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MorphoSys AG Audit Report / Information 2011

Mar 2, 2012

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Audit Report / Information

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Produkt-Pipeline

morphosys' produkt-pipeline Stand 31.12.2011

Programm/ Partner Indikation Wirkstoff
suche
Präklinik Phase 1 Phase 2 Phase 3 Markt
MOR103 Rheumatoide Arthritis
Multiple Sklerose
MOR202 Multiples Myelom
MOR208 Chronisch lymphatische
Leukämie
6 Eigene Programme
Frühe Programme
MorphoSys/Novartis
2 Pre-development Programme
CNTO888, Janssen Biotech Krebs
Idiopathische Lungenfibrose
CNTO1959, Janssen Biotech Psoriasis
Novartis keine Angaben
BHQ880, Novartis Krebs
BYM338, Novartis Erkrankungen des
Bewegungsapparates
Gantenerumab, Roche Morbus Alzheimer
BAY94-9343, Bayer Krebs
Boehringer Ingelheim keine Angaben
CNTO3157, Janssen Biotech Asthma 68 Partnerprogramme
Janssen Biotech Entzündliche Erkrankungen
Novartis Augenerkrankungen
Novartis Entzündliche Erkrankungen
OMP-18R5, Oncomed Krebs
OMP-59R5, Oncomed Krebs
Pfizer Krebs
24 Partnerprogramme
28 Partnerprogramme

Entdecken...

Als biopharmazeutisches Unternehmen arbeitet MorphoSys gemeinsam mit Partnern und in eigener Regie kontinuierlich an der Entdeckung neuer Therapieansätze gegen schwerwiegende Krankheiten. Die Art wie wir das tun, ist eng mit einem der zentralen Bestandteile des menschlichen Immunsystems verknüpft: Antikörpern. MorphoSys entwickelt technischüberlegene Systeme, um diese Moleküle zu gewinnen. Dieser Ansatz hat ein Portfolio mit rund 70 Antikörper-basierten Wirkstoffprogrammen und 20 Präparaten in der klinischen Erprobung hervorgebracht – eine der bis dato breitesten therapeutischen Pipelines unserer Industrie.

Neue Möglichkeiten von Antikörpern abseits des therapeutischen Einsatzes zu entdecken, zählt zu den zentralen Aufgaben der Geschäftseinheit AbD Serotec. AbD Serotec arbeitet derzeit mit rund zwanzig diagnostischen Konzernen zusammen, um neue Analyseverfahren zu etablieren, deren Herzstück ein HuCAL-Antikörper bildet. Im Jahr 2011 erreichte der erste HuCAL-basierte Diagnostik-Test die Marktreife und MorphoSys erwartet, dass sich dieser Trend in den folgenden Jahren weiter fortsetzen wird.

Durch den bemerkenswerten Entdeckergeist zahlreicher wissenschaftlicher und unternehmerischer Pioniere sind Antiköper von einem unbekannten Landstrich zu einem Dreh- und Angelpunkt in der pharmazeutischen Landschaft gereift. MorphoSys wird weiterhin neuartige Methoden und Technologien entwickeln, um die Generierung der Moleküle zu verbessern und sie in erfolgreiche Produkte zu verwandeln. Wir haben eine Reihe an innovativen Antikörper-Technologien etabliert, jüngst die Plattformen Slonomics und arYla sowie unsere neuartige Ylanthia-Bibliothek. Letztere wird unserer Meinung nach einen neuen Standard in der Entwicklung von therapeutischen Antikörpern in der Pharmaindustrie in diesem Jahrzehnt und darüber hinaus prägen.

Und die Entdeckungsreise geht weiter…

02

Inhaltsverzeichnis 0 4 vo rs ta n d der mo r p h o sys ag 0 5 b r i e f des vo rs ta n dsvo rs i t z e n d e n 0 8 d i e mo r p h o sys - a k t i e Konzernl a geberic h t Ant ikörp er Ma g a z in 3 8 g es c hä f t s tät i g k e i t un d un t er n e hm er is c h es um f e l d 5 7 ana lys e der v erm ö g e n s - , f i na n z- un d er t r ag s l ag e 6 4 na c h ha lt i g k e i t s b er i c h t 70 r is i k e n un d cha n c e n 7 6 na c h t r ag s b er i c h t 7 6 a u s b l i c k un d pro g n o s e  8 0 c o r p o r at e - g ov er na n c e - b er i c h t 1 3 da s zi e lm o l e k ü l wä h l e n 18 d e n an t i kö r p er ge n er i er e n 2 3 f o rs c h u n g s n e t z w er k e au s ba u e n 2 6 da s ko n z e p t üb er pr ü f e n 3 1 d e n wir ks to f f en t w i c k e l n 3 4 a l l ia n z e n sc hm i e d e n Das Unt ernehmen

Zeic henerklärung Glossarverweis Interne t verweis w w w.m o r p h o sys. d e

k

o n z e r n a b s c h l u s s

s i e h e s e i t e 14 8

Vorstand der MorphoSys AG

Jens Hol stein Finanzvorstand

Dr. Marlies Sproll Forschungsvorstand

Dr. Simon E. Moroney Vorstandsvorsitzender

Dr. Arndt Scho t telius Entwicklungsvorstand

Brief des Vorstandsvorsitzenden

im Jahr 2011 hat MorphoSys in seinen Kerngeschäftsbereichen außergewöhnliche Fortschritte erzielt. Unsere Pipeline für therapeutische Antikörper konnte deutlich reifen und ist unverändert eine der umfangreichsten und tiefsten Pipelines in der Branche. Wir haben unsere Technologieplattform substantiell erweitert und eine neuartige, überlegene Antikörperbibliothek namens Ylanthia eingeführt. Unsere solide Finanzleistung beweist einmal mehr die Stärke unseres Geschäftsmodells.

Derzeit stellen die drei Programme MOR103, MOR202 und MOR208 die wichtigsten Vermögenswerte unseres Segments Proprietary Development dar. Investitionen in diese Programme haben für uns oberste Priorität, da sie uns beste Chancen für eine erhebliche Wertsteigung des Unternehmens bieten. Im Rahmen dieser drei Programme laufen derzeit fünf klinische Studien – eine beträchtliche Steigerung gegenüber den zwei Studien am Jahresanfang 2011.

Wir haben die laufende Studie der Phase 1b/2a für unseren Leitkandidaten MOR103 in rheumatoider Arthritis vorangebracht und sind auf gutem Weg, in diesem Jahr abschließende Daten veröffentlichen zu können. Diese Ergebnisse werden die Basis für Partnergespräche sein, um die anschließende Weiterentwicklung des Programms sicherzustellen. Mit dem Beginn einer Studie der Phase 1b im Dezember 2011 wurde multiple Sklerose der zweite Krankheitsbereich für die klinische Entwicklung von MOR103. Darüber hinaus haben wir eine klinische Studie gestartet, um die subkutane Verabreichung von MOR103 zu erforschen. Beide Studien – sowohl für den neuen Krankheitsbereich als auch für die subkutane Verabreichung – könnten den Wert des Programms für Partner aus der Pharmabranche deutlich steigern. Unser am weitesten fortgeschrittenes firmeneigenes Krebsprogramm MOR208 verläuft planmäßig, sodass in der zweiten Jahreshälfte voraussichtlich Ergebnisse aus der laufenden Studie der Phase 1 an Patienten mit chronisch-lymphatischer Leukämie veröffentlicht werden können. Und mit MOR202, unserem HuCAL-Antikörper gegen das multiple Myelom, der in 2011 eine Studie der Phase 1/2a begann, kam unser dritter firmeneigener Antikörper in die Klinik.

Durch laufende Entwicklung der Programme schreitet der Reifeprozess in unserem Segment Partnered Discovery weiter voran. Zwei neue Programme haben im Jahr 2011 die Klinik erreicht und zwei Partnerprogramme rückten aus der Phase 1 in Studien der Phase 2 vor. Mit zunehmender Reife der Pipeline erhöht sich auch der Umfang der öffentlich zugänglichen Daten zu individuellen Programme. Dadurch können Investoren die Erfolgsaussichten unserer Pipeline und deren Werthaltigkeit besser einschätzen als je zuvor. So hat beispielsweise unser Partner Roche Daten der Phase 1-Studie für den HuCAL-Antikörper Gantenerumab veröffentlicht. Diese Daten veranschaulichen eindeutig das Potenzial dieser neuartigen Behandlungsform für den enormen ungedeckten medizinischen Bedarf im Bereich der Alzheimer-Therapie.

In technologischer Hinsicht war 2011 für MorphoSys ein ausgesprochen bemerkenswertes Jahr. Unser heutiger Erfolg beruht auf der firmeneigenen Antikörper-Plattform HuCAL und auf unserer Fähigkeit, darauf aufbauend gewinnbringende Partnerschaften zu schließen. Die vollständige Installation von HuCAL am Novartis-Standort Basel zu Beginn des Jahres 2011 war ein weiterer Meilenstein im Lebenszyklus dieser Technologie. Mit 19 Programmen in der Klinik ist HuCAL zum jetzigen Zeitpunkt die erfolgreichste Antikörperbibliothek-Technologie in der Branche.

Technologische Entwicklung kennt jedoch keinen Stillstand. Wir sind davon überzeugt, dass mit neuen Technologien immer noch bessere Antikörpermedikamente entwickelt werden können. Aus diesem Grund haben wir bereits im Jahr 2008 ein internes Technologieprogramm mit einem engagierten Team ins Leben gerufen, mit dem Ziel, eine Antikörperplattform der nächsten Generation zu entwickeln. Der Erwerb von Sloning Bio-Technology im Oktober 2010 beschleunigte diesen Prozess und ebnete den Weg für unsere neuartige Technologieplattform Ylanthia. Wir gehen davon aus, dass Ylanthia im kommenden Jahrzehnt und darüber hinaus für die Herstellung therapeutischer Antikörper neue Standards setzen wird. Mit der kommerziellen Anwendung werden wir in 2012 beginnen.

Der Wandel unseres dritten Segments, AbD Serotec, hin zu einer Geschäftseinheit mit zunehmender Konzentration auf den Diagnostikmarkt ist im Gange. Im Jahr 2011 kamen die ersten HuCAL-basierten Diagnosetests auf den Markt und es werden weitere folgen. Daneben stellen neue Abkommen rund um unsere Protein-Engineering Plattform Slonomics – wie beispielsweise die Vereinbarung mit Novozymes im Bereich der industriellen Biotechnologie – eine attraktive neue Umsatzkomponente im Verkaufsmix von AbD Serotec dar. In 2011 konnten diese positiven Entwicklungen die schwierigen Marktbedingungen für den Bereich Forschungsreagenzien von AbD Serotec, in dem sich die Auswirkungen der Wirtschaftskrise bemerkbar mach"Investoren können die Erfolgsaussichten unserer Pipeline und deren Werthaltigkeit besser einschätzen als je zuvor."

ten, teilweise ausgleichen. Wir rechnen für 2012 damit, dass das Segment AbD Serotec weiter in den Diagnostikmarkt vordringen wird, und versprechen uns von der Einführung einer neuen e-Commerce-Plattform eine Belebung des Geschäfts mit Forschungsreagenzien.

In 2011 war die Finanzlage des MorphoSys-Konzerns deutlich von dem Technologie-Meilenstein geprägt, den wir in der strategischen Allianz mit Novartis erreichten und der zu erfolgsabhängigen Zahlungen auf Rekordniveau in Höhe von insgesamt 32,7 Mio. € beitrug. Der Gesamtumsatz zeigte mit 100,8 Mio. € im Vergleich zum Vorjahr ein solides, zweistelliges Wachstum. Trotz eines Anstiegs um 36 % der Investitionen in die firmeneigene F&E auf rund 37 Mio. € haben wir einen operativen Gewinn in Höhe von 12,2 Mio. € erwirtschaftet. Mit einem Finanzmittelbestand von 134,4 Mio. € stellt unsere Bilanz – vor allem in dem gegenwärtig schwachen Finanzierungsumfeld – eine der größten Stärken unseres Unternehmens dar. Diese starke Liquiditätsposition ermöglicht weitere strategische Transaktionen wie beispielsweise den in 2010 erfolgte Erwerb von Sloning BioTechnology, der mit dem Abschluss von drei neuen Lizenzverträgen bereits eine deutliche Rendite erwirtschaften konnte.

Insgesamt gesehen war 2011 für MorphoSys ein erfolgreiches Jahr und 2012 verspricht noch aufregender zu werden. Wir erwarten voller Spannung die klinischen Daten für unser Leitprogramm MOR103. Positive Ergebnisse könnten die Basis für einen lukrativen Auslizenzierungsvertrag bilden. Außerdem rechnen wir im Jahresverlauf bei bis zu fünf Partnerprogrammen mit Daten zum Nachweis der klinischen Wirksamkeit.

Unser Erfolg ist nur dank des großen Einsatzes, der Loyalität und der Kreativität unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter möglich, bei denen ich mich herzlich bedanken möchte. Auch Ihnen, unseren Aktionärinnen und Aktionären, danke ich für Ihre anhaltende Unterstützung. Gemeinsam mit Ihnen wünsche ich unserem Unternehmen ein erfolgreiches Jahr 2012.

Dr. Simon E. Moroney Vorstandsvorsitzender

Die MorphoSys-Aktie

Im Geschäftsjahr 2011 gab die MorphoSys-Aktie um 5 % nach, während der TecDAX um 19 % sank. Der NASDAQ Biotechnology Index legte in 2011 um 11 % zu.

in Mio. € (wenn nicht anders angegeben) 2011 2010 2009 2008 2007
Eigenkapital gesamt 197,1 185,9 173,9 162,0 145,5
Gesamtzahl ausgegebener Aktien 23.112.167 22.890.252 22.660.557 22.478.787 22.160.259
Marktkapitalisierung 405 424 386 421 357
Schlusskurs (Xetra)
17,53 18,53 17,04 18,75 16,10
Durchschnittliches tägliches Handelsvolumen 1,8 1,1 1,3 1,9 2,5

Die konjunkturellen Turbulenzen auf dem europäischen Markt übten großen Druck auf die Aktienkursentwicklung der meisten Unternehmen aus. Auch die Kursentwicklung der MorphoSys-Aktie wurde von der extremen Marktvolatilität beeinflusst.

LIQUIDITÄT UND INDE XZUGEHÖRIG KEIT

Das durchschnittliche tägliche Handelsvolumen der Morpho-Sys-Aktie stieg auf 1,8 Mio. € verglichen mit einem durchschnittlichen Handelsvolumen von täglich 1,1 Mio. € im Vorjahr. MorphoSys hat seine Position im TecDAX-Index, dem Auswahlindex für die 30 größten Technologiewerte der Frankfurter Wertpapierbörse, weiter gefestigt. Zum Jahresende 2011 konnte das Unternehmen gemessen an der Marktkapitalisierung seine Position auf Platz 14 (Jahresende 2010: Rang 16) verbessern und belegte gemessen am Handelsvolumen Platz 20 (Jahresende 2010: Rang 23).

AKTIONÄRSBASIS

Der Streubesitz gemäß der Definition der Deutsche Börse AG, der für die Gewichtung der MorphoSys-Aktie in den Aktienindizes üblicherweise herangezogen wird, belief sich am Jahresende 2011 auf 88% des Aktienkapitals.

Bitte entnehmen Sie die aktuellsten Informationen zum Thema Investor Relations unserer Internetseite.

Der Antikörper das Potenzial nutzen

Erf ol greiche Medikame ntenent wicklung ist in der heut igen Zei t e in kompl exes Unt erfan gen, an dem me hrere Org ani sat io nen und Unt ernehme n be t e i l ig t sind . Be tr ä c h t l ic he Invest i t io nen sind vonnö t en, aber me hr al s al l es andere erf ordert die En t wicklung v o n Medik ame nt en die Kreat ivi tät, Ausd auer und f est e Überze ug un g v o n Mens c hen, die bere i t sind, neue We ge in Fors c hun g und Mediz in zu besc hre i t en. M o rp h oSys' f irme ne igenes Wirk s t o f fp r ogr amm MOR 103, d as sic h in der k l ini s c hen Erp r o b un g für rheumat oide Art hri t is und Mult ipl e Sklerose bef inde t, ist ein Musterbe ispiel für diese Proze sse .

Das Konzep t überprüfen Den Ansatz in der Präklinik erforschen

Forschungsne t zwerke ausbauen

Die wissenschaftliche und kommerzielle Basis stärken

Den richtigen Kandidaten finden

Das Zielmolekül wählen Die Biologie der Krankheit verstehen

MorphoSys-Mitarbeiter aus verschiedenen Abteilungen analysieren die Biologie des Zielmoleküls GM-CSF, das Basis des firmeneigenen Programms MOR103 bildet.

Schrit t 1 Das Zielmolekül wählen

Die En t wicklung von Ant ikörperme dikame nten beginn t mi t scheinbar einfachen Fragest el lungen, die für den Erf ol g des Projekts jedoch ausschl aggebend sind: An welches Mol ekül im me nschl ichen Körper s o l l e in Ant ikö rper binden kö nnen? Und w ie k ann dies e inen Krankhei tsverl auf zum Posi t iven bee inf lussen?

Bei MOR103 handelt es sich um einen vollständig humanen HuCAL-Antikörper, der an das Zielmolekül GM-CSF (Granulozyten-Kolonie stimulierender Faktor) bindet. GM-CSF vermittelt als Botenstoff zwischen verschiedenen Teilen des menschlichen Immunsystems. MorphoSys initiierte das Entwicklungsprogramm MOR103 basierend auf der internen Analyse verschiedener Zielmoleküle und den wissenschaftlichen Daten zu diesem Thema, die von Forschern weltweit

ermittelt wurden. Zunächst wurde GM-CSF als Wachstumsfaktor für weiße Blutkörperchen beschrieben. Professor John Hamilton von der Universität Melbourne in Australien war der erste Forscher, der die Meinung vertrat, dass GM-CSF entzündungsfördernd wirken könnte, indem es Makrophagen, einem entscheidenden Zelltyp bei chronischen Entzündungen, zur Produktion eines gewebeschädigenden Enzyms anrege.

"Wir gelangten zu der Annahme, dass ein Antikörper gegen GM-CSF eine neue Behandlungsoption für Entzündungskrankheiten darstellen könnte."

Professor John Hamilton, Universität Melbourne

"Meine neuartige Hypothese lautete, dass GM-CSF bei Entzündungsprozessen wohl noch eine weitere wichtige Rolle spielt", erinnert sich Professor Hamilton. "Ein wichtiger Zelltyp bei chronischen Entzündungen sind Makrophagen, die mit großer Sicherheit eine der Hauptquellen für entzündungsfördernde Substanzen wie IL-1 oder TNF-alpha sind. Diese Botenstoffe wiederum stimulieren andere Zellen und Gewebe in den Gelenken, mehr GM-CSF zu produzieren, welches dann auf die Makrophagen zurückwirkt, deren Überleben sichert und die Zellen aktiviert. Daraus resultiert ein sich verstärkender Kreislauf, der die Entzündungsreaktion antreibt und verschärft. Wir gelangten daher zu der Annahme, dass ein Antikörper gegen GM-CSF diesen fatalen Teufelskreislauf, wenn man so sagen will, aufhalten und damit eine neue Behandlungsoption für Entzündungskrankheiten darstellen könnte." Die anschließenden

Forschungsarbeiten unter der Leitung von Professor Hamilton und Professor Gary Anderson, die den Ansatz in Tiermodellen untersuchten, erbrachten den Beweis für die zentrale Rolle von GM-CSF als Botenstoff in entzündlichen Erkrankungen. Folgerichtig meldete die Universität von Melbourne im Jahr 2000 in den USA ein Patent an, das die Nutzung von GM-CSF-Hemmstoffen zur Behandlung entzündlicher Erkrankungen abdeckte.

"Interessanterweise wurde die Neuinterpretation der Biologie dieses Moleküls von der Industrie weitestgehend übersehen", fügt Hamilton hinzu. Mit diesem Wissen im Hintergrund bot sich für MorphoSys eine attraktive Möglichkeit für den Beginn eines Entwicklungsprogramms und nur eine geringe Zahl anderer Unternehmen verfolgt Projekte, die gegen dasselbe Zielmolekül gerichtet sind.

"Als ich mich in das MOR 103-P rogramm einarbeitete, war ich von der Biologie des Zielmoleküls und der substanziellen wissenschaftlichen Grundlage für GM-CSF als neuartigem und vielversprechendem Ansatz zur Behandlung von entzündlichen und autoimmunen Erkrankungen augenblicklich angetan."

Dr. Arndt Schottelius, Entwicklungsvorstand der MorphoSys AG

"Es ist unser oberstes Ziel, innovative und wirksame Behandlungsmöglichkeiten für Patienten zu entdecken und zu entwickeln. Ein Biotechnologieunternehmen muss die Balance finden zwischen Signalwegen und Zielmolekülen, die bereits zu einem gewissen Grad validiert sind, weil man seine begrenzten Ressourcen nicht auf komplettes Neuland wetten möchte, und Bereichen, in denen das Wettbewerbsumfeld dennoch attraktiv und beherrschbar ist", kommentiert Dr. Arndt Schottelius, Entwicklungsvorstand der MorphoSys AG. Schottelius stieß im Dezember 2008 von dem US-Biotechnologie-Konzern Genentech als neuer Entwicklungsvorstand zu MorphoSys. Das Projekt MOR103 war zu diesem Zeitpunkt in der Indikation rheumatoide Arthritis bereits auf dem Weg in die klinische Entwicklung. Eine der ersten Aufgaben von Schottelius bestand darin, das gesamte Portfolio an firmeneigenen Wirkstoffkandidaten von MorphoSys einer kritischen Neubetrachtung zu unterziehen, um die Entwicklungsarbeit weiter zu fokussieren. "Als ich mich in das MOR103-Programm einarbeitete, war ich von der Biologie des Zielmoleküls und der substanziellen wissenschaftlichen Grundlage für GM-CSF als neuartigem und vielversprechendem Ansatz zur Behandlung von entzündlichen und autoimmunen Erkrankungen augenblicklich angetan", erinnert sich Schottelius.

Die Wirkwe ise v o n MOR 103 im Ne t zwerk der ent zü nd un gs f ö rdernden Bot ens t o f f e und Imm unze l l en

1 T-Zellen

Fördern die Aktivierung von Makrophagen durch die Produktion von Botenstoffen wie GM-CSF.

2 GM-CSF

Entzündungsfördernder Botenstoff, der die Bildung, das Überleben und die Aktivierung von Zellen aus dem Knochenmark, insbesondere Neutrophile und Makrophagen begünstigt.

3 Makrophagen

GM-CSF bewirkt die Aktivierung und Vermehrung der Makrophagen. Die Makrophagen produzieren ihrerseits weitere entzündungsfördernde Zytokine, wodurch eine Entzündungskaskade ausgelöst wird.

4 Osteoklasten

Ihre Hauptaufgabe ist der Abbau von Knochensubstanz. Im Krankheitsfall werden sie durch ausgeschüttete Zytokine übermäßig aktiviert. Es entstehenden Defekte und Zwischenräume im Knochen, der im weiteren Verlauf von Wucherungen durchsetzt wird, die von der Gelenkkapsel ausgehen.

5 Synoviale Fibroblasten

Bei RA-Patienten vermehren sich synoviale Fibroblasten sowie Makrophagen deutlich und bilden einen entzündlichen Pannus. Dieser Pannus wuchert fast tumorartig in das Gelenk, überzieht den Knorpel und dringt in den Knochen ein. Mit fortschreitender Erkrankung ist dieser Prozess hauptverantwortlich für die entzündlich bedingte Schädigung des Gelenks.

6 Neutrophile

Als Fresszellen sind sie Teil der angeborenen Immunabwehr und dienen der Internalisierung und Zerstörung von Mikroorganismen. Die Entzündungszellen produzieren bei rheumatoider Arthritis Substanzen, die den erkrankten Gelenkknorpel angreifen und zerstören.

7 Chondrozyten

Unter dem Einfluss bestimmter Zytokine zerstören Chondrozyten die um sich herum liegende Knorpelmatrix.

8 MOR 103

Der MorphoSys-Antikörper MOR 103 bindet den Botenstoff GM-CSF und verhindert so die Aktivierung und Vermehrung von entzündungsfördernden Makrophagen und Neutrophilen in erkrankten Gelenken. Zahlreiche krankheitsfördernde Prozesse können so frühzeitig unterbunden werden.

In einem erkrankten Gelenk kommt es zu einer großen Ansammlung verschiedener Immunzellen. Die durch den Botenstoff GM-CSF aktivierten Zelltypen spielen eine zentrale Rolle der Krankheitsentwicklung. Mit dem fortschreitenden Verlauf der Erkrankung nimmt der Befall von Knochen und Knorpelgewebe zu.

Schrit t 2 Den Antikörper generieren

Nachdem die En tscheidung gefal l en war, ein t herapeut isches Progr amm mi t dem Z ielmol ekül GM-CSF zu verf o l gen, bestand die nächst e He rausf orderung für die Wissenschaf t l er von MorphoSys darin, den bestmögl ichen Kandidaten aus der f irme neigenen Ant ikörperbibl io t hek auszuwähl en.

"Für die Anwendung von MOR 103 als Medikament wird erwartet, dass die hohe Bindungsstärke sich begünstigend auf die Dosierungsmenge und die durchschnittlichen Herstellungskosten auswirkt." Dr. Stefan Steidl, Director Pharmacology bei MorphoSys

Der MOR103-Antikörper entstammt, wie die meisten Antikörper der derzeitigen Pipeline von MorphoSys, der firmeneigenen HuCAL Antikörper-Plattform. HuCAL basiert auf einem einzigartigen Konzept, das für den therapeutischen Einsatz einen Zielmolekül-spezifischen Antikörper aus dem gesamten Antikörperrepertoire des menschlichen Immunsystems zu isolieren und, sofern notwendig, weiter zu optimieren vermag. "Mit Hilfe unserer Optimierungsroutine konnten wir eine 5.000-fache Verbesserung der Bindungseigenschaften des Antikörpers und eine 2.000-fache Steigerung der Aktivität erzielen im Vergleich zu dem allerersten Kandidaten, den wir aus

der Bibliothek gewonnen haben", erklärt Dr. Stefan Steidl, Director Pharmacology bei MorphoSys und ein Wissenschaftler der ersten Stunde im MOR103-Projekt. "Der finale Antikörper ist im Hinblick auf die Bindungseigenschaften immer noch einer der besten Kandidaten, den wir je aus unserer Antikörperbibliothek isoliert haben und er ist unseres Wissens nach der erste anti-GM-CSF-Wirkstoff mit einer Bindungsstärke im sogenannten subpicomolaren Bereich", fügt Steidl hinzu. "Für die Anwendung von MOR103 als Medikament wird erwartet, dass die hohe Bindungsstärke sich begünstigend auf die Dosierungsmenge und die durchschnittlichen Herstellungskosten auswirkt."

Wissenschaftler von MorphoSys isolieren und charakterisieren Wirkstoffkandidaten für ihre eigenen und Partnerprogramme aus der firmeneigenen Antikörperbibliothek.

"Die Vereinigten Staaten sind derzeit mit einer geschätzten Patientenpopulation von mehr als einer Million Patienten der mit Abstand größte Markt für RA-W irkstoffe."

Dr. Marlies Sproll, Forschungsvorstand der MorphoSys AG

Schrit t 3 Forschungsnetzwerke ausbauen

Die Fors c her der Universi tät Melb o urne spielt en e ine w ic h t ige Rol l e bei der Funkt ionsbeschreibung von GM-CSF al s ze nt ral em Botenst of f in ent zü ndl ichen Krankhei t en. Im Jahr 2007 un t erze ichne t e M o rp h oSys e in Abkomme n mi t der Universi tät und erhielt dadurch Zugang zu einer exklusiven L ize nz auf eine entscheidende Patent famil ie.

"Wir haben das Projekt völlig in Eigenregie begonnen, aber der Gedanke an eine strategische Partnerschaft mit der Universität Melbourne stand bereits frühzeitig im Raum", sagt Dr. Marlies Sproll, Wissenschaftsvorstand von MorphoSys. Ein Hauptbeweggrund hierfür war die Anmeldung eines US-Patents durch die Universität aus dem Jahr 2000, das die medizinische Nutzung von GM-CSF-Hemmstoffen abdeckte. Für ein Unternehmen, das über einen therapeutischen anti-GM-CSF

Antikörper zur Behandlung von Krankheiten wie der rheumatoiden Arthritis verfügte, bot dieses Patent die Aussicht auf Marktexklusivität in den USA.

Teams aus Wissenschaft und Entwicklung arbeiten in jeder Phase des Entwicklungsprozesses eng zusammen.

k o n z e r na b s c h l u s s k o n z e r n l a g e b e r i c h t

"Die Vereinigten Staaten sind derzeit mit einer geschätzten Patientenpopulation von mehr als einer Million Patienten der mit Abstand größte Markt für RA-Wirkstoffe. In Anbetracht der Tatsache, dass wir das Programm zu einem späteren Zeitpunkt höchstwahrscheinlich auslizenzieren würden, waren wir der Meinung, dass der Zugang zu einem derartigen Patent eine hochattraktive Ergänzung unseres MOR103-Pakets darstellte", fügt Dr. Sproll, die auch die Patentabteilung des Unternehmens verantwortet, hinzu.

MorphoSys nahm bereits 2006, als die Genehmigung des Patents durch das US-amerikanische Patentamt noch ausstand, Kontakt zur Universität Melbourne auf, um die exklusive Lizenz zu erwerben. Ende 2006 fand ein Treffen zwischen den Führungskräften von MorphoSys und den Erfindern der Universität statt. MorphoSys konnte in den Verhandlungen mit dem geplanten GM-CSF Programm, seinem sehr überzeugenden, vollständig menschlichen und hoch-spezifisch an sein Zielmolekül bindenden anti-GM-CSF-Antikörper sowie der finanziellen Stärke des Unternehmens überzeugen. Schließlich wurde im Januar 2008 eine Lizenzvereinbarung bekanntgegeben. Doch die Vereinbarung war nur der Beginn einer fruchtbaren Zusammenarbeit. Beide Vertragspartner arbeiteten weiterhin eng zusammen und als Ende 2008 das Patent der Universität durch das US-Patentamt erteilt wurde, war dies ein bedeutender Meilenstein für die Partnerschaft. Im Juli 2009 erweiterten die Vertragspartner ihre bestehende Zusammenarbeit erneut, um neue therapeutische Anwendungsgebiete für MorphoSys' MOR103-Programm zu untersuchen.

Wissenschaftler von MorphoSys setzen verschiedene in vitro-Testverfahren ein, um Wirkstoffkandidaten für die anschließenden Entwicklungsschritte auszuwählen.

Schrit t 4 Das Konzept überprüfen

Bevor ein Wirkst of f kandidat in gesunden Freiwil l igen und Pat ient en erp r o b t werden k ann, muss die zugrundel iegende Hyp o t hese anhand p r äk l ini s c her Studien, d .h . in Te st verfahren im Lab o r und im we i t eren Ve rl auf in T iermodel l en, eval uiert werden.

MorphoSys setzte zur Gewinnung der präklinischen Daten von MOR103, die Ende 2008 auf einer wissenschaftlichen Konferenz vorgestellt wurden, ein etabliertes Arthritis-Modell in Ratten ein. Der Antikörper wurde hierfür in unterschiedlicher Konzentration verabreicht und konnte die Schwellung betroffener Kniegelenke deutlich reduzieren sowie das Gewebebild Dosisabhängig verbessern. Zudem wurde in dem Gewebe, das die betroffenen Gelenke umgab, eine deutliche Reduzierung des Zytokinspiegels sowie des Einstroms weißer Blutkörperchen, beides typische Anzeichen für RA, beobachtet.

An seinem Standort Martinsried bei München produziert MorphoSys Antikörpermaterial, das für einleitende Forschungsstudien geeignet ist.

"Diese Ergebnisse unterstützen unser Verständnis der Zielmolekül-Eigenschaften von GM-CSF", erläutert Dr. Ulrich Moebius, der seit 2008 als Leiter Preclinical Development and Project Management bei MorphoSys tätig ist. "Wenn ein Programm die klinische Erprobung erreicht hat, wird die präklinischen Entwicklung gewöhnlich dennoch weitergeführt; das war auch bei MOR103 der Fall." Zwischenzeitlich hat MorphoSys weiterführende präklinische Daten in rheumatoider Arthritis gewonnen, sowie in multipler Sklerose, der zweiten Indikation, in der der Wirkstoff nun entwickelt wird. "Aufgrund der Biologie von GM-CSF war uns ziemlich klar, dass der Wirkstoff therapeutisches Potenzial gegen weitere entzündliche Krankheiten in sich birgt", ergänzt Dr. Moebius.

"Aufgrund der Biologie von GM-CSF war uns ziemlich klar, dass der Wirkstoff therapeutisches Potenzial gegen weitere entzündliche Krankheiten in sich birgt."

Dr. Ulrich Moebius, Head of Preclinical Development and Project Management

Das Zytokin GM-CSF spielt in der Entzündungskaskade des Immunsystems eine zentrale Rolle. Abnorme Funktionen dieser Kaskade, insbesondere erhöhte GM-CSF-Werte, werden mit zahlreichen Autoimmun- und entzündlichen Erkrankungen in Verbindung gebracht, einschließlich schwerem Asthma, chronisch obstruktiver Lungenkrankheit (COPD), rheumatoider Arthritis, multipler Sklerose und andere. Aufgrund seiner vielfältigen Wirkweise ist GM-CSF ein attraktives therapeutisches Zielmolekül bei der Behandlung einer Vielzahl entzündlicher Erkrankungen.

MorphoSys verfügt über ein starkes Netzwerk aus klinischen Forschungsorganisationen und Studienleitern, um den Antikörper MOR103 in Patienten zu erforschen.

Schrit t 5 Den Wirkstoff entwickeln

Auf die p r äk l ini s c he Val idierun g f o l gen dre i k l ini s c he En t w ic klungsphasen, die ein neuer Wirkst of f kandidat durchl auf en muss, bevo r er zur Ve rmark t un g zugelassen werden k ann . Be ac h t l ic he Invest i t io nen und e inige Jahre En t w ic k l un gsarbe i t sind n ö t ig, um e in Medik ame nt s o auf den Mark t zu br in gen.

Die klinische Entwicklung des Wirkstoffs begann 2008 mit dem Start einer klinischen Phase 1-Studie in gesunden Freiwilligen in den Niederlanden. Einen neuen Wirkstoff zunächst in gesunden Freiwilligen zu erproben, ist in der pharmazeutischen Industrie bei entzündungshemmenden Medikamenten gängige Praxis. Nachdem hierdurch ein aussagekräftiges Sicherheitsprofil gewonnen wurde, ließen Aufsichtsbehörden und Ethik-Komitees das Programm für eine anschließende klinische Studie der Phase 1b /2a in mehreren europäischen Ländern zu; im Januar 2010 erhielt der erste RA-Patient den MOR103-Antikörper. Wenngleich das primäre Ziel der Studie die Beurteilung

der Sicherheit von MOR103 in Patienten ist, hofft das Unternehmen auch darauf, erste Anzeichen für dessen Wirksamkeit zu entdecken.

"Durch die Nutzung der Magnet-Resonanz-Tomographie, MRT genannt, haben wir ein hochempfindliches bildgebendes Verfahren in die Studie eingebunden, das am besten geeignet ist, die entzündlichen Veränderungen in den Gelenken zu erkennen", erklärt Dr. Schottelius. "Wir wissen, dass der natürliche Verlauf der Krankheit mit Entzündungen und dem Anschwellen des weichen Gewebes beginnt und sich dann auf Knochen und Knorpel

ausbreitet. Wir bezeichnen Synovialitis, also die Entzündung und Verdickung der Gelenkschleimhäute, sowie Knochenödeme, im Grunde eine vermehrte Ansammlung von Zellen und Wasser im Knochen, als "prä-erosive Läsionen", als Vorboten des tatsächlichen Knochenabbaus, der typischerweise zu einem späteren Zeitpunkt an denselben Stellen auftritt. Diese Vorboten können nur mithilfe von MRT und nicht durch Röntgenaufnahmen erkannt werden", ergänzt er. "Ein weiteres wichtiges Ziel unseres Entwicklungsprogrammes ist die Erforschung begleitender Biomarker für MOR103, die dazu beitragen sollen, vor Beginn der Therapie diejenigen Patienten zu identifizieren, die von der Behandlung mit dem Antikörper am meisten profitieren. Durch die Erforschung und Entwicklung solcher Biomarker einen stärker personalisierten therapeutischen Ansatz zu ermöglichen, gewinnt für die Pharmaindustrie zunehmend an Bedeutung."

"Wir wissen, dass der natürliche Verlauf der Krankheit mit Entzündungen und dem Anschwellen des weichen Gewebes beginnt und sich dann auf Knochen und Knorpel ausbreitet."

Dr. Arndt Schottelius, Entwicklungsvorstand der MorphoSys AG

Im Verlauf des Jahres 2011 wurde die Studie entscheidend vorangetrieben. Dies versetzt MorphoSys in die Lage, in 2012 Daten zu präsentieren, die die Basis für Auslizenzierungsverhandlungen darstellen werden.

Schrit t 6 Allianzen schmieden

M o rp h oSys ent w ic kelt e in f irme ne igenes Por t f o l io an inn o va t iven t herapeut ischen Ant ikörpern für die Be handlung von Krebs und ent zü ndl ic hen Krank he i t en. Das Unt ernehme n p l an t, diese Wirk s t o f f e bi s zum Erre ic hen des k l ini s c hen Wirk samke i t sna c h weises zu entwickeln, bevor sie an Partner auslize nziert werden.

Die Spätphase der klinischen Entwicklung ist sehr kostenintensiv, insbesondere in umfassenden Indikationen wie der rheumatoiden Arthritis. Das Studienprotokoll einer Phase 3-Studie in diesem Krankheitsbereich könnte leicht mehr als tausend Patienten umfassen, um statistische Relevanz zu erlangen. Aus diesem Grund beabsichtigt MorphoSys, das MOR103-Programm vor dessen Weiterentwicklung in der Klinik basierend auf positiven klinischen Ergebnissen an Partner auszulizenzieren. Solche Lizenzvereinbarungen sind im pharmazeutischen Bereich heutzutage Gang und gäbe, da Pharmakonzerne ihre Lücken in den Entwicklungspipelines mithilfe biopharmazeutischer Unternehmen decken, deren Stärke die Entwicklung neuer, innovativer Wirkstoffkandidaten ist.

Die Suche nach neuen Partnerschaften wird von MorphoSys' Geschäftseinheit Business Development abgewickelt. "Dank unserer zahlreichen Medikamentenentwicklungs-Partnerschaften verfügen wir bei MorphoSys über langjährige Expertise im Hinblick auf Vertragsabschlüsse und der Steuerung dieser Allianzen", merkt Dr. Barbara Krebs-Pohl, Leiterin Business Development bei MorphoSys, an. "Wir können auf ein etabliertes Pharma-Netzwerk zurückgreifen, um auf unsere firmeneigenen Wirkstoffe aufmerksam zu machen. Bereits mehrere potenzielle Partner haben unser Programm MOR103 auf ihrem Radarschirm, was per se nicht ungewöhnlich, aber auch ein deutlicher Hinweis auf das große Interesse an unserem Programm ist. Das Interesse in unserer Branche an entzündungshemmenden Wirkstoffen mit neuartiger Wirkweise ist enorm."

Mit seinen wissenschaftlichen Anfängen, die in den frühen 90er Jahren erforscht wurden, hat das Programm MOR103 bereits einen guten Teil der Strecke hinter sich. Der Wirkstoff ist nun auf dem besten Weg, als neuartiges und vielversprechendes Therapeutikum zur Behandlung verschiedener entzündlicher Krankheiten weiter entwickelt zu werden.

"Bereits mehrere potenzielle Partner haben unser Programm MOR 103 auf ihrem Radarschirm. Das Interesse in unserer Branche an entzündungshemmenden Wirkstoffen mit neuartiger Wirkweise ist enorm." Dr. Barbara Krebs-Pohl, Head of Business Development bei MorphoSys

Rund 1 % der We lt bevö l kerun g i s t v o n rheumat oider Art hr i t i s be tr o f f en. Nac h w ie v o r gib t es für viel e Pat ient en ke ine gee ig ne t e Be handl un gsme th o de .

Wachsender Markt

Verkaufszahlen biologischer RA-Wirkstoffe (in Mrd. USD )

Biologische Wirkstoffe gegen rheumatoide Arthritis erzielten im Jahr 2010 auf den sieben größten Märkten Absatzzahlen in Höhe von 11 Mrd. \$. Der Markt soll laut Schätzungen bis zum Jahr 2015 auf 16 Mrd. \$ anwachsen, mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 7%. Der Bedarf an innovativen Behandlungsmethoden ist nach wie vor ungebrochen.

Quelle: Datamonitor

Konzernlagebericht

  • 3 8 geschäf tstätigkeit und unternehmerisches umfeld
  • 57 analyse der vermögens , finanz- und ertr agsl age
  • 64 nachhaltigkeitsbericht
  • 70 risiken und chancen
  • 76 nachtr agsbericht
  • 76 ausblick und prognose
  • 8 0 corp or ate governance bericht

Konzernlagebericht

Das Jahr 2011 war für MorphoSys ein Jahr des soliden Fortschritts. Die Produktpipeline, der wesentlichste langfristige Werttreiber für das Unternehmen, entwickelte sich gut und bestand am Jahresende aus 20 klinischen Programmen und insgesamt aus 76 Programmen. Ungeachtet belastender Faktoren wie der europäischen Staatsschuldenkrise und der weltweiten wirtschaftlichen Unsicherheit konnte MorphoSys unverändert in seine Technologie- und Produktentwicklung investieren und erwirtschaftete trotzdem einen soliden Gewinn. Das Segment Proprietary Development erzielte wichtige Fortschritte und startete drei weitere klinische Studien. Das Segment Partnered Discovery verbuchte im Jahresverlauf wichtige Meilensteinzahlungen und machte mit der Veröffentlichung erster klinischer Daten den Erfolg seiner Programme zunehmend erkennbar. Die Leistung dieses Segments bildete zusammen mit dem Ergebnis der AbD Serotec, dem Segment für Forschungs- und diagnostische Antikörper, eine stabile finanzielle Basis für MorphoSys. Die Fähigkeit der Gesellschaft, trotz anhaltender Investitionen in die firmeneigene Forschung und Entwicklung profitabel zu bleiben, ist weiterhin ein wichtiges Merkmal ihres Geschäftsmodells.

Geschäftstätigkeit und unternehmerisches Umfeld

Organisationsstruktur

ORGANISATION UND WELTWEITE PRÄSENZ DES MORPHOSYS - KONZERNS

Die MorphoSys AG und ihre Tochtergesellschaften entwickeln und vertreiben auf der Grundlage ihrer firmeneigenen Spitzentechnologien qualitativ hochwertige Antikörper für therapeutische Zwecke sowie für Forschung und Diagnostik. MorphoSys geht seiner

Geschäftstätigkeit mit drei Geschäftssegmenten nach. Das Segment Partnered Discovery schafft durch die Entwicklung von Arzneimittelkandidaten für Vertragspartner erhebliche Werte für die Gesellschaft und betreibt in Zusammenarbeit mit renommierten Biotechnologie- und Pharmaunternehmen mehrere therapeutische Entwicklungsprogramme. Das zweite Segment Proprietary Development ist ebenfalls im therapeutischen Markt tätig und hat sich zum Ziel gesetzt, innovative therapeutische Antikörper zu entwickeln und diese firmeneigenen Arzneimittelkandidaten dann bis zum Nachweis der klinischen Wirksamkeit zu führen, bevor sie an Partner auslizenziert werden. Das dritte operative Segment von MorphoSys, AbD Serotec, unterhält erfolgreiche Geschäftsbeziehungen zu den Forschungs- und Diagnostikmärkten und beliefert sowohl staatliche als auch industrielle Forschungseinrichtungen mit hochwertigen Antikörpern.

k

Der MorphoSys-Konzern verfügt weltweit über fünf Standorte und ist in den wichtigen internationalen Biotechnologiemärkten Europas und der USA tätig. Die MorphoSys AG als Muttergesellschaft des MorphoSys-Konzerns erbringt zentrale Konzernfunktionen wie Rechnungswesen, Controlling, Personal, Recht, Patentwesen, Unternehmenskommunikation und Investor Relations. Das Management für diese Konzernfunktionen hat seinen Sitz in der MorphoSys-Konzernzentrale in Martinsried bei München. Ein Teil der firmeneigenen F&E-Einrichtungen der Gesellschaft ist ebenfalls hier untergebracht, neben den Einrichtungen in Puchheim nahe München und im englischen Kidlington nahe Oxford. Seine internationalen Vertriebsaktivitäten steuert MorphoSys über Verkaufsbüros in Deutschland, Großbritannien und in Raleigh, North Carolina, USA.

MorphoSys wägt die verschiedenen Standortvorteile wie eine gute Infrastruktur, Verfügbarkeit von qualifizierten Arbeitskräften, politischer Rückhalt für Biotechnologie und Life Sciences, Synergien aus der Kooperation mit regionalen Forschungseinrichtungen und ein breit gestreuter Lieferantenkreis sorgfältig ab, um seine Wachstumsziele zu erreichen.

RECHTLICHE STRU KTUR DES MORPHOSYS -KONZERNS

KONZERNLEITUNG UND KONTROLLE

Die MorphoSys AG, eine an der Frankfurter Wertpapierbörse im Prime Standard notierte deutsche Aktiengesellschaft, ist die Muttergesellschaft des MorphoSys-Konzerns. Dem deutschen Aktiengesetz gemäß verfügt die MorphoSys AG über eine duale Führungsstruktur. Das Unternehmen wird von einem Vorstand geleitet, dessen vier Mitglieder vom Aufsichtsrat bestellt und überwacht werden. Ausführlichere Informationen bezüglich Konzernleitung und Kontrolle sowie zu den Grundsätzen der Unternehmensführung können dem Corporate-Governance-Bericht auf der Seite 80 entnommen werden. Die Senior Management Group vervollständigt die Geschäftsleitung von MorphoSys und setzt sich aus 13 Führungskräften aus allen Abteilungen zusammen. Im Berichtsjahr haben sich im Vergleich zum Vorjahr keine Veränderungen in der rechtlichen Struktur des MorphoSys-Konzerns oder seiner Tochtergesellschaften ergeben.

NEUES VORSTANDSMITGLIED

Im ersten Quartal 2011 gab MorphoSys eine Veränderung seines Vorstands bekannt. Herr Jens Holstein kam von Fresenius Kabi zur MorphoSys AG und übernahm dort zum 1. Mai 2011 als neues Mitglied des Vorstands von Herrn Dave Lemus die Position des Finanzvorstands.

GESCHÄFTSAKTIVITÄTEN

TECHNOLOGIEN VON MORPHOSYS

Die Fähigkeiten von MorphoSys im Bereich des Protein-Engineering sind die Grundlage seines Erfolgs. Die bis heute erfolgreichste Technologie der Gesellschaft ist die HuCAL-Plattform, eine Sammlung von mehreren Milliarden verschiedenartiger, vollständig menschlicher Antikörper für die in-vitro-Erzeugung hochspezifischer Antikörper. Die rekombinante Antikörpertechnologie erlaubt seit nunmehr über zehn Jahren die Herstellung von Antikörpern für Therapeutik und Diagnostik einschließlich solcher, die an schwer zu bearbeitende Antigene binden. Die dadurch entstandene Pipeline ist eine der breitesten der Branche und entwickelt sich stetig weiter. Derzeit befinden sich 76 therapeutische HuCAL-Programme in der Entwicklung, von denen einige Antikörper gleich für verschiedene Krankheitsbereiche getestet werden.

Der Erwerb der Sloning BioTechnology GmbH im Oktober 2010 machte MorphoSys zum alleinigen Anbieter der Slonomics-Technologie, mit deren Hilfe die Herstellung und Qualität von Protein-Bibliotheken drastisch verbessert wird. Die voll automatisierte, genetische Engineering-Plattform verwendet doppelsträngige DNS-Tripletts zur kontrollierten Herstellung unterschiedlichster kombinatorischer Gen-Bibliotheken. Diese kombinatorische Technologie versetzt Forscher in die Lage, ihre Erfolgsquote bei der Selektion von neuen und optimierten therapeutischen Antikörpern, Proteinen und industriellen Enzymen zu steigern.

Im Dezember 2011 hat MorphoSys mit Ylanthia die nächste Generation seiner Antikörpertechnologien präsentiert. Die bislang umfangreichste Antikörperbibliothek setzt bei der in-vitro-Herstellung von hochspezifischen und vollständig menschlichen Antikörpern auf ein neuartiges Konzept. Die einzigartige Ylanthia-Technologie wurde speziell konzipiert und entwickelt, um derzeit vorhandene Hindernisse bei der Entwicklung therapeutischer Antikörper wie beispielsweise Beschränkungen der biophysikalischen Eigenschaften oder einen Mangel an struktureller Vielfalt (Diversität) zu beseitigen. Im Bedarfsfall lassen sich Antikörper aus der Ylanthia-Bibliothek zusätzlich mithilfe der Slonomics-Technologie optimieren. In dieser Hinsicht unterscheidet sich Ylanthia von der HuCAL-Plattform, die bei der Optimierung von Antikörpern auf einem modularen Design der Antikörpergene mit vordefinierten Genkassetten aufbaut.

MORPHOSYS IM MARKT FÜR THER APEUTIK A

MorphoSys ist ein führender Anbieter von hochwertigen Antikörpertechnologien im Markt für Therapeutika, vor allem mit HuCAL, einer der erfolgreichsten Antikörperbibliotheken in der Branche. Die Gesellschaft bedient den Markt über Allianzen mit Pharma- und

k

o n z e r n a b s c h l u s s

Biotechnologieunternehmen sowie über eigene Entwicklungsaktivitäten. Als biopharmazeutisches Unternehmen verfügt MorphoSys über ein einzigartiges Profil: Das Unternehmen ist in der Lage, alle firmeneigenen F&E-Aktivitäten durch die eigenen Cashflows zu finanzieren und zugleich solide operative Ergebnisse auszuweisen.

WETTBEWERBSUMFELD

Der Markt für therapeutische Antikörper ist unverändert einer der werthaltigsten und am schnellsten wachsenden Märkte in der Humanmedizin. In den letzten Jahren war durch Akquisitionen eine zunehmende Konzentration auf wenige führende Technologieanbieter zu verzeichnen. Pharma- und Biotechnologieunternehmen versuchen, sich durch M&A-Aktivitäten und Einlizenzierung Zugang zu neuen Chancen für ihre Pipelines zu verschaffen. Dieser Bedarf an innovativem Produktnachschub bietet großartige Möglichkeiten für Unternehmen wie MorphoSys, die in der Lage sind, fortschrittliche Antikörpertechnologien und –plattformen zu entwickeln. Begrenzte finanzielle Handlungsspielräume stellen jedoch insbesondere für kleinere Biotechnologieentwickler in diesem Bereich eine deutliche Herausforderung dar.

Nach Angaben des Marktforschungsunternehmens Datamonitor befinden sich derzeit mehr als 300 monoklonale Antikörperkandidaten in der klinischen Entwicklung. Davon entfallen jeweils rund 140 Programme auf die Phasen 1 und 2 der klinischen Entwicklung und 37 Kandidaten auf die Spätphase der klinischen Entwicklung (Phase 3); 3 Kandidaten befinden sich in der Voranmeldungsphase. Die größte Anzahl der Programme in der klinischen Entwicklung entfällt auf den Bereich Onkologie mit rund der Hälfte aller Programme in den verschiedenen Entwicklungsphasen. Nach der Onkologie stellt der Bereich der Autoimmun- und entzündlichen Erkrankungen mit insgesamt 70 monoklonalen Antikörpern in der klinischen Entwicklung den zweitgrößten Therapiebereich. Den dritthäufigsten Therapiebereich bilden Infektionskrankheiten mit zusammen 26 Programmen in klinischen Studien der Phase 1.

Aus kommerzieller Sicht bleibt der Gesamtmarkt für monoklonale Antikörpermedikamente sehr lukrativ; in 2010 hatte er sich mit 30 zugelassenen Antikörpermedikamenten auf 41 Mrd. US\$ belaufen, wovon allein auf die Top-5-Produkte ungefähr 31 Mrd. US\$ entfielen bei einer vorhergesagten kumulierten jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 8,2% bis zum Jahr 2016.

Die dominante Position der fünf Top-Produkte wird wahrscheinlich in den kommenden Jahren durch neue viel versprechende The-

Gattungsbegriff Marke® Unternehmen Indikationen
(zugelassen von FDA
/EMA)
Umsätze in
Mrd. US\$ (2010)
Infliximab Remicade J&J, Merck,
Mitsubishi Tanabe
Rheumatoide Arthritis, Ulzerative Kolitis,
Crohn-Krankheit, Psoriasis, Arthropathia
psoriatica, Spondylitis ankylosans
6,6
Rituximab Rituxan Roche Non-Hodgkin-Lymphom, Chronische
lymphatische Leukämie, Rheumatoide
Arthritis
6,6
Bevacizumab Avastin Roche Darmkrebs, Nicht-kleinzelliger
Lungenkrebs, Nierenkarzinom
6,2
Adalimumab Humira Abbott Rheumatoide Arthritis, Psoriasis, Juvenile
idiopathische Arthritis, Crohn-Krankheit,
Arthropathia psoriatica, Spondylitis
ankylosans
6,1
Trastuzumab Herceptin Roche Brustkrebs, Magenkrebs 5,2

TAB.1: TOP -5 MONO KLONALE ANTI KÖRPER MEDI KAMENTE

rapien wie Prolia®/Xgeva® (Denosumab) von Amgen, Yervoy® (Ipilimumab) von Bristol-Myers Squibb sowie Benlysta® (Belimumab) von Human Genome Sciences und GlaxoSmithKline geschwächt werden, auf die voraussichtlich zusätzliches Umsatzwachstum entfallen wird. Daneben werden neu entstehende Technologien wie Antikörperwirkstoffkonjugate (ADCs), bispezifische und trifunktionelle Antikörper, Domain-Antikörper, Nanokörper und Fc-Antikörper die Vielfältigkeit des Antikörpermarkts fördern. Gemessen am Engagement im Sinne klinischer Programme weltweit sind Roche und seine Tochtergesellschaft Genentech derzeit führend auf dem Gebiet der monoklonalen Antikörper. Es wird jedoch erwartet, dass neu auftretende Marktteilnehmer wie Amgen, Bristol-Myers Squibb oder Novartis auf mittlere bis lange Sicht eine ebenso wichtige Rolle spielen werden. Die bedienten Märkte sind noch im Wachstum begriffen und zeigen einen großen Bedarf an verbesserten Therapien und innovativen Behandlungsformen für solche Patienten, die auf die herkömmlichen Methoden nicht ansprechen. Unternehmen wie MorphoSys haben diese Entwicklung erkannt und konzentrieren ihre F&E-Aktivitäten dementsprechend auf hochinnovative Technologien und Programme, die bessere und sicherere Arzneimittel versprechen.

PARTNERED DISCOVERY

Das Segment Partnered Discovery setzt MorphoSys' Technologien zur Erforschung, Entwicklung und Optimierung von therapeutischen Antikörpern als Medikamentenkandidaten in umfangreichen Partnerschaften mit Pharma- und Biotechnologieunternehmen ein. Während die Entwicklungskosten vom jeweiligen Partner getragen werden, profitiert MorphoSys von erfolgreichen Programmen in Form von Meilensteinzahlungen und möglichen Tantiemen aus Produktverkäufen.

Bei der in 2007 geschlossenen strategischen Allianz mit Novartis, einem Pharmapartner mit einer stetig wachsenden Pipeline an biotechnologisch entwickelten Medikamenten, handelt es sich um die größte Allianz der Gesellschaft. Diese Zusammenarbeit allein sichert MorphoSys bis zum Jahr 2017 jährliche Umsatzerlöse von über 40 Mio. € durch finanzierte Forschungsleistungen und Lizenzeinnahmen, sowie mögliche Meilensteinzahlungen und Tantiemen auf vermarktete Produkte.

Die von MorphoSys mit Partnern betriebenen Programme zielen auf wichtige Krankheitsbereiche mit einem sehr großen Marktpotenzial. Die Partnerpipeline entwickelt sich stetig weiter und viel versprechende Daten aus der klinischen Erprobung stärken das Vertrauen in die Technologien und die wissenschaftliche Expertise der Gesellschaft.

PROPRIETARY DEVELOPMENT

Das wichtigste Ziel von MorphoSys ist es, durch die Eigenentwicklung innovativer Antikörperprodukte zusätzlichen Unternehmenswert über den Wert des Segments Partnered Discovery hinaus zu generieren. Die Wissenschaftler von MorphoSys konzentrieren sich dabei auf die Indikationen entzündliche und Autoimmunerkrankungen, Krebs, sowie Infektionskrankheiten. Die ersten Daten aus klinischen Studien belegen das große Potenzial der firmeneigenen Medikamente von MorphoSys. Der umfassende Patentschutz für die Entwicklungsprogramme und die Technologien stärkt die Position der Gesellschaft in der Biotechnologiebranche zusätzlich.

ENTZÜNDLICHE UND AUTOIMMUNERKR ANKUNGEN

Chronische entzündliche und Autoimmunerkrankungen, von denen weltweit Millionen Patienten betroffen sind, stellen aus gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Sicht erhebliche Belastungen dar. Angaben von BCC Research zufolge belief sich der Weltmarkt für die Behandlung von Autoimmunerkrankungen Ende 2011 auf insgesamt rund 38 Mrd. US\$ und wird voraussichtlich weiter steigen. Das am weitesten fortgeschrittene Programm MOR103 von MorphoSys richtet sich gegen das Zielmolekül GM-CSF, einem zentralen Faktor bei der Entstehung von Entzündungskrankheiten. Der Wirkstoff befindet sich gegenwärtig in der klinischen Erprobung der Phase 1b/2a zur Behandlung von rheumatoider Arthritis (RA); mit einer zweiten klinischen Studie im Bereich der multiplen Sklerose (MS) wurde in 2011 begonnen. Der RA-Markt bietet große kommerzielle Chancen; über 80% der Medikamente gegen Arthritis werden bereits biotechnologisch hergestellt. Der Gesamtmarkt wächst stetig und belief sich in 2010 auf insgesamt ca. 12 Mrd. US\$. Da jedoch ein großer Anteil der Patienten noch immer keine passende Behandlung erfährt, ist der ungedeckte medizinische Bedarf hoch.

MOR103 besitzt das Potenzial, der erste Vertreter der Arzneimittelklasse der Anti-GM-CSF-Antikörper zu werden. Andere in der Entwicklung fortgeschrittene Programme sind Mavrilimumab (CAM-3001) von MedImmune, ein gegen den GM-CSF-Rezeptor gerichteter menschlicher monoklonaler Antikörper, der sich derzeit in der klinischen Erprobung der Phase 2 befindet, und MT203 von Micromet, ein weiterer menschlicher Antikörper, der an GM-CSF bindet. MedImmune gehört zum Pharmakonzern AstraZeneca und Micromet hat sich für die Vermarktung von MT203 bereits an den Pharmakonzern Takeda gebunden. Mit Mavrilimumab gewonnene und in 2011 veröffentlichte klinische Daten konnten den Signalweg, auf den die Moleküle abzielen, validieren. Mehrere Transaktionen auf dem Gebiet der rheumatoiden Arthritis haben in den letzten Jahren das Interesse von Pharmaunternehmen an neuartigen biologischen Behandlungsmethoden verdeutlicht.

TAB. 2: ANTEIL DES SEG MENTS PARTNERED DISCOVERY * AM GESA MTU MSATZ

in Mio. € 2011 2010 2009 2008 2007
Umsatzerlöse Partnered Discovery 79,3 66,3 61,7 54,3
% des Konzerngesamtumsatzes 79% 76% 76% 76%

* Die Segmente Partnered Discovery und Proprietary Development wurden im Jahr 2009 eingeführt.

TAB. 3: MAR KTDATEN AUSGEWÄHLTER PARTNER -PROGRA MME DER PHASE 2

Name des Programms MorphoSys-Partner Indikation Marktpotenzial
Gantenerumab Roche Alzheimer − Hoher ungedeckter medizinischer Bedarf durch Mangel
an krankheitsmodifizierenden Arzneimitteln
− Hohes Marktwachstumspotenzial durch alternde Bevöl
kerung, frühere und verbesserte Diagnose und das Auf
kommen begleitender Immuntherapien, die zusätzlich zu
bestehenden Therapien verordnet werden
− Erwarteter CAGR* 10,7% bei einem Gesamtmarkt von
rund 11,8 Mrd. US\$ in 2018
BHQ880 Novartis Multiples Myelom (MM) − Häufigste Krebsart des Skeletts
− Reversion des Knochenabbaus ist ein wichtiges Ziel bei
der Behandlung von Myelomen - BHQ880 könnte bei der
Herstellung der Knochenbildung helfen
− Zunehmende Marktsättigung mit wirksamen Behand
lungsmethoden; Entwicklungschancen liegen in der Ver
besserung der Überlebensrate und der Verringerung der
Toxizität
− Marktgröße wird sich in den nächsten Jahren nahezu ver
doppeln auf rund 5,3 Mrd. US\$ in 2018
CNTO888 Janssen Biotech Idiopathische
Lungenfibrose (IPF)
− Häufigste interstitielle Lungenerkrankung mit 100.000
Patienten und jährlich mehr als 30.000 neuen Fällen al
lein in den USA
− Erheblicher ungedeckter medizinischer Bedarf: IPF ist
noch eine durchweg tödlich verlaufende Krankheit mit
einer geschätzten mittleren Lebenserwartung von zwei
bis fünf Jahren
− Bisher nur ein zugelassenes Medikament gegen IPF
(Esbriet)
− Extrem starkes Marktwachstum erwartet mit einer
CAGR* von 50,2% in den nächsten Jahren auf insgesamt
rund 1,9 Mrd. US\$ in 2018

k

Quellen: Datamonitor, GlobalData, The Pharma Letter

Auf dem MS-Markt sind viele krankheitsmodifizierende Behandlungsmethoden recht kostenintensiv. Bereits heute stellen biotechnologisch hergestellte Medikamente sowohl umsatzmäßig als auch nach der Zahl der genehmigten Therapien den Großteil der krankheitsmodifizierenden Behandlungsverfahren. Die derzeit meistverkauften MS-Medikamente kommen zusammen auf einen Jahresumsatz von rund 11 Mrd. US\$ und der Markt wird voraussichtlich weiter wachsen. Nach einer Periode, in der biotechnologisch hergestellte Medikamente den MS-Markt veränderten, geht man jetzt davon aus, dass das Segment der sogenannten "Small Molecules", das gegenwärtig mehr als 30% des Markts ausmacht, in den nächsten drei bis vier Jahren wieder belebt wird. Dabei führen Unterschiede in Bezug auf den Verlauf und die Schwere von MS jedoch zu einer großen Segmentierung in mehrere Subtypen der Krankheit, wie beispielsweise hinsichtlich der Form der schubförmig verlaufenden MS oder primären und sekundären progressiven Formen. Diese Segmentierung eröffnet neuen therapeutischen Wirkstoffen verschiedenste Zugangswege.

In den kommenden Jahren wird voraussichtlich eine neue Klasse von oralen Medikamenten, bekannt als JAK-Hemmer, einen deutlichen Anteil am Markt der Medikamente gegen entzündliche Erkrankungen erreichen. JAK-Hemmer blockieren die Wirkung von als Januskinase bezeichneten Proteinen, die Bestandteil der Zell-Signalkaskaden sind. Der erste JAK-Hemmer für die Behandlung rheumatoider Arthritis, Tofacitinib von Pfizer, wird von der FDA voraussichtlich in 2012 die Zulassung erhalten.

INFEKTIONSKR ANKHEITEN

MorphoSys hat in 2010 mit einem frühen Entwicklungsprogramm begonnen, das sich gegen durch den medikamentenresistenten Erreger MRSA (Methicillin-resistenter S. aureus) hervorgerufene Infektionen richtet. Im Rahmen dieser Initiative schloss MorphoSys ein Lizenz- und Kooperationsabkommen mit dem britischen Unternehmen Absynth Biologics und erhielt dadurch Zugang zu neuartigen Zielmolekülen, die im Zusammenhang mit Infektionserregern des Typs Staphylococcus aureus einschließlich MRSA stehen. MorphoSys entwickelte unter Einsatz seiner firmeneigenen Antikörperbibliothek HuCAL PLATINUM Antikörper, die derzeit weiter erprobt werden. Die Entwicklung und Auslizenzierung der daraus resultierenden Wirkstoffe wird allein in MorphoSys' Verantwortung liegen.

Krankenhaus- oder nosokomiale Infektionen geben im öffentlichen Gesundheitswesen Anlass zu wachsender Besorgnis und stehen im Zusammenhang mit einer zunehmenden Sterblichkeitsrate. Die US-amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention schätzen, dass sich allein in den USA jährlich rund 1,7 Millionen nosokomiale Infektionen auftreten, mit jährlich 99.000 Todesfällen. Diese Infektionen werden durch Mikroorganismen einschließlich des medikamentenresistenten Erregers MRSA ausgelöst. In Großbritannien entfällt nahezu die Hälfte aller Krankheitsinfektionen auf den Erreger Staphylococcus aureus.

ONKOLOGIE

Die Fähigkeit monoklonaler Antikörper, spezifische Antigene zu binden, hat zu ihrer dominanten Stellung auf dem Gebiet gezielter Krebstherapien geführt. Der Weltmarkt für innovative biologische Therapien zur Krebsbehandlung wächst beständig und sehr schnell. Genauer gesagt wird laut BCC Research damit gerechnet, dass sich die Größe des biotherapeutischen Segments bis zum Jahr 2014 nahezu verdoppeln und in den nächsten fünf bis zehn Jahren den Wert von 50 Mrd. US\$ übersteigen wird.

MorphoSys hat in den letzten beiden Jahren mit MOR202 und MOR208 zwei firmeneigene Krebsprogramme in die klinische Erprobung gebracht. Der MorphoSys-Antikörper MOR208 befindet sich derzeit in der klinischen Erprobung der Phase 1 gegen chronische lymphatische Leukämie (CLL). Sein immuntherapeutisches Zielmolekül CD19 ist hinsichtlich vieler B-Zellen-Tumore von besonderem Interesse. Der therapeutische Markt für bösartige B-Zell-Erkrankungen hat nach Angaben des Forschungsunternehmens Decision Resources einen Umfang von rund 4 bis 5 Mrd. US\$. Derzeitige biologische Therapien zur Behandlung von B-Zell-Erkrankungen, einschließlich des Blockbusters Rituxan®, richten sich gegen das Zielmolekül CD20. Da das Zielmolekül im Vergleich zu CD20 auf mehr B-Zellen-Untertypen exprimiert wird, gelten CD19-Antikörper als möglicherweise wirksamer. Darüber hinaus wurde MOR208 durch eine Veränderung des konstanten Fc-Teils des Antikörpers, die zu einer höheren antikörperabhängigen zellvermittelten Zytotoxizität (ADCC) führt, zusätzlich verbessert.

Aus kommerzieller Sicht ist der Markt für B-Zellen-Krebstherapien aufgrund des Bedarfs an alternativen und wirksameren Behandlungsmöglichkeiten viel versprechend. Das gegenwärtige Wettbewerbsumfeld auf diesem Gebiet ist von Bestrebungen hinsichtlich technologischer Verbesserungen sowie höherer Wirksamkeit und Sicherheit geprägt. Der am weitesten entwickelte gegen CD19 gerichtete BiTE-Antikörper des Wettbewerbs ist Blinatumomab (MT103) von Micromet, der sich gegenwärtig in der Erprobung der Phase 2 zur Behandlung von akuter lymphoblastischer Leukämie (ALL) befindet. Andere gegen das gleiche Zielmolekül gerichtete klinische Programme werden derzeit unter anderem von Astra-Zeneca/MedImmune und Sanofi/Immunogen verfolgt.

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Der Antikörper MOR202 von MorphoSys wird derzeit zur Behandlung des multiplen Myeloms (MM) entwickelt und richtet sich gegen das Zielmolekül CD38. Obwohl es sich gemessen an der Häufigkeit des Auftretens um einen relativ kleinen Bereich der Onkologie handelt, hatte der MM-Markt in den vergangenen Jahren eindrucksvolle Umsatzzahlen aufzuweisen. Bedeutende Errungenschaften in der klinischen Praxis und die Einführung wirksamer und hochpreisiger Arzneimittel haben zu einer Marktausweitung geführt. Es gibt jedoch weiterhin ungenutztes Marktpotenzial für Therapieformen, die verglichen mit den derzeit verfügbaren Wirkstoffen die Überlebenschancen verbessern und Nebeneffekte reduzieren. Trotz wesentlich erhöhter Überlebensraten ist die Krankheit nur selten heilbar und die Mehrzahl der Patienten erleidet einen Rückfall. Daher sind alternative Behandlungsformen wie solche, die auf das Oberflächen-Antigen CD38 zielen, besonders gefragt. Neben MOR202 sind andere, auf CD38 zielende Entwicklungsprogramme Genmab's Daratumumab (HUMAX-CD38), ein menschlicher monoklonaler Antikörper, der sich derzeit in der Erprobung der Phase 1/2 befindet, und SAR650984, ein humanisierter Antikörper in der klinischen Erprobung der Phase 1. Letzterer wurde im Rahmen einer Forschungsallianz von ImmunoGen und Sanofi entwickelt und ist ein weiteres erfolgreiches Beispiel für die Vermarktungschancen von biologischen Wirkstoffen.

EINFLUSSFAKTOREN

Der Gesundheitssektor ist aufgrund der Finanz- und Wirtschaftskrise weltweit mit beträchtlichen Kosteneinsparungen konfrontiert. Auch wenn medizinische Versorgung immer notwendig sein wird und der Bedarf an neuen Therapieformen ständig wächst, können Kosteneinsparungen die Entwicklung der Branche bremsen, insbesondere hinsichtlich des Wachstums der Medikamentenpipeline, die umfangreiche und kostenintensive Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten erfordert. Im Rahmen ihrer Sparpläne haben Regierungen in ganz Europa und in den USA auch die Kontrollen über das Gesundheitswesen verschärft und die Erstattung von Medikamenten wird grundlegend überprüft.

Wie bereits auf dem Gebiet der niedermolekularen Medikamente (small molecules) stellt der Wettbewerb durch Generika aufgrund des auslaufenden Patentschutzes für Arzneimittel nun auch für die Biotechnologiebranche eine zunehmende Herausforderung dar. Die technologischen Barrieren beim Kopieren von biotechnologisch hergestellten Arzneimitteln werden jedoch hoch bleiben. Dennoch drängen viele Medikamentenhersteller, speziell aus Europa und Asien, nun auf diesen Markt und erhöhen so den Wettbewerbsdruck auf etablierte Biotechnologieunternehmen. Nach einer von Datamonitor durchgeführten Marktanalyse wird der weltweite Markt für Biogenerika von gerade einmal 243 Mio. US\$ in 2010 bis zum Jahr 2015 auf 3,7 Mrd. US\$ wachsen.

MORPHOSYS IM MARKT DER ANTIKÖRPER FÜR FORSCHUNG UND DIAGNOSTIK

Der dritte Geschäftsbereich von MorphoSys stellt unter der Marke AbD Serotec Antikörper für die Forschung im Life-Science-Sektor und für die moderne klinische Diagnostik bereit. Das Vertriebsmodell von AbD Serotec beruht auf einem umfangreichen Katalog-Geschäft mit derzeit mehr als 15.000 sofort verfügbaren Produkten und wird durch die Auftragsherstellung von Antikörpern in größeren Mengen für Diagnostik-Kunden ergänzt.

WETTBEWERBSUMFELD

Angetrieben vom technologischen Fortschritt hat speziell der Markt für in-vitro-Diagnostika (IVDs) in den letzten Jahren ein deutliches Wachstum verzeichnet. Diese Entwicklung ist zu einem großen Teil auf die Nachfrage nach Biomarker-Tests zurückzuführen, wobei die molekulare Diagnostik als der am schnellsten wachsende Bereich gilt. Der hauptsächlich von Nordamerika, Europa und Japan dominierte IVD-Markt hatte in 2010 einen Wert von insgesamt 44 Mrd. US\$ und wird bis 2013 voraussichtlich um rund 18% zulegen.

AbD Serotec unterhält derzeit Geschäftsbeziehungen zu mehr als 20 Diagnostikunternehmen. Das erste diagnostische Testverfahren mit HuCAL-Antikörpern als Schlüsselkomponente ist in 2011 auf den Markt gekommen.

EINFLUSSFAKTOREN

Der Sektor für diagnostische und Forschungsantikörper wird ebenfalls durch Gesetzgebungsbeschlüsse hinsichtlich der generellen Infrastruktur des Gesundheitswesens beeinflusst und ist weitgehend von der öffentlichen Forschungsfinanzierung durch Zuschüsse abhängig. Infolgedessen wird das größte Wachstumspotenzial für IVD-Produkte derzeit in den BRIC-Staaten Brasilien, Russland, Indien und China gesehen, wo das Gesundheitswesen von den jeweiligen Regierungen stark gefördert wird.

Angetrieben durch die positiven Entwicklungen auf den Gebieten Technologie und Innovation profitiert der Markt von Erfolgsgeschichten, wenn auch nicht im gleichen Maße wie im Bereich der Medikamentenentwicklung.

WICHTIGE ENTWIC KLUNGSSCHRITTE VON MORPHOSYS IN 2011

Im Jahr 2011 haben sich mehrere Ereignisse spürbar auf die Geschäftsentwicklung der Gesellschaft ausgewirkt:

  • MorphoSys hat die Installation seiner HuCAL-Antikörperplattform bei den Novartis Institutes for BioMedical Research in Basel, Schweiz, zum Abschluss gebracht. Dies löste die Zahlung eines signifikanten Technologie-Meilensteins an MorphoSys aus.
  • Die therapeutische Antikörperpipeline aus mit Partnern entwickelten und firmeneigenen Produkten hat gute Fortschritte gemacht: sie zählte zum Jahresende 20 klinische Programme sowie 76 Programme insgesamt. Insbesondere das Segment Proprietary Development erzielte bei seinen am weitesten entwickelten Programmen MOR103 in RA und MOR208 in CLL deutliche Fortschritte und brachte mit MOR202 gegen das multiple Myelom und mit MOR103 gegen multiple Sklerose zwei weitere firmeneigene Programme in die klinische Entwicklung. Damit hat MorphoSys nun vier firmeneigene Antikörperprogramme in der Klinik. Um den Fokus verstärkt auf diese fortgeschrittenen Programme zu richten, wurden die Arbeiten an einigen frühen, in der Phase der Wirkstoffsuche befindlichen Programmen ausgesetzt. Auf der Partnerseite des Geschäfts haben OncoMed Pharmaceuticals und Bayer HealthCare Pharmaceuticals jeweils eine neue Phase 1 Studie mit einem HuCAL-basierten Antikörper gestartet und Meilensteinzahlungen an MorphoSys ausgelöst. Ein anderes Partnerprogramm in der Phase 1 wurde im Verlauf von 2011 durch Bayer HealthCare gestoppt. Bayer HealthCare behält jedoch die Exklusivlizenz für das entsprechende Zielmolekül.
  • Die Sloning BioTechnology GmbH wurde mit ihren Technologien und ihrer Belegschaft frühzeitig im Jahresverlauf erfolgreich und vollständig in den MorphoSys-Konzern integriert.
  • Nach Abschluss eines kommerziellen Lizenzabkommens mit Proteomika wurde der erste Diagnosetest mit HuCAL-basierten Antikörpern auf den Markt gebracht.
  • Gegen Jahresende hat MorphoSys seine neueste Antikörperbibliothek Ylanthia auf den Markt gebracht. Hierbei handelt es sich um eine Sammlung von mehr als 100 Milliarden vorselektierter, hochwertiger, menschlicher Antikörper, von der erwartet wird, dass sie neue Standards für die Herstellung therapeutischer Antikörper in der Pharmaindustrie setzen wird. Ihre kommerzielle Anwendung beginnt in 2012.

Ausführliche Informationen über den Geschäftsverlauf von MorphoSys im Berichtsjahr können den Abschnitten "Forschung und Entwicklung" auf der Seite 51 und "Geschäftsentwicklung" auf der Seite 54 entnommen werden.

Strategie und Leistungsmanagement

STRATEGIE

MorphoSys verfolgt ein erprobtes und erfolgreiches Geschäftsmodell. Dank des wirtschaftlichen Erfolgs seiner Allianzen mit Pharma- und Biotechnologieunternehmen verfügt MorphoSys über die finanzielle Stärke, einen Großteil seiner Gewinne in die firmeneigene Forschung und Entwicklung zu investieren, und damit die stetig wachsende Produktpipeline zu unterstützen und gleichzeitig profitabel zu bleiben. Diese Strategie, die auf eine breite Pipeline an innovativen Medikamenten abzielt, verspricht eine bedeutende und langfristige Wertsteigerung für die Aktionäre der Gesellschaft.

MorphoSys hat sich der Entwicklung der Medikamente von morgen verschrieben. Mithilfe firmeneigener Antikörpertechnologien werden innovative Medikamente entwickelt. Kommerzielle Abkommen rund um seine einzigartige HuCAL-Bibliothek bilden die Grundlage für die führende Position von MorphoSys in der Antikörperindustrie. Auch weiterhin steht Technologieentwicklung im Mittelpunkt der Unternehmensstrategie, wie der Erwerb der Sloning BioTechnology GmbH im Oktober 2010 und die Markteinführung der neuesten Antikörpersammlung Ylanthia im Dezember 2011 belegen.

Mithilfe seiner Antikörpertechnologien entwickelt MorphoSys viel versprechende Therapeutika sowie Antikörper für Forschungszwecke und Diagnostik. Zur Einschränkung der mit der Entwicklungstätigkeit einhergehenden Risiken verfolgt MorphoSys im Markt für Therapeutika eine zweigeteilte Strategie. Das Segment Partnered Discovery entwickelt für Partner aus der Pharmaindustrie optimierte therapeutische Antikörper. Im Jahr 2011 hat sich die Liste der von Partnern der Gesellschaft entwickelten Produktkandidaten auf 68 Programme erhöht und stellt damit eine der branchenweit umfangreichsten Antikörperpipelines dar. Zusätzlich entwickelt die Gesellschaft mit Hilfe derselben Technologieplattform ihre firmeneigenen Antikörperprogramme. Das Ziel hierbei ist es, ein im Vergleich zu den Partnerprogrammen noch größeres finanzielles Potenzial zu erschließen. Das Segment Proprietary Development entwickelt daher firmeneigene Wirkstoffe bis zum Nachweis ihrer klinischen Wirksamkeit, bevor sie für die Spätphasen der Entwicklung und zur Vermarktung an ein Pharma- oder Biotechnologieunternehmen auslizenziert werden.

o n z e r n a b s c h l u s s

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Das finanzielle Grundprinzip dieser Doppelstrategie basiert auf den vertraglich zugesicherten Zahlungen, die MorphoSys von seinen Partnern in Form von Lizenzgebühren für Technologien und finanzierter Forschung sowie in Form von erfolgsabhängigen Meilensteinen und Tantiemen auf Produktverkäufe erhält. Die vom Segment Partnered Discovery erwirtschafteten Cashflows werden überwiegend in die firmeneigene Medikamentenentwicklung reinvestiert. Dank seiner in den letzten Jahren erfolgreich verfolgten Entwicklungs- und Vermarktungsstrategie verfügt MorphoSys über die notwendige finanzielle Stärke, um weiterhin unabhängig von den Kapitalmärkten zu bleiben. Gestützt durch seine sehr solide Barmittelreserve von 134,4 Mio. € ist MorphoSys im Gegensatz zu den meisten anderen Biotechnologieunternehmen nicht auf strategische Finanzierungsalternativen angewiesen. Auch wenn die Eigenentwicklung erhebliche Investitionen erfordert, hält MorphoSys an seinem Ziel fest, profitabel zu bleiben. Die Kombination aus gut laufenden Produktallianzen und ausgewählten firmeneigenen Entwicklungsaktivitäten mit einer strikten Kostenkontrolle legt die Basis für den zukünftigen Erfolg der Gesellschaft und steigert den langfristigen Unternehmenswert für die MorphoSys-Aktionäre.

Um das Potenzial seiner Antikörpertechnologien und -produkte vollständig auszuschöpfen, bedient MorphoSys nicht nur den Markt für Therapeutika, sondern ist über sein Segment AbD Serotec auch im Markt für Forschungs- und diagnostische Antikörper aktiv. Insbesondere die zunehmende Durchdringung des Diagnostikmarkts durch AbD Serotec versetzt MorphoSys in die Lage, von der wachsenden Bedeutung der Diagnostika in der Medikamentenentwicklung und ihrer Verwendung im Gesundheitswesen zu profitieren. Mehrere Forschungs- und Entwicklungsallianzen mit erstklassigen Forschungsinstituten, die im Verlauf des Jahres 2011 geschlossen wurden, belegen die führende Stellung von MorphoSys in diesem Markt. Trotz des wirtschaftlichen Gegenwinds in der Branche und negativer Währungseinflüsse erzielte AbD Serotec in 2011 eine leicht höhere Marge, als zu Jahresbeginn prognostiziert.

In 2011 konzentrierte sich die Gesellschaft darauf, ihre Geschäftsentwicklung intern zu stärken und es wurden keine strategischen Entscheidungen bezüglich externer Marktchancen getroffen. Im Hinblick auf die künftige Geschäftsentwicklung beobachtet MorphoSys die Biotechnologiebranche sehr intensiv, um durch sich bietende technologische Akquisitionen und durch Einlizenzierung nachhaltiges Wachstum sicherzustellen.

LEISTUNGSMANAGE MENT

MorphoSys' erklärtes Ziel ist die Steigerung des Shareholder Value durch innovative Technologien, ein nachhaltiges Wachstum seiner Pipeline und anhaltende Profitabilität; letztere mit dem Nutzen, das Unternehmen von Fremdfinanzierungen unabhängig zu halten. MorphoSys verwendet eine Reihe finanzieller und nicht finanzieller Indikatoren, um die Umsetzung seiner strategischen Entscheidungen in das operative Tagesgeschäft zu überwachen und notfalls geeignete Gegenmaßnahmen ergreifen zu können.

FINANZIELLE LEISTUNGSINDIK ATOREN

Als Finanzindikatoren für die operative Unternehmensleistung dienen vor allem Kennziffern wie Umsatzerlöse und Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit. Für alle Segmente wird die Leistung auf monatlicher Basis ermittelt; die Budgetplanung des laufenden Geschäftsjahres wird vierteljährlich überarbeitet und aktualisiert. Darüber hinaus wird einmal im Jahr eine langfristige, die nächsten drei Jahre abdeckende Planung erstellt. Eine eingehende Kostenanalyse, anhand der die Gesellschaft die Einhaltung von Finanzzielen überwacht und einen Vergleich zu Vorperioden vornimmt, erfolgt auf fortlaufender Basis. Die Kosten für Vertrieb, Allgemeines und Verwaltung sowie für Forschung und Entwicklung werden besonders sorgfältig überwacht.

MorphoSys' Geschäftsverlauf wird durch Faktoren wie Meilenstein- und Lizenzzahlungen, Herstellungskosten, operative Cashflows, Liquidität und Betriebskapital (working capital) beeinflusst. Diese Indikatoren werden ebenfalls regelmäßig bewertet und abgeglichen, wobei das Cash-Management, der Einfluss von Währungseffekten und sich bietende Investitionschancen im Mittelpunkt stehen. Der Buchwert von Investitionen wird mit Hilfe von Discounted-Cashflow-Modellen ermittelt.

NICHT FINANZIELLE LEISTUNGSINDIK ATOREN

In einer Wachstumsbranche wie der Biotechnologie bilden reine Finanzinformationen die Wertschöpfungsaktivitäten eines Unternehmens nur unvollständig ab und die Aktienkursentwicklung scheint dazu oftmals in keiner Beziehung zu stehen. MorphoSys hat sich zum Ziel gesetzt, den Unternehmenswert zu steigern indem es ein führender Anbieter von erstklassigen Antikörpertechnologien bleibt und seine Produktpipeline mit viel versprechenden künftigen Therapeutika ausweitet und weiter entwickelt. Diese Strategie wird am offenkundigsten durch die Entwicklung des Produktportfolios dargestellt, sowohl mit Blick auf die Gesamtzahl der Programme als auch hinsichtlich der Programme in der klinischen Erprobung.

TAB. 4: ENTWIC KLUNG DER FINANZIELLEN LEISTUNGSINDI KATOREN

in Mio. € 2011 2010 2009 2008 2007
MorphoSys-Konzern
Konzernumsatz 100,8 87,0 81,0 71,6 62,0
Konzernergebnis der gewöhnlichen
Geschäftstätigkeit 12,2 9,8 11,4 16,4 7,0
Partnered Discovery*
Segmentumsatz 79,3 66,3 61,7 54,3
Segmentergebnis 55,7 42,7 39,6 34,4
Proprietary Development*
Segmentumsatz 2,4 1,8 1,0 0
Segmentergebnis –32,2 –24,5 –18,3 –8,9
AbD Serotec
Segmentumsatz 19,3 20,2 19,3 18,2 19,6
Segmentergebnis 1,0 1,2 1,0 0,4 –0,6

* Die Segmente Partnered Discovery und Proprietary Development wurden in 2009 eingeführt.

Technologische Entwicklungen sind ein weiterer Indikator für den Erfolg von MorphoSys. Die jüngsten Markteinführungen einzigartiger Plattformen, die jede für sich neue Qualitätsstandards in der Branche setzen, veranschaulichen das Innovationspotenzial des Unternehmens.

In 2011 brachte die Firma Proteomika das erste auf HuCAL beruhende Diagnose-System auf den Markt, für das die Geschäftseinheit für Forschungs- und diagnostische Antikörper AbD Serotec Antikörper bereitgestellt hat. Die Entwicklung von Diagnostika auf Grundlage der MorphoSys-Technologien ist ein Schlüsselfaktor für den Erfolg dieses Segments.

ABB. 4: ÜBERSICHT DER NEUESTEN MORPHOSYS -TECHNOLOGIEN

genetische Engineering-Plattform, die doppelsträngige DNA-Tripletts zur kontrollierten Herstellung unterschiedlichster kombinatorischer Gen-Bibliotheken verwendet. Slonomics versetzt Forscher in die Lage, ihre Erfolgsquote bei der Selektion von neuen und optimierten therapeutischen Antikörpern, Proteinen und industriellen Enzymen zu steigern.

spezifischer und vollständig menschlicher Antikörper. MorphoSys erwartet, dass die Antikörperbibliothek einen neuen Standard in der Entwicklung von therapeutischen Antikörpern in diesem Jahrzehnt und darüber hinaus prägen wird.

Eine ausführlichere Beschreibung der Geschäftsentwicklung der Gesellschaft ist dem Abschnitt über die F&E-Aktivitäten auf der Seite 51 zu entnehmen. Die stabile Entwicklung zeigt sich auch in der Belegschaftszahl (siehe Abschnitt Personal auf Seite 56). Mit einer Reihe weiterer Schlüsselelemente wird die Nachhaltigkeitsstrategie von MorphoSys in operative Unternehmensleistung umgesetzt. Sie werden im Nachhaltigkeitsbericht auf der Seite 64 ausführlicher beschrieben.

FRÜHINDIK ATOREN

Darüber hinaus überprüft MorphoSys auf monatlicher Basis Frühindikatoren, die sich auf das Unternehmen sowie das gesamtwirtschaftliche Umfeld beziehen. Auf Unternehmensebene werden für die therapeutischen Segmente wissenschaftliche sowie ökonomische Daten zum Fortschritt der einzelnen Programme erhoben, für AbD Serotec beruft man sich auf Statistiken zu den Absatzvolumina. Als makroökonomische Frühindikatoren nutzt MorphoSys allgemeine Marktdaten aus externen finanzwirtschaftlichen Studien, die insbesondere im Hinblick auf Transaktionen der Branche, Veränderungen rechtlicher Rahmenbedingungen sowie die Verfügbarkeit von Forschungsgeldern geprüft werden.

Entwicklung des unternehmerischen Umfelds

Im Jahr 2011 rückte die europäische Staatsschuldenkrise in den Mittelpunkt. Mehrere Staaten – insbesondere Griechenland, aber auch Italien, Spanien, Portugal, Irland und Frankreich – kamen zunehmend unter politischen und wirtschaftlichen Druck. Ein Maßnahmenpaket zur Abwendung des Zusammenbruchs von Mitgliedsstaaten wurde ergriffen, darunter die Ausweitung des Europäischen Rettungsfonds (EFSF), einer von der Eurozone finanzierten Zweckgesellschaft zur Bekämpfung der Schuldenkrise. Nach Schätzungen der OECD betrug das Wirtschaftswachstum der Staaten der Eurozone im Jahr 2011 rund 1,6%.

Wenngleich Europa im Fokus stand, hatten auch die USA mit einem wachsenden Staatsdefizit zu kämpfen. Im August 2011 mussten die USA erstmals in der Geschichte eine Herabstufung ihres AAA-Kreditratings durch Standard & Poor's hinnehmen. Die US-Wirtschaft wuchs in 2011 um rund 1,6%. Japan litt unter den Auswirkungen eines Erdbebens am Anfang des Jahres, dem dadurch ausgelösten Tsunami und der Nuklearkatastrophe in Fukushima;

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die japanische Wirtschaft schrumpfte in 2011 um rund 0,5%. Die Schwellenmärkte, darunter China, Indien, Brasilien und Russland, zeigten sich auch in 2011 als stabiler Wachstumsfaktor.

FREMDWÄHRUNGEN

Die Umsatzerlöse von MorphoSys werden überwiegend in US-Dollar, Euro und Britischem Pfund erwirtschaftet, während seine Kosten hauptsächlich in Euro und Britischem Pfund anfallen. Die Turbulenzen in Europa führten zu einer sehr hohen Volatilität der Wechselkurse. Im Verlauf des Jahres 2011 wurden die Umsatzerlöse von MorphoSys spürbar von diesen Währungsschwankungen beeinflusst. Eine ausführliche Beschreibung dieses Einflusses kann der Finanzanalyse auf Seite 57 entnommen werden.

ENTWICKLUNG DER PHAR MA- UND BIOTECHNOLOGIEBRANCHE

Nach Angaben des US-Marktforschungsinstituts IMS Health wuchs die Pharmabranche in 2011 weltweit um 5% bis 7% und erwirtschaftete Umsätze von insgesamt rund 880 Mrd. US\$. Der US-Markt, der wohl größter Pharma-Einzelmarkt bleiben wird, wird voraussichtlich um 3% bis 5% auf 320 Mrd. US\$ bis 330 Mrd. US\$ wachsen. Unter den anderen Industriestaaten ist der Pharmasektor in Japan in 2011 Schätzungen zufolge um 5% bis 7% gewachsen. Wichtige europäische Märkte wie Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien werden voraussichtlich ein kumuliertes Wachstum von 3% erwirtschaften. Pharmaschwellenmärkte, zu denen 17 Länder gezählt werden, haben in 2011 voraussichtlich in einer Bandbreite von 15% bis 17% zugelegt, was Umsatzerlösen von 170 Mrd. US\$ bis 180 Mrd. US\$ entspricht. Von China als dem nun weltweit drittgrößten Einzelmarkt wird für 2011 ein Wachstum von 25% bis 27% auf mehr als 50 Mrd. US\$ erwartet.

Die Pharmaindustrie sieht sich durch das Auslaufen des Patentschutzes für umsatzstarke Produkte und den Wettbewerb durch Generika weiterhin erheblichen Herausforderungen gegenüber. Der Begriff "Patent Cliff" dient der Beschreibung des zeitlich eng aufeinander folgenden Patentablaufs für Pharma-Blockbuster in den Jahren 2009 bis 2015 und seiner Auswirkungen auf die Pharmaindustrie. Das Jahr 2011 sah einen bisherigen Höhepunkt bei Patentabläufen, unter anderem für das Antipsychose-Medikament Zyprexa® und das verschreibungspflichtige cholesterinsenkende Medikament Lipitor®. Arzneimittel mit Umsätzen von mehr als 30 Mrd. US\$ sahen sich in 2011 der Konkurrenz durch Generika ausgesetzt, wovon allein 11 Mrd. US\$ auf Lipitor® entfielen. Insgesamt werden bis zum Jahr 2015 weitere Blockbuster mit einem Jahresumsatz von zusammen 170 Mrd. US\$ ihren Patentschutz

verlieren. Gleichzeitig haben viele Pharmaunternehmen mit ihrer F&E-Produktivität zu kämpfen und sind nicht in der Lage, die dadurch in ihren Pipelines entstehenden Lücken zu schließen

Während in der Vergangenheit der Wettbewerb durch Generika vor allem die chemisch hergestellten Arzneimittel betraf, gewinnen Generika-Versionen von Biopharmazeutika – sogenannte "Biosimilars" – an Bedeutung. In den USA beinhaltet der von Präsident Obama im September vergangenen Jahres verkündete Plan zum Defizitabbau einen Vorschlag, die Marktexklusivität für biotechnologisch entwickelte Markenmedikamente von 12 Jahren, wie im US-Bundesgesundheitsgesetz 2010 geregelt, auf 7 Jahre zu begrenzen. Die Regierung beabsichtigt, diesen Gesetzesvorschlag ab 2012 in Kraft zu setzen. Wegen der Komplexität von Biopharmazeutika, einschließlich Antikörper, gelten die behördlichen Zulassungsvoraussetzungen und die Markteintrittsbarrieren dennoch als wesentlich höher als für die Generika-Versionen von chemisch hergestellten Wirkstoffen.

Trotz dieser Herausforderungen ist die Pharmaindustrie derzeit finanziell immer noch gut ausgestattet. Die drei größten Unternehmen in den USA, Johnson & Johnson, Pfizer und Merck, verfügen zusammen über mehr als 50 Mrd. US\$ an liquiden Mitteln. Nach den Jahresabschlüssen der weltweit größten Pharmaunternehmen zu urteilen, die den Löwenanteil der weltweit zur Verfügung stehenden Forschungsbudgets stellen, wiesen die Top-10-Unternehmen – trotz erheblicher Kürzungen einer Reihe von F&E-Aktivitäten – zusammen eine F&E-Zuwachsrate von mehr als 10% aus.

Wagniskapital-Investitionen in den US-amerikanischen Life-Science-Sektor stiegen nach Angaben der National Venture Capital Association und PricewaterhouseCoopers auf mehr als 4,7 Mrd. US\$ und sanken nach Angaben von Dow Jones VentureSource in Europa auf 856 Mio. €. Die größte Investitionsrunde in 2011 gelang dem dänischen Antikörperunternehmen Symphogen mit einem Platzierungsvolumen in Höhe von 100 Mio. €.

Der akademische Forschungssektor ist überwiegend von staatlichen Fördermitteln abhängig. Die öffentlichen F&E-Budgets blieben in 2011 im Großen und Ganzen stabil. Die Mittelbereitstellung für das nationale US-Gesundheitsinstitut "National Institutes of Health (NIH)" war weiterhin von dem in 2009 aufgelegten staatlichen Konjunkturprogramm 2009 begünstigt, in dessen Rahmen das NIH neben seinem Jahresbudget von rund 30 Mrd. US\$ aus dem American Recovery and Reinvestment Act einmalig Mittel von 10,4 Mrd. US\$ erhielt. Von den Schwellenländern hat China Pläne bekannt gegeben, in erheblichem Umfang in Wissenschaft und Technologie mit Schwerpunkt Biotechnologie zu investieren.

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ENTWICKLUNG DER ANTI KÖRPERBRANCHE

Bis Ende 2011 hat sich die Zahl der zugelassenen therapeutischen Antikörper auf 30 erhöht. Im Verlauf des Jahres hat die US-Arzneimittelaufsicht FDA für Benlysta® (Belimumab) zur Behandlung von Patienten mit systemischem Lupus erythematodes, für Yervoy® (Ipilimumab) zur Behandlung von metastatischen Melanomen und für Adcetris® (Brentuximab Vedotin), einem Antikörperwirkstoffkonjugat zur Behandlung des Hodgkin-Lymphoms und eines seltenen Lymphoms, bekannt als systemisches anaplastisches Großzellen-Lymphom, die Zulassung erteilt. Der mit allen zugelassenen therapeutischen Antikörpern generierte Umsatz in 2011 belief sich nach Recherchen von Datamonitor auf rund 45 Mrd. US\$.

Transaktionen in Bezug auf Antikörpertechnologien und -produkte standen erneut ganz oben auf der Agenda der Pharmaunternehmen und umfassten Abkommen von Unternehmen wie Biotest, Wilex und Micromet.

Nach der Zulassung von Adcetris® und dem Vorliegen positiver Ergebnisse aus der klinischen Erprobung von ähnlichen, als Antikörperwirkstoffkonjugat (ADC) bezeichneten Wirkstoffen hat diese Produktklasse bei Pharmaunternehmen beträchtliches Interesse geweckt. Die Antikörperbibliotheken von MorphoSys können die Antikörperkomponente für diese Medikamentenklasse liefern. Bei einem Teil der derzeit mit Partnern betriebenen Programme handelt es sich bereits um ADCs, sodass die Gesellschaft von einem steigenden Interesse auf diesem Gebiet profitieren könnte.

Darüber hinaus werden Antikörper für neue Krankheitsbereiche entwickelt wie beispielsweise zur Überwachung des Cholesterinspiegels. Hier arbeiten Sanofi/Regeneron und Amgen derzeit bereits an fortgeschrittenen ADCs zur Senkung des "schädlichen" Cholesterins, wodurch möglicherweise das Risiko von Herzinfarkten gesenkt werden könnte.

REGULATORISCHES UMFELD

Der Gesundheitssektor ist in Bezug auf Marktzutritt, Preisgestaltung und Kostenerstattung stark reguliert. Im Geschäftsjahr 2011 hat die US-amerikanische Überwachungs- und Zulassungsbehörde FDA (Food and Drug Administration) für 35 neuartige Arzneimittel und damit etwas mehr Medikamente als im Vorjahr die Zulassung erteilt. Knapp die Hälfte der in 2011 neu zugelassenen Medikamente wurde im Rahmen einer Vorrangprüfung (priority review) zugelassen. Mit dem Instrument der Vorrangprüfung hat sich die FDA zum Ziel gesetzt, beschleunigte Zulassungsverfahren mit Prüfung auf Sicherheit und Wirksamkeit innerhalb von sechs Monaten durchzuführen.

Die FDA hat auch in Bezug auf die klinische Erprobung Änderungen vorgenommen. Die klinischen Voraussetzungen für viele der neu zugelassenen Arzneimittel wurden gestrafft, wodurch im Vergleich zu vorher weniger umfangreiche, kürzere und zahlenmäßig geringere Studien verlangt wurden. Nach Angaben des FDA-Commissioners Margaret Hamburg hat die Behörde mehreren Arzneimitteln auf der Basis von einarmigen Studien oder Studien mit einer sehr kleinen Patientenpopulation die Zulassung erteilt.

In Deutschland ist mit dem Arzneimittelneuordnungsgesetz (AM-NOG) ein neues Gesetz zur Kostenerstattung von Arzneimitteln im Gesundheitswesen in Kraft getreten. Das neue Gesetz stellt für den deutschen Pharmamarkt eine wesentliche Veränderung dar, nachdem bisher die Pharmaunternehmen bei der Preisfestlegung für verschreibungspflichtige Medikamente große Freiräume hatten. Nach der Marktzulassung legt nun der Hersteller den Preis für ein neues und innovatives Medikament für das erste Jahr nach Zulassung fest. Nach einer Prüfung, ob das Medikament einen Zusatznutzen bietet oder nicht, wird der Preis für das neue Medikament bei Vorliegen eines Zusatznutzens zwischen der gesetzlichen Krankenkasse und dem Hersteller verhandelt. Falls kein Zusatznutzen erkennbar ist, wird das neue Medikament der Festbetragsregelung unterworfen. Das AMNOG soll die innovativen Medikamentenhersteller begünstigen und der evidenzbasierten Medizin größeres Gewicht beimessen.

Forschung und Entwicklung

Forschung und Entwicklung ist für den wirtschaftlichen Erfolg von MorphoSys unerlässlich. Die Expertise der Gesellschaft auf dem Gebiet der Antikörpertechnologien und in der Medikamentenentwicklung hat das Interesse einer Reihe von kommerziellen Partnern in der Pharma- und Diagnostikbranche geweckt. Im Jahr 2011 investierte das Unternehmen ungefähr 36% seiner Umsatzerlöse bzw. 36,7 Mio. €, verglichen mit 32% oder 28,1 Mio. € in 2010, in die firmeneigene F&E. Rund drei Viertel der Belegschaft von MorphoSys sind in der für Partner und für eigene Zwecke betriebenen Forschung und Entwicklung beschäftigt. Für MorphoSys ist Innovation eine Schlüsselkomponente zur Nachhaltigkeit, da durch sie der Einsatz von Materialien und Ressourcen reduziert werden kann. MorphoSys ist bestrebt, diese und andere Nachhaltigkeitskonzepte für eine verantwortungsvollere Innovationskultur in seine F&E-Abläufe zu integrieren. Ausführlichere Informationen können dem Nachhaltigkeitsbericht auf der Seite 64 entnommen werden.

FORSCHUNG UND ENTWIC KLUNG MIT PARTNERN

Die F&E-Aktivitäten von MorphoSys für Partnerunternehmen konzentrieren sich auf die Herstellung und Optimierung hochwertiger Antikörpermedikamentenkandidaten. Mit diesen Aktivitäten hat sich MorphoSys eine breite, mit Partnern betriebene Pipeline von therapeutischen Antikörpern erarbeitet.

Im Verlauf des Geschäftsjahres 2011 hat sich diese Partnerpipeline von 65 auf insgesamt 68 Antikörperentwicklungsprogramme erhöht, von denen sich 16 Programme in der klinischen Entwicklung, 24 in der präklinischen Entwicklung und 28 in der Forschungsphase befinden (nicht eingerechnet die beiden Co-Entwicklungsprojekte mit Novartis). Die Nettozunahme in 2011 um insgesamt drei Programme ergab sich aus dem Neustart von neun Programmen und der Einstellung von sechs Programmen.

Im Einklang mit den Unternehmenserwartungen für 2011 haben zwei neue Partnerprogramme die klinische Erprobung der Phase 1 erreicht und damit klinische Meilensteinzahlungen an Morpho-Sys ausgelöst.

Im April 2011 gab MorphoSys den Erhalt einer Meilensteinzahlung von OncoMed Pharmaceuticals bekannt. Der Meilenstein steht im Zusammenhang mit der Genehmigung eines Antrags durch die US-amerikanische FDA, eine klinische Studie mit einem HuCAL-basierten Antikörper durchzuführen. Der Antikörper OMP-18R5, der gegen ein Zielmolekül im Wnt-Signalweg gerichtet ist, wird nun in einer klinischen Studie der Phase 1 in den USA an Patienten mit fortgeschrittenen soliden Tumoren geprüft. OMP-18R5 ist Bestandteil der Zusammenarbeit von OncoMed mit Bayer HealthCare Pharmaceuticals.

Im September 2011 hat Bayer HealthCare Pharmaceuticals mit einer klinischen Studie der Phase 1 für das HuCAL-basierte Antikörperwirkstoffkonjugat BAY 94-9343 im therapeutischen Bereich Onkologie begonnen. Das Programm BAY 94-9343 ist gegen das Zielmolekül Mesothelin gerichtet. Mesothelin wird verstärkt auf Mesotheliomen und auf Eierstock- und Pankreastumoren exprimiert.

Ein klinisches Programm, das Antikörperwirkstoffkonjugat BAY 79-4620, wurde im Verlauf des Jahres 2011 eingestellt. Dieses Konjugat befand sich bei Bayer HealthCare unter Lizenz von MorphoSys in der klinischen Entwicklung. Bayer HealthCare beabsichtigt, das exklusive Lizenzrecht an Antikörpern gegen das betreffende Zielmolekül zu behalten, da der Antikörper in anderen Programmen eingesetzt werden könnte. Als Folge hat MorphoSys die lizenzbezogenen F&E-Aktivitäten auf "präklinisch" zurückgestuft.

Zwei Programme in der klinischen Erprobung sind von der Phase 1 in die Phase 2 vorgerückt. Sowohl Novartis als auch Janssen Biotech (vormals Centocor Ortho Biotech) brachten einen HuCAL-Antikörper in die klinische Erprobung der Phase 2. Hierbei handelt es sich um das Antikörperprogramm BYM338, einen HuCAL-basierten Antikörper zur Behandlung von Erkrankungen des Bewegungsapparates, und um CNTO1959, einen HuCAL-basierten Antikörper zur Behandlung von Psoriasis. Daneben wurden weitere Studien mit HuCAL-Antikörpern begonnen, die in zurückliegenden Jahren in die klinische Entwicklung gebracht worden waren. Insgesamt ließ dies die Zahl der laufenden und abgeschlossenen klinischen Studien auf 30 steigen.

Bezogen auf klinische Ergebnisse von HuCAL-basierten Therapeutika erlebte die Gesellschaft in 2011 das erste von erwarteten weiteren Ereignissen. Der MorphoSys-Partner Roche veröffentlichte die ersten Amyloid-Bildgebungsdaten aus dem HuCAL-basierten Alzheimer-Programm Gantenerumab. Die Daten wurden im Archives of Neurology veröffentlicht und zeigten eine dosisabhängige Reduzierung des Amyloid-beta im Gehirn von mit dem monoklonalen Antikörper behandelten Patienten, während bei Patienten, denen ein Placebo verabreicht worden war, das Amyloid zunahm. Dieses Programm wird gegenwärtig in klinischen Erprobungen der Phase 2 getestet.

Präklinische Daten des von Janssen Biotech (vormals Centocor Ortho Biotech), einem Partner von MorphoSys, entwickelten Antikörperprogramms CNTO888 wurden in Nature veröffentlicht. Die in dieser Publikation vorgestellten Daten stellen eine Verbindung zwischen verschiedenen prometastatischen Prozessen bei Brustkrebs und der Produktion des Chemokins CCL2, des dem CNTO888-Programm zugrunde liegenden Zielmoleküls, in Tumorzellen her. Nach Ansicht der Autoren könnten die gewonnenen Erkenntnisse der Entwicklung neuer Therapieformen zur Vermeidung von Brustkrebsmetastasen, der Hauptursache für Brustkrebssterblichkeit bei Frauen in der westlichen Welt, dienen und auf einen neuen Krankheitsbereich für CNTO888 hindeuten. Das Programm wird gegenwärtig in klinischen Studien der Phase 2 getestet.

FIRMENEIGENE F&E-AKTIVITÄTEN – PRODU KTENTWIC KLUNG

Die produktbezogenen firmeneigenen F&E-Aktivitäten von MorphoSys konzentrieren sich auf die Evaluierung und Entwicklung von Antikörpermedikamentenkandidaten bis zu dem Stadium, in dem lukrative Auslizenzierungsverträge mit Pharmapartnern geschlossen werden können.

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Die klinischen Wirkstoffe und die Hauptwerttreiber im gegenwärtigen firmeneigenen Portfolio von MorphoSys sind: MOR103 – ein vollständig menschlicher monoklonaler HuCAL-Antikörper im Bereich rheumatoide Arthritis (RA) und multiple Sklerose (MS),

  • MOR208 ein humanisierter, Fc-optimierter monoklonaler Hu-CAL-Antikörper im Bereich chronische lymphatische Leukämie, und
  • MOR202 ein vollständig menschlicher monoklonaler HuCAL-Antikörper im Bereich des multiplen Myeloms.

In 2011 hat MorphoSys sein klinisches Entwicklungsportfolio konsolidiert und ein neues firmeneigenes Programm, den Antikrebswirkstoff MOR202, in die klinische Erprobung gebracht sowie mit zwei weiteren klinischen Erprobungen für seinen Wirkstoff MOR103 gegen entzündliche Erkrankungen begonnen.

In Bezug auf die klinische Entwicklung von MOR103 in seiner ersten Indikation, RA, befindet sich MorphoSys weiterhin auf einem guten Weg, Studienergebnisse der klinischen Erprobung der Phase 1b/2a in 2012 veröffentlichen zu können. Im Juni 2011 hat MorphoSys das Design dieser Studien geändert. In die geänderte Studie werden voraussichtlich rund 92 Patienten (vormals 135) einbezogen. Wie in vielen anderen RA-Studien verlief die Rekrutierung von Patienten langsamer als ursprünglich vorgesehen. Basierend auf den Rückmeldungen seiner Studienleiter hat das Unternehmen eine Möglichkeit gefunden, den Studienverlauf zu verbessern und damit die Einbeziehung von Patienten zu optimieren, ohne die Aussagekraft oder die statistische Basis der Studie zu beeinträchtigen. Einen positiven Ausgang der Erprobung vorausgesetzt, beabsichtigt MorphoSys, in 2012 Verhandlungen zur Auslizenzierung aufzunehmen.

In Bezug auf die klinische Entwicklung von MOR103 in seiner zweiten Indikation, MS, hat MorphoSys Ende 2011 eine Sicherheitsstudie der Phase 1b begonnen. Die randomisierte, multizentrische Multi-Dosis-Studie wird die Sicherheit von MOR103 an Patienten mit multipler Sklerose evaluieren. Die Studie, in die voraussichtlich rund 30 Patienten einbezogen werden, wird in klinischen Zentren in Deutschland, Polen und in Großbritannien durchgeführt. Daten für diese Studie werden voraussichtlich in 2013 vorliegen.

Neben der zweiten Indikation wird eine subkutane Formulierung geprüft, um den kommerziellen Wert des MOR103-Programms weiter zu erhöhen. Zu diesem Zweck hat MorphoSys mit einer Bioverfügbarkeitsstudie begonnen, um die subkutane Verabreichung von MOR103 als eine alternative Verabreichungsform zu evaluieren. Die Rekrutierung für diese Studie wird voraussichtlich in 2012 abgeschlossen sein.

Die klinische Entwicklung von MOR208, einem in 2010 von Xencor Inc. einlizenzierten Antikörperprogramm, verläuft weiter wie geplant. Das Programm wurde im Verlauf des Jahres 2011 in einer einarmigen unverblindeten, Multi-Dosis, Phase-1-Studie mit ansteigender Dosierung in den USA evaluiert. Der voraussichtliche primäre Abschlusstermin dieser Studie ist das erste Halbjahr 2012.

Anfang September hat MorphoSys bekannt gegeben, dass im Rahmen der klinischen Studie der Phase 1/2a für seinen Krebsantikörper MOR202 der erste Patient dosiert wurde. Mit der multizentrischen, unverblindeten Studie mit ansteigender Dosierung werden die Sicherheit und die ersten Anzeichen der Wirksamkeit von MOR202 an Patienten mit rezidivierendem oder refraktärem multiplem Myelom untersucht. Die Patienten werden mit dem Hu-CAL-Antikörper in unterschiedlicher Dosierung behandelt. Es ist ebenfalls vorgesehen, die Sicherheit von MOR202 in Kombination mit bereits zugelassenen Therapieverfahren zu prüfen. Die auf dem Jahrestreffen 2011 der American Society of Clinical Oncology (ASCO) präsentierten präklinischen Untersuchungsergebnisse wiesen eine gesteigerte zytotoxische Aktivität von MOR202 in Kombination mit Velcade® (Bortezomib) oder Revlimid® (Lenalidomid) auf und unterstützten damit das Design dieser klinischen Studie.

Die klinische Studie soll bis zu 82 Patienten umfassen und wird in mehreren klinischen Zentren in Deutschland und Österreich durchgeführt. Primärer Endpunkt der Studie ist es, die Sicherheit und Verträglichkeit des Wirkstoffs MOR202 bei mehrfacher Verabreichung an Patienten zu belegen. Als sekundäre Endpunkte werden die pharmakokinetischen Eigenschaften und die ersten Anzeichen der Wirksamkeit dieses Antikörpers untersucht.

MorphoSys hat sich zum Ziel gesetzt, seinen Firmenwert durch firmeneigene Produktentwicklung zu steigern. Derzeit stehen die drei klinischen Programme MOR103, MOR208 und MOR202 klar im Fokus der Entwicklungsaktivitäten. Dahinter verfolgt das Unternehmen eine Reihe an neuen Programmen und hat, um seine Ressourcen weiter zu bündeln, die Arbeiten an einigen anderen frühen Wirkstoffprojekten ausgesetzt. MorphoSys befindet sich in der glücklichen Lage, ein Portfolio an firmeneigenen Programmen zu verfolgen, seine Partner-Pipeline voranzutreiben und trotzdem profitabel zu bleiben.

FIRMENEIGENE F&E-AKTIVITÄTEN – TECHNOLOGIE-ENTWICKLUNG

Die technologiebezogenen firmeneigenen F&E-Aktivitäten von MorphoSys sollen es ermöglichen, Antikörper mit noch besseren Eigenschaften noch schneller zu entwickeln. In technologischer Hinsicht standen in 2011 die vollständige Implementierung der im vierten Quartal 2010 erworbenen Slonomics-Plattform und die Arbeiten an der neuen Antikörperbibliothek Ylanthia im Mittelpunkt. Die Slonomics-Plattform ist mittlerweile vollständig in die internen F&E-Abläufe von MorphoSys zur Entwicklung therapeutischer und diagnostischer Antikörper für Partner und für eigene Zwecke integriert. Im Antikörperbereich eingesetzt und in Kombination mit MorphoSys' Antikörpertechnologie HuCAL trägt die Slonomics-Plattform die Bezeichnung arYla.

Im Dezember 2011 hat MorphoSys auf einer wichtigen Fachkonferenz seine neueste Antikörperbibliothek Ylanthia präsentiert. Ylanthia basiert dabei auf einem grundlegend neuen Ansatz zur Generierung und Optimierung von humanen Antikörpern. Den Hauptunterschied macht dabei die integrierte Nutzung der Slonomics-Technologie aus. Im Gegensatz zu HuCAL beschränkt sich Ylanthia dadurch nicht auf vordefinierte Genkassetten und verzichtet auf das Prinzip der Optimierung durch Modularität zugunsten einer de-novo-Herstellung von Antikörper-Unterbibliotheken. MorphoSys erwartet von der Ylanthia-Bibliothek gegenüber HuCAL deutliche Vorteile, die zu therapeutischen und diagnostischen Antikörperkandidaten führen sollen, die im Vergleich zu Antikörpern aus bestehenden Technologien in vielerlei Hinsicht verbesserte Eigenschaften besitzen.

FORSCHUNG UND ENTWIC KLUNG IM SEG MENT ABD SEROTEC

Die Forschungsaktivitäten der MorphoSys-Geschäftseinheit AbD Serotec sind darauf ausgerichtet, Zugang zu neuen Produkten in wichtigen Forschungsdisziplinen wie beispielsweise Veterinärforschung, angeborene Immunität, Neurowissenschaft und Stammzellforschung zu erlangen. Ausführlichere Informationen zu den einzelnen Forschungsallianzen können der Webseite der Gesellschaft entnommen werden.

Im Juli 2011 hat AbD Serotec eine Forschungs- und Herstellungsvereinbarung mit der Abteilung für Krebsimmunologie und Aids des Dana-Farber Cancer Institute in Boston geschlossen. Dana-Farber verfolgt Forschungsprojekte, die die Entwicklung vorübergehender Immunität gegen lebensbedrohliche Virus-Infektionen untersuchen. Diese Projekte werden im Rahmen eines Programms der Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA) durch das US-Verteidigungsministerium gefördert. AbD Serotec wird die erforderlichen Forschungswerkzeuge liefern und dabei die Slonomics-Technologieplattform von MorphoSys einsetzen. AbD Serotec erhält einen finanziellen Ausgleich und hat bevorzugten Zugang zu Kommerzialisierungsrechten für Produkte, die aus dieser Kooperation hervorgehen.

Im Oktober 2011 hat AbD Serotec mit dem Moredun Research Institute und dem Roslin Institute der Universität von Edinburgh eine Vereinbarung geschlossen mit dem Ziel, ein breites Spektrum von Forschungsreagenzien für die tiermedizinische Forschung zu etablieren. Das Projekt erhält in Form eines Industrial Partnership Award Fördermittel vom Biotechnology and Biological Sciences Research Council (BBSRC) im Rahmen einer gemeinsamen Initiative mit der Abteilung für Wissenschaft und Analytische Dienstleistungen in Landwirtschaft und Umwelt (RESAS) der schottischen Regierung. Während der dreijährigen Laufzeit des Förderprogramms werden das Moredun Research Institute und das Roslin Institute zusammen nahezu 1 Mio. £ an Fördergeldern erhalten.

Geschäftsentwicklung

PROPRIETARY DEVELOP MENT

Im März 2011 gaben MorphoSys und Boehringer Ingelheim die Unterzeichnung einer Vereinbarung zur biopharmazeutischen Herstellung von therapeutischen Antikörpern bekannt. Das Abkommen beinhaltet die Prozessentwicklung und Herstellung von zusätzlichem klinischem Material für MorphoSys' firmeneigenes Entwicklungsprogramm MOR208 und andere Wirkstoffkandidaten. Durch die Einbeziehung eines weiteren Auftragsproduzenten in seine firmeneigene Entwicklungsorganisation will MorphoSys Engpässe bei der Bereitstellung von klinischem Material in den nächsten Jahren vermeiden – ein wesentlicher Bestandteil der nachhaltigen Produktionspolitik der Gesellschaft. Außerdem wird erwartet, durch den mit Boehringer Ingelheim frühzeitig in der Entwicklung von MOR208 etablierten kommerziellen Herstellungsprozess den Wert dieses Programms erhöhen zu können.

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PARTNERED DISCOVERY

Im Februar 2011 gab MorphoSys den Erhalt einer technologiebezogenen Meilensteinzahlung von Novartis in Verbindung mit der vollständigen Installation seiner HuCAL-Antikörperplattform bei Novartis Institutes for BioMedical Research in Basel, Schweiz, bekannt. Die Basis für die Meilensteinzahlung an MorphoSys in Höhe eines zweistelligen Millionen-Euro-Betrags bildete eine Option für Novartis in dem 2004 geschlossenen Vertrag, die HuCAL-Technologie zu internalisieren. Die Zusammenarbeit beider Unternehmen bleibt von der Erreichung des Meilensteins ansonsten unberührt. Sowohl die Anzahl der aktiven Programme, die von Novartis durchgeführt werden, als auch die Zahl der Beschäftigten bei MorphoSys, die an Novartis-Projekten arbeiten, bleiben unverändert. Der Meilenstein hatte in 2011 erheblichen Einfluss auf die Umsatzerlöse von MorphoSys.

Im April 2011 gab MorphoSys die Unterzeichnung einer neuen Kooperationsvereinbarung mit dem US-amerikanischen Biotechnologieunternehmen ContraFect zur Erforschung und Entwicklung von therapeutischen Antikörpern gegen Infektionskrankheiten bekannt. Im Rahmen des Fünfjahresvertrags erhielt ContraFect an seinem Firmensitz in New York Zugang zur Antikörperbibliothek HuCAL PLATINUM und zu AutoCAL. Neben erfolgsabhängigen Entwicklungsmeilensteinen erhält MorphoSys vertraglich zugesicherte jährliche Lizenzgebühren. Darüber hinaus stehen Morpho-Sys Tantiemen aus dem Verkauf von Produkten zu, die aus der Kooperation hervorgehen.

Die im März 2006 mit Daiichi Sankyo vereinbarte Zusammenarbeit bei therapeutischen Antikörpern wurde im Mai 2011 eingestellt. Die Zusammenarbeit der beiden Unternehmen auf dem Gebiet der Infektionskrankheiten wurde im Mai 2011 beendet. Das Lizenzabkommen mit der Schering-Plough Corp., die in 2009 von Merck & Co. übernommen worden war, wurde ebenfalls im Verlauf des Jahres 2011 eingestellt.

ABD SEROTEC

Im Mai 2011 hat das auf die Erforschung von Biomarkern spezialisierte spanische Biotechnologieunternehmen Proteomika, ein Tochterunternehmen des Progenika-Konzerns, ein kommerzielles Lizenzabkommen mit der MorphoSys-Geschäftseinheit AbD Serotec über sieben diagnostische HuCAL-Antikörper geschlossen. Bei der Herstellung dieser Antikörper setzt AbD Serotec die Antikörpertechnologien HuCAL GOLD und HuCAL PLATINUM von MorphoSys ein. Proteomika wird diese Antikörper in seine PROMONITOR®-Tests integrieren. AbD Serotec erhält Tantiemen aus den Produktverkäufen. Proteomika brachte im zweiten Quartal 2011 die ersten PROMONITOR®-Tests mit HuCAL-Antikörpern für die routinemäßige klinische Überwachung von biologischen Therapien auf den Markt.

AbD Serotec setzte weiterhin kommerzielle Geschäftsbeziehungen mit einer Reihe von Pharmaunternehmen fort, die zuvor bereits mit HuCAL gearbeitet hatten. In diesen Geschäftsbeziehungen wird HuCAL hingegen als Forschungswerkzeug eingesetzt und dient nicht länger als Quelle für therapeutische Antikörperkandidaten. Die Kooperationen werden von der MorphoSys-Geschäftseinheit AbD Serotec gesteuert und die Umsatzerlöse in diesem Geschäftssegment erfasst.

Im August 2011 hat MorphoSys seine bestehende Lizenzvereinbarung mit Merck & Co. erweitert, damit seine HuCAL GOLD-Technologie auch auf dem Gebiet der Impfstoffe eingesetzt werden kann. Im Rahmen der Vereinbarung erhält Merck zu Forschungszwecken Zugang zu HuCAL GOLD mit der Option, die Zusammenarbeit auf die neueste Antikörperbibliothek von MorphoSys, HuCAL PLATINUM, zu aktualisieren. MorphoSys' Geschäftseinheit für Forschungs- und diagnostische Antikörper, AbD Serotec, wird von Merck jährliche Nutzungsgebühren für den Zugang zur HuCAL-Technologie und Lizenzzahlungen für Reagenzien zur klinischen Therapie- und Verlaufskontrolle erhalten.

Im November 2011 gab MorphoSys die Verlängerung seiner Lizenzvereinbarung mit Shionogi & Co. Ltd. bekannt. Der verlängerte Vertrag regelt den Einsatz der HuCAL-Antikörpertechnologie von MorphoSys und zusätzlicher firmeneigener Technologiemodule in der medizinischen Forschung für weitere drei Jahre. Im Rahmen des Vertrags hat Shionogi nach wie vor das Recht, die patentgeschützte Antikörperbibliothek HuCAL PLATINUM zu Forschungszwecken an einem seiner Forschungsstandorte einzusetzen. MorphoSys erhält von Shionogi für den Zugang zu seinen Technologien jährliche Nutzungsgebühren.

Im Dezember 2011 hat Novozymes A/S, der Weltmarktführer auf dem Gebiet der Bioinnovation und der industriellen Enzyme, mit MorphoSys ein mehrjähriges Lizenz- und Technologietransferabkommen geschlossen. Durch das Abkommen erhält Novozymes eine nicht exklusive Lizenz zum Einsatz der firmeneigenen Slonomics-Technologie von MorphoSys für die Entwicklung neuartiger, vorwiegend enzymatischer Produkte im Bereich der industriellen Biotechnologie. Novozymes ist damit das erste industrielle Biotechnologieunternehmen, das Zugang zur Slonomics-Technologie erhält.

Personal

ENTWICKLUNG DER KONZERNBELEGSCHAFT

Seine kreative Belegschaft mit ihren vielfältigen Kenntnissen und ihrem Know-how ist die Basis des Unternehmenserfolgs von MorphoSys. Am 31. Dezember 2011 waren weltweit 446 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei MorphoSys beschäftigt (31. Dezember 2010: 464), von denen 147 promoviert waren (31. Dezember 2010: 148). Im Jahresdurchschnitt 2011 beschäftigte der MorphoSys-Konzern 459 Personen (2010: 435).

Das Unternehmen bietet konkurrenzfähige Gehälter und vergleicht sie jährlich mit den in der Biotechnologiebranche und in anderen Industriezweigen gezahlten Vergütungen. Daneben erhalten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von MorphoSys eine Vergütung in Form eines leistungsbezogenen Bonussystems, das sich an ihrer Erreichung von persönlichen Zielen und von Unternehmenszielen orientiert. Durch eigenkapital- und gewinnbezogene

Beteiligungsprogramme sind die Beschäftigten von MorphoSys am Unternehmenserfolg beteiligt. Ein ausführlicher Überblick über die Entwicklung der Belegschaft und die Maßnahmen des Unternehmens, um Beschäftigte zu gewinnen und zu halten, findet sich im Nachhaltigkeitsbericht auf der Seite 64.

VERÄNDERUNG IN DER ZUSA MMENSETZUNG DES VORSTANDS

Am 24. Februar 2011 hat MorphoSys bekannt gegeben, dass Herr Jens Holstein die Nachfolge von Herrn Dave Lemus als Finanzvorstand der MorphoSys AG und als Mitglied des Vorstands antreten wird. Herr Lemus trat von seiner Position als Finanzvorstand des Unternehmens zurück, um sich anderen Aufgaben zu widmen. Herr Holstein wurde mit Wirkung vom 1. Mai 2011 zum Finanzvorstand bestellt. Er kam zu MorphoSys von der Fresenius Kabi AG, wo er zuletzt als regionaler Finanzvorstand für die Region Europa / Mittlerer Osten und als Geschäftsführer der Fresenius Kabi Deutschland GmbH tätig war. In den nahezu 16 Jahren bei Fresenius hatte er eine Reihe von Führungspositionen im Finanzbereich

. 6: MITARBEITER
NACH
REGIONEN
2011 2010
Deutschland 352 370
Großbritannien 74 78
USA 20 16
31. Dezember
Gesamtbelegs chaft am
446 464
2011 2010
Belegs chaft gesamt 446 464
Segment Proprietary Development 67 100
Segment Partnered Discovery 199 183
Segment AbD Serotec 140 142
Belegschaft in Forschung und Entwicklung 301 309
Belegschaft in Vertrieb, Allgemeines und Verwaltung 145 155

und in der Unternehmensführung bekleidet. Davor war Herr Holstein mehrere Jahre bei Beratungsunternehmen in Frankfurt und London tätig.

Analyse der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Umsatzerlöse

Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die Konzernumsatzerlöse um 16% auf 100,8 Mio. € (2010: 87,0 Mio. €) erhöht. Dieser Anstieg ergab sich vor allem aus höheren erfolgsabhängigen Zahlungen, insbesondere aus einer Technologie-Meilensteinzahlung durch Novartis in Zusammenhang mit dem Abschluss der Installation der HuCAL-Antikörperplattform in den Novartis Institutes for BioMedical Research in Basel, Schweiz. Wie erwartet sanken die Umsatzerlöse aus finanzierter Forschung und Lizenzeinnahmen im Segment Partnered Discovery im Vergleich zum Vorjahr, ebenso wie die Umsatzerlöse des Segments AbD Serotec.

Die Segmente Partnered Discovery und Proprietary Development steuerten (vor Eliminierung intersegmentärer Effekte) zusammen 81% bzw. 81,7 Mio. € (2010: 78% bzw. 68,0 Mio. €) zum Konzernumsatz bei, das Segment AbD Serotec 19% bzw. 19,3 Mio. € (2010: 23% bzw. 20,2 Mio. €).

Geographisch gesehen erzielte MorphoSys 12% bzw. 12,4 Mio. € seiner kommerziellen Umsatzerlöse mit Biotechnologie- und Pharmaunternehmen bzw. gemeinnützigen Gesellschaften mit Sitz in Nordamerika und 88% bzw. 88,4 Mio. € mit vornehmlich in Europa und Asien ansässigen Kunden. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres hatten diese Anteile 19% bzw. 81% betragen. Der vergleichsweise höhere Anteil der europäischen Umsatzerlöse am Gesamtumsatz spiegelt hauptsächlich den Beitrag von MorphoSys' größtem Kunden Novartis wider.

SEGMENTE PARTNERED DISCOVERY UND PROPRIETARY DEVELOP MENT

Die Umsatzerlöse des Segments Partnered Discovery enthielten 46,6 Mio. € finanzierte Forschungsleistungen und Lizenzeinnahmen (2010: 57,2 Mio. €) sowie 32,7 Mio. € (2010: 9,1 Mio. €) erfolgsabhängige Zahlungen. Die erfolgsabhängigen Zahlungen machten 40% der gesamten Umsatzerlöse der Segmente Partnered Discovery und Proprietary Development aus. Die finanzierten Forschungsleistungen und Lizenzeinnahmen gingen zurück, da die meisten Kooperationen von MorphoSys wie geplant und vertraglich vereinbart eingestellt wurden. Der Hauptgrund für den starken Anstieg der erfolgsabhängigen Zahlungen war ein einmaliger Technologie-Meilenstein von Novartis für die Installation der Hu-CAL-Technologie.

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In den Umsätzen des Segments Proprietary Development waren 2,4 Mio. € (2010: 1,8 Mio. €) finanzierte Forschungsleistungen enthalten. Rund 94% der Umsatzerlöse der Segmente Partnered Discovery und Proprietary Development und 76% des Konzernumsatzes stammten aus den drei größten Allianzen der Gesellschaft mit Novartis, Daiichi Sankyo und Pfizer (2010: 87% bzw. 68% mit Novartis, Daiichi Sankyo und Pfizer).

Legt man die durchschnittlichen Währungsumrechnungskurse für 2010 zugrunde, hätten sich die Umsatzerlöse für die Segmente Partnered Discovery und Proprietary Development auf 82,4 Mio. € belaufen.

SEGMENT ABD SEROTEC

Gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres sind die Umsatzerlöse des Segments AbD Serotec in 2011 um 4% bzw. 0,9 Mio. € auf 19,3 Mio. € (2010: 20,2 Mio. €) gesunken. Der unvorteilhafte Vergleich zum Vorjahresumsatz ist hauptsächlich auf einen großen OEM-Auftrag zurückzuführen, der im ersten Quartal 2010 erteilt worden war. Unter Zugrundelegung der durchschnittlichen Währungsumrechnungskurse für 2010 hätten die Umsatzerlöse des Segments AbD Serotec 19,8 Mio. € betragen.

Am 31. Dezember 2011 verfügte das Segment über einen Auftragsbestand von 0,8 Mio. € (2010: 0,7 Mio. €).

Betriebliche Aufwendungen

Die betrieblichen Aufwendungen stiegen in 2011 um rund 15% auf 89,1 Mio. € (2010: 77,4 Mio. €). Diese Zunahme um 11,7 Mio. € ist sowohl auf den Anstieg der Aufwendungen für Forschung und Entwicklung um 23% bzw. 10,6 Mio. € als auch der Aufwendungen für Vertrieb, Allgemeines und Verwaltung um 6% auf 24,6 Mio. € zurückzuführen, während die Herstellungskosten von 7,3 Mio. € auf 7,0 Mio. € sanken. Der Gesamteffekt aus der Kaufpreiszuordnung auf das Betriebsergebnis betrug 1,4 Mio. € (2010: 0,8 Mio. €) und stieg um 75% durch die ganzjährig einbezogene Technologieabschreibung infolge der im Oktober 2010 erfolgten Akquisition der Sloning BioTechnology GmbH.

Die betrieblichen Aufwendungen blieben im Segment Partnered Discovery mit 23,7 Mio. € (2010: 23,6 Mio. €) nahezu unverändert und stiegen im Segment Proprietary Development um 32% auf 35,0 Mio. € (2010: 26,5 Mio. €). Im Segment AbD Serotec nahmen die betrieblichen Aufwendungen um 3% auf 18,4 Mio. € (2010: 18,9 Mio. €) ab und hätten sich unter Zugrundelegung der durchschnittlichen Währungsumrechnungskurse für 2010 auf 18,6 Mio. € belaufen.

Der Personalaufwand aus Aktienoptionen ist in den Herstellungskosten, den Aufwendungen für Vertrieb, Allgemeines und Verwaltung sowie im Forschungs- und Entwicklungsaufwand enthalten. Er belief sich in 2011 auf 1,5 Mio. € (2010: 2,1 Mio. €) und ist nicht zahlungswirksam.

HERSTELLUNGSKOSTEN

Die Herstellungskosten setzen sich aus den Herstellungskosten der im Jahr 2011 verkauften Produkte des Segments AbD Serotec zusammen und sind gegenüber dem Vorjahr um 4% von 7,3 Mio. € auf 7,0 Mio. € gesunken. Die Bruttomarge des Segments blieb im Vergleich zu 2010 mit 64% unverändert.

AUFWENDUNGEN FÜR FORSCHUNG UND ENTWIC KLUNG

Der Forschungs- und Entwicklungsaufwand stieg in 2011 um 10,6 Mio. € auf 57,5 Mio. € (2010: 46,9 Mio. €). Hauptgrund war der Kostenanstieg für externe Laborleistungen (2011: 18,3 Mio. €; 2010: 13,3 Mio. €), für Personal (2011: 21,4 Mio. €; 2010: 17,9 Mio. €) und für immaterielle Vermögenswerte (2011: 6,3 Mio. €; 2010: 5,1 Mio. €).

In 2011 entstanden der Gesellschaft Aufwendungen für die Eigenproduktentwicklung – einschließlich Segmentumlagen für die Technologieentwicklung in Höhe von 1,1 Mio. € (2010: 0,6 Mio. €) – von 35,0 Mio. € (2010: 26,5 Mio. €). Die Gesamtkosten für die Technologieentwicklung beliefen sich auf 2,9 Mio. € (2010: 2,1 Mio. €).

in Mio. € 2011 2010 2009 2008 2007
F&E-Aufwendungen im Auftrag von
Partnern 20,7 18,9 19,2 27,1 21,0
Aufwendungen f. Eigenentwicklung 33,9 25,9 19,1
Aufwendungen f. Technologieentwicklung 2,9 2,1 0,7 0,5 1,2
Gesamt F&E 57,5 46,9 39,0 27,6 22,2

AUFWENDUNGEN FÜR VERTRIEB , ALLGE MEINES UND VERWALTUNG

Gegenüber dem Vorjahr stiegen die Aufwendungen für Vertrieb, Allgemeines und Verwaltung um 6% oder 1,4 Mio. € auf 24,6 Mio. € (2010: 23,2 Mio. €), im Vergleich zu 2010 im Wesentlichen aufgrund eines Anstiegs der Personalkosten von 1,6 Mio. €.

Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge erhöhten sich in 2011 um 0,3 Mio. € auf 0,5 Mio. € und enthielten Fördermittel von staatlichen Einrichtungen.

Betriebsergebnis

Das Konzernbetriebsergebnis belief sich für 2011 auf 12,2 Mio. € (2010: 9,8 Mio. €). Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) betrug 11,1 Mio. € (2010: 13,1 Mio. €). Das Segment Partnered Discovery wies einen operativen Gewinn von 55,7 Mio. € (2010: 42,7 Mio. €) aus, das Segment Proprietary Development einen operativen Verlust von 32,2 Mio. € (2010: operativer Verlust von 24,5 Mio. €). Der operative Gewinn des Segments AbD Serotec betrug 1,0 Mio. € (2010: 1,2 Mio. €), wäre jedoch unter Zugrundelegung der durchschnittlichen Währungsumrechnungskurse des Vorjahres unverändert bei 1,2 Mio. € geblieben.

Sonstige Aufwendungen und Erträge

In dieser Position waren in 2011 sonstige Aufwendungen von 2,2 Mio. € (2010: 1,2 Mio. €), hauptsächlich resultierend aus Währungskursverlusten, und Finanzerträge in Höhe von 1,4 Mio. € (2010: 4,1 Mio. €), vor allem bestehend aus realisierten Gewinnen aus von in der Periode veräußerten marktgängigen Wertpapieren, enthalten. Im Vergleich zu 2011 waren in 2010 mehr marktgängige Wertpapiere zur Finanzierung der Einlizenzierung eines Wirkstoffstoffs von Xencor (Juni 2010) und des Erwerbs der Sloning BioTechnology GmbH (Oktober 2010) veräußert worden, was zu höheren Veräußerungsgewinnen aus marktgängigen Wertpapieren führte.

Steuern

Die Gesellschaft wies in 2011 einen Einkommensteueraufwand in Höhe von 3,2 Mio. € aus (2010: 4,0 Mio. €). Diese Position umfasste im Wesentlichen Aufwendungen aus laufenden Steuern von Konzerngesellschaften.

Jahresüberschuss

Im Geschäftsjahr 2011 wurde ein Jahresüberschuss nach Steuern von 8,2 Mio. € erwirtschaftet, gegenüber 9,2 Mio. € im Vorjahr.

Mehrjahresübersicht – Betriebliche Erträge

TAB. 9: MEHR JAHRES ÜBERSICHT – BETRIEBLICHE ERTRÄGE

in Mio. € 2011 2010 2009 2008 2007
Umsatzerlöse 100,8 87,0 81,0 71,6 62,0
Herstellungskosten 7,0 7,3 6,7 7,1 7,9
Bruttogewinn 93,8 79,7 74,3 64,5 54,1
Aufwendungen für Forschung und
Entwicklung 57,5 46,9 39,0 27,6 22,2
Aufwendungen für Vertrieb,
Allgemeines und Verwaltung 24,6 23,2 23,9 20,5 24,8
Sonstige betriebliche Erträge 0,5 0,2 0,1
Ergebnis der gewöhnlichen
Geschäftstätigkeit 12,2 9,8 11,4 16,4 7,0
Sonstige Erträge/Aufwendungen –0,7 3,4 1,6 1,6 2,2
Ergebnis vor Steuern 11,4 13,2 13,0 18,0 9,2
Aufwand/Erlös aus Ertragssteuern –3,2 –4,0 –4,1 –4,8 2,3
Jahresüberschuss 8,2 9,2 9,0 13,2 11,5

Finanzlage

GRUNDLAGEN DES FINANZ MANAGE MENTS

Die oberste Zielsetzung des Finanzmanagements bei MorphoSys ist es, zu jeder Zeit ausreichend Liquiditätsreserven für branchenspezifische Fluktuation und das anhaltende Wachstum der Gesellschaft zur Verfügung zu stellen. Die wichtigsten Quellen hierfür sind die operativen Geschäftstätigkeiten der einzelnen Gesellschaftsteile und die daraus resultierenden Cash Inflows. Zur Ermittlung des Liquiditätsbedarfs werden Szenario- und Cash-Flow-Planungen eingesetzt.

CASH FLOWS

Der Netto Finanzmittelzufluss aus operativer Tätigkeit betrug 27,1 Mio. € in 2011 (2010: Finanzmittelzufluss von 1,9 Mio. €). Investitionstätigkeiten resultierten in einem Finanzmittelabfluss in Höhe von 18,1 Mio. € (2010: Finanzmittelabfluss von 2,0 Mio. €), während sich aus Finanzierungstätigkeiten ein Finanzmittelzufluss von 1,3 Mio. € ergab (2010: Finanzmittelzufluss von 2,9 Mio. €).

INVESTITIONEN

Die von MorphoSys im Geschäftsjahr 2011 getätigten Investitionen in Sachanlagen in Höhe von 2,3 Mio. € (2010: 2,3 Mio. €) betrafen vor allem die Laborausstattung. Die Abschreibungen auf Sachanlagen beliefen sich in 2011 auf 2,4 Mio. € gegenüber 2,1 Mio. € in 2010.

In 2011 investierte die Gesellschaft 1,3 Mio. € in immaterielle Vermögenswerte (2010: 11,5 Mio. €). Der Schwerpunkt der Investitionen hatte in 2010 auf der Einlizenzierung eines Wirkstoffs von Xencor gelegen. Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte beliefen sich in 2011 auf 4,3 Mio. € und lagen damit auf dem Niveau des Vorjahres (2010: 4,0 Mio. €).

LIQUIDITÄT

Am 31. Dezember 2011 verfügte die Gesellschaft über Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte von zusammen 134,4 Mio. €, verglichen mit 108,4 Mio. € am Jahresende 2010.

o n z e r n a b s c h l u s s

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Mehrjahresübersicht – Finanzlage

TAB. 10: MEHR JAHRES ÜBERSICHT – FINANZLAGE

in Mio. € 2011 2010 2009 2008 2007
Mittelzu-/abfluss aus
Geschäftstätigkeit 27,1 1,9 –1,0 28,6 17,1
Mittelzu-/abfluss aus
Investitionstätigkeit –18,1 –2,0 0,6 –39,3 –5,2
Mittelzu-/abfluss aus
Finanzierungstätigkeit* 1,3 2,9 1,4 2,5 32,6
Liquide Mittel (zum 31. Dezember) 54,6 44,1 41,3 40,1 48,4
Wertpapiere, zur Veräußerung verfügbar 79,8 64,3 93,9 97,8 58,5

* Im Jahr 2011 wurden Käufe von derivativen Finanzinstrumenten und Erlöse aus dem Verkauf der derivativen Finanzinstrumente innerhalb der Kapitalflussrechnung aus der Finanzierungstätigkeit in die operative Geschäftstätigkeit umgegliedert. Um vergleichende Informationen für das Vorjahr zu bieten, wurden die Zahlen für das Jahr 2010 entsprechend angepasst.

Bilanz

AKTIVA

Die Bilanzsumme hat sich am 31. Dezember 2011 um 18,6 Mio. € auf 228,4 Mio. € erhöht, von 209,8 Mio. € am 31. Dezember 2010. Die Zunahme der kurzfristigen Vermögenswerte um 22,2 Mio. € war im Wesentlichen das Ergebnis eines Anstiegs der marktgängigen Wertpapiere und der liquiden Mittel im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit um 25,9 Mio. € (vor allem als Folge der von Novartis erhaltenen Zahlung eines technologischen Meilensteins). Der Anstieg der marktgängigen Wertpapiere und liquiden Mittel wurde durch den Rückgang der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 2,8 Mio. € teilweise ausgeglichen.

Gegenüber dem 31. Dezember 2010 sanken die langfristigen Vermögenswerte um 3,6 Mio. €, vor allem als Folge der Abschreibungen auf Lizenzen und Patente.

VERBINDLICHKEITEN

Der Anstieg der kurzfristigen Verbindlichkeiten in 2011 von 21,4 Mio. € am 31. Dezember 2010 auf 23,8 Mio. € am 31. Dezember 2011 ergab sich vor allem aus einem Anstieg der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, der Rückstellungen und der Steuerverpflichtungen um 3,4 Mio. € bzw. 0,9 Mio. €. Im Vergleich mit 2010, erhöhten sich die Rückstellungen für externe Laborfinanzierung von 3,0 Mio. € auf 6,6 Mio. €, während sich die Rückstellungen für personalbezogene Aufwendungen um 1,0 Mio. € auf 5,1 Mio. € erhöhten. Der Anstieg der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Rückstellungen und der Steuerverbindlichkeiten wurde durch einen Rückgang der Umsatzabgrenzung um 1,8 Mio. € zum Teil ausgeglichen.

Der Anstieg der langfristigen Verbindlichkeiten in 2011 um 5,0 Mio. € auf 7,5 Mio. € resultierte vor allem aus einer Zunahme der langfristigen Umsatzabgrenzung in Zusammenhang mit Zahlungseingängen in 2011 aus einem im Dezember 2010 geschlossenen Vertrag.

EIGENKAPITAL

Am 31. Dezember 2011 belief sich das Konzerneigenkapital auf 197,1 Mio. €, verglichen mit 185,9 Mio. € am 31. Dezember 2010.

Die Zahl der ausgegebenen Aktien betrug zum 31. Dezember 2011 insgesamt 23.112.167, von denen sich 22.948.252 im Umlauf befanden (31. Dezember 2010: 22.890.252 bzw. 22.810.356 Aktien).

Der Anstieg der sich im Umlauf befindlichen Aktien um 137.896 Stück resultierte aus dem Nettoeffekt aus der Ausübung von an Mitglieder des Vorstands und an Beschäftigte ausgegebenen Aktienoptionen und Wandelschuldverschreibungen (221.915 Aktien) und einem Rückkauf eigener Aktien der Gesellschaft (84.019 Aktien).

Im Juni 2011 kaufte die Gesellschaft 84.019 Aktien über die Börse zurück und erhöhte den Bestand an eigenen Aktien entsprechend. Die Aktien werden zur Einrichtung eines langfristigen Anreizvergütungsplans der Gesellschaft für das Management verwendet.

Finanzierung

Am 31. Dezember 2011 belief sich die Eigenkapitalquote der Gesellschaft auf 86% verglichen mit 89% am 31. Dezember 2010. Die Gesellschaft finanziert sich derzeit nicht über Finanzschulden.

Außerbilanzielle Finanzierung

MorphoSys nutzt keinerlei außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente wie den Verkauf von Außenständen, durch Vermögenswerte besicherte Wertpapiere ("Asset-backed Securities"), "Sale and Lease back"-Transaktionen oder Eventualverbindlichkeiten in Verbindung mit nicht konsolidierten Zweckgesellschaften.

Bonitätseinstufung

MorphoSys wird gegenwärtig von keiner Agentur auf ihre Kreditwürdigkeit hin beurteilt.

Mehrjahresübersicht – Bilanzstruktur

in Mio. € 2011 2010 2009 2008 2007
Aktiva
Kurzfristige Vermögenswerte 154,7 132,5 155,6 150,1 122,9
Langfristige Vermögenswerte 73,7 77,3 50,5 53,2 61,8
Gesamt 228,4 209,8 206,1 203,3 184,7
Passiva
Kurzfristige Verbindlichkeiten 23,8 21,4 24,3 27,4 29,4
Langfristige Verbindlichkeiten 7,5 2,5 7,9 13,9 9,8
Eigenkapital 197,1 185,9 173,9 162,0 145,5
Gesamt 228,4 209,8 206,1 203,3 184,7

Vergleich von tatsächlichem und prognostiziertem Geschäftsverlauf

Im Verlauf von 2011 zeigte MorphoSys eine solide Finanzleistung. Aufgrund volatiler Wechselkursraten und der Verzögerung einiger Meilensteinzahlungen verfehlte die Gesellschaft ihr zu Jahresbeginn gesetztes Umsatzziel und passte ihre Prognose im vierten Quartal entsprechend an. Der operative Gewinn wurde hiervon jedoch nicht beeinträchtigt und die Pipeline machte gute Fortschritte.

Ziele 2011 Ergebnisse 2011
Finanzziele Konzernumsatz von 105-110 Mio. € (im Oktober gesenkt
auf knapp unter 105 Mio. €)
Konzernumsatz von 100,8 Mio. €
AbD Serotec Segmentumsätze von 22-23 Mio. € (Im Ok
tober gesenkt auf ca. 20 Mio. €)
AbD Serotec Segmentumsätze von 19,3 Mio. €
Investitionen in die eigene F&E in Höhe von 40 -45 Mio. € Investitionen in die eigene F&E in Höhe von 36,7 Mio. €
AbD Serotec Gewinnmarge von ~4% AbD Serotec Gewinnmarge von 5%
Operativer Konzerngewinn von 10-13 Mio. € Operativer Gewinn von 12,2 Mio. €
Eigene F&E MOR103:
− Weiterentwicklung des Programms in RA
− Start der klinischen Evaluierung in multipler Sklerose
− Vorbereitung der klinischen Erprobung der subkutanen
Verabreichung
− Studie der Phase 1b/2a im Plan für die Veröffentlichung
abschließender Daten in 2012
− Rekrutierungsbeginn für die Studie der Phase 1b im De
zember 2011
− Anfang 2012 Start einer Bioverfügbarkeitsstudie
Start der klinischen Evaluierung von MOR202 für das mul
tiple Myelom
Start einer Studie der Phase 1/2a im September 2011
Technologische Ankündigungen Vorstellung der neuen Ylanthia-Plattform im Dezember 2011
Partner-Pipeline 1-3 Klinikgänge mit Partnern 2 Klinikgänge mit Partnern durchgeführt
Klinische Daten von Partnerprogrammen Roche veröffentlichte die ersten Amyloid-Bildgebungsdaten
aus dem HuCAL-basierten Alzheimer-Programm Gantener
umab; Anstieg der Partnerprogramme in der Phase 2 von 5
in 2010 auf 7 am Jahresende 2011
Klinische Pipeline Weitere Ausdehnung der klinischen Pipeline Anstieg der Programme in der klinischen Erprobung von 17
in 2010 auf 20 am Jahresende 2011
AbD Serotec Weitere Durchdringung des Diagnostikmarkts Markteinführung der ersten HuCAL-basierten
Diagnostiktests

TAB. 12: VERGLEICH VON TATSÄCHLICHE M UND PROGNOSTIZIERTE M GESCHÄFTSVERLAUF

Allgemeine Einschätzung des Geschäftsverlaufs durch die Geschäftsleitung

Der Vorstand kann für das Geschäftsjahr 2011 erneut über eine sehr solide Geschäftsentwicklung des MorphoSys-Konzerns berichten. Die Mehrzahl der Unternehmensziele wurde erreicht, wobei alle Geschäftsbereiche ihren Beitrag zu dieser positiven Entwicklung leisteten. Der Konzernumsatz stieg im Vergleich zu 2010 stark an, blieb jedoch aufgrund von Währungseinflüssen und der Verschiebung einzelner Meilensteinzahlungen in das Jahr 2012 leicht hinter den ursprünglichen Erwartungen zurück. Insgesamt gesehen hat der MorphoSys-Konzern erneut einen Umsatzzuwachs von 16% erwirtschaftet und blieb mit einem operativen Gewinn von 12,2 Mio. € profitabel. Die finanzielle Situation des Unternehmens blieb in 2011 mit einer Eigenkapitalquote von 86%, einer Liquiditätsposition in Höhe von 134,4 Mio. € und keinerlei Finanzschulden weiterhin sehr stabil.

Der größte Beitrag wurde wiederum vom Geschäftsbereich Partnered Discovery erwirtschaftet, wobei der technologische Meilenstein im Rahmen der MorphoSys-Allianz mit Novartis im Mittelpunkt stand. Aufgrund des positiven Geschäftsverlaufs dieses Geschäftssegments konnte MorphoSys weiterhin in seine Eigenprodukt- und Technologieentwicklung investieren und die F&E-Ausgaben im Verlauf von 2011 um 23% erhöhen. Trotz des Anstiegs der Investitionen in die Eigenentwicklung konnte das Unternehmen einen soliden operativen Gewinn ausweisen.

Die Produktpipeline von MorphoSys ist weiter gewachsen und gereift. Mit zwei Partner-Klinikgängen, einem weiteren eigenen Wirkstoff in der klinischen Entwicklung und zwei Partnerprogrammen, die in die Phase 2 vorrückten, hat sich die Pipeline erfolgreich entwickelt. Derzeit befinden sich insgesamt 20 Programme in der klinischen Evaluierung. Das firmeneigene Portfolio von MorphoSys zeigte gute Fortschritte; die in 2011 erzielten Leistungen waren der Wegbereiter für erste klinische Daten und die Aufnahme von Verhandlungen zur Auslizenzierung in 2012.

AbD Serotec konnte aufgrund des schwierigen Marktumfelds und infolge der Währungseinflüsse seine Wachstumserwartungen nicht erfüllen. Insbesondere in Europa beeinträchtigte die Wirtschaftskrise weiterhin die Nachfrage. Mit den ersten Diagnosetests auf der Basis von HuCAL-Antikörpern, die 2011 auf den Markt kamen, setzte das Segment jedoch seine Marktdurchdringung im Diagnostiksektor fort.

Beurteilungen durch die Geschäftsleitung

Im Konzernabschluss wurden keine Bilanzierungsgrundsätze angewendet oder damit zusammenhängende Optionen ausgeübt, die sich von denen der Vorjahre unterscheiden und die, wenn sie angewendet oder anders ausgeübt worden wären, eine bedeutsame Auswirkung auf die Vermögens- und Finanzlage sowie die Bilanzstruktur gehabt hätten. Informationen zu den Auswirkungen des Einsatzes von Schätzungen, Annahmen und Beurteilungen durch die Geschäftsleitungen sind im Anhang zum Konzernabschluss zu finden.

Nachhaltigkeitsbericht

Für MorphoSys geht der wirtschaftliche Erfolg einher mit Unternehmensaktivitäten, die hinsichtlich der Umwelt und der Allgemeinheit ausbalanciert sind. Diese drei Kriterien sind daher in allen Geschäftsprozessen fest etabliert. Mit einer solchen auf Nachhaltigkeit abzielenden Strategie stellt sich MorphoSys seiner Verantwortung für gegenwärtige und künftige Generationen und sichert damit gleichzeitig seinen langfristigen Unternehmenserfolg. Der Nachhaltigkeitsbericht erläutert die Auffassungen von MorphoSys in Bezug auf ökologische und soziale Verantwortung und die sich daraus ergebenden Maßnahmen. Angaben zur Managementstruktur und zu Corporate-Governance-Praktiken von MorphoSys sind dem Corporate-Governance-Bericht auf der Seite 80 zu entnehmen.

Nachhaltige Unternehmensführung bei MorphoSys

Kaum ein anderer Industriezweig leistet im Ganzen einen solch direkten Beitrag zum Wohlergehen der Gesellschaft wie die Gesundheitsbranche, einschließlich des Biotechnologiesektors. Es liegt auf der Hand, dass erfolgreiche Therapeutika und bessere Anwendungen für Forschung und Diagnostik einen bedeutenden sozialen Nutzen bieten können. Obwohl biotechnologische Ansätze wie beispielsweise therapeutische Antikörper Chancen für neue und verbesserte Medikamente gegen schwere Krankheiten und für Produktionsverfahren eröffnen, die oftmals im Vergleich zu herkömmlichen Arzneimitteln umweltverträglicher sind, bleibt die Branche weiterhin im Zentrum ethischer Diskussionen.

Wie im Corporate-Governance-Bericht auf der Seite 80 ausgeführt, bekennt sich der Vorstand von MorphoSys klar zur Bedeutung sozialer und ökologischer Faktoren für den Unternehmenserfolg. MorphoSys verfolgt ein auf nachhaltiges Wachstum ausgerichtetes Geschäftsmodell, das die Interessen seiner Anteilseigner wahrt und für sie und alle Interessengruppen des Unternehmens Werte schafft. Intern spiegelt sich dies in einer langfristigen Personalpolitik und in zukunftsgerichteten F&E-Aktivitäten wider: Die vollständig in-vitro-basierten Technologien von MorphoSys stellen eine echte, schnelle und kosteneffiziente Alternative zu Tiermodellen dar und versprechen seinen Investoren die maximal mögliche Rendite. Auch wenn neuartige, biotechnologisch hergestellte Medikamente heute noch eine recht teure Medikamentenklasse darstellen, können sie langfristig zur Senkung der Gesundheitskosten beitragen – ein entscheidender Punkt, um den Bedürfnissen einer alternden Bevölkerung im Rahmen der Gesundheitsversorgung Rechnung zu tragen. Nach Ansicht des Managements enthält das vorliegende Geschäftsmodell von MorphoSys keinerlei Bestandteile, die den auf ein nachhaltiges Investment zielenden Interessen der Anteilseigner zuwiderlaufen.

Um sicherzustellen, dass Faktoren, die die nachhaltige Unternehmensleistung von MorphoSys gefährden könnten, frühzeitig erkannt und geeignete Gegenmaßnahmen ergriffen werden, hat die Gesellschaft in den letzten Jahren ein umfassendes Risikomanagementsystem eingerichtet. MorphoSys geht prinzipiell nur solche Risiken ein, die gleichzeitig Chancen bieten, seinen nachhaltigen Unternehmenswert zu steigern (mehr zu Risiken und Chancen auf der Seite 70).

Die konzernweite Kontrolle über die Einhaltung dieser Strategie liegt in der Verantwortung des Gesamtvorstands unter der Leitung des Vorstandsvorsitzenden. Die Nachhaltigkeitsstrategie von MorphoSys ist in seine Planung integriert und beeinflusst die gesamte Wertkette an allen Standorten der Gesellschaft. Die Art und Weise, wie diese Strategie von MorphoSys in das Tagesgeschäft eines jeden Beschäftigten zu übertragen ist, ist im Credo als Teil des Verhaltenskodex (Code of Conduct) geregelt, der in 2011 konzernweit eingeführt wurde. Um sicherzustellen, dass das unternehmerische Verhalten diesen Richtlinien entspricht, bietet MorphoSys regelmäßige Mitarbeiterschulungen zum Thema Verhaltenskodex allgemein und speziell über bestimmte Risikobereiche wie beispielsweise Mobbing an. Jeder Beschäftigte hat die Möglichkeit, sich beim für den Verhaltenskodex zuständigen Komitee (Code of Conduct-Komitee), bestehend aus dem Head of Global Human Resources (Vorsitz) und drei weiteren Mitgliedern, Rat in Compliance-Fällen zu holen und – auf Wunsch auch anonym – Verdachtsfälle oder Verstöße zu melden. Verstöße gegen die Compliance werden konsequent verfolgt und geeignete Gegenmaßnahmen ergriffen. Die Gesellschaft hält jedoch schwerwiegende Verstöße einzelner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich wesentlich auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns auswirken könnten, für unwahrscheinlich und bisher wurde kein Verstoß gemeldet.

Der nachfolgende Bericht über die Implementierung der Unternehmensstrategie von MorphoSys und dessen nachhaltige Unternehmensentwicklung orientiert sich an den Empfehlungen des Deutschen Nachhaltigkeitskodex, den der Rat für Nachhaltige Entwicklung im Oktober 2011 vorgeschlagen hat. Darüber hinaus ist er an die SD-KPI-Standards des SD-M® angelehnt.

Nachhaltige Leistung bei MorphoSys

ETHISCHE STANDARDS UND DIALOG MIT DEN INTERESSEN - GRUPPEN

Wie im Verhaltenskodex von MorphoSys beschrieben, befolgt die Gesellschaft bei der Durchführung von klinischen Studien in Menschen oder von Tierversuchen allerhöchste wissenschaftliche und ethische Prinzipien, insbesondere die "Deklaration von Helsinki" des Weltärztebunds (World Medical Association – WMA). Die Einhaltung geltender nationaler und internationaler Vorschriften ist für jeden Beschäftigten von MorphoSys wie auch für betroffene Drittunternehmer verbindlich.

Da die Gesellschaft nicht über eigene, für diese Art der Forschung geeignete Labors verfügt, vergibt sie alle Tierstudien an Auftragsforschungsinstitute (Contract Research Organizations – CROs). Im Rahmen seiner Produktentwicklungsaktivitäten gibt MorphoSys Tierstudien in Übereinstimmung mit den Grundsätzen des Tierschutzes und des humanen Umgangs, wie sie in nationalen und europäischen Vorschriften geregelt sind, in Auftrag. MorphoSys hat ein Qualitätssicherungs- und -kontrollsystem mit schriftlichen Standard Operating Procedures (SOPs) eingeführt, das gepflegt und fortlaufend verbessert wird und sicherstellen soll, dass mit Tierstudien nur solche Auftragsforschungsinstitute beauftragt werden, die die lokalen, nationalen und internationalen Vorschriften befolgen. Studien werden prinzipiell nur nach Zustimmung der betreffenden zuständigen Ethikkommission und nur unter ständiger veterinärärztlicher Kontrolle durchgeführt.

MorphoSys zeigt seine moralische Verpflichtung für einen respektvollen Umgang mit und Einsatz von Tieren, indem nach Möglichkeit mit Einrichtungen zusammengearbeitet wird, die neben der Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften zur Forschung mit Tieren über den Qualitätssicherungsnachweis Gute Laborpraxis

(GLP) und/oder eine AAALAC (Association for Assessment and Accreditation of Laboratory Animal Care)-Akkreditierung verfügen. Darüber hinaus werden im Rahmen eines Bewertungsprozesses, der vor der Auftragsvergabe einer jeden Studie durchgeführt wird, die CRO-Testeinrichtungen der Auftragsforschungsinstitute, die Ausbildung und Kompetenz des zuständigen Personals sowie der Tierschutz überprüft.

In Bezug auf den Umgang mit gesunden Freiwilligen und mit Patienten in von MorphoSys finanzierten klinischen Studien beachtet MorphoSys strikt ethische Grundsätze, die ihren Ursprung in der bereits erwähnten Deklaration von Helsinki haben. Außerdem werden Versuche unter Beachtung der maßgeblichen Bestimmungen über die Privatsphäre und Vertraulichkeit durchgeführt. Die Wahrung der Rechte und der Sicherheit sowie des Wohlergehens aller Teilnehmer an klinischen Studien hat für MorphoSys eine hohe Priorität. Klinische Studien werden nur nach Zustimmung der betreffenden unabhängigen Ethikkommission und/oder des institutionellen Prüfgremiums begonnen. Vor Teilnahme an einer klinischen Studie hat jeder Teilnehmer eine nach vorheriger Aufklärung zu erfolgende Einverständniserklärung auf freiwilliger Basis abzugeben.

Ziel der geschäftlichen Aktivitäten von MorphoSys ist es, durch seine wissenschaftliche Arbeit den Gesundheitszustand von Patienten zu verbessern. Das Unternehmen kann dieses Ziel jedoch nur erreichen, wenn seine unternehmerischen Aktivitäten auch gesellschaftliche Akzeptanz finden. Dies setzt einen ständigen und offenen Dialog mit den Interessengruppen voraus, um mögliche Bedenken hinsichtlich biotechnologischer Ansätze zu verstehen und die Aktivitäten von MorphoSys und deren Vorteile zu erläutern. Zu diesem Zweck betätigt sich MorphoSys in vielfältiger Weise, beispielsweise durch die Teilnahme an öffentlichen Informationsveranstaltungen wie die "Münchner Wissenschaftstage 2011", und unterstützt aktiv die Arbeitsgruppe "Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit" der BIO Deutschland e.V.

EINKAUF

Aufgabe der Abteilung Einkauf von MorphoSys ist es, Lieferengpässe oder eine Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten – insbesondere bei der Beschaffung von Rohstoffen und Gerätschaften für die firmeneigene F&E – zu vermeiden. Sie überwacht kontinuierlich die internationalen Beschaffungsmärkte auf sichere und qualitativ hochwertige Materialien zu günstigen Konditionen. Lieferanten und Transportunternehmen werden zwar nach ökonomischen Kriterien ausgewählt, sollen aber auch die Menschenrechte und international anerkannte Arbeitsrichtlinien einhalten. Bestellungen werden von MorphoSys nach Möglichkeit systematisch gebündelt und Verträge mit strategischen Lieferanten für mittlere bis lange Laufzeiten geschlossen.

UMWELTSCHUTZ UND ARBEITSSICHERHEIT

MorphoSys verfügt derzeit nicht über ein System, mit dem sein Einfluss auf die Umwelt genau quantifiziert werden kann. Die Geschäftsleitung überwacht jedoch sehr strikt den Einsatz und die betreffenden Kosten von Gütern und Dienstleistungen, die sich auf die Umwelt auswirken. Das Unternehmen ist kontinuierlich darum bemüht, mit technischen Verbesserungen, einem optimierten Abfallmanagement und weiteren Maßnahmen den Energieeinsatz zu senken. So nahm MorphoSys in 2011 erneut am Carbon Disclosure Project teil und hat dabei seinen internen Verbrauch und den Umgang mit bestehenden Ressourcen überwacht. Das Unternehmen ist somit in der Lage, bei Bedarf umgehend geeignete Maßnahmen zum effizienteren Umgang mit bestehenden Ressourcen zu ergreifen, hat jedoch bislang keinen übermäßigen Verbrauch oder nicht zu rechtfertigende Kosten festgestellt. Nichtsdestoweniger hat MorphoSys einen ersten Schritt zur Reduzierung des weiteren Anstiegs der Treibhausgase unternommen und seine deutsche Belegschaft ermuntert, sich an einer gemeinsamen Initiative einer deutschen Krankenkasse und des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs (ADFC) zu beteiligen und mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren. Als Ergebnis dieses Aufrufs wurde MorphoSys als "fahrradfreundlicher Betrieb" zertifiziert.

MorphoSys setzt in seiner Forschung und Entwicklung nur kleinste Mengen von Gefahrstoffen oder genehmigungspflichtigen Chemikalien ein, deren Anwendung und Entsorgung regelmäßig überwacht und bewertet wird. Die Abteilung für Gesundheit & Arbeitssicherheit stellt die Einhaltung der einschlägigen Vorschriften im Unternehmen sicher und führt für die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter spezielle Schulungsmaßnahmen durch. Im Hinblick auf die besonderen Anforderungen der Produktionsprozesse und die Veränderungen im regulatorischen Umfeld werden die entsprechenden Richtlinien und Maßnahmen fortlaufend optimiert und angepasst.

Use of lowest possible amount of hazardous substances Einsatz der geringstmöglichen Menge an Schadstoffen

Nur speziell ausgebildeten Mitarbeitern in gehobenen Positionen ist der Umgang mit Giftstoffen gestattet

Arbeiten mit ansteckenden Krankheitserregern finden in Laborräumen mit speziellen Sicherheitsstandards statt

Einführung von gefährlichen Substanzen im Bereich F&E:

Dediziertes Biosicherheits-Team gemäß Gentechnik-Sicherheitsverordnung (GenTSV) und Sicherheitsexperten führen interne Prüfung durch, um die damit verbundenen Risiken zu bewerten

  • Spezifische Sicherheits- und Evakuierungstrainings für die Mitarbeiter, die mit den Substanzen arbeiten werden
  • Sicherstellung, dass alle notwendigen Sicherheitsmaßnahmen implementiert sind, bevor die tatsächliche Arbeit mit der Substanz beginnt

Only certified companies are authorized by MorphoSys to dispose chemical waste Nur zertifizierte Unternehmen werden von MorphoSys mit der Entsorgung chemischer Abfälle beauftragt

QUALITÄTSSICHERUNG

Sicherheitsrisiken können für die wirtschaftliche Lage eines Biotechnologieunternehmens zu einer ernsthaften Bedrohung werden. MorphoSys folgt genauen Verfahrensabläufen und strengen Regeln, um auf diese Weise Risiken für Patienten so gering wie möglich zu halten. Um diese Prozesse kontrollieren und regulieren zu können, hat MorphoSys für seine firmeneigene F&E ein integriertes Qualitätsmanagement nach den Grundsätzen der ordnungsgemäßen Herstellung (Good Manufacturing Practice – GMP), der guten klinischen Praxis (Good Clinical Practice – GCP) und der guten Laborpraxis (Good Laboratory Practice – GLP) eingerichtet. Mit der Unterstützung des Vorstands von MorphoSys stellt eine eigenständige Qualitätssicherungsabteilung sicher, dass alle F&E-Maßnahmen den nationalen und internationalen Gesetzen, Vorschriften und Richtlinien entsprechen und so die hohen Qualitätsstandards beachtet sowie die Sicherheit der Patienten, die Produktqualität und die Datensicherheit gewährleistet werden.

Für die Durchführung der klinischen Erprobung erstellt die Abteilung Qualitätssicherung im Rahmen ihres Prüfungsprogramms für jede klinische Studie einen eigenen Prüfungsplan. Die in die klinischen Studien einbezogenen Auftragsforschungsinstitute, externen Lieferanten und Forschungsstandorte werden durch die Abteilung für Qualitätssicherung anhand eines risikobasierten Prüfungsansatzes geprüft.

Für seine firmeneigenen Entwicklungsaktivitäten ist MorphoSys im Besitz einer Herstellungslizenz zur Freigabe von klinischem Versuchsmaterial und wurde von den zuständigen deutschen Behörden (Regierung von Oberbayern) mit einem Zertifikat für die Einhaltung der Standards und Richtlinien für ordnungsgemäße Herstellung (Good Manufacturing Practice – GMP) versehen.

Für seine Forschungs- und diagnostischen Aktivitäten, unterhält AbD Serotec seinen Fertigungsstandort im britischen Oxford, MorphoSys UK Ltd. Dieser Standort ist nach den Qualitätsmanagementnormen ISO 9001:2008 und ISO 13485:2003 zertifiziert. Der US-amerikanische Standort in Raleigh, North Carolina, ist ebenfalls nach ISO 9000:2008 zertifiziert. Dieses Zertifikat wurde im Jahr 2011 auch dem Standort Puchheim nahe München verliehen.

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GEISTIGES EIGENTU M

Das wertvollste Kapital von MorphoSys sind seine firmeneigenen Technologien und die daraus hervorgegangenen Produkte. Daher festigt und erweitert das Unternehmen weiterhin die starke Patentposition seiner Entwicklungsprogramme MOR103, MOR208 und MOR202 und seines wachsenden Technologieportfolios. Bei den mit Partnern betriebenen Programme melden die Partnerunternehmen die einzelnen Medikamente in Zusammenarbeit mit der Patentabteilung von MorphoSys zum Patent an. Die mit Partnern betriebenen und die firmeneigenen Medikamentenentwicklungsprogramme verfügen über einen zusätzlichen Patentschutz, wobei die jeweilige Patentdauer die Laufzeit der HuCAL-Technologie weit übersteigt.

In 2011 hat das US-Patentamt ein weiteres Patent für den am weitesten fortgeschrittenen MorphoSys-Wirkstoff MOR103 gegen GM-CSF und die pharmazeutischen Zusammensetzungen erteilt, in denen dieser Wirkstoff enthalten ist. Das erteilte Patent ergänzte ein anderes US-Patent, das in 2008 zum Schutz der klinisch relevanten medizinischen Nutzung von Antikörpern gegen das Zielmolekül GM-CSF erteilt worden war, zu denen MorphoSys im Rahmen eines Lizenzabkommens mit der Universität von Melbourne exklusiven Zugang hat. Neben den kürzlich eingereichten zusätzlichen Patentanträgen bieten diese beiden Patentfamilien dem Programm MOR103 von MorphoSys einen starken Schutz des geistigen Eigentums. Das Unternehmen hat auch seine vor kurzem angekündigte Technologieentwicklung, die neue Antikörperplattform Ylanthia, mit Patentanträgen abgesichert.

Gegenwärtig verfolgen die Patentanwälte von MorphoSys weltweit mehr als 40 verschiedene firmeneigene Patentfamilien, zusätzlich zu den zahlreichen Patentfamilien, die das Unternehmen zusammen mit seinen Partnern verfolgt.

In den letzten fünf Jahren wurden keine Produkte zurückzugerufen und es wurden weder Bußgeld- noch Vergleichszahlungen verhängt, die durch Rechtsstreitigkeiten verursacht wurden.

PERSONAL

MorphoSys unterstützt die Erreichung seiner strategischen Ziele mit einer zukunftsorientierten Personalpolitik und bemüht sich, für Fachkräfte aus aller Welt ein attraktiver Arbeitgeber zu sein. Das Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, eine fachlich breit gefächerte Belegschaft zu beschäftigen, um den innovativen Geist le-

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bendig zu erhalten und von den unterschiedlichen Kenntnissen und Fähigkeiten zu profitieren. Gegenwärtig arbeiten talentierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus 12 verschiedenen Ländern für MorphoSys. Innovationsgeist und Engagement werden gefördert und gute Ideen auf Einzelfallbasis belohnt.

In 2011 hat sich MorphoSys im Personalbereich darauf konzentriert, die internen Abläufe zu vereinfachen und sie effizienter zu gestalten. Die zwei bedeutendsten Maßnahmen waren das neue Online-Instrument zur Personalbeschaffung und die nun komplett unternehmensintern durchgeführte Gehaltsabrechnung. Diese Veränderungen führten im Unternehmen zu zügigeren und transparenteren Abläufen auf qualitativ hohem Niveau und sparen gleichzeitig Verwaltungskosten.

Das Unternehmen bietet eine leistungsbezogene Vergütung und eine umfangreiche berufliche Fortbildung. In 2011 wurde für das Senior Management und den Vorstand von MorphoSys ein langfristiger Anreizplan eingerichtet. Sie verknüpft die langfristige Vergütung des Managements mit der Erreichung von Unternehmenszielen und der Aktienkursentwicklung und dient damit eindeutig den Aktionärsinteressen. Das Unternehmen investiert in die berufliche Entwicklung seiner Belegschaft in Form spezieller Weiterbildungs- und Entwicklungsprogramme. Beschäftigte in den Bereichen Forschung und Produktentwicklung wie auch in verschiedenen Managementpositionen werden von einer Vielzahl interner und externer Ausbildungsprogramme gefördert. Morpho-Sys engagiert sich auch aktiv in der Ausbildung junger Menschen mit dem Angebot einer innerbetrieblichen Berufsausbildung. Am 31. Dezember 2011 waren bei MorphoSys vier Auszubildende für die IT-Abteilung und vier Auszubildende als künftige Labortechniker Biologie angestellt (31. Dezember 2010: drei IT-Auszubildende; zwei Auszubildende Labortechniker Biologie).

Das Unternehmen verfügt über eine Reihe von Instrumenten, mit denen es seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dabei unterstützt, ihre beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten mit ihrer persönlichen Lebensplanung in Einklang zu bringen – ein Punkt, der für Unternehmen immer mehr an Bedeutung zunimmt, die leistungsbereites Personal anwerben und halten wollen. Das Management von MorphoSys hat den Trend bereits vor Jahren erkannt und bietet seiner Belegschaft in dieser Hinsicht eine Reihe von Möglichkeiten wie beispielsweise spezielle Teilzeitangebote oder Heimarbeitsmodelle, die auf die persönlichen Bedürfnisse und die des Unternehmens zugeschnitten sind. Für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit jungen Familien erleichtert MorphoSys mit speziellen Angeboten den Wiedereintritt in das Berufsleben und hilft bei der Abstimmung von Berufs- und Familienleben. MorphoSys ist Mitbegründer und Träger der Kindertagesstätte "BioKids" in Martinsried und hat Sondervereinbarungen mit einem deutschen Dienstleister, der für erwerbstätige Familienmitglieder zusätzliche Leistungen anbietet.

Wie in seinen ethischen Grundsätzen (Credo) festgehalten, ist transparente und offene Kommunikation Bestandteil der Unternehmenskultur von MorphoSys. Dies zeigt sich an dem zweiwöchentlich stattfindenden "General Meeting", in dem der Vorstand der Belegschaft die jüngsten Entwicklungen des Unternehmens erläutert und oftmals auf spezielle Projekte und die daran beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter näher eingeht, aber auch alle in der Versammlung gestellten oder vorher eingereichten Fragen offen beantwortet. Fragen können auf Wunsch auch anonym gestellt werden.

MorphoSys stuft den Schutz seiner Beschäftigten gegen Gefahren am Arbeitsplatz und die Erhaltung ihrer Gesundheit durch präventive Maßnahmen als sehr wichtig ein. Daher ist die Zahl der

in % 2011 2010 2009 2008 2007
Deutschland 2,7 1,7 2,0 1,3 1,0
Großbritannien 1,7 1,7 1,7 1,5 1,3
USA 1,2 1,7 1,1 1,2 1,7

Arbeitsunfälle sehr niedrig (2011: 8; 2010: 7). In der Mehrzahl der Unfälle handelt es sich um leichtere Verletzungen wie Schnittverletzungen oder Blutergüsse, die nicht mit der Branche in Verbindung stehen, in der MorphoSys tätig ist. Mithilfe von Richtlinien und Schulungen durch die Abteilung Gesundheit & Arbeitssicherheit, aber auch mit dem Angebot regelmäßiger medizinischer Untersuchungen ist MorphoSys bestrebt, die Unfallzahlen auf diesem niedrigen Stand und die Sicherheit und das Wohlbefinden aller Beschäftigten auf dem höchstmöglichen Niveau zu halten. Der Erfolg dieser Maßnahmen zeigt sich in den niedrigen Fehlzeiten an allen MorphoSys-Standorten.

Risiken und Chancen

Unternehmerischer Erfolg ist ohne das bewusste Eingehen von Risiken nicht möglich. Durch seine weltweiten Geschäftsaktivitäten ist MorphoSys einer Reihe von Risiken ausgesetzt, die sich auf den Geschäftsverlauf auswirken können. Das Risikomanagementsystem von MorphoSys hilft, die mit den strategischen Unternehmenszielen in Zusammenhang stehenden Risiken zu bewältigen und sein strategisches Chancenpotenzial zu maximieren. Eine regelmäßige Überprüfung der Strategie stellt sicher, dass Chancen und Risiken in einem vernünftigen Verhältnis stehen. MorphoSys geht nur dann ein Risiko ein, wenn es gleichzeitig die Chance bietet, den Unternehmenswert zu steigern.

Risikomanagement

MorphoSys versteht unter Risikomanagement die ständige Aufgabe, aktuelle und mögliche Entwicklungen im Unternehmen und in seinem unternehmerischen Umfeld zu erkennen, zu analysieren und zu bewerten. Gegebenenfalls ergreift MorphoSys Maßnahmen zur Verbesserung. Aus diesem Grund spielt das Risikomanagementsystem bei der Steuerung und Kontrolle des Unternehmens eine wichtige Rolle. Es versetzt den Vorstand in die Lage, Risiken, die das Wachstum oder gar die Existenz von MorphoSys gefährden könnten, frühzeitig zu identifizieren und Maßnahmen zu ergreifen, die deren Auswirkung so weit wie möglich abmildern. Die Gesellschaft überwacht kontinuierlich ihren Risikomanagementansatz und passt das System bei Bedarf an.

Chancenmanagement

MorphoSys identifiziert Chancen auf der Grundlage von Analysen aus umfangreichen quantitativen und qualitativen Marktdaten, Forschungsprojekten und allgemeinen Entwicklungstrends im biotechnologischen Umfeld. Die enge Zusammenarbeit seiner Abteilungen versetzt MorphoSys in die Lage, Marktchancen weltweit bereits zu einem frühen Zeitpunkt zu erkennen. Ein Überblick über die wichtigsten Chancen, die das Unternehmen für die geschäftliche Weiterentwicklung zu ergreifen beabsichtigt, kann dem Abschnitt "Ausblick und Prognose" auf der Seite 76 entnommen werden.

Rechnungslegungsbezogenes internes Kontrollsystem

MorphoSys nutzt umfangreiche interne Kontrollen, konzernweite Richtlinien zur Berichterstattung und weitere Maßnahmen wie Mitarbeiterschulungen und fortlaufende Weiterbildung in der Absicht, die Richtigkeit der Buchhaltung und des Rechnungswesens wie auch die Zuverlässigkeit der Finanzberichterstattung im Konzernabschluss und Konzernlagebericht sicherzustellen. Dieser in-

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tegrale Bestandteil der Konzernrechnungslegung setzt sich aus Präventions-, Überwachungs- und Erkennungsmaßnahmen zusammen, die dazu dienen sollen, die Sicherheit und Kontrolle im Rechnungswesen und in den operativen Funktionen sicherzustellen. Nähere Angaben zum internen Kontrollsystem in Bezug auf die Finanzberichterstattung ist dem Corporate-Governance-Bericht auf der Seite 80 zu entnehmen.

Risiken

RISIKOMANAGE MENTSYSTE M

Das Risikomanagementsystem (RMS) ist ein zentraler Bestandteil der Maßnahmen von MorphoSys zur Erfüllung gesetzlicher Vorschriften und der Vorgaben einer guten Unternehmensführung.

MorphoSys hat ein umfassendes System eingerichtet, um Risiken in allen Teilen des Unternehmens erkennen, bewerten, übermitteln und bewältigen zu können. Das RMS von MorphoSys identifiziert Risiken so früh wie möglich und ermöglicht so geeignete Gegenmaßnahmen, um betriebliche Verluste zu limitieren und Risiken zu vermeiden, die die Existenz des Unternehmens gefährden könnten. Alle Maßnahmen zur Abmilderung eines Risikos

werden eindeutig Risikoverantwortlichen zugeordnet, die vorwiegend der Senior Management Group von MorphoSys angehören.

Im Rahmen eines systematischen Risikobewertungsprozesses werden alle wesentlichen Risiken der verschiedenen MorphoSys-Geschäftsbereiche sowie in Bezug auf das Unternehmen als Ganzes bewertet. Solche Risikobewertungen finden zweimal im Jahr statt. Risiken werden beurteilt, indem ihre quantifizierbare Auswirkung für den MorphoSys-Konzern und ihre Eintrittswahrscheinlichkeit mit und ohne Ingangsetzung eines Schadensminderungsprozesses miteinander verglichen werden. Eine Übersicht über die aktuelle Risikobewertung durch MorphoSys ist aus Abb. 9 zu ersehen. Das Risikomanagementsystem wird regelmäßig im Vorstand und gemeinsam mit dem Aufsichtsrat erörtert. Um sicherzustellen, dass das Risikomanagementsystem stets für mögliche Veränderungen weiterentwickelt wird, wird es regelmäßig von externen Beratern überprüft.

Im Verlauf des letzten Jahres hat MorphoSys sein Risikomanagementsystem weiter verbessert und die angewandte Methodik leicht geändert. Die Bewertungsperiode von zwölf Monaten wurde um eine mittelfristige Sicht von drei Jahren ergänzt, um Verpflichtungen aus der firmeneigenen Entwicklung mit langen Laufzeiten einzubeziehen. MorphoSys hat mit der geänderten Methodik bereits erfolgreich einen Bewertungszyklus durchgeführt.

DARSTELLUNG DER RISI KEN VON MORPHOSYS

MorphoSys ordnet die wichtigsten Risiken den folgenden Kategorien zu:

  • Finanzrisiken (Risiken in Zusammenhang mit jeder Form von Finanzierung und Finanzierungsinstrumenten, wie beispielsweise Liquidität, Währungen, Zinsen, Steuern und Inkasso)
  • Betriebliche Risiken (z.B. Beschaffung/Produktion, Vertrieb/Logistik, Kunden, Personal)
  • Strategische Risiken (z.B. Unternehmensimage, überlegene Konkurrenzprodukte)
  • Externe Risiken (Risiken jenseits der Kontrolle des Unternehmens, z.B. wirtschaftliche, politische, rechtliche Risiken)
  • Organisatorische Risiken (z.B. IT, Corporate Governance, Facility Management, Nachfolgeplanung)
  • Compliance-Risiken (z.B. Datensicherheit, Nichteinhaltung von Vorschriften der US-amerikanischen FDA)

ABB. 9: RISI KOBEWERTUNG DURCH MORPHOSYS

Risikobeschreibung 1-Jahres-Schätzung 3-Jahres-Schätzung
Finanzielle Risiken
Risiken durch das Verfehlen der gesteckten Umsatzziele aus dem bestehenden
Geschäft mit Partnern oder neuen Produkten und Serviceangeboten
b b
Risiken durch das Ausbleiben von Meilensteinzahlungen aufgrund verfehlter
Entwicklungsfortschritte im Rahmen der Partner-Programme
b b
Risiken im Zusammenhang mit dem Schatzwesen a
b
b
Oper ative Risiken
Risiken, die unmittelbar mit der firmeneigenen Medikamentenentwicklung verbunden sind b
b
b
Risiken, die sich aus dem Personalwesen ergeben a a
Str ategische Risiken
Risiken durch fehlende oder verpasste Geschäftschancen a a
Risiken, die aus dem Verlust der technologischen Führungsrolle hervorgehen a a
Externe Risiken
Risiken im Zusammenhang mit dem Patentwesen b b
Organisatorische Risiken
IT-Risiken a a
Umweltrisiken a a
Compliance-Risiken
Qualitätsbezogene Risiken a a
Risiken durch Nichteinhaltung rechtlicher Vorgaben a a
gerin g
mit t el
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seh r h o c h
einfluss
eintrit ts -
wahrscheinlichkeit
k atast ro phal
seh r a gerin ges risiko
u n wah rsc h ein li c h
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b v ert re t bares risiko
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maßnahmen ergreifen

FINANZRISIKEN

Das Finanzrisikomanagement zielt bei MorphoSys auf die Minderung des Finanzrisikos und einen Abgleich dieser Risiken mit den sich aus der Geschäftstätigkeit ergebenden Bedürfnissen ab.

Finanzrisiken ergeben sich aus der Volatilität von Wechselkursen, insbesondere hinsichtlich des US-Dollars und des britischen Pfunds, und werden durch den Einsatz geeigneter Kurssicherungsinstrumente abgeschwächt. Sonstige Finanzrisiken wie beispielsweise mögliche Insolvenzen von Bankinstituten, bei denen das Unternehmen Anlagen getätigt hat, zählen angesichts der weltweiten Finanzkrise zu den größten Risiken. Um seine Einlagen so weit wie möglich zu sichern, investiert MorphoSys nur in als sicher erachtete Fonds und Produkte von Banken, die über ein gleichbleibend hohes Ratings verfügen und/oder einen starken Partner im Rücken haben.

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BETRIEBLICHE RISIKEN

Die mit der Erforschung und Entwicklung von Eigenmedikamenten einhergehenden betrieblichen Risiken können sich aus dem Scheitern klinischer Programme vor der Auslizenzierung an Partner ergeben, wenn die Studiendaten nicht die erwartenden Ergebnisse oder aber ungewünschte Nebeneffekte zeigen.

Wenngleich MorphoSys nicht sicher sein kann, dass die Daten seiner Programme in Bezug auf die getesteten Indikationen und Behandlungen positiv ausfallen werden, wird größtmögliche Sorgfalt auf das Design der klinischen Entwicklungspläne gelegt. Damit haben Programme in der klinischen Erprobung die besten Chancen, signifikante Daten zu zeigen und die Zulassungsbehörden und mögliche Partner zu überzeugen. Neben dem intern vorhandenen Wissen werden auch externe Fachleute eingebunden. Für die Überwachung des Fortschritts von klinischen Programmen wurden spezielle Komitees gebildet.

STR ATEGISCHE RISIKEN

Aus nicht genutzten Chancen können sich Risiken ergeben, wenn der Zugang zu attraktiven Zielmolekülen und Wirkstoffen oder zu innovativen Technologien fehlt. Diese Risiken beziehen sich auf verpasste oder fehlgeschlagene M&A-Transaktionen. Um solchen Risiken zu begegnen, wurde ein umfassendes Bewertungsverfahren für sich bietende Marktchancen eingerichtet, das die Chancensuche selbst sowie die dazugehörigen Verfahren und Strategien verbessert. Nach dem erfolgreichen Erwerb der Sloning BioTechnology GmbH in 2010 wurden Arbeitsgruppen gebildet, in denen die gemachten Erfahrungen erörtert wurden, um damit künftige M&A-Transaktionen weiter zu optimieren.

Ein anderes strategisches Risiko könnte sich aus dem Verlust der Technologieführerschaft aufgrund gravierender technologischer Veränderungen und/oder geänderter Marktstrukturen ergeben. Um diese Risiken zu mindern, beobachtet MorphoSys eingehend den Technologiemarkt und wertet neue technologische Trends und Innovationen aus. Ausgestattet mit profunden Kenntnissen und wissenschaftlicher Expertise arbeitet die F&E-Abteilung von MorphoSys beständig an der Verbesserung der bestehenden firmeneigenen Technologien und entwickelt neue Plattformen, um so die technologische Führerschaft in der Branche zu wahren.

EXTERNE RISIKEN

Externe Risiken ergeben sich für MorphoSys überwiegend im Zusammenhang mit seinem geistigen Eigentum. Der Patentschutz auf firmeneigene Technologien von MorphoSys gilt als hochrelevant. Um die Risiken auf diesem Gebiet zu mindern, hält Morpho-Sys fortwährend Ausschau nach veröffentlichten Patenten und Patentanmeldungen, analysiert und beobachtet entsprechende Funde und entwickelt Umgehungsstrategien für möglicherweise relevant werdende Patente, bevor diese erteilt werden.

Auf diese Weise konnte MorphoSys seine Handlungsfreiheit in Bezug auf die firmeneigenen Technologieplattformen auf lange Sicht sichern und ist stolz auf den mit dieser Strategie im Laufe der Jahre erzielten Erfolg.

MorphoSys beobachtet fortwährend das weltweite Marktumfeld auf Veränderungen, beispielsweise in der Preispolitik aufgrund von Gesundheitsreformen, um in der Lage zu sein, seine Strategie frühzeitig anpassen zu können. Wenngleich die Partnerunternehmen von MorphoSys weniger stark von der Wirtschaftskrise betroffen waren als der Gesamtmarkt, bewertet MorphoSys auch regelmäßig das Risiko einer Insolvenz seiner größten Kunden und Lieferanten.

ORGANISATORISCHE RISIKEN

Organisatorische Risiken bestehen auf den Gebieten IT oder Umweltschutz. In Bezug auf Risiken, die sich aus dem IT-Betrieb des Unternehmens ergeben, könnten Geschäftsabläufe durch Fehler in der IT-Infrastruktur oder durch mangelnde Datensicherheit gefährdet werden. Diesen Risiken wird durch mehrmalige tägliche Datensicherung sowie durch hochwirksame Firewalls und Virensuchprogramme begegnet, um so die Datensicherheit und -verlässlichkeit zu erhöhen. Darüber hinaus minimiert MorphoSys Risiken bezüglich der Verfügbarkeit, Verlässlichkeit und Effizienz seiner IT-Systeme durch fortlaufende Überprüfung (wie beispielsweise einen in 2011 simulierten stufenweisen Hackerangriff) und Aktualisierung seiner Soft- und Hardware.

Risiken im Bereich des Umweltschutzes beinhalten Störungen oder den Ausfall von wichtigen betrieblichen Instrumenten oder Einrichtungen, was zu Betriebsunterbrechungen sowie zu Störfällen mit gefährlichen oder umweltbelastenden Stoffen führen kann. Neben der regelmäßigen Wartung der Ausrüstung und der Einrichtungen werden solche Risiken weitgehend über Versicherungen abgedeckt. Die sachgemäße Lagerung gefährlicher und umweltbelastender Stoffe wird sorgfältig überwacht. Weitere Angaben zur betrieblichen Umgebung von MorphoSys können dem Nachhaltigkeitsbericht auf der Seite 64 entnommen werden.

COMPLIANCE-RISIKEN

Wie im Nachhaltigkeitsbericht auf der Seite 64 erwähnt, hat sich MorphoSys verpflichtet, in seinem Geschäftsbetrieb höchste Qualitätsstandards zu erfüllen. Minderqualität aufgrund eines ineffizienten Qualitätsmanagementsystems würde für MorphoSys ein Risiko darstellen. Zur Bekämpfung dieser Risiken wird das System regelmäßig von Experten überprüft und wiederkehrenden Prüfungen durch die interne Revision unterzogen.

Eine andere Art Risiko kann sich ergeben, wenn das Unternehmen nicht die gesetzlichen Vorschriften erfüllt. Diese Risiken können sich aus der fehlerhaften Implementierung von Buchhaltungs- und Rechnungslegungsstandards (z.B. HGB, IFRS, BilMoG) oder einem ineffizienten internen Kontrollsystem ergeben. Risiken aus der Nichterfüllung gesetzlicher Vorschriften werden durch regelmäßige interne Überprüfung und einen ständigen Austausch mit Rechtsexperten und Beratern vermindert.

ALLGEMEINE AUSSAGEN DES VORSTANDS ZU DEN RISI KEN IM MORPHOSYS -KONZERN

Zum Zeitpunkt der Erstellung des vorliegenden Geschäftsberichts hält der Vorstand die Risiken für beherrschbar und den Fortbestand des MorphoSys-Konzerns für nicht gefährdet. Diese Einschätzung gilt sowohl für jedes einzelne Konzernunternehmen als auch für den MorphoSys-Konzern als Ganzes. Wie bereits erwähnt überwacht MorphoSys seine Risiken regelmäßig mithilfe eines wirksamen Risikomanagementsystems, das fortwährend verbessert wird. Unterstellt man, dass sich das geschäftliche, finanzielle und regulatorische Umfeld weltweit nicht weiter verschlechtert, so sieht sich MorphoSys für die künftigen Herausforderungen gut gerüstet.

Chancen

Dank seiner führenden Antikörpertechnologien, seiner breiten wissenschaftlichen Expertise und seiner Positionierung auf den internationalen Märkten hat MorphoSys für die kommenden Jahre eine Reihe von Wachstumschancen identifiziert. Auf dem Gebiet der Antikörper ist eine beträchtliche Anzahl von Pharma- und Biotechnologieunternehmen tätig, aus denen künftige Kunden und Partner für die Produkte und Technologien von MorphoSys werden könnten. Das Segment AbD Serotec ist bestrebt, seinen Marktanteil bei Forschungsantikörpern auszuweiten und zunehmend Diagnostikkunden zu gewinnen.

Die Antikörpertechnologien von MorphoSys bieten bei der Entwicklung und Optimierung von therapeutischen Antikörperkandidaten entscheidende Vorteile, die im Medikamentenentwicklungsprozess zu höheren Erfolgsquoten führen könnten. Auch auf dem Gebiet der Forschung und Diagnostik bieten die Technologien deutliche Vorteile bei der Entwicklung von Antikörpern für den Einsatz als Forschungswerkzeuge und als Komponenten in Diagnostik-Assays.

ALLGEMEINE AUSSAGEN ZU DEN CHANCEN

Es wird damit gerechnet, dass die steigende Lebenserwartung der Bevölkerung in den Industriestaaten und die Veränderungen hinsichtlich Einkommenssituation und Lebensstil in den Schwellenländern – vor allem in den BRIC-Staaten – die Nachfrage nach zusätzlichen und innovativen Behandlungsverfahren und leistungsfähigen Technologien anheizen wird. Wissenschaftlicher und medizinischer Fortschritt haben zu einem besseren Verständnis der biologischen Abläufe von Krankheiten geführt, was wiederum den Weg für neue therapeutische Ansätze ebnet. Innovative Therapien wie beispielweise vollständig menschliche Antikörper haben in den letzten Jahren die Marktreife erlangt und zu wirtschaftlich erfolgreichen Medizinprodukten geführt. Daneben gelten therapeutische Wirkstoffe auf der Basis von Proteinen – auch als biologische Wirkstoffe oder "Biologics" bezeichnet – vor allem deswegen als weniger dem Wettbewerb durch Generika ausgesetzt als chemisch hergestellte Moleküle, weil die Herstellung biologischer Wirkstoffe weitaus komplexer ist. Daher sind die Nachfrage nach Antikörpern und das Interesse an dieser Medikamentenklasse in den letzten 12 bis 36 Monaten enorm gestiegen, was sich an verschiedenen Akquisitionen und bedeutenden Lizenzvereinbarungen auf diesem Gebiet deutlich zeigt. Die Verwendung von Antikörpern sowohl in der Therapie als auch für Forschungszwecke und für diagnostische Anwendungen bieten nachhaltige Wachstumschancen für MorphoSys.

MAR KTCHANCEN

MorphoSys ist der Ansicht, dass seine Antikörperplattformen Hu-CAL, Ylanthia, Slonomics und arYla dazu genutzt werden können, um Produkte zu entwickeln, die einen erheblichen ungedeckten, medizinischen Bedarf adressieren und Zugang zu überlegenen Werkzeugen für Forschung und Diagnostik verschaffen könnten. Jedes der drei Geschäftssegmente von MorphoSys wird voraussichtlich von diesen technologischen Vorteilen profitieren.

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THER APEUTISCHE ANTIKÖRPER – PARTNERED DISCOVERY

Durch die Zusammenarbeit mit einer Reihe von Partnerunternehmen bei der Medikamentenentwicklung konnte MorphoSys das Risiko, das untrennbar mit der Entwicklung von Medikamenten verbunden ist, deutlich senken. Mit 68 Entwicklungsprogrammen für therapeutische Antikörper, die derzeit mit Partnern betrieben werden, werden für MorphoSys die Chancen, finanziell an der Vermarktung von Medikamenten zu partizipieren, immer wahrscheinlicher.

MorphoSys wird seine mit Partnern betriebene Antikörperpipeline weiter ausbauen. Darüber hinaus könnte MorphoSys auf dem Gebiet der entzündlichen Erkrankungen weitere Partnerschaften auf Honorarbasis schließen und für neuartige Technologien Partnerschaften eingehen.

THER APEUTISCHE ANTIKÖRPER – PROPRIETARY DEVELOPMENT

Es ist davon auszugehen, dass die Pharmaindustrie ihre Einlizenzierungen weiter intensivieren wird, um ihre Pipelines wieder aufzufüllen und frühere Schlüsselprodukte und Umsatzträger, die ihren Patentschutz verloren haben, zu ersetzen. Durch das Segment Partnered Discovery, das über die nächsten Jahre sichere Mittelzuflüsse aufweisen wird, wird MorphoSys in der Lage sein, kontinuierlich sein firmeneigenes Portfolio zu stärken. MorphoSys wird die firmeneigene Pipeline durch zusätzliche klinische Studien mit seinen wesentlichen Medikamentenkandidaten weiter ausbauen, indem beispielsweise neue Krankheitsbereiche untersucht werden. MorphoSys beabsichtigt, sein Portfolio um weitere Programme zu ergänzen und könnte dazu bestehende und künftige Co-Entwicklungschancen nutzen. Darüber hinaus sucht die Gesellschaft Chancen zur Einlizenzierung interessanter Medikamentenkandidaten. Ab 2012 könnten auf der Grundlage der klinischen Daten des Leitantikörperprogramms MOR103 für rheumatoide Arthritis die ersten Auslizenzierungsverhandlungen geführt werden.

ABD SEROTEC

Antikörper sind wichtige Komponenten in der modernen diagnostischen Praxis und ein Routinewerkzeug in der wissenschaftlichen Forschung. Branchentrends wie der Ansatz der personalisierten Medizin werden die Nachfrage nach innovativen Diagnosewerkzeugen steigern, mit denen Patienten in Subpopulationen identifiziert werden können, die von der Behandlung mit einem speziellen Medikament profitieren würden oder mit denen der Erfolg einer Behandlungsmethode kontrolliert wird. Mit der Unterzeichnung mehrerer neuer Lieferverträge mit Diagnostikunternehmen ist AbD Serotec im Jahr 2011deutlich weiter in diesen

viel versprechenden Sektor vorgedrungen. Ferner wurden die ersten Diagnosetests auf der Basis von HuCAL auf den Markt gebracht.

Daneben hat AbD Serotec mit der Vermarktung der Slonomics-Plattform zur Herstellung von Proteinen für die industrielle Anwendung einen neuen Markt betreten. MorphoSys wird diesen neuen ergänzenden Markt weiterhin auf ausgewählte Chancen hin überprüfen.

TECHNOLOGIEENTWICKLUNG

MorphoSys investiert weiter in seine bestehenden und in neue Technologien, um seinen Spitzenplatz als technologisch führendes Unternehmen zu wahren. Jüngstes Ergebnis der technologiebezogenen Forschungsaktivitäten der Gesellschaft war die Fertigstellung der Ylanthia-Bibliothek, einer vollständig neuen, firmeneigenen Antikörperplattform, deren kommerzielle Anwendung im Jahr 2012 beginnen wird. Technologische Fortschritte dieser Art könnte das Unternehmen in die Lage versetzen, seine Partnerliste weiter auszubauen und sowohl das Tempo als auch die Erfolgsquote der mit Partnern betriebenen und firmeneigenen Medikamentenentwicklungsprogramme zu steigern. Neue Technologiemodule könnten auch neue Krankheitsbereiche erschließen, in denen derzeit Behandlungen auf der Basis von Antikörpern noch unterrepräsentiert sind, indem sie die Herstellung von Antikörpern gegen neuartige Klassen von Zielmolekülen ermöglichen. MorphoSys verfolgt ständig neue technologische Ansätze, die die therapeutische Anwendung verbessern könnten , wie beispielsweise die Modifizierung des Fc-Teils des Antikörpers und Glykosilierungsmuster oder die Herstellung von sogenannten "armed antibodies", d.h. von Immunkonjugaten und radioaktiv markierten Antikörpern. Um diese Gelegenheiten zu nutzen, beabsichtigt MorphoSys, auf interne Ressourcen, sprich engagierte Teams zur Technologieentwicklung, zurückzugreifen und zugleich externe Ressourcen durch die Einlizenzierung von geistigem Eigentum und/oder von Technologien einzusetzen.

ACQUISITIONSCHANCEN

MorphoSys hat in der Vergangenheit seine Fähigkeit unter Beweis gestellt, Akquisitionen durchzuführen und so sein Wachstum zu beschleunigen. Bewiesen hat MorphoSys dies im Oktober 2010 mit dem Erwerb der Sloning BioTechnology GmbH. Die vollständige Integration der Belegschaft und der Technologien von Sloning einschließlich Slonomics führte bisher zur Unterzeichnung von drei Allianzen zur Herstellung von Proteinen und war entscheidend für die Einführung der beiden Technologieplattformen arYla und Ylanthia. MorphoSys könnte diese Akquisitionsstrategie erneut einsetzen, um seinen Marktanteil auszubauen, seine bestehende Technologieplattform zu ergänzen und sich Zugang zu Patenten und Lizenzen für die Entwicklung neuartiger firmeneigener Technologien und Produkte zu sichern.

Nachtragsbericht

Bis zum 14. Februar 2012 lagen keine berichtspflichtigen Ereignisse vor.

Ausblick und Prognose

Der MorphoSys-Konzern entwickelt neuartige Antikörpertechnologien und Produkte für therapeutische, diagnostische und Forschungszwecke.

Der Konzern konzentriert sich weiterhin auf den Einsatz seiner Technologien in rasch wachsenden und innovationsgetriebenen Bereichen des Gesundheitssektors. Die Geschäftsleitung von MorphoSys beabsichtigt, die Entwicklung eigener Medikamente auf eine noch breitere Basis zu stellen. Darüber hinaus strebt Morpho-Sys die Erhöhung seines Marktanteils auf dem Gebiet der Forschungsantikörper und insbesondere bei Diagnostika an, da der Markt für Diagnostika für moderne Antikörpertechnologien noch weitgehend unerschlossen ist.

Gesamtaussage zur voraussichtlichen Entwicklung

MorphoSys besitzt etablierte und validierte Technologien. Darauf aufbauend liegt der strategische Fokus des Unternehmens auf der Entwicklung einer breiten und nachhaltigen Pipeline von innovativen Antikörpermedikamentenkandidaten, mit Partnern und für eigene Zwecke. Im therapeutischen Bereich steuert die Vermarktung dieser Technologien vertraglich zugesicherte Mittelzuflüsse aus langfristigen Partnerschaften mit großen Pharmaunternehmen bei. Über sein Segment AbD Serotec spricht das Unternehmen eine breitere Kundenbasis im Bereich der öffentlichen und industriellen Forschung und in der Diagnostikbranche an. Das Segment AbD Serotec ist im Diagnostikmarkt gut etabliert und bietet innovative Antikörper als Schlüsselkomponente für die Entwicklung neuartiger diagnostischer Anwendungen. Die ersten auf HuCAL-Antikörpern basierten Diagnostiktests wurden in 2011 auf den Markt gebracht.

Stabile Cashflows und die starke Liquiditätsposition des Konzerns ermöglichen es, die Geschäftstätigkeit durch Investitionen in die Entwicklung eigener Medikamente und Technologien weiter auszubauen. Der Vorstand rechnet für MorphoSys mit den folgenden Entwicklungen in den jeweiligen Märkten:

  • MorphoSys wird weiterhin in die Technologieentwicklung investieren, um einen Spitzenplatz im Bereich der Antikörpertechnologien zu behaupten. Die Gesellschaft erwartet, neue kommerzielle Abkommen auf der Basis ihrer firmeneigenen Technologien zu unterzeichnen.
  • Die Nachfrage nach Antikörpern für neue Behandlungsmethoden ist unverändert hoch und erlaubt der Gesellschaft, ihre Pipeline therapeutischer Antikörper im Rahmen ihrer Partnerschaften auszuweiten.
  • Die Pharmaindustrie nutzt weiterhin die Einlizenzierung von Wirkstoffen, um sich Zugang zu viel versprechenden Produktkandidaten zu verschaffen. Wird für einen firmeneigenen Medikamentenkandidaten der Nachweis klinischer Wirksamkeit erbracht, könnten lukrative Vertragskonditionen vereinbart werden.
  • Das Segment AbD Serotec konzentriert sich in zunehmendem Maße auf diagnostische Anwendungen auf Basis der Technologien von MorphoSys. Moderne Technologien zur Herstellung von Antikörpern hatten bislang einen nur sehr geringen Einfluss auf den Markt für diagnostische Antikörper. Die Fähigkeit, herausragende Antikörper für diagnostische Anwendungen herzustellen, könnte AbD Serotec in die Lage versetzen, in diesem Marktsegment mehr Kunden anzusprechen. Das Management von AbD Serotec ist zuversichtlich, dass sich aus bestehenden Forschungskooperationen mit einer Reihe führender Diagnostikunternehmen weitere vermarktungsfähige Produkte ergeben werden.
  • AbD Serotec wird seinen Service im Forschungsmarkt mit einer komplett neuen E-Commerce Plattform weiter verbessern. Es wird erwartet, dass mit dieser neuen E-Commerce Plattform neue Kunden gewonnen werden können, und dass AbD Serotec seinen Marktanteil im Forschungsmarkt steigern wird.

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Strategischer Ausblick

Das Geschäftsmodell von MorphoSys basiert auf seinen firmeneigenen Technologien einschließlich der HuCAL-Antikörperbibliothek und der kürzlich präsentierten Antikörperbibliothek Ylanthia sowie der Plattformen Slonomics und arYla.

Die Entwicklung therapeutischer Antikörper im Rahmen von Partnerschaften wird eine zentrale Säule der Strategie von MorphoSys bleiben. Die Pipeline der Gesellschaft für Therapeutika soll in den kommenden Jahren reifen und zu weiteren Meilensteinzahlungen führen. Die Breite der Pipeline verspricht für die kommenden Jahren eine beträchtliche Anzahl marktreifer therapeutischer Antikörper und als Folge eine finanzielle Beteiligung in Form von Tantiemen aus Produktverkäufen.

In seinem Segment Proprietary Development beabsichtigt Morpho-Sys, therapeutische Antikörper in den Bereichen entzündliche Erkrankungen und Onkologie auf eigene Rechnung zu entwickeln. Für die nahe Zukunft ist geplant, firmeneigene Medikamentenkandidaten bis zum Nachweis der klinischen Wirksamkeit zu entwickeln, bevor ein Partner für die Vermarktung gesucht wird. Ende 2011 bildeten die drei klinischen Programme MOR103, MOR202 und MOR208 die Hauptvermögenswerte im Entwicklungsportfolio von MorphoSys. Investitionen in diese Programme werden voraussichtlich rascher mehr Wert generieren als frühere Programme und MorphoSys hat in seinem klinischen Portfolio dementsprechende Prioritäten gesetzt. MorphoSys wird jedoch weitere gemeinschaftliche Entwicklungsprogramme (co-development) im Rahmen seiner Kooperation mit Novartis und möglicherweise auch mit anderen Biotechnologie- oder Pharmaunternehmen verfolgen.

Das Segment Partnered Discovery erwirtschaftet auf der Basis langfristiger Kooperationen vertraglich zugesicherte Mittelzuflüsse. Auf absehbare Zeit wird MorphoSys den Großteil dieser Cashflows investieren, um sein Segment Proprietary Development auszubauen und seine Technologie-Plattformen zu stärken. Wachstum im mit Partnern betriebenen Geschäft wird erwartet, wenn bestehende Wirkstoffprogramme die Klinik durchlaufen, neue Partnerschaften auf Honorarbasis im Bereich Infektionskrankheiten geschlossen und neue Technologien – einschließlich akquirierter Technologien wie im Fall von Slonomics – vermarktet werden.

Das Segment AbD Serotec ist bestrebt, seinen Marktanteil auf den Gebieten Forschung und Diagnostik zu erhöhen. Sein Management beabsichtigt, sich weiter auf den hochrentablen Einsatz der Hu-CAL-Technologie, insbesondere im Bereich Diagnostik, zu konzentrieren. AbD Serotec hat 2011 erste Schritte unternommen, sich

mithilfe der Slonomics-Technologie von MorphoSys den Markt für industrielle biotechnologische Anwendungen zu erschließen und erwartet weitere kommerzielle Chancen in diesem Bereich.

Voraussichtliche Konjunkturentwicklung

Die weltweiten wirtschaftlichen Unsicherheiten werden sich voraussichtlich auch im Jahr 2012 fortsetzen. In einer Vorschau auf den Wirtschaftsbericht der vereinten Nationen für das Jahr 2011 von Anfang Dezember wird ein Wachstum der Weltwirtschaft um 3,1% im Jahr 2011 und um 3,5% im Jahr 2012 prognostiziert. Aufgrund des Wegfalls zahlreicher Konjunkturprogramme und den Zwang zur Konsolidierung öffentlicher Haushalte wird sich das Wachstum der Weltwirtschaft in 2012 voraussichtlich weiter verlangsamen. Die Schwellenländer werden die Wachstumstreiber sein, während die entwickelten Volkswirtschaften ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von nur 1,5% beisteuern werden. Für die US-Wirtschaft wird in 2012 eine ähnliche Wachstumsrate wie in 2011 erwartet. Die Eurozone steht vor einer drastischen Verlangsamung des Wachstums.

Die Pharma-und Gesundheitsindustrie ist historisch gesehen relativ immun gegen konjunkturelle Einbrüche, aufgrund einer kontinuierlich steigenden Nachfrage nach innovativen Behandlungsmethoden. Dennoch stehen die Pharma-Unternehmen vor großen Herausforderungen wie Patentabläufe für erfolgreiche Medikamente, niedrige F&E-Produktivität und Budgetkürzungen durch Regierungen.

Voraussichtliche Entwicklung des Gesundheitssektors

Die Biotech-Branche wird häufig als defensiv gesehen, vor allem in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit. Die Aussichten für die Biotechnologie-Branche sind günstig und basieren auf den folgenden Faktoren:

  • Die Suche nach innovativen Behandlungsmöglichkeiten für eine alternde Gesellschaft
  • Seit seinem Tiefstand im Jahr 2007 steigt die Zahl der jährlichen Medikamentenzulassungen
  • Eine Rekordzahl von Produktkandidaten befindet sich in klinischen Studien
  • Eine Steigerung der M&A- und Lizenzierungsaktivitäten

Während viele Pharma-Unternehmen unter Kostensenkungsprogrammen im Gesundheitswesen und auslaufenden Patenten leiden, werden Biotechnologie-Unternehmen mit innovativen Technologien und Produkte von diesem Trend profitieren. In einer alternden Bevölkerung bleibt der Bedarf an innovativen Produkten zur Diagnose und Behandlung einer Vielzahl von Krankheiten wie Krebs, Autoimmun- und entzündlichen Erkrankungen, Erkrankungen des zentralen Nervensystems, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Atemwegs- und Infektionskrankheiten sehr hoch. Innovation bei der Medikamentenentwicklung wird weiterhin belohnt werden, während Analogpräparate möglicherweise weniger erfolgreich als in der Vergangenheit sein werden.

Innerhalb der Biotechnologie-Industrie wird die Performance im Jahr 2012 weitgehend von breiteren makroökonomischen Themen abhängig sein. Im Jahr 2012 werden viele werttreibende Ergebnisse aus klinischen Studien erwartet, und M&A-Aktivitäten, Partnerschaften und Lizenzierungen werden in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnen.

Voraussichtliche Geschäftsentwicklung

Mit den für die kommenden Jahre vertraglich gesicherten Mittelzuflüssen aus dem Novartis-Vertrag und neuen kommerziellen Möglichkeiten durch neuartige Technologieplattformen wie Slonomics und arYla wird sich MorphoSys weiterhin auf die Ausweitung seiner Partnerpipeline und die Wertsteigerung seines firmeneigenen Portfolios konzentrieren. Im Segment Partnered Discovery geht die Gesellschaft für die nächsten Jahre davon aus, im Durchschnitt jährlich rund zehn neue Partnerprogramme zu starten.

In Bezug auf MOR103, das am weitesten fortgeschrittene Entwicklungsprogramm in MorphoSys' firmeneigenem Portfolio, erwartet die Gesellschaft für 2012 die klinischen Ergebnisse der laufenden Phase 1b/2a-Studie. Ausgehend von der Annahme, dass die klinische Erprobung wie geplant verläuft und der Nachweis der klinischen Wirksamkeit erbracht werden kann, könnten dieses Jahr die Verhandlungen über die Auslizenzierung mit möglichen Partnern aufgenommen werden. Die Auslizenzierung anderer selbstentwickelter Wirkstoffe ist nicht vor 2013 vorgesehen.

Das Segment AbD Serotec ist bestrebt, wieder auf einen Wachstumskurs zurück zu kehren und zukünftig stärker als der Markt zu wachsen. Trotz des weltweiten Konjunkturabschwungs rechnet AbD Serotec für die kommenden Jahre mit einer Wachstumsrate, die mindestens im hohen einstelligen Prozentbereich liegt. Die getätigten Investitionen sowie die Möglichkeiten für HuCAL im Diagnostikmarkt stehen hinter diesen Erwartungen. Die Gewinnmargen des Segments sollten sich in den kommenden Jahren kontinuierlich verbessern.

Voraussichtliche Personalentwicklung

MorphoSys wird seinen Bereich Forschung und Entwicklung personell weiter ausbauen und damit die Kapazitäten für die firmeneigene und mit Partnern betriebene Entwicklung stärken. Die Konzernbelegschaft sollte jedoch annähernd auf dem gleichen Stand wie im Jahr 2011 bleiben.

Künftige Forschung und Entwicklung

Das F&E-Budget der Gesellschaft für die firmeneigene Medikamentenentwicklung wird in 2012 gegenüber dem Vorjahr sinken. Dies ist Folge der kostenintensiven Produktion von klinischem Material, die bereits in 2011 unternommen wurde, und der Tatsache, dass die Studie der Phase 1b/2a von MOR103 im Bereich rheumatoide Arthritis bereits Anfang 2012 abgeschlossen werden wird. Für 2012 plant MorphoSys Investitionen in die firmeneigene Produkt- und Technologieentwicklung von ca. 20 Mio. € bis 25 Mio. €. Der überwiegende Teil dieser Investitionen wird in die klinische Entwicklung der am weitesten fortgeschrittenen Medikamentenkandidaten und in die Entwicklung von neuen Technologien fließen. Die F&E-Investitionen des Jahres 2013 werden vom Mittelbedarf der Programme bestimmt und von der Umsatzentwicklung der Gesellschaft abhängen. Dessen ungeachtet ist die Gesellschaft generell entschlossen, profitabel zu bleiben.

Zu den für 2012 geplanten Schritten für die firmeneigene Pipeline der Gesellschaft werden voraussichtlich zählen:

  • Abschluss der Studie der Phase 1b/2a für den Leitwirkstoff MOR103 an Patienten mit rheumatoider Arthritis und Präsentation der klinischen Studiendaten
  • Weiterführung der Sicherheitsstudie der Phase 1b für multiple Sklerose als zweite Indikation für MOR103 und Evaluierung der subkutanen Formulierung
  • Weiterführung der Studie der Phase 1/2a für MOR202 beim multiplen Myelom

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  • Abschluss der von Xencor finanzierten Studie 1 für MOR208 an CLL-/SLL-Patienten. Beginn von durch MorphoSys finanzierten Studien für MOR208 in NHL und ALL
  • Fortsetzung von gemeinsamen Entwicklungsprogrammen (codevelopment), z. B. im Rahmen der Zusammenarbeit mit Novartis

Für das Segment AbD Serotec ist profitables Wachstum auf der Grundlage innovativer Produkte und Dienstleistungen das Hauptziel. Die Diagnostikbranche bietet die attraktivsten Wachstumschancen und wird damit zunehmend stärker in den Fokus des Segments rücken. Im Jahr 2011 wurden mehrere Machbarkeitsstudien durchgeführt, die in den Jahren 2012 und 2013 zum Abschluss umfangreicherer Kooperationen führen könnten.

Voraussichtliche Entwicklung der Finanz- und Liquiditätslage

MorphoSys verfügt über eine solides finanzielles Fundament und planbare Umsätze, die hauptsächlich auf die Zusammenarbeit mit Novartis zurückzuführen sind. Zusätzlich zu diesen Umsätzen erzielt MorphoSys Verkäufe aus dem Segment AbD Serotec und erhält erfolgsbasierte Zahlungen aus Kooperationen in Verbindung mit Entwicklungsfortschritten. Für das Jahr 2012 rechnet der Vorstand mit einem Konzernumsatz von 75 Mio. € bis 80 Mio. €. Die Ursache für den Rückgang der Umsatzerlöse in 2012 liegt in einer einmaligen Technologie-Meilensteinzahlung von Novartis im ersten Quartal 2011. Es besteht jedoch die Möglichkeit, dass die Erwartungen maßgeblich übertroffen werden könnten, wenn ein firmeneigenes Entwicklungsprogramm auslizenziert werden kann. Ein derartiger Vertrag ist in der vorliegenden Finanzprognose nicht enthalten. Für das Jahr 2013 wird mit einem Anstieg der Konzernumsätze von mindestens 10% gerechnet. In den kommenden Jahren werden einmalige Ereignisse wie die Auslizenzierung firmeneigener Produkte und größere Meilensteinzahlungen und Tantiemen in Zusammenhang mit der Erreichung der Marktreife von mit Partnern betriebenen HuCAL-Antikörpern einen größeren Einfluss auf die Konzernfinanzlage gewinnen. Solche Ereignisse könnten dazu führen, dass die Finanzziele erheblich übertroffen werden. In der näheren Zukunft hängt das Umsatzwachstum von der Fähigkeit der Gesellschaft ab, neue zusätzliche Partnerschaften einzugehen und/oder firmeneigene Produktkandidaten auszulizenzieren. Mittelfristig werden Tantiemen für vermarktete Produkte das Umsatzwachstum ergänzen.

Beim Segment Partnered Discovery handelt es sich um eine hochprofitable Geschäftseinheit. Zumindest in den nächsten sechs Jahren werden langfristige Kooperationen die Gesellschaft mit vertraglich gesicherten Mittelzuflüssen versorgen. Das Management von MorphoSys erwartet den Abschluss von zusätzlichen Partnerschaften, die auf der firmeneigenen Slonomics- und Ylanthia-Technologie basieren.

Bis zur erfolgreichen Auslizenzierung eines Wirkstoffkandidaten wird das Segment Proprietary Development Verluste durch kontinuierliche Investitionen in die präklinische und klinische Entwicklung der verschiedenen Programme aufweisen. Eine erfolgreiche Auslizenzierung von einem oder mehreren proprietären Programmen würde zu großen Gewinnen in dieser Geschäftseinheit führen. Wenn eines der unternehmenseigenen Entwicklungsprogramme überzeugende Wirksamkeit in klinischen Studien zeigt, könnten Vorauszahlungen in zweistelliger Millionenhöhe, potenziell noch größere Meilensteine, sowie Tantiemen im zweistelligen Prozentbereich erzielt werden.

Für die Geschäftseinheit AbD Serotec wird im Jahr 2012 wieder ein Umsatzwachstum erwartet. Trotz eines schwierigen Marktumfeldes werden die Umsätze in 2012 voraussichtlich auf 20 Mio. € bis 22 Mio. € steigen und im Jahr 2013 mit mindestens 8% wachsen, unter Annahme konstanter Wechselkurse. Das Segment AbD Serotec wird im Jahr 2012 rund ein Viertel zum Gesamtumsatz beitragen. In den kommenden Jahren wird sich die Umsatzaufteilung der Gesellschaft auf ihre beiden therapeutischen Antikörpersegmente und das Segment AbD Serotec voraussichtlich zugunsten des therapeutischen Geschäfts verschieben. Grund hierfür sind die Auswirkungen von Auslizenzierungen, Meilensteinzahlungen und Lizenzgebühren.

Auf der Basis der aktuellen Planung der Geschäftsleitung werden die betrieblichen Aufwendungen des Konzerns im Jahr 2012 sinken. Der Hauptgrund für den Rückgang der Aufwendungen sind niedrigere Investitionen in die firmeneigene Forschung und Entwicklung, da ein Großteil der kostspieligen Produktion von klinischem Material für aktuelle Programme bereits durchgeführt worden ist und auch, weil die Phase 1b/2a für MOR103 bei Patienten mit rheumatoider Arthritis Anfang 2012 abgeschlossenen werden wird. Die Kosten für Vertrieb, Allgemeines und Verwaltung werden unverändert bleiben.

Für die Jahre 2012 und 2013 werden weiterhin operative Gewinne erwartet. Für 2012 rechnet die Gesellschaft mit einem Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) in einem Bereich von 1 Mio. € bis 5 Mio. €. AbD Serotec wird in den kommenden Jahren steigende Gewinne ausweisen. Im Jahr 2012 strebt AbD Serotec eine EBIT-Marge von 6% – 8% an, und im Jahr 2013 mindestens 12%.

Am Ende des Geschäftsjahres 2011 belief sich die Liquiditätsposition von MorphoSys auf 134,4 Mio. € (31.12.2010: 108,4 Mio. €). Trotz der durch die weltweite Finanzkrise erschwerten Rahmenbedingungen verfügt MorphoSys über eine solide Finanzbasis. MorphoSys sieht in seiner starken Liquiditätsposition einen Vorteil, der zur Beschleunigung seines zukünftigen Wachstums für strategische Maßnahmen genutzt werden kann. Die Einlizenzierung von MOR208 und der Erwerb der Sloning BioTechnology GmbH sind hierfür gute Beispiele.

DIVIDENDE

Der deutsche Einzelabschluss der MorphoSys AG weist einen Bilanzgewinn für eine Ausschüttung aus. Dessen ungeachtet und im Einklang mit der gängigen Praxis in der Biotechnologiebranche geht MorphoSys für die absehbare Zukunft nicht davon aus, eine Dividende auszuschütten. Die erzielten Gewinne sollen weitgehend in die operative Geschäftstätigkeit – überwiegend in die Entwicklung firmeneigener Medikamente – reinvestiert werden, um weiterhin Shareholder Value zu schaffen und neue Wachstumschancen zu eröffnen. Das Unternehmen beabsichtigt, wie schon im Jahr 2011, auch in 2012 eigene Aktien über die Börse zurückzukaufen und für das neue, langfristige Bonussystem für das Management einzusetzen.

Dieser Ausblick zieht alle Faktoren in Betracht, die zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Geschäftsberichts bekannt waren und unser Geschäft in 2012 sowie in den kommenden Jahren beeinflussen könnten, und beruht auf den Annahmen des Vorstands. Zukünftige Resultate können von den Erwartungen, die im Kapitel Ausblick beschrieben werden, abweichen. Die wichtigsten Risiken werden im Risikobericht erläutert.

Corporate-Governance-Bericht

Eine wirkungsvolle Corporate Governance ist zentraler Bestandteil von MorphoSys' nachhaltiger Unternehmensführung und umfasst das wertorientierte Management und die Überwachung des langfristigen Unternehmenserfolgs. Sie stellt den Rahmen dar für die Führung und Überwachung der Unternehmensgruppe einschließlich ihrer Organisation, ihrer wirtschaftlichen Prinzipien und ihrer Maßnahmen zur Lenkung und Kontrolle. Die internen Richtlinien von MorphoSys stehen im Einklang mit dem Deutschen Corporate Governance Kodex, dem international anerkannten Standard guter und verantwortungsvoller Unternehmensführung. Ziel solch transparenter und schlüssiger Managementprinzipien ist es, eine effiziente Zusammenarbeit zwischen Vorstand und Aufsichtsrat, eine leistungsbezogene Vergütung für Manager und Mitarbeiter, eine transparente und zeitgerechte Berichterstattung und ein vertrauensvolles Verhältnis zu den Anteilseignern sicherzustellen.

Mit den nachfolgend genannten drei Ausnahmen entspricht MorphoSys allen Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (Kodex) und der Mehrzahl seiner Anregungen in der Fassung vom 26. Mai 2010:

  • Das Aktienoptionsprogramm für den Vorstand sieht keine Begrenzung (Cap) für nicht vorgesehene Entwicklungen im Sinne der Kodex-Ziffer 4.2.3 vor, da die Angemessenheit der Anzahl der Aktienoptionen für den Vorstand bereits zum Zeitpunkt ihrer Gewährung geprüft wurde. Die Aktienoptionsprogramme für das Jahr 2011 und die Folgejahre werden jedoch einen Cap vorsehen.
  • Im Hinblick auf die Kodex-Ziffer 5.4.1 hat der Aufsichtsrat in seiner Sitzung vom 10. März 2011 beschlossen, dass in Zukunft Frauen in angemessener Weise im Aufsichtsrat vertreten, entsprechende Kandidatinnen zur Wahl vorgeschlagen und bereits bei der Prüfung potenzieller Kandidaten qualifizierte Frauen angemessen in den Auswahlprozess einbezogen werden sollen. Von der Festlegung einer bestimmten Quote für Frauen im Aufsichtsrat wurde jedoch abgesehen, da die individuelle Qualifikation und nicht das Geschlecht der Kandidaten das entscheidende Kriterium für die Besetzung des Aufsichtsrats sein soll. Im Hinblick auf die in der Hauptversammlung 2011 stattgefundene Aufsichtsratswahl hatte der Aufsichtsrat entschieden, die Wiederwahl der bisherigen männlichen Aufsichtsratsmitglieder Prof. Dr. Drews und Dr. Blättler vorzuschlagen, da deren besonderes Know-how in der Biotechnologie vom Unternehmen benötigt wird und daher ihre Wiederwahl in dessen Interesse lag.

Außerdem überschreitet Herr Prof. Drews die vom Aufsichtsrat in seiner Geschäftsordnung festgesetzte Altersgrenze von 75 Jahren. Insoweit hat die Gesellschaft von der in der Geschäftsordnung vorgesehenen Möglichkeit, ausnahmsweise einen älteren Kandidaten für die Wahl vorzuschlagen, Gebrauch gemacht. Der Vorschlag, Herrn Prof. Drews für ein weiteres Jahr in den Aufsichtsrat zu wählen, lag im Hinblick auf die Kontinuität in diesem Gremium im Interesse des Aufsichtsrats.

Die von der Hauptversammlung 2010 beschlossene Vergütung für Aufsichtsratsmitglieder enthält nur noch feste Vergütungsbestandteile und sieht keine erfolgsorientierte Vergütung im Sinne der Kodex-Ziffer 5.4.6 mehr vor. Diese Entscheidung des Unternehmens entspricht der Meinung einer steigenden Anzahl von Experten zum Thema Aufsichtsratsvergütung, nach deren Ansicht die erfolgsorientierte Vergütung für Aufsichtsräte möglicherweise zu einem Interessenkonflikt in einem Organ führen könnte, zu dessen Aufgaben die Zielsetzung und -bewertung für die langfristige Entwicklung des Unternehmens gehört.

Der Vorstand und der Aufsichtsrat von MorphoSys haben die Einhaltung der Empfehlungen des Kodex erörtert. Auf der Grundlage dieser Überlegungen haben Vorstand und Aufsichtsrat einer zwischenzeitlichen Aktualisierung der Entsprechenserklärung zum 10. März 2011 und der jährlichen Entsprechenserklärung zum 8. Dezember 2011 zugestimmt. Beide Erklärungen sind auf der Webseite des Unternehmens veröffentlicht und werden bei Bedarf aktualisiert.

Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289a HGB für das Geschäftsjahr 2011

Die Prinzipien der Unternehmensführung, die Zusammensetzung von und die Zusammenarbeit zwischen Vorstand, Aufsichtsrat und Ausschüssen sowie die Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG können der Unternehmens-Webseite von MorphoSys entnommen werden.

Aktionäre und Hauptversammlung

Transparenz und ein offener Dialog sind für MorphoSys wesentliche Grundlagen der Unternehmenskommunikation. Das Unternehmen bekennt sich strikt zum Grundsatz einer fairen Informationspolitik. Daher zielt die gesamte Kommunikationsstrategie darauf

ab, allen Aktionären zum gleichen Zeitpunkt den jeweils gleichen Informationsstand zu gewähren. Vorstand und Aufsichtsrat von MorphoSys legen großen Wert auf transparente und zeitnahe Informationen für alle Aktionäre.

Ein zentraler Bestandteil der Investor Relations bei MorphoSys sind regelmäßige Treffen mit Analysten und Investoren im Rahmen von Roadshows und Einzelgesprächen. Telefonkonferenzen begleiten die Veröffentlichung der Quartalsergebnisse und ermöglichen Analysten und Investoren unmittelbare Fragen zur aktuellen Entwicklung des Unternehmens. Die für Vor-Ort-Veranstaltungen vorbereiteten Unternehmenspräsentationen sind allen Interessenten auf der Webseite des Unternehmens zugänglich. Video- und Audio-Aufzeichnungen von wichtigen Ereignissen können jederzeit auf der Webseite des Unternehmens abgespielt werden und Niederschriften der Telefonkonferenzen stehen in englischer Sprache sowie in einer deutschen Übersetzung zur Verfügung.

MorphoSys nutzt seine Unternehmenswebseite als zentrale Plattform zur Bereitstellung von aktuellen Informationen über das Unternehmen und seine Fortschritte. Der Finanzkalender von MorphoSys enthält lange im Voraus die Veröffentlichungstermine der regelmäßigen Finanzberichte und das Datum der nächsten Hauptversammlung.

HAUPTVERSAMMLUNG

Die jährliche ordentliche Hauptversammlung fand am 19. Mai 2011 in München statt. Rund 31% des stimmberechtigten Aktienkapitals der Gesellschaft waren auf der Hauptversammlung vertreten – ein Rückgang gegenüber der Teilnahme im Jahr 2010 (rund 35%). MorphoSys war seinen Aktionären bei der Vergabe von Vollmachten behilflich und unterstützte sie mit der Benennung eines Vertreters, der Aktienstimmrechte nach Anweisung ausübte. Dieser Vertreter stand auch bis zum Ende der Generaldebatte der Hauptversammlung zur Verfügung. Die Aktionäre von MorphoSys stimmten allen von der Verwaltung zur Abstimmung gebrachten Tagesordnungspunkten zu. Herr Prof. Dr. Jürgen Drews wurde für ein weiteres Jahr als Mitglied des Aufsichtsrats wiedergewählt. Herr Dr. Walter Blättler wurde für weitere drei Jahre als Aufsichtsratsmitglied wiedergewählt.

MorphoSys übertrug die Präsentation des Vorstands online im Internet und veröffentlichte alle Unterlagen zeitnah auf seiner Webseite.

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Zusammenarbeit zwischen Vorstand und Aufsichtsrat

Um eine gute Corporate Governance sicherzustellen, gilt eine offene, umfassende und regelmäßige Kommunikation als Leitlinie für die Zusammenarbeit zwischen Vorstand und Aufsichtsrat der MorphoSys AG. Das vom deutschen Aktiengesetz vorgeschriebene duale Führungssystem trennt explizit zwischen Leitung und Überwachung eines Unternehmens. Die Verantwortlichkeiten beider Gremien sind vom Gesetzgeber sowie durch die Satzung und die Geschäftsordnungen klar geregelt. Vorstand und Aufsichtsrat der MorphoSys AG arbeiten eng zusammen und handeln und entscheiden zum Wohle des Unternehmens. Ihr erklärtes Ziel ist die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts.

In der aktuellsten Version des Deutschen Corporate Governance Kodex wird empfohlen, dass Vorstand und Aufsichtsrat den Grundsatz der Vielfalt (Diversity) berücksichtigen und sich zum Ziel setzen sollen, die Anzahl der Frauen in Führungspositionen zu erhöhen. Bei MorphoSys bekleiden Frauen bereits zahlreiche Führungspositionen und Pläne zur Erhöhung des Anteils von weiblichen Führungskräften werden von Vorstand und Aufsichtsrat gemeinsam verfolgt.

VORSTAND

Der Vorstand der MorphoSys AG besteht aus vier Mitgliedern und hat einen Vorsitzenden. In einer Geschäftsordnung sind die verschiedenen Verantwortungsbereiche definiert und die Zusammenarbeit innerhalb des Vorstands geregelt.

In 2011 trat Herr Jens Holstein die Nachfolge von Herrn Dave Lemus als Finanzvorstand und Mitglied des Vorstands der Morpho-Sys AG an. Ausführlichere Angaben finden sich im Kapitel "Personal" auf Seite 56.

  • Dr. Simon E. Moroney, Vorsitzender des Vorstands, ist zuständig für das Geschäftssegment AbD Serotec, für Geschäftsentwicklung, Unternehmenskommunikation und Investor Relations, Personal, Strategie und Planung sowie die Koordinierung der Berichterstattung des Vorstands an den Aufsichtsrat. Erstbestellung: 1998 (Mitgründer) Ende der laufenden Bestellung: 30. Juni 2014
  • Jens Holstein, Finanzvorstand, ist zuständig für Rechnungswesen und Controlling, Unternehmensentwicklung, Finanzwesen, Technik einschließlich IT und Recht. Erstbestellung: 2011

Ende der laufenden Bestellung: 30. Juni 2014

Dr. Arndt Schottelius, Entwicklungsvorstand, ist zuständig für die präklinische und klinische Entwicklung der firmeneigenen Entwicklungsprogramme von MorphoSys. Erstbestellung: 2008

Ende der laufenden Bestellung: 30. Juni 2014

Dr. Marlies Sproll, Forschungsvorstand, ist zuständig für die Erforschung und Vorentwicklung von Antikörpern, Technologieentwicklung, Proteinchemie, Alliance Management und Patentwesen.

Erstbestellung: 2005 Ende der laufenden Bestellung: 30. Juni 2014

AUFSICHTSRAT

Am 31. Dezember 2011 setzt sich der Aufsichtsrat von MorphoSys aus sechs unabhängigen Mitgliedern zusammen. Die Mitglieder des Aufsichtsrats werden von der Hauptversammlung nach den Kriterien Qualifikation, Berufserfahrung, Unabhängigkeit und Vielfalt (Diversity) gewählt.

Position Erst
ernennung
Ende der
aktuellen
Amtszeit
Prüfungs
ausschuss
Vergütungs
und
Ernennungs
ausschuss
Wissen
schafts- und
Technologie
ausschuss
Dr. Gerald Möller Vorsitzender 1999 2012
Stellvertretender
Prof. Dr. Jürgen Drews Vorsitzender 1998 2012
Dr. Walter Blättler Mitglied 2007 2014
Dr. Daniel Camus Mitglied 2002 2012
Dr. Metin Colpan Mitglied 2004 2012
Dr. Geoffrey Vernon Mitglied 1999 2012

Der Aufsichtsrat prüft wie vom Deutschen Corporate Governance Kodex empfohlen in regelmäßigen Abständen die Effizienz seiner Tätigkeit. Bislang haben alle Überprüfungen zu dem Ergebnis geführt, dass der Aufsichtsrat effizient organisiert ist und Vorstand und Aufsichtsrat gut zusammenarbeiten.

ANTEILSBESITZ VON VORSTAND UND AUFSICHTSRAT

Die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats halten mehr als 1% der von der Gesellschaft ausgegebenen Aktien. Bezüglich der Veröffentlichung des Besitzes von Aktien der Gesellschaft oder damit in Zusammenhang stehenden Finanzinstrumenten verweisen wir auf die Anhangsziffer 29 (Nahe stehende Unternehmen und Personen) des Konzernabschlusses. In dieser Übersicht werden alle von den jeweiligen Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats gehaltenen Aktien, Aktienoptionen und Wandelschuldverschreibungen aufgelistet.

MELDEPFLICHTIGE WERTPAPIERGESCHÄFTE ("DIRECTORS ' DEALINGS ")

Die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats der Morpho-Sys AG sowie ihnen nahe stehende Personen sind gemäß Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) verpflichtet, den Handel mit Morpho-Sys-Aktien mitzuteilen.

Im Berichtsjahr haben wir die folgenden Mitteilungen gemäß § 15a WpHG erhalten. Jedem nachfolgend aufgeführten Aktienverkauf ging die Ausübung von Wandelschuldverschreibungen zum Erwerb der gleichlautenden Anzahl Aktien unmittelbar voraus. Die Verkäufe der Wandelschuldverschreibungen standen in Zusammenhang mit dem planmäßigen Ablauf dieser Schuldverschreibungen in 2011.

Vorstands
mitglied
Funktion Datum der
Transaktion
in 2011
Art der
Transaktion
Anzahl
Aktien/
Derivative
Durchschnitt
licher
Aktienpreis
in €*
Transaktions
volumen
in €*
Dr. Arndt Schottelius Entwicklungsvorstand 4. August Kauf 250 17,75 4.437,50
Dr. Arndt Schottelius Entwicklungsvorstand 5. August Kauf 250 16,565 4.141,25
Jens Holstein Finanzvorstand 8. August Kauf 500 17,114 8.557,00
Jens Holstein Finanzvorstand 8. August Kauf 500 16,80 8.400,00
Dr. Marlies Sproll Forschungsvorstand 9. November Verkauf 11.500 17,28 198.720,00
Dr. Marlies Sproll Forschungsvorstand 10. November Verkauf 14.500 16,89 244.832,50
Dr. Marlies Sproll Forschungsvorstand 10. November Kauf 4.000 12,81* 51.240,00
Dr. Simon Moroney Vorstandsvorsitzender 18. November Verkauf 12.707 16,76 212.969,32
Dr. Simon Moroney Vorstandsvorsitzender 21. November Verkauf 392 16,72 6.554,24
Dr. Simon Moroney Vorstandsvorsitzender 23. November Verkauf 13.401 16,13 216.158,13
Dr. Simon Moroney Vorstandsvorsitzender 23. November Kauf 3.500 12,81* 44.835,00

TAB. 14: MELDEPFLICHTIGE WERTPAPIERGESCHÄFTE 2011

* Ausübungspreis der Wandelschuldverschreibungen

VERMEIDUNG VON INTERESSEN KONFLI KTEN

Die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sind verpflichtet, Maßnahmen zu unterlassen, die zu Interessenkonflikten mit ihren bei der MorphoSys AG ausgeübten Funktionen führen könnten. Derartige Transaktionen oder Nebentätigkeiten des Vorstands sind unverzüglich gegenüber dem Aufsichtsrat offenzulegen und bedürfen seiner Genehmigung. Der Aufsichtsrat wiederum hat die Hauptversammlung über auftretende Interessenkonflikte und deren Behandlung zu informieren. Im Geschäftsjahr 2011 sind keine Interessenkonflikte aufgetreten.

GENEHMIGUNG VON VERG ÜTUNGSPLÄNEN MIT EIGEN KAPITAL - INSTRU MENTEN DURCH DIE AKTIONÄRE ; AKTIENR ÜCKKÄUFE

Durch Beschluss der Hauptversammlung vom 19. Mai 2011 ist MorphoSys in Übereinstimmung mit § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG zum Rückkauf eigener Aktien in Höhe von bis zu insgesamt 10% des bestehenden Aktienkapitals ermächtigt. Die Ermächtigung kann ganz oder teilweise, einmalig oder mehrmals, für einen Zweck oder für mehrere Zwecke durch die Gesellschaft oder eine dritte

Partei für Rechnung der Gesellschaft ausgeübt werden. Es liegt im Ermessen des Vorstands, den Rückkauf über die Börse, durch ein öffentliches Angebot oder durch eine öffentliche Ausschreibung durchzuführen.

Im Juni 2011 hat MorphoSys auf der Basis dieser Ermächtigung 84.019 eigene Aktien zurückgekauft. Es ist vorgesehen, die eigenen Aktien für ein langfristiges Leistungsanreizprogramm für das Management zu verwenden.

Information und Kommunikation

MorphoSys nutzt eine ERP-Software (Enterprise Resource Planning), mit der Informationen sowohl für Ablaufprozesse und interne Kontrollen als auch für Zwecke der Berichterstattung verfügbar gemacht werden. Darüber hinaus findet eine regelmäßige Kommunikation zwischen den Finanzteams, lokalen Einheiten und der zentralen Konzernfinanzabteilung statt.

Angesichts der Bedeutung seiner Informationssysteme hat MorphoSys für den Einsatz der Informationstechnologie und der Kommunikationsmittel IT-Richtlinien erlassen, um externe Risiken zu begrenzen. Darüber hinaus wurde in einer Kommunikationsrichtlinie ein interner Verteiler festgelegt, der sicherstellt, dass Informationen an die entsprechenden Empfänger gelangen. Anwendungs- und Systemparameter werden nach Möglichkeit so gesetzt, dass sie der Verbesserung der Informationssicherheit dienen.

Compliance System

INTERNES KONTROLLSYSTE M

MorphoSys hat seine Dokumentation des bestehenden und über die Jahre eingesetzten internen Kontrollsystems zur Aufrechterhaltung einer angemessenen internen Kontrolle der Finanzberichterstattung aktualisiert. Im Einklang mit § 289 Abs. 5 und § 315 Abs. 2 Nr. 5 HGB hat MorphoSys die Hauptmerkmale seines rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems beschrieben, das das Vorhandensein aller Kontrollen sicherstellt, um Finanzzahlen so genau wie möglich berichten zu können. Diese internen

Kontrollen über die Finanzberichterstattung sind auf der Basis des meistverwendeten COSO-Rahmenwerks ("Internal Control – Integrated Framework") nach der Definition des COSO (Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission) strukturiert und dokumentiert.

Es ist angesichts der systembedingten Einschränkungen nicht auszuschließen, dass die internen Kontrollen eine falsche Darstellung bei der Finanzberichterstattung nicht völlig verhindern oder aufdecken können. Die internen Kontrollen können nur eine angek

messene Sicherheit in Bezug auf die Verlässlichkeit der Finanzberichterstattung und die Erstellung der Abschlüsse im Einklang mit den von der Europäischen Union übernommenen IFRS-Standards (International Financial Reporting Standards) für externe Zwecke sicherstellen.

Vorhersagen künftiger Ereignisse sind nicht Bestandteil des internen Kontrollsystems.

INTERNE REVISION

Die interne Revision wurde bei MorphoSys in 2010 eingerichtet. Ziel der internen Revision ist es, die MorphoSys AG mit einem systematischen und einheitlichen Ansatz zur Bewertung und Verbesserung der Effektivität des Risikomanagements sowie der Steuerungs- und Kontrollfunktionen bei der Erfüllung der gesetzten Ziele zu unterstützen. Die KPMG wurde für die interne Revision und deren Prüfungsdurchführung zum Co-Sourcing-Partner bestellt.

Die interne Revision basiert auf einem risikoorientierten internen Prüfungsplan, der sich weitgehend an den Ergebnissen der letzten Risikountersuchungen orientiert. Daneben fließen Prüfungsanforderungen und -empfehlungen des Vorstands und des Prüfungsausschusses des Aufsichtsrats in den risikoorientierten Prüfungsplan der Internen Revision ein.

Die interne Revision informiert den Vorstand in regelmäßigen Abständen; der Leiter der internen Revision berichtet (zusammen mit dem Vorstandsvorsitzenden) dem Prüfungsausschuss zweimal im Jahr oder bei Vorliegen verdächtiger Fakten auch sofort.

Im Verlauf des Jahres 2011 wurden zwei Prüfungen erfolgreich durchgeführt. Die beanstandeten Missstände werden durch entsprechende Gegenmaßnahmen behoben. Die Prüfungsmaßnahmen der internen Revision werden in 2012 deutlich zunehmen.

MorphoSys betrachtet das Risikomanagement als eine Maßnahme, um Risiken zu erkennen, zu bewerten und durch angemessene Gegenmaßnahmen (auf ein vertretbares Maß) abzumildern sowie die erkannten Risiken zu überwachen.

MorphoSys verfügt über ein System, mit dem alle Geschäftsrisiken erkannt und bewertet werden, vor allem solche, die die Existenz des Unternehmens gefährden könnten.

Der Vorstand gewährleistet den jederzeitigen verantwortungsvollen Umgang mit Risiken und hält den Aufsichtsrat über bestehende Risiken und deren Entwicklung informiert. Ausführliche Informationen über Chancen und Risiken von MorphoSys können den Seiten 70 ff dieses Konzernlageberichts entnommen werden.

VERHALTENSKODE X

In 2011 hat MorphoSys einen Verhaltenskodex (Code of Conduct) eingeführt. Der Verhaltenskodex enthält die Grundprinzipien und Regeln für das Verhalten innerhalb und außerhalb des Unternehmens und setzt den Rahmen für die ethischen und rechtlichen Verantwortlichkeiten als Unternehmen. Die Implementierung und die Überwachung des Verhaltenskodex auf seine Einhaltung obliegt dem Code of Conduct-Komitee. Weitere Angaben finden sich im Nachhaltigkeitsbericht.

ABSCHLUSSPRÜFUNG DURCH PRICEWATERHOUSE COOPERS

MorphoSys erstellt seinen Konzernabschluss und seine Quartalsabschlüsse gemäß den internationalen Rechnungslegungsvorschriften IFRS. Der Jahresabschluss der MorphoSys AG wird in Übereinstimmung mit den Vorschriften des Handelsgesetzbuchs (HGB) erstellt. Für die Wahl des externen Abschlussprüfers der Gesellschaft unterbreitet der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats einen Wahlvorschlag. Im Rahmen der Hauptversammlung 2011 wurde die Pricewaterhouse Coopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2011 bestellt. Als Nachweis seiner Unabhängigkeit hat der Abschlussprüfer gegenüber dem Prüfungsausschuss eine Unabhängigkeitserklärung abgegeben.

Vergütungsbericht

Der Vergütungsbericht beschreibt die der Vorstandsvergütung zugrunde liegenden Prinzipien und behandelt auch die an die Mitglieder des Aufsichtsrats gezahlte Vergütung. Er berücksichtigt die gesetzlichen Vorschriften und die entsprechenden Grundsätze des Deutschen Corporate Governance Kodex und ist Bestandteil des Lageberichts und des Corporate-Governance-Berichts.

VERGÜTUNG DES VORSTANDS

Das Vergütungssystem für den Vorstand soll einen Anreiz für erfolgreiche und nachhaltige Unternehmensführung geben. Die Gesamtvergütung der Mitglieder des Vorstands besteht aus verschiedenen Komponenten wie fixe Bestandteile, einer jährlichen Bonuszahlung in bar, abhängig vom Erreichen von Unternehmensund persönlichen Zielen (short-term incentive – STI), einer langfristigen Anreizkomponente in Form eines Aktienplans (langfristiger Anreiz; long-term incentive – LTI) sowie aus weiteren Vergütungen. Alle Gesamtvergütungspakete werden jährlich vom Vergütungs- und Ernennungsausschuss auf Umfang und Angemessenheit überprüft. Die Höhe der an die Vorstandsmitglieder zu zahlenden Vergütung richtet sich insbesondere nach den Aufgabenbereichen des jeweiligen Vorstandsmitglieds, ihrer/seiner persönlichen Zielerreichung sowie nach der wirtschaftlichen Lage, dem Erfolg und den wirtschaftlichen Perspektiven der Gesellschaft im Verhältnis zum Wettbewerb. Die Gesamtvergütungspakete werden dem Ergebnis einer vergleichenden internationalen Branchenstudie, die 2011 von einem international anerkannten Beratungsunternehmen auf besondere Anweisung des Aufsichtsrats durchgeführt wurde, gegenübergestellt. Sämtliche Beschlüsse über die Anpassungen der Gesamtvergütungspakete werden vom Plenum des Aufsichtsrats gefasst. Die Gehälter des Vorstands wurden zuletzt im Juli und im Dezember 2011 angepasst.

ÜBERSICHT

Im Geschäftsjahr 2011 belief sich die Gesamtvergütung des Vorstands auf 3.917.374 € (2010: 3.267.924 €). Dies entspricht einer Steigerung von 19,9%, die vorwiegend auf die Veränderung in der Zusammensetzung des Vorstands im Jahr 2011 zurückzuführen ist. Ohne die Einmalzahlungen aufgrund der Veränderung in der Zusammensetzung des Vorstands wäre die Gesamtvergütung um 4,3% gestiegen.

k

Von dieser Gesamtvergütung entfielen 2.765.078 € auf die Barvergütung und 1.152.296 €, oder 29%, auf die aktienbasierte Vergütung (Bezüge mit langfristiger Anreizwirkung). Die Zuteilung der Aktien nach der vierjährigen Haltefrist ist abhängig von der Erreichung der Unternehmensziele. Der Aufsichtsrat kann nach Ablauf der vierjährigen Haltefrist aufgrund des Unternehmensfaktors auch gar keine Aktien gewähren. Das langfristige Vergütungsprogramm wird später in diesem Kapitel nochmals ausführlich erläutert.

Die nachfolgende Übersicht zeigt die geleisteten Vorstandsvergütungen in detaillierter und individualisierter Form:

TAB. 15A: VORSTANDSVERG ÜTUNG 2011

Fixum Bezüge mit
kurzfristiger
Anreizwirkung
Bezüge mit langfristiger
­Anreizwirkung
(Zielerreichung in Abhängigkeit
von Unternehmenszielen)
Gesamt
vergütung
Grundgehalt
in €
Sonstige
Vergütungen
in €
Erfolgs
abhängige
Vergütung
in €
Anzahl
gewährte
Performance
Aktien
Beizulegender
Zeitwert
am Tag der
Gewährung
in €
in €
Dr. Simon E.
Moroney 386.862 135.1311 181.825 17.676 377.206 1.081.024
Dave Lemus* 132.119 479.0092 72.026 683.154
Jens Holstein** 167.500 181.5843 83.750 12.107 258.363 691.197
Dr. Arndt Schottelius 256.000 99.0464 107.520 12.107 258.363 720.929
Dr. Marlies Sproll 262.259 94.5635 125.884 12.107 258.363 741.069
Gesamt 1.204.740 989.333 571.005 53.997 1.152.296 3.917.374

* Am 1. Mai 2011 zum Vorstand berufen

** Am 10. März 2011 aus dem Vorstand ausgeschieden

  • 1 einschließlich 107.233 € jährliche Beiträge zu privaten Pensionsfonds und Zuschüsse zu Versicherungen
  • 2 einschließlich 35.629 € jährliche Beiträge zu privaten Pensionsfonds und Zuschüsse zu Versicherungen
  • 3 einschließlich 53.001 € jährliche Beiträge zu privaten Pensionsfonds und Zuschüsse zu Versicherungen

4 einschließlich 73.613 € jährliche Beiträge zu privaten Pensionsfonds und Zuschüsse zu Versicherungen 5 einschließlich 74.868 € jährliche Beiträge zu privaten Pensionsfonds und Zuschüsse zu Versicherungen

Fixum Bezüge mit
kurzfristiger
Anreizwirkung
Bezüge mit langfristiger
Anreizwirkung
(Zielerreichung in Abhängigkeit
von Aktienkursentwicklung)
Gesamt
vergütung
Grundgehalt
in €
Sonstige
Vergütungen
in €
Erfolgs
abhängige
Vergütung
in €
Anzahl
gewährte
Wandel
schuldver
schreibungen
Beizulegender
Zeitwert
am Tag der
Gewährung
in €
in €
Dr. Simon E.
Moroney 368.498 130.1781 208.570 58.800 391.608 1.098.854
Dave Lemus* 259.157 156.6392 152.902 33.000 219.780 788.478
Jens Holstein**
Dr. Arndt Schottelius 231.000 90.1583 132.594 33.000 219.780 673.532
Dr. Marlies Sproll 249.623 90.8794 146.778 33.000 219.780 707.060
Total 1.108.278 467.854 640.844 157.800 1.050.948 3.267.924

TAB. 15B: VORSTANDSVERG ÜTUNG 2010

* Am 1. Mai 2011 zum Vorstand berufen

** Am 10. März 2011 aus dem Vorstand ausgeschieden

1 einschließlich 103.844 € jährliche Beiträge zu privaten Pensionsfonds und Zuschüsse zu Versicherungen

2 einschließlich 74.605 € jährliche Beiträge zu privaten Pensionsfonds und Zuschüsse zu Versicherungen

3 einschließlich 68.837 € jährliche Beiträge zu privaten Pensionsfonds und Zuschüsse zu Versicherungen 4 einschließlich 72.371 € jährliche Beiträge zu privaten Pensionsfonds und Zuschüsse zu Versicherungen

Im Laufe des Jahres 2011 haben Mitglieder des Vorstands Wandelschuldverschreibungen ausgeübt und die neuen Aktien anschließend veräußert. Alle Transaktionen wurden wie gesetzlich vorgeschrieben gemeldet und im Corporate-Governance-Bericht sowie auf der Webseite des Unternehmens veröffentlicht.

FIXUM

Die erfolgsunabhängige Vergütung setzt sich aus der fixen Vergütung und zusätzlichen sonstigen Vergünstigungen zusammen, die im Wesentlichen die Nutzung von Firmenwagen, Zuschüsse zur Kranken-, Sozial- und Invaliditätsversicherung sowie spezielle Zulagen und Vergünstigungen für ständig im Ausland lebende Vorstandsmitglieder beinhalten. Darüber hinaus nehmen alle Vorstandsmitglieder an privaten Pensionsfonds oder anderen Formen der Altersversorgung teil, für die MorphoSys die Monatsbeiträge an diese Fonds oder an andere Altersversorgungseinrichtungen entrichtet. Diese Zahlungen belaufen sich auf höchstens 10% des fixen Jahresgehalts eines jeden Vorstandsmitglieds zuzüglich der zu entrichtenden Steuern und sind in den sonstigen Vergütungen enthalten. Zusätzlich nehmen alle Vorstandsmitglieder an einem

Versorgungsplan in Form einer Unterstützungskasse teil, der in Zusammenarbeit mit der Allianz Pensions-Management e.V. eingeführt wurde. Die Pensionsverpflichtungen aus dieser Unterstützungskasse werden von der Allianz Pensions-Management e.V. erfüllt.

ERFOLGSABHÄNGIGE VERGÜTUNG (SHORT-TERM INCENTIVE – STI)

Als erfolgsabhängige Vergütung erhält jedes Vorstandsmitglied eine jährliche Bonuszahlung in bar, die bis zu 60% des Brutto-Grundgehaltes bei 100%-iger Zielerreichung erreichen kann. Diese Bonuszahlungen sind vom Erreichen von Unternehmens- und persönlichen Zielen abhängig, die vom Aufsichtsrat zu Beginn eines jeden Geschäftsjahres festgelegt werden. Die Unternehmensziele machen bis zu zwei Drittel der erfolgsabhängigen Vergütung aus und beruhen auf der Geschäftsentwicklung gemessen am Umsatz, operativen Ergebnis und Fortschritt der mit Partnern betriebenen sowie der firmeneigenen Pipeline. Die persönlichen Ziele machen rund ein Drittel der erfolgsabhängigen Vergütung aus und beinhalten operative Ziele, für deren Erfüllung das Vorstandsmitglied verantwortlich ist. Am Jahresende bewertet der Aufsichtsrat den

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Grad der Erreichung der Unternehmens- und der persönlichen Ziele und legt den Bonus entsprechend fest. Der Bonus unterliegt einer Obergrenze (cap) von 125% des Zielbetrags. Werden Ziele nicht erreicht, kann die erfolgsabhängige Vergütung vollständig entfallen. Der Bonus für das Geschäftsjahr 2011 wird im Februar 2012 ausbezahlt.

LANGFRISTIGE ANREIZVERGÜTUNG (LONG -TERM INCENTIVE – LTI)

In 2011 hat MorphoSys für den Vorstand und die Senior Management Group ein neues langfristiges Leistungsanreizprogramm (Performance-Aktienplan oder Long-term Incentive Program – LTI) eingeführt. Die Begünstigten des LTI-Programms erhalten nach einer Haltefrist von vier Jahren MorphoSys-Aktien.

Jedem Teilnehmer am LTI-Programm wird am Tag der Gewährung eine bestimmte Anzahl Aktien zugeteilt. Nach Ablauf einer vierjährigen Haltefrist werden die zugeteilten Aktien in Abhängigkeit von der Erreichung vorgegebener Ziele endgültig gewährt. Die Ziele setzen sich aus Leistungskennzahlen (Key Performance Indicators – KPIs) wie Umsatzerlöse und Ergebnis, Fortschritt in Partner- und firmeneigenen Programmen sowie wichtige Meilensteinzahlungen an MorphoSys zusammen.

Die Anzahl der zugeteilten Aktien hängt nach den Bestimmungen des LTI von der Erreichung von Leistungszielen (KPI-Erreichung in%) während der vierjährigen Haltefrist ab. Die KPIs werden für jede neue LTI-Tranche jährlich festgelegt.

Der LTI beinhaltet eine Basisvergütung (hurdle) und eine Obergrenze (cap), die zwischen 50% und 110% liegt. Das Programm sieht auch einen "Unternehmensfaktor" vor, der in der Regel "1" beträgt und vom Aufsichtsrat zur Anpassung der Aktienanzahl im Fall unvorhersehbarer Unternehmensentwicklungen festgelegt wird. Der Aufsichtsrat kann diesen Faktor zwischen 0 und 2 festlegen und bei Bedarf nach Ablauf der vierjährigen Haltefrist auch gar keine Aktien gewähren.

Der Aufsichtsrat entscheidet jedes Jahr über die Anzahl der den Mitgliedern des Vorstands zuzuteilenden Performance-Aktien. Am 1. Juni 2011 waren 53.995 Performance-Aktien an Mitglieder des Vorstands gewährt.

Im Fall einer Zielerreichung von 100% beläuft sich der jährliche Zielbetrag für den beizulegenden Zeitwert der Verpflichtungen aus dem Aktienplan auf 377.206 € für den Vorstandsvorsitzenden und auf 258.363 € für die übrigen Vorstandsmitglieder. Weitere Angaben sind in der Ziffer 29 des Anhangs zum Konzernabschluss zu finden.

Im Jahr 2011 haben Vorstandsmitglieder MorphoSys-Aktien gekauft und Wandelschuldverschreibungen ausgeübt, die anschließend zum Teil verkauft wurden. Alle Transaktionen wurden wie gesetzlich vorgeschrieben gemeldet und auf der Webseite des Unternehmens veröffentlicht.

VER ÄNDERUNG IN DER ZUSAMMENSETZUNG DES VORSTANDS

Am 24. Februar 2011 hat MorphoSys bekannt gegeben, dass Herr Jens Holstein bei der MorphoSys AG die Nachfolge von Herrn Dave Lemus als Finanzvorstand und Mitglied des Vorstands antreten wird. Herr Lemus trat von seiner Position als Finanzvorstand des Unternehmens zurück, um sich anderen Aufgaben zu widmen. Er erhielt die in seinem Dienstvertrag vereinbarte Vergütung bis zum 30. Juni 2011. Darüber hinaus erhielt er eine vertraglich vereinbarte Zahlung in Höhe seines festen Bruttojahresgehalts von 264.238 € zuzüglich eines Bonus in Höhe von 144.053 €, errechnet als Durchschnitt seiner Boni in den Jahren 2009 und 2010. Ferner wurde der noch nicht ausübbare Teil der ausstehenden Aktienoptionen von Herrn Lemus für die Jahre 2008 und 2009 vorzeitig ausübbar.

Herr Jens Holstein wurde mit Wirkung zum 1. Mai 2011 zum Finanzvorstand der MorphoSys AG bestellt. Sein Dienstvertrag hat eine Laufzeit bis zum 30. Juni 2014. Als zusätzlicher Anreiz für den Wechsel zu MorphoSys wurden Herrn Holstein eine einmalige Entschädigung für entgangene Bezüge aus seinem bisherigen Dienstverhältnis in Höhe von 100.000 € gewährt.

VERSCHIEDENES

Vorstandsmitgliedern wurden keine Darlehen oder ähnliche Vergünstigungen gewährt. Im Berichtsjahr erhielten die Mitglieder des Vorstands auch keine Vergünstigungen von dritter Seite, die mit Blick auf ihre Position als Vorstandsmitglied entweder in Aussicht gestellt oder gewährt wurden.

NICHTWIEDERBESTELLUNG/NICHTVERLÄNGERUNG

Die Dienstverträge der Vorstandsmitglieder sehen für den Fall der Nichtwiederbestellung oder der Nichtverlängerung eines Dienstvertrags vor, dass dem betreffenden Vorstandmitglied eine Abfindung in Höhe einer fixen Jahresvergütung zusteht. Eine solche Abfindung soll mit allen im Fall der Freistellung eines Vorstandsmitglieds erhaltenen Gehaltszahlungen verrechnet werden. Endet der Dienstvertrag eines Vorstandsmitglieds durch Tod, stehen seinem/ihrem Ehegatten oder Lebenspartner(in) das fixe Monatsgehalt für den Todesmonat und die nachfolgenden zwölf Monate zu. Für den Fall, dass (i) MorphoSys Vermögenswerte oder wesentliche Teile seiner Vermögenswerte an nicht verbundene Dritte überträgt, (ii) MorphoSys auf ein nicht verbundenes Unternehmen verschmolzen wird oder (iii) ein Aktionär mehr als 30%

der Stimmrechte an der MorphoSys hält, steht jedem Vorstandsmitglied ein außerordentliches Kündigungsrecht seines/ihres Dienstvertrags zu, mit Anspruch auf die ausstehende Festvergütung für den Rest der vereinbarten Vertragslaufzeit oder eine zweifache Jahresvergütung – je nachdem, welcher Betrag höher ist. Darüber hinaus werden in einem solchen Fall alle gewährten Aktienoptionen, Wandelschuldverschreibungen und Performance-Aktien mit sofortiger Wirkung ausübbar.

VERGÜTUNG DES AUFSICHTSRATS

Die Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats unterliegt den Bestimmungen der Satzung der Gesellschaft, deren aktuelle Fassung von den Aktionären auf der Hauptversammlung am 19. Mai 2011 verabschiedet wurde, und den entsprechenden Hauptversammlungsbeschlüssen der Aktionäre zur Aufsichtsratsvergütung. Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhielten im Geschäftsjahr 2011 eine feste Vergütung sowie Sitzungsgelder für die Teilnahme an Aufsichtsrats- und Ausschusssitzungen. Nach den geltenden Bestimmungen erhält jedes Aufsichtsratsmitglied für seine Mitgliedschaft im Aufsichtsrat eine jährliche Pauschalvergütung (61.000 € für den Vorsitzenden, 45.750 € für den stellvertretenden Vorsitzenden und 30.500 € für die übrigen Aufsichtsratsmitglieder). Der Vorsitzende erhält 3.000 € für jede von ihm geleitete Aufsichtsratssitzung, die übrigen Mitglieder erhalten 1.500 € für jede Teilnahme an einer Aufsichtsratssitzung. Für die Ausschussarbeit erhält der Ausschussvorsitzende 9.000 €, die übrigen Ausschussmitglieder erhalten jeweils 6.000 €. Die Vergütungen werden vierteljährlich in gleichen Tranchen fällig.

Daneben werden den Aufsichtsratsmitgliedern die Reisekosten und die auf ihre Vergütung zu entrichtende Mehrwertsteuer erstattet. Die Gesamtvergütung bemisst sich nach den Verantwortlichkeiten und dem Aufgabenumfang der Aufsichtsratsmitglieder sowie nach der wirtschaftlichen Lage und Entwicklung der Gesellschaft.

Im Geschäftsjahr 2011 erhielten die Mitglieder des Aufsichtsrats insgesamt 384.750 € (2010: 382.750 €) ohne Erstattung von Reisekosten. Dieser Betrag setzt sich aus einer festen Vergütung und den variablen Vergütungen (Sitzungspauschale) zusammen.

Aufsichtsratsmitgliedern wurden von der Gesellschaft keine Darlehen gewährt.

Die nachfolgende Übersicht zeigt die Vergütung des Aufsichtsrats in detaillierter Form:

Feste Vergütung Sitzungspauschale Gesamtvergütung
in € 2011 2010 2011 2010 2011 2010
Dr. Gerald Möller 70.000 70.000 26.000 22.000 96.000 92.000
Prof. Dr.
Jürgen Drews 57.750 57.750 17.500 15.000 75.250 72.750
Dr. Walter Blättler 39.500 39.500 13.500 18.000 53.000 57.500
Dr. Daniel Camus 36.500 36.500 19.000 19.000 55.500 55.500
Dr. Metin Colpan 36.500 36.500 8.500 10.000 45.000 46.500
Dr. Geoffrey
N. Vernon 39.500 39.500 20.500 19.000 60.000 58.500
Gesamt 279.750 279.750 105.000 103.000 384.750 382.750

TAB. 16: AUFSICHTSRATSVERG ÜTUNG

Angaben gemäß Wertpapiererwerbsund Übernahmegesetz

Die nachfolgenden Angaben werden in Übereinstimmung mit § 315 Abs. 4 HGB gemacht.

ZUSAMMENSETZUNG DES AKTIEN KAPITALS

Am 31. Dezember 2011 betrug das Grundkapital der Gesellschaft 23.112.167,00 €, eingeteilt in 23.112.167 auf den Inhaber lautende nennwertlose Aktien. Mit Ausnahme von 163.915 vom Unternehmen gehaltenen Aktien handelt es sich ausnahmslos um stimmberechtigte Stammaktien. Dem Vorstand sind keinerlei Beschränkungen hinsichtlich der Stimm- oder Übertragungsrechte der Aktien bekannt. Dies bezieht sich auch auf Beschränkungen, die sich aus Vereinbarungen zwischen Aktionären ergeben könnten. Der Gesellschaft sind keine direkten oder indirekten Beteiligungen an ihrem Grundkapital, die 10% der Stimmrechte übersteigen, gemäß § 21 Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) gemeldet worden. Es gibt keine Inhaber mit Sonderrechten oder einer sonstigen Stimmrechtskontrolle.

KAPITALANTEILE VON MEHR ALS 10 % DER STI MMRECHTE

Es gibt keine direkte oder indirekte Kapitalbeteiligung an der Gesellschaft, die 10% der Stimmrechte übersteigt.

BESTELLUNG UND ABBERUFUNG VON VORSTANDS MITGLIE - DERN , SATZUNGSÄNDERUNGEN

Gemäß § 6 der Satzung der Gesellschaft besteht der Vorstand aus mindestens zwei Mitgliedern, wobei der Aufsichtsrat die genaue Zahl der Vorstandsmitglieder bestimmt. Der Aufsichtsrat kann einen Vorstandsvorsitzenden sowie einen oder mehrere stellvertretende Vorsitzende des Vorstands ernennen. Gemäß § 20 der Satzung der Gesellschaft bedürfen Satzungsänderungen einer Mehrheit von mehr als 50% des auf der Hauptversammlung vertretenen stimmberechtigten Aktienkapitals, sofern nicht eine abweichende Mehrheit gesetzlich vorgeschrieben ist.

ERMÄCHTIGUNG DES VORSTANDS ZUR AUSGABE VON AKTIEN

Die Aktionäre haben dem Vorstand die nachfolgenden Befugnisse zur Ausgabe neuer Aktien oder Wandlungsrechte bzw. zum Rückkauf eigener Aktien erteilt:

  • a. Gemäß § 5 Abs. 5 der Satzung der Gesellschaft ist der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 30. April 2013 ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft gegen Bar- und/ oder Sacheinlagen einmalig oder mehrmals, insgesamt jedoch höchstens um bis zu 8.864.103,00 € durch Ausgabe von 8.864.103 neuen und auf den Inhaber lautenden nennwertlosen Stückaktien, zu erhöhen. (Genehmigtes Kapital 2008-I). Der Vorstand ist berechtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre unter folgenden Bedingungen auszuschließen:
  • i. im Fall einer Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen, soweit dies zur Vermeidung von Spitzenbeträgen erforderlich ist; oder
  • ii. im Fall einer Kapitalerhöhung gegen Sacheinlagen, soweit die neuen Aktien zum Erwerb von Unternehmen, Beteiligungen an Unternehmen, Patenten, Lizenzen oder anderen gewerblichen Schutzrechten oder einer einen Betrieb bildenden Gesamtheit von Wirtschaftsgütern dienen; oder
  • iii. im Fall einer Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen, soweit die neuen Aktien im Zuge der Börseneinführung an einer Wertpapierbörse platziert werden.
  • b. Gemäß § 5 Abs. 6 der Satzung der Gesellschaft ist der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 30. April 2013 ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft gegen Bareinlage einmalig oder mehrmals, insgesamt jedoch höchstens um bis zu 2.216.025,00 € durch Ausgabe von bis zu 2.216.025 neuen und auf den Inhaber lautenden nennwertlosen Stückaktien, zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2008-II). Der Vorstand ist berechtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre unter folgenden Bedingungen auszuschließen:
  • i. soweit dies zur Vermeidung von Spitzenbeträgen erforderlich ist; oder
  • ii. soweit der Ausgabepreis für die neuen Aktien nicht wesentlich unter dem Börsenkurs für bereits bestehende Aktien zum Ausgabezeitpunkt liegt.

  • c. Gemäß § 5 Abs. 6b der Satzung der Gesellschaft ist das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu 6.600.00,00 €, eingeteilt in 6.600.000 auf den Inhaber lautende nennwertlose Stückaktien, bedingt zu erhöhen (Bedingtes Kapital 2006/I). Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, als (i) die Inhaber von Optionen und/oder Wandelschuldverschreibungen von bis zum 30. April 2016 durch die Gesellschaft gemäß Hauptversammlungsbeschluss begebenen Options- und/oder Wandlungsrechten Gebrauch machen oder (ii) die Inhaber ihre Pflicht zur Wandlung erfüllen. Das Gleiche trifft für Inhaber von Optionen und/oder Wandelschuldverschreibungen zu, die von in- oder ausländischen 100%igen Beteiligungsgesellschaften der Gesellschaft begeben werden.

  • d. Des Weiteren gibt es ein Bedingtes Kapital 1999-I in Höhe von bis zu 87.033,00 € (§ 5 Abs. 6a der Satzung der Gesellschaft), ein Bedingtes Kapital 2003-II in Höhe von bis zu 725.064,00 € (§ 5 Abs. 6c der Satzung der Gesellschaft), ein Bedingtes Kapital 2008-II in Höhe von bis zu 992.872,00 € (§ 5 Abs. 6d der Satzung der Gesellschaft) und ein Bedingtes Kapital 2008-III in Höhe von bis zu 450.000,00 € (§ 5 Abs. 6e der Satzung der Gesellschaft). Diese Bedingten Kapitale dienen der Ausgabe von Options- und Wandlungsrechten an Mitglieder des Vorstands und an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gesellschaft oder ihrer Beteiligungsgesellschaften.

ERMÄCHTIGUNG DES VORSTANDS ZU M RÜCKKAUF VON AKTIEN

Die von der ordentlichen Hauptversammlung 2010 erteilte Ermächtigung der Gesellschaft zum Rückkauf eigener Aktien wurde ersetzt durch eine von der Hauptversammlung 2011 erteilte neue Ermächtigung der Gesellschaft zum Rückkauf eigener Aktien in Höhe von bis zu 10% ihres zum Zeitpunkt der ordentlichen Hauptversammlung am 30. April 2016 bestehenden Aktienkapitals.

BESTIMMUNGEN IM FALL EINES EIGENT ÜMERWECHSELS (CHANGE OF CONTROL )

VERTR AGLICHE ABMACHUNGEN IN SCHLÜSSELVERTR ÄGEN

Im Jahr 2007 haben MorphoSys und die Novartis Pharma AG ihre ursprüngliche Kooperationsvereinbarung aus dem Jahr 2004 auf dem Gebiet der pharmazeutischen Forschung erweitert. Nach dieser Vereinbarung ist die Novartis Pharma AG in bestimmten Fällen eines Eigentümerwechsels im Zusammenhang mit bestimmten Unternehmen berechtigt, aber nicht verpflichtet, verschiedene Maßnahmen zu ergreifen, wozu auch die teilweise oder vollständige Kündigung der Kooperationsvereinbarung zählt.

Als Eigentümerwechsel gilt der Erwerb vom 30% oder mehr der Stimmrechte an der Gesellschaft im Sinne der §§ 29 und 30 des Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetzes (WpÜG). Die Kündigung der Kooperationsvereinbarung durch die Novartis Pharma AG könnte sich in erheblichem Maße nachteilig auf die zukünftige Liquiditätslage der Gesellschaft auswirken.

VORKEHRUNGEN FÜR MITGLIEDER DES VORSTANDS FÜR DEN FALL EINES EIGENTÜMERWECHSELS

Nach einem Eigentümerwechsel kann jedes Vorstandmitglied seinen/ihren Anstellungsvertrag kündigen und die ausstehende Festvergütung bis zum Ende der Vertragslaufzeit verlangen.

Des Weiteren gelten in einem solchen Fall alle gewährten Aktienoptionen, Wandelschuldverschreibungen und Performance-Aktien als mit sofortiger Wirkung ausübbar. Letzteres trifft auch für einen Teil der Abteilungsleiter zu, denen Optionen oder Wandlungsrechte gewährt wurden.

Konzernabschluss

  • 1 1 8 ak t i v e re c h n u n gs ab gr e n z u n g , st e u er f or d er u n g e n , so n s t i g e kur z fr is t i g e v erm ö g e n sw er t e un d vorr ät e
  • 1 1 8 s o n s t i g e for d er u n g e n
  • 1 1 8 f or d er u n g e n aus l i e f er u n g e n un d l e is t u n g e n
  • 1 17 f i n a n z a n l ag e n
  • 1 17 l i q u i d e mi t t e l
  • 1 1 6 er g eb n is j e ak t i e
  • 1 1 3 er tr ags t e u er n
  • 1 1 3 n i c h t- o p er at i v e au fw e n d u n g e n un d er tr äg e
  • 1 1 3 p ers o n a l au fwa n d
  • 1 1 2 um s at z er lös e
  • 1 0 9 s e gm e n t b er i c h t ers tat t u n g
  • 1 0 1 zus amm e n fas s u n g der wes e n t l i c h e n b i l a n z i er u n gs un d b ew er t u n gs gr u n ds ät z e
  • 1 0 0 al lg em e i n e in f orm at i o n e n

A n hang

  • 9 8 ko n z er n k a p i ta l f l us sr e c h n u n g (i frs)
  • 9 6 ko n z er n e i g e n k a p i ta l e n t w i c k l u n g (i frs)
  • 9 4 ko n z er n b i l a n z (i frs)
  • 9 3 ko n z er n g es am t er g eb n isr e c h n u n g (i frs)
  • 9 2 ko n z er n g ew i n n un d v er l us tr e c h n u n g (i frs)

Ko n z e r nabs c h lu s s

1 3 9 f ors c h u n gs - un d en t w i c k l u n gs ab komm e n

1 4 2 ko n s o l i d i er u n gs kr e is (a n h a n g 1) 1 4 2 er k l är u n g des vors ta n ds

  • 1 3 9 cor p or at e gov er n a n c e
  • 1 3 5 n a h e st e h e n d e un t er n e hm e n un d p ers o n e n
  • so n s t i g e n v er tr äg e n 1 3 4 e v e n t u a l f or d er u n g e n/- s c h u l d e n
  • 1 3 3 l a n g fr is t i g es l e is t u n gs a nr e i z- pro gr amm 1 3 4 v er p f l i c h t u n g e n aus mi e t- , l e as i n g - un d
  • (" s to c k ap pr e c i at i o n ri g h ts ")
  • 1 3 1 ak t i e n o p t i o n e n 1 3 3 ak t i e nw er ts t e i g er u n gsr e c h t e
  • 1 2 9 wa n d e l s c h u l dv ers c hr e ib u n g e n
  • 1 2 8 e i g e n k a p i ta l
  • 1 2 4 f i n a n z i n s tr um e n t e un d ma n ag em e n t des f i n a n zr is i kos
  • 1 2 4 r ü c ks t e l l u n g e n un d st e u erv erb i n d l i c h k e i t e n
  • 1 2 3 v erb i n d l i c h k e i t e n aus l i e f er u n g e n un d l e is t u n g e n un d ab g e gr e n z t e au fw e n d u n g e n
  • 1 2 2 g es c h ä f ts od er f irm e nw er t
  • 1 2 2 z ur v er äuß er u n g ge h a lt e n e v erm ö g e n sw er t e
  • 1 2 2 s o n s t i g e v erm ö g e n sw er t e
  • 1 2 1 imm at er i e l l e v erm ö g e n sw er t e
  • 1 1 9 s ac h a n l ag e n

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung (IFRS)

in € Anhang 2011 2010
Umsatzerlöse 2.7, 4 100.777.157 87.036.308
Betriebliche Aufwendungen
Herstellungskosten 3 7.024.341 7.284.211
Forschung und Entwicklung 57.477.141 46.899.723
Vertrieb, Allgemeines und Verwaltung 24.584.145 23.226.029
Betriebliche Aufwendungen gesamt 89.085.627 77.409.963
Sonstige betriebliche Erträge 2.9 466.267 222.418
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 12.157.797 9.848.763
Finanzerträge 6 1.439.129 4.123.286
Finanzaufwendungen 6 27.270 33.881
Sonstige Erträge 6 67.341 469.547
Sonstige Aufwendungen 6 2.206.717 1.236.159
Ergebnis vor Steuern 11.430.280 13.171.556
Aufwand aus Ertragsteuern 7 3.213.883 3.975.256
Jahresüberschuss 8.216.397 9.196.300
Jahresüberschuss je Aktie, unverwässert 8 0.36 0.41
Jahresüberschuss je Aktie, verwässert 8 0.36 0.40
Anzahl Aktien zur Berechnung des
unverwässerten Jahresüberschusses je Aktie 8 22.887.723 22.656.233
Anzahl Aktien zur Berechnung des
verwässerten Jahresüberschusses je Aktie 8 23.126.158 22.786.536

Konzern-Gesamtergebnisrechnung (IFRS)

in € 2011 2010
Jahresüberschuss 8.216.397 9.196.300
Veränderung der unrealisierten Gewinne und Verluste aus zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren –260.949 –3.580.703
(davon Umgliederungen von unrealisierten Gewinnen und Verlusten in die Gewinn- und Verlustrechnung) –886.717 –3.854.337
Latente Steuern 68.708 942.799
Veränderung der unrealisierten Gewinne und Verluste aus zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren
nach Abzug von latenten Steuern –192.241 –2.637.904
Effekte aus dem eigenkapitalbezogenen Ansatz von latenten Steuern 76.798 –5.622
Währungsgewinn aus der Konsolidierung 247.307 448.445
Sonstiges Ergebnis 8.348.261 7.001.219

Konzernbilanz (IFRS)

in € Anhang 2011 2010
AKTIVA
Kurzfristige Vermögenswerte
Liquide Mittel 9, 21 54.596.099 44.118.451
Wertpapiere, zur Veräußerung verfügbar 10, 21 79.768.563 64.304.041
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 11, 21 12.203.237 15.009.326
Forderungen aus Ertragsteuern 13 215.620 499.323
Sonstige Forderungen 12 375.360 522.520
Vorräte, netto 13 3.281.240 4.135.446
Rechnungsabgrenzung und sonstige kurzfristige Vermögenswerte 13 3.467.402 3.104.340
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 17 785.027 813.011
Kurzfristige Vermögenswerte gesamt 154.692.548 132.506.458
Langfristige Vermögenswerte
Sachanlagen, netto 14 6.106.318 6.189.865
Patente, netto 15 9.459.580 10.285.264
Lizenzen, netto 15 9.551.394 12.118.924
Immaterielle Vermögenswerte in Entwicklung 15 10.513.100 10.513.100
Software, netto 15 1.055.405 505.328
Know-how und Kundenstamm, netto 15 1.341.159 1.685.978
Geschäfts- oder Firmenwert 15, 18 34.107.455 34.099.485
Aktive latente Steuern 7 164.949 231.689
Rechnungsabgrenzung und sonstige Vermögenswerte, ohne kurzfristigen Anteil 13, 16 1.418.542 1.658.040
Langfristige Vermögenswerte gesamt 73.717.902 77.287.673
AKTIVA GESAMT 228.410.450 209.794.131
in € Anhang 2011 2010
PASSIVA
Kurzfristige Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und abgegrenzte Aufwendungen 19, 21 19.110.798 15.749.522
Steuerverbindlichkeiten 20, 7 3.026.597 2.144.674
Rückstellungen 20 275.000 275.000
Umsatzabgrenzung, kurzfristiger Anteil 2.7 1.338.282 3.181.605
Kurzfristige Verbindlichkeiten gesamt 23.750.677 21.350.801
Langfristige Verbindlichkeiten
Rückstellungen, ohne kurzfristigen Anteil 20 108.145 43.344
Umsatzabgrenzung, ohne kurzfristigen Anteil 2.7 6.047.253 690.756
Wandelschuldverschreibungen an nahe stehende Personen 23 73.607 127.593
Latente Steuerverpflichtungen 7 1.295.174 1.659.543
Langfristige Verbindlichkeiten gesamt 7.524.179 2.521.236
Eigenkapital 22, 23, 24, 26
Grundkapital 23.112.167 22.890.252
43.047.264 und 41.935.950 genehmigte Stammaktien in 2011 bzw. 2010
23.112.167 und 22.890.252 ausgegebene Stammaktien in 2011 bzw. 2010
22.948.252 und 22.810.356 Stammaktien im Umlauf in 2011 bzw. 2010
Eigene Aktien (163.915 und 79.896 Aktien in 2011 und 2010), zu Anschaffungskosten –1.756.841 –9.774
Kapitalrücklage 170.778.474 166.388.083
Rücklagen –680.099 –811.963
Bilanzgewinn (+)/-verlust (–) 5.681.893 –2.534.504
Eigenkapital gesamt 197.135.594 185.922.094
PASSIVA GESAMT 228.410.450 209.794.131

Konzern-Eigenkapitalentwicklung (IFRS)

Grundkapital
Aktien
01. Januar 2010
Sta
nd am
22.660.557 22.660.557
Aufwand aus der Gewährung von Aktienoptionen und Wandelschuldverschreibungen 0 0
Ausübung von an nahe stehende Personen ausgegebenen Optionen und Wandelschuldverschreibungen 229.695 229.695
Rücklagen:
Veränderung des unrealisierten Gewinns aus zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren
nach Abzug von latenten Steuern 0 0
Effekte aus dem eigenkapitalbezogenen Ansatz von latenten Steuern 0 0
Währungsgewinne und -Verluste aus der Konsolidierung 0 0
Jahresüberschuss 0 0
Sonstiges Ergebnis 0 0
31. De zem
ber 2010
Sta
nd am
22.890.252 22.890.252
01. Januar 2011
Sta
nd am
22.890.252 22.890.252
Aufwand aus der Gewährung von Aktienoptionen und Wandelschuldverschreibungen 0 0
Ausübung von an nahe stehende Personen ausgegebenen Optionen und Wandelschuldverschreibungen 221.915 221.915
Rückkauf von eigenen Anteilen 0 0
Rücklagen:
Veränderung des unrealisierten Gewinns aus zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren
nach Abzug von latenten Steuern 0 0
Effekte aus dem eigenkapitalbezogenen Ansatz von latenten Steuern 0 0
Währungsgewinne und -Verluste aus der Konsolidierung 0 0
Jahresüberschuss 0 0
Sonstiges Ergebnis 0 0
31. De zem
ber 2011
Sta
nd am
23.112.167 23.112.167
Gesamtes
Eigenkapital
Bilanz
gewinn (+)/
-verlust (–)
Währungs
umrechnungs
differenzen
Neubewer
tungsrücklage
Kapital
rücklage
Eigene Aktien
Aktien
– 11.730.804 – 1.988.077 3.371.195 161.631.268 – 9.774 79.896
0 0 0 2.150.655 0 0
0 0 0 2.606.160 0 0
0 0 –2.637.904 0 0 0
0 0 –5.622 0 0 0
0 448.445 0 0 0 0
9.196.300 0 0 0 0 0
9.196.300 448.445 –2.643.526 0 0 0
– 2.534.504 – 1.539.632 727.669 166.388.083 – 9.774 79.896
– 2.534.504 – 1.539.632 727.669 166.388.083 – 9.774 79.896
0 0 0 1.488.342 0 0
0 0 0 2.902.049 0 0
0 0 0 0 –1.747.067 84.019
0 0 –192.241 0 0 0
0 0 76.798 0 0 0
0 247.307 0 0 0 0
8.216.397 0 0 0 0 0
8.216.397 247.307 –115.443 0 0 0
5.681.893 – 1.292.325 612.226 170.778.474 – 1.756.841 163.915

Konzern-Kapitalflussrechnung (IFRS)

in € Anhang 2011 2010
Gewöhnliche Ges
chäftst
ätigkeit
:
Jahresüberschuss 8.216.397 9.196.300
Überleitung vom Jahresüberschuss zum Mittelzufluss aus der
gewöhnlichen Geschäftstätigkeit
Nicht zahlungswirksamer Aufwand aus der Kaufpreiszuordnung 0 44.000
Wertminderung von Vermögenswerten 236.362 0
Abschreibungen auf materielle und immaterielle Vermögenswerte 6.628.779 6.120.325
Nettogewinn aus dem Verkauf von zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren –1.085.911 –3.979.920
Erwerb von derivativen Finanzinstrumenten 12 –220.921 –649.650
Erlöse aus der Veräußerung von derivativen Finanzinstrumenten 12 386.208 9.176
Unrealisierter Nettogewinn (–)/-verlust (+) aus derivativen Finanzinstrumenten –20.993 496.181
Gewinn (–)/Verlust (+) aus der Veräußerung von Sachanlagen –44.216 254.744
Realisierung von abgegrenzten Umsatzerlösen –19.980.232 –37.598.056
Aktienbasierte Vergütung 1.538.807 2.123.296
Aufwand aus Ertragsteuern 3.190.278 3.974.358
Veränderungen von betrieblichen Aktiva und Passiva
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2.839.264 –3.618.508
Aktive Rechnungsabgrenzung, sonstige Vermögenswerte und Forderungen
aus Ertragsteuern
–34.967 –1.055.955
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, abgegrenzte Aufwendungen
sowie Rückstellungen
3.501.662 2.052.030
Sonstige Verbindlichkeiten –80.312 –709.879
Umsatzabgrenzung 23.493.407 27.272.556
Mittelzufluss aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 28.563.611 3.930.998
Gezahlte Zinsen –3.459 –27.143
Erhaltene Zinsen 361.916 148.117
Gezahlte Ertragsteuern –1.851.609 –2.160.368
Mitte
lzufluss
aus der ge
wöhnlichen Ges
chäftst
ätigkeit
21 27.070.459 1.891.604
in € Anhang 2011 2010
Investiti
onst
ätigkeit
:
Erwerb von zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren –50.686.269 –20.783.313
Erlöse aus dem Verkauf von zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren 36.046.710 50.692.950
Erwerb von Sachanlagen –2.320.353 –2.323.416
Erlöse aus der Veräußerung von Sachanlagen 152.081 0
Zugänge zu den immateriellen Vermögenswerten –1.284.629 –11.486.644
Akquisitionen, nach Abzug erworbener Zahlungsmittel 0 –18.095.650
Mitte
labfluss
aus der Investiti
onst
ätigkeit
21 – 18.092.460 – 1.996.073
nanzie rungst
ätigkeit
:
Rückkauf von eigenen Anteilen –1.747.066 0
Erlöse aus der Ausübung von an nahe stehende Personen
ausgegebenen Optionen und Wandelschuldverschreibungen
3.139.488 2.851.597
Nettoerlöse aus der Ausgabe von Wandelschuldverschreibungen
an nahe stehende Personen
–53.986 80.586
Kosten der Aktienausgabe, netto –15.500 –15.500
Mitte
lzufluss
aus der Fi
nanzie rungst
ätigkeit
1.322.936 2.916.683
Einfluss von Wechselkurseffekten auf die Zahlungsmittel 176.713 50.921
Zunahme der liquiden Mittel 10.477.648 2.863.135
quide Mitte
l zu Begi
nn der Periode
44.118.451 41.255.316
quide Mitte
l am
Ende der Periode
54.596.099 44.118.451

Anhang

1 Allgemeine Informationen

1.1 GESCH ÄFT UN D UN TERNEH MEN

Die MorphoSys AG ("das Unternehmen" oder "MorphoSys") ist ein führendes Antikörperunternehmen mit Schwerpunkt auf der Herstellung vollständig menschlicher Antikörper. Die hochmodernen Technologien von MorphoSys im Verbund mit mehr als 15 Jahren gezielter Antikörperforschung und Optimierungsexpertise finden ihre erfolgreiche Anwendung in der Entwicklung von Forschungs- und diagnostischen Antikörpern sowie Therapeutika für kommerzielle Partner und zu eigenen Zwecken. Der Konzern wurde im Juli 1992 als deutsche Gesellschaft mit beschränkter Haftung gegründet und im Juni 1998 in eine deutsche Aktiengesellschaft umgewandelt. Der Börsengang der Gesellschaft erfolgte im März 1999 am Neuen Markt, dem Segment der Deutschen Börse für Gesellschaften mit hohen Wachstumsraten. Am 15. Januar 2003 wurde die MorphoSys AG in das Prime-Standard-Segment der Frankfurter Wertpapierbörse aufgenommen.

1.2 KONSOL IDIER TE UN TERNEH MEN

Die MorphoSys AG hat fünf 100%ige Tochtergesellschaften (zusammen der "MorphoSys-Konzern" oder der "Konzern"):

Die MorphoSys USA, Inc. wurde am 16. Februar 2000 in den USA gegründet. Der Geschäftszweck dieses Tochterunternehmens bestand in der Unterstützung der MorphoSys AG beim Vertrieb und bei der Lizenzierung ihrer Produkte. Die MorphoSys USA, Inc. hat im November 2002 ihre Tätigkeit weitgehend eingestellt.

Die MorphoSys IP GmbH wurde am 6. November 2002 im Handelsregister München eingetragen und hat am 31. Dezember 2002 ihre Geschäftstätigkeit aufgenommen. Geschäftszweck dieser Gesellschaft sind der Kauf, die Pflege und die Verwaltung bestimmter immaterieller Vermögenswerte des MorphoSys-Konzerns. Die Gesellschaft ist in dem Gebäude der MorphoSys AG untergebracht.

Im Januar 2006 hat die MorphoSys AG die Serotec Ltd. mit deren Tochtergesellschaften Serotec, Inc., Serotec GmbH und Oxford Biotechnology Ltd. (zusammen die "Serotec-Gruppe") erworben, die damit eine 100%ige Tochtergesellschaft der MorphoSys AG wurde. Die Serotec-Gruppe wurde in das bestehende AbD-Segment von MorphoSys integriert. Die Oxford Biotechnology Ltd. wurde im Jahr 2009 liquidiert.

Im Januar 2007 wurden die Serotec Ltd. und die Serotec, Inc. in MorphoSys UK Ltd. bzw. MorphoSys US, Inc. umbenannt. Im März 2007 firmierte die Serotec GmbH in MorphoSys AbD GmbH um.

Die Biogenesis Ltd., Poole, Großbritannien, und die Biogenesis, Inc., New Hampshire, USA, wurden von MorphoSys im Januar 2005 erworben. Die Biogenesis UK wurde zunächst in MorphoSys UK Ltd. umbenannt und änderte in 2007 erneut ihren Firmennamen in Poole Real Estate Ltd. Die Biogenesis, Inc. wurde in MorphoSys US, Inc. umfirmiert und auf die Serotec, Inc. verschmolzen. Die aufnehmende Gesellschaft nahm daraufhin wieder den Namen MorphoSys US, Inc. an und befindet sich in Raleigh, North Carolina.

Im Oktober 2010 erwarb MorphoSys alle Anteile an der Sloning BioTechnology GmbH, einem in Puchheim bei München ansässigen privat geführten Unternehmen.

Die MorphoSys IP GmbH hat von § 264 Abs. 3 HGB (Handelsgesetzbuch) Gebrauch gemacht. Aus diesem Grund wurde für die MorphoSys IP GmbH kein gesonderter Jahresabschluss im Bundeanzeiger veröffentlicht.

Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2011 wurde vom Vorstand in seiner Sitzung am 14. Februar 2012 mittels Vorstandsbeschluss freigegeben. Dem Vorstand des Konzerns gehören Herr Dr. Simon E. Moroney als Vorstandsvorsitzender, Herr Jens Holstein als Finanzvorstand, Frau Dr. Marlies Sproll als Forschungsvorstand sowie Herr Dr. Arndt Schottelius als Entwicklungsvorstand an. Der Aufsichtsrat kann den durch den Vorstand freigegebenen Jahresabschluss ändern. Der eingetragene Sitz des MorphoSys Konzerns befindet sich in der Lena-Christ-Straße 48, 82152 Martinsried, Deutschland.

2 Zusammenfassung der wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

2.1 GRUN DLA GEN DER AN WEN DUN G UN D AUS WEISÄNDERUN GEN

Der vorliegende Konzernabschluss wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB), London, unter Berücksichtigung der Empfehlungen des Standing Interpretations Committee (SIC) und des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC), wie sie von der Europäischen Kommission verabschiedet sind, erstellt.

Der Konzernabschluss für das am 31. Dezember 2011 zu Ende gegangene Geschäftsjahr umfasst die MorphoSys AG und ihre Tochtergesellschaften (zusammen der "MorphoSys-Konzern" oder der "Konzern").

Die Erstellung von Konzernabschlüssen gemäß den International Financial Reporting Standards (IFRS) erfordert von der Geschäftsleitung, Schätzungen vorzunehmen und Annahmen zu treffen, die die im Konzernabschluss und im dazugehörigen Anhang ausgewiesenen Beträge beeinflussen. Die tatsächlichen Ergebnisse könnten von diesen Schätzungen abweichen. Schätzungen und die ihnen zu Grunde liegenden Annahmen werden fortlaufend überprüft. Die Änderung von Schätzungen wird in der Periode, in der die Änderung vorgenommen wird, und in jeder betroffenen zukünftigen Periode erfasst.

Der Konzernabschluss wurde in Euro, der funktionalen Währung des MorphoSys-Konzerns, erstellt. Er beruht auf historischen Anschaffungskosten mit Ausnahme der folgenden Vermögenswerte und Schulden, die zu ihren jeweiligen beizulegenden Zeitwerten ausgewiesen sind: derivative Finanzinstrumente und zur Veräußerung verfügbare Finanzanlagen. Alle Zahlenangaben in diesem Bericht sind entweder auf volle Beträge in Euro, Tausend Euro oder Millionen Euro gerundet.

In 2011 wurden zur Verbesserung der Transparenz aktive latente Steuern von 2,3 Mio. € mit passiven latenten Steuern verrechnet. Sowohl die aktiven latenten Steuern als auch die passiven latenten Steuern gehören zu Ertragsteuern, die von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden und dasselbe Steuersubjekt betreffen. Um vergleichbare Informationen zur Verfügung zu stellen, wurden die aktiven und passiven latenten Steuern des Vorjahres (2,8 Mio. €) – und damit auch die Bilanzsumme des Konzerns – entsprechend angepasst.

Die Erwerbe von derivativen Finanzinstrumenten und Erlöse aus der Veräußerung von derivativen Finanzinstrumenten wurden in der Kapitalflussrechnung aus der Finanzierungstätigkeit in die operative Tätigkeit umgegliedert. Um vergleichbare Informationen für das Vorjahr zu bieten, wurden die Vorjahreswerte entsprechend angepasst.

Die nachfolgend aufgeführten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden, wenn nicht anders angegeben, auf alle Perioden des vorliegenden Konzernabschlusses einheitlich angewendet.

2.2 ÄNDERUN GEN DER BILANZ IERUN GS- UN D BE WER TUN GS-GRUN DSÄTZE UN D DER OFFENLE GUN G

NEUE UN D GE ÄNDER TE STANDARDS, VON DENEN KEIN EINFLUSS AUF DEN KONZERN ER WARTET WIRD

  • Änderungen zu IAS 32 "Finanzinstrumente-Darstellung" in Zusammenhang mit Fragen zur Klassifizierung von Rechten
  • Änderungen zu IFRS 1 "Erstmalige Anwendung" zu Angaben zu Finanzinstrumenten
  • IFRIC 19 "Tilgung finanzieller Verbindlichkeiten durch Eigenkapitalinstrumente"
  • Jährliches Verbesserungsprojekt 2010, einschließlich der Änderungen von IAS 27 "Konzern- und Einzelabschlüsse"; IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse" – bedingte Gegenleistung, aktienbasierte Vergütungen, nicht beherrschende Anteile; Änderungen zu IAS 1 "Darstellung des Abschlusses"; Änderungen zu IAS 34 "Zwischenberichterstattung"; IFRS 1 "Erstmalige Anwendung" – Zwischenabschlüsse, ungewisse Kosten, Kursregulierung; IFRS 7 "Finanzinstrumente: Angaben" – Art und Umfang von Risiken in Zusammenhang mit Finanzinstrumenten; Änderungen zu IF-RIC 13 "Kundenbindungsprogramme"
  • Änderungen zu IAS 24 "Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen" für einer öffentlichen Stelle nahestehende Unternehmen
  • Änderungen zu IFRIC 14, IAS 19 "Die Begrenzung eines leistungsorientierten Vermögenswertes, Mindestdotierungsverpflichtungen und ihre Wechselwirkung"

VER ÖFFEN TLICH TE NEUE UN D GE ÄNDER TE STANDARDS UN D INTER PRE TATI-ONEN , DIE VER ÖFFEN TLICH T, ABER FÜR DAS AM 1. JANU AR 2011 BEG IN-NEN DE GESCH ÄFTSJAHR NICH T VER PFLICH TEN D ANZU WEN DEN SIND UN D NICH T VORZE ITIG ANGE WEN DET WER DEN

  • IFRS 1 "Erstmalige Anwendung": Von den vorgenommenen Änderungen werden keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzern erwartet.
  • IFRS 7 "Finanzinstrumente: Angaben": Diese Änderung wird die Transparenz der Berichterstattung für die Übertragung finanzieller Vermögenswerte erhöhen und den Abschlussadressaten besser in die Lage versetzen, die mit der Übertragung von finanziellen Vermögenswerten verbundenen Risiken und die Auswirkungen solcher Risiken auf die Finanzlage eines Unternehmens zu verstehen, insbesondere von Risiken in Zusammenhang mit der Verbriefung finanzieller Vermögenswerte. Von der Änderung wird keine Auswirkung auf den Konzern erwartet.

  • IFRS 9 "Finanzinstrumente": IFRS 9 ersetzt die Teile von IAS 39, die sich mit der Klassifizierung und Bewertung von Finanzinstrumenten befassen. IFRS 9 schreibt vor, dass Finanzanlagen in zwei Bewertungskategorien zu klassifizieren sind: solche, die zum beizulegenden Zeitwert, und solche, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden. Die Klassifizierung hängt vom Geschäftsmodell des Unternehmens zur Behandlung seiner Finanzinstrumente und den vertraglichen Zahlungsströmen des Instruments ab. Für finanzielle Verbindlichkeiten besteht die wesentliche Änderung darin, dass in den Fällen, in denen für finanzielle Verbindlichkeiten die Fair-Value-Option gewählt wird, der Teil der Veränderung im beizulegenden Zeitwert, der auf Veränderungen im eigenen Kreditrisiko des Unternehmens zurückzuführen ist, im sonstigen Ertrag und nicht in der Gewinnund Verlustrechnung ausgewiesen wird, sofern dies nicht zu einer Bewertungsinkonsistenz (accounting mismatch) führt. Der Konzern prüft derzeit noch alle Auswirkungen des IFRS 9 und beabsichtigt, IFRS 9 spätestens auf Berichtsperioden anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen.

  • IFRS 10 "Konzernabschlüsse": IFRS 10 baut auf bestehenden Prinzipien auf und macht das Prinzip der Beherrschung zum bestimmenden Faktor, ob eine Beteiligung in den Konzernabschluss eines Mutterunternehmens einzubeziehen ist. Der Standard gibt zusätzliche Anleitung für die Fälle, in denen die Bestimmung der Beherrschung schwierig ist. Der Konzern prüft derzeit noch alle Auswirkungen des IFRS 10 und beabsichtigt, IFRS 10 spätestens auf Berichtsperioden anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen.
  • IFRS 11 "Gemeinsame Vereinbarungen": Bei IFRS 11 handelt es sich um eine realistischere Behandlung von gemeinsamen Vereinbarungen (gemeinschaftliche Geschäftstätigkeit oder Gemeinschaftsunternehmen), indem auf die Rechte und Verpflichtungen aus einer Vereinbarung abgestellt wird und nicht auf deren Rechtsform. Eine gemeinschaftliche Geschäftsführung liegt vor, wenn ein gemeinschaftlich Tätiger Rechte an den der Vereinbarung zuzurechnenden Vermögenswerten und Verpflichtungen hat und daher seine Vermögenswerte, Schulden, Erlöse und Aufwendungen proportional erfasst. Ein Gemeinschaftsunternehmen liegt vor, wenn der gemeinschaftlich Tätige Rechte am Nettovermögen der Vereinbarung besitzt und daher seine Beteiligung nach der Equity-Methode bewertet. Eine Quotenkonsolidierung von Gemeinschaftsunternehmen ist nicht länger zugelassen. Der Konzern prüft derzeit noch alle Auswirkungen des IFRS 11 und beabsichtigt, IFRS 11 spätestens auf Berichtsperioden anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen.
  • IFRS 12 "Angaben zu Beteiligungen an anderen Unternehmen": IFRS 12 schreibt Angaben über alle Formen einer Beteiligung an anderen Einheiten vor, einschließlich gemeinsamer Vereinbarungen, assoziierten Unternehmen, Zweckgesellschaften und sonstigen nicht konsolidierten Beteiligungen. Der Konzern prüft derzeit noch alle Auswirkungen des IFRS 12 und beabsichtigt, IFRS 12 spätestens auf Berichtsperioden anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen.
  • IFRS 13 "Bemessung des beizulegenden Zeitwerts": Zielsetzung des IFRS 13 ist es, die Einheitlichkeit bei der Bemessung des beizulegenden Zeitwerts zu erhöhen und die Komplexität zu reduzieren, indem der Begriff des beizulegenden Zeitwerts präzise definiert und für die Bemessung des beizulegenden Zeitwerts und die Angabevorschriften innerhalb der

IFRS eine einzige Quelle geschaffen wird. Die Angabevorschriften, die sich in den IFRS und US-GAAP weitgehend entsprechen, erweitern nicht den Einsatz der Fair-Value-Methode, sondern geben Klarheit, wie der beizulegende Zeitwert angewendet werden sollte, falls er von anderen Vorschriften im Rahmen der IFRS oder US-GAAP bereits vorgeschrieben bzw. erlaubt wird. Der Konzern prüft derzeit noch alle Auswirkungen des IFRS 13 und beabsichtigt, IFRS 13 spätestens auf Berichtsperioden anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2012 beginnen.

  • IAS 1 "Darstellung des Abschlusses": Die wesentliche Auswirkung der Änderungen des IAS 1 ist die Vorschrift, dass Unternehmen die im sonstigen Gesamtergebnis ausgewiesenen Posten künftig danach gruppieren müssen, ob diese zu einem späteren Zeitpunkt in die Gewinn- und Verlustrechnung umklassifiziert werden können (Reklassifizierungs-Anpassungen). Die Änderungen betreffen nicht die Frage, welche Posten im sonstigen Gesamtergebnis enthalten sind. Der Konzern prüft derzeit noch alle Auswirkungen dieser Änderungen.
  • IAS 12 "Ertragsteuern": Die Änderungen des IAS 12 schaffen eine Ausnahme von dem geltenden Grundsatz für die Bewertung aktiver oder passiver latenter Steuern, die sich in Zusammenhang mit zum beilzulegenden Zeitwert bewerteten als Finanzinvestitionen gehaltenen Immobilien ergeben. Als Konsequenz der Änderungen gilt SIC 12 "Ertragsteuern – Realisierung von neubewerteten, nicht planmäßig abzuschreibenden Vermögenswerten" nicht mehr für zum beizulegenden Zeitwert bewertete als Finanzinvestition gehaltene Immobilien. Es wird nicht damit gerechnet, dass diese Änderungen Auswirkungen auf den Konzern haben.
  • IAS 19 "Leistungen an Arbeitnehmer": Die Änderungen des IAS 19 schaffen die Korridormethode ab und berechnen Finanzierungskosten auf einer Nettofinanzierungsbasis. Es wird nicht damit gerechnet, dass diese Änderungen Auswirkungen auf den Konzern haben.
  • IAS 27 "Konzern- und Einzelabschlüsse": IAS 27 (überarbeitet 2011) enthält die auf Einzelabschlüsse anzuwendenden Vorschriften, die verblieben sind, nachdem die zuvor in IAS 27 enthaltenen Konsolidierungsvorschriften nun im neuen IFRS 10 enthalten sind. Es wird nicht damit gerechnet, dass diese Änderungen Auswirkungen auf den Konzern haben.
  • IAS 28 "Anteile an assoziierten Unternehmen": IAS 28 (überarbeitet 2011) enthält die Vorschriften für die Anteile an Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures) und assoziierten Unternehmen, die gemäß IFRS 11 nach der Equity-Methode bewertet werden. Es wird nicht damit gerechnet, dass diese Änderungen Auswirkungen auf den Konzern haben.

2.3 GRUN DLA GEN DER KONSOL IDIERUN G

Konzerninterne Salden und Geschäftsvorfälle und aus konzerninternen Geschäftsvorfällen resultierende unrealisierte Gewinne werden gemäß IAS 27.20 bei der Erstellung des Konzernabschlusses eliminiert. Unrealisierte Verluste werden zwar in gleicher Weise wie unrealisierte Gewinne eliminiert, gelten jedoch als Anzeichen für eine eventuelle Wertminderung des übertragenen Vermögenswerts. Die Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze wurden einheitlich für alle Tochtergesellschaften angewandt.

2.4 UNTERNEH MENSZUSA MMENSCHL ÜSSE

Der Konzern wendet den überarbeiteten IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse" (in Kraft seit dem 1. Juli 2009) an. Der überarbeitete Standard schreibt mit einigen wesentlichen Änderungen für Unternehmenszusammenschlüsse weiterhin die Anwendung der Erwerbsmethode vor. Zum Beispiel müssen alle Zahlungen für den Erwerb eines Geschäftsbetriebs zum beizulegenden Zeitwert am Erwerbszeitpunkt ausgewiesen werden, wobei Eventualzahlungen als Schulden klassifiziert und später ergebniswirksam neu bewertet werden. Alle erwerbsbezogenen Kosten werden im Aufwand erfasst.

2.5 FRE MDWÄHRUN GSU MRECHNUN G

IAS 21 "Auswirkungen von Wechselkursänderungen" schreibt vor, wie Geschäftsvorfälle und Salden in fremder Währung zu bilanzieren sind. Geschäftsvorfälle in Fremdwährung werden zum Wechselkurs des jeweiligen Tages des Geschäftsvorfalls umgerechnet. Daraus resultierende Umrechnungsdifferenzen werden im Ergebnis erfasst. Am Bilanzstichtag werden Vermögenswerte und Schulden zum Stichtagskurs, Erträge und Aufwendungen zum Durchschnittskurs des Geschäftsjahres umgerechnet. Ein im Zusammenhang mit dem Erwerb eines ausländischen Geschäftsbetriebs entstehender Geschäfts- oder Firmenwert und entstehende Anpassungen an den beizulegenden Zeitwert werden als Vermögenswerte und Schulden des ausländischen Geschäftsbetriebs behandelt und zu Stichtagskursen umgerechnet. Währungskursdifferenzen aus diesen Umrechnungen werden im Ergebnis erfasst. Alle sich aus diesen Umrechnungen ergebende

Fremdwährungsdifferenzen werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Weitere Fremdwährungsdifferenzen auf Konzernebene werden im Posten "Währungsumrechnungsdifferenzen" (Eigenkapital) erfasst.

2.6 ZINSEN

Bei der Ermittlung von beizulegenden Zeitwerten werden Zinssätze zugrunde gelegt. Für die Berechnung anteilsbasierter Vergütungen legt MorphoSys für Wandelschuldverschreibungen den am Tag der Zusage geltenden Zinssatz für deutsche Bundesanleihen mit einer Laufzeit von fünf Jahren und für Aktienoptionen den am Tag der Zusage geltenden Zinssatz für deutsche Bundesanleihen mit einer Laufzeit von drei Jahren zu Grunde.

2.7 UMSA TZREAL ISIERUN G

Die Umsatzerlöse des Konzerns enthalten Lizenzgebühren und Meilensteinzahlungen, Servicegebühren und Umsatzerlöse aus Produktverkäufen.

LIZENZGEB ÜHREN UN D MEILENS TEINZ AHLUNGEN

Umsatzerlöse aus nicht rückzahlbaren Gebühren für das Bereitstellen von Technologien, Gebühren für die Nutzung von Technologien und Lizenzgebühren werden – solange keine geeignetere Methode der Umsatzrealisierung verfügbar ist – über die jeweilige Vertragslaufzeit abgegrenzt und linear erfasst. Diese Vertragslaufzeit entspricht in der Regel der vertraglich vereinbarten Forschungsdauer oder bei Verträgen ohne vertraglich vereinbarte Dauer

der geschätzten Laufzeit der Kooperation. Sofern sämtliche Kriterien des IAS 18.14 erfüllt sind, wird der Umsatz sofort in voller Höhe realisiert. Umsatzerlöse aus Meilensteinzahlungen werden bei Erfüllung bestimmter vertraglicher Kriterien erfasst.

SERVICEGEB ÜHREN

Servicegebühren im Rahmen von Forschungs- und Entwicklungskooperationen werden in der Periode erfasst, in der die Dienstleistungen erbracht werden.

PRO DUKT VER KÄUFE

Im Segment AbD Serotec werden Umsätze aus Produktverkäufen zum beizulegenden Zeitwert der erhaltenen bzw. der zu erhaltenden Vergütungen bewertet, vermindert um Rücksendungen, Nachlässe und Mengenrabatte. Der Umsatz wird erfasst, wenn ein überzeugender Nachweis vorliegt – üblicherweise in Form eines unterzeichneten Kaufvertrags –, dass die wesentlichen Chancen und Risiken aus dem Eigentum an den Kunden übertragen wurden, der Zufluss der Gegenleistung wahrscheinlich ist, die dazugehörigen Kosten und möglichen Rücksendungen verlässlich geschätzt werden können, die Unternehmensleitung keinen Einfluss mehr auf die Produkte mehr nehmen kann und dass der Umsatz verlässlich bemessen werden kann. Falls die Gewährung von Nachlässen wahrscheinlich ist und der Betrag verlässlich berechnet werden kann, wird der Nachlass als Umsatzminderung zeitgleich mit der Umsatzrealisierung des Verkaufs erfasst. Der Zeitpunkt des Übergangs der Chancen und Risiken variiert in Abhängigkeit von den jeweiligen Konditionen des Kaufvertrags.

In Übereinstimmung mit IAS 18.21 und 18.25 wird für die Umsatzerfassung im Rahmen von Mehrkomponentenverträgen die Gesamtvergütung den separat identifizierbaren Komponenten im Verhältnis ihrer jeweiligen beizulegenden Zeitwerte unter Anwendung von IAS 18.20 zugeordnet und das Vorliegen der Kriterien für die Umsatzrealisierung für jede Komponente einzeln beurteilt.

Die Umsatzabgrenzung beinhaltet erhaltene Zahlungen von Kunden, die jedoch noch nicht als Umsatzerlös erfasst werden können, da die dazugehörigen, im Vertrag definierten Leistungen noch nicht erbracht wurden.

2.8 AUFWEN DUN GEN

HERSTELLUNGS KOS TEN

Die Herstellungskosten bestehen aus den Herstellungskosten der produzierten Erzeugnisse und den Anschaffungskosten der bezogenen Waren, die verkauft wurden.

PERSON ALAUFWAND AUS AKTIENO PTIONEN

Der Konzern wendet IFRS 2 "Anteilsbasierte Vergütung" an. IFRS 2 verpflichtet den Konzern, die geschätzten beizulegenden Zeitwerte von Aktienoptionen und anderen Vergünstigungen zum Bewertungsstichtag als Vergütungsaufwand über die Periode zu verteilen, in der die Mitarbeiter die mit der Gewährung in Zusammenhang stehenden Leistungen erbringen.

ZAHLUNGEN FÜR OPER ATING -LE ASING VERH ÄLTNISSE

Im Rahmen von Operating-Leasingverhältnissen geleistete Zahlungen werden über die Laufzeit des Leasingverhältnisses linear in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Gemäß SIC-15 werden alle Anreizvereinbarungen im Zusammenhang mit Mietleasingverhältnissen als Bestandteil der vereinbarten Nettogegenleistung für die Nutzung des Leasinggegenstands erfasst. Die Summe der Erträge aus den Anreizvereinbarungen wird während der Mietdauer linear von den Leasingaufwendungen abgesetzt.

2.9 ZUWEN DUN GEN DER ÖFFEN TLICHEN HAN D

Erhaltene Zuwendungen der öffentlichen Hand zum Zweck der Förderung spezieller Forschungs- und Entwicklungsprojekte werden in dem Maße, in dem die damit verbundenen Aufwendungen angefallen sind, in der Gewinnund Verlustrechnung in einem separaten Posten "Sonstige betriebliche Erträge" ausgewiesen. Nach den Zuwendungsbestimmungen steht den staatlichen Vergabestellen grundsätzlich das Recht zu, die Verwendung der dem Konzern gewährten Fördermittel zu prüfen.

2.10 ZINSER TRA G

Zinserträge werden bei ihrem Anfall unter Berücksichtigung der Effektivverzinsung des Vermögenswerts in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

2.11 ZINSAU FWAN D

Fremdkapitalkosten werden in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie anfallen und sind in der Gewinn- und Verlustrechnung in den Finanzaufwendungen enthalten.

2.12 ERTRA GSTEUERN

Ertragsteuern auf den Jahresüberschuss oder -fehlbetrag enthalten laufende und latente Steuern. Ertragsteuern werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Davon ausgenommen sind Ertragsteuern, die mit direkt im Eigenkapital angesetzten Posten in Zusammenhang stehen.

Laufende Steuern sind die erwartete Steuerschuld auf das zu versteuernde Einkommen des Jahres, basierend auf Steuersätzen, die am Bilanzstichtag gelten oder bereits beschlossen sind sowie Anpassungen der Steuerschuld für Vorjahre.

Latente Steuern werden auf der Grundlage der bilanzorientierten Verbindlichkeitsmethode berechnet, die zu temporären Differenzen zwischen den Buchwerten für Vermögenswerte und Schulden in der Handelsbilanz und ihren Beträgen in der Steuerbilanz führt. Die latenten Steuern ermitteln sich in Abhängigkeit von der Art und Weise, in der erwartet wird, die Buchwerte der Vermögenswerte zu realisieren und die Schulden zu erfüllen, basierend auf Steuersätzen, die am Bilanzstichtag gelten oder bereits beschlossen sind.

Latente Steueransprüche und -schulden werden saldiert, wenn es ein einklagbares Recht zur Aufrechnung von laufenden Steuerschulden und -ansprüchen gibt und wenn sie sich auf Ertragsteuern beziehen, die von der gleichen Steuerbehörde gegenüber dem gleichen Steuersubjekt erhoben werden bzw. gegenüber unterschiedlichen Steuersubjekten, die jedoch beabsichtigen, entweder den Ausgleich der laufenden Steuerschulden und -ansprüche auf Nettobasis herbeizuführen oder zeitgleich den Anspruch zu realisieren und die Schuld abzulösen.

Aktive latente Steueransprüche sind nur in der Höhe als Vermögenswert bilanziert, in der es wahrscheinlich ist, dass zukünftiges zu versteuerndes Einkommen zur Verfügung stehen wird, um den Anspruch zu realisieren. Aktive latente Steueransprüche sind in dem Maße gekürzt, in dem ein Steueranspruch wahrscheinlich nicht mehr realisiert werden kann.

2.13 ERGEBN IS JE AKTIE

Der Konzern weist für seine Stammaktien ein unverwässertes und ein verwässertes Ergebnis je Aktie aus. Das unverwässerte Ergebnis je Aktie wird ermittelt, indem man den Jahresüberschuss bzw. –fehlbetrag, der den Stammaktionären des Konzerns zusteht, durch die gewichtete Anzahl der sich in der Berichtsperiode durchschnittlich im Umlauf befindlichen Stammaktien dividiert. Das verwässerte Ergebnis je Aktie ergibt sich in gleicher Weise, wobei man jedoch den Stammaktionären zustehenden Jahresüberschuss bzw. -fehlbetrag und die gewichtete Anzahl der sich durchschnittlich im Umlauf befindlichen Stammaktien um den möglichen Verwässerungseffekt aller Stammaktien bereinigt, die sich aus an Management und Mitarbeiter ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen und Aktienoptionen ergeben.

2.14 LIQUIDE MITTEL

Der Konzern betrachtet alle Bankguthaben, Kassenbestände und kurzfristige Einlagen mit einer ursprünglichen Laufzeit von drei Monaten oder weniger als liquide Mittel. Der Konzern legt die meisten seiner liquiden Mittel bei drei großen deutschen Finanzinstituten, der Commerzbank (ehemals Dresdner Bank), der HypoVereinsbank und der Deutschen Bank an.

Ausgereichte Garantien für Mietkautionen und Verpflichtungen für an Mitarbeiter ausgegebene Wandelschuldverschreibungen wurden innerhalb der sonstigen Vermögenswerte als zweckgebundene Finanzmittel ausgewiesen, da diese für die betrieblichen Zwecke des Konzerns nicht zur Verfügung stehen.

2.15 DER IVATIVE FINANZ INS TRU MEN TE

Zur Absicherung seines Fremdwährungsrisikos setzt der Konzern derivative Finanzinstrumente ein. In Übereinstimmung mit IAS 39.9 werden alle derivativen Finanzinstrumente ausschließlich zu Handelszwecken gehalten und bei der erstmaligen Erfassung zum beizulegenden Zeitwert angesetzt. Nach dem erstmaligen Ansatz werden derivative Finanzinstrumente mit ihrem beizulegenden Zeitwert, d.h. ihrem notierten Marktpreis am Bilanzstichtag, bewertet. Da die Derivate nicht für Sicherungszwecke bestimmt sind, wird ein sich ergebender Gewinn oder Verlust im Ergebnis ausgewiesen. Gemäß

der Kurssicherungspolitik des Konzerns werden nur zukünftige Cashflows mit hoher Wahrscheinlichkeit sowie eindeutig bestimmbare Forderungen kursgesichert, die innerhalb eines Zeitraums von zwölf Monaten realisiert werden können.

2.16 NICH T-DER IVATIVE FINANZ INS TRU MEN TE

Bei ihrer erstmaligen Bewertung werden alle nicht-derivativen Finanzinstrumente zum beizulegenden Zeitwert angesetzt, d.h. zum beizulegenden Zeitwert der erbrachten Gegenleistung und unter Berücksichtigung der Transaktionskosten.

Für ihre Finanzinstrumente in Form von Schuld- und Eigenkapitaltiteln wendet der Konzern IAS 39 an. Die Geschäftsleitung entscheidet zum Zeitpunkt des Erwerbs über die entsprechende Klassifizierung des Finanzinstruments und überprüft sie zu jedem Bilanzstichtag. Die Klassifizierung ist abhängig von dem Zweck, zu dem die Finanzinstrumente erworben wurden. Am 31. Dezember der Jahre 2011 und 2010 waren einige vom Konzern gehaltenen Finanzinstrumente der Kategorie "zur Veräußerung verfügbar" zugeordnet. Diese Finanzinstrumente werden an dem Tag gebucht oder ausgebucht, an dem sich der Konzern zu ihrem Erwerb oder ihrer Veräußerung verpflichtet. Nach ihrem erstmaligen Ansatz werden zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte mit ihrem beizulegenden Zeitwert angesetzt, wobei ein Gewinn oder Verlust direkt in der Neubewertungsrücklage im Eigenkapital ausgewiesen wird, bis die Finanzinstrumente veräußert, eingelöst oder auf andere Weise abgegangen sind oder als wertgemindert angesehen werden, wobei der kumulierte Verlust zu diesem Zeitpunkt im Ergebnis erfasst wird.

Ausgereichte Garantien für Mietkautionen, die durch zur Veräußerung verfügbarer Wertpapiere besichert sind, wurden innerhalb der sonstigen Vermögenswerte als zweckgebundene Finanzmittel ausgewiesen, da diese für die betrieblichen Zwecke des Konzerns nicht zur Verfügung stehen.

2.17 FOR DERUN GEN AUS LIEFERUN GEN UN D LE ISTUN GEN

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten abzüglich einer etwaigen Wertminderung, z.B. Wertberichtigungen für zweifelhafte Forderungen, bewertet (siehe Ziffer 2.21 dieses Anhangs).

Sonstige nicht-derivative Finanzinstrumente werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode, abzüglich einer etwaigen Wertminderung bewertet.

2.18 VORR ÄTE

Vorräte werden mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert nach der FIFO-Methode bewertet. In die Herstellungskosten der selbsterstellten Vorräte werden alle direkt zuordenbaren Kosten und ein angemessener Teil der Gemeinkosten einbezogen. Die Vorräte unterteilen sich in Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie unfertige und fertige Erzeugnisse.

2.19 SACHANLAGEN

Sachanlagen werden zu historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten ausgewiesen, vermindert um kumulierte Abschreibungen (siehe auch Ziffer 14 dieses Anhangs) und etwaige Wertminderungsverluste (siehe Ziffer 2.21 dieses Anhangs). In den historischen Kosten sind die direkt mit der Anschaffung verbundenen Ausgaben zum Erwerbszeitpunkt enthalten. Ersatzbeschaffungen sowie Um- und Einbauten werden aktiviert, während Reparaturund Instandhaltungsausgaben bei ihrem Anfall als Aufwand erfasst werden. Die Sachanlagen werden über ihre Nutzungsdauer (siehe nachfolgende Tabelle) linear abgeschrieben. Mietereinbauten werden über die geschätzte Nutzungsdauer der Anlagen linear abgeschrieben.

Anlagenkategorie Nutzungsdauer
Computer Hardware 3 Jahre
Geringwertige Labor- und
Büroausstattung unter 150 €
sofort
Geringwertige Labor- und Büroausstattung
zwischen 150 € und 1.000 €
5 Jahre
Mietereinbauten 10 Jahre
Büroausstattung 8 Jahre
Laborausstattung 4 Jahre

Der Restwert und die Nutzungsdauer eines Vermögenswerts werden am Ende einer jeden Berichtsperiode überprüft und bei Bedarf angepasst.

2.20 IMMATER IELLE VER MÖGENS WER TE

FORSCHUNG UN D EN TWICKLUNG

Forschungskosten werden in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie anfallen. Entwicklungskosten werden generell in Übereinstimmung mit IAS 38.5 und IAS 38.11-38.23 bei ihrem Anfall als Aufwand erfasst. Als immaterieller Vermögenswert werden Entwicklungskosten erfasst, wenn die Kriterien des IAS 38.21 (Wahrscheinlichkeit eines erwarteten, künftigen wirtschaftlichen Nutzens, Verlässlichkeit der Kostenbewertung) erfüllt sind und der Konzern die Nachweise gemäß IAS 38.57 erbringen kann.

PATEN TKOS TEN

Durch den Konzern erlangte Patente werden zu Anschaffungskosten ausgewiesen, vermindert um kumulierte Abschreibungen (siehe unten) und etwaige Wertminderungen (siehe Ziffer 2.21 dieses Anhangs). Patentkosten werden linear über die niedrigere Dauer aus geschätzter wirtschaftlicher Nutzungsdauer der Patente (zehn Jahre) und verbleibender Patentlaufzeit abgeschrieben. Die Abschreibung beginnt zum Zeitpunkt der Patenterteilung. Die Technologie, die im Rahmen der Kaufpreiszuordnung für die Akquisition der Sloning BioTechnology GmbH identifiziert wurde, wird zum beizulegenden Zeitwert zum Zeitpunkt der Akquisition vermindert um kumulierte Abschreibungen (bei einer Nutzungsdauer von zehn Jahren) ausgewiesen.

LIZENZRECH TE

Der Konzern hat von Dritten Lizenzrechte durch Vorauszahlung von Lizenzgebühren, jährliche Gebühren zur Aufrechterhaltung der Lizenzen und Gebühren für Unterlizenzen erworben. Die vorausbezahlten Lizenzgebühren schreibt der Konzern über die geschätzte Nutzungsdauer der erworbenen Lizenz (zehn Jahre) linear ab. Dauer und Methode der Abschreibung werden gemäß IAS 38.104 am Ende eines jeden Geschäftsjahres überprüft. Jahresgebühren zur Aufrechterhaltung der Lizenzen werden über die Laufzeit des einzelnen Jahresvertrags abgeschrieben. Gebühren für Unterlizenzen werden über die Laufzeit des Vertrags oder bei Verträgen ohne vertraglich vereinbarte Laufzeit über die geschätzte Nutzungsdauer der Zusammenarbeit linear abgeschrieben.

SOFT WARE

Software wird zu Anschaffungskosten ausgewiesen, vermindert um kumulierte Abschreibungen (siehe unten) und etwaige Wertminderungen (siehe Ziffer 2.21 dieses Anhangs). Abschreibungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung linear über die geschätzte Nutzungsdauer von drei bis fünf Jahren als Aufwand erfasst. Die Abschreibung beginnt in dem Zeitpunkt, in dem die Software einsatzbereit ist.

KNO W-HO W UN D KUN DENS TAMM

MorphoSys hat gemäß IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse" die vorgeschriebene Kaufpreiszuordnungen vorgenommen. Die identifizierten immateriellen Vermögenswerte bestehen aus Technologien (Nutzungsdauer von zehn Jahren), Kundenstamm (Nutzungsdauer von sechs bis zehn Jahren), Knowhow (Nutzungsdauer von acht bis zehn Jahren) sowie Kundenbeziehungen (Nutzungsdauer von zehn Jahren) und Händlernetz (Nutzungsdauer von zehn Jahren); sie werden zum beizulegenden Zeitwert zum Zeitpunkt der Akquisition vermindert um kumulierte Abschreibungen ausgewiesen.

IMMATER IELLE VER MÖGENS WER TE IN EN TWICKLUNG

Dieser Bilanzposten enthält eine Einmalzahlung im Zuge der Einlizenzierung eines Wirkstoffs für das Segment Proprietary Development. Der Vermögenswert, der zu Anschaffungskosten ausgewiesen wird, ist derzeit noch nicht zur Nutzung verfügbar und wird daher noch nicht abgeschrieben. Zum Bilanzstichtag wurde der Vermögenswert auf etwaige Wertminderung entsprechend IAS 36 geprüft.

GESCHÄFTS- ODER FIRMEN WER T

Der bilanzierte Geschäfts- oder Firmenwert resultiert sowohl aus den erwarteten, zu realisierenden Synergien als auch aus den Fähigkeiten der im Zuge des Erwerbs integrierten Belegschaften. Der Geschäfts- oder Firmenwert wird jährlich auf etwaige Wertminderung überprüft, wie in IAS 36 vorgesehen (siehe auch Ziffer 18 dieses Anhangs).

NACH TRÄGL ICHE AUSG ABEN

Nachträgliche Ausgaben für aktivierte immaterielle Vermögenswerte werden nur aktiviert, wenn sie den künftigen wirtschaftlichen Nutzen des jeweiligen Vermögenswerts erhöhen, auf den sie sich beziehen. Alle übrigen Ausgaben werden bei ihrem Entstehen als Aufwand erfasst.

2.21 WER TMINDERUN G

NICH T-DER IVATIVE FINANZ INS TRU MEN TE

Ein Finanzinstrument, das nicht ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet ist, wird zu jedem Berichtszeitpunkt daraufhin überprüft, ob objektive Hinweise auf eine Wertminderung hindeuten. Eine Wertminderung für ein Finanzinstrument liegt vor, wenn objektive Hinweise ein Ereignis nach der erstmaligen Erfassung als Vermögenswert andeuten, das zu einem Verlust führt, und wenn dieses Ereignis negative Auswirkungen auf die geschätzten zukünftigen Cashflows dieses Vermögenswerts hat, die verlässlich geschätzt werden können.

Objektive Hinweise auf die Wertminderung von Finanzinstrumenten (inklusive Dividendenpapiere) können sich ergeben aus Zahlungsausfällen oder -verzug des Schuldners, Hinweisen auf die Insolvenz eines Schuldners oder Emittenten, nachteiligen Änderungen im Zahlungsstatus von Kreditnehmern oder Emittenten im Konzern und konjunkturellen Bedingungen, die mit Zahlungsausfällen oder dem Wegfall eines aktiven Markts für ein Wertpapier einhergehen. Zudem gilt ein signifikanter oder anhaltender Rückgang des beizulegenden Zeitwerts eines Dividendenpapieres unter dessen Anschaffungskosten als objektiver Hinweis auf eine Wertminderung.

FOR DERUNGEN

Der Konzern berücksichtigt Anzeichen auf Wertminderung von Forderungen sowohl für einzelne Vermögenswerte als auch auf kollektiver Ebene. Alle im Einzelfall wesentlichen Forderungen werden gezielt auf Wertminderungen geprüft. Alle im Einzelfall wesentlichen Forderungen, die nicht eigens als wertgemindert eingestuft wurden, werden dann gemeinsam auf Wertminderungen geprüft, die zwar entstanden sind, aber noch nicht identifiziert wurden. Einzeln nicht signifikante Forderungen werden gemeinsam auf Wertminderung geprüft, indem Forderungen mit ähnlichen Risikomerkmalen zusammengefasst werden.

Für die Prüfung von kollektiven Wertminderungen verwendet der Konzern historische Trends für die Wahrscheinlichkeit von Zahlungsausfällen, die zeitliche Verteilung von Wertaufholungen und zum Betrag der entstandenen Verluste, die um die Einschätzung des Managements dahingehend angepasst wurden, ob aktuelle wirtschaftliche Bedingungen und Kreditkonditionen zu höheren oder niedrigeren Verlusten führen würden, als historische Trends vermuten lassen.

Eine Wertminderung in Bezug auf ein Finanzinstrument, das zu Anschaffungskosten vermindert um Abschreibungen bewertet ist, wird errechnet als Differenz zwischen Buchwert und Barwert der geschätzten künftigen Cashflows, die mit dem ursprünglichen Effektivzinssatz des Vermögenswerts abgezinst wurden. Verluste werden ergebniswirksam erfasst und über ein

Wertberichtigungskonto von den Forderungen abgesetzt. Zinsen auf den wertberichtigten Vermögenswert werden weiterhin erfasst. Wenn sich der Betrag der Wertminderung durch ein späteres Ereignis (wie z.B. Rückzahlung eines Schuldners) verringert, wird die Wertminderung ergebniswirksam reduziert.

ZUR VER ÄUSSERUNG VER FÜGB ARE WER TPAPIERE

Wertminderungen von zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren werden durch die Umbuchung der kumulierten Verluste von der Neubewertungsrücklage im Eigenkapital in das Ergebnis erfasst. Der aus dem Eigenkapital in das Ergebnis umzubuchende kumulierte Verlust ergibt sich aus der Differenz zwischen den Anschaffungskosten, vermindert um jede Rückzahlung der Hauptschuld sowie um Abschreibungen, und dem aktuellen beizulegenden Zeitwert, vermindert um alle Wertberichtigungen, die zuvor ergebniswirksam erfasst wurden. Falls sich in einer Folgeperiode der beizulegende Zeitwert eines wertgeminderten, zur Veräußerung verfügbaren Schuldtitels erhöht und sich diese Erhöhung objektiv auf ein Ereignis nach der ergebniswirksamen Erfassung der Wertminderung beziehen lässt, wird der Wertminderungsverlust rückgängig gemacht und der rückgängig gemachte Betrag ergebniswirksam erfasst. Jede spätere Erholung eines zur Veräußerung verfügbaren Eigenkapitaltitels wird dagegen in der Bilanz im sonstigen Ertrag erfasst.

NICH T-FINANZ IELLE VER MÖGENS WER TE

Die Buchwerte der nicht-finanziellen Vermögenswerte, Vorräte und aktiven latenten Steuern des Konzerns werden zu jedem Berichtszeitpunkt auf etwaige Hinweise auf Wertminderung untersucht. Falls solche Hinweise existieren, wird der erzielbare Betrag für den Vermögenswert geschätzt. Für Geschäfts- oder Firmenwerte und für immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer bzw. für immaterielle Vermögenswerte, die noch nicht zur Nutzung verfügbar sind, wird der erzielbare Betrag jedes Jahr zur gleichen Zeit geschätzt. Eine Wertminderung wird erfasst, falls der Buchwert eines Vermögenswerts oder der Zahlungsmittel generierenden Einheit (cash-generating unit, kurz: CGU) den geschätzten erzielbaren Betrag übersteigt.

Der erzielbare Betrag eines Vermögenswerts oder der CGU ist der höhere Betrag aus Nutzungswert und beizulegendem Zeitwert vermindert um Verkaufskosten. Zur Ermittlung des Nutzungswerts werden die geschätzten künftigen Cashflows nach Steuern mit einem Abzinsungssatz nach Steuern, der die aktuelle Beurteilung des Markts in Bezug auf den Zinseffekt von Zahlungsmitteln und die für den Vermögens-wert oder die CGU spezifischen Risiken widerspiegelt, auf den Barwert abgezinst. Für die Wert-haltigkeitsprüfung werden Vermögenswerte, die nicht eigenständig geprüft werden können, in die kleinstmöglichen Gruppierungen für Vermögenswerte zusammengefasst, die durch wiederholte Nutzung Mittelzuflüsse generieren, die weitgehend unabhängig von den Mittelzuflüssen anderer Vermögens-werte oder CGUs sind. Für die Zwecke der Werthaltigkeitsprüfung von Geschäftsoder Firmenwerten muss ein Obergrenzentest für Geschäftssegmente durchgeführt werden. Hierfür werden CGUs, denen ein Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet wurde, dergestalt aggregiert, dass die Ebene, auf der der Wertminderungstest durchgeführt wird, die niedrigste Ebene bildet, auf der der

Geschäfts- oder Firmenwert für interne Berichtszwecke überwacht wird. Ein im Zuge eines Unternehmenszusammen-schlusses erworbener Geschäftsoder Firmenwert wird auf Gruppen von CGUs verteilt, die erwartungsgemäß von den Synergien des Zusammenschlusses profitieren werden.

Gemeinschaftliche Vermögenswerte des Konzerns generieren keine separaten Mittelzuflüsse und werden von mehr als einer CGU genutzt. Gemeinschaftliche Vermögenswerte werden auf vernünftiger und konstanter Basis CGUs zugeordnet und im Rahmen der Werthaltigkeitsprüfung der CGU, der ein gemeinschaftlicher Vermögenswert zugewiesen wurde, auf Wertminderung getestet.

Verluste aus Wertminderung werden ergebniswirksam erfasst. Eine Wertminderung eines Geschäfts- oder Firmenwerts kann nicht rückgängig gemacht werden. Bei anderen Vermögenswerten werden Wertminderungen aus früheren Perioden zu jedem Berichtszeitpunkt auf Hinweise geprüft, ob sich der Verlust verringert hat oder nicht mehr existiert. Eine Wertminderung wird rückgängig gemacht, wenn sich Einschätzungen verändert haben, die für die Bestimmung des erzielbaren Betrags verwendet wurden. Ein Verlust aus Wertminderung kann höchstens insoweit rückgängig gemacht werden, dass der Buchwert des Vermögenswerts den Buchwert nicht übersteigt, zu dem der Vermögenswert, verringert um Abschreibungen, bewertet wäre, wäre die Wertminderung nicht erfasst worden.

2.22 AKTIEN KAPITAL

Stammaktien werden als Eigenkapital klassifiziert. Zusätzliche Kosten, die der Ausgabe von Stammaktien und Aktienoptionen direkt zugeordnet werden können, werden nach Abzug der Steuereffekte vom Eigenkapital abgesetzt. Wird als Eigenkapital ausgewiesenes Aktienkapital zurückgekauft, werden die als Gegenleistung gezahlten Beträge, in denen direkt zurechenbare Kosten enthalten sind, nach Abzug von Steuern vom Eigenkapital gekürzt und als eigene Aktien behandelt. Werden eigene Aktien später veräußert oder erneut ausgegeben, wird der Erlös eigenkapitalerhöhend erfasst und der sich aus der Transaktion ergebende Gewinn oder Verlust mit dem Bilanzgewinn verrechnet.

2.23 VERB INDLICH KEITEN AUS LIEFERUN GEN UN D LE ISTUN GEN UN D SONS TIGE VERB INDLICH KEITEN SO WIE RÜCKSTELLUN GEN

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt. Verbindlichkeiten mit einer Fälligkeit von mehr als einem Jahr werden auf ihren Barwert abgezinst. Verbindlichkeiten mit ungewissem zeitlichen Anfall oder Betrag werden als Rückstellungen ausgewiesen.

2.24 WAN DELSCHUL DVERSCHRE IBUN GEN

Der Konzern hat an den Vorstand und an Konzernmitarbeiter Wandelschuldverschreibungen ausgegeben. In Übereinstimmung mit IAS 32.28 ist die Eigenkapitalkomponente einer Schuldverschreibung separat in der Kapitalrücklage auszuweisen. Die Eigenkapitalkomponente errechnet sich durch den Abzug des separat ermittelten Wertes der Schuldkomponente vom beizulegenden Zeitwert der Schuldverschreibung. Die ergebniswirksamen Auswirkungen der Eigenkapitalkomponente werden als Personalaufwand aus Aktienoptionen behandelt und die ergebniswirksamen Auswirkungen der Schuldkomponente als Zinsaufwand ausgewiesen. Der Konzern wendet IFRS 2 "Anteilsbasierte Vergütung" auf alle an Vorstand und Konzernmitarbeiter gewährten Wandelschuldverschreibungen an.

2.25 WESEN TLICHE SCH ÄTZUN GEN UN D ANNAH MEN

Schätzungen und Annahmen werden fortlaufend überprüft und beruhen auf Erfahrungen aus der Vergangenheit und auf anderen Faktoren, einschließlich der Erwartungen über künftige Ereignisse, die unter den geltenden Verhältnissen für realistisch gehalten werden.

Der Konzern nimmt bezogen auf die Zukunft Schätzungen vor und trifft Annahmen. Die sich ergebenden rechnungslegungsbezogenen Schätzungen werden definitionsgemäß nur selten mit den tatsächlichen Ergebnissen übereinstimmen. Diejenigen Schätzungen und Annahmen, die ein erhebliches Risiko bergen, dass sie im folgenden Geschäftsjahr die Buchwerte der Vermögenswerte und Schulden erheblich ändern, sind nachfolgend aufgeführt.

GESCHÄFTS- ODER FIRMEN WER T

Der Konzern prüft jährlich im Rahmen ihrer in Ziffer 2.21 erläuterten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze, ob ein Geschäfts- oder Firmenwert einer Wertminderung unterliegt. Die erzielbaren Beträge der Zahlungsmittel generierenden Geschäftseinheiten wurden im Rahmen von Nutzungswertberechnungen ermittelt. Diese Berechnungen erfordern die Vornahme von Schätzungen (siehe auch Ziffer 18 dieses Anhangs).

Für das Segment AbD Serotec wurde eine Sensitivitätsanalyse mit verschiedenen Annahmen und Variablen durchgeführt. Ein Anstieg des WACC um 30% oder ein Rückgang der künftigen Cashflows um 30% würde nicht zu einer Wertminderung der Zahlungsmittel generierenden Geschäftseinheit führen.

Eine weitere Sensitivitätsanalyse wurde für Technologieentwicklungsaktivitäten des Segments Partnered Discovery vorgenommen, welche die Zahlungsmittel generierende Geschäftseinheit und auch den Geschäfts- oder Firmenwert aus dem Erwerb der Sloning BioTechnology GmbH darstellen. Ein Anstieg des WACC um 30% oder ein Rückgang der künftigen Cashflows um 30% würde nicht zu einer Wertminderung der Zahlungsmittel generierenden Geschäftseinheit führen.

ERTRAGS TEUERN

Der Konzern unterliegt in verschiedenen Steuerhoheiten der Ertragsteuer, wobei bei der Ermittlung der Konzernrückstellungen für Ertragsteuern wichtige Annahmen zu treffen sind. Es gibt viele Geschäftsvorfälle und Berechnungen, für die die Berechnung des letztlichen Steueranfalls mit Unsicherheit behaftet ist.

Am 31. Dezember 2011 wurden aufgrund der für die Geschäftsjahre 2012 bis 2016 erwarteten positiven Geschäftsentwicklung der Sloning BioTechnology GmbH aktive latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 2,3 Mio. € gebildet. Für einen Teil der körperschaftsteuerlichen Verlustvorträge in Höhe von insgesamt 2,4 Mio. € und der gewerbesteuerlichen Verlustvorträge in Höhe von 2,3 Mio. € wurden keine aktiven latenten Steuern ausgewiesen, da die Nutzung dieser steuerlichen Verlustvorträge angesichts der umstrittenen Steuervorschriften in Deutschland (§ 8 Abs. 4 KStG a. F. und § 8c KStG) als unsicher gilt. Für den Fall, dass ein Teil der gesamten steuerlichen Verlustvorträge aufgrund einer steuerlichen Betriebsprüfung nicht nutzbar sein sollten, würde der Konzern in künftigen Perioden zu einem früheren Zeitpunkt mehr Ertragsteuern zu zahlen haben, da die steuerlichen Verlustvorträge früher als erwartet aufgebraucht wären.

2.26 KAPITAL MANA GEMEN T

In Bezug auf das Kapitalmanagement ist es Grundsatz des Vorstands, eine starke und nachhaltige Kapitalbasis zum Erhalt des Vertrauens von Investoren, Geschäftspartnern und Kapitalmarkt zu sichern und die künftige Geschäftsentwicklung zu unterstützen. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Eigenkapitalquote von 88,6% auf 86,3% leicht zurückgegangen (siehe nachfolgende Übersicht). Der Konzern ist gegenwärtig nicht durch Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten finanziert.

Geschäftsleitung und Mitarbeiter können durch langfristige leistungsbezogene Vergütungsbestandteile am Konzernergebnis partizipieren. Diese bestehen im Rahmen des von der Hauptversammlung beschlossenen Prämiensystems aus Wandelschuldverschreibungen und Aktienoptionen. Zusätzlich hat MorphoSys im Juni 2011 ein langfristiges Anreizprogramm eingerichtet. Dieses Programm beruht auf der leistungsbezogenen Ausgabe von Aktien, sogenannter "Performance Shares", die bei Erreichen bestimmter vordefinierter Erfolgskriterien endgültig zugeteilt werden (weitere Informationen siehe Ziffer 26 dieses Anhangs). Im Verlauf des Jahres hat der Konzern in Bezug auf das Kapitalmanagement keinerlei Veränderungen vorgenommen.

in T € 2011 2010
Eigenkapital 197.136 185.922
in % des Gesamtkapitals 86,3% 88,6%
Verbindlichkeiten 31.275 23.872
in % des Gesamtkapitals 13,7% 11,4%
Gesamtkapita
l
228.410 209.794

3 Segmentberichterstattung

Im Konzern wird IFRS 8 "Geschäftssegmente" (in Kraft seit dem 1. Januar 2009) angewendet. Ein Geschäftssegment ist eine Teilaktivität eines Unternehmens, dessen Geschäftsaktivitäten Umsatzerlöse auslösen und Kosten verursachen können, dessen Ertragslage durch den Hauptentscheidungsträger des Unternehmens regelmäßig überwacht wird und für das eigenständige Finanzinformationen zur Verfügung stehen.

Segmentinformationen werden in Bezug auf die Geschäftssegmente des Konzerns gegeben. Die Geschäftssegmente orientieren sich an der Managementstruktur des Konzerns und am Aufbau seiner internen Berichterstattung. Die Segmentergebnisse und das Segmentvermögen enthalten Bestandteile, die dem einzelnen Segment entweder direkt zuordenbar sind oder auf einer vernünftigen Basis auf die Segmente verteilt werden können. Die Verrechnungspreise zwischen den Segmenten werden gemäß einer Konzernrichtlinie auf der Basis des "dealing at arm's length" im Fremdvergleich ermittelt.

Der Konzern besteht aus den folgenden drei Geschäftssegmenten:

PARTNERE D DISCO VER Y

MorphoSys ist im Besitz einer der führenden Technologien für die Herstellung von Therapeutika auf Basis menschlicher Antikörper. Der Konzern vermarktet diese Technologie kommerziell über Partnerschaften mit mehreren Pharma- und Biotechnologieunternehmen. Alle Geschäftsaktivitäten im Rahmen dieser Kooperationen und der wesentliche Teil der technologischen Entwicklung spiegeln sich in diesem Segment wider.

PRO PRIETARY DEVELO PMEN T

In diesem Segment sind alle Aktivitäten unter seinem Dach vereint, welche die firmeneigene Entwicklung therapeutischer Antikörper betreffen. Gegenwärtig sind dies die drei Leitwirkstoffe MOR103, MOR202 und MOR208 aus dem firmeneigenen Produktportfolio sowie zwei Programme in der Phase der Erforschung und zwei Vorentwicklungsprogramme mit Novartis. Der Konzern beabsichtigt derzeit, selbstentwickelte Wirkstoffe nach dem Nachweis der klinischen Wirksamkeit auszulizenzieren.

ABD SERO TEC

Das Geschäftssegment AbD Serotec erweitert die technologische Kernkompetenz von MorphoSys in Richtung der Entwicklung und Herstellung von Antikörpern zu Forschungs- und Diagnostikzwecken. Es verwertet die HuCAL-Technologie zur maßgeschneiderten Herstellung von Forschungsantikörpern für seine Kunden. Darüber hinaus erwirtschaftet das Geschäftssegment AbD Serotec Umsätze mit Katalog-Antikörpern und aus der Herstellung von Antikörpern in industriellen Mengen.

SEGMEN TÜBER GRE IFEN DE AN GABEN

Bei den segmentübergreifenden Angaben beziehen sich die Segmentumsatzerlöse auf den geographischen Sitz der Kunden. Die Angaben zum Segmentvermögen beruhen auf dem jeweiligen Standort der Vermögenswerte.

Zwölf Monate zum 31. Dezember Partnered Discovery Proprietary Development
(in T €) 2011 2010 2011 2010
Umsat
zerlöse
, gesamt
79.319 66.267 2.398 1.771
Umsatzerlöse, extern 79.319 66.267 2.398 1.771
Umsatzerlöse, intersegmentär 0 0 0 0
Bet
rie bliche Aufwendunge
n gesamt
23.683 23.559 35.000 26.510
Herstellungskosten 0 0
Sonstige betriebliche Aufwendungen 23.427 22.688 34.975 26.219
Aufwendungen, intersegmentär 256 871 25 291
Sonstige
bet
rie bliche Erträge
59 13 407 191
Segme
nte
rge
bnis
55.695 42.721 – 32.195 – 24.548
Finanzerträge 0 0 0 0
Finanzaufwendungen 0 0 0 0
Sonstige Erträge 0 0 0 0
Sonstige Aufwendungen 0 0 0 0
Erge
bnis
vor Ste
uern
55.695 42.721 – 32.195 – 24.548
Aufwand aus Ertragsteuern 0 0 0 0
Jahres
überschuss
55.695 42.721 – 32.195 – 24.548
Kurzfristige Vermögenswerte 18.054 13.192 1.460 1.719
Langfristige Vermögenswerte 23.061 26.312 16.672 16.847
Segme
ntaktiva
gesamt
41.115 39.504 18.132 18.566
Kurzfristige Verbindlichkeiten 4.937 6.611 8.100 4.617
Langfristige Verbindlichkeiten 6.047 690 0 0
Eigenkapital 0 0 0 0
Segme
ntpassiva
gesamt
10.984 7.301 8.100 4.617
Investitionen 1.202 1.197 1.009 11.580
Abschreibungen 3.197 2.691 1.750 1.199
Anhang 115
AbD Serotec Nicht zugeordnet Konsolidierung Konzern
2010 2011 2010 2011 2010 2011
20.160 0 0 – 281 – 1.162 100.777
18.998 0 0 0 0 100.777
1.162 0 0 –281 –1.162 0
18.945 12.303 9.557 – 281 – 1.162 89.085
7.284 0 0 0 0 7.024
11.661 12.303 9.557 0 0 82.061
0 0 0 –281 –1.162 0
18 0 0 0 0 466
1.233 – 12.303 – 9.557 0 0 12.158
0 1.439 4.123 0 0 1.439
0 27 34 0 0 27
0 67 470 0 0 67
0 2.207 1.237 0 0 2.207
1.233 – 13.031 – 6.235 0 0 11.430
0 3.214 3.975 0 0 3.214
1.233 – 16.245 – 10.210 0 0 8.216
10.725 123.431 106.870 0 0 154.692
31.287 3.144 2.842 0 0 73.718
42.012 126.575 109.712 0 0 228.410
3.777 6.818 6.346 0 0 23.751
665 934 1.166 0 0 7.524
0 197.135 185.922 0 0 197.135
4.442 204.887 193.434 0 0 228.410
482 646 553 0 0 3.644
1.261 483 1.015 0 0 6.677

Das Segmentergebnis ergibt sich aus den Segmentumsatzerlösen abzüglich der betrieblichen Aufwendungen des Segments. Als Ausgleich für therapeutische Umsatzerlöse aus Verträgen, die ursprünglich durch das Segment AbD Serotec initiiert wurden, leistete das Segment Partnered Discovery in 2011 aufgrund eines Umsatzverteilungsvertrags, der in 2007 zwischen den beiden Segmenten geschlossen worden war, eine Ausgleichzahlung an das Segment AbD Serotec in Höhe von 0,3 Mio. € (2010: 0,9 Mio. €). Im Jahr 2011 beinhalteten die Umsätze des Segments AbD Serotec auch geringfügige intersegmentäre Umsätze mit dem Segment Proprietary Development aus dem Verkauf von Antikörpern (2010: 0,3 Mio. €). Im Jahr 2011 wurde im Segment AbD Serotec eine geringfügige Wertminderung erfasst.

Alle wesentlichen Kunden des Konzerns sind Kunden des Segments Partnered Discovery. Auf den bedeutendsten Einzelkunden entfielen am 31. Dezember 2011 insgesamt 8,9 Mio. € des Buchwerts der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (31.12.2010: 9,4 Mio. €). Drei einzelne Kunden des Konzerns, die überwiegend dem Segment Partnered Discovery zugeordnet waren, machten 72,8 Mio. €, 2,2 Mio. € bzw. 2,1 Mio. € der gesamten Umsatzerlöse des Jahres 2011 aus. In 2010 stammten 47,2 Mio. €, 8,9 Mio. € bzw. 3,3 Mio. € der gesamten Umsatzerlöse von drei einzelnen Kunden des Konzerns, die überwiegend dem Segment Partnered Discovery zugeordnet waren.

In 2011 enthielten die "nicht zugeordneten" sonstigen betrieblichen Aufwendungen überwiegend Personalkosten (2011: 6,9 Mio. €, 2010: 4,7 Mio. €), Kosten für externe Dienstleistungen (2011: 3,1 Mio. €, 2010: 2,1 Mio. €) und Kosten für Infrastruktur (2011: 1,2 Mio. €, 2010: 1,1 Mio. €). Kurzfristige Vermögenswerte im Bereich "nicht zugeordnet" bestanden hauptsächlich aus liquiden Mitteln und zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren (31.12.2011: 121,0 Mio. €, 31.12.2010: 104,9 Mio. €). Kurzfristige Verbindlichkeiten in "nicht zugeordnet" enthielten überwiegend Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und abgegrenzte Aufwendungen (31.12.2011: 4,5 Mio. €, 31.12.2010: 4,6 Mio. €) sowie Rückstellungen (31.12.2011: 2,3 Mio. €, 31.12.2010: 1,7 Mio. €).

Die folgende Übersicht zeigt die geographische Verteilung der Konzernumsatzerlöse:

in T € 2011 2010
Deutschland 3.532 4.702
Europa und Asien 81.289 64.889
USA und Kanada 12.444 16.504
Sonstige 3.512 941
Gesamt 100.777 87.036

Die folgende Übersicht zeigt die geographische Verteilung des langfristigen Konzernvermögens, ohne aktive latente Steuern:

in T € 2011 2010
Deutschland 71.904 75.537
Großbritannien 127 44
USA 1.522 1.475
Gesamt 73.553 77.056

Die folgende Übersicht zeigt die geographische Verteilung der Konzerninvestitionen:

in T € 2011 2010
Deutschland 3.035 13.508
Großbritannien 501 280
USA 108 24
Gesamt 3.644 13.812

4 Umsatzerlöse

In 2011 beinhalteten die Umsätze des Konzerns Lizenzgebühren und Meileinsteinzahlungen in Höhe von 59,9 Mio. € (2010: 41,8 Mio. €). Hierzu trugen vor Eliminierung der intersegmentären Umsatzerlöse das Segment Partnered Discovery 58,7 Mio. € (2010: 41,7 Mio. €) und das Segment AbD Serotec 1,5 Mio. € (2010: 1,0 Mio. €) bei.

Von den Umsatzerlösen aus Servicegebühren in Höhe von insgesamt 24,6 Mio. € (2010: 28,0 Mio. €) entfielen auf das Segment Partnered Discovery 20,6 Mio. € (2010: 24,5 Mio. €), auf das Segment Proprietary Development 2,4 Mio. € (2010: 1,8 Mio. €) und auf das Segment AbD Serotec 1,6 Mio. € (2010: 1,7 Mio. €).

Umsatzerlöse aus Produktverkäufen, die sich auf das Segment AbD Serotec beziehen, beliefen sich auf 15,5 Mio. € (2010: 16,5 Mio. €).

5 Personalaufwand

in T € 2011 2010
Löhne und Gehälter 28.698 25.117
Sozialversicherungs
abgaben
4.468 4.011
Personalaufwand aus
Aktienoptionen
1.539 2.123
Zeitpersonal (extern) 228 89
Sonstige 1.881 353
Gesamt 36.814 31.693

Im Jahr 2011 enthielt der sonstige Personalaufwand im Wesentlichen Kosten für Personalbeschaffung und Abfindungen.

Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter während des Geschäftsjahres 2011 betrug 461 (2010: 432). Von den 454 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern am 31. Dezember 2011 waren 309 in der Forschung und Entwicklung (31.12.2010: 309) sowie 145 (31.12. 2010: 155) in Vertrieb, Allgemeines und Verwaltung beschäftigt. Am 31. Dezember 2011 waren 207 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Segment Partnered Discovery, 67 im Segment Proprietary Development und 140 im Segment AbD Serotec beschäftigt; 40 waren keinem bestimmten Bereich zugeordnet (31. Dezember 2010: 183 im Segment Partnered Discovery, 100 im Segment Proprietary Development und 142 im Segment AbD Serotec; 39 waren nicht zugeordnet). Die Kosten für beitragsorientierte Versorgungszusagen beliefen sich in 2011 auf 0,3 Mio. € (2010: 0,3 Mio. €).

6 Nicht-operative Aufwendungen und Erträge

Nicht-operative Aufwendungen und Erträge setzen sich wie folgt zusammen:

in T € 2011 2010
Zinserträge 353 143
Realisierter Gewinn aus
zur Veräußerung verfüg
baren Wertpapieren
1.086 3.980
Finanzerträge 1.439 4.123
Zinsaufwendungen –27 –34
Finanzaufwendungen –27 –34
Währungsgewinne 45 440
Gewinn aus
Währungsabsicherung 21 0
Sonstige Einnahmen 1 30
Sonstige Erträge 67 470
Währungsverluste –2.043 –499
Verlust aus der
Währungsabsicherung 0 –496
Sonstige Ausgaben –164 –241
Sonstige Aufwendungen –2.207 –1.236
Gesamt – 728 3.323

In 2011 realisierte der Konzern einen Nettoverlust aus Fremdwährungseffekten von 2,0 Mio. €. Dieser Betrag resultiert überwiegend aus unterschiedlichen Wechselkursen am Tag des Rechnungseingangs und dem Tag der Zahlung bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 1,6 Mio. € und bei Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 0,1 Mio. € sowie einem Nettoverlust aus der Fremdwährungsumrechnung von in Fremdwährung geführten Bankkonten von 0,3 Mio. €.

7 Ertragsteuern

Die Gesellschaft und ihre deutschen Tochterunternehmen MorphoSys IP GmbH, MorphoSys AbD GmbH und Sloning BioTechnology GmbH unterliegen der Körperschaftsteuer, dem Solidaritätszuschlag und der Gewerbesteuer. Der Körperschaftsteuersatz der Gesellschaft blieb ebenso unverändert (15%) wie der Solidaritätszuschlag (5,5%) und der effektive Gewerbesteuersatz (10,5%). Für die ausländischen Konzerngesellschaften von MorphoSys gelten Ertragsteuersätze von 26,5% (2010: 28%) in Großbritannien bzw. 36,9% (2010: 37%) in den USA.

Die Ertragsteuern des abgelaufenen Geschäftsjahres setzten sich wie folgt zusammen:

in T € 2011 2010
Laufender Steueraufwand für das abgelaufene Jahr (davon für Vorperioden: 2 T€; 2010: –16 T€) –3.452 –4.094
Latenter Steuerertrag (+)/Latenter Steueraufwand (–) 238 119
Gesamter Steueraufwand –3.214 –3.975
Gesamtbetrag latenter Steuern aus Posten, die direkt im Eigenkapital erfasst werden –265 –411

Die folgende Übersicht leitet den erwarteten Ertragsteueraufwand zum effektiven Ertragsteueraufwand über, wie er im Konzernabschluss ausgewiesen wird. Bei der Ermittlung der gesetzlichen Ertragsteuern wurde im Geschäftsjahr 2011 der kombinierte Ertragsteuersatz von 26,33% (2010: 26,33%) auf das Ergebnis vor Steuern angewendet. Der in der Überleitungsrechnung verwendete Steuersatz beinhaltet die Körperschaftsteuer und den Solidaritätszuschlag und beläuft sich zusammen auf 15,83% zuzüglich der effektiven Gewerbesteuer auf der Grundlage eines Hebesatzes von 300% für den kommunalen Gewerbesteuersatz von 10,50%.

in T € 2011 2010
Ergebnis vor Ertragsteuern 11.430 13.172
Erwarteter Steuersatz 26,33% 26,33%
Erwartete Ertragsteuer –3.010 –3.468
Ursachen der Steuereffekte:
Latente Steuern aufgrund des Ausweises aktiver latenter Steuern auf zuvor nicht ausgewiesene
aktive latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge 389 0
Aktienbasierte Vergütung –339 –555
Steuerlich nicht abzugsfähige Posten –130 –114
Änderung von Steuersätzen –101 –21
Steuern für Vorjahre –2 113
Sonstige Effekte –21 70
Effektive Ertragsteuern –3.214 –3.975

Bei der MorphoSys AG wurde eine steuerliche Betriebsprüfung für die Geschäftsjahre 2004 bis 2007 durchgeführt. Steuerliche Verlustvorträge wurden in der ausgewiesenen Höhe anerkannt.

Am 31. Dezember 2011 wurden aufgrund der für die Geschäftsjahre 2012 bis 2016 erwarteten positiven Geschäftsentwicklung der Sloning BioTechnology GmbH aktive latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 2,3 Mio. € gebildet. Für einen Teil der körperschaftsteuerlichen Verlustvorträge von 2,4 Mio. € und gewerbesteuerlichen Verlustvorträge von 2,3 Mio. € wurden keine aktiven latenten Steuern ausgewiesen, da die Nutzung dieser

steuerlichen Verlustvorträge angesichts der umstrittenen Vorschriften als unsicher gilt (§ 8 Abs. 4 KStG a. F. und § 8c KStG; siehe auch Ziffer 2.25 dieses Anhangs). Die steuerlichen Verlustvorträge können auf unbestimmte Zeit und in vollem Umfang vorgetragen werden. Seit dem Jahr 2004 begrenzt das deutsche Steuerrecht die Verrechnung von zu versteuerndem Einkommen mit bestehenden steuerlichen Verlustvorträgen auf einen Betrag von 1,0 Mio. € zuzüglich 60% des diesen Betrag von 1,0 Mio. € übersteigenden zu versteuernden Einkommens. Dem deutschen Körperschaftsteuergesetz (KStG) zufolge können steuerliche Verlustvorträge auf unbestimmte Zeit vorgetragen werden.

Die aktiven und passiven latenten Steuern setzen sich im Wesentlichen wie folgt zusammen:

in T € Aktive latente
Steuern 2011
Aktive latente
Steuern 2010
Passive latente
Steuern 2011
Passive latente
Steuern 2010
Immaterielle Vermögenswerte 0 0 3.287 4.043
Nichtansatz von aktiven latenten Steuern auf
immaterielle Vermögenswerte 0 0 0 0
Sachanlagen 0 0 42 66
Grundstücke 0 0 0 0
Gebäude 0 0 0 0
Sonstige Labor-, Büro- und Geschäftsausstattung 51 61 0 0
Anteile an verbundenen Unternehmen 0 0 0 0
Vorräte 161 230 0 0
Anzahlungen 0 0 0 0
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 0 0 0 8
Eigene Aktien 0 0 0 0
Aktive Rechnungsabgrenzung 0 0 5 7
Investitionen in kurzfristige Wertpapiere 0 0 231 300
Sonstige Rückstellungen 0 0 30 4
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 5 4 0 0
Wandelschuldverschreibungen 0 0 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 0 0 22 0
Steuerliche Verluste 2.273 2.701 3 0
2.490 2.996 3.620 4.428

Passive latente Steuern in Höhe von 0,3 Mio. € (Vorjahr: 0,4 Mio. €) wurden direkt im Eigenkapital erfasst. Dieser Betrag steht überwiegend im Zusammenhang mit der Neubewertung von zur Veräußerung verfügbaren Finanzanlagen.

In 2011 wurden zur Verbesserung der Transparenz aktive latente Steuern von 2,3 Mio. € mit passiven latenten Steuern verrechnet. Sowohl die aktiven latenten Steuern als auch die passiven latenten Steuern gehören zu Ertragsteuern, die von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden und dasselbe Steuersubjekt betreffen. Um vergleichbare Informationen zur Verfügung zu

stellen wurden die aktiven und passiven latenten Steuern des Vorjahres (2,8 Mio. €) entsprechend angepasst.

Zum 31. Dezember 2011 wurden keine passiven latenten Steuern auf temporäre Differenzen im Zusammenhang mit einer Investition in eine Tochtergesellschaft gebildet, da der Konzern bestimmen kann, ob die Verpflichtung eintreten wird, und der Überzeugung ist, dass die Verpflichtung in absehbarer Zeit nicht eintreten wird.

8 Ergebnis je Aktie

Die Ermittlung des unverwässerten Ergebnisses je Aktie beruht auf einem Jahresüberschuss für 2011 von 8.216.397 € (2010: 9.196.300 €) und der gewichteten durchschnittlichen Anzahl in Umlauf befindlicher Stammaktien für die betreffenden Jahre (2011: 22.887.723; 2010: 22.656.233).

Die gewichtete durchschnittliche Anzahl der Stammaktien ermittelte sich wie folgt:

2011 2010
1. Januar
Sta
nd der ausgege
benen Aktie
n am
22.890.252 22.660.557
Effekt der gehaltenen eigenen Anteile –79.896 –79.896
Rückkauf von eigenen Anteilen –45.744 0
Effekt der Aktienausgabe im Januar 32.510 14.167
Effekt der Aktienausgabe im Februar 10.266 0
Effekt der Aktienausgabe im März 2.408 1.162
Effekt der Aktienausgabe im April 20.741 0
Effekt der Aktienausgabe im Mai 40.639 0
Effekt der Aktienausgabe im Juni 2.286 0
Effekt der Aktienausgabe im Juli 6.194 52.848
Effekt der Aktienausgabe im August 0 703
Effekt der Aktienausgabe im September 0 0
Effekt der Aktienausgabe im Oktober 470 2.702
Effekt der Aktienausgabe im November 7.461 0
Effekt der Aktienausgabe im Dezember 136 3.990
Gewichtete
durchschnitt
liche Anzahl Stammaktie
n
22.887.723 22.656.233

Das verwässerte Ergebnis je Aktie wird unter Berücksichtigung der möglichen Stammaktien des Konzerns aus gewährten Aktienoptionen und Wandelschuldverschreibungen ermittelt.

Die folgende Übersicht zeigt die Überleitung des unverwässerten auf das verwässerte Ergebnis je Aktie (in €, mit Ausnahme der Angaben je Aktie):

2011 2010
Zähler
Jahresüberschuss 8.216.397 9.196.300
Nenner (Anzahl)
Gewichtete durchschnitt
liche Anzahl Stammaktien
zur Berechnung des un
verwässerten Ergebnisses
je Aktie 22.887.723 22.656.233
Verwässernde Aktien
aus Aktienoptionen
229.907 110.569
Verwässernde Aktien
aus Wandelschuld
verschreibungen
8.528 19.734
Nenner gesamt 23.126.158 22.786.536
Ergebnis je Aktie (in €)
Unverwässert 0,36 0,41
Verwässert 0,36 0,40

9 Liquide Mittel

Die zweckgebundenen Finanzmittel von 1,0 Mio. € stellen Mietkautionen für die Gebäude an den Konzernstandorten in Martinsried, Puchheim und Oxford dar und blieben gegenüber dem Vorjahr unverändert.

10 Finanzanlagen

Die zur Veräußerung verfügbaren Finanzanlagen setzten sich am 31. Dezember 2011 und 2010 wie folgt zusammen:

Unrealisierter Holding
in T € Fälligkeit Anschaffungs
kosten
Brutto-Gewinn Brutto-Verlust Marktwert
31. De zem
ber 2011
DB Money Cash täglich 79.150 877 0 80.027
Zweckgebundene Finanzmittel –258
Gesamt 79.769
31. De zem
ber 2010
DB Money Cash täglich 63.424 1.138 0 64.562
Zweckgebundene Finanzmittel –258
Gesamt 64.304

Der unrealisierte Holding-Bruttogewinn des Konzerns in Höhe von 877.332 € am 31. Dezember 2011 bzw. 1.138.281 € am 31. Dezember 2010 wurde als separater Posten im Eigenkapital (Neubewertungsrücklage) ausgewiesen. Im Jahr 2011 hat der Konzern in der Gewinn- und Verlustrechnung einen Gewinn von 1.085.911 € aus der Veräußerung von Finanzanlagen ausgewiesen, der zuvor im Eigenkapital erfasst war (2010: 3.979.920 €). Bei den zweckgebundenen Finanzmitteln von 0.3 Mio. € (2010: 0,3 Mio. €) handelt es sich um eine geleistete Mietkaution.

Weitere Erläuterungen zur bilanziellen Behandlung der Finanzanlagen werden in der Ziffer 2.16 dieses Anhangs gegeben.

11 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Alle Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind unverzinslich und haben generell Zahlungsziele zwischen 30 und 45 Tagen. Am 31. Dezember 2011 und 2010 enthielten die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen noch nicht in Rechnung gestellte Beträge in Höhe von 1.856.827 € bzw. 2.104.854 €. Der Konzern vereinbart in einigen Fällen mit Kunden des Segments AbD Serotec Eigentumsvorbehalte, um Forderungsaußenstände zu vermeiden. Zum 31. Dezember 2011 waren diese in ihrer Höhe nicht wesentlich.

Auf Basis der Einschätzung der Geschäftsleitung wurde in 2011 ein Nettoverlust in Höhe von 3.243 € für Wertberichtigungen auf zweifelhafte Forderungen ergebniswirksam erfasst (2010: Nettogewinn von 4.400 €).

12 Sonstige Forderungen

Gemäß der Kurssicherungsrichtlinie des Konzerns werden mit hoher Wahrscheinlichkeit erwartete Cashflows und eindeutig bestimmbare Fremdwährungsforderungen mit einem Zahlungsziel von bis zu zwölf Monaten auf ihren Kurssicherungsbedarf geprüft. Diese Derivative werden mit ihren beizulegenden Zeitwerten als sonstige Forderungen ausgewiesen. Beginnend in 2003 hat MorphoSys Devisenoptions- und -terminverträge zur Kurssicherung seines Währungsrisikos aus US-Dollar-Forderungen geschlossen.

Am 31. Dezember 2011 bestanden keine offenen Optionsverträge (2010: zwei offene Optionsverträge im Nominalwert von je 10 Mio. US\$), weswegen keine unrealisierten Gewinne oder Verluste ergebniswirksam erfasst wurden (2010: unrealisierter Verlust von 0,3 Mio. €). Zu Jahresbeginn hat der Konzern elf Optionsverträge mit Fälligkeit im Geschäftsjahr 2011 abgeschlossen. Ein realisierter Verlust in Höhe von 0,3 Mio. € (2010: Verlust von 0,2 Mio. €) wurde im sonstigen Aufwand erfasst.

13 Aktive Rechnungsabgrenzung, Steuerforderungen, sonstige kurzfristige Vermögenswerte und Vorräte

Sowohl die kurzfristige als auch die langfristige aktive Rechnungsabgrenzung bestand am 31. Dezember 2011 im Wesentlichen aus vorausgezahlten Gebühren für Unterlizenzen in Höhe von 0,2 Mio. € (31.12.2010: 0,2 Mio. €) und anderen Vorauszahlungen in Höhe von 1,6 Mio. € (31.12.2010: 2,2 Mio. €).

Zum 31. Dezember 2011 bestanden Steuerforderungen in Höhe von 0,2 Mio. € (31.12.2010: 0,5 Mio. €), die hauptsächlich aus Forderungen im Zusammenhang mit einbehaltener Kapitalertragsteuer bestanden.

Vorräte in Höhe von 3,3 Mio. € (31.12.2010: 4,1 Mio. €) lagerten an den Standorten in Oxford, GB, und Raleigh, USA, sowie an den deutschen Standorten Martinsried und Puchheim. Am 31. Dezember 2011 setzten sich die Vorräte aus Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen in Höhe von 1,9 Mio. € (31.12.2010: 0,9 Mio. €), unfertigen Erzeugnissen in Höhe von 0,1 Mio. € (31.12.2010: 0,3 Mio. €) und fertigen Erzeugnissen in Höhe von 1,3 Mio. € (31.12.2010: 2,9 Mio. €) zusammen. Die Wertberichtigung auf Vorräte belief sich zum 31. Dezember 2011 auf 3,0 Mio. € (31.12.2010: 2,8 Mio. €), wobei die Veränderung zur Wertberichtigung des Vorjahres in den Herstellungskosten enthalten ist. Wie im Vorjahr bestanden zum Bilanzstichtag keine Vorräte, die zum beizulegenden Zeitwert abzüglich der Verkaufskosten ausgewiesen wurden. Im Geschäftsjahr 2011 beliefen sich die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie die in den Herstellungskosten erfassten Bestandsveränderungen der unfertigen und fertigen Erzeugnisse auf 5,1 Mio. € (31.12.2010: 5,6 Mio. €).

14 Sachanlagen

in T € Grundstücke
und Gebäude
Büro- und
Labor
ausstattung
Betriebs- und
Geschäfts
ausstattung
Gesamt
Anschaffungskosten
1. Januar 2011 916 14.404 2.460 17.780
Zugänge 257 1.882 208 2.347
Abgänge 0 –1.235 –28 –1.263
Währungseffekte 18 20 10 48
31. De zem
ber 2011
1.191 15.071 2.650 18.912
Kumulierte Abschreibungen
1. Januar 2011 294 9.382 1.914 11.590
Jahresabschreibung 152 2.010 182 2.344
Abgänge 0 –1.122 –21 –1.143
Währungseffekte 6 3 6 15
31. De zem
ber 2011
452 10.273 2.081 12.806
Buchwerte
1. Januar 2011 622 5.022 546 6.190
31. De zem
ber 2011
739 4.798 569 6.106
Anschaffungskosten
1. Januar 2010
869 11.542 2.339 14.750
Zugänge 0 2.266 58 2.324
Zugänge aus Unternehmenszusammenschlüssen 0 1.164 36 1.200
Abgänge 0 –614 –1 –615
Währungseffekte 47 46 28 121
31. De zem
ber 2010
916 14.404 2.460 17.780
Kumulierte Abschreibungen
1. Januar 2010
226 7.793 1.734 9.753
Jahresabschreibung 57 1.921 162 2.140
Abgänge 0 –362 0 –362
Währungseffekte 11 30 18 59
31. De zem
ber 2010
294 9.382 1.914 11.590
Buchwerte
1. Januar 2010 643 3.749 605 4.997
31. De zem
ber 2010
622 5.022 546 6.190

Am 31. Dezember 2011 waren Grundstücke und Gebäude in Poole, GB, im Wert von 785.027 € (31.12.2010: 813.011 €) als "zur Veräußerung gehalten" eingestuft; in 2011 wurde aufgrund der Neubewertung des Verkaufspreises eine Wertminderung in unwesentlicher Höhe erfasst. Im Berichtszeitraum wurden keine Fremdkapitalkosten aktiviert. Verbindlichkeiten wurden weder durch Eigentumsvorbehalte noch Sachanlagen besichert. Der Konzern hat für Anlagen im Bau Ausgaben in unwesentlicher Höhe aktiviert (31.12.2010: 0,5 Mio. €). Zum Berichtszeitpunkt bestanden keine wesentlichen vertraglichen Verpflichtungen zum Kauf von Sachanlagen.

Die Abschreibungen sind in den folgenden Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung enthalten:

in T € 2011 2010
Forschung und Entwicklung 1.718 1.354
Vertrieb, Allgemeines und
Verwaltung 560 687
Herstellungskosten 98 100
Gesamt 2.376 2.141

Zum 31. Dezember 2011 waren die Fremdwährungseffekte in Zusammenhang mit dem Erwerb von Vermögenswerten von untergeordneter Bedeutung und wurden im Eigenkapital unter "Währungsumrechnungsdifferenzen" ausgewiesen.

15 Immaterielle Vermögenswerte

in T € Patente Lizenzen Immaterielle
Vermögens
werte in
Entwicklung
Software Know-how
und Kunden
stamm
Geschäfts
oder
Firmenwert
Gesamt
Anschaffungskosten
1. Januar 2011 14.449 25.425 10.513 3.126 5.419 34.099 93.031
Zugänge 218 138 0 942 0 0 1.298
Abgänge –8 –371 0 –1.189 0 0 –1.568
Währungseffekte 0 15 0 5 106 8 134
31. De zem
ber 2011
14.659 25.207 10.513 2.884 5.525 34.107 92.895
Kumulierte Abschreibungen
1. Januar 2011 4.164 13.306 0 2.620 3.733 0 23.823
Jahresabschreibung 1.036 2.528 0 392 377 0 4.333
Wertberichtigungen 8 186 0 0 0 0 194
Abgänge –8 –371 0 –1.188 0 0 –1.567
Währungseffekte 0 6 0 4 74 0 84
31. De zem
ber 2011
5.200 15.655 0 1.828 4.184 0 26.867
Buchwerte
1. Januar 2011 10.285 12.119 10.513 506 1.686 34.099 69.208
31. De zem
ber 2011
9.459 9.552 10.513 1.056 1.341 34.107 66.028
Anschaffungskosten
1. Januar 2010 4.148 24.781 0 2.955 5.107 26.742 63.733
Zugänge 221 612 10.513 140 0 0 11.486
Zugänge aus Unternehmens
zusammenschlüssen
10.080 0 0 22 0 7.352 17.454
Abgänge 0 0 0 –3 0 0 –3
Währungseffekte 0 32 0 12 312 5 361
31. De zem
ber 2010
14.449 25.425 10.513 3.126 5.419 34.099 93.031
Kumulierte Abschreibungen
1. Januar 2010 3.358 11.001 0 2.243 3.022 0 19.624
Jahresabschreibung 806 2.295 0 368 516 0 3.985
Wertberichtigungen 0 0 0 0 0 0 0
Abgänge 0 0 0 0 0 0 0
Währungseffekte 0 10 0 9 195 0 214
31. De zem
ber 2010
4.164 13.306 0 2.620 3.733 0 23.823
Buchwerte
1. Januar 2010 790 13.780 0 712 2.085 26.742 44.109
31. De zem
ber 2010
10.285 12.119 10.513 506 1.686 34.099 69.208

Am 31. Dezember 2011 wurden immaterielle Vermögenswerte in Entwicklung, wie von IAS 36 vorgesehen, einem Werthaltigkeitstest unterzogen. Es wurden keine Wertberichtigungen für notwendig erachtet.

Die Abschreibungen sind in den folgenden Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung enthalten:

in T € 2011 2010
Forschung und Entwicklung 4.036 3.097
Forschung und Entwick
lung (Wertberichtigungen)
194 0
Vertrieb, Allgemeines
und Verwaltung
35 666
Herstellungskosten 229 218
Gesamt 4.494 3.981

Zum 31. Dezember 2011 wurde im Segment Proprietary Development ein Wertminderungsverlust in Höhe von 0,2 Mio. € für immaterielle Vermögenswerte erfasst (2010: Wertminderungsverlust in unwesentlicher Höhe im Segment AbD Serotec). Die Wertminderung im Jahr 2011 stand in Verbindung mit einem Programm, das aus strategischen Gründen eingestellt wurde.

Zum 31. Dezember 2011 waren die Fremdwährungseffekte aus erworbenen Vermögenswerten von untergeordneter Bedeutung und wurden im Eigenkapital unter "Währungsumrechnungsdifferenzen" ausgewiesen.

16 Sonstige Vermögenswerte

Der Konzern hat bestimmte Positionen innerhalb der sonstigen Vermögenswerte als zweckgebundene Finanzmittel klassifiziert, die für betriebliche Zwecke nicht zur Verfügung stehen (siehe Ziffern 9 und 10 dieses Anhangs). Zum 31. Dezember 2011 und 2010 verfügte der Konzern über zweckgebundene Finanzmittel von 1,2 Mio. € bzw. 1,3 Mio. € für ausgereichte Garantien und von 73.607 € bzw. 113.256 € für an Mitarbeiter ausgegebene Wandelschuldverschreibungen.

17 Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte

Am 31. Dezember 2011 bestanden die als zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte aus den gewerblich genutzten Immobilien der Tochtergesellschaft Poole Real Estate Ltd., Poole, GB, (Segment AbD Serotec) mit einem Nettobuchwert von 785.027 € (31.12.2010: 813.011 €). Die in 2011 ergriffenen intensiven Maßnahmen zur Veräußerung der Immobilien führten nicht zum Erfolg. In 2012 werden die Vermarktungsbemühungen intensiviert, indem auf breiterer Basis nach einem potenziellen Käufer gesucht wird, was innerhalb eines Jahres zum Verkauf führen sollte. Eine externe, unabhängige Immobiliengesellschaft, die über die erforderliche fachliche Qualifikation sowie über aktuelle Erfahrungen mit Lage und Art der zu bewertenden Immobilie verfügt, hat die Immobilien im vierten Quartal 2011 bewertet. Eine Wertberichtigung von untergeordneter Bedeutung wurde für das Geschäftsjahr 2011 für notwendig erachtet.

18 Geschäfts- oder Firmenwert

Am 31. Oktober 2011 wurde der Geschäfts- oder Firmenwert des Segments AbD Serotec in Höhe von 26,8 Mio. € wie von IAS 36 vorgeschrieben einem Werthaltigkeitstest unterzogen. Der erzielbare Betrag der Zahlungsmittel generierenden Einheit, des Segments AbD Serotec, wurde auf der Basis von Nutzungswertberechnungen ermittelt, wobei sich der ermittelte Nutzungswert gegenüber dem Buchwert der Zahlungsmittel generierenden Einheit als höher herausstellte. Zusätzlich wurde eine ausführliche Sensitivitätsanalyse vorgenommen (siehe Ziffer 2.25 dieses Anhangs). Die Cashflow-Prognosen beziehen sich auf einen Zeitraum von zehn Jahren, da die Geschäftsleitung von AbD Serotec davon ausgeht, dass sich der Schritt zur Unterzeichnung von mehr margenstarken Lizenzabkommen im Forschungssektor, die verstärkte Durchdringung des Diagnostikmarkts und die Stärkung des Internetgeschäfts auf mittlere bis längere Sicht voll auszahlen werden. Aus diesem Grund wird ein Planungshorizont von zehn Jahren (gegenüber nur fünf Jahren) für die Berechnung des Nutzungswerts als angemessen erachtet. Die Cashflow-Prognosen gehen für die nächsten zehn Jahre von einer durchschnittlichen jährlichen Steigerungsrate der Umsatzerlöse von rund 8% und einer durchschnittlichen EBIT-Marge von 20% aus. Zentrale Annahme der Cashflow-Prognosen ist die bereits erwähnte Ausweitung des derzeitigen Kundenstamms. Die Werte der zugrunde gelegten zentralen Annahmen wurden anhand interner (bisherige Erfahrungen) und externer Informationsquellen (Marktinformationen, Finanzberichte) ermittelt. Auf der Basis der aktualisierten Cashflow-Prognose für die kommenden zehn Jahre wurde der Nutzungswert wie folgt ermittelt: Betafaktor von 1,18, Ertragsteuersatz von 31%, ein WACC von 8,61% (2010: 8,50%) und eine Wachstumsrate der ewigen Rente von 1%. Die den Annahmen beigemessenen Werte entsprechen der Einschätzung der Geschäftsleitung im Hinblick auf die zukünftigen Entwicklungen und beruhen sowohl auf internen Planungsszenarien als auch auf externen Quellen.

Am 31. Oktober 2011 wurde der Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 7,4 Mio. € aus dem Erwerb der Sloning BioTechnology GmbH in 2010 wie von IAS 36 vorgeschrieben einem Werthaltigkeitstest unterzogen. Der erzielbare Betrag der Zahlungsmittel generierenden Einheit, des Teams für Technologieentwicklung im Segment Partnered Discovery, wurde auf der Basis von Nutzungswertberechnungen ermittelt, wobei sich der ermittelte Nutzungswert gegenüber dem Buchwert der Zahlungsmittel generierenden Einheit als höher herausstellte. Zusätzlich wurde eine ausführliche Sensitivitätsanalyse vorgenommen (siehe Ziffer 2.25 dieses Anhangs). Die Cashflow-Prognosen beziehen sich auf einen Zeitraum von zehn Jahren, da die Geschäftsleitung davon ausgeht, dass sich die Vermarktung mithilfe von Lizenzabkommen, die Vorauszahlungen, Meilensteinzahlungen, FTE-Funding und Tantiemen enthalten, auf mittlere bis längere Sicht voll auszahlen werden. Aus diesem Grund wird ein Planungshorizont von zehn Jahren (gegenüber nur fünf Jahren) für die Berechnung des Nutzungswerts als angemessen erachtet. Die Cashflow-Prognosen beruhen vorwiegend auf der zentralen Annahme, dass die derzeit entwickelte Technologie für bestehende und neue Kunden sehr nutzbringend ist und zu einer Reihe neuer Abkommen führen wird. Die Werte der zugrunde gelegten zentralen Annahmen wurden anhand sowohl interner (bisherige Erfahrungen) als auch externer Informationsquellen (Marktinformationen) ermittelt. Auf der Basis der aktualisierten Cashflow-Prognose für die kommenden zehn Jahre wurde der Nutzungswert wie folgt ermittelt: Betafaktor von 1,3, Ertragsteuersatz von 26,33%, ein WACC von 8,89% (2010: 8,22%) und eine Wachstumsrate der ewigen Rente von 1%. Die den Annahmen beigemessenen Werte entsprechen der Einschätzung der Geschäftsleitung im Hinblick auf die zukünftigen Entwicklungen und beruhen auf internen Planungsszenarien und auf externen Quellen.

19 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und abgegrenzte Aufwendungen

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind unverzinslich und haben im Normalfall Zahlungsziele von bis zu 30 Tagen.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ergeben sich aus der folgenden Übersicht:

in T € 2011 2010
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen 1.057 2.148
Lizenzverbindlichkeiten 397 135
Abgegrenzte
Aufwendungen 17.069 12.800
Sonstige Verbindlichkeiten 588 667
Gesamt 19.111 15.750

In den abgegrenzten Aufwendungen sind im Wesentlichen abgegrenzte Personalaufwendungen aus Zahlungen an Mitarbeiter und das Management in Höhe von 5,1 Mio. € (31.12.2010: 4,1 Mio. €), Rückstellungen für ausstehende Rechnungen in Höhe von 2,6 Mio. € (31.12.2010: 2,4 Mio. €), externe Laborleistungen von 6,6 Mio. € (31.12.2010: 3,6 Mio. €), Lizenzzahlungen von 2,4 Mio. € (31.12.2010: 2,2 Mio. €), Aufsichtsratsvergütungen von 0,1 Mio. € (31.12.2010: 0,1 Mio. €), Prüfungsgebühren und sonstige damit in Verbindung stehende Kosten von 0,1 Mio. € (31.12.2010: 0,2 Mio. €) sowie 0,2 Mio. € für Rechtsberatung (31.12.2010: 0,2 Mio. €) enthalten.

Auf der Hauptversammlung der Gesellschaft im Mai 2011 wurde der Aufsichtsrat ermächtigt, PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, zum Abschlussprüfer zu bestellen.

Die PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München (PwC AG), und ihre Partnerunternehmen innerhalb des weltweiten Netzwerks erhielten von MorphoSys im Geschäftsjahr 2011 Vergütungen in Höhe von 276.525 € (davon PwC AG: 211.475 €), einschließlich der Prüfungshonorare von 250.050 € (davon PwC AG: 185.000 €) sowie der Honorare für sonstige Bestätigungs- und Bewertungsleistungen von 26.475 € (davon PwC AG: 26.475 €).

20 Rückstellungen und Steuerverbindlichkeiten

Am 31. Dezember 2011 und 2010 wies der Konzern Rückstellungen und Steuerverbindlichkeiten in Höhe von 3,4 Mio. € bzw. 2,5 Mio. € aus.

Die Steuerrückstellungen enthalten vor allem Aufwendungen für Ertragsteuern. Rückstellungen und Steuerverbindlichkeiten zum 31. Dezember 2011 sind hinsichtlich ihrer Höhe ungewiss und werden sich voraussichtlich in 2012 erledigen.

Die Rückstellungen und Steuerverbindlichkeiten haben sich im Geschäftsjahr 2011 wie folgt verändert:

in T € 01.01.2011 Zugänge Inanspruch
nahme
Auflösung 31.12.2011
Steuern 2.145 1.950 1.068 0 3.027
Sonstige Verpflichtungen 318 73 0 8 383
Gesamt 2.463 2.023 1.068 8 3.410

21 Finanzinstrumente und Management des Finanzrisikos

AUS FALL UN D LIQUIDITÄTSR ISIKO

Finanzinstrumente, bei denen im Konzern möglicherweise eine Konzentration des Ausfall- und Liquiditätsrisikos vorliegt, sind hauptsächlich Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente, marktgängige Wertpapiere, derivative Finanzinstrumente und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente des Konzerns lauten vorwiegend auf Euro und US-Dollar und Pfund Sterling. Bei den marktgängigen Wertpapieren handelt es sich um qualitativ hochwertige Anlagen. Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und marktgängige Wertpapiere werden grundsätzlich bei drei renommierten Finanzinstituten in Deutschland gehalten. Der Konzern überwacht fortlaufend ihre Positionen bei den Finanzinstituten, die ihre Vertragspartner bei den Finanzinstrumenten sind, sowie deren Bonität und erwartet kein Risiko der Nichterfüllung.

Es ist eine Richtlinie des Konzerns, alle Kunden mit dem Wunsch nach einem Zahlungsziel einer Kreditwürdigkeitsprüfung zu unterziehen, die auf externen Ratings basiert. Dennoch unterliegen die Umsatzerlöse und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen des Konzerns einem Ausfallrisiko durch Kundenkonzentration. Die Forderungen gegenüber dem wichtigsten Einzelkunden des Konzerns beliefen sich am 31. Dezember 2011 auf 8,9 Mio. € (31.12.2010: 9,4 Mio. €). Vom Konzernbestand der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entfielen am Jahresende 2011 rund 73% auf diesen Einzelkunden. Drei einzelne Kunden des Konzerns machten 72%, 2% bzw. 2% der gesamten Umsatzerlöse des Jahres 2011 aus. Am 31. Dezember 2010 hatten 62% des Bestands an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen des Konzerns einen einzelnen Kunden betroffen; von den Umsatzerlösen des Jahres 2010 waren 54%, 10% bzw. 4% auf drei einzelne Kunden entfallen. Nach Einschätzung der Geschäftsleitung waren im Segment AbD Serotec zum 31. Dezember 2011 und 2010 Wertberichtigungen in Höhe von 19.078 € bzw. 15.835 € erforderlich. Die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte stellen das maximale Ausfallrisiko dar.

Das maximale Ausfallrisiko von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nach geographischer Aufteilung stellte sich am Bilanzstichtag wie folgt dar:

Die Fälligkeitsstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen war am Bilanzstichtag wie folgt:

2011 2011 2011 2011
in €; Fälligkeit 0–30 Tage 30–60 Tage 60+ Tage Gesamt
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 9.519.422 851.283 1.851.610 12.222.315
Wertberichtigung 0 0 –19.078 –19.078
Forderunge
n aus Lie
ferunge
n und Leist
unge
n,
nach Abzug
der We rtberichtig
ung
9.519.422 851.283 1.832.532 12.203.237
2010 2010 2010 2010
in €; Fälligkeit 0–30 Tage 30–60 Tage 60+ Tage Gesamt
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 14.013.200 434.349 577.612 15.025.161
Wertberichtigung 0 0 –15.835 –15.835
Forderunge
n aus Lie
ferunge
n und Leist
unge
n,
nach Abzug
der We rtberichtig
ung
14.013.200 434.349 561.777 15.009.326

Am 31. Dezember 2011 enthielten die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen des Konzerns überfällige Forderungen von 0,5 Mio. €, für die Wertberichtigungen als nicht notwendig erachtet wurden.

Am 31. Dezember 2011 war der Konzern keinem Ausfallrisiko aus derivativen Finanzinstrumenten ausgesetzt (31.12.2010: maximales Ausfallrisiko von 0,1 Mio. €). Das maximale Ausfallrisiko von finanziellen Garantien (Mietkautionen) betrug am Bilanzstichtag 1,2 Mio. € (31.12.2010: 1,3 Mio. €).

Die vertraglich vereinbarten Fälligkeitstermine und die dazugehörigen Zahlungsmittelflüsse der Finanzverbindlichkeiten liegen jeweils zwischen einem Jahr und fünf Jahren. Die an nahe stehende Unternehmen und Personen ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen haben eine Laufzeit bis zum 31. Dezember 2015 (maximales Ausfallrisiko: 0,1 Mio. €).

MARKTRISIKO

Das Marktrisiko beschreibt das Risiko, dass sich Änderungen bei Marktpreisen wie Währungskurse, Zinssätze und Anteilsbewertungen auf die Ertragslage des Konzerns oder den Wert der gehaltenen Finanzinstrumente auswirken. Der Konzern ist Währungs- und Zinsrisiken ausgesetzt.

WÄHRUNGSR ISIKO

Der Konzernabschluss wird in Euro erstellt. Während die Aufwendungen von MorphoSys überwiegend in Euro anfallen, hängt ein wesentlicher Teil der Umsatzerlöse vom jeweiligen Wechselkurs des US-Dollar und des Pfund Sterling ab. Der Konzern prüft im Jahresverlauf die Notwendigkeit von Kurssicherungsmaßnahmen zur Minderung des Währungsrisikos und begegnet diesem Risiko mit dem Einsatz derivativer Finanzinstrumente.

Das Währungsrisiko des Konzerns setzte sich auf der Basis der Buchwerte wie folgt zusammen:

31. Dezember 2011; in € EUR USD GBP Sonstige Gesamt
Liquide Mittel 51.076.181 723.518 2.796.400 0 54.596.099
Zur Veräußerung gehaltene langfristige
Vermögenswerte 79.768.563 0 0 0 79.768.563
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 10.478.522 1.248.021 394.116 82.578 12.203.237
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
und abgegrenzte Aufwendungen –16.707.898 –384.779 –2.018.121 0 –19.110.798
Gesamt 124.615.368 1.586.760 1.172.395 82.578 127.457.101
31. Dezember 2010; in € EUR USD GBP Sonstige Gesamt
Liquide Mittel 41.209.349 1.302.992 1.606.110 0 44.118.451
Zur Veräußerung gehaltene langfristige
Vermögenswerte 64.304.041 0 0 0 64.304.041
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 12.354.868 2.116.494 502.878 35.086 15.009.326
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
und abgegrenzte Aufwendungen –13.109.993 –212.972 –2.427.249 692 –15.749.522
Gesamt 104.758.265 3.206.514 – 318.261 35.778 107.682.296

Unterschiedliche Wechselkurse und ihre Auswirkungen auf Vermögenswerte und Schulden wurden in einer detaillierten Sensitivitätsanalyse simuliert, um die daraus entstehenden ergebniswirksamen Effekte zu ermitteln. Ein Anstieg des Euro um 10% gegenüber dem US-Dollar zum 31. Dezember 2011 hätte das Ergebnis des Konzerns unter der Annahme konstanter Zinssätze um 0,1 Mio. € verringert (31.12.2010: Rückgang um 0,3 Mio. €). Ein Rückgang des Euro um 10% gegenüber dem US-Dollar hätte das Ergebnis des Konzerns um 0,2 Mio. € erhöht (31.12.2010: Erhöhung um 0,3 Mio. €). Ein Anstieg des Euro um 10% gegenüber dem britischen Pfund zum 31. Dezember 2011 hätte das Ergebnis des Konzerns unter der Annahme konstanter Zinssätze

um 0,1 Mio. € verringert (31.12.2010: Rückgang um 0,1 Mio. €). Ein Rückgang des Euro um 10% gegenüber dem britischen Pfund hätte das Ergebnis des Konzerns um 0,1 Mio. € erhöht (31.12.2010: Erhöhung um 0,2 Mio. €).

Unter der Annahme gleichbleibender Wechselkurse zwischen US-Dollar und Euro sowie zwischen britischem Pfund und Euro im Vergleich zu den Jahresdurchschnittskursen von 2010 wären die Umsatzerlöse des Konzerns um 1,1 Mio. € höher gewesen (2010: um 0,6 Mio. € niedriger).

ZINSR ISIKO

Das Risiko des Konzerns aus Zinssatzänderungen ergibt sich im Wesentlichen aus den zur Veräußerung gehaltenen Wertpapieren. Eine Änderung des allgemeinen Zinsniveaus könnte zu einer Erhöhung oder einem Rückgang des Marktwerts dieser Wertpapiere führen. Das Risiko eines Rückgangs des Marktwerts ist jedoch aufgrund von Marktwertgarantien der ausgebenden Banken begrenzt – neben der Tatsache, dass alle Finanzinstrumente in diesen Geldmarktfonds kurze Fälligkeiten haben. Diese Garantien werden halbjährlich erneuert. Im Hinblick auf die in der Bilanz ausgewiesenen Verbindlichkeiten sieht sich der Konzern derzeit keinem wesentlichen Zinsrisiko ausgesetzt.

HIER ARCH IE BE IZULEGEN DER ZE IT WER TE UN D BE WER TUNGS METHO DEN

MorphoSys verwendet folgende Hierarchie zur Bestimmung und Offenlegung von beizulegenden Zeitwerten von Finanzinstrumenten:

  • Level 1: Notierte (unangepasste) Preise aus aktiven Märkten für identische Vermögenswerte und Verbindlichkeiten
  • Level 2: Informationen aus anderen als den notierten Preisen nach Level 1, die für Vermögenswerte oder die Verbindlichkeit beobachtet werden können, entweder direkt (wie Preise) oder indirekt (abgeleitet von Preisen)

Level 3: Informationen für den Vermögenswert oder die Verbindlichkeit, die nicht auf der Basis von Marktbeobachtungen abgeleitet werden (dies sind nicht zu beobachtende Informationen)

Die Buchwerte von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten wie Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten, marktgängigen Wertpapieren sowie Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen entsprechen angesichts ihrer kurzen Fälligkeiten annähernd ihren beizulegenden Zeitwerten. Der Marktwert von marktgängigen Wertpapieren bestimmt sich nach notierten Marktpreisen (Hierarchie-Level 1, notierte Preise in aktiven Märkten; siehe Ziffer 10 dieses Anhangs). Den Hierarchie-Ebenen 2 und 3 wurden keine finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zugeordnet. Der den Lizenzverbindlichkeiten beizulegende Zeitwert ermittelt sich nach der Effektivzinsmethode. Wandelschuldverschreibungen werden mit den zugeschriebenen Werten ausgewiesen, die annähernd dem zum Fälligkeitstag fälligen Kapitalbetrag entsprechen. Weder in 2011 noch in 2010 wurden Übertragungen zwischen den Hierarchie-Levels der beizulegenden Zeitwerte vorgenommen.

Die beizulegenden Zeitwerte von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten sowie die in der Konzernbilanz ausgewiesenen Buchwerte setzten sich wie folgt zusammen:

31. Dezember 2011
(in T €)
Anhang Beizulegender
Zeitwert –
Absicherungs
instrumente
Forderungen Zur Ver
äußerung
verfügbar
Sonstige
Finanzielle
Verbindlich
keiten
Buchwert,
gesamt
Beizulegender
Zeitwert
Liquide Mittel 9 54.596 54.596 54.596
Forderungen aus Lieferun
gen und Leistungen
11 12.203 12.203 12.203
Devisenterminverträge
zur Absicherung von
Wechselkursschwankungen
12 0 0 0
Wertpapiere, zur
Veräußerung verfügbar
10 79.769 79.769 79.769
0 66.799 79.769 0 146.568 146.568
Wandelschuldverschrei
bungen – Verbindlichkeits
komponente
23 –74 –74 –74
Verbindlichkeiten aus Liefe
rungen und Leistungen und
abgegrenzte Aufwendungen
19 –19.111 –19.111 –19.111
0 0 0 – 19.185 – 19.185 – 19.185
31. Dezember 2010
(in T €)
Anhang Beizulegender
Zeitwert –
Absicherungs
instrumente
Forderungen Zur Ver
äußerung
verfügbar
Sonstige
Finanzielle
Verbindlich
keiten
Buchwert,
gesamt
Beizulegender
Zeitwert
Liquide Mittel 9 44.118 44.118 44.118
Forderungen aus Lieferun
gen und Leistungen
11 15.009 15.009 15.009
Devisenterminverträge
zur Absicherung von
Wechselkursschwankungen
12 144 144 144
Wertpapiere, zur
Veräußerung verfügbar
10 64.304 64.304 64.304
144 59.127 64.304 0 123.575 123.575
Wandelschuldverschrei
bungen – Verbindlichkeits
komponente
23 –128 –128 –128
Verbindlichkeiten aus Liefe
rungen und Leistungen und
abgegrenzte Aufwendungen
19 –15.750 –15.750 –15.750
0 0 0 – 15.878 – 15.878 – 15.878

22 Eigenkapital

GEZEICHNE TES K APITAL

Am 31. Dezember 2011 betrug das gezeichnete Kapital der Gesellschaft einschließlich eigener Aktien 23.112.167 €, was einer Zunahme von 221.915 € gegenüber dem Stand von 22.890.252 € am 31. Dezember 2010 entspricht. Jede Stückaktie des gezeichneten Kapitals gewährt ein Stimmrecht. Die Zunahme ist auf die Wandlung bzw. Ausübung von 221.915 an den Vorstand und an Mitarbeiter gewährten Wandelschuldverschreibungen und Optionen zurückzuführen.

Am 31. Dezember 2010 hatte das gezeichnete Kapital der Gesellschaft 22.890.252 € betragen. Die Zunahme der Aktienanzahl um 229.695 € bzw. 229.695 Aktien war das Ergebnis der Wandlung und Ausübung von Optionen im Geschäftsjahr 2010.

Am 31. Dezember 2011 beliefen sich die gehaltenen eigenen Aktien auf 1.756.841 € (163.915 Aktien) und erhöhten sich gegenüber dem 31. Dezember 2010 (79.896 Aktien, 9.774 €) um 1.747.066 € durch den Rückkauf von 84.019 eigenen Aktien über die Börse für das langfristige Leistungsanreiz-Programm für das Management des Konzerns.

GENEHMIGTES K APITAL

Das nicht in Anspruch genommene Genehmigte Kapital I war am 31. Dezember 2011 verglichen mit dem 31. Dezember 2010 unverändert und dient der Ausgabe von bis zu 8.864.103 neuen Aktien.

Das nicht in Anspruch genommene Genehmigte Kapital II war am 31. Dezember 2011 verglichen mit dem 31. Dezember 2010 unverändert und dient der Ausgabe von bis zu 2.216.025 neuen Aktien.

BEDING TES K APITAL

Im Jahr 2011 wurden aus dem Bedingten Kapital II durch Ausübung der gleichen Zahl von Optionen durch Mitarbeiter insgesamt 3.696 Aktien geschaffen und das Grundkapital um 3.696 € erhöht. Daneben wurden aus dem Bedingten Kapital IV durch Ausübung der gleichen Zahl von Wandelschuldverschreibungen durch Mitarbeiter 95.400 Aktien geschaffen und das Grundkapital um 95.400 € erhöht sowie aus dem Bedingten Kapital V durch Ausübung der gleichen Zahl von Optionen durch Mitarbeiter und Mitglieder des Vorstands 122.819 Aktien geschaffen und das Grundkapital um 122.819 € erhöht.

Im Jahr 2010 waren aus den Bedingten Kapital II, IV und V insgesamt 3.441, 3.600 bzw. 222.654 Aktien geschaffen worden. Das Grundkapital hatte sich dadurch um 3.441 €, 3.600 € bzw. 222.654 € erhöht.

K APITALR ÜCKLAGE

Am 31. Dezember 2011 betrug die Kapitalrücklage 170.778.474 € (31.12.2010: 166.388.083 €). Der Anstieg um insgesamt 4.390.391 € ergab sich aus dem Personalaufwand aus Aktienoptionen in Höhe von 1.488.342 € einschließlich des inneren Werts der Wandelschuldverschreibungen. Ein weiterer Anstieg um 2.902.049 € ergab sich aus der Ausübung und Wandlung von Optionen und Wandelschuldverschreibungen im Jahr 2011.

Im Jahr 2010 hatte sich die Kapitalrücklage um 4.756.815 € durch den Personalaufwand aus Aktienoptionen in Höhe von 2.150.655 € und die Ausübung und Wandlung von Optionen in Höhe von 2.606.160 € erhöht.

IFRS 2 "Anteilsbasierte Vergütung" schreibt die Berücksichtigung der Auswirkungen anteilsbasierter Vergütungen vor, wenn der Konzern Güter oder Dienstleistungen erwirbt und im Gegenzug Aktien oder Aktienoptionen ("Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente") bzw. andere Vermögenswerte, die dem Wert einer bestimmten Anzahl von Aktien oder Aktienoptionen entsprechen ("Barausgleich"), hingibt. Die wesentliche Auswirkung des IFRS 2 auf den Konzern ergibt sich durch den Aufwand aus der Anwendung eines Optionspreismodells in Zusammenhang mit den Aktienoptionen und anderen aktienbasierten Anreizen von Mitarbeitern, Vorstand und Aufsichtsrat. In Übereinstimmung mit IFRS 2.54 hat der Konzern den IFRS 2 auf anteilsbasierte Vergütungen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente angewendet, die am oder nach dem 1. Januar 1999 gewährt wurden. Im Einklang mit IFRS 2.56 werden daher vor dem 1. Januar 1999 gewährte Aktienoptionen nicht im Aufwand erfasst, jedoch alle nach IFRS 2.44 und 2.45 erforderlichen Angaben gemacht. Weitere Angaben können den Ziffern 23, 24, 25 und 26 dieses Anhangs entnommen werden.

23 Wandelschuldverschreibungen

Im Jahr 2011 wurden insgesamt 95.400 Wandelschuldverschreibungen ausgeübt und in Aktien gewandelt. Davon wurden 60.000 Wandelschuldverschreibungen durch Mitglieder des Vorstands ausgeübt. Weitere Einzelheiten können Ziffer 29 dieses Anhangs entnommen werden.

Am 1. April 2010 wurden 352.800 Wandelschuldverschreibungen an Mitglieder des Vorstands und an Mitarbeiter der MorphoSys AG gewährt. Der Ausübungspreis für die Wandelschuldverschreibungen betrug 16,79 € und entsprach dem Börsenkurs in der Xetra-Schlussauktion der Frankfurter Wertpapierbörse am Handelstag vor der Ausgabe der Wandelschuldverschreibungen. Jede Wandelschuldverschreibung im Nennwert von 0,33 € berechtigt bei Entrichtung des Ausübungspreises zum Tausch in eine nennwertlose Stammaktie des Konzerns. Die Begünstigten dürfen die Wandlungsrechte erst nach Ablauf einer vierjährigen Haltefrist nach dem Tag der Gewährung ausüben. Die Ausübung der Wandlungsrechte ist nur möglich, wenn an einem Handelstag während der Laufzeit der Wandelschuldverschreibungen der Börsenkurs einer Aktie mindestens 110% des Ausübungspreises am Tag der Gewährung erreicht hat. Die Wandelschuldverschreibungen können nach

dem 31. Dezember 2015 nicht mehr ausgeübt werden. Im Falle der Nicht-Ausübung der Wandlungsrechte erhalten die Begünstigten eine Rückvergütung in Höhe des zum Erwerb der Wandelschuldverschreibung gezahlten Betrags (0,33 € pro Wandelschuldverschreibung/Aktie). Die Wandelschuldverschreibungen werden mit den zugeschriebenen Werten ausgewiesen, die annähernd dem zum Fälligkeitstag fälligen Kapitalbetrag entsprechen.

Die nachfolgende Übersicht zeigt die Entwicklung des Wandelschuldverschreibungsplans für Mitarbeiter des Konzerns in den Geschäftsjahren 2011 und 2010:

Wandelschuld
verschreibungen
Gewichteter
Durchschnitts
preis €
1. Januar 2010
Am
ausste
hend
99.000 12,81
Gewährt 352.800 16,79
Ausgeübt –3.600 12,81
Verfallen 0 0
Abgelaufen 0 0
31. De zem
Am
ber
2010 ausste
hend
448.200 15,94
1. Januar 2011
Am
ausste
hend
448.200 15,94
Gewährt 0 0
Ausgeübt –95.400 12,81
Verfallen –24.750 16,79
Abgelaufen 0 0
31. De zem
Am
ber
2011 ausste
hend
328.050 16,79

Die am 31. Dezember 2011 und 2010 ausübbaren Wandelschuldverschreibungen beliefen sich auf 0 bzw. 95.400 Aktien.

Die folgende Übersicht enthält den gewichteten durchschnittlichen Ausübungspreis sowie Angaben zur Vertragslaufzeit von wesentlichen Gruppen von Wandelschuldverschreibungen zum 31. Dezember 2011:

Bandbreite der Ausübungspreise Ausstehend
(Anzahl)
Restliche
Vertragslaufzeit
(in Jahren)
Gewichteter
durchschnitt
licher Aus
übungspreis (€)
Ausübbar
(Anzahl)
Gewichteter
durchschnitt
licher Aus
übungspreis (€)
€ 10,00 – € 17,00 328.050 4,00 16,79 0 0,00
328.050 4,00 16,79 0 0,00

Der Konzern bilanziert den Personalaufwand aus Aktienoptionen in Übereinstimmung mit IFRS 2 und IAS 32.28. Die Eigenkapitalkomponente der Wandelschuldverschreibungen ist separat in der Kapitalrücklage auszuweisen und wird vom beizulegenden Zeitwert der Schuldverschreibungen abgesetzt. Der verbleibende Wert wird als Personalaufwand aus Aktienoptionen erfasst. Der Vergütungsaufwand im Zusammenhang mit Wandelschuldverschreibungen belief sich in den Jahren 2011 und 2010 auf 666.920 € bzw. 989.416 €.

24 Aktienoptionen

Die allgemeinen Konditionen der Aktienoptionspläne, die während des Berichtszeitraums bestanden, werden in der folgenden Tabelle dargestellt; alle Optionen müssen durch physische Lieferung von Aktien beglichen werden.

Tag der Gewährung /Berechtigte Mitarbeiter Gewährte
Aktienoptionen
Sperrfrist Ausübungsbedin
gungen (Aktienpreis
im Vergleich zum
Ausübungspreis)
Vertragslaufzeit
der Optionen
2 Jahre 50%, Anstieg von 20% an min
3 Jahre 75%, destens einem Handels
1. Juli 2007 an Mitarbeiter 180.000 4 Jahre 100% tag während der Laufzeit 5 Jahre
2 Jahre 50%, Anstieg von 20% an min
3 Jahre 75%, destens einem Handels
25. Januar 2008 an Vorstand und Mitarbeiter 283.335 4 Jahre 100% tag während der Laufzeit 5 Jahre
2 Jahre 50%,
3 Jahre 75%, Kumulierter Anstieg von
25. Januar 2008 an Mitarbeiter 29.070 4 Jahre 100% mehr als 10% pro Jahr 5 Jahre
2 Jahre 50%, Anstieg von 20% an min
3 Jahre 75%, destens einem Handels
1. Oktober 2008 an Mitarbeiter 92.664 4 Jahre 100% tag während der Laufzeit 5 Jahre
2 Jahre 50%, Anstieg von 20% an min
3 Jahre 75%, destens einem Handels
1. April 2010 an Vorstand und Mitarbeiter 422.200 4 Jahre 100% tag während der Laufzeit 5 Jahre

In den Jahren 2011 und 2010 wurden 3.696 bzw. 3.441 Optionen aus dem 1999er Plan und 122.819 bzw. 222.654 Optionen aus dem 2002er Plan ausgeübt.

Die folgende Übersicht zeigt die Entwicklung der Aktienoptionspläne für Mitarbeiter des Konzerns in den Jahren 2011 und 2010:

Aktien Gewichteter
Durchschnitts
preis €
Am
1. Januar 2010
ausste
hend
1.151.987 13,33
Gewährt 0 0
Ausgeübt –226.095 12,41
Verfallen –1.875 10,45
Abgelaufen 0 0
31. De zem
Am
ber
2010 ausste
hend
924.017 13,56
1. Januar 2011
Am
ausste
hend
924.017 13,56
Gewährt 0 0
Ausgeübt –126.515 15,16
Verfallen 0 0
Abgelaufen 0 0
31. De zem
Am
ber
2011 ausste
hend
797.502 13,31

Am 31. Dezember 2011 und 2010 waren Aktienoptionen für 503.657 bzw. 294.953 Aktien ausübbar. Der gewichtete durchschnittliche Ausübungspreis der ausübbaren Aktienoptionen belief sich am 31. Dezember 2011 auf 13,51 €.

Die folgende Übersicht enthält den gewichteten Durchschnittspreis sowie Angaben zur Vertragslaufzeit von wesentlichen zum 31. Dezember 2011 ausstehenden Optionsgruppen:

Bandbreite der Ausübungspreise Ausstehend
(Anzahl)
Restliche
Vertragslaufzeit
(in Jahren)
Gewichteter
durchschnitt
licher Aus
übungspreis (€)
Ausübbar
(Anzahl)
Gewichteter
Durchschnitts
preis €
€ 10,00 - € 12,99 392.907 2,20 12,81 187,197 12,81
€ 13,00 - € 13,99 266.166 1,07 13,03 197,633 13,03
€ 14,00 - € 17,00 138.429 1,13 15,26 118,827 15,40
797.502 1,64 13,31 503,657 13,51

Der Konzern bilanziert den Personalaufwand aus Aktienoptionen in Übereinstimmung mit IFRS 2 "Anteilsbasierte Vergütung". Der Vergütungsaufwand im Zusammenhang mit Aktienoptionen belief sich in den Jahren 2011 und 2010 auf 528.477 € bzw. 1.119.543 €.

25 Aktienwertsteigerungsrechte ("Stock Appreciation Rights")

Am 1. Oktober 2010 wurden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Morpho-Sys AG 15.000 Aktienwertsteigerungsrechte ("stock appreciation rights") zu den gleichen Konditionen gewährt wie für die am 1. April 2010 gewährten Wandelschuldverschreibungen. Wandelschuldverschreibungen werden durch die physische Übergabe von Aktien beglichen, wohingegen Aktienwertsteigerungsrechte in bar ausgeglichen werden. Am 31. Dezember 2011 belief sich der Ausübungspreis der Aktienwertsteigerungsrechte auf 17,53 €. Der Vergütungsaufwand belief sich in 2011 auf 50.465 €, während sich die dazugehörige langfristige Verbindlichkeit am 31. Dezember 2011 auf 64.801 € belief. Die Aktienwertsteigerungsrechte können nach dem 30. Juni 2016 nicht mehr ausgeübt werden.

26 Langfristiges Leistungsanreiz-Programm

Am 1. Juni 2011 hat MorphoSys ein langfristiges Leistungsanreiz-Programm (long-term incentive plan – LTI-Plan) für den Vorstand und die Senior Management Group etabliert. Das Programm gilt gemäß IFRS als anteilsbasierte Vergütung mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente und wird bilanziell dementsprechend behandelt. Der LTI-Plan ist ein leistungsbezogener Aktienplan und wird vorbehaltlich der Erfüllung vordefinierter Leistungskriterien, die jährlich vom Aufsichtsrat genehmigt werden müssen, in Stammaktien der MorphoSys AG ausgezahlt. Diese Leistungskriterien setzen sich derzeit aus Umsatzerlösen, EBIT und der Anzahl an Projekten des F&E Portfolios zusammen.

Tag der Gewährung war der 1. Juni 2011; die Haltefrist beträgt vier Jahre. Von den leistungsabhängig gewährten Aktien werden in der vierjährigen Haltefrist in jedem Jahr 25% ausübbar unter der Voraussetzung, dass die für die jeweilige Periode festgelegten Leistungskriterien zu 100% erfüllt wurden. Die Anzahl der pro Jahr ausübbaren Aktien wird in dem Maße gekürzt, in dem die Leistungskriterien des betreffenden Jahres nur zwischen 50% bis 99% erfüllt wurden, bzw. erhöht, wenn die Leistungskriterien zu mehr als 100% erfüllt wurden (maximal 110%). Unter Berücksichtigung dieser Bedingungen werden die Stammaktien der MorphoSys AG nach der vierjährigen Haltefrist an die Leistungsempfänger ausgehändigt. In jedem Fall ist die maximale Auszahlung am Ende der Vierjahresperiode durch einen vom Konzern festgelegten Faktor begrenzt, der sich generell auf "1" beläuft. Der Aufsichtsrat kann von diesem Faktor abweichen, beispielsweise, wenn das Auszahlungsniveau angesichts der allgemeinen Entwicklung des Konzerns als unangemessen empfunden wird.

Für den Fall, dass die zurückgekauften Aktien nicht ausreichen, um den LTI-Plan zu bedienen, behält sich MorphoSys das Recht vor, einen bestimmten Betrag des LTI-Plans im Wert der leistungsabhängig gewährten Aktien am Ende der Haltefrist in bar auszuzahlen unter der Voraussetzung, dass dieser Barbetrag 200% des Marktwerts der leistungsabhängig gewährten Aktien am Tag ihrer Gewährung nicht übersteigt.

Verliert ein Vorstandsmitglied durch Kündigung, Rücktritt, Tod, Verletzung, Arbeitsunfähigkeit oder Erreichen der Altersgrenze (Bezug einer normalen Altersrente, Frührente, oder Arbeitsunfähigkeitsrente, soweit die Bedingungen für den Anspruch auf Arbeitsunfähigkeitsrente erfüllt sind) oder – nach freiem Ermessen des Aufsichtsrats – unter anderen Umständen sein Amt innerhalb des MorphoSys-Konzerns, so hat das Vorstandsmitglied (oder sein Erbe) Anspruch auf eine anteilige Anzahl der leistungsabhängig gewährten Aktien. In diesem Fall wird das Vorstandsmitglied die Anzahl der am Tag seines Ausscheidens aus dem MorphoSys-Konzern bereits ausübbar gewordenen leistungsabhängig gewährten Aktien erhalten.

Verliert ein Vorstandsmitglied sein Amt innerhalb des MorphoSys-Konzern aus einem wichtigen Grund im Sinne des § 626 Abs. 2 BGB und/oder des § 84 Abs. 3 AktG oder kündigt ein Vorstandsmitglied von sich aus, so hat der Begünstigte keinen Anspruch auf Zuteilung leistungsabhängig gewährter Aktien. Kommt es im Verlauf der vierjährigen Haltefrist zu einem Eigentümerwechsel ("change of control"), werden alle leistungsabhängig gewährten Aktien in vollem Umfang ausübbar.

Im Juni 2011 kaufte MorphoSys für den LTI-Plan über die Börse 84.019 eigene Aktien zu einem durchschnittlichen Kurswert von 20,79 € pro Aktie zurück. Diese 84.019 Aktien wurden den Begünstigten rückwirkend zum 1. Juni 2011 gewährt, und zwar 53.997 Aktien an den Vorstand (nähere Angaben können der Tabelle in Ziffer 29 entnommen werden) und 30.022 Aktien an das die Senior Management Group. Der Marktwert der leistungsabhängig gewährten Aktien belief sich am Tag der Gewährung (1. Juni 2011) auf 21,34 € pro Aktie. Bei der Ermittlung des Marktwerts der zurückgekauften Aktien wurden keine Dividenden berücksichtigt, da der Konzern in absehbarer Zukunft keine Dividende auszuschütten beabsichtigt. Seit dem Tag der Gewährung bis zum 31. Dezember 2011 ist weder ein Bezugsberechtigter bei MorphoSys ausgeschieden noch sind leistungsabhängig gewährte Aktien verfallen.

Am 31. Dezember 2011 belief sich der Personalaufwand aus Aktienoptionen aus dem LTI-Plan des Konzerns auf 292.945 €.

27 Verpflichtungen aus Miet-, Leasing- und sonstigen Verträgen

Der Konzern mietet Einrichtungen und Ausstattungen im Rahmen langfristiger Operating-Leasingverträge. In den Geschäftsjahren 2011 und 2010 belief sich der Mietaufwand auf 2.588.817 € und 2.342.528 €. Die wesentlichen Leasingverträge bezogen sich vor allem auf angemietete Gebäude in Martinsried, Oxford (GB), Düsseldorf (Deutschland), Raleigh (USA) und Puchheim. Der Großteil dieser Verträge kann jährlich oder quartalsweise verlängert werden. Einige der Verträge können vorzeitig gekündigt werden.

Die künftigen Mindestzahlungen aus unkündbaren Operating-Leasing- und Versicherungsverträgen sowie anderen Dienstleistungen stellen sich wie folgt dar:

in T € Miete und
Leasing 2011
Miete und
Leasing 2010
Sonstige
2011
Sonstige
2010
Gesamt
2011
Gesamt
2010
bis zu 1 Jahr 3.129 3.238 681 793 3.810 4.031
1 – 5 Jahre 5.519 4.923 15 35 5.534 4.958
mehr als 5 Jahre 3.726 1.672 0 0 3.726 1.672
Gesamt 12.374 9.833 696 828 13.070 10.661

Der Gesamtaufwand des Konzerns aus Operating-Leasing- und Versicherungsverträgen sowie anderen Dienstleistungen belief sich in den Geschäftsjahren 2011 und 2010 auf insgesamt rund 3.096.917 € bzw. 3.518.477 €.

Desweiteren können die folgenden zukünftigen Zahlungen aus derzeit aktiven, kündbaren Verträgen für extern vergebene Studien fällig werden. Diese Beträge können jedoch aufgrund der jeweiligen vertraglich vereinbarten Klauseln im Falle einer vorzeitigen Beendigung der Studie substanziell niedriger ausfallen.

in T € Gesamt 2011
bis zu 1 Jahr 6.384
1 – 5 Jahre 6.499
mehr als 5 Jahre 0
Gesamt 12.883

28 Eventualforderungen/-schulden

Der Geschäftsleitung sind keine Vorgänge bekannt, die für den Konzern zu einer wesentlichen Verpflichtung führen und eine wesentliche nachteilige Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben könnten.

Falls bestimmte Meilensteine im Segment Proprietary Development erreicht werden, wie z.B. die Anmeldung eines Klinikgangs (Investigational New Drug – IND) im Zusammenhang mit bestimmten Zielmolekülen, können Meilensteinzahlungen an Lizenzgeber ausgelöst werden. Da jedoch die Zeitpunkte und das Erreichen solcher Meilensteine ungewiss sind, können keine weiteren Details veröffentlicht werden.

Falls bestimmte Meilensteine im Segment Partnered Discovery durch die jeweiligen Partner erreicht werden, wie z.B. die Anmeldung eines Klinikgangs (IND) im Zusammenhang mit bestimmten Zielmolekülen oder die Übertragung einer Technologie, können Meilensteinzahlungen an MorphoSys ausgelöst werden. Da jedoch die Zeitpunkte und das Erreichen solcher Meilensteine ungewiss sind, können keine weiteren Details veröffentlicht werden.

29 Nahe stehende Unternehmen und Personen

Der Konzern unterhält mit Mitgliedern ihres Vorstands und ihres Aufsichtsrats als nahe stehende Personen Geschäftsbeziehungen. Neben der Barvergütung hat der Konzern dem Vorstand Aktienoptionen, Wandelschuldverschreibungen und leistungsabhängig gewährte Aktien gewährt. Die nachfolgenden Übersichten zeigen die von Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats im Verlauf des Geschäftsjahres 2011 gehaltenen Aktien, Aktienoptionen, Wandelschuldverschreibungen und leistungsabhängig gewährten Aktien sowie die Änderungen in ihren Besitzverhältnissen:

Aktien

01.01.2011 Zugänge Verfall Verkäufe 31.12.2011
Vorsta
nd
Dr. Simon E. Moroney 416.385 3.500 0 0 419.885
Dave Lemus* 5.400 0 0 0
Jens Holstein** 1.000 0 0 5.000
Dr. Arndt Schottelius 1.500 500 0 0 2.000
Dr. Marlies Sproll 3.105 4.000 0 0 7.105
Gesamt 426.390 9.000 0 0 433.990
Aufsi
chts
rat
Dr. Gerald Möller 7.500 0 0 0 7.500
Prof. Dr. Jürgen Drews 7.290 0 0 0 7.290
Dr. Walter Blättler 2.019 0 0 0 2.019
Dr. Daniel Camus 0 0 0 0 0
Dr. Metin Colpan 0 0 0 0 0
Dr. Geoffrey N. Vernon 0 0 0 0 0
Gesamt 16.809 0 0 0 16.809

* Herr Lemus hat den Vorstand der MorphoSys AG in Q1/2011 verlassen.

** 4.000 Aktien wurden durch Herrn Holstein vor seiner Ernennung in den Vorstand erworben.

Aktienopti onen

01.01.2011 Zugänge Verfall Ausübungen 31.12.2011
Vorsta
nd
Dr. Simon E. Moroney 191.445 0 0 0 191.445
Dave Lemus* 102.867 0 0 0
Jens Holstein 0 0 0 0
Dr. Arndt Schottelius 90.000 0 0 0 90.000
Dr. Marlies Sproll 102.867 0 0 0 102.867
Gesamt 487.179 0 0 0 384.312
Aufsi
chts
rat
Dr. Gerald Möller 0 0 0 0 0
Prof. Dr. Jürgen Drews 0 0 0 0 0
Dr. Walter Blättler 0 0 0 0 0
Dr. Daniel Camus 0 0 0 0 0
Dr. Metin Colpan 0 0 0 0 0
Dr. Geoffrey N. Vernon 0 0 0 0 0
Gesamt 0 0 0 0 0

* Herr Lemus hat den Vorstand der MorphoSys AG in Q1/2011 verlassen.

Wandel schuldv erschreibungen

01.01.2011 Zugänge Verfall Ausübungen 31.12.2011
Vorsta
nd
Dr. Simon E. Moroney 88.800 0 0 30.000 58.800
Dave Lemus* 63.000 0 0 0
Jens Holstein 0 0 0 0
Dr. Arndt Schottelius 33.000 0 0 0 33.000
Dr. Marlies Sproll 63.000 0 0 30.000 33.000
Gesamt 247.800 0 0 60.000 124.800
Aufsi
chts
rat
Dr. Gerald Möller 0 0 0 0 0
Prof. Dr. Jürgen Drews 0 0 0 0 0
Dr. Walter Blättler 0 0 0 0 0
Dr. Daniel Camus 0 0 0 0 0
Dr. Metin Colpan 0 0 0 0 0
Dr. Geoffrey N. Vernon 0 0 0 0 0
Gesamt 0 0 0 0 0

* Herr Lemus hat den Vorstand der MorphoSys AG in Q1/2011 verlassen.

Performance Shares

01.01.2011 Zugänge Verfall Ausübungen 31.12.2011
Vorsta
nd
Dr. Simon E. Moroney 0 17.676 0 0 17.676
Jens Holstein 0 12.107 0 0 12.107
Dr. Arndt Schottelius 0 12.107 0 0 12.107
Dr. Marlies Sproll 0 12.107 0 0 12.107
Gesamt 0 53.997 0 0 53.997
Aufsi
chts
rat
Dr. Gerald Möller 0 0 0 0 0
Prof. Dr. Jürgen Drews 0 0 0 0 0
Dr. Walter Blättler 0 0 0 0 0
Dr. Daniel Camus 0 0 0 0 0
Dr. Metin Colpan 0 0 0 0 0
Dr. Geoffrey N. Vernon 0 0 0 0 0
Gesamt 0 0 0 0 0

Die Vergütungen für Vorstand und Aufsichtsrat bestanden aus fixen und variablen Komponenten sowie aus sonstigen Vergütungen. Sofern keine Wiederernennung erfolgt bzw. das Dienstverhältnis nicht verlängert wird, hat jedes Vorstandsmitglied Anspruch auf eine Abfindungszahlung in Höhe eines Jahresfixgehalts. Im Jahr 2011 belief sich die Gesamtvergütung für den Aufsichtsrat ohne Reisekostenerstattung auf 384.750 € (2010: 382.750 €).

Die nachfolgenden Übersichten zeigen die Vergütungen des Vorstands und des Aufsichtsrats in detaillierter Form:

VORS TAN DSVER GÜTUN G FÜR DAS JAHR 2011:

Fixum Bezüge mit
kurzfristiger
Anreizwirkung
Bezüge mit langfristiger Anreiz
wirkung (Zielerreichung in Abhän
gigkeit von Unternehmenszielen)
Gesamt
vergütung
Grundgehalt
in €
Sonstige
Vergütungen
in €
Erfolgs
abhängige
Vergütung
in €***
Anzahl
gewährte
Performance
Shares
Beizulegender
Zeitwert am Tag
der Gewährung
in €
in €
Dr. Simon E. Moroney 386.862 135.131 181.825 17.676 377.206 1.081.024
Dave Lemus* 132.119 479.009 72.026 683.154
Jens Holstein** 167.500 181.584 83.750 12.107 258.363 691.197
Dr. Arndt Schottelius 256.000 99.046 107.520 12.107 258.363 720.929
Dr. Marlies Sproll 262.259 94.563 125.884 12.107 258.363 741.069
Gesamt 1.204.740 989.333 571.005 53.997 1.152.296 3.917.374

* Herr Lemus hat den Vorstand der MorphoSys AG in Q1/2011 verlassen.

** Herr Holstein wurde in Q2/2011 in den Vorstand der MorphoSys bestellt.

*** Die gezeigten Gesamtvergütungen für 2011 enthalten die entsprechenden Bonusrückstellungen für 2011, welche im Februar 2012 ausbezahlt werden.

Fixum Bezüge mit
kurzfristiger
Anreizwirkung
Bezüge mit langfristiger Anreiz
wirkung (Zielerreichung in Abhän
gigkeit der Aktienkursentwicklung)
Gesamt
vergütung
in €
Grundgehalt
in €
Sonstige
Vergütungen
in €
Erfolgs
abhängige
Vergütung
in €***
Anzahl gewährte
Wandelschuld
verschreibungen
Beizulegender
Zeitwert am Tag
der Gewährung
in €
Dr. Simon E. Moroney 368.498 130.178 208.570 58.800 391.608 1.098.854
Dave Lemus* 259.157 156.639 152.902 33.000 219.780 788.478
Jens Holstein**
Dr. Arndt Schottelius 231.000 90.158 132.594 33.000 219.780 673.532
Dr. Marlies Sproll 249.623 90.879 146.778 33.000 219.780 707.060
Gesamt 1.108.278 467.854 640.844 157.800 1.050.948 3.267.924

* Herr Lemus hat den Vorstand der MorphoSys AG in Q1/2011 verlassen.

** Herr Holstein wurde in Q2/2011 in den Vorstand der MorphoSys bestellt.

*** Die gezeigten Gesamtvergütungen für 2010 enthalten die entsprechenden Bonusrückstellungen für 2010, welche im März 2011 ausbezahlt wurden.

Am 24. Februar 2011 hat MorphoSys bekannt gegeben, dass Herr Jens Holstein bei der MorphoSys AG die Nachfolge von Herrn Dave Lemus als Finanzvorstand und Mitglied des Vorstands antreten wird. Herr Lemus trat von seiner Position als Finanzvorstand des Unternehmens zurück, um sich anderen Aufgaben zu widmen. Er erhielt die in seinem Dienstvertrag vereinbarte Vergütung bis zum 30. Juni 2011. Darüber hinaus erhielt er eine vertraglich vereinbarte Zahlung in Höhe seines festen Bruttojahresgehalts von 264.238 € zuzüglich eines Bonus in Höhe von 144.053 € errechnet als Durchschnitt seiner Boni in den Jahren 2009 und 2010. Ferner wurde der noch nicht ausübbare Teil der ausstehenden Aktienoptionen von Herrn Lemus für die Jahre 2008 und 2009 vorzeitig ausübbar.

Herr Jens Holstein wurde mit Wirkung zum 1. Mai 2011 zum Finanzvorstand der MorphoSys AG bestellt. Sein Dienstvertrag hat eine Laufzeit bis zum 30. Juni 2014. Als zusätzlicher Anreiz für den Wechsel zu MorphoSys wurden Herrn Holstein eine einmalige Entschädigung für entgangene Bezüge aus seinem bisherigen Dienstverhältnis in Höhe von 100.000 € gewährt.

AUFSICH TSRA TSVER GÜTUN G FÜR DAS JAHR 2011 UN D 2010:

Feste Vergütung Sitzungspauschale Gesamtvergütung
in € 2011 2010 2011 2010 2011 2010
Dr. Gerald Möller 70.000 70.000 26.000 22.000 96.000 92.000
Prof. Dr. Jürgen Drews 57.750 57.750 17.500 15.000 75.250 72.750
Dr. Walter Blättler 39.500 39.500 13.500 18.000 53.000 57.500
Dr. Daniel Camus 36.500 36.500 19.000 19.000 55.500 55.500
Dr. Metin Colpan 36.500 36.500 8.500 10.000 45.000 46.500
Dr. Geoffrey N. Vernon 39.500 39.500 20.500 19.000 60.000 58.500
Gesamt 279.750 279.750 105.000 103.000 384.750 382.750

Daneben gibt es zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine weiteren Verträge mit aktuellen oder früheren Mitgliedern des Aufsichtsrats.

30 Corporate Governance

Der Konzern hat die gemäß § 161 AktG vorgeschriebene Entsprechenserklärung einschließlich Empfehlungen der Regierungskommission für den Deutschen Corporate Governance Kodex für das Geschäftsjahr 2011 abgegeben. Diese Erklärung wurde am 08. Dezember 2011 auf der Internetseite des Konzerns (www.morphosys.com) veröffentlicht und der Öffentlichkeit dauerhaft zugänglich gemacht.

31 Forschungs- und Entwicklungsabkommen

Der Konzern hat im Rahmen seiner mit Partnern betriebenen Forschungsstrategie, seiner firmeneigenen F&E-Maßnahmen und – im kleineren Umfang – in ihrem Segment AbD Serotec auf dem Gebiet der Forschungsreagenzien und Diagnostika eine Reihe von F&E-Vereinbarungen geschlossen.

PARTNERE D DISCO VER Y SEG MEN T

In seinen kommerziellen Partnerschaften im Segment Partnered Discovery erhält MorphoSys verschiedene Zahlungsarten, die über die Laufzeit der Vereinbarungen verteilt oder bei Erreichen eines vordefinierten Ziels oder Meilensteins in einem Betrag als Umsatzerlöse erfasst werden. Zu diesen Zahlungen zählen Vorauszahlungen bei Unterschriftsleistung, jährliche Lizenzzahlungen als Gegenleistung für den Zugang zu MorphoSys-Technologien und Zahlungen für finanzierte Forschungsarbeit, die bei MorphoSys im Auftrag des Partners durchgeführt werden. Daneben hat MorphoSys Anspruch auf entwicklungsabhängige Meilensteinzahlungen und Tantiemen auf Produktverkäufe für bestimmte Antikörperwirkstoffprogramme.

Vor dem Geschäftsjahr 2011 wurde die aktive Zusammenarbeit mit einigen Partnern bereits eingestellt, da die ursprünglich vereinbarte Vertragslaufzeit abgelaufen war. Die in dieser aktiven Phase begonnenen Medikamentenentwicklungsprogramme können jedoch weiterlaufen und könnten zukünftig zu erfolgsabhängigen Zahlungen führen. Detailliertere Angaben zu einzelnen Medikamentenkandidaten innerhalb der verschiedenen Allianzen können – beschränkt auf die für die Öffentlichkeit bestimmten Informationen – dem Abschnitt Forschung und Entwicklung auf Seite 51 dieses Geschäftsberichts und dem Überblick über die Medikamentenpipeline des Konzerns entnommen werden. Detailliertere Angaben über die einzelnen Forschungsallianzen des Konzerns stehen auf der Internetseite des Konzerns zur Verfügung.

Zu den Partnerschaften, die bereits vor Beginn des Jahres 2011 beendet waren, in deren Rahmen aber aktive Medikamentenentwicklungsprogramme liefen, zählen (in alphabetischer Reihenfolge): Bayer Healthcare Pharmaceuticals, Boehringer Ingelheim, F. Hoffmann-La Roche, Janssen Biotech (vormals: Centocor Ortho Biotech), Merck & Co., OncoMed Pharmaceuticals und Prochon Biotech Ltd.

Zu den Partnerschaften, die in 2011 noch aktiv waren, zählten (in alphabetischer Reihenfolge): Astellas, ContraFect, Daiichi-Sankyo, GeneFrontier Corporation/Kaneka, Novartis, Pfizer und Schering-Plough (eine Tochtergesellschaft von Merck & Co.). Von diesen Partnerschaften wurden in 2011 die aktive Zusammenarbeit mit Daiichi-Sankyo und Schering-Plough eingestellt. Die Kooperation mit ContraFect wurde in 2011 begonnen und konzentriert sich auf das Gebiet der Infektionskrankheiten.

Die derzeit umfangreichste Allianz des Konzerns besteht mit der Novartis AG. Beide Parteien haben die Zusammenarbeit im Jahr 2004 begonnen, die bisher zu mehreren derzeit laufenden therapeutischen Antikörperprogrammen gegen eine Reihe von Krankheiten führte. Im Dezember 2007 weiteten MorphoSys und Novartis ihre bisherige Geschäftsverbindung deutlich aus und schlossen eine der umfassendsten strategischen Allianzen für die Erforschung und Entwicklung von Biopharmaka. Über die Vertragsdauer von zehn Jahren belaufen sich die vertraglich zugesicherten jährlichen Zahlungen für Technologiezugang, Internalisierungsgebühren sowie Forschungs- und Entwicklungsleistungen auf mehr als 400 Mio. € – ohne Kostenerstattungen für F&E in Verbindung mit Entwicklungsaktivitäten im Frühstadium. Die Gesamtsumme aus zugesicherten Zahlungen und wahrscheinlichkeitsgewichteten erfolgsabhängigen Meilensteinen, die vom Erfolg der klinischen Entwicklung und der behördlichen Zulassung mehrerer Produkte abhängen, könnte bei voller Vertragslaufzeit der erfolgreichen Kollaboration möglicherweise die Schwelle von 650 Mio. € überschreiten. Neben diesen Zahlungen stehen MorphoSys auch umsatzabhängige Tantiemen und/oder Gewinnbeteiligungen aus zukünftigen Produktverkäufen zu. Darüber hinaus hat MorphoSys auch Optionen zur Teilnahme an bestimmten Entwicklungsaktivitäten im Rahmen verschiedener Programme, wobei Teile der im Frühstadium anfallenden Kosten von Novartis getragen werden. In Bezug auf die Teilnahmeoptionen kann sich MorphoSys zur Mitarbeit in diesen Projekten in Form von Kosten- und Gewinnbeteiligungen entschließen, wobei die finanzielle Beteiligung dem Grad seiner Beteiligung an den betreffenden Programmen entspricht.

PRO PRIETARY DEVELO PMEN T SEG MEN T

Im Segment Proprietary Development sind die Partnerschaften auf die Ziele des Konzerns für die Entwicklung eigener Medikamente in dessen Kernbereichen Onkologie, entzündliche Erkrankungen und Infektionskrankheiten ausgerichtet. Zu diesen Partnerschaften zählen (in alphabetischer Reihenfolge): Absynth Biologicals, Galapagos und Xencor.

Im September 2010 hat MorphoSys ein neues firmeneigenes Entwicklungsprogramm gegen neuartige Zielmoleküle im Bereich der Infektionskrankheiten bekanntgegeben. Im Rahmen dieser Initiative schloss MorphoSys ein Lizenz- und Kooperationsabkommen mit dem britischen Unternehmen Absynth Biologics und erhielt dadurch Zugang zu neuartigen Zielmolekülen, die im Zusammenhang mit Infektionserregern des Typs Staphylococcus aureus einschließlich MRSA (Methicillin-resistenter S. aureus) stehen. MorphoSys wird unter Einsatz seiner firmeneigenen Antikörperbibliothek HuCAL PLATINUM Antikörper entwickeln, die Absynth in bestimmten Krankheitsmodellen erproben wird. Die Entwicklung und Auslizenzierung der daraus resultierenden Wirkstoffe wird allein in MorphoSys' Verantwortung liegen. Absynth hat eine Vorauszahlung erhalten und hat Anspruch auf entwicklungsabhängige Meilensteinzahlungen und Tantiemen.

Im November 2008 haben MorphoSys und Galapagos den Beginn einer langfristig angelegten Zusammenarbeit zur gemeinsamen Medikamentenerforschung und -entwicklung bekannt gegeben. Ziel ist es, neuartige Wirkmechanismen zur Behandlung entzündlicher Knochen- und Gelenkserkrankungen wie etwa rheumatoide Arthritis, Osteoporose und Osteoarthritis zu erforschen und Antikörpertherapien gegen diese Krankheiten zu entwickeln. Die Vereinbarung umfasst sämtliche Aktivitäten von der Erforschung der Zielmoleküle bis zum Abschluss der klinischen Wirksamkeitsstudie für neuartige therapeutische Antikörper. Im Anschluss an den Nachweis der klinischen Wirksamkeit am Menschen werden die Programme für die weitere Entwicklung, Zulassung und Vermarktung an Partner auslizenziert. Beide Unternehmen haben im Rahmen der Allianz ihre Schlüsseltechnologien und Expertise zur Verfügung gestellt. Galapagos brachte neben seiner auf der Nutzung von Adenoviren basierenden Plattform zur Erforschung neuer Zielmoleküle für die Entwicklung von Antikörpern auch bereits identifizierte Zielmoleküle in die Kooperation ein, die mit Knochen- und Gelenkserkrankungen in Verbindung gebracht werden. MorphoSys hat seine HuCAL-Antikörpertechnologien zur Herstellung vollständig menschlicher Antikörper gegen diese Zielmoleküle zur Verfügung gestellt. Gemäß den Vertragsvereinbarungen tragen Galapagos und MorphoSys die Forschungs- und Entwicklungskosten zu gleichen Teilen.

Im Juni 2010 unterzeichneten die MorphoSys AG und das in den USA ansässige biopharmazeutische Unternehmen Xencor ein weltweites, exklusives Lizenz- und Kooperationsabkommen. Durch das Abkommen erhielt MorphoSys exklusive, weltweite Lizenzrechte an dem Antikörper XmAb5574/MOR208 zur Behandlung von Krebserkrankungen und anderen Indikationen. Im Rahmen der Vereinbarung werden die Gesellschaften gemeinsam eine Phase 1-Studie an Patienten mit chronischer lymphatischer Leukämie (CLL) in den USA durchführen. Für die weitere klinische Entwicklung nach der erfolgreichen Beendigung der klinischen Phase 1-Studie wird MorphoSys allein verantwortlich sein. Xencor erhielt von MorphoSys eine Vorauszahlung in Höhe von 13 Mio. US\$ (rund 10,5 Mio. €), die als immaterieller Vermögenswert in Entwicklung aktiviert wurde. Xencor stehen entwicklungs-, zulassungs- und vermarktungsbezogene Meilensteinzahlungen sowie gestaffelte Tantiemen auf Produktverkäufe zu.

SEGMEN T ABD SERO TEC

Das Forschungs- und Entwicklungs-Segment AbD Serotec von MorphoSys unterhält Beziehungen zu einer wachsenden Zahl von Diagnostikunternehmen, Industriekunden und Forschungsorganisationen, unter anderem mit (in alphabetischer Reihenfolge) FIND, Merck & Co., Novozymes, Phadia, Proteomika, Shionogi und Spinreact.

ANHANG 1: KONSOL IDIERUN GSKRE IS ZU M 31. DEZE MBER 2011

Name und Sitz der Gesellschaft Landeswährung Wechselkurs
zum 31.12.2011
€ in Landeswäh
rungseinheiten
Konsolidie rte
Gese
llschafte
n (neben der Mutte
rgese
llschaft)
MorphoSys USA Inc., Charlotte, North Carolina, USA US \$ 1,29257
MorphoSys IP GmbH, München, Deutschland
MorphoSys UK Ltd., Oxford, Großbritannien £ 0,83819
MorphoSys US Inc., Raleigh, North Carolina, USA US \$ 1,29257
MorphoSys AbD GmbH, Düsseldorf, Deutschland
Poole Real Estate Ltd., Poole, Großbritannien £ 0,83819
Sloning BioTechnology GmbH, Puchheim, Deutschland

Erklärung des Vorstands

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzern vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

Martinsried, den 14. Februar 2012

Dr. Simon E. Moroney Jens Holstein Vorstandsvorsitzender Finanzvorstand

Dr. Arndt Schottelius Dr. Marlies Sproll Entwicklungsvorstand Forschungsvorstand

147 Anhang

Jahresergebnis
in Landes
währung
Umsatz in
Landeswährung
Verbindlich
keiten in
Landeswährung
Bilanzsumme in
Landeswährung
Eigenkapital in
Landeswährung
Beteiligung
in %
–1.169 0 0 2.779 2.000 100
–4.597 3.343.800 3.294.999 3.326.667 25.000 100
12.390 9.822.704 2.465.402 7.591.872 100 100
509.448 9.670.994 803.914 2.882.372 50.000 100
72.247 3.035.750 85.212 1.345.897 25.000 100
–91.120 0 7.400 835.763 200 100
2.478.504 4.200.419 4.449.167 10.532.743 951.660 100

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Wir haben den von der MorphoSys AG, Martinsried, aufgestellten Konzernabschluss – bestehend aus Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, Konzern-Gesamtergebnisrechnung, Konzernbilanz, Konzern-Eigenkapitalentwicklung, Konzern-Kapitalflussrechnung und Anhang – sowie den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2011 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften sowie der Satzung liegt in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands

sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften der Satzung und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Konzernlagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

München, den 15. Februar 2012

PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

Stefano Mulas Dietmar Eglauer

Aufsichtsrat der MorphoSys AG

Prof. Dr. Jürgen Drews Stellvertretender Vorsitzender, Feldafing, Deutschland und Cureggia, Schweiz

Keine weiteren Mandate

Dr. Gerald Möller Vorsitzender, Heidelberg, Deutschland

Mitglied des Aufsichtsrats von: 4sigma*, Bermuda (Vorsitzender) Adrenomed GmbH*, Deutschland (Direktor) Bionostics, Inc.*, USA (Direktor) Illumina, Inc.*, USA (Direktor) Invendo Medical GmbH*, Deutschland (Vorsitzender) VIVACTA Ltd.*, Großbritannien (Direktor)

Dr. Walter Blät tler Mitglied, Brookline, MA, USA

Keine weiteren Mandate

Dr. Daniel Camus Mitglied, Croissy-sur-Seine, Frankreich

Mitglied des Aufsichtsrats von: Cameco Corp.*, Kanada (Direktor) SGL Group SE, Deutschland (Mitglied) Valéo SA*, Frankreich (Direktor) Vivendi SA*, Frankreich (Mitglied)

Dr. Met in Colpan Mitglied, Essen, Deutschland

Mitglied des Aufsichtsrats von: Qalovis GmbH*, Deutschland (Direktor) Qiagen N.V.*, Niederlande (Direktor)

Dr. Geoffrey N. Vernon Mitglied, Devon, Großbritannien

Mitglied des Aufsichtsrats von: Cornwall Farmers Ltd.*, Großbritannien (Vorsitzender) Genable Ltd.*, Irland (Vorsitzender) Medpharm Ltd.*, Großbritannien (Vorsitzender) Veryan Medical Ltd.*, Großbritannien (Vorsitzender) XL TechGroup, Inc.*, USA (Vorsitzender) Ziggus Holdings Ltd.*, Großbritannien (Vorsitzender)

Senior Management Group der MorphoSys AG

Sascha Al ilovic Head of Corporate Finance

Dr. Markus Enzelberger Head of Discovery Alliances & Technologies Klaus de Wall Head of Accounting & Controlling

Dieter Feger Head of AbD Serotec Silvia Dermiet zel Head of Global Human Resources

Dr. Claudia Gutjahr-Löser Head of Corporate Communications & Investor Relations

Dr. Barbara Krebs-Pohl Head of Business Development

Dr. L isa Rojkjaer Head of Clinical Development

Dr. Armin Weidm ann Head of Quality Assurance & Regulatory Affairs Dr. Ulrich Moebius Head of Preclinical Development & Project Management

Dr. Margit Urban Head of Target and Antibody Discovery

Dr. Günter Wellnhofer Head of Technical Operations

Dr. Ralf Ostendorp Head of Protein Sciences

Dr. Harald Wat zka Head of Alliance Management

Amyloid beta – Zielmolekül zur Therapie von Alzheimer; Hauptbestandteil von Proteinablagerungen im Gehirn von Alzheimer-Patienten

Antigen – Fremdstoff, der Antikörper-Produktion stimuliert; Bindungspartner von Antikörpern

ADC – Antibody-drug conjugate; Antikörperkonjugate sind eine neuartige Form der zielgerichteten Therapie, die die Spezifität monoklonaler Antikörper mit der Wirksamkeit zytotoxischer Moleküle vereint

ADCC – Antibody-dependent cell-mediated cytotoxicity; Reaktion von natürlichen Killerzellen mit antikörperbeladenen Ziel-Zellen, die gebunden und zerstört werden.

ALL – Akute lymphatische Leukämie; Krebserkrankung der weißen Blutzellen, gekennzeichnet durch bösartig entartete Vorläuferzellen der Lymphozyten

Antikörper – Proteine des Immunsystems, die fremde Antigene erkennen und eine Immunreaktion auslösen

Antikörperbibliothek – Große Sammlungen von Antikörpern mit unterschiedlicher Aminosäuresequenz

Autoimmun-Erkrankungen – Krankheiten, deren Ursache eine Überschießende Reaktion des körpereigenen Immunsystems auf körpereigenes Gewebe, Zellen oder Moleküle ist

Biogenerika – Auch Biosimilar; biotechnologisch erzeugter, protein-basierter Nachahmer-Arzneistoff, der nach Ablauf der Patentzeit eines Originalwirkstoffs zugelassen wird

BiTE – Künstlich hergestellte bispezifische monoklonale Antikörper-Klasse, die die zytotoxisch wirkenden T-Zellen auf Krebszellen lenkt und als Krebsmedikament erforscht wird. BiTE® ist ein eingetragenes Warenzeichen der Micromet AG

B

Cashflow – Kennzahl der Kapitalflussrechnung zur Beurteilung der Finanzund Ertragskraft

CD20 – Therapeutisches Zielmolekül für die Behandlung von B-Zellen-Lymphomen und -Leukämien

CD38 – Therapeutisches Zielmolekül zur Behandlung des Multiplen Myeloms und bestimmter Leukämie-Formen.

CLL – Chronische lymphatische Leukämie; am häufigsten vorkommende Leukämieform, greift die B-Zellen an

COGS – Cost of goods sold; Herstellungskosten für Produkte im AbD-Segment

EMEA – Kurzform für die Europäische Arzneimittelagentur (European Medicines Agency)

Fc-Region – Konstante Region eines Antikörpers

FDA – Food and Drug Administration; Amerikanische Zulassungs- und Kontrollbehörde für Arznei- und Lebensmittel

F&E – Forschung und Entwicklung

GCP – Good clinical practice; ein international gültiger Qualitätsstandard hinsichtlich Ethik und Wissenschaft bei der Planung und Durchführung von klinischen Studien, die an Menschen durchgeführt werden

GM-CSF – Granulozyten-Makrophagen koloniestimuliernder Faktor; Zielmolekül des MOR103-Programms

GMP – Good management practice; Richtlinien zur Qualitätssicherung der Produktionsabläufe und -umgebung in der Produktion von Arzneimitteln, Wirkstoffen und Medizinprodukten

Goodwill – Geschäftswert, Firmenwert eines Unternehmens

HGB – Handelsgesetzbuch

HuCAL – Human Combinatorial Antibody Library; von MorphoSys entwickelte Antikörperbibliothek zur raschen Erzeugung von spezifischen und menschlichen Antikörpern für alle Anwendungen

Human – Menschlichen Ursprungs

IFRS – International Financial Reporting Standards; EU-weit geltender Rechnungslegungsstandard ab 2005

Immunisierung – Erzeugung von Antikörpern durch Gabe von Antigen

in-vitro – Im Reagenzglas

in-vivo – Im lebenden Organismus

IPF – Idiopathische Lungenfibrose; chronisch-progressive Lungenkrankheit, bei der in der Lunge Narbengewebe gebildet wird

JAK – Januskinase; Molekül, das bei der Signalübertragung in Zellen eine Rolle spielt

Klinische Erprobung – Klinische Studien zur Erforschung der Verträglichkeit und Wirksamkeit eines Arzneimittels an Patienten. In Abhängigkeit vom Entwicklungsstadium des Produktes werden zunächst gesunde Freiwillige und/oder Patienten für Pilotstudien herangezogen, gefolgt von größer angelegten Patientenstudien

Life Sciences – Oberbegriff für alle Forschungsdisziplinen der Lebens-relevanten Wissenschaften und deren in-

dustrieller Anwendung

L

Makrophage – Weißes Blutkörperchen, das Fremdkörper aufnimmt. Makrophagen spielen eine Schlüsselrolle bei der Immunantwort auf Fremdkörper wie ansteckende Mikro-Organismen

Marktkapitalisierung – Börsenwert einer Aktiengesellschaft gebildet aus aktuellem Aktienkurs und Anzahl ausgegebener Aktien

M&A – Mergers & Acquisitions; Fusionen und Übernahmetransaktionen eines Unternehmens

Monoklonale Antikörper – Von einem einzigen Klon abstammende, einheitliche Antikörper

MRSA – Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus; Bakterienstamm, der gegen bestimmte Antibiotika resistent ist und insbesondere bei Patienten in Krankenhäusern schwere Infektionen hervorrufen kann

Multiples Myelom – Bösartiger Tumor des Knochenmarks (auch: Plasmozytom)

Multiple Sklerose – Entzündliche und degenerative Erkrankung des zentralen Nervensystems

NIH – National Institutes of Health; eine Behörde des United States Department of Health and Human Services; staatliches Institut für medizinische Forschung

Osteolyse – Krankheitsbedingte Auflösung oder Degeneration des Knochengewebes

Phagen-Display-Technologie – Screeningverfahren; Präsentation von Peptiden/Proteinen auf Oberfläche von Phagen

Pharmakokinetik – Gesamtheit aller Prozesse, denen ein Arzneistoff im Körper unterliegt

Präklinisch – Präklinische Phase der Arzneimittelforschung an Tiermodellen und in Laborversuchen, die vor Beginn der klinischen Studien durchgeführt werden

Protein – Eiweißstoffe; Polymere bestehend aus Aminosäuren; z. B. Antikörper, Enzyme

Psoriasis – Schuppenflechte; chronische, nicht ansteckende entzündliche Erkrankung der Haut und Gelenke

R

Reagenzien – Substanzen, die bei Forschungs- und Diagnostikanwendungen eingesetzt werden

Rheumatoide Arthritis – Entzündliche Erkrankung der Gelenke; abgekürzt: RA

S, G & A – Sales, general and administrative; Vertrieb, Allgemeines und Verwaltung

Slonomics – Plattform zur gerichteten Gensynthese und Erstellung von Proteinbibliotheken, die in 2010 von Morpho-Sys erworben wurde

Spezifität – Eigenschaft z. B. von Antikörpern, zwischen unterschiedlichen aber ähnlichen Antigenen zu unterscheiden

Tantieme – Prozentuale Beteiligung am Umsatz eines vermarkteten Produkts

TecDAX – Index der dreißig größten, gelisteten Technologieunternehmen der Frankfurter Börse abseits des DAX und MDAX

Ylanthia – Neuartige Antikörperplattform der nächsten Generation von MorphoSys

Zielmolekül – Angriffspunkt für therapeutische Intervention, etwa auf der Oberfläche von kranken Zellen (auch: Target)

Impressum

MorphoSys AG

Lena-Christ-Str. 48 82152 Martinsried/Planegg Deutschland Phone: +49-89-899-270 Fax: +49-89-8992-7222 www.morphosys.de

Corporate Communications und

Investor Relations Tel.: +49-89-8992-7404 Fax: +49-89-899-275-404 E-Mail: [email protected]

Konzept und Gestaltung

3st kommunikation GmbH, Mainz

Fotografie

Andreas Pohlmann, München Karsten Thormaehlen, Frankfurt/Main Marcus Pietrek, Düsseldorf

Übersetzung und

inhaltliche Unterstützung

FinKom Gesellschaft für Finanzkommunikation mbH, Usingen Friedrichs & Friends, Hamburg MC Services AG, München

Satz und Lithographie

Knecht GmbH, Ockenheim

Druck

Westdeutsche Verlags- und Druckerei GmbH, Mörfelden-Walldorf

Redaktionsschluss

  1. März 2012 (außer Jahresabschluss)

Dieser Bericht ist auch in englischer Sprache und als Download auf der Webseite der Gesellschaft erhältlich.

HuCAL®, HuCAL GOLD®, HuCAL PLATINUM®, Ylanthia®, arYla®, CysDisplay® und RapMAT® sind eingetragene Warenzeichen der MorphoSys AG. Slonomics® ist ein eingetragenes Warenzeichen der Sloning BioTechnology GmbH, einem Tochterunternehmen der MorphoSys AG.

Kennzahlen (IFRS)*

morphosys-Konzern (in Millionen €, wenn nicht anders angegeben)

31.12.11 31.12.10 31.12.09 31.12.08 31.12.07 31.12.06 31.12.05 31.12.04 31.12.03
Ergebnisse
Umsatzerlöse 100,8 87,0 81,0 71,6 62,0 53,0 33,5 22,0 15,3
Herstellungskosten 7,0 7,3 6,7 7,1 7,9 8,0 2,5 0,91) -
Aufwendungen für Forschung & Entwicklung 57,5 46,9 39,0 27,6 22,2 17,5 14,0 11,41) 9,01)
Aufwendungen für Vertrieb, Allgemeines
und Verwaltung
24,6 23,2 23,9 20,5 24,8 21,4 10,8 7,51) 7,21)
Personalkosten (ohne Personalaufwand aus
der Ausgabe von Aktienoptionen)
35,3 29,6 26,1 21,5 18,8 18,1 10,8 9,1 7,5
Investitionen 3,6 13,8 3,8 3,8 12,0 4,0 0,7 1,7 0,7
Abschreibungen auf Sachanlagen 2,4 2,1 1,6 1,5 1,5 1,5 0,9 0,7 0,5
Abschreibungen auf immaterielle
Vermögenswerte
4,5 4,0 3,8 4,8 3,7 3,4 2,7 2,0 1,5
Gewinn/Verlust aus gewöhnlicher
Geschäftstätigkeit
12,2 9,8 11,4 16,4 7,0 6,2 6,2 0,6 - 3,1
EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und
Abschreibungen)
18,0 19,2 18,1 21,9 13,3 10,3 8,6 3,2 - 0,4
EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) 11,1 13,1 12,8 16,5 8,3 5,4 5,3 0,5 - 2,5
Jahresüberschuss/-fehlbetrag 8,2 9,2 9,0 13,2 11,5 6,0 4,7 0,3 - 3,1
Bilanz
Aktiva gesamt 228,42) 209,82) 206,1 203,3 184,7 127,8 80,1 55,8 42,9
Liquide Mittel und marktgängige Wertpapiere 134,4 108,4 135,1 137,9 106,9 66,0 53,6 37,2 23,2
Immaterielle Vermögenswerte 66,0 69,2 17,4 19,7 22,3 14,8 12,4 12,8 14,5
Verbindlichkeiten 31,32) 23,92) 32,2 41,3 39,2 27,8 16,1 16,4 15,6
Eigenkapital 197,1 185,9 173,9 162,0 145,5 100,1 64,0 39,4 27,3
Eigenkapitalquote 86% 89% 84% 80% 79% 78% 80% 71% 64%
MorphoSys-Aktie
Ausgegebene Stammaktien (Anzahl in Mio.) 23.112.167 22.890.252 22.660.557 22.478.787 22.160.259 20.145.966 18.077.589 16.316.556 14.703.996
Gewinn/Verlust pro Aktie, verwässert (in €) 0,36 0,40 0,40 0,59 0,53 0,31 0,28 0,02 - 0,24
Dividende (in €) - - - - - - - - -
Aktienkurs (in €) 17,53 18,53 17,04 18,75 16,10 18,12 13,77 12,70 3,71
Personal
Mitarbeiter gesamt (Anzahl) 446 464 404 334 295 279 172 132 95
In Deutschland (Anzahl) 352 370 301 236 192 183 145 132 95
Im Ausland (Anzahl) 94 94 103 98 103 96 27 - -

* MorphoSys veröffentlicht seit 2003 ihre Finanzergebnisse gemäß den International Financial Reporting Standards (IFRS). In den Jahren davor hatte das Unternehmen gemäß US GAAP berichtet.

1) Ohne Personalaufwand aus der Ausgabe von Aktienoptionen

2) In 2011 wurden zur Verbesserung der Transparenz aktive latente Steuern von 2,3 Mio. € mit passiven latenten Steuern verrechnet. Sowohl die aktiven latenten Steuern als auch die passiven latenten Steuern gehören zu Ertragsteuern, die von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden und dasselbe Steuersubjekt betreffen. Um vergleichbare Informationen zur Verfügung zu stellen, wurden die aktiven und passiven latenten Steuern des Vorjahres (2,8 Mio. €) – und damit auch die Bilanzsumme des Konzerns – entsprechend angepasst.

Finanzkalender

01. März 2012 Bekanntgabe der Finanzergebnisse 2011 04. Mai 2012 Veröffentlichung des 3-Monatsberichts 2012 31. Mai 2012 Ordentliche Hauptversammlung 2012 in München 02. August 2012 Veröffentlichung des Halbjahresberichts 2012 07. November 2012 Veröffentlichung des 9-Monatsberichts 2012

MorphoSys AG

Lena-Christ-Str. 48 82152 Martinsried / Planegg Deutschland Tel.: +49-89-89927- 0 Fax: +49-89-89927-222 www.morphosys.de