Annual Report • Sep 5, 2022
Annual Report
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Finanzbericht: 31165368
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| 2021 | 2020 | +/-in % |
|
|---|---|---|---|
| Provisionsüberschuss | TEUR 7.507 | TEUR 7.191 | +4 |
| Handelsergebnis | TEUR 45.821 | TEUR 50.147 | -9 |
| Personalaufwand | TEUR 13.538 | TEUR 13.242 | +2 |
| Andere Verwaltungsaufwendungen | TEUR 16.989 | TEUR 15.286 | +11 |
| Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit vor Zuführung zum "Fonds für allgemeine Bankrisiken" | TEUR 22.376 | TEUR 28.333 | -21 |
| Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit | TEUR 19.002 | TEUR 24.474 | -22 |
| Jahresüberschuss | TEUR 12.433 | TEUR 17.706 | -30 |
| Bilanzsumme | TEUR 68.309 | TEUR 56.038 | +22 |
| Eigenkapital | TEUR 29.426 | TEUR 30.325 | -3 |
| Ergebnis je Aktie | 2,99 * | 3,79 * | -21 |
| Mitarbeiter | 65 | 61 | +7 |
* Ergebnis je Aktie vor der Zuführung zum "Fonds für allgemeine Bankrisiken"
Wertpapierhandelsbank AG
Rottenbucher Straße 28
82166 Gräfelfing
Tel. +49 89 85852-0
Fax +49 89 85852-505
www.mwbfairtrade.com
Amtsgericht München HRB 123141
ISIN mwb fairtrade-Aktie: DE0006656101
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| ― | Börse München |
| ― | Börse Berlin |
| ― | Frankfurter Wertpapierbörse |
| ― | Börse Hamburg |
| ― | Börse Hannover |
| ― | Börse Düsseldorf |
| ― | Börse Stuttgart |
| ― | Tradegate Exchange |
| ― | Mitglied im Bundesverband der Wertpapierfirmen e.V. |
| ― | Mitglied in der EdW Entschädigungseinrichtung der Wertpapierhandelsunternehmen |
| ― | Gründungsmitglied des Interessenverbandes kapitalmarktorientierter kleiner und mittlerer Unternehmen e. V. |
ein Rückblick auf das Jahr 2021 ist kaum möglich, ohne auf die dramatischen Verwerfungen des laufenden neuen Jahres einzugehen. Die kriegerische Zeitenwende aus dem Februar 2022 stellt alle Gewissheiten in Frage, die sich über Jahrzehnte in Europa und der westlichen Welt verfestigt haben. Eine Prognose über die Stabilität der Finanzmärkte oder die weitere wirtschaftliche Entwicklung ist unter solchen Umständen nahezu ausgeschlossen. Insofern werden Sie in diesem Bericht keinen längeren Ausblick finden, sondern nur einen Rückblick auf das, worüber wirklich Gewissheit besteht: unsere Bilanz des Geschäftsjahres 2021.
Begonnen hat das zurückliegende Jahr mit scheinbar widersprüchlichen Ereignissen. Die Corona-Krise setzte sich in Wellenbewegungen fort und führte zu globalen Lieferengpässen und einer massiven Verteuerung von Rohstoffen. In Deutschland gipfelte die COVID19-Pandemie in einem erneuten, rund fünfmonatigen "Lockdown". Die umfangreichen Wirtschaftshilfen wurden verlängert und führten zu einem weiteren enormen Anstieg der Staatsverschuldung. Völlig unbeeindruckt davon entwickelten sich jedoch die Kapitalmärkte. Statt einer Baisse und der befürchteten weltweiten Wirtschaftskrise erholten sich Europa, China und auch die USA unter dem neuen Präsidenten Joe Biden erstaunlich schnell. Konstant niedrige Zinsen, steigende Unternehmensgewinne und ein anziehender Arbeitsmarkt taten ein Übriges, um die Stimmung unter den Anlegern zu verbessern. Der DAX erreichte im November 2021 ein neues Allzeithoch von 16.290 Punkten und schloss das Jahr mit einem Plus von 16 Prozent. Noch besser performte der Dow Jones Index -er übertraf das Vorjahresergebnis sogar um 19 Prozent.
Dennoch blieb das Geschehen an den Börsen äußerst turbulent und die mwb fairtrade profitierte -wie schon 2020 -von der extrem hohen Volatilität im Handel. Auch wenn das Ergebnis des Ausnahmejahres 2020 nicht wieder erreicht wurde, stand am Ende der Berichtsperiode ein sehr guter Abschluss, der weit über unseren Erwartungen lag. Abermals ist es gelungen, in einem sogenannten Krisenjahr eine großzügige Dividendenausschüttung an unsere Aktionäre zu ermöglichen.
Was sich 2020 schon angekündigt hatte, setzte sich im Berichtsjahr nahtlos fort. Mit einem Wertzuwachs von 30 Prozent haben wir die DAX-Performance zum zweiten Mal in Folge übertroffen. Der Aktienkurs der mwb fairtrade AG verbesserte sich im Jahresverlauf von 9,60 Euro auf 12,80 Euro zum 31. Dezember 2021. Ende Juni verzeichnete das Wertpapier der mwb fairtrade eine Höchstmarke von 23,00 Euro -ein deutliches Zeichen des wiedergewonnenen Vertrauens der Anleger in das Geschäftsmodell von Wertpapierhandelsbanken.
Erwartungsgemäß ging der Kurs infolge der Dividendenausschüttung nach der Hauptversammlung am 15. Juli 2021 stark zurück. Mit 12,10 Euro blieb er aber immer noch deutlich über dem Schlusskurs 2020 und hielt sich bis Jahresende weitgehend stabil. (Mehr Informationen zur mwb-Aktie lesen Sie im Kapitel "Investor Relations" auf Seite 10.)
Ungeachtet der veränderten Rahmenbedingungen durch den Ukrainekrieg haben Vorstand und Aufsichtsrat der mwb fairtrade beschlossen, einen Großteil des Bilanzgewinns von 20,1 Mio. Euro als Dividende auszuschütten - als Anerkennung für die langjährige Treue vieler Aktionärinnen und Aktionäre, die wir teils sogar persönlich kennen. Für das Geschäftsjahr 2021 wurde die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von € 1,40 je dividendenberechtigter Aktie beschlossen. Wir liegen damit in der Mitte der in Frage kommenden Spanne, wobei der übrige Betrag auf neue Rechnung vorgetragen wird. Damit bleibt die solide Eigenkapital-Ausstattung der mwb fairtrade gesichert.
Die gestiegenen Handelsumsätze in 2021 wirkten sich positiv auf unser Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit aus: In Summe lag es bei TEUR 22.376 vor Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken. Nach Zuführung in Höhe von TEUR 3.374 belief sich das Ergebnis auf TEUR 19.002. Das bedeutet zwar einen Rückgang um 22% gegenüber dem Vorjahr, stellt aber immer noch eines der besten Ergebnisse in der Firmengeschichte der mwb fairtrade dar.
Insgesamt summierte sich das Provisions- und Handelsergebnis auf TEUR 53.328, wobei das Handelsergebnis selbst um 9 Prozent zurückging. Mit TEUR 45.821 lag es um 4.326 TEUR niedriger als 2020. Grund dafür war das nachlassende Geschäft mit Rentenskontren. Durch die unverändert rigide Zinspolitik der Notenbanken werfen Rentenpapiere kaum noch Renditen ab und sind damit für die meisten Anleger uninteressant geworden. Im Gegenzug verbesserte sich unser Provisionsergebnis im Jahresvergleich um 4 Prozent von TEUR 7.191 auf TEUR 7.507. Verantwortlich dafür war das sehr gute Abschneiden unseres jungen Geschäftsfelds "Corporates & Markets". In diesem Bereich konnten wir 10 Prozent des Provisions- und Handelsergebnisses erwirtschaften -fast das Doppelte im Vergleich zum Vorjahr. Die restlichen 90 Prozent entfielen auf das Geschäftsfeld "Wertpapierhandel", in dem wir mittlerweile eine Rekordzahl von über 42.000 Orderbüchern betreuen.
Im Geschäftsfeld Corporates & Markets erzielten wir Erträge in Höhe von TEUR 4.197. Das Wachstum wurde hauptsächlich durch kleinvolumige Transaktionen und Dienstleistungen für Nebenwerte (Small Caps) erzielt. Eine Ausnahme war die Platzierung von Unternehmensanleihen für den Münchner Immobilienspezialisten Euroboden GmbH in Höhe von 25,6 Mio. Euro. Als neues Produkt haben wir im Geschäftsfeld Corporates & Markets Umtauschanleihen in unser Portfolio aufgenommen. Sie sind noch attraktiver als gewöhnliche Unternehmensanleihen, da sie dem Investor die Möglichkeit geben, Anleihenwerte in Aktien zu tauschen. Die ersten Erfahrungen mit dieser neuen Produktgattung verliefen sehr zufriedenstellend.
In Relation zum Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit haben sich die Kosten im Jahr 2021 leicht überproportional entwickelt. Die Allgemeinen Verwaltungsaufwendungen lagen mit TEUR 30.527 rund 7 Prozent über dem Vergleichswert des Vorjahres. Das lag weniger an den Personalaufwendungen, die mit TEUR 13.538 annähernd gleichgeblieben sind, sondern an den Anderen Verwaltungsaufwendungen. Aufgrund höherer Abwicklungskosten und Investitionen (unter anderem in Corona-konforme Home Office Arbeitsplätze) stiegen sie um 11 Prozent auf TEUR 16.989. Eine Entwicklung, die sich fortsetzen dürfte, denn für 2022 sind Preisanpassungen im Rahmen der Wertpapierabwicklung angekündigt. Für die mwb fairtrade ein triftiger Grund, weiterhin höchste Kostendisziplin walten zu lassen und jede Ausgabe auf ihre Sinnhaftigkeit zu prüfen.
Nach Abzug aller Kosten und der Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken ergab sich das bereits erwähnte Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit in Höhe von TEUR 19.002. Abzüglich der Steuern im Umfang von TEUR 6.569 erwirtschaftete die mwb fairtrade einen beachtlichen Jahresüberschuss von TEUR 12.433. Die liquiden Mittel beliefen sich zum 31. Dezember 2021 auf knapp 21 Mio. Euro. Der Rückgang zum Vorjahr (41 Mio. Euro) ergibt sich aus den höheren Handelsbeständen der Gesellschaft zum Jahresultimo. Die Liquiditätssituation ist also unverändert komfortabel, ebenso wie die Eigenkapitalausstattung. Das Eigenkapital ist in etwa gleichgeblieben und lag zum Jahresende 2021 bei rund 29,4 Mio. Euro. Dazu kommen Rücklagen im Fonds für allgemeine Bankrisiken in Höhe von 14 Mio. Euro, die aufsichtsrechtlich zum harten Kernkapital gezählt werden. Mit einer Eigenkapitalquote von 43 Prozent kann die mwb fairtrade im Vergleich zu anderen Finanzdienstleistern einen hervorragenden Wert vorweisen. Das ist umso wichtiger, da die zukünftige Entwicklung der Finanzmärkte im derzeitigen Krisenumfeld kaum absehbar ist.
Wie schon zu Beginn der Corona-Krise war es unser wichtigstes Ziel, die Business Continuity zu gewährleisten. Das ist uns auch gelungen: Durch entsprechende technische Maßnahmen war zu jeder Zeit die IT-Sicherheit und Betriebssicherheit in allen Unternehmensbereichen gewährleistet -ungeachtet dessen, dass viele unserer Kolleginnen und Kollegen im Home Office gearbeitet haben. Für die besonderen Herausforderungen des vergangenen Geschäftsjahres bedanke ich mich ganz herzlich beim gesamten Team der mwb fairtrade. Im zweiten Jahr in Folge ist es unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gelungen, ein außergewöhnliches Ergebnis zu erzielen. Ebenso danke ich meinen Vorstandskollegen Kai Jordan und Carsten Bokelmann sowie dem Aufsichtsrat, der unsere Gesellschaft mit Augenmaß und wichtigen Impulsen begleitet hat. Alle zusammen werden wir auch in der Lage sein, die ungewöhnlichen Herausforderungen der kommenden Monate zu meistern. Hoffen wir, dass wir bald wieder in einem friedlichen und wirtschaftlich starken Europa unserer Arbeit nachgehen können.
Mit herzlichen Grüßen
Franz Christian Kalischer, Sprecher des Vorstands
der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2021 die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben wahrgenommen. Die Zusammenarbeit von Vorstand und Aufsichtsrat war von Vertrauen geprägt. Der Aufsichtsrat hat den Vorstand regelmäßig beraten und seine Tätigkeit sorgfältig überwacht. Der Vorstand hat dem Aufsichtsrat über die Unternehmensplanung, die Geschäftsentwicklung, die strategische Weiterentwicklung, das Risikomanagement sowie alle wichtigen Geschäftsvorfälle der Gesellschaft regelmäßig schriftlich und mündlich berichtet. Entscheidungen von grundlegender Bedeutung sind mit dem Aufsichtsrat besprochen und ihm zur Zustimmung vorgelegt worden.
Im Geschäftsjahr 2021 fanden vier Aufsichtsratssitzungen am 18. März, 27. Mai, 23. September und 16. Dezember 2021 statt. Die Sitzungen am 18. März und am 27. Mai fanden aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie als Telefonkonferenzen statt, die Sitzungen am 23. September und 16. Dezember fanden als virtuelle Konferenzen über Microsoft Teams statt.
Gegenstand jeder Aufsichtsratssitzung waren die aktuelle geschäftliche Entwicklung der Gesellschaft und wichtige Geschäftsvorfälle. Soweit bei der Gesellschaft zustimmungsbedürftige Geschäfte anfielen, wurde der Aufsichtsrat hierüber vom Vorstand rechtzeitig in Kenntnis gesetzt und hat nach eigener Prüfung der Entscheidungsgrundlagen über die Zustimmung Beschluss gefasst.
Gegenstand der Aufsichtsratssitzung am 18. März 2021 waren die Vorlage und Erläuterung des vorläufigen Jahresabschlusses 2020 durch den Vorstand, die Besprechung der wirtschaftlichen Entwicklung der Gesellschaft in den Monaten Januar und Februar 2021 sowie die Vorlage und Erläuterung der Jahresplanung 2021 durch den Vorstand.
In der Aufsichtsratssitzung am 27. Mai 2021 wurde der geprüfte und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehene Jahresabschluss zum 31. Dezember 2020 vom Vorstand vorgelegt, erläutert und durch den Aufsichtsrat geprüft. Der Jahresabschluss wurde vom Aufsichtsrat gebilligt und war somit festgestellt. Des Weiteren stimmte der Aufsichtsrat dem Vorschlag des Vorstands zu, aus dem im Jahresabschluss 2020 ausgewiesenen Bilanzgewinn in Höhe von € 21.143.026,59 eine Dividende in Höhe von € 1,80 je gewinnberechtigter Aktie auszuschütten und den Restbetrag auf neue Rechnung vorzutragen.
Darüber hinaus wurden die wirtschaftliche Entwicklung im ersten Quartal sowie im April und Mai 2021 gemeinsam erörtert. Ein weiteres Thema war die Diskussion und Beschlussfassung über die Einladungsbekanntmachung zur Hauptversammlung der Gesellschaft am 15. Juli 2021.
In der Aufsichtsratssitzung am 23. September 2021 berichtete der Vorstand über die wirtschaftliche Entwicklung der Gesellschaft im ersten Halbjahr 2021 und den Monaten Juli und August 2021. Darüber hinaus wurde die vom Vorstand vorgelegte Geschäftsstrategie der Gesellschaft gemeinsam erörtert.
In der Aufsichtsratssitzung am 16. Dezember 2021 berichtete der Vorstand über die wirtschaftliche Entwicklung der Gesellschaft in den ersten neun Monaten 2021 sowie in den Monaten Oktober und November 2021. Des Weiteren legte der Vorstand den "Validierungsbericht algorithmische Handelssysteme" 2021 vor und erläuterte den Stand der Umsetzung des jährlich durchzuführenden Selbstbeurteilungs- und Validierungsprozesses. Darüber hinaus wurde vom Vorstand der Bericht über das Vergütungssystem der Gesellschaft vorgelegt und gemeinsam erörtert.
Die Gesellschaft verfügt über ein wirksames Risikokontrollsystem, das die gesetzlichen Anforderungen erfüllt und nach Auffassung des Aufsichtsrates geeignet ist, eine effiziente Überwachung der Gesellschaft zu ermöglichen. Dem Aufsichtsrat wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr regelmäßig der vierteljährliche Bericht der Internen Revision vorgelegt, darüber hinaus der Jahresbericht 2020 der Internen Revision sowie der vierteljährliche Risikobericht gemäß MaRisk. Beanstandungen haben sich nicht ergeben. Ebenso wurde dem Aufsichtsrat der jährliche Bericht Compliance und Geldwäscheprävention vorgelegt und mit dem Vorstand erörtert. Es ergaben sich keine Einwendungen.
Im Geschäftsjahr 2021 beläuft sich der operative Gewinn auf T€ 22.376 und liegt damit um T€ 5.957 unter dem Vorjahresgewinn in Höhe von T€ 28.333. Hierbei sank das Handelsergebnis gegenüber dem Vorjahr um 9% auf T€ 45.821. Das Provisionsergebnis stieg gegenüber dem Vorjahreswert um 4 % auf T€ 7.507. Das Geschäftsjahr 2021 schließt mit einem Jahresüberschuss in Höhe von T€ 12.433 und liegt damit um T€ 5.274 unter dem Ergebnis des Vorjahres.
Der Fonds für allgemeine Bankrisiken nach § 340e Abs. 4 HGB beläuft sich nach einer erforderlichen Zuführung um T€ 3.374 im Geschäftsjahr 2021 auf T€ 14.018. Damit ist der Fonds entsprechend den gesetzlichen Vorgaben ausreichend dotiert.
Vorstand und Aufsichtsrat schlagen vor, an die Aktionäre eine Dividende von € 1,40 je Aktie auszuschütten. Dies entspricht einem Dividendenvolumen von T€ 10.463.
Dem Aufsichtsrat wurden der vom Vorstand aufgestellte Jahresabschluss 2021, der Lagebericht sowie der Prüfungsbericht der Wirtschaftsprüfer vorgelegt. Die vorgelegten Unterlagen wurden vom Aufsichtsrat geprüft.
Die zum Abschlussprüfer gewählte BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hamburg, hat den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 und den Lagebericht für das Geschäftsjahr 2021 unter Einbeziehung der Buchführung und unter Beachtung der entsprechenden gesetzlichen Vorschriften geprüft und einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. Der Abschlussprüfer hat gegenüber dem Aufsichtsrat eine Unabhängigkeitserklärung abgegeben und die im jeweiligen Geschäftsjahr angefallenen Prüfungs- und Beratungshonorare offengelegt. Der Abschlussprüfer hat in der Bilanzaufsichtsratssitzung am 30. Mai 2022, coronabedingt, in einer Microsoft Teams-Konferenz dem Aufsichtsrat berichtet. Die Ergebnisse der Prüfungen hat der Aufsichtsrat in der Bilanzaufsichtsratssitzung zur Kenntnis genommen und keine Einwände erhoben. Der Aufsichtsrat hat gemäß § 171 AktG den Jahresabschluss gebilligt. Der Jahresabschluss ist damit gemäß § 172 AktG festgestellt.
Der Aufsichtsrat spricht dem Vorstand und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Gesellschaft für ihre erfolgreiche Arbeit im abgelaufenen Geschäftsjahr besonderen Dank und Anerkennung aus.
Gräfelfing, den 30. Mai 2022
Für den Aufsichtsrat
Michael Wilhelm, Vorsitzender des Aufsichtsrats
So wie viele Wertpapiere im vergangenen Jahr, unterlag auch die Aktie der mwb fairtrade starken Schwankungen. Eine Konstante blieb dabei aber immer bestehen: Unsere Aktie performte durchgängig über dem Niveau des Vorjahres. Zum 31. Dezember 2021 lag der Schlusskurs bei € 12,80 -rund 33 Prozent höher als Ende 2020. Dazwischen lag der eine oder andere Ausschlag nach oben, der das große Interesse an unserem Wertpapier unterstrich. So übersprang der Kurs am 14. Juni 2021 die Marke von 20 Euro und erreichte sein Jahreshoch am 22. Juni mit € 23,00. Zum Vergleich: Das Jahreshoch 2020 hatte noch bei € 9,95 gelegen.
Nach der Auszahlung der Dividende in Höhe von € 1,80 pro dividendenberechtigter Aktie folgte im Juli 2021 die zu erwartende Kurskorrektur auf € 12,10. Das blieb in etwa der Richtwert für den Rest des Jahres, das wie gesagt mit einem Schlusskurs von € 12,80 endete. Ganz ähnlich blieb die Entwicklung in den ersten Monaten 2022. Durch den Schock des Kriegsbeginns in der Ukraine gab der Kurs im Februar nach, pendelte sich aber Mitte April wieder im Bereich von knapp 12 Euro ein. In dieser Höhe sehen wir die Aktie auch als realistisch und fair bewertet.
Entsprechend des gesunkenen Jahresüberschusses lag das Ergebnis je Aktie 2021 bei € 2,99 im Vergleich zu € 3,79 in 2020. Infolgedessen bleibt auch die Dividende etwas unter dem Niveau des Vorjahres. Sie wird bei € 1,40 je dividendenberechtigter Aktie liegen. Die Ausschüttung erfolgt - Ihre Zustimmung vorausgesetzt -nach der Hauptversammlung 2022. Diese findet am Dienstag, den 19. Juli in München statt. Nach zwei virtuellen Hauptversammlungen, die nur am Bildschirm zu verfolgen waren, ist die diesjährige Versammlung als Präsenzveranstaltung geplant. Ort im Sinne des Aktiengesetzes ist das Haus der Bayerischen Wirtschaft in der Max-Joseph-Straße 5. Wir freuen uns schon jetzt auf Ihr zahlreiches Erscheinen!
Gesamtzahl Aktien: 7.473.700
WKN 665610, ISIN DE0006656101
Ihre Ansprechpartnerin für Investor Relations -
Bettina Schmidt
Email: [email protected]
Das Jahr 2021 war an den Börsen wieder ein turbulentes Jahr. So gaben sich die Kurse phasenweise unbeeindruckt von der Corona-Pandemie und sorgten für immer neue Rekorde und das trotz der harten Lockdown-Maßnahmen zu Beginn des Jahres, der weltweiten Logistikprobleme, der knappheitsbedingten Preissteigerungen sowie der zunehmenden Inflations- und Zinssorgen. Die Gründe hierfür lagen maßgeblich in der Hoffnung, durch die anlaufenden Impfkampagnen die Pandemie schnell hinter sich zu lassen. Auch die schnelle Erholung des Welthandels, die steigende Konsumnachfrage sowie die, ungeachtet der Inflationszahlen, weiterhin von den Zentralbanken verfolgte Niedrigzinspolitik trugen zu dieser Entwicklung bei.
Vor diesem Hintergrund erreichte der DAX im November 2021 mit 16.290 Punkten ein neues Allzeithoch. Begleitet wurde diese Entwicklung allerdings auch durch einige Rückschläge im Lauf des Jahres 2021, wie bspw. die Schieflage des chinesischen Immobilienkonzerns Evergrande. Gestoppt wurde dieser Höhenflug durch die neue Omikron-Variante Ende November 2021, die zunächst als sehr gefährlich eingestuft wurde. Insgesamt stieg der DAX im Jahr 2021 um knapp 16%.
Der Index für mittelgroße Werte MDAX verzeichnete einen Anstieg von rund 14%. Auch die gute Entwicklung der US-Börsen, der Dow Jones verzeichnete einen Anstieg von knapp 19%, der S&P 500 von ca. 27% und der technologielastige NASDAQ Composite einen Anstieg von knapp 21%, sind der US-amerikanischen Notenbank zu verdanken, die den Leitzins auch im Jahr 2021 auf einem Niveau von fast null Prozent hielt.
Das Jahr 2021 war auch durch eine fulminante Erholungsrally an den Rohstoffmärkten gekennzeichnet, ausgelöst durch die weltweite konjunkturelle Erholung, die anhaltende Geldflutung der Kapitalmärkte durch die Notenbanken und der signifikanten Beschränkungen des Rohölangebots, ausgelöst durch die Zurückhaltung der USA und der OPEC beim Wiederaufbau der Förderungskapazitäten. So stieg insbesondere die Nordsee-Ölsorte Brent Crude um 55% (Brent Crude) und die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) sogar um 58%.
Das Edelmetall Gold bewegte sich im Gegensatz zu anderen Rohstoffen nach unten. So fiel der Goldpreis im Jahr 2021 um rund 4%. Nur Silber (-12%) und Palladium (-15%) schnitten noch schlechter ab. Gründe für diese Entwicklung waren maßgeblich die Erwartung steigender Zinsen in den USA mit einer damit einhergehenden strafferen US-Geldpolitik sowie einer daraus resultierenden Aufwertung des US-Dollars, der das in Dollar gehandelte Gold für Investoren aus dem Nicht-Dollar-Raum weiter verteuert hat und somit die Nachfrage leicht dämpfte.
Das Börsen- und Geschäftsjahr 2022 stand zu Beginn unter dem Eindruck steigender Inflationssorgen und Zinsängsten. Zusätzlich gerieten die Märkte durch den russischen Angriff auf die Ukraine in stürmisches Fahrwasser. Die hierdurch ausgelösten Schwankungen und Unsicherheiten werden je nach Entwicklung des Konflikts die Märkte noch eine lange Zeit beschäftigen. So bleibt abzuwarten, ob die durch den Konflikt und die erlassenen Sanktionen der westlichen Länder ausgelösten Energiepreissteigerungen zu einer Rezession, insbesondere in Europa, führen wird.
Die 1993 gegründete mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG ist ein Wertpapierinstitut im Sinne des WpIG (Wertpapierinstitutsgesetz). Neben der Erlaubnis für das Finanzkommissionsgeschäft sowie das Emissions- und Platzierungsgeschäft verfügt die Gesellschaft über die Erlaubnis zur Anlage- und Abschlussvermittlung, zur Anlageberatung und -verwaltung sowie zum Eigenhandel und Eigengeschäft. Sie kann ihre Geschäftstätigkeit auch auf finanzinstrumentähnliche Börsengüter und andere Geschäftsfelder erweitern, die von Wertpapierdienstleistungsunternehmen wahrgenommen werden, soweit keine Erlaubnis nach dem Wertpapierinstitutsgesetz erforderlich ist. Die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG unterliegt der Aufsicht der BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) sowie der Deutschen Bundesbank. Die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG mit Sitz in Gräfelfing (16 Mitarbeiter) hat fünf unselbstständige Niederlassungen in Hamburg (24 Mitarbeiter), Hannover (1 Mitarbeiter), Frankfurt an zwei Standorten (14 Mitarbeiter) und Berlin (10 Mitarbeiter). Die angegebenen Mitarbeiterzahlen zum 31.12.2021 sind inklusive Vorstand. Die Gesellschaft konzentriert sich auf die beiden Geschäftsbereiche "Wertpapierhandel" und "Corporates & Markets". Die Aktie der Gesellschaft wird im Freiverkehr der Börse München im Segment m:access gehandelt.
Die wichtigsten finanziellen Leistungsindikatoren der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG sind das Provisions- und Handelsergebnis, die Personal- und Anderen Verwaltungsaufwendungen sowie das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit. Diese werden laufend überwacht und unterliegen einer aktiven Steuerung.
Das Geschäftsjahr 2021 war weiterhin stark geprägt durch die Corona-Pandemie. Die Entwicklung des DAX war nichtsdestotrotz geprägt durch einen stetigen von Volatilitäten begleiteten Anstieg und führte Ende November zu einem neuen Allzeithoch des DAX. Die daraus resultierenden höheren Handelsumsätze wirkten sich positiv auf das Kerngeschäft der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG, insbesondere die Skontroführung und das Market Making in Aktien, aus, so dass hier zwar ein niedrigeres Ergebnis als im Vorjahr erzielt werden konnte, was aber insgesamt sehr zufriedenstellend war.
Im Gegensatz hierzu gestaltete sich die Ergebnisentwicklung des Bereichs Skontroführung Renten aufgrund des immer schwieriger werdenden Zinsumfelds sowie eines erneuten Rückgangs der Rentenumsätze im Vergleich zum Vorjahr stark rückläufig, was sich insbesondere im Handelsergebnis widerspiegelte.
Der Provisionsüberschuss in 2021 konnte leicht um rund 4% auf TEUR 7.507 gesteigert werden, das Handelsergebnis ging dabei allerdings um 9% auf TEUR 45.821 zurück. Die Allgemeinen Verwaltungsaufwendungen stiegen um 7% auf TEUR 30.527 an.
Die Preisentwicklung der mwb-Aktie im Jahr 2021 war starken Schwankungen ausgesetzt. Im 1. Halbjahr 2021 übersprang der Kurs am 14. Juni 2021 die 20-Euro Marke. Die mwb-Aktie erreichte ihr Jahreshoch am 22. Juni bei € 23,00 und schloss am 30. Dezember 2021 mit € 12,80. Nach der Ausschüttung der Dividende ging der Kurs stark zurück bis auf € 12,10 und pendelte sich danach auf Kurse zwischen € 12,00 und € 14,00 ein. Gegenwärtig bewegt sich die Aktie auf einem Niveau zwischen € 11,00 und € 13,00.
Die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG war im Geschäftsjahr 2021 in zwei Geschäftsfeldern aktiv. Das Geschäftsfeld "Wertpapierhandel" umfasst die Skontroführung und den Handel in Aktien, festverzinslichen Wertpapieren und offenen Investmentfonds. Mit dem Wertpapierhandel erwirtschaftete die Gesellschaft mit rund 90% des Provisions- und Handelsergebnisses den überwiegenden Teil der Erträge. Das Geschäftsfeld "Corporates & Markets", erwirtschaftete rund 10% der Erträge.
Die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG ist Skontroführer bzw. Spezialist in Aktien an den Börsenplätzen Frankfurt, München, Hamburg, Hannover und Berlin. Zum 31. Dezember 2021 betreute sie an diesen Börsen insgesamt 9.825 Aktien, ein Zuwachs von 1.505 Skontren gegenüber dem Vorjahr.
Die Skontroführung in Aktien trug im Geschäftsjahr 2021 mit rund 65% zu den Gesamterträgen der Gesellschaft bei. Das entspricht ca. 55% des Gesamtprovisionsergebnisses und ca. 66% des Gesamthandelsergebnisses der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG. Damit hat die Skontroführung und der Handel in Aktien seine Bedeutung innerhalb des Wertpapierhandels der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG erneut bestätigt. Die Erträge aus der Skontroführung in Aktien betrugen im Geschäftsjahr 2021 insgesamt TEUR 34.472 nach TEUR 35.766 in 2020.
Das Jahr 2021 war abermals von einem Rückgang der Rentenumsätze in Deutschland gekennzeichnet. Als Folge der Nullzinspolitik der EZB sanken die Rentenumsätze sowohl am Gesamtmarkt inklusive Xetra, als auch an den reinen Skontroführerbörsen um 8%. Vor diesem Hintergrund sanken die Erträge im Bereich festverzinsliche Wertpapiere. So wurden Gesamterträge in Höhe von TEUR 4.140 erzielt, was rund 8% der Gesamterträge entspricht. Im Einzelnen bedeutet das ca. 2% des Provisionsergebnisses und ca. 9% des Handelsergebnisses.
Insgesamt betreute die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG zum 31. Dezember 2021 23.691 Rententitel an den Börsen Berlin, Hamburg, Hannover, Frankfurt, München und der Tradegate Exchange, ein Zuwachs von 1.646 Skontren gegenüber dem 31. Dezember 2020.
Die Fondsumsätze am Gesamtmarkt inklusive Xetra stiegen um 9%. Davon konnte die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG profitieren und Erträge im Fondshandel in Höhe von TEUR 9.167 erwirtschaften. Dies entspricht rund 17% der Gesamterlöse bzw. ca. 5% des Provisionsergebnisses und ca. 19% des Handelsergebnisses.
Auch im Fondshandel profitierte die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG von der Zusammenarbeit mit der Tradegate Exchange, an der sie der exklusive Spezialist für die offenen Investmentfonds ist. Zum 31. Dezember 2021 betreute die Gesellschaft an den Börsen München, Hamburg, Hannover, Berlin und der Tradegate Exchange die Orderbücher von 9.235 offenen Investmentfonds, ein Zuwachs gegenüber dem Vorjahr um 6 Titel.
Innerhalb des Geschäftsfelds Corporates & Markets sind bei der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG die klassischen Bereiche Equity und Debt Capital Markets, die Betreuung institutioneller Kunden, die Orderausführung im Auftrag von Banken sowie das Designated Sponsoring angesiedelt.
Die Entwicklung des Geschäftsbereichs Kapitalmarktgeschäft verlief im Geschäftsjahr 2021 besser als erwartet. Der Grund hierfür lag maßgeblich am weiteren Wachstum der Umsetzung auch kleinvolumigerer Transaktionen und Dienstleistungen für Unternehmen im Bereich Small-Cap. Ebenfalls dazu beigetragen haben neue Produkte wie Umtauschanleihen. Bis auf die Nachplatzierung einer Unternehmensanleihe der Euroboden GmbH wurden im Geschäftsjahr 2021 keine großen Transaktionen durchgeführt. Von der Anleihe mit einem Gesamtvolumen von 75 Millionen Euro, ausgestattet mit einem Kupon von 5,5% und einer Laufzeit von fünf Jahren konnten im Laufe des Geschäftsjahres 2021 weitere 25,6 Mio. EUR platziert werden. Zum 31. Dezember 2021 waren insgesamt 52,1 Mio. EUR der Anleihe platziert.
Insgesamt erzielte der Bereich Kapitalmarktgeschäft Erträge in Höhe von rund TEUR 4.197. Dies macht rund 8% der Gesamtumsatzerlöse bzw. 42% des Gesamtprovisionsergebnisses und 2% des Gesamthandelsergebnisses der Gesellschaft aus. Generell ist das Handelsergebnis aber wegen der Charakteristik des Kapitalmarktgeschäfts von geringerer Bedeutung.
Trotz der regulatorischen Veränderungen, die die zweite Auflage der "Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente (MiFID II)" mit ihrer Einführung im Jahr 2018 brachte und die Druck auf das bestehende Provisionsniveau im Bereich Sales/Orderausführung ausübte, konnten die Erträge in diesem Bereich bei der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG im Vergleich zum Vorjahr wieder gesteigert werden. Sie betrugen rund TEUR 1.243 im Geschäftsjahr 2021 nach TEUR 837 im Jahr zuvor.
Insgesamt wurden im Bereich Sales und Orderausführung -Betreuung institutioneller Kunden zum einen ein negatives Provisionsergebnis, zum anderen aber ein positives Handelsergebnis erzielt. Dies entsprach ca. 2% des Gesamthandelsergebnisses. Der Grund hierfür liegt darin, dass manche Transaktionen auf Nettobasis abgerechnet werden und der Provisionsertrag dann im Handelsergebnis anfällt.
Die Strategie, das Designated Sponsoring als Teil eines Allround-Angebotes für Emittenten anzubieten hat sich weiter bestätigt und zum 31. Dezember 2021 betreute die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG 47 Mandate im Kundenauftrag. Daneben ist die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG der Designated Sponsor für die eigene mwb-Aktie und betreute 77 selbst ausgewählte Auslandsaktien, für die sie keine Gebühr erhält.
Das Geschäftsjahr 2021 verlief trotz der Unwägbarkeiten der Corona-Pandemie und der daraus resultierenden hohen Volatilität insgesamt sehr zufriedenstellend. Die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG konnte ein Provisions- und Handelsergebnis in Höhe von TEUR 53.328 erzielen, welches 7% unter dem Provisions- und Handelsergebnis des Vorjahres lag. Die Allgemeinen Verwaltungsaufwendungen erhöhten sich um 7% auf TEUR 30.527. Aus diesen Faktoren ergibt sich für das Geschäftsjahr 2021 ein Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit vor Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken in Höhe von TEUR 22.376, ein Rückgang um rund 21%. Dieses Ergebnis hat die Planungen des Vorstands signifikant übertroffen. Er war von einer stärkeren Wirkung der beschriebenen Belastungsfaktoren ausgegangen und damit von einem niedrigeren Provisions- und Handelsergebnis in 2021.
Aufgrund dieses Ergebnisses ergab sich ein Ergebnis je Aktie vor Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken von € 2,99 nach € 3,79 in 2020. Die Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken erhöhte sich in 2021 aufgrund des erzielten Ergebnisses um TEUR 3.374. Die Cost-Income-Ratio als Kennzahl der Effizienz des Unternehmens stieg von 50% in 2020 auf rund 57% in 2021.
Deutlich gestiegene Provisionserträge im Bereich Corporates und Markets, welche maßgeblich durch neue Projekte erzielt wurden, brachten der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG ein um 4% verbessertes Provisionsergebnis. Es stieg leicht auf TEUR 7.507 nach TEUR 7.191 im Vorjahr. Das für das Geschäftsjahr 2021 vom Vorstand erwartete Ergebnis wurde somit mehr als erreicht.
Die Entwicklung des Handelsergebnisses war maßgeblich bestimmt durch den Ergebnisrückgang im Bereich Skontroführung Renten, der zwar insgesamt positiv ausfiel, aber stark vom Ergebnis des Vorjahres abwich. Das Handelsergebnis der Skontroführerbereiche in Aktien lag moderat unter Vorjahresniveau. Insgesamt reduzierte sich das Handelsergebnis in 2021 auf TEUR 45.821 nach TEUR 50.147 in 2020, ein Rückgang von 9%.
Vor dem Hintergrund der geplanten Anstrengungen zur Pandemiebekämpfung, insbesondere durch die getroffenen Maßnahmen der Pandemiebekämpfung durch Impfungen und Testungen, wäre der Vorstand zunächst von einer Beruhigung der Märkte und einem rückläufigen Handelsergebnis für 2022 ausgegangen. Durch den Ukraine-Konflikt hat sich eine neue Situation ergeben, die eine seriöse Prognose hinsichtlich der Auswirkungen auf das Handelsergebnis kaum möglich macht.
Die Erfahrungen der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass trotz einer deutlichen Steigerung von Provisions- und Handelsergebnis die Verwaltungsaufwendungen nur unterproportional steigen bzw. im umgekehrten Falle des rückläufigen Provisions- und Handelsergebnisses nur unterproportional zurückgehen. Im Geschäftsjahr 2021 erhöhten sich die Allgemeinen Verwaltungsaufwendungen um 7% auf TEUR 30.527 nach TEUR 28.528 in 2020.
Im Einzelnen erhöhten sich die Personalaufwendungen geringfügig um 2% auf TEUR 13.538 nach TEUR 13.242 in 2020. Die Anderen Verwaltungsaufwendungen konnten unter Kontrolle gehalten werden und erhöhten sich um rund 11% auf TEUR 16.989 nach TEUR 15.286 in 2020, insbesondere aufgrund höherer Abwicklungskosten. Für das Geschäftsjahr 2022 werden steigende Allgemeine Verwaltungsaufwendungen erwartet, insbesondere aufgrund von Preisanpassungen im Rahmen der Wertpapierabwicklung.
Im Geschäftsjahr erfolgten Abschreibungen auf Forderungen in Höhe von TEUR 24. Im Vorjahr gab es Abschreibungen auf Forderungen in Höhe von TEUR 6. Wie im Vorjahr erfolgten im Geschäftsjahr keine Zuschreibungen auf Forderungen.
Auf Wertpapiere des Anlagevermögens erfolgte im Geschäftsjahr keine Zuschreibung (i. Vj. in Höhe von TEUR 3). Im Gegensatz zum Vorjahr gab es im Geschäftsjahr Abschreibungen auf wie Anlagevermögen behandelte Wertpapiere (TEUR 3).
Die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG führte im Geschäftsjahr 2021 dem Fonds gemäß Paragraph 340e Abs. 4 HGB TEUR 3.374 zu, um im Fonds für allgemeine Bankrisiken 10% des durchschnittlichen Handelsergebnisses der letzten fünf Jahre zu erreichen (i.Vj. TEUR 3.858). Durch den Fonds für allgemeine Bankrisiken bleibt die Kapitalbasis gestärkt. Aus Gründen der Transparenz und Vergleichbarkeit wird in diesem Jahresabschluss das Ergebnis vor und nach Zuführung ausgewiesen.
Trotz aller politischen und wirtschaftlichen Widrigkeiten erzielte die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG im Geschäftsjahr 2021 wieder ein sehr zufriedenstellendes Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit.
Für das Geschäftsjahr 2021 ergibt sich für die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG vor Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken ein Ergebnis in Höhe von TEUR 22.376 gegenüber TEUR 28.333 im Vorjahr, ein Rückgang von rund 21%. Nach Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken in Höhe von TEUR 3.374 ergibt sich ein Ergebnis in Höhe von TEUR 19.002 gegenüber TEUR 24.474 in 2020.
Eine negative Entwicklung der Ertragslage nach dem Abschlussstichtag ist durch die nach wie vor andauernden Auswirkungen der weltweiten Corona-Pandemie und des momentan herrschenden Ukraine Krieges nicht eingetreten.
Entsprechend dem Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit und unter Berücksichtigung von Steuern in Höhe von TEUR 6.569 (i.Vj. TEUR 6.767) reduzierte sich der Jahresüberschuss von TEUR 17.706 im Jahr 2020 auf TEUR 12.433 im Geschäftsjahr 2021.
Die Vermögens- und Finanzlage der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG ist geordnet. Dies wird insbesondere durch die komfortable Eigenkapitalausstattung begünstigt. Eine Verschlechterung der Vermögens- und Finanzlage nach dem Abschlussstichtag ist durch die Auswirkungen der Coronakrise und des momentan herrschenden Ukraine Krieges nicht eingetreten.
Die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG hat im ersten Quartal 2021 eine 1%-ige Beteiligung an der nextmarkets AG, Köln gezeichnet. Es wurden 1.468 Aktien mit einem ausmachenden Betrag von TEUR 752 erworben.
Die Bilanzsumme erhöhte sich um TEUR 12.271 von TEUR 56.038 zum Jahresultimo 2020 auf TEUR 68.309 zum 31. Dezember 2021.
Die Forderungen gegen Kreditinstitute in Höhe von TEUR 30.944 bilden mit rund 45% den größten Posten auf der Aktivseite der Bilanz. Weitere nennenswerte Anteile an der Aktivseite der Bilanz hat der Handelsbestand mit rund 40%. Auf der Passivseite hat der Posten Eigenkapital mit TEUR 29.426 den größten Anteil an der Bilanzsumme. Zum 31.Dezember 2021 ergibt sich eine Eigenkapitalquote in Höhe von 43 %. Weitere nennenswerte Anteile an der Passivseite der Bilanz haben der Fonds für allgemeine Bankrisiken in Höhe von 21% oder TEUR 14.018 und die verbrieften Verbindlichkeiten mit 19% oder TEUR 12.837.
Der Saldo aus Forderungen und Verbindlichkeiten ist im Vergleich zum Vorjahr von TEUR 40.931 auf TEUR 20.716 gesunken. Die Liquiditätsreduzierung rührt insbesondere aus dem stark gegenüber dem Vorjahr erhöhten Handelsbestand her. Die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG befindet sich in einer ausgezeichneten Liquiditätssituation, die Zahlungsfähigkeit der Gesellschaft war im Geschäftsjahr jederzeit gegeben.
Der Handelsbestand als Differenz aus Handelsaktiva und Handelspassiva erhöhte sich von TEUR 5.036 auf TEUR 25.307 zum 31.12.2021.
Das Eigenkapital der Gesellschaft belief sich zum 31. Dezember 2021 auf TEUR 29.426 (i. Vj. TEUR 30.325). Die Differenz ergibt sich im Wesentlichen aus dem Jahresüberschuss des Geschäftsjahres 2021 abzüglich der im Juli 2021 vorgenommenen Dividendenausschüttung in Höhe von TEUR 13.453 für das Geschäftsjahr 2020. Die Eigenkapitalquote kann mit 43 % (i. Vj. 54 %) als komfortabel bezeichnet werden, zumal der auf der Passivseite ausgewiesene Fonds für allgemeine Bankrisiken in Höhe von TEUR 14.018 (i.Vj. TEUR 10.644) nicht zum Eigenkapital, sehr wohl aber aufsichtsrechtlich zum harten Kernkapital zählt.
Die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG hielt zum 31. Dezember 2021 einen Bestand in eigenen Aktien in Höhe von 15.000 (i. Vj. 20.584) Stück. Gegenüber dem Vorjahr hat sich der Bestand damit um 5.584 Stück reduziert.
Die nachfolgenden Angaben gemäß § 289a Abs. 1 HGB sind freiwillig und gehen über die generelle Lageberichterstattung hinaus.
Das gezeichnete Kapital der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG besteht aus 7.473.700 nennwertlosen Stückaktien mit einem rechnerischen Nennwert von € 1,00 je Aktie. Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, sind dem Vorstand nicht bekannt.
Die BÖAG Börsen AG, Hamburg, hält zum Bilanzstichtag 1.878.251 Aktien. Dies entspricht einem Anteil von 25,13% am Grundkapital der Gesellschaft. Die FMNP Beteiligungs GmbH, Gräfelfing, hält zum Bilanzstichtag 1.482.890 Aktien. Dies entspricht einem Anteil von 19,84% am Grundkapital der Gesellschaft.
Mit Hauptversammlungsbeschluss vom 10. Juli 2018 wurde die Gesellschaft ermächtigt, gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 7 Aktiengesetz eigene Aktien bis zu fünf von hundert des Grundkapitals und gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 Aktiengesetz bis zu zehn von hundert des Grundkapitals bis zum 09. Juli 2023 zu erwerben. Die aufgrund der Ermächtigung nach § 71 Abs. 1 Nr. 7 und 8 Aktiengesetz erworbenen eigenen Aktien dürfen zusammen mit anderen eigenen Aktien, welche die Gesellschaft bereits erworben hat und noch besitzt, zehn von hundert des Grundkapitals der Gesellschaft nicht übersteigen.
Kein Inhaber von Aktien besitzt Sonderrechte oder Kontrollbefugnisse. Die Mitglieder des Vorstands der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG werden vom Aufsichtsrat der Gesellschaft ernannt und abberufen. Die Zahl der Vorstandsmitglieder bestimmt der Aufsichtsrat. Änderungen der Satzung erfordern eine Mehrheit von dreiviertel der abgegebenen Stimmen in der Hauptversammlung.
Der Aufsichtsrat der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG besteht gemäß Hauptversammlungsbeschluss vom 08. Juli 2013 aus drei Mitgliedern.
Es existieren keine Vereinbarungen der Gesellschaft, die unter der Bedingung des Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen. Genauso wenig gibt es Entschädigungsvereinbarungen der Gesellschaft, die für den Fall eines Übernahmeangebots mit den Mitgliedern des Vorstands oder den Arbeitnehmern getroffen sind.
Den im Folgenden getroffenen Einschätzungen liegen alle der Gesellschaft zum jetzigen Zeitpunkt zur Verfügung stehenden Informationen zugrunde und sind mit Prognoserisiken und Unsicherheiten behaftet. Damit können die tatsächlichen Ergebnisse von den in diesem Lagebericht getroffenen Aussagen abweichen. Alle Aussagen beziehen sich auf das Jahr 2022. Das gilt auch für die im Bericht über das interne Kontrollsystem und Risikomanagement System dargestellten Risiken.
Das Börsenjahr 2022 begann für die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG sehr turbulent. Inflationssorgen, Zinsängste und die Ukraine Krise bestimmten im Januar und Anfang Februar 2022 die Märkte. Durch den Angriff Russlands auf die Ukraine kam es zunächst zu einem massiven Absturz der Märkte. In der Folge kam es zu enormen Preissteigerungen an den Rohstoffmärkten und zu einer weiteren Verschärfung der Lieferengpässe. Vor diesem Hintergrund entwickelten sich die deutschen wie die US-Börsen in den ersten Monaten des Jahres 2022 sehr volatil. Anfang März 2022 erholten sich die Märkte wieder, konnten aber das Niveau vom Jahresanfang nicht mehr erreichen.
Die Märkte haben sich im Geschäftsjahr 2021 aufgrund der Corona-Pandemie wieder volatil, aber stetig nach oben entwickelt. Aufgrund der momentan bestehenden geopolitischen Lage ist eine Vorhersage, wie sich die Märkte im Jahr 2022 entwickeln könnten, höchst schwierig. Dies ist insbesondere davon abhängig wie lange der Ukraine-Russland-Konflikt noch andauern wird. Die Gefahr einer Stagflation und einer langfristigen Abwärtsbewegung der Märkte sind im Bereich des Möglichen. Zusätzlich könnte die Corona-Pandemie durch das Auftreten einer neuen gefährlicheren Virus-Variante nochmals für Rückschläge an den Börsen sorgen und darf deshalb, trotz des milden Verlaufs der Omikron-Variante, nicht unterschätzt werden. Dies würde die zur internen Steuerung herangezogenen Leistungsindikatoren, wie insbesondere das Provisions- und Handelsergebnis, zusätzlich negativ beeinflussen.
Sollte es im Laufe des Geschäftsjahres tatsächlich zu einem Waffenstillstand und zu Friedensverhandlungen zwischen der Ukraine und Russland kommen und zusätzlich die Corona-Pandemie weiter eingedämmt werden, insbesondere durch eine Erhöhung der Impfquoten und eine Abschwächung der Wirksamkeit des Corona-Virus, würde dies zu einer allgemeinen Beruhigung der Märkte und zu weiteren Umsatzrückgängen führen.
Aufgrund der geopolitischen Situation und der daraus resultierenden Kurs- und Umsatzvolatilitäten, gestaltet sich aber eine seriöse Prognose der Ertragsentwicklung für das Geschäftsjahr 2022 durch die bestehenden Unwägbarkeiten, insbesondere für das Kerngeschäft Wertpapierhandel, als sehr schwierig.
Das Geschäftsfeld Corporates & Markets entwickelte sich im Geschäftsjahr 2021 sehr erfreulich. Der Vorstand sieht das Geschäftsfeld Corporates & Markets weiterhin als komplementäres Geschäftsfeld der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG an, welches mittelfristig mögliche rückläufige Einnahmen aus dem Wertpapierhandel kompensieren soll. Die Strategie der Betreuung kleinerer Beratungs- und größerer Platzierungsmandate hat sich in der Vergangenheit sehr gut bewährt und soll zukünftig weiterverfolgt und ausgebaut werden. Prognosen hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung sind für das Geschäftsfeld, wie für den Wertpapierhandel, allerdings weiterhin mit großer Unsicherheit behaftet.
Auf der Aufwandsseite geht der Vorstand für 2022 aufgrund von Preisanpassungen im Rahmen der Wertpapierabwicklung von höheren Anderen Verwaltungsaufwendungen aus. Die Personalaufwendungen dürften aufgrund der bestehenden Marktsituation eher niedriger ausfallen.
Trotz oben bereits genannter Unwägbarkeiten erwartet der Vorstand der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG für das Geschäftsjahr 2022 ein positives Ergebnis, wobei das Erreichen des Geschäftsergebnisses des Jahres 2021 als sehr ambitioniert erscheint.
Wesentliche Vorgänge nach dem 31. Dezember 2021 haben sich nicht ergeben.
Unternehmerisches Handeln bedeutet, sich ergebende Chancen im Interesse der Anteilseigner, der Mitarbeiter und der Gesellschaft bei gleichzeitiger bewusster Steuerung der Risiken wahrzunehmen. Alle Ressourcen und Aktivitäten unserer Gesellschaft sind auf eine nachhaltige Vermögens- und Erfolgssicherung ausgerichtet. Sämtliche geschäftspolitischen Entscheidungen der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG werden im Rahmen unserer gelebten Risikokultur stets unter strenger Beachtung der Ertrags-/Risikorelation getroffen. Die Geschäftsleitung legt besonders hohen Wert auf risikoangemessenes Verhalten, daher werden unternehmerische Risiken nur dann eingegangen, wenn die Ertragsaussichten die Risiken deutlich überwiegen. Durch unsere hohe Eigenkapitalquote, gelebte Marktnähe und unser ausgeprägtes Risikowissen können wir geschäftsfeldübergreifend flexibel auf die sich stellenden Risiken eingehen. Bei der strategischen Steuerung unserer Gesellschaft spielen neben den monetären Gesichtspunkten auch nichtfinanzielle Steuerungsgrößen wie Prozesseffizienz, Transparenzerhöhung, bestmögliche Kundenbetreuung, Mitarbeiterzufriedenheit und die Stärkung der Position der Wertpapierfirmen eine große Rolle. Besonderes Augenmerk wird auch auf die Förderung eines transparenten und offenen Dialogs zu risikorelevanten Fragen gelegt.
Das Ziel unserer Risikostrategie besteht in der Absicherung der Unternehmensziele gegen störende Ereignisse durch das Ergreifen geeigneter Maßnahmen. Die Gesellschaft hat hierzu im Rahmen ihres wertorientierten Firmenmanagements ein umfassendes Risikomanagementsystem zur Aufdeckung von Risiken und zur Optimierung von Risikopositionen etabliert. Das Risikocontrolling der Gesellschaft ist so angelegt, dass besonderes Augenmerk auf die Verhinderung von Risiken gelegt wird. Dabei prüfen wir stets, ob unsere risikopolitischen Vorkehrungen ausreichen, um das Gefährdungspotential spürbar zu verringern. Bei Bedarf werden umgehend weitere Maßnahmen zur Risikoreduzierung ergriffen. Im Zuge der Umsetzung der sich aus den Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) ergebenden Anforderungen hat die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG im Rahmen ihrer Geschäftsstrategie ein Risikotragfähigkeitskonzept entwickelt, in dem neben der Definition der Risikodeckungsmasse, der gesamtbankbezogenen Verlustobergrenze und der Bestimmung des Risikopotentials eine Gegenüberstellung des aggregierten Risikopotentials mit der Verlustobergrenze erfolgt. Aufgrund der in den von der Gesellschaft betriebenen Geschäftsfeldern eingegangenen Risiken, verfolgt die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG bei der Ausgestaltung der Risikotragfähigkeit einen konservativen Ansatz. Die Gesellschaft hat deshalb festgelegt, dass die täglich zum Geschäftsschluss bestehende Verlustobergrenze 60 % der zur Verfügung stehenden Risikodeckungsmasse betragen darf. Der verbleibende Rest steht als Risikopuffer zur Verfügung. Neben den Marktpreisrisiken aus Aktien, festverzinslichen Wertpapieren, Investmentfonds und Optionsgeschäften hat die Gesellschaft die operationellen Risiken und das Adressenausfallrisiko in das Risikotragfähigkeitskonzept aufgenommen. Das für diese Risiken bestehende Risikopotential ermittelt die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG täglich, wobei sich die Gesellschaft zur Ermittlung des operationellen Risikos des Basisindikatoransatzes analog den Art. 315, 316 der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 (Capital Requirements Regulation - CRR) bedient. Die Berechnung der Risikotragfähigkeit soll sowohl den Schutz der Gläubiger vor Verlusten aus ökonomischer Sicht (Gone-Concern-Ansatz), als auch das Ziel der Fortführung des Instituts (Going-Concern-Ansatz) verfolgen. Die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG ermittelt daher die Risikotragfähigkeit nach beiden Verfahren. Die Steuerung des Unternehmens erfolgt nach dem Going-Concern-Ansatz. Zur Feststellung, ob die Risikotragfähigkeit gegeben ist, setzt die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG in einer täglich durchzuführenden Berechnung das aggregierte Risikopotential in das Verhältnis zu der nach den beiden Ansätzen ermittelten Verlustobergrenze. Liegt das Ergebnis dieser Quotienten unter 100 %, ist die Risikotragfähigkeit gewährleistet. Im Geschäftsjahr 2021 kam es zu keiner Überschreitung der Verlustobergrenze. Zum Bilanzstichtag betrug die Auslastung nach dem Gone-Concern-Ansatz 22,3%, während sie nach dem Going-Concern-Ansatz bei 30,2 % lag.
Die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG hat die Interne Revision an eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ausgelagert. Gegenstand der Prüfungshandlungen der Internen Revision sind vor allem die Bereiche Wertpapierhandel, Risikomanagement, Compliance, Liquiditätssteuerung, Rechnungswesen, Datenverarbeitung, Personal, Meldewesen und die Einhaltung der Vorschriften zur Vermeidung von Geldwäsche. Hierbei werden Betriebsabläufe, die einem besonderen Risiko unterliegen jährlich geprüft, andere Betriebsabläufe innerhalb eines Dreijahreszeitraumes.
Ein wirksames Risikocontrolling setzt eine unabhängige, von den Handelsaktivitäten separierte Ermittlung der eingegangenen Risiken voraus.
Hierzu hat die Gesellschaft zwei vom Handel unabhängige Risikomanager bestellt, in deren Aufgabengebiete neben der Identifizierung, Analyse, Bewertung und Überwachung der Risiken auch die Sensibilisierung der Mitarbeiter für die Erkennung und Vermeidung von Risiken fallen. Die Grundlage für den permanenten und systematischen Umgang mit den Risiken bilden Vorgaben und Entscheidungen des Vorstands zur Risikotoleranz, die sich aus der Risikostrategie und Risikopolitik ableiten und sich an der Kapital- und Liquiditätsausstattung orientieren.
Ein effizientes Risikocontrolling muss sich bei der Vielzahl der von der Gesellschaft getätigten Geschäfte auf ein leistungsfähiges Computersystem verlassen können. Die Gesellschaft bedient sich hierzu innovativer Anwendungen des auf Finanzdienstleister und Banken spezialisierten Softwareunternehmens flatexDEGIRO AG.
Die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG überwacht laufend die Gesamt- und Einzelpositionen aus sämtlichen Wertpapiergeschäften und die damit verbundenen unrealisierten Gewinne und Verluste. Ein erfahrenes Mitarbeiterteam erfasst die verfügbaren Mittel täglich in einem Liquiditätsstatus und überwacht und koordiniert die zu bezahlenden Verbindlichkeiten.
Im Zuge der betriebswirtschaftlichen Überwachung kontrolliert der Vorstand täglich die Aufwendungen und Erträge aus dem Kerngeschäft der Gesellschaft. Nach der Plausibilisierung der Monatszahlen nimmt der Finanzvorstand zu der allgemeinen Entwicklung, ausgewählten GuV-Positionen und der Liquiditätssituation monatlich schriftlich Stellung. Die Erläuterungen zirkulieren im Vorstand und werden den Mitgliedern des Aufsichtsrates zur Kenntnisnahme vorgelegt.
Im Bereich der operationellen Risiken, die ihren Ursprung in Prozessen, Personen, Technologien oder externen Ereignissen haben können, werden bestehende Risiken konsequent mit einem vielfältigen, ursachenbezogenen Risikomanagement verringert.
Der Ausbruch des neuartigen Coronavirus hat bisher nicht gekannte Auswirkungen auf die Weltwirtschaft und das Geschehen an den Börsen. Dementsprechend eng verfolgen Vorstand und Aufsichtsrat der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG die Entwicklung.
Die Gesellschaft ist gut durch die beiden letzten, coronabelasteten Geschäftsjahre gekommen. Daher sehen die Führungsgremien der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG auch für das Jahr 2022 keine Bedrohung der Geschäftstätigkeit der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG durch die Corona-Pandemie. Die Gesellschaft hat bereits im Jahr 2020 nahezu sämtliche Arbeitsplätze der Händler und der Administration als Homeoffice-Arbeitsplätze eingerichtet hat, so dass bei Schließungen einzelner oder aller Bereiche sämtliche Handelstätigkeiten, aber auch Risikomanagement, Compliance und das Backoffice vollumfänglich weiter betrieben werden können. Insofern kann der Geschäftsbetrieb auch bei einer Verschärfung der von den Regierungen verhängten Maßnahmen wie Ausgangssperren oder Schließungen von Niederlassungen aufgrund von festgestellten Corona-Infektionen aufrechterhalten werden.
Der Ukraine-Krieg hat ebenfalls einen starken Einfluss auf die Wirtschaft und die Märkte der Welt. Vorstand und Aufsichtsrat verfolgen daher sehr aufmerksam die aktuelle Nachrichtenlage. Wie im Monat März bereits gesehen, ist mindestens bis zur Beilegung des Konflikts weiterhin mit starken Schwankungen an den Börsen zu rechnen. Durch die Geschäftsstrategie der Gesellschaft, Overnight-Positionen weitgehend zu vermeiden und ihrem leistungsstarken und wirksames Risikomanagementsystem, das negative Entwicklungen an den Märkten sofort erkennt und den einzelnen Handelsbereichen sehr enge Verlustlimite vorgibt, werden die Risiken angemessen begrenzt. Die Gesellschaft hat in den letzten zwei Jahren während der Börsenturbulenzen, die durch die Coronapandemie verursacht wurden, gezeigt, dass sie mit starken Marktpreisschwankungen umgehen und die Risiken unter Kontrolle halten kann. Insofern gehen Vorstand und Aufsichtsrat der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG zum derzeitigen Zeitpunkt davon aus, dass der Ukraine-Krieg sich nicht wesentlich auf den Geschäftsbetrieb der Gesellschaft auswirken wird.
Strategische Risiken entstehen dann, wenn unsere Strategie nicht mit den Anforderungen und Erwartungen des Marktes, unserer Kunden oder den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen vereinbar ist, und dies von der Geschäftsführung nicht erkannt wird. Zur Vermeidung dieses Risikos durchleuchten wir sorgfältig die strategischen Risiken in kurzen Zeitabständen. Der Vorstand steht diesbezüglich in ständigem Kontakt mit dem Aufsichtsrat, der sich aktiv in die Festlegung der strategischen Ziele einbringt und den Risikogehalt der strategischen Planungsprozesse gemeinsam mit dem Vorstand der Gesellschaft im Auge behält.
Die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG ist sich der Gefahr von außen eintretender -nicht von der Gesellschaft beeinflussbarer - Ereignisse und Veränderungen zu Lasten des Skontroführergeschäftes bewusst. Als besondere Risiken werden hierbei generell sinkende Wertpapierumsätze aufgrund einer nachhaltigen Veränderung des Anlegerverhaltens, eine weitere Verschärfung der Konkurrenzsituation bei Markt- und Preismodellen unter den Börsen in Deutschland, aber auch eine drastische Erhöhung der regulatorischen Anforderungen -z.B. nach weiteren Krisen -gesehen. Wir sind allerdings auch zuversichtlich, dass der computerunterstützte Skontroführerhandel in welcher Ausprägung auch immer weiterhin nicht vollständig von vollelektronischen Computersystemen verdrängt werden kann, da sonst weniger liquide Wertpapiere die die Mehrheit darstellen, nicht mehr im besten Kundeninteresse gehandelt werden könnten, was letztendlich zu einer Verarmung der Börsenlandschaft mit nur noch wenigen hochliquiden Werten führen würde.
Der Gefahr des Wegbrechens eines Geschäftsfeldes oder dem Abwandern von Kunden begegnet die Gesellschaft durch die Verteilung des Geschäftes auf mehrere voneinander unabhängige Standbeine und ständigen Bestrebungen, die Anzahl der Kunden zu erhöhen.
Die identifizierten Einzelrisiken wurden schriftlich erfasst, werden laufend überwacht und in regelmäßigen Abständen überprüft. Daneben findet eine ständige Weiterentwicklung des Risikomanagementsystems statt. Die Gesellschaft legt dabei besonderen Wert auf die Einbeziehung der einzelnen Mitarbeiter des Unternehmens, die angehalten werden, erkannte Risiken an die Risikomanager zu kommunizieren.
Adressenausfallrisiken, Marktpreisrisiken und operationelle Risiken werden in der Berechnung der Gesamtrisikoauslastung als wesentliche Risiken täglich berücksichtigt, während die Platzierungsrisiken nur nach einer Einzelfallprüfung einbezogen werden. Die Liquiditätsrisiken bleiben branchenüblich bei der Berechnung der Gesamtrisikoauslastung außer Betracht.
Im Folgenden werden die Einzelrisiken dargestellt. Nach einer allgemeinen Definition und Darstellung des jeweiligen Risikos erfolgt eine Beschreibung der ergriffenen Risikobegrenzungsmaßnahmen durch die Gesellschaft.
Unter Adressenausfallrisiken verstehen wir mögliche Wertverluste, die durch den Ausfall oder durch Bonitätsverschlechterung von Geschäftspartnern entstehen können.
Die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG hat in- und ausländische Handelspartner. Für Börsengeschäfte mit inländischen, börsenzugelassenen Handelspartnern spielen Adressenausfallrisiken nur eine untergeordnete Rolle. Für die ausländischen Handelspartner sind abhängig von deren Größe und Marktbedeutung sowie der Häufigkeit der Geschäfte Kontrahentenlimite pro Handelstag vergeben. Im Geschäftsjahr hat die Gesellschaft TEUR 24 an Abschreibungen auf Kundenforderungen vorgenommen, da wir die Forderungen als nicht werthaltig eingestuft haben.
Das Marktpreisrisiko ist der potentielle Verlust, der durch die Veränderung von Preisen an Finanzmärkten für unsere Positionen entstehen kann.
Die Handelspositionen der Gesellschaft werden EDV-technisch unterstützt, täglich real-time zu Durchschnittskursen bewertet und mit den Marktpreisen verglichen. In den Marktpreisrisiken sind überschaubare Wechselkursrisiken enthalten. Das Risiko für die Gesamtrisikoauslastung wird mit einem Value at Risk-Ansatz ermittelt, der von historischen Kursen der letzten 100 Tage ausgeht, eine Haltedauer von drei Tagen impliziert und ein Konfidenzniveau von 99 % verwendet. Zum 31. Dezember 2021 ergibt sich ein VaR auf Marktpreisrisiken von TEUR 232.
Die Höhe der Handelspositionen wird durch Limite begrenzt, die im Rahmen des Risikotragfähigkeitskonzeptes festgelegt worden sind. Zusätzlich findet eine Begrenzung der Limite durch die Arbeitsanweisungen für Wertpapierhändler statt.
Die Gesellschaft erreicht zudem eine Reduktion des Marktpreisrisikos durch die Verteilung der eingegangenen Positionen auf verschiedene Länder und Märkte.
Darüber hinaus wird sowohl ein für den Handel zuständiger Vorstand, als auch ein vom Handel unabhängiger Vorstand zweimal täglich über die größten Handelspositionen und die größten unrealisierten Gewinne und Verluste aus diesen Geschäften informiert.
Wegen der großen Bedeutung der Marktpreisrisiken für die Gesellschaft führt die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG täglich zwei dokumentierte Szenarioanalysen durch, die eine Marktschwankung von +/-5 % unterstellen. Ergibt dieser Test einen unrealisierten Verlust von über EUR 1 Mio., wird der Gesamtvorstand informiert. Dasselbe gilt für eine Überschreitung der EUR 2 Mio. Verlustgrenze bei der wöchentlich durchzuführenden Szenarioanalyse bei einer unterstellten Marktschwankung von +/-10 %. Bei Erreichen beider Grenzen ist die Risikotragfähigkeit des Unternehmens immer noch gewährleistet.
Unter Platzierungsrisiken verstehen wir Risiken, die sich im Rahmen unseres Platzierungs-/Emissionsgeschäftes ergeben können. Bei der Auswahl der Unternehmen, die an die Börse gebracht werden wollen, ist die Beurteilung der Frage, ob der Emittent Börsenreife besitzt, für die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG von tragender Bedeutung. Die Entscheidung darüber wird deshalb nur vom Gesamtvorstand der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG gemeinsam getroffen. Als Entscheidungsgrundlage dient dabei bei einer Neuemission der Emissionsprospekt, bei einem Listing das Unternehmensexpose. Zusätzliche Sicherheit wird dadurch erreicht, dass die Erstellung beider Dokumente in der Regel von einer Legal Due Diligence begleitet wird. Frühzeitig wird seitens der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG das Gespräch mit potentiellen Investoren gesucht, um festzustellen, ob seitens dieser Gruppe Interesse an den Aktien des Emittenten besteht. Aus dem gewonnenen Gesamteindruck aus Gesprächen und schriftlichen Unterlagen wird dann die Entscheidung getroffen, ob wir die Platzierung der Aktien übernehmen.
Oberstes Ziel unseres Liquiditätsmanagements ist die Gewährleistung der jederzeitigen Zahlungsbereitschaft des Unternehmens. Die Disposition der täglichen Liquidität ist einem erfahrenen Mitarbeiterteam übertragen, das direkt dem zuständigen Vorstand unterstellt ist. Die Gesellschaft verfügt über eine ausgezeichnete Liquiditätsausstattung.
Zu den rechtlichen Risiken gehören Gefahren, die sich aus unserer großen Vielzahl an Handelsgeschäften und aus Verstößen gegen gesetzliche und interne Vorschriften durch Mitarbeiter ergeben können.
Zur Absicherung allgemeiner und branchenspezifischer Risiken wurden neben den bereits bestehenden Versicherungen eine Directors and Officers Liability - Versicherung, eine Vertrauensschadenversicherung sowie eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung abgeschlossen.
Die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG unterliegt umfangreichen Meldeverpflichtungen und anderen gesetzlichen Vorschriften, insbesondere aus dem Handelsgesetzbuch, dem Börsengesetz, dem Wertpapierhandelsgesetz und dem Kreditwesengesetz. Neben turnusmäßigen Meldungen sind eine Vielzahl von Ereignissen im Geschäftsleben meldepflichtig und andere gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen. Bei Nichtbeachtung dieser Meldepflichten drohen Geldbußen.
Die Überwachung dieser gesetzlichen Vorgaben erfolgt durch die zuständigen Mitarbeiter anhand eines Meldeplanes, der ständig auf dem Laufenden gehalten wird.
Zu den Risiken personeller Art rechnen alle Risiken, die aus dem Einsatz und der Neueinstellung von Mitarbeitern resultieren.
Die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG wählt bei Neueinstellungen die Bewerber sorgfältig aus und achtet darauf, dass bei Urlaub, Krankheit oder Kündigung eines Mitarbeiters andere Mitarbeiter die Tätigkeiten des nicht zur Verfügung stehenden Mitarbeiters problemlos übernehmen können. Die Gesellschaft verfügt über ein umfangreiches Organisationshandbuch, in dem sowohl Funktionsbeschreibungen der einzelnen Arbeitsplätze, Detailbeschreibungen der wichtigsten Geschäftsvorgänge als auch das Compliance-Konzept und das Risikohandbuch integriert sind. Das Organisationshandbuch steht jedem Mitarbeiter in elektronischer Form uneingeschränkt zur Verfügung.
Mitarbeiter, die mit vertraulichen Informationen betraut sind, werden schriftlich über die rechtlichen Pflichten, die sich aus dem Zugang zu Insiderinformationen ergeben sowie über die Rechtsfolgen von Verstößen informiert. Im Handelsbereich ist ein mögliches Fehlverhalten von Mitarbeitern durch Versicherungen abgedeckt. Die Gesellschaft hat Regelungen für Mitarbeitergeschäfte getroffen und vermeidet bereits durch Vereinbarungen im Arbeitsvertrag Kollisionen zwischen Mitarbeiter-, Bank- und Kundeninteressen. Durch die Vereinbarung eines angemessenen Vergütungsmodells wird das Risiko häufiger Mitarbeiterwechsel reduziert.
Zu den operativen Risiken zählen wir Einwirkungen auf unseren betrieblichen Ablauf, die nicht in unserer Hand liegen.
Zur Behandlung sonstiger betrieblicher Risiken hat die Gesellschaft ein Notfallkonzept erstellt, das jedem Mitarbeiter bekannt ist. Es stellt die zu ergreifenden Maßnahmen in den Fällen Stromausfall, Rechnerausfall, Systemengpässen und -störungen und Telefonausfall dar. Bereits am 05.03.2020 hat die Gesellschaft zusätzlich aufgrund der Coronakrise einen Pandemienotfallplan im Organisationshandbuch veröffentlicht. Die wichtigsten IT-Systeme wurden von der Gesellschaft redundant aufgebaut, die Datenleitungen sind durch ein Back-Up-System abgesichert. Risiken aus dem Verlust von Daten wirkt die Gesellschaft durch Datensicherungen entgegen.
Die Gesellschaft hat durch risikoartenübergreifende Stresstests ermittelt, inwieweit sich äußerst extreme Marktsituationen auf die Risikotragfähigkeit auswirken. Dabei wurden verschiedene Szenarien mit einem Kursverfall von bis zu 50 % simuliert, ein Kurssturz, wie er nur bei einem besonders schweren konjunkturellen Abschwung oder dem Zusammenbruch der Finanzmärkte vorstellbar wäre. Selbst bei einer Kumulation von Risiken wurde die Verlustobergrenze bei einem Kursverfall von 50 % bei allen im Geschäftsjahr 2021 durchgeführten Tests noch eingehalten. Durch die konservative Festlegung der Verlustobergrenze auf 60 % der Risikodeckungsmasse steht über das als Verlustobergrenze definierte Kapital hinaus ein Eigenkapitalpuffer zur Verfügung, der extreme Situationen auffangen kann.
Der durchgeführte Test im Bereich der Liquiditätsrisiken ergab, dass die kurzfristig verfügbaren Mittel am Testtag ausgereicht haben, um problemlos für mehr als drei Monate die Allgemeinen Verwaltungsaufwendungen vorzuhalten. Der Überlebenshorizont der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG lag am Testtag aufgrund ihrer hervorragenden Liquiditätsausstattung bei über 15 Monaten.
Nach AT 4.3.3 der MaRisk hat die Gesellschaft auch Inverse Stresstests durchzuführen. Der Inverse Stresstest stellt im Gegensatz zum regulären Stresstest die maximale Verlustobergrenze für das Risikokapital in den Mittelpunkt. Die Ausgestaltung und Durchführung der Inversen Stresstests ist abhängig von Art, Umfang, Komplexität und Risikogehalt der Geschäftsaktivitäten und kann qualitativ oder quantitativ erfolgen.
Die Gesellschaft hat erörtert, welche Ereignisse dazu führen könnten, die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG in eine existenzbedrohende Situation zu bringen. Neben einer Verlustsituation und einer weiteren massiven Verdrängung der Skontroführer/Spezialisten durch ausschließlich computergesteuerte Kursfeststellungssysteme -ein Prozess, der aber eher langfristig eintreten könnte -wird als existenzbedrohende Situation ein Zusammenbruch unserer Abwicklungsbank gesehen, der wir (zur Besicherung unserer Wertpapiertransaktionen) einen Großteil unseres Geldes anvertraut haben.
Um besser abschätzen zu können, ab welcher Schwelle Risiken bedrohlich werden können, führt der Risikomanager im Bereich der Marktpreisrisiken quantitative Inverse Stresstests durch. Dabei wird ermittelt, bei welcher kurzfristigen Marktpreisschwankung das zur Verfügung stehende Verlustpotenzial für die Marktpreisrisiken jeweils gerade noch unterschritten ist und damit die Verlustobergrenze gerade noch eingehalten ist.
Gräfelfing, den 31. März 2022
Der Vorstand
Aktiva
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| 31.12.2021 EURO |
31.12.2020 EURO |
|
|---|---|---|
| 1. Barreserve | ||
| a) Kassenbestand | 909,05 | 1.369,20 |
| b) Guthaben bei Zentralnotenbanken darunter: bei der Deutschen Bundesbank EUR 5.527.649,63 | 5.526.740,58 | 11.979.406,28 |
| 5.527.649,63 | 11.980.775,48 | |
| 2. Forderungen an Kreditinstitute | ||
| a) täglich fällig | 30.943.789,47 | 27.205.897,11 |
| b) andere Forderungen | 0,00 | 4.325.000,00 |
| 30.943.789,47 | 31.530.897,11 | |
| 3. Forderungen an Kunden | 461.593,98 | 578.876,46 |
| 4. Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere | 4.169,80 | 16.173,68 |
| 5. Handelsbestand | 27.344.042,20 | 7.018.329,87 |
| 6. Beteiligungen | 766.616,51 | 15.000,51 |
| 7. Immaterielle Anlagewerte | ||
| a) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 339.165,00 | 494.519,42 |
| 8. Sachanlagen | ||
| a) Betriebs- und Geschäftsausstattung | 380.710,00 | 492.339,70 |
| 719.875,00 | 986.859,12 | |
| 9. Sonstige Vermögensgegenstände | 2.089.701,05 | 3.506.621,58 |
| 10 . Rechnungsabgrenzungsposten | 152.217,18 | 85.192,82 |
| 11 . Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung | 298.876,58 | 319.452,42 |
| 68.308.531,40 | 56.038.179,05 | |
| Passiva | ||
| 31.12.2021 EURO |
31.12.2020 EURO |
|
| 1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | ||
| a) täglich fällig | 28.270,48 | 237.396,88 |
| 28.270,48 | 237.396,88 | |
| 2. Verbriefte Verbindlichkeiten | 12.837.267,84 | 0,00 |
| 3. Handelsbestand | 2.036.521,41 | 1.982.415,30 |
| 4. Sonstige Verbindlichkeiten | 1.314.838,87 | 939.259,77 |
| 5. Rückstellungen | ||
| a) Rückstellungen für Pensionen nach Verrechnung des Deckungsvermögens | 478.238,80 | 430.811,34 |
| b) Steuerrückstellungen | 575.834,24 | 4.447.455,63 |
| c) andere Rückstellungen | 7.593.373,49 | 7.031.243,01 |
| 8.647.446,53 | 11.909.509,98 | |
| 6. Fonds für allgemeine Bankrisiken gem. §340e Abs. 4 HGB | 14.018.013,94 | 10.644.185,73 |
| 7. Eigenkapital | ||
| a) gezeichnetes Kapital | 7.473.700,00 | 7.473.700,00 |
| Eigene Anteile | -15.000,00 | -20.584,00 |
| 7.458.700,00 | 7.453.116,00 | |
| b) Kapitalrücklage | 1.844.227,44 | 1.729.268,80 |
| c) Bilanzgewinn | 20.123.244,89 | 21.143.026,59 |
| 29.426.172,33 | 30.325.411,39 | |
| 68.308.531,40 | 56.038.179,05 |
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| 01.01.21 - 31.12.21 | |||
|---|---|---|---|
| EURO | 2021 | EURO | |
| --- | --- | --- | --- |
| 1. Zinserträge | |||
| a) Kredit- und Geldmarktgeschäften | 179,45 | 179,45 | |
| 2. Zinsaufwendungen | 121.505,02 | 121.325,57 | |
| 3. Provisionserträge | 10.726.694,05 | ||
| a) Courtageerträge EUR 3.757.201,81 | |||
| 4. Provisionsaufwendungen | 3.219.398,69 | 7.507.295,36 | |
| a) Courtageaufwendungen EUR 97.355,50 | |||
| 5. Ertrag des Handelsbestandes | |||
| a) Wertpapiere | 68.752.466,73 | ||
| b) Futures | 1.133.820,00 | ||
| c) Kursdifferenzen aus Aufgabegeschäften | 14.925.318,85 | 84.811.605,58 | |
| 6. Aufwand des Handelsbestandes | |||
| a) Wertpapiere | 30.217.016,93 | ||
| b) Futures | 1.232.300,00 | ||
| c) Kursdifferenzen aus Aufgabegeschäften | 7.541.728,75 | 38.991.045,68 | |
| 7. sonstige betriebliche Erträge | 152.981,71 | ||
| 8. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen | |||
| a) Personalaufwand | |||
| aa) Löhne und Gehälter | 12.631.751,86 | ||
| ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung | 906.441,31 | 13.538.193,17 | |
| darunter: für Altersversorgung EUR 98.379,74 (Vorjahr: EUR 185.757,25) | |||
| b) Andere Verwaltungsaufwendungen | 16.988.801,11 | ||
| 30.526.994,28 | |||
| 9. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immat. Anlagewerte und Sachanlagen | 422.624,36 | ||
| 10. Sonstige betriebliche Aufwendungen | 7.417,70 | ||
| 11. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft | 23.865,39 | ||
| 12. Erträge aus Zuschreibungen zu Forderungen und bestimmten Wertpapieren sowie aus der Auflösung von Rückstellungen im Kreditgeschäft | 0,00 | ||
| 13. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Beteiligungen, Anteile an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelte Wertpapiere | 2.570,43 | ||
| 14. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit vor Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken | 22.376.039,24 | ||
| 15. Einstellungen in den Fonds für allgemeine Bankrisiken | 3.373.828,21 | ||
| 16. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit | 19.002.211,03 | ||
| 17. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 6.568.537,73 | ||
| 18. Sonstige Steuern | 795,00 | ||
| 19. Jahresüberschuss | 12.432.878,30 | ||
| 20. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr | 21.143.026,59 | ||
| 21. Dividendenausschüttung | 13.452.660,00 | ||
| 22. Bilanzgewinn | 20.123.244,89 |
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| 01.01.20 - 31.12.20 | |||
|---|---|---|---|
| 2020 | |||
| --- | --- | --- | --- |
| 1. Zinserträge | |||
| a) Kredit- und Geldmarktgeschäften | 1.325,30 | 1.325,30 | |
| 2. Zinsaufwendungen | 35.798,85 | 34.473,55 | |
| 3. Provisionserträge | 8.798.903,19 | ||
| 4. Provisionsaufwendungen | 1.607.566,44 | 7.191.336,75 | |
| 5. Ertrag des Handelsbestandes | |||
| a) Wertpapiere | 82.044.413,55 | ||
| b) Futures | 0,00 | ||
| c) Kursdifferenzen aus Aufgabegeschäften | 18.826.233,45 | 100.870.647,00 | |
| 6. Aufwand des Handelsbestandes | |||
| a) Wertpapiere | 39.982.104,48 | ||
| b) Futures | 0,00 | ||
| c) Kursdifferenzen aus Aufgabegeschäften | 10.741.900,20 | 50.724.004,68 | |
| 7. sonstige betriebliche Erträge | 64.719,76 | ||
| 8. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen | |||
| a) Personalaufwand | |||
| aa) Löhne und Gehälter | 12.331.967,41 | ||
| ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung | 910.112,66 | 13.242.080,07 | |
| b) Andere Verwaltungsaufwendungen | 15.286.404,17 | ||
| 28.528.484,24 | |||
| 9. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immat. Anlagewerte und Sachanlagen | 504.406,64 | ||
| 10. Sonstige betriebliche Aufwendungen | 0,00 | ||
| 11. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft | 6.000,00 | ||
| 12. Erträge aus Zuschreibungen zu Forderungen und bestimmten Wertpapieren sowie aus der Auflösung von Rückstellungen im Kreditgeschäft | 3.339,62 | ||
| 13. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Beteiligungen, Anteile an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelte Wertpapiere | 0,00 | ||
| 14. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit vor Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken | 28.332.674,02 | ||
| 15. Einstellungen in den Fonds für allgemeine Bankrisiken | 3.858.466,54 | ||
| 16. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit | 24.474.207,48 | ||
| 17. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 6.767.033,67 | ||
| 18. Sonstige Steuern | 795,00 | ||
| 19. Jahresüberschuss | 17.706.378,81 | ||
| 20. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr | 4.772.285,04 | ||
| 21. Dividendenausschüttung | 1.335.637,26 | ||
| 22. Bilanzgewinn | 21.143.026,59 |
Das Grundkapital der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG beträgt EUR 7.473.700,00 und ist in 7.473.700 Stück Aktien verbrieft. Die Gesellschaft hat Ihren Sitz in Gräfelfing. Sie ist im Handelsregister der Stadt München unter der Nr. HRB 123 141 eingetragen.
Der Jahresabschluss der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG für das Geschäftsjahr 2021 ist nach den allgemeinen und den für Wertpapierinstitute geltenden Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB), den einschlägigen Vorschriften des Aktiengesetzes (AktG) und der Rechnungslegungsverordnung für Kreditinstitute (RechKredV) erstellt.
Für die Erstellung des Jahresabschlusses waren die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.
Die Barreserve, die Forderungen an Kreditinstitute und Forderungen an Kunden sind mit dem Nennwert ausgewiesen. Letztere sind abzüglich einer gegebenenfalls notwendigen Risikovorsorge bewertet.
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere sowie Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere des Anlagebestandes werden mit den Anschaffungskosten oder dem niedrigeren Marktwert bewertet.
Beteiligungen werden nach dem gemilderten Niederstwertprinzip zu den Anschaffungskosten bewertet.
Die Wertpapiere des Handelsbestandes werden mit den Marktpreisen abzüglich eines Value at Risk-Abschlages, der von historischen Kursen der letzten 100 Tage ausgeht, eine Haltedauer von drei Tagen impliziert und ein Konfidenzniveau von 99% verwendet, bewertet. Der absolute Betrag des Value at Risk-Abschlages für die Wertpapierdepots beträgt TEUR 219. Der absolute Betrag des Value at Risk-Abschlages für die Aufgabegeschäfte zum 31.12.2021 beträgt TEUR 8. Auf ausländische Währung lautende Wertpapiere wurden zum Devisenkassamittelkurs umgerechnet. In Bezug auf die Kriterien der Zuordnung zum Handelsbuch (Definition der Handelsabsicht) haben sich gegenüber dem Vorjahr keine Änderungen ergeben.
Das Sachanlagevermögen sowie die immateriellen Anlagewerte werden mit den Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen bewertet. Diese werden unter Zugrundelegung der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer von drei bis dreizehn Jahren nach der linearen Methode berechnet.
Auf die Anlagenzugänge wird die Abschreibung zeitanteilig für den Monat der Anschaffung und die Folgemonate berechnet. Seit dem Jahr 2018 werden Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten unter EUR 800 (von 2010 bis 2017 EUR 410) gemäß § 6 Abs. 2 EStG im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben.
Sonstige Vermögengegenstände sowie Rechnungsabgrenzungsposten sind mit dem Nennwert bzw. zum Barwert bewertet.
Der Aktive Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung beinhaltet die Verrechnung des Aktivwerts aus der Rückdeckungsversicherung mit der Pensionsrückstellung und wurde entsprechend den nach versicherungsmathematischen Grundsätzen durch die von den Versicherungen ermittelten beizulegenden Zeitwerten angesetzt. Die Ansprüche aus den Rückdeckungsversicherungen sind an die Pensionsberechtigten verpfändet und dementsprechend dem Zugriff aller anderen Gläubiger entzogen. Die Rückstellungen für Pensionen werden in handelsrechtlich zulässiger Höhe ausgewiesen.
Als versicherungsmathematische Bewertungsmethode für die Pensionsrückstellungen wurde die "projected unit credit method" angewandt. Gemäß § 253 Abs. 2 S.2 HGB wurde das Wahlrecht in Anspruch genommen, ein für den Gesamtbestand durchschnittlichen Marktzinssatz auf eine angenommene Restlaufzeit von 15 Jahren anzuwenden. Als weitere versicherungsmathematische Annahmen lagen die Richttafeln 2018G von Klaus Heubeck, ein künftiger Rententrend von 1,35 % sowie ein Zinsfuß von 1,87 % zugrunde. Es wurde pflichtgemäß der Durchschnittszins der letzten zehn Jahre angesetzt. Die Gesellschaft hat von ihrem Wertbeibehaltungswahlrecht gemäß Artikel 67 Abs. 1 Satz 1 EGHGB Gebrauch gemacht. Der Betrag der Unterdeckung aufgrund von BilMoG beträgt TEUR 87 und wird über 15 Jahre in gleichbleibenden Beträgen (TEUR 5,8) aufgelöst.
Der Unterschiedsbetrag gemäß § 253 Absatz 6 HGB zwischen dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden Durchschnittszinssatzes aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren und dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden Durchschnittszinssatzes aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren betrug zum Bilanzstichtag TEUR 146.
Die Werte für Verbindlichkeiten entsprechen dem Erfüllungsbetrag.
Die anderen Rückstellungen wurden mit dem nach kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag im Einzelfall gebildet. Sie sichern erkennbare Risiken in ausreichender Höhe ab.
Dividendenerträge aus Aufgabegeschäften und Eigenhandelsbeständen werden nicht wie Dividendenerträge aus Beteiligungen unter der Position Laufende Erträge, sondern in den Positionen Ertrag/Aufwand des Handelsbestandes ausgewiesen.
Die Gesellschaft hat vom Wahlrecht nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB keinen Gebrauch gemacht und verzichtet auf den Ansatz aktiver latenter Steuern.
Die Barreserve enthält neben dem Kassenbestand in Höhe von TEUR 1 ein täglich fälliges Guthaben bei der Deutschen Bundesbank in Höhe von TEUR 5.527.
Die täglich fälligen Forderungen an Kreditinstitute beinhalten sowohl täglich fällige Guthaben bei inländischen Kreditinstituten (TEUR 29.740), inklusive Tages- und Monatsgelder, als auch Courtage (TEUR 177). Darüber hinaus sind Forderungen aus Wertpapierverkäufen aktiviert (TEUR 1.027).
Sämtliche Forderungen haben eine Restlaufzeit von bis zu drei Monaten.
Bei den Forderungen in Höhe von TEUR 462 handelt es sich um Forderungen aufgrund von Dienstleistungen im Rahmen der Kapitalmarktbetreuung. Im Geschäftsjahr wurden Einzelwertberichtigungen auf Forderungen in Höhe von TEUR 13 vorgenommen.
Die Forderungen haben eine Restlaufzeit von bis zu drei Monaten.
Der Posten beinhaltet Wertpapiere des Anlagevermögens i.H.v. TEUR 4. In diesem Posten sind keine Wertpapiere in Fremdwährungen enthalten.
Die Entwicklung der Wertpapiere des Anlagevermögens ist im Anlagespiegel dargestellt.
Die Handelsaktiva beinhalten börsennotierte Wertpapiere in Höhe von TEUR 27.344. Der Betrag setzt sich zusammen aus Schuldverschreibungen (TEUR 10.021) sowie Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren (TEUR 17.330). In der Position Schuldverschreibungen enthalten ist ein Hedge aus zwei Anleihen (Bundesland Nordrhein-Westfalen/Stadt Hamburg) mit einem Bilanzansatz von insgesamt TEUR 6.316 und einer entsprechenden Zahl von Bund Future Kontrakten. Durch VAR-Abschläge auf Aufgabepositionen, die zu einem unrealisierten Gewinn führen, kommt es im Geschäftsjahr zu negativen Gewinnen aus Aufgabegeschäften. Diese werden in Höhe von TEUR 6 von den Handelsaktiva abgezogen. Die zum 31.12.2021 gehaltenen Schuldverschreibungen laufen überwiegend in den nächsten Jahren aus. Der gesamte Bestand an Schuldverschreibungen ist börsennotiert.
In diesem Posten ist ein Anteil von TEUR 230 an Fremdwährungen enthalten. Die Summe der auf Fremdwährung lautenden Vermögensgegenstände der Aktivseite beträgt TEUR 230.
Die Gesellschaft hält eine 13,1 %ige Beteiligung an der nicht börsennotierten SRH Alster-Research AG, Hamburg. Das Eigenkapital der SRH AlsterResearch AG beträgt zum 31.12.2020 TEUR 117.
Daneben besteht eine 1,0 %ige Beteiligung an der nicht börsennotierten nextmarkets AG, Köln.
Die Entwicklung des Finanzanlagevermögens ist im Anlagespiegel dargestellt. Es bestehen keine Forderungen gegen Beteiligungsunternehmen.
Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres ist in dem als Anlage zum Anhang beigefügten Anlagenspiegel dargestellt.
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| ANSCHAFFUNGSKOSTEN | ABSCHREIBUNGEN | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Anschaffungskosten | Stand 01.01.2021 EURO |
Zugänge EURO |
Abgänge EURO |
Umbuchungen EURO |
Stand 31.12.2021 EURO |
Stand 01.01.2021 EURO |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| I. Immaterielle Vermögengsgegst. entgeltlich erworben | ||||||
| 1. Gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte | 1.512.533,72 | 4.070,27 | 0,00 | 0,00 | 1.516.603,99 | 1.018.014,30 |
| Summe immat. Vermögensgegenstände | 1.512.533,72 | 4.070,27 | 0,00 | 0,00 | 1.516.603,99 | 1.018.014,30 |
| II. Sachanlagen | ||||||
| 1. Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grund | 164.338,70 | 36.314,11 | 0,00 | 0,00 | 200.652,81 | 98.045,00 |
| 2. Technische Anlagen und Maschinen | 1.067.399,98 | 84.013,25 | 0,00 | 0,00 | 1.151.413,23 | 751.351,55 |
| 3. Andere Analgen, Betriebs- und Geschäftsausstattungen | 270.888,36 | 31.242,61 | 0,00 | 0,00 | 302.130,97 | 160.890,79 |
| Summe Sachanlagen | 1.502.627,04 | 151.569,97 | 0,00 | 0,00 | 1.654.197,01 | 1.010.287,34 |
| III. Finanzanlagen | ||||||
| 1. Beteiligungen | 32.611,33 | 751.616,00 | 0,00 | 0,00 | 784.227,33 | 17.610,82 |
| 2. Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere | 16.173,68 | 2.501,99 | 14.505,87 | 0,00 | 4.169,80 | 0,00 |
| 3. Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| Summe Finanzanlagen | 48.785,01 | 754.117,99 | 14.505,87 | 0,00 | 788.397,13 | 17.610,82 |
| Summe Anlagevermögen gesamt | 3.063.945,77 | 909.758,23 | 14.505,87 | 0,00 | 3.959.198,13 | 2.045.912,46 |
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| ABSCHREIBUNGEN | BUCHWERTE | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Anschaffungskosten | Zugänge EURO |
Abgänge EURO |
Umbuchungen EURO |
Stand 31.12.2021 EURO |
Stand 01.01.2021 EURO |
Stand 31.12.20 EURO |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| I. Immaterielle Vermögengsgegst. entgeltlich erworben | ||||||
| 1. Gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte | 159.424,69 | 0,00 | 0,00 | 1.177.438,99 | 494.519,42 | 339.165,00 |
| Summe immat. Vermögensgegenstände | 159.424,69 | 0,00 | 0,00 | 1.177.438,99 | 494.519,42 | 339.165,00 |
| II. Sachanlagen | ||||||
| 1. Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grund | 42.115,81 | 0,00 | 0,00 | 140.160,81 | 66.293,70 | 60.492,00 |
| 2. Technische Anlagen und Maschinen | 186.276,68 | 0,00 | 0,00 | 937.628,23 | 316.048,43 | 213.785,00 |
| 3. Andere Analgen, Betriebs- und Geschäftsausstattungen | 34.807,18 | 0,00 | 0,00 | 195.697,97 | 109.997,57 | 106.433,00 |
| Summe Sachanlagen | 263.199,67 | 0,00 | 0,00 | 1.273.487,01 | 492.339,70 | 380.710,00 |
| III. Finanzanlagen | ||||||
| 1. Beteiligungen | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 17.610,82 | 15.000,51 | 766.616,51 |
| 2. Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 16.173,68 | 4.169,80 |
| 3. Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| Summe Finanzanlagen | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 17.610,82 | 31.174,19 | 770.786,31 |
| Summe Anlagevermögen gesamt | 422.624,36 | 0,00 | 0,00 | 2.468.536,82 | 1.018.033,31 | 1.490.661,31 |
Die Sonstigen Vermögensgegenstände beinhalten im Wesentlichen Forderungen gegenüber dem Finanzamt aus Gewerbe- und Körperschaftsteuer für das Jahr 2021 (TEUR 1.864), einen Aktivwert aus einer Rückdeckungsversicherung (TEUR 96), sowie sonstige Forderungen in Höhe von (TEUR 90). Darüber hinaus betreffen sie die Kautionen für die Büroräume in Gräfelfing, Berlin und Hamburg, für Räume in Frankfurt und die Kaution für die Johannesburg Stock Exchange (TEUR 40).
Bei den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten handelt es sich in erster Linie um Vorauszahlungen für Versicherungsbeiträge, EDV-Kosten einschließlich Wartung, Investor Relations sowie um vorausbezahlte Kosten für Informationsdienste.
Die Aktivwerte aus der Rückdeckungsversicherung (TEUR 1.000), die den beizulegenden Zeitwert darstellen, wurden mit den Pensionsrückstellungen (TEUR 701) verrechnet. Daraus ergibt sich ein aktivischer Überhang i.H.v. TEUR 299.
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| 31.12.2021 TEUR |
31.12.2020 TEUR |
|
|---|---|---|
| Beizulegender Zeitwert der verrechneten Vermögensgegenstände | 1.000 | 989 |
| Erfüllungsbetrag der verrechneten Schulden | 701 | 669 |
| Ausweis aktivischer Unterschiedsbetrag | 299 | 319 |
| Verrechnete Aufwendungen und Erträge | -20 | -18 |
Aufgrund der durch das BilMoG geänderten Bewertungsgrundlagen wäre im Jahr 2010 eine Zuführung zur der Pensionsrückstellung in Höhe von TEUR 87 erforderlich gewesen. Im Geschäftsjahr wurde jedoch wie im Vorjahr nur die Mindestansammlung von 1/15 des zuzuführenden Betrages als Aufwand (TEUR 4) erfasst. Pflichtgemäß wurde der Durchschnittszins der letzten zehn Jahre angesetzt.
Bei einem Planvermögen unterschreitet der Gesamtwert des Deckungsvermögens den Buchwert der dazugehörigen Schulden. Der Ausweis erfolgt unter Pensionsrückstellungen.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten beinhalten Verbindlichkeiten aus der Börsengeschäftsabwicklung für den Monat Dezember (TEUR 22) und Verbindlichkeiten aus Courtagen (TEUR 6).
Sämtliche Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten haben eine Restlaufzeit von bis zu drei Monaten.
Die Gesellschaft hat im Geschäftsjahr zwei börsennotierte Umtauschanleihen im Gesamtwert von TEUR 12.837 begeben, die gemäß den Anleihebedingungen in den Jahren 2023 und 2024 nicht in Geld, sondern in bestimmten Aktien zurückzuzahlen sind.
Die Handelspassiva beinhalten börsennotierte Wertpapiere in Höhe von TEUR 2.036. Ferner sind unrealisierte Verluste aus Aufgabegeschäften i.H.v. TEUR 1 enthalten. In den Handelspassiva ist ein Anteil von TEUR 11 an Fremdwährungen enthalten.
Die Verbindlichkeiten resultieren im Wesentlichen aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (TEUR 988), Darlehen (TEUR 129) Verbindlichkeiten aus Lohn- und Kirchensteuer (TEUR 91), Umsatzsteuer (TEUR 91) und Sozialversicherungsbeiträgen für den Monat Dezember 2021 (TEUR 15).
In den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ist ein Betrag in Höhe von TEUR 2 an Fremdwährungen enthalten. Zusammen mit dem unter den Handelspassiva ausgewiesenen Fremdwährungsanteil von TEUR 11 ergibt sich als Summe der auf Fremdwährung lautenden Verbindlichkeiten ein Betrag von insgesamt TEUR 13.
Die sonstigen Verbindlichkeiten haben eine Restlaufzeit von bis zu drei Monaten.
Die Aktivwerte aus der Rückdeckungsversicherung (TEUR 517), die den beizulegenden Zeitwert darstellen, wurden mit den Pensionsrückstellungen (TEUR 996) verrechnet. Daraus ergibt sich ein passivischer Überhang i.H.v. TEUR 478.
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| 31.12.2021 TEUR |
31.12.2020 TEUR |
|
|---|---|---|
| Beizulegender Zeitwert der verrechneten Vermögensgegenstände | 517 | 485 |
| Erfüllungsbetrag der verrechneten Schulden | 996 | 916 |
| Ausweis Pensionsrückstellungen | 478 | 431 |
| Verrechnete Aufwendungen und Erträge | 47 | -103 |
Aufgrund der durch das BilMoG geänderten Bewertungsgrundlagen wäre im Jahr 2010 eine Zuführung zur der Pensionsrückstellung in Höhe von TEUR 87 erforderlich gewesen. Im Geschäftsjahr wurde jedoch wie im Vorjahr nur die Mindestansammlung von 1/15 des zuzuführenden Betrages als Aufwand (TEUR 2) erfasst.
Die Berechnung ergab im Geschäftsjahr einen Steueraufwand für Ertragsteuern in Höhe von TEUR 6.588. Der Steueraufwand konnte in vollem Umfang mit den geleisteten Vorauszahlungen i. H. von TEUR 8.452 verrechnet werden. Die in der Bilanz ausgewiesenen Steuerrückstellungen von TEUR 576 betreffen das Jahr 2020.
Die anderen Rückstellungen von TEUR 7.593 beinhalten im Wesentlichen Boni (TEUR 5.568) und Sondervergütung Vorstände (TEUR 1.516), sowie Rückstellungen für ausstehenden Urlaub (TEUR 154), Abschluss- und Prüfungskosten (TEUR 101) und Aufsichtsratsvergütungen (TEUR 72). Darüber hinaus sind ausstehende Rechnungen von (TEUR 80), einschließlich EdW-Beitrag von TEUR 56, eine Gehaltsrückstellung für einen ausgeschiedenen Mitarbeiter aufgrund eines laufenden Prozesses (TEUR 38), sowie Beiträge zur Berufsgenossenschaft (TEUR 20) und Zinsaufwand für die mwb-Anleihe (TEUR 26) enthalten.
Die Rückstellung aufgrund von Aufbewahrungspflichten von Geschäftsunterlagen (TEUR 18) wurde im laufenden Geschäftsjahr angepasst.
Die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG führte im Geschäftsjahr 2021 dem Fonds gemäß § 340e Abs. 4 HGB TEUR 3.374 zu, um im Fonds für allgemeine Bankrisiken 50% des durchschnittlichen Handelsergebnisses der letzten fünf Jahre zu erreichen. Der Fonds nach § 340e Abs. 4 HGB dotiert zum 31.12.2021 mit TEUR 14.018.
Das gezeichnete Kapital in Höhe von EUR 7.473.700,00 ist eingeteilt in 7.473.700 nennwertlose Aktien mit einem rechnerischen Wert von EUR 1,00. Sämtliche Aktien sind Inhaberaktien.
Am Bilanzstichtag befanden sich 15.000 eigene Aktien im Depot. Der Nennwert der eigenen Aktien wurde vom gezeichneten Kapital abgesetzt.
Insgesamt wurden im Jahr 2021 249.493 Aktien (dies entspricht einem Anteil von 3,34 % am Grundkapital) gekauft und 255.077 Aktien (dies entspricht einem Anteil am Grundkapital von 3,41 %) verkauft.
Der durchschnittliche Erwerbskurs belief sich im Geschäftsjahr 2021 auf EUR 14,04 der durchschnittliche Verkaufskurs auf EUR 14,21. Die Erträge und Aufwendungen aus dem Unterschied zwischen An- und Verkaufspreis der eigenen Aktien werden über die Kapitalrücklage verrechnet.
Die Käufe und Verkäufe wurden während des Geschäftsjahres wie folgt getätigt:
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| Kauf Stück | Verkauf Stück | |
|---|---|---|
| Januar | 38.939 | 52.244 |
| Februar | 13.749 | 14.467 |
| März | 24.000 | 26.271 |
| April | 22.064 | 21.574 |
| Mai | 13.706 | 13.781 |
| Juni | 5.834 | 5.910 |
| Juli | 44.250 | 46.290 |
| August | 20.436 | 19.699 |
| September | 35.575 | 22.729 |
| Oktober | 11.462 | 10.873 |
| November | 10.446 | 10.363 |
| Dezember | 9.032 | 10.876 |
| 249.493 | 255.077 |
Der Bestand an eigenen Aktien entspricht einem Nennwert von EUR 15.000. Dies wiederum entspricht 0,2 % am Grundkapital.
Die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG wurde in der Hauptversammlung vom 10. Juli 2018 ermächtigt, bis zum 9. Juli 2023 eigene Aktien zum Zwecke des Wertpapierhandels mit der Maßgabe zu erwerben, dass der Handelsbestand der zu diesem Zweck zu erwerbenden Aktien 5 % des Grundkapitals am Ende eines jeden Tages nicht übersteigen darf.
Im Geschäftsjahr machte die Gesellschaft von ihrer Ermächtigung zum Erwerb eigener Anteile zum Zwecke des Wertpapierhandels Gebrauch.
Es ergibt sich eine Kapitalrücklage zum 31. Dezember 2021 i.H.v. TEUR 1.844. Der Anstieg um TEUR 115 resultiert im Berichtsjahr aus einen Verkaufsgewinn eigener Aktien in Höhe von TEUR 221 sowie einem Saldo aus Hinzurechnungen und Abzugsposten aus dem Zugang/Abgang von eigenen Anteilen zu Anschaffungskosten i. H.v. TEUR 106.
Zum Bilanzstichtag ging die Gesellschaft schwebende Geschäfte in Form von Aufgabegeschäften für Kaufpositionen und Verkaufspositionen ein. Die Handelsvolumina (bewertet zu Schlusskursen am letzten Handelstag im Dezember 2021) belaufen sich auf TEUR 40 für Kauf- und TEUR 38 für Verkaufspositionen. Nicht realisierte Gewinne und Verluste aus diesen Positionen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung nach Berücksichtigung eines Value at Risk-Abschlages im Ergebnis des Handelsbestands erfasst.
Im Zinsaufwand sind verrechnete Aufwendungen und Erträge gemäß § 285 Nr. 25 HGB in Höhe von TEUR 9 enthalten. Diese ergeben sich aus Erträgen aus der Rückdeckungsversicherung von TEUR 45 und Aufwendungen aus der Abzinsung der Pensionsrückstellung von TEUR 36.
Die Provisionserträge beinhalten im Wesentlichen Courtageerträge (TEUR 6.956), sowie Platzierungsprovisionen (TEUR 299), Provisionen aus Aktienlistings (TEUR 384), Provisionen aus Vermittlungsleistungen (TEUR 47) sowie sonstige Provisionen in Höhe von TEUR 3.040.
Im Handelsergebnis (Differenz aus Ertrag und Aufwand des Handelsbestandes) sind sowohl das Ergebnis aus den Geschäften, die über unsere Handelsdepots (TEUR 38.571) abgewickelt werden, als auch die Kursdifferenzen aus Aufgabegeschäften (TEUR 7.249) enthalten.
Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten überwiegend Gutschriften für frühere Jahre i. H. von TEUR 66, Sachbezüge (TEUR 32), Entschädigungszahlungen (TEUR 14, davon TEUR 3 aus Versicherungen) und Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen (TEUR 10). Darüber hinaus wurden Mieteinnahmen (TEUR 18), Erlöse für die Nutzung von Hybridfahrzeugen (TEUR 6), Rückvergütungen (TEUR 2) und Erstattungen nach dem AAG (TEUR 2), Erlöse aus dem Finanzanlagenverkauf (TEUR 2) sowie Zinserträge aus Steuererstattungen (TEUR 1) erfasst.
Die Personalaufwendungen i.H.v. TEUR 13.538 beinhalten neben den Aufwendungen für Löhne und Gehälter, Boni, Prämien und gesetzlichem sozialen Aufwand die Aufwendungen für Altersversorgung in Höhe von TEUR 98.
Bei den anderen Verwaltungsaufwendungen handelt es sich hauptsächlich um Börsen-/ Bankenabwicklungsgebühren (TEUR 8.874), EDV-Kosten (TEUR 2.120), Kosten für Wertpapier-Informationsdienste (TEUR 1.706) und XETRA-Gebühren (TEUR 633). Als weitere Posten wären hier Aktieneinführungsgebühren (TEUR 660), Rechts- und Beratungskosten (TEUR 505), Internet- und Leitungskosten (TEUR 371), Raumkosten (TEUR 324), Kosten für das Orderabwicklungs- und Handelsunterstützungssystem (TEUR 287), Kosten für das Handelssystem Max-One (TEUR 154), Kosten für Börsenzulassungen (TEUR 146), Buchführungs-, Abschluss- und Prüfungskosten (TEUR 132), sowie Kosten für Investor Relations und Werbung (TEUR 98) zu nennen.
Die Abschreibungen wurden linear in Anlehnung an die allgemein gültigen Afa-Tabellen vorgenommen und betragen im Berichtszeitraum TEUR 423.
Im laufenden Geschäftsjahr wurden Forderungen aus früheren Jahren in Höhe von TEUR 24 aufgrund von Stornierung abgeschrieben.
Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag entfallen mit TEUR -19 auf das erfolgswirksam vereinnahmte Körperschaftsteuer- und Gewerbesteuerguthaben sowie mit TEUR 6.588 auf das zu versteuernde Einkommen.
Zu Vorstandsmitgliedern der Gesellschaft waren im Berichtsjahr bestellt:
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| ― | Herr Franz Christian Kalischer, Hamburg, Diplom Kaufmann |
| ― | Herr Kai Jordan, Hamburg, Bankkaufmann |
| ― | Herr Carsten Bokelmann, Frankfurt, Diplom-Kaufmann |
Die Gesamtbezüge der Vorstandsmitglieder beliefen sich im Geschäftsjahr 2021 auf TEUR 2.127.
Hierin sind geldwerte Vorteile z.B. für Dienstwagen und doppelte Haushaltsführung in Höhe von TEUR 25 enthalten.
Herr Carsten Bokelmann ist Mitglied des Aufsichtsrats der Bayerische Börse AG, München.
Dem Aufsichtsrat der Gesellschaft gehörten zum 31.12.2021 folgende Personen an:
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| ― | Herr Michael Wilhelm, Wirtschaftsprüfer/Steuerberater, WAPAG GmbH, Vorsitzender |
| ― | Herr Thomas Mühlbauer, Bankkaufmann, stellvertretender Vorsitzender |
| ― | Herr Hendrik Janssen, Diplom Ökonom, BÖAG Börsen AG |
Die Gesamtbezüge der Mitglieder des Aufsichtsrats betrugen TEUR 72.
Herr Hendrik Janssen ist stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates der vwd Transaction-Solutions AG, Frankfurt am Main und Mitglied des Aufsichtsrates der ICF Systems AG, Frankfurt am Main (seit April 2021). Bis September 2021 war Herr Janssen Mitglied des Aufsichtsrates der ICF Bank AG, Frankfurt am Main.
Herr Wilhelm und Herr Mühlbauer hatten neben dem Aufsichtsratsmandat bei der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG keine weiteren Aufsichtsratsmandate oder ähnliches inne.
Der Vorstand ist in der Hauptversammlung vom 10.07.2018 ermächtigt worden, mit Zustimmung des Aufsichtsrates das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 09. Juli 2023, einmal oder mehrmals um bis zu TEUR 3.737 durch Ausgabe neuer auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen mit Gewinnberechtigung ab Beginn des im Zeitpunkt der Ausgabe laufenden Geschäftsjahres zu erhöhen.
Der Vorstand kann mit Zustimmung des Aufsichtsrates hierfür das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre gemäß den gesetzlichen Bestimmungen ausschließen. Dies gilt insbesondere, sofern die Kapitalerhöhung aus genehmigtem Kapital zum Zwecke des Erwerbs von Unternehmen oder Beteiligungen an anderen Unternehmen erfolgt.
Die durchschnittliche Anzahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Mitarbeiter -ohne Vorstandsmitglieder -beträgt:
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| Büro Hamburg | 21 |
| Büro Gräfelfing | 15 |
| Büro Berlin | 10 |
| Büro Frankfurt | 13 |
| Büro Hannover | 3 |
Zum 31.12.2021 beschäftigte die Gesellschaft inklusive der Vorstandsmitglieder insgesamt 65 Mitarbeiter.
Die BÖAG Börsen AG, Hamburg, ist zu 25,1 % an der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG beteiligt. Die FMNP Beteiligungs GmbH, Gräfelfing, hält 19,8 % der Anteile.
Die Posovatz Verwaltungs GbR, an der Herr Posovatz zu 50 % beteiligt ist, hält unmittelbar 6,4 % der Anteile an der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG.
Herr Kalischer hält 7,43 % und Herr Mühlbauer 1,8 % der Anteile an der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG.
Die übrigen Gründungsmitglieder der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG halten zwischen 5 % und 10 % der Anteile.
Herr Wilhelm sowie Herr Janssen halten zum 31. Dezember 2021 keine Aktien der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG.
Zum Bilanzstichtag bestanden sonstige Verpflichtungen aus laufenden Mietverträgen, aus Verträgen mit Wertpapierinformationsdiensten, aus Verträgen bezüglich des Orderabwicklungs- und Handelsunterstützungssystems, aus Verträgen über Werbekampagnen und Leitungsnetzen in folgender Höhe und Fälligkeit:
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| fällig 2022 | TEUR | 3.942 |
| TUSD | 414 | |
| TGBD | 16 | |
| fällig 2023 | TEUR | 1.355 |
| TUSD | 229 | |
| TGBD | 0 | |
| fällig 2024 | TEUR | 873 |
| TUSD | 1 | |
| TGBD | 0 |
Im Geschäftsjahr fallen als Honorar für die Abschlussprüfung TEUR 95 an. Die mwb fairtrade ist nur in sehr geringem Umfang vorsteuerabzugsberechtigt, daher wurde das Honorar als Bruttobetrag inklusive Mehrwertsteuer angegeben.
Die Finanzbuchhaltung ist an die flatexDEGIRO AG, Frankfurt am Main, ausgelagert.
Die flatexDEGIRO AG erbringt neben der Finanzbuchhaltung Dienstleistungen im Zusammenhang mit der Erstellung von Meldungen gemäß KWG(bis 25.06.2021) und WpIG (ab 26.06.2021), der Geld- und Stückebuchhaltung sowie des Handels- und Positionsführungssystems Tradix und der Bereitstellung von Infrastruktur im Handelsbereich.
Den Betrieb der Limitkontrollsysteme und des zentalen Marktdatensystems sowie des Betriebs von Xetra und Xontro wurde an die Oraise GmbH, Bremen, ausgelagert.
Die Interne Revision wurde ausgeführt von der Mazars GmbH & Co. KG, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Steuerberatungsgesellschaft, Hamburg.
Die Gesellschaft hat Auslagerungsverträge bezüglich der Erbringung der Anlagevermittlung mit folgenden gebundenen Vermittlern im Geschäftsjahr unterhalten:
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| ― | First Berlin Securities Brokerage FBSB GmbH, Berlin |
| ― | Solventis Wertpapierhandelsgesellschaft mbH, Mainz |
| ― | Christian Gerdes, Hamburg |
| ― | Koch Wertpapierhandels GmbH, München |
| ― | Resource Trading Group RTG Deutschland GmbH, Frankfurt am Main |
Der Vorstand schlägt vor, aus dem zum 31. Dezember 2021 ausgewiesenen Bilanzgewinn in Höhe von TEUR 20.123 eine Dividende zwischen 1,30 Euro und 1,50 Euro je dividendenberechtigter Aktie auszuschütten. Dies entspricht für den Fall, dass alle 7.473.700 Aktien ausstehend sind, einem Ausschüttungsbetrag zwischen TEUR 9.716 und TEUR 11.211. Der verbleibende Rest soll auf neue Rechnung vorgetragen werden.
Wesentliche Vorgänge nach dem 31. Dezember 2021 haben sich nicht ergeben.
Gräfelfing, den 31. März 2022
Carsten Bokelmann
Kai Jorda
Franz Christian Kalischer
An die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG, Gräfelfing
Wir haben den Jahresabschluss der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG, Gräfelfing - bestehend aus Bilanz zum 31. Dezember 2021 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Anhang einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft.
Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
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| ― | entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2021 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 und |
| ― | vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. |
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.
Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben.
Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt.
Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen:
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| ― | die übrigen Teile des Geschäftsberichts, mit Ausnahme des geprüften Jahresabschlusses und Lageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks. |
Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
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| ― | wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnisse aufweisen oder |
| ― | anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen. |
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.
Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
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| ― | identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. |
| ― | gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben. |
| ― | beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. |
| ― | ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. |
| ― | beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. |
| ― | beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft. |
| ― | führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. |
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Frankfurt am Main, 11. Mai 2022
BDO AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
gez. Schmidt, Wirtschaftsprüfer
gez. Schmiederer, Wirtschaftsprüfer
Rottenbucher Straße 28
82166 Gräfelfing
Postfach 1644
82158 Gräfelfing
Tel. +49 89 85852-0
Fax +49 89 85852-505
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