AI Terminal

MODULE: AI_ANALYST
Interactive Q&A, Risk Assessment, Summarization
MODULE: DATA_EXTRACT
Excel Export, XBRL Parsing, Table Digitization
MODULE: PEER_COMP
Sector Benchmarking, Sentiment Analysis
SYSTEM ACCESS LOCKED
Authenticate / Register Log In

mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG

Annual Report Aug 25, 2020

4542_rns_2020-08-25_ea34f77d-9094-474c-a5ee-25af4c1e7a2c.html

Annual Report

Open in Viewer

Opens in native device viewer

mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG

Gräfelfing

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2019 bis zum 31.12.2019

Geschäftsbericht 2019

Auf einen Blick

scroll

2019 2018 +/-

in %
Provisionsüberschuss TEUR 4.687 TEUR 4.326 +8
Handelsergebnis TEUR 14.564 TEUR 12.709 +15
Personalaufwand TEUR 5.947 TEUR 5.564 +7
Andere Verwaltungsaufwendungen TEUR 10.648 TEUR 10.380 +3
Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit vor Zuführung zum "Fonds für allgemeine Bankrisiken" TEUR 2.427 TEUR 1.000 +143
Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit TEUR 1.929 TEUR 668 +189
Jahresüberschuss TEUR 1.736 TEUR 631 +175
Bilanzsumme TEUR 23.917 TEUR 22.681 +5
Eigenkapital TEUR 13.546 TEUR 12.329 +10
Ergebnis je Aktie 0,32 * 0,13 * +146
Mitarbeiter 59 57 +4

* Ergebnis je Aktie vor der Zuführung zum "Fonds für allgemeine Bankrisiken"

Die Gesellschaft

mwb fairtrade

Wertpapierhandelsbank AG

Rottenbucher Straße 28

82166 Gräfelfing

Tel. +49 89 85852-0

Fax +49 89 85852-505

[email protected]

www.mwbfairtrade.com

Amtsgericht München HRB 123141

ISIN mwb fairtrade-Aktie: DE0006656101

Börsenzulassungen

Börse München
Börse Berlin
Frankfurter Wertpapierbörse
Börse Hamburg
Börse Hannover
Börse Düsseldorf
Börse Stuttgart
Tradegate Exchange
Mitglied im Bundesverband der Wertpapierfirmen e.V.
Mitglied in der EdW Entschädigungseinrichtung der Wertpapierhandelsunternehmen
Gründungsmitglied des Interessenverbandes kapitalmarktorientierter kleiner und mittlerer Unternehmen e. V.

Brief an die Aktionäre

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

zum Ende des Jahrzehnts bescherten uns die Kapitalmärkte ein überraschend gutes Jahr. Nach den deutlichen Kursverlusten in 2018 erreichten viele Börsenindizes im Folgejahr neue Rekordmarken und sorgten für gute Stimmung bei den Anlegern. Der DAX verzeichnete 2019 ein sattes Plus von 25 Prozent, der Dow Jones schloss bei einem Fabelwert von 28.538 Punkten. Zweistellige Zuwächse erzielten auch andere Anlageklassen wie Edelmetalle und Immobilien.

Diese Trendwende kam in mancher Hinsicht überraschend. Zwar gab es durchaus positive Nachrichten, etwa die Annäherung der Handelsmächte USA und China oder den glimpflichen Verlauf der Brexit-Verhandlungen. Doch es blieben auch große Unsicherheitsfaktoren. Die Konjunkturdaten fielen in einigen Industrie- und Schwellenländern enttäuschend aus, die wichtige Automobilindustrie schwächelte und die Akteure an den Finanzmärkten litten weiterhin unter der Unberechenbarkeit. Nach wie vor reagierten die Anleger äußerst nervös und sprunghaft. Letztendlich war es eher ein geldpolitischer Impuls, der für die Kursrallye sorgte: Die Notenbanken gaben ihre zeitweise Zurückhaltung auf und fluteten die Märkte wieder mit Liquidität. Das reichlich vorhandene Kapital suchte sich wie ein Fluss einen Weg durch die Finanzlandschaft - und landete zum großen Teil in Aktien.

Für Skontroführer ergab sich damit ein Jahr mit sehr guten Handelsmöglichkeiten. Vor allem die hohe Volatilität sorgte für einen Anstieg der Orderaufträge und bescherte der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG ein deutlich verbessertes Jahresergebnis.

Ergebnisverbesserung übertrifft Erwartungen

Die Erwartungen des Vorstands wurden dabei in mehrerlei Hinsicht übertroffen. Vor allem der starke Anstieg des Handelsergebnisses um TEUR 1.855 auf TEUR 16.595 führte zur Ergebnisverbesserung, aber auch die solide Performance des Geschäftsfelds Corporates & Markets, die angesichts der Rahmenbedingungen überraschte.

Denn 2019 war eigentlich das schlechteste Jahr für Börsengänge seit der Finanzkrise 2009. Ganze drei Neuemissionen gab es von Januar bis Dezember an den deutschen Wertpapierbörsen.

Insgesamt lieferte Corporates & Markets einen Beitrag von 6 Prozent zum Gesamtergebnis - eine leichte Steigerung gegenüber dem Vorjahr. In den Bereichen Kapitalmarktgeschäft, Designated Sponsoring, Betreuung institutioneller Kunden, Sales und Orderausführung wurden TEUR 1.111 erwirtschaftet. Den Großteil der Summe steuerte die Platzierung einer fünfjährigen Unternehmensanleihe für den Münchner Immobilienentwickler "Euroboden" bei. Das Volumen lag bei 40 Mio. Euro. Es handelte sich um die bisher größte Transaktion, die wir in dem erst 2017 wiederbelebten Geschäftsfeld durchgeführt haben.

Das Kerngeschäftsfeld "Wertpapierhandel" entwickelte sich ebenfalls positiv. Neben dem bereits erwähnten Handelsergebnis verbesserte sich auch das Provisionsergebnis im Vorjahresvergleich von TEUR 4.326 auf TEUR 4.687. Die Skontroführung in Aktien machte hier den größten Anteil aus. Aber auch in der Skontroführung für Festverzinsliche Wertpapiere und für Offene Investmentfonds konnten wir äußerst zufriedenstellende Erlöse erzielen. Die Zahl der betreuten Orderbücher ist erneut gewachsen und hat mit 30.856 einen neuen Rekord erreicht. Vor allem unsere Tätigkeit als exklusiver Spezialist für Rentenskontren und Offene Investmentfonds an der Berliner Tradegate Exchange sichert unsere Position in diesen wichtigen Marktsegmenten. Auffallend ist vor allem, dass wir im Bereich Rentenhandel trotz anhaltender Nullzinspolitik und rückgängiger Handelsvolumina unsere Erlöse steigern konnten. Das heißt, die mwb fairtrade leistet selbst in einer derzeit schwierigen Anlageklasse als Skontroführer überzeugende Arbeit.

Kostendisziplin als Erfolgsfaktor

Wie man es von der mwb fairtrade bereits gewohnt ist, blieb die Kostensteigerung in Relation zu den höheren Erträgen unterproportional. Die Allgemeinen Verwaltungsaufwendungen beliefen sich 2019 auf TEUR 16.595 und lagen damit nur 4 Prozent höher als 2018 (TEUR 15.945). Der leichte Zuwachs ist vor allem auf die gestiegenen Personalaufwendungen zurückzuführen. Aufgrund höherer Bonuszahlungen gab es im Jahresvergleich einen Anstieg um TEUR 383 auf TEUR 5.947. Dagegen sind die anderen Verwaltungsaufwendungen mit TEUR 10.648 (Vorjahr TEUR 10.380) weitgehend stabil geblieben.

Das erfreuliche Verhältnis zwischen Aufwand und Ertrag bescherte uns ein sehr gutes Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit. Zum sechsten Mal in Folge verzeichnete die mwb fairtrade damit ein positives Resultat. Vor Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken lag das Ergebnis bei TEUR 2.427 - rund 143 Prozent über dem Vergleichszeitraum. Nach der Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken in Höhe von TEUR 498 blieb unter dem Strich ein Jahresergebnis von TEUR 1.929 und ein Jahresüberschuss von TEUR 1.736. Gegenüber dem Vorjahr bedeutete das fast eine Verdreifachung.

Im Fonds für allgemeine Bankrisiken, der aufsichtsrechtlich zum harten Kernkapital gezählt wird, befinden sich nun Rücklagen in Höhe von TEUR 6.786. Das reine Eigenkapital der mwb fairtrade AG lag zum 31. Dezember 2019 bei 13,5 Mio. Euro, was einer Eigenkapitalquote von 57 Prozent entspricht. Damit besitzt die Gesellschaft ein ausreichendes Finanzpolster für das Jahr 2020, in dem aufgrund der Corona-Krise der Ausgang noch ungewiss ist. Die liquiden Mittel der mwb fairtrade beliefen sich zum Bilanzstichtag auf 16,4 Mio. Euro. Insgesamt stieg die Bilanzsumme um TEUR 1.236 auf nunmehr TEUR 23.917.

Dividende steigt um das Dreifache

Die Aktienkurse fast aller Skontroführer und Finanzdienstleister haben sich 2019 fast vollständig vom Börsengeschehen abgekoppelt. Im Jahresverlauf sank der Kurs der mwb fairtrade-Aktie von € 2,74 auf € 2,03 - bei einer gleichzeitigen DAX-Performance von 25 Prozent. Das ist nur dadurch zu erklären, dass der Einbruch 2018 das Vertrauen der Anleger offensichtlich stärker erschüttert hat als erwartet. Bereits im 1. Quartal 2020 zeigten sich aber schon wieder Erholungstendenzen.

Am 20. Mai 2020 - unmittelbar vor Drucklegung dieses Geschäftsberichts - lag der Kurs auf Xetra bei € 4,28. Eine Entwicklung, die uns zuversichtlich stimmt. (Weitere Informationen zur mwb-Aktie lesen Sie im Kapitel "Investor Relations" auf Seite 10).

Auch wenn die Marktkapitalisierung der mwb fairtrade derzeit nicht so hoch ist wie gewünscht, halten wir an unserem Prinzip fest, die Treue der Aktionärinnen und Aktionäre zu belohnen. Zum fünften Mal hintereinander schütten wir 2019 eine Dividende aus. Entsprechend des Jahresgewinns fällt sie deutlich höher aus als noch im Vorjahr. Vorstand und Aufsichtsrat der Gesellschaft haben beschlossen, für das Geschäftsjahr eine Dividende innerhalb der Spanne von € 0,15 bis € 0,18 je dividendenberechtigter Aktie auszuschütten. Damit liegen wir mindestens beim Dreifachen dessen, was 2018 ausgezahlt wurde.

Der Grund dafür, warum wir wie in den Vorjahren nicht den kompletten Jahresgewinn ausschütten, ist einfach erklärt: Wir wissen, dass die Nervosität an den Finanzmärkten nach wie vor hoch ist und eine Performance, wie sie im Jahr 2019 möglich war, keineswegs selbstverständlich ist. Wie richtig diese Annahme war, zeigte sich schon im 1. Quartal 2020, als - bedingt durch die Ausbreitung des Coronavirus - erhebliche Einbrüche an den internationalen Börsen zu beobachten waren. Für solche Fälle muss die mwb fairtrade gerüstet sein und achtet aus Prinzip darauf, dass die Eigenkapitalsituation ausreicht, um auch größere Durststrecken zu überstehen.

Bei der Bewältigung solcher Herausforderungen steht uns ein bewährtes Team zur Seite, bei dem wir uns sehr herzlich für die gute Arbeit im Jahr 2019 bedanken. Ebenso gilt unser Dank den Kollegen im Aufsichtsrat und unseren treuen Geschäftspartnern sowie vor allem unseren Aktionärinnen und Aktionären. Wir freuen uns, wenn Sie die mwb fairtrade weiterhin begleiten.

Ich möchte an dieser Stelle auch nicht versäumen, mich nach 27 Jahren als Vorstand persönlich bei Ihnen zu verabschieden und danke zu sagen. Wenn ich Ende 2020 den Ruhestand antrete, werde ich das Schicksal "meiner" mwb fairtrade auch weiterhin mit wachem Interesse verfolgen.

Mit besten Grüßen

Thomas Posovatz Sprecher des Vorstands

Bericht des Aufsichtsrats

Sehr geehrte Damen und Herren,

der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2019 die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben wahrgenommen. Die Zusammenarbeit von Vorstand und Aufsichtsrat war von Vertrauen geprägt. Der Aufsichtsrat hat den Vorstand regelmäßig beraten und seine Tätigkeit sorgfältig überwacht. Der Vorstand hat dem Aufsichtsrat über die Unternehmensplanung, die Geschäftsentwicklung, die strategische Weiterentwicklung, das Risikomanagement sowie alle wichtigen Geschäftsvorfälle der Gesellschaft regelmäßig schriftlich und mündlich berichtet. Entscheidungen von grundlegender Bedeutung sind mit dem Aufsichtsrat besprochen und ihm zur Zustimmung vorgelegt worden.

Schwerpunkte der Beratungen im Aufsichtsrat

Im Geschäftsjahr 2019 fanden vier Aufsichtsratssitzungen am 18. März, 23. Mai, 19. September und 10. Dezember 2019 statt.

Gegenstand jeder Präsenzaufsichtsratssitzung waren die aktuelle geschäftliche Entwicklung der Gesellschaft und wichtige Geschäftsvorfälle. Soweit bei der Gesellschaft zustimmungsbedürftige Geschäfte anfielen, wurde der Aufsichtsrat hierüber vom Vorstand rechtzeitig in Kenntnis gesetzt und hat nach eigener Prüfung der Entscheidungsgrundlagen über die Zustimmung Beschluss gefasst.

Gegenstand der Aufsichtsratssitzung am 18. März 2019 waren die Vorlage und Erläuterung des vorläufigen Jahresabschlusses 2018 durch den Vorstand, die Besprechung der wirtschaftlichen Entwicklung der Gesellschaft im ersten Quartal 2019 sowie die Vorlage und Erläuterung der Jahresplanung 2019 durch den Vorstand.

In der Aufsichtsratssitzung am 23. Mai 2019 wurde der geprüfte und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehene Jahresabschluss zum 31. Dezember 2018 vom Vorstand vorgelegt, erläutert und durch den Aufsichtsrat geprüft. Der Jahresabschluss wurde vom Aufsichtsrat gebilligt und war somit festgestellt. Des Weiteren stimmte der Aufsichtsrat dem Vorschlag des Vorstands zu, aus dem im Jahresabschluss 2018 ausgewiesenen Bilanzgewinn in Höhe von € 3.408.108,27 eine Dividende in Höhe von € 0,05 je gewinnberechtigter Aktie auszuschütten und den Restbetrag auf neue Rechnung vorzutragen. Darüber hinaus wurden die wirtschaftliche Entwicklung im ersten Quartal sowie im April und Mai 2019 sowie die vom Vorstand vorgelegte Geschäftsstrategie der Gesellschaft gemeinsam erörtert. Ein weiteres Thema war die Diskussion und Beschlussfassung über die Einladungsbekanntmachung zur Hauptversammlung der Gesellschaft am 17. Juli 2019.

In der Aufsichtsratssitzung am 19. September 2019 berichtete der Vorstand über die wirtschaftliche Entwicklung der Gesellschaft im ersten Halbjahr 2019 und den Monaten Juli und August 2019 sowie über den aktuellen Stand der Weiterentwicklung des Kapitalmarktgeschäfts (Corporates & Markets).

In der Aufsichtsratssitzung am 10. Dezember 2019 berichtete der Vorstand über die wirtschaftliche Entwicklung der Gesellschaft in den ersten neun Monaten 2019 sowie in den Monaten Oktober und November 2019. Des Weiteren legte der Vorstand den "Validierungsbericht algorithmische Handelssysteme" 2019 vor und erläuterte den Stand der Umsetzung des jährlich durchzuführenden Selbstbeurteilungs- und Validierungsprozesses. Darüber hinaus wurde vom Vorstand der Bericht über das Vergütungssystem der Gesellschaft vorgelegt und gemeinsam erörtert.

Die Gesellschaft verfügt über ein wirksames Risikokontrollsystem, das die gesetzlichen Anforderungen erfüllt und nach Auffassung des Aufsichtsrates geeignet ist, eine effiziente Überwachung der Gesellschaft zu ermöglichen. Dem Aufsichtsrat wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr regelmäßig der vierteljährliche Bericht der Internen Revision vorgelegt, darüber hinaus der Jahresbericht 2018 der Internen Revision sowie der vierteljährliche Risikobericht gemäß MaRisk. Beanstandungen haben sich nicht ergeben. Ebenso wurde dem Aufsichtsrat der jährliche Bericht Compliance und Geldwäscheprävention vorgelegt und mit dem Vorstand erörtert. Es ergaben sich keine Einwendungen.

Jahresabschluss

Im Geschäftsjahr 2019 beläuft sich der operative Gewinn auf T€ 2.427 und liegt damit um T€ 1.427 deutlich über dem Vorjahresgewinn in Höhe von T€ 1.000. Hierbei stieg das Handelsergebnis gegenüber dem Vorjahr um 14,6% auf T€ 14.564 und das Provisionsergebnis gegenüber dem Vorjahreswert um 8,3 % auf T€ 4.687. Ursächlich für den Anstieg war ein erfreuliches Börsenjahr 2019. Das Geschäftsjahr 2019 schließt mit einem Jahresüberschuss in Höhe von T€ 1.736 und liegt damit um T€ 1.105 über dem Ergebnis des Vorjahres.

Der Fonds für allgemeine Bankrisiken nach § 340e Abs. 4 HGB beläuft sich nach einer erforderlichen Zuführung um T€ 498 im Geschäftsjahr 2019 auf T€ 6.786. Damit ist der Fonds entsprechend den gesetzlichen Vorgaben ausreichend dotiert.

Vorstand und Aufsichtsrat schlagen vor, an die Aktionäre eine Dividende von € 0,18 je Aktie auszuschütten. Dies entspricht einem Dividendenvolumen von T€ 1.345.

Dem Aufsichtsrat wurden der vom Vorstand aufgestellte Jahresabschluss 2019, der Lagebericht sowie der Prüfungsbericht der Wirtschaftsprüfer vorgelegt. Die vorgelegten Unterlagen wurden vom Aufsichtsrat geprüft.

Die zum Abschlussprüfer gewählte BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hamburg, hat den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2019 und den Lagebericht für das Geschäftsjahr 2019 unter Einbeziehung der Buchführung und unter Beachtung der entsprechenden gesetzlichen Vorschriften geprüft und einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. Der Abschlussprüfer hat gegenüber dem Aufsichtsrat eine Unabhängigkeitserklärung abgegeben und die im jeweiligen Geschäftsjahr angefallenen Prüfungs- und Beratungshonorare offengelegt. Der Abschlussprüfer hat in der Bilanzaufsichtsratssitzung am 20. Mai 2020 persönlich dem Aufsichtsrat berichtet. Die Ergebnisse der Prüfungen hat der Aufsichtsrat in der Bilanzaufsichtsratssitzung zur Kenntnis genommen und keine Einwände erhoben. Der Aufsichtsrat hat gemäß § 171 AktG den Jahresabschluss gebilligt. Der Jahresabschluss ist damit gemäß § 172 AktG festgestellt.

Der Aufsichtsrat spricht dem Vorstand und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Gesellschaft für ihre erfolgreiche Arbeit im abgelaufenen Geschäftsjahr besonderen Dank und Anerkennung aus.

Gräfelfing, den 20. Mai 2020

Für den Aufsichtsrat

Michael Wilhelm, Vorsitzender des Aufsichtsrats

Investor Relations

Informationen für unsere Aktionäre

Sogar in einem guten Börsenjahr wie 2019 blieben viele Investoren skeptisch. Offensichtlich traute man der mwb fairtrade und anderen Skontroführern nicht zu, in einem anspruchsvollen Kapitalmarktumfeld Gewinne zu erzielen. Nur so ist zu erklären, dass sich unser Aktienkurs im gesamten Jahresverlauf nicht erholen konnte. Der Schlusskurs lag am 30. Dezember 2019 bei € 2,03 und damit noch unter dem Wert von 2018, als das Wertpapier bei € 2,74 schloss. Das Ergebnis je Aktie stieg im direkten Jahresvergleich von € 0,13 auf € 0,32.

Lediglich im Januar 2019 gab es einen leichten Anstieg auf € 2,94, doch darauf folgte ein stetiger Abwärtstrend bis hin zum Jahrestief von € 1,86 im Oktober. Die wirtschaftspolitischen Unsicherheiten hatten hier wohl ein größeres Gewicht als die gute Entwicklung des Aktienmarktes. Dazu kam die eher symbolische Dividendenzahlung von € 0,05 im Juli 2019, die manchen Aktionär der mwb fairtrade enttäuscht haben könnte.

Ein ganz anderes Bild zeigt sich schon zwölf Monate später: Der gute Geschäftsverlauf erlaubt es uns, für das Jahr 2019 eine höhere Dividende auszuschütten. Sie wird sich im Bereich von € 0,15 bis € 0,18 je dividendenberechtigter Aktie bewegen - also in mindestens der dreifachen Größenordnung im Vergleich zum Vorjahr. Gleichzeitig zeigt auch unser Aktienkurs Erholungstendenzen. Ab Mitte April 2020 notiert er wieder über drei Euro.

Die nächste Hauptversammlung der mwb fairtrade AG findet am 15. Juli 2020 in München statt. Die Veranstaltung im ConferenceCenter München wird aus Gründen des Gesundheitsschutzes virtuell ohne Präsenz ausgetragen.

Lagebericht

der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG

1. Das wirtschaftliche und politische Umfeld im Geschäftsjahr 2019

Trotz der auch in 2019 anhaltenden Belastungsfaktoren für die Märkte, wie der Handelsstreit zwischen USA und China, der bevorstehende Austritt von Großbritannien aus der EU sowie die Angst vor einer weltweiten konjunkturellen Abkühlung verlief das Geschäfts- und insbesondere das Börsenjahr 2019 insgesamt erfreulich. Der wesentliche Grund dafür dürfte die hohe Liquidität als Folge der Niedrigzinspolitik der europäischen Zentralbank gewesen sein. Diese Politik bescherte der zehnjährigen Bundesanleihe zum Jahresultimo 2019 eine Rendite von - 0,187% und dem deutschen Aktienleitindex DAX eine Jahresperformance von 25,5 %. Ein Teil dieser positiven Entwicklung ist sicherlich ein Aufholprozess nach dem schwachen vierten Börsenquartal 2018. Der Index für mittelgroße Werte MDAX verzeichnete sogar einen Anstieg von rund 31%. Auch die gute Entwicklung der US-Börsen, der Dow Jones verzeichnete einen Anstieg von 23% der S&P 500 von 29% und der technologielastige NASDAQ Composite sogar einen Anstieg von knapp 36%, sind der US-amerikanischen Notenbank zu verdanken, die mit ihrer lockeren Geldpolitik für eine positive Stimmung sorgte und den Leitzins in 2019 insgesamt drei Mal senkte. Der japanische Leitindex Nikkei verzeichnete einen Anstieg von 18% und machte damit die Verluste des Vorjahres mehr als wett.

Neben den Aktien konnten auch eine Reihe von Rohstoffen mit ihrer Preisentwicklung glänzen, so insbesondere das Rohöl, das sich zwischen 28% (Brent Crude) und 37% (West Texas Intermediate) verteuerte sowie die Edelmetalle Gold, Silber, Platin und Palladium.

Das Börsen- und Geschäftsjahr 2020 begann so wie es 2019 geendet hatte. Die US-Börsen eilten von Rekord zu Rekord und auch der DAX schaffte im Januar ein Alltime-High, bevor sich in der zweiten Februarhälfte die schlechten Nachrichten über die sich weltweit ausbreitende Corona-Virus-Epidemie häuften und zu zum Teil dramatischen Korrekturen an den Börsen rund um den Globus führten. Trotzdem haben diese Vorgänge, die nach Schluss des Geschäftsjahres eingetreten sind, keine Auswirkungen auf den Jahresabschluss 2019 und beeinflussen auch nicht das Bild, das der Abschluss zum Abschlussstichtag vermittelt.

2. Die rechtliche und organisatorische Struktur der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG

Die 1993 gegründete mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG ist ein Kreditinstitut im Sinne des KWG (Gesetz über das Kreditwesen). Neben der Erlaubnis für das Finanzkommissionsgeschäft sowie das Emissions- und Platzierungsgeschäft verfügt die Gesellschaft über die Erlaubnis zur Anlage- und Abschlussvermittlung, zur Anlageberatung und -verwaltung sowie zum Eigenhandel und Eigengeschäft. Sie kann ihre Geschäftstätigkeit auch auf finanzinstrumentähnliche Börsengüter und andere Geschäftsfelder erweitern, die von Wertpapierdienstleistungsunternehmen wahrgenommen werden, soweit keine Erlaubnis nach dem Kreditwesengesetz erforderlich ist. Die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG unterliegt der Aufsicht der BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) sowie der Deutschen Bundesbank. Die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG mit Sitz in Gräfelfing (16 Mitarbeiter) hat vier unselbstständige Niederlassungen in Hamburg (24 Mitarbeiter), Hannover (4 Mitarbeiter), Frankfurt (9 Mitarbeiter) und Berlin (6 Mitarbeiter). Die angegebenen Mitarbeiterzahlen zum 31.12.2019 sind inklusive Vorstand. Ihre Aktivitäten konzentrieren sich auf die beiden Geschäftsbereiche "Wertpapierhandel" und "Corporates & Markets". Die Aktie der Gesellschaft wird im Freiverkehr der Börse München im Segment m:access gehandelt. Börse München im Segment m:access gehandelt.

3. Wirtschaftsbericht

a) Der Geschäftsverlauf der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG

Die wichtigsten finanziellen Leistungsindikatoren der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG sind das Provisions- und Handelsergebnis, die Personal- und Anderen Verwaltungsaufwendungen sowie das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit. Diese werden laufend überwacht und unterliegen einer aktiven Steuerung.

Ein politisch schwieriges Jahr mit den Themen Handelsstreit, Brexit, Konjunktursorgen und in der zweiten Jahreshälfte auch der sich verschärfende Konflikt in Syrien brachte als Folge der Niedrigzinspolitik der großen Notenbanken dennoch eine sehr erfreuliche Entwicklung für die meisten Aktienmärkte in den westlichen Industrienationen. Dass dennoch viele Anleger diesem Bild misstrauten kann man an der Umsatzentwicklung in 2019 ablesen. So gingen auf der einen Seite in 2019 die Umsätze in Aktien, Renten und Fonds in Deutschland inklusive Xetra um etwa 12% zurück, auf der anderen Seite stiegen die Umsätze an den Skontroführerbörsen inklusive Tradegate leicht um 1% an. Diese Tatsache wirkte sich positiv auf das Kerngeschäft der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG Skontroführung und Market Making aus, weil sie insgesamt die Handelsmöglichkeiten verbesserte. Als Folge davon konnte der Provisionsüberschuss in 2019 um rund 8% auf TEUR 4.687 und das Handelsergebnis um knapp 15% auf TEUR 14.564 gesteigert werden. Die Allgemeinen Verwaltungsaufwendungen stiegen dagegen nur um 4% auf TEUR 16.595 an.

Die Preisentwicklung der mwb-Aktie im Jahr 2019 war insgesamt rückläufig. Nachdem das Papier im Verlauf des Januars auf Werte um zwei Euro zurückging und in dieser Region mit Schwankungen blieb, fand es sein Jahrestief im Oktober bei € 1,86 (Deutsche Börse) und schloss am 30. Dezember 2019 mit € 2,03. Gegenwärtig bewegt sich die Aktie auf einem Niveau von € 2,40.

b) Die Entwicklung der einzelnen Geschäftsbereiche

Die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG war im Geschäftsjahr 2019 in zwei Geschäftsfeldern aktiv. Das Geschäftsfeld "Wertpapierhandel" umfasst die Skontroführung und den Handel in Aktien, festverzinslichen Wertpapieren und offenen Investmentfonds. Mit dem Wertpapierhandel erwirtschaftete die Gesellschaft mit rund 86% des Provisions- und Handelsergebnisses den überwiegenden Teil der Erträge. Als Folge einer Neuorganisation der einzelnen Geschäftsbereiche zählen ab dem Jahr 2017 das Kapitalmarktgeschäft, die Betreuung institutioneller Kunden sowie die Orderausführung im Auftrag von Banken, genauso wie die Emissionsberatung und das Designated Sponsoring zum Geschäftsfeld "Corporates & Markets", das rund 14% der Erträge erwirtschaftete.

Wertpapierhandel

Skontroführung in Aktien

Die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG ist Skontroführer bzw. Spezialist in Aktien an den Börsenplätzen Frankfurt, München, Hamburg, Hannover und Berlin. Zum 31. Dezember 2019 betreute sie an diesen Börsen insgesamt 6.674 Aktien, ein Zuwachs von 60 Skontren gegenüber dem Vorjahr.

Die Skontroführung in Aktien trug im Geschäftsjahr 2019 mit rund 50,3% zu den Gesamterträgen der Gesellschaft bei. Das entspricht rund 31,9% des Gesamtprovisionsergebnisses und 56,3% des Gesamthandelsergebnisses der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG. Damit hat die Skontroführung und der Handel in Aktien trotz des leichten Rückgangs ihres Anteils seine Bedeutung innerhalb des Wertpapierhandels der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG erneut bestätigt. Die Erträge aus der Skontroführung in Aktien betrugen im Geschäftsjahr 2019 insgesamt TEUR 9.689 nach TEUR 9.461 in 2018..

Skontroführung in festverzinslichen Wertpapieren

Das Jahr 2019 war abermals von einem Rückgang der Rentenumsätze in Deutschland gekennzeichnet. Als Folge der Nullzinspolitik der EZB sanken die Rentenumsätze sowohl am Gesamtmarkt inklusive Xetra, als auch an den reinen Skontroführerbörsen um 5%. Trotzdem gelang es der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG ihre Umsatzerlöse im Bereich festverzinsliche Wertpapiere abermals zu steigern. Sie erzielte TEUR 3.722 oder rund 19,3% der Gesamtumsatzerlöse. Im Einzelnen bedeutet das rund 16,0% des Provisionsergebnisses und 20,4% des Handelsergebnisses.

Ein Grund für die positive Entwicklung liegt in der Tatsache begründet, dass die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG seit dem 1. Januar 2018 der exklusive Spezialist für festverzinsliche Wertpapiere an der Tradegate Exchange, der größten Retailbörse in Deutschland, ist. Insgesamt betreute die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG zum 31. Dezember 2019 15.228 Rententitel an den Börsen Berlin, Hamburg, Hannover, Frankfurt, München und der Tradegate Exchange, ein Zuwachs von 2.123 Skontren gegenüber dem 31. Dezember 2018.

Skontroführung in offenen Investmentfonds

Betrachtet man die Fondsumsätze in Deutschland im Jahr 2019 zeigt sich ein ähnliches Bild wie bei den Aktienumsätzen. Während die Gesamtumsätze inklusive Xetra oder gerade wegen Xetra um 12% zurückgingen, stiegen sie an den Skontroführerbörsen um 10% an. Davon konnte die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG profitieren und die Umsatzerlöse im Fondshandel auf TEUR 2.944 steigern. In 2018 wurden TEUR 2.351 erzielt. Dies entspricht rund 15,3% der Gesamterlöse bzw. 10,0% des Provisionsergebnisses und 16,9% des Handelsergebnisses. Auch im Fondshandel profitierte die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG von der Zusammenarbeit mit der Tradegate Exchange, an der sie der exklusive Spezialist für die offenen Investmentfonds ist. Zum 31. Dezember 2019 betreute die Gesellschaft an den Börsen München, Hamburg, Hannover, Berlin und der Tradegate Exchange die Orderbücher von 8.954 offenen Investmentfonds, ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr um 148 Titel.

Corporates & Markets

Innerhalb des Geschäftsfelds Corporates & Markets sind bei der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG die klassischen Bereiche Equity und Debt Capital Markets, die Betreuung institutioneller Kunden, die Orderausführung im Auftrag von Banken sowie das Designated Sponsoring angesiedelt.

Kapitalmarktgeschäft (Equity und Debt Capital Markets)

Die Entwicklung des Geschäftsbereichs Kapitalmarktgeschäft verlief im Geschäftsjahr 2019 sehr erfreulich. Neben einer Reihe kleinerer Mandate konnte im 3. Quartal 2019 eine Unternehmensanleihe der Euroboden GmbH erfolgreich platziert werden. Die Anleihe mit einem Gesamtvolumen von 40 Millionen Euro ist mit einem Kupon von 5,5% ausgestattet und hat eine Laufzeit von fünf Jahren. Mit dieser Transaktion hat die Gesellschaft ihre Strategie mit dem Fokus auf Emittenten und Transaktionen mit transparentem und nachvollziehbarem Geschäftsmodell erneut bestätigt. Insgesamt erzielte der Bereich Kapitalmarktgeschäft Erträge in Höhe von TEUR 1.111 bzw. 5,8% der Gesamtumsatzerlöse oder 21,4% des Gesamtprovisionsergebnisses und 0,7% des Gesamthandelsergebnisses der Gesellschaft. Dies bedeutet eine Verdoppelung gegenüber 2018. Generell ist das Handelsergebnis aber wegen der Charakteristik des Kapitalmarktgeschäfts von untergeordneter Bedeutung.

Trotz dieser für die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG erfreulichen Entwicklung verlief das IPO-Jahr am deutschen Kapitalmarkt unzufrieden stellend. Im Prime Standard gab es lediglich drei Neuemissionen im Gesamtvolumen von 3,4 Milliarden Euro nach 17 IPO's im Jahr 2018 und das obwohl der Kapitalmarkt von der Dax-Entwicklung deutliche Unterstützung erhielt.

Sales und Orderausführung, Betreuung institutioneller Kunden

Insbesondere die regulatorischen Veränderungen, die die zweite Auflage der "Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente (MiFID II) mit ihrer Einführung im Jahr 2018 brachte und die Druck auf das bestehende Provisionsniveau im Bereich Sales/ Orderausführung ausübte, ließen die Erträge in diesem Bereich bei der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG stagnieren. Sie betrugen TEUR 1.305 im Geschäftsjahr 2019 nach TEUR 1.398 im Jahr zuvor. Deshalb ging auch ihr Anteil an den Gesamtumsatzerlösen auf 6,8% zurück.

Insgesamt wurden im Bereich Sales und Orderausführung rund 12,1% des Gesamtprovisionsergebnisses und 5,1% des Gesamthandelsergebnisses erzielt. Dabei ist zu berücksichtigen, dass bei einer gewünschten Nettoabrechnung für den Kunden der Ertrag im Handelsergebnis anfällt, obwohl er rein formal zum Provisionsergebnis gezählt werden müsste.

Designated Sponsoring

Im Jahr 2018 entschied der Vorstand der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG, dass der Bereich Designated Sponsoring mit Zielrichtung auf kleine und mittelständische Emittenten als sinnvolle Ergänzung des Kapitalmarktgeschäftes ausgebaut werden soll. Die Gesellschaft verstärkte sich daraufhin im 4. Quartal 2018 mit einem ausgewiesenen Experten in diesem Bereich. Die Strategie das Designated Sponsoring als Teil eines Allround-Angebotes für Emittenten anzubieten ging auf und zum 31. Dezember 2019 betreute die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG 33 Mandate im Kundenauftrag. Daneben ist die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG der Designated Sponsor für die eigene mwb-Aktie und betreute 73 selbst ausgewählte Auslandsaktien, für die sie keine Gebühr erhält.

c) Die Ertragslage im Geschäftsjahr 2019

Das Geschäftsjahr 2019 verlief trotz einer Reihe von Marktbelastungsfaktoren und zum Teil hoher Volatilität insgesamt erfreulich. Deshalb konnte die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG ihr Provisions- und Handelsergebnis um 13% auf TEUR 19.251 steigern. Die Allgemeinen Verwaltungsaufwendungen erhöhten sich nur unterproportional um 4% auf TEUR 16.595. Aus diesen Faktoren ergibt sich für das Geschäftsjahr 2019 ein deutlich verbessertes Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit vor Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken in Höhe von TEUR 2.427, eine Steigerung um rund 143%. Dieses Ergebnis hat die Planungen des Vorstands signifikant übertroffen. Er war von einer stärkeren Wirkung der beschriebenen Belastungsfaktoren ausgegangen und damit von einem niedrigeren Provisions- und Handelsergebnis in 2019.

Aufgrund dieser erfreulichen Ergebnissteigerung erhöhte sich das Ergebnis je Aktie vor Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken auf € 0,32 nach € 0,13 in 2018. Auch die Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken erhöhte sich in 2019 aufgrund des guten Ergebnisses auf TEUR 498. Die Cost-Income-Ratio als Kennzahl der Effizienz des Unternehmens sank von 97% in 2018 auf 86% in 2019.

Provisionsergebnis

Leicht gestiegene Umsätze an den Skontroführerbörsen verbunden mit einer positiven Dax-Entwicklung bei gleichzeitigem Ausblenden der Belastungsfaktoren durch die Anleger brachten der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG ein um 8,3% verbessertes Provisionsergebnis. Es stieg auf TEUR 4.687 nach TEUR 4.326 im Vorjahr. Einen erfreulichen Beitrag hierzu leistete das Geschäftsfeld Coporates & Markets mit der erfolgreichen Platzierung der Eurobodenanleihe und einer deutlichen Zunahme der Designated Sponsor Mandate im Kundenauftrag. Für das Geschäftsjahr 2020 war der Vorstand zunächst vorsichtig optimistisch und erwartete auf der einen Seite einen leichten Rückgang des Provisionsergebnisses aus dem Kerngeschäft Handel und Skontroführung, der aber durch die Erhöhung des Ergebnisbeitrages des Geschäftsfeldes Corporates & Markets überkompensiert wird. Ob sich diese Schätzung vor dem Hintergrund der sich kontinuierlich verschärfenden Coronakrise mit ihren Folgen halten lässt, kann derzeit nicht beantwortet werden.

Handelsergebnis

Die für die Entwicklung des Provisionsergebnisses bestimmenden Faktoren führten auch beim Handelsergebnis zu einer erfreulichen Verbesserung. Es erhöhte sich in 2019 auf TEUR 14.564 nach TEUR 12.709 in 2018, ein Anstieg von 14,6%. Der Vorstand erwartete wegen anhaltend schwieriger Marktbedingungen einen Rückgang. Für 2020 erwartet der Vorstand insgesamt ein leicht sinkendes Handelsergebnis, da zu den nach wie vor bestehenden Belastungsfaktoren für die Märkte und den dramatischen Auswirkungen der Coronakrise mögliche geopolitische Faktoren, wie z.B. eine Verschärfung der Lage in Syrien und der Türkei hinzukommen dürften.

Allgemeine Verwaltungsaufwendungen

Die Erfahrungen der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass trotz einer deutlichen Steigerung von Provisions- und Handelsergebnis die Verwaltungsaufwendungen nur unterproportional steigen bzw. im umgekehrten Falle des rückläufigen Provisionsund Handelsergebnisses nur unterproportional zurückgehen. Im Geschäftsjahr 2019 erhöhten sich die Allgemeinen Verwaltungsaufwendungen trotz deutlich verbessertem Provisionsund Handelsergebnis nur um 4% auf TEUR 16.595 nach TEUR 15.945 in 2018. Dieser leichte Anstieg liegt insgesamt im Rahmen der Erwartungen des Vorstands für 2019. Im Einzelnen erhöhten sich die Personalaufwendungen um 7% auf TEUR 5.947 nach TEUR 5.564 in 2018. Der Vorstand hatte mit einem leichten Rückgang gerechnet. Wegen des deutlich verbesserten Geschäftsverlaufs und des ergebnisorientierten Vergütungsmodells der Händler wurden mit TEUR 1.019 mehr Boni als erwartet ausgeschüttet. Die Anderen Verwaltungsaufwendungen konnten unter Kontrolle gehalten werden und erhöhten sich um rund 2,6% auf TEUR 10.648 nach TEUR 10.380 in 2018. Für das Geschäftsjahr 2020 werden steigende Allgemeine Verwaltungsaufwendungen erwartet.

Zu-/Abschreibungen auf Forderungen

Im Geschäftsjahr erfolgten Abschreibungen auf Forderungen in Höhe von TEUR 32. Im Vorjahr gab es keine Zu oder Abschreibungen auf Forderungen.

Abschreibung auf Beteiligungen und wie Anlagevermögen behandelte Wertpapiere

Die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG hält eine Beteiligung an der nicht börsennotierten SRH AlsterResearch AG, Hamburg, die bereits im Geschäftsjahr 2018 durch eine Abschreibung in Höhe von TEUR 4 auf einen Erinnerungswert von 0,51 € abgeschrieben wurde. Im Geschäftsjahr 2019 erfolgte keine Veränderung dieses Bilanzansatzes. Auf Wertpapiere des Anlagevermögens erfolgte im Geschäftsjahr eine Abschreibung in Höhe von TEUR 7 (i.Vj. 13) sowie eine Zuschreibung in Höhe von TEUR 8 (i. Vj. eine Zuschreibung in Höhe von TEUR 0).

Einstellung in den Fonds für allgemeine Bankrisiken

Die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG führte im Geschäftsjahr 2019 dem Fonds gemäß Paragraph 340e Abs. 4 HGB TEUR 498 zu, um im Fonds für allgemeine Bankrisiken 10% des durchschnittlichen Handelsergebnisses der letzten fünf Jahre zu erreichen (i.Vj. TEUR 333). Durch den Fonds für allgemeine Bankrisiken bleibt die Kapitalbasis gestärkt. Aus Gründen der Transparenz und Vergleichbarkeit wird in diesem Geschäftsbericht das Ergebnis vor und nach Zuführung ausgewiesen.

Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit

Der deutliche Anstieg von Provisions- und Handelsergebnis bei gleichzeitig unterproportional steigenden Allgemeinen Verwaltungsaufwendungen bescherten dem Geschäftsjahr 2019 ein erfreuliches Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit.

Für das Geschäftsjahr 2019 ergibt sich deshalb für die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG vor Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken ein Ergebnis in Höhe von TEUR 2.427 gegenüber TEUR 1.000 im Vorjahr, ein Zuwachs von rund 143%. Nach Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken in Höhe von TEUR 498 ergibt sich ein Ergebnis in Höhe von TEUR 1.929 gegenüber TEUR 668 in 2018. Dies hat die Erwartungen des Vorstands deutlich übertroffen.

Eine Verschlechterung der Ertragslage nach dem Abschlussstichtag ist durch die Auswirkungen der weltweit sprunghaften Anstiege der Infektionen mit dem Coronavirus nicht eingetreten.

Jahresüberschuss

Entsprechend dem Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit und unter Berücksichtigung von Steuern in Höhe von TEUR 193 stieg der Jahresüberschuss von TEUR 631 im Jahr 2018 auf TEUR 1.736 im Geschäftsjahr 2019.

d) Die Vermögens- und Finanzlage

Die Vermögens- und Finanzlage der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG ist geordnet. Dies wird insbesondere durch die komfortable Eigenkapitalausstattung begünstigt. Eine Verschlechterung der Vermögens- und Finanzlage nach dem Abschlussstichtag ist durch die Auswirkungen der Coronakrise nicht eingetreten.

Bilanzsumme

Die Bilanzsumme erhöhte sich zwischen dem 31. Dezember 2018 und dem 31. Dezember 2019 um TEUR 1.236 auf TEUR 23.917.

Die Forderungen gegenüber Kreditinstituten in Höhe von TEUR 17.951 bilden mit rund 75% den größten Posten auf der Aktivseite der Bilanz. Weitere nennenswerte Anteile an der Aktivseite der Bilanz haben die Handelsaktiva mit rund 18%. Auf der Passivseite hat der Posten Eigenkapital mit TEUR 13.546 den größten Anteil an der Bilanzsumme. Zum 31. Dezember 2019 ergibt sich eine gegenüber dem Vorjahr nahezu unveränderte Eigenkapitalquote von 57%. Weitere nennenswerte Anteile an der Passivseite der Bilanz haben der Fonds für allgemeine Bankrisiken in Höhe von 28% oder TEUR 6.786 und die Rückstellungen mit 8% oder TEUR 1.866.

Liquidität

Der Saldo aus kurzfristigen Forderungen und Verbindlichkeiten ist im Vergleich zum Vorjahr von TEUR 12.761 auf TEUR 16.418 gestiegen. Die Liquiditätserhöhung resultiert im Wesentlichen aus dem erwirtschafteten Jahresüberschuss 2019 in Höhe TEUR 1.736 und einer Reduzierung des Handelsbestandes. Die Liquiditätskennzahl nach § 11 des Kreditwesensgesetzes (Quotient aus Forderungen und Verbindlichkeiten) der Gesellschaft reduzierte sich auf 10,74 (i. Vj. 12,63). Die Reduzierung ist rechnerisch bedingt und resultiert aus einer gleichzeitigen Erhöhung der Summe der Zahlungsmittel und der Summe der Zahlungsverpflichtungen. Die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG befindet sich in einer sehr guten Liquiditätssituation, die sich auch an dieser Liquiditätskennziffer ablesen lässt. Die Zahlungsfähigkeit der Gesellschaft im Geschäftsjahr war jederzeit gegeben.

Wertpapierbestand

Der Handelsbestand als Differenz aus Handelsaktiva und Handelspassiva reduzierte sich von TEUR 4.977 im Vorjahr auf TEUR 3.211 zum 31. Dezember 2019.

Eigenkapital

Das Eigenkapital der Gesellschaft belief sich zum 31. Dezember 2019 auf TEUR 13.546 (i. Vj. TEUR 12.329). Die Differenz ergibt sich im Wesentlichen aus dem Jahresüberschuss des Geschäftsjahres 2019 abzüglich der im Juli 2019 vorgenommenen Dividendenausschüttung in Höhe von TEUR 372. Die Eigenkapitalquote kann mit 57 % (i. Vj. 54 %) als komfortabel bezeichnet werden, zumal der auf der Passivseite ausgewiesene Fonds für allgemeine Bankrisiken in Höhe von TEUR 6.786 nicht zum Eigenkapital, sehr wohl aber aufsichtsrechtlich zum harten Kernkapital zählt.

Eigene Aktien

Die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG hielt zum 31. Dezember 2019 einen Bestand in eigenen Aktien in Höhe von 93.091 (i. Vj. 19.323) Stück. Gegenüber dem Vorjahr hat sich der Bestand damit um 73.768 Stück erhöht.

e) Sonstige Angaben

Grundzüge des Vergütungssystems für Vorstand und Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat ist gemäß § 87 AktG für die Festlegung der Vergütung der Mitglieder des Vorstandes zuständig. Mit den Mitgliedern des Vorstandes wurden Dienstverträge geschlossen, darin sind das Grundgehalt und die variable Vergütung in Form einer erfolgsabhängigen jährlichen Bonuszahlung geregelt. Die Bonuszahlung beträgt 2,5% vom Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit vor Einrechnung der Vorstandstantiemen für den einzelnen Vorstand und ist nach oben begrenzt auf 100% des Jahresfixgehaltes. Im Falle eines negativen Ergebnisses der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit entfällt die Bonuszahlung.

Jedes Mitglied des Aufsichtsrates erhält außer der Erstattung seiner Auslagen für jedes volle Geschäftsjahr seiner Zugehörigkeit zum Aufsichtsrat eine feste Vergütung in Höhe von TEUR 12,5 zuzüglich der gesetzlichen Mehrwertsteuer zahlbar nach Ablauf des Geschäftsjahres. Der Aufsichtsratsvorsitzende erhält die doppelte Vergütung. Eine zusätzliche, variable Vergütung ist für den Aufsichtsrat nicht vorgesehen. Die Gesellschaft gewährt den Aufsichtsratsmitgliedern angemessenen Versicherungsschutz, insbesondere wurde die Gesellschaft dazu verpflichtet, zu Gunsten der Aufsichtsratsmitglieder eine Haftpflichtversicherung (sog. Directors & Officers Versicherung) abzuschließen, die die gesetzliche Haftpflicht aus der Aufsichtsratstätigkeit in angemessenem Umfang abdeckt.

Freiwillige Angaben gemäß § 289 a Abs. 1 HGB

Die nachfolgenden Angaben gemäß § 289a Abs. 1 HGB sind freiwillig und gehen über die generelle Lageberichterstattung hinaus.

Das gezeichnete Kapital der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG besteht aus 7.473.700 nennwertlosen Stückaktien mit einem rechnerischen Nennwert von € 1,00 je Aktie. Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, sind dem Vorstand nicht bekannt.

Die BÖAG Börsen AG, Hamburg, hält zum Bilanzstichtag 1.878.251 Aktien. Dies entspricht einem Anteil von 25,13% am Grundkapital der Gesellschaft. Die FMNP Beteiligungs GmbH, Gräfelfing, hält zum Bilanzstichtag 1.482.890 Aktien. Dies entspricht einem Anteil von 19,84% am Grundkapital der Gesellschaft.

Mit Hauptversammlungsbeschluss vom 10. Juli 2018 wurde die Gesellschaft ermächtigt, gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 7 Aktiengesetz eigene Aktien bis zu fünf von hundert des Grundkapitals und gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 Aktiengesetz bis zu zehn von hundert des Grundkapitals bis zum 09. Juli 2023 zu erwerben. Die aufgrund der Ermächtigung nach § 71 Abs. 1 Nr. 7 und 8 Aktiengesetz erworbenen eigenen Aktien dürfen zusammen mit anderen eigenen Aktien, welche die Gesellschaft bereits erworben hat und noch besitzt, zehn von hundert des Grundkapitals der Gesellschaft nicht übersteigen.

Kein Inhaber von Aktien besitzt Sonderrechte oder Kontrollbefugnisse. Die Mitglieder des Vorstands der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG werden vom Aufsichtsrat der Gesellschaft ernannt und abberufen. Die Zahl der Vorstandsmitglieder bestimmt der Aufsichtsrat. Änderungen der Satzung erfordern eine Mehrheit von dreiviertel der abgegebenen Stimmen in der Hauptversammlung.

Der Aufsichtsrat der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG besteht gemäß Hauptversammlungsbeschluss vom 08. Juli 2013 aus drei Mitgliedern.

Es existieren keine Vereinbarungen der Gesellschaft, die unter der Bedingung des Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen. Genauso wenig gibt es Entschädigungsvereinbarungen der Gesellschaft, die für den Fall eines Übernahmeangebots mit den Mitgliedern des Vorstands oder den Arbeitnehmern getroffen sind.

4. Prognose-Chancen- und Risikobericht

Den im Folgenden getroffenen Einschätzungen liegen alle der Gesellschaft zum jetzigen Zeitpunkt zur Verfügung stehenden Informationen zugrunde und sind mit Prognoserisiken und Unsicherheiten behaftet. Damit können die tatsächlichen Ergebnisse von den in diesem Lagebericht getroffenen Aussagen abweichen. Alle Aussagen beziehen sich auf das Jahr 2020. Das gilt auch für die im Bericht über das interne Kontrollsystem und Risikomanagement System dargestellten Risiken.

Das Börsenjahr 2020 begann für die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG erfreulich. Deutlich gestiegene Wertpapierumsätze sowie beherrschbare Volatilitäten der Märkte verbesserten die Handelsbedingungen deutlich, insbesondere für Skontroführer. Die positive Stimmung an den Börsen mit zahlreichen Indexhöchstständen änderte sich jedoch schlagartig ab der zweiten Februarhälfte, als man erkannte, dass sich die stark steigende Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus zu einer globalen Pandemie entwickeln und die ergriffenen Maßnahmen der einzelnen Länder wie Einreiseverbote, Ausgangsbeschränkungen, Produktionsstilllegungen und Schließung von Geschäften massive wirtschaftliche Folgen haben würde. Dies führte in der Folge zu einem weltweiten dramatischen Absturz der Börsenkurse und Rohstoffpreise und auf Seiten der Anleger zu gewaltigen Vermögensverlusten. Die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG konnte bislang insgesamt von den starken Marktschwankungen profitieren, der Vorstand kann aber nicht ausschließen, dass ein mögliches Anhalten der panikartigen Anlegerreaktionen über alle Assetklassen hinweg und mögliche schwer zu beherrschende Volatilitäten die Entwicklung der zur internen Steuerung herangezogenen Leistungsindikatoren, wie insbesondere das Provisions- und Handelsergebnis, negativ beeinflussen könnten.

Die gezeichneten Szenarien der Wirtschaftsfachleute über die Auswirkungen dieser Krise reichen von einer Konjunkturdelle im 1. Halbjahr 2020 mit Aufholeffekten im 2. Halbjahr bis hin zu einer deutlichen weltweiten Rezession. Viel wird davon abhängen, ob die zum Teil drastischen ergriffenen Maßnahmen der einzelnen Länder bei der erhofften Eindämmung der Coronakrise Erfolge zeigen. Sollte dies der Fall sein, wäre eine kurze und sehr scharfe Rezession, deren Folgen wie Insolvenzen und eine steigende Arbeitslosigkeit die Staaten und Zentralbanken mit einem gewaltigen finanziellen Einsatz abzupuffern bereit sind, der "Best Case". Im 2. Halbjahr 2020 dürften dann wieder die zukünftigen Ertragspotentiale der Unternehmen im Fokus der Anleger stehen und nicht die Ertragseinbrüche im ersten und zweiten Quartal 2020. Der "Worst Case" wäre eine anhaltende Verschlechterung der gegenwärtigen Situation über einen längeren Zeitraum. Der Vorstand der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG geht in seinen Überlegungen vom beschriebenen "Best Case" aus. Deshalb bleibt der Vorstand im Wesentlichen bei seinen Erwartungen einer stabilen Ertragslage der Gesellschaft für 2020. Wie sich diese Krise allerdings tatsächlich auf die Entwicklung des Kerngeschäfts Wertpapierhandel in 2020 und den Folgejahren auswirkt, ist derzeit seriös nicht prognostizierbar.

Das Geschäftsfeld Corporates & Markets entwickelte sich im Geschäftsjahr 2019 trotz einer Flaute am deutschen IPO-Markt sehr positiv, eine Bestätigung der Strategie der Gesellschaft in diesem Geschäftsfeld. Der Vorstand bleibt deshalb bei seiner Annahme, dass im Falle des "Best Case" das Geschäftsfeld Corporates & Markets möglicherweise rückläufige Provisionseinnahmen in der Skontroführung kompensieren dürfte. Transparente, nachvollziehbare und zukunftsträchtige Geschäftsmodelle von kleinen und mittleren Unternehmen, der Fokus des Geschäftsfeldes Corporates & Markets, dürften die Gewinner der "Post-Corona-Zeit" sein und zukünftig einen verstärkten Kapitalbedarf haben. Dafür ist Corporates & Markets bei der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG mit der Palette an komplementären Dienstleistungen und entsprechendem Knowhow gut aufgestellt. Aber auch hier gilt wie für das Geschäftsfeld Wertpapierhandel, dass derzeit Prognosen über die weitere Entwicklung und Geschäftsaussichten mit großer Unsicherheit behaftet sind.

Auf der Aufwandsseite erwartet der Vorstand für 2020 schon aufgrund der zur Abwehr der negativen Folgen der Coranakrise im IT-Bereich getroffenen Maßnahmen, wie die Einrichtung von Co-Lokationen und Home Offices zur reibungslosen Fortführung des Geschäftsbetriebes, steigende Kosten. Zusätzlich dürften auch die variablen Kosten, wie z.B. die Aufwendungen für die Abwicklung der Wertpapiergeschäfte, bei anhaltend hohen Umsätzen, ansteigen.

Insgesamt erwartet der Vorstand der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG ein positives Jahresergebnis 2020 für die Gesellschaft.

Nachtragsbericht

Der Vorstand der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG stuft die Entwicklungen rund um die sich kontinuierlich verschlimmernde Coronavirus-Pandemie als wertbegründend ein. Obwohl sich die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft in den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres 2020 verbessert haben, wird sich erst im Verlauf des Jahres zeigen, welchen Einfluss die negativen wirtschaftlichen und konjunkturellen Folgen der Coronakrise auf den Geschäftsverlauf der Gesellschaft haben. Dies ist derzeit nicht prognostizierbar. Gleichwohl haben die Vorgänge, die nach Schluss des Geschäftsjahres 2019 eingetreten sind, keinen Einfluss auf den Jahresabschluss 2019 der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG.

Mit Wirkung vom 1. April 2020 bestellt der Aufsichtsrat der Gesellschaft den bisherigen Bereichsvorstand des Geschäftsfeldes Corporates & Markets, Kai Jordan, zum Vorstand der Gesellschaft.

Mit Wirkung vom 1. Juni 2020 bestellt der Aufsichtsrat der Gesellschaft Herrn Carsten Bokelmann zum Vorstand der Gesellschaft.

Weitere wesentliche Vorgänge nach dem 31. Dezember 2019 haben sich nicht ergeben.

5. 5. Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem

Unternehmensstrategie

Unternehmerisches Handeln bedeutet, sich ergebende Chancen im Interesse der Anteilseigner, der Mitarbeiter und der Gesellschaft bei gleichzeitiger bewusster Steuerung der Risiken wahrzunehmen. Alle Ressourcen und Aktivitäten unserer Gesellschaft sind auf eine nachhaltige Vermögens- und Erfolgssicherung ausgerichtet. Sämtliche geschäftspolitischen Entscheidungen der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG werden im Rahmen unserer gelebten Risikokultur stets unter strenger Beachtung der Ertrags-/Risikorelation getroffen. Die Geschäftsleitung legt besonders hohen Wert auf risikoangemessenes Verhalten, daher werden unternehmerische Risiken nur dann eingegangen, wenn die Ertragsaussichten die Risiken deutlich überwiegen. Durch unsere hohe Eigenkapitalquote, gelebte Marktnähe und unser ausgeprägtes Risikowissen können wir geschäftsfeldübergreifend flexibel auf die sich stellenden Risiken eingehen. Bei der strategischen Steuerung unserer Gesellschaft spielen neben den monetären Gesichtspunkten auch nichtfinanzielle Steuerungsgrößen wie Prozesseffizienz, Transparenzerhöhung, bestmögliche Kundenbetreuung, Mitarbeiterzufriedenheit und die Stärkung der Position der Wertpapierfirmen eine große Rolle. Besonderes Augenmerk wird auch auf die Förderung eines transparenten und offenen Dialogs zu risikorelevanten Fragen gelegt..

Risikostrategie

Das Ziel unserer Risikostrategie besteht in der Absicherung der Unternehmensziele gegen störende Ereignisse durch das Ergreifen geeigneter Maßnahmen. Die Gesellschaft hat hierzu im Rahmen ihres wertorientierten Firmenmanagements ein umfassendes Risikomanagementsystem zur Aufdeckung von Risiken und zur Optimierung von Risikopositionen etabliert. Das Risikocontrolling der Gesellschaft ist so angelegt, dass besonderes Augenmerk auf die Verhinderung von Risiken gelegt wird. Dabei prüfen wir stets, ob unsere risikopolitischen Vorkehrungen ausreichen, um das Gefährdungspotential spürbar zu verringern. Bei Bedarf werden umgehend weitere Maßnahmen zur Risikoreduzierung ergriffen. Im Zuge der Umsetzung der sich aus den Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) ergebenden Anforderungen hat die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG im Rahmen ihrer Geschäftsstrategie ein Risikotragfähigkeitskonzept entwickelt, in dem neben der Definition der Risikodeckungsmasse, der gesamtbankbezogenen Verlustobergrenze und der Bestimmung des Risikopotentials eine Gegenüberstellung des aggregierten Risikopotentials mit der Verlustobergrenze erfolgt. Aufgrund der in den von der Gesellschaft betriebenen Geschäftsfeldern eingegangenen Risiken, verfolgt die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG bei der Ausgestaltung der Risikotragfähigkeit einen konservativen Ansatz. Die Gesellschaft hat deshalb festgelegt, dass die täglich zum Geschäftsschluss bestehende Verlustobergrenze 60 % der zur Verfügung stehenden Risikodeckungsmasse betragen darf. Der verbleibende Rest steht als Risikopuffer zur Verfügung. Neben den Marktpreisrisiken aus Aktien, festverzinslichen Wertpapieren, Investmentfonds und Optionsgeschäften hat die Gesellschaft die operationellen Risiken und das Adressenausfallrisiko in das Risikotragfähigkeitskonzept aufgenommen. Das für diese Risiken bestehende Risikopotential ermittelt die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG täglich, wobei sich die Gesellschaft zur Ermittlung des operationellen Risikos des Basisindikatoransatzes nach den Art. 315, 316 der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 (Capital Requirements Regulation - CRR) bedient. Nach den MaRisk hat die Berechnung der Risikotragfähigkeit sowohl den Schutz der Gläubiger vor Verlusten aus ökonomischer Sicht (Gone-Concern-Ansatz), als auch das Ziel der Fortführung des Instituts (Going-Concern-Ansatz) zu verfolgen. Die mwb ermittelt daher die Risikotragfähigkeit nach beiden Verfahren. Die Steuerung des Unternehmens erfolgt nach dem Going-Concern-Ansatz. Zur Feststellung, ob die Risikotragfähigkeit gegeben ist, setzt die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG in einer täglich durchzuführenden Berechnung das aggregierte Risikopotential in das Verhältnis zu der nach den beiden Ansätzen ermittelten Verlustobergrenze. Liegt das Ergebnis dieser Quotienten unter 100 % ist die Risikotragfähigkeit gewährleistet. Im Geschäftsjahr 2019 kam es zu keiner Überschreitung der Verlustobergrenze. Zum Bilanzstichtag betrug die Auslastung nach dem Gone-Concern-Ansatz 26,20%, während sie nach dem Going-Concern-Ansatz bei 38,06 % lag.

Interne Revision

Die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG hat die Interne Revision an eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ausgelagert. Gegenstand der Prüfungshandlungen der Internen Revision sind vor allem die Bereiche Wertpapierhandel, Risikomanagement, Compliance, Liquiditätssteuerung, Rechnungswesen, Datenverarbeitung, Personal, Meldewesen und die Einhaltung der Vorschriften zur Vermeidung von Geldwäsche. Hierbei werden Betriebsabläufe, die einem besonderen Risiko unterliegen jährlich geprüft, andere Betriebsabläufe innerhalb eines Dreijahreszeitraumes.

Risikocontrolling

Ein wirksames Risikocontrolling setzt eine unabhängige, von den Handelsaktivitäten separierte Ermittlung der eingegangenen Risiken voraus.

Hierzu hat die Gesellschaft zwei vom Handel unabhängige Risikomanager bestellt, in deren Aufgabengebiete neben der Identifizierung, Analyse, Bewertung und Überwachung der Risiken auch die Sensibilisierung der Mitarbeiter für die Erkennung und Vermeidung von Risiken fallen. Die Grundlage für den permanenten und systematischen Umgang mit den Risiken bilden Vorgaben und Entscheidungen des Vorstands zur Risikotoleranz, die sich aus der Risikostrategie und Risikopolitik ableiten und sich an der Kapital- und Liquiditätsausstattung orientieren.

Ein effizientes Risikocontrolling muss sich bei der Vielzahl der von der Gesellschaft getätigten Geschäfte auf ein leistungsfähiges Computersystem verlassen können. Die Gesellschaft bedient sich hierzu innovativer Anwendungen des auf Finanzdienstleister und Banken spezialisierten Softwareunternehmens flatex AG.

Die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG überwacht laufend die Großkreditgrenzen sowie die Gesamt- und Einzelpositionen aus sämtlichen Wertpapiergeschäften und die damit verbundenen unrealisierten Gewinne und Verluste. Ein erfahrenes Mitarbeiterteam erfasst die verfügbaren Mittel täglich in einem Liquiditätsstatus und überwacht und koordiniert die zu bezahlenden Verbindlichkeiten.

Im Zuge der betriebswirtschaftlichen Überwachung kontrolliert der Vorstand täglich die Aufwendungen und Erträge aus dem Kerngeschäft der Gesellschaft. Nach der Plausibilisierung der Monatszahlen nimmt der Finanzvorstand zu der allgemeinen Entwicklung, ausgewählten GuV-Positionen und der Liquiditätssituation monatlich schriftlich Stellung. Die Erläuterungen zirkulieren im Vorstand und werden den Mitgliedern des Aufsichtsrates zur Kenntnisnahme vorgelegt.

Im Bereich der operationellen Risiken, die ihren Ursprung in Prozessen, Personen, Technologien oder externen Ereignissen haben können, werden bestehende Risiken konsequent mit einem vielfältigen, ursachenbezogenen Risikomanagement verringert.

Darstellung der Risiken

Drohende Risiken durch die Coronavirus-Pandemie

Der Ausbruch des neuartigen Coronavirus wird bisher nicht gekannte Auswirkungen auf die Weltwirtschaft und das Geschehen an den Börsen haben. Dementsprechend eng verfolgen Vorstand und Aufsichtsrat der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG die Entwicklung.

Aufgrund der Tatsache, dass erst die sprunghafte Ausweitung der Infektionen seit Januar 2020 in Europa zu den aktuellen wirtschaftlichen Auswirkungen und damit zu den extremen Kursrückgängen und -bewegungen an den Börsen geführt hat, ist nach Auffassung des Instituts der Wirtschaftsprüfer (IDW) davon auszugehen, dass das Auftreten des Coronavirus als weltweite Gefahr wertbegründend einzustufen ist und dementsprechend die bilanziellen Konsequenzen erst in Abschlüssen mit Stichtag nach dem 31.12.2019 zu berücksichtigen sind. Dennoch muss im Lagebericht wegen des immensen Umfangs der Krise eine Beurteilung der Auswirkungen im Jahr 2020 möglichst zeitnah zum Datum des Bestätigungsvermerks für den Jahresabschlusses 2019 erfolgen.

Es stellt sich die Frage, inwiefern, die durch das Corona-Virus verursachte Pandemie eine Bedrohung der Geschäftstätigkeit der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG im Jahr 2020 darstellt. Hierzu ist zunächst einmal festzuhalten, dass es der Gesellschaft bis Ende März 2020 gelungen ist, nahezu sämtliche Arbeitsplätze der Händler und der Administration als Homeoffice-Arbeitsplätze auszugestalten, so dass sämtliche Handelstätigkeiten, aber auch Risikomanagement, Compliance und das Backoffice vollumfänglich weiter betrieben werden können. Insofern kann der Geschäftsbetrieb auch bei einer Verschärfung der von den Regierungen verhängten Ausgangssperren oder Schließungen von Niederlassungen aufgrund von festgestellten Corona-Infektionen aufrechterhalten werden.

Die Geschäftsleitung der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG hält für das Geschäftsjahr 2020 drei Szenarien im Rahmen der Corona-Krise für denkbar:

Szenario 1: Weiterhin stark volatile Märkte mit extremen Schwankungen der Börsenindices

Die extrem starken Schwankungen der Börsenkurse innerhalb von 24 Stunden, wie dies im Februar und besonders im März 2020 der Fall war, gingen mit hohen Umsätzen an den Börsen einher. In diesem Szenario geht die Gesellschaft davon aus, dass aufgrund eines wellenförmigen Verlaufs der Erkrankungsund Todesfallraten und der daraufhin jeweils angepassten Maßnahmen der Regierungen das ganze Jahr 2020 über mit starken Schwankungen an den Börsen zu rechnen ist. Dies ist für die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG grundsätzlich nicht von Nachteil, da höhere Umsätze die Handelsmöglichkeiten verbessern. Andererseits steigt das Risiko - insbesondere bei einem über mehrere Tage oder gar Wochen andauerndem massiven Abwärtstrend an den Börsen, negative Kursdifferenzen auf die in das Handelsbuch zu übernehmenden Positionen zu erleiden. Letzterem wird seitens der Gesellschaft mit einem strikten Risikomanagementsystem entgegengewirkt, wodurch Verluste systematisch begrenzt werden. Neben streng einzuhaltenden Limiten, wird dies auch dadurch erreicht, dass Übernachtpositionen möglichst gering gehalten werden und es der Handel stets im Focus hat, ein gesundes Verhältnis von Long- zu Shortpositionen zu wahren.

Szenario 2: Plötzlicher Einbruch der Börsenumsätze

In diesem Szenario wird davon ausgegangen, dass es - nach einem weiteren drastischen Kursverfall durch die erhebliche Verunsicherung der Anleger - zu einer längeren Seitwärtsbewegung der Indices mit stark rückläufigen Umsätzen kommen wird. Dies wirkt sich direkt auf die Handelsmöglichkeiten der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG aus und führt zu einem Rückgang der Ertragsmöglichkeiten im Handelsbereich. Andererseits reduziert sich in diesem Szenario das Risiko, negative Kursdifferenzen im großen Umfang zu erleiden, entsprechend. Problematisch ist bei diesem Szenario, dass die erwirtschafteten Erträge nicht ausreichen könnten, um die laufenden hohen Fixkosten für Gehälter und Börsensysteme zu decken. Die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG verfügt allerdings über eine sehr gute Eigenkapital- und Liquiditätssituation, die die Auswirkungen eines solchen Szenarios über viele Monate auffangen kann.

Szenario 3: Temporäre Schließung der Börsen im Jahr 2020

In diesem Szenario werden neben den von den Regierungen bereits angeordneten Schließungen von Geschäften und der freiwilligen oder der angeordneten Einstellung der Produktion bei Großunternehmen, auch die Börsen in Deutschland geschlossen. Hierdurch würden von einem Tag auf den anderen sämtliche Erträge der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG zu 100 % wegbrechen, bei einem gleichzeitigen Weiterbestehen eines Großteils der Fixkosten. Es ist aber zu erwarten, dass eine Schließung der Börsen - genauso wie die Einstellung der Produktion in den Unternehmen - nur temporär sein wird. Selbst wenn Börsenschließungen über einen längeren Zeitraum anhalten sollten, ist die Gesellschaft in der Lage, gegebenenfalls auch unter Zuhilfenahme bereits verabschiedeter staatlicher Hilfen wie die Erweiterung des Kurzarbeitergeldes aufgrund ihrer exzellenten Eigenkapitalsituation diese schwierige Situation im Geschäftsjahr 2020 zu meistern. Schlussbeurteilung: In allen drei dargestellten Szenarien sieht der Vorstand keine Gefahr für den Fortbestand des Geschäftsbetriebes der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG im Geschäftsjahr 2020. Unter Berücksichtigung des oben beschriebenen "Best Case"-Ansatzes hält die Geschäftsleitung Szenario 1 als das am wahrscheinlichsten.

Strategische Risiken

Strategische Risiken entstehen dann, wenn unsere Strategie nicht mit den Anforderungen und Erwartungen des Marktes, unserer Kunden oder den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen vereinbar ist, und dies von der Geschäftsführung nicht erkannt wird. Zur Vermeidung dieses Risikos durchleuchten wir sorgfältig die strategischen Risiken in kurzen Zeitabständen. Der Vorstand steht diesbezüglich in ständigem Kontakt mit dem Aufsichtsrat, der sich aktiv in die Festlegung der strategischen Ziele einbringt und den Risikogehalt der strategischen Planungsprozesse gemeinsam mit dem Vorstand der Gesellschaft im Auge behält. Die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG ist sich der Gefahr von außen eintretender - nicht von der Gesellschaft beeinflussbarer - Ereignisse und Veränderungen zu Lasten des Skontroführergeschäftes bewusst. Als besondere Risiken werden hierbei generell sinkende Wertpapierumsätze aufgrund einer nachhaltigen Veränderung des Anlegerverhaltens, eine weitere Verschärfung der Konkurrenzsituation bei Markt- und Preismodellen unter den Börsen in Deutschland, aber auch eine drastische Erhöhung der regulatorischen Anforderungen - z.B. nach weiteren Krisen - gesehen. Wir sind allerdings auch zuversichtlich, dass der computerunterstützte Skontroführerhandel in welcher Ausprägung auch immer weiterhin nicht vollständig von vollelektronischen Computersystemen verdrängt werden kann, da sonst weniger liquide Wertpapiere die die Mehrheit darstellen, nicht mehr im besten Kundeninteresse gehandelt werden könnten, was letztendlich zu einer Verarmung der Börsenlandschaft mit nur noch wenigen hochliquiden Werten führen würde. Der Gefahr des Wegbrechens eines Geschäftsfeldes oder dem Abwandern von Kunden begegnet die Gesellschaft durch die Verteilung des Geschäftes auf mehrere voneinander unabhängige Standbeine und ständigen Bestrebungen, die Anzahl der Kunden zu erhöhen.

Einzelrisiken

Die identifizierten Einzelrisiken wurden schriftlich erfasst, werden laufend überwacht und in regelmäßigen Abständen überprüft. Daneben findet eine ständige Weiterentwicklung des Risikomanagementsystems statt. Die Gesellschaft legt dabei besonderen Wert auf die Einbeziehung der einzelnen Mitarbeiter des Unternehmens, die angehalten werden, erkannte Risiken an die Risikomanager zu kommunizieren. Adressenausfallrisiken, Marktpreisrisiken und operationelle Risiken werden in der Berechnung der Gesamtrisikoauslastung als wesentliche Risiken täglich berücksichtigt, während die Platzierungsrisiken nur nach einer Einzelfallprüfung einbezogen werden. Die Liquiditätsrisiken bleiben branchenüblich bei der Berechnung der Gesamtrisikoauslastung außer Betracht. Im Folgenden werden die Einzelrisiken dargestellt. Nach einer allgemeinen Definition und Darstellung des jeweiligen Risikos erfolgt eine Beschreibung der ergriffenen Risikobegrenzungsmaßnahmen durch die Gesellschaft.

Adressenausfallrisiken

Unter Adressenausfallrisiken verstehen wir mögliche Wertverluste, die durch den Ausfall oder durch Bonitätsverschlechterung von Geschäftspartnern entstehen können. Die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG hat in- und ausländische Handelspartner. Für Börsengeschäfte mit inländischen, börsenzugelassenen Handelspartnern spielen Adressenausfallrisiken nur eine untergeordnete Rolle. Für die ausländischen Handelspartner sind abhängig von deren Größe und Marktbedeutung sowie der Häufigkeit der Geschäfte Kontrahentenlimite pro Handelstag vergeben. Im Geschäftsjahr hat die Gesellschaft TEUR 32 an Abschreibungen auf Kundenforderungen vorgenommen, da wir die Forderungen als nicht werthaltig eingestuft haben.

Marktpreisrisiken

Das Marktpreisrisiko ist der potentielle Verlust, der durch die Veränderung von Preisen an Finanzmärkten für unsere Positionen entstehen kann.

Die Handelspositionen der Gesellschaft werden EDV-technisch unterstützt, täglich realtime zu Durchschnittskursen bewertet und mit den Marktpreisen verglichen. In den Marktpreisrisiken sind überschaubare Wechselkursrisiken enthalten. Das Risiko für die Gesamtrisikoauslastung wird mit einem Value at Risk-Ansatz ermittelt, der von historischen Kursen der letzten 100 Tage ausgeht, eine Haltedauer von drei Tagen impliziert und ein Konfidenzniveau von 99 % verwendet. Zum 31. Dezember 2019 ergibt sich ein VaR auf Marktpreisrisiken von TEUR 106.

Die Höhe der Handelspositionen wird durch Limite begrenzt, die im Rahmen des Risikotragfähigkeitskonzeptes festgelegt worden sind. Zusätzlich findet eine Begrenzung der Limite durch die Arbeitsanweisungen für Wertpapierhändler statt.

Die Gesellschaft erreicht zudem eine Reduktion des Marktpreisrisikos durch die Verteilung der eingegangenen Positionen auf verschiedene Länder und Märkte.

Darüber hinaus wird sowohl ein für den Handel zuständiger Vorstand, als auch ein vom Handel unabhängiger Vorstand zweimal täglich über die größten Handelspositionen und die größten unrealisierten Gewinne und Verluste aus diesen Geschäften informiert.

Wegen der großen Bedeutung der Marktpreisrisiken für die Gesellschaft führt die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG täglich zwei dokumentierte Szenarioanalysen durch, die eine Marktschwankung von +/-5 % unterstellen. Ergibt dieser Test einen unrealisierten Verlust von über EUR 1 Mio., wird der Gesamtvorstand informiert. Dasselbe gilt für eine Überschreitung der EUR 2 Mio. Verlustgrenze bei der wöchentlich durchzuführenden Szenarioanalyse bei einer unterstellten Marktschwankung von +/-10 %. Bei Erreichen beider Grenzen ist die Risikotragfähigkeit des Unternehmens immer noch gewährleistet.

Platzierungsrisiken

Unter Platzierungsrisiken verstehen wir Risiken, die sich im Rahmen unseres Platzierungs-/Emissionsgeschäftes ergeben können. Bei der Auswahl der Unternehmen, die an die Börse gebracht werden wollen, ist die Beurteilung der Frage, ob der Emittent Börsenreife besitzt, für die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG von tragender Bedeutung. Die Entscheidung darüber wird deshalb nur vom Gesamtvorstand der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG gemeinsam getroffen. Als Entscheidungsgrundlage dient dabei bei einer Neuemission der Emissionsprospekt, bei einem Listing das Unternehmensexposé. Zusätzliche Sicherheit wird dadurch erreicht, dass die Erstellung beider Dokumente in der Regel von einer Legal Due Diligence begleitet wird. Frühzeitig wird seitens der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG das Gespräch mit potentiellen Investoren gesucht, um festzustellen, ob seitens dieser Gruppe Interesse an den Aktien des Emittenten besteht. Aus dem gewonnenen Gesamteindruck aus Gesprächen und schriftlichen Unterlagen wird dann die Entscheidung getroffen, ob wir die Platzierung der Aktien übernehmen.

Liquiditätsrisiken

Oberstes Ziel unseres Liquiditätsmanagements ist die Gewährleistung der jederzeitigen Zahlungsbereitschaft des Unternehmens. Die Disposition der täglichen Liquidität ist einem erfahrenen Mitarbeiterteam übertragen, das direkt dem zuständigen Vorstand unterstellt ist.

Die Gesellschaft verfügt über eine sehr gute Liquiditätsausstattung. Aufgrund der hervorragenden Eigenkapitalausstattung der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG, benötigt die Gesellschaft für ihren Geschäftsbetrieb kein Fremdkapital.

Operationelle Risiken

Rechtliche Risiken

Zu den rechtlichen Risiken gehören Gefahren, die sich aus unserer großen Vielzahl an Handelsgeschäften und aus Verstößen gegen gesetzliche und interne Vorschriften durch Mitarbeiter ergeben können.

Handelsgeschäfte

Zur Absicherung allgemeiner und branchenspezifischer Risiken wurden neben den bereits bestehenden Versicherungen eine Directors and Officers Liability - Versicherung, eine Vertrauensschadenversicherung sowie eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung abgeschlossen.

Gesetzliche Vorschriften

Die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG unterliegt umfangreichen Meldeverpflichtungen und anderen gesetzlichen Vorschriften, insbesondere aus dem Handelsgesetzbuch, dem Börsengesetz, dem Wertpapierhandelsgesetz und dem Kreditwesengesetz. Neben turnusmäßigen Meldungen sind eine Vielzahl von Ereignissen im Geschäftsleben meldepflichtig und andere gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen. Bei Nichtbeachtung dieser Meldepflichten drohen Geldbußen.

Die Überwachung dieser gesetzlichen Vorgaben erfolgt durch die zuständigen Mitarbeiter anhand eines Meldeplanes, der ständig auf dem Laufenden gehalten wird.

Personelle Risiken

Zu den Risiken personeller Art rechnen alle Risiken, die aus dem Einsatz und der Neueinstellung von Mitarbeitern resultieren.

Die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG wählt bei Neueinstellungen die Bewerber sorgfältig aus und achtet darauf, dass bei Urlaub, Krankheit oder Kündigung eines Mitarbeiters andere Mitarbeiter die Tätigkeiten des nicht zur Verfügung stehenden Mitarbeiters problemlos übernehmen können. Die Gesellschaft verfügt über ein umfangreiches Organisationshandbuch, in dem sowohl Funktionsbeschreibungen der einzelnen Arbeitsplätze, Detailbeschreibungen der wichtigsten Geschäftsvorgänge als auch das Compliance-Konzept und das Risikohandbuch integriert sind. Das Organisationshandbuch steht jedem Mitarbeiter in elektronischer Form uneingeschränkt zur Verfügung.

Mitarbeiter, die mit vertraulichen Informationen betraut sind, werden schriftlich über die rechtlichen Pflichten, die sich aus dem Zugang zu Insiderinformationen ergeben sowie über die Rechtsfolgen von Verstößen informiert. Im Handelsbereich ist ein mögliches Fehlverhalten von Mitarbeitern durch Versicherungen abgedeckt. Die Gesellschaft hat Regelungen für Mitarbeitergeschäfte getroffen und vermeidet bereits durch Vereinbarungen im Arbeitsvertrag Kollisionen zwischen Mitarbeiter-, Bank- und Kundeninteressen. Durch die Vereinbarung eines angemessenen Vergütungsmodells wird das Risiko häufiger Mitarbeiterwechsel reduziert.

Operative Risiken

Zu den operativen Risiken zählen wir Einwirkungen auf unseren betrieblichen Ablauf, die nicht in unserer Hand liegen.

Zur Behandlung sonstiger betrieblicher Risiken hat die Gesellschaft ein Notfallkonzept erstellt, das jedem Mitarbeiter bekannt ist. Es stellt die zu ergreifenden Maßnahmen in den Fällen Stromausfall, Rechnerausfall, Systemengpässen und -störungen und Telefonausfall dar. Am 05.03.2020 hat die Gesellschaft zusätzlich aufgrund der Coronakrise einen Pandemienotfallplan im Organisationshandbuch veröffentlicht. Die wichtigsten IT-Systeme wurden von der Gesellschaft redundant aufgebaut, die Datenleitungen sind durch ein Back-Up-System abgesichert. Risiken aus dem Verlust von Daten wirkt die Gesellschaft durch Datensicherungen entgegen.

Durchführung von Stresstests

Die Gesellschaft hat durch risikoartenübergreifende Stresstests ermittelt, inwieweit sich äußerst extreme Marktsituationen auf die Risikotragfähigkeit auswirken. Dabei wurden verschiedene Szenarien mit einem Kursverfall von bis zu 50 % simuliert, ein Kurssturz, wie er nur bei einem besonders schweren konjunkturellen Abschwung oder dem Zusammenbruch der Finanzmärkte vorstellbar wäre. Selbst bei einer Kumulation von Risiken wurde die Verlustobergrenze bei einem Kursverfall von 20 % bei allen im Geschäftsjahr 2019 durchgeführten Tests noch eingehalten. Durch die konservative Festlegung der Verlustobergrenze auf 60 % der Risikodeckungsmasse steht über das als Verlustobergrenze definierte Kapital hinaus ein Eigenkapitalpuffer zur Verfügung, der extreme Situationen auffangen kann.

Inverser Stresstest

Nach AT 4.3.3 der MaRisk hat die Gesellschaft auch Inverse Stresstests durchzuführen. Der Inverse Stresstest stellt im Gegensatz zum regulären Stresstest die maximale Verlustobergrenze für das Risikokapital in den Mittelpunkt. Die Ausgestaltung und Durchführung der Inversen Stresstests ist abhängig von Art, Umfang, Komplexität und Risikogehalt der Geschäftsaktivitäten und kann qualitativ oder quantitativ erfolgen.

Qualitativer Stresstest

Die Gesellschaft hat erörtert, welche Ereignisse dazu führen könnten, die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG in eine existenzbedrohende Situation zu bringen. Neben einer Verlustsituation und einer weiteren massiven Verdrängung der Skontroführer/Spezialisten durch ausschließlich computergesteuerte Kursfeststellungssysteme - ein Prozess, der aber eher langfristig eintreten könnte - wird als existenzbedrohende Situation ein Zusammenbruch unserer Abwicklungsbank gesehen, der wir (zur Besicherung unserer Wertpapiertransaktionen) einen Großteil unseres Geldes anvertraut haben.

Quantitative Stresstests

Um besser abschätzen zu können, ab welcher Schwelle Risiken bedrohlich werden können, führt der Risikomanager im Bereich der Marktpreisrisiken quantitative Inverse Stresstests durch. Dabei wird ermittelt, bei welcher kurzfristigen Marktpreisschwankung das zur Verfügung stehende Verlustpotenzial für die Marktpreisrisiken jeweils gerade noch unterschritten ist und damit die Verlustobergrenze gerade noch eingehalten ist.

Gräfelfing, den 31. März 2020

Der Vorstand

Bilanz zum 31. Dezember 2019 und 31. Dezember 2018

Aktiva

scroll

31.12.2019

EURO
31.12.2018

EURO
1. Barreserve
a) Kassenbestand 2.303,23 3.357,75
2.303,23 3.357,75
2. Forderungen an Kreditinstitute
a) täglich fällig 13.626.267,37 10.202.753,86
b) andere Forderungen 4.325.000,00 4.325.000,00
17.951.267,37 14.527.753,86
3. Forderungen an Kunden 184.017,14 224.750,44
4. Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
a) Anleihen und Schuldverschreibungen aa) von anderen Emittenten 28.260,00 35.560,50
28.260,00 35.560,50
5. Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 13.008,15 5.484,65
6. Handelsbestand 4.247.061,62 6.429.500,84
7. Beteiligungen 0,51 0,51
8. Immaterielle Anlagewerte
a) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 166.675,74 248.737,33
9. Sachanlagen
a) Betriebs- und Geschäftsausstattung 634.802,89 610.494,07
801.478,63 859.231,40
10. Sonstige Vermögensgegenstände 246.652,40 157.480,02
11. Rechnungsabgrenzungsposten 106.045,38 76.960,86
12. Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung 337.319,30 361.167,26
23.917.413,73 22.681.248,09
Passiva
31.12.2019

EURO
31.12.2018

EURO
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
a) täglich fällig 130.808,20 105.779,94
130.808,20 105.779,94
2. Handelsbestand 1.035.695,19 1.452.927,28
3. Sonstige Verbindlichkeiten 553.361,65 436.290,65
4. Rückstellungen
a) Rückstellungen für Pensionen nach Verrechnung des Deckungsvermögens 327.767,55 261.026,38
b) Steuerrückstellungen 222.911,08 599.336,57
c) andere Rückstellungen 1.314.941,76 1.209.200,50
1.865.620,39 2.069.563,45
5. Fonds für allgemeine Bankrisiken gem. §340e Abs. 4 HGB 6.785.719,19 6.287.964,83
6. Eigenkapital
a) gezeichnetes Kapital 7.473.700,00 7.473.700,00
Eigene Anteile -93.091,00 -19.323,00
7.380.609,00 7.454.377,00
b) Kapitalrücklage 1.393.315,07 1.466.236,67
c) Bilanzgewinn 4.772.285,04 3.408.108,27
13.546.209,11 12.328.721,94
23.917.413,73 22.681.248,09

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2019

scroll

01.01.19 - 31.12.19
EURO 2019 EURO
--- --- --- ---
1. Zinserträge
a) Kredit- und Geldmarktgeschäften 1.430,93
1.430,93
2. Zinsaufwendungen 3.949,58 -2.518,65
3. Provisionserträge 6.192.848,62
a) Courtageerträge EUR 4.251.755,30
4. Provisionsaufwendungen 1.506.034,21 4.686.814,41
a) Courtageaufwendungen EUR 478.406,71
5. Ertrag des Handelsbestandes
a) Wertpapiere 24.592.088,25
b) Futures 2.280,00
c) Kursdifferenzen aus Aufgabegeschäften 5.870.627,27 30.464.995,52
6. Aufwand des Handelsbestandes
a) Wertpapiere 13.089.959,44
b) Futures 740,00
c) Kursdifferenzen aus Aufgabegeschäften 2.809.829,81 15.900.529,25
7. sonstige betriebliche Erträge 119.790,55
8. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
a) Personalaufwand
aa) Löhne und Gehälter 5.132.044,94
ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 814.656,87 5.946.701,81
darunter: für Altersversorgung EUR 171.601,46 (Vorjahr: EUR 111.904,28)
b) Andere Verwaltungsaufwendungen 10.647.962,23
16.594.664,04
9. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immat. Anlagewerte und Sachanlagen 315.708,28
10. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft 31.888,66
11. Erträge aus Zuschreibungen zu Forderungen und bestimmten Wertpapieren sowie aus der Auflösung von Rückstellungen im Kreditgeschäft 7.523,50
12. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Beteiligungen, Anteile an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelte Wertpapiere 7.300,50
13. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit vor Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken 2.426.514,60
14. Einstellungen in den Fonds für allgemeine Bankrisiken 497.754,36
15. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 1.928.760,24
16. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 191.884,82
17. Sonstige Steuern 1.140,00
18. Jahresüberschuss 1.735.735,42
19. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 3.408.108,27
20. Dividendenausschüttung 371.558,65
21. Bilanzgewinn 4.772.285,04

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2018

scroll

01.01.18 - 31.12.18
EURO 2018 EURO
--- --- --- ---
1. Zinserträge
a) Kredit- und Geldmarktgeschäften 44,30
44,30
2. Zinsaufwendungen 22.830,80 -22.786,50
3. Provisionserträge 5.628.336,24
a) Courtageerträge EUR 4.251.755,30
4. Provisionsaufwendungen 1.302.375,77 4.325.960,47
a) Courtageaufwendungen EUR 478.406,71
5. Ertrag des Handelsbestandes
a) Wertpapiere 25.927.619,47
b) Futures 15.252,50
c) Kursdifferenzen aus Aufgabegeschäften 5.821.762,07 31.764.634,04
6. Aufwand des Handelsbestandes
a) Wertpapiere 15.602.107,81
b) Futures 26.980,00
c) Kursdifferenzen aus Aufgabegeschäften 3.426.541,77 19.055.629,58
7. sonstige betriebliche Erträge 224.721,48
8. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
a) Personalaufwand
aa) Löhne und Gehälter 4.749.463,56
ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 815.026,25 5.564.489,81
darunter: für Altersversorgung EUR 171.601,46 (Vorjahr: EUR 111.904,28)
b) Andere Verwaltungsaufwendungen 10.380.455,34 15.944.945,15
9. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immat. Anlagewerte und Sachanlagen 274.039,12
10. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft 0,00
11. Erträge aus Zuschreibungen zu Forderungen und bestimmten Wertpapieren sowie aus der Auflösung von Rückstellungen im Kreditgeschäft 0,00
12. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Beteiligungen, Anteile an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelte Wertpapiere 17.544,66
13. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit vor Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken 1.000.370,98
14. Einstellungen in den Fonds für allgemeine Bankrisiken 332.704,11
15. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 667.666,87
16. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 36.352,35
17. Sonstige Steuern 809,00
18. Jahresüberschuss 630.505,52
19. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 5.690.125,09
20. Dividendenausschüttung 2.912.522,34
21. Bilanzgewinn 3.408.108,27

Anhang

1. Allgemeines

Das Grundkapital der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG beträgt EUR 7.473.700,00 und ist in 7.473.700 Stück Aktien verbrieft. Die Gesellschaft hat Ihren Sitz in Gräfelfing. Sie ist im Handelsregister der Stadt München unter der Nr. HRB 123 141 eingetragen.

Der Jahresabschluss der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG für das Geschäftsjahr 2019 ist nach den allgemeinen und den für Kreditinstitute geltenden Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB), den einschlägigen Vorschriften des Aktiengesetzes (AktG) und der Rechnungslegungsverordnung für Kreditinstitute (RechKredV) erstellt.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Für die Erstellung des Jahresabschlusses waren die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.

Forderungen an Kreditinstitute und Forderungen an Kunden sind mit dem Nennwert ausgewiesen. Letztere sind abzüglich einer gegebenenfalls notwendigen Risikovorsorge bewertet.

Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere sowie Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere des Anlagebestandes werden mit den Anschaffungskosten oder dem niedrigeren Marktwert bewertet.

Die Wertpapiere des Handelsbestandes werden mit den Marktpreisen abzüglich eines Value at Risk-Abschlages, der von historischen Kursen der letzten 100 Tage ausgeht, eine Haltedauer von drei Tagen impliziert und ein Konfidenzniveau von 99% verwendet, bewertet. Der absolute Betrag des Value at Risk-Abschlages beträgt TEUR 129. Der absolute Betrag des Value at Risk-Abschlages für die Aufgabegeschäfte zum 31.12.2019 beträgt TEUR 12. Auf ausländische Währung lautende Wertpapiere wurden zum Devisenkassamittelkurs umgerechnet. In Bezug auf die Kriterien der Zuordnung zum Handelsbuch (Definition der Handelsabsicht) haben sich gegenüber dem Vorjahr keine Änderungen ergeben.

Das Sachanlagevermögen sowie die immateriellen Anlagewerte werden mit den Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen bewertet. Diese werden unter Zugrundelegung der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer von drei bis dreizehn Jahren nach der linearen Methode berechnet.

Auf die Anlagenzugänge wird die Abschreibung zeitanteilig für den Monat der Anschaffung und die Folgemonate berechnet. Seit dem Jahr 2018 werden Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten unter EUR 800 (von 2010 bis 2017 EUR 410) gemäß § 6 Abs. 2 EStG im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben.

Sonstige Vermögensgegenstände sowie Rechnungsabgrenzungsposten sind mit dem Nennwert bzw. zum Barwert bewertet.

Der Aktive Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung beinhaltet die Verrechnung des Aktivwerts aus der Rückdeckungsversicherung mit der Pensionsrückstellung und wurde entsprechend den nach versicherungsmathematischen Grundsätzen durch die von den Versicherungen ermittelten beizulegenden Zeitwerten angesetzt. Die Ansprüche aus den Rückdeckungsversicherungen sind an die Pensionsberechtigten verpfändet und dementsprechend dem Zugriff aller anderen Gläubiger entzogen. Die Rückstellungen für Pensionen werden in handelsrechtlich zulässiger Höhe ausgewiesen.

Als versicherungsmathematische Bewertungsmethode für die Pensionsrückstellungen wurde die "projected unit credit method" angewandt. Gemäß § 253 Abs. 2 S.2 HGB wurde das Wahlrecht in Anspruch genommen, ein für den Gesamtbestand durchschnittlichen Marktzinssatz auf eine angenommene Restlaufzeit von 15 Jahren anzuwenden. Als weitere versicherungsmathematische Annahmen lagen die Richttafeln 2018G von Klaus Heubeck, ein künftiger Einkommenstrend, ein künftiger Rententrend und eine Inflationsrate von 1,1 % sowie ein Zinsfuß von 2,71 % zugrunde. Es wurde pflichtgemäß der Durchschnittszins der letzten zehn Jahre angesetzt. Die Gesellschaft hat von ihrem Wertbeibehaltungswahlrecht gemäß Artikel 67 Abs. 1 Satz 1 EGHGB Gebrauch gemacht. Der Betrag der Unterdeckung aufgrund von BilMoG beträgt TEUR 87 und wird über 15 Jahre in gleichbleibenden Beträgen (TEUR 5,8) aufgelöst.

Der Unterschiedsbetrag gemäß § 253 Absatz 6 HGB zwischen dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden Durchschnittszinssatzes aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren und dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden Durchschnittszinssatzes aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren betrug zum Bilanzstichtag TEUR 183.

Die Werte für Verbindlichkeiten entsprechen dem Erfüllungsbetrag.

Die anderen Rückstellungen wurden mit dem nach kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag im Einzelfall gebildet. Sie sichern erkennbare Risiken in ausreichender Höhe ab.

Dividendenerträge aus Aufgabegeschäften und Eigenhandelsbeständen werden nicht wie Dividendenerträge aus Beteiligungen unter der Position Laufende Erträge, sondern in den Positionen Ertrag/Aufwand des Handelsbestandes ausgewiesen.

Die Gesellschaft hat vom Wahlrecht nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB Gebrauch gemacht und verzichtet auf den Ansatz aktiver latenter Steuern.

3. Angaben und Erläuterungen zur Bilanz

Forderungen an Kreditinstitute

Die täglich fälligen Forderungen an Kreditinstitute beinhalten sowohl täglich fällige Guthaben bei inländischen Kreditinstituten (TEUR 13.420), inklusive Tages- und Monatsgelder, als auch Courtage- (TEUR 189). Darüber hinaus sind Forderungen aus Wertpapierverkäufen und Rückvergütungsansprüche aktiviert (TEUR 17).

In den anderen Forderungen sind Börsensicherheiten in Höhe von TEUR 4.325 als Termingelder hinterlegt.

Sämtliche Forderungen haben eine Restlaufzeit von bis zu drei Monaten.

Forderungen an Kunden

Es handelt sich um Forderungen aufgrund von Dienstleistungen im Rahmen der Kapitalmarktbetreuung.

Die Forderungen haben eine Restlaufzeit von bis zu drei Monaten.

Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere

Unter diesem Posten ist eine auf Euro lautende Inhaberschuldverschreibung mit einem Wert von TEUR 28 ausgewiesen.

Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere

Der Posten beinhaltet Wertpapiere des Anlagevermögens i.H.v. TEUR 13. In diesem Posten ist ein Anteil von TEUR 3 an Fremdwährungen enthalten.

Die Entwicklung der Wertpapiere des Anlagevermögens ist im Anlagespiegel dargestellt.

Handelsaktiva

Die Handelsaktiva beinhalten börsennotierte Wertpapiere in Höhe von TEUR 4.247. Der Betrag setzt sich zusammen aus Schuldverschreibungen (TEUR 1.207) sowie Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren (TEUR 3.040). Ferner sind unrealisierte Gewinne aus Aufgabegeschäften in Höhe von TEUR 0,2 dem Handelsbestand zugeordnet. Die zum 31.12.2019 gehaltenen Schuldverschreibungen laufen überwiegend in den nächsten Jahren aus. Der gesamte Bestand an Schuldverschreibungen ist börsennotiert.

In diesem Posten ist ein Anteil von TEUR 149 an Fremdwährungen enthalten. Dieser Betrag ist auch die Summe der auf Fremdwährung lautenden Vermögensgegenstände, da in den andern Positionen der Aktivseite keine Fremdwährungsbeträge enthalten sind.

Beteiligungen

Im Geschäftsjahr 2008 wurde eine Beteiligung an der nicht börsennotierten SRH AlsterResearch AG, Hamburg, erworben. Die Gesellschaft hält 33,8% der Stimmrechte. Das Eigenkapital der SRH AlsterResearch AG beträgt zum 31.12.2018 TEUR 0,5. Der Jahresabschluss des Geschäftsjahres 2019 dieser Gesellschaft lag bei Aufstellung des Jahresabschlusses der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG noch nicht vor.

Die Entwicklung des Finanzanlagevermögens ist im Anlagespiegel dargestellt. Es bestehen keine Forderungen gegenüber Beteiligungsunternehmen.

scroll

Anschaffungskosten Stand 01.01.2019

Euro
Zugänge

Euro
Abgänge

Euro
Stand 31.12.2019

Euro
I. Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 36.267,00 0,00 0,00 36.267,00
II. Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 9.329,89 0,00 0,00 9.329,89
III. Beteiligungen 22.500,00 0,00 0,00 22.500,00
IV. Immaterielle Vermögensgegenstände 2.116.881,63 15.235,39 0,00 2.132.117,02
V. Sachanlagen Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.908.146,93 242.720,12 0,00 3.150.867,05
5.093.125,45 257.955,51 0,00 5.351.080,96

scroll

Kummulierte Abschreibungen Stand 01.01.2019

Euro
Abschreibungen Geschäftsjahr

Euro
Abgänge

Euro
Stand 31.12.2019

Euro
I. Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 706,50 7.300,50 0,00 8.007,00
II. Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 21.991,07 0,00 0,00 21.991,07
III. Beteiligungen 39.277,64 0,00 0,00 39.277,64
IV. Immaterielle Vermögensgegenstände 1.868.144,30 97.296,98 0,00 1.965.441,28
V. Sachanlagen Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.297.652,86 218.411,30 0,00 2.516.064,16
4.227.772,37 323.008,78 0,00 4.550.781,15

scroll

Kummulierte Zuschreibungen Stand 01.01.2019

Euro
Zuschreibungen Geschäftsjahr

Euro
Abgänge

Euro
Stand 31.12.2019

Euro
I. Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 0,00 0,00 0,00 0,00
II. Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 18.145,83 7.523,50 0,00 25.669,33
III. Beteiligungen 16.778,15 0,00 0,00 16.778,15
IV. Immaterielle Vermögensgegenstände 0,00 0,00 0,00 0,00
V. Sachanlagen Betriebs- und Geschäftsausstattung 0,00 0,00 0,00 0,00
34.923,98 7.523,50 0,00 42.447,48

scroll

Buchwerte 31.12.2019

Euro
31.12.2018

Euro
I. Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 28.260,00 35.560,50
II. Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 13.008,15 5.484,65
III. Beteiligungen 0,51 0,51
IV. Immaterielle Vermögensgegenstände 166.675,74 248.737,33
V. Sachanlagen Betriebs- und Geschäftsausstattung 634.802,89 610.494,07
842.747,29 900.277,06

Sachanlagen und immaterielle Anlagewerte

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres ist in dem als Anlage zum Anhang beigefügten Anlagenspiegel dargestellt.

Sonstige Vermögensgegenstände

Die Sonstigen Vermögensgegenstände beinhalten im Wesentlichen einen Aktivwert aus einer Rückdeckungsversicherung (TEUR 104) und geleistete Anzahlungen in Höhe von (TEUR 100). Darüber hinaus betreffen sie die Kautionen für die Büroräume in Gräfelfing, Berlin und Hamburg, für Räume in Frankfurt und die Kaution für die Johannesburg Stock Exchange (TEUR 39).

Rechnungsabgrenzungsposten

Es handelt sich im Wesentlichen um eine Vorauszahlung für Versicherungsbeiträge, Sachzuwendungen, Instandhaltungskosten, EDV-Kosten, Repräsentation sowie um vorausbezahlte Kosten für Informationsdienste.

Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung

Die Aktivwerte aus der Rückdeckungsversicherung (TEUR 976), die den beizulegenden Zeitwert darstellen, wurden mit den Pensionsrückstellungen (TEUR 639) verrechnet. Daraus ergibt sich ein aktivischer Überhang i.H.v. TEUR 337.

scroll

31.12.2019

TEUR
31.12.2018

TEUR
Beizulegender Zeitwert der verrechneten Vermögensgegenstände 976 962
Erfüllungsbetrag der verrechneten Schulden 639 601
Ausweis aktivischer Unterschiedsbetrag 337 361
Verrechnete Aufwendungen und Erträge -23 -27

Aufgrund der durch das BilMoG geänderten Bewertungsgrundlagen wäre im Jahr 2010 eine Zuführung zur der Pensionsrückstellung in Höhe von TEUR 87 erforderlich gewesen. Im Geschäftsjahr wurde jedoch wie im Vorjahr nur die Mindestansammlung von 1/15 des zuzuführenden Betrages als Aufwand (TEUR 4) erfasst. Pflichtgemäß wurde der Durchschnittszins der letzten zehn Jahre angesetzt.

Bei einem Planvermögen unterschreitet der Gesamtwert des Deckungsvermögens den Buchwert der dazugehörigen Schulden. Der Ausweis erfolgt unter Pensionsrückstellungen.

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten beinhalten Verbindlichkeiten aus der Börsengeschäftsabwicklung für den Monat Dezember (TEUR 117), Verbindlichkeiten aus Courtagen (TEUR 12) und Kursdifferenzen (TEUR 2).

Sämtliche Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten haben eine Restlaufzeit von bis zu drei Monaten.

Handelspassiva

Die Handelspassiva beinhalten im Wesentlichen börsennotierte Wertpapiere in Höhe von TEUR 1.036. Ferner sind unrealisierte Verluste aus Aufgabegeschäften i.H.v. TEUR 12 enthalten. In den Handelspassiva ist ein Anteil von TEUR 86 an Fremdwährungen enthalten.

Sonstige Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten resultieren aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (TEUR 405; i. Vj. TEUR 267) und Verbindlichkeiten aus Lohn- und Kirchensteuer (TEUR 75; i.Vj. 70). Darüber hinaus beinhalten sie Aufsichtsratsvergütungen (TEUR 57; i.Vj 57), Sozialversicherungsbeiträge für den Monat Dezember 2019 (TEUR 12; i.Vj. TEUR 10), Spesenabrechnungen von Mitarbeitern (TEUR 2: i.Vj TEUR 6) und Verb. Courtage (TEUR 2; i.Vj. 0).

In den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ist ein Betrag in Höhe von TEUR 15 an Fremdwährungen enthalten. Zusammen mit dem unter den Handelspassiva ausgewiesenen Fremdwährungsanteil von TEUR 86 ergibt sich als Summe der auf Fremdwährung lautenden Verbindlichkeiten ein Betrag von insgesamt TEUR 101.

Die sonstigen Verbindlichkeiten haben eine Restlaufzeit von bis zu drei Monaten.

Pensionsrückstellungen

Die Aktivwerte aus der Rückdeckungsversicherung (TEUR 451), die den beizulegenden Zeitwert darstellen, wurden mit den Pensionsrückstellungen (TEUR 779) verrechnet. Daraus ergibt sich ein passivischer Überhang i.H.v. TEUR 328.

scroll

31.12.2019

TEUR
31.12.2018

TEUR
Beizulegender Zeitwert der verrechneten Vermögensgegenstände 451 421
Erfüllungsbetrag der verrechneten Schulden 779 682
Ausweis Pensionsrückstellungen 328 261
Verrechnete Aufwendungen und Erträge -67 -61

Aufgrund der durch das BilMoG geänderten Bewertungsgrundlagen wäre im Jahr 2010 eine Zuführung zur der Pensionsrückstellung in Höhe von TEUR 87 erforderlich gewesen. Im Geschäftsjahr wurde jedoch wie im Vorjahr nur die Mindestansammlung von 1/15 des zuzuführenden Betrages als Aufwand (TEUR 2) erfasst.

Steuerrückstellungen

Die Verlustvorträge aus den Vorjahren dürfen gemäß § 10 d Abs. 2 Satz 1 ESTG sowie dem § 10 a GewStG nicht in vollem Umfang angesetzt werden. Die Berechnung ergab somit im Geschäftsjahr einen Steueraufwand für Ertragsteuern in Höhe von TEUR 192. Insgesamt beträgt die Steuerrückstellung (inklusive Vorjahre) TEUR 223.

Andere Rückstellungen

Die anderen Rückstellungen von TEUR 1.315 beinhalten Abschluss- und Prüfungskosten (TEUR 81) und Boni (TEUR 932). Darüber hinaus sind Rückstellungen für ausstehenden Urlaub (TEUR 99), die Rückstellung aufgrund von Aufbewahrungspflichten von Geschäftsunterlagen (TEUR 6), Beiträge zur Berufsgenossenschaft (TEUR 15), Sondervergütung Vorstände (TEUR 127) sowie ausstehende Rechnungen und sonstige Posten (TEUR 55) enthalten.

Fonds für allgemeine Bankrisiken

Die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG führte im Geschäftsjahr 2019 dem Fonds gemäß § 340e Abs. 4 HGB TEUR 498 zu, um im Fonds für allgemeine Bankrisiken 50% des durchschnittlichen Handelsergebnisses der letzten fünf Jahre zu erreichen. Der Fonds nach § 340e Abs. 4 HGB dotiert zum 31.12.2019 mit TEUR 6.786.

Gezeichnetes Kapital

Das gezeichnete Kapital in Höhe von EUR 7.473.700,00 ist eingeteilt in 7.473.700 nennwertlose Aktien mit einem rechnerischen Wert von EUR 1,00. Sämtliche Aktien sind Inhaberaktien.

Am Bilanzstichtag befanden sich 93.091 eigene Aktien im Depot. Der Nennwert der eigenen Aktien wurde vom gezeichneten Kapital abgesetzt.

Eigene Aktien

Am Bilanzstichtag befanden sich 93.091 eigene Aktien im Depot. Insgesamt wurden im Jahr 2019 142.815 Aktien (dies entspricht einem Anteil von 1,91 % am Grundkapital) gekauft und 69.047 Aktien (dies entspricht einem Anteil am Grundkapital von 0,92 %) verkauft.

Der durchschnittliche Erwerbskurs belief sich im Geschäftsjahr 2019 auf EUR 2,10, der durchschnittliche Verkaufskurs auf EUR 2,21. Die Erträge und Aufwendungen aus dem Unterschied zwischen An- und Verkaufspreis der eigenen Aktien werden über die Kapitalrücklage verrechnet.

scroll

Kauf Stück Verkauf Stück
Januar 44.121 23.980
Februar 4.686 2.348
März 9.537 10.298
April 5.721 4.904
Mai 6.346 4.535
Juni 2.961 2.000
Juli 10.428 11.614
August 33.069 2.000
September 2.369 4.368
Oktober 18.000 0
November 1.000 3.000
Dezember 4.577 0
142.815 69.047

Der Bestand an eigenen Aktien entspricht einem Nennwert von EUR 93.091. Dies wiederum entspricht 1,25 % am Grundkapital.

Die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG wurde in der Hauptversammlung vom 10. Juli 2018 ermächtigt, bis zum 9. Juli 2023 eigene Aktien zum Zwecke des Wertpapierhandels mit der Maßgabe zu erwerben, dass der Handelsbestand der zu diesem Zweck zu erwerbenden Aktien 5 % des Grundkapitals am Ende eines jeden Tages nicht übersteigen darf.

Im Geschäftsjahr machte die Gesellschaft von ihrer Ermächtigung zum Erwerb eigener Anteile zum Zwecke des Wertpapierhandels Gebrauch.

Kapitalrücklage

Es ergibt sich eine Kapitalrücklage zum 31. Dezember 2019 i.H.v. TEUR 1.393. Der Rückgang um TEUR 73 ergab sich im Berichtsjahr durch einen Verkaufsverlust eigener Aktien in Höhe von TEUR 1 sowie einem Saldo aus Hinzurechnungen und Abzugsposten aus dem Zugang/Abgang von eigenen Anteilen zu Anschaffungskosten i. H.v. TEUR - 72.

Bilanzunwirksame Geschäfte

Zum Bilanzstichtag ging die Gesellschaft schwebende Geschäfte in Form von Aufgabegeschäften für Kaufpositionen und Verkaufspositionen ein. Die Handelsvolumina (bewertet zu Schlusskursen am letzten Handelstag im Dezember 2019) belaufen sich auf TEUR 400 für Kauf- und TEUR 377 für Verkaufspositionen. Nicht realisierte Gewinne und Verluste aus diesen Positionen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung nach Berücksichtigung eines Value at RiskAbschlages im Ergebnis des Handelsbestands erfasst.

4. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Im Zinsaufwand sind verrechnete Aufwendungen und Erträge gemäß § 285 Nr. 25 HGB in Höhe von TEUR 2 (i.Vj. TEUR 16,5) enthalten. Diese ergeben sich aus Erträgen aus der Rückdeckungsversicherung von TEUR 44 (i.Vj. TEUR 40,5) und Aufwendungen aus der Abzinsung der Pensionsrückstellung von TEUR 42 (i.Vj. TEUR 57).

Die Provisionserträge beinhalten Courtageerträge (TEUR 4.252), Platzierungsprovisionen (TEUR 991), Provisionen aus Aktienlistings (TEUR 367), Provisionen aus Vermittlungsleistungen (TEUR 63) sowie sonstigen Provisionen (TEUR 520).

Im Handelsergebnis (Differenz aus Ertrag und Aufwand des Handelsbestandes) sind sowohl das Ergebnis aus den Geschäften, die über unsere Handelsdepots (TEUR 11.504) abgewickelt werden, als auch die Kursdifferenzen aus Aufgabegeschäften (TEUR 3.061) enthalten.

Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten Erträge aus sonstigen Weiterbelastungen (TEUR 72), Sachbezüge (TEUR 16), Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen (TEUR 26), Erstattung AAG (TEUR 3) sowie Versicherungsentschädigung (TEUR 2).

Die Personalaufwendungen i.H.v. TEUR 5.947 beinhalten im Wesentlichen Aufwendungen für Löhne und Gehälter, Boni und Prämien, gesetzlichem sozialen Aufwand sowie Aufwendungen für Altersversorgung in Höhe von TEUR 172.

Bei den anderen Verwaltungsaufwendungen handelt es sich im Wesentlichen um Börsen-/ Bankenabwicklungsgebühren (TEUR 4.224), Kosten für Wertpapier-Informationsdienste (TEUR 1.635), EDV-Kosten (TEUR 1.746) und XETRA-Gebühren (TEUR 466). Darüber hinaus finden sich in diesem Posten Kosten für das Orderabwicklungs- und Handelsunterstützungssystem (TEUR 201), Kosten für das Handelssystem Max-One (TEUR 154), Internet- und Leitungskosten (TEUR 350), Raumkosten (TEUR 336), Abschluss- und Prüfungskosten (TEUR 249), Rechts- und Beratungskosten (TEUR 122), Kosten für Börsenzulassungen (TEUR 149), Kosten für Investor Relations und Werbung (TEUR 132), Buchführungskosten (TEUR 126) und Aktieneinführungsgebühren (TEUR 187).

Die Abschreibungen wurden linear in Anlehnung an die allgemein gültigen Afa-Tabellen vorgenommen und betragen im Berichtszeitraum TEUR 323.

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag entfallen mit TEUR 0,5 auf das erfolgswirksam vereinnahmte Körperschaftsteuerguthaben sowie mit TEUR 192 auf das zu versteuernde Einkommen nach Verrechnung von Verlustvorträgen aus Vorjahren unter Berücksichtigung der gesetzlichen Mindestbesteuerung.

5. Sonstige Angaben

Organe

Zu Vorstandsmitgliedern der Gesellschaft waren im Berichtsjahr bestellt:

Herr Thomas Posovatz, München, Börsenmakler, Sprecher des Vorstands

Herr Franz Christian Kalischer, Hamburg, Börsenmakler

Die Gesamtbezüge der Vorstandsmitglieder beliefen sich auf TEUR 430 und setzen sich wie folgt zusammen:

scroll

Herr Thomas Posovatz TEUR 204
Herr Franz Christian Kalischer TEUR 226

Hierin sind geldwerte Vorteile z.B. für Dienstwagen in Höhe von TEUR 12 enthalten.

Herr Thomas Posovatz ist Mitglied des Aufsichtsrats der Bayerische Börse AG, München.

Dem Aufsichtsrat der Gesellschaft gehörten zum 31.12.2019 folgende Personen an:

Herr Michael Wilhelm,

Wirtschaftsprüfer/Steuerberater, WAPAG GmbH, Vorsitzender

Herr Thomas Mühlbauer,

Bankkaufmann, stellvertretender Vorsitzender

Herr Hendrik Janssen,

Diplom Ökonom, BÖAG Börsen AG

Die Gesamtbezüge der Mitglieder des Aufsichtsrats betrugen TEUR 57.

Herr Hendrik Janssen ist stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates der vwd TransactionSolutions AG, Frankfurt am Main.

Herr Wilhelm und Herr Mühlbauer hatten neben dem Aufsichtsratsmandat bei der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG keine weiteren Aufsichtsratsmandate oder ähnliches inne.

Genehmigtes Kapital

Der Vorstand ist in der Hauptversammlung vom 10.07.2018 ermächtigt worden, mit Zustimmung des Aufsichtsrates das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 09. Juli 2023, einmal oder mehrmals um bis zu TEUR 3.737 durch Ausgabe neuer auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen mit Gewinnberechtigung ab Beginn des im Zeitpunkt der Ausgabe laufenden Geschäftsjahres zu erhöhen.

Der Vorstand kann mit Zustimmung des Aufsichtsrates hierfür das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre gemäß den gesetzlichen Bestimmungen ausschließen. Dies gilt insbesondere, sofern die Kapitalerhöhung aus genehmigtem Kapital zum Zwecke des Erwerbs von Unternehmen oder Beteiligungen an anderen Unternehmen erfolgt.

Mitarbeiter

Die durchschnittliche Anzahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Mitarbeiter - ohne Vorstandsmitglieder - beträgt:

scroll

Büro Hamburg 23
Büro Gräfelfing 15
Büro Berlin 6
Büro Frankfurt 9
Büro Hannover 4

Zum 31.12.2019 beschäftigte die Gesellschaft inklusive der Vorstandsmitglieder insgesamt 59 Mitarbeiter.

Angabe von Passivischen Beteiligungen

Die BÖAG Börsen AG, Hamburg, ist zu 25,1 % an der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG beteiligt. Die FMNP Beteiligungs GmbH, Gräfelfing, hält 19,8 % der Anteile.

Die Posovatz Verwaltungs GbR, an der Herr Posovatz zu 50 % beteiligt ist, hält unmittelbar 6,4 % der Anteile an der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG.

Herr Kalischer hält 7,43 % und Herr Mühlbauer 4,63 % der Anteile an der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG.

Die übrigen Gründungsmitglieder der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG halten zwischen 5 % und 10 % der Anteile.

Herr Wilhelm sowie Herr Janssen halten zum 31. Dezember 2019 keine Aktien der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Zum Bilanzstichtag bestanden sonstige Verpflichtungen aus laufenden Mietverträgen, aus Verträgen mit Wertpapierinformationsdiensten, aus Verträgen bezüglich des Orderabwicklungsund Handelsunterstützungssystems, aus Verträgen über Werbekampagnen und Leitungsnetzen in folgender Höhe und Fälligkeit:

scroll

fällig 2020 TEUR 2.893
TUSD 277
TGBD 27
fällig 2021 TEUR 533
TUSD 110
TGBD 0
fällig 2022 TEUR 42
TUSD 30
TGBD 0

Honorar des Abschlussprüfers

Im Geschäftsjahr fallen als Honorar für die Abschlussprüfung TEUR 81 an. Die mwb fairtrade ist nur in sehr geringem Umfang vorsteuerabzugsberechtigt, daher wurde das Honorar als Bruttobetrag inklusive Mehrwertsteuer angegeben.

Wesentliche Auslagerung von Dienstleistungen

Die Finanzbuchhaltung ist an die Firma flatex AG, Frankfurt ausgelagert.

Die flatex AG erbringt neben der Finanzbuchhaltung Dienstleistungen im Zusammenhang mit der Erstellung von Meldungen gemäß KWG und WpHG, der Geld- und Stückebuchhaltung sowie des Handels- und Positionsführungssystems Tradix und der Bereitstellung von Infrastruktur im Handelsbereich.

Den Betrieb der Limitkontrollsysteme und des zentalen Marktdatensystems sowie des Betriebs von Xetra und Xontro wurde an die Oraise GmbH, Frankfurt ausgelagert.

Die Interne Revision wurde ausgeführt von der Mazars GmbH & Co. KG

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Steuerberatungsgesellschaft, Hamburg.

Die Gesellschaft hat Auslagerungsverträge bezüglich der Erbringung der Anlagevermittlung mit folgenden gebundenen Vermittlern im Geschäftsjahr unterhalten:

First Berlin Securities Brokerage GmbH, Berlin
Solventis Wertpapierhandelsgesellschaft mbH, Mainz
Christian Gerdes, München
Markus von Götz, Hamburg
Resource Trading Group RTG Deutschland GmbH, Frankfurt am Main

6. Gewinnverwendung

Der Vorstand schlägt vor, aus dem zum 31. Dezember 2019 ausgewiesenen Bilanzgewinn in Höhe von TEUR 4.772 eine Dividende zwischen 0,15 Euro und 0,18 Euro je dividendenberechtigter Aktie auszuschütten. Dies entspricht für den Fall, dass alle 7.473.700 Aktien ausstehend sind, einem Ausschüttungsbetrag zwischen TEUR 1.121 und TEUR 1.345. Der verbleibende Rest soll auf neue Rechnung vorgetragen werden.

7. Nachtragsbericht

Der Vorstand der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG stuft die Entwicklungen rund um die sich kontinuierlich verschlimmernde Coronavirus-Pandemie als wertbegründend ein. Obwohl sich die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft in den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres 2020 verbessert haben, wird sich erst im Verlauf des Jahres zeigen, welchen Einfluss die negativen wirtschaftlichen und konjunkturellen Folgen der Coronakrise auf den Geschäftsverlauf der Gesellschaft haben. Dies ist derzeit nicht prognostizierbar. Gleichwohl haben die Vorgänge, die nach Schluss des Geschäftsjahres 2019 eingetreten sind, keinen Einfluss auf den Jahresabschluss 2019 der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG.

Mit Wirkung vom 1. April 2020 bestellt der Aufsichtsrat der Gesellschaft den bisherigen Bereichsvorstand des Geschäftsfeldes Corporates & Markets, Kai Jordan, zum Vorstand der Gesellschaft.

Mit Wirkung vom 1. Juni 2020 bestellt der Aufsichtsrat der Gesellschaft Herrn Carsten Bokelmann zum Vorstand der Gesellschaft.

Weitere wesentliche Vorgänge nach dem 31. Dezember 2019 haben sich nicht ergeben.

Gräfelfing, den 31. März 2020

Thomas Posovatz

Franz Christian Kalischer

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG, Gräfelfing

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG, Gräfelfing - bestehend aus Bilanz zum 31. Dezember 2019 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2019 sowie dem Anhang einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2019 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2019 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2019 und
vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt

Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen:

die übrigen Teile des Geschäftsberichts, mit Ausnahme des geprüften Jahresabschlusses und Lageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks.

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnisse aufweisen oder
anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen.

Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher -beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.
beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.
ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.
beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens , Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.
beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.
führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Frankfurt am Main, 12. Mai 2020

**BDO AG

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**

gez. Schmidt, Wirtschaftsprüfer

gez. Schmiederer, Wirtschaftsprüfer

Talk to a Data Expert

Have a question? We'll get back to you promptly.