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OHB SE Annual Report 2012

Mar 20, 2013

315_10-k_2013-03-20_ef0b0b4b-5671-42d6-8390-289a89c46f8e.pdf

Annual Report

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Geschäftsbericht 2012

2012

OHB AG in Zahlen

Der Konzern in TEUR
2012 2011 2010 2009 2008
Umsatzerlöse 615.982 555.689 425.448 287.164 232.473
Gesamtleistung 632.729 555.292 453.323 321.818 260.029
EBITDA 46.126 43.101 33.688 31.659 28.736
EBIT 31.013 27.276 22.730 20.771 18.708
EBT 23.995 19.517 15.384 18.039 16.092
Jahresüberschuss 14.826 13.523 9.642 14.860 8.998
Ergebnis pro Aktie (Euro) 0,85 0,78 0,55 0,96 0,61
Bilanzsumme 535.704 528.239 466.396 441.905 328.104
Eigenkapital 124.763 113.577 105.170 98.125 81.362
Cashflow aus lfd. Geschäftstätigkeit 17.559 21.137 42.123 32.596 9.353
Investitionen 21.571 15.533 19.126 14.681 16.260
davon Investitionen in Beteiligungen 760 156 6.543 120 1.520
Mitarbeiter per 31. Dezember 2.493 2.352 1.677 1.546 1.284
Die Aktie in EUR
2012 2011 2010 2009 2008
Jahresschlusskurs 15,15 11,40 16,60 11,20 8,00
Jahreshöchstkurs 16,50 17,45 18,34 11,35 13,92
Jahrestiefstkurs 11,16 8,25 11,50 5,85 4,82
Marktkapitalisierung zum Jahresschluss 265 Mio. 199 Mio. 290 Mio. 196 Mio. 119 Mio.
Anzahl der Aktien (Stück) 17.468.096 17.468.096 17.468.096 17.468.096 14.928.096

Die OHB-Gruppe im Überblick Die OHB-Gruppe in Europa

Die OHB AG ist ein europäischer Raumfahrt- und Technologiekonzern und eine der bedeutenden unabhängigen Kräfte der europäischen Luft- und Raumfahrtindustrie. Mit ihrer über 30-jährigen Erfahrung in der Entwicklung und der Umsetzung innovativer Raumfahrtsysteme und -strukturen, dem Angebot von spezifischen Luft- und Raumfahrt- und Telematikprodukten hat sich die OHB-Gruppe herausragend positioniert und für den internationalen Wettbewerb aufgestellt.

Structure follows Strategy – getreu diesem Prinzip hat die OHB AG auch ihre Unternehmensbereiche neu geordnet. Die neue Segmentierung folgt der Strategie, die einzelnen Tochter ge sellschaften synergetisch besser zu integrieren und thematisch stärker zusammenzuführen. Somit richten sich die Kompetenzen, Strategien und Lösungen innerhalb der Gruppe auf zwei zentrale Segmente.

Im Unternehmensbereich "Space Systems" liegt der Fokus in der Entwicklung und Umsetzung von Raumfahrtprojekten. Das bedeutet insbesondere die Entwicklung und die Fertigung erdnaher und geostationärer Satelliten für Navigation, Wissen schaft, Kommunikation und Erdbeobachtung einschließlich der wissenschaftlichen Nutzlasten. In der Bemannten Raumfahrt stehen

Projekte für Ausstattung und Betrieb der Internationalen Raumstation ISS, Columbus und ATV im Vordergrund. Im Bereich Exploration erarbeiten unsere Experten hier – mit Schwerpunkt Mond und Mars – u. a. Studien und Konzepte für die Erforschung unseres Sonnensystems. Leistungsstarke Aufklärungssatelliten sowie die breitbandige Funkübertragung von Bildaufklärungsdaten sind darüber hinaus unsere Kerntechnologien für Sicherheit und Aufklärung.

Der Schwerpunkt des Unternehmensbereichs "Aerospace +

Industrial Products" liegt in der Fertigung von Produkten für die Luft- und Raumfahrt sowie für andere Industriebereiche. Hier hat sich OHB als bedeutender Ausrüster für Aerospace-Strukturen in der Luft- und Raumfahrt positioniert und ist u. a. größter deutscher Zulieferer für das Ariane-5-Programm und etablierter Her steller sensitiver Bauteile für Flugtriebwerke. Darüber hinaus ist OHB als erfahrener Anbieter von mechatronischen Systemen für Antennen und Teleskope an mehreren Großprojekten für Radio teleskope beteiligt.Telematiksysteme von OHB unterstützen weltweit die Logistik durch effi ziente Transportsteuerung und Sendungsverfolgung.

OHB AG
Space Systems Aerospace + Industrial Products
OHB System AG,
Bremen,
Deutschland
MT Aerospace AG,
Augsburg,
Deutschland
Kayser-Threde GmbH,
München,
Deutschland
Aerotech Peissenberg
GmbH & Co. KG,
Peissenberg, Deutschland
CGS S.p.A.,
Mailand,
Italien
OHB Teledata GmbH,
Bremen,
Deutschland
LuxSpace Sàrl,
Betzdorf,
Luxemburg
megatel GmbH,
Bremen,
Deutschland
Antwerp Space N.V.,
Antwerpen,
Belgien
Telematic Solutions S.p.A.,
Mailand,
Italien
OHB Sweden AB,
Stockholm,
Schweden

Die OHB-Gruppe im Überblick Die OHB-Gruppe in Europa

INHAlt

  • 02 Brief an die Aktionäre
  • 05 Bericht des Aufsichtsrats
  • 10 Interview mit Dr. Engeln
  • 14 Galileo
  • 18 Highlights 2012
  • 42 OHB-Aktie
  • 46 Konzernlagebericht
  • Geschäft und Rahmenbedingungen
  • Geschäftsentwicklung
  • Umsatz- und Auftragsentwicklung
  • Ertragslage
  • Vermögens- und Finanzlage
  • Mitarbeiter
  • Forschung und Entwicklung
  • Qualitätsmanagement, Umweltmanagement, Datenschutz und Prozesse
  • Nachtragsbericht
  • Prognosebericht
  • Internes Kontroll- und Risikomanagement
  • Chancen- und Risikobericht

  • Vergütungsbericht

  • Abhängigkeitsbericht
  • Angaben nach § 315 Abs. 4 HGB
  • Erklärung zur Unternehmensführung
  • 65 Corporate Governance

66 Konzernabschluss

  • Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
  • Gesamtergebnisrechnung des Konzerns
  • Konzernbilanz
  • Konzernkapitalflussrechnung
  • Konzerneigenkapitalspiegel
  • Konzernanhang und Erläuterungen zum Konzernabschluss
  • Bestätigungsvermerk

Weitere Angaben

  • Ansprechpartner / Impressum
  • U Glossar / Finanzkalender 2013

Ulrich Schulz,

geb. 1951, Dipl.-Ing., Mitglied des Vorstands der OHB AG seit 2000

Marco R. Fuchs,

geb. 1962, Rechtsanwalt, Vorsitzender des Vorstands der OHB AG seit 2000

Prof. Dott. Ing. h.c. Manfred Fuchs, geb. 1938, Dipl.-Ing., Mitglied des Vorstands der OHB AG seit 2002

Sehr verehrte Aktionärinnen, sehr geehrte Aktionäre, liebe Kunden und Partner,

im vergangenen Börsenjahr 2012 waren deutsche Aktien eine begehrte Anlageklasse, unter anderem weil aufgrund historisch niedriger Zinsen Staats- und Unternehmensanleihen als alternative Anlageform weniger attraktiv waren. Der deutsche Aktienindex konnte trotz fehlenden Trends über das gesamte Jahr eine Steigerung von fast 30 Prozent verzeichnen. Unsere OHB-Aktie folgte im zurückliegenden Börsenjahr weitgehend diesem Trend, übertrumpfte aber am Ende des Jahres 2012 den DAX mit einem Kursanstieg von etwas über 30 Prozent.

Hierzu trugen auch die für den OHB-Konzern positiven Beschlüsse der Ministerratskonferenz der ESA bei, die Ende November 2012 bekannt wurden. Von der positiven Entscheidung für die Weiterentwicklung sowohl der europäischen Trägerrakete Ariane 5 ME als auch der dann folgenden Generation Ariane 6 profitiert OHB im doppelten Sinne. Als Aktionär der Arianespace S.A., die die Ariane-Trägerraketen vermarktet, sowie als Lieferant von wesentlichen Baugruppen der Ariane durch unsere Tochtergesellschaft MT Aerospace. Ebenso bedeutsam ist die positive Entscheidung für das neue Projekt "Electra", ein voll elektrisch angetriebener Satellit auf Basis der von OHB entwickelten SmallGEO-Plattform.

Wesentlichen Anschub sowohl operativ als auch für die Kursentwicklung der OHB-Aktie erhielten wir zu Beginn des Jahres 2012 durch den Zuschlag zum Bau von weiteren acht Galileo*-Navigationssatelliten im Wert von 256 Millionen Euro und die Unterzeichnung der Verträge für Entwicklung, Bau und Test der europäischen Wettersatelliten der dritten Generation (MTG) mit Thales Alenia Space, dem Hauptauftragnehmer des Programms, im Wert von 750 Millionen Euro. Weitere Details zum Fortschritt und zur Weiterentwicklung des umfangreichen Galileo*-Programms finden Sie noch an mehreren Stellen in diesem Geschäftsbericht.

Eines der wichtigsten Instrumente für die Impulsgebung und vorausschauende Forschung in der Raumfahrt ist die Gewinnung von Aufträgen für Studien und Konzepte zukünftiger Programme und Projekte. Dies ist uns im vergangenen Geschäftsjahr mehrfach eindrucksvoll gelungen. "Electra" (siehe oben) und "NELS", eine Studie der ESA zur Untersuchung neuer Konzepte für künftige europäische Startdienstleistungen (New European Launch Service), bieten OHB somit die wichtige Chance, unsere Ideen in die europäische Raumfahrtentwicklung einbringen zu können.

Positiv entwickeln sich auch operatives Geschäft, Kostenstrukturen und Organisation unserer Anfang 2011 erworbenen Tochtergesellschaft Aerotech Peissenberg, die ihren Turnaround gemeistert hat und für 2012 erstmalig schwarze Zahlen zum Konzernergebnis beisteuert.

Entscheidend für Sie liebe Aktionärinnen und Aktionäre ist jedoch, dass die erneut erzielten Bestmarken in der Gesamtleistung sich nicht nur im operativen Ergebnis (EBITDA), im Betriebsergebnis (EBIT), im Jahresüberschuss und im kalkulatorischen Ergebnis je Aktie widerspiegeln. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung dieses Jahr eine erhöhte Dividende je Aktie im Betrag von 0,37 Euro zur Ausschüttung vor.

Die Strategie des kontinuierlichen und vor allem kontrollierten Wachstums resultierte nun schon zum wiederholten Mal in Folge in absoluten Bestwerten in Gesamtleistung und Ergebnis. Ursächlich dafür ist das organische Wachstum durch den Gewinn neuer Projekte sowie durch Erweiterungen und Aufstockungen bereits bestehender Aufträge. Der OHB-Konzern ist in den vergangenen Jahren aber auch durch größere und kleinere Akquisitionen in der Raumfahrt und in der Luftfahrt gewachsen, die die mittel- bis langfristigen Wettbewerbspositionen des Konzerns in den beiden Unternehmensbereichen stärken werden. Die wesentliche Aufgabe des Konzernmanagements bestand 2012 in der Integration der neu erworbenen Unternehmen in die parallel ebenfalls neu gegliederte Konzernstruktur der OHB AG als auch in der personellen Verstärkung der Managementstrukturen im Konzern und in den Tochtergesellschaften.

Tief betroffen sind wir durch den plötzlichen Tod unseres stellvertretenden Vorsitzenden des Aufsichtsrats Prof. Dr.-Ing. Hans Josef Rath, der uns nach kurzer, schwerer Krankheit Anfang September 2012 für immer verlassen hat. Wir verlieren mit ihm einen exzellenten Kenner und Pionier der Raumfahrt, einen langjährigen Weggefährten und vor allem einen lieben Freund.

Ausblick 2013

Im laufenden Geschäftsjahr 2013 und auch in den Folgejahren verfolgt die OHB AG die eingeschlagene Wachstumsstrategie und kann mit einem nochmalig gestiegenen Auftragsbestand in Höhe von rund 1,6 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,0 Milliarden Euro) die hohe operative Auslastung in allen Bereichen des Konzerns gewährleisten. Diese Planungssicherheit erlaubt dem Vorstand einen Ausblick auf das Gesamtjahr 2013 mit einer erwarteten Steigerung der konsolidierten Gesamtleistung um rund 80 Millionen Euro auf mehr als 700 Millionen Euro (+ 13 Prozent gegenüber Vorjahr). Zu dem Wachstum sollen beide Unternehmensbereiche mit einer gegenüber 2012 gesteigerten Gesamtleistung beitragen. Die operativen Ergebnisgrößen EBITDA und EBIT sollen 2013 mit mehr als 53 Millionen Euro (+ 15 Prozent gegenüber Vorjahr) und mehr als 36 Millionen Euro (+ 20 Prozent gegenüber Vorjahr) die Vorjahreswerte nicht nur absolut übertreffen, sondern spiegeln auch die verbesserte Kostenstruktur und die damit verbesserte Margensituation wider.

Ich danke den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aller Unternehmen des Konzerns für ihre geleistete Arbeit, ihren Einsatz und ihre innovativen Ideen. Ohne sie wäre der Erfolg des vergangenen Geschäftsjahres nicht möglich gewesen. Beide Unternehmensbereiche haben ihren Anteil zum Wachstum und zur Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns beigetragen. Mit eben diesem Einsatz und der gleichen Begeisterung werden wir uns auch weiterhin gemeinsam dafür einsetzen, dass die OHB AG eine europäische Erfolgsgeschichte bleibt.

Bremen, den 13. März 2013

Marco R. Fuchs Vorsitzender des Vorstands

Sehr geehrte Aktionäre,

die kontinuierlich positive Entwicklung des OHB-Konzerns, auch im Geschäftsjahr 2012, dürfen wir auch für die kommenden Jahre erwarten. Die Beschlüsse der Ministerratskonferenz der ESA im November 2012 zur Raumfahrt, insbesondere zur Entwicklung der Ariane 5 ME und zu "Electra" eröffnen dem OHB-Konzern weiteres Wachstum und sichern bereits bestehende Kapazitäten in Entwicklung und Produktion. Der aktuelle Auftragsbestand in Höhe von rund 1,6 Milliarden Euro ist ein wesentlicher Garant für Auslastung und Wachstum des Konzerns. Erfolgreich konnten die neu erworbenen Beteiligungen in die bereits gefestigte neue Struktur des OHB-Konzerns integriert werden. Hierbei ist insbesondere der erfolgreiche Turnaround der Aerotech Peissenberg zurück zu schwarzen Zahlen hervorzuheben, der maßgeblich durch die Auswahl des richtigen Managementpersonals und dessen Engagement gemeistert wurde.

Prof. Heinz Stoewer,

Mitglied des Aufsichtsrats seit 2005, geb. 1940, Dipl.-Ing., M. Sc., Professor em. Space Systems Engineering, Technische Universität Delft, Niederlande, Geschäftsführer Space Associates GmbH

Christa Fuchs,

Vorsitzende des Aufsichtsrats der OHB AG, Mitglied des Aufsichtsrats seit 2002, geb. 1938, Kauffrau, Geschäftsführende Gesellschafterin der VOLPAIA Beteiligungs-GmbH

Robert Wethmar,

Mitglied des Aufsichtsrats seit 7. November 2012, geb. 1961, Rechtsanwalt, Partner der Anwaltskanzlei Taylor Wessing

Überschattet wurde die erfolgreiche Managementleistung von Vorstand und Aufsichtsrat im vergangenen Herbst durch den überraschenden Tod unseres stellvertretenden Vorsitzenden des Aufsichtsrats Prof. Dr.-Ing. Hans Josef Rath. Wir verlieren mit ihm einen exzellenten Kenner und Pionier der Raumfahrt, einen langjährigen Weggefährten und vor allem einen lieben Freund. Das Amtsgericht Bremen hat auf Antrag des Vorstands der OHB AG Herrn Robert Wethmar am 7. November 2012 zum Mitglied des Aufsichtsrats der Gesellschaft bestellt. Damit wurde die Lücke im Aufsichtsrat geschlossen, die durch den plötzlichen Tod von Prof. Rath entstanden war. Robert Wethmar ist seit 1992 als Rechtsanwalt in Hamburg und seit 1993 als Attorney-at-Law in New York zugelassen. Er ist seit 1994 bei der internationalen Anwaltskanzlei Taylor Wessing beschäftigt, seit 1997 ist er Partner der Kanzlei.

Die OHB AG und ihre Organe haben sich einer guten und verantwortungsvollen Unternehmensführung verpflichtet. Dieses Selbstverständnis wird sowohl von den Mehrheitsgesellschaftern als auch dem gesamten Management des Konzerns mitgetragen. Neben der Befolgung hoher gesetzlicher und ethischer Standards durch verantwortungsbewusste Mitarbeiter legt das Selbstverständnis von OHB besonderen Wert auf Umweltschutz, höchste Qualitätsansprüche sowie Sicherheit, Gesundheit und Gleichberechtigung der Mitarbeiter. Einer der geplanten Schwerpunkte wird auch in den kommenden Jahren sein, den Anteil an Frauen – in der bisher immer noch stark männlich dominierten Welt der Ingenieure – für die spannenden und interessanten Aufgaben in der Luft- und Raumfahrttechnik zu erhöhen, respektive mehr Mädchen und Frauen für technische Berufe zu interessieren und zu gewinnen. Der mittlerweile schon traditionelle "Girls-Day" im Konzern ist da nur der Anfang in einer Reihe von Aktionen und Maßnahmen des beruflichen Schnupperns und Einstiegs. Spezielle Kooperationen mit Hochschulen und Universitäten sowie die Aus- und Weiterbildung und gezielte Förderung weiblicher Mitarbeiter bis in die Führungsund Managementpositionen hinein werden auch zukünftig zur kontinuierlichen Unterstützung dieses Programms beitragen.

Im Geschäftsjahr 2012 hat der Aufsichtsrat die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben mit großer Sorgfalt wahrgenommen und den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens beraten und überwacht. Dem Aufsichtsrat obliegt die Überwachung des Vorstands im Sinne einer kontrollierenden, aber auch gestaltenden Funktion. Diese gestaltende Funk tion hat nicht nur kurzfristig, sondern auch mittel- und langfristig eine entscheidende Wirkung auf den Geschäftserfolg.

Der Vorstand unterrichtete den Aufsichtsrat regelmäßig und ausführlich über die Entwicklung des Auftragseingangs, der Gesamtleistung, des Ergebnisses und der Beschäftigung der OHB AG, des Konzerns, der einzelnen Unternehmensbereiche und insbesondere über die Fortschritte der Integration der neu erworbenen Beteiligungen. Der Vorstand beantwortete alle Fragen des Aufsichtsrats vollständig und umfassend. Der Aufsichtsrat hat sich fortlaufend über die Unternehmensplanung, die strategische Weiterentwicklung sowie die wesentlichen Beteiligungs projekte informieren lassen und stand dem Vorstand bei einzelnen Themen der Unternehmens akquisition und Projektausschreibungen beratend zur Seite.

In fünf ordentlichen Sitzungen befasste sich der Aufsichtsrat mit der Entwicklung der laufenden Geschäfte, der Prüfung der Berichte des Vorstands, mit den Statusberichten aktueller Projekte,

laufenden Ausschreibungen, Akquisitions- und potenziellen Desinvestitionsvorhaben, aktuellen Fortschritten der Integration der neu erworbenen Unternehmen sowie den Unternehmensplanungen 2013 und 2014. Die ordentlichen Sitzungen des Aufsichtsrats im Jahr 2012 fanden am 14. März, am 16. Mai, am 29. Juni, am 19. September und am 20. Dezember jeweils am Sitz der Gesellschaft in Bremen statt.

In der Sitzung am 14. März 2012 standen der Bericht des Vorstands über den Geschäftsverlauf des Geschäftsjahres vom 1. Januar 2011 bis zum 31. Dezember 2011, die aktuelle Geschäftslage sowie der erwartete Geschäftsverlauf für das Geschäftsjahr 2012 im Mittelpunkt. Hierzu legte der Vorstand den Jahresabschluss, den Konzernabschluss sowie die Lageberichte für die OHB AG und den Konzern für das Geschäftsjahr 2011 vor. Die Vorlage des Prüfungsberichts der BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hamburg, und des Berichts des Abschlussprüfers wurden von den Prüfungsleitern persönlich vorgenommen, die ebenfalls an dieser Sitzung teilnahmen. Festgestellt wurden der Jahresabschluss und der Konzernabschluss der OHB AG. Ebenfalls beschlossen wurde der Bericht des Aufsichtsrats einschließlich der Erklärung zur Billigung des vom Vorstand aufgestellten Abhängigkeitsberichts. Die Tagesordnung der 12. ordentlichen Hauptversammlung am 16. Mai wurde inklusive der Beschlussvorschläge, unter anderem zur Gewinnverwendung, zur Erhöhung der Dividende auf 0,35 Euro und zur Neuordnung der Bezüge des Aufsichtsrats, festgesetzt. Weiterhin wurde beschlossen, einen Besuchstermin des Aufsichtsrats bei der Aerotech Peissenberg GmbH & Co. KG noch vor der Hauptversammlung durchzuführen.

Die Schwerpunkte der Sitzung am 16. Mai 2012 betrafen den Bericht des Vorstands über den Geschäftsverlauf im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2012 sowie über die aktuelle Geschäftslage. Vorstand und Aufsichtsrat zogen gemeinsam ein erstes Resümee der zuvor am gleichen Tag durchgeführten Hauptversammlung. Ein weiterer Schwerpunkt war der Statusbericht des Vorstands zu den Projekten Ariane 5 ME (Mid-Life Evolution) und ExoMars sowie über den Gewinn des Projekts OPSIS durch CGS in Italien. Die Abgabe eines OHB-Angebots für eine Studie zur Entwicklung einer neuen europäischen Trägerrakete ist ebenso Thema der Berichterstattung wie die Angebotserstellung für das Projekt ARTES-33 bis Ende Juni. Die Verträge aller Vorstandsmitglieder der OHB AG waren bis zum 30. Juni 2012 befristet. Die Vorsitzende des Aufsichtsrats hat in Einzelgesprächen mit den Mitgliedern des Vorstands die jeweiligen Konditionen und Laufzeiten der Vorstandsverträge erörtert.

Die einstimmigen Beschlüsse des Aufsichtsrats zur erneuten Bestellung der Mitglieder des Vorstands der OHB AG, namentlich Herrn Marco R. Fuchs, Herrn Prof. Manfred Fuchs und Herrn Ulrich Schulz, sowie die Vorstellung der und die Zustimmung zu den jeweiligen Vorstandsverträgen prägten die Sitzung am 29. Juni 2012.

In der Sitzung am 19. September 2012 war der Aufsichtsrat durch den plötzlichen Tod von Prof. Rath nicht vollständig besetzt und daher nicht beschlussfähig. Die Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands beschlossen, dennoch eine informatorische Sitzung abzuhalten. Der Vorstand der OHB AG berichtete über den Geschäftsverlauf im ersten Halbjahr 2012 sowie die aktuelle Geschäftslage 2012. Besonderes Augenmerk erhielten die Entwicklungen bei der Aerotech Peissenberg GmbH & Co. KG sowie die Studie NELS. Weiterhin berichtet der Vorstand über die komplexen Entwicklungen im Projekt EnMAP.

Die fünfte Sitzung des Aufsichtsrats kurz vor Jahresende am 20. Dezember 2012 stand im Zeichen des Berichts des Vorstands zum Geschäftsverlauf im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2012, über die aktuelle Geschäftslage sowie über das zu erwartende Ergebnis 2012. Darüber hinaus wurde die aktuelle Unternehmensplanung 2013 detailliert nach einzelnen Konzerngesellschaften und Projekten sowie deren mittelfristigen Zukunftsprognosen vorgestellt. Intensiv und umfangreich wurden die Planungsannahmen insbesondere unter Berücksichtigung der Beschlüsse der Ministerratskonferenz der ESA im November 2012 mit den sich daraus ergebenden Chancen und Risiken sowie mögliche Szenarien der Unternehmensplanung für die beiden kommenden Geschäftsjahre diskutiert. Hierbei wurden insbesondere einzelne Aufträge und Projekte wie Ariane 5 ME und Ariane 6 sowie EnMAP und MTG und deren Bedeutung für einzelne Unter nehmensbereiche und Konzerngesellschaften beleuchtet.

Mandatierungen der Kanzlei Taylor Wessing unterliegen durch die Berufung von Herrn Wethmar, der an dieser Sitzung des Aufsichtsrats erstmalig teilnahm und der sich zu diesem Tagesordnungspunkt der Stimme enthalten hat, sowie durch die Vorgaben aus § 114 AktG besonderen Anforderungen. Die Beauftragung von Taylor Wessing innerhalb des OHB-Konzerns bedarf in jedem Einzelfall eines zustimmenden Beschlusses des Aufsichtsrats.

Corporate Governance

Der Vorstand berichtete zugleich auch für den Aufsichtsrat über die Corporate Governance gemäß Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex im Rahmen der Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289a HGB. Die Erklärung zur Unternehmensführung ist auf der Internetseite der OHB AG öffentlich zugänglich gemacht. Der Aufsichtsrat behandelte regelmäßig die Anwendung und Weiterentwicklung der Corporate Governance-Grundsätze des Unternehmens. Vorstand und Aufsichtsrat haben am 20. Dezember 2012 eine aktualisierte Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG abgegeben und diese den Aktionären auf der Internetseite der Gesellschaft dauerhaft zugänglich gemacht.

Feststellung des Jahresabschlusses 2012

Der Jahresabschluss, der Konzernabschluss und die dazugehörigen Lageberichte der OHB AG für das Jahr 2012 wurden von der BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hamburg, geprüft und jeweils mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen.

Die vorgenannten Unterlagen wurden allen Mitgliedern des Aufsichtsrats mit ausreichend zeitlichem Vorlauf übermittelt. In der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats vom 13. März 2013 wurden diese Unterlagen jeweils in Anwesenheit und unter Einbeziehung des Abschlussprüfers erörtert. Der Aufsichtsrat hatte keine Einwendungen und stimmte dem Ergebnis der Abschlussprüfung zu. Der Aufsichtsrat hat den Konzernabschluss gebilligt und den Jahresabschluss festgestellt. Dem Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands stimmte der Aufsichtsrat zu. Der vom Vorstand aufgestellte Abhängigkeitsbericht ist durch die BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hamburg, geprüft und mit dem folgenden uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden:

"Nach unserer pflichtgemäßen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass 1. die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind, 2. bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistungen der Gesellschaft nicht unangemessen hoch waren." Der Aufsichtsrat erhebt nach eigener Prüfung keine Einwände und billigt den Abhängigkeitsbericht des Vorstands.

Der Aufsichtsrat bedankt sich beim Vorstand, allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den Arbeitnehmervertretungen für die geleistete Arbeit. Sie haben damit erneut zu einem sehr erfolgreichen Geschäftsjahr der OHB AG beigetragen.

Bremen, den 13. März 2013

Christa Fuchs Vorsitzende des Aufsichtsrats

OHB nimmt Abschied von Prof. Hans Josef Rath

Prof. Dr.-Ing. Hans Josef Rath, langjähriges Mitglied des Aufsichtsrats der OHB AG und stellvertretender Vorsitzender, ist in der Nacht vom 3. auf den 4. September 2012 nach kurzer, schwerer Krankheit im Alter von nur 65 Jahren verstorben. Die Nachricht von seinem Tod hat uns sehr schwer getroffen. Der Verstorbene wird uns in

besonderer Erinnerung bleiben als Wissenschaftler, Manager und Visionär, der mit Mut, Neugier und Tatendrang die Raumfahrt in Bremen entscheidend vorantrieb. Hans Josef Rath wurde am 24. Mai 1947 in Nuttlar, West falen, geboren. Er studierte Maschinen bau an der Universität Hannover, wo er 1974 sein Ingenieurdiplom erhielt und zwei Jahre später zum Dr.-Ing. promovierte. 1981 übernahm er den Lehrstuhl für Technische Mechanik und Strömungslehre im Fachbereich Produk tionstechnik der Universität Bremen. 1985 gründete er das Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikro gravita tion (ZARM) in Bremen. Einige Jahre später entstand unter seiner Führung der weltweit renommierte Fallturm. Bis kurz vor seinem Tod widmete sich Hans Rath mit ganzer Kraft den Vorbereitungen zum Bau eines zweiten Fallturms.

2001 wurde der Professor in den Aufsichtsrat der damaligen OHB Teledata AG, heute OHB AG, berufen. 2005 wurde er stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats. Neben dieser Funktion übte er zahlreiche Ehrenämter aus, z.B. als Vorsitzender des Kuratoriums für Raumfahrtsysteme des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), als Mitglied des Senats der Deutschen Gesellschaft für Luftund Raumfahrt (DGLR) oder von 1997 bis 2000 als Vizepräsident der International Astronautical Federation (IAF).

Mit Professor Hans Josef Rath verlieren wir einen exzellenten Kenner und Pionier der Raumfahrt, einen langjährigen Weggefährten und lieben Freund. Sein Tod reißt eine große Lücke in die OHB-Familie.

"Bei uns ist Galileo gut aufgehoben." Interview mit Dr. Ingo Engeln

Satellitengestützte Navigationssysteme erleichtern uns nicht nur das Autofahren, sondern sind heute für zahlreiche Unternehmen unterschiedlicher Branchen von existenzieller Bedeutung – beispielsweise für Speditionen, Reedereien, Fluggesellschaften und die Landwirtschaft, aber auch für Rettungskräfte, die Polizei und den Küstenschutz. Des Weiteren bildet die Versorgung mit einer hochgenauen Zeitreferenz die Basis für zeitkritische Anwendungen wie zum Beispiel den Geldtransfer im Finanzmarkt. Nach Schätzungen der Europäischen Union wird der Markt für Dienste und Produkte rund um die globale Satellitennavigation bis 2020 ein Volumen von fast 240 Milliarden Euro erreichen. Fünf Jahre später sollen es bereits 400 Milliarden Euro sein. Auf diesem schnell wachsenden Zukunftsmarkt wird Europa mit seinem eigenen System Galileo* schon bald eine führende Rolle übernehmen. Die Pläne der Europäischen Weltraumorganisation ESA sehen vor, dass Galileo* Ende 2014 seinen Betrieb mit zunächst 18 Satelliten aufnehmen wird. In der vollen Ausbaustufe werden es 30 Satelliten sein. OHB System ist der Hauptauftragnehmer für die 22 Galileo*-Satelliten der FOC-Phase (Full Operational Capability) und darüber hinaus zuständig für die Entwicklung der Satellitenplattformen und die Integration der kompletten Satelliten. Über den Stand der Dinge und die Perspek tiven des Galileo*-Projekts berichtet das zuständige Mitglied des OHB-System-Vorstands, Dr. Ingo Engeln, im Interview.

Herr Dr. Engeln, OHB hat für gut 800 Millionen Euro von der ESA den Auftrag zum Bau von 22 Galileo*-Satelliten bekommen. Dafür mussten Sie sich in einem Wettbewerb gegen einen erheblich größeren Raumfahrtkonzern durchsetzen. Wie haben Sie das geschafft?

Mit dem gebündelten Know-how erstklassiger Mitarbeiter, leistungsfähigen Partnern, harter Arbeit und viel Kreativität. Das von unserem Projektteam erarbeitete Konzept basiert auf einer preisgünstigen und in dieser Form bislang einmaligen Serienfertigung. Als wir vor gut drei Jahren unser Angebot für die erste Tranche der sogenannten FOC-Satelliten einreichten – also jener Satelliten, die nach der Testphase mit vier Satelliten die volle Einsatzfähigkeit sicherstellen sollen –, galten wir noch als Außenseiter. Zwar waren wir von der Qualität unseres Angebots überzeugt, wir gingen aber davon aus, dass sich die EU bei diesem großen Prestigeprojekt bestenfalls im Sinne des Dual Sourcing für beide Anbieter entscheiden würde. Doch nur wenige Wochen später gaben die EU und die ESA allein uns den Zuschlag für zunächst 14 Satelliten. Exakt zwei Jahre später konnten wir uns dann erneut durchsetzen und den Auftrag über acht weitere Satelliten gewinnen.

Was gab dafür den Ausschlag? Sie standen ja als eine Art "Titelverteidiger" vor der Herausforderung, erneut ein attraktiveres Angebot abzugeben als Ihr Wettbewerber.

Nachdem wir die erste Ausschreibung noch vor allem über den Preis für uns entscheiden konnten, kam uns nun zugute, dass wir uns bereits im zweiten Projektjahr befanden und etliche der Entwicklungs- und Beschaffungsarbeiten bereits abgeschlossen waren. Die Fertigung in unseren Bremer Integrationshallen hatte begonnen. Den Ausschlag gab letztlich unser besseres Preis-Leistungs-Verhältnis.

Sehen Sie es als Problem an, dass gut 40 Prozent des Volumens im Unterauftrag auf ein anderes Unternehmen entfallen?

"Galileo wird das wohl fortschrittlichste Satellitennavigationssystem der Welt sein."

"Wir arbeiten bereits an Konzepten für Navigationssatelliten der nächsten Generation."

Nein. Es ist bei Vorhaben dieser Größenordnung üblich und auch notwendig, als Konsortialführer Arbeiten abzugeben, in diesem Fall beispielsweise die Navigationsnutzlast. Damit können Erfahrungen und Kapazitäten anderer Unternehmen genutzt werden und eine Überlastung der eigenen Kapazitäten wird vermieden.

Die beauftragten Stückzahlen können Sie in ausreichender Kadenz liefern?

Ja, denn bei der Produktion verfügen wir inzwischen über eine gewisse Routine. Außerdem haben wir zuverlässige Partner. Die FOC-Satelliten bestehen aus der von OHB System ent wickelten und gefertigten Plattform und der Nutzlast von Surrey Satellite Technology Ltd. aus Guildford in Groß britannien. Inzwischen sind bereits vier Satellitenplattformen fertig integriert. Das erste Flugmodell ist mit der Nutzlast verheiratet und wird derzeit auf Sys tem ebene getestet. Die zweite Payload wurde Ende Januar 2013 inte griert. Verschiedene Verbindungstests mit dem Bodensegment haben wir auch schon abgeschlossen. Nun sind wir gespannt auf die anschließende Umwelttestkampagne in Noordwijk bei der European Test Services. Dort wird sich endgültig zeigen, ob die Sa tel liten, so wie wir sie konzipiert und gebaut haben, ihre Flugfreigabe erhalten. Wir zweifeln nicht daran und sind überzeugt, dass die Fertigung der Galileo*- Satelliten bei uns gut aufgehoben ist.

Ist Galileo* anderen Navigationssystemen wie dem USamerikanischen Global Positioning System (GPS) und dem russischen GLONASS technisch überlegen?

Die Signalgenauigkeit ist von Beginn an so konzipiert worden, dass sie den aktuellen Generationen von GPS und GLONASS überlegen ist. Sie wird selbst im Open Service Positionsbestimmungen mit Toleranzen von weniger als einem Meter erlauben. Europa hat dazu die weltweit genauesten in der Raumfahrt eingesetzten Uhren für Satelliten entwickelt. Hinzu kommt, dass Galileo* gemeinsam mit GPS genutzt werden kann und somit später automatisch doppelt so viele Satelliten zur Positionsbestimmung zur Verfügung stehen. Dies ist vor allem in schwierigem Gelände – beispielsweise in Häuserschluchten von Großstädten oder im Gebirge – eine wesentliche Verbesserung für die Nutzer. Ende 2014 werden insgesamt 18 Galileo*-Satelliten zur Verfügung stehen, ab 2015 kommen acht weitere hinzu und ergeben somit eine Konstellation mit 26 Satelliten, mit der die geplanten Dienste in globaler Dimension eingerichtet werden können. Dann wird Galileo* das wohl fortschrittlichste Satellitennavigationssystem der Welt sein.

Welche Bedeutung hat Galileo* für die OHB AG?

Eine sehr große, denn mit unserem Beitrag für das Projekt stärken wir nachhaltig unsere Wettbewerbsposition innerhalb der europäischen Raumfahrtindustrie. Wo immer sinnvoll, nutzen wir die Ressourcen der anderen Unternehmen aus dem Konzern. Dadurch können wir unsere Arbeit effizienter gestalten und es findet eine Verbreitung des Know-hows innerhalb der Gruppe statt. Wir zeigen, dass wir die Kompetenz haben, hoch anspruchsvolle Satelliten effizient und preisgünstig zu produzieren. So tragen wir dazu bei, das von der EU zur Verfügung gestellte Budget von 3,4 Milliarden Euro für das Gesamtsystem einzuhalten, die Technologie zu transparenten Kosten zu beschaffen und dabei das Risiko ungeplanter Verteuerungen für den Steuerzahler zu minimieren. Darüber hinaus wird durch das Projekt die Konkurrenzfähigkeit der europäischen Industrie im globalen Markt insgesamt deutlich gesteigert. Es zahlt sich aus, dass die Europäische Kommission von Beginn an auf mindestens zwei Bewerber in einigen der sechs Galileo*-Segmente setzte. Gewiss wird dieses Vergabeverfahren als Referenz für weitere EU-Raumfahrtprogramme dienen.

Wird Galileo* denn überhaupt gebraucht? Es gibt ja längst das US-amerikanische GPS sowie das rus sische GLONASS und in absehbarer Zeit werden auch China, Indien und Japan eigene Systeme etablieren.

Bislang beherrscht GPS den Markt. Doch das US-amerikanische System ist ebenso wie das russische GLONASS militärischer Natur. Betrieben wird es von der US Air Force im Auftrag des US-Verteidigungsministeriums. Daher behalten sich die USA vor, in Krisen- oder Kriegszeiten sämtliche GPS-Signale für externe

Nutzer zu verzerren, zu verschlechtern oder gar abzuschalten. Bis ins Jahr 2000 wurden sogar die Standardsignale des offenen GPS-Dienstes künstlich auf eine Genauigkeit von über 100 Metern verschlechtert, verglichen mit acht bis 15 Metern im Normalzustand. Erst seit Mai 2000 garantiert die Air Force per Gesetz, dass der Standard Positioning Service (SPS) nicht mehr manipuliert wird, doch das gilt nur für Friedenszeiten. Und die genaueren GPS-Positionsdaten, die des Precise Posi tioning Service (PPS), sind militärischen Nutzern vorbehalten. US-Truppen, Geheimdienste und Verbündete haben zwar verschlüsselten Zugriff auf Daten mit einer Genauigkeit von drei bis sechs Metern, im Ernstfall aber können auch hier nicht-amerikanische Nutzer ausgeschlossen werden. Für zivile Bereiche wie die Luftfahrt, die auf die Integrität der Signale angewiesen sind, müssen bisher Erweiterungssysteme beschafft werden, um frei verfügbare GPS-Daten verifizieren und präzisieren, Fehlerquellen erkennen oder rechtzeitig vor Störungen warnen zu können. Europa betreibt dafür seit 2009 das European Geostationary Navigation

Overlay Service-System (EGNOS). Galileo* wird diese Abhängigkeit von GPS beenden und eine verlässliche, stetige Versorgung mit Positionierungsdaten sicherstellen. Insbesondere europäische institutionelle Kunden als Nutzer des Public Regulated Service werden weltweit unabhängig von anderen Systemen Galileo*-Dienste nutzen. Ganz bewusst hat sich Europa dabei für ein zivil betriebenes, multinationales System entschieden. Zwar wird auch Galileo* künftig sicherheitsrelevante Dienste für einen definierten Nutzerkreis anbieten, das Gesamtsystem aber bleibt in zivilen Händen, transparent für jeden Europäer.

Was kommt nach Galileo*?

Unsere Satelliten haben eine Lebenserwartung von zwölf Jahren. Es wird also Nachfolgegenerationen geben müssen, um einen kontinuierlichen Navigationsservice zu bieten. Auch hier sind wir bereits aktiv und werden uns im Rahmen des Galileo* Evolution-Programms engagieren, um neue Ideen und Konzepte für Navigationssatelliten der nächsten Generation zu entwickeln.

> OHB System AG

Hauptauftragnehmer für die Entwicklung und Fertigung von 22 FOC-Satelliten, Systemprime für die Satellitenplattform, verantwortlich für die Satellitenintegration.

> Kayser-Threde GmbH

Entwicklung, Integration und Test der Precision Time Facility (PTF) im Galileo*-Kontrollzentrum des DLR in Oberpfaffenhofen; Design, Fertigung und Integration des Kabelsystems (Harness) für die vier IOV-Satelliten.

> Antwerp Space N.V.

Konzeption, Entwicklung und Fertigung des Missionsdatenverteilungsnetzes (MDDN) und des Satellitendatenverteilungsnetzes (SDDN) für das IOV-Bodennetz und deren Ausbau für die FOC-Phase.

> MT Aerospace AG

Rund 10 Prozent Arbeitsanteil an der Ariane-5-Trägerrakete, die Galileo* FOC 11-14 ins All bringen wird; Service-Dienstleistungen im Bereich Startanlagen und Startvorbereitung sowohl der Ariane 5 als auch der Sojus-Raketen in Kourou, Französisch-Guayana.

Galileo

Eine ne ue Ära IN der Ges chi chte Der Europäis chen Raumfahr tTechno logie bri cht an

Anspruchsvolle technologie

"Die Europäer können ab 2014 dank Galileo* von den Möglichkeiten der verbesserten satellitengestützten Navigation profitieren. Ich bin stolz darauf, dass Europa eine hoch wettbewerbsfähige Raumfahrtbranche hat, die in der Lage ist, ein so anspruchsvolles technologisches Programm zu realisieren." Antonio Tajani, Vizepräsi-

dent der EU-Kommission

Die Mei lensteine

4/2008

Startschuss für Galileo*

Das Europäische Parlament gibt den Startschuss für das europäische Satellitennavigationsprojekt Galileo*. Europa wird die gesamte Infrastruktur im Weltraum und am Boden mit 3,4 Milliarden Euro vollständig aus EU-Mitteln bauen.

OHB qualifiziert sich als einer von zwei Bietern

Im Vorfeld der eigentlichen Auftragsvergabe wählt die Europäische Raumfahrtagentur ESA im Auftrag der Europäischen Kommission die OHB System AG als einen von zwei Bietern für den Bau von 28 Galileo*-Navigationssatelliten aus. Mitentscheidend für diesen Erfolg ist die von OHB vertraglich vereinbarte Zusammenarbeit mit Surrey Satellite Technology Ltd. (SSTL) aus dem britischen Guildford. Das Angebot sieht vor, dass OHB als Generalunternehmer fungiert und die Satellitenplattformen bereitstellt, während SSTL die Nutzlasten der Satelliten zuliefert. Insgesamt hatten sich fünf Bieter um das ausgeschriebene Arbeitspaket "Satelliten" beworben.

Erste Vertragsunterschrift über "Long-lead Items"

Auf der Paris Air Show unterzeichnen die ESA und das Bieterkonsortium um die OHB System AG und SSTL einen Vertrag über die Beschaffung von "Long-lead Items" für die Galileo*-Satelliten. Mit den dafür bereitgestellten Mitteln in Höhe von 10 Millionen Euro sind OHB und SSTL in der Lage, zusätzlich benötigte Technologiekomponenten für den Bau der Satelliten unabhängig von der späteren Vertragsvergabe zu beschaffen und weiterzuentwickeln. Durch die mögliche Vergabe an zwei Konsortien stellt die ESA sicher, dass die volle operationelle Funktionsfähigkeit des Systems möglichst schnell erreicht wird.

Zuschlag für 14 Satelliten

Verkehrskommissar Antonio Tajani, Vizepräsident der Europäischen Kommission, gibt bekannt, dass das OHB/SSTL-Konsortium für die Entwicklung, den Bau und Test von zunächst 14 Galileo*-Satelliten ausgewählt worden ist. Der Vertrag mit einem Gesamtvolumen von rund 566 Millionen Euro wird im Rahmen einer feierlichen Zeremonie im Raumfahrt- und Technologiezentrum der ESA im niederländischen Noordwijk unterzeichnet. Neben OHB schließen Arianespace aus Frankreich (Launch Services) und Thales Alenia Space aus Italien (System Support) die Verträge für ihre Arbeitspakete mit der ESA. Nach Vorgaben der EU-Kommission soll das Galileo*-System nun im Jahr 2014 funktionsfähig sein.

5/2012

Erster FOC- Satellit integriert

27 Monate nach dem Start des Galileo*-Programms und gut einen Monat nachdem SSTL die erste Nutzlast für die Full-Operational-Capability-Phase nach Bremen lieferte, schließt OHB System die Integration des ersten von 22 Satelliten ab – in der tags darauf feierlich eingeweihten Integrationshalle. Der komplette Satellit besteht aus der bei OHB entwickelten und gefertigten Plattform und der von SSTL produzierten Nutzlast. OHB startet ein umfangreiches Testprogramm, um den Satelliten auf die finale Flug- und Funktionsprüfung vorzubereiten. Parallel dazu beginnen die Fertigungsarbeiten am zweiten und die Vorarbeiten am dritten Satelliten. Zudem werden die Voraussetzungen für eine Serienproduktion an entsprechenden Arbeitsinseln geschaffen.

12/2011

Ausbau des Bodennetzes

Antwerp Space N.V. und Thales Alenia Space France, der industrielle Hauptauftragnehmer bei der Umsetzung des Galileo*-Bodenmissionssegments, schließen einen Vertrag. Er besitzt ein Gesamtvolumen von 11 Millionen Euro und legt fest, dass Antwerp Space im Rahmen der Full-Operational-Capability-Phase das bestehende In-Orbit-Validation-Bodennetz ausbaut und die entsprechenden Netzwerkaktivitäten übernimmt.

2/2012

Zuschlag für acht weitere Satelliten

OHB System erhält den Zuschlag für den Bau von weiteren acht Galileo*-Satelliten für die Full-Operational-Capability-Phase. Der entsprechende Vertrag hat ein Volumen von rund 256 Millionen Euro. Damit ist OHB System Hauptauftragnehmer für den Bau von insgesamt 22 Satelliten des Navigationssystems und zeichnet für die Entwicklung des Satellitenbusses und die Integration der Satelliten verantwortlich. SSTL entwickelt und baut die 22 Navigationsnutzlasten und unterstützt OHB darüber hinaus bei der Endmontage in Bremen.

HIGHlIGHtS 2012

Das vergangene Geschäftsjahr stand für die OHB AG im Zeichen weiteren Wachstums. Wir fassen die wichtigsten Ereignisse chronologisch zusammen.

Das Jahr 2012 im Überblick

Januar 2012

MT Aerospace erhält Zuschlag für Betrieb und Wartung der Startanlagen-Mechanik in Kourou, Französisch-Guayana

MT Aerospace hat sich erneut einen wichtigen Service-Auftrag in Kourou gesichert: Von 2012 bis 2016 ist der Augsburger Luftund Raumfahrtzulieferer über seine Tochtergesellschaft MT Aerospace Guyane mit Betrieb und Wartung der mechanischen Systeme sämtlicher Startanlagen am Weltraumbahnhof CSG in Französisch-Guayana betraut. Damit setzt das Unternehmen die langjährige, erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem europäischen Trägerbetreiber Arianespace fort.

Januar 2012

Antwerp Space erhält Auftrag zur Weiterentwicklung ihres Bilddatenmodems OMNISAT-G3

Antwerp Space hat einen Vertrag innerhalb des ESA-Rahmenprogramms ARTES-3-4 über die Konzeption und die Entwicklung einer neuen Generation ihres Bilddatenmodems "Advanced Data Acquisition System", bezeichnet als OMNISAT, unterzeichnet. Der Auftrag hat ein Volumen von 2,2 Millionen Euro und deckt die Entwicklungsarbeiten in diesem Bereich bis einschließlich 2014 ab. Die neue, dritte Generation des Modems, OMNISAT-G3, soll mit einer deutlich höheren Datenrate und modernsten Demodulations-Schemen in der Lage sein, alle gegenwärtigen und künftigen Arten von Erdbeobachtungsdaten zu empfangen und umzuwandeln.

Ariane-5-Startanlage in Kourou, Französisch-Guayana

Januar 2012

VesselSat2 erfolgreich gestartet

Der zweite luxemburgische Satellit "VesselSat2" ist am 9. Januar 2012 vom chinesischen Startplatz Tajyuan an Bord einer Trägerrakete vom Typ "Langer Marsch 4B" in einen polaren Orbit gestartet worden. Rund vier Stunden später konnte der erste Kontakt zum Satelliten über die LuxSpace-Bodenstation in Belgien hergestellt werden. Der rund 28 Kilogramm leichte Satellit wurde von LuxSpace in nur einem Jahr entwickelt und gebaut. Die exklusiven Nutzungsrechte der AIS-Satellitennutzlast liegen bei ORBCOMM Inc., einem globalen Anbieter von satellitengestützten Kommunikationsdienstleistungen. VesselSat2 wird nach der In-Orbit-Test- und Check-Out-Phase in das aus 18 Satelliten bestehende ORBCOMM Next Generation (OG2)- System zur satellitengestützten Überwachung von Automatic Identification System (AIS)-Daten eingebunden.

VesselSat2 wird auf der Oberstufe der Long March 4B befestigt

Februar 2012

OHB System erhält Zuschlag für den Bau von weiteren acht Galileo*- Navigationssatelliten

Künstlerische Darstellung eines Galileo*-FOC-Satelliten

Der Vizepräsident der Europäischen Kommission, Antonio Tajani, gab am 2. Februar 2012 bekannt, dass das Konsortium aus OHB System AG und Surrey Satellite Technology Ltd., Guildford, GB (SSTL), und die Europäische Weltraumorganisation ESA einen Vertrag über den Bau und Test von acht weiteren Satelliten für das europäische, von der Europäischen Union finanzierte, Satelliten-Navigationssystem Galileo* unterzeichnet haben. Das Vertragsvolumen beläuft sich auf rund 256 Millionen Euro.

Von links nach rechts: Antonio Tajani, Vizepräsident der Europäischen Kommission, Didier Faivre, ESA-Direktor für das Galileo*-Programm und Navigation, Marco R. Fuchs, Vorstandsvorsitzender der OHB AG, und Dr. Ingo Engeln, Vorstand Projekte der OHB System AG

Februar 2012

Erfolgreicher Start des Satelliten LARES an Bord der ersten Vega-Trägerrakete

Der Satellit LARES (Laser Relativity Satellite), der durch CGS S.p.A. als Hauptauftragnehmer entwickelt wurde, startete am 13. Februar 2012 im Rahmen des Jungfernflugs der Trägerrakete Vega erfolgreich von Kourou, Französisch-Guayana, ins Weltall.

Es handelt sich bei LARES um eine nationale Mission der italienischen Raumfahrtagentur ASI. Hauptziel ist die Überprüfung der Einstein'schen Allgemeinen Relativitätstheorie durch das internationale Netzwerk Laser Ranging Service (LRS). Das Gewicht von LARES beträgt rund 400 Kilogramm.

Satellit LARES (oben Mitte) während der Vorbereitungen zum Start mit einer Vega-Rakete in Kourou, Französisch-Guayana

März 2012

Dritter erfolgreicher ATV-Start mit OHB-Beteiligung

Eine Ariane-5-Trägerrakete hat am 23. März 2012 das dritte Automatische Versorgungsfahrzeug (Automated Transfer Vehicle = ATV) auf den Weg zur Internationalen Raumstation gebracht. Mit Komponenten für Träger und Nutzlast sind sowohl die MT Aerospace AG als auch die OHB System AG erneut wesentlich an der Mission beteiligt.

Bis 2015 sollen zwei weitere ATV-Missionen erfolgen, an denen MT Aerospace und OHB System ebenfalls beteiligt sein werden.

ATV 3 auf einer Ariane-5-Trägerrakete

März 2012

MT Aerospace mit Bau von Flug-Hardware für Wiedereintrittsfahrzeug IXV beauftragt

MT Aerospace hat einen wichtigen Folgeauftrag für den Bau von Steuerklappen sowie Hitzeschutz-Komponenten für das europäische Wiedereintrittsfahrzeug IXV erhalten: Nach Abschluss der Entwicklungsarbeiten und erfolgreichem Critical Design Review unterzeichneten das Augsburger Unternehmen und Hauptauftragnehmer Thales Alenia Space Italia einen Vertrag über Qualifikation und Fertigung der Flug-Hardware. IXV soll im Jahr 2014 ins All starten, um Wiedereintrittstechnologien für zukünftige Raumfahrtanwendungen zu testen.

Im zweiten Halbjahr 2013 werden die hochkomplexen Keramik-Bauteile ausgeliefert. IXV soll an Bord einer Vega-Trägerrakete ins All befördert werden und beim Wiedereintritt eine große Anzahl an verwertbaren Daten sammeln. Ziel ist es, Know-how über Wiedereintrittssysteme für zukünftige europäische Raumfahrtmissionen zu erlangen.

Künstlerische Darstellung des IXV beim Service an einem Satelliten

Oben: künstlerische Darstellung eines MTG-Sounder-Satelliten, unten: Vertragspartner bei der Unterzeichnung der Gesamtverträge in Berlin

April 2012

OHB und Thales Alenia Space unterzeichnen Verträge für Meteosat Third Generation (MTG) über rund 750 Millionen Euro

Die OHB System AG und die Kayser-Threde GmbH haben am 26. April 2012 die Verträge für Entwicklung, Bau und Test der europäischen Wettersatelliten dritter Generation (MTG) mit Thales Alenia Space, dem Hauptauftragnehmer des Programms, unterzeichnet. Das Volumen der gezeichneten Verträge beträgt insgesamt rund 750 Millionen Euro des Gesamtprojektvolumens von rund 1,26 Milliarden Euro.

Zwischen den Industriepartnern wurde ein Paket aus insgesamt vier Einzelverträgen unterzeichnet. Thales Alenia Space beauftragt darin OHB System für die Entwicklung und den Bau von zwei Sounder-Satelliten sowie vier weiteren Satellitenplattformen für die Imager-Satelliten, die bei Thales Alenia Space entstehen. Kayser-Threde übernimmt im Auftrag von OHB System die Systemführung bei der Nutzlast der beiden Sounder-Satelliten und entwickelt und liefert daneben die Teleskope für die vier Imager-Satelliten.

April 2012

OHB System AG erweitert Vorstand

Der Aufsichtsrat der OHB System AG bestellte mit Wirkung zum 1. April 2012 Dr. Ingo Engeln und Kurt Melching in den Vorstand der Gesellschaft. Dadurch vergrößert sich der Vorstand von drei auf nun fünf Mitglieder. Die Erweiterung ist auf das starke Wachstum des Unternehmens in den vergangenen Jahren zurückzuführen und soll das breitere Aufgabenspektrum auf mehrere Vorstände verteilen.

Ingo Engeln, seit 1987 im Unternehmen, wird künftig im Vorstand das neu geschaffene Ressort "Projekte" verantworten. Kurt Melching, seit 1988 im Unternehmen, übernimmt die Funktion des Finanzvorstands und verantwortet weiterhin die Bereiche Finanzen und Controlling der OHB System AG.

Dr. Ingo Engeln und Kurt Melching

Integration des ersten Galileo*-FOC-Satelliten bei OHB System in Bremen

Mai 2012

Erster Galileo*-FOC-Satellit bei OHB System integriert

Nachdem die erste Nutzlast im April von Surrey Satellite Technology Ltd. (SSTL) nach Bremen geliefert wurde, konnte die OHB System AG im Mai die Integration des ersten von 22 Galileo*- FOC-Satelliten abschließen und ihn für die bevorstehende Testphase vorbereiten.

Parallel zur Fertigung des ersten Satelliten finden bei OHB die Aufbauten der Arbeitsinseln für die Serienfertigung statt. Die Fertigungsarbeiten am zweiten Satelliten laufen ebenso wie die Vorarbeiten am Flugmodell mit der Nummer drei.

Strukturfertigung für die Galileo*-FOC-Satelliten bei OHB System in Bremen

Mai 2012

Neuer Raum für Raumfahrt: Satellitenintegrationshalle bei OHB in Bremen eingeweiht

Staatssekretär Peter Hintze aus dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie und Koordinator der Bundesregierung für Luft- und Raumfahrt und Martin Günthner, Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen der Freien Hansestadt Bremen, haben am 4. Mai 2012 eine neue Satellitenintegrationshalle bei der OHB System AG feierlich zur Inbetriebnahme freigegeben.

Die Galileo*-Halle ist ein 1.500 Quadratmeter großer Reinraum der Reinheitsklasse 100.000 und damit die größte Satellitenintegrationshalle der OHB AG am Standort Bremen. Die Bauzeit bis zur Fertigstellung der Halle betrug lediglich ein Jahr. Das Investitionsvolumen für den Bau der Halle liegt bei 7 Millionen Euro.

In der Galileo*-Halle werden zwei der insgesamt neun Arbeitsinseln der Galileo*-FOC (Full Operational Capability)- Serienfertigung Platz finden. Außerdem werden dort künftig geostationäre Satelliten wie die Wettersatelliten für Meteosat Third Generation (MTG) sowie die Kommunikationssatelliten der SmallGEO-Familie gefertigt.

Oben: die neue Galileo*-Integrationshalle; unten: Dr. Paul Weissenberg, stellvertretender Generaldirektor der GD Unternehmen und Industrie der Europäischen Kommission, Marco R. Fuchs, Vorstandsvorsitzender OHB AG, Martin Günthner, Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen der Freien Hansestadt Bremen, Parlamentarischer Staatssekretär Peter Hintze, Luft- und Raumfahrtkoordinator der Bundesregierung, Prof. Hansjörg Dittus, DLR-Vorstand, und Didier Faivre, ESA-Direktor für das Galileo*-Programm und Navigation

Mai 2012

OHB System und DLR-Raumfahrtmanagement unterzeichnen Vertrag über Definitionsphase der Satellitenmission "Heinrich Hertz" für rund 11 Millionen Euro

Die OHB System AG ist am 9. Mai 2012 vom Raumfahrtmanagement des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) mit der Systemführerschaft einer nationalen Telekommunikationsmission "Heinrich Hertz" und der Entwicklung des dazugehörigen Satelliten beauftragt worden. Der gezeichnete Vertrag hat ein Volumen von rund 11 Millionen Euro und umfasst die Arbeiten für die Vordefinition aller Missionselemente.

Die Ergebnisse dieser Definitionsphase dienen als Basis für den anschließenden Bau und Test des Satelliten, der separat beauftragt wird und 2016 im Orbit seinen Betrieb aufnehmen soll.

"Heinrich Hertz" dient der Überprüfung neuartiger Technologien der Satellitenkommunikation unter realen Einsatzbedingungen und damit der Sicherstellung nationaler Systemkompetenz bei geostationären Kommunikationssatelliten. Der nach dem bedeutenden deutschen Physiker benannte Satellit soll sowohl auf dem Gebiet der Plattformen für geostationäre Satelliten als auch auf dem Gebiet der Nutzlast deutsche Kompetenzen unter realen Einsatzbedingungen demonstrieren.

Mai 2012

OHB System definiert im Auftrag der ESA die Umweltsatellitenmission "CarbonSat"

Ein Industriekonsortium um die OHB System AG hat mit der Definitionsphase der Umweltsatellitenmission "CarbonSat" im Auftrag der Europäischen Weltraumorganisation ESA begonnen. In den kommenden 20 Monaten wird das Bremer Unternehmen dabei sowohl die Studien über die Gesamtmission als auch über den Satelliten als Hauptauftragnehmer führen. Das Auftragsvolumen dieser Studie beträgt 2,5 Millionen Euro.

Die Ergebnisse der Definitionsphase könnten zur Verwirklichung des Umweltsatelliten "CarbonSat" führen, wenn dieser Satellit später von der ESA als mögliche achte wissenschaftliche Erderkundungsmission (8th Earth Explorer Mission) im Rahmen des ESA "Earth Observation Envelope"-Programms (EOEP) ausgewählt wird. "CarbonSat" würde auf seiner Mission global zuverlässige Daten über den Ausstoß und die Konzentration von den zwei Treibhausgasen Kohlendioxid und Methan in der Erdatmosphäre sammeln und zur Auswertung bereitstellen.

Juni 2012

Antwerp Space feiert 50. Geburtstag

Am 19. Juni 2012 feierte Antwerp Space 50 Jahre Tätigkeit in den Bereichen Weltraumtechnologie und -forschung. Das Unternehmen mit Sitz in Hoboken, Antwerpen, Belgien, beschäftigt rund 50 Mitarbeiter.

Antwerp Space verfügt über weitreichende Erfahrung in den Bereichen Hochfrequenztechnik, Modemtechnik und Signalverarbeitung, Kommunikationsnetze, Software und IT-Technologie. Insbesondere mit der erfolgreichen Abwicklung von internationalen und multidisziplinären Projekten – Hauptvoraussetzung für die Erlangung und den Erhalt einer starken Position in dieser Branche – hat sich das Unternehmen einen guten Namen gemacht.

Die Geschäftsführer von Antwerp Space, Oliver Salisch (links) und Roberto Aceti (rechts), mit Marco R. Fuchs, Vorstand OHB AG

Juni 2012

LuxSpace unterzeichnet Rahmenvertrag mit European Maritime Safety Agency

LuxSpace Sàrl hat einen mehrjährigen Rahmenvertrag mit der European Maritime Safety Agency (EMSA) abgeschlossen. Die Vertragssumme für das erste Jahr beläuft sich auf bis zu 500.000 Euro (625.000 USD). Es besteht darüber hinaus eine Option für zwei weitere Jahre, für die die Vertragssumme noch nicht festgelegt wurde.

LuxSpace wird EMSA automatische Identifikationssystem-Daten (Automatic Identification System – SAT-AIS) für die Schiffs ortung und andere maritime Navigations- und Sicherheitszwecke in bestimmten Regionen und für spezifische maritime Projekte liefern.

Die AIS-Daten werden durch die Satelliten VesselSat1 und 2 gewonnen. Beide Satelliten gehören LuxSpace und werden innerhalb des AIS-Satellitennetzes ORBCOMM der 2. Generation betrieben. Das Netz besteht aus weiteren 18 Satelliten, von denen die ersten beiden noch 2012 gestartet werden.

Künstlerische Darstellung der Empfangsbereiche von AIS-Daten ohne und mit Satelliten

Künstlerische Darstellung des OPSIS-Satelliten

Juli 2012

CGS S.p.A. unterzeichnet Vertrag für die Satellitenmission OPSIS

Zwischen der CGS S.p.A. und der italienischen Raumfahrtagentur ASI ist ein Vertrag über die Definitionsphasen A und B1 für die Realisierung des Erdbeobachtungssatelliten OPSIS (OPtical System for Imaging and Surveillance) unterzeichnet worden. Das Auftragsvolumen beträgt 13,5 Millionen Euro.

Die von der italienischen Raumfahrtagentur ASI initiierte Mission OPSIS hat das Hauptziel, ein operatives System zur hochauflösenden optischen Erdbeobachtung bereitzustellen. Dazu sollen im Rahmen der Projektphasen A/B1 die notwendigen Technologien in Italien entwickelt und qualifiziert werden.

CGS ist für diese Mission als Hauptauftragnehmer ausgewählt worden und wird ein Konsortium aus italienischen mittelständischen Unternehmen federführend leiten. Der Start des Satelliten (Startgewicht 800 Kilogramm) ist für das Jahr 2016 vorgesehen.

Juli 2012

ESA vergibt NELS-Studie an OHB

Die OHB AG und die Europäische Weltraumorganisation (ESA) haben einen Vertrag zur Erstellung innovativer Konzepte für den künftigen europäischen Zugang zum Weltall abgeschlossen. Das Auftragsvolumen beträgt 2,25 Millionen Euro bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Eine der Aufgaben ist die Analyse und Bewertung einer neuen Generation von Raumtransport-Systemkonzepten für den kostengünstigen Transport von Nutzlasten im Bereich von 3–6,5 Tonnen in einen geostationären Transferorbit (siehe Abbildung). Die beteiligten OHB-Unternehmen sind MT

Aerospace AG, Augsburg (Studienleitung), und OHB System AG, Bremen. Unter der Bezeichnung "New European Launch Service (NELS)" sollen mit der Studie innovative Vorschläge gemacht werden, wie die führende europäische Marktstellung bei Satellitenstarts fortgeführt werden kann. Gegenstand der Studie ist die Untersuchung, wie sich die ESA-Mitgliedsländer vor dem Hintergrund des zunehmenden globalen Wettbewerbs in der Zeit nach Ariane 5 weiterhin einen unabhängigen und kostengünstigen Zugang zum Weltall sichern können.

Juli 2012

Kayser-Threde-Satellit erfolgreich ins All gebracht

Der Satellit TET-1 hob am 22. Juli planmäßig vom russischen Startplatz Baikonur mit einer Sojus/Fregat-Trägerrakete ab, die ihn auf seinen Zielorbit in 520 Kilometer Höhe brachte. Die erste Kontaktaufnahme läutete die Phase der operationellen Inbetriebnahme des nationalen Satelliten ein. Der Technologie-Erprobungs Träger TET-1 wird die mitgeführten Flugmuster einer einjährigen Erprobungsphase aussetzen.

Die Kayser-Threde GmbH war vom Deutschen Zentrum für Luftund Raumfahrt (DLR) für die Realisierung von TET-1 als Hauptauftragnehmer und Systemführer ausgewählt worden. Auch der Start des Satelliten fiel in den Verantwortungsbereich des Münchner Unternehmens.

Der TechnologieErprobungsTräger TET-1 ist Kernelement des OOV-Programms (On-Orbit-Verifikationsprogramm) des DLR und dient der Verifikation von am Boden geprüften Produkten im All. Oben: Start einer Sojus-Trägerrakete mit TET-1 an Bord

Unten: Satellit TET-1 im Reinraum bei Kayser-Threde

Juli 2012

Antwerp Space erhält Vertrag für die Entwicklung eines elektrophotonischen Frequenzwandlers im Rahmen von ARTES-5.1.

Antwerp Space hat mit der Europäischen Weltraumorganisation ESA einen Vertrag im Rahmen von ARTES-5.1 für die Finanzierung des Entwurfs und der Prototypentwicklung eines elektrophotonischen Frequenzwandlers abgeschlossen. ARTES-5.1 ist ein ESA-Programm, bei dem die ESA die Entwicklung verschiedener Techniken für den Weltraum-Telekom-Markt initiiert und finanziert. Der Vertrag umfasst die Entwicklung eines elektrophotonischen Frequenzwandlers durch Antwerp Space und imec bis 2014.

August 2012

Dr. Clemens Kaiser verstärkt Geschäftsführung der Kayser-Threde GmbH

Dr. Clemens Kaiser (46) wurde mit Wirkung zum 1. August 2012 zum Mitglied der Geschäftsführung der Kayser-Threde GmbH bestellt. Er verstärkt somit die Geschäftsführung um Jürgen Breitkopf und Ralf Paschetag und verantwortet künftig das Ressort "Projekte". Damit trägt das Unternehmen den insbesondere mit den Großprojekten wie

MTG (Meteosat Third Generation) und EnMAP (nationale Erdbeobachtungsmission) stark angestiegenen Projektvolumina Rechnung.

September 2012

Einweihung der neuen LuxSpace-Räumlichkeiten im Beisein des Luxemburger Forschungsministers Biltgen

Am 26. September wurde das neue SES Business Center (SBC) in Betzdorf, Luxemburg, in dem neben LuxSpace auch die SES-Tochter SES TechCom erweiterte Räumlichkeiten bezog, im Beisein des Luxemburger Forschungs minis ters François Biltgen sowie der Familie Fuchs offiziell eröffnet. LuxSpace beschäftigt heute etwa 50 Mitarbeiter und ist der Luxemburger Integrator für kleine Satelliten bis 100 Kilogramm. Das Unternehmen konnte mit den Starts von VesselSat1 und 2 schon erste große Erfolge verbuchen und will den Bau von kleinen Satelliten weiter forcieren. LuxSpace ist darüber hinaus sehr stark im Bereich der geo stationären Satelliten der SmallGEO-Baureihe beteiligt und arbeitet an verschiedenen Missionen im Unter auftrag von OHB System. Weiterhin bietet die Gesellschaft erfolgreich Dienstleistungen für Schiffsbeobachtung auf globaler Ebene an und konnte vor Kurzem einen wichtigen Vertrag mit der Europäischen Agentur für Maritime Sicherheit (EMSA) in Lissabon abschließen.

Oben: Das neue SES Business Center; unten von links nach rechts: François Biltgen, Minister für Hochschulwesen und Forschung Luxemburg, Christa und Marco R. Fuchs, Pierre Decker, Staatssekretär im Ministerium für Hochschulen und Forschung, sowie Romain Bausch, President and CEO, SES S.A.

Oben: Stand der OHB-Gruppe auf der ILA 2012; unten: Parlamentarischer Staatssekretär Peter Hintze und Familie Fuchs; Dr. Fritz Merkle, Frank Negretti und Vizeadmiral Joachim Rühle; Marco R. Fuchs und Senator Martin Günthner

September 2012

OHB-Gruppe präsentierte sich auf ILA Berlin Air Show 2012

Die OHB-Gruppe präsentierte sich traditionell im Rahmen der ILA Berlin Air Show, die vom 11. bis 16. September auf einem neuen Veranstaltungsgelände am Rande des künftigen Flughafens Berlin Brandenburg, BER, stattfand. Auf einem Gemeinschaftsstand stellten sich alle wesentlichen OHB-Unternehmen mit ihren Produkten und Technologien sowohl dem Fach publikum als auch der Allgemeinheit während der Public Days vor.

Der OHB-Stand war Teil der "Space World", einer weltweit einzigartigen Bündelung von Raumfahrtunternehmen und -institutionen im Rahmen einer Luft- und Raumfahrtausstellung.

Flankiert vom "Space Pavillion", einer Gemeinschaftsausstellung von ESA, DLR und dem Bundesverband der Deutschen Luftund Raumfahrtindustrie (BDLI), war die diesjährige ILA wieder ein hervorragender Ort für Fachkonferenzen und -gespräche rund um aktuelle Raumfahrtthemen. Im Vorfeld der ESA-Minister ratskonferenz, die Ende November 2012 in Neapel stattfand, bot sich die ILA durch die Besuche hochrangiger Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Industrie als Podium für den wegbereitenden Dialog um künftige Raumfahrtprogramme an.

Oktober 2012

Deutsche Kleinsatellitenmission TET-1 nimmt Regelbetrieb auf

Blick in den TET-1-Kontrollraum des DLR

Die Phase der orbitalen Inbetriebnahme des Ende Juli gestarteten Kleinsatelliten TET-1 wurde erfolgreich abgeschlossen. Dies bestätigte das fünfköpfige Review Board, das daraufhin die Freigabe für den Regelbetrieb des nationalen Satelliten erteilte. Mit dem TechnologieErprobungsTräger TET-1 werden Technologiemuster, die sich bereits am Boden bewährt haben, unter den erschwerten Bedingungen des Weltraums erprobt. TET-1 ist das Kernelement des OOV-Programms (On-Orbit-Verifikationsprogramm) des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), das Kayser-Threde als Hauptauftragnehmer und Systemführer der Kleinsatellitenmission TET-1 sowie für den Satellitenstart beauftragt hat.

Oktober 2012

Raymond Pieck neuer Geschäftsführer von Antwerp Space

Raymond Pieck ist seit dem 1. Oktober 2012 neuer Geschäftsführer von Antwerp Space N.V. In dieser Position berichtet er an das Board of Directors von Antwerp Space und leitet das Tagesgeschäft.

Raymond Pieck arbeitet seit über 20 Jahren in der Satellitenkommunikationsbranche,

u. a. als Systemingenieur, Leiter des Produktmanagements bis hin zum Vorstandsvorsitzenden.

November 2012

OHB System und IABG unterzeichnen Langzeitvereinbarung über Satellitentests

Die OHB System AG hat mit der Industrieanlagen-Betriebsgesellschaft mbH (IABG) in Ottobrunn eine Langzeitvereinbarung für Umwelttests von Satelliten unterzeichnet.

Der Fokus der Vereinbarung liegt auf den OHB-Satellitenprojekten im Bereich Telekommunikation. Den Auftakt hierfür wird die Testkampagne des Telekommunikationssatelliten "Hispasat Advanced Generation 1" machen. Der Satellit wird derzeit bei OHB System in Bremen für den spanischen Satellitenbetreiber Hispasat gebaut und basiert auf der von OHB im Auftrag der ESA entwickelten geostationären Satellitenplattform SmallGEO.

SAR-Lupe-Satellit während der Umwelttests bei der IABG in Otto brunn

November 2012

OHB Sweden erhält Zuschlag für Verträge über AOCS und chemisches Antriebssystem für Solar Orbiter

OHB Sweden ist von Astrium als Vertragspartner für das Lageregelungssystem (Attitude and Orbit Control System – AOCS) und das chemische Antriebssystem (Chemical Propulsion System – CPS) für die Solar-Orbiter-Mission zur detaillierten Beobachtung der Sonne ausgewählt worden. Das Gesamtvolumen der beiden Verträge beträgt 34,4 Millionen Euro.

Der Solar Orbiter ist die erste Mission im Cosmic Vision Programm der ESA, mit der die Implementierungsphase eingeleitet wird (geplanter Start: 2017). Die Missionsdauer beträgt sieben Jahre. Der Solar Orbiter wird die Sonne und ihre Auswirkungen auf das Sonnensystem detailliert erforschen.

Der Solar Orbiter ist ein Gemeinschaftsprojekt von ESA und NASA. Die NASA wird für die Startgelegenheit zuständig sein und die Vereinigten Staaten beteiligen sich durch die Bereitstellung eines Instruments und eines Sensors.

Künstlerische Darstellung eines zukünftigen Solar Orbiter der ESA

November 2012

Robert Wethmar wird neues Mitglied des Aufsichtsrats der OHB AG

Das Amtsgericht Bremen hat auf Antrag des Vorstands der OHB AG Herrn Robert Wethmar zum Mitglied des Aufsichtsrats der Gesellschaft bestellt. Damit ist die Lücke im Aufsichtsrat geschlossen worden, die durch den plötzlichen Tod von Prof. Hans Josef Rath entstanden war. Prof. Rath war im September nach kurzer, schwerer Krankheit verstorben.

Robert Wethmar ist seit 1992 als Rechtsanwalt in Hamburg und seit 1993 als Attorney-at-Law in New York zugelassen. Seit 1994 ist er bei der internationalen Anwaltskanzlei Taylor Wessing beschäftigt, seit 1997 als Partner.

November 2012

ESA-Ministerratskonferenz: positive Entscheidungen

Am 21. November endete in Neapel die ESA-Ministerratskonferenz mit wichtigen und überwiegend positiven Entscheidungen für die Zukunft der europäischen Raumfahrt – auch für die Unternehmen der OHB-Gruppe. Besonders zu erwähnen sind die positiven Entscheidungen sowohl für die Realisierung der Ariane 5 ME als auch die Entwicklung einer Ariane 6, was vor allem für die Geschäftsentwicklung der MT Aerospace in Augsburg von enormer Bedeutung ist. Ebenfalls äußerst wichtig ist die Zeichnung des ARTES-33-Programms, also der Entwicklung eines Telekommunikationssatelliten auf Basis der SmallGEO-Plattform mit ausschließlich elektrischem Antrieb. An diesem Programm namens "Electra" werden sowohl OHB System als auch OHB Sweden und LuxSpace maßgeblich beteiligt sein.

ESA-Ministerratskonferenz

Dezember 2012

Manfred Fuchs erhält Werner-von-Siemens-Ring

Prof. Dott. Ing. h.c. Manfred Fuchs erhielt am 13. Dezember 2012 im Rahmen eines Festakts den Werner-von-Siemens-Ring für sein Lebenswerk. In der Begründung heißt es: "Manfred Fuchs erhält diesen Ring in Anerkennung seines Beitrags zur erfolgreichen Weiterentwicklung der Anwendungssatellitentechnik, mit der Deutschland weiter an vorderster Front auf diesem Gebiet in Europa steht." Neben Manfred Fuchs erhielt auch Prof. Dr. Hermann Scholl von der Robert Bosch GmbH den Ring für u. a. die Entwicklung des ABS oder des ESP bei Automobilen.

Der Werner-von-Siemens-Ring gilt als einer der wichtigsten deutschen Preise im Bereich Technik und Ingenieurwissenschaften. Die gleichnamige Stiftung vergibt die Auszeichnung alle drei Jahre an Personen, die durch ihre Leistung die technischen Wissenschaften gefördert haben. Erhalten haben den Ring in der Vergangenheit beispielsweise Konrad Zuse, der Erfinder des Computers, Carl von Linde, der Erfinder der Luftverflüssigung, sowie der Raumfahrtpionier Wernher von Braun.

Von links nach rechts: Prof. Dott. Ing. h.c. Manfred Fuchs, OHB, Prof. Dr. Joachim Hermann Ullrich, Präsident der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt, und Prof. Dr. Hermann Scholl, Bosch

OHB-AKTIE

OHB-Aktie schließt Börsenjahr 2012 mit einem Kursgewinn von über 32 % ab

DAX beschließt das Börsenjahr 2012 mit Punktgewinn von 30 %

Das abgelaufene Börsenjahr stand im Zeichen der deutschen Blue Chips und der kleineren M-DAX-Werte – deutsche Aktien waren eine begehrte Anlageklasse, auch weil aufgrund historisch niedriger Zinsen Staats- und Unternehmensanleihen als alternative Anlageform weniger attraktiv waren. Der deutsche Aktienindex konnte trotz fehlenden Trends über das gesamte Jahr eine Steigerung von fast 30 % verzeichnen. Obwohl am Finanzmarkt Unsicherheit bezüglich der Zukunft der Euro-Zone einhergehend mit einer negativen Nachrichtenlage vorherrschte, gelang dem Index zu Jahresbeginn ein sehr guter Start – Mitte Februar konnten bereits Gewinne in Höhe von 20 % verzeichnet werden. Zu Beginn der zweiten Jahreshälfte hatte der DAX seine bis dahin erzielten Kurszuwächse allerdings fast vollständig wieder eingebüßt. Doch trotz ungelöster Probleme im Zusammenhang mit der europäischen Schuldenkrise legte der Index in der zweiten Jahreshälfte aufgrund des Ausgangs der Wahl in Griechenland wieder zu. Der US-amerikanische Index S&P 500 stieg im August auf den höchsten Stand seit über vier Jahren. Im September beschloss die Europäische Zentralbank den Ankauf von Staatsanleihen bestimmter Krisenstaaten, ohne hierfür eine monetäre Limitierung zu nennen. Im November rückte das bis Januar 2013 in den USA zu lösende Problem der drohenden Fiskalklippe in den Vordergrund, woraufhin die Aktienmärkte unter Druck gerieten, sich jedoch bereits zum Ende des Monats wieder erholten.

OHB-Aktie profitiert sowohl vom stabilen Gesamtmarkt als auch von unternehmensspezifischen Entwicklungen

Der Kursverlauf der OHB-Aktie folgte im zurückliegenden Börsenjahr weitgehend dem Gesamtmarkt, konnte aber am Ende des Jahres den DAX mit einem Kursanstieg von über 32 % leicht übertrumpfen. Hierzu trugen auch die für die OHB AG positiven Beschlüsse der Ministerratskonferenz bei, die Ende November bekannt wurden. Die projektbezogenen Meldungen, wie beispielsweise die Abschlüsse von Verträgen im Rahmen von zwei Großprojekten, hatten ebenfalls unterstützende Wirkung auf die Kursentwicklung.

Aktienrückkaufprogramm

Am 13. September 2011 beschloss der Vorstand auf der Grundlage der entsprechenden Ermächtigung der Hauptversammlung vom 19. Mai 2010 die Durchführung eines Aktienrückkaufprogramms. Hierbei ist vorgesehen, bis zu 250.000 Aktien ausschließlich über die Börse zu erwerben. Dies geschieht durch ein unabhängiges Kreditinstitut, das mit der Abwicklung des Rückkaufprogramms beauftragt ist. Die erworbenen Aktien können gemäß dem Beschluss der Hauptversammlung verschiedenen Zwecken dienen wie der Einführung von Aktien der Gesellschaft an ausländischen Börsen, als Zahlungsmittel bei dem Erwerb von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen sowie der Ausgabe von Belegschaftsaktien an Arbeitnehmer der Gesellschaft.

Stammdaten der OHB-Aktie

ISIN DE0005936124
Börsenkürzel OHB
Handelssegment Prime Standard
Sektor Technology
Subsektor Communications Technology
Indizes Prime All Share, Tec All Share, CDAX
Designated Sponsor DZ BANK AG, HSBC Trinkaus & Burkhardt KGaA
Grundkapital EUR 17.468.096
Gattung Nennwertlose Inhaber-Stammaktien

Eigene Anteile

Die OHB AG hielt zum Stichtag 31. Dezember 2012 80.496 eigene Aktien; dies entspricht einem Anteil am Grundkapital von 0,46%. Die Anzahl eigener Aktien blieb damit gegenüber dem Bilanzstichtag 31. Dezember 2011 konstant.

Investor Relations-Aktivitäten

Gewohnheitsgemäß eröffnete der Capital Market Day Anfang Februar 2012 die IR-Aktivitäten des abgelaufenen Geschäftsjahres. Während dieser Veranstaltung hatten die anwesenden Analysten, Journalisten und andere eingeladene Finanzmarktakteure erneut Gelegenheit, sich durch Vorträge und Präsentationen unter anderem über den aktuellen Stand verschiedener Projekte sowie über die Entwicklung der jüngsten Akquisitionen des OHB-Konzerns zu informieren. Auch im angelaufenen Geschäftsjahr 2013 fand dieser Termin wieder in der Hauptverwaltung in Bremen statt, am 14. Februar erhielten die Teilnehmer Informationen über die Entwicklungen in den Projekten ausgewählter Tochterunternehmen.

Im weiteren Jahresverlauf 2012 besuchte die Gesellschaft verschiedene Kapitalmarktkonferenzen in Deutschland. Außerdem präsentierte sich die OHB AG erneut auf dem Deutschen Eigenkapitalforum Mitte November 2012 in Frankfurt am Main und nahm hier auch die Gelegenheit für viele Einzelgespräche mit Investoren und Analysten wahr. Durch die Teilnahme an Roadshows in London, Zürich und Luxemburg konnte sich die OHB AG einem internationalen Investoren- und Analystenkreis vorstellen und bestehende Kontakte pflegen.

Regelmäßige Telefonkonferenzen von Vorstand und Investor Relations-Team mit Analysten und Investoren begleiteten die Veröffentlichung der quartalsweisen Berichterstattung.

Hauptversammlung beschließt erhöhte Dividende

Die ordentliche Hauptversammlung der OHB AG hat am 16. Mai 2012 die Auszahlung einer Dividende für das Geschäftsjahr 2011 in Höhe von EUR 0,35 je dividendenberechtigter Stückaktie beschlossen. Dies entspricht einer Erhöhung der Dividende je Aktie gegenüber dem Vorjahr um EUR 0,05. Die Ausschüttungssumme auf die 17.387.600 Stück dividendenberechtigter Aktien betrug insgesamt EUR 6,1 Mio., nach EUR 5,2 Mio. im Vorjahr. Der verbleibende Betrag des HGB-Bilanzgewinns von EUR 10,1 Mio. wurde auf neue Rechnung vorgetragen.

Neben der Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat wurden außerdem die Bestellung des Abschluss- und Konzernabschlussprüfers und die Änderung der Satzung hinsichtlich der Aufsichtsratsvergütung beschlossen. Mit der erfolgten Sat-

Analystenbewertungen

Kursziel
Institut in EUR Empfehlung
HSBC Trinkaus &
Burkhardt 19,50 Übergewichten
WGZ Bank 19,50 Kaufen
Bankhaus Lampe 20,00 Kaufen
Commerzbank 20,00 Kaufen
DZ BANK 20,00 Kaufen

zungsänderung wird der stellvertretende Vorsitz in dem Gremium hinsichtlich der Vergütung berücksichtigt. Damit wird den Empfehlungen des Corporte Governance Kodex entsprochen.

Kennzahlen der OHB-Aktie in EUR (Xetra)

2012 2011 2010 2009
Jahresschlusskurs 15,15 11,40 16,60 11,20
Jahreshöchstkurs 16,50 17,45 18,34 11,35
Jahrestiefstkurs 11,16 8,25 11,50 5,85
Marktkapitalisierung (Ultimo) 265 Mio. 199 Mio. 290 Mio. 196 Mio.
Durchschnittlicher Tagesumsatz (Xetra + Parkett) 11.580 Stück 20.346 Stück 47.546 Stück 15.220 Stück
Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) (Ultimo) 17,82 14,62 30,18 11,66
Ergebnis pro Aktie (EPS) 0,85 0,78 0,55 0,96
Dividende pro Aktie 0,37* 0,35 0,30 0,25
Dividendenrendite (Ultimo) 2,44 % 3,07 % 1,81 % 2,23 %

* Vorschlag an die Hauptversammlung

Aktionärsstruktur der OHB AG zum 31.12.2012

Impressionen des 9. Capital Market Days am 14. Februar 2013 in Bremen

Konzernlagebericht

Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2012 bis zum 31. Dezember 2012

  • 47 Geschäft und Rahmenbedingungen
  • 49 Geschäftsentwicklung
  • 54 Umsatz- und Auftragsentwicklung
  • 54 Ertragslage
  • 55 Vermögens- und Finanzlage
  • 55 Mitarbeiter
  • 56 Forschung und Entwicklung
  • 57 Qualitätsmanagement, Umweltmanagement, Datenschutz und Prozesse

  • 59 Nachtragsbericht

  • 59 Prognosebericht
  • 60 Internes Kontroll- und Risikomanagement
  • 61 Chancen- und Risikobericht
  • 63 Vergütungsbericht
  • 63 Abhängigkeitsbericht
  • 63 Angaben nach § 315 Abs. 4 HGB
  • 64 Erklärung zur Unternehmensführung

I. GESCHÄFT UND RAHMENBEDINGUNGEN

1. Highlights

Gesamtleistung steigt um 14% auf EUR 633 Mio.

Die Gesamtleistung des OHB-Konzerns ist im Berichtszeitraum um EUR 77 Mio. auf insgesamt EUR 633 Mio. gestiegen.

Auftragsbestand steigt zum 31. Dezember 2012 um 57 % auf EUR 1.640 Mio.

Der bereits in den Vorjahren hohe Auftragsbestand ist noch einmal sehr deutlich gestiegen auf insgesamt EUR 1.640 Mio. (Vorjahr: EUR 1.046 Mio.). Der Anstieg resultiert aus weiteren Akquisitionserfolgen bei Großprojekten. Für die Zukunft ist ein hohes Maß an Planungssicherheit gewährleistet und eine hohe operative Auslastung in allen Unternehmensbereichen garantiert.

EBIT weiterhin auf Rekordniveau

Das EBITDA erhöhte sich auf insgesamt EUR 46,1 Mio. (Vorjahr: EUR 43,1 Mio.) und auch das Betriebsergebnis (EBIT) entwickelte sich im Berichtszeitraum mit einem Anstieg auf EUR 31,0 Mio. (Vorjahr: EUR 27,3 Mio.) sehr positiv. Der Konzernjahresüberschuss nach Fremdanteilen lag bei EUR 14,8 Mio. (Vorjahr: EUR 13,5 Mio.) und das Ergebnis pro Aktie erreichte im Geschäftsjahr EUR 0,85 (verwässert und unverwässert), nach EUR 0,78 im Vorjahr.

2. Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Im vergangenen Jahr ist die deutsche Wirtschaftsleistung, das Bruttoinlandsprodukt (BIP), um 0,7 % gestiegen und damit weniger stark als in den Vorjahren (3 % im Jahr 2011, 4,2 % im Jahr 2010). Exporte tragen circa die Hälfte zu dem BIP bei, etwa ein Viertel der deutschen Arbeitsplätze hängen von der Exportwirtschaft ab. Seit 2009 sind die Ausfuhren in Länder außerhalb der EU von 38 % auf 43 % gestiegen.

Die Zahl der Arbeitnehmer mit Wohnort im Inland ist im Vergleich zum Vorjahr um 1 % gestiegen und steigt damit im sechsten Jahr in Folge auf einen neuen Höchststand. Im Jahr 2012 waren 41,5 Mio. in Deutschland lebende Personen erwerbstätig. Die Zahl der Selbstständigen erhöhte sich leicht um 6.000 auf 4,55 Mio. Neben dieser positiven Entwicklung des Arbeitsmarktes ging die Inflationsrate leicht gegenüber dem Vorjahr zurück; sie betrug 2012 in Deutschland 2,0%, im Vorjahr waren es 2,3%.

3. Branchenwirtschaftliche Rahmenbedingungen a) Raumfahrt

Das internationale Umfeld für die Raumfahrt hat sich positiv weiterentwickelt, allerdings in den verschiedenen Regionen der Welt und Europa unterschiedlich stark ausgeprägt. Aufgrund der Langfristigkeit der Programme und Projekte hat die gesamtwirtschaftliche Entwicklung der einzelnen Volkswirtschaften nur begrenzte Auswirkungen auf die laufenden Projekte.

Während in Europa die Programme der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) und der Europäischen Union (EU) weiterhin durch ihre langfristigen Planungshorizonte eine stabile Entwicklung sicherstellten und stellen, haben die USA in den vergangenen Jahren zum Teil drastische Einschnitte in die

Entwicklung über acht Jahre in EUR

Ergebnis pro Aktie

Budgets der NASA und anderer Organisationen, die potenzielle Auftraggeber von Raumfahrtprojekten sind, vorgenommen. Die Raumfahrtaktivitäten der Russischen Föderation haben nach zwei Jahrzehnten der Unklarheit über die weitere Entwicklung wieder eine Perspektive erhalten, flankiert durch eine radikale Konsolidierung und Erneuerung in der russischen Raumfahrtindustrie. Die russische Regierung hat weitreichende Maßnahmen und deutliche Budgetanhebungen angekündigt. Unverändert ambitioniert treiben China, Indien, Südkorea, die Türkei und Brasilien ihre Programme zum Aufbau nationaler Raumfahrt-Kompetenz und -Infrastruktur voran.

Zu den besonderen Höhepunkten der Raumfahrt im Jahr 2012 zählen die Landung der amerikanischen Marsmission "Curiosity" und der Erstflug der ersten kommerziell betriebenen Raumkapsel "Dragon" der US-Firma SpaceX. In Europa waren dabei von besonderer Bedeutung der erste Start der neuen Vega-Rakete von Europas Weltraumbahnhof Kourou, der Start von zwei weiteren Galileo*-Satelliten aus dem In-Orbit Verification (IOV)-Programm, und der Start des dritten ATV "Edoardo Amaldi" mit einer Ariane-5-Rakete zur Versorgung der Internationalen Raumstation (ISS) und deren Bahnkorrektur.

Die europäische Raumfahrt war 2012 wesentlich auf die Entscheidungen der ESA-Ministerratskonferenz in Neapel am 20. und 21. November 2012 und die Erstellung des EU-Haushalts für die Jahre 2014 bis 2020 fokussiert. Beide Ereignisse stellen eine wichtige Weichenstellung für die Zukunft der europäischen Raumfahrt dar. Zu beider Vorbereitung gab es zahlreiche Konsultationen zwischen Industrie, Organisationen und Regierungseinrichtungen, sowohl national, bilateral als auch europaweit, in die auch OHB intensiv mit eingebunden war. Die getroffenen Entscheidungen stellen eine sehr gute Basis für die zukünftige Entwicklung der europäischen Raumfahrt in den nächsten Jahren dar, aus denen sich ein enorm hohes Chancenpotenzial für OHB ableiten lässt, verlangen aber auch mittel- und langfristige Anpassungen. Als Firmengruppe mit ihrem Schwerpunkt in Deutschland ist dabei besonders hervorzuheben, dass Deutschland seine Beiträge weiter gesteigert hat und jetzt der größte Beitragszahler der ESA wurde, während zahlreiche andere Länder ihr Budget nur gehalten und zum Teil auch verringert haben. Das auf der ESA-Ministerratskonferenz beschlossene Gesamtvolumen liegt bei gut EUR 10 Mrd. Besonders hervorzuheben sind die positiven Entscheidungen für sowohl die Ariane 5 ME als auch für die Ariane 6, außerdem für das neue Projekt "Electra", einen voll elektrisch angetriebenen Satelliten auf Basis der OHB System SmallGEO-Plattform.

Die EU-Raumfahrtaktivitäten gehen mit einen Budgetvorschlag von EUR 6,3 Mrd. für das Satellitennavigationsprogramm Galileo* und EUR 3,8 Mrd. für das Erdbeobachtungsprogramm Kopernikus (früher GMES genannt) in die nächsten Genehmigungsphasen.

In Deutschland ist im Jahr 2012 das nationale Raumfahrtbudget und der deutsche Anteil an den ESA-Programmen wie geplant leicht erhöht worden. Bereits im Dezember 2010 veröffentlichte die Bundesregierung, vertreten durch das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi), die Ziele und Eckdaten ihrer nationalen Raumfahrtstrategie.

Das Bundesverteidigungsministerium (BMVg) hat im Jahr 2012 die Beschaffung eines SAR-Lupe-Nachfolgesystems ausgeschrieben. Die Auftragsvergabe ist für 2013 vorgesehen.

In Italien, dem nach Deutschland für den OHB-Konzern zweitwichtigsten Markt, genießen die Raumfahrtaktivitäten trotz des insgesamt weiterhin schwierigen konjunkturellen Umfelds auch weiterhin einen hohen Stellenwert, da u.a. Forschungsaktivitäten gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zur Schaffung hochwertiger Arbeitsplätze beitragen sollen. Darüber hinaus gilt die Raumfahrt als eine der technologisch anspruchsvollen Branchen, in denen Italien innerhalb Europas gut positioniert ist.

Auf dem Markt für Raketenstarts ist weiterhin eine stabile Nachfrage zu verzeichnen. Der nachhaltige technische Erfolg des Ariane-5-Programms mit nunmehr insgesamt 43 Starterfolgen in Folge wird hoffentlich auch im Jahr 2013 zu einer zuverlässigen Startkadenz bei Arianespace führen.

b) Luftfahrt

Der Luftfahrtmarkt ist im Jahr 2012 weiter gewachsen. Sowohl im Bereich der Passagierflüge als auch im Frachtverkehr sind die Anzahl der Flüge und die Kapazitätsauslastungen weiter angestiegen. So sind z.B. die im Jahr 2012 durchschnittlich pro Monat geflogenen Revenue Passanger Kilometer (RPK) um rund 17 % gegenüber dem Jahr 2007 gestiegen. Alleine im Jahr 2012 hat sich ein durchschnittliches Marktwachstum von 5,3 % gegenüber dem Vorjahr eingestellt.

Der europäische Flugzeughersteller Airbus hat für das Jahr 2012 mit 588 Flugzeugen an 89 Kunden (davon 17 Neukunden) einen Unternehmensrekord an Neuauslieferungen realisiert, gegenüber 534 Flugzeugen im Gesamtjahr 2011. Auch der USamerikanische Konkurrent Boeing kann mit ähnlichen Erfolgsmeldungen aufwarten, dort konnte die Neuauslieferungsrate um rund 26 % auf 601 Flugzeuge im Jahr 2012 gesteigert werden.

Airbus verzeichnete im Jahr 2012 914 Neubestellungen und stellte mit 4.682 Flugzeugen im Wert von USD 638 Mrd. einen branchenweiten Rekord beim Auftragsbestand auf. Boeing konnte 2012 sogar 1.203 Neubestellungen verbuchen und weist in seinem Auftragsbestand nunmehr 4.373 Verkehrsmaschinen aus. Diese Zuwachsraten verbunden mit den weitergehend positiven Entwicklungsprognosen für die Entwicklung des Luftfahrtmarktes werden sich weiterhin positiv auf die Umsätze der Luftfahrtzulieferindustrie auswirken.

4. Organisatorische und rechtliche Struktur des Konzerns

Der Raumfahrt- und Technologiekonzern OHB AG vereint Aktivitäten aus verschiedenen Hochtechnologiebereichen. Neben den Raumfahrtaktivitäten bildet insbesondere das Geschäft in der Flugzeugzuliefererindustrie einen weiteren Schwerpunkt.

Die einzelnen Tochtergesellschaften bewahren trotz der notwendigen Vorgaben der Obergesellschaft ihre Individualität und Unternehmenskultur auch im Konzernverbund. Die OHB AG besitzt selbst kein operatives Geschäft, unterstützt die Untergesellschaften aber bei Vertriebsaktivitäten und nimmt somit die Funktion einer aktiven Holdinggesellschaft wahr.

Unter dem Dach der OHB AG bestehen die beiden Unternehmensbereiche:

"Space Systems"

Der Fokus dieses Unternehmensbereichs liegt in der Entwicklung und Umsetzung von Raumfahrtprojekten. Das bedeutet insbesondere die Entwicklung und die Fertigung von erdnahen und geostationären Satelliten für Navigation, Wissenschaft, Kommunikation, Erd- und Wetterbeobachtung und Aufklärung inklusive der wissenschaftlichen Nutzlasten. In der Bemannten Raumfahrt liegen die Schwerpunkte bei Projekten für die Ausstattung und den Betrieb der Internationalen Raumstation ISS. Im Bereich Exploration werden Studien und Konzepte für die Erforschung unseres Sonnensystems mit den Schwerpunkten Mond, Asteroiden und Mars erarbeitet. Aufklärungssatelliten und breitbandige Funkübertragung von Bildaufklärungsdaten sind Kerntechnologien für die Anwendungsbereiche Sicherheit und Aufklärung.

"Aerospace + Industrial Products"

Der Schwerpunkt dieses Unternehmensbereichs liegt in der Fertigung von Produkten für die Luft- und Raumfahrt sowie für andere Industriebereiche. Hier hat sich OHB als bedeutender Ausrüster für Aerospace-Strukturen in der Luft- und Raumfahrt positioniert und ist u.a. größter deutscher Zulieferer für das Ariane-5-Programm sowie etablierter Hersteller sensitiver Bauteile für Flugtriebwerke. Darüber hinaus ist OHB als erfahrener Anbieter von mechatronischen Systemen für Antennen und Teleskope an mehreren Großprojekten für Radioteleskope beteiligt. Telematiksysteme von OHB unterstützen weltweit die Logistik durch effiziente Transportsteuerung und Sendungsverfolgung.

II. GESCHÄFTSENTWICKLUNG

Die sehr positive Entwicklung des OHB-Konzerns bei Umsatz, Gesamtleistung, EBITDA und EBIT hat sich auch im Geschäftsjahr 2012 fortgesetzt. Die Gesamtleistung konnte von rund EUR 555 Mio. im Vorjahr um 14 % auf rund EUR 633 Mio. gesteigert werden. Der Umsatz erhöhte sich um 11 % auf rund EUR 616 Mio., nach EUR 556 Mio. im Vorjahr.

Die Gründe für die erfolgreiche Entwicklung und die heutige hervorragende Positionierung der OHB AG in der Raumfahrtbranche sind vielfältig. Zum einen sind die derzeitigen günstigen Rahmenbedingungen zu nennen. Raumfahrt ist eine technologische Schlüsselindustrie, die in Europa mit den OHB-Standorten in Deutschland, Italien, Schweden, Belgien und Luxemburg ihre politische Beachtung hat.

Ein weiterer Grund ist, dass Raumfahrt heute immer stärker nutzerorientiert wird und aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken ist. Dieser Wandel ist auch die Basis für die kommerzielle Raumfahrt mit ihrer Forderung nach kostengünstigen Satelliten für Kommunikation, Navigation oder Erdbeobachtung.

1. Unternehmensbereich "Space Systems"

Im Unternehmensbereich "Space Systems" zeichnet sich die Geschäftstätigkeit im Wesentlichen durch langfristig angelegte Projekte zumeist öffentlicher Auftraggeber aus. Durch den sehr hohen Auftragsbestand von EUR 1.366 Mio. (31. Dezember 2012) und das breite Projektakquisitionspotenzial ergibt sich eine hohe Planungssicherheit über mehrere Jahre hinweg und ein stetiges Wachstum.

a) Erdbeobachtung und Aufklärung

Das von OHB System entwickelte und gebaute SAR-Lupe-System mit seinen fünf Radarsatelliten, den dazugehörenden Bodenanlagen und dem deutsch-französischen Aufklärungs satelli tenverbund aus den Satellitensystemen SAR-Lupe (Radarbilder) und Helios 2 (Optische Bilder) läuft weiterhin sehr stabil und zur höchsten Zufriedenheit des Auftraggebers (Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw – vormals BWB)) und der deutschen Streitkräfte. Mit diesem System steht der Bundeswehr nach wie vor ein hochmodernes und leistungsfähiges Radar-Satellitenaufklärungssystem bis zur Einführung des Nachfolgesystems SARah, die im Jahr 2018/2019 geplant ist, zur Verfügung.

Für das SAR-Lupe-Nachfolgesystem SARah mit deutlich gesteigerten Leistungsdaten hat OHB System ein weiterentwickeltes Konzept erarbeitet. Auf die im Sommer 2012 erfolgte Ausschreibung antwortete OHB System mit der Abgabe eines Angebots im November 2012. Derzeit wird das Angebot ausgewertet. Mit einer Vergabe wird im zweiten/dritten Quartal 2013 gerechnet.

Das nationale optische Erdbeobachtungsprogramm EnMAP (Environmental Mapping and Analysis Program) ist weiter in einer kritischen Phase. Gemeinsam mit dem Auftraggeber mussten prinzipielle physikalisch-technische Fragen geklärt werden, wodurch sich dieses Programm weiter verzögern wird. Mit seinen neuartigen Hyperspektralsensoren dient der Umweltsatellit EnMAP primär der Zustandscharakterisierung und Überwachung unseres Planeten. Er stellt ein zukunftsweisendes System dar, das für viele neue Anwendungsbereiche einsetzbar sein wird.

Am 26. April 2012 wurde der Vertrag zwischen OHB System und Thales Alenia Space für die Entwicklung und den Bau der dritten Generation europäischer Wettersatelliten MTG (Meteosat Third Generation) unterzeichnet. Mit einem Auftragsvolumen von über EUR 750 Mio. bei rund EUR 1,26 Mrd. Gesamtvolumen konnte sich der OHB-Konzern wesentliche Anteile an diesem von der ESA und EUMETSAT beauftragten europäischen Infrastrukturprojekt sichern. Im OHB-Paket enthalten sind sechs

Satellitenplattformen, zwei Nutzlasten von Kayser-Threde mit sogenannten Infrarot-Soundern und die Integration dieser Nutzlasten mit zwei der Plattformen zu kompletten Satellitensystemen. Die vier weiteren Plattformen werden an Thales Alenia Space nach Frankreich geliefert, wo sie die Basis für die sogenannten Imager-Satelliten bilden werden. Kayser-Threde liefert daneben auch die Teleskope für die vier Imager-Satelliten.

Ein Industriekonsortium unter Führung von OHB System hat mit der Definitionsphase der Umweltsatellitenmission "CarbonSat" im Auftrag der Europäischen Weltraumorganisation ESA begonnen. In der 20-monatigen Studie wird OHB System sowohl die Untersuchungen über die Gesamtmission als auch über den Satelliten als Hauptauftragnehmer führen. Das Auftragsvolumen dieser Studie beträgt EUR 2,5 Mio. "CarbonSat" ist Kandidat für die achte wissenschaftliche Erderkundungsmission (8th Earth Explorer Mission) im Rahmen des ESA "Earth Observation Envelope"-Programms (EOEP). "CarbonSat" würde auf seiner Mission global zuverlässige Daten über den Ausstoß und die Konzentration von den zwei Treibhausgasen Kohlendioxid und Methan in der Erdatmosphäre sammeln und zur Auswertung bereitstellen.

Der TechnologieErprobungsTräger TET-1, der von Kayser-Threde im Auftrag des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelt und gebaut wurde, wurde am 22. Juli 2012 planmäßig vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur mit einer Sojus/Fregat-Trägerrakete in den Weltraum transportiert. Die Phase der orbitalen Inbetriebnahme wurde erfolgreich abgeschlossen. Der TechnologieErprobungsTräger TET-1 ist Kernelement des OOV-Programms (On-Orbit-Verifikation) des DLR und dient der Verifikation von am Boden geprüften Produkten im All.

Zwischen der CGS S.p.A. und der italienischen Raumfahrtagentur ASI ist ein Vertrag über die Definitionsphasen A und B1 für die Realisierung des Erdbeobachtungssatelliten OPSIS (OPtical System for Imaging and Surveillance) unterzeichnet worden. Das Auftragsvolumen beträgt EUR 13,5 Mio. Die von der italienischen Raumfahrtagentur ASI initiierte Mission OPSIS hat das Hauptziel, ein operatives System zur hochauflösenden optischen Erdbeobachtung bereitzustellen. Dazu sollen im Rahmen der Projektphasen A/B1 die notwendigen Technologien in Italien entwickelt und qualifiziert werden. CGS ist für diese Mission als Hauptauftragnehmer ausgewählt worden und wird ein Konsortium aus italienischen mittelständischen Unternehmen federführend leiten. Der Start des Satelliten (Startgewicht 800 kg) ist für das Jahr 2016 vorgesehen.

Damit ist OHB in der Erd- und Wetterbeobachtung und Aufklärung mit einem breiten Produktspektrum vom Radarsatelliten bis hin zu optischen Beobachtungssatelliten vertreten.

b) Kommunikation

Bei OHB System hat die Fertigung des Hispasat-AG1-Satelliten für den kommerziellen spanischen Satellitendienstleister Hispasat begonnen. Hier wird die neue von OHB entwickelte SmallGEO-Plattform direkt für ein kommerzielles System eines Satellitenbetreibers eingesetzt. Der Satellitenstart ist für Ende 2014 vorgesehen.

Die ESA hat die SmallGEO-Plattform ebenfalls als Basis für den europäischen Datenrelais-Satelliten (EDRS-C) im Rahmen des ARTES-7-Programms ausgewählt. OHB System ist damit Lieferant für diesen Satelliten an den Satellitenbetreiber Astrium Satellite Services, der ihn betreiben wird. Die Entwicklungsarbeiten sind in vollem Gang. Die Erweiterung des SmallGEO-Konzepts zum spezialisierten Datenrelais-Satelliten für höchste Datenübertragungsraten zwischen Satelliten ist ein wichtiges neues strategisches Segment im zivilen wie auch im militärischen Markt.

2012 in Mio. EUR

Diese von OHB entwickelte Plattform wurde vom DLR auch als Basis für eine nationale Telekommunikationsmission "Heinrich Hertz" festgelegt. Die OHB System ist am 9. Mai 2012 vom Raumfahrtmanagement des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) mit der Systemführerschaft einer nationalen Telekommunikationsmission "Heinrich Hertz" und der Entwicklung des dazugehörigen Satelliten beauftragt worden. Der gezeichnete Vertrag hat ein Volumen von rund EUR 11 Mio. und umfasst die Arbeiten für die Vordefinition aller Missionselemente. Die Ergebnisse dieser Definitionsphase dienen dann als Basis für den anschließenden Bau und Test des Satelliten, der separat beauftragt wird und 2016 seinen Betrieb aufnehmen soll. "Heinrich Hertz" dient zum einen der Überprüfung neuartiger Technologien der Satellitenkommunikation unter realen Einsatzbedingungen und damit der Sicherstellung nationaler Systemkompetenz bei geostationären Kommunikationssatelliten und soll zum anderen eine Kommunikationsnutzlast für die Bundeswehr mitführen.

2012 haben die ersten Studien und Analysen zu "Electra", dem sogenannten All Electric Spacecraft, begonnen. Diese Satelliten werden keinen chemischen Treibstoff mehr mit sich führen und dadurch deutlich leichter. Dies senkt einerseits die Startkosten und erlaubt es andererseits, die Nutzlast deutlich zu vergrößern. Damit hat dieser Satellitentyp das Potenzial, bei kommerziellen als auch institutionellen Satellitenbetreibern die Wirtschaftlichkeit ihres Satellitenbetriebs signifikant zu erhöhen. Allerdings dauert der Transfer des Satelliten in seine finale geostationäre Bahn mehrere Monate. Es herrscht weltweit ein sehr hohes Interesse an Satelliten dieser Bauart. In Europa ist OHB System Pionier dieser Technologie.

Der von LuxSpace Sàrl gebaute Satellit "VesselSat2" ist am 9. Januar 2012 vom chinesischen Startplatz Tajyuan an Bord einer Trägerrakete vom Typ "Langer Marsch 4B" in einen polaren Orbit gestartet worden. Er ist der zweite Satellit des Paares nach dem im November 2011 erfolgreich gestarteten "VesselSat1". Der rund 28 Kilogramm leichte Satellit wurde von LuxSpace in nur einem Jahr fertiggestellt. VesselSat1 und 2 sind in das bestehende ORBCOMM (OG2)-System zur satellitengestützten Überwachung von Automatic Identification System (AIS)-Daten eingebunden. LuxSpace liefert der European Maritime Safety Agency (EMSA) AIS-Daten, die von "VesselSat1 und 2" erhalten werden, für die Schiffsortung und andere maritime Navigationsund Sicherheitszwecke in bestimmten Regionen der Welt. Dazu hat LuxSpace einen mehrjährigen Rahmenvertrag mit der EMSA abgeschlossen. Die Vertragssumme für das erste Jahr beläuft sich auf bis zu EUR 500.000.

c) Navigation

Nachdem OHB System am 7. Januar 2010 von der EU und der ESA für den Bau und Test von 14 Satelliten für das Galileo*-FOC (Full Operational Capability)-Raumsegment mit einem Auftragsvolumen von EUR 566 Mio. ausgewählt wurde, hat am 2. Februar 2012 OHB System einen weiteren Vertrag über die Lieferung von zusätzlichen acht Galileo*-FOC-Satelliten mit der EU/ESA unterzeichnet. Der zusätzliche Vertragswert beträgt rund EUR 256 Mio.

2012 sind die zum Bau notwendigen Anlagen fertiggestellt und ist mit der Serienfertigung der Satelliten begonnen worden. Dazu wurde auch die neue Integrationshalle (Galileo*-Halle) in Betrieb genommen. Zum Ende des abgelaufenen Jahres war der erste der Satelliten bereits weitgehend fertiggestellt und für weitere sechs Satelliten wurde der Bau begonnen. Die Fertigung der Galileo*-FOC-Satelliten erfolgt nach einem Inselprinzip, das

es erlauben wird, Satelliten in einer Kadenz von circa fünf bis sechs Wochen auszuliefern. Der Transport des ersten Satelliten zum Testzentrum der ESA ist für April 2013 geplant. Der Start der ersten beiden OHB-Satelliten ist im dritten Quartal 2013 durch die ESA vorgesehen.

d) Erforschung des Weltraums

Im Rahmen des ESA-Programms ExoMars 2016 entwickelt und baut OHB System die Mechanik-, Struktur-, Thermal- und Antriebssubsysteme des sogenannten Carrier/Orbiter. Bei dieser europäischen Mission zum Planeten Mars ist OHB System Mitglied im Team von Thales Alenia Space. Nach dem Rückzug der NASA aus der Kooperation mit der ESA ist die russische Raumfahrtagentur ROSCOSMOS neuer Partner der ESA für ExoMars geworden.

Der Satellit LARES (Laser Relativity Satellite), der durch CGS S.p.A. als Hauptauftragnehmer entwickelt wurde, startete am 13. Februar 2012 im Rahmen des Jungfernflugs der Trägerrakete Vega erfolgreich von Kourou, Französisch-Guayana, ins Weltall. Es handelt sich bei LARES um eine nationale Mission der italienischen Raumfahrtagentur ASI. Hauptziel ist die Überprüfung der Einstein'schen Allgemeinen Relativitätstheorie durch das internationale Netzwerk Laser Ranging Service (LRS). Das Gewicht von LARES beträgt rund 400 Kilogramm.

e) Wissenschaftliche Raumfahrt und Robotik

OHB System war auch 2012 an mehreren Studien im Rahmen der nächsten europäischen Wissenschaftsmissionen der ESA beteiligt. Damit etabliert sich OHB System auch in diesem "klassischen" Raumfahrtsegment weiter. Der Fokus von OHB System liegt dabei speziell auf der Großmission JUICE (Mission zum Jupiter und seinen Monden), da hier die Erfahrungen aus dem SmallGEO-Programm optimal genutzt werden könnten. Die Auswahl durch die ESA und weitere Studien dazu sind vorgesehen.

OHB Sweden ist von Astrium als Vertragspartner für das Lageregelungssystem (Attitude and Orbit Control System – AOCS) und das chemische Antriebssystem (Chemical Propulsion System – CPS) für die Solar-Orbiter-Mission zur detaillierten Beobachtung der Sonne ausgewählt worden. Das Gesamtvolumen der beiden Verträge beträgt EUR 34,4 Mio.

Der Solar-Orbiter ist die erste Mission im Cosmic Vision Programm der ESA, mit der die Implementierungsphase eingeleitet wird (geplanter Start: 2017). Die Missionsdauer beträgt sieben Jahre. Der Solar Orbiter wird die Sonne und ihre Auswirkungen auf das Sonnensystem detailliert erforschen. Der Solar Orbiter ist ein Gemeinschaftsprojekt von ESA und NASA. Die NASA wird den Start zur Verfügung stellen und beteiligt sich weiter durch die Bereitstellung eines Instruments und eines Sensors.

f) Bemannte Raumfahrt

OHB System unterstützt weiterhin die Arbeiten auf der Internationalen Raumstation ISS. In deren Umfang sind die Betreuung von Experimenten als auch Wartungs- und Erhaltungsarbeiten an den von OHB System entwickelten und gelieferten Geräten enthalten.

Am 23. März 2012 hat eine Ariane-5-Trägerrakete das dritte Automatische Versorgungsfahrzeug (Automated Transfer Vehicle = ATV) auf den Weg zur Internationalen Raumstation gebracht. Mit Komponenten für Träger und Nutzlast sind sowohl die MT Aerospace AG als auch die OHB System AG erneut wesentlich an der Mission beteiligt.

Bis 2014 sollen zwei weitere ATV-Missionen erfolgen, an denen MT Aerospace und OHB System ebenfalls beteiligt sein werden.

EBITDA

Entwicklung über acht Jahre in Mio. EUR

g) Bodenstationen

Im Oktober 2012 hatten die fünf SAR-Lupe-Radarsatelliten 25 der 50 vereinbarten akkumulierten Betriebsjahre im Weltraum hinter sich. Alle fünf Satelliten sind in einem ausgezeichneten Zustand und es ist an ihrer Leistungsfähigkeit keine Alterung erkennbar. Der planmäßige SAR-Lupe-Betrieb endet Ende 2017 und soll dann von SARah, dem Nachfolgesystem, übernommen werden.

2. Unternehmensbereich "Aerospace + Industrial Products"

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2012 wurde eine Rekordzahl von sieben Ariane-5-Trägern gestartet. Europa demonstriert damit weiterhin seine Führung im Markt der Startdienstleistungen. Das Konzernunternehmen MT Aerospace AG lieferte im Jahr 2012 planmäßig sechs Flugsätze für die Ariane-5-Trägerrakete. Darüber hinaus wurden Komponenten für das europäische Versorgungsmodul ATV ausgeliefert, das im Jahr 2014 zum letzten Mal startet. Die Weiterentwicklung eines neuen Oberstufentanks für die zukünftige, leistungsstärkere Ariane 5 Mid-Life Evolution, die 2017/2018 in Dienst gestellt werden soll, setzte MT Aerospace planmäßig fort.

Das Geschäft mit Luftfahrtprodukten bei der MT Aerospace AG umfasste im Jahr 2012 im Wesentlichen die Produktion und Lieferung von Frisch- und Abwassertanks für Airbus-Flugzeuge sowie Leichtbaustrukturen für den Militärtransporter A400M. Aufgrund der stabilen Produktionsplanung von Airbus für den A400M wurde 2012 ein deutlicher Anstieg bei der Produktion realisiert und vier Shipsets an den Kunden ausgeliefert. 2013 werden die Auslieferungen weiter auf insgesamt elf Shipsets steigen.

Trotz Problemen bei der Entwicklung der Tanks für das neue Airbus-Flugzeug A350 wurde die Qualifikation bezüglich der Vibrationstests in 2012 nahezu abgeschlossen.

Die MT Mechatronics konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr 2012 weitere elf Antennen für das Projekt ALMA an den Kunden ESO in Chile übergeben. Somit waren per Ende Dezember insgesamt 17 von 25 Antennen ausgeliefert. Der Lieferauftrag für das 64-m-Radioteleskop SRT auf Sardinien wurde komplett abgeschlossen. Im Projekt ATST Hawaii wurde die Final Design-Phase mittlerweile bis auf wenige Restpunkte aus dem Final Design Review erfolgreich abgeschlossen. Das Projekt VLBI Spanien konnte entsprechend der Planung vorangebracht werden. Von der Firma Toyo aus Japan erhielt die MT Mechatronics GmbH einen Auftrag über eine 13-m-VLBI-Antenne im Wert von EUR 2,5 Mio. Hierbei handelt es sich um eine Antenne, welche baugleich zu den VLBI-Antennen des Projekts in Spanien ist.

Die Aerotech Peissenberg ist bei fast allen Triebwerksherstellern an neuen Triebwerksprojekten beteiligt und liefert für viele Triebwerksprojekte Ersatzteile. Die strategische Beziehung zum größten europäischen Triebwerkshersteller Rolls-Royce konnte 2012 durch den Abschluss mehrerer Rahmenverträge für Zulieferungen in verschiedensten Programmen weiter gefestigt werden und ist ein wichtiger Faktor für die weitere Entwicklung. Insbesondere im Segment der rotierenden Bauteile nimmt ATP eine wichtige Rolle als strategischer Lieferant für Rolls-Royce ein. ATP konnte im Jahr 2012 insgesamt Verträge und Aufträge mit einem erwarteten Volumen in Höhe von rund EUR 450,2 Mio. abschließen. Die wichtigsten Neuauftraggeber sind neben Rolls-Royce die Firmen Snecma und MTU Aero Engines.

In der Telematiksparte konnten im Jahr 2012 trotz der weltweit gesunkenen Produktionsquote von Nutzfahrzeugen weiterhin rund 5.000 Telematikendgeräte an den Stammkunden MAN ausgeliefert werden. Auch für das Jahr 2013 hält dieser Trend an und MAN hat bereits 6.500 Geräte bestellt.

Die Entwicklung des neuen Lkw-Navigationssystems für den weltweit zweitgrößten Nutzfahrzeughersteller wurde nach mehr-

Entwicklung über acht Jahre in Mio. EUR

EBIT

jähriger Entwicklungszeit erfolgreich beendet und die Serienproduktion vorbereitet. Diese soll im Frühjahr 2013 beginnen.

Die Entwicklung eines Batteriemanagementsystems für Lithium-Ionen-Batterien für die neue deutsche U-Boot-Generation wurde erfolgreich abgeschlossen. Die Erfahrungen aus diesem Projekt werden in den kommerziellen Bereich überführt. OHB Teledata sieht hier in der Zukunft eine vielversprechende Geschäftsperspektive, vor allen Dingen in den Bereichen Energietechnik und Warehouse Management.

III. UMSATZ- UND AUFTRAGSENTWICKLUNG

Die Gesamtleistung des OHB-Konzerns erhöhte sich im Geschäftsjahr 2012 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um EUR 77,4 Mio. bzw. 14 % auf EUR 632,7 Mio. Dabei hat sich insbesondere der Unternehmensbereich "Space Systems" mit einem Anstieg der unkonsolidierten Gesamtleistung um EUR 40,6 Mio. auf EUR 409,1 Mio. von bereits hohem Niveau weiter positiv entwickelt. Der Umsatz des Konzerns erreichte EUR 616,0 Mio. (Vorjahr: EUR 555,7 Mio.).

Im Unternehmensbereich "Space Systems" haben sich die Auftragslage und das laufende Geschäft positiv entwickelt. Die unkonsolidierte Gesamtleistung betrug im Jahr 2012 EUR 409,1 Mio. (Vorjahr: EUR 368,5 Mio.). Der unkonsolidierte Umsatz stieg auf EUR 396,0 Mio. (Vorjahr: EUR 363,1 Mio.). Diese positive Entwicklung ist insbesondere auf die Fortschritte bei den Satellitenprogrammen zurückzuführen. Der hohe Auftragsbestand zum 31. Dezember 2012 von über EUR 1.365,85 Mio. gewährleistet eine hohe Planungssicherheit über lange Zeiträume und weiteres Wachstum.

Die unkonsolidierte Gesamtleistung des Unternehmensbereichs "Aerospace + Industrial Products" lag im Geschäftsjahr 2012 mit EUR 231,7 Mio. um EUR 36,4 Mio. bzw. 19 % über dem Vorjahresniveau.

Der Auftragsbestand des OHB-Konzerns lag zum Bilanzstichtag mit EUR 1.640 Mio. deutlich über dem Vorjahresniveau (Vorjahr: EUR 1.046 Mio.). Davon entfallen auf den Unternehmensbereich "Space Systems" EUR 1.365,9 Mio. (Vorjahr: EUR 615,2 Mio). Der Auftragsbestand im Bereich "Aerospace + Industrial Products" betrug zum Bilanzstichtag EUR 273,8 Mio. (Vorjahr: EUR 431,0 Mio.).

IV. ERTRAGSLAGE

Im Berichtszeitraum erzielte der OHB-Konzern ein EBITDA von EUR 46,1 Mio. (Vorjahr: EUR 43,1 Mio.) und ein EBIT von EUR 31,0 Mio. (Vorjahr: EUR 27,3 Mio.). Der Gewinn nach Steuern und Fremdanteilen lag im Berichtsjahr bei rund EUR 14,8 Mio. (Vorjahr: EUR 13,5 Mio.). Der Gewinn pro Aktie erreichte im Geschäftsjahr 2012 EUR 0,85 nach EUR 0,78 im Jahr 2011.

Bei einer konstanten EBIT-Marge wurden die Ergebnisziele der Jahresprognose 2012 erreicht bzw. leicht übertroffen. Vor Konsolidierung veränderte sich das EBIT im Unternehmensbereich "Space Systems" von EUR 25,1 Mio. im Vorjahr auf EUR 22,2 Mio. Die Abnahme dieser Kennzahl trotz gegenüber dem Vorjahr gestiegener Gesamtleistung ist durch eine Erhöhung der Position Materialaufwand und bezogene Leistungen zu erklären. Folglich ging die EBIT-Marge dieses Bereichs bezogen auf die unkonsolidierte Gesamtleistung gegenüber dem Vorjahr ebenfalls zurück – sie verringerte sich von 6,81 % auf 5,43%.

Im Unternehmensbereich "Aerospace + Industrial Products" konnte eine überproportionale Steigerung des EBIT von EUR 2,2 Mio. auf EUR 8,7 Mio. verzeichnet werden. Aufgrund einer signifikanten Erhöhung der Gesamtleistung einhergehend mit der absolut geringer gestiegenen Position Materialaufwand und

2012 in Mio. EUR

bezogene Leistungen konnte eine EBIT-Marge von 3,8 % (Vorjahr: 1,1 %) erzielt werden.

Der OHB-Konzern weist im Jahr 2012 ein negatives Finanzergebnis von EUR 7,0 Mio. (Vorjahr: EUR 7,8 Mio.) aus. Die darin enthaltenen sonstigen Finanzaufwendungen in Höhe von TEUR 7.112 (Vorjahr: TEUR 7.241) bestehen im Wesentlichen aus den Zinsaufwendungen für Pensionsrückstellungen in Höhe von TEUR 4.242 (Vorjahr: TEUR 4.175). Der HGB-Einzelabschluss der OHB AG weist für das Geschäftsjahr 2012 einen Bilanzgewinn von rund EUR 21,6 Mio. aus. Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung eine Dividende in Höhe von EUR 0,37 für das Jahr 2012 vorschlagen.

V. VERMÖGENS- UND FINANZLAGE

Die Bilanzsumme des OHB-Konzerns ist im Berichtszeitraum von EUR 528,2 Mio. auf EUR 535,7 Mio. gestiegen. Die Investitionen im Konzern betrugen im Jahr 2012 EUR 21,6 Mio. (Vorjahr: EUR 15,5 Mio.). Das Vorratsvermögen verringerte sich von EUR 89,0 Mio. auf EUR 82,4 Mio.; dem stehen erhaltene Anzahlungen in Höhe von EUR 110,4 Mio. (Vorjahr: EUR 122,4 Mio.) gegenüber.

Die liquiden Mittel inklusive der kurzfristigen Wertpapiere betrugen zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2012 EUR 90,0 Mio. gegenüber EUR 94,4 Mio. im Vorjahr. Eine detaillierte Darstellung des Cashflows findet sich im Konzernabschluss in der Kapitalflussrechnung. Der nach wie vor hohe Bestand an liquiden Mitteln versetzt den OHB-Konzern weiterhin in die Lage, alle wesentlichen geplanten Investitionen aus eigenen Mitteln zu finanzieren. Das Eigenkapital erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um EUR 11,2 Mio. und betrug zum 31. Dezember 2012 insgesamt EUR 124,8 Mio. (Vorjahr: EUR 113,6 Mio.). Die Eigenkapitalquote erhöhte sich damit zum Bilanzstichtag gegenüber dem Vorjahr von 21,5 % auf 23,3%.

Die Pensionsrückstellungen in Höhe von EUR 82,3 Mio. zum Ende des Geschäftsjahres 2012 stellen weiterhin eine wesentliche Position auf der Passivseite dar. Die langfristigen Finanzverbindlichkeiten in Höhe von EUR 43,8 Mio. resultieren im Wesentlichen aus Kreditaufnahmen zur Projektfinanzierung der italienischen Konzerntochter CGS S.p.A. Den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von EUR 199,2 Mio. (Vorjahr: EUR 186,7 Mio.) stehen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von EUR 98,5 Mio. (Vorjahr: EUR 95,1 Mio.) gegenüber. Die Vermögens- und Finanzlage des OHB-Konzerns wird vom Vorstand der OHB AG insgesamt als solide bewertet.

VI. MITARBEITER

In mehreren Konzernunternehmen war im Jahr 2012 ein deutliches Wachstum der Belegschaft notwendig, um die Kundenprojekte in quantitativer und qualitativer Hinsicht zu bedienen. Erfreulicherweise verzeichneten insbesondere die schnell wachsenden Konzerngesellschaften einen starken Bewerbungszulauf, was den wachsenden Bekanntheitsgrad und die Attraktivität der Gesellschaften auf dem gesamten europäischen Arbeitsmarkt in dieser Branche widerspiegelt. Zum Ausgleich von Auslastungsunterschieden erfolgten zusätzlich befristete und unbefristete Mitarbeitertransfers zwischen einzelnen Unternehmen. Die Anzahl der Mitarbeiter erhöhte sich zum 31. Dezember 2012 auf 2.493 (Vorjahr: 2.352).

Vermögensstruktur | Bilanzsumme zum 31.12.2012: EUR 536 Mio.

VII. FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

OHB wendete im Berichtszeitraum für Forschung und Entwicklung (F+E) rund EUR 16,9 Mio. auf (Vorjahr: EUR 15,0 Mio.). Die Finanzierung der F+E-Aktivitäten erfolgt zu einem Teil aus Zuwendungen (in Höhe von EUR 5,6 Mio.) von Institutionen wie der Europäischen Union, dem Bund oder den Bundesländern. Den Richtlinien der Europäischen Gemeinschaft entsprechend bewegt sich der Förderanteil jeweils in Abhängigkeit von der Marktnähe des Entwicklungsprojekts zwischen 25 % und 75%.

Im Bereich "Space Systems" lag ein besonderes Augenmerk auf Grundlagenentwicklungen in der Raumfahrt. Neben neuen und weiterentwickelten Technologien waren neuartige Missionskonzepte, wie z.B. niedrig fliegende Satellitenkonstellationen für höchstauflösende Erdbeobachtung, im Fokus der Entwicklungen.

Ein weiteres Thema waren und sind Technologien im Zusammenhang mit der Weiterentwicklung und Zukunftssicherung der SmallGEO-Plattform, gerade auch im Hinblick auf Kunden aus dem kommerziellen Umfeld.

Ein zentrales F+E-Thema kommt aus dem Bereich der Radartechnologien. Hier geht es darum, für das SAR-Lupe-Nachfolgesystem technologisch gerüstet zu sein.

Im Unternehmensbereich "Aerospace + Industrial Products" wurden insbesondere folgende Entwicklungsarbeiten für neue Produkte, zur Produktpflege und zur Kostenreduzierung durchgeführt.

Im Produktfeld Trägerkomponenten liegt der Schwerpunkt auf Studien und Technologie-Entwicklungen für eine maßgebliche Beteiligung an Entwicklung und Produktion in zukünftigen Trägerprogrammen. Für die Europäisierung der Vega-Oberstufe wird ein neuer Oberstufentank auf Basis der robusten Diaphragma-Technologie vorentwickelt. Eine Beauftragung durch die ESA für die Entwicklung wird im Geschäftsjahr 2013 erwartet.

Für die zukünftige Ariane 6 laufen Studien und Prototypen-Entwicklung zu Struktur- und Tankkonzepten mit dem Schwerpunkt auf kostengünstigen Herstellungstechnologien sowie der Herstellung von Feststoffmotor-Gehäusen in Kompositbauweise.

Im Produktfeld Satellitentanks wurde, basierend auf Erfahrungen bei der Alphabus-Tank-Entwicklung, die massenoptimierte Tankbauweise aus Metall-Liner und CFK-Überwicklung für einen Xenon-Hochdrucktank für SmallGeo-Satelliten eingesetzt. Der Tank konnte termingerecht qualifiziert und geliefert werden. Für den Markt derartiger Hochdrucktanks wurde ein Konzept entwickelt, mit dem durch erhebliche Kostenreduktion eine gute Wettbewerbsposition erreicht werden kann.

Im Produktfeld Luftfahrt gewinnt die Verwendung von Faserverbundwerkstoffen (CFK) zunehmend an Bedeutung. Vorteilhaft sind insbesondere das geringere Strukturgewicht bei gleichzeitig höherer Festigkeit, die geringere Korrosionsanfälligkeit und die erhöhte Lebensdauer dieses Werkstoffs gegenüber den klassisch eingesetzten Aluminiumlegierungen. MT Aerospace AG arbeitet ständig an der Erhöhung ihrer Kompetenz in der Entwicklung und der Fertigung von CFK-Komponenten.

Aerotech Peissenberg (ATP) ist mit unterschiedlichen Hochschulen und Universitäten an Forschungsprojekten beteiligt, um in der mechanischen Bearbeitung von schwer zerspanbaren Werkstoffen erarbeitete Vorsprünge zu halten. So hat die ATP ein Projekt zur Überwachung von Prozessparametern an Zerspanungsmaschinen durchgeführt. Dies wird zunehmend vom Kunden zur Qualitätssicherung gefordert und wird künftig zu einem Bestandteil der NADCAP-Zertifizierung. Ein weiteres Projekt beinhaltete die Optimierung des Vorräumens und die Standzeitverbesserung des Räumwerkzeugs im Rahmen des Luftfahrtforschungsprogramms Lufo 4 zusammen mit der RWTH Aachen. Die Weiterentwicklung der Bearbeitungsprozesse, Maschinen und Anlagen wird in enger Abstimmung mit den Maschinen- und Soft-

Mitarbeiter

wareherstellern wirtschaftlich begutachtet und bei Bedarf umgesetzt.

VIII. QUALITÄTSMANAGEMENT, UMWELTMANAGEMENT, DATENSCHUTZ UND PROZESSE

1. Qualitäts- und Umweltmanagement

Das Qualitätsmanagement und Umweltmanagement wird dezentral in den einzelnen Gesellschaften durchgeführt und überwacht.

Für die OHB AG beobachtet OHB System die Aktualität der erforderlichen Zertifizierungen zur Abstimmung ausgewählter Einzelprozesse und Nutzung von Synergieeffekten bei deren Umsetzung für folgende Einzelgesellschaften:

  • • OHB System AG, Bremen (D)
  • • Kayser-Threde GmbH, München (D)
  • • CGS S.p.A., Mailand (I)
  • • LuxSpace Sàrl, Betzdorf (L)
  • • Antwerp Space N.V., Antwerpen (B)
  • • OHB Sweden AB, Stockholm (S)
  • • MT Aerospace AG, Augsburg (D)
  • • MT Mechatronics GmbH, Mainz (D)
  • • Aerotech Peissenberg GmbH & Co. KG, Peissenberg (D)
  • • OHB Teledata GmbH, Bremen (D)
  • • megatel Informations- und Kommunikationssysteme GmbH, Bremen (D)
  • • Telematic Solutions S.p.A., Mailand (I)

Die rechtliche Verantwortung für die Umsetzung der Zertifikatsanforderungen in die produktbezogenen operativen Qualitätsprozesse verbleibt bei den Einzelgesellschaften.

Die von den Zertifizierungsgesellschaften ausgestellten Zertifikate für das Qualitätsmanagement der Einzelunternehmen umfassen in Summe alle relevanten Prozesse für Vertrieb, Entwicklung, Beschaffung, Produktion und Betrieb von Produkten der Luft- und Raumfahrt, der Umwelttechnik, der Informationsund Kommunikationstechnologien sowie von Softwareprodukten und Softwaredienstleistungen.

a) OHB System AG

EN 9100:2009 Qualitätsmanagementsystem (Luft- und Raumfahrt) basierend auf ISO 9001:2008 Qualitätsmanagementsystem OHB System ist zertifiziert für Systemführung, Entwicklung, Produktion und Betrieb für Produkte der Luft- und Raumfahrt sowie Aufklärungs- und Kommunikationstechnologien. Diese Zertifizierung schließt die Aufnahme als Lieferant für die Luftfahrtindustrie in die Lieferantenliste des BDLI sowie die Aufnahme in die weltweite OASIS-Datenbank der IAQG ein. Das Zertifikat QS-3674 HH des Germanischen Lloyd hat eine Gültigkeit bis Mai 2015.

AQAP 2110/-2210 (Militärische Produkte)

Für die Erzeugung militärischer Produkte im Bereich Entwicklung, Produktion, Vertrieb und Systemführung in den Bereichen Luft- und Raumfahrt, Aufklärung, Satelliten- und Kommunikationstechnologien besteht eine gültige Zertifizierung durch das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) nach AQAP 2110 (NATO-Qualitätssicherungsanforderungen für Entwicklung und Produktion) und AQAP 2210 (Qualitätssicherung Software). Das Zertifikat des BAAINBw ist vertrags- und produktbezogen gültig bis Mai 2015.

b) Kayser-Threde GmbH

ISO 9001:2008 Qualitätsmanagementsystem (Basiszertifizierung)

Kayser-Threde ist zertifiziert für Entwicklung, Herstellung und Vertrieb von Systemen für Wissenschaft, Raumfahrt und industrielle Anwendungen. Das Zertifikat Nr. 41294186/6 der DEKRA hat eine Gültigkeit bis Juli 2015. In 2015 ist eine Zertifizierung nach EN 9100 geplant.

ISO 14001:2004 Umweltmanagement

Die Einhaltung der Umweltschutzbestimmungen auf Übereinstimmung mit der Norm wird durch einen Umweltmanagementbeauftragten überwacht; eine formelle Zertifizierung ist nicht erforderlich.

c) CGS S.p.A.

ISO 9001:2008 Qualitätsmanagementsystem (Basiszertifizierung)

CGS ist zertifiziert für Forschung, Entwicklung, Herstellung und Service von Hard- und Software für die Luft- und Raumfahrt und Bodenstationen für kommerzielle und wissenschaftliche Zwecke, Design, Herstellung, Vermarktung, Installation von integrierten Sicherheitssystemen zur Videoüberwachung und Monitoring von festen Standorten und der Erbringung damit zusammenhängender Dienstleistungen. Das Zertifikat Nr. 869 der Quaser Certificazioni umfasst die CGS-Niederlassungen Mailand, Benevento, San Giorgio del Sannio und Tortona und hat eine Gültigkeit bis Februar 2015.

d) LuxSpace Sàrl

ISO 9001:2008 Qualitätsmanagementsystem (Basiszertifizierung)

LuxSpace ist zertifiziert für Design, Entwicklung, Beschaffung und Vertrieb von Raumfahrtsystemen und zugehörigen Dienstleistungen. Das Zertifikat QS-4930 HH des Germanischen Lloyd hat eine Gültigkeit bis Juni 2014.

e) Antwerp Space N.V.

ISO 9001:2008 Qualitätsmanagementsystem (Basiszertifizierung)

Die Zertifizierung für ein Qualitätsmanagementsystem nach ISO 9001:2008 wurde Anfang 2012 erfolgreich abgeschlossen. Das Zertifikat QS-8094 HH des Germanischen Lloyd hat eine Gültigkeit bis Februar 2015.

f) OHB Sweden AB

ISO 9001:2008 Qualitätsmanagementsystem (Luft-/Raumfahrt und Verteidigung)

Nach der Trennung von der Swedisch Space Corporation konnten die bestehenden Zertifikate nicht auf OHB Sweden übertragen werden. Die daher notwendige Neuzertifizierung für ein Qualitätsmanagementsystem nach ISO 9001:2008 durch Intertek ist für Ende 2013 vorgesehen.

g) MT Aerospace AG

EN 9100:2009 Qualitätsmanagementsystem (Luft- und Raumfahrt) basierend auf ISO 9001:2008 Qualitätsmanagementsystem

MT Aerospace ist zertifiziert für Entwicklung, Produktion und Test von Komponenten und Subsystemen für die Raumfahrt, Luftfahrt und Verteidigung sowie für Industrieanwendungen. Diese Zertifizierung schließt die Aufnahme als Lieferant für die Luftfahrtindustrie in die Lieferantenliste des BDLI sowie die Aufnahme in die weltweite OASIS-Datenbank der IAQG ein. Das Zertifikat QS-8086 HH des Germanischen Lloyd hat eine Gültigkeit bis Februar 2015. Es bestehen gültige Genehmigungen durch das Luftfahrt-Bundesamt für Herstellung (LBA EASA Teil 21, Hauptabschnitt A Abschnitt G) und Instandhaltung (LBA EASA Teil 145) von Luftfahrzeugen. Die Laufzeit dieser Zertifikate (DE.21G.0048; DE.145.0253) ist gekoppelt an die Laufzeit der EN 9100:2009.

h) MT Mechatronics GmbH

ISO 9001:2008 Qualitätsmanagementsystem (Basiszertifizierung)

MT Mechatronics ist zertifiziert für Beratung, Studien, Ausführungsplanung, Herstellung, Montage, Inbetriebnahme, Systemintegration und Service für Nachrichtenantennen, Radio- und optische Teleskope, mechatronische Geräte für Forschungseinrichtungen und industrielle Anwendungen, Startanlagen für das europäische Raumfahrtprogramm. Das Zertifikat 455233 QM08 der DQS hat eine Gültigkeit bis November 2015.

i) Aerotech Peissenberg GmbH & Co. KG

EN 9100:2009 Qualitätsmanagementsystem (Luft-/Raumfahrt und Verteidigung)

basierend auf ISO 9001:2008 Qualitätsmanagementsystem

Aerotech Peissenberg (ATP) ist zertifiziert für die Herstellung von Komponenten für Flugtriebwerke ziviler und militärischer Anwendung und Industriegasturbinen sowie mechanische Herstellung hochbelastbarer und komplexer Bauteile. Diese Zertifizierung schließt die Aufnahme als Lieferant für die Luftfahrtindustrie in die Lieferantenliste des BDLI sowie die Aufnahme in die weltweite OASIS-Datenbank der IAQG ein. Das Zertifikat 880113001 der DEKRA hat eine Gültigkeit bis Januar 2016.

ISO 14001:2004 Umweltmanagement

Aerotech Peissenberg verfügt über ein zertifiziertes Umweltmanagementsystem. Das Zertifikat 171212158 der DEKRA hat eine Gültigkeit bis Dezember 2015.

j) OHB Teledata GmbH

ISO 9001:2008 Qualitätsmanagementsystem (Basiszertifizierung)

OHB Teledata ist zertifiziert für Vertrieb, Beschaffung, Entwicklung, Fertigung und Service von Produkten und Projekten der Telematik, Telekommunikation und des Batteriemanagements. Das Zertifikat QS-2276 HH des Germanischen Lloyd hat eine Gültigkeit bis Juli 2014.

ISO 14001:2009 Umweltmanagement

OHB Teledata verfügt über ein zertifiziertes Umweltmanagementsystem. Das Zertifikat EM-4595 HH des Germanischen Lloyd hat eine Gültigkeit bis November 2014.

k) megatel Informations- und Kommunikationssysteme GmbH ISO 9001:2008 Qualitätsmanagementsystem (Basiszertifizierung)

megatel ist zertifiziert für Vertrieb, Entwicklung und Service von Produkten und Projekten der Informationstechnologie. Das Zertifikat QS-6080 HH des Germanischen Lloyd hat eine Gültigkeit bis Juli 2014.

l) Telematic Solutions S.p.A.

ISO 9001:2008 Qualitätsmanagementsystem (Basiszertifizierung)

Telematic Solutions ist zertifiziert für Design, Produktion, Vertrieb und Service von Hard- und Software für Telematik-Systeme, Erfassung und Messung, Design, Herstellung, Vermarktung, Installation von integrierten Sicherheitssystemen zur Videoüberwachung und Monitoring von festen Standorten und der Erbringung damit zusammenhängender Dienstleistungen. Das Zertifikat Nr. 870 der Quaser Certificazioni hat eine Gültigkeit bis Februar 2015.

2. Datenschutz

Überprüfung nach dem Bundesdatenschutzgesetz (BDSG)

Der Datenschutz gemäß aktuellem Bundesdatenschutzgesetz zum Schutz personenbezogener Daten wird in den deutschen Unternehmen durch die Datenschutzbeauftragten an den jeweiligen Firmenstandorten vertreten, die den zuständigen Landesdatenschutzbeauftragten formell gemeldet sind. Die standortspezifische Umsetzung der Datenschutzforderungen ist in Handbüchern und Prozessbeschreibungen beschrieben und wird durch die jeweiligen Datenschutzbeauftragten überwacht.

3. Wichtige Prozessqualifikationen

OHB System und CGS werden im Jahr 2013 die Qualifikationen für Lötprozesse für "Surface Mounted Devices (SMD)" für weitere

Bauteilefamilien, u.a. für FPGA mit 352 Anschlüssen nach ECSS (European Cooperation for Space Standardization), abschließen.

Kayser-Threde hat ebenfalls in 2012 ein ergänzendes Qualifikationsprogramm für weitere SMD-Bauteilfamilien durchgeführt und bestanden. Für einzelne Gehäuseformen wird in 2013 noch ein Delta-Qualifikationsprogramm durchgeführt.

Aerotech Peissenberg verfügt über NADCAP (National Aerospace and Defense Contractors Accreditation Program) zertifizierte Spezialprozesse in Luft- und Raumfahrt und Verteidigung mit Zertifikaten für Non-Destructive Testing (NDT FPI), Coatings (CT Flame- + Plasmaspray) und Conventional Machining as a Special Process (CMSP Hole Making). Diese Zulassungen werden aufrechterhalten und in 2013/2014 um die Prozesse Räumen, Drehen und Ätzen erweitert.

REACH (Registration, Evaluation, Authorization and Restriction of Chemicals)

Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 (REACH)

Seit dem 1. Juni 2007 besteht die Rechtsvorschrift der EU hinsichtlich des Managements chemischer Substanzen im EU-Raum für alle industriellen Erzeugnisse. Die wesentliche Kernforderung besteht in der Registrierung und Überwachung von Gefahrstoffen von mehr als 0,1 Gewichtsprozent im Erzeugnis (gemäß Registrierung in der REACH-Datenbank).

Alle OHB-Unternehmen sind sich dieser Registrierungspflicht bewusst und geben diese Forderung an ihre Unterauftragnehmer weiter. Für die Verwendung des Treibstoffs Hydrazin schließt sich OHB aktiv einer gemeinsamen Initiative der europäischen Raumfahrtindustrie zur Erlangung einer Ausnahmegenehmigung bei der EU für die weitere Verwendung an.

Bis zur Zusammenlegung der REACH-Richtlinie mit der RoHS-Richtlinie (Restriction of the use of certain Hazardous Substances) zur Beschränkung der Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten sind alle Unternehmen bestrebt, gefährliche Stoffe in ihren Elektronikprodukten zu vermeiden. Hierbei handelt es sich um die Stoffe, die bereits bei der Materialauswahl für Raumfahrtprodukte nach ECSS vermieden werden.

IX. NACHTRAGSBERICHT

Zwischen dem Bilanzstichtag und der Erstellung des Geschäftsberichts 2012 gab es keine wesentlichen berichtspflichtigen Ereignisse.

X. PROGNOSEBERICHT

Der OHB-Konzern wird auch im laufenden Geschäftsjahr 2013 weiter auf Wachstumskurs bleiben.

1. Unternehmensbereich "Space Systems"

Im Unternehmensbereich "Space Systems" liegen für 2013 und die Folgejahre die Schwerpunkte in der weiteren erfolgreichen

Umsetzung der Projekte Galileo*, Hispasat AG1, EDRS-C, Meteosat Third Generation und EnMAP.

Die Studien zu dem neuen Konzept für geostationäre Satelliten "Electra" werden weitergeführt. Parallel dazu laufen die Verhandlungen mit dem späteren potenziellen Betreiber.

Die ESA führt das Programm ExoMars konsequent weiter. Dazu erwartet OHB System bis Mitte des Jahres den endgültigen Auftrag für den Carrier/Orbiter der Teilmission 2016. Verhandlungen für den Carrier der Mission 2018 sind im Gange.

Von zentraler strategischer Bedeutung ist die erfolgreiche Akquisition des Programms SAR-Lupe-Nachfolge SARah. Das Angebot dazu wurde im November 2012 abgegeben. Mit der Auftragsvergabe wird im zweiten/dritten Quartal 2013 gerechnet.

Zu den Themengebieten der ESA-Erdbeobachtungs- und Wissenschaftsmissionen werden 2013 eine Reihe von Ausschreibungen, wie auch die Beauftragung weiterer Studien, z.B. zu METOP, JUICE etc., erwartet. Je nach Programm ist geplant, hier als Haupt- oder Unterauftragnehmer anzubieten.

CGS will im Rahmen der nationalen italienischen Programme seine Rolle als zweiter Anbieter in Italien für Satellitenmissionen sowohl im Bereich der wissenschaftlichen Forschung als auch bei der Fernerkundung ausbauen.

Durch die budgetären Planungen der EU, der ESA und der nationalen Raumfahrtprogramme in Deutschland, in Italien sowie den weiteren OHB-Sitzländern sind weitgehend stabile Rahmenbedingungen und ausreichende Planungssicherheit gegeben.

Mit den laufenden und avisierten Projekten und Programmen ist die OHB AG im Geschäftsbereich Raumfahrtsysteme bestens gerüstet, das erreichte Niveau nachhaltig zu sichern und erfolgreich weiter zu wachsen.

2. Unternehmensbereich "Aerospace + Industrial Products"

In der Raumfahrt sichert der vorhandene Auftragsbestand die Produktion und Lieferung von Ariane-5-Komponenten bis zum Ende des Geschäftsjahres 2013. Eine Verlängerung der Produktionsaufträge um weitere drei Jahre mit einer stabilen Produktionsrate von sechs Trägern pro Jahr ist in Endverhandlung. Die Bestellung des Startdienstleisters Arianespace wird im Laufe des Jahres 2013 erwartet.

Langfristig ist die Weiterführung der Produktion der Ariane-5-Komponenten durch die 2009 begonnene Weiterentwicklung der Oberstufe zur Ariane 5 ME-Konfiguration gesichert. Diese Konfiguration wird bis in das nächste Jahrzehnt hinein genutzt werden.

Im Raumfahrt-Entwicklungsgeschäft ist ein wesentlicher Schwerpunkt die Entwicklung des neuen kryogenen Oberstufentanks für die Ariane 5-ME, die 2015 abgeschlossen sein und ab 2016 in die Serienproduktion gehen soll. Mit dieser Entwicklung wächst der Arbeitsanteil an der Ariane-Rakete geringfügig, da der Oberstufentank als geschlossene Einheit zur Integration in die Stufe ausgeliefert wird.

In der Luftfahrt wird bei der Produktion von Frisch- und Abwassertanks für Airbus durch eine Kadenzerhöhung der

Modelle A320/321 ein leicht ansteigendes Geschäftsvolumen erwartet. Die Entwicklung der Wassertanks für den neuen Airbus A350 wird nach den eingetretenen Verzögerungen im zweiten Quartal 2013 abgeschlossen sein. Aus den Lieferungen der Air Inlet-/Outlet-Systeme für den Militärtransporter A400M sind in 2013 größere Serienumsätze mit steigender Tendenz in den Folgejahren vorhergesagt.

Die Aerotech Peissenberg konnte im Jahr 2012 Neuverträge mit einem erwarteten Umsatzvolumen in Höhe von rund EUR 400,2 Mio. verbuchen. Die wichtigsten Neuauftraggeber sind die Firmen Rolls-Royce, Snecma und MTU Aero Engines. Die Vertragslaufzeiten der Einzelverträge bewegen sich zwischen fünf und zehn Jahren, für die Aufträge bei dem Kunden Rolls-Royce wurden durchgehend Vertragslaufzeiten bis in das Jahr 2022 verhandelt. Für den Antrieb CFM56 konnte sogar ein Vertrag bis Produktionsende (End of Type) abgeschlossen werden, was der Aerotech über die nächsten Jahre ein solides Fundament an Auslastung sichert.

Die Aufträge beinhalten die Fertigung von Komponenten aus den bestehenden Volumenprogrammen V2500 und CFM56 (Antrieb der Boeing B737 und Airbus A320-Familie), dem Business-Jet-Antrieb BR700 (Antrieb Geschäftsreiseflugzeug GulfstreamV), den Großtriebwerken Trent700 (Antrieb Airbus A330), GP7000 (Antrieb Airbus A380) und Trent800 (Antrieb für die Boeing B777) sowie dem militärischen Triebwerk F414 (Antrieb Boeing F/A-18E/F Super Hornet). Darüber hinaus ist die Aerotech Peissenberg mit der Fertigung der Zukunftsprogramme TrentXWB (Antrieb Airbus A350XWB) für den Kunden Rolls-Royce und LEAP-1A (Antrieb Airbus A320neo) für den Kunden Snecma beauftragt worden. Das Triebwerk TrentXWB wurde bereits vor seiner Markteinführung über 1.000-mal verkauft und die LEAP-Triebwerksfamilie ist das Nachfolgeprodukt der erfolgreichen CFM56-Familie, von der mehr als 20.000 Triebwerke seit Markteinführung ausgeliefert wurden.

Die vorstehend genannten, in 2012 abgeschlossenen Verträge bilden die Grundlage für das avisierte Umsatzwachstum der Aerotech Peissenberg im Geschäftsjahr 2013.

In den Bereichen Antennen und Teleskope sichert der vorhandene Auftragsbestand die Auslastung der vorhandenen Ressourcen bis in das Geschäftsjahr 2013. OHB erwartet hier eine positive Geschäftsentwicklung. Dies setzt jedoch voraus, dass das Projekt ALMA in Chile zukünftig planmäßig verläuft und keine weiteren ungeplanten, außerordentlichen Ergebnisbelastungen auftreten. Positive Ergebniseinflüsse könnten sich aus Serviceaufträgen in den Projekten ALMA und SRT ergeben.

Im Bereich der Telematikendgeräte hat OHB einen Rahmenvertrag über die Abnahme von circa 35.000 Bordcomputern in den nächsten vier Jahren mit einem großen Nutzfahrzeughersteller abgeschlossen. Der Bereich der Batteriemanagementsysteme soll sich weiter zu einem Kernkompetenzbereich entwickeln. Weiterhin verhandelt OHB mit zwei Telekommunikationsanbietern über die Abnahme von 5.000 Container-Tracking-Einheiten.

3. Ausblick Konzern 2013/2014

Für das Geschäftsjahr 2013 erwartet der Vorstand einen weiteren Anstieg der konsolidierten Gesamtleistung des OHB-Konzerns auf mehr als EUR 700 Mio., zu dem Wachstum sollen beide Unternehmensbereiche mit einer gegenüber 2012 gesteigerten Gesamtleistung beitragen. Die operativen Ergebnisgrößen EBITDA und EBIT sollen 2013 mit mehr als EUR 53 Mio. und mehr als EUR 36 Mio. die Vorjahreswerte ebenfalls übertreffen.

Für das Jahr 2014 erwartet der Vorstand weiteres Wachstum bezogen auf die Unternehmenskennzahlen Gesamtleistung, EBITDA und EBIT. Der OHB-Konzern geht davon aus, dass die Ergebnisgrößen im Bereich "Aerospace + Industrial Products" in den Jahren 2013 und 2014 weiter zulegen werden. Für den Unternehmensbereich "Space Systems" erwartet der Vorstand in den Jahren 2013 und 2014 eine kontinuierliche Weiterentwicklung der guten Ergebnisse aus dem Jahre 2012. Aufgrund des hohen Auftragsbestandes und des positiven Ausblicks für die Jahre 2013 und 2014 gehen wir davon aus, dass sich die Vermögens- und Finanzlage weiterhin gut entwickeln wird. Der Vorstand weist bezüglich der zukunftsbezogenen Aussagen darauf hin, dass die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den Erwartungen über die voraussichtliche Entwicklung abweichen können.

XI. INTERNES KONTROLL- UND RISIKOMANAGEMENT

Das Kontroll- und Risikomanagementsystem ist integraler Bestandteil der Geschäfts-, Planungs-, Rechnungslegungsund Kontrollprozesse und wesentlicher Bestandteil des Führungssystems. Um betriebliche und technische Risiken besser einschätzen und entsprechend agieren zu können, findet eine stetige Überwachung der Vorlieferanten insbesondere durch die Abteilungen Produktsicherung und Einkauf statt. Das monatliche bzw. quartalsweise Berichtswesen ist wesentlicher Bestandteil des Risikomanagements der OHB AG und ist auf alle Unternehmen der Unternehmensgruppe ausgedehnt. Im Rahmen des Berichtswesens werden konzernweit etablierte Controlling-Instrumente eingesetzt (u.a. Business Intelligence Software). Ein Schwerpunkt wird insbesondere auf Soll-Ist-Vergleiche und Abweichungsanalysen gelegt.

Die Budgetierung, regelmäßige Forecasts und Reporting-Gespräche ergänzen das standardisierte Berichtswesen der zwei Unternehmensbereiche.

Hinsichtlich des Rechnungslegungs- und Konsolidierungsprozesses ist durch geeignete organisatorische Maßnahmen sichergestellt, dass das Vier-Augen-Prinzip lückenlos eingehalten wird. Zugriffsregelungen im EDV-System gewährleisten ein hohes Maß an Datensicherheit. Das Rechnungslegungssystem entspricht zudem den Anforderungen des öffentlichen Preisrechts.

Zur Minimierung finanzieller Risiken wird das Zahlungsverhalten der Kunden kontinuierlich beobachtet. Neben einem abgestuften Mahnwesen gehören regelmäßige Reports an den Vorstand zu den Steuerungsinstrumenten.

Der Kundenkreis des OHB-Konzerns besteht zu einem großen Teil direkt oder indirekt aus öffentlichen Auftraggebern. Das Forderungsausfallrisiko ist daher sehr gering. In den vergangenen Jahren gab es praktisch keine Forderungsausfälle und keine Notwendigkeit von Einzelwertberichtigungen und Forderungsprolongationen.

Die erhaltenen Anzahlungen resultieren aus Teilzahlungen, die im Rahmen der Projekte für erbrachte Teilleistungen erfolgen. Dadurch können Liquiditätsrisiken und der Bedarf an Working Capital minimiert werden.

XII. CHANCEN- UND RISIKOBERICHT

Zur nachhaltigen Sicherung des Geschäftserfolgs überwacht der Vorstand der OHB AG ständig die Betriebs-, Markt- und Finanzrisiken des OHB-Konzerns und ist in den Prozess aller wesentlichen Geschäfts- und Investitionsentscheidungen eingebunden.

Das Chancen- und Risikomanagementsystem im OHB-Konzern wird im Wesentlichen unterstützt durch die zentralen Abteilungen Qualität & Produktsicherung und Finanzen/Controlling. Der Vorstand, unterstützt durch die Stabsabteilungen, beobachtet und analysiert kontinuierlich die Entwicklungen der Branchen, des Marktes und der Gesamtwirtschaft.

Basis für das Chancen- und Risikomanagement ist ein detailliertes monatliches Berichtswesen für die Auftrags- und Kostenkontrolle. Das Berichtswesen umfasst auch alle Akquisitions- sowie Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten und gibt frühzeitig Hinweise auf potenzielle Chancen und Risiken.

Die Tochterunternehmen berichten an die OHB AG im Rahmen des standardisierten monatlichen Berichtswesens über alle unternehmensrelevanten Vorgänge, Chancen und Risiken. In den unterschiedlichen Unternehmensbereichen werden verschiedene Softwaresysteme unterstützend für das Berichtswesen eingesetzt, z.B. SAP oder Business Intelligence-Lösungen.

Im Rahmen der Geschäftstätigkeit der OHB AG betrachten wir die folgenden Risikobereiche als relevant:

1. Umfeld- und Branchenrisiken

Im Unternehmensbereich "Space Systems" wird vornehmlich für die öffentliche Hand gearbeitet. Es besteht eine Abhängigkeit der Auftragseingänge von den Budgets der öffentlichen Auftraggeber (im Wesentlichen EU, ESA, in Deutschland BMWi mit DLR und BMVg, in Italien ASI etc.). Im Markt fand in den zurückliegenden Jahren eine Konzentration statt. Diese Situation ist für die OHB AG aber aufgrund ihrer besonderen Position als deutsches Systemhaus für Raumfahrttechnologie eher positiv zu bewerten. Im Unternehmensbereich "Aerospace + Industrial Products" besteht im Bereich für mechatronische Systeme für Antennen und Teleskope marktseitig das größte Risiko in der starken Abhängigkeit vom weltweiten Markt für wissenschaftliche Radio- und optische Teleskope, dessen Auftragsvergaben maßgeblich durch die Zurverfügungstellung von Finanzmitteln durch die beteiligten Länderregierungen bestimmt werden. Ein weiteres Risiko in diesem Segment liegt im Bereich der Lieferung von Teilen für Flugzeugtriebwerke, die in starker Abhängigkeit von der Marktentwicklung im Luftfahrtbereich liegen.

2. Unternehmensstrategische Risiken

Im Unternehmensbereich "Aerospace + Industrial Products" ist eine starke Abhängigkeit vom Erfolg des Ariane-5-Programms gegeben. Im Unternehmensbereich "Space Systems" bestehen aktuell Risiken im Zusammenhang mit der Funktionalität der Satelliten im Orbit des Projekts SAR-Lupe. Basis für den Unternehmenserfolg ist zudem die erfolgreiche Durchführung von Entwicklungsprojekten innerhalb der vorgesehenen Zeitpläne und der vertraglich vereinbarten Preise.

3. Beschaffungsmarktrisiken

Durch eine laufende Beobachtung des Beschaffungsmarktes, die kontinuierliche Überprüfung der Lagerbestände und den verstärkten Einsatz der Beschaffungssicherung vor Ort, d.h. beim Lieferanten, optimiert die OHB AG ständig die Lieferkette. Die Effizienz des Lieferantenmanagements wurde durch Verbesserungen im Lieferanten-Reklamationssystem und durch Zentralisierung der Zuständigkeit in der Beschaffungssicherung gesteigert. Die Durchlaufzeiten für Reklamationen konnten dadurch reduziert werden. Darüber hinaus läuft weiterhin die Erschließung neuer Beschaffungsquellen. Im Unternehmensbereich "Aerospace + Industrial Products" sind die Kosten für Rohteile im Laufe des Geschäftsjahres 2012 zum Teil leicht angestiegen. Die vereinbarten Lieferzeiten werden von den Lieferanten weitestgehend eingehalten. Im Unternehmensbereich "Space Systems" bestehen bei der Beschaffung von Subsystemen im Bereich der Zulieferer vereinzelt Risiken. In der Regel besteht eine ausreichende Konkurrenzsituation bei den Lieferanten und es gibt selten Engpässe.

4. Leistungswirtschaftliche Risiken

Das Risikomanagementsystem im Rahmen der Angebotskalkulation und des laufenden Projektmanagements beinhaltet ein regelmäßiges Reporting in abgestufter Form an die Projektleiter, die Direktoren, den Vorstand bzw. die Geschäftsführung der operativen Unternehmen sowie an die OHB AG. Alle Projekte unterliegen regelmäßigen Vorstandsreviews und sind hinsichtlich der technischen Performance, der Zeitplankontrolle und der Kostenüberwachung in einen ständigen Monitoringprozess eingebunden.

5. IT-Risiken

Die Geschäftsprozesse des Konzerns werden in allen Bereichen durch Informationsdienste und -systeme unterstützt. Hier geht es vor allen Dingen darum, einen störungsfreien Betrieb aller IT-Systeme und -netze zur Unterstützung von Entwicklungs- und Fertigungsprozessen als auch der kaufmännischen Anwendungssoftware zu gewährleisten. Weiterhin wird in besonderem Maße der Zugriffsschutz und die Kontrolle des Datenverkehrs nach innen und nach außen als Bestandteil der IT-Sicherheitsstrategie betrachtet. Um den Schutz der Netze bei OHB durch ein- und ausgehenden Datenverkehr weiter zu erhöhen, hat OHB spezielle Internetzugangssoftware installiert. Weiterhin hat OHB am Standort Bremen im Jahr 2012 zwei Assessments zur Vorbereitung der Erlangung des BSI-Grundschutzes durchgeführt. Es ist geplant, bis Ende 2013 eine Zertifizierung des BSI-Grundschutzes für ausgewählte Netze am Standort Bremen zu erhalten. Das Investitionsbudget ist dafür eingestellt worden. Alle wichtigen IT-Systeme sind mit aktueller Antivirenschutz-Software ausgerüstet und werden mit den wichtigsten Betriebssystemen und Anwendungen automatisch aktualisiert. Die Modernisierung der Infrastruktur am Standort Bremen und der Ausbau der Virtualisierung von Servern ist abgeschlossen. In diesem Zusammenhang wurden entsprechende Speicher-Cluster und neue, innovative Backup-Systeme eingeführt. Die IT-Prozesse werden im Rahmen der BSI-Zertifizierung an die neuen Anforderungen angepasst werden.

6. Finanzwirtschaftliche Risiken

Die Lieferungen und Leistungen werden vorwiegend in Euro fakturiert. Fremdwährungsgeschäfte im Dollar-Raum können zu Währungsverlusten bzw. -gewinnen führen. Im Bereich der Luftfahrt wurde der Auftrags- und Forderungsbestand in US-Dollar durch Devisentermingeschäfte gesichert. Bei den Wertpapieren handelt es sich um langfristige Investitionen mit überschaubaren Risiken. Eine abschließende Risikobewertung kann aufgrund der aktuellen Finanzmarktsituation nicht vorgenommen werden. Im Übrigen verweisen wir auf die Erläuterungen zu IFRS 7 im Anhang. Der Bedarf an Working Capital kann durch erhaltene Anzahlungen für erbrachte Teilleistungen deutlich reduziert werden. Somit können die Liquiditätsrisiken als überschaubar angesehen werden.

7. Personalrisiken

Im OHB-Konzern ist eine Vielzahl hoch qualifizierter Mitarbeiter beschäftigt. Der Unternehmenserfolg hängt von der Motivation und dem Engagement dieser Mitarbeiter ab. Das Unternehmens-Know-how ist allerdings auf viele Mitarbeiter verteilt, sodass die Abhängigkeit von einzelnen Know-how-Trägern nur sehr bedingt gegeben ist. Die Mitarbeiterfluktuation im OHB-Konzern ist gering. Die Mitarbeiterzahl hat sich durch organisches Wachstum insbesondere im Unternehmensbereich "Space Systems" erhöht. Trotz der prosperierenden Arbeitsmarktlage in der hoch spezialisierten Branche Luft- und Raumfahrt gelang es dem OHB-Konzern, geeignete Spezialisten zu finden, um den Personalbedarf zu decken. In Zukunft werden weitere Anstrengungen erfolgen müssen, um den wachsenden Personalbedarf zu decken, insbesondere auch durch internationale Rekrutierungen. Personalschulung und -weiterbildung sind ebenfalls ein wichtiges Mittel, um Personalrisiken zu minimieren.

8. Zusammenfassung

Im Geschäftsjahr 2012 bestanden für den OHB-Konzern im Wesentlichen die beschriebenen Risiken. Im Hinblick auf die Marktentwicklungen sowie die Geschäftsaussichten, den Auftragsbestand und die Finanzlage schätzt der Vorstand die zukünftigen Risiken als beherrschbar ein. Risiken, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten, sind derzeit nicht erkennbar.

9. Chancen und Chancenmanagement

Die Beobachtung, Bewertung und geschäftliche Umsetzung von Chancen und deren Potenzialen erfordert ebenso wie der Umgang mit Risiken ein professionelles Chancenmanagement, das im OHB-Konzern im Chancen- und Risikomanagementsystem kombiniert ist.

10. Wesentliche Chancen

Die systematische Beobachtung aller relevanter Ausschreibungen auf europäischer sowie auf nationaler Ebene eröffnet dem OHB-Konzern die Chance zur Teilnahme an nahezu allen bedeutenden Ausschreibungen in Europa. Durch die europaweite Aufstellung der OHB mit starken nationalen Einzelgesellschaften, die sich jeweils auf ausgewählte Technologien und Anwendungen in der Raumfahrt fokussiert haben, bestehen neben den europaweiten Ausschreibungen von Großprojekten zusätzliche Chancen auf Raumfahrtaufträge, die nach dem sogenannten Prinzip des GEO-Returns durch die ESA an einzelne Nationen vergeben werden.

In den entsprechenden Ländern eröffnen sich für die nationalen Einzelgesellschaften des Konzerns weitere Chancen, Aufträge und Projekte der jeweils nationalen Raumfahrtbehörden zu gewinnen. Die hohe Spezialisierung der einzelnen Gesellschaften innerhalb des OHB-Konzerns führt bei der Ausschreibung von Großprojekten der ESA in der Regel dazu, dass OHB entweder als Projektführer oder als Subunternehmer des Projektführers an diesen Projekten partizipiert. Das spezifische Raumfahrt-Know-how der OHB basiert einerseits auf der langjährigen Erfahrung der handelnden Personen im Konzern und andererseits auf der Grundlagenforschung und -entwicklung in diesem Bereich, durch die frühzeitig zukünftige Themenfelder und Entwicklungen in der europäischen Raumfahrt identifiziert, besetzt und zum Teil "auf Vorrat" erforscht und entwickelt werden. Der ganz wesentliche Treiber neben den staatlichen Aufträgen und Entwicklungsprojekten ist jedoch die stark zunehmende Kommerzialisierung der Raumfahrt weltweit und somit auch innerhalb Europas. Telekommunikation, Navigation und die zunehmende Erforschung der Erde mit Mitteln und Technologien der Raumfahrt sind hierbei von entscheidender Bedeutung.

XIII. VERGÜTUNGSBERICHT

Die Vergütung der Mitglieder des Vorstands setzt sich grundsätzlich aus erfolgsunabhängigen und erfolgsabhängigen Komponenten zusammen. In den derzeitigen Vorstandsverträgen (Laufzeit der Verträge von Marco und Manfred Fuchs: 01.07.2012 bis 30.06.2015, Laufzeit des Vertrags von Ulrich Schulz: 01.07.2012 bis 30.06.2016) wird die variable Vergütung durch eine absolute Erfolgsbeteiligung (%-Quote vom EBT) ermittelt. Aktienbasierte Vergütungsbestandteile sowie Vergütungskomponenten mit langfristiger Anreizwirkung bestehen derzeit nicht. Im Fall des Todes eines Vorstandsmitglieds erhalten die Hinterbliebenen Anspruch auf Weiterzahlung der erfolgsunabhängigen Vergütung des Verstorbenen für sechs Monate. Den Mitgliedern des Vorstands wurde jeweils ein Firmenfahrzeug zur Verfügung gestellt.

Die Bezüge der Vorstandsmitglieder setzen sich wie folgt zusammen: Insgesamt beliefen sich die festen Bezüge im Jahr 2012 auf TEUR 776 (Vorjahr: TEUR 732); die variablen Bezüge betrugen insgesamt TEUR 683 (Vorjahr: TEUR 538). Danach erhielten wie folgt: Herr Marco R. Fuchs erhielt als feste Bezüge einschließlich aller Nebenleistungen wie den Zuschüssen zur Krankenversicherung und Altersversorgung TEUR 307 (Vorjahr: TEUR 284) sowie eine kapitalbildende Lebensversicherung i.H.v. TEUR 1,7 (Vorjahr: TEUR 1,7). Die variable Vergütung betrug TEUR 293 (Vorjahr: TEUR 230). Herr Prof. Dott. Ing. h.c. Manfred Fuchs erhielt als feste Bezüge einschließlich aller Nebenleistungen wie den Zuschüssen zur Krankenversicherung TEUR 263 (Vorjahr: TEUR 263). Die variable Vergütung betrug TEUR 293 (Vorjahr: TEUR 230). Außerdem sind Zahlungen von der OHB System AG aus einer 1988 ausgesprochenen Pensionszusage i.H.v. TEUR 37 geflossen, wonach seit Erreichen des 65sten Lebensjahres monatlich TEUR 3 geleistet werden. Herr Ulrich Schulz erhielt als feste Bezüge einschließlich aller Nebenleistungen wie den Zuschüssen zur Krankenversicherung und Altersversorgung TEUR 205 (Vorjahr: TEUR 185), eine Jubiläumszuwendung von TEUR 7,5 sowie eine kapitalbildende Lebensversicherung i.H.v. TEUR 1,2 (Vorjahr: TEUR 1,2). Die variable Vergütung betrug TEUR 98 (Vorjahr: TEUR 77).

Frau Christa Fuchs erhält als Vorsitzende des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2012 TEUR 30 (Vorjahr: TEUR 20), Herr Prof. Dr.-Ing. Hans J. Rath erhält als stellvertretender Vorsitzender pro rata temporis EUR 16.875 (Vorjahr: TEUR 10), Herr Robert Wethmar erhält pro rata temporis TEUR 3 und Herr Prof. Heinz Stoewer erhält TEUR 20 (Vorjahr: TEUR 10). Auf variable Vergütungsbestandteile für Aufsichtsratsmitglieder wurde verzichtet. Frau Christa Fuchs erhielt aus ihrer Beratungstätigkeit für Unternehmen der OHB-Gruppe im Berichtsjahr ein Entgelt von TEUR 118 (Vorjahr: TEUR 117).

XIV. ABHÄNGIGKEITSBERICHT

Der OHB-Konzern wird faktisch durch die Familie Fuchs über deren direkte und indirekte Beteiligungen beherrscht. Daher hat der Vorstand einen Abhängigkeitsbericht gemäß § 312 AktG erstellt, der im Rahmen der Jahresabschlussprüfung geprüft und testiert wurde. Der Vorstand erklärt in diesem Abschlussbericht wie folgt: "Der Vorstand erklärt, dass bei dem im Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäften nach den Umständen, die ihm in dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem die dargestellten Rechtsgeschäft vorgenommen wurden, die Gesellschaft bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten hat. Maßnahmen, die auf Veranlassung oder im Interesse der o.g. Personen und der von ihnen beherrschten Unternehmen getroffen oder unterlassen wurden, mit denen ein Nachteil hätte entstehen können, liegen nicht vor."

XV. ANGABEN NACH § 315 ABS. 4 HGB

Zusammensetzung des Gezeichneten Kapitals (Ziffer 1)

Das Grundkapital betrug am Bilanzstichtag EUR 17.468.096,00, aufgeteilt in 17.468.096 nennwertlose Inhaber-Stammaktien.

Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen (Ziffer 2)

Prof. Dott. Ing. h.c. Manfred Fuchs, Christa Fuchs und Marco R. Fuchs, die gleichzeitig Gesellschafter der VOLPAIA Beteiligungs-GmbH sind, und die VOLPAIA Beteiligungsgesellschaft mbH als Aktionäre der OHB AG haben am 20. Dezember 2001 eine Aktionärsvereinbarung (sogenannter Pooling-Vertrag) geschlossen, die hinsichtlich des bestehenden, wie auch künftigen, gebundenen Aktienbesitzes eine einvernehmliche Ausübung der Stimmrechte beinhaltet. Am 4. Februar 2009 haben die Vertragsparteien des Pooling-Vertrags eine Ergänzungsvereinbarung abgeschlossen. Inhalt dieser Ergänzungsvereinbarung sind Veräußerungsbeschränkungen bezüglich der im Pooling-Vertrag gebundenen Aktien zwischen den Vertragsparteien. Am 10. Juli 2009 haben die Parteien eine Neufassung des Pooling-Vertrags vereinbart. Im Januar 2010 ist Romana Fuchs Mayrhofer diesem Pool beigetreten. Insgesamt werden 69,72 % des Grundkapitals in dieser Aktionärsvereinbarung erfasst.

Beteiligungen am Kapital, die 10% der Stimmrechte überschreiten (Ziffer 3)

Zum Bilanzstichtag hielten Prof. Dott. Ing. h.c. Manfred Fuchs 16,39 % und Marco R. Fuchs 18,23 % des gezeichneten Kapitals der OHB AG. Die VOLPAIA Beteiligungs-GmbH hielt darüber hinaus 21,35 % der Anteile. Gemeinsam mit den von Christa Fuchs (8,02%) und Romana Fuchs Mayrhofer (5,72%) gehaltenen Anteilen sind dies 69,72%, die zum Bilanzstichtag über eine Aktionärsvereinbarung an eine einvernehmliche Ausübung der Stimmrechte gebunden sind.

Gesetzliche Vorschriften und Bestimmungen der Satzung über die Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern und die Änderung der Satzung (Ziffer 6)

Hinsichtlich der Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern wird auf die gesetzlichen Vorschriften der §§ 84, 85 AktG verwiesen. Darüber hinaus bestimmt § 7 Absätze 1 und 2 der Satzung der OHB AG in der Fassung vom 8. Juni 2012, dass der Aufsichtsrat die Vorstandsmitglieder bestellt und deren Zahl bestimmt. Er kann ein Vorstandsmitglied zum Vorsitzenden des Vorstands ernennen. Der Aufsichtsrat hat des Weiteren die Befugnis, Vorstandsmitglieder als Stellvertreter des Vorsitzenden des Vorstands zu bestellen.

Die Vorschriften zur Änderung der Satzung sind in den §§ 133, 179 AktG geregelt. Der Aufsichtsrat ist nach § 20 der Satzung der OHB AG auch befugt, Änderungen der Satzung zu beschließen, die nur deren Fassung betreffen.

Befugnisse des Vorstands, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen (Ziffer 7)

Gemäß Hauptversammlungsbeschluss vom 19. Mai 2010 ist der Vorstand ermächtigt, bis zum 18. Mai 2015 bis zu insgesamt 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals zu erwerben.

Die Ermächtigung ist erteilt worden, um Aktien der Gesellschaft zu allen gesetzlich zulässigen Zwecken zu verwenden, insbesondere zu den folgenden:

  • • zur Einführung von Aktien der Gesellschaft an ausländischen Börsen,
  • • zum Zwecke des Erwerbs von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen,
  • • zum Zwecke des Anbietens und der Übertragung von Belegschaftsaktien an Arbeitnehmer der Gesellschaft oder der mit der Gesellschaft im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen.

Die Gesellschaft hielt am Bilanzstichtag 80.496 Aktien im eigenen Bestand. Dies entspricht einem Anteil am Grundkapital von rund 0,46%.

Der Vorstand ist gemäß Hauptversammlungsbeschluss vom 19. Mai 2010 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 18. Mai 2015 durch Ausgabe neuer Aktien gegen Bar- oder Sacheinlagen einmal oder mehrmals das Grundkapital insgesamt um bis zu EUR 8.734.048,00 zu erhöhen. Die neuen Aktien können auch an Arbeitnehmer der Gesellschaft ausgegeben werden.

Der Vorstand der Gesellschaft wurde darüber hinaus ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen

  • • für Spitzenbeträge;
  • • für einen Anteil am Genehmigten Kapital in Höhe von bis zu insgesamt EUR 1.746.809,00, sofern die neuen Aktien gegen Bareinlagen zu einem Ausgabebetrag ausgegeben werden, welcher den Börsenpreis nicht wesentlich unterschreitet;
  • • für einen Anteil am Genehmigten Kapital in Höhe von bis zu insgesamt EUR 8.734.048,00, sofern die neuen Aktien

  • – als Gegenleistung für den Erwerb von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen oder sonstigen Vermögensgegenständen ausgegeben werden und sofern der Erwerb des Unternehmens oder der Beteiligung im wohlverstandenen Interesse der Gesellschaft liegt;

  • – gegen Bareinlagen ausgegeben werden, um die Aktien der Gesellschaft an einer ausländischen Börse einzuführen, an denen die Aktien der Gesellschaft bisher nicht zum Handel zugelassen sind.

Der Vorstand ist ferner ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats den Inhalt der jeweiligen Aktienrechte und die sonstigen Bedingungen der Aktienausgabe festzulegen.

Für weitere Details verweisen wir auch auf die entsprechenden Angaben im Anhang zum Konzernabschluss.

XVI. ERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG

Die Erklärung zur Unternehmensführung ist auf der Internetseite der OHB AG im März 2013 öffentlich zugänglich gemacht worden. Die Internetadresse lautet:

www.ohb.de > Investor Relations > Corporate Governance > Erklärung zur Unternehmensführung

corporate governance Bericht

Im Juni 2002 hat eine von der Bundesregierung eingesetzte Kommission Empfehlungen für Verfahrens- und Verhaltensweisen verabschiedet, die zusammengefasst als "Deutscher Corporate Governance Kodex" bezeichnet werden. Corporate Governance umfasst das gesamte Unternehmensleitungs- und -überwachungssystem und soll die in Deutschland geltenden Regeln für nationale wie internationale Investoren transparent machen, um so das Vertrauen in die Unternehmensführung deutscher Gesellschaften zu stärken. Aufsichtsrat und Vorstand der OHB AG fühlen sich den im Kodex aufgestellten Prinzipien einer guten, auf Wertschöpfung ausgerichteten Unternehmensführung und -kontrolle verpflichtet und begrüßen die Entwicklung zur Corporate Governance in Deutschland.

Aktienbesitz von Vorstand und Aufsichtsrat

Zum Bilanzstichtag hielten Christa Fuchs, Vorsitzende des Aufsichtsrats, 1.400.690 Aktien, Prof. Heinz Stoewer, Mitglied des Aufsichtsrats, 1.000 Aktien, Marco R. Fuchs, Vorsitzender des Vorstands, hielt 3.184.796 Aktien. Die Mitglieder des Vorstands Prof. Dott. Ing. h.c. Manfred Fuchs und Ulrich Schulz hielten 2.863.064 bzw. 54 Aktien. Die VOLPAIA Beteiligungs-GmbH hielt am 31. Dezember 2012 3.730.170 Aktien. An dieser waren Christa Fuchs zu 20%, Marco R. Fuchs zu 25 % und Prof. Dott. Ing. h.c. Manfred Fuchs zu 35 % am Stichtag beteiligt.

Directors Dealings

Im Berichtsjahr sind von Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie nahestehenden juristischen Personen keine Wertpapiergeschäfte vorgenommen worden.

Ziele für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats

Die OHB AG strebt an, die Besetzung des Aufsichtsrats unter Diversity-Gesichtspunkten durchzuführen, und hat hinsichtlich der Besetzung des Gremiums folgende Zielvorgaben formuliert: Die Mitglieder des Aufsichtsrats sollen insgesamt (es muss nicht jedes Mitglied über jede genannte Kompetenz verfügen) über

  • • Fachwissen in der Luft- und Raumfahrtbranche mit einem Schwerpunkt in der Raumfahrttechnik,
  • • internationale mehrjährige praktische Erfahrung in Industrie und öffentlichen Organisationen/Agenturen,
  • • fundierte, langjährige Kenntnisse in den Bereichen Finanzen, Bilanzierung, Rechnungswesen und Verwaltung verfügen.

Außerdem soll dem Diversity-Gedanken insbesondere mit dem Ziel der Vermeidung einer ausschließlich gleichgeschlechtlichen Besetzung des Aufsichtsrats Rechnung getragen werden. Darüber hinaus wird eine Kombination von Mitgliedern aus dem technischen und kaufmännischen Bereich angestrebt. Die Zahl der unabhängigen Mitglieder des Aufsichtsrats im Sinne von

Nummer 5.4.2 des Corporate Governance Kodex soll mindestens eins betragen.

Stand der Zielerreichung

Mit Christa Fuchs, der Gründerin der OHB System AG und langjährigen kaufmännischen Geschäftsführerin als Aufsichtsratsvorsitzende, Prof. Heinz Stoewer als international erfahrenen Raumfahrtexperten und ehemals führenden Manager bei der ESA und Geschäftsführer der Deutschen Raumfahrtagentur und Robert Wethmar als Partner in einer international tätigen Anwaltskanzlei konnte einer gewünschten Vielfalt in Hinblick auf Geschlecht, Fachwissen und internationaler Erfahrung in hohem Maße entsprochen werden.

ENTSPRECHENSERKLÄRUNG NACH § 161 AKTIENGESETZ ZUR BEACHTUNG DES DEUTSCHEN CORPORATE GOVERNANCE KODEX BEI DER OHB AG

Die OHB AG begrüßt den Deutschen Corporate Governance Kodex sowie dessen gesetzliche Verankerung. Vorstand und Aufsichtsrat der OHB AG erklären, dass den Verhaltensempfehlungen der von der Deutschen Bundesregierung eingesetzten Kodex-Kommission zur Unternehmensleitung und -überwachung entsprochen wurde und auch in Zukunft entsprochen werden soll. Diese Entsprechenserklärung bezieht sich im Folgenden auf die Fassung des Corporate Governance Kodex vom 15. Mai 2012. Das Verhalten der OHB AG weicht in wenigen Punkten von den Grundsätzen des Corporate Governance Kodex ab:

Altersgrenzen im Vorstand (5.1.2)

Aus Sicht der OHB AG soll keine Festlegung der Altersgrenze für Vorstandsmitglieder erfolgen, da dies für den Aufsichtsrat eine Einschränkung bei der Auswahl der Vorstandsmitglieder bedeuten würde.

Bildung von Aufsichtsratsausschüssen (5.3)

Aufgrund der geringen Anzahl der Aufsichtsratsmitglieder (drei) wird von der Bildung von Ausschüssen abgesehen.

Altersgrenzen im Aufsichtsrat (5.4.1)

Der Corporate Governance Kodex empfiehlt die Festlegung von Altersgrenzen für Aufsichtsratsmitglieder. Der Aufsichtsrat wird von den Aktionären der OHB AG gewählt; eine Festlegung der Altersgrenze könnte ein nicht gewolltes Ausschlusskriterium bedeuten.

Vorstand und Aufsichtsrat der OHB AG

Bremen, 20. Dezember 2012

KONZERNABSCHLUSS

Konzernabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2012 bis zum 31. Dezember 2012

  • Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
  • Gesamtergebnisrechnung des Konzerns
  • Konzernbilanz
  • Konzernkapitalflussrechnung
  • Konzerneigenkapitalspiegel
  • Konzernanhang und Erläuterungen zum Konzernabschluss
  • Bestätigungsvermerk

I. KonzERn-GEWInn- UnD VERLUsTREChnUnG

in TEUR
siehe Anhang 2012 2011
1. Umsatzerlöse (1) 615.982 555.689
2. Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen (2) –3.475 –23.823
3. Andere aktivierte Eigenleistungen 9.259 8.246
4. Sonstige betriebliche Erträge (3) 10.963 15.180
5. Gesamtleistung 632.729 555.292
6. Materialaufwand (4) 375.254 323.656
7. Personalaufwand (5) 168.386 149.568
8. Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte
des Anlagevermögens und Sachanlagen
(6) 15.113 15.825
9. Sonstige betriebliche Aufwendungen 42.963 38.967
10. Betriebsergebnis (EBIT) 31.013 27.276
11. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge (7) 1.046 995
12. Sonstige Finanzaufwendungen (7) 7.112 7.241
13. Währungsverluste –170 –185
14. Ergebnis aus At-Equity bewerteten Beteiligungen (7) –667 31
15. Erträge aus Beteiligungen (7) –115 –1.359
16. Finanzergebnis –7.018 –7.759
17. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 23.995 19.517
18. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (8) 8.291 6.438
19. Konzernjahresüberschuss 15.704 13.079
20. Anteile anderer Gesellschafter am Jahresergebnis (9) –878 444
21. Konzernjahresüberschuss nach Fremdanteilen 14.826 13.523
22. Konzerngewinnvortrag 66.886 59.449
23. Zuführung zur Kapitalrücklage 0 0
24. Konzerngewinn 81.712 72.972
25. Anzahl der Aktien (in Stück) 17.387.600 17.399.351
26. Ergebnis je Aktie (unverwässert in EUR) 0,85 0,78
27. Ergebnis je Aktie (verwässert in EUR) 0,85 0,78

II. GEsAMTERGEBnIsREChnUnG DEs KonzERns

in TEUR
siehe Anhang 2012 2011
Konzernjahresüberschuss 15.704 13.079
Differenzen aus der Währungsumrechnung (21) 41 29
Erfolgsneutrale Bewertung finanzieller Vermögenswerte (21) 1.471 830
Cashflow Hedges (21)
Recycling 0 –119
Während des Geschäftsjahres erfasste Erträge/Aufwendungen 80 –43
sonstiges Ergebnis nach steuern 1.592 697
Gesamtergebnis 17.296 13.776
Davon entfallen auf
Anteilseigner der OHB AG 16.390 14.265
andere Gesellschafter 906 –489

III. KonzERnBILAnz

Aktiva in TEUR

siehe Anhang 31.12.2012
Geschäfts- oder Firmenwert (10)
Übrige immaterielle Vermögenswerte (10)
Sachanlagen (11)
At-Equity-Beteiligungen (12)
Übrige Finanzanlagen (13)
Anlagevermögen
Sonstige langfristige Forderungen und Vermögenswerte (14)
Wertpapiere (16)
Latente Steuern
Übrige langfristige Vermögenswerte
Anlagevermögen / langfristige Vermögenswerte
Vorräte (15)
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (14)
Übrige Steuerforderungen (14)
Sonstige nichtfinanzielle Vermögenswerte (14)
Wertpapiere (16)
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (17)
Kurzfristige Vermögenswerte
Bilanzsumme
31.12.2012 31.12.2011
7.687 7.687
36.324 32.412
70.776 68.707
1.259 1.926
17.966 15.793
134.012 126.525
2.609 2.875
5.418 5.334
5.686 5.803
13.713 14.012
147.725 140.537
82.408 89.007
199.234 186.687
1.744 5.749
14.596 11.815
3.761 3.250
86.236 91.194
387.979 387.702
535.704 528.239

Passiva in TEUR

siehe Anhang
Gezeichnetes Kapital (18)
Kapitalrücklage (19)
Gewinnrücklage (20)
Eigenkapital aus nicht realisierten Gewinnen/Verlusten (21)
Eigene Anteile (22)
Konzerngewinn
Eigenkapital ohne Anteile anderer Gesellschafter
Anteile anderer Gesellschafter (23)
Eigenkapital
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen (24)
Langfristige sonstige Rückstellungen (25)
Langfristige Finanzverbindlichkeiten (26)
Langfristige erhaltene Anzahlungen (27)
Latente Steuerverbindlichkeiten
Langfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen
Kurzfristige Rückstellungen (25)
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten (28)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (29)
Kurzfristige erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen (30)
Steuerverbindlichkeiten
Kurzfristige sonstige Verbindlichkeiten (31)
Kurzfristige Verbindlichkeiten
Bilanzsumme
31.12.2012 31.12.2011
17.468 17.468
15.094 15.094
521 520
–713 –2.276
–781 –781
81.712 72.972
113.301 102.997
11.462 10.580
124.763 113.577
82.279 81.676
3.419 3.487
43.784 44.464
32.316 65.757
14.462 13.240
176.260 208.624
19.519 20.378
21.488 18.536
98.500 95.089
78.068 56.617
7.011 5.293
10.095 10.125
234.681 206.038
535.704 528.239

IV. KonzERnKAPITALFLUssREChnUnG

in TEUR
2012 2011
Betriebliches EBIT 31.013 27.275
Erträge aufgrund der Erstkonsolidierung –184 –3.158
Gezahlte Ertragsteuern –4.140 –1.415
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen (+) / Erträge (–) 0 –522
Abschreibungen auf das immaterielle und Sachanlagevermögen 15.113 15.825
Veränderungen Pensionsrückstellung 603 916
Brutto-Cashflow 42.405 38.921
Zunahme (–)/Abnahme (+) aktivierte Eigenleistungen –9.257 –7.258
Zunahme (–)/Abnahme (+) der Vorräte 6.599 27.022
Zunahme (–)/Abnahme (+) der Forderungen
und sonstigen Vermögenswerte einschl. Rechnungsabgrenzungsposten
–12.848 –41.161
Zunahme (+)/Abnahme (–) der Verbindlichkeiten und kurzfristigen Rückstellungen 2.434 14.884
Zunahme (+)/Abnahme (–) der erhaltenen Anzahlungen –11.990 –11.306
Gewinn (–)/Verlust (+) aus dem Abgang von langfristigen Vermögenswerten 216 35
Mittelzufluss/-abfluss aus laufender Geschäftstätigkeit 17.559 21.137
Auszahlungen für Investitionen in das Anlagevermögen –12.332 –8.217
Einzahlungen aus dem Erwerb von konsolidierten Unternehmen 0 1.772
Einzahlungen aus Abgängen des Anlagevermögens 57 138
Zins- und sonstige Finanzeinzahlungen 962 920
Mittelzufluss/-abfluss aus der Investitionstätigkeit –11.313 –5.387
Dividendenausschüttung –6.086 –5.220
Kapitalerhöhung 0 0
Einzahlungen/Auszahlungen sonstige Finanzinvestitionen 0 4.000
Auszahlungen aus der Tilgung von Finanzkrediten –13.506 –14.492
Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzkrediten 15.778 20.431
Erwerb eigener Anteile 0 –149
Beteiligung Konzernfremde –24 0
Zins- und sonstige Finanzausgaben –7.227 –8.045
Mittelzufluss/-abfluss aus der Finanzierungstätigkeit –11.065 –3.475
Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelbestandes –4.819 12.275
Konsolidierungskreisbedingte Veränderungen des Finanzmittelbestandes 0 0
Wechselkursbedingte Veränderungen des Finanzmittelbestandes –139 –160
Finanzmittelbestand am Anfang der Periode 91.194 79.079
Finanzmittelbestand am Ende der Periode 86.236 91.194

Finanzmittelbestand inkl. Wertpapiere und kurzfristige Finanzinvestitionen

1. Januar 99.778 92.798
Veränderungen des Finanzmittelbestandes inkl. Wertpapiere und kurzfristige Finanzinvestitionen –4.363 6.980
31. Dezember 95.415 99.778

Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung auf Seite 87.

V. KonzERnEIGEnKAPITALsPIEGEL

in TEUR Gezeich
netes
Kapital
Kapital
rücklage
Gewinn
rücklage
Eigenkapital
aus nicht
realisierten
Gewinnen/
Verlusten
Konzern
gewinn
Eigene
Aktien
Eigenkapital
ohne Anteile
anderer Ge
sellschafter
Anteile
anderer Ge
sellschafter
Eigen -
kapital
Gesamt
siehe Anhang (18) (19) (20) (21) (22) (23)
stand am 31.12.2010 17.468 15.094 520 –3.018 64.669 –632 94.101 11.069 105.170
Dividendenzahlung
(0,30 Euro/Aktie)
0 0 0 0 –5.220 0 –5.220 0 –5.220
Konzerngesamtergebnis 0 0 0 742 13.523 0 14.265 –489 13.776
Zukauf eigener Anteile 0 0 0 0 0 –149 –149 0 –149
stand am 31.12.2011 17.468 15.094 520 –2.276 72.972 –781 102.997 10.580 113.577
Dividendenzahlung
(0,35 Euro/Aktie)
0 0 0 0 –6.086 0 –6.086 0 –6.086
Konzerngesamtergebnis 0 0 0 1.563 14.826 0 16.389 906 17.295
Übrige Veränderungen 0 0 1 0 0 0 1 –24 –23
stand am 31.12.2012 17.468 15.094 521 –713 81.712 –781 113.301 11.462 124.763

VI. KonzERnAnhAnG UnD ERLÄUTERUnGEn zUM KonzERnABsChLUss

Allgemeine Grundsätze

Sitz der Gesellschaft ist die Karl-Ferdinand-Braun-Straße 8 in 28359 Bremen, Deutschland. Die OHB AG übt die Funktion einer aktiven Holdinggesellschaft aus, die die Tochtergesellschaften innerhalb des OHB-Konzerns steuert. Der OHB-Konzern befasst sich vor allem mit der Herstellung und dem Vertrieb von Produkten und Projekten, der Erbringung von Dienstleistungen auf dem Gebiet der Hochtechnologie, insbesondere in den Bereichen Luft- und Raumfahrttechnik, Telematik sowie Satellitendienste.

Grundlagen und Methoden

Die OHB AG ist nach der Verordnung (EG) 1606/2002 des Euro päischen Parlaments und des Rates vom 19. Juli 2002 verpflichtet, einen Konzernabschluss nach internationalen Rechnungslegungs grundsätzen (IFRS/IAS) aufzustellen. Der Konzernabschluss ist nach den Vorschriften der am Abschlussstichtag in der EU anzuwendenden International Financial Reporting Standards (IFRS/IAS) sowie unter Berücksichtigung der Interpreta tionen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC/SIC) und den ergänzenden Vorschriften des § 315 a HGB erstellt. Der Konzernabschluss wurde unter der Prämisse des Going-Concern-Prinzips aufgestellt. Der Konzern steuert sein Kapital mit dem Ziel, sicherzustellen, dass alle Konzernunternehmen unter der Unternehmensfortführungsprämisse operieren können, und zugleich die Erträge der Unter nehmensbeteiligten durch Optimierung des Verhältnisses von Eigen- zu Fremdkapital zu maximieren. Das gemanagte Kapital beschränkt sich auf das Eigenkapital laut Konzernbilanz in Höhe von

EUR 125 Mio. Die Gesamtstrategie des Konzerns ist gegenüber 2011 unverändert. Der Konzern unterliegt keinen extern auferlegten Kapitalanforderungen. Neben der Konzern-Gewinnund Verlustrechnung, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung sowie der Konzernbilanz werden die Konzernkapitalflussrechnung und der Konzerneigenkapitalspiegel gezeigt. Im Anhang erfolgt gemäß § 285 Nr. 16 HGB die Erklärung, dass die nach § 161 Aktiengesetz (AktG) erforder lichen Angaben gemacht wurden. Für die Gewinn- und Verlustrechnung ist das Gesamtkostenverfahren verwendet worden.

Die Berichtswährung ist Euro. Alle Beträge werden in Tausend Euro (TEUR) angegeben, soweit nichts anderes vermerkt ist. Wir weisen darauf hin, dass bei der Verwendung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben aufgrund kaufmännischer Rundung Differenzen auftreten können.

Konsolidierungsmethoden

Die Kapitalkonsolidierung wird nach der Erwerbsmethode ("Purchase Method") durchgeführt. Alle wesentlichen Tochterunternehmen, die unter der rechtlichen oder faktischen Kontrolle der OHB AG stehen, sind in den Konzernabschluss mit einbezogen.

Verbleibende positive Unterschiedsbeträge zwischen den Anschaffungskosten der Beteiligungen und dem zu Zeitwerten bewerteten Reinvermögen werden nach IFRS 3.32 als Firmenwert aktiviert und ggf. auftretende negative Unterschiedsbeträge werden erfolgswirksam vereinnahmt. Es wurde die Full-Goodwill-Methode angewendet.

Umsatz, Aufwendungen und Erträge sowie Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den einbezogenen Gesellschaften werden verrechnet, ggf. angefallene Zwischengewinne werden eliminiert.

Bei Unternehmen, die nach der At-Equity-Methode konsolidiert werden, erfolgt eine Fortschreibung des Beteiligungsansatzes um anteilsmäßig zurechenbare Ergebnisse.

Akquisitionen

In dem Berichtszeitraum wurden keine Akquisitionen durchgeführt. Die im Jahr 2011 durchgeführte vorläufige Erstkonsolidierung von OHB Sweden AB wurde ohne Änderungen abgeschlossen. Bei der ebenfalls in 2011 durchgeführten Erstkonsolidierung der Aerotech Peissenberg GmbH & Co. KG führte eine Neubewertung zu einem zusätzlichen Ertrag von TEUR 184. Wegen Unwesentlichkeit wurde auf eine Anpassung des Vorjahresabschlusses verzichtet.

Konsolidierungskreis

Der Konzernabschluss der OHB AG umfasst in voll konsolidierter Form die OHB AG und dreizehn inländische sowie sieben ausländische Tochtergesellschaften und At-Equity eine weitere ausländische Beteiligung. Die Tabelle "Konsolidierungskreis" zeigt die Tochtergesellschaften und Beteiligungen mit der Beteiligungsquote. Darüber hinaus bestanden Beteiligungen an weiteren Gesellschaften (siehe Tabelle "Weitere Beteiligungen und Finanz anlagen", Seite 74). Aufgrund des Wesentlichkeitsprinzips im Rahmen konzept der IFRS/IAS sind die in der Tabelle aufgeführten prinzipiell konsolidierungspflichtigen (Anteilsbesitz OHB-Konzern › 20 %) Gesellschaften nicht in den Konsolidierungskreis aufgenommen worden. Bei diesen Gesellschaften werden die aktuellen Kennzahlen Umsatz und EBIT als nicht wesentliche Beiträge zum Konzernergebnis erachtet. Tochtergesellschaften mit ruhender oder geringer Geschäftstätigkeit, die für die Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen ensprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie den Cashflow des OHB-Konzerns nur von untergeordneter Bedeutung sind, werden nicht konsolidiert. Die in den Tabellen "Konsolidierungskreis" und "Weitere Beteiligungen und Finanzanlagen" angegebenen Beteiligungsquoten entsprechen den jeweiligen Stimmrechten.

Der Konzernabschluss der OHB AG umfasst in voll konsolidierter Form folgende Gesellschaften: siehe Tabelle "Konsolidierungskreis".

Währungsumrechnungen

Debitorische Rechnungsstellungen erfolgen zum überwiegenden Teil in Euro. Eingangs- und Ausgangsrechnungen in fremder Währung wurden jeweils zum Stichtagskurs umgerechnet und eingebucht. Bankkonten in Fremdwährung wurden zum Kurs am Bilanzstichtag bewertet. Die Jahresabschlüsse der selbstständigen ausländischen Tochtergesellschaften MT Aerospace Satellite Products Ltd. und OHB Sweden AB wurden in den einheimischen Währungen (GBP resp. SEK) erstellt und

Konsolidierungskreis

name der Gesellschaft Beteiligungsquote in % Konsolidierung
OHB System AG, Bremen (D) 100,0 voll konsolidiert
ORBCOMM Deutschland Satellitenkommunikation AG, Bremen (D)¹ 100,0 voll konsolidiert
STS Systemtechnik Schwerin GmbH, Bremen (D)¹ 100,0 voll konsolidiert
KT Beteiligungs GmbH & Co. KG, München (D) 100,0 voll konsolidiert
Kayser-Threde GmbH, München (D) ² 100,0 voll konsolidiert
CGS S.p.A., Mailand (I) 100,0 voll konsolidiert
OHB Sweden AB, Stockholm (S) 100,0 voll konsolidiert
Antwerp Space N.V., Antwerpen (B) 100,0 voll konsolidiert
LuxSpace Sàrl, Betzdorf (L) 100,0 voll konsolidiert
ELTA S.A., Toulouse (F) 34,0 At Equity
MT Aerospace Holding GmbH, Bremen (D) 70,0 voll konsolidiert
MT Aerospace AG, Augsburg (D) ³ 100,0 voll konsolidiert
MT Aerospace Grundstücks GmbH & Co. KG, München (D) 4 100,0 voll konsolidiert
MT Mechatronics GmbH, Mainz (D) 4 100,0 voll konsolidiert
MT Aerospace Satellite Products Ltd., Wolverhampton (GB) 4 100,0 voll konsolidiert
MT Aerospace Guyane S.A.S., Kourou (GUF) 4 100,0 voll konsolidiert
Aerotech Peissenberg GmbH & Co. KG, Peissenberg (D) ³ 100,0 voll konsolidiert
OHB Teledata GmbH, Bremen (D) 100,0 voll konsolidiert
megatel Informations- und Kommunikationssysteme GmbH, Bremen (D) 74,9 voll konsolidiert
Timtec Teldatrans GmbH, Bremen (D) 100,0 voll konsolidiert
Telematic Solutions S.p.A., Mailand (I) 100,0 voll konsolidiert

¹ gehalten von der OHB System AG

² gehalten von der KT Beteiligungs GmbH & Co. KG

³ gehalten von der MT Aerospace Holding GmbH

4 gehalten von der MT Aerospace AG

nach dem Konzept der funktionalen Währung gemäß IAS 21 umgerechnet. Der sich aus der Umrechnung des Eigenkapitals ergebende Währungsunterschied wird in dem Posten "Eigenkapital aus nicht realisierten Gewinnen/Verlusten" erfasst.

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Das International Accounting Standards Board (IASB) und das IFRIC haben den folgenden Standard geändert, der für das Geschäftsjahr 2012 verpflichtend anzuwenden ist:

> IFRs 7 "Financial Instruments": Angaben. Aus den Änderungen ergeben sich erweiterte Angabepflichten bei der Übertragung finanzieller Vermögenswerte. Die Änderungen sind für den OHB-Konzern mangels Sachverhalt im Berichtszeitraum nicht relevant. Die erstmalige Anwendung des genannten Standards hatte keine Auswirkungen auf den OHB AG Konzernabschluss.

Das IASB hat die in nachstehender Tabelle aufgeführten Standards, Interpretationen und Änderungen zu bestehenden Standards herausgegeben, deren Anwendung jedoch noch nicht verpflichtend ist bzw. erst in späteren Berichtsperioden verpflichtend ist und die von der OHB AG auch nicht vorzeitig angewandt werden.

Die Überarbeitung von IAS 19 ändert die Behandlung von leistungsorientierten Versorgungsplänen und Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Die bedeutendste Neuerung bezieht sich auf die bilanzielle Abbildung von Änderungen leistungsorientierter Verpflichtungen und des Planvermögens. Die Neuregelung erfordert die sofortige Erfassung von Änderungen der leistungsorientierten Verpflichtungen und des beizulegenden Zeitwerts des Planvermögens im Zeitpunkt ihres Auftretens. Der nach dem bislang gültigen IAS 19 mögliche "Korridor"-Ansatz, den OHB bisher anwendet, wurde abgeschafft. Weiterhin erfolgt eine beschleunigte Erfassung von nachzuverrechnendem Dienstzeitaufwand. Sämtliche versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste sind unmittelbar im Jahr des Auftretens im sonstigen Ergebnis zu verbuchen. Somit zeigt die Nettopensionsverbindlichkeit bzw. der Nettopensionsvermögenswert in der Bilanz die volle Unter- bzw. Überdeckung. Darüber hinaus werden der Zinsaufwand sowie die erwarteten Erträge aus Planvermögen entsprechend der vorigen Fassung des IAS 19 nunmehr durch eine Nettozinsgröße ersetzt, die sich durch die Anwendung des Abzinsungssatzes auf die Netto-Verbindlichkeit bzw. den Netto-Vermögenswert des leistungsorientierten Plans errechnet. Der geänderte IAS 19 ist rückwirkend anzuwenden. Die Geschäftsführung geht auf Grundlage einer vorläufigen Einschätzung davon aus, dass die erstmalige Anwendung der Änderungen an IAS 19 für das Geschäftsjahr 2013 dazu führen wird, dass sich für das Geschäftsjahr 2012 der Konzernjahresüberschuss um TEUR 11 und das sonstige Ergebnis nach Steuern um TEUR 6.656 vermindern werden (zum 1. Januar 2012: Verminderung des Eigenkapitals um TEUR 538). Die korrespondierenden Anpassungen werden sich in den Pensionsrückstellungen und sonstigen langfristigen Forderungen und Vermögenswerten auswirken. Diese Netto effekte ergeben sich im Wesentlichen aus der vollständigen Erfassung versi-

Amendments to IAs 1 Presentation of Items of Other Comprehensive
Income
Verpflichtend anzuwenden auf Geschäftsjahre, die nach dem
1. Juli 2012 beginnen
Amendments to IAs 19 Employee Benefits Verpflichtend anzuwenden auf Geschäftsjahre, die nach dem
1. Januar 2013 beginnen
IFRs 10 "Consolidated Financial Statements" Verpflichtend anzuwenden auf Geschäftsjahre, die nach dem
1. Januar 2014 beginnen
IFRs 11 "Joint Arrangements" Verpflichtend anzuwenden auf Geschäftsjahre, die nach dem
1. Januar 2014 beginnen
IFRs 12 "Disclosure of Interests in other Entities" Verpflichtend anzuwenden auf Geschäftsjahre, die nach dem
1. Januar 2014 beginnen
IFRs 13 "Fair Value Measurement" Verpflichtend anzuwenden auf Geschäftsjahre, die nach dem
1. Januar 2013 beginnen
IAs 27 "Separate Financial Statements" Verpflichtend anzuwenden auf Geschäftsjahre, die nach dem
1. Januar 2014 beginnen
IAs 28 "Investments in Associates and Joint Ventures" Verpflichtend anzuwenden auf Geschäftsjahre, die nach dem
1. Januar 2014 beginnen
Amendments to IAs 12 Deferred tax: Recovery of Underlying Assets Beginn des ersten bei oder nach Inkrafttreten der Verordnung
beginnenden Geschäftsjahres
Amendments to IFRs 1 Severe Hyperinflation and Removal of
Fixed Dates for First-Time Adopters
Beginn des ersten bei oder nach Inkrafttreten der Verordnung
beginnenden Geschäftsjahres
Amendments to IFRs 7 Disclosures – Offsetting Financial Assets and
Financial Liabilities
Verpflichtend anzuwenden auf Geschäftsjahre, die nach dem
1. Januar 2013 beginnen
Amendments to IAs 32 Offsetting Financial Assets and Financial Liabilities Verpflichtend anzuwenden auf Geschäftsjahre, die nach dem
1. Januar 2014 beginnen
IFRIC 20 Stripping Costs in the Production Phase of a Surface Mine Verpflichtend anzuwenden auf Geschäftsjahre, die nach dem
1. Januar 2013 beginnen

cherungsmathematischer Gewinne und Verluste im sonstigen Ergebnis und den sich daraus ergebenden latenten Steuern.

Die Anwendungen der weiteren genannten Vorschriften wird nach jetziger Einschätzung keinen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse haben. Der Vorstand der OHB AG hat beschlossen, dass eine erstmalige Anwendung der vorgenannten Standards jeweils in den Geschäftsjahren erfolgt, in denen die geänderten und neuen Standards verpflichtend anzuwenden sind.

Änderungen von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden haben sich gegenüber dem Vorjahr nicht verändert.

Umsatzrealisierung

Umsatzerlöse und sonstige betriebliche Erträge zählen im Bereich der Serienfertigung ab Erbringung der Leistung bzw. mit Übergang der Gefahren auf den Kunden als realisiert. Im Bereich langfristige Auftragsfertigung wird nach IAS 11 die Percentageof-Completion-Methode unter Einrechnung angemessener Sicherheitsabschläge ("true and fair view") für künftige unerwartete Risiken angewendet, soweit Teilgewinne hinreichend genau auf Basis des Fertigstellungsgrades ermittelt werden konnten. Hierbei wird der Fertigstellungsgrad anhand der bis zum Bilanzstichtag aufgelaufenen Auftragskosten im Verhältnis zu den geplanten gesamten Auftragskosten ermittelt. Die Auftragserlöse ergeben sich aus der Multiplikation des ermittelten Fertigstellungsgrades mit den vertraglich vereinbarten Erlösen einschließlich nachträglicher vertraglicher Ergänzungen. Die zum Bilanzstichtag in Arbeit befindlichen langfristigen Projekte (verbleibende Projektlaufzeit von ein bis acht Jahren) wurden, sofern ein Teilgewinn mit hinreichender Sicherheit nicht geschätzt werden konnte, zu Herstellungskosten zzgl. erstattungsfähiger Verwaltungsgemeinkosten als Umsatz erfasst. Teilgewinne wurden bei den übrigen Projekten in Anlehnung an die im Schrifttum entwickelten Grundsätze realisiert.

Fremdkapitalkosten

Fremdkapitalkosten nach IAS 23.8 sind in die Herstellungskosten von qualifizierten Vermögenswerten einzubeziehen.

Aktivierte Eigenleistungen

Entwicklungsausgaben sind nach IAS 38.57 zu aktivieren, wenn ein neu entwickeltes Produkt oder Verfahren eindeutig abgegrenzt werden kann, technisch realisierbar ist und entweder die eigene Nutzung oder die Vermarktung vorgesehen ist. Weiterhin setzt die Aktivierungsfähigkeit voraus, dass die Entwicklungsausgaben mit hinreichender Wahrscheinlichkeit durch künftige Finanzmittelzuflüsse gedeckt werden. Die Bewertung erfolgt auf Basis der angefallenen Herstellungskosten, im Wesentlichen Entwicklungsstunden bewertet mit dem jeweiligen Stundensatz. Im Geschäftsjahr sind Forschungs- und Entwicklungskosten in Höhe von TEUR 5.397 (Vorjahr: TEUR 3.053) als Aufwand erfasst worden, da die Kriterien nach IAS 38.57

nicht erfüllt wurden. Von insgesamt EUR 16,9 Mio. Entwicklungskosten wurden insgesamt EUR 5,9 Mio. aktiviert und EUR 5,6 Mio. im Rahmen von Zuwendungen vereinnahmt.

Finanzergebnis

Das Finanzergebnis enthält die Ergebnisse aus At-Equity-Beteiligungen und übrigen Beteiligungen einschließlich der Gewinne aus der Veräußerung von Finanzanlagen, Ab- und Zuschreibungen auf Finanzanlagen, den sonstigen Finanzaufwendungen aus Verbindlichkeiten, Dividenden, Zinserträge aus Forderungen sowie Währungsgewinne und -verluste.

Der Zinsertrag wird ergebniswirksam nach der Effektivzinsmethode erfasst. Dividenden werden ergebniswirksam vereinnahmt, wenn ein Ausschüttungsbeschluss vorliegt. Der Zinsaufwand aus Pensionsrückstellungen wird ebenfalls im sonstigen Finanzaufwand ausgewiesen.

Immaterielle Vermögenswerte

Zu jedem Bilanzstichtag überprüft die OHB die Buchwerte der immateriellen Vermögenswerte dahingehend, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen könnten.

In diesem Falle wird der erzielbare Betrag des betreffenden Vermögenswertes ermittelt, um den Umfang einer evtl. vorzunehmenden Wertberichtigung festzustellen. Der erzielbare Betrag entspricht dabei dem um die möglichen Veräußerungskosten verminderten Zeitwert oder dem Nutzungswert, dabei ist für die Bilanzierung der höhere Wert maßgeblich.

Fremd erworbene immaterielle Vermögenswerte als Aktiva sind im Wesentlichen Softwareprogramme, erworbene Auftragsbestände und Lizenzen. Diese werden linear mit einer Nutzungsdauer zwischen ein und sechs Jahren abgeschrieben. Die Abschreibung aktivierter Eigenleistungen erfolgt linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer von vier bis acht Jahren.

Für Zwecke der Prüfung auf Wertminderung ist der Geschäfts- oder Firmenwert auf jede der Zahlungsmittel generierenden Einheiten des Konzerns aufzuteilen, von denen erwartet wird, dass sie einen Nutzen aus den Synergien des Zusammenschlusses ziehen können. Zahlungsmittel generierende Einheiten, denen ein Teil des Geschäfts- oder Firmenwertes zugeteilt wurde, sind jährlich auf Wertminderung zu prüfen. Liegen Hinweise für eine Wertminderung einer Einheit vor, wird diese häufiger evaluiert. Wenn der erzielbare Betrag einer Zahlungsmittel generierenden Einheit kleiner ist als der Buchwert der Einheit, ist der Wertminderungsaufwand zunächst dem Buchwert eines jeglichen der Einheit zugeordneten Geschäfts- oder Firmenwertes und dann anteilig den anderen Vermögenswerten auf Basis der Buchwerte eines jeden Vermögenswertes innerhalb der Einheit zuzuordnen.

sachanlagen

Zu jedem Bilanzstichtag überprüft die OHB die Buchwerte der Sachanlagen dahingehend, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen könnten. In diesem Falle wird der erzielbare Betrag des betreffenden Vermögenswertes ermittelt, um den Umfang einer evtl. vorzunehmenden Wertberichtigung festzustellen. Der erzielbare Betrag entspricht dabei dem um die möglichen Veräußerungskosten verminderten Zeitwert oder dem Nutzungswert, dabei ist für die Bilanzierung der höhere Wert maßgeblich.

Die Vermögenswerte des Sachanlagevermögens werden zu ihren Anschaffungs- und Herstellungskosten aktiviert und planmäßig gemäß der erwarteten Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Erhaltungsaufwendungen, die den Wert der Vermögenswerte des Sachanlagevermögens nicht erhöhen oder deren Nutzungsdauer nicht wesentlich verlängern, werden als laufende Aufwendungen behandelt. Wesentliche Erneuerungen und Verbesserungen werden aktiviert. Abgänge werden sowohl bei den historischen Anschaffungskosten als auch bei den kumulierten Abschreibungen erfasst. Gewinne und Verluste aus dem Abgang von Vermögenswerten des Anlagevermögens werden in den "Sonstigen betrieblichen Erträgen oder Aufwendungen" berücksichtigt. Die Abschreibungszeiträume des Sachanlagevermögens betragen für Gebäude zwischen zehn und 33 Jahre, für Maschinen und technische Anlagen fünf bis zehn Jahre und für andere Anlagen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung drei bis zehn Jahre. Im Wege des Finanzierungsleasings gemietete Sachanlagen werden in Höhe des beizulegenden Zeitwertes bzw. des niedrigeren Barwertes der Mindestleasingraten aktiviert und linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer bzw. über kürzere Vertragslaufzeiten abgeschrieben.

Finanzanlagen

At-Equity-Beteiligungen

At-Equity in den Konsolidierungskreis einbezogene Beteiligungen des Anlagevermögens wurden mit ihren Anschaffungskosten unter Berücksichtigung anteiliger Jahresergebnisse bilanziert.

Übrige Finanzanlagen

Übrige Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten (abzüglich außerplanmäßiger Abschreibungen), beziehungsweise soweit Marktpreise ermittelbar, auf Grundlage von Fair-Value-Bewertungen bilanziert. Der Posten enthält die Beteiligungen an der ORBCOMM Inc., für die zum Bilanzstichtag ein Börsenkurs vorlag. Die sich aus der erfolgsneutralen Fair-Value-Bewertung ergebende Anpassung wurde durch Verrechnung mit dem Eigenkapital abgebildet. Die aus dieser Bewertung entstandenen latenten Steuern, soweit an gefallen, werden unter den passiven latenten Steuern erfasst. Die übrigen Finanzanlagen sind in der Tabelle "Weitere Beteiligungen und Finanzanlagen" dargestellt.

Weitere Beteiligungen und Finanzanlagen

name der Gesellschaft Beteiligungsquote in % Beteiligungsansatz TEUR
RST Radar Systemtechnik GmbH, Salem (D)* 24,0 88
OHB CGS Guyane S.A.S., Kourou (GUF)* 100,0 10
OHB France S.A., Paris (F)* 100,0 37
OHB-ElectroOPtics GmbH, Bremen (D)* 50,0 13
beos GmbH, Bremen (D) 12,0 60
ATB GmbH, Bremen (D) 5,0 26
OHB Marine Technologies GmbH, Bremen (D)* 100,0 25
COSMOS International Satellitenstart GmbH, Bremen (D)* 49,9 13
Cosmos Space Systems AG, Bremen (D)* 66,6 40
Telemondo International GmbH, Bremen (D)* 100,0 26
KT Verwaltungsgesellschaft mbH, Bremen (D)* 100,0 25
ENERGIA Deutschland GmbH, München (D)* 40,0 10
Antares S.c.a.r.l., San Giorgio Del Sannio (I)* 24,0 58
Arianespace Participation, Evry (F) 8,3 8.328
MT Dezentrale Energiesysteme GmbH, München (D)* 100,0 1.022
MT Mecatronica Limitada, Santiago de Chile (RCH)* 99,9 30
Aerotech France S.A.S., Chateauroux (F)* 100,0 80
Aerotech Czech s.r.o., Klatovy (CZ)* 100,0 0
ORBCOMM Inc., Rochelle Park NJ (USA) 5,0 6.623

* unter Materiality-Gesichtspunkten nicht im Geschäftsjahr konsolidiert

Von den aufgeführten Beteiligungen und Finanzanlagen sind die folgenden hervorzuheben: MT Dezentrale Energiesysteme GmbH mit einem Eigenkapital zum 31.12.2012 von TEUR 1.023 und einem Jahresüberschuss im Jahr 2012 von EUR 0, RST Radar Systemtechnik GmbH mit einem Eigenkapital zum 31.12.2011 in Höhe von TEUR 487 und einem Jahresüberschuss im Jahr 2011 von TEUR 49, Aerotech France S.A.S. mit einem Eigenkapital zum 31.12.2012 von TEUR 593 und einem Jahresüberschuss von TEUR 109 sowie Aerotech Czech s.r.o. mit einem Eigenkapital zum 31.12.2012 von TEUR –950 und einem Jahresüberschuss von TEUR 53.

Vorräte

Die Vorräte wurden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder mit dem niedrigeren Nettoveräußerungswert am Bilanzstichtag bewertet. Teile des Vorratsvermögens wurden im "gleitenden Durchschnittsverfahren" bewertet.

Forderungen

Forderungen und sonstige Vermögenswerte sind mit dem Nennwert aktiviert worden. Bestehen in einzelnen Fällen begründete Zweifel, ob Forderungen eingebracht werden können, wurden diese abgeschrieben oder mit dem niedrigeren realisierbaren Betrag angesetzt.

Bei Unternehmen im Konsolidierungskreis, die Fertigungsaufträge nach IAS 11 in ihrem Auftragsbestand haben, wurde die Percentage-of-Completion-Methode unter Einrechnung angemessener Sicherheitsabschläge ("true and fair view") für künftige unerwartete Risiken angewendet, sofern der Teilgewinn hinreichend genau auf Basis des Fertigstellungsgrades ermittelt werden konnte. Die übrigen zum Bilanzstichtag in Arbeit befindlichen langfristigen Fertigungsaufträge (verbleibende Projektlaufzeit von ein bis acht Jahren) wurden, sofern ein Teilgewinn mit hinreichender Sicherheit nicht geschätzt werden konnte, zu Herstellungskosten zzgl. anteiliger erstattungsfähiger Verwaltungsgemeinkosten aktiviert. Projekte mit Teilgewinnrealisierung werden nach IAS 11.22 unter den Umsatzerlösen ausgewiesen. Die entsprechenden Auftragskosten sind im Materialaufwand bzw. den bezogenen Leistungen des Geschäftsjahres enthalten.

Wertpapiere/Finanzinstrumente

Die beizulegenden Zeitwerte werden anhand der Börsenkurse/ Marktpreise zum Bilanzstichtag bestimmt. Bei der Bewertung der langfristigen Wertpapiere wurden die Regelungen von IAS 39 und IFRS 7 (Reclassification of Financial Assets) angewendet.

Latente steuern

Nach IAS 12 führen vorübergehende Differenzen zwischen steuerlichen Wertansätzen für Vermögenswerte und Schulden einerseits und andererseits deren Ansatz nach IFRS/IAS zur Abgrenzung latenter Steuern. Für die Berechnung der inländischen latenten Steuern gilt für den OHB-Konzern ein einheitlicher Steuersatz von 32 %.

Eigenkapital

IAS 32 (Financial Instruments: Disclosure and Presentation) regelt, dass Eigenkapital aus Sicht des Unternehmens nur dann vorliegt, wenn keine Verpflichtung zur Rückzahlung des Kapitals oder zur Lieferung von anderen finanziellen Vermögenswerten besteht. Die OHB AG versteht unter Eigenkapital das gezeichnete Kapital, die Kapitalrücklage, Eigenkapital aus nicht realisierten Gewinnen/Verlusten und die Gewinnrücklage sowie die aufgelaufenen Gewinnvorträge.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Die Pensionsverpflichtungen für die leistungsorientierten Altersversorgungspläne werden gemäß IAS 19 (Leistungen an Arbeitnehmer) nach der Projected-Unit-Credit-Methode berechnet. Die zu erwartenden Versorgungsleistungen werden über die gesamte Beschäftigungszeit der Mitarbeiter verteilt.

sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen sind gemäß IAS 37 für Sachverhalte zuverlässig geschätzt worden, aus denen sich aufgrund gegenwärtiger Verpflichtungen ein Zahlungsmittelabfluss ergeben wird. Basis der Schätzungen waren im Wesentlichen detaillierte Kalkulationen.

Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten umfassen die Finanzverbindlichkeiten, die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Verbindlichkeiten. Die Finanzschulden werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Differenzen zwischen historischen Anschaffungskosten und dem Rückzahlungsbetrag werden entsprechend der Effektivzinsmethode berücksichtigt. Die weiteren Verbindlichkeiten werden zum Nennwert oder zum Rückzahlungsbetrag bilanziert.

schätzungen

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind teilweise Annahmen und Schätzungen notwendig, die sich auf Höhe und Ausweis bilanzierter Vermögenswerte und Schulden, Erträge und Aufwendungen sowie Eventualverbindlichkeiten auswirken. Die tatsächlichen Werte können in Einzelfällen von den getroffenen Annahmen und Schätzungen abweichen. Änderungen werden zum Zeitpunkt einer besseren Erkenntnis erfolgswirksam. Die Werthaltigkeit von Firmenwerten wird jährlich im Rahmen eines Impairment-Tests geprüft. Im Rahmen dieses Tests müssen vor allem im Hinblick auf künftige Zahlungsmittelüberschüsse Schätzungen vorgenommen werden. Künftige Änderungen der gesamtwirtschaftlichen Lage, der Branchen- oder Unternehmenssituation können zu Reduktionen der Zahlungsmittelüberschüsse und damit zu einer außerplanmäßigen Abschreibung der Firmenwerte führen. Technischer Fortschritt, eine Verschlechterung der Marktsituation oder Schäden können zu einer außerplanmäßigen Abschreibung der Sachanlagen führen. Die Beurteilung des Auftragsfortschritts bei langfristigen Fertigungsaufträgen erfolgt – bei Vorliegen der Voraussetzungen – auf Basis der Percentage-of-Completion-Methode. Dabei werden die angefallenen Kosten in das Verhältnis zu den erwarteten Gesamtkosten gesetzt, um den Fertigstellungsgrad zu ermitteln. Bei der Ermittlung der Pensionsrückstellungen kommt es durch die Auswahl der Prämissen und Trendannahmen, durch den Ansatz biometrischer Wahrscheinlichkeiten sowie durch anerkannte Näherungsverfahren bei der Ermittlung der Rente gegebenenfalls zu Abweichungen von den tatsächlichen im Zeitablauf entstehenden Zahlungsverpflichtungen. Für die Bildung von Steuerrückstellungen und die Werthaltigkeitsprüfung von aktiven latenten Steuern sind ebenfalls Schätzungen vorzunehmen. Bei der Beurteilung der Werthaltigkeit aktiver latenter Steuern können Unsicherheiten im Hinblick auf die Auslegung komplexer Steuervorschriften sowie hinsichtlich Höhe und Zeitpunkt künftiger zu versteuernder Einkünfte bestehen. Sonstige Rückstellungen werden aufgrund von vorliegenden Erkenntnissen und im Rahmen der üblichen Ermessensspielräume gebildet. Aufgrund der aktuellen Welt- und Finanzmarktsituation können zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine zuverlässigen Annahmen über die Bandbreite möglicher Anpassungen im Geschäftsjahr 2013 bei den Schätzungen getroffen werden.

VII. ERLÄUTERUnGEn zUR KonzERn-GEWInn- UnD VERLUsTREChnUnG

(1) Umsatzerlöse

Die Auftragserlöse aus langfristiger Fertigung nach IAS 11 betrugen im Geschäftsjahr 2012 TEUR 429.385 (Vorjahr: TEUR 404.185). Die dazugehörigen Auftragskosten betrugen TEUR 395.141 (Vorjahr: TEUR 375.340). Der daraus resultierende Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) betrug im Geschäftsjahr 2012 TEUR 25.200 (Vorjahr: TEUR 26.482).

Der Umsatz verteilt sich auf die Geschäftsfelder wie folgt:

in TEUR 2012 2011
Space Systems 396.011 363.114
Aerospace + Industrial Products 227.717 200.816
Konsolidierung –7.746 –8.241
Gesamt 615.982 555.689

zusätzliche Angaben zur PoC-Bewertung (IAs 11)

in TEUR aktivischer
Saldo
passivischer
Saldo
summe
Kosten + Gewinn 728.178 499.486 1.227.664
erhaltene Anzahlungen 589.331 552.780 1.142.111
Bilanzausweis 138.847 –53.294 85.553

(2) Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen

Die Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen resultiert einerseits aus der Zunahme im Segment "Space Systems" in Höhe von EUR 0,3 Mio. (Vorjahr: EUR –9,6 Mio.) und andererseits aus der Verminderung im Segment "Aerospace + Industrial Products" in Höhe von EUR –3,8 Mio. (Vorjahr: EUR –14,2 Mio.). Insgesamt ergibt sich eine Bestandsverminderung in Höhe von EUR 3,5 Mio.

(3) sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von TEUR 10.963 (Vorjahr 15.180) enthalten u. a. Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 3.749 (Vorjahr: TEUR 3.177) sowie Erlöse aus Zuwendungen in Höhe von TEUR 5.600 (Vorjahr: TEUR 5.326). Die Erlöse aus Zuwendungen für Entwicklungsleistungen werden bezogen auf den Zeitpunkt der Entstehung der Kosten erfasst. Bei den Erlösen aus Zuwendungen erfolgt keine Saldierung mit den Aufwendungen (Bruttoausweis). Gegenwärtig sind keine Anzeichen festzustellen, dass Bedingungen von Zuwendungsgebern nicht erfüllt werden können. In den Vorjahreserträgen ist ein Betrag von rund EUR 3 Mio. als negativer Unterschiedsbetrag aus der Erstkonsolidierung der OHB Sweden AB enthalten.

(4) Materialaufwand

in TEUR 2012 2011
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und
Betriebsstoffe und für bezogene Waren 269.786 241.960
Aufwendungen für bezogene Leistungen 105.468 81.696
Gesamt 375.254 323.656

(5) Personalaufwand

in TEUR 2012 2011
Löhne und Gehälter 139.661 123.646
Soziale Abgaben und Aufwendungen für
Altersversorgung und für Unterstützung 28.725 25.922
Gesamt 168.386 149.568

An Zahlungen für Pensionen und Pensionsrückstellungen wurden TEUR 4.225 (Vorjahr: TEUR 4.247) geleistet.

(6) Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte des Anlagevermögens und sachanlagen

Für das abgelaufene Jahr bestand kein Bedarf an außerplanmäßigen Abschreibungen. Weitere Einzelheiten zu den Abschreibungen sind im Konzernanlagespiegel dargestellt.

(7) Finanzergebnis

zinsen

Die Zinserträge in Höhe von TEUR 1.046 (Vorjahr: TEUR 995) ergeben sich primär aus der Anlage von liquiden Mitteln auf Festgeldkonten.

Die sonstigen Finanzaufwendungen in Höhe von TEUR 7.112 (Vorjahr: TEUR 7.241) bestehen wesentlich aus den Zinsaufwendungen für Pensionsrückstellungen in Höhe von TEUR 4.242 (Vorjahr: TEUR 4.175) sowie Fremdkapitalzinsen bei einem Konzerntochterunternehmen in Höhe von TEUR 2.001 (Vorjahr: TEUR 2.140). Projektbezogene Fremdkapitalzinsen sind bei einem Konzerntochterunternehmen in die Vermögensbildung eingegangen (EUR 1,1 Mio. zu einem durchschnittlichen Zinssatz von 2,11 %). Währungsdifferenzen aus Fair-Value-Hedges werden in Höhe von TEUR –65 erfolgswirksam erfasst.

Beteiligungsergebnis

Das Beteiligungsergebnis enthält die Ergebnisbeiträge der ELTA S.A. in Höhe von TEUR –667 (Vorjahr: TEUR 31), die nach der At-Equity-Methode bilanziert wird.

(8) steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Bei den deutschen Unternehmen sind im Konsolidierungskreis tatsächliche Ertragsteuern in Höhe von TEUR 6.648 (Vorjahr: TEUR 4.134) entstanden; im Ausland sind TEUR 567 (Vorjahr: TEUR 338) angefallen. Die inländischen Ertragsteuern 2012 wurden detailliert mit differenzierten Steuersätzen ermittelt. Mit der Anwendung von IAS 12 werden latente Steuerverrechnungsansprüche berücksichtigt. Der für die Berechnung der inländischen latenten Steuern verwendete Steuersatz beträgt 32 %.

Überleitungsrechnung steueraufwand

in TEUR 2012 2011
Steuern zum Steuersatz von 32,00 % 7.678 6.246
Steuerminderungen aufgrund
teilweise steuerbefreiter Einnahmen
59 –256
Genutzte Verlustvorträge –47 –255
Bilanzierungsauswirkungen von zuvor nicht
angesetzten steuerlichen Verlustvorträgen
Steuerlich nicht abzugsfähige
–743
Betriebsausgaben 630 1.000
Sonstige Steuereffekte 105 –340
Periodenfremde Steueraufwendungen 175 –428
Mehrsteuern Ausland 434 472
Effektiver steueraufwand 8.291 6.438

Latente steuern

Die wesentlichen aktiven latenten Steuern resultieren aus dem Unterschied zwischen den Rückstellungen für Pensionszusagen nach steuerrechtlichen Vorschriften und IFRS. Im Geschäftsjahr 2012 wurden TEUR 1.301 (Vorjahr: TEUR 1.966) als latenter Steueraufwand erfolgswirksam erfasst.

Bei vier Konzerntochterunternehmen wurden aktive latente Steuern auf Verlustvorträge in Höhe von TEUR 173 (Vorjahr: TEUR +3.253) reduziert. Die Planung für die folgenden fünf Jahre zeigt einen kompletten Ausgleich der Verlustvorträge. Für den Verlustvortrag bei der Antwerp Space N.V. in Höhe von TEUR 22.978 wurden keine latenten Steuern gebildet.

(9) Anteile anderer Gesellschafter

Die Anteile anderer Gesellschafter von TEUR 878 (Vorjahr: TEUR –444) beziehen sich auf die MT Aerospace Holding GmbH und megatel GmbH.

Ergebnis je Aktie nach IFRs/IAs

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie ergibt sich, indem das auf die Aktien entfallende Ergebnis nach Steuern durch die Zahl der gewinnberechtigten Aktien dividiert wird. Eine Verwässerung dieser Kennzahl kann durch sogenannte potenzielle Aktien – insbesondere Options- und Bezugsrechte – entstehen. Zum Bilanzstichtag lagen keine vergleichbaren Rechte vor. Damit entsprechen sich das verwässerte und unverwässerte Ergebnis je Aktie. Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt EUR 17.468.096,00. Für die Berechnung des Ergebnisses je Aktie wurden 17.387.600 Aktien zugrunde gelegt, da 80.496 eigene Aktien im Bestand waren. Als Basis für die Berechnung wurde der Konzernjahresüberschuss nach Fremdanteilen in Höhe von TEUR 14.826 (Vorjahr: TEUR 13.523) verwendet. Das Ergebnis je Aktie beträgt für das Geschäftsjahr 2012 EUR 0,85 (Vorjahr: EUR 0,78).

VIII. ERLÄUTERUnGEn zUR KonzERnBILAnz

(10) Firmenwerte und übrige immaterielle Vermögenswerte

In der Bilanz per 31. Dezember 2012 werden Firmenwerte von TEUR 7.687 (Vorjahr: TEUR 7.687) ausgewiesen (siehe Tabelle "Firmenwerte").

Bestand an aktiven und passiven latenten steuern

in TEUR 2012 2011 2012 2011
Aktive latente
Steuern
Passive latente
Steuern
Aktive latente
Steuern
Passive latente
Steuern
Erfolgs
wirksame
Veränderung
Erfolgs
wirksame
Veränderung
Immaterielle Vermögenswerte
und Sachanlagen
435 10.888 794 9.309 –1.938 –867
Finanzanlagen 420 275 377 510 279 –515
Umlaufvermögen 217 11.801 98 11.234 –412 –3.678
Rückstellungen 7.084 63 6.743 116 347 44
Verbindlichkeiten 576 73 611 298 190 –66
Steuerliche Verlustvorträge
und Steuergutschriften
5.874 282 5.407 0 233 3.116
Konsolidierung –8.920 –8.920 –8.227 –8.227 0 0
Gesamt 5.686 14.462 5.803 13.240 –1.301 –1.966

Firmenwerte

in TEUR 2012 2011
Firmenwerte aus der Kapitalkonsolidierung:
STS Systemtechnik Schwerin GmbH 566 566
Timtec Teldatrans GmbH 115 115
ORBCOMM Deutschland AG 556 556
Telematic Solutions S.p.A. / CGS S.p.A. 801 801
megatel GmbH 646 646
Teilkonzern Kayser-Threde 5.003 5.003
Gesamt 7.687 7.687

Die Überprüfung der Werthaltigkeit der Firmenwerte ist auf der Ebene der Cash Generating Units, wie in obiger Tabelle dargestellt, erfolgt. Die CGUs Telematic Solutions und CGS werden aufgrund eines Beschlusses aus dem Geschäftsjahr 2011 verschmolzen und als eine CGU geführt.

Die Firmenwerte wurden zum 31. Dezember 2012 einer Überprüfung der Werthaltigkeit ("Impairment Test") unterzogen. Hierbei ergaben sich keine Wertminderungen.

Der erzielbare Betrag wurde unter Verwendung des Nutzungswertes ermittelt ("value in use"). Bei der Bestimmung des Nutzungswertes kam ein Discounted-Cashflow-Verfahren zur Anwendung. Dem Discounted-Cashflow-Verfahren lagen vom Management genehmigte Unternehmensplanungen, für einen Planungszeitraum von fünf Jahren zugrunde. Der Firmenwert im Teilkonzern Kayser-Threde basiert auf einer Fünfjahresplanung, die im wesentlichen resultiert aus dem vorhandenen Auftragsbestand und Annahmen bezüglich des Auftragseingangs in Folgeperioden, die mit einer hohen Wahrscheinlichkeit unterlegt sind. Bezüglich der Margenentwicklung kann bei dem vorhandenen Auftragsbestand und den erwarteten Auftrageingängen von einer kontinuierlichen Entwicklung ausgegangen werden basierend auf den Vorjahreswerten. Für die übrigen Cash Generating Units wurde auf der gleichen Basis die Wertermittlung durchgeführt. Die Ebit-Marge der Cash Generating Unit Kayser-Threde wird sich voraussichtlich im Rahmen der Ebit-Marge des relevanten Segments Space Systems entwickeln. Für die inländischen Firmenwerte wurde ein Vorsteuer-Kapitalisierungszinssatz (WACC) von 10,20 % (Vorjahr: 9,40 %) zugrunde gelegt. Für den ausländischen Firmenwert wurde ein Vorsteuer-WACC von 13,50 % (Vorjahr: 16,60 %) angenommen. Für die Ermittlung des Terminal Values wurde, wie im Vorjahr, aus Gründen unternehmerischer Vorsicht, kein Wachstumsabschlag vorgenommen. Die übrigen immateriellen Vermögenswerte setzen sich im wesentlichen zusammen aus den aktivierten Eigenleistungen sowie gekaufter Software (siehe Konzernanlagespiegel). Die Entwicklung der Firmenwerte und sonstigen immateriellen Vermögenswerte ist auf S. 88/89 dargestellt.

(11) sachanlagen

Die Zugänge im Geschäftsjahr setzen sich im Wesentlichen aus technisch-elektronischen Laboreinrichtungen, technischen Anlagen und Maschinen, Hardware, Betriebs- und Geschäftsausstattung und geringwertigen Wirtschaftsgütern zusammen.

Für die übrigen Vermögenswerte des Sachanlagevermögens bestehen abgesehen von den unter den im Abschnitt "Sonstige finanzielle Verpflichtungen" dargestellten Grundschulden uneingeschränkte Eigentumsrechte. Die Abschreibungsbeträge sind im Konzernanlagespiegel dargestellt. Es wurde kein Bedarf an außerplanmäßigen Abschreibungen festgestellt. Der Restbuchwert der Vermögenswerte aus Finanzierungsleasingverträgen beträgt TEUR 1.279 (Vorjahr: TEUR 2.195). Für die entsprechenden Vermögenswerte bestehen zum Ablauf der Mindestleasinglaufzeit günstige Kaufoptionen. Die Entwicklung der Sachanlagen ist auf S. 88/89 dargestellt.

(12) At-Equity-Beteiligungen

Der Posten enthält die Anschaffungskosten zuzüglich anteiliger Jahresergebnisse der Beteiligungen an der ELTA S.A., Toulouse. Der Mehrheitsgesellschafter übt den wesentlichen Einfluss auf das Geschäftsmodell der ELTA S.A. aus.

(13) Übrige Finanzanlagen

Die Buchwerte der übrigen Finanzanlagen haben sich wie folgt entwickelt:

in TEUR 2012 2011
Stand 1. Januar 15.793 15.354
Erfolgsneutrale Fair-Value-Bewertung 1.472 830
Veränderungen Konsolidierungskreis 0 0
Zugänge 760 156
Abgänge –59 –547
stand 31. Dezember 17.966 15.793

Die erfolgsneutrale Fair-Value-Bewertung resultiert aus der Neubewertung der Anteile an der ORBCOMM Inc. Die Neubewertung erfolgte auf Grundlage des Börsenkurses der ORBCOMM Inc. zum 31. Dezember 2012 sowie des Wechselkurses Dollar vs. Euro zu diesem Zeitpunkt. Die Gesamtergebnisrechnung weist eine erfolgsneutrale Bewertung finanzieller Vermögenswerte in Höhe von TEUR 1.472 aus.

(14) Forderungen und sonstige Vermögenswerte

Die Forderungen und sonstigen Vermögenswerte sind mit den fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Von den Forderungen haben insgesamt TEUR 2.609 (Vorjahr: TEUR 2.875) eine Laufzeit von mehr als einem Jahr. Die Buchwerte der kurzfristigen Forderungen und sonstigen Vermögenswerte entsprechen im Wesentlichen dem Fair Value. Von den Forderungen entfallen TEUR 150.581 (Vorjahr: TEUR 110.749) auf Forderungen aus PoC.

Bei den Forderungen und sonstigen Vermögenswerten handelt es sich im Wesentlichen um lang- und kurzfristige Darlehensforderungen, es besteht kein wesentliches Zins- und Ausfallrisiko.

Zum Bilanzstichtag waren für den Export bei einer in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaft Devisentermingeschäfte in Höhe von USD 6,0 Mio. zur Sicherung von Grundgeschäften in Höhe von USD 4,6 Mio. abgeschlossen. Die Differenz sind Cashflow Hedges für erwartete Auftragseingänge im Jahr 2013.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind innerhalb eines Jahres fällig und werden mit den fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt, die i. d. R. vor Wertberichtigung dem Nennwert entsprechen. Erkennbare Risiken wurden durch angemessene Wertberichtigungen berücksichtigt. Zum Bilanzstichtag wurden Wertberichtigungen in Höhe von insgesamt TEUR 4.009 (Vorjahr: TEUR 259) gebildet. Bei den übrigen Steuerforderungen handelt es sich um Forderungen aus Ertragssteuern.

(15) Vorräte

Die Vorräte verminderten sich gegenüber dem Vorjahr auf TEUR 82.408 (Vorjahr: TEUR 89.007). Erhaltene Anzahlungen wurden mit den Vorräten nicht verrechnet.

in TEUR 2012 2011
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 19.449 20.188
Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 56.357 59.864
Fertige Erzeugnisse und Waren 2.653 3.479
Geleistete Anzahlungen 3.949 5.476
Gesamt 82.408 89.007

Geleistete Anzahlungen wurden wegen des engen sachlichen Zusammenhangs den Vorräten zugeordnet. Erfolgswirksame Abwertungen bei den unfertigen Erzeugnissen wurden im Berichtszeitraum vorgenommen.

(16) Wertpapiere

Zum Bilanzstichtag betrug der Wert des Wertpapierportefeuilles TEUR 9.179 (Vorjahr: TEUR 8.584). Davon entfallen TEUR 3.570 (Vorjahr: TEUR 3.058) auf erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Vermögenswerte, TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 0) auf Available-for-Sale-Wertpapiere und TEUR 5.418 (Vorjahr: TEUR 5.334) auf "loans and receivables".

Zu den finanziellen Risiken gehören vor allem Liquiditäts-, Marktpreis- und Ausfallrisiken. Wesentliche kurzfristige Liquiditäts- und Ausfallrisiken sind nicht erkennbar, da überwiegend in risikoarme Fonds investiert wird. Zur Absicherung von Marktpreisrisiken werden liquide Mittel nahezu ausschließlich in kurzfristig liquidierbaren Fondsanteilen angelegt, um eine breite Risikostreuung zu erreichen.

(17) zahlungsmittel und zahlungsmitteläquivalente

Der Bestand an Zahlungsmitteln betrug zum Bilanzstichtag TEUR 86.236 (Vorjahr: TEUR 91.194) und setzt sich aus Kassenbeständen und Guthaben bei Kreditinstituten zusammen. Die Guthaben bei Kreditinstituten sind innerhalb von drei Monaten fällig und unterliegen nur unwesentlichen Wertänderungsrisiken.

(18) Gezeichnetes Kapital

Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt seit dem 30. September 2009 EUR 17.468.096,00 und ist in 17.468.096 auf den Inhaber lautende Stammaktien ohne Nennwert eingeteilt, mit einem auf die einzelne Aktie entfallenden rechnerischen Betrag des Grundkapitals von EUR 1,00. Von diesen Anteilen befinden sich unverändert zum Vorjahresstichtag 17.387.600 im Umlauf. Jede Stückaktie gewährt in der Hauptversammlung eine Stimme.

(a) Bedingtes Kapital

Die Hauptversammlung der Gesellschaft hat mit Beschluss vom 23. Januar 2001 das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu insgesamt EUR 516.404,00 durch Ausgabe von bis zu insgesamt 516.404 Stück auf den Inhaber lautende Stückaktien bedingt erhöht. Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von Optionsrechten an die aus einem Mitarbeiterbeteiligungsprogramm Berechtigten. Ein solches Beteiligungsprogramm besteht derzeit nicht. Die bedingte Kapitalerhöhung ist dann nur insoweit durchzuführen, wie die Inhaber der Optionsrechte von ihren Optionsrechten Gebrauch machen. Die neuen Aktien sind erstmals für das Geschäftsjahr gewinnanteilberechtigt, in dessen Verlauf sie ausgegeben worden sind. Der Vorstand wurde ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzulegen. Für den Fall, dass Optionsrechte an Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft ausgegeben werden sollen, wurde der Aufsichtsrat ermächtigt, die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzulegen.

(b) Genehmigtes Kapital

Die Hauptversammlung der Gesellschaft vom 19. Mai 2010 hat beschlossen, den Vorstand der Gesellschaft zu ermächtigen, das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 18. Mai 2015 durch Ausgabe neuer Aktien gegen Bar- oder Sacheinlagen einmal oder mehrmals insgesamt um bis zu EUR 8.734.048,00 zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2010). Die neuen Aktien können auch an Arbeitnehmer der Gesellschaft ausgegeben werden.

Der Vorstand wird ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre in folgenden Fällen auszuschließen:

(1) für Spitzenbeträge;

(2) für einen Anteil am Genehmigten Kapital 2010 in Höhe von bis zu insgesamt EUR 1.746.809,00, sofern die neuen Aktien gegen Bareinlagen zu einem Ausgabebetrag ausgegeben werden, welcher den Börsenpreis nicht wesentlich unterschreitet (§ 186 Abs. 3 Satz 4 Aktiengesetz (AktG));

(3) für einen Anteil am Genehmigten Kapital 2010 in Höhe von bis zu insgesamt EUR 8.734.048,00, sofern die neuen Aktien

– als Gegenleistung für den Erwerb von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen oder sonstigen Vermögenswerten ausgegeben werden und sofern der Erwerb des Unternehmens oder der Beteiligung im wohlverstandenen Interesse der Gesellschaft liegt; oder

– gegen Bareinlagen ausgegeben werden, um die Aktien der Gesellschaft an einer ausländischen Börse einzuführen, an der die Aktien der Gesellschaft bisher nicht zum Handel zugelassen sind.

Der Vorstand wird ferner ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats den Inhalt der jeweiligen Aktienrechte und die sonstigen Bedingungen der Aktienausgabe festzulegen.

(c) Ermächtigung zum Erwerb und zur Veräußerung eigener Aktien

In der Hauptversammlung am 19. Mai 2010 ermächtigten die Aktionäre die Gesellschaft, bis zum 18. Mai 2015 eigene Aktien im Umfang von bis zu insgesamt 10 % des Grundkapitals zu erwerben. Mit Wirksamwerden dieser Ermächtigung wurde die am 13. Mai 2009 beschlossene Ermächtigung zum Erwerb und zur Verwendung eigener Aktien aufgehoben.

a) Die Gesellschaft wird ermächtigt, eigene Aktien bis zu insgesamt 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Auf die erworbenen Aktien dürfen zusammen mit anderen eigenen Aktien der Gesellschaft, welche die Gesellschaft bereits erworben hat und noch besitzt oder die ihr gemäß den §§ 71d, 71e AktG zuzurechnen sind, zu keinem Zeitpunkt mehr als zehn vom Hundert (10 %) des Grundkapitals entfallen.

Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals, für einen oder mehrere Zwecke von der Gesellschaft ausgeübt werden, sie kann aber auch von abhängigen oder in Mehrheitsbesitz der Gesellschaft stehenden Unternehmen oder für ihre oder deren Rechnung von Dritten durchgeführt werden.

Die Ermächtigung gilt bis zum 18. Mai 2015. Die von der Hauptversammlung am 13. Mai 2009 beschlossene Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien wird mit dem Wirksamwerden dieser neuen Ermächtigung aufgehoben.

b) Der Erwerb der Aktien erfolgt unter Wahrung des Gleichbehandlungsgebots (§ 53a AktG) nach der Wahl des Vorstands über die Börse (1) oder durch ein an alle Aktionäre gerichtetes öffentliches Kaufangebot (2). Im Fall (2) sind die Vorschriften des Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetzes zu beachten, soweit sie Anwendung finden.

(1) Erfolgt der Erwerb als Kauf über die Börse, darf der gezahlte Kaufpreis je Aktie der Gesellschaft (ohne Erwerbsnebenkosten) den durchschnittlichen Schlusskurs der Aktie im XETRA-Handel (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) an der Frankfurter Wertpapierbörse an den letzten drei Börsenhandelstagen vor dem Erwerb der Aktie um nicht mehr als 10 % über- oder unterschreiten.

(2) Erfolgt der Erwerb als Kauf über ein öffentliches Kaufangebot, darf der gezahlte Kaufpreis je Aktie der Gesellschaft

(ohne Erwerbsnebenkosten) den durchschnittlichen Schlusskurs der Aktie im XETRA-Handel (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) an der Frankfurter Wertpapierbörse für Aktien der Gesellschaft am 5., 4. und 3. Börsenhandelstag vor dem Tag der Veröffentlichung des Kaufangebots um nicht mehr als 10 % über- oder unterschreiten. Sofern ein öffentliches Angebot überzeichnet ist, muss die Annahme nach Quoten erfolgen. Eine bevorrechtigte Annahme geringerer Stückzahlen bis zu 100 Stück angedienter Aktien je Aktionär sowie eine Rundung nach kaufmännischen Grundsätzen können vorgesehen werden.

c) Der Vorstand wird ermächtigt, Aktien der Gesellschaft, die aufgrund der vorstehenden Ermächtigungen erworben werden, zu allen gesetzlich zulässigen Zwecken zu verwenden, insbesondere zu den folgenden:

(1) Sie können, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, zur Einführung von Aktien der Gesellschaft an ausländischen Börsen dienen, an denen sie bisher nicht zum Handel zugelassen sind.

(2) Sie können, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, zum Zwecke des Erwerbs von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen, einschließlich der Erhöhung bestehenden Anteilsbesitzes, Dritten auch gegen Sachleistung angeboten und übertragen werden.

(3) Sie können als Belegschaftsaktien Arbeitnehmern der Gesellschaft oder der mit der Gesellschaft im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen zum Erwerb angeboten und übertragen werden.

(4) Sie können ferner, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, eingezogen werden, ohne dass die Einziehung oder ihre Durchführung eines weiteren Hauptversammlungsbeschlusses bedarf.

d) Der Vorstand wird ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, ohne dass es eines weiteren Hauptversammlungsbeschlusses bedarf, die aufgrund der vorstehenden Ermächtigung erworbenen eigenen Aktien auch in anderer Weise als über die Börse oder durch ein Angebot an alle Aktionäre zu veräußern, unter der Voraussetzung, dass die Veräußerung gegen Barzahlung und zu einem Preis erfolgt, der den Börsenpreis von Aktien der Gesellschaft gleicher Ausstattung zum Zeitpunkt der Veräußerung nicht wesentlich unterschreitet. Als maßgeblicher Börsenwert im Sinne der vorstehenden Regelung gilt der arithmetische Mittelwert der durch die Schlussauktionen ermittelten Kurse für Aktien der Gesellschaft im XETRA-Handel (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) an der Wertpapierbörse in Frankfurt am Main an den letzten fünf Börsentagen vor der Veräußerung.

Diese Ermächtigung ist auf insgesamt zehn vom Hundert des Grundkapitals beschränkt. Die Höchstgrenze von 10 % des Grundkapitals vermindert sich um den anteiligen Betrag des Grundkapitals, der auf diejenigen Aktien entfällt, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung im Rahmen einer Kapitalerhöhung unter Ausschluss des Bezugsrechts gemäß § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben werden. Das Ermächtigungsvolumen

in TEUR 2012 2011
vor Steuern Steuereffekt Netto vor Steuern Steuereffekt Netto
Differenzen aus
Währungsumrechnung
41 0 41 29 0 29
Erfolgsneutrale Bewertung
finanzieller Vermögenswerte
1.472 –1 1.471 830 0 830
Cashflow Hedges 115 –35 80 –235 73 –162
Gesamt 1.628 –36 1.592 624 73 697

Erfolgsneutrale Eigenkapitalveränderung

verringert sich ferner um den anteiligen Betrag am Grundkapital, auf den sich Wandlungs- und/oder Optionsrechte bzw. -pflichten aus Schuldverschreibungen beziehen, die seit Erteilung dieser Ermächtigung unter Bezugsrechtsausschluss in sinngemäßer Anwendung von § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben worden sind.

e) Die vorstehenden Ermächtigungen können einmal oder mehrmals, ganz oder in Teilen, einzeln oder gemeinsam ausgenutzt werden.

f) Das Bezugsrecht der Aktionäre auf erworbene eigene Aktien wird insoweit ausgeschlossen, als diese Aktien gemäß den Ermächtigungen in lit. c) (1) bis (3) und lit. d) verwendet werden.

(19) Kapitalrücklage

Die Kapitalrücklage ist im Wesentlichen aus dem Zufluss liquider Mittel aus dem Börsengang hervorgegangen.

(20) Gewinnrücklage

In den Gewinnrücklagen wurde die Verrechnung von passiven Unterschiedsbeträgen aus der Kapitalkonsolidierung von Akquisitionen bis 2002 erfasst.

(21) Eigenkapital aus nicht realisierten Gewinnen/Verlusten

Diese Eigenkapitalposition ergibt sich im Wesentlichen aus der Marktbewertung der Aktien an der ORBCOMM Inc. in Höhe des Börsenkurses zum Bilanzstichtag abzüglich der Buchwerte. Die Bewertung erfolgte erfolgsneutral.

Zudem werden hier Gewinne und Verluste aus Cashflow Hedges abgebildet. Dabei handelt es sich um Devisentermingeschäfte mit einem Fair Value von TEUR 53 und einer Laufzeit von maximal zwölf Monaten. Es waren im Berichtszeitraum keine in Vorjahren erfolgsneutral gebildeten Rücklagen über die Gewinn- und Verlustrechnung oder gegen Anschaffungskosten aufzulösen. Des Weiteren sind Differenzen aus der Währungsumrechnung der selbstständigen Tochterunternehmen hier ausgewiesen.

(22) Eigene Anteile

Der Vorstand der OHB AG hat entsprechend dem Hauptversammlungsbeschluss vom 19. Mai 2010 am 13. September 2011 beschlossen, ein Aktienrückkaufprogramm durchzuführen und bis zu 250.000 Aktien zu erwerben. Mit Wirksamwerden dieser Ermächtigung wurde die am 13. Mai 2009 beschlossene Ermächtigung zum Erwerb und zur Verwendung eigener Aktien aufgehoben. Der Erwerb dient den Zwecken wie der Einführung von Aktien der Gesellschaft an ausländischen Börsen, dem Erwerb von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen sowie der Ausgabe von Belegschaftsaktien an Arbeitnehmer der Gesellschaft. Der Rückkauf erfolgt seit dem 14. September 2011 über die Börse. Seit Beginn des Rückkaufprogramms wurden insgesamt 13.542 Stückaktien zu einem Durchschnittspreis von EUR 11,0145 erworben, im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden keine Aktien zurückgekauft.

Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2012 hielt die OHB AG 80.496 eigene Aktien; dies entspricht einem Anteil am Grundkapital von 0,46 %.

(23) Anteile anderer Gesellschafter

Die Anteile anderer Gesellschafter in Höhe von TEUR 11.462 (Vorjahr: TEUR 10.580) betreffen die Mitgesellschafter im Teilkonzern MT Aerospace und der megatel GmbH.

(24) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Die Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen teilt sich wie folgt auf:

in TEUR 2012 2011
Pensionen 80.517 79.843
Ähnliche Verpflichtungen 1.762 1.833
Rückstellung für Pensionen und ähnliche
Verpflichtungen 82.279 81.676

Der OHB-Konzern trifft in beiden Unternehmensbereichen Vorsorge für die Zeit nach der Pensionierung der anspruchsberechtigten Mitarbeiter.

Die Höhe der künftigen Leistungen basiert in der Regel auf Beschäftigungsdauer, Entgelt und der eingenommenen Position im Unternehmen. Die unmittelbaren und mittelbaren Verpflichtungen umfassen solche aus bereits laufenden Pensionen und Anwartschaften für zukünftig zu zahlende Pensionen und Altersruhegelder.

Für die Pensionsverpflichtungen wurden Rückdeckungsversicherungen abgeschlossen. Die Rückdeckungsversicherungen, die zur Deckung der Pensionsverpflichtungen dienen, erfüllen nicht in Gesamtheit die für die als "Plan Assets" notwendigen Bedingungen. Letztere werden unter den sonstigen langfristigen Vermögenswerten bilanziert. Die Rückdeckungsversicherungen, die die Kriterien zum Ansatz als "Plan Assets" erfüllen, werden mit den Pensionsverpflichtungen verrechnet.

Außergewöhnliche Aufwendungen und Erträge infolge der Beendigung von Versorgungsplänen oder wegen der Kürzung und Übertragung der Versorgungsleistungen haben sich im Berichtsjahr nicht ergeben. Die Berechnung der Pensionsverpflichtungen berücksichtigt Marktzinssätze sowie Lohn-/Gehalts-, Renten- und Fluktuationstrends. Die Bewertung erfolgte unter folgenden versicherungsmathematischen Annahmen:

  • Abzinsungssatz: 3,80 % (Vorjahr: 5,00 %)
  • Lohn-/Gehaltstrend: 2,75 % (Vorjahr: 3,00 %)
  • Lohndrift: 0,00 % (Vorjahr: 0,00 %)
  • Rententrend: 1,75 % (Vorjahr: 2,00 %)

Für das Tochterunternehmen Antwerp Space wurden abweichend folgende versicherungsmathematische Annahmen getroffen:

  • Abzinsungssatz: 2,80 % (Vorjahr: 4,50 %)
  • Lohn-/Gehaltstrend: 1,00 % (Vorjahr: 3,00 %)
  • Rententrend: 2,00 % (Vorjahr: 2,00 %)
  • erwartete Rendite Planvermögen: 2,80 % (Vorjahr: 4,00 %)

Diese Parameter gelten auch im jeweiligen Folgejahr für die Berechnung der Kosten der erworbenen Versorgungsansprüche. Der Gesamtaufwand für leistungsorientierte Versorgungszusagen setzt sich wie folgt zusammen:

in TEUR 2012 2011
Dienstzeitaufwand 859 1.070
Zinsaufwand 4.242 4.175
Erwarteter Ertrag (–) Planvermögen –266 –276
Amortisierung versicherungsmathematischer
Gewinne (–)/Verluste (+)
–16 –12
summe 4.819 4.957

Die Anwartschaftsbarwerte entwickelten sich wie folgt:

in TEUR 2012 2011
Anwartschaftsbarwert 1.1. 86.757 80.433
Veränderung Konsolidierungskreis 0 7.057
Barwert der im Jahr erworbenen Ansprüche 859 1.338
Zinsaufwand für bereits erworbene Ansprüche 4.242 3.907
Zahlungen aus der Rückstellung –4.225 –4.247
Versicherungsmathematische Gewinne (–)/
Verluste (+) 9.854 –1.731
Anwartschaftsbarwert 31.12. 97.488 86.757

Das Planvermögen hat sich wie folgt ergeben:

in TEUR 2012 2011
Aktivwert des Planvermögens 1.1. 6.679 7.053
Veränderung des Konsolidierungskreises 0 0
Einzahlungen 0 0
Auszahlungen –283 –488
Erwartete Erträge 266 276
Versicherungsmathematische Gewinne (+)/
Verluste (–) 67 –162
Aktivwert des Planvermögens 31.12. 6.729 6.679

Die tatsächlichen Erträge aus Planvermögen betrugen TEUR 332 (Vorjahr: TEUR 114).

Der Anwartschaftsbarwert leitet sich wie folgt zur bilanzierten Vermögenszusage (Defined Benefit Liability (+)/Defined Benefit Asset (–)) über:

in TEUR 2012 2011
Tatsächlicher Anwartschaftsbarwert zum 31.12. 97.488 86.757
Zeitwert des Planvermögens –6.729 –6.679
Noch nicht erfasste versicherungs
mathematische Gewinne (+)/Verluste (–)
–10.596 –791
Bilanzierte Vermögenszusage 80.163 79.287

Die bilanzierte Vermögenszusage teilt sich wie folgt in Defined Benefit Liability und Defined Benefit Asset auf:

in TEUR 2012 2011
Defined Benefit Asset –354 –556
Defined Benefit Liability 80.517 79.843

Rückstellungsspiegel

Stand Änderungen
Konsolidie
Stand
in TEUR 31.12.2011 Zuführungen Verbrauch Auflösung Saldierung rungskreis 31.12.2012
Pensionsrückstellungen 81.676 4.867 4.264 0 0 0 82.279
– davon langfristig 81.676 4.867 4.264 0 0 0 82.279
Sonstige Rückstellungen 23.865 13.596 10.774 3.749 0 0 22.938
– davon langfristig 3.487 1.781 1.565 284 0 0 3.419
Gesamt 105.541 18.463 15.038 3.749 0 0 105.217

Die Finanzierungsstatus betrugen zum 31. Dezember 2005 TEUR 72.895, zum 31. Dezember 2006 TEUR 72.485, zum 31. Dezember 2007 TEUR 65.629, zum 31. Dezember 2008 TEUR 65.357, zum 31. Dezember 2009 TEUR 68.709, zum 31. Dezember 2010 TEUR 73.380, zum 31. Dezember 2011 TEUR 80.078 und zum 31. Dezember 2012 TEUR 90.759.

Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste, soweit sie 10 % des Barwerts der Verpflichtungen und des Marktwerts des Fondsvermögens nicht übersteigen, werden gemäß der Korridormethode (IAS 19) grundsätzlich nicht bilanziert. Der Anwartschaftsbarwert in Höhe von TEUR 788 (Vorjahr: TEUR 781) wurde nach dem Teilwertverfahren ermittelt.

Den nach versicherungsmathematischen Grundsätzen ermittelten Teilwerten liegt unter Verwendung der Richttafeln 2005 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck ein Rechnungszinsfuß von 5,04 % bis 5,06 % zugrunde. Es wird bei diesen Rückstellungen davon ausgegangen, dass nach dem Anwartschaftsverfahren gemäß IAS 19 sich kein wesentlicher Unterschied für die Dotierung ergeben würde.

(25) Übrige Rückstellungen (lang- und kurzfristig)

Die langfristigen Rückstellungen betreffen im Wesentlichen die Rückstellungen für Verpflichtungen aus Altersteilzeitzusagen im Unternehmensbereich "Aerospace + Industrial Products". Die kurzfristigen Rückstellungen für Materialkosten und bezogene Leistungen in Höhe von TEUR 5.066 (Vorjahr: TEUR 5.250) wurden für bereits erhaltene Leistungen, aber noch ausstehende Rechnungen gebildet. Die übrigen Rückstellungen betreffen im Wesentlichen Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern TEUR 10.917 (Vorjahr: TEUR 9.565).

(26) Langfristige Finanzverbindlichkeiten

Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um langfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten der italienischen Tochtergesellschaft CGS S.p.A. in Höhe von TEUR 35.819 (Vorjahr: TEUR 40.748). Die Laufzeit beträgt jeweils mehr als zwölf Monate vom Bilanzstichtag. Der durchschnittliche Zinssatz für diese Verbindlichkeiten beträgt 2,11 %.

(27) Langfristige erhaltene Anzahlungen

Hierbei handelt es sich um Vorauszahlungen von Kunden für in Arbeit befindliche Fertigungsaufträge, deren Restlaufzeit mehr als zwölf Monate beträgt.

(28) Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten

Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und aus Operating Leasing der MT Aerospace AG (TEUR 10.000), der Aerotech Peissenberg GmbH & Co. KG (TEUR 4.549), der Kayser-Threde GmbH (TEUR 3.046) sowie der italienischen Tochtergesellschaft CGS S.p.A. (TEUR 3.725). Die enthaltenen Leasingverbindlichkeiten betragen TEUR 1.341.

(29) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Die Verbindlichkeiten werden zum Rückzahlungsbetrag erfasst. Alle Verbindlichkeiten sind innerhalb eines Jahres fällig.

(30) Kurzfristig erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen

Hierbei handelt es sich um Vorauszahlungen von Kunden für in Arbeit befindliche Fertigungsaufträge, deren Restlaufzeit weniger als zwölf Monate beträgt.

(31) Kurzfristige sonstige Verbindlichkeiten

Es handelt sich hier im Wesentlichen um Verpflichtungen aus dem Personalbereich.

zusätzliche Angaben zu den Finanzinstrumenten

Die originären Finanzinstrumente umfassen auf der Aktivseite im Wesentlichen die übrigen Finanzanlagen, die Forderungen, die langfristigen und kurzfristigen Wertpapiere und die flüssigen Mittel. Die zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte und die zu Handelszwecken gehaltenen Vermögenswerte sind mit dem beizulegenden Zeitwert, die übrigen finanziellen Vermögenswerte mit den fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt. Auf der Passivseite enthalten die originären Finanzinstrumente im Wesentlichen die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Verbindlichkeiten. Der Bestand an originären Finanzinstrumenten wird in der Bilanz ausgewiesen, die Höhe der finanziellen Vermögenswerte entspricht dem maximalen Ausfallrisiko. Soweit bei den finanziellen Vermögenswerten Ausfallrisiken erkennbar sind, werden diese Risiken durch Wertberichtigungen erfasst. Soweit Marktpreise für die Finanzinstrumente verfügbar sind, erfolgt eine Zuordnung zur Kategorie "Zur Veräußerung verfügbware finanzielle Vermögenswerte", so dass sich in dieser Kategorie ausschließlich derartige Vermögenswerte befinden.

Im OHB-Konzern bestehen keine Finanzverbindlichkeiten, deren Konditionen von der Einhaltung oder Erreichung bestimmter finanzwirtschaftlicher Kennzahlen abhängen.

Bei den Krediten und Forderungen entsprechen die Anschaffungswerte im Wesentlichen dem beizulegenden Zeitwert (Nennwert abzgl. Wertminderungen). Bei den zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten ergibt sich der beizulegende Zeitwert aus den abgezinsten Rückzahlungsbeträgen. Ansonsten ergeben sich die beizulegenden Zeitwerte auf der Basis von Börsenkursen.

Kreditrisiken

Die Kreditrisiken werden insgesamt als gering betrachtet, das Forderungsportfolio ist breit gestreut (keine Risikokonzentration) und es werden nur mit bonitätsmäßig einwandfreien Kontrahenten Geschäfte durchgeführt. Darüber hinaus bestehen allerdings allgemeine Ausfallrisiken, die durch wirtschaftliche Gegebenheiten generell jederzeit eintreten können. Aufgrund des Kundenkreises, der zu einem großen Teil aus öffentlichen

Auftraggebern besteht, wird im gesamten Konzern auf die Versicherung von Forderungen verzichtet.

Währungsrisiken

Der USD-Wechselkurs beeinflusst die Erträge im Luftfahrtgeschäft. Für das Jahr 2013 sind in diesem Bereich alle vorhandenen Auftragsbestände und Forderungen in US-Dollar durch Devisentermingeschäfte abgesichert.

Im Unternehmensbereich "Space Systems" beeinflusst der USD-Wechselkurs die geplanten Erträge aus einem Einzelauftrag. Im Budget für 2013 ist ein Umrechnungskurs von USD 1,32 je Euro zugrunde gelegt. Bei einem Anstieg des Umrechnungskurses von USD 0,10 im Vergleich zum Bilanzstichtagskurs würde der geplante Ertrag um TEUR 197 sinken.

zinsrisiken

Im Anlagebereich sind im Hinblick auf Zinsrisiken vorwiegend risikoarme Anlageformen gewählt worden. Sie unterliegen den marktüblichen Zinsschwankungen. Ein ausländisches Tochterunternehmen des Konzerns hat zum Bilanzstichtag langfristige Finanzverbindlichkeiten in Höhe von EUR 36 Mio. in Anspruch genommen.

Je nach Inanspruchnahme unterliegen auch diese Kreditlinien marktüblichen Zinsschwankungen. Ausgehend von einer durchschnittlichen Inanspruchnahme von EUR 36 Mio. ergibt sich bei einer Zinsänderung von 1 %-Punkt ein zusätzlicher Aufwand von TEUR 360.

Im Risikobericht des Lageberichts werden die Liquiditätsrisiken und Marktrisiken ausführlich beschrieben.

IX. sonsTIGE AnGABEn

segmentberichterstattung

Gemäß IFRS 8 sind Geschäftssegmente auf Basis der internen Berichterstattung über Konzernbereiche abzugrenzen, die regelmäßig vom Hauptentscheidungsträger der Gesellschaft im Hinblick auf Entscheidungen über die Verteilung von Ressourcen zu diesen Segmenten und die Bewertung ihrer Ertragskraft

Buchwerte der Finanzinstrumente nach Bewertungskategorien 2012

Finanzanlagen Forderungen
aus Lieferungen
und Leistungen
Sonstige Forde
rungen und Ver
mögenswerte
Wertpapiere
und liquide
Mittel
summe
0 0 0 0 0
0 197.157 19.769 91.845 308.771
17.966 0 0 0 17.966
0 0 0 3.570 3.570
Finanz -
verbindlich
keiten
Verbindlich
keiten aus
Lieferungen und
Leistungen
Erhaltene
Anzahlungen
auf
Bestellungen
Sonstige
Verbindlich
keiten
summe
65.272 90.525 119.087 17.106 291.990
0 0 0 0 0

Buchwerte der Finanzinstrumente nach Bewertungskategorien 2011

in TEUR Finanzanlagen Forderungen
aus Lieferungen
und Leistungen
Sonstige Forde
rungen und Ver
mögenswerte
Wertpapiere
und liquide
Mittel
summe
Held-to-maturity assets (HtM) 0 0 0 0 0
Loans and receivables (LaR) 0 186.687 20.439 91.385 298.511
Available-for-sale assets (AfS) 15.794 0 0 0 15.794
Trading assets (FAHfT) 0 0 0 3.058 3.058
in TEUR Finanz -
verbindlich
keiten
Verbindlich
keiten aus
Lieferungen und
Leistungen
Erhaltene
Anzahlungen
auf
Bestellungen
Sonstige
Verbindlich
keiten
summe
Financial liabilities measured at amortised cost (FLAC) 63.000 95.088 122.374 15.418 295.880
Trading liabilities (FLHfT) 0 0 0 0 0

nettoergebnisse nach Bewertungskategorien 2012

Anschaffungs Zeitwert/ Erfolgsneutrale
Fair-Value
Perioden
gewinne/
in TEUR werte Fair Value Bewertung -verluste
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
bewertete finanzielle Vermögenswerte
FAFVPL 3.789 3.570 0 41
davon unter Anwendung der Fair-Value-Option
designierte Finanzinstrumente
0 0 0 0
davon zu Handelszwecken gehalten 3.789 3.570 0 41
Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen HtM 0 0 0 0
Kredite und Forderungen LaR 308.771 308.771 53 84
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte AfS 18.813 17.966 1.472 0
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
bewertete finanzielle Verbindlichkeiten
FLFVPL 0 0 0 0
davon unter Anwendung der Fair-Value-Option
designierte Finanzinstrumente
0 0 0 0
davon zu Handelszwecken gehalten 0 0 0 0
Zu fortgeführten Anschaffungskosten
bewertete finanzielle Verbindlichkeiten
FLAC 291.990 291.990 0 0

nettoergebnisse nach Bewertungskategorien 2011

in TEUR Anschaffungs
werte
Zeitwert/
Fair Value
Erfolgsneutrale
Fair-Value
Bewertung
Perioden
gewinne/
-verluste
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
bewertete finanzielle Vermögenswerte
FAFVPL 3.322 3.058 0 29
davon unter Anwendung der Fair-Value-Option
designierte Finanzinstrumente
0 0 0 0
davon zu Handelszwecken gehalten 3.322 3.058 0 29
Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen HtM 0 0 0 0
Kredite und Forderungen LaR 298.511 298.511 9 75
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte AfS 17.662 15.794 830 0
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
bewertete finanzielle Verbindlichkeiten
FLFVPL 0 0 0 0
davon unter Anwendung der Fair-Value-Option
designierte Finanzinstrumente
0 0 0 0
davon zu Handelszwecken gehalten 0 0 0 0
Zu fortgeführten Anschaffungskosten
bewertete finanzielle Verbindlichkeiten
FLAC 295.880 295.880 0 0

Liquiditätsrisiken

Fälligkeiten der Kredite

in TEUR innerhalb eines
Jahres
in ein bis
zwei Jahren
in drei bis
fünf Jahren
in mehr als
fünf Jahren
summe
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 0 34.091 7.664 2.029 43.784
Langfristige erhaltene Anzahlungen 0 31.142 1.174 0 32.316
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 21.488 0 0 0 21.488
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 98.500 0 0 0 98.500
Kurzfristige erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 69.468 8.600 0 0 78.068
Steuerverbindlichkeiten 7.011 0 0 0 7.011
Kurzfristige sonstige Verbindlichkeiten 10.095 0 0 0 10.095
summe 206.562 73.833 8.838 2.029 291.262

überprüft werden. Die wesentlichen Steuerungskennzahlen im OHB-Konzern sind Gesamtleistung und EBIT.

An den Vorstand als verantwortliche Unternehmensinstanz berichtete Informationen zum Zwecke der Allokation von Ressourcen auf die Geschäftssegmente eines Unternehmens sowie der Bewertung ihrer Ertragskraft beziehen sich zumeist auf die Arten von Gütern oder Dienstleistungen, die hergestellt oder erbracht werden.

Der Konzern gliedert sich gemäß IFRS 8 in die folgenden berichtspflichtigen Segmente:

  • Space Systems
  • Aerospace + Industrial Products

Im Segment "Space Systems" werden im Wesentlichen Raumfahrtprojekte entwickelt und umgesetzt. Im Segment "Aerospace + Industrial Products" liegt der Schwerpunkt in der Fertigung von Produkten für die Luft- und Raumfahrt sowie für andere Industriebereiche.

Die Segmente sind im Lagebericht ausführlich beschrieben. Segmenterträge, -aufwendungen und -ergebnisse beinhalten ebenso Geschäftsbeziehungen zwischen den Geschäftsfeldern. Diese Transfers werden zu Vollkosten verrechnet. Bewertungsgrundsätze in der Segmentberichterstattung weichen nicht von den Bewertungsgrundsätzen im Konzernabschluss ab. Die Holding ist gesondert dargestellt, da die Beteiligungsansätze im Wesentlichen bei der Holding erfasst sind. Die OHB AG übt die Tätigkeit einer aktiven Holdinggesellschaft aus. Der Beteiligungsertrag (At-Equity) aus der ELTA S.A. wurde dem Finanzergebnis der Holding zugerechnet (TEUR –667). Der Beteiligungsbuchwert der ELTA S.A. in Höhe von TEUR 1.259 wurde dem Anlagevermögen der Holding zugerechnet. Das Vermögen der ELTA S.A. hat zum 31. Dezember 2012 TEUR 39.963 betragen. Dem stehen Eigenkapital von TEUR 3.796 und Fremdkapital von TEUR 36.167 gegenüber. Das Jahresergebnis 2012 der ELTA S.A. betrug TEUR –1.963. Da weniger als 50 % der Stimmrechte an der ELTA S.A. von OHB gehalten werden, kann kein maßgeblicher Einfluss auf das Unternehmen ausgeübt werden.

Die Umsätze (unkonsolidiert) teilen sich nach Produktgruppen wie folgt auf:

in TEUR 2012 2011
Raumfahrt 547.610 505.578
Luftfahrt 82.806 52.556
Antennen 24.594 28.828
Automotive 111 375
Prozessleittechnik 4.783 4.710
Telematik 4.053 4.205
Gesamt 663.957 596.251

Die unkonsolidierten Umsätze der OHB AG verteilen sich nach geografischen Gesichtspunkten (Standort der Kunden) wie folgt:

in TEUR 2012 2011
Deutschland 200.258 171.199
Restliches Europa 456.586 418.634
Restliche Welt 7.113 6.418
Gesamt 663.957 596.251

segmentberichterstattung

space systems Aerospace + Industrial Products
in TEUR 2012 2011 2012 2011
Umsatzerlöse 396.011 363.114 227.717 200.816
davon Innenumsätze 1.083 228 6.663 8.013
Gesamtleistung 409.135 368.520 231.672 195.264
Materialaufwand und bez. Leistungen 284.608 241.997 109.420 89.448
EBITDA 27.954 31.020 18.113 12.103
Abschreibungen 5.720 5.922 9.398 9.907
EBIT 22.234 25.098 8.715 2.197
Anlagevermögen 48.727 40.736 72.729 72.669
Umlaufvermögen 255.208 279.480 196.604 206.986
Bilanzsumme 303.935 320.216 269.333 279.656
Eigenkapital 49.529 46.800 34.173 31.964
Verbindlichkeiten 254.406 273.416 235.160 247.692
Bilanzsumme 303.935 320.216 269.333 279.656
Investitionen (ohne Finanzanlagen) 11.766 8.100 9.025 7.197

Ein einzelner Auftraggeber aus dem Segment "Space Systems" des OHB-Konzerns hat mit TEUR 148.628 einen Anteil von über 10 % des Gesamtumsatzes.

Die langfristigen Vermögenswerte mit einem Buchwert von EUR 116 Mio. (Vorjahr: EUR 111 Mio.) befinden sich im Inland und mit einem Buchwert von EUR 31 Mio. (Vorjahr: EUR 30 Mio.) im Ausland.

Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung

Der Finanzmittelbestand setzt sich zusammen aus den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten zum 31. Dezember 2012.

sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die finanziellen Verpflichtungen aus Mietverträgen betragen TEUR 44.981 (Vorjahr: TEUR 47.947), davon mit einer Laufzeit von bis zu einem Jahr in Höhe von TEUR 11.047 (Vorjahr: TEUR 10.459), von ein bis fünf Jahren in Höhe von TEUR 29.455 (Vorjahr: TEUR 29.965) und mit einer Laufzeit von mehr als fünf Jahren in Höhe von TEUR 4.479 (Vorjahr: TEUR 7.523). Aus Leasingverträgen (operating leasing) ergeben sich finanzielle Verpflichtungen von TEUR 2.047 (Vorjahr: TEUR 1.241) mit einer Laufzeit von ein bis fünf Jahren, davon TEUR 726 (Vorjahr: TEUR 502) bis zu einem Jahr. Leasingverträge mit einer Laufzeit von mehr als fünf Jahren bestehen nicht.

Die wesentlichen Operating-Leasing-Verhältnisse betreffen Gebäudemietverhältnisse mit einer Laufzeit von bis zu fünf Jahren. Kaufoptionen bestehen nicht.

Aufgrund der Übertragung eines Unternehmensbereichs einer Konzerngesellschaft auf eine Tochtergesellschaft bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von TEUR

69.810 (Vorjahr: TEUR 69.705) mit einer Restlaufzeit von einem Jahr in Form von Patronaten.

Es bestehen keine weiteren Verpflichtungen, die den Abfluss von Ressourcen erfordern. Die Aerotech Peissenberg GmbH & Co. KG hat für ihr Tochterunternehmen Aerotech CZ einen Rangrücktritt für eigene Forderungen in Höhe von TEUR 950 erklärt. Zum Bilanzstichtag bestanden Avalverpflichtungen in Höhe von TEUR 13.553 (Vorjahr: TEUR 22.985). Zur Absicherung von Kontokorrentlinien einer Konzerntochter in Höhe von insgesamt EUR 10,0 Mio. wurden Patronatserklärungen der OHB AG gestellt. Die Kontokorrentlinie wurde zum Bilanzstichtag in Höhe von EUR 3,1 Mio. in Anspruch genommen. Als Kreditsicherheit für ein Darlehen wurden Grundschulden auf Grundstücke und Gebäude mit Restbuchwerten von TEUR 24.026 bei einer Konzerntochtergesellschaft in Höhe von EUR 10 Mio. gestellt. Bei einer weiteren Tochtergesellschaft bestehen Kreditsicherheiten in Form von Grundschulden in Höhe von TEUR 6.310 auf Grundstücke und Gebäude mit Restbuchwerten in Höhe von TEUR 3.147.

Die OHB AG hat für die Durchführung von zwei Projekten bzw. von Aufträgen eines Kunden von Konzerntochtergesellschaften jeweils eine Patronatserklärung gegenüber dem Auftraggeber abgegeben.

Mitarbeiter

Die Anzahl der durchschnittlich beschäftigten Mitarbeiter hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2.442 betragen (Vorjahr: 2.278 Mitarbeiter).

Überleitung summe
holding Konsolidierung
2012 2011 2012 2011 2012 2011
0 0 –7.746 –8.241 615.982 555.689
0 0 –7.746 –8.241 0 0
4.165 3.881 –12.244 –12.373 632.728 555.292
0 0 –18.774 –7.789 375.254 323.656
59 –22 0 0 46.126 43.101
46 48 –51 –51 15.113 15.826
13 –70 51 51 31.013 27.276
42.479 41.722 –29.923 –28.601 134.012 126.526
26.804 18.097 –76.924 –77.046 401.692 401.714
69.283 59.819 –106.847 –105.647 535.704 528.239
60.513 54.326 –19.452 –19.465 124.763 113.577
8.770 5.492 –87.395 –86.182 410.941 414.662
69.283 59.819 –106.847 –105.647 535.704 528.239
39 22 0 0 20.830 15.319

Konzernanlagespiegel

Anschaffungs- und herstellungskosten
für das Geschäftsjahr
vom 01.01. bis 31.12.2012
Stand
01.01.2012
Wertverände
rungen durch
Neubewertungen
Zugänge
Erstkon
solidierung
Zugänge Abgänge Umbuchungen Stand
31.12.2012
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
I. Geschäfts- oder Firmenwerte 8.957 0 0 0 0 0 8.957
II. Immaterielle
Vermögensgegenstände
Konzessionen und
gewerbliche Schutzrechte
2.044 0 0 0 0 0 2.044
Software erworben 12.532 0 609 865 965 92 13.133
Software erstellt 56.031 0 0 8.365 0 0 64.396
III. Sachanlagen
Betriebs- und
Geschäftsausstattung
91.474 0 –139 8.352 2.138 –92 97.457
Grundstücke und Bauten 55.249 0 0 3.229 0 0 58.478
IV. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen
Unternehmen
63 0 0 0 0 0 63
At-Equity-Beteiligungen 1.926 0 0 0 667 0 1.259
Sonstige Beteiligungen 34.384 1.472 0 760 154 0 36.462
Gesamt 262.660 1.472 470 21.571 3.924 0 282.249

Anschaffungs- und herstellungskosten

für das Geschäftsjahr
vom 01.01. bis 31.12.2011
Stand
01.01.2011
Wertverände
rungen durch
Neubewertungen
Zugänge
Erstkon
solidierung
Zugänge Abgänge Umbuchungen Stand
31.12.2011
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
I. Geschäfts- oder Firmenwerte 8.957 0 0 0 0 0 8.957
II. Immaterielle
Vermögensgegenstände
Konzessionen und
gewerbliche Schutzrechte
2.039 0 0 5 0 0 2.044
Software erworben 9.784 0 1.870 1.027 149 0 12.532
Software erstellt 48.811 0 0 7.258 37 0 56.031
III. Sachanlagen
Betriebs- und
Geschäftsausstattung
81.680 0 5.913 6.907 3.019 –7 91.474
Grundstücke und Bauten 43.172 0 11.936 149 8 0 55.249
IV. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen
Unternehmen
63 0 0 0 0 0 63
At-Equity-Beteiligungen 1.895 0 0 31 0 0 1.926
Sonstige Beteiligungen 33.945 830 0 156 554 7 34.384
Gesamt 230.346 830 19.719 15.533 3.768 0 262.660
Kumulierte Abschreibungen Buchwerte
Stand
01.01.2012
Zugänge Erst
konsolidierung
Zugänge Abgänge Stand
31.12.2012
Stand
31.12.2012
Stand
31.12.2011
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
1.270 0 0 0 1.270 7.687 7.687
1.902 0 45 0 1.947 97 142
9.372 0 1.334 964 9.742 3.391 3.160
26.921 0 4.639 0 31.560 32.836 29.110
59.260 0 6.617 1.952 63.925 33.532 32.214
18.756 0 2.478 0 21.234 37.244 36.493
0 0 0 0 0 63 63
0 0 0 0 0 1.259 1.926
18.654 0 0 95 18.559 17.903 15.730
136.135 0 15.113 3.011 148.237 134.012 126.525

Kumulierte Abschreibungen Buchwerte

Stand
01.01.2011
TEUR
Zugänge Erst
konsolidierung
TEUR
Zugänge
TEUR
Abgänge
TEUR
Stand
31.12.2011
TEUR
Stand
31.12.2011
TEUR
Stand
31.12.2010
TEUR
1.270 0 0 0 1.270 7.687 7.687
1.851 0 51 0 1.902 142 188
8.064 0 1.457 149 9.372 3.160 1.720
22.216 0 4.705 0 26.921 29.110 26.595
54.946 0 7.180 2.866 59.260 32.214 26.734
16.326 0 2.432 2 18.756 36.493 26.846
0 0 0 0 0 63 63
0 0 0 0 0 1.926 1.895
18.654 0 0 0 18.654 15.730 15.291
123.327 0 15.825 3.017 136.135 126.525 107.019

X. oRGAnE DER GEsELLsChAFT

Vorstände der Gesellschaft sind:

  • Herr Marco R. Fuchs, Lilienthal; Vorsitzender
  • Herr Prof. Dott. Ing. h.c. Manfred Fuchs, Bremen
  • Herr Ulrich Schulz, Bremen

Dem Aufsichtsrat der Gesellschaft gehören an:

  • Frau Christa Fuchs, Bremen, Geschäftsführende Gesellschafterin der VOLPAIA Beteiligungs-GmbH, Bremen; Vorsitzende
  • Herr Prof. Heinz Stoewer, St. Augustin, Professor em. Space Systems Engineering, Technische Universität Delft, Niederlande, Geschäftsführer Space Associates GmbH, St. Augustin
  • Herr Robert Wethmar, Hamburg, Partner der Kanzlei Taylor Wessing ab dem 07.11.2012
  • Herr Prof. Dr.-Ing. Hans J. Rath, Wilstedt, Professor an der Universität Bremen; stellvertretender Vorsitzender bis zum 03.09.2012

Mitgliedschaften der Organmitglieder in Aufsichtsräten und anderen Kontrollgremien im Jahr 2012:

  • Herr Marco R. Fuchs, ZARM Technik AG, Bremen, Mitglied des Aufsichtsrats; MT Aerospace AG, Augsburg, Vorsitzender des Aufsichtsrats (Konzernmandat); ORBCOMM Inc., Fort Lee, NJ, USA, Mitglied des Verwaltungsrats (Konzernmandat); CGS S.p.A., Mailand, Italien, Mitglied des Verwaltungsrats (Konzernmandat); Telematic Solutions S.p.A., Mailand, Italien, Mitglied des Verwaltungsrats (Konzernmandat)
  • Herr Prof. Dott. Ing. h.c. Manfred Fuchs, OHB System AG, Bremen, Vorsitzender des Aufsichtsrats (Konzernmandat); MT Aerospace AG, Augsburg, Mitglied des Aufsichtsrats (Konzernmandat), CGS S.p.A., Mailand, Italien; Präsident des Verwaltungsrats (Konzernmandat); Telematic Solutions S.p.A., Mailand, Italien, Mitglied des Verwaltungsrats (Konzernmandat)
  • Frau Christa Fuchs, ORBCOMM Deutschland AG, Bremen, Vorsitzende des Aufsichtsrats (Konzernmandat); Cosmos Space Systems AG, Bremen, Vorsitzende des Aufsichtsrats (Konzernmandat); CGS S.p.A., Mailand, Italien, Mitglied des Verwaltungsrats (Konzernmandat)
  • Robert Wethmar, Wolff & Olsen GmbH & Co. KG, Beiratsvorsitzender
  • Herr Prof. Dr.-Ing. Hans J. Rath, ZARM Technik AG, Bremen, Vorsitzender des Aufsichtsrats

Wertpapierbesitz von organmitgliedern

zum 31.12.2012 Aktien +/– 2012/11
Christa Fuchs,
Vorsitzende des Aufsichtsrats 1.400.690 –100.000
Professor Heinz Stoewer,
Mitglied des Aufsichtsrats 1.000
Marco R. Fuchs,
Vorsitzender des Vorstands 3.184.796 +500.000
Professor Manfred Fuchs, Vorstand 2.863.064 –900.000
Ulrich Schulz, Vorstand 54

Befreiung von der offenlegung der Jahresabschlüsse von Konzerngesellschaften

Die Hauptversammlung der OHB System AG hat am 21. Mai 2012 beschlossen, von den Befreiungsvorschriften zur Offen legung des Jahresabschlusses nach § 264 (3) HGB Gebrauch zu machen. Die Gesellschafterversammlung der Aerotech Peissenberg GmbH & Co. KG hat am 8. Oktober 2012 beschlossen, von den Befreiungsvorschriften zur Offenlegung des Jahres abschlusses nach § 264 b Nr. 3 HGB Gebrauch zu machen.

Angaben zu Beziehungen zu nahestehenden Personen und Unternehmen

Nahestehende Personen nach IAS 24 sind Frau Christa Fuchs, Frau Romana Fuchs Mayrhofer sowie die Herren Prof. Dott. Ing. h.c. Manfred Fuchs, Marco R. Fuchs, Ulrich Schulz, Prof. Stoewer, Prof. Rath und Robert Wethmar. Als nahestehende Unternehmen sind zu nennen:

  • OHB Grundstücksgesellschaft, Achterstraße GmbH & Co. KG, Bremen
  • OHB Grundstücksgesellschaft, Kitzbühler Straße GmbH & Co. KG, Bremen
  • OHB Grundstücksgesellschaft, Universitätsallee GmbH & Co. KG, Bremen
  • OHB Grundstücksgesellschaft, Karl-Ferdinand-Braun-Straße GmbH & Co. KG, Bremen
  • VOLPAIA Beteiligungs-GmbH, Bremen
  • Apollo Capital Partners GmbH, München
  • Immobiliare Gallarate S.r.l., Mailand
  • KT Grundstücksverwaltungs GmbH & Co. KG, München

Die Geschäfte mit nahestehenden Personen und Unternehmen werden zu marktüblichen Bedingungen abgeschlossen. Mit nahe stehenden Personen und Unternehmen wurden im Geschäftsjahr TEUR 2 (Vorjahr: TEUR 1) aus Umsätzen und sonstigen Erträgen erlöst, an Aufwendungen für bezogene Leistungen und Mieten fielen bei Tochterunternehmen rund TEUR 5.236 (Vorjahr: TEUR 4.318) an. Die noch offenen For derungen zum Bilanzstichtag betragen TEUR 130 (Vorjahr: TEUR 87). Verbindlichkeiten bestanden zum 31. Dezember 2012 in Höhe von TEUR

493 (Vorjahr: TEUR 481). Ergänzend verweisen wir auf die Ausführungen der Gesellschaft zum Abhängigkeitsbericht nach § 312 AktG im Lagebericht.

Erklärung zum Corporate Governance Kodex gemäß § 161 Aktiengesetz

Der Vorstand und der Aufsichtsrat haben die gemäß § 161 AktG geforderte Erklärung abgegeben, dass den Empfehlungen der Bundesregierung mit wenigen Ausnahmen (siehe Kapitel Corporate Governance, Seite 65) bereits entsprochen wird und in Zukunft entsprochen werden soll. Die Entsprechenserklärung ist im Internet veröffentlicht unter:

http://www.ohb.de/investor-relations/corporate-governance/ entsprechenserklaerung.html

Ergebnisverwendung

Der HGB-Einzelabschluss zum 31. Dezember 2012 der OHB AG schließt mit einem Bilanzgewinn von EUR 21.628.983,32 ab. Die OHB AG übt die Tätigkeit einer aktiven Holding aus. Wesentlicher Aktivposten sind die Anteile an verbundenen Unternehmen, die zum Stichtag mit TEUR 43.116 zu Buche stehen. Das Eigenkapital der OHB AG am 31. Dezember 2012 betrug TEUR 60.867. Die Gesellschaft weist im Einzelabschluss liquide Mittel von insgesamt TEUR 1.818 aus. Zum Jahresüberschuss 2012 haben insbesondere die Erträge aus Gewinnabführungsverträgen in Höhe von TEUR 14.093 beigetragen.

Der Vorstand schlägt der Hauptversammlung vor, den Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2012 in Höhe von EUR 21.628.983,32 (wie in der Tabelle "Ergebnisverwendungsvorschlag" dargestellt) zu verwenden.

Bei den angegebenen Beträgen für die Gesamtdividende und für den Vortrag auf neue Rechnung sind die zum Zeitpunkt des Gewinnverwendungsvorschlags des Vorstands dividendenberechtigten Aktien berücksichtigt.

Die von der Gesellschaft zum Bilanzstichtag gehaltenen eigenen Aktien (80.496 Stückaktien) sind gemäß § 71 b AktG nicht dividendenberechtigt. Sollte die Anzahl der eigenen Aktien, die von der Gesellschaft zum Zeitpunkt der Beschlussfassung der Hauptversammlung über die Verwendung des Bilanzgewinns gehalten werden, größer oder kleiner sein als zum Bilanzstichtag, vermindert bzw. erhöht sich der insgesamt an die Aktionäre auszuschüttende Betrag um den Dividendenteilbetrag, der auf die Differenz an Aktien entfällt. Der in den Vortrag auf neue Rechnung einzustellende Betrag verändert sich gegenläufig um den gleichen Betrag. Die auszuschüttende Dividende pro dividendenberechtigter Stückaktie bleibt hingegen unverändert.

Der Hauptversammlung wird gegebenenfalls ein entsprechend modifizierter Beschlussvorschlag unterbreitet werden. Für das Geschäftsjahr 2011 betrug die Ausschüttung der Dividende in Höhe von EUR 0,35 auf jede dividendenberechtigte

Stückaktie (17.387.600 Stückaktien) insgesamt EUR 6.085.660,00, weiterhin wurde ein Betrag in Höhe von EUR 10.138.029,65 auf neue Rechnung vorgetragen. Der Bilanzgewinn betrug im Geschäftsjahr 2011 EUR 16.223.689,65.

Ergebnisverwendungsvorschlag

in EUR 2012
Ausschüttung einer Dividende von EUR 0,37
auf jede dividendenberechtigte Stückaktie
(17.387.600 Stückaktien) 6.433.412,00
Vortrag auf neue Rechnung 15.195.571,32
Bilanzgewinn 21.628.983,32

Vergütung

Die Vergütung der Mitglieder des Vorstands setzt sich grundsätzlich aus erfolgsunabhängigen und erfolgsabhängigen Komponenten zusammen. Aktienbasierte Vergütungsbestandteile sowie Vergütungskomponenten mit langfristiger Anreizwirkung bestehen derzeit nicht. Im Fall des Todes eines Vorstandsmitglieds erhalten die Hinterbliebenen Anspruch auf Weiterzahlung der erfolgsunabhängigen Vergütung des Verstorbenen für sechs Monate.

Die Grundzüge des Vergütungssystems sowie die individualisierten Vorstandsbezüge sind ausführlich im Lagebericht/ Vergütungsbericht (S. 63) dargestellt.

Die Gesamtbezüge des Vorstands betragen für das Geschäftsjahr 2012 TEUR 1.506 (Vorjahr: TEUR 1.309), davon sind TEUR 683 variable Vergütungsbestandteile, TEUR 776 fixe Vergütungsbestandteile, TEUR 7,5 resultierten aus einer Jubiläumszuwendung, TEUR 2,9 entfallen auf kapitalbildende Lebensversicherungen und TEUR 37 sind aufgrund einer Pensionszusage gezahlt worden.

Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats betragen für das Geschäftsjahr 2012 TEUR 70 (Vorjahr: TEUR 40), wobei TEUR 30 für die Vorsitzende des Aufsichtsrats und TEUR 40 für die anderen Mitglieder des Aufsichtsrats zurückgestellt wurden. Auf variable Vergütungsbestandteile wurde verzichtet.

Frau Christa Fuchs erhielt aus ihrer Beratungstätigkeit für Unternehmen der OHB-Gruppe im Berichtsjahr eine marktübliche Vergütung in Höhe von TEUR 118 (Vorjahr: TEUR 117).

honorare und Dienstleistungen des Abschlussprüfers

Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat der OHB-Konzern an den Abschlussprüfer BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hamburg, folgenden Honoraraufwand erfasst:

  • Jahresabschlussprüfung: TEUR 231 (Vorjahr: TEUR 249)
  • Steuerberatungsleistungen: TEUR 286 (Vorjahr: TEUR 91)
  • Sonstige Leistungen: TEUR 4 (Vorjahr: TEUR 23)

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Zwischen dem Bilanzstichtag und der Erstellung des Geschäfts berichts 2012 gab es keine wesentlichen berichtspflichtigen Ereignisse.

Die Freigabe des Konzernabschlusses zur Veröffentlichung durch den Vorstand ist nach der Aufsichtsratssitzung am 14. März 2013 vorgesehen.

Der Vorstand

Bremen, den 13. März 2013

Marco R. Fuchs

Prof. Dott. Ing. h.c. Manfred Fuchs

Ulrich Schulz

XI. BEsTÄTIGUnGsVERMERK

Wir haben den von der OHB AG, Bremen, aufgestellten Konzernabschluss – bestehend aus Bilanz, Gesamtergebnisrechnung, Gewinn- und Verlustrechnung, Eigenkapitalveränderungsrechnung, Kapitalflussrechnung und Anhang – sowie den Konzernlage bericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2012 bis zum 31. Dezember 2012 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU an zuwenden sind, und den ergänzend nach § 315 a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Rechnungslegungsinformationen der in den Konzernabschluss einbezogenen Teilbereiche, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und

Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315 a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Konzernlagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Hamburg, den 13. März 2013 BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Lilienblum, Wirtschaftsprüfer

ppa. Tunnat, Wirtschaftsprüfer

Erklärung des Vorstands

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen ent-

sprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

Der Vorstand Bremen, den 13. März 2013

Ansprechpartner

Impressum

ohB AG

Karl-Ferdinand-Braun-Straße 8 28359 Bremen

Marco R. Fuchs Vorsitzender des Vorstands

Martina Lilienthal Investor Relations Tel.: +49 (0) 421 2020-720 Fax: +49 (0) 421 2020-613 ir ohb.de

Text und Inhalt:

OHB AG, Bremen PvF Investor Relations, Eschborn moskito Kommunikation und Design, Bremen

Konzept und Design: moskito Kommunikation und Design, Bremen

Fotos:

Anika Büssemeier, Berlin Antwerp Space N.V., Antwerpen, Belgien Arianespace, Evry, Frankreich Carl-Christian Meyer, Bremen Carsten Heidmann Fotografie, Bremen CGS S.p.A., Mailand, Italien CNES, Paris, Frankreich ESA, Paris, Frankreich (AOES, P. Baudon, P. Carril, S. Corvaja, J. Huart, D. Ducros, J. M. Guillon, Optique Vidéo du CSG, M. Pedoussaut, The Light Works) fotoetage, Bremen/Berlin (A. Jardine, K. Michalak, M. Jungblut) IABG mbH, Ottobrunn Kayser-Threde GmbH, München LuxSpace Sàrl, Betzdorf, Luxemburg MT Aerospace AG, Augsburg OHB AG, Bremen OHB Sweden AB, Stockholm, Schweden OHB System AG, Bremen Stiftung Werner-von-Siemens-Ring, Berlin ZARM, Bremen

Lektorat:

Zertani GmbH & Co. Die Druckerei KG, Bremen

Druck:

BerlinDruck, Achim bei Bremen

Glossar

Finanzkalender 2013

Bilanzpressekonferenz und Veröffentlichung des Geschäftsberichts 2012, Bremen 14. März
Analystenkonferenz, Frankfurt am Main 14. März
3-Monats-Bericht /Analysten-Conference Call 15. Mai
Hauptversammlung, Bremen 23. Mai
6-Monats-Bericht /Analysten-Conference Call 14. August
9-Monats-Bericht /Analysten-Conference Call 11. November
Analystenpräsentation auf dem Deutschen Eigenkapitalforum,
Frankfurt am Main 11.–13. November

Glossar

AIS Automatic Identification System; Funksystem zur Identifikation, Standort- und Parameterbestimmung größerer Schiffstypen

ALMA Atacama Large Millimeter Array; ein aus 66 fahrbaren Einzelantennen mit je 12 Metern Durchmesser bestehendes Verbundteleskop in den Anden

AOCS Attitude and Orbit Control System; Lageregelungssystem

AQAP Allied Quality Assurance Publications; von der NATO aus dem Military Standard entwickelte Normen-Serie für Qualitätssicherungssysteme

ARTES-7 ESA-Langzeitplan zur Entwicklung eines europäischen Kommunikationssatelliten-Netzwerks mittels modernster Laserkommunikation

ASI Agenzia Spaziale Italiana, italienische Raumfahrtagentur

ATV Automated Transfer Vehicle; unbemannte Raumtransporter für ISS-Versorgungsflüge

BAAINBw Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (früher BWB, Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung)

BDLI Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie e.V.

BMVg Bundesministerium der Verteidigung

BMWi Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie

CFK Kohlenstofffaserverstärkter Kunststoff

Columbus Name des europäischen Forschungsmoduls der Internationalen Raumstation

CPS Chemical Propulsion System, chemisches Antriebssystem

DAX Deutscher Aktienindex, wichtigster deutscher Index, der die Entwicklung der 30 größten, an der Frankfurter Wertpapierbörse notierten Aktiengesellschaften widerspiegelt

DEKRA Prüfgesellschaft zur periodischen Überwachung von Kraftfahrzeugen, für Gutachten, Sicherheitsprüfungen und die Prüfung von technischen Anlagen

DLR Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V.

EBIT Earnings Before Interest and Taxes; Gewinn vor Zinsaufwand und Steuern

EBITDA Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortisation; Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf Sachanlagen und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte

EBT Earnings Before Taxes; Gewinn vor Steuern

EDRS-C Dedizierter Satellit für das European Data Relay Satellite System; Europäische Datenrelais-Satelliten zur Implementierung eines Weltraum-Datennetzwerks mittels optischer Satellitenkommunikation

EGNOS European Geostationary Navigation Overlay Service

Electra Voll elektrisch angetriebener Satellit auf Basis der SmallGEO-Plattfom

EMSA Europäische Agentur für Maritime Sicherheit

EnMAP Environmental Mapping and Analysis Program; Satellit zur Erdbeobachtung im Hyperspektralbereich

EOEP Earth Observation Envelope Programme, Erdbeobachtungsrahmenprogramm der ESA

EPS Earnings Per Share; Ergebnis pro Aktie

ESA European Space Agency; Europäische Weltraumorganisation

EU Europäische Union

ExoMars Wissenschaftliche Mission der ESA zur Erforschung des Mars

F+E Forschung und Entwicklung

FOC Full Operational Capability; Satellitenkonfiguration für die Nutzung eines Systems

Galileo Europäisches globales satellitengestütztes Navigationssystem: Die FOC (Full Operational Capability)- Phase des Galileo-Programms wird von der Euro päischen Union finanziert und durchgeführt. Die Europäische Kommission und die ESA haben eine Vereinbarung unterzeichnet, nach der die ESA als Entwicklungs- und Beschaffungsagentur im Auftrag der Kommission handelt. Die hier dargestellte Sichtweise spiegelt nicht zwangsläufig die offizielle Position der Europäischen Union und/oder der ESA wider. "Galileo" ist eine Schutzmarke unter der OHIM-Anwendungs nummer 002742237 der EU und ESA.

GLONASS Globales Satellitennavigationssystem, wird betrieben und finanziert vom Verteidigungsministerium der Russischen Föderation

GMES Global Monitoring for Environment and Security; europäische Initiative zur globalen Umwelt- und Sicherheitsüberwachung

GPS Global Positioning System

Hispasat AG1 Hispasat Advanced Generation 1

HGB Handelsgesetzbuch

IAS International Accounting Standards

IFRS International Financial Reporting Standards

IOV In-Orbit Validation: Validierung von Satellitensystemen im All

ISS International Space Station; Internationale Raum station

LARES Laser Relativity Satellite

LRS Laser Ranging Service

M-DAX Mid-Cap-DAX, Index aus 50 Werten, die in der Rangliste nach Marktkapitalisierung, Streubesitz und Börsenumsatz auf die Werte des DAX folgen

MTG Meteosat Third Generation; Programm zur Entwicklung, zum Bau und Start europäischer Wettersatelliten der dritten Generation

NADCAP National Aerospace and Defense Contractors Accreditation Program; Zertifizierung von Spezialprozessen in Luft-, Raumfahrt und Verteidigung

NASA National Aeronautics and Space Administration; US-amerikanische Raumfahrtbehörde

NELS New European Launch Service, Studie der ESA

OMNISAT Advanced Data Acquisition System, Bilddatenmodem

OOV-Programm On-Orbit-Verifikationsprogramm

OPSIS OPtical System for Imaging and Surveillance, Satellitenmission der italienischen Raumfahrtagentur ASI

PPS Precise Positioning Service

REACH Registration, Evaluation, Authorization of Chemicals (EU-Chemikalienverordnung)

RoHS Restriction of (the use of certain) hazardous sub stances; EU-Richtlinie zur Beschränkung der Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten

RPK Revenue Passanger Kilometer; Messgröße zur Bewertung der durch den Passagier gezahlten geflogenen Kilometer

SAR-Lupe Synthetic Aperture Radar-Lupe; System aus Kleinsatelliten mit einem Verfahren zur Steigerung der Qualität von Radarbildern

SAT-AIS Satellitengestütztes automatisches Identifikationssystem

SmallGEOs Kleine geostationäre Satelliten für Telekommunikation und Multimediaanwendungen

SPS Standard Positioning Service

SRT Sardinia Radio Telescope; Radioteleskop auf Sardinien mit 64 Metern Durchmesser

Telematik Verbindung von Telekommunikation und Informatik

TET TechnologieErprobungsTräger; Kernelement des nationalen Programms "On-Orbit-Verifikationen von neuen Techniken und Technologien"

ZARM Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation der Universität Bremen

OHB AG Karl-Ferdinand-Braun-Str. 8 28359 Bremen, Germany

Tel.: +49 (0)421 2020-8 Fax: +49 (0)421 2020-613 [email protected]

www.ohb.de