Annual Report • Apr 17, 2018
Annual Report
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GESCHÄFTSBERICHT 2017
Die OHB SE ist ein europäischer Raumfahrt- und Technologiekonzern und eine der bedeutenden unabhängigen Kräfte der europäischen Luft- und Raumfahrtindustrie. Mit seiner über 35-jährigen Erfahrung in der Entwicklung und der Umsetzung innovativer Raumfahrtsysteme und -projekte und dem Angebot von spezifi schen Luft-, Raumfahrt- und Telematikprodukten hat sich der OHB-Konzern herausragend positioniert und für den internationalen Wettbewerb aufgestellt.
Die Gesellschaft hat sich in den vergangenen Jahren geografi sch innerhalb Europas diversifi ziert und verfügt damit über Standorte in wichtigen ESA-Mitgliedsländern. Diese strategischen Standortentscheidungen fördern die Teilhabe an zahlreichen europäischen Programmen und Missionen. Die inhaltliche Zusammenführung und Konzentration auf die jeweiligen Kernfähigkeiten wird in den beiden Unternehmensbereichen "Space Systems" und "Aerospace + Industrial Products" gelebt.
Im Unternehmensbereich "Space Systems" liegt der Fokus auf der Entwicklung und Umsetzung von Raumfahrtprojekten. Das bedeutet insbesondere die Entwicklung und die Fertigung von erdnahen und geostationären Satelliten für Navigation, Wissenschaft, Kommunikation, Erd- und Wetterbeobachtung und Aufklärung inklusive der wissenschaftlichen Nutzlasten. Aufklärungssatelliten und breitbandige Funkübertragung von Bildaufklärungsdaten sind Kerntechnologien für die Anwendungsbereiche Sicherheit und Aufklärung. Im Bereich Exploration werden Studien und Konzepte für die Erforschung unseres Sonnensystems mit den Schwerpunkten Mond, Asteroiden und Mars erarbeitet. In der astronautischen Raumfahrt liegen die Schwerpunkte bei Projekten für die Ausstattung und den Betrieb der Internationalen Raumstation ISS.
Der Schwerpunkt des Unternehmensbereichs "Aerospace + Industrial Products" liegt in der Fertigung und Entwicklung von Produkten für die Luft- und Raumfahrt sowie für andere Industriebereiche. Hier hat sich OHB als bedeutender Ausrüster für Aerospace-Strukturen in der Luft- und Raumfahrt positioniert und ist u. a. größter deutscher Zulieferer für das Ariane-Programm sowie etablierter Hersteller von Strukturelementen für Satelliten. Darüber hinaus ist OHB als erfahrener Anbieter von mechatronischen Systemen für Antennen und Teleskope an Großprojekten für Radioteleskope beteiligt. Telematiksysteme von OHB unterstützen weltweit die Logistik durch effi ziente Transportsteuerung und Sendungsverfolgung.
| in TEUR | 2017 | 2016 | 2015 | 2014 | 2013 | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | Umsatzerlöse | 825.894 | 699.184 | 719.706 | 728.147 | 680.121 |
| 2. | Gesamtleistung | 859.689 | 728.386 | 730.368 | 772.954 | 700.063 |
| 3. | EBITDA | 58.809 | 55.081 | 52.135 | 53.416 | 52.803 |
| 4. | EBIT | 44.223 | 42.700 | 40.214 | 40.400 | 36.353 |
| 5. | EBT | 42.238 | 38.009 | 36.698 | 33.874 | 29.728 |
| 6. | Anteile der Aktionäre der OHB SE am Jahresergebnis |
23.355 | 22.212 | 20.975 | 25.713 | 19.436 |
| 7. | Ergebnis pro Aktie (Euro) | 1,34 | 1,28 | 1,21 | 1,48 | 1,12 |
| 8. | Bilanzsumme | 719.698 | 682.914 | 638.725 | 640.613 | 585.407 |
| 9. | Eigenkapital | 207.280 | 183.590 | 168.751 | 145.402 | 132.705 |
| 10. | Cashfl ow aus lfd. Geschäftstätigkeit | 34.977 | 72.726 | 3.591 | −35.020 | −34.111 |
| 11. | Investitionen | 44.885 | 50.200 | 24.616 | 25.048 | 23.632 |
| 12. | davon Investitionen in Beteiligungen | 245 | 1.966 | 39 | 40 | 1.046 |
| 13. | Mitarbeiter per 31. Dezember | 2.420 | 2.298 | 2.056 | 2.086 | 2.412 |
| in EUR | 2017 | 2016 | 2015 | 2014 | 2013 | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | Jahresschlusskurs | 44,61 | 18,54 | 20,97 | 19,70 | 17,55 |
| 2. | Jahreshöchstkurs | 47,47 | 20,78 | 23,60 | 25,06 | 18,63 |
| 3. | Jahrestiefstkurs | 18,26 | 17,02 | 16,59 | 17,45 | 14,76 |
| 4. | Marktkapitalisierung zum Jahresschluss (in EUR Mio.) |
779 | 324 | 366 | 344 | 307 |
| 5. | Anzahl der Aktien (Stück) | 17.468.096 | 17.468.096 | 17.468.096 | 17.468.096 | 17.468.096 |
| 6. | Dividende (Euro) | 0,40 * | 0,40 | 0,40 | 0,37 | 0,37 |
* Vorschlag an die Hauptversammlung
2 Vorstandsvorwort
6 Bericht des Aufsichtsrats 12
Das Ariane6Programm
28 Jahresrückblick 2017
40 Die OHBAktie
44 Konzernlagebericht
64 Corporate Governance Bericht
67 Konzernabschluss
74 Konzernanhang und Erläuterungen zum Konzernabschluss 114
Service
VORWORT DES VORSTANDS
das zurückliegende Geschäftsjahr war in vielerlei Hinsicht eine sehr spannende Zeit für die Raumfahrt. Eine zentrale Rolle spielt in unserer Branche der Raumtransport, denn die Bereitstellung eines zuverlässigen Trägersystems ist die Grundlage für die erfolgreiche Platzierung von Satelliten bzw. den Aufbau von Systemen im Orbit. In den Vereinigten Staaten von Amerika ist es privaten Unter nehmen vermehrt gelungen, privatwirtschaftlich finanzierte Raketen erfolgreich zu starten. Diese Starts haben großes Interesse in einer breiten Öffentlichkeit gefunden. In Europa entwickeln private Industrieunternehmen im Auftrag der Europäischen Weltraumorganisation ESA die neue flexible und kostengünstigere Trägerrakete Ariane 6, um auch weiterhin einen europäischeigenständigen und unabhängigen Zugang zum Weltraum sicherzustellen. Eines der an dieser Entwicklung beteiligten Unternehmen ist die zum OHB-Konzern gehörende Gesellschaft MT Aerospace, die im vergangenen Geschäftsjahr einen Vertrag zur Entwicklung von Tank- und Strukturbauteilen mit dem Systemführer Ariane-Group abgeschlossen hat. Die ersten Baugruppen zur Qualifikation der Treibstofftanks wurden bereits in Augsburg gefertigt, im laufenden Jahr beginnt dann die Auslieferung der Tanks für den Erstflug, der für das Jahr 2020 geplant ist. Parallel dazu liefert die Konzerngesellschaft MT Mechatronics die mechanischen Strukturen der dazugehörenden Startanlagen am europäischen Weltraumbahnhof in Kourou (Französisch-Guayana) und wird die
zukünftigen Dienstleistungen dieser Startanlagen vor Ort übernehmen. Die neue entwickelte Rakete wird nach einer Übergangszeit von zwei Jahren die derzeitige Rakete Ariane 5 ersetzen.
Die Raumfahrt hat sich in jüngster Zeit zu einer viel beachteten Disziplin entwickelt, deren Anwendungsmöglichkeiten heute für fast jeden Bürger alltäglich sind. Das breite Produktportfolio der OHB-Gesellschaften bedient die unterschiedlichen Anforderungen und Wünsche der institutionellen und kommerziellen Kunden. Dem teilweise hohen Innovationsgrad der Aktivitäten wird an anderen Stellen eine teilweise Standardisierung in der Satellitenkonzeption entgegengesetzt: Im Bereich Telekommunikation hat die OHB System AG mit Unterstützung der ESA eine eigene modular aufgebaute Satellitenplattform (Small-GEO) entwickelt, auf deren
Basis das Unternehmen in Zusammenarbeit mit anderen Konzerngesellschaften seinen ersten Kommunikationssatelliten konzipiert, entwickelt, integriert und getestet hat. Dies geschah in enger Abstimmung mit der ESA und dem Kunden, dem spanischen Satellitenbetreiber HISPASAT, S.A. Der Satellit H36W-1 wurde im Januar erfolgreich gestartet und nach umfangreichen Tests und Manövern im Juni an den Kunden übergeben. Damit verfügt die Gesellschaft über eine erprobte Satellitenplattform, auf deren Konzept sie weitere Satelliten für Kommunikations- und Erdbeobachtungsanwendungen sowohl auf dem
ARIANE 6 WIRD ENTWICKELT, UM FÜR EUROPA AUCH WEITERHIN EINEN UNABHÄN-GIGEN ZU-GANG ZUM WELTRAUM SICHERZU-STELLEN.
MARCO FUCHS Vorsitzender des Vorstands
institutionellen als auch auf dem kommerziellen Markt anbieten kann. Die Teams der OHB System AG arbeiten derzeit an bereits beauftragten Projekten, die ebenfalls auf der SmallGEO-Plattform basieren. Hierzu gehört unter anderem das im Juni mit dem Deutschen Zentrum für Luftund Raumfahrt vertraglich fixierte Projekt Heinrich Hertz. Neben dem wissenschaftlichtechnischen Missionsanteil im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie wird auf diesem Telekommunikationssatelliten im Wege einer Kooperation mit dem Bundesministerium der Verteidigung eine operationelle Kommunikationsnutzlast der Bundeswehr mitgeführt.
Die beiden Aufträge der Europäischen Kommission in Kooperation mit der Europäischen Weltraumorganisation ESA über insgesamt zwölf weitere Galileo-Full-Operational-Capability-Satelliten für das
europäische Navigationssystem Galileo haben besondere Bedeutung für das Unternehmen. Durch die Entscheidung, diese Aufträge an die OHB System AG zu vergeben, bleibt die Gesellschaft weiterhin alleinige Hauptauftragnehmerin für die damit insgesamt 34 FOC-Satelliten des Systems. Sie konnte so ihre gute Wettbewerbsposition weiter ausbauen. Derzeit befinden sich 18 von OHB gelieferte Satelliten im Weltraum. Sie funktionieren alle hervorragend und leisten seit Dezember 2016 erste Dienste (Initial Services). Im Juli dieses Jahres werden vier weitere Satelliten von Kourou aus gestartet. Das System wird weiter kontinuierlich
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aufgebaut, bis alle bei der OHB System AG beauftragten Satelliten im Einsatz sind.
Ende November 2017 hat die OHB System AG mit der Bundesrepublik Deutschland einen Vertrag für die Realisierung eines Satellitensystems zur weltweiten elektro-optischen Aufklärung unterschrieben. Dieser Auftrag zeugt von dem Vertrauen, das die deutschen Behörden dem Unternehmen nach dem Auftrag für das Aufklärungssystem SAR-Lupe und dessen Nachfolgesystem SARah entgegenbringen. Das radarbasierte System SAR-Lupe ist bereits seit über zehn Jahren ein fehlerfrei funktionierender Bestandteil der Fähigkeiten der Bundeswehr.
Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung dieses Jahr eine Dividende von 40 Cent je Aktie (Vorjahr: 40 Cent je Aktie) zur Ausschüttung vorschlagen.
Fokussiert wird OHB auch im bereits laufenden Geschäftsjahr 2018 die innovativen Ideen aus Forschung und Entwicklung kompetent mit neuen Produktionstechnologien in weltweit führende Raumfahrtanwendungen umsetzen. Basierend auf dem stark gestiegenen Auftragsbestand in Höhe von rund 2,4 Milliarden Euro (Vorjahr: rund 1,6 Milliarden Euro, Stand jeweils zum 31.12.) erwartet der Vorstand für das Gesamtjahr 2018 eine Steigerung der konsolidierten Gesamtleistung auf rund 1,0 Milliarde Euro. Die operativen Ergebnisgrößen EBITDA mit rund 65 Millionen Euro und EBIT mit rund 47 Millionen Euro sollen die bisherigen Vorjahreswerte ebenfalls erneut übertreffen.
Im Vorstand der Gesellschaft ergeben sich zum 1. April 2018 zwei Änderungen: Herr Dr. Lutz Bertling wurde zum 1. April in den Vorstand der OHB SE bestellt, er wird hier die Bereiche Unternehmensentwicklung, Raumfahrt Services und Digitalisierung verantworten. Herr Kurt Melching, bereits Vorstandsmitglied der OHB System AG und Direktor Finanzen&Controlling der OHB SE, wurde ebenfalls zum 1. April in den Vorstand der OHB SE bestellt und wird hier den Bereich Finanzen verantworten. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit den beiden neuen Vorstandsmitgliedern und möchte sie im Namen des gesamten Vorstands willkommen heißen. Die neuen Vorstandsbestellungen sind vor dem Hintergrund des Ausscheidens von Herrn Ulrich Schulz am 31. Juli 2017 und vor dem bevorstehenden Ausscheiden Herrn Dr. Fritz Merkles am 30. Juni 2018 zu sehen.
Mit dem altersbedingten Ausscheiden von Ulrich Schulz aus dem Vorstand hat die OHB SE eine ihrer langjährigen Führungspersönlichkeiten verloren. Besonders seine Erfahrung, seinen Enthusiasmus und seine Loyalität habe ich immer sehr zu schätzen gewusst, für sein 35-jähriges Wirken im OHB-Konzern möchte ich ihm großen Dank aussprechen. Wir sind sehr froh, dass Ulrich Schulz der OHB auch weiterhin als Berater zur Verfügung stehen wird.
Ganz besonderer Dank gilt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Unternehmen der OHB SE für ihre im vergangenen Jahr geleistete Arbeit, ihren engagierten Einsatz sowie ihr unermüdliches Streben nach innovativen Ideen. Der Erfolg des Konzerns steht auf ihren Schultern. Gemeinsam werden wir auch zukünftig unsere europäische Erfolgsgeschichte mit Enthusiasmus und Esprit vorantreiben.
Bremen, den 20. März 2018 MARCO R. FUCHS Vorsitzender des Vorstands
Mitglied des Aufsichtsrats der OHB SE seit 2005, geb. 1940, Dipl.-Ing., M. Sc., Professor em. Space Systems Engineering, Technische Universität Delft, Niederlande, Geschäftsführer SAC Space Associates Beratungs GmbH, München
Vorsitzende des Aufsichtsrats der OHB SE, Mitglied des Aufsichtsrats seit 2002, geb. 1938, Kauffrau, Geschäftsführende Gesellschafterin der VOLPAIA Beteiligungsgesellschaft mbH, Bremen
Mitglied des Aufsichtsrats der OHB SE seit 2012, geb. 1961, Rechtsanwalt, LL.M., Partner der internationalen Anwaltskanzlei Taylor Wessing, Hamburg
im Geschäftsjahr 2017 hat der Aufsichtsrat die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben mit der gebotenen Sorgfalt wahrgenommen und den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens beraten und überwacht. Dem Aufsichtsrat obliegt die Überwachung des Vorstands im Sinne einer kontrollierenden, aber auch gestaltenden Funktion. Diese gestaltende Funktion hat nicht nur kurzfristig, sondern auch mittel- und langfristig mit eine entscheidende Wirkung auf den Geschäftserfolg.
Der Vorstand unterrichtete den Aufsichtsrat regelmäßig und ausführlich über die Entwicklung der Ausschreibungen, des Auftragseingangs, der relevanten Finanzkennzahlen sowie der Beschäftigung der OHB SE, des übrigen Konzerns und der einzelnen Unternehmensbereiche. Der Vorstand beantwortete alle Fragen des Aufsichtsrats vollständig und umfassend. Der Aufsichtsrat hat sich fortlaufend über die Unternehmensplanung, die strategische Weiterentwicklung sowie die wesentlichen Beteiligungsprojekte informieren lassen und stand dem Vorstand bei einzelnen Themen der Unternehmensakquisition und Projektausschreibungen beratend zur Seite.
In fünf ordentlichen Sitzungen befasste sich der Aufsichtsrat mit der Entwicklung der laufenden Geschäfte, der Prüfung der Berichte des Vorstands, den Statusberichten aktueller Projekte und laufender Ausschreibungen, Akquisitionsvorhaben sowie der Unternehmensplanung 2018–2020. Die ordentlichen Sitzungen des Aufsichtsrats im Jahr 2017 fanden am 13. Februar, am 20. März, am 16. Mai, am 6. September und am 13. Dezember jeweils am Sitz der Gesellschaft in Bremen statt. Eine außerordentliche Sitzung
des Aufsichtsrats am 17. August 2017 befasste sich mit dem Brief des aktivistischen US-amerikanischen Finanzinvestors Wyser-Pratte Management Co., Inc. Vorstand und Aufsichtsrat waren in allen sechs Sitzungen des vergangenen Jahres jeweils komplett vertreten; in zwei Sitzungen (13. Februar und 17. August) waren jeweils zwei Aufsichtsratsmitglieder telefonisch zugeschaltet. Die Protokollführung aller Sitzungen übernahm der in allen sechs Sitzungen anwesende Syndikus des Unternehmens.
In der Sitzung am 13. Februar 2017 stand die Vorstellung des vorläufigen Jahresergebnisses 2016 sowie des Status der noch andauernden Abschlussprüfung, erstmalig durchgeführt durch die PricewaterhouseCoopers Wirtschaftsprüfungsgesellschaft GmbH, im Vordergrund. Der Vorstand berichtete in den Sitzungen jeweils über die aktuellen Entwicklungen im operativen Geschäft, über Ausschreibungen und Finanzierungen des Konzerns sowie der einzelnen Beteiligungsgesellschaften einschließlich der seit dem 1. Januar 2017 unter OHB Italia S.p.A. firmierenden CGS.
Der Aufsichtsrat beschloss einstimmig, die zum 31. August 2017 auslaufende Bestellung von Herrn Dr. Fritz Merkle zum Vorstand der OHB SE bis zum 30. Juni 2018 zu verlängern. Dies gab der Gesellschaft Zeit, eine Nachfolgeregelung für den dann in den Ruhestand tretenden Dr. Fritz Merkle zu treffen.
Im Mittelpunkt der Sitzung am 20. März 2017 standen der Bericht des Vorstands über den Geschäftsverlauf des Geschäftsjahres vom 1. Januar 2016 bis zum 31. Dezember 2016, die aktuelle Geschäftslage sowie der erwartete Geschäftsverlauf für das laufende Geschäftsjahr 2017. Hierzu legte der Vorstand den Jahresabschluss, den Konzernabschluss sowie den Lagebericht und den Konzernlagebericht für die OHB SE für das Geschäftsjahr 2016 vor. Die Vorlage des Prüfungsberichts der PricewaterhouseCoopers Wirtschaftsprüfungsgesellschaft GmbH, Bremen, sowie der mündliche Bericht des Abschlussprüfers wurden von den verantwortlichen Wirtschaftsprüfern persönlich vorgenommen. Konzernabschluss und Jahresabschluss der OHB SE wurden jeweils einstimmig gebilligt und somit festgestellt. Ebenfalls beschlossen wurde der Bericht des Aufsichtsrats einschließlich der Erklärung zur Billigung des vom Vorstand aufgestellten Abhängigkeitsberichts. Der Vorschlag des Vorstands zur Gewinnverwendung und Ausschüttung einer zum Vorjahr unveränderten Dividende in Höhe von EUR 0,40 zur Entscheidung auf der Hauptversammlung wurde vom Aufsichtsrat zustimmend zur Kenntnis genommen und einvernehmlich beschlossen.
Die vollständig ausformulierte Einladung einschließlich der Tagesordnung der ordentlichen Hauptversammlung der OHB SE am 16. Mai 2017 und der Beschlussvorschläge wurde ebenfalls einstimmig beschlossen.
Ein weiteres Thema dieser Sitzung war die neue Bußgeldleitlinie der BaFin bei Verletzung von Veröffentlichungspflichten. Im Zuge der Einführung der EU-Marktmissbrauchsverordnung (MAR) hat die BaFin als zuständige Aufsichtsbehörde die Bußgelder für einzelne Verstöße drastisch angehoben. Aufsichtsrat und Vorstand nahmen die neuen Regelungen zur Kenntnis und betonten gemeinsam die besondere Bedeutung der Einhaltung der gesetzlichen Veröffentlichungspflichten.
Vorstand und Aufsichtsrat zogen in der Sitzung am 16. Mai 2017 ein positives Resümee der am Vormittag durchgeführten ordentlichen Hauptversammlung der OHB SE. Weiterhin berichtete der Vorstand über den Geschäftsverlauf im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2017 und die aktuelle Geschäftslage sowie über mögliche projektspezifische Herausforderungen durch den "Brexit". Intensiv wurde die Marktsituation in Europa im Hinblick auf Telekommunikationssatelliten und weitere institutionelle Aufträge diskutiert.
Am 31. Juli 2017 schied Herr Ulrich Schulz altersbedingt aus dem Vorstand der OHB SE aus, die Zuständigkeit für die Bereiche IT/Infrastruktur sowie Koordination Telematikunternehmen wurde auf Herrn Marco Fuchs und die Zuständigkeit für den Bereich Compliance wurde auf Herrn Klaus Hofmann übertragen.
Das einzige Thema der außerordentlichen Sitzung des Aufsichtsrats vom 17. August 2017 war der Brief des aktivistischen US-amerikanischen Finanzinvestors, der Wyser-Pratte Management Co., Inc. an den Vorstandsvorsitzenden, Herrn Marco Fuchs, am Abend zuvor. Darin gab er an, eine bedeutende Anzahl an OHB-Aktien zu besitzen respektive zu vertreten und stellte kritische Fragen zur Corporate Governance, Organisation und Ausrichtung der OHB SE. Dieser Brief wurde am Morgen des 17. August 2017 vom Absender an ausgewählte Medien übersendet, die bereits im Laufe des Vormittags darüber berichteten. OHB veröffentlichte bereits am Morgen eine entsprechende Ad-hoc-Mitteilung, um somit alle Aktionäre über diesen Vorgang zu informieren. Vorstand und Aufsichtsrat waren sich einig, dass die in dem Brief enthaltenen Fragen sachlich und in angemessenem Umfang vom Vorstand zu beantworten und die
VOM 1.–5. OKTOBER WIRD DER 69. INTER-NATIONALE RAUMFAHRT-KONGRESS DIE GROSSE BEDEUTUNG DER RAUM-FAHRT FÜR DEN WIRT-SCHAFTS-STANDORT BREMEN PRÄSEN-TIEREN.
CHRISTA FUCHS Vorsitzende des Aufsichtsrats
Familie Fuchs. Ebenso berichtete er über den zweiten Brief der Wyser-Pratte Management Co., Inc. Das Gremium bekräftigte noch einmal die bisherige Kommunikationsstrategie.
Die letzte Sitzung des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2017 am 13. Dezember 2017 stand maßgeblich im Zeichen des Berichts des Vorstands zum Geschäftsverlauf in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2017 sowie des zu erwartenden Ergebnisses 2017. Darüber hinaus berichtete der Vorstand über einzelne Gründungsaktivitäten und Entwicklungen der Beteiligungen im In- und Ausland. Des Weiteren wurde die aktuelle Unternehmensplanung 2018–2020 ausführlich vorgestellt. Darüber hinaus wurde der Prozess der Strategieentwicklung des Konzerns insgesamt und innerhalb der OHB System AG vorgestellt. Hierbei wurden auch die anstehenden Änderungen der Rechnungslegungsvorschriften im IFRS-Standard, insbesondere IFRS 15 (Umsatzrealisierung) und IFRS 16 (Leasing), beleuchtet.
Antworten ebenfalls zu veröffentlichen seien.
Analysen und Berichte zu diversen Projektplanungen des Konzerns sowie einzelner Beteiligungen sowie Statusberichte zu wesentlichen Entwicklungen in- und ausländischer Engagements prägten die Sitzung des Aufsichtsrats am 6. September 2017. Der Vorstand der OHB SE berichtete zudem über den Geschäftsverlauf im ersten Halbjahr sowie die aktuelle Geschäftslage 2017. Herr Fuchs gab einen aktuellen Überblick über die Mietverhältnisse zwischen den operativen OHB-Gesellschaften und den Grundstücksgesellschaften der Die im Jahr 2017 von der Internen Revision im Konzern durchgeführten Prüfungsmaßnahmen sowie deren Ergebnisse wurden, ebenfalls in dieser Sitzung am 13. Dezember, im Einzelnen erläutert. Insgesamt waren im Rahmen der Prüfungen 2017 keine gravierenden Mängel oder Missstände aufgefallen. Darüber hinaus wurde der Prüfungsplan für das Jahr 2018 vorgestellt und von Vorstand und Aufsichtsrat beschlossen. Der Syndikus stellte den Compliance-Report 2017 vor, der von Vorstand und Aufsichtsrat zustimmend zur Kenntnis genommen wurde. Beschlossen
wurde weiterhin die gemeinsam von Vorstand und Aufsichtsrat verfasste Entsprechenserklärung nach § 161 Aktiengesetz zur Beachtung des Deutschen Corporate Governance Kodex in seiner aktualisierten Fassung vom 7. Februar 2017.
Herr Fuchs informierte darüber hinaus, dass die Wyser-Pratte Management Co. Inc., schriftlich mitgeteilt hat, den Großteil ihrer Aktien verkauft zu haben. Herr Wyser-Pratte bestätigte gegenüber der Presse, dass er sich aus seinem Engagement bei OHB zurückgezogen hat. Weitere Korrespondenz mit ihm war daher nicht zu erwarten und fand bis zum heutigen Zeitpunkt auch nicht mehr statt.
Herr Hofmann stellte das Konzept einer lernenden OHB-Organisation einschließlich der zu bewältigenden Herausforderungen und der sich daraus ergebenden Perspektiven des Konzerns auf dem Wege zu einer modernen, lernenden Organisation vor: Nachwuchsentwicklung und Karrieregestaltung, die stärkere Nutzung interner Ressourcen und Erfahrungen, insbesondere im Bereich Training und Schulung, sowie die Ausgestaltung von Bildungs- und Studiengängen. Im Vordergrund stehen die Möglichkeiten und Systeme zur Bewertung und Steigerung der Mitarbeiterleistungen. Der Aufsichtsrat stimmte den besprochenen Konzepten und Initiativen ausdrücklich zu und bestärkte den Vorstand in der Durchführung derartiger Programme zur Weiterbildung der Mitarbeiter sowie zur Schaffung von Flexibilität und Steigerung der Effektivität.
Die OHB SE und ihre Organe haben sich einer guten und verantwortungsvollen Unternehmensführung verpflichtet. Dieses Selbstverständnis wird sowohl von den Mehrheitsgesellschaftern als auch dem gesamten Management des Konzerns mitgetragen. Hohe gesetzliche und ethische Standards werden von den verantwortungsbewussten Mitarbeitern befolgt; dabei wird besonderer Wert auf Umweltschutz, höchste Qualitätsansprüche sowie Sicherheit, Gesundheit und Gleichberechtigung aller Mitarbeiter gelegt. Hieraus resultierend kann ein im Branchenvergleich hoher Anteil von Frauen in den interessanten Aufgaben der Luft- und Raumfahrttechnik verzeichnet werden. Hiermit einher geht auch eine graduelle Steigerung der Anzahl von Frauen in Führungspositionen.
Im laufenden Jahr wird der 69. Internationale Raumfahrtkongress IAC 2018 vom 1.–5. Oktober in Bremen, der "City of Space", unter Beteiligung der OHB System und der MT Aerospace im "Team Germany" die große Bedeutung der Raumfahrt für den Wirtschaftsstandort Bremen und für Deutschland präsentieren.
Der Vorstand berichtete zugleich auch für den Aufsichtsrat über die Corporate Governance gemäß Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex im Rahmen der Erklärung zur Unternehmensführung nach §289 f. HGB. Auf der Internetseite der OHB SE wurde die Erklärung zur Unternehmensführung öffentlich zugänglich gemacht. Der Aufsichtsrat behandelte regelmäßig die Anwendung und Weiterentwicklung der Corporate Governance-Grundsätze des Unternehmens. Vorstand und Aufsichtsrat gaben am 13. Dezember 2017 eine aktualisierte Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG ab und haben diese den Aktionären auf der Internetseite der Gesellschaft dauerhaft zugänglich gemacht.
Der Jahresabschluss, der Konzernabschluss und die dazugehörigen Lageberichte der OHB SE für das Geschäftsjahr 2017 wurden von der PricewaterhouseCoopers Wirtschaftsprüfungsgesellschaft GmbH, Bremen, geprüft und jeweils mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen.
Die vorgenannten Unterlagen wurden allen Mitgliedern des Aufsichtsrats mit ausreichend zeitlichem Vorlauf übermittelt. In der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats vom 20. März 2018 wurden diese Unterlagen jeweils in Anwesenheit und unter Einbeziehung des Abschlussprüfers erörtert.
Der Aufsichtsrat hatte keine Einwendungen und stimmte dem Ergebnis der Abschlussprüfung zu. Der Aufsichtsrat hat den Konzernabschluss gebilligt und der Jahresabschluss ist damit festgestellt. Dem Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands stimmte der Aufsichtsrat zu. Der vom Vorstand aufgestellte Abhängigkeitsbericht wurde durch die PricewaterhouseCoopers Wirtschaftsprüfungsgesellschaft GmbH, Bremen, geprüft und mit dem folgenden uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen:
"Nach unserer pflichtgemäßen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass
Der Aufsichtsrat erhebt nach eigener Prüfung keine Einwände und billigt den Abhängigkeitsbericht des Vorstands.
In derselben Sitzung wurde beschlossen, der Hauptversammlung der OHB SE vorzuschlagen, den Aufsichtsrat um ein viertes Mitglied zu erweitern. Der Aufsichtsrat wird der kommenden Hauptversammlung vorschlagen, Herrn Ingo Kramer, Unternehmer und Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, in den Aufsichtsrat zu wählen.
Ich habe meine Funktion als Vorsitzende dieses Gremiums in dieser Sitzung mit Wirkung zum 31. März 2018 abgegeben und Herr Robert Wethmar ist ab dem 1. April 2018 zum neuen Vorsitzenden gewählt worden.
Im Vorstand der Gesellschaft ergeben sich zum 1. April 2018 zwei Änderungen: Herr Dr. Lutz Bertling wurde zum 1. April in den Vorstand der OHB SE bestellt, er wird hier die Bereiche Unternehmensentwicklung, Raumfahrt Services und Digitalisierung verantworten. Herr Kurt Melching, bereits Vorstandsmitglied der OHB System AG und Direktor Finanzen&Controlling der OHB SE, wurde ebenfalls zum 1. April in den Vorstand der OHB SE bestellt und wird hier den Bereich Finanzen verantworten. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit den beiden neuen Vorstandsmitgliedern und möchte sie im Namen des gesamten Aufsichtsrats willkommen heißen. Die neuen Vorstandsbestellungen sind vor dem Hintergrund des Ausscheidens von Herrn Ulrich Schulz am 31. Juli 2017 und vor dem zukünftigen Ausscheiden Herrn Dr. Fritz Merkles am 30. Juni 2018 zu sehen.
Der Aufsichtsrat bedankt sich beim Vorstand, allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den Arbeitnehmervertretungen für die geleistete Arbeit. Sie haben damit erneut zu einem sehr erfolgreichen Geschäftsjahr der OHB SE beigetragen.
Besonderen Dank spricht der Aufsichtsrat Herrn Ulrich Schulz für seine 35-jährige Tätigkeit für die Unternehmen des OHB-Konzerns aus. Herr Schulz war ab 1982 der erste Ingenieur und einer der ersten Mitarbeiter überhaupt in der von Familie Fuchs übernommenen Gesellschaft Otto Hydraulik Bremen GmbH. Im Jahr 2000 wurde Herr Schulz zum Vorstandsmitglied der damaligen Teledata AG (Vorgängerunternehmen der OHB SE) bestellt und hatte diese Position in der OHB SE bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand am 1. August 2017 inne. Für all die Jahre im unermüdlichen und erfolgreichen Einsatz für unser Unternehmen möchte ich mich auch persönlich ganz herzlich bei Herrn Ulrich Schulz bedanken. Wir waren über weite Teile unseres Berufslebens enge Weggefährten und vertrauensvolle Partner.
Bremen, den 20. März 2018 CHRISTA FUCHS Vorsitzende des Aufsichtsrats
Im Dezember 2014 hat die Europäische Weltraumorganisation ESA auf einer Ministerratskonferenz das Ariane-6-Programm beschlossen. Der OHB-Konzern ist mit seinem Tochterunternehmen MT Aerospace AG maßgeblich an der Entwicklung und Fertigung der europäischen Trägerrakete beteiligt.
INTERVIEW
AG, haben sich für das Interview zum Thema Bedeutung der Ariane 6 im OHB-Konzern in der Halle von MT Aerospace in der Nähe des Bremer Flughafens verabredet. In der 4.000 Quadratmeter großen Halle in direkter Nachbar-
schaft zum Standort der ArianeGroup in Bremen werden die Oberstufentanks für die neue europäische Trägerrakete Ariane 6 gefertigt und getestet – und anschließend zur Endmontage in die Halle der ArianeGroup transportiert. Der Jurist Marco Fuchs führt OHB seit 2000, Luftfahrtingenieur Hans Steininger wirkt seit 2005 an der Spitze der MT Aerospace.
FRAGE Welche Bedeutung hat das Programm Ariane 6 für die MT Aerospace AG?
HANS STEININGER Für uns, also MT Aerospace in Augsburg, ist die Ariane 6 die Garantie für die Sicherung des Standorts für die nächsten zehn bis 20 oder sogar mehr Jahre. Es ist das Nachfolgeprodukt der Ariane 5, die dann in 2022 nach 26 Jahren ihren Dienst einstellt. Für Ariane 6 plant man heute eine ähnliche Lebensdauer, das heißt, wir sprechen über eine aktive Produktion bis mindestens 2040 und gegebenenfalls darüber hinaus.
MARCO FUCHS Das Ariane-Programm ist ein wesentlicher Bestandteil unseres Produktportfolios. Seit wir MT Aerospace 2005 übernommen haben, haben wir eine gute Entwicklung des gesamten Ariane-5-Geschäfts erlebt. Und jetzt haben wir die Herausforderung, den Wechsel von Ariane 5 zu Ariane 6 zu gestalten. Wir sind mit unseren Anteilen an dem Projekt sehr zufrieden. Jetzt geht es darum, die konkrete Umsetzung anzugehen.
MARCO FUCHS Vorsitzender des Vorstands der OHB SE
Marco Fuchs ist seit 2000 Vorstandsvorsitzender der OHB SE und seit 2012 Aufsichtsratsvorsitzender der MT Aerospace AG. Der 55-Jährige ist Jurist und seit 1995 bei OHB im Management tätig
Hans J. Steininger ist seit 2005 Vorstandsvorsitzender der MT Aerospace AG. Der 56-Jährige ist studierter Luftfahrtingenieur und hat einen MBA der TU München
FRAGE In den Übergang wurde viel investiert. Neue Hallen, neue Maschinen und neue Fertigungstechniken wurden eingeführt. Was waren dabei die größten Herausforderungen?
STEININGER Die größte Herausforderung war und ist, die Entwicklung der neuen Ariane 6 mit einem knappen Budget und in einem engen Zeitplan erfolgreich umzusetzen. Dafür ist es sehr wichtig, ein Team mit den richtigen Kompetenzen für die neue Entwicklung und Produktion aufzubauen. Außerdem mussten wir viel in die Infrastruktur, in Gebäude, Maschinen und natürlich in die Qualifizierung unserer Mitarbeiter investieren. Insgesamt sprechen wir hier über ein primär über die ESA finanziertes Volumen von mehr als 200 Millionen Euro für die Entwicklung und die Produktion der neuen Tanks und Strukturen für die Ariane 6.
STEININGER Mit dem Übergang zur Fertigung der Ariane 6 werden zunächst alle Entwicklungsund Produktionsschritte vernetzt. Es werden digitale Plattformen gebildet, auf denen die Mitarbeiter im sogenannten "Teamcenter" arbeiten – und zwar vom ersten Gedanken bis zur Zeichnung für die Produktion. Der zweite Schritt ist das sogenannte MES, das Manufacturing Execution System, in dem die komplette Fertigung digital abgebildet werden wird. Damit verbunden ist ein völliger Wandel in der Denkweise der Fertigung. Die Ariane 5 ist in den 80er- und 90er-Jahren entwickelt worden, mit den damaligen Instrumenten und damals üblichen Vorgangsweisen. Jetzt findet durch die Integration der verschiedenen Systeme ein regelrechter Quantensprung in der Entwicklung und in der Produktion statt. Es ist tatsächlich ein Technologiesprung in der Größenordnung von 20 Jahren und mehr.
STEININGER Durch den Einsatz dieser hochdigitalisierten Entwicklungs- und Fertigungsprozesse müssen wir deutlich weniger Ressourcen aufwenden. Das erhöht unsere Effizienz und ermöglicht uns ein höheres Arbeitsvolumen mit ungefähr der gleichen Kapazität abzuarbeiten. Denn wir fertigen auch deutlich mehr: Heute bauen wir circa 30 Tankdome pro Jahr für die Ariane 5, künftig werden es circa 90 sein. Unser Anspruch ist es, diese 90 Dome mit der heutigen Anzahl von Mitarbeitern zu fertigen. Vereinfacht gesagt: Wir verdreifachen durch den Sprung in das Industrie 4.0-Zeitalter unsere Produktivität. Es gibt andere Produktgruppen, bei denen es ähnliche Stückzahlsteigerungen gibt und bei denen wir die Fertigung mit derselben Anzahl von Mitarbeitern bewältigen müssen. Dafür sind neben neuen Prozessen besonders auch gutes Training und die Weiterbildung dieser Mitarbeiter wichtig.
STEININGER Sie meinen die große FSW-Anlage. FSW steht für Friction Stir Welding, auf Deutsch Rührreibschweißen. Die Maschine ist einzigartig auf der Welt und wurde Anfang des Jahres 2018 installiert. Bislang dauerte der Schweißvorgang rund zehn Minuten, aber die Vorbereitung dafür mehr als drei Stunden. Mit der neuen Maschine wird die Vorbereitungszeit erheblich verkürzt. Darin liegt der technologische Fortschritt. Dazu kommt, dass mit diesem Verfahren ganz neue Möglichkeiten der Steuerung der Prozessparameter und der Überwachung der Prozesse durch Echtzeitdaten verbunden sind. Der Vorgang muss dokumentiert werden, die Teile müssen per Ultraschall überprüft werden. Das passiert alles auf dieser Maschine. Wenn die Teile die Maschine verlassen, sind sie fertig bearbeitet und geprüft. Bislang wurde das geschweißte Produkt durch die ganze Fabrik gefahren, um gewogen, geröntgt und geprüft zu werden. Ein sehr zeitaufwendiger Prozess. All das ersparen wir uns jetzt.
STEININGER Korrekt. Es wird dabei eine Unmenge an Daten generiert. Das Ziel ist es, auf Knopfdruck die notwendigen Dokumente und Bauak-
ten zu erstellen. Die Daten werden mittels Algorithmen durch die Maschine intelligent zusammengeführt. Die wochenlange Handarbeit wird damit für alle Zeit abgelöst. Zum Produkt entsteht ein Digitaler Zwilling. Alles, was wir heute machen, kann zukünftig im Schnitt 40 bis 50 Prozent schneller und somit günstiger realisiert werden als zuvor, um dem Wettbewerb auf dem Weltmarkt gerecht zu werden.
FRAGE Kurz ein Blick nach Bremen, wo die MT Aerospace in der Nähe des Flughafens einen Produktionsstandort besitzt. Dort werden die Oberstufentanks der Ariane 6 zu-
FUCHS Das hatte mit der Entscheidung zu tun, die Endmontage der Oberstufentanks möglichst in der Nähe des Orts zu machen, wo der Tank dann zur kompletten Oberstufe der Rakete integriert wird. Den Oberstufentank aus Augsburg nach Bremen zu transportieren hätte eine sehr aufwendige Logistik erfordert.
HANS STEININGER MT Aerospace AG
Es war einfacher, die einzelnen Teile nach Bremen zu bringen und die Integration des Tanks in der MT-Halle zu machen. Der fertige Tank muss dann nur noch zu einer Halle der ArianeGroup nach nebenan gebracht werden.
FRAGE MT Aerospace ist seit fast 13 Jahren Teil des OHB-Konzerns. Welche Gründe waren damals entscheidend, die zur Zusammenarbeit geführt haben?
STEININGER Das war eine rein unternehmerische und strategische Entscheidung, in den Launcher-Bereich zu gehen. Wir haben als Unternehmer
beide fest daran geglaubt, dass der unabhängige europäische Zugang zum Weltraum erhalten und weitergeführt wird. Wir haben beide Recht behalten. Wir haben den Umsatz in den vergangenen zwölf Jahren mehr als verdoppelt. Das Ziel ist natürlich, das weiterhin auszubauen. Wir haben es geschafft, die MT als unverzichtbaren Teil der europäischen Trägerindustrie zu etablieren. Deshalb haben wir auch bei der Ariane 6 die Aufträge für relevante Bauteile erhalten.
MARCO FUCHS Vorsitzender des Vorstands der OHB SE
FUCHS Der Zugang zum Weltraum ist eine ökonomische Aktivität, aber natürlich auch eine politisch gewollte Notwendigkeit. Überall auf der Welt gibt es politische Erwägungen, warum ein Land in der Raumfahrt engagiert ist. Das Ariane-Programm ist zunächst auch eine strategische Entscheidung verschiedener Staaten – insbesondere natürlich Frankreichs – gewesen, einen unabhängigen Zugang zum Weltraum für Europa zu erlangen. Arianespace hat es geschafft, daneben ein sehr erfolgreiches kommerzielles Geschäft aufzubauen mit dem Start von Telekommunikationssatelliten. Das war eine hervorragende Leistung. Die Quote von 80 Prozent privatwirtschaftlichen Aufträgen gegenüber staatlichen ist enorm hoch. Es gibt in Europa derzeit deutlich weniger staatliche Missionen als in anderen Raumfahrtnationen.
STEININGER Dort arbeiten für uns rund 65 Mitarbeiter der MT Aerospace Guyane, die seit 20 Jahren die Infrastruktur betreiben und warten. Dort wird sich aber auch einiges verändern. Das hat damit zu tun, dass mit dem Übergang von der Ariane 5 zur Ariane 6 die Anzahl der Dienstleister von derzeit mehr als 30 auf weniger als ein halbes Dutzend sinken wird. Dadurch sollen die Komplexität und so letztlich Kosten gesenkt werden. Unser Ziel als MT Aerospace ist es natürlich, einer dieser Handvoll verbleibender Akteure zu sein – und damit auch unseren Anteil an den Dienstleistungen vor Ort weiter auszubauen. Das wird getrieben durch unsere Kompetenz und durch Wettbewerbsfähigkeit.
STEININGER Die Ariane 6 ist circa 40 Prozent günstiger. Und sie ist wiederzündbar. So ist die Ariane 62 ausgelegt für Starts von Einzelsatelliten mit sechs Tonnen Nutzlast und die Ariane 64 für große geostationäre Missionen mit einer Nutzlast von bis zu zwölf Tonnen, zum Beispiel für zwei Satelliten. Dadurch ergibt sich eine höhere Flexibilität und damit schnellere Bereitstellung von Launchmöglichkeiten. Die Ariane 62 ersetzt zudem auch die vom Startplatz Kourou aus startende russische Rakete Sojus. Diese Punkte sind entscheidend: sie ist günstiger, sie ersetzt die Sojus-Rakete, kann flexibel eingesetzt werden und besitzt die Fähigkeit, wiedergezündet zu werden.
Der Weltraum ist nicht mehr länger nur ein Ort, den Menschen ansteuern, um zu beweisen, dass sie die Schwerkraft überwinden können. Er ist zu einem bedeutenden Wirtschaftsraum
geworden, von dem aus unverzichtbare Dienstleistungen auf der Erde geleistet werden und in dem zukunftsweisende Forschung und Exploration für bessere Lebensbedingungen der Menschheit betrieben wird. Damit Europa an dieser Entwicklung teilhaben kann, ist ein dauerhafter, unabhängiger Zugang zum Weltraum notwendig. Die Ariane 6 ist dazu ein maßgeblicher Schritt. Ihre Entwicklung sorgt für eine stärkere Industrialisierung des europäischen Trägerraketenprogramms und ermöglicht institutionelle Starts zu wettbewerbsfähigen Preisen. Neue Fertigungstechnologien
sorgen dafür, dass sich die Produktionsrate verdoppelt, die Kosten aber nahezu halbieren.
MT Aerospace übernimmt dabei eine tragende Rolle. Die Hälfte des deutschen industriellen Anteils am Ariane-6-Programm wird bei der OHB-Tochtergesellschaft umgesetzt. MT Aerospace hat im Juni 2017 einen Vertrag über die Entwicklung wesentlicher Tank- und Strukturbauteile für die neue europäische Trägerrakete Ariane 6 abgesschlossen. Der Auftrag beinhaltet alle erforderlichen Entwicklungsarbeiten im Bereich Tanks und Strukturen.
Das Gesamtvolumen des Ariane-6-Entwicklungsprogramms im OHB-Konzern beträgt circa 250 Mio. EUR (inklusive Eigeninvestment). In Augsburg und Bremen läuft die Industrialisierungsphase des Ariane-6-Programms durch Investitionen in Gebäude und Anlagen. Dafür wurden innovative Fertigungstechnologien und Prozesse eingeführt, die durch Digitalisierung und Vernetzung der eingesetzten Maschinen zu mehr Effizienz und geringeren Kosten führen. Die Produktionsabläufe sind damit im Zeitalter der Industrie 4.0 angekommen. So wird in Augsburg eine volldigitalisierte Schweißstation eingesetzt, die den Fertigungsprozess deutlich verkürzt.
UNSER EINSATZ BEI INNOVATIVEN FERTIGUNGS-TECHNOLOGI-EN HAT SICH AUSGEZAHLT.
HANS STEININGER MT Aerospace AG
Für die Entwicklung der Komponenten der neuen Ariane 6 hat MT Aerospace Eigeninvestitionen in Höhe von 35 Mio. EUR als Risk--Sharing-Partner geleistet. Ein wesentlicher Teil dieser Summe wurde in neue Gebäude, neue Maschinen und Fertigungsmittel investiert.
Die Fertigung der Tankkomponenten und Strukturbauteile ist dabei auf Industrie 4.0-Anwendungen umgestellt worden. Dazu wurde eine neue Halle gebaut und eine bestehende umgebaut. Neue Schweißanlagen (Reibrührverfahren), Maschine-zu-Maschine-Kommunikation ("Internet der Dinge") sowie Bohr- und Nietroboter sorgen für effizientere und damit günstigere Produktionsabläufe. Konkret verbessern diese neuen Abläufe die Produktivität um das Dreifache. Vor allem die neue Schweißanlage (Bilder rechts) ist ein Kernstück dieses Produktivitätsfortschritts. Sie ist einzigartig auf der Welt und bedeutet einen technologischen Quantensprung – nicht nur in der Verkürzung des Schweißvorgangs, sondern auch in der Steuerung und Dokumentation der Prozesse.
In den neuen Hallen von MT Aerospace in Augsburg werden Bohr- und Nietarbeiten computergesteuert von Robotern durchgeführt (Bilder oben).
MT AEROSPACE SETZT BEI DER FERTIGUNG DER ARIANE-6-TEILE DIGITALISIERTE PROZESSE ZUR VERBESSERUNG VON KOSTEN UND EFFIZIENZ EIN.
Ab dem Jahr 2020 sollen dann jeweils zwei der restlichen zwölf Satelliten aus dem Work Order 3 mit einer Ariane-Rakete ins All gebracht werden. Die 750 kg schweren Satelliten aus der letzten Charge erreichen ihren Zielorbit in 23.222 Kilometern Höhe. Ab dem Jahr 2020 sollen die letzten zehn Ariane-5- Raketen starten, die Beauftragung für die Produktion ist bereits erfolgt: Die MT Aerospace hat einen Auftrag über zehn Flugsätze, für die sie jeweils die metallischen Boostergehäuse, Tanks und weitere Leichtbaustrukturen liefert, erhalten. MT Aerospace wird mit der Auslieferung des letzten Flugsatzes Mitte des Jahres 2020 am Bau von insgesamt 93 Ariane-Trägern mitgewirkt haben.
Mit dem geplanten Start einer weiteren Ariane-5-Rakete im Juli 2018 sollen die nächsten vier FOC-Satelliten des Galileo-Programms gestartet werden. Damit wären die insgesamt 22 Satelliten der ersten beiden Work Orders im All.
Künstlerische Darstellung eines Starts der neuen Ariane 6 vom Weltraumbahnhof Kourou.
98%
Die Ariane 5 weist seit ihrem ersten Start im Jahr 1996 eine Erfolgsquote von 98 Prozent auf; damit ist sie
Die Ariane-Trägerraketen wurden im Lauf ihrer Geschichte immer zuverlässiger. Während die Ariane 1 (1979–1986) noch eine Erfolgsquote von 82 Prozent aufwies, steigerte sich dieser Wert bis zur Ariane 4 (1988–2003) auf 97 Prozent.
Arianespace, ein Tochterunternehmen der ArianeGroup, ist weltweit führender Startdienstleister auf dem kommerziellen Markt mit offenem Wettbewerb.
GESAMTZAHL DER STARTS 2016 VON TRÄGERRAKETEN-SYSTEMEN WELTWEIT (INSGESAMT 86) China Russland 18 Europa 11 Indien 7 Japan Israel 4 1 Nordkorea 1 USA 22 10,8t Transport von über 10,8t Nutzlast. Das sind 130kg Bruttogewicht mehr als beim Rekord zuvor im August 2016.
ERFOLGREICHE STARTS 82
Die Ariane 5 ist mit 82 problemlosen Starts in Serie bis Ende 2017 das erfolgreichste Trägersystem der Welt. Seit ihrem Erstflug 1996 erreichte die Ariane 5 eine Erfolgsrate von 98 Prozent.
Die OHB System AG wurde im Juni 2017 von der ESA und der EC mit dem Bau weiterer acht Navigationssatelliten für das Galileo-Programm beauftragt. Im Oktober 2017 folgte der Auftrag für noch einmal vier Satelliten – damit wächst die Zahl der von OHB gefertigten Satelliten für die Galileo-Konstellation auf insgesamt 34, von denen die ersten 18 Satelliten bereits im All sind. Die beiden neuen Aufträge haben ein Volumen von insgesamt 482 Mio. EUR, das gesamte beauftragte Volumen im Projekt Galileo beträgt für die OHB System AG 1,3 Mrd. EUR.
Am 12. Dezember 2017 um 23:31 Uhr MEZ erreichten vier Galileo-Satelliten ihren Zielorbit in 23.222 Kilometern Höhe, nachdem sie von einer Ariane-5-Trägerrakete vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana ins All transportiert worden waren. Damit befinden sich derzeit insgesamt 22 Galileo-Satelliten im Weltraum, 18 von ihnen stammen von der OHB System AG. Die anderen vier stammen aus einem früheren Erprobungsprogramm (IOV).
Als Hersteller der Satellitenplattform und Hauptauftragnehmer ist OHB für das Satellitenkonzept, die Satellitenplattform, die Integration der Satelliten und deren Tests
zuständig. Außerdem unterstützt das Unternehmen die notwendigen Aktionen während der Startvorbereitungen und Inbetriebnahme der Satelliten im Orbit.
Natürlich will OHB auch künftig zu diesem nutzbringenden Großprojekt beitragen: In Bremen arbeitet man schon intensiv an Konzepten für die nächste Generation der Galileo-Satelliten. In verschiedenen Studien für die ESA und die EC beschäftigen sich die Ingenieurinnen und Ingenieure mit neuen Materialien, neuen Technologien und weiteren Diensten, die die nächste Generation mitbringen soll. Der Erfahrungsschatz aus Konzeption und Produktion der bisherigen Navigationssatelliten fließt hier selbstredend ein. Auf diese Weise kann OHB weiterführende Vorschläge in die Konzeption der nächsten Satellitengeneration einbringen und dem Kunden den einzigartigen Erfahrungsschatz der erfolgreichen ersten Serie zur Verfügung stellen.
SATELLITEN des europäischen Navigationssystems Galileo werden von der OHB System AG im Auftrag der EC und ESA gebaut.
2017 IM ÜBER- BLICK
OHB Sweden AB hat die Integrationsarbeiten am Antriebsqualifikationsmodul (Propulsion Qualification Model, PQM) für das Europäische Service Modul (ESM) des Orion-Raumfahrzeugs der NASA erfolgreich abgeschlossen. Mitte Januar 2017 verließ das PQM das Firmengelände in Richtung White Sands, New Mexico. Auf dem dortigen Testgelände der NASA fand Mitte Februar 2017 die abschließende Integration wichtiger Komponenten wie der des Haupttriebwerks statt. Im Anschluss wurden Acceptance-Tests und schlussendlich die Heißfeuertests durchgeführt.
Das ESM wird von Airbus Defence and Space am Standort Bremen im Auftrag der Europäischen Weltraumorganisation ESA gebaut. Es ist unterhalb des Crew-Moduls angebracht und hält für dieses und die vier Astronauten Unterstützungssysteme wie Antrieb, Lagerregelung, Energieerzeugung und -steuerung, Thermalkontrolle sowie Betriebsstoffe bereit.
MT Mechatronics (MTM), der Spezialist für Antennenund Teleskopanlagen, hat am 17. März 2017 vom National Astronomical Research Institute of Thailand (NARIT) den Auftrag für den Bau eines 40 Meter großen Radioteleskops erhalten. Es handelt sich hierbei um ein Turning-Head-Modell,
das im Frequenzbereich 5–100 GHz arbeitet und 2020 im Norden Thailands in der Nähe des NARIT-Headquarters in Betrieb genommen werden soll. Dieses wissenschaftliche Instrument wird neben dem ebenfalls von MTM gelieferten 40-Meter-Teleskop des Instituto Geográfico Nacional in
Spanien zu den größten und leistungsfähigsten seiner Art zählen. Das NARIT plant, verschiedene Empfänger im Bereich von 5–100 GHz in Betrieb zu nehmen. Mit dem Gewinn des Auftrags konnte sich MTM im internationalen Wettbewerb durchsetzen und erneut seine Stellung als Marktführer im Großantennen- und Teleskopbau bestätigen.
MT Aerospace AG wurde vom US-amerikanischem Raumfahrtkonzern Boeing mit weiteren Entwicklungs- und Fertigungsarbeiten für das Space Launch System (SLS) beauftragt. Mit dem SLS will die US-Raumfahrtbehörde NASA die leistungsfähigste Schwerlastrakete für bemannte und unbemannte Missionen zu Mond, Mars und in die Tiefen des Weltalls schicken. Seit Mitte 2013 entwickelt und fertigt MT Aerospace große Aluminium-Segmente für die Treibstofftanks der SLS-Hauptstufe. Deren Tanks fassen mit einem Durchmesser von 8,4 Metern und einer Länge von circa 65 Metern annähernd 1.000 Tonnen flüssigen Wasser- und Sauerstoff und sind um 30 Prozent größer als der Außentank des früheren Space Shuttle. Anfang April 2016 wurden die Bauteile für den zweiten SLS-Flugsatz von MT Aerospace ausgeliefert. Basierend auf der erfolgreichen Entwicklung wurde das Augsburger Raumfahrtunternehmen auch für die Oberstufen-Domkomponenten ausgewählt.
MT Aerospace hat bei Boeing den Gold-Ranking-Status als zuverlässiger Partner erreicht und ist für alle kommenden SLS-Flüge als Zulieferer gesetzt.
OHB BRINGT H36W-1 IN DEN ORBIT
Der 3,2 Tonnen schwere Satellit H36W-1 des spanischen Telekommunikationsbetreibers HISPASAT wurde planmäßig am 28. Januar 2017 vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou, Französisch-Guayana, mit einer russischen Sojus-Trägerrakete gestartet und in seinem geostationären Transferorbit ausgesetzt. Von dort ging es weiter in den sogenannten geostationären Zielorbit in 36.000 Kilometern Entfernung von der Erde. Zwölf Tage später erreichte H36W-1 seine geostationäre Testposition, nach weiteren neun Tagen Reisezeit erreichte der Satellit dann planmäßig seine endgültige Position über dem 36. westlichen Längengrad, von wo er über 15 Jahre die flexible Breitbandversorgung der Iberischen Halbinsel, der Kanarischen Inseln und von Südamerika übernehmen wird.
Der erfolgreiche Start des ersten Satelliten der SmallGEO-Produktlinie ist für OHB ein Meilenstein in der Unternehmensgeschichte. Erstmals nach über 20 Jahren wurde mit Small-GEO wieder ein Telekommunikationssatellit in Deutschland entwickelt, integriert und getestet. Die Rückkehr Deutschlands zur Systemfähigkeit im kommerziellen Markt für Telekommunikationssatelliten beruht auf der engen Zusammenarbeit zwischen der OHB System AG, dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), dem Bundesministerium für
Im Januar 2017 hat eine Sojus-Rakete den Telekommunikationssatelliten H36W-1 des spanischen Betreibers HISPASAT, S.A. erfolgreich im Orbit ausgesetzt.
Wirtschaft und Energie (BMWi) und der Europäischen Weltraumorganisation ESA. Die Entwicklung von SmallGEO ist explizit in der deutschen Raumfahrtstrategie erwähnt und unterstreicht den Wunsch, im Segment kleinerer Satelliten unabhängig und flexibel auftreten zu können.
Mit SmallGEO hat OHB im ARTES-Programm (Advanced Research in Telecommunications Systems) der ESA eine vielseitige geostationäre Satellitenplattform entwickelt, die auf verschiedene Missionsziele wie Telekommunikation, Erdbeobachtung und Technologieerprobung zugeschnitten werden kann. Die modulare Bauweise der Satellitenplattform SmallGEO erlaubt es, flexibel auf Kundenbedürfnisse eingehen zu können. Beim Satellitenantrieb können Kunden zwischen klassisch, hybrid und elektrisch wählen. Die Startmasse der Satelliten bewegt sich je nach Typ zwischen 2.500 und 3.500kg, wobei die jeweils mögliche Nutzlastmasse zwischen 450 und 900kg variiert.
OHB hat mit SmallGEO innerhalb des ARTES-Programms der ESA eine vielseitige geostationäre Satellitenplattform entwickelt, die auf verschiedene Missionsziele wie Telekommunikation, Erdbeobachtung und Technologieerprobung angewendet werden kann.
OHB hat den Asteroid Day 2017 als Sponsor unterstützt und sich mit Experten am offiziellen Programm am 30. Juni 2017 in Luxemburg beteiligt.
Die deutsche Satellitenkommunikations-Mission "Heinrich Hertz" hat ihre finale Phase erreicht: Am 28. Juni 2017 unterzeichneten Dr. Gerd Gruppe, Vorstand für das Raumfahrtmanagement des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und Marco Fuchs, Vorstandsvorsitzender der OHB System AG, den Vertrag über Herstellung, Test und Start des nationalen Satelliten. Nun beginnen die
Festlegungen des Detail-Designs, Herstellung und Testphase der Hardund Software für das gesamte Satellitenkommunikationssystem – also für das Raum- und Bodensegment – sowie die Startvorbereitungen. Die Mission "Heinrich Hertz" wird mit ihrem Start im Jahr 2021 den Grund-
stein legen für die Sicherung der Zukunft der Satellitenkommunikation in Deutschland. In Zeiten von Digitalisierung und Big Data müssen immer größere Datenvolumen schnell und zuverlässig transportiert werden können. Dies ermöglichen neue Technologien, wie sie auf "Heinrich Hertz" im Weltraum erprobt werden. Deutschland stellt mit dieser Mission seine Schlüsselkompetenzen in den Nutzlastund Plattform-Technologien geostationärer Satelliten international unter Beweis und sichert seine Systemfähigkeit in diesen Bereichen. Wichtige sekundäre Mission des Heinrich-Hertz-Satelliten ist eine Ergänzung der Satellitenkommunikationsfähigkeiten der Bundeswehr, für die eine dedizierte Nutzlast an Bord ist.
Neben den neuen Technologien, die unter den extremen Bedingungen des Weltalls mit enormen Temperaturschwankungen, Schwerelosigkeit und Vakuum getestet werden sollen, trägt der Satellit rund 20 Experimente zur Kommunikations-, Antennen- und Satellitentechnik mit an Bord. Während der Satellit die Erde in einer Höhe von rund 36.000 Kilometern
auf einer geostationären Umlaufbahn umkreist, werden diese an Bord des Satelliten autonom durchgeführt, deren Daten zur Erde gesendet und von den beteiligten Forschungseinrichtungen und Industrieunternehmen ausgewertet.
Das neue Nutzlast-Konzept von "Heinrich Hertz" wird es erstmals ermöglichen, flexibel auf die Anforderungen des Marktes reagieren zu können und damit zukunftsfähig zu sein. Bislang erfolgte die Konfiguration von Satelliten bereits auf der Erde. Nachträgliche Anpassungen an Marktentwicklungen während der Betriebszeit im All waren nicht möglich. Anders bei "Heinrich Hertz": Mithilfe verschiedener, flexibler Technologien, wie kleiner On-Board-Rechner, kann der Satellit während seiner 15-jährigen Mission durch die Bodenstation laufend so umprogrammiert werden, dass er seine vorhandenen Signalressourcen effizient wechselnden Anforderungen anpassen kann. "Heinrich Hertz" ist somit sein Leben lang lernfähig.
Ulrich Schulz, Vorstand der OHB SE, ist zum 31. Juli 2017 altersbedingt aus dem Vorstand der OHB SE ausgeschieden. Als Pionier und Mann der ersten Stunde –
definitiv aber der erste Ingenieur überhaupt bei OHB – begann er 1982 als Mitarbeiter Nr. 6 in der von Christa Fuchs im Dezember 1981 übernommenen Firma Otto Hydraulik Bremen (OHB). Im Jahr 2000 wurde Ulrich Schulz Vorstand der OHB Teledata AG, die im März 2001 an die Börse ging. Er begleitete seit 2002 als Vorstandsmitglied der Holding den Aufstieg der OHB zu einem erfolgreichen Raumfahrtkonzern. Ulrich Schulz wird der OHB SE in Zukunft weiterhin als Berater für ausgewählte Projekte zur Verfügung stehen.
LuxSpace unterzeichnete Anfang September 2017 mit der Europäischen Weltraumorganisation ESA einen Vertrag zur Entwicklung einer komplett neuen, kostengünstigen und vielseitig verwendbaren Mikrosatellitenplattform. Unter dem Namen Triton-X entwickelt die luxemburgische OHB-Tochtergesellschaft eine neue Plattform für Kleinstsatelliten. Triton-X erweitert die bestehende Produktpalette des OHB-Konzerns und schafft damit neue Perspektiven für kom-
merzielle Anwendungen. Die Mikrosatelliten werden sich in der 100-kg-Klasse bewegen und bis zu 30-kg-Nutzlast in den erdnahen Orbit (250–700 Kilometer Höhe) transportieren. Die Mikrosatellitenplattform Triton-X zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass sie vergleichsweise kostengünstig, schnell
verfügbar und vielseitig verwendbar ist. Unter anderem für kommerzielle Anwendungen wie Satellitenkommunikation, Erdbeobachtung und die Erprobung neuer Technologien im Weltraum.
Dr.-Ing. Wolfgang Paetsch wurde mit Wirkung zum 1. Juli 2017 in den Vorstand der OHB System AG berufen. Dr. Paetsch verantwortet im Wesentlichen die Raumfahrtprojekte, die für die Europäische Weltraumorganisation ESA und die Europäische Union durchgeführt werden. Dazu zählen Navigations-, Erdbeobachtungs- und Wettersatelliten, Wissenschaftsund Explorationsmissionen sowie Projekte für
die astronautische Raumfahrt. Er verantwortete in den vergangenen vier Jahren als Direktor Navigation das Projekt Galileo.
CFK-BOOSTER FÜR ARIANE 6 ERFOLGREICH GETESTET
MT Aerospace liefert fast alle Tank- und Strukturbauteile der neuen Trägerrakete Ariane 6. Die Komplettierung der Oberstufentanks hat in der eigens dafür gebauten Halle am Flughafen in Bremen begonnen. Dafür wurden eigens neue Schweiß- und Testanlagen eingerichtet.
Im Juli 2020 soll die neue europäische Trägerrakete Ariane 6 ihren Jungfernflug vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana antreten. Für die Realisierung der mechanischen Startanlagen (ELA 4) im Amazonasgebiet zeichnen die MT Aerospace AG und die MT Mechatronics GmbH im Auftrag der französischen Raumfahrtbehörde CNES verantwortlich. Mit erfolgreichem Abschluss des sogenannten Critical Design Reviews Ende November ist Europa der Fertigstellung der Bodenanlagen für das neue Trägersystem nun einen wichtigen Schritt nähergekommen.
Das Review-Board, bestehend aus Teilnehmern der Europäischen Weltraumorganisation ESA, der ArianeGroup, CNES, Apave und Socotec, hat MT Aerospace und MT Mechatronics ihr detailliertes Design für die Startanlage bestätigt und damit grünes Licht für die planmäßige Umsetzung in Kourou gegeben. Der Auftrag umfasst sowohl den rund 650 Tonnen schweren Starttisch mit den mobilen Paletten-Systemen,
auf denen die Feststoff-Booster zum Startplatz gebracht werden, als auch den circa 66 Meter hohen Versorgungsturm und den Deflektor für die Umlenkung des Abgasstrahls der Rakete.
Die Europäische Weltraumorganisation ESA hat Lux-Space Sàrl im Oktober 2017 beauftragt, neue und innovative Ansätze zur Ortung und Überwachung von Flugzeugen durch das sogenannte ADS-B-Verfahren zu erforschen (Automatic Dependent Surveillance-Broadcast). Im Rahmen der auf neun Monate angelegten Studie "AirTracks" sollen neue Dienstleistungen zur Beobachtung von bemannten und unbemannten Luftfahrzeugen entwickelt werden. Nutzer sind kleinere und mittlere Flughäfen, Fluglotsen und Bodenpersonal, die in die Lage versetzt werden, Flugbewegungen besser zu überwachen. Dadurch könnte der Luftraum effizienter und vor allem sicherer genutzt werden.
Die OHB System AG hat Anfang Dezember 2017 mit der Bundesrepublik Deutschland den Vertrag für die Realisierung eines Satellitensystems zur weltweiten elektro-optischen Aufklärung unterschrieben. Die Realisierung erfolgt in einem Budgetrahmen von bis zu 400 Mio. EUR. Nach den Radaraufklärungssystemen SAR-Lupe und SARah liefert OHB damit ein weiteres satellitengestütztes Aufklärungssystem an Deutschland und ist damit kompetenter Technologiepartner der Bundesrepublik sowohl für radarbasierte als auch für elektro-optische Aufklärung. Die wertvollen Erfahrungen aus den Projekten SAR-Lupe (das SAR-Lupe-System konnte im November 2017 auf zehn Jahre zuverlässige und erfolgreiche Betriebszeit zurückblicken) und SARah sind eine wertvolle Basis, um das elektro-optische Aufklärungssystem erfolgreich zu realisieren.
DIE OHB-AKTIE
Die Bedingungen für ein erfolgreiches Börsenjahr waren auch im Jahr 2017 sehr gut: Die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank, die den Leitzins unverändert nahe bei 0% beließ, sowie die positiven Konjunkturaussichten der wichtigsten europäischen Volkswirtschaften waren eine gute Basis für eine positive Entwicklung der Aktienmärkte. Nach einer Korrekturphase im Sommer hatte die EZB im Oktober verkündet, die monatlichen Anleihekäufe noch bis mindestens Ende September zu verlängern. Der bedeutendste deutsche Aktienindex (DAX) markierte im November bei 13.479 Punkten sein bisheriges Allzeithoch. Im Jahresverlauf erreichte der Index eine Performance von 13% und beendete das Jahr mit einem Schlusswert von 12.917 Punkten. Der Index TecDAX, der die wichtigsten deutschen Technologiewerte unterhalb des DAX abbildet, beendete den Handel im zurückliegenden Geschäftsjahr mit einem Wert von 2.529 Punkten und erreichte damit eine positive Kursentwicklung von fast 40%.
Die positive Entwicklung der Referenzmärkte (DAX und TecDAX) im Berichtsjahr wurde von der OHB-Aktie in überproportionalem Maße nachvollzogen. Die kontinuierlich über das Jahr verteilten großen Auftragseingänge (Heinrich Hertz, Galileo, Ariane 6, EO-System)
Martina Lilienthal Investor Relations Tel.: +49 (0)421 2020-720 Fax: +49 (0)421 2020-613 E-Mail: [email protected]
sorgten in einem unterstützenden Marktumfeld für eine enorme Aufwärtsbewegung – im Jahresverlauf konnte die Aktie eine Kurssteigerung von 141 % verzeichnen. Der Kurs schwankte dabei in einer Bandbreite von EUR 29,21 zwischen dem Jahrestief von EUR 18,26 am 23. Januar 2017 und dem Jahreshoch (gleichzeitig Allzeithoch) von EUR 47,47 am 16. Oktober 2017. Das börsentägliche durchschnittliche Handelsvolumen der OHB-Aktie (Xetra und Frankfurt Parkett) erhöhte sich signifikant von 4.752 Aktien im Vorjahr auf 19.295 Aktien im Berichtsjahr.
Zum Stichtag 31. Dezember 2017 hielt die OHB SE 80.496 eigene Aktien; dies entspricht einem Anteil am Grundkapital von 0,46 %. Die Anzahl eigener Aktien blieb damit gegenüber dem Bilanzstichtag 31. Dezember 2016 konstant.
Im Februar des zurückliegenden Geschäftsjahres fand der jährliche Capital Market Day der OHB SE statt. Die Veranstaltung wurde am Hauptsitz der Gesellschaft in Bremen durchgeführt. Vorstandsmitglieder und Direktoren gaben sowohl einen Überblick über
| ISIN | DE0005936124 |
|---|---|
| Börsenkürzel | OHB |
| Handelssegment | Prime Standard |
| Branche | Luft- und Raumfahrt, Telekommuni kation, Informationstechnologie |
| Indizes | Prime All Share, Tec All Share, CDAX |
| Designated Sponsor | DZ Bank AG, HSBC Trinkaus&Burkhardt KGaA |
| Grundkapital | EUR 17.468.096 |
| in EUR | 2017 | 2016 | 2015 | 2014 |
|---|---|---|---|---|
| Jahresschlusskurs | 44,61 | 18,54 | 20,97 | 19,70 |
| Jahreshöchstkurs | 47,47 | 20,78 | 23,60 | 25,06 |
| Jahrestiefstkurs | 18,26 | 17,02 | 16,59 | 17,45 |
| Marktkapitalisierung (Ultimo) in Mio. | 779 | 324 | 366 | 344 |
| Durchschnittlicher Tagesumsatz (Xetra + Parkett) in Stück |
19.295 | 4.752 | 9.600 | 13.771 |
| Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) (Ultimo) | 33,29 | 14,59 | 17,33 | 13,31 |
| Ergebnis pro Aktie (EPS) | 1,34 | 1,28 | 1,21 | 1,48 |
| Dividende pro Aktie | 0,40* | 0,40 | 0,40 | 0,37 |
| Dividendenrendite (Ultimo) | 0,90% | 2,16% | 1,91% | 1,88% |
* Vorschlag an die Hauptversammlung
| Datum | Institut | Kursziel in EUR | Empfehlung |
|---|---|---|---|
| März 2018 | HSBC Trinkaus&Burkhardt | 34,00 | reduzieren |
| Februar 2018 | Bankhaus Lampe | 50,00 | kaufen |
| Februar 2018 | Commerzbank AG | 31,00 | reduzieren |
| Februar 2018 | DZ Bank AG | 48,00 | kaufen |
| November 2017 | Equinet Bank AG | 40,00 | neutral |
aktuelle Projekte der Tochtergesellschaften der OHB SE als auch einen Ausblick auf die wichtigsten Finanzkennziffern des Konzerns für das Geschäftsjahr 2017. Das endgültige Ergebnis des Vorjahrs wurde am Morgen des 21. März während einer Bilanzpressekonferenz in Bremen den anwesenden Pressevertretern und während einer Konferenz am Nachmittag in Frankfurt am Main den Analysten vorgestellt. Anschließend fanden im Rahmen einer Roadshow in Frankfurt Gespräche mit möglichen Investoren statt. Die jeweiligen Quartalsergebnisse des zurückliegenden Geschäftsjahres wurden nach deren Veröffentlichungen in telefonischen Analystenkonferenzen jeweils am selben Tag vorgestellt und diskutiert. Im Jahresverlauf nahm die OHB SE an Kapitalmarktkonferenzen in Lyon (F), Düsseldorf, Baden-Baden und Frankfurt am Main aktiv teil. Darüber hinaus erhielten weitere Investoren auf Roadshows in Frankfurt und Düsseldorf Einblick in die laufenden Projekte und Entwicklungen der Gesellschaft.
Die am 16. Mai 2017 durchgeführte ordentliche Hauptversammlung fand wie in den Vorjahren am Sitz der Gesellschaft in Bremen statt. Das Gremium beschloss an diesem Tag die Auszahlung einer Dividende für das Geschäftsjahr 2016 in Höhe von EUR 0,40 je dividendenberechtigter Stückaktie (im Vorjahr betrug die Dividende ebenfalls EUR 0,40). Die Ausschüttungssumme auf die 17.387.600 dividendenberechtigten Aktien betrug damit EUR 6,96 Mio. Der verbleibende Betrag des HGB-Bilanzgewinns in Höhe von EUR 7,55 Mio. wurde auf neue Rechnung vorgetragen. Die weiteren Tagesordnungspunkte wurden ebenfalls mit großen Mehrheiten angenommen, dies waren im Einzelnen die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat sowie die Bestellung des Abschluss- und Konzernabschussprüfers, hier wurde die PricewaterhouseCoopers Wirtschaftsprüfungsgesellschaft GmbH, Bremen, zum Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2017 gewählt.
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1 Hans Steininger (MT Aerospace AG) im Gespräch mit Raimund Wulf (Unicredit Bank AG) 2 Blick zur Bühne 3 Veranstaltungsort: die Halle der MT Aerospace in Bremen, in der die Oberstufentanks für die europäische Trägerrakete Ariane 6 geschweißt werden 4 Marco Fuchs und Dr. Fritz Merkle (OHB SE) während der Diskussion 5 Die neue Trägerrakete Ariane 6 im Kleinformat
FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR VOM 1. JANUAR 2017 BIS ZUM 31. DEZEMBER 2017
45 Grundlagen des Konzerns
46 Wirtschaftsbericht
57 Prognose-, Risiko- und Chancenbericht
61 Internes Kontroll- und Risikomanagement
62 Vergütungsbericht
62 Angaben nach § 315a Abs. 1 HGB
64 Erklärung zur Unternehmensführung
64 Corporate Governance Bericht
Der Raumfahrtkonzern OHB SE vereint Aktivitäten aus verschiedenen Hochtechnologiebereichen. Die einzelnen Tochtergesellschaften sind geografisch innerhalb Europas diversifiziert, sodass die Gesellschaft über Standorte in vielen wichtigen Mitgliedsländern der Europäischen Weltraumorganisation ESA verfügt. Dies ist eine wichtige Voraussetzung für die erfolgreiche Umsetzung von bestimmten Raumfahrtprojekten. Die einzelnen Tochtergesellschaften bewahren trotz der notwendigen Vorgaben der Konzernholding ihre Individualität und Unternehmenskultur auch im Konzernverbund. Die OHB SE besitzt selbst kein operatives Geschäft, unterstützt die Tochtergesellschaften aber bei Vertriebsaktivitäten und nimmt somit die Funktion einer aktiven Holdinggesellschaft wahr.
Unter dem Dach der OHB SE bestehen die beiden Unternehmensbereiche:
Der Fokus dieses Unternehmensbereichs liegt auf der Entwicklung und Umsetzung von Raumfahrtprojekten. Das bedeutet insbesondere die Entwicklung und die Fertigung von erdnahen und geostationären Satelliten für Navigation, Wissenschaft, Kommunikation, Erd- und Wetterbeobachtung und Aufklärung inklusive der wissenschaftlichen Nutzlasten. Aufklärungssatelliten und breitbandige Funkübertragung von Bildaufklärungsdaten sind Kerntechnologien für die Anwendungsbereiche Sicherheit und Aufklärung. Im Bereich Exploration werden Studien und Konzepte für die Erforschung unseres Sonnensystems mit den Schwerpunkten Mond, Asteroiden und Mars erarbeitet. In der astronautischen Raumfahrt liegen die Schwerpunkte bei Projekten für die Ausstattung und den Betrieb der Internationalen Raumstation ISS.
Der Schwerpunkt dieses Unternehmensbereichs liegt in der Fertigung und Entwicklung von Produkten für die Luftund Raumfahrt sowie für andere Industriebereiche. Hier hat sich OHB als bedeutender Ausrüster für Aerospace-Strukturen in der Luft- und Raumfahrt positioniert und ist u.a. größter deutscher Zulieferer für das Ariane-Programm sowie etablierter Hersteller von Strukturelementen für Satelliten. Darüber hinaus ist OHB als erfahrener Anbieter von mechatronischen Systemen für Antennen und Teleskope an Großprojekten für Radioteleskope beteiligt. Telematiksysteme von OHB unterstützen weltweit die Logistik durch effiziente Transportsteuerung und Sendungsverfolgung.
Der Konzern verfolgt mittelfristig das Ziel einer Steigerung des Auftragseingangs und der Gesamtleistung. Damit verbunden werden eine Bewahrung und Erweiterung des Know-hows der Mitarbeiter und eine Sicherung der Arbeitsplätze angestrebt. Die Profitabilitätsmarge (EBIT-Marge bzw. EBITDA-Marge auf die Gesamtleistung) wird gezielt in einigen Teilbereichen weiter erhöht, in anderen Bereichen wird sie mindestens auf dem bereits erreichten guten Niveau gehalten. Die Erreichung dieser Ziele wird durch verstärkte Business Development-Aktivitäten sowie durch weitere Technologieentwicklungen gestützt. Generell wird ein positiver operativer Cashflow angestrebt, es wird für die Umsetzung der Ziele für den mittelfristigen Zeitraum kein außergewöhnlicher Anstieg des Kapitalbedarfs erwartet.
Die Ausrichtung des Konzerns wird weiterhin auf die Raumfahrtbranche fokussiert sein, das oben beschriebene Wachstum soll in diesem Sektor organisch realisiert werden. Nach wie vor stellt das Geschäft mit institutionellen Auftraggebern die Basis der Aktivitäten der OHB SE dar, der Konzern ist hierbei klar auf den europäischen Markt konzentriert. Darüber hinaus wird die Gesellschaft mithilfe der im Bereich Space Systems entwickelten Produktlinie SmallGEO zukünftig in der Lage sein, Satellitenprodukte auch kommerziellen Kunden anzubieten, dies ist nicht auf den europäischen Markt beschränkt.
Das übergeordnete Ziel der OHB SE ist die kontinuierliche Steigerung des Unternehmenswerts über eine nachhaltige Verbesserung der Ertragskraft. Die finanzwirtschaftliche Steuerung im Konzern erfolgt über die Kennzahlen Gesamtleistung, EBIT (Earnings Before Interest and Taxes, d.h. Gewinn vor Zinsen und Steuern) und EBITDA (Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortisation, d.h. das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen). Diese werden durch ein jährliches Budget festgelegt und unterjährig über Vorschaurechnungen und Ist-Zahlen berichtet sowie durch Abweichungsanalysen bis hinunter auf einzelne Projekte verfolgt. Zur Optimierung der Liquidität werden auf Projektebene die Zahlungsströme durch einzelfallbezogene Maßnahmen mit Kunden und Lieferanten gesteuert. Daneben stellen Produktivitätskennzahlen, insbesondere zur Arbeitsproduktivität, relevante unternehmensspezifische Faktoren dar. Weitere wichtige nicht finanzielle Kennzahlen sind die Mitarbeiterzahlen der einzelnen Gesellschaften sowie die Fluktuationsrate, hier wird eine Zielgröße von unter 5% angestrebt. Zum systematischen Monitoring der Mitarbeiterzufriedenheit und zur Identifizierung von Ansätzen zu deren Verbesserung setzt die OHB auf das Instrument des Organisational Health Index. Dieser stellt ein auf die spezifischen Bedürfnisse der OHB-Belegschaft ausgerichtetes Format der Mitarbeiterbefragung dar. Er wird in regelmäßigen Abständen eingesetzt, um bei der Priorisierung von Initiativen im Bereich der materiellen wie auch immateriellen Anreizgestaltung den größtmöglichen Hebel zu erzielen.
OHB wendete im Berichtszeitraum für Forschung und Entwicklung (F+E) EUR 32,3 Mio. auf (Vorjahr: EUR 44,6 Mio.). Auf den Unternehmensbereich Space Systems entfiel ein Betrag in Höhe von EUR 28,5 Mio. (Vorjahr: EUR 42,0 Mio.), auf den Unternehmensbereich Aerospace + Industrial Products entfiel ein Betrag in Höhe von EUR 3,8 Mio. (Vorjahr: EUR 2,6 Mio.). Die Finanzierung der F+E-Aktivitäten erfolgt zu einem Teil aus Zuwendungen in Höhe von EUR 3,9 Mio. (Vorjahr: EUR 3,7 Mio.) von Institutionen wie der Europäischen Union und nationalen staatlichen Stellen. Der Förderanteil liegt jeweils in Abhängigkeit von der Marktnähe des Entwicklungsprojekts zwischen 25% und 75%.
Im Unternehmensbereich "Space Systems" lag das Augenmerk weiterhin auf der technologischen Weiterentwicklung. Neben neuen und weiterentwickelten Technologien standen besonders neuartige Missionskonzepte, auf der Basis einer neu konzipierten universellen Plattform für niedrigfliegende Satelliten, ökonomische Startkonzepte für diese Satelliten, aber auch Projekte aus der astronautischen Raumfahrt und Exploration im Fokus der Entwicklungen. Ein weiteres wichtiges Thema sind nach wie vor Technologien im Zusammenhang mit der Weiterentwicklung und Zukunftssicherung der Plattform SmallGEO, gerade auch im Hinblick auf Kunden aus dem Bereich der kommerziellen Anwendungen. Die erheblichen Investitionen der vergangenen Jahre für diese Plattformentwicklung führten bereits zu bedeutenden Auftragseingängen. In einer Arbeitsgruppe Quantenkryptographie und Quantencomputing der OHB System AG werden diese Technologien auf ihre Relevanz und Anwendung in der Raumfahrt hin untersucht. Ein besonderer Fokus liegt weiterhin auf internen Studien und Konzeptarbeiten zum Thema "New Space" für Konstellationen mit einer großen Zahl an Satelliten auf niedrigen und mittleren Umlaufbahnen. Um speziell bei dieser Thematik, die wesentlich auf unkonventionellen technischen Ansätzen und Prozessen basiert, den notwendigen Abstand zum Tages- und Agenturprojektgeschäft zu geben, liegt die Koordination und Führung dieser Themen weiterhin auf OHB SE-Ebene. Die Aktivitäten konzentrieren sich hier besonders auf die Unternehmen LuxSpace Sàrl, OHB Sweden AB und OHB Italia S.p.A. In diesem Zusammenhang steht auch der erfolgreiche Start des Max-Vallier-Satelliten im Juni 2017. Dieses Programm wurde in enger Zusammenarbeit mit der Oberschule "Max Vallier" (TFO) in Bozen /Südtirol durchgeführt.
Im Unternehmensbereich "Aerospace + Industrial Products" lag der Fokus der Aktivitäten auf der Unterstützung neuer Technologien für Trägerraketen, sowohl für Produktentwicklungen als auch für Maßnahmen zur effizienteren Fertigung. Folgende Projekte sind an dieser Stelle besonders hervorzuheben: Im DLR-Förderprojekt MeHR wurde über die letzten zwei Jahre an der Weiterentwicklung von Fertigungsverfahren für Raketentanks aus Aluminium gearbeitet. Dieses Projekt, welches die Entwicklungsarbeiten der Trägerrakete Ariane 6 unterstützt, konnte im Herbst 2017 erfolgreich abgeschlossen werden. Im Future Launcher Preparatory Program (FLPP) der ESA wird der Bau von großen Bauteilen für Tanks durch Fließdrücken entwickelt. Dieses vielversprechende Fertigungsverfahren bietet ein hohes Potenzial hinsichtlich Kostenreduktion.
Das ARTES-Programm der ESA beinhaltet die Entwicklung von neuen großen Xenon-Hochdrucktanks für eine neue Generation von Satelliten (Neosat und Electra). Diese Tanks werden eine neue Produktgruppe für Kommunikationssatelliten mit elektrischen Antrieben bilden.
Im Bereich Luftfahrt wird an der Entwicklung von größeren Frischwassertanks für den Airbus A350 gearbeitet.
Im vergangenen Jahr ist die deutsche Wirtschaftsleistung, das Bruttoinlandsprodukt (BIP), um 2,2% gestiegen, die Kennzahl liegt damit über den Vorjahreswerten (1,9% im Jahr 2016, 1,7 % im Jahr 2015). Der Wert des BIP für Deutschland liegt in der längerfristigen Betrachtung fast einen Prozentpunkt über dem Durchschnittswert der letzten zehn Jahre (1,3%). Auf der Entstehungsseite des Bruttoinlandsprodukts konnten nahezu alle Wirtschaftsbereiche positiv zur wirtschaftlichen Entwicklung im Jahr beitragen. Insgesamt stieg die preisbereinigte Bruttowertschöpfung im Jahr 2017 gegenüber dem Vorjahr um 2,2%. Überdurchschnittlich entwickelten sich dabei die Dienstleistungsbereiche Information und Kommunikation mit +3,9 %. Die Zahl der Arbeitnehmer mit Wohnort im Inland ist im Vergleich zum Vorjahr um 1,5% gestiegen und steigt damit im zehnten Jahr in Folge auf einen neuen Höchststand von 44,3 Mio. Personen. Das entspricht der höchsten Zunahme seit dem Jahr 2007. Eine höhere Erwerbsbeteiligung sowie die Zuwanderung von Arbeitskräften aus dem Ausland glichen altersbedingte demografische Effekte aus. Neben dieser positiven Entwicklung des Arbeitsmarktes stieg die Inflationsrate gegenüber dem vergangenen Jahr an; sie betrug 2017 im Jahresdurchschnitt in Deutschland 1,8%, im Vorjahr waren es 0,5%.
Die Raumfahrtindustrie nimmt – gemessen an ihrem direkten jährlichen Umsatz – sowohl im Vergleich zu anderen
Industriebereichen in Europa, aber auch weltweit – weitgehend eine Nischenposition ein. Gleichzeitig ist die Raumfahrt aber indirekt von unverzichtbarer volkswirtschaftlicher Bedeutung. Weltraumgestützte Navigations-, Erdbeobachtungs- und Kommunikationssatelliten sind nicht mehr wegdenkbare Elemente unserer Infrastruktur, vergleichbar mit z. B. Hochspannungstrassen, Straßen und Wasserwegen oder dem Lufttransport. Navigationssatelliten ermöglichen es beispielsweise, die IT-Systeme weltweit zu synchronisieren, sodass innerhalb von global agierenden schnellen Finanzsystemen Transaktionen zuverlässig aus-
geführt und belegt werden können. Mit Wettersatelliten gewonnene Daten erlauben ein sichereres Fliegen bei gleichzeitig kürzeren Taktzeiten, eine effizientere Landwirtschaft, die Vermeidung von Ernteverlusten sowie eine bessere Planbarkeit in den Bereichen Logistik und Tourismus. Raumfahrt liefert einen wichtigen Beitrag zu einem verbesserten Umweltschutz, lässt unter anderem Ursachen und Ströme der Migration beobachten und liefert nicht nur damit einen entscheidenden Beitrag zu ziviler und militärischer Sicherheit. Raumfahrt ist eine kleine Industrie, aber mit essenzieller Bedeutung für ein modernes leistungsfähiges und nachhaltiges Wirtschaftssystem. Raumfahrtaktivitäten sind je nach Region unterschiedlich stark ausgeprägt, vor allem in Europa und Nordamerika und zunehmend auch in China und Indien ist diese Branche eine gesellschaftlich wie politisch anerkannte Schlüsselindustrie. Aufgrund der Langfristigkeit von Raumfahrtprogrammen und -projekten hat die gesamtwirtschaftliche und politische Entwicklung in den einzelnen Wirtschaftsregionen nur begrenzte unmittelbare Auswirkungen auf die laufenden Programme und Projekte. Des Weiteren sind je nach Region kommerzielle, zivile und militärische Raumfahrtprogramme oft sehr unterschiedlich miteinander verknüpft
RAUMFAHRT HAT EINE ESSENZIELLE BEDEUTUNG FÜR EIN MODERNES LEISTUNGS-FÄHIGES WIRTSCHAFTS-SYSTEM.
oder voneinander abhängig. In Europa stellen die Programme der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) und der Europäischen Kommission sowie die nationalen Raumfahrtaktivitäten durch ihre mehrjährigen Planungshorizonte eine stabile Entwicklung sicher. Die Ministerratskonferenz der ESA im Dezember 2016 wie auch die Vorbereitungen der Europäischen Kommission zum nächsten mehrjährigen Finanzrahmen, der im Jahr 2020 beginnt, bestätigen dies.
In den Vereinigten Staaten von Amerika (USA) betrug das Budget der US-Raumfahrtbehörde NASA im Jahr 2017 mehr als USD 19,0 Mrd. Wie sich dies unter der neuen
Administration entwickeln wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt immer noch nicht absehbar. Daneben besteht aber noch ein weiterer Etat für Raumfahrtprojekte der USA über mehr als USD 22 Mrd. des amerikanischen Verteidigungsministeriums. Insgesamt betrug das Raumfahrtbudget der US-Regierung im Jahr 2016 mehr als USD 44 Mrd., für das Geschäftsjahr 2017 wurde ein Budget in ähnlicher Höhe erwartet. Die Raumfahrtaktivitäten der Russischen Föderation haben nach mehr als zwei Jahrzehnten der Unklarheit über die weitere
Entwicklung wieder eine klare Perspektive erhalten. Wie sich jedoch die aktuelle wirtschaftliche Lage in Russland, beeinflusst sowohl durch die westlichen Sanktionen als auch durch den Ölpreis, auf die Raumfahrtprogramme auswirken wird, ist weiter nicht abschätzbar. Insbesondere die USA haben ihre Kooperationen mit der Russischen Föderation stark reduziert, befinden sich aber bei der Versorgung der Internationalen Raumstation ISS weiterhin in Abhängigkeit von Russland, speziell was den Transport von Astronauten betrifft. Zukünftig erwarten die USA durch nationale kommerzielle Betreiber wieder eine Unabhängigkeit, wie sie vor der Einstellung des Shuttleprogramms existierte. Unverändert ambitioniert treiben Japan, China, Indien, Südkorea, die Türkei und Brasilien ihre Programme zum Aufbau nationaler Raumfahrtkompetenzen und -infrastrukturen voran. Der Aufbau einer eigenen Raumstation und die langfristig erfolgreiche Landung auf dem Mond mit einem Rover und später mit Taikonauten (chinesische Astronauten) sind Kernelemente im chinesischen Raumfahrtprogramm.
Aus programmatischer und wirtschaftlicher Sicht war für die europäische Raumfahrt die letzte ESA-Ministerratskonferenz, die im Dezember 2016 in Luzern stattfand, von essenzieller Bedeutung. Die Umsetzung der hier getroffenen Entscheidungen hat im Jahr 2017 begonnen, dies bezieht sich insbesondere auf die Bestätigung der Entwicklung der neuen europäischen Trägerrakete Ariane 6 und die Weiterführung der Internationalen Raumstation ISS bis zum Jahr 2024.Es wurden Programme mit einem Volumen von EUR 10,3 Mrd. bei einem deutschen Anteil von circa EUR 1,9 Mrd. gezeichnet. Zusätzlich dazu lag das Budget des nationalen deutschen Raumfahrtprogramms im Jahr 2017 bei EUR 276 Mio. Die Vorbereitung und Themenfindung für die im Dezember 2019 geplante Ministerratskonferenz hat bereits begonnen.
Auf dem Markt für Raketenstarts ist weiterhin eine solide Nachfrage für die europäische Trägerrakete Ariane 5 zu verzeichnen. Der nachhaltige technische Erfolg des Ariane-5-Programms ist durch die weltweit einmalige Zuverlässigkeit dieses Trägers begründet. Mit dem letzten Start des Jahres 2017 im Dezember hat diese Rakete 82 erfolgreiche Starts in Folge absolviert. Für das Jahr 2018 sind sechs Starts geplant. Momentan ist vorgesehen, dass sie bis ins Jahr 2022 gestartet wird. Der Erstflug der neu zu entwickelnden Trägerrakete Ariane 6 ist für das Jahr 2020 geplant.
Der Geschäftsverlauf des Konzerns im abgeschlossenen Geschäftsjahr und das daraus resultierende Wachstum der Finanzkennzahlen entsprachen den positiven Erwartungen des Vorstands. Im Februar 2017 veröffentlichte die Gesellschaft einen Jahresausblick für die Kennzahlen Gesamtleistung, EBITDA und EBIT. Die Prognosen für die Kennzahlen EBITDA und EBIT (EUR 60 Mio. und EUR 44 Mio.) konnten mit EUR 59 Mio. und EUR 44 Mio. fast bzw. exakt erreicht werden. Die Gesamtleistung SIEHE GRAFIK 04 betrug in der Berichtsperiode EUR 860 Mio. und lag damit um 8% oberhalb der Erwartungen (EUR 800 Mio.). Zeitliche Verschiebungen der Gesamtleistung in Vor- und Folgeperioden sind aufgrund unseres Geschäftsmodells nicht ungewöhnlich. Der nochmals gestiegene relative Anteil von Unterauftragnehmerleistungen an der Gesamtleistung führte zu einer Belastung der EBITDA- und EBIT-Marge im Vergleich zum Vorjahr. Die EBITDA-Marge betrug im Berichtsjahr 6,8% (Vorjahr: 7,6%) und die EBIT-Marge betrug im Berichtsjahr 5,1% (Vorjahr: 5,9%). Der Konzernjahresüberschuss nach Fremdanteilen und das Ergebnis pro Aktie SIEHE GRAFIK 05 veränderten sich im Vergleich zum Vorjahr von EUR 22,2 Mio. auf EUR 23,4 Mio. bzw. von EUR 1,28 auf EUR 1,34. Das Niveau des Auftragsbestands erhöhte sich im zurückliegenden Geschäftsjahr signifikant
von EUR 1.560 Mio. aufgrund von großen Auftragseingängen vor allem im Bereich Space Systems auf EUR 2.439 Mio., entsprechend ist die Auslastung sehr gut und die Planungssicherheit hoch.
Die positive wirtschaftliche Entwicklung des OHB-Konzerns hat sich im Geschäftsjahr 2017 weiter fortgesetzt. Die Gesamtleistung stieg gegenüber dem Vorjahr
(EUR 728 Mio.) um 18 % auf EUR 860 Mio. an. Der Umsatz erhöhte sich ebenfalls um 18 % auf EUR 826 Mio., nach EUR 699 Mio. im Vorjahr. Die Wandlung der Raumfahrt in den vergangenen Jahrzehnten von einem ursprünglich ausschließlich wissenschaftlich oder politisch-ideologisch getriebenen Bereich hin zu einem nutzenorientierten und wirtschaftlich bedeutenden Markt war Grundlage für das kontinuierliche und nachhaltige Wachstum des Konzerns in den vergangenen eineinhalb Dekaden. Die Geschäftsfelder, in denen die Gesell-
schaft über ihre Tochterunternehmen engagiert ist, bieten eine hervorragende Ausgangsposition: Der über die vergangenen Jahre gewachsene Raumfahrtmarkt wird sich weiterhin positiv entwickeln, denn neue Anwendungsmöglichkeiten schon bestehender oder neuer Technologien schaffen neue Bedürfnisse. Die bereits vorhandenen Anwendungsmöglichkeiten basieren auf bereits vorhandenen Satellitensystemen, deren Lebensdauer zeitlich begrenzt ist und die durch neue Systeme mit potenziell verbesserter Technologie oder Effizienz ersetzt werden.
Im Unternehmensbereich "Space Systems" zeichnet sich die Geschäftstätigkeit im Wesentlichen durch langfristig angelegte Projekte zumeist öffentlicher Auftraggeber aus. Durch den hohen Auftragsbestand von EUR 2.198 Mio. (31. Dezember 2017) und das breite Projektakquisitionspotenzial ergibt sich eine hohe Planungssicherheit für den zielgerichteten Einsatz der Unternehmensressourcen.
Das von der OHB System AG entwickelte und gebaute und zwischen den Jahren 2006 bis 2008 in Betrieb genommene SAR-Lupe-System mit seinen fünf Radarsatelliten, den dazugehörenden Bodenanlagen und dem deutsch-französischen Aufklärungssatellitenverbund aus den beiden Systemen SAR-Lupe (Radarbilder) und Helios 2 (Optische Bilder) arbeitet weiterhin sehr stabil.
2.198 Der AUFTRAGSBESTAND im Bereich "Space Systems" beträgt Mio. EUR.
Am 30. November 2017 war der für zehn Jahre geschlossene Vertrag zum Betrieb des Systems durch die OHB System AG erfüllt. Bei dieser Gelegenheit bestätigten der Auftraggeber (Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw)) und die Streitkräfte ihre höchste Zufriedenheit mit dem System und der Zusammenarbeit. Zeitgleich wurde eine Vertragsänderung zur Fortführung für die Zeit bis zur Inbetriebnahme des Nachfolgesystems SARah, die im Jahr 2019
bzw. 2020 geplant ist, vereinbart. Im SAR-Lupe-Nachfolgeprojekt SARah mit seinen deutlich gesteigerten Leistungsdaten wurden die Arbeiten wie vorgesehen durchgeführt. Das Konzept besteht aus drei Satelliten, hiervon basieren zwei Satelliten auf der von OHB System AG entwickelten Reflektorantennen-Technologie und ein Satellit wird im Unterauftrag von der Airbus Defence and Space GmbH auf Basis einer Phased-Array-Technologie hergestellt. Die
notwendigen Bodenanlagen wurden von der OHB System AG geliefert; diese steuern seit Ende Januar 2018 auch die SAR-Lupe-Satelliten.
Das nationale optische Erdbeobachtungsprogramm EnMAP (Environmental Mapping and Analysis Program) im Auftrag des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt befindet sich in der Integrationsphase in den Reinräumen in Oberpfaffenhofen. Die Plattform für den Satelliten wurde im Jahr 2017 von Bremen nach Oberpfaffenhofen überführt. Der Starttermin des Satelliten EnMAP ist jetzt für das Jahr 2020 geplant. Mit seinen neuartigen Hyperspektralsensoren dient dieser Umweltsatellit primär der Zustandscharakterisierung und Umweltüberwachung unseres Planeten. Er stellt ein zukunftsweisendes System dar, das für viele neue Anwendungen, u.a. auch im Sicherheitsbereich, Potenzial hat. Die OHB Italia S.p.A. setzt parallel zu diesem Programm die Arbeiten am Projekt PRISMA, ein italienisches Programm analog zu EnMAP, fort. Im Juni 2017 hat OHB Italia im Auftrag der Italienischen Raumfahrtagentur einen Startvertrag für diese Mission mit Arianespace unterzeichnet. Der Satellit PRISMA wird voraussichtlich Ende 2018 bzw. Anfang 2019 gestartet werden.
Die Entwicklung und der Bau der dritten Generation europäischer Wettersatelliten Meteosat Third Generation (MTG) befindet sich mitten in der Umsetzung, die Satelliten sind in der Produktionsphase. Zurzeit befinden sich bereits drei Satellitenplattformen in den Reinräumen der OHB System AG in Bremen im Aufbau. Die erste Plattform wird im ersten Quartal 2019 an den Projektpartner Thales Alenia Space S.A. nach Cannes /Frankreich zur Integration des Imager-Instruments geliefert. Dieses Instrument wird die gewohnten Bilder zur Wettervorhersage liefern, dies jedoch in deutlich besserer Qualität. Die Integration des ersten Sounder-Instruments in den Satelliten, der zusätzliche spektrale Informationen über Wetter und Klima liefert, findet derzeit in den Reinräumen in Oberpfaffenhofen statt.
Bei der OHB Italia S.p.A. werden derzeit die Entwicklungsarbeiten am MicroWave Imager (MWI) für die METOP-Mission durchgeführt. Das MWI-Instrument wird für nationale Wetterdienste in Europa und für internationale Nutzer sowohl Wetter- als auch Klimadaten liefern. OHB Italia ist verantwortlich für die Konzeption und die Entwicklung des MWI von Phase B2 bis zur endgültigen In-Orbit-Verifikation dreier Flugmodelle zur Auslieferung an ein zur Airbus Group gehörendes Unternehmen, den Generalunternehmer dieser Mission. Die OHB System AG wurde bereits im November 2016 von dem Hauptauftragnehmer Leonardo S.p.A. als Kernteampartner für das europäische Erderkundungsinstrument FLEX der ESA ausgewählt, das im Jahr 2022 starten soll.
Mit diesen Aktivitäten sind Tochtergesellschaften der OHB SE in allen Bereichen der Erd- und Wetterbeobachtung und Aufklärung mit einem breiten Produktspektrum vom Radarsatelliten bis hin zu optischen Beobachtungssatelliten vertreten.
Neben diesen Bestandsprojekten war die Akquisition eines elektro-optischen Aufklärungssystems für die Bundesrepublik Deutschland ein sehr großer Erfolg für OHB. Das System, mit einem Budgetrahmen von bis zu EUR 400 Mio., dient der weltweiten elektro-optischen Aufklärung. Zusammen mit den Programmen SAR-Lupe und SARah konnte sich das Unternehmen damit als der multi kompetente Lieferant und Partner für weltraumgestützte Aufklärungssysteme der Bundesrepublik Deutschland positionieren. Dieses Beschaffungsprogramm wurde von der Ankündigung bis zur Vergabe des Auftrags in nur circa neun Monaten unter Vertrag gebracht.
Im August startete die OHB Italia S.p.A. im Auftrag der italienischen Regierung den Satelliten OPTSAT-3000 mit einer VEGA VV10-Rakete von Kourou (Französisch-Guayana). OHB Italia war verantwortlich für Startdienstleistungen und Engineering Support.
Im vierten Quartal 2017 und im ersten Quartal 2018 wurden im Rahmen des Copernicus Programms der Europäischen Kommission und der ESA mehrere Angebote für Studien zu neuen Missionen in der Erdbeobachtung abgegeben. Bei der Mehrzahl sind die Konzernunternehmen der OHB SE nicht nur Studienführer, sondern potenzieller Systemführer für die Realisierung. Die Entscheidungen, welche der Missionen letztlich umgesetzt werden, sind allerdings nicht vor dem zweiten Halbjahr 2019 zu erwarten.
Die OHB System AG hat für die HISPASAT, S.A. erstmalig einen Telekommunikationssatelliten entwickelt und gebaut. Der Satellit H36W-1 wurde am 28. Januar 2017 vom europäischen Startplatz Kourou mit einer Sojus-Rakete gestartet. Der Transfer von dem sogenannten Transferorbit in den finalen geostationären Orbit war erfolgreich. Hierbei hat der Satellit mit seinem eigenen Antriebssystem und fünf Brennphasen die erste große Prüfung bestanden. Mit diesem Satelliten wird die neue, von OHB entwickelte, Satellitenplattform SmallGEO zum ersten Mal für ein kommerzielles System eines Satellitenbetreibers eingesetzt. Am 2. Juni 2017 wurde der Satellit nach einer 80-tägigen Erprobungsphase, in der die volle Funktionsfähigkeit eindrucksvoll unter Beweis gestellt wurde, an den spanischen Satellitenbetreiber HISPASAT, S.A. übergeben, der ihn bereits in seine Satellitenflotte integriert hat. Er wird für 15 Jahre eine flexible Breitbandversorgung der Iberischen Halbinsel, der Kanarischen Inseln und Südamerikas übernehmen. Die ESA hat die SmallGEO-Plattform ebenfalls als Basis für den europäischen Datenrelais-Satelliten (EDRS-C) im Rahmen des ARTES-7-Programms ausgewählt. Die Integrationsarbeiten sind fast abgeschlossen und der Satellit wird voraussichtlich im zweiten Quartal 2018 zum Testzentrum der Industrieanlagen-Betriebsgesellschaft mbH transportiert. Die Erweiterung des Small-GEO-Konzepts zum spezialisierten Datenrelais-Satelliten für höchste Datenübertragungsraten zwischen Satelliten ist ein wichtiges neues strategisches Ziel der OHB System AG auf dem zivilen wie auch auf dem zukünftigen militärischen Markt.
Auch für die nationale Telekommunikationsmission "Heinrich Hertz" wurde die Plattform SmallGEO vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt als Basis festgelegt. Diese Mission dient der Überprüfung neuartiger Technologien der Satellitenkommunikation unter realen Einsatzbedingungen und damit der Sicherung nationaler Systemkompetenz bei geostationären Kommunikationssatelliten und zudem der militärischen Kommunikation der Bundeswehr. Bereits im Jahr 2014 hatten das Wirtschafts- und das Verteidigungsministerium sich endgültig auf die gemeinsame Beschaffung des Satelliten verständigt. Die Vertragsvergabe erfolgte im zweiten Quartal 2017. Im Dezember 2017 beauftragte OHB das Startdienstleistungsunternehmen Arianespace SAS mit dem Start des Satelliten Heinrich Hertz, der für das vierte Quartal 2021 mit einer Ariane-5- Trägerrakete erfolgen soll.
Im März 2016 wurde ein Vertrag zwischen der ESA, dem luxemburgischen Satellitenbetreiber SES S.A. und der OHB System AG geschlossen, der die Entwicklung und den Bau des Satelliten "Electra", dem sogenannten "All Electric Spacecraft", beinhaltet. Da dieser Satellit keinen chemischen Treibstoff mehr mit sich führt, wird er dadurch deutlich leichter. Dies senkt einerseits die Startkosten und er-
laubt es andererseits, die Nutzlast deutlich zu vergrößern. Die Entwicklungsarbeiten gehen plangemäß voran. Mit Electra beginnt die Entwicklung der nächsten Generation von geostationären Satelliten bei OHB System. Parallel zur der Etablierung der Produktlinie geostationärer Satelliten SmallGEO wurde 2017 das Konzernunternehmen LuxSpace Sàrl für die Entwicklung von Mikrosatelliten in der 100-kg-Klasse von der ESA ausgewählt. Damit rüstet sich der Konzern am Standort Luxemburg mit der Entwicklung und dem Bau von kostengünstigen Mikrosatelliten – Triton-X genannt – für den New-Space-Markt. OHB Sweden AB entwickelt
im Auftrag der Schwedischen Raumfahrtbehörde (SNSB) unter dem Namen InnoSAT eine Plattform der 50-kg-Klasse und die OHB Italia S.p.A. hat den Satelliten "Eaglet-1" der unter 10-kg-Klasse im QubeSat-Format entwickelt und fertiggestellt. Damit steht den Unternehmen der OHB SE das gesamte Spektrum von Plattformen für die Anwendungen Kommunikation und Erdbeobachtung zur Verfügung.
Im Berichtsjahr wurden insgesamt vier weitere Satelliten für das europäische Satellitennavigationssystem Galileo vom Startplatz Kourou mit einer Ariane-5-Rakete gestartet. Die Starts und Inbetriebnahmen dieser sogenannten Full Operational Capability (FOC) *-Satelliten verliefen problemlos. Damit sind jetzt auch die ersten vier Satelliten des zweiten Loses im Weltraum. Die nächsten vier Satelliten aus Los 2 sollen voraussichtlich im Juli 2018 wiederum mit einer Ariane-5-Rakete gestartet werden.
Bei einem Teil der FOC-Satelliten als auch bei den Satelliten eines Wettbewerbers im Rahmen des Vorprogramms zu Galileo (IOV) gab es Unregelmäßigkeiten im Betrieb von einem Teil der Uhren. Deshalb wurden mit Unterstützung
der OHB System AG vom Kunden bereits Anfang des Jahres 2017 verschiedene Maßnahmen zur Stabilisierung der damals noch zu startenden Satelliten als auch der im Orbit befindlichen Satelliten getroffen, die inzwischen alle erfolgreich abgeschlossen sind. Unbeeinflusst hiervon blieb der Betriebsbeginn der sogenannten "Ersten Dienste" des Galileo-Systems. Die erfolgreiche Initiierung dieser Dienste wurde von der ESA und der Europäischen Kommission am 15. Dezember 2016 bekannt gegeben. Bereits im Sommer 2016 hat die OHB System AG im Wettbewerb ein Angebot für das Galileo FOC-Los 3 von vier oder acht und zusätzlich sechs optionalen Satelliten abgegeben. Die
Vergabe durch die Europäische Kommission und die ESA erfolgte im April 2017 für zunächst acht Satelliten. Zusätzlich orderte die Europäische Kommission vier weitere Satelliten im Oktober 2017. Damit ist die OHB System AG der Lieferant von insgesamt 34 Galileo-Satelliten über einen Gesamtwert von circa EUR 1,3 Milliarden. Eine Studie zur Nachfolgegeneration der heutigen Galileo-Satelliten ist abgeschlossen und eine weitere wurde im Januar 2018 begonnen. Mit diesen Studien soll sichergestellt werden, dass
das System Galileo nach Ablauf der geplanten zwölf Betriebsjahre mit neuen Satelliten auf der Basis noch zu entwickelnder Technologien ausgestattet und in seiner Leistungsfähigkeit weiterhin eine Spitzenposition einnehmen wird. Die Europäische Kommission und in deren Auftrag die ESA planen dazu 2019 ein sogenanntes "transition batch" als Los 4 zu beauftragen, bei dem bereits ein Teil der neuen Technologien und die erweiterte Leistungsfähigkeit zum Zuge kommen sollen. Erste Ausschreibungen von Vorbereitungsphasen hierzu werden Ende 2018 erwartet.
Die im Rahmen des ESA-Programms ExoMars 2016 von OHB System AG entwickelte, gebaute und im Jahr 2016 gestartete Zentraleinheit für den sogenannten Trace Gas Orbiter (TGO) arbeitet weiterhin fehlerfrei. Der zweite Teil dieser ExoMars-Zwillingsmission, für den OHB System den sogenannten Carrier und ein zentrales System der Nutzlast im Mars-Rover liefert, befindet sich im Zeitplan. Im Rahmen dieser Mission baut Antwerp Space N.V. das sogenannte LaRa-Instrument, welches aus einer anspruchsvollen Kommunikationstechnologie besteht, die Informationen vom Mars zur Erde übermitteln soll. An der Jupiter-Mission JUICE ist ebenfalls Antwerp Space mit der Lieferung des Kommunikations-Subsystems beteiligt. Dunkle Energie und Materie soll das Weltraumteleskop EUCLID erforschen, für das OHB Sweden AB das chemische Antriebssystem sowie das Fluidteil des Mikroantriebs entwickelt und baut sowie die OHB System AG wesentliche Teile des optischen Systems.
Wissenschaftliche Raumfahrt und Robotik Die Unternehmen der OHB SE waren auch im Jahr 2017 an mehreren Studien im Rahmen der nächsten europäischen Wissenschaftsmissionen der ESA beteiligt. Damit etabliert
sich das Unternehmen auch in diesem "klassischen" Raumfahrtsegment weiter. Der Fokus von OHB liegt dabei speziell auf der mittelgroßen Mission PLATO. Ziel der Mission PLATO ist die Suche nach sogenannten Exoplaneten, die andere Sonnen umkreisen, und gegebenenfalls festzustellen, ob unter diesen auch erdähnliche existieren. Dazu hat die OHB System AG im vierten Quartal 2017 ein Angebot als Hauptauftragnehmer für den Satelliten abgegeben. OHB Schweden arbeitet weiter intensiv an Untersystemen für den ESA-Wissenschaftssatelliten Solar Orbiter. Im Januar 2017 fand
jeweils ein weiterer Flug einer TEXUS- und einer MA-XUS-Rakete vom in Nordschweden gelegenen Startplatz Esrange bei Kiruna statt. OHB System AG ist seit 1976 an diesem nationalen Forschungsprogramm des DLR zur Schwerelosigkeitsforschung beteiligt.
Auch im Jahr 2017 unterstützte die OHB System AG die Arbeiten auf der Internationalen Raumstation ISS umfangreich. Dies schließt sowohl die Betreuung von Experimenten als auch Wartungs- und Erhaltungsarbeiten an den von der OHB System AG entwickelten und gelieferten Geräten mit ein. Zur Vorbereitung auf mögliche Szenarien zur Versorgung der ISS und von potenziellen Alternativen in der Mikrogravitationsforschung nach einer Außerbetriebnahme der ISS, vermutlich ab dem Jahr 2024 oder später, hat OHB System mehrere Studien in Bearbeitung. Darunter ist schwerpunktmäßig eine zukünftige zentrale Rolle bei dem sogenannten "Deep Space Gateway", einer möglichen internationalen Kooperation unter Führung der NASA. In diesem Zusammenhang ist auch die Gründung des neuen Unternehmens Blue Horizon S.àr.l. in Luxemburg zu sehen. Es sollen hier die Life-Science-Aktivitäten des OHB-Konzerns im Weltraum gebündelt werden.
Die Thematik Asteroidenabwehr wird weiterentwickelt. Mit einer möglichen Mission sollen erste Grundlagen für eine in fernerer Zukunft eventuell notwendige Mission zum Schutz der Erde vor einem Asteroideneinschlag gechaffen werden. Entscheidungen zur Finanzierung dieses Programms konnten bisher aber noch nicht getroffen werden.
OHB Italia S.p.A. hat im Auftrag der Italienischen Raumfahrtagentur ASI und der ESA die Kerntechnologie für ein
neues und innovatives Teleskop zur Detektion von Weltraummüll sowohl im erdnahen als auch im geostationären Orbit entwickelt und patentiert. Das Fly-Eye genannte Teleskop kombiniert ein sehr großes Gesichtsfeld mit sehr hoher Auflösung. Zurzeit wird mit der ESA der Aufbau eines globalen optischen Netzwerks zur Weltraumüberwachung mit bis zu 27 Teleskopen konzipiert.
Bodenstationen
Der von der OHB System AG durchgeführte SAR-Lupe-Betrieb endete planmäßig Ende November 2017. Ein Vertrag zur Fortfüh-
rung wurde rechtzeitig mit dem BAAINBw geschlossen, um einen nahtlosen Betrieb zu gewährleisten. Seit Ende Januar 2018 sind die SARah-Bodenanlagen operativ und haben bereits den Betrieb der SAR-Lupe-Satelliten übernommen.
Im Unternehmensbereich "Aerospace + Industrial Products" zeichnet sich die Geschäftstätigkeit im Wesentlichen durch langfristig angelegte Projekte aus. Durch den Auftragsbestand von EUR 241 Mio. (31. Dezember 2017) ergibt sich zusammen mit weiteren bereits beschlossenen, aber noch nicht im Einzelnen beauftragten Projekten Planungssicherheit, dies gilt für die von der ESA-Ministerratskonferenz beschlossene Entwicklung und Produktion der Trägerrakete Ariane 6.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2017 wurden sechs Ariane-5-Trägerraketen gestartet. Die planmäßige Produktion und Auslieferung von sechs Flugsätzen durch die MT Aerospace AG führte auch in 2017 zu einer stabilen Auslastung.
Im Laufe des Jahres wurde die voraussichtlich letzte Beauftragung für Ariane 5 mit zehn Flugsätzen vereinbart. Gleichzeitig vereinbarten ESA und Arianespace mit der MT Aerospace AG Maßnahmen und Budget für die Instandhaltung und Wartung der Produktionsanlagen bis zum Ende der Fertigung der Ariane 5. Die Entwicklung der neuen Trägerrakete Ariane 6, die ab dem Jahr 2020 die heutige Ariane-5-Rakete ablösen soll, geht weiter voran. Die MT Aerospace AG ist mit geplanten rund 50% des deutschen Anteils von insgesamt 23% an der Ariane-6- Entwicklung und -Produktion gut positioniert. Die Gesellschaft ist systemverantwortlich für metallische Strukturbauteile und Tanks. Auf Basis des Beschlusses der ESA-Ministerratskonferenz vom Dezember 2014 wurde mit dem Hauptauftragnehmer ArianeGroup im ersten Halbjahr 2017 der endgültige Vertrag zur Entwicklung des Ariane-6-Trägers mit einem Budget von insgesamt EUR 169 Mio. geschlossen. Der Vertrag umfasst die Komponenten der Tanks der Oberstufe und der Zentralstufe sowie die metallischen Strukturen. Ein wichtiger Meilenstein wurde mit der vorläufigen Design-Überprüfung im Juli 2017 erreicht. Die Neubau- und Umbauarbeiten an Produktionshallen in Augsburg sind abgeschlossen, ab Februar 2018 wird die Fertigung von Haupt- und Oberstufentanks sowie Strukturbauteilen der Ariane 6 mit neuen Maschinen aufgenommen. Das ESA-Forschungsprojekt FORC (Fibre Optimized Reinforced Booster Casing), konnte erfolgreich im September abgeschlossen werden. Mit der sehr erfolgreich durchgeführten Bersttest-Kampagne im Juli konnte das Design, die technische Funktionsfähigkeit der Infusionstechnologie sowie auch der Verklebung der Schürze mit dem Druckkörper für ein CFK-Boostergehäuse erfolgreich nachgewiesen werden. Im Rahmen des Ariane 6 P120 Booster-Entwicklungsvertrags wurden die Entwicklungsarbeiten fortgeführt und verschiedene Testkörper erfolgreich getestet. Ergänzend zu den Ariane-Booster-Aktivitäten wurde in 2016 ein DLR-Fördervorhaben gestartet, das die Technologieentwicklung von drei Feststoffmotorgehäusen für die brasilianische Rakete VLM zum Ziel hat (CaSSIS). Für Ariane-6-Bodenanlagen in Kourou (Französisch-Guayana) hat die MT Aerospace AG am 7. Oktober 2017 von der französischen Raumfahrtbehörde CNES den Auftrag für die Führung des Gesamtloses Mechanik über EUR 23 Mio. erhalten, zusammen mit der Konzerntochter MT Mechatronics GmbH. Die Realisierung der mobilen Booster-Palettensysteme und des Strahldeflektors erfolgt ebenfalls durch MT Mechatronics. Die Übergabe an CNES und ESA ist für Mai 2019 geplant.
Im Bereich Luftfahrt verlief das Seriengeschäft der Produktion von Frisch- und Abwassertanks für die Airbus-Muster A320 / 330 planmäßig in Bezug auf Zeit, Kosten und Qualität. Für die A320- und A330-Frischwassertanks konnte eine Vertragsverlängerung als Single-Source-Lieferant für sechs Jahre abgeschlossen werden. Die akzeptierte 20%ige Preisreduzierung wird durch das in 2017 durchgeführte Kostenoptierungsprogramm für die A320 und A330-Frischwassertanks kompensiert. Das A350- Programm durchlief eine intensive Recovery-Phase nach Lieferverzug aufgrund technischer Umstellungen, das Aufholprogramm wurde aber zur Zufriedenheit des Kunden im Oktober 2017 erfolgreich beendet. Das Programm wird voraussichtlich mit nominaler Lieferperformance fortgesetzt.
Die MT Mechatronics GmbH konnte im ersten Quartal 2017 den Auftrag für ein neues, großes Radioteleskop in Thailand gewinnen. Dieses Teleskop mit einem Reflektordurchmesser von 40Meter in der Turning Head-Bauweise zählt zusammen mit dem von der Gesellschaft in 2006 gebauten IGN-Teleskop in Yebes, Spanien, zu den weltweit größten Teleskopen in dieser Bauweise. In der Nähe von Johannesburg wurde eine 13-Meter-VLBI-Antenne aufgebaut und in Betrieb genommen. MT Mechatronics hat bei dieser Produktserie nun die zehnte Antenne erfolgreich in Betrieb genommen und auch Nummer elf für die finnischen Geodäten hat die Abnahme im Werk eines Zulieferers bestanden. Bei dem kommenden weltweit größten Radioteleskop-Projekt, dem Square Kilometre Array (SKA), wurden alle Bauteile für die beiden 15-Meter-Prototypen gefertigt. Nach einer einjährigen Testphase der Prototypen sollen dann in einer ersten Fertigungsphase 133 Serien-Antennen von diesem Typ in der südafrikanischen Halbwüste Karoo entstehen. Dieses Teleskop-Array wird dann das mit Abstand empfindlichste Instrument für die Astronomie in seiner Frequenz auf der Erde sein. Eine neue Generation der LEO-Ka-Band Bodenstationen zu Erdbeobachtungszwecken für die Europäische Raumfahrtorganisation ESA wurde erfolgreich in Spitzbergen, Norwegen, installiert und getestet. Eine weitere Antenne dieses Typs wurde gefertigt. MT Mecatrònica SpA erfüllt den bestehenden Service-Auftrag für das ESO-Observatorium in Chile zur vollen Zufriedenheit des Kunden. Im Jahr 2017 konnte die Gesellschaft einen Service-Vertrag für das APEX-Observatorium in Chile abschließen: MT Mecatrònica wird hier auch für die nächsten Jahre das Observatorium bei der technischen Wartung und beim Betrieb unterstützen.
Im Telematikbereich konnte die OHB Logistic Solutions GmbH seit der Markteinführung des Produkts visioboxx zur Überwachung von Containern im Februar eine stetig wachsende Nachfrage verzeichnen. Ein Auftrag von zunächst 3.000 Geräten für die Logistik eines großen Automobilherstellers konnte abgeschlossen werden.
Die Gesamtleistung des OHB-Konzerns erhöhte sich im Geschäftsjahr 2017 um EUR 131,3 Mio. bzw. 18 % auf EUR 859,7 Mio. gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Umsatz des Konzerns erreichte EUR 825,9 Mio. (Vorjahr: EUR 699,2 Mio.), im Wesentlichen infolge des weiteren Hochlaufs von Satellitensystemaufträgen sowie der zeitlich parallelen Aktivitäten Produktion für Ariane 5 und Entwicklung der Ariane 6. Die unkonsolidierte Gesamtleistung SIEHE GRAFIK 06 im Unternehmensbereich "Space Systems" betrug im Geschäftsjahr 2017 EUR 661,3 Mio. (Vorjahr: EUR 559,5 Mio.). Der unkonsolidierte Umsatz erhöhte sich deutlich auf EUR 635,3 Mio. (Vorjahr: EUR 524,6 Mio.). Die unkonsolidierte Gesamtleistung des Unternehmensbereichs "Aerospace + Industrial Products" lag im Geschäftsjahr 2017 mit EUR 211,9 Mio. um EUR 35,9 Mio. über dem Vorjahresniveau. Der unkonsolidierte Umsatz erhöhte sich von EUR 181,7 Mio. im Vorjahr auf EUR 203,9 Mio. Insgesamt machte sich die um 122 auf 2.420 erhöhte Mitarbeiterzahl im Personalaufwand bemerkbar, der um 9,2% angestiegen ist. Korrespondierend zum Anstieg der Gesamtleistung haben sich die Aufwendungen für bezogene Leistungen im Materialaufwand im Vergleich zum Vorjahr um 22,5% erhöht.Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind um 12,2% gestiegen. Dies ist unter anderem auf erhöhten Mietaufwand aufgrund von Kapazitätserweiterung zurückzuführen.
Der Auftragsbestand SIEHE GRAFIK 07 des OHB-Konzerns lag zum Bilanzstichtag mit EUR 2.439 Mio. signifikant über dem Niveau des Vorjahres (EUR 1.560 Mio.). Davon entfallen auf den Unternehmensbereich "Space Systems" EUR 2.198,1 Mio. (Vorjahr: EUR 1.341,2 Mio.), u.a. resultierend aus Auftragseingängen für zwölf weitere Galileo-Navigationssatelliten, einen Telekommunikationssatelliten und ein Satellitensystem zur elektro-optischen Erdbeobachtung. Der Auftragsbestand im Bereich "Aerospace + Industrial Products" betrug zum Bilanzstichtag EUR 240,7 Mio. (Vorjahr: EUR 218,4 Mio.).
Im Berichtszeitraum erzielte der OHB-Konzern ein EBITDA SIEHE GRAFIK 08 von EUR 58,8 Mio. (Vorjahr: EUR 55,1 Mio.) und ein EBIT SIEHE GRAFIK 09 von EUR 44,2 Mio. (Vorjahr: EUR 42,7 Mio.). Der Gewinn nach Steuern und Fremdanteilen lag im Berichtsjahr bei EUR 23,4 Mio. (Vorjahr: EUR 22,2 Mio.). Das Ergebnis pro Aktie erreichte im Geschäftsjahr 2017 EUR 1,34 nach EUR 1,28 im Jahr 2016. Vor Konsolidierung verringerte sich das EBIT im Unternehmensbereich "Space Systems" SIEHE GRAFIK 10 (SEITE 56) leicht von EUR 25,5 Mio. im Vorjahr auf EUR 24,1 Mio.
KONSOLIDIERUNG UND HOLDING 2017
211,9 Aerospace + Industrial Products
IN MIO. EUR
AUFTRAGSBESTAND NACH UNTERNEHMENSBEREICHEN ZUM 31.12.2017
IN MIO. EUR Auftragsbestand gesamt: 2.438,8 u.a. aufgrund des planmäßigen Beginns von Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungsleistungen. Die Entwicklung der Satellitenplattform SmallGEO, die als neue Produktlinie bereits als Basis für verschiedene Satellitenprogramme dient, führte in diesem Geschäftsbereich in den letzten Jahren zu einem erhöhten Niveau der aktivierten Eigenleistungen, diese betrugen im Berichtsjahr im Konzern EUR 20,2 Mio. Im Unternehmensbereich "Aerospace + Industrial Products" war ein Anstieg des EBIT von EUR 17,2 Mio. auf EUR 20,2 Mio. zu verzeichnen. Der OHB-Konzern weist im Jahr 2017 ein Finanzergebnis von EUR −2,0 Mio. (Vorjahr: EUR −4,7 Mio.) aus. Die darin enthaltenen Finanzaufwendungen in Höhe von EUR 5,6 Mio. (Vorjahr: EUR 7,5 Mio.) bestehen im Wesentlichen aus den Zinsaufwendungen für Pensionsrückstellungen in Höhe von EUR 1,8 Mio. (Vorjahr: EUR 2,2 Mio.) sowie Fremdkapitalzinsen in Höhe von EUR 3,0 Mio. (Vorjahr: EUR 3,4 Mio.). Der HGB-Einzelabschluss der OHB SE weist für das Geschäftsjahr 2017 einen Bilanzgewinn in Höhe von EUR 12,9 Mio. aus. Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung eine Dividende in Höhe von EUR 0,40 für das Geschäftsjahr 2017 vorschlagen. Der Vorstand bewertet das abgelaufene Geschäftsjahr als insgesamt erfolgreich.
Die Bilanzsumme SIEHE GRAFIK 11 (SEITE 56) des OHB-Konzerns hat sich im Berichtszeitraum von EUR 682,9 Mio. auf EUR 719,7 Mio. erhöht. Das Eigenkapital erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um EUR 23,7 Mio. und betrug zum 31. Dezember 2017 EUR 207,3 Mio. (Vorjahr: EUR 183,6 Mio.), sodass die Eigenkapitalquote 28,8% erreichte und sich damit gegenüber dem Vorjahr (26,9%) erhöhte. Die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen im Konzern betrugen im Jahr 2017 EUR 44,6 Mio. (Vorjahr: EUR 50,2 Mio.). Auf den Geschäftsbereich Space Systems entfallen EUR 23,3 Mio., einen wesentlichen Teilbetrag in Höhe von EUR 18,4 Mio. stellen die aktivierten Eigenleistungen, im Wesentlichen für Telekommunikationsplattformen, dar. Auf den Geschäftsbereich Aerospace + Industrial Products entfallen EUR 21,3 Mio., ein wesentlicher Teilbetrag wurde in Produktionskapazitäten für Komponenten für Trägerraketen investiert. Für das Folgejahr wird ein Rückgang der Investitionen auf circa EUR 30 Mio. erwartet aufgrund der Fertigstellung der Erweiterung von Produktionskapazitäten im Bereich Aerospace + Industrial Products und aufgrund eines Rückgangs der aktivierten Eigenleistungen im Bereich Space Systems. Das Vorratsvermögen verringerte sich von EUR 50,2 Mio. auf EUR 48,8 Mio.
2013
2014
2017
ENTWICKLUNG DES EBIT
2010−2017
G08
2010−2017
ENTWICKLUNG DES EBITDA
Die erhaltenen Anzahlungen für verschiedene Großprojekte sind stichtagsbedingt auf EUR 148,1 Mio. (Vorjahr: EUR 139,8 Mio.) gestiegen. Die liquiden Mittel inklusive der kurzfristigen Wertpapiere betrugen zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2017 EUR 59,0 Mio. gegenüber EUR 57,0 Mio. im Vorjahr. Eine detaillierte Darstellung des Cashflows findet sich im Konzernabschluss in der Kapitalflussrechnung. Der im Wesentlichen durch das positive Konzernergebnis begründete operative Cashflow lag mit EUR 35,0 Mio. deutlich im positiven Bereich und konnte sowohl zur Deckung der Investitionen als auch zur Dividendenausschüttung herangezogen werden. Die Pensionsrückstellungen in Höhe von EUR 96,6 Mio. zum Ende des Geschäftsjahres 2017 stellen weiterhin eine wesentliche Position auf der Passivseite dar. Die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten haben sich zum Bilanzstichtag von EUR 93,1 Mio. auf EUR 63,9 Mio. reduziert. Diese Verbindlichkeiten gehen weiterhin auf die Inanspruchnahme eines Teils des seit Dezember 2013 laufenden Kreditrahmenvertrags zurück. Dieser wurde im Mai 2016 ergänzt und im Mai 2017 bis 2022 verlängert, das ursprüngliche Volumen von EUR 250 Mio. wurde auf EUR 225 Mio. angepasst, hierdurch können entstehende Finanzierungsbedarfe weiterhin kostengünstig gedeckt werden. Der Kreditvertrag steht im Zusammenhang mit dem zeitlichen Auseinanderfallen 90 100
der erbrachten Leistungen in nach der PoC-Methode bewerteten Projekten und den entsprechenden Zahlungsplänen für diese Projekte. Außerdem wurde im März 2017 ein langfristiger Kredit der Europäischen Investitionsbank, Luxemburg, in Höhe von EUR 30 Mio. zur Finanzierung des Projekts Electra bei der OHB System AG in Anspruch genommen. Die Kreditverträge sind nicht besichert, es bestehen drei Covenants, die im Geschäftsjahr eingehalten wurden. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stiegen umsatzbedingt zum Bilanzstichtag auf EUR 328,2 Mio. (Vorjahr: EUR 318,8 Mio.). Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen betragen stichtagsbedingt EUR 83,1 Mio. (Vorjahr: EUR 67,3 Mio.). Das zyklische Projektgeschäft in der Raumfahrt erfordert flexible Finanzierungsstrukturen. Die Gesellschaft verfolgt das
Ziel einer Sicherung des unregelmäßigen Liquiditätsbedarfs für die Deckung des Umlaufvermögens durch entsprechende Finanzierungsverträge, die eine jederzeit verfügbare Nutzung ermöglichen. Vor dem Hintergund dieser Zielsetzung wird die Vermögens- und Finanzlage vom Vorstand der OHB SE als insgesamt solide bewertet.
Die OHB SE verzeichnete im Jahr 2017 mit 122 neuen Mitarbeitern einen gegenüber dem Vorjahr spürbaren Anstieg der Mitarbeitergesamtzahl SIEHE GRAFIK 12. Der Anstieg resultiert aus der Entwicklung im Bereich Space Systems und spiegelt sowohl die hohe Auslastung aus laufenden Programmen als auch die Vorbereitung neu hinzugewonnener Programme wider. Insgesamt waren damit im Berichtsjahr 2.420 Mitarbeiter in inländischen Gesellschaften, im europäischen Ausland (Italien, Schweden, Belgien, Luxemburg, Frankreich) sowie in Chile und Französisch-Guayana tätig SIEHE GRAFIK 13.
Die attraktive Positionierung der OHB in den europäischen Schlüsselprogrammen für Satelliten und Trägersysteme ermöglichte trotz eines von Vollbeschäftigung gekennzeichneten Arbeitsmarktes erfolgreich Personal mit interessanter Qualifikation inländisch sowie aus den europäischen Nachbarländern zu gewinnen. Damit geht ein nachhaltig hoher Beschäftigungsanteil von ausländischen Mitarbeitern in Höhe von mehr als 20% sowie eine Senkung des Durchschnittsalters von 44 auf 42,6 Jahre einher. Im Rahmen des Regeldialogs mit dem Konzernbetriebsrat der OHB SE trafen sich die Belegschaftsvertreter aus sämtlichen in- und ausländischen Unternehmensteilen und Tochtergesellschaften in diesem Jahr im Frühjahr in Bremen sowie im November in Luxemburg.
Im Unternehmensbereich "Space Systems" liegen für das Jahr 2018 und die Folgejahre die Schwerpunkte in der weiteren erfolgreichen Umsetzung der Projekte Galileo, EDRS-C, Electra, Meteosat Third Generation, EnMAP, PRISMA, SARah, Heinrich Hertz sowie dem elektrooptischen Satellitensystem. Die Entscheidung der Europäischen Kommission und der ESA über die Beauftragung des vierten Loses der Galileo-Satelliten wird für Ende des Jahres 2018 erwartet. Zu den Themengebieten der ESA-Erdbeobachtungs- und Wissenschaftsmissionen werden Anfang des Jahres 2018 eine Reihe von Ausschreibungen
sowie auch die Beauftragungen weiterer Studien erwartet, die in den Jahren 2018 und 2019 durchgeführt werden sollen. Je nach Programm haben OHB-Gesellschaften hier als Haupt- oder Unterauftragnehmer angeboten. Die OHB Italia S.p.A. will im Rahmen der nationalen italienischen Programme ihre Rolle als zweiter Anbieter in Italien für Satellitenmissionen sowohl im Bereich der wissenschaftlichen Forschung als auch bei der Fernerkundung konsequent weiter ausbauen. Durch die budgetären Planungen der Europäischen Kommission, der ESA und der nationalen Raumfahrtprogramme in Deutschland, Italien sowie den weiteren OHB-Sitzländern sind weitgehend stabile Rah-
menbedingungen und ausreichende Planungssicherheit gegeben. Mit den laufenden und avisierten Projekten und Programmen ist die OHB SE im Geschäftsbereich Raumfahrtsysteme bestens gerüstet, das erreichte Niveau nachhaltig zu sichern und weiteres Wachstum vorzubereiten.
Im Bereich der Trägerkomponenten sichert der vorhandene Auftragsbestand für die Produktion und Lieferung von Ariane-5-Komponenten den wesentlichen Um-
satz in den Geschäftsjahren 2018 und 2019. Das bestehende Kostenoptimierungsprogramm wurde erweitert und soll mit Fokus auf die Serienfertigung der Trägerrakete Ariane 6 verstärkt fortgeführt werden. Die Entwicklung von Trägerkomponenten wird durch den Hochlauf des Ariane-6-Entwicklungsprogramms gekennzeichnet bleiben. Die Abnahme und Qualifikation der bereits für Ariane 6 ausgelegten Fertigungseinrichtungen wurde im Jahr 2017 gestartet und wird bis zur endgültigen Einstellung der Ariane-5-Produktion andauern.
Für die Weiterentwicklung des Geschäfts im Bereich Luftfahrt ist vor dem Hintergrund der Preisreduktion A320/A330 sowie der 25%igen Reduktion der A400 M-Produktionskadenzen für das Jahr 2018 der Gewinn der Ausschreibung für A350 XXL-Tanks wesentlich.
Die MT Mechatronics GmbH erwartet als weltweit einziges Unternehmen, das sowohl in der niederfrequenten Astronomie (z.B. Square Kilometre Array) als auch im optischen Bereich (Giant Magellan Teleskop, eines der größten optischen Teleskope der nächsten Dekade) tätig ist, weitere Aufträge im Bereich Antennen-Großanlagen. In Ergänzung zu den beauftragten Ariane-6-Startanlagen werden zusätzliche Aufträge im Bereich Neubau, Modernisierung und Umbau von Ariane-6-Vorbereitungsgebäuden und Mechanical Ground Support Equipment (MGSE) angestrebt. Darüber hinaus wird Bedarf für neue komplexere Antennen und Bodenstationen für Satellitenkommunikations-Anwendungen erwartet, dies wird mit der Snowbear, SARah und der Ka-Band Geo Produktpalette sowie einer Studie für optische Terminals abgedeckt.
Im Telematikbereich erwartet die OHB Logistic Solutions für das Geschäftsjahr 2018 einen weiteren Auftrag über
1 Für das Geschäftsjahr 2018 wird eine Gesamtleistung in Höhe von EUR MILLIARDE erwartet.
20.000 Geräte eines Automobilherstellers, die bis Mitte 2019 ausgeliefert werden sollen. Des Weiteren wird, neben Aufträgen von inländischen mittelständischen Logistikunternehmen, die Erteilung eines Auftrags für die Lizenzierung bzw. den Verkauf des visioboxx-Systems nach Ägypten erwartet.
Für das Geschäftsjahr 2018 erwartet der Vorstand aufgrund des im Geschäftsjahr 2017 stark gestiegenen Auftragsbestands eine konsolidierte Gesamtleistung des OHB-Konzerns in Höhe
von EUR 1 Mrd. Die operativen Ergebnisgrößen EBITDA und EBIT sollen im Geschäftsjahr 2018 EUR 65 Mio. bzw. EUR 47 Mio. betragen. Eine wichtige nicht finanzielle Kennzahl ist die Fluktuationsrate, hier wird eine Zielgröße von unter 5% angestrebt. Der Vorstand weist bezüglich der zukunftsbezogenen Aussagen darauf hin, dass die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den Erwartungen über die voraussichtliche Entwicklung abweichen können.
Zur nachhaltigen Sicherung des Geschäftserfolgs überwacht der Vorstand der OHB SE ständig die Betriebs-, Markt- und Finanzrisiken des OHB-Konzerns. Der Vorstand, unterstützt durch die Stabsabteilungen, beobachtet und analysiert kontinuierlich die Entwicklungen der Branchen, der Märkte und der Gesamtwirtschaft. Das Risikomanagementsystem der OHB SE steuert in diesem Zusammenhang die Unsicherheiten, denen die Unternehmen der Unternehmensgruppe ausgesetzt sind, indem systematisch und regelmäßig Gefahren und Chancen identifiziert und bewertet und, wenn notwendig, geeignete (Gegen-) Maßnahmen festgelegt und implementiert werden. Dies umfasst sowohl betriebliche Risiken als auch projektspezifische bzw. technische Risiken, wobei insbesondere Produkt- und Qualitätssicherung eine stetige Überwachung der Design-, Bau- und Integrationsaktivitäten sowie der Zulieferungen von Vorlieferanten vornehmen.
Zusätzlich zur oben aufgeführten systematischen Identifikation, Bewertung und Steuerung von Risiken liefert ein detailliertes monatliches Berichtswesen für die Auftrags- und Kostenkontrolle wichtige Inputs zur Risikogesamtbewertung. Das Berichtswesen umfasst auch alle Akquisitions- sowie Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten und gibt frühzeitig Hinweise auf potenzielle Chancen und Gefahren. Die Tochterunternehmen berichten an die OHB SE im Rahmen des standardisierten monatlichen bzw. quartalsweisen Berichtswesens über alle unternehmensrelevanten Vorgänge sowie explizit über die unternehmensrelevanten Chancen und Gefahren. In den unterschiedlichen Tochterunternehmen werden verschiedene Softwaresysteme unterstützend für das Berichtswesen eingesetzt, z.B. SAP oder Business Intelligence-Lösungen. Im Rahmen der Geschäftstätigkeit der OHB SE betrachten wir die nachfolgenden Risikobereiche als relevant.
Im Unternehmensbereich "Space Systems" wird vornehmlich für die öffentliche Hand gearbeitet. Es besteht eine Abhängigkeit der Auftragseingänge von den Budgets der öffentlichen Auftraggeber (im Wesentlichen Europäische Kommission, Europäische Weltraumorganisation ESA, nationale Ministerien, wie beispielsweise in Deutschland die Bundesministerien für Wirtschaft, Verteidigung und Verkehr sowie die nationalen Raumfahrtagenturen). Diese Situation ist für die OHB SE aber aufgrund ihrer besonderen Position als deutsches Systemhaus für Raumfahrttechnologie mit Fokus auf den Sicherheitsbereich verstärkt positiv zu bewerten. Weiteres signifikantes Wachstum ist hier nur in den Grenzen dieses Marktes möglich, darüber hinaus sind Möglichkeiten vorrangig im kommerziellen und Exportmarkt zu finden. Dieses Segment wird seit einigen Jahren intensiv beobachtet und analysiert und erste Aktivitäten in dieser Richtung sind in den Vorbereitungen. Der Fokus liegt dabei auf Projekten aus den Bereichen Telekommunikationssatelliten sowie Radarsatelliten und elektro-optische Satelliten zur Erdbeobachtung.
Im Unternehmensbereich "Aerospace + Industrial Products" besteht im Bereich für Trägerraketen eine Herausforderung für den lange Zeit marktbeherrschenden Anbieter ArianeGroup, den wichtigsten Auftraggeber für OHB, durch US-amerikanische Konkurrenz. Insbesondere SpaceX hat sich durch erfolgreiche Starts einen festen Platz im Markt für kommerzielle Satellitenstarts gesichert und strebt eine Kosten- und Preisführerschaft an. Bei mechatronischen Systemen für Antennen und Teleskope liegt ein Risiko in der starken Abhängigkeit vom weltweiten Markt für wissenschaftliche Radio- und optische Teleskope, der sehr stark schwankend ist und dessen Auftragsvergaben maßgeblich durch die Bewilligung von Finanzmitteln durch die beteiligten Länderregierungen bestimmt werden. Im Luftfahrtbereich besteht die Möglichkeit eines Verlusts von Marktanteilen gegen aufkommende preisaktive Konkurrenz.
Im Unternehmensbereich "Space Systems" bestehen Risiken in der termingerechten Fertigstellung der laufenden Programme insbesondere in der Rolle als Hauptauftragnehmer mit der Gesamtverantwortung für im Unterauftrag vergebene Arbeiten innerhalb der vorgesehenen Zeitpläne und der vertraglich vereinbarten Preise. Es wurden im Geschäftsjahr 2017 Vorleistungen für die Entwicklung strategisch wichtiger Produktsegmente erbracht. Die Amortisation dieser Vorleistungen muss durch Akquisition entsprechender Anwendungen sichergestellt werden. Um ferner das hohe Niveau des Auftragsbestands zu sichern, sind in den kommenden Perioden Auftragseingänge in der Größenordnung der jeweiligen Gesamtleistung erforderlich.
Im Unternehmensbereich "Aerospace + Industrial Products" ist eine starke Abhängigkeit von weiterhin erfolgreichen Starts sowie der Umsetzung der Kostensenkungsinitiativen durch neue Fertigungstechnologien und -prozesse im Ariane-Programm gegeben.
Die Gesellschaft optimiert die Verfügbarkeiten in der Lieferkette fortlaufend durch die laufende Beobachtung des Beschaffungsmarktes und insbesondere durch die kontinuierliche Überprüfung der Entwicklungs- und Produktionsaktivitäten vor Ort, d.h. beim Lieferanten, über den verstärkten Einsatz der Beschaffungssicherung. Darüber hinaus werden die Aktivitäten hinsichtlich der Erschließung weltweiter, alternativer Beschaffungsquellen verstärkt. Dabei sind kundenspezifische Restriktionen in einzelnen Projekten zu beachten, die eine freie Auswahl der Lieferanten einschränken. Im Unternehmensbereich "Space Systems" bestehen bei der Beschaffung von Subsystemen im Bereich der Zulieferer vereinzelt Risiken, dazu gehören Zeitplan- und Entwicklungsrisiken. In der Regel sind diese Risiken mit ausreichend großen Vorlaufzeiten bekannt, werden durch Lagerbestände oder Dual-Sourcing minimiert.
Im Unternehmensbereich "Aerospace + Industrial Products" bestehen bei der Beschaffung von Long Lead Items für die Ariane 6 durch fehlende Inputs vom Kunden Entwicklungsrisiken, die zu Änderungen in der Bauteildefinition führen. Um diese Risiken zu minimieren, werden die Durchlauf- und Beschaffungszeiten genau definiert und nachgehalten, sodass die Auswirkungen der Änderungen auf den Terminplan rechtzeitig bekannt sind und gegebenenfalls mit dem Kunden abgestimmt werden können.
Das Risikomanagementsystem im Rahmen der Angebotskalkulation und des laufenden Projektmanagements beinhaltet ein regelmäßiges Reporting in abgestufter Form an die Projektleiter und die Geschäftsleitungen der operativen Unternehmen sowie an die OHB SE. Alle Projekte sind hierbei in einen ständigen Controlling- und Monitoringprozess eingebunden, wobei Projekte ab einer bestimmten Größe zusätzlich regelmäßigen Reviews der zuständigen Geschäftsleitungen unterliegen, in denen besonders technische Performance, Zeitplaneinhaltung, Kosten- und Budgeteinhaltung sowie Projektrisikobewertung überwacht und gesteuert werden. Aufgrund der Systematik unseres Geschäftsmodells bestehen naturgemäß Risiken hinsichtlich der Einhaltung von Zeitplänen und Entwicklungsrisiken, die zu erheblichen Projektverzügen und Kosten führen können.
Im kontinuierlichen Prozess der Weiterentwicklung der Informationsdienste und -systeme konnte der bereits erreichte Standard im Datenschutz und in der Datenqualität im Bereich Space Systems im Sinne von Vertraulichkeit, Verfügbarkeit und Integrität erhöht werden. Insbesondere die Implementierung einer Firewall der nächsten Generation und eines gesicherten E-Mail-Gateways gewährleistet eine effiziente Netzwerkkontrolle sowie eine Analyse einund ausgehender Daten. Die Kriterien zur Auswertung werden in strukturierten Prozessen unter Einbeziehung von Fachberatern der öffentlichen Hand kontinuierlich verfeinert, um unser Informationssystem stets auf dem neuesten Stand zu halten. Auf der Hardwareseite wird mit einer schrittweisen Ergänzung und Modernisierung der Infrastruktur weiterhin ein wirksamer Risikoschutz im Lichte der steigenden Gefahr von Cyberkriminalität sichergestellt. Die Bedrohungen und Risiken im IT-Umfeld haben in den letzten Jahren erheblich zugenommen und zeigen auch anhand der aktuellen Behördenfälle, dass die IT-Security permanent und mit hohen finanziellen Mitteln weiterentwickelt werden muss. Die Gesellschaften im Bereich Aerospace + Industrial Products modernisieren und erweitern seit einigen Jahren die Sicherheit ihrer Hard- und Softwarelösungen durch den Einsatz von Best-in-Class-Komponenten renommierter IT-Anbieter. Die Optimierung der komplexen IT-Sicherheitsmechanismen setzt gleichzeitig die Anpassung der IT-Verfahren und IT-Prozesse voraus, um Bedrohungen durch externe Angriffe und innere Gefährdungen kontinuierlich zu reduzieren. Aus diesem Grund arbeitet die IT an umfassenden Sicherheitslösungen, u. a. zweistufige Sicherheitsgateways (Next-Generation Firewalls), Endpoint Protection-Szenarien, komplexe Segmentierung der Firmennetzwerke, Softwarelösungen gegen ZETA (Zero Day Exploit Attacks) und viele weitere Themen, um die Datenintegrität zu gewährleisten sowie den Schutz und die Vertraulichkeit der Daten und damit das Know-how der Unternehmen zu schützen.
Die Lieferungen und Leistungen werden vorwiegend in Euro fakturiert. Fremdwährungsgeschäfte im Dollar-Raum können zu Währungsverlusten bzw. -gewinnen führen. Im Bereich Aerospace + Industrial Products wird der Auftrags- und Forderungsbestand in US-Dollar grundsätzlich durch Devisentermingeschäfte gesichert. Bei den Wertpapieren handelt es sich um langfristige Investitionen mit überschaubaren Risiken. Der Bedarf an Working Capital kann durch erhaltene Anzahlungen für erbrachte Teilleistungen deutlich reduziert werden, dies kann aber nicht in allen Projektphasen kontinuierlich erreicht werden und führt daher zu stark ungleichmäßigen Liquiditätsverläufen. Zur Vermeidung von Liquiditätsrisiken wurde der im Dezember 2013 abgeschlossene Kreditrahmenvertrag mit einem Konsortium aus sieben Großbanken im Mai 2016 ergänzt und im Mai 2017 bis 2022 verlängert. Darüber hinaus wurde eine ergänzende Kreditvereinbarung mit der Europäischen Investitionsbank EIB (Luxemburg) mit einer Laufzeit bis 2024 im Geschäftsjahr 2017 in Anspruch genommen. In Bezug auf die Pensionsrückstellungen erwarten wir für die nächste Periode keine signifikanten weiteren Veränderungen des Zinssatzes.
In einem Arbeitsmarkt, der von Vollbeschäftigung gekennzeichnet ist, gelang es der OHB Gruppe zwar, ihren Bedarf planungsgemäß zu decken, dies jedoch mit deutlich gesteigertem Aufwand im Personalmarketing. Spürbarer als bisher ist vor allem die Verknappung von Kandidatinnen und Kandidaten im Ingenieursmarkt, die über direkt verwertbares Erfahrungswissen verfügen. Entsprechend ist eine vollständige Einsetzbarkeit nur mit deutlich erhöhten Investitionen in den Aufbau raumfahrtspezifischer Qualifikationen zu erreichen. Um dem damit verbundenen Risiko von Zeitverlusten, die sich auf die laufenden Satellitenprogramme auswirken, entgegenzutreten, wurde im Jahr 2017 die Palette von Maßnahmen zur Kompetenzverstärkung stark erweitert. Über Implementierung fachbereichsspezifischer Traineeprogramme sowie die Konzeption dualer Studiengänge und die Hochschulkooperation mit proaktiver Bindung von Studierenden wurde die Basis für einen langfristigen Kompetenzerhalt und -ausbau, der das Wachstum des Geschäfts stützt, gelegt.
Im Geschäftsjahr 2017 bestanden für den OHB-Konzern im Wesentlichen die beschriebenen Risiken. Im Hinblick auf die für die Gesellschaft relevantesten Bereiche Marktentwicklung und Geschäftsaussichten, den Auftragsbestand und die Finanzlage schätzt der Vorstand die zukünftigen Risiken als beherrschbar ein. Risiken, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten, sind derzeit nicht erkennbar.
Der Raumfahrtmarkt bietet mit kontinuierlich neu dazukommenden Anwendungsmöglichkeiten den OHB-Gesellschaften beider Geschäftsbereiche ein prosperierendes Wachstumsfeld. Die systematische Beobachtung aller relevanten Ausschreibungen auf europäischer sowie auf nationaler Ebene eröffnet den OHB-Unternehmen die Chance zur Teilnahme an nahezu allen relevanten Ausschreibungen in Europa. Durch die europaweite Aufstellung der OHB mit starken nationalen Einzelgesellschaften, die sich jeweils auf ausgewählte Technologien und Anwendungen in der Raumfahrt fokussiert haben, bestehen neben den europaweiten Ausschreibungen von Großprojekten zusätzliche Chancen auf Raumfahrtaufträge, die nach dem Prinzip des geografischen Rückflusses durch die ESA an Unternehmen in ihren Mitgliedsstaaten vergeben werden. In den entsprechenden Ländern eröffnen sich für die nationalen Einzelgesellschaften des Konzerns weitere Chancen, Aufträge und Projekte der jeweils nationalen Raumfahrtbehörden zu gewinnen. Die hohe Spezialisierung der einzelnen Gesellschaften innerhalb des OHB-Konzerns führt bei der Ausschreibung von Großprojekten der ESA in der Regel dazu, dass Gesellschaften der OHB SE entweder als Projektführer oder als Subunternehmer des Projektführers an diesen Projekten partizipieren. Das spezifische Raumfahrt-Know-how der Gesellschaften basiert einerseits auf der langjährigen Erfahrung der handelnden Personen im Konzern und andererseits auf der Forschung und Entwicklung in diesem Bereich, durch die frühzeitig zukünftige Themenfelder und Entwicklungen in der Raumfahrt identifiziert und besetzt werden. Der ganz wesentliche Treiber neben den staatlichen Aufträgen und Entwicklungsprojekten ist jedoch die stark zunehmende Kommerzialisierung der Raumfahrt weltweit. Telekommunikation und die zunehmende Erforschung, Kartierung und Darstellung der Erde mit Mitteln und Technologien der Raumfahrt sind hierbei von entscheidender Bedeutung. OHB sieht auch gute Chancen, sich in dem entstehenden Markt der "New Space Economy" zu platzieren. Für notwendige Entwicklungen werden auch eigene Mittel zur Finanzierung eingesetzt, die in enger Koordination mit den Auftraggebern fokussiert werden. Analog zu den leistungswirtschaftlichen Risiken im Projektmanagement können sich aus diesem auch Chancen generieren, die aus einem konsequenten Claim Management basierend auf dem Projekt-Review-Prozess entstehen können.
Das Kontroll- und Risikomanagementsystem ist integraler Bestandteil der Geschäfts-, Planungs-, Rechnungslegungs- und Kontrollprozesse und wesentlicher Bestandteil des Führungssystems der OHB SE und der Unternehmen des Konzerns. Das Risikomanagementsystem der OHB SE steuert Unsicherheiten, denen die Konzernunternehmen ausgesetzt sind, indem systematisch und regelmäßig Gefahren und Chancen identifiziert und bewertet und, wenn notwendig, geeignete (Gegen-)Maßnahmen festgelegt und implementiert werden. Dies umfasst sowohl betriebliche Risiken als auch projektspezifische bzw. technische Risiken, wobei insbesondere Produkt- und Qualitätssicherung eine stetige Überwachung der Design-, Bau- und Integrationsaktivitäten sowie der Zulieferungen von Vorlieferanten vornehmen.
Das monatliche bzw. quartalsweise Berichtswesen, das wesentlicher Bestandteil des Risikomanagements der OHB SE ist, wurde weiter verbessert. Im Rahmen des Berichtswesens werden konzernweit etablierte Controlling-Instrumente eingesetzt, unterstützt durch Business Intelligence-Software. Der Schwerpunkt wird insbesondere auf Soll-Ist-Vergleiche und Abweichungsanalysen gelegt. Budgetierung, regelmäßige Forecasts und Reporting-Gespräche ergänzen das standardisierte Berichtswesen.
Den Prozess der Erstellung des Konzernabschlusses sichert die OHB SE durch verschiedene Maßnahmen ab. Dieses sind neben einem für alle Gesellschaften geltenden Bilanzierungshandbuch regelmäßige Auswertungen der quartalsweise bzw. monatlich zu berichtenden Reports und anlassbezogene Detailanalysen zu Sachverhalten und Entwicklungen sowohl bei den Tochterunternehmen als auch bezogen auf den Gesamtkonzern. Darüber hinaus unterliegt sowohl der Konsolidierungsprozess als auch der Prozess der Erstellung von Konzernanhang und -lagebericht einem Review durch die Leitung des Finanzbereichs und den Vorstand. Hinsichtlich des Rechnungslegungsprozesses ist durch geeignete organisatorische Maßnahmen sichergestellt, dass das Vier-Augen-Prinzip lückenlos eingehalten wird. Zugriffsregelungen im Informationsmanagement-System gewährleisten ein hohes Maß an Datensicherheit. Diese und andere Maßnahmen unterliegen der regelmäßigen Prüfung durch die Interne Revision des Konzerns. Die Rechnungslegung entspricht zudem bei Tochtergesellschaften mit öffentlichen Aufträgen den Anforderungen des öffentlichen Preisrechts.
Zur Minimierung finanzieller Risiken wird das Zahlungsverhalten der Kunden kontinuierlich beobachtet. Neben einem abgestuften Mahnwesen gehören regelmäßige Reports an die zuständigen Geschäftsleitungen zu den Steuerungsinstrumenten. Der Kundenkreis des OHB-Konzerns besteht zu einem großen Teil direkt oder indirekt aus öffentlichen Auftraggebern. Das Forderungsausfallrisiko ist daher sehr gering. In den vergangenen Jahren gab es praktisch keine Forderungsausfälle. Die erhaltenen Anzahlungen resultieren aus Teilzahlungen, die im Rahmen der Projekte für Teilleistungen erfolgen. Dadurch können Liquiditätsrisiken und der Bedarf an Working Capital minimiert werden.
Die Vergütung der Mitglieder des Vorstands setzt sich grundsätzlich aus erfolgsunabhängigen und erfolgsabhängigen Komponenten zusammen. In den derzeitigen Vorstandsverträgen (Laufzeit des Vertrags von Marco Fuchs bis 30. Juni 2018, Laufzeit des Vertrags von Dr. Fritz Merkle bis 30. Juni 2018, Laufzeit des Vertrags von Klaus Hofmann bis 31. Oktober 2018) wird die variable Vergütung bei Marco Fuchs und Ulrich Schulz (Laufzeit des Vertrags von Ulrich Schulz bis 31. Juli 2017) durch eine prozentuale Erfolgsbeteiligung (%-Quote vom EBT) ermittelt. Bei Dr. Fritz Merkle und Klaus Hofmann besteht die variable Vergütung aus einer Kombination aus vereinbarten persönlichen Zielen und dem Geschäftserfolg des Unternehmens. Aktienbasierte Vergütungsbestandteile sowie Vergütungskomponenten mit langfristiger Anreizwirkung bestehen derzeit nicht. Im Fall des Todes eines Vorstandsmitglieds erhalten die Hinterbliebenen Anspruch auf Weiterzahlung der erfolgsunabhängigen Vergütung des Verstorbenen für sechs Monate. Den Vorstandsmitgliedern Marco Fuchs, Dr. Fritz Merkle, Ulrich Schulz und Klaus Hofmann wurde im Geschäftsjahr 2017 jeweils ein Firmenfahrzeug zur Verfügung gestellt. Die Bezüge der Vorstandsmitglieder setzen sich wie folgt zusammen: Insgesamt beliefen sich die festen Bezüge zuzüglich der Nebenleistungen wie Zuschüsse zur Kranken- und Rentenversicherung sowie des Sachbezugs Kfz-Nutzung im Jahr 2017 auf TEUR 1.038 (Vorjahr: TEUR 1.106). Der für die erwartete variable Vergütung zurückgestellte Betrag beträgt TEUR 935. Für das Geschäftsjahr 2016 wurden im Geschäftsjahr 2017 variable Vergütungsbestandteile in Höhe von TEUR 952 ausbezahlt. Marco Fuchs erhielt als feste Bezüge zuzüglich aller Nebenleistungen wie den Zuschüssen zur Krankenversicherung und Altersversorgung TEUR 347 (Vorjahr: TEUR 347). Die variable Vergütung für das Geschäftsjahr 2017 beträgt voraussichtlich TEUR 600 (Vorjahr: TEUR 570). Ulrich Schulz erhielt als feste Bezüge einschließlich aller Nebenleistungen wie den Zuschüssen zur Krankenversicherung und Altersversorgung bis zum 31. Juli 2017 TEUR 133 (Vorjahr: TEUR 223). Die variable Vergütung für das Geschäftsjahr 2017 beträgt voraussichtlich TEUR 100 (Vorjahr: TEUR 190). Dr. Fritz Merkle erhielt als feste Bezüge einschließlich aller Nebenleistungen wie den Zuschüssen zur Krankenversicherung und Altersversorgung TEUR 266 (Vorjahr: TEUR 248). Darüber hinaus erhält Dr. Fritz Merkle voraussichtlich als variable Vergütung für das Geschäftsjahr 2017 TEUR 100 (Vorjahr: TEUR 60). Klaus Hofmann erhielt im Berichtsjahr feste Bezüge einschließlich aller Nebenleistungen wie den Zuschüssen zur Krankenversicherung und Altersversorgung in Höhe von TEUR 292 (Vorjahr: TEUR 288). Darüber hinaus erhält Klaus Hofmann voraussichtlich eine variable Vergütung für das Geschäftsjahr 2017 in Höhe von TEUR 135 (Vorjahr: TEUR 130). Christa Fuchs erhielt von der OHB System AG Hinterbliebenenbezüge i.H. v. TEUR 22 für den im Jahr 2014 verstorbenen Vorstand Prof. Manfred Fuchs. Christa Fuchs erhielt als Vorsitzende des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2017 für das Geschäftsjahr 2016 TEUR 30 (Vorjahr: TEUR 30), Robert Wethmar erhielt TEUR 20 (Vorjahr: TEUR 20) und Prof. Heinz Stoewer erhielt TEUR 20 (Vorjahr: TEUR 20). Auf variable Vergütungsbestandteile für Aufsichtsratsmitglieder wurde verzichtet. Gemäß einer Rahmenvereinbarung mit der Kanzlei Taylor Wessing, bei der Robert Wethmar Partner ist, wurde im vergangenen Geschäftsjahr im Zusammenhang mit Beratungsleistungen für Konzernunternehmen ein Honorar von insgesamt TEUR 82 berechnet.
Das Grundkapital betrug am Bilanzstichtag EUR 17.468.096,00, aufgeteilt in 17.468.096 nennwertlose Inhaber-Stammaktien.
Prof. Dott. Ing. h. c. Manfred Fuchs, Christa Fuchs und Marco Fuchs (gleichzeitig Gesellschafter der VOLPAIA Beteiligungs-GmbH) und die VOLPAIA Beteiligungs-GmbH als Aktionäre der damaligen OHB Teledata AG haben am 20. Dezember 2001 eine Aktionärsvereinbarung (sogenannter Pooling-Vertrag) geschlossen, die hinsichtlich des bestehenden, wie auch künftigen, gebundenen Aktienbesitzes eine einvernehmliche Ausübung der Stimmrechte beinhaltet.
Am 4. Februar 2009 haben die Vertragsparteien des Pooling-Vertrags eine Ergänzungsvereinbarung abgeschlossen. Inhalt dieser Ergänzungsvereinbarung sind Veräußerungsbeschränkungen bezüglich der im Pooling-Vertrag gebundenen Aktien zwischen den Vertragsparteien. Am 10. Juli 2009 haben die Parteien eine Neufassung des Pooling-Vertrags vereinbart. Im Januar 2010 ist Romana Fuchs Mayrhofer diesem Pool beigetreten. Insgesamt werden 69,72% des Grundkapitals in dieser Aktionärsvereinbarung erfasst. Durch den Tod von Prof. Manfred Fuchs im April 2014 ergab sich keine Änderung der Gesamtzahl der im Pool gebundenen Stimmrechte. Der Pooling-Vertrag zwischen Marco Fuchs, Romana Fuchs Mayrhofer, Christa Fuchs und der VOLPAIA Beteiligungs-GmbH ist am 21. Februar 2017 neu gefasst worden, die wesentlichen oben genannten Inhalte blieben dabei unverändert.
Zum Bilanzstichtag hielt Marco Fuchs 34,62% (6.046.610 Aktien) des gezeichneten Kapitals der OHB SE. Die VOLPAIA Beteiligungs-GmbH hielt darüber hinaus 21,35% der Anteile. Gemeinsam mit den von Christa Fuchs (8,03%, 1.401.940 Aktien) und Romana Fuchs Mayrhofer (5,72%, 1.000.000 Aktien) gehaltenen Anteilen sind dies 69,72% (12.178.720 Aktien), die zum Bilanzstichtag über eine Aktionärsvereinbarung an eine einvernehmliche Ausübung der Stimmrechte gebunden sind. Zusätzlich zu den in der Aktionärsvereinbarung gebundenen Stimmrechten hält Romana Fuchs Mayrhofer noch weitere 378.626 Aktien an der OHB SE (2,17%).
Hinsichtlich der Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern wird auf die gesetzlichen Vorschriften des Art. 39 SE-VO und Art. 9 Abs. 1c) ii) SE-VO in Verbindung mit §§84, 85 AktG verwiesen. Der Aufsichtsrat hat gemäß §8 Abs. 2 der Satzung die Befugnis, ein Vorstandsmitglied zum Vorsitzenden des Vorstands zu ernennen und Vorstandsmitglieder als Stellvertreter des Vorsitzenden des Vorstands zu bestellen. Die Vorschriften zur Änderung der Satzung sind in den §§133, 179 AktG geregelt. Der Aufsichtsrat ist nach §21 der Satzung der OHB SE befugt, Änderungen der Satzung zu beschließen, die nur deren Fassung betreffen.
Gemäß Hauptversammlungsbeschluss vom 21. Mai 2015 ist der Vorstand ermächtigt, bis zum 20. Mai 2020 bis zu insgesamt 10% des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Die Ermächtigung ist erteilt worden, um Aktien der Gesellschaft zu allen gesetzlich zulässigen Zwecken zu verwenden, insbesondere zu den folgenden:
Die Gesellschaft hielt am Bilanzstichtag 80.496 Aktien im eigenen Bestand. Dies entspricht einem Anteil am Grundkapital von rund 0,46%. Der Vorstand ist gemäß Hauptversammlungsbeschluss vom 21. Mai 2015 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 20. Mai 2020 durch Ausgabe neuer Aktien gegen Bar- oder Sacheinlagen einmal oder mehrmals das Grundkapital insgesamt um bis zu EUR 8.734.048,00 zu erhöhen. Die neuen Aktien können auch an Arbeitnehmer der Gesellschaft ausgegeben werden. Der Vorstand der Gesellschaft wurde darüber hinaus ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen
• für Spitzenbeträge;
Der Vorstand ist ferner ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats den Inhalt der jeweiligen Aktienrechte und die sonstigen Bedingungen der Aktienausgabe festzulegen. Für weitere Details verweisen wir auch auf die entsprechenden Angaben im Anhang zum Konzernabschluss.
Die Erklärung zur Unternehmensführung ist auf der Internetseite der OHB SE am 19. März 2018 öffentlich zugänglich gemacht worden.
Die Internetadresse lautet:
https://www.ohb.de/de/investor-relations/corporate-governance/erklaerung-zur-unternehmensfuehrung/
Im Juni 2002 hat eine von der Bundesregierung eingesetzte Kommission Empfehlungen für Verfahrens- und Verhaltensweisen verabschiedet, die zusammengefasst als "Deutscher Corporate Governance Kodex" bezeichnet werden. Corporate Governance umfasst das gesamte Unternehmensleitungs- und -überwachungssystem und soll die in Deutschland geltenden Regeln für nationale wie internationale Investoren transparent machen, um so das Vertrauen in die Unternehmensführung deutscher Gesellschaften zu stärken. Aufsichtsrat und Vorstand der OHB SE fühlen sich den im Kodex aufgestellten Prinzipien einer guten, auf Wertschöpfung ausgerichteten Unternehmensführung und -kontrolle verpflichtet und begrüßen die Entwicklung zur Corporate Governance in Deutschland.
Zum Bilanzstichtag hielten Christa Fuchs, Vorsitzende des Aufsichtsrats, 1.401.940 Aktien und Prof. Heinz Stoewer, Mitglied des Aufsichtsrats, 1.000 Aktien. Marco Fuchs, Vorsitzender des Vorstands, hielt 6.046.610 Aktien. Dr. Fritz Merkle, Mitglied des Vorstands, hielt 1.000 Aktien. Die VOLPAIA Beteiligungs-GmbH hielt am 31. Dezember 2017 3.730.170 Aktien. An dieser waren Christa Fuchs zu 20% und Marco Fuchs zu 60% am Stichtag beteiligt.
Im Berichtsjahr sind von Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie nahestehenden juristischen Personen keine Wertpapiergeschäfte vorgenommen worden.
Die OHB SE strebt an, die Besetzung des Aufsichtsrats unter Diversity-Gesichtspunkten durchzuführen, und hat hinsichtlich der Besetzung des Gremiums die nachstehenden Zielvorgaben formuliert; die Mitglieder des Aufsichtsrats sollen insgesamt und nicht jedes Mitglied für sich über die folgenden Kompetenzen verfügen:
Außerdem soll dem Diversity-Gedanken insbesondere mit dem Ziel der Vermeidung einer ausschließlich gleichgeschlechtlichen Besetzung des Aufsichtsrats Rechnung getragen werden. Darüber hinaus wird eine Kombination von Mitgliedern aus dem technischen und kaufmännischen Bereich angestrebt. Die Zahl der unabhängigen Mitglieder des Aufsichtsrats im Sinne von Nummer 5.4.2 des Corporate Governance Kodex soll mindestens eins betragen.
ANGABEN NACH §315A ABS. 1 HGB ERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG CORPORATE GOVERNANCE BERICHT
Mit Christa Fuchs, der Gründerin der OHB System AG und langjährigen kaufmännischen Geschäftsführerin als Aufsichtsratsvorsitzende, Prof. Heinz Stoewer als international erfahrenen Raumfahrtexperten und ehemals führenden Manager bei der ESA und Geschäftsführer der Deutschen Raumfahrtagentur und Robert Wethmar als Partner in einer international tätigen Anwaltskanzlei konnte die gewünschte Vielfalt in Hinblick auf Geschlecht, Fachwissen und internationale Erfahrung in hohem Maße erreicht werden.
Die Prinzipien verantwortungsbewusster und guter Unternehmensführung bestimmen das Handeln der Leitungsund Kontrollgremien der OHB SE. Das Handeln der Gremien der OHB SE ist auf nachhaltigen Erfolg ausgerichtet. Die OHB SE begrüßt daher den Deutschen Corporate Governance Kodex sowie dessen gesetzliche Verankerung. Vorstand und Aufsichtsrat der OHB SE erklären, dass den Verhaltensempfehlungen der von der Deutschen Bundesregierung eingesetzten Kodex-Kommission zur Unternehmensleitung und -überwachung entsprochen wurde und auch in Zukunft entsprochen werden soll. Diese Entsprechenserklärung bezieht sich im Folgenden auf die Fassung des Corporate Governance Kodex vom 7. Februar 2017. Das Verhalten der OHB SE weicht in folgenden Punkten von den Grundsätzen des Corporate Governance Kodex ab:
In der D&O-Versicherung der OHB SE ist für Aufsichtsratsmitglieder kein Selbstbehalt vorgesehen.
Die D&O-Versicherungspolice ist eine Gruppenversicherung für die Organmitglieder des Unternehmens (Vorstand und Aufsichtsrat) sowie eine Vielzahl von Mitarbeitern des Konzerns im In- und Ausland. Eine grundsätzliche Differenzierung zwischen Mitarbeitern und Organmitgliedern wurde in der Vergangenheit für nicht sachgerecht erachtet. Aufgrund des Gesetzes zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung wurde jedoch die Versicherungspolice der Gesellschaft um einen Selbstbehalt für die Mitglieder des Vorstands in der vom Gesetz und Kodex vorgesehenen Höhe ergänzt. Der Gesetzgeber hat jedoch die Einführung eines entsprechenden Selbstbehalts für die Mitglieder des Aufsichtsrats ausdrücklich nicht vorgesehen, lediglich der Kodex enthält eine entsprechende Empfehlung. Vorstand und Aufsichtsrat sehen deswegen auch weiterhin keine Veranlassung, von der bisherigen Handhabung abzuweichen. Die Erwägungen von Vorstand und Aufsichtsrat hierfür beruhen auf der Einschätzung, dass es in erster Linie darum geht, geeignete Persönlichkeiten für das Amt des Aufsichtsrats gewinnen zu können, die mit ihrer Erfahrung im Interesse des Unternehmens eine Bereicherung der Tätigkeit im Aufsichtsrat darstellen. Diesen Bestrebungen liefe es zuwider, wenn die so gewonnenen Aufsichtsratsmitglieder für ihre Tätigkeit nur eingeschränkten Versicherungsschutz genössen.
Vor diesem Hintergrund ist die OHB SE der Ansicht, dass sowohl die Motivation als auch das Verantwortungsbewusstsein der Aufsichtsratsmitglieder nicht durch einen Selbstbehalt verbessert würden, zumal etwaige Selbstbehalte durch die Aufsichtsratsmitglieder selbst versichert werden könnten.
Die Empfehlung des Deutschen Corporate Governance Kodex sieht für die variable Vergütung des Vorstands eine mehrjährige Bemessungsgrundlage vor, die im Wesentlichen zukunftsbezogen sein soll. Vor dem Hintergrund der Entstehungsgeschichte des Unternehmens wird die variable Vergütung der Mitglieder des Vorstands auf der Grundlage des wirtschaftlichen Ergebnisses des vorangegangenen Geschäftsjahres bemessen. Eine mehrjährige Bemessungsgrundlage ist in den derzeitigen Vorstandsverträgen nicht vorgesehen.
Die OHB SE berichtet bereits jährlich im Vergütungsbericht, der Teil des Lageberichts ist, detailliert über die gezahlte Vorstandsvergütung. Darüber hinausgehende Angaben, wie die unter Punkt 4.2.5 empfohlenen Informationen, halten wir im Sinne einer an Relevanz orientierten Berichtspolitik für nicht dienlich. Insbesondere passen die zur Informationsaufbereitung empfohlenen Tabellen nicht zu der tatsächlichen Ausgestaltung der Vergütungsbestandteile des Vorstands, sodass auf eine Darstellung in dieser Form verzichtet wird.
Aus Sicht der OHB SE soll keine Festlegung der Altersgrenze für Vorstandsmitglieder erfolgen, da dies für den Aufsichtsrat eine Einschränkung bei der Auswahl der Vorstandsmitglieder bedeuten würde.
Aufgrund der geringen Anzahl der Aufsichtsratsmitglieder (drei) wird von der Bildung von Ausschüssen abgesehen.
Der Corporate Governance Kodex empfiehlt die Festlegung von Altersgrenzen für Aufsichtsratsmitglieder sowie eine festzulegende Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zu diesem Gremium. Der Aufsichtsrat wird von den Aktionären der OHB SE gewählt. Eine Altersgrenze kann zu starren Regelungen führen und ein nicht gewolltes Ausschlusskriterium begründen, das dem Ziel der Gesellschaft, für die Tätigkeit im Aufsichtsrat Persönlichkeiten mit großer Erfahrung zu gewinnen, zuwiderlaufen könnte. Deswegen wurde einer flexibleren Handhabung mittels einer Entscheidung im Einzelfall der Vorzug gegenüber einer starren Grenze gegeben. Die Einführung einer Begrenzung der Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat halten Vorstand und Aufsichtsrat für nicht angemessen.
Kandidatenvorschläge für den Aufsichtsratsvorsitz werden den Aktionären nicht bekannt gegeben, da nach den gesetzlichen Vorgaben die Wahl des Aufsichtsratsvorsitzenden allein dem Aufsichtsrat obliegt.
Vorstand und Aufsichtsrat der OHB SE
Bremen, 13. Dezember 2017
FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR VOM 1. JANUAR 2017 BIS ZUM 31. DEZEMBER 2017
68 Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
69 Konzerngesamtergebnisrechnung
70 Konzernbilanz
72 Konzernkapitalflussrechnung
73 Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung
74 Konzernanhang
107 Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers
113 Versicherung der gesetzlichen Vertreter
| in TEUR | Anhang | 2017 | 2016 |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | (1) | 825.894 | 699.184 |
| Erhöhung/Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen |
(2) | 515 | −10.948 |
| Andere aktivierte Eigenleistungen | 20.207 | 30.019 | |
| Sonstige betriebliche Erträge | (3) | 13.073 | 10.131 |
| Gesamtleistung | 859.689 | 728.386 | |
| Materialaufwand | (4) | 542.673 | 438.426 |
| Personalaufwand | (5) | 196.846 | 180.211 |
| Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen | (11), (12) | 14.586 | 12.381 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | 61.361 | 54.668 | |
| Betriebsergebnis (EBIT) * | 44.223 | 42.700 | |
| Zinsen und ähnliche Erträge | (6) | 1.495 | 2.245 |
| Zinsen und sonstige Finanzaufwendungen | (6) | 5.240 | 7.478 |
| Währungsgewinne/ -verluste | 147 | −19 | |
| Ergebnis aus At-Equity bewerteten Beteiligungen | (7), (13) | 1.809 | 558 |
| Ergebnis aus Beteiligungen | −196 | 3 | |
| Finanzergebnis | −1.985 | −4.691 | |
| Ergebnis vor Steuern (EBT) ** | 42.238 | 38.009 | |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | (8) | 14.514 | 12.434 |
| Konzernjahresüberschuss | 27.724 | 25.575 | |
| Anteile der Aktionäre der OHB SE am Jahresergebnis | 23.355 | 22.212 | |
| Anteile anderer Gesellschafter am Jahresergebnis | (9) | 4.369 | 3.363 |
| Anzahl der Aktien (in Stück) | 17.387.600 | 17.387.600 | |
| Ergebnis je Aktie (unverwässert in EUR) | (10) | 1,34 | 1,28 |
| Ergebnis je Aktie (verwässert in EUR) | (10) | 1,34 | 1,28 |
* EBIT = Earnings Before Interest and Taxes
** EBT = Earnings Before Taxes
KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG KONZERNGESAMTERGEBNISRECHNUNG
| in TEUR | Anhang | 2017 | 2016 |
|---|---|---|---|
| KONZERNJAHRESÜBERSCHUSS | 27.724 | 25.575 | |
| Neubewertungen von leistungsorientierten Plänen | (23), (25) | 1.529 | −5.523 |
| Neubewertungen von leistungsorientierten Plänen assoziierter Unternehmen |
(23), (25) | −93 | 0 |
| Posten, die nicht in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden | 1.436 | −5.523 | |
| Differenzen aus der Währungsumrechnung | (23) | −99 | −125 |
| Differenzen aus der Währungsumrechnung assoziierter Unternehmen | (23) | 12 | 0 |
| Erfolgsneutrale Bewertung finanzieller Vermögenswerte | (14), (23) | 1.423 | 2.656 |
| Cashflow Hedges | (23) | 155 | −35 |
| Cashflow Hedges assoziierter Unternehmen | (23) | 103 | 0 |
| Posten, die anschließend möglicherweise in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden |
1.594 | 2.496 | |
| Sonstiges Ergebnis nach Steuern | 3.030 | −3.027 | |
| Gesamtergebnis | 30.754 | 22.548 | |
| Davon entfallen auf | |||
| Anteilseigner der OHB SE | 25.938 | 20.251 | |
| andere Gesellschafter | 4.816 | 2.297 |
| in TEUR | Anhang | 31.12.2017 | 31.12.2016 |
|---|---|---|---|
| AKTIVA | |||
| Geschäfts- oder Firmenwert | (11) | 7.131 | 7.488 |
| Übrige immaterielle Vermögenswerte | (11) | 103.217 | 89.967 |
| Sachanlagen | (12) | 77.698 | 60.640 |
| At-Equity-Beteiligungen | (13) | 2.388 | 558 |
| Übrige Finanzanlagen | (14) | 32.610 | 30.979 |
| Sonstige langfristige Forderungen und Vermögenswerte | (15) | 2.152 | 2.491 |
| Wertpapiere | (18) | 219 | 632 |
| Latente Steuern | (8) | 14.134 | 18.615 |
| Langfristige Vermögenswerte | 239.549 | 211.370 | |
| Vorräte | (16) | 48.837 | 50.215 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | (15) | 328.247 | 318.761 |
| Ertragsteuerforderungen | 3.396 | 328 | |
| Sonstige finanzielle und nicht finanzielle Vermögenswerte | (17) | 40.630 | 45.288 |
| Wertpapiere | (18) | 461 | 385 |
| Zahlungsmittel | (19) | 58.578 | 56.567 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 480.149 | 471.544 | |
| Summe Aktiva | 719.698 | 682.914 |
| in TEUR | Anhang | 31.12.2017 | 31.12.2016 |
|---|---|---|---|
| PASSIVA | |||
| Gezeichnetes Kapital | (20) | 17.468 | 17.468 |
| Kapitalrücklage | (21) | 14.923 | 14.923 |
| Gewinnrücklage | (22) | 521 | 521 |
| Eigenkapital aus nicht realisierten Gewinnen/Verlusten | (23) | −2.099 | −4.682 |
| Eigene Anteile | (24) | −781 | −781 |
| Konzerngewinn | 157.599 | 141.199 | |
| Eigenkapital ohne Anteile anderer Gesellschafter | 187.631 | 168.648 | |
| Anteile anderer Gesellschafter | (9) | 19.649 | 14.942 |
| Eigenkapital | 207.280 | 183.590 | |
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | (25) | 96.587 | 100.437 |
| Langfristige sonstige Rückstellungen | (26) | 1.891 | 1.432 |
| Langfristige Finanzverbindlichkeiten | (27) | 30.414 | 349 |
| Langfristige erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen | (28) | 8.291 | 37.398 |
| Latente Steuerverbindlichkeiten | (8) | 36.505 | 31.775 |
| Langfristige Schulden | 173.688 | 171.391 | |
| Kurzfristige Rückstellungen | (26) | 27.977 | 28.160 |
| Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten | (29) | 63.886 | 93.108 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 83.141 | 67.308 | |
| Kurzfristige erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen | (30) | 139.789 | 102.389 |
| Ertragsteuerverbindlichkeiten | 2.711 | 7.981 | |
| Finanzielle und nicht finanzielle sonstige Verbindlichkeiten | (31) | 21.226 | 28.987 |
| Kurzfristige Schulden | 338.730 | 327.933 | |
| Summe Passiva | 719.698 | 682.914 |
| in TEUR | Anhang | 2017 | 2016 |
|---|---|---|---|
| Betriebsergebnis (EBIT) | 44.223 | 42.700 | |
| Gezahlte Ertragsteuern | −14.047 | −2.669 | |
| Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen (+)/Erträge (–) | 0 | −88 | |
| Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen | (11), (12) | 14.586 | 12.381 |
| Veränderungen Pensionsrückstellung | (25) | −3.650 | −3.273 |
| Gewinn (–)/Verlust (+) aus dem Abgang von Vermögenswerten | 44 | 72 | |
| Brutto-Cashflow | 41.156 | 49.123 | |
| Zunahme (–)/Abnahme (+) aktivierte Eigenleistungen | −20.207 | −29.367 | |
| Zunahme (–)/Abnahme (+) der Vorräte | 1.378 | 3.836 | |
| Zunahme (–)/Abnahme (+) der Forderungen und sonstigen Vermögenswerte |
−3.991 | −9.763 | |
| Zunahme (+)/Abnahme (–) der Verbindlichkeiten und Rückstellungen | 8.348 | −19.775 | |
| Zunahme (+)/Abnahme (–) der erhaltenen Anzahlungen | 8.293 | 78.672 | |
| Mittelzufluss/ -abfluss aus laufender Geschäftstätigkeit | 34.977 | 72.726 | |
| Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen |
(11), (12) | −24.676 | −18.381 |
| Einzahlungen aus Abgängen von Vermögenswerten | 25 | 31 | |
| Zinseinzahlungen | 1.222 | 1.310 | |
| Mittelzufluss/ -abfluss aus der Investitionstätigkeit | −23.429 | −17.040 | |
| Dividendenausschüttung | −6.955 | −6.955 | |
| Auszahlungen für die Tilgung von Finanzkrediten | (33) | −37.384 | −49.160 |
| Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzkrediten | (27), (29), (33) |
38.227 | 2.167 |
| Gewinnausschüttung an andere Gesellschafter | −109 | −754 | |
| Zinsauszahlungen | (6) | −3.029 | −3.447 |
| Sonstige Finanzauszahlungen | (6) | −367 | −841 |
| Mittelzufluss/ -abfluss aus der Finanzierungstätigkeit | −9.617 | −58.990 | |
| Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelbestands | 1.931 | −3.304 | |
| Wechselkursbedingte Veränderungen des Finanzmittelbestands | 80 | −78 | |
| Finanzmittelbestand am Anfang der Periode | 56.567 | 59.949 | |
| Finanzmittelbestand am Ende der Periode | (19) | 58.578 | 56.567 |
KONZERNKAPITALFLUSSRECHNUNG KONZERNEIGENKAPITALVERÄNDERUNGSRECHNUNG
| in TEUR | Gezeich netes Kapital |
Kapital rücklage |
Gewinn rücklage |
Eigen kapital aus nicht reali sierten Gewinnen/ Verlusten |
Konzern gewinn |
Eigene Aktien |
Eigen kapital ohne Anteile anderer Gesell schafter |
Anteile anderer Gesell schafter |
Eigen kapital Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| siehe Anhang | (20) | (21) | (22) | (23) | (24) | (9) | |||
| Stand am 01.01.2016 |
17.468 | 14.923 | 521 | −2.721 | 125.942 | −781 | 155.352 | 13.399 | 168.751 |
| Dividendenzahlung (0,40 Euro/Aktie) |
0 | 0 | 0 | 0 | −6.955 | 0 | −6.955 | 0 | −6.955 |
| Konzerngesamt ergebnis |
0 | 0 | 0 | −1.961 | 22.212 | 0 | 20.251 | 2.297 | 22.548 |
| Gewinnausschüt tungen an andere Gesellschafter |
0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | −754 | −754 |
| Stand am 31.12.2016 |
17.468 | 14.923 | 521 | −4.682 | 141.199 | −781 | 168.648 | 14.942 | 183.590 |
| Dividendenzahlung (0,40 Euro/Aktie) |
0 | 0 | 0 | 0 | −6.955 | 0 | −6.955 | 0 | −6.955 |
| Konzerngesamt ergebnis |
0 | 0 | 0 | 2.583 | 23.355 | 0 | 25.938 | 4.816 | 30.754 |
| Gewinnausschüt tungen an andere Gesellschafter |
0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | −109 | −109 |
| Stand am 31.12.2017 |
17.468 | 14.923 | 521 | −2.099 | 157.599 | −781 | 187.631 | 19.649 | 207.280 |
Sitz der Gesellschaft ist die Karl-Ferdinand-Braun-Straße 8 in 28359 Bremen, Deutschland. Sie ist im Handelsregister des Amtsgerichts Bremen unter der Nummer HRB 30268 eingetragen. Die OHB SE übt die Funktion einer aktiven Holdinggesellschaft aus, die die Tochtergesellschaften innerhalb des OHB-Konzerns steuert, und ist gleichzeitig oberstes Mutterunternehmen. Der OHB-Konzern befasst sich vor allem mit der Herstellung und dem Vertrieb von Produkten und Projekten sowie der Erbringung von Dienstleistungen auf dem Gebiet der Hochtechnologie, insbesondere in den Bereichen Luft- und Raumfahrttechnik, Telematik sowie Satellitendienste. Unter dem Dach der OHB SE bestehen die beiden Unternehmensbereiche "Space Systems" und "Aerospace + Industrial Products".
Der Fokus des Unternehmensbereichs "Space Systems" liegt auf der Entwicklung und Umsetzung von Raumfahrtprojekten. Das bedeutet insbesondere die Entwicklung und die Fertigung von erdnahen und geostationären Satelliten für Navigation, Wissenschaft, Kommunikation, Erd- und Wetterbeobachtung und Aufklärung inklusive der wissenschaftlichen Nutzlasten. In der astronautischen Raumfahrt liegen die Schwerpunkte bei Projekten für die Ausstattung und den Betrieb der Internationalen Raumstation ISS. Im Bereich Exploration werden Studien und Konzepte für die Erforschung unseres Sonnensystems mit den Schwerpunkten Mond, Asteroiden und Mars erarbeitet. Aufklärungssatelliten und breitbandige Funkübertragung von Bildaufklärungsdaten sind Kerntechnologien für die Anwendungsbereiche Sicherheit und Aufklärung.
Der Schwerpunkt des Unternehmensbereichs "Aerospace + Industrial Products" liegt in der Fertigung von Produkten für die Luft- und Raumfahrt sowie für andere Industriebereiche. Hier hat sich OHB als bedeutender Ausrüster für Aerospace-Strukturen in der Luft- und Raumfahrt positioniert und ist u.a. größter deutscher Zulieferer für das Ariane-5-Programm sowie etablierter Hersteller von Strukturelementen für Satelliten. Darüber hinaus ist OHB als erfahrener Anbieter von mechatronischen Systemen für Antennen und Teleskope an Großprojekten für Radioteleskope beteiligt. Telematiksysteme von OHB unterstützen weltweit die Logistik durch effiziente Transportsteuerung und Sendungsverfolgung.
Die OHB SE ist nach der Verordnung (EG) 1606/2002 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 19. Juli 2002 verpflichtet, einen Konzernabschluss nach internationalen Rechnungslegungsgrundsätzen (IFRS/IAS) aufzustellen. Der Konzernabschluss ist nach den Vorschriften der am Abschlussstichtag in der EU anzuwendenden International Financial Reporting Standards (IFRS/IAS) sowie unter Berücksichtigung der Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC/SIC) und den ergänzenden Vorschriften des §315 e HGB erstellt.
Der Konzernabschluss wurde unter der Prämisse des Going-Concern- und Anschaffungskostenprinzips aufgestellt, mit Ausnahme von Zeitwertbewertungen für derivative Finanzinstrumente in einer Hedging-Beziehung und zur Veräußerung verfügbarer Finanzinstrumente. Neben der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzerngesamtergebnisrechnung sowie der Konzernbilanz werden die Konzernkapitalflussrechnung und die Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung gezeigt. Im Anhang erfolgt gemäß §285 Nr. 16 HGB die Erklärung, dass die nach §161 Aktiengesetz (AktG) erforderlichen Angaben gemacht wurden. Für die Gewinn- und Verlustrechnung ist das Gesamtkostenverfahren verwendet worden. Die Berichtswährung ist Euro. Alle Beträge werden in Tausend Euro (TEUR) angegeben, soweit nichts anderes vermerkt ist. Wir weisen darauf hin, dass bei der Verwendung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben aufgrund kaufmännischer Rundung Differenzen auftreten können.
Die Kapitalkonsolidierung wird nach der Erwerbsmethode ("Purchase Method") durchgeführt. Alle wesentlichen Tochterunternehmen, die unter der rechtlichen oder faktischen Kontrolle der OHB SE stehen, sind in den Konzernabschluss mit einbezogen.
Verbleibende positive Unterschiedsbeträge zwischen den Anschaffungskosten der Beteiligungen und dem zu Zeitwerten bewerteten Reinvermögen werden nach IFRS 3.32 als Firmenwert aktiviert und ggf. auftretende negative Unterschiedsbeträge werden erfolgswirksam vereinnahmt. Es wurde die Full-Goodwill-Methode angewendet.
Umsatz, Aufwendungen und Erträge sowie Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den einbezogenen Gesellschaften werden verrechnet, ggf. angefallene Zwischengewinne werden eliminiert. Bei Unternehmen, die nach der At-Equity-Methode konsolidiert werden, erfolgt eine Fortschreibung des Beteiligungsansatzes um anteilsmäßig zurechenbare Ergebnisse.
In dem Berichtszeitraum wurden keine Akquisitionen durchgeführt.
Der Konzernabschluss der OHB SE umfasst in voll konsolidierter Form die OHB SE und acht inländische sowie fünf ausländische Tochtergesellschaften und ein assoziiertes inländisches Unternehmen, das At-Equity in den Konzernabschluss einbezogen wird. Die Tabelle "Konsolidierungskreis" zeigt die Tochtergesellschaften und Beteiligungen mit der Beteiligungsquote.
Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum hat sich der Konsolidierungskreis nicht verändert.
Darüber hinaus bestanden Beteiligungen an weiteren Gesellschaften (siehe Tabelle "Weitere Beteiligungen und Finanzanlagen".
Aufgrund des Wesentlichkeitsprinzips im Rahmenkonzept der IFRS/IAS sind die in der Tabelle aufgeführten prinzipiell konsolidierungspflichtigen (Anteilsbesitz OHB-Konzern >20%) Gesellschaften nicht in den Konsolidierungskreis aufgenommen worden. Bei diesen Gesellschaften werden die aktuellen Kennzahlen Umsatz und EBIT kumuliert als nicht wesentliche Beiträge zum Konzernergebnis erachtet. Tochtergesellschaften mit ruhender oder geringer Geschäftstätigkeit, die für die Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie den Cashflow des OHB-Konzerns nur von untergeordneter Bedeutung sind, werden nicht konsolidiert. Die in den Tabellen "Konsolidierungskreis" und "Weitere Beteiligungen und Finanzanlagen" angegebenen Beteiligungsquoten entsprechen den jeweiligen Stimmrechten.
Der Konzernabschluss der OHB SE umfasst in voll konsolidierter Form folgende Gesellschaften: siehe Tabelle "Konsolidierungskreis".
| Konsolidierungskreis | ||||
|---|---|---|---|---|
| ---------------------- | -- | -- | -- | -- |
Name der Gesellschaft Beteiligungsquote in % Konsolidierung OHB System AG, Bremen (D) 100,0 voll konsolidiert ORBCOMM Deutschland Satellitenkommunikation AG, Bremen (D)¹ 100,0 voll konsolidiert OHB Italia S.p.A., Mailand (I) 100,0 voll konsolidiert OHB Sweden AB, Stockholm (S) 100,0 voll konsolidiert Antwerp Space N.V., Antwerpen (B) 100,0 voll konsolidiert LuxSpace Sàrl, Betzdorf (L) 100,0 voll konsolidiert MT Aerospace Holding GmbH, Bremen (D) 70,0 voll konsolidiert MT Aerospace AG, Augsburg (D)² 100,0 voll konsolidiert MT Aerospace Grundstücks GmbH&Co. KG, Augsburg (D)³ 100,0 voll konsolidiert MT Mechatronics GmbH, Mainz (D)³ 100,0 voll konsolidiert MT Aerospace Guyane S.A.S., Kourou (GUF)³ 100,0 voll konsolidiert Aerotech Peissenberg GmbH&Co. KG, Peissenberg (D)² 43,3 At-Equity OHB Teledata GmbH, Bremen (D) 100,0 voll konsolidiert OHB Digital Services GmbH, Bremen (D) (vormals Megatel GmbH) 74,9 voll konsolidiert
1 gehalten von der OHB System AG
2 gehalten von der MT Aerospace Holding GmbH
3 gehalten von der MT Aerospace AG
| Name der Gesellschaft | Beteili gungs quote in % |
Beteili gungs ansatz TEUR |
Eigenkapital TEUR |
Jahresüber schuss/ -fehlbetrag TEUR |
letztes Ge schäftsjahr, für das ein Abschluss vorliegt |
|---|---|---|---|---|---|
| OHB France S.A.S., Paris (F) * | 100,0 | 37 | 12 | 1 | 2016 |
| OHB Venture Capital GmbH, Weßling (D) * | 100,0 | 126 | 8 | −2 | 2016 |
| OHB Logistic Solutions GmbH, Bremen (D) * | 55,0 | 1.910 | 2.143 | −282 | 2016 |
| KT Verwaltungsgesellschaft mbH, Bremen (D) * | 100,0 | 25 | 19 | −1 | 2016 |
| MT Dezentrale Energiesysteme GmbH, Augsburg (D) * | 100,0 | 1.023 | 1.022 | 0 | 2016 |
| MT Mecatronica s.r.l., Cagliari (I) * | 100,0 | 10 | 45 | 20 | 2017 |
| MT Management Service GmbH, Augsburg (D) * | 100,0 | 27 | 25 | 266 | 2016 |
| M2M Europe Network and Solutions Ges.mbH, Bregenz (A)* | 100,0 | 35 | n/a | n/a | n/a |
| MT Mecatrònica SpA, Santiago de Chile (RCH) * | 99,9 | 530 | 219 | 8 | 2017 |
| MT Satellite Products Ltd., Wolverhampton (GB) * | 100,0 | 161 | 376 | 6 | 2017 |
| MILET Grundstücks-Verwaltungsgesellschaft mbH, Augsburg (D) * |
100,0 | 28 | 27 | 1 | 2016 |
| Aerotech Beteiligungs GmbH, Peissenberg (D) * | 43,0 | 12 | 30 | 1 | 2015 |
| COSMOS Space Systems AG, Bremen (D) * | 66,6 | 40 | 76 | 0 | 2016 |
| COSMOS International Satellitenstart GmbH, Bremen (D) * | 49,9 | 13 | 222 | 1 | 2016 |
| RST Radar Systemtechnik GmbH, Salem (D) * | 22,7 | 190 | 558 | −652 | 2016 |
| Antares S.c.a.r.l., San Giorgio Del Sannio (I) * | 24,0 | 128 | 160 | −36 | 2016 |
| beos GmbH, Bremen (D) | 12,0 | 60 | 481 | 25 | 2016 |
| Arianespace Participation, Evry (F) | 8,3 | 8.328 | n/a | n/a | n/a |
| ORBCOMM Inc., Rochelle Park NJ (USA) | 3,1 | 18.941 | 204.634 | −34.054 | 2017 |
| ORBCOMM Europe LLC, Delaware (USA) * | 50,0 | 2 | n/a | n/a | n/a |
| OHB Satellitenbetrieb GmbH, Bremen (D) * (vormals OHB Marine Technologie GmbH) |
100,0 | 25 | 601 | 0 | 2016 |
| Blue Horizon s.à r.l., Betzdorf (Lux) * | 100,0 | 6 | n/a | n/a | n/a |
| ATB Institut für angewandte Systemtechnik Bremen GmbH, Bremen (D) |
5,0 | 26 | 610 | 22 | 2016 |
| Nexus Space LLC, Centennial CO (USA) * | 45,0 | n/a | n/a | n/a | n/a |
| OHB Uzay, Teknolojileri Limited Sirketi, Ankara (TR) * | 100,0 | 88 | n/a | n/a | n/a |
| OHB Czechspace s.r.o., Klatovy (CZ) * | 100,0 | 23 | n/a | n/a | n/a |
| OHB Digital Maritime Services GmbH, Bremen (D) * | 50,1 | 25 | n/a | n/a | n/a |
* unter Materiality-Gesichtspunkten nicht im Geschäftsjahr konsolidiert
Debitorische Rechnungsstellungen erfolgen zum überwiegenden Teil in Euro. Eingangs- und Ausgangsrechnungen in fremder Währung wurden jeweils zum Stichtagskurs bzw. bei bestehender Sicherung zum Sicherungskurs umgerechnet und eingebucht. Bankkonten in Fremdwährung wurden zum Kurs am Bilanzstichtag bewertet. Der Jahresabschluss der selbstständigen ausländischen Tochtergesellschaft OHB Sweden AB wurde in der einheimischen Währung (SEK) erstellt und nach dem Konzept der funktionalen Währung gemäß IAS 21 umgerechnet. Der sich aus der Umrechnung des Eigenkapitals ergebende Währungsunterschied wird im sonstigen Ergebnis unter "Differenzen aus Währungsumrechnung" erfasst.
Neu herausgegebene
Rechnungslegungsvorschriften
Das International Accounting Standards Board (IASB) und das IFRIC haben die folgenden Standards und Interpretationen geändert, die für das Geschäftsjahr 2017 verpflichtend anzuwenden sind:
Der Konzern hat alle ab dem 1. Januar 2017 verpflichtend anzuwendenden Rechnungslegungsnormen umgesetzt. Aus der Anwendung ergeben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den vorliegenden Konzernabschluss.
Neu herausgegebene Rechnungslegungsvorschriften, die noch nicht angewendet worden sind Das IASB hat Standards, Interpretationen und Änderungen zu bestehenden Standards herausgegeben, deren Anwendung jedoch noch nicht verpflichtend ist bzw. erst in späteren Berichtsperioden verpflichtend ist und die von der OHB SE auch nicht vorzeitig angewandt werden.
| Anwen | ||
|---|---|---|
| dungszeit | ||
| in EU-Recht übernommene IFRS | punkt (EU) | |
| Klarstellungen zu IFRS 15 (Erlöse aus Verträgen mit Kunden) |
01.01.18 | |
| Änderungen an IFRS 4 (Versicherungsverträge) durch Anwendung von IFRS 9 (Finanzinstrumente) |
01.01.18 | |
| Jährliche Verbesserungen der IFRS (Zyklus 2014−2016) – IFRS 1, IFRS 12, IAS 28 |
01.01.18 | |
| Änderung an IAS 40: Übertragungen von als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien |
01.01.18 | |
| Änderungen an IFRS 2: Klassifizierung und Bewertung von Geschäftsvorfällen mit anteils basierter Vergütung |
01.01.18 | |
| Transaktionen in fremder Währung und im Voraus gezahlte Gegenleistungen IFRIC 22 |
01.01.18 | |
| Steuerrisikopositionen aus Ertragsteuern IFRIC 23 |
01.01.19 | |
| Änderung an IFRS 9: Vorzeitige Rückzahlungsop tionen mit negativer Vorfälligkeitsentschädigung |
01.01.19 | |
| Änderung an IAS 28: Langfristige Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschafts unternehmen |
01.01.19 | |
| Jährliche Verbesserungen der IFRS (Zyklus 2015−2017) – IFRS 3, IFRS 11, IAS 12, IAS 23 |
01.01.19 | |
| Versicherungsverträge IFRS 17 | 01.01.21 | 77 |
Das IASB veröffentlichte im Juli 2014 IFRS 9, Finanzinstrumente. IFRS 9 führt einen einheitlichen Ansatz zur Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten ein. Als Grundlage bezieht sich der Standard dabei auf die Zahlungsstromeigenschaften und das Geschäftsmodell, nach dem sie gesteuert werden. Ferner sieht er ein neues Wertminderungsmodell vor, das auf den erwarteten Kreditausfällen basiert. IFRS 9 enthält zudem neue Regelungen zur Anwendung von Hedge Accounting, um die Risikomanagementaktivitäten eines Unternehmens besser darzustellen, insbesondere im Hinblick auf die Steuerung von nicht finanziellen Risiken. OHB wird IFRS 9 erstmalig auf das Geschäftsjahr beginnend am 1. Januar 2018 anwenden. Es werden keine wesentlichen Auswirkungen auf Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung erwartet.
Das IASB veröffentlichte im Mai 2014 IFRS 15, Erlöse aus Verträgen mit Kunden. Nach dem neuen Standard soll die Erfassung von Umsatzerlösen die Übertragung der zugesagten Güter oder Dienstleistungen an den Kunden mit dem Betrag abbilden, der jener Gegenleistung entspricht, die das Unternehmen im Tausch für diese Güter oder Dienstleistungen voraussichtlich erhalten wird. Umsatzerlöse werden realisiert, wenn der Kunde die Verfügungsmacht über die Güter oder Dienstleistungen erhält. IFRS 15
enthält ferner Vorgaben zum Ausweis der auf Vertragsebene bestehenden Leistungsüberschüsse oder -verpflichtungen. Dies sind Vermögenswerte und Verbindlichkeiten aus Kundenverträgen, die sich abhängig vom Verhältnis der vom Unternehmen erbrachten Leistung und der Zahlung des Kunden ergeben.
IFRS 15 ersetzt IAS 11, Fertigungsaufträge, und IAS 18, Umsatzerlöse, sowie die dazugehörigen Interpretationen. Der Standard ist erstmalig für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen; eine vorzeitige Anwendung ist zulässig.
Das Unternehmen wird den Standard für das Geschäftsjahr beginnend am 1. Januar 2018 anwenden, der Ausweis der Vergleichsperiode wird nach der modifizierten retrospektiven Methode dargestellt.
Es wird sich für bestimmte Vertragsarten der zeitliche Anfall der Umsatzerlöse ändern. Bei einer Konzerngesellschaft führt die Anwendung von IFRS 15.21a) dazu, dass ein langfristiger Fertigungsauftrag aufgrund einer wesentlichen Vertragsänderung in zwei separat bewertete Teile aufgeteilt wird. In einer Konzerngesellschaft werden bislang als Produktgruppe unter einem einheitlichen Ansatz bewertete langfristige Fertigungsaufträge künftig separat bewertet.
Basierend auf durchgeführten Analysen ist zu erwarten, dass die weit überwiegende Anzahl von Fertigungsaufträgen, die derzeit nach der Percentage-of-Completion-Methode bilanziert werden, auch weiterhin die Voraussetzungen für eine zeitraumbezogene Realisierung von Umsatzerlösen erfüllt. Daneben geht das Unternehmen von Änderungen in der Bilanz (zum Beispiel durch separate Posten für Vertragsvermögenswerte und -verbindlichkeiten) und zusätzlichen quantitativen und qualitativen Anhangangaben aus. OHB erwartet eine Auswirkung auf seinen Konzernabschluss in Höhe von EUR 20−25 Mio., die erfolgsneutral in Form einer Minderung der Gewinnrücklage im Eigenkapital abgebildet wird.
Das IASB veröffentlichte im Januar 2016 IFRS 16, Leasingverhältnisse. IFRS 16 schafft die bisherige Klassifizierung von Leasingverträgen auf Leasingnehmerseite in Operating- und Finance-Leasing-Verhältnisse ab. Stattdessen führt IFRS 16 ein einheitliches Leasingnehmerbilanzierungsmodell ein, nach dem Leasingnehmer verpflichtet sind, für Leasingverträge mit einer Laufzeit von mehr als zwölf Monaten Vermögenswerte (für das Nutzungsrecht) und Leasingverbindlichkeiten anzusetzen. Dies führt dazu, dass bisher nicht bilanzierte Leasingverhältnisse künftig – weitgehend vergleichbar mit der heutigen Bilanzierung von Finance-Leasing-Verhältnissen – bilanziell als Nutzungsrecht zu erfassen sind. IFRS 16 ist für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2019 beginnen; eine vorzeitige Anwendung ist zulässig, wenn IFRS 15 bereits angewendet wird. OHB erwartet eine wesentliche Auswirkung aus der Anwendung von IFRS 16 auf den Konzernabschluss aufgrund der Einbeziehung von Mietverhältnissen für die betrieblich genutzten Immobilien, welche als Nutzungsrecht abzubilden sind. Gleichzeitig erfolgt die Erfassung einer Leasingverbindlichkeit.
Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden haben sich gegenüber dem Vorjahr nicht verändert.
Umsatzerlöse und sonstige betriebliche Erträge zählen im Bereich der Serienfertigung ab Erbringung der Leistung bzw. mit Übergang der Gefahren auf den Kunden als realisiert. Im Bereich langfristige Auftragsfertigung wird nach IAS 11 die Percentage-of-Completion-Methode unter Einrechnung angemessener Sicherheitsabschläge für künftige unerwartete Risiken angewendet, soweit Teilgewinne hinreichend genau auf Basis des Fertigstellungsgrades ermittelt werden konnten. Hierbei wird der Fertigstellungsgrad anhand der bis zum Bilanzstichtag aufgelaufenen Auftragskosten im Verhältnis zu den geplanten gesamten Auftragskosten ermittelt. Die Auftragserlöse ergeben sich aus der Multiplikation des ermittelten Fertigstellungsgrades mit den vertraglich vereinbarten Erlösen einschließlich nachträglicher vertraglicher Ergänzungen. Die zum Bilanzstichtag in Arbeit befindlichen langfristigen Projekte (verbleibende Projektlaufzeit von ein bis sieben Jahre) wurden, sofern ein Teilgewinn mit hinreichender Sicherheit nicht geschätzt werden konnte, zu Herstellungskosten zzgl. erstattungsfähiger Verwaltungsgemeinkosten als Umsatz erfasst. Projekte mit Teilgewinnrealisierung werden nach IAS 11.22 unter den Umsatzerlösen ausgewiesen. Die entsprechenden Auftragskosten sind im Material- und sonstigen Aufwand des Geschäftsjahres enthalten. Zudem werden Umsatzerlöse aus Geschäftsvorfällen nach IAS 18 realisiert, im Wesentlichen aus dem Verkauf von Gütern und der Erbringung von Dienstleistungen, wenn die Höhe der Erlöse verlässlich bestimmt werden kann und wenn es hinreichend wahrscheinlich ist, dass dem Konzern der wirtschaftliche Nutzen zufließen wird. Bei einer Laufzeit von über einem Jahr werden die Forderungen als langfristig klassifiziert.
Entwicklungsausgaben sind nach IAS 38.57 zu aktivieren, wenn ein neu entwickeltes Produkt oder Verfahren eindeutig abgegrenzt werden kann, technisch realisierbar ist und entweder die eigene Nutzung oder die Vermarktung vorgesehen ist. Weiterhin setzt die Aktivierungsfähigkeit voraus, dass die Entwicklungsausgaben mit hinreichender Wahrscheinlichkeit durch künftige Finanzmittelzuflüsse gedeckt werden. Die Bewertung erfolgt auf Basis der angefallenen Herstellungskosten, im Wesentlichen Entwicklungsstunden bewertet mit dem jeweiligen Stundensatz. Im Geschäftsjahr sind Forschungs- und Entwicklungskosten in Höhe von EUR 9,7 Mio. (Vorjahr: EUR 11,6 Mio.) als Aufwand erfasst worden, da die Kriterien nach IAS 38.57 nicht erfüllt wurden. Von insgesamt EUR 32,9 Mio. (Vorjahr: EUR 44,6 Mio.) Entwicklungskosten wurden insgesamt EUR 18,7 Mio. (Vorjahr: EUR 29,3 Mio.) aktiviert. Für EUR 3,9 Mio. (Vorjahr: EUR 3,7 Mio.) wurden Zuwendungen vereinnahmt. Die Erlöse aus Zuwendungen für Entwicklungsleistungen werden bezogen auf den Zeitpunkt der Entstehung der Kosten erfasst. Bei den Erlösen aus Zuwendungen erfolgt keine Saldierung mit den Aufwendungen (Bruttoausweis). Gegenwärtig sind keine Anzeichen festzustellen, dass Bedingungen von Zuwendungsgebern nicht erfüllt werden können.
Das Finanzergebnis enthält die Ergebnisse aus At-Equity-Beteiligungen und übrigen Beteiligungen einschließlich der Gewinne aus der Veräußerung von Finanzanlagen, Abund Zuschreibungen auf Finanzanlagen, den sonstigen Finanzaufwendungen aus Verbindlichkeiten, Dividenden, Zinserträge aus Forderungen sowie Währungsgewinne und -verluste. Der Zinsertrag wird ergebniswirksam nach der Effektivzinsmethode erfasst. Dividenden werden ergebniswirksam vereinnahmt, wenn ein Ausschüttungsbeschluss vorliegt. Der Zinsaufwand aus Pensionsrückstellungen wird ebenfalls im sonstigen Finanzaufwand ausgewiesen.
Zu jedem Bilanzstichtag überprüft die OHB die Buchwerte der immateriellen Vermögenswerte dahingehend, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen könnten. In diesem Falle wird der erzielbare Betrag des betreffenden Vermögenswerts ermittelt, um den Umfang einer evtl. vorzunehmenden Wertberichtigung festzustellen. Der erzielbare Betrag entspricht dabei dem um die möglichen Veräußerungskosten verminderten Zeitwert oder dem Nutzungswert, dabei ist für die Bilanzierung der höhere Wert maßgeblich. Fremd erworbene immaterielle Vermögenswerte als Aktiva sind im Wesentlichen Softwareprogramme und Lizenzen. Diese werden linear mit einer Nutzungsdauer zwischen ein und 15 Jahren abgeschrieben. Die Abschreibung aktivierter Eigenleistungen erfolgt linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer von vier bis 15 Jahren. Für Zwecke der Prüfung auf Wertminderung ist der Geschäfts- oder Firmenwert auf jede der Zahlungsmittel generierenden Einheiten des Konzerns aufzuteilen, von denen erwartet wird, dass sie einen Nutzen aus den Synergien des Zusammenschlusses ziehen können. Zahlungsmittel generierende Einheiten, denen ein Teil des Geschäfts- oder Firmenwerts zugeteilt wurde, werden mindestens einmal jährlich auf Wertminderung geprüft. Wenn der erzielbare Betrag einer Zahlungsmittel generierenden Einheit kleiner ist als der Buchwert der Einheit, ist der Wertminderungsaufwand zunächst dem Buchwert eines jeglichen der Einheit zugeordneten Geschäfts- oder Firmenwerts und dann anteilig den anderen Vermögenswerten auf Basis der Buchwerte eines jeden Vermögenswerts innerhalb der Einheit zuzuordnen.
Zu jedem Bilanzstichtag überprüft die OHB die Buchwerte der Sachanlagen dahingehend, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen könnten. In diesem Falle wird der erzielbare Betrag des betreffenden Vermögenswerts ermittelt, um den Umfang einer evtl. vorzunehmenden Wertberichtigung festzustellen. Der erzielbare Betrag entspricht dabei dem um die möglichen Veräußerungskosten verminderten Zeitwert oder dem Nutzungswert, dabei ist für die Bilanzierung der höhere Wert maßgeblich. Die Vermögenswerte des Sachanlagevermögens werden zu ihren Anschaffungs- und Herstellungskosten aktiviert und planmäßig gemäß der erwarteten Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Erhaltungsaufwendungen, die den Wert der Vermögenswerte des Sachanlagevermögens nicht erhöhen oder deren Nutzungsdauer nicht wesentlich verlängern, werden als laufende Aufwendungen behandelt. Wesentliche Erneuerungen und Verbesserungen werden aktiviert. Abgänge werden sowohl bei den historischen Anschaffungskosten als auch bei den kumulierten Abschreibungen erfasst. Gewinne und Verluste aus dem Abgang von Vermögenswerten des Anlagevermögens werden in den "Sonstigen betrieblichen Erträgen oder Aufwendungen" berücksichtigt. Die Abschreibungszeiträume des Sachanlagevermögens betragen für Gebäude zwischen zehn und 33 Jahren, für Maschinen und technische Anlagen fünf bis zehn Jahre und für andere Anlagen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung drei bis zehn Jahre.
In den Konsolidierungskreis einbezogene assoziierte Unternehmen werden mit ihren Anschaffungskosten unter Berücksichtigung anteiliger Jahresergebnisse bilanziert. Im Rahmen der Werthaltigkeitsprüfung wird der Buchwert eines assoziierten Unternehmens mit dem erzielbaren Betrag verglichen und falls dieser geringer ist als der Buchwert, ist eine Wertminderung in Höhe des Differenzbetrags vorzunehmen.
Übrige Finanzanlagen werden zum Zeitpunkt des Zugangs mit ihrem Zeitwert zum Erfüllungstag unter Berücksichtigung von Transaktionskosten bilanziert. Sofern sie der Kategorie zur Weiterveräußerung gehalten ("available for sale") zugeordnet sind, erfolgt auch die Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert. Daraus resultierende Gewinne oder Verluste werden zunächst im sonstigen Ergebnis erfasst, bis der finanzielle Vermögenswert ausgebucht wird. Zu diesem Zeitpunkt sind die kumulierten Gewinne oder Verluste in die Gewinn- und Verlustrechnung umzugliedern. Die übrigen Finanzanlagen sind der Bewertungskategorie "available for sale" zugeordnet und enthalten überwiegend die Beteiligungen an der ORBCOMM Inc.
Die Vorräte werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder mit dem niedrigeren Nettoveräußerungswert am Bilanzstichtag bewertet. Die Herstellungskosten setzen sich aus den Material- und Fertigungseinzelkosten, Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie Abschreibungen auf Anlagen zusammen. Darüber hinaus sind Verwaltungsgemeinkosten enthalten. Teile des Vorratsvermögens werden im "gleitenden Durchschnittsverfahren" bewertet.
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige finanzielle Forderungen, Zahlungsmittel und sonstige Vermögenswerte sind beim erstmaligen Ansatz am Erfüllungstag mit ihrem Zeitwert abzüglich Transaktionskosten bilanziert worden. Sie werden im Rahmen der Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet. Die Zuordnung erfolgt zur Kategorie Ausleihungen und Forderungen ("loans and receivables"). Bestehen in einzelnen Fällen begründete Zweifel, ob Forderungen eingebracht werden können, wurden diese abgeschrieben oder mit dem niedrigeren realisierbaren Betrag angesetzt.
Die beizulegenden Zeitwerte werden anhand der Börsenkurse/Marktpreise zum Bilanzstichtag bestimmt. Bei der Bewertung der langfristigen Wertpapiere wurden die Regelungen von IAS 39 und IFRS 7 (Reclassification of Financial Assets) angewendet. Wertänderungen von Sicherungsgeschäften im Rahmen von Bewertungseinheiten werden bis zur Realisierung in der Gesamtergebnisrechnung und in der Position Eigenkapital aus nicht realisierten Gewinnen und Verlusten erfasst.
Nach IAS 12 führen vorübergehende Differenzen zwischen steuerlichen Wertansätzen für Vermögenswerte und Schulden einerseits und andererseits deren Ansatz nach IFRS/IAS zur Abgrenzung latenter Steuern. Für die Berechnung der inländischen latenten Steuern gilt für den OHB-Konzern ein einheitlicher Steuersatz von 32%. Die Ertragsteuern 2017 wurden detailliert mit differenzierten Steuersätzen ermittelt. Mit der Anwendung von IAS 12 werden latente Steuerverrechnungsansprüche berücksichtigt.
Latente Steuerforderungen werden in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass ein zu versteuernder Gewinn verfügbar sein wird, gegen den die temporäre Differenz verwendet werden kann. Dies gilt auch für latente Steuerforderungen auf steuerliche Verlustvorträge. Sollte die Realisierung der aktiven latenten Steuern unwahrscheinlich sein, werden diese um den entsprechenden Betrag wertberichtigt.
Latente Steuerforderungen und Steuerverbindlichkeiten werden nur saldiert, sofern sich die latenten Steuern auf Ertragsteuern beziehen, die von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden, und sofern die laufenden Steuern gegeneinander verrechnet werden.
IAS 32 (Financial Instruments: Disclosure and Presentation) regelt, dass Eigenkapital aus Sicht des Unternehmens nur dann vorliegt, wenn keine Verpflichtung zur Rückzahlung des Kapitals oder zur Lieferung von anderen finanziellen Vermögenswerten besteht. Das Eigenkapital umfasst das gezeichnete Kapital, die Kapitalrücklage, Eigenkapital aus nicht realisierten Gewinnen/ Verlusten und die Gewinnrücklage sowie die aufgelaufenen Gewinnvorträge.
Die Pensionsverpflichtungen für die leistungsorientierten Altersversorgungspläne werden gemäß IAS 19 (Leistungen an Arbeitnehmer) nach der Projected-Unit-Credit-Methode berechnet. Die zu erwartenden Versorgungsleistungen werden über die gesamte Beschäftigungszeit der Mitarbeiter verteilt.
Die sonstigen Rückstellungen sind gemäß IAS 37 für Sachverhalte zuverlässig geschätzt worden, aus denen sich aufgrund gegenwärtiger Verpflichtungen ein Zahlungsmittelabfluss ergeben wird. Basis der Schätzungen waren im Wesentlichen detaillierte Kalkulationen. Rückstellungen, für welche ein Mittelabfluss erst nach zwölf Monaten erwartet wird, werden als langfristig eingestuft und mit dem Barwert der zukünftigen Mittelabflüsse angesetzt.
Verbindlichkeiten umfassen die Finanzverbindlichkeiten, die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Verbindlichkeiten und sind der Kategorie finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten ("FLAC") zugeordnet. Die Finanzschulden werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bilanziert. Die Erstbewertung erfolgt zum Zeitwert unter Einbeziehung von Transaktionskosten.
Es handelt sich bei Leasingverhältnissen um eine Vereinbarung, in deren Rahmen der Leasinggeber dem Leasingnehmer gegen eine Zahlung oder eine Reihe von Zahlungen das Recht auf Nutzung eines Vermögenswerts für einen vereinbarten Zeitraum überträgt. Es muss eine Klassifizierung in Operating-Leasing oder Finanzierungsleasing erfolgen.
Es erfolgt keine Aktivierung von im Rahmen des Operating-Leasings genutzten Vermögenswerten. Zu leistende Leasingzahlungen werden periodengerecht ergebniswirksam erfasst.
Bei Finanzierungsleasing handelt es sich um ein Leasingverhältnis, bei dem alle wesentlichen mit dem Eigentum verbundenen Risiken und Ertragschancen eines Vermögenswerts übertragen werden. Im Berichtsjahr lagen keine Leasingverhältnisse vor, bei denen es sich um Finanzierungsleasing handelt.
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind teilweise Annahmen und Schätzungen notwendig, die sich auf Höhe und Ausweis bilanzierter Vermögenswerte und Schulden, Erträge und Aufwendungen sowie Eventualverbindlichkeiten auswirken. Die tatsächlichen Werte können in Einzelfällen von den getroffenen Annahmen und Schätzungen abweichen. Änderungen werden zum Zeitpunkt einer besseren Erkenntnis erfolgswirksam.
Die Beurteilung der Aktivierung von eigenfinanzierten Entwicklungsleistungen wurde auf Basis der Schätzung zukünftiger Erlöse vorgenommen. Die Werthaltigkeit von Firmenwerten wird jährlich im Rahmen eines Impairment-Tests geprüft. Im Rahmen dieses Tests müssen vor allem im Hinblick auf künftige Zahlungsmittelüberschüsse Schätzungen vorgenommen werden. Künftige Änderungen der gesamtwirtschaftlichen Lage, der Branchen oder Unternehmenssituation können zu Reduktionen der Zahlungsmittelüberschüsse und damit zu einer außerplanmäßigen Abschreibung der Firmenwerte führen. Technischer Fortschritt, eine Verschlechterung der Marktsituation oder Schäden können zu einer außerplanmäßigen Abschreibung der Sachanlagen führen. Zur Sensitivität verweisen wir auf die Ausführungen zum Impairment-Test (vgl. Abschnitt 11).
Die Beurteilung des Auftragsfortschritts bei langfristigen Fertigungsaufträgen erfolgt – bei Vorliegen der Voraussetzungen – auf Basis der Percentage-of-Completion-Methode. Dabei werden die angefallenen Kosten in das Verhältnis zu den erwarteten Gesamtkosten gesetzt, um den Fertigstellungsgrad zu ermitteln. Direkte Ergebnisänderungen können sich durch veränderte Stunden- oder Kostenschätzungen, aber auch durch die Ergebnisse von Vertragsergänzungen ergeben.
Bei der Ermittlung der Pensionsrückstellungen kommt es durch die Auswahl der Prämissen und Trendannahmen, durch den Ansatz biometrischer Wahrscheinlichkeiten sowie durch anerkannte Näherungsverfahren bei der Ermittlung der Rente gegebenenfalls zu Abweichungen von den tatsächlichen im Zeitablauf entstehenden Zahlungsverpflichtungen (zu möglichen Veränderungen vgl. Abschnitt (25) zu Pensionen).
Für die Bildung von Steuerrückstellungen und die Werthaltigkeitsprüfung von aktiven latenten Steuern sind ebenfalls Schätzungen vorzunehmen. Bei der Beurteilung der Werthaltigkeit aktiver latenter Steuern können Unsicherheiten im Hinblick auf die Auslegung komplexer Steuervorschriften sowie hinsichtlich Höhe und Zeitpunkt künftiger zu versteuernder Einkünfte bestehen.
Sonstige Rückstellungen werden aufgrund von vorliegenden Erkenntnissen und im Rahmen der üblichen Ermessensspielräume gebildet.
Aufgrund der aktuellen Welt- und Finanzmarktsituation können zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine zuverlässigen Annahmen über die Bandbreite möglicher Anpassungen im Geschäftsjahr 2018 bei den Schätzungen getroffen werden.
Die Auftragserlöse aus langfristiger Fertigung nach IAS 11 betrugen im Geschäftsjahr TEUR 738.997 (Vorjahr: TEUR 574.687). Die dazugehörigen Auftragskosten betrugen TEUR 705.215 (Vorjahr: TEUR 539.818).
Der Umsatz verteilt sich auf die Produktgruppen und Dienstleistungen wie folgt:
| in TEUR | 2017 | 2016 |
|---|---|---|
| Raumfahrt | 792.567 | 660.168 |
| Luftfahrt | 14.635 | 16.139 |
| Antennen | 9.786 | 12.113 |
| Sonstige | 8.906 | 10.764 |
| Gesamt | 825.894 | 699.184 |
Zusätzliche Angaben zur PoC-Bewertung (IAS 11)
| 2017 in TEUR |
aktivischer Saldo |
passivischer Saldo |
Summe |
|---|---|---|---|
| Kosten + Gewinn |
3.191.918 | 778.150 | 3.970.068 |
| Erhaltene Anzahlungen |
2.934.284 | 912.128 | 3.846.412 |
| Bilanzausweis | 257.634 | −133.978 | 123.656 |
| 2016 in TEUR |
aktivischer Saldo |
passivischer Saldo |
Summe |
|---|---|---|---|
| Kosten + Gewinn |
1.845.431 | 1.015.943 | 2.861.374 |
| Erhaltene Anzahlungen |
1.615.728 | 1.152.016 | 2.767.744 |
| Bilanzausweis | 229.703 | −136.073 | 93.630 |
Die Zunahme des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen resultiert im Wesentlichen aus der Zunahme im Segment "Aerospace + Industrial Products" in Höhe von TEUR 949 (Vorjahr: TEUR −10.857). Insgesamt ergibt sich eine Bestandszunahme in Höhe von TEUR 515 (Vorjahr: TEUR −10.948).
Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von TEUR 13.073 (Vorjahr: TEUR 10.131) enthalten mit TEUR 3.921 (Vorjahr: TEUR 3.703) Erlöse aus Zuwendungen, TEUR 4.262 (Vorjahr: TEUR 2.631) Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen und TEUR 2.100 (Vorjahr: TEUR 66) Versicherungsentschädigungen.
| in TEUR | 2017 | 2016 |
|---|---|---|
| Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe |
98.886 | 76.072 |
| Aufwendungen für bezogene Leistungen |
443.787 | 362.354 |
| Gesamt | 542.673 | 438.426 |
| 32.129 | 29.632 |
|---|---|
| 196.846 | 180.211 |
| 2017 164.717 |
An Zahlungen für Pensionen wurden TEUR 5.139 (Vorjahr: TEUR 4.286) geleistet. In 2017 wurden in Höhe von TEUR 10.830 (Vorjahr: TEUR 9.401) vom Konzern Beiträge zur deutschen gesetzlichen Rentenversicherung gezahlt, welche als beitragsorientierter Plan gilt.
| in TEUR | 2017 | 2016 |
|---|---|---|
| FINANZERTRÄGE | ||
| Andere Zinserträge aus Aus leihungen und Forderungen |
1.222 | 1.313 |
| Sonstige Finanzeinnahmen | 273 | 932 |
| 1.495 | 2.245 | |
| FINANZAUFWENDUNGEN | ||
| Zinsaufwand aus Verbindlichkeiten bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten |
2.948 | 3.447 |
| Zinsaufwand Pensions rückstellungen und ähnliche Verpflichtungen |
1.878 | 2.162 |
| Sonstige Finanzaufwendungen |
414 | 1.869 |
| 5.240 | 7.478 |
Das At-Equity-Ergebnis der Aerotech Peissenberg GmbH&Co. KG im Geschäftsjahr 2017 wird in Höhe von TEUR 1.809 (Vorjahr: TEUR 558) ausgewiesen. Zu dem sonstigen Ergebnis trägt das assoziierte Unternehmen mit TEUR 22 (Vorjahr: TEUR 0) bei.
Überleitungsrechnung Steueraufwand
| in TEUR | 2017 | 2016 |
|---|---|---|
| Erwartete Steuern zum Steuersatz von 32,00% (Vorjahr: 32,00%) |
13.516 | 12.291 |
| Steuerminderungen aufgrund teilweise steuer befreiter Einnahmen |
−766 | −382 |
| Genutzte Verlustvorträge | −298 | −383 |
| Steuerlich nicht abzugs fähige Betriebsausgaben |
822 | 936 |
| Sonstige Steuereffekte | 205 | 21 |
| Veränderung im Ansatz latenter Steuern wegen Steuersatzänderungen |
718 | 0 |
| Periodenfremde Steueraufwendungen |
242 | 158 |
| Steuersatzabweichung Ausland |
75 | −207 |
| Gesamt | 14.514 | 12.434 |
Aufteilung Steueraufwand:
| in TEUR | 2017 | 2016 | ||
|---|---|---|---|---|
| Tatsäch liche Steuern |
Latente Steuern |
Tatsäch liche Steuern |
Latente Steuern |
|
| Inland | 5.565 | 8.279 | 7.314 | 4.893 |
| Ausland | 144 | 525 | 315 | −88 |
| 5.709 | 8.804 | 7.629 | 4.805 |
Für Verlustvorträge in Höhe von TEUR 8.697 (Vorjahr: TEUR 9.848) wurden keine aktiven latenten Steuern bilanziert. Die Verlustvorträge verfallen nicht.
Im Geschäftsjahr betrugen die erfolgsneutralen Veränderungen der latenten Steuern TEUR −407 (Vorjahr: TEUR 2.342).
| in TEUR | 31.12.2017 | 31.12.2016 | 2017 | 2016 | ||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Aktive latente Steuern |
Passive latente Steuern |
Aktive latente Steuern |
Passive latente Steuern |
Erfolgs wirksame Veränderung |
Erfolgs wirksame Veränderung |
|
| Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen |
0 | 26.089 | 7 | 22.883 | −3.213 | −6.883 |
| Finanzanlagen | 116 | 552 | 116 | 439 | −90 | −270 |
| Umlaufvermögen | 0 | 21.539 | 0 | 14.671 | −6.796 | −60 |
| Rückstellungen | 15.777 | 172 | 15.110 | 49 | 856 | 412 |
| Verbindlichkeiten | 3.698 | 0 | 508 | 0 | 3.190 | 181 |
| Steuerliche Verlustvorträge und Steuergutschriften |
6.730 | 340 | 9.483 | 342 | −2.751 | 1.815 |
| Saldierung | −12.187 | −12.187 | −6.609 | −6.609 | 0 | 0 |
| Gesamt | 14.134 | 36.505 | 18.615 | 31.775 | −8.804 | −4.805 |
| Hiervon kurzfristig | 611 | 2.643 | 0 | 14.671 |
Bestand an aktiven und passiven latenten Steuern
Die Anteile anderer Gesellschafter am Jahresergebnis von TEUR 4.369 (Vorjahr: TEUR 3.363) beziehen sich im Wesentlichen auf die MT Aerospace Holding GmbH.
Der Bilanzposten Anteile anderer Gesellschafter in Höhe von TEUR 19.649 (Vorjahr: TEUR 14.942) betrifft im Wesentlichen die Mitgesellschafter im Teilkonzern MT Aerospace. Mitgesellschafter haben im abgelaufenen Geschäftsjahr mit TEUR 109 (Vorjahr: TEUR 754) an Ausschüttungen partizipiert.
| OHB Digital Services |
MT Aerospace Holding GmbH |
|
|---|---|---|
| in TEUR | GmbH | (Teilkonzern) |
| AKTIVPOSTEN | ||
| Langfristiges Vermögen | 699 | 78.397 |
| Kurzfristiges Vermögen | 2.376 | 179.812 |
| Summe | 3.075 | 258.209 |
| PASSIVPOSTEN | ||
| Eigenkapital | 2.571 | 46.302 |
| Langfristiges Fremdkapital | 234 | 108.443 |
| Kurzfristiges Fremdkapital | 270 | 103.464 |
| Summe | 3.075 | 258.209 |
| EBIT | 11 | 19.711 |
Das unverwässerte Ergebnis je Aktie ergibt sich, indem das auf die Aktien entfallende Ergebnis nach Steuern durch die Zahl der gewinnberechtigten Aktien dividiert wird. Eine Verwässerung dieser Kennzahl kann durch sogenannte potenzielle Aktien – insbesondere Options- und Bezugsrechte – entstehen. Zum Bilanzstichtag lagen keine vergleichbaren Rechte vor. Damit entsprechen sich das verwässerte und unverwässerte Ergebnis je Aktie. Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt EUR 17.468.096,00. Für die Berechnung des Ergebnisses je Aktie wurden, wie im Vorjahr, 17.387.600 Aktien zugrunde gelegt, da 80.496 eigene Aktien im Bestand waren. Dies entspricht mangels Veränderung der Anzahl der ausstehenden Aktien dem gewichteten Durchschnitt der in Umlauf gewesenen Stammaktien. Als Basis für die Berechnung wurde der Konzernjahresüberschuss nach Fremdanteilen in Höhe von TEUR 23.355 (Vorjahr: TEUR 22.212) verwendet.
Das Ergebnis je Aktie beträgt für das Geschäftsjahr 2017 EUR 1,34 (Vorjahr: EUR 1,28).
Firmenwerte
| in TEUR | 2017 | 2016 |
|---|---|---|
| FIRMENWERTE AUS DER KAPITAL KONSOLIDIERUNG |
||
| OHB System AG | 5.684 | 5.684 |
| OHB Italia S.p.A. | 801 | 801 |
| OHB Digital Services GmbH | 646 | 646 |
| ORBCOMM Deutschland Satellitenkommunikation AG |
0 | 357 |
| Gesamt | 7.131 | 7.488 |
Vermögenswerte – Anschaffungswerte
| Konzessionen und gewerb |
Erworbene immaterielle |
Selbst erstellte immaterielle |
|||
|---|---|---|---|---|---|
| in TEUR | Geschäfts- oder Firmenwerte |
liche Schutz rechte |
Vermögens werte |
Vermögens werte |
Gesamt |
| Stand 01.01.2016 | 8.957 | 2.067 | 12.841 | 103.415 | 127.280 |
| Währungsänderungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Zugänge | 0 | 2 | 4.637 | 29.367 | 34.006 |
| Abgänge | 0 | 0 | 179 | 14.302 | 14.481 |
| Umbuchungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Stand 31.12.2016/01.01.2017 | 8.957 | 2.069 | 17.299 | 118.480 | 146.805 |
| Währungsänderungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Zugänge | 0 | 0 | 1.305 | 18.720 | 20.025 |
| Abgänge | 0 | 0 | 70 | 10 | 80 |
| Umbuchungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Stand 31.12.2017 | 8.957 | 2.069 | 18.534 | 137.190 | 166.750 |
Vermögenswerte – kumulierte Abschreibungen
| in TEUR | Geschäfts- oder Firmenwerte |
Konzessionen und gewerb liche Schutz rechte |
Erworbene immaterielle Vermögens werte |
Selbst erstellte immaterielle Vermögens werte |
Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
| Stand 01.01.2016 | 1.270 | 2.002 | 10.693 | 44.571 | 58.536 |
| Währungsänderungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Zugänge | 199 | 3 | 1.717 | 3.366 | 5.285 |
| Abgänge | 0 | 0 | 178 | 14.293 | 14.471 |
| Umbuchungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Stand 31.12.2016/01.01.2017 | 1.469 | 2.005 | 12.232 | 33.644 | 49.350 |
| Währungsänderungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Zugänge | 357 | 3 | 1.940 | 4.822 | 7.122 |
| Abgänge | 0 | 0 | 70 | 0 | 70 |
| Umbuchungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Stand 31.12.2017 | 1.826 | 2.008 | 14.102 | 38.466 | 56.402 |
| Nettobuchwert Stand 31.12.2017 | 7.131 | 61 | 4.432 | 98.724 | 110.348 |
| Nettobuchwert Stand 31.12.2016 | 7.488 | 64 | 5.067 | 84.836 | 97.455 |
Die Überprüfung der Werthaltigkeit der Firmenwerte ist auf der Ebene der Cash Generating Units, wie in obiger Tabelle dargestellt, erfolgt. Die Firmenwerte wurden zum 31. Dezember 2017 einer Überprüfung der Werthaltigkeit ("Impairment-Test") unterzogen. Im Planungszeitraum sowie darüber hinaus wurden ein stabiler Geschäftsver lauf unter Berücksichtigung von Inflationserwartung auf der Ertrags- sowie der Aufwandsseite zugrunde gelegt. Der erzielbare Betrag wurde unter Verwendung des Nut zungswerts ermittelt ("value in use"). Bei der Bestimmung des Nutzungswerts kam ein Discounted-Cashflow-Ver fahren zur Anwendung. Dem Discounted-Cashflow-Ver fahren lagen vom Management genehmigte Unterneh mensplanungen für einen Planungszeitraum von fünf Jahren zugrunde. Hierbei hat sich für den Firmenwert der ORBCOMM Deutschland Satellitenkommunikation AG auf grund der rückläufigen Geschäftsentwicklung eine Wert minderung in Höhe von TEUR 357 ergeben. Für den Zeit raum nach Ende des Planungshorizonts wurde für die OHB Italia S.p.A. eine auf historischen Daten beruhende und unter Verwendung eines Risikoabschlags ermittelte Wachstumsrate von 1% zugrunde gelegt. Für alle weiteren Cash Generating Units wurde auf die Einbeziehung einer Wachstumsrate aus Wesentlichkeitsgründen verzichtet. Für die inländischen Firmenwerte wurde ein Vorsteu er-Kapitalisierungszinssatz (WACC) von 8,08% (Vorjahr: 7,89%) zugrunde gelegt. Für den ausländischen Firmen wert wurde ein Vorsteuer-WACC von 11,13 % (Vorjahr: 11,70 %) angenommen. Eine Erhöhung des WACC um 1%-Punkt sowie für möglich gehaltene Änderungen der anderen Annahmen würden keinen weiteren Impairment zur Folge haben.
Die übrigen immateriellen Vermögenswerte setzen sich im Wesentlichen zusammen aus den aktivierten Eigenleistun gen für die Entwicklung im Produktbereich geostationärer Kommunikationssatelliten (Buchwert: TEUR 64.252, Vor jahr: TEUR 46.412), die teilweise planmäßig in 2017 beendet wurde, sowie gekaufter Software.
Entwicklung Sachanlagen – Anschaffungswerte
| in TEUR | Betriebs- und Geschäftsausstattung |
Grundstücke und Bauten | Gesamt |
|---|---|---|---|
| Stand 01.01.2016 | 100.861 | 46.637 | 147.498 |
| Währungsänderungen | 0 | 0 | 0 |
| Zugänge | 11.726 | 1.960 | 13.686 |
| Abgänge | 2.233 | 2 | 2.235 |
| Umbuchungen | −22 | 22 | 0 |
| Stand 31.12.2016/01.01.2017 | 110.332 | 48.617 | 158.949 |
| Währungsänderungen | 0 | 0 | 0 |
| Zugänge | 21.191 | 3.425 | 24.616 |
| Abgänge | 2.774 | 107 | 2.881 |
| Umbuchungen | −3.460 | 3.460 | 0 |
| Stand 31.12.2017 | 125.289 | 55.395 | 180.684 |
Entwicklung Sachanlagen – kumulierte Abschreibungen
| in TEUR | Betriebs- und Geschäftsausstattung |
Grundstücke und Bauten | Gesamt |
|---|---|---|---|
| Stand 01.01.2016 | 68.688 | 24.622 | 93.310 |
| Währungsänderungen | 66 | 0 | 66 |
| Zugänge | 6.099 | 997 | 7.096 |
| Abgänge | 2.162 | 1 | 2.163 |
| Umbuchungen | 0 | 0 | 0 |
| Stand 31.12.2016/01.01.2017 | 72.691 | 25.618 | 98.309 |
| Währungsänderungen | 33 | 0 | 33 |
| Zugänge | 6.374 | 1.090 | 7.464 |
| Abgänge | 2.713 | 107 | 2.820 |
| Umbuchungen | 0 | 0 | 0 |
| Stand 31.12.2017 | 76.385 | 26.601 | 102.986 |
| Nettobuchwert Stand 31.12.2017 | 48.904 | 28.794 | 77.698 |
| Nettobuchwert Stand 31.12.2016 | 37.641 | 22.999 | 60.640 |
Die Zugänge im Geschäftsjahr setzen sich im Wesentlichen aus technisch-elektronischen Laboreinrichtungen, technischen Anlagen und Maschinen, Hardware, Betriebs- und Geschäftsausstattung und geringwertigen Wirtschaftsgütern zusammen. Für die übrigen Vermögenswerte des Sachanlagevermögens bestehen abgesehen von zurzeit nicht valutierenden Grundschulden uneingeschränkte Eigentumsrechte.
Der Posten enthält die um die anteiligen Ergebnisse fortgeschriebenen Anschaffungskosten des assoziierten Unternehmens Aerotech Peissenberg GmbH & Co. KG, Peissenberg (ATP). Der Mehrheitsgesellschafter übt den wesentlichen Einfluss auf das Geschäftsmodell der ATP aus. Die Bewertung erfolgte unter Verwendung der At-Equity-Methode. Die ATP hat 2017 eine Gesamtleistung von TEUR 137.203 (Vorjahr: TEUR 130.397), ein EBIT von TEUR 3.907 (Vorjahr: TEUR 4.924) und ein EBITDA von TEUR 7.528 (Vorjahr: TEUR 9.005) erzielt. Zum 31. Dezember 2017 weist die ATP lang- und kurzfristiges Vermögen in Höhe von TEUR 29.633 (Vorjahr: TEUR 28.903) bzw. TEUR 46.647 (Vorjahr: TEUR 43.180) aus. Die lang- und kurzfristigen Schulden betragen TEUR 72.752 (Vorjahr: TEUR 70.794). Zum Bilanzstichtag beträgt der Posten TEUR 2.388 (Vorjahr: TEUR 558).
Die Zunahme resultiert im Wesentlichen aus der erfolgsneutralen Fair-Value-Bewertung in Höhe von TEUR 1.447 (Vorjahr: TEUR 2.699) im Rahmen der Neubewertung der Anteile an der ORBCOMM Inc. Die Neubewertung erfolgte auf Grundlage des Börsenkurses der ORBCOMM Inc. zum 31. Dezember 2017 sowie des Wechselkurses Dollar vs. Euro zu diesem Zeitpunkt.
Von den Forderungen entfallen TEUR 257.634 (Vorjahr: TEUR 229.704) auf Forderungen aus PoC. Bei den sonstigen finanziellen Forderungen und Kautionen bestehen keine wesentlichen Zins- und Ausfallrisiken. Forderungen bestanden zum Abschlussstichtag überwiegend in Euro. Das maximale Ausfallrisiko der Forderungen ist der bilanzielle Buchwert.
Erkennbare Risiken wurden durch angemessene Wertberichtigungen berücksichtigt und beziehen sich auf Forderungen, die seit mehr als 180 Tagen fällig sind.
| 31.12.2016 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Kurzfristig | Langfristig | Kurzfristig | Langfristig | |
| 71.505 | 89.327 | |||
| 257.634 | 229.704 | |||
| 257 | 535 | |||
| 1.895 | 1.956 | |||
| 329.139 | 2.152 | 319.031 | 2.491 | |
| −892 | 0 | −270 | 0 | |
| 328.247 | 2.152 | 318.761 | 2.491 | |
| 2017 | 2016 | |||
| 270 | 235 | |||
| 892 | 270 | |||
| −28 | −235 | |||
| −242 | 0 | |||
| 892 | 270 | |||
| 31.12.2017 |
Nachfolgend ist eine Analyse der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen dargestellt. Dabei sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bis 30 Tage nicht überfällig. Auf die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zwischen 31 und 180 Tagen wurden keine Wertberichtigungen vorgenommen, da aufgrund der Erfahrungen aus der Vergangenheit und der Bonität der Kunden nicht mit einem Ausfall zu rechnen ist.
| in TEUR | bis 30 Tage | 31−60 Tage | 61−90 Tage | 91−180 Tage | über 180 Tage |
|---|---|---|---|---|---|
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 39.035 | 8.870 | 166 | 737 | 5.884 |
Die Vorräte verringerten sich gegenüber dem Vorjahr auf TEUR 48.837 (Vorjahr: TEUR 50.215). Erhaltene Anzahlungen wurden mit den Vorräten nicht verrechnet.
| 31.12.17 | 31.12.16 |
|---|---|
| 18.637 | 18.316 |
| 23.484 | 22.430 |
| 591 | 788 |
| 6.125 | 8.681 |
| 48.837 | 50.215 |
Geleistete Anzahlungen wurden wegen des engen sachlichen Zusammenhangs den Vorräten zugeordnet.
Die Wertberichtigungen auf Vorräte betragen am Jahresende TEUR 1.856 (Vorjahr: TEUR 3.776). Im Aufwand wurden dafür TEUR 521 für Wertberichtigungen erfasst.
| in TEUR | 31.12.17 | 31.12.16 | |
|---|---|---|---|
| NICHT FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE |
|||
| Umsatzsteuerforderungen | 999 | 3.437 | |
| Abgrenzungen | 956 | 3.410 | |
| Sonstige | 8.858 | 3.869 | |
| FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE |
|||
| Ausleihungen an assoziierte Unternehmen |
27.700 | 27.175 | |
| Derivate in Hedging Beziehungen |
346 | 0 | |
| Sonstige finanziellen Vermögenswerte |
1.771 | 7.397 | |
| Summe | 40.630 | 45.288 |
Zum Bilanzstichtag betrug der Wert des Wertpapierportefeuilles TEUR 680 (Vorjahr: TEUR 1.017). Davon entfallen TEUR 461 (Vorjahr: TEUR 385) auf erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Vermögenswerte und TEUR 219 (Vorjahr: TEUR 632) auf "loans and receivables". Das maximale Ausfallrisiko ist der bilanzielle Buchwert.
Der Bestand an Zahlungsmitteln betrug zum Bilanzstichtag TEUR 58.578 (Vorjahr: TEUR 56.567) und setzt sich aus Kassenbeständen und im Wesentlichen aus Guthaben bei Kreditinstituten zusammen. Die Guthaben bei Kreditinstituten sind innerhalb von drei Monaten fällig und unterliegen nur unwesentlichen Wertänderungsrisiken. Die Zahlungsmittel entsprechen dem Finanzmittelbestand der Kapitalflussrechnung.
Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt seit dem 30. September 2009 EUR 17.468.096,00 und ist in 17.468.096 auf den Inhaber lautende Stammaktien ohne Nennwert eingeteilt, mit einem auf die einzelne Aktie entfallenden rechnerischen Betrag des Grundkapitals von EUR 1,00. Von den insgesamt 17.468.096 Aktien hält die OHB SE 80.496 eigene Aktien, so dass 17.387.600 Aktien ausgegeben und voll eingezahlt sind. Von diesen Anteilen befinden sich unverändert zum Vorjahresstichtag 5.208.880 im Streubesitz. Jede Stückaktie gewährt in der Hauptversammlung eine Stimme.
Die Hauptversammlung der Gesellschaft hat mit Beschluss vom 23. Januar 2001 das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu insgesamt EUR 516.404,00 durch Ausgabe von bis zu insgesamt 516.404 Stück auf den Inhaber lautende Stückaktien bedingt erhöht. Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von Optionsrechten an die aus einem Mitarbeiterbeteiligungsprogramm Berechtigten. Ein solches Beteiligungsprogramm besteht derzeit nicht. Die bedingte Kapitalerhöhung ist dann nur insoweit durchzuführen, wie die Inhaber der Optionsrechte von ihren Optionsrechten Gebrauch machen. Die neuen Aktien sind erstmals für das Geschäftsjahr gewinnanteilberechtigt, in dessen Verlauf sie ausgegeben worden sind. Der Vorstand wurde ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzulegen. Für den Fall, dass Optionsrechte an Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft ausgegeben werden sollen, wurde der Aufsichtsrat ermächtigt, die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzulegen.
Die Hauptversammlung der Gesellschaft vom 21. Mai 2015 hat beschlossen, den Vorstand der Gesellschaft zu ermächtigen, das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 20. Mai 2020 durch Ausgabe neuer Aktien gegen Bar- oder Sacheinlagen einmal oder mehrmals insgesamt um bis zu EUR 8.734.048,00 zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2015). Die neuen Aktien können auch an Arbeitnehmer der Gesellschaft ausgegeben werden. Der Vorstand wird ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre in folgenden Fällen auszuschließen:
(c) Ermächtigung zum Erwerb und zur Veräußerung eigener Aktien
In der Hauptversammlung am 21. Mai 2015 ermächtigten die Aktionäre die Gesellschaft, bis zum 20. Mai 2020 eigene Aktien im Umfang von bis zu insgesamt 10% des Grundkapitals zu erwerben.
a) Die Gesellschaft wird ermächtigt, eigene Aktien bis zu insgesamt 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Auf die erworbenen Aktien dürfen zusammen mit anderen eigenen Aktien der Gesellschaft, welche die Gesellschaft bereits erworben hat und noch besitzt oder die ihr gemäß den §§ 71d, 71e AktG zuzurechnen sind, zu keinem Zeitpunkt mehr als zehn vom Hundert (10 %) des Grundkapitals entfallen. Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals, für einen oder mehrere Zwecke von der Gesellschaft ausgeübt werden, sie kann aber auch von abhängigen oder in Mehrheitsbesitz der Gesellschaft stehenden Unternehmen oder für ihre oder deren Rechnung von Dritten durchgeführt werden.
(1) Sie können, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, zur Einführung von Aktien der Gesellschaft an ausländischen Börsen dienen, an denen sie bisher nicht zum Handel zugelassen sind.
(2) Sie können, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, zum Zwecke des Erwerbs von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen, einschließlich der Erhöhung bestehenden Anteilsbesitzes, Dritten auch gegen Sachleistung angeboten und übertragen werden.
d) Der Vorstand wird ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, ohne dass es eines weiteren Hauptversammlungsbeschlusses bedarf, die aufgrund der vorstehenden Ermächtigung erworbenen eigenen Aktien auch in anderer Weise als über die Börse oder durch ein Angebot an alle Aktionäre zu veräußern, unter der Voraussetzung, dass die Veräußerung gegen Barzahlung und zu einem Preis erfolgt, der den Börsenpreis von Aktien der Gesellschaft gleicher Ausstattung zum Zeitpunkt der Veräußerung nicht wesentlich unterschreitet. Als maßgeblicher Börsenwert im Sinne der vorstehenden Regelung gilt der arithmetische Mittelwert der durch die Schlussauktionen ermittelten Kurse für Aktien der Gesellschaft im Xetra-Handel (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) an der Wertpapierbörse in Frankfurt am Main an den letzten fünf Börsentagen vor der Veräußerung. Diese Ermächtigung ist auf insgesamt zehn vom Hundert des Grundkapitals beschränkt. Die Höchstgrenze von 10% des Grundkapitals vermindert sich um den anteiligen Betrag des Grundkapitals, der auf diejenigen Aktien entfällt, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung im Rahmen einer Kapitalerhöhung unter Ausschluss des Bezugsrechts gemäß §186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben werden. Das Ermächtigungsvolumen verringert sich ferner um den anteiligen Betrag am Grundkapital, auf den sich Wandlungs- und/oder Optionsrechte bzw. -pflichten aus Schuldverschreibungen beziehen, die seit Erteilung dieser Ermächtigung unter Bezugsrechtsausschluss in sinngemäßer Anwendung von § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben worden sind.
e) Die vorstehenden Ermächtigungen können einmal oder mehrmals, ganz oder in Teilen, einzeln oder gemeinsam ausgenutzt werden.
Die Kapitalrücklage ist im Wesentlichen aus dem Zufluss liquider Mittel aus dem Börsengang hervorgegangen.
In den Gewinnrücklagen wurde die Verrechnung von pas siven Unterschiedsbeträgen aus der Kapitalkonsolidierung von Akquisitionen bis 2002 erfasst.
Diese Eigenkapitalposition betrifft im Wesentlichen versi cherungsmathematische Verluste aus der Bewertung von Pensionsverpflichtungen und die Marktbewertung der Aktien an der ORBCOMM Inc. in Höhe des Börsenkurses zum Bilanzstichtag abzüglich der Buchwerte.
Es waren im Berichtszeitraum Cashflow Hedges in Höhe von TUSD 3.891 (TEUR 3.613) fällig. Des Weiteren sind Differenzen aus der Währungsumrechnung der selbst ständigen Tochterunternehmen hier ausgewiesen.
| in TEUR | 2017 | 2016 | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| vor Steuern |
Steuer effekt |
Netto | vor Steuern |
Steuer effekt |
Netto | |
| Differenzen aus Währungsumrechnung | −99 | 0 | −99 | −125 | 0 | −125 |
| Erfolgsneutrale Bewertung finanzieller Vermögenswerte |
1.447 | −24 | 1.423 | 2.699 | −43 | 2.656 |
| Cashflow Hedges | 227 | −72 | 155 | −51 | 16 | −35 |
| Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste |
1.842 | −313 | 1.529 | −7.892 | 2.369 | −5.523 |
| aus assoziierten Unternehmen: | ||||||
| Differenzen aus Währungsumrechnung | 12 | 0 | 12 | 0 | 0 | 0 |
| Cashflow Hedges | 151 | −48 | 103 | 0 | 0 | 0 |
| Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste |
−137 | 44 | −93 | 0 | 0 | 0 |
| Gesamt | 3.443 | −413 | 3.030 | −5.369 | 2.342 | −3.027 |
Der Vorstand der OHB SE hatte entsprechend dem Hauptversammlungsbeschluss vom 19. Mai 2010 am 13. September 2011 beschlossen, ein Aktienrückkaufprogramm durchzuführen und bis zu 250.000 Aktien zu erwerben, diese Ermächtigung galt bis zum 18. Mai 2015. Der Erwerb sollte Zwecken wie der Einführung von Aktien der Gesellschaft an ausländischen Börsen, dem Erwerb von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen sowie der Ausgabe von Belegschaftsaktien an Arbeitnehmer der Gesellschaft dienen. Der Rückkauf erfolgte seit dem 14. September 2011 über die Börse. Während des Rückkaufprogramms wurden insgesamt 13.542 Stückaktien zu einem Durchschnittspreis von EUR 11,0145 erworben. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2017 hielt die OHB SE 80.496 eigene Aktien; dies entspricht einem Anteil am Grundkapital von 0,46%.
Die Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen teilt sich wie folgt auf:
| in TEUR | 31.12.17 | 31.12.16 |
|---|---|---|
| Pensionen | 91.233 | 94.620 |
| Ähnliche Verpflichtungen | 5.354 | 5.817 |
| Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen |
96.587 | 100.437 |
Die pensionsähnlichen Verpflichtungen betreffen im Wesentlichen Lebensarbeitszeitkonten und die Unterstützungskasse bei der OHB System AG.
Der OHB-Konzern trifft in beiden Unternehmensbereichen Vorsorge für die Zeit nach der Pensionierung der anspruchsberechtigten Mitarbeiter. Die Höhe der künftigen Leistungen basiert in der Regel auf Beschäftigungsdauer, Entgelt und der eingenommenen Position im Unternehmen. Das in den Verträgen angenommene Renteneintrittsalter beträgt 65 Jahre. Die unmittelbaren und mittelbaren Verpflichtungen umfassen solche aus bereits laufenden Pensionen und Anwartschaften für zukünftig zu zahlende Pensionen und Altersruhegelder. Für Pensionsverpflichtungen wurden Rückdeckungsversicherungen abgeschlossen. Die Rückdeckungsversicherungen, die zur Deckung der Pensionsverpflichtungen dienen, erfüllen nicht in Gesamtheit die für die als "Plan Assets" notwendigen Bedingungen. Letztere werden unter den sonstigen langfristigen Vermögenswerten bilanziert. Die Rückdeckungsversicherungen, die die Kriterien zum Ansatz als "Plan Assets" erfüllen, werden mit den Pensionsverpflichtungen verrechnet. Weiterhin besteht Planvermögen für die Abdeckung von Langzeitarbeitskonten (TEUR 2.744, Vorjahr: TEUR 2.355) in Form von festverzinslichen Wertpapieren, welches mit den pensionsähnlichen Verpflichtungen verrechnet wurde. Außergewöhnliche Aufwendungen und Erträge infolge der Beendigung von Versorgungsplänen oder wegen der Kürzung und Übertragung der Versorgungsleistungen haben sich im Berichtsjahr nicht ergeben. Die Berechnung der Pensionsverpflichtungen berücksichtigt Marktzinssätze sowie Lohn- /Gehalts-, Renten- und Fluktuationstrends. Die Bewertung erfolgte unter folgenden versicherungsmathematischen Annahmen:
Für geringfügige Volumina in ausländischen Tochtergesellschaften wurden teilweise abweichende Annahmen getroffen. Diese Parameter gelten auch im jeweiligen Folgejahr für die Berechnung der Kosten der erworbenen Versorgungsansprüche. Der Gesamtaufwand für leistungsorientierte Versorgungszusagen setzt sich wie folgt zusammen:
| in TEUR | 2017 | 2016 |
|---|---|---|
| Dienstzeitaufwand | 895 | 1.201 |
| Zinsaufwand | 1.878 | 2.247 |
| Erwarteter Ertrag (–) Planvermögen |
−163 | −179 |
| Summe | 2.610 | 3.269 |
Die Anwartschaftsbarwerte entwickelten sich wie folgt:
| in TEUR | 2017 | 2016 |
|---|---|---|
| Anwartschaftsbarwert 01.01. | 107.086 | 100.053 |
| Barwert der im Jahr erworbenen Ansprüche |
895 | 1.201 |
| Zinsaufwand für bereits erworbene Ansprüche |
1.878 | 2.247 |
| Zahlungen aus der Rückstellung | −5.139 | −4.286 |
| Versicherungsmathematische Gewinne (–)/Verluste (+) |
−1.657 | 7.871 |
| Anwartschaftsbarwert 31.12. | 103.063 | 107.086 |
Das Planvermögen hat sich wie folgt ergeben:
| in TEUR | 2017 | 2016 |
|---|---|---|
| Aktivwert des Planvermögens 01.01. |
6.649 | 6.478 |
| Einzahlungen | 124 | 124 |
| Auszahlungen | −644 | −111 |
| Erwartete Erträge | 164 | 179 |
| Versicherungsmathematische Gewinne (–)/Verluste (+) |
183 | −21 |
| Aktivwert des Planvermögens 31.12. |
6.476 | 6.649 |
Die Neubewertungen beruhen mit TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 273) auf Änderungen der demografischen Annahmen, TEUR −1.189 (Vorjahr: TEUR 6.644) auf Änderungen der finanziellen Annahmen, TEUR −658 (Vorjahr: TEUR 954) auf Änderungen aufgrund von Erfahrungen und TEUR −183 (Vorjahr: TEUR 21) auf Neubewertungen hinsichtlich der Erträge aus Planvermögen.
Der wesentliche Teil der Plan Assets (TEUR 4.928, Vorjahr: TEUR 5.295) besteht aus Sparplänen bei Versicherungen, die von der belgischen Financial Services and Markets Authority (FSMA) als Versicherungen der Klasse 21 und 23 eingestuft werden, und einer Unterstützungskasse (TEUR 1.382, Vorjahr: TEUR 1.199).
Die tatsächlichen Erträge aus Planvermögen betrugen TEUR 347 (Vorjahr: TEUR 105). Der Anwartschaftsbarwert leitet sich wie folgt zur bilanzierten Vermögenszusage (Defined Benefit Liability (+)/Defined Benefit Asset (–)) über:
| in TEUR | 31.12.17 | 31.12.16 |
|---|---|---|
| Tatsächlicher Anwartschaftsbarwert |
103.063 | 107.086 |
| Zeitwert des Planvermögens | −6.476 | −6.649 |
| Bilanzierte Vermögenszusage |
96.587 | 100.437 |
Die bilanzierte Vermögenszusage teilt sich wie folgt in Defined Benefit Liability und Defined Benefit Asset auf:
| in TEUR | 31.12.17 | 31.12.16 |
|---|---|---|
| Defined Benefit Asset | 0 | 0 |
| Defined Benefit Liability | 96.587 | 100.437 |
Für 2018 werden Beiträge zum Pensionsplan in Höhe von TEUR 827 erwartet. In den Folgeperioden werden folgende Zahlungsmittelabflüsse erwartet:
| Jahr(e) | TEUR |
|---|---|
| 2018 | 5.259 |
| 2019 | 4.760 |
| 2020 | 4.776 |
| 2021 | 5.229 |
| 2022 | 5.444 |
| 2023−2027 | 25.621 |
Anwartschaftsbarwerte in Höhe von TEUR 436 (Vorjahr: TEUR 426) wurden nach dem Teilwertverfahren ermittelt. Den nach versicherungsmathematischen Grundsätzen ermittelten Teilwerten liegt unter Verwendung der Richttafeln 2005 G von Klaus Heubeck ein Rechnungszinsfuß von 3,68% zugrunde. Es wird bei diesen Rückstellungen davon ausgegangen, dass sich nach dem Anwartschaftsverfahren gemäß IAS 19 kein wesentlicher Unterschied für die Dotierung ergeben würde. Bei einer Abnahme des Diskontierungssatzes um 0,25% würde sich der Barwert der Pensionsverpflichtung um TEUR 3.494 erhöhen. Eine Zunahme des Diskontierungssatzes um 0,25% würde zu einer Abnahme des Barwerts der Pensionsverpflichtung um TEUR 3.292 führen. Ein Anstieg der Rentendynamik um 0,25% hätte eine Zunahme des Barwerts der Pensionsverpflichtung um TEUR 2.523 zur Folge. Eine Minderung um 0,25% würde in einer Abnahme des Barwerts der Pensionsverpflichtung um TEUR 2.429 resultieren.
Die langfristigen Personalrückstellungen betreffen im Wesentlichen die Rückstellungen für Verpflichtungen aus Altersteilzeitzusagen im Unternehmensbereich "Aerospace + Industrial Products". Die Altersteilzeitvereinbarungen laufen bis 2019. Mit der Altersteilzeitrückstellung (TEUR 1.384, Vorjahr: TEUR 2.415) wurde Planvermögen in Form von Fonds (TEUR 538, Vorjahr: TEUR 1.305) verrechnet, was zu einem Ausweis von TEUR 846 führt. Die übrigen Personalrückstellungen betreffen im Wesentlichen Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern aus laufenden Lohn- und Gehaltsverpflichtungen in Höhe von TEUR 15.758 (Vorjahr: TEUR 13.400). Bei den kurzfristigen Personalrückstellungen wird mit einem Abfluss im ersten Quartal 2018 gerechnet.
| 29.592 | 21.731 | 4.262 | 43 | 26.312 | 29.868 | 1.891 | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Personalrückstellungen | 14.510 | 14.649 | 0 | 43 | 16.786 | 16.604 | 846 |
| Sonstige Rückstellungen | 4.310 | 2.899 | 919 | 0 | 4.268 | 4.760 | 965 |
| Restarbeiten endfakturierte Projekte |
6.041 | 3.584 | 587 | 0 | 1.237 | 3.107 | 0 |
| Drohverluste und Risiken | 4.731 | 599 | 2.756 | 0 | 4.021 | 5.397 | 80 |
| in TEUR | 01.01.2017 | Verbrauch | Auflösungen | Zinseffekt | Zugänge | 31.12.2017 | davon lang fristig |
Rückstellungsspiegel
Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um langfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten der Tochtergesellschaft OHB System AG in Höhe von TEUR 30.000 (Vorjahr: TEUR 0). Darüber hinaus ist darin eine Bankverbindlichkeit der OHB Italia S.p.A. in Höhe von TEUR 414 (Vorjahr: TEUR 349) enthalten. Die Laufzeit beträgt mehr als zwölf Monate vom Bilanzstichtag.
Im Rahmen des Darlehensvertrags für die OHB System AG
bestehen drei Covenants, die im Geschäftsjahr eingehalten wurden.
Hierbei handelt es sich um Vorauszahlungen von Kunden für in Arbeit befindliche Fertigungsaufträge, deren Restlaufzeit mehr als zwölf Monate beträgt. Die Bewertung erfolgt zu Nominalwerten.
Hierbei handelt es sich um kurzfristige Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten der OHB SE (TEUR 33.000, Vorjahr: TEUR 33.000), der OHB System AG (TEUR 15.212, Vorjahr: TEUR 52.009), der OHB Italia S.p.A. (TEUR 15.601, Vorjahr: TEUR 8.097) sowie der OHB Teledata GmbH TEUR 73 (Vorjahr: TEUR 0).
Im Rahmen des Konsortialdarlehens, das zum Bilanzstichtag mit TEUR 48.000 (Vorjahr: TEUR 85.000) in Anspruch genommen wurde, bestehen zwei Covenants, die im Geschäftsjahr eingehalten wurden.
Hierbei handelt es sich um Vorauszahlungen von Kunden für in Arbeit befindliche Fertigungsaufträge, deren Restlaufzeit weniger als zwölf Monate beträgt.
Es handelt sich hier im Wesentlichen um Verpflichtungen aus dem Personalbereich. Darüber hinaus werden in dieser Position Verpflichtungen aus ausstehenden Rechnungen in Höhe von TEUR 8.668 (Vorjahr: TEUR 9.096) ausgewiesen.
| in TEUR | 31.12.17 | 31.12.16 |
|---|---|---|
| NICHT FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN |
||
| Umsatzsteuer | 819 | 7.693 |
| Verbindlichkeiten soziale Sicherheit und Lohnsteuer |
3.714 | 3.946 |
| Sonstige | 12.432 | 14.169 |
| FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN |
||
| Derivate in Hedging-Beziehung |
48 | 250 |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten |
4.213 | 2.929 |
| Summe | 21.226 | 28.987 |
Die originären Finanzinstrumente umfassen auf der Aktivseite im Wesentlichen die übrigen Finanzanlagen, die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die langfristigen und kurzfristigen Wertpapiere und die Zahlungsmittel. Die zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte und die zu Handelszwecken gehaltenen Vermögenswerte sind grundsätzlich mit dem beizulegenden Zeitwert, die nicht zum Zeitwert bewerteten Beteiligungen und die übrigen finanziellen Vermögenswerte mit den fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt. Auf der Passivseite enthalten die originären Finanzinstrumente im Wesentlichen die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Verbindlichkeiten. Soweit bei den finanziellen Vermögenswerten Ausfallrisiken erkennbar sind, werden diese Risiken durch Wertberichtigungen erfasst.
Zum beizulegenden Zeitwert bilanzierte finanzielle Vermögenswerte nach Bewertungsstufen
Stufe 1: Auf aktiven Märkten gehandelte Finanzinstrumente, deren notierte Preise unverändert für die Bewertung übernommen wurden.
Stufe 2: Die Bewertung erfolgt auf Basis von Bewertungsverfahren, deren verwendete Einflussfaktoren direkt oder indirekt aus beobachtbaren Marktdaten abgeleitet werden.
Stufe 3: Die Bewertung erfolgt auf Basis von Bewertungsverfahren, deren verwendete Einflussfaktoren nicht ausschließlich auf beobachtbaren Marktdaten beruhen.
| in TEUR | 31.12.2017 | 31.12.2016 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Stufe 1 | Stufe 2 | Stufe 3 | Stufe 1 | Stufe 2 | Stufe 3 | ||
| ZUR VERÄUSSERUNG VERFÜGBARE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE |
|||||||
| Beteiligung ORBCOMM | 18.941 | 0 | 0 | 17.495 | 0 | 0 | |
| ZU HANDELSZWECKEN GEHALTENE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE |
|||||||
| Wertpapiere | 461 | 0 | 0 | 385 | 0 | 0 |
Der Zeitwert der Wertpapiere wurde aus einem Börsenkurs abgeleitet. Im Geschäftsjahr fanden keine Transfers zwischen den einzelnen Stufen statt.
Fälligkeiten der Kredite
| innerhalb eines Jahres |
in 1−2 Jahren |
in 3−5 Jahren |
in mehr als 5 Jahren |
Summe | |
|---|---|---|---|---|---|
| 0 | 1.078 | 20.719 | 10.111 | 31.908 | |
| 63.886 | 0 | 0 | 0 | 63.886 | |
| 84.141 | 0 | 0 | 0 | 84.141 | |
| 4.213 | 0 | 0 | 0 | 4.213 | |
| 152.240 | 1.078 | 20.719 | 10.111 | 184.148 | |
| 31.12.2017 |
* inklusive Zinsaufwendungen
| in TEUR | 31.12.2016 | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| innerhalb eines Jahres |
in 1−2 Jahren |
in 3−5 Jahren |
in mehr als 5 Jahren |
Summe | |||
| Langfristige Finanzverbindlichkeiten | 0 | 349 | 0 | 0 | 349 | ||
| Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten | 93.108 | 0 | 0 | 0 | 93.108 | ||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 67.308 | 0 | 0 | 0 | 67.308 | ||
| Kurzfristige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 2.929 | 0 | 0 | 0 | 2.929 | ||
| Summe | 163.345 | 349 | 0 | 0 | 163.694 |
| in TEUR | 31.12.2017 | 31.12.2016 | |||
|---|---|---|---|---|---|
| Langfristig | Kurzfristig | Langfristig | Kurzfristig | ||
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte (available for sale) |
32.610 | 30.979 | |||
| Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte |
461 | 385 | |||
| Ausleihungen und Forderungen | |||||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und PoC |
328.247 | 318.761 | |||
| Wertpapiere | 219 | 632 | |||
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 2.152 | 29.472 | 2.491 | 34.572 | |
| Zahlungsmittel | 58.578 | 56.567 | |||
| 2.371 | 416.297 | 3.123 | 409.900 | ||
| 34.981 | 416.758 | 34.102 | 410.285 | ||
| Anschaffungskosten | |||||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen |
0 | 83.141 | 0 | 67.308 | |
| Finanzverbindlichkeiten | 30.414 | 63.886 | 349 | 93.108 | |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 0 | 4.261 | 0 | 2.929 | |
| 30.414 | 151.288 | 349 | 163.345 |
Zusatzangaben zu den Finanzinstrumenten
Bei den sonstigen finanziellen Vermögenswerten, den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Forderungen aus PoC und Zahlungsmitteln wird angenommen, dass aufgrund der Kurzfristigkeit der Buchwert dem Zeitwert entspricht.
Bei den langfristigen finanziellen Vermögenswerten der Kategorie Ausleihungen und Forderungen (LaR) entspricht der Buchwert (TEUR 2.152, Vorjahr: TEUR 2.491) annähernd dem beizulegenden Zeitwert. Es handelt sich hauptsächlich um unverzinsliche Kautionen, aber basierend auf dem aktuellen niedrigen Zinsniveau besteht kaum ein Unterschied.
Die in der Kategorie zur Veräußerung gehalten (AfS) enthaltene Beteiligung an der ORBCOMM Inc. ist zum beizulegenden Zeitwert (TEUR 18.941, Vorjahr: TEUR 17.494) bilanziert, der aus dem Börsenkurs an der NYSE zum Abschlussstichtag abgeleitet wurde. Die Beteiligung an der Arianespace Participation (TEUR 8.328), der MAN Dezentrale Energiesysteme GmbH (TEUR 1.022), der MT Mecatrònica SpA (TEUR 530) sowie sonstige kleinere Beteiligungen sind wie im Vorjahr zum Buchwert bilanziert, da ein verlässlicher Zeitwert nicht ermittelt werden konnte.
Die in der Kategorie zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte (FAHfT – Financial Assets Held for Trading) ausgewiesenen Wertpapiere wurden zum Zeitwert bilanziert, sodass der Buchwert dem Zeitwert entspricht. Der Zeitwert wurde abgeleitet aus einem Börsenkurs am Abschlussstichtag.
Bei den kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten der Kategorie zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet (FLAC) wie Finanzschulden und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen entspricht aufgrund der Kurzfristigkeit der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert.
In den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten ist ein Darlehen von der Unterstützungskasse in Höhe von TEUR 1.382 (Vorjahr: TEUR 1.199) enthalten, welches mit 5% verzinst wird. Das Darlehen ist jederzeit kündbar, sodass der Buchwert annähernd dem beizulegenden Zeitwert entspricht. Das Darlehen ist spätestens bei Kündigung in einem Betrag zurückzuzahlen.
Bei den langfristigen Finanzschulden der Kategorie finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet (FLAC) entspricht der Buchwert (TEUR 30.414, Vorjahr: TEUR 349) annähernd dem beizulegenden Zeitwert. Eine Darlehnsaufnahme wäre gegenwärtig zu denselben Konditionen möglich.
Die Nettoergebnisse enthalten keinen Zinsertrag oder Zinsaufwand. Diese sind im Abschnitt zu dem Finanzergebnis dargestellt.
Nettoergebnisse nach Bewertungskategorien
| in TEUR | 2017 | 2016 |
|---|---|---|
| Vermögenswerte zu Handelszwecken gehalten |
0 | 0 |
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte |
1.251 | 2.699 |
| Kredite und Forderungen | −650 | 7 |
| davon Wertminderung | −650 | 7 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet |
0 | 0 |
| in TEUR | Langfristige Finanzverbindlichkeiten |
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten |
|
|---|---|---|---|
| 01.01.2017 | 349 | 93.108 | 93.457 |
| Cashflows | |||
| Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzkrediten |
30.650 | 7.577 | 38.227 |
| Rückzahlungen von Finanzkrediten | −585 | −36.799 | −37.384 |
| 31.12.2017 | 30.414 | 63.886 | 94.300 |
Die Kreditrisiken werden insgesamt als gering betrachtet. Grundsätzlich bestehen allgemeine Ausfallrisiken, die durch wirtschaftliche Gegebenheiten generell jederzeit eintreten können. Das Forderungsportfolio ist stark auf öffentliche Auftraggeber ohne jegliches Ausfallrisiko fokussiert, und für den verbleibenden Rest ohne Risikokonzentration breit gestreut. Aus diesem Grund wird im gesamten Konzern auf die Versicherung von Forderungen verzichtet.
In geringem Umfang werden Verkäufe in Fremdwährungen (USD, GBP, NOK) durchgeführt. Zum Bilanzstichtag bestanden im Wesentlichen Forderungen in USD in Höhe von TEUR 3.388 (Vorjahr: TEUR 2.600). Einkäufe in Fremdwährung (USD, GBP) werden in nicht wesentlichem Umfang getätigt. Der USD-Wechselkurs beeinflusst die Erträge und Aufwendungen im Luftfahrtgeschäft. Für das Jahr 2017 sind in diesem Bereich die vorhandenen Auftragsbestände und Forderungen in US-Dollar durch Devisentermingeschäfte abgesichert.
Zum Bilanzstichtag waren für den Export bei zwei Konzerngesellschaften Devisentermingeschäfte mit einem Nominalvolumen von TUSD 8.152 (TEUR 7.064) abgeschlossen. Davon entfallen TUSD 4.762 (TEUR 4.059) auf Cashflow Hedges. Im zweiten Halbjahr 2018 sind davon TUSD 4.056 (TEUR 3.473) fällig. Unter den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten werden Devisentermingeschäfte auf ZAR (Cashflow Hedges) mit einem Zeitwert von TEUR 48 ausgewiesen. Im ersten Halbjahr 2018 sind diese Devisentermingeschäfte mit einem Nominalvolumen von TZAR 6.100 (TEUR 402) fällig. Unter den sonstigen finanziellen Vermögenswerten werden Devisentermingeschäfte mit einem Zeitwert von TEUR 197 (Vorjahr: TEUR −130) für Fair Value Hedges und mit TEUR 149 (Vorjahr: TEUR −120) für Cashflow Hedges ausgewiesen.
Der Zeitwert der Derivate wurde durch die Verwendung von Terminkursen am Bilanzstichtag ermittelt.
Im Anlagebereich sind im Hinblick auf Zinsrisiken vorwiegend risikoarme Anlageformen gewählt worden. Sie unterliegen den marktüblichen Zinsschwankungen. Kreditaufnahme wird in kurzfristiger Form zur Abdeckung der aus Projektzahlungszyklen entstehenden Bedarfe im Umlaufvermögen genutzt. Hierbei werden überwiegend Mittel aus einem Kreditrahmenvertrag mit einer marktorientierten sowie von der Erreichung eines Covenants abhängigen variablen Komponente im Zinssatz eingesetzt. Eine Zinsänderung von 1% würde bei derzeitiger Inanspruchnahme einen zusätzlichen Aufwand von circa TEUR 940 bedeuten. Mit einer weiteren Verringerung der Zinsen ist nicht zu rechnen. Die langfristigen Finanzverbindlichkeiten haben eine Laufzeit bis 2024 zu festen Konditionen.
Zu den wichtigsten finanzwirtschaftlichen Zielen des OHB-Konzerns zählen die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts und die Sicherstellung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit im Hinblick auf die Unternehmensfortführung sowie die Aufrechterhaltung einer optimalen Kapitalstruktur. Große Bedeutung in diesem Zusammenhang hat hierbei die Sicherstellung von ausreichender Verfügbarkeit von Liquidität unter Wahrung der Dividendenfähigkeit. Die Steuerung dieser Ziele erfolgt durch ein integriertes Controlling-Konzept, wobei die Geschäftsführung im Rahmen der Monatsabschlussanalyse aktuelle Kennziffern zu verschiedenen Bilanzpositionen und damit auch zur Entwicklung des Eigenkapitals und als Basis für notwendige unternehmerische Entscheidungen erhält. Zum 31. Dezember 2017 lag die Eigenkapitalquote bei 28,8% (Vorjahr: 26,9%). Die Eigenkapitalquote wurde als Gesamtsumme des Eigenkapitals im Verhältnis zur Bilanzsumme ermittelt. Die von der Gesellschaft angestrebte Eigenkapitalquote liegt über 25%. Die Gesamtstrategie des Konzerns ist gegenüber 2016 unverändert.
Gemäß IFRS 8 sind Geschäftssegmente auf Basis der internen Berichterstattung über Konzernbereiche abzugrenzen, die regelmäßig vom Hauptentscheidungsträger der Gesellschaft im Hinblick auf Entscheidungen über die Verteilung von Ressourcen zu diesen Segmenten und die Bewertung ihrer Ertragskraft überprüft werden. Die wesentlichen Steuerungskennzahlen im OHB-Konzern sind Gesamtleistung, EBIT und EBITDA. An den Vorstand als verantwortliche Unternehmensinstanz berichtete Informationen zum Zwecke der Allokation von Ressourcen auf die Geschäftssegmente eines Unternehmens sowie der Bewertung ihrer Ertragskraft beziehen sich zumeist auf die Arten von Gütern oder Dienstleistungen, die hergestellt oder erbracht werden. Der Konzern gliedert sich gemäß IFRS 8 in die folgenden berichtspflichtigen Segmente:
Im Segment "Space Systems" werden im Wesentlichen Raumfahrtsysteme entwickelt und umgesetzt. Im Segment "Aerospace + Industrial Products" liegt der Schwerpunkt in der Fertigung von Produkten für die Luft- und Raumfahrt sowie für andere Industriebereiche. Die Segmente sind im Konzernlagebericht ausführlich beschrieben. Segmenterträge, -aufwendungen und -ergebnisse beinhalten ebenso Geschäftsbeziehungen zwischen den Geschäftsfeldern. Diese Transfers werden zu Vollkosten verrechnet. Die Bewertungsgrundsätze in der Segmentberichterstattung weichen nicht von den Bewertungsgrundsätzen im Konzernabschluss ab. Die Holding ist gesondert dargestellt, da die Beteiligungsansätze im Wesentlichen bei der Holding erfasst sind. Die OHB SE übt die Tätigkeit einer aktiven Holdinggesellschaft aus. Die Umsätze teilen sich auf Produktgruppen und Regionen:
Umsätze nach Produktgruppen
| in TEUR | 2017 | 2016 |
|---|---|---|
| Raumfahrt | 792.567 | 660.168 |
| Luftfahrt | 14.635 | 16.139 |
| Antennen | 9.786 | 12.113 |
| Sonstige | 8.906 | 10.764 |
| Gesamt | 825.894 | 699.184 |
Umsätze geografisch
| in TEUR | 2017 | 2016 |
|---|---|---|
| Deutschland | 301.604 | 240.726 |
| Restliches Europa | 519.221 | 453.211 |
| Restliche Welt | 5.069 | 5.247 |
| Gesamt | 825.894 | 699.184 |
Drei Auftraggeber des OHB-Konzerns haben mit TEUR 184.222, TEUR 132.286 bzw. TEUR 128.516 jeweils einen Anteil von über 10% des Gesamtumsatzes. Die langfristigen Vermögenswerte mit einem Buchwert von TEUR 196.407 (Vorjahr: TEUR 179.999) befinden sich im Inland und mit einem Buchwert von TEUR 42.087 (Vorjahr: TEUR 41.372) im Ausland.
| Aerospace + Industrial | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Space Systems | Products | ||||
| in TEUR | 2017 | 2016 | 2017 | 2016 | |
| Umsatzerlöse | 635.322 | 524.636 | 203.943 | 181.681 | |
| davon Innenumsätze | 272 | 233 | 13.099 | 6.900 | |
| Gesamtleistung | 661.252 | 559.451 | 211.876 | 175.943 | |
| Materialaufwand und bez. Leistungen | 451.776 | 368.204 | 102.290 | 75.665 | |
| EBITDA | 32.977 | 33.060 | 25.468 | 21.861 | |
| Abschreibungen | 8.911 | 7.569 | 5.314 | 4.636 | |
| EBIT | 24.066 | 25.491 | 20.154 | 17.225 | |
| Langfristige Vermögenswerte | 122.924 | 110.356 | 74.308 | 57.467 | |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 325.439 | 338.184 | 196.054 | 174.377 | |
| Bilanzsumme | 448.363 | 448.540 | 270.362 | 231.844 | |
| Eigenkapital | 115.790 | 106.864 | 55.498 | 40.160 | |
| Schulden | 332.573 | 341.676 | 214.864 | 191.684 | |
| Bilanzsumme | 448.363 | 448.540 | 270.362 | 231.844 | |
| Investitionen (ohne Finanzanlagen) | 23.317 | 35.408 | 21.294 | 14.766 | |
| in TEUR | 2017 | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| bis 1 Jahr |
1 bis 5 Jahre |
mehr als 5 Jahre |
Summe | ||||
| Mietverträge (operating leasing) | 11.867 | 28.851 | 27.509 | 68.227 | |||
| Leasingverträge (operating leasing) | 852 | 1.599 | 0 | 2.451 | |||
| Summe | 12.719 | 30.450 | 27.509 | 70.678 |
| in TEUR | 2016 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| bis 1 Jahr |
1 bis 5 Jahre |
mehr als 5 Jahre |
Summe | |||
| Mietverträge (operating leasing) | 11.963 | 33.830 | 33.945 | 79.738 | ||
| Leasingverträge (operating leasing) | 730 | 1.317 | 0 | 2.047 | ||
| Summe | 12.693 | 35.147 | 33.945 | 81.785 |
Kaufoptionen bestehen nicht. Zum Bilanzstichtag bestanden Avalverpflichtungen in Höhe von TEUR 37.487 (Vorjahr: TEUR 46.517). Für den Kreditrahmen wurde von den teilnehmenden Gesellschaften eine gesamtschuldnerische Haftung übernommen.
Für Darlehensverbindlichkeiten eines assoziierten Unternehmens wurden Bürgschaften in Höhe von TEUR 3.874 (Vorjahr: TEUR 5.337) abgegeben.
| Überleitung | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Konsolidierung | Summe | ||||||
| 2016 | 2017 | 2017 | 2016 | ||||
| 0 | −13.371 | 825.894 | 699.184 | ||||
| 0 | −13.371 | 0 | 0 | ||||
| 7.562 | −21.330 | 859.689 | 728.386 | ||||
| 0 | −11.393 | 542.673 | 438.426 | ||||
| 160 | 0 | 0 | 58.809 | 55.081 | |||
| 27 | 336 | 149 | 14.586 | 12.381 | |||
| 133 | −336 | −149 | 44.223 | 42.700 | |||
| 61.497 | −37.298 | 223.044 | 189.632 | ||||
| 53.410 | −67.384 | 496.654 | 493.282 | ||||
| 114.907 | −104.682 | 719.698 | 682.914 | ||||
| 64.974 | −26.862 | 207.280 | 183.590 | ||||
| 49.933 | −77.820 | 512.418 | 499.324 | ||||
| 114.907 | −104.682 | 719.698 | 682.914 | ||||
| 42 | 0 | 0 | 44.641 | 50.216 | |||
| 2016 −7.133 −7.133 −14.570 −5.443 −39.688 −72.689 −112.377 −28.408 −83.969 −112.377 |
MITARBEITER Die Anzahl der durchschnittlich beschäftigten Mitarbeiter hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2.368 betragen (Vorjahr: 2.220 Mitarbeiter). Zum 31. Dezember 2017 sind im Unternehmensbereich "Space Systems" 1.624 Mitarbeiter beschäftigt (Vorjahr: 1.500), im Unternehmensbereich "Aerospace + Industrial Products" 786 Mitarbeiter (Vorjahr: 789) und bei der Holding 10 Mitarbeiter (Vorjahr: 9).
Vorstände der Gesellschaft sind:
Dem Aufsichtsrat der Gesellschaft gehören an:
Mitgliedschaften der Organmitglieder in Aufsichtsräten und anderen Kontrollgremien im Jahr 2017:
• Herr Marco Fuchs
Konzernmandate:
Wertpapierbesitz von Organmitgliedern
| zum 31.12.2017 | Aktien | Veränderun gen 2016/17 |
|---|---|---|
| Christa Fuchs, Vorsitzende des Aufsichtsrats |
1.401.940 | – |
| Professor Heinz Stoewer, Mitglied des Aufsichtsrats |
1.000 | – |
| Marco Fuchs, Vorsitzender des Vorstands |
6.046.610 | – |
| Dr. Fritz Merkle, Mitglied des Vorstands |
1.000 | – |
| Ulrich Schulz, Mitglied des Vorstands bis zum 31.07.2017 |
54 | – |
Die Hauptversammlung der OHB System AG hat am 20. März 2017 beschlossen, von den Befreiungsvorschriften zur Offenlegung des Jahresabschlusses nach §264 (3) HGB Gebrauch zu machen.
Nahestehende Personen nach IAS 24 sind Frau Christa Fuchs, Frau Romana Fuchs Mayrhofer sowie die Herren Marco Fuchs, Ulrich Schulz, Dr. Fritz Merkle, Klaus Hofmann, Prof. Heinz Stoewer und Robert Wethmar. Als nahestehende Unternehmen sind zu nennen:
Die Geschäfte mit nahestehenden Personen und Unternehmen werden zu marktüblichen Bedingungen abgeschlossen. Mit nahestehenden Personen und Unternehmen wurden im Geschäftsjahr TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 0) aus Umsätzen und sonstigen Erträgen erlöst, an Aufwendungen für bezogene Leistungen und Mieten fielen bei Tochterunternehmen rund TEUR 7.342 (Vorjahr: TEUR 7.154) an. Gemäß einer Rahmenvereinbarung mit der Kanzlei Taylor Wessing, bei der Robert Wethmar Partner ist, wurde im vergangenen Geschäftsjahr im Zusammenhang mit Beratungsleistungen für Konzernunternehmen ein Honorar von insgesamt TEUR 82 berechnet. Die noch offenen Forderungen zum Bilanzstichtag betragen TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 0). Verbindlichkeiten bestanden zum 31. Dezember 2017 in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 0).
Gegen nahestehende Personen bestanden zum Abschlussstichtag Pensionsverpflichtungen in Höhe von TEUR 215 (Vorjahr: TEUR 205). Es werden keine Beiträge zum Plan mehr geleistet. Es wurden Hinterbliebenenbezüge in Höhe von TEUR 22 gezahlt.
Gegen sonstige nahestehende Personen bestehen zum Abschlussstichtag Forderungen in Höhe von TEUR 25 (Vorjahr: TEUR 25) sowie Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 460 (Vorjahr: TEUR 968).
Gegen assoziierte Unternehmen bestehen kurzfristige Darlehen mit einem Buchwert in Höhe von TEUR 27.700 (Vorjahr: TEUR 27.175), welche mit Zinssätzen zwischen 3–5% fix verzinslich sind und sich jeweils automatisch verlängern, wenn sie nicht vor Ablauf der Vertragslaufzeit gekündigt werden. Es wurden Zinsen in Höhe von TEUR 1.060 (Vorjahr: TEUR 1.076) vereinnahmt. Die Laufzeit beträgt für alle Darlehen unter einem Jahr. Das jeweilige Darlehen ist bei Fälligkeit in einer Summe zurückzuzahlen. Für die Darlehen bestehen keine Sicherheiten.
Der Vorstand und der Aufsichtsrat haben die gemäß §161 AktG geforderte Erklärung abgegeben, dass den Empfehlungen der Bundesregierung mit wenigen Ausnahmen (siehe Kapitel Corporate Governance Bericht, Seite 64) bereits entsprochen wird und in Zukunft entsprochen werden soll. Die Entsprechenserklärung ist im Internet veröffentlicht unter:
https://www.ohb.de/de/investor-relations/corporate-governance/entsprechenserklaerung/
Die OHB SE übt die Tätigkeit einer aktiven Holding aus. Wesentlicher Aktivposten sind die Anteile an verbundenen Unternehmen, die zum Stichtag mit TEUR 44.785 zu Buche stehen. Das Eigenkapital der OHB SE am 31. Dezember 2017 betrug TEUR 52.121. Die Gesellschaft weist im Einzelabschluss liquide Mittel von insgesamt TEUR 1.812 aus. Zum Jahresüberschuss 2017 in Höhe von TEUR 5.338 haben insbesondere die Erträge aus Ergebnisabführung in Höhe von TEUR 6.767 beigetragen. Der HGB-Einzelabschluss zum 31. Dezember 2017 der OHB SE schließt mit einem Bilanzgewinn von EUR 12.883.039,53 ab. Der Vorstand schlägt der Hauptversammlung vor, den Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2017 in Höhe von TEUR 12.833 wie in der Tabelle "Ergebnisverwendungsvorschlag" dargestellt zu verwenden. Bei den angegebenen Beträgen für die Gesamtdividende und für den Vortrag auf neue Rechnung sind die zum Zeitpunkt des Gewinn verwendungsvorschlags des Vorstands dividendenberechtigten Aktien berücksichtigt. Die von der Gesellschaft zum Bilanzstichtag gehaltenen eigenen Aktien (80.496 Stückaktien) sind gemäß §71 b AktG nicht dividendenberechtigt. Sollte die Anzahl der eigenen Aktien, die von der Gesellschaft zum Zeitpunkt der Beschlussfassung der Hauptversammlung über die Verwendung des Bilanzgewinns gehalten werden, größer oder kleiner sein als zum Bilanzstichtag, vermindert bzw. erhöht sich der insgesamt an die Aktionäre auszuschüttende Betrag um den Dividendenteilbetrag, der auf die Differenz an Aktien entfällt. Der in den Vortrag auf neue Rechnung einzustellende Betrag verändert sich gegenläufig um den gleichen Betrag. Die auszuschüttende Dividende pro dividendenberechtigter Stückaktie bleibt hingegen unverändert. Der Hauptversammlung wird gegebenenfalls ein entsprechend modifizierter Beschlussvorschlag unterbreitet werden. Für das Geschäftsjahr 2016 betrug die Ausschüttung der Dividende in Höhe von EUR 0,40 auf jede dividendenberechtigte Stückaktie (17.387.600 Stückaktien) insgesamt EUR 6.955.040,00, weiterhin wurde ein Betrag in Höhe von EUR 7.545.252,76 auf neue Rechnung vorgetragen. Der Bilanzgewinn betrug im Geschäftsjahr 2016 EUR 14.500.292,76.
Ergebnisverwendungsvorschlag
| in EUR | 2017 |
|---|---|
| Bilanzgewinn | 12.883.039,50 |
| Ausschüttung einer Dividende von EUR 0,40 auf jede dividendenberechtigte Stückaktie |
|
| (17.387.600 Stückaktien) | 6.955.040,00 |
| Vortrag auf neue Rechnung | 5.927.999,50 |
Die Vergütung der Mitglieder des Vorstands setzt sich grundsätzlich aus erfolgsunabhängigen und erfolgsabhängigen Komponenten zusammen. Aktienbasierte Vergütungsbestandteile sowie Vergütungskomponenten mit langfristiger Anreizwirkung bestehen derzeit nicht. Im Fall des Todes eines Vorstandsmitglieds erhalten die Hinterbliebenen Anspruch auf Weiterzahlung der erfolgsunabhängigen Vergütung des Verstorbenen für sechs Monate. Die Grundzüge des Vergütungssystems sowie die individualisierten Vorstandsbezüge sind ausführlich im Lagebericht/ Vergütungsbericht (Seite 62) dargestellt. Die Gesamtbezüge des Vorstands betragen für das Geschäftsjahr 2017 TEUR 1.973 (Vorjahr: TEUR 2.056), davon sind TEUR 935 (Vorjahr: TEUR 950) variable Vergütungsbestandteile, TEUR 1.038 (Vorjahr: TEUR 1.106) fixe Vergütungsbestandteile inklusive der Nebenleistungen wie Zuschüsse zur Kranken- und Rentenversicherung sowie des Sachbezuges Kfz-Nutzung. Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats betragen für das Geschäftsjahr 2017 TEUR 70 (Vorjahr: TEUR 70), wobei TEUR 30 (Vorjahr: TEUR 30) für die Vorsitzende des Aufsichtsrats und TEUR 40 (Vorjahr: TEUR 40) für die anderen Mitglieder des Aufsichtsrats zurückgestellt wurden. Auf variable Vergütungsbestandteile wurde verzichtet. Gemäß einer Rahmenvereinbarung mit der Kanzlei Taylor Wessing, bei der Robert Wethmar Partner ist, wurde im vergangenen Geschäftsjahr im Zusammenhang mit Beratungsleistungen für Konzernunternehmen ein Honorar von insgesamt TEUR 82 berechnet.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat der OHB-Konzern an den Abschlussprüfer PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Bremen, folgenden Honoraraufwand erfasst:
Die Freigabe des Konzernabschlusses zur Veröffentlichung durch den Vorstand ist nach der Aufsichtsratssitzung am 20. März 2018 vorgesehen.
Der Vorstand
Bremen, den 20. März 2018
DR. FRITZ MERKLE
MARCO FUCHS
KLAUS HOFMANN
An die OHB SE, Bremen
Wir haben den Konzernabschluss der OHB SE, Bremen, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) – bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2017, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzern-Gewinnund Verlustrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2017 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden – geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der OHB SE für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2017 geprüft. Die im Abschnitt "Sonstige Informationen" unseres Bestätigungsvermerks genannten Bestandteile des Konzernlageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß §322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.
Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit §317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Konzernabschlusses
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2017 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Aus unserer Sicht waren folgende Sachverhalte am bedeutsamsten in unserer Prüfung:
Bilanzierung von Fertigungsaufträgen Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte und der selbsterstellten übrigen immateriellen Vermögenswerte mit einer begrenzten Nutzungsdauer 2
Unsere Darstellung dieser besonders wichtigen Prüfungssachverhalte haben wir jeweils wie folgt strukturiert:
Sachverhalt und Problemstellung Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse 1 2
Verweis auf weitergehende Informationen 3
Nachfolgend stellen wir die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar:
Die im Konzernabschluss der OHB SE zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2017 ausgewiesenen Umsatzerlöse sind in Höhe von € 739,0 Mio. der kundenbezogenen Fertigung von Satelliten und anderen langfristigen Fertigungsaufträgen zuzurechnen. 1
Die Bilanzierung der Umsatzerlöse erfolgt hierbei entsprechend dem Leistungsfortschritt am Bilanzstichtag, wobei die Schätzung des Leistungsfortschritts nach dem Verhältnis der bis zum Bilanzstichtag angefallenen zu den gesamten geplanten Fertigungskosten gemessen wird. Die zugrunde liegenden Kostenschätzungen und die Zuschlüsselung der angefallenen Kosten der Auftragsbestände auf die in dem Konzernabschluss angegebenen Umsatzerlöse erfolgt anhand der Einschätzungen und Annahmen der gesetzlichen Vertreter des Konzerns.
Vor diesem Hintergrund und aufgrund der zugrundeliegenden Ermessensspielräume und Schätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie der Komplexität der Bilanzierung von Fertigungsaufträgen war dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.
Bei unserer Prüfung haben wir, unter Berücksichtigung der Kenntnis, dass aufgrund der Komplexität und der vorzunehmenden Einschätzungen und Annahmen ein erhöhtes Risiko falscher Angaben in der Rechnungslegung besteht, die vom Konzern eingerichteten Prozesse und Kontrollen zur Erfassung von Umsatzerlösen aus der kundenbezogenen Fertigung von Satelliten und anderen längerfristigen Projekten unter Berücksichtigung des Fertigstellungsgrades beurteilt. 2
Zudem haben wir die Ermittlung sowohl der geplanten Kosten als auch der tatsächlich angefallenen Kosten gewürdigt. Ferner haben wir Stetigkeit und Konsistenz der angewandten Verfahren zur Ermittlung der angefallenen Kosten nachvollzogen.
Außerdem haben wir durch entsprechende Anweisungen an die Teilbereichsprüfer konzernweit ausreichende, angemessene und konsistente Prüfungshandlungen sichergestellt, um dem diesem Prüffeld innewohnenden inhärenten Prüfungsrisiko angemessen zu begegnen.
Hierbei konnten wir uns davon überzeugen, dass die von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen Einschätzungen und getroffenen Annahmen zum Ansatz und zur Bewertung der Umsatzerlöse nach der Methode der Gewinnrealisierung nach dem Fertigstellungsgrad hinreichend dokumentiert und stetig abgeleitet wurden.
Die Geschäfts- oder Firmenwerte werden einmal jährlich oder anlassbezogen und die selbsterstellten übrigen immateriellen Vermögenswerte mit einer begrenzten Nutzungsdauer anlassbezogen von der Gesellschaft einem Werthaltigkeitstest unterzogen, um einen möglichen Abschreibungsbedarf zu ermitteln.
Der Werthaltigkeitstest erfolgt auf Ebene der Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, mithin der jeweiligen Tochtergesellschaften, denen der jeweilige Geschäfts- oder Firmenwert bzw. der selbsterstellte übrige immaterielle Vermögenswert zugeordnet ist.
Im Rahmen des Werthaltigkeitstests wird der Buchwert der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten inklusive des Geschäfts- oder Firmenwerts bzw. des selbsterstellten übrigen immateriellen Vermögenswerts dem entsprechenden erzielbaren Betrag gegenübergestellt.
Die Ermittlung des erzielbaren Betrags erfolgt grundsätzlich anhand des Nutzungswerts.
Grundlage der Bewertung ist dabei regelmäßig der Barwert künftiger Zahlungsströme der jeweiligen Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten.
Die Barwerte werden mittels Discounted-Cashflow-Modellen ermittelt. Dabei bildet die verabschiedete Mittelfristplanung des Konzerns den Ausgangspunkt, die mit Annahmen über langfristige Wachstumsraten fortgeschrieben wird. Hierbei werden auch Erwartungen über die zukünftige Marktentwicklung und Annahmen über die Entwicklung makroökonomischer Einflussfaktoren berücksichtigt. Die Diskontierung erfolgt mittels der gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten der jeweiligen Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten. Als Ergebnis des Werthaltigkeitstests kam es auch nach Berücksichtigung des Nutzungswerts bei den Geschäfts- oder Firmenwerten zu Wertminderungen von insgesamt € 0,4 Mio.
Das Ergebnis dieser Bewertung ist in hohem Maße von der Einschätzung der gesetzlichen Vertreter hinsichtlich der künftigen Zahlungsmittelzuflüsse der jeweiligen Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, des verwendeten Diskontierungssatzes, der Wachstumsrate sowie weiteren Annahmen abhängig und dadurch mit einer erheblichen Unsicherheit behaftet. Vor diesem Hintergrund und aufgrund der Komplexität der Bewertung war dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.
Im Rahmen unserer Prüfung haben wir unter anderem das methodische Vorgehen zur Durchführung der Werthaltigkeitstests nachvollzogen. Nach Abgleich der bei den Berechnungen verwendeten künftigen Zahlungsmittelzuflüsse mit der verabschiedeten Mittelfristplanung des Konzerns haben wir die Angemessenheit der Berechnung insbesondere durch Abstimmung mit allgemeinen und branchenspezifischen Markterwartungen beurteilt. Ergänzende Anpassungen der Mittelfristplanung für Zwecke der Werthaltigkeitsprüfung wurden von uns mit den zuständigen Mitarbeitern der Gesellschaft diskutiert und nachvollzogen. Zudem haben wir auch die sachgerechte Berücksichtigung der Kosten von Konzernfunktionen beurteilt. Mit der Kenntnis, dass bereits relativ kleine Veränderungen des verwendeten Diskontierungszinssatzes wesentliche Auswirkungen auf die Höhe des auf diese Weise ermittelten Unternehmenswerts haben können, haben wir uns intensiv mit den bei der Bestimmung des verwendeten Diskontierungszinssatzes herangezogenen 2
Parametern beschäftigt und das Berechnungsschema nachvollzogen. Um den bestehenden Prognoseunsicherheiten Rechnung zu tragen, haben wir die von der Gesellschaft erstellten Sensitivitätsanalysen nachvollzogen.
Dabei haben wir festgestellt, dass die Buchwerte der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten inklusive des zugeordneten Geschäfts- oder Firmenwerts unter Berücksichtigung der verfügbaren Informationen im Wesentlichen ausreichend durch die diskontierten künftigen Zahlungsmittelüberschüsse gedeckt sind.
Die von den gesetzlichen Vertretern angewandten Bewertungsparameter und -annahmen stimmen insgesamt mit unseren Erwartungen überein und liegen auch innerhalb der aus unserer Sicht vertretbaren Bandbreiten.
Die Angaben der Gesellschaft zum Werthaltigkeitstest und zu den Geschäfts- oder Firmenwerten bzw. selbsterstellten übrigen immateriellen Vermögenswerten sind in Textziffer 11 "Firmenwerte und übrige immaterielle Vermögenswerte" des Konzernanhangs enthalten. 3
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die folgenden nicht inhaltlich geprüften Bestandteile des Konzernlageberichts:
Die sonstigen Informationen umfassen zudem die übrigen Teile des Geschäftsberichts – ohne weitergehende Querverweise auf externe Informationen –, mit Ausnahme des geprüften Konzernabschlusses, des geprüften Konzernlageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks, und den gesonderten nichtfinanziellen Konzernbericht nach §315b Abs. 3 HGB.
Der gesonderte nichtfinanzielle Konzernbericht nach §315b Abs. 3 HGB wird uns voraussichtlich nach dem Datum des Bestätigungsvermerks zur Verfügung gestellt.
Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach §315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist.
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.
Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit §317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.
Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO Wir wurden von der Hauptversammlung am 16. Mai 2017 als Konzernabschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 24. November 2017 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2016 als Konzernabschlussprüfer der OHB SE, Bremen, tätig.
Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Aufsichtsrat nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.
Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Dr. Thomas Ull.
Bremen, den 20. März 2018
PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Dr. Thomas Ull ppa. Holger Schreiber Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer
KONZERNABSCHLUSS BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS VERSICHERUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER
Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.
Bremen, den 20. März 2018
Der Vorstand
FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR VOM 1. JANUAR 2017 BIS ZUM 31. DEZEMBER 2017
118 Finanzkalender
119 Ansprechpartner und Impressum
Mit dem Start vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou, Französisch-Guayana, am 12. Dezember 2017 brachte die Ariane 5 vier Galileo-Satelliten ins All.
Serie von europäischen Trägerraketen, die im Auftrag der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) entwickelt werden, derzeit wird Ariane 5 genutzt, die Nachfolge soll ab 2020 die neu entwickelte Ariane 6 antreten
Advanced Research in Telecommunications Systems; Technologieprogramm der ESA zur Unterstützung von Forschung und Entwicklung im Bereich Telekommunikation
ESA-Langzeitplan zur Entwicklung eines europäischen Kommunikationssatelliten-Netzwerks mittels modernster Laserkommunikation
Agenzia Spaziale Italiana, Italienische Raumfahrtagentur
Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (früher BWB, Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung)
Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie e. V.
Bundesministerium der Verteidigung
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
Kohlenstofffaserverstärkter Kunststoff
Verpflichtungserklärung, die ein Kreditnehmer gegenüber der kreditgebenden Bank abgibt
Deutscher Aktienindex, wichtigster deutscher Index, der die Entwicklung der 30 größten, an der Frankfurter Wertpapierbörse notierten Aktiengesellschaften widerspiegelt
Umwandlung analoger Werte oder Daten in ein digital nutzbares Format
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V.
Earnings Before Interest and Taxes; Gewinn vor Zinsaufwand und Steuern
Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortisation; Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf Sachanlagen und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte
Earnings Before Taxes; Gewinn vor Steuern
Europäische Kommission
European Data Relay Satellite System; europäisches Datenrelais-Satellitensystem zur Implementierung eines Weltraum-Datennetzwerks mittels optischer Satellitenkommunikation
Dedizierter Satellit für das European Data Relay Satellite System
Voll elektrisch angetriebener Satellit auf Basis der Small-GEO-Plattform
Environmental Mapping and Analysis Program; Satellit zur Erdbeobachtung im Hyperspektralbereich
Earnings Per Share; Ergebnis pro Aktie
European Space Agency; Europäische Weltraumorganisation
Europäische Union
Wissenschaftliche Mission der ESA und Roscosmos zur Erforschung des Mars
Forschung und Entwicklung
*) Die Phase bis zum Erreichen der vollen Einsatzkapazität des Galileo-Programms wird von der EU verwaltet und in voller Höhe von ihr finanziert. Die Europäische Kommission und die Europäische Weltraumorganisation (ESA) haben eine Übertragungsvereinbarung unterzeichnet, gemäß der die ESA im Auftrag der Kommission als die für den Entwurf und die Beschaffung verantwortliche Stelle handelt. Die hier getroffenen Aussagen sind auf keinen Fall als Wiedergabe des offiziellen Standpunkts der EU bzw. der ESA anzusehen. Galileo ist ein eingetragenes Warenzeichen von EU und ESA gemäß HABM-Antrag Nr. 002742237
Europäisches globales satellitengestütztes Navigationssystem
Geostationärer Orbit; hier stationierte Satelliten befinden sich auf einer Kreisbahn in 35.786Kilometer Höhe über dem Äquator und folgen der Erdrotation
Auf SmallGEO basierende Satellitenmission zur Untersuchung neuer Kommunikationstechnologien im Weltraum
Handelsgesetzbuch
früher Hispasat Advanced Generation 1; Kommunikationssatellit für den spanischen Satellitenbetreiber Hispasat
International Accounting Standards
International Financial Reporting Standards
International Space Station; Internationale Raumstation
116
Meteosat Third Generation; Programm zur Entwicklung, zum Bau und Start europäischer Wettersatelliten der dritten Generation
National Aeronautics and Space Administration; US-amerikanische Raumfahrtbehörde
Bilanzierungsmethode, die bei periodenübergreifender Produktion einen anteiligen Gewinnausweis nach dem Grad der Fertigstellung regelt
Return on Investment, Kapitalrentabilität; betriebswirtschaftliche Kennzahl zur Messung der Rendite einer unternehmerischen Tätigkeit, gemessen am Gewinn im Verhältnis zum eingesetzten Kapital
Synthetic Aperture Radar-Lupe; System aus Kleinsatelliten mit einem Verfahren zur Steigerung der Qualität von Radarbildern
Satellitengestütztes Kommunikationssystem der Bundeswehr, das sich seit Ende 2011 im vollständigen Betrieb befindet
Im Rahmen des ARTES-Programms (Advanced Research in Telecommunications Systems) der ESA von der OHB System AG entwickelte vielseitige geostationäre Satellitenplattform, die auf verschiedene Missionsziele wie Telekommunikation, Erdbeobachtung und Technologieerprobung zugeschnitten werden kann
In Russland entwickelte Rakete für mittelschwere Nutzlasten, die seit dem Jahr 2011 auch vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou startet
Deutscher Aktienindex, in dem die 30 größten Tech no logiewerte in Bezug auf Marktkapitalisierung und Orderbuchumsatz zusammengefasst sind
Verbindung von Telekommunikation und Informatik
US-Dollar
Very Long Baseline Interferometry; Langbasisinterferometrie: dies ist eine Methode der Radioastronomie, die Messungen mit höchster räumlicher Auflösung und Positionsgenauigkeit ermöglicht
| 21. MÄRZ | BILANZPRESSEKONFERENZ UND VERÖFFENTLICHUNG DES GESCHÄFTSBERICHTS 2017, BREMEN |
|---|---|
| ANALYSTENKONFERENZ ZUM JAHRESABSCHLUSS 2017, FRANKFURT AM MAIN |
|
| 9. MAI | 3MONATSBERICHT / ANALYSTEN-TELEFONKONFERENZ |
| 24. MAI | HAUPTVERSAMMLUNG, BREMEN |
| 9. AUGUST | 6MONATSBERICHT / ANALYSTEN-TELEFONKONFERENZ |
| 13. NOVEMBER | 9MONATSBERICHT / |
9MONATSBERICHT / ANALYSTEN-TELEFONKONFERENZ
ANALYSTENPRÄSENTATION FRANKFURT AM MAIN
OHB SE Karl-Ferdinand-Braun-Str. 8 28359 Bremen
Marco Fuchs Vorsitzender des Vorstands
Martina Lilienthal Investor Relations Tel.: +49(0)421 2020-720 FAX: +49(0)421 2020-613 [email protected]
ArianeGroup B. Conradi C.C. Meyer DLR ESA ESA-CNES-Arianespace ESA – Manuel Pedoussaut ESA – Stephane Corvaja ESA – Pierre Carril OHB System AG MT Aerospace AG NASA / Michoud / Eric Bordelon NASA / MAF / Steven Seipel LuxSpace Sàrl OHB Italia S.p.A. OHB Sweden AB
OHB SE, Bremen OHB System AG, Bremen PvF Investor Relations, Oberursel
IR-ONE AG, Hamburg [email protected] www.ir-one.de
Zertani Die Druck GmbH, Bremen
Karl-Ferdinand-Braun-Str. 8 28359 Bremen, Germany
Tel.: +49(0)421 2020-8 FAX: +49(0)421 2020-613 [email protected]
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