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MorphoSys AG Annual Report 2010

Apr 13, 2011

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Annual Report

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Geschäftsbericht 2010

Antibodies for Life

Kennzahlen (IFRS)

MORPHOSYS-KONZERN (in Millionen €, wenn nicht anders angegeben)

31.12.2010 31.12.2009 31.12.2008 31.12.2007 31.12.2006
ERGEBNISSE
Umsatzerlöse 87,0 81,0 71,6 62,0 53,0
Herstellungskosten 7,3 6,7 7,1 7,9 8,0
Aufwendungen für Forschung und Entwicklung 46,9 39,0 27,6 22,2 17,5
Aufwendungen für Vertrieb, Allgemeines und
Verwaltung
23,2 23,9 20,5 24,8 21,4
Personalkosten (ohne Personalaufwand aus der
Ausgabe von Aktienoptionen) 29,6 26,1 21,5 18,8 18,1
Investitionen 13,8 3,8 3,8 12,0 4,0
Abschreibungen auf Sachanlagen 2,1 1,6 1,5 1,5 1,5
Abschreibungen auf immaterielle
Vermögenswerte 4,0 3,8 4,8 3,7 3,4
Gewinn aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit 9,8 11,4 16,4 7,0 6,2
EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und
Abschreibungen) 19,2 18,1 21,9 13,3 10,3
EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) 13,1 12,8 16,5 8,3 5,4
Jahresüberschuss 9,2 9,0 13,2 11,5 6,0
BIL ANZ
Aktiva gesamt 212,6 206,1 203,3 184,7 127,8
Liquide Mittel und marktgängige Wertpapiere 108,4 135,1 137,9 106,9 66,0
Immaterielle Vermögenswerte 69,2 17,4 19,7 22,3 14,8
Verbindlichkeiten 26,6 32,2 41,3 39,2 27,8
Eigenkapital 185,9 173,9 162,0 145,5 100,1
Eigenkapitalquote 87 % 84 % 80 % 79 % 78 %
MORPHOSYS -AKTIE
Ausgegebene Stammaktien (Anzahl) 22.890.252 22.660.557 22.478.787 22.160.259 20.145.966
Gewinn pro Aktie, verwässert (in €) 0,40 0,40 0,59 0,53 0,31
Dividende (in €)
Aktienkurs (in €) 18,53 17,04 18,75 16,10 18,12
PERSONAL
Mitarbeiter gesamt (Anzahl) 464 404 334 295 279
In Deutschland (Anzahl) 370 301 236 192 183
Im Ausland (Anzahl) 94 103 98 103 96

Antibodies for Life

Menschliche Antikörper patrouillieren durch den Körper, suchen gezielt nach Krankheitserregern und markieren diese für eine "natürliche Therapie" durch das Immunsystem. Im Laufe der Evolution des Menschen wurden die Antikörper über Millionen von Jahren weiter optimiert, immer mit einem Zweck: das Leben zu schützen. MorphoSys hat sich zum Ziel gesetzt, das Potenzial von Antikörpern zu nutzen und ihre Möglichkeiten zum Wohl von Patienten weiter auszubauen. Mit rund 80 verschiedenen Medikamenten in der Forschung und Entwicklung verfügt MorphoSys über eine der breitesten Antikörper-Pipelines in der Biotechnologie-Industrie. Siebzehn Wirkstoffe davon befinden sich derzeit bereits in der klinischen Entwicklung und werden im Kampf gegen verschiedene, größtenteils lebensbedrohliche, Krankheiten erforscht.

Weitere Einsatzmöglichkeiten für die Technologien und Produkte von MorphoSys bietet die moderne Diagnostik, die über die klassische Krankheitsdiagnose hinaus auch bei der Entwicklung von neuen Medikamenten und vielen Therapie-Entscheidungen eine zunehmend wichtige Rolle spielt. MorphoSys' Technologien sind ideal an den Schnittstellen dieser Bereiche positioniert und das Unternehmen erwartet eine Reihe an neuen Kooperationsmöglichkeiten mit der diagnostischen Industrie. Das medizinische sowie wirtschaftliche Potenzial von Antikörpern in der modernen Forschung, Diagnostik und Medizin ist weiterhin enorm. MorphoSys hat führende technologische Lösungen zur Gewinnung von Antikörpern entwickelt und verfeinert diese Methoden weiter, um die bestmöglichen Antikörperprodukte zur klinischen Anwendung zu bringen. Die von MorphoSys entwickelten Therapeutika versprechen in den kommenden Jahren eine bedeutende Verbesserung der Lebensqualität von Patienten.

Inhaltsverzeichnis

da s u n t e r n e h m e n

  • vo rs ta n d d er m o r p h o sys ag
  • b r i e f d es vo rs ta n dsvo rs i t z e n d e n
  • d i e m o r p h o sys a k t i e

ko n z e r n l ag e b e r i c h t

  • u n t er n e hm er is c h es um f e l d u n d g es c hä f t sa k t i v i tät e n
  • s t r at e g i e u n d l e is t u n g sma nag em e n t
  • p ers o na l
  • f o rs c h u n g u n d e n t w i c k l u n g
  • g e is t i g es e i g e n t um
  • g es c hä f t s e n t w i c k l u n g
  • na c h ha lt i g k e i t u n d s o z ia l e v er a n t wo r t u n g
  • a na lys e d er v erm ö g e n s , f i na n z- u n d er t r ag s l ag e
  • v er g l e i c h vo n tat sä c h l i c h em u n d pro g n o s t i z i er t em g es c hä f t sv er l a u f
  • a l lg em e i n e e i n s c hät z u n g d es g es c hä f t sv er l a u fs d u r c h d i e g es c hä f t s l e i t u n g
  • c o r p o r at e g ov er na n c e b er i c h t
  • r is i k e n u n d c ha n c e n
  • na c h t r ag s b er i c h t
  • a u s b l i c k u n d pro g n o s e

ko n z e r n a b s c h lu s s

  • i n ha lt ko n z er na b s c h l u s s
  • ko n z er n g e w i n n u n d v er l u s t r e c h n u n g (i frs)
  • ko n z er n g esam t er g eb n isr e c h n u n g (i frs)
  • ko n z er n b i l a n z (i frs)
  • ko n z er n e i g e n k a p i ta l e n t w i c k l u n g (i frs)
  • ko n z er n k a p i ta l f l u s sr e c h n u n g (i frs)
  • a n ha n g z um ko n z er na b s c h l u s s
  • er k l ä r u n g d es vo rs ta n ds
  • b es tät i g u n g sv erm er k d es a b s c h l u s s pr ü f ers

97 s o n s t i g e s

  • 97 b er i c h t d es a u fs i c h t sr at s
  • 100 a u fs i c h t sr at d er m o r p h o sys ag
  • 102 s e n i o r ma nag em e n t g ro u p d er m o r p h o sys ag
  • 104 g lo s sa r
  • 106 s t i c hwo r t v er z e i c h n is
  • 108 im pr es s um

Angriff eines T-Lymphozyten auf eine Krebszelle

Das menschliche Immunsystem benutzt unterschiedliche Strategien zur Krankheitsbekämpfung. Das Titelbild des diesjährigen Geschäftsberichts illustriert den Angriff einer Immunzelle des Typs T-Lymphozyt (links unten) auf eine größere Krebszelle, in Folge dessen die Zielzelle durch programmierten Zelltod abstirbt. Solche und viele weitere Prozesse zu initiieren, sie zu steuern und zu kontrollieren ist das Ziel zahlreicher Biotechnologieunternehmen. MorphoSys' Herangehensweise an diese Aufgabenstellung ist es, die richtigen krankheitsrelevanten Zielmoleküle und spezifische Antikörper für einen therapeutischen Eingriff zu identifizieren.

Zeichenerklärung

g lo s sa rv erw e is ........................................ i n t er n e t v erw e is ........................................ q u erv erw e is .............................................

siehe

Seite 80

Vorstand der MorphoSys AG

Dr. Simon E. Moroney – Vorstandsvorsitzender Dave Lemus – Finanzvorstand

Brief des Vorstandsvorsitzenden

Das Jahr 2010 war ein äußerst erfolgreiches Jahr für MorphoSys. Wir haben in der Medikamentenentwicklung außergewöhnliche Fortschritte erzielt und konnten unsere Technologieplattform weiter ausbauen. Zusätzlich zu diesen strategischen Fortschritten erwirtschaftete die Gesellschaft ein starkes operatives Finanzergebnis. Dieser Erfolg ist ein schlagender Beweis für die Attraktivität unseres Geschäftsmodells.

Nirgends war der Fortschritt der Gesellschaft deutlicher zu erkennen als an unserer Pipeline für therapeutische Antikörper. Die Anzahl der Wirkstoffe in der klinischen Entwicklung hat sich im Lauf des Jahres 2010 von acht am Jahresbeginn auf 17 am Ende des Jahres mehr als verdoppelt. Nach Beendigung der derzeit laufenden Studien werden deutlich mehr als 1.000 Patienten und Studienteilnehmer HuCAL-Antikörper erhalten haben. Dies ist nicht nur ein wunderbarer Beweis für die erfolgreiche Vermarktung unserer Technologie, sondern ruft auch den Beitrag ins Gedächtnis, den wir für die Medizin erbringen werden. Unter diesen Programmen befinden sich eine Reihe von möglichen Blockbustern für so unterschiedliche Krankheitsbereiche wie Krebs, Asthma und Alzheimer, um nur einige zu nennen.

Unser Segment Proprietary Development hat nun zwei Programme in der Klinik. Im Januar 2010 wurde der erste Patient in die klinische Studie der Phase 1b/2a für unseren am weitesten fortgeschrittenen Wirkstoff MOR103 gegen rheumatoide Arthritis aufgenommen. Wir freuen uns sehr über dieses Programm und den Abschluss der Studie in 2011. Das kommerzielle Potenzial von MOR103 vergrößerte sich im Jahresverlauf zusätzlich, da wir sehr ermutigende präklinische Daten bei multipler Sklerose erhielten. Multiple Sklerose wird unser zweiter Krankheitsbereich für die klinische Erprobung von MOR103 sein, die wir in 2011 mit einer Sicherheitsstudie der Phase 1b beginnen werden.

Im Juni 2010 haben wir unser firmeneigenes Portfolio durch die Einlizenzierung des Antikörpers MOR208 von der US-amerikanischen Firma Xencor um einen zweiten klinischen Kandidaten erweitert. Dieses Programm befindet sich gegenwärtig in der klinischen Erprobung in den Vereinigten Staaten mit einem ersten Forschungsschwerpunkt auf chronischer lymphatischer Leukämie. Diese ausgesprochen viel versprechende

Ergänzung unseres Medikamentenportfolios beinhaltet eine Xencor-eigene Modifikation des Antikörpers, die eine spannende neue Behandlungsmethode für Krebs darstellen könnte.

Wir gehen davon aus, dass nach dem im Dezember 2010 erfolgten Antrag auf klinische Erprobung unser Wirkstoff MOR202 in 2011 als dritter firmeneigener Antikörper die Klinik erreichen wird. Abgerundet wird unser firmeneigenes Produktportfolio durch eine Reihe von Programmen im Forschungsstadium, durch unsere Zusammenarbeit mit Galapagos und durch zwei laufende, gemeinsam mit Novartis betriebene Entwicklungsprogramme.

Auch für das Segment Partnered Discovery verlief das Jahr sehr erfolgreich. Fünf unterschiedliche Partner haben während des Jahres 2010 nicht weniger als acht Klinikgänge beantragt. Daneben rückten zwei Partnerprogramme von der Phase 1 in Phase 2-Studien vor, wodurch die Anzahl der mit Partnern betriebenen Programme in der klinischen Phase 2-Erprobung auf insgesamt fünf stieg. Wir erwarten mit Spannung die klinischen Daten dieser Programme, von denen wir uns den eindeutigen Beweis dafür erhoffen, dass aus HuCAL-Antikörpern erfolgreiche Medikamente werden können. Insgesamt befinden sich gegenwärtig 15 Partnerprogramme in der klinischen Erprobung. Wir gehen davon aus, diese Zahl angesichts der mit präklinischen und Forschungsprogrammen reich gefüllten Pipeline noch erhöhen zu können.

Unser Erfolg steht in engem Zusammenhang mit unserer einzigartigen Technologieplattform, deren Herzstück die Antikörperbibliothek HuCAL ist. Im Jahr 2010 haben wir unseren Willen, technologisch führend zu bleiben, durch den Erwerb der Sloning BioTechnology GmbH unter Beweis gestellt. Die weltweit führende Technologie von Sloning zur Erstellung von Proteinbibliotheken haben wir umgehend in eine neue Plattform namens arYla zur Optimierung von Antikörpern integriert. Wir gehen davon aus, dass arYla durch die Erhöhung sowohl der Geschwindigkeit als auch der Erfolgsraten neue Wege bei der Optimierung von Antikörpern eröffnen wird. Von dem Erwerb von Sloning versprechen wir uns außerdem ganz neue Möglichkeiten für Partnerschaften. Ein Beleg hierfür ist der neue Lizenzvertrag mit Pfizer, den wir nur wenige Wochen nach dem Sloning-Erwerb unterzeichnet haben.

Das Segment AbD Serotec bekam die Auswirkungen der Finanzkrise zu spüren, vor allem in seinem Heimatmarkt Europa. Auch wenn die Umsatzerlöse nicht in dem Maß wie ursprünglich erwartet stiegen, führten die durchgeführten strukturellen Verbesserungen doch zu einem Anstieg der operativen Gewinnmarge auf 6 %. Das Segment AbD Serotec ist für eine viel versprechende Zukunft im Diagnostikbereich, für den unsere Antikörperplattform klar differenzierte Diagnostikprodukte liefern kann, gut positioniert. Gegenwärtig laufen Kooperationen mit mehr als 20 Diagnostikunternehmen und im Jahr 2011 wird das erste diagnostische Testverfahren auf Basis eines HuCAL-Antikörpers auf dem Markt erwartet.

Mit einem operativen Konzerngewinn in Höhe von 10 Millionen Euro wurden unsere Erwartungen übertroffen. Das Ergebnis ist insbesondere im Hinblick auf die darin enthaltene 37-prozentige Steigerung der

"Nirgends war der Fortschritt der Gesellschaft deutlicher zu erkennen als an unserer Pipeline für therapeutische Antikörper. Die Anzahl der Wirkstoffe in der klinischen Entwicklung hat sich im Lauf des Jahres 2010 von acht am Jahresbeginn auf 17 am Ende des Jahres mehr als verdoppelt."

firmeninternen F&E-Investitionen auf rund 27 Millionen Euro beeindruckend. Für 2011 erwarten wir eine Umsatzsteigerung von mehr als 20 % und anhaltende Profitabilität bei weiterhin starken Investitionen in die firmeneigene Forschung und Entwicklung. Die Fähigkeit, unsere Produktpipeline mit Partnern weiter auszubauen, gleichzeitig ein spannendes Portfolio an eigenen Produkten zu entwickeln und dabei anhaltend gute Finanzergebnisse zu erzielen, macht MorphoSys geradezu einzigartig in der Branche. Auch die Finanzkraft stellt einen wichtigen strategischen Aspekt für MorphoSys dar. Sowohl die Einlizenzierungs-Vereinbarung mit Xencor als auch die Akquisition von Sloning zeigen, dass die stabile bilanzielle Situation uns in die Lage versetzt, schnell handeln zu können, um bedeutende Vermögenswerte zu erwerben.

MorphoSys geht stärker als je zuvor in das Jahr 2011. Ich freue mich auf anhaltende Fortschritte in unserer Pipeline aus firmeneigenen und mit Partnern entwickelten Antikörpermedikamenten und erwarte ein Geschäftsjahr, in dem unsere Gesellschaft zum ersten Mal in ihrer Unternehmensgeschichte Umsätze von mehr als 100 Millionen Euro erwirtschaften wird. Unser Erfolg ist nur dank der intensiven Arbeit, Loyalität und Kreativität unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter möglich, denen ich meinen besonderen Dank aussprechen möchte.

Auch Ihnen, unseren Aktionärinnen und Aktionären, möchte ich für Ihre anhaltende Unterstützung danken. Gemeinsam mit Ihnen wünsche ich unserem Unternehmen ein erfolgreiches Jahr 2011.

Dr. Simon E. Moroney Vorstandsvorsitzender

Die MorphoSys-Aktie

Im Verlauf des Geschäftsjahres 2010 legte die MorphoSys-Aktie um 9 % zu und übertraf damit den TecDAX, der nur einen moderaten Jahresanstieg von 4 % verzeichnete. Der NASDAQ Biotechnology Index stieg in 2010 um 14 %.

KENNZAHLEN DER MORPHOSYS-AKTIE

(Stand 31. Dezember)

2010 2009 2008 2007 2006
Eigenkapital gesamt in Mio. € 185,9 173,9 162,0 145,5 100,1
Gesamtzahl ausgegebener Aktien 22.890.252 22.660.557 22.478.787 22.160.259 20.145.996
Marktkapitalisierung in Mio. € 424 386 421 357 365
Schlusskurs (Xetra) 18,53 17,04 18,75 16,10 18,12
Durchschnittliches tägliches Handelsvolumen in Mio. € 1,1 1,3 1,9 2,5 1,9

Der Aktienkurs profitierte insbesondere von der Akquisition der Sloning GmbH, dem Vertrag mit Pfizer und mehreren Meilensteinen, die im letzten Monat des Jahres erreicht wurden. Alles in allem spiegelt die Aktie von MorphoSys zunehmend die solide Entwicklung wider, die das Unternehmen beim Aufbau einer der in der Branche umfangreichsten Antikörperpipelines macht, in Kombination mit einem profitablen und überzeugenden Geschäftsmodell.

LIQUIDITÄT UND INDEXZUGEHÖRIGKEIT

Das durchschnittliche tägliche Handelsvolumen der MorphoSys-Aktie betrug 1,1 Mio. € gegenüber einem durchschnittlichen Handelsvolumen von 1,3 Mio. € im Vorjahr. MorphoSys konnte seine gute Position im TecDAX*-Index, dem Auswahlindex für die 30 größten Technologiewerte der Frankfurter Wertpapierbörse, festigen. Zum Jahresende

2010 konnte das Unternehmen gemessen an der Marktkapitalisierung* seine Position auf Platz 16 verbessern (Jahresende 2009: Platz 17) und belegte gemessen am Handelsvolumen Rang 23 (Jahresende 2009: Rang 19).

AKTIONÄRSBASIS

Der Streubesitz gemäß der Definition der Deutsche Börse AG, der wie üblich für die Gewichtung der MorphoSys-Aktie in den Aktienindizes herangezogen wird, belief sich am Jahresende 2010 auf 88% des Aktienkapitals.

Bitte entnehmen Sie die aktuellsten Informationen zum Thema Aktie unserer Internetseite*.

Die MorphoSys-Aktie 09

DIE MORPHOSYS-AKTIE

(4. Januar 2010 = 100 %)

AKTIONÄRSSTRUKTUR

Beteiligungen nach Anlegertyp (in %) Geographische Verteilung der institutionellen Anleger (in %) Nicht identifiziert Eigene Aktien Vorstand und Aufsichtsrat Novartis Privatinvestoren Institutionelle Investoren Sonstige europäische Länder Belgien Schweiz Großbritannien Deutschland USA 46,3 6 17,1 0,4 1,9 6,4 27,9

Bewaffnete Antikörper gegen Krebs

Im Kampf gegen Krebs setzen Mediziner unter anderem auf die Chemotherapie und Bestrahlung. Dies greift auch gesundes Gewebe an und belastet Patienten zum Teil sehr stark. Immunkonjugate sollen die Vorteile eines Antikörpers, seine Genauigkeit, mit einem hochwirksamen Zellgift verbinden, das direkt zu den Krebszellen transportiert wird.

MorphoSys' Pharma-Partner Bayer HealthCare Pharmceuticals entwickelt den mit Hilfe der HuCAL-Technologie gewonnenen Krebs-Antikörper als Konjugat BAY 79-4620 (CA9-ADC) derzeit in einer klinischen Studie der Phase 1. Er soll gegen verschiedene solide Tumore, wie beispielsweise Lungentumore, eingesetzt werden.

Die mit dem Zellgift beladenen Antikörper binden an das Zielmolekül Carbonic Anhydrase 9 (CA9) auf der Oberfläche der Krebszelle. Das Antigen wird von der Tumorzelle nach innen geholt. Die Zellmembran stülpt sich ein und schleust Antikörper und Zellgift nach innen. Dort sollen dann Enzyme den Antikörper abbauen und den Wirkstoff freisetzen. Anschließend heftet sich das Zellgift an die sogenannten Tubuline, blockiert diese und behindert so die Zellteilung. Das soll die Krebszelle in den Selbstmord treiben.

Konzernlagebericht

Im Geschäftsjahr 2010 erbrachte MorphoSys eine solide finanzielle Leistung und konnte den Wert seines firmeneigenen Produkt-Portfolios durch beträchtliche F&E-Investitionen steigern. Das Segment Partnered Discovery von MorphoSys entwickelte sich mit acht während des Jahres erreichten klinischen Meilensteinen weiterhin sehr gut. Als Folge stieg der Konzernumsatz gegenüber dem Vorjahr um 7 % auf 87 Mio. €. Aufgrund des deutlichen Anstiegs der Investitionen in die firmeneigene Forschung und Entwicklung sank das Betriebsergebnis erwartungsgemäß um 14 % auf 9,8 Mio. €. In einem anspruchsvollen Marktumfeld zeigte AbD Serotec, das Segment für Forschungs- und diagnostische Antikörper, im Vergleich zum Vorjahr eine verbesserte Geschäftsentwicklung.

Unternehmerisches Umfeld und Geschäftsaktivitäten

Wirtschaftliche Entwicklung

In 2010 setzte sich die weltweite Konjunkturerholung nach dem durch die Finanzkrise ausgelösten Abschwung fort. Die US-Wirtschaft stieg in 2010 um 2,4%. Jedoch wurde das Ausbleiben des Beschäftigungswachstums als größte Schwachstelle der Konjunkturerholung empfunden.

In der Eurozone hatten mehrere Länder, allen voran Griechenland und Irland, mit erheblichen Verschuldungsproblemen zu kämpfen. Nach Schätzungen der OECD erholte sich die Konjunktur der Euroländer in 2010 insgesamt nur leicht um 1,7%. Die deutsche Wirtschaft legte in 2010 um rund 3,7% zu.

Nach gegenwärtiger Einschätzung stieg das weltweite Bruttoinlandsprodukt in 2010 um 3,6%, verglichen mit einem Rückgang um 1,4% im Jahr zuvor.

Entwicklung der Pharma- und Biotechnologiebr anche

Nach Angaben des US-Marktforschungsinstituts IMS Health wuchs die Pharmabranche in 2010 weltweit um rund 4% bis 6%. Schwellenländer wie China und Indien zeigten mit rund 14% bis 17% deutlich höhere Wachstumsraten.

Antikörperbezogene Transaktionen standen erneut ganz oben auf der Agenda der Pharmaunternehmen. Zu den wesentlichen Technologielizenzabkommen zählten die beiden Verträge zwischen MacroGenics und Boehringer Ingelheim sowie Pfizer im Bereich bispezifische Antikörper und die Zusammenarbeit von ImmunoGen mit Novartis auf dem Gebiet der Immunkonjugate.

Zu den erwähnenswerten Produktlizenzabkommen zählten zwei Allianzen zwischen Eli Lilly und Incyte Corp. sowie zwischen Astra-Zeneca und Rigel Pharmaceuticals. Beide Abkommen bezogen sich auf klinische Wirkstoffe im mittleren Stadium zur Behandlung von entzündlichen Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis und führten für die betreffenden Biotech-Partner zu erheblichen Einmalzahlungen von mehr als 10 Mio. €.

In Bezug auf Antikörper in der klinischen Entwicklung stach die Entscheidung von Roche und Biogen Idec hervor, die Entwicklung von Ocrelizumab® zur Behandlung von Arthritis einzustellen. Diese Entscheidung kam zustande, nachdem ein unabhängiges Prüfungsgremium befunden hatte, dass die Sicherheitsrisiken die bei Patienten festgestellten Behandlungsfortschritte überwiegen. Das dänische Antikörper-Unternehmen Genmab veröffentlichte die Ergebnisse seines gegen einen epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptor gerichteten Antikörpers Zalutumumab®, der den primären Endpunkt der Erprobung in der Phase 3 zur Behandlung von Krebs im Bereich Kopf und Nacken verfehlte.

Bis Ende 2010 stieg die Zahl der am Markt zugelassenen therapeutischen Antikörper auf 27. Im Verlauf des Jahres hat die FDA* dem den Rezeptor IL-6 blockierenden Antikörper Actemra® zur Behandlung von rheumatoider Arthritis in den USA und dem monoklonalen Antikörper Prolia™ (Denosumab) von Amgen gegen Osteoporose die Zulassung erteilt. Der monoklonale Anti-CD33-Antikörper Mylotarg® zur Behandlung von akuter myeloider Leukämie (AML) wurde im Jahr 2010 vom Markt genommen. Die mit den Verkäufen von monoklonalen Antikörpern erzielten Umsatzerlöse beliefen sich in 2010 auf insgesamt rund 37 Mrd. US\$.

In Bezug auf M&A-Transaktionen und Konsolidierung war 2010 für die Pharma- und Biotechnologiebranche erneut ein sehr ereignisreiches Jahr. Am erwähnenswertesten war der Erwerb von Crucell durch Johnson & Johnson und die Ankündigung durch Sanofi-Aventis im Verlauf von 2010, Genzyme erwerben zu wollen. Andere Transaktionen wie der Erwerb von Facet Biotech durch Abbott oder die Absicht von Cephalon, Ception Therapeutics zu erwerben, waren teilweise motiviert durch therapeutische Antikörper-Kandidaten im mittleren Entwicklungsstadium, die die Zielunternehmen entwickelt hatten. Im Markt für Forschungsantikörper hat das deutsche Unternehmen Merck KGaA für rund 5 Mrd. € mit Millipore einen der größten Lieferanten von Forschungswerkzeugen einschließlich Antikörperreagenzien erworben.

Die Pharmabranche blieb in 2010 hinter der allgemeinen Entwicklung des Aktienmarkts zurück. Der FTSE Global Pharma Index stieg um 7,6% und der FTSE All World Index um 10,4%. Der DAXsubsector Biotechnology, in dem 14 börsennotierte deutsche Biotechnologieunternehmen zusammengefasst sind, sank um 5,2%, während der NASDAQ Biotechnology Index um 14% zulegte. Vor diesem Hintergrund zeigte die MorphoSys-Aktie eine solide Entwicklung und legte im Jahresverlauf um 9% zu, während sich der TecDAX lediglich um 4% verbesserte.

Regulatorisches Umfeld

Der Gesundheitssektor, in dem sich MorphoSys geschäftlich betätigt, ist in hohem Maße reguliert. Produkte für Therapeutik und Diagnostik durchlaufen ein komplexes Genehmigungsverfahren bei den zuständigen Zulassungsbehörden wie der europäischen EMA (European Medicines Agency) oder der US-amerikanischen FDA (Food and Drug Administration), bevor sie auf den Markt gebracht werden dürfen. Die Anzahl der neu zugelassenen Arzneimittel hat sich im Jahr 2010 im Vergleich zum Vorjahr verringert. Während im Rahmen der mit Partnern betriebenen Entwicklungsprogramme von MorphoSys diese Partner allein für die behördlichen Belange zuständig sind, ist

MorphoSys in seinen firmeneigenen Entwicklungsprogrammen selbst für alle behördlichen Anforderungen verantwortlich.

Wettbewerb durch Generika stellt für die Biotechnologiebranche eine zunehmende Herausforderung dar, da für mehrere Arzneimittel in den nächsten Jahren der Patentschutz auslaufen wird. In 2010 hat die EMA* den Entwurf einer Richtlinie für biogenerische* Antikörpermedikamente veröffentlicht, während in den USA die behördlichen Vorbereitungsmaßnahmen dafür noch laufen. Die Richtlinien, die formell ab Mai 2011 gelten werden, fordern für die Entwicklung biogenerischer monoklonaler Antikörper grundsätzlich behördliche Kontrollen. Die Richtlinien sehen vor, dass Zulassungsbehörden im Verlauf des Entwicklungsprozesses im Einzelfall beispielsweise darüber entscheiden, ob klinische Studien erforderlich sind oder welche Art von Analyse nach der Markteinführung durchgeführt werden sollte. Die Zulassungsbarrieren für biogenerische monoklonale Antikörper werden daher in Europa aller Wahrscheinlichkeit nach weiterhin recht hoch bleiben.

Organisationsstruktur und Geschäftsaktivitäten Organisation und weltweite Pr äsenz deS MorphoSys - Konzerns

MorphoSys geht seiner Geschäftstätigkeit in drei operativen Segmenten nach. Das Segment Partnered Discovery entwickelt Arzneimittelkandidaten für kommerzielle Partner. Dieses Segment bildet die Basis für den Unternehmenserfolg von MorphoSys und unterhält mit mehreren renommierten Biotechnologie- und Pharmaunternehmen Partnerschaften, in deren Rahmen 65 unterschiedliche therapeutische Programme verfolgt werden. Das Segment Proprietary Development konzentriert sich auf die Entwicklung von firmeneigenen therapeutischen Antikörperkandidaten, vor allem gegen Krebs und entzündliche Erkrankungen. Ziel dieses Segments ist es, innovative Antikörpermedikamente bis zum Nachweis der klinischen Wirksamkeit zu entwickeln, bevor sie an Partner auslizenziert werden. Hierdurch wird zusätzlicher Wert für das Unternehmen generiert. Das dritte Geschäftssegment von MorphoSys, AbD Serotec, beliefert die Forschungs- und Diagnostikmärkte mit qualitativ hochwertigen Antikörpern.

Geschäftsaktivitäten des MorphoSys -Konzerns

Die Konzernzentrale von MorphoSys hat ihren Sitz in Martinsried bei München. Hier sind alle Konzernfunktionen zusammengefasst. Daneben verfügt die Gesellschaft über einen Standort in Puchheim nahe München und ein Vertriebsbüro in Düsseldorf sowie über Einrichtungen in Oxford, England, und Raleigh, North Carolina, USA.

Geschäf tsaktivitäten des MorphoSys-Konzerns

Rechtliche Struktur des MorphoSys -Konzerns

Konzernleitung und Kontrolle

Die MorphoSys AG ist eine an der Frankfurter Wertpapierbörse im Prime Standard Segment notierte deutsche Aktiengesellschaft und zugleich Muttergesellschaft des MorphoSys-Konzerns.

Dem deutschen Aktiengesetz gemäß verfügt die MorphoSys AG über eine duale Führungsstruktur. Das Unternehmen wird von einem vierköpfigen Vorstand geleitet, dessen Mitglieder vom Aufsichtsrat bestellt und überwacht werden. Ausführlichere Informationen bezüglich Konzernführung und Kontrolle sowie zu Grundsätzen der Unternehmensführung können dem Corporate-Governance-Bericht* auf der Seite 29 entnommen werden.

Die Senior Management Group komplettiert die Geschäftsleitung von MorphoSys und setzt sich aus 14 Führungskräften aus allen Abteilungen zusammen.

Geschäftsaktivitäten und Märkte nach Segmenten

Partnered Discovery

Das mit Partnern betriebene Geschäft ist eine wesentliche Triebfeder für den wirtschaftlichen Erfolg von MorphoSys und hat einen erheblichen Anteil an der Produktpipeline der Gesellschaft, einer der breitesten Pipelines der gesamten Branche. MorphoSys' branchenführende Technologien zur Erforschung und Optimierung von therapeutischen Antikörpern als Medikamentenkandidaten bilden die Grundlage des Segments Partnered Discovery. Im Gesundheitssektor herrscht beständige Nachfrage nach innovativen Produkten und

MorphoSys setzt seine Technologien mit Erfolg in umfangreichen Partnerschaften mit Pharma- und Biotechnologieunternehmen ein. Jedes Entwicklungsprogramm wird vollständig vom jeweiligen Partner finanziert. MorphoSys profitiert von der erfolgreichen Entwicklung in Form von Meilensteinzahlungen und hat Anspruch auf Tantiemen aus Produktverkäufen. Die in 2007 mit Novartis geschlossene strategische Allianz der Gesellschaft ist eine der branchenweit größten und sichert MorphoSys bis zum Jahr 2017 jährliche Umsatzerlöse von ungefähr 40 Mio. € zuzüglich möglicher Meilensteinzahlungen und Tantiemen auf Produkte, die im Rahmen dieser Allianz künftig vermarktet werden.

Es gibt auf dem Gebiet der therapeutischen Antikörpertechnologien nur einige wenige namhafte Anbieter. MorphoSys ist unverändert einer der profiliertesten Anbieter von etablierten Antikörpertechnologien und konnte im Jahr 2010 seine technologische Spitzenstellung in der Branche durch den Erwerb der Sloning BioTechnology GmbH (Sloning) weiter stärken, einem deutschen Biotechnologieunternehmen, das neue Methoden auf dem Gebiet der synthetischen Biologie entwickelt. Nur wenige Wochen nach dieser Akquisition hat MorphoSys seine Fähigkeit zum Abschluss von Partnerschaften unter Beweis gestellt, indem seine neue Tochtergesellschaft Sloning mit Pfizer ein nicht exklusives Lizenz- und Technologietransferabkommen für deren Technologieplattform Slonomics® zur Herstellung von höchst diversen Gen- und Proteinbibliotheken schloss.

Diese erfolgreiche Entwicklung spiegelt sich auch in der Umsatzsteigerung der letzten drei Jahre im Segment Partnered Discovery wider:

Starkes Umsatzwachstum durch das Segment Partnered Discovery

in Mio. € 2010 2009 2008
66,3 61,7 54,3

Proprietary Development

Während der letzten beiden Jahre hat MorphoSys ein sehr konkurrenzfähiges Entwicklungsteam aufgebaut mit dem Ziel, innovative Antikörperprodukte zu entwickeln. Mit diesen Fähigkeiten und der firmeninternen Erfahrung ist die Gesellschaft in der Lage, noch mehr Wert zu generieren und das auf Honorarbasis beruhende Basisgeschäft des Segments Partnered Discovery zu ergänzen. Das Entwicklungsteam von MorphoSys konzentriert sein Know-how und seine Expertise auf die Kernbereiche entzündliche und Autoimmunerkrankungen sowie Krebs.

Entzündliche und Autoimmunerkr ankungen

Chronische entzündliche Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis (RA), multiple Sklerose (MS), Asthma oder Psoriasis* stellen aus gesellschaftlicher wie wirtschaftlicher Sicht eine erhebliche Belastung dar. Trotz der Bedeutung dieser Krankheiten und der weltweit intensiv betriebenen Forschung hat es hinsichtlich ihrer Ursache, Behandlung oder Heilung bislang nur wenige innovative Durchbrüche gegeben.

Ein viel versprechendes Zielmolekül für die Behandlung verschiedener entzündlicher Erkrankungen ist GM-CSF*. Gegen dieses Zielmolekül richtet sich der am weitesten entwickelte Wirkstoff MOR103 von MorphoSys, ein vollständig menschlicher HuCAL-Antikörper. Dieses Programm durchläuft gerade die klinische Erprobung der Phase 1b/2a zur Behandlung von rheumatoider Arthritis, dem größten Einzelmarkt auf dem Gebiet entzündlicher Erkrankungen. Daneben rechnet MorphoSys damit, in der zweiten Jahreshälfte 2011 eine Studie der Phase 1b für eine zweite Indikation, multiple Sklerose, zu starten.

Onkologie

Der Bereich Krebs umfasst eine große Anzahl unterschiedlicher Indikationen und weist einen erheblichen ungedeckten medizinischen Bedarf und eine hohe Neuerkrankungsrate auf. Derzeit umfasst die Produktpipeline für Krebsmedikamente mehr Produkte als alle anderen Entwicklungspipelines; daher könnte in den kommenden Jahren eine große Anzahl neuer Krebsmedikamente auf den Markt kommen. Während neue Marktteilnehmer die Szene betreten, passen gleichzeitig etablierte Pharmaunternehmen ihre Organisationen entsprechend an, um die sich bietenden Marktchancen nutzen zu können.

MorphoSys entwickelt derzeit zwei firmeneigene Wirkstoffe gegen Krebs. Einer ist MOR202, ein vollständig menschlicher HuCAL-Antikörper gegen CD38*, ein therapeutisches Zielmolekül für die Behandlung des multiplen Myeloms und möglicherweise auch bestimmter Formen der Leukämie. MorphoSys rechnet damit, in der ersten Hälfte 2011 mit einer Studie der Phase 1/2a für MOR202 an Patienten mit wiederauftretenden oder therapierefraktären Myelomen zu beginnen.

Das zweite firmeneigene Entwicklungsprogramm von MorphoSys in diesem Bereich ist MOR208 (XmAb®5574), das MorphoSys im Juni 2010 von Xencor einlizenziert hat. Das Programm befindet sich gerade in einer Studie der Phase 1 für chronische lymphatische Leukämie (CLL).

AbD Serotec – Antikörper für Forschung und Diagnostik

Der dritte Geschäftsbereich von MorphoSys, AbD Serotec, liefert Antikörper für die wissenschaftliche Forschung und die moderne klinische Diagnostik. AbD Serotec zählt zu den 20 größten Lieferanten von Antikörpern auf dem Gebiet der Forschung und Diagnostik und ermöglicht durch sein Online-Kataloggeschäft den direkten Kauf von mehr als 14.000 Produkten. Die Herstellung neuer, HuCAL*-basierter Antikörper auf Bestellung erfolgt deutlich zügiger als derzeit marktüblich, auch wenn im Auftrag von Diagnostikkunden Antikörper in größeren Chargen hergestellt werden müssen. Mit seinem Angebot zur Bearbeitung individueller Aufträge ist AbD Serotec in der Lage, Kundenwünsche nach speziell entwickelten Antikörpern zu erfüllen. Die Geschäftseinheit, auf deren Antikörper mehrere tausend Forscher vertrauen, unterhält gegenwärtig Geschäftsverbindungen zu mehr als 20 Diagnostikunternehmen.

Nach einer Studie von BCC Research weist der weltweite Diagnostikmarkt für monoklonale Antikörper eine jährliche Wachstumsrate von 7% auf und wird bis Ende 2012 einen Umsatz von voraussichtlich 9 Mrd. US\$ erreichen.

Entwicklung der finanziellen Leistungsindikatoren

in Mio. € 2010 2009 2008 2007 2006
MorphoSys- Konzern
Konzernumsatz 87,0 81,0 71,6 62,0 53,0
Konzernergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 9,8 11,4 16,4 7,0 6,2
Partnered Discovery*
Segmentumsatz 66,3 61,7 54,3
Segmentergebnis 42,7 39,6 34,4
Proprietary Development*
Segmentumsatz 1,8 1,0 0
Segmentergebnis –24,5 –18,3 –8,9
AbD Serotec
Segmentumsatz 20,2 19,3 18,2 19,6 18,3
Segmentergebnis 1,2 1,0 0,4 –0,6 –3,4

* Die Segmente Partnered Discovery und Proprietary Development wurden in 2009 eingeführt

Anzahl der klinischen Partner- und Eigenprogramme am Jahresende

Strategie und Leistungsmanagement

Str ategie

Die einzigartige HuCAL (Human Combinatorial Antibody Library)- Technologie der Gesellschaft umfasst mehrere Milliarden verschiedenartiger, vollständig menschlicher Antikörper. Durch die erfolgreiche Vermarktung dieser und anderer firmeneigener Technologien hat sich MorphoSys zu einem führenden Unternehmen auf dem Gebiet der Antikörper entwickelt. Die Technologieentwicklung bleibt ein

Kernpunkt der Unternehmensstrategie, wie der Erwerb der Sloning BioTechnology GmbH im Oktober 2010 veranschaulicht.

Zunehmend gewinnt die umfangreiche Pipeline der Gesellschaft zentrale Bedeutung. Durch die Maximierung der Anzahl der Programme, die auf seinen Technologien beruhen, steigert MorphoSys sein künftiges Wachstumspotenzial und mindert gleichzeitig das Risiko, das stets mit der Entwicklung neuer Medikamente verbunden ist. Ende 2010 umfasste die Pipeline mit von MorphoSys-Partnern entwickelten

Produktkandidaten 65 verschiedene Programme und stellte damit eine der branchenweit breitesten Antikörperpipelines dar.

MorphoSys erhält von seinen Partnern vertraglich zugesicherte Zahlungen in Form von Lizenzgebühren für Technologie, finanzierter Forschung, erfolgsabhängigen Meilensteinzahlungen und – abhängig von Produktverkäufen nach der Produktzulassung – Tantiemen*. Die vom Segment Partnered Discovery erwirtschafteten Zahlungsströme werden überwiegend in die firmeneigene Medikamentenentwicklung reinvestiert, die ein deutlich höheres finanzielles Steigerungspotenzial aufweist als die von Partnern begonnenen Programme. Ziel des Segments Proprietary Development ist es, firmeneigene Wirkstoffe bis zum Nachweis ihrer klinischen Wirksamkeit zu entwickeln und sie dann für die fortgeschrittenen Phasen der Entwicklung und zur Vermarktung an ein Pharmaunternehmen auszulizenzieren. Auch wenn die Eigenentwicklung zwangsläufig steigende Investitionen erfordert, bleibt MorphoSys seinem Ziel treu, profitabel und damit unabhängig von der Finanzierung durch den Kapitalmarkt zu bleiben.

Die zunehmende Durchdringung des Diagnostikmarkts durch AbD Serotec versetzt MorphoSys in die Lage, von der wachsenden Bedeutung der Diagnostika in der Medikamentenentwicklung und ihrer Verwendung im Markt zu profitieren. Ein breites Spektrum von Allianzen mit Pharma- und Diagnostikunternehmen ist für MorphoSys mit seinen Technologien an der Nahtstelle der beiden Branchen von strategischer Bedeutung.

Leistungsmanagement

Kernelemente des Managementsystems von MorphoSys sind finanzielle und nicht finanzielle Leistungsindikatoren sowie entsprechende Maßnahmen zur Steigerung des nachhaltigen Unternehmenswerts.

Finanzielle Leistungsindik atoren

MorphoSys misst seine operative Unternehmensleistung hauptsächlich anhand der beiden Finanzkennzahlen Umsatzerlöse und Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit. Für alle Segmente wird die Leistung monatlich ermittelt; die Budgetplanung des laufenden Geschäftsjahres wird vierteljährlich überarbeitet und aktualisiert. Darüber hinaus wird einmal im Jahr ein langfristiger, die nächsten fünf Jahre abdeckender Plan erstellt.

Nicht finanzielle Leistungsindik atoren

Die nicht finanziellen Leistungsindikatoren wie der Fortschritt in Forschung und Entwicklung und die Personalentwicklung werden in den folgenden Kapiteln ausführlich behandelt. Die augenfälligste

Personal

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind für MorphoSys das wichtigste Kapital. Im Jahr 2010 hat MorphoSys sein wissenschaftliches Personal ergänzt. Nach dem Erwerb der Sloning BioTechnology GmbH hat sich MorphoSys außerdem entschieden, die Fähigkeiten und das Know-how der 25 Beschäftigten von Sloning zu übernehmen und sie in die Konzernbelegschaft zu integrieren.

Anzahl Beschäftigte

Die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat sich in 2010 um 15% erhöht. Am 31. Dezember 2010 beschäftigte der MorphoSys-Konzern weltweit 464 Personen (31. Dezember 2009: 404), davon 148 promovierte Mitarbeiter (31. Dezember 2009: 121). Im Jahresdurchschnitt 2010 zählte der MorphoSys-Konzern 435 Beschäftigte (2009: 375).

Qualifik ation, Fort- und Ausbildung

MorphoSys misst der Fortbildung und der persönlichen Entwicklung seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter große Bedeutung bei. Daher beteiligt sich das Unternehmen mit dem Angebot einer innerbetrieblichen Berufsausbildung an der Entwicklung interessierter junger Menschen. Im Jahr 2010 hat MorphoSys einen Auszubildenden für die IT-Abteilung und zwei Auszubildende als künftige Labortechniker Biologie eingestellt. Um die Auszubildenden dauerhaft zu unterstützen und sie als mögliche künftige MorphoSys-Beschäftigte weiter zu motivieren, haben drei technische Assistenten bei der IHK mit Erfolg die Ausbilderprüfung abgelegt.

Darüber hinaus investiert MorphoSys mit bedarfsorientierten und maßgeschneiderten internen und externen Weiterbildungs- und Entwicklungsprogrammen in seine Belegschaft. Das Unternehmen bietet Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern insbesondere Karrierechancen in den Bereichen Forschung und Produktentwicklung sowie in verschiedenen Managementpositionen.

Vergütung

Für MorphoSys ist eine angemessene Vergütung ein Schlüsselfaktor, um die besten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Führungskräfte zu gewinnen und zu halten. Das Unternehmen ist daher bemüht, konkurrenzfähige Gehälter zu zahlen und vergleicht sie jährlich mit der in der Biotechnologiebranche und in anderen Industriezweigen gezahlten Vergütung. siehe

Entwicklung des Konzernpersonals

Personal nach Regionen

Deutschland (Vorjahr: 301) Großbritannien (Vorjahr: 83) USA (Vorjahr: 20) 370 16 78

Personal nach Segmenten* und Funktionen

2010 2009
Personal gesamt
Segment Proprietary Development
464
100
404
71
Segment Partnered Discovery 183 144
Segment AbD Serotec 142 148
Personal in Forschung und Entwicklung 309 248
Personal in Vertrieb, Allgemeines und Verwaltung 155 156

* Das restliche Personal wird keinem spezifischen Geschäftssegment zugeordnet.

Mittel- und langfristige Leistungsvergütung

Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben die Möglichkeit, einen Beitrag zur erfolgreichen Entwicklung von MorphoSys zu leisten und zugleich an dessen Erfolg teilzuhaben. Sie partizipieren in Form eines leistungsbezogenen Bonussystems am operativen und finanziellen Erfolg des Unternehmens. Dieser Leistungsanreiz orientiert sich an der Erreichung von persönlichen Zielen bzw. von Abteilungsund Unternehmenszielen. Neben dieser leistungsbezogenen Vergütung sind die Beschäftigten von MorphoSys durch eigenkapital- oder gewinnbezogene Beteiligungsprogramme am Unternehmenserfolg beteiligt.

Forschung und Entwicklung

Proprietary Development – In 2011 drei Progr amme in der klinischen Entwicklung

Im Jahr 2010 hat MorphoSys sein firmeneigenes Produktportfolio für Krebs und entzündliche Erkrankungen deutlich ausgeweitet und weiterentwickelt. Mit MOR103, MOR208 und MOR202 werden im Jahr 2011 drei firmeneigene Wirkstoffe in klinischen Studien evaluiert werden. Insgesamt verfügte das Unternehmen Ende 2010 über acht hausintern entwickelte Medikamentenkandidaten, ergänzt um zwei Co-Entwicklungsprojekte mit Novartis. Daneben werden im Rahmen der Allianzen mit Galapagos und Absynth Biologics derzeit für mehrere neuartige krankheitsbezogene Zielmoleküle zur Behandlung von Knochen- und Gelenkserkrankungen sowie entzündlichen Erkrankungen Evaluierungsstudien durchgeführt; hieraus könnten sich im Jahr 2011 zusätzliche therapeutische Programme ergeben.

Das bei MorphoSys am weitesten fortgeschrittene Entwicklungsprogramm MOR103, ein vollständig menschlicher HuCAL-Antikörper gegen GM-CSF, wird derzeit in einer klinischen Studie der Phase 1b/2a bei Patienten mit aktiver rheumatoider Arthritis (RA) getestet. Erste Patienten wurden im Januar 2010 in die klinische Studie der Phase 1b/2a eingebunden. Die randomisierte, doppelt-verblindete und Placebo-kontrollierte Studie mit ansteigender Dosis wird in mehreren klinischen Zentren in vier europäischen Ländern – Deutschland, den Niederlanden sowie Bulgarien und Polen – durchgeführt. Patienten, die trotz vorangegangener Therapie weiter an aktiver RA leiden, erhalten jeweils vier Infusionen mit dem HuCAL-Antikörper MOR103 oder einem Placebo in drei von Probandengruppe zu Probandengruppe ansteigenden Dosierungen. Der primäre Endpunkt der Studie ist es, die Sicherheit und Verträglichkeit des Wirkstoffs MOR103 bei mehrfacher Dosierung von bis zu 1,5 mg/kg bei den

Patienten zu bestimmen. Als weitere Zielvorgaben werden die pharmakokinetischen Eigenschaften des Wirkstoffs, seine Immunogenität und sein Potenzial untersucht, die klinischen Anzeichen und Symptome von RA wie Gelenkentzündungen und Knochenödeme zu verbessern. Zusätzlich werden die gezeigten Therapieerfolge anhand der Kriterien des American College of Rheumatology (ACR) und der European League Against Rheumatism (EULAR28) bewertet sowie Therapiebeurteilungen aus Patientensicht einbezogen. MorphoSys rechnet für die erste Jahreshälfte 2012 mit den abschließenden Ergebnissen dieser Studie.

Im November 2010 hat MorphoSys multiple Sklerose als zweite Indikation für MOR103 bekannt gegeben. Die Entscheidung wurde aufgrund fundierter wissenschaftlicher Erkenntnisse und viel versprechender präklinischer Daten getroffen. MorphoSys rechnet mit dem Beginn der klinischen Studie der Phase 1b für MOR103 in multipler Sklerose im zweiten Halbjahr 2011.

Im Zuge seiner Strategie, die Aktivitäten der firmeneigenen Medikamentenentwicklung auszuweiten, hat MorphoSys von dem kalifornischen Biotechnologieunternehmen Xencor, Inc. ein therapeutisches Antikörperprogramm einlizenziert. Xencor befasst sich schwerpunktmäßig mit Krebstherapien, die hohe ADCC* ("Antibody-dependent Cellular Cytotoxicity")-Eigenschaften besitzen und setzt dabei Antikörper ein, deren Fc-Teil durch firmeninterne Technologie modifiziert wurde. MorphoSys hat sich eine weltweite exklusive Lizenz an dem gegen das Zielmolekül CD19* gerichteten therapeutischen Antikörper XmAb®5574 gesichert, der nun die interne Projektbezeichnung MOR208 trägt. Der Wirkstoff durchläuft derzeit in den USA eine klinische Evaluierungsstudie der Phase 1. Im Rahmen der Studie sollen die Sicherheit, die Verträglichkeit, das pharmakokinetische Profil und die Anti-Tumor-Wirksamkeit des Wirkstoffs bei Patienten mit chronischer lymphatischer Leukämie (CLL) ermittelt werden. In die einarmige Open-Label-, Multi-Dosis-Studie mit ansteigender Dosierung werden voraussichtlich 30 Patienten einbezogen, die an wiederauftretender oder therapierefraktärer CLL* leiden.

Im Rahmen seines Krebsprogramms MOR202 hat MorphoSys die präklinische Evaluierung und die toxikologischen Studien zur Vorbereitung der klinischen Erprobung des gegen das Zielmolekül CD38* gerichteten Antikörpers fortgeführt. Im November 2010 stellte MorphoSys einen Zulassungsantrag für den Beginn einer klinischen Studie der Phase 1/2a in Europa für MOR202 bei Patienten mit wiederkehrenden/therapierefraktären Myelomen; das Unternehmen rechnet damit, Patienten in der ersten Hälfte 2011 die erste Dosis verabreichen zu können.

Des Weiteren hat MorphoSys mit dem Klinikum rechts der Isar, dem Universitätsklinikum der Technischen Universität München, ein gemeinsames Forschungsprojekt beschlossen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt die Zusammenarbeit mit öffentlichen Fördermitteln in Höhe von rund 1 Mio. €. Im Rahmen des Programms plant das Unternehmen, relevante Biomarker des Anti-CD38-Ansatzes zu erforschen. Das Programm ist Teil der Münchner Biotechnologie-Initiative "m4 – Personalisierte Medizin und zielgerichtete Therapien – eine neue Dimension der Medikamentenentwicklung in der Region München", die im Rahmen eines Förderwettbewerbs der deutschen Bundesregierung in diesem Jahr die Auszeichnung "Spitzen-Cluster" erhielt.

Partnered Discovery – 15 klinische Progr amme

Die mit Partnern betriebene Pipeline von MorphoSys ist im Verlauf des Jahres 2010 deutlich gereift; mehrere Programme erreichten die klinische Erprobung oder haben in diesem Stadium Fortschritte gemacht. In 2010 erreichten im Rahmen der Allianzen mit Novartis (3 Programme), Centocor Ortho Biotech (2 Programme), OncoMed Pharmaceuticals, Boehringer Ingelheim und Pfizer insgesamt acht neue Partnerprogramme die klinische Erprobung* der Phase 1. Daneben erbrachte Novartis in einer Studie der Phase 1/2 für einen nicht genannten HuCAL-basierten Antikörper den Nachweis der klinischen Wirksamkeit. Mit dem Antikörper behandelte Patienten zeigten eine klare Verbesserung der Krankheitsparameter. Ende 2010 startete Roche eine klinische Erprobung der Phase 2 mit Gantenerumab, einem HuCAL-Antikörper gegen das Protein Amyloidbeta* zur Behandlung von Alzheimer.

Am Jahresende 2010 bestand MorphoSys' mit Partnern betriebene Pipeline mit therapeutischen Antikörpern aus 65 aktiven Antikörperentwicklungsprogrammen (unverändert von 65 am Jahresanfang). Davon befanden sich fünf in der klinischen Erprobung der Phase 2, zehn in der Phase 1, 20 in der präklinischen Entwicklung und 30 im Forschungsstadium.

Partnered Discovery – Technologieentwicklung

Im Jahr 2010 hat MorphoSys bei der Stärkung seiner firmeneigenen Technologieplattform deutliche Fortschritte gemacht. Im Oktober 2010 gab MorphoSys den Erwerb des deutschen Biotechnologieunternehmens Sloning BioTechnology GmbH bekannt, das neue Methoden im Bereich der synthetischen Biologie entwickelt. Durch diesen Erwerb wurde MorphoSys zum alleinigen Anbieter der hochmodernen Slonomics®-Technologie von Sloning, mit deren Hilfe die Herstellung und Qualität von Protein-Bibliotheken drastisch verbessert wird. Der Erwerb resultierte direkt in einer neuen Technologieplatt-

AbD Serotec

Im Jahr 2010 erzielte AbD Serotec durch den Einsatz der HuCAL-basierten Technologieplattform deutliche Fortschritte bei der Herstellung maßgeschneiderter monoklonaler Antikörper für Forschung und Diagnostik. Im Verlauf der letzten vier Jahre hat AbD Serotec die technischen Erfolgsquoten schrittweise von 80% in 2006 auf 98% in 2009 erhöht. Dies wurde vor allem durch den hohen Automatisierungsgrad in vielen Bereichen des Herstellungsprozesses von Antikörpern sowie durch die Protokoll-Optimierung und die Einführung von HuCAL PLATINUM erreicht, der jüngsten und leistungsfähigsten Version der Antikörperbibliotheken von MorphoSys. Die von AbD Serotec erzielten Erfolgsquoten liegen deutlich über der branchenüblichen durchschnittlichen Erfolgsquote in Tiermodellen von rund 75%.

Geistiges Eigentum

In 2010 hat das Unternehmen die Patentposition wichtiger Werttreiber kontinuierlich gefestigt und ausgebaut, sowohl die seine Entwicklungsprogramme, einschließlich des am weitesten fortgeschrittenen Programms MOR103 und des von Xencor einlizenzierten Antikörpers MOR208 (XmAb5574), als auch die seines wachsenden Technologieportfolios.

Das starke Patent-Portfolio rund um HuCAL und um andere Technologien in Schlüsselpharmamärkten der Welt ist um zusätzliche Patente in Asien und den USA ergänzt worden. Mehrere Antikörpertechnologie-Patente wurden zum Schutz verschiedener Bereiche der Schlüsseltechnologien von MorphoSys angemeldet und weltweit erteilt. Genauer gesagt wurde im Jahr 2010 in Japan der Schutz für HuCAL aus der HuCAL-Familie verlängert und das US-Patentamt gewährte ein neues Patent, welches den Patentschutz der CysDisplay-Technologie von MorphoSys erweitert.

Im Oktober 2010 erwarb MorphoSys das deutsche Biotechnologieunternehmen Sloning BioTechnology GmbH und wurde dadurch zum alleinigen Anbieter deren Technologien. Diese Technologien sind ebenfalls durch mehrere Patentfamilien geschützt. Die Schlüsselpatente haben Laufzeiten bis zum Jahr 2023.

Gegenwärtig verfolgt das Unternehmen weltweit mehr als 40 verschiedene firmeneigene Patentfamilien, zusätzlich zu den zahlreichen Patentfamilien, die es zusammen mit seinen Partnern verfolgt.

Geschäftsentwicklung

Partnered Discovery – Neue Technologieplattform schafft Basis für zusätzliche Partnerschaften

Im Oktober 2010 gab MorphoSys den Erwerb des deutschen Biotechnologieunternehmens Sloning BioTechnology GmbH bekannt, das neue Methoden im Bereich der synthetischen Biologie entwickelt. Die Anteilseigner von Sloning erhielten bei Vertragsunterschrift eine einmalige Barzahlung in Höhe von 19 Mio. €.

Auf der Basis der Plattform von Sloning war MorphoSys im Dezember 2010 in der Lage, eine langfristige Allianz mit Pfizer zu schließen. Das nicht exklusive Lizenz- und Technologietransferabkommen erstreckt sich auf die Installation bei und den Einsatz der Slonomics-Technologieplattform von Sloning durch die Pfizer-Tochtergesellschaft Rinat am US-Standort South San Francisco sowie auf technische Unterstützung. Als Gegenleistung erhält die Tochtergesellschaft von MorphoSys eine Einmalzahlung und wird voraussichtlich während der Patentlaufzeit der Slonomics-Technologieplattform jährliche Lizenzgebühren erhalten. Die neue Zusammenarbeit mit Pfizer erbrachte für die MorphoSys-Aktionäre einen unmittelbaren Return on Investment auf den Erwerb von Sloning.

Als weitere direkte Folge der Transaktion konnte MorphoSys im November 2010 die neuartige Plattform arYla zur Optimierung von Antikörpern auf den Markt bringen. MorphoSys beabsichtigt, diese Technologie sowohl in eigenen Programmen als auch in bestehenden und neuen Partnerschaften einzusetzen.

Proprietary Development – Neues Progr amm gegen arzneimittelresistente MRSA-Infektionen

MorphoSys konzentriert seine firmeneigene Medikamentenentwicklung weiterhin auf die Bereiche Krebs und entzündliche Erkrankungen. Dennoch gab MorphoSys im September 2010 ein weiteres eigenes Entwicklungsprogramm gegen neuartige Zielmoleküle im

Bereich der Infektionskrankheiten bekannt. Im Rahmen dieser Initiative schloss MorphoSys ein Lizenz- und Kooperationsabkommen mit dem britischen Unternehmen Absynth Biologics und erhält dadurch Zugang zu neuartigen Zielmolekülen, die im Zusammenhang mit Infektionserregern des Typs Staphylococcus aureus einschließlich der Antibiotika-resistenten Form MRSA* (Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus) stehen. MorphoSys wird Antikörper entwickeln, die Absynth anschließend in relevanten Krankheitsmodellen erprobt. MorphoSys ist ausschließlich verantwortlich für die Entwicklung und Auslizenzierung der daraus resultierenden Wirkstoffe. Absynth erhielt eine Einmalzahlung und hat Anspruch auf entwicklungsabhängige Meilensteinzahlungen und Tantiemen.

Der genbasierte Ansatz von Absynth ermöglicht die Identifizierung von bislang nur wenig beachteten Zielmolekülen wie beispielsweise Bakterienkomponenten die, für den Organismus äußerst wichtig, über verschiedene Bakterienstränge konserviert und für Antikörper zugänglich sind. Absynth hat gezeigt, dass monoklonale Antikörper gegen die von MorphoSys einlizenzierten Zielmoleküle das Wachstum von S. aureus verhindern und das menschliche Immunsystem anregen, die Bakterien zu eliminieren. Absynth hat für alle im Rahmen der Zusammenarbeit bearbeiteten Zielmoleküle Patente angemeldet.

Das Ziel von MorphoSys ist es, auf der Grundlage überzeugender Daten ein werthaltiges Paket aus firmeneigenen Zielmolekülen und hochaffinen Antikörpern zu schnüren, um einen Partner für die weitere Entwicklung des Programms zu finden. Die durch Absynth identifizierten Zielmoleküle bieten die einzigartige Möglichkeit, recht zügig Werte zu generieren und deutlich früher als in den Bereichen Krebs und entzündliche Erkrankungen Gelegenheiten zur Auslizenzierung zu schaffen.

AbD Serotec – Exklusive Produkte in Schlüsselbereichen

Im Jahr 2010 hat AbD Serotec ihre Kundenbeziehungen in Kernbereichen weiter ausgebaut und eine Reihe exklusiver Lizenzabkommen für entscheidende Produkte ihres Angebotssortiments geschlossen. Im Diagnostikmarkt sicherte sich AbD Serotec vom University College London eine exklusive weltweite Lizenz an einem wichtigen Diagnostikantikörper. Dieser Antikörper richtet sich gegen das Parathormon (PTH) und bildet die Grundlage für die bestehende Geschäftsverbindung zwischen AbD Serotec und einem führenden Diagnostikunternehmen, das klinische Parathormon-Assays vertreibt. PTH ist verantwortlich für die Regulierung des Kalziumspiegels im menschlichen Körper. Die PTH-Messung spielt eine wichtige Rolle bei der Ursachenbestimmung ungewöhnlich hoher oder niedriger

Kalziumwerte und ist während einer Operation an der Nebenschilddrüse ein wertvolles Diagnostikinstrument.

Auf der Forschungsseite hat sich AbD Serotec im September 2010 vom VU University Medical Center, Amsterdam, eine exklusive weltweite Herstellerlizenz für wichtige Forschungsantikörper gesichert. Das Abkommen stärkt die Position von AbD Serotec als alleinigem Lieferanten von Reagenzien zur Untersuchung des angeborenen Immunsystems. Im November 2010 schloss AbD Serotec mit dem Institute of Cancer Research, London, ein ähnliches Lizenzabkommen und baute damit seine Position als Hauptlieferant von Reagenzien zur Untersuchung der Zellproliferation und der Zellkinetik aus.

Nachhaltigkeit und Soziale Verantwortung

Neben ihrem wirtschaftlichen Erfolg werden die geschäftlichen Aktivitäten von MorphoSys an ihrem Einfluss auf Umwelt und Allgemeinheit gemessen. Wenngleich die Entscheidungsprozesse des Unternehmens stets auf die Maximierung seines Shareholder Value ausgerichtet sind, finden die Prinzipien einer nachhaltigen Unternehmensentwicklung in gleichem Maße Berücksichtigung.

MorphoSys hat sich zum Ziel gesetzt, mithilfe seiner firmeneigenen Technologien sowie eigener und mit Partnern betriebener Entwicklungsaktivitäten die Behandlungsmethoden bei lebensbedrohlichen Krankheiten zu verbessern. Die Nachfrage nach innovativen Therapeutika, die zur Verbesserung der Lebensqualität von Patienten beitragen, nimmt ständig zu und ermöglicht MorphoSys die Ausweitung seiner Geschäftstätigkeit. Obwohl heutzutage neuartige Medikamente wie therapeutische Antikörper noch teure Produkte sind, können sie langfristig zur Senkung der Gesundheitskosten beitragen – ein wesentlicher Faktor, um den Bedürfnissen einer älter werdenden Bevölkerung im Rahmen der Gesundheitsversorgung Rechnung zu tragen.

In Bezug auf den Entwicklungsprozess von Antikörpern stellen die in-vitro-basierten Technologien von MorphoSys eine echte, schnelle und kosteneffiziente Alternative zu den gebräuchlichen Tiermodellen dar.

Die Beschäftigten von MorphoSys unterstützen in jedem Jahr lokale gemeinnützige Einrichtungen mit privaten Spenden. In 2010 haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von MorphoSys rund 1.065 € an den Verein Mukoviszidose e.V. gespendet.

Qualitätsmanagement

Alle pharmazeutischen Produkte, einschließlich der Materialien für klinische Studien, müssen unter Beachtung hoher Qualitätsstandards hergestellt werden, um die Sicherheit der Patienten zu gewährleisten. MorphoSys verfügt über ein kontinuierlich verbessertes Qualitätsmanagementsystem und entspricht damit nicht nur den behördlichen Anforderungen, sondern stellt auch die konstant hohe Qualität der Prüfpräparate sicher, die bei der Entwicklung seiner eigenen Produkte zum Einsatz kommen. MorphoSys ist Auftraggeber (Sponsor) klinischer Studien und im Besitz einer Herstellungslizenz, die es erlaubt, Versuchsmaterial freizugeben. Hierbei sind nationale und internationale Standards einzuhalten, wie beispielsweise Standards für gute Herstellungsverfahren (cGMP*) und für gute klinische Praxis (GCP*).

Der Fertigungsstandort von AbD Serotec in Oxford, Großbritannien, MorphoSys UK Ltd., ist nach den Qualitätsmanagementnormen ISO 9001:2008 und ISO 13485:2003 zertifiziert. Der US-amerikanische Standort in Raleigh, North Carolina, ist ebenfalls nach ISO 9000:2008 zertifiziert.

Beschaffung

MorphoSys' Forschungsaktivitäten und die Herstellung von Antikörpermaterial erfordern Rohstoffe, meist Standard-Labormaterialien, und Gerätschaften von externen Lieferanten. MorphoSys hält ausreichende Bestände vor, um Engpässe zu vermeiden und das Unternehmen von einzelnen Lieferanten unabhängig zu machen. Die Beschaffungsabteilung von MorphoSys überwacht kontinuierlich die internationalen Beschaffungsmärkte hinsichtlich sicherer und qualitativ hochwertiger Materialien zu günstigen Konditionen und bündelt seine Bestellungen wo immer möglich. Bevorzugt werden Verträge für strategische Materialien mit mittleren und langen Laufzeiten geschlossen, um große Preisspannen zu vermeiden. Dank dieser Vorkehrungen hatte MorphoSys bisher keinerlei Schwierigkeiten in seinem Beschaffungsprozess.

Umweltschutz

Umweltschutz sowie die Einhaltung hoher Qualitäts- und Sicherheitsstandards haben für MorphoSys eine große Bedeutung. Das Unternehmen ist ständig bemüht, seine betriebliche Effizienz in dieser Hinsicht zu steigern, indem Energieeinsparungsmaßnahmen durchgeführt, das Abfallbeseitigungssystem überwacht und die für den Produktionsprozess benötigten Rohstoffe so sparsam wie möglich eingesetzt werden.

MorphoSys unterliegt keinen speziellen Vorschriften mit Ausnahme der branchenüblichen Regelungen. Dazu zählen Gesetze und Verordnungen in Bezug auf Umweltschutz, wie beispielsweise für den Umgang mit und der Entsorgung von Sondermüll. Generell setzt die Gesellschaft in ihrer Forschung und Entwicklung nur kleine Mengen von Gefahrstoffen und Chemikalien ein, deren Anwendung und Entsorgung regelmäßig überwacht und bewertet wird.

Daneben nutzt MorphoSys alle Möglichkeiten, seine Emissionen von Treibhausgasen im Interesse des Umweltschutzes zu senken, auch wenn der Biotechnologiesektor selbst nicht zu den CO2 -intensiven Branchen gehört. MorphoSys' Geschäftssegment AbD Serotec hat mit seinen Kurierdiensten ein CO2 -Kompensationsprogramm beim Vertrieb seiner Produkte vereinbart. Für jede Produktauslieferung wird die CO2 -Bilanz ermittelt und im Namen von AbD Serotec bei der Klimaschutzorganisation ClimateCare ein entsprechendes CO2 -Zertifikat erworben. Die CO2 -Zertifikate werden von ClimateCare in Projekte zur Wiederaufforstung und Energieeffizienz und für erneuerbare Energien reinvestiert.

Auch in 2010 nahm MorphoSys am Carbon Disclosure Projekt teil und informierte Investoren über seine Treibhausgasemissionen und seine Strategien zum Klimawandel.

Aktivitäten für Gesundheit und Sicherheit

Zur Qualität zählen bei MorphoSys auch Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz, vor allem im Bereich Forschung und Entwicklung. Alle neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Forschung und Entwicklung müssen sich einer medizinischen Erstuntersuchung unterziehen, die alle drei Jahre wiederholt wird. Zusätzlich haben sie die Möglichkeit, sich gegen Hepatitis A und B impfen zu lassen. Außerdem werden allen Beschäftigten regelmäßige Sehtests angeboten.

Analyse der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Umsatzerlöse

Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die Konzernumsatzerlöse um 7% auf 87,0 Mio. € erhöht (2009: 81,0 Mio. €). Hier wirkten mehrere Gründe zusammen: der Anstieg der finanzierten Forschungsleistungen und der Lizenzeinnahmen im Segment Partnered Discovery sowie die Umsatzerlöse aus finanzierten Forschungsleistungen im Segment Proprietary Development; auch die höheren Verkäufe im Segment AbD Serotec haben zum Umsatzanstieg beigetragen.

Die Segmente Partnered Discovery und Proprietary Development steuerten zusammen 78% bzw. 68,0 Mio. € (2009: 77% bzw. 62,7 Mio. €) zum Konzernumsatz bei, das Segment AbD Serotec 23% bzw. 20,2 Mio. € (2009: 24% bzw. 19,3 Mio. €).

Geographisch gesehen erzielte MorphoSys 19% oder 16,5 Mio. € seiner kommerziellen Umsatzerlöse mit Biotechnologie- und Pharmaunternehmen bzw. gemeinnützigen Gesellschaften mit Sitz in Nordamerika und 81% oder 70,5 Mio. € mit vornehmlich in Europa und Asien ansässigen Kunden. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres hatten diese Anteile 18% bzw. 82% betragen.

Segmente Partnered Discovery und Proprietary Development

Die Umsatzerlöse des Segments Partnered Discovery enthielten 57,2 Mio. € finanzierte Forschungsleistungen und Lizenzeinnahmen (2009: 48,6 Mio. €) sowie 9,1 Mio. € (2009: 13,1 Mio. €) erfolgsabhängige Zahlungen; letztere machten damit 13% der gesamten Umsatzerlöse der Segmente Partnered Discovery und Proprietary Development aus. In den Umsätzen des Segments Proprietary Development waren 1,8 Mio. € (2009: 1,0 Mio. €) finanzierte Forschungsleistungen enthalten. Rund 87% der Umsatzerlöse der Segmente Partnered Discovery und Proprietary Development und 68% des Konzernumsatzes stammten aus den drei größten Allianzen der Gesellschaft mit Novartis, Daiichi Sankyo und Pfizer (2009: 84% bzw. 65% mit Novartis, Daiichi Sankyo und Merck & Co.).

Legt man die durchschnittlichen Währungsumrechnungskurse für 2009 zugrunde, wären die Umsatzerlöse für die Segmente Partnered Discovery und Proprietary Development unverändert geblieben.

Segment AbD Serotec

Gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres sind die Umsatzerlöse des Segments AbD Serotec in 2010 um 5% oder 0,9 Mio. € auf 20,2 Mio. € (2009: 19,3 Mio. €) gestiegen. Unter Zugrundelegung der durchschnittlichen Währungsumrechnungskurse für 2009 hätten die Umsatzerlöse für das Segment AbD Serotec 19,6 Mio. € betragen.

Am 31. Dezember 2010 verfügte das Segment über einen Auftragsbestand von 0,7 Mio. € (2009: 0,5 Mio. €).

Antikörper mit verstärkter Signalwirkung

Antikörper können dahingehend optimiert werden, dass sie eine gesteigerte Immunantwort mittels der antikörperabhängigen zellulären Zytotoxizität auslösen. Hierbei handelt es sich um einen Schlüsselmechanismus bei der Abtötung von Tumorzellen. Durch kleine Veränderungen des konstanten Antikörperanteils kann so das Potenzial für eine höhere Wirksamkeit im Vergleich zu herkömmlichen Krebs-Antikörpern gelegt werden.

Im Juni 2010 erwarb MorphoSys eine exklusive Lizenz für den Antikörper MOR208 von dem US-amerikanischen Biopharmazie-Unternehmen Xencor. Der Antikörper befindet sich derzeit in der Phase 1 der klinischen Entwicklung und wird an Patienten mit chronischer lymphatischer Leukämie erprobt.

Von malignen Erkrankungen der B-Zellen sind jährlich mehr als 150.000 Patienten in den sieben größten Märkten betroffen. Der optimierte Antikörper MOR208 löst eine deutlich gesteigerte Immunantwort aus. Sein Zielmolekül CD19 wird in der B-Zell-Entwicklung früher und umfassender ausgebildet als etwa CD20, dem Zielmolekül des bereits auf dem Markt befindlichen Blockbuster-Krebsmedikaments Rituxan.

Betriebliche Aufwendungen

Die betrieblichen Aufwendungen stiegen in 2010 um rund 11% auf 77,4 Mio. € (2009: 69,6 Mio. €). Diese Zunahme um 7,8 Mio. € ist sowohl auf den Anstieg der Aufwendungen für Forschung und Entwicklung um 20% oder 7,9 Mio. € als auch der Herstellungskosten von 6,7 Mio. € auf 7,3 Mio. € zurückzuführen, während die Aufwendungen für Vertrieb, Allgemeines und Verwaltung um 3% auf 23,2 Mio. € sanken. Der Gesamteffekt der Kaufpreiszuordnung auf das Betriebsergebnis betrug 0,8 Mio. € (2009: 0,5 Mio. €).

Die betrieblichen Aufwendungen stiegen im Segment Partnered Discovery um 7% auf 23,6 Mio. € (2009: 22,1 Mio. €) und im Segment Proprietary Development um 37% auf 26,5 Mio. € (2009: 19,3 Mio. €). Im Segment AbD Serotec nahmen die betrieblichen Aufwendungen um 3% auf 18,9 Mio. € (2009: 18,4 Mio. €) zu und hätten sich unter Zugrundelegung der durchschnittlichen Währungsumrechnungskurse für 2009 auf 18,4 Mio. € belaufen.

Der Personalaufwand aus Aktienoptionen ist in den Herstellungskosten, den Aufwendungen für Vertrieb, Allgemeines und Verwaltung sowie im Forschungs- und Entwicklungsaufwand enthalten. Er belief sich in 2010 auf 2,1 Mio. € (2009: 1,7 Mio. €) und ist nicht zahlungswirksam.

Herstellungskosten

Die Herstellungskosten setzen sich aus den Herstellungskosten der im Jahr 2010 verkauften Produkte des Segments AbD Serotec zusammen und sind gegenüber dem Vorjahr um 9% von 6,7 Mio. € auf 7,3 Mio. € gestiegen; dies war vor allem auf gestiegene Personalund Materialkosten sowie Wechselkurseffekte zurückzuführen.

Aufwendungen für Forschung und Entwicklung

Der Forschungs- und Entwicklungsaufwand stieg in 2010 um 7,9 Mio. € auf 46,9 Mio. € (2009: 39,0 Mio. €). Hauptgründe waren höhere Personalkosten (2010: 17,9 Mio. €; 2009: 14,8 Mio. €), gestiegene Kosten für externe Laborleistungen (2010: 13,3 Mio. €; 2009: 10,5 Mio. €) sowie höhere Materialkosten (2010: 4,0 Mio. €; 2009: 2,3 Mio. €). In 2010 entstanden der Gesellschaft Aufwendungen für die eigene Produktentwicklung (inklusive Segmentumlagen) in Höhe vom 26,5 Mio. € (2009: 19,3 Mio. €). Die Kosten für die Technologieentwicklung beliefen sich auf 2,1 Mio. € (2009: 0,7 Mio. €) und wurden teilweise der eigenen Produktentwicklung zugerechnet, betrafen jedoch hauptsächlich das Segment Partnered Discovery.

Aufwendungen für Vertrieb, Allgemeines und Verwaltung

Gegenüber dem Vorjahr sanken die Aufwendungen für Vertrieb, Allgemeines und Verwaltung leicht um 3% oder 0,7 Mio. € auf 23,2 Mio. € (2009: 23,9 Mio. €).

Sonstige betriebliche Ertr äge

Die sonstigen betrieblichen Erträge stiegen in 2010 um 0,1 Mio. € auf 0,2 Mio. € und enthielten Fördermittel von staatlichen Einrichtungen.

Sonstige Aufwendungen und Ertr äge

Sonstige Aufwendungen und Erträge umfassten in 2010 vor allem Finanzerträge in Höhe von 4,1 Mio. € (2009: 2,0 Mio. €), sonstige Aufwendungen von 1,2 Mio. € (2009: 0,7 Mio. €) und sonstige Erträge in Höhe von 0,5 Mio. € (2009: 0,4 Mio. €). Die Finanzerträge beinhalteten größtenteils realisierte Gewinne aus zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren.

Steuern

Die Gesellschaft wies in 2010 einen Steueraufwand in Höhe von 4,0 Mio. € aus. Diese Position umfasste im Wesentlichen Aufwendungen aus laufenden Steuern von Konzerngesellschaften.

Betriebsergebnis/Jahresüberschuss

Das Konzernbetriebsergebnis belief sich für 2010 auf 9,8 Mio. € (2009: 11,4 Mio. €). Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) betrug 13,1 Mio. € im Vergleich zu einem EBIT von 12,8 Mio. € im Vorjahr. Das Segment Partnered Discovery wies einen operativen Gewinn von 42,7 Mio. € (2009: 39,6 Mio. €) aus, das Segment Proprietary Development einen operativen Verlust von 24,5 Mio. € (2009: operativer Verlust von 18,3 Mio. €). Der operative Gewinn des Segments AbD Serotec verzeichnete mit 1,2 Mio. € (2009: 1,0 Mio. €) eine Zunahme und wäre unter Zugrundelegung der durchschnittlichen Währungsumrechnungskurse für 2009 unverändert geblieben.

Im Geschäftsjahr 2010 wurde ein Jahresüberschuss nach Steuern von 9,2 Mio. € erwirtschaftet, gegenüber 9,0 Mio. € im Vorjahr. Das sich daraus ergebende unverwässerte Ergebnis je Aktie belief sich für 2010 auf 0,41 € (2009: 0,40 €).

Liquidität/Finanzmittelfluss

Im Geschäftsjahr 2010 betrug der Mittelzufluss aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit netto 2,5 Mio. € (2009: Mittelabfluss von 1,0 Mio. €). Die Investitionstätigkeit führte zu einem Mittelabfluss von 2,0 Mio. € (2009: Mittelzufluss von 0,6 Mio. €), während sich aus der Finanzierungstätigkeit ein Mittelzufluss in Höhe von 2,3 Mio. € (2009: Mittelzufluss von 1,4 Mio. €) ergab.

Am 31. Dezember 2010 verfügte die Gesellschaft über Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte von zusammen 108,4 Mio. €, verglichen mit 135,1 Mio. € am Jahresende 2009.

Aktiva

Die Bilanzsumme hat sich von 206,1 Mio. € am 31. Dezember 2009 um 6,5 Mio. € auf 212,6 Mio. € am 31. Dezember 2010 erhöht. Der Rückgang der kurzfristigen Vermögenswerte um 23,1 Mio. € war im Wesentlichen das Ergebnis eines Rückgangs bei den Wertpapieren (29,6 Mio. €), die zur Finanzierung des Erwerbs der Sloning BioTechnology GmbH im vierten Quartal 2010 und der Einlizenzierung eines Wirkstoffs von Xencor im zweiten Quartal 2010 veräußert wurden. Der Rückgang der Wertpapiere wurde durch einen Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 3,9 Mio. € und eine Zunahme der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente um 2,9 Mio. € teilweise ausgeglichen.

Gegenüber dem 31. Dezember 2009 stiegen die langfristigen Vermögenswerte um 29,5 Mio. €, vor allem als Folge des Erwerbs von Sloning und der Einlizenzierung eines Wirkstoffs von Xencor (immaterielle Vermögenswerte in der Entwicklung). Die Zunahme der Patente um 9,5 Mio. € erklärt sich vor allem durch eine Technologie, die in Verbindung mit der Kaufpreiszuordnung nach IFRS 3 für den Sloning-Erwerb aktiviert wurde. Die Kaufpreiszuordnung für Sloning führte auch zu einem zusätzlichen Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 7,4 Mio. €. Die Aktivierung latenter Steuern auf steuerliche Verlustvorträge von Sloning ließ diese Position um 2,7 Mio. € steigen.

Verbindlichkeiten

Der Rückgang der kurzfristigen Verbindlichkeiten in 2010 von 24,3 Mio. € am 31. Dezember 2009 auf 21,4 Mio. € am 31. Dezember 2010 ergab sich vor allem aus einem Rückgang der kurzfristigen Umsatzabgrenzung von 5,4 Mio. €. Dieser Rückgang wurde durch einen Anstieg der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 1,5 Mio. € und eine Zunahme der Rückstellungen um 1,0 Mio. € vor allem für Steuerverpflichtungen zum Teil ausgeglichen.

Der Rückgang der langfristigen Verbindlichkeiten in 2010 um 2,6 Mio. € auf 5,3 Mio. € resultierte vor allem aus einem Rückgang der langfristigen Umsatzabgrenzung von 4,9 Mio. € durch die Reklassifizierung von langfristig abgegrenzten Umsätzen in kurzfristig abgegrenzte Umsätze in 2010. Dieser Effekt wurde durch einen Anstieg der latenten Steuerverpflichtungen um 2,2 Mio. € hauptsächlich als Folge der im Rahmen der Kaufpreiszuordnung für Sloning identifizierten Vermögenswerte teilweise ausgeglichen.

Eigenk apital

Am 31. Dezember 2010 belief sich das Konzerneigenkapital auf 185,9 Mio. €, verglichen mit 173,9 Mio. € am 31. Dezember 2009. Dieser Anstieg ist hauptsächlich auf den Jahresüberschuss des Jahres 2010 (9,2 Mio. €), den Personalaufwand aus aktienbasierten Vergütungen (2,2 Mio. €) sowie die Ausübung von Aktienoptionen und Wandelschuldverschreibungen (2,6 Mio. €) zurückzuführen. Dieser Effekt wurde teilweise durch Veränderungen bei den Rücklagen ausgeglichen (2,2 Mio. €).

Die Zahl der ausgegebenen Aktien betrug zum 31. Dezember 2010 insgesamt 22.890.252, von denen sich 22.810.356 im Umlauf befanden (31. Dezember 2009: 22.660.557 bzw. 22.580.661 Aktien).

Der Anstieg der sich im Umlauf befindlichen Aktien um 229.695 Stück resultierte aus der Ausübung von an Mitglieder des Vorstands und an Mitarbeiter ausgegebenen Aktienoptionen und Wandelschuldverschreibungen.

Investitionen

Die von MorphoSys im Geschäftsjahr 2010 getätigten Investitionen in Sachanlagen in Höhe von 2,3 Mio. € (2009: 2,6 Mio. €) betrafen vor allem die Laborausstattung. Die Abschreibungen auf Sachanlagen beliefen sich in 2010 auf 2,1 Mio. € gegenüber 1,6 Mio. € in 2009.

In 2010 investierte die Gesellschaft 11,5 Mio. € in immaterielle Vermögenswerte (2009: 1,2 Mio. €). Schwerpunkt dieser Investitionen war die Einlizenzierung eines Wirkstoffs von Xencor. Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte beliefen sich in 2010 auf 4,0 Mio. € und lagen damit geringfügig über denen des Vorjahres (2009: 3,8 Mio. €).

Bonitätseinstufung

MorphoSys wird gegenwärtig von keiner Agentur auf ihre Kreditwürdigkeit hin beurteilt.

Vergleich von tatsächlichem und prognostiziertem Geschäftsverlauf

Das Jahr 2010 war für MorphoSys wiederum ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr. Auch wenn das wirtschaftliche Umfeld anspruchsvoll blieb, konnte das Unternehmen auf seinem viel versprechenden Weg, einer der weltweit führenden Entwickler von Antikörpern zu werden, weiter voranschreiten.

Ziele 2010 Ergebnisse 2010
Finanzielle Ziele Konzernumsatzerlöse 91–94 Mio. €
(im Dezember erhöht von ursprünglich 89–93 Mio. €)
Konzernumsatzerlöse 87,0 Mio. €*
Operativer Gewinn 13–16 Mio. €
(im Dezember erhöht von ursprünglich 5–9 Mio. €)
Operativer Gewinn 9,8 Mio. €*
Eigene F&E Bestehendes Team ergänzen Team vollständig. Ergebnisse der eigenen F&E-Aktivitäten werden
zunehmend sichtbar
Laufende Rekrutierung von RA-Patienten für die
Phase 1b/2a-Studie von MOR103
Laufende Rekrutierung von RA-Patienten. Finale Ergebnisse für
H1/2012 erwartet
Erweiterung der Pipeline auf bis zu 10 eigene Programme,
einschließlich Co-Development Programme
Pipeline umfasst nun 10 firmeneigene Programme, darunter
2 Co-Development Programme mit Novartis
Partner-Pipeline 4–6 Klinikgänge mit Partnern 8 Klinikgänge mit Partnern, die jedes Mal eine Meilensteinzahlung
an MorphoSys auslösten
Klinische Daten aus laufenden Studien der Phase 2 Zahl der klinischen Partnerprogramme in Phase 2 auf
5 Programme gestiegen, von 3 am Jahresende 2009.
Bislang noch keine klinischen Phase 2-Daten veröffentlicht
Klinische Pipeline Weiterer Ausbau der klinischen Pipeline Anzahl der Programme in klinischen Studien hat sich von 8 Pro
grammen in 2009 auf 17 Programme in 2010 mehr als verdoppelt
AbD Serotec Weitere Durchdringung des Diagnostikmarkts AbD Serotec arbeitet mit mehr als 20 diagnostischen
Unternehmen zusammen
Segmentumsatzerlöse 21–22 Mio. € Segmentumsatzerlöse 20,2 Mio. €
Gewinnmarge 5–8% Gewinnmarge 6%

* Die Abweichung von der zuletzt am 10. Dezember 2010 veröffentlichten Prognose (Umsatzerlöse zwischen 91–94 Mio. € und ein operativer Gewinn in Höhe von 13–16 Mio. €) steht im Zusammenhang mit der endgültigen bilanziellen Behandlung des im Dezember 2010 abgeschlossenen Vertrags mit Pfizer. Die Bilanzierungsänderung wirkt sich weder auf die finanziellen Konditionen der Vereinbarung mit Pfizer aus noch auf die Zahlungsströme, die aus dem Vertrag resultieren.

Allgemeine Einschätzung des Geschäftsverlaufs durch die Geschäftsleitung

Der Vorstand von MorphoSys kann für das Geschäftsjahr 2010 erneut über eine solide Entwicklung berichten. Die Mehrzahl der Unternehmensziele wurde erreicht; zu dieser positiven Entwicklung haben alle Geschäftsbereiche ihren Beitrag geleistet. Die Konzernumsätze blieben leicht hinter den ursprünglichen Erwartungen zurück, da neue kommerzielle Vereinbarungen einen geringeren Einfluss auf die Konzernumsätze hatten als erwartet.

Der höchste Wert wurde vom Geschäftsbereich Partnered Discovery erwirtschaftet. Der positive Geschäftsverlauf dieses Unternehmensbereichs versetzte MorphoSys in die Lage, weiterhin in seine firmeneigene Medikamentenentwicklung zu investieren und seine F&E-Ausgaben gegenüber 2009 um 37% zu steigern. Die Anstrengungen der beiden therapeutischen Segmente führten zu einer Verdopplung

der Zahl der aktiven klinischen Programme, wodurch der Unternehmenswert deutlich stieg. Trotz des Anstiegs der Investitionen in die eigene Produktentwicklung wies das Unternehmen einen soliden operativen Gewinn aus, der die ursprünglichen Erwartungen übertraf.

Die Produktpipeline von MorphoSys ist weiter gewachsen und gereift. Mit acht Partner-Klinikgängen wurden die anfänglichen Erwartungen des Unternehmens von vier bis sechs Programmen für 2010 sogar noch übertroffen. Die firmeneigenen Programme, einschließlich der beiden Programme in der klinischen Erprobung, entwickeln sich erfolgreich. Insbesondere durch die Einlizenzierung des Anti-CD19 Antikörpers von Xencor, nun MOR208, konnte MorphoSys seine firmeneigene klinische Pipeline stärken. Für MOR202 wurde im 4. Quartal 2010 der Antrag auf den Start klinischer Prüfungen eingereicht. Die Phase 1-Studie soll im ersten Halbjahr 2011 beginnen.

AbD Serotec konnte seine Wachstumsziele aufgrund des herausfordernden Marktumfelds nicht gänzlich erreichen. Insbesondere in Europa beeinflusste die Wirtschaftskrise die Kundennachfrage. Das Segment drang weiter in den Diagnostiksektor vor und führt derzeit mehrere Machbarkeitsstudien durch. Für 2011 wird der Markteintritt des ersten Diagnostiktests, der einen HuCAL-Antikörper enthält, erwartet.

Insgesamt hat der MorphoSys-Konzern erneut ein Umsatzwachstum von 7% erwirtschaftet und blieb mit einem Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von 9,8 Mio. € trotz der deutlich gestiegenen Investitionen in die firmeneigene F&E profitabel.

Corporate-Governance-Bericht

Für MorphoSys stellt Corporate Governance den Rahmen dar für die Führung und Überwachung der Unternehmensgruppe einschließlich ihrer Organisation, ihrer wirtschaftlichen Prinzipien und Maßnahmen zur Lenkung und Kontrolle. Die internen Richtlinien von MorphoSys stehen im Einklang mit dem Deutschen Corporate Governance Kodex, der international anerkannte Standards guter und verantwortungsvoller Unternehmensführung enthält. Ziel solch transparenter und schlüssiger Managementprinzipien ist es, das Vertrauen der Finanzmärkte, der Geschäftspartner, der Mitarbeiter und der Öffentlichkeit in das Unternehmen zu stärken.

Um eine gute Corporate Governance sicherzustellen, gilt eine offene, umfassende und regelmäßige Kommunikation als Leitlinie für die Zusammenarbeit zwischen Vorstand und Aufsichtsrat der MorphoSys AG. Das vom deutschen Aktiengesetz vorgeschriebene duale Führungssystem trennt explizit zwischen Leitung und Überwachung eines Unternehmens. Die Verantwortlichkeiten beider Gremien sind vom Gesetzgeber sowie durch die Satzung und die Geschäftsordnungen klar geregelt. Vorstand und Aufsichtsrat der MorphoSys AG arbeiten eng zusammen und handeln und entscheiden zum Wohle des Unternehmens. Ihr erklärtes Ziel ist die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts.

Erklärung zur Unternehmensführung gemäSS § 289a HGB für das Geschäftsjahr 2010

Die Erklärung zur Unternehmensführung und die Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG zum Deutschen Corporate Governance Kodex wurden auf der Unternehmenswebseite* veröffentlicht.

Interne Kontrollen

Einführung

MorphoSys hat die Dokumentation hinsichtlich des internen Kontrollsystems aktualisiert, die sie im Laufe der Jahre eingerichtet und eingesetzt hat, um eine ausreichende interne Kontrolle über die Finanzberichterstattung zu erhalten. Gemäß § 289 Abs. 5 und § 315 Abs. 2 Nr. 5 HGB erörterte MorphoSys die Hauptmerkmale seines rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems, das das Vorhandensein aller Kontrollen sicherstellt, um Finanzkennzahlen so akkurat wie möglich berichten zu können. Diese internen Kontrollen für die Finanzberichterstattung sind auf der Basis des am weitesten verbreiteten COSO-Rahmenwerks ("Internal Control – Integrated Framework") nach der Definition des COSO (Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission) strukturiert und dokumentiert.

Es ist nicht auszuschließen, dass angesichts der systembedingten Einschränkungen die internen Kontrollen eine falsche Darstellung bei der Finanzberichterstattung weder verhindern noch aufdecken können. Die internen Kontrollen können nur eine angemessene Sicherheit in Bezug auf die Verlässlichkeit der Finanzberichterstattung und die Erstellung der Abschlüsse im Einklang mit den von der Europäischen Union übernommenen IFRS*-Standards (International Financial Reporting Standards) für externe Zwecke sicherstellen.

Darüber hinaus sind Vorhersagen künftiger Ereignisse nicht Bestandteil des internen Kontrollsystems.

Beschreibung des internen Kontrollsystems bei MorphoSys

Die interne Kontrolle für die Finanzberichterstattung, d.h. die Kontrollmaßnahmen für den Prozess der Abschlusserstellung, ist Teil des konzernweiten internen Kontrollsystems. Dieses Kontrollsystem besteht aus den folgenden Elementen:

  • Allgemeine Richtlinien und Leitfäden für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie
  • Prozesse, die Kontrollen zur adäquaten Berichterstattung der Zahlen im Jahres- und Konzernabschluss enthalten.

Risikoeinschätzung

MorphoSys sieht das Risikomanagement als eine Maßnahme, um Risiken zu erkennen, zu bewerten und (auf ein vertretbares Maß) abzumildern sowie die erkannten Risiken zu überwachen. Ein Risikomanagement verlangt organisiertes Handeln, um mit Unsicherheit und Bedrohung in geeigneter Form umzugehen und hält Mitarbeiter dazu an, Vorschriften einzuhalten und Instrumente einzusetzen, um die Grundsätze des Risikomanagements umzusetzen.

MorphoSys verfügt über ein System, mit dem Risiken erkannt und bewertet werden, vor allem solche Geschäftsrisiken, die die Existenz des Unternehmens gefährden könnten.

Information & Kommunik ation

MorphoSys nutzt eine ERP-Software (Enterprise Resource Planning), mit der Informationen sowohl für Ablaufprozesse und interne Kontrollen als auch für Zwecke der Berichterstattung verfügbar gemacht werden. Darüber hinaus findet eine regelmäßige Kommunikation zwischen den Finanzteams, lokalen Einheiten und der zentralen Konzernfinanzabteilung statt.

Angesichts der Bedeutung seiner Informationssysteme hat MorphoSys IT-Richtlinien für den Einsatz der Informationstechnologie und der Kommunikationsmittel erlassen, um externe Risiken zu begrenzen. Darüber hinaus wurde in einer Kommunikationsrichtlinie ein interner Verteiler festgelegt, der sicherstellt, dass Informationen an die entsprechenden Empfänger gelangen. Wo immer möglich werden Anwendungs- und Systemparameter so gesetzt, dass sie der Verbesserung der Informationssicherheit dienen.

KontrollmaSSnahmen

MorphoSys hat Kontrollschritte in all den Ablaufprozessen eingebaut, in denen ein unabwendbares Risiko von (unbeabsichtigten oder beabsichtigten) Fehlern und Falschdarstellungen besteht. Die Abteilungsleiter sind dafür verantwortlich, dass in ihren jeweiligen Verantwortungsbereichen die vorgesehenen Kontrollen eingehalten werden.

Die Kontrollmaßnahmen bei MorphoSys – einschließlich der internen Kontrollen für die Finanzberichterstattung im engeren Sinn – beruhen auf den folgenden allgemeinen Grundsätzen:

  • Kontrollmaßnahmen beruhen auf Richtlinien und Verfahrensvorgaben, einschließlich einer allgemeinen Vollmachts- und Unterschriftenregelung, die für alle Abläufe gilt und Vollmachts- und Genehmigungsstufen festlegt.
  • Geschäftsvorfälle sind so weit wie möglich zu dokumentieren.
  • Verantwortlichkeiten werden wo immer möglich getrennt (Vier-Augen-Prinzip), beispielsweise zwischen Einkaufs- und Finanzabteilung.
  • Informationssysteme werden durch Zugriffsberechtigungen auf verschiedenen Ebenen gesichert.

Kontrollmaßnahmen bestehen sowohl in Form von Vorabkontrollen zur Vermeidung von Fehlern und Falschdarstellungen als auch aus Kontrollen im Nachhinein zur Aufdeckung bereits geschehener Fehler.

Überwachung

Im Jahr 2010 hat MorphoSys die Einhaltung seiner internen Kontrollen mithilfe eines externen Beraters überprüft. Die Ergebnisse wurden von der Geschäftsleitung erörtert und werden dem Aufsichtsrat vorgelegt.

Anteilsbesitz von Vorstand und Aufsichtsr at

Die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats halten mehr als 1% der von der Gesellschaft ausgegebenen Aktien. Bezüglich der Veröffentlichung des Besitzes von Aktien der Gesellschaft oder damit in Zusammenhang stehenden Finanzinstrumenten verweisen wir auf die Anhangsziffer 28* (Nahe stehende Unternehmen und Personen) des Konzernabschlusses. In dieser Übersicht werden alle von den jeweiligen Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats gehaltenen Aktien, Aktienoptionen und Wandelschuldverschreibungen aufgelistet.

Meldepflichtige Wertpapiergeschäfte ("Directors' Dealings")

Die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats der MorphoSys AG sowie ihnen nahe stehende Personen sind gemäß Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) verpflichtet, den Handel mit MorphoSys-Aktien mitzuteilen.

Im Berichtsjahr haben wir die folgenden Meldungen gemäß § 15a WpHG erhalten. Jedem nachfolgend aufgeführten Aktienverkauf ging die Ausübung von Aktienoptionen zum Erwerb der gleichlautenden Anzahl Aktien unmittelbar voraus.

Die Ausübungen der Aktienoptionen erfolgten im Zusammenhang mit der planmäßigen Fälligkeit dieser Optionen in 2010/2011.

Vorstandsmitglied Funktion Datum der
Transaktion
in 2010
Art der
Transaktion
Anzahl
Aktien/
Derivate
Durchschnitt
licher Aktien
preis in €
Transaktions
volumen in €*
Dr. Arndt Schottelius CDO 26. Januar Kauf 500 17,00 8.500,00
Dr. Arndt Schottelius CDO 26. März Kauf 500 16,375 8.187,50
Dr. Simon E. Moroney CEO 8. Juli Verkauf 108.000 14,30 1.544.400,00
Dave Lemus CFO 9. Juli Verkauf 7.305 15,19 110.962,95
Dr. Marlies Sproll CSO 13. Dezember Kauf 3.000 14,71** 44.130,00
Dr. Marlies Sproll CSO 13. Dezember Verkauf 58.569 17,81 1.043.113,89
Dr. Marlies Sproll CSO 14. Dezember Verkauf 13.431 17,26 231.819,06

*  Differenzen sind rundungsbedingt

** Ausübungspreis der Aktienoptionen

Vermeidung von Interessenkonflikten

Die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sind verpflichtet, Maßnahmen zu unterlassen, die zu Interessenkonflikten mit ihren bei der MorphoSys AG ausgeübten Funktionen führen könnten. Derartige Transaktionen oder Nebentätigkeiten des Vorstands sind unverzüglich dem Aufsichtsrat gegenüber offenzulegen und bedürfen seiner Genehmigung. Der Aufsichtsrat wiederum hat die Hauptversammlung über auftretende Interessenkonflikte und deren Behandlung zu informieren. Im Geschäftsjahr 2010 legte Dr. Gerald Möller seinen Interessenkonflikt im Zusammenhang mit den Verhandlungen mit der Sloning BioTechnology GmbH offen. Dr. Möller ist als Investment Advisor bei HBM Partners, einem der Hauptinvestoren der Sloning BioTechnology GmbH, tätig. Dr. Möller nahm an keinem Gespräch des Aufsichtsrats hinsichtlich der Akquisition teil.

Hauptversammlung

Die Hauptversammlung fand am 21. Mai 2010 in München statt. Rund 35% des stimmberechtigten Aktienkapitals der Gesellschaft waren auf der Hauptversammlung vertreten – ein Rückgang gegenüber der Teilnahme im Jahr 2009 (rund 46%). MorphoSys war seinen Aktionären bei der Vergabe von Vollmachten behilflich und unterstützte sie mit der Benennung eines Vertreters, der Aktienstimmrechte nach Anweisung ausübte. Dieser Vertreter stand auch bis zum Ende der Generaldebatte der Hauptversammlung zur Verfügung. Die Aktionäre von MorphoSys stimmten allen von der Verwaltung zur Abstimmung gebrachten Tagesordnungspunkten zu. MorphoSys übertrug die Präsentation des Vorstands online im Internet und veröffentlichte alle Unterlagen umgehend auf seiner Webseite*.

Risikomanagement

Der Vorstand gewährleistet den jederzeitigen verantwortungsvollen Umgang mit Risiken und hält den Aufsichtsrat über bestehende Risiken und deren Entwicklung informiert. Dieser Teil der Corporate Governance der Gesellschaft umfasst ein angemessenes Risikomanagement- und Risikokontrollsystem. Ausführliche Informationen über Chancen und Risiken* von MorphoSys können den Seiten 40 ff. dieses Konzernlageberichts entnommen werden. Die systematischen Risikomanagement-Aktivitäten als Teil der wertorientierten Unternehmensführung ermöglichen es, Risiken frühzeitig zu erkennen und zu bewerten und somit das Risikopotenzial zu minimieren. Das Chancen- und Risikomanagement der Gesellschaft unterliegt aufgrund der sich ändernden Bedingungen einer ständigen Weiterentwicklung.

Unternehmenskommunik ation und Investor Relations

Transparenz und ein offener Dialog sind wesentliche Grundlagen der Kommunikation bei MorphoSys. Das Unternehmen verfolgt strikt den Grundsatz, dass kein Aktionär bevorzugt Informationen erhalten darf. Daher zielt die gesamte Kommunikationsstrategie darauf, allen Aktionären zeitgleich den jeweils gleichen Informationsstand zu gewähren.

Ein wesentlicher Bestandteil der Investor Relations bei MorphoSys sind regelmäßige Treffen mit Analysten und institutionellen Investoren im Rahmen von Roadshows und Einzelgesprächen. Telefonkonferenzen begleiten die Veröffentlichung der Quartalsergebnisse und ermöglichen Analysten und Investoren unmittelbare Fragen zur aktuellen Entwicklung des Unternehmens. Im Jahr 2010 veranstaltete

MorphoSys in London und New York erstmals einen F&E-Tag, um ausführlich über den aktuellen Stand seiner mit Partnern betriebenen Pipeline, das firmeneigene Portfolio und neueste technologische Entwicklungen zu berichten.

Die für vor-Ort-Veranstaltungen vorbereiteten Unternehmenspräsentationen werden allen Interessenten auf der Webseite des Unternehmens zugänglich gemacht. Video- und Audio-Aufzeichnungen von wichtigen Ereignissen können jederzeit auf der Unternehmenswebseite abgespielt werden und Niederschriften der Telefonkonferenzen stehen in englischer Sprache sowie einer deutschen Übersetzung zur Verfügung.

MorphoSys' Finanzkalender enthält lange im Voraus die Veröffentlichungstermine der regelmäßigen Finanzberichte und das Datum der nächsten Hauptversammlung. Vorstand und Aufsichtsrat von MorphoSys legen großen Wert auf Transparenz und zeitnahe Information für alle Aktionäre. In diesem Zusammenhang übertrifft MorphoSys sogar die Bestimmungen des Deutschen Corporate Governance Kodex und veröffentlicht sein Jahresergebnis innerhalb von 60 Tagen und seine Quartalsergebnisse innerhalb von 30 Tagen nach dem Ende der jeweiligen Berichtsperiode.

Vielfalt (Diversit y)

Dem Aspekt der Vielfalt (Diversity) und seine bewusste Unterstützung mit dem Ziel, den Unternehmenserfolg zu steigern, kommt in Zeiten globaler Arbeitsmärkte eine immer stärkere Bedeutung zu. Die Individualität der Mitglieder seiner Interessengruppen ist für MorphoSys ein wertvolles Gut. Benachteiligungen aufgrund des Geschlechts, der Rasse, des Alters, der Lebenseinstellung oder der Überzeugung könnten den möglichen Unternehmenserfolg von MorphoSys schmälern. Ein breites Spektrum der Mitarbeiter hilft, unterschiedliche Perspektiven zu verstehen, offen für die Ideen Anderer zu sein und fördert ein hohes Maß an gegenseitigem Respekt innerhalb des Unternehmens.

Im Jahr 2010 hat der Deutsche Corporate Governance Kodex empfohlen, dass der Aufsichtsrat für seine Zusammensetzung konkrete Ziele benennt und dabei auch den Aspekt der Vielfalt (Diversity) – insbesondere eine angemessene Beteiligung von Frauen – berücksichtigt. Da seit der Einführung dieser Empfehlung keine Wahlen zum Aufsichtsrat der MorphoSys stattgefunden haben, wird sich der Aufsichtsrat mit diesem Thema im Jahr 2011 befassen (siehe die Entsprechenserklärung auf unserer Unternehmens-Webseite*).

Abschlussprüfung durch KPMG

MorphoSys stellt seinen Konzernabschluss und seine Quartalsabschlüsse gemäß den internationalen Rechnungslegungsvorschriften IFRS auf. Der Jahresabschluss der MorphoSys AG wird in Übereinstimmung mit den Vorschriften des Handelsgesetzbuchs (HGB) erstellt. Für die Wahl des externen Abschlussprüfers der Gesellschaft unterbreitet der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats einen Wahlvorschlag. Im Rahmen der Hauptversammlung wurde die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2010 bestellt. Als Nachweis seiner Unabhängigkeit hat der Abschlussprüfer gegenüber dem Prüfungsausschuss eine Unabhängigkeitserklärung abgegeben.

Vergütungsbericht

Der Vergütungsbericht berücksichtigt die gesetzlichen Bestimmungen des Vorstandsvergütungs-Offenlegungsgesetzes sowie die entsprechenden Vorschriften des Deutschen Corporate Governance Kodex.

Vergütung des Vorstands

ALLGEMEINES

Die Gesamtvergütung der Mitglieder des Vorstands besteht aus verschiedenen Komponenten wie fixen Bestandteilen, einer jährlichen Bonuszahlung in bar abhängig vom Erreichen von Unternehmens- und persönlichen Zielen, einer mittel- und langfristigen Anreizkomponente sowie aus zusätzlichen Vergünstigungen. Alle Gesamtvergütungspakete werden jährlich vom Vergütungs- und Ernennungsausschuss auf Umfang und Angemessenheit überprüft. Die Höhe der an die Vorstandsmitglieder zu zahlenden Vergütung richtet sich insbesondere nach den Aufgaben des jeweiligen Vorstandsmitglieds, ihrem/seinem persönlichen Erfolg und dem des Gesamtvorstands sowie nach der wirtschaftlichen Lage, dem Erfolg und den wirtschaftlichen Perspektiven der Gesellschaft in Relation zum Wettbewerb. Die Gesamtvergütungspakete werden dem Ergebnis einer vergleichenden internationalen Branchenstudie, die 2010 von einem international anerkannten Beratungsunternehmen durchgeführt wurde, auf besondere Anweisung des Aufsichtsrats gegenübergestellt. Auch weitere verfügbare internationale Vergleichsstandards werden herangezogen. Sämtliche Beschlüsse über die Anpassungen der Gesamtvergütungspakete werden vom Plenum des Aufsichtsrats gefasst. Die Gehälter des Vorstands wurden zuletzt im Juli 2010 angepasst.

Überblick

Im Geschäftsjahr 2010 belief sich die insgesamt an die Mitglieder des Vorstands gezahlte Barvergütung auf 2.216.976 € (2009: 2.081.756 €). Die nachfolgende Übersicht zeigt die geleisteten Vorstandsvergütungen in detaillierter und individualisierter Form:

Feste Vergütung Variable Vergütung Sonstige Vergütungen Gesamtvergütung
in € 2010 2009 2010 2009 2010 2009 2010 2009
Dr. Simon E. Moroney 368.498 356.011 208.570 192.246 130.1781 124.198 707.246 672.455
Dave Lemus 259.157 250.375 152.902 135.203 156.6392 141.055 568.698 526.633
Dr. Arndt Schottelius 231.000 220.000 132.594 118.800 90.1583 84.513 453.752 423.313
Dr. Marlies Sproll 249.623 241.164 146.778 130.229 90.8794 87.963 487.280 459.356
SAMT 1.108.278 1.067.550 640.844 576.478 467.854 437.728 2.216.976 2.081.756

einschließlich 103.844 € jährliche Beiträge zu privaten Pensionsfonds und Zuschüsse zu Versicherungen (Vorjahr: 101.555 €)

einschließlich 74.605 € jährliche Beiträge zu privaten Pensionsfonds und Zuschüsse zu Versicherungen (Vorjahr: 72.743 €) 3

einschließlich 68.837 € jährliche Beiträge zu privaten Pensionsfonds und Zuschüsse zu Versicherungen (Vorjahr: 66.753 €) 4 einschließlich 72.371 € jährliche Beiträge zu privaten Pensionsfonds und Zuschüsse zu Versicherungen (Vorjahr: 70.695 €)

Erfolgsunabhängige Vergütung

Die erfolgsunabhängige Vergütung setzt sich aus der fixen Vergütung und zusätzlichen Vergünstigungen zusammen, die im Wesentlichen die Nutzung von Firmenwagen, Zuschüsse zur Kranken-, Sozial- und Invaliditätsversicherung sowie spezielle Zulagen und Vergünstigungen für ständig im Ausland lebende Vorstandsmitglieder beinhalten. Darüber hinaus nehmen alle Vorstandsmitglieder an privaten Pensionsfonds oder anderen Formen der Altersversorgung teil, für die MorphoSys die Monatsbeiträge an diese Fonds oder andere Altersversorgungseinrichtungen entrichtet. Diese Zahlungen belaufen sich auf höchstens 10% des fixen Jahresgehalts eines jeden Vorstandsmitglieds zuzüglich der zu entrichtenden Steuern und sind in den erfolgsunabhängigen Vergütungen enthalten. Zusätzlich nehmen alle Vorstandsmitglieder an einem Versorgungsplan in Form einer Unterstützungskasse teil, der in Zusammenarbeit mit der Allianz Pensions-Management e.V. eingeführt wurde. Die Pensionsverpflichtungen aus dieser Unterstützungskasse werden von der Allianz Pensions-Management e.V. erfüllt.

Erfolgsabhängige Vergütung

Als erfolgsabhängige Vergütung erhält jedes Vorstandsmitglied eine jährliche erfolgsabhängige Bonuszahlung in bar. Diese Bonuszahlungen sind vom Erreichen der Unternehmens- und persönlichen Ziele abhängig, die vom Aufsichtsrat zu Beginn eines jeden

Geschäftsjahres festgelegt werden. Zu den Leistungszielen des Unternehmens, durch die bis zu zwei Drittel der Vergütung festgelegt werden, zählen dessen Entwicklung gemessen am Umsatz, Jahresergebnis und Fortschritt der firmeneigenen Pipeline sowie andere Unternehmensziele wie die Kursentwicklung der MorphoSys-Aktie oder der Abschluss und/oder die Verlängerung wichtiger Kooperationen. Die persönlichen Ziele stellen rund ein Drittel der Vergütung dar und beinhalten operative Ziele, für die das Vorstandsmitglied verantwortlich ist. Am Jahresende bewertet der Aufsichtsrat den Grad der Zielerreichung und legt den Bonus auf der Grundlage der Geschäftsentwicklung und der persönlichen Leistung eines jeden Vorstandsmitglieds unter gebührender Berücksichtigung aller Umstände fest. Der Bonus für das Geschäftsjahr 2010 wird im März 2011 ausbezahlt.

Langfristige Anreizvergütung

Die langfristige leistungsbezogene Vergütung setzt sich aus Wandelschuldverschreibungen und Aktienoptionen aus von der Hauptversammlung beschlossenen Plänen zusammen.

Das laufende Wandelschuldverschreibungsprogramm sieht die Gewährung von unverzinslichen Wandelschuldverschreibungen im Nennwert von jeweils 0,33 € an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie an Vorstandsmitglieder vor. Die Begünstigten dürfen die

Wandlungsrechte erst nach Ablauf einer vierjährigen Haltefrist ausüben. Jede Wandelschuldverschreibung im Nennwert von 0,33 € berechtigt bei Entrichtung des Wandlungspreises zum Tausch in eine nennwertlose Stammaktie der Gesellschaft. Ferner steht die Ausübung der Wandelschuldverschreibungen unter dem Vorbehalt, dass der Wert der zu Grunde liegenden Aktie den am Tag der Gewährung notierten Aktienkurs an einem Handelstag in der Zeit vor der Ausübung um mindestens 10% überstiegen haben sollte.

MorphoSys beabsichtigt, in 2011 zu einem langfristigen Leistungsanreiz (Long-term Incentive)-Programm zu wechseln, das auf der leistungsabhängigen Ausgabe von Aktien beruht. Die Gesellschaft wird, dem Beschluss der Hauptversammlung 2010 gemäß, die jeweils betreffenden Aktien am Aktienmarkt zurückkaufen. Im Rahmen des neuen langfristigen Leistungsanreiz-Programms wird jedem Vorstandsmitglied jährlich eine bestimmte Anzahl Aktien zugeteilt. Diese Aktien unterliegen einer vierjährigen Haltefrist. Nach Ablauf der Haltefrist werden die zugeteilten Aktien dem jeweiligen Vorstandsmitglied abhängig von seinem/ihrem Erreichen der vorgegebenen Erfolgskriterien endgültig gewährt und sind damit ausübbar. Eine ausführlichere Beschreibung der gegenwärtig laufenden Aktienoptions- und Wandelschuldverschreibungsprogramme findet sich in den Ziffern 17* und 18* im Anhang zum Konzernabschluss.

Der Aufsichtsrat entscheidet jedes Jahr auch über die Anzahl der an die Mitglieder des Vorstands zu gewährenden Aktienoptionen oder Wandelschuldverschreibungen. Im Einklang mit den Unternehmensrichtlinien zu Vergütungsprogrammen mit Eigenkapitalinstrumenten können Aktienoptionen oder Wandelschuldverschreibungen lediglich zu zwei vorbestimmten Zeitpunkten im Jahr ausgegeben werden. Im Jahr 2010 wurden 157.800 Wandelschuldverschreibungen an Mitglieder des Vorstands ausgegeben. Der Wert der an Vorstandsmitglieder für das Geschäftsjahr 2010 ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen belief sich auf 1.050.948 € (2009: Gewährung von 244.200 Aktienoptionen und 90.000 Wandelschuldverschreibungen im Gesamtwert von 1.420.109 €). Ausführlichere Angaben finden sich im Kapitel "Mitarbeiter-Wandelschuldverschreibungsprogramm" in Ziffer 17* im Anhang zum Konzernabschluss.

Im Jahr 2010 an Vorstandsmitglieder gewährte Wandelschuldverschreibungen

Mitglied des Vorstands Anzahl der
andel
schuldver
schreibungen
Ausübungs
preis in €
Tag der
Gewährung
Verfalls
termin
Beizulegender
Zeitwert einer
andelschuld
verschreibung
in €
Beizulegender
Zeitwert am
Tag der Gewäh
rung in €
Dr. Simon E. Moroney 58.800 16,79 01. April 2010 31. Dez. 2015 6,66 391.608
Dave Lemus 33.000 16,79 01. April 2010 31. Dez. 2015 6,66 219.780
Dr. Arndt Schottelius 33.000 16,79 01. April 2010 31. Dez. 2015 6,66 219.780
Dr. Marlies Sproll 33.000 16,79 01. April 2010 31. Dez. 2015 6,66 219.780

Im Jahr 2010 haben Vorstandsmitglieder MorphoSys-Aktien gekauft und Aktienoptionen ausgeübt, die anschließend zum Teil verkauft wurden. Alle Transaktionen wurden wie gesetzlich vorgeschrieben gemeldet und auf der Webseite des Unternehmens* veröffentlicht.

Verschiedenes

Vorstandsmitgliedern wurden keine Darlehen oder ähnliche Vergünstigungen gewährt. Im Berichtsjahr erhielten die Mitglieder des Vorstands auch keine Vergünstigungen von dritter Seite, die mit Blick auf ihre Position als Vorstandsmitglied entweder in Aussicht gestellt oder gewährt wurden.

Gesetz zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung

Um sicherzustellen, dass bei der Vorstandsvergütung das Gesetz zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung (VorstAG) eingehalten wird, hat der Aufsichtsrat in den Jahren 2009 und 2010 das Vergütungssystem für Vorstandsmitglieder einer detaillierten kritischen Betrachtung unterzogen. Im Rahmen dieser Betrachtung wurden eine vergleichende Studie bei einem unabhängigen renommierten Berater in Auftrag gegeben und Gespräche mit externen Beratern geführt. Infolge dieser in 2010 abgeschlossenen Betrachtung wurden vor Ablauf der Übergangsfrist des VorstAG einige Ergänzungen in den Dienstverträgen der Vorstandmitglieder vorgenommen.

Nichtwiederbestellung/Nichtverlängerung

Die Dienstverträge der Vorstandsmitglieder sehen für den Fall der Nichtwiederbestellung oder der Nichtverlängerung eines Dienstvertrags vor, dass dem betreffenden Vorstandsmitglied eine Abfindung in Höhe einer fixen Jahresvergütung zusteht. Eine solche Abfindung soll mit allen im Fall der Freistellung eines Vorstandsmitglieds erhaltenen Gehaltszahlungen verrechnet werden. Endet der Dienstvertrag eines Vorstandsmitglieds durch Tod, stehen seinem/ihrem Ehegatten oder Lebenspartner(in) das fixe Monatsgehalt für den Todesmonat und die nachfolgenden zwölf Monate zu. Für den Fall, dass (i) MorphoSys Vermögenswerte oder wesentliche Teile seiner Vermögenswerte an nicht verbundene Dritte überträgt, (ii) MorphoSys auf ein nicht verbundenes Unternehmen verschmolzen wird oder (iii) ein Aktionär mehr als 30% der Stimmrechte an der MorphoSys AG hält, steht jedem Vorstandsmitglied ein außerordentliches Kündigungsrecht seines/ihres Dienstvertrags zu mit Anspruch auf die ausstehende Festvergütung für den Rest der vereinbarten Vertragslaufzeit oder eine zweifache Jahresvergütung – je nachdem, welcher Betrag höher ist. Darüber hinaus werden in einem solchen Fall alle gewährten Aktienoptionen und Wandelschuldverschreibungen mit sofortiger Wirkung ausübbar.

Ver änderung in der Zusammensetzung des Vorstands

Im September 2010 traf das Unternehmen mit seinem Finanzvorstand Herrn Dave Lemus ein gegenseitiges Abkommen hinsichtlich der Beendigung seiner mehr als 13-jährigen Tätigkeit als Finanzvorstand bei MorphoSys und dem anschließenden, nahtlosen Übergang seiner Funktionen auf einen Nachfolger. Gemäß dieser Vereinbarung hat Herr Lemus Anspruch auf die im Rahmen seines Dienstvertrags vereinbarte Vergütung bis zum 30. Juni 2011. Ferner wird Herr Lemus eine vertraglich vereinbarte Einmalzahlung in Höhe seines jährlichen Brutto-Festgehalts von 264.238 € erhalten sowie einen aus den durchschnittlichen Prämien der Jahre 2009 und 2010 errechneten Bonus in Höhe von 144.053 €. Darüber hinaus wurden alle Aktienoptionen von Herrn Lemus aus den Jahren 2008 und 2009 vorzeitig unwiderruflich übertragen.

Vergütung des Aufsichtsr ats

Die Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats unterliegt den Bestimmungen der Satzung der Gesellschaft, deren aktuelle Fassung von den Aktionären auf der Hauptversammlung am 21. Mai 2010 verabschiedet wurde, und den entsprechenden Hauptversammlungsbeschlüssen der Aktionäre zur Vergütung des Aufsichtsrats. Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhielten im Geschäftsjahr 2010 eine feste Vergütung sowie Sitzungsgelder für die Teilnahme an Aufsichtsrats- und Ausschusssitzungen. Die Gesamtvergütung bemisst sich nach den Verantwortlichkeiten und dem Aufgabenumfang der Aufsichtsratsmitglieder sowie nach der wirtschaftlichen Lage und Entwicklung der Gesellschaft.

Im Geschäftsjahr 2010 erhielten die Mitglieder des Aufsichtsrats insgesamt 382.750 € (2009: 374.333 €), ohne Erstattung von Reisekosten. Dieser Betrag setzt sich aus einer festen Vergütung und den variablen Vergütungen (Sitzungsgelder) zusammen.

Feste Vergütung Variable Vergütung Gesamtvergütung
in € 2010 2009 2010 2009 2010 2009
Dr. Gerald Möller 70.000 57.000 22.000 40.722 92.000 97.722
Prof. Dr. Jürgen Drews 57.750 43.278 15.000 27.778 72.750 71.056
Dr. Walter Blättler 39.500 29.556 18.000 11.000 57.500 40.556
Dr. Daniel Camus 36.500 28.500 19.000 28.333 55.500 56.833
Dr. Metin Colpan 36.500 28.500 10.000 21.333 46.500 49.833
Dr. Geoffrey N. Vernon 39.500 30.000 19.000 28.333 58.500 58.333
SAMT 279.750 216.834 103.000 157.499 382.750 374.333

Die nachfolgende Übersicht zeigt die Vergütung des Aufsichtsrats in detaillierter Form:

Angaben gemäSS Wertpapiererwerbs - und Übernahmegesetz Die nachfolgenden Angaben werden in Übereinstimmung mit § 315 Abs. 4 Handelsgesetzbuch (HGB) gemacht.

Zusammensetzung des Aktienk apitals

Am 31. Dezember 2010 betrug das Grundkapital der Gesellschaft 22.890.252,00 €, eingeteilt in 22.890.252 auf den Inhaber lautende, nennwertlose Aktien. Mit Ausnahme von 79.896 vom Unternehmen gehaltenen Aktien handelt es sich ausnahmslos um stimmberechtigte Stammaktien. Dem Vorstand sind keinerlei Beschränkungen hinsichtlich der Stimm- oder Übertragungsrechte der Aktien bekannt. Dies bezieht sich auch auf Beschränkungen, die sich aus Vereinbarungen zwischen Aktionären ergeben könnten. Der Gesellschaft sind keine direkten oder indirekten Beteiligungen an ihrem Grundkapital, die 10% der Stimmrechte übersteigen, gemäß § 21 Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) gemeldet worden. Es gibt keine Inhaber mit Sonderrechten oder einer sonstigen Stimmrechtskontrolle.

Kapitalanteile von mehr als 10 % der Stimmrechte

Es gibt keine direkte oder indirekte Kapitalbeteiligung an der Gesellschaft, die 10% der Stimmrechte übersteigt.

Bestellung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern, Satzungsänderungen

Gemäß § 6 der Satzung der Gesellschaft besteht der Vorstand aus mindestens zwei Mitgliedern, wobei der Aufsichtsrat die genaue Zahl der Vorstandsmitglieder bestimmt. Der Aufsichtsrat kann einen Vorstandsvorsitzenden sowie einen oder mehrere stellvertretende Vorsitzende des Vorstands ernennen. Gemäß § 20 der Satzung der Gesellschaft bedürfen Satzungsänderungen einer Mehrheit von mehr als 50% des auf der Hauptversammlung vertretenen stimmberechtigten Aktienkapitals, sofern nicht eine abweichende Mehrheit gesetzlich vorgeschrieben ist.

Ermächtigung des Vorstands zur Ausgabe von Aktien

Die Aktionäre haben dem Vorstand die nachfolgenden Befugnisse zur Ausgabe neuer Aktien oder Wandelschuldverschreibungen bzw. zum Rückkauf eigener Aktien erteilt:

  • a. Gemäß § 5 Abs. 5 der Satzung der Gesellschaft ist der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 30. April 2013 ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmalig oder mehrmals, insgesamt jedoch höchstens um bis zu 8.864.103,00 € durch Ausgabe von bis zu 8.864.103 neuen und auf den Inhaber lautenden nennwertlosen Stückaktien, zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2008-I). Der Vorstand ist berechtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre unter folgenden Bedingungen auszuschließen:
  • i. im Fall einer Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen, soweit dies zur Vermeidung von Spitzenbeträgen erforderlich ist; oder
  • ii. im Fall einer Kapitalerhöhung gegen Sacheinlagen, soweit die neuen Aktien zum Erwerb von Unternehmen, Beteiligungen an Unternehmen, Patenten, Lizenzen oder anderen gewerblichen Schutzrechten oder einer einen Betrieb bildenden Gesamtheit von Wirtschaftsgütern dienen; oder
  • iii. im Fall einer Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen, soweit die neuen Aktien im Zuge einer Börseneinführung an einer Wertpapierbörse platziert werden.

  • b. Gemäß § 5 Abs. 6 der Satzung der Gesellschaft ist der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 30. April 2013 ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft gegen Bareinlage einmalig oder mehrmals, insgesamt jedoch höchstens um bis zu 2.216.025,00 € durch Ausgabe von bis zu 2.216.025 neuen und auf den Inhaber lautenden nennwertlosen Stückaktien, zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2008-II). Der Vorstand ist berechtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre unter folgenden Bedingungen auszuschließen:

  • i. soweit dies zur Vermeidung von Spitzenbeträgen erforderlich ist; oder
  • ii. soweit der Ausgabepreis für die neuen Aktien nicht wesentlich unter dem Börsenkurs für bereits bestehende Aktien zum Ausgabezeitpunkt liegt.
  • c. Gemäß § 5 Abs. 6b der Satzung der Gesellschaft ist das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu 5.488.686,00 €, eingeteilt in bis zu 5.488.686 auf den Inhaber lautende nennwertlose Stückaktien, bedingt zu erhöhen (Bedingtes Kapital 2006-I). Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, als (i) die Inhaber von Optionen und/oder Wandelschuldverschreibungen von bis zum 30. April 2011 durch die Gesellschaft gemäß Hauptversammlungsbeschluss begebenen Options- und/oder Wandlungsrechen Gebrauch machen oder (ii) die Inhaber ihre Pflicht zur Wandlung erfüllen. Das gleiche trifft für Inhaber von Optionen und/oder Wandelschuldverschreibungen zu, die von in- oder ausländischen 100%igen Beteiligungsgesellschaften der Gesellschaft begeben wurden.
  • d. Des Weiteren gibt es ein Bedingtes Kapital 1999-I in Höhe von bis zu 90.729,00 € (§ 5 Abs. 6a der Satzung der Gesellschaft), ein Bedingtes Kapital 2003-II in Höhe von bis zu 820.464,00 € (§ 5 Absatz 6c der Satzung der Gesellschaft), ein Bedingtes Kapital 2008-II in Höhe von bis zu 1.115.691,00 € (§5 Absatz 6d der Satzung der Gesellschaft) und ein Bedingtes Kapital 2008-III in Höhe von bis zu 450.000,00 € (§ 5 Absatz 6e der Satzung der Gesellschaft). Diese Bedingten Kapitalia dienen der Ausgabe von Options- und Wandlungsrechten an Mitglieder des Vorstands und an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gesellschaft oder ihrer Beteiligungsgesellschaften.

Ermächtigung des Vorstands zum Rückk auf von Aktien

Die von der ordentlichen Hauptversammlung 2008 erteilte Ermächtigung der Gesellschaft zum Rückkauf eigener Aktien ist am 31. Oktober 2009 erloschen. Sie wurde durch die von der ordentlichen Hauptversammlung 2010 erteilte Ermächtigung zum Rückkauf eigener Aktien in Höhe von bis zu 10% des bestehenden Aktienkapitals (d.h. bis zu 2.289.025 Aktien) bis zum 30. April 2015 ersetzt.

Bestimmungen im Falle eines Eigentümerwechsels ("Change of Control")

Im Jahr 2007 haben MorphoSys und die Novartis Pharma AG ihre ursprüngliche Kooperationsvereinbarung aus dem Jahr 2004 auf dem Gebiet der pharmazeutischen Forschung erweitert. Nach dieser Vereinbarung ist die Novartis Pharma AG in bestimmten Fällen eines Eigentümerwechsels im Zusammenhang mit bestimmten Unternehmen berechtigt, aber nicht verpflichtet, verschiedene Maßnahmen zu ergreifen, wozu auch die teilweise oder vollständige Kündigung der Kooperationsvereinbarung zählt.

Als Eigentümerwechsel gilt der Erwerb von 30% oder mehr der Stimmrechte an der Gesellschaft im Sinne der §§ 29 und 30 des Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetzes (WpÜG). Die Kündigung der Kooperationsvereinbarung durch die Novartis Pharma AG könnte sich in erheblichem Maße nachteilig auf die zukünftige Liquiditätslage der Gesellschaft auswirken.

Vorkehrungen für Mitglieder des Vorstands für den Fall eines Eigentümerwechsels

Nach einem Eigentümerwechsel kann jedes Vorstandsmitglied seinen Anstellungsvertrag kündigen und die ausstehende Festvergütung bis zum Ende der Vertragslaufzeit oder eine zweifache Jahresvergütung – je nachdem, welcher Betrag höher ist – verlangen.

Des Weiteren gelten in einem solchen Fall alle gewährten Optionen und Wandelschuldverschreibungen als mit sofortiger Wirkung ausübbar. Letzteres trifft auch für einen Teil der Abteilungsleiter zu, denen Optionen oder Wandlungsrechte gewährt wurden.

Antikörper gegen das Multiple Myelom

Das Multiple Myelom entsteht aus entarteten B-Zellen des Immunsystems, die normalerweise für die Produktion von Antikörpern zuständig sind. Die bösartigen Zellen verdrängen andere gesunde Zellen des blutbildenden Systems und greifen zusätzlich die Knochensubstanz an. Die Krankheit gilt als zweithäufigste Form unter den Blutkrebsarten.

MorphoSys' Antikörperprogramm MOR202 soll im Jahr 2011 eine klinische Studie der Phase 1 durchlaufen. Zusätzlich werden in Zusammenarbeit mit dem Klinikum rechts der Isar Fragestellungen zu einem individuellen Therapieansatz verfolgt.

Das Oberflächenmolekül CD38 findet sich in hoher Konzentration auf der Oberfläche von Multiplen Myelomzellen. Der Antikörper MOR202 bindet an CD38 und markiert die Zellen für das Immunsystem als Krankheitsherd. Bei primärem Patienten-Tumormaterial konnte in präklinischen Studien gezeigt werden, dass der Antikörper in der Lage ist, Multiple Myelomzellen effizient abzutöten.

Risiken und Chancen

Risikomanagement und Controlling

MorphoSys hat über alle seine Geschäftsbereiche, Tochtergesellschaften, Funktionen und Abläufe hinweg ein umfassendes und effizientes System eingerichtet, um Risiken erkennen, bewerten, übermitteln und bewältigen zu können. Aufgabe des Risikomanagements ist es, Risiken so früh wie möglich zu erkennen, betriebliche Verluste mit geeigneten Maßnahmen so gering wie möglich zu halten und die Existenz der Gesellschaft gefährdende Risiken zu vermeiden. Risikobewertungen finden zweimal im Jahr im Rahmen eines systematischen Prozesses statt, der sicherstellt, dass alle wesentlichen Risiken der verschiedenen MorphoSys-Geschäftsbereiche und auf Konzernebene einbezogen werden. Alle Risiken sind Risikoverantwortlichen eindeutig zugeordnet, die (abhängig von der Bedeutung des jeweiligen Risikos) meist der zweiten Führungsebene von MorphoSys angehören. Risiken werden nach ihrer quantifizierbaren Auswirkung für den MorphoSys-Konzern beurteilt, ohne dass eine Kontrollmaßnahme bereits ergriffen oder der Prozess zur Abmilderung des Risikos bereits in Gang gesetzt wurde. MorphoSys unterscheidet zwischen eher kurzfristigen Risiken, die die Gesellschaft innerhalb der nächsten zwölf Monate treffen könnten, und längerfristigen strategischen Risiken, die für die MorphoSys-Programme zur Eigenproduktentwicklung mit ihren Entwicklungszeiten von 10 bis 15 Jahren besonders wichtig sind. Der Risikomanagementbericht wird im Vorstand und gemeinsam mit dem Aufsichtsrat erörtert. Um sicherzustellen, dass das Risikomanagementsystem stets auf dem neuesten Stand ist, wird es regelmäßig von externen Beratern überprüft und mit dem Abschlussprüfer diskutiert. Neben dem regelmäßigen Risikomanagementprozess werden unvorhergesehene Risiken erörtert und kurzfristig Gegenmaßnahmen ergriffen.

Risiken

MorphoSys ist ein weltweit tätiges Unternehmen. Von besonderer Bedeutung ist, dass seine Kunden und die Endmärkte für seine Antikörper von globalen Entwicklungen betroffen sind. Die Beschaffenheit seiner Branche macht es MorphoSys unmöglich, Risiken vollständig zu vermeiden. Die Gesellschaft wählt die Branchen, in denen sie sich betätigt, sorgfältig aus und nimmt Risiken in Kauf, die sich mit ihrer Unternehmensstrategie in Einklang bringen lassen. Jedes dieser Risiken könnte erhebliche negative Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit, die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie die Zukunftsaussichten von MorphoSys haben.

Kurzfristige Risiken

MorphoSys ist den typischen Branchen- und Marktrisiken ausgesetzt, die mit der Entwicklung menschlicher Antikörper für den Einsatz in Forschung, Diagnostik und Therapie einhergehen. Zu den

wichtigsten kurzfristigen Risiken gehören vor allem die Risiken aus der Verfehlung der Umsatzerwartungen, abgeleitet aus bestehendem Geschäft mit Partnern oder von neuen Produktangeboten, die ständig weiterentwickelt werden. Das größte kurzfristige Risiko für die Erreichung der prognostizierten Umsätze und Ergebnisse ist, dass Entwicklungsmeilensteine in Partnerprogrammen nicht erreicht werden, was zu einem Ausfall der daran geknüpften Meilensteinzahlungen führen würde. Da es nicht im Einflussbereich von MorphoSys liegt, diese Meilensteine zu erreichen, nutzt die Gesellschaft ein Standardverfahren, um den Fortschritt eines jeden entwickelten Wirkstoffs beim Partner zu überwachen und regelmäßig über den Status zu berichten. Dadurch erlangt MorphoSys frühzeitig Kenntnis über Abweichungen von der Zielsetzung und kann sie in seiner regelmäßigen vierteljährlichen Planaktualisierung berücksichtigen. Daneben liegt ein Risiko für die künftige Entwicklung von MorphoSys darin, dass Projekte in einer geringeren Zahl (oder zu ungünstigeren Konditionen) als geplant durchgeführt werden. Um solche Risiken zu minimieren, unterhält MorphoSys mit seinen Partnern intensive Geschäftsverbindungen. Daneben werden Marktentwicklungen und typische Rahmenbedingungen anhand verschiedener Informationen, z.B. in Bezug auf Marktkenntnis, Kunden und Experten, diskutiert. Dies geschieht auf fortlaufender Basis und bildet die Grundlage für die Umsatzschätzungen der beiden therapeutischen Segmente.

Auch Risiken in Verbindung mit geistigem Eigentum gelten für Produkte, die unter Einsatz der firmeneigenen Technologien von MorphoSys entwickelt werden, als sehr wesentlich. Zur Abmilderung der Risiken, wie beispielsweise von Dritten eingereichte Klage gegen die Technologieplattform der Gesellschaft oder von Dritten benötigte weitere Lizenzen, um die Technologieplattform anwenden zu können, untersucht und analysiert MorphoSys fortlaufend veröffentlichte Patente und Patentanmeldungen. Entsprechende Funde werden beobachtet und es werden Umgehungsstrategien für möglicherweise relevante Patente entwickelt, bevor diese erteilt werden. Auf diese Weise kann sichergestellt werden, dass MorphoSys seine Handlungsfreiheit in Bezug auf seine firmeneigene Technologieplattform bewahrt. Diese Strategie hat sich in den letzten Jahren für die Gesellschaft als sehr erfolgreich erwiesen.

Langfristige Risiken

Die größten langfristigen Risiken für MorphoSys werden in der firmeneigenen Entwicklungspipeline gesehen. MorphoSys hat in den letzten Jahren seine Investitionen in die klinischen und präklinischen Programme erhöht. Ein Scheitern dieser Programme vor der

geplanten Auslizenzierung als Folge unzureichender klinischer Wirksamkeit ist ein unvermeidbares Risiko für diese Aktivitäten. Da MorphoSys nicht davon ausgehen kann, dass die im Rahmen seiner eigenen Entwicklungsprogramme gewonnenen Daten auch immer zu positiven Resultaten in Bezug auf die getesteten Krankheitsbereiche und Behandlungsmethoden führen, werden die klinischen Entwicklungspläne mit größter Sorgfalt konzipiert. Sie müssen dem Stand der Technik entsprechen und die besten Chancen auf Daten bieten, die signifikante und ausreichend gute Ergebnisse liefern, um Behörden und potenzielle Partner von den Erfolgschancen des jeweiligen Programms zu überzeugen. Wenngleich diese Risiken nicht zwingend in die Kurzfristbetrachtung einbezogen werden müssen und wahrscheinlich auch nicht den Fortbestand von MorphoSys als Konzern gefährden, könnten sie seiner langfristigen Zukunftsperspektive schaden, ein führender Medikamentenentwickler zu werden und werthaltige Produkte im fortgeschrittenen klinischen Stadium an seine pharmazeutischen Partner auszulizenzieren, wodurch Werte für seine Aktionäre und für andere Interessengruppen geschaffen werden.

Allgemeine Aussagen zu den Konzernrisiken von MorphoSys

Nach unserer jüngsten Bewertung der Risiken im MorphoSys-Konzern sehen wir keine negativen Abweichungen zu den in den anderen Kapiteln dieses Geschäftsberichts gegebenen Einschätzungen. Wir halten die Risiken für beherrschbar und den Fortbestand des MorphoSys-Konzerns zum Erstellungszeitpunkt des vorliegenden Berichts für nicht gefährdet. Diese Einschätzung gilt für jede einzelne Konzerngesellschaft wie auch für den MorphoSys-Konzern als Ganzes. Unterstellt man, dass sich das geschäftliche, finanzielle und regulatorische Umfeld weltweit nicht weiter verschlechtert, so sieht sich MorphoSys für die künftigen Herausforderungen gut gerüstet.

Chancen

Dank seiner international ausgerichteten strategischen Positionierung verfügt MorphoSys für die kommenden Jahre über gute Wachstumsaussichten. Durch die Ausweitung seiner Expertise bei der Identifizierung, Charakterisierung, Produktion und klinischen Entwicklung von therapeutischen Antikörpern kann MorphoSys sein Profil im Gesundheitssektor systematisch schärfen. Daneben ist das Segment AbD Serotec bemüht, seinen Marktanteil bei Antikörpern für Forschung und Diagnostik auszuweiten.

Die Antikörpertechnologien von MorphoSys bieten bei der Entwicklung und Optimierung von therapeutischen Antikörpern entscheidende Vorteile, die im Medikamentenentwicklungsprozess langfristig zu größeren Erfolgschancen und niedrigeren Ausfallraten

führen sollten. Auf dem Gebiet der Forschung und Diagnostik bieten die Technologien darüber hinaus deutliche Vorteile bei der Entwicklung von Antikörpern für den Einsatz als Reagenzien in Forschung und Diagnostik.

Allgemeine Aussage zu den Chancen

Aufgrund der steigenden Lebenserwartung der Bevölkerung in den Industriestaaten und des wachsenden Verstehens von Krankheiten bleibt der Bedarf an innovativen Therapeutika und wirksamen Technologien sehr hoch. Der wachsenden Nachfrage nach neuen Behandlungsmöglichkeiten kann nicht allein mit der Anwendung bestehender Therapieformen Rechnung getragen werden; sie verlangt auch nach neuen Therapien. Diese beruhen auf dem besseren Verständnis der biologischen Abläufe von Krankheiten und der Anwendung neuer Technologien. Innovative neue Produkte wie beispielsweise vollständig menschliche Antikörper sind in den letzten Jahren auf den Markt gekommen, die therapeutische Ansätze verändern und die Lebensqualität von Patienten verbessern. Ferner verstärken infolge des starken Wettbewerbs durch Generika nahezu alle Pharmaunternehmen ihr Engagement im Bereich biotechnologisch entwickelter Medikamente wie menschliche Antikörper. Therapieformen auf der Basis biologischer Wirkstoffe sind weniger dem Wettbewerb durch Generika ausgesetzt als z.B. kleine Moleküle, da die Herstellung dieser biologischen Wirkstoffe weitaus komplexer ist. Um die Entwicklungspipeline zu füllen, engagieren sich alle bedeutenden Pharmaunternehmen in biologischen Therapien. Daher sind die Nachfrage nach Antikörpern und das Interesse der Branche an dieser Medikamentenklasse in den letzten 12 bis 36 Monaten enorm gestiegen, was verschiedene Akquisitionen und bedeutende Lizenzvereinbarungen auf diesem Gebiet deutlich belegen. Nicht allein die Verwendung von Antikörpern in der Therapie, sondern auch für Forschungszwecke und für diagnostische Anwendungen bedeutet nachhaltige Wachstumschancen für MorphoSys.

Marktchancen

MorphoSys ist der Ansicht, dass seine Antikörperplattformen HuCAL und arYla dazu genutzt werden können, um Produkte zu entwickeln, die einen erheblichen ungedeckten medizinischen Bedarf adressieren und um neue Werkzeuge für Forschung und Diagnostik preiswerter und schneller bereitzustellen.

Ther apeutische Antikörper – Partnered Discovery

Durch die Zusammenarbeit mit einer Reihe von Unternehmen bei der Medikamentenentwicklung konnte MorphoSys sein Risikoprofil deutlich senken. Bei derzeit laufenden 65 Entwicklungsprogrammen für therapeutische Antikörper, die zusammen mit Partnern betrieben werden, werden die Chancen, finanziell an der Vermarktung eines Medikaments oder mehrerer Medikamente zu partizipieren, für MorphoSys zunehmend wahrscheinlicher.

MorphoSys wird seine mit Partnern betriebene Antikörperpipeline weiter ausbauen. Darüber hinaus könnte MorphoSys im Bereich entzündlicher Erkrankungen weitere Partnerschaften auf Honorarbasis schließen und Partnerschaften für neuartige Technologien wie z.B. Slonomics und arYla eingehen.

Ther apeutische Antikörper – Proprietary Development

Durch seine Partner, insbesondere Novartis mit seinem in den kommenden Jahren vertraglich zugesicherten Mittelzufluss für MorphoSys, kann sich das Unternehmen noch mehr auf die Stärkung seiner firmeneigenen Pipeline konzentrieren. MorphoSys wird seine firmeneigene Pipeline durch den Start von de-novo-Programmen und weiteren gemeinsam mit Partnern betriebenen Entwicklungsprogrammen weiter ausbauen. Darüber hinaus sucht die Gesellschaft Chancen zur Einlizenzierung interessanter Zielmoleküle und möglicher Medikamentenkandidaten.

MorphoSys geht zwar mit der Entwicklung firmeneigener Wirkstoffe ein höheres Risiko ein, kann dafür jedoch für viel versprechende Medikamentenkandidaten einen höheren wirtschaftlichen Gegenwert erzielen, als dies im Partnergeschäft möglich wäre. Es ist davon auszugehen, dass die Pharmaindustrie ihre Einlizenzierungen weiter erhöhen wird, um ihre Pipelines mit neuen Produkten aufzufüllen und wichtige Medikamente, deren Patentschutz ausläuft, durch neue zu ersetzen.

AbD Serotec

Antikörper sind wichtige Komponenten in der wissenschaftlichen Forschung und der modernen diagnostischen Praxis. Nach einer Studie von BioCompare aus dem Jahr 2009 entfallen heute rund 20% des gesamten Diagnostikmarkts auf Antikörperprodukte, die weltweit Umsätze in Höhe von rund 8 Mrd. US\$ erwirtschaften. Mit der Unterzeichnung mehrerer neuer Lieferverträge mit Diagnostikunternehmen ist AbD Serotec im Jahr 2010 deutlich weiter in diesen viel versprechenden Sektor vorgedrungen. Es besteht ein zunehmender Bedarf an Diagnostika, mit denen Patienten in Unterpopulationen identifiziert werden können, die von der Behandlung mit einem speziellen Medikament profitieren würden oder mit denen der Erfolg einer Behandlungsmethode kontrolliert wird.

Technologieentwicklung

MorphoSys investiert weiter in seine bestehenden und in neue Technologien, um seinen Spitzenplatz als technologisch führendes Unternehmen zu wahren. Dieser technologische Fortschritt kann die Gesellschaft in die Lage versetzen, ihre Partnerliste weiter auszubauen und sowohl das Tempo als auch die Erfolgsrate seiner mit Partnern betriebenen und seiner firmeneigenen Medikamentenentwicklungsprogramme zu steigern.

Akquisitionschancen

MorphoSys hat in der Vergangenheit seine Fähigkeit bewiesen, Akquisitionen durchzuführen und so sein Wachstum zu beschleunigen. Unter Beweis gestellt hat MorphoSys dies in 2010 mit dem Erwerb der Sloning BioTechnology GmbH und einige Wochen später durch die Unterzeichnung eines bedeutenden Lizenzabkommens für die neu erworbene Slonomics-Technologie. MorphoSys könnte diese Akquisitionsstrategie erneut einsetzen, um seinen Marktanteil auszubauen, sich Zugang zu Patenten und Lizenzen für die firmeneigene Technologie- und Produktentwicklung zu sichern und damit starkes organisches Wachstum zu generieren.

Nachtragsbericht

Es haben sich keine berichtspflichtigen Vorkommnisse ereignet.

Ausblick und Prognose

Der MorphoSys-Konzern entwickelt neuartige Antikörper für therapeutische, diagnostische und Forschungszwecke.

Das Unternehmen konzentriert sich auf den Einsatz seiner Technologien in rasch wachsenden und innovationsgetriebenen Bereichen des Gesundheitssektors. Die Geschäftsleitung beabsichtigt, die Maßnahmen der Gesellschaft zur Entwicklung eigener Medikamente auf eine noch breitere Basis zu stellen, indem sie Chancen im Markt für therapeutische Antikörper nutzt. Darüber hinaus strebt MorphoSys die Erhöhung seines Marktanteils auf dem Gebiet der Forschung und Diagnostik an, wobei insbesondere der Markt für Diagnostika für die Technologien der Gesellschaft noch weitgehend unerschlossen ist.

Gesamtaussage zur vor aussichtlichen Entwicklung

MorphoSys besitzt etablierte und validierte Technologien. Im therapeutischen Bereich trägt die Vermarktung dieser Technologien vertraglich zugesicherte Mittelzuflüsse aus langfristigen Partnerschaften mit großen Pharmaunternehmen bei. Strategischer Fokus ist der Aufbau einer breiten und nachhaltigen Pipeline innovativer Antikörpermedikamentenkandidaten mit Partnern und in Eigenregie. Durch ihr Segment AbD Serotec verfügt die Gesellschaft über ein umfangreiches Kundennetzwerk. Das Segment AbD Serotec ist im Diagnostikmarkt gut etabliert und bietet innovative Antikörper für die Erschließung neuer diagnostischer Anwendungen.

Stabile Cashflows und eine starke Liquiditätsposition ermöglichen es der Gesellschaft, ihre Geschäftstätigkeit durch Investitionen in die Entwicklung eigener Medikamente und Technologien weiter auszubauen.

Der Vorstand rechnet für MorphoSys in den jeweiligen Märkten mit den folgenden Entwicklungen:

  • MorphoSys wird weiterhin in die Technologieentwicklung investieren, um seinen Spitzenplatz im Bereich der Antikörpertechnologien zu halten. Die Gesellschaft erwartet, weitere kommerzielle Kooperationen auf der Basis ihrer firmeneigenen Technologien und in Kombination mit den Technologien der kürzlich erworbenen Sloning BioTechnology GmbH zu unterzeichnen.
  • Die Nachfrage nach Antikörpern für neue Behandlungsmethoden ist nach wie vor hoch und erlaubt der Gesellschaft, ihre Pipeline therapeutischer Antikörper im Rahmen ihrer Partnerschaften sowie in Eigenregie auszuweiten.
  • Die Pharmaindustrie ist weiterhin auf der Suche nach Möglichkeiten zur Einlizenzierung, um sich Zugang zu viel versprechenden Produktkandidaten zu verschaffen. Wird für einen firmeneigenen Medikamentenkandidaten der Nachweis klinischer Wirksamkeit erbracht, könnten lukrative Vertragskonditionen erzielt werden.
  • Das Segment AbD Serotec konzentriert sich nun in zunehmendem Maße auf diagnostische Anwendungen auf Basis der Technologien von MorphoSys. Neue Technologien bei der Herstellung von Antikörpern haben einen bislang untergeordneten Einfluss auf den Markt für diagnostische Antikörper gehabt. Seine Fähigkeit, herausragende Antikörper für diagnostische Anwendungen bereitzustellen, macht AbD Serotec für dieses Marktsegment zunehmend attraktiv. Das Management von AbD Serotec ist hinsichtlich der künftigen Wachstumschancen auf der Basis bestehender Forschungskooperationen mit führenden Diagnostikunternehmen zuversichtlich.

Str ategischer Ausblick

Das Geschäftsmodell von MorphoSys basiert auf dessen firmeneigenen Technologien einschließlich HuCAL und der kürzlich auf den Markt gebrachten arYla-Technologie.

Die Entwicklung therapeutischer Antikörper im Rahmen von Partnerschaften wird ein wichtiger Teil der Strategie von MorphoSys bleiben. Die mit Partnern betriebene Pipeline für Therapeutika soll in den kommenden Jahren weiter wachsen und reifen. Die außerordentliche Breite dieser Pipeline verspricht in den kommenden Jahren eine beträchtliche Anzahl vermarkteter therapeutischer Antikörper hervorzubringen.

In ihrem Segment Proprietary Development beabsichtigt die Gesellschaft, therapeutische Antikörper in den Bereichen entzündlicher Erkrankungen und Onkologie auf eigene Rechnung zu entwickeln. Für die nahe Zukunft ist geplant, Medikamentenkandidaten bis zum Nachweis der klinischen Wirksamkeit zu entwickeln, bevor ein Partner für die Vermarktung gesucht wird. Die firmeneigene Pipeline soll jedoch nicht allein durch den Start von de-novo-Programmen erweitert werden, sondern auch, indem durch zusätzliche Einlizenzierungen der Zugang zu interessanten Zielmolekülen gesichert wird. Die Ergänzung des Unternehmensportfolios durch MOR208 war ein gutes Beispiel hierfür. Ferner wird MorphoSys seine firmeneigene Pipeline durch den Start zusätzlicher gemeinschaftlicher Entwicklungsprogramme (co-development) im Rahmen seiner Kooperationen mit Novartis und Galapagos, möglicherweise aber auch mit anderen Biotechnologie- oder Pharmaunternehmen, weiter diversifizieren.

Das Segment Partnered Discovery erwirtschaftet auf der Basis langfristiger Entwicklungskooperationen von MorphoSys vertraglich zugesicherte Mittelzuflüsse. Auf absehbare Zeit wird MorphoSys den Großteil dieser Cashflows weiter investieren, um das Segment Proprietary Development auszubauen und zu stärken. Wachstumschancen in diesem Bereich werden durch den Fortschritt bestehender Wirkstoffprogramme erwartet sowie durch neue Partnerschaften auf Honorarbasis auf dem Gebiet der Infektionserkrankungen und die Kommerzialisierung neuer Technologien, einschließlich akquirierter, wie beispielsweise Sloning.

Das Segment AbD Serotec ist bestrebt, seinen Marktanteil auf dem Gebiet Forschung und Diagnostik zu erhöhen. Das Management von AbD Serotec beabsichtigt, sich weiter auf den hochrentablen Einsatz der HuCAL-Technologie, insbesondere im Bereich Diagnostik, zu konzentrieren.

Vor aussichtliche Konjunkturentwicklung

Es wird erwartet, dass sich der weltweite wirtschaftliche Aufschwung auch im Jahr 2011 fortsetzen wird. In einer Vorschau auf ihren Konjunkturbericht für 2011 Anfang Dezember prognostizierten die Vereinten Nationen ein Wachstum der Weltwirtschaft von 3,1% in 2011 und 3,5% in 2012. Jedoch wird infolge des Auslaufens etlicher Konjunkturbelebungsprogramme und der Notwendigkeit zur Konsolidierung der Staatsbudgets das weltweite Wirtschaftswachstum in 2011 niedriger ausfallen als in 2010. Risiken für das Wirtschaftswachstum liegen in einem möglicherweise stärkeren Konjunkturrückgang in den USA, in Wechselkursentwicklungen, in der Schuldenkrise vieler Länder, im anhaltend hohen Wertberichtigungsbedarf im Bankensektor und in den Rohstoffpreisen.

Die Pharmabranche und der Gesundheitssektor waren in der Vergangenheit aufgrund der ständig steigenden Nachfrage nach innovativen Behandlungsmethoden relativ immun gegen konjunkturelle Abschwünge. Dennoch sehen sich Pharmaunternehmen Herausforderungen ausgesetzt wie niedrige F&E-Effizienz, staatlich verordnete Preissenkungen und Patentabläufe.

Vor aussichtliche Entwicklung des Gesundheitssektors

Die Pharmabranche sieht sich noch nie dagewesenen Veränderungen ausgesetzt. Patentabläufe, mangelnder Nachschub für die Produktpipeline und der Kostendruck als Folge der Gesundheitsreformen in Europa und den USA setzen die Branche zunehmend unter Druck. Nach Angaben des US-Marktforschungsinstituts IMS Health werden Medikamente mit Umsätzen von rund 135 Mrd.US\$ bis 2013 ihren Patentschutz verlieren. In der Geschichte der Branche ist dies der größte Rückgang. Die Pharmaindustrie erwirtschaftet derzeit weltweit Umsätze von insgesamt rund 800 Mrd. US\$.

Für die Biotechnologiebranche wird der Zugang zu frischem Kapital eine der wesentlichen Herausforderungen bleiben. Während sich im Jahr 2010 das Börsenklima für die Biotechnologie in den USA allgemein aufhellte, ist in Europa das Fenster für Börsengänge (IPOs) weiter geschlossen. Allgemein sind die Erwartungen für 2011 erneut günstiger. Die Notwendigkeit für größere Pharmaunternehmen, ihre Pipelines mit innovativen Therapien anzureichern, könnte zu einem weiteren Anstieg der M&A-Aktivitäten, Kooperationsabkommen und Lizenzvergaben führen – eine Entwicklung, die sich bereits in den Jahren 2009 und 2010 beschleunigt hat.

Vor aussichtliche Geschäftsentwicklung

Mit den für die kommenden Jahre vertraglich gesicherten Mittelzuflüssen aus dem Novartis-Vertrag und neuen kommerziellen Möglichkeiten durch den Erwerb von Sloning wird sich MorphoSys weiter auf die Ausweitung seiner Partner- und firmeneigenen Entwicklungspipelines konzentrieren. Im Segment Partnered Discovery wird die Zahl der Programme voraussichtlich weiter steigen. Für die nächsten Jahre geht die Gesellschaft davon aus, im Durchschnitt jährlich rund zehn neue Partnerprogramme zu starten.

Die Geschäftsleitung von MorphoSys sieht zahlreiche Möglichkeiten, die eigenen Produktentwicklungsaktivitäten weiter auszubauen: der Start von de-novo-Programmen, die Einlizenzierung bestehender Produktkandidaten sowie gemeinsame Entwicklungsaktivitäten mit Novartis, Galapagos und/oder anderen Partnern stellen viel versprechende Chancen für MorphoSys dar.

In Bezug auf MOR103, das am weitesten fortgeschrittene Entwicklungsprogramm in MorphoSys' firmeneigener Pipeline, erwartet die Gesellschaft für die erste Jahreshälfte 2012 die abschließenden Ergebnisse der laufenden Phase 1b/2a-Studie. Ausgehend von der Annahme, dass die klinische Erprobung wie geplant verläuft und der Nachweis der klinischen Wirksamkeit erbracht werden kann, könnte eine Kooperationsvereinbarung noch im gleichen Jahr geschlossen werden. MorphoSys plant in 2011 den Beginn einer Sicherheitsstudie für MOR103 für eine zweite Indikation und zwar für multiple Sklerose. Parallel dazu laufen Vorbereitungen für eine pharmakokinetische Studie für subkutane Verabreichungen. Die Auslizenzierung anderer selbstentwickelter Wirkstoffe ist nicht vor 2013 vorgesehen.

Das Segment AbD Serotec ist bemüht, weiterhin stärker als der Markt zu wachsen. Trotz der weltweiten Konjunkturschwäche rechnet das Management von AbD Serotec für die kommenden Jahre bei konstanten Wechselkursen mit Wachstumsraten von rund 10%. Im Jahr 2011 wird die Gewinnmarge gegenüber 2010 sinken. Gründe hierfür sind gestiegene Personalkosten und Investitionen in die Infrastruktur. Dessen ungeachtet werden für die folgenden Jahre wieder steigende Gewinnmargen des Segments erwartet.

Vor aussichtliche Personalentwicklung

MorphoSys wird seine Personalkapazitäten für die firmeneigene und die mit Partnern betriebene Entwicklung durch zusätzliche Expertise und zusätzliches Personal weiter ausbauen. Die Wachstumsrate wird jedoch im Vergleich zu 2010 niedriger ausfallen.

Künftige Forschung und Entwicklung

Das F&E-Budget der Gesellschaft für die firmeneigene Medikamentenentwicklung wird sich ungefähr im Einklang mit dem Umsatzanstieg weiter erhöhen. Für 2011 plant MorphoSys Investitionen in die firmeneigene Produkt- und Technologieentwicklung zwischen 40 Mio. € und 45 Mio. €. Der überwiegende Teil dieser Investitionen wird in die klinische und präklinische Entwicklung der am weitesten fortgeschrittenen Medikamentenkandidaten fließen. Der Trend zu höheren Investitionen wird sich voraussichtlich auch in 2012 und den Folgejahren in Abhängigkeit vom Stand der firmeneigenen Medikamentenpipeline und der Umsatzentwicklung fortsetzen. Dessen ungeachtet ist die Gesellschaft unverändert entschlossen, profitabel zu bleiben.

Zu den für 2011 geplanten Schritten für die firmeneigene Pipeline der Gesellschaft werden voraussichtlich zählen:

  • Abschluss der Rekrutierung von Patienten mit rheumatoider Arthritis für die Phase 1b/2a-Studie für den Leitwirkstoff MOR103
  • Einreichung des Antrags zum Start einer klinischen Phase 1b-Sicherheitsstudie für multiple Sklerose als zweite Indikation für MOR103
  • Start der Einbindung von Patienten mit multiplem Myelom in eine Phase 1b/2-Studie für MOR202
  • Weitere Einbindung von Patienten mit CLL/SLL in eine von Xencor, Inc. finanzierte Studie der Phase 1b/2 für MOR208.

Für 2011 ist kein weiterer Ausbau der firmeneigenen Pipeline geplant. Die Gesellschaft rechnet bis Ende 2011 mit insgesamt bis zu zehn firmeneigenen Wirkstoffen.

In Bezug auf das Segment AbD Serotec ist profitables Wachstum auf der Grundlage innovativer Produkte und Dienstleistungen das Hauptziel. Die Diagnostikbranche bietet die attraktivsten Wachstumschancen und wird damit zunehmend stärker in den Fokus des Segments rücken. Im Jahr 2010 wurden mehrere Machbarkeitsstudien durchgeführt, die in den Jahren 2011 und 2012 zum Abschluss umfangreicherer Kooperationen führen könnten.

Vor aussichtliche Entwicklung der Finanz- und Liquiditätslage

Die Geschäftsleitung von MorphoSys strebt für die Jahre 2011 und 2012 ein durchschnittliches jährliches Umsatzwachstum von über 10% an. Für das Jahr 2011 rechnet die Geschäftsleitung mit einem Konzernumsatz von mehr als 105 Mio. € und damit mit einem Umsatzwachstum von mehr als 20%. In der Zukunft wird das Umsatzwachstum in stärkerem Maße von der Auslizenzierung firmeneigener Produkte wie MOR103, MOR208 und MOR202 sowie von steigenden Meilensteinzahlungen und Tantiemen abhängen, wenn sich zusammen mit Partnern entwickelte HuCAL-Antikörper weiter entwickeln und auf den Markt kommen. Die Umsatzaufteilung der Gesellschaft auf ihre beiden Segmente für therapeutische Antikörper und ihr Segment AbD Serotec wird sich im Jahr 2011 im Vergleich zum Vorjahr voraussichtlich leicht in Richtung der therapeutischen Segmente verschieben.

Beim Segment Partnered Discovery handelt es sich um eine hochprofitable Geschäftseinheit. Zumindest in den nächsten sechs Jahren werden langfristige Kooperationen die Gesellschaft mit vertraglich gesicherten Mittelzuflüssen versorgen.

Auf der Basis der aktuellen Planung der Geschäftsleitung werden sich die betrieblichen Aufwendungen des Konzerns in den Jahren 2011 und 2012 – einen entsprechenden Umsatzanstieg vorausgesetzt – vermutlich erhöhen. Die Kosten für Vertrieb, Allgemeines und Verwaltung werden voraussichtlich nur leicht steigen. MorphoSys plant eine Erhöhung seiner Investitionen in die firmeneigene Antikörperpipeline, insbesondere in MOR103, MOR208 und MOR202, in zusätzliche de-novo-Erforschungsprogramme sowie in gemeinsame Entwicklungskooperationen (co-development).

Auf der Basis der aktuellen Planung geht MorphoSys davon aus, in den Jahren 2011 und 2012 erneut operative Gewinne ausweisen zu können. Für 2011 rechnet die Gesellschaft mit einem Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von mindestens 10 Mio. € und erwartet, auch in 2012 profitabel zu bleiben.

Das Segment AbD Serotec verzeichnete in 2009 und 2010 jeweils ein Umsatzwachstum mit einer Gewinnmarge von rund 5% bzw. 6%. Für 2011 erwartet die Geschäftsleitung Umsatzerlöse von rund 22 Mio. €, wobei die Gewinnmarge einmalig infolge von höheren Personalkosten und Investitionen in die Infrastruktur zurückgehen wird. Es wird erwartet, dass die Herstellungskosten des Segments AbD Serotec dem Umsatzwachstum entsprechend steigen, während sich die Segmentskosten für Vertrieb, Allgemeines und Verwaltung voraussichtlich nur leicht erhöhen werden. Unter Annahme konstanter Wechselkurse rechnet die Geschäftsleitung des Segments für 2012 damit, den Umsatz um durchschnittlich mindestens 10% steigern zu können, bei gleichzeitiger Margenverbesserung.

Am Ende des Geschäftsjahres 2010 belief sich die Liquiditätsposition von MorphoSys auf 108,4 Mio. €. Trotz der durch die weltweite Finanzkrise erschwerten Rahmenbedingungen verfügt MorphoSys über eine solide Finanzbasis. MorphoSys sieht in seiner starken Liquiditätsposition einen Vorteil, der zur Beschleunigung seines zukünftigen Wachstums durch strategische Maßnahmen genutzt werden kann; die Einlizenzierung von MOR208 und die Akquisition der Sloning BioTechnology GmbH sind gute Beispiele hierfür.

Dividende

Erstmals weist der deutsche Einzelabschluss von MorphoSys einen Bilanzgewinn für eine Ausschüttung aus. Dessen ungeachtet und im Einklang mit der gängigen Praxis in der Biotechnologiebranche geht MorphoSys für die absehbare Zukunft nicht davon aus, eine Dividende auszuschütten. Die erzielten Gewinne aus der Geschäftstätigkeit sollen weitgehend in die operative Geschäftstätigkeit – überwiegend in die Entwicklung firmeneigener Medikamente – reinvestiert werden, um weiterhin Shareholder Value zu schaffen und Wachstumschancen zu eröffnen. MorphoSys plant jedoch, Aktien vom Markt zurückzukaufen und für ein neues, langfristiges Bonussystem für das Management einzusetzen.

Dieser Ausblick zieht alle Faktoren in Betracht, die zum Zeitpunkt der Erstellung des Jahresabschlusses bekannt sind und unser Geschäft in 2011 und in der weiteren Zukunft beeinflussen könnten, und beruht auf den Annahmen des Vorstands. Zukünftige Resultate können von den Erwartungen, die im Kapitel Ausblick beschrieben werden, abweichen. Die wichtigsten Risiken werden im Risikobericht* erläutert.

Inhalt Konzernabschluss

KO N Z E R N A B S C H LU S S

  • ko n z er n g e w i n n u n d v er l u s t r e c h n u n g (i frs)
  • ko n z er n g esam t er g eb n isr e c h n u n g (i frs)
  • ko n z er n b i l a n z (i frs)
  • ko n z er n e i g e n k a p i ta l e n t w i c k l u n g (i frs)
  • ko n z er n k a p i ta l f l u s sr e c h n u n g (i frs)

A N H A N G Z U M KO N Z E R N A B S C H LU S S

  • o r ga n isat i o n u n d w es e n t l i c h e b i l a n z i er u n g s u n d b e w er t u n g s g r u n dsät z e
  • s e gm e n t b er i c h t ers tat t u n g
  • l i q u i d e m i t t e l
  • f i na n z a n l ag e n
  • f o r d er u n g e n a u s l i e f er u n g e n u n d l e is t u n g e n
  • s o n s t i g e f o r d er u n g e n
  • r e c h n u n g sa b g r e n z u n g , s t e u er f o r d er u n g e n , s o n s t i g e k u r z fr is t i g e v erm ö g e n sw er t e u n d vo rr ät e
  • sa c ha n l ag e n
  • immat er i e l l e v erm ö g e n sw er t e
  • s o n s t i g e v erm ö g e n sw er t e
  • z u r v er ä uß er u n g g e ha lt e n e v erm ö g e n sw er t e
  • g es c hä f t s o d er f irm e nw er t
  • v er b i n d l i c h k e i t e n a u s l i e f er u n g e n u n d l e is t u n g e n
  • r ü c ks t e l l u n g e n u n d s t e u erv er b i n d l i c h k e i t e n
  • f i na n z i n s t r um e n t e u n d ma nag em e n t d es f i na n zr is i ko s
  • e i g e n k a p i ta l
  • wa n d e l s c h u l dv ers c h r e i b u n g e n
  • a k t i e n o p t i o n e n
  • a k t i e nw er t s t e i g er u n g sr e c h t e (" s to c k a p pr e c iat i o n r i g h t s " )
  • um sat z er lö s e

p ers o na l a u f wa n d

  • n i c h t- o p er at i v e a u f w e n d u n g e n u n d er t r äg e
  • er t r ag s t e u er n
  • er g eb n is j e a k t i e
  • m i e t v er p f l i c h t u n g e n
  • e v e n t ua l f o r d er u n g e n/- s c h u l d e n
  • u n t er n e hm e n s z u samm e n s c h l ü s s e
  • na h e s t e h e n d e u n t er n e hm e n u n d p ers o n e n
  • c o r p o r at e g ov er na n c e
  • f o rs c h u n g s u n d
  • e n t w i c k l u n g sa b komm e n ko n s o l i d i er u n g s kr e is
  • er k l ä r u n g d es vo rs ta n ds
in € Anhang 2010 2009
Umsatzerlöse 1T, 20 87.036.308 80.968.414
Betriebliche Aufwendungen
Herstellungskosten 2 7.284.211 6.743.836
Forschung und Entwicklung 46.899.723 38.967.305
Vertrieb, Allgemeines und Verwaltung 23.226.029 23.910.845
Betriebliche Aufwendungen gesamt 77.409.963 69.621.986
Sonstige betriebliche Erträge 1U 222.418 55.667
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 9.848.763 11.402.095
Finanzerträge 22 4.123.286 2.001.573
Finanzaufwendungen 22 33.881 9.538
Sonstige Erträge 22 469.547 372.372
Sonstige Aufwendungen 22 1.236.159 732.762
Ergebnis vor Steuern 13.171.556 13.033.740
Aufwand aus Ertragsteuern 23 3.975.256 4.069.645
Jahresüberschuss 9.196.300 8.964.095
Jahresüberschuss je Aktie, unverwässert 24 0,41 0,40
Jahresüberschuss je Aktie, verwässert 24 0,40 0,40
Anzahl Aktien zur Berechnung des
unverwässerten Jahresüberschusses je Aktie
24 22.656.233 22.464.757
Anzahl Aktien zur Berechnung des
verwässerten Jahresüberschusses je Aktie
24 22.786.536 22.559.164

Konzern-Gesamtergebnisrechnung (IFRS)

in € 2010 2009
Jahresüberschuss 9.196.300 8.964.095
Veränderung der unrealisierten Gewinne und Verluste aus zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren –3.580.703 –1.066.905
(davon Umgliederungen von unrealisierten Gewinnen und Verlusten in die Gewinn- und Verlustrechnung) –3.854.337 –1.668.056
Latente Steuern 942.799 280.916
Veränderung der unrealisierten Gewinne und Verluste aus zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren
nach Abzug von latenten Steuern –2.637.904 –785.989
Effekte aus dem eigenkapitalbezogenen Ansatz von latenten Steuern –5.622 –6.788
Währungsgewinn aus der Konsolidierung 448.445 486.184
"Comprehensive Income" 7.001.219 8.657.502

Konzernbilanz (IFRS)

in € Anhang 2010 2009
AKTIVA
Kurzfristige Vermögenswerte
Liquide Mittel 3, 15 44.118.451 41.255.316
Wertpapiere, zur Veräußerung verfügbar 4, 15 64.304.041 93.883.571
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 5, 15 15.009.326 11.156.559
Forderungen aus Ertragsteuern 7 499.323 794.855
Sonstige Forderungen 6 522.520 257.550
Vorräte, netto 7 4.135.446 3.990.238
Rechnungsabgrenzung und sonstige kurzfristige Vermögenswerte 7 3.104.340 3.481.709
Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte 11 813.011 771.798
Kurzfristige Vermögenswerte gesamt 132.506.458 155.591.596
Langfristige Vermögenswerte
Sachanlagen, netto 8 6.189.865 4.996.804
Patente, netto 9 10.285.264 789.798
Lizenzen, netto 9 12.118.924 13.780.534
Immaterielle Vermögenswerte in Entwicklung 9 10.513.100 0
Software, netto 9 505.328 712.482
Know-how und Kundenstamm, netto 9 1.685.978 2.083.633
Geschäfts- oder Firmenwert 9, 12 34.099.485 26.742.173
Aktive latente Steuern 23 2.991.391 221.534
Rechnungsabgrenzung und sonstige Vermögenswerte, ohne kurzfristigen Anteil 7, 10 1.658.040 1.172.041
Langfristige Vermögenswerte gesamt 80.047.375 50.498.999
AKTIVA GESAMT 212.553.833 206.090.595
in € Anhang 2010 2009
PASSIVA
Kurzfristige Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 13, 15 15.614.905 14.106.352
Lizenzverbindlichkeiten 15 134.617 100.746
Steuerverbindlichkeiten 14, 23 2.144.674 1.426.760
Rückstellungen 14 275.000 0
Umsatzabgrenzung, kurzfristiger Anteil 1T 3.181.605 8.618.250
Kurzfristige Verbindlichkeiten gesamt 21.350.801 24.252.108
Langfristige Verbindlichkeiten
Rückstellungen, ohne kurzfristigen Anteil 14 43.344 43.344
Umsatzabgrenzung, ohne kurzfristigen Anteil 1T 690.756 5.579.610
Wandelschuldverschreibungen an nahe stehende Unternehmen und Personen 17 127.593 32.670
Latente Steuerverpflichtungen 23 4.419.245 2.248.498
Langfristige Verbindlichkeiten gesamt 5.280.938 7.904.122
Eigenkapital 16, 17, 18
Grundkapital
41.935.950 und 42.400.635 genehmigte Stammaktien in 2010 bzw. 2009
22.890.252 und 22.660.557 ausgegebene Stammaktien in 2010 bzw. 2009
22.810.356 und 22.580.661 Stammaktien im Umlauf in 2010 bzw. 2009
Eigene Aktien (79.896 und 79.896 Aktien in 2010 und 2009), zu Anschaffungskosten 22.880.478 22.650.783
Kapitalrücklage 166.388.083 161.631.268
Rücklagen –811.963 1.383.118
Bilanzverlust –2.534.504 –11.730.804
Eigenkapital gesamt 185.922.094 173.934.365
PASSIVA GESAMT 212.553.833 206.090.595

Konzern-Eigenkapitalentwicklung (IFRS)

Aktien
22.478.787 22.478.787
0 0
181.770 181.770
Veränderung des unrealisierten Gewinns aus zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren nach Abzug von latenten Steuern
0
0
0 0
0 0
0 0
0 0
22.660.557 22.660.557
22.660.557 22.660.557
0 0
229.695 229.695
Veränderung des unrealisierten Gewinns aus zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren nach Abzug von latenten Steuern
0
0
0 0
0 0
0 0
0 0
22.890.252 22.890.252

Konzern-Eigenkapitalentwicklung (IFRS) 53

٠
۰,
۰,
$\sim$
Eigene Aktien Kapital
rücklage
Neubewer
tungsrücklage
Währungs
umrechnungs
differenzen
Bilanzverlust Gesamtes
Eigenkapital
Aktien
79.896
0
–9.774
0
158.523.363
1.743.344
4.163.972
0
–2.474.261
0
–20.694.899
0
161.987.188
1.743.344
0 0 1.364.561 0 0 0 1.546.331
0 0 0 –785.989 0 0 –785.989
0 0 0 –6.788 0 0 –6.788
0 0 0 0 486.184 0 486.184
0 0 0 0 0 8.964.095 8.964.095
0 0 0 –792.777 486.184 8.964.095 8.657.502
79.896 –9.774 161.631.268 3.371.195 –1.988.077 –11.730.804 173.934.365
79.896 –9.774 161.631.268 3.371.195 –1.988.077 –11.730.804 173.934.365
0 0 2.150.655 0 0 0 2.150.655
0 0 2.606.160 0 0 0 2.835.855
0 0 0 –2.637.904 0 0 –2.637.904
0 0 0 –5.622 0 0 –5.622
0 0 0 0 448.445 0 448.445
0 0 0 0 0 9.196.300 9.196.300
0 0 0 –2.643.526 448.445 9.196.300 7.001.219
79.896 –9.774 166.388.083 727.669 –1.539.632 –2.534.504 185.922.094

Konzern-Kapitalflussrechnung (IFRS)

in € Anhang 2010 2009
GEWÖHNLICHE GESCHÄFTSTÄTIGKEIT:
Jahresüberschuss 9.196.300 8.964.095
Überleitung vom Jahresüberschuss zum Mittelzufluss (+)/-abfluss (–) aus der
gewöhnlichen Geschäftstätigkeit
Nicht zahlungswirksamer Aufwand aus Kaufpreiszuordnung 44.000 0
Wertminderung von Vermögenswerten 0 31.277
Abschreibung auf materielle und immaterielle Vermögenswerte 6.120.325 5.348.950
Nettogewinn aus dem Verkauf von zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren –3.979.920 –1.717.095
Unrealisierter Nettoverlust aus derivativen Finanzinstrumenten 496.181 126.304
Verlust (+)/Gewinn (–) aus der Veräußerung von Sachanlagen 254.744 –2.493
Realisierung von abgegrenzten Umsatzerlösen –37.598.056 –31.967.141
Aktienbasierte Vergütung 2.123.296 1.736.472
Aufwand aus Ertragssteuern 3.974.358 4.061.569
Veränderungen von betrieblichen Aktiva und Passiva
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen –3.618.508 –6.916.122
Aktive Rechnungsabgrenzung, sonstige Vermögenswerte und Steuerforderungen –1.055.955 –1.232.465
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie Rückstellungen –554.604 –2.442.953
Lizenzverbindlichkeiten 33.871 –350.223
Sonstige Verbindlichkeiten 1.862.884 3.817.865
Umsatzabgrenzung 27.272.556 20.517.900
Mittelzufluss aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 4.571.472 –24.060
Gezahlte Zinsen –27.143 –3.537
Erhaltene Zinsen 148.117 284.535
Gezahlte Ertragsteuern –2.160.368 –1.235.969
MIT TELZU
FLUSS (+)/-ABFLUSS (–) AUS DER GEWÖHNLICHEN GESCHÄFTSTÄTIGKEIT
2.532.078 –979.031

Konzern-Kapitalflussrechnung (IFRS) 55

m.
w
۰.
٠
I
۰.
$\sim$
۰,
$\sim$
in € Anhang 2010 2009
INVESTITIONSTÄTIGKEIT:
Erwerb von zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren –20.783.313 –11.787.200
Erlöse aus dem Verkauf von zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren 50.692.950 16.223.311
Erwerb von Sachanlagen –2.323.416 –2.586.142
Erlöse aus der Veräußerung von Sachanlagen 0 7.335
Zugänge zu den immateriellen Vermögenswerten –11.486.644 –1.231.572
Akquisitionen, nach Abzug erworbener Zahlungsmittel 27 –18.095.650 0
MIT TEL ABFLUSS (–)/-ZU
FLUSS (+) AUS DER INVESTITIONSTÄTIGKEIT
15 –1.996.073 625.732
FINANZ
IERUN
GSTÄTIGKEIT:
Erlöse aus der Ausübung von an nahe stehende Unternehmen und Personen
ausgegebenen Optionen und Wandelschuldverschreibungen 2.851.597 1.546.332
Nettoerlöse aus der Ausgabe von Wandelschuldverschreibungen an nahe stehende
Unternehmen und Personen 80.586 –16.000
Erwerb von derivativen Finanzinstrumenten 6 –649.650 –173.304
Erlöse aus der Veräußerung von derivativen Finanzinstrumenten 6 9.176 47.000
Kosten der Aktienausgabe, netto –15.500 0
MIT TELZU
FLUSS AUS DER FINANZ
IERUN
GSTÄTIGKEIT
15 2.276.209 1.404.028
Einfluss von Wechselkurseffekten auf die Zahlungsmittel 50.921 90.860
Zunahme der liquiden Mittel 2.863.135 1.141.589
LIQUIDE MIT TEL ZU
BEGINN
DER PERIODE
41.255.316 40.113.727
LIQUIDE MIT TEL AM END
E DER PERIODE
44.118.451 41.255.316

Anhang zum Konzernabschluss

1 Organisation und wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Geschäft und Unternehmen

Die MorphoSys AG (nachfolgend auch die "Gesellschaft" oder "MorphoSys") ist ein Biotechnologieunternehmen, das die kombinatorische Biologie für die Medikamentenerforschung einsetzt mit dem vorrangigen Ziel der Entwicklung und kommerziellen Nutzung neuer Technologien für ein breites wissenschaftliches Spektrum. Die Gesellschaft wurde im Juli 1992 als deutsche Gesellschaft mit beschränkter Haftung gegründet und im Juni 1998 in eine deutsche Aktiengesellschaft umgewandelt. Der Börsengang der Gesellschaft erfolgte im März 1999 am "Neuen Markt", dem Segment der Deutschen Börse für Gesellschaften mit hohen Wachstumsraten. Am 15. Januar 2003 wurde die MorphoSys AG in das Prime-Standard-Segment der Frankfurter Wertpapierbörse aufgenommen.

Konsolidierte Unternehmen

Die MorphoSys AG hat fünf 100%ige Tochtergesellschaften (zusammen der "MorphoSys-Konzern"):

Die MorphoSys USA, Inc. wurde am 16. Februar 2000 in den USA gegründet. Der Geschäftszweck dieses Tochterunternehmens bestand in der Unterstützung der MorphoSys AG beim Vertrieb und bei der Lizenzierung ihrer Produkte. Die MorphoSys USA, Inc. hat im November 2002 ihre Tätigkeit weitgehend eingestellt.

Die MorphoSys IP GmbH wurde am 6. November 2002 im Handelsregister München eingetragen und hat am 31. Dezember 2002 ihre Geschäftstätigkeit aufgenommen. Geschäftszweck dieser Gesellschaft sind der Kauf, die Pflege und die Verwaltung bestimmter immaterieller Vermögenswerte des MorphoSys-Konzerns. Die Gesellschaft ist in dem Gebäude der MorphoSys AG untergebracht.

Im Januar 2006 hat die MorphoSys AG die Serotec Ltd. mit deren Tochtergesellschaften Serotec, Inc., Serotec GmbH und Oxford Biotechnology Ltd. (zusammen die "Serotec-Gruppe") erworben, die damit eine 100%ige Tochtergesellschaft der MorphoSys AG wurde. Die Serotec-Gruppe wurde in das bestehende AbD-Segment von MorphoSys integriert. Der Kaufpreis von rund 20 Mio. £ (rund 29,3 Mio. €) wurde mit 14 Mio. £ bzw. 20,5 Mio. € in bar und der verbleibende Teil durch die Ausgabe von 208.560 neuen MorphoSys-Aktien aus einer Sachkapitalerhöhung entrichtet. Die Oxford Biotechnology Ltd. wurde im Jahr 2009 liquidiert.

Im Januar 2007 wurden die Serotec Ltd. und die Serotec, Inc. in MorphoSys UK Ltd. bzw. MorphoSys US, Inc. umbenannt. Im März 2007 firmierte die Serotec GmbH in MorphoSys AbD GmbH um.

Die Biogenesis Ltd., Poole, Großbritannien, und die Biogenesis, Inc., New Hampshire, USA, wurden von MorphoSys im Januar 2005 für insgesamt 5,25 Mio. £ nach Abzug von Nettofinanzschulden in Höhe von rund 0,7 Mio. £ erworben. Die Biogenesis UK wurde zunächst in MorphoSys UK Ltd. umbenannt und änderte in 2007 erneut ihren Firmennamen in Poole Real Estate Ltd. Die Biogenesis, Inc. wurde in MorphoSys US, Inc. umfirmiert und auf die Serotec, Inc. verschmolzen. Die aufnehmende Gesellschaft nahm daraufhin wieder den Namen MorphoSys US, Inc. an.

Am 7. Oktober 2010 erwarb MorphoSys alle Anteile an der Sloning BioTechnology GmbH, einem in Puchheim bei München, Deutschland, ansässigen privat geführten Unternehmen. Der Kaufpreis in Höhe von rund 19 Mio. € wurde in bar entrichtet. Die in 2001 gegründete Sloning ist ein Unternehmen der Biotechnologie-Branche, das neue Methoden im Bereich der synthetischen Biologie entwickelt. Durch den Geschäftsabschluss ist MorphoSys alleiniger Anbieter der hochmodernen Slonomics®-Technologie von Sloning, mit deren Hilfe der Aufbau und die Qualität von Protein-Bibliotheken deutlich verbessert werden. MorphoSys verspricht sich von der Eingliederung von Sloning in sein Segment Partnered Discovery eine verbesserte Generierung von Wirkstoffkandidaten dergestalt, dass je eines von zwei begonnenen Projekten die klinische Entwicklungsphase erreicht.

Im Geschäftsjahr 2010 hat die Gesellschaft § 264 Abs. 3 HGB (Handelsgesetzbuch) angewendet. Aus diesem Grund wurde für die MorphoSys IP GmbH kein gesonderter Jahresabschluss 2009 im Bundeanzeiger veröffentlicht.

Allgemeine Informationen

Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2010 wurde vom Vorstand in seiner Sitzung am 7. Februar 2011 durch Vorstandsbeschluss freigegeben. Dem Vorstand der Gesellschaft gehören Herr Dr. Simon E. Moroney als Vorstandsvorsitzender, Herr Dave Lemus als Executive Vice President und Finanzvorstand, Frau Dr. Marlies Sproll als Forschungsvorstand sowie Herr Dr. Arndt Schottelius als Entwicklungsvorstand an.

organisationsstruktur des morphosys-konzerns

Dem Aufsichtsrat der Gesellschaft gehören die Herren Dr. Gerald Möller (Vorsitzender des Aufsichtsrats und Vorsitzender des Vergütungs- und Ernennungsausschusses), Prof. Dr. Jürgen Drews (stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats, Vergütungs- und Ernennungsausschuss, Wissenschafts- und Technologie-Ausschuss), Dr. Daniel Camus (Prüfungsausschuss), Dr. Metin Colpan (Vergütungs- und Ernennungsausschuss), Dr. Walter Blättler (Vorsitzender des Wissenschafts- und Technologie-Ausschusses) und Dr. Geoffrey N. Vernon (Vorsitzender des Prüfungsausschusses) an. Der Aufsichtsrat kann den durch den Vorstand freigegebenen Jahresabschluss ändern.

Der eingetragene Sitz der MorphoSys AG befindet sich in der Lena-Christ-Straße 48, 82152 Martinsried/Planegg, Deutschland.

Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze A) Grundlagen der Anwendung

Die Erstellung von Konzernabschlüssen gemäß den International Financial Reporting Standards (IFRS*) erfordert von der Geschäftsleitung, Schätzungen vorzunehmen und Annahmen zu treffen, die die im Konzernabschluss und im dazugehörigen Anhang ausgewiesenen Beträge beeinflussen. Die tatsächlichen Ergebnisse könnten von diesen Schätzungen abweichen. Schätzungen und die ihnen zu Grunde liegenden Annahmen werden fortlaufend überprüft. Die Änderung von Schätzungen wird in der Periode, in der die Änderung vorgenommen wird, und in jeder betroffenen zukünftigen Periode erfasst.

Die nachfolgend aufgeführten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden auf alle Perioden des vorliegenden Konzernabschlusses einheitlich angewendet.

IFRS 2 " ANTEILSBASIERTE VERGÜTUNG"

IFRS 2 "Anteilsbasierte Vergütung" verlangt die aufwandswirksame Erfassung von Transaktionen, bei denen der Konzern Vermögenswerte oder Dienstleistungen als Gegenleistung für Aktien oder Rechte an Aktien ("Erfüllung durch Eigenkapitalinstrumente") oder als Gegenleistung für andere Vermögenswerte, die wertmäßig einer bestimmten Anzahl von Aktien oder Rechten an Aktien entsprechen ("Erfüllung in bar"), erwirbt. Wesentliche

Auswirkungen für den Konzern hat IFRS 2 durch die erfolgswirksame Erfassung von Aktienoptionen und sonstigen anteilsbasierten Vergütungssystemen für Mitarbeiter und Organmitglieder unter Anwendung eines Optionspreismodells. In Übereinstimmung mit IFRS 2.54 hat der Konzern IFRS 2 in Bezug auf eigenkapitalorientierte Zusagen angewendet, die am oder nach dem 1. Januar 1999 ausgegeben wurden. In Übereinstimmung mit IFRS 2.56 werden vor dem 1. Januar 1999 gewährte Optionen daher nicht im Aufwand erfasst. Dennoch werden alle Angaben im Einklang mit IFRS 2.44 und 2.45 offengelegt. Weitere Erläuterungen werden in den Ziffern 17*, 18* und 19* dieses Anhangs zum Konzernabschluss gegeben.

IFRS 3 "UNTERNEHMENSZUSAMMENSCHLÜSSE", IAS 36 "WERTMINDERUNG VON VERMÖGENSWERTEN" UND IAS 38 "IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE" IFRS 3 betrifft die Rechnungslegung bei Unternehmenszusammenschlüssen, die am oder nach dem 31. März 2004 vereinbart wurden. IFRS 3 schreibt vor, dass für alle Unternehmenszusammenschlüsse die Erwerbsmethode Anwendung findet.

Für Akquisitionen zwischen dem 1. Januar 2004 und dem 1. Januar 2010 ergab sich der Geschäfts- oder Firmenwert als Überschuss des Kaufpreises über den Anteil des Konzerns an dem ausgewiesenen Betrag (meist dem beizulegenden Zeitwert) der identifizierbaren Aktiva, Verbindlichkeiten und Eventualschulden des erworbenen Unternehmens. Transaktionskosten (außer Transaktionskosten in Zusammenhang mit der Ausgabe von Schuldoder Eigenkapitaltiteln), die dem Konzern in Verbindung mit Unternehmenszusammenschlüssen entstanden sind, wurden als Teil der Erwerbskosten aktiviert.

Für Akquisitionen am oder nach dem 1. Januar 2010 bemaß der Konzern den Geschäfts- oder Firmenwert zum Erwerbszeitpunkt als den beizulegenden Zeitwert der erbrachten Gegenleistung zuzüglich des ausgewiesenen Betrags der Minderheitsanteile an dem erworbenen Unternehmen zuzüglich des beizulegenden Zeitwerts des bestehenden Eigenkapitalanteils am erworbenen Unternehmen für den Fall, dass der Unternehmenszusammenschluss in Stufen verläuft, und abzüglich des netto ausgewiesenen Betrags (meist des beizulegenden Zeitwerts) der identifizierbaren erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Schulden. Erwerbskosten (außer Kosten in

siehe Seite 82

siehe Seite 79 ff.

Zusammenhang mit der Ausgabe von Schuld- oder Eigenkapitaltiteln), die dem Konzern in Verbindung mit einem Unternehmenszusammenschluss entstehen, werden bei ihrem Anfall im Aufwand erfasst.

Die Nutzungsdauer wird für jeden einzelnen immateriellen Vermögenswert als zeitlich begrenzt oder unbegrenzt festgelegt. Die Gesellschaft hat keine Werte mit unbegrenzter Nutzungsdauer identifiziert. Zeitlich begrenzt nutzbare immaterielle Vermögenswerte werden über ihre Nutzungsdauer abgeschrieben. Abschreibungszeiträume und -methoden für zeitlich begrenzt nutzbare immaterielle Vermögenswerte werden jährlich oder bei Anzeichen einer dauerhaften Wertminderung vorzeitig überprüft.

Forderungen, Verbindlichkeiten, Rückstellungen, Erträge und Aufwendungen sowie Gewinne zwischen konsolidierten Gesellschaften werden im Rahmen der Konsolidierung eliminiert.

IN 2010 WIRKSAM GEWORDENE NEUE STANDARDS

  • IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse" (in Kraft seit dem 1. Juli 2009) und die Folgeänderungen an IAS 27 "Konzern- und Einzelabschlüsse", IAS 28 "Anteile an assoziierten Unternehmen" und IAS 31 "Anteile an Joint Ventures" sind auf Unternehmenszusammenschlüsse prospektiv anzuwenden, deren Erwerbszeitpunkt am oder nach dem Beginn der ersten Berichtsperiode des am oder nach dem 1. Juli 2009 beginnenden Geschäftsjahres liegt. Der überarbeitete Standard wendet für Unternehmenszusammenschlüsse weiterhin die Erwerbsmethode an, enthält jedoch einige wesentliche Änderungen gegenüber der bisherigen Version von IFRS 3. Zum Beispiel müssen alle Zahlungen für den Erwerb eines Geschäftsbetriebs zum beizulegenden Zeitwert am Erwerbszeitpunkt ausgewiesen werden, wobei Eventualzahlungen als Schulden klassifiziert und später ergebniswirksam neu bewertet werden. Bei jeder Akquisition besteht ein Wahlrecht, die Minderheitsanteile an dem erworbenen Unternehmen entweder zum beizulegenden Zeitwert oder zum proportionalen Anteil der Minderheitsbeteiligten am Nettovermögen des erworbenen Unternehmens zu bewerten. Alle erwerbsbezogenen Kosten werden im Aufwand erfasst. IFRS 3 wurde auf den Erwerb der Sloning BioTechnology GmbH angewendet.
  • IAS 27 "Konzern- und Einzelabschlüsse" (überarbeitet) schreibt vor, dass die Auswirkungen aller Transaktionen mit Minderheitsbeteiligungen im Eigenkapital ausgewiesen werden, sofern es nicht zu einem Eigentümerwechsel kommt und diese Transaktionen nicht länger zu einem Geschäftsoder Firmenwert bzw. zu Gewinnen oder Verlusten führen. Der Standard legt auch die bilanzielle Behandlung für den Fall fest, dass die unternehmerische Kontrolle verloren geht. Die verbleibenden Anteile an dem Unternehmen werden zu ihrem beizulegenden Zeitwert neu bewertet und ein Gewinn oder Verlust wird ergebniswirksam erfasst. IAS 27 (überarbeitet) hatte keine Auswirkungen auf die Berichtsperiode, da es keine Transaktionen mit Minderheitsbeteiligten gab.
  • IFRS 5 (geändert) "Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche". Die Änderung verdeutlicht, dass IFRS 5 die Art der Offenlegung in Bezug auf langfristige Vermögenswerte (oder Veräußerungsgruppen) festlegt, die als zur Veräußerung

gehalten oder als aufgegebene Geschäftsbereiche klassifiziert sind. Sie macht auch klar, dass die allgemeinen Anforderungen des IAS 1 weiterhin gelten, insbesondere sein Absatz 15 (für eine den tatsächlichen Verhältnissen entsprechende Darstellung) und Absatz 125 (Ursachen für Schätzunsicherheiten).

  • IAS 36 (geändert) "Wertminderung von Vermögenswerten", in Kraft seit dem 1. Januar 2010, stellt klar, dass die größte Zahlungsmittel generierende Geschäftseinheit (oder Gruppe von Geschäftseinheiten), der ein Geschäfts- oder Firmenwert für Zwecke der Überprüfung auf Wertminderung zugeordnet werden sollte, ein Geschäftssegment ist, wie in IFRS 8 Absatz 5 "Geschäftssegmente" definiert (d.h. vor der Zusammenfassung von Segmenten mit gleichartigen wirtschaftlichen Merkmalen).
  • Im Zuge des jährlichen Verbesserungs-Projektes wurden diverse Änderungen an verschiedenen IFRS und IFRIC vorgenommen, um bestehende Standards zu verdeutlichen und zu berichtigen: IFRS 2, IFRS 5, IFRS 8, IAS 1, IAS 7, IAS 17, IAS 36, IAS 38, IAS 39, IFRIC 9 und IFRIC 16.

NEUE UND GEÄNDERTE STANDARDS UND INTERPRETATIONEN, DIE FÜR GESCHÄFTSJAHRE AB DEM 1. JANUAR 2010 VERPFLICHTEND ANZUWENDEN, ABER FÜR DEN KONZERN DERZEIT OHNE BEDEUTUNG SIND

Die folgenden Standards, Änderungen und Interpretationen zu bestehenden Standards wurden veröffentlicht und sind für die ab dem 1. Januar 2010 beginnenden Berichtsperioden verpflichtend anzuwenden. Sie sind jedoch zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht relevant für das Unternehmen:

  • IFRIC 17 "Sachausschüttungen an Eigentümer"
  • IFRIC 18 "Übertragung von Vermögenswerten durch Kunden"
  • IFRIC 9 "Erneute Beurteilung eingebetteter Derivate und IAS 39 Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung"
  • IFRIC 16 "Absicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb"
  • IAS 1 (geändert) "Darstellung des Abschlusses"
  • IFRS 2 (geändert) "Anteilsbasierte Vergütungen mit Barausgleich durch ein Unternehmen der Gruppe"
  • IFRS 5 (Verbesserungen zu IFRS 2008; Änderungen zu IFRS 5 "Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche")
  • IFRIC 12 "Dienstleistungskonzessionsvereinbarungen"
  • IFRIC 15 "Vereinbarungen über die Errichtung von Immobilien"

VERÖFFENTLICHTE NEUE STANDARDS, ÄNDERUNGEN UND INTERPRETATIO-NEN, DIE FÜR DAS AM 1. JANUAR 2010 BEGONNENE GESCHÄFTSJAHR NOCH NICHT IN KRAFT WAREN UND AUCH NICHT VORZEITIG ANGEWENDET WURDEN Die folgenden Standards sowie Änderungen und Interpretationen zu bestehenden Standards wurden zwar veröffentlicht, waren jedoch für das am 1. Januar 2010 begonnene Geschäftsjahr noch nicht in Kraft und wurden im Konzern auch nicht vorzeitig angewendet:

IFRS 9 "Finanzinstrumente" als erster Schritt in dem Prozess, IAS 39 "Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung" sukzessive zu ersetzen. Der Standard tritt nicht vor dem 1. Januar 2013 in Kraft, kann jedoch vorzeitig angewendet werden. Er wurde allerdings von der Europäischen Kommission bisher noch nicht übernommen.

  • IAS 24 "Angaben über Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen" (überarbeitet), der für am oder nach dem 1. Januar 2011 beginnende Berichtsperioden verpflichtend anzuwenden ist, wobei eine vorzeitige Anwendung erlaubt ist. Dieser Standard wurde von der Europäischen Kommission am 5. Januar 2011 übernommen.
  • "Klassifizierung von Bezugsrechten" (Änderung des IAS 32). Diese Änderung ist verpflichtend für Perioden, die am oder nach dem 1. Februar 2010 beginnnen. Der Standard wurde am 5. Januar 2011 von der Europäischen Kommission übernommen.
  • IFRIC 19 "Tilgung finanzieller Verbindlichkeiten durch Eigenkapitalinstrumente". Dieser ist verpflichtend für Perioden, die am oder nach dem 1. Juli 2010 beginnnen. Der Standard wurde am 5. Januar 2011 von der Europäischen Kommission übernommen.
  • "Vorauszahlungen im Rahmen von Mindestdotierungsverpflichtungen" (Änderungen des IFRIC 14). Diese Änderungen sind verpflichtend für Perioden, die am oder nach dem 1. Januar 2011 beginnnen. Der Standard wurde am 5. Januar 2011 von der Europäischen Kommission übernommen.

B) ÄNDERUNG BEI SCHÄTZUNGEN

Die Gesellschaft geht seit dem 1. Juni 2010 davon aus, dass bestimmte Erfolgskriterien einer Kooperation früher als erwartet erreicht werden. Diese geänderte Einschätzung wird prospektiv berücksichtigt und hat sich in 2010 mit 2,2 Mio. € als zusätzlicher Umsatz ausgewirkt. Umsatzerlöse in 2011 sind in Höhe von 1,1 Mio. € nachteilig davon betroffen, was bei der Erstellung des Budgets für das Jahr 2011 berücksichtigt wurde.

C) ENTSPRECHENSERKLÄRUNG

Der vorliegende Konzernabschluss wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB), London, unter Berücksichtigung der Empfehlungen des Standing Interpretations Committee (SIC) und des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC), wie sie von der Europäischen Kommission verabschiedet sind, erstellt.

Der Konzernabschluss der Gesellschaft für das zum 31. Dezember 2010 beendete Geschäftsjahr umfasst die MorphoSys AG und ihre Tochtergesellschaften (zusammen der "MorphoSys-Konzern").

D) GRUNDLAGEN DER DARSTELLUNG UND ÄNDERUNG DER DARSTELLUNG

Der Konzernabschluss wurde in Euro, der funktionalen Währung des MorphoSys-Konzerns, erstellt. Er beruht auf historischen Anschaffungskosten mit Ausnahme der folgenden Aktiva und Passiva, die zu ihren jeweiligen beizulegenden Zeitwerten ausgewiesen sind: derivative Finanzinstrumente und zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte. Alle Zahlenangaben in diesem Bericht sind entweder auf volle Beträge in Euro, Tausend Euro oder Millionen Euro gerundet.

In 2010 wurde die Darstellung monetärer Zuwendungen der öffentlichen Hand und damit die Darstellung der operativen Umsatzerlöse innerhalb der Gewinn- und Verlustrechnung geändert, da das Unternehmen erwartet, in den nächsten Jahren materielle Beträge aus solchen Zuwendungen zu generieren. Bisher wurden Forschungszuschüsse aus Wesentlichkeitsgründen innerhalb der operativen Umsatzerlöse ausgewiesen. Seit dem vierten Quartal 2010 werden Forschungszuschüsse als "Sonstige betriebliche Erträge" ausgewiesen und betrugen im Jahr 2010 222.418 €. Um Vergleichswerte für das Jahr 2009 gemäß IAS 1.41 bereitstellen zu können, wurden Forschungszuschüsse in Höhe von 55.667 €, die im Segment AbD Serotec verbucht waren, aus den operativen Umsatzerlösen in die sonstigen betrieblichen Erträge reklassifiziert. Weitere Erläuterungen werden in der Ziffer 1U* gegeben.

In 2010 wurde die Darstellung der Kapitalflussrechnung angepasst. "Gezahlte Zinsen" und "Gezahlte Ertragsteuern" werden nun mit negativem Vorzeichen, "Erhaltene Zinsen" mit positivem Vorzeichen gezeigt. Zudem ersetzt der neue Posten "Aufwand aus Ertragsteuern" in "Überleitung vom Jahresüberschuss zum Mittelzufluss/-abfluss aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit" die bisherige Zeile "Steuerertrag", um den Ertragsteueraufwand der Gewinn- und Verlustrechnung auf Kapitalflüsse überzuleiten. Außerdem beinhaltet der Posten "Gezahlte Ertragsteuern" nun auch Kapitalertragsteuer. Diese Änderungen führten zu Anpassungen in der "Überleitung vom Jahresüberschuss zum Mittelzufluss/-abfluss aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit" in den Zeilen "Aktive Rechnungsabgrenzung, sonstige Vermögenswerte und Steuerforderungen", "Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie Rückstellungen" und "Sonstige Verbindlichkeiten". Um Vergleichswerte bereitstellen zu können, wurden diese Anpassungen auch auf das Vorjahr angewandt.

E) GRUNDLAGEN DER KONSOLIDIERUNG

Konzerninterne Salden und Transaktionen und aus konzerninternen Transaktionen resultierende unrealisierte Gewinne werden gemäß IAS 27.20 bei der Erstellung des Konzernabschlusses eliminiert. Unrealisierte Verluste werden zwar in gleicher Weise wie unrealisierte Gewinne eliminiert, gelten jedoch als Anzeichen für eine eventuelle Wertminderung des übertragenen Vermögenswerts. Die Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze von Tochtergesellschaften wurden bei Bedarf geändert, um Einheitlichkeit mit den im Konzern angewandten Grundsätzen herzustellen.

F) UNTERNEHMENSZUSAMMENSCHLÜSSE

Der Konzern wendet IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse" (überarbeitet; in Kraft seit dem 1. Juli 2009) an. Der überarbeitete Standard schreibt mit einigen wesentlichen Änderungen für Unternehmenszusammenschlüsse weiterhin die Anwendung der Erwerbsmethode vor. Zum Beispiel müssen alle Zahlungen für den Erwerb eines Geschäftsbetriebs zum beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt ausgewiesen werden, wobei Eventualzahlungen als Schulden klassifiziert und später ergebniswirksam neu bewertet werden. Alle erwerbsbezogenen Kosten werden im Aufwand erfasst.

G) FREMDWÄHRUNGSUMRECHNUNG

IAS 21 "Auswirkungen von Wechselkursänderungen" schreibt vor, wie Geschäftsvorfälle und Salden in fremder Währung zu bilanzieren sind. Geschäftsvorfälle in Fremdwährung werden zum Wechselkurs des jeweiligen Tages des Geschäftsvorfalls umgerechnet. Daraus resultierende Umrechnungsdifferenzen werden im Ergebnis erfasst. Am Bilanzstichtag werden

Aktiva und Passiva zum Stichtagskurs, Erträge und Aufwendungen zum Jahresdurchschnittskurs umgerechnet. Ein im Zusammenhang mit dem Erwerb eines ausländischen Geschäftsbetriebs entstehender Geschäfts- oder Firmenwert und entstehende Anpassungen an den beizulegenden Zeitwert werden als Vermögenswerte und Schulden des ausländischen Geschäftsbetriebs behandelt und zu Stichtagskursen umgerechnet. Währungskursdifferenzen aus diesen Umrechnungen werden im Ergebnis erfasst. Alle sich aus diesen Umrechnungen ergebenden Fremdwährungsdifferenzen werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Weitere Fremdwährungsdifferenzen auf Konzernebene werden im Posten "Währungsumrechnungsdifferenzen" (Eigenkapital) erfasst.

H) ZINSEN

Bei der Ermittlung von beizulegenden Zeitwerten wendet MorphoSys Zinssätze an. Für die Berechnung anteilsbasierter Vergütungen legt MorphoSys für Wandelschuldverschreibungen den am Tag der Zusage geltenden Zinssatz für deutsche Bundesanleihen mit einer Laufzeit von fünf Jahren und für Aktienoptionen den am Tag der Zusage geltenden Zinssatz für deutsche Bundesanleihen mit einer Laufzeit von drei Jahren zu Grunde.

I) DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE

Zur Absicherung seines Fremdwährungsrisikos setzt der Konzern derivative Finanzinstrumente ein. In Übereinstimmung mit IAS 39.9 werden alle derivativen Finanzinstrumente ausschließlich zu Handelszwecken gehalten und bei der erstmaligen Erfassung zum beizulegenden Zeitwert angesetzt. Nach dem erstmaligen Ansatz werden derivative Finanzinstrumente mit ihrem beizulegenden Zeitwert, d.h. ihrem notierten Marktpreis am Bilanzstichtag, bewertet. Da die Derivate nicht für Sicherungszwecke bestimmt sind, wird ein sich ergebender Gewinn oder Verlust im Ergebnis ausgewiesen. Gemäß der Kurssicherungspolitik des Konzerns werden nur zukünftige Cashflows mit hoher Wahrscheinlichkeit sowie eindeutig bestimmbare Forderungen kursgesichert, die innerhalb eines Zeitraums von zwölf Monaten realisiert werden können.

J) LIQUIDE MITTEL

Die Gesellschaft betrachtet alle Bankguthaben, Kassenbestände und kurzfristige Einlagen mit einer ursprünglichen Laufzeit von drei Monaten oder weniger als liquide Mittel. Sie legt ihre liquiden Mittel bei drei großen deutschen Finanzinstituten – Commerzbank (ehemals Dresdner Bank), HypoVereinsbank und Deutsche Bank – an.

Ausgereichte Garantien für Mietkautionen und Verpflichtungen für an Mitarbeiter ausgegebene Wandelschuldverschreibungen wurden innerhalb der sonstigen Vermögenswerte als zweckgebundene Finanzmittel klassifiziert, da diese für die betrieblichen Zwecke des Unternehmens nicht zur Verfügung stehen.

K) NICHT-DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE

Bei ihrer erstmaligen Bewertung werden alle nicht-derivativen Finanzinstrumente zum beizulegenden Zeitwert angesetzt, d.h. zum beizulegenden Zeitwert der erbrachten Gegenleistung und unter Einschluss der Transaktionskosten von Finanzinstrumenten, die nicht ergebniswirksam zu ihrem beizulegenden Zeitwert angesetzt sind.

Für ihre Finanzinstrumente in Form von Schuld- und Eigenkapitaltiteln wendet die Gesellschaft IAS 39 an. Die Geschäftsleitung entscheidet zum Zeitpunkt des Erwerbs über die entsprechende Klassifizierung des Finanzinstruments und überprüft sie zu jedem Bilanzstichtag. Am 31. Dezember der Jahre 2010 und 2009 waren einige vom Konzern gehaltene Finanzinstrumente der Kategorie "zur Veräußerung verfügbar" zugeordnet. Diese Finanzinstrumente werden an dem Tag gebucht oder ausgebucht, an dem sich der Konzern zu ihrem Erwerb oder ihrer Veräußerung verpflichtet. Nach ihrem erstmaligen Ansatz werden zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte mit ihrem beizulegenden Zeitwert angesetzt, wobei ein Gewinn oder Verlust direkt in der Neubewertungsrücklage im Eigenkapital ausgewiesen wird, bis die Finanzinstrumente veräußert, eingelöst oder auf andere Weise abgegangen sind oder die Finanzinstrumente als wertgemindert angesehen werden, wobei der kumulierte Verlust zu diesem Zeitpunkt im Ergebnis erfasst wird (für weitere Informationen siehe Ziffer P* dieses Anhangs zum Konzernabschluss).

Ausgereichte Garantien für Mietkautionen, die durch zur Veräußerung verfügbare Wertpapiere besichert sind, wurden innerhalb der sonstigen Vermögenswerte als zweckgebundene Finanzmittel klassifiziert, da diese für die betrieblichen Zwecke des Unternehmens nicht zur Verfügung stehen.

L) FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden zu Anschaffungskosten abzüglich Abschreibungen und etwaiger Wertminderungen (z.B. Wertberichtigung für zweifelhafte Forderungen) (siehe Ziffer P* dieses Anhangs zum Konzernabschluss) bewertet.

Sonstige nicht-derivative Finanzinstrumente werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode und unter Abzug eines Wertminderungsverlusts bewertet.

M) VORRÄTE

Vorräte werden mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert nach der FIFO-Methode bewertet. In die Herstellungskosten der selbsterstellten Vorräte sind alle Kosten, die direkt zugeordnet werden können, und ein angemessener Anteil der Gemeinkosten einbezogen. Die Vorräte unterteilen sich in Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie unfertige Erzeugnisse und Fertigerzeugnisse.

N) SACHANLAGEN

Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten ausgewiesen, vermindert um kumulierte Abschreibungen (siehe auch Ziffer 8* dieses Anhangs zum Konzernabschluss) und etwaige Wertminderungen (siehe Ziffer P* dieses

Anhangs zum Konzernabschluss). Ersatzbeschaffungen sowie Um- und Einbauten werden aktiviert, während Reparatur- und Instandhaltungsausgaben bei ihrem Anfall als Aufwand erfasst werden. Die Sachanlagen werden über ihre Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Mietereinbauten werden über die geschätzte Nutzungsdauer der Anlagen linear abgeschrieben.

O) IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE

OA) FORSCHUNG UND ENT WICKLUNG

Forschungskosten werden in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie anfallen. Entwicklungskosten werden generell in Übereinstimmung mit IAS 38.5 und IAS 38.11-38.23 bei ihrem Anfall als Aufwand erfasst. Als immaterieller Vermögenswert werden Entwicklungskosten erfasst, wenn die Kriterien des IAS 38.21 (Wahrscheinlichkeit von erwartetem, zukünftigem wirtschaftlichen Nutzen, Verlässlichkeit der Ermittlung der Kosten) erfüllt sind und die Gesellschaft die Anforderungen des IAS 38.57 nachweisen kann.

OB) PATENTKOSTEN

Durch den Konzern erlangte Patente werden zu Anschaffungskosten ausgewiesen, vermindert um kumulierte Abschreibungen (siehe unten) und etwaige Wertminderungen (siehe Ziffer P dieses Anhangs zum Konzernabschluss). Patentkosten werden linear über die niedrigere Dauer aus geschätzter wirtschaftlicher Nutzungsdauer der Patente (zehn Jahre) und verbleibender Patentlaufzeit abgeschrieben. Die Abschreibung beginnt zum Zeitpunkt der Patenterteilung. Die Patente der Gesellschaft zum Schutz ihrer firmeneigenen HuCAL-Technologie wurden in Australien im Oktober 2000, in den USA im Oktober 2001 und in Europa im Juni 2002 erteilt. Die Technologie, die im Rahmen der Kaufpreiszuordnung der Akquisition der Sloning BioTechnology GmbH identifiziert wurde, wird zum beizulegenden Zeitwert zum Zeitpunkt der Akquisition vermindert um kumulierte Abschreibungen (bei einer Nutzungsdauer von zehn Jahren) ausgewiesen.

OC) LIZENZRECHTE

Die Gesellschaft hat von Dritten Lizenzrechte durch Vorauszahlung von Lizenzgebühren, jährliche Gebühren zur Aufrechterhaltung der Lizenzen und Gebühren für Unterlizenzen erworben. Die vorausbezahlten Lizenzgebühren schreibt die Gesellschaft über die geschätzte Nutzungsdauer der erworbenen Lizenz (zehn Jahre) linear ab. Dauer und Methode der Abschreibung werden gemäß IAS 38.104 am Ende eines jeden Geschäftsjahres überprüft. Jahresgebühren zur Aufrechterhaltung der Lizenzen werden über die Laufzeit des einzelnen Jahresvertrags abgeschrieben. Gebühren für Unterlizenzen werden über die Laufzeit des Vertrags oder bei Verträgen ohne vertraglich vereinbarte Laufzeit über die geschätzte Nutzungsdauer der Zusammenarbeit linear abgeschrieben.

OD) SOFT WARE

Software wird zu Anschaffungskosten ausgewiesen, vermindert um kumulierte Abschreibungen (siehe unten) und etwaige Wertminderungen (siehe Ziffer P dieses Anhangs zum Konzernabschluss). Abschreibungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung linear über die geschätzte Nutzungsdauer von drei bis fünf Jahren als Aufwand erfasst. Die Abschreibung beginnt in dem Zeitpunkt, in dem die Software einsatzbereit ist.

OE) KNOW- HOW UND KUNDENSTAMM

MorphoSys hat gemäß IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse" vorgeschriebene Kaufpreiszuordnungen vorgenommen. Die identifizierten immateriellen Vermögenswerte bestehen aus Technologien (Nutzungsdauer von 15 Jahren), Kundenstamm (Nutzungsdauer von 17 Jahren), Know-how (Nutzungsdauer von acht Jahren) sowie Kundenbeziehungen (Nutzungsdauer von zehn Jahren) und Händlernetz (Nutzungsdauer von 16 Jahren) und werden zum beizulegenden Zeitwert zum Zeitpunkt der Akquisition vermindert um kumulierte Abschreibungen ausgewiesen.

OF) IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE IN ENT WICKLUNG

Diese Bilanzposition enthält eine Einmalzahlung im Zuge der Einlizensierung eines Wirkstoffs für das Segment Proprietary Development. Der Vermögenswert, der zu Anschaffungskosten ausgewiesen wird, ist derzeit noch nicht zur Nutzung verfügbar und wird daher nocht nicht abgeschrieben. Zum Bilanzstichtag wurde der Vermögenswert auf etwaige Wertminderungen wie nach IAS 36 vorgeschrieben geprüft.

OG) GESCHÄFTS - ODER FIRMENWERT

Der bilanzierte Geschäfts- oder Firmenwert resultiert teilweise sowohl aus den erwarteten, zu realisierenden Synergien als auch aus den Fähigkeiten der im Zuge des Erwerbs integrierten Belegschaften. Der Geschäfts- oder Firmenwert wird regelmäßig auf etwaige Wertminderungen überprüft wie nach IAS 36 vorgeschrieben (für weitere Informationen siehe Ziffer 12* dieses Anhangs zum Konzernabschluss).

OH) NACHTRÄGLICHE AUSGABEN

Nachträgliche Ausgaben für aktivierte immaterielle Vermögenswerte werden nur aktiviert, wenn sie den künftigen wirtschaftlichen Nutzen des jeweiligen Vermögenswerts erhöhen, auf den sie sich beziehen. Alle übrigen Ausgaben werden bei ihrem Entstehen als Aufwand erfasst.

P) WERTMINDERUNG

PA) NICHT-DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE

Ein Finanzinstrument, das nicht ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet ist, wird zu jedem Berichtszeitpunkt daraufhin überprüft, ob objektive Hinweise auf eine Wertminderung hindeuten. Eine Wertminderung für ein Finanzinstrument liegt vor, wenn objektive Hinweise ein Ereignis nach der erstmaligen Erfassung als Vermögenswert andeuten, das zu einem Verlust führt, und wenn dieses Ereignis negative Auswirkungen auf die geschätzten zukünftigen Cash Flows dieses Vermögenswerts hat, die verlässlich geschätzt werden können.

Objektive Hinweise auf die Wertminderung von Finanzinstrumenten (inklusive Dividendenpapiere) können Zahlungsausfälle oder Verzug des Schuldners, die Umstrukturierung von dem Konzern zustehenden Beträgen zu Konditionen, die der Konzern unter anderen Umständen nicht in Betracht ziehen würde, Hinweise auf Insolvenz eines Schuldners oder Emittenten, nachteilige Änderungen im Zahlungsstatus von Kreditnehmern oder Emittenten im Konzern, konjunkturelle Bedingungen, die mit Zahlungsausfällen oder dem Wegfall eines aktiven Markts für ein Wertpapier einhergehen, beinhalten.

Zudem gilt ein signifikanter oder anhaltender Rückgang des beizulegenden Zeitwertes eines Dividendenpapieres unter dessen Anschaffungskosten als objektiver Hinweis auf eine Wertminderung.

Forderungen:

Der Konzern berücksichtigt Anzeichen auf Wertminderung von Forderungen sowohl für einzelne Vermögenswerte als auch auf kollektiver Ebene. Alle im Einzelnen wesentlichen Forderungen werden gezielt auf Wertminderungen geprüft. Sämtliche individuell signifikanten Forderungen, die nicht eigens als wertgemindert eingestuft wurden, werden dann gemeinsam auf etwaig entstandene Wertminderungen geprüft, die noch nicht identifiziert wurden. Einzeln nicht signifikante Forderungen werden gemeinsam auf Wertminderung geprüft, indem Forderungen mit ähnlichen Risiko-Merkmalen zusammengefasst werden.

Für die Prüfung von kollektiven Wertminderungen verwendet der Konzern historische Trends für die Wahrscheinlichkeit von Zahlungsausfällen, die zeitliche Verteilung von Wertaufholungen und zum Betrag der entstandenen Verluste, die um die Einschätzung des Managements dahingehend angepasst wurden, ob aktuelle wirtschaftliche Bedingungen und Kreditkonditionen zu höheren oder niedrigeren Verlusten führen würden als historische Trends vermuten lassen.

Eine Wertminderung in Bezug auf ein Finanzinstrument, das zu Anschaffungskosten vermindert um Abschreibungen bewertet ist, wird errechnet aus der Differenz zwischen Buchwert und Barwert der geschätzten künftigen Cash Flows, die mit dem ursprünglichen Effektivzinssatz des Vermögenswertes abgezinst wurden. Verluste werden ergebniswirksam erfasst und auf Bilanzseite über ein Wertberichtigungskonto von den Forderungen abgesetzt. Zinsen aus dem wertberichtigten Vermögenswert werden weiterhin erfasst. Wenn sich der Betrag der Wertminderung durch ein späteres Ereignis (wie z.B. Rückzahlung eines Schuldners) verringert, wird die Wertminderung ergebniswirksam reduziert.

Zur VeräuSSerung verfügbare Wertpapiere:

Wertminderungen von zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren werden durch die Umbuchung der kumulierten Verluste aus der Neubewertungsrücklage im Eigenkapital in das Ergebnis erfasst. Der aus dem Eigenkapital in das Ergebnis zu reklassifizierende kumulierte Verlust ergibt sich aus der Differenz zwischen den Anschaffungskosten, vermindert um jede Rückzahlung der Hauptschuld sowie um Abschreibungen und dem aktuellen beizulegenden Zeitwert, vermindert um alle Wertberichtungen, die zuvor ergebniswirksam erfasst wurden. Falls sich in einer Folgeperiode der beizulegende Zeitwert eines wertgeminderten zum Verkauf verfügbaren Schuldtitels erhöht und sich diese Erhöhung objektiv auf ein Ereignis nach der ergebniswirksamen Erfassung der Wertminderung beziehen lässt, wird der Wertminderungsverlust rückgängig gemacht und der rückgängig gemachte Betrag ergebniswirksam erfasst. Jede spätere Erholung eines zum Verkauf verfügbaren Eigenkapitaltitels wird dagegen in der Bilanz im "Other Comprehensive Income" erfasst.

PB) Nicht- finanzielle Vermögenswerte

Die Buchwerte der nicht-finanziellen Vermögenswerte, Vorräte und aktiven latenten Steuern des Konzerns werden zu jedem Berichtszeitpunkt auf etwaige Hinweise auf Wertminderungen untersucht. Falls solche Hinweise existieren, wird der erzielbare Wert für den Vermögenswert eingeschätzt. Für den Geschäfts- oder Firmenwert sowie für immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmten Nutzungsdauern bzw. für immaterielle Vermögenswerte, die noch nicht zur Nutzung verfügbar sind, wird der erzielbare Wert jedes Jahr zur gleichen Zeit eingeschätzt. Eine Wertminderung wird erfasst, wenn der Buchwert des Vermögenswertes oder der Zahlungsmittel generierenden Einheit (cash generating unit, kurz CGU) den geschätzten erzielbaren Wert übersteigt.

Der erzielbare Wert eines Vermögenswertes oder der CGU ist der höhere Betrag aus Nutzungswert und beizulegendem Zeitwert vermindert um Verkaufskosten. Um den Nutzungswert zu ermitteln werden die geschätzten künftigen Cash Flows nach Steuern mit einem Abzinsungssatz nach Steuern, der die aktuelle Beurteilung des Marktes in Bezug auf den Wert von Zahlungsmitteln und auf für den Vermögenswert oder die CGU spezifische Risiken reflektiert, auf den Barwert abgezinst. Für die Werthaltigkeitsprüfung werden Vermögenswerte, die nicht eigenständig geprüft werden können, in die kleinst-möglichen Gruppierungen für Vermögenswerte zusammengefasst, die durch wiederholte Nutzung Cash Inflows generieren, die weitgehend unabhängig von Cash Inflows anderer Vermögenswerte oder CGU sind. Für die Zwecke der Werthaltigkeitsprüfung von Geschäfts- und Firmenwerten muss ein Obergrenzentest für Geschäftssegmente durchgeführt werden. Hierfür werden CGUs, denen ein Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet wurde, dergestalt aggregiert, dass die Ebene, auf der der Impairment-Test durchgeführt wird, die niedrigste Ebene bildet, auf der der Geschäfts- oder Firmenwert für interne Berichtszwecke überwacht wird. Ein im Zuge eines Unternehmenszusammenschlusses erworbener Geschäfts- oder Firmenwert wird auf CGUs des Konzerns verteilt, die erwartungsgemäß von den Synergien des Zusammenschlusses profitieren werden.

Gemeinschaftliche Vermögenswerte des Konzerns generieren keine separaten Cash Inflows und werden von mehr als einer CGU genutzt. Gemeinschaftliche Vermögenswerte werden auf vernünftiger und konstanter Basis auf CGUs aufgeteilt und als Teil der Werthaltigkeitsprüfung der CGU, der die gemeinschaftlichen Vermögenswerte zugewiesen wurden, auf Wertminderungen getestet.

Verluste aus Wertminderungen werden ergebniswirksam erfasst. Verluste aus Wertminderungen, die in Bezug auf CGUs realisiert werden, werden zuerst verteilt, um den Buchwert jedes Geschäfts- oder Firmenwertes zu verringern, der der CGU (oder Gruppe von CGUs) zugeteilt wurde. Danach werden die Buchwerte sonstiger Vermögenswerte innerhalb der CGU (oder Gruppe von CGUs) anteilig verringert. Eine Wertminderung eines Geschäftsoder Firmenwertes kann nicht rückgängig gemacht werden. Bei anderen Vermögenswerten werden Wertminderungen aus früheren Perioden zu jedem Berichtszeitpunkt auf Hinweise geprüft, ob der Verlust verringert wurde oder nicht mehr existiert. Eine Wertminderung wird rückgängig gemacht, wenn Einschätzungen verändert wurden, die für die Bestimmung des erzielbaren Wertes verwendet werden. Ein Verlust aus Wertminderungen kann höchstens in soweit rückgangig gemacht werden, dass der Buchwert des Vermögenswertes den Buchwert nicht übersteigt, zu dem der Vermögenswert, verringert um Abschreibungen, bewertet wäre, wenn die Wertminderung nicht erfasst worden wäre.

Q) AKTIENK APITAL

Stammaktien werden als Eigenkapital klassifiziert. Zusätzliche Kosten, die der Ausgabe von Stammaktien und Aktienoptionen direkt zugeordnet werden können, werden nach Abzug der Steuereffekte vom Eigenkapital abgesetzt. Wird als Eigenkapital ausgewiesenes Aktienkapital zurückgekauft, werden die als Gegenleistung gezahlten Beträge, in denen direkt zurechenbare Kosten enthalten sind, nach Abzug von Steuern vom Eigenkapital gekürzt und als eigene Aktien behandelt. Werden eigene Aktien später veräußert oder erneut ausgegeben, wird der Erlös eigenkapitalerhöhend erfasst und der sich aus der Transaktion ergebende Überschuss oder Verlust mit dem Bilanzgewinn verrechnet.

R) VERBINDLICHKEITEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN UND SONSTIGE VERBINDLICHKEITEN SOWIE RÜCKSTELLUNGEN

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt. Verbindlichkeiten mit einer Fälligkeit von mehr als einem Jahr werden auf ihren Barwert abgezinst.

Verbindlichkeiten mit ungewissem zeitlichen Anfall oder Betrag werden als Rückstellungen ausgewiesen.

S) WANDELSCHULDVERSCHREIBUNGEN

Die Gesellschaft hat unter Beachtung von IAS 32 und IAS 39 an den Vorstand und an Konzernmitarbeiter Wandelschuldverschreibungen ausgegeben. In Übereinstimmung mit IAS 32.28 ist die Eigenkapitalkomponente einer Schuldverschreibung separat in der Kapitalrücklage auszuweisen und vom beizulegenden Zeitwert der Schuldverschreibung abzuziehen. Der verbleibende Betrag wird als Personalaufwand aus Aktienoptionen behandelt. Die Gesellschaft wendet IFRS 2 "Anteilsbasierte Vergütung" auf alle an Vorstand und Konzernmitarbeiter gewährten Wandelschuldverschreibungen an.

T) UMSATZREALISIERUNG

Die Umsatzerlöse der Gesellschaft enthalten Lizenzgebühren und Meilensteinzahlungen, Servicegebühren und Umsatzerlöse aus Produktverkäufen.

Lizenzgebühren und Meilensteinzahlungen

Umsatzerlöse aus nicht rückzahlbaren Gebühren für das Bereitstellen von Technologien, Gebühren für die Nutzung von Technologien und Lizenzgebühren werden – solange keine geeignetere Methode der Umsatzrealisierung verfügbar ist – über die jeweilige Vertragslaufzeit abgegrenzt und linear erfasst. Diese Vertragslaufzeit entspricht in der Regel der vertraglich vereinbarten Forschungsdauer oder bei Verträgen ohne vertraglich vereinbarte Dauer der geschätzten Nutzungsdauer der Kooperation. Sofern sämtliche Kriterien des IAS 18.14 erfüllt sind, wird der Umsatz sofort in voller Höhe realisiert. Umsatzerlöse aus Meilensteinzahlungen werden bei Erfüllung bestimmter Kriterien gebucht.

Servicegebühren

Servicegebühren im Rahmen von Forschungs- und Entwicklungskooperationen werden in der Periode erfasst, in der die Dienstleistungen erbracht werden.

Produktverkäufe

Im Segment AbD Serotec werden Umsätze aus Produktverkäufen zum beizulegenden Zeitwert der erhaltenen bzw. der zu erhaltenden Vergütungen bewertet, vermindert um Rücksendungen, Nachlässe und Mengen-Rabatte. Der Umsatz wird realisiert, wenn überzeugende Nachweise, üblicherweise in Form von unterzeichneten Kaufverträgen, vorhanden sind, dass die wesentlichen Chancen und Risiken des Eigentums an den Kunden übertragen wurden, der Zufluss der Vergütung wahrscheinlich ist, die dazugehörigen Kosten und möglichen Rücksendungen verlässlich geschätzt werden können, es keinen anhaltenden Einfluss der Unternehmensleitung auf die Produkte gibt und der Betrag des Umsatzes verlässlich bemessen werden kann. Falls die Gewährung von Nachlässen wahrscheinlich ist und der Betrag verlässlich berechnet werden kann, wird der Nachlass als Umsatzminderung zeitgleich mit der Umsatzrealisierung des Verkaufs erfasst. Der Zeitpunkt des Übergangs der Chancen und Risiken variiert abhängig von den individuellen Konditionen der Kaufverträge.

In Übereinstimmung mit IAS 18.21, IAS 18.25 und IAS 20.18 wird für Umsatzvereinbarungen im Rahmen von Mehrkomponentenverträgen die Gesamtvergütung den separat identifizierbaren Komponenten im Verhältnis ihrer jeweiligen beizulegenden Zeitwerte unter Anwendung von IAS 18.20 zugeordnet und das Vorliegen der Kriterien für die Umsatzrealisierung für jede Komponente einzeln beurteilt.

Die Umsatzabgrenzung beinhaltet erhaltene Umsatzerlöse, die nach den Vertragsbestimmungen jedoch noch nicht verdient sind.

U) ZUWENDUNGEN DER ÖFFENTLICHEN HAND

Monetäre Zuwendungen der öffentlichen Hand zum Zweck der Förderung spezieller Forschungs- und Entwicklungsprojekte werden planmäßig in der Gewinn- und Verlustrechnung separat unter "Sonstige betriebliche Erträge" ausgewiesen, sofern die damit verbundenen Aufwendungen angefallen sind. Nach den Zuwendungsbestimmungen steht den staatlichen Vergabestellen grundsätzlich das Recht zu, die Verwendung der gewährten Fördermittel bei der Gesellschaft zu prüfen.

V) AUFWENDUNGEN

VA) HERSTELLUNGSKOSTEN

Die Herstellungskosten bestehen aus den Herstellungskosten der umgesetzten Leistung und den Anschaffungskosten der weiterverkauften Handelswaren.

VB) PERSONAL AUFWAND AUS AKTIENOPTIONEN

Die Gesellschaft wendet IFRS 2 "Anteilsbasierte Vergütung" an. IFRS 2 verpflichtet die Gesellschaft, die geschätzten beizulegenden Zeitwerte von Aktienoptionen und anderen Vergünstigungen zum Bewertungsstichtag als Vergütungsaufwand über die Periode zu verteilen, in der die Mitarbeiter die mit der Gewährung in Zusammenhang stehenden Leistungen erbringen.

VC) ZAHLUNGEN FÜR OPERATING - LEASINGVERHÄLTNISSE

Im Rahmen von Operating-Leasingverhältnissen geleistete Zahlungen sind über die Laufzeit des Leasingverhältnisses linear in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Gemäß SIC-15 sind alle Anreizvereinbarungen in Zusammenhang mit Mietleasingverhältnissen als Bestandteil der vereinbarten Nettogegenleistung für die Nutzung des Leasinggegenstands erfasst. Die Summe der Erträge aus Anreizvereinbarungen wurde während der Mietdauer linear von den Leasingaufwendungen abgesetzt.

W) ZINSERTR AG

Zinserträge werden bei ihrem Anfall unter Berücksichtigung der Effektivverzinsung des Vermögenswerts in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

X) ZINSAUFWAND

Fremdkapitalkosten werden in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie anfallen.

Y) ERTR AGSTEUERN

Ertragsteuern auf den Jahresüberschuss oder -fehlbetrag enthalten laufende und latente Steuern. Ertragsteuern sind in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst mit Ausnahme der Ertragsteuern, die mit direkt im Eigenkapital angesetzten Posten in Zusammenhang stehen; diese werden dann ebenfalls im Eigenkapital erfasst.

Laufende Steuern sind die erwartete Steuerschuld auf das zu versteuernde Einkommen des Jahres, basierend auf Steuersätzen, die am Bilanzstichtag gelten oder im Wesentlichen gelten, und verrechnet mit Anpassungen der Steuerschuld für Vorjahre.

Latente Steuern werden auf der Grundlage der bilanzorientierten Verbindlichkeitsmethode berechnet, die sich mit temporären Differenzen zwischen den Buchwerten für Vermögenswerte und Schulden in der Handelsbilanz und ihren Beträgen in der Steuerbilanz befasst. Die latenten Steuern ermitteln sich in Abhängigkeit von der Art und Weise, in der erwartet wird, die Buchwerte der Vermögenswerte zu realisieren und die Schulden zu erfüllen, basierend auf Steuersätzen, die am Bilanzstichtag gelten oder im Wesentlichen gelten.

Latente Steueransprüche und latente Steuerschulden werden dann saldiert, wenn es ein einklagbares Recht zur Aufrechnung tatsächlicher Steuererstattungsansprüche gegen tatsächliche Steuerschulden gibt und wenn sich die latenten Steueransprüche und -schulden auf Ertragsteuern beziehen, die von der gleichen Steuerbehörde gegenüber dem gleichen Steuersubjekt erhoben werden bzw. gegenüber unterschiedlichen Steuersubjekten, die jedoch beabsichtigen, entweder den Ausgleich der tatsächlichen Steuerschulden und -erstattungsansprüche auf Nettobasis herbeizuführen oder zeitgleich den Anspruch zu realisieren und die Schuld abzulösen.

Aktive latente Steuern sind nur in der Höhe als Vermögenswert zu bilanzieren, in der es wahrscheinlich ist, dass zukünftiges zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, um den Anspruch zu realisieren. Aktive latente Steuern sind in dem Maße zu kürzen, in dem der Steueranspruch wahrscheinlich nicht mehr realisiert werden kann.

Z) ERGEBNIS JE AKTIE

Der Konzern weist für seine Stammaktien ein unverwässertes und ein verwässertes Ergebnis je Aktie aus. Das unverwässerte Ergebnis je Aktie wird ermittelt, indem man den den Stammaktionären der Gesellschaft zustehenden Jahresüberschuss bzw. -fehlbetrag durch die gewichtete Zahl der sich in der Berichtsperiode durchschnittlich im Umlauf befindlichen Stammaktien dividiert. Das verwässerte Ergebnis je Aktie ergibt sich in gleicher Weise, wobei man jedoch den den Stammaktionären zustehenden Jahresüberschuss bzw. -fehlbetrag und die gewichtete Zahl der sich durchschnittlich im Umlauf befindlichen Stammaktien um den möglichen Verwässerungseffekt aller an das Management und an Mitarbeiter ausgegebenen verwässernden Stammaktien aus Wandelschuldverschreibungen und Aktienoptionen bereinigt.

2 Segmentberichterstattung

Im Konzern wird IFRS 8 "Geschäftssegmente" (in Kraft seit dem 1. Januar 2009) angewendet. IFRS 8 schreibt einen "Management Approach" vor, nach dem die Segmentinformationen auf der gleichen Basis wie die interne Berichterstattung zu erfolgen haben. Zum 30. Juni 2009 wurde im Konzern das dritte Geschäftssegment Proprietary Development implementiert. Die entsprechenden Segmentinformationen der Vorjahre wurden anhand angemessener Umlageschlüssel angepasst.

Ein Geschäftssegment ist eine Teilaktivität eines Unternehmens, dessen Geschäftsaktivitäten Umsatzerlöse auslösen und Kosten verursachen können, dessen Ertragslage durch den Hauptentscheidungsträger des Unternehmens regelmäßig überwacht wird und für das eigenständige Finanzinformationen zur Verfügung stehen.

Segmentinformationen werden in Bezug auf die Geschäftssegmente des Konzerns gegeben. Die Geschäftssegmente orientieren sich an der Managementstruktur des Konzerns und am Aufbau seiner internen Berichterstattung. Die Segmentergebnisse und das Segmentvermögen enthalten Bestandteile, die dem einzelnen Segment entweder direkt zuordenbar sind oder auf einer vernünftigen Basis auf die Segmente verteilt werden können. Die Verrechnungspreise zwischen den Segmenten werden gemäß einer Konzernrichtlinie auf der Basis des "dealing at arm's length" im Fremdvergleich ermittelt.

Der Konzern besteht aus den folgenden drei Geschäftssegmenten:

Partnered Discovery

MorphoSys ist im Besitz einer der führenden Technologien für die Herstellung von Therapeutika auf Basis menschlicher Antikörper. Die Gesellschaft vermarktet diese Technologie kommerziell über Partnerschaften mit mehreren Pharma- und Biotechnologieunternehmen. Alle Geschäftsaktivitäten im Rahmen dieser Kooperationen und der wesentliche Teil der technologischen Entwicklung spiegeln sich in diesem Segment wider.

Proprietary Development

Dieses Segment vereint alle die firmeneigene Entwicklung therapeutischer Antikörper betreffenden Aktivitäten unter seinem Dach. Gegenwärtig sind dies die drei Leitwirkstoffe MOR103, MOR202 und MOR208 aus dem firmeneigenen Produktportfolio, fünf Programme in der Phase der Erforschung und zwei Co-Development-Programme mit Novartis. Im Juni 2010 hat MorphoSys von Xencor ein Anti-CD19-Programm einlizenziert und in MOR208 umbenannt. Die Gesellschaft beabsichtigt derzeit, selbstentwickelte Wirkstoffe nach dem Nachweis der klinischen Wirksamkeit auszulizenzieren.

AbD Serotec

Das Geschäftssegment AbD Serotec erweitert die Kernkompetenz von MorphoSys in Richtung der Entwicklung und Herstellung von Antikörpern zu Forschungs- und Diagnostikzwecken. Es verwertet die HuCAL-Technologie zur maßgeschneiderten Herstellung von Forschungsantikörpern für seine Kunden. Darüber hinaus erwirtschaftet das Segment Umsätze aus Katalog-Antikörpern und der Herstellung von Antikörpern in industriellen Mengen.

Segmentübergreifende Angaben

Bei den segmentübergreifenden Angaben beziehen sich die Segmentumsatzerlöse auf den geographischen Sitz der Kunden. Die Angaben zum Segmentvermögen beruhen auf dem jeweiligen Standort der Vermögenswerte.

Partnered Discovery Proprietary Development
Zwölf Monate zum 31. Dezember
(in T €) 2010 2009 2010 2009
Umsat
zerlöse
, gesamt
66.267 61.669 1.771 1.012
Umsatzerlöse, extern 66.267 61.669 1.771 1.012
Umsatzerlöse, intersegmentär 0 0 0 0
Betriebliche
Aufwe
ndungen gesamt
23.559 22.094 26.510 19.297
Herstellungskosten 0 0 0 0
Sonstige betriebliche Aufwendungen 22.688 21.170 26.219 19.178
Aufwendungen, intersegmentär 871 924 291 119
Sonstige
bet
riebliche
Erträge
13 0 191 0
SEGMENTERGEBNIS 42.721 39.575 –24.548 –18.285
Finanzerträge 0 0 0 0
Finanzaufwendungen 0 0 0 0
Sonstige Erträge 0 0 0 0
Sonstige Aufwendungen 0 0 0 0
Ergeb
nis vor Steuern
0 0 0 0
Aufwand aus Ertragsteuern 0 0 0 0
Jahresübe
rsch
uss
0 0 0 0
Kurzfristige Vermögenswerte 13.192 9.499 1.719 1.160
Langfristige Vermögenswerte 29.072 10.320 16.847 5.450
SEGMENTAKTIVA GESAMT 42.264 19.819 18.566 6.610
Kurzfristige Verbindlichkeiten 6.611 12.210 4.617 3.008
Langfristige Verbindlichkeiten 3.450 5.579 0 0
Eigenkapital
SEGMENTPASSIVA GESAMT 10.061 17.789 4.617 3.008
Investitionen 1.197 1.525 11.580 841
Abschreibungen 2.691 2.470 1.199 823

Das Segmentergebnis ergibt sich aus den Segmentumsatzerlösen abzüglich der betrieblichen Aufwendungen des Segments. Als Ausgleich für therapeutische Umsatzerlöse aus Verträgen, die ursprünglich durch das Segment AbD Serotec initiiert wurden, leistete das Segment Partnered Discovery in 2010 aufgrund eines Umsatzverteilungsvertrags, der in 2007 zwischen den beiden Segmenten geschlossen worden war, eine Ausgleichzahlung an das Segment AbD Serotec in Höhe von 0,9 Mio. € (2009: 0,9 Mio. €). In 2010 beinhalteten die Umsätze des Segments AbD Serotec auch intersegmentäre Umsätze aus Verkäufen von Antikörpern an das Segment Proprietary Development in Höhe von 0,3 Mio. € (2009: 0,1 Mio. €). Im Jahr 2009 wurden im Segment AbD Serotec geringfügige Wertminderungen aus Vermögenswerten ergebniswirksam erfasst.

Alle wesentlichen Kunden des Konzerns sind Kunden des Segments Partnered Discovery. Auf den bedeutendsten Einzelkunden entfielen am 31. Dezember 2010 9,4 Mio. € des Buchwerts der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (31.12.2009: 9,0 Mio. €). Überdies machten drei einzelne Kunden der Gesellschaft, die überwiegend dem Segment Partnered Discovery zugeordnet waren, 47,2 Mio. €, 8,9 Mio. € bzw. 3,3 Mio. € der gesamten Umsatzerlöse des Jahres 2010 aus. In 2009 machten drei einzelne Kunden der Gesellschaft, die überwiegend dem Segment Partnered Discovery zugeordnet waren, 41,8 Mio. €, 8,3 Mio. € bzw. 2,8 Mio. € der gesamten Umsatzerlöse aus.

In 2010 enthielten die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in "nicht zugeordnet" überwiegend Personalkosten (2010: 4,7 Mio. €, 2009: 5,7 Mio. €), Kosten für externe Dienstleistungen (2010: 2,1 Mio. €, 2009: 2,5 Mio. €) und Kosten für Infrastruktur (2010: 1,1 Mio. €, 2009: 0,9 Mio. €). Kurzfristige Vermögenswerte in "nicht zugeordnet" bestanden hauptsächlich aus liquiden Mitteln und zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren (2010: 104,9 Mio. €, 2009: 133,0 Mio. €). Kurzfristige Verbindlichkeiten in "nicht zugeordnet" enthielten überwiegend Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (2010: 4,6 Mio. €, 2009: 4,1 Mio. €) sowie Rückstellungen (2010: 1,7 Mio. €, 2009: 1,1 Mio. €).

AbD Serotec Nicht zugeordnet Konsolidierung Konzern
2009 2010 2009 2010 2009 2010 2009 2010 2009
20.160 19.330 0 0 –1.162 –1.043 87.036 80.968
18.998 18.287 0 0 0 0 87.036 80.968
1.162 1.043 0 0 –1.162 –1.043 0
19.297 18.945 18.371 9.557 10.903 –1.162 –1.043 77.409 69.622
7.284 6.744 0 0 0 0 7.284 6.744
11.661 11.627 9.557 10.903 0 0 70.125 62.878
0 0 0 0 –1.162 –1.043 0
0 18 56 0 0 0 222
–18.285 1.233 1.015 –9.557 –10.903 0 0 9.849 11.402
0 0 0 0 0 0 0 4.123
0 0 0 0 0 0 34
0 0 0 0 0 0 470
0 0 0 0 0 0 1.237
0 0 0 0 0 0 13.171
0 0 0 0 0 0 3.975
0 0 0 0 0 0 9.196
10.725 9.024 106.870 135.909 0 0 132.506 155.592
1.160
5.450
31.287 31.814 2.842 2.915 0 0 80.048
6.610 42.012 40.838 109.712 138.824 0 0 212.554 206.091
3.008 3.777 3.818 6.346 5.216 0 0 21.351 24.252
0 665 905 1.166 1.420 0 0 5.281
185.922 173.935 0 0 185.922 173.935
4.442 4.723 193.434 180.571 0 0 212.554
482 783 553 682 0 0 13.812
1.261 1.128 1.015 922 0 0 6.166

Die folgende Übersicht zeigt die geographische Verteilung der Konzernumsatzerlöse:

in T € 2010 2009
Deutschland 4.702 6.865
Europa und Asien 64.889 58.043
USA und Kanada 16.504 14.807
Sonstige 941 1.253
GESAMT 87.036 80.968

Die folgende Übersicht zeigt die geographische Verteilung der Konzerninvestitionen:

in T € 2010 2009
Deutschland 13.508 3.520
Großbritannien 280 290
USA 24 21
GESAMT 13.812 3.831

Die folgende Übersicht zeigt die geographische Verteilung des Konzernvermögens:

2010 2009
202.111 197.405
8.748 7.329
1.695 1.357
212.554 206.091

3 Liquide Mittel

in T € 2010 2009
Bankguthaben und Kassenbestände 44.118 41.255
Termingelder 959 883
Zweckgebundene Finanzmittel –959 –883
Liq
uide Mittel
44.118 41.255

Die zweckgebundenen Finanzmittel von 1,0 Mio. € (2009: 0,9 Mio. €) stellen Mietkautionen für die Gebäude an den Konzernsitzen in München, Puchheim und in Oxford dar.

4 Finanzanlagen

Die zur Veräußerung verfügbaren Finanzanlagen setzten sich am 31. Dezember 2010 und 2009 wie folgt zusammen:

Fälligkeit Anschaffungs
kosten
Brutto-Gewinn Brutto-Verlust Realisierter
Holdinggewinn
Marktwert
täglich 63.424 1.138 0 0 64.562
–258
64.304
täglich 89.354 4.719 0 0 94.073
–189
93.884
Unrealisierter Holding

Der unrealisierte Holding-Bruttogewinn des Konzerns in Höhe von 1.138.281 € am 31. Dezember 2010 bzw. 4.718.984 € am 31. Dezember 2009 wurde als separate Position im Eigenkapital (Neubewertungsrücklage) ausgewiesen. Im Jahr 2010 hat der Konzern in der Gewinn- und Verlustrechnung einen Gewinn von 3.979.920 € aus der Veräußerung von Finanzanlagen ausgewiesen, der zuvor im Eigenkapital erfasst war (2009: 1.717.095 €). Bei den 0,3 Mio. € (2009: 0,2 Mio. €) zweckgebundenen Finanzmitteln handelt es sich um eine geleistete Mietkaution.

Weitere Erläuterungen zur bilanziellen Behandlung der Finanzanlagen werden in der Ziffer 1J* dieses Anhangs zum Konzernabschluss gegeben.

5 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Alle Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind unverzinslich und haben generell Zahlungsziele zwischen 30 und 45 Tagen. Am 31. Dezember 2010 und 2009 enthielten die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen noch nicht in Rechnung gestellte Beträge in Höhe von 2.104.854 € bzw. 1.757.338 €. Die Gesellschaft vereinbart mit Kunden des Segments AbD Serotec für Außenstände Eigentumsvorbehalte, die zum 31. Dezember 2010 jedoch in ihrer Höhe nicht von Bedeutung waren.

Auf Basis der Einschätzung der Geschäftsleitung wurde in 2010 ein Netto-Gewinn aus der Wiederaufholung von Wertminderungen in Höhe von 4.400 € für Wertberichtigungen auf zweifelhafte Forderungen (2009: Netto-Gewinn von 53.344 €) ergebniswirksam erfasst.

6 Sonstige Forderungen

Gemäß der Kurssicherungspolitik der Gesellschaft werden mit hoher Wahrscheinlichkeit erwartete Cashflows und eindeutig bestimmbare Fremdwährungsforderungen mit einem Zahlungsziel von bis zu zwölf Monaten auf ihren Kurssicherungsbedarf geprüft. Diese Derivative werden mit ihren beizulegenden Zeitwerten als sonstige Forderungen ausgewiesen. Beginnend in 2003 hat MorphoSys Devisenoptions- und -terminverträge zur Kurssicherung seines Währungsrisikos aus US-Dollar-Forderungen geschlossen.

Am 31. Dezember 2010 bestanden zwei offene Optionsverträge zum Nominalwert von je 10 Mio. US-Dollar (2009: 0 €), für die ein unrealisierter Verlust von 0,3 Mio. € ergebniswirksam erfasst wurde. Am Anfang des Geschäftsjahres hat die Gesellschaft elf Optionsverträge mit Fälligkeitsterminen im Geschäftsjahr 2010 und einem realisierten Verlust in Höhe von 0,2 Mio. € (2009: Verlust von 0,1 Mio. €) abgeschlossen. Realisierte Verluste wurden als sonstiger Aufwand erfasst.

7 Rechnungsabgrenzung, Steuerforderungen, sonstige kurzfristige Vermögenswerte und Vorräte

Sowohl die kurzfristige als auch die langfristige aktive Rechnungsabgrenzung bestand am 31. Dezember 2010 im Wesentlichen aus vorausgezahlten Gebühren für Unterlizenzen in Höhe von 0,2 Mio. € (2009: 0,3 Mio. €) und anderen Vorauszahlungen in Höhe von 2,2 Mio. € (2009: 2,2 Mio. €).

Zum 31. Dezember 2010 bestanden Steuerforderungen in Höhe von 0,5 Mio. € (2009: 0,8 Mio. €), die hauptsächlich Forderungen in Zusammenhang mit einbehaltener Kapitalertragsteuer umfassten.

Vorräte in Höhe von 4,1 Mio. € (2009: 4,0 Mio. €) lagerten an den Standorten Oxford, UK, und Raleigh, USA, sowie an den Standorten Martinsried, Deutschland und Puchheim, Deutschland. Am 31. Dezember 2010 setzten sich die Vorräte aus Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen in Höhe von 0,9 Mio. € (2009: 2,0 Mio. €), unfertigen Erzeugnissen von 0,3 Mio. € (2009: 0,1 Mio. €) und Fertigerzeugnissen in Höhe von 2,9 Mio. € (2009: 1,9 Mio. €) zusammen. Die Wertberichtigung auf Vorräte belief sich zum 31. Dezember 2010 auf 2,8 Mio. € (2009: 2,2 Mio. €) und die Veränderung zur Wertberichtigung des Vorjahres ist in den Herstellungskosten enthalten. Wie im Vorjahr bestanden zum Bilanzstichtag keine Vorräte, die zum Nettoveräußerungswert ausgewiesen wurden. Im Geschäftsjahr 2010 wurden Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Bestandsveränderungen der unfertigen und Fertigerzeugnisse in Höhe von 5,6 Mio. € (2009: 5,2 Mio. €) in den Herstellungskosten erfasst.

8 Sachanlagen

in T € Grundstücke
und Gebäude
Büro- und
Labor
ausstattung
Betriebs- und
Geschäfts
ausstattung
Gesamt
Anschaffungskosten
1. Januar 2010
869 11.542 2.339 14.750
Zugänge 0 2.266 58 2.324
Zugänge aus Unternehmenszusammenschlüssen 0 1.164 36 1.200
Abgänge 0 –614 –1 –615
Währungseffekte 47 46 28 121
31. Dezembe
r 2010
916 14.404 2.460 17.780
Kumulierte Abschreibungen
1. Januar 2010 226 7.793 1.734 9.753
Jahresabschreibung 57 1.921 162 2.140
Wertberichtigungen 0 0 0 0
Abgänge 0 –362 0 –362
Währungseffekte 11 30 18 59
31. Dezembe
r 2010
294 9.382 1.914 11.590
Buchwerte
1. Januar 2010 643 3.749 605 4.997
31. Dezembe
r 2010
622 5.022 546 6.190
Anschaffungskosten
1. Januar 2009 813 9.096 2.184 12.093
Zugänge 0 2.418 168 2.586
Abgänge 0 –9 –32 –41
Währungseffekte 56 37 19 112
31. Dezembe
r 2009
869 11.542 2.339 14.750
Kumulierte Abschreibungen
1. Januar 2009
Jahresabschreibung
161
54
6.427
1.356
1.538
207
8.126
1.617
Wertberichtigungen 0 2 5 7
Abgänge 0 –11 –26 –37
Währungseffekte 11 19 10 40
31. Dezembe
r 2009
226 7.793 1.734 9.753
Buchwerte
1. Januar 2009 652 2.669 646 3.967
31. Dezembe
r 2009
643 3.749 605 4.997

Am 31. Dezember 2010 waren Grundstück und Gebäude in Poole, UK, im Wert von 813.011 € (2009: 771.798 €) als "zur Veräußerung gehalten" eingestuft. Es wurden keine Fremdkapitalkosten im betrachteten Zeitraum aktiviert. Verbindlichkeiten wurden weder durch Eigentumsvorbehalte noch Sachanlagen besichert. Das Unternehmen hat Ausgaben für Sachanlagen in Entwicklung in Höhe von 0,5 Mio. € aktiviert. Zum Berichtszeitpunkt bestanden keine signifikanten vertraglichen Verpflichtungen für den Kauf von Sachanlagen.

Die Abschreibungen sind in den folgenden Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung enthalten:

in T € 2010 2009
Forschung und Entwicklung 1.354 1.013
Vertrieb, Allgemeines und Verwaltung
(Abschreibungen)
687 526
Vertrieb, Allgemeines und Verwaltung
(Wertberichtigungen) 0 7
Herstellungskosten 100 83
GESAMT 2.141 1.629

Zum 31. Dezember 2010 waren die Fremdwährungseffekte in Zusammenhang mit dem Erwerb von Vermögenswerten von untergeordneter Bedeutung und wurden im Eigenkapital unter "Währungsumrechnungsdifferenzen" ausgewiesen.

9 Immaterielle Vermögenswerte

Immaterielle
Vermögens
werte in
Know-how und Geschäfts
oder
in T € Patente Lizenzen Entwicklung Software Kundenstamm Firmenwert Gesamt
Anschaffungskosten
1. Januar 2010 4.148 24.781 0 2.955 5.107 26.742 63.733
Zugänge 221 612 10.513 140 0 0 11.486
Zugänge aus Unternehmens
zusammenschlüssen 10.080 0 0 22 0 7.352 17.454
Abgänge 0 0 0 –3 0 0 –3
Währungseffekte 0 32 0 12 312 5 361
31. Dezembe
r 2010
14.449 25.425 10.513 3.126 5.419 34.099 93.031
Kumulierte Abschreibungen
1. Januar 2010 3.358 11.001 0 2.243 3.022 0 19.624
Jahresabschreibung 806 2.295 0 368 516 0 3.985
Wertberichtigungen 0 0 0 0 0 0 0
Abgänge 0 0 0 0 0 0 0
Währungseffekte 0 10 0 9 195 0 214
31. Dezembe
r 2010
4.164 13.306 0 2.620 3.733 0 23.823
Buchwerte
1. Januar 2010 790 13.780 0 712 2.085 26.742 44.109
31. Dezembe
r 2010
10.285 12.119 10.513 506 1.686 34.099 69.208
Anschaffungskosten
1. Januar 2009 3.986 24.381 0 2.595 4.905 26.672 62.539
Zugänge 162 736 0 347 0 0 1.245
Abgänge 0 –367 0 0 0 0 –367
Währungseffekte 0 31 0 13 202 70 316
31. Dezembe
r 2009
4.148 24.781 0 2.955 5.107 26.742 63.733
Kumulierte Abschreibungen
1. Januar 2009 2.787 9.003 0 1.931 2.412 0 16.133
Jahresabschreibung 571 2.341 0 302 497 0 3.711
Wertberichtigungen 0 0 0 0 31 0 31
Abgänge 0 –350 0 0 0 0 –350
Währungseffekte 0 7 0 10 82 0 99
31. Dezembe
r 2009
3.358 11.001 0 2.243 3.022 0 19.624
Buchwerte
1. Januar 2009 1.199 15.378 0 664 2.493 26.672 46.406
31. Dezembe
r 2009
790 13.780 0 712 2.085 26.742 44.109

Zum 31. Dezember 2010 wurden immaterielle Vermögenswerte in Entwicklung wie von IAS 36 vorgeschrieben einem Werthaltigkeitstest unterzogen. Es wurde keine Wertberichtigung für notwendig erachtet.

Der Abschreibungsaufwand ist in den folgenden Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung enthalten:

in T € 2010 2009
Forschung und Entwicklung 3.097 2.914
Forschung und Entwicklung
(Wertberichtigungen) 0 31
Vertrieb, Allgemeines und Verwaltung 666 648
Herstellungskosten 218 159
GESAMT 3.981 3.752

Zum 31. Dezember 2009 wurde eine Wertberichtigung auf immaterielle Vermögenswerte von untergeordneter Bedeutung im Segment AbD Serotec erfasst.

Zum 31. Dezember 2010 waren die Fremdwährungseffekte aus erworbenen Vermögenswerten von untergeordneter Bedeutung und wurden im Eigenkapital unter "Währungsumrechnungsdifferenzen" ausgewiesen.

10 Sonstige Vermögenswerte

Die Gesellschaft hat bestimmte Positionen innerhalb der sonstigen Vermögenswerte als zweckgebundene Finanzmittel klassifiziert, die für betriebliche Zwecke nicht zur Verfügung stehen (siehe Ziffer 3 und 4* dieses Anhangs zum Konzernabschluss). Zum 31. Dezember 2010 und 2009 verfügte die Gesellschaft über zweckgebundene Finanzmittel von 1,3 Mio. € bzw. 1,1 Mio. € für ausgereichte Garantien und von 113.256 € bzw. 32.670 € für an Mitarbeiter ausgegebene Wandelschuldverschreibungen.

11 Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte

Am 31. Dezember 2010 bestanden die als zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte aus den gewerblich genutzten Immobilien der Tochtergesellschaft Poole Real Estate Ltd., Poole, Großbritannien, (Segment AbD Serotec) mit einem Nettobuchwert von 813.011 € (2009: 771.798 €). Die in 2010 ergriffenen, intensiven Maßnahmen zur Veräußerung der Immobilien führten nicht zum Erfolg. In 2011 werden die Bemühungen zur Vermarktung intensiviert, indem in einem breiteren Umfeld nach einem potentiellen Käufer gesucht wird, was voraussichtlich innerhalb eines Jahres zum Verkauf führen wird. Eine externe unabhängige Immobiliengesellschaft, die über die erforderliche fachliche Qualifikation sowie aktuelle Erfahrungen mit Standort und Art der zu bewertenden Immobilien verfügt, hat die Immobilien im vierten Quartal 2010 bewertet. Wertberichtigungen wurden für das Geschäftsjahr 2010 nicht für notwendig erachtet.

12 Geschäfts- oder Firmenwert

Zum 31. Oktober 2010 wurde der Geschäfts- oder Firmenwert des Segments AbD Serotec wie von IAS 36 vorgeschrieben einem Werthaltigkeitstest unterzogen. Auf der Basis des Segments AbD Serotec als der Zahlungsmittel generierenden Einheit wurde der Nutzungswert um ca. 5,0 Mio. € höher eingestuft als der Buchwert. Zusätzlich wurde eine ausführliche Sensitivitätsanalyse erstellt. Der Ermittlung des Nutzungswerts auf der Grundlage einer aktualisierten Prognose der Finanzmittelflüsse für die nächsten fünf Jahre lagen folgende Annahmen zu Grunde: ein Betafaktor von 1,18, ein Ertragsteuersatz von 31%, ein WACC von 8,50% (2009: 8,92%) und eine Wachstumsrate der ewigen Rente von 2%. Die Projektion der Zahlungsströme geht von einer durchschnittlichen jährlichen Steigerungsrate der Umsatzerlöse von rund 10% in den nächsten Jahren aus. Als zentrale Annahme, die der Projektion der Zahlungsströme zugrundeliegt, gilt die Erweiterung des derzeitigen Kundenstamms. Das Management von AbD Serotec beabsichtigt, sich weiter auf den hochrentablen Einsatz der HuCAL-Technologie, insbesondere im Bereich Diagnostik, auszurichten. Die Werte der verwendeten zentralen Annahme basieren sowohl auf internen (Vergangenheitswerte) als auch auf externen Informationsquellen (Marktinformationen, Finanzberichte). Die Sensitivitätsanalyse wurde auf der Basis unterschiedlicher Annahmen und Variablen durchgeführt. Ein Rückgang der Wachstumsrate der ewigen Rente von 2% auf 0% oder ein Anstieg des WACC auf 9,5% würde zu einem Wertberichtigungsbedarf von rund 1 Mio. € führen. Bei einem Rückgang der künftigen Cashflows um 15% würde ein Wertberichtigungsbedarf von rund 2 Mio. € entstehen. Die getroffenen Annahmen entsprechen der Einschätzung der Geschäftsleitung im Hinblick auf die zukünftige Entwicklung und beruhen sowohl auf internen Planungsszenarien als auch auf externen Quellen.

Der Geschäfts- oder Firmenwert aus dem Erwerb der Sloning BioTechnology GmbH, der in der Kaufpreiszuordnung ermittelt wurde, wurde dem Segment Partnered Discovery zugeordnet. Dieser wurde zum 31. Dezember 2010 wie von IAS 36 vorgeschrieben einem Werthaltigkeitstest unterzogen. Auf Basis der Zahlungsmittel generierenden Einheit, dem Technologie-Entwicklungsteam innerhalb des Segments Partnered Discovery, wurde der Nutzungswert höher eingestuft als der Buchwert. Zusätzlich wurde eine detaillierte Sensitivitätsanalyse durchgeführt. Die Projektion der Zahlungsströme basiert überwiegend auf der zentralen Annahme, dass die derzeit entwickelte Technologie hochgradig nutzbringend für derzeitige und neue Kunden sein und mehrere neue Abkommen verursachen wird. Die Werte der verwendeten zentralen Annahme basieren sowohl auf internen (Vergangenheitswerte) als auch auf externen Informationsquellen (Marktinformationen). Die Sensitivitätsanalyse wurde auf der Basis unterschiedlicher Annahmen und Variablen durchgeführt. Ein Rückgang der Wachstumsrate der ewigen Rente von 2% auf 0%, ein Rückgang der künftigen Cashflows um 20% oder ein Anstieg des WACC von 8,22% auf 12% würde zu keinem Wertberichtigungsbedarf führen. Die getroffenen Annahmen entsprechen der Einschätzung der Geschäftsleitung im Hinblick auf die zukünftige Entwicklung und beruhen sowohl auf internen Planungsszenarien als auch auf externen Quellen.

13 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind unverzinslich und haben im Normalfall Zahlungsziele von bis zu 30 Tagen.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ergeben sich aus der folgenden Übersicht:

in T € 2010 2009
Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen 2.148 831
Abgegrenzte Aufwendungen 12.800 12.725
Sonstige Verbindlichkeiten 667 550
GESAMT 15.615 14.106

In den abgegrenzten Aufwendungen sind im Wesentlichen abgegrenzte Personalaufwendungen aus Zahlungen an Mitarbeiter und das Management in Höhe von 4,1 Mio. € (2009: 3,9 Mio. €) enthalten. Die abgegrenzten Aufwendungen enthielten auch Rückstellungen für ausstehende Rechnungen von 2,4 Mio. € (2009: 2,9 Mio. €), externe Laborleistungen von 3,6 Mio. € (2009: 2,3 Mio. €), Lizenzzahlungen von 2,2 Mio. € (2009: 3,3 Mio. €), Aufsichtsratsvergütungen von 0,1 Mio. € (2009: 0,1 Mio. €), Prüfungshonorare und sonstige damit in Verbindung stehende Honorare von 0,2 Mio. € (2009: 0,2 Mio. €) sowie 0,2 Mio. € für Rechtsberatung (2009: 0,1 Mio. €).

Auf der Hauptversammlung der Gesellschaft im Mai 2010 wurde ihr Aufsichtsrat ermächtigt, die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zum Abschlussprüfer zu bestellen. Die Prüfungsgesellschaft und ihre Partnerunternehmen innerhalb des weltweiten KPMG-Netzwerks erhielten von MorphoSys in den Geschäftsjahren 2010 und 2009 Vergütungen in Höhe von 307.162 € bzw. 249.667 € einschließlich Prüfungshonoraren von 241.072 € (2009: 239.898 €), Honoraren für sonstige Bestätigungs- und Bewertungsleistungen von 59.943 € (2009: 9.000 €), Honoraren für Steuerberatung von 0 € (2009: 0 €) und Honoraren für sonstige Leistungen von 6.147 € (2009: 768 €). In diesen Zahlen sind Rückstellungen für Prüfungshonorare von 172.068 € (2009: 141.807 €) enthalten.

In 2010 beliefen sich die Vergütungen von MorphoSys für die Prüfungsgesellschaft und ihre verbundenen Unternehmen in der KPMG Europe LLP auf insgesamt 268.179 € (2009: 211.785 €) einschließlich Prüfungshonoraren von 202.088 € (2009: 202.017 €), Honoraren für sonstige Bestätigungsund Bewertungsleistungen von 59.943 € (2009: 9.000 €), Honoraren für Steuerberatung von 0 € (2009: 0 €) und Honoraren für sonstige Leistungen von 6.147 € (2009: 768 €).

14 Rückstellungen und Steuerverbindlichkeiten

Am 31. Dezember 2010 und 2009 wies die Gesellschaft Rückstellungen und Steuerverbindlichkeiten in Höhe von 2,5 Mio. € bzw. 1,5 Mio. € aus.

Die Steuerverbindlichkeiten enthalten vor allem Aufwendungen für Ertragsteuern. Rückstellungen und Steuerverbindlichkeiten sind zum 31. Dezember 2010 in Bezug auf ihre Höhe ungewiss und werden voraussichtlich in 2011 ausgeglichen.

Die Rückstellungen und Steuerverbindlichkeiten haben sich im Geschäftsjahr 2010 wie folgt verändert:

Inanspruch
in T € 01.01.2010 Zugänge nahme Auflösung 31.12.2010
Steuern 1.427 1.396 677 1 2.145
Sonstige Verpflichtungen 43 283 0 8 318
GESAMT 1.470 1.679 677 9 2.463

15 Finanzinstrumente und Management des Finanzrisikos

Zusätzlich zu den im Lagebericht erläuterten Risiken hat der Konzern die nachfolgend aufgeführten Risiken identifiziert:

Ausfall- und Liquiditätsrisiko

Finanzinstrumente, die für die Gesellschaft möglicherweise eine Konzentration des Ausfall- und Liquiditätsrisikos bewirken können, sind hauptsächlich Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente, marktgängige Wertpapiere, derivative Finanzinstrumente und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente der Gesellschaft lauten vorwiegend auf Euro, US-Dollar und Pfund Sterling. Bei den marktgängigen Wertpapieren handelt es sich um qualitativ hochwertige Anlagen. Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und marktgängige Wertpapiere werden grundsätzlich bei drei renommierten Finanzinstituten in Deutschland gehalten. Die Gesellschaft überwacht fortlaufend ihre Positionen bei den Finanzinstituten, die ihre Vertragspartner bei den Finanzinstrumenten sind, sowie deren Bonität und kann kein Risiko der Nichterfüllung erkennen.

Es ist Politik des Konzerns, alle Kunden mit dem Wunsch nach Zahlungszielen einer Kreditwürdigkeitsprüfung zu unterziehen, die auf externen Ratings basiert. Dennoch unterliegen die Umsatzerlöse und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen der Gesellschaft einem Ausfallrisiko durch Kundenkonzentration. Forderungen gegen den wichtigsten Einzelkunden des Konzerns beliefen sich auf 9,4 Mio. € zum 31. Dezember 2010 (2009: 9,0 Mio. €). Vom Bestand der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen des Konzerns entfielen zum Jahresende 2010 rund 62% auf diesen Einzelkunden. Überdies machten drei einzelne Kunden der Gesellschaft 54%, 10% bzw. 4% der gesamten Umsatzerlöse des Jahres 2010 aus. Am 31. Dezember 2009 hatten 80% des Bestands an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen der Gesellschaft einen einzelnen Kunden betroffen; von den Umsatzerlösen des Jahres 2009 waren 52%, 10% bzw. 3% auf drei Kunden entfallen. Nach Einschätzung der Geschäftsleitung waren im Segment AbD Serotec zum 31. Dezember 2010 und 2009 Wertberichtigungen in Höhe von 15.835 € bzw. 20.235 € erforderlich. Die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte stellen das maximale Ausfallrisiko dar.

Das maximale Ausfallrisiko von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nach geographischer Aufteilung stellte sich am Bilanzstichtag wie folgt dar:

in € 2010 2009
Europa und Asien 12.186.914 10.439.419
USA und Kanada 2.822.412 721.779
Sonstige 0 –4.639
GESAMT 15.009.326 11.156.559

Die Altersstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stellte sich am Bilanzstichtag wie folgt dar:

2010 2010 2010 2010
in €; Fälligkeit 0–30 Tage 30–60 Tage 60 + Tage Gesamt
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 14.013.200 434.349 577.612 15.025.161
Wertberichtigung 0 0 –15.835 –15.835
FORD
ERUN
GEN AUS LIEFERUN
GEN
LEISTUN
GEN,
NACH ABZU
G DER WERTBERICHTIGUN
G
14.013.200 434.349 561.777 15.009.326
in €; Fälligkeit 2009
0–30 Tage
2009
30–60 Tage
2009
60 + Tage
2009
Gesamt
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 10.770.919 336.553 69.322 11.176.794
Wertberichtigung 0 0 –20.235 –20.235
FORD
ERUN
GEN AUS LIEFERUN
GEN
LEISTUN
GEN,
NACH ABZU
G DER WERTBERICHTIGUN
G
10.770.919 336.553 49.087 11.156.559

Das maximale Ausfallrisiko von derivativen Finanzinstrumenten betrug am Bilanzstichtag 0,1 Mio. € (Vorjahr: 0 €). Das maximale Ausfallrisiko von finanziellen Garantien (Mietkautionen) betrug am Bilanzstichtag 1,3 Mio. € (Vorjahr: 1,1 Mio. €).

Die vertraglich vereinbarten Fälligkeitstermine und die zugehörigen Zahlungsmittelflüsse der Finanzverbindlichkeiten liegen jeweils innerhalb von einem Jahr bzw. von fünf Jahren. Die an nahe stehende Unternehmen und Personen ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen haben Laufzeiten bis zum 31. Dezember 2011 (0,03 Mio. €) und bis zum 31. Dezember 2015 (0,1 Mio. €).

Marktrisiko

Das Marktrisiko beschreibt das Risiko, dass sich Änderungen in Marktpreisen wie Währungskurse, Zinssätze und Anteilsbewertungen auf die Ertragslage des Konzerns oder den Wert der gehaltenen Finanzinstrumente auswirken. Der Konzern ist Währungs- und Zinsrisiken ausgesetzt.

Währungsrisiko

Der Konzernabschluss wird in Euro erstellt. Während die Aufwendungen von MorphoSys überwiegend in Euro anfallen, hängt ein wesentlicher Teil der Umsatzerlöse vom jeweiligen Wechselkurs des US-Dollar und des Pfund Sterling ab. Die Gesellschaft prüft im Jahresverlauf die Notwendigkeit von Kurssicherungsmaßnahmen zur Minderung des Währungsrisikos und begegnet diesem Risiko durch den Einsatz derivativer Finanzinstrumente.

Das Währungsrisiko des Konzerns setzte sich auf der Basis der Buchwerte wie folgt zusammen:

31. Dezember 2010; in € EUR USD GBP Sonstige Gesamt
Liquide Mittel 41.209.349 1.302.992 1.606.110 0 44.118.451
Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte 64.304.041 0 0 0 64.304.041
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 12.354.868 2.116.494 502.878 35.086 15.009.326
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und
Lizenzverbindlichkeiten –1.650.593 –89.465 –543.343 692 –2.282.709
GESAMT 116.217.665 3.330.021 1.565.645 35.778 121.149.109
31. Dezember 2009; in € EUR USD GBP Sonstige Gesamt
Liquide Mittel 40.413.546 182.287 659.483 0 41.255.316
Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte 93.883.571 0 0 0 93.883.571
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 8.987.085 1.660.995 386.262 122.217 11.156.559
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und
Lizenzverbindlichkeiten –319.985 –267.072 –330.213 –13.981 –931.251
GESAMT 142.964.217 1.576.210 715.532 108.236 145.364.195

Unterschiedliche Wechselkurse und deren Auswirkungen auf Vermögenswerte und Schulden wurden in einer detaillierten Sensitivitätsanalyse simuliert, um die daraus entstehenden ergebniswirksamen Effekte zu ermitteln. Ein Anstieg des Euro um 10% gegenüber dem US-Dollar zum 31. Dezember 2010 hätte das Ergebnis des Konzerns um 0,3 Mio. € verringert (unter der Annahme konstanter Zinssätze; 2009: Rückgang um 0,1 Mio. €). Ein Rückgang des Euro um 10% gegenüber dem US-Dollar hätte das Ergebnis des Konzerns um 0,3 Mio. € erhöht (2009: Erhöhung um 0,2 Mio. €). Ein Anstieg des Euro um 10% gegenüber dem Pfund Sterling zum 31. Dezember 2010 hätte das Ergebnis des Konzerns um 0,1 Mio. € verringert (unter der Annahme konstanter Zinssätze; 2009: Rückgang um 0,1 Mio. €). Ein Rückgang des Euro um 10% gegenüber dem Pfund Sterling hätte das Ergebnis des Konzerns um 0,2 Mio. € erhöht (2009: Erhöhung um 0,1 Mio. €).

Unter der Annahme gleichbleibender Wechselkurse zwischen US-Dollar und Euro sowie zwischen dem britischen Pfund und Euro im Vergleich zum Jahresdurchschnittskurs von 2009 wären die Umsatzerlöse des Konzerns um 0,6 Mio. € niedriger gewesen (2009: um 0,4 Mio. € niedriger).

Zinsrisiko

Das Risiko des Konzerns aus Zinssatzänderungen ergibt sich im Wesentlichen aus den zur Veräußerung gehaltenen Wertpapieren. Eine Änderung des allgemeinen Zinsniveaus könnte zu einer Erhöhung oder einem Rückgang des Marktwerts dieser Wertpapiere führen. Das Risiko eines Rückgangs des Marktwerts ist jedoch aufgrund von Marktwertgarantien der ausgebenden

Banken begrenzt – neben der Tatsache, dass alle Finanzinstrumente in diesen Geldmarktfonds kurze Fälligkeiten haben. Diese Garantien werden halbjährlich erneuert. Im Hinblick auf die in der Bilanz ausgewiesenen Verbindlichkeiten sieht sich der Konzern derzeit keinem wesentlichen Zinsrisiko ausgesetzt.

Hierarchie beizulegender Zeitwerte und Bewertungsmethoden

Die Buchwerte von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten wie Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten, marktgängigen Wertpapieren sowie Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen entsprechen angesichts ihrer kurzen Fälligkeiten annähernd ihren beizulegenden Zeitwerten. Der Marktwert von marktgängigen Wertpapieren bestimmt sich nach notierten Marktpreisen (Hierarchielevel 1, notierte Preise in aktiven Märkten; siehe Ziffer 4* dieses Anhangs zum Konzernabschluss). Den Hierarchieebenen 2 und 3 wurden keine finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zugeordnet. Der den Lizenzverbindlichkeiten beizulegende Zeitwert ermittelt sich nach der Effektivzinsmethode. Wandelschuldverschreibungen werden mit den zugeschriebenen Werten ausgewiesen, die annähernd dem zum Fälligkeitstag fälligen Kapitalbetrag entsprechen. Weder in 2010 noch in 2009 wurden Übertragungen zwischen den Hierarchie-Leveln der beizulegenden Zeitwerte vorgenommen.

Die beizulegenden Zeitwerte von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten sowie die in der Konzernbilanz dargestellten Buchwerte setzten sich wie folgt zusammen:

Beizulegender
Zeitwert –
Absicherungs
Zur Ver
äußerung
Sonstige
finanzielle
Verbindlich
Buchwert, Beizulegen
31. Dezember 2010 (in T €) Anhang instrumente Forderungen verfügbar keiten gesamt der Zeitwert
Liquide Mittel 3 44.118 44.118 44.118
Forderungen 5 15.009 15.009 15.009
Devisenterminverträge zur Absiche
rung von Wechselkursschwankungen 6 144 144 144
Wertpapiere, zur Veräußerung verfügbar 4 64.304 64.304 64.304
144 59.127 64.304 0 123.575 123.575
Wandelschuldverschreibungen –
Verbindlichkeitskomponente
17 –128 –128 –128
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen und Lizenzverbindlichkeiten
13 –2.283 –2.283 –2.283
0 0 0 –2.411 –2.411 –2.411
31. Dezember 2009 (in T €) Anhang Beizulegender
Zeitwert –
Absicherungs
instrumente
Forderungen Zur Ver
äußerung
verfügbar
Sonstige
Finanzielle
Verbindlich
keiten
Buchwert,
gesamt
Beizulegen
der Zeitwert
Liquide Mittel 3 41.255 41.255 41.255
Forderungen 5 11.157 11.157 11.157
Devisenterminverträge zur Absiche
rung von Wechselkursschwankungen
6 0 0 0
Wertpapiere, zur Veräußerung verfügbar 4 93.884 93.884 93.884
0 52.412 93.884 0 146.296 146.296
Wandelschuldverschreibungen –
Verbindlichkeitskomponente
17 –33 –33 –33
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen und Lizenzverbindlichkeiten
13 –931 –931 –931
0 0 0 –964 –964 –964

16 Eigenkapital

In Bezug auf die Steuerung des Kapitals zielen die Richtlinien des Vorstands der Gesellschaft auf die Sicherung einer starken Eigenkapitalbasis zum Erhalt des Vertrauens von Investoren, Geschäftspartnern und Kapitalmarkt und die Sicherung einer nachhaltigen zukünftigen Geschäftsentwicklung ab. Derzeit können Geschäftsleitung und Mitarbeiter durch langfristige leistungsbezogene Vergütung am Ergebnis des Unternehmens partizipieren. Diese besteht aus Wandelschuldverschreibungen und Aktienoptionen im Rahmen des entsprechenden Prämiensystems, das durch die Hauptversammlung beschlossen wurde. In 2011 plant MorphoSys, auf ein langfristiges Anreizsystem umzustellen, das auf der Ausgabe erfolgsabhängiger Aktienvergütung basiert, die letztendlich gewährt wird, wenn bestimmte vordefinierte Erfolgskriterien erreicht werden. Basierend auf dem Beschluss der Hauptversammlung in 2010 werden die zugrundeliegenden Aktien durch das Unternehmen vom Aktienmarkt zurückgekauft.

Im Laufe des Jahres wurde das Vorgehen des Unternehmens in Bezug auf die Steuerung des Kapitals nicht verändert.

Gezeichnetes Kapital

Am 31. Dezember 2010 betrug das gezeichnete Kapital der Gesellschaft einschließlich eigener Aktien 22.890.252 €, eine Zunahme von 229.695 € gegenüber dem Stand von 22.660.557 € am 31. Dezember 2009. Jede Stückaktie des gezeichneten Kapitals gewährt ein Stimmrecht. Die Zunahme ist auf die Wandlung bzw. Ausübung von 229.695 an den Vorstand und an Mitarbeiter gewährten Wandelschuldverschreibungen und Optionen zurückzuführen.

Am 31. Dezember 2009 hatte das gezeichnete Kapital der Gesellschaft 22.660.557 € betragen. Die Zunahme der Aktienanzahl um 181.770 € bzw. 181.770 Aktien war das Ergebnis der Wandlung und Ausübung von Optionen im Geschäftsjahr 2009.

Eigene Aktien beliefen sich am 31. Dezember 2010 unverändert zum Vorjahr auf 9.774 € (79.896 Aktien).

Genehmigtes Kapital

Das nicht in Anspruch genommene Genehmigte Kapital I war am 31. Dezember 2010 verglichen mit dem 31. Dezember 2009 unverändert und dient der Ausgabe von bis zu 8.864.103 neuen Aktien.

Das nicht in Anspruch genommene Genehmigte Kapital II war am 31. Dezember 2010 verglichen mit dem 31. Dezember 2009 unverändert und dient der Ausgabe von bis zu 2.216.025 neuen Aktien.

Bedingtes Kapital

Im Jahr 2010 wurden aus dem Bedingten Kapital II durch Ausübung der gleichen Zahl von Optionen durch Mitarbeiter insgesamt 3.441 Aktien geschaffen und das Grundkapital um 3.441 € erhöht. Daneben wurden aus dem Bedingten Kapital IV durch Ausübung der gleichen Zahl von Wandelschuldverschreibungen durch Mitarbeiter 3.600 Aktien geschaffen und das Grundkapital um 3.600 € erhöht sowie aus dem Bedingten Kapital V durch Ausübung der gleichen Zahl von Optionen durch Mitarbeiter und Mitglieder des Vorstands 222.654 Aktien geschaffen und das Grundkapital um 222.654 € erhöht.

Im Jahr 2009 waren aus den Bedingten Kapitalien II und V insgesamt 80.700 bzw. 101.070 Aktien geschaffen worden. Das Grundkapital hatte sich dadurch um 80.700 € bzw. 101.070 € erhöht.

Dividenden

Dividenden dürfen ausschließlich auf der Grundlage des Bilanzgewinns des deutschen Einzelabschlusses der Gesellschaft (nach Abzug bestimmter Rücklagen) beschlossen und ausgeschüttet werden. Dieser Betrag unterscheidet sich aufgrund der Anpassungen des Konzernabschlusses an IFRS von der Summe aus Kapitalrücklage und Bilanzverlust im vorliegenden Konzernabschluss. Die Gesellschaft wies in ihrem deutschen Einzelabschluss für das Jahr 2010 ein zu versteuerndes Ergebnis aus. Zum 31. Dezember 2009 ergab sich jedoch kein Bilanzgewinn für eine Ausschüttung.

Kapitalrücklage

Am 31. Dezember 2010 betrug die Kapitalrücklage 166.388.083 € (31. Dezember 2009: 161.631.268 €). Der Anstieg um insgesamt 4.756.815 € ergab sich aus dem Personalaufwand aus Aktienoptionen in Höhe von 2.150.655 € einschließlich des inneren Werts der Wandelschuldverschreibungen. Ein weiterer Anstieg um 2.606.160 € ergab sich aus der Ausübung und Wandlung von Optionen und Wandelschuldverschreibungen im Jahr 2010.

Im Jahr 2009 hatte sich die Kapitalrücklage um 3.107.905 € durch den Personalaufwand aus Aktienoptionen in Höhe von 1.743.344 € und die Ausübung und Wandlung von Optionen in Höhe von 1.364.561 € erhöht.

17 Wandelschuldverschreibungen

Im Jahr 2010 wurden 3.600 Wandelschuldverschreibungen ausgeübt und in Aktien gewandelt.

Am 1. April 2010 wurden 352.800 Wandelschuldverschreibungen an Mitglieder des Vorstands und an Mitarbeiter der MorphoSys AG gewährt. Der Ausübungspreis für die Wandelschuldverschreibungen betrug 16,79 € und entsprach dem Börsenkurs in der Xetra-Schlussauktion der Frankfurter Wertpapierbörse am Handelstag vor der Ausgabe der Wandelschuldverschreibungen. Jede Wandelschuldverschreibung im Nennwert von 0,33 € berechtigt bei Entrichtung des Ausübungspreises zum Tausch in eine nennwertlose Stammaktie der Gesellschaft. Die Begünstigten dürfen die Wandlungsrechte erst nach Ablauf einer vierjährigen Haltefrist ab dem Tag der Gewährung ausüben. Die Ausübung der Wandlungsrechte ist nur möglich, wenn an einem Handelstag während der Laufzeit der Wandelschuldverschreibungen der Börsenkurs einer Aktie mindestens 110% des Ausübungspreises am Tag der Gewährung erreicht hat. Die Wandelschuldverschreibungen können nach dem 31. Dezember 2015 nicht mehr ausgeübt werden. Im Falle der Nicht-Ausübung der Wandlungsrechte erhalten die Begünstigten eine Rückvergütung in Höhe der zum Erwerb der Wandelschuldverschreibungen gezahlten Beträge (0,33 € pro Wandelschuldverschreibung/Aktie). Wandelschuldverschreibungen werden mit den zugeschriebenen Werten ausgewiesen, die annähernd dem zum Fälligkeitstag fälligen Kapitalbetrag entsprechen.

Die nachfolgende Übersicht zeigt die Entwicklung des Wandelschuldverschreibungsplans für Mitarbeiter der Gesellschaft in den Jahren 2010 und 2009:

Wandelschuld
verschreibungen
Gewichteter
Durchschnitts
preis €
AM 1. JANU
AR 2009
AUSSTEHEND 140.460 18,37
Gewährt 101.000 12,81
Ausgeübt 0 0
Verfallen –2.000 12,81
Abgelaufen –140.460 18,37
AM 31. DEZEMBER 2009
AUSSTEHEND
99.000 12,81
AM 1. JANU
AR 2010
AUSSTEHEND
99.000 12,81
Gewährt 352.800 16,79
Ausgeübt –3.600 12,81
Verfallen 0 0
Abgelaufen 0 0
AM 31. DEZEMBER 2010
AUSSTEHEND
448.200 15,94

Die am 31. Dezember 2010 und 2009 ausübbaren Wandelschuldverschreibungen beliefen sich auf 95.400 bzw. 0 Aktien. Der gewichtete durchschnittliche Ausübungspreis der ausübbaren Wandelschuldverschreibungen belief sich am 31. Dezember 2010 auf 12,81 €.

Die folgende Übersicht enthält den gewichteten durchschnittlichen Ausübungspreis sowie Angaben zur Vertragslaufzeit von wesentlichen Gruppen von Wandelschuldverschreibungen zum 31. Dezember 2010:

Bandbreite der Ausübungspreise Ausstehend
(Anzahl)
Restliche Ver
tragslaufzeit
(in Jahren)
Gewichteter
durchschnitt
licher Aus
übungspreis
Ausübbar
(Anzahl)
Gewichteter
durchschnitt
licher Aus
übungspreis
10,00 € –12,99 € 95.400 1,00 12,81 € 95.400 12,81 €
13,00 € –17,00 € 352.800 5,00 16,79 € 0 0,00 €
448.200 4,15 15,94 € 95.400 12,81 €

Die folgende Übersicht enthält den gewichteten durchschnittlichen Ausübungspreis sowie Angaben zur Vertragslaufzeit von wesentlichen Gruppen von Wandelschuldverschreibungen zum 31. Dezember 2009:

Bandbreite der Ausübungspreise Ausstehend
(Anzahl)
Restliche Ver
tragslaufzeit
(in Jahren)
Gewichteter
durchschnitt
licher Aus
übungspreis
Ausübbar
(Anzahl)
Gewichteter
durchschnitt
licher Aus
übungspreis
3,33 € – 9,99 € 0 0,00 0,00 € 0 0,00 €
10,00 € –12,81 € 99.000 2,00 12,81 € 0 0,00 €
99.000 2,00 12,81 € 0 0,00 €

Die Gesellschaft bilanziert den Personalaufwand aus Aktienoptionen in Übereinstimmung mit IFRS 2 und IAS 32.28. Die Eigenkapitalkomponente der Wandelschuldverschreibungen ist separat in der Kapitalrücklage auszuweisen und wird vom beizulegenden Zeitwert der Schuldverschreibungen abgesetzt. Der verbleibende Wert wird als Personalaufwand aus Aktienoptionen erfasst. Der Vergütungsaufwand im Zusammenhang mit Wandelschuldverschreibungen belief sich in den Jahren 2010 und 2009 auf 989.416 € bzw. 263.938 €.

Der beizulegende Zeitwert der im Jahr 2010 ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen wurde mithilfe des Optionspreismodells von Black-Scholes unter Zugrundelegung eines risikofreien Zinssatzes von 2,19%, einer Dividendenrendite von 0%, einer auf historischen Daten beruhenden erwarteten Volatilität von 42,0% und einer erwarteten Laufzeit von fünf Jahren ermittelt. Der gewichtete durchschnittliche theoretische Optionswert der im Jahr 2010 gewährten Schuldverschreibungen wird demzufolge auf 6,66 € geschätzt.

18 Aktienoptionen

Die generellen Konditionen der Aktienoptionspläne, die während des Berichtszeitraums bestanden, werden in der folgenden Tabelle dargestellt; alle Optionen müssen durch physische Lieferung von Aktien beglichen werden:

. .
$\bullet$
Gewährte
Aktienoptionen
Sperrfrist Ausübungsbedin
gungen (Aktienpreis
im Vergleich zum
Ausübungspreis)
Vertragslaufzeit
der Optionen
2 Jahre 50%, Anstieg von 20% an
mindestens einem
180.000 4 Jahre 100% der Laufzeit 5 Jahre
283.335 2 Jahre 50%,
3 Jahre 75%,
4 Jahre 100%
Anstieg von 20% an
mindestens einem
Handelstag während
der Laufzeit
5 Jahre
29.070 2 Jahre 50%,
3 Jahre 75%,
4 Jahre 100%
Kumulierter Anstieg
von mehr als 10% pro
Jahr
5 Jahre
92.664 2 Jahre 50%,
3 Jahre 75%,
4 Jahre 100%
Anstieg von 20% an
mindestens einem
Handelstag während
der Laufzeit
5 Jahre
2 Jahre 50%,
3 Jahre 75%,
Anstieg von 20% an
mindestens einem
Handelstag während
5 Jahre
422.200 3 Jahre 75%,
4 Jahre 100%
Handelstag während
der Laufzeit

In den Jahren 2010 und 2009 wurden 3.441 bzw. 80.700 Optionen aus dem 1999er Plan ausgeübt. In den Jahren 2010 und 2009 wurden jeweils 222.654 bzw. 101.070 Optionen aus dem 2002er Plan ausgeübt, von denen 190.305 Optionen durch Mitglieder des Vorstands ausgeübt wurden. Weitere Einzelheiten sind in Ziffer 28* dieses Anhangs zum Konzernabschluss enthalten.

Die folgende Übersicht zeigt die Entwicklung der Aktienoptionspläne für Mitarbeiter der Gesellschaft in den Jahren 2010 und 2009:

Aktien Gewichteter
Durchschnitts
preis €
AM 1. JANU
AR 2009
AUSSTEHEND
958.554 12,66
Gewährt 422.200 12,81
Ausgeübt –181.770 8,51
Verfallen –46.997 13,69
Abgelaufen 0 0,00
AM 31. DEZEMBER 2009
AUSSTEHEND
1.151.987 13,33
AM 1. JANU
AR 2010
AUSSTEHEND
1.151.987 13,33
Gewährt 0 0,00
Ausgeübt –226.095 12,41
Verfallen –1.875 10,45
Abgelaufen 0 0,00
AM 31. DEZEMBER 2010
AUSSTEHEND
924.017 13,56

Am 31. Dezember 2010 und 2009 waren Aktienoptionen für 294.953 bzw. 269.055 Aktien ausübbar. Der gewichtete durchschnittliche Ausübungspreis der ausübbaren Aktienoptionen belief sich am 31. Dezember 2010 und 2009 auf 14,41 € bzw. 13,22 €.

Die folgende Übersicht enthält den gewichteten Durchschnittspreis sowie Angaben zur Vertragslaufzeit von wesentlichen zum 31. Dezember 2010 ausstehenden Optionsgruppen:

Bandbreite der Ausübungspreise Ausstehend
(Anzahl)
Restliche Ver
tragslaufzeit
(in Jahren)
Gewichteter
durchschnitt
licher Aus
übungspreis
Ausübbar
(Anzahl)
Gewichteter
Durchschnitts
preis €
10,00 € – 12,99 € 422.603 3,20 12,81 € 9.183 12,80 €
13,00 € – 13,99 € 271.299 2,07 13,03 € 134.234 13,03 €
14,00 € – 17,00 € 230.115 1,90 15,57 € 151.536 15,73 €
924.017 2,54 13,56 € 294.953 14,41 €

Die folgende Übersicht enthält den gewichteten Durchschnittspreis sowie Angaben zur Vertragslaufzeit von wesentlichen zum 31. Dezember 2009 ausstehenden Optionsgruppen:

Bandbreite der Ausübungspreise Ausstehend
(Anzahl)
Restliche Ver
tragslaufzeit
(in Jahren)
Gewichteter
durchschnitt
licher Aus
übungspreis
Ausübbar
(Anzahl)
Gewichteter
Durchschnitts
preis €
3,63 € –9,99 € 0 0,00 0,00 € 0 0,00 €
10,00 € – 12,99 € 543.224 3,39 12,30 € 117.180 10,45 €
13,00 € – 16,10 € 608.763 2,72 14,24 € 151.875 15,35 €
1.151.987 3,04 13,33 € 269.055 13,22 €

Die Gesellschaft bilanziert den Personalaufwand aus Aktienoptionen in Übereinstimmung mit IFRS 2 "Anteilsbasierte Vergütung". Der Vergütungsaufwand im Zusammenhang mit Aktienoptionen belief sich in den Jahren 2010 und 2009 auf 1.119.543 € bzw.1.472.534 €.

19 Aktienwertsteigerungsrechte ("Stock Appreciation Rights")

Am 1. Oktober 2010 wurden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der MorphoSys AG 15.000 Aktienwertsteigerungsrechte ("stock appreciation rights") zu den gleichen Konditionen gewährt wie für die am 1. April 2010 gewährten Wandelschuldverschreibungen. Wandelschuldverschreibungen werden durch die physische Übergabe von Aktien beglichen, wohingegen Aktienwertsteigerungsrechte in bar ausgeglichen werden. Am 31. Dezember 2010 belief sich der Ausübungspreis der Aktienwertsteigerungsrechte auf 18,53 €. Der beizulegende Zeitwert wurde mithilfe des Optionspreismodells von Black-Scholes unter Zugrundelegung eines risikofreien Zinssatzes von 2,16%, einer Dividendenrendite von 0%, einer auf historischen Daten beruhenden Volatilität von 42,0% und einer erwarteten Laufzeit von fünf Jahren

ermittelt. Der gewichtete durchschnittliche theoretische Wert der in 2010 gewährten Aktienwertsteigerungsrechte wird auf 7,34 € geschätzt und unterliegt einer vierteljährlichen Neubewertung. Der Vergütungsaufwand belief sich in 2010 auf 14.337 € und eine langfristige Verbindlichkeit wurde entsprechend in Höhe von 14.337 € verbucht. Die Aktienwertsteigerungsrechte können nach dem 30. Juni 2016 nicht mehr ausgeübt werden.

In 2010 beinhalteten die Umsätze der Gesellschaft Lizenzgebühren und Meilensteinzahlungen in Höhe von 41,8 Mio. € (2009: 42,3 Mio. €), Servicegebühren in Höhe von 28,0 Mio. € (2009: 22,3 Mio. €) und Umsatzerlöse aus Produktverkäufen in Höhe von 16,5 Mio. € (2009: 15,7 Mio €).

21 Personalaufwand

in T € 2010 2009
Löhne und Gehälter 25.117 21.339
Sozialversicherungsabgaben 4.011 3.297
Personalaufwand aus Aktienoptionen 2.123 1.736
Zeitpersonal (extern) 89 112
Sonstige 353 1.364
GESAMT 31.693 27.848

Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter während des Geschäftsjahres 2010 betrug 435 (2009: 375). Von den 464 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern am Bilanzstichtag waren 309 in der Forschung und Entwicklung (31. Dezember 2009: 248) sowie 155 (31. Dezember 2009: 156) in Vertrieb, Allgemeines und Verwaltung beschäftigt. Am 31. Dezember 2010 waren 183 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Segment Partnered Discovery, 100 im Segment Proprietary Development und 142 im Segment AbD Serotec beschäftigt; 39 sind keinem bestimmten Bereich zugeordnet (31. Dezember 2009: 144 im Segment Partnered Discovery, 71 im Segment Proprietary Development und 148 im Segment AbD Serotec; 41 waren nicht zugeordnet). Die Kosten für beitragsorientierte Versorgungszusagen beliefen sich in 2010 auf 0,3 Mio. € (Vorjahr: 0,3 Mio. €).

22 Nicht-operative Aufwendungen und Erträge

Nicht-operative Aufwendungen und Erträge setzen sich wie folgt zusammen:

in T € 2010 2009
Zinserträge 143 285
Realisierter Gewinn aus zur Veräuße
rung verfügbaren Wertpapieren 3.980 1.717
Finanzerträge 4.123 2.002
Zinsaufwendungen –34 –10
Finanzaufwendungen –34 –10
Währungsgewinne 440 274
Sonstige Erträge 30 99
Sonstige Erträge 470 373
Währungsverluste –499 –468
Verlust aus Währungsabsicherung –496 –126
Sonstige Aufwendungen –241 –138
Sonstige Aufwendungen –1.236 –732
GESAMT 3.323 1.633

23 Ertragsteuern

Die Gesellschaft und ihre deutschen Tochterunternehmen MorphoSys IP GmbH, MorphoSys AbD GmbH und Sloning BioTechnology GmbH unterliegen der Körperschaftsteuer, dem Solidaritätszuschlag und der Gewerbesteuer. Der Körperschaftsteuersatz der Gesellschaft blieb ebenso unverändert (15%) wie der Solidaritätszuschlag (5,5%) und der effektive Gewerbesteuersatz (10,5%). Für die ausländischen Tochtergesellschaften von MorphoSys gelten Ertragsteuersätze von 28% in Großbritannien bzw. 37% in den USA.

Die Ertragsteuern des abgelaufenen Geschäftsjahres setzen sich wie folgt zusammen:

2010 2009
–4.094 –2.572
119 –1.498
–3.975 –4.070
–411 –1.348

Die folgende Übersicht leitet den erwarteten Ertragsteueraufwand zum effektiven Ertragsteueraufwand über, wie er im Konzernabschluss ausgewiesen wird. Bei der Ermittlung der gesetzlichen Ertragsteuern wurde im Geschäftsjahr 2010 der kombinierte Ertragsteuersatz von 26,33% (2009: 26,33%) auf das Ergebnis vor Steuern angewendet. Der in der Überleitungsrechnung verwendete Steuersatz beinhaltet die Körperschaftsteuer und den Solidaritätszuschlag und beläuft sich zusammen auf 15,83% zuzüglich der effektiven Gewerbesteuer auf der Grundlage eines Hebesatzes von 300% für die kommunale Gewerbesteuer von 10,50%.

in T € 2010 2009
Ergebnis vor Ertragsteuern 13.172 13.034
Erwarteter Steuersatz 26,33% 26,33%
Erwartete Ertragsteuer –3.468 –3.432
Ursachen der Steuereffekte
Aktienbasierte Vergütung –555 –464
Steuerlich nicht abzugsfähige Posten –114 –116
Änderung von Steuersätzen –21 1
Steuern für Vorjahre 113 –75
Sonstige Effekte 70 16
Effektive Ertragsteuern –3.975 –4.070

Latente Steuern werden nur in dem Umfang erfasst, in dem die betreffenden Steuervorteile mit einer überwiegenden Wahrscheinlichkeit realisiert werden können. Am 31. Dezember 2008 hatte die Gesellschaft aktive latente Steuern von netto 1,6 Mio. € aufgrund der für die Geschäftsjahre 2009 bis 2013 erwarteten Geschäftsentwicklung bilanziert. In 2009 wurden diese aktiven latenten Steuern durch Inanspruchnahme von steuerlichen Verlustvorträgen in Höhe von 1,0 Mio. € und aufgrund der Veränderung der temporären Differenzen zwischen IFRS- und Steuerbilanz in Höhe von 0,6 Mio. € vollständig aufgelöst. Am 31. Dezember 2009 war der steuerliche Verlustvortrag für Körperschaft- und Gewerbesteuer vollständig genutzt. Bei der MorphoSys AG wurde eine steuerliche Betriebsprüfung für die Geschäftsjahre 2004 bis 2007 durchgeführt. Steuerliche Verlustvorträge wurden in der ausgewiesenen Höhe anerkannt.

Am 31. Dezember 2010 wurden bei der Sloning BioTechnology GmbH aufgrund der für die Geschäftsjahre 2011 bis 2015 erwarteten positiven Geschäftsentwicklung latente Steuerforderungen auf steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 2,7 Mio. € bilanziert. Für einen Teil der körperschaftsteuerlichen Verlustvorträge in Höhe von 5,4 Mio. € und gewerbesteuerlichen Verlustvorträge von 5,1 Mio. € wurden keine aktiven latenten Steuern ausgewiesen, da die Nutzbarkeit dieser Verlustvorträge als ungewiss eingestuft wurde aufgrund der im Folgenden beschriebenen Vorschriften. Die steuerlichen Verlustvorträge können auf unbestimmte Zeit und in vollem Umfang vorgetragen werden. Seit dem Jahr 2004 begrenzt das deutsche

Steuerrecht die Verrechnung von zu versteuerndem Einkommen mit bestehenden steuerlichen Verlustvorträgen auf einen Betrag von 1,0 Mio. € zuzüglich 60% des den Betrag von 1,0 Mio. € übersteigenden zu versteuernden Einkommens. Dem deutschen Körperschaftsteuergesetz (KStG) zufolge können steuerliche Verlustvorträge auf unbestimmte Zeit vorgetragen werden. Der Abzug steuerlicher Verlustvorträge ist ausgeschlossen, wenn ein Unternehmen seine Steueridentität verliert. Es wird unterstellt, dass ein Unternehmen seine Steueridentität verloren hat, wenn gleichzeitig die folgenden beiden Kriterien erfüllt sind: (a) mehr als 50% der Anteile des Unternehmens wurden übertragen und (b) das Unternehmen setzt seinen Geschäftsbetrieb mit überwiegend neuem Betriebsvermögen fort oder startet ihn neu (§ 8 Abs. 4 KStG; anzuwenden bis 31. Dezember 2007). In Bezug auf die Übertragung von Eigenkapitalanteilen wurde diese Bestimmung im Rahmen des Körperschaftsteuerreformgesetzes durch § 8c KStG ersetzt. Jede Übertragung zwischen 25% und 50% des gezeichneten Kapitals hat die teilweise Eliminierung, jede Übertragung von mehr als 50% die vollständige Eliminierung des steuerlichen Verlustvortrags zur Folge. Die Fortführung des Geschäftsbetriebs mit überwiegend neuem Betriebsvermögen ist nicht länger relevant. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen zu steuerlichen Verlustvorträgen (sowohl § 8 Abs. 4 KStG als auch § 8c KStG) werden für in Deutschland steuerbare Unternehmen allgemein als unsicher eingestuft.

Die aktiven und passiven latenten Steuern setzen sich im Wesentlichen wie folgt zusammen:

in T € Aktive latente
Steuern 2010
Aktive latente
Steuern 2009
Passive latente
Steuern 2010
Passive latente
Steuern 2009
Immaterielle Vermögenswerte 0 689 4.043 1.677
Nichtansatz von aktiven latenten Steuern auf immaterielle Vermögenswerte 0 0 0 0
Sachanlagen 0 0 66 41
Grundstücke 0 0 0 0
Gebäude 0 0 0 0
Sonstige Labor-, Büro- und Geschäftsausstattung 61 8 0 0
Vorräte 230 220 0 0
Anzahlungen 0 0 0 0
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 0 0 8 0
Eigene Aktien 0 3 0 0
Aktive Rechnungsabgrenzung 0 2 7 0
Investitionen in kurzfristige Wertpapiere 0 0 300 1.243
Sonstige Rückstellungen 0 0 4 5
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4 0 0 1
Wandelschuldverschreibungen 0 0 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 0 0 0 0
Steuerliche Verluste 2.701 19 0 0
2.996 941 4.428 2.967

Aufgrund der steuerlichen Organschaft der MorphoSys AG und der MorphoSys IP GmbH wurden aktive und passive latenten Steuern in Höhe von 0 € bilanziell verrechnet (Vorjahr: 0,7 Mio. €). Passive latente Steuern in Höhe von 0,4 Mio. € (Vorjahr: 1,3 Mio. €) wurden direkt im Eigenkapital erfasst. Dieser Betrag steht im Zusammenhang mit der Neubewertung von zur Veräußerung verfügbaren Finanzanlagen.

Zum 31. Dezember 2010 wurden keine passiven latenten Steuern auf temporäre Differenzen im Zusammenhang mit einer Investition in einer Tochtergesellschaft gebildet, da die Gesellschaft bestimmen kann, ob die Verpflichtung eintreten wird und dadurch gewährleistet ist, dass die Verpflichtung nicht in absehbarer Zeit eintreten wird.

24 Ergebnis je Aktie

Die Ermittlung des unverwässerten Ergebnisses je Aktie beruht auf einem Jahresüberschuss für 2010 von 9.196.300 € (2009: 8.964.095 €) und der gewichteten durchschnittlichen Anzahl in Umlauf befindlicher Stammaktien für die betreffenden Jahre (2010: 22.656.233; 2009: 22.464.757).

Die gewichtete durchschnittliche Anzahl der Stammaktien ermittelte sich sie wie folgt:

2010 2009
STAND
DER AUSGEGEBENEN AKTIEN AM 1. JANU
AR
22.660.557 22.478.787
Effekt der gehaltenen eigenen Anteile –79.896 –79.896
Effekt der Aktienausgabe im Januar 14.167 12.938
Effekt der Aktienausgabe im Februar 0 0
Effekt der Aktienausgabe im März 1.162 0
Effekt der Aktienausgabe im April 0 0
Effekt der Aktienausgabe im Mai 0 0
Effekt der Aktienausgabe im Juni 0 0
Effekt der Aktienausgabe im Juli 52.848 12.295
Effekt der Aktienausgabe im August 703 24.843
Effekt der Aktienausgabe im September 0 5.569
Effekt der Aktienausgabe im Oktober 2.702 4.400
Effekt der Aktienausgabe im November 0 5.821
Effekt der Aktienausgabe im Dezember 3.990 0
GEWICHTETE DUR
CHSCHNIT TLICHE ANZ
AHL STAMMAKTIEN
22.656.233 22.464.757

Das verwässerte Ergebnis je Aktie wird unter Berücksichtigung der möglichen Stammaktien der Gesellschaft aus gewährten Aktienoptionen und Wandelschuldverschreibungen ermittelt.

Die folgende Übersicht zeigt die Überleitung des unverwässerten auf das verwässerte Ergebnis je Aktie (in €, mit Ausnahme der Angaben je Aktie):

2010 2009
9.196.300 8.964.095
22.656.233 22.464.757
110.569 81.535
19.734 12.872
22.786.536 22.559.164
0,41 0,40
0,40 0,40

25 Mietverpflichtungen

Die Gesellschaft mietet Einrichtungen und Ausstattungen im Rahmen langfristiger Operating-Leasingverträge. In den Geschäftsjahren 2010 und 2009 belief sich der Mietaufwand auf 2.342.528 € bzw. 2.238.004 €. Signifikante Leasingverträge bezogen sich hauptsächlich auf Miete der Gebäude in Martinsried (Deutschland), Oxford (UK), Düsseldorf (Deutschland), Raleigh (USA) und Puchheim (Deutschland). Der Großteil dieser Verträge kann jährlich oder quartalsweise verlängert werden. Einige der Verträge können frühzeitig gekündigt werden.

Die künftigen Mindestzahlungen aus unkündbaren Operating-Leasing- und Versicherungsverträgen sowie anderen Dienstleistungen stellen sich wie folgt dar:

2010 2009
4.031 3.743
4.958 4.360
1.672 2.732
10.661 10.835

Der Gesamtaufwand der Gesellschaft aus Operating-Leasing- und Versicherungsverträgen sowie anderen Dienstleistungen belief sich in den Geschäftsjahren 2010 und 2009 auf insgesamt rund 3.518.477 € bzw. 3.575.262 €.

26 Eventualforderungen/-schulden

Der Geschäftsleitung sind keine Vorgänge bekannt, die für die Gesellschaft zu einer wesentlichen Verpflichtung führen und eine wesentliche nachteilige Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft haben könnten.

Falls bestimmte Meilensteine im Segment Proprietary Development erreicht werden, wie z.B. die Anmeldung eines Klinikganges (Investigational New Drug bzw. IND) im Zusammenhang mit bestimmten Zielmolekülen, können Meilensteinzahlungen an Lizenzgeber ausgelöst werden. Da jedoch die Zeitpunkte und das Erreichen solcher Meilensteine ungewiss sind, können keine weiteren Details veröffentlicht werden.

Falls bestimmte Meilensteine im Segment Partnered Discovery erreicht werden, wie z.B. die Anmeldung eines Klinikganges (Investigational New Drug bzw. IND) im Zusammenhang mit bestimmten Zielmolekülen oder die Übertragung von Technologien, können Meilensteinzahlungen an das Unternehmen ausgelöst werden. Da jedoch die Zeitpunkte und das Erreichen solcher Meilensteine ungewiss sind, können keine weiteren Details veröffentlicht werden.

Im ersten Quartal des Jahres 2011 erwartet das Unternehmen, dass ein Meilenstein für die Übertragung von Technologie an einen der Partner des Unternehmens erreicht wird und die Gesellschaft geht davon aus, einen zweistelligen Millionen-Euro Betrag für diesen Meilenstein zu erhalten.

27 Unternehmenszusammenschlüsse

Am 7. Oktober 2010 hat die Gesellschaft 100% der Anteile an der in Puchheim ansässigen privat geführten deutschen Sloning BioTechnology GmbH für eine Einmalzahlung von 19 Mio. € in bar erworben.

Die Sloning BioTechnology GmbH entwickelt neue Methoden im Bereich der synthetischen Biologie. Damit wird MorphoSys alleiniger Anbieter der hochmodernen Slonomics-Technologie von Sloning, mit deren Hilfe der Aufbau und die Qualität von Protein-Bibliotheken verbessert werden. Von der Eingliederung von Slonomics in seine bestehende Antikörpertechnologieplattform verspricht sich MorphoSys eine verbesserte Generierung von Wirkstoffkandidaten dergestalt, dass eines von zwei begonnenen Projekten die klinische Entwicklungsphase erreicht.

Im Zeitraum 7. Oktober 2010 bis 31. Dezember 2010 steuerte das erworbene Unternehmen Umsatzerlöse von 0,3 Mio. € zum Konzernumsatz und einen Nettoverlust von 0,8 Mio. € zum Konzernergebnis bei.

Die Geschäftsleitung schätzt, dass die Konzernumsatzerlöse 88,4 Mio. € und der Konzernjahresüberschuss 7,5 Mio. € betragen hätten, wäre die Akquisition bereits zum 1. Januar 2010 erfolgt.

Ermittelt wurden diese Beträge auf der Basis der Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze des Konzerns; die Ergebnisse des Tochterunternehmens wurden angepasst, um den erhöhten Abschreibungen Rechnung zu tragen, die unter der Annahme angefallen wären, dass die Anpassungen der immateriellen Vermögenswerte und Vorräte an ihre beizulegenden Zeitwerte samt den entsprechenden steuerlichen Folgen bereits zum 1. Januar 2010 stattgefunden hätten.

Die in bar entrichtete Gegenleistung belief sich auf 18.765.811 € zuzüglich einer nachträglichen Anpassung des Kaufpreises in Höhe von 51.325 €, die kurz nach dem Bilanzstichtag in bar entrichtet wurde. Es wurde keine darüber hinausgehende bedingte Gegenleistung vereinbart.

Die identifizierbaren Aktiva und Passiva aus der Akquisition stellen sich zum 7. Oktober 2010 wie folgt dar:

Anpassungen
des beizu
Buchwert legenden
Zeitwerts
Beizulegender
Zeitwert
Liquide Mittel 721 0 721
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 155 0 155
Rechnungsabgrenzung und sonstige kurzfristige Vermögenswerte 57 0 57
Vorräte 746 44 790
Sachanlagen 1.200 0 1.200
Patente und Technologie 0 10.080 10.080
Software 22 0 22
Aktive latente Steuern 2.496 0 2.496
Sonstige langfristige Vermögenswerte 39 0 39
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten –357 0 –357
Darlehen –799 0 –799
Latente Steuerverpflichtungen –96 –2.843 –2.939
Beizulege
nder Zeitwe
rt der identifi
zierten Vermöge
nswe
rte
11.465
Geschäfts- oder Firmenwert aus der Akquisition 7.352
Gezahlte
Gege
nleist
ung
18.817
Erworbene Zahlungsmittel 721
Nettomittelabfl
uss
18.096

Als Folge der Akquisition wurde folgender Geschäfts- oder Firmenwert erfasst:

in T € Beizulegender
Zeitwert
Gezahlte
Gege
nleist
ung
18.817
Beizulegender Zeitwert der identifizierten
Vermögenswerte, netto –11.465
Geschäfts- oder Firmenwert 7.352

Der Geschäfts- oder Firmenwert ist überwiegend den Synergien, die von der Integration der Gesellschaft in das bestehende Konzernsegment Partnered Discovery erwartet werden, und teilweise den Fachkenntnissen der erworbenen Belegschaft zuzurechnen. Es wird nicht damit gerechnet, dass der Geschäfts- oder Firmenwert für ertragsteuerliche Zwecke abzugsfähig sein wird.

Im Geschäftsjahr 2009 fanden keine Akquisitionen statt.

Der Gesellschaft entstanden erwerbsbezogene Kosten in Höhe von 0,2 Mio. €. Diese betrafen vor allem Honorare für externe Rechtsberatung und die Unternehmensbewertung (Due Diligence). Alle erwerbsbezogenen Kosten sind in den allgemeinen Verwaltungskosten der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung enthalten.

28 Nahe stehende Unternehmen und Personen

Die Gesellschaft unterhält mit Mitgliedern ihrer Geschäftsleitung und ihres Aufsichtsrats als nahe stehende Personen Geschäftsbeziehungen. Neben der Barvergütung hat die Gesellschaft dem Vorstand Aktienoptionen und Wandelschuldverschreibungen gewährt. Die nachfolgenden Übersichten zeigen die von Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats im Verlauf des Geschäftsjahres 2010 gehaltenen Aktien, Aktienoptionen und Wandelschuldverschreibungen sowie die Änderungen in ihren Besitzverhältnissen:

01.01.2010 Zugänge Verfall Verkäufe 31.12.2010
VORSTAND
Dr. Simon E. Moroney 416.385 0 0 0 416.385
Dave Lemus 5.400 0 0 0 5.400
Dr. Arndt Schottelius 500 1.000 0 0 1.500
Dr. Marlies Sproll 105 3.000 0 0 3.105
GESAMT 422.390 4.000 0 0 426.390
AUFSICHTSRAT
Dr. Gerald Möller 7.500 0 0 0 7.500
Prof. Dr. Jürgen Drews 7.290 0 0 0 7.290
Dr. Walter Blättler 2.019 0 0 0 2.019
Dr. Daniel Camus 0 0 0 0 0
Dr. Metin Colpan 0 0 0 0 0
Dr. Geoffrey N. Vernon 0 0 0 0 0
GESAMT 16.809 0 0 0 16.809

AKTIENOPTIONEN

01.01.2010 Zugänge Verfall Ausübungen 31.12.2010
VORSTAND
Dr. Simon E. Moroney 299.445 0 0 108.000 191.445
Dave Lemus 110.172 0 0 7.305 102.867
Dr. Arndt Schottelius 90.000 0 0 0 90.000
Dr. Marlies Sproll 177.867 0 0 75.000 102.867
GESAMT 677.484 0 0 190.305 487.179
AUFSICHTSRAT
Dr. Gerald Möller 0 0 0 0 0
Prof. Dr. Jürgen Drews 0 0 0 0 0
Dr. Walter Blättler 0 0 0 0 0
Dr. Daniel Camus 0 0 0 0 0
Dr. Metin Colpan 0 0 0 0 0
Dr. Geoffrey N. Vernon 0 0 0 0 0
GESAMT 0 0 0 0 0

WANDELSCHULDVERSCHREIBUNGEN

01.01.2010 Zugänge Verfall Ausübungen 31.12.2010
VORSTAND
Dr. Simon E. Moroney 30.000 58.800 0 0 88.800
Dave Lemus 30.000 33.000 0 0 63.000
Dr. Arndt Schottelius 0 33.000 0 0 33.000
Dr. Marlies Sproll 30.000 33.000 0 0 63.000
GESAMT 90.000 157.800 0 0 247.800
AUFSICHTSRAT
Dr. Gerald Möller 0 0 0 0 0
Prof. Dr. Jürgen Drews 0 0 0 0 0
Dr. Walter Blättler 0 0 0 0 0
Dr. Daniel Camus 0 0 0 0 0
Dr. Metin Colpan 0 0 0 0 0
Dr. Geoffrey N. Vernon 0 0 0 0 0
GESAMT 0 0 0 0 0

Im Jahr 2010 an Vorstandsmitglieder gewährte Wandelschuldverschreibungen:

Mitglied des Vorstands Anzahl
der Wandel
schuldver
schreibungen
Ausübungs
preis in €
Tag der
Gewährung
Verfallstermin Beizulegender
Zeitwert
einer Wandel
schuldver
schreibung in €
Beizulegender
Zeitwert am
Tag der Gewäh
rung in €
Dr. Simon E. Moroney 58.800 16,79 01. April 2010 31. Dez. 2015 6,66 391.608
Dave Lemus 33.000 16,79 01. April 2010 31. Dez. 2015 6,66 219.780
Dr. Arndt Schottelius 33.000 16,79 01. April 2010 31. Dez. 2015 6,66 219.780
Dr. Marlies Sproll 33.000 16,79 01. April 2010 31. Dez. 2015 6,66 219.780

Die Vergütungen für Vorstand und Aufsichtsrat bestanden aus einer fixen und einer variablen Komponente sowie aus sonstigen Vergütungen. Sofern keine Wiederernennung erfolgt bzw. das Dienstverhältnis nicht verlängert wird, hat jedes Vorstandsmitglied Anspruch auf eine Abfindungszahlung in Höhe eines Jahresfixgehalts. Im Jahr 2010 belief sich die Gesamtvergütung für den Aufsichtsrat ohne Reisekostenerstattung auf 382.750 € (2009: 374.333 €). Die nachfolgenden Übersichten zeigen die Vergütungen des Vorstands und des Aufsichtsrats in detaillierter Form:

Vorstand

Feste Vergütung Variable Vergütung*
Sonstige Vergütungen
Gesamtvergütung
in € 2010 2009 2010 2009 2010 2009 2010 2009
Dr. Simon E. Moroney 368.498 356.011 208.570 192.246 130.178 124.198 707.246 672.455
Dave Lemus 259.157 250.375 152.902 135.203 156.639 141.055 568.698 526.633
Dr. Arndt Schottelius 231.000 220.000 132.594 118.800 90.158 84.513 453.752 423.313
Dr. Marlies Sproll 249.623 241.164 146.778 130.229 90.879 87.963 487.280 459.356
GESAMT 1.108.278 1.067.550 640.844 576.478 467.854 437.728 2.216.976 2.081.756

* Die gezeigten Gesamtvergütungen für 2010 und 2009 enthalten die entsprechenden Bonusrückstellungen für 2010 und 2009. Der Bonus für das Jahr 2010 wird im März 2011 ausbezahlt.

Aufsichtsrat

Feste Vergütung Variable Vergütung Gesamtvergütung
in € 2010 2009 2010 2009 2010 2009
Dr. Gerald Möller 70.000 57.000 22.000 40.722 92.000 97.722
Prof. Dr. Jürgen Drews 57.750 43.278 15.000 27.778 72.750 71.056
Dr. Walter Blättler 39.500 29.556 18.000 11.000 57.500 40.556
Dr. Daniel Camus 36.500 28.500 19.000 28.333 55.500 56.833
Dr. Metin Colpan 36.500 28.500 10.000 21.333 46.500 49.833
Dr. Geoffrey N. Vernon 39.500 30.000 19.000 28.333 58.500 58.333
GESAMT 279.750 216.834 103.000 157.499 382.750 374.333

Auf der Hauptversammlung am 17. Mai 2006 waren allen Mitgliedern des Aufsichtsrats virtuelle Aktienoptionen ("phantom stocks") gewährt worden. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats hatte 2.500, der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende 2.000 und die übrigen Mitglieder des Aufsichtsrats hatten jeweils 1.500 Aktienwertsteigerungsrechte ("stock appreciation rights") erhalten. Diese virtuellen Aktienoptionen wurden in 2009 ausgeübt; ein Betrag von 80.000 € ist in der variablen Vergütung für das Jahr 2009 enthalten.

Daneben gibt es zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine weiteren Verträge mit aktuellen oder früheren Mitgliedern des Aufsichtsrats.

29 Corporate Governance

Die Gesellschaft hat die gemäß § 161 AktG vorgeschriebene Entsprechenserklärung abgegeben. Diese Erklärung wurde am 22. Dezember 2010 auf der Internetseite der Gesellschaft* veröffentlicht und der Öffentlichkeit dauerhaft zugänglich gemacht.

30 Forschungs- und Entwicklungsabkommen

Die Gesellschaft hat im Rahmen ihrer Forschungs- und Entwicklungsstrategie eine Reihe von F&E-Vereinbarungen geschlossen. In der Mehrzahl der Fälle sind Einmalzahlungen bei Unterschrift, jährliche Lizenzgebühren für den Zugang zu MorphoSys' Technologien, entwicklungsabhängige Meilensteinzahlungen sowie umsatzabhängige Tantiemen auf Produkte feste Bestandteile der Vereinbarung. Im Folgenden sind die Abkommen kurz beschrieben, die spürbare finanzielle Auswirkungen gehabt haben bzw. in zukünftigen Geschäftsjahren haben könnten (in alphabetischer Reihenfolge).

Absynth Biologics

Im September 2010 gab MorphoSys den Beginn eines firmeneigenen Programms gegen neuartige Zielmoleküle aus dem Bereich Infektionskrankheiten bekannt. Im Rahmen dieser Initiative hat MorphoSys eine Lizenzund Kollaborationsvereinbarung mit dem britischen Unternehmen Absynth Biologics unterzeichnet. Durch die Vereinbarung erhält MorphoSys Zugang zu neuartigen Zielmolekülen, die in Zusammenhang mit Infektionen des Typs Staphylococcus aureus stehen, einschließlich MRSA* (Methicillin-resistenter S. aureus). MorphoSys wird mit Hilfe seiner firmeneigenen HuCAL PLATINUM-Antikörperbibliothek therapeutische Antikörper entwickeln, die Absynth anschließend in relevanten Krankheitsmodellen erproben wird. MorphoSys wir allein für die weitere Entwicklung und Auslizenzierung der daraus resultierenden Medikamentenkandidaten verantwortlich sein. Absynth hat im Gegenzug eine Einmalzahlung erhalten und hat Anspruch auf entwicklungsabhängige Meilensteinzahlungen und Tantiemen.

Absynth's Genom-basierter Ansatz ermöglicht die Identifizierung bislang übersehener Zielmoleküle, insbesondere von Bakterienkomponenten, die lebenswichtig sind, sich über mehrere Bakterienstränge erstrecken und für Antikörper zugänglich sind. Absynth konnte bereits zeigen, dass monoklonale Antikörper gegen die von MorphoSys einlizenzierten Zielmoleküle das Wachstum von S. aureus hemmen und das menschliche Immunsystem dazu anregen, die Bakterien durch Phagozythose zu eliminieren. Absynth hat Patentanmeldungen für alle Zielmoleküle, die von der Kollaboration betroffen sind, eingereicht.

Astellas Pharma, Inc.

MorphoSys und Astellas Pharma haben im März 2007 ein Lizenzabkommen für den Einsatz der HuCAL-Technologie von MorphoSys geschlossen. Im Februar 2008 hat sich Astellas für eine Erweiterung der laufenden Kooperation zwischen beiden Unternehmen um weitere vier Jahre bis 2012 entschieden.

Im Juli 2008 hat Astellas im Rahmen der laufenden Vereinbarungen zwischen beiden Unternehmen zum Technologietransfer eine bereits bestehende Option zur Nutzung der patentgeschützten RapMAT-Technologie von MorphoSys für die schnellere Optimierung von Antikörpern ausgeübt. Als Folge erhält MorphoSys neben den Nutzungsgebühren für die HuCAL-Plattform zusätzliche jährliche Nutzungsgebühren für die RapMAT-Technologie.

Bayer Schering Pharma AG

Die laufende Zusammenarbeit mit der Bayer Schering Pharma AG wurde Ende 2007 eingestellt. Derzeit befinden sich mehrere therapeutische Antikörperprogramme in der Entwicklung und könnten künftig zu entwicklungsabhängigen Meilensteinzahlungen und Tantiemen auf Produktverkäufe führen. Derzeit evaluiert Bayer Schering Pharma ein HuCAL-basiertes Programm in klinischen Studien. Dabei handelt es sich um das HuCAL-basierte Antikörperkonjugat (Antikörper-Wirkstoff-Verbindung) BAY79-4620 im therapeutischen Bereich Krebserkrankungen.

Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG

Die laufende Zusammenarbeit mit Boehringer Ingelheim wurde in 2010 eingestellt. Jedoch können therapeutische Programme, die während der Zusammenarbeit initiiert wurden, weiterentwickelt werden und in Zukunft zu Meilensteinzahlungen und Tantiemen auf Produktverkäufe führen. Im Dezember 2010 hat Boehringer Ingelheim alle notwendigen Unterlagen für den Start einer klinischen Studie der Phase 1 mit einem HuCAL-basierten Antikörper eingereicht, was eine klinische Meilensteinzahlung an MorphoSys auslöste.

Centocor Ortho Biotech, Inc.

Die laufende Zusammenarbeit mit Centocor Ortho Biotech, Inc. (vormals Centocor, Inc.), einer 100%igen Tochtergesellschaft des US-amerikanischen Pharmaunternehmens Johnson & Johnson, wurde Ende 2007 eingestellt. Derzeit befinden sich einige therapeutische Antikörperprogramme in der Entwicklung und könnten künftig zu entwicklungsabhängigen Meilensteinzahlungen und Tantiemen auf Produktverkäufe führen. Der im Rahmen dieser Zusammenarbeit am weitesten fortgeschrittene Wirkstoff, CNTO888, befindet sich derzeit in einer Phase 2-Studie in einer immunologischen Indikation und einer zweiten Phase 2-Studie im Bereich Onkologie. In 2010 hat MorphoSys mitgeteilt, von Centocor Ortho Biotech für den Start zweier klinischer Studien der Phase 1 mit HuCAL-basierten Antikörpern – CNTO3157 im therapeutischen Bereich Asthma und ein weiteres, nicht näher spezifiziertes Programm – zwei klinische Meilensteinzahlungen erhalten zu haben. Derzeit evaluiert Centocor Ortho Biotech insgesamt fünf HuCAL-basierte Programme in klinischen Studien.

Daiichi Sankyo Company Ltd.

Im März 2006 haben MorphoSys und Sankyo Company Limited (Teil des Holding-Verbunds Daiichi Sankyo Company, Limited), ein Lizenzabkommen geschlossen und eine Zusammenarbeit im Bereich therapeutischer Antikörper für zunächst zwei Jahre mit einer Option zur Verlängerung um bis zu weitere drei Jahre vereinbart. Im März 2008 wurde die Kooperation bis März 2011 verlängert, was eine zusätzliche Vorauszahlung auslöste.

Im Oktober 2009 gab MorphoSys die Unterzeichnung einer neuen Allianz mit Daiichi Sankyo zur Erforschung und Entwicklung therapeutischer Antikörper gegen Krankenhausinfektionen bekannt. Daiichi Sankyo wurde damit der erste therapeutische Partner für MorphoSys, der auf der Antikörperbibliothek HuCAL PLATINUM basierende Medikamentenerforschung gegen

Infektionskrankheiten betreibt. Daiichi Sankyo hat darüber hinaus erklärt, die Entwicklung bestimmter, für Infektionskrankheiten spezifischer Technologien bei MorphoSys zu finanzieren, die zur Identifikation der wirksamsten Antikörper-basierten Medikamente eingesetzt werden.

F. Hoffmann-La Roche

Im September 2000 haben MorphoSys und F. Hoffmann-La Roche die Unterzeichnung einer Vereinbarung zur Zusammenarbeit bei der Entwicklung von menschlichen therapeutischen Antikörpern gegen ein von Roche benanntes biologisches Zielmolekül im Bereich Alzheimer bekannt gegeben. Im Rahmen der Zusammenarbeit hat MorphoSys Anspruch auf entwicklungsabhängige Meilensteinzahlungen und Tantieme auf Produktverkäufe aus dieser Kooperation. Im Jahr 2009 hat Roche die klinische Erprobung der Phase 1 auf Sicherheit und Verträglichkeit des auf HuCAL basierenden Antikörperprogramms R1450/Gantenerumab an Alzheimer-Patienten abgeschlossen. Im Jahr 2010 hat Roche dieses Programm in die klinische Phase 2 gebracht.

Aufbauend auf der bestehenden Zusammenarbeit im Bereich Alzheimer haben MorphoSys und Roche im März 2006 eine neue Kooperation zur Entwicklung neuartiger therapeutischer Krebs-Antikörper bekannt gegeben.

Galapagos NV

Im November 2008 haben MorphoSys und Galapagos NV den Beginn einer langfristig angelegten Zusammenarbeit zur gemeinsamen Medikamentenerforschung und -entwicklung bekannt gegeben. Ziel ist es, neuartige Wirkmechanismen zur Behandlung entzündlicher Knochen- und Gelenkserkrankungen wie etwa rheumatoide Arthritis, Osteoporose und Osteoarthritis zu erforschen und Antikörpertherapien gegen diese Krankheiten zu entwickeln.

Die Vereinbarung umfasst sämtliche Aktivitäten von der Erforschung der Zielmoleküle bis hin zum Abschluss der klinischen Wirksamkeitsstudie für neuartige therapeutische Antikörper. Im Anschluss an den Nachweis der klinischen Wirksamkeit am Menschen werden die Programme für die weitere Entwicklung, Zulassung und Vermarktung an Partner auslizenziert. Beide Unternehmen stellen im Rahmen der Allianz ihre Schlüsseltechnologien und Expertise zur Verfügung. Galapagos wird neben seiner auf der Nutzung von Adenoviren basierenden Plattform zur Erforschung neuer Zielmoleküle für die Entwicklung von Antikörpern auch bereits identifizierte Zielmoleküle in die Kooperation einbringen, die mit Knochen- und Gelenkserkrankungen in Verbindung gebracht werden. MorphoSys wird seine HuCAL-Antikörpertechnologien zur Herstellung vollständig menschlicher Antikörper gegen diese Zielmoleküle zur Verfügung stellen. Gemäß den Vertragsvereinbarungen teilen sich Galapagos und MorphoSys die Forschungs- und Entwicklungskosten sowie alle zukünftigen Umsätze zu gleichen Teilen.

GeneFrontier Corporation/Kaneka

Im Rahmen der im Jahr 2007 unterzeichneten Vereinbarungen zur Suche nach therapeutischen Zielmolekülen kann GeneFrontier die HuCAL GOLD-Antikörperbibliothek von MorphoSys zur Herstellung neuartiger HuCAL-Antikörper gegen Zielmoleküle nutzen, die von führenden japanischen Forschungsinstituten und Universitäten zur Verfügung gestellt werden. Zu diesem Zweck wurde die HuCAL-Antikörpertechnologie in den Forschungslabors einer Forschungsanlage von GeneFrontier in Tokio installiert. Gene-Frontier leistet für den Zugang zur HuCAL GOLD-Technologie Lizenzzahlungen an MorphoSys.

Merck & Co., Inc.

Im Dezember 2005 hat MorphoSys ein auf fünf Jahre angelegtes Lizenzabkommen mit dem US-Pharmakonzern Merck & Co., Inc. über den Einsatz der HuCAL GOLD- und AutoCAL-Technologien von MorphoSys in der Erforschung und Entwicklung von humanen therapeutischen Antikörpern geschlossen. Das Abkommen erlaubt Merck die Entwicklung von bis zu zehn therapeutischen Antikörpern auf der Basis von HuCAL für eine Reihe von Indikationen. Ende 2010 wurde die laufende Zusammenarbeit wie geplant eingestellt.

Novartis AG

Im Jahr 2004 haben MorphoSys und die Novartis AG eine Zusammenarbeit begonnen, die bisher zu mehreren derzeit laufenden Antikörperprogrammen gegen eine Reihe von Krankheiten und im September 2007, gerade einmal drei Jahre nach dem Beginn der Zusammenarbeit, zu einem ersten Klinikgang führte. Im Dezember 2007 weiteten MorphoSys und Novartis ihre bisherige Geschäftsverbindung deutlich aus und schlossen eine der umfassendsten strategischen Allianzen für die Erforschung und Entwicklung von Biopharmaka. Über die Vertragsdauer von zehn Jahren belaufen sich die vertraglich zugesicherten jährlichen Zahlungen für Technologiezugang, Internalisierungsgebühren sowie Forschungs- und Entwicklungsleistungen auf mehr als 600 Mio. US\$ – ohne Kostenerstattungen für F&E in Verbindung mit Entwicklungsaktivitäten im Frühstadium. Die Gesamtsumme aus zugesicherten Zahlungen und wahrscheinlichkeitsgewichteten erfolgsabhängigen Meilensteinen, die vom Erfolg der klinischen Entwicklung und der behördlichen Zulassung mehrerer Produkte abhängen, könnte bei voller Vertragslaufzeit der erfolgreichen Kollaboration die Schwelle von 1 Mrd. US\$ möglicherweise überschreiten. Neben diesen Zahlungen würden MorphoSys auch umsatzabhängige Tantiemen und/oder Gewinnbeteiligungen aus zukünftigen Produktverkäufen zustehen. Darüber hinaus hat MorphoSys auch Optionen zur Teilnahme an bestimmten Entwicklungsaktivitäten im Rahmen verschiedener Programme, wobei Teile der Kosten im Frühstadium von Novartis getragen werden. In Bezug auf die Teilnahmeoptionen kann sich MorphoSys zur Mitarbeit in diesen Projekten in Form von Kosten- und Gewinnbeteiligungen entschließen, wobei der finanzielle Beitrag dem Grad seiner Beteiligung an den betreffenden Programmen entspricht.

Im Jahr 2009 hat Novartis die strategische Allianz verbindlich für eine Gesamtdauer von zehn Jahren zugesagt. Entscheidend hierfür war, dass MorphoSys bestimmte, vordefinierte Fortschritte bei seinen firmeneigenen Technologien mit Erfolg erreicht hat. Die Zusammenarbeit wird nun bis ins Jahr 2017 andauern und kann anschließend von Novartis zu unveränderten Konditionen um weitere zwei Jahre verlängert werden. Der im Rahmen dieser Zusammenarbeit am weitesten fortgeschrittene Wirkstoff BHQ880 befindet sich derzeit in einer klinischen Phase 2-Studie im Bereich Onkologie. Im Laufe des Jahres 2010 starteten drei HuCAL-basierte Programme von Novartis in klinischen Studien. Insgesamt erhöhte sich damit die Anzahl der HuCAL-basierten Antikörper in der klinischen Entwicklung von Novartis auf fünf.

OncoMed Pharmaceuticals, Inc.

Die laufende Zusammenarbeit mit dem in den USA ansässigen biopharmazeutischen Unternehmen OncoMed Pharmaceuticals, Inc. wurde in 2010 eingestellt. Jedoch können therapeutische Programme, die während der laufenden Kollaboration initiiert wurden, weiterentwickelt werden und dadurch in Zukunft zu Meilensteinzahlungen und Tantiemen auf Produktverkäufe führen. Im Dezember 2010 hat OncoMed alle notwendigen Unterlagen für den Start einer klinischen Studie der Phase 1 mit einem HuCAL-basierten Antikörper, OMP-59R5, eingereicht, was eine klinische Meilensteinzahlung an MorphoSys auslöste.

Pfizer, Inc.

Die laufende Zusammenarbeit mit Pfizer auf Basis der HuCAL-Technologieplattform wurde in 2010 eingestellt. Jedoch können therapeutische Programme, die während der laufenden Kollaboration initiiert wurden, weiterentwickelt werden und dadurch in Zukunft zu Meilensteinzahlungen und Tantiemen auf Produktverkäufe führen. Im Dezember 2010 hat Pfizer alle notwendigen Unterlagen für den Start einer klinischen Studie der Phase 1 mit einem HuCAL-basierten Antikörper eingereicht, was eine klinische Meilensteinzahlung an MorphoSys auslöste.

Zusätzlich unterzeichneten MorphoSys und Pfizer in 2010 eine nicht-exklusive Lizenzvereinbarung zum Technologietransfer auf Basis der neuen Technologieplattform. Der Vertrag umfasst die Einrichtung, Schulung und Nutzung der Technologieplattform Slonomics durch die Pfizer-Tochter Rinat Neuroscience Corp. am US-Standort South San Francisco zur Herstellung hoch diverser Gen- und Proteinbibliotheken. Das Tochterunternehmen Sloning BioTechnology GmbH der MorphoSys AG erhielt eine Einmalzahlung und wird voraussichtlich jährliche Lizenzzahlungen über die Patentlaufzeit der Slonomics Technologie-Plattform erhalten. MorphoSys erwarb die Sloning BioTechnology sowie deren Technologieportfolio inklusive Slonomics im Oktober 2010.

ProChon Biotech Ltd.

Die laufende Zusammenarbeit mit ProChon Biotech Ltd. wurde eingestellt. Jedoch können therapeutische Programme, die während der laufenden Kollaboration initiiert wurden, weiterentwickelt werden und dadurch in Zukunft zu Meilensteinzahlungen und Tantiemen auf Produktverkäufe führen. Im Rahmen des ursprünglichen Abkommens setzte MorphoSys seine innovative HuCAL-Antikörperbibliothek für die Herstellung von humanen Antikörpern gegen einen menschlichen Wachstumsfaktor-Rezeptor ein, der mit verschiedenen Knochenerkrankungen einschließlich Achondroplasie, der häufigsten Form menschlichen Zwergenwuchses, als auch mit einigen Krebsarten in Verbindung gebracht wird.

Schering-Plough Corporation

Im Mai 2006 unterzeichneten MorphoSys und Schering-Plough Corporation ein Lizenzabkommen über den Einsatz der HuCAL GOLD-Technologie bei der Erforschung und Entwicklung von humanen therapeutischen Antikörpern. Die Zusammenarbeit wird über die maximale Laufzeit bis Mitte 2011 laufen. Schering-Plough wurde im Jahr 2009 von Merck & Co., Inc. übernommen.

Shionogi & Co. Ltd.

Im September 2005 haben MorphoSys und das japanische Pharmaunternehmen Shionogi & Co., Ltd. ein auf drei Jahre angelegtes Lizenzabkommen über die Nutzung der HuCAL-Technologie von MorphoSys geschlossen. Im September 2008 wurde die Partnerschaft um weitere drei Jahre verlängert. Im Rahmen des Abkommens gewährt MorphoSys Shionogi Zugang zu seiner HuCAL GOLD-Bibliothek für den Einsatz in dessen Medikamentenforschungsprogrammen an einem seiner Forschungsstandorte. Im April 2009 unterzeichneten die beiden Unternehmen eine Vereinbarung, welche Shionogi ermöglichte, HuCAL PLATINUM die neueste und leistungsstärkste Version der MorphoSys-Antikörperbibliothek, zu testen. Shionogi war von der neuen Bibliothek überzeugt und hat nun das Recht, HuCAL PLATINUM für Forschungszwecke an einem seiner Standorte einzusetzen. Als Gegenleistung erhält MorphoSys höhere jährliche Nutzungsgebühren während der verbleibenden Laufzeit der Vereinbarung.

Xencor, Inc.

Im Juni 2010 unterzeichneten MorphoSys AG und das in den USA ansässige biopharmazeutische Unternehmen Xencor, Inc. ein weltweites, exklusives Lizenz- und Kooperationsabkommen. Durch das Abkommen erhielt MorphoSys exklusive, weltweite Lizenzrechte für den Antikörper XmAb5574 bzw. MOR208 zur Behandlung von Krebserkrankungen und anderen Indikationen. Im Rahmen der Vereinbarung werden die Gesellschaften gemeinsam eine Phase 1-Studie an Patienten mit chronischer lymphatischer Leukämie (CLL) in den USA durchführen. Für die weitere klinische Entwicklung nach der erfolgreichen Beendigung der klinischen Phase 1-Studie wird MorphoSys alleine verantwortlich sein. Xencor hat eine Vorauszahlung in Höhe von 13 Mio. US\$ (rund 10,5 Mio. €) erhalten. Weiterhin stehen dem US-Unternehmen entwicklungs-, zulassungs- und vermarktungsbezogene Meilensteinzahlungen sowie mehrstufige Tantiemen auf Produktverkäufe zu.

Anhang 1: Konsolidierungskreis zum 31. Dezember 2010

Name und Sitz der Gesellschaft Landes
währung
Wechselkurs
zum 31.12.2010
1€ in Landes
währungs
einheiten
KONSOLIDIERTE GESELLSCHAFTEN (NEBEN
DER MUT TERGESELLSCHAFT)
MorphoSys USA Inc., Charlotte, North Carolina, USA US \$ 1,31944
MorphoSys IP GmbH, München, Deutschland
MorphoSys UK Ltd., Oxford, Großbritannien £ 0,85485
MorphoSys US Inc., Raleigh, North Carolina, USA US \$ 1,31944
MorphoSys AbD GmbH, Düsseldorf, Deutschland
Poole Real Estate Ltd., Poole, Großbritannien £ 0,85485
Sloning BioTechnology GmbH, Puchheim, Deutschland

31 Erklärung des Vorstands

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzern vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

Martinsried/Planegg, den 7. Februar 2011

Dr. Simon E. Moroney Dave Lemus Vorstandsvorsitzender Finanzvorstand

Dr. Arndt Schottelius Dr. Marlies Sproll Entwicklungsvorstand Forschungsvorstand

Anhang zum Konzernabschluss 95

Jahresergebnis
in Landes
währung
Umsatz in
Landeswährung
Verbindlich
keiten in
Landeswährung
Bilanzsumme in
Landeswährung
Eigenkapital in
Landeswährung
Beteiligung
in %
–1.155 0 0 3.948 2.000 100
353.952 3.343.800 161.984 197.485 25.000 100
1.162.195 10.773.699 2.523.075 7.570.937 100 100
337.627 8.760.805 1.082.255 2.651.265 50.000 100
–281.309 4.310.313 471.971 1.660.408 25.000 100
–47.941 0 2.559 922.043 200 100
–578.904 300.793 1.477.830 5.082.415 951.660 100

Bestätigungsvermerk Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Wir haben den von der MorphoSys AG, Martinsried, aufgestellten Konzernabschluss – bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Gesamtergebnisrechnung, Kapitalflussrechnung, Eigenkapitalentwicklung und Anhang – sowie den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2010 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs.1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Konzernlagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

München, den 21. Februar 2011

KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Pastor Rahn

Wirtschaftsprüferin Wirtschaftsprüfer

Bericht des Aufsichtsrats

Die wichtigsten Themen für MorphoSys im Jahr 2010 waren die Entwicklung und Stärkung seines Portfolios an Medikamentenkandidaten und die Akquisition der Sloning BioTechnology GmbH. Mit der Einlizenzierung des CD19-Antikörpers von Xencor konnte das Unternehmen die Zahl seiner firmeneigenen klinischen Programme verdoppeln und mit MOR202 wird in der ersten Jahreshälfte 2011 ein drittes Programm in die klinische Entwicklung gehen. Durch den Erwerb der privat geführten Sloning BioTechnology GmbH sicherte sich MorphoSys eine höchst innovative Technologie auf dem Gebiet der Gensynthese, die die laufenden technologischen Entwicklungen ergänzt und dazu beitragen wird, den bestehenden Partnerschaftskreis mit führenden Pharma- und Biotechnologieunternehmen um weitere Partnerunternehmen zu ergänzen. Die mit Partnern betriebene Pipeline machte mit acht neuen Programmen in der klinischen Entwicklung große Fortschritte – ein Rekord für die Gesellschaft. Am Jahresende 2010 befanden sich 17 Antikörperprogramme in der klinischen Erprobung.

Kontinuierlicher Dialog mit dem Vorstand

Während des Jahres 2010 hat der Aufsichtsrat die ihm nach Gesetz und Satzung obliegende Überwachungs- und Beratungstätigkeit sorgfältig wahrgenommen. Wir haben den Vorstand bei der Leitung der Gesellschaft regelmäßig beraten und seine Geschäftsführung kontinuierlich überwacht. In alle Entscheidungen von wesentlicher Bedeutung für die Gesellschaft war der Aufsichtsrat frühzeitig und umfassend eingebunden. Gemeinsam mit dem Vorstand haben wir die strategische Ausrichtung der Gesellschaft festgelegt. Im Geschäftsjahr 2010 standen vor allem die Pläne der Gesellschaft zur Entwicklung firmeneigener therapeutischer Antikörpermedikamente sowie Einlizenzierungen und Akquisitionsmöglichkeiten zur Beschleunigung des Wachstums und zur Steigerung des Unternehmenswerts von MorphoSys im Zentrum unserer Erörterungen.

Zwischen den Sitzungen des Aufsichtsratsplenums und der Ausschüsse stand ich als Vorsitzender des Aufsichtsrats in regelmäßigem Kontakt mit dem Vorstand, insbesondere mit seinem Vorsitzenden Dr. Simon Moroney, und wurde über die aktuelle Geschäftslage und über wesentliche Geschäftsvorfälle unterrichtet. Ich machte auch von der Möglichkeit Gebrauch, direkt mit Mitgliedern der Senior Management Group in Kontakt zu treten.

Sitzungen und Ausschüsse des Aufsichtsr ats

Im Geschäftsjahr 2010 fanden acht Aufsichtsratssitzungen statt. Zwischen den Sitzungen hielt uns der Vorstand stets über alle Projekte

und Vorhaben auf dem Laufenden, die für die Gesellschaft von besonderer Bedeutung waren. Alle Geschäftsvorgänge von wesentlicher Bedeutung für die Gesellschaft wurden in den Ausschüssen und im Plenum des Aufsichtsrats auf der Grundlage von Vorstandsberichten eingehend erörtert. Auf diese Weise war der Aufsichtsrat fortlaufend über die beabsichtigte Unternehmensstrategie, die Unternehmensplanung (einschließlich Finanz-, Investitions- und Personalplanung), die Ergebnisentwicklung sowie über den Geschäftsverlauf und die Lage der Gesellschaft und des Konzerns informiert.

Unsere Fragen zu den strategischen Themen der Gesellschaft beantwortete der Vorstand mit entsprechenden Unterlagen in der gebotenen Ausführlichkeit. Der Vorstand erstattete uns regelmäßig Bericht mit rechtzeitigen und ausführlichen Informationen über die Unternehmensplanung und die Geschäftsentwicklung sowie über die strategische Entwicklung und die gegenwärtige Lage der Gesellschaft. Abweichungen von der Unternehmensplanung wurden uns ausführlich erläutert.

Der Vorstand hat uns rechtzeitig vor den Sitzungen mit ausführlichen Berichten in Schriftform informiert, die er in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Fachabteilungen erstellt hat. Diese Berichte enthielten ausführliche Angaben über die Lage der Gesellschaft und ihre Geschäftsentwicklung, über ihre Finanzlage, die Personallage sowie über Entwicklungsprojekte und grundlegende Themen der Unternehmensplanung und -strategie. Sie waren in ausreichendem Maß

ausführlich, um die Herausforderungen an und den Fortschritt von MorphoSys zu verdeutlichen. Diese Berichte bildeten die Grundlage für die Erörterung der jeweiligen Tagesordnungspunkte der Aufsichtsratssitzungen und für das Fassen der erforderlichen Beschlüsse.

Der Aufsichtsrat hat sich ausführlich mit der allgemeinen Geschäftslage von MorphoSys, der Entwicklung der Umsätze, Erträge und Aufwendungen, der Investitionen und des Personals im Konzern und in dessen drei Geschäftssegmenten befasst. Alle wichtigen Investitionsprojekte waren in den Sitzungen Gegenstand reiflicher Überlegungen. Der Vorstand erstattete regelmäßigen Bericht über den Fortgang der bestehenden Partnerschaften, die firmeneigene Entwicklung von Antikörpern, die laufenden Maßnahmen zur Technologieentwicklung und den im Segment AbD Serotec erzielten Fortschritt.

Im Geschäftsjahr 2010 befassten sich drei Ausschüsse mit verschiedenen Aspekten der Geschäftstätigkeit der Gesellschaft: der Prüfungsausschuss, der Vergütungs- und Ernennungsausschuss sowie der Wissenschafts- und Technologieausschuss. Die personelle Besetzung dieser Ausschüsse ist der "Erklärung zur Unternehmensführung" auf der Webseite* von MorphoSys zu entnehmen. Der Prüfungsausschuss hat sieben Mal getagt und sich vor allem mit Themen der Rechnungslegung sowie den Quartals- und Jahresabschlüssen befasst. Der Abschlussprüfer nahm an drei Sitzungen des Prüfungsausschusses teil und informierte dessen Mitglieder über die Ergebnisse seiner Prüfungen. Der Vergütungs- und Ernennungsausschuss trat der Form halber zu einer Sitzung zusammen und befasste sich mit dem Vergütungssystem und der Höhe der Vorstandsbezüge. Die Mitglieder des Ausschusses arbeiteten auch bei der Suche nach einem Nachfolger für Herrn Dave Lemus als Finanzvorstand zusammen und nahmen an Vorstellungsgesprächen von Kandidaten teil. Der Wissenschafts- und Technologieausschuss tagte sechs Mal und behandelte vor allem die Technologie- und Wirkstoffentwicklungspläne der Gesellschaft, die Auswahl von Zielmolekülen, den Start neuer Entwicklungsprogramme, die Zwischenergebnisse laufender Studien und das Design der geplanten und laufenden klinischen Erprobungen. Das Plenum des Aufsichtsrats wurde in Form von Berichten über die Ausschuss-Sitzungen informiert.

Im Geschäftsjahr 2010 kam es in einem Fall zu einem Interessenkonflikt. In meiner Funktion als Anlageberater für HBM Partners, einem der wesentlichen Investoren der Sloning BioTechnology GmbH, teilte ich in Bezug auf den geplanten Erwerb von Sloning einen Interessenkonflikt mit. Ich nahm an keiner Besprechung über den geplanten Erwerb teil und erhielt auch im Verlauf der Due Diligence und in der Angebotsphase keinerlei Berichte oder Protokolle.

siehe Seite 32 ff. Kein Mitglied des Aufsichtsrats war bei mehr als zwei Sitzungen abwesend. Mit einer einzigen Ausnahme fanden die Ausschusssitzungen stets in Anwesenheit aller Mitglieder statt.

Corpor ate Governance und Vorstandsvergütung

Der Aufsichtsrat hat sich mit der Weiterentwicklung der Corporate Governance bei MorphoSys unter Berücksichtigung der im Mai 2010 vorgenommenen Änderungen des Deutschen Corporate Governance Kodex befasst. Detaillierte Angaben zur Corporate Governance* und zum Vergütungssystem* können den Seiten 29–37 des Lageberichts entnommen werden.

Am 22. Dezember 2010 haben Vorstand und Aufsichtsrat eine neue Entsprechenserklärung abgegeben; sie ist Bestandteil des Abschnitts "Corporate Governance" dieses Geschäftsberichts und wurde zudem den Aktionären der MorphoSys AG auf deren Webseite dauerhaft zugänglich gemacht. Wie in der vom Aufsichtsrat verabschiedeten Entsprechenserklärung erläutert, erfüllt MorphoSys mit vier Ausnahmen alle Empfehlungen des Kodex.

Berufung von Jens Holstein zum Finanzvorstand als Nachfolger von Dave Lemus

Im September 2010 traf das Unternehmen mit seinem Finanzvorstand Herrn Dave Lemus ein gegenseitiges Abkommen hinsichtlich der Beendigung seiner mehr als 13-jährigen Tätigkeit als Finanzvorstand bei MorphoSys und dem anschließenden, nahtlosen Übergang seiner Funktionen auf einen Nachfolger. Im Namen sowohl des Aufsichtsrats als auch des Vorstands möchte ich Herrn Dave Lemus meinen aufrichtigen Dank aussprechen für seinen Einsatz beim Aufbau von MorphoSys in den vergangenen dreizehn Jahren. Er hat zentral dazu beigetragen, das Unternehmen zu dem Erfolg zu führen, den es heute hat. Wir wünschen ihm für die Zukunft alles erdenklich Gute.

Wir freuen uns sehr, Herrn Jens Holstein als neuen Finanzvorstand und zentrales Mitglied des Vorstands von MorphoSys begrüßen zu dürfen. Herr Holstein hat einen beeindruckenden beruflichen Werdegang vorzuweisen und seine Berufserfahrung im internationalen Umfeld wird für das Unternehmen auf seinem weiteren Weg zu einem der führenden biopharmazeutischen Unternehmen Europas von großer Bedeutung sein.

Prüfung der Jahresabschlüsse

Der vom Vorstand für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2010 nach den Bestimmungen des Handelsgesetzbuchs (HGB) aufgestellte Jahresabschluss und der Lagebericht der MorphoSys AG sowie der auf der Grundlage der IFRS im Einklang mit § 315a HGB aufgestellte Konzernabschluss und der Konzernlagebericht des MorphoSys-Konzerns (MorphoSys AG und ihre Tochtergesellschaften) wurden von der KPMG AG, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft,

"Wir freuen uns sehr, Herrn Jens Holstein als neuen Finanzvorstand von MorphoSys begrüßen zu dürfen. Seine Berufserfahrung wird für das Unternehmen auf seinem Weg zu einem der führenden biopharmazeutischen Unternehmen Europas von großer Bedeutung sein."

München, geprüft. Der Prüfungsauftrag war vom Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats auf Beschluss der Hauptversammlung vom 21. Mai 2010 erteilt worden. Der Abschlussprüfer hat jeweils einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt.

Der Abschlussprüfer hat den Konzernabschluss des MorphoSys-Konzerns und den Einzelabschluss der MorphoSys AG sowie den Konzernlagebericht und den Lagebericht der MorphoSys AG nach HGB-Grundsätzen und den deutschen Bilanzprüfungsvorschriften geprüft. Nach Überzeugung des Abschlussprüfers vermittelt der Konzernabschluss in Übereinstimmung mit den Rechnungslegungsvorschriften nach IFRS ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie der Zahlungsströme des Konzerns.

Prüfungsschwerpunkte des Jahres 2010 für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht waren der Prozess der Erstellung des Konzernabschlusses, die Richtigkeit des in den Konzernabschluss einbezogenen Einzelabschlusses, die Kapitalkonsolidierung – insbesondere die bilanzielle Behandlung des Erwerbs der Sloning Bio-Technology GmbH einschließlich der damit zusammenhängenden Kaufpreisallokation –, die Methoden der Währungsumrechnung, die Ermittlung und Werthaltigkeitsprüfung des Firmenwerts, die Ermittlung der laufenden und latenten Steuern, die Richtigkeit der Segmentberichterstattung sowie die Angemessenheit der Aussagen im Konzernlagebericht zur zukünftigen Entwicklung des Konzerns.

Den Schwerpunkt der diesjährigen Prüfung des Einzelabschlusses und des Lageberichts der MorphoSys AG bildeten der Prozess der Erstellung des Einzelabschlusses, die Struktur, die Einrichtung und die Wirksamkeit von internen Kontrollen im Bereich Beschaffungswesen sowie Lizenzierung und Patentwesen, die Vollständigkeit der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, die korrekte Erfassung der Umsatzerlöse, die Werthaltigkeit der Finanzanlagen sowie die die Angemessenheit der Aussagen zu den zukünftigen Entwicklungen der Gesellschaft im Lagebericht.

Die Prüfungsberichte und die Unterlagen zu den Jahresabschlüssen wurden allen Aufsichtsratsmitgliedern rechtzeitig zur Prüfung zur Verfügung gestellt. Der Prüfungsbericht sowie der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht des MorphoSys-Konzerns waren in der Sitzung des Prüfungsausschusses am 22. Februar 2011 und in der Aufsichtsratssitzung am gleichen Tag Gegenstand eingehender Erörterungen. Der Prüfungsbericht sowie der Jahresabschluss und der Lagebericht der MorphoSys AG wurden in der Sitzung des Prüfungsausschusses am 10. März 2011 und in der anschließenden Aufsichtsratssitzung am gleichen Tag eingehend erörtert. In den jeweiligen Sitzungen nahm der Abschlussprüfer an der Besprechung der Abschlüsse teil. Er berichtete über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfungen und stand dem Aufsichtsrat für die Beantwortung von Fragen sowie für weitergehende Informationen zur Verfügung. Nach seiner abschließenden Überprüfung billigte der Aufsichtsrat die Abschlüsse ohne Einschränkungen bzw. Ergänzungen und stellte sie damit fest. Der Aufsichtsrat prüfte auch den Vorschlag des Vorstands zur Gewinnverwendung 2010 und schloss sich diesem Vorschlag an.

Der Aufsichtsrat dankt den Mitgliedern des Vorstands sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aller Konzerngesellschaften von MorphoSys für ihren großen Einsatz und die im Geschäftsjahr gezeigten außergewöhnlichen Leistungen.

Martinsried/Planegg, 10. März 2011

Dr. Gerald Möller Vorsitzender des Aufsichtsrats

Aufsichtsrat der MorphoSys AG

Dr. Gerald Möller Vorsitzender

Heidelberg, Deutschland

Mitglied des Aufsichtsrats von:

  • BioAgency AG, Deutschland (Vorsitzender)
  • febit holding AG, Deutschland (Direktor)
  • Illumina, Inc., USA (Direktor)
  • Invendo Medical GmbH*, Deutschland (Vorsitzender)
  • MTM AG, Deutschland (Vorsitzender)
  • 4sigma*, Bermuda (Vorsitzender)
  • Bionostics, Inc.*, USA (Direktor)
  • Find Foundation*, Schweiz (Vorsitzender)
  • Pelikan Technologies, Inc.*, USA
  • (Vorsitzender)
  • VIVACTA Ltd.*, Großbritannien (Direktor)

Prof. Dr. Jürgen Drews Stellvertretender Vorsitzender

Cureggia, Schweiz, und Feldafing, Deutschland

Mitglied des Aufsichtsrats von:

  • Agennix AG, Deutschland

Dr. Walter Blättler Mitglied

Brookline, MA, USA

Keine anderen Mandate

* Mitgliedschaft in vergleichbaren inländischen und ausländischen Aufsichtsgremien von Unternehmen

Dr. Daniel Camus Mitglied

Paris, Frankreich

Mitglied des Aufsichtsrats von:

  • SGL Carbon, Deutschland
  • Vivendi SA, Frankreich

Dr. Metin Colpan Mitglied

Essen, Deutschland

Mitglied des Aufsichtsrats von:

– Qalovis GmbH*, Deutschland – Qiagen NV*, Niederlande

Dr. Geoffrey N. Vernon Mitglied

Sampford Barton, Großbritannien

Mitglied des Aufsichtsrats von:

  • Advanced Medical Solution*,
  • Großbritannien (Vorsitzender) – Apitope International NV*,
  • Großbritannien (Vorsitzender) – Genable Ltd.*, Irland (Vorsitzender)
  • Veryan Medical Ltd., Großbritannien
  • XL TechGroup, Inc*, USA (Vorsitzender)
  • Ziggus Holdings Ltd.*, Großbritannien (Vorsitzender)

Senior Management Group der MorphoSys AG

Sascha Alilovic

Head of Corporate Development, Legal Affairs, Compliance & Treasury Silvia Dermietzel Head of Global Human Resources

Dieter Feger Head of AbD Serotec Dr. Barbara Krebs-Pohl Head of Business Development

Klaus de Wall Head of Finance & Accounting

Dr. Markus Enzelberger Head of Discovery Alliances & Technologies

Dr. Claudia Gutjahr-Löser Head of Corporate Communications & Investor Relations

Dr. Ulrich Moebius Head of Preclinical Development & Project Management

Dr. Ralf Ostendorp Head of Protein Sciences

Dr. Margit Urban Head of Target and Antibody Discovery

Dr. Armin Weidmann Head of Quality Assurance & Regulatory Affairs

Dr. Lisa Rojkjaer Head of Clinical Development

Dr. Harald Watzka Head of Alliance Management

Dr. Günter Wellnhofer Head of Technical Operations

Glossar

Amyloid beta – Zielmolekül zur Therapie von Alzheimer; Hauptbestandteil von Proteinablagerungen im Gehirn von Alzheimer-Patienten

Antigen – Fremdstoff, der Antikörper-Produktion stimuliert; Bindungspartner von Antikörpern

ADCC – engl.: Antibody-dependent cellmediated cytotoxicity; Reaktion von natürlichen Killerzellen mit antikörperbeladenen Ziel-Zellen, die gebunden und zerstört werden

Antikörper – Proteine des Immunsystems, die fremde Antigene erkennen und eine Immunreaktion auslösen

Antikörperbibliothek – Große Sammlungen von Antikörpern mit unterschiedlicher Aminosäuresequenz

Autoimmun-Erkrankungen –

Krankheiten, deren Ursache eine Überschießende Reaktion des körpereigenen Immunsystems auf körpereigenes Gewebe, Zellen oder Moleküle ist

technologisch erzeugter, protein-basierter Nachahmer-Arzneistoff, der nach Ablauf der Patentzeit eines Originalwirkstoffs zugelassen wird

Cashflow – Kennzahl der Kapitalflussrechnung zur Beurteilung der Finanzund Ertragskraft

CD20 – Therapeutisches Zielmolekül für die Behandlung von B-Zellen-Lymphomen und -Leukämien

CD38 – Therapeutisches Zielmolekül zur Behandlung des Multiplen Myeloms und bestimmter Leukämie-Formen

CLL – Chronische lymphatische Leukämie; am häufigsten vorkommende Leukämieform, greift die B-Zellen an

COGS – engl.: Cost of goods sold; Herstellungskosten für Produkte im AbD-Segment

EMA – Kurzform für die Europäische Arzneimittelagentur (European Medicines Agency)

FDA – Food and Drug Administration; Amerikanische Zulassungs- und Kontrollbehörde für Arznei- und Lebensmittel

F&E – Forschung und Entwicklung

G

GCP – engl.: Good clinical practice; ein international gültiger Qualitätsstandard hinsichtlich Ethik und Wissenschaft bei der Planung und Durchführung von klinischen Studien, die an Menschen durchgeführt werden

GM-CSF – Granulozyten-Makrophagen koloniestimuliernder Faktor; Zielmolekül des MOR103-Programms

GMP – engl.: Good management practice; Richtlinien zur Qualitätssicherung der Produktionsabläufe und -umgebung in der Produktion von Arzneimitteln, Wirkstoffen und Medizinprodukten

Goodwill – engl.: Geschäftswert; Firmenwert eines Unternehmens

H

HGB – Handelsgesetzbuch

HuCAL – Human Combinatorial Antibody Library; von MorphoSys entwickelte Antikörperbibliothek zur raschen Erzeugung von spezifischen und menschlichen Antikörpern für alle Anwendungen

Human – Menschlichen Ursprungs

IFRS – engl.: International Financial Reporting Standards; EU-weit geltender Rechnungslegungsstandard ab 2005

Immunisierung – Erzeugung von Antikörpern durch Gabe von Antigen

in-vitro – Im Reagenzglas

in-vivo – Im lebenden Organismus

Klinische Erprobung – Klinische Studien zur Erforschung der Verträglichkeit und Wirksamkeit eines Arzneimittels an Patienten. In Abhängigkeit vom Entwicklungsstadium des Produktes werden zunächst gesunde Freiwillige und/oder Patienten für Pilotstudien herangezogen, gefolgt von größer angelegten Patientenstudien

Life Sciences – Oberbegriff für alle Forschungsdisziplinen der Lebensrelevanten Wissenschaften und deren industrieller Anwendung

Glossar 105

Makrophage – Weißes Blutkörperchen, das Fremdkörper aufnimmt. Makrophagen spielen eine Schlüsselrolle bei der Immunantwort auf Fremdkörper wie ansteckende Mikro-Organismen

Marktkapitalisierung – Börsenwert einer Aktiengesellschaft gebildet aus aktuellem Aktienkurs und Anzahl ausgegebener Aktien

M&A – engl.: Mergers & Acquisitions; Fusionen und Übernahmetransaktionen eines Unternehmens

Monoklonale Antikörper – Von einem einzigen Klon abstammende, einheitliche Antikörper

MRSA – Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus; Bakterienstamm, der gegen bestimmte Antibiotika resistent ist und insbesondere bei Patienten in Krankenhäusern schwere Infektionen hervorrufen kann

Multiples Myelom – Bösartiger Tumor des Knochenmarks (auch: Plasmozytom)

Multiple Sklerose – Entzündliche und degenerative Erkrankung des zentralen Nervensystems

N

NIH – National Institutes of Health; eine Behörde des United States Department of Health and Human Services; staatliches Institut für medizinische Forschung

Osteolyse – Krankheitsbedingte Auflösung oder Degeneration des Knochengewebes

O

P

Phagen-Display-Technologie – Screeningverfahren; Präsentation von Peptiden/Proteinen auf Oberfläche von Phagen

Pharmakokinetik – Gesamtheit aller Prozesse, denen ein Arzneistoff im Körper unterliegt

Präklinisch – Präklinische Phase der Arzneimittelforschung an Tiermodellen und in Laborversuchen, die vor Beginn der klinischen Studien durchgeführt werden

Protein – Eiweißstoffe; Polymere bestehend aus Aminosäuren; z. B. Antikörper, Enzyme

Psoriasis – Schuppenflechte; chronische, nicht ansteckende entzündliche Erkrankung der Haut und Gelenke

R

RapMAT – Firmeneigene Technologie von MorphoSys zur beschleunigten Antikörperoptimierung

Reagenzien – Substanzen, die bei Forschungs- und Diagnostikanwendungen eingesetzt werden

Rheumatoide Arthritis – Entzündliche Erkrankung der Gelenke; abgekürzt: RA

S, G&A – engl.: Sales, general and administrative; Vertrieb, Allgemeines und Verwaltung

Spezifität – Eigenschaft z. B. von Antikörpern, zwischen unterschiedlichen aber ähnlichen Antigenen zu unterscheiden

Tantieme – Prozentuale Beteiligung am Umsatz eines vermarkteten Produkts

TecDAX – Index der dreißig größten, gelisteten Technologieunternehmen der Frankfurter Börse abseits des DAX und MDAX

Zielmolekül – Angriffspunkt für therapeutische Intervention, etwa auf der Oberfläche von kranken Zellen (auch: Target)

K

Stichwortverzeichnis

A

Aktienbesitz Vorstand
und Aufsichtsrat 88
Aktienkursentwicklung 8f
Aktienoptionen 26ff, 30ff, 52, 63ff, 80ff
Aktienrückkauf 37
Aktionärsstruktur 9
Aktiva 27ff, 50ff
Angaben gemäß § 315
Abs. 4 (HGB) 29, 30ff, 96
Aufsichtsrat
28ff, 36ff, 88ff, 97ff, 100
Aufwendungen für Forschung
und Entwicklung 5, 26, 48
Aufwendungen für Vertrieb,
Allgemeines und Verwaltung 26
Ausblick 42ff
Ausschüsse des Aufsichtsrats 97
Beschaffung 22f
Bestätigungsvermerk 96
Betriebliche Aufwendungen 26, 48
Betriebsergebnis 12, 23ff
BHQ880 93
Bilanz 50f
Bonitätseinstufung 27
C
CD38 15
Change of Control/
Eigentümerwechsel 37
Corporate-Governance-Bericht 29ff
D
Directors' Dealings 30f
Dividende 46, 79
E
EBIT 26
Eigenkapital 27, 47, 52ff
Eigenkapitalentwicklung 52
Entsprechenserklärung 29, 59, 90
Ergebnis je Aktie 26, 64, 85ff
Erklärung des Vorstands 94
Ertragsteuer 64f, 83ff

Forschung und Entwicklung 19ff Fortbildung 17

Jahresüberschuss 26, 48ff

MOR208 5, 15ff, 28, 43ff, 65, 93

Nachhaltigkeit 22f
Nachtragsbericht 42
Patente 20ff, 36, 40f, 50, 61
Personal 17ff, 44
Personalaufwand
aus Aktienoptionen 23ff, 63
Personalkosten 26, 74ff
Produktion 22, 41ff
Prognose 41ff

Qualitätsmanagement 22

R1450 92
Risiken 29ff, 40ff
Risikomanagement 29ff, 40
Rückstellungen 27, 51ff, 74f
Sachanlagen 27, 50ff, 70
Segmentberichterstattung 64ff
Segment Forschungsantikörper
AbD Serotec 15, 20, 21, 23, 42
Segment Partnered Discovery 14f, 20,
21f, 23, 42f
Segment Proprietary Development 15f,
19ff, 23, 42f
Soziale Verantwortung 22f
Steuern 26f, 48ff
Strategie 16f

Tochtergesellschaften 56ff, 83

U
Umsatzrealisierung 63
Umweltschutz 22
Unternehmenskommunikation 31f
Unternehmensziele 19, 32
Verbindlichkeiten 27, 51ff, 63, 74ff
Vergütungsbericht 32
Vergütung, Aufsichtsrat 35f
Vergütung, Eigenkapitalinstrumente 34f
Vergütung, Vorstand 32ff
VorstAG 35
Vorstand 4
WACC 73f
Wandelschuldverschreibungen 30ff,
34, 78ff
Währungsrisiko 60, 69, 76f
Wettbewerb 13, 41
Wirtschaftliche Entwicklung 12
WpHG 30, 36

Impressum

MorphoSys AG

Lena-Christ-Straße 48 82152 Martinsried/Planegg Deutschland Tel.: +49-89-89927-0 Fax: +49-89-89927-222 www.morphosys.de

Unternehmenskommunikation

und Investor Relations

Tel.: +49-89-89927-404 Fax: +49-89-89927-5404 E-Mail: [email protected]

Konzept und Gestaltung

3st kommunikation GmbH, Mainz

Fotografie

Andreas Pohlmann, München Julia Teine, Mainz

Übersetzung und Lektorat

FinKom Gesellschaft für Finanzkommunikation mbH, Usingen Friedrichs & Friends, Lübeck

Satz und Lithographie

Knecht GmbH, Ockenheim

Druck

Westdeutsche Verlags- und Druckerei GmbH, Mörfelden-Walldorf

Redaktionsschluss

  1. März 2011 (außer Jahresabschluss)

Dieser Bericht ist auch in englischer Sprache und als Download auf der Webseite der Gesellschaft erhältlich.

HuCAL®, HuCAL GOLD®, HuCAL PLATINUM®, CysDisplay® und RapMAT® sind eingetragene Warenzeichen der MorphoSys AG; arYla™ ist eine Marke der MorphoSys AG.

Produkt-Pipeline

MORPHOSYS' PRODUKT-PIPELINE STAND 31.12.2010

Finanzkalender

24. Februar 2011 Bekanntgabe der Finanzergebnisse 2010
29. April 2011 Veröffentlichung des 3-Monatsberichts 2011
19. Mai 2011 Ordentliche Hauptversammlung 2011 in München
29. Juli 2011 Veröffentlichung des Halbjahresberichts 2011
28. Oktober 2011 Veröffentlichung des 9-Monatsberichts 2011

Lena-Christ-Str. 48 82152 Martinsried / Planegg Deutschland Tel.: +49-89-89927- 0 Fax: +49-89-89927-222 www.morphosys.de