrtbran‑ che fokussiert sein, das oben beschriebene Wachstum soll in diesem Sektor bevorzugt organisch realisiert werden. Nach wie vor stellt das Geschäft mit institutionellen Auf‑ traggebern die Basis der Aktivitäten der OHB SE dar, der Konzern ist hierbei klar auf den europäischen Markt kon‑ zentriert. Darüber hinaus ist die Gesellschaft mithilfe der im Bereich Space Systems entwickelten Produktlinie SmallGEO in der Lage, Satellitenprodukte auch kommer‑ ziellen Kunden anzubieten. Dies ist nicht auf den europäi‑ schen Markt beschränkt.
Das übergeordnete Ziel der OHB SE ist die kontinuierliche Steigerung des Unternehmenswerts über eine nachhaltige Verbesserung der Ertragskraft. Die finanzwirtschaftliche Steuerung im Konzern erfolgt über die Kennzahlen Gesamt‑ leistung, EBIT (Earnings Before Interest and Taxes, d.h. Ge‑ winn vor Zinsen und Steuern) und EBITDA (Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortisation, d.h. das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen). Diese werden durch ein jährliches Budget festgelegt und unter‑ jährig über Vorschaurechnungen und Ist-Zahlen berichtet sowie durch Abweichungsanalysen auf Projektebene ver‑ folgt. Zur Optimierung der Liquidität werden auf Projekt‑ ebene die Zahlungsströme durch einzelfallbezogene Maß‑ nahmen mit Kunden und Lieferanten gesteuert. Daneben stellen Produktivitätskennzahlen, insbesondere zur Arbeits‑ produktivität, relevante unternehmensspezifische Faktoren dar. Weitere wichtige nicht finanzielle Kennzahlen sind die Mitarbeiterzahlen der einzelnen Gesellschaften sowie die Fluktuationsrate, hier wird eine Zielgröße von unter 5% an‑ gestrebt. Im Zuge des dynamischen Ausbauprozesses der Personalkapazität im Konzern kommt der Steuerung und Überwachung der Fluktuation eine zentrale Bedeutung zu. Sie konnte nach in den Vorjahren marktbedingten Ausschlä‑ gen nach oben im Jahr 2018 wieder unterhalb der 5%-Grenze stabilisiert werden. Flankiert wird das Fluktuationsmonito‑ ring durch die im vergangenen Jahr in der OHB System AG durchgeführte Messung der Mitarbeiterzufriedenheit mit‑ tels des von der McKinsey-Gruppe angebotenen Organi‑ sational Health Index (OHI). Die daraus identifizierten Hand‑ lungsfelder werden über entsprechende interne Projekte einer systematischen Bearbeitung unterzogen.
OHB wendete im Berichtszeitraum für Forschung und Ent‑ wicklung (F+E) EUR 25,4 Mio. auf (Vorjahr: EUR 32,3 Mio.). Auf den Unternehmensbereich Space Systems entfiel ein Betrag in Höhe von EUR 23,0 Mio. (Vorjahr: EUR 28,5 Mio.), auf den Unternehmensbereich Aerospace + Industrial Pro‑ ducts entfiel ein Betrag in Höhe von EUR 2,4 Mio. (Vorjahr: EUR 3,8 Mio.). Die Finanzierung der F+E-Aktivitäten erfolgt zu einem Teil aus Zuwendungen in Höhe von EUR 3,1 Mio. (Vorjahr: EUR 3,9 Mio.) von Institutionen wie der Europäi‑ schen Union und nationalen staatlichen Stellen. Der Förder‑ anteil liegt jeweils in Abhängigkeit von der Marktnähe des Entwicklungsprojekts zwischen 25% und 75%.
Im Unternehmensbereich "Space Systems" lag das Augen‑ merk weiterhin auf der technologischen Weiterentwicklung. Ein Schwerpunkt zielte auf neue und weiterentwickelte Tech‑ nologien für zukünftige Projekte aus der astronautischen
Raumfahrt, der Wissenschaft und Exploration. Daneben standen auch weiterentwickelte Missionskonzepte auf der Basis sich in der Entwicklung befindender universeller Plattformen für niedrigfliegende Satelliten und kostengüns‑ tiger Startkonzepte für diese Satelliten im Fokus. Ein weite‑ res wichtiges Thema bei der OHB System AG ist nach wie vor die Entwicklung von Technologien im Zusammenhang mit der Weiterentwicklung und Zukunftssicherung der Platt‑ form SmallGEO, gerade auch im Hinblick auf Kunden aus den Bereichen der kommerziellen Anwendungen und der hoheitlichen Kommunikation. Parallel dazu liegt ein beson‑ derer Fokus auf internen Studien und Konzeptarbeiten für Konstellationen mit einer großen Zahl an Satelliten auf niedrigen und mittleren Umlaufbahnen. Die letztgenannten Aktivitäten konzentrieren sich besonders auf die Unterneh‑ men LuxSpace Sàrl, OHB Sweden AB und OHB Italia S.p.A. In einer Arbeitsgruppe Quantenkryptographie und Quanten‑ computing der OHB System AG werden diese Technologien auf ihre Relevanz und Anwendung in der Raumfahrt hin studiert und untersucht.
Themen aus dem Bereich der Weltraumüberwachung/ Space Situational Awareness wie Space Traffic Management oder Space Surveillance and Tracking (z.B. Space Debris Detec‑ tion and Removal), aber auch der Detektion und potenziellen Ablenkung von sogenannten Near Earth Objects, wie Aste‑ roiden, werden zukünftig eine wichtige Rolle spielen. Hier bereitet sich OHB durch kundenfinanzierte und eigenfinan‑ zierte Studien auf diesen potenziellen Markt vor.
Im Unternehmensbereich "Aerospace + Industrial Products" lag der Schwerpunkt der Entwicklungsarbeiten bei neuen Technologien für die kommenden Generationen von Trägerraketen und auf der Entwicklung einer neuen Pro‑ duktlinie für Satellitentanks. Im ESA Future Launcher Pre‑ paratory Programm (FLPP 3 NEO) wurden zwei große Ent‑ wicklungsprojekte gestartet, bei denen die technische und wirtschaftliche Optimierung der zukünftigen europäischen Trägerrakete Ariane 6 im Mittelpunkt steht. Die Ergebnisse aus diesen Projekten werden beim Projekt Black Upper Sta‑ ge Technology Demonstrator (BSTD) verwandt, in dessen Rahmen der Prototyp einer hocheffizienten, leichteren Raketenoberstufe entwickelt und getestet wird. Ziel ist es, eine weitere Reduktion der Nutzlastkosten bei Ariane 6 oder anderen zukünftigen Trägerraketen zu ermöglichen. Im ESA-ARTES-Programm wird aktuell die Entwicklung einer neuen Produktfamilie von großen Xenon-Hochdruck‑ tanks vorangetrieben. Das L-XTA Projekt beinhaltet die Ent‑ wicklung und Qualifizierung einer neuen Generation von Hochdrucktanks für elektrische Satellitenantriebe. Erste Anwendungen für diese Tanks sind im Rahmen der Elektraund NeoSat-Programme geplant. Neben den oben genann‑ ten Themen möchte die MT Aerospace AG durch Erwerb von neuen Fertigungskompetenzen eine Ergänzung ihrer
bestehenden Aktivitäten weiter vorantreiben. Hierbei ist explizit das Thema additive Fertigung (3D-Druck) zu erwäh‑ nen.
Im vergangenen Jahr ist die deutsche Wirtschaftsleistung, das Bruttoinlandsprodukt, um 1,5 % gestiegen, die Kenn‑ zahl liegt damit unter den Vorjahreswerten (2,2 % im Jahr 2017; 2,2 % im Jahr 2016; 1,7 % im Jahr 2015). Eine länger‑ fristige Betrachtung zeigt jedoch, dass das deutsche Wirt‑ schaftswachstum auch im Jahr 2018 immer noch über dem
Durchschnittswert der letzten zehn Jahre von 1,2 % liegt. Auf der Ent‑ stehungsseite des Bruttoinlands‑ produkts konnten nahezu alle Wirtschaftsbereiche positiv zur wirtschaftlichen Entwicklung im Jahr 2018 beitragen. Überdurch‑ schnittlich stark war der Zuwachs im Bereich Information und Kommu‑ nikation mit 3,7 % und im Bauge‑ werbe mit 3,6 %. Im Bereich Handel, Verkehr, Gastgewerbe stieg die preisbereinigte Bruttowertschöp‑ fung mit 2,1 % ebenfalls überdurch‑ schnittlich. Dagegen legte 2018 das Produzierende Gewerbe (ohne Baugewerbe), das gut ein Viertel
im Vorjahr waren es 1,8%.
p In Europa stellen die Programme der Europäischen Weltraumorganisation ESA und der Europäischen Union sowie die nationalen Raumfahrtaktivitäten durch ihre mehrjährigen Planungshorizonte eine stabile Entwicklung sicher.
Die Raumfahrtindustrie nimmt – gemessen an ihrem direkten jährlichen Umsatz – sowohl im Vergleich zu anderen Indus‑ triebereichen in Europa, aber auch weltweit – immer noch eine Nischenposition ein. Gleichzeitig ist die Raumfahrt aber indirekt von unverzichtbarer volkswirtschaftlicher Bedeutung. Weltraumgestützte Navigations-, Erdbeobach‑ tungs- und Kommunikationssatelliten sind nicht mehr wegdenkbare Elemente unserer Infrastruktur, vergleichbar mit z.B. Hochspannungstrassen, Straßen und Wasserwegen oder dem Lufttransport. Ein totaler Ausfall oder Abschalten würde weltweit zu einem gesellschaftlichen und wirtschaft‑ lichen Kollaps führen. Neben ihrer originären Funktion der Ortung stellen Navigationssatelliten eine globale Zeitrefe‑ renz zur Verfügung. Es werden damit beispielsweise die IT-Systeme weltweit synchronisiert, sodass innerhalb von global agierenden schnellen Finanzsystemen Transaktionen zuverlässig ausgeführt und belegt werden können. Mit Wettersatelliten gewonnene Daten erlauben ein sichereres
Fliegen bei gleichzeitig kürzeren Taktzeiten, eine effizientere Land‑ wirtschaft, die Vermeidung von Ernteverlusten sowie eine bessere Planbarkeit in den Bereichen Logis‑ tik und Tourismus. Raumfahrt lie‑ fert einen wichtigen Beitrag zu ei‑ nem verbesserten Umweltschutz, lässt unter anderem Ursachen und Ströme der Migration beobachten und führt somit ebenfalls zu einer Verbesserung der zivilen und mili‑ tärischen Sicherheit. Raumfahrt ist eine kleine Industrie, aber mit essen‑ zieller Bedeutung für ein modernes leistungsfähiges und nachhaltiges Wirtschaftssystem.
der Gesamtwirtschaft ausmacht, mit 1,0% unterdurchschnitt‑ lich zu. Die Wirtschaftsleistung in Deutschland wurde im Jahresdurchschnitt 2018 von 44,8 Mio. Erwerbstätigen mit Arbeitsort in Deutschland erbracht, dies waren rund 562.000 Personen mehr als ein Jahr zuvor. Dieser Anstieg von 1,3% resultiert hauptsächlich aus einer Zunahme der sozial‑ versicherungspflichtigen Beschäftigung. Wie schon in den Vorjahren glichen eine höhere Erwerbsbeteiligung sowie die Zuwanderung von Arbeitskräften aus dem Ausland altersbedingte demografische Effekte aus. Neben dieser positiven Entwicklung des Arbeitsmarktes stieg die Inflationsrate gegenüber dem vergangenen Jahr leicht an; sie betrug 2018 im Jahresdurchschnitt in Deutschland 1,9%, Raumfahrtaktivitäten sind je nach Region unterschiedlich stark ausgeprägt, sie sind vor allem in Nordamerika und Europa (inklusive Russland) von besonderer Bedeutung. In den letzten Jahren hat China hier annähernd Augenhöhe mit den historisch starken Regionen erreicht und auch die Aktivitäten in Indien haben sich bedeutend weiterentwickelt. Raumfahrt ist eine gesellschaftlich wie politisch anerkann‑ te Schlüsselindustrie. Aufgrund der Langfristigkeit von Raumfahrtprogrammen und -projekten hat die gesamtwirt‑ schaftliche und politische Entwicklung in den einzelnen Wirtschaftsregionen nur begrenzte unmittelbare Auswir‑ kungen auf die laufenden Programme und Projekte. Des Weiteren sind je nach Region kommerzielle, zivile und mili‑ tärische Raumfahrtprogramme oft sehr unterschiedlich miteinander verknüpft oder voneinander abhängig.
In Europa stellen die Programme der Europäischen Welt‑ raumorganisation ESA und der Europäischen Union sowie die nationalen Raumfahrtaktivitäten durch ihre mehrjähri‑ gen Planungshorizonte eine stabile Entwicklung sicher. Das Budget der ESA betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr EUR 4,0 Mrd., für das laufende Jahr 2019 errechnet sich ein leicht erhöhter Wert von EUR 4,2 Mrd. Die Europäische Kom‑ mission hat für den nächsten mehrjährigen Finanzrahmen der Jahre 2021 bis 2027 eine deutliche Budgeterhöhung von EUR 11,1 Mrd. in den Jahren 2014 bis 2020 auf EUR 16,0 Mrd. vorgeschlagen. Der deutsche Anteil am ESA-Raumfahrt‑ programm lag im Jahr 2018 bei EUR 920,7 Mio. und das Budget des nationalen deutschen Raumfahrtprogramms lag im Jahr 2018 bei ca. EUR 280 Mio.
In den Vereinigten Staaten von Amerika (USA) betrug das Budget der US-Raumfahrtbehörde NASA im Jahr 2017 mehr als USD 19,7 Mrd. Daneben summieren sich die Etats für
Raumfahrtprojekte des US-Vertei‑ digungsministeriums auf mehr als USD 20,7 Mrd. Insgesamt betrug das Raumfahrtbudget der USA 2017 mehr als USD 43,3 Mrd. Die Zahlen für das Jahr 2018 liegen noch nicht vor; es wurde ein Budget in ähnlicher Höhe geplant. Die Raumfahrtakti‑ vitäten der Russischen Föderation haben nach mehr als zwei Jahr‑ zehnten der Unklarheit über die weitere Entwicklung immer noch keine klare Perspektive erhalten. Wie sich die aktuelle wirtschaftli‑ che Lage in Russland, beeinflusst sowohl durch die westlichen Sank‑
tionen als auch durch den Ölpreis, auf die Raumfahrtpro‑ gramme auswirken wird, ist weiter nicht abschätzbar. Ins‑ besondere die USA haben ihre Kooperationen mit der Russischen Föderation stark reduziert, befanden sich aber 2018 bei der Versorgung der Internationalen Raumstation ISS weiterhin in Abhängigkeit von Russland, speziell was den Transport von Astronauten betrifft. Die USA erwarten in diesem Bereich beginnend mit dem Jahr 2019 aufgrund der Aktivitäten von nationalen kommerziellen Betreibern wieder eine Unabhängigkeit, wie sie vor der Einstellung des Shuttleprogramms existierte. Unverändert ambitioniert treiben die Länder China, Indien, Japan, Südkorea, Türkei und Brasilien ihre Programme zum Aufbau nationaler Raumfahrtkompetenzen und -infrastrukturen voran. Der Aufbau eines eigenen satellitengestützten Navigationssys‑ tems, einer eigenen Raumstation und die langfristig erfolg‑ reichen Landungen auf dem Mond mit Rovern zur robo‑ tischen Erkundung und später mit Taikonauten (chinesische Astronauten) sind Kernelemente des chinesischen Raumfahrt‑ programms. Die erfolgreiche Landung auf der Rückseite
p Die Europäische Kommission hat für den nächsten mehrjährigen Finanzrahmen eine deutliche Budgeterhöhung von EUR 11,1 Mrd. auf EUR 16,0 Mrd. vorgeschlagen.
des Mondes unterstreicht den chinesischen Anspruch, eine – wenn nicht die führende – Raumfahrtnation zu werden. Im Jahr 2018 wurden erstmals mehr chinesische als US-amerikanische Raketen in den Weltraum gestartet.
Aus programmatischer und wirtschaftlicher Sicht war für die europäische Raumfahrt die letzte ESA-Ministerratskon‑ ferenz, die im Dezember 2016 in Luzern stattfand, von es‑ senzieller Bedeutung. Die hier getroffenen Entscheidungen befinden sich mitten in der Umsetzung. Damals wurden Programme mit einem Volumen von EUR 10,3 Mrd. bei ei‑ nem deutschen Anteil von ca. EUR 1,9 Mrd. gezeichnet. Mitt‑ lerweile finden intensive Vorbereitungen auf die nächste ESA-Ministerratskonferenz im spanischen Sevilla im November 2019 statt. Die ESA plant, den Regierungen der Mitgliedstaaten ein umfangreiches Programm mit erwei‑ tertem Budget unter dem Titel Space 2019+ vorzuschlagen. Neben diesem etablierten Markt mit weitgehend institutio‑
neller Finanzierung ist weltweit eine hohe Dynamik durch neue, weitge‑ hend privat finanzierte Unterneh‑ men zu beobachten, die in den Markt eintreten. Dazu kommt eine große Zahl von Start-ups, die sich mit dem Bau von Mikrosatelliten und innova‑ tiven Anwendungen der damit ge‑ wonnenen Daten befassen werden. Dies führt zu einer Belebung des Umfelds der Raumfahrt und wird von OHB eher als eine Bereicherung als eine Bedrohung gesehen.
Auf dem Markt für Raketenstarts ist weiterhin eine Nachfrage für die
europäische Trägerrakete Ariane 5 zu verzeichnen. Der nachhaltige technische Erfolg des Ariane-5-Programms ist durch die weltweit einmalige Zuverlässigkeit dieses Trägers begründet. Im Jahr 2018 sind sechs Starts erfolgt. Mit dem letzten Start des Jahres 2018 hat diese Rakete 88 erfolgrei‑ che Starts in Folge absolviert. Momentan ist vorgesehen, dass sie bis ins Jahr 2022 geflogen wird, für das Jahr 2019 sind fünf Starts vorgesehen. Der Erstflug der neu zu ent‑ wickelnden Trägerrakete Ariane 6 ist für Juli 2020 geplant. Die seit einigen Jahren geringere Nachfrage für geostatio‑ näre Satelliten ebenso wie die verschärfte Wettbewerbs‑ situation im Trägerbereich führen generell zu einer schwie‑ rigeren Marktsituation für das Ariane-Programm.
Der Geschäftsverlauf des Konzerns im abgeschlossenen Geschäftsjahr und das daraus resultierende Wachstum der Finanzkennzahlen entsprachen den positiven Erwartungen des Vorstands. Im Februar 2018 veröffentlichte die Gesell‑ schaft einen Jahresausblick für die Kennzahlen Gesamtleis‑ tung EBITDA und EBIT. Die Prognosen für die Kennzahlen EBITDA und EBIT (EUR 65 Mio. und EUR 47 Mio.) konnten mit EUR 65 Mio. und EUR 48 Mio. leicht übertroffen werden. Die Gesamtleistung k SIEHE GRAFIK [ 04 ] betrug in der Berichtsperiode EUR 1.000 Mio. und traf damit genau die Erwartungen (EUR 1.000 Mio.). Der nochmals deutlich ge‑ stiegene Anteil von Unterauftragnehmerleistungen an der Gesamtleistung führte zu einer Belastung der EBITDA- und EBIT-Marge im Vergleich zum Vorjahr. Die EBITDA-Marge betrug wie prognostiziert im Berichtsjahr 6,5% (Vorjahr: 6,8%) und die EBIT-Marge betrug im Berichtsjahr 4,8% (Vor‑ jahr: 5,9%). Der Konzernjahresüberschuss nach Fremd‑ anteilen und das Ergebnis pro Aktie k SIEHE GRAFIK [ 05 ] erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr von EUR 23,4 Mio. auf EUR 25,0 Mio. bzw. von EUR 1,34 auf EUR 1,44. Das hohe Niveau des Auftragsbestands im Vorjahr (EUR 2.439 Mio.) konnte zum Abschlussstichtag mit einem Wert von EUR 2.399 Mio. gehalten werden, entsprechend ist die Aus‑ lastung sehr gut und die Planungssicherheit hoch.
Die positive wirtschaftliche Entwicklung des OHB-Konzerns hat sich im Geschäftsjahr 2018 weiter fortgesetzt. Die Ge‑ samtleistung stieg gegenüber dem Vorjahr (EUR 860 Mio.) um 16% auf EUR 1.000 Mio. an. Der Umsatz erhöhte sich um 18% auf EUR 977 Mio., nach EUR 826 Mio. im Vorjahr. Die Wandlung der Raumfahrt in den vergangenen Jahrzehnten von einem ursprünglich ausschließlich wissenschaftlich oder politisch-ideologisch getriebenen Bereich hin zu einem nutzenorientierten und wirtschaftlich bedeutenden Markt war Grundlage für das kontinuierliche und nachhaltige Wachstum des Konzerns in den vergangenen eineinhalb Dekaden. Die Geschäftsfelder, in denen die Gesellschaft über ihre Tochterunternehmen engagiert ist, bieten eine hervorragende Ausgangsposition: Der über die vergangenen Jahre gewachsene Raumfahrtmarkt wird sich weiterhin positiv entwickeln, denn neue Anwendungsmöglichkeiten schon bestehender oder neuer Technologien schaffen neue Bedürfnisse. Die bereits vorhandenen Anwendungsmög‑ lichkeiten basieren auf bereits vorhandenen Satellitensys‑ temen, deren Lebensdauer zeitlich begrenzt ist und die durch neue Systeme mit potenziell verbesserter Technologie oder Effizienz ersetzt werden.
IN MIO. EUR
2015
2016
2017
2018
FOKUS ERDE
2011
2012
2013
2014
Im Unternehmensbereich "Space Systems" zeichnet sich die Geschäftstätigkeit im Wesentlichen durch langfristig angelegte Projekte zumeist öffentlicher Auftraggeber aus. Durch den weiter gewachsenen, hohen Auftragsbestand von EUR 2.231 Mio (31. Dezember 2018) und das breite Pro‑ jektakquisitionspotenzial ergibt sich eine hohe Planungs‑ sicherheit für den zielgerichteten Einsatz der Unterneh‑ mensressourcen.
Im Juli 2018 wurden vier weitere Satelliten (aus dem soge‑ nannten "Los 2") für die europäische Satellitennavigations‑ konstellation Galileo termingerecht vom Startplatz Kourou mit einer Ariane-5-Rakete gestartet. Die Starts und Inbe‑ triebnahmen dieser sogenannten "Full Operational Capa‑ bility" (FOC)-Satelliten verliefen problemlos, seit Januar 2019 sind die zusätzlichen Satelliten im operativen Betrieb. Bereits im Sommer 2016 hatte die OHB System AG im Wett‑ bewerb ein Angebot für das Galileo FOC-Los 3 von zwölf Sa‑ telliten abgegeben. Die Vergabe durch die Europäische Kommission und die in ihrem Auftrag für Entwicklung und Beschaffung verantwortliche Europäische Weltraumorga‑ nisation ESA erfolgte im April 2017 für zunächst acht Satel‑ liten. Zusätzlich orderte die Europäische Kommission vier weitere Satelliten im Oktober 2017. Damit ist OHB Sys‑ tem AG der Lieferant von insgesamt 34 Galileo-Satelliten über einen Gesamtwert von circa EUR 1,3 Mrd., von denen bisher 22 Satelliten gestartet wurden. Die Entwicklungsar‑ beiten für die Los 3-Satelliten verlaufen planmäßig, ab 2019 wird mit der Produktion der Satelliten begonnen werden. Um eventuelle Auswirkungen eines harten Brexits zu kom‑ pensieren, werden mit Zustimmung der ESA gegebenen‑ falls betroffene, sicherheitsrelevante Aktivitäten auf den Kontinent verlagert. Eine Studie zur Nachfolgegeneration der heutigen Galileo-Satelliten ist abgeschlossen und eine weitere wurde im Januar 2018 begonnen. Mit diesen Studi‑ en soll sichergestellt werden, dass nach Ablauf der geplan‑ ten zwölf Betriebsjahre die nächste Generation Satelliten mit neuester Technologie zur Verfügung steht und die eu‑ ropäische Spitzenposition weiter ausgebaut wird. Die Euro‑ päische Kommission und in deren Auftrag die ESA planen dazu im Jahr 2020 ein sogenanntes "Transitional Batch" als Los 4 zu beauftragen. Hier soll bereits ein Teil dieser neuen Technologien mit erweiterter Leistungsfähigkeit zum Zuge kommen. Die entsprechenden Satelliten werden sich hin‑ sichtlich Größe, elektrischer Leistung etc. deutlich von den Satelliten der Lose 1–3 unterscheiden. OHB ist mit dem
großen Erfolg der bisherigen Lose und den intensiven Vorbereitungsarbeiten für die nächste Generation sehr gut positioniert.
Das von der OHB System AG entwickelte und gebaute und zwischen den Jahren 2006 bis 2008 in Betrieb genommene SAR-Lupe-System mit seinen fünf Radarsatelliten, den dazugehörenden Bodenanlagen und dem deutsch-franzö‑ sischen Aufklärungssatellitenverbund aus den beiden Systemen SAR-Lupe (Radarbilder) und Helios 2 (Optische Bilder) arbeitet weiterhin sehr stabil. Am 30. November 2017 war die vertraglich geforderte Lebensdauer der Satelliten erreicht und der für zehn Jahre geschlossene Vertrag zum Betrieb des Systems durch die OHB System AG erfüllt. Bei dieser Gelegenheit bestätigten der Auftraggeber (Bundes‑ amt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw)) und die Streitkräfte ihre höchste Zufriedenheit mit dem System und der Zusammenarbeit. Zeitgleich wurde eine Vertragsänderung zur Fortführung bis mindestens in das Jahr 2020 mit der Option weiterer zeitlicher Verlängerung vereinbart und beauftragt. Im SAR-Lupe-Nachfolgeprojekt SARah mit seinen deutlich ge‑ steigerten Leistungsdaten wurden die Arbeiten im Jahr 2018 wie vorgesehen durchgeführt und die geplanten Meilenstei‑ ne erreicht. Das Konzept besteht aus drei Satelliten. Hiervon basieren zwei Satelliten auf der von OHB System AG ent‑ wickelten Reflektorantennen-Technologie und ein Satellit wird im Unterauftrag von der Airbus Defence and Space GmbH auf Basis einer Phased-Array-Technologie herge‑ stellt. Die notwendigen Bodenanlagen wurden von der OHB System AG geliefert und sind seit Ende Januar 2018 auch für den Betrieb der SAR-Lupe-Satelliten im Einsatz. OHB hat auf Kundenanfrage ein weiteres Angebot zu neuen Anforderungen der IT-Sicherheit vorgelegt und geht von einer Beauftragung der Zusatzleistungen im Jahr 2019 aus.
Im Oktober 2018 konnte die OHB System AG einen weiteren Vertrag für die Entwicklung und die Herstellung des "French SARah Partner Ground Segment" (F-SPGS) in Koblenz beim BAAINBw unterzeichnen. Das F-SPGS ist ein Bodenseg‑ ment, welches an das deutsche Radarsatellitensystem SARah angeschlossen wird und Frankreich Zugang zu Radarbildern ermöglicht. Für den Betrieb des F-SPGS--Systems besteht die Möglichkeit, Daten über zwei bereits verhandelte, jeweils fünfjährige Optionen bei OHB zu beauf‑ tragen. Im Gegenzug erhält Deutschland die Möglichkeit, über ein eigenes Bodensegment Bildaufträge an das fran‑ zösische optische System Composante Spatiale Optique (CSO) zu stellen.
Die Entwicklung und der Bau des im Jahr 2017 beauftragten elektro-optischen Aufklärungssystems für die Bundes‑ republik Deutschland schreiten planmäßig voran. Das Sys‑ tem mit einem Budgetrahmen von bis zu EUR 400 Mio. dient der weltweiten elektro-optischen Aufklärung. Neben den Radarprogrammen SAR-Lupe und SARah konnte sich das Unternehmen damit auch bei der optischen Erdbeobachtung als Lieferant und Partner für sicherheitsrelevante, welt‑ raumgestützte Aufklärungssysteme der Bundesrepublik Deutschland positionieren. Projekt- und Zahlungsmeilen‑ steine konnten auch hier im vergangenen Geschäftsjahr termingerecht und erfolgreich abgeschlossen werden.
Die Entwicklung und der Bau der dritten Generation euro‑ päischer Wettersatelliten "Meteosat Third Generation" (MTG) befindet sich mitten in der Umsetzung, die Satelliten sind in der Produktionsphase. Zurzeit befinden sich alle beauf‑ tragten Satellitenplattformen in den Reinräumen der OHB System AG in Bremen in unterschiedlichen Produktions‑
phasen. Die Gesellschaft ist auch für die Konzeption, Entwicklung, Beschaffung, Montage und Liefe‑ rung eines Prototyp-Flugmodells sowie für drei Flugmodelle des Ins‑ truments ("Teleskop Assembly des Flexible Combined Imager (FCI-TA)") als Unterauftragnehmer zu Thales Alenia Space S.A. verantwortlich. Die erste Plattform sowie das erste Flugmodell des FCI-TA werden im Mai 2019 und Juni 2019 an den Pro‑ jektpartner Thales Alenia Space S.A. nach Cannes/Frankreich zur Integ‑ ration des Imager-Instruments FCI geliefert werden. Dieses Instrument wird die aus der Wettervorhersage
bekannten Bilder liefern, jedoch in deutlich besserer Quali‑ tät. Die Fortschritte für das IRS-Struktur- und Thermalmo‑ dell laufen nach Plan. Die MTG-Satelliten werden eine wei‑ tere, wesentliche Verbesserung der weltweit führenden europäischen Wettervorhersagemodelle ermöglichen.
Bei der OHB Italia S.p.A. werden derzeit die Entwicklungs‑ arbeiten am sog. "MicroWave Imager" (MWI) für die MetOp--Mission durchgeführt. Das MWI-Instrument wird für natio‑ nale Wetterdienste in Europa und für internationale Nutzer sowohl Wetter- als auch Klimadaten liefern. OHB Italia S.p.A. ist für die Konzeption und die Entwicklung des MWI bis zur endgültigen In-Orbit-Verifikation dreier Flugmodelle verant‑ wortlich. Diese werden an ein zur Airbus Group gehörendes Unternehmen, den Generalunternehmer dieser Mission, ausgeliefert. Weiterhin hat OHB Italia S.p.A. im Oktober 2018 einen Vertrag mit der luxemburgischen Regierung, dem
Ministerium für Auswärtige und Europäische Angelegen‑ heiten, mit einem Volumen von EUR 168,2 Mio. unterzeichnet. Der Kunde hat OHB Italia S.p.A. beauftragt, einen hochauflö‑ senden, optischen Satelliten zu realisieren. Der NAOS--Satellit ist mit etwa 600kg ein mittelgroßer Aufklärungssa‑ tellit und soll mit sieben Jahren geplanter Lebenszeit im Jahr 2022 mit der europäischen Rakete VEGA gestartet werden.
Im Dezember 2018 wurde der Nanosat-Prototyp für Erdbe‑ obachtung und Meeresüberwachung EAGLET-1 aus dem Hause OHB Italia S.p.A. erfolgreich gestartet. EAGLET-1 ist ein Nanosatellit, der zurzeit in einer sonnensynchronen Um‑ laufbahn in 575 Kilometern Höhe für den operativen Betrieb vorbereitet wird. Auf diesem Satelliten fliegen zwei Nutz‑ lasten, eine hochauflösende optische Kamera und ein Sen‑ der und Empfänger, der in der Lage ist, weltweit AIS-Signale (Automatic Information System) von Schiffen zu empfangen und zu verteilen.
p Alle beauftragten europäischen Wettersatelliten im Projekt "METEOSAT THIRD GENERATION" befinden sich in der Produktionsphase.
Die OHB System AG wurde bereits im November 2016 von dem Haupt‑ auftragnehmer Leonardo S.p.A. als Kernteampartner für das europä‑ ische Erderkundungsinstrument FLEX der ESA ausgewählt, das im Jahr 2023 starten soll. Der ent‑ scheidende Meilenstein zu Beginn der Hardwarerealisierung (Prelimi‑ nary Design Review) wurde im September 2018 erfolgreich abge‑ schlossen und die Integrationspha‑ se (Phase C/D) wurde im Dezember zusammen mit der ESA und dem Unternehmen Leonardo begonnen.
Das nationale optische Erdbeob‑
achtungsprogramm EnMAP (Environmental Mapping and Analysis Program) im Auftrag des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt befindet sich in der Integrationsphase in den Reinräumen der OHB System AG am Standort Ober‑ pfaffenhofen. Der Starttermin des Satelliten EnMAP ist für das Jahr 2020 geplant. Mit seinen neuartigen Hyperspek‑ tralsensoren dient dieser Umweltsatellit primär der Zu‑ standscharakterisierung und Umweltüberwachung unseres Planeten. Er stellt ein zukunftsweisendes System dar, das für viele neue Anwendungen, u.a. auch im Sicherheits‑ bereich, Potenzial hat. Die OHB Italia S.p.A. setzt parallel zu diesem Programm die Arbeiten am Projekt PRISMA, ein italienisches Programm analog zu EnMAP, fort. Im Juni 2017 hat OHB Italia S.p.A. im Auftrag der Italienischen Raum‑ fahrtagentur einen Startvertrag für diese Mission mit Arianespace unterzeichnet. Der Satellit PRISMA hat alle erforderlichen Tests erfolgreich abgeschlossen und wird voraussichtlich im März 2019 gestartet werden.
Im Rahmen des Copernicus-Programms der Europäischen Kommission und der ESA sind Tochterunternehmen der OHB SE bei fünf von sechs neuen Missionsvorschlägen der sogenannten Copernicus-Expansion Hauptauftragnehmer oder Kernteampartner in den Vorbereitungsphasen A/B1.
OHB System AG wurde von der Eu‑ ropäischen Weltraumorganisation ESA als Hauptauftragnehmer für drei Studien in 2018 ausgewählt. Diese Phase A/B1-Studien wurden europaweit ausgeschrieben und ha‑ ben einen Wert von EUR 17 Mio. Bei den drei Studien der OHB Sys‑ tem AG handelt es sich um die Mis‑ sionen "CO2M" (CO2 Monitoring), "LSTM" (Land Surface Temperature Monitoring) sowie "CHIME" (Coper‑ nicus Hyperspectral Imaging Missi‑ on for the Environment). Für eine weitere Studie im Rahmen des Copernicus-Programms wurde OHB Sweden AB als Hauptauftrag‑
p Die finalen Integrationsarbeiten und TESTS AM SATELLIT EDRS-C SIND NAHEZU ABGESCHLOS-SEN und der Satellit wird Mitte des Jahres 2019 zum Startplatz in Kourou transportiert werden.
In Januar 2018 wurde das "Intermediate System Require‑ ments Review" von Tandem-L erfolgreich abgeschlossen. Tandem-L ist ein Vorschlag vom DLR-Institut für Hochfre‑ quenztechnik und Radarsysteme für eine hochinnovative Satellitenmission zur globalen Beobachtung von dyna‑
mischen Prozessen auf der Erd‑ oberfläche in einer bisher nicht erreichten Qualität und Auflösung. Aufgrund seiner neuartigen Ab‑ bildungstechniken und seiner enormen Aufnahmekapazität wird Tandem-L dringend benötigte Infor‑ mationen zur Lösung hochaktueller wissenschaftlicher Fragestellun‑ gen aus den Bereichen der Bio-, Geo-, Kryo- und Hydrosphäre lie‑ fern. OHB System führt eine von zwei parallel vergebenen Design‑ studien. Eine Ausschreibung für die Realisierung der zwei Tandem-L--Satelliten wird für das Jahr 2020 erwartet.
Mit diesen Aktivitäten verfügen die Tochtergesellschaften der OHB SE in allen Bereichen der Erd- und Wetterbeobach‑ tung sowie Aufklärung über ein breites Produktspektrum vom Radarsatelliten bis hin zu optischen Beobachtungs‑ satelliten in den verschiedensten Größen- und Leistungs‑ klassen.
Die OHB System AG hat für den kommerziellen Satelliten‑ betreiber HISPASAT S.A. erstmalig einen Telekommunika‑ tionssatelliten im Rahmen des ESA-Artes-11-Programms "SmallGEO" entwickelt und gebaut. Der Satellit H36W-1 wurde am 28. Januar 2017 vom europäischen Startplatz Kourou mit einer Sojus-Rakete gestartet und funktioniert seit mittlerweile zwei Jahren zur vollsten Kundenzufrieden‑ heit und fehlerlos. Mit diesem Erfolg wird die neue, von OHB entwickelte Satellitenplattform SmallGEO zum ersten Mal für ein kommerzielles System eines Satellitenbetreibers eingesetzt und mindestens 15 Jahre Breitbandversorgung der Iberischen Halbinsel, der Kanarischen Inseln und Süd‑ amerikas übernehmen.
Die ESA hat weiterhin die SmallGEO-Plattform als Basis für den europäischen Datenrelais-Satelliten EDRS-C im Rah‑ men des ARTES-7-Programms ausgewählt. Finale Integra‑ tionsarbeiten und Tests sind nahezu abgeschlossen und der Satellit wird Mitte des Jahres 2019 zum Startplatz in Kourou in Französisch-Guayana transportiert. Die Erweiterung des
nehmer beauftragt; dabei handelt es sich um die Mission "PIST" (Polar Ice and Snow Topography) mit einem Auftrags‑ volumen von EUR 5 Mio. OHB Italia S.p.A. wurde als Unter‑ auftragnehmerin im Kernteam der Mission "CIMR" (Coper‑ nicus Imaging Microwave Radiometer) ausgewählt.
Copernicus ist neben dem Navigationssystem Galileo das zweite große Raumfahrtprogramm der Europäischen Kom‑ mission, mitfinanziert von der ESA. OHB arbeitet hart und zielstrebig daran, neben der Navigation auch im Bereich Erdbeobachtung ein langfristig verlässlicher und kompe‑ tenter Partner Europas zu werden. OHB kommt dabei die Erfahrung aus zehn Jahren mit komplexen, in Serie gefer‑ tigten Raumfahrtsystemen zugute. Die Ausschreibungen für die Realisierung der sechs Erweiterungsmissionen von Copernicus werden in der zweiten Hälfte des Jahres 2019 erwartet.
Die OHB System AG ist bereits als Unterauftragnehmer zu Airbus für das Sentinel-4-Instrument am Copernicus-Pro‑ gramm beteiligt. OHB ist verantwortlich für das Design, die Herstellung und Qualifizierung der Instrumentenstruktur (OIMS) und die Beschaffung von drei kritischen Mecha‑ nismen sowie Thermal Hardware und Ground Support Equipment. Die zwei Flugmodelle werden auf den von OHB gebauten MTG-S-Satelliten fliegen.
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Small GEO-Konzepts als spezialisierten Datenrelais--Satelliten mit Laser-Kommunikation für höchste Datenüber‑ tragungsraten zwischen Satelliten ist ein wichtiges strate‑ gisches Ziel der OHB System AG. Optische Technologien werden in Zukunft eine zunehmende Rolle für zivile wie auch militärische Anwendungen spielen. Auch für die nationale Telekommunikationsmission "Heinrich Hertz" wurde die Plattform SmallGEO vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt ausgewählt. Diese Mission dient der Überprüfung neuartiger Technologien der Satellitenkommunikation unter realen Einsatzbedingungen und damit der Sicherung natio‑ naler Systemkompetenz bei geostationären Kommunika‑ tionssatelliten. Zudem dient der Satellit zur militärischen Kommunikation der Bundeswehr. Die Vertragsvergabe er‑ folgte im zweiten Quartal 2017, die Arbeiten wurden im Jahr 2018 planmäßig durchgeführt. Nachdem OHB das Start‑ dienstleistungsunternehmen Arianespace SAS mit dem Start des Satelliten Heinrich Hertz für das vierte Quartal 2021 mit einer Ariane-5-Trägerrakete beauftragt hat, wurden im Jahr 2018 auch alle wesentlichen Verträge mit Unterauf‑ tragnehmern geschlossen.
Um die Wettbewerbsfähigkeit der SmallGEO-Familie weiter zu steigern, wurde im März 2016 ein Vertrag zur Entwicklung des Satelliten "Electra", dem sogenannten "All Electric Spacecraft", geschlossen. Da dieser Satellit keinen chemi‑ schen Treibstoff mehr mit sich führt, wird er dadurch deut‑ lich leichter. Dies senkt einerseits die Startkosten und erlaubt es andererseits, die Nutzlast deutlich zu vergrößern. Electra stellt damit für bestimmte Missionen die effizien‑ teste Variante der SmallGEO-Reihe dar. Die Entwicklungs‑ arbeiten der Plattform konnten mit Abschluss der Design‑ aktivitäten und des entsprechenden Meilensteins (PDR) im vergangenen Geschäftsjahr vorangetrieben werden und werden im Jahr 2019 voraussichtlich so weit abgeschlossen werden, dass die Planung und Realisierung der ersten Mis‑ sion stattfinden kann. Zurzeit werden Gespräche mit ent‑ sprechenden Kunden geführt.
Parallel zur der Etablierung der Produktlinie geostationärer Satelliten SmallGEO wurde 2017 das Konzernunternehmen LuxSpace Sàrl für die Entwicklung von Mikrosatelliten in der 100-kg-Klasse von der ESA ausgewählt. Diese Satelliten können neben der Kommunikation auch als Basis für Erd‑ beobachtungsmissionen verwendet werden. Damit stellt sich der Konzern am Standort Luxemburg mit der Entwicklung und dem Bau von kostengünstigen Mikrosatelliten, "Triton-X" genannt, speziell für den New-Space-Markt auf. OHB Swe‑ den AB entwickelt im Auftrag der Schwedischen Raumfahrt‑ behörde (SNSB) unter dem Namen "InnoSAT" eine Platt‑ form der 50-kg-Klasse und die OHB Italia S.p.A. hat den Satelliten "EAGLET-1" der unter 10-kg-Klasse im Qube‑ Sat-Format entwickelt und fertiggestellt. Damit steht den
Unternehmen der OHB SE das gesamte Spektrum von Platt‑ formen für die Anwendungen Kommunikation und Erdbeob‑ achtung zur Verfügung.
Die im Rahmen des ESA-Programms ExoMars 2016 von OHB System AG entwickelte, gebaute und im Jahr 2016 ge‑ startete Zentraleinheit für den sogenannten Trace Gas Orbiter arbeitet weiterhin fehlerfrei. Entwicklung und Bau des zweiten Teils dieser ExoMars-Zwillingsmission, für den OHB System den sogenannten Carrier und ein zentrales System der Nutzlast im Mars-Rover liefert, befinden sich im Zeitplan. Im Rahmen dieser Mission baut Antwerp Space N.V. das sogenannte LaRa-Instrument, welches aus einer an‑ spruchsvollen Kommunikationstechnologie besteht, die Informationen vom Mars zur Erde übermitteln soll. An der Jupiter-Mission JUICE ist die Gesellschaft ebenfalls mit der Lieferung des Kommunikations-Subsystems beteiligt. Durch die Studienteilnahme zur Planung der nächsten Mars-Mission MSR (Mars Sample Return), die in Koopera‑ tion zwischen den Weltraumorganisationen ESA und NASA vor dem Jahr 2030 Marsproben zur Erde zurückbringen soll, hat sich die OHB System AG durch die Einbringung von Erfahrungen aus der ExoMars-Mission bereits gut für die Teilnahme an einer nächsten ESA-Explorationsmission po‑ sitioniert.
Nach dem Gewinn des Auftrags für die Nutzlasten der ESA--Wissenschaftsmission PLATO konnte sich OHB System im Wettbewerb auch für den ESA-Auftrag zur Realisierung der Gesamtmission durchsetzen. Ziel der Mission PLATO ist die Suche nach sogenannten Exoplaneten, die andere Sonnen umkreisen, und gegebenenfalls festzustellen, ob unter die‑ sen auch erdähnliche existieren. Gestartet wird der Satellit im Jahre 2026. Die Unternehmen der OHB SE waren auch im Jahr 2018 an mehreren Studien im Rahmen der nächsten europäischen Wissenschaftsmissionen der ESA beteiligt. Damit etabliert sich das Unternehmen auch in diesem "klassischen" Raumfahrtsegment weiter. OHB Sweden AB arbeitet weiter intensiv an Untersystemen für den ESA--Wissenschaftssatelliten Solar Orbiter. Im Mai 2018 fanden mit 18-tägigem Abstand weitere TEXUS-Raketenflüge statt. Im Rahmen einer synergetischen Doppelkampagne wurden dabei zwei Raketen vom in Nordschweden gelegenen Start‑ platz Esrange bei Kiruna gestartet. OHB System AG ist seit 1976 an diesem nationalen Forschungsprogramm des DLR zur Schwerelosigkeitsforschung beteiligt.
p Mit HERA sollen erste Grundlagen für eine in Zukunft notwendige Mission zum SCHUTZ DER ERDE VOR EINEM ASTEROIDEN-EINSCHLAG geschaffen
werden.
Auch im Jahr 2018 unterstützte die OHB System AG die Ar‑ beiten auf der Internationalen Raumstation ISS umfangreich. Dies schließt sowohl die Betreuung von Experimenten als auch Wartungs- und Erhaltungsarbeiten an den von der OHB System AG entwickelten und gelieferten Geräten mit ein. Zur Vorbereitung auf mögliche Szenarien zur Versor‑ gung der ISS und von potenziellen Alternativen in der Mikro‑ gravitationsforschung nach einer Außerbetriebnahme der ISS, vermutlich ab dem Jahr 2024 oder später, befinden sich bei der OHB System mehrere Studien in der Bearbeitung. Darunter ist schwerpunktmäßig eine zukünftige zentrale
Rolle bei dem sogenannten "Deep Space Gateway" zu nennen, einer möglichen internationalen Koope‑ ration unter Führung der NASA und Beteiligung der ESA.
Die NASA plant in den späten 2020ern eine zeitweise bemannte Raumstation in einem Orbit um den Mond zu platzieren. Diese Station soll als Tor für eine zukünftige Landung auf dem Mond oder als "Sprungbrett" für spätere Flüge zum Mars dienen. OHB System spielt hierbei in der ESA-Definitionsstudie zum Versorgungsmodul "ESPRIT",
der zukünftigen geplanten orbitalen NASA-Mondstation Lunar Orbital Platform-Gateway eine zentrale Rolle. In der Definition des ESPRIT-Moduls werden auch die Tochter‑ unternehmen Antwerp Space und OHB Sweden AB mit ihren Spezialkenntnissen bei den Funkverbindungen bzw. elekt‑ rischen Antrieben berücksichtigt. Auch MT Aerospace ist in Studien zum Gateway integriert, wobei hier speziell die Kompetenz bei komplexen Strukturen im sogenannten Ha‑ bitat – einem bemannten Stationsmodul – eingebracht wird.
Die Thematik Asteroidenabwehr wird kontinuierlich weiter‑ entwickelt. Mit einer detaillierten Studie einer möglichen Mission namens HERA sollen erste Grundlagen für eine in Zukunft notwendige Mission zum Schutz der Erde vor einem Asteroideneinschlag geschaffen werden. HERA untersucht dabei die Möglichkeiten, Asteroiden, die sich auf Kollisions‑ kurs mit der Erde befinden, durch einen gezielten Einschlag auf den Asteroiden (Impact) aus der ursprünglichen Bahn abzulenken. Entscheidungen zur Finanzierung dieses Pro‑ gramms werden für die kommende ESA-Ministerratskon‑ ferenz in 2019 erwartet. Auch im Bereich verbesserter
Beobachtungen des Weltraumwetters wird eine Definitions‑ studie zu einer der sogenannten Lagrange-Missionen bei OHB durchgeführt. Hier ist ein großer, etwa zwei Tonnen schwerer Satellit geplant, welcher im Lagrange-Punkt L5 positioniert werden soll und kontinuierlich die Sonnenober‑ fläche beobachtet und rechtzeitig vor Sonneneruptionen warnt. Diese Explosionen auf der Sonnenoberfläche kön‑ nen Satelliten und Elektronik am Boden empfindlich stören oder gar zerstören.
OHB Italia S.p.A. hat im Auftrag der italienischen Weltraum‑ organisation ASI und der ESA die Kerntechnologie für ein neues und innovatives Teleskop zur Detektion von Welt‑
raummüll sowohl im erdnahen als auch im geostationären Orbit ent‑ wickelt und patentiert. Das Fly-Eye genannte Teleskop kombiniert ein sehr großes Gesichtsfeld mit sehr hoher Auflösung. Die Entwicklungs‑ arbeiten sind weitestgehend abge‑ schlossen, mit der Installation des ersten Teleskops wird im Jahr 2019 auf Sizilien begonnen werden. Zur‑ zeit wird mit der ESA der Aufbau eines globalen optischen Netz‑ werks zur Weltraumüberwachung mit bis zu 27 Teleskopen konzipiert.
Der von der OHB System AG durchgeführte SAR-Lupe--Betrieb endete planmäßig Ende November 2017. Ein Vertrag zur Fortführung wurde rechtzeitig mit der Bundeswehr ge‑ schlossen, um einen nahtlosen Betrieb zu gewährleisten. Seit Ende Januar 2018 sind die SARah-Bodenanlagen ope‑ rativ und haben bereits den Betrieb der SAR-Lupe-Satelliten übernommen. Als Teil der Beauftragung der Satellitenkom‑ munikationsmission Heinrich Hertz wurde ein weiteres Bo‑ densegment bei OHB bestellt, das im Jahr 2021 den Betrieb aufnehmen wird.
Im Unternehmensbereich "Aerospace + Industrial Pro‑ ducts" zeichnet sich die Geschäftstätigkeit im Wesentlichen durch langfristig angelegte Projekte aus. Durch den Auftragsbestand von EUR 168 Mio. (31. Dezember 2018) ergibt sich zusammen mit weiteren bereits beschlossenen, aber noch nicht im Einzelnen beauftragten Projekten Pla‑ nungssicherheit.
KONZERNLAGEBERICHT WIRTSCHAFTSBERICHT
Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2018 wurden sechs Ariane--5-Trägerraketen gestartet. Die planmäßige Produktion und Auslieferung von vier Flugsätzen durch die MT Aerospace AG führte erwartungsgemäß zu einer reduzierten Auslastung. Zum Ende des Jahres wurde die letzte Beauftragung für diese Rakete von zehn auf acht Flugsätze reduziert. Der Erststart der neu entwickelten Trägerrakete Ariane 6 ist für das Jahr 2020 geplant. Mit der Neuentwicklung dieses Laun‑ chers soll das Ariane-Trägersystem technisch weiterent‑ wickelt und auch in Zukunft auf dem Weltmarkt konkurrenz‑ fähig betrieben werden können. Die MT Aerospace AG ist mit etwa 50% des deutschen Anteils von insgesamt 23% an der Ariane-6-Entwicklung und -Produktion gut positioniert. Die Gesellschaft ist systemverantwortlich für metallische Strukturbauteile und Tanks. Darüber hinaus wird sie ca. 40% der Zentralstufenstruktur im Bereich des Vulcaintriebwerks liefern. Auf Basis des Beschlusses der ESA-Ministerrats‑ konferenz vom Dezember 2014 wurde mit dem Unternehmen ArianeGroup SAS im ersten Halbjahr 2018 eine Vertragser‑ gänzung zum Entwicklungsvertrag des Ariane-6-Trägers mit einem Budget von mittlerweile insgesamt EUR 171 Mio. inklusive Änderungen geschlossen. Der Vertrag umfasst die Komponenten der Tanks der Oberstufe und der Zentralstu‑ fe sowie die metallischen Strukturen und die Hauptkompo‑ nenten der Zentralstufenstruktur des Vulcaintriebwerks. Ein wichtiger Meilenstein wurde mit der endgültigen Design--Überprüfung (CDR) im November 2018 erreicht. Aufgrund zahlreicher Änderungen des Kunden wird die Verifikation dieses CDR zur Fixierung der generischen Ariane-6--Konfiguration erst Mitte des Jahres 2019 stattfinden. Die Konfigurationen für die ersten beiden Flugmodelle werden
auf Basis dieser generischen Konfiguration zum Flug freige‑ geben. Parallel haben die Verhandlungen für den Ariane-6--Serienvertrag begonnen, die aufgrund umfangreicher Neu‑ erungen voraussichtlich bis zum Ende des ersten Quartals 2019 andauern werden. Die Neubau- und Umbauarbeiten an den Produktionshallen in Augsburg und Bremen sind abge‑ schlossen. Während des ersten Quartals 2018 wurde die Fertigung von Haupt- und Oberstufentanks sowie von Struk‑ turbauteilen der Ariane 6 mit den neuen Maschinen aufge‑ nommen. Anfang des Jahres 2018 haben die zuständigen Gremien der ESA die Einstellung der Aktivitäten zur zweiten Ariane 6 P120C-Boosterlinie beschlossen. Damit war ein Transfer der verbleibenden Budgets zu dem Entwicklungs‑ programm FLPP (Entwicklung einer Composite-Oberstufe) verbunden. Die letzten Aktivitäten für den Ariane 6 P120C--Booster-Entwicklungsvertrag wurden Ende des Jahres 2018 abgeschlossen. Parallel wurden erste ESA-FLPP-Projekte gestartet, um Untersuchungen zu Teilaspekten einer zu‑ künftigen Ariane-6-Oberstufe aus Composite-Material zu initiieren. Für Ariane-6-Bodenanlagen in Kourou, Franzö‑ sisch-Guayana, wickelt die MT Aerospace AG zusammen mit der Konzerntochter MT Mechatronics GmbH (MTM) den von der französischen Raumfahrtbehörde CNES im Jahr 2016 erhaltenen Auftrag für das Los Mechanik über EUR 23 Mio. ab, der sich über Nachträge auf EUR 31 Mio. erhöht hat. Die Übergabe an CNES und ESA ist für das zweite Quartal 2019 geplant. Die MTM erhielt außerdem mehrere Aufträge für die Erstellung des Designs sowie für Consulting-Leistun‑ gen für das weltweit größte vollbewegliche Radioteleskop mit 110 m Durchmesser vom Xinjiang Astronomical Observatory China. Für das Heinrich-Hertz-Programm
FOKUS ERDE
wird das Unternehmen mehrere Antennen für Satelliten‑ bodenstationen liefern. Ein Studienauftrag von der ESA für eine Hybrid-Satellitenkommunikationsantenne, die sowohl im optischen Bereich als auch mit konventionellen Frequenz‑ bändern betrieben wird, erschließt neue Marktpotenziale für die Gesellschaft.
Im Bereich Luftfahrt verlief das Seriengeschäft der Pro‑ duktion von Frischwassertanks für die Airbus-Muster A320/A330 planmäßig in Bezug auf Zeit und Qualität. Vor‑ übergehende Probleme durch einen Lieferantenausfall bei A350- und A330-Tanks wurden vor Jahresende kompensiert. Generell sieht sich der Bereich Luftfahrttanks einem ver‑ schärften Wettbewerbsdruck ausgesetzt, dem mit Effizienz‑ steigerungsprogrammen begegnet wird. Gleichzeitig wer‑ den neue Marktsegmente (insbesondere Satellitentanks) verstärkt bearbeitet.
Die OHB Logistic Solutions GmbH beliefert weiterhin planmäßig einen großen deutschen Automobilzulieferer mit visioboxx Container-Tracking-Geräten.
Zum 31. Dezember 2018 hat die OHB SE die TeleConsult Austria GmbH (TCA) in Graz übernommen. TCA ist mit 16 Mitarbeitern spezialisiert auf Softwarelösungen im Na‑ vigationsbereich und ergänzt damit das Portfolio anderer Tochterunternehmen in diesem Bereich.
Die Gesamtleistung des OHB-Konzerns erhöhte sich im Geschäftsjahr 2018 um EUR 140,7 Mio. bzw. 16 % auf EUR 1.000,4 Mio. gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Umsatz des Konzerns erreichte EUR 976,6 Mio. (Vorjahr: EUR 825,9 Mio.), im Wesentlichen infolge des weiteren Hochlaufs von Satellitensystemaufträgen sowie der zeit‑ lich parallelen Aktivitäten Produktion für Ariane 5 und Entwicklung der Ariane 6. Die unkonsolidierte Gesamt‑ leistung k SIEHE GRAFIK [ 06 ] im Unternehmensbereich "Space Systems" betrug im Geschäftsjahr 2018 EUR 809,5 Mio. (Vorjahr: EUR 661,3 Mio.). Der unkonso‑ lidierte Umsatz erhöhte sich um 24 % deutlich auf EUR 788,9 Mio. (Vorjahr: EUR 635,3 Mio.). Die unkon‑ solidierte Gesamtleistung des Unternehmensbereichs "Aerospace + Industrial Products" lag im Geschäftsjahr 2018 mit EUR 197,6 Mio. um 7% unter dem Vorjahresniveau. Der unkonsolidierte Umsatz verringerte sich von EUR 203,9 Mio. im Vorjahr auf EUR 194,3 Mio. Im Konzern machte sich die um 349 auf 2.769 erhöhte Mitarbeiterzahl im Personalaufwand bemerkbar, der um 15,1% angestiegen ist. Korrespondierend zum Anstieg der Gesamtleistung haben sich insbesondere die Aufwendungen für bezogene Leistungen im Materialaufwand im Vergleich zum Vorjahr um 25,6% erhöht. Die sonstigen betrieblichen Aufwendun‑ gen sind um 4,0% gestiegen.
Der Auftragsbestand k SIEHE GRAFIK [ 07 ] des OHB--Konzerns lag zum Bilanzstichtag mit EUR 2.399 Mio. ge‑ ring unter dem Wert des Vorjahres (EUR 2.439 Mio.). Davon entfallen auf den Unternehmensbereich "Space Systems"
[ 0 9 ] ENTWICKLUNG DES EBIT 2011−2018
EUR 2.231,0 Mio. (Vorjahr: EUR 2.198,1 Mio.), u. a. resultie‑ rend aus Auftragseingängen für eine Wissenschaftsmis‑ sion, einen Erdbeobachtungssatelliten und der Beteiligung an einer Explorations-Mission. Der Auftragsbestand im Bereich "Aerospace + Industrial Products" betrug zum Bilanzstichtag EUR 167,7 Mio. (Vorjahr: EUR 240,7 Mio.).
Im Berichtszeitraum erzielte der OHB-Konzern ein EBITDA k SIEHE GRAFIK [ 08 ] von EUR 65,0 Mio. (Vorjahr: EUR 58,8 Mio.) und ein EBIT k SIEHE GRAFIK [ 09 ] von EUR 47,8 Mio. (Vorjahr: EUR 44,2 Mio.). Der Gewinn nach Steuern und Fremdanteilen lag im Berichtsjahr bei EUR 25,0 Mio. (Vorjahr: EUR 23,4 Mio.). Das Ergebnis pro Aktie erreichte im Geschäftsjahr 2018 EUR 1,44 nach EUR 1,34 im Jahr 2017. Vor Konsolidierung erhöhte sich das EBIT im Unternehmensbereich "Space Systems" k SIEHE GRAFIK [ 10 ] wesentlich von EUR 24,1 Mio. im Vorjahr auf EUR 32,6 Mio., u. a. aufgrund der Abarbeitung des außergewöhnlich hohen Auftragsbestands. Die Ent‑ wicklung der Satellitenplattform SmallGEO für Kommu‑ nikationsanwendungen, die als neue Produktlinie bereits als Basis für verschiedene Satellitenprogramme dient, führte in diesem Geschäftsbereich in den letzten Jahren zu einem weiterhin hohen Niveau der aktivierten Eigen‑ leistungen, diese betrugen im Berichtsjahr im Konzern EUR 16,7 Mio. (Vorjahr: EUR 20,2 Mio.). Im Unternehmens‑ bereich "Aerospace + Industrial Products" war ein Rück‑ gang des EBIT von EUR 20,2 Mio. auf EUR 15,7 Mio. zu verzeichnen. Der OHB-Konzern weist im Jahr 2018 ein Finanzergebnis von EUR −3,7 Mio. (Vorjahr: EUR −2,0 Mio.) aus. Die darin enthaltenen Finanzaufwendungen in Höhe von EUR 5,6 Mio. (Vorjahr: EUR 5,2 Mio.) bestehen im
Wesentlichen aus den Zinsaufwendungen für Pensionsrück‑ stellungen in Höhe von EUR 2,0 Mio. (Vorjahr: EUR 1,8 Mio.) sowie Fremdkapitalzinsen in Höhe von EUR 3,0 Mio. (Vorjahr: EUR 3,0 Mio.). Der HGB-Einzelabschluss der OHB SE weist für das Geschäftsjahr 2018 einen Bilanzgewinn in Höhe von EUR 11,5 Mio. aus. Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung eine Dividende in Höhe von EUR 0,43 für das Geschäftsjahr 2018 vorschlagen. Der Vorstand bewertet das abgelaufene Geschäftsjahr als insgesamt erfolgreich.
Die Bilanzsumme k SIEHE GRAFIK [ 1 1 ] des OHB-Konzerns hat sich im Berichtszeitraum von EUR 719,7 Mio. auf EUR 753,6 Mio. erhöht. Aufgrund der Ablösung der bisherigen Rechnungslegungsstandards IAS 11 (Fertigungsaufträge) und IAS 18 (Umsatzerlöse) durch die neuen Bestimmungen
nach IFRS 15 (Erlöse aus Verträgen mit Kunden) ab dem 1. Januar 2018 verringerte sich das Eigenkapital gegenüber dem Vorjahr um EUR 7,3 Mio. und betrug zum 31. Dezember 2018 EUR 200,0 Mio. (Vorjahr: EUR 207,3 Mio.), sodass die Eigenkapitalquote 26,5% erreichte (Vorjahr: 28,8%). Die In‑ vestitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachan‑ lagen im Konzern betrugen im Jahr 2018 EUR 38,4 Mio. (Vorjahr: EUR 44,6 Mio.). Auf den Geschäftsbereich Space Systems entfallen EUR 23,4 Mio. (Vorjahr: EUR 23,3 Mio.), einen wesentlichen Teilbetrag in Höhe von EUR 16,6 Mio. stellen die aktivierten Eigenleistungen, im Wesentlichen für Telekommunikationsplattformen, dar. Auf den Geschäftsbe‑ reich Aerospace + Industrial Products entfallen EUR 12,9 Mio. (Vorjahr: EUR 21,3 Mio.), ein wesentlicher Teilbetrag wurde in Produktionskapazitäten für Komponenten für Träger‑ raketen investiert. Für das Folgejahr wird ein Rückgang der Investitionen auf circa EUR 30 Mio. erwartet aufgrund der Fertigstellung der Erweiterung von Produktionskapazitäten im Bereich Aerospace + Industrial Products und aufgrund eines Rückgangs der aktivierten Eigenleistungen im Bereich Space Systems. Das Vorratsvermögen erhöhte sich von EUR 48,8 Mio. auf EUR 50,2 Mio. Die liquiden Mittel inklu‑ sive der Wertpapiere betrugen zum Bilanzstichtag 31. De‑ zember 2018 EUR 48,7 Mio. gegenüber EUR 59,0 Mio. im Vorjahr. Eine detaillierte Darstellung des Cashflows findet sich im Konzernabschluss in der Kapitalflussrechnung. Der im Wesentlichen durch das positive Konzernergebnis be‑ gründete operative Cashflow lag mit EUR 60,2 Mio. deutlich im positiven Bereich und konnte sowohl zur Deckung der Investitionen als auch zur Dividendenausschüttung heran‑ gezogen werden. Die Pensionsrückstellungen in Höhe von EUR 99,6 Mio. zum Ende des Geschäftsjahres 2018 stellen
weiterhin eine wesentliche Position auf der Passivseite dar. Die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten haben sich zum Bilanzstichtag von EUR 63,9 Mio. auf EUR 25,4 Mio. reduziert. Diese Verbindlichkeiten gehen weiterhin auf die Inanspruch‑ nahme eines Teils des seit Dezember 2013 laufenden Kredit‑ rahmenvertrags zurück. Dieser wurde im Mai 2016 ergänzt und danach um insgesamt zwei Jahre bis 2023 verlängert, das ursprüngliche Volumen von EUR 250 Mio. wurde auf EUR 225 Mio. angepasst, hierdurch können entstehende Finanzierungsbedarfe weiterhin kostengünstig gedeckt werden. Der Kreditvertrag steht im Zusammenhang mit dem zeitlichen Auseinanderfallen der erbrachten Leistun‑ gen der langfristigen Projekte und den entsprechenden Zahlungsplänen für diese Projekte. Außerdem wurde im März 2017 ein langfristiger Kredit der Europäischen Inves‑ titionsbank, Luxemburg, in Höhe von EUR 30 Mio. zur Finan‑ zierung des Projekts Electra bei der OHB System AG in Anspruch genommen. Die Kreditverträge sind nicht besi‑ chert, es bestehen drei Covenants, die im Geschäftsjahr eingehalten wurden. Die Summe der Bilanzpositionen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertrags‑ vermögenswerte in Höhe von EUR 348,1 Mio. hat sich ge‑ genüber dem entsprechenden Bilanzposten des Vorjahres erhöht (EUR 328,2 Mio.). Die Verbindlichkeiten aus Liefe‑ rungen und Leistungen betragen zum Stichtag EUR 177,0 Mio. und haben sich damit gegenüber dem Vorjahreswert in Höhe von EUR 83,1 Mio. abrechnungsbedingt stark erhöht. Die Summe der Bilanzpositionen Vertragsverbindlichkeiten und kurzfristige erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen in Höhe von EUR 100,4 Mio. hat sich gegenüber dem entspre‑ chenden Bilanzposten des Vorjahres projektstatusbedingt reduziert (EUR 139,8 Mio.). Das zyklische Projektgeschäft
WIRTSCHAFTSBERICHT
PROGNOSE-, RISIKO- UND CHANCENBERICHT
in der Raumfahrt erfordert flexible Finanzierungsstruktu‑ ren. Die Gesellschaft verfolgt das Ziel einer Sicherung des unregelmäßigen Liquiditätsbedarfs für die Deckung des Umlaufvermögens durch entsprechende Finanzierungs‑ verträge, die eine jederzeit verfügbare Nutzung ermögli‑ chen. Vor dem Hintergrund dieser Zielsetzung wird die Vermögens- und Finanzlage vom Vorstand der OHB SE als insgesamt solide bewertet.
Die OHB SE verzeichnete im Jahr 2018 mit insgesamt 349 neuen Mitarbeitern k SIEHE GRAFIK [ 12 ] den stärksten Belegschaftszuwachs ihrer bisherigen Geschichte. Wiede‑ rum war der Bereich Space Systems mit 250 zusätzlichen Mitarbeitern der stärkste Bedarfsträger.
Damit waren im Geschäftsjahr 2018 insgesamt 2.769 Mit‑ arbeiter im Konzern tätig, davon 2.205 im Inland und 564 im Ausland k SIEHE GRAFIK [ 13 ]. Dass trotz eines zuneh‑ mend angespannten Ingenieursmarktes die genannte Neu‑ beschäftigungsquote erreicht werden konnte, unterstreicht die Effizienz der zugrunde liegenden vielfältigen Personal‑ marketingmaßnahmen. Der für ein europäisches Raum‑ fahrtunternehmen vorteilhafte hohe Prozentsatz an aus‑ ländischen Arbeitnehmern konnte im Rahmen des Arbeitsplatzaufwuchses auf rund 25% gesteigert werden. Das Durchschnittsalter der Belegschaft senkte sich auf 42,3 Jahre. Der seit November 2015 installierte Regeldialog der Arbeitnehmervertreter der OHB SE fand im Rahmen von zwei planmäßigen Sitzungen in Bremen sowie in Stock‑ holm statt.
Im Unternehmensbereich "Space Systems" liegen für das Jahr 2019 und die Folgejahre die Schwerpunkte in der weiteren erfolgreichen Umsetzung der Projekte Galileo, EDRS-C, Electra, Meteosat Third Generation, EnMAP, PRISMA, SARah, Heinrich Hertz, dem elektro-optischen Satellitensystem sowie PLATO. Zu den Themengebieten der ESA-Erdbeob‑ achtungs- und Explorationsmissionen werden derzeit zahl‑ reiche Machbarkeitsstudien durchgeführt. Schwerpunkte
bilden dabei die zukünftigen Sentinel-Erdbeobachtungs‑ missionen, an denen insbesondere die OHB System AG mit Studienaufträgen beteiligt ist. Hinzu kommen Aktivitäten und Studien in den Bereichen Weltraumüberwachung, Asteroi‑ denabwehr, Weiterführung der ISS und deren Nachfolgepro‑ gramme. Je nach Programm sind hier OHB-Gesellschaften als Haupt- oder Unterauftragnehmer aktiv. Die OHB Italia S.p.A. will im Rahmen der nationalen italienischen Program‑ me ihre Rolle als zweiter Anbieter in Italien für Satellitenmis‑ sionen sowohl im Bereich der wissenschaftlichen Forschung als auch bei der Fernerkundung konsequent weiter aus‑ bauen. Durch die budgetären Planungen der Europäischen Kommission, der ESA und der nationalen Raumfahrt‑ programme in Deutschland, Italien sowie den weiteren OHB-Sitzländern sind weitgehend stabile Rahmenbedingun‑ gen und ausreichende Planungssicherheit gegeben. Mit den laufenden und avisierten Projekten und Programmen ist die OHB SE im Geschäftsbereich Raumfahrtsysteme bestens gerüstet, das erreichte Niveau nachhaltig zu sichern und weiteres Wachstum vorzubereiten.
Im Bereich der Trägerkomponenten sichert der vorhandene Auftragsbestand für die Produktion und Lieferung von Ariane-5-Komponenten den wesentlichen Umsatz im Ge‑ schäftsjahr 2019. Das bestehende Kostenoptimierungspro‑ gramm zeigt nun zum Ende des Ariane-5-Programms Wirkung und wird mit Fokus auf die anlaufende Serien‑ fertigung der Trägerrakete Ariane 6 verstärkt fortgeführt werden. Die Entwicklung von Trägerkomponenten wird durch den Hochlauf des Ariane-6-Entwicklungs- und Pro‑ duktionsprogramms gekennzeichnet bleiben. Die Abnahme und Qualifikation der bereits für Ariane 6 ausgelegten Fertigungseinrichtungen wurde im Jahr 2017 gestartet und wird bis zur endgültigen Einstellung der Ariane-5-Produk‑ tion andauern. Für die Weiterentwicklung des Geschäfts im Bereich Luftfahrtkomponenten ist ein intensiverer Einstieg in weitere Marktsegmente nötig und zeigt erste Erfolge. Die MT Mechatronics GmbH hat im Kerngeschäft (Antennen und Bodenanlagen) weiterhin weltweit gute Geschäftspotenziale und baut ihr Geschäft weiter aus. Das Portfolio wurde mit der Entwicklung einer neuen Produktlinie von Hochenergie--Computertomographie-Anlagen erweitert. Die neue Techno‑ logie ermöglicht zum Beispiel das Röntgen kompletter Pkw, Lkw, Container etc. mit hochauflösenden 3D-Bildern. Erste Aufträge für Gesamtsysteme unter der Führung von MT Mechatronics werden in 2019 erwartet.
Für das Geschäftsjahr 2019 erwartet der Vorstand aufgrund des hohen Auftragsbestands zum Ende des Geschäftsjahres 2018 eine konsolidierte Gesamtleistung des OHB-Konzerns in Höhe von EUR 1,05 Mrd. Die operativen Ergebnisgrößen EBITDA und EBIT sollen im Geschäftsjahr 2019 EUR 80 Mio. bzw. EUR 50 Mio. betragen. Aufgrund der erstmaligen Anwendung des neuen Rechnungslegungsstandards IFRS 16 ergeben sich positive Auswirkungen auf die Kennzahl EBITDA, die in Höhe von ungefähr EUR 10 Mio. angenommen werden und entsprechend berücksichtigt wurden. Eine wichtige nicht finanzielle Kennzahl ist die Fluktuationsrate, hier wird eine Zielgröße von unter 5% angestrebt. Der Vorstand weist bezüglich der zukunftsbezogenen Aussagen darauf hin, dass die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den Erwartun‑ gen über die voraussichtliche Entwicklung abweichen können.
Zur nachhaltigen Sicherung des Geschäftserfolgs über‑ wacht der Vorstand der OHB SE ständig die Betriebs-, Marktund Finanzrisiken des OHB-Konzerns. Der Vorstand, unter‑ stützt durch die Stabsabteilungen, beobachtet und analysiert kontinuierlich die Entwicklungen der Branchen, der Märkte und der Gesamtwirtschaft. Das Risikomanagementsystem der OHB SE steuert in diesem Zusammenhang die Unsicher‑ heiten, denen die Unternehmen der Unternehmensgruppe ausgesetzt sind, indem systematisch und regelmäßig Ge‑ fahren und Chancen identifiziert und bewertet und, wenn notwendig, geeignete (Gegen-)Maßnahmen festgelegt und implementiert werden. Dies umfasst sowohl betriebliche Risiken als auch projektspezifische bzw. technische Risiken, wobei insbesondere Produkt- und Qualitätssicherung eine stetige Überwachung der Design-, Bau- und Integrations‑ aktivitäten sowie der Zulieferungen von Vorlieferanten vor‑ nehmen.
Zusätzlich zur oben aufgeführten systematischen Identifi‑ kation, Bewertung und Steuerung von Risiken liefert ein detailliertes monatliches Berichtswesen für die Auftragsund Kostenkontrolle wichtige Informationen zur Risiko‑ gesamtbewertung. Das Berichtswesen umfasst auch alle Akquisitions- sowie Forschungs- und Entwicklungsaktivi‑ täten und gibt frühzeitig Hinweise auf potenzielle Chancen und Gefahren. Die Tochterunternehmen berichten an die OHB SE im Rahmen des standardisierten monatlichen bzw. quartalsweisen Berichtswesens über alle unternehmensre‑ levanten Vorgänge sowie explizit über die unternehmens‑ relevanten Chancen und Risiken. In den unterschiedlichen
Tochterunternehmen werden verschiedene Softwaresys‑ teme unterstützend für das Berichtswesen eingesetzt, z.B. SAP oder Business Intelligence-Lösungen. Im Rahmen der Geschäftstätigkeit der OHB SE betrachten wir die nachfol‑ genden Risikobereiche als relevant.
Im Unternehmensbereich "Space Systems" wird vornehm‑ lich für die öffentliche Hand gearbeitet. Es besteht eine Abhängigkeit der Auftragseingänge von den Budgets der öffentlichen Auftraggeber (im Wesentlichen Europäische Kommission, Europäische Weltraumorganisation ESA, nationale Ministerien, wie beispielsweise in Deutschland die Bundesministerien für Wirtschaft, Verteidigung und Verkehr sowie die nationalen Raumfahrtagenturen). Diese Situation ist für die OHB SE aber aufgrund ihrer besonderen Position als deutsches und europäisches Systemhaus für Raum‑ fahrttechnologie mit Fokus auf den Sicherheitsbereich positiv zu bewerten.
Weiteres signifikantes Wachstum ist hier nur in den Grenzen dieses Marktes möglich, darüber hinaus sind Möglichkeiten vorrangig im kommerziellen und Exportmarkt zu finden. Dieses Segment wird seit einigen Jahren intensiv beobach‑ tet und analysiert und erste Aktivitäten in dieser Richtung sind in den Vorbereitungen. Der Fokus liegt dabei auf Pro‑ jekten aus den Bereichen Telekommunikationssatelliten sowie Radarsatelliten und elektro-optische Satelliten zur Erdbeobachtung. Aufgrund des hohen Auftragsbestands und der damit verbundenen hohen Auslastung von beste‑ henden Kapazitäten hat die Gesellschaft den Markteintritt in diesem derzeitig preis-kompetitiven Segment bisher nicht mit oberster Priorität vorangetrieben.
Im Unternehmensbereich "Aerospace + Industrial Products" besteht im Bereich für Trägerraketen eine Herausforderung für den lange Zeit marktbeherrschenden Anbieter Ariane‑ Group, den wichtigsten Auftraggeber für OHB, durch US-amerikanische Konkurrenz. Insbesondere SpaceX hat sich durch erfolgreiche Starts einen festen Platz im Markt für kommerzielle Satellitenstarts gesichert und strebt eine Kosten- und Preisführerschaft an. Bei mechatronischen Systemen für Antennen und Teleskope liegt ein Risiko in der starken Abhängigkeit vom weltweiten Markt für wissen‑ schaftliche Radio- und optische Teleskope, der von Jahr zu Jahr sehr stark schwankend ist. Im Luftfahrtbereich besteht die Möglichkeit eines Verlusts von Marktanteilen gegen auf‑ kommende Konkurrenz.
Im Unternehmensbereich "Space Systems" bestehen Risi‑ ken in der termingerechten Fertigstellung der laufenden Programme insbesondere in der Rolle als Hauptauftrag‑ nehmer mit der Gesamtverantwortung für im Unterauftrag vergebene Arbeiten innerhalb der vorgesehenen Zeitpläne und der vertraglich vereinbarten Preise. Es wurden im Geschäftsjahr 2018 Vorleistungen für die Entwicklung stra‑ tegisch wichtiger Produktsegmente erbracht. Die Amorti‑ sation dieser Vorleistungen muss durch Akquisition ent‑ sprechender Anwendungen sichergestellt werden. Um ferner das hohe Niveau des Auftragsbestands zu sichern, sind mittelfristig Auftragseingänge in der Größenordnung der jeweiligen Gesamtleistung erforderlich, während kurzfristig auch ein geringer Rückgang in Kauf genommen werden kann, ohne die Geschäftsaussichten negativ zu beeinflussen.
Im Unternehmensbereich "Aerospace + Industrial Products" ist eine starke Abhängigkeit von weiterhin erfolgreichen Starts der Ariane 5 und dem erfolgreichen Markteintritt der Ariane 6 sowie der Umsetzung der Kostensenkungsinitia‑ tiven durch neue Fertigungstechnologien und -prozesse im Ariane-Programm gegeben.
Die Gesellschaft optimiert die Verfügbarkeiten in der Lie‑ ferkette fortlaufend durch die laufende Beobachtung des Beschaffungsmarktes und insbesondere durch die kontinu‑ ierliche Überprüfung der Entwicklungs- und Produktions‑ aktivitäten vor Ort, d.h. beim Lieferanten, über den verstärk‑ ten Einsatz der Beschaffungssicherung. Darüber hinaus werden die Aktivitäten hinsichtlich der Erschließung welt‑ weiter, alternativer Beschaffungsquellen verstärkt. Dabei sind kundenspezifische Restriktionen in einzelnen Projekten zu beachten, die eine freie Auswahl der Lieferanten ein‑ schränken. Im Unternehmensbereich "Space Systems" be‑ stehen bei der Beschaffung von Subsystemen im Bereich der Zulieferer vereinzelt Risiken, dazu gehören Zeitplan- und Entwicklungsrisiken. Diese möglichen Risiken werden be‑ reits durch einen intensiven Auswahlprozess der entspre‑ chenden Lieferanten minimiert.
Im Unternehmensbereich "Aerospace + Industrial Pro‑ ducts" bestehen bei der Beschaffung für die Ariane 6 durch späte Inputs vom Kunden Entwicklungsrisiken, die zu an‑ gespannten Zeitplänen bei den Lieferanten führen. Um diese Risiken zu minimieren, werden die Durchlauf- und Beschaffungszeiten genau definiert und nachgehalten, so‑ dass die Auswirkungen der Änderungen auf den Termin‑ plan rechtzeitig bekannt sind und gegebenenfalls mit dem
Kunden abgestimmt werden können. In einzelnen Dienst‑ leistungsgruppen (Galvanik, metallische Umformarbeiten) kann es aufgrund von Nischenkompetenzen bei einzelnen Anbietern zu Engpässen kommen, die durch langfristige Planungen und gezielte Second-Source-Strategien abge‑ mildert werden.
Das Risikomanagementsystem im Rahmen der Angebots‑ kalkulation und des laufenden Projektmanagements be‑ inhaltet ein regelmäßiges Reporting in abgestufter Form an die Projektleiter und die Geschäftsleitungen der operativen Unternehmen sowie an die OHB SE. Alle Projekte sind hier‑ bei in einen ständigen Controlling- und Monitoringprozess eingebunden, wobei Projekte ab einer bestimmten Größe zusätzlich regelmäßigen Reviews der zuständigen Ge‑ schäftsleitungen unterliegen, in denen besonders techni‑ sche Performance, Zeitplaneinhaltung, Kosten- und Budget‑ einhaltung sowie Projektrisikobewertung überwacht und gesteuert werden. Aufgrund der Systematik unseres Ge‑ schäftsmodells bestehen naturgemäß Risiken hinsichtlich der Einhaltung von Zeitplänen und Entwicklungsrisiken, die zu erheblichen Projektverzügen und Kosten führen können.
Im kontinuierlichen Prozess der Weiterentwicklung der In‑ formationsdienste und -systeme konnte der bereits erreich‑ te Standard im Datenschutz und in der Datenqualität im Sinne von Vertraulichkeit, Verfügbarkeit und Integrität weiter erhöht werden. Die Gesellschaften des Konzerns moderni‑ sieren und erweitern seit einigen Jahren die Sicherheit ihrer Hard- und Softwarelösungen durch den Einsatz von Best-in-Class-Komponenten renommierter IT-Anbieter. Insbe‑ sondere wurde im Jahr 2018 die Netzwerkinfrastruktur am Schlüsselstandort Bremen nahezu komplett ausgetauscht und mit modernsten Komponenten vollständig redundant ausgeführt.
Die Optimierung der komplexen IT-Sicherheitsmechanis‑ men setzt gleichzeitig die Anpassung der IT-Verfahren und IT-Prozesse voraus, um Bedrohungen durch externe An‑ griffe und innere Gefährdungen kontinuierlich zu reduzie‑ ren. Aus diesem Grund arbeitet die IT an umfassenden Sicherheitslösungen, u.a. zweistufige Sicherheitsgateways (Next-Generation Firewalls), Endpoint Protection-Szenarien, komplexe Segmentierung der Firmennetzwerke, Software‑ lösungen gegen ZETA (Zero Day Exploit Attacks), Analyse ein- und ausgehender Daten und viele weitere Themen, um die Datenintegrität zu gewährleisten sowie den Schutz und
die Vertraulichkeit der Daten und damit das Know-how der Unternehmen zu schützen.
Hinsichtlich der Konsistenz der in den Unternehmenspro‑ zessen eingesetzten Daten wird durch die Einführung von an die unterschiedlichen Geschäftsmodelle der verschiede‑ nen Konzernunternehmen angepassten Product Data Management (PDM-)Systemen ein neuer Standard gesetzt.
Die Lieferungen und Leistungen werden vorwiegend in Euro fakturiert. Fremdwährungsgeschäfte im Dollar--Raum können zu Währungsverlusten bzw. -gewinnen füh‑ ren. Im Bereich Aerospace + Industrial Products wird der Auftrags- und Forderungsbestand in US-Dollar grund‑ sätzlich durch Devisentermingeschäfte gesichert. Bei den Wertpapieren handelt es sich um langfristige Investitionen mit überschaubaren Risiken. Der Bedarf an Working Capital kann durch erhaltene Anzahlungen für erbrachte Teilleistungen deutlich reduziert werden, dies kann aber nicht in allen Projektphasen kontinuierlich erreicht werden und führt daher zu stark ungleichmäßigen Liquiditätsver‑ läufen. Zur Vermeidung von Liquiditätsrisiken wurde der im Dezember 2013 abgeschlossene Kreditrahmenvertrag mit einem Konsortium aus sieben Großbanken im Mai 2016 ergänzt und im Mai 2018 bis 2023 verlängert. Darüber hin‑ aus wurde eine ergänzende Kreditvereinbarung mit der Europäischen Investitionsbank EIB (Luxemburg) mit einer Laufzeit bis 2024 im Geschäftsjahr 2017 in Anspruch ge‑ nommen. In Bezug auf die Pensionsrückstellungen erwar‑ ten wir für die nächste Periode keine signifikanten weiteren Veränderungen des Zinssatzes.
Zentrales Risiko auf der Personalseite bleibt die zeitnahe und den Qualifikationserfordernissen gerecht werdende Gewinnung neuer Mitarbeiter, primär mit Ingenieursqua‑ lifikation. Um diesem entgegenzuwirken, wurden auf Basis von Pilotprojekten gewonnene Erfahrungen in nunmehr auf breiter Front standardisierte Beschaffungs- und Qualifizie‑ rungsmaßnahmen lanciert. Insbesondere das Angebot an dualen Ausbildungsgängen für unterschiedliche Ingenieurs‑ profile sowie erweiterte Traineeprogramme, auch für Mit‑ arbeiter von Auslandstöchtern, helfen, die Gefahr von Eng‑ passrisiken in den Schlüsselprogrammen zu reduzieren.
Im Geschäftsjahr 2018 bestanden für den OHB-Konzern im Wesentlichen die beschriebenen Risiken. Im Hinblick auf die für die Gesellschaft relevantesten Bereiche Marktentwicklung und Geschäftsaussichten, den Auftrags‑ bestand und die Finanzlage schätzt der Vorstand die zukünf‑ tigen Risiken als beherrschbar ein. Risiken, die den Fort‑ bestand des Unternehmens gefährden könnten, sind derzeit nicht erkennbar.
Der Raumfahrtmarkt bietet mit kontinuierlich neu dazukom‑ menden Anwendungsmöglichkeiten den OHB-Gesellschaf‑ ten beider Geschäftsbereiche ein prosperierendes Wachs‑ tumsfeld. Die systematische Beobachtung aller relevanten Ausschreibungen auf europäischer sowie auf nationaler Ebene eröffnet den OHB-Unternehmen die Chance zur Teil‑ nahme an nahezu allen relevanten Ausschreibungen in Europa. Durch die europaweite Aufstellung der OHB mit starken nationalen Einzelgesellschaften, die sich jeweils auf ausgewählte Technologien und Anwendungen in der Raum‑ fahrt fokussiert haben, bestehen neben den europaweiten Ausschreibungen von Großprojekten zusätzliche Chancen auf Raumfahrtaufträge, die nach dem Prinzip des geografi‑ schen Rückflusses durch die ESA an Unternehmen in ihren Mitgliedstaaten vergeben werden. In den entsprechenden Ländern eröffnen sich für die nationalen Einzelgesellschaf‑ ten des Konzerns weitere Chancen, Aufträge und Projekte der jeweils nationalen Raumfahrtbehörden zu gewinnen. Die hohe Spezialisierung der einzelnen Gesellschaften inner‑ halb des OHB-Konzerns führt bei der Ausschreibung von Großprojekten der ESA in der Regel dazu, dass Gesell‑ schaften der OHB SE entweder als Projektführer oder als Subunternehmer des Projektführers an diesen Projekten partizipieren. Das spezifische Raumfahrt-Know-how der Gesellschaften basiert einerseits auf der langjährigen Erfahrung der handelnden Personen im Konzern und ande‑ rerseits auf der Forschung und Entwicklung in diesem Bereich, durch die frühzeitig zukünftige Themenfelder und Entwicklungen in der Raumfahrt identifiziert und besetzt werden. Jüngste Studien (Quelle: EuroConsult) erwarten, dass im Zeitraum 2018–2027 mehr als zwei Drittel der Auf‑ träge für Satelliten aus zivilen oder militärischen öffent‑ lichen Budgets kommen werden, also dem Bereich, in dem OHB besonders stark positioniert ist. Der größte Einzel‑ markt wird hierbei die Erdbeobachtung sein, ebenfalls ein starkes Feld für die OHB-Gruppe. Das Wachstum zeichnet sich auch durch wachsende Budgets in Deutschland für die zivile und militärische Raumfahrt (Quelle: Bundeshaushalt) wie auch wachsende Budgets der ESA (Quelle: ESA) ab.
KONZERNLAGEBERICHT PROGNOSE-, RISIKO- UND CHANCENBERICHT
INTERNES KONTROLL- UND RISIKOMANAGEMENTSYSTEM
Megatrends wie Internet of Things, autonome Mobilität usw. unterstützen den Bedarf nach raumfahrtgestützten Lösun‑ gen. Daraus ergibt sich als weiterer Treiber neben den staatlichen Aufträgen und Entwicklungsprojekten die Kom‑ merzialisierung der Raumfahrt weltweit. Telekommuni‑ kation und die zunehmende Erforschung, Kartierung und Darstellung der Erde mit Mitteln und Technologien der Raumfahrt sind hierbei von entscheidender Bedeutung. OHB sieht auch gute Chancen, sich in dem entstehenden Markt der "New Space Economy" zu platzieren. Für notwendige Entwicklungen werden auch eigene Mittel zur Finanzierung eingesetzt, die in enger Koordination mit den Auftraggebern fokussiert werden. Analog zu den leistungswirtschaftlichen Risiken im Projektmanagement können sich aus diesem auch Chancen generieren, die aus einem konsequenten Claim Management basierend auf dem Projekt-Review-Pro‑ zess entstehen können.
Das Kontroll- und Risikomanagementsystem ist integraler Bestandteil der Geschäfts-, Planungs-, Rechnungslegungsund Kontrollprozesse und wesentlicher Bestandteil des Führungssystems der OHB SE und der Unternehmen des Konzerns. Das Risikomanagementsystem der OHB SE steu‑ ert Unsicherheiten, denen die Konzernunternehmen ausge‑ setzt sind, indem systematisch und regelmäßig Gefahren und Chancen identifiziert und bewertet und, wenn notwendig, geeignete (Gegen-)Maßnahmen festgelegt und implemen‑ tiert werden. Dies umfasst sowohl betriebliche Risiken als auch projektspezifische bzw. technische Risiken, wobei ins‑ besondere Produkt- und Qualitätssicherung eine stetige Überwachung der Design-, Bau- und Integrationsaktivitäten sowie der Zulieferungen von Vorlieferanten vornehmen.
Das monatliche bzw. quartalsweise Berichtswesen, das wesentlicher Bestandteil des Risikomanagements der OHB SE ist, wurde weiter verbessert. Im Rahmen des Berichtswesens werden konzernweit etablierte Controlling--Instrumente eingesetzt, unterstützt durch Business Intel‑ ligence-Software. Der Schwerpunkt wird insbesondere auf Soll-Ist-Vergleiche und Abweichungsanalysen gelegt. Bud‑ getierung, regelmäßige Forecasts und Reporting-Gesprä‑ che ergänzen das standardisierte Berichtswesen.
Den Prozess der Erstellung des Konzernabschlusses sichert die OHB SE durch verschiedene Maßnahmen ab. Dieses sind neben einem für alle Gesellschaften geltenden Bilan‑ zierungshandbuch regelmäßige Auswertungen der quar‑ talsweise bzw. monatlich zu berichtenden Reports und anlassbezogene Detailanalysen zu Sachverhalten und Entwicklungen sowohl bei den Tochterunternehmen als auch bezogen auf den Gesamtkonzern. Darüber hinaus un‑ terliegt sowohl der Konsolidierungsprozess als auch der Prozess der Erstellung von Konzernanhang und -lagebericht einem Review durch die Leitung des Finanzbereichs und den Vorstand. Hinsichtlich des Rechnungslegungsprozesses ist durch geeignete organisatorische Maßnahmen sicherge‑ stellt, dass das Vier-Augen-Prinzip lückenlos eingehalten wird. Zugriffsregelungen im Informationsmanagement--System gewährleisten ein hohes Maß an Datensicherheit. Diese und andere Maßnahmen unterliegen der regelmäßi‑ gen Prüfung durch die Interne Revision des Konzerns. Die Rechnungslegung entspricht zudem bei Tochtergesellschaf‑ ten mit öffentlichen Aufträgen den Anforderungen des öf‑ fentlichen Preisrechts.
Zur Minimierung finanzieller Risiken wird das Zahlungsver‑ halten der Kunden kontinuierlich beobachtet. Neben einem abgestuften Mahnwesen gehören regelmäßige Reports an die zuständigen Geschäftsleitungen zu den Steuerungsins‑ trumenten. Der Kundenkreis des OHB-Konzerns besteht zu einem großen Teil direkt oder indirekt aus öffentlichen Auf‑ traggebern. Das Forderungsausfallrisiko ist daher sehr gering. In den vergangenen Jahren gab es praktisch keine Forderungsausfälle. Die erhaltenen Anzahlungen resultie‑ ren aus Teilzahlungen, die im Rahmen der Projekte für Teil‑ leistungen erfolgen. Dadurch können Liquiditätsrisiken und der Bedarf an Working Capital minimiert werden.
Die Vergütung der Mitglieder des Vorstands setzt sich grundsätzlich aus erfolgsunabhängigen und erfolgsabhän‑ gigen Komponenten zusammen. In den Vorstandsverträgen (Laufzeit des Vertrags von Marco Fuchs bis 30. Juni 2021, Laufzeit des Vertrags von Dr. Fritz Merkle bis 30. Juni 2018, Laufzeit des Vertrags von Klaus Hofmann bis 31. Oktober 2023, Laufzeit des Vertrags von Kurt Melching vom 1. April 2018 bis 31. März 2023 (Dienstvertrag mit OHB System AG), Laufzeit des Vertrags von Dr. Lutz Bertling vom 1. April 2018 bis 31. März 2022) wird die variable Vergütung bei Marco Fuchs und Dr. Lutz Bertling durch eine prozentuale Erfolgs‑ beteiligung (%-Quote vom EBT) ermittelt. Bei Dr. Fritz Merkle, Klaus Hofmann und Kurt Melching bestand bzw. besteht die variable Vergütung aus einer Kombination aus vereinbarten persönlichen Zielen und dem Geschäftserfolg des Unternehmens. Aktienbasierte Vergütungsbestandteile mit langfristiger Anreizwirkung bestehen derzeit nur bei Herrn Dr. Lutz Bertling. Im Fall des Todes eines Vorstands‑ mitglieds erhalten die Hinterbliebenen Anspruch auf Wei‑ terzahlung der erfolgsunabhängigen Vergütung des Verstor‑ benen für sechs Monate.
Den Vorstandsmitgliedern Marco Fuchs, Dr. Fritz Merkle, Klaus Hofmann, Kurt Melching und Dr. Lutz Bertling wurde im Geschäftsjahr 2018 jeweils ein Firmenfahrzeug für die Vertragslaufzeit zur Verfügung gestellt. Die Bezüge der Vorstandsmitglieder setzen sich wie folgt zusammen: Insgesamt beliefen sich die festen Bezüge zuzüglich der Nebenleistungen wie Zuschüsse zur Kranken- und Renten‑ versicherung sowie die Bemessung der Kfz-Nutzung und die für konzerninterne Aufsichtstätigkeit erhaltene Vergü‑ tung im Jahr 2018 auf TEUR 1.482 (Vorjahr: TEUR 1.038). Die erwartete variable Vergütung beträgt TEUR 1.485. Für das Geschäftsjahr 2017 wurden im Geschäftsjahr 2018 variable Vergütungsbestandteile in Höhe von TEUR 1.022 ausbezahlt. Die Auszahlungen enthielten TEUR 33 für Marco Fuchs, TEUR 35 für Dr. Fritz Merkle und TEUR 23 für Ulrich Schulz über den bereits als variable Vergütung in 2017 zurückge‑ stellten Betrag hinaus. Marco Fuchs erhielt als feste Bezü‑ ge zuzüglich aller Nebenleistungen wie den Zuschüssen zur Krankenversicherung und Altersversorgung TEUR 365 (Vor‑ jahr: TEUR 347). Die variable Vergütung für das Geschäfts‑ jahr 2018 beträgt voraussichtlich TEUR 660 (Vorjahr: TEUR 600). Dr. Fritz Merkle erhielt als feste Bezüge ein‑ schließlich aller Nebenleistungen wie den Zuschüssen zur Krankenversicherung und Altersversorgung TEUR 174 (Vor‑ jahr: TEUR 266). Darüber hinaus erhält Dr. Fritz Merkle voraussichtlich als variable Vergütung für das Geschäftsjahr 2018 TEUR 100 (Vorjahr: TEUR 100).
Klaus Hofmann erhielt im Berichtsjahr feste Bezüge ein‑ schließlich aller Nebenleistungen wie den Zuschüssen zur Krankenversicherung und Altersversorgung in Höhe von TEUR 293 (Vorjahr: TEUR 292). Darüber hinaus erhält Klaus Hofmann voraussichtlich eine variable Vergütung für das Geschäftsjahr 2018 in Höhe von TEUR 130 (Vorjahr: TEUR 135). Herr Kurt Melching erhielt im Berichtsjahr (ab 1. April 2018) feste Bezüge einschließlich aller Nebenleis‑ tungen wie den Zuschüssen zur Krankenversicherung und Altersversorgung in Höhe von TEUR 192. Darüber hinaus erhält Herr Kurt Melching voraussichtlich als variable Vergütung für das Geschäftsjahr 2018 TEUR 100. Dr. Lutz Bertling erhielt im Berichtsjahr feste Bezüge zuzüglich aller Nebenleistungen wie den Zuschüssen zur Krankenversiche‑ rung und Altersversorgung in Höhe von TEUR 448 (davon TEUR 253 als laufende Vergütung und TEUR 195 als Einmal‑ zahlung nach Vertragsabschluss). Die variable Vergütung für das Geschäftsjahr 2018 beträgt voraussichtlich TEUR 495. Hierauf hat er eine Anzahlung von TEUR 49 erhalten. Eben‑ falls hat er eine Vorauszahlung von TEUR 146 erhalten, die auf zukünftige variable Vergütungen angerechnet werden. Darüber hinaus erhielt er im Geschäftsjahr 2018 eine Zusage mit langfristiger Anreizwirkung in Form einer jährlichen Zu‑ teilung von 12.500 Aktien der OHB SE für die Geschäftsjahre 2018 bis 2021 (beizulegender Zeitwert im Zeitpunkt der Ge‑ währung insgesamt TEUR 1.563). Die am 5. Juni 2018 über‑ tragenen bzw. jeweils am 1. April der nachfolgenden Jahre zu übertragenden Aktien sind pro rata temporis zurückzu‑ übertragen, sofern Herr Dr. Bertling vorzeitig aus dem Vor‑ stand ausscheidet, was durch Widerruf der Bestellung auch ohne wichtigen Grund vertraglich möglich ist.
Christa Fuchs erhielt von der OHB System AG Hinterbliebe‑ nenbezüge in Höhe von TEUR 22 für den im Jahr 2014 ver‑ storbenen Vorstand Prof. Manfred Fuchs.
Christa Fuchs erhielt als Vorsitzende des Aufsichtsrats (bis zum 31. März 2018) im Geschäftsjahr 2018 für das Geschäfts‑ jahr 2017 TEUR 30 (Vorjahr: TEUR 30), Robert Wethmar er‑ hielt TEUR 25 (Vorjahr: TEUR 20) und Prof. Heinz Stoewer erhielt TEUR 20 (Vorjahr: TEUR 20). Auf variable Vergütungs‑ bestandteile für Aufsichtsratsmitglieder wurde verzichtet. Für das Geschäftsjahr 2018 wurde eine Rückstellung in Höhe von TEUR 88 gebildet, darin sind auch die Pro-rata-Ansprü‑ che des im Juni 2018 in den Aufsichtsrat eingetretenen Ingo Kramer enthalten.
Gemäß einer Rahmenvereinbarung mit der Kanzlei Taylor Wessing, bei der Robert Wethmar Partner ist, wurde im vergangenen Geschäftsjahr im Zusammenhang mit Bera‑ tungsleistungen für Konzernunternehmen ein Honorar von insgesamt TEUR 198 berechnet.
§ 315A ABS. 1 HGB
Das Grundkapital betrug am Bilanzstichtag EUR 17.468.096,00, aufgeteilt in 17.468.096 nennwertlose Inhaber-Stammaktien.
Prof. Dott. Ing. h.c. Manfred Fuchs, Christa Fuchs und Marco Fuchs (gleichzeitig Gesellschafter der VOLPAIA Betei‑ ligungs-GmbH) und die VOLPAIA Beteiligungs-GmbH als Aktionäre der damaligen OHB Teledata AG haben am 20. De‑ zember 2001 eine Aktionärsvereinbarung (sogenannter Pooling-Vertrag) geschlossen, die hinsichtlich des beste‑ henden, wie auch künftigen, gebundenen Aktienbesitzes eine einvernehmliche Ausübung der Stimmrechte beinhaltet.
Am 4. Februar 2009 haben die Vertragsparteien des Pooling-Vertrags eine Ergänzungsvereinbarung abge‑ schlossen. Inhalt dieser Ergänzungsvereinbarung sind Veräußerungsbeschränkungen bezüglich der im Pooling--Vertrag gebundenen Aktien zwischen den Vertragsparteien. Am 10. Juli 2009 haben die Parteien eine Neufassung des Pooling-Vertrags vereinbart. Im Januar 2010 ist Romana Fuchs Mayrhofer diesem Pool beigetreten. Insgesamt wer‑ den 69,72% des Grundkapitals in dieser Aktionärsvereinba‑ rung erfasst. Durch den Tod von Prof. Manfred Fuchs im April 2014 ergab sich keine Änderung der Gesamtzahl der im Pool gebundenen Stimmrechte. Der Pooling-Vertrag zwischen Marco Fuchs, Romana Fuchs Mayrhofer, Christa Fuchs und der VOLPAIA Beteiligungs-GmbH ist am 21. Fe‑ bruar 2017 neu gefasst worden, die wesentlichen oben genannten Inhalte blieben dabei unverändert.
Zum Bilanzstichtag hielt Marco Fuchs 34,62% (6.046.610 Aktien) des gezeichneten Kapitals der OHB SE. Die VOLPAIA Beteiligungs-GmbH hielt darüber hinaus 21,35% der Anteile. Gemeinsam mit den von Christa Fuchs (8,03%, 1.401.940 Aktien) und Romana Fuchs Mayrhofer (5,72%, 1.000.000 Aktien) gehaltenen Anteilen sind dies 69,72% (12.178.720 Aktien), die zum Bilanzstichtag über eine Aktionärsver‑ einbarung an eine einvernehmliche Ausübung der Stimm‑ rechte gebunden sind. Zusätzlich zu den in der Aktionärs– vereinbarung gebundenen Stimmrechten hält Romana Fuchs Mayrhofer noch weitere 378.626 Aktien an der OHB SE (2,17%).
Hinsichtlich der Ernennung und Abberufung von Vorstands‑ mitgliedern wird auf die gesetzlichen Vorschriften des Art. 39 SE-VO und Art. 9 Abs. 1c) ii) SE-VO in Verbindung mit §§84, 85 AktG verwiesen. Der Aufsichtsrat hat gemäß §8 Abs. 2 der Satzung die Befugnis, ein Vorstandsmitglied zum Vorsitzenden des Vorstands zu ernennen und Vorstandsmit‑ glieder als Stellvertreter des Vorsitzenden des Vorstands zu bestellen. Die Vorschriften zur Änderung der Satzung sind in den §§133, 179 AktG geregelt. Der Aufsichtsrat ist nach §21 der Satzung der OHB SE befugt, Änderungen der Sat‑ zung zu beschließen, die nur deren Fassung betreffen.
Gemäß Hauptversammlungsbeschluss vom 21. Mai 2015 ist der Vorstand ermächtigt, bis zum 20. Mai 2020 bis zu insge‑ samt 10% des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung beste‑ henden Grundkapitals zu erwerben. Die Ermächtigung ist erteilt worden, um Aktien der Gesellschaft zu allen gesetz‑ lich zulässigen Zwecken zu verwenden, insbesondere zu den folgenden:
Die Gesellschaft hielt am Bilanzstichtag 67.996 Aktien im eigenen Bestand. Dies entspricht einem Anteil am Grund‑ kapital von rund 0,39%. Der Vorstand ist gemäß Hauptver‑ sammlungsbeschluss vom 21. Mai 2015 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 20. Mai 2020 durch Ausgabe neuer Aktien gegen Bar- oder Sacheinlagen einmal oder mehrmals das Grundkapital insgesamt um bis zu EUR 8.734.048,00 zu erhöhen. Die neuen Aktien können auch an Arbeitnehmer der Gesellschaft ausgegeben werden. Der Vorstand der Gesellschaft wurde darüber hinaus ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen
p für einen Anteil am Genehmigten Kapital in Höhe von bis zu insgesamt EUR 1.746.809,00, sofern die neuen Aktien gegen Bareinlagen zu einem Ausgabebetrag ausgegeben werden, welcher den Börsenpreis nicht wesentlich unterschreitet;
p für einen Anteil am Genehmigten Kapital in Höhe von bis zu insgesamt EUR 8.734.048,00, sofern die neuen Aktien als Gegenleistung für den Erwerb von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligun‑ gen an Unternehmen oder sonstigen Vermögensgegenständen ausgegeben werden und sofern der Erwerb des Unternehmens oder der Beteiligung im wohlverstandenen Interesse der Gesellschaft liegt;
Der Vorstand ist ferner ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats den Inhalt der jeweiligen Aktienrechte und die sonstigen Bedingungen der Aktienausgabe festzulegen. Für weitere Details verweisen wir auch auf die entsprechenden Angaben im Anhang zum Konzernabschluss.
Die Erklärung zur Unternehmensführung ist auf der Inter‑ netseite der OHB SE am 18. März 2019 öffentlich zugänglich gemacht worden.
Die Internetadresse lautet:
https://www.ohb.de/de/investor-relations/ corporate-governance/ erklaerung-zur-unternehmensfuehrung/
für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2018 bis zum 31. Dezember 2018
| KONZERN-GEWINN- UND | |
|---|---|
| VERLUSTRECHNUNG | |
| p Seite 74 | |
| KONZERNGESAMTERGEBNISRECHNUNG | |
| p Seite 75 | |
| KONZERNBILANZ | |
| p Seite 76 | |
| KONZERNK APITALFLUSSRECHNUNG | |
| p Seite 78 | |
| KONZERNEIGENK APITA L | |
| VERÄNDERUNGSRECHNUNG | |
| p Seite 79 | |
| KONZERNANHANG | |
| p Seite 80 | |
| FINANZRISIKOMANAGEMENT | |
| p Seite 115 | |
| SONSTIGE ANGABEN | |
| p Seite 117 | |
| ORGANE DER GESELLSCHAFT | |
| p Seite 119 | |
7 3
FOKUS ERDE
| in TEUR | Anhang | 2018 | 2017 |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | [1] | 976.551 | 825.894 |
| Verminderung/Erhöhung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen |
[2] | −3.327 | 515 |
| Andere aktivierte Eigenleistungen | 16.697 | 20.207 | |
| Sonstige betriebliche Erträge | [3] | 10.471 | 13.073 |
| Gesamtleistung | 1.000.392 | 859.689 | |
| Materialaufwand | [4] | 645.588 | 542.673 |
| Personalaufwand | [5] | 226.836 | 196.846 |
| Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen | [11], [12] | 17.262 | 14.586 |
| Wertminderungsertrag/ -aufwendungen | [30] | −869 | 0 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | 63.824 | 61.361 | |
| Betriebsergebnis (EBIT)* | 47.751 | 44.223 | |
| Zinsen und ähnliche Erträge | [6] | 1.609 | 1.495 |
| Zinsen und sonstige Finanzaufwendungen | [6] | 5.580 | 5.240 |
| Währungsverluste/ -gewinne | −263 | 147 | |
| Ergebnis aus At-Equity bewerteten Beteiligungen | [7], [13] | 820 | 1.809 |
| Ergebnis aus Beteiligungen | −245 | −196 | |
| Finanzergebnis | −3.659 | −1.985 | |
| Ergebnis vor Steuern (EBT)** | 44.092 | 42.238 | |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | [8] | 15.699 | 14.514 |
| Konzernjahresüberschuss | 28.393 | 27.724 | |
| Anteile der Aktionäre der OHB SE am Jahresergebnis | 24.998 | 23.355 | |
| Anteile anderer Gesellschafter am Jahresergebnis | [9] | 3.395 | 4.369 |
| Durchschnittliche Anzahl der Aktien (in Stück) | 17.394.718 | 17.387.600 | |
| Ergebnis je Aktie (unverwässert in EUR) | [10] | 1,44 | 1,34 |
| Ergebnis je Aktie (verwässert in EUR) | [10] | 1,44 | 1,34 |
* EBIT = Earnings Before Interest and Taxes
** EBT = Earnings Before Taxes
| in TEUR | Anhang | 2018 | 2017 |
|---|---|---|---|
| Konzernjahresüberschuss | 28.393 | 27.724 | |
| Neubewertungen von leistungsorientierten Plänen | [23], [25] | −2.199 | 1.529 |
| Neubewertungen von leistungsorientierten Plänen assoziierter Unternehmen | [23] | −130 | −93 |
| Erfolgsneutrale Bewertung finanzieller Vermögenswerte (Eigenkapitalinstrumente) |
[14], [23] | −2.811 | 0 |
| Posten, die nicht in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden | −5.140 | 1.436 | |
| Differenzen aus der Währungsumrechnung | [23] | −141 | −99 |
| Differenzen aus der Währungsumrechnung assoziierter Unternehmen | [23] | 0 | 12 |
| Erfolgsneutrale Bewertung finanzieller Vermögenswerte | [14], [23] | 0 | 1.423 |
| Cashflow Hedges | [23] | −433 | 155 |
| Cashflow Hedges assoziierter Unternehmen | [23] | −118 | 103 |
| Posten, die anschließend möglicherweise in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden |
−692 | 1.594 | |
| Sonstiges Ergebnis nach Steuern | −5.832 | 3.030 | |
| Gesamtergebnis | 22.561 | 30.754 | |
| Davon entfallen auf | |||
| Anteilseigner der OHB SE | 19.604 | 25.938 | |
| andere Gesellschafter | 2.957 | 4.816 |
| in TEUR | Anhang | 31.12.2018 | 31.12.2017 |
|---|---|---|---|
| AKTIVA | |||
| Geschäfts- oder Firmenwert | [11] | 7.131 | 7.131 |
| Übrige immaterielle Vermögenswerte | [11] | 113.204 | 103.217 |
| Sachanlagen | [12] | 88.252 | 77.698 |
| At-Equity-Beteiligungen | [13] | 2.960 | 2.388 |
| Übrige Finanzanlagen | [14] | 31.973 | 32.610 |
| Sonstige langfristige Forderungen und Vermögenswerte | [17] | 30.913 | 2.152 |
| Wertpapiere | [18] | 0 | 219 |
| Latente Steuern | [8] | 16.905 | 14.134 |
| Langfristige Vermögenswerte | 291.338 | 239.549 | |
| Vorräte | [16] | 50.192 | 48.837 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | [15] | 69.092 | 328.247 |
| Vertragsvermögenswerte | [1] | 278.995 | 0 |
| Ertragsteuerforderungen | 4.458 | 3.396 | |
| Sonstige finanzielle und nicht finanzielle Vermögenswerte | [17] | 10.880 | 40.630 |
| Wertpapiere | [18] | 335 | 461 |
| Zahlungsmittel | [19] | 48.316 | 58.578 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 462.268 | 480.149 | |
| Summe Aktiva | 753.606 | 719.698 |
| in TEUR | Anhang | 31.12.2018 | 31.12.2017 |
|---|---|---|---|
| PASSIVA | |||
| Gezeichnetes Kapital | [20] | 17.468 | 17.468 |
| Kapitalrücklage | [21] | 15.462 | 14.923 |
| Gewinnrücklage | [22] | 521 | 521 |
| Eigenkapital aus nicht realisierten Gewinnen/Verlusten | [23] | −7.747 | −2.099 |
| Eigene Anteile | [24] | −710 | −781 |
| Konzerngewinn | 152.315 | 157.599 | |
| Eigenkapital ohne Anteile anderer Gesellschafter | 177.309 | 187.631 | |
| Anteile anderer Gesellschafter | [9] | 22.710 | 19.649 |
| Eigenkapital | 200.019 | 207.280 | |
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | [25] | 99.583 | 96.587 |
| Langfristige sonstige Rückstellungen | [26] | 2.156 | 1.891 |
| Langfristige Finanzverbindlichkeiten | [27] | 30.363 | 30.414 |
| Langfristige erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen | 6.704 | 8.291 | |
| Latente Steuerverbindlichkeiten | [8] | 37.543 | 36.505 |
| Langfristige Schulden | 176.349 | 173.688 | |
| Kurzfristige Rückstellungen | [26] | 29.820 | 27.977 |
| Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten | [28] | 25.374 | 63.886 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 176.964 | 83.141 | |
| Kurzfristige erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen | 0 | 139.789 | |
| Vertragsverbindlichkeiten | [1] | 100.431 | 0 |
| Ertragsteuerverbindlichkeiten | 5.101 | 2.711 | |
| Finanzielle und nicht finanzielle sonstige Verbindlichkeiten | [29] | 39.548 | 21.226 |
| Kurzfristige Schulden | 377.238 | 338.730 | |
| Summe Passiva | 753.606 | 719.698 |
| in TEUR | Anhang | 31.12.2018 | 31.12.2017 |
|---|---|---|---|
| Betriebsergebnis (EBIT) | 47.751 | 44.223 | |
| Gezahlte Ertragsteuern | −7.681 | −14.047 | |
| Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen (+)/Erträge (−) | 610 | 0 | |
| Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen | [11], [12] | 17.262 | 14.586 |
| Veränderungen Pensionsrückstellung | [25] | −3.857 | −3.650 |
| Gewinn (–)/Verlust (+) aus dem Abgang von Vermögenswerten | 582 | 44 | |
| Brutto-Cashflow | 54.667 | 41.156 | |
| Zunahme (–)/Abnahme (+) aktivierte Eigenleistungen | −16.555 | −20.207 | |
| Zunahme (–)/Abnahme (+) der Vorräte | −1.355 | 1.378 | |
| Zunahme (–)/Abnahme (+) der Forderungen und sonstigen Vermögenswerte | −48.582 | −3.991 | |
| Zunahme (+)/Abnahme (−) der Verbindlichkeiten und Rückstellungen | 112.949 | 8.348 | |
| Zunahme (+)/Abnahme (−) der Vertragsverbindlichkeiten und erhaltenen Anzahlungen |
−40.945 | 8.293 | |
| Mittelzufluss/ -abfluss aus laufender Geschäftstätigkeit | 60.179 | 34.977 | |
| Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen |
[11], [12] | −24.181 | −24.676 |
| Einzahlungen aus Abgängen von Vermögenswerten | 350 | 25 | |
| Konsolidierungskreisbedingte Veränderungen des Finanzmittelbestands | 1.585 | 0 | |
| Zinseinzahlungen | 1.216 | 1.222 | |
| Mittelzufluss/ -abfluss aus der Investitionstätigkeit | −21.030 | −23.429 | |
| Dividendenausschüttung | −6.955 | −6.955 | |
| Auszahlungen für die Tilgung von Finanzkrediten | [27], [28] | −39.748 | −37.384 |
| Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzkrediten | [27], [28] | 1.185 | 38.227 |
| Gewinnausschüttung an andere Gesellschafter | 0 | −109 | |
| Zinsauszahlungen | [6] | −3.388 | −3.029 |
| Sonstige Finanzauszahlungen | [6] | 0 | −367 |
| Mittelzufluss/ -abfluss aus der Finanzierungstätigkeit | −48.906 | −9.617 | |
| Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelbestands | −9.757 | 1.931 | |
| Wechselkursbedingte Veränderungen des Finanzmittelbestands | −505 | 80 | |
| Finanzmittelbestand am Anfang der Periode | 58.578 | 56.567 | |
| Finanzmittelbestand am Ende der Periode | [19] | 48.316 | 58.578 |
| in TEUR | Gezeich netes Kapital |
Kapital rücklage |
Gewinn rücklage |
Eigen kapital aus nicht reali sierten Gewinnen/ Verlusten |
Konzern gewinn |
Eigene Aktien |
Eigen kapital ohne Anteile anderer Gesell schafter |
Anteile anderer Gesell schafter |
Eigen kapital Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| siehe Anhang | [20] | [21] | [22] | [23] | [24] | [9] | |||
| Stand am 01.01.2017 | 17.468 | 14.923 | 521 | −4.682 | 141.199 | −781 | 168.648 | 14.942 | 183.590 |
| Dividendenzahlung (0,40 Euro/Aktie) |
0 | 0 | 0 | 0 | −6.955 | 0 | −6.955 | 0 | −6.955 |
| Konzerngesamt ergebnis |
0 | 0 | 0 | 2.583 | 23.355 | 0 | 25.938 | 4.816 | 30.754 |
| Gewinnausschüt tungen an andere Gesellschafter Stand am 31.12.2017 |
0 17.468 |
0 14.923 |
0 521 |
0 −2.099 |
0 157.599 |
0 −781 |
0 187.631 |
−109 19.649 |
−109 207.280 |
| Änderung von Rechnungs legungsmethoden* |
0 | 0 | 0 | 0 | −23.821 | 0 | −23.821 | 0 | −23.821 |
| Stand am 01.01.2018 | 17.468 | 14.923 | 521 | −2.099 | 133.778 | −781 | 163.810 | 19.649 | 183.459 |
| Dividendenzahlung (0,40 Euro/Aktie) |
0 | 0 | 0 | 0 | −6.955 | 0 | −6.955 | 0 | −6.955 |
| Konzerngesamt ergebnis |
0 | 0 | 0 | −5.394 | 24.998 | 0 | 19.604 | 2.957 | 22.561 |
| Veränderung Konsoli dierungskreis |
0 | 0 | 0 | −254 | 494 | 0 | 240 | 104 | 344 |
| Aktienbasierte Vergütungen |
0 | 539 | 0 | 0 | 0 | 71 | 610 | 0 | 610 |
| Stand am 31.12.2018 | 17.468 | 15.462 | 521 | −7.747 | 152.315 | −710 | 177.309 | 22.710 | 200.019 |
* Vgl. Abschnitt Änderungen von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Sitz der Gesellschaft ist der Manfred-Fuchs-Platz 2–4 in 28359 Bremen, Deutschland. Sie ist im Handelsregister des Amtsgerichts Bremen unter der Nummer HRB 30268 eingetragen. Die OHB SE übt die Funktion einer aktiven Holdinggesellschaft aus, die die Tochtergesellschaften in‑ nerhalb des OHB-Konzerns steuert, und ist gleichzeitig oberstes Mutterunternehmen. Der OHB-Konzern befasst sich vor allem mit der Herstellung und dem Vertrieb von Produkten und Projekten sowie der Erbringung von Dienst‑ leistungen auf dem Gebiet der Hochtechnologie, insbeson‑ dere in den Bereichen Luft- und Raumfahrttechnik, Telematik sowie Satellitendienste. Unter dem Dach der OHB SE be‑ stehen die beiden Unternehmensbereiche "Space Systems" und "Aerospace + Industrial Products".
Der Fokus des Unternehmensbereichs "Space Systems" liegt auf der Entwicklung und Umsetzung von Raumfahrt‑ projekten. Das bedeutet insbesondere die Entwicklung und die Fertigung von erdnahen und geostationären Satelliten für Navigation, Wissenschaft, Kommunikation, Erd- und Wetterbeobachtung und Aufklärung inklusive der wissen‑ schaftlichen Nutzlasten. In der astronautischen Raumfahrt liegen die Schwerpunkte bei Projekten für die Ausstattung und den Betrieb der Internationalen Raumstation ISS. Im Bereich Exploration werden Studien und Konzepte für die Erforschung unseres Sonnensystems mit den Schwer‑ punkten Mond, Asteroiden und Mars erarbeitet. Aufklä‑ rungssatelliten und breitbandige Funkübertragung von Bildaufklärungsdaten sind Kerntechnologien für die Anwen‑ dungsbereiche Sicherheit und Aufklärung.
Der Schwerpunkt des Unternehmensbereichs "Aerospace + Industrial Products" liegt in der Fertigung von Produkten für die Luft- und Raumfahrt sowie für andere Industriebe‑ reiche. Hier hat sich OHB als bedeutender Ausrüster für Aerospace-Strukturen in der Luft- und Raumfahrt positio‑ niert und ist u.a. größter deutscher Zulieferer für das Ariane-5-Programm sowie etablierter Hersteller von Struk‑ turelementen für Satelliten. Darüber hinaus ist OHB als erfahrener Anbieter von mechatronischen Systemen für Antennen und Teleskope an Großprojekten für Radioteles‑ kope beteiligt. Telematiksysteme von OHB unterstützen weltweit die Logistik durch effiziente Transportsteuerung und Sendungsverfolgung.
Die OHB SE ist nach der Verordnung (EG) 1606/2002 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 19. Juli 2002 verpflichtet, einen Konzernabschluss nach internationalen Rechnungslegungsgrundsätzen (IFRS/IAS) aufzustellen. Der Konzernabschluss wurde nach den Vorschriften der am Abschlussstichtag in der EU anzuwendenden International Financial Reporting Standards (IFRS/IAS) sowie unter Berücksichtigung der Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC/SIC) und den ergänzenden Vorschriften des §315e HGB erstellt.
Der Konzernabschluss wurde unter der Prämisse des Going-Concern- und Anschaffungskostenprinzips aufge‑ stellt, mit Ausnahme von Zeitwertbewertungen für deriva‑ tive Finanzinstrumente in einer Hedging-Beziehung und Eigenkapital-Finanzinstrumente. Neben der Konzern-Gewinnund Verlustrechnung, der Konzerngesamtergebnisrechnung sowie der Konzernbilanz werden die Konzernkapitalfluss‑ rechnung und der Konzerneigenkapitaländerungsrechnung gezeigt. Im Anhang erfolgt gemäß §285 Nr. 16 HGB die Erklärung, dass die nach §161 Aktiengesetz (AktG) erfor‑ derlichen Angaben gemacht wurden. Für die Gewinn- und Verlustrechnung ist das Gesamtkostenverfahren angewen‑ det worden. Die Berichtswährung ist Euro. Alle Beträge werden in Tausend Euro (TEUR) angegeben, soweit nichts anderes vermerkt ist. Wir weisen darauf hin, dass bei der Verwendung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben aufgrund kaufmännischer Rundung Differenzen auftreten können.
Die Kapitalkonsolidierung wird nach der Erwerbsmethode ("Purchase Method") durchgeführt. Alle wesentlichen Toch‑ terunternehmen, die unter der rechtlichen oder faktischen Kontrolle der OHB SE stehen, sind in den Konzernabschluss mit einbezogen.
Verbleibende positive Unterschiedsbeträge zwischen den Anschaffungskosten der Beteiligungen und dem zu Zeit‑ werten bewerteten Reinvermögen werden nach IFRS 3.32 als Firmenwert aktiviert und ggf. auftretende negative Unterschiedsbeträge werden erfolgswirksam vereinnahmt. Es wurde die Full-Goodwill-Methode angewendet.
Umsatz, Aufwendungen und Erträge sowie Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den einbezogenen Gesell‑ schaften werden verrechnet, ggf. angefallene Zwischen‑ gewinne werden eliminiert. Bei Unternehmen, die nach der At-Equity-Methode konsolidiert werden, erfolgt eine Fort‑ schreibung des Beteiligungsansatzes um anteilsmäßig zu‑ rechenbare Ergebnisse.
Die OHB SE hat am 21. Dezember 2018 die TeleConsult Austria GmbH (TCA) mit Sitz in Graz, Österreich, erworben. Die Anschaffungskosten betrugen TEUR 260. Das Unter‑ nehmen bietet vielfältige Services und Produkte an, die auf der Nutzung von aus satellitenbasierten Systemen gewon‑ nenen Daten basieren. Der Schwerpunkt liegt hierbei im Bereich der Entwicklung und Verknüpfung von Naviga‑ tions-, Kommunikations- und Informationstechnologien und -diensten für Anwendungen im Kontext des Transports und der Mobilität.
Der vorläufige Jahresumsatz für das Geschäftsjahr 2018 beträgt rund EUR 1,6 Mio. (2017: EUR 1,3 Mio.), die Profi‑ tabilitätskennzahlen EBITDA und EBIT erreichten im Jahr 2017 TEUR 66 bzw. TEUR 59. Aktuell beschäftigt die Ge‑ sellschaft 16 Mitarbeiter.
Der Konzernabschluss der OHB SE umfasst in voll konsoli‑ dierter Form die OHB SE und neun inländische sowie fünf ausländische Tochtergesellschaften und ein assoziiertes inländisches Unternehmen, das At-Equity in den Konzern‑ abschluss einbezogen wird. Die Tabelle "Konsolidierungs‑ kreis" zeigt die Tochtergesellschaften und Beteiligungen mit der Beteiligungsquote.
Ab dem 1. Januar 2018 wurde erstmals die MT Management Service GmbH aufgrund einer aktualisierten Materiality--Bewertung in den Konsolidierungskreis einbezogen. Die Erstkonsolidierung hat keinen wesentlichen Effekt auf die im Konzernabschluss dargestellten Vermögenswerte und Schulden. MT Management Service GmbH ist eine 100%ige Tochtergesellschaft der MT Aerospace Holding GmbH und wurde im Jahr 2013 gegründet. Aus der Erstkonsolidierung ergeben sich keine Geschäfts- oder Firmenwerte. Die Ge‑ sellschaft wurde retrospektiv einbezogen und der Geschäfts‑ erfolg bis zum Erstkonsolidierungszeitpunkt wurde unter Berücksichtigung von Minderheitenanteilen mit TEUR 344 im Eigenkapital erfasst.
Darüber hinaus bestanden Beteiligungen an weiteren Gesellschaften (siehe Tabelle "Weitere Beteiligungen und Finanzanlagen", Seite 82).
| Name der Gesellschaft | Beteiligungsquote in % | Konsolidierung |
|---|---|---|
| OHB System AG, Bremen (D) | 100,0 | voll konsolidiert |
| ORBCOMM Deutschland Satellitenkommunikation AG, Bremen (D)1 | 100,0 | voll konsolidiert |
| OHB Italia S.p.A., Mailand (I) | 100,0 | voll konsolidiert |
| OHB Sweden AB, Stockholm (S) | 100,0 | voll konsolidiert |
| Antwerp Space N.V., Antwerpen (B) | 100,0 | voll konsolidiert |
| LuxSpace Sàrl, Betzdorf (L) | 100,0 | voll konsolidiert |
| MT Aerospace Holding GmbH, Bremen (D) | 70,0 | voll konsolidiert |
| MT Aerospace AG, Augsburg (D)² | 100,0 | voll konsolidiert |
| MT Aerospace Grundstücks GmbH&Co. KG, Augsburg (D)3 | 100,0 | voll konsolidiert |
| MT Mechatronics GmbH, Mainz (D)3 | 100,0 | voll konsolidiert |
| MT Aerospace Guyane S.A.S., Kourou (GUF)3 | 100,0 | voll konsolidiert |
| MT Management Service GmbH, Augsburg (D)2 | 100,0 | voll konsolidiert |
| Aerotech Peissenberg GmbH&Co. KG, Peissenberg (D)2 | 43,3 | At-Equity |
| OHB Teledata GmbH, Bremen (D) | 100,0 | voll konsolidiert |
| OHB Digital Services GmbH, Bremen (D) | 74,9 | voll konsolidiert |
1 gehalten von der OHB System AG
2 gehalten von der MT Aerospace Holding GmbH
3 gehalten von der MT Aerospace AG
Aufgrund des Wesentlichkeitsprinzips im Rahmenkonzept der IFRS/IAS sind die in der Tabelle aufgeführten prinzipiell konsolidierungspflichtigen (Anteilsbesitz OHB-Konzern ›20%) Gesellschaften nicht in den Konsolidierungskreis aufgenommen worden. Bei diesen Gesellschaften werden die aktuellen Kennzahlen Umsatz und EBIT kumuliert als nicht wesentliche Beiträge zum Konzernergebnis erachtet. Tochtergesellschaften mit ruhender oder geringer Ge‑ schäftstätigkeit, die für die Vermittlung eines den tatsäch‑ lichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermö‑ gens-, Finanz- und Ertragslage sowie den Cashflow des OHB-Konzerns nur von untergeordneter Bedeutung sind, werden nicht konsolidiert. Die in den Tabellen "Konsolidie‑ rungskreis" und "Weitere Beteiligungen und Finanzanlagen" angegebenen Beteiligungsquoten entsprechen den jeweiligen Stimmrechten.
Der Konzernabschluss der OHB SE umfasst in voll kon‑ solidierter Form folgende Gesellschaften: siehe Tabelle "Konsolidierungskreis".
| Name der Gesellschaft | Beteili gungs quote in % |
Eigen kapital TEUR |
Jahres überschuss/ -fehlbetrag TEUR |
letztes Geschäftsjahr, für das ein Abschluss vorliegt |
|---|---|---|---|---|
| OHB France S.A.S., Paris (F)* | 100,0 | 13 | 1 | 2017 |
| OHB Venture Capital GmbH, Weßling (D)* | 100,0 | 125 | −2 | 2017 |
| OHB Logistic Solutions GmbH, Bremen (D)* | 55,0 | 2.224 | −646 | 2017 |
| KT Verwaltungsgesellschaft mbH, Bremen (D)* | 100,0 | 19 | −1 | 2016 |
| MT Dezentrale Energiesysteme GmbH, Augsburg (D)* | 100,0 | 1.023 | 0 | 2017 |
| MT Mecatronica s.r.l., Cagliari (I)* | 100,0 | 47 | 5 | 2018 |
| M2M Europe Network and Solutions Ges.mbH, Bregenz (A)* | 100,0 | −649 | −302 | 2017 |
| MT Mecatrònica SpA, Santiago de Chile (RCH)* | 99,9 | 213 | 10 | 2018 |
| MT Satellite Products Ltd., Wolverhampton (D)* | 100,0 | 376 | 6 | 2017 |
| MILET Grundstücks-Verwaltungsgesellschaft mbH, Augsburg (D)* | 100,0 | 27 | 0 | 2017 |
| Aerotech Beteiligungs GmbH, Peissenberg (D)* | 43,0 | 25 | 1 | 2017 |
| Rocket Factory Augsburg GmbH, Augsburg (D)* | 100,0 | 25 | n/a | n/a |
| COSMOS Space Systems AG, Bremen (D)* | 66,6 | 70 | −6 | 2017 |
| COSMOS International Launch Services GmbH (vormals: COSMOS International Satellitenstart GmbH), Bremen (D)* |
49,9 | 208 | −5 | 2017 |
| RST Radar Systemtechnik GmbH, Salem (D)* | 22,7 | 515 | −69 | 2017 |
| Antares S.c.a.r.l., San Giorgio Del Sannio (I)* | 24,0 | 126 | −35 | 2017 |
| beos GmbH i.L., Bremen (D) | 12,0 | 507 | 26 | 2017 |
| Arianespace Participation, Evry (F) | 8,3 | n/a | n/a | n/a |
| ORBCOMM Inc., Rochelle Park NJ (USA) | 2,8 | 225.203 | −22.936 | 2018 |
| ORBCOMM Europe LLC, Delaware (USA)* | 50,0 | n/a | n/a | n/a |
| OHB Satellitenbetrieb GmbH, Bremen (D)* | 100,0 | 601 | −1 | 2017 |
| Blue Horizon s.à r.l., Betzdorf (Lux)* | 100,0 | 3 | −9 | 2017 |
| Blue Horizon Deutschland GmbH, Bremen (D)* | 100,0 | n/a | n/a | n/a |
| Institut für angewandte Systemtechnik Bremen GmbH, Bremen (D) | 5,0 | 637 | 27 | 2017 |
| OHB Hellas mon.E.P.E. Athen (GR)* | 100,0 | n/a | n/a | n/a |
| TeleConsult Austria GmbH, Graz (A)* | 100,0 | 75 | −15 | 2017 |
| Nexus Space LLC, Centennial CO (USA)* | 45,0 | n/a | n/a | n/a |
| OHB Uzay, Teknolojileri Limited Sirketi, Ankara (TR)* | 100,0 | 269 | −81 | 2017 |
| OHB Czechspace s.r.o., Klatovy (CZ)* | 100,0 | n/a | n/a | n/a |
| OHB Digital Maritime Services GmbH, Bremen (D)* | 50,0 | n/a | n/a | n/a |
* Unter Materiality-Gesichtspunkten nicht im Geschäftsjahr konsolidiert
Debitorische Rechnungsstellungen erfolgen zum überwie‑ genden Teil in Euro. Eingangs- und Ausgangsrechnungen in fremder Währung wurden jeweils zum Stichtagskurs bzw. bei bestehender Sicherung zum Sicherungskurs umgerech‑ net und eingebucht. Bankkonten in Fremdwährung wurden zum Kurs am Bilanzstichtag bewertet. Der Jahresabschluss der selbstständigen ausländischen Tochtergesellschaft OHB Sweden AB wurde in der einheimischen Währung (SEK) erstellt und nach dem Konzept der funktionalen Währung gemäß IAS 21 umgerechnet. Der sich aus der Umrechnung des Eigenkapitals ergebende Währungsunterschied wird im sonstigen Ergebnis unter "Differenzen aus Währungsum‑ rechnung" erfasst.
Das International Accounting Standards Board (IASB) und das IFRIC haben die folgenden Standards und Interpretati‑ onen geändert, die für das Geschäftsjahr 2018 verpflichtend anzuwenden sind:
Leasingverhältnisse, Finanzinstrumente und Versicherungsverträge.
Der Konzern hat alle ab dem 1. Januar 2018 verpflichtend anzuwendenden Rechnungslegungsnormen umgesetzt. Aus der Anwendung haben sich zum Teil wesentliche Auswir‑ kungen auf den vorliegenden Konzernabschluss ergeben, die im Abschnitt "Änderungen von Bilanzierungs- und Be‑ wertungsmethoden" detailliert dargestellt werden.
Das IASB hat Standards, Interpretationen und Änderungen zu bestehenden Standards herausgegeben, deren Anwen‑ dung jedoch noch nicht verpflichtend ist bzw. erst in späteren Berichtsperioden verpflichtend ist und die von der OHB SE auch nicht vorzeitig angewandt werden.
| in EU-Recht übernommene IFRS | Anwendungszeitpunkt (EU) |
|---|---|
| Steuerrisikopositionen aus Ertragsteuern IFRIC 23 | 01.01.19 |
| Änderung an IFRS 9: Vorzeitige Rückzahlungsoptionen mit negativer Vorfälligkeitsentschädigung | 01.01.19 |
| IFRS 16 Leasingverhältnisse | 01.01.19 |
| Änderung an IAS 28: Langfristige Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen | 01.01.19 |
| noch nicht in EU-Recht übernommen | Anwendungszeitpunkt (EU) |
|---|---|
| Jährliche Verbesserungen der IFRS (Zyklus 2015−2017) – IFRS 3, IFRS 11, IAS 12, IAS 23 | 01.01.19 |
| Versicherungsverträge IFRS 17 | 01.01.21 |
| Änderung an IAS 19: Planänderungen, -kürzungen oder -abgeltungen | 01.01.19 |
| Änderungen an IFRS 3 | 01.01.20 |
| Änderungen am Rahmenkonzept | 01.01.20 |
| Änderungen IAS 1 und IAS 8: Definition Wesentlichkeit | 01.01.20 |
Das IASB veröffentlichte im Januar 2016 IFRS 16 Leasing‑ verhältnisse, welcher für Geschäftsjahre anzuwenden ist, die am oder nach dem 1. Januar 2019 beginnen. IFRS 16 schafft die bisherige Klassifizierung von Leasingverträgen auf Leasingnehmerseite in Operating- und Finance-Leasing‑ verhältnisse ab. Stattdessen führt IFRS 16 ein einheitliches Leasingnehmerbilanzierungsmodell ein, nach dem Leasing‑ nehmer verpflichtet sind, für Leasingverträge mit einer Laufzeit von mehr als zwölf Monaten Vermögenswerte (für das Nutzungsrecht) und Leasingverbindlichkeiten anzuset‑ zen. Dies führt dazu, dass bisher nicht bilanzierte Leasing‑ verhältnisse bilanziell als Nutzungsrecht zu erfassen sind. Die Vereinfachungsregelungen für kurzfristige Leasingver‑ hältnisse und Vermögenswerte von geringem Wert kommen im OHB-Konzern zur Anwendung. OHB wird die modifiziert retrospektive Methode bei der Implementierung von IFRS 16 anwenden. Vermögenswerte und Schulden aus Leasingver‑ hältnissen werden bei Erstansatz zu Barwerten in gleicher Höhe erfasst. Die Nutzungsrechte und Leasingverbindlich‑ keiten werden in der Bilanz als gesonderte Posten darge‑ stellt. OHB-Konzernunternehmen treten in der Regel nicht als Leasinggeber auf.
Im OHB-Konzern ergeben sich im Wesentlichen Auswirkun‑ gen aufgrund der Einbeziehung von Mietverhältnissen für die betrieblich genutzten Immobilien. Leasingverhältnisse für genutzte Mobilien sind für den OHB-Konzern nur von untergeordneter Bedeutung. Die zu erwartenden Nutzungs‑ rechte und Leasingverbindlichkeiten werden voraussichtlich zwischen EUR 55 Mio. und EUR 60 Mio. liegen. Das EBITDA wird sich aufgrund der Erstanwendung von IFRS 16 um voraussichtlich rund EUR 10 Mio. erhöhen.
Diese Anhangangabe erläutert die Auswirkungen der erstmaligen Anwendung von IFRS 9 und IFRS 15 auf den Abschluss des Konzerns.
Die Auswirkungen zum Jahresbeginn 2018 lassen sich aus der nachfolgenden Tabelle entnehmen.
| in TEUR | 31.12.2017 | Umgliederungen | Anpassungen IFRS 9 |
Anpassungen IFRS 15 |
01.01.2018 |
|---|---|---|---|---|---|
| Langfristige Vermögenswerte | 239.549 | 239.549 | |||
| Vorräte | 48.837 | 48.837 | |||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen |
328.247 | −257.634 | −185 | 70.428 | |
| Vertragsvermögenswerte | 0 | 257.634 | −162 | −30.439 | 227.033 |
| Zahlungsmittel | 58.578 | 58.578 | |||
| Übrige kurzfristige Vermögenswerte |
44.487 | 44.487 | |||
| Summe Aktiva | 719.698 | 0 | −347 | −30.439 | 688.912 |
| Eigenkapital | 207.280 | −236 | −23.585 | 183.459 | |
| Rückstellungen | 126.455 | 126.455 | |||
| Finanzverbindlichkeiten | 94.300 | 94.300 | |||
| Latente Steuerverbindlichkeiten | 36.505 | −111 | −6.854 | 29.540 | |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen |
83.141 | 83.141 | |||
| Vertragsverbindlichkeiten | 0 | 133.978 | 133.978 | ||
| Kurzfristig erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen |
139.789 | −133.978 | 5.811 | ||
| Übrige Verbindlichkeiten | 32.228 | 32.228 | |||
| Summe Passiva | 719.698 | 0 | −347 | −30.439 | 688.912 |
Die Auswirkung auf den Konzernbilanzgewinn insgesamt stellt sich zum 1. Januar 2018 wie folgt dar:
| in TEUR | |
|---|---|
| Schlussbilanzwert zum 31.12.2017 | 157.599 |
| Erhöhung der Wertberichtigung für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte |
−236 |
| Summe Auswirkungen IFRS 9 | −236 |
| Effekt aus Einzelbewertung von zuvor zusammengefasst bewerteten Kundenaufträgen |
−23.585 |
| Summe Auswirkungen IFRS 15 | −23.585 |
| Eröffnungsbilanzwert des Konzernbilanzgewinns zum 01.01.2018 |
133.778 |
IFRS 9 ersetzt die Vorschriften des IAS 39 im Hinblick auf Ansatz, Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten, die Ausbuchung von Finanzinstrumenten, die Wertminderung finanzieller Vermögenswerte und die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen.
Aus der erstmaligen Anwendung von IFRS 9 ab 1. Januar 2018 ergaben sich Änderungen der Rechnungslegungs‑ methoden und Anpassungen der im Abschluss erfassten Beträge. Die neuen Rechnungslegungsmethoden sind im Abschnitt Finanzinvestitionen und sonstige finanzielle Vermögenswerte dargestellt. Entsprechend den Über‑ gangsvorschriften in IFRS 9 (7.2.15) und (7.2.26) sind Ver‑ gleichsangaben mit Ausnahme bestimmter Aspekte der Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen nicht rückwirkend angepasst worden.
Der Konzern hat entschieden, Änderungen des beizulegen‑ den Zeitwerts aller Eigenkapitalinstrumente, die zuvor als "zur Veräußerung verfügbar" eingestuft wurden, im sonsti‑ gen Ergebnis (ohne Recycling) darzustellen, da diese Inves‑ titionen als langfristige, strategische Beteiligungen gehalten werden, deren Veräußerung kurz- bis mittelfristig nicht zu erwarten ist. Infolgedessen wurden Vermögenswerte mit einem beizulegenden Zeitwert von EUR 18,9 Mio. aus der Kategorie "zur Veräußerung verfügbare" finanzielle Ver‑ mögenswerte in die Kategorie "FVOCI" umgegliedert, und zugehörige Effekte aus einem Anstieg des beizulegenden Zeitwerts i.H.v. EUR 11,3 Mio. wurden aus der Rücklage für zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte am 1. Januar 2018 in die "FVOCI"-Rücklage umgegliedert.
Zu Handelszwecken gehaltene Eigenkapitalinstrumente müssen gemäß IFRS 9 als "FVPL" erfasst werden. Aus der erstmaligen Anwendung von IFRS 9 ergaben sich keine
Auswirkungen auf die für diese Vermögenswerte erfassten Beträge.
Zum Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung, am 1. Januar 2018, stellen sich die Finanzinstrumente des Konzerns unter Berücksichtigung von Umgliederungen wie folgt dar:
| in TEUR | Bewertungs kategorien nach IAS 39 |
Bewertungs kategorien nach IFRS 9 |
Buchwerte nach IAS 39 zum 31.12.2017 |
Buchwerte nach IFRS 9 zum 01.01.2018 |
Differenz* |
|---|---|---|---|---|---|
| FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE |
|||||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen |
Kredite und Forderungen |
Fortgeführte Anschaffungskosten |
70.614 | 70.429 | −185 |
| Wertpapiere | Kredite und Forderungen |
Fortgeführte Anschaffungskosten |
219 | 219 | 0 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte |
Kredite und Forderungen |
Fortgeführte Anschaffungskosten |
31.624 | 31.624 | 0 |
| Zahlungsmittel | Kredite und Forderungen |
Fortgeführte Anschaffungskosten |
58.578 | 58.578 | 0 |
| Wertpapiere | Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte |
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet |
461 | 461 | 0 |
| Eigenkapitalanteile erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet |
Als zur Veräußerung verfügbare Instru mente klassifiziert |
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet |
32.610 | 32.610 | 0 |
| 194.106 | 193.921 | −185 | |||
| FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN |
|||||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen |
Fortgeführte Anschaffungskosten |
Fortgeführte Anschaffungskosten |
83.141 | 83.141 | 0 |
| Finanzverbindlichkeiten | Fortgeführte Anschaffungskosten |
Fortgeführte Anschaffungskosten |
94.300 | 94.300 | 0 |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten |
Fortgeführte Anschaffungskosten |
Fortgeführte Anschaffungskosten |
4.261 | 4.261 | 0 |
| 181.702 | 181.702 | 0 |
* Die in dieser Spalte angegebenen Differenzen ergeben sich aus der Anwendung des neuen Modells der erwarteten Kreditverluste. Die Umgliederungen der Finanzinstrumente bei erstmaliger Anwendung des IFRS 9 haben zu keinen Bewertungsänderungen geführt.
Bezüglich der Auswirkungen der Änderungen auf das Eigenkapital wird auf Abschnitt 23 verwiesen.
Der Konzern hat vier Arten von finanziellen Vermögenswer‑ ten, die dem neuen Modell der Kreditverluste gemäß IFRS 9 unterliegen:
p Vertragsvermögenswerte,
p zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierte Schuldinstrumente, Darlehen und
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente unterliegen ebenfalls den Wertminderungsvorschriften von IFRS 9, der identifizierte Wertminderungsaufwand war jedoch unwe‑ sentlich und wurde nicht erfasst.
Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Ver‑ tragsvermögenswerte wird für die Ermittlung der erwar‑ teten Kreditverluste der vereinfachte Ansatz verwendet. Bezüglich der Ermittlung der Wertberichtigung zum 1. Ja‑ nuar 2018 wird auf Abschnitt 30 verwiesen.
Schuldinstrumente, die zu fortgeführten Anschaffungskos‑ ten und erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewer‑ tet werden, gelten als "mit geringem Ausfallrisiko behaftet"; daher wurde die Wertberichtigung als erwarteter 12-Monats--Kreditverlust ermittelt. Die Anwendung des Modells führt zu keiner Wertberichtigung am 1. Januar 2018.
Der Konzern hat IFRS 15 ab 1. Januar 2018 erstmalig ange‑ wendet, woraus sich Änderungen der Rechnungslegungs‑ methoden und Anpassungen der im Abschluss erfassten Beträge ergaben.
OHB wendet für die Einführung die modifizierte retrospek‑ tive Methode an, danach wird die Auswirkung gegenüber dem Konzernabschluss 2017 erfolgsneutral über eine Ver‑ änderung des Bilanzgewinns abgebildet. Aus der Einführung ändert sich in Einzelfällen der zeitliche Anfall der Umsatz‑ erlöse von langfristigen Entwicklungs- und Fertigungsauf‑ trägen. Bis 2017 wurden im Segment "Space Systems" unter IAS 11 einzelne in einem sachlichen Zusammenhang zuei‑ nander stehende Verträge als wirtschaftliche Einheit be‑ trachtet und die Erlösrealisierung unter einem einheitlichen Ansatz bewertet. Diese Bewertung ist nach IFRS 15 nicht anwendbar, sodass jeder dieser Verträge für sich einzeln bewertet werden muss. Daraus ergibt sich eine rückwirken‑ de Verminderung von bereits in Vorperioden realisierten Gewinnanteilen aufgrund einer Verminderung von anteiligen Umsatzerlösen.
Die sich aus der Anwendung ergebenden Vertragsvermö‑ genswerte und Vertragsverbindlichkeiten werden in der Bilanz gesondert ausgewiesen. Im Vorjahr handelte es sich dabei überwiegend um Forderungen aus PoC, die unter den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ausgewiesen wurden. Eine Umgliederung der Vorjahreswerte wurde nicht durchgeführt. Die Vertragsvermögenswerte resultieren daraus, dass der Konzern seine Leistung teilweise erfüllt hat, jedoch kein unbedingter Anspruch auf Zahlung bzw. Erhalt einer Gegenleistung besteht. Weiterhin kam es zu Reklassifizierungen bei den erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen, welche nach Einführung des IFRS 15 als Vertragsverbindlichkeiten ausgewiesen werden. Auch hier erfolgte keine Umgliederung der Vorjahresbeträge.
Auf Vertragsvermögenswerte ist das vereinfachte Modell der erwarteten Kreditverluste nach IFRS 9 anzuwenden (siehe Ausführungen zu Einführung IFRS 9, Seite 85).
Der Konzern hat für IFRS 15 die modifiziert retrospektive Methode angewandt, sodass keine Vergleichsinformationen angepasst wurden. Als Ergebnis sind die Vergleichsanga‑ ben des Geschäftsjahres 2017 weiterhin nach den bis zum 31. Dezember 2017 geltenden Bilanzierungs- und Bewer‑ tungsvorschriften angesetzt.
Die Umsatzrealisierung basiert auf dem Grundprinzip, dass Erlöse in Höhe der Gegenleistung erst dann zu erfassen sind, wenn die Kontrolle der zugesagten Güter oder Dienstleis‑ tungen auf den Kunden übertragen wird. Dabei sind die ver‑ traglichen Bestimmungen sowie alle relevanten Fakten und Umstände zu berücksichtigen. Grundsätzlich erfolgt die Bilanzierung auf Einzelvertragsebene mit einem Kunden, sofern nicht die Voraussetzungen für die Zusammenfassung von Verträgen erfüllt sind. Die Regelungen des Standards werden auf ähnlich ausgestaltete Verträge und unter ähn‑ lichen Umständen einheitlich angewandt.
Entwicklungsaufträge umfassen in der Regel einen längeren Zeitraum und viele einzelne Entwicklungsphasen. Diese be‑ dingen und beeinflussen sich gegenseitig in einem so engen Verhältnis und sind voneinander abhängig, dass bei der Beurteilung des Einzelvertrags oft nur eine Leistungsver‑ pflichtung identifiziert werden kann. In diesem Fall ist der Transaktionspreis nur dieser einen Leistungsverpflichtung zuzuordnen. Bei der Bestimmung des Transaktionspreises können vereinzelt variable Gegenleistungen in Form von Leistungsprämien oder Vertragsstrafen zu berücksichtigen sein. Die Höhe der variablen Gegenleistung wird dabei regelmäßig durch Anwendung einer geeigneten Methode geschätzt bzw. Begrenzungen der Schätzung werden berücksichtigt.
Der Transaktionspreis bildet den Zeitwert des Geldes ab, wenn der Vertrag eine wesentliche Finanzierungskom‑ ponente enthält, unabhängig davon, ob diese explizit oder implizit im Vertrag genannt ist. Der Transaktionspreis be‑ rechnet sich im Fall des Vorliegens einer Finanzierungskomponente aus dem Nominalwert der Gegenleistung, an‑ gepasst um den Finanzierungseffekt. Im Konzern wird auf die Ermittlung einer wesentlichen Finanzierungskomponen‑ te verzichtet, wenn bei Vertragsbeginn erwartet wird, dass die Zeitspanne zwischen Übertragung der Güter oder Dienstleistungen auf den Kunden und die Zahlung durch den Kunden maximal ein Jahr beträgt.
Im Bereich der langfristigen Entwicklungsaufträge sind in aller Regel die Voraussetzungen für eine zeitraumbezogene Umsatzrealisierung gegeben. Dabei werden zur Bestim‑ mung des Leistungsfortschritts grundsätzlich inputbasierte Methoden auf Basis von "cost-to-cost" eingesetzt. Hierbei wird der Fertigstellungsgrad anhand der bis zum Bilanz‑ stichtag aufgelaufenen Auftragskosten im Verhältnis zu den geplanten gesamten Auftragskosten ermittelt. Die Auftrags‑ erlöse ergeben sich aus der Multiplikation des ermittelten Fertigstellungsgrads mit den vertraglich vereinbarten Er‑ lösen einschließlich nachträglicher vertraglicher Ergänzun‑ gen. Die zum Bilanzstichtag in Arbeit befindlichen langfris‑ tigen Projekte (verbleibende Projektlaufzeit von ein bis sieben Jahre) wurden, sofern ein Teilgewinn wegen des frühen Projektstatus mit hinreichender Sicherheit nicht ge‑ schätzt werden konnte, zu Herstellungskosten zzgl. erstat‑ tungsfähiger Verwaltungsgemeinkosten als Umsatz erfasst. Die entsprechenden Auftragskosten sind im Material- und sonstigen Aufwand des Geschäftsjahres enthalten.
Bei den aus der Anwendung der "Cost-to-Cost"-Methode sich ergebenden Forderungen handelt es sich in der Regel um einen bedingten Zahlungsanspruch, der als Vertragsvermö‑ genswert in der Bilanz gesondert ausgewiesen wird. Der Konzern ist seinen vertraglichen Verpflichtungen durch Übertragung von Gütern und Dienstleistungen auf den Kun‑ den nachgekommen, bevor dieser eine Gegenleistung zahlt oder diese fällig wird. Auf Vertragsvermögenswerte ist das vereinfachte Modell der erwarteten Kreditverluste nach IFRS 9 anzuwenden (vgl. Abschnitt Finanzinvestitionen und sonstige finanzielle Vermögenswerte). Ein unbedingter An‑ spruch entsteht durch eine finale Rechnungsstellung oder eine Teilabrechnung mit der Folge der Erfassung einer For‑ derung aus Lieferung und Leistung.
Eine Vertragsverbindlichkeit ist je nach früherem Zahlungsbzw. Fälligkeitszeitpunkt in der Bilanz gesondert auszuwei‑ sen, wenn ein Kunde eine Gegenleistung entrichtet hat (z.B. erhaltene Anzahlung) oder ein unbedingtes Recht seitens der OHB-Konzerngesellschaft auf Gegenleistung (d.h. eine Forderung oder Recht auf Erhalt einer Anzahlung) besteht und bevor ein Gut oder eine Dienstleistung auf den Kunden übertragen wurde.
Vertragsvermögenswerte und Vertragsverbindlichkeiten aus einem einzelnen Vertrag sind saldiert auszuweisen und werden nach Fristigkeiten (lang- bzw. kurzfristig) unterteilt.
Sofern Vertragserfüllungskosten nicht in den Anwendungs‑ bereich eines anderen Standards fallen, werden diese bei Vorliegen der Aktivierungsvoraussetzungen aktiviert und über den voraussichtlichen Zeitraum der Erbringung der Leistungsverpflichtung abgeschrieben.
Für Einzelverpflichtungen des Konzerns, fehlerhafte Produkte im Rahmen von gesetzlichen oder Standardgaran‑ tiebedingungen zu reparieren oder zu ersetzen, werden Rückstellungen gebildet (vgl. Ausführungen "Sonstige Rückstellungen"). IFRS 15 regelt ebenfalls nicht die Bildung von Rückstellungen für drohende Verluste aus Aufträgen, sondern verweist auf Regelungen zu den Rückstellungen in IAS 37. Dabei wird Bezug genommen auf den Vertrag selbst und nicht auf die einzelnen Leistungsverpflichtungen.
Zudem werden Umsatzerlöse zeitpunktbezogen realisiert, im Wesentlichen aus dem Verkauf von Gütern und der Er‑ bringung von Dienstleistungen, wenn die Leistungsverpflich‑ tung gemäß IFRS 15.35–37 nicht über einen Zeitraum erfüllt wird. Dabei werden die Vorschriften zur Bestimmung des Zeitpunkts der Übertragung der Verfügungsgewalt inklusive unterschiedlichster Indikatoren dafür berücksichtigt.
Die Zahlung des Transaktionspreises ist dabei in der Regel innerhalb von 30Tagen fällig. Bei einer Laufzeit von über einem Jahr werden die Forderungen als langfristig klassi‑ fiziert.
Entwicklungsausgaben sind nach IAS 38.57 zu aktivieren, wenn ein neu entwickeltes Produkt oder Verfahren eindeu‑ tig abgegrenzt werden kann, technisch realisierbar ist und entweder die eigene Nutzung oder die Vermarktung vorge‑ sehen ist. Weiterhin setzt die Aktivierungsfähigkeit voraus, dass die Entwicklungsausgaben mit hinreichender Wahr‑ scheinlichkeit durch künftige Finanzmittelzuflüsse gedeckt werden. Die Bewertung erfolgt auf Basis der angefallenen Herstellungskosten, im Wesentlichen Entwicklungsstunden bewertet mit dem jeweiligen Stundensatz. Im Geschäftsjahr sind Forschungs- und Entwicklungskosten in Höhe von EUR 5,8 Mio. (Vorjahr: EUR 9,7 Mio.) als Aufwand erfasst worden, da die Kriterien nach IAS 38.57 nicht erfüllt wurden. Von insgesamt EUR 25,4 Mio. (Vorjahr: EUR 32,3 Mio.) Entwicklungskosten wurden insgesamt EUR 16,5 Mio. (Vor‑ jahr: EUR 18,7 Mio.) aktiviert. Für EUR 3,1 Mio. (Vorjahr: EUR 3,9 Mio.) wurden Zuwendungen vereinnahmt. Die Erlöse aus Zuwendungen für Entwicklungsleistungen werden be‑ zogen auf den Zeitpunkt der Entstehung der Kosten erfasst. Bei den Erlösen aus Zuwendungen erfolgt keine Saldierung mit den Aufwendungen (Bruttoausweis). Gegenwärtig sind keine Anzeichen festzustellen, dass Bedingungen von Zu‑ wendungsgebern nicht erfüllt werden können.
Das Finanzergebnis enthält die Ergebnisse aus At-Equity--Beteiligungen und übrigen Beteiligungen einschließlich der Gewinne aus der Veräußerung von Finanzanlagen, Ab- und Zuschreibungen auf Finanzanlagen, den sonstigen Finanz‑ aufwendungen aus Verbindlichkeiten, Dividenden, Zins‑ erträge aus Forderungen sowie Währungsgewinne und -verluste. Der Zinsertrag wird ergebniswirksam nach der Effektivzinsmethode erfasst. Dividenden werden ergebnis‑ wirksam vereinnahmt, wenn ein Ausschüttungsbeschluss vorliegt. Der Zinsaufwand aus Pensionsrückstellungen wird ebenfalls im sonstigen Finanzaufwand ausgewiesen.
Zu jedem Bilanzstichtag überprüft die OHB die Buchwerte der immateriellen Vermögenswerte dahingehend, ob An‑ haltspunkte für eine Wertminderung vorliegen könnten. In diesem Falle wird der erzielbare Betrag des betreffenden Vermögenswerts ermittelt, um den Umfang einer evtl. vorzunehmenden Wertberichtigung festzustellen. Der er‑ zielbare Betrag entspricht dabei dem um die möglichen Veräußerungskosten verminderten Zeitwert oder dem Nutzungswert, dabei ist für die Bilanzierung der höhere Wert maßgeblich. Fremd erworbene immaterielle Ver‑ mögenswerte als Aktiva sind im Wesentlichen Software‑ programme und Lizenzen. Diese werden mit ihren histo‑ rischen Anschaffungskosten angesetzt und linear mit einer Nutzungsdauer zwischen ein und 15 Jahren abge‑ schrieben. Die Abschreibung aktivierter Eigenleistungen, welche mit den direkt zurechenbaren Kosten aktiviert wurden, erfolgt linear über die voraussichtliche Nutzungs‑ dauer von vier bis 15 Jahren. Für Zwecke der Prüfung auf Wertminderung ist der Geschäfts- oder Firmenwert auf jede der Zahlungsmittel generierenden Einheiten des Kon‑ zerns aufzuteilen, von denen erwartet wird, dass sie einen Nutzen aus den Synergien des Zusammenschlusses ziehen können. Zahlungsmittel generierende Einheiten, denen ein Teil des Geschäfts- oder Firmenwerts zugeteilt wurde, wer‑ den mindestens einmal jährlich auf Wertminderung ge‑ prüft. Wenn der erzielbare Betrag einer Zahlungsmittel generierenden Einheit kleiner ist als der Buchwert der Einheit, ist der Wertminderungsaufwand zunächst dem Buchwert eines jeglichen der Einheit zugeordneten Ge‑ schäfts- oder Firmenwerts und dann anteilig den anderen Vermögenswerten auf Basis der Buchwerte eines jeden Vermögenswerts innerhalb der Einheit zuzuordnen.
Zu jedem Bilanzstichtag überprüft die OHB die Buchwerte der Sachanlagen dahingehend, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen könnten. In diesem Falle wird der erzielbare Betrag des betreffenden Vermögenswerts ermit‑ telt, um den Umfang einer evtl. vorzunehmenden Wert‑ berichtigung festzustellen. Der erzielbare Betrag entspricht dabei dem um die möglichen Veräußerungskosten vermin‑ derten Zeitwert oder dem Nutzungswert, dabei ist für die Bilanzierung der höhere Wert maßgeblich. Die Vermögens‑ werte des Sachanlagevermögens werden zu ihren Anschaf‑ fungs- und Herstellungskosten aktiviert und planmäßig gemäß der erwarteten Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Erhaltungsaufwendungen, die den Wert der Vermögens‑ werte des Sachanlagevermögens nicht erhöhen oder deren Nutzungsdauer nicht wesentlich verlängern, werden als laufende Aufwendungen behandelt. Wesentliche Erneue‑ rungen und Verbesserungen werden aktiviert. Abgänge werden sowohl bei den historischen Anschaffungskosten als auch bei den kumulierten Abschreibungen erfasst. Ge‑ winne und Verluste aus dem Abgang von Vermögenswerten des Anlagevermögens werden in den "Sonstigen betriebli‑ chen Erträgen oder Aufwendungen" berücksichtigt. Die Abschreibungszeiträume des Sachanlagevermögens betra‑ gen für Gebäude zwischen zehn und 33 Jahren, für Maschi‑ nen und technische Anlagen fünf bis zehn Jahre und für andere Anlagen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung drei bis zehn Jahre.
Bei der Equity-Methode wird das in den Konsolidierungs‑ kreis einbezogene assoziierte Unternehmen mit seinen Anschaffungskosten unter Berücksichtigung des anteiligen Gesamtergebnisses (Gewinn und Verlust, Sonstiges Ergeb‑ nis) bilanziert. Erhaltene Dividenden werden als Verminde‑ rung des Buchwerts bilanziert. Im Rahmen der Werthaltig‑ keitsprüfung wird der Buchwert eines assoziierten Unternehmens mit dem erzielbaren Betrag verglichen und falls dieser geringer ist als der Buchwert, ist eine Wertmin‑ derung in Höhe des Differenzbetrags vorzunehmen.
Die Vorräte werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungs‑ kosten oder mit dem niedrigeren Nettoveräußerungswert am Bilanzstichtag bewertet. Die Herstellungskosten setzen sich aus den Material- und Fertigungseinzelkosten, Mate‑ rial- und Fertigungsgemeinkosten sowie Abschreibungen auf Anlagen zusammen. Darüber hinaus sind Verwaltungs‑ gemeinkosten enthalten. Teile des Vorratsvermögens wer‑ den im "gleitenden Durchschnittsverfahren" bewertet.
Der Konzern hat IFRS 9 rückwirkend angewandt, sich aber dafür entschieden, Vergleichsinformationen nicht anzu‑ passen. Als Ergebnis sind die Vergleichsangaben des Geschäftsjahres 2017 weiterhin nach den bis zum 31. De‑ zember 2017 geltenden Bilanzierungs- und Bewertungs‑ vorschriften angesetzt.
Ab 1. Januar 2018 stuft der Konzern seine finanziellen Vermögenswerte in Abhängigkeit vom Geschäftsmodell in die folgenden Bewertungskategorien ein:
Bei zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Vermögens‑ werten werden die Gewinne und Verluste entweder erfolgs‑ wirksam oder erfolgsneutral erfasst. Bei Investitionen in Eigenkapitalinstrumente, die nicht zu Handelszwecken gehalten werden, ist dies abhängig davon, ob sich der Kon‑ zern zum Zeitpunkt des erstmaligen Ansatzes unwiderruf‑ lich dafür entschieden hat, die Eigenkapitalinstrumente erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten.
Ein marktüblicher Kauf oder Verkauf von finanziellen Vermögenswerten wird zum Handelstag angesetzt, d.h. zu dem Tag, an dem sich der Konzern verpflichtet, den Ver‑ mögenswert zu kaufen oder zu verkaufen. Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn die Ansprüche auf Zahlungsströme aus den finanziellen Vermögenswerten ausgelaufen oder übertragen worden sind und der Konzern im Wesentlichen alle Risiken und Chancen aus dem Eigen‑ tum übertragen hat.
Beim erstmaligen Ansatz bewertet der Konzern einen fi‑ nanziellen Vermögenswert zum beizulegenden Zeitwert zuzüglich – im Falle eines in der Folge nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Ver‑ mögenswerts – der direkt auf den Erwerb dieses Vermö‑ genswerts entfallenden Transaktionskosten. Transaktions‑ kosten von erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten werden im Ge‑ winn und Verlust als Aufwand erfasst.
Der Konzern stuft seine Fremdkapitalinstrumente in die drei Bewertungskategorien AmC, FVOCI und FVPL ein. Der Kategorie FVOCI sind aktuell keine finanziellen Ver‑ mögenswerte zugeordnet.
AmC: Vermögenswerte, die zur Vereinnahmung der ver‑ traglichen Zahlungsströme gehalten werden und bei denen diese Zahlungsströme ausschließlich Zins- und Tilgungs‑ zahlungen darstellen, werden zu fortgeführten Anschaf‑ fungskosten bewertet. Zinserträge aus diesen finanziellen Vermögenswerten werden unter Anwendung der Effektiv‑ zinsmethode in den Finanzerträgen ausgewiesen. Gewinne oder Verluste aus der Ausbuchung werden direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst und – zusammen mit den Fremdwährungsgewinnen und -verlusten – unter den sonstigen Gewinnen/Verlusten ausgewiesen. Dieser Kate‑ gorie werden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Zahlungsmittel, Ausleihungen und sonstige finanzielle Vermögenswerte zugeordnet.
FVPL: Vermögenswerte, welche die Kriterien der Kategorie "zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet" oder "FVOCI" nicht erfüllen, werden in die Kategorie "erfolgs‑ wirksam zum beizulegenden Zeitwert" (FVPL) eingestuft. Gewinne oder Verluste aus einem Schuldinstrument, das in der Folge zum FVPL bewertet wird, werden im Gewinn oder Verlust saldiert in der Periode ausgewiesen, in der sie entstehen. Dieser Kategorie werden Derivate, die nicht in einer Hedging-Beziehung stehen, zugeordnet und Wert‑ papiere, die als Fremdkapitalinstrumente einzustufen sind.
Der Konzern bewertet alle gehaltenen Eigenkapitalinstru‑ mente in der Folge zum beizulegenden Zeitwert. Hat das Management des Konzerns entschieden, Effekte aus der Änderung des beizulegenden Zeitwerts von Eigenkapital‑ instrumenten im sonstigen Ergebnis (FVOCI) darzustellen, erfolgt nach der Ausbuchung des Instruments keine spä‑ tere Umgliederung dieser Gewinne und Verluste in den Gewinn oder Verlust. In der FVOCI-Rücklage anteilig ku‑ mulierte Salden werden in den Konzerngewinn umgebucht. Dividenden aus solchen Instrumenten werden weiterhin im Gewinn oder Verlust unter den sonstigen Erträgen erfasst, wenn der Anspruch des Konzerns auf den Erhalt von Zah‑ lungen begründet wird. Die Entscheidung über die Zuord‑ nung zu dieser Kategorie wird pro Eigenkapitalinstrument bei Zugang getroffen. Gegenwärtig sind alle Eigenkapital‑ instrumente als FVOCI ausgewiesen.
Änderungen des beizulegenden Zeitwerts der erfolgswirk‑ sam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte (FVPL) werden in der Gewinn- und Ver‑ lustrechnung unter den sonstigen Gewinnen/(Verlusten) erfasst. Wertminderungsaufwendungen (und Wertaufho‑ lungen) der erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Eigenkapitalinstrumente werden nicht getrennt von den sonstigen Änderungen des beizulegenden Zeit‑ werts ausgewiesen.
Der Konzern beurteilt auf zukunftsgerichteter Basis die mit ihren Fremdkapitalinstrumenten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgsneutral zum beizulegen‑ den Zeitwert bewertet werden, verbundenen erwarteten Kreditverluste. Die Wertminderungsmethode ist abhängig davon, ob eine signifikante Erhöhung des Kreditrisikos vor‑ liegt (Allgemeines Modell). Der Ansatz der erwarteten Kre‑ ditverluste nutzt ein dreistufiges Vorgehen zur Allokation von Wertberichtigungen. In die Stufe 1 sind grundsätzlich alle Instrumente bei Zugang einzuordnen. Für sie ist der Barwert der erwarteten Zahlungsausfälle, die aus mög‑ lichen Ausfallereignissen innerhalb der nächsten zwölf Monate nach dem Abschlussstichtag resultieren, aufwands‑ wirksam zu erfassen. Die Zinserfassung erfolgt auf Basis des Bruttobuchwerts, d.h., die Effektivzinsmethode ist auf Basis des Buchwerts vor Berücksichtigung der Risikovor‑ sorge durchzuführen. In Stufe 2 sind alle Instrumente ent‑ halten, welche am Abschlussstichtag im Vergleich zum Zugangsstichtag eine signifikante Erhöhung des Ausfall‑ risikos aufweisen. In Stufe 3 liegt zusätzlich ein objektiver Hinweis auf eine Wertminderung vor. Zum Bilanzstichtag wurden keine Instrumente der Stufe 2 und Stufe 3 zugeordnet.
Bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wendet der Konzern den gemäß IFRS 9 vereinfachten Ansatz (Ver‑ einfachtes Modell) an, demzufolge die über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste ab dem erstmaligen Ansatz der Forderungen zu erfassen sind.
Bei Anwendung des vereinfachten Modells werden für alle Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Ver‑ tragsvermögenswerte die über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste herangezogen.
Zur Bemessung der erwarteten Kreditverluste wurden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Ver‑ tragsvermögenswerte auf Basis gemeinsamer Kreditrisiko‑ merkmale und Überfälligkeitstage zusammengefasst. Die Vertragsvermögenswerte betreffen noch nicht fakturierte laufende Arbeiten und weisen im Wesentlichen die gleichen Risikomerkmale wie die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen für die gleichen Vertragsarten auf. Der Konzern hat daher die Schlussfolgerung gezogen, dass die erwar‑ teten Verlustquoten für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen einen angemessenen Näherungswert der Ver‑ lustquoten für Vertragsvermögenswerte darstellen.
Die regelmäßig überprüften, erwarteten Verlustquoten beruhen auf historischen Ausfallquoten, angepasst um zu‑ kunftsorientierte Komponenten bezüglich der Kredit‑ würdigkeit der Kunden. Aufgrund der Kundenstruktur im Konzern sind die historischen Ausfallquoten minimal. Wert‑ minderungsaufwendungen werden im Betriebsergebnis (netto) dargestellt.
Nach IAS 12 führen vorübergehende Differenzen zwischen steuerlichen Wertansätzen für Vermögenswerte und Schulden einerseits und andererseits deren Ansatz nach IFRS /IAS zur Abgrenzung latenter Steuern. Für die Berechnung der inländischen latenten Steuern gilt für den OHB-Konzern ein einheitlicher Steuersatz von 32%. Die Ertragsteuern 2018 wurden detailliert mit differenzierten Steuersätzen ermittelt. Mit der Anwendung von IAS 12 wer‑ den latente Steuerverrechnungsansprüche berücksichtigt.
Latente Steuerforderungen werden in dem Umfang ange‑ setzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass ein zu versteuern‑ der Gewinn verfügbar sein wird, gegen den die temporäre Differenz verwendet werden kann. Dies gilt auch für latente Steuerforderungen auf steuerliche Verlustvorträge. Sollte die Realisierung der aktiven latenten Steuern unwahrschein‑ lich sein, werden diese um den entsprechenden Betrag wertberichtigt.
Latente Steuerforderungen und Steuerverbindlichkeiten werden nur saldiert, sofern sich die latenten Steuern auf Ertragsteuern beziehen, die von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden, und sofern die laufenden Steuern gegen‑ einander verrechnet werden.
IAS 32 (Financial Instruments: Disclosure and Presentation) regelt, dass Eigenkapital aus Sicht des Unternehmens nur dann vorliegt, wenn keine Verpflichtung zur Rückzahlung des Kapitals oder zur Lieferung von anderen finanziellen Vermögenswerten besteht. Das Eigenkapital umfasst das gezeichnete Kapital, die Kapitalrücklage, Eigenkapital aus nicht realisierten Gewinnen/Verlusten und die Gewinnrück‑ lage sowie die aufgelaufenen Gewinnvorträge.
Die Pensionsverpflichtungen für die leistungsorientierten Altersversorgungspläne werden gemäß IAS 19 (Leistungen an Arbeitnehmer) nach der Projected-Unit-Credit-Methode berechnet. Die zu erwartenden Versorgungsleistungen wer‑ den über die gesamte Beschäftigungszeit der Mitarbeiter verteilt.
Die sonstigen Rückstellungen sind gemäß IAS 37 für Sach‑ verhalte zuverlässig geschätzt worden, aus denen sich auf‑ grund gegenwärtiger Verpflichtungen ein Zahlungsmittel‑ abfluss ergeben wird. Basis der Schätzungen waren im Wesentlichen detaillierte Kalkulationen. Rückstellungen, für welche ein Mittelabfluss erst nach zwölf Monaten erwartet wird, werden als langfristig eingestuft und mit dem Barwert der zukünftigen Mittelabflüsse angesetzt.
Verbindlichkeiten umfassen die Finanzverbindlichkeiten, die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Verbindlichkeiten und sind der Kategorie zu fort‑ geführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Ver‑ bindlichkeiten ("FLAC") zugeordnet. Die Finanzschulden werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwen‑ dung der Effektivzinsmethode bilanziert. Die Erstbewertung erfolgt zum Zeitwert unter Einbeziehung von Transaktions‑ kosten. Eine Ausbuchung der finanziellen Verbindlichkeiten erfolgt, wenn die vertraglichen Verpflichtungen beglichen, ausgehoben oder ausgelaufen sind. Sofern die Begleichung der finanziellen Verbindlichkeiten nicht innerhalb von zwölf Monaten nach Ende der Berichtsperiode fällig ist, werden diese als langfristig klassifiziert, andernfalls kurzfristig.
Es handelt sich bei Leasingverhältnissen um eine Vereinba‑ rung, in deren Rahmen der Leasinggeber dem Leasingneh‑ mer gegen eine Zahlung oder eine Reihe von Zahlungen das Recht auf Nutzung eines Vermögenswerts für einen verein‑ barten Zeitraum überträgt. Es muss eine Klassifizierung in Operating-Leasing oder Finanzierungsleasing erfolgen.
Es erfolgt keine Aktivierung von im Rahmen des Operating--Leasings genutzten Vermögenswerten. Zu leistende Lea‑ singzahlungen werden periodengerecht ergebniswirksam erfasst.
Bei Finanzierungsleasing handelt es sich um ein Leasing‑ verhältnis, bei dem alle wesentlichen mit dem Eigentum verbundenen Risiken und Ertragschancen eines Vermö‑ genswerts übertragen werden. Im Berichtsjahr lagen keine Leasingverhältnisse vor, bei denen es sich um Finanzie‑ rungsleasing handelt.
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind teilwei‑ se Annahmen und Schätzungen notwendig, die sich auf Höhe und Ausweis bilanzierter Vermögenswerte und Schulden, Erträge und Aufwendungen sowie Eventual‑ verbindlichkeiten auswirken. Die tatsächlichen Werte kön‑ nen in Einzelfällen von den getroffenen Annahmen und Schätzungen abweichen. Änderungen werden zum Zeit‑ punkt einer besseren Erkenntnis erfolgswirksam.
Die Beurteilung der Aktivierung von eigenfinanzierten Ent‑ wicklungsleistungen wurde auf Basis der Schätzung zu‑ künftiger Erlöse vorgenommen. Die Werthaltigkeit von Firmenwerten wird jährlich im Rahmen eines Impairment--Tests geprüft. Im Rahmen dieses Tests müssen vor allem im Hinblick auf künftige Zahlungsmittelüberschüsse Schät‑ zungen vorgenommen werden. Künftige Änderungen der gesamtwirtschaftlichen Lage, der Branchen oder Unter‑ nehmenssituation können zu Reduktionen der Zahlungs‑ mittelüberschüsse und damit zu einer außerplanmäßigen Abschreibung der Firmenwerte führen. Technischer Fort‑ schritt, eine Verschlechterung der Marktsituation oder Schäden können zu einer außerplanmäßigen Abschreibung der Sachanlagen führen. Zur Sensitivität verweisen wir auf die Ausführungen zum Impairment-Test (vgl. Abschnitt 11).
Bei der Identifizierung der Leistungsverpflichtungen in einem Vertrag mit einem Kunden übt der Konzern Ermes‑ sensentscheidungen dahingehend aus, in welchem Um‑ fang die vertraglich zugesicherten Leistungen sich gegen‑ seitig signifikant beeinflussen, in hohem Maße voneinander abhängig und verbunden sind. Die Beurteilung des Auf‑ tragsfortschritts bei langfristigen Fertigungsaufträgen erfolgt – bei Vorliegen der Voraussetzungen – auf Basis der inputbasierten "Cost-to-Cost"-Methode. Dabei werden die angefallenen Kosten in das Verhältnis zu den erwarte‑ ten Gesamtkosten gesetzt, um den Fertigstellungsgrad zu ermitteln. Direkte Ergebnisänderungen können sich durch veränderte Stunden- oder Kostenschätzungen, aber auch durch die Ergebnisse von Vertragsergänzungen ergeben. Die Schätzung der Höhe von variablen Gegenleistungen im Zeitablauf der Leistungserbringung bzw. die Begrenzung der Schätzung unterliegt ebenfalls Schätzungsunsicherheiten.
Bei der Ermittlung der Pensionsrückstellungen kommt es durch die Auswahl der Prämissen und Trendannahmen, durch den Ansatz biometrischer Wahrscheinlichkeiten sowie durch anerkannte Näherungsverfahren bei der Ermittlung der Rente gegebenenfalls zu Abweichungen von den tat‑ sächlichen im Zeitablauf entstehenden Zahlungsverpflich‑ tungen (zu möglichen Veränderungen vgl. Abschnitt 25 zu Pensionen).
Für die Bildung von Steuerrückstellungen und die Wert‑ haltigkeitsprüfung von aktiven latenten Steuern sind eben‑ falls Schätzungen vorzunehmen. Bei der Beurteilung der Werthaltigkeit aktiver latenter Steuern können Unsicher‑ heiten im Hinblick auf die Auslegung komplexer Steuer‑ vorschriften sowie hinsichtlich Höhe und Zeitpunkt künf‑ tiger zu versteuernder Einkünfte bestehen.
Sonstige Rückstellungen werden aufgrund von vorliegen‑ den Erkenntnissen und im Rahmen der üblichen Ermes‑ sensspielräume gebildet.
Aufgrund der aktuellen Welt- und Finanzmarktsituation können zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine zuverlässigen Annahmen über die Bandbreite möglicher Anpassungen im Geschäftsjahr 2019 bei den Schätzungen getroffen werden.
Die Wertminderungen für finanzielle Vermögenswerte be‑ ruhen auf Annahmen zum Ausfallrisiko und zu den erwar‑ teten Verlustquoten. Der Konzern übt bei der Aufstellung dieser Annahmen und der Auswahl der Inputfaktoren für die Berechnung der Wertminderungen Ermessen aus, ba‑ sierend auf den Erfahrungen des Konzerns aus der Vergan‑ genheit, bestehenden Marktbedingungen sowie zukunfts‑ orientierten Schätzungen zum Ende jeder Berichtsperiode.
| Raumfahrt | Luftfahrt | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| in TEUR | Deutschland | Restliches Europa |
Restliche Welt |
Deutschland | Restliches Europa |
Restliche Welt |
| Umsatzerlöse | 330.001 | 628.788 | 5.187 | 14.206 | 518 | 0 |
| abzüglich darin enthaltener | ||||||
| Intercompany-Erlöse | −22.021 | −1.103 | 0 | −220 | 0 | 0 |
| Umsatzerlöse mit externen Kunden |
307.980 | 627.685 | 5.187 | 13.986 | 518 | 0 |
| Zeitliche Realisierung der Umsatzerlöse |
||||||
| zeitpunktbezogen | 27.088 | 47.528 | 2.424 | 13.986 | 518 | 0 |
| zeitraumbezogen | 280.892 | 580.157 | 2.763 | 0 | 0 | 0 |
| 307.980 | 627.685 | 5.187 | 13.986 | 518 | 0 | |
Der Umsatz 2017 verteilt sich auf die Produktgruppen und Dienstleistungen wie folgt:
| Gesamt | 825.894 |
|---|---|
| Sonstige | 8.906 |
| Antennen | 9.786 |
| Luftfahrt | 14.635 |
| Raumfahrt | 792.567 |
| in TEUR | 2017 |
Die Auftragserlöse aus langfristiger Fertigung nach IAS 11 betrugen im Vorjahr: TEUR 738.997. Die dazugehörigen Auf‑ tragskosten betrugen im Vorjahr: TEUR 705.215.
| 2017 | |||
|---|---|---|---|
| in TEUR | aktivischer Saldo |
passivi scher Saldo |
Summe |
| Kosten + Gewinn | 3.191.918 | 778.150 | 3.970.068 |
| Erhaltene Anzahlungen |
2.934.284 | 912.128 | 3.846.412 |
| Bilanzausweis | 257.634 | −133.978 | 123.656 |
Vermögenswerte und Verbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden:
| in TEUR | 31.12.2018 | 01.01.2018 |
|---|---|---|
| Vertragsvermögenswerte | 279.208 | 227.195 |
| abzüglich Wertberichtigungen* |
−213 | −162 |
| Vertragsvermögenswerte | 278.995 | 227.033 |
| Vertragsverbindlichkeiten | 100.431 | 133.978 |
* Vgl. Abschnitt 30
Aufgrund der Erstanwendung von IFRS 15 wurden für das Jahr 2018 um TEUR 429 höhere Umsatzerlöse realisiert als sich bei Fortführung der Erlösrealisierung nach IAS 11 er‑ geben hätten.
Im Geschäftsjahr 2018 wurden Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 122.632 erzielt, die zu Beginn des Geschäftsjahres in den Vertragsverbindlichkeiten enthalten waren.
Die Gesamthöhe des ausstehenden Transaktionspreises der am Ende der Berichtsperiode nicht oder teilweise nicht er‑ füllten Leistungsverpflichtungen beträgt EUR 2.399 Mio. Die OHB SE erwartet, dass im Geschäftsjahr 2019 davon rund 44% und 2020 rund 27% realisiert werden.
| Sonstige | Antennen | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Restliche | Restliches | Restliche | Restliches | |||
| Summe | Welt | Europa | Deutschland | Welt | Europa | Deutschland |
| 999.895 | 0 | 0 | 8.144 | 9.077 | 2.758 | 1.216 |
| −23.344 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| 976.551 | 0 | 0 | 8.144 | 9.077 | 2.758 | 1.216 |
| 93.488 | 0 | 0 | 388 | 1.266 | 114 | 176 |
| 883.063 | 0 | 0 | 7.756 | 7.811 | 2.644 | 1.040 |
| 976.551 | 0 | 0 | 8.144 | 9.077 | 2.758 | 1.216 |
Die Abnahme des Bestands an fertigen und unfertigen Er‑ zeugnissen resultiert im Wesentlichen aus der Abnahme im Segment "Aerospace + Industrial Products" in Höhe von TEUR 3.145 (Vorjahr: Zunahme TEUR 949). Insgesamt ergibt sich eine Bestandsabnahme in Höhe von TEUR 3.327 (Vor‑ jahr: Zunahme TEUR 515).
Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von TEUR 10.471 (Vorjahr: TEUR 13.073) enthalten mit TEUR 3.070 (Vorjahr: TEUR 3.921) Erlöse aus Zuwendungen und TEUR 3.226 (Vorjahr: TEUR 4.262) Erträge aus der Auflösung von Rück‑ stellungen.
| in TEUR | 2018 | 2017 |
|---|---|---|
| Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe |
88.186 | 98.886 |
| Aufwendungen für bezogene Leistungen |
557.402 | 443.787 |
| Gesamt | 645.588 | 542.673 |
| in TEUR | 2018 | 2017 |
|---|---|---|
| Löhne und Gehälter | 190.699 | 164.717 |
| Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und |
||
| für Unterstützung | 36.137 | 32.129 |
| Gesamt | 226.836 | 196.846 |
An Zahlungen für Pensionen wurden TEUR 4.658 (Vorjahr: TEUR 5.139) geleistet. In 2018 wurden in Höhe von TEUR 12.434 (Vorjahr: TEUR 10.830) vom Konzern Beiträge zur deutschen gesetzlichen Rentenversicherung gezahlt, welche als beitragsorientierter Plan gilt.
| in TEUR | 2018 | 2017 |
|---|---|---|
| FINANZERTRÄGE | ||
| Andere Zinserträge aus Aus leihungen und Forderungen* |
0 | 1.222 |
| Andere Zinserträge aus finanziellen |
||
| Vermögenswerten AmC* | 1.411 | 0 |
| Sonstige Finanzeinnahmen | 198 | 273 |
| 1.609 | 1.495 | |
| FINANZAUFWENDUNGEN | ||
| Zinsaufwand aus Verbindlichkeiten bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten |
3.047 | 2.948 |
| Zinsaufwand Pensions rückstellungen und ähnliche Verpflichtungen |
2.039 | 1.878 |
| Sonstige Finanzaufwendungen |
494 | 414 |
| 5.580 | 5.240 |
* Veränderte Kategorien IFRS 9 Erstanwendung
Das At-Equity-Ergebnis der Aerotech Peissenberg GmbH&Co. KG im Geschäftsjahr 2018 wird in Höhe von TEUR 820 (Vorjahr: TEUR 1.809) ausgewiesen. Zu dem sons‑ tigen Ergebnis trägt das assoziierte Unternehmen mit TEUR −248 (Vorjahr: TEUR 22) bei.
| in TEUR | 2018 | 2017 |
|---|---|---|
| Erwartete Steuern zum Steuersatz von 32,00% (Vorjahr: 32,00%) |
14.130 | 13.516 |
| Steuerminderungen aufgrund teilweise steuer befreiter Einnahmen |
−21 | −766 |
| Übernahme steuerliches Ergebnis von At-Equity Gesellschaften |
312 | 0 |
| Nicht genutzte (Vorjahr: genutzte) Verlustvorträge |
1.092 | −298 |
| Steuerlich nicht abzugs fähige Betriebsausgaben |
534 | 822 |
| Sonstige Steuereffekte | 279 | 205 |
| Veränderung im Ansatz latenter Steuern u.a. wegen Steuersatzänderungen |
−1.004 | 718 |
| Periodenfremde Steueraufwendungen |
195 | 242 |
| Steuersatzabweichung Ausland |
182 | 75 |
| Gesamt | 15.699 | 14.514 |
Aufteilung Steueraufwand:
| 2018 | 2017 | |||
|---|---|---|---|---|
| in TEUR | Tatsäch liche Steuern |
Latente Steuern |
Tatsäch liche Steuern |
Latente Steuern |
| Inland | 8.871 | 6.635 | 5.565 | 8.279 |
| Ausland | 144 | 49 | 144 | 525 |
| 9.015 | 6.684 | 5.709 | 8.804 |
Für Verlustvorträge und vortragbare Zinsaufwendungen in Höhe von TEUR 17.604 (Vorjahr: TEUR 8.697) wurden keine aktiven latenten Steuern bilanziert. Die Verlustvorträge ver‑ fallen nicht.
Im Geschäftsjahr betrugen die erfolgsneutralen Verände‑ rungen der latenten Steuern TEUR 1.126 (Vorjahr: TEUR −407).
| 31.12.2018 | 31.12.2017 | 2018 | 2017 | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| in TEUR | Aktive latente Steuern |
Passive latente Steuern |
Aktive latente Steuern |
Passive latente Steuern |
Erfolgswirksame Veränderung |
|
| Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen |
0 | 28.347 | 0 | 26.089 | −2.259 | −3.213 |
| Finanzanlagen | 0 | 506 | 116 | 552 | −115 | −90 |
| Umlaufvermögen | 2.876 | 24.983 | 0 | 21.539 | −7.739 | −6.796 |
| Rückstellungen | 16.559 | 51 | 15.777 | 172 | −298 | 856 |
| Verbindlichkeiten | 7.699 | 0 | 3.698 | 0 | 4.001 | 3.190 |
| Steuerliche Verlustvorträge und Steuergutschriften |
6.435 | 320 | 6.730 | 340 | −274 | −2.751 |
| Saldierung | −16.664 | −16.664 | −12.187 | −12.187 | 0 | 0 |
| Gesamt | 16.905 | 37.543 | 14.134 | 36.505 | −6.684 | −8.804 |
| Hiervon kurzfristig | 300 | 2.990 | 611 | 2.643 |
Die Anteile anderer Gesellschafter am Jahresergebnis von TEUR 3.395 (Vorjahr: TEUR 4.369) beziehen sich im Wesent‑ lichen auf die MT Aerospace Holding GmbH.
Der Bilanzposten Anteile anderer Gesellschafter in Höhe von TEUR 22.710 (Vorjahr: TEUR 19.649) betrifft im Wesent‑ lichen die Mitgesellschafter im Teilkonzern MT Aerospace. Mitgesellschafter haben im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht an Ausschüttungen partizipiert (Vorjahr: TEUR 109).
| in TEUR | OHB Digital Services GmbH |
MT Aerospace Holding GmbH (Teilkonzern) |
|---|---|---|
| AKTIVPOSTEN | ||
| Langfristiges Vermögen | 604 | 117.536 |
| Kurzfristiges Vermögen | 2.207 | 110.920 |
| Summe | 2.811 | 228.456 |
| PASSIVPOSTEN | ||
| Eigenkapital | 2.359 | 54.687 |
| Langfristige Schulden | 207 | 107.960 |
| Kurzfristige Schulden | 245 | 65.809 |
| Summe | 2.811 | 228.456 |
| EBIT | −239 | 15.340 |
Das unverwässerte Ergebnis je Aktie ergibt sich, indem das auf die Aktien entfallende Ergebnis nach Steuern durch die Zahl der gewinnberechtigten Aktien dividiert wird. Eine Verwässerung dieser Kennzahl kann durch sogenannte potenzielle Aktien – insbesondere Options- und Bezugs‑ rechte – entstehen. Zum Bilanzstichtag lagen keine vergleichbaren Rechte vor. Damit entsprechen sich das verwässerte und unverwässerte Ergebnis je Aktie. Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt EUR 17.468.096,00. Für die Berechnung des Ergebnisses je Aktie wurden 17.394.718 Aktien (Vorjahr: 17.387.600 Aktien) zugrunde ge‑ legt, da im Jahresdurchschnitt 73.378 eigene Aktien (Vorjahr: 80.496 Aktien) im Bestand waren. Die Veränderung der im Jahresdurchschnitt gehaltenen eigenen Anteile ergibt sich aus der Ausgabe von 12.500 Aktien aus dem Bestand der eigenen Anteile in 2018. Dies entspricht mangels Verände‑ rung der Anzahl der ausstehenden Aktien dem gewichteten Durchschnitt der in Umlauf gewesenen Stammaktien. Als Basis für die Berechnung wurde der Konzernjahresüber‑ schuss nach Fremdanteilen in Höhe von TEUR 24.998 (Vor‑ jahr: TEUR 23.355) verwendet.
Das Ergebnis je Aktie beträgt für das Geschäftsjahr 2018 EUR 1,44 (Vorjahr: EUR 1,34).
| in TEUR | 2018 | 2017 |
|---|---|---|
| FIRMENWERTE AUS DER KAPITALKONSOLIDIERUNG |
||
| OHB System AG | 5.684 | 5.684 |
| OHB Italia S.p.A. | 801 | 801 |
| OHB Digital Services GmbH | 646 | 646 |
| Gesamt | 7.131 | 7.131 |
| in TEUR | Geschäfts- oder Firmenwerte |
Konzessionen und gewerbliche Schutzrechte |
Erworbene immaterielle Vermögenswerte |
Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte |
Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
| Stand 01.01.2017 | 8.957 | 2.069 | 17.299 | 118.480 | 146.805 |
| Zugänge | 0 | 0 | 1.305 | 18.720 | 20.025 |
| Abgänge | 0 | 0 | 70 | 10 | 80 |
| Stand 31.12.2017/01.01.2018 |
8.957 | 2.069 | 18.534 | 137.190 | 166.750 |
| Veränderung Konsolidierungskreis |
0 | 0 | 129 | 0 | 129 |
| Zugänge | 0 | 0 | 2.203 | 16.555 | 18.758 |
| Abgänge | 0 | 0 | 4.642 | 0 | 4.642 |
| Stand 31.12.2018 | 8.957 | 2.069 | 16.224 | 153.745 | 180.995 |
| in TEUR | Geschäfts- oder Firmenwerte |
Konzessionen und gewerbliche Schutzrechte |
Erworbene immaterielle Vermögenswerte |
Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte |
Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
| Stand 01.01.2017 | 1.469 | 2.005 | 12.232 | 33.644 | 49.350 |
| Zugänge | 357 | 3 | 1.940 | 4.822 | 7.122 |
| Abgänge | 0 | 0 | 70 | 0 | 70 |
| Stand 31.12.2017/01.01.2018 |
1.826 | 2.008 | 14.102 | 38.466 | 56.402 |
| Zugänge | 0 | 3 | 2.046 | 6.851 | 8.900 |
| Abgänge | 0 | 0 | 4.642 | 0 | 4.642 |
| Stand 31.12.2018 | 1.826 | 2.011 | 11.506 | 45.317 | 60.660 |
| Nettobuchwert Stand 31.12.2018 |
7.131 | 58 | 4.718 | 108.428 | 120.335 |
| Nettobuchwert Stand 31.12.2017 |
7.131 | 61 | 4.432 | 98.724 | 110.348 |
Die Überprüfung der Werthaltigkeit der Firmenwerte ist auf der Ebene der Cash Generating Units, wie in linker Tabelle dargestellt, erfolgt. Die Firmenwerte wurden zum 31. De‑ zember 2018 einer Überprüfung der Werthaltigkeit ("Im‑ pairment-Test") unterzogen. Im Planungszeitraum sowie darüber hinaus wurde ein stabiler Geschäftsverlauf unter Berücksichtigung von Inflationserwartung auf der Ertragssowie der Aufwandsseite zugrunde gelegt. Der erzielbare Betrag wurde unter Verwendung des Nutzungswerts ermit‑ telt ("value in use"). Bei der Bestimmung des Nutzungswerts kam ein Discounted-Cashflow-Verfahren zur Anwendung. Dem Discounted-Cashflow-Verfahren lagen vom Manage‑ ment genehmigte Unternehmensplanungen für einen Pla‑ nungszeitraum von fünf Jahren zugrunde. Für den Zeit‑ raum nach Ende des Planungshorizonts wurde eine auf
historischen Daten beruhende und unter Verwendung eines Risikoabschlags ermittelte Wachstumsrate von 1% (Vor‑ jahr: 1%) zugrunde gelegt. Für die inländischen Firmen‑ werte wurde ein Vorsteuer-Kapitalisierungszinssatz (WACC) von 8,47% (Vorjahr: 8,08%) zugrunde gelegt. Für den ausländischen Firmenwert wurde ein Vorsteuer-WACC von 11,55% (Vorjahr: 11,13%) angenommen. Eine Erhöhung des WACC um 1 %-Punkt sowie für möglich gehaltene Änderungen der anderen Annahmen würden keine weitere Wertminderung zur Folge haben.
Die übrigen immateriellen Vermögenswerte setzen sich im Wesentlichen zusammen aus den aktivierten Eigenleistun‑ gen für die Entwicklung im Produktbereich geostationärer Kommunikationssatelliten (Buchwert: TEUR 72.267, Vorjahr: TEUR 64.252) sowie gekaufter Software.
| Betriebs- und | Technische Anlagen | Grundstücke und | ||
|---|---|---|---|---|
| in TEUR | Geschäftsausstattung | und Maschinen | Bauten | Gesamt |
| Stand 01.01.2017 | 61.453 | 48.879 | 48.617 | 158.949 |
| Zugänge | 6.058 | 15.133 | 3.425 | 24.616 |
| Abgänge | 1.162 | 1.612 | 107 | 2.881 |
| Umbuchungen | 0 | −3.460 | 3.460 | 0 |
| Stand 31.12.2017/01.01.2018 | 66.349 | 58.940 | 55.395 | 180.684 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | 0 | 15 | 0 | 15 |
| Zugänge | 9.412 | 10.150 | 431 | 19.993 |
| Abgänge | 7.933 | 3.443 | 15 | 11.391 |
| Umbuchungen | 120 | −142 | 22 | 0 |
| Stand 31.12.2018 | 67.948 | 65.520 | 55.833 | 189.301 |
| in TEUR | Betriebs- und Geschäftsausstattung |
Technische Anlagen und Maschinen |
Grundstücke und Bauten |
Gesamt |
|---|---|---|---|---|
| Stand 01.01.2017 | 37.202 | 35.489 | 25.618 | 98.309 |
| Währungsänderungen | 33 | 0 | 0 | 33 |
| Zugänge | 4.789 | 1.585 | 1.090 | 7.464 |
| Abgänge | 1.130 | 1.583 | 107 | 2.820 |
| Stand 31.12.2017/01.01.2018 | 40.894 | 35.491 | 26.601 | 102.986 |
| Währungsänderungen | 50 | 0 | 0 | 50 |
| Zugänge | 5.435 | 1.701 | 1.226 | 8.362 |
| Abgänge | 6.893 | 3.441 | 15 | 10.349 |
| Umbuchungen | 27 | −27 | 0 | 0 |
| Stand 31.12.2018 | 39.513 | 33.724 | 27.812 | 101.049 |
| Nettobuchwert Stand 31.12.2018 | 28.435 | 31.796 | 28.021 | 88.252 |
| Nettobuchwert Stand 31.12.2017 | 25.455 | 23.449 | 28.794 | 77.698 |
Die Zugänge im Geschäftsjahr betreffen bei den technischen Anlagen vorwiegend Fertigungsmaschinen. Sie setzen sich bei den Betriebs- und Geschäftsausstattungen im Wesent‑ lichen aus technisch-elektronischen Laboreinrichtungen, Hardware, sonstigen Betriebs- und Geschäftsausstattungen und geringwertigen Wirtschaftsgütern zusammen. Für die übrigen Vermögenswerte des Sachanlagevermögens be‑ stehen abgesehen von zurzeit nicht valutierenden Grund‑ schulden uneingeschränkte Eigentumsrechte.
Der Posten enthält die um die anteiligen Ergebnisse fort‑ geschriebenen Anschaffungskosten des assoziierten Unternehmens Aerotech Peissenberg GmbH&Co. KG, Peis‑ senberg (ATP). Der Mehrheitsgesellschafter übt den wesent‑ lichen Einfluss auf das Geschäftsmodell der ATP aus. Die Bewertung erfolgte unter Verwendung der At-Equity--Methode. Die ATP hat 2018 eine Gesamtleistung von TEUR 147.273 (Vorjahr: TEUR 137.203), ein EBIT von TEUR 5.761 (Vorjahr: TEUR 3.907) und ein EBITDA von TEUR 9.420 (Vorjahr: TEUR 7.528) erzielt. Zum 31. Dezember 2018 weist die ATP lang- und kurzfristiges Vermögen in Höhe von TEUR 38.990 (Vorjahr: TEUR 29.633) bzw. TEUR 47.593 (Vorjahr: TEUR 46.647) aus. Die lang- und kurzfristigen Schulden betragen TEUR 81.356 (Vorjahr: TEUR 72.752). Der Posten hat sich wie folgt entwickelt:
| in TEUR | 2018 | 2017 |
|---|---|---|
| 01.01. | 2.388 | 558 |
| Anteiliges Ergebnis | 820 | 1.809 |
| Anteiliges sonstiges Ergebnis | −248 | 21 |
| 31.12. | 2.960 | 2.388 |
Die Abnahme (Vorjahr: Zunahme) resultiert zum einen aus der erfolgsneutralen Fair-Value-Bewertung in Höhe von TEUR −2.857 (Vorjahr: TEUR +1.447) im Rahmen der Bewer‑ tung der Anteile an der ORBCOMM Inc. Die Neubewertung erfolgte auf Grundlage des Börsenkurses der ORBCOMM Inc. zum 31. Dezember 2018 sowie des Wechselkurses Dollar vs. Euro zu diesem Zeitpunkt. Zum anderen ergab sich ein gegenläufiger Effekt aufgrund von Investitionen in Form verschiedener Unternehmensneugründungen bzw. der Akquisition der TeleConsult Austria GmbH.
Forderungen bestanden zum Abschlussstichtag überwie‑ gend in Euro. Das maximale Ausfallrisiko der Forderungen ist der bilanzielle Buchwert.
| in TEUR | 31.12.2018 | 31.12.20172 |
|---|---|---|
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen |
69.249 | 71.505 |
| Forderungen aus PoC1 | 0 | 257.634 |
| 69.249 | 329.139 | |
| abzüglich Wertminderungen | −157 | −892 |
| 69.092 | 328.247 | |
| Wertberichtigung 01.01.3 | 270 | |
| Zuführung | 892 | |
| Ausbuchung von Forderungen | −28 | |
| Auflösung | −242 | |
| Stand 31.12. | 892 |
1 Vgl. Abschnitt Änderungen von Bilanzierungs- und Bewertungs‑ methoden
2 Abweichend zum Vorjahr vgl. Abschnitt 17 Finanzielle und nicht finanzielle sonstige Vermögenswerte (kurz- und langfristig)
3 Vgl. Abschnitt 30
Analyse der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum 31. Dezember 2017:
| in TEUR | bis 30Tage | 31−60Tage | 61−90Tage | 91−180Tage | über 180Tage |
|---|---|---|---|---|---|
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 39.035 | 8.870 | 166 | 737 | 5.884 |
Die Vorräte erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr auf TEUR 50.192 (Vorjahr: TEUR 48.837). Erhaltene Anzahlungen wurden nicht mit den Vorräten verrechnet.
| in TEUR | 31.12.2018 | 31.12.2017 |
|---|---|---|
| Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe |
22.599 | 18.637 |
| Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen |
20.157 | 23.484 |
| Fertige Erzeugnisse | 769 | 591 |
| Geleistete Anzahlungen | 6.667 | 6.125 |
| Gesamt | 50.192 | 48.837 |
Geleistete Anzahlungen wurden wegen des engen sachli‑ chen Zusammenhangs den Vorräten zugeordnet.
Die Wertberichtigungen auf Vorräte betragen am Jahres‑ ende TEUR 1.629 (Vorjahr: TEUR 1.856). Im Aufwand wurden dafür TEUR 138 (Vorjahr: TEUR 521) für Wertberichtigungen erfasst.
Zum Bilanzstichtag betrug der Wert des Wertpapierporte‑ feuilles TEUR 335 (Vorjahr: TEUR 680). Die Wertpapiere entfallen komplett (Vorjahr: TEUR 461) auf erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Vermögenswerte, im Vorjahr enthielt der Posten zudem TEUR 219 auf "loans and receivables". Das maximale Ausfallrisiko ist der bilan‑ zielle Buchwert.
Der Bestand an Zahlungsmitteln betrug zum Bilanzstichtag TEUR 48.316 (Vorjahr: TEUR 58.578) und setzt sich aus Kassenbeständen und im Wesentlichen aus Guthaben bei Kreditinstituten zusammen. Die Guthaben bei Kreditinsti‑ tuten sind innerhalb von drei Monaten fällig und unterliegen nur unwesentlichen Wertänderungsrisiken. Die Zahlungs‑ mittel entsprechen dem Finanzmittelbestand der Kapital‑ flussrechnung.
| 31.12.2018 | 31.12.2017 | |||
|---|---|---|---|---|
| in TEUR | Kurzfristig | Langfristig | Kurzfristig | Langfristig |
| NICHT FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE | ||||
| Umsatzsteuerforderungen | 1.939 | 0 | 999 | 0 |
| Abgrenzungen | 3.776 | 0 | 956 | 0 |
| Sonstige | 5.088 | 0 | 8.858 | 0 |
| FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE | ||||
| Ausleihungen an assoziierte Unternehmen* | 0 | 28.758 | 27.700 | 0 |
| Derivate in Hedging-Beziehungen | 0 | 0 | 346 | 0 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte* | 77 | 248 | 1.771 | 257 |
| Kautionen | 0 | 1.907 | 0 | 1.895 |
| 10.880 | 30.913 | 40.630 | 2.152 |
* Vgl. Abschnitt 30 zu Wertberichtigungen
Das maximale Ausfallrisiko der finanziellen Vermögens‑ werte ist der bilanzielle Buchwert.
Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt seit dem 30. Sep‑ tember 2009 EUR 17.468.096,00 und ist in 17.468.096 auf den Inhaber lautende Stammaktien ohne Nennwert eingeteilt, mit einem auf die einzelne Aktie entfallenden rechnerischen Betrag des Grundkapitals von EUR 1,00. Von den insgesamt 17.468.096 Aktien hält die OHB SE 67.996 eigene Aktien (Vorjahr: 80.496 Aktien), sodass 17.400.100 Aktien (Vorjahr: 17.387.600 Aktien) ausgegeben und voll eingezahlt sind (vgl. Abschnitt 24). Von diesen Anteilen befinden sich 5.221.380 im Streubesitz (Vorjahr: 5.208.880 Aktien). Jede Stückaktie gewährt in der Hauptversammlung eine Stimme.
Die Hauptversammlung der Gesellschaft hat mit Beschluss vom 23. Januar 2001 das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu insgesamt EUR 516.404,00 durch Ausgabe von bis zu insgesamt 516.404 Stück auf den Inhaber lautende Stück‑ aktien bedingt erhöht. Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von Optionsrechten an die aus einem Mit‑ arbeiterbeteiligungsprogramm Berechtigten. Ein solches Beteiligungsprogramm besteht derzeit nicht. Die bedingte Kapitalerhöhung ist dann nur insoweit durchzuführen, wie die Inhaber der Optionsrechte von ihren Optionsrechten Ge‑ brauch machen. Die neuen Aktien sind erstmals für das Geschäftsjahr gewinnanteilberechtigt, in dessen Verlauf sie ausgegeben worden sind. Der Vorstand wurde ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung fest‑ zulegen. Für den Fall, dass Optionsrechte an Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft ausgegeben werden sollen, wurde der Aufsichtsrat ermächtigt, die weiteren Einzel‑ heiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzulegen.
Die Hauptversammlung der Gesellschaft vom 21. Mai 2015 hat beschlossen, den Vorstand der Gesellschaft zu ermäch‑ tigen, das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 20. Mai 2020 durch Ausgabe neu‑ er Aktien gegen Bar- oder Sacheinlagen einmal oder mehr‑ mals insgesamt um bis zu EUR 8.734.048,00 zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2015). Die neuen Aktien können auch an Arbeitnehmer der Gesellschaft ausgegeben werden. Der Vorstand wird ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichts‑ rats das Bezugsrecht der Aktionäre in folgenden Fällen auszuschließen:
In der Hauptversammlung am 21. Mai 2015 ermächtigten die Aktionäre die Gesellschaft, bis zum 20. Mai 2020 eigene Aktien im Umfang von bis zu insgesamt 10% des Grund‑ kapitals zu erwerben.
p a) Die Gesellschaft wird ermächtigt, eigene Aktien bis zu insgesamt 10% des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Auf die erworbenen Aktien dürfen zusammen mit anderen eigenen Aktien der Gesellschaft, welche die Gesellschaft bereits erworben hat und noch besitzt oder die ihr gemäß den §§71d, 71e AktG zuzurechnen sind, zu keinem Zeitpunkt mehr als zehn vom Hundert (10%) des Grundkapitals entfallen. Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals, für einen oder mehrere Zwecke von der Gesell‑ schaft ausgeübt werden, sie kann aber auch von
abhängigen oder in Mehrheitsbesitz der Gesell‑ schaft stehenden Unternehmen oder für ihre oder deren Rechnung von Dritten durchgeführt werden.
› [1] Sie können, mit Zustimmung des Aufsichts‑ rats, zur Einführung von Aktien der Gesell‑ schaft an ausländischen Börsen dienen, an denen sie bisher nicht zum Handel zugelas‑ sen sind.
› [2] Sie können, mit Zustimmung des Aufsichts‑ rats, zum Zwecke des Erwerbs von Unterneh‑ men, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen, einschließlich der Erhöhung bestehenden Anteilsbesitzes, Dritten auch gegen Sachleistung angeboten und übertra‑ gen werden.
p d) Der Vorstand wird ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, ohne dass es eines weiteren Hauptversammlungsbeschlusses bedarf, die aufgrund der vorstehenden Ermächtigung erworbenen eigenen Aktien auch in anderer Weise als über die Börse oder durch ein Angebot an alle Aktionäre zu veräußern, unter der Voraussetzung, dass die Veräußerung gegen Barzahlung und zu einem Preis erfolgt, der den Börsenpreis von Aktien der Gesellschaft gleicher Ausstattung zum Zeitpunkt der Veräußerung nicht wesentlich unterschreitet. Als maßgeblicher Börsenwert im Sinne der vorstehenden Regelung gilt der arithme‑ tische Mittelwert der durch die Schlussauktionen ermittelten Kurse für Aktien der Gesellschaft im Xetra-Handel (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) an der Wertpapierbörse in Frankfurt am Main an den letzten fünf Börsenta‑ gen vor der Veräußerung. Diese Ermächtigung ist auf insgesamt zehn vom Hundert des Grundkapi‑ tals beschränkt. Die Höchstgrenze von 10% des Grundkapitals vermindert sich um den anteiligen Betrag des Grundkapitals, der auf diejenigen Aktien entfällt, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung im Rahmen einer Kapitalerhöhung unter Ausschluss des Bezugsrechts gemäß §186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben werden. Das Ermächtigungsvolumen verringert sich ferner um den anteiligen Betrag am Grundkapital, auf den sich Wandlungs- und/oder Optionsrechte bzw. -pflichten aus Schuldverschreibungen beziehen, die seit Erteilung dieser Ermächtigung unter Bezugs‑ rechtsausschluss in sinngemäßer Anwendung von §186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben worden sind.
p e) Die vorstehenden Ermächtigungen können einmal oder mehrmals, ganz oder in Teilen, einzeln oder gemeinsam ausgenutzt werden.
Die Kapitalrücklage ist im Wesentlichen aus dem Zufluss liquider Mittel aus dem Börsengang hervorgegangen. Die Veränderung 2018 resultiert aus der aktienbasierten Ver‑ gütung eines Vorstandsmitglieds.
In den Gewinnrücklagen wurde die Verrechnung von passi‑ ven Unterschiedsbeträgen aus der Kapitalkonsolidierung von Akquisitionen bis 2002 erfasst.
Diese Eigenkapitalposition betrifft im Wesentlichen eine Rücklage für versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus der Bewertung von Pensionsverpflichtungen, welche später nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert wird. Die Rücklage für zum Fair Value im sonstigen Ergebnis bewertete Eigenkapitalinstrumente enthält im Wesentlichen die kumulierten Gewinne und Ver‑ luste aus der Marktbewertung der Aktien an der ORBCOMM Inc. Bei Verkauf der Eigenkapitalinstrumente wird die Rücklage in Höhe des entsprechend kumulierten Betrags für das betreffende Eigenkapitalinstrument in den Kon‑ zerngewinn umgegliedert. In den Rücklagen (mit und ohne Umgliederung in den Gewinn oder Verlust) für assoziierte Unternehmen werden die anteiligen, kumulierten sonsti‑ gen Ergebnisse des assoziierten Unternehmens ausgewie‑ sen. Die Hedge-Rücklage enthält die kumulierten Beträge der effektiven Fair-Value-Änderungen der designierten Komponenten.
| aus assoziierten Unternehmen: |
|||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| in TEUR | Differen zen aus Wäh rungsum rechnung |
Finanzi elle Ver mögens werte zu FVOCI |
Erfolgs neutrale Bewer tung finanziel ler Ver mögens werte |
Cashflow Hedges |
Versiche rungs mathe matische Gewinne / Verluste |
Differen zen aus Wäh rungsum rechnung |
Cashflow Hedges |
Versiche rungs mathe matische Gewinne / Verluste |
Gesamt |
| 31.12.2017 | −269 | 0 | 11.286 | 20 | −13.158 | 12 | 103 | −93 | −2.099 |
| Änderung von Rech nungslegungsmethoden |
0 | 11.286 | −11.286 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| 01.01.2018 | −269 | 11.286 | 0 | 20 | −13.158 | 12 | 103 | −93 | −2.099 |
| Sonstige Änderungen | −141 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | −141 |
| Gewinn/Verlust aus effektiven Sicherungs beziehungen |
0 | 0 | 0 | −647 | 0 | 0 | −118 | 0 | −765 |
| Reklassifizierungen | 0 | 0 | 0 | 9 | 0 | 0 | 0 | 0 | 9 |
| Zeitwertanpassung | 0 | −2.857 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | −2.857 |
| Anpassung versiche rungsmathematische Annahmen |
0 | 0 | 0 | 0 | −3.074 | 0 | 0 | −130 | −3.204 |
| Latente Steuern | 0 | 46 | 0 | 205 | 875 | 0 | 0 | 0 | 1.126 |
| Quote des nicht beherrschenden Anteils |
0 | 0 | 0 | 129 | 309 | 0 | 0 | 0 | 438 |
| Veränderung Konsolidierungskreis |
0 | 0 | 0 | 0 | −254 | 0 | 0 | 0 | −254 |
| 31.12.2018 | −410 | 8.475 | 0 | −284 | −15.302 | 12 | −15 | −223 | −7.747 |
| 2017 | ||
|---|---|---|
| vor Steuern |
Steuer effekt |
Netto |
| −99 | 0 | −99 |
| 1.447 | −24 | 1.423 |
| 227 | −72 | 155 |
| 1.842 | −313 | 1.529 |
| 12 | 0 | 12 |
| 151 | −48 | 103 |
| −93 | ||
| 3.443 | −413 | 3.030 |
| −137 | 44 |
Der Vorstand der OHB SE hatte entsprechend dem Haupt‑ versammlungsbeschluss vom 19. Mai 2010 am 13. Septem‑ ber 2011 beschlossen, ein Aktienrückkaufprogramm durch‑ zuführen und bis zu 250.000 Aktien zu erwerben, diese Ermächtigung galt bis zum 18. Mai 2015. Der Erwerb sollte Zwecken wie der Einführung von Aktien der Gesellschaft an ausländischen Börsen, dem Erwerb von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen sowie der Ausgabe von Belegschaftsaktien an Arbeitnehmer der Gesellschaft dienen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden 12.500 Aktien aus dem Bestand der eigenen Anteile einem Vorstandsmitglied übertragen (vgl. Abschnitt Ver‑ gütung). Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2018 hielt die OHB SE 67.996 eigene Aktien; dies entspricht einem Anteil am Grundkapital von 0,39%.
| Stand 31.12. | 17.400.100 | 17.387.600 |
|---|---|---|
| Übertragung eigener Aktien | 12.500 | 0 |
| Stand 01.01. | 17.387.600 | 17.387.600 |
| Anzahl ausgegebener Aktien |
2018 | 2017 |
Die Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtun‑ gen teilt sich wie folgt auf:
| in TEUR | 31.12.2018 | 31.12.2017 |
|---|---|---|
| Pensionen | 93.503 | 91.233 |
| Ähnliche Verpflichtungen | 6.080 | 5.354 |
| Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen |
99.583 | 96.587 |
Die pensionsähnlichen Verpflichtungen betreffen im Wesentlichen Lebensarbeitszeitkonten und die Unter‑ stützungskasse bei der OHB System AG.
Der OHB-Konzern trifft in beiden Unternehmensbereichen Vorsorge für die Zeit nach der Pensionierung der anspruchs‑ berechtigten Mitarbeiter. Die Höhe der künftigen Leistungen basiert in der Regel auf Beschäftigungsdauer, Entgelt und der eingenommenen Position im Unternehmen. Das in den Verträgen angenommene Renteneintrittsalter beträgt 65 Jahre. Die unmittelbaren und mittelbaren Verpflichtun‑ gen umfassen solche aus bereits laufenden Pensionen und Anwartschaften für zukünftig zu zahlende Pensionen und Altersruhegelder. Für Pensionsverpflichtungen wurden Rückdeckungsversicherungen abgeschlossen. Die Rück‑ deckungsversicherungen, die zur Deckung der Pensions‑ verpflichtungen dienen, erfüllen nicht in Gesamtheit die für die als "Plan Assets" notwendigen Bedingungen. Letztere werden unter den sonstigen langfristigen Vermögenswerten bilanziert. Die Rückdeckungsversicherungen, die die Kri‑ terien zum Ansatz als "Plan Assets" erfüllen, werden mit den Pensionsverpflichtungen verrechnet. Weiterhin besteht Planvermögen für die Abdeckung von Langzeitarbeitskonten (TEUR 3.146, Vorjahr: TEUR 2.744) in Form von festverzins‑ lichen Wertpapieren, welches mit den pensionsähnlichen Verpflichtungen verrechnet wurde. Außergewöhnliche Auf‑ wendungen und Erträge infolge der Beendigung von Versor‑ gungsplänen oder wegen der Kürzung und Übertragung der Versorgungsleistungen haben sich im Berichtsjahr nicht ergeben. Die Berechnung der Pensionsverpflichtungen be‑ rücksichtigt Marktzinssätze sowie Lohn- /Gehalts-, Rentenund Fluktuationstrends. Die Bewertung erfolgte unter fol‑ genden versicherungsmathematischen Annahmen:
Für geringfügige Volumina in ausländischen Tochtergesell‑ schaften wurden teilweise abweichende Annahmen getrof‑ fen. Diese Parameter gelten auch im jeweiligen Folgejahr für die Berechnung der Kosten der erworbenen Versor‑ gungsansprüche. Der Gesamtaufwand für leistungsorien‑ tierte Versorgungszusagen setzt sich wie folgt zusammen:
| in TEUR | 2018 | 2017 |
|---|---|---|
| Dienstzeitaufwand | 1.097 | 895 |
| Zinsaufwand | 2.039 | 1.878 |
| Erwarteter Ertrag (−) Planvermögen |
−165 | −163 |
| Summe | 2.971 | 2.610 |
Die Anwartschaftsbarwerte entwickelten sich wie folgt:
| in TEUR | 2018 | 2017 |
|---|---|---|
| Anwartschaftsbarwert 01.01. | 103.063 | 107.086 |
| Veränderung Konsolidierungskreis |
1.893 | 0 |
| Barwert der im Jahr erworbenen Ansprüche |
871 | 895 |
| Zinsaufwand für bereits erworbene Ansprüche |
2.039 | 1.878 |
| Zahlungen aus der Rückstellung |
−4.658 | −5.139 |
| Versicherungs mathematische Gewinne (−)/Verluste (+) |
3.103 | −1.657 |
| Anwartschaftsbarwert 31.12. |
106.311 | 103.063 |
Das Planvermögen hat sich wie folgt ergeben:
| in TEUR | 2018 | 2017 |
|---|---|---|
| Aktivwert des Planvermögens 01.01. |
6.476 | 6.649 |
| Einzahlungen | 124 | 124 |
| Auszahlungen | −7 | −644 |
| Erwartete Erträge | 164 | 164 |
| Versicherungs mathematische Gewinne (–)/Verluste (+) |
−29 | 183 |
| Aktivwert des Planvermögens 31.12. |
6.728 | 6.476 |
Die Neubewertungen beruhen mit TEUR 1.237 (Vorjahr: TEUR 0) auf Änderungen der demografischen Annahmen, TEUR 903 (Vorjahr: TEUR −1.189) auf Änderungen der finan‑ ziellen Annahmen, TEUR 733 (Vorjahr: TEUR −658) auf Än‑ derungen aufgrund von Erfahrungen und TEUR 29 (Vorjahr: TEUR −183) auf Neubewertungen hinsichtlich der Erträge aus Planvermögen.
Der wesentliche Teil der Plan Assets (TEUR 4.994, Vorjahr: TEUR 4.928) besteht aus Sparplänen bei Versicherungen, die von der belgischen Financial Services and Markets Autho‑ rity (FSMA) als Versicherungen der Klasse 21 und 23 einge‑ stuft werden, und einer Unterstützungskasse (TEUR 1.568, Vorjahr: TEUR 1.382).
Die tatsächlichen Erträge aus Planvermögen betrugen TEUR 135 (Vorjahr: TEUR 347). Der Anwartschaftsbarwert leitet sich wie folgt zur bilanzierten Vermögenszusage (Defined Benefit Liability (+)/Defined Benefit Asset (–)) über:
| Bilanzierte Vermögenszusage |
99.583 | 96.587 |
|---|---|---|
| Zeitwert des Planvermögens | −6.728 | −6.476 |
| Tatsächlicher Anwartschaftsbarwert |
106.311 | 103.063 |
| in TEUR | 31.12.2018 | 31.12.2017 |
Die bilanzierte Vermögenszusage teilt sich wie folgt in Defined Benefit Liability und Defined Benefit Asset auf:
| in TEUR | 31.12.2018 | 31.12.2017 |
|---|---|---|
| Defined Benefit Asset | 0 | 0 |
| Defined Benefit Liability | 99.583 | 96.587 |
Für 2019 werden Beiträge zum Pensionsplan in Höhe von TEUR 840 erwartet. In den Folgeperioden werden folgende Zahlungsmittelabflüsse erwartet:
| Jahre | in EUR |
|---|---|
| 2019 | 4.656.999 |
| 2020 | 5.618.440 |
| 2021 | 5.399.697 |
| 2022 | 5.055.359 |
| 2023 | 5.308.413 |
| 2024−2028 | 27.286.175 |
Anwartschaftsbarwerte in Höhe von TEUR 445 (Vorjahr: TEUR 436) wurden nach dem Teilwertverfahren ermittelt. Den nach versicherungsmathematischen Grundsätzen er‑ mittelten Teilwerten liegt unter Verwendung der Richttafeln 2018 G von Klaus Heubeck ein Rechnungszinsfuß von 3,68% zugrunde. Es wird bei diesen Rückstellungen davon aus‑ gegangen, dass sich nach dem Anwartschaftsverfahren gemäß IAS 19 kein wesentlicher Unterschied für die Dotie‑ rung ergeben würde. Bei einer Abnahme des Diskontie‑ rungssatzes um 0,25% würde sich der Barwert der Pensi‑ onsverpflichtung um TEUR 3.409 erhöhen. Eine Zunahme
des Diskontierungssatzes um 0,25% würde zu einer Abnah‑ me des Barwerts der Pensionsverpflichtung um TEUR 3.235 führen. Ein Anstieg der Rentendynamik um 0,25% hätte eine Zunahme des Barwerts der Pensionsverpflichtung um TEUR 2.622 zur Folge. Eine Minderung um 0,25% würde in einer Abnahme des Barwerts der Pensionsverpflichtung um TEUR 2.524 resultieren.
Die langfristigen Personalrückstellungen betreffen im Wesentlichen die Rückstellungen für Verpflichtungen aus Altersteilzeitzusagen im Unternehmensbereich "Aerospace + Industrial Products". Die Altersteilzeitvereinbarungen lau‑ fen bis 2023. Mit der Altersteilzeitrückstellung (TEUR 1.395, Vorjahr: TEUR 1.384) wurde Planvermögen in Form von Fonds (TEUR 200, Vorjahr: TEUR 538) verrechnet, was zu einem Ausweis von TEUR 1.195 (Vorjahr: TEUR 846) führt. Die übrigen Personalrückstellungen betreffen im Wesent‑ lichen Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern aus laufen‑ den Lohn- und Gehaltsverpflichtungen in Höhe von TEUR 18.986 (Vorjahr: TEUR 15.758). Bei den kurzfristigen Personalrückstellungen wird mit einem Abfluss im ersten Quartal 2019 gerechnet.
| in TEUR | 01.01.2018 | Verbrauch | Auf lösungen |
Zugänge | Zugänge Erstkonsoli dierung |
31.12.2018 | davon langfristig |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Drohverluste und Risiken | 5.397 | 1.517 | 2.629 | 3.365 | 0 | 4.616 | 65 |
| Restarbeiten endfakturierte Projekte | 3.107 | 1.070 | 122 | 1.034 | 0 | 2.949 | 0 |
| Sonstige Rückstellungen | 4.760 | 2.600 | 431 | 2.457 | 43 | 4.229 | 896 |
| Personalrückstellungen | 16.604 | 11.952 | 44 | 14.756 | 818 | 20.182 | 1.195 |
| 29.868 | 17.139 | 3.226 | 21.612 | 861 | 31.976 | 2.156 |
Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um langfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten der Tochter‑ gesellschaft OHB System AG in Höhe von TEUR 30.000 (Vorjahr: TEUR 30.000). Darüber hinaus ist darin eine Bank‑ verbindlichkeit der OHB Italia S.p.A. in Höhe von TEUR 363 (Vorjahr: TEUR 414) enthalten. Die Laufzeit beträgt mehr als zwölf Monate vom Bilanzstichtag.
Im Rahmen des Darlehensvertrags für die OHB System AG bestehen drei Covenants, die im Geschäftsjahr eingehalten wurden.
Hierbei handelt es sich um kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten der OHB SE (TEUR 0, Vorjahr: TEUR 33.000), der OHB System AG (TEUR 15.008, Vorjahr: TEUR 15.212), der OHB Italia S.p.A. (TEUR 9.133, Vorjahr: TEUR 15.601), der OHB Sweden AB (TEUR 1.158, Vorjahr: TEUR 0), der LuxSpace Sàrl (TEUR 26, Vorjahr: TEUR 0) so‑ wie der OHB Teledata GmbH (TEUR 49, Vorjahr: TEUR 73).
Im Rahmen des Konsortialdarlehens, das zum Bilanzstich‑ tag mit TEUR 15.000 (Vorjahr: TEUR 48.000) in Anspruch genommen wurde, bestehen zwei Covenants, die im Geschäftsjahr eingehalten wurden.
Bei den nicht finanziellen sonstigen Verbindlichkeiten han‑ delt sich im Wesentlichen um ausstehende Rechnungen in Höhe von TEUR 25.429 (Vorjahr: TEUR 8.668).
| in TEUR | 31.12.2018 | 31.12.2017 |
|---|---|---|
| NICHT FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN |
||
| Umsatzsteuer | 980 | 819 |
| Verbindlichkeiten soziale Sicherheit und Lohnsteuer |
2.131 | 3.714 |
| Sonstige | 25.759 | 12.432 |
| FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN |
||
| Derivate in Hedging-Beziehungen |
375 | 48 |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten |
10.303 | 4.213 |
| Summe | 39.548 | 21.226 |
Die Finanzinstrumente wurden den folgenden Kategorien zugeordnet:
| in TEUR | 31.12.2018 | 31.12.2017 | ||
|---|---|---|---|---|
| Kurzfristig | Langfristig | Kurzfristig | Langfristig | |
| Fortgeführte Anschaffungskosten (AmC) | ||||
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 77 | 30.913 | 0 | 0 |
| Zahlungsmittel | 48.316 | 0 | 0 | 0 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 69.092 | 0 | 0 | 0 |
| 117.485 | 30.913 | 0 | 0 | |
| Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet (FVOCI) | ||||
| Am aktiven Markt gehandelte Eigenkapitalinstrumente | 0 | 16.084 | 0 | 0 |
| Sonstige Eigenkapitalinstrumente | 0 | 15.889 | 0 | 0 |
| 0 | 31.973 | 0 | 0 | |
| Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet (FVPL) | 335 | 0 | 0 | 0 |
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte (AfS) | 0 | 0 | 0 | 32.610 |
| Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte (FAHfT) | 0 | 0 | 461 | 0 |
| Ausleihungen und Forderungen (LaR) | ||||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und PoC | 0 | 0 | 328.247 | 0 |
| Wertpapiere | 0 | 0 | 0 | 219 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 0 | 0 | 29.471 | 2.152 |
| Zahlungsmittel | 0 | 0 | 58.578 | 0 |
| 0 | 0 | 416.296 | 2.371 | |
| 117.820 | 62.886 | 416.757 | 34.981 | |
| Anschaffungskosten | ||||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 176.964 | 0 | 83.141 | 0 |
| Finanzverbindlichkeiten | 25.374 | 30.363 | 63.886 | 30.414 |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 10.678 | 0 | 4.261 | 0 |
| 213.016 | 30.363 | 151.288 | 30.414 |
Bei den sonstigen finanziellen Vermögenswerten, den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und den Zahlungsmitteln wird angenommen, dass aufgrund der Kurzfristigkeit der Buchwert dem Zeitwert entspricht.
Bei den langfristigen finanziellen Vermögenswerten der Kategorie AmC entspricht der Buchwert in Höhe von TEUR 30.913 (Vorjahr: LaR TEUR 2.152) annähernd dem bei‑ zulegenden Zeitwert. Es handelt sich mit TEUR 28.758 um ein Darlehen an ein assoziiertes Unternehmen und mit TEUR 1.907 um unverzinsliche Kautionen, aber basierend auf dem aktuellen niedrigen Zinsniveau besteht kaum ein Unterschied.
Die in der Kategorie FVOCI enthaltene Beteiligung an der ORBCOMM Inc. ist zum beizulegenden Zeitwert in Höhe von TEUR 16.084 (Vorjahr: AfS TEUR 18.941) bilanziert, der aus dem Börsenkurs an der NYSE zum Abschlussstichtag abgeleitet wurde (Stufe 1 der Zeitwerthierarchie). Für die Beteiligungen an der Arianespace Participation (TEUR 8.328), der MT Dezentrale Energiesysteme GmbH (TEUR 1.022), der MT Mecatrònica SpA (TEUR 530) sowie sonstige kleinere Beteiligungen gibt es keinen aktiven Markt zur Bestimmung des Zeitwerts. Sie sind wie im Vor‑ jahr zu Anschaffungskosten bilanziert, soweit Gründe für Abwertungen nicht erkennbar sind, da ein verlässlicher Zeitwert nicht ermittelt werden konnte.
Die in der Kategorie FVPL (Vorjahr: FAHfT) ausgewiesenen Wertpapiere wurden zum Zeitwert bilanziert, sodass der Buchwert dem Zeitwert entspricht. Der Zeitwert wurde abgeleitet aus einem Börsenkurs am Abschlussstichtag.
Bei den kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten der Kategorie zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet (FLAC) wie Finanzschulden und Verbindlichkeiten aus Lie‑ ferungen und Leistungen entspricht aufgrund der Kurz‑ fristigkeit der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert.
In den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten ist ein Dar‑ lehen von der Unterstützungskasse in Höhe von TEUR 1.568 (Vorjahr: TEUR 1.382) enthalten, welches mit 5% verzinst wird. Das Darlehen ist jederzeit kündbar, sodass der
Buchwert annähernd dem beizulegenden Zeitwert ent‑ spricht. Das Darlehen ist spätestens bei Kündigung in einem Betrag zurückzuzahlen.
Bei den langfristigen Finanzschulden der Kategorie finan‑ zielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskos‑ ten bewertet (FLAC) entspricht der Buchwert (TEUR 30.363, Vorjahr: TEUR 30.414) annähernd dem beizulegenden Zeit‑ wert. Eine Darlehensaufnahme wäre gegenwärtig zu den‑ selben Konditionen möglich.
Die Nettoergebnisse enthalten keinen Zinsertrag oder Zins‑ aufwand. Diese sind im Abschnitt zu dem Finanzergebnis dargestellt. Ab 2018 sind Wertminderungen ebenfalls kein Bestandteil des Nettoergebnisses mehr.
| in TEUR | Sonstige Ertrags und Aufwandsposten bzw. Gewinn- und Verlustposten |
||
|---|---|---|---|
| Finanzielle Vermögenswerte | FVPL | Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet | 126 |
| AmC | Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet | 0 | |
| FVOCI | Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet | −2.857 |
| in TEUR | 2017 |
|---|---|
| Vermögenswerte zu Handelszwecken gehalten | 0 |
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | 1.251 |
| Kredite und Forderungen | −650 |
| davon Wertminderung | −650 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet | 0 |
Der OHB-Konzern verfügt über zwei Arten von finanziellen Vermögenswerten, auf die das "Expected Credit Loss Model" angewendet wird: Forderungen aus Lieferungen und Leis‑ tungen und Vertragsvermögenswerte.
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente unterliegen grundsätzlich auch den Bewertungsanforderungen des IFRS 9, werden jedoch aufgrund der zu erwartenden un‑ wesentlichen Auswirkungen nicht berücksichtigt.
Die OHB wendet den vereinfachten IFRS 9-Ansatz zur Er‑ mittlung der "expected credit losses" an, wonach sich eine restlaufzeitabhängige Wertberichtigung für alle Forderun‑ gen aus Lieferungen und Leistungen und aus Vertrags‑ vermögenswerten ergibt.
| 31.12.2018 | 01.01.2018 | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| in TEUR | noch nicht fällig |
überfäl lig bis 1 Jahr |
überfäl lig über 1 Jahr |
wertge mindert |
Summe | noch nicht fällig |
überfäl lig bis 1 Jahr |
überfäl lig über 1 Jahr |
wertge mindert |
Summe |
| Expected loss rate | 0,11% | 0,21% | 0,10% | 0,11% | 0,39% | 0,33% | ||||
| Buchwert Forderungen aus Lieferungen und Leistungen |
55.677 | 6.445 | 4.664 | 2.463 | 69.249 | 55.956 | 9.773 | 2.990 | 2.894 | 71.613 |
| Wertberichtigungen | 60 | 14 | 5 | 79 | 157 | 61 | 38 | 10 | 76 | 185 |
| 69.092 | 71.428 | |||||||||
| Expected loss rate | 0,08% | 0,07% | ||||||||
| Buchwert Vertragsvermögenswerte |
279.208 | 279.208 | 227.195 | 227.195 | ||||||
| Wertberichtigungen | 213 | 213 | 162 | 162 | ||||||
| 278.995 | 227.033 |
| in TEUR | Vertrags vermögens werte |
Forderungen aus Liefe rungen und Leistungen |
|---|---|---|
| 31.12.2017 | 0 | 892 |
| 162 | 185 | |
| 01.01.2018 | 162 | 1.077 |
| Zuführung | 51 | 0 |
| Auflösung | 0 | −920 |
| 31.12.2018 | 213 | 157 |
Auch alle anderen kurzfristigen Fremdkapitalinstrumente, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, gelten als mit geringem Ausfallrisiko behaftet, da das Risiko der Nichterfüllung gering ist und man davon ausgeht, dass die Schuldner ihren vertraglichen Zahlungsverpflichtungen nachkommen können. Bezogen auf die erwarteten 12-Monats-Kreditverluste (Stufe 1) war die Bildung einer Wertberichtigung nicht erforderlich.
Bei den langfristigen finanziellen Vermögenswerten liegen keine Überfälligkeiten vor und der gesamte Betrag von TEUR 22.963 wird der Stufe 1 des Kreditrisikomodells zuge‑ ordnet. Da kein signifikanter Anstieg des Ausfallrisikos zu verzeichnen ist, war die Bildung von Wertberichtigungen nicht erforderlich.
Stufe 1: Auf aktiven Märkten gehandelte Finanzinstrumente, deren notierte Preise unverändert für die Bewertung über‑ nommen wurden.
Stufe 2: Die Bewertung erfolgt auf Basis von Bewertungs‑ verfahren, deren verwendete Einflussfaktoren direkt oder indirekt aus beobachtbaren Marktdaten abgeleitet werden.
Stufe 3: Die Bewertung erfolgt auf Basis von Bewertungs‑ verfahren, deren verwendete Einflussfaktoren nicht aus‑ schließlich auf beobachtbaren Marktdaten beruhen.
| 31.12.2018 | |||
|---|---|---|---|
| in TEUR | Stufe 1 | Stufe 2 | Stufe 3 |
| FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE |
|||
| Finanzielle Vermögenswerte durch GuV (FVPL) |
|||
| Wertpapiere | 335 | 0 | 0 |
| Finanzielle Vermögenswerte zum Fair Value erfolgsneutral |
|||
| Beteiligung ORBCOMM | 16.084 | 0 | 0 |
| Summe | 16.419 | 0 | 0 |
| FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN |
|||
| Hedging Derivatives – Fremdwährungs-Forwards |
0 | 375 | 0 |
| Summe | 0 | 375 | 0 |
| 31.12.2017 | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| in TEUR | Stufe 1 | Stufe 2 | Stufe 3 | ||
| ZUR VERÄUSSERUNG VERFÜGBARE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE |
|||||
| Beteiligung ORBCOMM | 18.941 | 0 | 0 | ||
| ZU HANDELSZWECKEN GEHALTENE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE |
|||||
| Wertpapiere | 461 | 0 | 0 |
Der Zeitwert der Wertpapiere wurde aus einem Börsenkurs abgeleitet. Im Geschäftsjahr fanden keine Transfers zwischen den einzelnen Stufen statt.
Im OHB-Konzern werden Einkäufe und Verkäufe in Fremd‑ währungen getätigt, wodurch ein Kursschwankungsrisiko mit direktem Einfluss auf die Gewinn- und Verlustrechnung entsteht. Um dieses Risiko abzusichern, werden bei der OHB hauptsächlich Devisentermingeschäfte eingesetzt, die grundsätzlich ins Hedge Accounting zu designieren sind. Ein Abschluss von Derivaten zum spekulativen Zwecke ist laut Konzernrichtlinie untersagt. Eine formale Designation der Sicherungsbeziehung erfolgt zum Abschlusszeitpunkt der Derivate durch Erstellung notwendiger Hedge-Doku‑ mentationen.
Im Folgenden wird ein zeitliches Profil für den Nominalbe‑ trag sowie den Durchschnittspreis der Derivate dargestellt.
| Restlaufzeit | Nominal volumen Gesamt |
Nominal volumen Gesamt |
Durch schnittli cher Siche rungskurs |
|||
|---|---|---|---|---|---|---|
| in TEUR | bis 1 Jahr | 1−5 Jahre | über 5 Jahre | 31.12.2018 | 31.12.2017 | 31.12.2018 |
| Absicherung des Währungsrisikos | ||||||
| Devisentermingeschäfte USD | 5.082 | 0 | 0 | 5.082 | 7.063 | 1,2625 |
| Devisentermingeschäfte GBP | 300 | 0 | 0 | 300 | 0 | 0,8753 |
| Devisentermingeschäfte übrige Fremdwährungen |
161 | 0 | 0 | 161 | 522 | n/a |
| Summe | 5.543 | 0 | 0 | 5.543 | 7.585 |
Für antizipierte zukünftige Transaktionen werden Cashflow Hedges gebildet. Alle Sicherungsbeziehungen werden zum Übergangszeitpunkt 1. November 2018 erstmalig nach den IFRS 9-Regelungen für Hedge Accounting bilanziert.
Für die unter IAS 39 bereits bestandenen Sicherungsbezie‑ hungen übt die OHB das Wahlrecht zur prospektiven Anwen‑ dung des Hedge Accounting nach IFRS 9 aus. Dadurch er‑ gaben sich unwesentliche Übergangseffekte aus IAS 39 zu IFRS 9. Mit der Einführung des neuen Standards kommt es zum Wegfall der bisher geltenden Effektivitätsgrenze von
80% bis 125% sowie des retrospektiven Effektivitätstests. Weiterhin ist eine freiwillige Dedesignation von Sicherungs‑ beziehungen nicht mehr möglich. Damit kann erwartet werden, dass mit der prospektiven Anwendung von IFRS 9 zukünftig eine geringere Volatilität der Gewinn- und Ver‑ lustrechnung erreicht werden kann. Darüber hinaus erlaubt IFRS 9 eine Erfassung der Fair-Value-Änderung der nicht-designierten Komponenten von Derivaten in einem separaten Eigenkapitalkonto, der sogenannten Cost of Hed‑ ging Reserve. Die OHB entschied sich jedoch, die Fair--Value-Änderung der nicht-designierten Komponenten wei‑ ter erfolgswirksam zu erfassen.
| 31.12.2018 | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| in TEUR | Buchwert | Bilanzposten | Fair-Value-Änderung zur Ermittlung von Ineffektivitäten |
Nominalvolumen | |
| Cashflow Hedges | |||||
| Absicherung des Währungsrisikos – Devisentermingeschäfte |
|||||
| Derivate Vermögenswerte | 0 | n/a | 0 | 0 | |
| Derivate Verbindlichkeiten | −541 | Finanzielle Verbindlichkeiten |
−541 | 5.543 |
Eine Voraussetzung für die Anwendung des Hedge Accoun‑ ting gemäß IFRS 9 ist die prospektive Wirksamkeit der Sicherungsbeziehung, die die OHB anhand der Critical--Terms-Match-Methode auf periodischer Basis nachweist. In der Regel wird ein Derivat zu identischen Vertragsbe‑ dingungen wie die des zugrunde liegenden Grundgeschäfts abgeschlossen, sodass davon ausgegangen werden kann, dass die Sicherungsbeziehung effektiv ist. Die einzige Quel‑ le der Ineffektivitäten ist das Ausfallrisiko des Kontrahen‑ ten, das erwartungsgemäß keine dominante Rolle in den bestehenden Sicherungsbeziehungen spielt. Bei den Cash‑ flow Hedges gilt die Forward-to-Forward-Designation, wo‑ bei die Spot- und die Forward-Komponente der FX-Forwards ins Hedge Accounting designiert werden. Darüber hinaus wird bei der OHB mithilfe der Dollar-Offset-Methode und der Hypothetische-Derivate-Methode retrospektiv ermittelt, wie hoch der effektive Anteil der designierten Komponenten in der aktuellen Periode war. Die effektive Fair-Value--Änderung der designierten Komponenten ist in der Hedge--Rücklage im Eigenkapital (Other Comprehensive Income) zu buchen und der ineffektive Anteil der designierten Kompo‑ nenten sowie die Fair-Value-Änderung der nicht-designier‑ ten Komponenten direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung.
Derivate könnten aufgrund einer Verschiebung oder sogar eines Ausfalls der zugrunde liegenden Grundgeschäfte al‑ leinstehende Derivate werden, wofür das Hedge Accounting keine Anwendung mehr findet. Bei der OHB waren in den vergangenen Perioden derartige Gründe für eine Beendi‑ gung von Sicherungsbeziehungen nicht vorgekommen.
| 31.12.2018 | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Wertänderung der Periode des Grundgeschäfts zur Er mittlung von Ineffektivitäten |
Stand der Hedging Reserve und Währungsrücklage akti ver Cashflow Hedges |
Stand der Hedging Reserve und Währungsrücklage be endeter Cashflow Hedges |
|||
| 365 | −365 | −165 | |||
| 0 | 0 | 0 | |||
| 31.12.2018 | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Posten in der Gesamtergeb |
Reklassifizierungen aus der CFH-Rücklage in die GuV |
Posten in der | ||||
| in Mio. EUR | Im Eigenkapital erfasste Gewinne oder Verluste aus CFH |
In der GuV erfasste Ineffektivitäten |
nisrechnung, in dem die erfasste Ineffektivität enthalten ist |
aufgrund vorzeitiger Beendigung CFH |
aufgrund der GuV-wirksamen Realisierung des Grund geschäfts |
Gesamtergeb nisrechnung, in dem die Umgliederung enthalten ist |
| Absicherung des Währungsrisikos |
−365 | −10 | Finanzergebnis | 0 | 174 | Umsatzerlöse |
Zum 31. Dezember 2017 waren für den Export bei zwei Konzerngesellschaften Devisentermingeschäfte mit einem Nominalvolumen von TUSD 8.152 (TEUR 7.064) abgeschlos‑ sen. Davon entfallen TUSD 4.762 (TEUR 4.059) auf Cashflow Hedges. Im zweiten Halbjahr 2018 sind davon TUSD 4.056 (TEUR 3.473) fällig gewesen. Unter den sonstigen finanziel‑ len Verbindlichkeiten wurden Devisentermingeschäfte auf ZAR (Cashflow Hedges) mit einem Zeitwert von TEUR 48
ausgewiesen. Im ersten Halbjahr 2019 sind diese Devisen‑ termingeschäfte mit einem Nominalvolumen von TZAR 6.100 (TEUR 402) fällig. Unter den sonstigen finanziellen Vermö‑ genswerten wurden Devisentermingeschäfte mit einem Zeitwert von TEUR 197 für Fair Value Hedges und mit TEUR 149 für Cashflow Hedges ausgewiesen. Der Zeitwert der Derivate wurde durch die Verwendung von Terminkursen am Bilanzstichtag ermittelt.
| in TEUR | Langfristige Finanzverbindlichkeiten |
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten |
Summe Verbindlichkeiten aus Finanzierungsaktivitäten |
|---|---|---|---|
| 01.01.2018 | 30.414 | 63.886 | 94.300 |
| Cashflows | |||
| Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzkrediten |
0 | 1.185 | 1.185 |
| Rückzahlungen von Finanzkrediten |
−51 | −39.697 | −39.748 |
| 31.12.2018 | 30.363 | 25.374 | 55.737 |
| 01.01.2017 | 349 | 93.108 | 93.457 |
| Cashflows | |||
| Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzkrediten |
30.650 | 7.577 | 38.227 |
| Rückzahlungen von Finanzkrediten |
−585 | −36.799 | −37.384 |
| 31.12.2017 | 30.414 | 63.886 | 94.300 |
Eine umsichtige Liquiditätsrisikosteuerung bedeutet, aus‑ reichend Zahlungsmittel vorzuhalten sowie Finanzmittel durch einen angemessenen Betrag zugesagter Kreditlinien zur Verfügung zu haben, um fällige Verpflichtungen erfüllen zu können. Das Management überwacht mittels rollierender
Prognosen die Liquiditätsreserven des Konzerns (bestehend aus den nicht in Anspruch genommenen nachstehenden Kreditlinien) und der Zahlungsmittel und Zahlungsmittel‑ äquivalente auf Basis der erwarteten Cashflows. Dies erfolgt im Allgemeinen auf lokaler Ebene in den operativen Unter‑ nehmen des Konzerns in Übereinstimmung mit denen vom Konzern. Im Rahmen des Konsortialkredits (Abschnitt 28) bestand zum Jahresende eine offene Kreditlinie in Höhe von TEUR 180.000. Die Vereinbarung läuft bis Mai 2023. Gegen‑ wärtig liegen keine Anhaltspunkte für nicht ausreichende Liquidität vor.
| 31.12.2018 | 31.12.2017 | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| in TEUR | inner halb 1 Jahres |
in 1 bis 2 Jahren |
in 3 bis 5 Jahren |
in mehr als 5 Jahren |
Summe | inner halb 1 Jahres |
in 1 bis 2 Jahren |
in 3 bis 5 Jahren |
in mehr als 5 Jahren |
Summe |
| Langfristige Finanzverbindlichkeiten* |
0 | 13.978 | 17.164 | 382 | 31.524 | 0 | 1.078 | 20.719 | 10.111 | 31.908 |
Finanzverbindlichkeiten 25.374 0 0 0 25.374 63.886 0 0 0 63.886
Lieferungen und Leistungen 176.964 0 0 0 176.964 83.141 0 0 0 83.141
finanzielle Verbindlichkeiten 10.678 0 0 0 10.678 4.213 0 0 0 4.213 Summe 213.016 13.978 17.164 382 244.540 151.240 1.078 20.719 10.111 183.148
* inklusive Zinsaufwendungen
Kurzfristige
Verbindlichkeiten aus
Kurzfristige sonstige
Die Kreditrisiken werden insgesamt als gering betrachtet. Grundsätzlich bestehen allgemeine Ausfallrisiken, die durch wirtschaftliche Gegebenheiten generell jederzeit eintreten können. Das Forderungsportfolio ist stark auf öffentliche Auftraggeber ohne jegliches Ausfallrisiko fokussiert, und für den verbleibenden Rest ohne Risikokonzentration breit gestreut. Aus diesem Grund wird im gesamten Konzern auf die Versicherung von Forderungen verzichtet. Die verwen‑ deten Verlustquoten für das vereinfachte Modell der Wert‑ minderungen beruhen folglich nur zu einem unwesentlichen Teil auf historischen Verlustquoten. Die Berücksichtigung aktueller und zukunftsorientierter Informationen beruht auf Einschätzungen des Konzerns in Bezug auf das Kreditaus‑ fallrisiko der Kundenstruktur, insbesondere bezogen auf öffentliche Auftraggeber.
Der Konzern ist zum überwiegenden Teil innerhalb der Euro--Zone tätig und damit geringen Fremdwährungsrisiken aus dem laufenden Geschäft ausgesetzt. In geringem Umfang werden Verkäufe in Fremdwährungen (USD, AED) durch‑ geführt. Im Bereich der Raumfahrt werden in der Regel 100% der erwarteten zukünftigen Transaktionen abge‑ sichert, im Bereich der Luftfahrt liegt die Sicherungsquote der geplanten zukünftigen Umsatzerlöse am Ende des lau‑ fenden Geschäftsjahres bei ca. 64%, da den prognostizierten Umsatzerlösen die geplanten Einkäufe gegenübergestellt werden. Zum Bilanzstichtag bestanden im Wesentlichen Forderungen in USD in Höhe von TEUR 2.530 (Vorjahr: TEUR 3.388). Einkäufe in Fremdwährung (USD, GBP) werden
in nicht wesentlichem Umfang getätigt. Der USD-Wechsel‑ kurs beeinflusst die Erträge und Aufwendungen im Luft‑ fahrtgeschäft. Für das Jahr 2018 sind in diesem Bereich die vorhandenen Auftragsbestände und Forderungen in US-Dollar durch Devisentermingeschäfte abgesichert (vgl. Abschnitt 30 Derivate und Sicherungsbeziehungen).
Im Anlagebereich sind im Hinblick auf Zinsrisiken vorwie‑ gend risikoarme Anlageformen gewählt worden. Sie unter‑ liegen den marktüblichen Zinsschwankungen. Kreditauf‑ nahme wird in kurzfristiger Form zur Abdeckung der aus Projektzahlungszyklen entstehenden Bedarfe im Umlauf‑ vermögen genutzt. Hierbei werden überwiegend Mittel aus einem Kreditrahmenvertrag mit einer marktorientierten sowie von der Erreichung eines Covenants abhängigen va‑ riablen Komponente im Zinssatz eingesetzt. Eine Zinsände‑ rung von 1% würde bei derzeitiger Inanspruchnahme einen zusätzlichen Aufwand von ca. TEUR 560 (Vorjahr: TEUR 940) bedeuten. Mit einer weiteren Verringerung der Zinsen ist nicht zu rechnen. Die langfristigen Finanzverbindlichkeiten haben eine Laufzeit bis 2024 zu festen Konditionen. Das Zinsänderungsrisiko wird gegenwärtig als gering ange‑ sehen.
Zu den wichtigsten finanzwirtschaftlichen Zielen des OHB-Konzerns zählen die nachhaltige Steigerung des Un‑ ternehmenswerts und die Sicherstellung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit im Hinblick auf die Unternehmens‑ fortführung sowie die Aufrechterhaltung einer optimalen Kapitalstruktur. Große Bedeutung in diesem Zusammen‑ hang hat hierbei die Sicherstellung von ausreichender Verfügbarkeit von Liquidität unter Wahrung der Dividen‑ denfähigkeit. Die Steuerung dieser Ziele erfolgt durch ein integriertes Controlling-Konzept, wobei die Geschäftsfüh‑ rung im Rahmen der Monatsabschlussanalyse aktuelle Kennziffern zu verschiedenen Bilanzpositionen und damit auch zur Entwicklung des Eigenkapitals und als Basis für notwendige unternehmerische Entscheidungen erhält. Zum 31. Dezember 2018 lag die Eigenkapitalquote bei 26,5% (Vorjahr: 28,8%). Die Eigenkapitalquote wurde als Gesamt‑ summe des Eigenkapitals im Verhältnis zur Bilanzsumme ermittelt. Die von der Gesellschaft angestrebte Eigenkapi‑ talquote liegt über 25%. Die Gesamtstrategie des Konzerns ist gegenüber 2017 unverändert.
Gemäß IFRS 8 sind Geschäftssegmente auf Basis der inter‑ nen Berichterstattung über Konzernbereiche abzugrenzen, die regelmäßig vom Hauptentscheidungsträger der Gesell‑ schaft im Hinblick auf Entscheidungen über die Verteilung von Ressourcen zu diesen Segmenten und die Bewertung ihrer Ertragskraft überprüft werden. Die wesentlichen Steuerungskennzahlen im OHB-Konzern sind Gesamtleis‑ tung, EBIT und EBITDA. An den Vorstand als verantwortli‑ che Unternehmensinstanz berichtete Informationen zum Zwecke der Allokation von Ressourcen auf die Geschäfts‑ segmente eines Unternehmens sowie der Bewertung ihrer Ertragskraft beziehen sich zumeist auf die Arten von Gütern oder Dienstleistungen, die hergestellt oder erbracht wer‑ den. Der Konzern gliedert sich gemäß IFRS 8 in die folgen‑ den berichtspflichtigen Segmente:
Im Segment "Space Systems" werden im Wesentlichen Raumfahrtsysteme entwickelt und umgesetzt. Im Segment "Aerospace + Industrial Products" liegt der Schwerpunkt in der Fertigung von Produkten für die Luft- und Raumfahrt sowie für andere Industriebereiche. Die Segmente sind im Konzernlagebericht ausführlich beschrieben. Segment‑ erträge, -aufwendungen und -ergebnisse beinhalten eben‑ so Geschäftsbeziehungen zwischen den Geschäftsfeldern. Diese Transfers werden zu Vollkosten verrechnet. Die Be‑ wertungsgrundsätze in der Segmentberichterstattung weichen nicht von den Bewertungsgrundsätzen im Konzern‑ abschluss ab. Die Holding ist gesondert dargestellt, da die Beteiligungsansätze im Wesentlichen bei der Holding erfasst sind. Die OHB SE übt die Tätigkeit einer aktiven Holdinggesellschaft aus. Die Umsätze teilen sich nach Produktgruppen und Regionen wie folgt auf:
| in TEUR | 2018 | 2017 |
|---|---|---|
| Raumfahrt | 940.852 | 792.567 |
| Luftfahrt | 14.504 | 14.635 |
| Antennen | 13.051 | 9.786 |
| Sonstige | 8.144 | 8.906 |
| Gesamt | 976.551 | 825.894 |
| Gesamt | 976.551 | 825.894 |
|---|---|---|
| Restliche Welt | 14.264 | 5.069 |
| Restliches Europa | 630.962 | 519.221 |
| Deutschland | 331.325 | 301.604 |
| in TEUR | 2018 | 2017 |
Drei Auftraggeber des OHB-Konzerns haben mit TEUR 238.140, TEUR 176.218 bzw. TEUR 144.327 jeweils einen Anteil von über 10% des Gesamtumsatzes.
Die Summe der langfristigen Vermögenswerte (ohne Finanz‑ instrumente und latente Steueransprüche) in Deutschland beträgt TEUR 171.187 (Vorjahr: TEUR 152.641) und im Aus‑ land TEUR 37.401 (Vorjahr: TEUR 35.624). Darin enthalten sind langfristige Vermögenswerte für das Tochterunter‑ nehmen in Italien in Höhe von TEUR 31.566 (Vorjahr: TEUR 30.794). Leistungen nach Beendigung des Arbeitsver‑ hältnisses betreffen das Inland mit TEUR 97.100 (Vorjahr: TEUR 94.389) und mit TEUR 2.482 (Vorjahr: TEUR 2.197) das Ausland.
| Space Systems | Aerospace + Industrial Products | |||
|---|---|---|---|---|
| in TEUR | 2018 | 2017 | 2018 | 2017 |
| Umsatzerlöse | 788.861 | 635.322 | 194.349 | 203.943 |
| davon Innenumsätze | 170 | 272 | 6.489 | 13.099 |
| Gesamtleistung | 809.482 | 661.252 | 197.649 | 211.876 |
| Materialaufwand und bez. Leistungen | 566.077 | 451.776 | 85.914 | 102.290 |
| EBITDA | 44.015 | 32.977 | 21.426 | 25.468 |
| Abschreibungen | 11.461 | 8.911 | 5.774 | 5.314 |
| EBIT | 32.554 | 24.066 | 15.652 | 20.154 |
| Langfristige Vermögenswerte | 145.621 | 130.506 | 124.349 | 85.060 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 410.988 | 317.857 | 116.991 | 185.302 |
| Bilanzsumme | 556.609 | 448.363 | 241.340 | 270.362 |
| Eigenkapital | 111.445 | 115.790 | 63.960 | 55.498 |
| Schulden | 445.164 | 332.573 | 177.380 | 214.864 |
| Bilanzsumme | 556.609 | 448.363 | 241.340 | 270.362 |
| Investitionen (ohne Finanzanlagen) | 23.419 | 23.317 | 12.855 | 21.294 |
| 2018 | 2017 | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| in TEUR | bis 1 Jahr | 1 bis 5 Jahre |
mehr als 5 Jahre |
Summe | bis 1 Jahr | 1 bis 5 Jahre |
mehr als 5 Jahre |
Summe | ||
| Mietverträge (operating leasing) |
9.891 | 31.872 | 27.417 | 69.180 | 11.867 | 28.851 | 27.509 | 68.227 | ||
| Leasingverträge (operating leasing) |
1.013 | 1.235 | 16 | 2.264 | 852 | 1.599 | 0 | 2.451 | ||
| Summe | 10.904 | 33.107 | 27.433 | 71.444 | 12.719 | 30.450 | 27.509 | 70.678 |
Im laufenden Jahr wurden Aufwendungen aus Operating--Leasing-Verhältnissen in Höhe von TEUR 10.344 (Vorjahr: TEUR 9.528) ergebniswirksam im sonstigen betrieblichen Aufwand erfasst. Kaufoptionen bestehen nicht.
Zum Bilanzstichtag bestanden Avalverpflichtungen in Höhe von TEUR 38.558 (Vorjahr: TEUR 37.487). Für den Kredit‑ rahmen wurde von den teilnehmenden Gesellschaften eine gesamtschuldnerische Haftung übernommen.
Für Darlehensverbindlichkeiten eines assoziierten Unter‑ nehmens wurden Bürgschaften in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 3.874) abgegeben. Mit einer Inanspruchnahme wird nicht gerechnet.
Die Anzahl der durchschnittlich beschäftigten Mitarbeiter hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2.616 betragen (Vorjahr: 2.368 Mitarbeiter). Zum 31. Dezember 2018 sind im Unter‑ nehmensbereich "Space Systems" 1.874 Mitarbeiter beschäftigt (Vorjahr: 1.624), im Unternehmensbereich "Aerospace + Industrial Products" 879 Mitarbeiter (Vorjahr: 786) und bei der Holding 16 Mitarbeiter (Vorjahr: 9).
| Überleitung | Summe | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| Holding | Konsolidierung | ||||
| 2018 | 2017 | 2018 | 2017 | 2018 | 2017 |
| 0 | 0 | −6.659 | −13.371 | 976.551 | 825.894 |
| 0 | 0 | −6.659 | −13.371 | 0 | 0 |
| 9.267 | 7.889 | −16.005 | −21.330 | 1.000.393 | 859.687 |
| 0 | 0 | −6.403 | −11.393 | 645.588 | 542.673 |
| −428 | 364 | 0 | 0 | 65.013 | 58.809 |
| 27 | 25 | 0 | 336 | 17.262 | 14.586 |
| −455 | 339 | 0 | −336 | 47.751 | 44.223 |
| 67.322 | 63.305 | −45.954 | −39.322 | 291.338 | 239.549 |
| 48.653 | 42.350 | −114.364 | −65.360 | 462.268 | 480.149 |
| 115.975 | 105.655 | −160.318 | −104.682 | 753.606 | 719.698 |
| 58.805 | 62.854 | −34.191 | −26.862 | 200.019 | 207.280 |
| 57.170 | 42.801 | −126.127 | −77.820 | 553.587 | 512.418 |
| 115.975 | 105.655 | −160.318 | −104.682 | 753.606 | 719.698 |
| 2.119 | 30 | 0 | 0 | 38.393 | 44.641 |
Vorstände der Gesellschaft sind:
Dem Aufsichtsrat der Gesellschaft gehören an:
p Frau Christa Fuchs, Bremen, Geschäftsführende Gesellschafterin der VOLPAIA Beteiligungs-GmbH, Bremen
p Herr Prof. Heinz Stoewer, München, Professor em. Space Systems Engineering, Technische Universität Delft, Niederlande, Geschäftsführer SAC Space Associates Beratungs GmbH, München
Mitgliedschaften der Organmitglieder in Aufsichtsräten und anderen Kontrollgremien im Jahr 2018:
p Herr Marco Fuchs
Konzernmandate:
› OHB Sweden AB, Stockholm, Schweden, Vorsitzender des Verwaltungsrats
› Antwerp Space N.V., Antwerpen, Belgien, Vorsitzender des Verwaltungsrats
Konzernfremde Mandate:
| zum 31.12.2018 | Aktien | Verände rungen 2017/18 |
|---|---|---|
| Christa Fuchs, Vorsitzende des Aufsichtsrats |
1.401.940 | – |
| Prof. Heinz Stoewer, Mitglied des Aufsichtsrats |
1.000 | – |
| Marco Fuchs, Vorsitzender des Vorstands |
6.046.610 | – |
| Dr. Lutz Bertling, Mitglied des Vorstands |
14.500 | 14.500 |
Die Hauptversammlung der OHB System AG hat am 24. Mai 2018 beschlossen, von den Befreiungsvorschriften zur Offenlegung des Jahresabschlusses nach §264 (3) HGB Gebrauch zu machen.
Die Hauptversammlung der ORBCOMM Deutschland AG hat am 27. September 2018 beschlossen, von den Befreiungs‑ vorschriften zur Offenlegung des Jahresabschlusses nach §264 (3) HGB Gebrauch zu machen.
Nahestehende Personen nach IAS 24 sind Frau Christa Fuchs, Frau Romana Fuchs Mayrhofer sowie die Herren Marco Fuchs, Kurt Melching, Dr. Lutz Bertling, Klaus Hofmann, Prof. Heinz Stoewer, Ingo Kramer und Robert Wethmar. Als nahestehende Unternehmen sind zu nennen:
Die Geschäfte mit nahestehenden Personen und Unterneh‑ men werden zu marktüblichen Bedingungen abgeschlossen. Mit sonstigen nahestehenden Unternehmen wurden im Geschäftsjahr TEUR 117 (Vorjahr: TEUR 0) aus Umsätzen und sonstigen Erträgen erlöst, an Aufwendungen für bezo‑ gene Leistungen und Mieten fielen bei Tochterunternehmen rund TEUR 7.470 (Vorjahr: TEUR 7.342) an. Gegen sonstige nahestehende Unternehmen bestehen zum Abschlussstich‑ tag Forderungen in Höhe von TEUR 25 (Vorjahr: TEUR 25) sowie Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 460).
Gemäß einer Rahmenvereinbarung mit der Kanzlei Taylor Wessing, bei der Robert Wethmar Partner ist, wurde im vergangenen Geschäftsjahr im Zusammenhang mit Bera‑ tungsleistungen für Konzernunternehmen ein Honorar von insgesamt TEUR 198 berechnet. Die noch offenen Forde‑ rungen zum Bilanzstichtag betragen TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 0). Verbindlichkeiten bestanden zum 31. Dezember 2018 in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 0).
Gegen nahestehende Personen bestanden zum Abschluss‑ stichtag Pensionsverpflichtungen in Höhe von TEUR 199 (Vorjahr: TEUR 215). Es werden keine Beiträge zum Plan mehr geleistet. Es wurden Hinterbliebenenbezüge in Höhe von TEUR 22 gezahlt.
Mit assoziierten Unternehmen wurden im Geschäftsjahr Umsätze in Höhe von TEUR 2.702 (Vorjahr: TEUR 0) erzielt. Die zum Bilanzstichtag offenen Forderungen daraus betru‑ gen TEUR 1.232 (Vorjahr: TEUR 0).
Gegen assoziierte Unternehmen bestehen aufgrund eines Rangrücktritts gegenüber Kreditinstituten langfristige Dar‑ lehen mit einem Buchwert in Höhe von TEUR 28.758 (Vorjahr: TEUR 27.700, kurzfristig). Die Darlehen sind mit Zinssätzen zwischen 3–5% fix verzinslich und verlängern sich jeweils automatisch, wenn sie nicht vor Ablauf der Vertragslaufzeit gekündigt werden. Es wurden Zinsen in Höhe von TEUR 908 (Vorjahr: TEUR 1.060) vereinnahmt. Die Laufzeit beträgt für alle Darlehen unter einem Jahr. Das jeweilige Darlehen ist bei Fälligkeit in einer Summe zurückzuzahlen. Für die Dar‑ lehen bestehen keine Sicherheiten.
Der Vorstand und der Aufsichtsrat haben die gemäß §161 AktG geforderte Erklärung abgegeben, dass den Empfeh‑ lungen der Bundesregierung mit wenigen Ausnahmen (siehe Kapitel Corporate Governance Bericht, Seite 42) bereits ent‑ sprochen wird und in Zukunft entsprochen werden soll. Die Entsprechenserklärung ist im Internet veröffentlicht unter:
https://www.ohb.de/de/investor-relations/corporate-governance/entsprechenserklaerung/
Die OHB SE übt die Tätigkeit einer aktiven Holding aus. Wesentlicher Aktivposten sind die Anteile an verbundenen Unternehmen, die zum Stichtag mit TEUR 59.344 zu Buche stehen. Das Eigenkapital der OHB SE am 31. Dezember 2018 betrug TEUR 50.797. Die Gesellschaft weist im Einzel‑ abschluss liquide Mittel von insgesamt TEUR 1.141 aus. Zum Jahresüberschuss 2018 in Höhe von TEUR 5.241 haben ins‑ besondere die Erträge aus Ergebnisabführung in Höhe von TEUR 10.013 beigetragen. Der HGB-Einzelabschluss zum 31. Dezember 2018 der OHB SE schließt mit einem Bilanz‑ gewinn von EUR 11.374.578,92 ab. Der Vorstand schlägt der Hauptversammlung vor, den Bilanzgewinn des Geschäfts‑ jahres 2018 in Höhe von TEUR 11.375 wie in der Tabelle "Ergebnisverwendungsvorschlag" dargestellt zu verwenden. Bei den angegebenen Beträgen für die Gesamtdividende und für den Vortrag auf neue Rechnung sind die zum Zeitpunkt des Gewinnverwendungsvorschlags des Vorstands dividen‑ denberechtigten Aktien berücksichtigt. Die von der Gesell‑ schaft zum Bilanzstichtag gehaltenen eigenen Aktien (67.996 Stückaktien) sind gemäß §71b AktG nicht dividen‑ denberechtigt. Sollte die Anzahl der eigenen Aktien, die von der Gesellschaft zum Zeitpunkt der Beschlussfassung der Hauptversammlung über die Verwendung des Bilanzge‑ winns gehalten werden, größer oder kleiner sein als zum Bilanzstichtag, vermindert bzw. erhöht sich der insgesamt an die Aktionäre auszuschüttende Betrag um den Dividen‑ denteilbetrag, der auf die Differenz an Aktien entfällt. Der in den Vortrag auf neue Rechnung einzustellende Betrag verändert sich gegenläufig um den gleichen Betrag. Die auszuschüttende Dividende pro dividendenberechtigter
Stückaktie bleibt hingegen unverändert. Der Hauptver‑ sammlung wird gegebenenfalls ein entsprechend modifi‑ zierter Beschlussvorschlag unterbreitet werden. Für das Geschäftsjahr 2017 betrug die Ausschüttung der Dividende in Höhe von EUR 0,40 auf jede dividendenberechtigte Stückaktie (17.387.600 Stückaktien) insgesamt EUR 6.955.040,00, weiterhin wurde ein Betrag in Höhe von EUR 5.927.999,53 auf neue Rechnung vorgetragen. Der Bi‑ lanzgewinn betrug im Geschäftsjahr 2017 EUR 12.883.039,53.
| in TEUR | 2018 |
|---|---|
| Bilanzgewinn | 11.374.578,92 |
| Ausschüttung einer Dividende von EUR 0,43 auf jede dividendenberechtigte Stückaktie (17.400.100 Stückaktien) |
7.482.043,00 |
| Vortrag auf neue Rechnung | 3.892.535,92 |
Die Vergütung der Mitglieder des Vorstands setzt sich grundsätzlich aus erfolgsunabhängigen und erfolgsabhän‑ gigen Komponenten zusammen. Aktienbasierte Vergü‑ tungsbestandteile oder Vergütungskomponenten mit lang‑ fristiger Anreizwirkung bestehen derzeit bei Dr. Lutz Bertling. Im Fall des Todes eines Vorstandsmitglieds erhal‑ ten die Hinterbliebenen Anspruch auf Weiterzahlung der erfolgsunabhängigen Vergütung des Verstorbenen für sechs Monate. Die Grundzüge des Vergütungssystems so‑ wie die individualisierten Vorstandsbezüge sind ausführlich im Lagebericht/Vergütungsbericht (Seite 70) dargestellt. Die Gesamtbezüge des Vorstands einschließlich der aktien‑ basierten Vergütungen betragen für das Geschäftsjahr 2018 TEUR 4.598 (Vorjahr: TEUR 1.973), davon sind TEUR 1.553 (Vorjahr: TEUR 935) variable Vergütungsbestandteile, TEUR 1.482 (Vorjahr: TEUR 1.038) fixe Vergütungsbestand‑ teile inklusive der Nebenleistungen wie Zuschüsse zur Kran‑ ken- und Rentenversicherung sowie die Bemessung der Kfz-Nutzung sowie aktienbasierten Vergütungen mit lang‑ fristiger Anreizwirkung in Höhe von TEUR 1.563. Christa Fuchs erhielt von der OHB System AG Hinterbliebenenbe‑ züge in Höhe von TEUR 22 für den im Jahr 2014 verstorbe‑ nen Vorstand Prof. Manfred Fuchs. Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats betragen für das Geschäftsjahr 2018 TEUR 88 (Vorjahr: TEUR 70), wobei TEUR 30 (Vorjahr: TEUR 30) für
den Vorsitzenden des Aufsichtsrats und TEUR 58 (Vorjahr: TEUR 40) für die anderen Mitglieder des Aufsichtsrats zu‑ rückgestellt wurden. Auf variable Vergütungsbestandteile wurde verzichtet. Gemäß einer Rahmenvereinbarung mit der Kanzlei Taylor Wessing, bei der Robert Wethmar Part‑ ner ist, wurde im vergangenen Geschäftsjahr im Zusam‑ menhang mit Beratungsleistungen für Konzernunterneh‑ men ein Honorar von insgesamt TEUR 198 berechnet.
In 2018 wurden einem Vorstandsmitglied für die Jahre 2018 bis 2021 jeweils zum 1. April des Jahres 12.500 Aktien der OHB SE als Vergütungsbestandteil ohne Bindung an einen bestimmten Aktienkurs zugesagt. Scheidet das Vorstands‑ mitglied vor dem jeweiligen Fälligkeitstag aus, besteht kein Anrecht auf den Erhalt der Anteile. Die Aktien haben eine Mindesthaltedauer von jeweils zwei Jahren nach Zuteilung. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden 12.500 Aktien aus dem eigenen Bestand entnommen. Basierend auf dem Aktienkurs zum Gewährungszeitpunkt entspricht dies einem Zeitwert von TEUR 390. Für die übertragenen Aktien wurde Personalaufwand in gleicher Höhe erfasst. Für die übertra‑ genen Aktien im laufenden Jahr sowie die in den Folgejahren zu übertragenden Aktien wurden im Geschäftsjahr TEUR 610 im Personalaufwand erfasst.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat der OHB-Konzern an den Abschlussprüfer PricewaterhouseCoopers Wirt‑ schaftsprüfungsgesellschaft GmbH, Bremen, folgenden Honoraraufwand erfasst:
Die sonstigen Leistungen konzentrieren sich im Berichtsjahr auf die Beratung zur Umsetzung neuer Standards. Die Steuerberatungsleistungen betrafen Leistungen im Zusam‑ menhang mit möglichen ausländischen Betriebsstätten.
Keine.
Die Freigabe des Konzernabschlusses zur Veröffentlichung durch den Vorstand ist nach der Aufsichtsratssitzung am 19. März 2019 vorgesehen.
Der Vorstand
Bremen, den 19. März 2019
Marco Fuchs
Kurt Melching
Klaus Hofmann
Dr. Lutz Bertling
An die OHB SE, Bremen
Wir haben den Konzernabschluss der OHB SE, Bremen, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) – bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2018, der Konzernge‑ samtergebnisrechnung, der Konzern-Gewinn- und Verlust‑ rechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2018 sowie dem Kon‑ zernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung be‑ deutsamer Rechnungslegungsmethoden – geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der OHB SE für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2018 geprüft. Die im Abschnitt "Sonstige Informationen" unseres Bestätigungsvermerks genannten Bestandteile des Kon‑ zernlageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Konzernlagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der im Abschnitt "Sonstige Informationen" genannten Bestandteile des Konzernlageberichts.
Gemäß §322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungs‑ mäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlage‑ berichts geführt hat.
Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit §317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Fol‑ genden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grund‑ sätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Ab‑ schlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsver‑ merks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Kon‑ zernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sons‑ tigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir kei‑ ne verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausrei‑ chend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzern‑ lagebericht zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzern‑ abschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2018 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlus‑ ses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prü‑ fungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Aus unserer Sicht waren folgende Sachverhalte am bedeut‑ samsten in unserer Prüfung:
Unsere Darstellung dieser besonders wichtigen Prüfungs‑ sachverhalte haben wir jeweils wie folgt strukturiert:
Nachfolgend stellen wir die besonders wichtigen Prüfungs‑ sachverhalte dar:
Die Bilanzierung der Umsatzerlöse erfolgt hierbei ent‑ sprechend dem Leistungsfortschritt am Bilanzstichtag, wobei die Schätzung des Leistungsfortschritts nach dem Verhältnis der bis zum Bilanzstichtag angefallenen zu den gesamten geplanten Fertigungskosten gemes‑ sen wird. Die zugrunde liegenden Kostenschätzungen und die Verteilung der angefallenen Kosten der Auf‑ tragsbestände auf die in dem Konzernabschluss ange‑ gebenen Umsatzerlöse erfolgt anhand der Einschät‑ zungen und Annahmen der gesetzlichen Vertreter des Mutterunternehmens.
Vor diesem Hintergrund und aufgrund der zugrunde liegenden Ermessensspielräume und Schätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie der Komplexität der Bi‑ lanzierung von Fertigungs- und Entwicklungsaufträgen unter Berücksichtigung des erstmals anzuwendenden Rechnungslegungsstandards zur Umsatzrealisierung (IFRS 15) war dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.
[2] Bei unserer Prüfung haben wir, unter Berücksichtigung der Kenntnis, dass aufgrund der Komplexität und der vorzunehmenden Einschätzungen und Annahmen ein erhöhtes Risiko falscher Angaben in der Rechnungsle‑ gung besteht, die vom Konzern eingerichteten Prozes‑ se und Kontrollen zur Erfassung von Umsatzerlösen aus der kundenbezogenen Fertigung von Satelliten und anderen Entwickungsaufträgen unter Berücksichti‑ gung des Fertigstellungsgrads beurteilt. Dabei haben wir mit Unterstützung unserer internen Spezialisten auch die Auswirkungen der Erstanwendung von IFRS 15 gewürdigt. Hierbei haben wir auch Kundenverträge durchgesehen, die Identifizierung von eigenständigen Leistungsverpflichtungen nachvollzogen und gewürdigt, ob diese Leistungen über einen bestimmten Zeitraum oder zu einem bestimmten Zeitpunkt zu erfassen sind.
Zudem haben wir die Ermittlung sowohl der geplanten Kosten als auch der tatsächlich angefallenen Kosten gewürdigt. Ferner haben wir Stetigkeit und Konsistenz der angewandten Verfahren zur Ermittlung der ange‑ fallenen Kosten nachvollzogen.
Außerdem haben wir durch entsprechende Anwei‑ sungen an die Teilbereichsprüfer konzernweit aus‑ reichende, angemessene und konsistente Prüfungs‑ handlungen sichergestellt, um dem diesem Prüffeld innewohnenden inhärenten Prüfungsrisiko angemes‑ sen zu begegnen.
Hierbei konnten wir uns davon überzeugen, dass die von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen Einschät‑ zungen und getroffenen Annahmen zum Ansatz und zur Bewertung der Umsatzerlöse nach der Methode der Gewinnrealisierung nach dem Fertigstellungsgrad hin‑ reichend dokumentiert und begründet sind, um die sachgerechte Bilanzierung der Umsatzerlöse nach IFRS 15 zu gewährleisten.
[1] In dem Konzernabschluss der Gesellschaft werden Geschäfts- oder Firmenwerte sowie selbsterstellte übrige immaterielle Vermögenswerte mit einem Betrag von insgesamt EUR 120,3 Mio. (16,0% der Bilanzsumme bzw. 60,2% des Eigenkapitals) unter dem Bilanzposten "Geschäfts- oder Firmenwerte" sowie "Übrige immate‑ rielle Vermögenswerte" ausgewiesen.
Die Geschäfts- oder Firmenwerte werden einmal jähr‑ lich oder anlassbezogen und die selbsterstellten übrigen immateriellen Vermögenswerte mit einer begrenzten Nutzungsdauer anlassbezogen von der Gesellschaft einem Werthaltigkeitstest unterzogen, um einen möglichen Abschreibungsbedarf zu ermitteln.
Der Werthaltigkeitstest erfolgt auf Ebene der Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, mithin der jeweiligen Tochtergesellschaften, denen der jeweilige Geschäfts- oder Firmenwert bzw. der selbsterstellte übrige immaterielle Vermögenswert zugeordnet ist.
Im Rahmen des Werthaltigkeitstests wird der Buchwert der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten inklusive des Geschäfts- oder Firmenwerts bzw. des selbsterstellten übrigen immateriellen Vermögens‑ werts dem entsprechenden erzielbaren Betrag gegen‑ übergestellt.
Die Ermittlung des erzielbaren Betrags erfolgt grund‑ sätzlich anhand des Nutzungswerts.
Grundlage der Bewertung ist dabei regelmäßig der Bar‑ wert künftiger Zahlungsströme der jeweiligen Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten.
Die Barwerte werden mittels Discounted-Cashflow--Modellen ermittelt. Dabei bildet die verabschiedete Mittelfristplanung des Konzerns den Ausgangspunkt, die mit Annahmen über langfristige Wachstumsraten fortgeschrieben wird. Hierbei werden auch Erwartun‑ gen über die zukünftige Marktentwicklung und Annah‑ men über die Entwicklung makroökonomischer Ein‑ flussfaktoren berücksichtigt. Die Diskontierung erfolgt mittels der gewichteten durchschnittlichen Kapitalkos‑ ten der jeweiligen Gruppe von zahlungsmittelgenerie‑ renden Einheiten. Wertminderungen waren in 2018 nicht erforderlich.
Das Ergebnis dieser Bewertung ist in hohem Maße von der Einschätzung der gesetzlichen Vertreter hinsicht‑ lich der künftigen Zahlungsmittelzuflüsse der jewei‑ ligen Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Ein‑ heiten, des verwendeten Diskontierungssatzes, der Wachstumsrate sowie weiteren Annahmen abhängig
und dadurch mit einer erheblichen Unsicherheit be‑ haftet. Vor diesem Hintergrund und aufgrund der Kom‑ plexität der Bewertung war dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.
[2] Im Rahmen unserer Prüfung haben wir unter anderem das methodische Vorgehen zur Durchführung der Wert‑ haltigkeitstests nachvollzogen. Nach Abgleich der bei den Berechnungen verwendeten künftigen Zahlungs‑ mittelzuflüsse mit der verabschiedeten Mittelfrist‑ planung des Konzerns haben wir die Angemessenheit der Berechnung insbesondere durch Abstimmung mit allgemeinen und branchenspezifischen Markterwar‑ tungen beurteilt. Ergänzende Anpassungen der Mittel‑ fristplanung für Zwecke der Werthaltigkeitsprüfung wurden von uns mit den zuständigen Mitarbeitern der Gesellschaft diskutiert und nachvollzogen. Zudem haben wir auch die sachgerechte Berücksichtigung der Kosten von Konzernfunktionen beurteilt. Mit der Kennt‑ nis, dass bereits relativ kleine Veränderungen des verwendeten Diskontierungszinssatzes wesentliche Auswirkungen auf die Höhe des auf diese Weise er‑ mittelten Unternehmenswerts haben können, haben wir uns intensiv mit den bei der Bestimmung des ver‑ wendeten Diskontierungszinssatzes herangezogenen Parametern beschäftigt und das Berechnungsschema nachvollzogen. Um den bestehenden Prognoseun‑ sicherheiten Rechnung zu tragen, haben wir die von der Gesellschaft erstellten Sensitivitätsanalysen nachvollzogen.
Dabei haben wir festgestellt, dass die Buchwerte der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten inklusive des zugeordneten Geschäfts- oder Firmenwerts unter Be‑ rücksichtigung der verfügbaren Informationen im We‑ sentlichen ausreichend durch die diskontierten künfti‑ gen Zahlungsmittelüberschüsse gedeckt sind.
Die von den gesetzlichen Vertretern angewandten Bewertungsparameter und -annahmen stimmen ins‑ gesamt mit unseren Erwartungen überein und liegen auch innerhalb der aus unserer Sicht vertretbaren Bandbreiten.
[3] Die Angaben der Gesellschaft zum Werthaltigkeitstest und zu den Geschäfts- oder Firmenwerten bzw. selbst‑ erstellten übrigen immateriellen Vermögenswerten sind in Textziffer 11 "Firmenwerte und übrige immate‑ rielle Vermögenswerte" des Konzernanhangs enthalten.
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informa‑ tionen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfas‑ sen die folgenden nicht inhaltlich geprüften Bestandteile des Konzernlageberichts:
p die in Abschnitt VII. des Konzernlageberichts enthaltene Erklärung zur Unternehmensführung nach §289f HGB und §315d HGB
Die sonstigen Informationen umfassen zudem die übrigen Teile des Geschäftsberichts – ohne weitergehende Quer‑ verweise auf externe Informationen –, mit Ausnahme des geprüften Konzernabschlusses, des geprüften Konzern‑ lageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks, und den gesonderten nichtfinanziellen Konzernbericht nach §315b Abs. 3 HGB.
Der gesonderte nichtfinanzielle Konzernbericht nach §315b Abs. 3 HGB wird uns voraussichtlich nach dem Datum des Bestätigungsvermerks zur Verfügung gestellt.
Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungs‑ schlussfolgerung hierzu ab.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Ver‑ antwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Auf‑ stellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach §315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vor‑ schriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entspre‑ chendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des
Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als not‑ wendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Kon‑ zernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesent‑ lichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist.
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die ge‑ setzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Da‑ rüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grund‑ lage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Ein‑ stellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine rea‑ listische Alternative dazu.
Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzern‑ abschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrun‑ gen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig er‑ achtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausrei‑ chende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzern‑ lagebericht erbringen zu können.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – fal‑ schen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem
Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonne‑ nen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetz‑ lichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prü‑ fungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlage‑ bericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit §317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deut‑ schen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstel‑ lung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlage‑ berichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
p gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.
p beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungs‑ legungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.
p holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unter‑ nehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernab‑ schluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.
p beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentspre‑ chung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwort‑ lichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhän‑ gigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hier‑ zu getroffenen Schutzmaßnahmen.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejeni‑ gen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlus‑ ses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssach‑ verhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Be‑ stätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.
Wir wurden von der Hauptversammlung am 24. Mai 2018 als Konzernabschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 11. De‑ zember 2018 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind un‑ unterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2016 als Konzern‑ abschlussprüfer der OHB SE, Bremen, tätig.
Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk ent‑ haltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Aufsichtsrat nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungs‑ bericht) in Einklang stehen.
Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Dr. Thomas Ull.
Bremen, den 19. März 2019
PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer
Dr. Thomas Ull ppa. Holger Schreiber
Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen ent‑ sprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der vor‑ aussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.
Bremen, den 19. März 2019
Der Vorstand
OHB SE GESCHÄFTSBERICHT 2018
für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2018 bis zum 31. Dezember 2018
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Amortised costs; fortgeführte Anschaffungskosten
Serie von europäischen Träger‑ raketen, die im Auftrag der Euro‑ päischen Weltraumorganisation ESA entwickelt werden, derzeit wird Ariane 5 genutzt, die Nachfol‑ ge soll ab 2020 die neu entwickelte Ariane 6 antreten
Advanced Research in Telecom‑ munications Systems; Tech‑ nologieprogramm der ESA zur Unterstützung von Forschung und Entwicklung im Bereich Telekommunikation
ESA-Langzeitplan zur Entwicklung eines europäischen Kommunika‑ tionssatelliten-Netzwerks mittels modernster Laserkommunikation
Agenzia Spaziale Italiana, Italienische Raumfahrtagentur
Bundesamt für Ausrüstung, Infor‑ mationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (früher BWB, Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung)
Ein im Jahre 1998 gemeinsam von der Europäischen Kommission und der Europäischen Weltraum‑ organisation ESA gegründetes Erdbeobachtungsprogramm, das eine leistungsfähige Infrastruktur für Erdbeobachtung und Dienst‑ leistungen der Geoinformation schaffen soll
Verpflichtungserklärung, die ein Kreditnehmer gegenüber der kreditgebenden Bank abgibt
Deutscher Aktienindex, wichtigster deutscher Index, der die Entwick‑ lung der 30 größten, an der Frank‑ furter Wertpapierbörse notierten Aktiengesellschaften widerspiegelt
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V.
Earnings Before Interest and Ta‑ xes; Gewinn vor Zinsaufwand und Steuern
Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortisation; Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf Sachanlagen und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte
Earnings Before Taxes; Gewinn vor Steuern
Europäische Kommission
European Data Relay Satellite System; europäisches Datenrelais-Satellitensystem zur Implementierung eines Weltraum--Datennetzwerks mittels optischer Satellitenkommunikation
Dedizierter Satellit für das Euro‑ pean Data Relay Satellite System
Voll elektrisch angetriebener Satellit auf Basis der Small‑ GEO-Plattform
Environmental Mapping and Analysis Program; Satellit zur Erdbeobachtung im Hyperspektralbereich
Earnings Per Share; Ergebnis pro Aktie
European Space Agency; Europäi‑ sche Weltraumorganisation
Europäische Union
Europäische Organisation für die Nutzung meteorologischer Satelli‑ ten mit Sitz in Darmstadt; von ihr werden die Meteosat- und MetOp--Wettersatelliten betrieben. Sie ist eine zwischenstaatliche Organi‑ sation mit derzeit 30 europäischen Mitgliedstaaten
Wissenschaftliche Mission der ESA und der russischen Weltraum‑ organisation Roscosmos zur Erforschung des Mars – Ziel ist die Suche nach ehemaligem oder sogar aktuellem Leben auf dem Planeten
Planeten sind Objekte, die sich im gravitativen Einfluss eines Sterns befinden, ihn also umkreisen. Exoplaneten oder extrasolare Planeten befinden sich außerhalb unseres Sonnensystems, im Gravitationsfeld anderer Sonnen
Forschung und Entwicklung
Financial liabilities measured at amortised cost; zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Schulden
*) Die Phase bis zum Erreichen der vollen Einsatzkapazität des Galileo-Programms wird von der EU verwaltet und in voller Höhe von ihr finanziert. Die Europäische Kommission und die Europäische Weltraumorganisation ESA haben eine Übertragungsvereinbarung unterzeichnet, gemäß der die ESA im Auftrag der Kommission als die für den Entwurf und die Beschaf‑ fung verantwortliche Stelle han‑ delt. Die hier getroffenen Aussagen sind auf keinen Fall als Wiederga‑ be des offiziellen Standpunkts der EU bzw. der ESA anzusehen. Gali‑ leo ist ein eingetragenes Warenzei‑ chen von EU und ESA gemäß HABM-Antrag Nr. 002742237
Fair Value through Other Com‑ prehensive Income; erfolgsneutral zum Fair Value bewertet
Fair value through profit or loss; erfolgswirksam zum Fair Value bewertet
Europäisches globales satelliten‑ gestütztes Navigationssystem
Geostationärer Orbit; hier statio‑ nierte Satelliten befinden sich auf einer Kreisbahn in 35.786 Kilo‑ meter Höhe über dem Äquator und folgen der Erdrotation
Auf SmallGEO basierende Satel‑ litenmission zur Untersuchung neuer Kommunikationstechnolo‑ gien im Weltraum
Handelsgesetzbuch
früher HISPASAT Advanced Gene‑ ration 1; Kommunikationssatellit für den spanischen Satelliten‑ betreiber HISPASAT
International Accounting Standards
International Financial Reporting Standards
International Space Station; sie ist ein Kooperationsprojekt von ver‑ schiedenen Raumfahrtnationen und dient der Erforschung der Erde und des Weltraums, aber auch der Völkerverständigung. Seit dem 2. November 2000 ist die ISS dauerhaft bewohnt
Meteosat Third Generation; Programm zur Entwicklung, zum Bau und Start europäischer Wettersatelliten der dritten Generation
National Aeronautics and Space Administration; US‑amerikanische Raumfahrtbehörde
Als Nutzlast wird die Masse be‑ zeichnet, die auf dem Satelliten transportiert wird, die zur Reali‑ sierung des eigentlichen Missions‑ ziels nötig ist
Bilanzierungsmethode, die bei periodenübergreifender Produk‑ tion einen anteiligen Gewinnaus‑ weis nach dem Grad der Fertig‑ stellung regelt
Return on Investment, Kapital‑ rentabilität; betriebswirtschaft‑ liche Kennzahl zur Messung der Rendite einer unternehmerischen Tätigkeit, gemessen am Gewinn im Verhältnis zum eingesetzten Kapital
Synthetic Aperture Radar‑Lupe; System aus Kleinsatelliten mit einem Verfahren zur Steigerung der Qualität von Radarbildern
Name der Satelliten des Copernicus‑Programms der ESA und der Europäischen Kommission
Im Rahmen des ARTES‑Pro‑ gramms (Advanced Research in Telecommunications Systems) der ESA von der OHB System AG entwickelte vielseitige geostatio‑ näre Satellitenplattform, die auf verschiedene Missionsziele wie Telekommunikation, Erdbeobach‑ tung und Technologieerprobung zugeschnitten werden kann
In Russland entwickelte Rakete für mittelschwere Nutzlasten, die seit dem Jahr 2011 auch vom europäi‑ schen Weltraumbahnhof in Kourou startet
Deutscher Aktienindex, in dem die 30 größten Technologiewerte in Bezug auf Marktkapitalisierung und Orderbuchumsatz zusammen‑ gefasst sind
Verbindung von Telekommuni‑ kation und Informatik
US‑Dollar
Europäische vierstufige Träger‑ rakete für kleine Satelliten, die im Auftrag der Europäischen Welt‑ raumorganisation ESA seit 1998 entwickelt wurde und ihren erfolg‑ reichen Erstflug im Jahr 2012 absolvierte. Sie ist die kleinste europäische Trägerrakete und bringt 1,5 Tonnen in die zirkulare polare Umlaufbahn
OHB SE GESCHÄFTSBERICHT 2018
p 20. März 2019, Bremen BILANZPRESSEKONFERENZ UND VERÖFFENTLICHUNG DES GESCHÄFTSBERICHTS 2018 p 20. März 2019, Frankfurt am Main ANALYSTENKONFERENZ ZUM JAHRESABSCHLUSS 2018
p 9. Mai 2019
134
3-MONATSBERICHT / ANALYSTEN-TELEFONKONFERENZ
p 24. Mai 2019, Bremen
HAUPTVERSAMMLUNG
p 13. August 2019
6-MONATSBERICHT /
ANALYSTEN-TELEFONKONFERENZ
p 12. November 2019
9-MONATSBERICHT /
ANALYSTEN-TELEFONKONFERENZ
p 25.–27. November 2019, Frankfurt am Main
ANALYSTENPRÄSENTATION
AUF DEM DEUTSCHEN EIGENK APITALFORUM
Bilder und Grafiken: Earthglobe: Dima Zel – shutterstock, Titel, S. 12, 16 | Sonnenaufgang Erde: vjanez – iStock | Vorstandsfoto: Bettina Conradi, S. 2, 15, 18 | Earthrise, Apollo 8: NASA, S. 14 | A. Gerst: NASA, S. 14 | MTG-Satellit: OHB-System-AG, S. 22 | MTG antenna on satellite: ESA–G. Porter, S. 22 | Microwave Imager: CGS, S. 23 | Southwest Germany: ESA, S. 24 | Aeolus-lifts-off: ESA – S. Corvaja, S. 26 | Workhorse mission for Copernicus: ESA/ATG medialab, S. 28 | Nitrogen dioxide from Sentinel-5P: KNMI, S. 28 | Greenland Ice Change 2015: ESA/Planetary Visions, S. 29 | Layered mound in Juventae Chasma: ESA/Roscosmos/CaSSIS, S. 29 | Greenland Ice Change 2015: ESA/Planetary Visions, S. 30 | Thin sea ice: S. Hendriks/AW, S. 30 I Fluorescence: U. Rascher, Forschungszentrum Jülich, S. 30 | EAGLET-2: OHB Italia, S. 31 | Khartoum Sudan: Copernicus Sentinel data (2015)/ESA, S. 32 | Mission: ESA/A. Baker, S. 34 | ExoMars RSP-mission: OHB-System-AG, Antwerp Space, ESA/David Ducros S. 34 | Ariane: ESA-CNES, S. 35 | Galileos atop Ariane 5: ESA-Pierre-Carril, S. 38 | Hera in orbit: ESA, S. 39 | ESPRIT Lunar Orbital Platform: NASA, S. 39 | PLATO Satellite: OHB-System-AG, S. 40 | Exoplanet System: ESA, S. 133 | Blick auf Erde – ESA/NASA, S. 134/135
Text und Inhalt: OHB SE, Bremen | PvF Investor Relations, Oberursel Konzept und Design: IR-ONE AG, Hamburg | [email protected] | www.ir-one.de Lektorat und Druck: Zertani Die Druck GmbH, Bremen
Manfred-Fuchs-Platz 2–4 28359 Bremen Tel.: +49(0)421 2020-720 Fax: +49(0)421 2020-613 [email protected]
Marco Fuchs, Vorsitzender des Vorstands
Martina Lilienthal, Investor Relations
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