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NFON AG — Annual Report (ESEF) 2022
Jun 13, 2023
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München
Amtsgericht München, HRB 168022
Bilanz für das Geschäftsjahr 2022
A k t i v a
| 31.12.2022 EUR | 31.12.2021 EUR | |
|---|---|---|
| A. Anlagevermögen | ||
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | ||
| 1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 155.385,82 | 253.480,82 |
| 2. Geschäfts- oder Firmenwert | 108.750,00 | 123.750,00 |
| 3. Geleistete Anzahlungen | 0,00 | 264.135,82 |
| 264.135,82 | 641.366,64 | |
| II. Sachanlagen | ||
| 1. technische Anlagen und Maschinen | 1.826.923,00 | 2.021.781,00 |
| 2. Andere Anlagen, Betriebs- und Ge- schäftsausstattung | 653.793,00 | 466.890,20 |
| 3. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 33.740,50 | 45.257,39 |
| 2.514.456,50 | 2.533.928,59 | |
| III. Finanzanlagen | ||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 29.826.799,11 | 29.825.708,50 |
| 2. Ausleihungen an verbundenen Unter- nehmen | 2.228.507,47 | 5.793.482,97 |
| 3. Beteiligungen | 624.990,00 | 624.990,00 |
| 32.680.296,58 | 36.244.181,47 | |
| Gesamtvermögen A | 35.458.888,90 | 39.155.340,88 |
| B. Umlaufvermögen | ||
| I. Vorräte | ||
| 1. Waren | 24.553,96 | 10.416,91 |
| 2. Geleistete Anzahlungen | 82.645,84 | 107.199,80 |
| 107.200,80 | 117.616,71 | |
| II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | ||
| 1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 5.638.860,75 | 7.008.637,60 |
| 2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen | 40.945,79 | 0,00 |
| 3. Sonstige Vermögensgegenstände | 118.187,12 | 234.408,95 |
| 5.797.993,66 | 7.243.046,55 | |
| III. Guthaben bei Kreditinstituten | 6.696.635,41 | 23.347.670,44 |
| Gesamtvermögen B | 12.601.828,87 | 30.805.902,37 |
| C. Rechnungsabgrenzungsposten | 1.647.028,46 | 1.472.700,79 |
| GESAMTSUMME AKTIVA | 49.707.746,23 | 71.433.944,04 |
NFON AG Machtlfinger Str. 7 81379 München Blatt 2
P a s s i v a
| 31.12.2022 EUR | 31.12.2021 EUR | |
|---|---|---|
| A. Eigenkapital | ||
| I. Gezeichnetes Kapital | 16.561.124,00 | 16.561.124,00 |
| II. Kapitalrücklage | 109.760.470,02 | 109.274.874,14 |
| III. Bilanzverlust | -93.642.407,16 | -73.494.538,05 |
| – davon Ergebnisvortrag aus dem Vorjahr EUR | -73.494.538,05 | -56.113.039,11 |
| Gesamteigenkapital A | 32.679.186,86 | 52.341.460,09 |
| B. Rückstellungen | ||
| 1. Sonstige Rückstellungen | 3.977.334,55 | 3.569.269,59 |
| Gesamtrückstellungen B | 3.977.334,55 | 3.569.269,59 |
| C. Verbindlichkeiten | ||
| 1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 2.016.856,62 | 2.682.112,99 |
| 2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 8.547.605,92 | 11.292.849,78 |
| 3. Sonstige Verbindlichkeiten | 2.320.095,60 | 1.381.584,91 |
| – davon aus Steuern EUR | 867.736,25 | 495.422,53 |
| – davon im Rahmen der sozialen Sicherheit EUR | 49.108,75 | 25.493,57 |
| Gesamtverbindlichkeiten C | 12.884.558,14 | 15.356.547,68 |
| D. Rechnungsabgrenzungsposten | 166.666,68 | 166.666,68 |
| GESAMTSUMME PASSIVA | 49.707.746,23 | 71.433.944,04 |
NFON AG Machtlfinger Str. 7 81379 München Blatt 3
Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2022
| 2022 EUR | 2021 EUR | |
|---|---|---|
| 1. Umsatzerlöse | 53.863.532,22 | 48.114.769,26 |
| 2. Sonstige betriebliche Erträge | 535.040,06 | 260.211,19 |
| 3. Materialaufwand | ||
| a) Aufwendungen für bezogene Waren | -1.623.026,90 | -1.577.145,29 |
| b) Aufwendungen für bezogene Leistungen | -4.920.468,95 | -6.543.495,85 |
| -6.543.495,85 | -8.120.641,14 | |
| 4. Personalaufwand | ||
| a) Löhne und Gehälter | -21.939.267,39 | -17.717.374,28 |
| b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung | -3.785.853,12 | -3.052.945,80 |
| -25.725.120,51 | -20.770.320,08 | |
| – davon für Altersversorgung EUR | 38.174,99 | 29.482,03 |
| 5. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen | -1.223.157,61 | -1.084.747,85 |
| 6. Sonstige betriebliche Aufwendungen | -40.939.510,62 | -37.191.877,99 |
| 7. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens | 164.937,75 | 187.865,94 |
| – davon aus verbundenen Unternehmen EUR | 164.937,75 | 187.865,94 |
| 8. Zinsen und ähnliche Erträge | 2.152,64 | 4.761,79 |
| 9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen | -276.983,51 | -318.724,24 |
| – davon an verbundene Unternehmen EUR | 256.733,94 | 154.772,89 |
| 10. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | -161,68 | -0,06 |
| Ergebnis nach Steuern | -20.142.767,11 | -17.375.955,03 |
| 12. Sonstige Steuern | -5.102,00 | -5.543,91 |
| 13. Jahresfehlbetrag | -20.147.869,11 | -17.381.498,94 |
| 14. Verlustvortrag aus dem Vorjahr | -73.494.538,05 | -56.113.039,11 |
| 15. Bilanzverlust | 93.642.407,16 | 73.494.538,05 |
NFON AG Machtlfinger Str. 7 81379 München Blatt 4
Anhang für das Geschäftsjahr 2022
I. Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss
Der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2022 ist nach den maßgeblichen Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) sowie nach den einschlägigen Vorschriften des Aktien-
gesetzes und der Satzung der Gesellschaft aufgestellt. Die Gesellschaft ist eine große Kapitalgesellschaft i.S.d. § 267 Abs. 3 HGB. Die Gliederung der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung entspricht den §§ 266 Abs. 2 und 3 sowie 275 HGB, wobei die Gewinn- und Verlustrechnung nach dem Gesamt-
kostenverfahren aufgestellt ist. Gesetzlich geforderte Angaben zu einzelnen Posten der Bilanz und Gewinn- und Verlust-
rechnung erfolgen grundsätzlich im Anhang. Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr.
Mit Datum vom 11. Juli 2022 wurde zwischen der Deutsche Telefon Standard GmbH, Mainz (DTS) und der NFON AG ein Gewinnabführungsvertrag abgeschlossen. Demnach ver-
pflichtet sich die DTS, ihren gesamten Gewinn entsprechend den Vorschriften des § 301 AktG an die NFON AG abzuführen. Die Eintragung in das Handelsregister ist am 12. Sep-
tember 2022 erfolgt. Die NFON AG ist zur Übernahme der Verluste der DTS entsprechend der Vorschrift des § 302 AktG verpflichtet. Aufgrund der bei der DTS vorhandenen vororganschaftlichen Verluste erfolgte im Berichts-
jahr keine Gewinnabführung von der DTS an die NFON AG. Im Zusammenhang mit dem Gewinnabführungsvertrag besteht zwischen der NFON AG und der DTS seit dem 1. Januar 2022 eine ertragsteuerliche Organschaft.
II. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige und gegebenenfalls um au-
ßerplanmäßige Abschreibungen, bilanziert. Die immateriellen Vermögensgegenstände enthalten im Wesentlichen Mietrechte und Software. Die immateriellen Vermögensgegen-
stände werden grundsätzlich linear, mit einer Abschreibungsdauer zwischen 3 bis 5 Jah-
ren, abgeschrieben.
Für selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens be-
steht nach § 248 Abs. 2 HGB ein Aktivierungswahlrecht. Die Gesellschaft übt dieses grund-
sätzlich dahin gehend aus, dass keine Aktivierung stattfindet, sondern dass eine ergebnis-
wirksame Erfassung der hierfür anfallenden Aufwendungen erfolgt.
Ein derivativ erworbener Geschäfts- oder Firmenwert wird über seine voraussichtliche Nutzung über einen Zeitraum von 10 Jahren linear abgeschrieben. Es wird davon ausge-
gangen, dass der Geschäfts- oder Firmenwert in diesem Zeitraum wirtschaftlich genutzt werden kann.
NFON AG Machtlfinger Str. 7 81379 München Blatt 5
Sachanlagen werden mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um nut-
zungsbedingte planmäßige sowie gegebenenfalls erforderliche außerplanmäßige Ab-
schreibungen, bewertet. Die Abschreibungsdauer liegt zwischen 3 und 23 Jahren. Bei vollständigem oder teilweisem Entfall der Gründe für eine außerplanmäßige Abschrei-
bung wird gemäß § 253 Abs. 5 HGB eine Wertaufholung vorgenommen. Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens werden grundsätzlich linear abge-
schrieben.
Für im Geschäftsjahr erworbene Vermögensgegenstände mit Anschaffungs- oder Herstel-
lungskosten bis 800 € (ohne Umsatzsteuer) folgt die handelsrechtliche Bilanzierung man-
gels Wesentlichkeit der Vorgehensweise für geringfügige Wirtschaftsgüter im Steuerrecht, diese im Jahr der Anschaffung vollständig abzuschreiben. Vermögensgegenstände mit An-
schaffungs- oder Herstellungskosten über 800 € werden über ihre Nutzungsdauer abge-
schrieben.
Finanzanlagen werden in Höhe ihrer Anschaffungskosten unter Berücksichtigung erfor-
derlicher Abschreibungen bewertet. Liegen Anzeichen für eine dauerhafte Wertminderung vor, so werden außerplanmäßige Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert vorgenommen. Bei voraussichtlich nicht dauerhafter Wertminderung werden in Aus-
übung des Wahlrechts des § 253 Abs. 3 Satz 6 HGB grundsätzlich keine Abschreibungen vorgenommen. Entfallen die Gründe für eine außerplanmäßige Abschreibung, so werden die niedrigeren Wertansätze nicht beibehalten. Der Ansatz der Beteiligungsbuchwerte wird einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest unterzogen. Für in Ausleihungen enthaltene Aus-
fallrisiken werden Einzelwertberichtigungen vorgenommen.
Vorräte werden zu Anschaffungskosten einschließlich Nebenkosten bzw. niedrigeren Marktpreisen bewertet. Für schlechtgängige Waren und andere (Verkaufs-)Risiken werden in erforderlichem Maße Einzelwertberichtigungen gebildet.
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zu ihren Nominalbeträgen bi-
lanziert. Für mögliche Ausfallrisiken werden Einzel- und Pauschalwertberichtigungen ge-
bildet.
Liquide Mittel werden zu Nominalwerten bilanziert.
Rechnungsabgrenzungsposten werden für transitorische Sachverhalte gebildet. Die Höhe des aktiven wie passiven Abgrenzungsbetrags richtet sich grundsätzlich nach dem Zahlungsbetrag und dem Verhältnis von bis zum Abschlussstichtag empfangener bzw. er-
brachter Leistung und noch ausstehender Gegenleistung. Abgrenzungsposten, die sich über mehrere Geschäftsjahre erstrecken, werden nicht abgezinst.
Latente Steuern werden auf temporäre Differenzen zwischen den handelsrechtlichen und den steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen und Schulden gebildet. Ver-
lustvorträge werden nur insofern berücksichtigt, als sie innerhalb von fünf Jahren genutzt werden können. Die Bewertung latenter Steuern hat mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Abbaus zu erfolgen Da diese Steuersätze nicht bekannt sind, werden die individuellen Steuersätze am Bilanzstichtag angewendet. Eine Abzinsung latenter Steuern
erfolgt nicht.
NFON AG Machtlfinger Str. 7 81379 München Blatt 6# Von Wahlrecht, aktive und passive latente Steuern saldieren zu dürfen, wird Gebrauch gemacht. Das Wahlrecht, zur Aktivierung eines nach der Saldierung ggf. ver- bleibenden Aktivüberhangs wird nicht ausgeübt. Die Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflich- tungen in angemessener Höhe. Rückstellungen werden unter Beachtung zukünftiger Preis- und Kostenänderungen mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr werden grundsätzlich mit dem der Restlaufzeit ent- sprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre abgezinst. Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag passiviert. Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten wur- den grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet. Aktienbasierte Vergütung Aufwendungen für Aktienoptionen werden ratierlich über den Erdienungszeitraum aufgebaut. Die Bewertung erfolgt zum Zusagezeitpunkt analog zu dem im Konzernabschluss angesetzten Wert nach IFRS 2 „Share-based Payment“. Der Aufbau erfolgt über die Kapitalrücklage. Die Optionen stellen dabei eine Vergütung für eine noch zu erbringende Arbeitsleistung dar, weshalb die Kapitalrücklage ratierlich über den Zeitraum, in dem die Mitarbeiter die Arbeitsleistung (Entgelt) erbringen, aufzubauen ist. Gegenposten ist der Personalaufwand. Die Realisierung der Umsatzerlöse erfolgt gemäß den zu Grunde liegenden vertraglichen und sonstigen Vereinbarungen in dem Zeitpunkt, in dem die vertraglich vereinbarte Leis- tung erbracht wurde.
III. Erläuterungen zur Bilanz
1. Anlagevermögen
Die Angaben zu der Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens im Ge- schäftsjahr 2022 sind unter Angabe der Abschreibungen im Anlagenspiegel in der Anlage zum Anhang gesondert dargestellt. Mit Datum vom 20. Dezember 2019 hat der Konzern mit der Onwerk GmbH, Mannheim (Onwerk), vereinbart, dass verschiedene Vermögenswerte und Vertragsverhältnisse sowie insbesondere die bestehenden Arbeitsverhältnisse (inklusive der Arbeitsverhältnisse der beiden geschäftsführenden Gesellschafter) zu einem Barkaufpreis von 150 Tsd. € von On- werk auf NFON übertragen werden. Übertragungsstichtag war der 1. April 2020. In diesem Zusammenhang wurde ein Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 150 Tsd. € aktiviert. Zum 31. Dezember 2022 beläuft sich dieser Firmenwert nach planmäßiger Abschreibung auf 109 Tsd. €.
Die Ausleihungen an verbundene Unternehmen in Höhe von 2.229 Tsd. € (Vorjahr: 5.793 Tsd. €) betreffen die Gesellschaften
• NFON IBERIA S.L., Spanien (1.325 Tsd. €, Vorjahr 2.260 Tsd. €)
• NFON Polska SPOLKA Z Organiczona, Polen (702 Tsd €, Vorjahr 82 Tsd. €)
• NFON France SAS, France (22 Tsd €, Vorjahr 1.761 Tsd. €)
• NFON developments Lda., Portugal (180 Tsd. €, Vorjahr 158 Tsd. €)
. NFON AG Machtlfinger Str. 7 81379 München Blatt 7
Mit Datum vom 23. Juni 2021 hat die NFON AG einen Anteil von 24,9% an der Meetecho S.r.l., Neapel, Italien (Meetecho) für einen Kaufpreis von 625 Tsd. € erworben. Der Wert zum Bilanzstichtag beträgt 625 Tsd. €. Meetecho fokussiert sich auf die Entwicklung und Vermarktung von Real-Time Multimediaanwendungen, insbesondere im Bereich der WebRTC-Technologie.
2. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände setzen sich wie folgt zusammen:
| in Tsd. € | 31.12.2022 | 31.12.2021 |
|---|---|---|
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 5.639 | 7.009 |
| (davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr) | 0 | 0 |
| Forderungen gegen verbundene Unternehmen | 41 | 0 |
| (davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr) | 0 | 0 |
| (davon aus Lieferungen und Leistungen) | 41 | 0 |
| Sonstige Vermögensgegenstände | 118 | 234 |
| (davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr) | 53 | 53 |
| Gesamt | 5.798 | 7.243 |
| (davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr) | 53 | 53 |
Es bestehen wie im Vorjahr keine Forderungen mit einer Restlaufzeit von mehr als 5 Jahren. Unter den sonstigen Vermögensgegenständen wird zum Abschlussstichtag Vorsteuer in Folgejahr abziehbar in Höhe von 23 Tsd. € (Vorjahr: 18 Tsd. €) ausgewiesen.
3. Liquide Mittel
Die Position Liquide Mittel enthält ausschließlich Guthaben bei Kreditinstituten in Höhe von 6.697 Tsd. € (Vorjahr: 23.348 Tsd. €). Zahlungsmittel umfassen Barmittel und Bankguthaben.
4. Aktive Rechnungsabgrenzungsposten
Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten beläuft sich auf 1.647 Tsd. € (Vorjahr: 1.473 Tsd. €) und enthält im Berichtsjahr im Wesentlichen Abgrenzungen für Lizenzzahlun- gen.
5. Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital und Stammaktien
Zum 31. Dezember 2022 hat die NFON AG 16.561.124 (zum 31. Dezember 2021: 16.561.124) auf den Inhaber lautende Stammaktien mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von € 1,00 ausgegeben. Das gezeichnete Kapital betrug zum 31. Dezember 2022 16.561 Tsd. € (31.Dezember 2021: 16.561 Tsd. €). Stammaktien berechtigen den Inhaber zum einfachen Stimmrecht in der Hauptversamm- lung und zum Erhalt einer Dividende im Falle einer Ausschüttung. An Stammaktien sind keine Einschränkungen geknüpft. Sämtliche ausgegebenen und im Umlauf befindlichen Aktien sind zum 31. Dezember 2022 bzw. 2021 vollständig eingezahlt.
NFON AG Machtlfinger Str. 7 81379 München Blatt 8
Kapitalrücklage
Die Kapitalrücklage beträgt zum 31.12.2022 109.760 Tsd. € (Vorjahr: 109.275 Tsd. €) und enthält das Aufgeld aus ausgegebenen Aktien, als Personalaufwand erfasste Aufwendun- gen aus dem Mitarbeiteraktienoptionsprogramm sowie die Eigenkapitalkomponente der in 2019 begebenen Optionsanleihe. Die entsprechenden Aufwendungen aus dem Mitar- beiteraktienoptionsprogramm betragen im Jahr 2022 486 Tsd. € (Vorjahr 381 Tsd. €.
Genehmigtes Kapital
Der Vorstand ist entsprechend des Beschlusses der Hauptversammlung vom 24. Juni 2021 ermächtigt, bis zum 23. Juni 2026 mit Zustimmung des Aufsichtsrats ein- oder mehr- mals in Teilbeträgen das Grundkapital der NFON AG um bis zu insgesamt EUR 4.140.281 durch Ausgabe von auf den Inhaber lautende Stückaktien mit Gewinnberechtigung ab Be- ginn des Geschäftsjahres ihrer Ausgabe gegen Bar- oder Sacheinlage zu erhöhen (Ge- nehmigtes Kapital 2021).
Soweit rechtlich zulässig, kann der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats hiervon und von § 60 Abs. 2 AktG abweichend festlegen, dass die neuen Aktien vom Beginn eines bereits abgelaufenen Geschäftsjahrs, für das zum Zeitpunkt ihrer Ausgabe noch kein Beschluss der Hauptversammlung über die Verwendung des Bilanz- gewinns gefasst wurde, am Gewinn teilnehmen.
Den Aktionären steht grundsätzlich ein Bezugsrecht zu. Die neuen Aktien können auch von einem oder mehreren Kreditinstituten mit der Verpflichtung, sie den Aktionären zum Bezug anzubieten, übernommen werden (mittelbares Bezugsrecht).
Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats über den Inhalt der Aktienrechte und die Bedingungen der Aktienausgabe zu entscheiden sowie Einzelheiten der Durchführung der Kapitalerhöhung festzulegen sowie mit Zustim- mung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre in folgenden Fällen auszuschlie- ßen:
• zum Ausgleich von Spitzenbeträgen;
• wenn die Aktien gegen Sacheinlagen ausgegeben werden, um Unternehmen, Beteiligungen an Unternehmen, Unternehmensteile oder sonstige Vermögenswerte, einschließlich von Rechten und Forderungen, zu erwerben und der auf die neuen Aktien, für die das Bezugsrecht ausge- schlossen wird, insgesamt entfallende Betrag des Grundkapitals 20% nicht übersteigt und zwar bezogen auf den 24.6.2021, den Zeitpunkt des Wirksamwerdens und den Zeitpunkt der Aus- übung dieser Ermächtigung;
• soweit es erforderlich ist, um den Inhabern bzw. Gläubigern von Wandelschuldverschreibungen oder Optionsschuldverschreibungen, die von der Gesellschaft oder nachgeordneten Konzern- unternehmen ausgegeben werden oder wurden, ein Bezugsrecht auf neue Aktien in dem Um- fang zu gewähren, wie es ihnen nach Ausübung des Options- bzw. Wandlungsrechts oder Er- füllung der Wandlungspflicht zustehen würde;
• wenn die Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen erfolgt, der Ausgabebetrag der neuen Aktien den Börsenpreis zum Zeitpunkt der endgültigen Festlegung des Ausgabebetrags nicht wesentlich unterschreitet und der auf die neuen Aktien, für die das Bezugsrecht ausgeschlossen wird, ins- gesamt entfallende Betrag des Grundkapitals 10% nicht übersteigt und zwar bezogen auf den 24. Juni 2021, den Zeitpunkt des Wirksamwerdens und den Zeitpunkt der Aus- übung dieser Ermächtigung.
Bedingtes Kapital
Das Grundkapital der NFON AG wurde zur Sicherung von Bezugsrechten aus Aktienoptionen (Be- zugsrechte i.S.d. § 192 Abs. 2 Nr. 3 AktG), die in der Zeit vom 9.4.2018 bis zum 8.4.2023 ausgeben werden, aufgrund der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 9.4.2018 um bis zu EUR 964.015 durch Ausgabe von bis zu 964.015 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien bedingt erhöht
NFON AG Machtlfinger Str. 7 81379 München Blatt 9
(bedingtes Kapital II). Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 24. Juni 2021 wurde das bedingte Kapital II auf EUR 708.229 herabgesetzt. Die Hauptversammlung vom 24. Juni 2021 hat Aufsichtsrat und Vorstand (mit Zustimmung des Aufsichtsrats) ermächtigt, bis zum Ablauf des 23. Juni 2026, nicht jedoch vor dem Wirksamwerden des Bedingten Kapitals 2021 durch Eintragung im Handelsregister (diese Eintragung ist am 28. Juni 2021 erfolgt), in einmal oder mehrmals jährlich auszugebenden Tranchen nach Maßgabe der nachfolgenden Bestimmungen bis zu 947.883 Aktienoptionen mit Bezugsrechten auf Aktien der Gesellschaft mit einer Laufzeit von bis zu 10 Jahren zu gewähren (Aktienoptionsplan 2021, beding- tes Kapital 2021/1). Die Aktienoptionen sind ausschließlich zum Bezug durch Mitglieder des Vor- stands der Gesellschaft und Mitarbeiter der Gesellschaft sowie Mitglieder der Geschäftsführung und Mitarbeiter verbundener Unternehmen im Sinne der §§ 15 und 17 AktG bestimmt. Das mit Ermächtigung in der Hauptversammlung vom 9.4.2018 geschaffene bedingte Kapital I wurde mit Beschluss der Hauptversammlung vom 24.Juni 2021 vollständig aufgehoben. Das be-
dingte Kapital II beträgt zum 31. Dezember 2022 EUR 708.229 (31.12.2021: EUR 708.229). Das im Vorjahr neu geschaffene bedingte Kapital 2021/1 beträgt – unverändert zum Vorjahresstichtag - zum 31. Dezember 2022 EUR 947.883.
NFON AG
Machtlfinger Str. 7
81379 München
Blatt 10
Entwicklung des Bilanzverlustes in Tsd. €
| 2022 in Tsd. € | 2021 in Tsd. € | |
|---|---|---|
| Jahresfehlbetrag / Jahresüberschuss | -20.148 | -17.381 |
| Verlustvortrag des Vorjahres | -73.494 | -56.113 |
| 31. Dezember | -93.642 | -73.494 |
Stimmrechte
Die NFON AG hat im Jahr 2022 folgende Mitteilungen gemäß § 20 Absatz 1 oder 4 AktG oder § 33 Absatz 1 WpHG erhalten und nach § 20 Absatz 6 AktG oder nach, § 38 Absatz 1 und § 40 WpHG auf der Website des Konzerns veröffentlicht:
| Art der Mit-teilung | Datum der Meldung | Grund der Mit-teilung | Angaben zu Melde-pflichtigen | Namen der Aktionäre | Datum der Schwellen-berührung | Gesamtstimm-rechte | Einzelheiten zu den Stimmrechtsbeständen |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| § 40 Abs. 1 WpHG | 28.01.2022 | Erwerb von Ak-tien mit Stimm-rechten | Erwerb von In-strumente | Aalap Mahadevia, geb. 07.10.1981 | n/a | 24.01.2022 | Summe Anteile: 5,13 % davon: Anteil Stimmrechte 2,82 % Anteil Instrumente 2,31 % Stimmrechte (§34 WpHG) zugerechnet 467.503 bzw. 2,82 % Instrumente (§38 Abs. 1 Nr. 2 WpHG) Equity Swap 381.759 bzw. 2,31 % |
| § 40 Abs. 1 WpHG | 28.01.2022 | Erwerb von Ak-tien mit Stimm-rechten | Morgan Stanley, Wilmington, Dela- ware, USA | n/a | 24.01.2022 | Summe Anteile: 7,16 % davon: Anteile Stimmrechte 5,14 % Anteile Instrumente 2,02 % Stimmrechte (§ 34 WpHG) zugerechnet 850.700 bzw. 5,14 % Instrumente (§38 Abs. 1 Nr. 1 WpHG) Rückrufrecht bei Wertpapierleihaufträ- gen zu jeder Zeit 4.100 bzw. 0,02 % Instrumente (§ 38 Abs. 1 Nr. 2 WpHG) Equity Swap fällig 24.02.2026, zu jeder Zeit 330.725 bzw. 2,00 % |
|
| § 40 Abs. 1 WpHG | 01.02.2022 | Erwerb von In-strumenten | Freiwillig Grup-penmeldung mit ausgelöstem Schwellenwert auf Ebene der Tochtergesell- schaft | Morgan Stanley, Wilmington, Dela- ware, USA | n/a | 25.01.2022 | Summe Anteile 7,47 % davon: Anteile Stimmrechte 5,14 % Anteile Instrumente 2,33 % Stimmrechte (§ 34 WpHG) zugerechnet 850.701 bzw. 5,14 % Instrumente (§38 Abs. 1 Nr. 1 WpHG) Rückrufrecht bei Wertpapierleihaufträ- gen zu jeder Zeit 4.100 bzw. 0,02 % Instrumente (§ 38 Abs. 1 Nr. 2 WpHG) Equity Swap fällig 24.02.2026, zu jeder Zeit 381.759 bzw. 2,31 % |
| § 40 Abs. 1 WpHG | 03.03.2022 | Erwerb von In-strumenten | Freiwillig Grup-penmeldung mit ausgelöstem Schwellenwert auf Ebene der Tochtergesell- schaft | Morgan Stanley, Wilmington, Dela- ware, USA | n/a | 24.02.2022 | Summe Anteile 8,78 % davon: Anteile Stimmrechte 5,83 % Anteile Instrumente 2,96 % Stimmrechte (§ 34 WpHG) zugerechnet 964.694 bzw. 5,83 % Instrumente (§38 Abs. 1 Nr. 1 WpHG) Rückrufrecht bei Wertpapierleihaufträ- gen zu jeder Zeit 4.100 bzw. 0,02 % Instrumente (§ 38 Abs. 1 Nr. 2 WpHG) Equity Swap fällig 24.02.2026, zu jeder Zeit 485.459 bzw. 2,93 % |
| § 40 Abs. 1 WpHG | 09.09.2022 | Veräußerung von Aktien mit Stimmrechten | Swedbank Robur Fonder AB, Sundby- berg, Schweden | n/a | 07.09.2022 | Summe Anteile 0,00 % | |
| NFON AG | Machtlfinger Str. 7 | 81379 München | Blatt 11 | ||||
| § 40 Abs. 1 WpHG | 12.09.2022 | Erwerb von Ak-tien mit Stimm-rechten | Günter Müller, 31.08.1949 ASC Tech- nologies AG | 07.09.2022 | Summe Anteile 3,41 % Stimmrechte (§ 34 WpHG) zugerechnet 563.927 bzw. 3,41 % |
6. Rückstellungen
Die Rückstellungen gliedern sich wie folgt auf:
| 31.12.2022 in Tsd. € | 31.12.2021 in Tsd. € | |
|---|---|---|
| Sonstige Rückstellungen | ||
| Personalrückstellungen | 1.883 | 1.371 |
| Ausstehende Eingangsrechnungen | 796 | 1.109 |
| Vergütungen für Partnerprovision | 704 | 578 |
| Rückstellung für Abschluss und Prüfung | 304 | 346 |
| Sonstige | 290 | 162 |
| Gesamt | 3.977 | 3.569 |
Die Personalrückstellungen beinhalten im Wesentlichen Rückstellungen für Bonus in Höhe von 944 Tsd. € (Vorjahr: 765Tsd. €) und Urlaub in Höhe von 656 Tsd. € (Vorjahr: 505 Tsd. €).
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Blatt 12
7. Verbindlichkeiten
Die Verbindlichkeiten gliedern sich wie folgt auf:
| mit einer Restlaufzeit in Tsd. € | 31.12.2022 | bis zu ei-nem Jahr | von mehr als einem Jahr | davon: mehr als fünf Jahre | davon durch Pfandrechte u. ä. Rechte gesichert | Art und Form der Sicherheit |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 2.017 | 2.017 | Ja Allgemeiner Eigentumsvor- behalt |
|||
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 8.548 | 8.548 | Nein | |||
| Sonstige Verbindlichkeiten | 2.320 | 1.670 | 650 | Ja Mietavale als Sicherheit |
||
| davon aus Steuern | 868 | |||||
| davon im Rahmen der sozialen Sicherheit | 49 | |||||
| Gesamt | 12.885 | 12.235 | 650 |
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 8.548 Tsd. € (Vorjahr 11.293 Tsd. €) resul-tieren im Wesentlichen aus saldierter Leistungsverrechnung der NFON UK Ltd. (5.149 Tsd. €, Vorjahr 4.633 Tsd. €), NFON Italia (808 Tsd. €, Vorjahr 2.264 Tsd. €), NFON GmbH (1.225 Tsd. €, Vorjahr 1.429 Tsd. €) und DTS GmbH (1.247 Tsd. €, Vorjahr 158 Tsd. €).
| mit einer Restlaufzeit in Tsd. € | 31.12.2021 | bis zu ei-nem Jahr | von mehr als einem Jahr | davon: mehr als fünf Jahre | davon durch Pfandrechte u. ä. Rechte gesichert | Art und Form der Sicherheit |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 2.682 | 2.682 | Ja Allgemeiner Eigentumsvorbe- halt |
|||
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 11.293 | 11.293 | Nein | |||
| Sonstige Verbindlichkeiten | 1.382 | 1.338 | 43 | Ja Mietavale als Sicherheit |
||
| davon aus Steuern | 495 | |||||
| davon im Rahmen der sozialen Sicherheit | 25 | |||||
| Gesamt | 15.357 | 15.313 | 43 |
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Blatt 13
Die sonstigen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:
| 31.12.2022 in Tsd. € | 31.12.2021 in Tsd. € | |
|---|---|---|
| Verbindlichkeiten aus außergerichtlichem Vergleich | 850 | |
| Umsatzsteuerverbindlichkeiten | 517 | 190 |
| Erhaltene Sicherheiten | 309 | 315 |
| Debitorische Kreditoren | 199 | 293 |
| Abgrenzung für mietfreie Zeit | 43 | 86 |
| Kreditsicherheit | 0 | 30 |
| Lohnverbindlichkeiten: Lohn- und Kirchensteuer | 350 | 305 |
| Sonstige | 52 | 162 |
| Gesamt | 2.320 | 1.382 |
Im Jahr 2022 wurde ein außergerichtlicher Vergleich mit einem Lieferanten geschlossen für Leistungen aus Vorjahren mit einem Gesamtwert von 850 Tsd. €.
8. Passive Rechnungsabgrenzungsposten
Der passive Rechnungsabgrenzungsposten beläuft sich auf 167 Tsd. € und betrifft Abgren- zungen zum Bilanzstichtag, die Erträge in Folgeperioden betreffen.(Umsatzerlöse)
9. Latente Steuern
Die zeitlichen Unterschiede zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansät- zen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungen wurden im Ge- schäftsjahr ermittelt. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse führen zu einer potentiellen Ak- tivierungsmöglichkeit von aktiven latenten Steuern. Gem. dem Wahlrecht des § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB wird von der Nichtaktivierung aktiver latenter Steuern Gebrauch gemacht. Aufgrund der seit dem 1. Januar 2022 bestehenden ertragsteuerlichen Organschaft zwi- schen der NFON AG und der DTS sind latente Steuern aus Bewertungsunterschieden bei der DTS prinzipiell im Abschluss der NFON AG zu erfassen. Infolge des Vorliegens aktiver Wertansatzdifferenzen in den sonstigen Rückstellungen und im GoF, passiver Wertansatzdifferenzen iZ.m. aktivierten Entwicklungsprojekten sowie der Erfassung aktiver latenter Steuer auf Verlustvorträge werden insgesamt keine latenten Steuern erfasst. Die Berechnung der latenten Steuern erfolgt auf Basis des kombinierten Ertragsteuersatzes des steuerlichen Organkreises der NFON AG von aktuell 31,41%.
10. Haftungsverhältnisse und Eventualverpflichtungen
Im April 2017 schloss das Unternehmen eine Vereinbarung über eine Garantie des Mutter- unternehmens ab, wonach die NFON AG als Garantiegeber einem ihrer Partner, British Telecommunications plc, eine Garantie für alle vom Tochterunternehmen NFON UK zu leis- tenden Zahlungen gibt. Die Wahrscheinlichkeit der Inanspruchnahme wird als sehr gering angesehen.
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Blatt 14
Im Juni 2021 hat die NFON AG eine selbstschuldnerische Bürgschaft zugunsten der BT Germany GmbH & Co. oHG, München abgegeben, wonach sämtliche Forderungen der Gläubigerin gegen die Deutsche Telefon Standard GmbH (Tochtergesellschaft der Bürgin) abgesichert werden. Die Forderungen BT Germany GmbH & Co.KG oHG gegen die Deut- sche Telefon Standard GmbH betragen zum Bilanzstichtag 0,6 Tsd. € (Vorjahr 2,7 Tsd. €). Die Wahrscheinlichkeit der Inanspruchnahme wird aufgrund der positiven Prognose für die DTS als äußerst gering angesehen. Gegenüber der Tochtergesellschaft NFON Iberia SL wurde zur Vermeidung einer Über- schuldung ein eigenkapitalersetzendes Darlehen in Höhe des jeweils zum Stichtag beste- henden nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetragsausgereicht. Da das Eigenkapital dieser Tochtergesellschaft zum 31.12.2022 negative 1.067 Tsd. € beträgt und gegen diese Tochtergesellschaft entsprechende Forderungen bestehen, beläuft sich die potentielle Ver- pflichtung der NFON AG zum 31.12.2022 auf 1.067 Tsd. €. Eine Inanspruchnahme kann möglich werden, da die Geschäftstätigkeit in dieser Gesellschaft deutlich reduziert wurde und im Planungszeitraum derzeit noch leicht negative Deckungsbeiträge antizipiert werden.
11. Sonstige finanzielle Verpflichtungen
Zum 31. Dezember 2022 bestehen Verpflichtungen aus längerfristigen Miet- und Leasing- verträgen in Höhe von 5.522 Tsd. € (Vorjahr: 7.471 Tsd. €). Im Einzelnen resultieren diese aus Kfz-Leasingverträgen in Höhe von 100 Tsd. € (Vorjahr: 197 Tsd. €) und aus Gebäudemietverträgen in Höhe von 5.037 Tsd. € (Vorjahr: 6.778 Tsd. €). Mit einem assoziierten Unternehmen (Meetecho S.r.l.) besteht eine Vereinbarung, wonach dieses über einen Zeitraum von 5 Jahren Beratungsleistungen für NFON erbringt. In diesem Zusammenhang ergibt sich für NFON eine Verpflichtung in Höhe von insgesamt 385 Tsd. € (Vorjahr 495 Tsd. €).
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Blatt 15
IV. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.
1. Umsatzerlöse
Die Umsatzerlöse gliedern sich wie folgt:
in Tsd. €# 2. Sonstige betriebliche Erträge
| in Tsd. € | 2022 | 2021 |
|---|---|---|
| Verrechnung von Sachbezügen | 329 | 148 |
| Erträge aus Rückstellungen* | 150 | 9 |
| Erstattungen Aufwendungsausgleichsgesetz | 39 | 55 |
| Übrige sonstige betriebliche Erträge* | 17 | 27 |
| Investitionszuschuss | 0 | 21 |
| Gesamt | 535 | 260 |
- enthält periodenfremde Erträge
Insgesamt sind periodenfremde Erträge in Höhe von 155 Tsd. € (Vorjahr: 10 Tsd. €) in den sonstigen betrieblichen Erträgen enthalten. Diese resultieren überwiegend aus der Auflösung von Rückstellungen und Erträge aus Zuschreibungen im Zusammenhang mit in Vorperioden wertberichtigten Forderungen.
3. Materialaufwand
Der Materialaufwand umfasst im Wesentlichen den Bezug von Dienstleistungen in Form von Softwarebereitstellung in Höhe von 3.312 Tsd. € (Vorjahr: 3.290 Tsd. €) sowie den Bezug von Waren (Hardware) in Höhe von 1.623 Tsd. € (Vorjahr: 1.578 Tsd.€) und Gesprächsminuten (Airtime) in Höhe von 1.609 Tsd. € (Vorjahr: 1.711 Tsd. €).
4. Personalaufwand
Der Anstieg des Personalaufwands um 4.955 Tsd. € auf 25.725 Tsd. € (Vorjahr: 20.770 Tsd. €) resultiert im Wesentlichen aus dem Anstieg der Mitarbeiterzahl. Der Personalaufwand enthält Aufwendungen im Zusammenhang mit an Mitarbeiter von Tochtergesellschaften ausgegebenen Aktienoptionen in Höhe von 140 Tsd. € (Vorjahr: 132 Tsd. €). Im Jahr 2019 wurde durch die NFON AG ein Mitarbeiteraktienoptionsprogramm eingeführt. Zum Stichtag existieren der Aktienoptionsplan 2018 und der Aktienoptionsplan 2021. Bei den Aktienoptionen handelt es sich um nicht übertragbare Aktienoptionen, die an einen genau festgelegten Personenkreis ausgegeben werden und zum Bilanzstichtag den nachstehend aufgeführten Wert haben. Sämtliche Bezugsrechte aus den Programmen haben eine Wartezeit von 4 Jahren und eine Gesamtlaufzeit von 10 Jahren. Aus den Aktienoptionen aus dem Aktienoptionsplan 2018 können Bezugsrechte nur ausgeübt werden, wenn der Umsatz, wie im Konzernjahresabschluss für das Geschäftsjahr der Zuteilung der Optionen ausgewiesen, gegenüber dem Umsatz wie im Konzernjahresabschluss für das letzte Geschäftsjahr vor Zuteilung ausgewiesen, um 20 % gestiegen ist. Für Mitglieder des Vorstands ist außerdem eine Kappungsgrenze nach Maßgabe von Ziffer 4.2.3. des Deutschen Corporate Governance Kodex vorgesehen. Für den Aktienoptionsplan 2021 wird diese Ausübungsbeschränkung in der vierjährigen Wartezeit differenziert und nur auf wiederkehrendes und organisches Umsatzwachstum angewendet. Dabei gilt für das erste Jahr eine Steigerung der wiederkehrenden Umsatzerlöse von mindestens 15% und für die folgenden 3 Jahre von jeweils mindestens 20%, immer im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
| Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte | Tag der Gewährung / Berechtigte Mitarbeiter | Anzahl der Instrumente in Tsd. | Vertragliche Laufzeit der Optionen | Erwartete Fluktuation in % | Wert Option | Wert zum 31.12.2022 in TEUR | Wert gesamte Laufzeit |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Dem Vorstand zugesagte Optionen | |||||||
| Am 02.01.2019 | 199 | 48 Monate | 0 | 4,04 | 805 | 805 | |
| Am 28.06.2021 | 180 | 48 Monate | 0 | 6,23 | 0 | 0 | |
| Verfallen zum 31.12.2021 | -45 | ||||||
| Verfallen in 2022 | -135 | ||||||
| Mitarbeitern zugesagte Optionen | |||||||
| Am 02.01.2019 | 423 | 48 Monate | 20,58 | 4,07 | 1.476 | 1.478 | |
| Verwirkt zum 31.12.2020 | -11 | ||||||
| Verwirkt zum 31.12.2021 | -43 | ||||||
| Verwirkt zum 31.12.2022 | -6 | ||||||
| Am 09.05.2019 | 26 | 48 Monate | 20,58 | 4,76 | 90 | 98 | |
| Verwirkt zum 31.12.2020 | -5 | ||||||
| Verwirkt zum 31.12.2021 | -3 | ||||||
| Am 27.09.2019 | 47 | 48 Monate | 20,58 | 4,35 | 132 | 162 | |
| Verwirkt zum 31.12.2021 | -6 | ||||||
| Verwirkt zum 31.12.2022 | -33 | ||||||
| Am 20.12.2019 | 15 | 48 Monate | 20,58 | 3,44 | 31 | 41 | |
| Am 12.05.2020 | 8 | 48 Monate | 20,58 | 5,29 | - | - | |
| Verfallen in 2020 | -8 | ||||||
| Am 16.09.2020 | 6 | 48 Monate | 20,58 | 5,29 | - | - | |
| Verfallen in 2020 | -6 | ||||||
| Am 01.09.2021 | 215 | 48 Monate | 20,58 | 7,58 | - | - | |
| Verwirkt zum 31.12.2021 | -20 | ||||||
| Verfallen zum 31.12.2021 | -49 | ||||||
| Verfallen in 2022 | -146 | ||||||
| Aktienoptionen gesamt ausstehend zum 31.12.2022 | 603 | 2.534 | 2.584 |
39 Tsd. Optionen sind verwirkt, da die entsprechenden Mitarbeiter ausgeschieden sind.
281 Tsd. Optionen sind verfallen, da die zugrundeliegenden Ziele nicht erreicht wurden.
5. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen
| in Tsd. € | 2022 | 2021 |
|---|---|---|
| Planmäßige Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände | 139 | 162 |
| Planmäßige Abschreibungen auf Sachanlagen | 1.084 | 923 |
| Gesamt | 1.223 | 1.085 |
Die Abschreibungen sind aufgrund gestiegener Anschaffungen und entsprechend höherer Abschreibungen gestiegen. Die Abschreibung auf immaterielle Vermögensgegenstände beinhaltet 15 Tsd. € Abschreibung auf den im Jahr 2020 erworbenen Geschäfts- oder Firmenwert. Im Berichtsjahr wurden keine außerplanmäßigen Abschreibungen vorgenommen. Weiterführende Informationen sind dem Anlagenspiegel zu entnehmen.
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen
Der Gesamtbetrag der sonstigen betrieblichen Aufwendungen beträgt im Berichtsjahr 40.940 Tsd. € (Vorjahr: 37.192 Tsd. €) und beinhaltet im Wesentlichen die nachfolgen aufgegliederten Posten.
| in Tsd. € | 2022 | 2021 |
|---|---|---|
| Aufwand Transfer Pricing | 9.911 | 11.622 |
| Freelancer, Beratungskosten | 7.939 | 5.413 |
| Vertriebskosten | 6.668 | 5.875 |
| Werbung, Media, Messe | 5.068 | 5.268 |
| Instandhaltung, Wartung, EDV | 3.031 | 2.787 |
| Raumkosten | 1.969 | 1.579 |
| Softwarenutzung | 1.554 | 1.295 |
| Verwaltungskosten | 1.527 | 596 |
| Übrige sonstige betriebliche Aufwendungen | 506 | 184 |
| Personalrekrutierung, Fortbildung | 485 | 859 |
| Fuhrpark inkl. Kfz-Versicherung | 444 | 322 |
| Abschluss-, Prüfungskosten | 415 | 385 |
| Reisekosten | 360 | 187 |
| Supportkosten | 351 | 406 |
| Versicherungen, Beiträge und Abgaben | 265 | 192 |
| Aufsichtsratsvergütung | 243 | 189 |
| Betriebsveranstaltung | 179 | 34 |
| Spenden | 25 | - |
| Gesamt | 40.940 | 37.192 |
In den Kosten für Freelancer und Beratung sind im wesentlichen Aufwendungen für externe Beratung und Unterstützungsleistungen verbundener Unternehmen im Zusammenhang mit Vertrieb, Marketing, Technik und Entwicklung enthalten. Des Weiteren hat die NFON im Jahr 2022 in 2 größeren Projekten mit Hilfe von externen Beratern Möglichkeiten für Kapitalmarkttransaktionen evaluiert. In den Verwaltungskosten sind periodenfremde Aufwendungen in Höhe von 1.063 Tsd. € (Vorjahr: 16 Tsd. €) enthalten. Diese resultieren im Wesentlichen aus dem Aufwand für einen außergerichtlichen Vergleich mit einem Lieferanten für Aufwendungen aus Vorjahren von 850 Tsd. €. In den übrigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Forderungsverluste in Höhe von 184 Tsd. € enthalten.
7. Finanzergebnis
| in Tsd. € | 2022 | 2021 |
|---|---|---|
| Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens | 165 | 188 |
| davon aus verbundenen Unternehmen | 165 | 188 |
| Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 2 | 5 |
| Zinsen und ähnliche Aufwendungen | -277 | -319 |
| Davon an verbundene Unternehmen | -256 | -155 |
| Gesamt | -110 | -126 |
„-“ = Aufwand
Bei den sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträgen handelt es sich überwiegend um Erträge aus Sperr- und Mahngebühren. Die Zinsaufwendungen sind gegenüber dem Vorjahr um 42 Tsd. € auf 277 Tsd. € gesunken.
8. Sonstige Steuern
In den sonstigen Steuern werden Kfz-Steuern in Höhe von 5 Tsd. € (Vorjahr: 6 Tsd. €) ausgewiesen.
V. Sonstige Angaben
1. Gesamthonorar des Abschlussprüfers
Die KPMG AG WPG hat den Jahres- und Konzernabschluss der NFON AG geprüft. Die Angaben zu den Abschlussprüferhonoraren sind im Konzernabschluss der NFON AG enthalten. Auf die Veröffentlichung an dieser Stelle wird aufgrund der befreienden Konzernklausel des § 285 Nr. 17 HGB verzichtet.
2. Zahl der Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt
Während des Geschäftsjahres wurden entsprechend der Ermittlungsvorschriften aus § 285 HGB durchschnittlich 291 Arbeitnehmer (Vorjahr: 246) beschäftigt. Hierbei handelte es sich ausschließlich um Angestellte.
| Anzahl | 2022 | 2021 |
|---|---|---|
| Vollzeitkräfte | 259 | 227 |
| Teilzeitkräfte | 32 | 19 |
| Gesamt | 291 | 246 |
3. Vorstand
Die Mitglieder des Vorstands sind:
| Wohnort | Funktion und Beruf | Externe Mandate | |
|---|---|---|---|
| Dr. Klaus von Rottkay | München | Vorstandsvorsitzender CEO, promovierter Physiker | n.a. |
| Jan-Peter Koopmann | Nackenheim | CTO, Dipl. Wirtschaftsinformatiker | n.a. |
4. Aufsichtsrat
Dem Aufsichtsrat der NFON AG gehörten zum 31. Dezember 2022 folgende Mitglieder an:
- Rainer Christian Koppitz, Vorsitzender ausgeübter Beruf: CEO der Katek SE, München.
- Günter Müller, stellvertretender Vorsitzender ausgeübter Beruf: Executive Chairman der ASC Technologies AG, Hösbach.
- Dr. Rupert Doehner, ausgeübter Beruf: Rechtsanwalt, Geschäftsführer der RECON. Rechtsanwaltsgesellschaft mbH, München.
- Florian Schuhbauer, ausgeübter Beruf; Geschäftsführer Active Owneship Capital S.a.r.l und Active Ownership Corporation S.a.r.l., Grevenmacher, Luxembourg;
Rainer Koppitz übt neben seiner Organtätigkeit für die NFON AG noch den Aufsichtsratsvorsitz für die Cenit AG, Stuttgart aus. Florian Schubauer ist noch stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats der vita 34 AG, Leipzig sowie Mitglied des Aufsichtsrats der PNE AG, Cuxhaven.
5. Gesamtbezüge der Organmitglieder
Der Vorstand erhielt gem. § 314 Abs. 1 Nr. 6 a Satz 1 bis 3 HGB im Berichtsjahr eine Vergütung in Höhe von TEUR 1.005 (2021: TEUR 1.613). Im Vorjahr waren darin Gewährungswerte für aktienbasierte Vergütung in Höhe von TEUR 561 enthalten. (Berichtsjahr: TEUR 0). Insgesamt wurden im Vorjahr 180.000 Aktienoptionen gewährt. Im Berichtsjahr wurden keine Aktienoptionen gewährt.# Die Vorstandsvergütung setzt sich wie folgt zusammen:
| TEUR | 2022 | 2021 |
|---|---|---|
| Vorstandsvergütung Summe kurzfristige Vergütung | 1.005 | 1.052 |
| Summe aktienbasierte Vergütung (langfristiger Anreiz) | -7 | 137 |
| Summe Vergütung der Mitglieder der Geschäftsführung | 998 | 1.189 |
NFON AG Machtlfinger Str. 7 81379 München Blatt 21
Die kurzfristige Vergütung der Mitglieder des Vorstands beinhaltet Gehälter und Bonuszahlungen.
Die Aufsichtsratsvergütung setzt sich wie folgt zusammen:
| TSD. € | 2022 | 2021 |
|---|---|---|
| Aufsichtsratsvergütung Grundvergütung | 215 | 165 |
| Sitzungsgeld | 28 | 24 |
| Summe Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats | 243 | 189 |
6. Anteilsbesitz
Aufstellung des Anteilsbesitzes nach § 285 Nr. 11 HGB:
- NFON GmbH, St Pölten / Österreich
- Anteil: 100,00 %
- Jahresergebnis 2022: 293 Tsd. €
- Eigenkapital: +2.012 Tsd. €
- NFON UK Ltd., Maidenhead / Großbritannien
- Anteil: 100,00 %
- Jahresergebnis 2022: 392 Tsd. €
- Eigenkapital: +6.164 Tsd. €
- NFON Iberia SL, Madrid / Spanien
- Anteil: 100,00 %
- Jahresergebnis 2022: -160 Tsd. €
- Eigenkapital: -1.067 Tsd. €
- NFON Italia S.R.L, Mailand / Italien
- Anteil: 100,00 %
- Jahresergebnis 2022: 7 Tsd. €
- Eigenkapital: +571 Tsd. €.
- NFON France SAS, Paris / Frankreich
- Anteil: 100,00 %
- Jahresergebnis 2022: -29 Tsd. €
- Eigenkapital: +18 Tsd. €
- Deutsche Telefon Standard GmbH, Mainz
- Anteil: 100,00%
- Jahresergebnis 2022: 944 Tsd. €
- Eigenkapital: 7.560 Tsd. €
- NFON developments Lda., Lissabon / Portugal
- Anteil: 100,00%
- Jahresergebnis 2022: -37 Tsd. €
- Eigenkapital: 200 Tsd. €
- NFON Polska Sp.z.oo, Warschau, Polen
- Anteil: 100,00%
- Jahresergebnis 2022: -431 Tsd. €
- Eigenkapital: -565 Tsd. €
- Meetecho S.r.l., Neapel, Italien
- Anteil: 24,9%
- Jahresergebnis 2022: 178 Tsd. €
- Eigenkapital: 416 Tsd.€
Die angegebenen Jahresergebnisse und Eigenkapitalien basieren auf den Werten aus den von für Konsolidierungszwecke aufgestellten Jahresabschlüssen zum 31. Dezember 2022 unter Anwendung von konzerneinheitlichen Bilanzierungsgrundlagen.
NFON AG Machtlfinger Str. 7 81379 München Blatt 22
7. Konzernverhältnisse
Die NFON AG, München, erstellt den Konzernabschluss und Konzernlagebericht für die NFON Gruppe. Der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht der NFON AG, München, werden nach International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, erstellt, im Unternehmensregister elektronisch veröffentlicht und beim Amtsgericht München (HRB 168022) hinterlegt.
8. Ereignisse nach dem Abschlussstichtag (Nachtragsbericht)
Nach dem Bilanzstichtag sind keine Ereignisse eingetreten, die eine wesentliche Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens haben.
9. Erklärung gem. § 161 AktG zum Deutschen Corporate Governance Kodex
Am 30.04.2023 veröffentlicht die NFON AG für 2022 die nach § 161 AktG vorgeschriebene Erklärung und macht diese auf ihrer Homepage www.nfon.com unter der Rubrik Investor Relations zugänglich.
10. Ergebnisverwendung
Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung am 30.06.2023 vor, den Fehlbetrag in Höhe von -20.798 Tsd. € auf neue Rechnung vorzutragen.
NFON AG Machtlfinger Str. 7 81379 München Blatt 23
Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2022
| AHK am 01.01.2022 | Zugänge | Umbuchungen | AHK Abgänge | AHK 31.12.2022 | kumulierte Abschreibung am 01.01.2022 | Abschreibung 2022 | Abgang kumulierte Abschreibung | kumulierte Abschreibung 31.12.2022 | Buchwert 31.12.2022 | Buchwert 01.01.2022 | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | |||||||||||
| entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 767 | 26 | 793 | 513 | 124 | 638 | 155 | 253 | |||
| Geschäfts- oder Firmenwert | 150 | 150 | 26 | 15 | 41 | 109 | 124 | ||||
| Summe Immaterielle Vermögensgegenstände | 917 | 26 | 0 | 0 | 943 | 540 | 139 | 0 | 679 | 264 | 377 |
| II. Sachanlagen | |||||||||||
| technische Anlagen und Maschinen | 5.196 | 577 | -390 | 5.382 | 3.174 | 769 | -388 | 3.555 | 1.827 | 2.022 | |
| andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 1.685 | 431 | 70 | 2.186 | 1.218 | 315 | 1.532 | 654 | 467 | ||
| geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 45 | 59 | -70 | 34 | 34 | 45 | |||||
| Summe Sachanlagen | 6.926 | 1.067 | 0 | -391 | 7.602 | 4.392 | 1.084 | -388 | 5.088 | 2.514 | 2.534 |
| III. Finanzanlagen | |||||||||||
| Anteile an verbundenen Unternehmen | 29.826 | 1 | 29.827 | 29.827 | 29.826 | ||||||
| Ausleihungen an verbundenen Unternehmen | 5.793 | -3.565 | 2.229 | 2.229 | 5.793 | ||||||
| Beteiligungen | 625 | 625 | 625 | 625 | |||||||
| Summe Finanzanlagen | 36.244 | -3.564 | 0 | 0 | 32.680 | 0 | 0 | 0 | 0 | 32.680 | 36.244 |
| Gesamt | 44.087 | -2.471 | 0 | -391 | 41.225 | 4.932 | 1.223 | -388 | 5.767 | 35.459 | 39.155 |
NFON AG Machtlfinger Str. 7 81379 München Blatt 24
NFON AG Machtlfinger Str. 7 81379 München Blatt 25
München, den 24.04.2023
……………………………………………………………………………………………………………
Dr. Klaus von Rottkay Jan-Peter Koopmann
1 Versicherung der gesetzlichen Vertreter nach §§ 264 Abs. 2 Satz 3 und 289 Abs. 1 Satz 5 HGB
Nach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss der NFON AG ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt und im zusammengefassten Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Gesellschaft beschrieben sind.
München, 24. April 2023
Dr. Klaus von Rottkay
Vorstandsvorsitzender
Jan-Peter Koopmann
Vorstand
1 Zusammengefasster Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2022
2 Inhalt
- Grundlagen des Konzerns ... 5
1.1 Geschäftsmodell des Konzerns ... 5
1.2 Allgemeine Marktsituation ... 7
1.2.1 Marktcharakteristik im Einzelnen ... 8
1.2.2 Regulatorische Rahmenbedingungen ... 10
1.3 Organisation ... 11
1.3.1 Konzernstruktur und Standorte ... 11
1.3.2 Leitung und Kontrolle ... 12
1.4 Ziele und Strategien ... 12
1.5 Steuerung ... 14
1.5.1 Steuerungssysteme ... 14
1.5.2 Finanzielle und nicht-finanzielle Leistungsindikatoren ... 16
1.6 Forschung & Entwicklung ... 17 - Wirtschaftsbericht ... 17
2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen .............................................................................................................. 17
2.1.1 Gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Europa, Deutschland und wesentlichen Auslandmärkten .......................................................... 17
2.1.2 Wesentliche Absatzmärkte und Wettbewerbsposition der NFON Gruppe ................................................................................................. 19
2.2 Darstellung des Geschäftsverlaufs ... 24
2.3 Ertragslage ... 26
2.3.1 Konzernumsatz- und Konzernseatentwicklung ... 27
2.3.2 Umsatz- und Seatentwicklung nach Segmenten............................................................................................................................# 29 3 2.3.3 Entwicklung ARPU ... 32
2.4 Finanzlage ... 37
2.4.2 Liquiditätsanalyse ... 38
2.5 Vermögenslage ... 40
2.5.1 Lang- und kurzfristige Vermögenswerte ... 41
2.5.2 Eigenkapital ... 42
2.5.3 Lang- und kurzfristige Schulden ... 42
2.6 Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage ... 43
3. Nachtragsbericht ... 44
4. Risiko- und Chancenbericht... 44
4.1 Risiko- und Chancenmanagement... 44
4.2 Risiken der NFON Gruppe ... 47
4.3 Chancen der NFON Gruppe ... 50
4.4 Internes Kontrollsystem ... 52
5. Prognosebericht ... 54
6. Übernahmerelevante Angaben – Erläuternder Bericht des Vorstands zu den Angaben §§ 289a, 315a HGB ... 56
7. Konzernerklärung zur Unternehmensführung der Gesellschaft ... 59
8. NFON AG (HGB) ... 60
8.1 Ertragslage ... 60
8.2 Finanzlage ... 63
8.3 Vermögenslage ... 63
8.4 Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage ... 64
8.5 Risiken und Chancen ... 65
8.6 Prognosebericht ... 65
9. Definitionen und Abkürzungen ... 66
5
1. Grundlagen des Konzerns
1.1 Geschäftsmodell des Konzerns
Die NFON AG (kurz: „NFON“) mit Hauptsitz in München wurde 2007 gegründet und ist Anbieter von integrierter Business-Kommunikation in Europa. NFON zählt über 50.000 Unternehmen in 15 europäischen Ländern zu ihren Kunden und ist als Telekommunikationsunternehmen mit eigenen Gesellschaften in Deutschland, Österreich, Großbritannien, Spanien, Italien, Frankreich, Polen und Portugal vertreten. Darüber hinaus verfügt NFON über ein großes Partnernetzwerk von über 3.000 Partnern, über das der Vertrieb in den übrigen Ländern erfolgt.
1
Ihre Umsatz generiert die NFON Gruppe im Wesentlichen mit cloudbasierten Telekommunikationsdienstleistungen für Unternehmenskunden. Zusätzlich baut NFON das Produktportfolio in den Bereichen der Unified Communications & Collaboration, z. B. Meet & Share, Integration for Microsoft Teams oder der Business-Applikationen aus (zu den Begriffen Unified Communications & Collaboration bzw. Business-Applikationen siehe Erläuterungen in Abschnitt 1.2 „Allgemeine Marktcharakteristik“).
NFON bietet Leistungen in den folgenden Bereichen an:
* Businesskommunikation: Umfasst das Angebot von Telefonie, Videoanrufen, Screen-Sharing einschließlich der dazugehörigen Hardware-Komponenten
* Integration: Die Cloud-Telefonanlage von NFON wird in bestehende Systeme, Geschäftsprozesse und Arbeitsabläufe auf Seiten der Kunden integriert
* Kundenkontakt: Umfasst Produkte zur Optimierung des Kundenkontaktes
* Enablement: NFON bereitet Unternehmen auf die Cloud vor und stellt ihnen die richtige Infrastruktur zur Verfügung
NFON unterscheidet zwischen wiederkehrenden und nicht wiederkehrenden Umsätzen. Zu den wiederkehrenden Umsätzen zählen Monatsgebühren für alle Produkte und Lösungen sowie laufende Gesprächsgebühren und SDSL-Monatsgebühren. Dagegen sind nicht wiederkehrende Umsätze einmalige Umsätze aus dem Verkauf von Hardware, Einrichtungsgebühren der Cloud-PBX und sonstiger Produkte, z. B. CC Hub, Einrichtungsgebühren für SDSL oder Consultingdienstleistungen. Der Vertrieb erfolgt über fünf Kanäle, wobei der klare Fokus auf dem Vertrieb über Dealer Partner/Handelspartner liegt.
1
* Nicht geprüfte Angaben
6
* Direktvertrieb: Der direkte Vertrieb unterstützt im Wesentlichen die Vertriebspartner von NFON in Verkaufsgesprächen und bei technisch komplexen Angeboten (sog. Direct Touch Support). In ausgewählten Fällen übernimmt der Direktvertrieb NFON den Vertrieb direkt.
* Dealer Partner/Handelspartner: Der Handelspartner verfügt über eine eigene Kundenbasis und gewinnt neue Kunden hinzu, an die er die NFON Produkte und Lösungen vertreibt. Für diese Kunden übernimmt der Handelspartner den Service. NFON übernimmt die Lieferung der vertraglich vereinbarten Leistungen.
* Distributoren: Die Distributoren verfügen über ein eigenes Händlernetz und üben eine Zwischenfunktion zwischen Händler und Hersteller bzw. Dienstleister aus, indem sie das jeweilige Produkt in das eigene Händlernetzwerk vermitteln. Sie vermarkten in der Regel die Dienstleistungen von NFON nicht selbst.
* Wholesale-Partner/Großhandelspartner: Um den Ausbau der Kundenbasis zu beschleunigen, schließt NFON Vertriebsvereinbarungen mit Großhandelspartnern ab. Im Rahmen dieser Vereinbarungen stellt NFON die Dienstleistungen auf White-Label-Basis zur Verfügung. In diesen Fällen vermarkten die Wholesale-Partner die Dienstleistungen von NFON unter ihren eigenen Marken oder als Co-Branding unter ihrer eigenen
7
Marke und der NFON-Marke an Endkunden. Zwischen den Kunden der Wholesale-Partner und NFON besteht keine direkte Vertragsbeziehung. Innerhalb der Gruppe der Wholesale-Partner wird noch zwischen Partnern, die Sprachminuten beziehen oder nicht, unterschieden.
* Wholesale Distributoren: Wholesale Distributoren verfügen über weitere Wholesale-Partner bzw. ein eigenes Netz an Großhandelspartnern, über das die Dienstleistungen von NFON vertrieben werden.
1.2 Allgemeine Marktsituation
Während zu Beginn der 2000er-Jahre noch eine schrittweise Evolution der Kommunikation in Richtung IP-Telefonie stattfand, beschleunigte sich diese in den 2010er-Jahren erheblich durch die Einführung der Cloud-PBX Technologie und der damit verbundenen as-a-Service Verfügbarkeit von Geschäftstelefonie. Angetrieben durch die Covid-19 Pandemie und die wachsende Veränderung des Arbeitsalltags zur New Work wuchs und wächst dieser Teilbereich der Business-Kommunikation mehr und mehr mit anderen Lösungsbereichen innerhalb von Unternehmen zusammen: Die Vernetzung von Menschen, Maschinen, Prozessen und Services wird immer umfassender.# Verfügbare und verlässliche Informationen sind hierbei zum wichtigsten Erfolgsfaktor geworden. Der schnelle Zugriff auf alle relevanten Informationen ist Voraussetzung für wichtige Business- Entscheidungen. Insofern entwickelten sich parallel zu den Märkten für Geschäftstelefonie, Kollaboration und Videokommunikation die Märkte für Business Applikationen, Contact-Center-Lösungen und Communication Platforms. Markt für integrierte Business Kommunikation entsteht Das Bedürfnis Menschen, Maschinen, Prozesse und Services zu vernetzen, führt nunmehr verstärkt zum Bedürfnis der Unternehmen nach integrierten Lösungen. Waren Kollaboration und Videokommunikation also anfänglich getrennte Lösungen mit getrennten Märkten, fusionierten Kollaboration und Videokommunikation und schließlich auch der Markt für Geschäftstelefonie zum Markt der sogenannten „Unified Communications & Collaboration“ (UCC). Zugleich entwickelten sich die Märkte für Business Applikationen, Contact-Center-Lösungen und Communication Platforms und bildeten gemeinsame Schnittstellen aus. Damit wachsen die Märkte für UCC, Business Applikationen, Contact- Center-Lösungen und Communication Platforms immer weiter zum Markt der integrierten Business Kommunikation zusammen. Communications Platforms as a Service ein weiterer Teil des Marktes für integrierte Business Kommunikation Nach und nach dringt auch der Markt für Communications Platforms as a Service (CPaaS) in die Märkte für UCC, Business Applikationen und Contact-Center-Lösungen ein und wird zum Bestandteil des Marktes für integrierte Business Kommunikation. Hierbei handelt es sich um ein Cloud-basiertes Bereitstellungsmodell, das es Unternehmen ermöglicht, Geschäftsanwendungen durch den Einsatz von Programmschnittstellen (API) um Echtzeit- Kommunikationsfunktionen wie Sprache, Video und Messaging zu erweitern. CPaaS wird zum einen von Organisationen eingesetzt, die Kommunikation in ihre Geschäftsanwendungen einbetten wollen, zum anderen von Cloud-Providern und Entwicklern, die ihren Anwendungen und Diensten Kommunikationsfunktionen hinzufügen möchten. 8 Kommunikationslösungen werden zunehmend integrierter Das Spektrum an Kommunikationslösungen für Unternehmen wird mit diesen Entwicklungen zunehmend integrierter und komplexer: So gibt es in allen Bereichen der Unified Communication Lösungen und Anbieter, die spezialisierte Anwendungsfälle abbilden können. Zugleich schafft die Integration all dieser Lösungen mit anderen Prozessen und Lösungen aus dem Bereich der Contact-Center-Lösungen und der Business- Applikationen innerhalb eines Unternehmens bzw. der IT Infrastruktur dieses Unternehmens einen spürbaren Mehrwert für Unternehmen. Mit dem Ergebnis, dass sich Kundenerfahrungen durch gut ausgeführte Integration deutlich verbessern lassen und interne Prozesse wesentlich effizienter gestaltet und automatisiert werden können.
1.2.1 Marktcharakteristik im Einzelnen
2 Markt für Unified Communications & Collaboration (UCC): Markt für Videokonferenzen, Chatfunktionen, Software zur digitalen Zusammenarbeit und Geschäftstelefonie
Unified Communications & Collaboration (UCC) Dienstleistungen und Produkte vereinen verschiedene Kommunikationsdienste. So wird der immer stärker werdenden Flexibilität und Veränderungen von Arbeitsmodellen und -weisen Rechnung getragen. Mit Hilfe vielfältiger Angebote nach intern als auch nach extern besteht die Möglichkeit, mit nur einer Lösung eine Vielzahl an kommunikativen Möglichkeiten abzudecken, und somit die Erreichbarkeit wie auch Produktivität der Mitarbeitenden verbessern. Ein wesentliches Merkmal von UCC-Produkten ist die Möglichkeit der synchronen Kommunikationsform, bei denen die Teilnehmer in Echtzeit miteinander interagieren und verschiedene Kommunikationskanäle (auch synchron) nutzen können.
Unified Communications (UC) umfasst im Wesentlichen zwei Aspekte:
1. Eine vom Aufenthaltsort unabhängige Kommunikation, etwa über eine einheitliche Rufnummer, die zugleich für Fax, Festnetzanschluss oder Mobiltelefon genutzt wird.
2. Anwender können aus einer bereits stattfindenden Kommunikation neue Darstellungsformen starten. So ist es beispielweise möglich während einer Videokonferenz gleichzeitig mit anderen Teilnehmer über die Chatfunktion zu kommunizieren.
Zu der reinen Kommunikation gesellte sich die Möglichkeit der Zusammenarbeit (Collaboration) in Echtzeit hinzu. Damit verbunden sind Funktionalitäten wie das Teilen von Bildschirmen, das gemeinsame Arbeiten an einem Dokument von verschiedenen Orten aus oder die Nutzung von virtuellen Whiteboards.
2 Vgl. https://www.uctoday.com/unified-communications/what-is-unified-communications/ (30. März 2023)
9
Markt für Geschäftstelefonie als Teil von UCC: Markt für im unternehmerischen Kontext genutzte Telefonanlagen. Klassische Vor-Ort- Telefonanlagen werden zunehmen durch Cloud-Telefonanlagen ersetzt. Bis zur Pandemie waren die Märkte für Geschäftstelefonie und UCC deutlich voneinander getrennte Märkte. Das zunehmende Bedürfnis der Kunden nach einer einheitlichen Kommunikationsplattform, die sowohl Videotelefonie, Telefonie als auch Zusammenarbeit ermöglichen, führt dazu, dass nunmehr der UCC-Markt mit dem Markt für Geschäftstelefonie zusammenwachsen und Geschäftstelefonie als Teil des UCC-Marktes verstanden wird. Der Markt für Geschäftstelefonie als Teil von UCC unterteilt sich in drei große Bereiche: den Markt für die klassische Vor-Ort- Telefonanlagen (On-premise PBX), die private aber nicht mehr Vor-Ort-Telefonanlagen (Hosted PBX) und die Cloud-Telefonanlagen.
Schematische Darstellung der technologischen Unterschiede im Bereich der Geschäftstelefonie in Europa:
10
Markt für Business Applikationen: Markt für Software-Produkte, die zur Unterstützung der Administration von Unternehmen und Organisationen eingesetzt werden wie zum Beispiel Enterprise-Resource-Planning-Systeme (ERP-Systeme)
Applikationen werden zur Unterstützung der Administration von Unternehmen eingesetzt. Applikationen können sowohl einfache Standardsoftware, zum Beispiel zur Textverarbeitung oder Adressverwaltung, anwendungsbezogene Standardsoftware, beispielsweise für Buchhaltung oder Lagerwesen, oder auch spezielle, auf Branchenlösungen zugeschnittene Individualsoftware sein.
Markt für Contact-Center-Lösungen
Unter Contact Center as a Service (CCaaS) ist eine Software as a Service (SaaS)-basierte Anwendung zu verstehen, die es Kundenservice- Organisationen ermöglicht, Kundeninteraktionen über viele Kommunikationskanäle (multichannel oder omnichannel) ganzheitlich zu verwalten. Im Detail beschreibt Contact Center as a Service die Kombination von Cloud-basierter Contact Center-Infrastruktur und Contact Center-Hosting zum Betrieb und zur Verwaltung der Contact Center-Infrastruktur vor Ort. Contact Center as a Service ermöglicht es, sich nur für eine bestimmte Funktion oder Technologie zu entscheiden, was zu geringeren Integrations-, IT- und Supportkosten führt. Unternehmen können diese Dienste selbst verwalten oder an Dritte auslagern. Einige Unternehmen nutzen auch eine Kombination aus eigener und verwalteter Infrastruktur mit einem Hybridmodell 3 .
Markt für Communications Platforms
Communications Platform as a Service (CPaaS) ist ein Cloud-basiertes Bereitstellungsmodell, das es Unternehmen ermöglicht, Geschäftsanwendungen durch den Einsatz von Programmschnittstellen, auch API (Application Programming Interface) genannt, um Echtzeit- Kommunikationsfunktionen wie Sprache, Video und Messaging zu erweitern. Über APIs können aber auch verschiedene Lösungen direkt von den jeweiligen Anbietern dieser Lösungen oder externen Partnern miteinander verbunden werden und somit immer neue spezifische Lösungen entwickelt werden. So wird zunächst die Anbindung anderer Software-Produkte deutlich leichter. Dann können aber auch dritte Parteien diese Schnittstelle nutzen, um weitere Anwendungen zu integrieren.
1.2.2 Regulatorische Rahmenbedingungen
Seit der Liberalisierung und Harmonisierung des deutschen Telekommunikationsrechts (1989) unterliegen die Erbringung von Telekommunikationsdiensten und der Betrieb von Telekommunikationsnetzwerken dem Telekommunikationsgesetz („TKG“, ursprüngliche Fassung vom 25. Juli 1996, letzte Neufassung vom 22. Juni 2004, letzte Änderung vom 19. Juni 2020) sowie bestimmten, das Telekommunikationsgesetz ergänzenden Vorschriften. Damit unterliegt auch NFON den Bestimmungen des TKG. Die für die Regulierung des deutschen Telekommunikationsmarktes zuständige Behörde ist die Bundesnetzagentur (BNetzA). Vergleichbare Regulierungsbehörden, zu
3 Fortune Business Insight: Contact Center as a Service Market. Europe Industry Analysis, Insights and Forecast, 2020 – 2027, Report 2020
11
denen auch die Europäische Kommission zählt, finden sich ebenfalls in den übrigen europäischen Ländern. Die Erbringung von Telekommunikationsdiensten in der Europäischen Union erfordert keine Lizenz einer Regulierungsbehörde. Als kommerzielle Anbieterin von öffentlich zugänglichen Telekommunikationsdiensten muss NFON der BNetzA die Aufnahme, jede Änderung und die Beendigung der Geschäftstätigkeit mitteilen. Daneben finden sich im TKG auch Melde- und Informationspflichten in Bezug auf Sicherheitsvorfälle mit beträchtlichen Auswirkungen auf den Netzbetrieb oder die Diensterbringung sowie für den Fall einer Verletzung des Schutzes personenbezogener Daten, denen die NFON entsprechend nachkommt. Regulierungsbehörden wie die BNetzA können der Gesellschaft Verpflichtungen in Bezug auf die Erbringung der angebotenen Dienstleistung auferlegen. Da NFON im Rahmen ihrer gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Daten erhebt, speichert und nutzt, unterliegt die Gesellschaft zudem den Datenschutzgesetzen und -vorschriften von Bundes-, Landes- und ausländischen Regierungsbehörden.
1.3 Organisation
1.3.1 Konzernstruktur und Standorte
Die Konzernstruktur zum 31. Dezember 2022 wird in der nachfolgenden Übersicht dargestellt.# H1
1.3.2 Leitung und Kontrolle
Die Vorstände der NFON AG arbeiten eng mit den weiteren Führungskräften der gesamten NFON Gruppe zusammen. Ein vierköpfiger Aufsichtsrat überwacht die Tätigkeit des Vorstands und berät diesen.
1.4 Ziele und Strategien
Ein dynamisches Marktumfeld, ein Geschäftsfeld, das sich inmitten einer Phase der Disruption befindet, und eine Technologie, die bereits eine starke Position in dem neu entstehenden Markt der integrierten Business-Kommunikation innehat: Dies ist die Position, die NFON für weiteres Wachstum nutzen will. In den vorherigen Jahren lag der Fokus, begründet durch die enormen Wachstumsraten im Markt, nahezu ausschließlich auf der schnellen Erhöhung der auf Nebenstellen (Seats) bezogenen Kundenbasis sowie der Erschließung neuer Märkte. Durch die Veränderungen der Marktdynamiken in einem sich insgesamt abkühlenden wirtschaftlichen Umfeld hat NFON bereits im zweiten Halbjahr 2022 die Weichen klar umgestellt und zielt jetzt auf ein profitables Wachstum. Grundsätzlich bleibt es bei den drei auf Umsatzwachstum ausgerichteten Säulen der Strategie: Produktwachstum, Ausbau des Vertriebs (Channel) sowie Partnerschaften und Allianzen. Im Sinne der Profitabilitätssteigerung wurden darüber hinaus übergreifend bereits Maßnahmen zur Verringerung der Kostenbasis und damit zur Steigerung der Profitabilität durchgeführt. Im Zuge der Schärfung der NFON Wachstumsstrategie rückt auch Nachhaltigkeit als strategische Komponente noch stärker in den Fokus. Nicht zuletzt durch Initiativen wie die am 14. Dezember 2022 verabschiedete Richtlinie (EU) 2022/2464 des Europäischen Parlaments und des Rates zur Änderung der Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen 4 oder der am 27. Juni 2022 in Kraft getretene, insbesondere im Bereich der nachhaltigen Unternehmensführung überarbeitete Corporate Governance Kodex und die Neuausrichtung vieler Unternehmen im Technologie- Bereich ist nachhaltiges Handeln eine Voraussetzung für erfolgreiches wirtschaftliches Handeln. Auf Basis dieser Prämissen sieht NFON daher Nachhaltigkeit als integralen Strategie-Baustein der Unternehmensstrategie.
Die Wachstumsstrategie der NFON Gruppe steht auf drei Säulen: Produktwachstums, Ausbau zur Best-in-Class Channel-Organisation sowie Beschleunigung des Wachstums durch Partnerschaften und Allianzen. Diese werden im Folgenden erläutert:
1. Produktwachstum
Eines der primären Ziele von NFON ist es, ihr Kernangebot weiter zu verbessern und die Kundenanzahl zu steigern. Im Fokus der Entwicklung stehen hierbei die Cloud-PBX / Voice- und Integrations-Fähigkeiten der Kommunikationsplattform. Das Unternehmen will sich 4 Verordnung (EU) Nr. 537/2014 und Richtlinien 2004/109/EG, 2006/43/EG und 2013/34/EU 13 hierbei auf die Verbesserung des Kundenerlebnisses, der sogenannten User Experience (UX) und den Ausbau der Funktionen für große Unternehmen (Enterprise PBX-Funktionen) konzentrieren. Damit will NFON den für das Unternehmen adressierbaren Markt der Plattform vergrößern. Darüber hinaus plant NFON eine Erweiterung bzw. Vertiefung der Integration in andere Geschäftsprozesse und -systeme wie CRM- oder ERP-Lösungen. Dieses Vorgehen ermöglicht zudem die stärkere Fokussierung auf spezielle Branchen bzw. Industriefelder. Für diese Branchen entwickelt NFON spezielle und integrierte Lösungen. Neben den Angeboten für die Hotellerie, in denen NFON bereits aktiv ist, gehören der Bereich Handel und Logistik, Gesundheitswesen sowie der Öffentliche Sektor zu Bereichen, in denen NFON seine Aktivitäten verstärken wird. Neben diesen tieferen Integrationen in die Unternehmensprozesse liegt der Fokus insbesondere auch auf der Integration in bzw. von Microsoft Teams. Angebote zur Erweiterung von Teams zur vollwertigen Telefonie- bzw. Kommunikationslösung sowie die Integration der NFON-Plattform in Microsoft Teams in verschiedenen Varianten ermöglichen eine breite Abdeckung des Marktbedarfs. Bei einem zu erwartenden hohen Wachstum von Microsoft Teams als Kollaborations-Lösung ist eine führende Position in diesem Segment ein wichtiger Baustein für das Wachstum. Neben der Erweiterung der Möglichkeiten und Zielgruppen der Kernplattform plant NFON einen weiteren Ausbau des Bereichs Contact Center-as-a-Service (CCaaS), um sich in diesem noch jungen Markt weiter zu etablieren. Ein Ausbau der bestehenden Integrationen hin zu offenen Schnittstellen (API) zur tieferen Integration von weiteren Applikationen bzw. Nutzung von NFON als Anbieter in Drittlösungen schafft die Grundlage auch für weiteres mittel- und langfristiges Wachstum.
2. Ausbau zur Best-in-Class Channel-Organisation
Der indirekte Vertrieb über Partner und Reseller (Channel) ist insbesondere im europäischen IT-Umfeld ein entscheidender Erfolgsfaktor. Aus diesem Grund legt NFON weiterhin den größten Fokus auf den Auf- und Ausbau eines hervorragenden Channels und einer herausragenden Channel-Infrastruktur. Um dies zu erreichen, hat NFON 2022 das neue internationale Partnerprogramm NGAGE ausgerollt. Mit NGAGE will NFON attraktiver für neue Partner werden. Insgesamt wurde das Partnerprogramm für den Partner klarer und transparenter strukturiert, so dass jeder Partner genau die Dienstleistungen und Tools zur Partnerentwicklung und die finanziellen Vorteile kennt. Partner können sich innerhalb von drei Stufen – Silber, Gold, Platinum – entwickeln. Jede Stufe beinhaltet definierte Zielvorgaben und entsprechende Provisionssätze. Ergänzend hat NFON eine neue Partner-Management-Plattform entwickelt, die kontinuierlich ausgerollt und mit weiteren Features erweitert wird. Mit dieser Plattform soll die sowohl die Kommunikation verbessert also auch das effiziente Management der Kundenbeziehungen ermöglicht werden. Darüber hinaus soll zusätzlich zu den Partnern aus der Telekommunikation verstärkt Partner aus dem IT-Segment hinzugewonnen werden.
3. Wachstum durch Partnerschaften und Allianzen
Neben der eigenständigen Weiterentwicklung der Produkte sowie des Ausbaus des Channels sieht NFON starkes Wachstumspotential im Bereich der strategischen Partnerschaften in drei Bereichen:
a. Technologische Partnerschaften: In einem kompetitiven und enorm innovativen Umfeld ist wenig sinnvoll, jegliche Innovation selbst zu entwickeln. Daher setzt NFON vermehrt auf die Partnerschaft mit anderen Anbietern, um die Innovationskraft weiter zu verstärken.
b. Partnerschaften in Vertrieb und Distribution: Auf dem Fundament bestehender Partnerschaften wie beispielsweise mit Telefónica Deutschland oder der Deutschen Telekom will NFON weitere Partnerschaften auf- bzw. ausbauen und so insbesondere im Bereich Enterprise und Verticals sowie in der integrierten Business-Kommunikation weiter wachsen
c. Allianzen und strategische Partnerschaften: Über Allianzen und strategische Partnerschaften, wie etwa mit dem italienischen Unternehmen Meetecho, kann NFON sich Technologien oder Marktpositionen sichern. Neben diesen Wachstumsaktivitäten sondiert NFON den Markt für M&A-Aktivitäten sowohl im Bereich der Technologie als auch im Sinne der Konsolidierung im Bereich der Kommunikations-Lösungen.
Flankierend zu den drei auf Umsatzwachstum bezogenen strategischen Säulen verfolgt NFON verstärkt das Ziel der Profitabilität. Hierzu wurden bereits im zweiten Halbjard 2022 entsprechende profitabilitätssteigernde Maßnahmen durchgeführt. 2023 kommen in diesem Sinne noch Maßnahmen zur Prozessverbesserung und zur Förderung der Eigenverantwortung der Mitarbeitenden hinzu. Darüber hinaus hat sich der Vorstand ausdrücklich dem im doppelten Sinne nachhaltigen Wachstums verschrieben. Damit sieht sich der Vorstand auch strategisch dem Ziel verpflichtet, die Bedürfnisse der heutigen Generation zu erfüllen, ohne die Fähigkeit zukünftiger Generationen, ihre eigenen Bedürfnisse zu erfüllen, zu beeinträchtigen. Details zu den vom Vorstand gesetzten Nachhaltigkeitszielen, -maßnahmen und -kennzahlen finden sich in der nicht finanziellen Erklärung, die gesondert veröffentlicht wird. Mit einer gezielten Erweiterung des Produkt-Portfolios, dem Ausbau zur führenden Channel-Position sowie selektiven strategischen Partnerschaften bei einer klaren Profitabilitäts-Strategie sieht NFON sich gut positioniert, in den nächsten Jahren zu einem führenden Anbieter für integrierte Business-Kommunikation in Europa zu werden.
1.5 Steuerung
1.5.1 Steuerungssysteme
Der Vorstand der NFON AG hat für die Steuerung der Gruppe ein internes Managementsystem eingeführt, das in der folgenden Grafik wiedergegeben ist:
1.5.2 Finanzielle und nicht-finanzielle Leistungsindikatoren
Die Steuerung der NFON Gruppe erfolgte 2022 über folgende Leistungsindikatoren:
- Seatwachstum;
- wiederkehrende Umsatzerlöse und die zugehörige Wachstumsrate;
- Anteil wiederkehrender Umsätze am Gesamtumsatz;
- Gesamtumsatz;
- Blended ARPU – im weiteren Verlauf ARPU;
- EBITDA (bereinigt).
Mit diesen Leistungsindikatoren war sichergestellt, dass das Unternehmen die für das Erreichen der Wachstumsziele definierten Maßnahmen analysieren und steuern sowie den Erfolg messen kann. NFON unterteilt diese Indikatoren darüber hinaus noch in 2 Gruppen, die bedeutsamsten Leistungsindikatoren und die Leistungsindikatoren. Im Geschäftsjahr 2022 hat NFON als bedeutsamste Leistungsindikatoren das Seat-Wachstum, die Wachstumsrate der wiederkehrende Umsatzerlöse und sowie den Anteil der wiederkehrender Umsätze am Gesamtumsatz definiert. Das Seatwachstum von Bilanzstichtag zu jeweiligem Stichtag ist die Basis für die wiederkehrenden Umsätze und gehört zu den nicht-finanziellen Leistungsindikatoren. Mit dem Wachstum der aus der Gesamtheit der Seats generierten wiederkehrenden Umsätze und der erfolgreichen Entwicklung des Anteils der wiederkehrenden Umsätze am Gesamtumsatz zeigt sich die Nachhaltigkeit und Stabilität des Geschäftsmodells der NFON Gruppe.# NFON Gruppe
1.6 Forschung & Entwicklung
Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten konzentrierten sich im Geschäftsjahr 2022 auf die fortlaufende Erweiterung und Verbesserung der Cloud-Telefonie durch weitere UC-Funktionalitäten, die Einführung des Contact Center Hub sowie neue Desktop-Apps mit besserer Systemintegration und damit einer weiter verbesserten User Experience. Im Berichtsjahr sind im Konzern 10,3 Mio. EUR (2021: 8,6 Mio. EUR) F&E-Aufwendungen für Produktentwicklung ohne Entwicklungsaufwendungen für selbsterstellte Software im Zusammenhang mit dem neu eingeführten BSS angefallen. Davon wurden 5,3 Mio. EUR (2021: 4,2 Mio. EUR) als immaterielle Vermögenswerte sowohl von Mitarbeitenden als auch von externen Dienstleistern aktiviert. Die Aktivierungsquote liegt im Berichtsjahr bei 51,5 % (2021: 46,9 %). Im Berichtsjahr wurden planmäßige Abschreibungen von 2,1 Mio. EUR (2021: 2,9 Mio. EUR) auf aktivierte Entwicklungsprojekte erfasst. Daneben wurden Entwicklungsaufwendungen für selbsterstellte Software sowohl von Mitarbeitenden als auch von externen Dienstleistern in Höhe von 2,0 Mio. EUR (2021: 2,5 Mio. EUR) aktiviert.
- Wirtschaftsbericht
2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen
2.1.1 Gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Europa, Deutschland und wesentlichen Auslandmärkten
Die Wirtschaft im Euroraum zeigte sich zunächst im Jahresverlauf 2022 ungeachtet der Auswirkungen des Russland-Ukraine-Krieges robust. Anhaltend hohe Energiepreise, eine anhaltend hohe Inflation sowie steigende Zinsen wirkten sich jedoch zum Jahresende 2022 negativ auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung aus.
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Euroraum entwickelte sich in der Folge im Jahr 2022 laut Angaben des Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW) positiv um 3,5 %, nachdem im Vorjahr ein Zuwachs um 5,3 % verzeichnet werden konnte.
Auch der NFON-Heimatmarkt Deutschland zeigte trotz der schwierigen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen eine insgesamt beständige wirtschaftliche Entwicklung. Für das Jahr 2022 weist das Statistische Bundesamt einen Zuwachs der deutschen Wirtschaftsleistung um 1,9 % aus (2021: 2,6 %).
Im Zuge der Erholung von den Auswirkungen der Coronapandemie fungierten insbesondere die privaten Konsumausgaben in den ersten drei Quartalen 2022 als tragende Wachstumsstütze. Die Auswirkungen des Russland-Ukraine-Krieges und damit einhergehende Energiepreiserhöhungen führten im Jahresverlauf jedoch zu einer Stagnation der deutschen Wirtschaftsleistung.
Der ifo-Geschäftsklimaindex, ein wichtiger Indikator für die deutsche Konjunktur, verzeichnete im Februar 2022 einen Höchststand von 98,8 Punkten. Im weiteren Jahresverlauf entwickelte sich dieser rückläufig, verzeichnete gegen Jahresende jedoch erneut einen leichten Zuwachs auf 88,6 Punkte im Dezember. Diese Entwicklung ist vornehmlich durch die Auswirkungen der globalen Konjunkturabschwächung, verbunden mit anhaltend hohen Inflationsraten und gestiegenen Preisen zu begründen.
Der größte Auslandsmarkt der NFON AG ist Großbritannien. Die britische Wirtschaft wurde im vergangenen Jahr weiter durch die anhaltenden Auswirkungen der Coronapandemie belastet. Für das Gesamtjahr 2022 sehen die Experten des IfW dennoch einen insgesamt deutlichen Anstieg des BIPs in Großbritannien um 4,0 % (2021: 7,6 %).
Ein weiterer wichtiger Auslandsmarkt der NFON AG ist Österreich. Die österreichische Wirtschaft konnte bis zum Sommer 2022 ein kräftiges Wachstum, resultierend aus der allmählichen Erholung von der Coronapandemie und gestiegenen Warenexporten, verzeichnen. Insbesondere im zweiten Halbjahr zeigte sich allerdings auch hier die Wirtschaft durch den weltweiten Konjunkturabschwung und eine hohe Preisdynamik negativ beeinträchtigt. Entsprechend belief sich das BIP-Wachstum 2022 auf 5,0 % nach 4,7 % im Vorjahr.
Die Konjunkturabschwächung 2022 in den Zielmärkten der NFON Gruppe gegenüber dem Vorjahr spiegelte sich auch in der operativen Entwicklung der NFON im abgelaufenen Geschäftsjahr 2022 wider. So waren eine deutliche Zurückhaltung im Investitionsverhalten der Unternehmen in den für NFON relevanten Märkten und dadurch bedingt verlängerte Verkaufszyklen erkennbar.
2.1.2 Wesentliche Absatzmärkte und Wettbewerbsposition der NFON Gruppe
Mit der im Frühjahr 2021 veröffentlichten Wachstumsstrategie hat NFON eine Justierung ihrer Strategie vorgenommen. Sah sich das Unternehmen bis dahin als Anbieter von Cloud-Telefonanlagen und somit im Markt für Cloud-Telefonanlagen angesiedelt, wurde der Radius um die Märkte für Unified Communications & Collaboration sowie Contact Center und Business Applikationen vergrößert. Dieser Fokus wurde mit der Strategie weiterentwickelt, wobei die Marktdynamik die Fokussierung auf die Integration der verschiedenen Kommunikationskanäle notwendiger macht.
Geografisch sieht NFON nach wie vor Europa als ihren Kernmarkt an. Mit der auch in Europa zunehmenden Akzeptanz von Cloud-Produkten und -Dienstleistungen beschleunigt sich die Digitalisierung und damit das Wachstumspotenzial. Dabei muss beachtet werden, dass die Durchdringungsrate von Cloud-Produkten und -Dienstleistungen über alle Produkte und Länder hinweg nach wie vor sehr unterschiedlich ist. NFON konzentriert sich primär auf Märkte mit geringerer Cloud-Penetration, da dort höhere Wachstumschancen und ein weniger dichtes Wettbewerbsumfeld zu erwarten sind.
Markt für Cloud-Telefonie
Der europäische Gesamtmarkt für Telefonie zählt rund 128 Mio. Nebenstellen. Werden die Angaben der Marktforscher und die unternehmenseigenen Annahmen zusammengefasst, so sind davon erst rund 28 % der Nebenstellen, also rund 36 Mio., in der Cloud. Dabei kann auf Basis der Annahmen von MZA von einem CAGR (2022 – 2026) von rund 10 % im Bereich Cloud PBX ausgegangen werden, bei der von NFON angebotenen Multi-Tenant Technologie gar von einem CAGR (2022 – 2026) von 13 %. Insgesamt würde die Anzahl der Nebenstellen in der Cloud (Multi-Tenant) bis 2027 auf rund 47,5 Mio. ansteigen.
Im weltweiten Vergleich zeigt sich Nordamerika mit einer Durchdringungsrate von rund 51 % (rund 44 Mio. Nebenstellen in der Cloud) als am weitesten in der Nutzung von Cloud-Telefonie entwickelt.
| | Cloud-PBX in Europa (Durchdringung in %, blau) | CAGR (2022-2026) | CAGR (2022-2026) | CAGR (2022-2026) | CAGR (2022-2026) | CAGR (2022-2026) | CAGR (2022-2026) |
| :---------------------------- | :---------------------------------------------: | :--------------: | :--------------: | :--------------: | :--------------: | :--------------: |
| | | 20,4 % | 15,5 % | 18,5 % | 11,6 % | 21,3 % | 12,6 % |
Seit Mai 2021 hat NFON eine eigene Vertriebsgesellschaft in Polen.Da der Wettbewerb in Polen wie auch weiteren Ländern in Osteuropa noch gering und somit auch die Durchdringungsrate niedrig ist 23, sieht NFON mit ihrer durch die Partner bereits erworbenen Präsenz, dem geringen 22 Angaben zu den Durchdringungsraten: Cavell Group: "Cloud Comms Market Report Q2 2022"; Angaben zum CAGR NFON eigene Kalkulation basierend auf den Angaben von Cavell Group: "Cloud Comms Market Report Q2 2022" 23 Nicht geprüfte Angabe
| Land | Nicht-Telefonie | Telefonie |
|---|---|---|
| Deutschland | 12,9 | 87,1 |
| Großbritannien | 38,9 | 61,1 |
| Österreich | 21,4 | 78,6 |
| Italien | 18,3 | 81,7 |
| Frankreich | 14,4 | 85,6 |
| Spanien | 40,4 | 59,6 |
| Polen | 7,7 | 92,3 |
Wettbewerb und der niedrigen Durchdringungsrate sehr gute Wachstumschancen. Bei einem CAGR (2022 – 2026) von 11 % in Osteuropa stellt Polen als größte Volkswirtschaft in diesem Bereich einen spannenden Markt mit hohem Wachstumspotential dar. CAGR (2021-2025) 12 % 24
Wettbewerbssituation
Aus Sicht des Managements ist das Wettbewerbsumfeld vielschichtig. Sehr ähnlich vom Angebot sind die nordamerikanischen Unternehmen RingCentral und 8x8. Sie verfügen ebenso wie NFON über eine selbst entwickelte Cloud-Telefonanlage und haben ihr angebotenes Produktportfolio seit über zehn Jahren durch die Integration von Kommunikationsmedien in einer einheitlichen Anwendungsumgebung (Unified Communications (UC)-Angebote) deutlich erweitert. 25 Dazu agieren sie in mehreren Ländern. Nach eigenen Marktbeobachtungen verstärkte insbesondere RingCentral in den vergangenen Jahren ihre Aktivitäten in Kontinentaleuropa, wobei diese Bemühungen durch die Marktdynamik zumindest in einigen Ländern, beispielsweise in Deutschland, auch wieder reduziert wurden. 26
Weiterhin entstehen durch die fortschreitende Konsolidierung im europäischen Markt weitere Unternehmen, die sich international aufstellen, jedoch mit heterogenen technischen Plattformen, da über die Akquise verschiedener Anbieter deren proprietären Lösungen im Portfolio sind und eine Migration dieser Plattformen technisch sehr aufwändig ist, darunter enreach, Gamma, Telavox oder dstny. 27 Bislang nimmt NFON diesen Wettbewerb zwar als sichtbar, jedoch nicht als kritisch wahr, da durch die Heterogenität dieser Anbieter in den verschiedenen Märkten kein identisches Angebot zu NFON hinsichtlich Marktpräsenz oder Stärke einer einzelnen Plattform besteht. Weitere Anbieter aus angrenzenden Feldern wie Collaboration, CCaaS oder CPaaS wie Zoom oder LogMeIn versuchen zudem, weiter Fuß im Markt zu fassen, sind jedoch ob des noch geringen Featuresets im Bereich der 24 Zahlen basieren auf Schätzungen des Unternehmens 25 Nicht geprüfte Angabe 26 Nicht geprüfte Angabe 27 Nicht geprüfte Angabe 22 klassischen Telefonie nur für spezielle Anforderungen geeignet. 28
Durch seine Europäische Präsenz mit einer einheitlichen Plattform ist NFON nach wie vor einer der wenigen Anbieter (siehe RingCentral und 8x8), der europaweit die gesamte Wertschöpfung eines Cloud-PBX Anbieters anbieten kann. Die Leistungsfähigkeit der Plattform und die Weiterentwicklung in Richtung UCaaS erfolgt dabei mit dem Markt. In Verbindung mit dem Siegel Made in Germany und der Fokussierung auf die Integration der Plattform in weitere Business-Applikationen bzw. der Integration von NFON Lösungen in diese Applikationen sieht sich NFON in diesem Wettbewerbsumfeld gut aufgestellt.
Markt für UCCaaS-Produkte und -Lösungen
Wettbewerbssituation
Im Markt für Unified Communications & Collaboration finden sich große Anbieter wie Microsoft, Google, Zoom, Slack, GoTo oder Cisco. NFON sieht seine Marktposition stärker im Bereich der integrierten und auch der sprachzentrierten Kommunikation und nicht im direkten Wettbewerb zu den genannten Unternehmen 29. Eine besondere Rolle bei den Collaboration-Lösungen übernimmt Microsoft Teams. Durch das enorm starke Wachstum und die Dominanz der Microsoft Office-Lösungen im B2B Umfeld hat Teams in den letzten 24 Monaten bereits eine starke Marktdurchdringung erfahren. Die Entwicklung des Produkts und des Markts lässt darauf schließen, dass Microsoft Teams hier eine führende Rolle einnehmen wird 30. Für Anbieter wie NFON besteht jedoch die Möglichkeit, durch überlegene Angebote in bestimmten Segmenten, insbesondere bei Telefonie und Integration in Business-Prozesse, an dieser Entwicklung zumindest teilweise zu partizipieren. Der Markt für UCCaaS Lösungen unterliegt keiner einheitlichen Definition. Daher ist keine exakte, trennscharfe Modellierung des adressierbaren Marktes möglich. NFON geht in der Einschätzung des Marktpotentials davon aus, dass Nutzer der Kollaborations-Funktionen von Microsoft Teams direkt zum für NFON adressierbaren Markt zu zählen sind. 31 Die Nutzungsmöglichkeit (Enablement) der Lösung im Bereich der Telefonie ist hingegen Teil des Cloud PBX Markt-Potentials. Das für NFON verbleibende adressierbare Segment jenseits von Cloud PBX umfasst ein Marktvolumen von 4,8 Milliarden Euro mit einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum (2022 - 2026) von 7 %. 32 28 Nicht geprüfte Angabe 29 Nicht geprüfte Angabe 30 Watson, Patrick: Huge Growth to Come in Microsoft Teams Telephony Market, (27. Juli 2022), (URL: https://cavellgroup.com/huge-growth-microsoft-teams-telephony-market/ - letzter Aufruf 28. Februar 2023) 31 Nicht geprüfte Angabe 32 NFON eigene Kalkulation basierend auf IDC EMEA Unified Communications & Collaboration Tracker, October 2021, nicht geprüfte Angabe
Markt für Contact Center-Lösungen
Wettbewerbssituation
Im Markt der europaweit tätigen Anbieter für Contact Center-Lösungen ist NFON neu. Hier gibt es Schnittmengen zu den Wettbewerbern im Bereich der Cloud-Telefonie, z. B. RingCentral und 8x8, welche ebenso Contact Center-Lösungen anbieten. Diese Anbieter vereint mit NFON, dass sie Contact Center als Lösung aus Richtung Telefonie anbieten und somit integrierte Lösungen für Business-Kommunikation anbieten, die neben Contact Center auch klassische Telefonie oder weitere verwandte Dienste anbieten. Einige weitere Anbieter aus dem direkten Wettbewerbsumfeld haben ihre Lösungen ebenso um ein CCaaS-Angebot erweitert. Gemäß des Gartner Magic Quadrant sind jenseits der integrierten Anbieter auch spezialisierte Contact Center Anbieter in diesem Umfeld tätig, beispielsweise die großen Wettbewerber Genesys, Nice XCone und Talkdesk. 33. Um sich kompetitiv am Markt zu bewegen, nutzt NFON im Bereich Contact Center als Lösung die CCaaS Plattform des Partners Daktela, welche NFON in ihr Portfolio und Plattform integriert und je nach Region exklusiv oder in Kooperation mit Daktela vermarktet und somit ein integriertes Angebot für Kunden zur Verfügung stellt. Der Markt ist in einer sehr jungen Phase. Dennoch beläuft sich das Volumen im CCaaS Bereich bereits auf rund 1 Milliarde Euro (Stand 2021) 34. Mit einem CAGR (2022 – 2026) von rund 16 % 35 ist der Markt äußerst attraktiv und bietet in seinem frühen Stadium sehr hohes Potential. Auf Basis der verschiedenen Marktpotentiale verfügt NFON über verschiedene adressierbare Märkte im Kernbereich von Cloud PBX, aber auch in den von NFON teilweise adressierten Märkten von UCCaaS und CCaaS. Mit einem Gesamtvolumen von über 11,3 Milliarden EUR 36 und Wachstumsraten im deutlich zweistelligen Prozentbereich zeigt sich die Attraktivität dieser Märkte langfristig stabil. 33 Fortune Business Insight: Contact Center as a Service Market. Europe Industry Analysis, Insights and Forecast, 2020 – 2027, Report 2020 34 Fortune Business Insight: Contact Center as a Service Market. Europe Industry Analysis, Insights and Forecast, 2020 – 2027, Report 2020 35 Fortune Business Insight: Contact Center as a Service Market. Europe Industry Analysis, Insights and Forecast, 2020 – 2027, Report 2020 36 Angaben zu Gesamt-Marktpotential und CAGR: NFON eigene Kalkulation auf Basis der erwähnten Marktstudien
2.2 Darstellung des Geschäftsverlaufs
Übersicht über die Entwicklung der finanziellen und nicht-finanziellen Leistungsindikatoren mit entsprechender Hervorhebung der bedeutsamsten Kennzahlen (fett) 1 :
| 2022 | 2021 | Veränderung | |
|---|---|---|---|
| Gesamtumsatz | 80,8 Mio. EUR | 75,9 Mio. EUR | 6,5% |
| Wiederkehrende Umsätze | 73,6 Mio. EUR | 68,0 Mio. EUR | 8,3% |
| Anteil wiederkehrender Umsätze | 91,1% | 89,5 % | n/a |
| Nicht-wiederkehrende Umsätze | 7,2 Mio. EUR | 7,9 Mio. EUR | -8,8% |
| Anteil nicht-wiederkehrender Umsätze | 8,9% | 10,4 % | n/a |
| ARPU | 9,72 EUR | 9,84 EUR | -1,2% |
| Seatwachstum (Anzahl Seats) | 8,0% (634.288) | 11,9 % (587.067) | -3,4 % |
| Bereinigtes EBITDA | -1,0 Mio. EUR | -1,3 Mio. EUR | n/a |
1 Sofern nicht anders angegeben, sind alle Werte im Konzernabschluss und in den zugehörigen Anhangangaben gerundet. Daher können in den Tabellen Rundungsdifferenzen auftreten.
2 Erläuterungen zu den Bereinigungen sind im Abschnitt Ertragslage zu finden
Bedeutsamste Leistungsindikatoren im Vergleich zur Prognose 2022 und der im November 2022 angepassten Prognose:
| 2022 | Prognose 2022 (April) | Angepasste Prognose 2022 (November) | |
|---|---|---|---|
| Wachstum wiederkehrende Umsätze in % | 8,3 % | zwischen 10 % und 12 % | zwischen 8 % und 9 % |
| Anteil wiederkehrender Umsätze am Gesamtumsatz | 91,1 % | mindestens 88 % | mindestens 90 % |
| Seatwachstum in % | 8,0 % | zwischen 10 % und 12 % | zwischen 7 % und 8 % |
Erläuterung zur Prognose April 2022
Das ursprünglich gesetzte Wachstumsziel wurde, wie mit der Prognoseänderung im November 2022 angekündigt, nicht erreicht. Das Ziel wurde deutlich erreicht. Das ursprünglich gesetzte Wachstumsziel wurde, wie mit der Prognoseänderung im November 2022 angekündigt, nicht erreicht.
Erläuterung zur Prognose November 2022
Das Ziel wurde am unteren Ende der Prognose erreicht. Das Ziel wurde deutlich erreicht. Das Ziel wurde am oberen Ende der Prognose erreicht.
Insgesamt hat sich die NFON Gruppe positiv entwickelt. Obwohl sich die Pandemielage, welche die Investitionsbereitschaft in den Vorjahren beeinträchtigt hatte, im Laufe des Jahres zunehmend beruhigt hat, wirkte sich die Schwächung der europäischen Wirtschaft im Zuge des Ukraine-Kriegs auf gleiche Weise wie die Pandemie auch auf die Wachstumsdynamik der NFON aus.# 2.3 Ertragslage
Insofern hat NFON das ursprüngliche ambitionierte Wachstumsziel bei den Seats nicht realisieren können und erreicht zum Ende des Jahres 2022 mit 634.288 Seats eine am oberen Rand der angepassten Prognose liegende Wachstumsrate von 8,0 %. Die Wachstumsrate der wiederkehrenden Umsätze lag zum Ende des Jahres, im Wesentlichen aufgrund der Entwicklung des Umsatzes mit Sprachminuten, bei 8,3%. Während im ersten Halbjahr das Volumen der verkauften Sprachminuten – bedingt durch die Einflüsse der Corona-Pandemie - hoch war, sank das Niveau im Verlauf des zweiten Halbjahres aufgrund des veränderten Telefonieverhaltens der Kunden (vermehrte Rückkehr zur Präsenzkultur sowie vermehrte Nutzung von Microsoft- Teams). Trotz in Teilbereichen bereits umgesetzter Preiserhöhungen führte dieser geringere Umsatz mit Sprachminuten zu einer leichten Schwächung des ARPU, der zum Ende des Jahres bei 9,72 EUR liegt (2021: 9,84 EUR). Im Zuge der anhaltenden Verunsicherung der Märkte schärfte die NFON ihre Wachstumsstrategie hin zu einem deutlichen Fokus auf profitables Wachstum. Insofern wurde zwar auch 2022 weiterhin in Wachstum investiert, jedoch in einigen Bereichen die Kostenstruktur angepasst. Insgesamt konnte NFON den Umsatz steigern und erreichte mit 80,8 Mio. EUR für das Geschäftsjahr 2022 ein Plus von 6,5% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 2021 (75,9 Mio. EUR). Mit einem Anteil von 91,1% (2021: 89,5%) bzw. 73,6 Mio. EUR (2021: 68,0 Mio. EUR) wiederkehrende Umsätze konnte NFON den Anteil wiederkehrender Umsätze am Gesamtumsatz erneut deutlich erhöhen.
Entwicklung wesentlicher Posten der Konzern-Gesamtergebnisrechnung in Mio. EUR
| 2022 | 2021 | Veränderung in % | |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 80,8 | 75,9 | 6,5 |
| Materialaufwand | -14,4 | -14,5 | 0,3 |
| Rohertrag | 66,4 | 61,4 | 8,0 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 1,1 | 0,6 | 93,9 |
| Personalaufwand | -37,4 | -31,7 | -18,1 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | -35,3 | -32,3 | -9,2 |
| EBITDA | -5,3 | -2,0 | < -100 |
| Bereinigtes EBITDA* | -1,0 | -1,3 | 22,2 |
| Abschreibungen und Wertminderungen** | -6,8 | -6,9 | 2,6 |
| EBIT | -12,0 | -9,0 | -34,3 |
| Nettozinsergebnis | -0,2 | -0,3 | 48,3 |
| Ertragssteueraufwand/- ertrag | -3,4 | 0,3 | < -100 |
| Konzernverlust | -15,6 | -8,9 | -74,9 |
* Überleitung EBITDA auf bereinigtes EBITDA siehe Kapitel 2.3.4
** 2021 enthält Wertminderungen in Höhe von TEUR 101 (2022 TEUR 0)
NFON konnte in 2022 seinen Wachstumskurs fortsetzen und die Erlösziele der aktualisierten Prognose erreichen. Da insbesondere die margenstarken, wiederkehrenden Umsatzerlöse stiegen, stieg der Rohertrag prozentual sogar stärker als die Umsatzerlöse. Auf der Kostenseite stiegen die Personalkosten aufgrund des Aufbaus von Ressourcen im Vertriebs- und Technikbereich. In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen die Vertriebsaufwendungen umsatzbedingt und die Beratungsaufwendungen, während die Marketingaufwendungen gegenüber 2021 sanken. Die Personalkosten und sonstige betriebliche Aufwendungen beinhalten in 2022 4,3 Mio. EUR an Sondereffekten gegenüber 0,7 Mio. EUR in 2021 (siehe 2.3.4). Während das unbereinigte EBITDA aufgrund des Kostenüberhangs noch um 3,3 Mio. EUR niedriger ausfällt als in 2021, ist das um die Sondereffekte bereinigte EBITDA in 2022 leicht positiver als in 2021. Die Veränderung des EBITs hat die gleichen Gründe wie die Veränderung des unbereinigten EBITDAs.
2.3.1 Konzernumsatz- und Konzernseatentwicklung
Der Umsatz ist gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 6,5% gestiegen. Dies beruhte vorwiegend auf der Akquise neuer Kunden sowie einem Anstieg der installierten Nebenstellen (Seats) innerhalb des bestehenden Kundenstamms, insbesondere in Deutschland und Österreich.
Hoher Anteil wiederkehrender Umsätze am Gesamtumsatz von 91,1 %
Wiederkehrende Umsätz in Mio. EUR
nicht wiederkehrende Umsätze in Mio. EUR
Die wiederkehrenden Umsätze setzen sich im Wesentlichen aus der monatlichen Zahlung einer festen Lizenzgebühr pro Seat zuzüglich einer festen oder volumenabhängigen Gebühr für die Nutzung von Sprachminuten pro Seat oder SIP-Trunk zusammen. Zu den nicht-wiederkehrenden Umsätzen zählen unter anderem Umsätze aus dem Verkauf von Endgeräten (Telefone, Softclients für PCs und Smartphones) und der einmaligen Aktivierungsgebühr pro Nebenstelle bei Erstanschluss. Vor allem die wiederkehrenden Umsätze zeigten eine positive Entwicklung. Mit 8,3% stiegen diese überproportional zum Gesamtumsatz an, da die Entwicklung der nicht-wiederkehrenden Umsätze die Gesamtentwicklung abschwächte. Das Sinken der nicht-wiederkehrenden Umsätze im Vergleich zur Vorjahresperiode (-9,0%) erklärt sich vor allem durch vergleichsweise niedrigere Seatgewinne.
Gesamtzahl der Seats wächst um 8,0 % im Vergleich zum Vorjahr
Die Seats-Entwicklung belegt den weiterhin bestehenden Bedarf an Cloud-Telefonanlagen im Bereich der Geschäftskunden. Zugleich unterstreicht sie den hohen Zufriedenheitsgrad der sehr loyalen NFON-Kunden 37 . Auch wenn der Gewinn neuer Seats unter den Erwartungen lag, konnte doch die Kundenbindung auf hohem Niveau konstant gehalten werden.
2.3.2 Umsatz- und Seatentwicklung nach Segmenten
Die Aufteilung nach Segmenten entspricht den einzelnen Ländergesellschaften der NFON Gruppe, denen im Geschäftsjahr 2022 zwei Gesellschaften aus Deutschland und jeweils eine Tochtergesellschaft in Österreich, Großbritannien, Spanien, Frankreich, Italien und Portugal angehörten. Außer der deutschen Aktiengesellschaft, die auch für die Forschung & Entwicklung zuständig ist, fungieren die Unternehmen in ihren Heimatmärkten im Wesentlichen als eigenständige Vertriebsgesellschaften. Die Deutsche Telefon Standard GmbH erbringt jedoch weiterhin Entwicklungsleistungen für Instandhaltung der eigenen Produkte und seit 2021 für das NFON Produktportfolio. Die Tochtergesellschaft in Portugal dient ausschließlich der Erbringung von Entwicklungsleistungen und erzielt keine Umsätze außerhalb des Konzerns. Die 2021 gegründete Tochtergesellschaft in Polen (NFON Polska z.o.o) erzielte auch 2022 noch keine signifikanten Umsätze, da der Hauptteil der Umsätze in Polen bis dato über die NFON GmbH abgerechnet werden. Der Konzern umfasst sieben Geschäftssegmente mit externen Umsätzen, welche nachfolgend separat als berichtspflichtige Segmente dargestellt sind. Die sieben Geschäftssegmente sind NFON AG, Deutsche Telefon Standard GmbH, NFON GmbH (Österreich), NFON UK Ltd, NFON Iberia SL, NFON Italia S.R.L. und NFON France SAS. Die Gesellschaft NFON developments unipessoal Lda. wird dauerhaft keine Umsätze erzielen, da es sich um eine Gesellschaft zur Entwicklung von Software handelt. Die generierten Umsatzerlöse der gesamten Gruppe mit externen Kunden teilen sich wie folgt auf die einzelnen Ländergesellschaften auf und werden nach IFRS-Rechnungslegungsvorschriften berichtet:
37 Nicht geprüfte Angabe
| Umsatzerlöse in Mio. Euro | Wiederkehrende Umsätze in Mio. Euro | Änderung der wiederkehrenden Umsätze in % | Anteil wiederkehrende Umsätze an gesamten Umsatzerlösen in % | |
|---|---|---|---|---|
| 2022 | 2021 | 2022 | 2021 | |
| NFON AG | 46,1 | 43,1 | 42,4 | 39,1 |
| Deutsche Telefon Standard GmbH | 16,8 | 16,5 | 15,7 | 14,9 |
| NFON GmbH (AT) | 8,2 | 7,3 | 6,8 | 5,9 |
| NFON UK Ltd. | 8,0 | 7,8 | 7,2 | 7,2 |
| NFON Iberia SL | 0,4 | 0,4 | 0,4 | 0,4 |
| NFON ITALIA S.R.L | 0,9 | 0,5 | 0,7 | 0,3 |
| NFON France SAS | 0,3 | 0,3 | 0,3 | 0,2 |
| Summe der berichtspflichtigen Segmente | 80,8 | 75,9 | 73,6 | 68,0 |
| Summe Konzernerlöse | 80,8 | 75,9 | 73,6 | 68,0 |
Die positive Umsatzentwicklung im Segment NFON AG von 43,1 Mio. EUR auf 46,1 Mio. EUR basiert vor allem auf einer gegenüber dem Vorjahr erhöhten Seatbasis, was unmittelbar zu höheren wiederkehrenden Erlösen führte. In der Deutschen Telefon Standard GmbH konnten im Zuge der allgemein positiven Entwicklung, v.a. auch mit SIP-Trunk, die Erlöse gesteigert werden. Durch die Gewinnung neuer Kunden und Erweiterung der Seatbasis stiegen die Umsatzerlöse in dem Segment NFON GmbH von 7,3 Mio. EUR auf 8,2 Mio. EUR. Die Umsätze in dem Segment NFON UK Ltd. blieben mit 8,0 Mio. EUR. (2021 7,8 Mio. EUR) nahezu stabil.
Das Wachstum der NFON ITALIA S.r.l von 0,5 Mio. EUR Umsatz auf 0,9 Mio. EUR Umsatz basierte vor allem auf dem Gewinn neuer Kunden und Erweiterung der Seatbasis. Das Umsatzwachstum in den Segmenten NFON Iberia SL und NFON France SAS verlangsamte sich stark, da die Geschäftstätigkeit in diesen beiden Gesellschaften im Rahmen der strategischen Weichenstellung Richtung profitables Wachstum deutlich reduziert wurde.
| Seats | 2022 | 2021 |
|---|---|---|
| NFON AG | 391175 | 361534 |
| Deutsche Telefon Standard GmbH | 79756 | 75182 |
| NFON GmbH (AT) | 68384 | 59083 |
| NFON UK Ltd. | 79469 | 80284 |
| NFON Iberia SL | 5146 | 3718 |
| NFON ITALIA S.R.L. | 6977 | 4604 |
| NFON France SAS | 3381 | 2662 |
| Summe Konzern | 634288 | 587067 |
2.3.3 Entwicklung ARPU
NFON erfasst den durchschnittlichen wiederkehrenden Umsatz über alle Leistungen, Vertriebskanäle und Länder pro Nutzer (Seat), den sogenannten ARPU, um die operative Leistung pro Nebenstelle zu messen. Signifikanten Einfluss auf den ARPU haben die durchschnittlich verkauften Sprachminuten pro Seat. Diese sind gegenüber den Corona-Jahren 2020 und 2021 leicht gesunken, was zu einem leicht niedrigeren ARPU von 9,72 EUR im Vergleich zum ARPU 2021 von 9,84 EUR führte. Im Vergleich zu den Werten vor Pandemie waren diese jedoch stabil und insofern konnte der ARPU von 2019 (vor der Pandemie) übertroffen werden. NFON hat im 3. Quartal 2022 auf die Inflationslast reagiert und sukzessive für ausgewählte Produkte und Kundenkohorten die Preise erhöht. Außerdem sollen zukünftig zunehmend Premium-Lösungen verkauft werden, mit denen NFON zusätzliche ARPU-Beiträge generieren kann. Beide Maßnahmen tragen zu einem weiterhin stabilen ARPU bei.## 2.3.4 Ertrags- und Aufwandspositionen
Sonstige betriebliche Erträge
Im Vergleich zu 2021 stiegen die Erträge aus Währungsumrechnungen um 0,3 Mio. EUR und die Erträge aus der Kostenart „Verrechnete sonstige Sachbezüge“ um 0,2 Mio. EUR. Die zusätzlichen Erträge aus Währungsumrechnungen kommen hauptsächlich aus NFON UK. Dort hat sich der Wechselkurs GBP zu EUR positiv auf die Bewertung der IC-Darlehen und der IC-Verrechnung ausgewirkt.
Materialaufwand
In der Berichtsperiode verblieb der Materialaufwand auf dem Vorjahresniveau (2022 14,4 Mio. EUR, 2021 14,5 Mio. EUR). Diese Entwicklung beruht vor allem auf dem starken Anstieg des Anteils der margenstarken wiederkehrenden Umsätze und der verringerten Verkäufe im Bereich der nicht-wiederkehrenden Umsätze. Aufgrund des gestiegenen Umsatzes sowie einer veränderten Zusammensetzung des Erlösmixes, bei dem im Geschäftsjahr 2022 weniger margenschwache Hardwareumsätze zu verzeichnen waren, verringerte sich die Materialaufwandsquote gegenüber dem Vorjahr von 19,0 % auf 17,8 %.
Personalaufwand
Im Vergleich zum Vorjahr stieg im Berichtsjahr die durchschnittliche Anzahl an Mitarbeitenden von 466 auf 526 (plus 12,9 %). Dabei wurde Personal entsprechend der Strategie insbesondere im Vertriebs- und Technikbereich aufgebaut. Um auf die hohe Inflation zu reagieren und ein Ansteigen der Fluktuation vorzubeugen wurden punktuell Gehaltserhöhungen durchgeführt und attraktive Gehaltspakete neuen Mitarbeitenden angeboten. Dies führte zu einer Erhöhung des Personalaufwands von 31,7 Mio. EUR auf 37,4 Mio. EUR. Im Berichtszeitraum wurden Aufwendungen in Höhe von 0,5 Mio. EUR (2021: 0,4 Mio. EUR) im Zusammenhang mit einem Anfang 2019 implementierten Mitarbeiter-Aktienoptionsprogramm und 0,5 Mio. EUR im Rahmen der Fokussierung auf unsere vertrieblichen Kernmärkte erfasst. Bereinigt um diese Einmaleffekte (Sondereffekte), erhöhten sich die Personalkosten im Vorjahresvergleich von 31,2 Mio. EUR auf 36,4 Mio. EUR. Dies entspricht einer bereinigten Personalaufwandsquote gemessen am Umsatz von 45,0 % im Geschäftsjahr 2022 nach 41,2 % im Vorjahreszeitraum.
Sonstige betriebliche Aufwendungen
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen 2022 gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 35,3 Mio. EUR an (2021: 32,3 Mio. EUR). Das lag vor allem an höheren Vertriebsaufwendungen mit Partnern (+1,2 Mio. EUR gegenüber 2021), die an das Umsatzvolumen gekoppelt sind, sowie höheren Beratungskosten (+1,2 Mio. EUR gegenüber 2021) u.a. für diverse Projekte im Bereich Governance und im Zusammenhang mit Vorbereitungen für eine Kapitalmarkttransaktion. Aufgrund von langlaufenden Verträgen mit Lieferanten in den wichtigsten Kostenblöcken kam die hohe Inflation in 2022 in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen nicht zum Tragen.
Im Jahr 2022 fielen folgende, als Einmaleffekte klassifizierten sonstigen betrieblichen Aufwendungen an: 1,4 Mio. EUR Aufwendungen im Zusammenhang mit Vorbereitungen für eine Kapitalmarkttransaktion zur Verbreiterung der Eigenkapitalbasis, darüber hinaus 0,9 Mio. EUR für das Rebranding der Marke NFON mit dem Hauptprodukt Cloudya sowie 0,9 Mio. EUR für Rückstellungen für Lizenznachzahlungen aus einem Bestandsvertrag. Im Jahr 2022 hat NFON in 2 größeren Projekten mit Hilfe von externen Beratern Möglichkeiten für Kapitalmarkttransaktionen evaluiert. Während ein Projekt bis auf weiteres ruhend gestellt wurde, wird das zweite Projekt in 2023 weiterverfolgt.
Bereinigt um diese Einmaleffekte liegen die sonstigen betrieblichen Aufwendungen 2022 mit 32,0 Mio. EUR auf dem Niveau des Vorjahres (2021: 32,0 Mio. EUR). Dies entspricht einer bereinigten Quote gemessen am Umsatz von 39,7 % nach 42,2% im Vorjahreszeitraum.
In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Marketingaufwendungen in Höhe von 8,5 Mio. EUR (2021 9,8 Mio. EUR) enthalten. Der um den Aufwand für Rebranding bereinigte Marketingaufwand sank gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 21,0 % auf 7,7 Mio. EUR (2021: 9,8 Mio. EUR). Der Rückgang resultiert aus der geänderten Vertriebsstrategie, die den Fokus nunmehr auf Kooperationen mit Vertriebspartnern legt.
In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Vertriebsaufwendungen in Höhe von 11,1 Mio. EUR (2021: 9,9 Mio. EUR) enthalten. Im Vertriebsaufwand enthalten sind vor allem Provisionsausschüttungen an die Vertriebspartner der NFON Gruppe, welche prozentual an den Umsätzen beteiligt werden. Die Quote von Vertriebsaufwand zum Umsatz betrug 2022 13,7 % nach 13,1% im Vorjahr. Der leichte Anstieg resultierte dabei u.a. aus zusätzlichen Incentivierungen der Partner mit Sonderaktionen. Aufgrund der hohen Anzahl langlaufender Verträge mit Lieferanten in den wichtigsten Kostenblöcken kam die hohe Inflation 2022 in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen nicht signifikant zum Tragen.
Abschreibungen
Im Geschäftsjahr 2022 blieben die Abschreibungen mit 6,8 Mio. im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (7,0 Mio. EUR) auf gleichem Niveau. Im Berichtsjahr gab es keine außerplanmäßigen Abschreibungen.
Zinsergebnis
Der Nettozinsaufwand (Zinsen und ähnliche Erträge abzüglich Zinsen und ähnlichen Aufwendungen) belief sich im Geschäftsjahr 2022 auf 0,2 Mio. EUR (2021: 0,3 Mio. EUR) und resultiert aus Zinssatzänderungen bei der Bilanzierung von Leasinggeschäften.
Ertragssteueraufwand/-ertrag
Der Ertragssteueraufwand in Höhe von 3,4 Mio. EUR resultiert im Wesentlichen aus latenten Steuern. Davon betreffen 1,9 Mio. EUR latenten Steueraufwand aufgrund der Auflösung der zum 31. Dezember 2021 bei der Deutschen Telefon Standard GmbH erfassten, aktiven latenten Steuern auf steuerliche Verlustvorträge. Infolge der seit dem 1. Januar 2022 bestehenden ertragsteuerlichen Organschaft zwischen der NFON AG und der Deutschen Telefon Standard GmbH können diese Verlustvorträge aktuell nicht genutzt werden. Weitere 0,7 Mio. EUR resultieren aus passivierten latenten Steuern, die Sachverhalte der NFON AG sowie – in Folge der ertragsteuerlichen Organschaft – der Deutschen Telefon Standard GmbH betreffen.
EBITDA, bereinigtes EBITDA, EBIT, Konzern-Verlust in Mio. EUR
| 2022 | 2021 | |
|---|---|---|
| EBITDA | -5,3 | -2,0 |
| Sondereffekte | ||
| Retention Bonus | 0,0 | 0,1 |
| Stock Options / ESOPS | 0,5 | 0,4 |
| Fokussierung Kernmärkte | 0,5 | 0,0 |
| Aufwand Vorbereitungen Kapitalmarkttransaktionen | 1,4 | 0,3 |
| Rebranding | 0,9 | 0,0 |
| RST. Lizenzzahlungen | 0,9 | 0,0 |
| Summe Sondereffekte | 4,3 | 0,7 |
| EBITDA adjusted/bereinigt | -1,0 | -1,3 |
| EBIT | -12,0 | -9,0 |
| Konzernverlust | -15,6 | -8,9 |
| Summe Sondereffekte | 4,3 | 0,7 |
| Konzernverlust adjusted/bereinigt | -11,3 | -8,2 |
Dem Zuwachs an Umsatzerlösen und Rohertrag stehen höhere Kosten für Personal im Vertrieb- und Technikbereich entgegen, so dass das bereinigte EBITDA in 2022 nur leicht positiver als in 2021 ist.
Contribution Margin 2 nach Segmenten
Die Contribution Margin 2 entspricht dem EBITDA, bereinigt um die indirekten Intercompany Leistungsverrechnungen und Sonder- bzw. Überleitungseffekte. Die indirekten Intercompany Leistungsverrechnungen enthalten in Zentralfunktionen anfallende Kosten und Aufwendungen für die Aufrechterhaltung von nicht segmentspezifischen Marketingaktivitäten, allgemeine Aufwendungen aus der Bereitstellung von Produkten und Services sowie den Support gegenüber Endkunden. Die direkt zuordenbaren Intercompany Leistungsverrechnungen wie beispielsweise IT-Infrastrukturkosten oder zuordenbare Marketingaktivitäten verbleiben in der jeweiligen Contribution Margin 2, entsprechend ihrer Zuordnung auf die Segmente. Grundsätzlich nicht zugeordnet werden zentrale Tätigkeiten ohne operativen Bezug (allgemeines Management, Legal und Finance). Diese verbleiben bei der originären Gesellschaft. Die Überleitungseffekte enthalten Effekte aus der Konsolidierung, v.a. aus der Währungsumrechnung. Daraus resultiert für die NFON Gruppe im abgelaufenen Geschäftsjahr 2022 ein bereinigtes EBITDA von rund –1,1 Mio. EUR.
| In Mio. Euro | ||
|---|---|---|
| 2022 | 2021 | |
| NFON AG | 0,5 | 3,0 |
| Deutsche Telefon Standard GmbH | 3,8 | 4,3 |
| NFON GmbH | -1,1 | -0,6 |
| NFON UK Ltd. | -1,1 | -1,3 |
| NFON Iberia SL | -1,0 | -1,3 |
| NFON ITALIA S.R.L. | -1,6 | -2,3 |
| NFON France SAS | -0,6 | -2,0 |
| Summe Contribution Margin 2 der berichtspflichtigen Segmente | -1,1 | -0,3 |
| Sonstige Segmente | 0,1 | 0,1 |
| Konsolidierung & (v.a. Währungseffekte) & Abschlussbuchungen | 0,1 | -1,2 |
| Sondereffekte | -4,3 | -0,7 |
| Konzern-EBITDA | -5,3 | -2,0 |
Bis auf Ausgaben für die beiden Sondereffekte ‘Fokussierung auf Kernmärkte‘ und ‚Rebranding‘ i.H.v. 0,5 Mio. EUR erfolgten die Bereinigungen ausschließlich im Segment NFON AG. Die Contribution Margin der NFON AG ist deutlich gesunken. Dies beruht zum einen auf den gestiegenen Personalkosten und zum anderen auf der verminderten Verrechnungsmöglichkeit von zentralen Kosten auf Töchterunternehmen mit nun reduzierter Geschäftstätigkeit. Unveränderliche Kosten können auf Tochterfirmen, deren Umsatz zurückgegangen ist, in nur geringerem Umfang umgelegt werden. Die Deutsche Telefon Standard GmbH zeigte eine stabile Geschäftsentwicklung, die zu weiterhin positiven, wenn auch aufgrund erhöhter Verrechnungen zentraler Funktionen und Softwareentwicklungskosten reduzierten Ergebnisbeiträgen, führte. In den anderen Segmenten konnten zum Teil Ergebnisverbesserungen erzielt werden. Dies liegt u.a. daran, dass der Umsatz in diesen Segmenten gesteigert werden konnte, ohne dass dem deutlich erhöhte Kosten gegenüberstanden.
2.4 Finanzlage
Zur Finanzierung nutzte die NFON AG 2022 in erster Linie, wie im Vorjahr, die Einnahmen aus der im Jahr 2021 erfolgten Kapitalerhöhung. Bereits im Geschäftsjahr 2021 wurde mit der Bank für Tirol und Vorarlberg (BTV) ein Geldmarktkreditrahmenvertrag in Höhe von 5,0 Mio. EUR mit einer Laufzeit bis zum 30. Januar 2026 abgeschlossen. Diese Kreditlinie wurde zum 31.12.2022 nicht beansprucht. Der hohe Liquiditätsabfluss in 2022 war bereits im Budget für dieses Jahr antizipiert und wurde unterjährig in den Forecasts aktualisiert und monitoriert. Im zweiten Halbjahr entwickelte sich der Cashflow sogar besser als im Budget vorgesehen.# 2.4 Finanzlage
2.4.1 Investitionsanalyse
Im Jahr 2022 wurden vor allem Investitionen in Entwicklungsaktivitäten vorgenommen, welche zum Teil aktiviert wurden. Diese wurden unter den immateriellen Vermögenswerten erfasst (7,3 Mio. EUR). Die im Berichtszeitraum getätigten Investitionen in Höhe von 1,2 Mio. EUR in das Sachanlagevermögen flossen vor allem in die IT-Infrastruktur. 2,0 Mio. EUR wurden für die Implementierung und das Customizing eines neuen Business Support Systems (BS-System, oder BSS) aktiviert, dessen Entwicklung noch nicht abgeschlossen ist. Dieses bezeichnet in der Telekommunikationsbranche ein System zur Verwaltung von Vertragsbeziehungen zu Kunden/Lieferanten/Partnern, Verwaltung von Produkten und Ressourcen und der Abrechnungserstellung.
2.4.2 Liquiditätsanalyse
| 2022 (Mio. EUR) | 2021 (Mio. EUR) | |
|---|---|---|
| Zahlungsmittel und - äquivalente zu Beginn der Periode | 42,1 | 47,8 |
| Cashflow aus laufender Geschäfts- tätigkeit | -3,9 | -1,8 |
| Cashflow aus Investitions tätigkeit | -8,5 | -7,2 |
| Cashflow aus Finanzierung stätigkeit | -2,1 | -1,7 |
| Zahlungsmittel und - äquivalente zum Ende der Periode | 13,2 | 42,1 |
| Auswirkungen von Wechselkurs- veränderungen auf die Liquidität | 0,3 | -0,4 |
Der operative Cashflow ist 2022 von -1,8 Mio. EUR in 2021 auf -3,9 Mio. EUR gesunken. Dies ist im Wesentlichen auf den Rückgang des Ergebnisses nach Steuern von -8,9 Mio. 2021 auf -15,7 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2022 zurückzuführen. Diese Entwicklung basiert teilweise auf der Steigerung des Personalaufwands um 5,2 Mio. EUR 2022 im Vergleich zu 2021. Nach einem Steuerertrag in Höhe von 0,3 Mio. EUR 2021 fiel im Geschäftsjahr 2022 – im Wesentlichen bedingt durch die seit 1.1.2022 bestehenden ertragsteuerlichen Organschaft zwischen der NFON AG und der Deutschen Telefon Standard GmbH – ein Steueraufwand in Höhe von 3,4 Mio. EUR an. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen hatten sich aufgrund von Zahlungsverzögerungen bei Großkunden in 2021 erhöht. Diese Zahlungen sind im Geschäftsjahr 2022 eingegangen. Demgegenüber wurden in 2022 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (-1,8 Mio. EUR, davon -0,8 Mio. EUR in NFON AG und -0,5 Mio. EUR in NFON UK) und sonstigen Verbindlichkeiten (+1,2 Mio. EUR, das beinhaltet u.a. Rückstellungen für Lizenznachzahlungen) in Höhe von 0,6 Mio. EUR abgebaut.
Aus Wechselkursänderungen verzeichnete NFON im Geschäftsjahr 2022 einen Ertrag von 0,3 Mio. EUR (2021: 0,4 Mio. EUR Aufwand) welcher im Wesentlichen aus der Umrechnung von GBP und EUR in der englischen Tochtergesellschaft stammt. Die Erträge dort stammen in erster Linie aus der Bewertung von Intercompany-Darlehn und Intercompany-Verrechnungen.
Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit von rund -8,5 Mio. EUR resultierte aus der Investitionstätigkeit in immaterielle Vermögensgegenstände in Höhe von 7,3 Mio. EUR, die auf Entwicklungsprojekte sowie die Implementierung und das Customizing des neuen BS-Systems zurückzuführen sind. Darüber hinaus wurden Investitionen in das Sachanlagevermögen in Höhe von 1,2 Mio. EUR getätigt, die im Wesentlichen aus IT-Infrastruktur und Hardware bestanden.
Der negative Cashflow aus Finanzierungstätigkeiten von 2,1 Mio. EUR resultiert im Wesentlichen aus der Tilgung von Leasingverbindlichkeiten.
Die Gesellschaft überwacht laufend ihren Liquiditätsstatus. Im Rahmen des Planungszeitraums wird eine Verbesserung der Liquiditätssituation angestrebt. Es liegen keine Erkenntnisse vor, dass die Liquidität im Planungszeitraum nicht ausreichend ist, um den Zahlungsverpflichtungen der Gesellschaft zu jedem Zeitpunkt nachzukommen. Als Liquiditätsreserve hält die Gesellschaft eine zum Bilanzstichtag nicht beanspruchte Kreditlinie in Höhe von 5,0 Mio. EUR, die der Gesellschaft bis zum 30. November 2026 zur Verfügung steht.
2.5 Vermögenslage
Rundungsdifferenzen sind möglich
| 31.12.2022 (Mio. EUR) | 31.12.2021 (Mio. EUR) | |
|---|---|---|
| Eigenkapital | 47,8 | 63,2 |
| Langfristige Vermögenswert/Langfristige Verbindlichkeiten | 44,1 | 41,4 |
| Kurzfristige Vermögenswert/Kurzfristige Verbindlichkeiten | 14,4 | 25,3 |
2.5.1 Lang- und kurzfristige Vermögenswerte in Mio. EUR
| | 2022 (Mio. EUR) | 2021 (Mio. EUR) | Erläuterungen/Veränderungen # Risiko- und Chancenbericht
4.1 Risiko- und Chancenmanagement
Die NFON Gruppe antizipiert Chancen, die für die Erreichung ihrer strategischen Ziele wichtig sind. Das Unternehmen muss jedoch auch Risiken eingehen, um Chancen nutzen zu können. Das Risikomanagement ist darauf ausgelegt, Risiken möglichst früh zu erkennen und aktiv gegenzusteuern. Jede Geschäftstätigkeit birgt Risiken, die den Prozess der Zielerreichung beeinträchtigen können. Werden Risiken nicht erkannt und die potentiellen Folgen für den Konzern minimiert, können sie die erfolgreiche Entwicklung des Unternehmens gefährden. Um angemessen auf diese Tatsache zu reagieren, hat der Vorstand ein Risikomanagementsystem (RMS) eingeführt. Dieses soll frühzeitig neue Risiken oder Veränderungen an bestehenden Risiken erkennen, damit der Vorstand in der Lage ist, geeignete Maßnahmen zur Sicherung des Fortbestands des Unternehmens zu ergreifen. Besonderer Fokus liegt dabei auf bestandsgefährdenden Risiken. Das Risikomanagement erfasst alle strategischen, operativen, finanziellen Risiken sowie Risiken des Bereichs Compliance. Das im Dezember 2022 vom Vorstand freigegebene Risikohandbuch regelt den Umgang mit Risiken innerhalb der NFON Gruppe und definiert eine unternehmenseinheitliche Methodik, die in allen Bereichen und Gesellschaften der NFON Gruppe gültig ist.
Risikoidentifikation
Die Risikoidentifikation umfasst die regelmäßige und systematische Analyse von internen und externen Entwicklungen und Ereignissen, die zu negativen Abweichungen von den festgelegten Zielen des RMS führen können. Die Unternehmensrisiken werden kontinuierlich durch die Risikoverantwortlichen überwacht und überprüft. Eine Vollerhebung der Risiken (Risikoidentifikation) der NFON Gruppe erfolgt einmal jährlich. Unterjährig erfolgt ein Update der Risiken nach 6 Monaten. Dabei kommunizieren die Risikoverantwortlichen ihre Risiken an den Risikomanager. Dieser fasst alle Risiken in einem zentralen Risikoinventar zusammen und ermittelt ein maximales Risikoausmaß. Dieses maximale Risikoausmaß wird nach jeder Inventur den verfügbaren liquiden Mitteln gegenübergestellt, um die Risikotragfähigkeit zu ermitteln. Nach jeder Inventur berichtet der Risikomanager an den Vorstand über das Ergebnis der Inventur und der Risikotragfähigkeitsanalyse. Der Aufsichtsrat wird vom Vorstand nach der Hauptinventur über die Risikosituation der NFON Gruppe unterrichtet. Chancen werden im Risikomanagementsystem nicht im Risikoinventar erfasst, jedoch innerhalb der Strategieprozesse auf Managementebene analysiert.
NFON wählt als Methode der Risikoidentifikation sowohl einen Bottom-Up- als auch einen Top-Down-Ansatz. Per Interview und Erfassungsbogen ermitteln und aktualisieren die Risikoverantwortlichen die Risiken ihres Bereichs oder liefern Input für Risiken anderen Bereiche (Bottom up). In diesen Prozess ist ebenfalls der Vorstand eingebunden, der insbesondere die unternehmensstrategischen Risiken bewertet (Top Down). Zusätzlich sind alle Mitarbeiter über einen Risiko-Ad-hoc-Prozess in die Risikoidentifikation mit eingebunden. Sie können sich jederzeit persönlich, telefonisch oder per E-Mail an Risikoverantwortliche oder an den Risikomanager wenden, um Risiken zu melden (Bottom up). Der zugrundeliegende Prozess regelt zusätzlich Reporting-Regeln, falls schwerwiegende oder erheblich beeinflussende Risiken gemeldet werden.
Risikobewertung
Die Risikobewertung befasst sich mit den Auswirkungen von Risiken auf die finanziellen Unternehmensziele. Die Bewertung der Risiken erfolgt auf Einzelrisikoebene vor und nach Steuerungsmaßnahmen. Sie erfolgt transparent, nachvollziehbar und nach einer konsistent angewandten Systematik. Risiken werden nach monetären Gesichtspunkten bewertet werden. Hierbei ist die Schadenshöhe definiert als das Ausmaß eines Risikos unabhängig von der Art / Methodik der Bestimmung. Die Eintrittswahrscheinlichkeit ist definiert als die ermittelte oder geschätzte Wahrscheinlichkeit des Eintritts des Risikos im Betrachtungszeitraum. Die Risikobewertung unterscheidet zwischen Brutto- und Nettorisiken. Die Bruttorisiken stellen dabei die Risiken dar, welche bestehen, wenn noch keine weiteren Maßnahmen zur Risikobegrenzung ergriffen wurden. Die Nettorisiken sind Risiken, welche nach Ergreifung von Maßnahmen bestehen und stellen somit das Restrisiko dar. Für die Gesamtrisikoexposition gilt die Gesamtheit der bewerteten Nettorisiken. Für die Ermittlung verwendet NFON eine 5x5-Matrix, innerhalb derer das potenzielle Schadensvolumen sowie die jeweilige Eintrittswahrscheinlichkeit in jeweils fünf Klassen eingeteilt werden. Die Schwellenwerte wurden gegenüber den Vorjahreswerten angepasst und die Definition verändert. Aus der Kombination der potenziellen Schadenshöhe und der geschätzten Eintrittswahrscheinlichkeit werden die einzelnen Risiken in fünf Klassen eingeteilt. Sie sind grafisch in der 5x5 Risikomatrix dargestellt: schwerwiegend (rot), erheblich beeinflussend (orange), wesentlich beeinflussend (gelb), nicht wesentlich beeinflussend (grün) und nicht beeinflussend (blau).
| Schadenshöhe (alt) | Schadenshöhe (neu) | Schadenshöhe Interpretation | Einfluss auf die Liquidität der NFON Gruppe in Euro | Klasse | Beschreibung | Einfluss auf die Liquidität der NFON Gruppe in Euro |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 5-sehr hoch | 5 sehr hoch | existenzbedrohendes Schadenspotenzial >2.000.000 | Schwerwiegendes Schadenspotenzial >1.500.000 | |||
| 4-hoch | 4 hoch | erhebliches Schadenspotenzial >1.000.000 | erhebliches Schadenspotenzial >750.000 | |||
| 3-mittel | 3 mittel | mittleres Schadenspotenzial >500.000 | mittleres Schadenspotenzial >500.000 | |||
| 2-gering | 2 gering | geringes Schadenspotenzial >250.000 | geringes Schadenspotenzial >250.000 | |||
| 1-sehr gering | 1 sehr gering | unwesentliches Schadenspotenzial >50.000 | unwesentliches Schadenspotenzial >50.000 | |||
| Eintrittswahrscheinlichkeit (alt) | Eintrittswahrscheinlichkeit (neu) | Klasse | Beschreibung | EW | Klasse | EW |
| 5-fast sicher | 5-fast sicher | Fast sichere Risiken sind in jedem Geschäftsjahr zu erwarten. | 75% < x < 100% | Fast sichere Risiken sind in jedem Geschäftsjahr zu erwarten. | 90% < x < 100% | |
| 4-wahrscheinlich | 4-wahrscheinlich | Wahrscheinliche Risiken treten alle ein bis zwei Jahre auf. | 50% < x ≤ 75% | Wahrscheinliche Risiken treten alle ein bis zwei Jahre auf. | 50% < x ≤ 90% | |
| 3-möglich | 3-möglich | Mögliche Risiken, die alle 4 bis 2 Jahre auftreten. | 25% < x ≤ 50% | Mögliche Risiken, die alle zwei bis fünf Jahre auftreten. | 20% < x ≤ 50% | |
| 2-unwahrscheinlich | 2-unwahrscheinlich | Unwahrscheinliche Risiken, die alle 4 bis 20 Jahre auftreten. | 5% < x ≤ 25% | Unwahrscheinliche Risiken, die alle fünf bis zehn Jahre auftreten. | 10% < x ≤ 20% | |
| 1-selten | 1-selten | Extremrisiken oder sehr seltene Risiken die seltener als alle 20 Jahre auftreten. | 0% < x ≤ 5% | Extremrisiken oder sehr seltene Risiken die seltener als alle zehn Jahre auftreten. | 0% < x ≤ 10% |
Im Rahmen prozessintegrierter Kontrollen werden anhand einer Risikokontrollmatrix die Prozessschritte des Risikomanagementsystems durch den Risikomanager laufend überwacht und nachgehalten. Fokus hierbei liegt auf dem ordnungsgemäßen Ablauf. Das Risikokomitee prüft mindestens einmal im Jahr den Status der Kontrollen und dokumentiert die Prüfung. Mindestens alle drei Jahre, ab dem Geschäftsjahr 2023, unterliegt das RMS der NFON Gruppe einer Prüfung durch die Interne Revision. Die nächste Prüfung ist für 2023 geplant.
4.2 Risiken der NFON Gruppe
Im Geschäftsjahr 2022 hat NFON im Rahmen des oben beschriebenen Risikomanagementsystems eine Risikoinventur durchgeführt. Die Risikoeinschätzung erfolgte zum Bilanzstichtag mit einem Betrachtungszeitraum von den auf die Inventur folgenden zwölf Monaten. Insgesamt wurden bei der Risikoinventur 15 aktive Risiken identifiziert und in das Risikoinventar aufgenommen. Lediglich zwei dieser Risiken fallen in die Klasse der Risiken, die die Liquiditätslage erheblich beeinflussen können. Von den übrigen Risiken können vier Risiken die Liquiditätslage wesentlich beeinflussen. Der Einfluss bezieht sich auf die Netto-Bewertung der Risiken, d.h. Maßnahmen zur Reduzierung des Risikos sind hierbei bereits berücksichtigt.
Risiken die die Liquiditätslage erheblich oder wesentlich beeinflussen können
Im Folgenden werden die Risiken, die die Liquiditätslage erheblich oder wesentlich beeinflussen können, dargestellt. Sie sind nach Erwartungswert der Netto-Bewertung absteigend sortiert.
-
Vertriebsrisiko I - Marktpräsenz
Marktpräsenz ist ein wesentlicher Faktor für den zukünftigen Geschäftserfolg der NFON. Trotzdem muss das Unternehmen den Nutzen aus der Marktpräsenz gegen die dadurch notwendigen Investitionen abwägen, um den angestrebten Pfad in die Profitabilität nicht zu gefährden. Nur moderate Investitionen in Marketing bergen das Risiko, die Ziele für das Neugeschäft 2023 nicht zu erreichen. Die NFON Gruppe reagiert auf dieses Risiko mit einem verstärkten Partnervertrieb. Es besteht die Möglichkeit, über dieses Modell die Eintrittswahrscheinlichkeit des Risikos zu reduzieren, da Partner wiederum eigene Vertriebskanäle haben und so mit geringeren Marketinginvestitionen Wachstum erreicht werden kann. Das Risiko wurde erstmalig aufgenommen: Schadenshöhe hoch bis sehr hoch, 750 TEUR < x ≤ 1,5 Mio. EUR, Eintrittswahrscheinlichkeit möglich. Insgesamt wird das Risiko als erheblich beeinflussend bewertet. -
Konkurrenz in Kernmärkten (Bezeichnung 2021: Wettbewerbssituation Peergroup)
Der Markt für Cloud-Geschäftskommunikation ist nach wie vor sehr fragmentiert. Zu den großen Wettbewerbern der NFON Gruppe zählen europäische Anbieter und große US-amerikanische Wettbewerber. Mit ihrem Produktportfolios, die über eine Vielzahl von Kommunikations- und Kollaborationsanwendungen verfügen, bieten die Wettbewerber schon heute Funktionalitäten an, die von den Kunden vermehrt nachgefragt werden.# 4.2 Risiken der NFON Gruppe
Der verstärkte Markteintritt – im Wesentlichen durch Partnergewinnung und/oder -akquise – gepaart mit einer aggressiven Marketingstrategie könnten zu einem möglichen Verlust von Partnern und Kunden auf Seiten von NFON führen. NFON begegnet diesem Risiko mit Maßnahmen gegen Kundenabwanderungen: Steigerung der Bindung von Kunden und Attraktivität von Produkten, sowie Verbesserung der Produktqualität. Ein Partner-Vertriebsmodell sichert einen geringeren Churn, da Partner langfristiger gebunden sind als Endkunden alleine. Außerdem werden weitere Maßnahmen evaluiert, um drohenden Kundenabwanderung frühzeitig zu erkennen. Das Risiko wurde im Vergleich zum Vorjahr angepasst: Schadenshöhe hoch bis sehr hoch (2021: gering bis mittel), 750 TEUR < x ≤ 1,5 Mio. EUR, Eintrittswahrscheinlichkeit möglich (2021 unwahrscheinlich). Insgesamt wird das Risiko als erheblich beeinflussend bewertet.
- Vertragsrisiken
Durch das Geschäftsmodell hat die NFON Gruppe eine sehr große Anzahl an vertraglichen Vereinbarungen mit Kunden und Lieferanten. Es besteht das Risiko, dass durch nicht entdeckte Fehler in bereits in der Vergangenheit abgeschlossenen Verträgen z.B. Nachzahlungen aus Lizenzvereinbarungen an Lieferanten geleistet werden müssen. Um Schwächen in Vertragsgestaltungen frühzeitig zu entdecken und ggf. Anpassungen vornehmen zu können, prüft die Rechtsabteilung alle Verträge von Lieferanten und Kunden, die einen Jahresumsatz größer 100 TEUR mit der NFON AG haben / mit denen die NFON AG einen Jahresumsatz größer 100 TEUR erzielt.
Das Risiko wurde erstmalig aufgenommen: Schadenshöhe sehr hoch, > 1,5 Mio. EUR, Eintrittswahrscheinlichkeit selten. Insgesamt wird das Risiko als wesentlich beeinflussend bewertet.
- Churn durch Firmeninsolvenzen
Der Ukraine-Krieg hatte in 2022 negative Auswirkungen auf die Weltwirtschaft und für 2023 ist eine weitere Eintrübung der wirtschaftlichen Lage nicht ausgeschlossen. Es besteht dadurch ein konkretes Risiko für eine Erhöhung der Firmeninsolvenzen im Vertriebsgebiet der NFON Gruppe. Aufgrund der Rahmenbedingungen des Risikos ist es für die NFON Gruppe schwer, Maßnahmen gegen dieses Risiko zu ergreifen.
Das Risiko wurde erstmalig aufgenommen: auf Grund der hohen Diversifikation des NFON-Vertriebs sowohl in Regionen, Branchen und Kundengröße wird die Schadenshöhe gering bis mittel eingeschätzt, 250 TEUR ≤ x < 500 TEUR, Eintrittswahrscheinlichkeit möglich. Insgesamt wird das Risiko als wesentlich beeinflussend bewertet.
- Vertriebsrisiko II – CRM-System
Das vertriebsunterstützende CRM-System ist ein zentrales Tool der NFON-Gruppe, welches einer kontinuierlichen Verbesserung unterliegt. Trotzdem bestehen Risiken aus der Angebotslegung, da viele Prozesseschritte manuell durchgeführt werden. Die NFON Gruppe strebt für 2023 an, die Risiken zu reduzieren z.B. durch Einführung von automatisierten Prüfungsschritten oder durch Einführung einer neuen CRM-Software.
Das Risiko wurde erstmalig aufgenommen: Schadenshöhe sehr gering bis gering, 50 TEUR ≤ x < 250 TEUR, Eintrittswahrscheinlichkeit wahrscheinlich Insgesamt wird das Risiko als wesentlich beeinflussend bewertet.
- Datenschutzverstoß
NFON sorgt mit entsprechenden Richtlinien und eigenen Datenschutzbeauftragten für die Einhaltung der gesetzlichen Datenschutzregelungen. Dennoch kann es in Einzelfällen zu Verstößen, z.B. Nichtlöschen von Daten, Cookie-Banner oder Verarbeitung von Daten ohne Rechtsgrundlage kommen. Ebenso kann es zu Datenschutzverletzungen durch Cyberangriffe kommen. Für den Fall eines Risikoeintritts kann dies zu Reputationsschäden, Bußgeldern, Vertragsstrafen und zu Kündigungen von laufenden Verträgen führen. Um den Eintritt des Risikos zu vermeiden oder die Eintrittswahrscheinlichkeit zu minimieren, führt die QM & Datenschutzabteilung kontinuierlich Maßnahmen durch, wie z.B Sensibilisierung der Mitarbeiter durch regelmäßige Schulungen oder Monitoring & Stichproben bei laufenden Prozessen. Im Vergleich zu 2021 hat sich die potentielle Schadenshöhe von sehr hoch > 2 Mio. Euro auf hoch bis sehr hoch 750 TEUR ≤ x < 1,5 Mio. EUR reduziert. Im Vergleich zum Vorjahr wird die Schadenshöhe durch ein Bußgeld geringer eingeschätzt. Durch die in 2022 getroffenen Maßnahmen verringert sich die Eintrittswahrscheinlichkeit von unwahrscheinlich in 2021 auf selten in 2022. Insgesamt wird das Risiko als wesentlich beeinflussend bewertet.
Das noch in 2021 als ‚erheblich beeinflussend‘ eingestufte Risiko ‚Kostenexplosion (in der Produktentwicklung)‘ wird in 2022 nicht mehr als Risiko eingestuft. Es stehen genügend Ressourcen zur Verfügung stehen und es sind keine kritischen Projekte bekannt sind, die einen teuren Ressourcenaufbau erfordern würden.
Gesamtaussage zur Risikosituation der NFON Gruppe
Tabellarische Darstellung der für 2022 dargestellten Risiken, die die Liquiditätslage erheblich oder wesentlich beeinflussen können. Zusätzlich wird die Veränderung zu 2021 dargestellt:
| Risiken | Schadenshöhe | Eintrittswahrscheinlichkeit | Risikoklasse | Veränderung 2022 zu 2021 |
|---|---|---|---|---|
| Vertriebsrisiko I - Marktpräsenz | hoch bis sehr hoch | möglich | erheblich beeinflussend | neu aufgenommen |
| 750 TEUR ≤ x ≤ 1,5 Mio. EUR | 20 % < x ≤ 50 % | |||
| Konkurrenz in Kernmärkten | hoch bis sehr hoch | möglich | erheblich beeinflussend | erhöht |
| 750 TEUR ≤ x ≤ 1,5 Mio. EUR | 20 % < x ≤ 50 % | |||
| (Vorjahr mittel) | (Vorjahr unwahrscheinlich) | |||
| Vertragsverletzung | sehr hoch, > 1,5 Mio. EUR | selten | wesentlich beeinflussend | neu aufgenommen |
| 0 % < x ≤ 10 % | ||||
| Churn durch Firmeninsolvenzen | gering bis mittel | möglich | wesentlich beeinflussend | neu aufgenommen |
| 250 TEUR ≤ x < 500 TEUR | 20 % < x ≤ 50 % | |||
| Vertriebsrisiko II - Vertriebssystem | sehr gering bis gering | wahrscheinlich | wesentlich beeinflussend | neu aufgenommen |
| 50 TEUR ≤ x < 250 TEUR | 50 % < x ≤ 90 % | |||
| Datenschutzverstoß | hoch bis sehr hoch | selten | wesentlich beeinflussend | vermindert |
| 750 TEUR ≤ x ≤ 1,5 Mio. EUR | 0 % < x ≤ 10 % | |||
| (Vorjahr hoch) | (Vorjahr unwahrscheinlich) |
Unter Berücksichtigung der Risikotragfähigkeit sind die Risiken beherrschbar. Organisatorisch hat das Unternehmen alle Voraussetzungen dafür geschaffen, frühzeitig über mögliche neue Risikosituationen informiert zu sein und schnell reagieren zu können.
4.3 Chancen der NFON Gruppe
Die NFON Gruppe ermittelt Chancen qualitativ. Dementsprechend wurden sie nicht für Steuerungszwecke quantifiziert oder in einer Chancenmatrix erhoben. Die Chanceneinschätzung erfolgt zum Bilanzstichtag. Der betrachtete Prognosezeitraum umfasst das auf die Inventur folgende Jahr (zwölf Monate). Veränderte Marktdynamiken und ein insgesamt sich abkühlendes wirtschaftliches Umfeld haben in 2022 zu einer Veränderung der strategischen Ausrichtung und damit auch zu einer Änderung der Chancenlage der NFON Gruppe geführt. Während die Vorjahre noch durch das Bestreben des schnellen Seatwachstums geprägt waren, wird jetzt ein profitables Wachstum angestrebt. Die Wachstumsstrategie aus der sich die Chancen der NFON Gruppe ableiten lassen, basiert auf drei Säulen: Produktwachstums, Ausbau des Best-Channel Ansatzes sowie der Beschleunigung des Wachstums durch Partnerschaften und Allianzen.
-
Produktwachstums
Die NFON AG sieht wesentliche Wachstumschancen in der Weiterentwicklung der eigenen Produktlandschaft. Zum einen sollen bestehende Produkte verbessert werden, um die Kundenzufriedenheit zu erhöhen und um attraktiver für größere Unternehmen zu werden. Zum anderen liegt der Fokus auch auf der Integration in bzw. von Microsoft Teams. Bei einem zu erwartenden hohen Wachstum von Teams als Kollaborations-Lösung ist eine führende Position in diesem Segment ein wichtiger Baustein für das Wachstum. Außerdem soll der Bereich Contact Center-as-a-Service (CCaaS) weiter ausgebaut werden. Ein Ausbau der bestehenden Integrationen soll die Grundlage auch für weiteres mittel- und langfristiges Wachstum schaffen. -
Ausbau zur Best-in-Class Channel Organisation
Eine Schlüsselrolle für das Seatwachstum sieht NFON im indirekten Vertrieb über Partner und Reseller (Channel). Aus diesem Grund legt NFON weiterhin den größten Fokus auf den Auf- und Ausbau eines hervorragenden Channels und einer herausragenden Channel- Infrastruktur. In 2022 wurde das neue internationale Partnerprogramm NGAGE ausgerollt und eine neue Partner-Management-Plattform entwickelt. Durch diese Maßnahmen sollen neue Partner gewonnen und die Kommunikation und die Zusammenarbeit mit bestehenden Partnern zusätzlich verbessert werden. -
Wachstum durch Partnerschaften und Allianzen
Strategische Partnerschaften haben in der Vergangenheit zu Wachstum und effizienter Innovation geführt. Dieses Prinzip will NFON weiterhin nutzen und zusätzlich ausbauen. Neben der eigenständigen Weiterentwicklung der Produkte sowie des Ausbaus des Channels sieht NFON starkes Wachstumspotential im Bereich der strategischen Partnerschaften in drei Bereichen:- Technologische Partnerschaften um die Innovationskraft zu stärken
- Partnerschaften in Vertrieb und Distribution insbesondere im Bereich Enterprise und Verticals sowie in der integrierten Business- Kommunikation
- Partnerschaften auf unterschiedlichen Ebenen, wie z.B. strategische Beteiligungen oder aber auch Kommunikationspartnerschaften über Produktintegration
Gesamtaussage zur Chancensituation
Insgesamt sieht NFON Chancen und Risiken in einem ausgewogenen Verhältnis.
4.4 Internes Kontrollsystem
Das interne Kontrollsystem (IKS) ist integraler Bestandteil des unternehmensweiten Kontroll- und Risikomanagementsystems inklusive Compliance Management System (CMS). Das Ziel des IKS ist es, durch die Implementierung von Kontrollen hinreichende Sicherheit für die unternehmensweiten Prozesse u.a. der Erstellung eines regelkonformen Abschlusses und Zusammengefassten Lageberichtes zu gewährleisten. Das interne Kontrollsystem und das Risikomanagementsystem der NFON AG decken auch nachhaltigkeitsbezogene Ziele ab.Dies schließt die Prozesse und Systeme zur Erfassung, Verarbeitung und externe Berichterstattung nachhaltigkeitsbezogener Daten mit ein. Bestandteil des IKS und RMS einschließlich des CMS ist ein regelmäßiges Monitoring mit dem Ziel, identifizierte Schwächen zu beheben. Auf der Grundlage derartiger Feststellungen nehmen wir eine kontinuierliche Verbesserung an unserem IKS und RMS einschließlich des CMS vor. Mit Ausnahme dieser Schwächen liegt dem Vorstand derzeit kein Hinweis vor, dass das Risikomanagement- sowie Interne Kontroll- und Compliance-System der NFON AG nicht angemessen oder wirksam wären.
38
Der Aufsichtsrat der NFON AG überwacht die Angemessenheit und Wirksamkeit des IKS – wie es § 107 Abs. 3 Satz 2 i. V. m. § 107 Abs. 4 Satz 1 AktG fordert. Der Umfang und die Ausgestaltung des IKS liegen dabei, gemäß § 91 Abs. 3 AktG, im Ermessen und in der Verantwortung des Vorstands. Die Implementierung einer Internen Revision wurde initiiert und wird ab nächstem Geschäftsjahr dafür zuständig sein, die Funktionsfähigkeit und Wirksamkeit des IKS im Konzern und bei der NFON AG unabhängig zu prüfen. Das IKS umfasst sowohl präventive als auch detektive Kontrollen; dazu gehören:
- IT-gestützte und manuelle Abstimmungen,
- Funktionstrennung,
- Vier-Augen-Prinzip,
- Managementkontrollen,
- allgemeine programmseitige IT-Kontrollen wie z. B. Zugriffsregelungen in IT-Systemen und ein Veränderungsmanagement.
38
Nicht geprüfte Angabe
53
Das IKS entwickelt sich mit den operativen Prozessen fortlaufend weiter und geht dabei konsequent auf neue Technologien und Arbeitsweisen ein.
Rechnungslegungsbezogenes internes Kontrollsystem
Das rechnungslegungsbezogene IKS beinhaltet die Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen, um die Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung sicherzustellen. Es wird kontinuierlich weiterentwickelt und zielt auf Folgendes ab: Der Konzernabschluss der NFON AG wird gemäß den handels- und aktienrechtlichen Vorschriften über die Rechnungslegung und den Konzernabschluss gemäß § 315e Absatz 1 HGB nach der von der EU freigegebenen Fassung der internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS) sowie ergänzenden handels- und aktienrechtlichen Vorschriften aufgestellt. Zudem verfolgt das rechnungslegungsbezogene IKS auch das Ziel, dass der Jahresabschluss der NFON AG sowie der zusammengefasste Lagebericht nach den handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt werden.
Die NFON AG stellt als Mutterunternehmen den Konzernabschluss und Zusammengefassten Lagebericht der NFON AG auf. Diesem Prozess vorgelagert ist die Finanzberichterstattung der in den Konzernabschluss einbezogenen Konzerngesellschaften. Alle Prozesse werden aus Sicht des Vorstands durch ein internes Kontrollsystem überwacht, das - wie es bei kleineren Unternehmen üblich ist - sowohl die Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung als auch die Einhaltung der relevanten gesetzlichen Bestimmungen zum Ziel hat. Darüber hinaus unterstützen ergänzende Verfahrensanweisungen wie z. B. Intercompany-Richtlinien, standardisierte Meldeformate, IT-Systeme sowie IT-unterstützte Reporting- und Konsolidierungsprozesse den Prozess der einheitlichen und ordnungsgemäßen Konzernrechnungslegung. Sofern erforderlich, werden auch externe Gutachter z. B. für die Bewertung von Pensionsverpflichtungen oder im Zuge von Kaufpreisallokationen eingesetzt.
Die bereichsübergreifenden Schlüsselfunktionen werden zentral vom Finanzbereich der NFON AG gesteuert, wobei die einzelnen Tochtergesellschaften über ein definiertes Maß an Selbstständigkeit bei der Erstellung ihrer Abschlüsse verfügen. Die in den Rechnungslegungsprozess einbezogenen Mitarbeiter werden regelmäßig geschult. Die gesetzlichen Vertreter der NFON AG und der Konzerngesellschaften sind dafür verantwortlich, dass sie die konzernweit gültigen Richtlinien, Vorgaben und Verfahren einhalten. Die Konzerngesellschaften stellen den ordnungsgemäßen und zeitgerechten Ablauf ihrer rechnungslegungsbezogenen Prozesse und Systeme sicher. Für die Umsetzung dieser Regelungen und die Nutzung der Instrumentarien ist in den Konzerngesellschaften der verschiedenen Länder die Geschäftsführung verantwortlich.
Der Konzernabschluss und der Zusammengefasste Lagebericht liegen in der Haftung des für Finanzen zuständigen Mitglieds des Vorstands der NFON AG. Das Vorstandsmitglied wird dabei durch den Chief Financial Officer unterstützt, der den Konzernabschluss verantwortet. Alle Jahresabschlüsse von wesentlichen Konzerngesellschaften, die Eingang in die Konzernkonsolidierung finden, unterliegen der Prüfung durch den Abschlussprüfer.
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5. Prognosebericht
Die Planung sowie alle nachfolgenden Ausführungen für das Geschäftsjahr 2023 basieren auf dem Kenntnisstand bis zum 31. März 2023. Durch die für die NFON Gruppe dargestellten Chancen und Risiken kann es zu einer Abweichung zwischen den Plandaten und den Werten, die am Jahresende tatsächlich erreicht werden, kommen. Weiterhin können sich Abweichungen aus den für die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen vorgenommenen Annahmen ergeben.
Während der Fokus der Geschäftstätigkeit in den vergangenen Geschäftsjahren ausschließlich auf Umsatzwachstum lag, hat NFON in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres 2022 begonnen, den Fokus auf profitables Wachstum zu legen. Im Sinne der Profitabilitätssteigerung werden deswegen nunmehr in Ergänzung zu den strategischen Wachstumsmaßnahmen im Bereich Produkt, Vertrieb und Partnerschaften übergreifend Maßnahmen zur Verringerung der Kostenbasis und damit zur Steigerung der Effizienz durchgeführt. NFON sieht sich für die erfolgreiche Umsetzung der Strategie mit dem Ziel, führender Anbieter für integrierte Business-Kommunikation in Europa zu werden, gut aufgestellt. Durch die Erweiterung der Lösungen für Cloud-Telefonie um Unified Communications & Collaboration-Services (Meet & Share) sowie die Ergänzung des Produktportfolios durch Contact-Center-Lösungen, hat sich NFON zu einem Anbieter für integrierte Business- Kommunikation entwickelt. NFON ist damit in der Position, an der Entwicklung des Marktes für integrierte Business-Kommunikation zu partizipieren. Folgende Aspekte sind dabei wesentlich:
- die Veränderung der Businesskommunikation hin zur vermehrten Nutzung digitaler UCC-Lösungen und -Services, z. B. Collaboration-Tools;
- die Einführung digitaler Kommunikationstechnologien, die sich auf viele Geschäftsprozesse auswirken und den Bedarf erzeugen, verschiedene digitale Lösungen auf einer Plattform zu integrieren;
- das wachsende Bedürfnis der Unternehmen, digitale Dienste je nach Bedarf flexibel skalieren zu können und nur den Aufwand verbuchen zu müssen, der tatsächlich anfällt.
Der Prognose der NFON Gruppe für das Geschäftsjahr 2023 werden die Erwartungen und Annahmen zur allgemeinen Wirtschaftsentwicklung sowie die für NFON relevanten Branchenentwicklungen zugrunde gelegt. Detaillierte Angaben finden sich im Kapitel „Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen“.
Erwartete gesamt- und branchenwirtschaftliche Rahmenbedingungen
Trotz der Auswirkungen des Russland-Ukraine-Krieges zeigte sich die Wirtschaft im europäischen Raum und insbesondere in Deutschland 2022 robust. Für 2023 wird in der Eurozone ein leichtes BIP-Wachstum zwischen 0,7 % und 0,9%
39
gegenüber dem Vorjahr erwartet und für
39
https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Schlaglichter-der-Wirtschaftspolitik/2023/03/12-die-lage-der-weltwirtschaft.html (30. März 2023)
55
Deutschland mit einem Zuwachs von 0,2 %
40
gegenüber dem Vorjahr gerechnet. NFON hat diese Auswirkungen in die Prognose mit aufgenommen und das verlangsamte wirtschaftliche Wachstum einberechnet. Die ausführliche Darstellung der Risiken und Chancen findet sich im Kapitel Risiko- und Chancenbericht.
Ungeachtet der aktuellen makroökonomischen Entwicklungen bleibt es bei der generell positiven Einschätzung der branchenwirtschaftlichen Rahmenbedingungen: Der Markt für Business-Kommunikation befindet sich weiterhin im Umbruch und wächst. Die NFON AG will von diesem strukturellen Wandel hin zu integrierten Cloud-basierten Produkten und Lösungen profitieren. NFON sieht sich in diesem Wandel gut positioniert. Die Zukunft der Business-Kommunikation liegt nach Einschätzung des Unternehmens in den Märkten für Unified-Communication & Collaboration- und Contact-Center-Produkten respektive in dem sich neu entwickelnden Markt für integrierte Business-Kommunikation. Die ausführliche Darstellung der Marktentwicklung findet sich in den Kapiteln „Allgemeine Marktcharakteristik“ und „Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen“.
Erwartete Geschäftsentwicklung der NFON Gruppe
Nachdem NFON insbesondere 2021 die Investitionen in Personal und Marketing deutlich erhöht hatte, wurden mit Beginn des zweiten Halbjahres 2022 im Sinne des profitablen Wachstumszieles begonnen, profitabilitätssteigernde Maßnahmen durchzuführen und das Investitionsvolumen zu reduzieren. Diese Maßnahmen werden sich im laufenden Geschäftsjahr 2023 maßgeblich auf das operative Ergebnis, das bereinigte EBITDA, auswirken. Dabei werden die strategischen Initiativen im Bereich der Produkte, des Vertriebs und der Partnerschaften auch weiterhin zu Umsatzwachstum führen, wobei das Wachstumstempo unter dem der vergangenen Jahren zu erwarten ist.
Erwartete Entwicklung der bedeutsamsten Leistungsindikatoren
Hinsichtlich der auf profitables Wachstum geschärften Strategie hat NFON die bedeutsamsten Leistungsindikatoren umgewichtet. Waren bislang die Wachstumsrate der wiederkehrenden Umsätze, der Anteil nicht wiederkehrender Umsätze am Gesamtumsatz sowie das mit der Cloud- Telefonie verbundene Seatwachstum definierte bedeutsamste Leistungsindikatoren, wird ab 2023 das bereinigte EBITDA als bedeutsamster Leistungsindikator hinzugezogen und das Seatwachstum nur noch als Leistungsindikator berichtet. Diese Umstellung folgt der Konkretisierung der Wachstumsstrategie: 2023 verfolgt NFON das Ziel des profitablen Wachstums. Dieses Wachstum bezieht sich nach wie vor auf die wiederkehrenden Umsätze.# 6. Übernahmerelevante Angaben – Erläuternder Bericht des Vorstands zu den Angaben §§ 289a, 315a HGB
Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals unter gesondertem Ausweis der mit jeder Gattung verbundenen Rechte und Pflichten und des Anteils am Gesellschaftskapital
Zur näheren Erläuterung verweisen wir auf die Angaben im Konzernanhang in Abschnitt 13.
Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen
Jede Aktie berechtigt zur Abgabe einer Stimme in der Hauptversammlung. Es bestehen keine Stimmrechtsbeschränkungen. Alle Aktien, einschließlich der von den Altaktionären gehaltenen Aktien, offerieren dem Inhaber dieselben Stimmrechte.
Direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital, die 10 % der Stimmrechte überschreiten
Zum 31. Dezember 2022 bestanden die folgenden direkten und indirekten Beteiligungen am Kapital, die 10 % der Stimmrechte überschritten:
| Name/Firma | Direkte/Indirekte Beteiligung von mehr als 10 % der Stimmrechte |
|---|---|
| Milestone Venture Capital GmbH mit Sitz in Hösbach, Deutschland | Direkt |
| Active Ownership Fund SICAV-FIS SCS, Grevenmacher, Luxemburg | Direkt |
Durch die NFON AG veröffentlichte Stimmrechtsmitteilungen sind im Internet unter: https://corporate.nfon.com/de/news/ir-news/stimmrechtsmitteilungen abrufbar.
Aktien mit Sonderrechten
Die NFON AG hat keine Aktien mit Sonderrechten ausgegeben.
Stimmrechtskontrolle bei Arbeitnehmerbeteiligung
Es existieren keine Stimmrechtskontrollen.
Gesetzliche Vorschriften und Bestimmungen der Satzung über die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands sowie über die Änderung der Satzung
Vorschriften und Bestimmungen über die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands entsprechen der Rechtsvorschrift gemäß § 84 AktG. Ein Vorstandsmitglied kann mit oder ohne Grund abberufen und/oder durch Beschluss des Aufsichtsrats jederzeit ersetzt werden. Der Aufsichtsrat ist zur Vornahme von Satzungsänderungen berechtigt, die nur die Fassung betreffen (§ 18 Nr. 3 der Satzung der NFON AG).
Befugnisse des Vorstands, insbesondere hinsichtlich der Möglichkeit, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen
Die Ermächtigung des Vorstands zur Ausgabe von Aktien ist in § 4 der Satzung i.V.m. den gesetzlichen Bestimmungen geregelt. Zum 31. Dezember 2022 bestanden folgende Ermächtigungen des Vorstands zur Ausgabe von Aktien:
Genehmigtes Kapital
Das von der außerordentlichen Hauptversammlung vom 12. Dezember 2019 geschaffene Genehmigte Kapital 2019 in Höhe von EUR 3.000.000,00 war in Höhe von 1.505.555 EUR ausgeschöpft worden. Das insoweit noch gemäß § 4 Abs. 3 der Satzung verbliebene Genehmigte Kapital 2019 in Höhe von 1.494.445 EUR schöpfte die gesetzlichen Möglichkeiten für genehmigtes Kapital nicht annähernd aus. Um der Gesellschaft wieder größere Flexibilität hinsichtlich der Finanzierung zu geben, wurde das verbliebene Genehmigte Kapital 2019 aufgehoben und ein neues Genehmigtes Kapital 2021 mit der Möglichkeit eines maßvollen Bezugsrechtsausschlusses neu geschaffen. Der Vorstand wurde ermächtigt, das Grundkapital in der Zeit bis zum 23. Juni 2026 mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder in Teilbeträgen um insgesamt bis zu 4.140.281 EUR durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien mit Gewinnberechtigung ab Beginn des Geschäftsjahres ihrer Ausgabe gegen Bar- und/oder Sacheinlagen zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2021). Näheres regelt § 4 Abs. 3 der Satzung der NFON AG.
Bedingtes Kapital I
Nach teilweiser Ausnutzung der Ermächtigung des Vorstands zur Ausgabe von Schuldverschreibungen vom 9. April 2018 bestand gem. § 4 Abs. 4 der Satzung nur noch ein Bedingtes Kapital I in Höhe von 2.892.045,00 EUR. Da keine Pläne bestanden, von dem restlichen Ermächtigungsvolumen in dem noch verbleibenden Ermächtigungszeitraum Gebrauch zu machen, wurde das Bedingte Kapital I aufgehoben.
Bedingtes Kapital II (Aktienoptionsplan)
Das Grundkapital der Gesellschaft wurde um weitere bis zu 708.229 EUR durch Ausgabe von bis zu 708.229 Stück neue auf den Inhaber lautende Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital II). Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie Inhaber von Aktienoptionen, die aufgrund des Ermächtigungsbeschlusses vom 09. April 2018 in der Zeit bis zum 08. April 2023 von der Gesellschaft ausgegeben werden, von ihrem Bezugsrecht auf Aktien der Gesellschaft Gebrauch machen und die Gesellschaft nicht in Erfüllung der Bezugsrechte eigene Aktien oder einen Barausgleich gewährt. Die aus der Ausübung dieser Bezugsrechte hervorgehenden neuen Aktien der Gesellschaft nehmen vom Beginn des Geschäftsjahres an, in dem sie ausgegeben werden, am Gewinn teil. Der Vorstand wurde ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen.
Bedingtes Kapital 2021
Um Vorstandsmitglieder und ausgewählte Führungskräfte der NFON AG sowie Geschäftsführer und ausgewählte Führungskräfte ihrer verbundenen Unternehmen durch eine am Unternehmenserfolg orientierte Sondervergütung mit langfristiger Anreizwirkung und Risikocharakter auf Aktienbasis an die NFON AG binden zu können, wurde mit Beschluss der Hauptversammlung vom 24. Juni 2021 die Möglichkeit geschaffen, im Rahmen eines neuen Aktienoptionsplans 2021, Bezugsrechte auf Aktien der NFON AG an Mitglieder des Vorstands bzw. der Geschäftsführung und ausgewählte Mitarbeiter der NFON AG und verbundener Unternehmen auszugeben. Die bis zu diesem Zeitpunkt bestehende Ermächtigung im Rahmen des Aktienoptionsplans 2018 wurde in Höhe von 708.229 EUR ausgenutzt. Die nicht genutzte Ermächtigung wurde ebenfalls mit Beschluss der Hauptversammlung aufgehoben und das Bedingte Kapital II in § 4 Absatz 5 der Satzung entsprechend herabgesetzt. Das Grundkapital der Gesellschaft wurde um bis zu 947.883 EUR durch Ausgabe von bis zu 947.883 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2021). Das Bedingte Kapital 2021 dient der Sicherung von Bezugsrechten aus Aktienoptionen, die aufgrund der Ermächtigung der Hauptversammlung der Gesellschaft vom 24. Juni 2021 von der Gesellschaft in der Zeit vom 24. Juni 2021 bis zum 23. Juni 2026 ausgegeben werden. Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie Aktienoptionen ausgeben werden und die Inhaber dieser Aktienoptionen von ihrem Bezugsrecht auf Aktien der Gesellschaft Gebrauch machen und die Gesellschaft nicht in Erfüllung der Bezugsrechte eigene Aktien oder einen Barausgleich gewährt. Die Ausgabe der Aktien aus dem Bedingten Kapital 2021 erfolgt zu dem nach Maßgabe der vorstehenden Ermächtigung der Hauptversammlung vom 24. Juni 2021 festgelegten Ausübungspreis. Die neuen Aktien nehmen vom Beginn des Geschäftsjahres an, in dem sie ausgegeben werden, am Gewinn teil. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen.
Wesentliche Vereinbarungen des Mutterunternehmens, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels im Falle eines Übernahmeangebots stehen und die hieraus folgenden Wirkungen
Wesentliche Vereinbarungen des Mutterunternehmens unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots wurden nicht mit Tochterunternehmen getroffen. Entsprechende Vereinbarungen wurden in den Verträgen der Vorstände getroffen. Demnach hat die Gesellschaft und das Vorstandsmitglied jeweils einmalig das Recht, den Dienstvertrag mit einer Frist von zwei Monaten zum Monatsende zu kündigen und das Vorstandsmitglied zum selben Termin abzuberufen. Dieses Sonderkündigungsrecht besteht nur innerhalb eines Monats ab dem Zeitpunkt, zu dem der tatsächlich stattgefundene Kontrollwechsel bekannt geworden ist. Für das Sonderkündigungsrecht der Gesellschaft kommt es insoweit auf die Kenntnis des Vorsitzenden des Aufsichtsrats an, für das Sonderkündigungsrecht des Vorstandsmitglieds auf dessen Kenntnis an. Ein Kontrollwechsel ist dann gegeben, wenn mindestens 50,1% des Grundkapitals unter der Kontrolle eines Aktionärs vereinigt werden. Das Vorstandsmitglied erhält in diesem Fall eine Abfindung in Höhe von zwei Jahresfestgehältern begrenzt auf die für die Restlaufzeit geschuldete Gesamtvergütung inklusive Nebenleistungen.
Entschädigungsvereinbarungen des Mutterunternehmens, die für den Fall eines Übernahmeangebots mit den Mitgliedern des Vorstands oder den Arbeitnehmern getroffen worden sind
Aktienoptionsplan
Erwirbt ein Dritter die Kontrolle über die Gesellschaft im Sinne des § 29 Absatz 2 WpÜG, so bleiben die ausgeteilten Optionen davon unberührt. Ein „Delisting Event“ liegt vor, wenn die Aktien der Gesellschaft an keinem organisierten Markt (§ 2 Abs. 5 WpHG) mehr notiert sind. Bei Vorliegen eines Delisting Event hat der Bezugsberechtigte im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften das Recht, für jede Option von der Gesellschaft bzw.# NFON AG (HGB)
Der Jahresabschluss der NFON AG wurde nach den Regeln des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) aufgestellt. Die Aussagen des Konzerns sind analog für die NFON AG zutreffend. Die NFON AG (NFON) ist das Mutterunternehmen des NFON-Konzerns und hat ihren Sitz in München, Deutschland. Die Geschäftsanschrift lautet: Machtlfinger Str. 7, 81379 München.
8.1 Ertragslage
Gewinn- und Verlustrechnung der NFON AG nach HGB (Kurzfassung)
in Mio. Euro | 2022 | 2021
---|---|---
Umsatzerlöse | 53,9 | 48,1
Sonstige betriebliche Erträge | 0,5 | 0,3
Materialaufwand | -6,5 | -6,6
Personalaufwand | -25,7 | -20,8
Abschreibungen | -1,2 | -1,1
Sonstige betriebliche Aufwendungen | -40,9 | -37,2
Zinsergebnis | -0,1 | -0,1
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 0,0 | 0,0
Ergebnis nach Steuern | -20,1 | -17,4
Sonstige Steuern | 0,0 | 0,0
Jahresüberschuss/- fehlbetrag | -20,1 | -17,4
Umsatzerlöse
Ohne Verrechnungspreiserlöse bzw. -gutschriften ergeben sich im Geschäftsjahr 2022 Umsatzerlöse von 46,2 Mio. EUR und im Geschäftsjahr 2021 von 43,3 Mio. EUR. Nach Bereinigung dieser Verrechnungspreiserlöse sind die Umsätze 2022 durch eine gestiegene Kundenbasis (wiederkehrende Umsätze) und sonstigen Dienstleistungen (nicht wiederkehrende Umsätze) gegenüber dem Vorjahr insgesamt um rund 6,3 % gestiegen. Die um die verrechnungspreiserlöse bereinigten Umsatzerlöse setzen sich aus wiederkehrenden Erlösen i.H.v. 42,6 Mio. EUR und nicht wiederkehrenden Erlösen i.H.v. 3,6 Mio. EUR zusammen. Die Seats stiegen von 361.534 um 8,2 % auf 391.175 an. Damit liegt der Zuwachs unter dem Niveau des Vorjahres (2021: 12,4%). Der Anteil der wiederkehrenden Erlöse am externen Gesamtumsatz (92,0%) lag über dem erwarteten Wert (88%), auch wenn deren Anstieg mit 9,0% geringer ausfiel als im Vorjahr (2021: 11,8%, analog dem Vorjahresanstieg). Dies hängt unter anderem damit zusammen, dass der ursprünglich prognostizierte Zuwachs an Seats verfehlt wurde. Der Hauptgrund für die Planabweichung ist in der Schwächung der europäischen Wirtschaft durch den Ukraine-Krieg und der Pandemie zu finden, die sich auch auf die Wachstumsdynamik der NFON AG ausgewirkt haben.
Sonstige betriebliche Erträge
Die sonstigen betrieblichen Erträge liegen mit 0,5 Mio. EUR aufgrund gestiegener Rückstellungsauflösungen sowie einem Anstieg der verrechneten Sachbezüge über dem Vorjahreswert von 0,3 Mio. EUR.
Materialaufwand
Der Materialaufwand sank trotz Ausweitung der Geschäftstätigkeit um 0,5%. Grund dafür ist eine veränderte Zusammensetzung des Erlösmixes, bei dem im Geschäftsjahr 2022 weniger margenschwache Hardwareumsätze zu verzeichnen waren.
Personalaufwand
Der Anstieg des Personalaufwands um 23,9 % ist insbesondere auf den kontinuierlichen, strategischen Personalausbau zurückzuführen. Daraus resultierte zusätzlich eine Erhöhung der Abgaben und Aufwendungen für die Altersversorgung.
Abschreibungen
Die planmäßigen Abschreibungen stiegen aufgrund von Ersatz- und Erweiterungsinvestitionen in Rechenzentrumskapazität an. Außerplanmäßige Abschreibungen wurden nicht vorgenommen.
Sonstige betriebliche Aufwendungen
Die Kosten für sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen im Jahr 2022 von 37,2 Mio. EUR im Vorjahr auf 40,9 Mio. EUR an. Ein wesentlicher Teil den sonstigen betrieblichen Aufwendungen resultiert aus Aufwendungen für den Ergebnisausgleich der Tochtergesellschaften im Zuge der Anwendung der transaktionsbasierten Nettomargenmethode zurückzuführen, mit der die NFON AG die Anlaufkosten von Tochtergesellschaften übernimmt. Diese Kosten haben sich von 11,6 Mio. EUR im Vorjahr auf 9,9 Mio. EUR verringert, da die Geschäftstätigkeit in einzelnen Tochterunternehmen (NFON France und NFON Iberia) reduziert wurde. Die Vertriebskosten stiegen von 5,9 Mio. EUR (2021) auf 6,7 Mio. EUR. Die Aufwendungen für Freelancer und Beratung stiegen im Jahr 2022 von 5,4 Mio. EUR auf 7,9 Mio. EUR an. In den Kosten für Freelancer und Beratung sind im wesentlichen Aufwendungen für externe Beratung und Unterstützungsleistungen verbundener Unternehmen im Zusammenhang mit Vertrieb, Marketing, Technik und Entwicklung enthalten. Des Weiteren hat die NFON im Jahr 2022 in zwei größeren Projekten mit Hilfe von externen Beratern Möglichkeiten für Kapitalmarkttransaktionen evaluiert. Im Bereich IT wurde weiterhin massiv in die Einführung neuer Softwaretools investiert. Die damit zusammenhängenden Kosten stiegen von 2,8 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2021 auf 3,0 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2022.
Zinsergebnis
Das Zinsergebnis hat sich gegenüber dem Vorjahr leicht verbessert (2022 -0,11 Mio. EUR vs. 2021: -0,13 Mio. EUR).
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
Aufgrund des weiterhin negativen Ergebnisses vor Steuern fielen sowohl 2022 als auch 2021 keine Ertragssteuern an.
Sonstige Steuern
Hier fallen ausschließlich geringfügige KFZ-Steuern an.
Jahresfehlbetrag
Der gestiegene Jahresfehlbetrag resultiert im Wesentlichen aus dem forcierten Aufbau des Personals (sowohl direkt in der AG, als auch über Tochtergesellschaften), den mit Ziel des weiteren Ausbaus des Marktanteils konstant hohen Marketingkosten, sowie den gestiegenen sonstigen betrieblichen Kosten im Zuge der Ausweitung der Geschäftstätigkeit.
Die Anlaufkosten der Tochtergesellschaften, die die NFON AG im Rahmen ihrer konzernweiten Verrechnungspreissystematik auf der Basis der transaktionsbasierten Nettomargenmethode trägt, stellen nach wie vor einen signifikanten Kostenblock in der NFON AG dar.
8.2 Finanzlage
Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit ist maßgeblich vom negativen Jahresergebnis von 20,1 Mio. EUR geprägt. Es wird auf die Ausführungen in der Ertragslage verwiesen. Der hohe Liquiditätsabfluss 2022 war bereits im Budget für dieses Jahr antizipiert und wurde unterjährig in den Forecasts aktualisiert und überwacht und beruht im Wesentlichen aus der Investitionstätigkeit und der an die Töchter ausgereichten Darlehen. Die Investitionstätigkeit im Berichtsjahr beinhaltet im Wesentlichen die Mittelabflüsse zum Ausbau der Rechenzentrumskapazität. Zur Finanzierung nutzte die NFON AG 2022 in erster Linie, wie im Vorjahr, die Einnahmen aus der im Jahr 2021 erfolgten Kapitalerhöhung. Die NFON AG konnte zu jedem Zeitpunkt ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommen.
8.3 Vermögenslage
Bilanz der NFON AG nach HGB (Kurzfassung)
in Mio. Euro | 2022 | 2021
---|---|---
Anlagevermögen | 35,5 | 39,2
Umlaufvermögen | 12,6 | 30,8
Rechnungsabgrenzungsposten | 1,6 | 1,5
Aktiva | 49,7 | 71,4
Eigenkapital | 32,7 | 52,3
Rückstellungen | 4,0 | 3,6
Verbindlichkeiten | 12,9 | 15,4
Rechnungsabgrenzungsposten | 0,2 | 0,2
Passiva | 49,7 | 71,4
Anlagevermögen
Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagevermögen betrugen 2022 1,2 Mio. EUR. Der Rückgang des Anlagevermögens beruht im Wesentlichen auf der Verrechnung der Darlehen und Verbindlichkeiten gegenüber der verbundenen Unternehmen.
Umlaufvermögen
Die Reduzierung des Umlaufvermögens basiert vor allem auf den um 16,7 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr reduzierten Bankguthaben und den um 1,2 Mio. EUR reduzierten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen hatten sich aufgrund von Zahlungsverzögerungen bei Großkunden 2021 erhöht. Diese Zahlungen sind im Geschäftsjahr 2022 eingegangen.
Eigenkapital
Das Eigenkapital reduzierte sich durch den Jahresfehlbetrags um 20,3 Mio. EUR. Aufgrund der ausgegebene Mitarbeiteraktienoptionen erhöhte sich die Kapitalrücklage um 0,5 Mio. EUR.
Rückstellungen
Die Erhöhung der Rückstellungen ist mit 0,4 Mio. EUR im Wesentlichen auf die Erhöhung der Bonusrückstellungen sowie der Urlaubsrückstellungen zurückzuführen.
Verbindlichkeiten
Die Verbindlichkeiten in Höhe von 12,9 Mio. EUR sanken im Vergleich zum Vorjahr um 2,5 Mio. EUR. Der Rückgang ist im Wesentlichen auf die Reduzierung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen von 2,7 Mio. EUR zum 31. Dezember 2021 auf 2,0 Mio. EUR zum 31. Dezember 2022 zurückzuführen sowie Reduzierung gegenüber verbundenen Unternehmen um 2,7 Mio. EUR. Der Rückgang liegt begründet in der angepassten Rechnungslegung der Lieferanten sowie der Verrechnung der Darlehens- und Verbindlichkeitskonten der verbundenen Unternehmen.
8.4 Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage
Die wirtschaftliche Entwicklung der NFON AG im Jahr 2022 spiegelt die nach wie vor angespannte wirtschaftliche Lage in ganz Europa wider. Die Gesellschaft konnte in 2022 in Bezug auf Umsatz, Rohgewinn und Seats weiterhin wachsen, hat aber ihre prognostizierten Ziele leicht verfehlt. Dafür konnte der Anteil der wiederkehrenden Umsätze am externen Gesamtumsatz gesteigert werden.
8.5 Risiken und Chancen
Die Geschäftsentwicklung der NFON AG unterliegt im Wesentlichen den gleichen Risiken und Chancen wie die des Gesamtkonzerns. An den Risiken der Tochterunternehmen partizipiert die NFON AG grundsätzlich in voller Höhe, da es sich ausschließlich um Gesellschaften handelt, an denen die NFON AG 100 % der Anteile hält. In der Erhebung des Risikoinventars im November 2022 wurden allerdings keine zusätzlichen Risiken in den Tochterunternehmen identifiziert, die nicht bereits im Inventar erfasst oder im Budget 2023-2027 berücksichtigt worden sind. Die Risiken und Chancen sind im „Risiko- und Chancenbericht“ des Konzernlageberichts dargestellt.# 8.6 Prognosebericht
Aufgrund der Verflechtungen der NFON AG mit den Konzerngesellschaften verweisen wir auf die Aussagen im Prognosebericht des Konzernlageberichts, die insbesondere auch die Erwartungen für die Muttergesellschaft widerspiegeln. Im Detail erwartet die NFON AG für das Geschäftsjahr 2023 eine im Vergleich zum Berichtsjahr leicht höhere Wachstumsrate für die wiederkehrenden externen Umsätze, deren Anteil am externen Gesamtumsatz konstant erwartet wird. Entsprechend der veränderten bedeutsamsten Leistungsindikatoren auf Ebene der Muttergesellschaft erwartet die NFON AG ein bereinigtes EBITDA >4 Mio. EUR. Das Unternehmen weist darauf hin, dass es zu einer Abweichung zwischen den Plandaten und den Werten, die am Jahresende tatsächlich erreicht werden, kommen kann.
München, 24. April 2023
Dr. Klaus von Rottkay Jan-Peter Koopmann
Vorstandsvorsitzender Vorstand
9. Definitionen und Abkürzungen
Average Revenue per User (ARPU)
Durchschnittlicher Umsatz pro Nutzer – Es handelt sich hierbei um einen blended ARPU, d. h., es wird der Durchschnitt über alle Produkte, Kanäle und Regionen gebildet. Der blended ARPU errechnet sich aus den wiederkehrenden Umsätzen des betrachteten Zeitraums – abzüglich der wiederkehrenden Umsätze aus Monatsgebühren mit SIP-Trunks – geteilt durch die Summe der Seats (Seatbase) des betrachteten Zeitraums. Monatsgebühren mit SIP-Trunk sind nicht seatbezogen. Ein SIP-Trunk wird in der Anzahl der verkauften Sprachkanäle gezählt. Um die Kennzahl ARPU nicht zu verwässern, werden deshalb die wiederkehrenden SIP-Trunk Erlöse herausgerechnet. Verkaufte Sprachminuten aus SIP-Trunk werden jedoch mit eingerechnet, da diese auch bei einer Konvertierung in Seats, im Zuge einer angestrebten mittelfristigen Migration, erlöst werden könnten.
Application Programming Interface (API)
Programmschnittstelle
BSS
Business Support System – bezeichnet in der Telekommunikationsbranche ein System zur Verwaltung von Vertragsbeziehungen zu Kunden/Lieferanten/Partnern, Verwaltung von Produkten und Ressourcen und der Abrechnungserstellung.
Business-Applikationen
Software-Produkte, die zur Unterstützung der Administration von Unternehmen und Organisationen eingesetzt werden wie zum Beispiel Enterprise-Resource-Planning-Systeme (ERP-Systeme).
Channel
Vertriebskanal, hier insbesondere der indirekte Vertrieb über Partner. „Best in Class“ meint die beste Vertriebsorganisation in der vergleichbaren Industrie.
Churn
Churn setzt sich aus den englischen Wörtern „Change“ und „Turn“ zusammen und bezeichnet die Abschaltungs-/Kündigungsrate von Kunden.
Churn-rate
NFON misst das Ausmaß der Teilnehmerabschaltungen in einem bestimmten Zeitraum, in unserem Fall monatlich, durch die Brutto- Abschaltungs-/Kündigungsrate. Wir definieren die Brutto-Abschaltungsrate als die Anzahl der verlorenen Seats in einem bestimmten Zeitraum geteilt durch die Gesamtzahl der Seats am Ende des Zeitraums. In der Regel berechnen wir die Brutto-Abwanderungsrate auf monatlicher Basis. Wir berücksichtigen sowohl Vertragsbeendigungen als auch ungekündigte Verträge, bei denen über einen Zeitraum von 6 Monaten kein Seat aktiviert war.
Cloud
Die Cloud bezieht sich im Allgemeinen auf eine Gruppe von Remote-Computern und Servern, die über das Internet verbunden sind und gemeinsam Ressourcen wie Speicherplatz, Rechenleistung und Anwendungen bereitstellen können. Benutzer können auf diese Ressourcen über das Internet zugreifen, ohne physisch auf Hardware oder Infrastruktur zugreifen zu müssen. Die Cloud ermöglicht es Benutzern und Unternehmen, Daten und Anwendungen schnell und flexibel zu skalieren und zu nutzen, ohne dass sie die Verantwortung für die Verwaltung und Wartung der zugrunde liegenden Infrastruktur übernehmen müssen.
Communication Platforms
Eine Kommunikationsplattform ist eine Software- oder Online-Plattform, die es Benutzern ermöglicht, in Echtzeit miteinander zu kommunizieren und zu interagieren. Diese Plattformen bieten in der Regel Funktionen wie Messaging, Sprach- und Videoanrufe, Dateiübertragung und Zusammenarbeit in Echtzeit. Kommunikationsplattformen werden von Einzelpersonen, Unternehmen und Organisationen genutzt, um effektive interne und externe Kommunikation zu ermöglichen und Geschäftsprozesse zu optimieren. Beispiele für Kommunikationsplattformen sind Slack, Microsoft Teams, Zoom, Skype und WhatsApp.
Communications Platforms as a Service (CPaaS)
CPaaS ist ein Cloud-basiertes Bereitstellungsmodell, das es Unternehmen ermöglicht, Geschäftsanwendungen durch den Einsatz von Programmschnittstellen (API) um Echtzeit-Kommunikationsfunktionen wie Sprache, Video und Messaging zu erweitern.
Compound Annual Growth Rate (CAGR)
Jährliche Wachstumsrate
Contact Center as a Service (CCaaS)
CCaaS eine Software as a Service (SaaS)-basierte Anwendung, die es Kundenservice-Organisationen ermöglicht, Kundeninteraktionen über viele Kommunikationskanäle (multichannel oder omnichannel) ganzheitlich zu verwalten.
Contact-Center-Lösungen
Ein Contact Center ist eine zentrale Einheit eines Unternehmens oder einer Organisation, die für die Verwaltung eingehender und ausgehender Kommunikation verantwortlich ist. Es ist ein Ort, an dem Kundenanfragen und -probleme über verschiedene Kanäle wie Telefon, E-Mail, Chat, soziale Medien usw. bearbeitet werden können. Contact Center verwenden in der Regel spezialisierte Software-Tools wie Kundenbeziehungsmanagement (CRM)-Systeme, Ticketing-Systeme und automatisierte Telefonanlagen, um die Interaktion mit Kunden zu verwalten und zu optimieren. Das Ziel eines Contact Centers ist es, Kundenzufriedenheit und Loyalität zu fördern und den Kundensupport effektiver und effizienter zu gestalten.
Customer Relationship Management (CRM)
Kundenbeziehungsmanagement
CXO
Ableitung aus der englischen Bezeichnung von obersten Führungsfunktionen einer Gesellschaft. Das C steht für Chief, das O für Officer. Da es verschiedene Chiefofficer-Funktionen in einem Unternehmen geben kann, steht das X für die Variable. Im Falle von NFON sind dies zur Zeit der CEO (Chief Executive Officer), der CTO (Chief Technology Officer), der CMO (Chief Marketing Officer) und die CFO (Chief Financial Officer).
Dealer
Partner
Digital Subscriber Line (DSL)
Digital Subscriber Line / DSL (engl. für Digitaler Teilnehmeranschluss) bezeichnet eine Reihe von Übertragungsstandards der Bitübertragungsschicht, bei der Daten mit hohen Übertragungsraten (bis zu 1.000 Mbit/s) über einfache Kupferleitungen wie die Teilnehmeranschlussleitung gesendet und empfangen werden können.
Distributor
Distribution bezieht sich auf den Prozess der Verteilung von Waren oder Dienstleistungen von einem Hersteller oder Lieferanten an den Endkunden oder an Einzelhändler.
EBITDA
Ergebnis vor Zinsen, Steuern und planmäßigen Abschreibungen sowie Wertminderungen (EBITDA).
EBITDA adjusted/adj.
Für das bereinigte EBITDA werden nicht- operative einmalige Aufwendungen aus dem EBITDA herausgerechnet. Für das bereinigte EBITDA werden nicht-operative Kosten und einmalige Aufwendungen aus dem EBITDA herausgerechnet.
Enablement
Befähigung/Ermöglichung
Enterprise Resouce Planning (ERP)
Enterprise Resouce Planning bezeichnet die unternehmerische Aufgabe, Personal, Ressourcen, Kapital, Betriebsmittel, Material sowie Informations- und Kommunikationstechnik im Sinne des Unternehmenszwecks rechtzeitig und bedarfsgerecht zu planen, zu steuern und zu verwalten.
ESG
Environment – Social – Governance bezieht sich auf Faktoren, die von Anlegern und Unternehmen berücksichtigt werden, um E-, S- und G- bezogene Risiken und Chancen zu bewerten. ESG bewertet die ökologischen und sozialen Auswirkungen und wie ein Unternehmen geführt wird. ESG ist ein analytischer Ansatz, der Daten verwendet, um Unternehmen anhand dieser Faktoren zu bewerten. Es dient grundsätzlich der Bewertung von Unternehmen und Investionen.
ESOP
Employee Stock Option Plan – ist ein Programm, mit dem Mitarbeitende Anteile am eigenen Unternehmen erwerben können.
IP-Telefonie
IP-Telefonie (auch bekannt als VoIP - Voice over Internet Protocol) ist eine Technologie, die es ermöglicht, Sprach- und Multimedia-Kommunikation über das Internet Protocol (IP) zu übertragen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Telefonsystemen, die die öffentliche Telefonnetzinfrastruktur nutzen, wandelt IP-Telefonie Sprachsignale in digitale Datenpakete um und überträgt sie über das Internet oder ein privates IP-Netzwerk. IP-Telefonie kann über verschiedene Geräte wie Computer, Smartphones, IP-Telefone und spezielle Hardware-Geräte genutzt werden.
KPI
Key Performance Indicator – Leistungsindikatoren zur Messung bestimmter als Unternehmensentwicklungen
Meet & Share
Produkt der NFON für Videoanrufe mit der Möglichkeit nicht nur die Videoübertragung zu nutzen, sondern auch den Bildschirm zu teilen.
NPS Erfassung
NPS steht für Net Promoter Score und ist eine Kennzahl, die verwendet wird, um die Kundenzufriedenheit und -loyalität zu messen. Der NPS basiert auf einer einfachen Frage an Kunden: "Wie wahrscheinlich ist es, dass Sie unser Produkt/unsere Dienstleistung einem Freund oder Kollegen empfehlen?" Kunden können ihre Antwort auf einer Skala von 0 bis 10 geben.
On-premise / Cloud PBX
PBX (Private Branche Exchange) ist ein allgemeiner Begriff für eine Telefonanlage für Unternehmen, die mehrere eingehende und ausgehende Leitungen, Anrufweiterleitung, Voicemail und Anrufverwaltungsfunktionen bietet. Wird diese über eine Cloud (siehe „Cloud“) betrieben, so bezeichnet man diese Telefonanlage als " Cloud PBX".
SDSL
Symmetric Digital Subscriber Linie ist eine DSL-Zugangstechnik zu einem öffentlichen digitalen Netzwerk.
Seat
Ein Seat entspricht einer beim Kunden installierten Telefonnebenstelle.
Seatbase bzw. Seatbasis
Seatbasis bezeichnet die Gesamtzahl der vom Kunden genutzten Nebenstellen bzw. Lizenzen.# NFON
NFON berechnet die Seatbasis immer zum jeweiligen Stichtag der Berichtsperiode, z. B. 31. Dezember
SIP-Trunk-Technologie
Eine Telefonleitung bzw. einen Anlagenanschluss, welche mit Hilfe des Standardprotokolls SIP (Session Initiation Protocol) per IP-Verbindung bereitgestellt werden.
Stock Options
Aktienoptionen
Software as a Service (SaaS)
Software as a Service (SaaS) ist ein Cloud-Computing-Modell, bei dem Softwareanwendungen über das Internet bereitgestellt werden. Im Gegensatz zu traditionellen Softwarelösungen, bei denen Anwender die 72 Software auf ihren eigenen Computern installieren und betreiben müssen, können SaaS-Anwendungen direkt über den Webbrowser genutzt werden.
Unified Communications (UC)
Unified Communication (UC) ist eine integrierte Lösung, die verschiedene Kommunikationsmethoden in einer Plattform zusammenführt, um die Zusammenarbeit und den Informationsaustausch zu verbessern. UC-Systeme ermöglichen es Benutzern, verschiedene Kommunikationskanäle wie Sprache, Video, Chat, E-Mail und Zusammenarbeit in Echtzeit über eine einzige Schnittstelle zu nutzen. UC integriert auch verschiedene Funktionen wie Sprach- und Videoanrufe, Konferenzschaltungen, Messaging und Dateiübertragung in einer einzigen Anwendung oder Plattform. Durch die Integration von Kommunikationskanälen und Funktionen bietet UC eine nahtlose und effiziente Art der Zusammenarbeit und verbessert die Produktivität und Effektivität von Teams und Organisationen.
Unified Communications & Collaboration (UCC)
UC wird in der Regel mit Funktionalitäten zur Zusammenarbeit (Collaboration) zusammen angeboten. Zu diesen zählen: Teilen von Bildschirmen, Zusammenarbeit an einem Dokument, gemeinsame Nutzung von Software, z. B. Whiteboards.
Unified Communications & Collaboration as a Service (UCCaaS)
Siehe Software as a Service. In diesem Fall werden Programme im Bereich UCC als Service angeboten.
Verticals
Verticals oder vertikale Märkte sind Märkte, in denen Waren und Dienstleistungen aus unterschiedlichen Geschäftsfeldern einer branchenspezifischen Wertschöpfungskette angeboten werden.
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Wholesale Distributor
Wholesale Distributoren verfügen über weitere Wholesale-Partner bzw. ein eigenes Netz an Großhandelspartnern, über das die Dienstleistungen von NFON vertrieben werden. Vgl. auch Distributoren.
Wholesale Partner
Großhandelspartner