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Muenchener Rueckversicherungs-Gesellschaft AG AGM Information 2011

May 6, 2011

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AGM Information

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münchener rückversicherungs-Gesellschaft Hauptversammlung 2011

Bericht des Vorstandsvorsitzenden Nikolaus von Bomhard, 20. April 2011

Wichtige Kennzahlen (IFRS, Gruppe) 1

Munich Re

2010 2009 2008 2007 2006
Gebuchte Bruttobeiträge Mrd. € 45,5 41,4 37,8 37,3 37,4
Operatives Ergebnis Mio. € 3.978 4.721 3.834 5.573 5.877
Ertragsteuern Mio. € 692 1.264 1.372 801 1.648
Konzernergebnis Mio. € 2.430 2.564 1.579 3.923 3.519
auf nicht beherrschende Anteile entfallend Mio. € 8 43 24 83 94
Kapitalanlagen Mrd. € 193,1 182,2 174,9 176,2 176,9
Eigenkapitalrendite % 10,4 11,8 7,0 15,3 14,1
Eigenkapital Mrd. € 23,0 22,3 21,1 25,3 26,3
Nicht bilanzierte Bewertungsreserven2 Mrd. € 3,6 3,2 2,5 0,8 1,9
Versicherungstechnische Rückstellungen (netto) Mrd. € 171,1 163,9 157,1 152,4 153,9
Mitarbeiter zum 31. Dezember 46.915 47.249 44.209 38.634 37.210

Rückversicherung3

2010 2009 2008 2007 2006
Gebuchte Bruttobeiträge
Mrd. €
23,6 21,8 21,9 21,5 22,2
Kapitalanlagen
Mrd. €
83,7 76,8 78,4 81,9 85,0
Versicherungstechnische Rückstellungen (netto)
Mrd. €
56,6 53,4 55,8 55,5 59,6
Groß- und Größtschäden (netto)
Mio. €
2.228 1.157 1.507 1.126 585
Schäden aus Naturkatastrophen
Mio. €
1.564 196 832 634 139
Schaden-Kosten-Quote Schaden/Unfall
%
100,5 95,3 99,4 96,4 92,6

Erstversicherung3

2010 2009 2008 2007 2006
Gebuchte Bruttobeiträge Mrd. € 17,5 16,6 17,0 17,3 16,7
Kapitalanlagen Mrd. € 121,8 118,4 114,0 109,3 107,4
Versicherungstechnische Rückstellungen (netto) Mrd. € 111,2 107,7 101,4 96,9 94,3
Schaden-Kosten-Quote Schaden/Unfall % 96,8 93,2 90,9 93,4 90,8

Munich Health3

2010 2009
Gebuchte Bruttobeiträge Mrd. € 5,1 4,0
Kapitalanlagen Mrd. € 4,1 3,1
Versicherungstechnische Rückstellungen (netto) Mrd. € 3,3 2,9
Schaden-Kosten-Quote4 % 99,7 99,4

Unsere Aktie

2010 2009 2008 2007 2006
Ergebnis je Aktie 13,06 12,95 7,74 17,83 15,05
Dividende je Aktie 6,25 5,75 5,50 5,50 4,50
Ausschüttung Mio. € 1.118 1.072 1.073 1.124 988
Kurs der Aktie zum 31. Dezember 113,45 108,67 111,00 132,94 130,42
Börsenwert der Münchener Rück AG zum 31. Dezember5 Mrd. € 21,4 21,5 22,9 29,0 29,9

1 Vorjahreswerte angepasst aufgrund des Ausweises von Munich Health als eigenes Segment, siehe Abschnitt "Bilanzierung und Bewertung".

2 Einschließlich der Anteile, die auf andere Gesellschafter und Versicherungsnehmer entfallen.

3 Vor Eliminierung segmentübergreifender konzerninterner Geschäftsvorfälle.

4 Ohne nach Art der Lebensversicherung betriebenes Krankenversicherungsgeschäft.

5 Hierin enthalten sind auch die eigenen Aktien, die zum Einzug vorgesehen sind.

(Folie 1: Intro)

Sehr geehrte Damen und Herren,

guten Morgen hier im ICM und an alle, die unsere Hauptversammlung im Internet verfolgen. Im Namen des Vorstands der Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft begrüße ich Sie herzlich zur 124. Hauptversammlung Ihres Unternehmens, Ihrer Munich Re.

Wie bereits im vergangenen Jahr haben unsere Aktionäre die Möglichkeit, ihr Stimmrecht per Briefwahl und auch online auszuüben, ohne an der Versammlung teilzunehmen. Umso mehr freut es mich, dass Sie hier im Saal zu uns gekommen sind.

Bevor wir über das Geschäftsjahr 2010 sprechen, möchte ich kurz auf das Erdbeben in Japan eingehen, die Dimension dieses Ereignisses erfordert dies.

(Folie 2: Globus der Naturgefahren)

Denn seit knapp sechs Wochen kämpft Japan mit einer Katastrophe ungeahnten Ausmaßes. Am 11. März ereignete sich vor der Ostküste von Honshū, nur wenige hundert Kilometer von Tokio entfernt, ein schweres Erdbeben. Mit einer Intensität von 9,0 war es das stärkste jemals in Japan registrierte Beben und das viertschwerste, das bisher weltweit gemessen wurde. Es war der Auslöser für einen gewaltigen Tsunami, der ganze Küstenstädte mit sich riss. In der Folge kam es zu dramatischen Störfällen im Atomkraftwerk Fukushima.

Das menschliche Leid ist unermesslich und so gilt unser Mitgefühl dem japanischen Volk. Die gesamtwirtschaftlichen Schäden sind enorm. Sie übersteigen die Kosten für das Erdbeben von Kobe im Jahr 1995 und machen dieses Ereignis zur weltweit schwersten Naturkatastrophe aller Zeiten. Einen erheblichen Teil der Schäden werden Versicherer und Rückversicherer tragen. Munich Re wird – über die Schadenzahlungen hinaus – ihren Beitrag leisten, wenn es darum geht, die Katastrophe aufzuarbeiten und den Wiederaufbau zu unterstützen. Wir werden unseren Kunden bei der Schadenregulierung zur Seite stehen, dafür stellen wir auch Kollegen aus anderen Einheiten in der Region und aus München zur Verfügung.

Unser über die Jahre aufgebautes Fachwissen bildet die Grundlage für die Modellierung von Gefahrenszenarien. Diese versetzen uns in die Lage, Naturkatastrophen relativ schnell nach dem Ereignis einzuordnen und ihre Dimension annähernd abzuschätzen. Nach dem letzten großen Tsunami – zum Jahresende 2004 in Indonesien und Thailand – haben unsere Experten Überflutungszonen für alle Küsten der Welt berechnet und dabei verschiedene

Wellenhöhen simuliert. Die Ergebnisse dieses Tsunami-Modells sind Bestandteil unseres "Globus der Naturgefahren", den wir unseren Kunden zur Verfügung stellen.

(Folie 3: Globus der Naturgefahren)

Am Wochenende unmittelbar nach dem Erdbeben in Japan haben wir die Ergebnisse dieses Modells an das Emergency Center von UNICEF in New York übermittelt. Der "UN-Spider", eine Plattform der Vereinten Nationen für Desaster-Management und Notfallplanung, hat die Ergebnisse auf seiner Webseite veröffentlicht. So bekommen viele Hilfsorganisationen Zugang zu diesen wichtigen Daten.

Wir werden unsere Naturgefahrenmodelle selbstverständlich auf der Basis der neuen Erkenntnisse aktualisieren. Und wir werden dem japanischen Markt unverändert hohe Rückversicherungskapazitäten bereitstellen. Denn ein gut ausgebautes und funktionierendes Versicherungs- und Rückversicherungssystem trägt dazu bei, Katastrophen dieses Ausmaßes zu bewältigen. Dabei ist es übrigens üblich, schon vor Ermittlung der genauen Schadenhöhe Abschlagszahlungen zu leisten, um Instandsetzung und Wiederaufbau zügig zu unterstützen.

Von dem schwer beschädigten Atomkraftwerk geht unverändert eine akute Bedrohung aus und starke Nachbeben haben die Region erneut erschüttert. Konkrete Schadenschätzungen fallen unseren Kunden dementsprechend schwer. Und es bleibt zu hoffen, dass sich mit den verschiedenen Beben die Spannungen zwischen den verschiedenen Platten und Zonen inzwischen vollständig entladen haben.

Unsere Schadenschätzung für das Erdbeben in Japan beläuft sich auf 1,5 Mrd. € vor Steuern und erhöht die ohnehin schon hohe Schadenlast des 1. Quartals aus Naturkatastrophen.

Erfolgsfaktor: Konsequente Umsetzung der Strategie

(Folie 4: Stabil durch die Finanz- und Wirtschaftskrise)

Damit komme ich zum Geschäftsjahr 2010, in dem wir uns – wie ich meine – gut behauptet haben. Unser Erfolg wird sichtbar beim Geschäftsergebnis in absoluten Zahlen, auch beim direkten Vergleich mit unseren Hauptwettbewerbern. Ob Sie die Aktienkurse betrachten, die Eigenkapitalrendite oder die Rendite für Sie als Aktionäre, einen Vergleich müssen wir nicht

scheuen. Die am weitesten verbreitete Größe zur Ermittlung der Rentabilität eines Unternehmens ist die Eigenkapitalrendite, der RoE. Über die Jahre 2005 bis 2010 hinweg betrachtet haben wir im Durchschnitt knapp 12 % nach Steuern erwirtschaftet. Der RoE liegt damit ziemlich genau 50 % über unseren Kapitalkosten.

(Folie 5: Nachhaltiger Wertzuwachs)

Meine Damen und Herren, vielleicht erinnern Sie sich an meine früheren Aussagen. Ich habe stets dafür geworben, Renditen in vernünftiger Höhe nachhaltig zu erwirtschaften. 50 % Rendite über den Kapitalkosten sind vernünftig und wir haben sie über mehrere Jahre erzielt. Natürlich sind auch höhere Eigenkapitalrenditen möglich. Wer solche Renditen verspricht oder einfordert, muss allerdings korrekterweise erwähnen oder sich darüber im Klaren sein, dass mit dieser höheren Rendite auch ein höheres Risiko verbunden ist. Denn der RoE als Messgröße bildet das zugrunde liegende Risiko nicht ab, dies wird leider häufig übersehen. Wir steuern unser Geschäft deshalb über den RoRaC – die Rendite auf das risikoadjustierte Kapital – denn er macht das Risiko transparent.

Die vielfältigen Herausforderungen des vergangenen Jahres haben wir gemeistert, weil wir gut vorbereitet waren. Unser integriertes Geschäftsmodell ist tragfähig. Es macht uns als Gruppe unabhängiger von Zyklen in einzelnen Branchen und von Schwankungen auf regionalen Märkten. Zudem hilft es uns, die in der Rückversicherung zufällig auftretenden Belastungen aus einzelnen Größtschäden abzufedern. Dabei können Verlustquartale aber nicht ausgeschlossen werden, das zeigt uns das laufende Jahr.

(Folie 6: Eckpfeiler der Strategie)

Wir schaffen Wert, indem wir anderen Risiken abnehmen, die bei uns effizient gebündelt und kostengünstiger getragen werden können. Dabei haben wir unsere bewährte Strategie erneut konsequent umgesetzt. Sie lässt sich auf folgenden Nenner bringen:

Unser Kerngeschäft ist und bleibt gruppenweit die Übernahme von Versicherungsrisiken. Denn hier liegt unsere besondere Kompetenz, damit schaffen wir Wert für unsere Kunden und für Sie als Aktionäre. Wir verfügen über ein ausgewogenes Portfolio von geschäftlichen Initiativen. Dabei stehen große, gut diversifizierte Segmente jüngeren oder im Ausbau befindlichen Aktivitäten gegenüber. Die einen sichern unsere Ertragskraft ab, die anderen sind Investitionsfelder und sollen uns künftig Erträge bringen.

In der Kapitalanlage – das ist der zweite Eckpfeiler unserer Strategie – gehen wir keine unangemessenen Risiken ein. Das Versicherungsgeschäft verlangt eine grundsolide Bilanz als Basis. Bei der Zusammensetzung unseres Kapitalanlageportfolios orientieren wir uns vor allem an der Struktur der Verpflichtungen aus dem Versicherungsgeschäft. Das gilt im Hinblick auf Währungen, Laufzeiten und die Abhängigkeit gegenüber wichtigen volkswirtschaftlichen Parametern. Bei unserem Engagement in Anleihen der europäischen Peripherieländer mussten wir zwar zum Teil spürbare Wertverluste in Kauf nehmen. Dies ist eine Folge der breiten Streuung unserer Anlagen. Im Übrigen aber lagen wir mit den im Umfang überschaubaren Über- oder Untergewichtungen einzelner Investments gegenüber den jeweiligen Benchmarks weitgehend richtig. So konnten wir insgesamt erfreuliche Zusatzerträge erzielen.

(Folie 7: Rückgabe von Kapital an Aktionäre)

Unser Eigenkapitalmanagement gewährleistet eine angemessene Ausstattung der Gruppe mit Sicherheitsmitteln. Wenn wir über einen notwendigen Puffer hinaus über Eigenkapital verfügen, das sich nicht mit risikoadäquaten Renditen ins Verdienen bringen lässt, dann geben wir es an unsere Aktionäre zurück. So werden wir – Ihre Zustimmung zum Gewinnverwendungsvorschlag vorausgesetzt – mit der Auszahlung der Dividende morgen für den Zeitraum von 2005 bis 2010 annähernd 12 Mrd. € über Aktienrückkäufe und Dividenden an Sie zurückgegeben haben.

Dreh- und Angelpunkt für die verschiedenen Risiken, die wir auf unsere Bilanz nehmen, ist unser Risikomanagement. Es umfasst das gesamte Unternehmen und erfasst sämtliche Geschäfte und Geschäftsprozesse. Es gibt nur eine Risikowelt bei Munich Re – nicht etwa Einheiten, die das Geschäft machen, und Einheiten, welche die Risiken im Nachhinein erfassen. Bei Munich Re machen wir nur Geschäfte, die unserem vorher festgelegten Risikoappetit entsprechen, die unsere Risikokriterien erfüllen und die innerhalb definierter Risikolimits liegen.

So weit in aller Kürze zu den Grundfesten unserer Strategie.

Geschäftsergebnis der Gruppe 2010, weiter gestärkte Kapitalbasis

(Folie 8: Gutes Geschäftsergebnis der Gruppe 2010)

Im vergangenen Jahr hatte ich Ihnen für das Geschäftsjahr 2010 ein Ergebnis von über 2 Mrd. € in Aussicht gestellt. Diese Prognose konnten wir im November auf 2,4 Mrd. € anheben. Mit 2,43 Mrd. € haben wir sie schließlich nochmals leicht übertroffen. Unsere wichtigste interne Kennziffer ist der RoRaC, ich habe ihn bereits erwähnt. Dort haben wir mit 13,5 % unser anspruchsvolles Ziel von 15 % über den Zyklus trotz sehr niedriger Zinsen annähernd erreicht. Unser erfreulicher Gewinn ist das Ergebnis harter Arbeit in einem herausfordernden Jahr.

Den absolut größten Teil des Ertrags der Gruppe lieferte die Rückversicherung, obwohl wir ungewöhnlich hohe Schäden aus Naturkatastrophen zu verkraften hatten. Sie belasteten den Gewinn spürbar. Gut vor diesem Hintergrund, dass die Erstversicherung ihr Ergebnis gegenüber dem Vorjahr deutlich steigern konnte – ein Vorteil unseres integrierten Geschäftsmodells.

Auf unsere Kapitalanlagen haben wir eine Rendite von 4,5 % erzielt. Das ist über ein halber Prozentpunkt mehr als wir zunächst erwartet hatten. Angesichts niedriger Zinsen ist diese Rendite keineswegs selbstverständlich. Ich möchte betonen, dass wir dafür nicht mehr Risiko eingegangen sind. Wir haben diese Rendite ausschließlich durch ein aktives Kapitalanlagemanagement erreicht. Dabei kamen uns Veräußerungsgewinne und Zuschreibungen auf unsere zum Schutz vor Niedrigzinsphasen eingesetzten Derivate zugute.

Munich Re hat das Jahr 2010 gut abgeschlossen. An unserem Vorschlag einer von 5,75 € auf 6,25 € nochmals erhöhten Dividende halten wir trotz der Ereignisse in Japan fest. Wir sind davon überzeugt, dass Munich Re grundsolide kapitalisiert ist und weiter über ein ausreichendes Kapitalpolster verfügt. Sie kennen uns als verlässlich, und wir wollen Ihnen für das abgelaufene Jahr die gewohnt stabile und attraktive Rendite bieten.

Ich danke Ihnen, verehrte Aktionärinnen und Aktionäre, für Ihr Vertrauen. Und ich danke – auch im Namen meiner Vorstandskollegen – allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Gruppe für ihren Einsatz im vergangenen Jahr. Sie haben in einem anhaltend schwierigen Umfeld sehr gute Arbeit geleistet. So konnten wir überzeugende, nachhaltige Lösungen für unsere Kunden erarbeiten und dadurch Wert für unsere Aktionäre schaffen.

Nach diesem Überblick zum Ergebnis der Gruppe komme ich zu den einzelnen Geschäftsfeldern.

Erstversicherung: ERGO, eine Versicherung der besonderen Art

(Folie 9: ERGO bestätigt positiven Trend)

Ich beginne mit der Erstversicherung. ERGO konnte die im Vorjahr eingeleitete Aufwärtsentwicklung fortsetzen. Die gesamten Beitragseinnahmen stiegen um 5,4 % auf 19,2 Mrd. €. Stärkster Treiber des Wachstums war das Auslandsgeschäft, das inzwischen etwa 25 % des Beitragsaufkommens stellt. Auf dem Heimatmarkt legte ERGO mit einem Zuwachs von 3,6 % auf 14,5 Mrd. € ebenfalls spürbar zu.

Nach den internationalen Bilanzvorschriften IFRS werden Sparbeiträge aus fondsgebundenen Lebensversicherungen und ähnlichen Produkten nicht als Beiträge ausgewiesen. Rechnet man sie aus den gesamten Beitragseinnahmen heraus, so ergeben sich gebuchte Beiträge von 17,5 Mrd. €. Dies ist ein Anstieg von 5,3 % gegenüber dem Vorjahr. Zum Wachstum trugen alle Segmente bei, und es wurde vor allem aus eigener Kraft – also nicht durch Akquisitionen – erzielt. Bei Geschäft, das in anderen Währungen als dem Euro abgerechnet wird, haben Wechselkursveränderungen das Wachstum leicht unterstützt.

Beim Kapitalanlageergebnis konnte ERGO einen Zuwachs von über 20 % verbuchen. Dies ist im Wesentlichen auf einen im Vergleich zum Vorjahr deutlich geringeren Abschreibungsbedarf zurückzuführen. Darüber hinaus hat sich die Absicherung des Wiederanlagerisikos – gewissermaßen die "Versicherung" gegen fallende Zinsen – 2010 als sehr vorteilhaft erwiesen.

(Folie 10: ERGO setzt Ertragssteigerung fort)

Auch beim Ergebnis verbesserte sich ERGO erfreulich. Im Segment Schaden / Unfall wurde das Auslandsgeschäft durch Naturereignisse wie den langen Winter 2009 / 2010 und Überschwemmungsschäden sowie erheblichen Preiswettbewerb im Kraftfahrtgeschäft, vor allem in Korea und der Türkei, belastet. Insgesamt lag die Schaden-Kosten-Quote mit 96,8 % zwar etwas über dem Zielwert von 95 %, jedoch noch immer auf einem guten Niveau. Auf dem Heimatmarkt erzielte ERGO mit 89,8 % erneut einen sehr guten Wert und dies trotz des Wintersturms "Xynthia" sowie weiterer Stürme und Überschwemmungen. So stieg das operative Ergebnis von ERGO gegenüber dem Vorjahr um fast 40 % auf über 1,2 Mrd. € und der Beitrag zum Konzernergebnis verdoppelte sich auf 355 Mio. €.

(Folie 11: Neuer Markenauftritt – Versichern heißt verstehen)

Innerhalb der Branche hat ERGO im vergangenen Jahr deutliche Zeichen gesetzt. Als Aktionären ist Ihnen, verehrte Damen und Herren, der Name ERGO schon seit langem geläufig. In der breiten Öffentlichkeit war er bisher kaum bekannt, doch das hat sich geändert. Die früheren KarstadtQuelle Versicherungen übernahmen bereits im Februar 2010 den Namen und wurden zu ERGO Direkt. Umbenennungen und Verschmelzungen von Victoria- und Hamburg-Mannheimer-Gesellschaften folgten im Juli 2010. Mit einer breit angelegten Kampagne ab dem Sommer steigerte ERGO die Markenbekanntheit signifikant. Parallel dazu wurden innerhalb kurzer Zeit bundesweit hunderte Agenturen und Bürogebäude "umgeflaggt". Sie tragen nun das Rot der ERGO Versicherung oder ERGO Lebensversicherung. Die Spezialgesellschaften für Gesundheit, Rechtsschutz und Reiseversicherung – DKV, D.A.S. und ERV – blieben im Erscheinungsbild unverändert.

Ein neuer Anstrich ist das eine, der Inhalt das andere. ERGO hat sich mit der Markenumstellung auch ein neues Markenversprechen gegeben und setzt dies sukzessive um. So erfindet ERGO das Verhältnis von Versicherung und Kunden neu. "Versichern heißt verstehen", mit diesem Anspruch richtet sich ERGO an den Wünschen und Bedürfnissen der Kunden aus. Viele Kunden beklagen die mangelnde Transparenz von Versicherungen. ERGO arbeitet an besserer Verständlichkeit: Sämtliche Kommunikationsmittel und auch die Vertragsbedingungen erhalten eine klare und einfach verständliche Sprache. Es wird noch eine Weile dauern, bis wir die Kundenfreundlichkeit im angestrebten Ausmaß erreicht haben. Bis dahin werden wir uns auch immer wieder öffentliche Kritik anhören müssen. Aber wir meinen es ernst und werden den eingeschlagenen Weg konsequent verfolgen.

(Folie 12: Internationales Geschäft von ERGO)

Noch kurz zum Auslandsgeschäft: Erklärtes Ziel von ERGO ist es, das internationale Geschäft beständig zu erweitern. Dafür bauen wir eine Präsenz in den aufstrebenden Ländern Asiens und Osteuropas auf. So hat ERGO zu Beginn des laufenden Geschäftsjahres mit einem lokalen Partner in China ein Joint Venture für Lebensversicherungen vereinbart. Etwa zeitgleich ist ERGO eine strategische Partnerschaft mit einem Schaden- und Unfallversicherer in Vietnam eingegangen und hat eine Minderheitsbeteiligung an dieser Gesellschaft erworben. Initiativen wie diese sind langfristig angelegt und werden nicht "über Nacht" große Beitragsvolumen liefern. Wir setzen uns insofern nicht unter Druck. Viel wichtiger als rasches Beitragswachstum ist die Sicherung zukünftig profitablen Geschäfts.

Dieser Ansatz gilt auch für unser jüngstes Geschäftsfeld Munich Health.

Munich Health: Integriertes Geschäftsmodell erlebbar gemacht

(Folie 13: Integriertes Geschäftsmodell erlebbar gemacht)

Demographischer Wandel und medizinischer Fortschritt führen zu steigenden Heil- und Pflegekosten. Dies bringt die sozialen Sicherungssysteme zahlreicher Länder an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit. In vielen Entwicklungs- und Schwellenländern wiederum fehlen oft noch die Grundversorgung und deren Finanzierung. Beides schafft eine größere Nachfrage nach privaten Angeboten und wird den weltweiten Gesundheitsmarkt auch künftig überdurchschnittlich stark wachsen lassen.

Wir erschließen uns dieses Potenzial mit einer eigenen Organisation, in der wir unsere Spezialisten für das internationale Erstversicherungsgeschäft und die weltweite Rückversicherung zusammengeführt haben. Damit macht Munich Health das integrierte Geschäftsmodell besonders deutlich erlebbar.

(Folie 14: Geschäftschancen erfolgreich wahrgenommen)

Nach zwei Jahren der Geschäftsentwicklung und des organisatorischen Aufbaus ist Munich Health 2010 in eine Konsolidierungsphase eingetreten. Wir wollen jetzt vor allem die Initiativen voranbringen, die bereits erfolgreich sind, und schaffen damit die Voraussetzungen für künftiges profitables Wachstum. So haben wir beispielsweise in den Vereinigten Arabischen Emiraten einen Krankenversicherer mit aufgebaut. Sein Geschäftsmodell wollen wir auf benachbarte Märkte mit ähnlichen Voraussetzungen übertragen. Dabei hoffen wir sehr, dass sich die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse in Nordafrika sowie dem Nahen und Mittleren Osten bald auf neuem Niveau stabilisieren.

(Folie 15: Beitrag zum Konzernergebnis gesteigert)

Den Erfolg von Munich Health können Sie für das Berichtsjahr erstmals auch unserem Zahlenwerk entnehmen. Die gebuchten Beiträge nahmen um knapp 30 % auf 5,1 Mrd. € zu, wobei ein Drittel des Zuwachses auf Wechselkurseffekte zurückzuführen ist. Trotz eines leichten Rückgangs beim Kapitalanlageergebnis um 6 % blieb das operative Ergebnis mit 131 Mio. € nahezu unverändert. Das Konzernergebnis schließlich betrug 63 Mio. €. Das ist

mehr als das Doppelte des Jahres 2009, als wir noch Abschreibungen auf Firmenwerte vornehmen mussten.

Beim Blick auf die Zahlen ist Munich Health neben der Erst- und der Rückversicherung noch ein kleines Geschäftsfeld. Dabei nimmt es vergleichsweise wenig Risikokapital in Anspruch und erfüllt unsere internen Renditeanforderungen. Im Vergleich zu den spezialisierten, international tätigen Wettbewerbern hat Munich Health bereits eine bedeutende Stellung erreicht.

Rückversicherung: Innovative Lösungen erweitern die Grenzen der Versicherbarkeit

(Folie 16: Umsatzzuwachs bei diszipliniertem Underwriting)

Ich komme nun zum Geschäftsfeld Rückversicherung, das im vergangenen Jahr einen erheblichen Umsatzzuwachs verzeichnen konnte und zugleich durch eine hohe Zahl von Großschäden betroffen wurde.

Die Beitragseinnahmen stiegen um 8,4 % auf 23,6 Mrd. €, eine Folge von großvolumigen Transaktionen und Wechselkursveränderungen. Bei unveränderten Kursen wären sie um 1,5 % gestiegen. Auf etwas mehr als 1,6 Mrd. € summierten sich die Schäden aus Naturkatastrophen. Dies sind 11 % der verdienten Nettoprämien und damit erheblich mehr als die 6,5 %, die wir im langjährigen Durchschnitt veranschlagen. Hinzu kamen vom Menschen verursachte Großschäden von 664 Mio. €. Zum Vergleich: Im Jahr 2009 mussten wir lediglich 196 Mio. € oder 1,4 % der Beiträge für Naturgefahrenereignisse aufwenden; für die weiteren Großschäden waren es 962 Mio. €.

In der Lebensrückversicherung konnten wir mit unserer Kapitalstärke punkten. 2010 haben wir einige großvolumige Verträge zur Solvenzentlastung unserer Kunden neu abgeschlossen. Diese Transaktionen ließen das Beitragsvolumen des Segments um mehr als 16 % auf 7,9 Mrd. € klettern. Damit generiert Leben ein Drittel des Geschäfts der Rückversicherung. Im Segment Schaden / Unfall fiel das Beitragsplus mit 4,8 % auf 15,7 Mrd. € geringer aus.

(Folie 17: Gutes Ergebnis trotz sehr hoher Schadenbelastung)

Trotz der schweren Schäden und einem auf hohem Niveau leicht rückläufigen Kapitalanlageergebnis erzielten wir in der Rückversicherung einen soliden operativen Gewinn von 2,9 Mrd. €. Dabei hat die Lebensrückversicherung ihre Rolle als stabiler Ertragsbringer – trotz isolierter Probleme mit Pflegeversicherungsprodukten – unter Beweis gestellt. Das Konzernergebnis nach Konsolidierung betrug 2,1 Mrd. € und lag damit 18,5 % unter dem sehr guten Wert des Jahres 2009.

(Folie 18: Innovative Lösungen für erneuerbare Energien)

Im vergangenen Jahr haben wir das Leistungsversprechen der Rückversicherung weiter geschärft. Neue, immer komplexere und immer schwieriger zu kalkulierende Risiken verlangen nach innovativen Lösungen. Munich Re bietet Beratung und Dienstleistungen, die weit über die klassische Rückversicherung hinausgehen. Im engen Dialog mit den Kunden entwickeln unsere Spezialisten passgenaue und ganzheitliche Konzepte zum Risikotransfer. Mit unseren Lösungen erschließen wir neue Kundengruppen und erweitern die Grenzen der Versicherbarkeit. Wir schaffen einen Mehrwert, der sich spürbar für den Kunden auszahlt.

"Nicht OB, sondern WIE" – im Englischen "NOT IF BUT HOW" – beschreibt in vier kurzen Worten die Haltung, mit der wir unser Expertenwissen und unsere Risikokompetenz einsetzen. Ich gebe Ihnen kurz einige Beispiele.

Munich Re ist seit Jahren Vorreiter bei Versicherungslösungen für erneuerbare Energien. Es begann 2003 mit der ersten Deckung ihrer Art für eine geothermische Bohrung in Unterhaching, hier in der Nähe von München. Ohne eine solche Deckung hätte die Gemeinde die Bohrung sehr wahrscheinlich nicht durchgeführt und die Erdwärme wäre ungenutzt geblieben. Inzwischen hat das Leitungsnetz der Gemeinde eine Länge von 36 km und versorgt 4.600 Haushalte mit Fernwärme. Die CO2-Einsparung gegenüber fossilen Brennstoffen betrug im vergangenen Jahr mehr als 30.000 Tonnen.

Mit einer Leistungsgarantieversicherung für Photovoltaikmodule hat Munich Re 2010 einen Marktstandard etabliert. Die Hersteller dieser Anlagen garantieren regelmäßig einen Prozentsatz der Nennleistung über einen bestimmten Zeitraum, z. B. 90 % über zehn Jahre und 80 % über weitere zehn Jahre. Dies schafft Investitionssicherheit für die Käufer und Betreiber der Anlagen. Die Garantien binden aber auch Kapital beim Hersteller, da er dafür Rückstellungen in der Bilanz bilden muss. Wir übernehmen diese Garantien, und der Hersteller kann die frei werdenden Mittel investieren.

Erst kürzlich haben wir eine Deckung für einen Windkraftanlagenbauer bereitgestellt. Auch hier folgt Munich Re den Originalgarantien des Herstellers.

Wir schätzen das Geschäftspotential der Versicherer aus Deckungen rund um die erneuerbaren Energien allein für den deutschen Markt auf einen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag.

All diesen Konzepten ist gemeinsam, dass wir unsere Kompetenz gezielt einsetzen, um Lösungen für die spezifischen Risiken dieser neuen Technologien zu erarbeiten. In den meisten Fällen beschleunigt dies die Verbreitung der Technologie, manchmal bringen sie ein Produkt überhaupt erst zur Marktreife. Auf jeden Fall leisten wir damit einen substanziellen Beitrag zur Förderung alternativer Energiekonzepte und damit zur Eindämmung des Klimawandels.

(Folie 19: SOSCover (Sudden Oil Spill Cover))

Nicht nur die Nutzung der Atomenergie, auch die Gewinnung und Verfeuerung fossiler Brennstoffe bringt Risiken mit sich. Ich erwähnte bereits die Explosion der Ölbohrinsel "Deepwater Horizon". Bei solchen Ereignissen ist der Sachschaden, also der Verlust der Bohrplattform, überschaubar und üblicherweise auch ausreichend versichert. Um ein Vielfaches größer ist in der Regel der Schaden, der sich durch die Ölverschmutzung ergeben kann. Die bislang verfügbaren Haftpflichtdeckungen sehen Entschädigungsgrenzen von maximal 1 Mrd. US\$ vor, darüber hinausgehende Ansprüche waren praktisch nicht versicherbar. Hinzu kommt, dass am Betrieb einer Bohrinsel häufig mehrere Unternehmen beteiligt sind, die in den unterschiedlichsten vertraglichen Verhältnissen zueinander stehen. Die Haftungsfrage lässt sich somit nicht oder nur über langwierige juristische Auseinandersetzungen klären. Und selbst dann können Forderungen ins Leere laufen, wenn das betroffene Unternehmen insolvent wird. Letzten Endes trifft der Schaden den Staat und damit den Steuerzahler.

Munich Re hat in sehr kurzer Zeit für Tiefsee-Ölbohrungen in den USA einen sog. "Oil Spill Cover" entwickelt. Damit können für fast alle mit solchen Bohrungen verbundenen Gefahren Deckungssummen von bis zu 10 Mrd. US\$ pro Bohrloch bereitgestellt werden. Darüber hinaus erlaubt diese Deckung eine zeitnahe Entschädigung der von einer Ölkatastrophe Betroffenen, ungeachtet der Haftungsfrage. Dieser Vorstoß wurde sehr gut aufgenommen, von der breiten Öffentlichkeit ebenso wie von Versicherern und Maklern. Wir haben das Konzept inzwischen an ein Konsortium übergeben, das von den großen Maklerhäusern geführt wird. Aufgabe des Konsortiums ist es, die erforderlichen Kapazitäten im Markt zu bündeln, das Produkt mit unserer Unterstützung weiter zu entwickeln und es schließlich zu vermarkten.

Ausblick auf das Geschäftsjahr 2011

(Folie 20: Ausblick auf das Geschäftsjahr 2011)

Sehr geehrte Damen und Herren, nach diesem Blick über die drei Geschäftsfelder komme ich zurück zur Sicht auf die Gruppe.

Munich Re hat die Finanz- und Wirtschaftskrise der Jahre 2007, 2008 und 2009 gut überstanden. Wir haben uns strategische Spielräume bewahrt und konnten Chancen nutzen. So waren wir auch vorbereitet auf die Herausforderungen, die das Jahr 2010 für uns bereithielt. Wir haben diese Herausforderungen gemeistert und das vergangene Jahr gut abgeschlossen. Für das laufende Geschäftsjahr steht heute schon fest, dass es uns finanziell mehr fordern wird als die drei Vorjahre.

Wir rechnen für die Weltwirtschaft im laufenden Jahr insgesamt mit einem etwas schwächeren Wachstum als 2010. Die Verteilung auf Industrienationen und Schwellenländer und die Nachfrage nach Versicherung dürften den Werten des Vorjahres entsprechen. Die Auswirkungen des Erdbebens und der Reaktorkatastrophe auf die japanische Wirtschaft und die mögliche Ausstrahlung auf andere Volkswirtschaften lassen sich noch nicht abschließend bewerten. Wir gehen davon aus, dass auch die Unsicherheiten in Bezug auf die Stabilität des Finanzsystems und der Staatsfinanzen vorerst anhalten. Dies wird nicht ohne Einfluss auf die Kapitalmärkte bleiben. Wegen der unverändert vergleichsweise niedrigen Zinsen erwarten wir für das laufende Jahr eine Kapitalanlagenrendite von unter 4 %. Hinzu gekommen sind geopolitische Unsicherheiten aufgrund der Unruhen in der arabischen Welt.

Im Rückversicherungsgeschäft hatten wir zweifellos einen schweren Start ins laufende Jahr. Die Serie von Naturkatastrophen des Vorjahres setzte sich im 1. Quartal fort: Neuerliche Überschwemmungen und der Zyklon "Yasi" in Australien, ein zweites schweres Erdbeben in Neuseeland, und dann Japan. Damit gehört das 1. Quartal 2011 zu dem am schwersten von Naturkatastrophen belasteten Auftaktquartalen in der Geschichte der Rückversicherung.

(Folie 21: Erdbeben Japan macht Gewinnziel 2011 unerreichbar)

Für das Erdbeben und den Tsunami erwarten wir – ich sagte es bereits – Schadenzahlungen von etwa 1,5 Mrd. €. Dieser Betrag versteht sich nach Retrozession – also nach unseren eigenen Entlastungsdeckungen – und vor Steuern. Ich muss darauf

hinweisen, dass diese erste Schätzung ausschließlich auf Modellierungen beruht. Konkrete Schadenmeldungen unserer Kunden liegen uns bisher nicht vor.

(Folie 22: Hoher Verlust im 1. Quartal unvermeidbar)

Insgesamt ergibt sich in der Schaden-Unfall-Rückversicherung für das 1. Quartal 2011 eine Belastung aus Naturgefahrenschäden von 2,7 Mrd. €. Dies ist deutlich mehr als das10-fache dessen, was wir im Durchschnitt in einem 1. Quartal für solche Schäden aufwenden müssen. Die Lebens-Rückversicherung und das Geschäft von Munich Health verliefen normal und zeigen erneut deutliche Beitragssteigerungen. In Schaden / Unfall konnten wir bei den zum 1. Januar 2011 erneuerten Verträgen gegen den Markttrend Verbesserungen verbuchen. Die Vertragserneuerung per 1. April 2011 betraf in erster Linie die Märkte Japan und Korea. In Japan haben wir uns mit einigen Kunden darauf verständigt, Erdbebendeckungen mit Rücksicht auf die laufenden Schadenermittlungen zunächst um einige Wochen zu den bestehenden Bedingungen zu verlängern. Insofern lassen sich über die endgültigen Konditionen noch keine abschließenden Aussagen machen. Jedenfalls erwarten wir spartenübergreifend im laufenden Geschäftsjahr Preissteigerungen.

Bei ERGO wird das Ergebnis im Auftaktquartal noch durch das internationale Schaden-Unfall-Geschäft belastet. Dies sollte sich im weiteren Jahresverlauf nicht wiederholen, so dass wir für die Erstversicherung mit einem höheren Jahresgewinn rechnen als dem Vierfachen des Ergebnisses im 1. Quartal.

Das Kapitalanlageergebnis der Gruppe liegt im Rahmen unserer Erwartungen. Es ist gekennzeichnet durch gegenläufige Entwicklungen: Einerseits erzielten wir Abgangsgewinne, andererseits belasten die Kosten für die Finanzinstrumente, mit denen wir uns gegen eine Niedrigzinsphase absichern.

Insgesamt werden wir angesichts der erwähnten Schäden aus Naturkatastrophen im 1. Quartal 2011 einen Verlustbetrag ausweisen. Auch können wir – wie schon öffentlich mitgeteilt – unser ambitioniertes Gewinnziel für das Gesamtjahr nicht halten. Aber – das sollte ich hinzufügen –, wir erwarten weiter, das Jahr 2011 mit Gewinn abzuschließen.

(Folie 23: Vielfalt ein Schlüssel zum Erfolg des Konzerns)

Nun noch kurz zu einem wichtigen Thema, mit dem wir uns schon lange beschäftigen, das aber gerade in der Politik derzeit viel diskutiert wird. Es geht um unser wichtigstes Gut – unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Für uns als führende Versicherungsgruppe ist es

unverzichtbar, die Besten ihres Fachs in unser Unternehmen zu holen und sie zu halten. Wir sind überzeugt, dass dabei das Thema Vielfalt eine große Rolle spielt.

Munich Re sieht in der Vielfalt der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geradezu einen Schlüssel zum Erfolg des Konzerns. Wir verstehen Vielfalt – Diversity – als das lebendige und geförderte Neben- und Miteinander unterschiedlicher Denkweisen, kultureller Hintergründe, Erfahrungen und Fachkenntnisse. Wir sind überzeugt, aus der Wertschätzung dieser Unterschiede und Gemeinsamkeiten stammt ein sehr wesentlicher Beitrag, um unsere strategischen Ziele erreichen zu können. Uns ist dabei auch ein ausgewogenes Verhältnis von Frauen und Männern bei allen Mitarbeitern sowie bei den Führungskräften wichtig, weshalb wir den Anteil von Frauen in Führungspositionen sukzessive erhöht haben und weiter erhöhen.

Aktuell beträgt der Frauenanteil in Führungspositionen bei Munich Re 25,9 %, bezogen auf den gesamten Konzern. Gerade in der mittleren Führungsebene – und damit der kommenden "Generation" von Führungskräften – hat der Frauenanteil zuletzt stetig zugenommen. Diese Entwicklung weiter voranzutreiben ist ein wichtiger Baustein unseres konzernweiten Diversity-Projekts, das im März gestartet wurde. Es ist im Strategiebereich von Munich Re und damit bei mir angesiedelt. Mit dem Ergebnis dieses Projekts konkretisieren wir dann auch unser Versprechen, das wir kürzlich mit allen DAX30- Unternehmen zur Förderung von Frauen in Führungspositionen gegeben haben. Dabei verpflichteten wir uns, bis Ende des Jahres einen unternehmensspezifischen, auf unseren Bedarf ausgerichteten Zielwert für Frauen in Führungspositionen öffentlich zu machen.

Unterstreichen möchte ich: Die Frauenförderung bei Munich Re ist ein Ziel, das nur über verschiedene, aufeinander abgestimmte Maßnahmen erreicht werden kann. Hierzu gehören vernünftige Regelungen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie, attraktive, lebensphasenorientierte Arbeitszeitmodelle oder, sehr konkret, auch die Einrichtung von ausreichenden Betreuungsplätzen für Kinder. Chancengleichheit in unserer Arbeitswelt, insbesondere Karrierechancen unabhängig vom Geschlecht, sind dabei eine Selbstverständlichkeit.

Sie können sicher sein, dass das Thema der Frauenförderung bereits seit geraumer Zeit auf unserer Agenda stand und weiter stehen wird. Wir verlassen uns nicht darauf, dass sich unser wichtigstes Gut – unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – in der gebotenen Vielfalt bei uns bewerben und sich dann, geführt von einer unsichtbaren Hand, wie gewünscht entwickeln. Wir gestalten diese Entwicklung selbst, aktiv und zielgerichtet.

Erläuterung der Abstimmungspunkte

(Folie 24: Erläuterung der Abstimmungspunkte)

Damit komme ich zu den Punkten der Tagesordnung, über die Sie heute beschließen. Die Tagesordnung mit einer Zusammenfassung unserer Beschlussvorschläge haben wir Ihnen per Post zugesandt. Der volle Wortlaut dieser Vorschläge und die sonstigen Berichte und Informationen dazu waren auch auf unseren Internetseiten zugänglich. Heute finden Sie die Langfassung in den Unterlagen, die Sie am Eingang erhalten haben. Einige Punkte möchte ich noch kurz kommentieren.

Zunächst Tagesordnungspunkt 2, die Verwendung des Bilanzgewinns aus dem Geschäftsjahr 2010. Wir schlagen Ihnen eine von 5,75 € auf 6,25 € erhöhte Dividende vor. Diese Dividende entspricht – bezogen auf den Schlusskurs des Jahres 2010 – einer Dividendenrendite von 5,5 %. Wir setzen damit unsere attraktive Ausschüttungspolitik fort.

Noch eine Bemerkung zum Gewinnverwendungsvorschlag: Als wir im März die Einberufung zur Hauptversammlung veröffentlicht haben, war unser jüngstes Aktienrückkaufprogramm über 1 Mrd. € noch nicht beendet. Die Zahl eigener und damit nicht dividendenberechtigter Aktien hat sich inzwischen nochmals erhöht. Der Beschlussvorschlag ist jetzt in den Positionen Ausschüttungssumme und Vortrag auf neue Rechnung der aktuellen Zahl eigener Aktien angepasst. Sie finden den aktualisierten Vorschlag ebenfalls in der Broschüre, die Sie am Eingang erhalten haben.

Die Punkte 7 und 8 betreffen die Ermächtigung zum Erwerb und zur Verwendung eigener Aktien auch unter Einsatz von Derivaten. Die in der letzten Hauptversammlung erteilte Ermächtigung ist durch das gerade abgeschlossene Rückkaufprogramm bereits ungefähr zur Hälfte ausgeschöpft. Wir bitten Sie deshalb heute um eine neue Ermächtigung. Dabei handelt es sich um eine Vorratsermächtigung, denn wir wollen ein neues Rückkaufprogramm vorerst nicht beginnen.

Im Rahmen des bereits erwähnten Aktienrückkaufprogramms 2010 / 2011 haben wir insgesamt 9.127.259 Aktien zu einem durchschnittlichen Kurs von 109,56 € zurückgekauft, das entspricht 4,84 % des Grundkapitals. Diese Aktien werden wir – wiederum ohne Herabsetzung des Grundkapitals – im Anschluss an die heutige Hauptversammlung wie angekündigt einziehen. Außerhalb des Aktienrückkaufprogramms haben Gesellschaften der Gruppe seit der Hauptversammlung im vergangenen Jahr weitere 34.000 Aktien erworben, das heißt 0,02 % des Grundkapitals. Diese Aktien dienen – wie schon in den Vorjahren – ausschließlich dazu, Wertsteigerungsrechte abzusichern, die an das Management ausgegeben wurden. Seit der Hauptversammlung 2010 sind über die Börse insgesamt

271.755 Aktien verkauft worden. Somit befinden sich heute insgesamt 10.886.068 eigene Aktien im Besitz der Gruppe, was einem Anteil von 5,78 % des aktuellen Grundkapitals entspricht. Mehr zu den Aktienrückkäufen im abgelaufenen Geschäftsjahr 2010 finden Sie im Geschäftsbericht auf den Seiten 208 und 209 und auf den Internetseiten der Gesellschaft. Der Geschäftsbericht enthält zudem auch wieder einen erläuternden Bericht zur Münchener-Rück-Aktie und den mit ihr verbundenen Rechten.

Unter Punkt 9 wird die Erneuerung des genehmigten Kapitals zur Ausgabe von Mitarbeiteraktien vorgeschlagen, da die aktuelle Ermächtigung vorgestern auslief. Mit der Erneuerung der Ermächtigung soll auch künftig die Möglichkeit bestehen, Mitarbeiter der Gesellschaft und ihrer verbundenen Unternehmen durch Ausgabe von Aktien zu angemessenen Vorzugskonditionen zu beteiligen. Durch die Ausgabe von Mitarbeiteraktien lässt sich die Integration der Mitarbeiter in das Unternehmen und die Übernahme von Mitverantwortung fördern. Beides liegt im Interesse sowohl der Gesellschaft als auch ihrer Aktionäre.

So weit von meiner Seite die Erläuterungen zu den Beschlussvorschlägen an die heutige Hauptversammlung. Auf die Tagesordnungspunkte 5 und 6 ist bereits Herr Schinzler eingegangen. Abschließend bitte ich Sie, unseren Vorschlägen zu den Tagesordnungspunkten zuzustimmen.

Vielen Dank!

Erstversicherung
ERGO bestätigt positiven Trend
Munich RE $\equiv$
9.000000000000000000000000000000000000
Gebuchte Bruttobeiträge Ergebnis aus Kapitalanlagen 1
Mio. $\in$ Mio. $\in$
$Q1 - 4$
16.596
2009
$O1 - 4$
4.615
2009
$Q1 - 4$
17.481
2010
$Q1 - 4$
5.575
2010
Wachstum in allen Segmenten -
insgesamt +5,3 %, vor allem
organisch
Deutlich verbessert - niedrigere
Abschreibungen, positiver Effekt
durch Zinsabsicherungen
1Ergebnis aus Kapitalanlagen inkl. unrealisierter Gewinne/Verluste aus fondsgebundener Lebensversicherung (271 Mio.€in 2010; 441 Mio.€in 2009) 9
Mio. €
Mio. €
$Q1 - 4$
$Q1 - 4$
4.099
2.576
2009
2009
$Q1 - 4$
$Q1 - 4$
2.943
2.099
2010
2010
Lebensrückversicherung erweist sich
Ungewöhnlich hohe NatKat-Schäden
belasten
als stabiler Ertragsbringer
97777777777777777777777777777777777777
Operatives Ergebnis
Konzernergebnis
Erläuterung der Abstimmungspunkte Munich RE
sowie zur Möglichkeit des Bezugs- und des Andienungsrechtsausschlusses
Mitarbeiteraktien sowie entsprechende Satzungsänderung
24
Beschlussfassung über die Verwendung des Bilanzgewinns aus dem Geschäftsjahr 2010
Beschlussfassung über die Ermächtigung zum Erwerb und zur Verwendung eigener Aktien
Beschlussfassung über die Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien unter Einsatz von
Derivaten sowie zur Möglichkeit des Bezugs- und des Andienungsrechtsausschlusses
Beschlussfassung über die Aufhebung des bestehenden Genehmigten Kapitals 2006 und
Schaffung eines neuen genehmigten Kapitals (Genehmigtes Kapital 2011) zur Ausgabe von

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Treibhausgas-Emissionen, die bei der Papierherstellung dieses Geschäftsberichts anfallen, werden über die Klimaneutralitätsstrategie von Munich Re ausgeglichen.

Weiter denken lautet der Titel unseres diesjährigen Konzerngeschäftsberichts. Darin stellen wir Ihnen acht Kinder von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Munich Re vor, die 2010 geboren wurden – in Deutschland, Indien, Senegal, Polen, den USA und in China.

Lesen Sie, wie sie morgen und übermorgen leben werden und was das mit unserem Geschäft, dem Bewerten und Absichern von Risiken, zu tun hat. Außerdem finden Sie dort alle wichtigen Daten und Fakten des abgelaufenen Geschäftsjahres und zu unserer Aktie.

Mehr unter www.munichre.com/geschaeftsbericht2010

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  • // 8. November 2011
  • Zwischenbericht zum 30. September 2011

Termine 2011 Termine 2012

  • // 13. März 2012 Bilanzpressekonferenz zum Konzernabschluss 2011
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  • Hauptversammlung
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