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MorphoSys AG Interim / Quarterly Report 2005

Jul 28, 2005

291_10-q_2005-07-28_5fc9e4ac-b262-49ab-9e39-90f6784376c1.pdf

Interim / Quarterly Report

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Halbjahresbericht 2005

30. Juni 2005

Inhalt

MorphoSys Konzern: Konzernbericht für das 1. Halbjahr 2005

3 Aktionärsbrief
4 Konzernlagebericht
10 Konzern-Gewinn-und-Verlustrechnung (IFRS)
für die drei und sechs Monate 2005 und 2004 (ungeprüft)
11 Konzernbilanz (IFRS)
per 30. Juni 2005 (ungeprüft) und 31. Dezember 2004
12 Konzern-Eigenkapitalentwicklung (IFRS)
per 30. Juni 2005 und 2004 (ungeprüft)
14 Konzern-Kapitalflussrechnung (IFRS)
für das erste Halbjahr 2005 und 2004 (ungeprüft)
16 Anhang zum Konzernabschluss (ungeprüft)

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

im ersten Halbjahr 2005 hat die Gesellschaft ihre erfolgreiche Geschäftsentwicklung fortgesetzt und ist weiterhin auf einem guten Weg, ihre Jahresziele zu erreichen. Die Umsatzerlöse haben sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 73 % auf 15,4 Mio. € erhöht und die Liquiditätsposition betrug am Ende des zweiten Quartals 49,4 Mio. €. MorphoSys erwirtschaftete im ersten Halbjahr 2005 einen Periodenüberschuss von 1,8 Mio. €.

Die bestehenden Partnerschaften konnten auch im zweiten Quartal ausgeweitet werden, nachdem bereits im ersten Quartal 2005 die Zusammenarbeit mit Boehringer Ingelheim und Bristol-Myers Squibb intensiviert worden war. Im April 2005 haben wir die schon seit Jahren bestehende Partnerschaft mit ImmunoGen erweitert.

Im zweiten Quartal hat MorphoSys über sein internes Programm MOR102 zur Antikörperentwicklung gegen Schuppenflechte berichtet. In diesem Rahmen hat sie eine präklinische Tierstudie in Auftrag gegeben, um die Wirksamkeit von MOR102 mit der Wirkung der beiden bereits zugelassenen Medikamente Amevive® und Raptiva® zu vergleichen. Aus dieser Studie konnten jedoch keine Schlüsse gezogen werden, da in der Kontrollgruppe eine hohe Selbstheilungsrate auftrat. Dieses Ergebnis spiegelt die Komplexität der präklinischen Entwicklung in Indikationen wie z. B. Schuppenflechte wider, und stellt kein gänzlich ungewöhnliches Ergebnis für eine solche Studie dar. Aufgrund der positiven Resultate der ersten Studie wird MorphoSys die Entwicklung und Vermarktung von MOR102 für die Therapie von entzündlichen Erkrankungen weiter vorantreiben.

Im Namen des Vorstands und der gesamten Belegschaft möchte ich mich für Ihr anhaltendes Interesse bedanken.

Dave Lemus Finanzvorstand MorphoSys AG

Konzernlagebericht Q2 2005

Branchenüberblick

Die Stimmung der Investoren sank im Juni 2005 durch den erstmaligen Anstieg des Ölpreises auf mehr als 60 US\$ je Barrel. Die wichtigen Aktienmarkt-Indizes zeigten im ersten Halbjahr 2005 eine unterschiedliche Entwicklung. So stiegen der DAX, der EuroStoxx und der Nikkei-Index um rund 8 %, 7 % bzw. 1 %, während der Dow Jones um rund 4 % fiel.

Während der Biotechnology-Index der NASDAQ um mehr als 7 % sank, legten der deutsche Prime Pharma & Healthcare Index und der Prime Biotechnology Index um ca. 11 % bzw. 8 % zu. Vor diesem Hintergrund verlor die MorphoSys-Aktie seit dem Jahresbeginn 2005 ca. 18 % und stand damit annähernd im Einklang mit ihrer internationalen Vergleichsgruppe von Antikörperunternehmen, die durchschnittlich ca. 23 % einbüßte. Ereignisse, wie das Scheitern von Tysabri, führen dazu, dass Investoren dem Antikörper-Sektor zurückhaltender gegenüber stehen.

Finanzanalyse

Umsatzerlöse

Im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum sind die Umsatzerlöse im ersten Halbjahr 2005 um 73 % auf 15,4 Mio. € (Q2 2004: 8,9 Mio. €) gestiegen. Zu diesem Anstieg trugen Umsätze aus im zweiten Quartal 2004 geschlossenen Kooperationen und im ersten Halbjahr 2005 erreichten erfolgsabhängige Zahlungen aus bestehenden Kooperationen bei, welche sowohl klinische als auch Forschungsmeilensteine beinhalten. Die im Januar 2005 erworbene Biogenesis-Gruppe ("Biogenesis") steuerte 1,2 Mio. € zu den Konzernumsatzerlösen bei.

Das Segment Therapeutische Antikörper erzielte 88 % (13,6 Mio. €) des Konzernumsatzes, das Segment Forschungsantikörper mit der Geschäftseinheit Antibodies by Design und den Biogenesis-Gesellschaften in den USA und in Großbritannien 12 % (1,8 Mio. €). Vom Umsatz des Segments Forschungsantikörper entfielen 33 % oder 0,6 Mio. € auf die Geschäftseinheit Antibodies by Design, während die Biogenesis-Gesellschaften 67 % (1,2 Mio. €) zum Segmentumsatz beitrugen.

Geographisch gesehen wurden 58 % (8,9 Mio. €) der von MorphoSys erzielten kommerziellen Umsatzerlöse mit Biotechnologie- und Pharmaunternehmen in Europa und 42 % (6,5 Mio. €) in den USA und in Kanada getätigt, verglichen mit 31 % bzw. 69 % im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Herstellungskosten

Herstellungskosten für die Erzielung der Umsatzerlöse fallen nur im Segment Forschungsantikörper an. Sie setzten sich aus den Herstellungskosten der Geschäftseinheit Antibodies by Design und von Biogenesis sowie aus der Anpassung der Biogenesis-Vorräte an den beizulegenden Zeitwert im Zusammenhang mit der Kaufpreiszuordnung zusammen, die derzeit unter Anwendung von IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse" vorgenommen wird.

Im ersten Halbjahr 2005 sind die Herstellungskosten auf 1,1 Mio. € deutlich gestiegen, verglichen mit 0,4 Mio. € im gleichen Zeitraum des Vorjahres, und führten zu einem Bruttogewinn von 14,3 Mio. € (Q2 2004: 8,5 Mio. €). Der Anstieg ist auf die Einbeziehung der Biogenesis-Gruppe in den Konzernabschluss im laufenden Jahr zurückzuführen, die sich einschließlich einer Anpassung an den beizulegenden Zeitwert in Höhe von 0,1 Mio. € mit 0,6 Mio. € auswirkte.

Betriebliche Aufwendungen

Die betrieblichen Aufwendungen einschließlich des Personalaufwands aus der Ausgabe von Aktienoptionen erhöhten sich im ersten Halbjahr 2005 um 31 % auf 12,2 Mio. € (Q2 2004: 9,3 Mio. €), während sich der Gewinn aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit um 2,7 Mio. € auf 2,0 Mio. € (Q2 2004: Verlust von 0,7 Mio. €) erhöhte. Der Anstieg der betrieblichen Aufwendungen um 2,9 Mio. € war hauptsächlich auf höhere Personal- und Materialkosten im Zusammenhang mit neuen Kooperationen sowie auf gestiegene Aufwendungen für immaterielle Vermögenswerte wegen höherer Umsätze zurückzuführen, insbesondere in Verbindung mit einer im ersten Quartal 2005 vereinnahmten Meilensteinzahlung. Der Erwerb der Biogenesis-Gruppe wirkte sich mit 0,8 Mio. € erhöhend auf die betrieblichen Aufwendungen aus.

Aufwendungen für Forschung und Entwicklung

Der Aufwand für Forschung und Entwicklung stieg um 1,6 Mio. € auf 6,8 Mio. € (Q2 2004: 5,2 Mio. €). Der Anstieg war im Wesentlichen zurückzuführen auf erhöhte Personal- und Materialkosten als Folge der im Jahr 2004 neu eingegangenen Kooperationen wie auch auf höhere Lizenzgebühren aufgrund des Umsatzanstiegs und einer in 2005 vereinnahmten Meilensteinzahlung. Dem stand zum Teil ein Rückgang der externen Laborkosten gegenüber. Im Rahmen der Kaufpreiszuordnung vorgenommene Abschreibungen auf identifizierbare immaterielle Vermögenswerte beliefen sich auf 0,2 Mio. € und wurden unter den sonstigen betrieblichen Forschungs- und Entwicklungskosten erfasst.

Aufwendungen für Verwaltung und Vertrieb

Die Aufwendungen für Verwaltung und Vertrieb beliefen sich auf 4,9 Mio. € nach 3,5 Mio. € im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Dies lag vor allem an höheren Personalkosten, teilweise bedingt durch die Einbeziehung von Biogenesis, wie auch an gestiegenen Beratungskosten für Vertrieb. Vom Aufwand für Verwaltung und Vertrieb entfielen im ersten Halbjahr 2005 insgesamt 0,6 Mio. € auf Biogenesis.

Personalaufwand aus Aktienoptionen

Der Personalaufwand aus der Ausgabe von Aktienoptionen ergab sich unter IFRS aus der Anwendung des IFRS 2 "Anteilsbasierte Vergütung". Er wurde als nicht zahlungswirksamer Aufwand behandelt und blieb mit 0,6 Mio. € unverändert zum Vorjahr.

Aufwand nach Kostenarten

Im ersten Halbjahr 2005 beliefen sich die Personalaufwendungen (ohne Aufwand aus der Ausgabe von Aktienoptionen) auf 4,7 Mio. € (Q2 2004: 3,5 Mio. €) bzw. 35 % der gesamten betrieblichen Aufwendungen. Sie bildeten damit den Hauptanteil innerhalb der Betriebsaufwendungen.

Die Kosten für immaterielle Vermögenswerte beinhalten Kosten für Patentstreitigkeiten sowie Abschreibungen auf Lizenzen und Patente. Sie beliefen sich in den ersten sechs Monaten 2005 auf 2,6 Mio. € (Q2 2004: 1,5 Mio. €) bzw. 20 % der gesamten betrieblichen Aufwendungen. Die Kosten für externe Beratung betrugen 1,6 Mio. € (Q2 2004: 1,4 Mio. €) oder 12 % des betrieblichen Gesamtaufwands. Infrastrukturkosten und Herstellungskosten beliefen sich im ersten Halbjahr 2005 auf 1,3 Mio. € bzw. 1,1 Mio. €.

Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen lagen mit 0,2 Mio. € unter denen des ersten Halbjahres 2004 (0,5 Mio. €). Fremdwährungsverluste von 0,4 Mio. € und Zinsaufwendungen von 0,1 Mio. € wurden durch den Ertrag aus der Veräußerung von Wertpapieren im ersten Halbjahr zum Teil ausgeglichen. Ein zusätzlicher Ertrag ergab sich mit 0,1 Mio. € aus latenten Steuern im Rahmen der Kaufpreiszuordnung.

Gewinn/Verlust

Die Gesellschaft setzte ihre positive Entwicklung des Jahres 2004 fort und erzielte im ersten Halbjahr 2005 einen Gewinn aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit in Höhe von 2,0 Mio. €, verglichen mit einem Verlust von 0,7 Mio. € im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Im ersten Halbjahr 2005 wurde ein Überschuss von 1,8 Mio. € erwirtschaftet nach einem Fehlbetrag von 1,2 Mio. € im ersten Halbjahr 2004. Die Einbeziehung der Gesellschaften der Biogenesis-Gruppe wirkte sich in den ersten sechs Monaten 2005 im Konzernüberschuss mit einem Fehlbetrag von 0,2 Mio. € aus, der sich aus Anpassungen an beizulegende Zeitwerte im Rahmen der Kaufpreiszuordnung ergab. Der sich ergebende Gewinn je Aktie des MorphoSys Konzerns betrug für das erste Halbjahr 2005 0,32 € (Q2 2004: Verlust je Aktie von 0,24 €).

Liquidität/Kapitalfluss

Am 30. Juni 2005 verfügte die Gesellschaft über 49,4 Mio. € an Zahlungsmitteln, Zahlungsmitteläquivalenten und marktgängigen Wertpapieren, verglichen mit 37,2 Mio. € am 31. Dezember 2004. Die Verbesserung der Liquiditätsposition resultierte im Wesentlichen aus einer im März 2005 durchgeführten Kapitalerhöhung und aus der Ausübung bzw. Wandlung von an das Management und die Mitarbeiter begebenen Aktienoptionen und Wandelschuldverschreibungen. Der Mittelzufluss aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit trug 1,5 Mio. € zur Erhöhung bei.

In den ersten sechs Monaten 2005 hat sich das Umlaufvermögen um 14,6 Mio. € auf 55,0 Mio. € erhöht, verglichen mit 40,4 Mio. € am 31. Dezember 2004.

Aktiva

In der ersten Jahreshälfte 2005 erhöhte sich die Bilanzsumme von 55,8 Mio. € am 31. Dezember 2004 um 23,1 Mio. € auf 78,9 Mio. € am 30. Juni 2005. Hauptgründe waren die verbesserte Liquiditätsposition und die Einbeziehung der Biogenesis-Gruppe mit Grundstücken und Gebäuden von 2,8 Mio. €, immateriellen Vermögenswerten von 2,2 Mio. € und einem erworbenen Goodwill von 4,2 Mio. €. Die Kaufpreiszuordnung in Verbindung mit der derzeit durchgeführten Anwendung des IFRS 3 spiegelt sich in den Zahlen des Konzernabschlusses wider (siehe auch Ziffer 5 des Anhangs zum Konzernabschluss). Steuervorteile von 0,3 Mio. € aus dem Eigenkapital belasteten Aktienausgabekosten wurden im zweiten Quartal 2005 erfasst und als aktive latente Steuern ausgewiesen.

Verbindlichkeiten

In den ersten sechs Monaten 2005 erhöhten sich die kurzfristigen Verbindlichkeiten von 10,1 Mio. € am 31. Dezember 2004 auf 11,0 Mio. €. Wesentlicher Grund war der Anstieg der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und der zu zahlenden Lizenzverbindlichkeiten, denen ein niedrigerer kurzfristiger Anteil der Umsatzabgrenzung gegenüber stand. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen nahmen unter anderem wegen der übernommenen Biogenesis-Verbindlichkeiten zu. Die Lizenzverbindlichkeiten erhöhten sich hauptsächlich wegen der im ersten Halbjahr 2005 erzielten Umsatzsteigerung.

Die langfristigen Verbindlichkeiten erhöhten sich in den ersten beiden Quartalen 2005 um 2,1 Mio. € auf 8,4 Mio. €, vor allem durch den Ansatz von latenten Steuern aus der Kaufpreiszuordnung und die im Rahmen des Biogenesis-Erwerbs übernommenen langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten.

Eigenkapital

Am 30. Juni 2005 belief sich die Anzahl der ausgegebenen Aktien auf 5.960.510, von denen sich 5.930.448 im Umlauf befanden. Zum 31. Dezember 2004 hatte die Zahl der ausgegebenen Aktien 5.438.852 betragen, die der im Umlauf befindlichen Aktien 5.408.790.

Der Anstieg ergab sich aus der Ausgabe von 490.133 Aktien im Rahmen einer Kapitalerhöhung im März 2005. Ein zusätzlicher Anstieg von 31.525 Aktien stand im Zusammenhang mit der Ausübung und Wandlung von in den ersten sechs Monaten 2005 an Mitarbeiter begebenen Wandelschuldverschreibungen und Optionen.

Investitionen

Im ersten Halbjahr 2005 hat MorphoSys 0,3 Mio. € in Sachanlagen investiert, verglichen mit 0,7 Mio. € im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Nahezu alle Investitionen wurden im Inland getätigt. Die Abschreibungen der ersten sechs Monate 2005 beliefen sich auf 0,4 Mio. € nach 0,3 Mio. € im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Personal

Anzahl und Qualifikation der Mitarbeiter

Am 30. Juni 2005 waren im MorphoSys Konzern 173 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt (31. Dezember 2004: 132). Im Durchschnitt der ersten sechs Monate 2005 beschäftigte der Konzern 168 Personen (31. Dezember 2004: 117).

Von den 173 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren 133 in der Forschung und Entwicklung sowie 40 im Bereich Verwaltung und Vertrieb beschäftigt.

Vom Gesamtpersonal entfielen 32 Beschäftigte auf die Biogenesis-Gruppe, von denen 18 in Forschung und Entwicklung sowie 14 im Bereich Verwaltung und Vertrieb arbeiteten.

Am 30. Juni 2005 befanden sich zwei Auszubildende in der Ausbildung zum "Fachinformatiker Informationstechnologie" (31. Dezember 2004: 2).

Tochtergesellschaften/Segmente/Organisationstruktur

Der Hauptsitz von MorphoSys befindet sich in Martinsried bei München. Das Zentrum für Forschung und Entwicklung und alle Verwaltungsabteilungen befinden sich derzeit am Hauptsitz der Gesellschaft. Die Gesellschaft besitzt vier 100 %ige Tochtergesellschaften – die MorphoSys U.S.A., Inc. und die MorphoSys IP GmbH sowie die im Januar 2005 erworbenen beiden Gesellschaften der Biogenesis-Gruppe:

Biogenesis Ltd. (UK) und Biogenesis, Inc. (USA)

Am 20. Januar 2005 erwarb MorphoSys die beiden nicht börsennotierten Unternehmen Biogenesis Ltd. (Poole, Großbritannien) und Biogenesis, Inc. (Brentwood, New Hampshire/USA). Laut Kaufvertrag übernahm MorphoSys alle Anteile an Biogenesis Ltd. und Biogenesis, Inc. für 5,3 Mio. £ in bar abzüglich Nettofinanzschulden in Höhe von rund 0,7 Mio. £. Beide Biogenesis-Gesellschaften sind 100 %ige Tochtergesellschaften der MorphoSys AG.

Forschung & Entwicklung / Forschungskooperationen

MorphoSys setzt ihre Antikörper-Technologie sowohl für die Entwicklung therapeutischer Antikörper als auch zur Herstellung von Forschungsreagenzien und Diagnostika ein. MorphoSys ist gegenwärtig in zwei Geschäftssegmenten tätig:

1. Therapeutische Antikörper

MorphoSys unterhält neben ihren eigenen Programmen im Rahmen kommerzieller Partnerschaftsvereinbarungen ein breites Portfolio an therapeutischen Antikörperprogrammen. Im zweiten Quartal 2005 hat MorphoSys auf den folgenden Gebieten Fortschritte erzielt:

Eigene Produktentwicklung

Im April 2005 hat MorphoSys über den aktuellen Stand seines Antikörperprogramms MOR102 gegen chronische entzündliche Erkrankungen berichtet. Als Teil dieses Programms gab MorphoSys eine präklinische Vergleichsstudie zwischen MOR102 und den bereits zugelassenen Biopharmaka Amevive® und Raptiva® im Rahmen eines Tiermodells gegen Schuppenflechte in Auftrag. Obwohl therapeutische Effekte bei allen getesteten Präparaten von verschiedenen Hautproben mit Schuppenflechte festgestellt werden konnten, führte eine ausführliche Analyse zu keiner statistisch aussagefähigen Unterscheidung zwischen präparatebezogenen Effekten und selbsttätigen Heilungsprozessen in der negativen Kontrollgruppe. Daher ließ diese Studie keine Rückschlüsse auf die Wirksamkeit von MOR102 im Vergleich zu Amevive® und Raptiva® zu.

Entwicklungskooperationen

Im zweiten Quartal 2005 hat die Gesellschaft die folgenden Kooperationen ausgeweitet:

ImmunoGen, Inc.

Im Juni 2005 gab MorphoSys bekannt, dass das US-Biotechnologieunternehmen ImmunoGen, Inc. per Lizenzvereinbarung Zugang zur HuCAL GOLD® Bibliothek von MorphoSys für ihre internen Forschungsprogramme erhält. ImmunoGen wird während der Vertragsdauer von einem Jahr an MorphoSys Gebühren für die Nutzung entrichten.

Im Juni 2001 hatten ImmunoGen und MorphoSys eine Zusammenarbeit vereinbart, in deren Rahmen die frühere Version der Bibliothek HuCAL® (Human Combinatorial Antibody Library) in ImmunoGen's internen Forschungsprogrammen zum Einsatz kam. Die vierjährige Vertragsdauer dieser Vereinbarung lief im Mai 2005 aus. Daneben arbeiten beide Unternehmen in einer im September 2000 eingegangenen weiteren Kooperation zusammen mit dem Ziel, einen vollständig humanen Antikörper gegen ein von ImmunoGen zur Verfügung gestelltes Zielmolekül zu entwickeln, das sich auf der Oberfläche von verschiedenen Krebszellen findet.

2. Forschungsantikörper

Die Geschäftseinheit für Forschungsantikörper konzentriert sich auf die Entwicklung von HuCAL® Antikörpern für nicht-therapeutische Anwendungen. Das derzeit unter den Marken Antibodies by Design und Biogenesis vermarktete Produkt- und Dienstleistungsangebot zielt auf industrielle und wissenschaftliche Institutionen, die spezielle Antikörper für Forschungsund Diagnosezwecke benötigen.

Antibodies by Design hat den Beginn eines gemeinsamen Projekts mit der ProQinase GmbH, einer deutschen Geschäftseinheit der KTB Tumorforschungs GmbH am Freiburger Zentrum für Tumorbiologie, und dem Naturwissenschaftlichen und Medizinischen Institut NMI an der Universität Tübingen bekannt gegeben, das die Analyse aller menschlichen Proteinkinasen – des menschlichen Kinoms – grundlegend verändern könnte. Das Projekt kombiniert die etablierte Proteinkinase-Plattform von ProQinase mit dem Know-how von Antibodies by Design im Bereich maßgeschneiderter Antikörpergenerierung und der Erfahrung des NMI mit siRNA- und BioChip-Technologien. In den kommenden drei Jahren wird das Projekt im Rahmen des BioChancePLUS-Programms des Bundesforschungsministeriums (BMBF) mit rund 2 Mio. € gefördert.

Ausblick

MorphoSys geht gegenwärtig davon aus, dass die Ziele des laufenden Geschäftsjahres erreicht werden. Die zu Jahresbeginn für das Geschäftsjahr 2005 geäußerten Erwartungen bleiben unverändert bestehen.

Konzern-Gewinn-und-Verlustrechnung (IFRS) – ungeprüft

Drei Monate Drei Monate Sechs Monate Sechs Monate
zum zum zum zum
ANHANG- 30.06.2005 30.06.2004 30.06.2005 30.06.2004
ANGABEN EURO EURO EURO EURO
Umsatzerlöse 7.935.600 4.612.069 15.368.338 8.940.673
Herstellungskosten
2
604.788 227.040 1.110.016 411.108
Bruttogewinn 7.330.812 4.385.029 14.258.322 8.529.565
Betriebliche Aufwendungen
Forschung und Entwicklung 3.162.232 2.816.273 6.757.411 5.234.575
Verwaltung und Vertrieb 2.463.430 2.064.082 4.873.609 3.455.584
Personalaufwand aus Aktienoptionen 291.386 249.980 582.772 585.673
Betriebliche Aufwendungen gesamt 5.917.048 5.130.335 12.213.792 9.275.832
Gewinn / (Verlust) aus
gewöhnlicher Geschäftsstätigkeit 1.413.764 (745.306) 2.044.530 (746.267)
Zinserträge 33.250 9.465 54.779 113.275
Zinsaufwendungen 71.210 83.597 141.252 164.597
Sonstige betriebliche Aufwendungen, netto
3
118.052 330.218 242.375 407.370
Gewinn / (Verlust) vor Steuern 1.257.752 (1.149.656) 1.715.682 (1.204.959)
Steuerertrag
5
87.990 87.990 28
Gewinn / (Verlust) 1.345.742 (1.149.656) 1.803.672 (1.204.931)
Gewinn / (Verlust) je Aktie
Gewinn / (Verlust) je Aktie, unverwässert 0,23 (0,23) 0,32 (0,24)
Gewinn / (Verlust) je Aktie, verwässert 0,22 (0,23) 0,31 (0,24)
Anzahl Aktien zur Berechnung des
unverwässerten Gewinns / (Verlusts) je Aktie
5.929.844 4.931.426 5.716.005 5.097.324
Anzahl Aktien zur Berechnung des
verwässerten Gewinns / (Verlusts) je Aktie
6.008.834 4.931.426 5.804.021 5.097.324

siehe Anhang

Konzernbilanz (IFRS)

ANHANG- 30.06.2005 31.12.2004
ANGABEN EURO EURO
(ungeprüft)
Aktiva
Umlaufvermögen
Liquide Mittel 1.367.454 12.531.198
Wertpapiere, zur Veräußerung verfügbar 48.064.215 24.698.532
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 4.364.667 2.304.778
Sonstige Forderungen 3 18.966 392.035
Rechnungsabgrenzung und sonstige Vermögenswerte 5 1.145.361 430.608
Umlaufvermögen gesamt 54.960.663 40.357.151
Anlagevermögen
Sachanlagen, netto 5 4.955.649 2.330.995
Patente, netto 2.579.876 2.790.091
Lizenzrechte, netto 9.064.111 9.671.131
Software, netto 176.985 288.115
Know-how und Kundenstamm, netto 5 2.193.457
Geschäfts- oder Firmenwert 5 4.199.728
Latente Steuern 271.000
Sonstige Vermögenswerte 526.924 358.210
Anlagevermögen gesamt 23.967.730 15.438.542
Aktiva gesamt 78.928.393 55.795.693
Passiva
Kurzfristige Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.741.671 3.838.144
Zu zahlende Lizenzen, kurzfristiger Anteil 1.244.223 910.243
Rückstellungen 617.607 600.607
Umsatzabgrenzung, kurzfristiger Anteil 4.385.776 4.757.249
Kurzfristige Verbindlichkeiten gesamt 10.989.277 10.106.243
Langfristige Verbindlichkeiten
Zu zahlende Lizenzen, ohne kurzfristigen Anteil 939.442 880.015
Umsatzabgrenzung, ohne kurzfristigen Anteil 5.085.378 5.100.646
Wandelschuldverschreibungen gg. nahe stehende Personen 84.342 109.692
Latente Steuerverbindlichkeiten 5 1.505.262 220.611
Langfristige Bankverbindlichkeiten 749.236
Langfristige Verbindlichkeiten gesamt 8.363.660 6.310.964
Eigenkapital
Grundkapital, 3,00 € Nennwert 4
11.416.850 bzw. 9.597.400 genehmigte Stammaktien
5.960.510 bzw. 5.438.852 ausgegebene Stammaktien
5.930.448 bzw. 5.408.790 Stammaktien im Umlauf
für 2005 und 2004
Eigene Aktien (30.062 bzw. 30.062
für 2005 und 2004), zu Anschaffungskosten 17.870.497 16.305.523
Kapitalrücklage 4 95.037.690 78.646.377
Kumuliertes Sonstiges "Comprehensive Income" 889.793 452.782
Verlustvortrag (54.222.524) (56.026.196)
Eigenkapital gesamt 59.575.456 39.378.486
Passiva gesamt 78.928.393 55.795.693

Konzern-Eigenkapitalentwicklung (IFRS) – ungeprüft

Grundkapital

Aktien EURO
Stand 1. Januar 2004 4.901.332 14.703.996
Aufwand aus der Gewährung von
Aktienoptionen und
Wandelschuldverschreibungen
Ausübung von an nahe stehende
Unternehmen und Personen
ausgebenen Wandel
schuldverschreibungen
17.500 52.500
Ausübung von Wandelschuldver
schreibungen, nach Abzug von
Emissionskosten 93.192 €
490.133 1.470.399
Sonstiges "Comprehensive Loss"
Veränderung des unrealisierten
Gewinns aus zur Veräußerung
stehenden Wertpapieren nach
Abzug von aktiven latenten Steuern
Währungsgewinn aus der
Konsolidierung
Verlust
"Comprehensive Loss"
Stand 30. Juni 2004 5.408.965 16.226.895
Stand 1. Januar 2005 5.438.852 16.316.556
Aufwand aus der Gewährung von
Aktienoptionen und
Wandelschuldverschreibungen
Ausübung von an nahe stehende
Unternehmen und Personen
ausgebenen Optionen und
Wandelschuldverschreibungen
31.525 94.575
Kapitalerhöhung, nach Abzug von
Emissionskosten von 483.332 €
490.133 1.470.399
Sonstiges "Comprehensive Income"
Veränderung des unrealisierten
Gewinns aus zur Veräußerung
stehenden Wertpapieren nach
Abzug von aktiven latenten Steuern
Währungsgewinn aus der
Konsolidierung
Gewinn
"Comprehensive Income"
Stand 30. Juni 2005 5.960.510 17.881.530

Total

Eigene Aktien Kapital- Umwandlungs- Neubewertungs- Eq
Verlust-
Gesamtes
rücklage rücklage rücklage vortrag Eigenkapital
Aktien EURO EURO EURO EURO EURO EURO
59.762 (21.934) 68.632.990 244.930 50.826 (56.308.308) 27.302.500
585.673 585.673
152.075 204.575
7.391.139 8.861.538
138.197 138.197
791 791
(1.204.931) (1.204.931)
(1.065.943)
59.762 (21.934) 76.761.877 383.127 51.617 (57.513.239) 35.888.343
30.062 (11.033) 78.646.377 403.229 49.553 (56.026.196) 39.378.486
582.772 582.772
362.550 457.125
15.445.991 16.916.390
44.325 44.325
392.686 392.686
1.803.672 1.803.672
2.240.683
30.062 (11.033) 95.037.690 447.554 442.239 (54.222.524) 59.575.456

Total

Konzern-Kapitalflussrechnung (IFRS) – ungeprüft

ANHANG- 2005 2004
1. Halbjahr ANGABEN EURO EURO
Cash Flow aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit
Gewinn / (Verlust) 1.803.672 (1.204.931)
Überleitung vom Gewinn / (Verlust) zum Mittel
zufluss / (-abfluss) aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit:
Abschreibungen 438.583 290.237
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte 1.126.376 997.874
Steuerertrag (87.990)
Nettogewinn aus der Veräußerung marktgängiger Wertpapiere (326.810) (109.748)
Unrealisierter Nettogewinn aus derivativen Finanzinstrumenten 87.882 119.254
Verlust aus der Veräußerung von Sachanlagen 9.375
Realisierung von abgegrenzten Umsatzerlösen (5.459.604) (4.525.811)
Aktienkursorientierte Vergütung 582.772 585.673
Veränderungen von betrieblichen Aktiva und Passiva:
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (1.633.953) (1.094.082)
Aktive Rechnungsabgrenzung und sonstige Vermögenswerte (629.337) 169.498
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie Rückstellungen 658.132 (479.919)
Lizenzverbindlichkeiten 393.408 113.304
Sonstige Verbindlichkeiten (549.868) 234.377
Umsatzabgrenzung 5.072.863 2.715.460
Mittelzufluss / (-abfluss) aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 1.485.501 (2.188.814)
ANHANG- 2005 2004
1. Halbjahr ANGABEN EURO EURO
Investitionstätigkeit:
Erwerb von Finanzanlagen (32.130.003) (13.236.692)
Erlöse aus der Veräußerung von Finanzanlagen 9.389.817 9.055.420
Erwerb von Sachanlagen (295.128) (681.963)
Erlöse aus der Veräußerung von Sachanlagen 56.423 19.408
Zugänge zu immateriellen Vermögenswerten (33.841) (108.941)
Erwerb von Biogenesis nach Abzug erworbener Zahlungsmittel 5 (6.994.208)
Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit (30.006.940) (4.952.768)
Finanzierungstätigkeit:
Erlöse aus der Ausgabe von Aktien 4 17.399.722 9.159.305
Erlöse aus der Ausübung von an nahe stehende
Unternehmen und Personen ausgegebenen
Optionen und Wandelschuldverschreibungen
4 457.125
Nettoerlöse und -zahlungen aus der Ausgabe von an nahe
stehende Unternehmen und Personen ausgegebenen
Wandelschuldverschreibungen
(25.350) (22.900)
Erwerb von derivativen Finanzinstrumenten (75.000) (158.576)
Erlöse aus der Veräußerung von Derivaten 360.187 479.929
Kosten der Aktienausgabe (754.332) (93.192)
Mittelzufluss aus der Finanzierungstätigkeit 17.362.352 9.364.566
Einfluss von Wechselkurseffekten auf die Zahlungsmittel (4.657) 791
(Abnahme) / Zunahme der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (11.163.744) 2.223.775
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
zu Beginn der Periode
12.531.198 6.652.456
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
am Ende der Periode
1.367.454 8.876.231

siehe Anhang

Anhang zum Konzernabschluss – ungeprüft

Der vorliegende Konzernabschluss wurde in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) und mit IAS 34 "Zwischenberichterstattung" des International Accounting Standards Board, London, unter Beachtung der Interpretationen des Standing Interpretations Committee (SIC) und des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC), erstellt.

Der Konzernabschluss zum 30. Juni 2005 umfasst neben der MorphoSys AG die MorphoSys IP GmbH, die MorphoSys U.S.A., Inc., die Biogenesis Ltd. und die Biogenesis, Inc. (zusammen der "Konzern").

Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze 1

Die Bilanzierungsgrundsätze des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2004 und für das Geschäftsjahr 2004 wurden mit den folgenden Abweichungen auch für das erste Halbjahr 2005 angewandt:

Grundlage der Konsolidierung

Die Kapitalkonsolidierung der Tochtergesellschaften wird gemäß IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse" durchgeführt. Alle Unternehmenszusammenschlüsse werden nach der Erwerbsmethode vorgenommen, nach der die identifizierbaren erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Schulden zunächst mit ihren beizulegenden Zeitwerten angesetzt werden. Ein verbleibender aktiver Unterschiedsbetrag zwischen dem Erwerbspreis und den zugeordneten Beträgen wird als Geschäfts- oder Firmenwert behandelt und regelmäßig auf Werthaltigkeit geprüft.

Die Gesellschaft hat die Bilanzierung des Unternehmenszusammenschlusses im zweiten Quartal 2005 nur provisorisch vorgenommen und nimmt derzeit die Verteilung des Kaufpreises vor. Das Ergebnis kann zu einer Anpassung des Geschäfts- oder Firmenwerts gemäß IFRS 3.62 führen, wonach alle Anpassungen der provisorischen Werte innerhalb von zwölf Monaten nach dem Erwerbszeitpunkt vorzunehmen sind (IFRS 3.69). Für weitergehende Informationen siehe auch Ziffer 5.

Herstellungskosten

Die Herstellungskosten enthalten die Kosten der hergestellten Produkte sowie die Anschaffungskosten der zugekauften und mittlerweile weiterverkauften Waren.

Vorräte

Vorräte sind mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert auf FIFO-Basis bewertet. Die Herstellungskosten der selbsthergestellten Vorräte enthalten alle direkt zuordenbaren Kosten sowie angemessene Teile der Gemeinkosten.

Sachanlagen

Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungskosten, vermindert um kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen, ausgewiesen. Ersatzbeschaffungen sowie Um- und Einbauten werden aktiviert, Reparaturen und Instandhaltungen bei Anfall als Aufwand erfasst. Die Sachanlagen werden über ihre erwartete Nutzungsdauer, die zwischen drei und fünfzig Jahre geschätzt wird, linear abgeschrieben. Einbauten in gemieteten Anlagen werden über die geschätzte Nutzungsdauer der Anlagen abgeschrieben.

Segmentberichterstattung

Aufwendungen für Allgemeines und Verwaltung werden den einzelnen Geschäftssegmenten nach der Anzahl der Mitarbeiter zugeordnet. Alle Aufwendungen der Abteilung Business Development werden dem Segment Therapeutische Antikörper zugeordnet.

Segmentberichterstattung 2

Ein Geschäftssegment ist eine unterscheidbare Teilaktivität eines Konzerns, die Produkte erstellt oder Dienstleistungen erbringt und die Risiken und Chancen ausgesetzt ist, die sich von denen der anderen Geschäftssegmente unterscheiden.

Segmentinformationen werden in Bezug auf die Geschäfts- und geographischen Segmente des Konzerns dargestellt. Die Grundlage für das primäre Segmentberichtsformat nach Geschäftssegmenten bilden die Managementstruktur des Konzerns und der Aufbau seiner internen Berichterstattung. Segmentergebnisse und -vermögen enthalten Bestandteile, die dem einzelnen Segment entweder direkt zugeordnet oder auf einer vernünftigen Grundlage auf die Segmente verteilt werden können.

Der Konzern besteht aus den beiden folgenden Geschäftssegmenten:

Therapeutische Antikörper

MorphoSys ist im Besitz einer der führenden Technologien für die Herstellung von menschlichen Antikörpertherapeutika und führt maßgeschneiderte Antikörper-Forschungsprojekte durch. Die Gesellschaft setzt ihre Technologie in Kooperationen mit international renommierten Unternehmen der Pharma- und Biotechnologiebranche ein.

Forschungsantikörper

Das Reagenzien-Geschäft erweitert die Kernkompetenz von MorphoSys in Richtung Entwicklung und Herstellung von Antikörpern für Forschungszwecke. Es nutzt die HuCAL® Technologie zur gezielten und maßgeschneiderten Herstellung von Forschungsantikörpern für Partner.

Bei den geographischen Segmentinformationen beziehen sich die Segmentumsätze auf den Sitz der Kunden.

1. Halbjahr Therapeutische
Antikörper
Forschungs-
antikörper
Nicht zugeordnet Konzern
in T € 2005 2004 2005 2004 2005 2004 2005 2004
Umsatzerlöse 13.570 8.617 1.798 324 15.368 8.941
Herstellungskosten 1.110 411 1.110 411
Bruttoergebnis 13.570 8.617 688 (87) 14.258 8.530
Segmentergebnis 4.883 1.803 (1.388) (1.144) (1.450) (1.405) 2.045 (746)
Zinsertrag 54 113
Zinsaufwand (141) (165)
Sonstiger Aufwand, netto (242) (407)
Steuerertrag 88
Gewinn / (Verlust) 1.804 (1.205)
Therapeutische
Antikörper
Forschungs-
antikörper
Nicht zugeordnet Konzern
Drei Monate zum 30.6.2005
in T €
2005 2004 2005 2004 2005 2004 2005 2004
Umsatzerlöse 6.964 4.424 971 188 7.935 4.612
Herstellungskosten 605 227 605 227
Bruttoergebnis 6.964 4.424 366 (39) 7.330 4.385
Segmentergebnis 2.878 556 (751) (621) (713) (680) 1.414 (745)
Zinsertrag 33 9
Zinsaufwand (71) (84)
Sonstiger Aufwand, netto (118) (330)
Steuerertrag 88
Gewinn / (Verlust) 1.346 (1.150)

Die folgende Übersicht zeigt die geographische Verteilung der Umsatzerlöse:

1. Halbjahr
in T € 2005 2004
Deutschland 3.546 1.628
USA und Kanada 6.364 6.115
Großbritannien 477
Schweiz 4.658 776
Übriges Europa 180 422
Sonstige 143
Gesamt 15.368 8.941

Sonstige Forderungen 3

Im Mai 2005 hat die Gesellschaft einen Betrag von 1,25 Mio. US\$ in bar erhalten, der durch einen zum 11. Juli 2005 fälligen Terminkontrakt abgesichert war. Daher schloss die Gesellschaft einen Fremdwährungsswap im Nominalwert von 1,25 Mio. US\$ ab. Der beizulegende Zeitwert betrug zum 30. Juni 2005 18.966 €; er wurde als sonstige Forderung ausgewiesen und mit den sonstigen Aufwendungen verrechnet.

Entwicklung des Konzerneigenkapitals 4

Gezeichnetes Kapital

Am 30. Juni 2005 betrug das gezeichnete Kapital der Gesellschaft 17.870.497 € (31. Dezember 2004: 16.305.523 €). Ein Anstieg um 1.470.399 € ergab sich aus der Kapitalerhöhung vom 15. März 2005. Aus der Wandlung von Wandelschuldverschreibungen und der Ausübung von an das Management und an Mitarbeiter begebenen Optionen erhöhte sich das gezeichnete Kapital im ersten Halbjahr 2005 um weitere 94.575 €.

Genehmigtes Kapital

Am 11. Mai 2005 hat die Hauptversammlung die Gesellschaft ermächtigt, das Genehmigte Kapital I um 215.008 Aktien auf maximal 2.175.541 neue Aktien zu erhöhen (31. Dezember 2004: 1.960.533 Aktien). Daneben wurde eine Erhöhung des Genehmigten Kapitals II um 592.898 Aktien auf maximal 592.898 neue Aktien genehmigt (31. Dezember 2004: 490.133 Aktien).

Bedingtes Kapital

Am 11. Mai 2005 ermächtigte die Hauptversammlung die Gesellschaft, für das Bedingte Kapital V zusätzliche 74.017 Aktien bis zu 732.840 € (244.280 Aktien) zu schaffen. Daneben wurde eine weitere Erhöhung des Bedingten Kapitals IV um 150.269 Aktien auf insgesamt 1.644.198 € (548.066 Aktien) genehmigt. Auch die zusätzliche Schaffung von 817.258 Aktien zur Erhöhung des Bedingten Kapitals III auf bis zu 4.806.375 € (1.602.125 Aktien) wurde von der Hauptversammlung beschlossen. Das Bedingte Kapital III wurde angefochten.

Kapitalrücklage

Zum 30. Juni 2005 belief sich die Kapitalrücklage auf 95.037.690 € (31. Dezember 2004: 78.646.377 €). Die Zunahme um 16.391.313 € ergab sich durch Rückstellungen für Personalaufwand aus Aktienoptionen in Höhe von 582.772 €, durch 15.445.991 € – einschließlich direkter Emissionskosten von netto 483.332 € – aus der Kapitalerhöhung vom 15. März 2005 sowie durch 362.550 € aus der Wandlung von Wandelschuldverschreibungen und der Ausübung von Optionen, die an nahe stehende Unternehmen und Personen begeben worden waren.

Vorläufige Zuordnung des Geschäftswerts 4

Am 20. Januar 2005 hat MorphoSys die Biogenesis Ltd. (Poole/Großbritannien) und die Biogenesis, Inc. (Brentwood, New Hampshire/USA) erworben. Laut Vertrag erwarb die MorphoSys AG alle Anteile der beiden Gesellschaften für insgesamt 5.250.000 £ abzüglich Nettofinanzschulden von rund 0,7 Mio. £. Die Gesamtkosten für Finanz-, Rechts- und sonstige Beratung beliefen sich auf 654.454 €. Die beiden Biogenesis-Gesellschaften sind 100 %ige Tochtergesellschaften der MorphoSys AG. In den ersten sechs Monaten 2005 haben sie einen Fehlbetrag von 0,2 Mio. € zum Konzernüberschuss des Halbjahres beigetragen. In Übereinstimmung mit IFRS 3.62 und 3.69 hat der Konzern eine vorläufige Zuordnung des Geschäftsoder Firmenwerts vorgenommen.

Der Erwerb hatte die nachfolgend aufgeführten Auswirkungen auf die Vermögenswerte und Schulden des Konzerns:

Biogenesis-Gruppe
Beizulegender
Buchwert den Zeitwert Zeitwert
207 207
1.788 898 2.686
123 328 451
425 425
–- 2.230 2.230
(990) (990)
(543) (543)
(1.266) (1.266)
1.010 2.190 3.200
4.002
7.202
207
6.995
Anpassungen an
den beizulegen-

* einschließlich 0,7 Mio. € Beratungskosten

Zum 30. Juni 2005 wurden für die erworbenen Vermögenswerte Wechselkurseffekte in Höhe von 0,3 Mio. € erfasst und im Posten "Sonstiges Comprehensive Income" berücksichtigt.

Transaktionen von Organmitgliedern 5

Die nachfolgende Übersicht zeigt die von Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats im Verlauf des ersten Halbjahres 2005 gehaltenen Aktien, Aktienoptionen und Wandelschuldverschreibungen sowie die Änderungen der Besitzverhältnisse.

Aktien
01.01.2005 Zugänge Verfall Verkäufe 30.06.2005
Vorstand
Dr. Simon E. Moroney*
(gehalten über ein
beherrschtes Unternehmen) 113.461 113.461
Dave Lemus
Gesamt 113.461 113.461
Aufsichtsrat
Dr. Gerald Möller 2.500 2.500
Dr. Daniel Camus
Dr. Metin Colpan
Prof. Dr. Jürgen Drews
Prof. Dr. Andreas Plückthun* 59.300 59.300
Dr. Geoffrey N. Vernon
Gesamt 61.800 61.800

* Die Aktien waren Gegenstand eines Aktienleihvertrags vom 14. März 2005 im Zusammenhang mit einer Kapitalerhöhung und wurden am 13. April 2005 zurückübertragen.

Aktienoptionen

01.01.2005 Zugänge Verfall Verkäufe 30.06.2005
Vorstand
Dr. Simon E. Moroney 47.000 47.000
Dave Lemus 21.000 21.000
Gesamt 68.000 68.000
Aufsichtsrat
Dr. Gerald Möller 2.500 2.500
Dr. Daniel Camus
Dr. Metin Colpan
Prof. Dr. Jürgen Drews 3.930 3.930
Prof. Dr. Andreas Plückthun 1.500 1.500
Dr. Geoffrey N. Vernon 1.500 1.500
Gesamt 9.430 9.430
Wandelschuld
verschreibungen
01.01.2005 Zugänge Verfall Verkäufe 30.06.2005
Vorstand
Dr. Simon E. Moroney 19.474 19.474
Dave Lemus 30.228 24.000 6.228
Gesamt 49.702 24.000 25.702
Aufsichtsrat
Dr. Gerald Möller 2.500 2.500
Dr. Daniel Camus 1.500 1.500
Dr. Metin Colpan
Prof. Dr. Jürgen Drews
Prof. Dr. Andreas Plückthun 1.500 1.500

Dr. Geoffrey N. Vernon 1.500 – – – 1.500 Gesamt 7.000 – – – 7.000

Eventualverbindlichkeiten 6

Im Juni 2001 wurde beim US-Bezirksgericht von Massachusetts in Boston, Mass./USA, von Applied Molecular Evolution, Inc. ("AME"), San Diego, Kal./USA, eine Klage gegen die Gesellschaft eingereicht, in der ihr die Verletzung der Kauffman-Ballivet-Patentfamilie vorgeworfen wird. Diese Ende der 90er Jahre erteilten Patente betreffen die stochastische Produktion von Proteinen. MorphoSys bestätigte im Januar 2003 den Erhalt einer positiven "Report and Recommendation" der Magistratsrichterin ("Magistrate Judge") an den Bezirksrichter am US-Bezirksgericht in Boston im von AME angestrengten Patentstreit. Darin empfahl die Magistratsrichterin, dem Antrag von MorphoSys auf Nichtverletzung der Patente stattzugeben und den Antrag von AME auf Patentverletzung durch MorphoSys abzulehnen. Im September 2004 hat der Bezirksrichter in einem "Memorandum and Order" diese Empfehlung nicht angenommen und die Anträge auf ein Schnellverfahren ("Summary Judgment") abgelehnt. Er hat vielmehr eine Anhörung ("Markman-Hearing") über die Auslegung der Patentansprüche anberaumt, die am 1. April 2005 stattfand. Danach wird nach Aktenlage entschieden, ob der Fall im Wege eines Schnellverfahrens entschieden werden kann oder vor Gericht verhandelt werden muss. Vor diesem Hintergrund hat die Gesellschaft in ihrem Abschluss keine Rückstellung für Eventualverbindlichkeiten gebildet.

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