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OHB SE — Annual Report 2014
Mar 27, 2015
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Annual Report
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Geschäftsbericht 2014
OHB AG in Zahlen
| Der Konzern | in TEUR | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| 2014 | 2013 | 2012 | 2011 | 2010 | |
| Umsatzerlöse | 728.147 | 680.121 | 615.982 | 555.689 | 425.448 |
| Gesamtleistung | 772.954 | 700.063 | 632.729 | 555.292 | 453.323 |
| EBITDA | 53.416 | 52.803 | 46.110 | 43.101 | 33.688 |
| EBIT | 40.400 | 36.353 | 30.997 | 27.276 | 22.730 |
| EBT | 33.874 | 29.728 | 23.979 | 19.517 | 15.384 |
| Jahresüberschuss | 25.713 | 19.436 | 14.818 | 13.523 | 9.642 |
| Ergebnis pro Aktie (Euro) | 1,48 | 1,12 | 0,85 | 0,78 | 0,55 |
| Bilanzsumme | 640.613 | 585.407 | 538.757 | 528.239 | 466.396 |
| Eigenkapital | 147.199 | 132.705 | 117.332 | 113.577 | 105.170 |
| Cashflow aus lfd. Geschäftstätigkeit | –35.020 | –34.111 | 17.559 | 21.137 | 42.123 |
| Investitionen | 25.048 | 23.632 | 21.571 | 15.533 | 19.126 |
| davon Investitionen in Beteiligungen | 40 | 1.046 | 760 | 156 | 6.543 |
| Mitarbeiter per 31. Dezember | 2.086 | 2.412 | 2.493 | 2.352 | 1.677 |
| Die Aktie | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| 2014 | 2013 | 2012 | 2011 | 2010 | |
| Jahresschlusskurs | 19,70 | 17,55 | 15,15 | 11,40 | 16,60 |
| Jahreshöchstkurs | 25,06 | 18,63 | 16,50 | 17,45 | 18,34 |
| Jahrestiefstkurs | 17,45 | 14,76 | 11,16 | 8,25 | 11,50 |
| Marktkapitalisierung zum Jahresschluss | 344 Mio. | 307 Mio. | 265 Mio. | 199 Mio. | 290 Mio. |
| Anzahl der Aktien (Stück) | 17.468.096 | 17.468.096 | 17.468.096 | 17.468.096 | 17.468.096 |
Die OHB-Gruppe im Überblick
Die OHB AG ist ein europäischer Raumfahrt- und Technologiekonzern und eine der bedeutenden unabhängigen Kräfte der europäischen Luft- und Raumfahrtindustrie. Mit ihrer über 30-jährigen Erfahrung in der Entwicklung und der Umsetzung innovativer Raumfahrtsysteme und -strukturen, dem Angebot von spezifischen Luft- und Raumfahrt- und Telematikprodukten hat sich die OHB-Gruppe herausragend positioniert und für den internationalen Wettbewerb aufgestellt.
"Form follows function" – nach diesem Prinzip hat sich die OHB AG in den vergangenen Jahren erfolgreich innerhalb Europas aufgestellt. Diese strategischen Standortentscheidungen, der bewussten räumlichen Trennung innerhalb Europas, machen die Teilhabe an zahlreichen europäischen Programmen und Missionen erst möglich. Die inhaltliche Zusammenführung und Konzentration auf die jeweiligen Kernfähigkeiten wird in den beiden Unternehmensbereichen "Space Systems" und "Aerospace + Industrial Products" gelebt.
Im Unternehmensbereich "Space Systems" liegt der Fokus in der Entwicklung und Umsetzung von Raumfahrtprojekten. Das bedeutet insbesondere die Entwicklung und die Fertigung erdnaher und geostationärer Satelliten für Navigation, Wissenschaft, Kommunikation und Erdbeobachtung einschließlich der wissenschaftlichen Nutzlasten. In der Bemannten Raumfahrt stehen Projekte für Ausstattung und Betrieb der Internationalen Raumstation ISS, Columbus und ATV im Vordergrund. Im Bereich Exploration erarbeiten unsere Experten hier – mit Schwerpunkt Mars und Mond – u.a. Studien und Konzepte für die Erforschung unseres Sonnensystems. Leistungsstarke Aufklärungssatelliten sowie die breitbandige Funkübertragung von Bildaufklärungsdaten sind darüber hinaus unsere Kerntechnologien für Sicherheit und Aufklärung.
Der Schwerpunkt des Unternehmensbereichs "Aerospace + Industrial Products" liegt in der Fertigung von Produkten für die Luft- und Raumfahrt sowie für andere Industriebereiche. Hier hat sich OHB als bedeutender Ausrüster für Aerospace-Strukturen in der Luft- und Raumfahrt positioniert und ist größter deutscher Zulieferer für das Ariane-5-Programm. Darüber hinaus ist OHB als erfahrener Anbieter von mechatronischen Systemen für Antennen und Teleskope an mehreren Großprojekten für Radioteleskope beteiligt.Telematiksysteme von OHB unterstützen weltweit die Logistik durch effiziente Transportsteuerung und Sendungsverfolgung.
Die OHB-Gruppe in Europa
INHALT
- 02 Brief an die Aktionäre
- 05 Bericht des Aufsichtsrats
- 10 Nachruf
- 12 SmallGEO
- 16 Interview
- 20 Highlights 2014
- 40 OHB-Aktie
- 44 Konzernlagebericht
- Geschäft und Rahmenbedingungen
- Geschäftsentwicklung
- Umsatz- und Auftragsentwicklung
- Ertragslage
- Vermögens- und Finanzlage
- Mitarbeiter
- Forschung und Entwicklung
- Qualitätsmanagement, Umweltmanagement, Datenschutz und Prozesse
- Nachtragsbericht
-
Prognosebericht
-
Internes Kontroll- und Risikomanagement
- Chancen- und Risikobericht
- Vergütungsbericht
- Angaben nach § 315 Abs. 4 HGB
- Erklärung zur Unternehmensführung
- 64 Corporate Governance
66 Konzernabschluss
- Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
- Gesamtergebnisrechnung des Konzerns
- Konzernbilanz
- Konzernkapitalflussrechnung
- Konzerneigenkapitalspiegel
- Konzernanhang und Erläuterungen zum Konzernabschluss
- Bestätigungsvermerk
Weitere Angaben
- Ansprechpartner /Impressum
- U Glossar /Finanzkalender 2015
Ulrich Schulz,
geb. 1951, Dipl.-Ing., Mitglied des Vorstands der OHB AG seit 2000
Marco R. Fuchs,
geb. 1962, Rechtsanwalt, Vorsitzender des Vorstands der OHB AG seit 2000
Dr. Fritz Merkle,
geb. 1950, Dipl.-Physiker, Mitglied des Vorstands der OHB AG seit 2014
OHB AG | 2014
Sehr verehrte Aktionärinnen, sehr geehrte Aktionäre, liebe Kunden und Partner,
der OHB-Konzern hat sich seit einigen Jahren als der dritte europäische Systemintegrator der ESA etabliert. Dank unserer Strategie des kontinuierlichen und kontrollierten Wachstums entwickelte sich OHB in den vergangenen Jahrzehnten zu einem europäischen Raumfahrtunternehmen. Die Fokussierung auf unsere erfolgreichen, europaweit verankerten Raumfahrtaktivitäten ist insbesondere im vergangenen Jahr auch für den externen Beobachter gleich mehrfach sichtbar geworden:
-
- Entkonsolidierung der Luftfahrtaktivitäten der Aerotech Peissenberg (ATP), nachdem die OHB AG an der Kapitalerhöhung im Mai 2014 nicht teilnahm und in eine Minderheitsposition rückte.
-
- Fusion der beiden konzerneigenen deutschen Raumfahrtentwicklungs- und -produktionsunternehmen OHB System in Bremen und Kayser-Threde in München im September 2014.
-
- Vorbereitung der Umwandlung des OHB-Konzerns von einer deutschen AG in eine europäische SE (Societas Europaea) bis Mitte 2015.
Getragen durch die nun schon zum wiederholten Male erzielten Bestwerte in der Gesamtleistung ebenso wie bei den Ergebnisgrößen, nutzt der Konzern die solide und gestärkte Kapitalbasis der OHB AG, um auch im laufenden Geschäftsjahr flexibel auf das schnelle organische Wachstum einzelner Tochterunternehmen reagieren zu können.
Schnelligkeit und Flexibilität zeichnete unseren Konzern im vergangenen Jahr auch aus, als innerhalb weniger Monate die 4M – Manfred Memorial Moon Mission realisiert wurde. Diese wurde zum Gedenken an meinen Ende April im Urlaub völlig überraschend verstorbenen Vater, Visionär und Unternehmensgründer und gleichzeitig zur Vorbereitung künftiger Mond-Missionen entwickelt und erfolgreich mit einem Mini-Budget umgesetzt.
Die Kombination aus dieser Fähigkeit, schnell, flexibel und unkonventionell neue Entwicklungen voranzutreiben, neue Herausforderungen in einem sich schnell wandelnden Umfeld zu meistern sowie bestehendes Know-how und langjährige Erfahrung gezielt einzusetzen, wird uns helfen, die kommenden Aufgaben ebenso effizient und erfolgreich umzusetzen. Hierzu gehören mehr und mehr das gemeinsame Nebeneinander sowie die Integration und Koordination im Konzern von state-of-the-art wissenschaftlicher Forschung und Entwicklung wie zum Beispiel Electra, Heinrich Hertz oder PLATO und industrieller Serienproduktion von insgesamt 22 Galileo*-FOC-Satelliten oder 6–8 Ariane-5-Sets an Booster-Raketengehäusen pro Jahr.
Insbesondere die jüngst von der ESA-Ministerratskonferenz 2014 im Dezember in Luxemburg beschlossenen Strategien und Schwerpunktsetzungen von "Europas Zugang zum Weltraum" zur Entwicklung der Trägerraketen Ariane 6 und Vega C sowie von "Europas Strategie zur Weltraumerkundung" mit den drei Schwerpunkten LEO (Low Earth Orbit), Mond und Mars passen sehr gut zu unseren eigenen Schwerpunktsetzungen und Strategien. Zusätzlich erwarten wir, von dem erhöhten deutschen Anteil am ESA-Budget 2015 und der Folgejahre zu profitieren.
Entscheidend für Sie, liebe Aktionärinnen und Aktionäre, ist jedoch, dass sich der wirtschaftliche Erfolg Ihres Unternehmens auch in der an Sie auszuschüttenden Dividende widerspiegelt. Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung dieses Jahr wiederum eine Dividende von 37 Cent je Aktie zur Ausschüttung vorschlagen. Wer im vergangenen Jahr in Aktien investiert war, hat im Allgemeinen eine glückliche Anlageentscheidung getroffen. Die Aktie als Anlageklasse bot erneut eine renditestarke Alternative zu anderen Instrumenten, dies wurde vor allem von dem historisch niedrigen Zinsniveau begünstigt. Auch die OHB Aktie hat hiervon profitiert und mit einer Kursentwicklung von 12 Prozent im zurückliegenden Jahr die Performance des Deutschen Aktienindexes übertroffen.
Ausblick 2015
OHB wird die eingeschlagene Wachstumsstrategie auch im laufenden Geschäftsjahr 2015 fortsetzen sowie die hohe operative Auslastung in allen Bereichen des Konzerns auch in den Folgejahren sicherstellen. Basierend auf dem mittlerweile kontinuierlich hohen Auftragsbestand in Höhe von rund 2,1 Milliarden Euro (Vorjahr: 2,3 Milliarden Euro) erwartet der Vorstand für das Gesamtjahr 2015 eine deutliche Steigerung der konsolidierten Gesamtleistung auf mehr als 800 Millionen Euro. Zu dem Wachstum sollen beide Unternehmensbereiche mit einer gegenüber 2014 gesteigerten Gesamtleistung beitragen. Die operativen Ergebnisgrößen EBITDA mit mehr als 53 Millionen Euro und EBIT mit mehr als 40 Millionen Euro stabilisieren die bisherigen Vorjahreswerte.
Ich danke allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Unternehmen des Konzerns für ihre geleistete Arbeit, ihren Einsatz und ihre innovativen Ideen. Der Erfolg des vergangenen Geschäftsjahres wäre ohne sie nicht möglich gewesen. Alle Unternehmensbereiche haben ihren Anteil zum Wachstum und zur Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns beigetragen. Gemeinsam werden wir uns auch weiterhin mit Begeisterung und Elan für die Fortschreibung unserer europäischen Erfolgsgeschichte einsetzen.
Bremen, den 18. März 2015
Marco R. Fuchs Vorsitzender des Vorstands
Sehr verehrte Aktionärinnen, sehr geehrte Aktionäre,
das vergangene Geschäftsjahr 2014 war in der mehr als dreißigjährigen Geschichte der OHB ein ganz besonderes Jahr – und das gleich in mehrfacher Hinsicht: Überschattet von dem völlig unerwarteten Verlust des geliebten Partners, visionären Pioniers, zupackenden Gründers und langjährigen engagierten Weggefährten Prof. Manfred Fuchs war es zugleich auch ein Jahr des Wandels und der Konzentration des OHB-Konzerns.
Die sorgfältige und behutsame Vorbereitung des Rechtsformwechsels der OHB AG in die europäische OHB SE bedarf ebenso kontinuierlicher Begleitung wie Kontrolle. Der Wandel von den reinen Entwicklungsarbeiten hin zur Serienproduktion in der Satellitenfertigung mit dem Galileo*-Projekt und die "Rückbesinnung" auf die Stärken des visionären und innovativen Entwicklungsgeists der OHB andererseits kennzeichnen die Vielfalt und die Qualität dieses Konzerns. Neue, unkonventionelle, weit vorausschauende und zugleich kostengünstige Missionen zu erdenken, zu planen und ebenso spontan zu realisieren, wie die in wenigen Monaten umgesetzte "Manfred Memorial Moon Mission" (4M), die völlig neue Wege beschritten oder besser gesagt fliegend erforscht hat, das zeichnet OHB aus.
Diese Fokussierung auf die Stärken und Wurzeln der Raumfahrt spiegelt sich auch in der Bündelung von Know-how und Erfahrung in schlagkräftigen Einheiten und der Trennung von Aktivitäten, die nicht zur direkten Kernkompetenz gehören, wider. Dazu gehört auch die Konzentration auf profitables Wachstum, unter anderem durch die Gewinnung von Folgeaufträgen aus bereits bestehenden Kundenbeziehungen.
Robert Wethmar,
Mitglied des Aufsichtsrats seit 2012, geb. 1961, Rechtsanwalt, Attorney-at-Law, Partner der Anwaltskanzlei Taylor Wessing
Christa Fuchs,
Vorsitzende des Aufsichtsrats der OHB AG, Mitglied des Aufsichtsrats seit 2002, geb. 1938, Kauffrau, Geschäftsführende Gesellschafterin der VOLPAIA Beteiligungs-GmbH
Prof. Heinz Stoewer,
Mitglied des Aufsichtsrats seit 2005, geb. 1940, Dipl.-Ing., M. Sc., Professor em. Space Systems Engineering, Technische Universität Delft, Niederlande, Geschäftsführer Space Associates GmbH
Die OHB AG und ihre Organe haben sich einer guten und verantwortungsvollen Unternehmensführung verpflichtet. Dieses Selbstverständnis wird sowohl von den Mehrheitsgesellschaftern als auch dem gesamten Management des Konzerns mitgetragen. Hohe gesetzliche und ethische Standards werden von verantwortungsbewussten Mitarbeitern eingehalten; dabei wird besonderer Wert auf Umweltschutz, höchste Qualitätsansprüche sowie Sicherheit, Gesundheit und Gleichberechtigung aller Mitarbeiter gelegt. In der bisher immer noch stark männlich dominierten Welt der Ingenieure wird es auch in den kommenden Jahren einer der geplanten Schwerpunkte sein, den Anteil von Frauen für die spannenden und interessanten Aufgaben in der Luftund Raumfahrttechnik zu erhöhen respektive mehr Mädchen und Frauen für technische Berufe zu interessieren und zu gewinnen. Der mittlerweile schon traditionelle "Girls-Day" im Konzern, der dieses Jahr am 23. April 2015 stattfinden wird, ist da nur der Anfang in einer Reihe von Aktionen und Maßnahmen des beruflichen Schnupperns und Einstiegs. Spezielle Kooperationen mit Fachhochschulen und Universitäten sowie die Aus- und Weiterbildung und gezielte Förderung weiblicher Mitarbeiter bis in die Führungs- und Managementpositionen hinein werden weiterhin zur kontinuierlichen Unterstützung dieses Programms beitragen.
Im Geschäftsjahr 2014 hat der Aufsichtsrat die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben mit großer Sorgfalt wahrgenommen und den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens beraten und überwacht. Dem Aufsichtsrat obliegt die Überwachung des Vorstands im Sinne einer kontrollierenden, aber auch gestaltenden Funktion. Diese gestaltende Funktion hat nicht nur kurzfristig, sondern auch mittel- und langfristig eine entscheidende Wirkung auf den Geschäftserfolg.
Der Vorstand unterrichtete den Aufsichtsrat regelmäßig und ausführlich über die Entwicklung des Auftragseingangs, der Gesamtleistung, des Ergebnisses und der Beschäftigung der OHB AG, des Konzerns, der einzelnen Unternehmensbereiche und insbesondere über die Fortschritte der Integration der zuletzt erworbenen Beteiligungen. Der Vorstand beantwortete alle Fragen des Aufsichtsrats vollständig und umfassend. Der Aufsichtsrat hat sich fortlaufend über die Unternehmensplanung, die strategische Weiterentwicklung sowie die wesentlichen Beteiligungsprojekte informieren lassen und stand dem Vorstand in einzelnen Themen der Unternehmensakquisition und Projektausschreibungen beratend zur Seite.
In sechs ordentlichen Sitzungen befasste sich der Aufsichtsrat mit der Entwicklung der laufenden Geschäfte, der Prüfung der Berichte des Vorstands, mit den Statusberichten aktueller Projekte, laufender Ausschreibungen, Akquisitionsvorhaben, aktuellen Fortschritten der Integration der zuletzt erworbenen Unternehmen sowie der Unternehmensplanung 2015. Die ordentlichen Sitzungen des Aufsichtsrats im Jahr 2014 fanden am 12. Februar, am 19. März, am 27. Mai, am 2. Juli, am 22. September und am 17. Dezember jeweils am Sitz der Gesellschaft in Bremen statt.
Eine ausführliche Diskussion über die Umstrukturierung des MT-Teilkonzerns, insbesondere in Bezug auf die Zukunft der Aerotech Peissenberg GmbH & Co. KG (ATP), sowie die Erläuterungen des Vorstands zu den bisherigen Untersuchungsergebnissen und den aktuellen Entwicklungen der geplanten Fusion der OHB System AG mit der Erwin Kayser-Threde GmbH standen im Mittelpunkt der ersten Aufsichtsratssitzung am 12. Februar 2014.
Schwerpunkte in der Sitzung am 19. März 2014 waren der Bericht des Vorstands über den Geschäftsverlauf des Geschäftsjahres vom 1. Januar 2013 bis zum 31. Dezember 2013, die aktuelle Geschäftslage sowie der erwartete Geschäftsverlauf für das laufende Geschäftsjahr 2014. Hierzu legte der Vorstand den Jahresabschluss, den Konzernabschluss sowie die Lageberichte für die OHB AG und den Konzern für das Geschäftsjahr 2013 vor.
Die Vorlage des Prüfungsberichts der BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hamburg, und der Bericht des Abschlussprüfers wurden von den Prüfungsleitern, die ebenfalls an dieser Sitzung teilnahmen, persönlich vorgenommen. Festgestellt wurden der Jahresabschluss und der Konzernabschluss der OHB AG. Ebenfalls beschlossen wurde der Bericht des Aufsichtsrats einschließlich der Erklärung zur Billigung des vom Vorstand aufgestellten Abhängigkeitsberichts. Die Tagesordnung der 14. Ordentlichen Hauptversammlung am 2. Juli wurde inklusive der Beschlussvorschläge, unter anderem zur Gewinnverwendung und Beibehaltung der Dividende in Höhe von 0,37 Euro zur Kenntnis genommen.
Die Schwerpunkte der Sitzung am 27. Mai 2014 betrafen den Bericht des Vorstands über den Geschäftsverlauf im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2014 sowie über die aktuelle Geschäftslage. Herr Marco R. Fuchs ging insbesondere auf den Status des Projekts Galileo* ein; die beiden Satelliten FM 1 und 2 waren wohlbehalten in Kourou angekommen und wurden auf den Start vorbereitet. Ebenso gab Herr Fuchs eine kurze Zusammenfassung bezüglich der Fusion der OHB System AG mit der Erwin Kayser-Threde GmbH. Der Vorstand regte zudem an, Herrn Dr. Fritz Merkle, vorsitzender Geschäftsführer der Erwin Kayser-Threde GmbH, als zusätzliches Mitglied in den Vorstand zu berufen. Dabei sollte er insbesondere den Bereich Business Development auf Ebene der OHB AG vertreten, um die Position der OHB-Unternehmen als europäischen Raumfahrtkonzern im internationalen Wettbewerb zu stärken. Der Aufsichtsrat stimmte der Bestellung von Herrn Dr. Merkle mit Wirkung zum 1. Juni 2014 zu; die Bestellung erfolgte für die Dauer von drei Jahren bis zum 31. Mai 2017. Dabei behielt Herr Dr. Merkle sein Amt als Vorsitzender der Geschäftsführung der Erwin Kayser-Threde GmbH. Herr Marco R. Fuchs schlug weiterhin vor, ein Executive Committee zu gründen, welches sich zukünftig unterhalb des Vorstands um gesellschaftsübergreifende strategische Themen des OHB-Konzerns kümmern soll und dabei aus dem Vorstand sowie sechs weiteren Führungskräften aus dem Kreis der OHB AG bestehen soll. Dies wurde zustimmend vom Aufsichtsrat zur Kenntnis genommen. Herr Fuchs teilte mit, dass die OHB AG seit dem 13. Mai 2014 nur noch Minderheitsgesellschafter bei der Aerotech Peissenberg GmbH & Co. KG ist.
In der Sitzung am 2. Juli 2014 zogen Vorstand und Aufsichtsrat ein erstes Resümee der zuvor am gleichen Tag durchgeführten 14. Ordentlichen Hauptversammlung, die von einer konstruktiven und positiven Stimmung geprägt war.
Der Vorstand der OHB AG berichtete zudem über den Geschäftsverlauf im ersten Halbjahr 2014 sowie die aktuelle Geschäftslage 2014 bei der MT Aerospace AG (MT), Augsburg. Im Vordergrund stand dabei die Diskussion über die Chancen und Risiken bezüglich einer möglichen Ariane-5MEbeziehungsweise Ariane-6-Beteiligung.
Kurzberichte zu einzelnen Großprojekten sowie Statusberichte zu wesentlichen Entwicklungen in den Beteiligungsunternehmen prägten die Sitzung des Aufsichtsrats am 22. September 2014. Der Vorstand der OHB AG berichtete zudem über die Fusion der Gesellschaften OHB System AG und Erwin Kayser-Threde GmbH zum 1. September 2014, die bilanziell rückwirkend zum 1. Januar 2014 erfolgt war.
Die sechste Sitzung des Aufsichtsrats kurz vor Jahresende am 17. Dezember 2014 stand im Zeichen des Berichts des Vorstands zum Geschäftsverlauf im dritten Quartal und den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2014, der aktuellen Geschäftslage sowie des zu erwartenden Ergebnisses 2014. Darüber hinaus wurde die vorläufige Unternehmensplanung 2015 vorgestellt. Ebenso wurde über den geplanten Aufbau einer Internen Revision berichtet und der Prüfungsplan sowie ein Entwurf der Geschäftsordnung für die Interne Revision vorgestellt. Dabei diskutierte das Gremium über das Verhältnis des Vorstands und der Internen Revision sowie die Auswirkungen auf die zukünftige Verantwortung.
Vorstand und Syndikus stellten den Compliance-Report 2014 vor und berichteten über die wesentlichen Ereignisse. Beschlossen wurde weiterhin die gemeinsam von Vorstand und Aufsichtsrat verfasste Entsprechenserklärung nach § 161 Aktiengesetz zur Beachtung des Deutschen Corporate Governance Kodex.
Corporate Governance
Der Vorstand berichtete zugleich auch für den Aufsichtsrat über die Corporate Governance gemäß Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex im Rahmen der Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289a HGB. Auf der Internetseite der OHB AG wurde die Erklärung zur Unternehmensführung öffentlich zugänglich gemacht. Der Aufsichtsrat behandelte regelmäßig die Anwendung und Weiterentwicklung der Corporate Governance-Grundsätze des Unternehmens. Vorstand und Aufsichtsrat gaben am 17. Dezember 2014 eine aktualisierte Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG ab und haben diese den Aktionären auf der Internetseite der Gesellschaft dauerhaft zugänglich gemacht.
Feststellung des Jahresabschlusses 2014
Der Jahresabschluss, der Konzernabschluss und die dazugehörigen Lageberichte der OHB AG für das Jahr 2014 wurden von der BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hamburg, geprüft und jeweils mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen.
Die vorgenannten Unterlagen wurden allen Mitgliedern des Aufsichtsrats mit ausreichend zeitlichem Vorlauf übermittelt. In der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats vom 18. März 2015 wurden diese Unterlagen jeweils in Anwesenheit und unter Einbeziehung des Abschlussprüfers erörtert.
Der Aufsichtsrat hatte keine Einwendungen und stimmte dem Ergebnis der Abschlussprüfung zu. Der Aufsichtsrat hat den Konzernabschluss gebilligt und der Jahresabschluss ist damit festgestellt. Dem Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands stimmte der Aufsichtsrat zu. Der
vom Vorstand aufgestellte Abhängigkeitsbericht wurde durch die BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hamburg, geprüft und mit dem folgenden uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen:
"Nach unserer pflichtgemäßen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass
-
die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind,
-
bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistungen der Gesellschaft nicht unangemessen hoch waren."
Der Aufsichtsrat erhebt nach eigener Prüfung keine Einwände und billigt den Abhängigkeitsbericht des Vorstands.
Der Aufsichtsrat bedankt sich beim Vorstand, allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den Arbeitnehmervertretungen für die geleistete Arbeit. Sie haben damit erneut zu einem sehr erfolgreichen Geschäftsjahr der OHB AG beigetragen.
Bremen, den 18. März 2015
Christa Fuchs Vorsitzende des Aufsichtsrats
Nachruf Prof. Dott. Ing. h.c. Manfred Fuchs *25.7.1938 † 26.4.2014
OHB-Gründer und Visionär Prof. Dott. Ing. h.c. Manfred Fuchs ist am 26. April 2014 im Alter von 75 Jahren von uns gegangen.
Manfred Fuchs wurde 1938 in Latsch, Italien, geboren. Mit 17 Jahren war er der jüngste Pilot Italiens. Mit 18 kam er nach Deutschland. Nach Flugzeugbaustudium in München und Hamburg begann er 1961 seine Karriere beim Raumfahrtunternehmen ERNO und arbeitete maßgeblich an Projekten wie Ariane-1, Spacelab und Columbus mit.
1981 übernahm seine Frau Christa das kleine Unternehmen OHB (damals noch: Otto Hydraulik Bremen). 1985 stieg Manfred Fuchs in die eigene Firma ein und erfüllte sich damit seinen Traum von der Selbstständigkeit. Gemeinsam legte er mit seiner Frau den Grundstein für eines der bedeutenden europäischen Raumfahrtunternehmen, die OHB AG.
Dank seiner deutschen Ingenieurskunst und seines analytischen Politikverständnisses gehört OHB heute zu den drei System-Integratoren der europäischen Raumfahrt. Christa und Manfred Fuchs ergänzten einander perfekt. Sie war für die Finanzplanung zuständig, er der visionäre Stratege, der seine Träume wahr werden ließ. Ihr inspirierender Familiensinn wurde zu einer Säule der OHB-Unternehmenskultur.
Manfred Fuchs war bis zuletzt Vorstandsmitglied der OHB AG und Aufsichtsratsvorsitzender der OHB System AG. 1995 wurde er von der Universität Bremen zum Ehrenprofessor ernannt, 2005 verlieh ihm das Polytechnikum in Mailand den Ehrendoktortitel. Er bekleidete zahlreiche Ehrenämter und erhielt für seine Verdienste u.a. den "Werner-von-Siemens-Ring", die höchste deutsche Auszeichnung für technische Wissenschaften. Trotz dieser Ehrenbekundungen blieb Manfred Fuchs stets bescheiden, bodenständig und menschlich.
Von links oben nach rechts unten: Manfred Fuchs mit Antonio Tajani / Das Ehepaar Fuchs auf dem russischen Startgelände Kapustin Jar / Philipp Rösler wird von Manfred Fuchs in Bremen empfangen / Christa und Manfred Fuchs mit Gerhard Schröder / Michail Gorbatschow und Manfred Fuchs / Manfred Fuchs mit Jean-Jacques Dordain
SmallGEO – klein, aber fein(es Design)
Unter OHB-Führung wurde eine "kleine" geostationäre Plattform (SmallGEO) für Kommunikationssatelliten entwickelt. Die besondere Stärke der Produktlinie liegt in ihrem modularen Aufbau. Mit SmallGEO können Satelliten ganz individuell und effizient mit den gewünschten Fähigkeiten ausgestattet werden. Ergebnis: kurze Integrationszeiten und hohe Zuverlässigkeit.
Heinrich Hertz
Mit der Heinrich Hertz-Mission sollen neue Kommunikationstechnologien im Weltraum untersucht und getestet werden. Das Ziel: Künftige Breitbandkommunikation soll noch höhere Datenraten zu den mobilen Endnutzern bringen können. Mit dieser dritten SmallGEO-Mis sion kann OHB seine Systemfähigkeiten im Bereich Kommunikationssatelliten und Telekommunikationsnutzlasten weiter ausbauen.
Hispasat Advanced generation 1
Die erste SmallGEO-Mission auf Basis der neuen Satellitenplattform wird mit einer Nutzlast für den spanischen Satellitenbetreiber Hispasat als "Hispasat Advanced Generation 1" gestartet. Hispasat AG1 wird in einer geostationären Umlaufbahn in 36.000 Kilometern Höhe positioniert und soll die Iberische Halbinsel, die Kanarischen Inseln und Südamerika mit Multimediadiensten versorgen.
electra
In einer Public-Private-Partnership mit ESA und SES entwickelt OHB einen Telekommunikationssatelliten mit rein elektrischem Antrieb. Im Vergleich zu chemischen Antrieben sparen Elektroantriebe bis zu 90 Prozent der Treibstoffmasse ein. Das Projekt umfasst zunächst die Plattform-Entwicklung, die im nächsten Schritt zu einer Mission mit dem industriellen Projektpartner SES führen soll.
eDrS-c
OHB AG | 2013
OHB entwickelt und baut mit EDRS-C einen Satelliten für das Euro päische Daten-Relais-Satellitensystem (EDRS). Mithilfe von EDRS wird ein neuer Standard weltraumgestützter Kommunikation erreicht, insbesondere Erdbeobachtungsanwendungen werden davon profitieren. EDRS-C wird die Daten niedrig fliegender Satelliten empfangen und zur Erde weiterleiten.
"Am Anfang steht eine Idee."
Interview mit Frank Negretti, Vorstandsmitglied der OHB System AG, über Geschichte, Gegenwart und Zukunft von Telekommunikationssatelliten bei OHB.
Die Geschichte der OHB-Telekommunikationsmissionen führt geradewegs zur Produktlinie SmallGEO, der von OHB entwickelten modularen und kompakten Plattform für geostationäre Kommunikationssatelliten. Frank Negretti ist seit 2009 Mitglied des Vorstands der OHB System AG und verantwortet u.a. den Geschäftsbereich für Telekommunikationssatelliten und Terrestrische Anwendungen.
Herr Negretti, wie ist die Idee zu SmallGEO eigentlich entstanden?
SmallGEO ist in guter OHB-Tradition entstanden. Professor Manfred Fuchs hatte ein außergewöhnliches Gespür für neue Entwicklungen und erkannte früh, dass die Elektronik immer kleiner und kompakter wird. Damit stellte sich die Frage, warum Satelliten trotzdem immer größer werden müssen. Professor Manfred Fuchs hat sich dazu systemische Gedanken gemacht
und im Ergebnis führten diese Überlegungen dann zu der Idee für SmallGEO. Anfangs fand diese innovative Idee einer verhältnismäßig kleinen Plattform für geostationäre Satelliten nicht viele Befürworter. Davon unbeeindruckt hat Professor Manfred Fuchs seine Idee zuerst in einem kleinen eigenfinanzierten OHB-Projekt weiterverfolgt. Nach kurzer Zeit konnte ein sogenanntes Coreteam mit Partnerfirmen gebildet werden, das unter OHB-Führung die Satellitenplattform SmallGEO entwickelte. Am Anfang stand tatsächlich nur der feste Glaube an eine innovative Idee – das Interesse kommerzieller Kunden kam erst wesentlich später hinzu.
Anfangs ging es also nur um die Entwicklung einer neuen Satellitenplattform?
Man fragt sich natürlich immer, ob es eine Marktlücke für ein neues Produkt gibt. Kommunikationssatelliten wurden auch
damals in Europa hergestellt. Jedoch gab es keine Plattform aus Deutschland. Damit war schon früh klar, dass der kommerzielle Erfolg von SmallGEO davon abhängt, ob sich die Plattform im Markt klar positionieren und eindeutig differenzieren kann. Die Positionierung wird primär durch die Größe und die Masse definiert – bei SmallGEO reden wir von einer Gesamtmasse von drei Tonnen. Um sich von anderen europäischen Telekommunikationssatelliten abzugrenzen, war dieses Limit notwendig. Die Eingruppierung von SmallGEO in diese Gewichtsklasse führt eben auch dazu, dass der Satellit im Vergleich mit anderen geostationären Satelliten verhältnismäßig klein ausfällt. Daher kommt der Begriff SmallGEO, der schließlich zum Namen für die Produktlinie wurde.
Und wie wurde SmallGEO zu einem ESA-Projekt?
Nachdem OHB eigenfinanziert begonnen hatte, konnten wir auch die ESA von unserer Idee überzeugen. Natürlich mussten wir dazu auch noch andere ESA-Länder mit ins Boot holen. Erfreulicherweise ist es uns gelungen, Schweden, Luxemburg und die Schweiz als Partner für die Idee und entsprechende Firmen für das SmallGEO-Coreteam zu gewinnen. Mit der ESA als institutionellem Partner entwickelte sich das Projekt weiter zu einem Public-Private-Partnership mit der spanischen Firma Hispasat. Als Satellitenbetreiber hat Hispasat ein natürliches Interesse daran, möglichst viele Sende-/Empfangskanäle auf einem Satelliten betreiben zu können. Dementsprechend wurde die Nutzlast für den kommerziellen Kunden angepasst und damit auch die Drei-Tonnen-Marke überschritten. Deshalb hat unser erster SmallGEO-Satellit "Hispasat Advanced Generation 1" auch 3,5 Tonnen.
Stichwort Hispasat Advanced Generation 1: Wie ist der aktuelle Stand dieser ersten geostationären Telekommunikationsmission?
Wir haben die Integration in Bremen erfolgreich beendet und den Satelliten für die nun folgende Umwelttestkampagne zum "Testhaus" der IABG nach Ottobrunn gebracht. Das große Ziel besteht jetzt darin, die Qualität von Hispasat AG1 in aller Güte in der Testkampagne nachzuweisen.
SmallGEO kommt bereits bei vier Telekom-Missionen zum Einsatz und ist für viele weitere geplant. Ist die Entwicklung der Satellitenplattform damit beendet?
Unser Ansatz bei SmallGEO besteht ganz grundsätzlich darin, den Satelliten um ein Zentralrohr herum zu bauen. Wir trennen den Satelliten ja gedanklich in Nutzlast und Plattform, wobei sich die kundenspezifische Nutzlast natürlich bei jeder Mission verändert. Unser Ziel besteht darin, die Plattform so konstant wie möglich zu halten, um auch im Preis das Ergebnis einer Lernkurve abbilden zu können. Mit der ersten SmallGEO-Mission, also "Hispasat Advanced Generation 1", haben wir für uns einen Standard geschaffen – vor allem auch bei den nötigen Qualifikationen von Prozessen. Das heißt allerdings nicht, dass wir unsere Plattform bei künftigen Missionen eins zu eins wiederverwenden. Deswegen haben wir einen evolutionären Ansatz gewählt, von dem wir heute beispielsweise beim EDRS-C-Satelliten profitieren. Für diese zweite SmallGEO-Mission haben wir das Antriebssystem deutlich vereinfacht, aber unter anderem unseren Zentralrohr-Ansatz "eins zu eins" beibehalten.
Was trifft auf SmallGEO zu: "One size fits all" oder "Was nicht passt, wird passend gemacht"?
Weder noch. Während SmallGEO entwickelt wurde, hat sich der Launchermarkt verändert. Mit der Falcon 9 von SpaceX und dem heutigen Preisgefüge ist es für die Eigentümer der Satelliten sehr lukrativ, eine für den Launcher optimierte Gewichtsklasse zu haben. Und das ist jetzt nicht mehr immer ein 3,5 Tonnen schwerer Satellit. Dieser war auf dem europäischen Markt vorgesehen als sogenannter "second passenger" auf der Ariane 5 und wird von Arianespace auch regelmäßig sehnsüchtig erwartet. Die Schwierigkeit liegt hier darin, einen zweiten Passagier zum gleichen Zeitpunkt startbereit zu haben. Da die Satellitenprogramme meist unabhängig voneinander stattfinden, kann dies nicht immer problemlos gewährleistet werden. Immer wenn es um die reine Kostenersparnis beim Start geht, kommt die Falcon 9 ins Spiel und dann muss der Satellit unter drei Tonnen wiegen, um die Fähigkeiten der Rakete optimal auszunutzen. Deshalb ist im Rahmen der Entwicklung von Electra, unserer im All rein elektrisch angetriebenen Plattform, eine deutliche Designveränderung notwendig. Während beim SmallGEO 1,6 Tonnen Treibstoff nötig sind, reichen bei Electra 160 kg – damit leisten wir auch hier auf der Erde einen Beitrag zum Umweltschutz.
"Mit SmallGEO Hispasat Advanced Generation 1 haben wir für uns einen Standard geschaffen."
"Wenn sich der Launchermarkt so stabilisiert, wie es sich heute abzeichnet, ist Electra eine optimale Lösung."
Wäre OHB auf der Falcon 9 denn auch second passenger?
Hier gibt es zwei Ansätze: Die eine Möglichkeit besteht darin, nur einen Satelliten mit einer Falcon 9 zu starten und ihn in optimaler Höhe auszusetzen, damit der Satellit schnellstmöglich an seiner endgültigen Position in Betrieb genommen werden kann. Mit der anderen Variante könnten zwei Satelliten auf einer Falcon 9 gestartet werden, die sich die Startkosten "teilen".
Nicht nur der Markt für Launcher, auch der kommerzielle Satellitenmarkt ist hart umkämpft. Ist SmallGEO wettbewerbsfähig?
Genauso wie der erste SmallGEO heute im Reinraum steht, ist er der Erste seiner Art. Durch die Entstehungsgeschichte als Entwicklungsprogramm sind auch einige neue, zum Teil sogar noch zu qualifizierende Technologien (Stichwort "in orbit verification") an Bord. Obwohl der Satellit "small" heißt, ist er sehr komplex und noch nicht kostenoptimiert. Die Herausforderungen dieser ersten geostationären Telekommunikationsmission sind alles andere als klein und wir durchlaufen hier mithilfe von ESA und Hispasat eine deutliche Lernkurve. Nachdem wir mit der ersten Mission sehr viel gelernt haben und die Prozesse jetzt implementiert sind, werden die nächsten Missionen sicherlich leichter von der Hand gehen. Im Vergleich zu Science-Missionen, die immer einzigartig sind, geht es bei Telekom-Satelliten um Reproduzierbarkeit. Für uns ist klar, dass wir nach Durchlaufen dieser Lernkurve aufgrund unserer Größe und der dementsprechenden Kosten einen Wettbewerbsvorteil haben. Und außerdem passen wir optimal in die Marktlücke, die durch neue Launcher entstanden ist und für die es heute noch keine optimale Plattform gibt.
Welche Bedeutung hat SmallGEO für OHB insgesamt?
Der Einstieg in die Telekommunikation ist für OHB ein weiteres Standbein für die Zukunft. Der konsequente nächste Schritt, die Erweiterung unseres Geschäfts in den kommerziellen Satellitenmarkt, ist für OHB aus meiner Sicht die wesentliche Ergänzung
zum institutionellen Raumfahrtgeschäft. Einerseits, weil wir im kommerziellen Markt bisher noch nicht präsent sind, und andererseits werden wir durch den kommerziellen Ansatz gezwungen, noch effizienter zu werden. Natürlich erwartet uns ein harter Wettbewerb, aber die Methoden und Prozesse, die man sich dadurch erarbeitet, sind wertvoll und steigern die Effizienz der gesamten Firma. Durch die Historie von OHB zieht sich ein roter Faden: Ein Teil unseres Erfolgs beruhte von Anfang an darauf, sich sehr erfolgreich dem Wettbewerb zu stellen.
Lassen Sie uns einen Blick in die Zukunft wagen. Was könnte nach SmallGEO kommen?
(lacht) Bevor wir uns darüber Gedanken machen, müssen wir zuerst die C/D-Verträge für die beiden Missionen "Heinrich Hertz" und "Electra" geschlossen haben. Bei Heinrich Hertz, einer Mission des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), sind die Voraussetzungen geschaffen, den Vertrag dieses Jahr zu schließen. Bei Electra warten wir auf die vollumfängliche Zeichnung des benötigten europäischen Budgets. Ich gehe trotzdem davon aus, dass unsere nächste Satellitenmission mit einer SmallGEO-Plattform zumindest eine teilkommerzielle Mission sein wird.
Kann Electra die Mission werden, die sich gut reproduzieren lässt?
Wenn sich der Launchermarkt so stabilisiert, wie es sich heute abzeichnet, ist Electra eine optimale Lösung. Dann sind wir weltweit der erste Hersteller mit einer optimierten Plattform am Markt. Über diesen klaren Preisvorteil auf Missionsebene ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass sich die Satelliten mit elektrischem Antrieb in unserer Gewichtsklasse schnell und mit deutlichem Vorsprung vor den chemisch angetriebenen am Markt durchsetzen.
Hispasat AG1 am Ende der Integrationsphase im Reinraum der OHB System AG in Bremen (oben) sowie zu Beginn der Umwelttestkampagne im Raumfahrtzentrum der Firma IABG in Ottobrunn (untere Bilder).
Highlights 2014
Das vergangene Geschäftsjahr stand für die OHB AG im Zeichen weiteren Wachstums. Wir fassen die wichtigsten Ereignisse chronologisch zusammen.
Das Jahr 2014 im Überblick
Januar 2014
CGS erhält Auftrag für OPSAT 3000-Mission
Das italienische Raumfahrtunternehmen CGS S.p.A. ist am "OPSAT (OPtical SATellite) 3000"-Programm des italienischen Verteidigungsministeriums beteiligt. CGS erhielt von Hauptauftragnehmer Telespazio S.p.A. einen Unterauftrag im Wert von rund 44 Millionen Euro. Das Arbeitspaket beinhaltet Entwicklung, Konzeption und Fertigung des sogenannten Satellite to Launcher Interface Adapter sowie die Bereitstellung der Startdienstleistungen. Der Satellit wird mit einer von Arianespace betriebenen Vega-Rakete in eine sonnensynchrone Umlaufbahn gebracht. Die für 2016 geplante Mission wird panchromatische Bilder von der Erde in sehr hoher Auflösung liefern. Dadurch können neue Generationen digitaler Landkarten geschaffen, Detektionskarten aktualisiert und digitale Oberflächenmodelle erzeugt werden.
Februar 2014
Electra Industry Day bei OHB in Bremen
Um die bestmöglichen Partner für den Bau des Electra-Satelliten zu gewinnen, hat OHB System am 4. Februar den Electra Industry Day in Bremen veranstaltet. Projektmanager Dr. Alexander Schneider erläuterte den zahlreichen Repräsentanten von Raumfahrtzulieferern aus aller Welt das Konzept des ersten kommerziellen Satelliten mit voll elektrischem Antriebssystem, die hohen Standards, die bei einer Zusammenarbeit beachtet werden müssen, sowie das Prozedere für Angebotsabgaben.
Geplant ist demnach eine Produktlinie in einer Klasse, auf die rund die Hälfte des kommerziellen Marktes von etwa 20 Telekommunikationssatelliten pro Jahr entfällt: SmallGEO FAST und SmallGEO FLEX für Nutzlasten von jeweils 2 bis 8 kW Leistung und 200 bis 700 kg Masse.
Im Anschluss an einführende Präsentationen durch hochrangige Vertreter der ESA, des DLR und des Satellitenbetreibers SES ermunterte OHB die Zulieferindustrie, mit attraktiven Angeboten dazu beizutragen, einen globalen Marktanteil von bis zu 20 Prozent zu erkämpfen. Dafür sei es nötig, dass die Betreiber der Satelliten nicht nur durch das deutlich leichtere Antriebssystem beim Launchservice Einspareffekte erzielen, sondern auch durch einen wettbewerbsfähigen Kaufpreis. Die Zulieferer wurden daher aufgefordert, sich den entsprechenden Reduktionszielen zu stellen und aufzuzeigen, wie die Produkte gemeinsam zum Erfolg geführt werden können. SES hatte OHB System im Oktober vergangenen Jahres zunächst mit der Entwicklung einer Plattform für Electra (Entwicklungsphase B1) beauftragt. Mit der diesjährigen Ausschreibung soll das Projekt nun in die nächste Realisierungsphase treten, damit der erste voll elektrische europäische Satellit im Jahr 2018 starten kann.
Von links nach rechts: Brigitte Zypries, Parlamentarische Staatssekretärin, Koordinatorin der Bundesregierung für die Deutsche Luftund Raumfahrt, Prof. Dr.-Ing. Johann-Dietrich Wörner, Vorsitzender des Vorstands Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR, Jens Böhrnsen, Bürgermeister der Freien Hansestadt Bremen, Präsident des Senats, und Marco R. Fuchs, Vorstandsvorsitzender OHB AG
Februar 2014
Übergabe des Spurengas-Orbiter-Kernmoduls für ExoMars 2016
Im Beisein der neuen Koordinatorin der Bundesregierung für Luft- und Raumfahrt, Brigitte Zypries, wurde am 3. Februar 2014 das Kernmodul des ExoMars Spurengas-Orbiters, bestehend aus Struktur, Thermalsystem und Antriebssystem, von der OHB System AG an Thales Alenia Space übergeben.
Marco R. Fuchs, Vorstandsvorsitzender der OHB, sagte: "Die rechtzeitige Übergabe ist ein wichtiger Schritt in der Entwicklung des ExoMars-Programms. Wir sind sehr stolz darauf, ein Teil dieses anspruchsvollen internationalen Wissenschaftsund Forschungsprogramms zu sein."
Die Parlamentarische Staatssekretärin Brigitte Zypries ließ es sich nicht nehmen, diesen Meilenstein im ExoMars-Programm live mitzuerleben. "Das war ein sehr schöner Auftakt für mich als Koordinatorin für die Luft- und Raumfahrt. Mit dem Exo-Mars-Programm beweist die deutsche Raumfahrtindustrie ihre ausgezeichneten Fähigkeiten", sagte Zypries nach der Übergabezeremonie.
Das ExoMars-Programm ist ein gemeinschaftliches Projekt der ESA und der russischen Weltraum-Organisation ROSCOSMOS. Es besteht aus zwei Missionen, die 2016 und 2018 zum Mars starten werden, und beschäftigt sich mit der Frage, ob es jemals Leben auf dem Mars gegeben hat. Durch Bohrungen werden Proben von der Marsoberfläche entnommen und vor Ort analysiert, um diese Frage zu beantworten. Das ExoMars-Programm wird Schlüsseltechnologien für Eintritt, Abstieg, Landung, Bohrung und Erkundung veranschaulichen.
Der Spurengas-Orbiter und das Landemodul "Schiaparelli" werden im Januar 2016 starten und voraussichtlich neun Monate später den Mars erreichen. Die zweite Mission mit dem Rover der ESA und der russischen Oberflächen-Plattform ist für Mai 2018 terminiert und wird den Planeten Anfang 2019 erreichen. ROSCOSMOS ist der wichtigste Partner der ESA bei der Exo-Mars-Mission.
März 2014
Andreas Lindenthal neues Vorstandsmitglied bei OHB System
Der Aufsichtsrat der OHB System AG ernennt zum 1. März 2014 Herrn Andreas Lindenthal als neues Mitglied des Vorstands. Die Erweiterung ist auf das anhaltend starke Wachstum des Unternehmens in den vergangenen Jahren zurückzuführen und soll die Verantwortung für das erweiterte Aufgabenspektrum auf mehrere Vorstände verteilen.
Vorstandsvorsitzender Marco R. Fuchs freut sich auf die künftige Zusammenarbeit: "Mit seinen ausgezeichneten Branchenkenntnissen und seiner langjährigen Führungserfahrung ist Andreas Lindenthal eine ideale Verstärkung für das Führungsteam bei OHB System."
Andreas Lindenthal bewegt sich seit mehr als 25 Jahren sehr erfolgreich in der Luft- und Raumfahrtbranche. Sein Weg zu OHB führte über zahlreiche Führungspositionen u.a. bei Dornier, Jena-Optronik, Astrium und Airbus. "Bei OHB erwartet mich ein extrem spannendes und unternehmerisch denkendes Umfeld. Ich freue mich auf diese neue Herausforderung und hoffe, dass ich einen positiven Beitrag zum Erfolg von OHB System leisten kann", so Andreas Lindenthal bei seiner Vorstellung.
Mai 2014
OHB auf der ILA Berlin Air Show 2014
Die OHB-Gruppe präsentierte sich traditionell im Rahmen der ILA Berlin Air Show, vom 20. bis 25. Mai, mit einem Gemeinschaftsstand. Alle OHB-Tochterunternehmen zeigten ihre Produkte und Technologien sowohl dem Fachpublikum als auch der breiten Öffentlichkeit während der sog. Public Days.
Der OHB-Stand war Teil der "Space World", einer weltweit einzigartigen Bündelung von Raumfahrtunternehmen und -institutionen im Rahmen einer Luft- und Raumfahrtausstellung. Nicht zuletzt durch den "Space Pavilion", einer gemeinsamen Ausstellung von ESA, DLR und dem Bundesverband der Deutschen Luftund Raumfahrtindustrie (BDLI), war die diesjährige ILA wieder ein hervorragender Ort für Fachkonferenzen und -gespräche rund um aktuelle Raumfahrtthemen. Im Vorfeld der ESA-Ministerratskonferenz, die im Dezember in Luxemburg stattfand, bot sich die ILA durch die Besuche hochrangiger Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Industrie als Podium für den wegbereitenden Dialog um künftige Raumfahrtprogramme an.
Jederzeit und weltweit den Standort der Container kennen: OHB entwickelt dafür ein System
Mai 2014
ESA vergibt Vertrag an OHB-Tochter LuxSpace
LuxSpace hat mit der ESA einen Vertrag über die Entwicklung eines innovativen Containerverfolgungssystems abgeschlossen. Das Projektvolumen beträgt 2,5 Millionen Euro, 50 Prozent dieses Betrags wird von der ESA finanziert. Das in Zusammenarbeit mit den beiden Schwesterunternehmen OHB Teledata (D) und megatel (D) sowie dem Projektpartner arviem (CH) entwickelte System zur Frachtverfolgung soll über ein drahtloses Sensorennetzwerk die Ortung und die Zustandserfassung von Frachtgütern ermöglichen. Dabei wird die Datenübermittlung via Satelliten bzw. Bodenstationen erfolgen. Zusätzlich zur technischen Konzipierung des Systems bieten die Projektpartner einen umfassenden Real-Time-Verfolgungsservice einschließlich Analytik und Betriebssupport.
"Das Servicekonzept stellt auf eine Weise, die mit herkömmlichen Mitteln kaum zu leisten ist, die Transparenz und die Erfassung des gesamten Frachtprozesses sicher", sagte Jochen Harms, LuxSpace-Geschäftsführer.
Das Projekt namens RTICM (Real Time Intelligent Cargo Monitoring) ist Teil des ARTES-20 Integrated Application Program der ESA. Dieses innovative Konzept zur Frachtverfolgung richtet sich hauptsächlich an die Märkte für den Transport von Containern mit hochwertiger Fracht.
Juni 2014
OHB AG mit neuem Vorstand
Dr. Fritz Merkle ist seit Juni neues Mitglied des Vorstands der OHB AG. Damit besteht die Konzernleitung nach dem Tod von Prof. Dott. Ing. h.c. Manfred Fuchs neben dem Vorsitzenden Marco R. Fuchs und Ulrich Schulz wieder aus drei Personen.
Dr. Merkle bekleidet bereits seit 14 Jahren das Amt des stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden des Tochterunternehmens OHB System AG. Mit seiner jahrzehntelangen Erfahrung in der Luft- und Raumfahrtbranche verfügt er über ein Höchstmaß an Unternehmens- und Branchenkenntnissen und hat den notwendigen Weitblick zur Umsetzung der Konzernstrategie.
Der promovierte Physiker der Universität Heidelberg war nach seinem Abschluss zwei Jahre Gastwissenschaftler am IBM Almaden Forschungslabor in San José, Kalifornien, und wirkte lange beim European Southern Observatory für das Very Large Telescope mit. Nach acht Jahren als Leiter des Geschäftsbereichs Weltraumtechnik bei Carl Zeiss in Oberkochen und Jena wechselte der gebürtige Heidelberger nach Bremen zu OHB.
Juni 2014
Neue Produktionshalle in Schweden eingeweiht
Am 18. Juni hat OHB Sweden ihre 705 Quadratmeter große Produktionsstätte feierlich eingeweiht. Über 120 Gäste, darunter der schwedische Astronaut Christer Fuglesang, wohnten der Zeremonie am Standort in Kista Science City bei. OHB Sweden stehen jetzt zwei Mission Control Center für die Satelliten PRISMA und Odin sowie ein 450 Quadratmeter großer Reinraum der Klasse 8 für ihre Projekte zur Verfügung.
Juni 2014
Antwerp Space liefert zwei Omnisat-Anlagen nach China
Antwerp Space N.V. hat im Juni zwei Omnisat-Anlagen an institutionelle Kunden in China ausgeliefert. Die Anlagen werden zur Überprüfung der Hochgeschwindigkeits-Satellitensender sowie bei den Bodenstationen zum Empfang von Erdbeobachtungsdaten eingesetzt. Mitarbeiter der Antwerp Space waren zusammen mit dem Partner AA SYSTEL zwei Wochen lang vor Ort, um umfangreiche Schulungen durchzuführen. Danach wurde die Omnisat-Ausrüstung in das Kundensystem integriert und erfolgreich abgenommen.
Dazu Antwerp Space-Geschäftsführer Guy Van Dijck: "Mit der Wiedereinführung des Datenerfassungssystems Omnisat ist Antwerp Space ein großer Schritt gelungen. Wir freuen uns, in diesem Markt unsere Fähigkeiten zeigen zu können." Durch die erfolgreiche Lieferung der neuen Omnisat-Anlage ist es Antwerp Space nun möglich, ihren Kunden eine einzigartige Mehrkanallösung zu einem attraktiven Preis anzubieten.
Juli 2014
LuxSpace erhält ESA-Vertrag für zwei Mikrosatelliten
LuxSpace hat mit der ESA auf der Farnborough Air Show in Großbritannien einen Vertrag zur Fertigung von zwei Mikrosatelliten abgeschlossen. Im Rahmen des Vertrags soll ein öffentlichprivates Gemeinschaftsunternehmen entstehen, bei dem der Endkunde – das kanadische Unternehmen exactEarth – neben der ESA und den beteiligten europäischen Gesellschaften beträchtliche Investitionen vornehmen wird. Das Gesamtvertragsvolumen für die beiden Satelliten beträgt 30 Millionen Euro.
"Es handelt sich um den größten Vertrag, den LuxSpace bisher als Hauptauftragnehmer erhalten hat. Dadurch wird die nächste Entwicklungsstufe für das Unternehmen als Systemintegrator eingeleitet", so LuxSpace-Geschäftsführer Jochen Harms. Die beiden Satelliten sollen 2018 bzw. 2019 ins Weltall gebracht werden. Bei einem Gewicht von jeweils ca. 100 kg werden sie hochwertige AIS-Daten zur Schiffsortung liefern.
Juli 2014
OHB AG plant Rechtsformwechsel in SE
Die Hauptversammlung der OHB AG hat den Beschlüssen des Vorstands und des Aufsichtsrats zugestimmt, nach dem das Unternehmen in eine Europäische Aktiengesellschaft (Societas Europaea, SE) umgewandelt werden soll. Sitz und Hauptverwaltung der Gesellschaft werden weiterhin in Bremen sein. Mit der Umwandlung in eine SE werden die bisherigen Aktionäre der OHB AG automatisch Aktionäre der OHB SE; die Beteiligung der Aktionäre besteht damit unverändert fort.
Mit der Umwandlung in eine SE trägt OHB der zunehmenden Europäisierung des Raumfahrtgeschäfts und der wachsenden interkulturellen Struktur innerhalb der Unternehmensgruppe Rechnung. Der Rechtsformwechsel ermöglicht eine einheitlichere und klare Governance und fördert eine offene europäische Unternehmenskultur. Zugleich kann die künftige OHB SE leichter neue Niederlassungen innerhalb der Europäischen Union gründen.
Juli 2014
OCAM filmt ATV-5 und verfolgt Ariane-Flugbahn
Das fünfte und letzte ATV-Versorgungsraumschiff, Automated Transfer Vehicle (ATV) "Georges Lemaître" der ESA startete am 30. Juli 2014 mit einer Ariane-5-ES-Trägerrakete vom Weltraumbahnhof in Französisch-Guayana zur ISS. An Bord der Rakete befand sich ein modifiziertes "onboard"-Kamerasystem vom Typ OCAM-2 aus dem Hause OHB System. Es lieferte Bilder vom Start und hielt zum dritten Mal die Trennung eines Raumschiffs von der Rakete fest. Dank integrierter GNSS-Empfänger konnte erstmals die Position eines Trägers auf seiner Flugbahn aufgezeichnet werden.
OHB System war bei dieser Mission für die Hard- und Software des onboard-Systems und für den videoverarbeitenden Teil des Bodensegments verantwortlich, unterstützte die Mission vor Ort und übernahm die Datenauswertung.
MT Aerospace fertigte die Boostergehäuse und große Tankdome für die Zentral- und Oberstufe der Ariane-5-ES-Trägerrakete. OHB System sorgte außerdem für die gesamte Verkabelung und den Meteoritenschutzschild des Raumfrachters.
Von links nach rechts: Mit vereinten Kräften starten Prof. Dr. Volker Liebig, Christine Haderthauer, Dr. Gerd Gruppe, Marco R. Fuchs und Dr. Fritz Merkle die Richtfestzeremonie
Juli 2014
OHB feiert Richtfest in Oberpfaffenhofen
Gemeinsam mit 150 Ehrengästen feierte OHB am 23. Juli 2014 das Richtfest für den neuen OHB-Standort in Oberpfaffenhofen bei München. Mit der neuen Liegenschaft wird künftig allen Mitarbeitern von OHB ein hochmoderner Betriebskomplex zur Verfügung stehen.
Marco R. Fuchs, Vorstandsvorsitzender der OHB AG, ist überzeugt, dass sich die Investition lohnt: "Mit unserem neuen OHB-Standort erreichen wir gleich mehrere Ziele: Wir bauen unsere Fähigkeiten im Bereich Satellitenintegration und Test erheblich aus, unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden künftig alle gemeinsam an einem Standort arbeiten und obendrein befinden wir uns in unmittelbarer Nachbarschaft zum DLR."
Die gesamte Nutzfläche wird sich auf über 14.000 Quadratmeter belaufen. Auf knapp 6.000 Quadratmetern wird ein großzügiger Reinraumkomplex (Klasse ISO 8 bis hinunter zu ISO 5) inklusive der dazugehörigen, umfangreichen Versorgungstechnik untergebracht. Weitere 1.000 Quadratmeter stehen für Labore zur Verfügung.
Juli 2014
28 Highlights 2013
CGS erhält von ESA Auftrag für NEOSTEL
Die Entwicklung von NEOSTEL ist Teil des ESA-Programms namens Space Situational Awareness Near Earth Objects System (SSA NEO). Dessen Ziel ist die Implementierung von optischen Bodensensoren für den Einsatz bei der Erfassung und Verfolgung von natürlichen Weltraumobjekten wie z.B. Asteroiden und Kometen, die die Erde bedrohen könnten.
Grundlage dieses Netzwerks sind optische Bodenteleskope, die jede Nacht den sichtbaren Himmel vollständig absuchen können. Diese Art der Beobachtung, die "Wide Survey" genannt wird und den herkömmlichen "Deep Survey" ergänzt, wird die Entdeckung von Bedrohungen durch erdnahe Objekte (Near Earth Objects – NEO) ermöglichen. Durch die rechtzeitige Entdeckung können Vorbeuge- und Schutzmaßnahmen ergriffen werden, die Katastrophen entweder ganz vermeiden oder zumindest deren Folgen abschwächen.
Die Anwendung der neuen Wide Survey-NEO-Beobachtungsstrategie wird nur durch den Einsatz von optischen Instrumenten möglich sein, die einerseits über ein extrem großes Sichtfeld verfügen und andererseits Details so genau erfassen, dass die Anzahl von Teleskopen auf ein kostengünstiges Maß reduziert werden kann.
Die Ergebnisse des NEOSTEL-Programms werden die Grundlage für die Implementierung und den Einsatz des Prototyps des "NEO Fly-Eye Telescope" liefern sowie für alle nachfolgenden Instrumente, die für den Aufbau des gesamten NEO Wide Survey Optical Observation Network benötigt werden.
August 2014
Start der ersten beiden Galileo*-FOC-Satelliten
Die von OHB System AG entwickelten und gebauten Galileo*- FOC-Satelliten sind am 22. August 2014 vom Weltraumbahnhof in Kourou, Französisch-Guayana, an Bord einer Sojus-Trägerrakete gestartet. Kurz darauf gab es zwar die ersten "Lebenszeichen" im Kontrollzentrum der Europäischen Raumfahrtagentur ESA (ESOC) in Darmstadt. Nach der Trennung der Satelliten von der Raketenoberstufe stellte sich jedoch heraus, dass die Navigationssatelliten nicht in ihre vorgesehene Umlaufbahn gebracht wurden.
Ende August bestätigte das Team im Kontrollzentrum der ESA in Darmstadt, dass beide Satelliten in gutem Zustand sind und sich stabil im Orbit verhalten. Sie sind thermal stabil, haben eine gute Ausrichtung zur Sonne und produzieren ausreichend Energie. Alle Plattform-Subsysteme wurden erfolgreich getestet und arbeiten ordnungsgemäß.
OHB unterstützte die Untersuchungen, die sich mit der Analyse möglicher Szenarien zur Nutzung der Satelliten beschäftigen.
OHB AG | 2014
August 2014
MT Aerospace feiert Neubau für neue Produktionsstätte
Die MT Aerospace AG hat am 25. August 2014 mit einem symbolischen Akt die Tore der neuen Fertigungsstätte für den Oberstufentank des Ariane-Programms in Bremen geöffnet. "Der Schritt, direkt neben den Partner Airbus Defence & Space zu ziehen, war logisch und richtig", betont der Vorstandsvorsitzende der MT Aerospace, Hans J. Steininger. "Neben der verbesserten Logistik für die Fertigung des Oberstufentanks zeigt die deutsche Industrie deutlich, dass wir bei der Erhaltung des unabhängigen europäischen Zugangs zum All an einem Strang ziehen."
MT Aerospace wurde vom Hauptauftragnehmer des Ariane-5ME-Programms, Airbus Defence and Space, und von der Europäischen Raumfahrtagentur ESA mit der Entwicklung und Qualifikation der metallischen Treibstofftanks für die neue Ariane-5ME-Oberstufe beauftragt. Bei der Auslegung der Produktionsstätte werden bereits die Anforderungen für die zukünftige Ariane-6-Oberstufe berücksichtigt.
Brigitte Zypries und Jens Böhrnsen (Bildmitte) kamen zur symbolischen Eröffnung der neuen Produktionshalle
September 2014
OHB System und Kayser-Threde fusionieren
Die OHB System AG und die Erwin Kayser-Threde GmbH verschmelzen am 1. September 2014 zu einer gemeinsamen Firma und firmieren unter dem Namen OHB System AG. Die OHB AG bündelt durch diesen Schritt die Fähigkeiten und Kapazitäten ihrer beiden Tochterunternehmen.
"Heute verschmelzen zwei herausragende Unternehmen der Raumfahrt zu einem Systemunternehmen für Satelliten und Nutzlasten, das aufgrund seiner Größe und seiner Organisation eine neue Rolle im europäischen Markt einnehmen wird", so der Vorstandsvorsitzende Marco R. Fuchs. "Wir haben durch diesen Schritt besseren Zugriff auf unsere internen Kompetenzen und werden dadurch leistungs- und wettbewerbsfähiger. Von
den daraus resultierenden Vorteilen profitieren wir ebenso wie unsere Kunden", so Fuchs weiter.
Mit unterschiedlichen Kompetenzschwerpunkten kooperieren die bisherigen Schwesterfirmen schon heute eng in Großprojekten wie den Wettersatelliten "MTG" und dem Umweltsatelliten "EnMAP". Die Fusion ist nun der logische Schritt, um die Zusammenarbeit weiter zu stärken, nachhaltig zu optimieren und die Häuser bestmöglich für künftige Herausforderungen in der operativen Arbeit aufzustellen.
Die Entstehung von Logo und Claim der neuen OHB System AG
September 2014
LuxSpace erhält ESA-Entwicklungsauftrag
LuxSpace sowie navama und die global tätige Naturschutzorganisation WWF haben von der Europäischen Raumfahrtagentur ESA einen Vertrag zur Entwicklung eines innovativen Fischereibeobachtungssystems erhalten.
Mit diesem System soll die Satellitentechnologie zur Überwachung der Fischereiaktivitäten eingesetzt werden, um so legale und transparente Aktivitäten in diesem Bereich zu fördern. Das neue System wendet sich an zertifizierte nachhaltige Fischereibetriebe, um die Fahrten und Aktivitäten von Fischereibooten zu beobachten, damit die Einhaltung der gültigen Nachhaltigkeitsnormen und -vorschriften nachgeprüft werden kann. Diese Angaben sind darüber hinaus über eine Smartphone-App für Kunden abrufbar. "Mit dieser interessanten Anwendung zeigen wir, wie durch Satellitentechnologie Fischereien, die nachhaltig arbeiten, unterstützt werden können. Gleichzeitig wird bei den Verbrauchern die Glaubwürdigkeit von Bio-Fischprodukten signifikant gesteigert", sagte LuxSpace-Geschäftsführer Jochen Harms.
Durch diese Technologie können die Strecken, die durch die Fischereiboote zurückgelegt werden, sowie bestimmte Fischereiaktivitäten grafisch dargestellt werden. So ist sofort erkennbar, ob die Grenzen bestimmter Schutz- bzw. Fischzuchtgebiete verletzt werden.
Oktober 2014
CRONUS hat die erste Hürde genommen
Im Rahmen des ESA FLPP-Programms, das die vorbereitenden Entwicklungsarbeiten für zukünftige Träger umfasst, führt MT das Projekt CRONUS (CRyogenic Optimized New Upper Stage Demonstrator), das nun einen ganz wesentlichen Meilenstein erfolgreich erreicht hat.
CRONUS ist ein Tankdemonstrator mit einem Sandwich Common Bulkhead, der zur Prüfung und Verifizierung der Technologien für eine zukünftige Ariane-6-Oberstufe notwendig ist. Der Nachweis eines entsprechenden Technologiereifegrades (hier TRL6) war eine entscheidende Voraussetzung für eine erfolgreiche Beteiligung an der neuen Ariane-6-Oberstufe.
Daher war es ausgesprochen wichtig, dass das MRR (Manufacturing Readiness Review) mit der ESA am 9. September 2014 bei der MT Aerospace in Augsburg ohne Beanstandungen oder Identifikation kritischer Aspekte mit sehr gutem Erfolg durchgeführt wurde. Alle Termine des Projekts, insbesondere die rechtzeitige Fertigstellung einer notwendigen Hardware-Komponente, sind pünktlich getroffen worden. Aufgrund der gründlichen Vorbereitung konnte sich das ESA Review-Board auf die wesentlichen technischen Aspekte des MT-Designs konzentrieren. Die ESA zeigte sich beeindruckt von der guten Entwicklungsarbeit, die MT Aerospace unter großem Zeit- und Termindruck geleistet hat.
CRONUS: Demonstrator für Ariane-6-Oberstufentank
Oktober 2014
Mondmission zum Gedenken an Prof. Manfred Fuchs
Zum Gedenken an Herrn Prof. Dott. Ing. h.c. Manfred Fuchs hat OHB eine Mondmission durchgeführt. Am 23. Oktober 2014 ist die Manfred Memorial Moon Mission (4M) mit einer Rakete vom Typ Long March 3 vom Raumfahrtzentrum Xichang/China ins All gestartet. Um 21:31 Uhr MESZ verkündete LuxSpace, die Ankunft der ersten 4M-Signale in Brasilien.
Bei 4M handelt es sich um einen kleinen Flugkörper, mit dem Botschaften und Grußworte aus der ganzen Welt zum Gedenken an Prof. Manfred Fuchs gesendet wurden. Darüber hinaus verfügte 4M über ein Strahlungsexperiment, mit dem der Umfang eines Strahlungsschutzschildes gemessen wurde, sowie ein Experiment zur Erprobung der Multilateration für die Flugkörpernavigation der nächsten Mondmission. Das technische Management der Mission sowie die Herstellung der Sonde wurden von Lux-Space realisiert. "Dies ist die erste privatfinanzierte Mondmission aller Zeiten", sagte LuxSpace-Geschäftsführer Jochen Harms.
Anfang November wurde die Mission nach einer Betriebsdauer von mehr als 250 Stunden erfolgreich abgeschlossen. Alle Nachrichten wurden auf der Bahn um den Mond mehrmals gesendet und durch Dutzende Amateurfunkstationen rund um den Globus empfangen.
Oktober 2014
OHB Sweden baut ersten InnoSat
Die schwedische Weltraumbehörde SNSB hat OHB Sweden mit dem Bau des ersten InnoSat-Satelliten beauftragt. Dem Auftrag ging eine Studienphase voraus, in der das Team in Schweden ein kostengünstiges flexibles Satellitenkonzept entwickelt hat, das an Anforderungen verschiedener wissenschaftlicher Missionen angepasst werden kann. Die erste nun beauftragte Mission mit einem Gesamtvolumen von rund 13 Millionen Euro trägt den Namen MATS (Mesospheric Airglow/Aerosol Tomography and Spectroscopy). Optische Instrumente auf dem 50-kg-Satelliten sollen mesophärische Gase/Leuchterscheinungen in Höhen von 80 bis 100 Kilometern untersuchen. Auf einer etwa 600 Kilometer hohen Umlaufbahn soll MATS in der nördlichen und südlichen Hemisphäre zwei volle Sommer forschen.
OHB Sweden wird den Satelliten als Hauptauftragnehmer in Zusammenarbeit mit AAC Microtech, Omnisys und schwedischen Forschungseinrichtungen realisieren. 2017 soll MATS seine Arbeit im All aufnehmen. Ziel der SNSB ist es, alle drei Jahre einen weiteren Wissenschaftssatelliten zu starten. Der Auftrag umfasst ebenfalls die Vermarktung des kostengünstigen Satellitenkonzepts auch außerhalb Schwedens.
Grafische Darstellung des von LuxSpace gebauten 4M-Satelliten
Oktober 2014
ISS-Forschungsanlage "PK-4" erfolgreich gestartet
Am 29. Oktober 2014 um 08:09 Uhr MEZ startete das europäisch-russische Plasmakristall-Labor "PK-4" mit einer Sojuz-Rakete vom Kosmodrom Baikonur zur Internationalen Raumstation ISS. Planmäßig dockte der Raumfrachter am frühen Nachmittag an die ISS an. Die OHB System AG (vormals Erwin Kayser-Threde GmbH) war wie bei den beiden Vorgängeranlagen als Hauptauftragnehmerin für alle Systemaufgaben der Anlage verantwortlich. Als permanente Forschungsanlage im europäischen Forschungsmodul Columbus wird "PK-4" neue Erkenntnisse über komplexe Plasmen ermöglichen.
OHB System hat zwei Rack-Einschübe entwickelt und gefertigt, die Stromversorgung, Kommunikation und Datenaufzeichnung sicherstellen. Außerdem hat OHB System die Fertigung und Integration eines Großteils der mechanischen Struktur sowie die Steuerungs- und Bediensoftware des Experiments realisiert. Installiert wird PK-4 in dem aus dem Hause OHB System AG stammenden European Physiology Module (EPM), einer fest in das europäische Raumlabor integrierten Vorrichtung für Standardnutzlasten.
November 2014
CGS S.p.A. erhält Auftrag für Microwave Imager
CGS S.p.A. (Compagnia Generale per lo Spazio) hat mit Airbus Defence & Space am 10. November 2014 den Vertrag zur Realisierung des sogenannten Microwave Imager (MWI) für die zweite Generation der MetOp-Satelliten geschlossen. Der Microwave Imager ist ein fortschrittliches Instrument, mit dem die Satelliten der Serie B ausgerüstet werden. Das MWI-Instrument wird für nationale Wetterdienste in Europa und darüber hinaus auch für internationale Nutzer und Forscher Wetterund Klimadaten einer bislang unerreichten Qualität liefern.
Durch den Abschluss dieses Vertrags mit einem Gesamtwert von 134 Millionen Euro übernimmt CGS die Verantwortung für die Konzeption und die Entwicklung des MWI von Phase B2 bis zur endgültigen In-Orbit-Verifikation dreier Flugmodelle zur Auslieferung an den Generalunternehmer Airbus Defence & Space.
Die MetOp-SG-Satelliten stellen das Raumsegment des Programms EUMETSAT Polar System Second Generation (EPS-SG) dar, das sich aus zwei Satellitenserien, dem sogenannten "Satellit A" und dem "Satellit B", zusammensetzt. Die Serie besteht nominal aus je drei Einheiten. Die MetOp-SG-Satelliten werden im Rahmen einer Zusammenarbeit zwischen der Europäischen Raumfahrtagentur ESA und EUMETSAT entwickelt.
PLATO soll Planeten außerhalb unserer Galaxie aufspüren
November 2014
OHB erhält zwei Studien für Kometenjäger PLATO
Die Mission PLATO (PLAnetary Transits and Oscillations of Stars) aus dem Cosmic-Vision-Programm der ESA beschäftigt sich mit der Erforschung von Exoplaneten. Die OHB System AG wurde mit zwei B1-Studien beauftragt: Im Rahmen des Wissenschaftsprogramms der ESA beschäftigt sich das Unternehmen mit der Auslegung der Mission sowie des Satelliten. Im Auftrag des DLR werden die Integrationsmöglichkeiten des aus 34 einzelnen Teleskopen samt dazugehöriger Elektronik bestehenden PLATO-Instruments untersucht.
Das Raumsegment besteht aus einem Servicemodul (SVM) und einem Payloadmodul (PLM). Das SVM wird basierend auf der Erfahrung mit Satellitenmissionen federführend in Bremen bearbeitet. Zur Ausarbeitung des PLM inklusive der Nutzlast
wird auf die Erfahrung am Münchner Standort gesetzt. Die ESA-Studie hat ein Volumen von 2,5 Millionen Euro und eine Laufzeit von 18 Monaten.
Die DLR-Studie zur Untersuchung der Integrationsmöglichkeiten des PLATO-Instruments hat ein Volumen von 1,8 Millionen Euro und eine Laufzeit von gut eineinhalb Jahren. OHB hat damit die Chance, die Studien als Systemführer sowohl für den Satelliten als auch die Nutzlast bei ESA und DLR in der Realisierungsphase (B2/C/D) zu gewinnen.
Dezember 2014
ESA-Ministerratskonferenz beschließt Ariane 6
Am 2. Dezember 2014 trafen sich die Minister der 20 Mitgliedsstaaten der Europäischen Weltraumorganisation ESA sowie aus Kanada in Luxemburg. Insgesamt wurden Beschlüsse über finanzielle Mittel in Höhe von fast 6 Milliarden Euro gefasst. Die Bundesregierung zeichnete für die nächsten Jahre insgesamt rund 1,4 Milliarden Euro. Damit ist Deutschland zusammen mit Frankreich der beitragsstärkste ESA-Partner.
Die Koordinatorin der Bundesregierung für die Luft- und Raumfahrt, Staatssekretärin Brigitte Zypries: "Die 20 Mitgliedsstaaten der Europäischen Weltraumorganisation ESA sind sich einig, dass die europäische Raumfahrt auch in Zukunft eine bedeutende Rolle in der Welt haben soll. Das haben sie mit ihrer Entscheidung für die zukünftige europäische Trägerrakete Ariane 6 unterlegt. Mit ihr wird nicht nur Europas Zugang zum All gesichert. Mit der Entwicklung und der Produktion des Launchers werden auch die technologischen Kompetenzen in Deutschland bei den Raumfahrtstandorten erhalten und weiterentwickelt."
Deutschland wird 180 Millionen Euro im Durchschnitt pro Jahr bereitstellen und übernimmt damit rund 22 Prozent am neuen Ariane-6-Programm.
Außerdem beteiligt sich Deutschland weiterhin mit 310 Millionen Euro am Betrieb der ISS bis zum Jahr 2017 und erhöht seinen Anteil am ExoMars-Programm der ESA um 15 Millionen Euro.
Dezember 2014
Erster Galileo*-FOC-Satellit nach Orbitmanöver erfolgreich getestet
Im Dezember zeigte der erste Galileo-FOC-Satellit hervorragende Nutzlastfähigkeiten und schließt am 18. Dezember 2014 die Nutzlast-Testkampagne erfolgreich ab. Nachdem der Satellit namens Doresa seine neue Ziellaufbahn erreicht hatte, konnte die Navigationsnutzlast aktiviert werden. Am 29. November 2014 sendete Doresa schließlich erfolgreich ihre ersten Navigationssignale aus dem Weltall.
Nachdem sich der Satellit in einer für Navigationszwecke geeigneteren Laufbahn befand, erfolgte die umfangreiche Testkampagne.
Um den Satelliten am tiefsten Punkt seiner Laufbahn schrittweise nach oben zu stupsen, wurden insgesamt elf Bahnmanöver durchgeführt. Gleichzeitig konnte in der neuen Laufbahn die Strahlenexposition des Satelliten bedeutend gesenkt werden, um die zuverlässige Leistungsfähigkeit langfristig zu sichern. Aufgrund der neuen kreisförmigeren Laufbahn lässt sich der Erdsensor kontinuierlich benutzen, sodass die Hauptantenne auf die Erde ausgerichtet bleibt und die Navigationsnutzlast eingeschaltet werden konnte.
Bedeutend ist, dass der Satellit in seiner neuen Laufbahn alle 20 Tage die gleiche Stelle auf der Erdoberfläche überfliegen wird. Damit kann die Bodenspur mit der gesamten Galileo-Konstellation synchronisiert werden.
Auch der zweite Galileo FOC-Satellit namens Milena konnte inzwischen erfolgreich in seiner Laufbahn angepasst werden.
OHB-AKTIE
Kurswert der OHB-Aktie steigt im Jahresverlauf um 12 %
DAX erreicht erstmalig einen Stand von über 10.000 Punkten
Das zurückliegende Börsenjahr kann mit einer Reihe von sehr unterschiedlichen Rekorden aufwarten, so überquerte beispielsweise der Deutsche Aktienindex am 5. Juni 2014 erstmalig die psychologisch wichtige Marke von 10.000 Punkten, ungefähr einen Monat später stieg der US-amerikanische Dow Jones Index zum ersten Mal in seiner Geschichte auf über 17.000 Punkte – dieses damalige Allzeithoch wurde im Dezember noch einmal auf über 18.000 Punkte verbessert. Auch im Hinblick auf die Neueinführung von Aktien zum Handel konnte ein Rekord verzeichnet werden, bei dem Börsengang des chinesischen Unternehmens Alibaba wurde ein Volumen in Höhe von USD 25 Mrd. erzielt. Die Europäische Zentralbank (EZB) senkte den Leitzins im letzten Quartal auf ein historisches Tief von 0,05%: Die expansive Geldpolitik, die Mario Draghi der konjunkturellen Schwäche in Europa entgegensetzte, stützte diverse Leitindizes, hatte aber auch die Abwertung der Gemeinschaftswährung Euro zur Folge, die in der zweiten Jahreshälfte gegenüber dem US-Dollar 15% verlor. Um die Kreditvergabe positiv zu beeinflussen, mussten Banken in der zweiten Jahreshälfte erstmalig einen Strafzins von 0,2% zahlen, wenn sie Geld bei der EZB lagerten. Einen großen Einfluss hatten auch geopolitische Ereignisse auf das Börsengeschehen, insbesondere der Konflikt auf der Krim, der bis Redaktionsschluss andauert und zu wirtschaftlichen Sanktionen gegen Russland führte. Diese sorgten für fallende Kurse an der Moskauer Börse und die Abwertung der Landeswährung Rubel.
OHB-Aktienkurs erreicht im Jahresverlauf 2014 eine Steigerung von 12%
Der die Kursentwicklung der größten deutschen Börsenwerte berechnende Index DAX, der mittelgroße Werte erfassende MDAX und der Nebenwerteindex SDAX konnten das Jahr mit einer Entwicklung von 3%, 2% und 6% positiv abschließen, der TecDAX erreichte in dem für Technologiewerte günstigen Umfeld eine Rendite von 18%. Der Kurs der OHB-Aktie hat sich überwiegend gleichläufig entwickelt und musste sich mit einem Kursgewinn von 12% lediglich dem TecDAX geschlagen geben. Das börsentägliche durchschnittliche Handelsvolumen der OHB-Aktie erhöhte sich leicht auf 13.771 Aktien gegenüber dem Vorjahr (13.322 Aktien).
Aktienrückkaufprogramm
Am 13. September 2011 beschloss der Vorstand auf der Grundlage der entsprechenden Ermächtigung der Hauptversammlung vom 19. Mai 2010 die Durchführung eines Aktienrückkaufprogramms. Hierbei ist vorgesehen, bis zu 250.000 Aktien ausschließlich über die Börse zu erwerben. Dies geschieht durch ein unabhängiges Kreditinstitut, das mit der Abwicklung des
Stammdaten der OHB-Aktie
| ISIN | DE0005936124 |
|---|---|
| Börsenkürzel | OHB |
| Handelssegment | Prime Standard |
| Sektor | Technology |
| Subsektor | Communications Technology |
| Indizes | Prime All Share, Tec All Share, CDAX |
| Designated Sponsor | DZ BANK AG, HSBC Trinkaus & Burkhardt KGaA |
| Grundkapital | EUR 17.468.096 |
| Gattung | Nennwertlose Inhaber-Stammaktien |
Rückkaufprogramms beauftragt ist. Die erworbenen Aktien können gemäß dem Beschluss der Hauptversammlung verschiedenen Zwecken dienen wie der Einführung von Aktien der Gesellschaft an ausländischen Börsen, als Zahlungsmittel bei dem Erwerb von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen sowie der Ausgabe von Belegschaftsaktien an Arbeitnehmer der Gesellschaft.
Eigene Anteile
Zum Stichtag 31. Dezember 2014 hielt die OHB AG 80.496 eigene Aktien; dies entspricht einem Anteil am Grundkapital von 0,46%. Die Anzahl eigener Aktien blieb damit gegenüber dem Bilanzstichtag 31. Dezember 2013 konstant.
Investor Relations-Aktivitäten
Der traditionell im Februar stattfindende Capital Market Day markierte auch im zurückliegenden Geschäftsjahr den Start der Investor Relations-Aktivitäten. Am 25. Februar gab der Vorstand sowohl einen Überblick über die aktuellen Projekte der OHB AG als auch einen Ausblick auf die wichtigsten Finanzkennziffern des laufenden Geschäftsjahres. Das endgültige Ergebnis des Vorjahres wurde am Vormittag des 20. März während einer Bilanzpressekonferenz in Bremen den anwesenden Journalisten und während einer Analystenkonferenz am Nachmittag in Frankfurt vorgestellt. Die jeweiligen Quartalsergebnisse wurden nach deren Veröffentlichungen am selben Tag in Telefonkonferenzen mit Analysten diskutiert. Im Jahresverlauf waren Vorstand und IR-Manager auf Kapitalmarktkonferenzen und Roadshows in Paris, München, Augsburg und auf dem Deutschen Eigenkapitalforum in Frankfurt am Main vertreten.
Hauptversammlung beschließt SE-Umwandlung
Die ordentliche Hauptversammlung der Gesellschaft fand erneut am Hauptsitz in Bremen statt. Dieses Gremium hat am 2. Juli 2014 die Auszahlung einer Dividende für das Geschäftsjahr 2013 in Höhe von EUR 0,37 je dividendenberechtigter Stückaktie beschlossen (im Vorjahr betrug die Dividende ebenfalls EUR 0,37). Die Ausschüttungssumme auf die 17.387.600 dividendenberechtigten Aktien betrug erneut EUR 6,4 Mio. Der verbleibende Betrag des HGB-Bilanzgewinns von EUR 16,0 Mio. wurde auf neue Rechnung vorgetragen. Außerdem stand die Umwandlung der Gesellschaft in eine Europäische Gesellschaft (Societas Europaea, SE) auf der Tagesordnung. Es wurde der Beschluss gefasst, dem Umwandlungsplan vom 20. Mai 2014 über die Umwandlung der OHB AG in eine Europäische Gesellschaft zuzustimmen und die dem Umwandlungsplan als Anlage beigefügte Satzung der
Analystenbewertungen
| Datum | Institut | Kursziel in EUR |
Empfehlung |
|---|---|---|---|
| März 2015 | WGZ Bank | 25,00 | Kaufen |
| Februar 2015 | DZ BANK | 24,00 | Kaufen |
| Februar 2015 | HSBC Trinkaus & | ||
| Burkhardt | 24,00 | Neutral | |
| November 2014 | Commerzbank | 22,00 | Halten |
OHB SE zu genehmigen. Die weiteren Tagesordnungspunkte, dies waren im Einzelnen die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat sowie die Bestellung des Abschluss- und Konzernabschlussprüfers, wurden ebenfalls mit großen Mehrheiten angenommen.
Kennzahlen der OHB-Aktie in EUR (Xetra)
| 2014 | 2013 | 2012 | 2011 | |
|---|---|---|---|---|
| Jahresschlusskurs | 19,70 | 17,55 | 15,15 | 11,40 |
| Jahreshöchstkurs | 25,06 | 18,63 | 16,50 | 17,45 |
| Jahrestiefstkurs | 17,45 | 14,76 | 11,16 | 8,25 |
| Marktkapitalisierung (Ultimo) | 344 Mio. | 307 Mio. | 265 Mio. | 199 Mio. |
| Durchschnittlicher Tagesumsatz (Xetra +Parkett) | 13.771 Stück | 13.322 Stück | 11.580 Stück | 20.346 Stück |
| Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) (Ultimo) | 13,31 | 15,67 | 17,82 | 14,62 |
| Ergebnis pro Aktie (EPS) | 1,48 | 1,12 | 0,85 | 0,78 |
| Dividende pro Aktie | 0,37* | 0,37 | 0,37 | 0,35 |
| Dividendenrendite (Ultimo) | 1,88 % | 2,11 % | 2,44 % | 3,07 % |
* Vorschlag an die Hauptversammlung
Aktionärsstruktur der OHB AG zum 31.12.2014
Impressionen des 11. Capital Market Day am 12. Februar 2015 in Bremen
Konzernlagebericht
Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2014 bis zum 31. Dezember 2014
Konzern-Gesamtleistung über vier Jahre in Mio. EUR
- Geschäft und Rahmenbedingungen
- Geschäftsentwicklung
- Umsatz- und Auftragsentwicklung
- Ertragslage
- Vermögens- und Finanzlage
- Mitarbeiter
- Forschung und Entwicklung
-
Qualitätsmanagement, Umweltmanagement, Datenschutz und Prozesse
-
Nachtragsbericht
- Prognosebericht
- Internes Kontroll- und Risikomanagement
- Chancen- und Risikobericht
- Vergütungsbericht
- Angaben nach § 315 Abs. 4 HGB
- Erklärung zur Unternehmensführung
I. GESCHÄFT UND RAHMENBEDINGUNGEN
1. Geschäftserfolg der OHB AG 2014
Der Geschäftsverlauf der Gesellschaft im abgeschlossenen Geschäftsjahr und die daraus resultierende erfolgreiche Entwicklung der Finanzkennzahlen entsprachen im Wesentlichen den positiven Erwartungen des Vorstands. Im Februar 2014 veröffentlichte die Gesellschaft eine Jahresprognose für die Kennzahlen Gesamtleistung, EBITDA und EBIT. Im Jahresverlauf wurde die Prognose für die Kennzahl Gesamtleistung aufgrund der Entkonsolidierung der bis dato in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaft Aerotech Peissenberg angepasst. Die Jahresprognose der Kennzahlen Gesamtleistung und EBIT konnte übertroffen werden, die EBITDA-Prognose wurde leicht unterschritten: Die Gesamtleistung verbesserte sich gegenüber dem Bilanzstichtag 2013 von EUR 700 Mio. auf EUR 773 Mio., das EBIT erhöhte sich von EUR 36,4 Mio. auf EUR 40,4 Mio. und das EBITDA konnte von EUR 52,8 Mio. auf EUR 53,4 Mio. gesteigert werden. Zusätzlich konnten bei den Kennzahlen Konzernjahresüberschuss nach Fremdanteilen und Ergebnis pro Aktie jeweils im Vergleich zum Vorjahr folgende Verbesserungen erzielt werden: Steigerung von EUR 19,4 Mio. auf EUR 25,7 Mio. und Steigerung von EUR 1,12 auf EUR 1,48. Das hohe Niveau des Auftragsbestands reduzierte sich im zurückliegenden Geschäftsjahr von EUR 2.340 Mio. aufgrund des Saldos aus akquirierten Aufträgen und abgearbeiteten Projektanteilen leicht auf EUR 2.106 Mio.
2. Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen
Im vergangenen Jahr ist die deutsche Wirtschaftsleistung, das Bruttoinlandsprodukt (BIP), um 1,6% gestiegen und damit deutlich stärker als in den Vorjahren (0,4% im Jahr 2013, 0,7% im Jahr 2012). Auf der Entstehungsseite des BIP konnten fast alle Wirtschaftsbereiche zu dem Wachstum beitragen, den größten Anstieg verzeichnete hierbei das Baugewerbe, aber auch produzierendes Gewerbe und Dienstleistungssektor konnten zulegen. Auf der Verwendungsseite war der Konsum der wichtigste Treiber für diese Kennzahl: Die Zahl der Arbeitnehmer mit Wohnort im Inland ist im Vergleich zum Vorjahr erneut gestiegen und steigt damit im achten Jahr in Folge auf einen neuen Höchststand. Im zurückliegenden Jahr waren von 82 Mio. Einwohnern in Deutschland 42 Mio. Personen erwerbstätig. Neben dieser positiven Entwicklung des Arbeitsmarktes ging die Inflationsrate gegenüber dem vergangenen Jahr zurück; sie betrug 2014 im Jahresdurchschnitt in Deutschland 0,9%, im Vorjahr waren es 1,5%.
3. Branchenwirtschaftliche Rahmenbedingungen
Obwohl die Raumfahrt als Industrie weitgehend eine Nischenposition einnimmt, ist sie von wichtiger volkswirtschaftlicher Bedeutung. Navigationssatelliten ermöglichen es beispielsweise, die IT-Systeme weltweit zu synchronisieren, sodass Transaktionen innerhalb des schnellen globalen Finanzsystems zuverlässig ausgeführt und belegt werden können. Mit Wettersatelliten gewonnene Daten erlauben ein sicheres Fliegen bei gleichzeitig kürzeren Taktzeiten, eine effizientere Landwirt-
Entwicklung über acht Jahre in EUR
Ergebnis pro Aktie
schaft, die Vermeidung von Ernteverlusten und einen planbareren Tourismus. Raumfahrt liefert einen wichtigen Beitrag zu einem verbesserten Umweltschutz und stellt einen entscheidenden Beitrag zur zivilen und militärischen Sicherheit. Mit anderen Worten, Raumfahrt ist eine kleine Industrie, aber mit essenzieller Bedeutung für ein modernes, leistungsfähiges Wirtschaftssystem. Raumfahrtaktivitäten sind je nach Region unterschiedlich stark ausgeprägt, aber speziell in Europa und Nordamerika ist Raumfahrt eine gesellschaftlich wie politisch anerkannte Schlüsselindustrie. Aufgrund der Langfristigkeit von Raumfahrtprogrammen und -projekten hat die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in den einzelnen Wirtschaftsregionen nur begrenzte unmittelbare Auswirkungen auf die laufenden Programme und Projekte. Des Weiteren sind je nach Region kommerzielle, zivile und militärische Raumfahrtprogramme oft sehr unterschiedlich miteinander verknüpft oder voneinander abhängig. Während in Europa die Programme der Europäischen Weltraumorganisation ESA und der Europäischen Union (EU) weiterhin durch ihre mehrjährigen Planungshorizonte eine stabile Entwicklung sicherstellten und stellen, haben die USA in den vergangenen Jahren zum Teil drastische Einschnitte in die Budgets der US-amerikanischen nationalen Aeronautik- und Raumfahrtbehörde (NASA) und anderer Organisationen, die potenzielle Auftraggeber von Raumfahrtprojekten sind, vorgenommen. Seit 2014 zeichnet sich dort eine deutliche Besserung ab. Das NASA-Budget wird 2015 wieder über USD 18 Mrd. betragen und 2016 nochmals um ca. USD 0,6 Mrd. erhöht werden. Die Raumfahrtaktivitäten der Russischen Föderation haben nach zwei Jahrzehnten der Unklarheit über die weitere Entwicklung wieder eine Perspektive erhalten. Wie sich jedoch die aktuelle wirtschaftliche Lage in Russland durch die westlichen Maßnahmen als Reaktion auf den Ukrainekonflikt oder der Ölpreisverfall auf die Raumfahrtprogramme auswirken werden, ist derzeit nicht abschätzbar. Insbesondere die USA haben ihre Kooperationen mit der Russischen Föderation stark reduziert, sind aber bei der Versorgung der Internationalen Raumstation ISS weiterhin in Abhängigkeit von Russland, speziell was den Transport von Astronauten betrifft. Ab 2017 erwarten die USA durch nationale kommerzielle Betreiber wieder eine Unabhängigkeit, wie sie vor der Einstellung des Shuttleprogramms existierte. Unverändert ambitioniert treiben China, Indien, Südkorea, die Türkei und Brasilien ihre Programme zum Aufbau nationaler Raumfahrtkompetenzen und -infrastrukturen voran. Der Aufbau einer eigenen Raumstation und die langfristig erfolgreiche Landung auf dem Mond mit einem Rover und später mit Taikonauten sind Kernelemente im chinesischen Raumfahrtprogramm.
Im Jahr 2014 hatte die Raumfahrt vor allem in Europa eine sehr große mediale Beachtung. Zum einen die Mission "Blue-Dot" des deutschen ESA-Astronauten Alexander Gerst hat hier eine breite Wirkung auf junge Menschen gehabt. Durch seine Kommunikation über Facebook und Twitter hat er Hunderttausende in den Bann des Weltraums gezogen.
Zum anderen war die europäische Mission Rosetta mit der Landung der Sonde Philae auf dem Kometen 67P Churyumov-Gerasimenko eine weltweit sehr beachtete Sensation. Nach mehr als zehn Jahren Flug durch das All und drei Jahren Winterschlaf erreichte Rosetta den Kometen und es gelang, die Sonde Philae abzusetzen und trotz einer eher unkontrollierten Landung einen wesentlichen Teil der geplanten Messungen und Aufnahmen zu machen. Es wird erwartet, dass die bei Weitem noch nicht vollständig ausgewerteten Daten wichtige Informationen über die Entstehung unseres Sonnensystems und der Erde und den Ursprung unseres irdischen Lebens enthalten. Auch bei Rosetta ist OHB System mit einem kleinen Beitrag in Form einer elektronischen Einheit von OHB System München beteiligt. Der Start der ersten beiden Galileo*-Satelliten war auch für OHB ein wesentlicher Meilenstein im Jahr 2014, allerdings überschattet durch den fehlerhaften Einschuss mit einer Sojus-Rakete vom Startplatz Kourou. Die nach einer nachträglichen Bahnkorrektur in Betrieb genommenen Satelliten arbeiten aber hervorragend, sodass die weiteren Starts ohne wesentliche Anpassungen an die Satelliten im ersten Quartal 2015 wieder aufgenommen werden. Aus programmatischer und wirtschaftlicher Sicht war für die europäische Raumfahrt aber die ESA-Ministerratskonferenz am 2. und 3. Dezember 2014 von essenzieller Bedeutung. Hier wurden insbesondere die Entscheidung für die neue europäische Trägerrakete Ariane 6 gelegt sowie wichtige Budgetentscheidungen für die nächsten zwei Jahre getroffen. Besonders der erhöhte deutsche Beitrag ist ein essenzieller Schritt in Richtung einer balancierten Verteilung dieses europäischen Gemeinschaftsprojekts Ariane 6. Des Weiteren wurden das europäische Engagement an der ISS bis 2017 und weitere Mittel für die europäische Marsmission ExoMars beschlossen. In Europa war im zurückliegenden Jahr außerdem der Start des fünften und letzten Automated Transfer Vehicle (ATV) "Georges Lemaître" am 30. Juli 2014 mit einer Ariane-5-Rakete zur Versorgung und Bahnkorrektur der ISS von besonderer Bedeutung. ATV 5 ist am 15. Februar 2015 in der Atmosphäre verglüht. In Deutschland war im Jahr 2014 das nationale Raumfahrtbudget und der deutsche Anteil an den ESA-Programmen von ca. EUR 770 Mio. p.a. wie geplant weiter leicht erhöht worden. Das Bekenntnis der Bundesregierung zur Raumfahrt ist unverändert positiv, dies wurde auch auf der ESA-Ministerratskonferenz demonstriert. Auf dem Markt für Raketenstarts ist weiterhin eine stabile Nachfrage für die Ariane 5 zu verzeichnen. Der nachhaltige technische Erfolg des Ariane-5-Programms mit bis Jahresende 2014 insgesamt 63 Starterfolgen in Sequenz wird voraussichtlich auch im Jahr 2015 zu einer zuverlässigen Startkadenz bei Arianespace führen.
4. Organisatorische und rechtliche Struktur des Konzerns
Der Luft- und Raumfahrtkonzern OHB AG vereint Aktivitäten aus verschiedenen Hochtechnologiebereichen. Neben den Raumfahrtaktivitäten bildet insbesondere das Geschäft in der Flugzeugzuliefererindustrie einen weiteren Schwerpunkt. Die einzelnen Tochtergesellschaften bewahren trotz der notwendigen Vorgaben der Konzernholding ihre Individualität und Unternehmenskultur auch im Konzernverbund. Die zum Unternehmensbereich Space Systems gehörenden Tochtergesellschaften OHB System AG, Bremen, und Kayser-Threde GmbH, München, sind zum 1. September rückwirkend zum 1. Januar 2014 fusioniert und firmieren seitdem unter dem Namen OHB System AG. Die finanzwirtschaftliche Steuerung im Konzern erfolgt über die Kennzahlen Gesamtleistung, EBIT und EBITDA. Diese werden durch ein jährliches Budget festgelegt und unterjährig über Vorschaurechnungen und Ist-Zahlen berichtet sowie durch Abweichungsanalysen verfolgt. Die OHB AG besitzt selbst kein operatives Geschäft, unterstützt die Tochtergesellschaften aber bei Vertriebsaktivitäten und nimmt somit die Funktion einer aktiven Holdinggesellschaft wahr. Der Aufsichtsrat und die Hauptversammlung haben im Mai, bzw. Juli 2014 dem Beschluss des Vorstands zugestimmt, nach dem das Unternehmen in eine Europäische Aktiengesellschaft (Societas Europaea, SE) umgewandelt werden soll. Mit der angestrebten Umwandlung in eine SE trägt OHB der zunehmenden Europäisierung des Raumfahrtgeschäfts und der wachsenden interkulturellen Struktur innerhalb der Unternehmensgruppe Rechnung. Der Rechtsformwechsel ermöglicht eine einheitlichere und klarere Governance und fördert eine offene und europäische Unternehmenskultur. Die Gesellschaft hat im zweiten Halbjahr 2014 ein neues Gremium eingeführt, welches sich aus den Vorständen, weiteren Managern der OHB AG sowie Geschäftsleitern einzelner Tochterunternehmen zusammensetzt. Ziel dieses Executive Committee ist die schnellere Kommunikation zwischen der strategischen und operativen Ebene und die damit verbundene effiziente Entscheidungsfindung unter Einbeziehung des Wissens und der Erfahrung der Führungskräfte der operativen Gesellschaften. Unter dem Dach der OHB AG bestehen die beiden Unternehmensbereiche:
"Space Systems"
Der Fokus dieses Unternehmensbereichs liegt in der Entwicklung und Umsetzung von Raumfahrtprojekten. Das bedeutet insbesondere die Entwicklung und die Fertigung von erdnahen und geostationären Satelliten für Navigation, Wissenschaft, Kommunikation, Erd- und Wetterbeobachtung und Aufklärung inklusive der wissenschaftlichen Nutzlasten. In der Bemannten Raumfahrt liegen die Schwerpunkte bei Projekten für die Ausstattung und den Betrieb der Internationalen Raumstation ISS. Im Bereich Exploration werden Studien und Konzepte für die Erforschung unseres Sonnensystems mit den Schwerpunkten Mond, Asteroiden und Mars erarbeitet. Aufklärungssatelliten und breitbandige Funkübertragung von Bildaufklärungsdaten sind Kerntechnologien für die Anwendungsbereiche Sicherheit und Aufklärung.
"Aerospace +Industrial Products"
Der Schwerpunkt dieses Unternehmensbereichs liegt in der Fertigung von Produkten für die Luft- und Raumfahrt sowie für andere Industriebereiche. Hier hat sich OHB als bedeutender Ausrüster für Aerospace-Strukturen in der Luft- und Raumfahrt positioniert und ist u.a. größter deutscher Zulieferer für das Ariane-5-Programm sowie etablierter Hersteller von Strukturelementen für Satelliten. Darüber hinaus ist OHB als erfahrener Anbieter von mechatronischen Systemen für Antennen und Teleskope an Großprojekten für Radioteleskope beteiligt. Telematiksysteme von OHB unterstützen weltweit die Logistik durch effiziente Transportsteuerung und Sendungsverfolgung.
II. GESCHÄFTSENTWICKLUNG
Die positive wirtschaftliche Entwicklung des OHB-Konzerns hat sich auch im Geschäftsjahr 2014 fortgesetzt. Die Gesamtleistung konnte von rund EUR 700 Mio. im Vorjahr um 10% auf rund EUR 773 Mio. gesteigert werden. Der Umsatz erhöhte sich um 7% auf rund EUR 728 Mio., nach EUR 680 Mio. im Vorjahr. Die Wandlung der Raumfahrt in den vergangenen Jahrzehnten von einem ursprünglich ausschließlich wissenschaftlich oder politisch-ideologisch getriebenen Bereich hin zu einem nutzenorientierten und wirtschaftlich bedeutenden Markt war Grundlage für das kontinuierliche und nachhaltige Wachstum der OHB AG in den vergangenen eineinhalb Dekaden. Die Geschäftsfelder, in denen die Gesellschaft über ihre Tochterunternehmen engagiert ist, bieten eine hervorragende Ausgangsposition: Der Raumfahrtmarkt kann als Wachstumsmarkt klassifiziert werden, auf dem neue Anwendungsmöglichkeiten schon bestehender oder neuer Technologien neue Bedürfnisse schaffen. Die bereits vorhandenen Anwendungsmöglichkeiten basieren auf bereits vorhandenen Satellitensystemen, deren Lebensdauer zeitlich begrenzt ist und die durch neue Systeme mit potenziell verbesserter Technologie oder Effizienz ersetzt werden.
1. Unternehmensbereich "Space Systems"
Im Unternehmensbereich "Space Systems" zeichnet sich die Geschäftstätigkeit im Wesentlichen durch langfristig angelegte Projekte zumeist öffentlicher Auftraggeber aus. Durch den hohen Auftragsbestand von EUR 1.798 Mio. (31. Dezember 2014) und das breite Projektakquisitionspotenzial ergibt sich eine hohe Planungssicherheit.
a) Erdbeobachtung und Aufklärung
Das von OHB System entwickelte und gebaute und zwischen 2006 und 2008 in Betrieb genommene SAR-Lupe-System mit seinen fünf Radarsatelliten, den dazugehörenden Bodenanlagen und dem deutsch-französischen Aufklärungssatellitenverbund aus den Satellitensystemen SAR-Lupe (Radarbilder) und Helios 2 (Optische Bilder) zeigt bisher keine Degradationen, läuft sehr stabil und weiterhin zur höchsten Zufriedenheit des
Auftraggebers (Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw)) und der deutschen Streitkräfte. Mit diesem System steht der Bundeswehr auch nach fast sieben Jahren nach vollständiger Inbetriebnahme ein hochmodernes, zuverlässiges und leistungsfähiges Radar-Satellitenaufklärungssystem bis zur Einführung des Nachfolgesystems SARah, die im Jahr 2018/2019 geplant ist, zur Verfügung. Bereits 2016 sollen die fünf SAR-Lupe-Satelliten durch das SARah-Bodensegment betrieben werden. Für das SAR-Lupe-Nachfolgesystem SARah mit seinen deutlich gesteigerten Leistungsdaten laufen die Arbeiten planmäßig. Es ist ein Konzept bestehend aus drei Satelliten, zwei Satelliten basierend auf der OHB System Reflektorantennen-Technologie und einem Satelliten nach der Airbus Phased-Array-Technologie. Die gesamten notwendigen Bodenanlagen kommen von OHB System und werden auch die SAR-Lupe-Satelliten ab 2016 steuern. Zusätzlich zu den drei Radarsatelliten erwägt die Bundeswehr, das System SARah durch einen optischen Beobachtungssatelliten zu ergänzen. Derzeit ist offen, ob die Bundesregierung einen derartigen Satelliten national beschafft oder sich ausschließlich finanziell an dem französischen CSO-Programm (Composante Spatiale Optique / Optische Weltraumkomponente) beteiligt. Im Januar 2014 erhielt CGS in Mailand den Auftrag für die Mitarbeit an der OPSAT 3000-Mission, die Italien optische Aufklärungsmöglichkeiten eröffnet. Deutlichen Fortschritt gab es ebenfalls mit der Fertigstellung der Studie zur Realisierung des Erdbeobachtungssatelliten OPSIS (OPtical System for Imaging and Surveillance) im Auftrag der italienischen Raumfahrtagentur ASI durch CGS. OPSIS hat das Hauptziel, ein operatives System zur hochauflösenden optischen Erdbeobachtung bereitzustellen. Aufgrund der momentanen wirtschaftlichen Lage in Italien wird das Programm derzeit
nicht weitergeführt. Das nationale optische Erdbeobachtungsprogramm EnMAP (Environmental Mapping and Analysis Program) im Auftrag des DLR hat die Schwierigkeiten der Vergangenheit überwunden. Der Starttermin von EnMAP liegt Ende 2017/Anfang 2018. Mit seinen neuartigen Hyperspektralsensoren dient der Umweltsatellit EnMAP primär der Zustandscharakterisierung und Umweltüberwachung unseres Planeten. Er stellt ein zukunftsweisendes System dar, das für viele neue Anwendungen, u.a. auch im Sicherheitsbereich, Potenzial hat. Derzeit wird überprüft, inwieweit dieses Konzept die Basis für einen europäischen Erdbeobachtungssatelliten im Rahmen des Copernicus-Programms haben kann. Der im Jahr 2012 zwischen OHB System und Thales Alenia Space für die Entwicklung und den Bau der dritten Generation europäischer Wettersatelliten MTG (Meteosat Third Generation) unterzeichnete Vertrag ist in der Umsetzung. 2014 wurde für die notwendigen Vertragsanpassungen zum finalen Bau der Satelliten ein sogenannter Conversion Contract geschlossen. Damit geht die Realisierung der MTG-Satelliten in die finale Phase. Damit ist OHB in allen Bereichen der Erd- und Wetterbeobachtung und Aufklärung mit einem breiten Produktspektrum vom Radarsatelliten bis hin zu optischen Beobachtungssatelliten vertreten.
b) Kommunikation
Bei OHB System ist die Fertigung und das Testen des Hispasat-AG1-Satelliten für den kommerziellen spanischen Satellitendienstleister Hispasat in die Endphase gekommen. Die Integrationsarbeiten sind abgeschlossen und der Satellit befindet sich seit dem 22. Februar 2015 für die umfangreichen Umwelttests bei IABG in Ottobrunn, von wo aus er nach aktueller Planung Ende des Jahres zum Startplatz Kourou transportiert werden wird. Hier wird die neue von OHB entwickelte SmallGEO-Platt-
2014 in Mio. EUR
form zum ersten Mal für ein kommerzielles System eines Satellitenbetreibers eingesetzt. ESA hat die SmallGEO-Plattform ebenfalls als Basis für den europäischen Datenrelais-Satelliten (EDRS-C) im Rahmen des ARTES-7-Programms ausgewählt. OHB System ist damit Auftragnehmer des Satellitenbetreibers Airbus Services, der ihn im Auftrag der ESA betreiben wird. Die Entwicklungsarbeiten sind in vollem Gang und parallel dazu hat der Aufbau des Satelliten begonnen. Die Erweiterung des SmallGEO-Konzepts zum spezialisierten Datenrelais-Satelliten für höchste Datenübertragungsraten zwischen Satelliten ist ein wichtiges neues strategisches Ziel von OHB System im zivilen wie auch im militärischen Markt. SmallGEO wurde vom DLR auch als Basis für die nationale Telekommunikationsmission "Heinrich Hertz" festgelegt. Der Auftrag des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) zur Definition dieser Mission in Kooperation mit dem Bundesverteidigungsministerium ist bereits 2013 abgeschlossen worden. "Heinrich Hertz" dient zum einen der Überprüfung neuartiger Technologien der Satellitenkommunikation unter realen Einsatzbedingungen und damit der Sicherung nationaler Systemkompetenz bei geostationären Kommunikationssatelliten und zum anderen der militärischen Kommunikation der Bundeswehr. 2014 haben das Wirtschafts- und das Verteidigungsministerium sich endgültig auf die gemeinsame Beschaffung des Satelliten verständigt, die für Mitte des Jahres 2015 geplant ist. Die bereits im Jahr 2012 begonnenen Vorstudien zu "Electra", dem sogenannten "All Electric Spacecraft", haben im Oktober 2013 zur Beauftragung der Definitionsphase durch SES-Astra aus Luxemburg geführt. Da diese Satelliten keinen chemischen Treibstoff mehr mit sich führen, werden sie dadurch deutlich leichter. Dies senkt einerseits die Startkosten und erlaubt es andererseits, die Nutzlast deutlich zu vergrößern. Die finale Entscheidung für eine Kooperation von ESA gemeinsam mit SES und OHB System als Auftragnehmer wird 2015 erwartet.
c) Navigation
Im Jahr 2013 wurden die ersten beiden der 22 Satelliten für das Galileo*-FOC (Full Operational Capability)-Raumsegment an das Testzentrum für Satelliten der ESA in Noordwijk entsandt. Diese beiden Satelliten wurden am 28. August 2014 vom französischen Weltraumbahnhof Kourou mit einer Sojus-Rakete im Auftrag der ESA in den Weltraum geschossen. Durch einen Fehler in der Oberstufe Fregat erreichten sie jedoch nicht ihre kreisförmige Zielumlaufbahn, sondern umkreisen die Erde elliptisch. Mit einem Teil des mitgeführten Treibstoffs konnten die Umlaufbahnen so weit korrigiert werden, dass die Satellitenplattformen und die Nutzlasten umfangreich getestet werden konnten. Die beiden Kontrollzentren in Oberpfaffenhofen und Fucino bescheinigten einen perfekten technischen Zustand der beiden Satelliten. Inwieweit diese beiden Satelliten langfristig als Teil des Galileo*-Systems eingesetzt werden können oder durch zwei neue ersetzt werden müssen, ist zum heutigen Zeitpunkt nicht entschieden. Die nächsten beiden Satelliten sind mittlerweile getestet und nach Kourou transportiert worden, von wo sie voraussichtlich am 27. März 2015 wiederum mit einer Sojus-Rakete gestartet werden. Zwei weitere Satelliten befinden sich aktuell im Testzentrum bei der ESTEC und elf weitere Satelliten mit abgestuften Fertigstellungsgraden im Produktionsprozess. Ein Angebot für eine Studie zur Nachfolgegeneration der heutigen Galileo*-Satelliten wurde im dritten Quartal 2013 an die ESA abgegeben. Die Beauftragung ist erfolgt und Studienarbeiten haben mittlerweile begonnen. Mit dieser Studie soll sichergestellt werden, dass das System nach Ablauf der geplanten zwölf Betriebsjahre für die Satelliten
Galileo* mit neuen Satelliten auf der Basis noch zu entwickelnder Technologien ausgestattet wird und in seiner Leistungsfähigkeit weiterhin eine Spitzenposition einnehmen wird.
d) Erforschung des Weltraums
Die im Rahmen des ESA-Programms ExoMars 2016 entwickelte und gebaute Zentraleinheit für den sogenannten Trace Gas Orbiter wurde 2013 fertiggestellt und im Februar 2014 an den Hauptauftragnehmer, Thales Alenia Space in Cannes, Frankreich, ausgeliefert. Mittlerweile haben die Arbeiten für den sogenannten Carrier der ExoMars-2018-Mission begonnen. Durch die zusätzlich von der Ministerratskonferenz freigegebenen Mittel erhielt OHB System die Autorisierung, mit den Arbeiten für das zweite Element der ExoMars-Mission zu beginnen.
e) Wissenschaftliche Raumfahrt und Robotik
OHB war auch 2014 an mehreren Studien im Rahmen der nächsten europäischen Wissenschaftsmissionen der ESA beteiligt. Damit etabliert sich das Unternehmen auch in diesem "klassischen" Raumfahrtsegment weiter. Der Fokus von OHB liegt dabei speziell auf der Großmission JUICE (Mission zum Jupiter und seinen Monden) und den beiden mittelgroßen Missionen EUKLID und PLATO. 2014 begannen zwei Studien zu PLATO, eine Studie wurde im Auftrag der ESA an OHB System Bremen zur Gesamtmission vergeben und eine weitere im Auftrag des DLR zum Instrumentenpaket der Nutzlast. Ziel der Mission PLATO ist die Suche nach sogenannten Exoplaneten, die andere Sonnen umkreisen, und gegebenenfalls festzustellen, ob unter diesen auch erdähnliche sind.
f) Bemannte Raumfahrt
Auch 2014 unterstützte OHB System umfangreich die Arbeiten auf der Internationalen Raumstation ISS. Dies schließt sowohl die Betreuung von Experimenten als auch Wartungs- und Erhaltungsarbeiten an den von OHB System entwickelten und gelieferten Geräten mit ein. Zur Vorbereitung auf mögliche Szenarien zur Versorgung der ISS nach Ende des ATV-Programms und von potenziellen Alternativen in der Mikrogravitationsforschung nach einer Außerbetriebnahme der ISS 2024 oder später hat OHB System mehrere interne Studien durchgeführt. Dabei kristallisierte sich als sehr attraktives Konzept die Nutzung des von Sierra Nevada Corporation (SNC) in den USA derzeit entwickelten Dream Chaser® heraus. SNC und OHB haben dazu eine entsprechende Zusammenarbeitsvereinbarung geschlossen. Diese Arbeiten und Studien wurden 2014 durch Mittel des DLR gefördert.
g) Bodenstationen
Ende 2014 hatten die fünf SAR-Lupe-Radarsatelliten etwa 36 der 50 vereinbarten akkumulierten Betriebsjahre im Weltraum hinter sich. Alle fünf Satelliten sind nach wie vor in einem ausgezeichneten Zustand und es ist an ihrer Leistungsfähigkeit keine Alterung erkennbar. Der von OHB System durchgeführte SAR-Lupe-Betrieb endet planmäßig 2017, wird aber bereits 2016 von den SARah-Bodenanlagen übernommen und von dort gemeinsam für SARah und SAR-Lupe weitergeführt.
2. Unternehmensbereich "Aerospace +Industrial Products"
Vom Weltraumbahnhof in Kourou starteten im Geschäftsjahr 2014 sechs Träger vom Typ Ariane 5 erfolgreich ins All. Damit war die für den Betrieb und die Vermarktung der Ariane 5 zuständige Gesellschaft Arianespace erneut Marktführer bei
EBITDA
Entwicklung über acht Jahre in Mio. EUR
kommerziellen Satellitenstarts. Die MT Aerospace lieferte im gleichen Zeitraum planmäßig sechs Flugsätze für die Ariane 5 (im Vorjahr wurden 6 Flugsätze geliefert, es fanden vier Ariane 5 Starts statt). In Antwort auf die von Arianespace angestrebte kontinuierliche Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der Ariane 5 hat die MT Aerospace ein mehrjähriges Kostenoptimierungsprogramm aufgelegt, das bereits 2014 zur Ergebnisverbesserung beigetragen hat. In einem europaweiten Wettbewerb der ESA um das Entwicklungsprogramm Ariane 6 konnte sich MT Aerospace erfolgreich für wesentliche Strukturen und Tanks qualifizieren. Im November 2014 schloss MT Aerospace eine Vorvereinbarung mit Airbus Defence & Space über die Arbeitsanteile der MT Aerospace am Ariane-6-Programm in Entwicklung und Produktion. Danach werden Airbus und MT Aerospace an den deutschen Entwicklungs- und Fertigungsaufträgen je zur Hälfte partizipieren. Der Beschluss der ESA-Ministerratskonferenz im Dezember 2014 zur Entwicklung des Ariane-6-Trägers wurde von Deutschland als zweitgrößtem Partner maßgeblich mitgetragen. Bei einer deutschen Beteiligung von 23% am Gesamtumfang von EUR 3,75 Mrd. ist für die Trägerentwicklung von 2015 bis 2021 in Deutschland mit Aufträgen von über EUR 600 Mio. zu rechnen. Wesentliches Ziel der hohen deutschen Beteiligung am Ariane-6-Programm ist die Vergabe technologisch anspruchsvoller Arbeitsanteile nach Deutschland in den Bereichen Entwicklung und Produktion. Dazu zählt auch die Entwicklung einer neuen Produktionslinie für Boostergehäuse der Ariane 6 aus Composite-Werkstoff bei der MT Aerospace. Im neuen Zentrum für Satellitentanks am Standort Augsburg wurde 2014 der Produktionshochlauf für die zwei Hauptprodukte sowie im Projekt Iridium erfolgreich realisiert. Gleichzeitig wurde eine neue Drucktank-Generation qualifiziert, die auf Meteosat Third Generation erstmals eingesetzt werden soll.
Im Bereich Luftfahrt verlief das Bestandsgeschäft der Produktion von Frisch- und Abwassertanks für die Airbus-Muster A320/330 planmäßig. Dabei konnte durch Kostenoptimierung das Ergebnis in einigen Bereichen deutlich verbessert werden. Der Hochlauf der Tankproduktion für die Muster A350- und A400M-Tanks wurde ebenfalls planmäßig erreicht. Mit Airbus Helicopters Deutschland wurde der Liefervertrag für die Produktion von Bauteilen für das Muster Tiger um zwei Jahre verlängert. Zur Zukunftssicherung und Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Luftfahrtbereichs wurde im Geschäftsjahr ein umfangreiches Verbesserungsprogramm beschlossen mit dem Ziel, die Kernkompetenzen im Unternehmen zu stärken und eine Kostenoptimierung über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg zu erzielen. Die Umsetzung wesentlicher Elemente ist für das laufende Jahr geplant.
Im Geschäftsbereich Antennen & Mechatronik wurden im Geschäftsjahr 2014 die Großprojekte ALMA (Chile) und SRT (Italien) erfolgreich abgeschlossen und die nachfolgenden Betriebs- und Wartungsverträge mit stabilem Ergebnis begonnen. Im Bereich Bodenanlagen wurden alle Meilensteine beim Bau des neuen Betankungs-Gebäudes für den Sojus-Träger am europäischen Startplatz in Kourou planmäßig realisiert.
Die Auftragslage für die Jahre 2015/16 entwickelt sich gut. 2014 konnte eine ganze Reihe von neuen Aufträgen für Antennen und Teleskope akquiriert werden. Dazu zählen die Aufträge für die schlüsselfertige Lieferung von 13m-Teleskopen aus der VLBI-Serie an norwegische und schwedische Forschungseinrichtungen sowie die Erneuerung von Telemetrie-Stationen der französischen Raumfahrtagentur CNES. In Zusammenarbeit mit dem chinesischen Partner CETC54 konnte die MT Mecha-
EBIT
Entwicklung über acht Jahre in Mio. EUR
tronics im Bereich Satellitenkommunikation einen Auftrag über Ka-Band-Antennen im internationalen Wettbewerb gewinnen. Im Telematikbereich entwickelt sich das Geschäft mit Navigationsgeräten für Nutzfahrzeuge positiv. Speziell für den Kunden Volvo Trucks wurden 14.000 Geräte ausgeliefert. Damit wurden die Planungen für das Jahr 2014 um ca. 20% übertroffen. Auch im Jahr 2015 sind weitere Steigerungen der Auslieferungszahlen geplant. Erstmals kommt dort auch die neue, speziell auf den Nutzfahrzeugbetrieb abgestimmte Navigationssoftware unserer Tochterfirma megatel zum Einsatz. Für unseren langjährigen Stammkunden MAN haben wir nach gut 14-jähriger Lieferung von Telematik-Bordrechnern im vergangenen Jahr die letzten Seriengeräte ausgeliefert. Insgesamt wurden in dieser Serie ca. 50.000 Bordrechner allein an MAN geliefert. Die erste Phase der in 2013 begonnenen Entwicklung der Container-Tracking-Einheiten für die Deutsche Telekom wurde im Oktober 2014 abgeschlossen und in umfangreichen Tests verifiziert. Die Serienproduktion hat im November 2014 begonnen. Zusätzlich notwendige Funktionen für spezielle Containertransporte werden im Rahmen eines ESA IAP-Programms entwickelt.
III. UMSATZ- UND AUFTRAGSENTWICKLUNG
Die Gesamtleistung des OHB-Konzerns erhöhte sich im Geschäftsjahr 2014 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um EUR 72,9 Mio. bzw. 10% auf EUR 773,0 Mio. Der Umsatz des Konzerns erreichte EUR 728,1 Mio. (Vorjahr: EUR 680,1 Mio.). Die unkonsolidierte Gesamtleistung im Unternehmensbereich "Space Systems" betrug im Jahr 2014 EUR 564,0 Mio. (Vorjahr: EUR 484,5 Mio.). Der unkonsolidierte Umsatz stieg auf EUR 545,3 Mio. (Vorjahr: EUR 466,9 Mio.). Diese positive Entwicklung ist insbesondere auf die Fortschritte bei den Satellitenprogrammen zurückzuführen. Die unkonsolidierte Gesamtleistung des Unternehmensbereichs "Aerospace + Industrial Products" lag im Geschäftsjahr 2014 mit EUR 213,5 Mio. um EUR 9,5 Mio. unter dem Vorjahresniveau. Die in diesem Segment geringere Gesamtleistung resultiert aus der Entkonsolidierung der Aerotech Peissenberg im Mai 2014. Der Auftragsbestand des OHB-Konzerns lag zum Bilanzstichtag mit EUR 2.106 Mio. leicht unter dem Vorjahresniveau (Vorjahr: EUR 2.340 Mio.). Davon entfallen auf den Unternehmensbereich "Space Systems" EUR 1.797,7 Mio. (Vorjahr: EUR 2.005,4 Mio.). Der Auftragsbestand im Bereich "Aerospace + Industrial Products" betrug zum Bilanzstichtag EUR 308,7 Mio. (Vorjahr: EUR 335,0 Mio.).
IV. ERTRAGSLAGE
Im Berichtszeitraum erzielte der OHB-Konzern ein EBITDA von EUR 53,4 Mio. (Vorjahr: EUR 52,8 Mio.) und ein EBIT von EUR 40,4 Mio. (Vorjahr: EUR 36,4 Mio.). Hierbei ist zu berücksichtigen, dass die Sondereffekte aus dem Verkauf der 34%-Beteiligung an der Firma ELTA S.A. und die Entkonsolidierung der Aerotech Peissenberg in Bezug auf die Ergebniskennzahlen eine ausgleichende Wirkung auf die vorgenommenen Aktualisierungen von Projektbewertungen verursachen. Der Gewinn nach Steuern und Fremdanteilen lag im Berichtsjahr bei rund EUR 25,7 Mio. (Vorjahr: EUR 19,4 Mio.). Der Gewinn pro Aktie erreichte im Geschäftsjahr 2014 EUR 1,48 nach EUR 1,12 im Jahr 2013. Vor Konsolidierung veränderte sich das EBIT im Unternehmensbereich "Space Systems" von EUR 29,0 Mio. im Vorjahr auf EUR 14,1 Mio. Der Anstieg der Position Materialaufwand und bezogene Leistungen in diesem Segment von EUR
2014 in Mio. EUR
322,4 Mio. im Vorjahr auf EUR 402,3 Mio. zum Bilanzstichtag resultiert aus erhöhten Unterauftragnehmerleistungen, die durch die Fortschritte in den Satellitenprogrammen begründet sind. Im Unternehmensbereich "Aerospace + Industrial Products" war ein Anstieg des EBIT von EUR 7,3 Mio. auf EUR 19,4 Mio. zu verzeichnen. Der OHB-Konzern weist im Jahr 2014 ein negatives Finanzergebnis von EUR 6,5 Mio. (Vorjahr: EUR –6,6 Mio.) aus. Die darin enthaltenen sonstigen Finanzaufwendungen in Höhe von TEUR 7.824 (Vorjahr: TEUR 7.209) bestehen im Wesentlichen aus den Zinsaufwendungen für Pensionsrückstellungen in Höhe von TEUR 3.323 (Vorjahr: TEUR 3.565). Der HGB-Einzelabschluss der OHB AG weist für das Geschäftsjahr 2014 einen Bilanzgewinn von rund EUR 29,4 Mio. aus. Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung eine Dividende in Höhe von EUR 0,37 für das Jahr 2014 vorschlagen.
V. VERMÖGENS- UND FINANZLAGE
Die Bilanzsumme des OHB-Konzerns ist im Berichtszeitraum von EUR 585,4 Mio. auf EUR 640,6 Mio. gestiegen. Die durch die Entkonsolidierung der Aerotech Peissenberg begründeten Veränderungen sind im Anhang, S. 71 erklärt. Die Investitionen im Konzern betrugen im Jahr 2014 EUR 25,0 Mio. (Vorjahr: EUR 23,6 Mio.). Das Vorratsvermögen verringerte sich von EUR 83,0 Mio. auf EUR 76,4 Mio.; dem stehen erhaltene Anzahlungen in Höhe von EUR 131,5 Mio. (Vorjahr: EUR 122,2 Mio.) gegenüber. Die liquiden Mittel inklusive der kurzfristigen Wertpapiere betrugen zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2014 EUR 53,3 Mio. gegenüber EUR 57,3 Mio. im Vorjahr. Eine detaillierte Darstellung des Cashflows findet sich im Konzernabschluss in der Kapitalflussrechnung. Das Eigenkapital erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um EUR 14,5 Mio. und betrug zum
- Dezember 2014 insgesamt EUR 147,2 Mio. (Vorjahr: EUR 132,7 Mio.). Die Eigenkapitalquote erhöhte sich damit zum Bilanzstichtag gegenüber dem Vorjahr von 22,67% auf 22,98%. Die Pensionsrückstellungen in Höhe von EUR 97,0 Mio. zum Ende des Geschäftsjahres 2014 stellen weiterhin eine wesentliche Position auf der Passivseite dar. Der Anstieg der kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten von EUR 68,0 Mio auf EUR 113,8 Mio. ist auf die Inanspruchnahme eines Teils des seit Dezember 2013 laufenden Kreditrahmenvertrags zurückzuführen. Dies steht im Zusammenhang mit dem zeitlichen Auseinanderfallen der erbrachten Leistungen in nach der PoC-Methode bewerteten Projekten und den entsprechenden Zahlungsplänen für diese Projekte, hieraus resultiert der Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber dem Vorjahresstichtag um EUR 62,5 Mio. Den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von EUR 331,8 Mio. (Vorjahr: EUR 269,4 Mio.) stehen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von EUR 84,0 Mio. (Vorjahr: EUR 81,0 Mio.) gegenüber. Die Vermögens- und Finanzlage des OHB-Konzerns wird vom Vorstand der OHB AG insgesamt als solide bewertet.
Vermögensstruktur | Bilanzsumme zum 31.12.2014: EUR 641 Mio.
VI. MITARBEITER
Die Gesamtzahl der Mitarbeiter verringerte sich vom 31. Dezember 2013 auf den 31. Dezember 2014 von 2.412 auf 2.086. Der Rückgang der Mitarbeiterzahl im Vergleich zum Vorjahr erklärt sich größtenteils durch die Entkonsolidierung der Aerotech Peissenberg GmbH & Co. KG. Insgesamt waren zum Bilanzstichtag 1.646 Mitarbeiter in inländischen Gesellschaften tätig, 332 Mitarbeiter im europäischen Ausland (Italien, Schweden, Belgien, Luxemburg, Frankreich) und insgesamt 108 Mitarbeiter in Chile und Französisch-Guayana. Das Jahr 2014 stand für rund 1.000 Mitarbeiter des Konzerns ganz im Zeichen der Verschmelzung der Kayser-Threde GmbH auf die OHB System AG. Das Zusammenführen der Gesellschaften wurde genutzt, um zeitgleich eine neue Gesamtorganisation für beide Standorte einzuführen. Das Vorhaben konnte erfolgreich zum 31.12.2014 abgeschlossen werden. Dies geschah ohne Personalabbau – im Gegenteil, aufgrund der guten Auftragslage wurde an beiden Standorten weiter Personal aufgebaut. Das Qualitäts-Zertifikat "Top Arbeitgeber Ingenieure 2014" kann auch nach der Verschmelzung verwendet werden und zeichnet die OHB System AG als attraktiven Arbeitgeber aus.
Die angestrebte Umwandlung der OHB AG in eine Europäische Aktiengesellschaft (Societas Europaea, SE) bringt eine Umgestaltung und Erweiterung der europäischen Mitbestimmung auf Konzernebene mit sich. Damit soll der wachsenden internationalen Struktur innerhalb der Unternehmensgruppe Rechnung getragen werden. Die Verhandlung einer entsprechenden Beteiligungsvereinbarung zwischen Mitarbeitervertretern der europäischen Gesellschaften sowie Vertretern der Konzernleitung begann im November 2014 und soll gesetzeskonform im Frühjahr 2015 abgeschlossen sein.
VII. FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG
OHB wendete im Berichtszeitraum für eigenfinanzierte Forschung und Entwicklung (F+E) rund EUR 20,1 Mio. auf (Vorjahr: EUR 22,1 Mio.). Die Finanzierung der F+E-Aktivitäten erfolgt zu einem Teil aus Zuwendungen in Höhe von EUR 4,0 Mio. (Vorjahr EUR 3,9 Mio.) von Institutionen wie der Europäischen Union, der Bundesrepublik Deutschland, den Bundesländern oder Italien. Im vergangenen Geschäftsjahr wurden Eigenleistungen in Höhe von EUR 13,9 Mio. aktiviert, im Vorjahr waren dies EUR 10,8 Mio. Den Richtlinien der Europäischen Gemeinschaft entsprechend bewegt sich der Förderanteil jeweils in Abhängigkeit von der Marktnähe des Entwicklungsprojekts zwischen 25% und 75%. Im Bereich "Space Systems" lag ein besonderes Augenmerk weiterhin auf Grundlagenentwicklungen in der Raumfahrt. Neben neuen und weiterentwickelten Technologien waren neuartige Missionskonzepte, wie z.B. niedrig fliegende Satellitenkonstellationen für höchstauflösende Erdbeobachtung, im Fokus der Entwicklungen. Ein weiteres Thema waren und sind Technologien im Zusammenhang mit der Weiterentwicklung und Zukunftssicherung der SmallGEO-Plattform, gerade auch im Hinblick auf Kunden aus dem kommerziellen Umfeld. Im Unternehmensbereich "Aerospace + Industrial Products" wurden die nachstehend beschriebenen Entwicklungsarbeiten für neue Produkte und zur Vorbereitung einer Beteiligung an neuen Programmen durchgeführt. Im Produktfeld Trägerkomponenten war 2014 das größte kundenfinanzierte Entwicklungsprojekt die Qualifikation eines neuen Oberstufentanks für die A5 Mid-Life Evolution. Hierzu unterschrieb die MT Aerospace im ersten Quartal 2014 Verträge mit Airbus Defence & Space sowie ESA in einem Gesamtwert von rund EUR 63 Mio. Sämtliche in 2014 geplanten Entwicklungs-Meilensteine wurden
OHB AG | 2014
erfolgreich abgeschlossen, einschließlich der Fertigung erster Bauteile. Bau und Inbetriebnahme einer neuen Produktionsstätte in Bremen verliefen planmäßig. Die Entscheidung der ESA-Ministerratskonferenz für die Entwicklung der Ariane 6, und deshalb die A5ME-Entwicklung nicht vollständig abzuschließen, hatte auf das Geschäftsjahr 2014 keine Auswirkungen. Es ist jedoch geplant, alle Entwicklungsaufgaben so weit abzuschließen, wie sie auch für die neue Ariane-6-Konfiguration erforderlich sind. Dies betrifft insbesondere Fertigungsanlagen. Bei der Entwicklung von Tankdomen für die Hauptstufe des US Space Launch System im Auftrag des US-amerikanischen Herstellers Boeing wurden alle Entwicklungsziele erreicht und Bauteile für den ersten Flugsatz ausgeliefert. Ein Start der Produktion ist bereits in diesem Jahr geplant. Im Bereich der Technologie-Vorhaben lag 2014 der Schwerpunkt bei der Vorbereitung effizienter Herstellverfahren für Ariane 6. Erfolgreich abgeschlossen wurde die Entwicklung eines vollautomatischen Herstellverfahrens für Verbundwerkstoff aus Thermoplast. Dieses Verfahren ermöglicht die robotergesteuerte Herstellung von CFK-Strukturen, wie sie bei Raketenmotoren und Zwischenstufen eingesetzt werden. Ebenfalls erfolgreich abgeschlossen wurde die Entwicklung hocheffizienter Herstellverfahren für Kryo-Treibstofftanks. Dazu zählt das Spinformen großer Schalen aus hochfesten Aluminium-Lithium-Legierungen sowie das Rührreibschweißen solcher Komponenten zu großen Stufentanks mit bis zu 150 Tonnen Treibstoff, wie sie für die Ariane 6 vorgesehen sind. Im Rahmen von erfolgreichen Tests wurde 2014 das Schließen von Großtanks mit dieser Technologie nachgewiesen. Für den Raumgleiter IXV, ein Experimental-Raumfahrzeug der ESA, lieferte MT Aerospace die Steuerklappen aus hochwarmefestem Keramik-Verbundwerkstoff. Das Fahrzeug absolvierte Anfang 2015 erfolgreich einen Wiedereintrittsflug durch die Erdatmosphäre bis zur Wasserlandung. Sollten Stufen einer Ariane 6 für die Wiederverwendung weiterentwickelt werden, würde diese Technologie wiederverwendet werden.
Im Bereich Luftfahrt wurde die Vorentwicklung einer neuen Frischwassertank-Generation für den Airbus A320NEO erfolgreich abgeschlossen, die eine Senkung der Herstellkosten ermöglicht. Die Entwicklung des Tanks bis zur Serienreife wird MT Aerospace als Single-Source-Lieferant umsetzen.
Im Bereich Antennen & Mechatronik wurde eine neue Generation Ka-Band-Antennen erfolgreich in Betrieb genommen. Dieses Antennensystem ist nicht nur für den Erstkunden, die Europäische Raumfahrtbehörde, sondern auch für andere erdnahe Satelliten geeignet.
VIII. QUALITÄTSMANAGEMENT, UMWELTMANAGEMENT, DATENSCHUTZ UND PROZESSE
1. Qualitäts- und Umweltmanagement
Das Qualitätsmanagement und Umweltmanagement wird dezentral in den einzelnen Gesellschaften durchgeführt und überwacht.
Für die OHB AG beobachtet OHB System die Aktualität der erforderlichen Zertifizierungen zur Abstimmung ausgewählter Einzelprozesse und Nutzung von Synergieeffekten bei deren Umsetzung für folgende Einzelgesellschaften:
- • OHB System AG, Standort Bremen und München (D)
- • CGS S.p.A., Mailand (I)
- • LuxSpace Sàrl, Betzdorf (L)
- • Antwerp Space N.V., Antwerpen (B)
- • OHB Sweden AB, Stockholm (S)
- • MT Aerospace AG, Augsburg (D)
- • MT Mechatronics GmbH, Mainz (D)
- • OHB Teledata GmbH, Bremen (D)
- • megatel Informations- und Kommunikationssysteme GmbH, Bremen (D)
Die rechtliche Verantwortung für die Umsetzung der Zertifikatsanforderungen in die produktbezogenen operativen Qualitätsprozesse verbleibt bei den Einzelgesellschaften.
Die von den Zertifizierungsgesellschaften ausgestellten Zertifikate für das Qualitätsmanagement der Einzelunternehmen umfassen in Summe alle relevanten Prozesse für Vertrieb, Entwicklung, Beschaffung, Produktion und Betrieb von Produkten der Luft- und Raumfahrt, der Umwelttechnik, der Informations- und Kommunikationstechnologien sowie von Softwareprodukten und Softwaredienstleistungen.
a) OHB System AG – Standort Bremen
EN 9100:2009 Qualitätsmanagementsystem (Luft- und Raumfahrt) basierend auf ISO 9001:2008 Qualitätsmanagementsystem
OHB System, Standort Bremen ist zertifiziert für Systemführung, Entwicklung, Produktion und Betrieb für Produkte der Luft- und Raumfahrt sowie Aufklärungs- und Kommunikationstechnologien. Diese Zertifizierung schließt die Aufnahme als Lieferant für die Luftfahrtindustrie in die Lieferantenliste des BDLI sowie die Aufnahme in die weltweite OASIS-Datenbank der IAQG ein. Das Zertifikat QS-3674 HH des Germanischen Lloyd hat eine Gültigkeit bis Mai 2015.
AQAP 2110/-2210 (Militärische Produkte)
Für die Erzeugung militärischer Produkte im Bereich Entwicklung, Produktion, Vertrieb und Systemführung in den Bereichen Luft- und Raumfahrt, Aufklärung, Satelliten- und Kommunikationstechnologien besteht für den Standort Bremen eine gültige Zertifizierung durch das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) nach
AQAP 2110 (NATO-Qualitätssicherungsanforderungen für Entwicklung und Produktion) und AQAP 2210 (Qualitätssicherung Software). Das Zertifikat des BAAINBw ist vertrags- und produktbezogen gültig bis Mai 2015.
OHB System AG – Standort München
ISO 9001:2008 Qualitätsmanagementsystem (Basiszertifizierung)
OHB System, Standort München ist zertifiziert für Entwicklung, Herstellung und Vertrieb von Systemen für Wissenschaft, Raumfahrt und industrielle Anwendungen. Das Zertifikat Nr. 41294186/6 der DEKRA hat eine Gültigkeit bis Juli 2015. In 2015 ist eine gemeinsame Zertifizierung nach EN 9100 für beide Standorte geplant.
ISO 14001:2004 Umweltmanagement
Die Einhaltung der Umweltschutzbestimmungen auf Übereinstimmung mit der Norm wird am Standort München durch einen Umweltmanagementbeauftragten überwacht; eine formelle Zertifizierung ist nicht erforderlich.
b) CGS S.p.A.
EN 9100:2009 Qualitätsmanagementsystem (Luft- und Raumfahrt) basierend auf ISO 9001:2008 Qualitätsmanagementsystem CGS ist zertifiziert für Design, Konstruktion und Integration von Satelliten, Nutzlast und Bodenausrüstung, Entwurf und Entwicklung von Hard- und Softwarelösungen für Anwendungen in der Luft- und Raumfahrt, Forschung und Entwicklung von innovativen Technologien für die Luft- und Raumfahrt. Das Zertifikat Nr. AS/77/13/S der RINA Services umfasst die CGS-Standorte Mailand, Tortona und Rom und hat eine Gültigkeit bis Dezember 2016.
c) LuxSpace Sàrl
ISO 9001:2008 Qualitätsmanagementsystem (Basiszertifizierung)
LuxSpace ist zertifiziert für Design, Entwicklung, Beschaffung und Vertrieb von Raumfahrtsystemen und zugehörigen Dienstleistungen. Das Zertifikat 158377-2014-AQ-GER-DAkkS der DNV GL hat eine Gültigkeit bis Juni 2017.
d) Antwerp Space N.V.
ISO 9001:2008 Qualitätsmanagementsystem (Basiszertifizierung)
Die Zertifizierung für ein Qualitätsmanagementsystem nach ISO 9001:2008 wurde Anfang 2012 erfolgreich abgeschlossen. Das Zertifikat QS-8094 HH des Germanischen Lloyd hat eine Gültigkeit bis Februar 2015.
e) OHB Sweden AB
ISO 9001:2015 Qualitätsmanagementsystem (Luft-/Raumfahrt und Verteidigung)
Der Standortwechsel nach Kista mit neuen Facilities und neuen bzw. überarbeiteten Prozessen erfordert eine Überarbeitung des Qualitätsmanagementsystems. Mit der geplanten Inkraftsetzung der ISO 9001:2015 in Q3 2015 ist eine Re-Zertifizierung nach diesem neuen Standard für Q4 2015 / Q1 2016 geplant.
f) MT Aerospace AG
EN 9100:2009 Qualitätsmanagementsystem (Luft- und Raumfahrt) basierend auf ISO 9001:2008 Qualitätsmanagementsystem
MT Aerospace ist zertifiziert für Entwicklung, Produktion und Test von Komponenten und Subsystemen für die Raumfahrt, Luftfahrt und Verteidigung sowie für Industrieanwendungen. Diese Zertifizierung schließt die Aufnahme als Lieferant für die Luftfahrtindustrie in die Lieferantenliste des BDLI sowie die Aufnahme in die weltweite OASIS-Datenbank der IAQG ein. Das Zertifikat QS-8086 HH des Germanischen Lloyd hat eine Gültigkeit bis Februar 2015.
Es bestehen gültige Genehmigungen durch das Luftfahrt-Bundesamt für Herstellung (LBA EASA Teil 21, Hauptabschnitt A Abschnitt G, Urkunde DE.21G.0048) und Instandhaltung (LBA EASA Teil 145, Urkunde DE.145.0253) von Luftfahrzeugen.
g) MT Mechatronics GmbH
ISO 9001:2008 Qualitätsmanagementsystem (Basiszertifizierung)
MT Mechatronics ist zertifiziert für Beratung, Studien, Ausführungsplanung, Herstellung, Montage, Inbetriebnahme, Systemintegration und Service für Nachrichtenantennen, Radio- und optische Teleskope, mechatronische Geräte für Forschungseinrichtungen und industrielle Anwendungen, Startanlagen für das europäische Raumfahrtprogramm. Das Zertifikat 455233 QM08 der DQS hat eine Gültigkeit bis November 2015.
h) OHB Teledata GmbH
ISO 9001:2008 Qualitätsmanagementsystem (Basiszertifizierung)
OHB Teledata ist zertifiziert für Vertrieb, Beschaffung, Entwicklung, Fertigung und Service von Produkten und Projekten der Telematik, Telekommunikation und des Batteriemanagements. Die Verlängerung des Zertifikats QS-2276 HH des Germanischen Lloyd mit einer Gültigkeit bis Juli 2014 wurde bei DNV GL beauftragt und wird in Q2 2015 abgeschlossen.
ISO 14001:2009 Umweltmanagement
OHB Teledata verfügt über ein zertifiziertes Umweltmanagementsystem. Die Verlängerung des Zertifikats EM-4595 HH des Germanischen Lloyd mit einer Gültigkeit bis November 2014 wurde bei DNV GL beauftragt und wird in Q2 2015 abgeschlossen.
i) megatel Informations- und Kommunikationssysteme GmbH ISO 9001:2008 Qualitätsmanagementsystem (Basiszertifizierung)
megatel ist zertifiziert für Vertrieb, Entwicklung und Service von Produkten und Projekten der Informationstechnologie. Das Zertifikat 163223-2014-AQ-GER-DAkkS der DNV GL hat eine Gültigkeit bis Juli 2017.
2. Datenschutz
Überprüfung nach dem Bundesdatenschutzgesetz (BDSG)
Der Datenschutz gemäß aktuellem Bundesdatenschutzgesetz zum Schutz personenbezogener Daten wird in den deutschen Unternehmen durch die Datenschutzbeauftragten an den jeweiligen Firmenstandorten vertreten, die den zuständigen Landesdatenschutzbeauftragten formell gemeldet sind. Die standortspezifische Umsetzung der Datenschutzforderungen ist in Handbüchern und Prozessbeschreibungen beschrieben und wird durch die jeweiligen Datenschutzbeauftragten überwacht.
3. Prozesse
OHB System und CGS verwenden nach ECSS (European Cooperation for Space Standardization) qualifizierte Lötprozesse für "Surface Mounted Devices (SMD)", u.a. für FPGA mit 352 Anschlüssen.
OHB System ist aktiv in folgenden nationalen und europäischen Standardisierungsgremien vertreten:
- • Eurospace Standardization Working Group (z.B. ECSS)
- • EAQG Space Forum (EN 9100)
- • DIN Normenausschuss Luft- und Raumfahrt
REACH (Registration, Evaluation, Authorization and Restriction of Chemicals)
Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 (REACH)
Seit dem 1. Juni 2007 besteht die Rechtsvorschrift der EU hinsichtlich des Managements chemischer Substanzen im EU-Raum für alle industriellen Erzeugnisse. Die wesentliche Kernforderung besteht in der Registrierung und Überwachung von Gefahrstoffen von mehr als 0,1 Gewichtsprozent im Erzeugnis (gemäß Registrierung in der REACH-Datenbank).
Alle OHB-Unternehmen sind sich dieser Registrierungspflicht bewusst und geben diese Forderung an ihre Unterauftragnehmer weiter.
IX. NACHTRAGSBERICHT
Zwischen dem Bilanzstichtag und der Erstellung des Geschäftsberichts 2014 gab es keine wesentlichen berichtspflichtigen Ereignisse.
X. PROGNOSEBERICHT
1. Unternehmensbereich "Space Systems"
Im Unternehmensbereich "Space Systems" liegen für 2015 und die Folgejahre die Schwerpunkte in der weiteren erfolgreichen Umsetzung der Projekte Galileo*, Hispasat AG1, EDRS-C, Meteosat Third Generation (MTG), EnMAP und SARah. Die Studien zu dem neuen Konzept für geostationäre Satelliten "Electra" werden weitergeführt. Für den nationalen Telekommunikationssatelliten Heinrich Hertz wird 2015 die Angebotsaufforderung durch das DLR erwartet. Die ESA führt das Programm ExoMars konsequent weiter. Nach Auslieferung des Zentralmoduls des Orbiters der Mission 2016 dauern die Verhandlungen für den Carrier der Mission 2018 noch an. 2015 plant OHB System die Abgabe eines Angebots zur ESA-Mission BIOMASS als Hauptauftragnehmer und für die Wissenschaftsmission JUICE als Partner des Hauptauftragnehmers Thales Alenia Space. 2014 haben die ersten Studien zu Galileo* zweite Generation begonnen. Der Fokus dieser Studie liegt in der Untersuchung weiterentwickelter Konzepte für das europäische Navigationssystem. Zu den Themengebieten der ESA-Erdbeobachtungs-und Wissenschaftsmissionen werden 2015 eine Reihe von Ausschreibungen sowie auch die Beauftragungen weiterer Studien erwartet. Je nach Programm ist geplant, hier ein Angebot als Haupt- oder Unterauftragnehmer abzugeben. CGS will im Rahmen der nationalen italienischen Programme seine Rolle als zweiter Anbieter in Italien für Satellitenmissionen sowohl im Bereich der wissenschaftlichen Forschung als auch bei der Fernerkundung konsequent weiter ausbauen. Durch die budgetären Planungen der EU, der ESA und der nationalen Raumfahrtprogramme in Deutschland, in Italien sowie den weiteren OHB-Sitzländern sind weitgehend stabile Rahmenbedingungen und ausreichende Planungssicherheit gegeben. Mit den laufenden und avisierten Projekten und Programmen ist die OHB AG im Geschäftsbereich Raumfahrtsysteme bestens gerüstet, das erreichte Niveau nachhaltig zu sichern und erfolgreich weiter zu wachsen.
2. Unternehmensbereich "Aerospace +Industrial Products"
Im Bereich der Trägerkomponenten sichert der vorhandene Auftragsbestand für die Produktion und Lieferung von Ariane-5-Komponenten den wesentlichen Umsatz in den Geschäftsjahren 2015 und 2016. Das begonnene Kostenoptimierungsprogramm wird weiter konsequent umgesetzt werden. Die Entwicklung von Trägerkomponenten wird durch den Hochlauf des Ariane-6-Entwicklungsprogramms auf der einen Seite und den Run-down des A5ME-Programms auf der anderen Seite gekennzeichnet sein. Die Abnahme und Qualifikation der bereits für Ariane 6 ausgelegten Fertigungseinrichtungen wird planmäßig abgeschlossen werden. Das Entwicklungsprogramm für das US Space Launch System könnte durch eine weitere Beteiligung an der neuen Oberstufen-Entwicklung vergrößert werden. Bei den Satelliten-Tanks ist zu erwarten, dass mehrere Entwicklungsaufträge starten werden, mit denen das Tank-Portfolio ausgebaut werden wird.
Bei den Technologie-Programmen liegt der Fokus auf der CFK-Technologie-Entwicklung für den Ariane-6-Booster. Hier wird das erste Modell im Maßstab 1:1 gefertigt und getestet werden.
Im Bereich Luftfahrt wird das Programm zur Kosteneffizienz und Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit umgesetzt werden. Dazu gehört auch die Verlagerung von Arbeiten zu kostengünstigeren Zulieferern. Die Produktionsrate für A350- und A400M-Produkte wird in 2015 noch erheblich steigen, begleitet von intensiven Optimierungsmaßnahmen in der Produktion. In der Entwicklung wird der Schwerpunkt auf der erfolgreichen Serienentwicklung des A320NEO-Tanks liegen. Ein erfolgreicher Abschluss des Projekts KoLiBri wird die Chancen der MT Aerospace eröffnen, sich als Zulieferer für CFK-Triebwerksgehäuse zu etablieren.
Die Auslastung der vorhandenen Ressourcen im Bereich Antennen & Mechatronik ist für 2015 durch den Auftragsbestand abgesichert. Weitere Aufträge zu größeren Teleskop-Projekten werden in 2015 erwartet, sodass ein stabiles Bestandsgeschäft erwartet wird. Im Bereich der Antennen für Satellitenkommunikation wird mittelfristig ein Ausbau der Geschäftsaktivitäten erwartet. Im Bereich Bodenanlagen wird im laufenden Jahr ein Auftrag für die Modernisierung eines Gebäudes (Integrationshalle für Booster) in Kourou erwartet. Im Bereich der Lkw-Navigationsgeräte für den Kunden Volvo Trucks ist für das Jahr 2015 eine Lieferung von mehr als 14.000 Geräten geplant. Des Weiteren ist die Entwicklung des leistungsstärkeren Nachfolgemodells Volvo Trucks Ende 2014 angeboten worden. Mit dieser Steigerung der Leistungsfähigkeit der Elektronik sollen Lieferungen an den Kunden über das Jahr 2016 hinaus ermöglicht werden. Nach dem Abschluss der ersten Entwicklungsphase des Container-Tracking-Projekts ist die Auslieferung der ersten 1.000 – 2.000 Geräte bis zum Ende 2015 vorgesehen.
3. Ausblick
Für das Geschäftsjahr 2015 erwartet der Vorstand einen weiteren Anstieg der konsolidierten Gesamtleistung des OHB-Konzerns auf mehr als EUR 800 Mio. Die operativen Ergebnisgrößen EBITDA und EBIT sollen 2015 mehr als EUR 53 Mio. und mehr als EUR 40 Mio. betragen. Aufgrund des hohen Auftragsbestands und des positiven Ausblicks für das aktuelle Geschäftsjahr gehen wir davon aus, dass sich die Vermögens- und Finanzlage weiterhin gut entwickeln wird. Die Prognose für den Berichtszeitraum 2014 konnte bezüglich Gesamtleistung und EBIT erreicht werden und wurde hinsichtlich der Kennzahl EBITDA leicht unterschritten. Der Vorstand weist bezüglich der zukunftsbezogenen Aussagen darauf hin, dass die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den Erwartungen über die voraussichtliche Entwicklung abweichen können.
XI. INTERNES KONTROLL- UND RISIKOMANAGEMENT
Das Kontroll- und Risikomanagementsystem ist integraler Bestandteil der Geschäfts-, Planungs-, Rechnungslegungsund Kontrollprozesse und wesentlicher Bestandteil des Führungssystems. Um betriebliche und technische Risiken besser einschätzen und entsprechend agieren zu können, findet eine stetige Überwachung der Vorlieferanten insbesondere durch Produktsicherung und Einkauf statt. Das monatliche bzw. quartalsweise Berichtswesen ist wesentlicher Bestandteil des Risikomanagements der OHB AG und ist auf alle Unternehmen der Unternehmensgruppe ausgedehnt. Im Rahmen des Berichtswesens werden konzernweit etablierte Controlling-Instrumente eingesetzt, unterstützt durch Business Intelligence-Software. Der Schwerpunkt wird insbesondere auf Soll-Ist-Vergleiche und Abweichungsanalysen gelegt. Die Budgetierung, regelmäßige Forecasts und Reporting-Gespräche ergänzen das standardisierte Berichtswesen der zwei Unternehmensbereiche. Hinsichtlich des Rechnungslegungs- und Konsolidierungsprozesses ist durch geeignete organisatorische Maßnahmen sichergestellt, dass das Vier-Augen-Prinzip lückenlos eingehalten wird. Zugriffsregelungen im EDV-System gewährleisten ein hohes Maß an Datensicherheit. Das Rechnungslegungssystem entspricht zudem den Anforderungen des öffentlichen Preisrechts. Zur Minimierung finanzieller Risiken wird das Zahlungsverhalten der Kunden kontinuierlich beobachtet. Neben einem abgestuften Mahnwesen gehören regelmäßige Reports an den Vorstand zu den Steuerungsinstrumenten. Der Kundenkreis des OHB-Konzerns besteht zu einem großen Teil direkt oder indirekt aus öffentlichen Auftraggebern. Das Forderungsausfallrisiko ist daher sehr gering. In den vergangenen Jahren gab es praktisch keine Forderungsausfälle und keine Notwendigkeit von Einzelwertberichtigungen und Forderungsprolongationen. Die erhaltenen Anzahlungen resultieren aus Teilzahlungen, die im Rahmen der Projekte für erbrachte Teilleistungen erfolgen. Dadurch können Liquiditätsrisiken und der Bedarf an Working Capital minimiert werden. Durch den im Dezember 2013 unterschriebenen Kreditrahmenvertrag mit einem Volumen von EUR 250 Mio. können entstehende Finanzierungsbedarfe kostengünstig gedeckt werden.
XII. CHANCEN- UND RISIKOBERICHT
Zur nachhaltigen Sicherung des Geschäftserfolgs überwacht der Vorstand der OHB AG ständig die Betriebs-, Markt- und Finanzrisiken des OHB-Konzerns und ist in den Prozess aller wesentlichen Geschäfts- und Investitionsentscheidungen eingebunden. Das Chancen- und Risikomanagementsystem im OHB-Konzern wird im Wesentlichen unterstützt durch die Funktionen Qualität & Produktsicherung und Finanzen/Controlling. Der Vorstand, unterstützt durch die Stabsabteilungen, beobachtet und analysiert kontinuierlich die Entwicklungen der Branchen, des Marktes und der Gesamtwirtschaft. Basis für
das Chancen- und Risikomanagement ist ein detailliertes monatliches Berichtswesen für die Auftrags- und Kostenkontrolle. Das Berichtswesen umfasst auch alle Akquisitions- sowie Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten und gibt frühzeitig Hinweise auf potenzielle Chancen und Risiken. Die Tochterunternehmen berichten an die OHB AG im Rahmen des standardisierten monatlichen bzw. quartalsweisen Berichtswesens über alle unternehmensrelevanten Vorgänge, Chancen und Risiken. In den unterschiedlichen Unternehmensbereichen werden verschiedene Softwaresysteme unterstützend für das Berichtswesen eingesetzt, z.B. SAP oder Business Intelligence-Lösungen. Im Rahmen der Geschäftstätigkeit der OHB AG betrachten wir die folgenden Risikobereiche als relevant:
1. Umfeld- und Branchenrisiken
Im Unternehmensbereich "Space Systems" wird vornehmlich für die öffentliche Hand gearbeitet. Es besteht eine Abhängigkeit der Auftragseingänge von den Budgets der öffentlichen Auftraggeber (im Wesentlichen die Europäische Kommission, Europäische Raumfahrtagentur ESA, nationale Ministerien, wie beispielsweise in Deutschland die Bundesministerien für Wirtschaft, Verteidigung und Verkehr, sowie die nationalen Raumfahrtagenturen). Im Markt fand in den zurückliegenden Jahren eine weitere Konzentration statt. Diese Situation ist für die OHB AG aber aufgrund ihrer besonderen Position als deutsches Systemhaus für Raumfahrttechnologie eher positiv zu bewerten. Durch diese Gegebenheit ist aber ein weiteres signifikantes Wachstum nicht möglich und nur im kommerziellen und Exportmarkt zu finden. Dieses Segment wird seit einigen Jahren intensiv beobachtet und analysiert und erste Aktivitäten in dieser Richtung sind in der Vorbereitung. Im Unternehmensbereich "Aerospace +Industrial Products" besteht im Bereich für mechatronische Systeme für Antennen und Teleskope marktseitig das größte Risiko in der starken Abhängigkeit vom weltweiten Markt für wissenschaftliche Radio- und optische Teleskope, dessen Auftragsvergaben maßgeblich durch die Bewilligung von Finanzmitteln durch die beteiligten Länderregierungen bestimmt werden.
2. Unternehmensstrategische Risiken
Im Unternehmensbereich "Aerospace + Industrial Products" ist eine starke Abhängigkeit vom Erfolg des Ariane-Programms gegeben. Eine Herausforderung ist außerdem die Sicherung des Marktanteils im Luftfahrtzulieferermarkt. Im Unternehmensbereich "Space Systems" bestehen aktuell Risiken in der qualitäts- und termingerechten Fertigstellung und Übergabe der laufenden Projekte. Basis für den Unternehmenserfolg ist zudem die erfolgreiche Durchführung von Entwicklungsprojekten innerhalb der vorgesehenen Zeitpläne und der vertraglich vereinbarten Preise. Es wurden Vorleistungen für die Entwicklung strategisch wichtiger Produktsegmente erbracht, die Amortisation dieser Vorleistungen muss durch Akquisition entsprechender Anwendungen sichergestellt werden. Um das
hohe Niveau des Auftragsbestandes zu sichern, sind in den kommenden Perioden Auftragseingänge mit entsprechendem Volumen erforderlich.
3. Beschaffungsmarktrisiken
Durch eine laufende Beobachtung des Beschaffungsmarktes, die kontinuierliche Überprüfung der Lagerbestände und den verstärkten Einsatz der Beschaffungssicherung vor Ort, d.h. beim Lieferanten, optimiert die OHB AG ständig die Lieferkette. Die Durchlaufzeiten für Reklamationen konnten reduziert werden. Darüber hinaus läuft weiterhin die Erschließung weltweiter, alternativer Beschaffungsquellen. Im Unternehmensbereich "Aerospace +Industrial Products" sind die Kosten für Rohteile im Laufe des Geschäftsjahres 2014 überwiegend konstant geblieben. Die vereinbarten Lieferzeiten wurden von den Lieferanten weitestgehend eingehalten. Im Unternehmensbereich "Space Systems" bestehen bei der Beschaffung von Subsystemen im Bereich der Zulieferer vereinzelt Risiken. In der Regel sind die Risiken mit ausreichend großen Vorlaufzeiten bekannt und es gibt selten Engpässe.
4. Leistungswirtschaftliche Risiken
Das Risikomanagementsystem im Rahmen der Angebotskalkulation und des laufenden Projektmanagements beinhaltet ein regelmäßiges Reporting in abgestufter Form an die Projektleiter, die Direktoren, den Vorstand bzw. die Geschäftsführung der operativen Unternehmen sowie an die OHB AG. Alle Projekte ab einer bestimmten Größe unterliegen regelmäßigen Vorstandsreviews und sind hinsichtlich der technischen Performance, der Zeitplankontrolle und der Kostenüberwachung in einen ständigen Monitoringprozess eingebunden. Aufgrund der Systematik unseres Geschäftsmodells bestehen naturgemäß Risiken hinsichtlich der Einhaltung von Zeitplänen und Entwicklungsrisiken.
5. IT-Risiken
Die Geschäftsprozesse des Konzerns werden in allen Bereichen durch Informationsdienste und -systeme unterstützt. Hier geht es vor allen Dingen darum, einen störungsfreien Betrieb aller IT-Systeme und -netze zur Unterstützung von Entwicklungs- und Fertigungsprozessen als auch der kaufmännischen Anwendungssoftware zu gewährleisten. Weiterhin wird in besonderem Maße der Zugriffsschutz und die Kontrolle des Datenverkehrs nach innen und nach außen als Bestandteil der IT-Sicherheitsstrategie betrachtet. Um den Schutz der Netze bei OHB durch ein- und ausgehenden Datenverkehr weiter zu erhöhen, hat OHB spezielle Internetzugangssoftware und -systeme installiert. Weiterhin hat OHB am Standort Bremen intensive Aktivitäten zur Vorbereitung der Erlangung des BSI-Grundschutzes durchgeführt.
6. Finanzwirtschaftliche Risiken
Die Lieferungen und Leistungen werden vorwiegend in Euro fakturiert. Fremdwährungsgeschäfte im Dollar-Raum können zu Währungsverlusten bzw. -gewinnen führen. Im Bereich der Luftfahrt wurde der Auftrags- und Forderungsbestand in US-Dollar durch Devisentermingeschäfte gesichert. Bei den Wertpapieren handelt es sich um langfristige Investitionen mit überschaubaren Risiken. Eine abschließende Risikobewertung kann aufgrund der aktuellen Finanzmarktsituation nicht vorgenommen werden. Im Übrigen verweisen wir auf die Erläuterungen zu IFRS 7 im Anhang. Der Bedarf an Working Capital kann durch erhaltene Anzahlungen für erbrachte Teilleistungen deutlich reduziert werden. Zur Vermeidung von Liquiditätsrisiken wurde im Dezember 2013 ein Kreditrahmenvertrag mit einem Konsortium aus sieben Großbanken abgeschlossen. In den letzten Jahren hat sich der Marktzins signifikant nach unten entwickelt. In Bezug auf die Pensionsrückstellungen erwarten wir für die nächste Periode aufgrund der anhaltenden Niedrigzinspolitik keine signifikanten weiteren Veränderungen des Zinssatzes.
7. Personalrisiken
Im OHB-Konzern ist eine Vielzahl hoch qualifizierter Mitarbeiter beschäftigt. Der Unternehmenserfolg hängt von der Motivation und dem Engagement dieser Mitarbeiter ab. Das Unternehmens-Know-how ist allerdings auf viele Mitarbeiter verteilt, sodass die Abhängigkeit von einzelnen Know-how-Trägern nur sehr bedingt gegeben ist. Die Mitarbeiterfluktuation im OHB-Konzern ist gering. Trotz der prosperierenden Arbeitsmarktlage in der hoch spezialisierten Branche Luft- und Raumfahrt gelang es dem OHB-Konzern, in den weitaus meisten Qualifikationsbereichen zeitnah geeignete Spezialisten zu finden, um den Personalbedarf zu decken. Temporäre Bedarfsspitzen werden durch den Einsatz von Fremdpersonal oder Fremdvergabe abgedeckt. In Zukunft wird der Personalbedarf weiterhin sorgfältig analysiert, geplant und ggf. mittels Einstellungen abgedeckt werden. Weiterbildungsmaßnahmen bleiben weiterhin ein wichtiges Mittel, um Personalrisiken zu minimieren.
8. Zusammenfassung
Im Geschäftsjahr 2014 bestanden für den OHB-Konzern im Wesentlichen die beschriebenen Risiken. Im Hinblick auf die Marktentwicklungen sowie die Geschäftsaussichten, den Auftragsbestand und die Finanzlage schätzt der Vorstand die zukünftigen Risiken als beherrschbar ein. Risiken, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten, sind derzeit nicht erkennbar.
9. Chancen und Chancenmanagement
Die Beobachtung, Bewertung und geschäftliche Umsetzung von Chancen und deren Potenzialen erfordert ebenso wie der Umgang mit Risiken ein professionelles Management, das im OHB-Konzern im Chancen- und Risikomanagementsystem kombiniert ist.
10. Wesentliche Chancen
Der Raumfahrtmarkt bietet mit kontinuierlich neu dazukom menden technischen Anwendungsmöglichkeiten ein interes santes Wachstumsfeld. Die systematische Beobachtung aller relevanten Ausschreibungen auf europäischer sowie auf natio naler Ebene eröffnet dabei dem OHB-Konzern die Chance zur Teilnahme an nahezu allen bedeutenden Ausschreibungen in Europa. Durch die europaweite Aufstellung der OHB mit star ken nationalen Einzelgesellschaften, die sich jeweils auf ausge wählte Technologien und Anwendungen in der Raumfahrt fokussiert haben, bestehen neben den europaweiten Aus schreibungen von Großprojekten zusätzliche Chancen auf Raumfahrtaufträge, die nach dem Prinzip des geografischen Rückflusses durch die ESA an Unternehmen in ihren Mitglieds staaten vergeben werden. In den entsprechenden Ländern er öffnen sich für die nationalen Einzelgesellschaften des Kon zerns weitere Chancen, Aufträge und Projekte der jeweils nationalen Raumfahrtbehörden zu gewinnen. Die hohe Speziali sierung der einzelnen Gesellschaften innerhalb des OHB-Kon zerns führt bei der Ausschreibung von Großprojekten der ESA in der Regel dazu, dass OHB entweder als Projektführer oder als Subunternehmer des Projektführers an diesen Projekten partizipiert. Das spezifische Raumfahrt-Know-how der OHB basiert einerseits auf der langjährigen Erfahrung der handeln den Personen im Konzern und andererseits auf der Forschung und Entwicklung in diesem Bereich, durch die frühzeitig zu künftige Themenfelder und Entwicklungen in der Raumfahrt identifiziert und besetzt werden. Ein immer interessanter wer dendes Anwendungsfeld ist die Erdbeobachtung und die zuneh mende Erforschung, Kartierung und Darstellung der Erde mit Mitteln und Technologien der Raumfahrt, dabei werden auch eigene Mittel zur Finanzierung eingesetzt, die in enger Koor dination mit den Auftraggebern fokussiert werden. Analog zu den leistungswirtschaftlichen Risiken im Projektmanagement können sich aus diesem auch Chancen generieren, die aus einem konsequenten Claim Management basierend auf dem Projekt-Review-Prozess entstehen können.
XIII. VERGÜTUNGSBERICHT
Die Vergütung der Mitglieder des Vorstands setzt sich grundsätzlich aus erfolgsunabhängigen und erfolgsabhängigen Komponenten zusammen. In den derzeitigen Vorstandsverträgen (Laufzeit des Vertrags von Marco R. Fuchs: 01.07.2012 bis 30.06.2015, Laufzeit des Vertrags von Ulrich Schulz: 01.07.2012 bis 30.06.2016, Laufzeit des Vertrags von Dr. Fritz Merkle: 01.10.2014 bis 31.08.2017) wird die variable Vergütung bei Marco Fuchs und Ulrich Schulz durch eine prozentuale Erfolgsbeteiligung (%-Quote vom EBT) ermittelt. Bei Dr. Fritz Merkle besteht die variable Vergütung aus einer Kombination aus vereinbarten persönlichen Zielen und dem Geschäftserfolg des Unternehmens. Aktienbasierte Vergütungsbestandteile sowie Vergütungskomponenten mit langfristiger Anreizwirkung bestehen derzeit nicht. Im Fall des Todes eines Vorstandsmitglieds erhalten die Hinterbliebenen Anspruch auf Weiterzahlung der erfolgsunabhängigen Vergütung des Verstorbenen für sechs Monate. Den Mitgliedern des Vorstands wurde jeweils ein Firmenfahrzeug zur Verfügung gestellt. Die Bezüge der Vorstandsmitglieder setzen sich wie folgt zusammen: Insgesamt beliefen sich die festen Bezüge im Jahr 2014 auf TEUR 799 (Vorjahr: TEUR 880); die variablen Bezüge betrugen insgesamt TEUR 1.041 (Vorjahr: TEUR 840). Danach erhielten wie folgt: Marco R. Fuchs erhielt als feste Bezüge einschließlich aller Nebenleistungen wie den Zuschüssen zur Krankenversicherung und Altersversorgung TEUR 345 (Vorjahr: TEUR 345) sowie eine kapitalbildende Lebensversicherung i.H. v. TEUR 1,7 (Vorjahr: TEUR 1,7). Die variable Vergütung betrug TEUR 446 (Vorjahr: TEUR 360). Prof. Dott. Ing. h.c. Manfred Fuchs, welcher am 26.04.2014 verstorben ist, erhielt als feste Bezüge einschließlich aller Nebenleistungen wie den Zuschüssen zur Krankenversicherung TEUR 90 (Vorjahr: TEUR 278). Die variable Vergütung betrug TEUR 446 (Vorjahr: TEUR 360). Außerdem sind Zahlungen von der OHB System AG aus einer 1988 ausgesprochenen Pensionszusage i.H. v. TEUR 12 geflossen, wonach seit Erreichen des 65sten Lebensjahres monatlich TEUR 3 geleistet werden. Ulrich Schulz erhielt als feste Bezüge einschließlich aller Nebenleistungen wie den Zuschüssen zur Krankenversicherung und Altersversorgung TEUR 217 (Vorjahr: TEUR 217) sowie eine kapitalbildende Lebensversicherung i.H. v. TEUR 1,2 (Vorjahr: TEUR 1,2). Die variable Vergütung betrug TEUR 149 (Vorjahr: TEUR 120).
Für den im April 2014 verstorbenen Prof. Manfred Fuchs wurde zum 01.06.2014 Dr. Fritz Merkle zum weiteren Vorstand der OHB AG bestellt. In der Zeit bis zum Abschluss seines OHB AG-Dienstvertrages zum 01.10.2014 erhielt er seine Vergütung von der OHB System AG, für diese Zeit (01.06.–30.09.2014) erhielt er insgesamt für alle seine Tätigkeiten für den OHB-Konzern TEUR 82. Für seine Tätigkeit ab dem 01.10.2014 erhielt Dr. Fritz Merkle als feste Bezüge einschließlich aller Nebenleistungen wie den Zuschüssen zur Krankenversicherung und Altersversorgung TEUR 65. Zusätzlich wurden die Kosten für
eine bestehende Lebensversicherung in Höhe von TEUR 0,4 übernommen. Darüber hinaus erhielt Fritz Merkle für den Zeitraum vom 01.01.2014 bis zum 31.05.2014, in dem er nicht Vorstandsmitglied der OHB AG war, aber in den Leitungsgremien der Konzerngesellschaften OHB System AG und Kayser-Threde GmbH tätig war, dort Vergütungen entsprechend seiner Altverträge. Christa Fuchs erhält als Vorsitzende des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2014 TEUR 30 (Vorjahr: TEUR 30), Robert Wethmar erhält TEUR 20 (Vorjahr: TEUR 20) und Prof. Heinz Stoewer erhält TEUR 20 (Vorjahr: TEUR 20). Auf variable Vergütungsbestandteile für Aufsichtsratsmitglieder wurde verzichtet. Christa Fuchs erhielt aus ihrer Beratungstätigkeit für Unternehmen der OHB-Gruppe im Berichtsjahr ein Entgelt von TEUR 64 (Vorjahr: TEUR 128).
XIV. ANGABEN NACH § 315 ABS. 4 HGB
Zusammensetzung des Gezeichneten Kapitals (Ziffer 1)
Das Grundkapital betrug am Bilanzstichtag EUR 17.468.096,00, aufgeteilt in 17.468.096 nennwertlose Inhaber-Stammaktien.
Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen (Ziffer 2)
Prof. Dott. Ing. h.c. Manfred Fuchs, Christa Fuchs und Marco R. Fuchs, die gleichzeitig Gesellschafter der VOLPAIA Beteiligungs-GmbH sind, und die VOLPAIA Beteiligungsgesellschaft mbH als Aktionäre der OHB AG haben am 20. Dezember 2001 eine Aktionärsvereinbarung (sogenannter Pooling-Vertrag) geschlossen, die hinsichtlich des bestehenden, wie auch künftigen, gebundenen Aktienbesitzes eine einvernehmliche Ausübung der Stimmrechte beinhaltet. Am 4. Februar 2009 haben die Vertragsparteien des Pooling-Vertrags eine Ergänzungsvereinbarung abgeschlossen. Inhalt dieser Ergänzungsvereinbarung sind Veräußerungsbeschränkungen bezüglich der im Pooling-Vertrag gebundenen Aktien zwischen den Vertragsparteien. Am 10. Juli 2009 haben die Parteien eine Neufassung des Pooling-Vertrags vereinbart. Im Januar 2010 ist Romana Fuchs Mayrhofer diesem Pool beigetreten. Insgesamt werden 69,72% des Grundkapitals in dieser Aktionärsvereinbarung erfasst. Durch den Tod von Prof. Manfred Fuchs im April 2014 ergibt sich keine Änderung der Gesamtzahl der im Pool gebundenen Stimmrechte.
Beteiligungen am Kapital, die 10% der Stimmrechte überschreiten (Ziffer 3)
Zum Bilanzstichtag hielt Marco R. Fuchs 18,23% (3.184.796 Aktien) des gezeichneten Kapitals der OHB AG. Der ehemalige Aktienanteil von Prof. Manfred Fuchs in Höhe von 16,39 % (2.863.064 Aktien) befindet sich derzeit im ungeteiltem Nachlass unter Testamentsvollstreckung. Die VOLPAIA Beteiligungs-GmbH hielt darüber hinaus 21,35% der Anteile. Gemeinsam mit den von Christa Fuchs (8,02%, 1.400.690 Aktien) und
Romana Fuchs Mayrhofer (5,72%, 1.000.000 Aktien)) gehaltenen Anteilen sind dies 69,72% (12.178.720 Aktien), die zum Bilanzstichtag über eine Aktionärsvereinbarung an eine einvernehmliche Ausübung der Stimmrechte gebunden sind.
Gesetzliche Vorschriften und Bestimmungen der Satzung über die Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern und die Änderung der Satzung (Ziffer 6)
Hinsichtlich der Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern wird auf die gesetzlichen Vorschriften der §§ 84, 85 AktG verwiesen. Darüber hinaus bestimmt § 7 Absätze 1 und 2 der Satzung der OHB AG in der Fassung vom 8. Juni 2012, dass der Aufsichtsrat die Vorstandsmitglieder bestellt und deren Zahl bestimmt. Er kann ein Vorstandsmitglied zum Vorsitzenden des Vorstands ernennen. Der Aufsichtsrat hat des Weiteren die Befugnis, Vorstandsmitglieder als Stellvertreter des Vorsitzenden des Vorstands zu bestellen. Die Vorschriften zur Änderung der Satzung sind in den §§ 133, 179 AktG geregelt. Der Aufsichtsrat ist nach § 20 der Satzung der OHB AG auch befugt, Änderungen der Satzung zu beschließen, die nur deren Fassung betreffen.
Befugnisse des Vorstands, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen (Ziffer 7)
Gemäß Hauptversammlungsbeschluss vom 19. Mai 2010 ist der Vorstand ermächtigt, bis zum 18. Mai 2015 bis zu insgesamt 10% des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Die Ermächtigung ist erteilt worden, um Aktien der Gesellschaft zu allen gesetzlich zulässigen Zwecken zu verwenden, insbesondere zu den folgenden:
- • zur Einführung von Aktien der Gesellschaft an ausländischen Börsen,
- • zum Zwecke des Erwerbs von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen,
- • zum Zwecke des Anbietens und der Übertragung von Belegschaftsaktien an Arbeitnehmer der Gesellschaft oder der mit der Gesellschaft im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen.
Die Gesellschaft hielt am Bilanzstichtag 80.496 Aktien im eigenen Bestand. Dies entspricht einem Anteil am Grundkapital von rund 0,46%. Der Vorstand ist gemäß Hauptversammlungsbeschluss vom 19. Mai 2010 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 18. Mai 2015 durch Ausgabe neuer Aktien gegen Bar- oder Sacheinlagen einmal oder mehrmals das Grundkapital insgesamt um bis zu EUR 8.734.048,00 zu erhöhen. Die neuen Aktien können auch an Arbeitnehmer der Gesellschaft ausgegeben werden. Der Vorstand der Gesellschaft wurde darüber hinaus ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen
- • für Spitzenbeträge;
- • für einen Anteil am Genehmigten Kapital in Höhe von bis zu insgesamt EUR 1.746.809,00, sofern die neuen Aktien gegen
Bareinlagen zu einem Ausgabebetrag ausgegeben werden, welcher den Börsenpreis nicht wesentlich unterschreitet;
- • für einen Anteil am Genehmigten Kapital in Höhe von bis zu insgesamt EUR 8.734.048,00, sofern die neuen Aktien
- – als Gegenleistung für den Erwerb von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen oder sonstigen Vermögensgegenständen ausgegeben werden und sofern der Erwerb des Unternehmens oder der Beteiligung im wohlverstandenen Interesse der Gesellschaft liegt;
- – gegen Bareinlagen ausgegeben werden, um die Aktien der Gesellschaft an einer ausländischen Börse einzuführen, an denen die Aktien der Gesellschaft bisher nicht zum Handel zugelassen sind.
Der Vorstand ist ferner ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats den Inhalt der jeweiligen Aktienrechte und die sonstigen Bedingungen der Aktienausgabe festzulegen. Für weitere Details verweisen wir auch auf die entsprechenden Angaben im Anhang zum Konzernabschluss.
XV. ERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG
Die Erklärung zur Unternehmensführung ist auf der Internetseite der OHB AG im März 2015 öffentlich zugänglich gemacht worden. Die Internetadresse lautet:
www.ohb.de > Investor Relations > Corporate Governance > Erklärung zur Unternehmensführung
Corporate Governance Bericht
Im Juni 2002 hat eine von der Bundesregierung eingesetzte Kommission Empfehlungen für Verfahrens- und Verhaltensweisen verabschiedet, die zusammengefasst als "Deutscher Corporate Governance Kodex" bezeichnet werden. Corporate Governance umfasst das gesamte Unternehmensleitungs- und -überwachungssystem und soll die in Deutschland geltenden Regeln für nationale wie internationale Investoren transparent machen, um so das Vertrauen in die Unternehmensführung deutscher Gesellschaften zu stärken. Aufsichtsrat und Vorstand der OHB AG fühlen sich den im Kodex aufgestellten Prinzipien einer guten, auf Wertschöpfung ausgerichteten Unternehmensführung und -kontrolle verpflichtet und begrüßen die Entwicklung zur Corporate Governance in Deutschland.
Aktienbesitz von Vorstand und Aufsichtsrat
Zum Bilanzstichtag hielten Christa Fuchs, Vorsitzende des Aufsichtsrats, 1.400.690 Aktien und Prof. Heinz Stoewer, Mitglied des Aufsichtsrats, 1.000 Aktien. Marco R. Fuchs, Vorsitzender des Vorstands, hielt 3.184.796 Aktien. Die 2.863.064 Aktien, die vormals Prof. Manfred Fuchs hielt, befanden sich zum Bilanzstichtag im bisher ungeteilten Nachlass unter Testamentsvollstreckung. Die Mitglieder des Vorstands Dr. Fritz Merkle und Ulrich Schulz hielten 1.000 bzw. 54 Aktien. Die VOLPAIA Beteiligungs-GmbH hielt am 31. Dezember 2014 3.730.170 Aktien. An dieser waren Christa Fuchs zu 20% und Marco R. Fuchs zu 25% am Stichtag beteiligt. Die Anteile an der VOLPAIA Beteiligungs-GmbH in Höhe von 35%, die vormals von Prof. Manfred Fuchs gehalten worden sind, befanden sich zum Bilanzstichtag im bisher ungeteilten Nachlass unter Testamentsvollstreckung.
Directors Dealings
Im Berichtsjahr sind von Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie nahestehenden juristischen Personen keine Wertpapiergeschäfte vorgenommen worden.
Ziele für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats
Die OHB AG strebt an, die Besetzung des Aufsichtsrats unter Diversity-Gesichtspunkten durchzuführen, und hat hinsichtlich der Besetzung des Gremiums die nachstehenden Zielvorgaben formuliert; die Mitglieder des Aufsichtsrats sollen insgesamt und nicht jedes Mitglied für sich über die folgenden Kompetenzen verfügen:
• Fachwissen in der Luft- und Raumfahrtbranche mit einem Schwerpunkt in der Raumfahrttechnik
- • internationale mehrjährige praktische Erfahrung in Industrie und öffentlichen Organisationen/Agenturen
- • fundierte, langjährige Kenntnisse in den Bereichen Finanzen, Bilanzierung, Rechnungswesen und Verwaltung
Außerdem soll dem Diversity-Gedanken insbesondere mit dem Ziel der Vermeidung einer ausschließlich gleichgeschlechtlichen Besetzung des Aufsichtsrats Rechnung getragen werden. Darüber hinaus wird eine Kombination von Mitgliedern aus dem technischen und kaufmännischen Bereich angestrebt. Die Zahl der unabhängigen Mitglieder des Aufsichtsrats im Sinne von Nummer 5.4.2 des Corporate Governance Kodex soll mindestens eins betragen.
Stand der Zielerreichung
Mit Christa Fuchs, der Gründerin der OHB System AG und langjährigen kaufmännischen Geschäftsführerin als Aufsichtsratsvorsitzende, Prof. Heinz Stoewer als international erfahrenen Raumfahrtexperten und ehemals führenden Manager bei der ESA und Geschäftsführer der Deutschen Raumfahrtagentur und Robert Wethmar als Partner in einer international tätigen Anwaltskanzlei konnte die gewünschte Vielfalt in Hinblick auf Geschlecht, Fachwissen und internationaler Erfahrung in hohem Maße erreicht werden.
Entsprechenserklärung nach § 161 Aktiengesetz zur Beachtung des Deutschen Corporate Governance Kodex bei der OHB AG
Die OHB AG begrüßt den Deutschen Corporate Governance Kodex sowie dessen gesetzliche Verankerung. Vorstand und Aufsichtsrat der OHB AG erklären, dass den Verhaltensempfehlungen der von der Deutschen Bundesregierung eingesetzten Kodex-Kommission zur Unternehmensleitung und -überwachung entsprochen wurde und auch in Zukunft entsprochen werden soll. Diese Entsprechenserklärung bezieht sich im Folgenden auf die Fassung des Corporate Governance Kodex vom 24. Juni 2014. Das Verhalten der OHB AG weicht in wenigen Punkten von den Grundsätzen des Corporate Governance Kodex ab:
Informationen Vergütung Vorstand (4.2.5)
Die OHB AG berichtet bereits jährlich im Vergütungsbericht, der Teil des Lageberichts ist, detailliert über die gezahlte Vorstandsvergütung. Darüber hinausgehende Angaben, wie die unter Punkt 4.2.5 empfohlenen Informationen, halten wir im
Sinne einer an Relevanz orientierten Berichtspolitik für nicht dienlich.
Altersgrenzen im Vorstand (5.1.2)
Aus Sicht der OHB AG soll keine Festlegung der Altersgrenze für Vorstandsmitglieder erfolgen, da dies für den Aufsichtsrat eine Einschränkung bei der Auswahl der Vorstandsmitglieder bedeuten würde.
Bildung von Aufsichtsratsausschüssen (5.3)
Aufgrund der geringen Anzahl der Aufsichtsratsmitglieder (drei) wird von der Bildung von Ausschüssen abgesehen.
Altersgrenzen im Aufsichtsrat (5.4.1)
Der Corporate Governance Kodex empfiehlt die Festlegung von Altersgrenzen für Aufsichtsratsmitglieder. Der Aufsichtsrat wird von den Aktionären der OHB AG gewählt; eine Festlegung der Altersgrenze könnte ein nicht gewolltes Ausschlusskriterium bedeuten.
Vorstand und Aufsichtsrat der OHB AG
Bremen, 17. Dezember 2014
Konzernabschluss
Konzernabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2014 bis zum 31. Dezember 2014
- Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
- Gesamtergebnisrechnung des Konzerns
- Konzernbilanz
- Konzernkapitalflussrechnung
- Konzerneigenkapitalspiegel
- Konzernanhang und Erläuterungen zum Konzernabschluss
- Bestätigungsvermerk
I. Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
| in TEUR | ||||
|---|---|---|---|---|
| siehe Anhang | 2014 | 2013 | ||
| 1. Umsatzerlöse | (1) | 728.147 | 680.121 | |
| 2. Erhöhung/Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen | (2) | 11.707 | –4.085 | |
| 3. Andere aktivierte Eigenleistungen | 14.732 | 12.990 | ||
| 4. Sonstige betriebliche Erträge | (3) | 18.368 | 11.037 | |
| 5. Gesamtleistung | 772.954 | 700.063 | ||
| 6. Materialaufwand | (4) | 497.265 | 422.629 | |
| 7. Personalaufwand | (5) | 176.322 | 182.185 | |
| 8. Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte des Anlagevermögens und Sachanlagen |
(6) | 13.016 | 16.450 | |
| 9. Sonstige betriebliche Aufwendungen | 45.951 | 42.446 | ||
| 10. Betriebsergebnis (EBIT) | 40.400 | 36.353 | ||
| 11. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | (7) | 1.601 | 1.258 | |
| 12. Sonstige Finanzaufwendungen | (7) | 7.824 | 7.209 | |
| 13. Währungsgewinne /-verluste | –210 | 32 | ||
| 14. Ergebnis aus At-Equity bewerteten Beteiligungen | (7) | 0 | –576 | |
| 15. Erträge aus Beteiligungen | (7) | –93 | –130 | |
| 16. Finanzergebnis | –6.526 | –6.625 | ||
| 17. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit | 33.874 | 29.728 | ||
| 18. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | (8) | 4.706 | 9.660 | |
| 19. Konzernjahresüberschuss | 29.168 | 20.068 | ||
| 20. Anteile anderer Gesellschafter am Jahresergebnis | (9) | –3.455 | –632 | |
| 21. Konzernjahresüberschuss nach Fremdanteilen | 25.713 | 19.436 | ||
| 22. Konzerngewinnvortrag | 87.484 | 75.558 | ||
| 23. Konzerngewinn | 113.197 | 94.994 | ||
| 24. Anzahl der Aktien (in Stück) | 17.387.600 | 17.387.600 | ||
| 25. Ergebnis je Aktie (unverwässert in EUR) | 1,48 | 1,12 | ||
| 26. Ergebnis je Aktie (verwässert in EUR) | 1,48 | 1,12 | ||
II. Gesamtergebnisrechnung des Konzerns
| in TEUR | |||
|---|---|---|---|
| siehe Anhang | 2014 | 2013 | |
| Konzernjahresüberschuss | 29.168 | 20.068 | |
| Differenzen aus der Währungsumrechnung | (21) | –130 | –100 |
| Erfolgsneutrale Bewertung finanzieller Vermögenswerte | (21) | 1.732 | 3.582 |
| Cashflow Hedges | (21) | ||
| Recycling | 0 | 0 | |
| Während des Geschäftsjahres erfasste Erträge/Aufwendungen | –45 | –37 | |
| Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste (nicht recyclebar) | –7.625 | –1.526 | |
| Sonstiges Ergebnis nach Steuern | –6.068 | 1.919 | |
| Gesamtergebnis | 23.100 | 21.987 | |
| Davon entfallen auf | |||
| Anteilseigner der OHB AG | 21.676 | 20.633 | |
| andere Gesellschafter | 1.424 | 1.354 | |
III. Konzernbilanz
Aktiva in TEUR
| siehe Anhang | |
|---|---|
| Geschäfts- oder Firmenwert | (10) |
| Übrige immaterielle Vermögenswerte | (10) |
| Sachanlagen | (11) |
| At-Equity-Beteiligungen | (12) |
| Übrige Finanzanlagen | (13) |
| Anlagevermögen | |
| Sonstige langfristige Forderungen und Vermögenswerte | (14) |
| Wertpapiere | (16) |
| Latente Steuern | |
| Übrige langfristige Vermögenswerte | |
| Anlagevermögen /langfristige Vermögenswerte | |
| Vorräte | (15) |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | (14) |
| Übrige Steuerforderungen | (14) |
| Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte | (14) |
| Wertpapiere | (16) |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | (17) |
| Kurzfristige Vermögenswerte | |
| Bilanzsumme |
| 31.12.2014 | 31.12.2013 |
|---|---|
| 7.687 | 7.687 |
| 48.278 | 42.174 |
| 54.270 | 70.282 |
| 0 | 683 |
| 23.539 | 22.591 |
| 133.774 | 143.417 |
| 1.611 | 2.277 |
| 1.665 | 1.631 |
| 14.758 | 10.398 |
| 18.034 | 14.306 |
| 151.808 | 157.723 |
| 76.354 | 83.048 |
| 331.823 | 269.355 |
| 1.968 | 1.201 |
| 25.336 | 16.800 |
| 2.846 | 3.021 |
| 50.478 | 54.259 |
| 488.805 | 427.684 |
| 640.613 | 585.407 |
Passiva in TEUR
| siehe Anhang | |
|---|---|
| Gezeichnetes Kapital | (18) |
| Kapitalrücklage | (19) |
| Gewinnrücklage | (20) |
| Eigenkapital aus nicht realisierten Gewinnen/Verlusten | (21) |
| Eigene Anteile | (22) |
| Konzerngewinn | |
| Eigenkapital ohne A nteile anderer Gesellschafter |
|
| Anteile anderer Gesellschafter | (23) |
| Eigenkapital | |
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | (24) |
| Langfristige sonstige Rückstellungen | (25) |
| Langfristige Finanzverbindlichkeiten | (26) |
| Langfristige erhaltene Anzahlungen | (27) |
| Latente Steuerverbindlichkeiten | |
| Langfristige Schulden | |
| Kurzfristige Rückstellungen | (25) |
| Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten | (28) |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | (29) |
| Kurzfristige erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen | (30) |
| Steuerverbindlichkeiten | |
| Kurzfristige sonstige Verbindlichkeiten | (31) |
| Kurzfristige Schulden und Rückstellungen | |
| Bilanzsumme |
| 31.12.2014 | 31.12.2013 |
|---|---|
| 17.468 | 17.468 |
| 14.923 | 14.923 |
| 521 | 521 |
| –6.876 | –3.593 |
| –781 | –781 |
| 113.197 | 94.994 |
| 138.452 | 123.532 |
| 8.747 | 9.173 |
| 147.199 | 132.705 |
| 96.974 | 96.290 |
| 2.757 | 3.269 |
| 5.012 | 12.898 |
| 395 | 3.038 |
| 19.410 | 18.114 |
| 124.548 | 133.609 |
| 24.627 | 29.764 |
| 113.784 | 67.965 |
| 83.967 | 80.950 |
| 131.128 | 119.123 |
| 3.909 | 6.797 |
| 11.451 | 14.494 |
| 368.866 | 319.093 |
| 640.613 | 585.407 |
IV. Konzernkapitalflussrechnung
| in TEUR | |||
|---|---|---|---|
| 2014 | 2013 | ||
| Betriebliches EBIT | 40.400 | 36.353 | |
| Gezahlte Ertragsteuern | –9.188 | –6.194 | |
| Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen (+)/Erträge (–) | –3.804 | 0 | |
| Abschreibungen auf das immaterielle und Sachanlagevermögen | 13.016 | 16.450 | |
| Veränderungen Pensionsrückstellung* | –4.018 | –2.848 | |
| Brutto-Cashflow | 36.406 | 43.761 | |
| Zunahme (–) aktivierte Eigenleistungen | –13.944 | –11.458 | |
| Zunahme (–)/Abnahme (+) der Vorräte | –17.642 | –641 | |
| Zunahme (–)/Abnahme (+) der Forderungen und sonstigen Vermögenswerte einschl. Rechnungsabgrenzungsposten |
–80.968 | –68.933 | |
| Zunahme (+)/Abnahme (–) der Verbindlichkeiten und kurzfristigen Rückstellungen | 33.467 | –3.228 | |
| Zunahme (+)/Abnahme (–) der erhaltenen Anzahlungen | 14.466 | 11.778 | |
| Gewinn (–)/Verlust (+) aus dem Abgang von Vermögenswerten | –6.805 | –5.390 | |
| Mittelzufluss/-abfluss aus laufender Geschäftstätigkeit | –35.020 | –34.111 | |
| Auszahlungen für Investitionen in das Anlagevermögen | –11.104 | –12.174 | |
| Einzahlungen aus Abgängen von Vermögenswerten | 918 | 7.802 | |
| Nettoabfluss aus Kontrollverlust | –4.701 | 0 | |
| Einzahlungen aus Abgängen von Finanzanlagen | 7.550 | 0 | |
| Zins- und sonstige Finanzeinzahlungen | 1.472 | 1.178 | |
| Mittelzufluss/-abfluss aus der Investitionstätigkeit | –5.865 | –3.194 | |
| Dividendenausschüttung | –6.433 | –6.433 | |
| Einzahlungen/Auszahlungen sonstige Finanzinvestitionen | 192 | 0 | |
| Auszahlungen aus der Tilgung von Finanzkrediten | –32.857 | –45.087 | |
| Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzkrediten | 83.196 | 60.678 | |
| Beteiligung Konzernfremde | –2.173 | –36 | |
| Zins- und sonstige Finanzausgaben* | –4.501 | –3.732 | |
| Mittelzufluss/-abfluss aus der Finanzierungstätigkeit | 37.424 | 5.390 | |
| Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelbestands | 1.240 | –31.915 | |
| Wechselkursbedingte Veränderungen des Finanzmittelbestands | –320 | –62 | |
| Finanzmittelbestand am Anfang der Periode | 54.259 | 86.236 | |
| Finanzmittelbestand am Ende der Periode | 50.478 | 54.259 |
Finanzmittelbestand inkl. Wertpapiere und kurzfristige Finanzinvestitionen
| 1. Januar | 58.911 | 95.415 |
|---|---|---|
| Veränderungen des Finanzmittelbestands inkl. Wertpapiere und kurzfristige Finanzinvestitionen | –3.922 | –36.504 |
| 31. D ezember |
54.989 | 58.911 |
* inklusive Umgliederungen 2013 in Höhe von TEUR 3.608
Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung auf Seite 90
V. Konzerneigenkapitalspiegel
| in TEUR | Gezeich netes Kapital |
Kapital rücklage |
Gewinn rücklage |
Eigenkapital aus nicht realisierten Gewinnen/ Verlusten |
Konzern gewinn |
Eigene Aktien |
Eigenkapital ohne Anteile andererGe sellschafter |
Anteile anderer Ge sellschafter |
Eigen - kapital Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| siehe Anhang | (18) | (19) | (20) | (21) | (22) | (23) | |||
| Stand am 31.12.2012 | 17.468 | 15.094 | 521 | –6.260 | 81.991 | –781 | 108.033 | 9.299 | 117.332 |
| Dividendenzahlung (0,37 Euro/Aktie) |
0 | 0 | 0 | 0 | –6.433 | 0 | –6.433 | 0 | –6.433 |
| Konzerngesamtergebnis | 0 | 0 | 0 | 2.667 | 19.436 | 0 | 22.103 | –90 | 22.013 |
| Übrige Veränderungen | 0 | –171 | 0 | 0 | 0 | 0 | –171 | –36 | –207 |
| Stand am 31.12.2013 | 17.468 | 14.923 | 521 | –3.593 | 94.994 | –781 | 123.532 | 9.173 | 132.705 |
| Dividendenzahlung (0,37 Euro/Aktie) |
0 | 0 | 0 | 0 | –6.433 | 0 | –6.433 | 0 | –6.433 |
| Konzerngesamtergebnis | 0 | 0 | 0 | –4.360 | 25.713 | 0 | 21.353 | 1.748 | 23.101 |
| Übrige Veränderungen | 0 | 0 | 0 | 1.077 | –1.077 | 0 | 0 | –2.174 | –2.174 |
| Stand am 31.12.2014 | 17.468 | 14.923 | 521 | –6.876 | 113.197 | –781 | 138.452 | 8.747 | 147.199 |
VI. Konzernanhang und Erläuterungen zum Konzernabschluss
Allgemeine Grundsätze
Sitz der Gesellschaft ist die Karl-Ferdinand-Braun-Straße 8 in 28359 Bremen, Deutschland. Die OHB AG übt die Funktion einer aktiven Holdinggesellschaft aus, die die Tochtergesellschaften innerhalb des OHB-Konzerns steuert. Der OHB-Konzern befasst sich vor allem mit der Herstellung und dem Vertrieb von Produkten und Projekten, der Erbringung von Dienstleistungen auf dem Gebiet der Hochtechnologie, insbesondere in den Bereichen Luft- und Raumfahrttechnik, Telematik sowie Satellitendienste.
Grundlagen und Methoden
Die OHB AG ist nach der Verordnung (EG) 1606/2002 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 19. Juli 2002 verpflichtet, einen Konzernabschluss nach internationalen Rechnungslegungsgrundsätzen (IFRS/IAS) aufzustellen. Der Konzernabschluss ist nach den Vorschriften der am Abschlussstichtag in der EU anzuwendenden International Financial Reporting Standards (IFRS/IAS) sowie unter Berücksichtigung der Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC/SIC) und den ergänzenden Vorschriften des § 315 a HGB erstellt. Der Konzernabschluss wurde unter der Prämisse des Going-Concern-Prinzips aufgestellt. Der Konzern steuert sein Kapital mit dem Ziel, sicherzustellen, dass alle Konzernunternehmen unter der Unternehmensfortführungsprämisse operieren können, und zugleich die Erträge der Unternehmensbeteiligten durch Optimierung des Verhältnisses von Eigen- zu Fremdkapital zu maximieren. Das gemanagte Kapital beschränkt sich auf das Eigenkapital laut Konzernbilanz in Höhe von EUR 147 Mio. (Vorjahr: EUR 133 Mio.). Die Gesamtstrategie des Konzerns ist gegenüber 2013 unverändert. Die derzeit nicht gefährdeten extern auferlegten Kapitalanforderungen werden darüber berücksichtigt.
Neben der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung sowie der Konzernbilanz werden die Konzernkapitalflussrechnung und der Konzerneigenkapitalspiegel gezeigt. Im Anhang erfolgt gemäß § 285 Nr. 16 HGB die Erklärung, dass die nach § 161 Aktiengesetz (AktG) erforderlichen Angaben gemacht wurden. Für die Gewinn- und Verlustrechnung ist das Gesamtkostenverfahren verwendet worden.
Die Berichtswährung ist Euro. Alle Beträge werden in Tausend Euro (TEUR) angegeben, soweit nichts anderes vermerkt ist. Wir weisen darauf hin, dass bei der Verwendung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben aufgrund kaufmännischer Rundung Differenzen auftreten können.
Konsolidierungsmethoden
Die Kapitalkonsolidierung wird nach der Erwerbsmethode ("Purchase Method") durchgeführt. Alle wesentlichen Tochterunternehmen, die unter der rechtlichen oder faktischen Kontrolle der OHB AG stehen, sind in den Konzernabschluss mit einbezogen.
Verbleibende positive Unterschiedsbeträge zwischen den Anschaffungskosten der Beteiligungen und dem zu Zeitwerten bewerteten Reinvermögen werden nach IFRS 3.32 als Firmenwert aktiviert und ggf. auftretende negative Unterschiedsbeträge werden erfolgswirksam vereinnahmt. Es wurde die Full-Goodwill-Methode angewendet.
Umsatz, Aufwendungen und Erträge sowie Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den einbezogenen Gesellschaften werden verrechnet, ggf. angefallene Zwischengewinne werden eliminiert. Bei Unternehmen, die nach der At-Equity-Methode konsolidiert werden, erfolgt eine Fortschreibung des Beteiligungsansatzes um anteilsmäßig zurechenbare Ergebnisse.
Akquisitionen
In dem Berichtszeitraum wurden keine Akquisitionen durchgeführt.
Konsolidierungskreis
Der Konzernabschluss der OHB AG umfasst in voll konsolidierter Form die OHB AG und acht inländische sowie fünf ausländische Tochtergesellschaften und At-Equity eine weitere inländische Beteiligung. Die Tabelle "Konsolidierungskreis" zeigt die Tochtergesellschaften und Beteiligungen mit der Beteiligungsquote. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Konsolidierungskreis verändert. Die Kayser-Threde GmbH, die STS Systemtechnik Schwerin GmbH und die Timtec Teldatrans GmbH wurden auf die OHB System AG verschmolzen. In diesem Zusammenhang wurde die KT Beteiligungs GmbH & Co. KG aufgelöst, die Vermögenswerte sind an die OHB AG übergegangen. Die Reduzierung des Beteiligungsverhältnisses an der Aerotech Peissenberg GmbH & Co. KG infolge einer Kapitalerhöhung durch andere Gesellschafter führte im Mai 2014 zum Wegfall der Vollkonsolidierung. Diese Gesellschaft wird nunmehr At-Equity ausgewiesen im Segment "Aerospace + Industrial Products". Zum Zeitpunkt der Entkonsolidierung wies die Aerotech Peissenberg GmbH & Co. KG ein langfristig gebundenes Vermögen in Höhe von TEUR 22.596 (31.12.2013: TEUR 23.205) aus, das Umlaufvermögen betrug TEUR 39.750 (31.12.2013:
TEUR 41.266), die Verbindlichkeiten TEUR 48.819 (31.12.2013: TEUR 56.726) und die Rückstellungen TEUR 15.312 (31.12.2013: TEUR 13.416). Die bislang At-Equity ausgewiesene 34%ige Beteiligung an der ELTA S.A. im Dezember 2014 wurde veräußert.
Darüber hinaus bestanden Beteiligungen an weiteren Gesellschaften (siehe Tabelle "Weitere Beteiligungen und Finanzanlagen", Seite 74). Aufgrund des Wesentlichkeitsprinzips im Rahmenkonzept der IFRS/IAS sind die in der Tabelle aufgeführten prinzipiell konsolidierungspflichtigen (Anteilsbesitz OHB-Konzern › 20%) Gesellschaften nicht in den Konsolidierungskreis aufgenommen worden. Bei diesen Gesellschaften werden die aktuellen Kennzahlen Umsatz und EBIT kumuliert als nicht wesentliche Beiträge zum Konzernergebnis erachtet. Tochtergesellschaften mit ruhender oder geringer Geschäftstätigkeit, die für die Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie den Cashflow des OHB-Konzerns nur von untergeordneter Bedeutung sind, werden nicht konsolidiert. Die in den Tabellen "Konsolidierungskreis" und "Weitere Beteiligungen und Finanzanlagen" angegebenen Beteiligungsquoten entsprechen den jeweiligen Stimmrechten.
Der Konzernabschluss der OHB AG umfasst in voll konsolidierter Form folgende Gesellschaften: siehe Tabelle "Konsolidierungskreis".
Währungsumrechnungen
Debitorische Rechnungsstellungen erfolgen zum überwiegenden Teil in Euro. Eingangs- und Ausgangsrechnungen in fremder Währung wurden jeweils zum Stichtagskurs umgerechnet und eingebucht. Bankkonten in Fremdwährung wurden zum
Konsolidierungskreis
| Name der Gesellschaft | Beteiligungsquote in% | Konsolidierung |
|---|---|---|
| OHB System AG, Bremen (D) | 100,0 | voll konsolidiert |
| ORBCOMM Deutschland Satellitenkommunikation AG, Bremen (D) ¹ | 100,0 | voll konsolidiert |
| CGS S.p.A., Mailand (I) | 100,0 | voll konsolidiert |
| OHB Sweden AB, Stockholm (S) | 100,0 | voll konsolidiert |
| Antwerp Space N.V., Antwerpen (B) | 100,0 | voll konsolidiert |
| LuxSpace Sàrl, Betzdorf (L) | 100,0 | voll konsolidiert |
| MT Aerospace Holding GmbH, Bremen (D) | 70,0 | voll konsolidiert |
| MT Aerospace AG, Augsburg (D) ² | 100,0 | voll konsolidiert |
| MT Aerospace Grundstücks GmbH & Co. KG, München (D) ³ | 100,0 | voll konsolidiert |
| MT Mechatronics GmbH, Mainz (D) ³ | 100,0 | voll konsolidiert |
| MT Aerospace Guyane S.A.S., Kourou (GUF) ³ | 100,0 | voll konsolidiert |
| Aerotech Peissenberg GmbH & Co. KG, Peissenberg (D) ² | 43,3 | At Equity |
| OHB Teledata GmbH, Bremen (D) | 100,0 | voll konsolidiert |
| megatel Informations- und Kommunikationssysteme GmbH, Bremen (D) | 74,9 | voll konsolidiert |
¹ gehalten von der OHB System AG
² gehalten von der MT Aerospace Holding GmbH
³ gehalten von der MT Aerospace AG
Kurs am Bilanzstichtag bewertet. Der Jahresabschluss der selbstständigen ausländischen Tochtergesellschaft OHB Sweden AB wurde in der einheimischen Währung (SEK) erstellt und nach dem Konzept der funktionalen Währung gemäß IAS 21 umgerechnet. Der sich aus der Umrechnung des Eigenkapitals ergebende Währungsunterschied wird in dem Posten "Eigenkapital aus nicht realisierten Gewinnen/Verlusten" erfasst.
Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze
Das International Accounting Standards Board (IASB) und das IFRIC haben die folgenden Standards und Interpretationen geändert, die für das Geschäftsjahr 2014 verpflichtend anzuwenden sind:
> IFRS 10 Konzernabschlüsse – IFRS 10 ersetzt die Konsolidierungsvorschriften des IAS 27. IAS 27 entfällt jedoch nicht ersatzlos. Sein Anwendungsbereich ist aber zukünftig auf die Bilanzierung von Tochterunternehmen, assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen im Einzelabschluss des Investors beschränkt. IFRS 10 enthält nunmehr die bisher allgemein in IAS 27 und für Zweckgesellschaften in SIC 12 geregelten Aspekte der Vollkonsolidierung. IFRS 10 enthält zudem ein einheitliches Konsolidierungskonzept. Ein Mutter-Tochter-Verhältnis wird anhand der Entscheidungskriterien Entscheidungsgewalt (power) und Ergebnisvariabilität (variability in returns) und deren Verhältnis zueinander bestimmt (link between). Aus der Anwendung
haben sich keine Änderungen für den Konzernababschluss ergeben.
- > IFRS 11 Gemeinsame Vereinbarungen IFRS 11 regelt die Bilanzierung von Sachverhalten, in denen ein Unternehmen gemeinschaftliche Führung über ein Gemeinschaftsunternehmen oder eine gemeinschaftliche Tätigkeit ausübt. IFRS 11 ersetzt IAS 31 und SIC 13. Durch die geänderten Definitionen gibt es nur noch zwei Arten gemeinsamer Vereinbarungen: gemeinschaftliche Tätigkeiten und Gemeinschaftsunternehmen. Die Klassifizierung als gemeinschaftlich geführte Vermögenswerte (IAS 31) ging in gemeinschaftliche Tätigkeiten über. Das bisherige Wahlrecht der Quotenkonsolidierung nach IAS 31 bei gemeinschaftlich geführten Unternehmen wurde abgeschafft. Stattdessen ist die Anwendung der Equity-Methode für als Gemeinschaftsunternehmen (joint ventures) klassifizierte gemeinsame Vereinbarungen im Konzernabschluss verpflichtend. Daneben werden gemeinschaftliche Tätigkeiten (joint operations) wie bisher anteilig im Einzel- und Konzernabschluss des übergeordneten Unternehmens bilanziert. Die Regelungen sind für den OHB-Konzern nicht relevant.
- > IFRS 12 Angaben zu Anteilen an Unternehmen IFRS 12 ersetzt die bisherigen Vorschriften zu Anhangangaben in IAS 27, IAS 28, IAS 31 und SIC 12. Der Standard regelt damit einheitlich die Angabepflichten für alle Arten von Beteiligungen an anderen Unternehmen. Unternehmen müssen Angaben
in EU-Recht übernommene IFRS
Jährliche Verbesserungen der IFRS – Zyklus 2011–2013 IFRIC 21 – Abgaben
| noch nicht in EU-Recht übernommene IFRS |
|---|
| IFRS 9 Financial Instruments |
| IFRS 14 Regulatory Deferral Accounts |
| IFRS 15 Revenue from Contracts with Customers |
| Investment Entities: Applying the Consolidation Exception (Amendments to IFRS 10, IFRS 12 and IAS 28) |
| Disclosure Initiative (Amendments to IAS 1) |
| Sale or Contribution of Assets between an Investor and its Associate or Joint Venture (Amendments to IFRS 10 and IAS 28) |
| Equity Method in Separate Financial Statements (Amendments to IAS 27) |
| Bearer Plants (Amendments to IAS 16 and IAS 41) |
| Clarification of Acceptable Methods of Depreciation and Amortisation (Amendments to IAS 16 and IAS 38) |
| Accounting for Acquisitions of Interests in Joint Operations (Amendments to IFRS 11) |
| Defined Benefit Plans: Employee Contributions (Amendments to IAS 19) |
| Annual Improvements to IFRSs 2010-2012 Cycle |
| Annual Improvements to IFRSs 2012-2014 Cycle |
| Anwendungszeitpunkt (EU) |
|---|
| Verpflichtend anzuwenden auf Geschäftsjahre, die nach dem 1. Juli 2014 beginnen |
| Verpflichtend anzuwenden auf Geschäftsjahre, die nach dem 17. Juni 2014 beginnen |
| Anwendungszeitpunkt |
| 1. Januar 2018 |
| 1. Januar 2016 |
| 1. Januar 2017 |
| 1. Januar 2016 |
| 1. Januar 2016 |
| 1. Januar 2016 |
| 1. Januar 2016 |
| 1. Januar 2016 |
| 1. Januar 2016 |
| 1. Januar 2016 |
| 1. Juli 2014 |
| 1. Juli 2014 |
| 1. Januar 2016 |
machen, die es dem Abschlussadressaten ermöglichen, die Art, Risiken und finanziellen Auswirkungen zu beurteilen, die mit dem Engagement des Unternehmens bei Tochterunternehmen, assoziierten Unternehmen, gemeinsamen Vereinbarungen und nicht konsolidierten strukturierten Unternehmen verbunden sind. Die Angaben im Konzernabschluss wurden entsprechend vervollständigt.
- > IAS 27 Einzelabschlüsse Infolge der neuen Standards zum Konsolidierungspaket (IFRS 10, IFRS 11) wurde IAS 27 geändert. IAS 27 enthält infolge der Veröffentlichung des neuen IFRS 10 nur noch Leitlinien zur Bilanzierung und zu Anhang-0angaben von Tochtergesellschaften, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen im IFRS-Einzelabschluss. Aus der Anwendung haben sich keine Änderungen für den Konzernababschluss ergeben.
- > IAS 28 Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen – Die Änderungen sind auf eine Folgeänderung des IAS 36 im Zuge der Veröffentlichung von IFRS 13 zurückzuführen. Mit der Einführung von IFRS 13 wurden Angabevorschriften in IAS 36 teils zu weit gefasst. So wäre u.a. der erzielbare Betrag einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit mit Geschäfts- oder Firmenwert oder der immateriellen Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer anzugeben gewesen, unabhängig davon, ob eine Wertminderung erfasst wurde. Die Änderungen sehen eine entsprechende Angabepflicht des erzielbaren Betrags hingegen nur dann vor, wenn in dem Geschäftsjahr auch tatsächlich eine Wertminderung erfasst wurde. Die Regelungen sind für den OHB-Konzern nicht relevant.
- > Angaben zum erzielbaren Betrag bei nicht-finanziellen Vermögenswerten (Änderungen an IAS 36) – Die Änderungen sind auf eine Folgeänderung des IAS 36 im Zuge der Veröffentlichung von IFRS 13 zurückzuführen. Mit der Einführung von IFRS 13 wurden Angabevorschriften in IAS 36 teils zu weit gefasst. So wäre u.a. der erzielbare Betrag einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit mit Geschäfts- oder Firmenwert oder der immateriellen Vermögenswerten mit unbegrenzter Nutzungsdauer anzugeben gewesen, unabhängig davon, ob eine Wertminderung erfasst wurde. Die Änderungen sehen eine entsprechende Angabepflicht des erzielbaren Betrags hingegen nur dann vor, wenn in dem Geschäftsjahr auch tatsächlich eine Wertminderung erfasst wurde. Zudem beinhalten die Änderungen Klarstellungen und Erweiterungen zu Angabepflichten von wertgeminderten Vermögenswerten, deren erzielbarer Betrag auf der Grundlage ihres beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten bestimmt wurde. Aus der Anwendung haben sich keine Änderungen für den Konzernabschluss ergeben.
- > Novation von Derivaten und Fortsetzung der Bilanzierung von Sicherungsgeschäften (Änderungen an IAS 39) – Ziel der Änderungen ist, Auswirkungen auf die Sicherungsbilanzierung bei Ausbuchung von Derivaten zu vermeiden, die aufgrund der Novation notwendig werden. Infolge der
Änderungen an IAS 39 bleiben Derivate trotz einer Novation weiterhin als Sicherungsinstrumente in fortbestehenden Sicherungsbeziehungen designiert, wenn bestimmte Voraussetzungen kumulativ erfüllt sind. Aus der Anwendung haben sich keine Änderungen für den Konzernababschluss ergeben.
- > Konzernabschlüsse, Gemeinsame Vereinbarungen und Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen: Übergangsleitlinien (Änderung an IFRS 10, IFRS 11 und IFRS 12) – Die Änderungen dienen der Klarstellung zur Erstanwendung von IFRS 10 und beinhalten zusätzliche Erleichterungen in allen Standards des Konsolidierungspakets. Darüber hinaus wird die wegen der retrospektiven Anwendung gebotene Anpassung der Vergleichszahlen auch bei Berichterstattung von mehr als einer Vergleichsperiode nur für die (unmittelbar vorausgehende) Vorperiode verlangt. Die Regelungen sind für den OHB-Konzern nicht relevant.
- > Investmentgesellschaften (Änderungen an IFRS 10, IFRS 12 und IAS 27) – Die Änderungen an IFRS 10, IFRS 12 und IAS 27 dienen der Definition einer Investmentgesellschaft. Darüber hinaus wird von einem Mutterunternehmen, welches eine Investmentgesellschaft ist, verlangt, dessen Beteiligungen an einzelne Tochtergesellschaften erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert im Konzern- und Einzelabschluss zu bewerten. Die Regelungen sind für den OHB-Konzern nicht relevant.
- > Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und Schulden (Änderungen an IAS 32) – Die Änderung der Anwendungsrichtlinie des IAS 32 beinhaltet die Klarstellung einiger Vorschriften zur Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten in der Bilanz. Die Regelungen sind für den OHB-Konzern nicht relevant.
Das IASB hat die in der Tabelle auf Seite 72 aufgeführten Standards, Interpretationen und Änderungen zu bestehenden Standards herausgegeben, deren Anwendung jedoch noch nicht verpflichtend ist bzw. erst in späteren Berichtsperioden verpflichtend ist und die von der OHB AG auch nicht vorzeitig angewandt werden. Die Anwendungen der genannten Vorschriften werden nach jetziger Einschätzung keinen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse haben. Der Vorstand der OHB AG hat beschlossen, dass eine erstmalige Anwendung der vorgenannten Standards jeweils in den Geschäftsjahren erfolgt, in denen die geänderten und neuen Standards verpflichtend anzuwenden sind.
Änderungen von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden haben sich gegenüber dem Vorjahr nicht verändert.
Umsatzrealisierung
Umsatzerlöse und sonstige betriebliche Erträge zählen im Bereich der Serienfertigung ab Erbringung der Leistung bzw. mit Übergang der Gefahren auf den Kunden als realisiert. Im Bereich langfristige Auftragsfertigung wird nach IAS 11 die Percentageof-Completion-Methode unter Einrechnung angemessener Sicherheitsabschläge ("true and fair view") für künftige unerwartete Risiken angewendet, soweit Teilgewinne hinreichend genau auf Basis des Fertigstellungsgrades ermittelt werden konnten. Hierbei wird der Fertigstellungsgrad anhand der bis zum Bilanzstichtag aufgelaufenen Auftragskosten im Verhältnis zu den geplanten gesamten Auftragskosten ermittelt. Die Auftragserlöse ergeben sich aus der Multiplikation des ermittelten Fertigstellungsgrades mit den vertraglich vereinbarten Erlösen einschließlich nachträglicher vertraglicher Ergänzungen. Die zum Bilanzstichtag in Arbeit befindlichen langfristigen Projekte (verbleibende Projektlaufzeit von ein bis acht Jahren) wurden, sofern ein Teilgewinn mit hinreichender Sicherheit nicht geschätzt werden konnte, zu Herstellungskosten zzgl. erstattungsfähiger Verwaltungsgemeinkosten als Umsatz erfasst. Teilgewinne wurden bei den übrigen Projekten in Anlehnung an die im Schrifttum entwickelten Grundsätze realisiert.
Aktivierte Eigenleistungen und Zuwendungen
Entwicklungsausgaben sind nach IAS 38.57 zu aktivieren, wenn ein neu entwickeltes Produkt oder Verfahren eindeutig abgegrenzt werden kann, technisch realisierbar ist und entweder die eigene Nutzung oder die Vermarktung vorgesehen ist. Weiterhin setzt die Aktivierungsfähigkeit voraus, dass die Entwicklungsausgaben mit hinreichender Wahrscheinlichkeit durch künftige Finanzmittelzuflüsse gedeckt werden. Die Bewertung erfolgt auf Basis der angefallenen Herstellungskosten, im Wesentlichen Entwicklungsstunden bewertet mit dem jeweiligen Stundensatz. Im Geschäftsjahr sind Forschungs- und Entwicklungskosten in Höhe von TEUR 2.168 (Vorjahr: TEUR 7.380) als Aufwand erfasst worden, da die Kriterien nach IAS 38.57 nicht erfüllt wurden. Von insgesamt EUR 20,1 Mio. (Vorjahr: EUR 22,1 Mio.) Entwicklungskosten wurden insgesamt EUR 13.9 Mio. (Vorjahr: EUR 10,8 Mio.) aktiviert und EUR 4,0 Mio. (Vorjahr: EUR 3,9 Mio.) im Rahmen von Zuwendungen vereinnahmt. Im Geschäftsjahr wurde bei einer Konzerngesellschaft die voraussichtliche Nutzungsdauer von Elementen des selbsterstellten immateriellen Anlagevermögens neu geschätzt, daraus ergab sich durch Verlängerung der Nutzungsdauer ein positiver Ergebniseffekt von TEUR 981. Die Erlöse aus Zuwendungen für Entwicklungsleistungen werden bezogen auf den Zeitpunkt der Entstehung der Kosten erfasst. Bei den Erlösen aus Zuwendungen erfolgt keine Saldierung mit den Aufwendungen (Bruttoausweis). Gegenwärtig sind keine Anzeichen festzustellen, dass Bedingungen von Zuwendungsgebern nicht erfüllt werden können.
Weitere Beteiligungen und Finanzanlagen
| Name der Gesellschaft | Beteiligungs quote in% |
Beteiligungs ansatz TEUR |
Eigenkapital TEUR |
Jahresüber schuss/ -fehlbetrag TEUR |
letztes Geschäfts jahr, für das ein A bschluss vorliegt |
|---|---|---|---|---|---|
| RST Radar Systemtechnik GmbH, Salem (D)* | 24,0 | 190 | 1.018 | 49 | 2013 |
| OHB France S.A., Paris (F)* | 100,0 | 37 | n/a | n/a | n/a |
| OHB-ElectroOPtics GmbH, Bremen (D)* | 50,0 | 13 | 10 | –1 | 2013 |
| beos GmbH, Bremen (D) | 12,0 | 60 | 399 | 14 | 2012 |
| ATB GmbH, Bremen (D) | 5,0 | 26 | 503 | 27 | 2013 |
| OHB Marine Technologies GmbH, Bremen (D)* | 100,0 | 25 | 603 | –1 | 2013 |
| COSMOS International Satellitenstart GmbH, Bremen (D)* | 49,9 | 13 | 205 | 7.181 | 2013 |
| Cosmos Space Systems AG, Bremen (D)* | 66,6 | 40 | 59 | 2 | 2013 |
| Telemondo International GmbH, Bremen (D)* | 100,0 | 26 | 13 | 0 | 2013 |
| KT Verwaltungsgesellschaft mbH, Bremen (D)* | 100,0 | 25 | 23 | 0 | 2013 |
| Antares S.c.a.r.l., San Giorgio Del Sannio (I)* | 24,0 | 58 | 190 | 0 | 2013 |
| Arianespace Participation, Evry (F) | 8,3 | 8.328 | n/a | n/a | n/a |
| MT Dezentrale Energiesysteme GmbH, München (D)* | 100,0 | 1.022 | 1.023 | 0 | 2014 |
| MT Mecatronica Limitada, Santiago de Chile (RCH)* | 99,9 | 530 | –172 | –185 | 2014 |
| MT Mecatronica s.r.l., Cagliari (I)* | 100,0 | 10 | 8 | –2 | 2014 |
| MT Management Service GmbH, Augsburg (D)* | 100,0 | 26 | n/a | n/a | n/a |
| ORBCOMM Inc., Rochelle Park, NJ (USA) | 4,7 | 12.008 | 158.904 | 3.735 | 2013 |
* unter Materiality-Gesichtspunkten nicht im Geschäftsjahr konsolidiert
Finanzergebnis
Das Finanzergebnis enthält die Ergebnisse aus At-Equity-Beteiligungen und übrigen Beteiligungen einschließlich der Gewinne aus der Veräußerung von Finanzanlagen, Ab- und Zuschreibungen auf Finanzanlagen, den sonstigen Finanzaufwendungen aus Verbindlichkeiten, Dividenden, Zinserträge aus Forderungen sowie Währungsgewinne und -verluste. Der Zinsertrag wird ergebniswirksam nach der Effektivzinsmethode erfasst. Dividenden werden ergebniswirksam vereinnahmt, wenn ein Ausschüttungsbeschluss vorliegt. Der Zinsaufwand aus Pensionsrückstellungen wird ebenfalls im sonstigen Finanzaufwand ausgewiesen.
Immaterielle Vermögenswerte
Zu jedem Bilanzstichtag überprüft die OHB die Buchwerte der immateriellen Vermögenswerte dahingehend, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen könnten.
In diesem Falle wird der erzielbare Betrag des betreffenden Vermögenswerts ermittelt, um den Umfang einer evtl. vorzunehmenden Wertberichtigung festzustellen. Der erzielbare Betrag entspricht dabei dem um die möglichen Veräußerungskosten verminderten Zeitwert oder dem Nutzungswert, dabei ist für die Bilanzierung der höhere Wert maßgeblich.
Fremd erworbene immaterielle Vermögenswerte als Aktiva sind im Wesentlichen Softwareprogramme und Lizenzen. Diese werden linear mit einer Nutzungsdauer zwischen ein und fünfzehn Jahren abgeschrieben. Die Abschreibung aktivierter Eigenleistungen erfolgt linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer von vier bis acht Jahren. Für Zwecke der Prüfung auf Wertminderung ist der Geschäfts- oder Firmenwert auf jede der Zahlungsmittel generierenden Einheiten des Konzerns aufzuteilen, von denen erwartet wird, dass sie einen Nutzen aus den Synergien des Zusammenschlusses ziehen können. Zahlungsmittel generierende Einheiten, denen ein Teil des Geschäfts- oder Firmenwerts zugeteilt wurde, werden jährlich auf Wertminderung geprüft. Liegen Hinweise für eine Wertminderung einer Einheit vor, wird diese häufiger evaluiert. Wenn der erzielbare Betrag einer Zahlungsmittel generierenden Einheit kleiner ist als der Buchwert der Einheit, ist der Wertminderungsaufwand zunächst dem Buchwert eines jeglichen der Einheit zugeordneten Geschäfts- oder Firmenwerts und dann anteilig den anderen Vermögenswerten auf Basis der Buchwerte eines jeden Vermögenswerts innerhalb der Einheit zuzuordnen. Die Verwendung von Wachstumsraten besitzt nur eine untergeordnete Bedeutung, da die Planung im Wesentlichen durch konkrete Projekte beeinflusst wird.
Sachanlagen
Zu jedem Bilanzstichtag überprüft die OHB die Buchwerte der Sachanlagen dahingehend, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen könnten. In diesem Falle wird der erzielbare Betrag des betreffenden Vermögenswerts ermittelt, um den Umfang einer evtl. vorzunehmenden Wertberichtigung festzustellen. Der erzielbare Betrag entspricht dabei dem um die möglichen Veräußerungskosten verminderten Zeitwert oder dem Nutzungswert, dabei ist für die Bilanzierung der höhere Wert maßgeblich. Die Vermögenswerte des Sachanlagevermögens werden zu ihren Anschaffungs- und Herstellungskosten aktiviert und planmäßig gemäß der erwarteten Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Erhaltungsaufwendungen, die den Wert der Vermögenswerte des Sachanlagevermögens nicht erhöhen oder deren Nutzungsdauer nicht wesentlich verlängern, werden als laufende Aufwendungen behandelt. Wesentliche Erneuerungen und Verbesserungen werden aktiviert. Abgänge werden sowohl bei den historischen Anschaffungskosten als auch bei den kumulierten Abschreibungen erfasst. Gewinne und Verluste aus dem Abgang von Vermögenswerten des Anlagevermögens werden in den "Sonstigen betrieblichen Erträgen oder Aufwendungen" berücksichtigt. Die Abschreibungszeiträume des Sachanlagevermögens betragen für Gebäude zwischen zehn und 33 Jahre, für Maschinen und technische Anlagen fünf bis zehn Jahre und für andere Anlagen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung drei bis zehn Jahre.
Finanzanlagen At-Equity-Beteiligungen
At-Equity in den Konsolidierungskreis einbezogene Beteiligungen des Anlagevermögens wurden mit ihren Anschaffungskosten unter Berücksichtigung anteiliger Jahresergebnisse bilanziert.
Übrige Finanzanlagen
Übrige Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten (abzüglich außerplanmäßiger Abschreibungen) beziehungsweise, soweit Marktpreise ermittelbar, auf Grundlage von Fair-Value-Bewertungen bilanziert. Für jeden Abschlussstichtag wird geprüft, ob es objektive Hinweise auf den Eintritt einer Wertminderung gibt. Der Posten enthält die Beteiligungen an der ORB-COMM Inc., für die zum Bilanzstichtag ein Börsenkurs vorlag. Die sich aus der erfolgsneutralen Fair-Value-Bewertung ergebende Anpassung wurde durch Verrechnung mit dem Eigenkapital abgebildet. Die aus dieser Bewertung entstandenen latenten Steuern, soweit angefallen, werden unter den passiven latenten Steuern erfasst. Die übrigen Finanzanlagen sind in der Tabelle "Weitere Beteiligungen und Finanzanlagen" dargestellt.
Vorräte
Die Vorräte wurden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder mit dem niedrigeren Nettoveräußerungswert am Bilanzstichtag bewertet. Die Herstellungskosten setzen sich aus den Material- und Fertigungseinzelkosten, Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie Abschreibungen auf Anlagen zusammen. Darüber hinaus sind Verwaltungsgemeinkosten enthalten. Teile des Vorratsvermögens wurden im "gleitenden Durchschnittsverfahren" bewertet.
Forderungen
Forderungen und sonstige Vermögenswerte sind mit dem Nennwert aktiviert worden. Bestehen in einzelnen Fällen begründete Zweifel, ob Forderungen eingebracht werden können, wurden diese abgeschrieben oder mit dem niedrigeren realisierbaren Betrag angesetzt.
Bei Unternehmen im Konsolidierungskreis, die Fertigungsaufträge nach IAS 11 in ihrem Auftragsbestand haben, wurde die Percentage-of-Completion-Methode unter Einrechnung angemessener Sicherheitsabschläge ("true and fair view") für künftige unerwartete Risiken angewendet, sofern der Teilgewinn hinreichend genau auf Basis des Fertigstellungsgrades ermittelt werden konnte. Die übrigen zum Bilanzstichtag in Arbeit befindlichen langfristigen Fertigungsaufträge (verbleibende Projektlaufzeit von ein bis acht Jahren) wurden, sofern ein Teilgewinn mit hinreichender Sicherheit nicht geschätzt werden konnte, zu Herstellungskosten zzgl. anteiliger erstattungsfähiger Verwaltungsgemeinkosten aktiviert. Projekte mit Teilgewinnrealisierung werden nach IAS 11.22 unter den Umsatzerlösen ausgewiesen. Die entsprechenden Auftragskosten sind im Materialaufwand bzw. den bezogenen Leistungen des Geschäftsjahres enthalten.
Wertpapiere/Finanzinstrumente
Die beizulegenden Zeitwerte werden anhand der Börsenkurse/ Marktpreise zum Bilanzstichtag bestimmt. Bei der Bewertung der langfristigen Wertpapiere wurden die Regelungen von IAS 39 und IFRS 7 (Reclassification of Financial Assets) angewendet.
Latente Steuern
Nach IAS 12 führen vorübergehende Differenzen zwischen steuerlichen Wertansätzen für Vermögenswerte und Schulden einerseits und andererseits deren Ansatz nach IFRS/IAS zur Abgrenzung latenter Steuern. Für die Berechnung der inländischen latenten Steuern gilt für den OHB-Konzern ein einheitlicher Steuersatz von 32%.
Eigenkapital
IAS 32 (Financial Instruments: Disclosure and Presentation) regelt, dass Eigenkapital aus Sicht des Unternehmens nur dann vorliegt, wenn keine Verpflichtung zur Rückzahlung des Kapitals oder zur Lieferung von anderen finanziellen Vermögenswerten besteht. Die OHB AG versteht unter Eigenkapital das gezeichnete Kapital, die Kapitalrücklage, Eigenkapital aus nicht realisierten Gewinnen/Verlusten und die Gewinnrücklage sowie die aufgelaufenen Gewinnvorträge.
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
Die Pensionsverpflichtungen für die leistungsorientierten Altersversorgungspläne werden gemäß IAS 19 (Leistungen an Arbeitnehmer) nach der Projected-Unit-Credit-Methode berechnet. Die zu erwartenden Versorgungsleistungen werden über die gesamte Beschäftigungszeit der Mitarbeiter verteilt.
Sonstige Rückstellungen
Die sonstigen Rückstellungen sind gemäß IAS 37 für Sachverhalte zuverlässig geschätzt worden, aus denen sich aufgrund gegenwärtiger Verpflichtungen ein Zahlungsmittelabfluss ergeben wird. Basis der Schätzungen waren im Wesentlichen detaillierte Kalkulationen.
Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten umfassen die Finanzverbindlichkeiten, die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Verbindlichkeiten. Die Finanzschulden werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Differenzen zwischen historischen Anschaffungskosten und dem Rückzahlungsbetrag werden entsprechend der Effektivzinsmethode berücksichtigt. Die weiteren Verbindlichkeiten werden zum Nennwert oder zum Rückzahlungsbetrag bilanziert.
Schätzungen
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind teilweise Annahmen und Schätzungen notwendig, die sich auf Höhe und Ausweis bilanzierter Vermögenswerte und Schulden, Erträge und Aufwendungen sowie Eventualverbindlichkeiten auswirken. Die tatsächlichen Werte können in Einzelfällen von den getroffenen Annahmen und Schätzungen abweichen. Änderungen werden zum Zeitpunkt einer besseren Erkenntnis erfolgswirksam. Die Werthaltigkeit von Firmenwerten wird jährlich im Rahmen eines Impairment-Tests geprüft. Im Rahmen dieses Tests müssen vor allem im Hinblick auf künftige Zahlungsmittelüberschüsse Schätzungen vorgenommen werden. Künftige Änderungen der gesamtwirtschaftlichen Lage, der Branchenoder Unternehmenssituation können zu Reduktionen der Zahlungsmittelüberschüsse und damit zu einer außerplanmäßigen Abschreibung der Firmenwerte führen. Technischer Fortschritt, eine Verschlechterung der Marktsituation oder Schäden können zu einer außerplanmäßigen Abschreibung der Sachanlagen führen. Die Beurteilung des Auftragsfortschritts bei langfristigen Fertigungsaufträgen erfolgt – bei Vorliegen der Voraussetzungen – auf Basis der Percentage-of-Completion-Methode. Dabei werden die angefallenen Kosten in das Verhältnis zu den erwarteten Gesamtkosten gesetzt, um den Fertigstellungsgrad zu ermitteln. Bei der Ermittlung der Pensionsrückstellungen kommt es durch die Auswahl der Prämissen und Trendannahmen, durch den Ansatz biometrischer Wahrscheinlichkeiten sowie durch anerkannte Näherungsverfahren bei der Ermittlung der Rente gegebenenfalls zu Abweichungen von den tatsächlichen im Zeitablauf entstehenden Zahlungsverpflichtungen. Für die Bildung von Steuerrückstellungen und die Werthaltigkeitsprüfung von aktiven latenten Steuern sind ebenfalls Schätzungen vorzunehmen. Bei der Beurteilung der Werthaltigkeit aktiver latenter Steuern können Unsicherheiten im Hinblick auf die Auslegung komplexer Steuervorschriften sowie hinsichtlich Höhe und Zeitpunkt künftiger zu versteuernder Einkünfte bestehen. Sonstige Rückstellungen werden aufgrund
von vorliegenden Erkenntnissen und im Rahmen der üblichen Ermessensspielräume gebildet. Aufgrund der aktuellen Weltund Finanzmarktsituation können zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine zuverlässigen Annahmen über die Bandbreite möglicher Anpassungen im Geschäftsjahr 2015 bei den Schätzungen getroffen werden.
VII. Erläuterungen zur Konzern-Gewinnund Verlustrechnung
(1) Umsatzerlöse
Die Auftragserlöse aus langfristiger Fertigung nach IAS 11 betrugen im Geschäftsjahr 2014 TEUR 619.819 (Vorjahr: TEUR 506.830). Die dazugehörigen Auftragskosten betrugen TEUR 597.591 (Vorjahr: TEUR 476.507). Der daraus resultierende Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) betrug im Geschäftsjahr 2014 TEUR 22.228 (Vorjahr: TEUR 30.324).
Der Umsatz verteilt sich auf die Geschäftsfelder wie folgt:
| in TEUR | 2014 | 2013 |
|---|---|---|
| Space Systems | 545.286 | 466.927 |
| Aerospace + Industrial Products | 193.993 | 220.316 |
| Konsolidierung | –11.131 | –7.122 |
| Gesamt | 728.147 | 680.121 |
Zusätzliche Angaben zur PoC-Bewertung (IAS 11)
| in TEUR | aktivischer Saldo |
passivischer Saldo |
Summe |
|---|---|---|---|
| Kosten + Gewinn | 1.585.879 | 376.020 | 1.961.899 |
| erhaltene Anzahlungen | 1.302.305 | 447.938 | 1.750.243 |
| Bilanzausweis | 283.574 | –71.918 | 211.656 |
(2) Erhöhung/Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen
Die Zunahme des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen resultiert im Wesentlichen aus der Zunahme im Segment "Aerospace + Industrial Products" in Höhe von EUR 11,0 Mio. (Vorjahr: EUR –3,7 Mio.). Insgesamt ergibt sich eine Bestandserhöhung in Höhe von EUR 11,7 Mio. (Vorjahr: EUR –4,1 Mio.).
(3) Sonstige betriebliche Erträge
Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von TEUR 18.368 (Vorjahr: TEUR 11.037) enthalten u.a. Erträge aus dem Verkauf von den Anteilen an der ELTA S.A. in Höhe von ca. EUR 7 Mio. Ferner gibt es einen Ertrag aus der Entkonsolidierung der ATP in Höhe von EUR 3,8 Mio. Die Erlöse aus Zuwendungen betragen TEUR 3.975 (Vorjahr: TEUR 3.892).
(4) Materialaufwand
| 2014 | 2013 |
|---|---|
| 325.787 | 301.294 |
| 171.478 | 121.335 |
| 497.265 | 422.629 |
(5) Personalaufwand
| in TEUR | 2014 | 2013 |
|---|---|---|
| Löhne und Gehälter | 146.330 | 151.700 |
| Soziale Abgaben und Aufwendungen für | ||
| Altersversorgung und für Unterstützung | 29.992 | 30.485 |
| Gesamt | 176.322 | 182.185 |
An Zahlungen für Pensionen und Pensionsrückstellungen wurden TEUR 4.734 (Vorjahr: TEUR 4.447) geleistet.
(6) Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte des Anlagevermögens und Sachanlagen
Für das abgelaufene Jahr bestand kein Bedarf an außerplanmäßigen Abschreibungen. Weitere Einzelheiten zu den Abschreibungen sind im Konzernanlagespiegel dargestellt.
| Bestand an aktiven und passiven latenten Steuern | |
|---|---|
| -------------------------------------------------- | -- |
| in TEUR | 2014 | 2013 | 2013 | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Aktive latente Steuern |
Passive latente Steuern |
Aktive latente Steuern |
Passive latente Steuern |
Erfolgs– wirksame Veränderung |
Erfolgs wirksame Veränderung |
|
| Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen |
50 | 13.126 | 217 | 12.379 | –914 | –1.709 |
| Finanzanlagen | 382 | 337 | 393 | 310 | –8 | –105 |
| Umlaufvermögen | 12 | 13.248 | 125 | 13.919 | 538 | –2.194 |
| Rückstellungen | 13.424 | 135 | 11.776 | 8 | –1.503 | 2.519 |
| Verbindlichkeiten | 403 | 0 | 177 | 28 | 254 | –354 |
| Steuerliche Verlustvorträge und Steuergutschriften |
8.044 | 121 | 6.546 | 306 | 1.683 | 647 |
| Saldierung | –7.557 | –7.557 | –8.836 | –8.836 | 0 | 0 |
| Gesamt | 14.758 | 19.410 | 10.398 | 18.114 | 50 | –1.196 |
(7) Finanzergebnis
Die Zinserträge in Höhe von TEUR 1.601 (Vorjahr: TEUR 1.258) ergeben sich primär aus der Anlage von liquiden Mitteln auf Festgeldkonten.
Die sonstigen Finanzaufwendungen in Höhe von TEUR 7.824 (Vorjahr: TEUR 7.209) bestehen wesentlich aus den Zinsaufwendungen für Pensionsrückstellungen in Höhe von TEUR 3.323 (Vorjahr: TEUR 3.565) sowie Fremdkapitalzinsen in Höhe von TEUR 3.013 (Vorjahr: TEUR 1.951).
Beteiligungsergebnis
Das Beteiligungsergebnis enthält den Ergebnisbeitrag der ELTA S.A. in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr: TEUR –576). Das zeitanteilige At-Equity-Ergebnis der Aerotech Peissenberg GmbH & Co. KG im Geschäftsjahr 2014 wird in Höhe von TEUR 0 ausgewiesen.
(8) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
Bei den deutschen Unternehmen sind im Konsolidierungskreis tatsächliche Ertragsteuern in Höhe von TEUR 5.078 (Vorjahr: TEUR 3.759) entstanden; im Ausland sind TEUR 439 (Vorjahr: TEUR 1.099) angefallen. Die inländischen Ertragsteuern 2014 wurden detailliert mit differenzierten Steuersätzen ermittelt. Mit der Anwendung von IAS 12 werden latente Steuerverrechnungsansprüche berücksichtigt. Der für die Berechnung der inländischen latenten Steuern verwendete Steuersatz beträgt 32%.
Überleitungsrechnung Steueraufwand
| in TEUR | 2014 | 2013 |
|---|---|---|
| Steuern zum Steuersatz von 32,00% | 10.840 | 9.513 |
| Steuerminderungen aufgrund | ||
| teilweise steuerbefreiter Einnahmen | –3.332 | –1 |
| Genutzte Verlustvorträge | –5.154 | –386 |
| Steuerlich nicht abzugsfähige | ||
| Betriebsausgaben | 1.316 | 335 |
| Sonstige Steuereffekte | –452 | –6 |
| Periodenfremde Steueraufwendungen | 1.768 | 197 |
| Steuersatzabweichung Ausland | –280 | 8 |
| Effektiver Steueraufwand | 4.706 | 9.660 |
Latente Steuern
Die wesentlichen aktiven latenten Steuern resultieren aus dem Unterschied zwischen den Rückstellungen für Pensionszusagen nach steuerrechtlichen Vorschriften und IFRS. Im Geschäftsjahr 2014 wurden TEUR 811 (Vorjahr: TEUR 1.196) als latenter Steuerertrag erfolgswirksam erfasst. Bei zwei Konzerntochterunternehmen wurden aktive latente Steuern auf Verlustvorträge in Höhe von TEUR 1.754 (Vorjahr: TEUR 823) reduziert. Für den Verlustvortrag bei der Antwerp Space N.V. in Höhe von TEUR 5.096 wurden aufgrund nachhaltiger, positiver Geschäftsentwicklung erstmals latente Steuern gebildet. Die latenten Steuern wurden auf den Teil des Verlustvortrags gebildet, der in den kommenden acht Jahren gemäß Unternehmensplanung ausgeglichen wird.
(9) Anteile anderer Gesellschafter
Die Anteile anderer Gesellschafter von TEUR 3.455 (Vorjahr: TEUR 632) beziehen sich im Wesentlichen auf die MT Aerospace Holding GmbH. Der Teilkonzern MT Holding, an dem die OHB AG zu 70% beteiligt ist, weist eine Gesamtleistung von TEUR 199.150 (Vorjahr: TEUR 211.943). Ein EBIT von TEUR 19.489 (Vorjahr: TEUR 6.557) und ein EBITDA von TEUR 24.209 (Vorjahr: TEUR 14.362).
Ergebnis je Aktie nach IFRS/IAS
Das unverwässerte Ergebnis je Aktie ergibt sich, indem das auf die Aktien entfallende Ergebnis nach Steuern durch die Zahl der gewinnberechtigten Aktien dividiert wird. Eine Verwässerung dieser Kennzahl kann durch sogenannte potenzielle Aktien – insbesondere Options- und Bezugsrechte – entstehen. Zum Bilanzstichtag lagen keine vergleichbaren Rechte vor. Damit entsprechen sich das verwässerte und unverwässerte Ergebnis je Aktie. Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt EUR 17.468.096,00. Für die Berechnung des Ergebnisses je Aktie wurden 17.387.600 Aktien zugrunde gelegt, da 80.496 eigene Aktien im Bestand waren. Als Basis für die Berechnung wurde der Konzernjahresüberschuss nach Fremdanteilen in Höhe von TEUR 25.713 (Vorjahr: TEUR 19.436) verwendet. Das Ergebnis je Aktie beträgt für das Geschäftsjahr 2014 EUR 1,48 (Vorjahr: EUR 1,12).
VIII. Erläuterungen zur Konzernbilanz
(10) Firmenwerte und übrige immaterielle Vermögenswerte In der Bilanz per 31. Dezember 2014 werden Firmenwerte von TEUR 7.687 (Vorjahr: TEUR 7.687) ausgewiesen.
Geschäfts- und Firmenwerte
| in TEUR | 2014 | 2013 |
|---|---|---|
| Firmenwerte aus der Kapitalkonsolidierung: | ||
| OHB System München | 5.003 | 5.003 |
| CGS S.p.A. | 801 | 801 |
| OHB System Bremen | 681 | 681 |
| megatel GmbH | 646 | 646 |
| Orbcomm Deutschland AG |
556 | 556 |
| Gesamt | 7.687 | 7.687 |
Die Überprüfung der Werthaltigkeit der Firmenwerte ist auf der Ebene der Cash Generating Units, wie in obiger Tabelle dargestellt, erfolgt. Die Firmenwerte wurden zum 31. Dezember 2014 einer Überprüfung der Werthaltigkeit ("Impairment-Test") unterzogen. Hierbei ergaben sich keine Wertminderungen. Der erzielbare Betrag wurde unter Verwendung des Nutzungswerts ermittelt ("value in use"). Bei der Bestimmung des Nutzungswerts kam ein Discounted-Cashflow-Verfahren zur Anwendung. Dem Discounted-Cashflow-Verfahren lagen vom Management genehmigte Unternehmensplanungen für einen Planungszeitraum von fünf Jahren zugrunde. Für die inländischen Firmenwerte wurde ein Vorsteuer-Kapitalisierungszinssatz (WACC) von 9,10% (Vorjahr: 10,90%) zugrunde gelegt. Für den ausländischen Firmenwert wurde ein Vorsteuer-WACC von 12,80% (Vorjahr: 14,60%) angenommen. Die übrigen immateriellen Vermögenswerte setzen sich im Wesentlichen zusammen aus den aktivierten Eigenleistungen sowie gekaufter Software (siehe Konzernanlagespiegel). Die Entwicklung der Firmenwerte und sonstigen immateriellen Vermögenswerte ist auf S. 88/89 dargestellt. Aufgrund der Fusionen im Geschäftsjahr 2014 wurden die Definitionen der CGU an die neuen Verhältnisse angepasst. Die ehemalige CGU Teilkonzern Kayser-Threde wird nun als OHB System München bezeichnet und stellt abweichend vom Vorjahr keine rechtliche Einheit dar. Die Firmenwerte der STS Systemtechnik Schwerin GmbH und der Timtec Teldatrans GmbH wurden zu der CGU OHB System Bremen zusammengefasst. Eine Erhöhung des WACC um 1%-Punkt würde keinen Impairment zur Folge haben.
(11) Sachanlagen
Die Zugänge im Geschäftsjahr setzen sich im Wesentlichen aus technisch-elektronischen Laboreinrichtungen, technischen Anlagen und Maschinen, Hardware, Betriebs- und Geschäftsausstattung und geringwertigen Wirtschaftsgütern zusammen. Für die übrigen Vermögenswerte des Sachanlagevermögens bestehen abgesehen von den unter den im Abschnitt "Sonstige finanzielle Verpflichtungen" dargestellten Grundschulden uneingeschränkte Eigentumsrechte. Die Abschreibungsbeträge sind im Konzernanlagespiegel dargestellt. Es wurde kein Bedarf an außerplanmäßigen Abschreibungen festgestellt. Die Entwicklung der Sachanlagen ist auf S. 88/89 dargestellt.
(12) At-Equity-Beteiligungen
Der Posten enthält das anteilige Eigenkapital der Beteiligung an der ATP, Peissenberg. Der Mehrheitsgesellschafter übt den wesentlichen Einfluss auf das Geschäftsmodell der ATP aus. Die ATP hat 2014 seit Beginn der At-Equity Konsolidierung eine Gesamtleistung von TEUR 62.855, ein EBIT von TEUR 1.378 und ein EBITDA von TEUR 3.470 erzielt. Zum 31.12.2014 weist die ATP lang- und kurzfristiges Vermögen in Höhe von TEUR 28.913 bzw. TEUR 36.534 aus. Da die Gesellschaft ein negatives Eigenkapital zum Bilanzstichtag ausweist, beträgt der Posten TEUR 0 (Vorjahr: ELTA TEUR 683).
(13) Übrige Finanzanlagen
Die Zunahme aufgrund der erfolgsneutralen Fair-Value-Bewertung in Höhe von TEUR 1.760 (Vorjahr: TEUR 3.625) resultiert aus der Neubewertung der Anteile an der ORBCOMM Inc. Die Neubewertung erfolgte auf Grundlage des Börsenkurses der ORBCOMM Inc. zum 31. Dezember 2014 sowie des Wechselkurses Dollar vs. Euro zu diesem Zeitpunkt. Die Gesamtergebnisrechnung weist eine erfolgsneutrale Bewertung finanzieller Vermögenswerte in Höhe von TEUR 1.732 (Vorjahr: TEUR 3.582) nach latenten Steuern aus.
(14) Forderungen und sonstige Vermögenswerte (lang- und kurzfristig)
Die Forderungen und sonstigen Vermögenswerte sind mit den fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Von den Forderungen haben insgesamt TEUR 1.611 (Vorjahr: TEUR 2.277) eine Laufzeit von mehr als einem Jahr. Die Buchwerte der kurzfristigen Forderungen und sonstigen Vermögenswerte entsprechen im Wesentlichen dem Fair Value. Von den Forderungen entfallen TEUR 202.988 (Vorjahr: TEUR 215.174) auf Forderungen aus PoC. Bei den Forderungen und sonstigen Vermögenswerten handelt es sich im Wesentlichen um lang- und kurzfristige Darlehensforderungen, es besteht kein wesentliches Zinsund Ausfallrisiko. Zum Bilanzstichtag waren für den Export bei einer in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaft Devisentermingeschäfte in Höhe von USD 11,2 Mio. zur Sicherung von Grundgeschäften in Höhe von USD 10,7 Mio. abgeschlossen. Die Differenz sind Cashflow Hedges für erwartete Auftragseingänge im Jahr 2014. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind innerhalb eines Jahres fällig und werden mit den fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt, die i. d. R. vor Wertberichtigung dem Nennwert entsprechen. Erkennbare Risiken wurden durch angemessene Wertberichtigungen berücksichtigt. Zum Bilanzstichtag wurden Wertberichtigungen in Höhe von insgesamt TEUR 1.563 (Vorjahr: TEUR 3.794) gebildet. Bei den übrigen Steuerforderungen handelt es sich um Forderungen aus Ertragsteuern.
(15) Vorräte
Die Vorräte verringerten sich gegenüber dem Vorjahr auf TEUR 76.354 (Vorjahr: TEUR 83.048). Erhaltene Anzahlungen wurden mit den Vorräten nicht verrechnet.
| in TEUR | 2014 | 2013 |
|---|---|---|
| Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 11.249 | 18.105 |
| Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen | 48.153 | 49.491 |
| Fertige Erzeugnisse und Waren | 1.828 | 6.178 |
| Geleistete Anzahlungen | 15.124 | 9.274 |
| Gesamt | 76.354 | 83.048 |
Geleistete Anzahlungen wurden wegen des engen sachlichen Zusammenhangs den Vorräten zugeordnet. Erfolgswirksame Abwertungen bei den unfertigen Erzeugnissen wurden im Berichtszeitraum vorgenommen.
(16) Wertpapiere
Zum Bilanzstichtag betrug der Wert des Wertpapierportefeuilles TEUR 4.512 (Vorjahr: TEUR 4.652). Davon entfallen TEUR 2.846 (Vorjahr: TEUR 2.830) auf erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Vermögenswerte und TEUR 1.666 (Vorjahr: TEUR 1.822) auf "loans and receivables". Zu den finanziellen Risiken gehören vor allem Liquiditäts-, Marktpreisund Ausfallrisiken. Wesentliche kurzfristige Liquiditäts- und Ausfallrisiken sind nicht erkennbar, da überwiegend in risikoarme Fonds investiert wird. Zur Absicherung von Marktpreisrisiken werden liquide Mittel nahezu ausschließlich in kurzfristig liquidierbaren Fondsanteilen angelegt, um eine breite Risikostreuung zu erreichen.
(17) Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Der Bestand an Zahlungsmitteln betrug zum Bilanzstichtag TEUR 50.478 (Vorjahr: TEUR 54.259) und setzt sich aus Kassenbeständen und Guthaben bei Kreditinstituten zusammen. Die Guthaben bei Kreditinstituten sind innerhalb von drei Monaten fällig und unterliegen nur unwesentlichen Wertänderungsrisiken.
(18) Gezeichnetes Kapital
Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt seit dem 30. September 2009 EUR 17.468.096,00 und ist in 17.468.096 auf den Inhaber lautende Stammaktien ohne Nennwert eingeteilt, mit einem auf die einzelne Aktie entfallenden rechnerischen Betrag des Grundkapitals von EUR 1,00. Von diesen Anteilen befinden sich unverändert zum Vorjahresstichtag 5.208.880 im Streubesitz. Jede Stückaktie gewährt in der Hauptversammlung eine Stimme.
(a) Bedingtes Kapital
Die Hauptversammlung der Gesellschaft hat mit Beschluss vom 23. Januar 2001 das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu insgesamt EUR 516.404,00 durch Ausgabe von bis zu insgesamt 516.404 Stück auf den Inhaber lautende Stückaktien bedingt erhöht. Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von Optionsrechten an die aus einem Mitarbeiterbeteiligungsprogramm Berechtigten. Ein solches Beteiligungsprogramm besteht derzeit nicht. Die bedingte Kapitalerhöhung ist dann nur insoweit durchzuführen, wie die Inhaber der Optionsrechte von ihren Optionsrechten Gebrauch machen. Die neuen Aktien sind erstmals für das Geschäftsjahr gewinnanteilberechtigt, in dessen Verlauf sie ausgegeben worden sind. Der Vorstand wurde ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzulegen. Für den Fall, dass Optionsrechte an Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft ausgegeben werden sollen, wurde der Aufsichtsrat ermächtigt, die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzulegen.
(b) Genehmigtes Kapital
Die Hauptversammlung der Gesellschaft vom 19. Mai 2010 hat beschlossen, den Vorstand der Gesellschaft zu ermächtigen, das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 18. Mai 2015 durch Ausgabe neuer Aktien gegen Bar- oder Sacheinlagen einmal oder mehrmals insgesamt um bis zu EUR 8.734.048,00 zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2010). Die neuen Aktien können auch an Arbeitnehmer der Gesellschaft ausgegeben werden. Der Vorstand wird ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre in folgenden Fällen auszuschließen:
(1) für Spitzenbeträge;
(2) für einen Anteil am Genehmigten Kapital 2010 in Höhe von bis zu insgesamt EUR 1.746.809,00, sofern die neuen Aktien gegen Bareinlagen zu einem Ausgabebetrag ausgegeben werden, welcher den Börsenpreis nicht wesentlich unterschreitet (§ 186 Abs. 3 Satz 4 Aktiengesetz (AktG));
(3) für einen Anteil am Genehmigten Kapital 2010 in Höhe von bis zu insgesamt EUR 8.734.048,00, sofern die neuen Aktien
- – als Gegenleistung für den Erwerb von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen oder sonstigen Vermögenswerten ausgegeben werden und sofern der Erwerb des Unternehmens oder der Beteiligung im wohlverstandenen Interesse der Gesellschaft liegt; oder
- – gegen Bareinlagen ausgegeben werden, um die Aktien der Gesellschaft an einer ausländischen Börse einzuführen, an der die Aktien der Gesellschaft bisher nicht zum Handel zugelassen sind.
Der Vorstand wird ferner ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats den Inhalt der jeweiligen Aktienrechte und die sonstigen Bedingungen der Aktienausgabe festzulegen.
(c) Ermächtigung zum Erwerb und zur Veräußerung eigener Aktien
In der Hauptversammlung am 19. Mai 2010 ermächtigten die Aktionäre die Gesellschaft, bis zum 18. Mai 2015 eigene Aktien im Umfang von bis zu insgesamt 10% des Grundkapitals zu erwerben. Mit Wirksamwerden dieser Ermächtigung wurde die am 13. Mai 2009 beschlossene Ermächtigung zum Erwerb und zur Verwendung eigener Aktien aufgehoben.
a) Die Gesellschaft wird ermächtigt, eigene Aktien bis zu insgesamt 10% des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Auf die erworbenen Aktien dürfen zusammen mit anderen eigenen Aktien der Gesellschaft, welche die Gesellschaft bereits erworben hat und noch besitzt oder die ihr gemäß den §§ 71d, 71e AktG zuzurechnen sind, zu keinem Zeitpunkt mehr als zehn vom Hundert (10%) des Grundkapitals entfallen.
Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals, für einen oder mehrere Zwecke von der Gesellschaft ausgeübt werden, sie kann aber auch von abhängigen oder in Mehrheitsbesitz der Gesellschaft stehenden Unternehmen oder für ihre oder deren Rechnung von Dritten durchgeführt werden.
Die Ermächtigung gilt bis zum 18. Mai 2015. Die von der Hauptversammlung am 13. Mai 2009 beschlossene Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien wird mit dem Wirksamwerden dieser neuen Ermächtigung aufgehoben.
b) Der Erwerb der Aktien erfolgt unter Wahrung des Gleichbehandlungsgebots (§ 53a AktG) nach der Wahl des Vorstands über die Börse (1) oder durch ein an alle Aktionäre gerichtetes öffentliches Kaufangebot (2). Im Fall (2) sind die Vorschriften
| in TEUR | 2014 | 2013 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| vor Steuern | Steuereffekt | Netto | vor Steuern | Steuereffekt | Netto | ||
| Differenzen aus Währungsumrechnung |
–130 | 0 | –130 | –86 | 0 | –86 | |
| Erfolgsneutrale Bewertung finanzieller Vermögenswerte |
1.760 | –28 | 1.732 | 3.625 | –43 | 3.582 | |
| Cashflow Hedges | –65 | 20 | –45 | –37 | 11 | –26 | |
| Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste |
–10.648 | 3.024 | –7.625 | –1.501 | 698 | –803 | |
| Gesamt | –9.083 | 3.016 | –6.068 | 2.001 | 666 | 2.667 |
Erfolgsneutrale Eigenkapitalveränderung
des Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetzes zu beachten, soweit sie Anwendung finden.
(1) Erfolgt der Erwerb als Kauf über die Börse, darf der gezahlte Kaufpreis je Aktie der Gesellschaft (ohne Erwerbsnebenkosten) den durchschnittlichen Schlusskurs der Aktie im Xetra-Handel (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) an der Frankfurter Wertpapierbörse an den letzten drei Börsenhandelstagen vor dem Erwerb der Aktie um nicht mehr als 10% über- oder unterschreiten.
(2) Erfolgt der Erwerb als Kauf über ein öffentliches Kaufangebot, darf der gezahlte Kaufpreis je Aktie der Gesellschaft (ohne Erwerbsnebenkosten) den durchschnittlichen Schlusskurs der Aktie im Xetra-Handel (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) an der Frankfurter Wertpapierbörse für Aktien der Gesellschaft am 5., 4. und 3. Börsenhandelstag vor dem Tag der Veröffentlichung des Kaufangebots um nicht mehr als 10% über- oder unterschreiten. Sofern ein öffentliches Angebot überzeichnet ist, muss die Annahme nach Quoten erfolgen. Eine bevorrechtigte Annahme geringerer Stückzahlen bis zu 100 Stück angedienter Aktien je Aktionär sowie eine Rundung nach kaufmännischen Grundsätzen können vorgesehen werden.
c) Der Vorstand wird ermächtigt, Aktien der Gesellschaft, die aufgrund der vorstehenden Ermächtigungen erworben werden, zu allen gesetzlich zulässigen Zwecken zu verwenden, insbesondere zu den folgenden:
(1) Sie können, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, zur Einführung von Aktien der Gesellschaft an ausländischen Börsen dienen, an denen sie bisher nicht zum Handel zugelassen sind.
(2) Sie können, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, zum Zwecke des Erwerbs von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen, einschließlich der Erhöhung bestehenden Anteilsbesitzes, Dritten auch gegen Sachleistung angeboten und übertragen werden.
(3) Sie können als Belegschaftsaktien Arbeitnehmern der Gesellschaft oder der mit der Gesellschaft im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen zum Erwerb angeboten und übertragen werden.
(4) Sie können ferner, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, eingezogen werden, ohne dass die Einziehung oder ihre Durchführung eines weiteren Hauptversammlungsbeschlusses bedarf.
d) Der Vorstand wird ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, ohne dass es eines weiteren Hauptversammlungsbeschlusses bedarf, die aufgrund der vorstehenden Ermächtigung erworbenen eigenen Aktien auch in anderer Weise als über die Börse oder durch ein Angebot an alle Aktionäre zu veräußern, unter der Voraussetzung, dass die Veräußerung gegen Barzahlung und zu einem Preis erfolgt, der den Börsenpreis von Aktien der Gesellschaft gleicher Ausstattung zum Zeitpunkt der Veräußerung nicht wesentlich unterschreitet. Als maßgeblicher Börsenwert im Sinne der vorstehenden Regelung gilt der arithmetische Mittelwert der durch die Schlussauktionen ermittelten Kurse für Aktien der Gesellschaft im Xetra-Handel (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) an der Wertpapierbörse in Frankfurt am Main an den letzten fünf Börsentagen vor der Veräußerung. Diese Ermächtigung ist auf insgesamt zehn vom Hundert des Grundkapitals beschränkt. Die Höchstgrenze von 10% des Grundkapitals vermindert sich um den anteiligen Betrag des Grundkapitals, der auf diejenigen Aktien entfällt, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung im Rahmen einer Kapitalerhöhung unter Ausschluss des Bezugsrechts gemäß § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben werden. Das Ermächtigungsvolumen verringert sich ferner um den anteiligen Betrag am Grundkapital, auf den sich Wandlungs- und/ oder Optionsrechte bzw. -pflichten aus Schuldverschreibungen beziehen, die seit Erteilung dieser Ermächtigung unter Bezugsrechtsausschluss in sinngemäßer Anwendung von § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben worden sind.
e) Die vorstehenden Ermächtigungen können einmal oder mehrmals, ganz oder in Teilen, einzeln oder gemeinsam ausgenutzt werden.
f) Das Bezugsrecht der Aktionäre auf erworbene eigene Aktien wird insoweit ausgeschlossen, als diese Aktien gemäß den Ermächtigungen in lit. c) (1) bis (3) und lit. d) verwendet werden.
(19) Kapitalrücklage
Die Kapitalrücklage ist im Wesentlichen aus dem Zufluss liquider Mittel aus dem Börsengang hervorgegangen.
(20) Gewinnrücklage
In den Gewinnrücklagen wurde die Verrechnung von passiven Unterschiedsbeträgen aus der Kapitalkonsolidierung von Akquisitionen bis 2002 erfasst.
(21) Eigenkapital aus nicht realisierten Gewinnen/Verlusten
Diese Eigenkapitalposition ergibt sich aus der Marktbewertung der Aktien an der ORBCOMM Inc. in Höhe des Börsenkurses zum Bilanzstichtag abzüglich der Buchwerte. Die Bewertung erfolgte erfolgsneutral.
Es waren im Berichtszeitraum keine in Vorjahren erfolgsneutral gebildeten Rücklagen über die Gewinn- und Verlustrechnung oder gegen Anschaffungskosten aufzulösen. Des Weiteren sind Differenzen aus der Währungsumrechnung der selbstständigen Tochterunternehmen hier ausgewiesen.
(22) Eigene Anteile
Der Vorstand der OHB AG hat entsprechend dem Hauptversammlungsbeschluss vom 19. Mai 2010 am 13. September 2011 beschlossen, ein Aktienrückkaufprogramm durchzuführen und bis zu 250.000 Aktien zu erwerben. Mit Wirksamwerden dieser Ermächtigung wurde die am 13. Mai 2009 beschlossene Ermächtigung zum Erwerb und zur Verwendung eigener Aktien aufgehoben. Der Erwerb dient Zwecken wie der Einführung von Aktien der Gesellschaft an ausländischen Börsen, dem Erwerb von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen sowie der Ausgabe von Belegschaftsaktien an Arbeitnehmer der Gesellschaft. Der Rückkauf erfolgt seit dem 14. September 2011 über die Börse. Seit Beginn des Rückkaufprogramms wurden insgesamt 13.542 Stückaktien zu einem Durchschnittspreis von EUR 11,0145 erworben, im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden keine Aktien zurückgekauft. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2014 hielt die OHB AG 80.496
eigene Aktien; dies entspricht einem Anteil am Grundkapital von 0,46%.
(23) Anteile anderer Gesellschafter
Die Anteile anderer Gesellschafter in Höhe von TEUR 8.747 (Vorjahr: TEUR 9.173) betreffen im Wesentlichen die Mitgesellschafter im Teilkonzern MT Aerospace. Mitgesellschafter haben im abgelaufenen Geschäftsjahr mit TEUR 2.173 (Vorjahr: TEUR 36) an Auschüttungen partizipiert. Der Teilkonzern MT Holding, an dem die OHB AG mit 70% beteiligt ist, weist zum Bilanzstichtag langfristiges Vermögen in Höhe von TEUR 54.642 (Vorjahr: TEUR 78.779), kurzfristiges Vermögen in Höhe von TEUR 166.403 (Vorjahr: TEUR 173.470), Eigenkapital in Höhe von TEUR 14.107 (Vorjahr: TEUR 16.512), langfristiges Fremdkapital in Höhe von TEUR 104.914 (Vorjahr: TEUR 119.374) und kurzfristiges Fremdkapital in Höhe von TEUR 102.023 (Vorjahr: TEUR 116.362) aus.
(24) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen Die Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen teilt sich wie folgt auf:
| in TEUR | 2014 | 2013 |
|---|---|---|
| Pensionen | 93.994 | 94.340 |
| Ähnliche Verpflichtungen | 2.979 | 1.950 |
| Rückstellung für Pensionen und ähnliche | ||
| Verpflichtungen | 96.674 | 96.290 |
Der OHB-Konzern trifft in beiden Unternehmensbereichen Vorsorge für die Zeit nach der Pensionierung der Anspruchsberechtigten Mitarbeiter. Die Höhe der künftigen Leistungen basiert in der Regel auf Beschäftigungsdauer, Entgelt und der eingenommenen Position im Unternehmen. Die unmittelbaren und mittelbaren Verpflichtungen umfassen solche aus bereits laufenden Pensionen und Anwartschaften für zukünftig zu zahlende Pensionen und Altersruhegelder. Für Pensionsverpflichtungen wurden Rückdeckungsversicherungen abgeschlossen. Die Rückdeckungsversicherungen, die zur Deckung der Pensionsverpflichtungen dienen, erfüllen nicht in Gesamtheit die für die als "Plan Assets" notwendigen Bedingungen. Letztere werden unter den sonstigen langfristigen Vermögenswerten bilanziert. Die Rückdeckungsversicherungen, die die Kriterien zum Ansatz
Rückstellungsspiegel
| Änderungen | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| in TEUR | Stand 31.12.2013 |
Zuführungen | Verbrauch | Auflösung | Saldierung | Konsolidie rungskreis |
Stand 31.12.2014 |
| Pensionsrückstellungen | 96.290 | 15.189 | 4.159 | 1.076 | 0 | –9.270 | 96.974 |
| – davon langfristig | 96.290 | 15.189 | 4.159 | 1.076 | 0 | –9.270 | 96.974 |
| Sonstige Rückstellungen | 33.033 | 27.630 | 25.796 | 1.441 | 0 | –6.042 | 27.384 |
| – davon langfristig | 3.269 | 2.432 | 765 | 467 | 0 | –1.712 | 2.757 |
| Gesamt | 129.323 | 42.819 | 29.955 | 2.517 | 0 | –15.312 | 124.358 |
als "Plan Assets" erfüllen, werden mit den Pensionsverpflichtungen verrechnet. Außergewöhnliche Aufwendungen und Erträge infolge der Beendigung von Versorgungsplänen oder wegen der Kürzung und Übertragung der Versorgungsleistungen haben sich im Berichtsjahr nicht ergeben. Für 2015 wird ein zum Vorjahr vergleichbarer Zahlungsmittelabfluss erwartet (Tz. 4). Die Berechnung der Pensionsverpflichtungen berücksichtigt Marktzinssätze sowie Lohn-/Gehalts-, Renten- und Fluktuationstrends. Die Bewertung erfolgte unter folgenden versicherungsmathematischen Annahmen:
- • Abzinsungssatz: 2,15% (Vorjahr: 3,60%)
- • Lohn-/Gehaltstrend: 2,75% (Vorjahr: 2,75%)
- • Lohndrift: 0,00% (Vorjahr: 0,00%)
- • Rententrend: 1,25% (Vorjahr: 1,75%)
Für das Tochterunternehmen CGS S.p.A. wurden abweichend folgende versicherungsmathematische Annahmen getroffen:
- • Lohn-/Gehaltstrend: 0,00% (Vorjahr: 0,00%)
- • Rententrend: 3,00% (Vorjahr: 3,00%)
Für das Tochterunternehmen Antwerp Space N.V. wurden Abweichend folgende versicherungsmathematische Annahmen getroffen:
- • Abzinsungssatz: 1,75% (Vorjahr: 3,15%)
- • Lohn-/Gehaltstrend: 1,00% (Vorjahr: 1,00%)
- • Rententrend: 2,00% (Vorjahr: 2,00%)
- • erwartete Rendite Planvermögen: 1,75% (Vorjahr: 3,15%)
Diese Parameter gelten auch im jeweiligen Folgejahr für die Berechnung der Kosten der erworbenen Versorgungsansprüche. Der Gesamtaufwand für leistungsorientierte Versorgungszusagen setzt sich wie folgt zusammen:
| in TEUR | 2014 | 2013 |
|---|---|---|
| Dienstzeitaufwand | 874 | 927 |
| Zinsaufwand | 3.323 | 3.608 |
| Erwarteter Ertrag (–) Planvermögen | –203 | –227 |
| Summe | 3.994 | 4.308 |
Die Anwartschaftsbarwerte entwickelten sich wie folgt:
| in TEUR | 2014 | 2013 |
|---|---|---|
| Anwartschaftsbarwert 1.1. | 100.282 | 97.488 |
| Veränderung des Konsolidierungskreises | –10.120 | 0 |
| Barwert der im Jahr erworbenen Ansprüche | 874 | 928 |
| Zinsaufwand für bereits erworbene Ansprüche | 3.323 | 3.607 |
| Zahlungen aus der Rückstellung | –4.734 | –4.631 |
| Versicherungsmathematische Gewinne (–)/ | ||
| Verluste (+) | 10.410 | 2.890 |
| Anwartschaftsbarwert 31.12. | 100.035 | 100.282 |
Das Planvermögen hat sich wie folgt ergeben:
| in TEUR | 2014 | 2013 |
|---|---|---|
| Aktivwert des Planvermögens 1.1. | 6.497 | 6.729 |
| Auszahlungen | –680 | –517 |
| Erwartete Erträge | 203 | 227 |
| Versicherungsmathematische Gewinne (+)/ Verluste (–) |
21 | 58 |
| Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen |
6.041 | 6.497 |
Die tatsächlichen Erträge aus Planvermögen betrugen TEUR 224 (Vorjahr: TEUR 286).
Der Anwartschaftsbarwert leitet sich wie folgt zur bilanzierten Vermögenszusage (Defined Benefit Liability (+)/Defined Benefit Asset (–)) über:
| 2014 | 2013 |
|---|---|
| 100.035 | 100.282 |
| –6.041 | –6.497 |
| 93.994 | 93.785 |
Die bilanzierte Vermögenszusage teilt sich wie folgt in Defined Benefit Liability und Defined Benefit Asset auf:
| in TEUR | 2014 | 2013 |
|---|---|---|
| Defined Benefit Asset | 0 | –555 |
| Defined Benefit Liability | 93.994 | 94.340 |
Die Veränderung des Anwartschaftsbarwerts aus Veränderungen des Konsolidierungskreises betrifft die Entkonsolidierung der Aerotech Peissenberg GmbH & Co. KG zum 31.05. und den Übergang von Leistungsanwärtern bzw. Leistungsempfängern der MT Aerospace AG auf die neu gegründete MT Management Service GmbH. Ferner enthält der Anwartschaftsbarwert zum 31.12. versicherungsmathematische Verluste von TEUR 9.363 bei der MT Aerospace AG sowie von TEUR 766 bei der Antwerp Space N.V. Diese ergeben sich insbesondere als Folge der negativen Zinsentwicklung.
Durch den gesunkenen Rechnungszinssatz ergab sich in 2014 bei der Tochtergesellschaft Antwerp Space N.V. erstmalig eine Nettopensionsverbindlichkeit (Defined Benefit Asset < Defined Benefit Liability) von TEUR 414 (Vorjahr: TEUR –555).
Anwartschaftsbarwerte in Höhe von TEUR 407 (Vorjahr: TEUR 691) wurden nach dem Teilwertverfahren ermittelt. Den nach versicherungsmathematischen Grundsätzen ermittelten Teilwerten liegt unter Verwendung der Richttafeln 2005 G von Klaus Heubeck ein Rechnungszinsfuß von 4,58% zugrunde. Es wird bei diesen Rückstellungen davon ausgegangen, dass nach dem Anwartschaftsverfahren gemäß IAS 19 sich kein wesentlicher Unterschied für die Dotierung ergeben würde. Bei einer Abnahme des Diskontierungssatzes um 0,25% würde sich der Barwert der Pensionsverpflichtung um TEUR 3.361 erhöhen. Eine Zunahme des Diskontierungssatzes um 0,25% würde zu einer Abnahme des Barwerts der Pensionsverpflichtung um
TEUR 3.258 führen. Ein Anstieg der Rentendynamik um 0,25% hätte eine Zunahme des Barwerts der Pensionsverpflichtung um TEUR 2.648 zur Folge. Eine Minderung um 0,25% würde in einer Abnahme des Barwerts der Pensionsverpflichtung um TEUR 2.594 resultieren.
(25) Übrige Rückstellungen (lang- und kurzfristig)
Die langfristigen Rückstellungen betreffen im Wesentlichen die Rückstellungen für Verpflichtungen aus Altersteilzeitzusagen im Unternehmensbereich "Aerospace + Industrial Products". Kurzfristige Rückstellungen für Materialkosten und bezogene Leistungen wurden für bereits erhaltene Leistungen, aber noch ausstehende Rechnungen in Höhe von TEUR 4.597 (Vorjahr: TEUR 13.182) gebildet. Die übrigen Rückstellungen betreffen im Wesentlichen Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern in Höhe von TEUR 13.395 (Vorjahr: TEUR 12.604).
(26) Langfristige Finanzverbindlichkeiten
Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um langfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten der Tochtergesellschaft CGS S.p.A. in Höhe von TEUR 4.855 (Vorjahr: TEUR 2.342). Die Abnahme der Gesamtposition im Vergleich zum Vorjahr resultiert im Wesentlichen aus der Entkonsolidierung der Aerotech Peissenberg GmbH & Co. KG. Die Laufzeit beträgt jeweils mehr als zwölf Monate vom Bilanzstichtag. Der durchschnittliche Zinssatz für diese Verbindlichkeiten beträgt 1,2%.
(27) Langfristige erhaltene Anzahlungen
Hierbei handelt es sich um Vorauszahlungen von Kunden für in Arbeit befindliche Fertigungsaufträge, deren Restlaufzeit mehr als zwölf Monate beträgt. Die Bewertung erfolgt zu Nominalwerten.
(28) Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten
Hierbei handelt es sich um kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten der OHB AG (TEUR 33.000), der OHB
Buchwerte der Finanzinstrumente nach Bewertungskategorien 2014
| in TEUR | Finanzanlagen | Forderungen aus Lieferungen und Leistungen |
Sonstige Forde rungen und Ver mögenswerte |
Wertpapiere und liquide Mittel |
Summe |
|---|---|---|---|---|---|
| Held-to-maturity assets (HtM) | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Loans and receivables (LaR) | 0 | 330.328 | 29.372 | 50.478 | 410.178 |
| Available-for-sale assets (AfS) | 23.539 | 0 | 0 | 0 | 23.539 |
| Trading assets (FAHfT) | 0 | 0 | 0 | 2.846 | 2.846 |
| in TEUR | Finanz verbindlich keiten |
Verbindlich keiten aus Lieferungen und Leistungen |
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen |
Sonstige Verbindlich keiten |
Summe |
| Financial liabilities measured at amortised cost (FLAC) | 118.796 | 83.967 | 130.027 | 16.613 | 349.403 |
| Trading liabilities (FLHfT) | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
Buchwerte der Finanzinstrumente nach Bewertungskategorien 2013
| in TEUR | Finanzanlagen | Forderungen aus Lieferungen und Leistungen |
Sonstige Forde rungen und Ver mögenswerte |
Wertpapiere und liquide Mittel |
Summe |
|---|---|---|---|---|---|
| Held-to-maturity assets (HtM) | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Loans and receivables (LaR) | 0 | 269.355 | 20.279 | 56.081 | 345.715 |
| Available-for-sale assets (AfS) | 22.591 | 0 | 0 | 0 | 22.591 |
| Trading assets (FAHfT) | 0 | 0 | 0 | 2.830 | 2.830 |
| in TEUR | Finanz verbindlich keiten |
Verbindlich keiten aus Lieferungen und Leistungen |
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen |
Sonstige Verbindlich keiten |
Summe |
| Financial liabilities measured at amortised cost (FLAC) | 80.863 | 80.950 | 122.161 | 21.291 | 305.265 |
| Trading liabilities (FLHfT) | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
Nettoergebnisse nach Bewertungskategorien 2014
| in TEUR | Anschaffungs werte |
Zeitwert/ Fair Value |
Erfolgsneutrale Fair-Value Bewertung |
Perioden gewinne/ -verluste |
|
|---|---|---|---|---|---|
| Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte |
FAFVPL | 2.920 | 2.846 | 0 | 28 |
| davon unter Anwendung der Fair-Value-Option designierte Finanzinstrumente |
0 | 0 | 0 | 0 | |
| davon zu Handelszwecken gehalten | 2.920 | 2.846 | 0 | 28 | |
| Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen | HtM | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Kredite und Forderungen | LaR | 410.178 | 410.178 | 0 | 35 |
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | AfS | 18.813 | 23.539 | 1.760 | 0 |
| Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten |
FLFVPL | 0 | 0 | 0 | 0 |
| davon unter Anwendung der Fair-Value-Option designierte Finanzinstrumente |
0 | 0 | 0 | 0 | |
| davon zu Handelszwecken gehalten | 0 | 0 | 0 | 0 | |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten |
FLAC | 349.403 | 349.403 | 0 | 0 |
Nettoergebnisse nach Bewertungskategorien 2013
| in TEUR | Anschaffungs werte |
Zeitwert/ Fair Value |
Erfolgsneutrale Fair-Value Bewertung |
Perioden gewinne/ -verluste |
|
|---|---|---|---|---|---|
| Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte |
FAFVPL | 2.920 | 2.818 | 0 | 123 |
| davon unter Anwendung der Fair-Value-Option designierte Finanzinstrumente |
0 | 0 | 0 | 0 | |
| davon zu Handelszwecken gehalten | 2.920 | 2.830 | 0 | 123 | |
| Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen | HtM | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Kredite und Forderungen | LaR | 345.715 | 345.715 | 0 | 80 |
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | AfS | 18.813 | 22.591 | 3.625 | 0 |
| Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten |
FLFVPL | 0 | 0 | 0 | 0 |
| davon unter Anwendung der Fair-Value-Option designierte Finanzinstrumente |
0 | 0 | 0 | 0 | |
| davon zu Handelszwecken gehalten | 0 | 0 | 0 | 0 | |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten |
FLAC | 305.265 | 305.265 | 0 | 0 |
Liquiditätsrisiken
Fälligkeiten der Kredite
| in TEUR | innerhalb eines Jahres |
in ein bis zwei Jahren |
in drei bis fünf Jahren |
in mehr als fünf Jahren |
Summe |
|---|---|---|---|---|---|
| Langfristige Finanzverbindlichkeiten | 157 | 3.975 | 880 | 0 | 5.012 |
| Langfristige erhaltene Anzahlungen | 0 | 394 | 0 | 0 | 394 |
| Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten | 113.784 | 0 | 0 | 0 | 113.784 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 75.432 | 0 | 0 | 0 | 75.432 |
| Kurzfristige erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen | 127.272 | 3.856 | 0 | 0 | 131.128 |
| Steuerverbindlichkeiten | 3.909 | 0 | 0 | 0 | 3.909 |
| Kurzfristige sonstige Verbindlichkeiten | 11.451 | 0 | 0 | 0 | 11.451 |
| Summe | 332.005 | 8.225 | 880 | 0 | 341.110 |
System AG (TEUR 77.181), der MT Aerospace AG (TEUR 9.968) sowie der italienischen Tochtergesellschaft CGS S.p.A. (TEUR 2.588). Es bestehen keine Verbindlichkeiten aus Operate Leasing zum Bilanzstichtag.
(29) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Die Verbindlichkeiten werden zum Erfüllungsbetrag erfasst. Alle Verbindlichkeiten sind innerhalb eines Jahres fällig.
(30) Kurzfristig erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen
Hierbei handelt es sich um Vorauszahlungen von Kunden für in Arbeit befindliche Fertigungsaufträge, deren Restlaufzeit weniger als zwölf Monate beträgt.
(31) Kurzfristige sonstige Verbindlichkeiten
Es handelt sich hier im Wesentlichen um Verpflichtungen aus dem Personalbereich.
Zusätzliche Angaben zu den Finanzinstrumenten
Die originären Finanzinstrumente umfassen auf der Aktivseite im Wesentlichen die übrigen Finanzanlagen, die Forderungen, die langfristigen und kurzfristigen Wertpapiere und die flüssigen Mittel. Die zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte und die zu Handelszwecken gehaltenen Vermögenswerte sind mit dem beizulegenden Zeitwert, die übrigen finanziellen Vermögenswerte mit den fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt. Auf der Passivseite enthalten die originären Finanzinstrumente im Wesentlichen die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Verbindlichkeiten. Der Bestand an originären Finanzinstrumenten wird in der Bilanz
ausgewiesen, die Höhe der finanziellen Vermögenswerte entspricht dem maximalen Ausfallrisiko. Soweit bei den finanziellen Vermögenswerten Ausfallrisiken erkennbar sind, werden diese Risiken durch Wertberichtigungen erfasst. Soweit Marktpreise für die Finanzinstrumente verfügbar sind, erfolgt eine Zuordnung zur Kategorie "Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte", sodass sich in dieser Kategorie ausschließlich derartige Vermögenswerte befinden. Die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten sind zum überwiegenden Teil über einen Kreditrahmenvertrag aufgenommen, dessen Konditionen von der Einhaltung oder Erreichung von zwei finanzwirtschaftlichen Kennzahlen auf Ebene der OHB-Gruppe abhängen. Bei den Krediten und Forderungen entsprechen die Anschaffungswerte im Wesentlichen dem beizulegenden Zeitwert (Nennwert abzgl. Wertminderungen). Bei den zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten ergibt sich der beizulegende Zeitwert aus den abgezinsten Erfüllungsbeträgen. Ansonsten ergeben sich die beizulegenden Zeitwerte auf der Basis von Börsenkursen.
Zum beizulegenden Zeitwert bilanzierte finanzielle Vermögenswerte nach Bewertungsstufen
Space Systems Aerospace + Industrial Products
Stufe 1: Auf aktiven Märkten gehandelte Finanzinstrumente, deren notierte Preise unverändert für die Bewertung übernommen wurden.
Stufe 2: Die Bewertung erfolgt auf Basis von Bewertungsverfahren, deren verwendete Einflussfaktoren direkt oder indirekt aus beobachtbaren Marktdaten abgeleitet werden.
Segmentberichterstattung
| in TEUR | 2014 | 2013 | 2014 | 2013 |
|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 545.286 | 466.927 | 193.993 | 220.316 |
| davon Innenumsätze | 2.744 | 338 | 8.387 | 6.697 |
| Gesamtleistung | 563.972 | 484.465 | 213.537 | 223.079 |
| Materialaufwand und bez. Leistungen | 402.296 | 322.385 | 102.578 | 106.214 |
| EBITDA | 21.030 | 36.396 | 25.493 | 16.322 |
| Abschreibungen | 6.985 | 7.398 | 6.052 | 9.069 |
| EBIT | 14.046 | 28.998 | 19.441 | 7.253 |
| Anlagevermögen | 68.755 | 55.326 | 48.345 | 71.643 |
| Umlaufvermögen | 350.346 | 285.198 | 186.700 | 195.236 |
| Bilanzsumme | 419.101 | 340.524 | 235.045 | 266.879 |
| Eigenkapital | 82.400 | 68.871 | 22.999 | 25.211 |
| Verbindlichkeiten | 336.701 | 271.653 | 212.046 | 241.668 |
| Bilanzsumme | 419.101 | 340.524 | 235.045 | 266.879 |
| Investitionen (ohne Finanzanlagen) | 20.728 | 12.978 | 4.271 | 9.602 |
Stufe3: Die Bewertung erfolgt auf Basis von Bewertungsverfahren, deren verwendete Einflussfaktoren nicht ausschließlich auf beobachtbaren Marktdaten beruhen.
Von den erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanzielle Vermögenswerte entfallen TEUR 2.846 (Vorjahr: TEUR 2.818) auf kurzfristige Wertpapiere, deren Zeitwerte nach Stufe 1 ermittelt wurden. Die Zeitwerte, der in den zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte enthaltenen Finanzanlagen, wurden in Höhe von TEUR 12.008 (Vorjahr: TEUR 10.248) nach Stufe 1 ermittelt. Die übrigen Zeitwerte in Höhe von TEUR 11.531 ( Vorjahr: TEUR 12.343) wurden nach Stufe 3 ermittelt.
Kreditrisiken
Die Kreditrisiken werden insgesamt als gering betrachtet, das Forderungsportfolio ist breit gestreut (keine Risikokonzentration) und es werden nur mit bonitätsmäßig einwandfreien Kontrahenten Geschäfte durchgeführt. Darüber hinaus bestehen allerdings allgemeine Ausfallrisiken, die durch wirtschaftliche Gegebenheiten generell jederzeit eintreten können. Aufgrund des Kundenkreises, der zu einem großen Teil aus öffentlichen Auftraggebern besteht, wird im gesamten Konzern auf die Versicherung von Forderungen verzichtet.
Währungsrisiken
Der USD-Wechselkurs beeinflusst die Erträge im Luftfahrtgeschäft. Für das Jahr 2014 sind in diesem Bereich mehr als 80% der vorhandenen Auftragsbestände und Forderungen in US-Dollar durch Devisentermingeschäfte abgesichert.
Zinsrisiken
Im Anlagebereich sind im Hinblick auf Zinsrisiken vorwiegend risikoarme Anlageformen gewählt worden. Sie unterliegen den marktüblichen Zinsschwankungen. Kreditaufnahme wird in kurzfristiger Form zur Abdeckung der aus Projektzahlungszyklen entstehenden Bedarfe im Umlaufvermögen genutzt. Hierbei werden überwiegend Mittel aus einem Kreditrahmenvertrag mit einer marktorientierten variablen Komponente im Zinssatz eingesetzt. Eine Zinsänderung von 1% würde bei derzeitiger Inanspruchnahme einen zusätzlichen Aufwand von ca. TEUR 1.300 bedeuten.
IX. Sonstige Angaben
Segmentberichterstattung
Gemäß IFRS 8 sind Geschäftssegmente auf Basis der internen Berichterstattung über Konzernbereiche abzugrenzen, die regelmäßig vom Hauptentscheidungsträger der Gesellschaft im Hinblick auf Entscheidungen über die Verteilung von Ressourcen zu diesen Segmenten und die Bewertung ihrer Ertragskraft überprüft werden. Die wesentlichen Steuerungskennzahlen im OHB-Konzern sind Gesamtleistung, EBIT und EBITDA. An den Vorstand als verantwortliche Unternehmensinstanz berichtete Informationen zum Zwecke der Allokation von Ressourcen auf die Geschäftssegmente eines Unternehmens sowie der Bewertung ihrer Ertragskraft beziehen sich zumeist auf die Arten von Gütern oder Dienstleistungen, die hergestellt oder erbracht werden.
| Überleitung | Summe | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| Holding | Konsolidierung | ||||
| 2014 | 2013 | 2014 | 2013 | 2014 | 2013 |
| 0 | 0 | –11.131 | –7.122 | 728.147 | 680.121 |
| 0 | 0 | –11.131 | –7.035 | 0 | 0 |
| 13.847 | 5.185 | –18.403 | –12.666 | 772.954 | 700.063 |
| 0 | 0 | –7.609 | –5.970 | 497.265 | 422.629 |
| 6.893 | 85 | 0 | 0 | 53.416 | 52.803 |
| 30 | 34 | –51 | –51 | 13.016 | 16.450 |
| 6.862 | 51 | 51 | 51 | 40.400 | 36.353 |
| 53.513 | 52.505 | –36.839 | –36.057 | 133.774 | 143.417 |
| 51.997 | 59.385 | –82.204 | –97.829 | 506.839 | 441.990 |
| 105.510 | 111.890 | –119.043 | –133.886 | 640.613 | 585.407 |
| 67.925 | 64.215 | –26.125 | –25.593 | 147.199 | 132.705 |
| 37.585 | 47.674 | –92.918 | –108.293 | 493.414 | 452.702 |
| 105.510 | 111.890 | –119.043 | –133.886 | 640.613 | 585.407 |
| 9 | 7 | 0 | 0 | 25.008 | 22.587 |
Konzernanlagespiegel
| Anschaffungs- bzw. H erstellungskosten |
|||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| für das Geschäftsjahr vom 01.01. bis 31.12.2014 |
Stand 01.01.2014 |
Wertverände rungen durch Neubewertungen |
Abgänge Entkon solidierung |
Zugänge | Abgänge | Umbuchungen | Stand 31.12.2014 |
| TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | |
| I. Geschäfts- oder Firmenwerte | 8.957 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 8.957 |
| II. Immaterielle Vermögenswerte | |||||||
| Konzessionen und gewerbliche Schutzrechte |
2.055 | 0 | 0 | 2 | 0 | 0 | 2.057 |
| Software erworben | 14.259 | 0 | –3.181 | 1.212 | 338 | 15 | 11.967 |
| Software erstellt | 75.854 | 0 | –2.931 | 13.944 | 12 | 0 | 86.855 |
| III. Sachanlagen | |||||||
| Betriebs- und Geschäftsausstattung |
105.382 | 0 | –14.492 | 9.782 | 2.724 | –15 | 97.933 |
| Grundstücke und Bauten | 58.557 | 0 | –12.017 | 68 | 5 | 0 | 46.603 |
| IV. Finanzanlagen | |||||||
| Anteile an verbundenen Unternehmen |
63 | 0 | 0 | 26 | 0 | 0 | 89 |
| At-Equity-Beteiligungen | 683 | 0 | 0 | 0 | 683 | 0 | 0 |
| Sonstige Beteiligungen | 41.087 | 1.760 | –105 | 14 | 747 | 0 | 42.009 |
| Gesamt | 306.897 | 1.760 | –32.726 | 25.048 | 4.509 | 0 | 296.470 |
Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten
| für das Geschäftsjahr vom 01.01. bis 31.12.2013 |
Stand 01.01.2013 |
Wertverände rungen durch Neubewertungen |
Zugänge Erstkon solidierung |
Zugänge | Abgänge | Umbuchungen | Stand 31.12.2013 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | |
| I. Geschäfts- oder Firmenwerte | 8.957 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 8.957 |
| II. Immaterielle Vermögenswerte | |||||||
| Konzessionen und gewerbliche Schutzrechte |
2.044 | 0 | 0 | 5 | 0 | 6 | 2.055 |
| Software erworben | 13.133 | 0 | 0 | 1.242 | 110 | –6 | 14.259 |
| Software erstellt | 64.396 | 0 | 0 | 11.458 | 0 | 0 | 75.854 |
| III. Sachanlagen | |||||||
| Betriebs- und Geschäftsausstattung |
97.457 | 0 | 0 | 9.798 | 1.873 | 0 | 105.382 |
| Grundstücke und Bauten | 58.478 | 0 | 0 | 83 | 4 | 0 | 58.557 |
| IV. Finanzanlagen | |||||||
| Anteile an verbundenen Unternehmen |
63 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 63 |
| At-Equity-Beteiligungen | 1.259 | 0 | 0 | 0 | 576 | 0 | 683 |
| Sonstige Beteiligungen | 36.462 | 3.625 | 0 | 1.046 | 46 | 0 | 41.087 |
| Gesamt | 282.249 | 3.625 | 0 | 23.632 | 2.609 | 0 | 306.897 |
| Kumulierte A bschreibungen |
Buchwerte | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Stand 01.01.2014 |
Abgänge Entkon solidierung |
Zugänge | Abgänge | Stand 31.12.2014 |
Stand 31.12.2014 |
Stand 31.12.2013 |
| TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR |
| 1.270 | 0 | 0 | 0 | 1.270 | 7.687 | 7.687 |
| 1.968 | 0 | 21 | 0 | 1.989 | 68 | 87 |
| 10.802 | –1.494 | 980 | 338 | 9.950 | 2.017 | 3.457 |
| 37.224 | –993 | 4.443 | 12 | 40.662 | 46.193 | 38.630 |
| 70.259 | –7.180 | 6.225 | 2.473 | 66.831 | 31.102 | 35.123 |
| 23.398 | –1.306 | 1.348 | 5 | 23.435 | 23.168 | 35.159 |
| 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 89 | 63 |
| 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 683 |
| 18.559 | 0 | 0 | 0 | 18.559 | 23.450 | 22.528 |
| 163.480 | –10.973 | 13.017 | 2.828 | 162.696 | 133.774 | 143.417 |
| Kumulierte A bschreibungen |
Buchwerte | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Stand 01.01.2013 |
Zugänge Erstkon solidierung |
Zugänge | Abgänge | Stand 31.12.2013 |
Stand 31.12.2013 |
Stand 31.12.2012 |
||
| TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | ||
| 1.270 | 0 | 0 | 0 | 1.270 | 7.687 | 7.687 | ||
| 1.947 | 0 | 21 | 0 | 1.968 | 87 | 97 | ||
| 9.742 | 0 | 1.169 | 109 | 10.802 | 3.457 | 3.391 | ||
| 31.560 | 0 | 5.664 | 0 | 37.224 | 38.630 | 32.836 | ||
| 63.925 | 0 | 7.428 | 1.094 | 70.259 | 35.123 | 33.532 | ||
| 21.234 | 0 | 2.168 | 4 | 23.398 | 35.159 | 37.244 | ||
| 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 63 | 63 | ||
| 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 683 | 1.259 | ||
| 18.559 | 0 | 0 | 0 | 18.559 | 22.528 | 17.903 | ||
| 148.237 | 0 | 16.450 | 1.207 | 163.480 | 143.417 | 134.012 |
Der Konzern gliedert sich gemäß IFRS 8 in die folgenden berichtspflichtigen Segmente:
- Space Systems
- Aerospace + Industrial Products
Im Segment "Space Systems" werden im Wesentlichen Raumfahrtprojekte entwickelt und umgesetzt. Im Segment "Aerospace + Industrial Products" liegt der Schwerpunkt in der Fertigung von Produkten für die Luft- und Raumfahrt sowie für andere Industriebereiche.
Die Segmente sind im Konzernlagebericht ausführlich beschrieben. Segmenterträge, -aufwendungen und -ergebnisse beinhalten ebenso Geschäftsbeziehungen zwischen den Geschäftsfeldern. Diese Transfers werden zu Vollkosten verrechnet. Bewertungsgrundsätze in der Segmentberichterstattung weichen nicht von den Bewertungsgrundsätzen im Konzernabschluss ab. Die Holding ist gesondert dargestellt, da die Beteiligungsansätze im Wesentlichen bei der Holding erfasst sind. Die OHB AG übt die Tätigkeit einer aktiven Holdinggesellschaft aus.
Die Umsätze (unkonsolidiert) teilen sich nach Produktgruppen wie folgt auf:
| in TEUR | 2014 | 2013 |
|---|---|---|
| Raumfahrt | 732.066 | 619.729 |
| Luftfahrt | 56.129 | 82.374 |
| Antennen | 9.329 | 21.467 |
| Telematik | 7.217 | 5.033 |
| Prozessleittechnik | 5.155 | 4.186 |
| Gesamt | 809.896 | 732.789 |
Die unkonsolidierten Umsätze der OHB AG verteilen sich nach geografischen Gesichtspunkten (Standort der Kunden) wie folgt:
| in TEUR | 2014 | 2013 |
|---|---|---|
| Deutschland | 267.990 | 202.132 |
| Restliches Europa | 510.501 | 520.673 |
| Restliche Welt | 31.405 | 9.984 |
| Gesamt | 809.896 | 732.789 |
Drei Auftraggeber aus dem Segment "Space Systems" des OHB-Konzerns haben mit TEUR 109.037, TEUR 143.399 bzw. TEUR 96.675 jeweils einen Anteil von über 10% des Gesamtumsatzes. Die langfristigen Vermögenswerte mit einem Buchwert von EUR 116 Mio. (Vorjahr: EUR 130 Mio.) befinden sich im Inland und mit einem Buchwert von EUR 37 Mio. (Vorjahr: EUR 28 Mio.) im Ausland.
Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung
Der Finanzmittelbestand setzt sich zusammen aus den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten. Der Nettoabfluss aus Kontrollverlust betrifft die Entkonsolidierung der Zahlungsmittel der ATP im Segment "Aerospace + Industrial Products". Weitere zahlungswirksame Effekte haben sich nicht ergeben. Aus Entkonsolidierung entstand ein nicht zahlungswirksamer Ertrag in Höhe von TEUR 3.804.
Sonstige finanzielle Verpflichtungen
Die finanziellen Verpflichtungen aus Mietverträgen betragen TEUR 91.856 (Vorjahr: TEUR 51.678), davon mit einer Laufzeit von bis zu einem Jahr in Höhe von TEUR 12.589 (Vorjahr: TEUR 11.409), von ein bis fünf Jahren in Höhe von TEUR 37.662 (Vorjahr: TEUR 27.718) und mit einer Laufzeit von mehr als fünf Jahren in Höhe von TEUR 41.605 (Vorjahr: TEUR 12.551). Aus Leasingverträgen (operating leasing) ergeben sich finanzielle Verpflichtungen von TEUR 1.471 (Vorjahr: TEUR 1.696) mit einer Laufzeit von ein bis fünf Jahren, davon TEUR 659 (Vorjahr: TEUR 714) bis zu einem Jahr, TEUR 801 (Vorjahr: TEUR 936) mit einer Laufzeit von ein bis fünf Jahren und TEUR 11 (Vorjahr: TEUR 46) mit einer Laufzeit von mehr als fünf Jahren. Die wesentlichen Operating-Leasing-Verhältnisse betreffen Gebäudemietverhältnisse mit einer Laufzeit von bis zu fünf Jahren. Kaufoptionen bestehen nicht. Aufgrund der Übertragung eines Unternehmensbereichs einer Konzerngesellschaft auf eine Tochtergesellschaft bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von TEUR 1.305 (Vorjahr: TEUR 3.577) mit einer Restlaufzeit von einem Jahr in Form von Patronaten. Es bestehen keine weiteren Verpflichtungen, die den Abfluss von Ressourcen erfordern. Zum Bilanzstichtag bestanden Avalverpflichtungen in Höhe von TEUR 36.332 (Vorjahr: TEUR 63.301). Für den Kreditrahmen wurde von den teilnehmenden Gesellschaften eine gesamtschuldnerische Haftung übernommen. Die OHB AG hat für die Durchführung von zwei Projekten bzw. von Aufträgen eines Kunden von Konzerntochtergesellschaften jeweils eine Patronatserklärung und in einem Fall eine Bürgschaft gegenüber dem Auftraggeber abgegeben.
Mitarbeiter
Die Anzahl der durchschnittlich beschäftigten Mitarbeiter hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2.174 betragen (Vorjahr: 2.437 Mitarbeiter). Zum 31.12.2014 sind im Unternehmensbereich "Space Systems" 1.349 Mitarbeiter beschäftigt (Vorjahr: 1.219), im Unternehmensbereich "Aerospace + Industrial Products" 730 Mitarbeiter (Vorjahr: 1.185) und bei der Holding 7 Mitarbeiter (Vorjahr: 8).
X. Organe der Gesellschaft
Vorstände der Gesellschaft sind:
- • Herr Marco R. Fuchs, Lilienthal; Vorsitzender
- • Herr Dr. Fritz Merkle, Bremen (seit 01.06.2014)
- • Herr Ulrich Schulz, Bremen
- • Herr Prof. Manfred Fuchs, Bremen (verstorben am 26.04.2014)
Dem Aufsichtsrat der Gesellschaft gehören an:
- • Frau Christa Fuchs, Bremen, Geschäftsführende Gesellschafterin der VOLPAIA Beteiligungs-GmbH, Bremen; Vorsitzende
- • Herr Prof. Heinz Stoewer, St. Augustin, Professor em. Space Systems Engineering, Technische Universität Delft, Niederlande, Geschäftsführer Space Associates GmbH, St. Augustin
- • Herr Robert Wethmar, Hamburg, Partner der Kanzlei Taylor Wessing
Mitgliedschaften der Organmitglieder in Aufsichtsräten und anderen Kontrollgremien im Jahr 2014:
- • Herr Marco R. Fuchs, ZARM Technik AG, Bremen, Vorsitzender des Aufsichtsrats; MT Aerospace AG, Augsburg, Vorsitzender des Aufsichtsrats (Konzernmandat); ORBCOMM Inc., Rochelle Park, NJ, USA, Mitglied des Verwaltungsrats (Konzernmandat); CGS S.p.A., Mailand, Italien, Mitglied des Verwaltungsrats (Konzernmandat); Jacobs University Bremen gGmbH, Mitglied des Aufsichtsrats
- • Herr Prof. Dott. Ing. h.c. Manfred Fuchs (verstorben am 26.04.2014), OHB System AG, Bremen, Vorsitzender des Aufsichtsrats (Konzernmandat); MT Aerospace AG, Augsburg, Mitglied des Aufsichtsrats (Konzernmandat), CGS S.p.A., Mailand, Italien, Präsident des Verwaltungsrats (Konzernmandat)
- • Frau Christa Fuchs, ORBCOMM Deutschland AG, Bremen, Vorsitzende des Aufsichtsrats (Konzernmandat); Cosmos Space Systems AG, Bremen, Vorsitzende des Aufsichtsrats (Konzernmandat); OHB System AG, Bremen, Vorsitzende des Aufsichtsrats, ab 17.06.2014
Wertpapierbesitz von Organmitgliedern
| zum 31.12.2014 | Aktien | +/– 2014/13 |
|---|---|---|
| Christa Fuchs, Vorsitzende des Aufsichtsrats |
1.400.690 | – |
| Professor Heinz Stoewer, Mitglied des Aufsichtsrats |
1.000 | – |
| Marco R. Fuchs, Vorsitzender des Vorstands |
3.184.796* | – |
| Dr. Fritz Merkle, Mitglied des Vorstands | 1.000 | – |
| Ulrich Schulz, Vorstand | 54 | – |
*zuzüglich der 2.863.064 vormals von Prof. Manfred Fuchs gehaltenen Aktien, deren Aktionärsrechte zum Bilanzstichtag auf Marco R. Fuchs übertragen waren
Befreiung von der Offenlegung der Jahresabschlüsse von Konzerngesellschaften
Die Hauptversammlung der OHB System AG hat am 18. März 2014 beschlossen, von den Befreiungsvorschriften zur Offenlegung des Jahresabschlusses nach § 264 (3) HGB Gebrauch zu machen.
Angaben zu Beziehungen zu nahestehenden Personen und Unternehmen
Nahestehende Personen nach IAS 24 sind Frau Christa Fuchs, Frau Romana Fuchs Mayrhofer sowie die Herren Prof. Dott. Ing. h.c. Manfred Fuchs, Marco R. Fuchs, Ulrich Schulz, Prof. Heinz Stoewer und Robert Wethmar. Als nahestehende Unternehmen sind zu nennen:
- • OHB Grundstücksgesellschaft, Achterstraße GmbH & Co. KG, Bremen
- • OHB Grundstücksgesellschaft, Kitzbühler Straße GmbH & Co. KG, Bremen
- • OHB Grundstücksgesellschaft, Universitätsallee GmbH & Co. KG, Bremen
- • OHB Grundstücksgesellschaft, Karl-Ferdinand-Braun-Straße GmbH & Co. KG, Bremen
- • VOLPAIA Beteiligungs-GmbH, Bremen
- • Apollo Capital Partners GmbH, München
- • Immobiliare Gallarate S.r.l., Mailand
- • KT Grundstücksverwaltungs GmbH & Co. KG, München
- • Schloß Annaberg GmbH, Latsch, Italien
Die Geschäfte mit nahestehenden Personen und Unternehmen werden zu marktüblichen Bedingungen abgeschlossen. Mit nahestehenden Personen und Unternehmen wurden im Geschäftsjahr TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 2) aus Umsätzen und sonstigen Erträgen erlöst, an Aufwendungen für bezogene Leistungen und Mieten fielen bei Tochterunternehmen rund TEUR 4.673 (Vorjahr: TEUR 5.151) an. Die noch offenen Forderungen zum Bilanzstichtag betragen TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 152). Verbindlichkeiten bestanden zum 31. Dezember 2014 in Höhe von TEUR 1.113 (Vorjahr: TEUR 7). Ergänzend verweisen wir auf die Ausführungen der Gesellschaft zum Abhängigkeitsbericht nach § 312 AktG im Lagebericht.
Erklärung zum Corporate Governance Kodex gemäß § 161 Aktiengesetz
Der Vorstand und der Aufsichtsrat haben die gemäß § 161 AktG geforderte Erklärung abgegeben, dass den Empfehlungen der Bundesregierung mit wenigen Ausnahmen (siehe Kapitel Corporate Governance, Seite 64) bereits entsprochen wird und in Zukunft entsprochen werden soll. Die Entsprechenserklärung ist im Internet veröffentlicht unter:
http://www.ohb.de/investor-relations/corporate-governance/ entsprechenserklaerung.html
Ergebnisverwendung
Der HGB-Einzelabschluss zum 31. Dezember 2014 der OHB AG schließt mit einem Bilanzgewinn von EUR 29.365.915,44 ab. Die OHB AG übt die Tätigkeit einer aktiven Holding aus. Wesentlicher Aktivposten sind die Anteile an verbundenen Unternehmen, die zum Stichtag mit TEUR 44.514 zu Buche stehen. Das
Eigenkapital der OHB AG am 31. Dezember 2014 betrug TEUR 68.604. Die Gesellschaft weist im Einzelabschluss liquide Mittel von insgesamt TEUR 3.799 aus. Zum Jahresüberschuss 2014 haben insbesondere die Erträge aus Gewinnabführungsverträgen in Höhe von TEUR 4.977 sowie die Gewinnausschüttung zweier Tochtergesellschaft in Höhe von TEUR 5.118 beigetragen. Der Vorstand schlägt der Hauptversammlung vor, den Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2014 in Höhe von EUR 29.366 wie in der Tabelle "Ergebnisverwendungsvorschlag" dargestellt zu verwenden. Bei den angegebenen Beträgen für die Gesamtdividende und für den Vortrag auf neue Rechnung sind die zum Zeitpunkt des Gewinnverwendungsvorschlags des Vorstands dividendenberechtigten Aktien berücksichtigt.
Die von der Gesellschaft zum Bilanzstichtag gehaltenen eigenen Aktien (80.496 Stückaktien) sind gemäß § 71 b AktG nicht dividendenberechtigt. Sollte die Anzahl der eigenen Aktien, die von der Gesellschaft zum Zeitpunkt der Beschlussfassung der Hauptversammlung über die Verwendung des Bilanzgewinns gehalten werden, größer oder kleiner sein als zum Bilanzstichtag, vermindert bzw. erhöht sich der insgesamt an die Aktionäre auszuschüttende Betrag um den Dividendenteilbetrag, der auf die Differenz an Aktien entfällt. Der in den Vortrag auf neue Rechnung einzustellende Betrag verändert sich gegenläufig um den gleichen Betrag. Die auszuschüttende Dividende pro dividendenberechtigter Stückaktie bleibt hingegen unverändert.
Der Hauptversammlung wird gegebenenfalls ein entsprechend modifizierter Beschlussvorschlag unterbreitet werden. Für das Geschäftsjahr 2013 betrug die Ausschüttung der Dividende in Höhe von EUR 0,37 auf jede dividendenberechtigte Stückaktie (17.387.600 Stückaktien) insgesamt EUR 6.433.412,00, weiterhin wurde ein Betrag in Höhe von EUR 15.970.928,46 auf neue Rechnung vorgetragen. Der Bilanzgewinn betrug im Geschäftsjahr 2013 EUR 22.404.340,46.
Ergebnisverwendungsvorschlag
| in EUR | 2014 |
|---|---|
| Ausschüttung einer Dividende von EUR 0,37 | |
| auf jede dividendenberechtigte Stückaktie | |
| (17.387.600 Stückaktien) | 6.433.412,00 |
| Vortrag auf neue Rechnung | 22.932.503,44 |
| Bilanzgewinn | 29.365.915,44 |
Vergütung
Die Vergütung der Mitglieder des Vorstands setzt sich grundsätzlich aus erfolgsunabhängigen und erfolgsabhängigen Komponenten zusammen. Aktienbasierte Vergütungsbestandteile sowie Vergütungskomponenten mit langfristiger Anreizwirkung bestehen derzeit nicht. Im Fall des Todes eines Vorstandsmitglieds erhalten die Hinterbliebenen Anspruch auf Weiterzahlung der erfolgsunabhängigen Vergütung des Verstorbenen für sechs Monate.
Die Grundzüge des Vergütungssystems sowie die individualisierten Vorstandsbezüge sind ausführlich im Lagebericht/ Vergütungsbericht (S. 62) dargestellt. Die Gesamtbezüge des Vorstands betragen für das Geschäftsjahr 2014 TEUR 1.840 (Vorjahr: TEUR 1.720), davon sind TEUR 1.041 variable Vergütungsbestandteile, TEUR 799 fixe Vergütungsbestandteile, TEUR 3,3 entfallen auf kapitalbildende Lebensversicherungen und TEUR 12 sind aufgrund einer Pensionszusage gezahlt worden.
Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats betragen für das Geschäftsjahr 2014 TEUR 70 (Vorjahr: TEUR 70), wobei TEUR 30 für die Vorsitzende des Aufsichtsrats und TEUR 40 für die anderen Mitglieder des Aufsichtsrats zurückgestellt wurden. Auf variable Vergütungsbestandteile wurde verzichtet. Frau Christa Fuchs erhielt aus ihrer Beratungstätigkeit für Unternehmen der OHB-Gruppe im Berichtsjahr eine marktübliche Vergütung in Höhe von TEUR 64 (Vorjahr: TEUR 128).
Honorare und Dienstleistungen des Abschlussprüfers
Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat der OHB-Konzern an den Abschlussprüfer BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hamburg, folgenden Honoraraufwand erfasst:
- • Jahres- und Konzernabschlussprüfungsleistungen: TEUR 226 (Vorjahr: TEUR 235)
- • Steuerberatungsleistungen: TEUR 56 (Vorjahr: TEUR 136)
- • Sonstige Leistungen: TEUR 19 (Vorjahr: TEUR 11)
Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Zwischen dem Bilanzstichtag und der Erstellung des Geschäftsberichts 2014 gab es keine wesentlichen berichtspflichtigen Ereignisse.
Die Freigabe des Konzernabschlusses zur Veröffentlichung durch den Vorstand ist nach der Aufsichtsratssitzung am 18. März 2015 vorgesehen.
Der Vorstand Bremen, den 16. März 2015
Marco R. Fuchs
Dr. Fritz Merkle
Ulrich Schulz
OHB AG | 2014
XI. BESTÄTIGUNGSVERMERK
Wir haben den von der OHB AG, Bremen, aufgestellten Konzernabschluss – bestehend aus Bilanz, Gesamtergebnisrechnung, Gewinn- und Verlustrechnung, Eigenkapitalveränderungsrechnung, Kapitalflussrechnung und Anhang – sowie den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2014 bis zum 31. Dezember 2014 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315 a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht abzugeben.
Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Rechnungslegungsinformationen der in den Konzernabschluss einbezogenen Teilbereiche, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.
Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315 a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Konzernlagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
Hamburg, den 16. März 2015 BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Christian Heesch, Wirtschaftsprüfer
Sven Lilienblum, Wirtschaftsprüfer
Erklärung des Vorstands
Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.
Bremen, den 16. März 2015 Der Vorstand
Ansprechpartner
Impressum
OHB AG
Karl-Ferdinand-Braun-Straße 8 28359 Bremen
Marco R. Fuchs Vorsitzender des Vorstands
Martina Lilienthal Investor Relations Tel.: +49 (0) 421 2020-720 Fax: +49 (0) 421 2020-613 ir ohb.de
Martin Stade Corporate Communications Tel.: +49 (0) 421 2020-620 Fax: +49 (0) 421 2020-613 pr ohb.de
Text und Inhalt:
OHB AG, Bremen PvF Investor Relations, Eschborn moskito Kommunikation und Design, Bremen
Konzept und Design: moskito Kommunikation und Design, Bremen
Fotos:
Arianespace, Evry, Frankreich Astrium GmbH, Bremen BAAINBw, Koblenz Carl-Christian Meyer, Bremen Carsten Heidmann Fotografie, Bremen CGS S.p.A., Mailand, Italien CNES, Paris, Frankreich Council of European Aerospace Societies ESA, CNES, ARIANESPACE, Optique Video du CSG (JM Guillon) ESA, Paris, Frankreich (AOES Medialab, J. Huart, Anneke Le Floc'h, Optique Vid.o du CSG) ESO, Garching bei München (Igor Chekalin, M. Kornmesser und Nick Risinger) Ingo Wagner iStockphoto LuxSpace Sarl, Betzdorf, Luxemburg MT Aerospace, Augsburg MT Mechatronic GmbH, Mainz NASA, Washington, USA NASA/JPL (Caltech/Cornell/Arizona State Univ.), USA OHB AG, Bremen OHB Sweden, Kista, Schweden OHB System AG, Bremen SNC, Sparks, NV, USA
Lektorat:
Zertani Die Druck GmbH, Bremen
Druck:
BerlinDruck, Achim bei Bremen
➤ Glossar
Finanzkalender 2015
| Bilanzpressekonferenz und Veröffentlichung des Geschäftsberichts 2014, Bremen | 19. März |
|---|---|
| Analystenkonferenz, Frankfurt am Main | 19. März |
| 3-Monatsbericht /Analysten-Conference Call | 13. Mai |
| Hauptversammlung, Bremen | 21. Mai |
| 6-Monatsbericht /Analysten-Conference Call | 13. August |
| 9-Monatsbericht /Analysten-Conference Call | 11. November |
| Analystenpräsentation auf dem Deutschen Eigenkapitalforum, | |
| Frankfurt am Main | 23.–25. November |
Glossar
AQAP Allied Quality Assurance Publications; von der NATO aus dem Military Standard entwickelte Normen-Serie für Qualitätssicherungssysteme
ARTES-7 ESA-Langzeitplan zur Entwicklung eines europäischen Kommunikationssatelliten-Netzwerks mittels modernster Laserkommunikation
ASI Agenzia Spaziale Italiana, Italienische Raumfahrtagentur
ATV Automated Transfer Vehicle; unbemannte Raumtransporter für ISS-Versorgungsflüge
BAAINBw Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (früher BWB, Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung)
BDLI Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie e.V.
BIOMASS Erdbeobachtungsprogramm der Europäischen Raumfahrtagentur ESA
Blue Dot Name der im Mai 2014 gestarteten 6-monatigen Mission des ESA-Astronauten Alexander Gerst zur Internationalen Raumstation ISS
BMVg Bundesministerium der Verteidigung
BMWi Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
CFK Kohlenstofffaserverstärkter Kunststoff
Columbus Name des europäischen Forschungsmoduls der Internationalen Raumstation
CPS Chemical Propulsion System, chemisches Antriebssystem
DAX Deutscher Aktienindex, wichtigster deutscher Index, der die Entwicklung der 30 größten, an der Frankfurter Wertpapierbörse notierten Aktiengesellschaften widerspiegelt
DEKRA Prüfgesellschaft zur periodischen Überwachung von Kraftfahrzeugen, für Gutachten, Sicherheitsprüfungen und die Prüfung von technischen Anlagen
Design-to-cost Bezeichnet das Entwerfen und Konstruieren nach Kostengesichtspunkten unter Berücksichtigung der gegebenen Rahmenbedingungen
DLR Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V.
Dream Chaser® Raumgleiter, der nach dem Auslaufen der Shuttleflotte Astronauten zur Internationalen Raumstation bringen soll
EBIT Earnings Before Interest and Taxes; Gewinn vor Zinsaufwand und Steuern
EBITDA Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortisation; Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf Sachanlagen und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte
EBT Earnings Before Taxes; Gewinn vor Steuern
EDRS-C Dedizierter Satellit für das European Data Relay Satellite System; europäische Datenrelais-Satelliten zur Implementierung eines Weltraum-Datennetzwerks mittels optischer Satellitenkommunikation
Electra Voll elektrisch angetriebener Satellit auf Basis der SmallGEO-Plattform
EnMAP Environmental Mapping and Analysis Program; Satellit zur Erdbeobachtung im Hyperspektralbereich
EOEP Earth Observation Envelope Programme, Erdbeobachtungsrahmenprogramm der ESA
EPS Earnings Per Share; Ergebnis pro Aktie
ESA European Space Agency; Europäische Weltraumorganisation
ESO European Southern Observatory; Europäische Südsternwarte, baut und betreibt mehrere der weltweit fortschrittlichsten bodengebundenen astronomischen Teleskope
EU Europäische Union
EUMETSAT European Organisation for the Exploration of Meteorological Satellites; zwischenstaatliche Organisation mit Sitz in Darmstadt, Betreiberin der Wettersatelliten Meteosat und MetOp
ExoMars Wissenschaftliche Mission der ESA und ROSCOSMOS zur Erforschung des Mars
F+E Forschung und Entwicklung
FOC Full Operational Capability; Satellitenkonfiguration für die Nutzung eines Systems
Galileo Europäisches globales satellitengestütztes Navigationssystem: Die FOC (Full Operational Capability)- Phase des Galileo-Programms wird von der Europäischen Union finanziert und durchgeführt. Die Europäische Kommission und die ESA haben eine Vereinbarung unterzeichnet, nach der die ESA als Entwicklungs- und Beschaffungsagentur im Auftrag der Kommission handelt. Die hier dargestellte Sichtweise spiegelt nicht zwangsläufig die offizielle Position der Europäischen Union und/oder der ESA wider. "Galileo" ist eine Schutzmarke unter der OHIM-Anwendungsnummer 002742237 der EU und ESA.
Heinrich Hertz Auf SmallGEO basierende Satellitenmission zur Untersuchung neuer Kommunikationstechnologien im Weltraum
HGB Handelsgesetzbuch
Hispasat AG1 Hispasat Advanced Generation 1
IAC International Astronautical Congress; jährlich an wechselnden Orten stattfindendes Raumfahrt-Symposium
IAS International Accounting Standards
IFRS International Financial Reporting Standards
ISS International Space Station; Internationale Raumstation
MTG Meteosat Third Generation; Programm zur Entwicklung, zum Bau und Start europäischer Wettersatelliten der dritten Generation
NADCAP National Aerospace and Defense Contractors Accreditation Program; Zertifizierung von Spezialprozessen in Luft-, Raumfahrt und Verteidigung
NASA National Aeronautics and Space Administration; US-amerikanische Raumfahrtbehörde
OPSIS OPtical System for Imaging and Surveillance, Satellitenmission der italienischen Raumfahrtagentur ASI
Philae Lander der Kometenmission Rosetta mit 10 Instrumenten an Bord, um das Material des Kometen 67P/ Tschurjumow-Gerasimenko zu untersuchen
REACH Registration, Evaluation, Authorization of Chemicals (EU-Chemikalienverordnung)
RoHS Restriction of (the use of certain) hazardous substances; EU-Richtlinie zur Beschränkung der Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe in Elektround Elektronikgeräten
ROSCOSMOS Raumfahrtbehörde der Russischen Föderation
Rosetta Mission der europäischen Weltraumorganisation ESA, die die Entstehungsgeschichte unseres Sonnensystems erforschen soll, die Mission besteht aus einem Orbiter und der Landeeinheit Philae
SAR-Lupe Synthetic Aperture Radar-Lupe; System aus Kleinsatelliten mit einem Verfahren zur Steigerung der Qualität von Radarbildern
SmallGEOs Kleine geostationäre Satelliten für Telekommunikation und Multimediaanwendungen
TecDAX Deutscher Aktienindex, in dem die 30 größten Technologiewerte in Bezug auf Marktkapitalisierung und Orderbuchumsatz zusammengefasst sind
Telematik Verbindung von Telekommunikation und Informatik
TET TechnologieErprobungsTräger; Kernelement des nationalen Programms "On-Orbit-Verifikationen von neuen Techniken und Technologien"
TRL Technology Readiness Level; gibt auf einer Skala von 1 bis 9 an, wie weit entwickelt eine Technologie ist
USD US-Dollar
OHB AG
Karl-Ferdinand-Braun-Str. 8 28359 Bremen, Germany
Tel.: +49 (0)421 2020-8 Fax: +49 (0)421 2020-613 [email protected]
www.ohb.de