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mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG

Annual Report Sep 27, 2023

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Annual Report

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Finanzbericht: 33092726

mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG

Gräfelfing

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022

Geschäftsbericht 2022

Auf einen Blick

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2022 2022 2021 +/​-

in %
Provisionsüberschuss TEUR 4.483 TEUR 7.507 -40 %
Handelsergebnis TEUR 23.521 TEUR 45.821 -49 %
Personalaufwand TEUR 8.824 TEUR 13.538 -35 %
Andere Verwaltungsaufwendungen TEUR 15.084 TEUR 16.989 -11 %
Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit vor Zuführung zum "Fonds für allgemeine Bankrisiken" TEUR 3.123 TEUR 22.376 -86 %
Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit TEUR 2.464 TEUR 19.002 -87 %
Jahresüberschuss TEUR 1.410 TEUR 12.433 -89 %
Bilanzsumme TEUR 52.862 TEUR 68.309 -23 %
Eigenkapital TEUR 20.360 TEUR 29.426 -31 %
Ergebnis je Aktie 0,42 * 2,99 * -86 %
Mitarbeiter 68 65 + 5 %

* Ergebnis je Aktie vor der Zuführung zum "Fonds für allgemeine Bankrisiken"

Die Gesellschaft

mwb fairtrade

Wertpapierhandelsbank AG

Rottenbucher Straße 28

82166 Gräfelfing Tel. +49 89 85852-0 Fax +49 89 85852-505

[email protected]

www.mwbfairtrade.com

Amtsgericht München HRB 123141

ISIN mwb fairtrade-Aktie: DE0006656101

Börsenzulassungen

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Börse München
Börse Berlin
Frankfurter Wertpapierbörse
Börse Hamburg
Börse Hannover
Börse Düsseldorf
Börse Stuttgart
Tradegate Exchange

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Mitglied im Bundesverband der Wertpapierfirmen e.V.
Mitglied in der EdW Entschädigungseinrichtung der Wertpapierhandelsunternehmen
Gründungsmitglied des Interessenverbandes kapitalmarktorientierter kleiner und mittlerer Unternehmen e. V.

Brief an die Aktionäre

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

die vielbeschworene "Zeitenwende" hat im Jahr 2022 auch die Kapitalmärkte geprägt. Beeinflusst wurde das Geschäftsjahr vor allem vom Ukrainekrieg und den damit verbundenen wirtschaftlichen Verwerfungen. Steigende Energie- und Rohstoffpreise sowie Lieferengpässe bremsten die Konjunktur aus und sorgten für große Verunsicherung. Der Zinsanstieg, mit dem die Zentralbanken weltweit versuchten, die Inflation zu bekämpfen, führte zusätzlich zu einer Eintrübung des Investitionsklimas. Auch wenn eine Rezession in der Eurozone und den USA vermieden werden konnte, schwächte sich die Konjunkturdynamik im Jahresverlauf ab - mit erheblichen Folgen für die Kapitalmärkte.

Der Deutsche Aktienindex und der Dow Jones, die in den zurückliegenden Jahren allen negativen Schlagzeilen trotzten, gerieten nun auch in Mitleidenschaft. Der DAX schloss 2022 mit 13.923 Punkten und einem Minus von 12 Prozent - die schlechteste Performance seit vier Jahren. Auch wenn der Wertverlust nicht dramatisch klingt, so kam es hinter den Kulissen doch zu erheblichen Verwerfungen. Die Umsätze an den Börsen gingen nochmals zurück und die Volatilität stieg im Vergleich zur ohnehin schon schwierigen Coronazeit weiter an. Für institutionelle und private Anleger bedeutete das Ende der Nullzinspolitik einen Paradigmenwechsel: Immobilien und Aktien verloren plötzlich an Attraktivität, während festverzinsliche Wertpapiere eine Renaissance erlebten.

Unter normalen Umständen sind solche volatilen Märkte ein gutes Umfeld für Wertpapierhandelsbanken. Allerdings nur dann, wenn auch die Umsätze entsprechend hoch sind. Dies war 2022 nicht der Fall, sodass die mwb fairtrade AG ihr hervorragendes Ergebnis aus 2021 nicht wiederholen konnte. Dennoch haben wir angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen Widerstandskraft bewiesen. Das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit lag mit TEUR 3.123 vor Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken noch immer in einem komfortablen Bereich. Nach der Zuführung in Höhe von TEUR 658 lag das Ergebnis bei TEUR 2.464. Es wäre noch um TEUR 751 höher ausgefallen, wenn wir nicht eine Abschreibung in diesem Umfang vorgenommen hätten.

Die Abschreibung war notwendig geworden, nachdem Aktionäre des Online-Broker nextmarkets AG adhoc vermeldeten, dass der Geschäftsbetrieb eingestellt und die Gesellschaft liquidiert werden sollte und sie deshalb ihre Anteile entsprechend wertberichtigen. Daraufhin haben wir und andere Aktionäre in Abstimmung mit den Wirtschaftsprüfern eine Abschreibung ebenfalls nachvollzogen. Diese Entwicklung ist jedoch so gar nicht eingetreten und die in wenigen Tagen angesetzte Hauptversammlung der nextmarkets AG wird voraussichtlich eine angestrebte Fusion und ein umfangreiches Kapitalkonzept beschließen. Die mwb fairtrade hält derzeit eine Beteiligung von gut 1 % an der nextmarkets AG.

Rückgängiges Provisions- und Handelsergebnis

Im Berichtsjahr 2022 erwirtschaftete die mwb fairtrade ein Handelsergebnis von TEUR 23.521, was ungefähr der Hälfte des Vorjahresergebnisses entspricht. Das Provisionsergebnis ging in Relation nicht ganz so stark zurück und lag bei TEUR 4.483 im Vergleich zu TEUR 7.507 in 2021. Beide Bilanzpositionen lagen unter den ursprünglichen Prognosen zu Jahresbeginn. Unser Geschäftsfeld "Corporates & Markets" hat zum Gesamtprovisionsergebnis TEUR 1.539 beigetragen - und das trotz eines äußerst schwierigen Marktumfelds, in dem wir weiterhin kleinvolumige Dienstleistungen, Orderausführungen und die Platzierung von Umtauschanleihen angeboten und zahlreiche Unternehmen bei ihren Aktivitäten am Kapitalmarkt begleitet haben. Am Gesamtergebnis der mwb fairtrade hatte das Geschäftsfeld "Corporates & Markets" einen Anteil von 9 Prozent.

Die übrigen 91 Prozent entfielen auf das Geschäftsfeld "Wertpapierhandel", in dem wir aktuell mehr als 46.000 Orderbücher führen. Dazu zählen 25.134 Renten-Skontren, deren Umsätze sich im Jahr 2022 äußerst positiv entwickelt haben. Denn die Zinswende hat dafür gesorgt, dass die Nachfrage nach festverzinslichen Wertpapieren wieder deutlich gestiegen ist. Die breite Diversifikation der mwb fairtrade in mehrere Anlageklassen hat sich hier wieder einmal als großer Vorteil erwiesen. Rund 24 Prozent des gesamten Handelsergebnisses wurden 2022 mit der Skontroführung in Renten erzielt. Der Rest entfiel auf Skontroführung in Aktien und börsengehandelten Investmentfonds.

Die Kostensituation der mwb fairtrade entwickelte sich nicht ganz zufriedenstellend. Die Allgemeinen Verwaltungsaufwendungen sanken um 22 Prozent von TEUR 30.527 in 2021 auf TEUR 23.908 zum Jahresultimo 2022. Darin enthalten sind die Personalaufwendungen, die um 35 Prozent auf TEUR 8.824 zurückgingen. Dies ist in Relation zum Ergebnisrückgang ein guter Wert. Er kommt vor allem dadurch zustande, dass die leistungsbezogenen Gehaltsbestandteile (Boni) aufgrund der schwächeren Geschäftsentwicklung reduziert wurden.

Bei den Anderen Verwaltungsaufwendungen ist es dagegen nicht gelungen, vergleichbare Einsparungen zu erzielen. Durch die extreme Volatilität blieben die Abwicklungskosten relativ hoch, sodass die Aufwendungen lediglich um 11 Prozent auf TEUR 15.084 zurückgingen. Verantwortlich dafür waren auch Preisanpassungen im Rahmen der Wertpapierabwicklung. Bei den Anderen Verwaltungsaufwendungen sehen wir einen wichtigen Stellhebel, um 2023 die Ertrags- und Kostensituation in ein besseres Gleichgewicht zu bringen. Die weiteren Gründe für die Entwicklung bei den Kosten liegen sowohl im Bereich allgemeiner Kostensteigerungen (Inflation) sowie fortgesetzten Investitionen in Infrastruktur.

Sehr gute Eigenkapital- und Liquiditätsausstattung

Nach Abzug aller Kosten und der Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken ergab sich das bereits erwähnte Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit in Höhe von TEUR 2.464. Abzüglich Steuern verbuchte die mwb fairtrade zum 31. Dezember 2022 einen positiven Jahresüberschuss von TEUR 1.410 (Vorjahr: TEUR 12.433). Die Liquidität belief sich zum Jahresultimo auf etwas über 11 Mio. Euro. Die Eigenkapitalausstattung verzeichnete mit rund 20,4 Mio. Euro ebenfalls einen komfortablen Wert, wobei die Eigenkapitalquote mit 40 Prozent nahezu unverändert blieb. Zum harten Kernkapital zählen aufsichtsrechtlich auch die Rücklagen im Fonds für allgemeine Bankrisiken. Sie sind 2022 auf einen Betrag von über 14,6 Mio. Euro angewachsen und dürften 2023 die 15-Millionen-Grenze überschreiten.

Nach ausgiebiger Analyse der Situation haben Vorstand und Aufsichtsrat der mwb fairtrade AG beschlossen, einen Teil des Bilanzgewinns von TEUR 11.071 als Dividende auszuschütten. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen mit einer handfesten Energiekrise, einem Krieg in Europa und einer schwachen Konjunktur zwingen uns aber zu einer gewissen Zurückhaltung. Daher wird die Dividende für das Geschäftsjahr 2022 lediglich € 0,16 je dividendenberechtigter Aktie betragen. Bitte haben Sie als Aktionärin oder Aktionär Verständnis dafür, dass wir angesichts der unsicheren Zukunft unser Eigenkapital und die Substanz des Unternehmens schützen müssen - ganz im Interesse unserer langjährigen Teilhaber.

Deutlicher Wertverlust der mwb fairtrade-Aktie

Die Unsicherheit an den Finanzmärkten wirkte sich unmittelbar auf die Bewertung der Skontroführer aus. So ging der Kurs der mwb fairtrade-Aktie nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine spürbar zurück und erholte sich im 1. Halbjahr 2022 kaum. Nach der Dividendenausschüttung im Juli 2022 folgte ein weiterer Einbruch auf € 6,60 - der niedrigste Wert seit Herbst 2020, dem ersten Höhepunkt der Corona-Krise. Zum 30. Dezember 2022 schloss unser Wertpapier auf Xetra bei € 7,34. Mehr Informationen zur mwb-Aktie lesen Sie im Kapitel "Investor Relations" auf Seite 10 - 11.

Stabilität in einer ungewissen Zukunft Die weitere Entwicklung der Wirtschaft und des Börsengeschehens lässt sich aufgrund zahlreicher geopolitischer und wirtschaftlicher Unsicherheiten derzeit nicht seriös vorhersagen. Das Jahr 2023 begann eher verhalten und die wichtigsten Indikatoren deuten nicht auf eine konjunkturelle Erholung hin. Psychologisch gesehen leisteten die Übernahme der maroden Credit Suisse und mehrere Bankenpleiten in den USA der gesamten Finanzbranche einen Bärendienst. Das Gespenst einer globalen Bankenkrise geistert nun wieder durch die Köpfe. Wie immer in solchen Situationen werden die Wertpapierhandelsbanken in Sippenhaft genommen, was sich am viel zu niedrig bewerteten Aktienkurs der mwb fairtrade zeigt.

Hoffnung macht jedoch, dass sich unser Team - das schon während der Coronazeit außergewöhnliche Flexibilität bewiesen hat - auch angesichts der neuen Herausforderungen wieder bewähren konnte. Für den großen Einsatz möchte ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bedanken, ebenso wie bei meinen Vorstandskollegen Kai Jordan und Carsten Bokelmann sowie dem Aufsichtsrat. Das Jahr 2022 hat uns alle gefordert und wir gehen davon aus, dass 2023 nicht leichter wird. Es ist das Jahr, in dem wir unser 30-jähriges Bestehen feiern, und das macht Mut. In den letzten drei Jahrzehnten haben wir Höhen und Tiefen gemeinsam durchlebt und bewiesen, dass wir aus jeder Krise gestärkt hervorgehen können.

Mit herzlichen Grüßen

Franz Christian Kalischer, Sprecher des Vorstands

Bericht des Aufsichtsrats

Sehr geehrte Damen und Herren,

der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2022 die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben wahrgenommen. Die Zusammenarbeit von Vorstand und Aufsichtsrat war von Vertrauen geprägt. Der Aufsichtsrat hat den Vorstand regelmäßig beraten und seine Tätigkeit sorgfältig überwacht. Der Vorstand hat dem Aufsichtsrat über die Unternehmensplanung, die Geschäftsentwicklung, die strategische Weiterentwicklung, das Risikomanagement sowie alle wichtigen Geschäftsvorfälle der Gesellschaft regelmäßig schriftlich und mündlich berichtet. Entscheidungen von grundlegender Bedeutung sind mit dem Aufsichtsrat besprochen und ihm zur Zustimmung vorgelegt worden.

Schwerpunkte der Beratungen im Aufsichtsrat

Im Geschäftsjahr 2022 fanden fünf Aufsichtsratssitzungen am 24. März, 30. Mai, 19. Juli, 22. September und 08. Dezember statt.

Gegenstand jeder Aufsichtsratssitzung waren die aktuelle geschäftliche Entwicklung der Gesellschaft und wichtige Geschäftsvorfälle. Soweit bei der Gesellschaft zustimmungsbedürftige Geschäfte anfielen, wurde der Aufsichtsrat hierüber vom Vorstand rechtzeitig in Kenntnis gesetzt und hat nach eigener Prüfung der Entscheidungsgrundlagen über die Zustimmung Beschluss gefasst.

Gegenstand der Aufsichtsratssitzung am 24. März 2022 waren die Vorlage und Erläuterung des vorläufigen Jahresabschlusses 2021 durch den Vorstand, die Besprechung der wirtschaftlichen Entwicklung der Gesellschaft in den Monaten Januar und Februar 2022 sowie die Vorlage und Erläuterung der Jahresplanung 2022 durch den Vorstand.

In der Aufsichtsratssitzung am 30. Mai 2022 wurde der geprüfte und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehene Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 vom Vorstand vorgelegt, erläutert und durch den Aufsichtsrat geprüft. Der Jahresabschluss wurde vom Aufsichtsrat gebilligt und war somit festgestellt. Des Weiteren stimmte der Aufsichtsrat dem Vorschlag des Vorstands zu, aus dem im Jahresabschluss 2021 ausgewiesenen Bilanzgewinn in Höhe von € 20.123.244,89 eine Dividende in Höhe von € 1,40 je gewinnberechtigter Aktie auszuschütten und den Restbetrag auf neue Rechnung vorzutragen. Darüber hinaus wurden die wirtschaftliche Entwicklung im ersten Quartal sowie im April und Mai 2022 gemeinsam erörtert. Ein weiteres Thema war die Diskussion und Beschlussfassung über die Einladungsbekanntmachung zur Hauptversammlung der Gesellschaft am 19. Juli 2022.

Nach der Hauptversammlung am 19. Juli 2022, in der Herr Dr. Erik Lüders in den Aufsichtsrat gewählt wurde, kam der Aufsichtsrat zu einer konstituierenden Sitzung zusammen und wählte Herrn Thomas Mühlbauer zum Vorsitzenden und Herrn Hendrik Janssen zum stellvertretenden Vorsitzenden des Aufsichtsrats.

In der Aufsichtsratssitzung am 22. September 2022 berichtete der Vorstand über die wirtschaftliche Entwicklung der Gesellschaft im ersten Halbjahr 2022 und den Monaten Juli und August 2022. Darüber hinaus wurde die vom Vorstand vorgelegte Geschäftsstrategie der Gesellschaft gemeinsam erörtert.

In der Aufsichtsratssitzung am 08. Dezember 2022 berichtete der Vorstand über die wirtschaftliche Entwicklung der Gesellschaft in den ersten neun Monaten 2022 sowie in den Monaten Oktober und November 2022. Des Weiteren wurde vom Vorstand der Bericht über das Vergütungssystem der Gesellschaft vorgelegt und gemeinsam erörtert.

Die Gesellschaft verfügt über ein wirksames Risikokontrollsystem, das die gesetzlichen Anforderungen erfüllt und nach Auffassung des Aufsichtsrates geeignet ist, eine effiziente Überwachung der Gesellschaft zu ermöglichen. Dem Aufsichtsrat wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr regelmäßig der vierteljährliche Bericht der Internen Revision vorgelegt, darüber hinaus der Jahresbericht 2021 der Internen Revision sowie der vierteljährliche Risikobericht gemäß MaRisk. Beanstandungen haben sich nicht ergeben. Ebenso wurde dem Aufsichtsrat der jährliche Bericht Compliance und Geldwäscheprävention vorgelegt und mit dem Vorstand erörtert. Es ergaben sich keine Einwendungen.

Jahresabschluss

Im Geschäftsjahr 2022 beläuft sich der operative Gewinn auf T€ 3.123 und liegt damit um T€ 19.253 unter dem Vorjahresgewinn in Höhe von T€ 22.376. Hierbei sank das Handelsergebnis gegenüber dem Vorjahr um 49 % auf T€ 23.521. Das Provisionsergebnis sank gegenüber dem Vorjahreswert um 40 % auf T€ 4.483. Das Geschäftsjahr 2022 schließt mit einem Jahresüberschuss in Höhe von T€ 1.410 und liegt damit um T€ 11.023 unter dem Ergebnis des Vorjahres.

Der Fonds für allgemeine Bankrisiken nach § 340e Abs. 4 HGB beläuft sich nach einer erforderlichen Zuführung um T€ 658 im Geschäftsjahr 2022 auf T€ 14.676. Damit ist der Fonds entsprechend den gesetzlichen Vorgaben ausreichend dotiert.

Vorstand und Aufsichtsrat schlagen vor, an die Aktionäre eine Dividende von € 0,16 je Aktie auszuschütten. Dies entspricht einem Dividendenvolumen von TEUR 1.196.

Dem Aufsichtsrat wurden der vom Vorstand aufgestellte Jahresabschluss 2022, der Lagebericht sowie der Prüfungsbericht der Wirtschaftsprüfer vorgelegt. Die vorgelegten Unterlagen wurden vom Aufsichtsrat geprüft.

Die zum Abschlussprüfer gewählte BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hamburg, hat den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 und den Lagebericht für das Geschäftsjahr 2022 unter Einbeziehung der Buchführung und unter Beachtung der entsprechenden gesetzlichen Vorschriften geprüft und einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. Der Abschlussprüfer hat gegenüber dem Aufsichtsrat eine Unabhängigkeitserklärung abgegeben und die im jeweiligen Geschäftsjahr angefallenen Prüfungs- und Beratungshonorare offengelegt. Der Abschlussprüfer hat in der Bilanzaufsichtsratssitzung am 24. Mai 2022, in einer Microsoft Teams-Konferenz dem Aufsichtsrat berichtet. Die Ergebnisse der Prüfungen hat der Aufsichtsrat in der Bilanzaufsichtsratssitzung zur Kenntnis genommen und keine Einwände erhoben. Der Aufsichtsrat hat gemäß § 171 AktG den Jahresabschluss gebilligt. Der Jahresabschluss ist damit gemäß § 172 AktG festgestellt.

Der Aufsichtsrat spricht dem Vorstand und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Gesellschaft für ihre erfolgreiche Arbeit im abgelaufenen Geschäftsjahr besonderen Dank und Anerkennung aus.

Gräfelfing, den 24. Mai 2023

Für den Aufsichtsrat

Thomas Mühlbauer, Vorsitzender des Aufsichtsrats

Investor Relations

Informationen für unsere Aktionärinnen und Aktionäre

Vor dem Hintergrund der unsicheren Wirtschaftslage war auch die Aktie der mwb fairtrade AG starken Schwankungen ausgesetzt. Die zunehmende Nervosität an den Finanzmärkten wirkte sich insgesamt negativ auf die Bewertung von Unternehmen aus, die an der Börse aktiv sind. Nach einem Jahresstart bei € 12,80 erreichte unsere Aktie ihr Jahreshoch am 18. Januar 2022 mit € 14,40. Ab dann folgte eine Berg- und Talfahrt mit einem deutlichen Kurseinbruch im Juli nach der Ausschüttung der Dividende. Am Tag nach der Ausschüttung notierte die Aktie bei € 6,60.

In den darauffolgenden Monaten erholte sich der Kurs nur leicht, da die Rahmenbedingungen bei Anlegern weiterhin für Zurückhaltung sorgten. Die mwb fairtrade-Aktie schwankte zwischen € 6,70 und € 8,62, wobei der Schlusskurs zum 30.12.2022 mit € 7,34 in etwa dazwischenlag.

Der von uns prognostizierte Ergebnisrückgang für 2022, der mit Adhoc-Meldung am 26. Januar 2023 veröffentlicht wurde, sorgte im laufenden Jahr für einen weiteren Abwärtstrend. Bis Anfang Mai sank der Kurs unserer Aktie auf ein Niveau von etwas über vier Euro. Diese Bewertung entspricht unserer Überzeugung nach keinesfalls dem Standing der mwb fairtrade AG. Sie spiegelt nicht die Tatsache wider, dass wir trotz aller Turbulenzen ein positives Ergebnis erwirtschaftet haben und für 2022 erneut eine Dividende ausschütten werden.

Das Ergebnis je Aktie lag 2022 bei € 0,42 - ein Rückgang von 86 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Infolgedessen sinkt auch die Dividende für 2022. Sie wird € 0,16 je dividendenberechtigter Aktie betragen. Die Ausschüttung erfolgt - Ihre Zustimmung vorausgesetzt - nach der Hauptversammlung 2023. Diese findet am Freitag, den 21. Juli in München statt. Wie im letzten Jahr auch, freuen wir uns, Sie im Haus der Bayerischen Wirtschaft in der Max-Joseph-Straße 5 persönlich in Präsenz zu begrüßen.

Lagebericht

der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG 1

1. Das wirtschaftliche und politische Umfeld im Geschäftsjahr 2022

Das Geschäftsjahr 2022 war stark geprägt durch den im Februar 2022 ausgebrochenen Krieg zwischen der Ukraine und Russland. Dieser führte zu schwerwiegenden wirtschaftlichen Folgen. In diesem Zusammenhang sind insbesondere die hieraus resultierende Energiekrise und die stark ansteigende Inflationsrate hervorzuheben, die im Jahr 2022 im Jahresdurchschnitt bei 6,9 % lag und das tägliche Leben nach und nach sehr teuer werden ließ. Lieferengpässe bei vielen Produkten, insbesondere bei Energie, wie Strom und Gas sowie Nahrungsmitteln, und zunehmende Zins- und Inflationssorgen prägten die wirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2022.

Des Weiteren wurde das Jahr 2022 beeinflusst von geopolitischen Krisen, wie die zunehmenden Spannungen zwischen den USA und China sowie der geldpolitischen Zeitenwende So wurde ab Mai 2022 gleich viermal der Leitzins in den USA um 75 Basispunkte und zum Ende des Jahres nochmal um 50 Basispunkte angehoben. Erst Ende Juli 2022 wurden auch im Euroraum die Zinsen nach mehr als sechs Jahren erhöht. Bis zum Ende des Jahres 2022 stiegen die Zinsen auf 2,5 % im Euroraum.

Diese Entwicklung ging mit moderaten Umsatzrückgängen an den Börsen einher. So fiel der DAX am letzten Handelstag des Jahres 2022 unter 14.000 Punkte. Der DAX erreichte zwar ein Jahreshoch von 16.271 Punkten, allerdings auch ein Jahrestief von 11.975 Punkten, was insgesamt die hohe Volatilität im Börsenjahr 2022 unterstreicht. Begleitet wurde diese Entwicklung maßgeblich durch Rezessionsängste und die Zinsentwicklung. Trotz dieser Rückschläge konnte die deutsche Wirtschaft um 1,9 % wachsen, und dies trotz steigendem Fachkräftemangel, Material- und Lieferengpässen sowie massiv steigender Preise Insgesamt fiel der DAX im Jahr 2022 letztendlich um 12 %. Dies war somit das schlechteste Börsenjahr seit vier Jahren.

Der Index für mittelgroße Werte MDAX verzeichnete einen Rückgang von rund 28 %. Eine ähnliche Entwicklung nahmen die US-Börsen. Der Dow Jones verzeichnete einen Rückgang von knapp 9 %, der S&P 500 von ca. 19 % und der technologielastige NASDAQ Composite einen Rückgang von knapp 33 %, was insbesondere der im Jahr 2022 eingeleiteten Zinswende geschuldet war.

Das Jahr 2022 war des Weiteren auch durch extreme Preissteigerung an den Rohstoffmärkten gekennzeichnet, maßgeblich ausgelöst durch den Russland-Ukraine-Konflikt. So kam es zum stärksten Anstieg der Rohstoffpreise seit der Ölpreiskrise 1973. Der Russland-Ukraine-Konflikt begann zu einem Zeitpunkt, in dem sich die Rohstoffmärkte aufgrund der Corona-Pandemie und der Lieferkettenengpässe schon in einer sehr angespannten Situation befanden.

2. Die rechtliche und organisatorische Struktur der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG

Die 1993 gegründete mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG ist ein Wertpapierinstitut im Sinne des WpIG (Wertpapierinstitutsgesetz). Neben der Erlaubnis für das Finanzkommissionsgeschäft sowie das Emissions- und Platzierungsgeschäft verfügt die Gesellschaft über die Erlaubnis zur Anlage- und Abschlussvermittlung, zur Anlageberatung sowie zum Eigenhandel und Eigengeschäft. Sie kann ihre Geschäftstätigkeit auch auf finanzinstrumentähnliche Börsengüter und andere Geschäftsfelder erweitern, die von Wertpapierdienstleistungsunternehmen wahrgenommen werden, soweit keine Erlaubnis nach dem Wertpapierinstitutsgesetz erforderlich ist. Die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG unterliegt der Aufsicht der BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) sowie der Deutschen Bundesbank. Die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG mit Sitz in Gräfelfing (14 Mitarbeiter) hat fünf unselbstständige Niederlassungen in Hamburg (25 Mitarbeiter), Hannover (1 Mitarbeiter), Frankfurt am Main an zwei Standorten (19 Mitarbeiter) und Berlin (9 Mitarbeiter). Die angegebenen Mitarbeiterzahlen zum 31.12.2022 sind inklusive Vorstand. Die Gesellschaft konzentriert sich auf die beiden Geschäftsbereiche "Wertpapierhandel" und "Corporates & Markets". Die Aktie der Gesellschaft wird im Freiverkehr der Börse München im Segment m:access gehandelt.

1 Die Darstellungen in diesem Lagebericht beruhen teilweise auf externen Quellen, wie bspw. Statistisches Bundesamt und einschlägige Wirtschaftspresse.

3. Wirtschaftsbericht

a) Der Geschäftsverlauf der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG

Folgendesteuerungsrelevante finanzielle Leistungsindikatoren bestimmen die Entwicklung der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG:

Provisions- und Handelsergebnis

Das Provisionsergebnis ist die Differenz zwischen den Provisionserträgen und den Provisionsaufwendungen. Diese entstehen maßgeblich aus der Ausführung von Wertpapier- Platzierungs- oder Beratungsgeschäften im Rahmen von Kundenaufträgen.

Das Handelsergebnis ist die Differenz aus Handelserträgen und Handelsaufwendungen und spiegelt maßgeblich das Ergebnis aus der operativen Handelstätigkeit im Rahmen des Market-Makings wider.

Personal- und Anderen Verwaltungsaufwendungen

Die Personalaufwendungen beinhalten Löhne und Gehälter inklusive Bonuszahlungen, Sozialabgaben und Aufwendungen für die Altersvorsorge.

Die Anderen Verwaltungsaufwendungen beinhalten maßgeblich Kosten für den Geschäftsbetrieb der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG. Hierzu zählen insbesondere Wertpapierabwicklungskosten, Kosten für den IT-Betrieb und Börsensysteme.

Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit vor Zuführung des Fonds für allgemeine Bankrisiken und Steuern

Das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit vor Zuführung des Fonds für allgemeine Bankrisiken und Steuern weist das Zwischenergebnis aus, welches sämtliche Erträge und Aufwendungen erhält. Nicht enthalten sind die Dotierung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken, Steuern und außerordentliche Erträge und Aufwendungen.

Diese finanziellen Leistungsindikatoren werden laufend überwacht und unterliegen einer aktiven Steuerung. Steuerungsrelevante nicht finanzielle Leistungsindikatoren liegen nicht vor.

Provisionsergebnis

Das Provisionsergebnis in 2022 fiel um rund 40 % auf TEUR 4.483, das Handelsergebnis ging insgesamt um 49 % auf TEUR 23.521 zurück. Die Allgemeinen Verwaltungsaufwendungen gingen um 22 % auf TEUR 23.908 zurück. Im Rahmen der Kapitalplanung für das Geschäftsjahr 2022 wurden ein höherer Provisionsüberschuss und ein deutlich höheres Handelsergebnis geschätzt. Für die Allgemeinen Verwaltungsaufwendungen lag die Erwartung aufgrund eines höher erwarteten Handelsergebnisses und daraus resultierender höherer Abwicklungskosten, deutlich höher.

Das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit vor Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken und Steuern lag bei einem Ergebnis in Höhe von TEUR 3.123 gegenüber TEUR 22.376 im Vorjahr. Prognostiziert wurde für das Geschäftsjahr 2022 ein deutlich höheres Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit.

Die Preisentwicklung der mwb-Aktie im Jahr 2022 war starken Schwankungen ausgesetzt. Die mwb-Aktie erreichte ihr Jahreshoch am 18. Januar bei € 14,40 und schloss am 30. Dezember 2022 mit € 7,34. Nach der Ausschüttung der Dividende im Juli 2022 ging der Kurs stark zurück bis auf € 6,60 und pendelte sich im 2. Halbjahr 2022 auf Kurse zwischen € 6,70 und € 8,62 ein. Im März 2023 bewegte sich die Aktie auf einem Niveau zwischen € 4 und € 5,60.

Letztendlich war die Entwicklung der finanziellen Leistungsindikatoren durch die hohen Volatilitäten des DAX und die moderaten Umsatzrückgänge geprägt. Insbesondere für die Skontroführung und das Market Making in Aktien und Fonds war dies ein schwieriges Marktumfeld, da eine klare einheitliche Richtung bei den Handelsaktivitäten der Marktteilnehmer nicht erkennbar war. Dies führte, wie oben dargestellt, zu weitaus niedrigeren Ergebnissen im Vergleich zum Vorjahr, was allerdings vor dem Hintergrund der geopolitischen und wirtschaftlichen Lage nichtsdestotrotz insgesamt zufriedenstellend war.

Vor diesem schwierigen Marktumfeld ist die Ergebnisentwicklung des Bereichs Skontroführung Renten herauszuheben, die im Gegensatz zu den anderen Geschäftsbereichen aufgrund des immer attraktiver werdenden Zinsumfelds im Vergleich zum Vorjahr sich sehr positiv entwickelt hat.

b) Die Entwicklung der einzelnen Geschäftsbereiche

Die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG war im Geschäftsjahr 2022 in zwei Geschäftsfeldern aktiv. Das Geschäftsfeld "Wertpapierhandel" umfasst die Skontroführung und den Handel in Aktien, festverzinslichen Wertpapieren und offenen Investmentfonds sowie den Eigenhandel. Mit dem Wertpapierhandel erwirtschaftete die Gesellschaft mit rund 91 % des Provisions- und Handelsergebnisses den überwiegenden Teil der Erträge. Das Geschäftsfeld "Corporates & Markets", erwirtschaftete rund 9 % der Erträge.

Wertpapierhandel

Skontroführung in Aktien

Die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG ist Skontroführer bzw. Spezialist in Aktien an den Börsenplätzen Frankfurt am Main, München, Hamburg, Hannover und Berlin. Zum 31. Dezember 2022 betreute sie an diesen Börsen insgesamt 10.285 Aktien, ein Zuwachs von 460 Skontren gegenüber dem Vorjahr.

Die Skontroführung in Aktien trug im Geschäftsjahr 2022 mit rund 57 % zu den Gesamterträgen der Gesellschaft bei. Das entspricht ca. 49 % des Gesamtprovisionsergebnisses und ca. 59 % des Gesamthandelsergebnisses der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG. Damit hat die Skontroführung und der Handel in Aktien seine Bedeutung innerhalb des Wertpapierhandels der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG erneut bestätigt. Die Erträge aus der Skontroführung in Aktien betrugen im Geschäftsjahr 2022 insgesamt TEUR 16.077 nach TEUR 34.472 in 2021.

Skontroführung in festverzinslichen Wertpapieren

Das Jahr 2022 war insbesondere geprägt durch die durch den Russland-Ukraine-Krieg ausgelöste Inflation und die daraufhin eingeleitete Zinswende der Notenbanken. Vor diesem Hintergrund stiegen die Erträge im Bereich festverzinsliche Wertpapiere im Vergleich zum Vorjahr. So wurden Gesamterträge in Höhe von TEUR 5.575 erzielt, was rund 20 % der Gesamterträge entspricht. Im Einzelnen bedeutet das ca. 1% des Provisionsergebnisses und ca. 24 % des Handelsergebnisses.

Insgesamt betreute die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG zum 31. Dezember 2022 22.369 Rententitel an den Börsen Berlin, Hamburg, Hannover, Frankfurt am Main, München und der Tradegate Exchange, ein Rückgang von 1.322 Skontren gegenüber dem 31. Dezember 2021.

Skontroführung in offenen Investmentfonds

Im Rahmen der Skontroführung in offenen Investmentfonds konnten Erträge in Höhe von TEUR 4.821 erwirtschaftet werden. Dies entspricht rund 17 % der Gesamterlöse bzw. ca. 4 % des Provisionsergebnisses und ca. 20 % des Handelsergebnisses.

Auch im Fondshandel profitierte die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG von der Zusammenarbeit mit der Tradegate Exchange, an der sie der exklusive Spezialist für die offenen Investmentfonds ist. Zum 31. Dezember 2022 betreute die Gesellschaft an den Börsen München, Hamburg, Hannover, Berlin und der Tradegate Exchange die Orderbücher von 9.856 offenen Investmentfonds, ein Zuwachs gegenüber dem Vorjahr um 621 Titel.

Eigenhandel

Aufgrund der Zinsentwicklung, insbesondere im 2. Halbjahr 2022, kam es zu Abwertungen von Eigenhandelspositionen in Rentenpapieren.

Corporates & Markets

Innerhalb des Geschäftsfelds Corporates & Markets sind bei der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG die klassischen Bereiche Equity und Debt Capital Markets, die Betreuung institutioneller Kunden, die Orderausführung im Auftrag von Banken sowie das Designated Sponsoring angesiedelt.

Kapitalmarktgeschäft (Equity und Debt Capital Markets)

Zu Jahresbeginn hatte sich die stetige Entwicklung des Bereiches aus den Vorjahren fortgesetzt und die Pipeline an Projekten unterschiedlicher Natur war durchaus ansehnlich und einige Transaktionen, wie bspw. die Platzierung von Umtauschanleihen, konnten erfolgreich umgesetzt werden. Mit dem russischen Angriff auf die Ukraine und die damit verbundenen Auswirkungen auf Inflation, Zinsen und die Kapitalmärkte wurde das Umfeld gerade für den von der mwb fairtrade fokussierten Bereich der KMU-Unternehmen sehr schwierig und die Investoren entwickelten umfeldbedingt deutliche Zurückhaltung bei Aktien- sowie auch Anleihetransaktionen. Obwohl noch einige Transaktionen erfolgreich umgesetzt werden konnten, war das Niveau der Vorjahre nicht erreichbar. Insgesamt bestätigt sich die Strategie des diversifizierten Geschäftsmodelles und die Fokussierung auch auf kleinvolumige Dienstleistungen umso mehr, da börsennotierte Unternehmen auch in schwierigen Zeiten die Unterstützung leistungsfähiger Dienstleister benötigen.

Aufgrund der deutlichen Auswirkungen der Zinsentwicklung auf den Immobilienmarkt gingen die Umsätze bei den Immobilien in der 2. Jahreshälfte deutlich zurück und zum Jahresende beinahe zum Erliegen. Allerdings hatte diese Entwicklung ebenfalls Auswirkungen auf die börsennotierten Aktien und Anleihen aus der Branche. Auch die vorher von den Investoren favorisierten Anleihen der Euroboden GmbH für die wir im 1. Quartal 2022 noch gute Volumina platzieren konnten, konnten sich dieser Entwicklung nicht entziehen und der Bereich hatte auf dem Handelsbestand zur Weiterplatzierung und Marktpflege entsprechende Abschreibungen zu verzeichnen.

Insgesamt erzielte der Bereich Kapitalmarktgeschäft Erträge in Höhe von rund TEUR 1.539. Dies macht rund 5 % der Gesamtumsatzerlöse bzw. 51 % des Gesamtprovisionsergebnisses und -3 % des Gesamthandelsergebnisses der Gesellschaft aus.

Sales und Orderausführung, Betreuung institutioneller Kunden

Aufgrund eines nachlassenden Ordergeschäfts, waren die Erträge in diesem Bereich bei der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG im Vergleich zum Vorjahr rückläufig. Sie betrugen rund TEUR 913 im Geschäftsjahr 2022 nach TEUR 1.243 im Jahr zuvor.

Insgesamt wurden im Bereich Sales und Orderausführung -Betreuung institutioneller Kunden zum einen ein negatives Provisionsergebnis, zum anderen aber ein positives Handelsergebnis erzielt. Dies entsprach ca. 3 % des Gesamthandelsergebnisses. Der Grund für das negative Provisionsergebnis liegt darin, dass zum einen das Kundenordergeschäft rückläufig war und zum anderen einige Transaktionen auf Nettobasis abgerechnet wurden, so dass der Provisionsertrag dann im Handelsergebnis angefallen ist.

Designated Sponsoring

Die Strategie, das Designated Sponsoring als Teil des Dienstleistungsangebotes für Emittenten anzubieten hat sich weiter bestätigt und zum 31. Dezember 2022 betreute die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG 62 Mandate im Kundenauftrag. Daneben ist die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG der Designated Sponsor für die eigene mwb-Aktie und betreute 78 selbst ausgewählte Auslandsaktien, für die sie keine Gebühr erhält. Der Bereich soll zukünftig weiter ausgebaut werden.

c) Die Ertragslage im Geschäftsjahr 2022

Das Geschäftsjahr 2022 verlief trotz der Unwägbarkeiten des Russland-Ukraine-Konflikts und der daraus resultierenden hohen Volatilität insgesamt positiv. Die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG konnte ein Provisions- und Handelsergebnis in Höhe von TEUR 28.004 erzielen, welches 47 % unter dem Provisions- und Handelsergebnis des Vorjahres lag. Die Allgemeinen Verwaltungsaufwendungen gingen um 22 % auf TEUR 23.908 zurück. Aus diesen Faktoren ergibt sich für das Geschäftsjahr 2022 ein Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit vor Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken in Höhe von 3.123 TEUR, ein Rückgang um rund 86 %. Dieses Ergebnis lag deutlich unter den Planungen des Vorstands. Dies war maßgeblich der geopolitischen und wirtschaftlichen Entwicklung und der Abschreibung der Anteile an der nextmarkets AG geschuldet.

Aufgrund dieses Ergebnisses ergab sich ein Ergebnis je Aktie vor Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken von € 0,42 nach € 2,99 in 2021. Die Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken erhöhte sich in 2022 aufgrund des erzielten Ergebnisses um TEUR 658.

Provisionsergebnis

Aufgrund der allgemeinen geopolitischen wie wirtschaftlichen Lage und der rückgängigen Auftragslage verringerte sich das Provisionsergebnis um 40 %. Dabei fiel dieses auf TEUR 4.483 nach TEUR 7.507 im Vorjahr. Das für das Geschäftsjahr 2022 vom Vorstand erwartete Ergebnis wurde nicht erreicht.

Handelsergebnis

Die Entwicklung des Handelsergebnisses war maßgeblich bestimmt durch die allgemeine geopolitische und wirtschaftliche Lage ausgelöst durch den Russland-Ukraine-Konflikt und des daraus resultierenden schwierigen Börsenumfelds. Das Handelsergebnis lag somit deutlich unter Vorjahresniveau. Insgesamt reduzierte sich das Handelsergebnis in 2022 auf TEUR 23.521 nach TEUR 45.821 in 2021, ein Rückgang von 49 %.

Allgemeine Verwaltungsaufwendungen

Im Geschäftsjahr 2022 gingen die Allgemeinen Verwaltungsaufwendungen um 22 % zurück auf TEUR 23.908 nach TEUR 30.527 in 2021.

Im Einzelnen gingen die Personalaufwendungen um 35 % auf TEUR 8.824 nach TEUR 13.538 in 2021 zurück. Aufgrund des geringeren Ergebnisses und der leistungsorientierten Bonusregelungen für die Mitarbeiter mussten insgesamt weniger Rückstellungen für Boni vorgenommen werden. Zu einem Rückgang kam es auch bei den Anderen Verwaltungsaufwendungen. Diese verringerten sich um rund 11 % auf TEUR 15.084 nach TEUR 16.989 in 2021, insbesondere aufgrund niedrigerer Abwicklungskosten.

Zu-/​Abschreibungen auf Forderungen und wie Anlagevermögen behandelte Wertpapiere

Im Geschäftsjahr erfolgten Abschreibungen auf Forderungen in Höhe von TEUR 33. Im Vorjahr gab es Abschreibungen auf Forderungen in Höhe von TEUR 24. Im Geschäftsjahr erfolgten Zuschreibungen auf Forderungen in Höhe von TEUR 13 (i.VJ. TEUR 0).

Einstellung in den Fonds für allgemeine Bankrisiken

Die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG führte im Geschäftsjahr 2022 dem Fonds gemäß Paragraph 340e Abs. 4 HGB TEUR 658 zu, um im Fonds für allgemeine Bankrisiken 10 % des durchschnittlichen Handelsergebnisses der letzten fünf Jahre zu erreichen (i.Vj. TEUR 3.374). Der Fonds für allgemeine Bankrisiken beläuft sich damit insgesamt auf TEUR 14.676 (i.Vj. TEUR 14.018). Durch den Fonds für allgemeine Bankrisiken bleibt die Kapitalbasis gestärkt. Aus Gründen der Transparenz und Vergleichbarkeit wird in diesem Jahresabschluss das Ergebnis vor und nach Zuführung ausgewiesen.

Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit

Trotz aller geopolitischen und wirtschaftlichen Widrigkeiten erzielte die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG im Geschäftsjahr 2022 ein positives Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit.

Für das Geschäftsjahr 2022 ergibt sich für die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG vor Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken ein Ergebnis in Höhe von TEUR 3.123 gegenüber TEUR 22.376 im Vorjahr, ein Rückgang von rund 86 %. Nach Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken in Höhe von TEUR 658 ergibt sich ein Ergebnis in Höhe von TEUR 2.464 gegenüber TEUR 19.002 in 2021.

Jahresüberschuss

Entsprechend dem Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit und unter Berücksichtigung von Steuern in Höhe von TEUR 1.055 (i.Vj. TEUR 6.569) reduzierte sich der Jahresüberschuss von TEUR 12.433 im Jahr 2021 auf TEUR 1.410 im Geschäftsjahr 2022.

d) Die Vermögens- und Finanzlage

Die Vermögens- und Finanzlage der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG ist nach wie vor geordnet. Dies wird insbesondere durch die sehr gute Eigenkapitalausstattung begünstigt.

Beteiligungen

Die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG hat im Jahr 2021 eine 1 %-ige Beteiligung an der nextmarkets AG, Köln gezeichnet. Ende März 2023 wurde bekannt gegeben, dass die nextmarkets AG ihre eigene Geschäftstätigkeit einstellen und das Unternehmen liquidieren wird. Auf Basis der von der nextmarkets AG zur Verfügung gestellten Informationen und ersten vorläufigen Bewertungen ist es unsicher, in welchem Umfang im Rahmen dieser Liquidation, Erlöse an die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG als Aktionärin fließen werden. Aus diesem Grund hat sich die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG entschlossen, die Beteiligung an der nextmarkets AG vorsichtshalber in vollem Umfang von TEUR 751 mit Wirkung zum 31. Dezember 2022 abzuschreiben.

Bilanzsumme

Die Bilanzsumme reduzierte sich um TEUR 15.173 von TEUR 68.309 zum Jahresultimo 2021 auf TEUR 53.136 zum 31.Dezember 2022.

Die Forderungen gegen Kreditinstitute in Höhe von TEUR 23.595 mit rund 45 % und der Handelsbestand in Höhe von TEUR 24.111 mit rund 46 % bilden die beiden größten Posten auf der Aktivseite der Bilanz. Auf der Passivseite hat der Posten Eigenkapital mit TEUR 20.360 den größten Anteil an der Bilanzsumme. Zum 31. Dezember 2022 ergibt sich eine bilanzielle Eigenkapitalquote in Höhe von 40 %. Weitere nennenswerte Anteile an der Passivseite der Bilanz haben der Fonds für allgemeine Bankrisiken in Höhe von 28% oder TEUR 14.676 und die verbrieften Verbindlichkeiten mit 24% oder TEUR 12.792.

Liquidität

Der Saldo aus Forderungen und Verbindlichkeiten ist im Vergleich zum Vorjahr von TEUR 20.716 auf TEUR 11.055 gesunken. Die Liquiditätsreduzierung rührt insbesondere aus der Dividendenauszahlung im Jahr 2022 her. Die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG befindet sich in einer sehr guten Liquiditätssituation, die Zahlungsfähigkeit der Gesellschaft war im Geschäftsjahr jederzeit gegeben.

Wertpapierbestand

Der Handelsbestand als Differenz aus Handelsaktiva und Handelspassiva sank von TEUR 25.307 auf TEUR 23.393 zum 31. Dezember 2022.

Eigenkapital

Das Eigenkapital der Gesellschaft belief sich zum 31. Dezember 2022 auf TEUR 20.360 (i. Vj. TEUR 29.426). Die Differenz ergibt sich im Wesentlichen aus dem Jahresüberschuss des Geschäftsjahres 2022 abzüglich der im Juli 2022 vorgenommenen Dividendenausschüttung in Höhe von TEUR 10.463 für das Geschäftsjahr 2021. Die bilanzielle Eigenkapitalquote kann mit 40 % (i. Vj. 43 %) weiterhin als komfortabel bezeichnet werden, zumal der auf der Passivseite ausgewiesene Fonds für allgemeine Bankrisiken in Höhe von TEUR 14.676 (i.Vj. TEUR 14.018) nicht zum bilanziellen Eigenkapital, sehr wohl aber aufsichtsrechtlich zum harten Kernkapital zählt.

Eigene Aktien

Die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG hielt zum 31. Dezember 2022 einen Bestand in eigenen Aktien in Höhe von 24.881 (i. Vj. 15.000) Stück. Gegenüber dem Vorjahr hat sich der Bestand damit um 9.881 Stück erhöht.

4. Prognose-Chancen- und Risikobericht

Den im Folgenden getroffenen Einschätzungen liegen alle der Gesellschaft zum jetzigen Zeitpunkt zur Verfügung stehenden Informationen zugrunde und sind mit Prognoserisiken und Unsicherheiten behaftet. Damit können die tatsächlichen Ergebnisse von den in diesem Lagebericht getroffenen Aussagen abweichen. Alle Aussagen beziehen sich auf das Jahr 2023.

Aufgrund der momentan immer noch bestehenden geopolitischen und wirtschaftlichen Lage ist eine Vorhersage, wie sich die Märkte im Jahr 2023 entwickeln könnten, immer noch höchst schwierig. Dies ist insbesondere weiterhin davon abhängig wie lange der Russland-Ukraine-Konflikt noch andauern und welche Auswirkungen dieser Konflikt weiterhin auf die Inflations-, Zins- und Börsenentwicklung haben wird. Rückläufige Börsenumsätze, geopolitische und geldpolitische Unsicherheiten, die eine klare Markttendenz nicht zulassen und eine weitere Verschlechterung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen seitens der Politik, die den Wirtschaftsstandort Deutschland immer unattraktiver machen, können negative Auswirkungen auf die zur internen Steuerung herangezogenen Leistungsindikatoren, wie insbesondere das Provisions- und Handelsergebnis, haben.

Des Weiteren ergibt sich ein zusätzlicher Unsicherheitsfaktor aus der aktuellen Lage am Bankenmarkt. So hat der Zusammenbruch der Silicon Valley Bank und die massiven Probleme der Credit Suisse zu hohen Vertrauensverlusten geführt. Ob sich diese Entwicklungen auch auf andere Banken ausweiten können, ist aktuell nicht absehbar. So könnte der Ausfall einer weiteren Bank zu erheblichen Verwerfungen im Bankensektor führen. Ausfälle im Rahmen der Wertpapierabwicklung oder im schlimmsten Fall der Ausfall einer Konto- bzw. Bankverbindung, hätten erhebliche negative Auswirkungen auf die Marktpreisrisikosituation und die Liquidität der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG.

Vor diesem Hintergrund gestaltet sich eine seriöse Prognose der Ertragsentwicklung für das Geschäftsjahr 2023 durch die bestehenden Unwägbarkeiten, insbesondere für das Kerngeschäft Wertpapierhandel, als sehr schwierig. Aufgrund der weltweit steigenden Inflation, dem ungewissen Ausgang des Russland-Ukraine-Konflikts und den Problemen am Bankenmarkt werden die Volatilität der Märkte sowie die Handelsvolumina im Laufe des Jahres voraussichtlich weiter starken Schwankungen unterliegen. Die Geschäftsleitung der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG geht für das Geschäftsjahr 2023 zunächst von ähnlichen Rahmenbedingungen aus wie sie im Geschäftsjahr 2022 vorgeherrscht haben. Aufgrund langsam zurückgehender Inflationszahlen und der Hoffnung auf moderatere Zinserhöhungsschritte im Laufe des Jahres 2023 besteht ein vorsichtiger Optimismus, dass insbesondere eine Rezession im Euroraum und den USA abgewendet werden kann und sich der Wertpapierhandel der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG wieder positiver entwickeln wird.

Das Geschäftsfeld Corporates & Markets hat sich im Geschäftsjahr 2022 vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Entwicklung trotz aller Widrigkeiten gut geschlagen. Der Vorstand sieht das Geschäftsfeld Corporates & Markets daher weiterhin als komplementäres Geschäftsfeld der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG an, welches mittelfristig mögliche rückläufige Einnahmen aus dem Wertpapierhandel kompensieren soll. Die Strategie der Betreuung kleinerer Beratungs- und größerer Platzierungsmandate hat sich in der Vergangenheit sehr gut bewährt und soll zukünftig weiterverfolgt und ausgebaut werden. Durch weitere personelle Verstärkungen im Bereich der Kundenakquisition sieht die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG einem weiteren erfolgreichen Ausbau dieses Geschäftsbereichs optimistisch entgegen.

Hinsichtlich der finanziellen Leistungsindikatoren gehen wir für das Geschäftsjahr 2023 von folgenden Annahmen aus:

Das Provisionsergebnis wird aufgrund einer weiter angenommenen Kundenzurückhaltung im Rahmen des Ordergeschäfts leicht rückläufig erwartet. Aufgrund der Erwartung niedrigerer Inflationszahlen, moderater Zinserhöhungsschritte und der Hoffnung, dass die Märkte wieder eine klare Tendenz entwickeln werden, wird ein leicht erhöhtes Handelsergebnis für das Geschäftsjahr 2023 erwartet.

Auf der Aufwandsseite geht der Vorstand für 2023 aufgrund der weiterhin bestehenden Inflation und den damit verbundenen Preissteigerungen von leicht erhöhten Anderen Verwaltungsaufwendungen aus. Die Personalaufwendungen dürften insbesondere aufgrund der Erwartung ähnlicher Bonusansprüche und einer durchschnittlich kaum veränderten Mitarbeiterzahl ähnlich zum Geschäftsjahr 2022 ausfallen.

Die Erwartung besteht, dass das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit vor Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken und Steuern ähnlich hoch ausfällt wie im Geschäftsjahr 2022. Zwar geht die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG von höheren Handelsergebnissen aus, allerdings ist nicht auszuschließen, dass diese aufgrund der höheren anderen Verwaltungsaufwendungen bedingt durch Preissteigerungen wieder aufgezehrt werden.

Nichtsdestotrotz erwartet der Vorstand der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG für das Geschäftsjahr 2023 ein positives Ergebnis.

5. Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem

Unternehmensstrategie

Unternehmerisches Handeln bedeutet, sich ergebende Chancen im Interesse der Anteilseigner, der Mitarbeiter und der Gesellschaft bei gleichzeitiger bewusster Steuerung der Risiken wahrzunehmen. Ressourcen und Aktivitäten unserer Gesellschaft sind auf eine nachhaltige Vermögens- und Erfolgssicherung ausgerichtet. Die geschäftspolitischen Entscheidungen der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG werden im Rahmen unserer gelebten Risikokultur stets unter Beachtung der potentiellen Risiken getroffen. Die Geschäftsleitung legt besonders hohen Wert auf risikoangemessenes Verhalten, daher werden unternehmerische Risiken nur dann eingegangen, wenn die Ertragsaussichten die Risiken deutlich überwiegen. Durch unsere hohe Eigenkapitalquote, Marktnähe und unser Risikowissen können wir geschäftsfeldübergreifend auf die sich stellenden Risiken eingehen. Bei der strategischen Steuerung unserer Gesellschaft spielen neben den monetären Gesichtspunkten auch Prozesseffizienz, Transparenzerhöhung, Mitarbeiterzufriedenheit und die Stärkung der Position der Wertpapierfirmen eine große Rolle. Letzteres wird insbesondere durch unsere aktive Mitarbeit im Bundesverband der Wertpapierfirmen (bwf) erreicht. Besonderes Augenmerk wird auch auf die Förderung eines transparenten und offenen Dialogs unter den Mitarbeitern der Gesellschaft zu risikorelevanten Fragen gelegt.

Risikostrategie

Das Ziel unserer Risikostrategie besteht in der Absicherung der Unternehmensziele gegen störende Ereignisse durch das Ergreifen geeigneter Maßnahmen. Die Gesellschaft hat hierzu im Rahmen ihres wertorientierten Firmenmanagements ein Risikomanagementsystem zur Aufdeckung von Risiken und zur Optimierung von Risikopositionen etabliert. Das Risikocontrolling der Gesellschaft ist so angelegt, dass besonderes Augenmerk auf die Verhinderung von Risiken gelegt wird. Dabei prüfen wir, ob unsere risikopolitischen Vorkehrungen ausreichen, um das Gefährdungspotential zu verringern. Bei Bedarf werden umgehend weitere Maßnahmen zur Risikoreduzierung, wie zum Beispiel die Schaffung einer weiteren Kontrollebene ergriffen. Im Zuge der Umsetzung der sich aus den Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) ergebenden Anforderungen hat die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG im Rahmen ihrer Geschäftsstrategie ein Risikotragfähigkeitskonzept zur Berechnung der Gesamtrisikoauslastung entwickelt, in dem neben der Definition der Risikodeckungsmasse, der gesamtbankbezogenen Verlustobergrenze und der Bestimmung des Risikopotentials eine Gegenüberstellung des aggregierten Risikopotentials mit der Verlustobergrenze erfolgt. Aufgrund der in den von der Gesellschaft betriebenen Geschäftsfeldern eingegangenen Risiken, verfolgt die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG bei der Ausgestaltung der Risikotragfähigkeit einen konservativen Ansatz. Die Gesellschaft hat deshalb festgelegt, dass die täglich zum Geschäftsschluss bestehende Verlustobergrenze 60 % der zur Verfügung stehenden Risikodeckungsmasse betragen darf. Der verbleibende Rest steht als Risikopuffer zur Verfügung. Neben den Marktpreisrisiken aus Aktien, festverzinslichen Wertpapieren, Investmentfonds und Optionsgeschäften hat die Gesellschaft die operationellen Risiken und das Adressenausfallrisiko in das Risikotragfähigkeitskonzept aufgenommen. Das für diese Risiken bestehende Risikopotential im Bereich der Ökonomischen Perspektive ermittelt die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG täglich, wobei sich die Gesellschaft zur Ermittlung des operationellen Risikos des Basisindikatoransatzes analog den Art. 315, 316 der Verordnung (EU) Nr. 575/​2013 (Capital Requirements Regulation - CRR) bedient. Die Berechnung der Risikotragfähigkeit erfolgt sowohl aus ökonomischer Sicht (Ökonomische Perspektive), als auch nach der Normativen Perspektive. Zur Feststellung, ob die Risikotragfähigkeit gegeben ist, setzt die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG in einer täglich durchzuführenden Berechnung das aggregierte Risikopotential in das Verhältnis zu der nach den beiden Ansätzen ermittelten Verlustobergrenze. Liegt das Ergebnis dieser Quotienten unter 100 %, ist die Risikotragfähigkeit gewährleistet. Im Geschäftsjahr 2022 kam es zu keiner Überschreitung der Verlustobergrenze. Zum Bilanzstichtag betrug die Auslastung nach der Ökonomischen Perspektive 34,53 %, während sie nach der normativen Perspektive bei 55,23 % lag. Vorjahresvergleichsangaben sind aufgrund der erstmaligen Anwendung des aktuellen RTF-Leitfadens nicht möglich, da sich hierdurch Änderungen hinsichtlich der Berechnungsgrundlagen der Risikotragfähigkeit ergeben haben.

Interne Revision

Die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG hat die Interne Revision an eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ausgelagert.

Gegenstand der Prüfungshandlungen der Internen Revision sind vor allem die Bereiche Wertpapierhandel, Risikomanagement, Compliance, Liquiditätssteuerung, Rechnungswesen, Datenverarbeitung, Personal, Meldewesen und die Einhaltung der Vorschriften zur Vermeidung von Geldwäsche. Hierbei werden Betriebsabläufe, die einem besonderen Risiko unterliegen jährlich geprüft, andere Betriebsabläufe innerhalb eines Dreijahreszeitraumes.

Risikocontrolling

Ein wirksames Risikocontrolling setzt eine unabhängige, von den Handelsaktivitäten separierte Ermittlung der eingegangenen Risiken voraus.

Hierzu hat die Gesellschaft zwei vom Handel unabhängige Risikomanager bestellt, in deren Aufgabengebiete neben der Identifizierung, Analyse, Bewertung und Überwachung der Risiken auch die Sensibilisierung der Mitarbeiter für die Erkennung und Vermeidung von Risiken fallen. Die Grundlage für den permanenten und systematischen Umgang mit den Risiken bilden Vorgaben und Entscheidungen des Vorstands zur Risikotoleranz, die sich aus der Risikostrategie und Risikopolitik ableiten und sich an der Kapital- und Liquiditätsausstattung orientieren.

Das Risikocontrolling muss sich bei der Vielzahl der von der Gesellschaft getätigten Geschäfte auf ein leistungsfähiges Computersystem verlassen können. Die Gesellschaft bedient sich hierzu Anwendungen des auf Finanzdienstleister und Banken spezialisierten Unternehmens flatexDEGIRO AG.

Die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG überwacht laufend die Gesamt- und Einzelpositionen aus sämtlichen Wertpapiergeschäften und die damit verbundenen unrealisierten Gewinne und Verluste. Ein Mitarbeiterteam erfasst die verfügbaren Mittel täglich in einem Liquiditätsstatus und überwacht und koordiniert die zu bezahlenden Verbindlichkeiten.

Im Zuge der betriebswirtschaftlichen Überwachung kontrolliert der Vorstand täglich die Aufwendungen und Erträge aus dem Kerngeschäft der Gesellschaft. Nach der Plausibilisierung der Monatszahlen nimmt der Finanzvorstand zu der allgemeinen Entwicklung, ausgewählten GuV-Positionen und der Liquiditätssituation monatlich schriftlich Stellung. Die Erläuterungen zirkulieren im Vorstand und werden den Mitgliedern des Aufsichtsrates zur Kenntnisnahme vorgelegt.

Im Bereich der operationellen Risiken, die ihren Ursprung in Prozessen, Personen, Technologien oder externen Ereignissen haben können, werden bestehende Risiken konsequent mit einem vielfältigen, ursachenbezogenen Risikomanagement verringert.

Darstellung der Risiken

Drohende Risiken durch die Coronavirus-Pandemie

Der Ausbruch des neuartigen Coronavirus hatte bisher nicht gekannte Auswirkungen auf die Weltwirtschaft und das Geschehen an den Börsen. Auch wenn sich derzeit die Pandemie wesentlich abzuschwächen scheint, verfolgen Vorstand und Aufsichtsrat der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG weiterhin genau die Entwicklung.

Die Gesellschaft ist gut durch die drei letzten, coronabelasteten Geschäftsjahre gekommen. Daher sehen die Führungsgremien der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG auch für das Jahr 2023 keine Bedrohung der Geschäftstätigkeit der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG durch die Corona-Pandemie.

Drohende Risiken durch den Russland-Ukraine-Krieg und durch aktuelle Bankenpleiten

Der Russland-Ukraine-Krieg und die gegenwärtigen Bankenpleiten in den USA und der Schweiz haben ebenfalls einen starken Einfluss auf die Wirtschaft und die Märkte der Welt. Vorstand und Aufsichtsrat verfolgen daher auch hier aufmerksam die aktuelle Nachrichtenlage. Je nach Entwicklung der Lage in der Ukraine und im Bankenbereich ist weiterhin mit mitunter starken Schwankungen an den Börsen zu rechnen. Durch die Geschäftsstrategie der Gesellschaft, Overnight-Positionen weitgehend zu vermeiden und ihrem erprobten Risikomanagementsystem, das negative Entwicklungen an den Märkten instantan erkennt und den einzelnen Handelsbereichen sehr enge Verlustlimite vorgibt, werden die Risiken begrenzt. Die Gesellschaft hat in den letzten drei Jahren während der Börsenturbulenzen, die durch die Corona-Pandemie verursacht wurden, gezeigt, dass sie mit starken Marktpreisschwankungen umgehen und die Risiken unter Kontrolle halten kann. Insofern gehen Vorstand und Aufsichtsrat der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG zum derzeitigen Zeitpunkt davon aus, dass nach aktuellem Kenntnisstand der Russland-Ukraine-Krieg und auch die Insolvenz einzelner Banken, sich nicht wesentlich auf die Geschäftstätigkeit der Gesellschaft auswirken wird.

Strategische Risiken

Strategische Risiken entstehen dann, wenn unsere Strategie nicht mit den Anforderungen und Erwartungen des Marktes, unserer Kunden oder den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen vereinbar ist, und dies von der Geschäftsführung nicht erkannt wird. Zur Vermeidung dieses Risikos durchleuchten wir sorgfältig die strategischen Risiken im Austausch mit dem Aufsichtsrat. . Die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG ist sich der Gefahr von außen eintretender - nicht von der Gesellschaft beeinflussbarer - Ereignisse und Veränderungen zu Lasten des Skontroführergeschäftes bewusst. Es besteht die Gefahr generell sinkender Wertpapierumsätze aufgrund einer Veränderung des Anlegerverhaltens, eine weitere Verschärfung der Konkurrenzsituation bei Markt- und Preismodellen unter den Börsen in Deutschland, aber auch eine Erhöhung der regulatorischen Anforderungen - z.B. nach weiteren Krisen. Wir sind allerdings auch zuversichtlich, dass der computerunterstützte Skontroführerhandel - in welcher Ausprägung auch immer - weiterhin nicht vollständig von vollelektronischen Computersystemen verdrängt werden kann, da sonst weniger liquide Wertpapiere, die die Mehrheit darstellen, nicht mehr im besten Kundeninteresse gehandelt werden könnten, was letztendlich zu einer Verarmung der Börsenlandschaft mit nur noch wenigen hochliquiden Werten führen würde. Der Gefahr des Wegbrechens eines Geschäftsfeldes oder dem Abwandern von Kunden begegnet die Gesellschaft durch die Verteilung des Geschäftes auf mehrere voneinander unabhängige Standbeine und Bestrebungen, die Anzahl der Kunden zu erhöhen.

Einzelrisiken

Die identifizierten Einzelrisiken wurden schriftlich erfasst und jährlich überprüft. Daneben findet kontinuierlich eine Weiterentwicklung des Risikomanagementsystems statt. Die Gesellschaft legt dabei besonderen Wert auf die Einbeziehung der einzelnen Mitarbeiter des Unternehmens, die angehalten werden, erkannte Risiken an die Risikomanager zu kommunizieren.

Adressenausfallrisiken, Marktpreisrisiken und operationelle Risiken werden in der Berechnung der Gesamtrisikoauslastung als wesentliche Risiken täglich berücksichtigt, während die Platzierungsrisiken nur nach einer Einzelfallprüfung einbezogen werden. Liquiditätsrisiken und Zinsrisiken bleiben bei der Berechnung der Gesamtrisikoauslastung außer Betracht, da sie für Wertpapierhandelsbanken nur von untergeordneter Bedeutung sind.

Im Folgenden werden die Einzelrisiken dargestellt. Nach einer allgemeinen Definition und Darstellung des jeweiligen Risikos erfolgt eine Beschreibung der ergriffenen Risikobegrenzungsmaßnahmen durch die Gesellschaft.

Adressenausfallrisiken

Unter Adressenausfallrisiken verstehen wir mögliche Wertverluste, die durch den Ausfall oder durch Bonitätsverschlechterung von Geschäftspartnern entstehen können.

Die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG hat in- und ausländische Handelspartner. Für Börsengeschäfte mit in- und ausländischen, börsenzugelassenen Handelspartnern spielen Adressenausfallrisiken nur eine untergeordnete Rolle, da sämtliche Geschäfte nach dem System "Zahlung gegen Lieferung" abgerechnet werden.

Zusätzlich können Adressenausfallrisiken aus Forderungen gegenüber Kunden auftreten. Diese sind allerdings von unwesentlicher Bedeutung, da sie im Verhältnis zur Bilanzsumme sehr gering sind. Im Geschäftsjahr hat die Gesellschaft TEUR 33 an Abschreibungen auf Kundenforderungen vorgenommen, da wir die Forderungen als nicht werthaltig eingestuft haben.

Grundsätzlich besteht ein Risiko, dass das Geld, das wir bei anderen Banken angelegt haben, aufgrund von einer Bankenpleite nicht oder nicht vollständig zurückgezahlt werden kann. Zur Quantifizierung des Adressenausfallrisikos hat die Gesellschaft in Anlehnung an Artikel 119f. CRR 20 % des Forderungsbestandes gegenüber Kreditinstituten mit 8 % multipliziert, um so die mindestens vorzuhaltenden Eigenmittel nach CRR abzubilden.

Marktpreisrisiken

Das Marktpreisrisiko ist der potentielle Verlust, der durch die Veränderung von Preisen an Finanzmärkten für unsere Positionen entstehen kann. Das Risiko für die Gesamtrisikoauslastung wird mit einem Value at Risk-Ansatz ermittelt, der von historischen Kursen der letzten 100 Tage ausgeht, eine Haltedauer von drei Tagen impliziert und ein Konfidenzniveau von 99 % verwendet. Bei einem täglich durchgeführten Backtesting wird die tatsächliche Kursentwicklung mit den Ergebnissen aus der Berechnung des Value at Risk-Ansatzes verglichen. Zum 31. Dezember 2022 ergibt sich ein Value at Risk Wert auf Marktpreisrisiken von TEUR 357.

Die Handelspositionen der Gesellschaft werden EDV-technisch unterstützt, realtime zu Durchschnittskursen bewertet und mit den Marktpreisen verglichen. In den Marktpreisrisiken sind Wechselkursrisiken enthalten.

Die Höhe der Handelspositionen wird für jedes Profitcenter individuell durch Limite begrenzt, die im Rahmen des Risikotragfähigkeitskonzeptes festgelegt worden sind. Besteht eine Überschreitung, muss der Händler die Position grundsätzlich bis zum Geschäftsschluss eines jeden Tages so zurückfahren, dass keine Überschreitung mehr vorliegt. Aufgrund einer laufenden Überwachung ihrer Positionen durch die Wertpapierhändler der Gesellschaft, kommt es bei der Gesellschaft zu sehr wenigen (unter zehn) Überschreitungen der Limite im Tagesverlauf.

Die Gesellschaft erreicht zudem eine Reduktion des Marktpreisrisikos durch die Verteilung der eingegangenen Positionen auf verschiedene Länder und Märkte.

Darüber hinaus wird sowohl ein für den Handel zuständiger Vorstand, als auch ein vom Handel unabhängiger Vorstand zweimal täglich über die größten Handelspositionen und die größten unrealisierten Gewinne und Verluste aus diesen Geschäften informiert.

Wegen der großen Bedeutung der Marktpreisrisiken für die Gesellschaft führt die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG täglich zwei dokumentierte Szenarioanalysen durch, die eine Marktschwankung von +/​-5 % unterstellen. Einmal wöchentlich erfolgt darüber hinaus eine Szenarioanalyse bei einer unterstellten Marktschwankung von +/​-10 %. Bei Erreichen beider Grenzen ist die Risikotragfähigkeit des Unternehmens immer noch gewährleistet. Der Vorstand wird zweimal täglich über das Ergebnis der Szenarioanalysen per Email informiert. Im Geschäftsjahr gab es aufgrund der Russland-Ukraine-Krieges Überschreitungen im Rahmen der Szenarioanalysen.

Platzierungsrisiken

Unter Platzierungsrisiken verstehen wir Risiken, die sich im Rahmen unseres Platzierungs-/​Emissionsgeschäftes ergeben können. Bei der Auswahl der Unternehmen, die an die Börse gebracht werden wollen, ist die Beurteilung der Frage, ob der Emittent Börsenreife besitzt, für die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG von tragender Bedeutung. Die Entscheidung darüber wird deshalb nur vom Gesamtvorstand der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG gemeinsam getroffen. Als Entscheidungsgrundlage dient dabei bei einer Neuemission der Emissionsprospekt, bei einem Listing das Unternehmensexpose. Zusätzliche Sicherheit wird dadurch erreicht, dass die Erstellung beider Dokumente in der Regel von einer Legal Due Diligence begleitet wird. Frühzeitig wird seitens der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG das Gespräch mit potentiellen Investoren gesucht, um festzustellen, ob seitens dieser Gruppe Interesse an den Aktien des Emittenten besteht. Aus dem gewonnenen Gesamteindruck aus Gesprächen und schriftlichen Unterlagen wird dann die Entscheidung getroffen, ob wir die Platzierung der Aktien übernehmen.

Liquiditätsrisiken

Oberstes Ziel unseres Liquiditätsmanagements ist die Gewährleistung der jederzeitigen Zahlungsbereitschaft des Unternehmens. Liquiditätsrisiken spielen bei der Gesellschaft nur eine untergeordnete Rolle, da wir keine Kundengelder halten und die Handelsgeschäfte "Zahlung gegen Lieferung" erfolgen. Die Disposition der täglichen Liquidität ist einem erfahrenen Mitarbeiterteam übertragen, das direkt dem zuständigen Vorstand unterstellt ist. Die Gesellschaft verfügt über eine ausgezeichnete Liquiditätsausstattung, da im Jahresverlauf stets täglich fällige Forderungen an Kreditinstitute in Millionenhöhe gehalten werden und auch die börsennotierten Wertpapierbestände sehr kurzfristig veräußert werden können.

Operationelle Risiken

Die Höhe der operationellen Risiken werden anhand des Basisindikatoransatzes nach Art.315, 316 CRR mit 15 % des Drei-Jahresdurchnitts in Art. 316 CRR normierter Ertrags- und Aufwandspositionen ermittelt.

Rechtliche Risiken

Zu den rechtlichen Risiken gehören Gefahren, die sich aus unserer großen Vielzahl an Handelsgeschäften und aus Verstößen gegen gesetzliche und interne Vorschriften durch Mitarbeiter ergeben können.

Handelsgeschäfte

Zur Absicherung allgemeiner und branchenspezifischer Risiken wurden neben den bereits bestehenden Versicherungen eine Directors and Officers Liability - Versicherung, eine Vertrauensschadenversicherung sowie eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung abgeschlossen.

Gesetzliche Vorschriften

Die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG unterliegt umfangreichen Meldeverpflichtungen und anderen gesetzlichen Vorschriften, insbesondere aus Wertpapierinstitutsgesetz, Wertpapierhandelsgesetz, Handelsgesetzbuch und dem Börsengesetz. Neben turnusmäßigen Meldungen sind eine Vielzahl von Ereignissen im Geschäftsleben meldepflichtig und andere gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen. Bei Nichtbeachtung dieser Meldepflichten drohen Geldbußen.

Die Überwachung dieser gesetzlichen Vorgaben erfolgt durch die zuständigen Mitarbeiter anhand eines Meldeplanes.

Personelle Risiken

Zu den Risiken personeller Art rechnen alle Risiken, die aus dem Einsatz und der Neueinstellung von Mitarbeitern resultieren.

Die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG wählt bei Neueinstellungen die Bewerber vor dem Hintergrund ihrer nachgewiesenen beruflichen Qualifikationen (Bewerbungsunterlagen) und im Rahmen von Vorstellungsgesprächen sorgfältig aus und achtet darauf, dass bei Urlaub, Krankheit oder Kündigung eines Mitarbeiters andere Mitarbeiter die Tätigkeiten des nicht zur Verfügung stehenden Mitarbeiters übernehmen können. Die Gesellschaft verfügt über ein umfangreiches Organisationshandbuch, in dem sowohl Funktionsbeschreibungen der einzelnen Arbeitsplätze, Detailbeschreibungen der wichtigsten Geschäftsvorgänge als auch das Compliance-Konzept und das Risikohandbuch integriert sind. Das Organisationshandbuch steht jedem Mitarbeiter in elektronischer Form uneingeschränkt zur Verfügung.

Mitarbeiter, die mit vertraulichen Informationen betraut sind, werden schriftlich über die rechtlichen Pflichten, die sich aus dem Zugang zu Insiderinformationen ergeben sowie über die Rechtsfolgen von Verstößen informiert. Im Handelsbereich ist ein mögliches Fehlverhalten von Mitarbeitern durch Versicherungen abgedeckt. Die Gesellschaft hat Regelungen für Mitarbeitergeschäfte getroffen und vermeidet bereits durch Vereinbarungen im Arbeitsvertrag Kollisionen zwischen Mitarbeiter-, Bank- und Kundeninteressen. Durch die Vereinbarung eines angemessenen Vergütungsmodells wird das Risiko häufiger Mitarbeiterwechsel reduziert.

Operative Risiken

Zu den operativen Risiken zählen wir Einwirkungen auf unseren betrieblichen Ablauf, die nicht in unserer Hand liegen. Die Gesellschaft hat bezüglich der operativen Risiken eine Aufteilung in Einzelrisiken vorgenommen, die einmal jährlich überprüft werden.

Zur Behandlung sonstiger betrieblicher Risiken hat die Gesellschaft ein Notfallkonzept erstellt, das jedem Mitarbeiter bekannt ist. Es stellt die zu ergreifenden Maßnahmen in den Fällen Stromausfall, Rechnerausfall, Systemengpässen und -störungen und Telefonausfall dar. Die wichtigsten IT-Systeme wurden von der Gesellschaft redundant aufgebaut, die Datenleitungen sind durch ein Back-Up-System abgesichert. Risiken aus dem Verlust von Daten wirkt die Gesellschaft durch Datensicherungen entgegen.

Durchführung von Stresstests

Die Gesellschaft hat durch risikoartenübergreifende Stresstests ermittelt, inwieweit sich äußerst extreme Marktsituationen auf die Risikotragfähigkeit auswirken. Dabei wurden sowohl bei der Ökonomischen, wie bei der Normativen Perspektive verschiedene Szenarien untersucht.

Im Bereich der Normativen Perspektive konnte im Test bei allen Szenarien - selbst bei einem Anstieg von 50 % bei den Eigenmittelanforderungen - die Gesamtrisikoauslastung unter 100 % gehalten werden.

Allen Tests bei der Ökonomischen Perspektive im Bereich der Marktpreis-, Adressenausfall-, und Operationellen Risiken ebenfalls gemein ist die Tatsache, dass selbst bei einem kumulierten Auftreten von Risiken bei einem Kursrutsch von 50 % die definierten Verlustobergrenzen eingehalten wurden.

Durch die konservative Festlegung der Verlustobergrenze mit 60 % der Risikodeckungsmasse steht neben dem als Verlustobergrenze definierten Kapital ein Eigenkapitalpuffer in Höhe von 40 % der Risikodeckungsmasse zur Verfügung, der über die betrachteten Szenarien hinausgehende, extreme Situationen auffangen kann.

Der Test im Bereich der Liquiditätsrisiken ergab, dass die kurzfristig verfügbaren Mittel am Testtag ausgereicht haben, um problemlos für mehr als drei Monate die Allgemeinen Verwaltungsaufwendungen vorzuhalten. Der Überlebenshorizont der mwb fairtrade liegt aufgrund ihrer hervorragenden Liquiditätsausstattung bei über 13 Monaten (im VJ. über 15 Monaten).

Inverser Stresstest

Nach AT 4.3.3 der MaRisk hat die Gesellschaft auch Inverse Stresstests durchzuführen. Der Inverse Stresstest stellt im Gegensatz zum regulären Stresstest die maximale Verlustobergrenze für das Risikokapital in den Mittelpunkt. Die Ausgestaltung und Durchführung der Inversen Stresstests ist abhängig von Art, Umfang, Komplexität und Risikogehalt der Geschäftsaktivitäten und kann qualitativ oder quantitativ erfolgen.

Qualitativer Stresstest

Die Gesellschaft hat im Vorstand erörtert, welche Ereignisse dazu führen könnten, die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG in eine existenzbedrohende Situation zu bringen. Neben einer Verlustsituation und einer weiteren Verdrängung der Skontroführer/​ Spezialisten durch ausschließlich computergesteuerte Kursfeststellungssysteme - ein Prozess, der aber eher langfristig eintreten könnte - wird als existenzbedrohende Situation ein Zusammenbruch unserer Abwicklungsbank gesehen, der wir (zur Besicherung unserer Wertpapiertransaktionen) einen Großteil unseres Geldes anvertraut haben.

Quantitative Stresstests

Um besser abschätzen zu können, ab welcher Schwelle Risiken bedrohlich werden können, führt der Risikomanager im Bereich der Marktpreisrisiken quantitative Inverse Stresstests durch. Dabei wird ermittelt, bei welcher kurzfristigen Marktpreisschwankung das zur Verfügung stehende Verlustpotenzial für die Marktpreisrisiken jeweils gerade noch unterschritten ist und damit die Verlustobergrenze gerade noch eingehalten ist. Der qualitative Inverse Stresstest zeigte auf, dass in der Normativen Perspektive eine Erhöhung der aktuellen Eigenmittelanforderungen um über 80 % noch zu keiner Überschreitung der Gesamtrisikoauslastung führt. In der Ökonomischen Perspektive wurde im Rahmen des Inversen Stresstests dargelegt, dass selbst bei einem Kursverfall von über 75 %, was betragsmäßig einer Verachtfachung des bisherigen Marktpreisrisikohöchstwertes der letzten 12 Jahre entspräche, die Gesamtrisikoauslastung - selbst bei der Annahme kumulierter Risikoerhöhungen - unter 100 % gehalten werden konnte.

Gräfelfing, den 8. Mai 2023

Der Vorstand

Bilanz zum 31. Dezember 2022 und 31. Dezember 2021

Aktiva

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31.12.2022

EURO
31.12.2021

EURO
1. Barreserve
a) Kassenbestand 250,07 909,05
b) Guthaben bei Zentralnotenbanken darunter: bei der Deutschen Bundesbank EUR 1.985.066,34 1.985.066,34 5.526.740,58
1.985.316,41 5.527.649,63
2. Forderungen an Kreditinstitute
a) täglich fällig 23.595.321,41 30.943.789,47
23.595.321,41 30.943.789,47
3. Forderungen an Kunden 258.248,79 461.593,98
4. Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
a) Anleihen und Schuldverschreibungen
aa) von anderen Emittenten 249.986,00 0,00
249.986,00 0,00
5. Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 5.894,39 4.169,80
6. Handelsbestand 24.110.938,45 27.344.042,20
7. Beteiligungen 15.001,51 766.616,51
8. Immaterielle Anlagewerte
a) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 232.018,00 339.165,00
9. Sachanlagen
a) Betriebs- und Geschäftsausstattung 506.638,00 380.710,00
738.656,00 719.875,00
10. Sonstige Vermögensgegenstände 1.655.394,08 2.089.701,05
11. Rechnungsabgrenzungsposten 246.832,00 152.217,18
12. Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung 0,00 298.876,58
52.861.589,04 68.308.531,40
Passiva
31.12.2022

EURO
31.12.2021

EURO
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
a) täglich fällig 132.795,66 28.270,48
132.795,66 28.270,48
2. Verbriefte Verbindlichkeiten 12.792.066,73 12.837.267,84
3. Handelsbestand 717.596,13 2.036.521,41
4. Sonstige Verbindlichkeiten 1.141.098,59 1.314.838,87
5. Rechnungsabgrenzungsposten 2.392,00 0,00
5. Rückstellungen
a) Rückstellungen für Pensionen nach Verrechnung des Deckungsvermögens 192.602,92 478.238,80
b) Steuerrückstellungen 68.882,01 575.834,24
c) andere Rückstellungen 2.778.184,05 7.593.373,49
3.039.668,98 8.647.446,53
6. Fonds für allgemeine Bankrisiken gem. §340e Abs. 4 HGB 14.676.170,26 14.018.013,94
7. Eigenkapital
a) gezeichnetes Kapital 7.473.700,00 7.473.700,00
Eigene Anteile -24.881,00 -15.000,00
7.448.819,00 7.458.700,00
b) Kapitalrücklage 1.839.688,15 1.844.227,44
c) Bilanzgewinn 11.071.293,54 20.123.244,89
20.359.800,69 29.426.172,33
52.861.589,04 68.308.531,40

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022

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01.01.22 - 31.12.22
EURO 2022 EURO
--- --- --- ---
1. Zinserträge
a) Kredit- und Geldmarktgeschäften 0,00 0,00
2. Zinsaufwendungen 99.943,47 99.943,47
3. Provisionserträge 6.811.121,44
a) Courtageerträge EUR 3.284.190,68
4. Provisionsaufwendungen 2.328.594,97 4.482.526,47
a) Courtageaufwendungen EUR 352.998,51
5. Ertrag des Handelsbestandes
a) Wertpapiere 45.244.927,89
b) Futures 5.777.710,00
c) Kursdifferenzen aus Aufgabegeschäften 6.352.211,19 57.374.849,08
6. Aufwand des Handelsbestandes
a) Wertpapiere 25.821.907,79
b) Futures 4.731.620,00
c) Kursdifferenzen aus Aufgabegeschäften 3.300.291,65 33.853.819,44
7. sonstige betriebliche Erträge 195.782,09
8. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
a) Personalaufwand
aa) Löhne und Gehälter 7.823.494,53
ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 1.000.932,38 8.824.426,91
darunter: für Altersversorgung EUR 96.701,45 (Vorjahr: EUR 98.379,74)
b) Andere Verwaltungsaufwendungen 15.083.625,98 23.908.052,89
9. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immat. Anlagewerte und Sachanlagen 297.916,99
10. Sonstige betriebliche Aufwendungen 74,00
11. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft 32.500,00
12. Erträge aus Zuschreibungen zu Forderungen und bestimmten Wertpapieren sowie aus der Auflösung von Rückstellungen im Kreditgeschäft 13.388,66
13. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Beteiligungen, Anteile an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelte Wertpapiere 751.615,00
14. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit vor Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken 3.122.624,51
15. Einstellungen in den Fonds für allgemeine Bankrisiken 658.156,32
16. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 2.464.468,19
17. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 1.054.925,74
18. Sonstige Steuern -275,00
19. Jahresüberschuss 1.409.817,45
20. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 20.123.244,89
21. Dividendenausschüttung 10.461.768,80
22. Bilanzgewinn 11.071.293,54

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021

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01.01.21 - 31.12.21
EURO 2021 EURO
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1. Zinserträge
a) Kredit- und Geldmarktgeschäften 179,45 179,45
2. Zinsaufwendungen 121.505,02 121.325,57
3. Provisionserträge 10.726.694,05
a) Courtageerträge EUR 3.757.201,81
4. Provisionsaufwendungen 3.219.398,69 7.507.295,36
a) Courtageaufwendungen EUR 97.355,50
5. Ertrag des Handelsbestandes
a) Wertpapiere 68.752.466,73
b) Futures 1.133.820,00
c) Kursdifferenzen aus Aufgabegeschäften 14.925.318,85 84.811.605,58
6. Aufwand des Handelsbestandes
a) Wertpapiere 30.217.016,93
b) Futures 1.232.300,00
c) Kursdifferenzen aus Aufgabegeschäften 7.541.728,75 38.991.045,68
7. sonstige betriebliche Erträge 152.981,71
8. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
a) Personalaufwand
aa) Löhne und Gehälter 12.631.751,86
ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 906.441,31 13.538.193,17
darunter: für Altersversorgung EUR 98.379,74 16.988.801,11 30.526.994,28
b) Andere Verwaltungsaufwendungen
9. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immat. Anlagewerte und Sachanlagen 422.624,36
10. Sonstige betriebliche Aufwendungen 7.417,70
11. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft 23.865,39
12. Erträge aus Zuschreibungen zu Forderungen und bestimmten Wertpapieren sowie aus der Auflösung von Rückstellungen im Kreditgeschäft 0,00
13. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Beteiligungen, Anteile an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelte Wertpapiere 2.570,43
14. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit vor Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken 22.376.039,24
15. Einstellungen in den Fonds für allgemeine Bankrisiken 3.373.828,21
16. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 19.002.211,03
17. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 6.568.537,73
18. Sonstige Steuern 795,00
19. Jahresüberschuss 12.432.878,30
20. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 21.143.026,59
21. Dividendenausschüttung 13.452.660,00
22. Bilanzgewinn 20.123.244,89

Anhang für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022

1. Allgemeines

Das Grundkapital der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG beträgt EUR 7.473.700,00 und ist in 7.473.700 Stückaktien verbrieft. Die Gesellschaft hat ihren Sitz in Gräfelfing. Sie ist im Handelsregister der Stadt München unter der Nr. HRB 123 141 eingetragen.

Der Jahresabschluss der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG für das Geschäftsjahr 2022 ist nach den allgemeinen und den für Wertpapierinstitute geltenden Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB), den einschlägigen Vorschriften des Aktiengesetzes (AktG) und der Rechnungslegungsverordnung für Kreditinstitute (Rech-KredV) erstellt.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Für die Erstellung des Jahresabschlusses waren die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.

Die Barreserve, die Forderungen an Kreditinstitute und Forderungen an Kunden sind mit dem Nennwert ausgewiesen. Letztere sind abzüglich einer gegebenenfalls notwendigen Risikovorsorge bewertet.

Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere sowie Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere des Anlagebestandes werden mit den Anschaffungskosten oder dem niedrigeren beizulegenden Wert bewertet.

Beteiligungen werden nach dem gemilderten Niederstwertprinzip zu den Anschaffungskosten vermindert um gegebenenfalls erforderliche Abschreibungen bewertet.

Die Wertpapiere des Handelsbestandes werden mit den Marktpreisen abzüglich eines Value at Risk-Abschlages, der von historischen Kursen der letzten 100 Tage ausgeht, eine Haltedauer von drei Tagen impliziert und ein Konfidenzniveau von 99 % verwendet, bewertet. Der absolute Betrag des Value at Risk-Abschlages für die Wertpapierdepots beträgt TEUR 344. Zum 31.12.2022 bestanden keine Positionen in Offenen Aufgabegeschäften. Auf ausländische Währung lautende Wertpapiere wurden zum Devisenkassamittelkurs umgerechnet. In Bezug auf die Kriterien der Zuordnung zum Handelsbuch (Definition der Handelsabsicht) haben sich gegenüber dem Vorjahr keine Änderungen ergeben.

Das Sachanlagevermögen sowie die immateriellen Anlagewerte werden mit den Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger und gegebenenfalls außerplanmäßiger Abschreibungen bewertet. Diese werden unter Zugrundelegung der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer von drei bis dreizehn Jahren nach der linearen Methode berechnet.

Auf die Anlagenzugänge wird die Abschreibung zeitanteilig für den Monat der Anschaffung und die Folgemonate berechnet. Seit dem Jahr 2018 werden Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten unter EUR 800 (von 2010 bis 2017 EUR 410) gemäß § 6 Abs. 2 EStG im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben.

Sonstige Vermögengegenstände sowie Rechnungsabgrenzungsposten sind mit dem Nennwert bzw. zum Barwert bewertet.

Der im Vorjahr ausgewiesene Aktive Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung beinhaltete die Verrechnung des Aktivwerts aus der Rückdeckungsversicherung mit der Pensionsrückstellung und wurde entsprechend den nach versicherungsmathematischen Grundsätzen durch die von den Versicherungen ermittelten beizulegenden Zeitwerten angesetzt. Die Ansprüche aus den Rückdeckungsversicherungen sind an die Pensionsberechtigten verpfändet und dementsprechend dem Zugriff aller anderen Gläubiger entzogen. Die Rückstellungen für Pensionen werden in handelsrechtlich zulässiger Höhe ausgewiesen. Im Abschlussjahr wurden alle Rückdeckungsversicherungen aufgrund einer veränderten Bilanzierungsrichtlinie mit den Rückstellungen verrechnet.

Als versicherungsmathematische Bewertungsmethode für die Pensionsrückstellungen wurde die "projected unit credit method" angewandt. Gemäß § 253 Abs. 2 S.2 HGB wurde das Wahlrecht in Anspruch genommen, ein für den Gesamtbestand durchschnittlichen Marktzinssatz auf eine angenommene Restlaufzeit von 15 Jahren anzuwenden. Als weitere versicherungsmathematische Annahmen lagen die Richttafeln 2018G von Klaus Heubeck, ein künftiger Rententrend von 1,44 % (Vorjahr: 1,35 %) sowie ein Zinsfuß von 1,78 % (Vorjahr: 1,87 %) zugrunde. Es wurde pflichtgemäß der Durchschnittszins der letzten zehn Jahre angesetzt. Die Gesellschaft hat von ihrem Wertbeibehaltungswahlrecht gemäß Artikel 67 Abs. 1 Satz 1 EGHGB Gebrauch gemacht. Der Betrag der Unterdeckung aufgrund von BilMoG beträgt TEUR 87 und wird über 15 Jahre in gleichbleibenden Beträgen (TEUR 5,8) aufgelöst.

Der Unterschiedsbetrag gemäß § 253 Absatz 6 HGB zwischen dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden Durchschnittszinssatzes aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren und dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden Durchschnittszinssatzes aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren betrug zum Bilanzstichtag TEUR 93 (Vorjahr: TEUR 146).

Die Werte für Verbindlichkeiten entsprechen dem Erfüllungsbetrag.

Die anderen Rückstellungen haben eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr und werden daher nicht abgezinst. Sie wurden mit dem nach kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag im Einzelfall gebildet. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden soweit erforderlich bei der Ermittlung des Erfüllungsbetrags (in Höhe der Allgemeinen Inflationsrate) berücksichtigt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden nach § 253 Abs. 2 HGB auf den Abschlussstichtag abgezinst.

Dividendenerträge aus Aufgabegeschäften und Eigenhandelsbeständen werden nicht wie Dividendenerträge aus Beteiligungen unter der Position Laufende Erträge, sondern in den Positionen Ertrag/​Aufwand des Handelsbestandes ausgewiesen.

Die Gesellschaft hat vom Wahlrecht nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB keinen Gebrauch gemacht und verzichtet auf den Ansatz aktiver latenter Steuern.

3. Angaben und Erläuterungen zur Bilanz

Barreserve

Die Barreserve enthält neben dem Kassenbestand in Höhe von TEUR 0,3 ein täglich fälliges Guthaben bei der Deutschen Bundesbank in Höhe von TEUR 1.985.

Forderungen an Kreditinstitute

Die täglich fälligen Forderungen an Kreditinstitute beinhalten sowohl täglich fällige Guthaben bei inländischen Kreditinstituten (TEUR 22.453), inklusive Tages- und Monatsgelder, als auch Courtage (TEUR 135). Darüber hinaus sind Forderungen aus Wertpapierverkäufen aktiviert (TEUR 1.007).

Sämtliche Forderungen haben eine Restlaufzeit von bis zu drei Monaten.

Forderungen an Kunden

Bei den Forderungen in Höhe von TEUR 258 handelt es sich um Forderungen aufgrund von Dienstleistungen im Rahmen der Kapitalmarktbetreuung.

Die Forderungen haben eine Restlaufzeit von bis zu drei Monaten.

Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere

Diese Position beinhaltet eine Wandelanleihe in Höhe von TEUR 250, die nicht börsennotiert ist und eine unbegrenzte Restlaufzeit hat.

Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere

Der Posten beinhaltet Wertpapiere des Anlagevermögens i.H.v. TEUR 6, von denen Wertpapiere i.H.v. TEUR 3 börsennotiert und TEUR 3 nicht börsennotiert sind. In diesem Posten sind Wertpapiere in Höhe von TEUR 3 in Fremdwährungen enthalten, die zum Devisenkassamittelkurs zum Bilanzstichtag umgerechnet wurden.

Die Entwicklung der Wertpapiere des Anlagevermögens ist im Anlagespiegel dargestellt.

Handelsaktiva

Die Handelsaktiva beinhalten börsennotierte Wertpapiere in Höhe von TEUR 24.111. Der Betrag setzt sich zusammen aus Schuldverschreibungen (TEUR 7.846) sowie Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren (TEUR 16.265). In der Position Schuldverschreibungen enthalten ist ein Hedge aus zwei Anleihen (Bundesland Nordrhein-Westfalen/​Stadt Hamburg) mit einem Bilanzansatz von insgesamt TEUR 4.923 und einer entsprechenden Zahl von Bund Future Kontrakten. Diese beiden Anleihen laufen in den Jahren 2031 und 2032 aus. Die zum 31.12.2022 gehaltenen übrigen Schuldverschreibungen laufen überwiegend in den nächsten Jahren aus. Der gesamte Bestand an Schuldverschreibungen ist börsennotiert.

In diesem Posten ist ein Anteil von TEUR 69 an Fremdwährungen enthalten. Die Summe der auf Fremdwährung lautenden Vermögensgegenstände der Aktivseite beträgt TEUR 69.

Beteiligungen

Die Gesellschaft hält eine 13,1 %ige Beteiligung an der nicht börsennotierten SRH AlsterResearch AG, Hamburg. Das Eigenkapital der SRH AlsterResearch AG beträgt zum 31.12.2021 TEUR 316, der im Geschäftsjahr 2021 erwirtschaftete Jahresüberschuss TEUR 83.

Die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG hat im Jahr 2021 eine 1 %ige Beteiligung an der nicht börsennotierten nextmarkets AG, Köln gezeichnet. Das Eigenkapital der nextmarkets AG beträgt zum 31.12.2021 TEUR 9.526 und der im Geschäftsjahr 2021 erwirtschaftete Jahresfehlbetrag TEUR 7.444. Ende März 2023 wurde bekannt gegeben, dass die nextmarkets AG ihre eigene Geschäftstätigkeit einstellen und das Unternehmen liquidieren wird. Im April 2023 wurde veröffentlicht, dass ein Investor gefunden sei, mit dem man die Geschäftstätigkeit auf ein völlig neues Produkt umstellen will. Auf Basis der von der nextmarkets AG zur Verfügung gestellten Informationen und ersten vorläufigen Bewertungen ist es unsicher, wie es mit der Gesellschaft konkret weitergehen wird. Aus diesem Grund hat sich die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG entschlossen, die Beteiligung an der nextmarkets AG vorsichtshalber in vollem Umfang von 751 TEUR mit Wirkung zum 31. Dezember 2022 abzuschreiben.

Die Entwicklung des Finanzanlagevermögens ist im Anlagespiegel dargestellt. Es bestehen keine Forderungen gegen Beteiligungsunternehmen.

Sachanlagen und immaterielle Anlagewerte

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres ist in dem als Anlage zum Anhang beigefügten Anlagenspiegel dargestellt.

Sonstige Vermögensgegenstände

Die Sonstigen Vermögensgegenstände beinhalten im Wesentlichen Umsatzsteuerforderungen (TEUR 52), Forderungen, an das Finanzamt aus Gewerbe- und Körperschaftsteuer für das Jahr 2022 (TEUR 1.373), einen Aktivwert aus einer Rückdeckungsversicherung (TEUR 92) sowie sonstige Forderungen in Höhe von TEUR 98. Darüber hinaus betreffen sie die Kautionen für die Büroräume in Gräfelfing, Berlin und Hamburg, für Räume in Frankfurt und die Kaution für die Johannesburg Stock Exchange (TEUR 40).

Rechnungsabgrenzungsposten

Bei den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten handelt es sich in erster Linie um Vorauszahlungen für Versicherungsbeiträge, EDV-Kosten einschließlich Wartung, Investor Relations sowie um vorausbezahlte Kosten für Informationsdienste.

Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung

Die Aktivwerte aus der Rückdeckungsversicherung (TEUR 1.571), die den beizulegenden Zeitwert darstellen, wurden mit den Pensionsrückstellungen (TEUR 1.296) verrechnet. Daraus ergibt sich ein aktivischer Unterschiedsbetrag i.H.v. TEUR 275.

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31.12.2022

TEUR
31.12.2021

TEUR
Beizulegender Zeitwert der verrechneten Vermögensgegenstände 1.571 1.000
Erfüllungsbetrag der verrechneten Schulden 1.548 701
Ausweis aktiver Überhang 252 0
Ausweis aktivischer Unterschiedsbetrag 275 299
Verrechnete Aufwendungen und Erträge 0 -20

Aufgrund der durch das BilMoG geänderten Bewertungsgrundlagen wäre im Jahr 2010 eine Zuführung zur der Pensionsrückstellung in Höhe von TEUR 87 erforderlich gewesen. Im Geschäftsjahr wurde jedoch wie im Vorjahr nur die Mindestansammlung von 1/​15 des zuzuführenden Betrages als Aufwand (TEUR 4) erfasst. Pflichtgemäß wurde der Durchschnittszins der letzten zehn Jahre angesetzt.

Bei einem Planvermögen unterschreitet der Gesamtwert des Deckungsvermögens den Buchwert der dazugehörigen Schulden. Der Ausweis erfolgt unter Pensionsrückstellungen.

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten beinhalten Verbindlichkeiten aus der Börsengeschäftsabwicklung für das 4. Quartal 2022 (TEUR 132) und Verbindlichkeiten aus Courtagen (TEUR 1).

Sämtliche Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten haben eine Restlaufzeit von bis zu drei Monaten. In diesem Posten gibt es keine als Sicherheiten übertragene Vermögensgegenstände.

Verbriefte Verbindlichkeiten

Die Gesellschaft hat im Geschäftsjahr eine börsennotierte Umtauschanleihe im Gesamtwert von TEUR 12.792 begeben, die gemäß den Anleihebedingungen im Jahr 2024 nicht in Geld, sondern in bestimmten Aktien zurückzuzahlen ist.

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ANSCHAFFUNGSKOSTEN ABSCHREIBUNGEN
Stand 01.01.2022

EURO
Zugänge

EURO
Abgänge

EURO
Umbuchungen

EURO
Stand 31.12.2022

EURO
Stand 01.01.2022

EURO
--- --- --- --- --- --- ---
I. Immaterielle Vermögengsgegst. entgeltlich erworben
1. Gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 1.516.603,99 6.802,31 0,00 0,00 1.523.406,30 1.177.438,99
Summe immat. Vermögensgegenstände 1.516.603,99 6.802,31 0,00 0,00 1.523.406,30 1.177.438,99
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grund 200.652,81 0,00 0,00 0,00 200.652,81 140.160,81
2. Technische Anlagen und Maschinen 1.151.413,23 297.076,56 0,00 0,00 1.448.489,79 937.628,23
3. Andere Analgen, Betriebs- und Geschäftsausstattungen 302.130,97 12.819,12 0,00 0,00 314.950,09 195.697,97
Summe Sachanlagen 1.654.197,01 309.895,68 0,00 0,00 1.964.092,69 1.273.487,01
III. Finanzanlagen
1. Beteiligungen 784.227,33 0,00 0,00 0,00 784.227,33 17.610,82
2. Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 4.169,80 1.724,59 0,00 0,00 5.894,39 0,00
3. Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 0,00 249.986,00 0,00 0,00 249.986,00 0,00
Summe Finanzanlagen 788.397,13 251.710,59 0,00 0,00 1.040.107,72 17.610,82
Summe Anlagevermögen gesamt 3.959.198,13 568.408,58 0,00 0,00 4.527.606,71 2.468.536,82

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ABSCHREIBUNGEN BUCHWERTE
Zugänge

EURO
Abgänge

EURO
Umbuchungen

EURO
Stand 31.12.2022

EURO
Stand 31.12.21

EURO
Stand 31.12.22

EURO
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I. Immaterielle Vermögengsgegst. entgeltlich erworben
1. Gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 113.949,31 0,00 0,00 1.291.388,30 339.165,00 232.018,00
Summe immat. Vermögensgegenstände 113.949,31 0,00 0,00 1.291.388,30 339.165,00 232.018,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grund 25.662,00 0,00 0,00 165.822,81 60.492,00 34.830,00
2. Technische Anlagen und Maschinen 132.750,56 0,00 0,00 1.070.378,79 213.785,00 378.111,00
3. Andere Analgen, Betriebs- und Geschäftsausstattungen 25.555,12 0,00 0,00 221.253,09 106.433,00 93.697,00
Summe Sachanlagen 183.967,68 0,00 0,00 1.457.454,69 380.710,00 506.638,00
III. Finanzanlagen
1. Beteiligungen 751.615,00 0,00 0,00 769.225,82 766.616,51 15.001,51
2. Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 0,00 0,00 0,00 0,00 4.169,80 5.894,39
3. Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 249.986,00
Summe Finanzanlagen 751.615,00 0,00 0,00 769.225,82 770.786,31 270.881,90
Summe Anlagevermögen gesamt 1.049.531,99 0,00 0,00 3.518.068,81 1.490.661,31 1.009.537,90

Handelspassiva

Die Handelspassiva beinhalten börsennotierte Wertpapiere in Höhe von TEUR 718. In den Handelspassiva ist ein Anteil von TEUR 12 an Fremdwährungen enthalten.

Sonstige Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten resultieren im Wesentlichen aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (TEUR 896), Verbindlichkeiten aus Lohn- und Kirchensteuer (TEUR 97), Verbindlichkeiten aus Körperschaftssteuer (TEUR 73), Verbindlichkeiten ggü. Aufsichtsrat (TEUR 44), Verbindlichkeiten ggü. Personal (TEUR 15) und Sozialversicherungsbeiträgen für den Monat Dezember 2022 (TEUR 15).

In den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ist ein Betrag in Höhe von TEUR 11 an Fremdwährungen enthalten. Zusammen mit dem unter den Handelspassiva ausgewiesenen Fremdwährungsanteil von TEUR 12 ergibt sich als Summe der auf Fremdwährung lautenden Verbindlichkeiten ein Betrag von insgesamt TEUR 23.

Die sonstigen Verbindlichkeiten haben eine Restlaufzeit von bis zu drei Monaten. In diesem Posten gibt es keine als Sicherheiten übertragene Vermögensgegenstände.

Rechnungsabgrenzungsposten

Bei den passiven Rechnungsabgrenzungsposten handelt es sich um einen Umweltbonus für ein elektrisch betriebenes Fahrzeug.

Pensionsrückstellungen

Die Vorjahreswerte sind aufgrund veränderter Bilanzierungsrichtlinien nicht mehr vergleichbar.

Die Bewertung der Rückstellungen wurde gem. dem neuen Rechnungslegungshinweis des Instituts der Wirtschaftsprüfer IDW RH FAB 1.021 "Handelsrechtliche Bewertung von Rückstellungen für Altersversorgung aus rückgedeckten Direktzusagen" mit der Vorgabe Passivprimat angepasst.

Die Aktivwerte aus der Rückdeckungsversicherung, die den beizulegenden Zeitwert darstellen, wurden mit den Pensionsrückstellungen verrechnet. Daraus ergibt sich ein passivischer Überhang i.H.v. TEUR 193.

Aufgrund der durch das BilMoG geänderten Bewertungsgrundlagen wäre im Jahr 2010 eine Zuführung zur der Pensionsrückstellung in Höhe von TEUR 87 erforderlich gewesen. Im Geschäftsjahr wurde jedoch wie im Vorjahr nur die Mindestansammlung von 1/​15 des zuzuführenden Betrages als Aufwand (TEUR 2) erfasst.

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31.12.2022

TEUR
31.12.2021

TEUR
Beizulegender Zeitwert der verrechneten Vermögensgegenstände 1.764 517
Erfüllungsbetrag der verrechneten Schulden 1.296 996
Ausweis Pensionsrückstellungen 467 478
Verrechnete Aufwendungen und Erträge 12 47

Steuerrückstellungen

Die Berechnung ergab im Geschäftsjahr einen Steueraufwand für Ertragsteuern in Höhe von TEUR 1.055. Der Steueraufwand konnte in vollem Umfang mit den geleisteten Vorauszahlungen i. H. von TEUR 2.221 verrechnet werden. Die in der Bilanz ausgewiesenen Steuerrückstellungen von TEUR 69 betreffen das Jahr 2021.

Andere Rückstellungen

Die anderen Rückstellungen von TEUR 2.778 beinhalten im Wesentlichen Boni (TEUR 2.008) und Sondervergütung Vorstände (TEUR 256), pauschale Lohnsteuer (TEUR 9), Rückstellungen für ausstehenden Urlaub (TEUR 156) sowie Abschluss- und Prüfungskosten (TEUR 160). Darüber hinaus sind ausstehende Rechnungen (TEUR 116), einschließlich EdW-Beitrag (TEUR 34) und Rückstellungen ggü. der BaFin (TEUR 43) enthalten. Ferner wurden Rückstellungen für den Zinssaufwand der mwb-Anleihe (TEUR 55) und für die Aufbewahrungspflichten von Geschäftsunterlagen (TEUR 18) gebildet.

Fonds für allgemeine Bankrisiken

Die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG führte im Geschäftsjahr 2022 dem Fonds gemäß § 340e Abs. 4 HGB TEUR 658 zu, um im Fonds für allgemeine Bankrisiken 50 % des durchschnittlichen Handelsergebnisses der letzten fünf Jahre zu erreichen. Der Fonds nach § 340e Abs. 4 HGB dotiert zum 31.12.2022 mit TEUR 14.676.

Gezeichnetes Kapital

Das gezeichnete Kapital in Höhe von EUR 7.473.700,00 ist eingeteilt in 7.473.700 nennwertlose Aktien mit einem rechnerischen Wert von EUR 1,00. Sämtliche Aktien sind Inhaberaktien.

Am Bilanzstichtag befanden sich 24.881 eigene Aktien im Depot. Der Nennwert der eigenen Aktien wurde vom gezeichneten Kapital abgesetzt.

Eigene Aktien

Insgesamt wurden im Jahr 2022 148.973 Aktien (dies entspricht einem Anteil von 1,99 % am Grundkapital) gekauft und 139.092 Aktien (dies entspricht einem Anteil am Grundkapital von 1,86 %) verkauft. Der durchschnittliche Erwerbskurs belief sich im Geschäftsjahr 2022 auf EUR 10,18, der durchschnittliche Verkaufskurs auf EUR 10,80. Die Erträge und Aufwendungen aus dem Unterschied zwischen An- und Verkaufspreis der eigenen Aktien werden über die Kapitalrücklage verrechnet.

Die Käufe und Verkäufe wurden während des Geschäftsjahres wie folgt getätigt:

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Kauf Stück Verkauf Stück
Januar 13.476 13.259
Februar 20.725 20.863
März 16.139 18.820
April 5.409 4.979
Mai 20.299 31.174
Juni 4.029 6.200
Juli 15.362 11.440
August 5.756 5.485
September 28.649 11.201
Oktober 5.233 3.723
November 11.686 8.756
Dezember 2.210 3.192
148.973 139.092

Der Bestand an eigenen Aktien entspricht einem Nennwert von EUR 24.881. Dies wiederum entspricht 0,33 % am Grundkapital.

Die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG wurde in der Hauptversammlung vom 19. Juli 2022 ermächtigt, bis zum 18. Juli 2027 eigene Aktien zum Zwecke des Wertpapierhandels mit der Maßgabe zu erwerben, dass der Handelsbestand der zu diesem Zweck zu erwerbenden Aktien 5 % des Grundkapitals am Ende eines jeden Tages nicht übersteigen darf.

Im Geschäftsjahr machte die Gesellschaft von ihrer Ermächtigung zum Erwerb eigener Anteile zum Zwecke des Wertpapierhandels Gebrauch.

Kapitalrücklage

Es ergibt sich eine Kapitalrücklage zum 31. Dezember 2022 i.H.v. TEUR 1.840. Der Rückgang um TEUR 4 resultiert im Berichtsjahr aus einen Verkaufsverlust eigener Aktien in Höhe von TEUR 5 sowie einem Saldo aus Hinzurechnungen und Abzugsposten aus dem Zugang/​Abgang von eigenen Anteilen zu Anschaffungskosten i. H.v. TEUR 1.

Bilanzunwirksame Geschäfte

Zum Bilanzstichtag bestanden bei der Gesellschaft keine schwebenden Geschäfte in Form von Aufgabegeschäften für Kaufpositionen und Verkaufspositionen.

4. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Im Zinsaufwand sind verrechnete Aufwendungen und Erträge gemäß § 285 Nr. 25 HGB in Höhe von TEUR 20 enthalten. Diese ergeben sich aus Erträgen aus der Rückdeckungsversicherung von TEUR 52 und Aufwendungen aus der Abzinsung der Pensionsrückstellung von TEUR 32.

Die Provisionserträge beinhalten im Wesentlichen Courtageerträge (TEUR 4.142), Platzierungsprovisionen (TEUR 114), Provisionen aus Aktienlistings (TEUR 430), Provisionen aus Vermittlungsleistungen (TEUR 31) sowie sonstige Provisionen in Höhe von TEUR 2.094.

Im Handelsergebnis (Differenz aus Ertrag und Aufwand des Handelsbestandes) sind sowohl das Ergebnis aus den Geschäften, die über unsere Handelsdepots (TEUR 20.469) abgewickelt werden, als auch die Kursdifferenzen aus Aufgabegeschäften (TEUR 3.052) enthalten.

Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten überwiegend Gutschriften für frühere Jahre (TEUR 18), Sachbezüge (TEUR 22), Mieteinnahmen (TEUR 19) sowie sonstige Weiterbelastungen (TEUR 4). Ferner wurden Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen (TEUR 90), Erlöse für die Nutzung von Hybridfahrzeugen (TEUR 27) und Versicherungsentschädigungen (TEUR 5) generiert. Darüber hinaus wurden Erstattungen nach dem AAG (TEUR 6), Erträge aus der Zuschreibung des Finanzanlagevermögens (TEUR 1), Erträge aus Umweltbonus (TEUR 1) sowie Zinserträge aus Steuererstattungen (TEUR 1) erfasst.

Die Personalaufwendungen i.H.v. TEUR 8.824 beinhalten größtenteils Aufwendungen für Löhne und Gehälter, Boni, Prämien, gesetzlichem sozialen Aufwand sowie Aufwendungen für Altersversorgung in Höhe von TEUR 97.

Bei den anderen Verwaltungsaufwendungen handelt es sich hauptsächlich um Börsen-/​ Bankenabwicklungsgebühren (TEUR 6.977), EDV-Kosten (TEUR 2.356), Kosten für WertpapierInformationsdienste (TEUR 1.971) und XETRA-Gebühren (TEUR 373). Als weitere Posten wären hier Aktieneinführungsgebühren (TEUR 389), Rechts- und Beratungskosten (TEUR 250), Abschluss- und Prüfungskosten (TEUR 484), Internet- und Leitungskosten (TEUR 275), Raumkosten (TEUR 401), Kosten für das Orderabwicklungs- und Handelsunterstützungssystem (TEUR 203), Kosten für das Handelssystem Max-One (TEUR 154), Kosten für Börsenzulassungen (TEUR 144), Buchführungs-, Abschluss- und Prüfungskosten (TEUR 131) sowie Kosten für Investor Relations und Werbung (TEUR 98) zu nennen.

Die Abschreibungen wurden linear in Anlehnung an die von der Finanzverwaltung veröffentlichten Afa-Tabellen vorgenommen und betragen im Berichtszeitraum TEUR 298.

Die Beteiligung an der nextmarkets AG wurde im Geschäftsjahr um TEUR 751 auf einen Erinnerungswert von € 1 abgeschrieben.

Im laufenden Geschäftsjahr wurden Forderungen aus früheren Jahren in Höhe von TEUR 33 aufgrund von Stornierung abgeschrieben.

Die Steuern entfallen mit TEUR 1.055 auf das zu versteuernde Einkommen.

Die Sonstigen Steuern enthalten TEUR 275 erfolgswirksam vereinnahmte Kfz.-Steuer.

5. Sonstige Angaben

Organe

Zu Vorstandsmitgliedern der Gesellschaft waren im Berichtsjahr bestellt:

Herr Franz Christian Kalischer,

Hamburg, Sprecher des Vorstands der Gesellschaft

Herr Kai Jordan,

Hamburg, Vorstandsmitglied der Gesellschaft

Herr Carsten Bokelmann,

Frankfurt, Vorstandsmitglied der Gesellschaft

Die Gesamtbezüge der Vorstandsmitglieder beliefen sich im Geschäftsjahr 2022 auf TEUR 879.

Hierin sind geldwerte Vorteile z.B. für Dienstwagen und doppelte Haushaltsführung in Höhe von TEUR 31 enthalten.

Ein ehemaliges Organmitglied erhält von der Gesellschaft eine lebenslange Rente in Höhe von monatlich TEUR 2. Dafür wurden Rückstellungen in Höhe von TEUR 288 gebildet.

Herr Carsten Bokelmann ist Mitglied des Aufsichtsrats der Bayerische Börse AG, München.

Dem Aufsichtsrat der Gesellschaft gehörten zum 31.12.2022 folgende Personen an:

Herr Thomas Mühlbauer, zuletzt Vorstandsmitglied der Gesellschaft, Vorsitzender

Herr Hendrik Janssen, Vorstandsmitglied der BÖAG Börsen AG, stellvertr. Vorsitzender

Herr Dr. Erik Lüders, Unternehmensberater (seit 19. Juli 2022)

Herr Michael Wilhelm, Wirtschaftsprüfer/​Steuerberater, schied als Vorsitzender am 19. Juli 2022 aus dem Aufsichtsrat aus.

Die Gesamtbezüge der Mitglieder des Aufsichtsrats betrugen TEUR 44.

Herr Hendrik Janssen ist stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates der vwd TransactionSolutions AG, Frankfurt am Main und stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates der ICF Systems AG, Frankfurt am Main.

Herr Mühlbauer, Herr Dr. Lüders und Herr Wilhelm hatten neben dem Aufsichtsratsmandat bei der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG keine weiteren Aufsichtsratsmandate oder ähnliches inne.

Genehmigtes Kapital

Der Vorstand ist in der Hauptversammlung vom 10.07.2018 ermächtigt worden, mit Zustimmung des Aufsichtsrates das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 09. Juli 2023, einmal oder mehrmals um bis zu TEUR 3.737 durch Ausgabe neuer auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bar- und/​oder Sacheinlagen mit Gewinnberechtigung ab Beginn des im Zeitpunkt der Ausgabe laufenden Geschäftsjahres zu erhöhen.

Der Vorstand kann mit Zustimmung des Aufsichtsrates hierfür das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre gemäß den gesetzlichen Bestimmungen ausschließen. Dies gilt insbesondere, sofern die Kapitalerhöhung aus genehmigtem Kapital zum Zwecke des Erwerbs von Unternehmen oder Beteiligungen an anderen Unternehmen erfolgt.

Mitarbeiter

Die durchschnittliche Anzahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Mitarbeiter beträgt:

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Vollzeit Teilzeit
Büro Hamburg 22 3
Büro Gräfelfing 12 2
Büro Berlin 7 2
Büro Frankfurt 17 2
Büro Hannover 1 0

Zum 31.12.2022 beschäftigte die Gesellschaft inklusive der Vorstandsmitglieder insgesamt 68 Mitarbeiter.

Angabe von Passivischen Beteiligungen

Die BÖAG Börsen AG, Hamburg, ist zu 25,1 % an der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG beteiligt. Die FMNP Beteiligungs GmbH, Gräfelfing, hält 19,8 % der Anteile.

Herr Kalischer hält 7,43 % und Herr Mühlbauer 1,8 % der Anteile an der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG.

Herr Bokelmann, Herr Jordan, Herr Dr. Lüders sowie Herr Janssen halten zum 31. Dezember 2022 keine Aktien der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Zum Bilanzstichtag bestanden sonstige Verpflichtungen aus laufenden Mietverträgen, aus Verträgen mit Wertpapierinformationsdiensten, aus Verträgen bezüglich des Orderabwicklungs- und Handelsunterstützungssystems, aus Verträgen über Werbekampagnen und Leitungsnetzen in folgender Höhe und Fälligkeit:

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fällig 2023 TEUR 3.902
TUSD 517
TGBD 22
fällig 2024 TEUR 1.596
TUSD 159
TGBD 0
fällig 2025 TEUR 1.073
TUSD 12
TGBD 0

Honorar des Abschlussprüfers

Im Geschäftsjahr beträgt das Gesamthonorar für den Abschlussprüfer TEUR 124. Davon entfallen TEUR 92 auf Abschlussprüfungsleistungen und TEUR 32 auf andere Bestätigungsleistungen. Steuerberatungsleistungen oder sonstige Leistungen wurden für das Geschäftsjahr seitens des Abschlussprüfers nicht erbracht.

Wesentliche Auslagerung von Dienstleistungen

Die Finanzbuchhaltung ist an die flatexDEGIRO AG, Frankfurt am Main, ausgelagert.

Die flatexDEGIRO AG erbringt neben der Finanzbuchhaltung Dienstleistungen im Zusammenhang mit der Erstellung von Meldungen gemäß WpIG, der Geld- und Stückebuchhaltung sowie des Handels- und Positionsführungssystems Tradix und der Bereitstellung von Infrastruktur im Handelsbereich.

Den Betrieb der Limitkontrollsysteme und des zentralen Marktdatensystems sowie des Betriebs von Xetra und Xontro wurde an die oraise GmbH, Bremen, ausgelagert.

Die Interne Revision wurde ausgeführt von der Mazars GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Steuerberatungsgesellschaft, Hamburg.

Die Gesellschaft hat Auslagerungsverträge bezüglich der Erbringung der Anlagevermittlung mit folgenden gebundenen Vermittlern im Geschäftsjahr unterhalten:

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First Berlin Securities Brokerage FBSB GmbH, Berlin
Solventis Wertpapierhandelsgesellschaft mbH, Mainz
Christian Gerdes, Hamburg
Koch Wertpapierhandels GmbH, München
Resource Trading Group RTG Deutschland GmbH, Frankfurt am Main
SRH AlsterResearch AG

6. Gewinnverwendung

Der Vorstand schlägt vor, aus dem zum 31. Dezember 2022 ausgewiesenen Bilanzgewinn in Höhe von TEUR 11.071 eine Dividende zwischen 0,15 Euro und 0,20 Euro je dividendenberechtigter Aktie auszuschütten. Dies entspricht für den Fall, dass alle 7.473.700 Aktien ausstehend sind, einem Ausschüttungsbetrag zwischen TEUR 1.121 und TEUR 1.495. Der verbleibende Rest soll auf neue Rechnung vorgetragen werden.

7. Nachtragsbericht

Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahrs eingetreten und weder in der Gewinn- und Verlustrechnung noch in der Bilanz berücksichtigt sind, liegen nicht vor.

Gräfelfing, den 08. Mai 2023

Carsten Bokelmann

Kai Jordan

Franz Christian Kalischer

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG, Gräfelfing

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG, Gräfelfing - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft.

Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Die unter "SONSTIGE INFORMATIONEN" genannten übrigen Teile des Geschäftsberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

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entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2022 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis 31. Dezember 2022 und
vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "VERANTWORTUNG DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTS" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt.

Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter bzw. der Aufsichtsrat sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die übrigen Teile des Geschäftsberichts, der uns voraussichtlich nach dem Datum dieses Bestätigungsvermerks zur Verfügung gestellt wird, mit Ausnahme des geprüften Jahresabschlusses und Lageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks.

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

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wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder
anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

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identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.
beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.
ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

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beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.
beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.
führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Frankfurt am Main, 10. Mai 2023

BDO AG

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

gez. Curt, Wirtschaftsprüferin

gez. Dr. Stratmann, Wirtschaftsprüfer

mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG

Rottenbucher Straße 28

82166 Gräfelfing

Postfach 1644

82158 Gräfelfing

Tel. +49 89 85852-0

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