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MorphoSys AG Annual Report 2009

Mar 24, 2010

291_10-k_2010-03-24_711bdd0a-fd5c-4944-8272-32232347e7c0.pdf

Annual Report

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GESCHÄFTSBERICHT 2009

AUFBAU EINER FÜHRENDEN ANTIKÖRPERPIPELINE

kennzahlen (ifrs) highlights 2009

morphosys-konzern (in Millionen €, wenn nicht anders angegeben)

31.12.2009 31.12.2008 31.12.2007 31.12.2006 31.12.2005
ERGEBNISSE
Umsatzerlöse 81,0 71,6 62,0 53,0 33,5
Herstellungskosten 6,7 7,1 7,9 8,0 2,5
Aufwendungen für Forschung und Entwicklung 39,0 27,6 22,2 17,5 14,0
Aufwendungen für Vertrieb, Allgemeines und
Verwaltung
23,9 20,5 24,8 21,4 10,8
Personalkosten (ohne Personalaufwand aus der
Ausgabe von Aktienoptionen)
26,1 21,5 18,8 18,1 10,8
Investitionen 3,8 3,8 12,0 4,0 0,7
Abschreibungen auf Sachanlagen 1,6 1,5 1,5 1,5 0,9
Abschreibungen auf immaterielle
Vermögenswerte
3,8 4,8 3,7 3,4 2,7
Gewinn aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit 11,4 16,4 7,0 6,2 6,2
EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und
Abschreibungen)
18,1 21,9 13,3 10,3 8,6
EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) 12,8 16,5 8,3 5,4 5,3
Jahresüberschuss 9,0 13,2 11,5 6,0 4,7
BILANZ
Aktiva gesamt 206,1 203,3 184,7 127,8 80,1
Liquide Mittel und marktgängige Wertpapiere 135,1 137,9 106,9 66,0 53,6
Immaterielle Vermögenswerte 17,4 19,7 22,3 14,8 12,4
Verbindlichkeiten 32,2 41,3 39,2 27,8 16,1
Eigenkapital 173,9 162,0 145,5 100,1 64,0
Eigenkapitalquote 84 % 80 % 79 % 78 % 80 %
MORPHOSYS-AKTIE
Ausgegebene Stammaktien (Anzahl) 22.660.557 22.478.787 22.160.259 20.145.966 18.077.589
Gewinn pro Aktie, verwässert (in €) 0,40 0,59 0,53 0,31 0,28
Dividende (in €)
Aktienkurs (in €) 17,04 18,75 16,10 18,12 13,77
PERSONAL
Mitarbeiter gesamt (Anzahl) 413 334 295 279 172
In Deutschland (Anzahl) 312 236 192 183 145
Im Ausland (Anzahl) 101 98 103 96 27

kennzahlen (ifrs) highlights 2009 ziele und ergebnisse

morphosys' produkt-pipeline stand 31.12.2009

Ziele 2009 Ergebnisse 2009 Ziele 2010
Finanzielle Ziele Konzernumsatzerlöse 80 – 85 Mio. € Konzernumsatzerlöse 81 Mio. € Konzernumsatzerlöse 89 – 93 Mio. €
Operativer Gewinn 8 – 11 Mio. € Operativer Gewinn 11,4 Mio. € Operativer Gewinn 5 – 9 Mio. €
Eigene F & E Stärkung der Expertise von
MorphoSys in der präklinischen und
klinischen Entwicklung
F & E-Team auf 56 hoch qualifi zierte
Mitarbeiter erweitert, einschließlich
verschiedener Schlüsselpositionen
im Management
Bestehendes Team ergänzen
Einreichung aller notwendigen
Dokumente und Start der klinischen
Phase 1b/2a für MOR103
Anmeldung im Juni, behördliche
Zulassung im November
Laufende Rekrutierung von RA-Pa
tienten für die Phase 1b/2a-Studie
Start von bis zu 5 neuen Programmen
in den Bereichen Krebs und entzünd
liche Erkrankungen
3 neue Programme gestartet Erweiterung der Pipeline auf bis zu
10 eigene Programme, einschließlich
Co-Development Programme
Partner-Pipeline 2 - 4 Klinikgänge mit Partnern 3 Klinikgänge mit Partnern 4 – 6 Klinikgänge mit Partnern
Bis zu 20 neue Programmstarts 17 neue Programme gestartet
Ausweitung von Partnerschaften
durch Ausübung bestehender
Optionen
Novartis bestätigt volle Laufzeit
des 10-Jahresvertrags; erweiterte
Allianzen mit Daiichi-Sankyo,
Schering-Plough und Shionogi
Klinische Daten aus laufenden
Studien der Phase 2
Klinische Pipeline Erweiterung der klinischen Pipeline
mit Partner- und eigenen Programmen
4 Programme in der Phase 1,
4 Programme in der Phase 2
Weiterer Ausbau der klinischen
Pipeline
AbD Serotec Vergrößerung des Kundenstamms im
Bereich Diagnostik
Mehrere neue Partnerschaften;
insgesamt > 20 Kunden im Bereich
Diagnostik
Weiteres Vordringen in den
Diagnostikmarkt
Segmentumsatzerlöse ~ 20 Mio. € Segmentumsatzerlöse 19,4 Mio. € Segmentumsatzerlöse 21 – 22 Mio. €
(bei konstanten Wechselkursen)
Gewinnmarge ≥ 2 % Gewinnmarge 5 % Gewinnmarge 5 – 8 %
(bei konstanten Wechselkursen)

aufbau einer führ enden antikörperpipeline

In den vergangenen Jahren hat MorphoSys eine in der Branche führende Technologieplattform für Antikörper aufgebaut und seine Technologien in Partnerschaften mit Pharmaunternehmen vielfach bestätigt. Im Jahr 2007 schloss MorphoSys mit Novartis eine der bislang umfangreichsten technologischen Allianzen in der Pharmaindustrie. Mehr als 60 Medikamentenentwicklungsprogramme stammen aus den verschiedenen Partnerschaften von MorphoSys, zahlreiche weitere Programme sollen folgen. In den kommenden Jahren werden viele dieser Aktivitäten Früchte tragen und MorphoSys einen attraktiven Zahlungsstrom an Tantiemen aus HuCAL-basierten Medikamenten bescheren. Mit dem stabilen Geschäftsbereich der Forschung mit Partnern im Rücken will MorphoSys sich zunehmend der firmeneigenen Medikamentenentwicklung widmen, um noch werthaltigere Produktmöglichkeiten in den Bereichen Krebs und entzündliche Erkrankungen zu entwickeln. Verläuft diese Strategie ähnlich erfolgreich wie das bisherige Geschäft, hat sie das Potenzial, den aktuellen Wert des Unternehmens um ein Vielfaches zu steigern.

morphosis

"Woher stammt eigentlich der Name MorphoSys?" Es mag Sie vielleicht überraschen, aber dies ist immer noch eine häufig gestellte Frage an das Management und die Beschäftigten von MorphoSys.

Genau genommen stand 1992 das griechische Wort "morphosis" Pate bei der Namensgebung unseres Start-up-Unternehmens. Der Begriff "morphosis" beschreibt einen dynamischen Entwicklungsprozess, mit dem ein Objekt oder ein lebender Organismus auf sich ändernde Umweltbedingungen reagiert und eine neue, oft endgültige Form annimmt. Geläufiger ist der verwandte Begriff der Metamorphose, der für eine tiefgreifendere Veränderung der Form oder Struktur, von einer Entwicklungsstufe im Leben eines Organismus zur nächsten, steht – beispielsweise von der Raupe zur Puppe und von der Puppe zum ausgewachsenen Schmetterling.

Betrachtet man unsere Kerntechnologie HuCAL, die die Möglichkeit bietet, Antikörper zu formen und zu verändern und hierdurch die Moleküle für ihren Verwendungszweck in der Therapie, Diagnostik oder Forschung optimiert, veranschaulicht der Begriff "morphosis" die Charakteristik und das zugrunde liegende Konzept der nach wie vor wichtigsten Innovation des Unternehmens sehr treffend.

Aber auch Unternehmen selbst unterliegen bekanntlich Veränderungsprozessen – und MorphoSys ist hier keine Ausnahme. Vom reinen Anbieter einer Antikörperplattform ist MorphoSys zu einem renommierten biopharmazeutischen Unternehmen gereift, das über ein tragfähiges Geschäftsmodell mit zwei therapeutischen Segmenten und einem weiteren Standbein im Forschungs- und Diagnostiksektor verfügt. MorphoSys stellt sich auch künftig dem Wandel mit dem Ziel, für seine Stakeholder eine noch attraktivere Zukunft zu gestalten.

"Nichts ist so beständig wie der Wandel!" – Heraklit (535 – 475 v.Chr.)

inhaltsverzeichnis

konzernlagebericht

  • unternehmerisches umfeld und geschäftsaktivitäten
  • strategie und leistungsmanagement
  • personal
  • forschung und entwicklung
  • geistiges eigentum & lizenzen
  • geschäftsentwicklung
  • nachhaltigkeit und soziale verantwortung
  • analyse der vermögens-, finanz- und ertragslage
  • v ergleich von tatsächlichem und prognostiziertem geschäftsverlauf
  • allgemeine einschät zung des geschäf tsv erl aufs durch die geschäftsleitung
  • corporate-governance-bericht
  • risiken und chancen
  • nachtragsbericht
  • ausblick und prognose

das unternehmen

  • vorstand der morphosys ag
  • brief des vorstandsvorsitzenden
  • die morphosys-aktie

zeichenerklärung

siehe glossar S. 124

weitere Infos unter siehe S. 82 www.morphoSys.de

glossarverweis .................................. internetverweis .................................. querverweis .......................................

konzernabschluss

  • inhalt konzernabschluss
  • konzern-gewinn- und verlustrechnung (ifrs)
  • gesamtergebnisrechnung (ifrs)
  • konzernbilanz (ifrs)
  • konzern-eigenkapitalentwicklung (ifrs)
  • konzern k apitalflussrechnung (ifrs)
  • anhang zum konzernab schluss
  • erklärung des vorstands
  • bestätigungsvermerk

  • bericht des aufsichtsrats

  • senior management group der morphosys ag
  • aufsichtsrat der morphosys ag
  • glossar
  • stichwortverzeichnis
  • impressum

vorstand der morphosys ag

Entwicklungsvorstand

dr. marlies sproll Forschungsvorstand

im abgelaufenen Geschäftsjahr 2009 hat MorphoSys in allen Geschäftsaktivitäten beeindruckende Fortschritte erzielt, die den folgenden Bereichen zuzuordnen sind:

  • Pipeline Partnerschaften AbD Serotec
  • Technologie Management

Die klaren Fortschritte in operativer Hinsicht wurden durch starke Finanzergebnisse untermauert. Die Umsatzerlöse erreichten mit 81,0 Mio. € ihren bisher höchsten Stand und stiegen gegenüber 2008 um 13%. Der operative Gewinn belief sich auf 11,4 Mio. € und lag damit um 30% unter dem Wert des Vorjahres. Dieser Rückgang lag absolut im Rahmen unserer Erwartungen und ist direkt zurückzuführen auf die planmäßige Erhöhung unseres F&E-Budgets von 8,9 Mio. € in 2008 auf 19,3 Mio. € in 2009. Ich bin der festen Überzeugung, dass sich diese Investitionen in Forschung und Entwicklung auszahlen werden. Die Erfahrungen in der Biotechnologiebranche haben gezeigt, dass diejenigen Unternehmen die höchsten Bewertungen erzielen, die ihre firmeneigene Forschung und Entwicklung bestmöglich nutzen.

Damit rückt die Pipeline des Unternehmens immer mehr in den Vordergrund. Insgesamt hat sich unsere Pipeline mit HuCAL-basierten Wirkstoffen von 55 am Jahresbeginn 2009 auf 65 am Jahresende erweitert. Am Wesentlichsten ist, dass die Zahl der Programme in der klinischen Erprobung von fünf auf acht gestiegen ist. Vier Programme befinden sich nun in der klinischen Erprobung der Phase 2; wir nähern uns zügig dem ersten Nachweis klinischer Wirksamkeit.

Wir haben alle Ziele erreicht, die wir uns für unseren wichtigsten firmeneigenen Antikörper gegen entzündliche Erkrankungen – MOR103 – gesetzt hatten. Das Programm hat die klinische Erprobung der Phase 1 erfolgreich bestanden und wird nun in einer Phase 1b/2a-Studie erstmals an Patienten mit rheumatoider Arthritis getestet. Unser zweites Programm, MOR202, hat sich im Berichtsjahr ebenfalls gut entwickelt. Entscheidend ist ferner, dass wir unsere Aktivitäten neben MOR103 und MOR202 durch den Beginn neuer, firmeneigener Programme erweitern konnten, die sich gegen sorgsam ausgewählte Zielmoleküle in unseren Kernbereichen Krebs und entzündliche Erkrankungen richten. Die Fähigkeit, alle unsere internen Entwicklungsmaßnahmen selbst zu finanzieren und dabei dennoch profitabel zu bleiben, ist ein herausragendes Merkmal unseres Geschäftsmodells und unterscheidet uns von der Mehrheit der hochriskanten und verlustreichen biopharmazeutischen Unternehmen.

"Trotz der sehr anspruchsvollen Wirtschaftslage in 2009 hat sich MorphoSys in nahezu jeglicher Beziehung zu einem stärkeren und reiferen Unternehmen weiterentwickelt. Unser Erfolg war nur möglich durch die anhaltende Unterstützung, Loyalität und Kreativität unserer Mitarbeiter und dank Ihnen, unseren Aktionären." Dr. Simon E. Moroney, Vorstandsvorsitzender

Unsere firmeneigenen Programme ergänzen die breite Pipeline aus unseren Pharma-Partnerschaften. Die mit Partnern betriebenen Geschäftsaktivitäten sind für den Erfolg unserer Strategie von entscheidender Bedeutung und bilden weiterhin die Grundlage für die finanzielle Stärke des Unternehmens. Im Rahmen unserer umfassenden strategischen Allianz mit Novartis haben wir für unsere firmeneigenen Technologien bestimmte vordefinierte Verbesserungen erzielt, was dazu führte, dass das Abkommen auf die volle Vertragslaufzeit von zehn Jahren ausgeweitet wurde.

Wir konnten auch unsere therapeutische Allianz mit Schering-Plough um ein weiteres Jahr verlängern. Mit Daiichi Sankyo haben wir im Rahmen des bestehenden Abkommens nicht nur zwei neue therapeutische Programme im Bereich Krebs begonnen, sondern auch eine vollkommen neue Initiative im Bereich der Infektionskrankheiten vereinbart: Ein weiterer Beweis dafür, dass MorphoSys in der Lage ist, neben den bestehenden bewährten Partnerschaften auch neue Wachstumschancen für therapeutische Antikörper zu erschließen.

Das Segment AbD Serotec, unser Geschäftsbereich für Forschungsantikörper und Diagnostik, hat in 2009 wesentlich zu unserem Erfolg beigetragen. Die Geschäftseinheit sicherte wichtige Partnerschaften im Forschungssektor, drang weiter in den Diagnostikmarkt vor und steigerte so das Ansehen der HuCAL-Technologie von MorphoSys als Quelle für immundiagnostische Werkzeuge. AbD Serotec konnte mit Umsätzen von 19,4 Mio. € das Marktwachstum wieder übertreffen und erwirtschaftete eine solide Gewinnmarge von 5%.

Der überwiegende Teil unserer Umsatzerlöse und Gewinne stammt direkt von Allianzen und Produkten, die auf unserer firmeneigenen Technologieplattform beruhen. Im Verlauf des Berichtsjahres haben wir unsere neueste Antikörperplattform HuCAL PLATINUM fest in unseren Labors etabliert. Ihre Leistungsfähigkeit übertrifft unsere Erwartungen und ich bin zuversichtlich, dass sie uns in den kommenden Jahren in die Lage versetzen wird, noch bessere Antikörper für verschiedenste Anwendungen

zu entwickeln. Auch in unserem Patentportfolio haben wir im Jahresverlauf wichtige Fortschritte gemacht; hierzu zählt die Erteilung des ersten Patents für unsere HuCAL-Technologie in Japan.

Nicht zuletzt haben wir unsere Organisation im vergangenen Jahr durch die Besetzung mehrerer Schlüsselfunktionen im Management deutlich gestärkt. Hier ist in erster Linie die Erweiterung des Vorstands durch die Bestellung von Herrn Dr. Arndt Schottelius zum Entwicklungsvorstand zu nennen. Herr Dr. Schottelius hat im Verlauf des Jahres sein Team aufgebaut, sodass MorphoSys nun über eine starke Entwicklungsmannschaft verfügt. Dies war eine entscheidende Weichenstellung angesichts der steigenden Investitionen, die wir in die firmeneigene Forschung und Entwicklung zu tätigen beabsichtigen.

Trotz der sehr anspruchsvollen Wirtschaftslage in 2009 hat sich MorphoSys in nahezu jeglicher Beziehung zu einem stärkeren und reiferen Unternehmen weiterentwickelt. Unser Erfolg war nur möglich durch die anhaltende Unterstützung, Loyalität und Kreativität unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und dank Ihnen, unseren Aktionärinnen und Aktionären, die Sie an unser Unternehmen glauben und ihm vertrauen. Das Jahr 2010 verspricht eines unserer bislang spannendsten zu werden, da bis zum Jahresende der klinische Nachweis erbracht sein könnte, dass einer unserer therapeutischen Antikörper als Medikament im Patienten geeignet ist. Gemeinsam mit Ihnen wünsche ich unserem Unternehmen ein erfolgreiches Jahr 2010.

"Die Erfahrungen in der Biotechnologiebranche haben gezeigt, dass diejenigen Unternehmen die höchsten Bewertungen erzielen, die ihre firmeneigene Forschung und Entwicklung bestmöglich nutzen. Die Fähigkeit, alle unsere internen Entwicklungsmaßnahmen selbst zu finanzieren und dabei dennoch profitabel zu bleiben, ist ein herausragendes Merkmal unseres Geschäftsmodells und unterscheidet uns von der Mehrheit der hochriskanten und verlustreichen biopharmazeutischen Unternehmen."

München, März 2010

Dr. Simon E. Moroney Vorstandsvorsitzender

brief des vorstandsvorsitzenden

Die Pipeline des Unternehmens rückt immer mehr in den Vordergrund. Insgesamt hat sich unsere Pipeline mit HuCAL-basierten Wirkstoffen von 55 am Jahresbeginn 2009 auf 65 am Jahresende erweitert. Am Wesentlichsten ist, dass die Zahl der Programme in der klinischen Erprobung von fünf auf acht gestiegen ist. Vier Programme befinden sich nun in der klinischen Erprobung der Phase 2; wir nähern uns zügig dem ersten Nachweis klinischer Wirksamkeit.

die morphosys-aktie

Nach einem sehr erfolgreichen Jahr 2008 wurde die MorphoSys-Aktie zwar zu Beginn des Jahres 2009 von der Wirtschafts- und Finanzkrise getroffen, konnte sich allerdings im Jahresverlauf wieder erholen. Die Kursentwicklung in 2009 spiegelte jedoch insgesamt nicht den operativen Fortschritt wider, den das Unternehmen während des Jahres erzielte.

die morphosys aktie (2. Januar 2009 = 100%)

Wenngleich Investoren das Geschäftsmodell von MorphoSys unverändert in hohem Maße anerkennen und sich insbesondere die Investorenbasis in den USA im Jahresverlauf deutlich erweiterte, spiegelte die Kursentwicklung der Aktie in 2009 nicht die solide Unternehmensentwicklung wider. Im Berichtsjahr gab die MorphoSys-Aktie um 9% nach. Nachdem sich MorphoSys und andere defensive Werte in 2008 besser als ihre jeweiligen Indizes entwickelt hatten, standen an den Kapitalmärkten in 2009 zyklische Branchen wie Rohstoffe und Chemie sowie Investitionsgüter und Dienstleistungen im Mittelpunkt des Interesses. Über einen längeren Zeitraum gesehen hat sich die MorphoSys-Aktie im Verhältnis zu ihren Vergleichsunternehmen und -indizes jedoch gut entwickelt.

liquidität und indexzugehörigkeit

Das durchschnittliche tägliche Handelsvolumen der MorphoSys-Aktie betrug 1,3 Mio. € – ein Rückgang um 32% im Vergleich zum Vorjahr. Dennoch konnte sich MorphoSys im TecDAX*-Index, dem Auswahlindex für die 30 größten Technologiewerte der Frankfurter Wertpapierbörse, gut behaupten. Am Jahresende 2009 belegte das Unternehmen gemessen an der Marktkapitalisierung* Platz 17 (Jahresende 2008: Rang 12) und konnte seine Position gemessen am Handelsvolumen sogar leicht auf Rang 19 verbessern (Jahresende 2008: Platz 20).

das unternehmen konzernlagebericht konzernabschluss 07

Der Vorstand Brief des Vorstandsvorsitzenden Die MorphoSys-Aktie

aktionärsbasis

Der Streubesitz gemäß der Definition der Deutsche Börse AG, der wie üblich für die Gewichtung der MorphoSys-Aktie in den Aktienindizes herangezogen wird, belief sich am Jahresende 2009 auf 88% des Aktienkapitals.

Bitte entnehmen Sie die aktuellsten Informationen zum Thema Aktie unserer Internetseite*.

kennzahlen der morphosys-aktie (Stand 31. Dezember)

2009 2008 2007 2006 2005
Eigenkapital gesamt in Mio. € 173,9 162,0 145,5 100,1 64,0
Gesamtzahl ausgegebener Aktien 22.660.557 22.478.787 22.160.259 20.145.996 18.077.589
Marktkapitalisierung in Mio. € 386 421 357 365 249
Schlusskurs (Xetra) 17,04 18,75 16,10 18,12 13,77
Durchschnittliches tägliches
Handelsvolumen
in Mio. € 1,3 1,9 2,5 1,9 1,0

aktionärsstruktur

  • Novartis 7 %
  • AstraZeneca 6 %
  • Vorstand und Aufsichtsrat 2 %

antikörper als entzündungshemmer

Das menschliche Immunsystem kann versagen und dabei entweder den eigenen Körper angreifen oder eine Überreaktion auf normalerweise unkritische Fremdkörper auslösen. Ein Beispiel für dieses Fehlverhalten ist die rheumatoide Arthritis, kurz RA, die zu einem erheblichen Beweglichkeitsverlust aufgrund von Schmerzen und der Zerstörung der Gelenke führen kann. Von diesem stark beeinträchtigenden und schmerzvollen Entzündungszustand sind weltweit ca. 4-6 Millionen Menschen betroffen.

MorphoSys' Antikörperprogramm MOR103 ist darauf ausgerichtet, Entzündungsprozesse zu hemmen. Das Programm wird gegen rheumatoide Arthritis entwickelt und befindet sich derzeit in einer klinischen Studie der Phase 1b/2a.

Bei RA-Patienten können erhöhte Werte des Botenstoffs Granulozyten-Makrophagen-Kolonie-stimulierender Faktor (GM-CSF) in den erkrankten Gelenken nachgewiesen werden. Hier regt der Faktor die Produktion weißer Blutzellen an und aktiviert sie

anschließend, wodurch weitere Entzündungsprozesse ausgelöst werden. Indem er GM-CSF blockiert, könnte der Antikörper MOR103 potenziell Entzündungsprozesse in RA-Patienten vermindern.

Osteoklasten Fibroblasten Makrophagen Neutrophile Lymphozyten Schicht aus Synovialzellen Knorpel Knochen

GM-CSF Rezeptor

MOR103 Ansatzpunkt

GM-CSF

konzernlagebericht

Im Geschäftsjahr 2009 hat MorphoSys seine Aktivitäten im Bereich der firmeneigenen Medikamentenentwicklung deutlich verstärkt. Seine Investitionen in die eigene Medikamentenpipeline steigerte das Unternehmen um 118 % auf 19,3 Mio. €. Die kommerziellen Partnerschaften von MorphoSys mit Pharma- und Biotechnologiefirmen entwickelten sich ebenfalls gut. Als Folge erhöhte sich der Konzernumsatz gegenüber dem Vorjahr insgesamt um 13 % auf 81 Mio. €. Wie erwartet sank das Betriebsergebnis aufgrund des deutlichen Anstiegs der Investitionen in die firmeneigene F&E um 30 % auf 11,4 Mio. €. AbD Serotec, das Segment für Forschungs- und diagnostische Antikörper, zeigte eine sehr gute Entwicklung und konnte seinen Umsatz um 7 % steigern und seine Gewinnmarge auf 5 % verdoppeln.

u n t er nehmer isches umfel d u n d geschäftsaktivitäten

Wirtschaftliche Entwicklung

Gegen Jahresende 2008 und im Verlauf von 2009 befand sich die Weltwirtschaft in einer Rezession, die von vielen als die tiefste seit dem Ende des 2. Weltkriegs beschrieben wurde. Nach gegenwärtiger Einschätzung sank das weltweite Bruttoinlandsprodukt in 2009 um 1,1% verglichen mit einem Anstieg von 3,8% im Jahr zuvor. Nach der Rezession erholte sich die Konjunkturlage in 2009 ein wenig schneller als erwartet, vor allem aber die Kapitalmärkte. Die Erholung ist jedoch immer noch als zögerlich und anfällig anzusehen, wie Ereignisse wie die Schuldenkrise von Dubai und deren – wenn auch nur kurzfristige – Auswirkungen auf die Kapitalmärkte im November 2009 gezeigt haben.

In 2009 schrumpfte die Wirtschaft der 16 Nationen in der Eurozone nach Schätzungen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) um 4%. Die deutsche Wirtschaft verzeichnete in 2009 auf einer nach Arbeitstagen bereinigten Basis einen Rückgang von rund 4,8%, wies jedoch im zweiten und dritten Quartal 2009 wieder leichte Anstiege gegenüber den Vergleichsquartalen des Vorjahres auf.

Entwicklung der Pharma- und Biotechnologiebranche

Nach Angaben des US-Marktforschungsinstituts IMS Health wuchs die Pharmabranche in 2009 weltweit um rund 2,5%

bis 3,5%. In den USA – gegenwärtig der weltweit größte Einzelmarkt der Pharmabranche – hat die Regierung unter Präsident Obama damit begonnen, das nationale Gesundheitssystem umfassend zu reformieren. Die Auswirkungen auf die Pharmaindustrie sind noch Gegenstand breiter Diskussionen, da die neue Gesetzgebung sowohl positive als auch negative Effekte haben könnte. Andere wesentliche Entwicklungen und Herausforderungen für die Pharmabranche haben sich nicht verändert: Preisdruck, behördliche Auflagen sowie auslaufender Patentschutz und als Folge der Markteintritt von Generika einschließlich Biogenerika*.

Der allgemeine Druck auf die Pharmabranche hat jedoch nicht zu einem nennenswerten Rückgang von Transaktionen und Einlizenzierungen geführt. Ganz im Gegenteil stehen antikörperbezogene Transaktionen weiterhin ganz oben auf der Agenda der Pharmaunternehmen. Aus diesem Grund stellt die Notwendigkeit der Pharmabranche, ihre Pipelines wieder aufzufüllen, für Biotechnologieunternehmen unverändert einen entscheidenden Erfolgsfaktor dar.

Zu den wesentlichen Lizenzabkommen zählt die Übereinkunft von Bristol-Myers Squibb und der in den USA ansässigen Alder Biopharmaceuticals zur Entwicklung und Vermarktung eines gegen entzündliche Erkrankungen gerichteten Anti-IL-6-Antikörpers*, der die klinische Erprobung der Phase 2a an rund 120 Patienten mit akuter rheumatoider Arthritis durchlaufen hat. Zu den sonstigen erwähnenswerten Lizenzabkommen zählen ein Abkommen

"Antikörperbezogene Transaktionen stehen weiterhin ganz oben auf der Agenda der Pharmaunternehmen. Aus diesem Grund stellt die Notwendigkeit der Pharmabranche, ihre Pipelines wieder aufzufüllen, für Biotechnologieunternehmen unverändert einen entscheidenden Erfolgsfaktor dar."

zwischen Merck & Co., Inc. und Medarex im Bereich von Infektionskrankheiten durch den Erreger Clostridium difficile und ein Abkommen zwischen Abbott und PanGenetics über einen Antikörper in der klinischen Erprobung der Phase 1 zur Behandlung chronischer Schmerzen.

Auch in Bezug auf M&A-Transaktionen und Konsolidierung war 2009 für die Pharma- und Biotechnologiebranche erneut ein ereignisreiches Jahr. Am erwähnenswertesten ist die Ankündigung von Bristol-Myers Squibb aus dem Juli 2009, den US-Antikörperhersteller Medarex für rund 2,1 Mrd. US\$ zu erwerben. Die Nachrichtenagentur Thomson Reuters zählte im Jahr 2009 mehr als 90 Akquisitionen unter Beteiligung von US-Biotechnologieunternehmen, verglichen mit 84 im Jahr 2008.

Bis Ende 2009 stieg die Zahl der am Markt zugelassenen therapeutischen Antikörper auf 26. Im Verlauf des Jahres hat die US-Gesundheitsbehörde FDA (Food and Drug Administration) drei neuen Antikörpertherapien die Zulassung erteilt: Johnson & Johnson's Simponi® zur Behandlung von rheumatoider Arthritis und Stelera® zur Behandlung von schwerer Plaque-Psoriasis* sowie Novartis' Ilaris®, einem

Antikörper zur Behandlung des periodischen Fiebersyndroms (Cryopyrin-associated Periodic Syndrom) bei Kindern und Erwachsenen. In Europa hat die Europäische Kommission Removab®, einem von Fresenius Biotech und der in München ansässigen Trion Pharma entwickelten Antikörperderivat für die Behandlung von Eierstockkrebs, und RoActemra®, einem von Roche entwickelten Wirkstoff gegen entzündliche Erkrankungen, die Zulassung erteilt. Mit Roche's Raptiva® wurde ein Antikörperprodukt vom Markt genommen. Im Jahr 2009 beliefen sich die mit den Verkäufen von monoklonalen Antikörpern* erzielten Umsatzerlöse gemäß Datamonitor auf insgesamt rund 34 Mrd. US\$.

Die erklärte Absicht der US-Regierung, die Investitionen in die wissenschaftliche Forschung aufzustocken, spielte sicher eine Rolle bei der Stabilisierung des Markts für Forschungsantikörper, der eigentlich unter dem Konjunkturrückgang und den Kürzungen des Jahres 2009 hätte leiden müssen. Im US-Konjunkturpaket sind mehr als 20 Mrd. US\$ zusätzliche Forschungsausgaben enthalten, von denen rund 40% für Forschungszuschüsse des NIH* (National Institutes of Health) in den Jahren 2009 und 2010 vorgesehen sind.

geschäftsaktivitäten des morphosys-konzerns

Regulatorisches Umfeld

MorphoSys betätigt sich im Gesundheitssektor, der in besonders hohem Maße reguliert ist. Insbesondere Produkte für Therapeutik und Diagnostik dürfen nicht ohne die Zulassung einer Behörde wie der EMA* (European Medicines Agency – Europäische Zulassungsbehörde) oder der FDA* (US-amerikanische Zulassungsbehörde) vertrieben werden. In allen mit Partnern betriebenen Entwicklungsprogrammen von MorphoSys sind die jeweiligen Partner für die behördlichen Belange zuständig. Dagegen ist MorphoSys bei seinen firmeneigenen Entwicklungsprogrammen für alle behördlichen Anforderungen selbst verantwortlich.

Im Jahr 2009 hat die FDA in den USA eine Reihe wichtiger Schritte unternommen, um den Zugang zu verschreibungspflichtigen Medikamenten zu verbreitern, und hat in 2009 mehr neue Wirkstoffe zugelassen als in jedem der letzten vier Jahre. Die FDA hat im abgelaufenen Jahr 26 innovativen Wirkstoffen die Zulassung erteilt – verglichen mit 24 Therapeutika im Jahr 2008.

Organisationsstruktur und Geschäftsaktivitäten

Organisationsstruktur und weltweite Präsenz MorphoSys hat sich auf die Erforschung und Entwicklung von neuartigen Antikörpertherapeutika sowie auf Reagenzien für Forschung und Diagnostik spezialisiert und stützt sich dabei auf seine bewährten firmeneigenen Technologien und seine breite wissenschaftliche Expertise. Im Jahr 2009 hat MorphoSys eine dreiteilige Organisationsstruktur beschlossen und dabei seine firmeneigenen Entwicklungsaktivitäten von dem mit Partnern betriebenen therapeutischen Segment getrennt. Diese Trennung unterstreicht die zunehmende Bedeutung der firmeneigenen Medikamentenentwicklung von MorphoSys. Beim dritten operativen Bereich von MorphoSys handelt es sich um das für Antikörper für Forschung und Diagnostik zuständige Segment AbD Serotec, das die Forschungs- und Diagnostikmärkte mit qualitativ hochwertigen Antikörpern beliefert.

Die Konzernzentrale von MorphoSys hat ihren Sitz in Martinsried bei München. Hier sind alle Konzernfunktionen zusammengefasst. Daneben verfügt die Gesellschaft über ein Vertriebsbüro in Düsseldorf sowie über Einrichtungen in Oxford, England, und Raleigh, North Carolina, USA.

Konzernführung und Kontrolle Muttergesellschaft des MorphoSys-Konzerns ist die MorphoSys AG, eine an der Frankfurter Wertpapierbörse im Prime-Standard-Segment notierte deutsche Aktiengesellschaft.

Gemäß dem deutschen Aktiengesetz verfügt MorphoSys über eine duale Führungsstruktur. Das Unternehmen wird von einem Vorstand geleitet, der sich aus vier Mitgliedern zusammensetzt. Diese Mitglieder werden vom Aufsichtsrat bestellt, der den Vorstand regelmäßig berät. Ausführliche Informationen bezüglich Konzernführung und Kontrolle sowie zu Grundsätzen der Unternehmensführung können dem Corporate-Governance-Bericht* entnommen werden.

Die Geschäftsleitung wird durch die Senior Management Group komplettiert, einem Führungskreis von 13 Führungskräften aus allen Abteilungen und Segmenten. Das Segment AbD Serotec wird von Herrn Dieter Feger geleitet, der Anfang 2009 zu MorphoSys kam und direkt an den Vorstandsvorsitzenden berichtet.

Geschäftsaktivitäten und Märkte nach Segmenten Partnered Discovery

Die Basis für das Segment Partnered Discovery sind die in der Branche führenden Technologien des Unternehmens für die Generierung und Optimierung therapeutischer Antikör-

siehe S. 39 siehe glossar S. 124

per als Medikamentenkandidaten. Auf Antikörper basierende Medikamente haben zu erheblich besseren Therapiemöglichkeiten bei schweren und lebensbedrohlichen Krankheiten beigetragen und stellen eine kommerziell sehr erfolgreiche Klasse von biotechnologischen Produkten dar.

Für viele Pharma- und Biotechnologieunternehmen weltweit ist MorphoSys der bevorzugte Partner für die Erforschung und Entwicklung neuartiger Antikörpermedikamente. Im Gesundheitssektor herrscht eine starke Nachfrage nach innovativen Produkten, und die Partner, mit denen MorphoSys in den meisten Fällen bereits seit Jahren in umfangreichen therapeutischen Allianzen zusammenarbeitet, vertrauen auf MorphoSys' Technologien und F&E-Erfahrung. Das mit Partnern betriebene Geschäftsmodell ist unverändert der Haupttreiber des gegenwärtigen wirtschaftlichen Erfolgs und hat wesentlichen Anteil an der umfangreichen Pipeline der Gesellschaft. Das mit dem Schweizer Pharmakonzern Novartis geschlossene Abkommen sichert MorphoSys bis zum Jahr 2017 jährliche Umsatzerlöse von mehr als 40 Mio. € in Form von finanzierten Forschungsleistungen und Lizenzzahlungen. Zusätzlich erhält MorphoSys Meilensteinzahlungen und Tantiemen* auf Produkte, die im Rahmen dieser Allianz zukünftig vermarktet werden. Das jüngste Abkommen von Bedeutung in diesem Segment war die in 2009 mit Daiichi Sankyo geschlossene Kooperation – der erste Schritt von MorphoSys in den Bereich der Infektionskrankheiten.

segmentumsätze aus partnered discovery und proprietary development

in Mio. € 2009 2008 2007 2006 2005
62,7 54,3 43,1 34,7 29,1

siehe glossar S. 124

MorphoSys unterteilt seine Hauptwettbewerber im Hinblick auf Antikörpertechnologien und Partnerschaften nach den angebotenen Technologien in zwei Kategorien. Die erste Kategorie sind sonstige Antikörper- und Antikörperfragmenttechnologien, wie sie von den Firmen Regeneron und Dyax (beide USA) sowie Ablynx (Belgien) angeboten werden. In die zweite Kategorie fallen Unternehmen, welche Technologien auf der Basis von antikörperähnlichen Fragmenten anbieten. Hierzu zählen beispielsweise Molecular Partners (Schweiz), Affibody (Schweden) und Archemix (USA). Mit den Akquisitionen von Medarex (USA) und Esbatech (Schweiz) im Jahr 2009 durch Pharmakonzerne werden Antikörpertechnologien nun von einer noch kleineren Gruppe von Unternehmen angeboten. Unter den verbleibenden unabhängigen Unternehmen ist MorphoSys wohl der bekannteste Vertreter mit in hohem Maße validierten Antikörpertechnologien.

Proprietary Development

Mehr als ein Drittel aller Entwicklungsprogramme in der weltweiten Medikamentenpipeline beruhen heutzutage auf biotechnologischen Wirkstoffen – und ihre Zahl steigt ständig. Die zunehmenden Aktivitäten von MorphoSys in Richtung Produktentwicklung haben sein Wettbewerbsumfeld verändert: von anderen Technologieanbietern hin zu Unternehmen, die die gleichen Krankheitsbereiche mit eigenen Entwicklungsprogrammen und Wirkstoffen bearbeiten. Die firmeneigene Produktentwicklung von MorphoSys konzentriert sich auf die Krankheitsbereiche, in denen die Gesellschaft über wissenschaftliche Erfahrung und Expertise verfügt. Gegenwärtig legt MorphoSys seinen Fokus auf die Indikationsgebiete entzündliche und Autoimmunerkrankungen sowie Krebs.

Entzündliche und Autoimmunerkrankungen Zu den entzündlichen Erkrankungen zählen rheumatoide Arthritis (RA), multiple Sklerose*, Asthma, chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (chronic obstructive pulmonary disease – COPD), Psoriasis und chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (inflammatory bowel disease). Daneben zeigen einige Knochenkrankheiten wie Osteoarthritis Symptome und Verläufe von Entzündungen. Entzündliche Erkrankungen sind ein bedeutender Pharmamarkt mit vielen Millionen betroffener Patienten. Beim am weitesten fortgeschrittenen Wirkstoff MOR103 von MorphoSys handelt es sich um einen vollständig menschlichen HuCAL-Antikörper* gegen GM-CSF, ein therapeutisches Zielmolekül für die Behandlung verschiedener entzündlicher Erkrankungen. MOR103 durchläuft gerade die klinische Erprobung der Phase 1b/2a für die Behandlung der rheumatoiden Arthritis. Rund 1% der Weltbevölkerung soll von dieser Krankheit betroffen sein, womit es sich um den größten Einzelmarkt auf dem Gebiet entzündlicher Erkrankungen handelt. Die weltweiten Umsätze mit Arthritis-Medikamenten beliefen sich in 2008 auf 35 Mrd. US\$, von denen allein 18 Mrd. US\$ auf TNF-a-Inhibitoren entfielen. Der RA-Markt ist von ausgesprochen intensivem Wettbewerb geprägt, wobei von den Umsätzen mit biotechnologisch hergestellten Medikamenten bereits 70% bis 80% auf die Anti-TNF-Medikamente wie Enbrel®, Remicade® und Humira® entfallen.

Aus kommerzieller Sicht sind die Chancen dieser Therapieklasse darauf zurückzuführen, dass es unverändert einen hohen und ungenügend gedeckten Bedarf an Wirkstoffen mit neuen Wirkmechanismen gibt. Heute wird immer noch ein Drittel der RA-Patienten nicht behandelt und nur rund 13% der behandelten Patienten erhalten ein biotechnologisch hergestelltes Medikament. Von den mit Anti-TNFs behandelten Patienten sprechen rund ein Drittel nicht oder nicht dauerhaft auf diese Medikamente an.

Onkologie

Der zweite Krankheitsbereich, in dem MorphoSys derzeit tätig ist, ist die Onkologie. Zu den Standardbehandlungen für die verschiedenen Formen von Krebs zählen neben der Operation die Chemo-, Bestrahlungs- und Hormontherapie. Jedoch sind neue biologisch hergestellte Produkte für einen Paradigmenwechsel bei den Behandlungsmethoden am vielversprechendsten. Medikamente in Form therapeutischer

siehe glossar S. 124

Antikörper können gezielt auf bestimmte Krebszellen oder Signalmoleküle angesetzt werden und vermeiden so unerwünschte Nebenwirkungen.

Die Gesellschaft entwickelt derzeit MOR202, einen vollständig menschlichen HuCAL-Antikörper gegen CD38, ein therapeutisches Zielmolekül* für die Behandlung des multiplen Myeloms und möglicherweise auch bestimmter Formen der Leukämie.

Da im Gesundheitswesen weltweit die Bedeutung der Krebsentdeckung und -behandlung wächst, wird mit einem weiter zunehmenden Bedarf an Krebsmedikamenten gerechnet. Schätzungen zufolge wird der Weltmarkt für Krebswirkstoffe von rund 48 Mrd. US\$ in 2008 auf mehr als 85 Mrd. US\$ im Jahr 2013 steigen.

AbD Serotec – Antikörper für Forschung und Diagnostik

Antikörper sind nicht nur eine Quelle für innovative Therapeutika, sondern auch entscheidende Komponenten der wissenschaftlichen Forschung und der modernen klinischen Diagnostik. Das Segment Forschungsantikörper von MorphoSys, AbD Serotec, ist ein führender Lieferant von Forschungsantikörpern und bietet neben mehr als 14.000 Antikörpern und immunologischen Reagenzien* sowie maßgeschneiderten monoklonalen HuCAL-Antikörpern auch die Antikörperherstellung und Konjugationsleistungen in großem und kleinem Maßstab an.

Im Forschungsbereich werden Antikörper zur Entdeckung und Quantifizierung eingesetzt. Die Märkte für -Diagnostika und Forschungsreagenzien, in denen sich AbD Serotec überwiegend betätigt, weisen jährliche Wachstumsraten von 3% bis 8% auf. In Bezug auf Marktgröße erwirtschaftet der Diagnostiksektor gegenwärtig Umsätze von 8 Mrd. US\$ pro Jahr, während Wissenschaftler rund 2 Mrd. US\$ für Antikörper als Werkzeuge in der Forschung ausgeben. Die Hauptkonkurrenten von AbD Serotec sind breiter aufgestellte Lieferanten von allgemeinen Forschungswerkzeugen

einschließlich Antikörperanwendungen wie Invitrogen und Millipore (beide USA), aber auch Spezialisten wie die in Großbritannien ansässige Abcam, die sich auf die Vermarktung bereits bestehender Forschungsantikörper spezialisieren.

strategie und leistungsmanagement

Strategie

MorphoSys maximiert systematisch seinen Unternehmenswert, indem es seine firmeneigenen Technologien für die Erforschung und Entwicklung neuartiger therapeutischer Wirkstoffe einsetzt. Der besondere finanzielle Nutzen dieser Strategie resultiert aus der Erschließung von zwei Umsatzquellen: Auf der einen Seite erhält MorphoSys von seinen Partnern vertraglich zugesicherte Zahlungen in Form von Lizenzgebühren für Technologie, finanzierte Forschungsleistungen, erfolgsabhängigen Meilensteinzahlungen und – abhängig von Produktverkäufen nach der Zulassung – von Tantiemen.

Als Ergänzung zum Segment Partnered Discovery hat sich MorphoSys entschlossen, seine eigenen Aktivitäten in der Medikamentenentwicklung zu verstärken. Ziel ist es, firmeneigene Wirkstoffe an pharmazeutische Partner zur weiteren Entwicklung in den fortgeschrittenen Phasen der klinischen Entwiclung und zur Vermarktung auszulizenzieren, sobald der Nachweis der klinischen Wirksamkeit erbracht ist. Trotz signifikanter Investitionen kann diese Vorgehensweise einen deutlich höheren Wert für die Gesellschaft erzielen, als es allein mit Programmen möglich wäre, die von Anfang an mit Partnern betrieben werden. Auch wenn die Maßnahmen zur Eigenentwicklung zwangsläufig zu steigenden Investitionen führen werden, bleibt MorphoSys seinem Ziel treu, profitabel und damit unabhängig vom Kapitalmarkt zu bleiben.

Im Segment AbD Serotec verfolgt MorphoSys unverändert seine Strategie, mit einem umfangreichen Portfolio von Katalogantikörpern und produktbezogenen Dienstleistungen sowie maßgeschneiderten monoklonalen HuCAL-Antikörpern weiter in den Forschungs- und Diagnostikmärkten zu wachsen.

Leistungsmanagement

Kernelemente des Managementsystems von MorphoSys sind finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren sowie entsprechende Maßnahmen zur Steigerung des nachhaltigen Unternehmenswerts.

Finanzielle Leistungsindikatoren

MorphoSys misst seine operative Unternehmensleistung hauptsächlich anhand der beiden Finanzkennzahlen Umsatzerlöse und Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit. Für alle Segmente wird die Leistung monatlich ermittelt; die Budgetplanung des laufenden Geschäftsjahres wird

vierteljährlich überarbeitet und aktualisiert. Darüber hinaus wird das mittelfristige, die nächsten Jahre abdeckende Planungsszenario auf jährlicher Basis aktualisiert. Um der wachsenden Bedeutung der firmeneigenen Medikamentenentwicklung als eine ihrer Kernkompetenzen und eines ihrer Hauptziele Rechnung zu tragen, weist die Gesellschaft nun alle Leistungsindikatoren für drei anstatt wie bisher für zwei Segmente aus und hat dazu das Segment Therapeutische Antikörper in die beiden Segmente Partnered Discovery und Proprietary Development aufgeteilt.

Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Die nichtfinanziellen Leistungsindikatoren wie Fortschritte in Forschung und Entwicklung und die Personalentwicklung werden in den folgenden Kapiteln ausführlich behandelt. Eine der wichtigsten Messgrößen für die erfolgreiche Unternehmensentwicklung von MorphoSys ist seine sich ständig weiterentwickelnde klinische Pipeline.

in Mio. € 2009 2008 2007 2006 2005
MORPHOSYS-KONZERN
Konzernumsatz 81,0 71,6 62,0 53,0 33,5
Konzernergebnis der gewöhnlichen
Geschäftstätigkeit
11,4 16,4 7,0 6,2 6,2
Partnere
d Discovery
*
Umsatz 61,7 54,3
Segmentergebnis 39,6 34,4
Propr
ietary
Developmen
t*
Umsatz 1,0 0
Segmentergebnis –18,3 –8,9
AbD Sero
tec
Umsatz 19,4 18,2 19,6 18,3 4,3
Segmentergebnis 1,0 0,4 –0,6 –3,4 –2,9

entwicklung der finanziellen leistungsindikatoren

* Die Segmente Partnered Discovery und Proprietary Development wurden in 2009 eingeführt.

personal

Die Fähigkeiten und das Fachwissen unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind die Basis für den Erfolg von MorphoSys. Als Folge der Entscheidung der Gesellschaft, ihre firmeneigenen Entwicklungskapazitäten zu stärken, kam es im abgelaufenen Jahr in diesem Bereich zu einer deutlichen Personalaufstockung.

personal nach segmenten und funktionen

2009 2008
Person
al gesamt
413 334
Segment Proprietary Development 56 201
Segment Partnered Discovery 217
Segment AbD Serotec 140 133
Personal in Forschung und Entwicklung 257 191
Personal in Vertrieb, Allgemeines und Verwaltung 156 143

"Wir wollen mithilfe einer exzellenten Entwicklungsorganisation und der Einstellung hochqualifizierter Fachkräfte neuartige Medikamente entwickeln, die das Leben von Patienten verbessern." Dr. Arndt Schottelius, Entwicklungsvorstand

aufteilung des personals in der eigenproduktentwicklung

2009 Personal gesamt in der eigenen Entwicklung 56 Target Scouting, Antikörpergenerierung und frühe Entwicklung 41 Präklinische und klinische Entwicklung einschließlich Projektmanagement sowie Qualitätssicherung und Regulatory Affairs 15

Anzahl Beschäftigte

Die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat sich in 2009 um 24% deutlich erhöht. Am 31. Dezember 2009 beschäftigte der MorphoSys-Konzern weltweit 413 Personen (31. Dezember 2008: 334), davon 121 promovierte Mitarbeiter (31. Dezember 2008: 91). Im Jahresdurchschnitt 2009 zählte der MorphoSys-Konzern 376 Beschäftigte (2008: 312).

Der größte Personalzuwachs fand im Segment Proprietary Development statt. Neben dem Team für präklinische* Entwicklung unter Leitung von Herrn Dr. Ulrich Moebius wurde im Verlauf des vergangenen Jahres unter der Leitung von Frau Dr. Lisa Rojkjaer, die im Oktober 2009 als Vice President und Head of Clinical Development zu MorphoSys stieß, ein komplettes Team von Spezialisten mit klinischer Ausrichtung und Erfahrung aufgebaut. Ein engagiertes Team für Qualitätssicherung und behördliche Belange (Regulatory Affairs) sichert die ordnungsgemäße Durchführung der Entwicklungsprozesse. Alle Schlüsselfunktionen im Bereich der eigenen Entwicklung konnten im Jahr 2009 besetzt werden.

Qualifikation, Fort- und Ausbildung

Für MorphoSys sind die berufliche Weiterbildung und die persönliche Entwicklung seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sehr wichtig. Jedem Beschäftigten wird eine Vielzahl von Entwicklungsprogrammen in einem sehr aufgeschlossenen Arbeitsumfeld geboten, das die Zusammenarbeit zwischen den Abteilungen und zwischen den verschiedenen Standorten des Unternehmens fördert. Das Unternehmen bietet insbesondere Karrierechancen in den Bereichen Forschung und Produktentwicklung sowie in verschiedenen Managementpositionen.

Als Folge der Entscheidung der Gesellschaft, ihre firmeneigenen Entwicklungskapazitäten zu stärken, kam es im abgelaufenen Jahr in diesem Bereich zu einer deutlichen Personalaufstockung. Neben dem

Team für präklinische Entwicklung unter Leitung von gangenen Jahres unter der Leitung von Frau Dr. Lisa Rojkjaer, die im Oktober 2009 als Vice President

klinischer Ausrichtung und Erfahrung aufgebaut.

Langfristige leistungsbezogene Vergütung

Eine angemessene Vergütung ist ein Schlüsselfaktor, um die besten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Führungskräfte anzuziehen und zu halten. Aus diesem Grund werden alle Gehälter jedes Jahr innerhalb der Biotechnologiebranche und mit anderen Industriezweigen verglichen.

Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von MorphoSys partizipieren in Form eines attraktiven leistungsbezogenen Bonussystems am operativen und finanziellen Erfolg des Unternehmens. Dieser Leistungsanreiz orientiert sich an der Erreichung von persönlichen Zielen sowie von Abteilungsund Unternehmenszielen. Dadurch hat jeder Mitarbeiter die Möglichkeit, einen Beitrag zur erfolgreichen Entwicklung von MorphoSys zu leisten und zugleich an dessen Erfolg teilzuhaben.

Zusätzlich zur leistungsbezogenen Vergütung nehmen die Mitglieder der zweiten Führungsebene im Rahmen eines langfristigen Anreizsystems mit Eigenkapitalinstrumenten an einem Aktienoptions- und/oder Wandelschuldverschreibungsprogramm teil. Für 2009 nahmen alle übrigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an einem Gewinnbeteiligungsprogramm teil, das ihnen die Teilnahme am operativen und finanziellen Erfolg des Unternehmens ermöglichte.

forschung und entwicklung

Proprietary Development – Erster firmeneigener Wirkstoff im Patienten

Im Jahr 2009 haben sich die firmeneigenen Entwicklungsprogramme MOR103 und MOR202 plangemäß entwickelt. Im Einklang mit seiner Strategie, die Entwicklungsaktivitäten für firmeneigene Medikamente auszuweiten, hat MorphoSys drei neue Entwicklungsprogramme gestartet, die beiden Krebsprogramme MOR203 und MOR205, und das Antikörperprogramm MOR104 gegen entzündliche Erkrankungen.

Die insgesamt fünf internen Medikamentenkandidaten werden durch ein Co-Entwicklungsprojekt mit Novartis ergänzt. Zusätzlich werden im Rahmen der Entwicklungsallianz mit Galapagos derzeit für drei neuartige krankheitsbezogene Zielmoleküle Evaluierungsstudien durchgeführt.

siehe glossar S. 124

MOR103 hat die klinische Erprobung* der Phase 1 erfolgreich durchlaufen. Die Studienergebnisse haben gezeigt, dass MOR103 sicher und in allen verabreichten Dosierungen gut verträglich ist. Die abgeschlossene Erprobung der Phase 1 wurde als randomisierte, doppelt-verblindete und Placebokontrollierte Studie mit ansteigender Dosis zur Evaluierung der Sicherheit und Verträglichkeit sowie der pharmakokinetischen* Eigenschaften von MOR103 bei gesunden Freiwilligen durchgeführt. Insgesamt erhielten 63 Freiwillige in sieben Probandengruppen intravenös ansteigende Dosierungen von MOR103 bis zu einer Konzentration von 3 mg/kg oder Placebo. In der Studie wurde keine maximal verträgliche Dosierung erreicht. Die Analyse der pharmakokinetischen Eigenschaften von MOR103 zeigte eine für vollständig menschliche Antikörper typische Serum-Halbwertzeit, die zu einem wettbewerbsfähigen Dosierungsschema führen könnte.

MorphoSys hat im Anschluss einen Antrag auf Zulassung einer klinischen Studie der Phase 1b/2a an Patienten mit aktiver rheumatoider Arthritis gestellt. Die erste behördliche Genehmigung – vom deutschen Paul-Ehrlich-Institut – erfolgte vier Monate später. Erste Patienten wurden im Januar 2010 in die klinische Studie der Phase 1b/2a eingebunden.

Die randomisierte, doppelt-verblindete und Placebo-kontrollierte Studie mit ansteigender Dosis wird voraussichtlich 135 Patienten umfassen und in mehreren klinischen Zentren in verschiedenen europäischen Ländern durchgeführt. Patienten, die trotz vorangegangener Behandlung mit nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAIDs), Corticosteroiden, Antirheumatika der DMARD-Klasse (disease-modifying antisiehe glossar S. 124

rheumatic drugs) und/oder anti-TNF*-a-Wirkstoffen weiter an aktiver RA leiden, werden jeweils vier Infusionen mit dem HuCAL-Antikörper MOR103 in drei von Probandengruppe zu Probandengruppe ansteigenden Dosierungen oder Placebo erhalten. Der primäre Endpunkt der Studie ist es, die Sicherheit und Verträglichkeit des Wirkstoffs MOR103 bei mehrfacher Dosierung von bis zu 1,5 mg/kg bei Patienten mit aktiver RA zu bestimmen. Als weitere Zielvorgaben werden die pharmakokinetischen Eigenschaften des Wirkstoffs und seine Immunogenität untersucht sowie sein Potenzial, die klinischen Anzeichen und Symptome wie Gelenkentzündungen und Knochenödeme bei RA-Patienten zu verbessern. Zusätzlich werden die gezeigten Therapieerfolge anhand der Kriterien des American College of Rheumatology (ACR) und der European League Against Rheumatism (EULAR28) bewertet sowie Therapiebeurteilungen aus Patientensicht einbezogen.

Um neue Krankheitsbereiche für MorphoSys' firmeneigenes MOR103-Programm zu erschließen, haben MorphoSys und die Universität von Melbourne im Juli 2009 eine Forschungskooperation begonnen. Die Zusammenarbeit wird sich auf die Untersuchung neuer Therapiegebiete konzentrieren, in denen das Zielmolekül GM-CSF nach jüngsten und bislang unveröffentlichten Forschungsergebnissen der Universität von Melbourne eine Rolle spielt. Im Rahmen des Abkommens wird MorphoSys Forschungsarbeiten der Universität von Melbourne in mehreren neuen Indikationen finanzieren. Die Universität von Melbourne erhielt eine Einmalzahlung; daneben stehen ihr weitere Forschungsmittel, entwicklungsabhängige Meilensteinzahlungen sowie Tantiemen zu.

In seinem Krebsprogramm MOR202 hat MorphoSys im Verlauf des Jahres 2009 mehrere präklinische Experimente und Toxizitätsstudien durchgeführt. Daneben wurde das ganze Jahr 2009 hindurch klinisches Material unter Nutzung der Zelllinie PER.C6® von Crucell und der Produktionseinrichtungen von DSM hergestellt.

segm en t ergebn isse a bd serot ec

(in Mio. €)

Gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres sind die Umsatzerlöse des Segments AbD Serotec in 2009 um 7 % auf 19,4 Mio. € gestiegen. Das operative Ergebnis des Segments AbD verzeichnete mit 1,0 Mio. € eine deutliche Zunahme.

Partnered Discovery – Sieben klinische Programme

Im Verlauf des Jahres 2009 haben drei weitere Partner klinische Erprobungen der Phase 1 für HuCAL-Antikörper begonnen. Damit befanden sich Ende 2009 insgesamt sieben verschiedene Partnerprogramme in der klinischen Evaluierung.

Während der ersten sechs Monate 2009 haben Novartis und Centocor Ortho Biotech die erforderlichen Unterlagen zum Start von klinischen Studien der Phase 1 für vollständig menschliche HuCAL-Antikörper gegen nicht genannte Zielmoleküle eingereicht. Im September 2009 reichte schließlich Bayer Schering Pharma alle notwendigen Unterlagen für den Start einer klinischen Studie der Phase 1 für ein HuCALbasiertes Antikörperkonjugat (Antikörperwirkstoff-Verbindung) im Bereich Krebs ein. Das Programm richtet sich gegen das Zielmolekül MN – auch bekannt als Carbonische Anhydrase IX, ein Tumor-assoziiertes Antigen, das bei vielen Tumorarten auftritt. Damit erreicht das erste vollständig menschliche HuCAL-basierte Antikörperkonjugat die klinische Erprobung. Antikörperkonjugate bestehen aus einem Antikörper, der mit einem Molekül, in diesem Fall einem zytotoxischen Wirkstoff, verbunden ist und vereinen die Zieleigenschaften des Antikörpers mit der zellzerstörenden Wirkung des verbundenen Wirkstoffs. Im betreffenden Programm wird das HuCAL-Antikörperkonjugat mit einer Technologie kombiniert, die Bayer Schering Pharma von Seattle Genetics einlizenziert hat.

Im Verlauf des Jahres 2009 hat sich MorphoSys' Partnerpipeline mit therapeutischen Antikörpern auf insgesamt 65 aktive Antikörperentwicklungsprogramme erhöht (von 55 am Jahresanfang). Davon befinden sich gegenwärtig sieben in der klinischen Entwicklung, 27 in der präklinischen Entwicklung und 31 im Forschungsstadium.

Partnered Discovery – Technologieentwicklung

Im Rahmen der im September 2009 vereinbarten Allianz hat sich Daiichi Sankyo verpflichtet, die Entwicklung bestimmter infektionsspezifischer Technologien bei MorphoSys zu finan-

siehe glossar S. 124

zieren, mit denen man die wirksamsten Antikörpermedikamente identifizieren kann.

AbD Serotec

Im September 2009 hat AbD Serotec eine Forschungskooperation mit FIND (Foundation for Innovative New Diagnostics) vereinbart, einer Schweizer Stiftung, die neue Diagnostikwerkzeuge für in Entwicklungsländern verbreitete Krankheiten wie Tuberkulose, Malaria und Schlafkrankheit entwickelt und evaluiert sowie deren Einsatz fördert. Ziel der Forschungsallianz ist es, eine Reihe hitzebeständiger HuCAL-Antikörper als Schlüsselkomponenten für neuartige diagnostische Tests in Ländern mit tropischem Klima zu etablieren. Im Rahmen der Vereinbarung erhielt FIND das Recht, hitzebeständige HuCAL-Antikörper für in-vitro-Diagnostiktests kommerziell zu nutzen. AbD Serotec wird am Verkauf der auf diesen Antikörpern basierenden Diagnostiktests in Industrieländern partizipieren. Bei erfolgreichem Verlauf der Zusammenarbeit kann diese auf weitere, für FIND relevante Krankheitsgebiete ausgeweitet werden.

Die derzeit verfügbaren diagnostischen Schnelltests ermöglichen die Erkennung von Antigenen* der Krankheitserreger in Blutproben aus Kapillarblut. Allerdings wurde die Mehrzahl der kommerziell verfügbaren Diagnostiktests für die Lagerung und den Einsatz bei Temperaturen von 25°C bis 30°C entwickelt. In Risikogebieten der genannten Krankheiten herrschen jedoch gewöhnlich höhere Umgebungstemperaturen, wodurch die Tests Schaden nehmen können, zumal die Lieferungen oft in relativ abgelegene Regionen der Entwicklungsländer gehen. Temperaturbeständigkeit und längere Haltbarkeitsdauer der Diagnostik-Kits gelten daher als entscheidende Faktoren zur Verbesserung der Kontrolle von Infektionskrankheiten.

Ein Schwerpunkt für AbD Serotec ist es, für sein Katalogangebot Zugang zu neuen Produkten zu finden und sie zu validieren. Im Verlauf des Jahres 2009 hat AbD Serotec mehr als 1.500 neue Produkte in seinen Katalog aufgenommen.

Antikörper im Kampf gegen Alzheimer

Alzheimer gilt als eine der größten Bedrohungen für die alternden Industrienationen. Schätzungen zufolge leiden allein in Deutschland rund eine Million Menschen, in den USA annähernd fünf Millionen, an dieser Form der Demenzerkrankung. Derzeit gibt es keine Möglichkeit zur Heilung von Alzheimer, lediglich dessen Fortschreiten kann verzögert werden.

MorphoSys' Pharmapartner Roche entwickelt einen HuCAL-basierten Antikörper, Gantenerumab, zur Behandlung von Morbus Alzheimer. Roche plant, das Programm im Jahr 2010 im Rahmen einer klinischen Studie der Phase 2 zu erproben.

In Gehirngewebe von Alzheimer-Patienten finden sich die für Alzheimer typischen Ansammlungen des Proteins Amyloid beta. Eine Auflösung dieser als 'Plaques' bezeichneten Aggregate wird von der internationalen Alzheimer-Forschung als viel versprechender Ansatzpunkt für eine Therapie betrachtet, da hiermit eine Steigerung der geistigen Leistungsfähigkeit in Verbindung gebracht wird. Der in Zusammenarbeit mit Roche identifizierte Antikörper bindet an die krankhaften Ansammlungen des Proteins Amyloid beta im Gehirngewebe, um deren Auflösung zu fördern.

Neuronen Astrocyten Endothelzellen Basalmembran Perizyte Rote Blutkörperchen Alzheimer Plaque

Amyloid-Beta Protein Amyloid-Beta Plaque

Gantenerumab Ansatzpunkt

geistiges eigentum & lizenzen

MorphoSys verfügt für seine Entwicklungsprogramme, einschließlich des am weitesten fortgeschrittenen Programms MOR103, und sein wachsendes Technologieportfolio über eine stabile Patentposition. In 2009 wurden zahlreiche produktbezogene Patentanmeldungen eingereicht oder weiter verfolgt.

Die Gesellschaft hat auch hinsichtlich ihrer Antikörpertechnologien mehrere Patente angemeldet und erhielt weltweit mehrere Patente zum Schutz ihrer Kerntechnologie HuCAL. Im Jahr 2009 erhielt MorphoSys beispielsweise sein erstes Patent auf HuCAL in Japan und konnte in Europa seine Patentposition weiter festigen.

Im Rahmen der erweiterten Kooperation mit der Universität von Melbourne wurden neue Patentanmeldungen eingereicht, um die Patentposition des gegen GM-CSF gerichteten Therapieansatzes zu verbreitern.

Gegenwärtig verfügt die Gesellschaft weltweit neben den mehr als 35 Antikörperpatentfamilien aus Kooperationen mit Partnern über annähernd die gleiche Zahl an unterschiedlichen firmeneigenen Patentfamilien.

geschäftsentwicklung

Partnered Discovery – Neue Initiative im Bereich Infektionskrankheiten

Um den Einsatz von HuCAL-basierten Antikörperprodukten in neue Indikationsgebiete voranzutreiben, unterzeichnete MorphoSys im Oktober 2009 mit Daiichi Sankyo eine neue Allianz zur Erforschung und Entwicklung therapeutischer Antikörper gegen Krankenhausinfektionen (nosokomiale

Infekte). Daiichi Sankyo ist der erste Partner von MorphoSys, der auf der Antikörperbibliothek HuCAL PLATINUM basierende Medikamentenerforschung gegen Infektionskrankheiten betreibt. Die beiden Unternehmen werden gemeinsam sowohl etablierte als auch neuartige Verfahren anwenden, um optimierte vollständig menschliche therapeutische Antikörper gegen Zielmoleküle zu entwickeln, die mit Krankenhausinfektionen in Verbindung stehen.

Für seine neue Technologie HuCAL PLATINUM sieht MorphoSys im Bereich Infektionskrankheiten lukrative Chancen, die die Gesellschaft in den kommenden Jahren mit ausgewählten Partnern nutzen will. Obwohl Antikörper in diesem Bereich relativ neu sind, hat ein therapeutischer Antikörper Blockbuster-Status erreicht, nämlich Synagis®, ein therapeutischer Antikörper zur Vorbeugung oder Behandlung bestimmter Virusinfektionen der Atemwege bei Neugeborenen. Zu den möglichen Zielmolekülen und Krankheitserregern, die Medikamentenentwickler gegenwärtig in ihren Antikörperprogrammen verfolgen, zählen unter anderem bakterielle Ziele, Viren sowie Pilzerreger.

Die Vereinbarung sieht vertraglich festgelegte Lizenzgebühren und F&E-Zahlungen sowie erfolgsabhängige Entwicklungsmeilensteine vor. Darüber hinaus stehen MorphoSys Tantiemen aus dem Verkauf von Medikamenten zu, die aus der Zusammenarbeit hervorgehen. Der Bedarf an dauerhaft wirksamen Medikamenten gegen Krankheitserreger von schwer zu behandelnden nosokomialen Infektionen ist groß und bisher nicht ausreichend gedeckt. Die Sterberate in diesem speziellen Bereich wird derzeit mit 40% bis 60% angegeben, überwiegend aufgrund der Resistenz der Erreger gegen verfügbare Antibiotika. Allein der Markt für Medikamente gegen Infekte der Blutbahn und im Krankenhaus zugezogene Lungenentzündungen wird weltweit auf mehr als 1 Mrd. US\$ geschätzt.

20 Unternehmen mehr als

"Das Geschäftssegment für Forschungs- und diagnostische Antikörper von MorphoSys, AbD Serotec, hat mehrere neue Verträge geschlossen und neue Kunden im Diagnostikmarkt gewonnen. Insgesamt arbeitet AbD Serotec gegenwärtig mit mehr als 20 Diagnostikunternehmen zusammen."

Partnered Discovery – Fortschritte in verschiedenen Partnerschaften

Im Bereich der übrigen Pharma-Partnerschaften ist besonders erwähnenswert, dass Novartis die im Dezember 2007 geschlossene strategische Allianz nun verbindlich für die Laufzeit von zehn Jahren zugesagt hat. Entscheidend hierfür war die erfolgreiche Umsetzung bestimmter vordefinierter Fortschritte in MorphoSys' firmeneigenen Technologien. Die Zusammenarbeit wird nun bis ins Jahr 2017 fortgesetzt und kann von Novartis anschließend zu unveränderten Konditionen um weitere zwei Jahre verlängert werden. Die Option für Novartis, die Allianz nach sieben Jahren zu beenden, ist damit hinfällig geworden. Über die Vertragslaufzeit von zehn Jahren belaufen sich die vertraglich zugesicherten Zahlungen auf mehr als 400 Mio. €.

Im Juni 2009 gab MorphoSys bekannt, dass Schering-Plough Corporation seine bestehende Option ausgeübt hat, die laufende Kooperation um ein weiteres Jahr zu verlängern. Die Zusammenarbeit kann von Schering-Plough nach jedem Jahr bis zum Jahr 2011 verlängert werden. Als Folge unterhält MorphoSys weiterhin aktive Kooperationen sowohl mit Schering-Plough als auch mit Merck & Co., die im März 2009 Pläne zum Erwerb von Schering-Plough bekannt gegeben hat.

Das therapeutische Lizenzabkommen, das im September 2005 mit Eli Lilly and Company im Rahmen der Beilegung des von der Lilly-Tochter Applied Molecular Evolution angestrengten Patentprozesses unterzeichnet worden war, wurde im dritten Quartal 2009 beendet. Eli Lilly wird weiterhin mit AbD Serotec zusammenarbeiten.

AbD Serotec – Neue Geschäftsverbindungen im Bereich Diagnostik

Das Geschäftssegment für Forschungs- und diagnostische Antikörper von MorphoSys, AbD Serotec, hat mehrere neue Verträge geschlossen und neue Kunden im Diagnostikmarkt gewonnen. Insgesamt arbeitet AbD Serotec gegenwärtig mit mehr als 20 Diagnostikunternehmen zusammen.

Im Juli 2009 haben AbD Serotec und das spanische Biotechnologieunternehmen Spinreact S.A. einen Liefervertrag unterzeichnet. Zunächst erstreckt sich das Abkommen auf die Nutzung von zwei Antikörpern, die Spinreact in einer Reihe von klinischen Diagnostik-Kits einsetzen wird. AbD Serotec wird Spinreact fortlaufend mit Antikörpermaterial beliefern.

nachh a lt igk eit u n d sozi a l e verantwortung

Die Entscheidungsprozesse im MorphoSys-Konzern sind darauf ausgerichtet, den Unternehmenswert auf der Grundlage einer nachhaltigen Geschäftsentwicklung zu maximieren. Daher werden alle geschäftlichen Aktivitäten nicht nur an ihrer finanziellen Bedeutung, sondern auch an ihrer gesellschaftlichen Bedeutung gemessen sowie an ihrem Einfluss auf Umwelt und Öffentlichkeit.

weitere Infos unter siehe glossar S. 124 www.horizont-ev.org

MorphoSys hat sich zum Ziel gesetzt, anhand seiner firmeneigenen Technologien und Entwicklungsaktivitäten die Behandlungsmethoden bei lebensbedrohlichen Krankheiten zu verbessern. Die Nachfrage nach innovativen Therapeutika, die zur Verbesserung der Lebensqualität von Patienten beitragen, nimmt kontinuierlich zu und erlaubt MorphoSys daher die Ausweitung seiner Geschäftstätigkeit. Obwohl es sich bei neuartigen Medikamenten wie therapeutischen Antikörpern heutzutage um hochpreisige Produkte handelt, können sie langfristig zur Senkung der Gesundheitskosten beitragen – ein wesentlicher Faktor, um den Anforderungen einer älter werdenden Bevölkerung an die Gesundheitsversorgung Rechnung zu tragen.

In Bezug auf den Entwicklungsprozess für Antikörper stellen die in-vitro-Technologien von MorphoSys eine echte, schnelle und kostengünstige Alternative zu den gebräuchlichen Tiermodellen dar.

Jedes Jahr unterstützt die Belegschaft von MorphoSys lokale gemeinnützige Einrichtungen mit privaten Spenden. In 2009 haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 2.071,50 € an die Münchner Initiative Horizont e.V.* für obdachlose Mütter und deren Kinder gespendet. Diese Einrichtung bietet bedürftigen Müttern und ihren Kindern eine vorübergehende Unterkunft sowie Unterstützung in sozialer, integrativer und psychologischer Hinsicht.

Qualitätsmanagement

Da MorphoSys gegenwärtig seine Aktivitäten im Bereich der firmeneigenen Medikamentenentwicklung verstärkt, wurde in 2007 ein Qualitätsmanagement eingeführt und in den Jahren 2008 und 2009 weiter ausgebaut. Darüber hinaus hat die bayerische Staatsregierung der Gesellschaft eine Herstellungslizenz erteilt, die es MorphoSys erlaubt, als Auftraggeber klinischer Studien klinisches Versuchsmaterial freizugeben.

Alle pharmazeutischen Produkte, einschließlich Material für klinische Studien, müssen unter Beachtung hoher Qualitätsstandards hergestellt werden, um die Sicherheit der Patienten zu gewährleisten. Darüber hinaus sind bei klinischen Studien an Patienten ethische und wissenschaftliche Qualitätsstandards einzuhalten, die das Design, die Durchführung, die Dokumentation und das Berichtswesen betreffen. Deshalb sind alle involvierten Mitarbeiter verpflichtet, bei sämtlichen Prozessen strenge regulatorische Richtlinien sowie nationale und internationale Standards einzuhalten, wie beispielsweise Standards für gute Laborpraxis (GLP), für gute Herstellungsverfahren (GMP)* und für gute klinische Praxis (GCP)* sowie das internationale Qualitätssicherungssystem ISO. MorphoSys erfüllt alle behördlichen Voraussetzungen, um als Auftraggeber (Sponsor) seiner firmeneigenen klinischen Studien fungieren zu können.

Der Fertigungsstandort von AbD Serotec in Großbritannien, MorphoSys UK Ltd., Oxford, ist nach dem Qualitätsstandard ISO 9001:2008 und seit Mai 2008 nach ISO 13485:2003 für "das Konzipieren, Entwickeln, Herstellen und Vertreiben qualitativ hochwertiger immunologischer Wirkstoffe einschließlich maßgeschneiderter Produkte für die Forschungsund Diagnostikmärkte" zertifiziert. Das Qualitätsmanagement gibt Kunden die Gewissheit, dass die von AbD Serotec gelieferten Produkte stets sowohl ihren Anforderungen als auch den gesetzlichen Erfordernissen entsprechen, was wiederum zur Zufriedenheit der Kunden beiträgt.

Die wesentliche Aufgabe des AbD Serotec-Standorts in Raleigh, USA, besteht in der Unterstützung bei Marketing und Vertrieb. Der US-amerikanische Standort ist ebenfalls nach dem Qualitätsstandard ISO 9000:2008 anerkannt.

Beschaffung

MorphoSys' Forschungsaktivitäten und die Herstellung von Antikörpermaterial erfordern Rohstoffe, meist Standard-Labormaterialien, und Gerätschaften von externen Lieferanten. MorphoSys hält ausreichende Bestände vor, um Engpässe zu vermeiden und das Unternehmen von einzelnen Lieferanten unabhängig zu machen. Die Beschaffungsabteilung von MorphoSys überwacht kontinuierlich die internationalen Beschaffungsmärkte hinsichtlich sicherer und qualitativ hochwertiger Materialien zu günstigen Konditionen und bündelt seine Bestellungen wo immer möglich. Bevorzugte Kontrakte für strategische Materialien werden für mittlere und lange Laufzeiten geschlossen, um große Preisspannen zu vermeiden. Dank dieser Vorkehrungen hatte MorphoSys bisher keinerlei Schwierigkeiten im seinem Beschaffungsprozess.

Umweltschutz

Umweltschutz sowie die Einhaltung hoher Qualitäts- und Sicherheitsstandards haben für MorphoSys eine große Bedeutung. Das Unternehmen ist ständig bemüht, seine betriebliche Effizienz in dieser Hinsicht zu steigern, beispielsweise, indem Energiesparmaßnahmen durchgeführt, das Abfallbeseitigungssystem überwacht oder die für den Produktionsprozess benötigten Rohstoffe so sparsam wie möglich eingesetzt werden.

MorphoSys unterliegt keinen speziellen Vorschriften mit Ausnahme der branchenüblichen Regelungen. Dazu zählen Gesetze und Verordnungen in Bezug auf Umweltschutz, wie beispielsweise für den Umgang mit und der Entsorgung von Sondermüll. Generell setzt die Gesellschaft in ihrer Forschung und Entwicklung nur kleine Mengen von Gefahrstoffen und Chemikalien ein, deren Anwendung und Entsorgung regelmäßig überwacht und bewertet wird.

Daneben nutzt MorphoSys alle Möglichkeiten, seine Emissionen von Treibhausgasen im Interesse des Umweltschutzes zu senken, auch wenn der Biotechnologiesektor selbst nicht zu den CO2 -intensiven Branchen gehört. MorphoSys' Geschäftssegment AbD Serotec hat mit seinen Kurierdienstleistern ein CO2 -Kompensationsprogramm beim Versand seiner Produkte vereinbart. Für jede Produktauslieferung wird die

CO2 -Bilanz ermittelt und im Namen von AbD Serotec bei der Klimaorganisation ClimateCare ein entsprechendes CO2 -Zertifikat erworben. Die CO2 -Zertifikate werden von Climate-Care in Projekte zur Wiederaufforstung, für erneuerbare Energien und für energieeffiziente Projekte reinvestiert.

Auch in 2009 nahm MorphoSys am Carbon Disclosure Projekt teil und informierte Investoren über seine Treibhausgasemissionen und seine Strategien zum Klimawandel.

Arbeitssicherheit

Zur Qualität zählen bei MorphoSys auch Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz, vor allem im Bereich Forschung und Entwicklung. Alle neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Forschung und Entwicklung müssen sich einer medizinischen Erstuntersuchung unterziehen, die alle drei Jahre wiederholt wird. Zusätzlich haben sie die Möglichkeit, sich gegen Hepatitis A und B impfen zu lassen. Außerdem wird allen Beschäftigten ein regelmäßiger Sehtest angeboten.

Im Jahr 2009 hat MorphoSys in diesem Bereich eine neue Position eingerichtet und einen Manager Health & Safety eingestellt. Zusammen mit zwei externen Spezialisten für Arbeitsmedizin und -sicherheit überwacht er bei der Gesellschaft die Einhaltung nationaler und internationaler Vorschriften und ist zuständig für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen aller Beschäftigten in Bezug auf Sicherheit und Gesundheit. Im Verlauf des Jahres 2009 hat der Manager Health & Safety mit Erfolg einen Aktionsplan erstellt, um die Auswirkungen der Schweinegrippe-Pandemie im MorphoSys-Konzern zu begrenzen.

konz er n u msat z er l öse (in Mio. €)

Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die Konzernumsatzerlöse um 13 % auf 81,0 Mio. € erhöht. Die Segmente Partnered Discovery und Proprietary Development steuerten zusammen 77 % bzw.

62,7 Mio. € zum Konzernumsatz bei, das Segment AbD Serotec 24 % bzw. 19,4 Mio. €. Die Umsatzerlöse des Segments Partnered Discovery enthielten 48,6 Mio. € an finanzierten Forschungsleistungen

und Lizenzzahlungen sowie 13,1 Mio. € an erfolgsabhängigen Zahlungen; letztere machten damit 21 % der gesamten Umsatzerlöse der Segmente Partnered Discovery und Proprietary Development aus.

a na lyse der v er mögens -, fina nzund ertragslage

Umsatzerlöse

Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die Konzernumsatzerlöse um 13% auf 81,0 Mio. € erhöht (2008: 71,6 Mio. €). Gründe hierfür waren zum einen der Anstieg der finanzierten Forschungsleistungen, Lizenzeinnahmen und erfolgsabhängigen Erlöse im Segment Partnered Discovery und zum anderen die Umsatzerlöse aus finanzierten Forschungsleistungen im neuen Segment Proprietary Development. Auch die höheren Verkäufe im Segment AbD Serotec haben zum Umsatzanstieg beigetragen. Die Segmente Partnered Discovery und Proprietary Development steuerten zusammen 77% bzw. 62,7 Mio. € (2008: 76% oder 54,3 Mio. €) zum Konzernumsatz bei, das Segment AbD Serotec 24% bzw. 19,4 Mio. € (2008: 25% oder 18,2 Mio. €).

Geographisch gesehen erzielte MorphoSys 18% oder 14,8 Mio. € seiner kommerziellen Umsatzerlöse mit Biotechnologie- und Pharmaunternehmen bzw. gemeinnützigen Gesellschaften mit Sitz in Nordamerika und 82% oder 66,2 Mio. € mit vornehmlich in Europa und Asien ansässigen Kunden. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres hatten diese Anteile 23% bzw. 77% betragen.

Segmente Partnered Discovery und Proprietary Development

Die Umsatzerlöse des Segments Partnered Discovery enthielten 48,6 Mio. € an finanzierten Forschungsleistungen und Lizenzzahlungen (2008: 44,4 Mio. €) sowie 13,1 Mio. € (2008: 9,9 Mio. €) an erfolgsabhängigen Zahlungen; letztere machten damit 21% der gesamten Umsatzerlöse der Segmente Partnered Discovery und Proprietary Development aus. In den Umsätzen des Segments Proprietary Development waren 1,0 Mio. € (2008: kein Umsatz) finanzierte Forschungsleistungen enthalten. Rund 84% der Umsatzerlöse der Segmente Partnered Discovery und Proprietary Develop ment und 65% der Konzernumsatzerlöse stammten aus den drei größten Allianzen der Gesellschaft mit Novartis, Daiichi Sankyo und Merck & Co. (2008: 84% bzw. 62% mit Novartis, Daiichi Sankyo und Centocor Ortho Biotech).

Unter Zugrundelegung der durchschnittlichen Währungsumrechnungskurse für 2008 hätten die Umsatzerlöse für die Segmente Partnered Discovery und Proprietary Development 62,0 Mio. € betragen.

Segment AbD Serotec

Gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres sind die Umsatzerlöse des Segments AbD Serotec in 2009 um 7% oder 1,2 Mio. € auf 19,4 Mio. € (2008: 18,2 Mio. €) gestiegen. Unter Zugrundelegung der durchschnittlichen Währungsumrechnungskurse für 2008 hätten die Umsatzerlöse für das Segment AbD Serotec 19,7 Mio. € betragen.

Am 31. Dezember 2009 verfügte das Segment über einen Auftragsbestand von 0,5 Mio. € (2008: 2,3 Mio. €).

Betriebliche Aufwendungen

Gegenüber 2008 stiegen die betrieblichen Aufwendungen in 2009 um rund 26% auf 69,6 Mio. € (2008: 55,2 Mio. €). Dieser Anstieg um 14,4 Mio. € ist vor allem auf um 41% oder 11,4 Mio. € höhere Aufwendungen für Forschung und Entwicklung als auch den Anstieg der Aufwendungen für Vertrieb, Allgemeines und Verwaltung von 20,5 Mio. € auf 23,9 Mio. € zurückzuführen. Der Gesamteffekt der Kaufpreiszuordnung auf das Betriebsergebnis betrug 0,5 Mio. € (2008: 1,2 Mio. € – einschließlich einer außerplanmäßigen Abschreibung in Höhe von 0,5 Mio. € auf ein Gebäude der ehemaligen Biogenesis UK in Poole).

Die betrieblichen Aufwendungen stiegen im Segment Partnered Discovery um 11% auf 22,1 Mio. € (2008: 19,9 Mio. €) und im Segment Proprietary Development um 117% auf 19,3 Mio. € (2008: 8,9 Mio. €). Im Segment AbD Serotec nahmen die betrieblichen Aufwendung um 3% auf 18,4 Mio. € (2008: 17,9 Mio. €) zu und hätten sich unter Zugrundelegung der durchschnittlichen Währungsumrechnungskurse für 2008 auf 19,5 Mio. € belaufen.

Der Personalaufwand aus Aktienoptionen ist in den Herstellungskosten, den Aufwendungen für Vertrieb, Allgemeines und Verwaltung sowie im Forschungs- und Entwicklungsaufwand enthalten. Er belief sich in 2009 auf 1,7 Mio. € (2008: 1,0 Mio. €) und ist nicht zahlungswirksam.

Herstellungskosten

Die Herstellungskosten setzen sich aus den Herstellungskosten des Segments AbD Serotec zusammen und sind im Jahr 2009 gegenüber dem Vorjahr um 6% von 7,1 Mio. € auf 6,7 Mio. € gesunken; dies war vor allem auf Wechselkurseffekte zurückzuführen.

Aufwendungen für Forschung und Entwicklung Der Forschungs- und Entwicklungsaufwand stieg in 2009 um 11,4 Mio. € auf 39,0 Mio. € (2008: 27,6 Mio. €). Hauptgründe waren im Wesentlichen gestiegene Kosten für externe Laborleistungen (2009: 10,5 Mio. €; 2008: 4,4 Mio. €) sowie höhere Personalkosten (2009: 14,8 Mio. €; 2008: 10,8 Mio. €). In 2009 entstanden der Gesellschaft Aufwendungen für die eigene Produktentwicklung (ohne Segmentumlagen) in Höhe von 17,3 Mio. € (2008: 7,2 Mio. €). Die Kosten für die Technologieentwicklung von 0,7 Mio. € (2008: 0,5 Mio. €) wurden im Segment Partnered Discovery ausgewiesen.

Aufwendungen für Vertrieb, Allgemeines und Verwaltung

Gegenüber dem Vorjahr stiegen die Aufwendungen für Vertrieb, Allgemeines und Verwaltung um 3,4 Mio. € auf 23,9 Mio. € (2008: 20,5 Mio. €) vor allem infolge höherer Kosten für externe Leistungen (+1,9 Mio. €) und Personal (+1,4 Mio. €).

Sonstige Aufwendungen und Erträge

Sonstige Aufwendungen und Erträge umfassten in 2009 vor allem Finanzerträge in Höhe von 2,0 Mio. € (2008: 2,5 Mio. €), sonstige Aufwendungen von 0,7 Mio. € (2008: 1,9 Mio. €) und sonstige Erträge in Höhe von 0,4 Mio. € (2008: 0,9 Mio. €). Die Finanzerträge beinhalteten größtenteils realisierte Gewinne aus zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren.

Steuern

Die Gesellschaft wies in 2009 einen Einkommensteueraufwand in Höhe von 4,1 Mio. € aus. Diese Position umfasste im Wesentlichen Aufwendungen aus laufenden (2,5 Mio. €) und latenten Steuern (1,5 Mio. €), vor allem aus der Auflösung von in 2007 aktivierten latenten Steuern.

Betriebsergebnis/Jahresüberschuss

Das Konzernbetriebsergebnis belief sich für 2009 auf 11,4 Mio. € (2008: 16,4 Mio. €). Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) betrug 12,8 Mio. € im Vergleich zu einem EBIT von 16,5 Mio. € im Vorjahr. Das Segment Partnered Discovery wies ein operatives Ergebnis von 39,6 Mio. € (2008: 34,4 Mio. €) aus, das Segment Proprietary Development einen operativen Verlust in Höhe von 18,3 Mio. € (2008: operativer Verlust von 8,9 Mio. €). Das operative Ergebnis des Segments AbD verzeichnete mit 1,0 Mio. € (2008: 0,4 Mio. €) eine deutliche Zunahme und hätte sich unter Zugrundelegung der durchschnittlichen Währungsumrechnungskurse für 2008 auf 0,2 Mio. € belaufen.

Im Geschäftsjahr 2009 wurde ein Jahresüberschuss nach Steuern von 9,0 Mio. € erwirtschaftet, gegenüber 13,2 Mio. € im Vorjahr. Das sich daraus ergebende unverwässerte Ergebnis je Aktie für 2009 belief sich auf 0,40 € (2008: 0,59 €).

Liquidität/Finanzmittelfluss

Im Geschäftsjahr 2009 betrug der Mittelabfluss aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit netto 1,0 Mio. € (2008: Mittelzufluss von 28,6 Mio. €). Die Investitionstätigkeit führte zu einem Mittelzufluss von 0,6 Mio. € (2008: Mittelabfluss von 39,3 Mio. €), während sich aus der Finanzierungstätigkeit ein Mittelzufluss in Höhe von 1,4 Mio. € (2008: Mittelzufluss von 2,5 Mio. €) ergab.

Am 31. Dezember 2009 verfügte die Gesellschaft über Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 135,1 Mio. €, verglichen mit 137,9 Mio. € am Jahresende 2008.

Aktiva

Die Bilanzsumme hat sich von 203,3 Mio. € am Jahresende 2008 um 2,8 Mio. € auf 206,1 Mio. € am 31. Dezember 2009 erhöht. Der Anstieg der kurzfristigen Vermögenswerte um 5,5 Mio. € war im Wesentlichen das Ergebnis eines Anstiegs der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (6,9 Mio. €) aufgrund von Rechnungen, die kurz vor dem Bilanzstichtag gestellt wurden und bei denen zum Stichtag noch kein Zahlungseingang erfolgt war. Verglichen mit dem Vorjahr erhöhten sich die liquiden Mittel um 1,1 Mio. €, was teilweise durch einen Rückgang bei den zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten (3,9 Mio. €) ausgeglichen wurde. Beide Effekte stehen im Zusammenhang mit der Zahlung und Finanzierung der operativen Aktivitäten.

Gegenüber dem Vorjahr sanken die langfristigen Vermögenswerte um 2,7 Mio. €, vor allem als Folge der Verringerung der Buchwerte der aktivierten Lizenzen (1,6 Mio. €) sowie der Auflösung von im Jahr 2007 aktivierten latenten Steuern (1,5 Mio. €) auf steuerliche Verlustvorträge und temporäre Differenzen.

Verbindlichkeiten

In 2009 sanken die kurzfristigen Verbindlichkeiten von 27,4 Mio. € am Jahresende 2008 auf 24,3 Mio. €. Dieser Rückgang hatte seine wesentliche Ursache in der Abnahme der kurzfristigen Umsatzabgrenzung (5,8 Mio. €), was durch die Saldierung der Effekte aus Zugängen zur Bilanzposition Umsatzabgrenzung und der Realisierung von zuvor abge

grenzten Umsätzen in der Gewinn- und Verlustrechnung 2009 zu erklären ist. Dieser Rückgang wurde teilweise durch einen Anstieg der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen von 2,5 Mio. € ausgeglichen, hauptsächlich bedingt durch höhere Rückstellungen für externe Laborleistungen, Bonus und Lizenzgebühren.

Der Rückgang der langfristigen Verbindlichkeiten in 2009 um 6,0 Mio. € auf 7,9 Mio. € resultierte vor allem aus einem Rückgang der langfristigen Umsatzabgrenzung von 5,6 Mio. € durch die Saldierung der Effekte aus Zugängen zur Bilanzposition Umsatzabgrenzung und der Realisierung von zuvor abgegrenzten Umsätzen in der Gewinn- und Verlustrechnung 2009.

Eigenkapital

Am 31. Dezember 2009 belief sich das Konzerneigenkapital auf 173,9 Mio. €, verglichen mit 162,0 Mio. € am 31. Dezember 2008. Dieser Anstieg ist auf den Jahresüberschuss aus dem Jahr 2009 in Höhe von 9,0 Mio. €, auf die Erhöhung des Personalaufwands aus Aktienoptionen in Höhe von 1,7 Mio. € sowie auf die Ausübung von Aktienoptionen in Höhe von 1,4 Mio. € zurückzuführen.

Die Zahl der ausgegebenen Aktien betrug zum 31. Dezember 2009 insgesamt 22.660.557, von denen sich 22.580.661 im Umlauf befanden (31. Dezember 2008: 22.478.787 bzw. 22.398.891 Aktien).

Der Anstieg der sich im Umlauf befindlichen Aktien um 181.770 resultierte aus der Ausübung von an Mitglieder des Vorstands und an Mitarbeiter ausgegebenen Aktienoptionen.

Investitionen

Im Geschäftsjahr 2009 beliefen sich die Investitionen von MorphoSys in Sachanlagen auf 2,6 Mio. €, hauptsächlich für Labor- und Geschäftsausstattung, gegenüber 1,6 Mio. € im Vorjahr. Im Geschäftsjahr 2009 betrugen Abschreibungen auf Sachanlagen 1,6 Mio. € gegenüber 1,5 Mio. € im Vorjahr.

In 2009 investierte die Gesellschaft 1,2 Mio. € in immaterielle Vermögenswerte (2008: 2,2 Mio. €). Im Fokus dieser Investitionen standen Lizenzen und Software. Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte beliefen sich in 2009 auf 3,8 Mio. € und lagen damit geringfügig über denen des Vorjahres (3,7 Mio. €).

Bonitätseinstufung

MorphoSys wird gegenwärtig von keiner Agentur bzgl. ihrer Kreditwürdigkeit beurteilt.

v ergl eich von tatsächl ichem u n d prognostiziertem geschäftsverlauf

MorphoSys kann erneut auf ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr zurückblicken. Die finanziellen Ziele für 2009 wurden alle erreicht oder sogar übertroffen. Trotz eines anspruchsvollen unternehmerischen Umfelds mit schwierigen Finanzmärkten und strengen Regularien konnte das Unternehmen seinen Erfolg versprechenden Weg fortsetzen, einer der weltweit führenden Entwickler von Antikörpern zu werden.

Ziele 2009 Ergebnisse 2009
Finanzergebnisse Konzernumsatzerlöse: 80 Mio. € bis 85 Mio. € Konzernumsatzerlöse: 81 Mio. €
Gewinn aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit:
8 Mio. € bis 11 Mio. €
Gewinn aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit:
11,4 Mio. €
Firmeneigene F&E Stärkung der Expertise von MorphoSys in der
präklinischen und klinischen Entwicklung
Entwicklungs-Team auf 56 hoch qualifizierte Mitarbeiter
erweitert inkl. Besetzung verschiedener Schlüsselpositionen
im Management
Start der klinischen Phase 1b/2a für MOR103 Anmeldung im Juni 2009, behördliche Zulassung im
November 2009
Start von bis zu 5 neuen Programmen in den Bereichen
Krebs und entzündliche Erkrankungen
3 neue Programme gestartet
Pipeline mit Partnern 2–4 Klinikgänge von Partnerprogrammen 3 Klinikgänge von Partnerprogrammen
Start von bis zu 20 neuen Programmen 17 neue Programme gestartet
Ausweitung von Partnerschaften durch Ausübung
bestehender Optionen
Novartis bestätigt volle Laufzeit des 10-Jahresvertrags;
erweiterte Allianzen mit Daiichi Sankyo, Schering-Plough
und Shionogi
Klinische Pipeline Erweiterung der klinischen Pipeline mit Partner
und eigenen Programmen
4 Programme in der Phase 1,
4 Programme in der Phase 2
AbD Serotec Vergrößerung des Kundenstamms im Bereich Diagnostik Mehrere neue Partnerschaften, insgesamt mehr als
20 Partnerschaften im Bereich Diagnostik
Segmentumsatzerlöse: ~ 20 Mio. € Segmentumsatzerlöse: 19,4 Mio. €
Gewinnmarge ≥ 2% Gewinnmarge: 5%

allgemeine einschätzung des geschäfts v er l au fs du rch die gesch ä f tsl eit u ng

MorphoSys hat sich nach Überzeugung des Vorstands im Geschäftsjahr 2009 weiterhin positiv entwickelt. Das Unternehmen erreichte nahezu alle seiner zu Beginn des Jahres 2009 gesetzten Hauptziele. Zu diesem positiven Ergebnis haben alle Geschäftsbereiche ihren Beitrag geleistet.

Das Segment Partnered Discovery war erneut der Hauptwerttreiber des Unternehmens. Auch das Forschungs- und Antikörpersegment AbD Serotec beeindruckte im abgelaufenen Geschäftsjahr durch seine Entwicklung. Die wirtschaftliche Leistung dieser beiden Geschäftsbereiche gab dem Unternehmen die Möglichkeit, seine Investitionen in die firmeneigene Medikamentenentwicklung gegenüber 2008 um 118% weiter zu steigern.

Das Team der firmeneigenen Medikamentenentwicklung wurde erheblich verstärkt, was eine stetig wachsende Produktpipeline zur Folge hatte. Die klinische Erprobung der Phase 1b/2a für MOR103 wurde im November 2009 genehmigt, MOR202 entwickelt sich planmäßig. Zusätzlich hat MorphoSys drei neue firmeneigene Programme initiiert.

Das Segment AbD Serotec hat seine positive finanzielle Entwicklung fortgesetzt. Im Jahr 2009 wurden zusätzliche Vereinbarungen mit diagnostischen Kunden unterzeichnet. Aktuell steht AbD Serotec mit mehr als 20 Diagnostikunternehmen in einer Kundenbeziehung.

Alles in allem erwirtschaftete der MorphoSys-Konzern erneut einen Umsatzanstieg und blieb trotz erheblich verstärkter Investitionen in die firmeneigene Forschung und Entwicklung mit einem operativen Gewinn von 11,4 Mio. € weiterhin profitabel.

corporate-governance-bericht

Bei MorphoSys gilt Corporate Governance als Rahmen für die Führung und Überwachung der Unternehmensgruppe, einschließlich ihrer Organisation, ihren wirtschaftlichen Prinzipien und Maßnahmen zur Lenkung und Kontrolle. Die internen Richtlinien von MorphoSys stehen im Einklang mit dem Deutschen Corporate Governance Kodex, der international anerkannte Standards guter und verantwortungsvoller Unternehmensführung enthält. Ziel solch transparenter und schlüssiger Managementprinzipien ist es, das Vertrauen der Finanzmärkte, der Geschäftspartner, der Mitarbeiter und der Öffentlichkeit in das Unternehmen zu stärken.

Um jederzeit eine gute Corporate Governance sicherzustellen, gilt eine offene, umfassende und regelmäßige Kommunikation als Leitlinie für die Zusammenarbeit zwischen den beiden Leitungsgremien Vorstand und Aufsichtsrat der MorphoSys AG. Das vom deutschen Aktiengesetz vorgeschriebene duale Führungssystem trennt explizit zwischen Leitung und Überwachung eines Unternehmens. Die Verantwortlichkeiten beider Gremien sind vom Gesetzgeber sowie durch Satzung und Geschäftsordnungen klar geregelt. Vorstand und Aufsichtsrat der MorphoSys AG arbeiten eng zusammen und handeln und entscheiden zum Wohle des Unternehmens. Ihr erklärtes Ziel ist die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts.

Erklärung zur Unternehmensführung gemäSS § 289a HGB für das Geschäftsjahr 2009

Die Erklärung zur Unternehmensführung sowie die Entsprechenserklärung gemäß § 161 des deutschen Aktiengesetzes (AktG) zum Corporate Governance Kodex wurden auf der Unternehmenswebsite* unter www.morphosys.de – Presse&Investoren – Corporate Governance veröffentlicht.

siehe glossar S. 124

Interne Kontrollen

Einführung

MorphoSys hat sein internes Kontrollsystem dokumentiert, das es im Laufe der Jahre eingerichtet und eingesetzt hat, um eine ausreichende interne Kontrolle über die Finanzberichterstattung zu erhalten. Gemäß § 289 Abs. 5 und § 315 Abs. 2 Nr. 5 HGB ist MorphoSys verpflichtet, im Geschäftsbericht für das am 31. Dezember 2009 endende Geschäftsjahr erstmals die Hauptmerkmale seines rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems zu beschreiben. Diese internen Kontrollen für die Finanzberichterstattung sind auf der Basis des am weitesten verbreiteten COSO-Rahmenwerks ("Internal Control – Integrated Framework") nach der Definition des COSO (Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission) strukturiert und dokumentiert.

Angesichts der systembedingten Einschränkungen können interne Kontrollen falsche Darstellungen in der Finanzberichtserstattung weder verhindern noch aufdecken und können in Bezug auf die Zuverlässigkeit der Finanzberichterstattung und die Erstellung externer Abschlüsse im Einklang mit den von der Europäische Union übernommenen IFRS-Standards* (International Financial Reporting Standards) nur eine hinreichende Sicherheit bieten.

Außerdem bergen Voraussagen für künftige Perioden das Risiko, dass Kontrollen aufgrund sich ändernder Verhältnisse wirkungslos werden oder der Grad der Einhaltung von Richtlinien oder Verfahren abnimmt.

Beschreibung des internen Kontrollsystems bei MorphoSys

Die interne Kontrolle für die Finanzberichterstattung, d.h. die Kontrollmaßnahmen für den Prozess der Abschlusserstellung, ist Teil des konzernweiten internen Kontrollsystems. Dieses Kontrollsystem besteht aus den folgenden Elementen:

  • Allgemeine Richtlinien und Leitfäden für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie
  • Organisationspläne und Arbeitsplatzbeschreibungen für jede einzelne Position als strukturelles Element.

Risikoeinschätzung

MorphoSys sieht das Risikomanagement als eine Maßnahme, um Risiken zu erkennen, zu bewerten und (auf ein vertretbares Maß) abzumildern sowie die erkannten Risiken zu überwachen. Ein Risikomanagement verlangt organisiertes Handeln, um mit Unsicherheit und Bedrohung in geeigneter Form umzugehen und hält Mitarbeiter dazu an, Vorschriften einzuhalten und Instrumente einzusetzen, um die Grundsätze des Risikomanagements umzusetzen.

MorphoSys verfügt über ein System, mit dem Risiken erkannt und bewertet werden, vor allem solche Geschäftsrisiken, die die Existenz des Unternehmens gefährden könnten.

Information & Kommunikation

MorphoSys nutzt eine ERP-Software (Enterprise Resource Planning), mit der Informationen sowohl für Ablaufprozesse und interne Kontrollen als auch für Zwecke der Berichterstattung verfügbar gemacht werden. Darüber hinaus findet eine regelmäßige Kommunikation zwischen den Finanzteams und lokalen Einheiten und der zentralen Konzernfinanzabteilung statt.

Angesichts der Bedeutung seiner Informationssysteme hat MorphoSys IT-Richtlinien für den Einsatz der Informationstechnologie und der Kommunikationsmittel erlassen, um externe Risiken zu begrenzen. Darüber hinaus wurde in einer Kommunikationsrichtlinie ein interner Verteiler festgelegt,

der sicherstellt, dass Informationen an die entsprechenden Empfänger gelangen. Wo immer möglich werden Anwendungs- und Systemparameter so gesetzt, dass sie der Verbesserung der Informationssicherheit dienen.

KontrollmaSSnahmen

MorphoSys hat Kontrollschritte in all den Ablaufprozessen eingebaut, in denen ein unabwendbares Risiko von (unbeabsichtigten oder beabsichtigten) Fehlern und Falschdarstellungen besteht. Die Abteilungsleitungen sind dafür verantwortlich, dass in ihren jeweiligen Verantwortungsbereichen die vorgesehenen Kontrollen eingehalten werden.

Die Kontrollmaßnahmen bei MorphoSys – einschließlich der internen Kontrollen für die Finanzberichterstattung im engeren Sinn – beruhen auf den folgenden allgemeinen Grundsätzen:

  • Kontrollmaßnahmen beruhen auf Richtlinien und Verfahrensvorgaben, einschließlich einer allgemeinen Vollmachts- und Unterschriftenregelung, die für alle Abläufe gilt und Vollmachts- und Genehmigungsstufen festlegt.
  • Geschäftsvorfälle sind so weit wie möglich zu dokumentieren.
  • Verantwortlichkeiten werden wo immer möglich getrennt (Vieraugenprinzip), beispielsweise zwischen Einkaufsund Finanzabteilung.
  • Informationssysteme werden durch Zugriffsberechtigungen auf verschiedenen Ebenen gesichert.

Kontrollmaßnahmen bestehen sowohl in Form von Vorabkontrollen zur Vermeidung von Fehlern und Falschdarstellungen als auch aus Kontrollen im Nachhinein zur Aufdeckung bereits geschehener Fehler.

Überwachung

Im Jahr 2009 hat MorphoSys die Einhaltung seiner internen Kontrollen mithilfe eines externen Beraters überprüft. Die Ergebnisse wurden von der Geschäftsleitung und vom Aufsichtsrat erörtert.

Anteilsbesitz von Vorstand und Aufsichtsrat

Die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats halten mehr als 1% der von der Gesellschaft ausgegebenen Aktien. Bezüglich der Veröffentlichung des Besitzes von Aktien der Gesellschaft oder damit in Zusammenhang stehenden Finanzinstrumenten verweisen wir auf die Anhangsziffer 25 des Konzernabschlusses. In dieser Übersicht werden alle von den jeweiligen Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats gehaltenen Aktien, Aktienoptionen und Wandelschuldverschreibungen aufgelistet.

Meldepflichtige Wertpapiergeschäfte ("Directors' Dealings")

Die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats der MorphoSys AG sowie ihnen nahe stehende Personen sind gemäß Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) verpflichtet, den Handel mit MorphoSys-Aktien mitzuteilen.

Im Berichtsjahr haben wir die folgenden Meldungen gemäß § 15a WpHG erhalten. Jedem nachfolgend aufgeführten Aktienverkauf ging die Ausübung von Aktienoptionen/Wandelschuldverschreibungen zum Erwerb der gleichlautenden Anzahl Aktien unmittelbar voraus. Die Herren Dr. Moroney und Lemus haben insgesamt 148.695 Aktienoptionen ausgeübt und 15.102 Stück der neuen Aktien gehalten. Herr Dr. Schottelius hat 500 Aktien erworben.

Vorstandsmitglied Funktion Tag der Trans
aktion in 2009
Art der
Transaktion
Anzahl Aktien/
Derivative
Durchschnitt
licher Aktien
kurs in €
Transaktions
volumen in €*
Dr. Simon E. Moroney Vorstandsvorsitzender 31. Juli Kauf 10.002 6,93** 69.313,86
Dr. Simon E. Moroney Vorstandsvorsitzender 31. Juli Verkauf 17.001 16,37 278.306,37
Dr. Simon E. Moroney Vorstandsvorsitzender 3. August Verkauf 7.239 16,32 118.140,48
Dr. Simon E. Moroney Vorstandsvorsitzender 4. August Verkauf 12.645 16,42 207.630,90
Dr. Simon E. Moroney Vorstandsvorsitzender 5. August Verkauf 2.457 16,30 40.049,10
Dr. Simon E. Moroney Vorstandsvorsitzender 6. August Verkauf 4.194 16,30 68.362,20
Dr. Simon E. Moroney Vorstandsvorsitzender 17. August Verkauf 11.754 16,34 192.060,36
Dr. Simon E. Moroney Vorstandsvorsitzender 21. August Verkauf 9.708 16,18 157.075,44
Dr. Arndt Schottelius Entwicklungsvorstand 1. September Kauf 500 15,54 7.770,00
Dave Lemus Finanzvorstand 30. September Verkauf 17.595 17,16 301.930,20
Dave Lemus Finanzvorstand 1. Oktober Verkauf 15.000 17,01 255.150,00
Dave Lemus Finanzvorstand 5. Oktober Kauf 3.000 10,45** 31.350,00
Dave Lemus Finanzvorstand 2. November Verkauf 10.800 17,61 190.188,00
Dave Lemus Finanzvorstand 4. November Verkauf 13.500 17,41 235.035,00
Dave Lemus Finanzvorstand 5. November Verkauf 9.105 17,34 157.880,70
Dave Lemus Finanzvorstand 6. November Verkauf 2.595 17,43 45.230,85
Dave Lemus Finanzvorstand 6. November Kauf 2.100 10,45** 21.945,00

*  Differenzen sind rundungsbedingt

** Ausübungspreis der Aktienoptionen

In der obigen Tabelle enthaltene Verkäufe von Wandelschuldverschreibungen/Aktienoptionen erfolgten in Zusammenhang mit der planmäßigen Fälligkeit dieser Schuldverschreibungen/Optionen in 2009/2010.

Vermeidung von Interessenkonflikten

Die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sind verpflichtet, Maßnahmen zu unterlassen, die zu Interessenkonflikten mit ihren Funktionen bei der MorphoSys AG führen könnten. Derartige Transaktionen oder Nebentätigkeiten des Vorstands sind unverzüglich dem Aufsichtsrat gegenüber offen zu legen und bedürfen seiner Genehmigung. Der Aufsichtsrat wiederum hat die Hauptversammlung über aufgetretene Interessenkonflikte und deren Behandlung zu informieren. Im Geschäftsjahr 2009 sind keine Interessenkonflikte aufgetreten.

Hauptversammlung

Die Hauptversammlung fand am 13. Mai 2009 in München statt. Rund 46% des stimmberechtigten Aktienkapitals der Gesellschaft waren auf der Hauptversammlung vertreten – ein starker Anstieg gegenüber der Teilnahme im Jahr 2008 (rund 26%). MorphoSys war seinen Aktionären bei der Vergabe von Vollmachten behilflich und unterstützte sie mit der Benennung eines Vertreters, der Aktienstimmrechte nach Anweisung ausübte. Dieser Vertreter stand auch bis zum Abstimmungsende der Hauptversammlung zur Verfügung. Alle Tagesordnungspunkte mit Ausnahme von zwei die Kapitalerhöhung und die Ausgabe von Aktienoptionen an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betreffenden Punkten wurden von den anwesenden Aktionären genehmigt. MorphoSys übertrug die Präsentation des Vorstands online im Internet und veröffentlichte alle Unterlagen umgehend auf seiner Website*.

Risikomanagement

Der Vorstand gewährleistet den jederzeitigen verantwortungsvollen Umgang mit Risiken und hält den Aufsichtsrat über bestehende Risiken und deren Entwicklung informiert. Dieser Teil der Corporate Governance der Gesellschaft umfasst ein angemessenes Risikomanagement- und Risikokontrollsystem. Ausführliche Informationen über Chancen und Risiken* von MorphoSys können den Seiten 55 ff. dieses Geschäftsberichts entnommen werden. Die systematischen Risikomanagement-Aktivitäten als Teil des wertorientierten Managements ermöglichen es, Risiken frühzeitig zu erkennen und zu bewerten und somit das Risikopotenzial zu minimieren. Das Chancen- und Risikomanagement unterliegt aufgrund der sich ändernden Bedingungen einer ständigen Weiterentwicklung.

Unternehmenskommunikation und Investor Relations

Transparenz und ein offener Dialog sind wesentliche Grundlagen der Kommunikation bei MorphoSys. Das Unternehmen verfolgt strikt den Grundsatz, dass kein Aktionär bevorzugt Informationen erhalten darf. Daher zielt die gesamte Kommunikationsstrategie darauf, allen Aktionären zeitgleich den jeweils gleichen Informationsstand zu gewähren.

Ein wesentlicher Bestandteil der Investor Relations bei MorphoSys sind regelmäßige Treffen mit Analysten und institutionellen Investoren im Rahmen von Roadshows und Einzelgesprächen. Telefonkonferenzen begleiten die Veröffentlichung der Quartalsergebnisse und ermöglichen Analysten und Investoren, unmittelbar Fragen zur aktuellen Entwicklung des Unternehmens zu stellen. Darüber hinaus werden die Jahresergebnisse im Rahmen einer Pressekonferenz und eines Analystentreffens, die auch via Webcast übertragen werden, vorgestellt.

Die für diese Veranstaltungen vorbereiteten Unternehmenspräsentationen werden allen Interessenten auf der Website des Unternehmens zugänglich gemacht. Video- und Audio-Aufzeichnungen von wichtigen Ereignissen können jederzeit auf unserer Website angesehen werden und Abschriften der Telefonkonferenzen stehen in englischer und deutscher Sprache zur Verfügung.

Unser Finanzkalender enthält lange im Voraus die Veröffentlichungstermine der regelmäßigen Finanzberichte sowie das Datum der nächsten Hauptversammlung. Vorstand und Aufsichtsrat von MorphoSys legen großen Wert auf Transparenz und zeitnahe Information für alle Aktionäre. Deshalb übertrifft MorphoSys sogar die Bestimmungen des Deutschen Corporate Governance Kodex und veröffentlicht sein Jahresergebnis innerhalb von 60 Tagen und seine Quartalsergebnisse innerhalb von 30 Tagen nach dem Ende der jeweiligen Berichtsperiode.

Abschlussprüfung durch KPMG

MorphoSys stellt seinen Konzernabschluss und seine Quartalsberichte gemäß den internationalen Rechnungslegungsvorschriften IFRS auf. Der Jahresabschluss der MorphoSys AG wird in Übereinstimmung mit den Vorschriften des Handelsgesetzbuchs (HGB) erstellt. Für die Wahl des externen Abschlussprüfers der Gesellschaft unterbreitet der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats einen Wahlvorschlag. Im Rahmen der Hauptversammlung wurde die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2009 bestellt. Als Nachweis seiner Unabhängigkeit hat der Abschlussprüfer gegenüber dem Prüfungsausschuss eine Unabhängigkeitserklärung abgegeben.

Vergütungsbericht

Der Vergütungsbericht berücksichtigt die Bestimmungen des Vorstandsvergütungs-Offenlegungsgesetzes sowie die Vorschriften des Deutschen Corporate Governance Kodex.

Vergütung des Vorstands

Die Gesamtvergütung des Vorstands besteht aus verschiedenen Vergütungskomponenten wie fixen Bestandteilen, einem Bonus, einer mittel- und langfristigen Anreizkomponente sowie zusätzlichen Vergünstigungen. Alle Vergütungspakete werden jährlich vom Vergütungs- und Ernennungsausschuss auf Umfang und Angemessenheit überprüft. Die Vergütung richtet sich insbesondere nach den Aufgaben des jeweiligen Vorstandsmitglieds, ihrem/seinem persönlichen Erfolg und dem des Gesamtvorstands sowie nach der wirtschaftlichen Lage, dem Erfolg und den wirtschaftlichen Perspektiven der Gesellschaft in Relation zum Wettbewerb. Alle Vergütungspakete werden mit dem Ergebnis einer Jahresstudie über Vergütungen in der deutschen Biotechnologiebranche (GRS-Studie) verglichen und anderen internationalen Vergleichsstandards gegenübergestellt. Sämtliche Beschlüsse über die Anpassungen der Vergütungspakete werden vom Plenum des Aufsichtsrats gefasst. Die Gehälter des Vorstands wurden zuletzt im Juli 2009 angepasst.

Die sonstigen Vergünstigungen der Vergütungspakete beinhalten im Wesentlichen die Nutzung von Firmenwagen, Zuschüsse zu Kranken-, Sozial- und Invaliditätsversicherung sowie spezielle Zulagen und Vergünstigungen für ständig im Ausland lebende Vorstandsmitglieder. Darüber hinaus nehmen alle Vorstandsmitglieder an privaten Pensionsfonds teil, für die MorphoSys die Monatsbeiträge entrichtet. Diese Zahlungen sind in den sonstigen Vergütungen enthalten und belaufen sich auf 10% des festen Jahresgehalts eines jeden Vorstandsmitglieds zuzüglich der zu entrichtenden Steuern. Zusätzlich nehmen alle Vorstandsmitglieder an einem Versorgungsplan (Unterstützungskasse) teil, der in Zusammenarbeit mit der Allianz Pensions-Management e.V. eingeführt wurde. Die Pensionsverpflichtungen aus dieser Unterstützungskasse werden von der Allianz erfüllt.

Jedes Vorstandsmitglied erhält zusätzlich eine erfolgsabhängige Bonuszahlung in bar. Diese Bonuszahlungen sind ausschließlich vom Erreichen der Unternehmensziele abhängig, die vom Aufsichtsrat zu Beginn eines jeden Geschäftsjahres festgelegt werden. Zu den Leistungszielen des Unternehmens zählen dessen Entwicklung gemessen an Umsatz, Jahresergebnis und Fortschritt der firmeneigenen Pipeline sowie andere Unternehmensziele wie die Kursentwicklung der MorphoSys-Aktie oder der Abschluss und/oder die Verlängerung wichtiger Kooperationen. Am Jahresende bewertet der Aufsichtsrat den Grad der Zielerreichung und legt den Bonus auf der Grundlage der Geschäftsentwicklung unter gebührender Berücksichtigung aller Umstände fest.

Die Darstellung der Vorstandsvergütung wurde im Finanzjahr 2009 geändert. In vorangegangen Jahren wurden Boni in dem Geschäftsjahr ausgewiesen, in denen sie ausbezahlt wurden. Dies wurde im Geschäftsjahr 2009 geändert. Die gezeigten Gesamtvergütungszahlen für 2009 und 2008 enthalten nun die entsprechenden Bonusaufwendungen für 2009 und 2008. Der Bonus für das Jahr 2009 wird im März 2010 ausbezahlt.

Daneben wurde Herrn Dr. Arndt Schottelius, der am 28. Dezember 2008 zum Entwicklungsvorstand bestellt worden war, ein einmaliger Antrittsbonus und die Erstattung seiner Umzugskosten gewährt, die beide in 2009 gezahlt wurden.

Im Geschäftsjahr 2009 belief sich die insgesamt an Mitglieder des Vorstands gezahlte Barvergütung auf 2.081.756 € (2008: 1.643.042 €). Die nachfolgende Übersicht zeigt die geleisteten Vorstandsvergütungen in detaillierter und individualisierter Form:

Feste Vergütung Variable Vergütung Sonstige Vergütungen Gesamtvergütung
in € 2009 2008 2009 2008 2009 2008 2009 2008
Dr. Simon E.
Moroney
356.011 343.125 192.246 164.700 124.1981 105.246 672.455 613.071
Dave Lemus 250.375 241.313 135.203 115.830 141.0552 129.167 526.633 486.310
Dr. Arndt
Schottelius
220.000 1.222 118.800 0 84.5133 123.893 423.313 125.115
Dr. Marlies Sproll 241.164 231.660 130.229 111.197 87.9634 75.689 459.356 418.546
GESAMT 1.067.550 817.320 576.478 391.727 437.728 433.995 2.081.756 1.643.042

einschließlich 101.555 € jährliche Beiträge zu privaten Pensionsfonds und Zuschüsse zu Versicherungen (Vorjahr: 86.810 €)

einschließlich 72.743 € jährliche Beiträge zu privaten Pensionsfonds und Zuschüsse zu Versicherungen (Vorjahr: 61.060 €)

3 einschließlich 66.753 € jährliche Beiträge zu privaten Pensionsfonds und Zuschüsse zu Versicherungen (Vorjahr: 0 €)

4 einschließlich 70.695 € jährliche Beiträge zu privaten Pensionsfonds und Zuschüsse zu Versicherungen (Vorjahr: 58.626 €)

Die langfristige erfolgsabhängige Vergütung setzt sich aus Wandelschuldverschreibungen und Aktienoptionen aus von der Hauptversammlung beschlossenen Plänen zusammen. Hierauf wird nachfolgend im Kapitel "Vergütung des Vorstands mit Eigenkapitalinstrumenten" eingegangen.

Im Jahr 2009 wurden Mitgliedern des Vorstands 244.200 Aktienoptionen und 90.000 Wandelschuldverschreibungen gewährt. Der Wert der an den Vorstand im Rahmen des 2002er Aktienoptionsprogramms/2002er Wandelschuldverschreibungsprogramms für das Geschäftsjahr 2009 ausgegebenen Aktienoptionen und Wandelschuldverschreibungen belief sich auf 1.420.109 € (2008: Gewährung von 242.979 Aktienoptionen im Gesamtwert von 1.037.520 €).

Im Jahr 2009 haben die Mitglieder des Vorstands Aktien gekauft sowie Wandelschuldverschreibungen und Aktienoptionen ausgeübt, die anschließend zum Teil verkauft wurden. Alle Transaktionen wurden wie gesetzlich vorgeschrieben gemeldet und auf der Website des Unternehmens veröffentlicht.

Vorstandsmitgliedern wurden keine Darlehen oder ähnliche Vergünstigungen gewährt. Im Berichtsjahr erhielten die Mitglieder des Vorstands auch keine Vergünstigungen von dritter Seite, die mit Blick auf ihre Position als Vorstandsmitglied entweder in Aussicht gestellt oder gewährt wurden.

Um sicherzustellen, dass das neue Gesetz zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung (VorstAG) eingehalten wird, unterzieht der Aufsichtsrat derzeit das Vergütungssystem des Vorstands einer detaillierten kritischen Betrachtung. Im Rahmen der Überprüfung werden Gespräche mit externen Beratern erforderlich werden. Das Ergebnis dieser Überprüfung, die die Interessen der Aktionäre, der Gesellschaft und der Vorstandsmitglieder zu wahren hat, lag bei Fertigstellung dieses Lageberichts noch nicht vollständig vor, wird jedoch vor Ende der vom VorstAG vorgeschriebenen Umsetzungsfrist fertig gestellt sein. Auf der Hauptversammlung wird ein Fortschrittsbericht vorgelegt werden. Alle erforderlichen Änderungen werden vor Ende der vom VorstAG gesetzten Umsetzungsfrist abgeschlossen sein und damit der neuen Gesetzesregelung voll entsprechen. Änderungen werden mit der Neubestellung der Vorstandsmitglieder im Juni 2011 in Kraft treten. Allerdings ist die derzeitige Zusammensetzung der Vergütungspakete des Vorstands bereits von langfristigen Anreizvereinbarungen geprägt und entspricht damit in diesem Aspekt bereits der neuen Gesetzeslage.

Im Fall der Nichtwiederbestellung oder der Nichtverlängerung eines Dienstvertrags steht dem betreffenden Vorstandsmitglied eine Abfindung in Höhe des festen Jahreseinkommens für ein Jahr zu. Endet der Dienstvertrag eines

Vorstandsmitglieds durch Tod, stehen seinem/ihrem Ehegatten oder Lebenspartner(in) das feste Monatsgehalt für den Todesmonat und die nachfolgenden zwölf Monate zu. Für den Fall, dass (i) MorphoSys Vermögenswerte oder wesentliche Teile seiner Vermögenswerte an nicht verbundene Dritte überträgt oder (ii) auf ein nicht verbundenes Unternehmen verschmolzen wird oder (iii) ein Aktionär mehr als 30% der Stimmrechte an der MorphoSys AG erwirbt, steht jedem Vorstandsmitglied ein außerordentliches Kündigungsrecht seines Dienstvertrags zu, mit Anspruch auf das ausstehende Festgehalt für die vereinbarte Vertragslaufzeit, mindestens jedoch auf das Zweifache eines festen Jahresgehalts. Darüber hinaus werden in einem solchen Fall alle gewährten Aktienoptionen und Wandelschuldverschreibungen mit sofortiger Wirkung ausübbar.

Vergütung des Aufsichtsrats

Die Vergütung des Aufsichtsrats unterliegt den Bestimmungen der Satzung der Gesellschaft, deren aktuelle Fassung von den Aktionären auf der Hauptversammlung am 13. Mai 2009 verabschiedet wurde. Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhielten im Geschäftsjahr 2009 eine feste Vergütung und Sitzungsgelder für die Teilnahme an Aufsichtsrats- und Ausschusssitzungen. Die Gesamtvergütung bemisst sich nach den Verantwortlichkeiten und dem Aufgabenumfang der Aufsichtsratsmitglieder sowie nach der wirtschaftlichen Lage und Entwicklung der Gesellschaft.

Das Ergebnis der Überprüfung lag bei Fertigstellung dieses Lageberichts noch nicht vollständig vor. Auf der Hauptversammlung wird ein Fortschrittsbericht vorgelegt werden.

Im Geschäftsjahr 2009 erhielten die Mitglieder des Aufsichtsrats insgesamt 374.333 € (2008: 292.500 €), ohne Erstattung von Reisekosten. Dieser Betrag setzt sich aus einer festen Vergütung und den Sitzungsgeldern zusammen. Darüber hinaus erhielten die Mitglieder des Aufsichtsrats (außer Dr. Blättler) für die Geschäftsjahre 2006 bis 2008 insgesamt

siehe S. 97 ff.

80.000 € aus dem virtuellen Aktienprogramm, das im Rahmen der Hauptversammlung 2005 verabschiedet worden war. Dieser Bestandteil wird unter der variablen Vergütung ausgewiesen.

Die nachfolgende Übersicht zeigt die Vergütung des Aufsichtsrats in detaillierter und individualisierter Form:

Feste Vergütung Variable Vergütung Gesamtvergütung
in € 2009 2008 2009 2008 2009 2008
Dr. Gerald Möller 57.000 57.000 40.722 21.500 97.722 78.500
Prof. Dr. Jürgen Drews 43.278 42.000 27.778 9.500 71.056 51.500
Dr. Walter Blättler 29.556 27.000 11.000 10.500 40.556 37.500
Dr. Daniel Camus 28.500 28.500 28.333 13.500 56.833 42.000
Dr. Metin Colpan 28.500 28.500 21.333 9.500 49.833 38.000
Dr. Geoffrey N. Vernon 30.000 30.000 28.333 15.000 58.333 45.000
GESAMT 216.834 213.000 157.499 79.500 374.333 292.500

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt bestehen keine Beraterverträge mit aktuellen oder früheren Mitgliedern des Aufsichtsrats.

Die Gesellschaft hat keine Darlehen an Mitglieder des Vorstands oder des Aufsichtsrats gewährt.

Vergütung des Vorstands mit Eigenkapitalinstrumenten Aktienoptionen und Wandelschuldverschreibungen Der Aufsichtsrat entscheidet in jedem Jahr auch über die Anzahl der an die Mitglieder des Vorstands zu gewährenden Aktienoptionen oder Wandelschuldverschreibungen.

Seit der Einführung von Vergütungsprogrammen mit Eigenkapitalinstrumenten bei der MorphoSys AG können Aktienoptionen oder Wandelschuldverschreibungen lediglich zu zwei vorbestimmten Zeitpunkten im Jahr ausgegeben werden. Die folgende Übersicht zeigt die Anzahl der Aktienoptionen und Wandelschuldverschreibungen, die im Jahr 2009 an Mitglieder des Vorstands ausgegeben wurden (siehe auch "2002er Mitarbeiter-Aktienoptionsprogramm", Ziffer 18* im Anhang zum Konzernabschluss und "2002er Mitarbeiter-Wandelschuldverschreibungsprogramm", Ziffer 17* im Anhang zum Konzernabschluss), und deren potenziellen gegenwärtigen Wert.

Antikörper zur Behandlung des Multiplen My eloms

Bei den meisten Patienten, die am multiplen Myelom leiden, einer seltenen aber folgenschweren Form von Blutkrebs, ist das natürliche Gleichgewicht zwischen Knochenbildung und Knochenabbau gestört. Das daraus resultierende erhöhte Risiko von Knochenbrüchen und -schmerzen gilt als eines der wesentlichen klinischen Symptome dieser Krebsart.

MorphoSys' Pharmapartner Novartis entwickelt einen HuCALbasierten Antikörper, BHQ880, um den krebsbedingten Knochenabbau in Myelom-Patienten zu unterbinden. Das Programm befindet sich derzeit in einer multinationalen klinischen Studie der Phase 1/2 in multiplem Myelom.

zellen des multiplen myeloms sondern in erhöhtem Maße das Protein DKK-1 ab, unterdrücken damit die knochenbildenden Osteoblasten und stören so das Gleichgewicht des Stoffwechsels im Knochen. Der HuCAL-basierte Antikörper BHQ880, der im

Rahmen der Novartis-Allianz identifiziert wurde, neutralisiert das DKK-1 Protein, basierend auf der Annahme, dass hierdurch das Ungleichgewicht rückgängig gemacht wird.

v ergü t u ng des vor sta n ds m i t eigen k a pi ta l i nst ru m en t en aktienoptionen

Mitglied des Vorstands Anzahl der
Aktienoptionen
Ausübungs
preis in €
Tag der
Gewährung
Verfallstermin Beizulegender
Zeitwert
einer Aktien
option in €
Beizulegender
Zeitwert
am Tag der
Gewährung in €
Dr. Simon E. Moroney 81.000 12,81 01. April 2009 01. April 2014 4,51 365.067
Dave Lemus 36.600 12,81 01. April 2009 01. April 2014 4,51 164.956
Dr. Arndt Schottelius 90.000 12,81 01. April 2009 01. April 2014 4,51 405.630
Dr. Marlies Sproll 36.600 12,81 01. April 2009 01. April 2014 4,51 164.956

wandelschuldverschreibungen

Mitglied des Vorstands Anzahl der
Wandelschuld
verschreibungen
Ausübungs
preis in €
Tag der
Gewährung
Verfallstermin Beizulegender
Zeitwert einer
Wandelschuldver
schreibung in €
Beizulegender
Zeitwert
am Tag der
Gewährung in €
Dr. Simon E. Moroney 30.000 12,81 01. April 2009 31. Dez. 2011 3,55 106.500
Dave Lemus 30.000 12,81 01. April 2009 31. Dez. 2011 3,55 106.500
Dr. Arndt Schottelius
Dr. Marlies Sproll 30.000 12,81 01. April 2009 31. Dez. 2011 3,55 106.500

Aktienoptionsprogramme

Der laufende 2002er Aktienoptionsplan 2002 sieht die Ausgabe von nicht übertragbaren Optionsrechten an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Vorstandsmitglieder vor. Die Optionsrechte haben eine maximale Laufzeit von fünf Jahren. Daneben gilt eine zweijährige Haltefrist ab dem Datum der Gewährung, nach deren Ablauf der Halter der Optionsrechte diese bis zum Betrag der ausübbaren Optionsrechte ausüben darf, vorausgesetzt, dass der Wert der zu Grunde liegenden Aktie den am Tag der Gewährung notierten Aktienkurs an einem Handelstag in der Zeit vor der Ausübung um mindestens 20% überstiegen hat.

Wandelschuldverschreibungsprogramme Das laufende Wandelschuldverschreibungsprogramm 2002 sieht die Gewährung von unverzinslichen Wandelschuldverschreibungen im Nennwert von jeweils 0,33 € an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Vorstandsmitglieder vor. Die Begünstigten dürfen die Wandlungsrechte erst nach Ablauf einer einjährigen Haltefrist nach dem Tag der Gewährung ausüben. Jede Wandelschuldverschreibung im Nennwert von 0,33 € berechtigt bei Entrichtung des Wandlungspreises zum Tausch in eine nennwertlose Stammaktie der Gesellschaft. Ferner steht die Ausübung der Wandelschuldverschreibungen unter dem Vorbehalt, dass der Wert der zu Grunde liegenden Aktie den am Tag der Gewährung notierten Aktienkurs an einem Handelstag in der Zeit vor der Ausübung um mindestens 10% überstiegen haben sollte.

Eine ausführlichere Beschreibung der laufenden Aktienoptions- und Wandelschuldverschreibungsprogramme findet sich in den Ziffern 17 und 18* im Anhang zum Konzernabschluss.

Angaben gemäSS Wertpapiererwerbs - und Übernahmegesetz

Die nachfolgenden Angaben werden in Übereinstimmung mit § 315 Abs. 4 Handelsgesetzbuch (HGB) gegeben.

Zusammensetzung des Aktienkapitals

Am 31. Dezember 2009 betrug das Grundkapital der Gesellschaft 22.660.557,00 €, eingeteilt in 22.660.557 auf den Inhaber lautende, nennwertlose Aktien. Mit Ausnahme von 79.896 vom Unternehmen gehaltenen Aktien handelt es sich ausnahmslos um stimmberechtigte Stammaktien. Dem Vorstand sind keinerlei Beschränkungen hinsichtlich der Stimm- oder Übertragungsrechte der Aktien bekannt. Dies bezieht sich auch auf Beschränkungen, die sich aus Vereinbarungen zwischen Aktionären ergeben können. Der Gesellschaft sind keine direkten oder indirekten Beteiligungen an ihrem Grundkapital, die 10% der Stimmrechte übersteigen, gemäß § 21 Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) gemeldet worden. Es gibt keine Inhaber mit Sonderrechten oder einer sonstigen Stimmrechtskontrolle.

Kapitalanteile von mehr als 10 % der Stimmrechte Es gibt keine direkte oder indirekte Kapitalbeteiligung an der Gesellschaft, die 10% der Stimmrechte übersteigt.

Bestellung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern, Satzungsänderungen

Gemäß § 6 der Satzung der Gesellschaft besteht der Vorstand aus mindestens zwei Mitgliedern, wobei der Aufsichtsrat die genaue Zahl der Vorstandsmitglieder bestimmt. Der Aufsichtsrat kann einen Vorstandsvorsitzenden sowie einen

oder mehrere stellvertretende Vorsitzende des Vorstands ernennen. Gemäß § 20 der Satzung bedürfen Satzungsänderungen einer Mehrheit von mehr als 50% des auf der Hauptversammlung vertretenen stimmberechtigten Aktienkapitals, sofern nicht eine abweichende Mehrheit gesetzlich vorgeschrieben ist.

Ermächtigung des Vorstands zur Ausgabe von Aktien Die Aktionäre haben dem Vorstand die nachfolgenden Befugnisse zur Ausgabe neuer Aktien oder Wandelschuldverschreibungen oder zum Rückkauf eigener Aktien erteilt:

  • a) Gemäß § 5 Abs. 5 der Satzung ist der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 30. April 2013 ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmalig oder mehrmals, insgesamt jedoch höchstens um bis zu 8.864.103 € durch Ausgabe von bis zu 8.864.103 neuen und auf den Inhaber lautenden nennwertlosen Stückaktien, zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2008-I). Der Vorstand ist berechtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre unter folgenden Bedingungen auszuschließen:
  • i) im Fall einer Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen, soweit dies zur Vermeidung von Spitzenbeträgen erforderlich ist; oder
  • ii) im Fall einer Kapitalerhöhung gegen Sacheinlagen, soweit die neuen Aktien zum Erwerb von Unternehmen, Beteiligungen an Unternehmen, Patenten, Lizenzen oder anderen gewerblichen Schutzrechten oder einer einen Betrieb bildenden Gesamtheit von Wirtschaftsgütern dienen; oder
  • iii) im Fall einer Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen, soweit die neuen Aktien im Zuge einer Börseneinführung an einer Wertpapierbörse platziert werden.

  • b) Gemäß § 5 Abs. 6 der Satzung ist der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 30. April 2013 ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft gegen Bareinlage einmalig oder mehrmals, insgesamt jedoch höchstens um bis zu 2.216.025 € durch Ausgabe von bis zu 2.216.025 neuen und auf den Inhaber lautenden nennwertlosen Stückaktien, zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2008-II). Der Vorstand ist berechtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre unter folgenden Bedingungen auszuschließen:

  • i) soweit dies zur Vermeidung von Spitzenbeträgen erforderlich ist; oder
  • (ii) soweit der Ausgabepreis für die neuen Aktien nicht wesentlich unter dem Börsenkurs für bereits bestehende Aktien zum Ausgabezeitpunkt liegt.
  • c) Gemäß § 5 Abs. 6b der Satzung ist das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu 5.488.686 €, eingeteilt in bis zu 5.488.686 auf den Inhaber lautende nennwertlose Stückaktien, bedingt zu erhöhen (Bedingtes Kapital 2006-I). Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, als (i) die Inhaber von Optionen und/oder Wandelschuldverschreibungen von bis zum 30. April 2011 durch die Gesellschaft gemäß Hauptversammlungsbeschluss begebenen Options- und/oder Wandlungsrechten Gebrauch machen oder (ii) die Inhaber ihre Pflicht zur Wandlung erfüllen. Das gleiche trifft für Inhaber von Optionen und/ oder Wandelschuldverschreibungen zu, die von in- oder ausländischen 100%igen Beteiligungsgesellschaften der Gesellschaft begeben wurden.
  • d) Des Weiteren gibt es ein Bedingtes Kapital 1999-I in Höhe von bis zu 174.870 € (§ 5 Abs. 6a der Satzung), ein Bedingtes Kapital 2003-II in Höhe von bis zu 1.288.749 € (§ 5 Abs. 6c der Satzung), ein Bedingtes Kapital 2008-II in Höhe von bis zu 1.439.415 € (§ 5 Abs. 6d der Satzung)

und ein Bedingtes Kapital 2008-III in Höhe von 450.000 € (§ 5 Abs. 6e der Satzung). Diese Bedingten Kapitalia dienen der Ausgabe von Options- und Wandlungsrechten an Mitglieder des Vorstands und an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gesellschaft oder ihrer Beteiligungsgesellschaften.

Ermächtigung des Vorstands zum Rückkauf von Aktien Die von der ordentlichen Hauptversammlung 2008 erteilte Ermächtigung zum Rückkauf eigener Aktien ist am 31. Oktober 2009 erloschen.

Bestimmungen im Falle eines Eigentümerwechsels ("Change of Control")

Wesentliche konditionierte Verträge

Im Jahr 2007 haben MorphoSys und die Novartis Pharma AG ihre ursprüngliche Kooperationsvereinbarung aus dem Jahr 2004 auf dem Gebiet der pharmazeutischen Forschung erweitert. Gemäß dieser Vereinbarung und in bestimmten Fällen eines Eigentümerwechsels in Zusammenhang mit bestimmten Unternehmen ist die Novartis Pharma AG berechtigt, aber nicht verpflichtet, verschiedene Maßnahmen zu ergreifen, unter anderem auch die teilweise oder vollständige Kündigung der Kooperationsvereinbarung.

Als Eigentümerwechsel gilt der Erwerb von 30% oder mehr der Stimmrechte an der Gesellschaft im Sinne der §§ 29 und 30 des Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetzes (WpÜG). Die Kündigung der Kooperationsvereinbarung durch die Novartis Pharma AG könnte sich in erheblichem Maße nachteilig auf die zukünftige Liquiditätslage der Gesellschaft auswirken.

Vorkehrungen für Mitglieder des Vorstands für den Fall eines Eigentümerwechsels

Nach einem Eigentümerwechsel kann jedes Vorstandsmitglied seinen Anstellungsvertrag außerordentlich kündigen und die ausstehende Festvergütung bis zum Ende der Vertragslaufzeit oder eine zweifache Jahresvergütung – je nachdem, welcher Betrag höher ist – verlangen.

Des Weiteren gelten in einem solchen Fall alle gewährten Optionen und Wandelschuldverschreibungen als mit sofortiger Wirkung ausübbar. Letzteres trifft auch für einen Teil der Abteilungsleiter zu, denen Optionen oder Wandlungsrechte gewährt wurden.

risiken und chancen

Risikomanagement und Controlling

MorphoSys hat über alle seine Geschäftsbereiche, Tochtergesellschaften, Funktionen und Abläufe hinweg ein umfassendes und effizientes System eingerichtet, um Risiken erkennen, bewerten, übermitteln und bewältigen zu können. Aufgabe des Risikomanagements ist es, Risiken so früh wie möglich zu erkennen, betriebliche Verluste mit geeigneten Maßnahmen so gering wie möglich zu halten und existenzgefährdende Risiken zu vermeiden. Risikobewertungen finden zweimal im Jahr im Rahmen eines systematischen Prozesses statt, der sicherstellt, dass alle wesentlichen Risiken der verschiedenen MorphoSys-Geschäftsbereiche und auf Konzernebene einbezogen werden. Alle Risiken sind eindeutig bestimmten Risikoverantwortlichen zugeordnet, die (in Abhängigkeit von der Bedeutung des jeweiligen Risikos) meist der zweiten Führungsebene von MorphoSys angehören. Risiken werden nach ihrer quantifizierbaren Auswirkung für

den MorphoSys-Konzern beurteilt, ohne dass eine Kontrollmaßnahme bereits ergriffen oder der Prozess zur Abmilderung des Risikos bereits in Gang gesetzt wurde. MorphoSys unterscheidet zwischen kurzfristigen Risiken, die die Gesellschaft innerhalb der nächsten zwölf Monate treffen könnten, und längerfristigen strategischen Risiken, die für die MorphoSys-Programme zur Eigenproduktentwicklung mit ihren Entwicklungszeiten von zehn bis 15 Jahren besonders wichtig sind. Der Risikomanagementbericht wird im Vorstand und gemeinsam mit dem Aufsichtsrat erörtert. Um sicherzustellen, dass das Risikomanagementsystem stets auf dem neuesten Stand ist, wird es regelmäßig von externen Beratern überprüft und mit dem Abschlussprüfer diskutiert. Neben dem üblichen Risikomanagementprozess werden unvorhergesehene Risiken erörtert und kurzfristig Gegenmaßnahmen getroffen.

Risiken

MorphoSys ist ein weltweit tätiges Unternehmen. Von besonderer Bedeutung ist, dass seine Kunden und die Endmärkte für seine Antikörper von globalen Entwicklungen betroffen sind. Die Beschaffenheit seiner Branche macht es MorphoSys unmöglich, Risiken vollständig zu vermeiden. Die Gesellschaft wählt die Branchen, in denen sie sich betätigt, sorgfältig aus und nimmt Risiken in Kauf, die sich mit ihrer Unternehmensstrategie in Einklang bringen lassen. Jedes dieser Risiken könnte erhebliche negative Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit, die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie die Zukunftsaussichten von MorphoSys haben.

Allgemeine Risiken/Konzernebene

MorphoSys ist den typischen Branchen- und Marktrisiken ausgesetzt, die mit der Entwicklung von vollständig menschlichen Antikörpern für den Einsatz in Forschung, Diagnostik und Therapie einhergehen. Zu den zehn wichtigsten Risiken auf Unternehmensebene zählt MorphoSys die Risiken im Personalbereich und rechtliche Risiken sowie Risiken in Zusammenhang mit der Finanzberichterstattung und dem Asset Management. Zu den Risiken im Personalbereich, die zu den zehn wichtigsten Risiken bei MorphoSys zählen, gehören die rechtzeitige Einstellung neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit den erforderlichen Qualifikationen. MorphoSys mildert diese Risiken ab, indem Einstellungsprozesse so frühzeitig wie möglich gestartet und Bewerbungsunterlagen geeigneter Kandidaten so lange wie gesetzlich möglich aufbewahrt werden. Weiterhin wird den Beschäftigten eine große Zahl spezieller Ausbildungsangebote angeboten, um sicherzustellen, dass die Mitarbeiter über die entsprechenden Fachkenntnisse verfügen. Im Jahr 2009 stufte die Gesellschaft die Schweinegrippe-Epidemie als eine ernsthafte Bedrohung für ihre Belegschaft und damit für den Fortgang ihrer Geschäftstätigkeit ein. MorphoSys machte seiner Belegschaft daher mit zahlreichen Maßnahmen diese Bedrohung und die möglichen Folgen für Kollegen bewusst und stellte sicher, dass Beschäftigte zu Hause blieben, bei denen der Verdacht auf Schweinegrippe bestand oder in deren Familienbzw. Bekanntenkreis die Schweinegrippe bereits ausgebrochen war.

Die das Jahr 2009 hindurch anhaltende Finanzkrise hatte auch Einfluss auf die Risikobewertung der Finanzanlagen, die MorphoSys im Rahmen mehrerer Fonds bei großen deutschen Banken angelegt hat. MorphoSys hat die Sicherheiten solcher Fonds regelmäßig geprüft und nur in solche Fonds investiert, die mit getrennten Garantien einen Nennwertverlust ausschließen. Daneben hat MorphoSys die Entwicklung

der garantiegebenden Banken anhand von Analystenberichten, Presseveröffentlichungen und Aktienkursentwicklungen verfolgt. Alle diese Überlegungen spielen eine Rolle, wenn die Investition in Fonds einer bestimmten Bank erwogen wird.

Wie in anderen Jahren hat MorphoSys aufmerksam das Risiko überwacht, dass die FDA oder europäische Behörden ihre Politik und Verordnungen zum Nachteil von MorphoSys ändern, was einen starken Einfluss auf die langfristigen Zukunftsperspektiven der Gesellschaft haben würde. Weder haben wir Signale in dieser Richtung erhalten noch eine Änderung als wesentlich gegen unsere Zukunftsperspektiven gerichtet bewertet. MorphoSys hat auch große Anstrengungen unternommen, um sicherzustellen, dass seine Systeme für die Finanzberichterstattung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild des Konzerns vermitteln und eine tragfähige Basis für die Schätzung künftiger Umsätze und Kosten bilden. Regelmäßige Erörterungen mit Fachleuten sowie vierteljährliche Planaktualisierungen dienen dazu, Risiken in diesem Bereich abzumildern.

Risiken in den Segmenten Partnered Discovery und Proprietary Development

Die Entwicklung therapeutischer Antikörper für seine kommerziellen Partner und für die firmeneigene Pipeline stellt die Kernkompetenz von MorphoSys dar. Bis heute kommt der wesentliche Teil der Umsätze und Mittelzuflüsse aus den mit großen Pharmaunternehmen betriebenen Partnerschaften für die Entwicklung von therapeutischen Antikörpern. Daneben hat MorphoSys in den letzten Jahren seine Investitionen zum Aufbau einer firmeneigenen Pipeline als wichtiger Wachstumstreiber erhöht. Einige der mit therapeutischen Antikörpern verbundenen Risiken sind in beiden Geschäftssegmenten anwendbar. Projekte im Segment Proprietary Development weisen typischerweise Bearbeitungszeiten von mehreren Jahren auf, bevor bestimmte erfolgsabhängige Meilensteine erreicht werden (im Gegensatz zu den Segmenten Partnered Discovery und AbD Serotec). Aus diesem Grund wurden dem Risikomanagementsystem für diesen Geschäftsbereich verschiedene längerfristige Risiken hinzugefügt.

Das größte kurzfristige Risiko für die Erreichung der prognostizierten Umsätze und Ergebnisse ist, dass Entwicklungsmeilensteine in Partnerprogrammen nicht erreicht werden, was zu einem Ausfall der daran geknüpften Meilensteinzahlungen führen würde. Da es nicht im alleinigen Einflussbereich von MorphoSys liegt, diese Meilensteine zu erreichen, nutzt die Gesellschaft ein Standardverfahren, um den Fortschritt eines jeden entwickelten Wirkstoffs beim Partner zu überwachen und mit ihm regelmäßig den Status zu erörtern. Dadurch erlangt MorphoSys frühzeitig Kenntnis über Abweichungen von der Zielsetzung und kann sie in seiner regelmäßigen vierteljährlichen Aktualisierung berücksichtigen. Sonstige Risiken, die geplanten Umsätze nicht zu erreichen, bestehen darin, dass Pharmapartner ihre kommerziellen Lizenzen nicht verlängern oder weniger Kooperationen als geplant abgeschlossen werden (bzw. zu ungünstigeren Konditionen als geplant). Um diese Risiken zu minimieren, unterhält MorphoSys mit seinen (potenziellen) Partnern gute Geschäftsverbindungen. Weiterhin werden Marktentwicklung und typische Rahmenbedingungen unter Zuhilfenahme verschiedener Informationen, z.B. aus dem Markt, von Kunden und Experten, kontinuierlich diskutiert. Dies geschieht auf fortlaufender Basis und bildet die Grundlage für die Umsatzprojektion der beiden therapeutischen Segmente.

Auf der Kostenseite hält MorphoSys es in diesem Segment für das größte Risiko, dass Leitkandidaten bei Partner- oder Eigenprodukten nicht in ausreichender Menge und der erforderlichen Konzentration oder Qualität für klinisches Material hergestellt werden können. Dem Risiko, den betreffenden Produktionsvorgang wiederholen oder ausweiten zu müssen, wird dadurch begegnet, dass bereits bei der Auswahl von Leitkandidaten Entwicklungsmöglichkeiten bewertet und frühzeitig Backup-Kandidaten in den Entwicklungsplan einbezogen werden.

Auch Risiken in Verbindung mit geistigem Eigentum gelten für Produkte, die unter Einsatz der firmeneigenen HuCAL-Technologie von MorphoSys entwickelt werden, als sehr wesentlich. Zur Abmilderung des Risikos, dass u.a. Dritte Klage gegen die Technologieplattform der Gesellschaft einreichen oder weitere Lizenzen von Dritten benötigt werden, um die Technologieplattform anwenden zu können, untersucht und analysiert MorphoSys fortlaufend veröffentlichte Patente und Patentanmeldungen. Entsprechende Funde werden fortlaufend beobachtet und es werden Umgehungsstrategien für möglicherweise relevante Patente entwickelt, bevor diese erteilt werden. Auf diese Weise kann sichergestellt werden, dass MorphoSys seine Handlungsfreiheit in Bezug auf seine firmeneigene Technologieplattform bewahrt. Diese Strategie hat sich in den letzten Jahren als sehr erfolgreich erwiesen.

Das Hauptrisiko bei den eigenen Entwicklungsprogrammen liegt im Scheitern in der Phase vor der Auslizenzierung, falls die gewonnenen Daten keine überzeugenden Auswirkungen auf den Krankheitsverlauf zeigen. Da MorphoSys nicht davon ausgehen kann, dass die von seinen Medikamentenkandidaten erzeugten Daten auch immer zu positiven Resultaten in Bezug auf die getesteten Krankheitsbereiche und Behandlungsmethoden führen, werden die klinischen Entwicklungspläne mit größter Sorgfalt konzipiert. Sie müssen

siehe glossar S. 124

dem Stand der Technik entsprechen und die besten Chancen auf Daten bieten, die ausreichend gute signifikante Ergebnisse liefern, um Behörden und potenzielle Partner von den Erfolgschancen des jeweiligen Programms zu überzeugen. Während diese Risiken nicht zwingend in die Kurzfristbetrachtung einbezogen werden müssen und möglicherweise auch nicht das Überleben von MorphoSys als Konzern gefährden, könnten sie seiner langfristigen Zukunftsperspektive schaden, ein führender Medikamentenentwickler zu werden und werthaltige Produkte im fortgeschrittenen klinischen Stadium an seine Pharmapartner zu vergeben, wodurch Werte für seine Aktionäre sowie andere Interessensgruppen geschaffen werden.

Risiken im Segment AbD Serotec

Das Segment AbD Serotec von MorphoSys ist weltweit tätig und hat seinen Hauptsitz in Großbritannien. Ein Großteil seines Umsatzes stammt von in den USA und auf dem europäischen Kontinent ansässigen Kunden. Aus diesem Grund unterliegen die Umsatz- und Ergebnispläne des Segments einem starken Fremdwährungsrisiko aus Währungsfluktuationen zwischen den drei Währungen Euro, US-Dollar und britisches Pfund. Das Unternehmen analysiert eingehend die Fremdwährungsströme zwischen seinen Gesellschaften und sichert im Fall erheblicher Risiken Fremdwährungspositionen auf Konzernebene. Während Kurssicherungen nicht den nach IFRS ausgewiesenen Umsatz oder EBIT beeinflussen, haben sie gleichwohl Einfluss auf die aktuellen Cashflows*.

Kunden zufrieden zu stellen und Lieferverpflichtungen kosten- und zeitgerecht zu erfüllen, stellt für das Geschäft von AbD Serotec ein Risiko dar. Solches Unvermögen kann durch unterschiedliche Störungen verursacht werden wie ein Stromausfall am Produktionsstandort Oxford, Unfälle wie beispielsweise ein Brand, der Zusammenbruch von Internetverbindungen, wodurch Kunden nur eingeschränkt online bestellen können, und das Unvermögen, wichtige Märkte zu beliefern (z.B. die USA als Folge von USDA-Restriktionen). Strategien zur Abmilderung dieser Risiken erstrecken sich von einem am Standort Oxford installierten Notstromaggregat über Kontinuitätspläne (einschließlich stark verbesserter IT-Backup-Sicherungssysteme) bis hin zur Überwachung von Versandvorschriften für wichtige Märkte und der Aktualisierung von Importlizenzen.

Allgemeine Aussage zu den Konzernrisiken von MorphoSys

Nach unserer jüngsten Bewertung der Risiken im MorphoSys-Konzern sehen wir keine negativen Abweichungen zu den in den anderen Kapiteln dieses Geschäftsberichts gegebenen Einschätzungen. Wir halten die Risiken für beherrschbar und halten den Fortbestand des MorphoSys-Konzerns zum Erstellungszeitpunkt des vorliegenden Berichts für nicht gefährdet. Diese Einschätzung gilt für alle einzelnen Konzerngesellschaften wie auch für den MorphoSys-Konzern als Ganzes. Auch angesichts einer Reihe von Ereignissen, aufgrund derer einzelne Risiken in 2009 gegenüber den Vorjahren gestiegen sind – wie beispielsweise die Finanzkrise oder die mit der Schweinegrippe einhergehenden epidemischen Risiken –, können diese Risiken aus heutiger Sicht die zukünftige Entwicklung von MorphoSys nicht gefährden. Unterstellt man, dass sich das geschäftliche, finanzielle und regulatorische Umfeld in globaler Hinsicht nicht weiter verschlechtert, so sieht sich MorphoSys für die künftigen Herausforderungen gut gerüstet.

Chancen

Dank seiner international ausgerichteten Strategie verfügt MorphoSys für die kommenden Jahre über gute Wachstumsaussichten. Durch die Ausweitung seiner Expertise bei der Identifizierung, Charakterisierung, Produktion und klinischen Entwicklung von therapeutischen Antikörpern kann MorphoSys sein Profil im Gesundheitsbereich systematisch schärfen. Daneben bemüht sich das Segment AbD Serotec um eine Erhöhung seines Marktanteils bei Antikörpern für Forschung und Diagnostik.

Die Antikörpertechnologien von MorphoSys bieten bei der Entwicklung von therapeutischen Antikörpern große Vorteile, die im Medikamentenentwicklungsprozess langfristig zu größeren Erfolgschancen und niedrigeren Ausfallraten führen könnten. Im Bereich Forschung und Diagnostik bietet die HuCAL-Technologie darüber hinaus deutliche Vorteile bei der Entwicklung von Antikörpern für den Einsatz als Reagenzien in Forschung und Diagnostik.

Allgemeine Aussage zu den Chancen

Aufgrund der steigenden Lebenserwartung der Bevölkerung in den Industriestaaten und des wachsenden Verstehens von Krankheiten bleibt der Bedarf an innovativen Therapeutika und wirksamen Behandlungsmöglichkeiten sehr hoch. Der wachsenden Nachfrage in der Gesundheitsvorsorge nach neuen Behandlungsmöglichkeiten kann nicht allein mit der Anwendung bestehender Therapieformen Rechnung getragen werden, sondern sie verlangt auch nach neuen Therapien. Diese beruhen auf dem besseren Verständnis der biologischen Abläufe von Krankheiten und der Anwendung neuer Technologien. Innovative neue Produkte wie beispielsweise vollständig menschliche Antikörper sind in den letzten Jahren auf den Markt gekommen, die therapeutische Ansätze verändern und die Lebensqualität von Patienten verbessern. Ferner ver

stärken infolge des starken Wettbewerbs unter den Generikaunternehmen nahezu alle Pharmaunternehmen ihr Engagement im Bereich biotechnologisch entwickelter Medikamente wie humane Antikörper. Therapieformen auf der Basis biologischer Wirkstoffe sind weniger dem Wettbewerb durch Generika ausgesetzt als z.B. kleine Moleküle, da die Herstellung dieser Wirkstoffe weitaus komplexer ist. Um die Entwicklungspipeline zu füllen, engagieren sich alle bedeutenden Pharmaunternehmen in biologischen Therapien. Daher sind die Nachfrage nach Antikörpern und das Interesse der Branche an dieser Medikamentenklasse in den letzten zwölf bis 36 Monaten enorm gestiegen, was seinen deutlichen Widerhall in verschiedenen Akquisitionen und bedeutenden Lizenzvereinbarungen auf diesem Gebiet gefunden hat. Aber nicht allein die Verwendung von Antikörpern in der Therapie, sondern auch für Forschungszwecke und diagnostische Anwendungen bedeutet künftige Wachstumschancen für MorphoSys.

Marktchancen

MorphoSys ist der Ansicht, dass seine Antikörperplattform HuCAL möglicherweise in der Lage ist, Produkte, die auf einen erheblichen medizinischen Bedarf zielen und gleichzeitig neue Forschungswerkzeuge darstellen, preiswerter und schneller herzustellen.

Ther apeutische Antikörper – Partnered Discovery Durch die Zusammenarbeit mit einer Reihe von Unternehmen bei der Medikamentenentwicklung konnte MorphoSys sein Risikoprofil deutlich senken. Mit seinen derzeit laufenden mehr als 65 Entwicklungsprogrammen für therapeutische Antikörper, die zusammen mit Partnern betrieben werden, sind für MorphoSys die Chancen sehr viel größer, finanziell an der Vermarktung eines Medikaments oder mehrerer Medikamente zu partizipieren, als wenn sich die Gesellschaft auf einzelne Entwicklungsprogramme konzentrieren würde.

MorphoSys wird seine mit Partnern betriebene Antikörperpipeline weiter ausdehnen, vor allem in Zusammenarbeit mit Novartis, aber auch mit anderen Partnern. Daneben könnte MorphoSys im Bereich entzündlicher Erkrankungen weitere Partnerschaften auf Honorarbasis schließen.

Ther apeutische Antikörper – Proprietary Development Durch seine Partner, insbesondere Novartis, die in den kommenden Jahren einen stetigen Mittelzufluss sicherstellen werden, kann sich MorphoSys auf die Stärkung seiner firmeneigenen Pipeline konzentrieren. Die Gesellschaft wird ihre firmeneigene Pipeline durch den Start von de-novo-Programmen und zusätzliche gemeinsam mit Partner betriebene Entwicklungsprogramme weiter ausbauen. Ferner sucht die Gesellschaft Chancen zur Einlizenzierung interessanter Zielmoleküle.

MorphoSys geht zwar mit der Entwicklung firmeneigener Wirkstoffe ein höheres Risiko ein, kann dafür jedoch für interessante Wirkstoffe einen höheren wirtschaftlichen Gegenwert erzielen. Es ist damit zu rechnen, dass die Pharmaindustrie ihre in die Einlizenzierung wahrscheinlich weiter erhöhen wird, um wichtige Medikamente, deren Patentschutz ausläuft, zu ersetzen und ihre Pipelines aufzufüllen.

AbD Serotec

Antikörper sind wichtige Komponenten in der wissenschaftlichen Forschung und der modernen klinischen Praxis. Nach einer 2009er Studie von Bio Compare entfallen heute rund 20% des gesamten Diagnostikmarktes auf Antikörperprodukte, die weltweit Umsätze in Höhe von rund 8 Mrd. US\$ erwirtschaften. In 2009 ist AbD Serotec in diesen viel verspre

chenden Sektor deutlich weiter vorgedrungen, indem sie mehrere neue Lieferverträge mit Diagnostikunternehmen unterzeichnete. Es besteht ein zunehmender Bedarf an Diagnostika, mit denen Patienten in Unterpopulationen identifiziert werden, die von der Behandlung mit einem speziellen Medikament profitieren würden, oder mit denen der Erfolg einer Behandlungsmethode kontrolliert wird.

Technologieentwicklung

MorphoSys investiert weiter in seine bestehenden und in neue Technologien, um seinen Spitzenplatz als technologisch führendes Unternehmen zu wahren. Dieser technologische Fortschritt kann die Gesellschaft in die Lage versetzen, seine Partnerliste weiter auszubauen.

Akquisitionschancen

MorphoSys hat in der Vergangenheit seine Fähigkeit unter Beweis gestellt, Akquisitionen durchzuführen und das Unternehmenswachstum durch solche Akquisitionen zu beschleunigen, um seinen Marktanteil weiter auszubauen, sich Zugang zu Patenten und Lizenzen für die firmeneigene Technologie- und Produktentwicklung zu sichern oder um andere wichtige Vermögenswerte zu erwerben.

nachtragsbericht

Es haben sich keine berichtspflichtigen Vorkommnisse ereignet.

ausblick und prognose

MorphoSys ist ein unabhängiges Biotechnologieunternehmen, das neuartige Antikörper für therapeutische, diagnostische und Forschungszwecke entwickelt. Das Unternehmen beabsichtigt, in den kommenden Jahren seine Position in diesen attraktiven Märkten weiter auszubauen. Die Geschäftsleitung konzentriert sich darauf, die Maßnahmen zur Entwicklung eigener Medikamente auf eine noch breitere Basis zu stellen, um lukrative Möglichkeiten im Markt für therapeutische Antikörper zu erschließen. Darüber hinaus beabsichtigt MorphoSys, seinen Marktanteil auf dem Gebiet der Forschung und Diagnostik zu steigern, wobei sich der Markt für Diagnostika besonders attraktiv für die Technologien des Unternehmens darstellt.

Gesamtaussage zur voraussichtlichen Entwicklung

MorphoSys verfügt über eine etablierte und validierte Technologie, vertraglich zugesicherte Mittelzuflüsse aus langfristigen Partnerschaften mit großen Pharmaunternehmen und einen breiten Kundenstamm. Strategischer Fokus ist der Aufbau einer breiten und nachhaltigen Pipeline von innovativen Antikörpermedikamentenkandidaten mit Partnern und auch in Eigenregie. Das Segment AbD Serotec hat sich im attraktiven Diagnostikmarkt gut positioniert und bietet innovative Antikörper für neue Anwendungsmöglichkeiten.

Stabile Cashflows und eine starke Liquiditätsposition versetzen die Gesellschaft in die Lage, ihre Geschäftstätigkeit durch Investitionen in die Entwicklung eigener Medikamente und Technologien, beispielsweise durch die Einlizenzierung interessanter Zielmoleküle, Technologien oder Lizenzen, weiter auszubauen.

Der Vorstand rechnet für MorphoSys in den jeweiligen Märkten mit den folgenden Entwicklungen:

  • Die Nachfrage nach neuen Behandlungsalternativen auf der Basis von Antikörpern wird unverändert hoch bleiben und die Gesellschaft in die Lage versetzen, ihr Entwicklungsportfolio für therapeutische Antikörper mit Partnern und in Eigenregie weiter auszubauen.
  • Die Pharmaindustrie ist weiterhin auf der Suche nach viel versprechenden Produktkandidaten, um ihre Entwicklungspipelines zu stärken. Kann für einen firmeneigenen Medikamentenkandidaten der Nachweis klinischer Wirksamkeit erbracht werden, könnten lukrative Vertragskonditionen erzielt werden.
  • Das Segment AbD Serotec konzentriert sich nun in zunehmendem Maß auf diagnostische Anwendungen für die HuCAL-Technologie. Im Diagnostikmarkt konnten interessante Neuanwendungen identifiziert werden. Das Management von AbD Serotec ist zuversichtlich, den Marktanteil bei steigenden Gewinnmargen weiter vergrößern zu können.

Strategischer Ausblick

Das Geschäftsmodell von MorphoSys basiert im Wesentlichen auf seiner firmeneigenen HuCAL-Technologie, die gegenwärtig in drei Geschäftssegmenten vermarktet wird:

  • Im Segment Partnered Discovery durch die Identifizierung und Charakterisierung von Antikörpermedikamentenkandidaten für Partner gegen Lizenzgebühr, Forschungsfinanzierung, Meilensteinzahlungen und Tantiemen auf mögliche Produktverkäufe im mittleren einstelligen Prozentbereich.
  • Im Segment Proprietary Development durch die Entwicklung und Erweiterung der eigenen Medikamenten-Pipeline einschließlich der Möglichkeiten zu gemeinsamen Entwicklungsaktivitäten (co-development).
  • Im Segment AbD Serotec durch das Erbringen von Forschungsdienstleistungen und die Entwicklung von Antikörperreagenzien für diagnostische Tests auf der Grundlage der HuCAL-Plattform.

Das Segment Partnered Discovery erwirtschaftet auf der Basis langfristiger Entwicklungskooperationen von MorphoSys vertraglich zugesicherte Mittelzuflüsse. In der überschaubaren Zukunft wird MorphoSys den Großteil dieser Cashflows weiter investieren, um das Segment Proprietary Development auszubauen und zu stärken. Die Gesellschaft beabsichtigt, therapeutische Antikörper auf eigene Rechnung zu entwickeln, indem sie Medikamentenkandidaten in den meisten Fällen bis zum Nachweis der klinischen Wirksamkeit bringt, bevor sie einen Vermarkungspartner sucht. Die firmeneigene Pipeline soll jedoch nicht allein durch den Start von de-novo-Programmen erweitert werden, sondern auch, indem nach Möglichkeit durch Einlizenzierungen der Zugang zu interessanten Zielmolekülen gesichert wird. Ferner wird MorphoSys seine firmeneigene Pipeline durch den Start zusätzlicher

Entwicklungsallianzen für HuCAL-Antikörper im Rahmen seiner Kooperationen mit Novartis und Galapagos, aber auch mit anderen Biotechnologie- oder Pharmaunternehmen, weiter diversifizieren.

Daneben wird die Entwicklung therapeutischer Antikörper im Rahmen der bestehenden Partnerschaften fortgeführt. Die mit Partnern betriebene Pipeline für Therapeutika soll weiter reifen und in den kommenden Jahren wachsen. Die Geschäftsleitung von MorphoSys ist überzeugt, dass aufgrund der Breite der Pipeline einige auf der HuCAL-Technologie basierende Produktkandidaten die Marktreife erreichen werden. Darüber hinaus ist die Gesellschaft bestrebt, neue Partnerschaften auf Honorarbasis auf dem Gebiet der Infektionserkrankungen einzugehen und neue Wachstumschancen zu erschließen.

Das Segment AbD Serotec ist bestrebt, seinen Marktanteil bei Anwendungen für die Forschung und Diagnostik zu erhöhen. Das Management von AbD Serotec beabsichtigt, die interne Vertriebs- und Marketingorganisation weiter auf den hochrentablen Einsatz der HuCAL-Technologie, insbesondere im Bereich Diagnostik, auszurichten.

MorphoSys wird weiter in die Technologieentwicklung investieren mit dem Ziel, die bestmöglichen Antikörper für die Forschung sowie für diagnostische und therapeutische Anwendungen herzustellen. Um seine technologische Spitzenposition zu sichern und die Patentlaufzeiten zu verlängern, entwickelt die Gesellschaft ihre Kerntechnologie HuCAL und andere Technologien ständig weiter.

siehe glossar S. 124

Voraussichtliche Konjunkturentwicklung

Nach Angaben des Internationalen Währungsfonds IMF wird für 2010 nur mit einem leichten Anstieg des weltweiten Bruttoinlandsprodukts um 2,9% gerechnet, verglichen mit einem Rückgang von 1,1% in 2009. Während sich einige Länder allmählich von den Folgen der globalen Finanzkrise zu erholen beginnen, könnten neue Herausforderungen wie die steigende Arbeitslosigkeit und der starke Anstieg der öffentlichen Verschuldung das Tempo der wirtschaftlichen Erholung bremsen.

Die Pharmabranche und der Gesundheitssektor haben sich in der Vergangenheit aufgrund der ständig steigenden Nachfrage nach innovativen Behandlungsmethoden als relativ immun gegen konjunkturelle Abschwünge gezeigt. Dennoch sehen sich Pharmaunternehmen Herausforderungen ausgesetzt wie niedrige F&E-Effizienz, staatlich verordnete Preissenkungen und Patentabläufe. Bei anhaltender Rezession könnte sich die Kreditversorgung möglicherweise verschlechtern. Daher wird in der Biotechnologiebranche – wie in anderen Branchen auch – damit gerechnet, dass junge Startup-Unternehmen mit Finanzierungsbedarf am stärksten von der geringeren Kapitalverfügbarkeit betroffen sein werden.

Voraussichtliche Entwicklung des Gesundheitssektors

Nach Angaben des US-Marktforschungsinstituts IMS Health wird davon ausgegangen, dass der weltweite Pharmamarkt in 2010 auf Basis konstanter US\$-Wechselkurse zwischen 4% und 6% auf mehr als 825 Mrd. US\$ wachsen wird, vor allem aufgrund eines starken absehbaren Wachstums im US-Markt. Es wird damit gerechnet, dass die weltweiten Umsätze der Pharmaindustrie bis 2013 mit einer jährlichen Wachstumsrate (Compound Annual Growth Rate – CAGR) zwischen 4% und 7% steigen werden. Teilt man den Pharmamarkt für verschreibungspflichtige Arzneimittel nach Molekül-Typen auf (kleine Moleküle, therapeutische Proteine*, monoklonale Antikörper und Impfstoffe), dann weisen die einzelnen Segmente deutlich unterschiedliche Perspektiven auf. In einer Marktanalyse von Datamonitor wird geschätzt, dass der Markt für monoklonale Antikörper mit einer zweistelligen CAGR-Rate von 14,2% für die Jahre 2006 bis 2012 weiterhin stärker wachsen wird als die übrigen Medikamentenklassen.

Für die Biotechnologiebranche wird der Zugang zu frischem Kapital auch im Jahr 2010 eine der wesentlichen Herausforderungen bleiben. Während sich das Börsenklima gegen Ende 2009 allgemein aufhellte, ist noch abzuwarten, ob das Fenster für Erstemissionen (IPOs) und Finanzierungsrunden offen bleibt. Allgemein sind die Erwartungen für 2010 erneut besser als in 2009. Die mögliche Umsetzung der US-Gesundheitsreform und eine große Anzahl anstehender Meilensteine im Spätstadium der klinischen Entwicklung stützen die günstigen Perspektiven für den Gesundheitssektor. Darüber hinaus wird die erwartete leichte Konjunkturbelebung auch einigen der kleineren Biotechnologieunternehmen den Zugang zu Kapital ermöglichen. Die Notwendigkeit für größere Pharmaunternehmen, ihre Pipelines um innovative Therapien anzureichern, könnte zu einem Anstieg der M&A-Aktivitäten sowie der Kooperationen und Lizenzvergaben führen – eine Entwicklung, die sich bereits in 2009 abgezeichnet hat.

Voraussichtliche Geschäftsentwicklung

Mit dem Novartis-Vertrag und den damit für die kommenden Jahre verbundenen sicheren Mittelzuflüssen wird sich MorphoSys weiter auf die Ausweitung seiner Partner- und firmeneigenen Entwicklungs-Pipelines konzentrieren. Im Segment Partnered Discovery wird die Zahl der Partnerprogramme auf Nettobasis voraussichtlich weiter steigen. Für die nächsten Jahre geht die Gesellschaft im Durchschnitt von jährlich rund zehn neuen Partnerprogrammen aus. Für 2010 rechnet die Gesellschaft damit, dass fünf neue Partnerprogramme in die klinische Entwicklung gehen, während in 2011 und den Folgejahren diese Zahl weiter steigen sollte.

Die Maßnahmen für die Eigenentwicklung werden durch den Start von de-novo-Programmen und möglicherweise durch die Einlizenzierung von viel versprechenden Zielmolekülen wie auch durch mögliche gemeinsame Entwicklungsaktivitäten (co-development) mit Novartis, Galapagos und/oder anderen Partnern weiter vorangetrieben.

Für MOR103, das am weitesten entwickelte Entwicklungsprogramm in seiner Pipeline, erwartet MorphoSys für die erste Jahreshälfte 2012 die abschließenden Ergebnisse der laufenden Phase 1b/2a-Studie. Unter der Voraussetzung, dass die klinische Erprobung wie geplant verläuft und der Nachweis der klinischen Wirksamkeit erbracht werden kann, könnte eine Lizenzierungsvereinbarung dann noch im gleichen Jahr erfolgen.

Das Segment AbD Serotec ist bestrebt, weiter stärker zu wachsen als der Markt. Trotz der weltweiten Konjunkturschwäche und ungünstiger Fremdwährungsrelationen rechnet das Management von AbD Serotec für die kommenden Jahre bei konstanten Wechselkursen mit Wachstumsraten von rund 10%. MorphoSys geht in dem Maße von weiter steigenden Gewinnmargen des Segments aus, in dem Skaleneffekte wirksam werden.

Voraussichtliche Personalentwicklung

siehe glossar S. 124

MorphoSys wird seine Personalkapazitäten für die firmeneigene und die mit Partnern betriebene Entwicklung weiter ausbauen, wenn auch langsamer als in 2009. Das für Novartis arbeitende F&E-Team im Segment Partnered Discovery hat Ende 2009 seine volle Personalstärke erreicht.

Künftige Forschung und Entwicklung

Das F&E-Budget der Gesellschaft für die firmeneigene Medikamentenentwicklung wird sich auch in 2010 weiter erhöhen, wenn auch nicht in dem gleichen Maß wie 2009. Für 2010 plant MorphoSys Investitionen in die firmeneigene Entwicklung von Produkten und Technologien zwischen 26 Mio. € und 29 Mio. €. Der überwiegende Teil dieser Investitionen wird in die klinische und präklinische Entwicklung der am weitesten fortgeschrittenen Produktkandidaten fließen. Der Trend zu höheren Investitionen wird sich auch in 2011 und den Folgejahren in Abhängigkeit vom Stand der firmeneigenen Medikamenten-Pipeline und der Umsatzentwicklung fortsetzen. Dessen ungeachtet ist die Gesellschaft unverändert entschlossen, profitabel zu bleiben.

Zu den für 2010 geplanten Schritten für die firmeneigene Pipeline der Gesellschaft werden voraussichtlich zählen:

  • die Rekrutierung von RA-Patienten für die Phase 1b/2a-Studie MOR103;
  • der Abschluss der Vorbereitungen des Antrags zum Start einer klinischen Studie in einer zweiten Indikation für MOR103, die im ersten Halbjahr 2011 beginnen soll;
  • die Einreichung des Zulassungsantrags für eine Phase 1/2-Studie für MOR202 in der Indikation multiples Myelom* im vierten Quartal 2010;
  • die Erweiterung der unternehmenseigenen Pipeline um bis zu vier de-novo-Programme; diese Neustarts können auch gemeinsame Entwicklungsprogramme mit Novartis, Galapagos und/oder Dritten beinhalten.

siehe glossar S. 124

Als Ergebnis der geplanten Maßnahmen könnte die firmeneigene Pipeline von MorphoSys am Jahresende aus insgesamt bis zu zehn Programmen (einschließlich gemeinsamer Entwicklungsaktivitäten – co-development) bestehen. Am Jahresende 2009 umfasste die Pipeline fünf firmeneigene und ein gemeinsames Entwicklungsprogramm (mit Novartis).

Für das Segment AbD Serotec ist profitables Wachstum auf der Grundlage von innovativen Produkten und Services das Hauptziel. Die Diagnostikbranche bietet die attraktivsten Wachstumschancen und rückt daher immer stärker in den Fokus des Segments. Daneben wird sich AbD Serotec zunehmend auf diagnostische Anwendungen spezialisieren, da die HuCAL-Technologie im Vergleich zu traditionellen Immunisierungsverfahren* auf Tierbasis für die Herstellung leistungsfähigerer Diagnostikprodukte eine Reihe von Vorteilen bietet.

Vor aussichtliche Entwicklung der Finanz- und Liquiditätslage

Die Geschäftsleitung von MorphoSys strebt für die kommenden Jahre ein durchschnittliches jährliches Umsatzwachstum zwischen 10% und 20% an. Für das Jahr 2010 rechnet die Geschäftsleitung mit einem Konzernumsatz zwischen 89 Mio. € und 93 Mio. €. In der Zukunft wird das Umsatzwachstum stärker von der Auslizenzierung firmeneigener Produkte wie MOR103 sowie von steigenden Meilensteinzahlungen und Tantiemen abhängen, wenn zusammen mit Partnern entwickelte HuCAL-Antikörper die klinische Erprobung durchlaufen und marktfähig werden. Die Umsatzaufteilung der Gesellschaft auf ihre beiden Segmente für therapeutische Antikörper und ihr Segment AbD Serotec wird sich im Jahr 2010 aller Voraussicht nach nicht von der im Jahr zuvor unterscheiden.

Beim Segment Partnered Discovery handelt es sich um eine hochprofitable Geschäftseinheit. Langfristige Kooperationen werden die Gesellschaft mindestens in den kommenden sieben Jahren mit zugesicherten Mittelzuflüssen versorgen. Auf der Basis der aktuellen Planung der Geschäftsleitung werden sich die betrieblichen Aufwendungen in den Jahren 2010 und 2011 – abhängig von einem entsprechenden Umsatzanstieg – erhöhen. Die Kosten für Vertrieb, Allgemeines und Verwaltung werden voraussichtlich nur leicht steigen. In den kommenden Jahren wird MorphoSys jedoch seine Investitionen in die Entwicklung eigener Medikamente steigern, um seine firmeneigene Antikörperpipeline weiter voranzutreiben. Die Investitionen werden in die beiden Programme MOR103 und MOR202, in zusätzliche de-novo-Entwicklungsprogramme sowie in gemeinsame Entwicklungsprogramme (co-development) fließen.

Auf der Basis der aktuellen Planung geht MorphoSys davon aus, in den Jahren 2010 und 2011 erneut einen operativen Gewinn ausweisen zu können. Für 2010 rechnet die Gesellschaft mit einem Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit zwischen 5 Mio. € und 9 Mio. €. In 2011 könnte der operative Gewinn weiter sinken, abhängig von der Höhe der Investitionen in die eigene Produktentwicklung und der Umsatzentwicklung.

Das Segment AbD Serotec ist 2009 zu einem Umsatzwachstum zurückgekehrt und hat seine Gewinnmarge auf 5% erhöht. Unter der Annahme konstanter Wechselkurse rechnet die Geschäftsleitung des Segments damit, den Umsatz jährlich um durchschnittlich mindestens 10% steigern zu können. In 2010 erwartet die Geschäftsleitung Umsatzerlöse zwischen 21 Mio. € und 22 Mio. €. Dabei soll die Gewinnmarge auf 5% bis 8% weiter steigen. Es wird erwartet, dass die Herstellkosten des Segments AbD Serotec dem Umsatzwachstum entsprechend steigen, während sich die Kosten für Vertrieb, Allgemeines und Verwaltung nur leicht erhöhen werden.

Am Ende des Geschäftsjahres 2009 belief sich die Liquiditätsposition von MorphoSys auf 135,1 Mio. €. Trotz der durch die weltweite Finanzkrise erschwerten Rahmenbedingungen verfügt MorphoSys über eine solide Finanzbasis. MorphoSys sieht in seiner starken Liquiditätsposition einen großen Vorteil für die Beschleunigung seines zukünftigen Wachstums durch die Stärkung der Segmente Partnered Discovery und eventuell AbD Serotec.

Dividende

Dividenden dürfen ausschließlich auf der Grundlage des Bilanzgewinns des deutschen Einzelabschlusses der Gesellschaft (nach Abzug bestimmter Rücklagen) beschlossen und ausgeschüttet werden. Dieser Betrag unterscheidet sich aufgrund der Anpassungen des Konzernabschlusses an IFRS von der Summe aus Kapitalrücklage und Bilanzverlustvortrag im vorliegenden Konzernabschluss. Obwohl die Gesellschaft in ihrem deutschen Einzelabschluss für das Jahr 2009 ein zu versteuerndes Ergebnis auswies, ergab sich zum 31. Dezember 2009 und 2008 kein Bilanzgewinn für eine Ausschüttung. Die Fähigkeit der Gesellschaft zur Dividendenausschüttung hängt daher weitgehend von ihrer zukünftigen Ertragsentwicklung ab.

Im Einklang mit der gängigen Praxis in der Biotechnologiebranche geht MorphoSys für die absehbare Zukunft nicht davon aus, eine Dividende auszuschütten. Die erzielten Gewinne aus der Geschäftstätigkeit sollen weitgehend – überwiegend in die Entwicklung firmeneigener Medikamente – reinvestiert werden, um weiteren Shareholder Value zu schaffen und Wachstumschancen nutzen zu können.

Dieser Ausblick zieht alle Faktoren in Betracht, die zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Finanzberichts bekannt sind und unser Geschäft in 2010 und in der weiteren Zukunft beeinflussen könnten, und basiert auf den Annahmen des Vorstands. Zukünftige Resultate können von den Erwartungen, die im Ausblick beschrieben wurden, abweichen. Die wichtigsten Risiken werden im Risikobericht erläutert.

inhalt konzernabschluss

KONZERNABSCHLUSS

  • 68 konzern-gewinn- und verlustrechnung (ifrs)
  • 69 gesamtergebnisrechnung (ifrs)
  • 70 konzernbilanz (ifrs)
  • 72 konzern-eigenkapitalentwicklung (ifrs)
  • 74 konzern-kapitalflussrechnung (ifrs)

ANHANG ZUM KONZERNABSCHLUSS

konzern-gewinn- und verlustrechnung (ifrs)

in € Anhang 2009 2008
Umsatzerlöse 1R 81.024.081 71.645.341
Betriebliche Aufwendungen
Herstellungskosten 2 6.743.836 7.138.484
Kosten für Forschung und Entwicklung 38.967.305 27.599.615
Kosten für Vertrieb, Allgemeines und Verwaltung 23.910.845 20.484.400
Betriebliche Aufwendungen gesamt 69.621.986 55.222.499
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 11.402.095 16.422.842
Finanzerträge 20 2.001.573 2.508.633
Finanzaufwendungen 20 9.538 6.468
Sonstige Erträge 20 372.372 923.050
Sonstige Aufwendungen 20 732.762 1.862.325
Ergebnis vor Steuern 13.033.740 17.985.732
Aufwand aus Ertragsteuern 21 4.069.645 4.832.379
Jahresüberschuss 8.964.095 13.153.353
Jahresüberschuss je Aktie, unverwässert 22 0,40 0,59
Jahresüberschuss je Aktie, verwässert 22 0,40 0,59
Anzahl Aktien zur Berechnung des
unverwässerten Jahresüberschusses je Aktie 22 22.464.757 22.216.677
Anzahl Aktien zur Berechnung des
verwässerten Jahresüberschusses je Aktie
22 22.559.164 22.326.917

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Gesamtergebnisrechnung Konzernbilanz Konzern-Eigenkapitalentwicklung Konzern-Kapitalflussrechnung Anhang zum Konzernabschluss

gesamtergebnisrechnung (ifrs)

in € 2009 2008
Jahresüberschuss 8.964.095 13.153.353
Veränderung der unrealisierten Gewinne und Verluste aus zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren –1.066.905 2.566.973
(davon Umgliederungen von unrealisierten Gewinnen und Verlusten in die Gewinn- und Verlustrechnung) –1.668.056 –762.152
Latente Steuern 280.916 –675.884
Veränderung der unrealisierten Gewinne und Verluste aus zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren
nach Abzug von latenten Steuern
–785.989 1.891.089
Effekte aus dem eigenkapitalbezogenen Ansatz von latenten Steuern –6.788 31.555
Währungsgewinn/-verlust aus der Konsolidierung 486.184 –2.091.843
"Comprehensive Income" 8.657.502 12.984.154

konzernbilanz (ifrs)

in € Anhang 2009 2008
AKTIVA
Kurzfristige Vermögenswerte
Liquide Mittel 3, 15 41.255.316 40.113.727
Wertpapiere, zur Veräußerung verfügbar 4, 15 93.883.571 97.752.015
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 5, 15 11.156.559 4.211.258
Forderungen aus Ertragsteuern 7 794.855 1.122.495
Sonstige Forderungen 6 257.550 109.900
Vorräte, netto 7 3.990.238 3.521.451
Rechnungsabgrenzung und sonstige kurzfristige Vermögenswerte 7 3.481.709 2.563.030
Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte 11 771.798 722.036
Kurzfristige Vermögenswerte gesamt 155.591.596 150.115.912
Langfristige Vermögenswerte
Sachanlagen, netto 8 4.996.804 3.967.405
Patente, netto 9 789.798 1.199.267
Lizenzen, netto 9 13.780.534 15.377.995
Software, netto 9 712.482 663.964
Know-how und Kundenstamm, netto 9 2.083.633 2.492.537
Geschäfts- oder Firmenwert 9, 12 26.742.173 26.672.397
Aktive latente Steuern 21 221.534 1.720.750
Rechnungsabgrenzung und sonstige Vermögenswerte, ohne kurzfristigen Anteil 7, 10 1.172.041 1.082.665
Langfristige Vermögenswerte gesamt 50.498.999 53.176.980
AKTIVA GESAMT 206.090.595 203.292.892
das unternehmen konzernlagebericht konzernabschluss 71
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Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Gesamtergebnisrechnung Konzernbilanz Konzern-Eigenkapitalentwicklung Konzern-Kapitalflussrechnung Anhang zum Konzernabschluss

in € Anhang 2009 2008
PASSIVA
Kurzfristige Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 13, 15 14.106.352 11.616.376
Lizenzverbindlichkeiten 15 100.746 450.969
Steuerverpflichtungen und Rückstellungen 14, 21 1.426.760 881.999
Umsatzabgrenzung, kurzfristiger Anteil 1R 8.618.250 14.453.680
Kurzfristige Verbindlichkeiten gesamt 24.252.108 27.403.024
Langfristige Verbindlichkeiten
Rückstellungen, ohne kurzfristigen Anteil 14 43.344 117.839
Umsatzabgrenzung, ohne kurzfristigen Anteil 1R 5.579.610 11.193.421
Wandelschuldverschreibungen an nahe stehende Unternehmen und Personen 17 32.670 48.670
Latente Steuerverpflichtungen 21 2.248.498 2.542.750
Langfristige Verbindlichkeiten gesamt 7.904.122 13.902.680
Eigenkapital 16, 17, 18
Grundkapital, 1 € Nennwert
42.400.635 und 42.759.630 genehmigte Stammaktien in 2009 bzw. 2008
22.660.557 und 22.478.787 ausgegebene Stammaktien in 2009 bzw. 2008
22.580.661 und 22.398.891 Stammaktien im Umlauf in 2009 bzw. 2008
Eigene Aktien ( 79.896 und 79.896 Aktien in 2009 und 2008), zu Anschaffungskosten 22.650.783 22.469.013
Kapitalrücklage 161.631.268 158.523.363
Rücklagen 1.383.118 1.689.711
Bilanzverlust –11.730.804 –20.694.899
Eigenkapital gesamt 173.934.365 161.987.188
PASSIVA GESAMT 206.090.595 203.292.892

konzern-eigenkapitalentwicklung (ifrs)

Grundkapital
Aktien
STAND AM 01. JANUAR 2008 22.160.259 22.160.259
Aufwand aus der Gewährung von Aktienoptionen und Wandelschuldverschreibungen 0 0
Ausübung von an nahe stehende Unternehmen und Personen ausgegebenen Optionen
und Wandelschuldverschreibungen, nach Ausgabekosten von 15.500 €
318.528 318.528
Rücklagen
Veränderung des unrealisierten Gewinns aus zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren
nach Abzug von latenten Steuern
0 0
Effekte aus dem eigenkapitalbezogenen Ansatz von latenten Steuern 0 0
Währungsverlust aus der Konsolidierung 0 0
Jahresüberschuss 0 0
"Comprehensive Income" 0 0
STAND AM 31. DEZEMBER 2008 22.478.787 22.478.787
STAND AM 01. JANUAR 2009 22.478.787 22.478.787
Aufwand aus der Gewährung von Aktienoptionen und Wandelschuldverschreibungen 0 0
Ausübung von an nahe stehende Unternehmen und Personen ausgegebenen Optionen
und Wandelschuldverschreibungen, nach Ausgabekosten von 0 €
181.770 181.770
Rücklagen
Veränderung des unrealisierten Gewinns aus zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren
nach Abzug von latenten Steuern
0 0
Effekte aus dem eigenkapitalbezogenen Ansatz von latenten Steuern 0 0
Währungsgewinn aus der Konsolidierung 0 0
Jahresüberschuss 0 0
"Comprehensive Income" 0 0
STAND AM 31. DEZEMBER 2009 22.660.557 22.660.557

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Gesamtergebnisrechnung Konzernbilanz Konzern-Eigenkapitalentwicklung Konzern-Kapitalflussrechnung Anhang zum Konzernabschluss

Eigene Aktien
Kapital
rücklage
Neubewertungs Währungsumrech Gesamtes
Aktien rücklage
nungsdifferenzen
Bilanzverlust
Eigenkapital
80.196 –9.811 155.376.343 2.241.328 –382.418 –33.848.252 145.537.449
0 0 1.039.035 0 0 0 1.039.035
–300 37 2.107.985 0 0 0 2.426.550
0 0 0 1.891.089 0 0 1.891.089
0 0 0 31.555 0 0 31.555
0 0 0 0 –2.091.843 0 –2.091.843
0 0 0 0 0 13.153.353 13.153.353
0 0 0 1.922.644 –2.091.843 13.153.353 12.984.154
79.896 –9.774 158.523.363 4.163.972 –2.474.261 –20.694.899 161.987.188
79.896 –9.774 158.523.363 4.163.972 –2.474.261 –20.694.899 161.987.188
0 0 1.743.344 0 0 0 1.743.344
0 0 1.364.561 0 0 0 1.546.331
0 0 0 –785.989 0 0 –785.989
0 0 0 –6.788 0 0 –6.788
0 0 0 0 486.184 0 486.184
0 0 0 0 0 8.964.095 8.964.095
0 0 0 –792.777 486.184 8.964.095 8.657.502

konzer n-k a pita lflussr echnung (ifrs)

in € Anhang 2009 2008
GEWÖHNLICHE GESCHÄFTSTÄTIGKEIT
Jahresüberschuss 8.964.095 13.153.353
Überleitung vom Jahresüberschuss zum Mittelabfluss (–)/-zufluss (+) aus der
gewöhnlichen Geschäftstätigkeit
Nicht zahlungswirksamer Aufwand aus Kaufpreiszuordnung 0 178.851
Wertminderung von Vermögenswerten 31.277 867.131
Abschreibung auf materielle und immaterielle Vermögenswerte 5.348.950 5.238.185
Steuerertrag –183.272 –465.447
Nettogewinn aus dem Verkauf von zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren –1.717.095 –1.022.873
Unrealisierter Nettoverlust aus derivativen Finanzinstrumenten 126.304 39.144
Gewinn aus der Veräußerung von Sachanlagen –2.493 –12.702
Realisierung von abgegrenzten Umsatzerlösen –31.967.141 –33.631.336
Aktienbasierte Vergütung 1.736.472 1.039.036
Veränderungen von betrieblichen Aktiva und Passiva
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen –6.916.122 5.102.007
Aktive Rechnungsabgrenzung, sonstige Vermögenswerte und Steuerforderungen 795.093 3.169.357
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie Rückstellungen 40.359 614.663
Lizenzverbindlichkeiten –350.223 319.643
Sonstige Verbindlichkeiten 1.434.570 –2.150.763
Umsatzabgrenzung 20.517.900 36.883.100
Mittelabfluss (–)/-zufluss (+) aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit –2.141.326 29.321.349
Gezahlte Zinsen 3.537 0
Erhaltene Zinsen –284.535 –1.486.190
Gezahlte Ertragsteuern 1.443.293 812.414
MITTELABFLUSS (–)/-ZUFLUSS (+) AUS DER GEWÖHNLICHEN GESCHÄFTSTÄTIGKEIT –979.031 28.647.573
das unternehmen konzernlagebericht konzernabschluss 75
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
Gesamtergebnisrechnung
Konzernbilanz
Konzern-Eigenkapitalentwicklung
Konzern-Kapitalflussrechnung
Anhang zum Konzernabschluss
in € Anhang 2009 2008
INVESTITIONSTÄTIGKEIT
Erwerb von zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren –11.787.200 –47.783.024
Erlöse aus dem Verkauf von zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren 16.223.311 12.018.161
Erwerb von Sachanlagen –2.586.142 –1.616.948
Erlöse aus der Veräußerung von Sachanlagen 7.335 327.082
Zugänge zu den immateriellen Vermögenswerten –1.231.572 –2.265.621
Erlöse aus der Veräußerung von immateriellen Vermögenswerten 0 7.055
MITTELZUFLUSS (+)/-ABfLUSS (–) AUS DER INVESTITIONSTÄTIGKEIT 15 625.732 –39.313.295
FINANZIERUNGSTÄTIGKEIT
Erlöse aus der Ausübung von an nahe stehende Unternehmen und Personen
ausgegebenen Optionen und Wandelschuldverschreibungen
1.546.332 2.442.049
Nettoerlöse aus der Ausgabe von Wandelschuldverschreibungen an nahe stehende
Unternehmen und Personen
–16.000 –30.395
Erwerb von derivativen Finanzinstrumenten 6 –173.304 –75.000
Erlöse aus der Veräußerung von derivativen Finanzinstrumenten 6 47.000 170.359
Kosten der Aktienausgabe, netto 0 –15.500
MITTELZUFLUSS AUS DER FINANZIERUNGSTÄTIGKEIT 15 1.404.028 2.491.513
Einfluss von Wechselkurseffekten auf die Zahlungsmittel 90.860 –119.128
Abnahme (–)/Zunahme (+) der liquiden Mittel 1.141.589 –8.293.337
LIQUIDE MITTEL ZU BEGINN DER PERIODE 40.113.727 48.407.064
LIQUIDE MITTEL AM ENDE DER PERIODE 41.255.316 40.113.727

anhang zum konzernabschluss

1 organisation und wesentliche bilanzie rungs- und bewertungsgrundsätze

Geschäft und Unternehmen

Die MorphoSys AG (nachfolgend auch die "Gesellschaft" oder "MorphoSys") ist ein Biotechnologieunternehmen, das die kombinatorische Biologie für die Arzneimittelentdeckung einsetzt mit dem vorrangigen Ziel der Entwicklung und kommerziellen Nutzung neuer Technologien für ein breites wissenschaftliches Spektrum. Die Gesellschaft wurde im Juli 1992 als deutsche Gesellschaft mit beschränkter Haftung gegründet und im Juni 1998 in eine deutsche Aktiengesellschaft umgewandelt. Der Börsengang der Gesellschaft erfolgte im März 1999 am Neuen Markt, dem Segment der Deutschen Börse für Gesellschaften mit hohen Wachstumsraten. Am 15. Januar 2003 wurde die MorphoSys AG in das Prime-Standard-Segment der Frankfurter Wertpapierbörse aufgenommen.

Konsolidierte Unternehmen

Die MorphoSys AG hat vier 100%ige Tochtergesellschaften (zusammen der "MorphoSys-Konzern"):

Die MorphoSys USA, Inc. wurde am 16. Februar 2000 in den USA gegründet. Der Geschäftszweck dieses Tochterunternehmens bestand in der Unterstützung der MorphoSys AG beim Vertrieb und bei der Lizenzierung ihrer Produkte. Die MorphoSys USA, Inc. hat im November 2002 ihre Tätigkeit weitgehend eingestellt.

Die MorphoSys IP GmbH wurde am 6. November 2002 im Handelsregister München eingetragen und hat am 31. Dezember 2002 ihre Geschäftstätigkeit aufgenommen. Geschäftszweck dieser Gesellschaft sind der Kauf, die Pflege und die Verwaltung bestimmter immaterieller Vermögenswerte des MorphoSys-Konzerns. Die Gesellschaft ist in dem Gebäude der MorphoSys AG untergebracht.

Im Januar 2006 hat die MorphoSys AG die Serotec Ltd. mit deren Tochtergesellschaften Serotec, Inc., Serotec GmbH und Oxford Biotechnology Ltd. (zusammen die "Serotec-Gruppe") erworben, die damit eine 100%ige Tochtergesellschaft der MorphoSys AG wurde. Die Serotec-Gruppe wurde in das bestehende Segment AbD Serotec von MorphoSys integriert. Der Kaufpreis von rund 20 Mio. £ (rund 29,3 Mio. €) wurde mit 14 Mio. £ bzw. 20,5 Mio. € in bar und der verbleibende Teil durch die Ausgabe von 208.560 neuen MorphoSys-Aktien aus einer Sachkapitalerhöhung entrichtet. Im Jahr 2009 wurde die Oxford Biotechnology Ltd. liquidiert.

Im Januar 2007 wurden die Serotec Ltd. und die Serotec, Inc. in MorphoSys UK Ltd. bzw. MorphoSys US, Inc. umbenannt. Im März 2007 firmierte die Serotec GmbH in MorphoSys AbD GmbH um.

Die Biogenesis Ltd., Poole, Großbritannien, und die Biogenesis, Inc., New Hampshire, USA, wurden von MorphoSys im Januar 2005 für insgesamt 5,25 Mio. £ nach Abzug von Nettofinanzschulden in Höhe von rund 0,7 Mio. £ erworben. Die Biogenesis UK wurde zunächst in MorphoSys UK Ltd. umbenannt und änderte in 2007 erneut ihren Firmennamen in Poole Real Estate Ltd. Die Biogenesis, Inc. wurde in MorphoSys US, Inc. umfirmiert und auf die Serotec, Inc. verschmolzen. Die aufnehmende Gesellschaft nahm daraufhin wieder den Namen MorphoSys US, Inc. an.

Seit dem Geschäftsjahr 2009 wendet die Gesellschaft § 264 Abs. 3 HGB (Handelsgesetzbuch) an. Aus diesem Grund wurde für die MorphoSys IP GmbH kein gesonderter Jahresabschluss 2008 im Bundesanzeiger veröffentlicht.

Allgemeine Informationen

Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2009 wurde vom Vorstand in seiner Sitzung am 8. Februar 2010 durch Vorstandsbeschluss freigegeben. Dem Vorstand der Gesellschaft gehören Herr Dr. Simon E. Moroney als Vorstandsvorsitzender, Herr Dave Lemus als Executive Vice President und Finanzvorstand, Frau Dr. Marlies Sproll als Forschungsvorstand sowie Herr Dr. Arndt Schottelius als Entwicklungsvorstand an.

Dem Aufsichtsrat der Gesellschaft gehören die Herren Dr. Gerald Möller (Vorsitzender des Aufsichtsrats und Vorsitzender des Vergütungs- und Ernennungsausschusses), Prof. Dr. Jürgen Drews (stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats, Vergütungs- und Ernennungsausschuss, Wissenschafts- und Technologie-Ausschuss), Dr. Walter Blättler (Vorsitzender des Wissenschafts- und Technologie-Ausschusses), Dr. Daniel Camus (Prüfungsausschuss), Dr. Metin Colpan (Vergütungs- und Ernennungsausschuss) und Dr. Geoffrey N. Vernon (Vorsitzender des Prüfungsausschusses) an. Der Aufsichtsrat kann den durch den Vorstand freigegebenen Jahresabschluss ändern.

Der eingetragene Sitz der MorphoSys AG befindet sich in der Lena-Christ-Straße 48, 82152 Martinsried/Planegg.

Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze A) GRUNDLAGEN DER ANWENDUNG

Die Erstellung von Konzernabschlüssen gemäß den International Financial Reporting Standards (IFRS) erfordert von der Geschäftsleitung, Schätzungen vorzunehmen und Annahmen zu treffen, die die im Konzernabschluss und im dazugehörigen Anhang ausgewiesenen Beträge beeinflussen. Die tatsächlichen Ergebnisse könnten von diesen Schätzungen abweichen. Schätzungen und die ihnen zu Grunde liegenden Annahmen werden fortlaufend überprüft. Die Änderung von Schätzungen wird in der Periode, in der die Änderung vorgenommen wird, und in jeder betroffenen zukünftigen Periode erfasst.

organisationsstruktur des morphosys-konzerns

Die nachfolgend aufgeführten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden auf alle Perioden des vorliegenden Konzernabschlusses einheitlich angewendet.

IFRS 2 " ANTEILSBASIERTE VERGÜTUNG"

IFRS 2 "Anteilsbasierte Vergütung" verlangt die aufwandswirksame Erfassung von Transaktionen, bei denen der Konzern Vermögenswerte oder Dienstleistungen als Gegenleistung für Aktien oder Rechte an Aktien ("Erfüllung durch Eigenkapitalinstrumente") oder als Gegenleistung für andere Vermögenswerte, die wertmäßig einer bestimmten Anzahl von Aktien oder Rechten an Aktien entsprechen ("Erfüllung in bar"), erwirbt. Wesentliche Auswirkung für den MorphoSys-Konzern hat IFRS 2 durch die erfolgswirksame Erfassung von Aktienoptionen and sonstigen anteilsbasierten Vergütungssystemen für Mitarbeiter und Organmitglieder unter Anwendung eines Optionspreismodells. In Übereinstimmung mit IFRS 2.54 hat der Konzern IFRS 2 in Bezug auf eigenkapitalorientierte Zusagen angewendet, die am oder nach dem 1. Januar 1999 ausgegeben wurden. In Übereinstimmung mit IFRS 2.56 werden vor dem 1. Januar 1999 gewährte Optionen daher nicht im Aufwand erfasst. Dennoch werden alle Angaben im Einklang mit IFRS 2.44 und 2.45 offengelegt. Weitere Erläuterungen werden in den Ziffern 17 und 18* dieses Anhangs zum Konzernabschluss gegeben.

IFRS 3 "UNTERNEHMENSZUSAMMENSCHLÜSSE", IAS 36 "WERTMINDERUNG VON VERMÖGENSWERTEN" UND IAS 38 "IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE"

IFRS 3 betrifft die Rechnungslegung bei Unternehmenszusammenschlüssen, die am oder nach dem 31. März 2004 vereinbart wurden. IFRS 3 schreibt vor, dass für alle Unternehmenszusammenschlüsse die Erwerbsmethode Anwendung findet, wobei die identifizierbaren erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Schulden zunächst zu den jeweiligen beizulegenden Zeitwerten angesetzt werden. Ein Überschuss des Kaufpreises über die zugeordneten Beträge ist als Geschäftsoder Firmenwert zu erfassen. Der Geschäfts- oder Firmenwert unterliegt einer regelmäßigen Überprüfung auf mögliche Wertminderung.

Die Nutzungsdauer wird für jeden einzelnen immateriellen Vermögenswert als zeitlich begrenzt oder unbegrenzt festgelegt. Die Gesellschaft hat keine Werte mit unbegrenzter Nutzungsdauer identifiziert. Zeitlich begrenzt nutzbare immaterielle Vermögenswerte werden über ihre Nutzungsdauer abgeschrieben. Abschreibungszeiträume und -methoden für zeitlich begrenzt nutzbare immaterielle Vermögenswerte werden jährlich oder bei Anzeichen einer dauerhaften Wertminderung vorzeitig überprüft.

Forderungen, Verbindlichkeiten, Rückstellungen, Erträge und Aufwendungen sowie Gewinne zwischen konsolidierten Gesellschaften werden im Rahmen der Konsolidierung eliminiert.

IN 2009 WIRKSAM GEWORDENE NEUE STANDARDS

  • IFRS 8 "Geschäftssegmente" (in Kraft seit dem 1. Januar 2009). IFRS 8 ersetzt IAS 14 und bringt die Zwischenberichterstattung in Einklang mit den Anforderungen des US-Standards SFAS 131 "Disclosures about segments of an enterprise and related information". Der neue Standard schreibt einen "Management Approach" vor, nach dem die Segmentinformationen auf der gleichen Basis wie die interne Berichterstattung zu erfolgen haben. IFRS 8 wird seit dem 1. Januar 2009 im Konzern angewendet. Da diese Änderung lediglich die Darstellung betrifft, bleibt das Ergebnis je Aktie davon unberührt.
  • IFRS 7 "Finanzinstrumente: Angaben" (geändert; in Kraft seit dem 1. Januar 2009). Die Änderung schreibt erweiterte Angaben zur Bewertung zum beizulegenden Zeitwert und zum Liquiditätsrisiko vor. Insbesondere schreibt die Änderung die kategorienweise Offenlegung der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert vor. Da diese Änderung lediglich zu zusätzlichen Angaben führt, bleibt das Ergebnis je Aktie davon unberührt.
  • IAS 1 "Darstellung des Abschlusses" (überarbeitet; in Kraft seit dem 1. Januar 2009). Der überarbeitete Standard schreibt vor, dass in einem "Statement of Comprehensive Income" die Nichteigentümern zuzurechnenden Eigenkapitalveränderungen getrennt von den den Eigentümern zuzurechnenden Eigenkapitalveränderungen aufzuführen sind. Da diese Änderung lediglich die Darstellung betrifft, bleibt das Ergebnis je Aktie davon unberührt.
  • IFRS 2 "Anteilsbasierte Vergütung" (geändert; in Kraft seit dem 1. Januar 2009). IFRS 2 behandelt Ausübungsbedingungen und Annullierungen und stellt klar, dass Ausübungsbedingungen nur erfolgs- und leistungsabhängige Bedingungen umfassen. Die Änderung wird im Konzern seit dem 1. Januar 2009 angewendet und hat keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss.

STANDARDS SOWIE ÄNDERUNGEN UND INTERPRETATIONEN ZU BESTEHENDEN STANDARDS, DIE NOCH NICHT IN KR AFT GETRETEN SIND UND IM KONZERN NICHT VORZEITIG ANGEWENDET WERDEN Die folgenden Standards sowie Änderungen und Interpretationen zu bestehenden Standards wurden veröffentlicht und sind für die am oder nach dem 1. Januar 2010 beginnenden Berichtsperioden oder für spätere Perioden des Konzerns verpflichtend anzuwenden; sie werden im Konzern jedoch nicht vorzeitig angewendet:

IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse" (überarbeitet; in Kraft seit dem 1. Juli 2009). Der überarbeitete Standard schreibt mit einigen wesentlichen Änderungen weiterhin die Anwendung der Erwerbsmethode für Unternehmenszusammenschlüsse vor. Zum Beispiel müssen alle Zahlungen für den Erwerb eines Geschäftsbetriebs zum beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt ausgewiesen werden, wobei Eventualzahlungen als Schulden klassifiziert und später ergebniswirksam neu bewertet werden. Alle erwerbsbezogenen Kosten sind als Aufwand zu erfassen. IFRS 3 (überarbeitet) wird im Konzern ab dem 1. Januar 2010 auf alle Unternehmenszusammenschlüsse prospektiv angewendet.

Zu den anderen Standards sowie Änderungen und Interpretationen, die noch nicht in Kraft getreten sind und im Konzern nicht vorzeitig angewendet werden, zählen IFRIC 17 "Sachausschüttungen an Eigentümer", IAS 27 (überarbeitet) "Konzern- und separate Einzelabschlüsse", IAS 38 (geändert) "Immaterielle Vermögenswerte", IFRS 5 (geändert) "Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche", IAS 1 (geändert) "Darstellung des Abschlusses" und IFRS 2 (geändert) "In bar erfüllte und anteilsbasierte Vergütung im Konzern". Von ihnen wird nicht angenommen, dass sie wesentliche Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben.

B) ENTSPRECHENSERKLÄRUNG

Der vorliegende Konzernabschluss wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB), London, unter Berücksichtigung der Empfehlungen des Standing Interpretations Committee (SIC) und des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC), wie sie von der Europäischen Kommission verabschiedet sind, erstellt.

Der Konzernabschluss der Gesellschaft für das zum 31. Dezember 2009 beendete Geschäftsjahr umfasst die MorphoSys AG und ihre Tochtergesellschaften (zusammen der "MorphoSys-Konzern").

C) GRUNDLAGEN DER DARSTELLUNG

Der Konzernabschluss wurde in Euro, der funktionalen Währung des MorphoSys-Konzerns, erstellt. Er beruht auf historischen Anschaffungskosten mit Ausnahme der folgenden Aktiva und Passiva, die zu ihren jeweiligen beizulegenden Zeitwerten ausgewiesen sind: derivative Finanzinstrumente und zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte. Alle Zahlenangaben in diesem Bericht sind entweder auf volle Beträge in Euro, Tausend Euro oder Millionen Euro gerundet.

IAS 27 "Konzern- und separate Einzelabschlüsse nach IFRS" sollte für am 1. Januar 2005 oder danach beginnende jährliche Berichtsperioden angewendet werden. Die Gesellschaft hat entschieden, IAS 27 allen Abschlüssen ab dem 1. Januar 2003 zu Grunde zu legen. Von den Konzerngesellschaften wurden in Übereinstimmung mit IAS 27.28 einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angewendet.

D) GRUNDLAGEN DER KONSOLIDIERUNG

Konzerninterne Salden und Transaktionen und aus konzerninternen Transaktionen resultierende unrealisierte Gewinne wurden gemäß IAS 27.24 bei der Erstellung des Konzernabschlusses eliminiert. Un-

das unternehmen konzernlagebericht konzernabschluss 79

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Gesamtergebnisrechnung Konzernbilanz Konzern-Eigenkapitalentwicklung Konzern-Kapitalflussrechnung Anhang zum Konzernabschluss

realisierte Verluste werden zwar in gleicher Weise wie unrealisierte Gewinne eliminiert, gelten jedoch als Anzeichen für eine eventuelle Wertminderung des übertragenen Vermögenswerts. Die Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze von Tochtergesellschaften wurden bei Bedarf geändert, um Einheitlichkeit mit den im Konzern angewandten Grundsätzen herzustellen. Für weitere Erläuterungen siehe Ziffer 1A* dieses Anhangs zum Konzernabschluss.

E) FREMDWÄHRUNGSUMRECHNUNG

IAS 21 "Auswirkungen von Änderungen der Wechselkurse" schreibt vor, wie Geschäftsvorfälle und Salden in fremder Währung zu bilanzieren sind. Geschäftsvorfälle in Fremdwährung werden zum Wechselkurs des jeweiligen Tages des Geschäftsvorfalls umgerechnet. Daraus resultierende Umrechnungsdifferenzen werden im Ergebnis erfasst. Am Bilanzstichtag werden Aktiva und Passiva zum Stichtagskurs, Erträge und Aufwendungen zum Durchschnittskurs der Periode umgerechnet. Ein im Zusammenhang mit dem Erwerb eines ausländischen Geschäftsbetriebs entstehender Geschäfts- oder Firmenwert und entstehende Anpassungen an den beizulegenden Zeitwert werden als Vermögenswerte oder Schulden des ausländischen Geschäftsbetriebs behandelt und zu Stichtagskursen umgerechnet. Währungskursdifferenzen aus diesen Umrechnungen werden im Ergebnis erfasst. Weitere Fremdwährungsdifferenzen auf Konzernebene werden im Posten "Währungsumrechnungsdifferenzen" (Eigenkapital) erfasst.

F) ZINSEN

Bei der Ermittlung von beizulegenden Zeitwerten wendet MorphoSys Zinssätze an. Für die Berechnung anteilsbasierter Vergütungen legt MorphoSys für Wandelschuldverschreibungen den am Tag der Zusage geltenden Zinssatz für deutsche Bundesanleihen mit einer Laufzeit von zwei Jahren und für Aktienoptionen den am Tag der Zusage geltenden Zinssatz für deutsche Bundesanleihen mit einer Laufzeit von drei Jahren zu Grunde.

G) DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE

Zur Absicherung seines Fremdwährungsrisikos werden im Konzern derivative Finanzinstrumente eingesetzt. In Übereinstimmung mit IAS 39.9 werden alle derivativen Finanzinstrumente ausschließlich zu Handelszwecken gehalten und bei der erstmaligen Erfassung zu Anschaffungskosten angesetzt. Nach dem erstmaligen Ansatz werden derivative Finanzinstrumente mit ihrem beizulegenden Zeitwert, d. h. ihrem notierten Marktpreis am Bilanzstichtag, bewertet. Da die Derivate nicht für Sicherungszwecke bestimmt sind, wird ein sich ergebender Gewinn oder Verlust im Ergebnis ausgewiesen. Gemäß der Kurssicherungspolitik des Konzerns werden nur zukünftige Cashflows mit hoher Wahrscheinlichkeit sowie eindeutig bestimmbare Forderungen kursgesichert, die innerhalb eines Zeitraums von zwölf Monaten realisiert werden können.

H) LIQUIDE MITTEL

Die Gesellschaft betrachtet alle Bankguthaben, Kassenbestände und kurzfristige Einlagen mit einer ursprünglichen Laufzeit von drei Monaten oder weniger als liquide Mittel. Sie legt ihre liquiden Mittel bei drei großen deutschen Finanzinstituten – Dresdner Bank, HypoVereinsbank und Deutsche Bank – an.

I) NICHT DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE

Bei ihrer erstmaligen Bewertung werden alle nicht-derivativen Finanzinstrumente zu Anschaffungskosten angesetzt, d.h. zum beizulegenden Zeitwert der gegebenen Gegenleistung und unter Einschluss der Transaktionskosten von Instrumenten, die nicht ergebniswirksam zu ihrem beizulegenden Zeitwert angesetzt sind.

Für ihre Finanzinstrumente in Form von Schuld- und Eigenkapitaltiteln wendet die Gesellschaft IAS 39 an. Die Geschäftsleitung entscheidet zum Zeitpunkt des Erwerbs über die entsprechende Klassifizierung des Finanzinstruments und überprüft sie zu jedem Bilanzstichtag. Am 31. Dezember der Jahre 2009 und 2008 waren einige von der Gesellschaft gehaltene Finanzinstrumente auch der Kategorie "zur Veräußerung verfügbar" zugeordnet. Diese Finanzinstrumente werden an dem Tag gebucht oder ausgebucht, an dem sich der Konzern zu ihrem Erwerb oder ihrer Veräußerung verpflichtet. Nach ihrem erstmaligen Ansatz werden zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte mit ihrem beizulegenden Zeitwert angesetzt, wobei ein Gewinn oder Verlust direkt in der Neubewertungsrücklage im Eigenkapital ausgewiesen wird, bis die Finanzinstrumente veräußert, eingelöst oder auf andere Weise abgegangen sind oder die Finanzinstrumente als wertgemindert angesehen werden, wobei der kumulierte Verlust zu diesem Zeitpunkt im Ergebnis erfasst wird.

Zu jedem Bilanzstichtag werden die Buchwerte dieser finanziellen Vermögenswerte daraufhin überprüft, ob objektive Hinweise (wie etwa erhebliche finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners, bedeutende Veränderungen des technologischen, ökologischen und rechtlichen Umfelds sowie des Marktumfelds des Schuldners) auf eine Wertminderung hindeuten. Für von der Gesellschaft gehaltene Eigenkapitalinstrumente stellt eine signifikante oder länger anhaltende Abnahme des beizulegenden Zeitwerts einen objektiven Hinweis auf eine möglicherweise vorzunehmende Wertminderung dar.

Falls sich in einer Folgeperiode der beizulegende Zeitwert wieder erhöht, wird der Wertminderungsverlust rückgängig gemacht und der rückgängig gemachte Betrag bei Eigenkapitaltiteln in der Neubewertungsrücklage und bei Schuldtiteln im Ergebnis erfasst.

J) FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden zu Anschaffungskosten abzüglich etwaiger Wertberichtigungen für zweifelhafte Forderungen (siehe unten) und wegen Wertminderung (siehe Ziffer N* dieses Anhangs zum Konzernabschluss) ausgewiesen.

Wertberichtigungen für zweifelhafte Forderungen beruhen auf der Einschätzung der Geschäftsleitung über die Einbringlichkeit bestimmter Kundenforderungen und auf der Altersstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Sollte eine Verschlechterung der Kreditwürdigkeit eines wichtigen Kunden eintreten oder sollten die tatsächlichen Forderungsausfälle höher sein als in der Vergangenheit, könnte die Einschätzung der Geschäftsleitung bezüglich der Realisierung von Außenständen der Gesellschaft nachteilig beeinflusst werden. Aufgrund der Einschätzung der Geschäftsleitung wurden per 31. Dezember 2009 Wertberichtigungen in Höhe von 20.235 € und per 31. Dezember 2008 in Höhe von 73.579 € vorgenommen. Die Gesellschaft vereinbart mit Kunden des Segments AbD Serotec für Außenstände Eigentumsvorbehalte, die zum 31. Dezember 2009 jedoch nicht von Bedeutung waren.

Sonstige nicht-derivative Finanzinstrumente werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode und unter Abzug eines Wertminderungsverlusts bewertet.

K) VORRÄTE

Vorräte werden mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert nach der FIFO-Methode bewertet. In die Herstellungskosten der selbstgefertigten Vorräte sind alle Kosten, die direkt zugeordnet werden können, und ein angemessener Anteil der Gemeinkosten einbezogen. Die Vorräte unterteilen sich in Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie unfertige Erzeugnisse und Fertigerzeugnisse.

L) SACHANLAGEN

Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten ausgewiesen, vermindert um kumulierte Abschreibungen (siehe auch Ziffer 8* dieses Anhangs zum Konzernabschluss) und etwaige Wertminderungen (siehe Ziffer N* dieses Anhangs zum Konzernabschluss). Ersatzbeschaffungen sowie Um- und Einbauten werden aktiviert, während Reparatur- und Instandhaltungsausgaben bei ihrem Anfall als Aufwand erfasst werden. Die Sachanlagen werden über ihre Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Mietereinbauten werden über die geschätzte Nutzungsdauer der Anlagen linear abgeschrieben.

M) IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE

MA) FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Forschungskosten werden in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie anfallen. Entwicklungskosten werden generell in Übereinstimmung mit IAS 38.5 und IAS 38.11-38.23 bei ihrem Anfall als Aufwand erfasst. Als immaterieller Vermögenswert werden Entwicklungskosten erfasst, wenn die Kriterien des IAS 38.21 (Wahrscheinlichkeit von erwartetem, zukünftigem wirtschaftlichen Nutzen, Verlässlichkeit der Ermittlung der Kosten) erfüllt sind und die Geschäftseinheit die Anforderungen des IAS 38.57 nachweisen kann.

MB) PATENTKOSTEN

Durch den Konzern erlangte Patente werden zu Anschaffungskosten ausgewiesen, vermindert um kumulierte Abschreibungen (siehe unten) und etwaige Wertminderungen (siehe Ziffer N* dieses Anhangs zum Konzernabschluss). Bei den aktivierten Kosten handelt es sich in erster Linie um Kosten der Rechtsberatung. Patentkosten werden linear über die niedrigere Dauer aus geschätzter wirtschaftlicher Nutzungsdauer der Patente (zehn Jahre) und verbleibender Patentlaufzeit abgeschrieben. Die Abschreibung beginnt zum Zeitpunkt der Patenterteilung. Die Patente der Gesellschaft zum Schutz ihrer firmeneigenen HuCAL-Technologie wurden in Australien im Oktober 2000, in den USA im Oktober 2001 und in Europa im Juni 2002 erteilt.

MC) LIZENZRECHTE

Die Gesellschaft hat von Dritten Lizenzrechte durch Vorauszahlung von Lizenzgebühren, jährliche Gebühren zur Aufrechterhaltung der Lizenzen und Gebühren für Unterlizenzen erworben. Die vorausbezahlten Lizenzgebühren schreibt die Gesellschaft über die geschätzte Nutzungsdauer der erworbenen Lizenz (zehn Jahre) linear ab. Dauer und Methode der Abschreibung werden gemäß IAS 38.104 am Ende eines jeden Geschäftsjahres überprüft. Jahresgebühren zur Aufrechterhaltung der Lizenzen werden über die Laufzeit des einzelnen Jahresvertrags abgeschrieben. Gebühren für Unterlizenzen werden über die Laufzeit des Vertrags oder bei Verträgen ohne vertraglich vereinbarte Laufzeit über die geschätzte Nutzungsdauer der Zusammenarbeit linear abgeschrieben.

MD) SOFTWARE

Software wird zu Anschaffungskosten ausgewiesen, vermindert um kumulierte Abschreibungen (siehe unten) und etwaige Wertminderungen (siehe Ziffer N* dieses Anhangs zum Konzernabschluss). Abschreibungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung linear über die geschätzte Nutzungsdauer von drei bis fünf Jahren als Aufwand erfasst. Die Abschreibung beginnt in dem Zeitpunkt, in dem die Software einsatzbereit ist.

das unternehmen konzernlagebericht konzernabschluss 81

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Gesamtergebnisrechnung Konzernbilanz Konzern-Eigenkapitalentwicklung Konzern-Kapitalflussrechnung Anhang zum Konzernabschluss

ME) KNOW-HOW UND KUNDENSTAMM

MorphoSys hat eine gemäß IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse" vorgeschriebene Kaufpreiszuordnung vorgenommen. Die identifizierten immateriellen Vermögenswerte bestehen aus Kundenstamm, Knowhow sowie Kundenbeziehungen und Händlernetz.

MF) GESCHÄFTS- ODER FIRMENWERT

Der bilanzierte Geschäfts- oder Firmenwert resultiert sowohl aus den erwarteten, zu realisierenden Synergien als auch aus den Fähigkeiten der im Zuge des Erwerbs integrierten Belegschaften.

MG) NACHTRÄGLICHE AUSGABEN

Nachträgliche Ausgaben für aktivierte immaterielle Vermögenswerte werden nur aktiviert, wenn sie den künftigen wirtschaftlichen Nutzen des jeweiligen Vermögenswerts erhöhen, auf den sie sich beziehen. Alle übrigen Ausgaben werden bei ihrem Entstehen als Aufwand erfasst.

N) WERTMINDERUNG

Die Geschäftsleitung überprüft die Buchwerte der finanziellen und nicht-finanziellen Vermögenswerte des Konzerns zu jedem Bilanzstichtag oder wann immer Anhaltspunkte vorliegen, dass ein Buchwert nicht mehr erzielbar sein könnte, auf mögliche Wertminderungen. Liegt ein Anhaltspunkt für eine Wertminderung vor, wird der erzielbare Betrag des Vermögenswerts geschätzt. Ein Wertminderungsaufwand wird erfasst, wenn der erzielbare Betrag geringer ist als der Buchwert des Vermögenswerts. Aufwendungen aus Wertminderungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Der erzielbare Betrag eines Vermögenswerts ist der höhere Betrag aus dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Verkaufskosten und Nutzungswert. Zur Schätzung des Nutzungswerts werden die erwarteten künftigen Cashflows mit einem Zinssatz vor Steuern, der die gegenwärtige Markteinschätzung des Zinseffekts und die speziellen Risiken des Vermögenswerts widerspiegelt, auf ihren Barwert abgezinst. Erwirtschaftet ein Vermögenswert keinen unabhängigen Cashflow, wird der erzielbare Betrag für die Zahlungsmittel generierende Einheit ermittelt, zu der der Vermögenswert gehört.

Ein Wertminderungsaufwand in Bezug auf einen zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswert wird anhand seines beizulegenden Zeitwerts ermittelt. Im Einzelfall wesentliche finanzielle Vermögenswerte werden in Gruppen zusammengefasst bewertet, die ähnliche Ausfallrisiken aufweisen. Alle Aufwendungen aus Wertminderung werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Ein kumulierter Verlust in Bezug auf einen zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswert, der vorher im Eigenkapital ausgewiesen wurde, wird ergebniswirksam erfasst.

Ein Wertminderungsverlust für einen finanziellen Vermögenswert wird rückgängig gemacht, wenn die spätere Erhöhung des erzielbaren Betrags objektiv mit einem Ereignis in Zusammenhang zu bringen ist, das eingetreten ist, nachdem der Wertminderungsverlust erfasst wurde. In Bezug auf andere Vermögenswerte ist ein Wertminderungsaufwand dann rückgängig zu machen, wenn sich die Schätzungen geändert haben, die der Bestimmung des erzielbaren Betrags zu Grunde lagen. Ein Wertminderungsaufwand darf nur so weit rückgängig gemacht werden, dass der Buchwert des Vermögenswerts nicht den Buchwert übersteigt, der sich (abzüglich der Abschreibungen) ergeben hätte, wenn kein Wertminderungsaufwand erfasst worden wäre.

Langfristige Vermögenswerte, von denen erwartet wird, dass ihre Buchwerte überwiegend durch Veräußerungsgeschäfte und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert werden, werden als zur Veräußerung gehalten klassifiziert. Wertminderungsaufwendungen aus der erstmaligen Klassifizierung als zur Veräußerung gehalten und spätere Gewinne und Verluste aus der erneuten Bewertung werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Gewinne werden nur bis zur Höhe des kumulierten Wertminderungsaufwands berücksichtigt.

O) AKTIENKAPITAL

Stammaktien werden als Eigenkapital klassifiziert. Zusätzliche Kosten, die der Ausgabe von Stammaktien und Aktienoptionen direkt zugeordnet werden können, werden nach Abzug der Steuereffekte vom Eigenkapital abgesetzt. Wird als Eigenkapital ausgewiesenes Aktienkapital zurückgekauft, werden die als Gegenleistung gezahlten Beträge, in denen direkt zurechenbare Kosten enthalten sind, nach Abzug von Steuern vom Eigenkapital gekürzt und als eigene Aktien behandelt. Werden eigene Aktien später veräußert oder erneut ausgegeben, wird der Erlös eigenkapitalerhöhend erfasst und das sich aus der Transaktion ergebende Plus oder Minus mit dem Ergebnisvortrag verrechnet.

P) VERBINDLICHKEITEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN UND SONSTIGE VERBINDLICHKEITEN

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten werden mit ihrem Rückzahlungsbetrag angesetzt. Verbindlichkeiten mit einer Fälligkeit von mehr als einem Jahr werden auf ihren Barwert abgezinst.

Verbindlichkeiten mit ungewissem zeitlichen Anfall oder Betrag werden als Rückstellungen ausgewiesen.

Q) WANDELSCHULDVERSCHREIBUNGEN

Die Gesellschaft hat unter Beachtung von IAS 32 und IAS 39 an den Vorstand und an Mitarbeiter des Konzerns Wandelschuldverschreibungen ausgegeben. In Übereinstimmung mit IAS 32.28 ist die Eigenkapitalkomponente einer Schuldverschreibung separat in der Kapitalrücklage auszuweisen und vom beizulegenden Zeitwert der Schuldverschreibung abzuziehen. Der verbleibende Betrag wird als Personalaufwand aus Aktienoptionen behandelt. Die Gesellschaft wendet IFRS 2 "Anteilsbasierte Vergütung" auf alle an Vorstand und Mitarbeiter des Konzerns gewährten Wandelschuldverschreibungen an.

R) UMSATZREALISIERUNG

Die Umsatzerlöse der Gesellschaft enthalten Gebühren für das Zurverfügungstellen von Technologien sowie Gebühren aus Forschungs- und Entwicklungskooperationen vorwiegend mit in Europa und den USA ansässigen Unternehmen.

Umsatzerlöse aus nicht rückzahlbaren Gebühren für die Bereitstellung von Technologien, Gebühren für die Nutzung von Technologien und Lizenzgebühren werden – solange keine geeignetere Methode der Umsatzrealisierung verfügbar ist – über die jeweilige Vertragslaufzeit abgegrenzt und linear erfasst. Diese Vertragslaufzeit entspricht in der Regel der vertraglich vereinbarten Forschungsdauer oder bei Verträgen ohne vertraglich vereinbarte Dauer der geschätzten Nutzungsdauer der Kooperation. Sofern sämtliche Kriterien des IAS 18.14 erfüllt sind, wird der Umsatz sofort in voller Höhe realisiert. Servicegebühren im Rahmen von Forschungs- und Entwicklungskooperationen werden in der Periode erfasst, in der die Dienstleistungen erbracht werden. Umsatzerlöse aus Meilensteinzahlungen werden bei Erfüllung bestimmter Kriterien gebucht.

In Übereinstimmung mit IAS 18.21, IAS 18.25 und IAS 20.18 wird für Umsatzvereinbarungen im Rahmen von Mehrkomponentenverträgen die Gesamtvergütung den separat identifizierbaren Komponenten im Verhältnis ihrer jeweiligen beizulegenden Zeitwerte (IAS 18.20) zugeordnet und das Vorliegen der Kriterien für die Umsatzrealisierung für jede Komponente einzeln beurteilt.

Vereinnahmte staatliche Investitionszuschüsse für die Förderung spezieller Forschungs- und Entwicklungsprojekte werden bis zur Höhe der damit in Zusammenhang stehenden tatsächlich angefallenen Aufwendungen als Erträge ausgewiesen. Nach den Vergabebedingungen für Investitionsbeihilfen steht den staatlichen Vergabestellen grundsätzlich das Recht zu, die Verwendung der von der Gesellschaft vereinnahmten Mittel zu prüfen.

Die Umsatzabgrenzung beinhaltet erhaltene Umsatzerlöse, die nach den Vertragsbestimmungen jedoch noch nicht verdient sind.

Die Zuschüsse beliefen sich im Jahr 2009 auf 55.667 € (2008: 20.153 €).

S) AUFWENDUNGEN

SA) HERSTELLUNGSKOSTEN

Die Herstellungskosten bestehen aus den Herstellungskosten der umgesetzten Leistung und den Anschaffungskosten der weiterverkauften Handelswaren.

SB) PERSONALAUFWAND AUS AKTIENOPTIONEN

Die Gesellschaft wendet IFRS 2 "Anteilsbasierte Vergütung" an. IFRS 2 schreibt vor, die geschätzten beizulegenden Zeitwerte von Aktienoptionen und anderen Vergünstigungen zum Bewertungsstichtag als Vergütungsaufwand über die Periode zu verteilen, in der die Mitarbeiter die mit der Gewährung in Zusammenhang stehenden Leistungen erbringen. Der Personalaufwand aus Aktienoptionen belief sich für das Gesamtjahr 2009 auf 1.743.344 € (2008: 1.039.035 €) und wurde in der Berichtsperiode unter den Herstellungskosten, den Kosten für Vertrieb, Allgemeines und Verwaltung sowie den Kosten für Forschung und Entwicklung ausgewiesen.

SC) ZAHLUNGEN FÜR OPERATING-LEASINGVERHÄLTNISSE

Im Rahmen von Operating-Leasingverhältnissen geleistete Zahlungen sind über die Laufzeit des Leasingverhältnisses linear in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Gemäß SIC-15 sind alle Anreizvereinbarungen in Zusammenhang mit Mietleasingverhältnissen als Bestandteil der vereinbarten Nettogegenleistung für die Nutzung des Leasinggegenstands zu erfassen. Die Summe der Erträge aus Anreizvereinbarungen ist während der Mietdauer linear von den Leasingaufwendungen abzusetzen.

T) ZINSERTRAG

Zinserträge werden bei ihrem Anfall unter Berücksichtigung der Effektivverzinsung des Vermögenswerts in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

U) ZINSAUFWAND

Fremdkapitalkosten werden in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie anfallen.

V) ERTRAGSTEUERN

Ertragsteuern auf den Jahresüberschuss oder -fehlbetrag enthalten laufende und latente Steuern. Ertragsteuern sind in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, ausgenommen in dem Umfang, in dem die Steuern mit direkt im Eigenkapital angesetzten Posten in Zusammenhang stehen, wobei die Ertragsteuern dann ebenfalls im Eigenkapital erfasst werden.

das unternehmen konzernlagebericht konzernabschluss 83

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Gesamtergebnisrechnung Konzernbilanz Konzern-Eigenkapitalentwicklung Konzern-Kapitalflussrechnung Anhang zum Konzernabschluss

Die laufenden Steuern sind die erwartete Steuerschuld auf das zu versteuernde Einkommen des Jahres, basierend auf Steuersätzen, die am Bilanzstichtag gelten oder vorwiegend gelten, und verrechnet mit Anpassungen der Steuerschuld für Vorjahre.

Latente Steuern werden auf der Grundlage der bilanzorientierten Verbindlichkeitsmethode berechnet, die sich mit temporären Differenzen zwischen den Buchwerten für Vermögenswerte und Schulden in der Handelsbilanz und ihren Beträgen in der Steuerbilanz befasst. Die latenten Steuern ermitteln sich in Abhängigkeit von der Art und Weise, in der erwartet wird, die Buchwerte der Vermögenswerte zu realisieren und die Schulden zu erfüllen, basierend auf Steuersätzen, die am Bilanzstichtag gelten oder vorwiegend gelten.

Latente Steueransprüche und latente Steuerschulden werden dann saldiert, wenn es ein einklagbares Recht zur Aufrechnung tatsächlicher Steuererstattungsansprüche gegen tatsächliche Steuerschulden gibt und wenn sich die latenten Steueransprüche und -schulden auf Ertragsteuern beziehen, die von der gleichen Steuerbehörde gegenüber dem gleichen Steuersubjekt erhoben werden bzw. gegenüber unterschiedlichen Steuersubjekten, die jedoch beabsichtigen, entweder den Ausgleich der tatsächlichen Steuerschulden und -erstattungsansprüche auf Nettobasis herbeizuführen oder zeitgleich den Anspruch zu realisieren und die Schuld abzulösen.

Aktive latente Steuern sind nur in der Höhe als Vermögenswert zu bilanzieren, in der es wahrscheinlich ist, dass zukünftiges zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, um den Anspruch zu realisieren. Aktive latente Steuern sind in dem Maße zu kürzen, in dem der Steueranspruch wahrscheinlich nicht mehr realisiert werden kann.

W) ERGEBNIS JE AKTIE

Der Konzern weist für seine Stammaktien ein unverwässertes und ein verwässertes Ergebnis je Aktie aus. Das unverwässerte Ergebnis je Aktie wird ermittelt, indem man den den Stammaktionären der Gesellschaft zustehenden Jahresüberschuss bzw. -fehlbetrag durch die gewichtete Zahl der sich in der Berichtsperiode durchschnittlich im Umlauf befindlichen Stammaktien dividiert. Das verwässerte Ergebnis je Aktie ergibt sich in gleicher Weise, wobei man den den Stammaktionären zustehenden Jahresüberschuss bzw. -fehlbetrag und die gewichtete Zahl der sich durchschnittlich im Umlauf befindlichen Stammaktien noch um den möglichen Verwässerungseffekt aller an das Management und Mitarbeiter ausgegebenen verwässernden Stammaktien aus Wandelschuldverschreibungen und Aktienoptionen bereinigt.

2 segmentberichterstattung

Im Konzern wird IFRS 8 "Geschäftssegmente" (in Kraft seit dem 1. Januar 2009) angewendet. IFRS 8 ersetzt IAS 14 und bringt die Zwischenberichterstattung in Einklang mit den Anforderungen des US-Standards SFAS 131 "Disclosures about segments of an enterprise and related information". Der neue Standard schreibt einen "Management Approach" vor, nach dem die Segmentinformationen auf der gleichen Basis wie die interne Berichterstattung zu erfolgen haben. Zum 30. Juni 2009 wurde im Konzern das dritte Geschäftssegment Therapeutische Antikörper – Proprietary Development implementiert. Die entsprechenden Segmentinformationen des Vorjahres wurden anhand angemessener Umlageschlüssel angepasst.

Ein Geschäftssegment ist eine Teilaktivität eines Unternehmens, dessen Geschäftsaktivitäten Umsatzerlöse erzielen und Kosten verursachen können, dessen Ertragslage durch den Hauptentscheidungsträger des Unternehmens regelmäßig überwacht wird und für das eigenständige Finanzinformationen zur Verfügung stehen.

Segmentinformationen werden in Bezug auf die Geschäftssegmente des Konzerns gegeben. Die Geschäftssegmente orientieren sich an der Managementstruktur des Konzerns und am Aufbau seiner internen Berichterstattung. Die Segmentergebnisse und das Segmentvermögen enthalten Bestandteile, die dem einzelnen Segment entweder direkt zuordenbar sind oder auf einer vernünftigen Basis auf die Segmente verteilt werden können. Die Verrechnungspreise zwischen den Segmenten werden gemäß einer Konzernrichtlinie auf der Basis des "dealing at arm's length" im Fremdvergleich ermittelt.

Der Konzern besteht aus den folgenden drei Geschäftssegmenten:

Partnered Discovery

MorphoSys ist im Besitz einer der führenden Technologien für die Herstellung von menschlichen Antikörpertherapeutika. Die Gesellschaft vermarktet diese Technologie kommerziell über Partnerschaften mit mehreren Pharma- und Biotechnologieunternehmen. Alle Geschäftsaktivitäten im Rahmen dieser Kooperationen und der technologischen Entwicklung spiegeln sich in diesem Segment wider.

Proprietary Development

Dieses Segment vereint alle die firmeneigene Entwicklung therapeutischer Antikörper betreffenden Aktivitäten unter seinem Dach. Gegenwärtig sind dies die beiden Leitwirkstoffe MOR103 und MOR202 aus dem firmeneigenen Produktportfolio. Selbst entwickelte Wirkstoffe können – sobald sie ein Entwicklungsstadium erreicht haben, in dem der Nachweis der klinischen Wirksamkeit erbracht ist – an Dritte auslizenziert werden.

AbD Serotec

Das Geschäftssegment AbD Serotec erweitert die Kernkompetenz von MorphoSys in Richtung der Entwicklung und Herstellung von Antikörpern zu Forschungs- und Diagnostikzwecken. Es verwertet die HuCAL-Technologie zur maßgeschneiderten Herstellung von Forschungsantikörpern für seine Kunden. Darüber hinaus erwirtschaftet das Segment Umsätze aus Katalog-Antikörpern und der Herstellung von Antikörpern in industriellen Mengen.

Segmentübergreifende Angaben

Bei den Segmentübergreifenden Angaben beziehen sich die Segmentumsatzerlöse auf den geographischen Sitz der Kunden. Die Angaben zum Segmentvermögen betreffen den Standort der Vermögenswerte.

Zwölf Monate zum 31. Dezember Partnered Discovery Proprietary Development
(in T €) 2009 2008 2009 2008
Umsatzerlöse
, gesamt
61.669 54.323 1.012 0
Umsatzerlöse, extern 61.669 54.323 1.012 0
Umsatzerlöse, intersegmentär 0 0 0 0
Betriebliche
Aufwendungen
gesamt
22.094 19.888 19.297 8.860
Herstellungskosten 0 0 0 0
Sonstige betriebliche Aufwendungen 21.170 18.994 19.178 8.860
Aufwendungen, intersegmentär 924 894 119 0
SEGMENTERGEBNIS 39.575 34.435 –18.285 –8.860
Finanzerträge 0 0 0 0
Finanzaufwendungen 0 0 0 0
Sonstige Erträge 0 0 0 0
Sonstige Aufwendungen 0 0 0 0
Ergebnis
Steuern
0 0 0 0
Aufwand aus Ertragsteuern 0 0 0 0
Jahres
überschuss
0 0 0 0
Kurzfristige Vermögenswerte 9.499 2.216 1.160 820
Langfristige Vermögenswerte 10.320 12.938 5.450 3.268
SEGMENTAKTIVA GESAMT 19.819 15.154 6.610 4.088
Kurzfristige Verbindlichkeiten 12.210 18.016 3.008 1.702
Langfristige Verbindlichkeiten 5.579 11.193 0 0
Eigenkapital
SEGMENTPASSIVA GESAMT 17.789 29.209 3.008 1.702
Investitionen 1.525 2.507 841 380
Abschreibungen 2.470 2.994 823 221
das unternehmen konzernlagebericht konzernabschluss 85
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
Gesamtergebnisrechnung
Konzernbilanz
Konzern-Eigenkapitalentwicklung
Konzern-Kapitalflussrechnung
Anhang zum Konzernabschluss
Proprietary Development AbD Serotec Nicht zugeordnet Konsolidierung Konzern
2009 2008 2009 2008 2009 2008 2009 2008
19.386 18.216 0 0 –1.043 –894 81.024 71.645
18.343 17.322 0 0 0 0 81.024 71.645
1.043 894 0 0 –1.043 –894 0
18.371 17.852 10.903 9.516 –1.043 –894 69.622 55.222
6.744 7.138 0 0 0 0 6.744
11.627 10.714 10.903 9.516 0 0 62.878
0 0 0 0 –1.043 –894 0
1.015 364 –10.903 –9.516 0 0 11.402
0 0 0 0 0 0 2.002
0 0 0 0 0 0 9
0 0 0 0 0 0 372
0 0 0 0 0 0 733
0 0 0 0 0 0 13.034
0 0 0 0 0 0 4.070
0 0 0 0 0 0 8.964
9.024 8.811 135.909 138.268 0 0 155.592
31.814 32.406 2.915 4.565 0 0 50.499
40.838 41.217 138.824 142.833 0 0 206.091
3.818 2.867 5.216 4.818 0 0 24.252
905 1.019 1.420 1.690 0 0 7.904
173.935 161.987 173.935
4.723 3.886 180.571 168.495 0 0 206.091
783 475 682 523 0 0 3.831
1.128 1.222 922 806 0 0 5.343

Das Segmentergebnis ergibt sich aus den Segmentumsatzerlösen abzüglich der betrieblichen Aufwendungen des Segments. Als Ausgleich für therapeutische Umsatzerlöse aus Verträgen, die ursprünglich durch das Segment AbD Serotec initiiert wurden, leistete das Segment Partnered Discovery aufgrund eines Umsatzverteilungsvertrags, der in 2007 zwischen den beiden Segmenten geschlossen wurde, eine Ausgleichsgebühr an das Segment AbD Serotec in Höhe von 0,9 Mio. € im Jahr 2009 (2008: 0,9 Mio. €). Im Jahr 2009 wurde eine Wertminderung aus Vermögenswerten von untergeordneter Bedeutung im Segment AbD Serotec ergebniswirksam erfasst. Im Vorjahr waren Wertminderungen aus Vermögenswerten in Höhe von 0,4 Mio. € im Segment Partnered Discovery und 0,5 Mio. € im Segment AbD Serotec ergebniswirksam erfasst worden.

Die wichtigsten Kunden des Konzerns betreffen das Segment Partnered Discovery. Der Anteil des bedeutendsten Kunden am Buchwert der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betrug am 31. Dezember 2009 9,0 Mio. € (2008: 1,8 Mio. €).

Die folgende Übersicht zeigt die geographische Verteilung der Konzernumsatzerlöse:

in T € 2009 2008
Deutschland 6.865 5.314
Europa und Asien 58.099 48.338
USA und Kanada 14.807 16.390
Sonstige 1.253 1.603
GESAMT 81.024 71.645

Die folgende Übersicht zeigt die geographische Verteilung des Konzernvermögens:

in T € 2009 2008
Deutschland 197.405 194.126
Großbritannien 7.329 7.414
USA 1.357 1.753
GESAMT 206.091 203.293

Die folgende Übersicht zeigt die geographische Verteilung der Konzerninvestitionen:

in T € 2009 2008
Deutschland 3.520 3.696
Großbritannien 290 147
USA 21 42
GESAMT 3.831 3.885

3 liquide mittel

in T € 2009 2008
Bankguthaben und
Kassenbestände
41.255 40.114
Termingelder 883 842
Zweckgebundene Finanzmittel –883 –842
Liquide
Mittel
41.255 40.114

Die zweckgebundenen Finanzmitteln von 0,9 Mio. € (Vorjahr: 0,8 Mio. €) sind Mietkautionen für die Gebäude an den Hauptsitzen in München und in Oxford.

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Gesamtergebnisrechnung Konzernbilanz Konzern-Eigenkapitalentwicklung Konzern-Kapitalflussrechnung Anhang zum Konzernabschluss

4 finanzanlagen

Die zur Veräußerung verfügbaren Finanzanlagen setzten sich am 31. Dezember 2009 und 2008 wie folgt zusammen:

Unrealisierter Holding
in T € Fälligkeit Anschaffungs
kosten
Brutto-Gewinn Brutto-Verlust Realisierter
Holdinggewinn
Marktwert
31. Dezember
2009
DB Money Cash täglich 89.354 4.719 0 0 94.073
Zweckgebundene Finanzmittel –189
GESAMT 93.884
31. Dezember
2008
DB Money Cash täglich 92.073 5.786 0 0 97.859
Zweckgebundene Finanzmittel –107
GESAMT 97.752

Der unrealisierte Holding-Bruttogewinn des Konzerns in Höhe von 4.718.984 € zum 31. Dezember 2009 und 5.785.889 € zum 31. Dezember 2008 wurde als separate Position im Eigenkapital (Neubewertungsrücklage) ausgewiesen. Im Jahr 2009 hat der Konzern in der Gewinn- und Verlustrechnung einen Gewinn von 1.717.095 € aus der Veräußerung von Finanzinstrumenten ausgewiesen, der zuvor im Eigenkapital erfasst war (2008: 1.022.873 €). Bei den 0,2 Mio. € (Vorjahr: 0,1 Mio. €) zweckgebundenen Finanzmitteln handelt es sich um eine geleistete Mietkaution.

Weitere Erläuterungen zur bilanziellen Behandlung der Finanzinstrumente werden in der Ziffer 1I* dieses Anhangs zum Konzernabschluss gegeben.

5 for deru ngen aus l ieferu ngen und leistungen

Alle Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind unverzinslich und haben generell Zahlungsziele zwischen 30 und 45 Tagen. Am 31. Dezember 2009 und 2008 enthielten die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen noch nicht in Rechnung gestellte Beträge in Höhe von 1.757.338 € bzw. 971.686 €.

6 sonstige forderungen

Gemäß der Kurssicherungspolitik der Gesellschaft werden mit hoher Wahrscheinlichkeit erwartete Cashflows und eindeutig bestimmbare Fremdwährungsforderungen mit einem Zahlungsziel von bis zu zwölf Monaten auf Kurssicherungsbedarf geprüft. Diese Derivative werden mit ihren beizulegenden Zeitwerten als sonstige Forderungen ausgewiesen. Beginnend in 2003 hat MorphoSys Devisenoptions- und -terminverträge zur Kurssicherung seines Währungsrisikos aus US-Dollar-Forderungen geschlossen.

Am 31. Dezember 2009 bestanden keine offenen Options- oder Terminverträge. Am Anfang des Geschäftsjahres hat die Gesellschaft neun Optionsverträge mit Fälligkeitsterminen im Geschäftsjahr 2009 und einem realisierten Verlust in Höhe von 0,1 Mio. € (2008: Verlust von 0,04 Mio. €) abgeschlossen. Realisierte Verluste wurden als sonstiger Aufwand erfasst.

7 rechnungsabgrenzung, steuerfor deru ngen, sonst ige ku r zfr ist ige vermögenswerte und vorräte

Sowohl die kurzfristige als auch die langfristige aktive Rechnungsabgrenzung bestanden zum 31. Dezember 2009 im Wesentlichen aus vorausgezahlten Gebühren für Sublizenzen in Höhe von 0,3 Mio. € (2008: 0,2 Mio. €) und anderen Vorauszahlungen in Höhe von 2,2 Mio. € (2008: 1,7 Mio. €).

Zum 31. Dezember 2009 bestanden Steuerforderungen in Höhe von 0,8 Mio. € (2008: 1,1 Mio. €), die hauptsächlich Forderungen aus einbehaltenem Zinsabschlag auf Kapitalerträge umfassten.

Vorräte in Höhe von 4,0 Mio. € (2008: 3,5 Mio. €) lagerten vor allem an den Standorten Oxford, Großbritannien, und Raleigh, USA, sowie Martinsried, Deutschland. Zum Bilanzstichtag enthielten die Vorräte Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Handelswaren in Höhe von 2,0 Mio. € (2008: 2,8 Mio. €), unfertige Erzeugnisse in Höhe von 0,1 Mio. € (2008: 0,1 Mio. €) und Fertigerzeugnisse in Höhe von 1,9 Mio. € (2008: 0,6 Mio. €). Die Wertberichtigung auf Vorräte belief sich zum 31. Dezember 2009 auf 2,2 Mio. € (2008: 1,6 Mio. €) und ist in den Herstellungskosten enthalten. Wie im Vorjahr bestanden zum Bilanzstichtag keine Vorräte, die zum Nettoveräußerungswert ausgewiesen wurden. Im Geschäftsjahr 2009 wurden Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Bestandsveränderungen der unfertigen Erzeugnisse und Fertigerzeugnisse in Höhe von 5,2 Mio. € (2008: 5,4 Mio. €) unter den Herstellungskosten erfasst.

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Gesamtergebnisrechnung Konzernbilanz Konzern-Eigenkapitalentwicklung Konzern-Kapitalflussrechnung Anhang zum Konzernabschluss

8 sachanlagen

in T € Grundstücke
und Gebäude
Büro- und
Laborausstattung
Betriebs- und Ge
schäftsausstattung
Gesamt
Anschaffungskosten
1. Januar
2009
813 9.096 2.184 12.093
Zugänge 0 2.418 168 2.586
Abgänge 0 –9 –32 –41
Währungseffekte 56 37 19 112
31. Dezember
2009
869 11.542 2.339 14.750
Kumulierte Abschreibungen
1. Januar
2009
161 6.427 1.538 8.126
Jahresabschreibung 54 1.356 207 1.617
Wertberichtigungen 0 2 5 7
Abgänge 0 –11 –26 –37
Währungseffekte 11 19 10 40
31. Dezember
2009
226 7.793 1.734 9.753
Buchwerte
1. Januar
2009
652 2.669 646 3.967
31. Dezember
2009
643 3.749 605 4.997
Anschaffungskosten
1. Januar
2008
1.074 7.906 2.116 11.096
Zugänge 0 1.482 160 1.642
Abgänge 0 –112 0 –112
Währungseffekte –261 –180 –92 –533
31. Dezember
2008
813 9.096 2.184 12.093
Kumulierte Abschreibungen
1. Januar
2008
137 5.404 1.326 6.867
Jahresabschreibung 57 1.200 249 1.506
Wertberichtigungen 0 0 0 0
Abgänge 0 –108 0 –108
Währungseffekte –33 –69 –37 –139
31. Dezember
2008
161 6.427 1.538 8.126
Buchwerte
1. Januar
2008
937 2.502 790 4.229
31. Dezember
2008
652 2.669 646 3.967

Zum 31. Dezember 2009 waren Grundstücke und Gebäude in Poole, UK, im Wert von 771.798 € als "zur Veräußerung gehalten" eingestuft (2008: € 722,036).

Die Abschreibungen sind in den folgenden Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung enthalten:

in T € 2009 2008
Kosten für Forschung und
Entwicklung
1.013 917
Vertrieb, Allgemeines und
Verwaltung (Abschreibungen)
526 496
Vertrieb, Allgemeines und
Verwaltung (Wertberichtigungen)
7 0
Herstellungskosten 83 103
GESAMT 1.629 1.516

Zum 31. Dezember 2009 waren die Fremdwährungseffekte aus erworbenen Vermögenswerten von untergeordneter Bedeutung und wurden im Eigenkapital unter "Währungsumrechnungsdifferenzen" ausgewiesen.

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Gesamtergebnisrechnung Konzernbilanz Konzern-Eigenkapitalentwicklung Konzern-Kapitalflussrechnung Anhang zum Konzernabschluss

9 immaterielle vermögenswerte

in T € Patente Lizenzen Software Know-how und
Kundenstamm
Geschäfts- oder
Firmenwert
Gesamt
Anschaffungskosten
1. Januar
2009
3.986 24.381 2.595 4.905 26.672 62.539
Zugänge 162 736 347 0 0 1.245
Abgänge 0 –367 0 0 0 –367
Währungseffekte 0 31 13 202 70 316
31. Dezember
2009
4.148 24.781 2.955 5.107 26.742 63.733
Kumulierte Abschreibungen
1. Januar
2009
2.787 9.003 1.931 2.412 0 16.133
Jahresabschreibung 571 2.341 302 497 0 3.711
Wertberichtigungen 0 0 0 31 0 31
Abgänge 0 –350 0 0 0 –350
Währungseffekte 0 7 10 82 0 99
31. Dezember
2009
3.358 11.001 2.243 3.022 0 19.624
Buchwerte
1. Januar
2009
1.199 15.378 664 2.493 26.672 46.406
31. Dezember
2009
790 13.780 712 2.085 26.742 44.109
Anschaffungskosten
1. Januar
2008
3.955 22.815 2.281 5.960 26.954 61.965
Zugänge 103 1.743 398 0 0 2.244
Abgänge –72 –48 –28 0 0 –148
Währungseffekte 0 –129 –56 –1.055 –282 –1.522
31. Dezember
2008
3.986 24.381 2.595 4.905 26.672 62.539
Kumulierte Abschreibungen
1. Januar
2008
2.361 6.384 1.649 2.273 0 12.667
Jahresabschreibung 498 2.339 305 492 0 3.634
Wertberichtigungen 0 350 0 0 0 350
Abgänge –72 –46 –2 0 0 –120
Währungseffekte 0 –24 –21 –353 0 –398
31. Dezember
2008
2.787 9.003 1.931 2.412 0 16.133
Buchwerte
1. Januar
2008
1.594 16.431 632 3.687 26.954 49.298
31. Dezember
2008
1.199 15.378 664 2.493 26.672 46.406

Der Abschreibungsaufwand ist in den folgenden Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung enthalten:

in T € 2009 2008
Kosten für Forschung und
Entwicklung
2.914 2.938
Forschung und Entwicklung
(Wertberichtigungen)
31 350
Kosten für Vertrieb,
Allgemeines und Verwaltung
648 629
Herstellungskosten 159 160
GESAMT 3.752 4.077

Zum 31. Dezember 2009 wurde eine Wertberichtigung auf immaterielle Vermögenswerte von untergeordneter Bedeutung im Segment AbD Serotec ergebniswirksam erfasst (2008: Wertberichtigung von 0,4 Mio. € im Segment Partnered Discovery).

Zum 31. Dezember 2009 waren die Fremdwährungseffekte aus erworbenen Vermögenswerten von untergeordneter Bedeutung und wurden im Eigenkapital unter "Währungsumrechnungsdifferenzen" ausgewiesen.

10 sonstige vermögenswerte

Die Gesellschaft hat bestimmte Positionen innerhalb der sonstigen Vermögenswerte als zweckgebundene Finanzmittel klassifiziert, die für betriebliche Zwecke nicht zur Verfügung stehen (siehe Ziffer 3* dieses Anhangs zum Konzernabschluss). Zum 31. Dezember 2009 und 2008 verfügte die Gesellschaft über zweckgebundene Finanzmittel von 1,1 Mio. € bzw. 0,9 Mio. € für ausgereichte Garantien und von 32.670 € bzw. 48.670 € für an Mitarbeiter ausgegebene Wandelschuldverschreibungen.

11 zu r v er äusseru ng geh a lt en e vermögenswerte

Am 31. Dezember 2009 bestanden die als zur Veräußerung verfügbar klassifizierten Vermögenswerte aus den gewerblich genutzten Immobilien (Segment AbD Serotec) der Tochtergesellschaft Poole Real Estate Ltd., Poole, Großbritannien, mit einem Nettobuchwert von 771.798 € (2008: 722.036 €). Maßnahmen zur Veräußerung der Immobilien wurden ergriffen und werden voraussichtlich innerhalb eines Jahres zum Verkauf führen. Eine externe unabhängige Immobiliengesellschaft, die über die erforderliche fachliche Qualifikation sowie aktuelle Erfahrungen mit Standort und Art der zu bewertenden Immobilien verfügt, hat die Immobilien im vierten Quartal 2009 bewertet. Wertberichtigungen wurden für das Geschäftsjahr 2009 nicht identifiziert. Aufgrund des Preisrückgangs am Immobilienmarkt und der Neubewertung zum niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Verkaufskosten war zum 31. Dezember 2008 in der Gewinn- und Verlustrechnung unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ein Wertminderungsaufwand von 0,5 Mio. € erfasst worden.

12 geschäfts- oder firmenwert

Zum 31. Oktober 2009 wurde der Geschäfts- oder Firmenwert wie von IAS 36 vorgeschrieben einem Werthaltigkeitstest unterzogen. Auf der Basis des Segments AbD Serotec als der Zahlungsmittel generierenden Einheit wurde der Nutzungswert erheblich höher eingestuft als der Buchwert. Zusätzlich wurde eine ausführliche Sensitivitätsanalyse erstellt. Der Ermittlung des Nutzungswerts auf der Grundlage einer aktualisierten Prognose der Finanzmittelflüsse für die nächsten fünf Jahre lagen folgende Annahmen zu Grunde: ein Betafaktor von 1,1, ein Ertragsteuersatz von 36%, ein WACC von 8,92% und eine konservative Wachstumsrate der ewigen Rente von 3%. Die Projektion der Zahlungsströme basiert auf internen und externen Quellen und geht von einer durchschnittlichen jährlichen Steigerungsrate der Umsatzerlöse von ca. 12% aus. Die Sensitivitätsanalyse wurde mit unterschiedlichen Annahmen und Variablen erstellt. Bei einem Rückgang der Wachstumsrate der ewigen Rente von 3% auf 0% bzw. einem Abschlag auf die zukünftigen Finanzmittelzuflüsse von 20% wurde kein Abwertungsbe-

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Gesamtergebnisrechnung Konzernbilanz Konzern-Eigenkapitalentwicklung Konzern-Kapitalflussrechnung Anhang zum Konzernabschluss

darf identifiziert. Der Buchwert entspricht dem Nutzungswert, falls der WACC auf 11% steigt. Die getroffenen Annahmen entsprechen der Einschätzung des Managements im Hinblick auf die zukünftige Entwicklung und beruhen sowohl auf internen Planungsszenarien als auch auf externen Quellen.

13 v er bin dl ichk ei t en aus l ieferu ngen und leistungen

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind unverzinslich und haben im Normalfall Zahlungsziele von bis zu 30 Tagen.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ergeben sich aus der folgenden Übersicht:

in T € 2009 2008
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen 831 1.216
Abgegrenzte Aufwendungen 12.725 9.802
Sonstige Verbindlichkeiten 550 598
GESAMT 14.106 11.616

In den abgegrenzten Aufwendungen sind im Wesentlichen abgegrenzte Personalaufwendungen aus Zahlungen an Mitarbeiter und das Management in Höhe von 3,9 Mio. € (2008: 2,9 Mio. €) enthalten. Die abgegrenzten Aufwendungen enthielten auch Rückstellungen für ausstehende Rechnungen von 2,9 Mio. € (2008: 2,3 Mio. €), externe Laborleistungen von 2,3 Mio. € (2008: 1,3 Mio. €), Lizenzzahlungen von 3,3 Mio. € (2008: 2,4 Mio. €), Aufsichtsratsvergütungen von 0,1 Mio. € (2008: 0,3 Mio. €), Prüfungs- und sonstige damit verbundene Honorare von 0,2 Mio. € (2008: 0,2 Mio. €) sowie 0,1 Mio. € für Rechtsberatung (2008: 0,3 Mio. €).

Auf der Hauptversammlung der Gesellschaft im Mai 2009 wurde ihr Aufsichtsrat ermächtigt, die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zum Abschlussprüfer zu bestellen. Die Prüfungsgesellschaft und ihre Partnerunternehmen innerhalb des weltweiten KPMG-Netzwerks erhielten von MorphoSys im Geschäftsjahr 2009 und 2008 Vergütungen in Höhe von 249.667 € und 207.887 € einschließlich Prüfungshonorare von 239.898 € (2008: 193.199 €), Honorare für sonstige Bestätigungs- und Bewertungsleistungen von 9.000 € (2008: 13.970 €), Honorare für Steuerberatung von 0 € (2008: 0 €) und Honorare für sonstige Leistungen von 768 € (2008: 718 €). In diesen Zahlen sind Rückstellungen für Prüfungshonorare von 141.807 € (2008: 166.019 €) enthalten. In den Prüfungsgebühren des Jahres 2008 war die Auflösung einer nicht in Anspruch genommenen Rückstellung für Prüfungshonorare in Höhe von 30.000 € enthalten.

In 2009 beliefen sich die Vergütungen von MorphoSys für die Prüfungsgesellschaft und ihre verbundenen Unternehmen in der KPMG Europe LLP auf insgesamt 211.785 € (2008: 162.294 €) einschließlich Prüfungshonorare von 202.017 € (2008: 151.518 €), Honorare für sonstige Bestätigungs- und Bewertungsleistungen von 9.000 € (2008: 10.059 €), Steuerberatung von 0 € (2008: 0 €) und sonstige Leistungen von 768 € (2008: 718 €).

14 rückstellungen und steuerv er bin dl ichk ei t en

Am 31. Dezember 2009 und 2008 verfügte die Gesellschaft über Rückstellungen und Steuerverbindlichkeiten in Höhe von 1,5 Mio. € bzw. 1,0 Mio. €.

Die Steuerrückstellungen enthalten vor allem Aufwendungen für Ertragsteuern, die zum 31. Dezember 2009 in Bezug auf ihre Höhe ungewiss waren und voraussichtlich in 2010 ausgeglichen werden.

Die Rückstellungen haben sich im Geschäftsjahr 2009 wie folgt verändert:

in T € 01.01.2009 Zugänge Inanspruchnahme Auflösung 31.12.2009
Steuern 882 999 412 42 1.427
Sonstige Verpflichtungen 118 8 0 83 43
GESAMT 1.000 1.007 412 125 1.470

15 f ina nzinst rumen t e u n d m a nagemen t des finanzrisikos

Zusätzlich zu den im Lagebericht erläuterten Risiken hat der Konzern die nachfolgend aufgeführten Risiken identifiziert:

AUSFALL- UND LIQUIDITÄTSRISIKO

Finanzinstrumente, die für die Gesellschaft möglicherweise eine Konzentration des Ausfall- und Liquiditätsrisikos bewirken können, sind hauptsächlich Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente, marktgängige Wertpapiere und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente der Gesellschaft lauten vorwiegend auf Euro und US-Dollar. Bei den marktgängigen Wertpapieren handelt es sich um qualitativ hochwertige Anlagen. Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und marktgängige Wertpapiere werden grundsätzlich bei drei renommierten Finanzinstituten in Deutschland gehalten. Die Gesellschaft überwacht fortlaufend ihre Positionen bei den Finanzinstituten, die ihre Vertragspartner bei den Finanzinstrumenten sind, sowie deren Bonität und kann kein Risiko der Nichterfüllung erkennen.

Es ist Politik des Konzerns, alle Kunden mit dem Wunsch nach Zahlungszielen einer Kreditwürdigkeitsprüfung zu unterziehen. Dennoch unterliegen die Umsatzerlöse und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen der Gesellschaft einem Ausfallrisiko durch Kundenkonzentration. Forderungen gegen den wichtigsten Kunden des Konzerns beliefen sich auf 9,0 Mio. € zum 31. Dezember 2009 (2008: 1,8 Mio. €). Vom Bestand der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen des Konzerns entfielen zum Jahresende 2009 rund 80% auf diesen einzelnen Kunden. Überdies machten drei einzelne Kunden der Gesellschaft 52%, 10% bzw. 3% der gesamten Umsatzerlöse des Jahres 2009 aus. Am 31. Dezember 2008 hatten 43% des letztjährigen Bestands der Ge

sellschaft an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen einen einzelnen Kunden betroffen; von den Umsatzerlösen des Jahres 2008 waren 50%, 7% bzw. 6% auf drei Kunden entfallen. Nach Einschätzung der Geschäftsleitung waren im Segment AbD Serotec zum 31. Dezember 2009 und 2008 Wertberichtigungen in Höhe von 20.235 € bzw. 73.579 € erforderlich. Die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte stellen das maximale Ausfallrisiko dar.

Das maximale Ausfallrisiko von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nach geographischer Aufteilung stellte sich am Bilanzstichtag wie folgt dar:

in € 2009 2008
Europa und Asien 10.439.419 2.862.293
USA und Kanada 721.779 1.317.226
Sonstige –4.639 31.739
GESAMT 11.156.559 4.211.258

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Gesamtergebnisrechnung Konzernbilanz Konzern-Eigenkapitalentwicklung Konzern-Kapitalflussrechnung Anhang zum Konzernabschluss

Die Altersstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stellte sich wie folgt dar:

in €; Fälligkeit 2009
0–30 Tage
2009
30–60 Tage
2009
60 + Tage
2009
Gesamt
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 10.770.919 336.553 69.322 11.176.794
Wertberichtigung 0 0 –20.235 –20.235
FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN,
NACH ABZUG DER WERTBERICHTIGUNG 10.770.919 336.553 49.087 11.156.559
in €; Fälligkeit 2008
0–30 Tage
2008
30–60 Tage
2008
60 + Tage
2008
Gesamt
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 3.703.447 443.967 137.423 4.284.837

NACH ABZUG DER WERTBERICHTIGUNG 3.703.447 443.967 63.844 4.211.258

Die vertraglich vereinbarten Fälligkeitstermine von und die zugehörigen Zahlungsmittelflüsse für Finanzverbindlichkeiten liegen innerhalb eines Jahres. Die an nahe stehende Unternehmen und Personen ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen in Höhe von 0,1 Mio. € haben eine Laufzeit bis 31. Dezember 2011 (Vorjahr: 0,1 Mio. €). Zu den derivativen Finanzinstrumenten sowie den Fälligkeiten und Beträgen der zugehörigen Zahlungsmittelzu- und -abflüsse verweisen wir auf Ziffer 6* dieses Anhangs zum Konzernabschluss.

MARKTRISIKO

Das Marktrisiko beschreibt das Risiko, dass sich Änderungen in Marktpreisen wie Währungskurse, Zinssätze und Anteilsbewertungen auf die Ertragslage des Konzerns oder den Wert der gehaltenen Finanzinstrumente auswirken. Der Konzern ist einem Währungsrisiko und einem Zinsrisiko ausgesetzt.

WÄHRUNGSRISIKO

Der Konzernabschluss wird in Euro erstellt. Während die Aufwendungen von MorphoSys überwiegend in Euro anfallen, hängt ein wesentlicher Teil der Umsatzerlöse vom jeweiligen Wechselkurs zwischen US-Dollar und Euro ab. Die Gesellschaft prüft im Jahresverlauf die Notwendigkeit von Kurssicherungsmaßnahmen zur Minderung des Währungsrisikos und begegnet ihm durch den Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten.

Das Währungsrisiko des Konzerns setzt sich auf der Basis der Buchwerte wie folgt zusammen:

31. Dezember 2009; in € EUR USD GBP Sonstige Gesamt
Liquide Mittel 40.413.546 182.287 659.483 0 41.255.316
Zur Veräußerung verfügbare Vermögenswerte 93.883.571 0 0 0 93.883.571
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 8.987.085 1.660.995 386.262 122.217 11.156.559
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und
Lizenzverbindlichkeiten –319.985 –267.072 –330.213 –13.981 –931.251
GESAMT 142.964.217 1.576.210 715.532 108.236 145.364.195
GESAMT 136.903.799 1.663.206 1.795.532 47.735 140.410.272
Lizenzverbindlichkeiten –1.149.401 –160.695 –345.065 –11.567 –1.666.728
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.995.096 1.738.197 418.663 59.302 4.211.258
Zur Veräußerung verfügbare Vermögenswerte 97.752.015 0 0 0 97.752.015
Liquide Mittel 38.306.089 85.704 1.721.934 0 40.113.727
31. Dezember 2008; in € EUR USD GBP Sonstige Gesamt

Ein Anstieg des Euro um 10% gegenüber dem US-Dollar zum 31. Dezember 2009 hätte das Ergebnis des Konzerns um 0,1 Mio. € verringert (unter der Annahme konstanter Zinssätze; 2008: Rückgang um 0,2 Mio. €). Ein Rückgang des Euro um 10% gegenüber dem US-Dollar hätte das Ergebnis des Konzerns um 0,2 Mio. € erhöht (2008: Erhöhung um 0,2 Mio. €). Ein Anstieg des Euro um 10% gegenüber dem britischen Pfund zum 31. Dezember 2009 hätte das Ergebnis des Konzerns um 0,1 Mio. € verringert (unter der Annahme konstanter Zinssätze; 2008: Rückgang um 0,2 Mio. €). Ein Rückgang des Euro um 10% gegenüber dem britischen Pfund hätte das Ergebnis des Konzerns um 0,1 Mio. € erhöht (2008: Erhöhung um 0,2 Mio. €).

Unter der Annahme gleichbleibender Wechselkurse von USD/EUR und GBP/EUR im Vergleich zum Jahresdurchschnittskurs von 2008 wären die Umsatzerlöse des Konzerns um 0,4 Mio. € niedriger gewesen (2008: um 1,5 Mio. € höher).

ZINSRISIKO

Das Risiko des Konzerns aus Zinssatzänderungen ergibt sich im Wesentlichen aus den zur Veräußerung gehaltenen Wertpapieren. Eine Änderung des allgemeinen Zinsniveaus könnte zu einer Erhöhung oder einem Rückgang des Marktwerts dieser Wertpapiere führen. Das Risiko eines Rückgangs des Marktwerts ist jedoch aufgrund von Marktwertgarantien der ausgebenden Banken begrenzt – neben der Tatsache, dass alle Finanzinstrumente in diesen Geldmarktfonds kurze Fälligkeiten haben. Diese Garantien werden halbjährlich erneuert. Im Hinblick auf die in der Bilanz ausgewiesenen Verbindlichkeiten sieht sich der Konzern derzeit keinem wesentlichen Zinsrisiko ausgesetzt.

HIER ARCHIE BEIZULEGENDER ZEITWERTE UND BEWERTUNGSMETHODEN

Der Buchwert von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten wie Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten, marktgängigen Wertpapieren sowie Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen entspricht angesichts ihrer kurzen Fälligkeiten annähernd ihrem beizulegenden Zeitwert. Der Marktwert von marktgängigen Wertpapieren bestimmt sich nach ihren notierten Marktpreisen (Hierarchielevel 1, notierte Preise in aktiven Märkten; siehe Ziffer 4* dieses Anhangs zum Konzernabschluss). Den Hierarchieebenen 2 und 3 wurden keine finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zugeordnet. Der den Lizenzverbindlichkeiten beizulegende Zeitwert ermittelt sich nach der Effektivzinsmethode. Wandelschuldverschreibungen werden mit den zugeschriebenen Werten ausgewiesen, die annähernd dem zum Fälligkeitstag fälligen Kapitalbetrag entsprechen. Weder in 2009 noch in 2008 wurden Übertragungen zwischen den Hierarchie-Leveln der beizulegenden Zeitwerte vorgenommen.

das unternehmen konzernlagebericht konzernabschluss 97

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Gesamtergebnisrechnung Konzernbilanz Konzern-Eigenkapitalentwicklung Konzern-Kapitalflussrechnung Anhang zum Konzernabschluss

16 eigenkapital

Die Richtlinien des Vorstands der Gesellschaft zielen auf die Sicherung einer starken Eigenkapitalbasis zum Erhalt des Vertrauens von Investoren, Geschäftspartnern und Kapitalmarkt und die Sicherung einer nachhaltigen zukünftigen Entwicklung. Die Richtlinien weichen nicht von den Grundsätzen der vergangenen Jahre ab.

GEZEICHNETES KAPITAL

Am 31. Dezember 2009 betrug das gezeichnete Kapital der Gesellschaft einschließlich eigener Aktien 22.660.557 €, eine Zunahme von 181.770 € gegenüber dem Stand von 22.478.787 € am 31. Dezember 2008. Jede Stückaktie des gezeichneten Kapitals gewährt ein Stimmrecht. Die Zunahme ist auf die Wandlung und die Ausübung von 181.770 an den Vorstand und an Mitarbeiter gewährten Optionen zurückzuführen.

Am 31. Dezember 2008 hatte das gezeichnete Kapital der Gesellschaft 22.478.787 € betragen. Die Zunahme der Aktienanzahl um 318.528 € bzw. 318.528 Aktien war das Ergebnis der Wandlung und Ausübung von Wandelschuldverschreibungen und Optionen im Geschäftsjahr 2008.

Eigene Aktien beliefen sich am 31. Dezember 2009 unverändert zum Vorjahr auf 9.774 € (79.896 Aktien).

GENEHMIGTES KAPITAL

Das nicht in Anspruch genommene Genehmigte Kapital I war am 31. Dezember 2009 verglichen mit dem 31. Dezember 2008 unverändert und dient der Ausgabe von bis zu 8.864.103 neuen Aktien.

Das nicht in Anspruch genommene Genehmigte Kapital II war am 31. Dezember 2009 verglichen mit dem 31. Dezember 2008 unverändert und dient der Ausgabe von bis zu 2.216.025 neuen Aktien.

BEDINGTES KAPITAL

Im Jahr 2009 wurden aus dem Bedingten Kapital II durch Ausübung der gleichen Zahl von Optionen durch Mitarbeiter und Mitglieder des Vorstands 80.700 Aktien geschaffen und das Grundkapital um 80.700 € erhöht. Daneben wurden aus dem Bedingten Kapital V durch Ausübung von Optionen durch Mitarbeiter und Mitglieder des Vorstands 101.070 Aktien geschaffen und das Grundkapital um 101.070 € erhöht.

Im Jahr 2008 waren aus den Bedingten Kapitalien I, II, IV und V 15.495, 133.350, 75.783 bzw. 93.900 Aktien geschaffen worden. Das Grundkapital hatte sich dadurch um 15.495 €, 133.350 €, 75.783 € bzw. 93.900 € erhöht.

DIVIDENDEN

Dividenden dürfen ausschließlich auf der Grundlage des Bilanzgewinns des deutschen Einzelabschlusses der Gesellschaft (nach Abzug bestimmter Rücklagen) beschlossen und ausgeschüttet werden. Dieser Betrag unterscheidet sich aufgrund der Anpassungen des Konzernabschlusses an IFRS von der Summe aus Kapitalrücklage und Bilanzverlustvortrag im vorliegenden Konzernabschluss. Obwohl die Gesellschaft in ihrem deutschen Einzelabschluss für das Jahr 2009 ein zu versteuerndes Ergebnis auswies, ergab sich zum 31. Dezember 2009 und 2008 kein Bilanzgewinn für eine Ausschüttung. Die Fähigkeit der Gesellschaft zur Dividendenausschüttung hängt daher von ihrer zukünftigen Ertragsentwicklung ab.

KAPITALRÜCKLAGE

Am 31. Dezember 2009 betrug die Kapitalrücklage 161.631.268 € (31. Dezember 2008: 158.523.363 €). Der Anstieg um insgesamt 3.107.905 € ergab sich aus dem Personalaufwand aus Aktienoptionen von 1.743.344 €. Ein weiterer Anstieg um 1.364.561 € ergab sich aus der Ausübung und Wandlung von Optionen im Jahr 2009.

Im Jahr 2008 hatte sich die Kapitalrücklage um 3.147.020 € durch den Personalaufwand aus Aktienoptionen von 1.039.035 € und die Ausübung und Wandlung von Optionen und Wandelschuldverschreibungen in Höhe von 2.107.985 € erhöht.

17 wandelschuldverschreibungen

Im Jahr 2009 wurden keine der in 2007 gewährten Schuldverschreibungen in Aktien gewandelt. Am 31. Dezember 2009 sind alle im Jahr 2007 ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen verfallen. Der Nominalbetrag von jeweils 0,33 € wurde an die Betroffenen zurückgezahlt.

Im Jahr 2009 waren im Rahmen des 2002er Plans Mitgliedern des Vorstands und Mitarbeitern weitere Wandelschuldverschreibungen zu den gleichen Konditionen wie im Jahr 2002 gewährt worden. Am 1. April 2009 wurden 101.000 Wandelschuldverschreibungen an Vorstandsmitglieder und Mitarbeiter der MorphoSys AG gewährt. Der Ausübungspreis für die Wandelschuldverschreibungen betrug 12,81 € und entsprach dem Börsenkurs in der Xetra-Schlussauktion der Frankfurter Wertpapierbörse am Handelstag vor der Ausgabe der Wandelschuldverschreibungen.

Die nachfolgende Übersicht zeigt die Entwicklung des Wandelschuldverschreibungsplans für Mitarbeiter der Gesellschaft in den Jahren 2009 und 2008:

Wandelschuld
verschreibungen
AM 1. JANUAR 2008
AUSSTEHEND
237.195 17,05
Gewährt 0 0
Ausgeübt –75.783 14,71
Verfallen –12.552 18,06
Abgelaufen –8.400 14,71
AM 31. DEZEMBER 2008
AUSSTEHEND
140.460 18,37
AM 1. JANUAR 2009
AUSSTEHEND
140.460 18,37
Gewährt 101.000 12,81
Ausgeübt 0 0
Verfallen –2.000 12,81
Abgelaufen –140.460 18,37
AM 31. DEZEMBER 2009
AUSSTEHEND
99.000 12,81

Die am 31. Dezember 2009 und 2008 ausübbaren Wandelschuldverschreibungen beliefen sich auf 0 bzw. 140.460 Aktien. Der gewichtete durchschnittliche Ausübungspreis der ausübbaren Wandelschuldverschreibungen belief sich am 31. Dezember 2008 auf 18,37 €.

Die folgende Übersicht enthält den gewichteten durchschnittlichen Ausübungspreis sowie Angaben zur Vertragslaufzeit von wesentlichen Gruppen von Wandelschuldverschreibungen zum 31. Dezember 2009:

Bandbreite der Ausübungspreise Ausstehend
(Anzahl)
Restliche
Vertragslaufzeit
(in Jahren)
Gewichteter durch
schnittlicher
Ausübungspreis
Ausübbar
(Anzahl)
Gewichteter durch
schnittlicher
Ausübungspreis
3,33 € – 9,99 € 0 0,00 0,00 € 0 0,00 €
10,00 € – 12,81 € 99.000 2,00 12,81 € 0 0,00 €
99.000 2,00 12,81 € 0 0,00 €

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Gesamtergebnisrechnung Konzernbilanz Konzern-Eigenkapitalentwicklung Konzern-Kapitalflussrechnung Anhang zum Konzernabschluss

Die folgende Übersicht enthält den gewichteten durchschnittlichen Ausübungspreis sowie Angaben zur Vertragslaufzeit von wesentlichen Gruppen von Wandelschuldverschreibungen zum 31. Dezember 2008:

Bandbreite der Ausübungspreise Ausstehend
(Anzahl)
Restliche
Vertragslaufzeit
(in Jahren)
Gewichteter durch
schnittlicher
Ausübungspreis
Ausübbar
(Anzahl)
Gewichteter durch
schnittlicher
Ausübungspreis
3,33 € – 9,99 € 0 0,00 0,00 € 0 0,00 €
10,00 € – 18,37 € 140.460 1,00 18,37 € 140.460 18,37 €
140.460 1,00 18,37 € 140.460 18,37 €

Die Gesellschaft bilanziert den Personalaufwand aus Aktienoptionen in Übereinstimmung mit IFRS 2 und IAS 32.28. Die Eigenkapitalkomponente der Wandelschuldverschreibungen ist separat in der Kapitalrücklage auszuweisen und wird vom beizulegenden Zeitwert der Wandelschuldverschreibungen abgesetzt. Der verbleibende Wert wird als Personalaufwand aus Aktienoptionen erfasst. Der Vergütungsaufwand im Zusammenhang mit Wandelschuldverschreibungen belief sich in den Jahren 2009 und 2008 auf 263.938 € bzw. 0 €.

Der beizulegende Zeitwert der im Jahr 2009 ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen wurde mithilfe des Optionspreismodells von Black-Scholes unter Zugrundelegung eines risikofreien Zinssatzes von 1,25%, einer Dividendenrendite von 0%, einer auf historischen Daten beruhenden erwarteten Volatilität von 49,50% und einer erwarteten Laufzeit von zwei Jahren ermittelt. Der gewichtete durchschnittliche theoretische Optionswert der im Jahr 2009 gewährten Optionen wird demzufolge auf 3,62 € geschätzt.

18 aktienoptionen

In den Jahren 2009 und 2008 wurden 80.700 bzw. 133.350 Optionen aus dem 1999er Plan ausgeübt. Davon entfielen 75.000 Optionen auf Mitglieder des Vorstands. Weitere Einzelheiten sind in der Ziffer 24* dieses Anhangs zum Konzernabschluss enthalten.

Im Jahr 2009 erhielten Mitarbeiter und Mitglieder des Vorstands im Rahmen des 2002er Plans Aktienoptionen zu den gleichen Konditionen wie im Jahr 2002. Am 1. April 2009 wurden Mitarbeitern und Mitgliedern des Vorstands der MorphoSys AG 422.200 Optionen gewährt.

In den Jahren 2009 und 2008 wurden 101.070 bzw. 93.900 Optionen aus dem 2002er Plan ausgeübt. Davon entfielen 73.695 Optionen auf Mitglieder des Vorstands. Weitere Einzelheiten sind in der Ziffer 24* dieses Anhangs zum Konzernabschluss enthalten. siehe S. 105

Die folgende Übersicht zeigt die Entwicklung der Aktienoptionspläne für Mitarbeiter der Gesellschaft in den Jahren 2009 und 2008:

Aktien Gewichteter Durch
schnittspreis €
AM 1. JANUAR 2008
AUSSTEHEND
841.470 10,35
Gewährt 405.069 13,33
Ausgeübt –243.045 5,46
Verfallen –43.590 14,63
Abgelaufen –1.350 5,83
AM 31. DEZEMBER 2008
AUSSTEHEND 958.554 12,66
AM 1. JANUAR 2009
AUSSTEHEND
958.554 12,66
Gewährt 422.200 12,81
Ausgeübt –181.770 8,51
Verfallen –46.997 13,69
Abgelaufen 0 0
AM 31. DEZEMBER 2009
AUSSTEHEND
1.151.987 13,33

Am 31. Dezember 2009 und 2008 waren Aktienoptionen für 269.055 bzw. 292.950 Aktien ausübbar. Der gewichtete durchschnittliche Ausübungspreis der ausübbaren Aktienoptionen belief sich am 31. Dezember 2009 und 2008 auf 13,22 € bzw. 9,93 €.

Die folgende Übersicht enthält den gewichteten Durchschnittspreis sowie Angaben zur Vertragslaufzeit von wesentlichen zum 31. Dezember 2009 ausstehenden Optionsgruppen:

Bandbreite der Ausübungspreise Ausstehend
(Anzahl)
Restliche
Vertragslaufzeit
(in Jahren)
Gewichteter durch
schnittlicher
Ausübungspreis
Ausübbar
(Anzahl)
Gewichteter durch
schnittlicher
Ausübungspreis
3,63 € – 9,99 € 0 0,00 0,00 € 0 0,00 €
10,00 € – 12,99 € 543.224 3,39 12,30 € 117.180 10,45 €
13,00 € – 16,10 € 608.763 2,72 14,24 € 151.875 15,35 €
1.151.987 3,04 13,33 € 269.055 13,22 €

Die folgende Übersicht enthält den gewichteten Durchschnittspreis sowie Angaben zur Vertragslaufzeit von wesentlichen zum 31. Dezember 2008 ausstehenden Optionsgruppen:

Bandbreite der Ausübungspreise Ausstehend
(Anzahl)
Restliche
Vertragslaufzeit
(in Jahren)
Gewichteter durch
schnittlicher
Ausübungspreis
Ausübbar
(Anzahl)
Gewichteter durch
schnittlicher
Ausübungspreis
3,63 € – 9,99 € 91.200 0,74 6,58 € 91.200 6,58 €
10,00 € – 16,10 € 867.354 3,20 13,30 € 201.750 11,44 €
958.554 2,97 12,66 € 292.950 9,93 €

Die Gesellschaft bilanziert den Personalaufwand aus Aktienoptionen in Übereinstimmung mit IFRS 2 "Anteilsbasierte Vergütung". Der Vergütungsaufwand im Zusammenhang mit Aktienoptionen belief sich in den Jahren 2009 und 2008 auf 1.472.534 € bzw.1.039.036 €.

Der beizulegende Zeitwert der im Jahr 2009 gewährten Optionen wurde mithilfe des Optionspreismodells von Black-Scholes unter Zugrundelegung eines risikofreien Zinssatzes von 4,00%, einer Dividendenrendite von 0%, einer auf historischen Daten beruhenden erwarteten Volatilität von 46% und einer erwarteten Laufzeit von 3,0 Jahren ermittelt. Für die im Jahr 2008 gewährten Aktienoptionen hatten die folgenden Annahmen zu Grunde gelegen: risikofreier Zinssatz von 3,57%, Dividendenrendite von 0%, erwartete Volatilität von 43% und die gleiche Optionslaufzeit wie in 2009. Der gewichtete durchschnittliche theoretische Optionspreis der in den Jahren 2009 und 2008 gewährten Optionen wird auf 4,51 € bzw. 4,39 € geschätzt.

Optionsbewertungsmodelle beruhen in starkem Maße auf subjektiven Annahmen. Da Veränderungen der subjektiven Bewertungsannahmen die Ermittlung des theoretischen Optionspreises erheblich beeinflussen können, liefern die bestehenden Modelle nach Ansicht des Managements nicht unbedingt einen zuverlässigen alleinigen Maßstab für den theoretischen Optionspreis der an Mitarbeiter ausgegebenen Aktienoptionen.

19 personalaufwand

in T € 2009 2008
Löhne und Gehälter 21.339 17.779
Sozialversicherungsabgaben 3.297 2.609
Personalaufwand aus
Aktienoptionen 1.736 1.039
Zeitpersonal (extern) 112 87
Sonstige 1.364 1.023
GESAMT 27.848 22.537

das unternehmen konzernlagebericht konzernabschluss 101

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Gesamtergebnisrechnung Konzernbilanz Konzern-Eigenkapitalentwicklung Konzern-Kapitalflussrechnung Anhang zum Konzernabschluss

Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter während des Geschäftsjahres 2009 betrug 376 (2008: 312). Von den 413 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern am Bilanzstichtag waren 257 (31. Dezember 2008: 191) in der Forschung und Entwicklung sowie 156 (31. Dezember 2008: 143) in Vertrieb, Allgemeines und Verwaltung beschäftigt. Am 31. Dezember 2009 waren 217 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Segment Partnered Discovery, 56 im Segment Proprietary Development und 140 im Segment AbD Serotec beschäftigt (31. Dezember 2008: 201 in den Segmenten Therapeutische Antikörper und 133 im Segment AbD Serotec). Die Kosten für beitragsorientierte Versorgungszusagen beliefen sich in 2009 auf 0,3 Mio. € (Vorjahr: 0,1 Mio. €).

20 n ich t - oper at i v e au f w en du ngen u n d erträge

Die nicht-operativen Aufwendungen und Erträge setzen sich wie folgt zusammen:

in T € 2009 2008
Zinserträge 285 1.486
Realisierter Gewinn aus zur
Veräußerung verfügbaren
Wertpapieren
1.717 1.023
Finanzerträge 2.002 2.509
Zinsaufwendungen –10 –6
Finanzaufwendungen –10 –6
Währungsgewinne 274 667
Sonstige Erträge 99 256
Sonstige Erträge 373 923
Währungsverluste –468 –1.635
Verlust aus Währungsabsicherung –126 –39
Sonstige Aufwendungen –138 –188
Sonstige Aufwendungen –732 –1.862
GESAMT 1.633 1.564

Die Darstellung wurde im Vergleich zum Vorjahr verbessert und die entsprechenden Vorjahreswerte werden gemäß der Klassifizierung in 2009 ausgewiesen.

21 ertragsteuern

Die Gesellschaft und ihre deutschen verbundenen Unternehmen MorphoSys IP GmbH und MorphoSys AbD GmbH unterliegen der Körperschaftsteuer, dem Solidaritätszuschlag und der Gewerbesteuer. Die Körperschaftsteuer (15%), der Solidaritätszuschlag (5,5%) und der effektive Gewerbesteuersatz (10,5%) blieben unverändert gegenüber dem Vorjahr. Für die ausländischen Tochtergesellschaften von MorphoSys gelten Ertragsteuersätze von 28% in Großbritannien bzw. 39% in den USA.

Die Ertragsteuern des abgelaufenen Geschäftsjahres setzen sich wie folgt zusammen:

in T € 2009 2008
Laufender Steueraufwand für das
abgelaufene Jahr (davon für
Vorperioden: 51T€; 2008: –107 T€) –2.572 –2.029
Latenter Steueraufwand –1.498 –2.803
Gesamter Steueraufwand –4.070 –4.832
Gesamtbetrag latenter Steuern
aus Posten, die direkt im Eigen
kapital erfasst werden –1.348 –1.622

Latente Steuern werden nur in dem Umfang erfasst, in dem die betreffenden Steuervorteile mit einer überwiegenden Wahrscheinlichkeit realisiert werden können. Am 31. Dezember 2008 hatte die Gesellschaft aktive latente Steuern von netto 1,6 Mio. € aufgrund der für die Geschäftsjahre 2009 bis 2013 erwarteten Geschäftsentwicklung bilanziert. In 2009 wurden diese aktiven latenten Steuern vollständig aufgelöst aufgrund der Inanspruchnahme von steuerlichen Verlustvorträgen von 1,0 Mio. € und in Höhe von 0,6 Mio. € aufgrund der Veränderung der temporären Differenzen zwischen IFRS- und Steuerbilanz.

Die nachfolgende Übersicht leitet den erwarteten Ertragsteueraufwand zum effektiven Ertragsteueraufwand über, wie er im Konzernabschluss ausgewiesen wird. Bei der Ermittlung der gesetzlichen Ertragsteuern wurde im Geschäftsjahr 2009 der kombinierte Ertragsteuersatz von 26,33% (2008: 26,33%) auf das Ergebnis vor Steuern angewendet. Der in der Überleitungsrechnung verwendete Steuersatz beinhaltet die Körperschaftsteuer und den Solidaritätszuschlag von zusammen 15,83% zuzüglich der effektiven Gewerbesteuer auf der Grundlage eines Hebesatzes von 300% für die kommunale Gewerbesteuer von 10,50%.

2008
17.986
26,33% 26,33%
–3.432 –4.736
0 319
–464 –274
–116 –102
0 57
1 9
–75 101
16 –206
–4.070 –4.832
2009
13.034

Am 31. Dezember 2009 war der verbliebene Verlustvortrag für Körperschaftsteuer bzw. für Gewerbesteuer vollständig verbraucht. Im Unternehmen wurde eine steuerliche Außenprüfung für die Geschäftsjahre 2004 bis 2007 durchgeführt. Es wird erwartet, dass die Verlustvorträge in der erfassten Höhe bestätigt werden.

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Gesamtergebnisrechnung Konzernbilanz Konzern-Eigenkapitalentwicklung Konzern-Kapitalflussrechnung Anhang zum Konzernabschluss

Die aktiven und passiven latenten Steuern sezten sich im Wesentlichen wie folgt zusammen:

in T € Aktive latente
Steuern 2009
Aktive latente
Steuern 2008
Passive latente
Steuern 2009
Passive latente
Steuern 2008
Immaterielle Vermögenswerte 689 1.397 1.677 1.838
Nichtansatz von aktiven latenten Steuern auf immaterielle Vermögenswerte 0 0 0 0
Sachanlagen 0 0 41 25
Grundstücke 0 0 0 0
Gebäude 0 0 0 0
Sonstige Labor-, Büro- und Geschäftsausstattung 8 0 0 0
Vorräte 220 58 0 0
Anzahlungen 0 0 0 0
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 0 0 0 0
Eigene Aktien 3 3 0 0
Aktive Rechnungsabgrenzung 2 0 0 1
Investitionen in kurzfristige Wertpapiere 0 0 1.243 1.523
Sonstige Rückstellungen 0 0 5 5
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 0 1 1 5
Wandelschuldverschreibungen 0 0 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 0 0 0 0
Steuerliche Verluste 19 1.117 0 0
941 2.576 2.967 3.397

Aufgrund der steuerlichen Organschaft der MorphoSys AG und der MorphoSys IP GmbH wurden aktive und passive latente Steuern in Höhe von 0,7 Mio. € bilanziell verrechnet (Vorjahr: 0,9 Mio. €). Passive latente Steuern in Höhe von 1,3 Mio. € (Vorjahr: 1,6 Mio. €) wurden direkt im Eigenkapital erfasst; dieser Betrag steht im Zusammenhang mit der Neubewertung von zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumenten.

22 ergebnis je aktie

Die Ermittlung des unverwässerten Ergebnisses je Aktie beruht auf einem Jahresüberschuss für 2009 von 8.964.095 € (2008:13.153.353 €) und der gewichteten durchschnittlichen Anzahl in Umlauf befindlicher Stammaktien für die betreffenden Jahre (2009: 22.464.757; 2008: 22.216.677).

Die gewichtete durchschnittliche Anzahl der Stammaktien ermittelte sich wie folgt:

2009 2008
STAND DER AUSGEGEBENEN AKTIEN AM 1. JANUAR 22.478.787 22.160.259
Effekt der gehaltenen eigenen Anteile –79.896 –80.196
Effekt der Aktienausgabe im Januar 12.938 7.188
Effekt der Aktienausgabe im Februar 0 5.118
Effekt der Aktienausgabe im März 0 51.375
Effekt der Aktienausgabe im April 0 5.322
Effekt der Aktienausgabe im Mai 0 3.768
Effekt der Aktienausgabe im Juni 0 14.139
Effekt der Aktienausgabe im Juli 12.295 2.577
Effekt der Aktienausgabe im August 24.843 39.567
Effekt der Aktienausgabe im September 5.569 3.063
Effekt der Aktienausgabe im Oktober 4.400 27
Effekt der Aktienausgabe im November 5.821 2.121
Effekt der Aktienausgabe im Dezember 0 2.349
GEWICHTETE DURCHSCHNITTLICHE ANZAHL STAMMAKTIEN 22.464.757 22.216.677

Das verwässerte Ergebnis je Aktie wird unter Berücksichtigung der möglichen Stammaktien der Gesellschaft aus gewährten Aktienoptionen und Wandelschuldverschreibungen ermittelt.

Die nachfolgende Übersicht zeigt die Überleitung des unverwässerten auf das verwässerte Ergebnis je Aktie (in €, mit Ausnahme der Angaben je Aktie):

2009 2008
Zähler
Jahresüberschuss (in €) 8.964.095 13.153.353
Nenner (Anzahl)
Gewichtete durchschnittliche Anzahl Stammaktien zur Berechnung des unverwässerten Ergebnisses je Aktie 22.464.757 22.216.677
Verwässernde Aktien aus Aktienoptionen 81.535 110.240
Verwässernde Aktien aus Wandelschuldverschreibungen 12.872 0
NENNER GESAMT 22.559.164 22.326.917
Ergebnis je Aktie (in €)
Unverwässert 0,40 0,59
Verwässert 0,40 0,59

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Gesamtergebnisrechnung Konzernbilanz Konzern-Eigenkapitalentwicklung Konzern-Kapitalflussrechnung Anhang zum Konzernabschluss

23 mietverpflichtungen

Die Gesellschaft mietet Einrichtungen und Ausstattungen im Rahmen langfristiger Operating-Leasingverträge. In den Geschäftsjahren 2009 und 2008 belief sich der Mietaufwand auf 2.238.004 € bzw. 1.887.430 €. Im Januar 2004 hatte MorphoSys den bestehenden Leasingvertrag für ihre Liegenschaften geändert. Der neue Leasingvertrag hat eine Laufzeit bis Juli 2011. Die jährliche Erhöhung der Mietrate wird dem Verbraucherindex für Deutschland entsprechend festgelegt.

Die künftigen Mindestzahlungen aus unkündbaren Operating-Leasingund Versicherungsverträgen sowie anderen Dienstleistungen stellen sich wie folgt dar:

in T € 2009 2008
bis zu 1 Jahr 3.743 2.958
1–5 Jahre 4.360 4.058
mehr als 5 Jahre 2.732 3.488
GESAMT 10.835 10.504

Der Gesamtaufwand der Gesellschaft aus Operating-Leasing- und Versicherungsverträgen sowie anderen Dienstleistungen belief sich in den Geschäftsjahren 2009 und 2008 auf insgesamt rund 3,575,262 € bzw. 3,208,165 €.

24 eventualschulden

Der Geschäftsleitung sind keine Vorgänge bekannt, die für die Gesellschaft zu einer wesentlichen Verpflichtung führen und eine wesentliche nachteilige Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft haben könnten.

25 na he st ehen de u n t er n ehmen u n d personen

Der Konzern unterhält mit Mitgliedern seiner Geschäftsleitung und seines Aufsichtsrats als nahe stehende Personen Geschäftsbeziehungen. Neben der Barvergütung hat die Gesellschaft dem Vorstand Aktienoptionen und Wandelschuldverschreibungen gewährt. Die nachfolgenden Übersichten zeigen die von Vorstand und Aufsichtsrat im Verlauf des Geschäftsjahres 2009 gehaltenen Aktien, Aktienoptionen und Wandelschuldverschreibungen sowie die Änderungen in ihren Besitzverhältnissen:

Aktien

01.01.2009 Zugänge Verfall Verkäufe 31.12.2009
VORSTAND
Dr. Simon E. Moroney 406.383 10.002 0 0 416.385
Dave Lemus 300 5.100 0 0 5.400
Dr. Arndt Schottelius 0 500 0 0 500
Dr. Marlies Sproll 105 0 0 0 105
GESAMT 406.788 15.602 0 0 422.390
Dr. Gerald Möller 7.500 0 0 0 7.500
AUFSICHTSRAT
Prof. Dr. Jürgen Drews 7.290 0 0 0 7.290
Dr. Walter Blättler 2.019 0 0 0 2.019
Dr. Daniel Camus 0 0 0 0 0
Dr. Metin Colpan 0 0 0 0 0
Dr. Geoffrey N. Vernon 0 0 0 0 0
GESAMT 16.809 0 0 0 16.809

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Gesamtergebnisrechnung Konzernbilanz Konzern-Eigenkapitalentwicklung Konzern-Kapitalflussrechnung Anhang zum Konzernabschluss

AKTIENOPTIONEN

01.01.2009 Zugänge Verfall Ausübungen 31.12.2009
VORSTAND
Dr. Simon E. Moroney 293.445 81.000 0 75.000 299.445
Dave Lemus 147.267 36.600 0 73.695 110.172
Dr. Arndt Schottelius 0 90.000 0 0 90.000
Dr. Marlies Sproll 141.267 36.600 0 0 177.867
GESAMT 581.979 244.200 0 148.695 677.484
AUFSICHTSRAT
Dr. Gerald Möller 0 0 0 0 0
Prof. Dr. Jürgen Drews 0 0 0 0 0
Dr. Walter Blättler 0 0 0 0 0
Dr. Daniel Camus 0 0 0 0 0
Dr. Metin Colpan 0 0 0 0 0
Dr. Geoffrey N. Vernon 0 0 0 0 0

WANDELSCHULDVERSCHREIBUNGEN

01.01.2009 Zugänge Verfall Abgelaufen Ausübungen 31.12.2009
VORSTAND
Dr. Simon E. Moroney
16.647 30.000 0 16.647 0 30.000
Dave Lemus 13.872 30.000 0 13.872 0 30.000
Dr. Arndt Schottelius 0 0 0 0 0 0
Dr. Marlies Sproll 11.100 30.000 0 11.100 0 30.000
GESAMT 41.619 90.000 0 41.619 0 90.000
AUFSICHTSRAT
Dr. Gerald Möller 0 0 0 0 0 0
Prof. Dr. Jürgen Drews 0 0 0 0 0 0
Dr. Walter Blättler 0 0 0 0 0 0
Dr. Daniel Camus 0 0 0 0 0 0
Dr. Metin Colpan 0 0 0 0 0 0
Dr. Geoffrey N. Vernon 0 0 0 0 0 0
GESAMT 0 0 0 0 0 0

Die Vergütungen sowohl für den Vorstand als auch für den Aufsichtsrat bestanden aus einer fixen und einer variablen Komponente sowie aus sonstigen Entschädigungen. Sofern keine Wiederernennung erfolgt bzw. das Dienstverhältnis nicht verlängert wird, hat jedes Vorstandsmitglied Anspruch auf eine Abfindungszahlung in Höhe eines Jahresfixgehalts. Im Jahr 2009 belief sich die Gesamtvergütung für den Aufsichtsrat ohne Reisekostenerstattung auf 374.333 € (2008: 292.500 €). Die nachfolgenden Übersichten zeigen die Vergütungen des Vorstands und des Aufsichtsrats in detaillierter Form:

Vorstand

Feste Vergütung Variable Vergütung* Sonstige Vergütungen Gesamtvergütung
in € 2009 2008 2009 2008 2009 2008 2009 2008
Dr. Simon E. Moroney 356.011 343.125 192.246 164.700 124.198 105.246 672.455 613.071
Dave Lemus 250.375 241.313 135.203 115.830 141.055 129.167 526.633 486.310
Dr. Arndt Schottelius 220.000 1.222 118.800 0 84.513 123.893 423.313 125.115
Dr. Marlies Sproll 241.164 231.660 130.229 111.197 87.963 75.689 459.356 418.546
GESAMT 1.067.550 817.320 576.478 391.727 437.728 433.995 2.081.756 1.643.042

* Änderung in der Darstellung: In vorangegangenen Jahren wurden Bonuszahlungen in dem Geschäftsjahr ausgewiesen, in denen sie ausbezahlt wurden. Dies wurde im Geschäftsjahr 2009 geändert. Die gezeigten Gesamtvergütungszahlen für 2009 und 2008 enthalten nun die entsprechenden Bonusaufwendungen für 2009 und 2008. Der Bonus für das Jahr 2009 wird erst im März 2010 ausbezahlt.

Aufsichtsrat

Feste Vergütung Variable Vergütung Gesamtvergütung
in € 2009 2008 2009 2008 2009 2008
Dr. Gerald Möller 57.000 57.000 40.722 21.500 97.722 78.500
Prof. Dr. Jürgen Drews 43.278 42.000 27.778 9.500 71.056 51.500
Dr. Walter Blättler 29.556 27.000 11.000 10.500 40.556 37.500
Dr. Daniel Camus 28.500 28.500 28.333 13.500 56.833 42.000
Dr. Metin Colpan 28.500 28.500 21.333 9.500 49.833 38.000
Dr. Geoffrey N. Vernon 30.000 30.000 28.333 15.000 58.333 45.000
GESAMT 216.834 213.000 157.499 79.500 374.333 292.500

Auf der Hauptversammlung am 17. Mai 2006 waren allen Mitgliedern des Aufsichtsrats virtuelle Aktienoptionen ("phantom stocks") gewährt worden. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats hatte 2.500, der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende 2.000 und die übrigen Mitglieder des Aufsichtsrats hatten jeweils 1.500 Aktienwertsteigerungsrechte ("stock appreciation rights") erhalten. Diese virtuellen Aktienoptionen

wurden in 2009 ausgeübt; ein Betrag von 80.000 € ist in der variablen Vergütung enthalten.

Daneben gibt es zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine weiteren Verträge mit aktuellen oder früheren Mitgliedern des Aufsichtsrats.

das unternehmen konzernlagebericht konzernabschluss 109

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Gesamtergebnisrechnung Konzernbilanz Konzern-Eigenkapitalentwicklung Konzern-Kapitalflussrechnung Anhang zum Konzernabschluss

26 corporate governance

Die Gesellschaft hat die gemäß § 161 AktG vorgeschriebene Entsprechenserklärung abgegeben. Diese Erklärung wurde am 23. Dezember 2009 auf der Internetseite der Gesellschaft* veröffentlicht und der Öffentlichkeit dauerhaft zugänglich gemacht.

27 forschungs- und entwicklungs abkommen

Die Gesellschaft hat im Rahmen ihrer Forschungs- und Entwicklungsstrategie eine Reihe von F&E-Vereinbarungen geschlossen. In der Mehrzahl der Fälle sind Einmalzahlungen, jährliche Lizenzgebühren für den Zugang zu MorphoSys' Technologien, entwicklungsabhängige Zahlungen sowie umsatzabhängige Tantiemen auf Produkte feste Bestandteile der Vereinbarung. Im Folgenden sind die Abkommen kurz beschrieben, die spürbare finanzielle Auswirkungen gehabt haben bzw. in zukünftigen Geschäftsjahren haben könnten (in alphabetischer Reihenfolge).

Astellas Pharma, Inc.

MorphoSys und Astellas Pharma Inc. haben im März 2007 ein Lizenzabkommen für den Einsatz der HuCAL-Technologie von MorphoSys geschlossen. Im Februar 2008 hat sich Astellas für eine Erweiterung der gegenwärtigen Kooperation zwischen den beiden Unternehmen um weitere vier Jahre bis 2012 entschieden.

Im Juli 2008 hat Astellas im Rahmen der laufenden Vereinbarungen zwischen beiden Unternehmen zum Technologietransfer eine bereits bestehende Option zur Nutzung der RapMAT-Technologie von MorphoSys für die schnellere Optimierung von Antikörpern ausgeübt. Als Folge erhält MorphoSys neben den Nutzungsgebühren für die HuCAL-Plattform zusätzliche jährliche Nutzungsgebühren für die RapMAT-Technologie.

Bayer Schering Pharma AG

Die laufende Zusammenarbeit mit der Bayer Schering Pharma AG wurde Ende 2007 eingestellt. Derzeit befinden sich mehrere therapeutische Antikörperprogramme in der Entwicklung und könnten künftig zu entwicklungsabhängigen Meilensteinzahlungen und Tantiemen auf Produktverkäufe führen. Im September 2009 gab MorphoSys bekannt, dass Bayer Schering Pharma alle notwendigen Anträge für den Start einer klinischen Studie der Phase 1 mit einem HuCAL-basierten Antikörperwirkstoff im Bereich Krebserkrankungen eingereicht hat. Dies löste eine klinische Meilensteinzahlung an MorphoSys aus.

Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG

Im Februar 2003 haben MorphoSys und Boehringer Ingelheim eine erste Kooperation im Bereich therapeutischer Antikörper vereinbart. Im März 2005 erfolgte die Erweiterung der bestehenden Zusammenarbeit bei Forschungs- und therapeutischen Anwendungen.

Im Juli 2008 hat Boehringer Ingelheim im Rahmen der laufenden Vereinbarungen zwischen beiden Unternehmen zum Technologietransfer eine bereits bestehende Option zur Nutzung der RapMAT-Technologie* von MorphoSys für die schnellere Optimierung von Antikörpern ausgeübt. Als Folge erhält MorphoSys neben den Nutzungsgebühren für die HuCAL-Plattform zusätzliche jährliche Nutzungsgebühren für die RapMAT-Technologie.

Centocor Ortho Biotech, Inc.

Die laufende Zusammenarbeit mit Centocor Ortho Biotech Inc. (vormals: Centocor, Inc.), eine 100%ige Tochtergesellschaft des US-amerikanischen Pharmaunternehmens Johnson & Johnson, wurde Ende 2007 eingestellt. Derzeit befinden sich einige therapeutische Antikörperprogramme gegen mehrere Krankheiten in unterschiedlichen Entwicklungsstufen und könnten künftig zu entwicklungsabhängigen Meilensteinzahlungen und Tantiemen auf Produktverkäufe führen. Der im Rahmen dieser Zusammenarbeit am weitesten fortgeschrittene Antikörper befindet sich in zwei Phase 2-Studien in einer immunologischen Indikation und im Bereich Onkologie. Im Juni 2009 gab MorphoSys bekannt, dass Centocor Ortho Biotech alle notwendigen Anträge für den Start einer klinischen Studie der Phase 1 mit einem neuen HuCALbasierten Antikörper im Bereich Entzündungen eingereicht hat. Dies löste eine klinische Meilensteinzahlung an MorphoSys aus.

Daiichi Sankyo Company Ltd.

Im März 2006 haben MorphoSys und Sankyo Company Limited (Teil der gemeinsamen Holding Daiichi Sankyo Company, Limited) ein Lizenzabkommen geschlossen und eine Zusammenarbeit im Bereich therapeutischer Antikörper für zunächst zwei Jahre mit einer Option zur Verlängerung um bis zu weitere drei Jahre vereinbart. Im März 2008 wurde die Kooperation bis März 2011 verlängert, was eine zusätzliche Vorauszahlung auslöste.

Im Oktober 2009 gab MorphoSys die Unterzeichnung einer neuen Allianz mit Daiichi Sankyo zur Erforschung und Entwicklung therapeutischer Antikörper gegen Krankenhausinfektionen bekannt. Daiichi Sankyo ist damit der erste therapeutische Partner für MorphoSys, der auf der Antikörperbibliothek* HuCAL PLATINUM basierende Medikamentenforschung gegen Infektionskrankheiten betreibt. Daiichi Sankyo hat darüber hinaus zugestimmt, die Entwicklung bestimmter,

für Infektionskrankheiten spezifische Technologien bei MorphoSys zu finanzieren, die zur Identifikation der wirksamsten Antikörper-basierten Medikamente eingesetzt werden.

Eli Lilly and Company

Das im September 2005 mit Eli Lilly and Company geschlossene therapeutische Lizenzabkommen war Teil der Beilegung eines von Applied Molecular Evolution, einer Tochtergesellschaft von Eli Lilly, angestrengten Patentprozesses und wurde im dritten Quartal 2009 beendet. Allerdings wird die Geschäftsbeziehungen zu Eli Lilly im Forschungsbereich mit AbD Serotec fortgeführt.

F. Hoffmann-La Roche AG

Im September 2000 haben MorphoSys und F. Hoffmann-La Roche die Unterzeichnung einer Vereinbarung zur Zusammenarbeit bei der Entwicklung von menschlichen therapeutischen Antikörpern gegen ein von Roche benanntes biologisches Zielmolekül gegen Alzheimer bekannt gegeben. Im Jahr 2009 hat Roche die klinische Erprobung des auf HuCAL basierenden Antikörperprogramms R1450/Gantenerumab in einem europäischen Phase 1-Studienprogramm an Alzheimer-Patienten abgeschlossen.

Aufbauend auf der bestehenden Zusammenarbeit bei Alzheimer haben MorphoSys und Roche im März 2006 eine neue Kooperation zur Entwicklung neuartiger therapeutischer Krebs-Antikörper bekannt gegeben.

Galapagos NV

Im November 2008 haben MorphoSys und Galapagos NV den Abschluss einer langfristig angelegten Zusammenarbeit zur gemeinsamen Medikamentenerforschung und -entwicklung bekannt gegeben. Ziel ist es, neuartige Wirkmechanismen zur Behandlung entzündlicher Knochenund Gelenkserkrankungen wie etwa rheumatoider Arthritis, Osteoporose und Osteoarthritis zu erforschen und Antikörpertherapien gegen diese Krankheiten zu entwickeln.

Die Vereinbarung umfasst sämtliche Aktivitäten von der Erforschung der Zielmoleküle bis zum Abschluss der klinischen Wirksamkeitsstudie für neuartige therapeutische Antikörper. Im Anschluss an den Nachweis der klinischen Wirksamkeit am Menschen werden die Programme für die weitere Entwicklung, Zulassung und Vermarktung an Partner auslizenziert. Beide Partner stellen im Rahmen der Allianz ihre Schlüsseltechnologien und ihre Expertise zur Verfügung. Zusätzlich wird Galapagos zu seiner auf der Nutzung von Adenoviren basierenden Plattform für die Erforschung neuer Zielmoleküle auch bereits identifizierte Zielmoleküle in die Kooperation einbringen, die mit Knochen- und Gelenkserkrankungen in Verbindung gebracht werden.

MorphoSys wird seine HuCAL-Antikörpertechnologien zur Herstellung vollständig menschlicher Antikörper gegen diese Zielmoleküle zur Verfügung stellen. Gemäß den Vertragsvereinbarungen teilen sich Galapagos und MorphoSys die Forschungs- und Entwicklungskosten sowie alle zukünftigen Umsätze zu gleichen Teilen.

GeneFrontier Corporation

Im Rahmen einer im Jahr 2007 unterzeichneten Vereinbarungen nutzt GeneFrontier die HuCAL GOLD-Antikörperbibliothek von MorphoSys zur Herstellung neuartiger HuCAL-Antikörper gegen Zielmoleküle, die von führenden japanischen Forschungsinstituten und Universitäten zur Verfügung gestellt werden. Zu diesem Zweck wurde die HuCAL-Antikörpertechnologie in den Forschungslabors einer Forschungsanlage von GeneFrontier in Tokio installiert. GeneFrontier leistet für den Zugang zur HuCAL-Technologie jährliche Lizenzzahlungen an MorphoSys. Eine im Jahr 2004 geschlossene Marketing-Vereinbarung zwischen MorphoSys und GeneFrontier wurde im vierten Quartal 2009 beendet.

Merck & Co., Inc.

Im Dezember 2005 hat MorphoSys ein auf fünf Jahre angelegtes Lizenzabkommen mit dem US-Pharmakonzern Merck & Co., Inc. über den Einsatz der HuCAL GOLD- und AutoCAL-Technologien von MorphoSys in der Erforschung und Entwicklung von humanen therapeutischen Antikörpern geschlossen. Das Abkommen erlaubt Merck die Entwicklung von bis zu zehn therapeutischen Antikörpern auf der Basis von HuCAL für eine Reihe von Indikationen.

Novartis AG

Im Jahr 2004 haben MorphoSys und Novartis eine Zusammenarbeit begonnen, die bisher zu mehreren derzeit laufenden Antikörperprogrammen gegen eine Reihe von Krankheiten und im September 2007, gerade einmal drei Jahre nach dem Beginn der Zusammenarbeit, zu einem ersten Klinikgang führte. Im Dezember 2007 weiteten MorphoSys und Novartis ihre bisherige Geschäftsverbindung deutlich aus und schlossen eine der umfassendsten strategischen Allianzen für die Erforschung und Entwicklung von Biopharmaka. Über die Vertragsdauer von zehn Jahren belaufen sich die vertraglich zugesicherten jährlichen Zahlungen für Technologiezugang, Zugang zur Internalisierungstechnologie sowie Forschungs- und Entwicklungsleistungen auf mehr als 600 Mio. US \$ – ohne Kostenerstattungen für F&E in Verbindung mit Entwicklungsaktivitäten im Frühstadium. Die Gesamtsumme aus zugesicherten Zahlungen und wahrscheinlichkeitsgewichteten, erfolgsabhängigen Meilensteinen, die vom Erfolg der klinischen Entwicklung und der behördlichen Zulassung mehrerer Produkte abhängen, könnte bei voller Laufzeit einer erfolgreichen Kollaboration die Schwelle von 1 Mrd. US \$ überschreiten. Neben diesen Zahlungen würden MorphoSys auch um-

das unternehmen konzernlagebericht konzernabschluss 111

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Gesamtergebnisrechnung Konzernbilanz Konzern-Eigenkapitalentwicklung Konzern-Kapitalflussrechnung Anhang zum Konzernabschluss

satzabhängige Tantiemen und/oder Gewinnbeteiligungen aus zukünftigen Produktverkäufen zustehen. Darüber hinaus hat MorphoSys Optionen zur Teilnahme an bestimmten Entwicklungsaktivitäten im Rahmen verschiedener Programme, wobei Teile der Kosten im Frühstadium von Novartis getragen werden. In Bezug auf die Teilnahmeoptionen kann sich MorphoSys zur Mitarbeit in diesen Projekten in Form von Kosten- und Gewinnbeteiligungen entschließen, wobei der finanzielle Beitrag dem Grad seiner Beteiligung an den betreffenden Programmen entspricht.

Im Jahr 2009 gab MorphoSys bekannt, dass Novartis die strategische Allianz verbindlich für eine Gesamtdauer von zehn Jahren zugesagt hat. Entscheidend hierfür war die erfolgreiche Umsetzung bestimmter, vorher festgelegter Fortschritte von MorphoSys' firmeneigenen Technologien. Die Zusammenarbeit wird nun bis ins Jahr 2017 bestehen bleiben und kann anschließend von Novartis zu unveränderten Konditionen um weitere zwei Jahre verlängert werden. Der im Rahmen dieser Zusammenarbeit am weitesten fortgeschrittene Antikörper BHQ880 befindet sich in einer Phase 2-Studie im Bereich Onkologie. Im Mai 2009 gab MorphoSys bekannt, dass Novartis alle notwendigen Anträge für den Start einer klinischen Studie der Phase 1 mit einem neuen HuCALbasierten Antikörper eingereicht hat. Dies löste eine klinische Meilensteinzahlung an MorphoSys aus.

OncoMed Pharmaceuticals, Inc.

MorphoSys und das in den USA ansässige biopharmazeutische Unternehmen OncoMed Pharmaceuticals, Inc. haben im Juni 2006 den Abschluss eines Lizenzabkommens bekannt gegeben. Dieses Abkommen betrifft den Einsatz der HuCAL-Technologie von MorphoSys in der Erforschung und Entwicklung humaner therapeutischer Antikörper für die Behandlung von verschiedenen Krebsformen einschließlich Brust-, Lungen-, Darm- und Prostatakrebs durch die Bekämpfung von "Krebsstammzellen". Im Juni 2008 wurde die Zusammenarbeit bis Ende Mai 2010 erweitert. Im Rahmen der Vereinbarung gewährt MorphoSys OncoMed eine Option zur Entwicklung von bis zu fünf therapeutischen Antikörpern auf der Grundlage von HuCAL.

Pfizer, Inc.

Im Dezember 2003 hat MorphoSys mit dem US-Pharmakonzern Pfizer, Inc. eine Zusammenarbeit für die Entwicklung von therapeutischen Antikörpern vereinbart. Im Dezember 2006 wurde die Zusammenarbeit bis Ende 2011 verlängert, was eine Einmalzahlung von Pfizer an MorphoSys auslöste. MorphoSys setzt seine HuCAL GOLD-Bibliothek für die Herstellung von therapeutischen Antikörpern gegen eine Reihe von Zielmolekülen von Pfizer ein. Pfizer ist zuständig für die präklinische und klinische Entwicklung und die anschließende Vermarktung von hieraus resultierenden Produkten. Der mögliche betragsmäßige

Nutzen für MorphoSys aus Forschungsfinanzierung und etwaigen Zahlungen für das Erreichen von Entwicklungsmeilensteinen liegt – ohne Tantiemen auf künftige Produkte – bei mehr als 100 Mio. US \$.

ProChon Biotech Ltd.

Im Mai 2000 wurde ein Abkommen zwischen MorphoSys und ProChon Biotech Ltd., einem aus dem Weizmann-Institut in Form eines Spin-off ausgegliederten israelischen Biotechnologieunternehmen, geschlossen. Im Rahmen des Abkommens setzt MorphoSys seine innovative HuCAL-Antikörperbibliothek für die Herstellung von humanen Antikörpern gegen einen humanen Wachstumsfaktor-Rezeptor ein, der mit verschiedenen Knochenerkrankungen einschließlich Achondroplasie, der häufigsten Form menschlichen Zwergenwuchses, als auch mit einigen Krebsarten in Verbindung gebracht wird. MorphoSys stehen entwicklungsabhängige Meilensteinzahlungen und Tantiemen aus der Vermarktung von sich aus der Zusammenarbeit ergebenden Produkten zu.

Schering-Plough Corporation

Im Mai 2006 unterzeichneten MorphoSys und Schering-Plough Corporation ein Lizenzabkommen über den Einsatz der HuCAL GOLD-Technologie bei der Erforschung und Entwicklung von humanen therapeutischen Antikörpern. Das Abkommen hat eine maximale Laufzeit von fünf Jahren bis 2011 und kann von Schering-Plough am Ende eines jeden Jahres verlängert werden. Im Juni 2009 gab MorphoSys bekannt, dass Schering-Plough seine bestehende Option ausgeübt hat, die Kooperation zwischen den beiden Unternehmen um ein weiteres Jahr zu verlängern.

Shionogi & Co., Ltd.

Im September 2005 haben MorphoSys und das japanische Pharmaunternehmen Shionogi & Co., Ltd. ein auf drei Jahre angelegtes Lizenzabkommen über die Nutzung der HuCAL-Technologie von MorphoSys geschlossen. Im September 2008 wurde die Partnerschaft um weitere drei Jahre verlängert. Im Rahmen des Abkommens gewährt MorphoSys Shionogi Zugang zu seiner HuCAL GOLD-Antikörperbibliothek für den Einsatz in dessen Medikamentenforschungsprogrammen an einem seiner Forschungsstandorte. Im April 2009 unterzeichneten die beiden Unternehmen eine Vereinbarung, welche Shionogi ermöglichte, die neueste und fortschrittlichste Version der HuCAL-Technologien zu testen, nämlich HuCAL PLATINUM. Shionogi war von der neuen Technologie überzeut und hat nun das Recht, HuCAL PLATINUM für Forschungszwecke an einem seiner Standorte einzusetzen. Als Gegenleistung erhält MorphoSys höhere jährliche Nutzungsgebühren während der verbleibenden Laufzeit der Vereinbarung.

konsolidierungskreis zum 31. dezember 2009

Name und Sitz der Gesellschaft Währung Wechselkurs
zum 31.12.2009
€ in Fremd
währungs
einheiten
KONSOLIDIERTE GESELLSCHAFTEN (NEBEN DER MUTTERGESELLSCHAFT)
MorphoSys USA Inc., Charlotte, North Carolina, USA US \$ 1,43885
MorphoSys IP GmbH, München, Deutschland
MorphoSys UK Ltd., Oxford, Großbritannien £ 0,90050
MorphoSys US Inc., Raleigh, North Carolina, USA US \$ 1,43885
MorphoSys AbD GmbH, Düsseldorf, Deutschland
Poole Real Estate Ltd., Poole, Großbritannien £ 0,90050

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Gesamtergebnisrechnung Konzernbilanz Konzern-Eigenkapitalentwicklung Konzern-Kapitalflussrechnung Anhang zum Konzernabschluss

Jahresergebnis
in Fremd
währung
Umsatz in
Fremdwährung
Verbindlich
keiten in
Fremdwährung
Bilanzsumme in
Fremdwährung
Eigenkapital in
Fremdwährung
Beteiligung
in %
–1.553 0 0 5.104 2.000 100
418.069 3.506.397 3.291.105 2.972.653 25.000 100
319.880 9.423.493 2.543.976 6.429.646 100 100
–62.072 8.060.385 1.121.058 2.352.441 50.000 100
478.018 4.613.422 460.651 1.930.397 25.000 100
–79.298 0 4.785 972.210 200 100

erklärung des vorstands

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzern vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

Martinsried/Planegg, 8. Februar 2010

Dr. Simon E. Moroney Dave Lemus Vorstandsvorsitzender Finanzvorstand

Dr. Arndt Schottelius Dr. Marlies Sproll Entwicklungsvorstand Forschungsvorstand

Wir haben den von der MorphoSys AG, Martinsried, aufgestellten Konzernabschluss – bestehend aus Bilanz, Gewinnund Verlustrechnung, Gesamtergebnisrechnung, Kapitalflussrechnung, Eigenkapitalentwicklung und Anhang – sowie den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2009 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs-und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Konzernlagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

München, den 10. Februar 2010

KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Pastor Rahn Wirtschaftsprüferin Wirtschaftsprüfer

bericht des aufsichtsrats

Das Geschäftsjahr 2009 war von der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise geprägt. Trotz des anspruchsvollen wirtschaftlichen Umfelds blickt MorphoSys auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Besonders hervorzuheben ist die positive Entwicklung von AbD Serotec. Im Einklang mit der Unternehmensstrategie lag das Hauptaugenmerk auf dem Ausbau der Entwicklungsorganisation und der Weiterentwicklung der viel versprechenden Produktkandidaten in unserem firmeneigenen Portfolio.

kon t in u ier l icher di a log mit dem vorstand

Der Aufsichtsrat war an allen für das Unternehmen wesentlichen strategischen Entscheidungen direkt beteiligt. Während des Jahres hat der Aufsichtsrat die ihm nach Gesetz und Satzung obliegende Überwachungs- und Beratungstätigkeit sorgfältig wahrgenommen. Wir haben den Vorstand bei der Leitung der Gesellschaft regelmäßig beraten und seine Geschäftsführung fortlaufend überwacht. In alle Entscheidungen von wesentlicher Bedeutung für die Gesellschaft war der Aufsichtsrat frühzeitig und umfassend eingebunden. Wir haben diese Aufgaben auf der Grundlage von ausführlichen schriftlichen und mündlichen Berichten des Vorstands wahrgenommen, die zu allen Einzelvorgängen aktuelle und umfassende Informationen enthielten. Unsere Fragen zu den strategischen Themen der Gesellschaft wurden vom Vorstand mit entsprechenden Unterlagen in der gebotenen ausführlichen Form beantwortet.

Zwischen den Aufsichtsratssitzungen stand ich als Vorsitzender des Aufsichtsrats in regelmäßigem Kontakt mit dem Vorstand, insbesondere mit seinem Vorsitzenden Dr. Simon Moroney, und wurde über die aktuelle Entwicklung der Geschäftslage und über wesentliche Geschäftsvorfälle unterrichtet. Ich machte auch von der Möglichkeit Gebrauch, direkt mit Mitgliedern der Senior Management Group in Kontakt zu treten. Auf diese Weise war der Aufsichtsrat fortlaufend über die beabsichtigte Unternehmensstrategie, die Unternehmensplanung (einschließlich Finanz-, Investitions- und Personalplanung), die Ergebnisentwicklung, den Geschäftsverlauf sowie über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns informiert, was der Aufsichtsrat in dieser Zeit der

weltweit und in allen Wirtschaftszweigen herrschenden finanziellen Unsicherheit für besonders wichtig hielt. Im Geschäftsjahr 2009 standen vor allem die Pläne der Gesellschaft zur Entwicklung firmeneigener therapeutischer Antikörpermedikamente sowie zahlreiche Akquisitionsmöglichkeiten zur Beschleunigung des Wachstums und zur Steigerung des Unternehmenswerts von MorphoSys im Zentrum unserer Erörterungen.

sit zu ngen u n d aussch üsse des aufsichtsrats

Im Geschäftsjahr 2009 fanden sechs Sitzungen des Aufsichtsrats statt. Zwischen den Sitzungen hielt uns der Vorstand über alle Projekte und Vorhaben auf dem Laufenden, die für die Gesellschaft von besonderer Bedeutung waren. Alle Geschäftsvorgänge von wesentlicher Bedeutung für die Gesellschaft wurden in den Ausschüssen und im Plenum des Aufsichtsrats auf der Grundlage von Vorstandsberichten eingehend erörtert.

Wenn nach Gesetz und Satzung erforderlich, hat der Aufsichtsrat nach gründlicher Prüfung und Erörterung der vorgelegten Unterlagen und der Lösungsvorschläge des Vorstands Entscheidungen getroffen. Der Vorstand hat uns rechtzeitig vor den Sitzungen mit ausführlichen Berichten in Schriftform unterrichtet, die er in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Fachabteilungen erstellt hat. Diese Berichte enthielten ausführliche Informationen über die Lage der Gesellschaft und ihre Geschäftsentwicklung, über ihre Finanzlage, die Personallage sowie über Entwicklungsprojekte und grundlegende Themen der Unternehmensplanung und -stra-

"Im Geschäftsjahr 2009 standen vor allem der Ausbau der Entwicklungsorganisation und die Weiterentwicklung der viel versprechenden Produktkandidaten in unserem firmeneigenen Portfolio im Zentrum unserer Erörterungen." Dr. Gerald Möller, Vorsitzender des Aufsichtsrats

tegie. Sie waren ausreichend ausführlich, um die Herausforderungen an und den Fortschritt von MorphoSys zu verdeutlichen. Diese Berichte bildeten die Grundlage für die Erörterung der jeweiligen Tagesordnungspunkte der Aufsichtsratssitzungen und für das Fassen der erforderlichen Beschlüsse.

Der Aufsichtsrat hat sich ausführlich mit der allgemeinen Geschäftslage, der Entwicklung von Umsätzen, Erträgen und Aufwendungen, Investitionen und Personal im Konzern und in dessen drei Geschäftssegmenten befasst. Alle Investitionsprojekte von Bedeutung waren in den Sitzungen Gegenstand reiflicher Überlegungen. Der Vorstand erstattete regelmäßigen Bericht über den Fortgang der bestehenden Partnerschaften, der Eigenentwicklung von Antikörpern, die fortgeführten Maßnahmen zur Technologienetwicklung und den im Segment AbD Serotec erzielten Fortschritt.

Im Verlauf des Geschäftsjahres 2009 galt der Entwicklung des Segments AbD Serotec in den Erörterungen des Aufsichtsrats ein besonderes Augenmerk. Der neue Leiter von AbD Serotec, Herr Dieter Feger, erstattete in mehreren Aufsichtsratssitzungen Bericht über den Fortschritt und die geplanten Schritte zur Verbesserung der strategischen Position und der finanziellen Entwicklung der Geschäftseinheit. Ein weiterer wichtiger Besprechungspunkt war in 2009 die Prüfung mehrerer Möglichkeiten zur Stärkung und Beschleunigung des Eigenproduktportfolios der Gesellschaft. In diesem Zusammenhang wurden mehrere Akquisitionsmöglichkeiten bewertet.

Im Geschäftsjahr 2009 befassten sich drei Ausschüsse mit verschiedenen Aspekten der Geschäftstätigkeit der Gesellschaft: der Prüfungsausschuss, der Vergütungs- und Ernennungsausschuss sowie der Wissenschafts- und Technologieausschuss. Die Besetzung dieser Ausschüsse ist dem Kapital "Corporate Governance" dieses Geschäftsberichts zu entnehmen. Der Prüfungsausschuss hat sechsmal getagt und sich vor allem mit Themen der Rechnungslegung sowie den Quartals- und Jahresabschlüssen befasst. Der Abschlussprüfer nahm an drei Sitzungen des Prüfungsausschusses teil und informierte dessen Mitglieder über die Ergebnisse seiner Prüfungen. Der Vergütungs- und Ernennungsausschuss trat zu einer Sitzung zusammen und befasste sich mit dem Vergütungssystem und der Höhe der Vorstandsbezüge sowie mit der Bestellung des Entwicklungsvorstands. Der Wissenschafts- und Technologieausschuss tagte vier Mal und befasste sich mit den Entwicklungsplänen der Gesellschaft, den Zwischenergebnissen laufender Studien und dem Design der geplanten und laufenden klinischen Erprobungen. Das Plenum des Aufsichtsrats wurde in Form von Berichten über die Ausschusssitzungen informiert.

Interessenkonflikte der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats, die dem Aufsichtsrat unverzüglich zur Kenntnis zu bringen und der Hauptversammlung zu berichten sind, sind im Berichtsjahr nicht aufgetreten.

Kein Mitglied des Aufsichtsrats fehlte auf mehr als einer Sitzung.

cor por at e gov er na nce u n d vorsta n dsv ergü t u ng

Der Aufsichtsrat hat sich mit der Weiterentwicklung der Corporate Governance bei MorphoSys unter Berücksichtigung der im Juni 2009 vorgenommenen Änderungen des Deutschen Corporate Governance Kodex befasst. Im Rahmen der neuen gesetzlichen Bestimmungen und der neuen Empfehlungen des Kodex befassten wir uns in Abwesenheit der Mitglieder des Vorstands auch mit dessen Vergütung. Zur Einhaltung des neuen Gesetzes zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung (Vorstandsvergütungsgesetz – VorstAG) überprüft der Aufsichtsrat zurzeit ausführlich das Vergütungssystem für den Vorstand. Im Rahmen der Prüfung finden Beratungen mit externen Beratern statt. Die Ergebnisse dieser Überprüfung, die die Interessen der Anteilseigner, der Gesellschaft und der Vorstandmitglieder zu berücksichtigen hat, lagen zum Zeitpunkt der Drucklegung dieses Geschäftsberichts noch nicht vollständig vor, werden jedoch vor Ablauf der im VorStAG genannten Übergangsperioden vorliegen. Auf der Hauptversammlung im Jahr 2010 wird ein Fortschrittsbericht vorgelegt werden. Änderungen werden nicht später als die Neubestellung der Mitglieder des Vorstands im Juni 2011 vorgenommen. Ich bin erfreut Ihnen mitteilen zu können, dass ein qualifizierter unabhängiger Berater die Vergütungspakete des Vorstands angesichts der Größe und der finanziellen Lage der Gesellschaft für angemessen gehalten hat.

Am 23. Dezember 2009 haben Vorstand und Aufsichtsrat eine neue Entsprechenserklärung abgegeben; sie ist Bestandteil des Abschnitts "Corporate Governance"* dieses Geschäftsberichts und wurde den Aktionären der MorphoSys AG auch auf deren Website* dauerhaft zugänglich gemacht. Wie in der vom Aufsichtsrat verabschiedeten Entsprechenserklärung erläutert, erfüllt MorphoSys mit drei Ausnahmen alle Empfehlungen des Kodex.

Für ausführlichere Informationen zu Themen der Corporate Governance wird auf den Abschnitt "Corporate Governance"* und den Vergütungsbericht* dieses Geschäftsberichts verwiesen.

interne kontrollen

MorphoSys hat ein internes Kontrollsystem eingeführt, um ausreichende interne Kontrolle über die Finanzberichterstattung zu erhalten und zu etablieren. Im Jahr 2009 hat MorphoSys die Einhaltung seiner internen Kontrollen mithilfe eines externen Beraters überprüft. Die Ergebnisse wurden von der Geschäftsleitung und vom Aufsichtsrat erörtert.

prüfung der jahresabschlüsse

Der vom Vorstand nach den Bestimmungen des Handelsgesetzbuchs (HGB) aufgestellte Jahresabschluss und der Lagebericht der MorphoSys AG sowie der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht des MorphoSys-Konzerns (MorphoSys AG und ihre Tochtergesellschaften) auf der Grundlage der IFRS im Einklang mit § 315a HGB für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2009 wurden von der KPMG AG, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, geprüft. Der Prüfungsauftrag war vom Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats im Einklang mit dem Beschluss der Hauptversammlung vom 13. Mai 2009 erteilt worden. Der Abschlussprüfer hat jeweils einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt.

Der Abschlussprüfer hat den Konzernabschluss und den Einzelabschluss der MorphoSys AG sowie den Konzernlagebericht und den Lagebericht der MorphoSys AG nach HGB-Grundsätzen und nach deutschen Bilanzprüfungsvorschriften geprüft. Nach Überzeugung des Abschlussprüfers vermittelt der Konzernabschluss in Übereinstimmung mit den Rechnungslegungsvorschriften nach IFRS ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie der Zahlungsströme des Konzerns. Prüfungsschwerpunkte des Jahres 2009 für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht waren der Prozess der Erstellung des Konzernabschlusses, die Richtigkeit des in den Konzernabschluss einbezogenen Jahresabschlusses und die Kapitalkonsolidierung. Weiterhin wurde die Richtigkeit der Umrechnungen von Fremdwährungsgeschäften im Konzernabschluss sowie die Ermittlung der Ertragssteuern und der latenten Steuern, sowie die Werthaltigkeitsprüfung des Firmenwerts, die Richtigkeit der Segmentberichterstattung sowie die Angemessenheit der Aussagen zu den zukünftigen Entwicklungen der Gesellschaft im Konzernlagebericht geprüft.

Den Schwerpunkt der diesjährigen Prüfung des Einzelabschlusses und des Lageberichts der MorphoSys AG bildeten der Prozess der Erstellung des Einzelabschlusses, die Struktur, die Einrichtung und die Wirksamkeit von internen Kontrollen im Bereich Beschaffungswesen sowie Lizenzierung und Patentwesen, die Vollständigkeit der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, die korrekte Erfassung der Umsatzerlöse, die Werthaltigkeit der Finanzanlagen sowie die die Angemessenheit der Aussagen zu den zukünftigen Entwicklungen der Gesellschaft im Lagebericht.

Die Prüfungsberichte und die Unterlagen zu den Jahresabschlüssen wurden allen Aufsichtsratsmitgliedern rechtzeitig zur Verfügung gestellt. Der Prüfungsbericht sowie der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht des MorphoSys-Konzerns waren in der Sitzung des Prüfungsausschusses am 18. Februar 2010 und in der Aufsichtsratssitzung am gleichen Tag Gegenstand eingehender Erörterungen. Der Prüfungsbericht sowie der Jahresabschluss und der Lagebericht der MorphoSys AG wurden in der Sitzung des Prüfungsausschusses am 11. März 2010 und in der anschließenden Aufsichtsratssitzung am gleichen Tag eingehend erörtert. In den jeweiligen Sitzungen nahm der Abschlussprüfer an der Besprechung der Abschlüsse teil. Er berichtete über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfungen und stand dem Aufsichtsrat für die Beantwortung von Fragen sowie für weitergehende Informationen zur Verfügung. Nach seiner abschließenden Überprüfung billigte der Aufsichtsrat die Abschlüsse ohne Einschränkungen bzw. Ergänzungen und stellte sie damit fest.

Im Namen meiner Aufsichtsratskollegen danke ich dem Vorstand und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aller Konzerngesellschaften für ihre Mitarbeit und ihren persönlichen Einsatz. Das Jahr 2009 war ein erneut sehr erfolgreiches Jahr für MorphoSys und ich bin der Überzeugung, dass die Gesellschaft für die Zukunft gut positioniert ist.

Martinsried/Planegg, 11. März 2010

Dr. Gerald Möller Vorsitzender des Aufsichtsrats

senior m a nagement group der mor phosys ag

aufsichtsrat der morphosys ag

dr. gerald möller
(Vorsitzender)
prof. dr. jürgen drews
(Stellvertretender Vorsitzender)
dr. walter blättler
(Mitglied)
Heidelberg, Deutschland Naples, FL, USA, und Feldafing,
Deutschland
Brookline, MA, USA
m i t g l i e d d e s
au f s i c h t s r at s vo n :
 BioAgency AG, Deutschland
(Vorsitzender)
 febit holding AG, Deutschland
(Direktor)
 Invendo Medical GmbH, Deutschland
(Vorsitzender)
 MTM AG, Deutschland (Vorsitzender)
 4sigma
, Bermuda (Vorsitzender)
 Bionostics, Inc., USA (Direktor)
 Find Foundation
, Schweiz
(Vorsitzender)
 Pelikan Technologies, Inc., USA
(Vorsitzender)
 VIVACTA Ltd.
, Großbritannien
(Direktor)
m i t g l i e d d e s
au f s i c h t s r at s vo n :
 Agennix AG, Deutschland
 Human Genome Sciences, Inc.*, USA
Keine anderen Mandate

* Mitgliedschaft in vergleichbaren inländischen und ausländischen Aufsichtsgremien von Unternehmen

glossar

Amyloid beta – Zielmolekül zur Therapie von Alzheimer; Hauptbestandteil von Proteinablagerungen im Gehirn von Alzheimer-Patienten

Antigen – Fremdstoff, der Antikörperproduktion stimuliert; Bindungspartner von Antikörpern

Anti-IL-6 – Anti-Interleukin 6 (Agent); neue Therapieform; das Protein Interleukin 6 ist relevant für zahlreiche Entzündungs- und Krebserkrankungen

Antikörper – Proteine des Immunsystems, die fremde Antigene erkennen und eine Immunreaktion auslösen

Antikörperbibliothek – große Sammlungen von Antikörpern mit unterschiedlicher Aminosäuresequenz

Autoimmun-Erkrankungen –

Krankheiten, deren Ursache eine überschießende Reaktion des körpereigenen Immunsystems auf körpereigenes Gewebe, Zellen oder Moleküle ist

Biogenerika – auch Biosimilar; biotechnologisch erzeugter, proteinbasierter Nachahmer-Arzneistoff, der nach Ablauf der Patentzeit eines Originalwirkstoffs zugelassen wird

Cashflow – Kennzahl der Kapitalflussrechnung zur Beurteilung der Finanz- und Ertragskraft

CD20 – therapeutisches Zielmolekül für die Behandlung von B-Zellen-Lymphomen und -Leukämien

COGS – engl.: Cost of goods sold; Herstellungskosten für Produkte im AbD-Segment

EMEA – Kurzform für die Europäische Arzneimittelagentur (European Medicines Agency)

FDA – Food and Drug Administration; US-amerikanische Zulassungsund Kontrollbehörde für Arznei- und Lebensmittel

F&E – Forschung und Entwicklung

GCP – Good clinical practice; ein international gültiger Qualitätsstandard hinsichtlich Ethik und Wissenschaft bei der Planung und Durchführung von klinischen Studien, die an Menschen durchgeführt werden

GM-CSF – Granulozyten-Makrophagen koloniestimulierender Faktor; Zielmolekül des MOR103-Programms

GMP – engl.: Good manufacturing practice; Richtlinien zur Qualitätssicherung der Produktionsabläufe und -umgebung in der Produktion von Arzneimitteln, Wirkstoffen und Medizinprodukten

Goodwill – Geschäftswert, Firmenwert eines Unternehmens

HGB – Handelsgesetzbuch

HuCAL – Human Combinatorial Antibody Library; von MorphoSys entwickelte Antikörperbibliothek zur raschen Erzeugung von spezifischen und menschlichen Antikörpern für alle Anwendungen

Human – menschlichen Ursprungs

IASB – International Accounting Standards Board

IFRS – International Financial Reporting Standards; EU-weit geltende Rechnungslegungsstandards, herausgegeben vom IASB

Immunisierung – Erzeugung von Antikörpern durch Gabe von Antigen

in-vitro – im Reagenzglas

in-vivo – im lebenden Organismus

Klinische Erprobung – klinische Studien zur Erforschung der Verträglichkeit und Wirksamkeit eines Arzneimittels an Patienten. In Abhängigkeit vom Entwicklungsstadium des Produkts werden zunächst gesunde Freiwillige und/oder Patienten für Pilotstudien herangezogen, gefolgt von größer angelegten Patientenstu-

Life Sciences – Oberbegriff für alle Forschungsdisziplinen der lebensrelevanten Wissenschaften und deren industrieller Anwendung

Makrophage – weißes Blutkörperchen, das Fremdkörper aufnimmt. Makrophagen spielen eine Schlüsselrolle bei der Immunantwort auf Fremdkörper wie ansteckende Mikroorganismen

Marktkapitalisierung – Börsenwert einer Aktiengesellschaft gebildet aus aktuellem Aktienkurs und Anzahl ausgegebener Aktien

M&A – engl.: Mergers & Acquisitions; Fusionen und Übernahmetransaktionen eines Unternehmens

Meilenstein – Ereignis besonderer Bedeutung. (Zwischen-)Ziele, deren Erreichen oftmals mit einer Zahlung verbunden ist.

Monoklonale Antikörper – von einem einzigen Klon abstammende, einheitliche Antikörper

Multiples Myelom – bösartiger Tumor des Knochenmarks (auch: Plasmozytom)

Multiple Sklerose – entzündliche und degenerative Erkrankung des zentralen Nervensystems

NIH – National Institutes of Health; eine Behörde des United States Department of Health and Human Services; staatliches Institut für medizinische Forschung

Osteolyse – krankheitsbedingte Auflösung oder Degeneration des Knochengewebes

Phagen-Display-Technologie – Screeningverfahren; Präsentation von Peptiden/Proteinen auf der Oberfläche von Phagen

Pharmakokinetik – Gesamtheit aller Prozesse, denen ein Arzneimittel im Körper unterliegt

Präklinisch – präklinische Phase der Arzneimittelforschung an Tiermodellen und in Laborversuchen, die vor Beginn der klinischen Studien durchgeführt werden

Protein – Eiweißstoffe; Polymere bestehend aus Aminosäuren, z. B. Antikörper, Enzyme

Psoriasis – Schuppenflechte; chronische, nicht ansteckende entzündliche Erkrankung der Haut und Gelenke

RapMAT – firmeneigene Technologie von MorphoSys zur beschleunigten Antikörperoptimierung

Reagenzien – Substanzen, die bei Forschungs- und Diagnostikanwendungen eingesetzt werden

Rheumatoide Arthritis – entzündliche Erkrankung der Gelenke; abgekürzt: RA

S, G&A – engl.: sales, general and administrative; Vertrieb, Allgemeines und Verwaltung

Spezifität – Eigenschaft z. B. von Antikörpern, zwischen unterschiedlichen aber ähnlichen Antigenen zu unterscheiden

Tantieme – prozentuale Beteiligung am Umsatz eines vermarkteten Produkts

TecDAX – Index der dreißig größten, gelisteten Technologieunternehmen der Frankfurter Börse neben des DAX und MDAX

TNF – Tumor-Nekrose-Faktor; ein wichtiger entzündungsfördernder Botenstoff im Krankheitsbild der RA

Zielmolekül – Angriffspunkt für therapeutische Intervention, etwa auf der Oberfläche von kranken Zellen (auch: Target)

stichwortverzeichnis

Aktienbesitz Vorstand und Aufsichtsrat 106
Aktienkursentwicklung 6f
Aktienoptionen 36ff, 41ff, 52f, 72, 81ff, 99ff
Aktienrückkauf 54
Aktionärsstruktur 7
Aktiva 37ff, 70ff
Angaben gemäß § 315 Abs. 4 (HGB) 40, 53ff, 115
Aufsichtsrat 39ff, 53ff, 106ff, 116ff, 122
Aufwendungen für Forschung
und Entwicklung 5, 36, 68
Aufwendungen für Vertrieb,
Allgemeines und Verwaltung 36
Ausblick 61ff
Ausschüsse des Aufsichtsrats 116
Bericht des Aufsichtsrats 116f
Beschaffung 32f
Bestätigungsvermerk 115
Betriebliche Aufwendungen 35, 68
Betriebsergebnis 12, 35ff
BHQ880 49ff, 111
Bilanz 70f
Bonitätseinstufung 38

CD38 17 Change of Control/Eigentümerwechsel 54 Corporate-Governance-Bericht 39ff

Directors' Dealings 41f Dividende 66, 97

EBIT 36
Eigenkapital 37, 67, 72ff
Eigenkapitalentwicklung 72
Entsprechenserklärung 39, 78, 109
Ergebnis je Aktie 36, 83, 103ff
Erklärung des Vorstands 114
Ertragsteuer 82f, 101ff

Finanzanalyse 35ff Finanzkalender 2010 Umschlag hinten Finanzmittelzufluss 36 Firmenwert 70, 81, 92 Forschungsantikörper 13, 17 Forschung und Entwicklung 22ff Fortbildung 20

Gantenerumab 26ff, 110
Geistiges Eigentum 30
Geschäftsentwicklung 30ff
Gewinn- und Verlustrechnung 68
GM-CSF 10ff, 16, 30
6f
43ff, 93, 117
36, 68
32
Investitionen 17f, 37ff
ISO-Zertifikate 32

Jahresüberschuss 36, 68ff

K

Kapitalflussrechnung 74f
Kennzahlen Umschlag vorne
Konzernführung 15
Kursentwicklung 6f
Lagebericht 12ff
Leistungsmanagement 18ff
Liquidität 36f, 65f
Marktchancen 59
Marktkapitalisierung 6f
Meldepflichtige Wertpapiergeschäfte 41ff
Meilensteinzahlungen 15f, 57, 62, 82
Mietverpflichtungen 105
Mitarbeiter 19ff
MOR103 9ff, 16, 22f, 30, 64f, 83
MOR202 17, 22f, 39, 64f, 83

Nachhaltigkeit 31f Nachtragsbericht 61

Patente 30, 53, 57, 70, 80
Personal 19ff, 64
Personalaufwand aus Aktienoptionen 35ff 82
Personalkosten 36, 93ff
Produktion 33, 57ff
Prognose 61ff
Q
Qualitätsmanagement 32
Qualitätssicherung 32
R1450 110
Risiken 40ff, 55ff
Risikomanagement 40ff, 55
Rückstellungen 37, 71ff, 93f
Sachanlagen 37, 70ff, 89
Segmentberichterstattung 83ff
Segment Forschungsantikörper
AbD Serotec 17, 25, 31, 35, 58, 60
Segment Partnered Discovery 15f, 25, 30f, 35,
56ff, 59f
Segment Proprietary Development 16f, 22ff, 35,
56ff, 59f
Soziale Verantwortung 31f
Steuern 36f, 68ff
Strategie 17f

Tochtergesellschaften 76ff, 101

Umsatzerlöse 13ff, 35, 65ff
Umsatzrealisierung 82
Umweltschutz 33
Unternehmenskommunikation 43
Unternehmensziele 22, 44
Verbindlichkeiten 37, 71ff, 81, 93ff
Vergütungsbericht 44, 118
Vergütung, Aufsichtsrat 46f
Vergütung, Eigenkapitalinstrumente 52f
Vergütung, Vorstand 44ff
VorstAG 46, 118
Vorstand 4
WACC 92f
Wandelschuldverschreibungen 41ff, 52, 97ff
Währungsrisiko 58, 79, 87, 95f
Wettbewerb 16, 59
Wirtschaftliche Entwicklung 12

impressum

MorphoSys AG

Lena-Christ-Straße 48 82152 Martinsried/Planegg Deutschland Tel.: +49-89-89927-0 Fax: +49-89-89927-222 www.morphosys.de

Unternehmenskommunikation

und Investor Relations

Tel.: +49-89-89927-404 Fax: +49-89-89927-5404 E-Mail: [email protected]

Konzept und Gestaltung

3st kommunikation GmbH, Mainz

Fotografie Andreas Pohlmann, München Karsten Thormaehlen, Frankfurt am Main

Übersetzung und Lektorat

FinKom Gesellschaft für Finanzkommunikation mbH, Usingen Friedrichs & Friends, Lübeck

Satz und lithographie Knecht GmbH, Ockenheim

Druck Societäts Druckerei GmbH, Mörfelden-Walldorf

Redaktionsschluss 11. März 2010 (außer Jahresabschluss)

HuCAL®, HuCAL GOLD®, HuCAL PLATINUM®, AutoCAL®, CysDisplay®, AgX® und RapMAT® sind eingetragene Warenzeichen der MorphoSys AG.

kennzahlen (ifrs) highlights 2009

n eu er l ei t er f ü r a bd sero t ec

highlights

2009

Dieter Feger wird neuer Leiter der Geschäftseinheit AbD Serotec. Er kommt von Abbott Diagnostics zu MorphoSys. Als Leiter von AbD Serotec verantwortet Herr Feger das Team für Forschungsund diagnostische Antikörper in Deutschland, Großbritannien und den USA. Sein Ziel ist es, durch die Etablierung der HuCAL-Technologie von MorphoSys als führender Plattform den Anteil des Segments am Markt für Forschungsantikörper zu erhöhen und neue Möglichkeiten im Diagnostiksektor zu erschließen.

01

02

n eu er l ei t er f ü r di e pr ä k l i n isch e en t w ick lu ng

MorphoSys bestätigt seine Pläne, die fi rmeneigene perpipeline in 2009 und den folgenden Jahren wenige Wochen nach der Ernennung von Dr. Arndt Mitglied des Vorstands wird das fi rmeneigene Entwicklungsteam von MorphoSys durch die Ernennung von Dr. Ulrich Moebius zum Leiter Präklinische Entwicklung und Projektmanagement weiter verstärkt. Dr. Moebius stößt von Medigene zu MorphoSys, wo er für die präklinischen Aktivitäten Marktzulassung von zwei medizinischen Wirkstoff en

03

JANUAR MÄRZ

neues schlüsselpat en t i n eu ropa

MAI

klinischer meilenstein mit novartis

Der Antrag von Novartis

Meilensteinzahlung an

Zusammenarbeit zwischen

der zweite HuCAL-Antikörper die klinische Erprobungsphase und der insgesamt siebte aus allen

Meilenstein dokumentiert

tung und den Fortschritt der mit Partnern verfolgten Pipeline von MorphoSys,

07

08

Das Europäische Patentamt gewährt der HuCAL-Technologie erweiterten Patentschutz durch die Erteilung eines neuen Patents, das das modulare Design der Antikörperbibliothek auf DNA-Ebene schützt. Dieses Patent be-Schritt im kontinuierlichen Bestreben von MorphoSys, andere auf Antikörpern basierende Technologien

05

06

erstes schlüsselpat en t i n ja pa n

Das japanische Patentamt erteilt MorphoSys ein neues Patent zum Schutz des fi rmeneigenen Screening-Verfahrens CysDisplay, einem zentralen Bestandteil der HuCAL-Plattform. Das neue Patent erweitert den Schutz von MorphoSys' Schlüsseltechnologie im wichtigen asiatischen Markt für Antikörperbasierte Produkte und Dienstleistungen.

09

FEBRUAR JULI

l i ef er a bkom m en für diagnostiktests

Beispielhaft für die zunehmende Zahl führender Diagnostik-Unternehmen, tive Lösungen zu bieten, Biotechnologieunterneh-Geschäftssegment von agnostik-Kits zum Einsatz maßgeschneiderter Anti-

AUGUST

klinischer meilenst ei n m i t bay er sch er i ng ph a r m a

Bayer Schering Pharma AG beginnt eine klinische Phase 1-Studie für ein HuCAL-basiertes Antikörperkonjugat im Bereich Krebs und löst damit eine Meilensteinzahlung in deren Rahmen klinische sierten Antikörpern durchgeführt werden. Allein im Jahr 2009 er reichen drei Entwicklungsstadium.

JUNI SEPTEMBER OKTOBER

w ei t er e ex pa nsion im bereich diagnost i k

AbD Serotec unterzeichder Schweizer Stiftung FIND zur Entwicklung eidigen HuCAL-Antikörpers als Schlüsselkomponen te neuartiger diagnosti-Plattformen für die Bereiche TB, Malaria und afrikanische Schlafkrankheit entwickelt. Mithilfe der gleichen Technologie könnten künftig auch weitere Infektionskrankheiten diagnostiziert werden.

SEPTEMBER

l ei t er i n f ü r di e klinische entwicklu ng er na n n t

Mit der Ernennung von Frau Dr. Lisa Rojkjaer Entwicklung besetzt halb des fi rmeneigenen Entwicklungsteams. Frau Dr. Rojkjaer kommt von zu MorphoSys, wo sie zufairs – Hämatologie, Europa war. Mit Dr. Rojkjaer engagiert MorphoSys' Pläne, die fi rmeneigene Pipeline voranzubringen Durchlauf werthaltiger

reich infektionsk r a n k h ei t en m i t daiichi sankyo

abkommen im be-

Die neue Vereinbarung mit Daiichi Sankyo ist MorphoSys' erste Allianz auf dem Gebiet der Infekmen der Vereinbarung mierte Antikörper gegen Verbindung stehen. Die Erforschung und Entwicklung neuartiger Antikörpertherapien deckt einen großen Bedarf in diesem Bereich, da die derzeitige Sterberate aufgrund der Resistenz gegen bestehen-60 % liegt.

NOVEMBER

zu l a ssu ng von mor 103 zu r st u di e an patienten

MorphoSys erhält die Genehmigung zu einer klini-1b/2a an Patienten mit geschrittenen Wirkstoff MOR103, einem Antikörper gegen das Zielmolekül GM-CSF. Insgesamt werden 135 Patienten in mehre ren europäischen klinischen Zentren bis zum ersten Halbjahr 2011 in die Studie aufgenommen. Die endgültigen Ergebnisse der Studie werden für das erste Halbjahr 2012 erwartet.

finanzkalender

25. Februar 2010 Bekanntgabe Jahresabschluss 2009 Analysten- und Pressekonferenz in Frankfurt am Main 28. April 2010 Veröff entlichung des 3-Monatsberichts 21. Mai 2010 Hauptversammlung in München 29. Juli 2010 Veröff entlichung des Halbjahresberichts 28. Oktober 2010 Veröff entlichung des 9-Monatsberichts