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MorphoSys AG Annual Report 2005

Jul 10, 2006

291_10-k_2006-07-10_fe1469bf-7adb-4158-8df6-bfbf3ff35975.pdf

Annual Report

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Aufbruch in neue Märkte

Im Jahr 2005 konnte MorphoSys den Erfolg seiner Technologien auf neue Regionen, Anwendungen und Kunden ausweiten. Die Expansion in neue Märkte ist ein Kernbestandteil der Wachstumsstrategie von MorphoSys. Die innovative Antikörper-Technologie HuCAL GOLD ermöglicht es MorphoSys, in mehreren Märkten eine Führungsposition zu erobern.

Im Geschäft mit therapeutischen Antikörpern ist MorphoSys weltweit präsent. Jeder zweite der zwanzig größten Pharmakonzerne hat sich bereits für den Einsatz der MorphoSys-Technologien entschieden, um neue therapeutische Ansätze zu erforschen und zukünftige Antikörper-Medikamente zu entwickeln. MorphoSys will diese starke Position weiter ausbauen und seine Präsenz im japanischen Markt genauso wie in den anderen Schlüsselmärkten Europa und den USA erhöhen.

Im Geschäft mit Forschungsantikörpern bietet MorphoSys einem weltweiten Kundenstamm seine Leistungen an, mit starkem Fokus auf Europa, Asien und den USA. Darüber hinaus erschließt das Unternehmen neue Anwendungsfelder – seit 2006 besitzt MorphoSys ein von der US-Arzneimittelaufsicht FDA zugelassenes diagnostisches Produkt. MorphoSys' Geschäftseinheit AbD – AntibodiesDirect wird seine Marktpräsenz durch das kombinierte Angebot der drei Marken Antibodies by Design, Biogenesis und Serotec weiter ausbauen.

MorphoSys' Ziel ist es, auf Basis eines profi tablen Wachstums in die langfristige Perspektive zu investieren, um die fi rmeneigenen Technologien weltweit in allen Segmenten zu etablieren und sich so die Führungsposition in allen Betätigungsfeldern zu sichern.

MorphoSys-Konzern (in Millionen T, wenn nicht anders angegeben)

IFRS
31.12.2005 31.12.2004 31.12.2003
Ergebnisse
Umsatzerlöse 33,5 22,0 15,3
Herstellungskosten 2,5 0,9
Aufwendungen für Forschung
und Entwicklung
13,6 11,4 9,0
Aufwendungen für Vertrieb,
Allgemeines und Verwaltung
10,1 7,5 7,2
Personalkosten (ohne Personalaufwand
aus der Ausgabe von Aktienoptionen)
10,8 9,1 7,5
Abschreibungen auf Sachanlagen 0,9 0,7 0,5
Abschreibungen auf immaterielle
Vermögenswerte
2,7 2,0 1,5
Gewinn/(Verlust)
aus gewöhnlicher Betriebstätigkeit
6,2 0,6 (3,1)
EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern,
Abschreibungen und Personalaufwand,
aus Aktienoptionen) 10,0 4,6 1,8
Jahresüberschuss/(-fehlbetrag)
Bilanz
4,7 0,3 (3,1)
Aktiva gesamt 80,1 55,8 42,9
Liquide Mittel und marktgängige
Wertpapiere
53,6 37,2 23,2
Erworbene immaterielle
Vermögenswerte
12,4 12,8 14,5
Verbindlichkeiten 16,1 16,4 15,6
Eigenkapital 64,0 39,4 27,3
MorphoSys-Aktie
Ausgegebene Stammaktien (Anzahl) 6.025.863 5.438.852 4.901.332
Gewinn/(Verlust) pro Aktie
(verwässert, in ")
0,83 0,05 (0,72)
Dividende (in ")
Aktienkurs (in ") 41,32 38,10 11,14
Personal
Mitarbeiter gesamt (Anzahl) 172 132 95

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Produkt-Pipeline

MorphoSys' Produkt-Pipeline Stand 31.12.2005

MorphoSys gehört zu den weltweit führenden Biotechnologieunternehmen im Bereich der humanen Antikörper. Die fi rmeneigenen Technologien für die Herstellung vollständig humaner Antikörper können sowohl für Forschungszwecke und in der Diagnostik als auch für die Herstellung von präzise wirkenden Antikörpermedikamenten eingesetzt werden. Die HuCAL®-Technologie (Humane kombinatorische Antikörperbibliothek) ermöglicht eine schnelle und automatisierte Identifi zierung spezifi scher Antikörper und bietet die einzigartige Möglichkeit, die Antikörper optimal den jeweiligen Anforderungen anzupassen. Dies ermöglicht die Entwicklung überlegener Forschungswerkzeuge und die Entdeckung der Medikamente von morgen. Darauf vertrauen bereits heute zahlreiche namhafte Partner aus der Pharma- und Biotechnologiebranche sowie führende Forschungsinstitute und Universitäten. MorphoSys' Ziel ist es, seine HuCAL GOLD®-Technologie weltweit als führendes System zur Antikörperentwicklung in allen Marktsegmenten zu etablieren.

002 inhalt

Inhaltsverzeichnis

Unterschiede zwischen HGB und IFRS

004 vorstand & brief des vorstandsvorsitzenden

Vorstand der MorphoSys AG

Dr. Marlies Sproll Vorstand für Forschung und Entwicklung

Dr. Simon E. Moroney Vorstandsvorsitzender

Dave Lemus Executive Vice President und Finanzvorstand

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

nach einem Jahr, das für MorphoSys ganz im Zeichen des Wachstums stand, freut es mich sehr, Ihnen unseren Geschäftsbericht 2005 vorlegen zu können. Wachstum, das bedeutete für MorphoSys im abgelaufenen Jahr in erster Linie eine fundamentale Stärkung unserer zwei Hauptgeschäftssegmente: die Entwicklung therapeutischer Antikörper sowie die Vermarktung von Antikörpern als hochwertige Forschungswerkzeuge. Beide Geschäftsbereiche entwickelten sich sehr gut, so dass wir das zweite Jahr in Folge einen Umsatzanstieg von annähernd 50 % erzielen konnten. Nach einem 'symbolischen' Nettogewinn im Jahr 2004 betrug der Reingewinn in diesem Jahr, getragen durch die außerordentlich gute Entwicklung des Kerngeschäfts mit therapeutischen Antikörpern und erfolgsabhängigen Zahlungen, rund 4,7 Mio. q. MorphoSys geht wirtschaftlich also stärker als je zuvor in ein neues Jahr und die Wachstumsperspektive ist weiterhin sehr attraktiv.

Im therapeutischen Geschäft mit Partnern haben wir unseren Marktanteil deutlich ausgebaut. Mit drei neuen Partnern in 2005 konnten wir eines der besten Jahresergebnisse in diesem Geschäftssegment vorweisen. Jede der neuen Partnerschaften hat über die direkten fi nanziellen Aspekte hinaus zusätzliche Bedeutung für MorphoSys.

Der Vertrag mit dem japanischen Top10-Pharmakonzern Shionogi repräsentiert den ersten Durchbruch auf dem Weg, einen neuen geographischen Markt für unsere HuCAL-Technologie zu erschließen: Asien. Die asiatischen Märkte und allen voran der japanische sind sehr attraktive Märkte für unsere beiden Geschäftszweige und verzeichnen attraktive Wachstumsraten. Den Grundstein für diesen Erfolg legte MorphoSys bereits im Jahr 2004, als mit GeneFrontier ein strategischer Partner und ein Marketing-Konzept für Japan präsentiert werden konnten. Es ist unser Ziel, mit der Unterstützung von GeneFrontier diesen Markt weiter zu erschließen und in 2006 einen zweiten japanischen Pharmakonzern als Partner zu gewinnen.

Der Vertrag mit dem Pharmakonzern Lilly im September 2005 bedeutete gleichzeitig die Beile gung des letzten anhängigen Patentstreits für MorphoSys. Erneut konnten wir hierbei unsere Fähigkeit zeigen, einen komplexen Patentstreit zu beenden und in diesem Fall sogar zu unse ren Gunsten in Form einer neuen Kooperation zu wenden. Unser Unternehmen hat damit eine letzte Unsicherheit ausgeräumt und genießt nun vollkommene Handlungs freiheit im täglichen Geschäft bei der Vermarktung seiner HuCAL-Technologie und aller Produkte, die aus ihr hervorgehen.

006 b rief des vorstandsvorsitzenden

Dr. Simon E. Moroney Vorstandsvorsitzender

Abschließend konnten wir mit dem US-amerikanischen Pharmakonzern Merck im Dezember den dritten neuen Partner im Jahr 2005 und gleichzeitig den zehnten Partner aus der Riege der zwanzig größten Pharmakonzerne gewinnen. Damit arbeitet jeder zweite der zwanzig umsatzstärksten Medikamententwickler mit unserer Technologie, um neue Wirkstoffe zu erforschen und Antikörper-basierte Therapien auf den Markt zu bringen.

Unsere fi rmeneigenen Entwicklungsprogramme bleiben weiterhin ein bedeutender, wenn auch der kleinere Teil unserer Gesamtaktivitäten im Bereich der therapeutischen Antikörper. Es war stets unsere Absicht, Entwicklungspartner für diese Projekte zu fi nden und wir wollten ursprünglich diese Suche im Jahr 2005 abschließen. MorphoSys hat sehr genaue Vorstellungen, in welcher Form von Partnerschaft und zu welchen Konditionen diese Projekte weitergeführt werden sollten. Dieser Anspruch konnte bis zum jetzigen Zeitpunkt und mit dem derzeitigen Stand der Projekte nicht mit den Vorstellungen des Marktes in Übereinstimmung gebracht werden. MorphoSys hat als Konsequenz der Erfahrungen in 2005 zu Beginn des Jahres 2006 Schritte eingeleitet, um die Perspektive und zukünftige Entwicklung der eigenen Produkt-Pipeline zu fördern. Genauer betrachtet werden wir den Großteil unserer Bemühungen auf die Entwicklung des Programms MOR103 fokussieren – ein Antikörper zur Behandlung verschiedener entzündlicher Erkrankungen –, um so unsere Erfolgsausssichten insgesamt zu verbessern.

Als zusätzliches Standbein von MorphoSys hat die Bedeutung des Geschäftssegments Forschungsantikörper in 2005 weiter zugenommen. Der Markt für Forschungsantikörper ist aus mehreren Gründen ein sehr attraktiver Markt für uns, aber ein Hauptargument war ausschlaggebend für unsere Entscheidung, stärker in diesen Bereich zu investieren: MorphoSys ist der festen Überzeugung, dass der Markt vor einem technologischen Wandel steht und sich zunehmend modernen, synthetischen Methoden der Antikörperentwicklung wie HuCAL zuwenden wird. Wir führen diesen Trend an.

Durch die im Laufe des vergangenen Jahres abgeschlossene Integration der Biogenesis-Gruppe entstand erstmals eine Forschungsantikörpersparte, die zwei Elemente vereint: ein umfangreiches Kataloggeschäft mit breitem Kundenstamm und eine innovative Technologie, die es möglich macht, Antikörper schneller, besser und gemäß präzisen Spezifi kationen herzustellen. Durch diese Konstellation will MorphoSys HuCAL-Antikörper rasch im Forschungsantikörpermarkt auf breiter Front bekannt machen. Eine starke Marketing- und Vertriebsorganisation ist der Schlüssel hierzu und MorphoSys wird sich bietende Möglichkeiten wahrnehmen, diese weiter zu stärken. MorphoSys will diesen Weg konsequent fortsetzen und hat im Januar 2006 mit der Akquisition der Serotec-Gruppe einen wichtigen Schritt in diese Richtung unternommen.

Eine ebenso wichtige Weichenstellung hat die MorphoSys AG in 2005 durch die Berufung eines neuen Forschungsvorstands in Person von Dr. Marlies Sproll vorgenommen. Eine Entscheidung, die ich berufl ich und persönlich sehr begrüße. Ein wichtiger Aspekt der Arbeit von Dr. Sproll wird es sein, die Weiterentwicklung der fi rmeneigenen Technologie voranzutreiben, damit MorphoSys auch in Zukunft technologisch führend bleibt. Ein zweites wichtiges Augenmerk liegt auf der Stärkung unserer fi rmeneigenen Medikamenten-Pipeline in 2006 und darüber hinaus.

Der Aktienkurs der MorphoSys AG lag zum Abschluss des Jahres 2005 acht Prozent im Plus im Vergleich zum Jahresbeginn. Im wichtigen Technologie-Auswahlindex TecDAX der Frankfurter Wertpapierbörse hat sich MorphoSys nachhaltig etablieren können. Um US-amerikanischen Investoren den Handel mit unseren Aktien zu erleichtern, entschied sich MorphoSys zu Beginn des Jahres 2006, ein ADR-Level-I-Programm zu starten. Ebenfalls zu einer Ausweitung unserer institutionellen Investorenbasis beigetragen hat der erfolgreiche Abschluss einer Finanzierungsrunde im Laufe des Jahres, in der rund 10 % unseres Aktienkapitals an Investoren vorrangig in Europa ausgegeben wurde.

MorphoSys blickt sehr selbstbewusst in das neue Jahr und hat sich ambitionierte Ziele gesetzt. Im Kerngeschäft mit therapeutischen Antikörpern wollen wir unseren Marktanteil abermals erhöhen und die Zahl aktiver Programme mit Partnern weiter steigern. Es ist außerdem unsere Absicht, unsere eigenen Entwicklungsprojekte voranzubringen. In der Sparte der Forschungsantikörper wird die zielstrebige Integration der Serotec-Gruppe in 2006 eine wichtige Rolle spielen. Unsere Ziele für beide Geschäftssegmente beruhen auf der intelligenten Ausnutzung unserer fi rmeneigenen Antikörpertechnologien und sind auf kurz- und langfristiges Wachstum ausgerichtet.

Ingesamt war das Jahr 2005 sehr erfolgreich für MorphoSys. Ich bedanke mich deshalb ausdrücklich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der neuen MorphoSys-Gruppe für ihren Einsatz im vergangenen Jahr. Gleichzeitig begrüße ich unsere neuen Kolleginnen und Kollegen der früheren Serotec- und Biogenesis-Firmen und freue mich auf eine weiterhin erfolgreiche Zusammenarbeit. Mein besonderer Dank gilt ebenfalls Ihnen, unseren Aktionärinnen und Aktionären, für Ihr anhaltendes Vertrauen und Interesse an unserer Firma. Gemeinsam mit Ihnen wünsche ich uns ein ebenso erfolgreiches, wenn nicht sogar erfolgreicheres Jahr 2006.

Dr. Simon E. Moroney Vorstandsvorsitzender

008 markt und strategie

MorphoSys mit weltweiter Präsenz

Bei der Etablierung von HuCAL GOLD als weltweiten Industriestandard sowohl für die Entwicklung therapeutischer Antikörper als auch als Hauptquelle für Antikörper zu Forschungszwecken hat MorphoSys im Jahr 2005 wesentliche Fortschritte erzielt. Nach der Übernahme und Integration der Biogenesis- und Serotec-Gruppen ist das Unternehmen mit Standorten in Großbritannien und dem überaus wichtigen US-Amerikanischen Markt international vertreten. MorphoSys verfügt nun in seinen Geschäftsbereichen Therapie und Forschung über ein weltumspannendes gemeinsames Kunden- und Vertriebsnetz. Als Teil seiner Strategie, in neue Märkte vorzudringen, konnte MorphoSys die erste Partnerschaft mit einem Pharmakonzern in Asien unterzeichnen. Ziel von MorphoSys bleibt es, diese attraktiven Life-Sciences-Märkte weiter zu erschließen und die HuCAL-Technologie als anerkannten, hochwertigen Ansatz zur Generierung einer breiten Vielfalt von Antikörpern weiter zu etablieren.

Markt und Strategie - Profi tables Wachstum im Visier

Das Interesse der Pharmaindustrie an monoklonalen therapeutischen Antikörpern ist unverändert hoch. Tatsächlich haben der potenzielle Nutzen und der therapeutische Erfolg dieser Medikamentenklasse die Erwartungen der Pharmaindustrie sogar zeitweise übertroffen. Im Jahr 2005 erzielten die 17 derzeit am Markt zugelassenen Antikörpermedikamente einen Gesamtumsatz von rund 12 Mrd. US \$ – ein Zuwachs um rund 20 % im Vergleich zum Vorjahr. Dieses Wachstum hat zahlreiche Pharmaunternehmen zu höheren Investitionen in diesem Bereich angespornt, was auch zu einer weiteren Profi lierung unseres Unternehmens führte. So konnte MorphoSys im Jahr 2005 drei neue Partner hinzugewinnen und vier bestehende Partnerschaften deutlich erweitern. MorphoSys wird die Stärke seines Kerngeschäfts im Bereich therapeutischer Antikörperkooperationen nutzen, um durch Schritte in neue Märkte seine langfristigen Wachstumschancen bei gleichzeitig gemindertem Gesamtrisiko auszubauen.

Im Geschäftsjahr 2004 hatte MorphoSys einen Wendepunkt erreicht und erstmals einen Jahresüberschuss erzielt. Nachdem sich MorphoSys für 2005 eine deutliche Gewinnsteigerung vorgenommen hatte, konnte bei einem Umsatz von 33,5 Mio. q ein gegenüber 2004 rund 15-fach gesteigerter Jahresüberschuss von 4,7 Mio. q erwirtschaftet werden.

MorphoSys sieht sich jedoch weiterhin als technologieorientiertes Wachstumsunternehmen. Als solches muss das Unternehmen neue Wege beschreiten, um weitere Wachstumspotenziale zu erschließen. Lukrative Wachstumsmöglichkeiten – sowohl auf neuen regionalen Märkten als auch durch neue Anwendungsmöglichkeiten für eigene Technologien und Produkte – bieten sich in beiden Geschäftsfeldern, in denen MorphoSys derzeit tätig ist: Therapeutische Antikörper und For schungsantikörper. MorphoSys verfolgt deshalb weiterhin das Ziel, schnell zu wachsen und durch Profi tabilität weitgehende Unabhängigkeit von den Kapitalmärkten zu wahren. Gleichzeitig beabsichtigt das Unternehmen, einen Teil seines Gewinns zu reinvestieren, um weiteres Wachstum zu sichern.

010 markt und strategi e

Stärke im Kerngeschäft mit therapeutischen Wirkstoffen

MorphoSys konnte im Kerngeschäft mit therapeutischen Antikörpern im Jahr 2005 die erfolgreiche Entwicklung des Vorjahres unvermindert fortsetzen. Im Verlauf des Jahres schloss das Unternehmen drei neue Lizenzverträge mit den führenden Pharmakonzernen Eli Lilly&Company, Merck&Company, Inc. und Shionogi&Co. ab. Auch die bestehenden Partnerschaften mit Bayer und Boehringer Ingelheim konnte MorphoSys deutlich erweitern. Beide Partner haben sich für die nächsten fünf Jahre den Zugang zur HuCAL GOLD-Technologie sowie das Recht gesichert, neben den sich bereits in der Entwicklung befi ndlichen Projekten neue therapeutische Projekte zu beginnen.

Dr. Barbara Krebs Senior Director, Head of Business Development

Bereits gestartet wurden neue therapeutische Antikörper-Projekte mit den bestehenden Partnern Schering AG und Centocor Inc. Insgesamt wuchs die Medikamenten-Pipeline von MorphoSys bis Ende 2005 von 24 auf 29 aktive Partnerprojekte – bereits der dritte Jahreszuwachs in Folge. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Geschäftsberichts stehen weitere Projekte an der Schwelle zur klinischen Entwicklung, ein Zeitpunkt, zu dem MorphoSys fi nanziell von erheblichen Meilensteinzahlungen profi tieren würde. Alles in allem konnte MorphoSys im vergangenen Geschäfts jahr seinen Marktanteil im therapeutischen Sektor deutlich ausweiten. Derzeit arbeiten zehn der 20 größten Pharmakonzerne mit unseren Technologien.

Wie bereits an anderer Stelle dieses Geschäftsberichts angesprochen, hat sich der Markt für therapeutische Antikörper im Berichtsjahr insgesamt erneut positiv entwickelt. Selbst negative Nachrichten wie der Vermarktungsstopp des von Biogen Idec und Elan vertriebenen Multiple-Sklerose-Medikaments Tysabri ® Ende Februar 2005 konnten die Aussichten des Sektors nicht nachhaltig trüben. Auch wenn in 2005 keine neuen therapeutischen Antikörper zugelassen wurden, wuchs der Gesamtumsatz der derzeit zugelassenen 17 Antikörpermedikamente gegenüber dem Vorjahr um 20 % auf insgesamt rund 12 Mrd. US \$. Sechs dieser Antikörper erreichten Blockbuster-Status mit Jahresumsätzen von jeweils mehr als 1 Mrd. US \$. Weitere Antikörper nähern sich zügig dieser Marke.

Es ist daher nicht verwunderlich, dass führende Pharmaunternehmen stark daran interessiert sind, in diese Medikamentenklasse und die damit verbundenen innovativen Technologien mit ihren entscheidenden Vorteilen zu investieren. Insbesondere drei Firmenübernahmen im vergangenen Jahr unterstreichen diese These. So übernahm der Pharmakonzern Roche im Juli 2005 für rund 150 Mio. q die in der Schweiz ansässige GlycArt Biotechnology AG in dem Bemühen, sein Know-how in der Erforschung von therapeutischen Antikörpern auszubauen. Im August 2005 erwarb Pfi zer für eine nicht genannte Summe die im Privatbesitz befi ndliche Bioren Inc. Pfi zer begründete die Akquisition als Schritt, die Entwicklung neuer Zielmoleküle für therapeutische Antikörper zu beschleunigen sowie bereits bestehende Kandidaten zu verbessern. Diese Schritte stärkte Pfi zer's Engagement im Bereich der therapeutischen Antikörper. Beide akquirierte Unternehmen haben Technologien entwickelt, die die Wirkung therapeutischer Antikörper weiter verbessern könnten. Zu guter Letzt gab im Dezember 2005 die US-amerikanische Biotechnologie-Firma Amgen den Kauf von Abgenix für 2,2 Mrd. US \$ bekannt.

Diese Transaktionen sind ein handfester Beweis für das Interesse der Pharmaindustrie an dieser Medikamentenklasse und für deren Vertrauen in die Zukunft dieses Geschäftsbereichs. MorphoSys sieht sich ideal positioniert, um an diesem Trend langfristig zu partizipieren.

Brückenkopf im japanischen Markt

Im Jahr 2005 hat MorphoSys in seinem Bestreben, nach Asien und dort insbesondere in den japanischen Markt zu expandieren, einen entscheidenden Fortschritt erzielt. Anfang September 2005 unterzeichnete MorphoSys mit dem japanischen Pharmakonzern Shionogi & Co. einen Drei-Jahres-Vertrag. Das gemessen am Jahresumsatz derzeit achtgrößte japanische Pharmaunternehmen ist damit der erste therapeutische Partner in Fernost, der MorphoSys' HuCAL GOLD-Antikörperbibliothek zur Unterstützung der eigenen pharmazeutischen Forschung einsetzt.

Der Startschuss für die Erschließung des fernöstlichen Pharmamarktes fi el im September 2004. Zwar hatte MorphoSys bis dahin dank seiner Geschäftseinheit Antibodies by Design erste Aufträge aus Japan erhalten, jedoch war es dem Unternehmen noch nicht gelungen, ein asiatisches Pharmaunternehmen für eine Zusammenarbeit zu gewinnen. Aus diesem Grunde schloss MorphoSys einen Vertrag mit einem lokalen Partner, der in Tokio ansässigen GeneFrontier Corporation. Rund ein Jahr später führten die gemeinsamen Bemühungen, für MorphoSys Wachstumsmöglichkeiten in Japan zu erschließen und HuCAL als bekannte Marke zur Antikörperentwicklung zu etablieren, zur Partnerschaft mit Shionogi.

012 markt und strategi e

Nach den USA ist Japan der zweitgrößte nationale Pharmamarkt der Welt. Die zehn größten Pharmakonzerne des Landes erwirtschafteten im Jahr 2004 Umsätze in Höhe von rund 38 Mrd. US \$. Im gleichen Zeitraum investierten sie mehr als 6,5 Mrd. US \$ in die eigene Forschung. In den vergangenen Jahren ist es jedoch ausländischen Unternehmen wie Pfi zer, Roche und Novartis gelungen, nicht nur Marktanteile, sondern auch zunehmenden Einfl uss am japanischen Pharmamarkt zu gewinnen. Die japanische Industrie ist derzeit dabei, sich von diesem Druck zu befreien, indem sich Unternehmen durch Fusionen zu größeren Einheiten zusammenschließen und dadurch gleichzeitig ihre internen Forschungsaktivitäten bündeln. Zahlreiche Konzerne, darunter Shionogi, haben Programme zur Modernisierung ihrer Forschungs- und Entwicklungsabteilungen initiiert. Vor diesem Hintergrund sieht MorphoSys eine einzigartige Chance, seine Präsenz in Japan auszubauen.

Über den pharmazeutischen Bereich hinaus bietet der expandierende japanische Life-Sciences-Markt weitere Wachstumsmöglichkeiten. Während die Zahl der Biotechnologieunternehmen in Japan momentan noch begrenzt ist, soll sich diese Zahl Branchenschätzungen zufolge in den kommenden fünf Jahren zügig vervielfachen. Von Bedeutung ist auch, dass die wissenschaftliche Forschung von der japanischen Regierung gefördert wird. Die Chancen für MorphoSys steigen, sowohl neue Partnerschaften mit asiatischen Pharma- und Biotechnologieunternehmen einzugehen als auch die Zahl potenzieller Kunden im Bereich der Forschungsantikörper zu erhöhen.

Umsatz
in Mrd. US \$
F & E-Ausgaben
in Mrd. US \$
1. Takeda 8,2 1,2
2. Astellas1 6,9 1,4
3. Daiichi Sankyo2 5,5 1,1
4. Esai 5,0 0,720
5. Otsuka 3,7 0,500
6. Chugai 2,6 0,450
7. Mitsubishi Pharma 1,8 0,480
8. Shionogi 1,6 0,280
9. Ono 1,3 0,250
10. Tanabe 1,3 0,230

Die zehn größten Pharmaunternehmen in Japan (nach Umsatz in 2004)

Fusion zwischen Yamanouchi und Fujisawa

2 Fusion zwischen Sankyo und Daiichi Pharmaceuticals

1

Expansion in der Sparte der Forschungsantikörper

Im Jahr 2005 führte MorphoSys die erste Firmenübernahme in der Unternehmensgeschichte in Form der Akquisition der Biogenesis-Gruppe durch, deren Integration innerhalb von neun Monaten erfolgreich abgeschlossen wurde. Die Übernahme war ein wichtiger und richtungsweisender Schritt in der Unternehmensentwicklung von MorphoSys und entscheidend für den Aufbau einer schlagkräftigen Forschungsantikörpersparte. Die neue Geschäftseinheit "Forschungsantikörper" stellt für MorphoSys eine strategisch bedeutsame zusätzliche Einnahmequelle neben dem Geschäft mit therapeutischen Antikörpern dar. MorphoSys beabsichtigt, die Geschäftseinheit weiter zu stärken und als eine Plattform für anhaltendes Wachstum zu etablieren. Im Einklang mit dieser Strategie erfolgte im Januar 2006 die Akquisition der Serotec-Gruppe. Serotec gehört zu den drei größten europäischen Lieferanten von Forschungsantikörpern; die neue Firmengruppe aus MorphoSys und Serotec dürfte Europas führender Lieferant auf diesem Gebiet sein.

Im Jahr 2005 erzielte der Bereich Forschungsantikörper einen Umsatz von rund 4,3 Mio. q, 13 % des Gesamtumsatzes von MorphoSys und ein Zuwachs von etwa 440 % gegenüber 2004.

Dieter Lingelbach Senior Vice President, Head of AbD, Managing Director MorphoSys UK Ltd.

Joanne Crowe Senior Director, Head of Sales and Marketing, AbD

Dr. Achim Knappik Senior Director, Head of R&D, AbD

014 markt und strategie

Ein Markt im Umbruch

Der Forschungsantikörpermarkt befi ndet sich derzeit sowohl technologisch als auch strukturell in einer Umbruchsphase. MorphoSys sieht diese Entwicklungen als einen starken Anreiz, in diesem Markt aktiv zu bleiben, und als große Chance für weiteres Wachstum.

Bis vor kurzem wurden alle Antikörperprodukte auf Basis veralteter, tierbasierter Technologien entwickelt – eine Methode, die sich nachweislich als keineswegs ideal sowohl hinsichtlich des Endprodukts als auch in zeitlicher Hinsicht herausgestellt hat. Kunden legen heute immer größeren Wert auf kurze Lieferzeiten und Vielfalt der Produktpalette, zwei Bereiche, in denen MorphoSys besondere Vorteile der fi rmeneigenen Technologie sieht. Gleichzeitig entdeckt die moderne Forschung kontinuierlich neue Proteine und damit mögliche Zielmoleküle für Wissenschaftler, zu deren Charakterisierung neue Forschungsantikörper benötigt werden. MorphoSys ist davon überzeugt, dass der Markt insgesamt reif für einen technologischen Wandel ist und die tierbasierten Methoden mittel- bis langfristig durch in-vitro-Ansätze wie die HuCAL GOLD-Technologie ersetzt werden. MorphoSys sieht sich an der Spitze dieses Wandels.

Nicht nur technologisch, auch strukturell verändert sich der stark fragmentierte Markt für Forschungsantikörper. In den nächsten Jahren ist mit einer Konsolidierung zu rechnen, bei der sich aus der derzeit großen Zahl von Anbietern durch Fusion wenige, aber größere Einheiten bilden werden. Ein Beispiel für diese Konsolidierung war im Jahr 2005 die US-amerikanische Invitrogen Corp., einer der größten Anbieter von Forschungswerkzeugen aller Art. Im Laufe des Jahres erwarb Invitrogen drei Unternehmen im Bereich Forschungsantikörper: BioSource International, Caltag und Zymed Laboratories. Für diese Akquisitionen investierte Invitrogen insgesamt 210 Mio. US \$.

Etablierung einer neuen Marke: AbD - Antibodies Direct

Bis zum Ende des dritten Quartals 2005 und damit weniger als neun Monate nach der Übernahme konnte MorphoSys den Integrationsprozess für die Biogenesis-Gruppe weitgehend abschließen. Der Bereich vermarktet nunmehr MorphoSys' Kerntechnologie im Bereich Forschungsantikörper und verfolgt dabei eine klare Strategie, ausgerichtet auf die Hauptsektoren dieses Marktes. Derzeit umfasst die gesamte Geschäftseinheit "Forschungsantikörper" die drei Marken "Antibodies by Design", "Biogenesis" und "Serotec". Künftig werden alle drei Forschungsantikörper-Geschäftseinheiten unter dem gemeinsamen Markennamen "AbD – Antibodies Direct" agieren.

Hauptmarktsegment im Visier

Der gesamte Markt für Forschungsantikörper hat in den letzten Jahren Wachstums raten von jährlich rund 10-15 % verzeichnet. Derzeit geben Wissenschaftler weltweit jährlich mehr als 800 Mio. US \$ für Forschungsantikörper aus.

Die Geschäfteinheit Forschungsantikörper von MorphoSys ist gegenwärtig in drei Marktsegmenten aktiv. Zum einen bietet Biogenesis seinen Kunden vorgefertigte, vorrätige Forschungsantikörper über einen Verkaufskatalog und ein weltweites Distributionsnetz an. Dieses Kataloggeschäft stellt das größte Segment innerhalb des Forschungsantikörpermarktes dar. Es ist ein wachsender Geschäftszweig und dient darüber hinaus als potenzielles Einstiegsportal in andere Geschäftsbereiche.

Daneben ist MorphoSys im Feld der neuartigen kundenspezifi schen Forschungsantikörper bereits seit Gründung der in München ansässigen Geschäftseinheit "Antibodies by Design" im Jahr 2003 tätig. Diese Sparte liefert auf Basis der HuCAL-Technologie neu entwickelte Antikörper an Kunden weltweit, die ein neuartiges Protein durch den Einsatz von spezifi schen Forschungsantikörpern untersuchen wollen, die sie in keinem Verkaufskatalog fi nden. Der Kundenkreis umfasst Wissenschaftler an Universitäten und anderen Forschungseinrichtungen sowie Wissenschaftler im Bereich der pharmazeutischen und biotechnologischen Forschung. Bestehende Kunden von Biogenesis mit Interesse an neuen Forschungsantikörpern können ebenfalls die von der Geschäftseinheit Antibodies by Design angebotenen Leistungen nutzen. Dieses neue Angebot wurde positiv aufgenommen und resultierte in neuen Aufträgen für MorphoSys-Produkte aus dem Vertriebsnetz von Biogenesis.

MorphoSys beabsichtigt, seine HuCAL-Technologie einzusetzen, um zusätzliche neue Produkte in den Katalog von Biogenesis einzuführen. Während der vergangenen Monate haben Antibodies by Design und Biogenesis gemeinsam erste HuCAL-basierte Antikörper gegen neue Zielmoleküle proaktiv entwickelt und in den Verkaufskatalog aufgenommen. Einige der rekombinanten Forschungsantikörper wurden als Teil gegenwärtiger Forschungskooperationen von Antibodies by Design mit anderen Unternehmen identifi ziert.

Der dritte Bereich dieser Einheit ist die Auftragsherstellung von Antikörpern für Großkunden. In diesem Segment stellt Biogenesis Antikörper je nach Kundenwunsch in größerem Maßstab von 10 Milligramm bis zu 10 Gramm her. Dank der Übernahme der Biogenesis-Gruppe konnte MorphoSys seinen Kundenstamm um verschiedene zentrale Kunden aus diesem Bereich erweitern.

ANTIKÖRPER

in therapie und forschung

MorphoSys ist derzeit in zwei Bereichen tätig, den Segmenten "Therapeutische Antikörper" und "Forschungsantikörper". Im therapeutischen Bereich entwickelt MorphoSys in Eigenregie und in Zusammenarbeit mit Partnern neue antikörperbasierte Medikamente. Im Forschungsbereich beliefert MorphoSys als wichtiger Anbieter von Antikörpern und entsprechende Technologien die wissenschaftliche Forschung mit diesen Hilfsmitteln. Da MorphoSys' Kerntechnologie HuCAL GOLD beiden Märkten hochspezielle Antikörper bietet, profi tiert das Unternehmen von diesen Wachstumsmärkten. HuCAL-Antikörper nutzen verschiedene Wirkungsmechanismen und dienen auf diese Weise sowohl der biologischen Forschung als auch der Diagnose und der Therapie von Krankheiten.

Antikörper sind in der Lage, nahezu jedes Molekül mit großer Genauigkeit zu fi nden und nachzuweisen. Diese Moleküle, auch Zielmoleküle oder Antigene genannt, sind häufi g Bestandteile von Proteinen, der wichtigsten Komponente lebender Zellen. Antikörper sind daher ideale "Suchmaschinen", um winzige Mengen bestimmter Zielmoleküle aufzuspüren, und dienen Forschungslaboratorien in aller Welt als tägliche Werkzeuge oder Reagenzien. Im Jahr 2004 investierten Forscher weltweit schätzungsweise 800 Mio. US \$ in Antikörper als Werkzeug.

Gleichzeitig spielen Antikörper eine entscheidende Rolle in der Diagnose verschiedener Krankheiten, zum Beispiel bei der Untersuchung von Blutserum auf das Vorhandensein bestimmter Krankheitserreger. Zweifellos stellt die Medikamentenbehandlung die wichtigste aller Anwendungen dar. Dabei müssen Unternehmen in viele Jahre intensiver Erforschung und Erprobung investieren und zum Teil hohe Entwicklungskosten in Kauf nehmen, bis ein Antikörper als therapeutischer Wirkstoff zugelassen wird. Derzeit stehen 17 Antikörperpräparate in Form von Medikamenten zur Verfügung.

Antikörper in Forschung und Diagnostik

Antikörper als Werkzeuge der Grundlagenforschung und Diagnostik

Alle Entdeckungen in der Biotechnologie und Medizin basieren auf dem Verständnis der fundamentalen biologischen Prozesse von lebenden Systemen. Welche Strukturen in den Zellen eines Lebewesens übernehmen welche Aufgaben ? Wie kommunizieren diese miteinander und in welchem Zusammenhang steht deren Fehlfunktion mit bestimmten Krankheiten ? Wie entwickeln sich chronische Krankheiten wie beispielsweise Krebs oder Alzheimer ?

Antikörper sind ein Dreh- und Angelpunkt der verschiedenen angewandten Labortechniken, um diese Fragen zu klären. Durch ihre Fähigkeit, mit außergewöhnlicher Präzision ihre Antigene zu erkennen, bieten sie der Grundlagenforschung einzigartige Möglichkeiten. Dadurch wird die Forschung in die Lage versetzt, Moleküle zu identifi zieren, die mit bloßem Auge nicht erkennbar sind, und durch deren Manipulation Rückschlüsse auf die Funktion des in Frage kommenden Proteins zu ziehen.

Als Nachweisverfahren werden Antikörper zusätzlich routinemäßig in den verschiedenen Bereichen der Diagnostik und Analyse eingesetzt. Üblicherweise werden sie angewandt, um eine Infektion durch Viren oder andere Krankheitserreger zu entdecken, Allergien zu bestimmen, Hormonwerte im Blut zu messen, aber auch verstärkt, um Verunreinigungen sowie Schadstoffbelastungen durch Chemikalien in der Umwelt nachzuweisen.

Antikörper helfen, Krankheiten zu bekämpfen

Antikörper sind wesentlicher Bestandteil des menschlichen Immunsystems. Der Einsatz von Antikörpern zur Bekämpfung von Krankheiten ist eine logische Erweiterung ihrer natürlichen Rolle und Wissenschaftler arbeiten seit Jahrzehnten an solchen Anwendungen. Alle therapeutischen Anwendungen von Antikörpern basieren ohne Ausnahme auf deren Fähigkeit, spezielle Zielmoleküle zu erkennen. So nutzen Antikörper beispielsweise eine Reihe von Methoden, um Krebs zu erkennen und zu bekämpfen.

Antikörper helfen, Krankheiten zu erkennen

019

Bei einem Test auf mögliche Infektionen wird häufi g nicht das Virus selbst untersucht sondern die vom Körper produzierten Antikörper gegen das Virus. Ein Beispiel für einen solchen antikörper-basierten Diagnosetest ist der so genannte ELISA (Enzyme-Linked Immunosorbent Assay), der im Falle von HIV und anderen Virusinfektionen verwendet wird. Hierfür wird der Boden eines Gefäßes mit dem

Virusprotein beschichtet und das Blut des Patienten getestet. Nach mehreren Waschschritten bleiben nur bei Erkrankten Antikörper zurück und können anschließend mit Hilfe eines zweiten Antikörpers nachgewiesen werden. Der zweite Antikörper trägt dabei ein zum Nachweis geeignetes Enzym, das im letzten Schritt eine Farbreaktion hervorruft.

Wirkungsmechanismen therapeutischer Antikörper

Interaktionspartner der Zielzelle Quervernetzung

Die Grundlagenforschung hat gezeigt, dass es häufi g möglich ist, krankheitserregende Zellen durch die an deren Ober fl äche befi ndlichen Strukturen, so genannte Zielmoleküle, zu erkennen und zu bekämpfen. Dank seiner HuCAL GOLD-Antikörperbibliothek ist MorphoSys in der Lage, solche zielspezifi sche Antikörper zu entwickeln. Zur Bekämpfung von Krebs werden therapeutische Antikörper über den Blutstrom zum Tumor geleitet und binden dessen Zielmoleküle. Durch die Bindung dieser Antikörper werden die Tumorzellen als "krank" markiert, was andere Komponenten des Immunsystems wie beispielsweise Fresszellen dazu anregt, diese Zellen zu bekämpfen. MorphoSys' Krebs-Antikörper MOR202 ist ein Beispiel für einen solchen therapeutischen Antikörper.

Häufi g entsteht eine Krankheit nicht durch eine einzige kranke Zelle, sondern aus dem Zusammenwirken verschiedener Zellen oder durch fehlgeleitete Signale, die durch Botenstoffe zwischen Zellen ausgetauscht werden. Auch hier können Antikörpermedikamente eingreifen, indem sie die Wechselwirkung zwischen diesen Partnern verhindern.

Ein anderer Mechanismus nutzt den Besatz von kranken Zellen mit bestimmten Oberfl ächen-Antigenen auf andere Weise. Antikörper binden und vernetzen diese Oberfl ächen-Antigene und lösen das Absterben oder eine Selbstzer störung der Zellen aus durch Prozesse wie etwa die Nekrose, den programmierten Zellentod, oder die Apoptose. Der im Rahmen der Kooperation mit GPC Biotech entwickelte HuCAL-Antikörper 1D09C3 folgt diesem Prinzip.

Weiter vervielfältigt werden die Einsatzmöglichkeiten therapeutischer Antikörper durch die Möglichkeit, sie zu "bewaffnen". Dies geschieht durch die Koppelung eines Antikörpers an ein zweites Molekül, beispielsweise ein radioaktives Teilchen oder etwa ein Zellgift. Beispiele "bewaffneter" Antikörper sind die gegen Krebszellen gerichteten Medikamente Zevalin® und Bexxar®, die an Radioisotope gekoppelt sind. Die Antikörper übernehmen die Rolle von Boten, die das radioaktive Material zu den Zielzellen transportieren – in diesem Fall handelt es sich um B-Zellen, die durch genetische Veränderung zu Tumorzellen wurden. Die Strahlungsmenge wird so sorgfältig reguliert und reduziert. Dadurch wird das übrige gesunde Gewebe nur zu einem geringen Teil der Radioaktivität ausgesetzt. Ein ähnliches Vorgehen nutzt der zur Therapie von Lymphomkrebs eingesetzte Antikörper Mylotarg®, der an ein Chemotherapeutikum gekoppelt ist. Der Antikörper bindet an ein Oberfl ächenprotein der Krebszelle und gelangt darauf ins Innere der Zelle, wo das Chemotherapeutikum seine Wirkung entfaltet und die kranke Zelle zum Absterben bringt.

Antikörper erklären die Grundlagen des Lebens

Fluoreszenzmikroskopie ist eine häufi g angewandte wissenschaftliche Technik, die sich der Antikörper zum Nachweis von Proteinen in Zellen oder gar in ganzen Geweben (Immunhistochemie) bedient. Hauchdünne Schnitte des Gewebe-Präparats oder sogar der Einzelzellen, in die die Antikörper eindringen können, bilden die Grundlage des Verfahrens. Die Antikörper sind an einen fl uoreszierenden Farbstoff gekoppelt und werden durch einen Laser angeregt und unter einem speziellen Mikroskop sichtbar. Antikörper binden in diesem Bild an das Stützskelett einer Zelle und machen es sichtbar.

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Spezifi sche Antikörper aus der HuCAL-Technologie von MorphoSys können in der Diag nostik und Analytik die verschiedensten Fragestellungen unter die Lupe nehmen.

FORSCHUNG Weltweiter Einsatz als Werkzeuge der Forschung 023

Mehr als 800 Mio. US \$ investieren Forscher pro Jahr in Anti körper, die sie bei ihren Analysen und Versuchen als wichtige Werkzeuge unterstützen. Bislang basierten diese Antikörper auf altmodischen Technologien. MorphoSys ist der Überzeugung, diesen weiterhin wachsenden Markt mit Hilfe der moderneren

HuCAL GOLD-Technologie neu gestalten zu können.

Antikörper können geringste Mengen einer Substanz mit großer Genauigkeit orten und markieren. Insbesondere die wichtigsten Bestandteile von lebenden Zellen, die Proteine, spielen in den Naturwissenschaften eine entscheidende Rolle.

024 f o r s c h u n g u nd entwi c k l u n g

Die HuCAL-Technologie auf dem Weg zum Industriestandard

Unser Wissen über das Entstehen von Krankheiten wie auch die Möglichkeiten zur Früherkennung, Diagnose und Therapie nehmen täglich zu. Dieser Prozess wird durch die weltweite Grundlagenforschung an Universitäten und Forschungseinrichtungen sowie durch die anwendungsorientierte Forschung in der Pharma- und Biotechnologiebranche gefördert. Das zunehmende Wissen über die richtigen Strategien zur Bekämpfung der entscheidenden Zielmoleküle führt jedoch gleichzeitig zu steigenden Anforderungen an Antikörper und die Anbieter von Antikörpertechnologien. Obwohl einige wenige Systeme in der Lage sind, vollständig humane Antikörper herzustellen, bietet lediglich die HuCAL GOLD-Technologie das Maß an Flexibilität und Optimierungspotenzial, das Forscher der Pharmaindustrie benötigen, um sich diesen Anforderungen stellen zu können. Aus diesen Gründen glauben wir, dass unsere Technologie die fortschrittlichste ist, um den steigenden Ansprüchen der Life-Sciences-Industrie gerecht zu werden.

Erste MorphoSys-Antikörper in der Klinik

nen mit Partnern aus der Pharmaindustrie. Zum Jahresende 2005 verfügte MorphoSys mit seinen Partnern über 29 aktive Antikörperprogramme in unterschiedlichen Entwicklungsstadien. Als erster HuCAL-Antikörper erreichte im Februar 2005 der innerhalb der Kooperation mit der GPC Biotech AG entwickelte Medikamentenkandidat 1D09C3 die klinische Phase-1-Studie. Anfang 2006 folgte MorphoSys' Partner Roche mit einem zur Behandlung von Alzheimer

vorgesehenen Antikörper. Damit befi nden sich nun zwei Projekte basierend auf der MorphoSys-Technologie in der Erprobung am menschlichen Patienten. Der Beginn klinischer Studien markiert für MorphoSys einen wichtigen Schritt: Investoren messen Reife und Wert einer Medikamenten-Pipeline an der Anzahl der Projekte, die sich in klinischen Studien befi nden, da diese näher an der Marktreife sind. Darüber hinaus erhält MorphoSys zu Beginn der klinischen Phasen attraktive erfolgsabhängige Meilensteinzahlungen.

Jüngste klinische Studie: Antikörper gegen Alzheimer

Der zweite in die klinische Studie gelangende Antikörper aus der HuCAL-Bibliothek ist ein vom Pharmakonzern Roche entwickelter Medikamentenkandidat zur Alzheimer-Therapie. Alzheimer gilt als eine der größten Bedrohungen für die alternden Industrienationen. Schätzungen zufolge leiden allein in Deutschland rund eine Million Menschen, in den USA annährend fünf Millionen an dieser Form der Demenzerkrankung. Derzeit gibt es keine Möglichkeit zur Heilung von Alzheimer, lediglich dessen Fortschreiten kann verzögert werden. Die momentan zur Behandlung von Alzheimer eingesetzte Memantine-Medikamentenklasse erzielte im Jahr 2005 ein Umsatzvolumen von rund 660 Mio. US \$, wobei Prognosen allein für diese Kategorie von einem Marktvolumen von rund 1 Mrd. US \$ in den kommenden Jahren ausgehen. Aufgrund ihrer wenig selektiven Wirkungsweise sind Memantine-Produkte mit hohen Nebenwirkungen verbunden und können nur in geringer Dosis bei daher reduziertem Behandlungserfolg eingesetzt werden. Der in Zusammenarbeit mit Roche identifi zierte Antikörper greift die für Alzheimer typischen, krankhaften Ansammlungen des Proteins Amyloid beta im Gehirngewebe an. Eine Aufl ösung dieser als 'Plaque' bezeichneten Aggregate wird von der internationalen Alzheimer-Forschung als viel versprechender Ansatzpunkt für eine Therapie betrachtet. Eine Steigerung der geistigen Leistungsfähigkeit konnte mit einer Entfernung der Amyloid-beta-Ansammlungen in Verbindung gebracht werden.

Der HuCAL-basierte Antikörper 1D09C3 soll die Therapie unterschiedlicher Blutkrebsarten und Lymphomen verbessern. Jährlich erkranken mehr als 50.000 Menschen in den USA und schätzungsweise 65.000 Menschen in Europa an Non-Hodgkin-Lymphomen. Nachdem GPC Biotech im Dezember 2004 die Genehmigung für klinische Studien in der Schweiz erhalten hatte, startete der Partner von MorphoSys eine erste Phase-1-Studie am Onkologischen Institut der italienischen Schweiz (IOSI). Im August folgte die Genehmigung für ein zweites Zentrum in Italien und der Beginn einer Studie am "Istituto Nazionale dei Tumori" in Mailand. Im November 2005 erhielt GPC Biotech die Zulassung für klinische Studien in Deutschland. Die an der Universitätsklinik Köln durchzuführende Studie soll die Sicherheit und Verträglichkeit des Antikörpers bei Patienten ermitteln und eine Empfehlung für die Dosierung sowie für das Verabreichungsschema für weiterführende Phase-2-Studien geben. Damit hat GPC Biotech das Phase-1-Studienprogramm, das schätzungsweise 28-43 Patienten umfasst, in drei Ländern erfolgreich eingeführt.

Für weitere Informationen zu Alzheimer und der Kooperation zwischen MorphoSys und Roche lesen sie bitte das Interview mit Dr. Andrew Sleight, dem Leiter der Forschungsabteilung Zentralnervensystem bei Roche, auf den Seiten 30 bis 33.

026 f o r s c h u n g u nd entwi c k l u n g

Stephen S. Yoder Senior Counsel, Head of Licensing and Intellectual Property

Patentsituation unangefochten

Für forschungsintensive Unternehmen wie MorphoSys ist der Schutz des geistigen Eigentums durch Patentanmeldungen von wichtiger Bedeutung. In einer wettbewerbsintensiven Industrie wie der Biotechnologie sind patentrechtliche Auseinandersetzungen unvermeidlich. Im September 2005 konnte MorphoSys seine derzeit letzte Patentauseinandersetzung mit Applied Molecular Evolution (AME), einem 100 %igen Tochterunternehmen des Pharmakonzerns Eli Lilly, zu günstigen Konditionen beigelegen. Damit ist MorphoSys gegenwärtig zum ersten Mal in seiner Geschichte als börsenotiertes Unternehmen in keinerlei Patentauseinandersetzungen mit anderen Parteien involviert.

Patentstreit beigelegt, neuer Partner gewonnen

Die erzielte Einigung mit Eli Lilly sichert MorphoSys das Recht, auf Basis der AME-Technologie bestimmte rekombinante Peptid- und Proteinsammlungen zu entwickeln und zu durchforschen sowie alle daraus hervorgehenden Produkte zu vermarkten. Gleichzeitig erhielt Lilly eine auf vier Jahre befristete Lizenz für den Einsatz der HuCAL GOLD-Technologie in ihren Forschungsund Entwicklungsprojekten. Für alle therapeutischen Antikörper, die Lilly im Rahmen der Vereinbarung entwickelt, erhält MorphoSys Zahlungen für exklusive Lizenzen, Meilensteinzahlungen und Tantiemen auf alle Endprodukte. So gewann MorphoSys durch die Beilegung des Patentstreits mit Lilly einen neuen Partner, der zu den 20 größten Pharmakonzernen zählt. Einschließlich Lilly arbeiten zehn dieser Unternehmen derzeit bereits mit MorphoSys-Technologien.

Durch die unangefochtene Patentposition erhält MorphoSys nun eine größere Flexibilität bei der Planung zukünftiger Generationen der fi rmeneigenen HuCAL-Antikörperbibliothek, da die Vergleichsvereinbarung mit AME gleichzeitig den zukünftigen Einsatz und die Vermarktung aller Versionen der HuCAL-Bibliotheken durch MorphoSys oder seine Partner ermöglicht.

Erstes Patent für CysDisplay™ in Australien

Neben der Beilegung der letzten noch anhängigen Patentauseinandersetzung konnte MorphoSys seine Patentposition durch den Erhalt neuer Patente auf die fi rmeneigenen Technologien weiter stärken. So wurden MorphoSys ein Patent in Australien sowie ein neues Patent zur HuCAL-Technologie in den USA erteilt. Mit dem im Mai 2005 vom australischen Patentamt erteilten Patent wird die CysDisplay-Technologie – ein zentraler Bestandteil der fi rmeneigenen HuCAL GOLD-Antikörperbibliothek von MorphoSys – geschützt. Insgesamt verfügt MorphoSys damit über 14 erteilte Patente und mehr als 40 Anmeldungen, die derzeit weltweit eingereicht sind.

Technologie systematisch weiterentwickeln

Der Bereich der Antikörperentwicklung ist durch kontinuierlichen technologischen Fortschritt geprägt. Die HuCAL GOLD-Technologie von MorphoSys ist die derzeit am weitesten fortgeschrittene in diesem Bereich und gewinnt zunehmend Marktanteile. Von strategischer Bedeutung ist dabei für das Unternehmen, seinen technologischen Vorsprung vor der Konkurrenz auch in Zukunft zu schützen. MorphoSys prüft deshalb alle Innovationen und im Ansatz erkennbaren technologischen Trends, um die eigene Technologie kontinuierlich zu erweitern und zu modernisieren.

Innovatives bakterielles Produktionssystem

Eine im Jahr 2005 durchgeführte Maßnahme zur Weiterentwicklung der fi rmeneigenen Technologie war die Anfang November mit Wacker Biotech abgeschlossene Machbarkeitsstudie zur Herstellung von Antikörperfragmenten. Die patentierte Wacker-Technologie ist ein auf dem Bakterium Escherichia coli basierendes Sekretionssystem. Es unterscheidet sich von den bislang verwendeten Bakteriensystemen, in denen die Antikörper in den sie produzierenden Bakterien angereichert werden. Um das Produkt zu gewinnen, müssen die Bakterien zerstört werden. Bei dem von Wacker verwendeten System hingegen wird das Protein von den Bakterien noch während des Herstellungsprozesses – oder der Fermentation – in das umgebende Nährmedium abgegeben. Bislang nutzte Wacker das System zur Produktion von einfach aufgebauten Proteinen. Die im Auftrag von MorphoSys durchgeführte Studie belegte erstmals, dass auch die Produktion von Antikörperfragmenten mit diesem System möglich ist. Dies ist umso bemerkenswerter, als diese wesentlich komplexer aufgebaut sind und beispielsweise aus zwei verschiedenen Untereinheiten bestehen. Der Einsatz der Wacker-Technologie versetzt MorphoSys künftig in die Lage, Antikörperfragmente in größeren Mengen und auf wesentlich einfachere Art und demzufolge kostengünstiger zu produzieren. Verwendet werden können diese Fragmente für diagnostische und therapeutische Zwecke sowohl für eigene Projekte von MorphoSys als auch für solche in Zusammenarbeit mit Partnern. Eine entsprechende Forschungslizenz hierzu hat MorphoSys von Wacker erworben. Im Bereich der Entwicklung von Forschungsantikörpern versprechen solche Verbesserungen der Produktionsmethoden eine Reduzierung der Herstellungskosten und letztlich eine Erhöhung der Gewinnmargen.

Produktion in menschlichen Zelllinien

Neben der Produktion in Bakterien stellt die Produktion in menschlichen Zelllinien eine wichtige Methode für MorphoSys dar. Zusätzlich zu einer sehr hohen Ausbeute des produzierten, vollständigen Antikörpermoleküls verleiht eine menschliche Zelllinie den Antikörpern auch ein menschliches Glykosylierungsmuster; Glykolisierung ist ein natürlicher Prozess, in dem die Modifi zierung eines Proteins mit Zuckermolekülen stattfi ndet. Die im Hinblick auf ihre Amino-

Dr. Armin Weidmann Director R&D

Dr. Margit Urban Senior Director R&D

Dr. Markus Enzelberger Senior Director R&D

Dr. Ralf Ostendorp Senior Director R&D

028 f o r s c h u n g u nd entwi c k l u n g

säuresequenz bereits vollständig humanen HuCAL-Antikörper werden ihren natürlichen Vorbildern auf diese Weise noch ähnlicher. Im Jahr 2004 erwarb MorphoSys die Rechte an den menschlichen Zelllinien HKB11 von der Bayer AG und Per.C6 von Crucell N.V. Beide Zelllinien werden nun in unterschiedlichen Einsatzbereichen zur Herstellung von Antikörpern eingehend getestet. Damit steht MorphoSys sowie seinen jetzigen und künftigen Partnern ein sehr umfangreiches Spektrum an Produktionsmethoden zur Verfügung.

MOR103 als neues Leitprodukt

Dr. Robert Friesen Director, Head of Pre-clinical Development

Basierend auf der im Jahr 2005 durchgeführten strategischen Neubewertung hat sich MorphoSys entschlossen, sich künftig auf die Entwicklung des entzündungshemmenden Wirkstoffs MOR103 als neue Leitsubstanz zu fokussieren. MOR103 soll gegen entzündliche Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Schuppenfl echte, entzündliche Darmerkrankungen, Asthma und insbesondere der Rheumatoiden Arthritis (RA) zum Einsatz kommen, bei der großes Potential für zusätzliche innovative Therapien besteht. Die präklinische Entwicklung wurde im März 2006 begonnen. Nach deren Abschluss will MorphoSys in der zweiten Jahreshälfte 2007 alle notwendigen Informationen zum Start der klinischen Entwicklung an die zuständigen Aufsichtsbehörden und die Ethik-Kommission einreichen.

MOR103 ist ein vollständig menschlicher HuCAL-Antikörper gegen ein nicht genanntes Zielmolekül aus dem Bereich der entzündlichen Erkrankungen. Bei der RA handelt es sich um eine chronische Erkrankung, bei der es hauptsächlich zu einer Entzündung der Gelenke kommt. Dies kann zu Langzeit-Schäden der Gelenke begleitet von chronischen Schmerzen bis hin zum Funktionsverlust und zur Invalidität führen. Weltweit sind rund 4-6 Millionen Menschen betroffen. Derzeitige Standardtherapien unter den biotechnologischen Medikamenten sind die anti-TNF-Wirkstoffe Enbrel ®, Humira® und Remicade®. Obwohl diese Substanzen erfolgreich sind, besteht weiterhin ein Bedarf an alternativen Behandlungsformen. Neben Bedenken über Langzeit-Nebenwirkungen und Toxizität der anti-TNF-Ansätze spielt die Tatsache, dass 50% der Patienten nach zwei Jahren Behandlungszeit nicht länger auf die Behandlung ansprechen, eine entscheidende Rolle. Ärzte suchen deshalb permanent nach neuen Optionen und MorphoSys glaubt, dass MOR103 eine solche darstellt.

In Hinblick auf seine anderen fi rmeneigenen Programme entschied MorphoSys, die weitere Entwicklung des anti-ICAM-Programms einzustellen, das derzeit die Antikörperprojekte MOR101/ MOR102 umfasst. In Hinblick auf MorphoSys' Krebsprojekt MOR202 beabsichtigt das Unternehmen, zusätzliche präklinische Daten zu generieren, auf deren Basis weitere Schritte entschieden werden.

Neue Einsatzgebiete für HuCAL-Antikörper

Durch die im Jahr 2003 gestartete Initiative Antibodies by Design und die im Jahr 2005 erfolgte Akquisition der Biogenesis-Gruppe gelang MorphoSys der Schritt in den Markt für Forschungsantikörper. Forschungsantikörper fi nden in einem sehr breiten Spektrum Anwendung. Es ist möglich, dass Antikörper, die ursprünglich in Forschungsprojekten der Antibodies by Design- und Biogenesis-Kunden zum Einsatz kamen, nach erfolgreicher Erprobung in der diagnostischen oder gar therapeutischen Anwendung kommerziell weiterentwickelt werden. Entsprechende Rechte müssen dann von MorphoSys erworben werden. Im Januar 2006 akquirierte MorphoSys die Serotec-Gruppe, die im Laufe des Jahres in das Segment für Forschungs antikörper integriert wird.

HuCAL-Antikörper in Biochips

Im Sommer 2005 startete MorphoSys' Antibodies by Design zusammen mit dem Naturwissenschaftlichen und Medizinischen Institut der Universität Tübingen und der ProQinase GmbH ein gemeinsames Forschungsprojekt. Ziel der Kooperation ist die Analyse aller menschlichen Proteinkinasen. Proteinkinasen gelten als viel versprechende Angriffspunkte zur Therapie unterschiedlicher Krankheiten wie Krebs, Entzündungen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen, weshalb verstärkt in deren Erforschung investiert wird. Obwohl derzeit mehr als 500 Proteinkinasen bekannt sind, verhindert ein Mangel an Antikörpern, einen Großteil von ihnen zu untersuchen. Antibodies by Design soll deshalb rund 250 neue Antikörper gegen diese Proteine generieren. Aus der Zusammenarbeit der drei Partner soll letztlich ein Biochip – ein miniaturisiertes Analysesystem – hervorgehen, der es ermöglicht, die Funktion aller Proteinkinasen einzeln zu bestimmen. Das Projekt wird durch das deutsche Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in den kommenden drei Jahren mit rund 2 Mio. q unterstützt.

HuCAL-Antikörper in der Tumorforschung

Gemeinsam mit der Armbruster Biotechnology GmbH verfolgt Antibodies by Design seit April 2005 ein Projekt, um neue Therapiemöglichkeiten gegen Knochenkrebsmetastasen – eine lebens bedrohliche Folge verschiedener fortgeschrittener Krebsleiden – zu erforschen. Das BMBF unterstützt auch dieses Vorhaben mit Mitteln von rund 1 Mio. q. Knochenmetas tasen entstehen aus bösartigen Tumorzellen, die im Körper verteilt werden und sich im Knochenmark ansiedeln. Die entstehenden Knochentumore zählen zu den Tumorarten mit den geringsten Heilungschancen. Im Rahmen dieses Projekts werden die Wirksamkeit eines spezifi schen Antikörpers zur Verhinderung der Bildung von Knochenmetastasen und die Zerstörung bestehender Tumore erforscht. Die Antikörper aus der HuCAL GOLD-Antikörperbibliothek von MorphoSys sollen Tumorzellen über das tumorspezifi sche Bone-Sialo-Protein (BSP) identifi zieren und behandlungsfähig machen.

HuCAL-Antikörper in der HIV-Forschung

Im November 2005 veröffentlichte Ergebnisse haben gezeigt, dass Antikörper eines Antibodiesby-Design-Kunden in einem Projekt zur Erforschung von HIV-Infektionen viel versprechende Ergebnisse erzielt haben. Forscher des US-amerikanischen National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases (NIDDK) analysierten acht Antikörper aus der HuCAL GOLD-Bibliothek von MorphoSys auf ihre Fähigkeit, HIV-1-Viruspartikel an der Infektion ihrer Zielzellen zu hindern. Zwei Antikörper zeigten in einem speziellen Testverfahren gute Ergebnisse und blockierten den Prozess der Verschmelzung von Virus und gesunder Zelle.

Am 25. Januar 2006 erhielt der MorphoSys-Partner Roche die Genehmigung für den Start einer klinischen Phase-1-Studie mit einem vollständig menschlichen Antikörper aus der HuCAL-Bibliothek zur Behandlung von Morbus Alzheimer. Nach einer internationalen Studie verursacht Alzheimer weltweit Kosten von 130-150 Mrd. US \$ und ist damit eine der größten Belastungen für unsere Gesundheitssysteme. Die derzeit vorhandenen Therapiemöglichkeiten gelten als unzureichend bis wirkungslos.

Dr. Andrew Sleight kam im Jahr 1993 als Laborleiter zu Roche. Seit dem Jahr 2003 ist er weltweit für die Forschung im Bereich der Neurowissenschaften und das entsprechende Portfolio von Roche verantwortlich. Ihm untersteht Personal am Roche-Hauptsitz in Basel, Schweiz, ebenso wie im US-amerikanischen Palo Alto, Kalifornien. Vor seinem Wechsel zu Roche hielt Dr. Sleight zahlreiche wissenschaftliche Positionen in den USA, in England und Frankreich inne. Dr. Sleight ist verheiratet und hat zwei Kinder.

MorphoSys Mit welchem Ziel hat Roche das Alzheimer-Projekt ursprünglich gestartet und warum wurde es mit MorphoSys realisiert ?

Dr. Sleight Es besteht ein großer Handlungsbedarf bei der Bekämpfung dieser Krankheit. Weltweit leiden rund 3 % der Bevölkerung der über 60-Jährigen an Alzheimer. Im höheren Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, an Demenz zu leiden, weiter an – jenseits der 80 erkrankt bereits jeder Fünfte. Alzheimer ist deshalb einer der Forschungsschwerpunkte im Bereich des Zentralnervensystems bei Roche. Wir arbeiten an verschiedensten Ansätzen, um neuartige Behandlungsmethoden dieser Erkrankung zu erforschen. Für einen sehr viel versprechenden therapeutischen Ansatz benötigten wir Antikörper, die sehr spezifi sch an bestimmte Proteinablagerungen im Gehirn binden konnten. MorphoSys' HuCAL-Technologie wurde als die am besten geeignete Technologie für dieses Ziel identifi ziert.

Was geschieht mit Menschen, die an Alzheimer erkranken ? MorphoSys

Zu Beginn haben Betroffene oft Schwierigkeiten mit dem Gedächtnis. Nach und nach kommen zusätzliche Probleme hinzu: Weitere geistige Fähigkeiten lassen nach, wie etwa das Erkennen von Situationen, Gegenständen oder vertrauten Personen. Es kann zu starke Stimmungsschwankungen bis hin zu Depressionen oder einem Realitätsverlust mit Wahnsymptomen kommen. Die Persönlichkeit des Betroffenen und zwischenmenschliche Beziehungen verändern sich. Im Endstadium fallen selbst alltägliche Verrichtungen wie Waschen und Anziehen schwerer oder können überhaupt nicht mehr verrichtet werden. Zu 100 % ist das Phänomen Alzheimer noch nicht aufgeklärt, aber es haben sich bestimmte Erkenntnisse durchgesetzt. Im Laufe der Krankheit kommt es zur Funktionsbeeinträchtigung von bestimmten Nervenzellen und schließlich zu deren Absterben. Massive Ansammlungen des Proteins Amyloid beta in Form von so genannten Plaques im Gehirn sind dabei stets charakteristisch für Alzheimer-Patienten. Es gibt zahlreiche Studien, die auf einen Zusammenhang zwischen diesen Ablagerungen und den beschriebenen Störungen hinweisen. Das Aufl ösen dieser Plaques könnte daher eine mögliche Behandlungsmethode für Alzheimer Patienten sein. Dr. Sleight

Wie wird diese Krankheit derzeit behandelt und warum bedarf es neuer Medikamente ? MorphoSys

  • Zurzeit therapiert man Alzheimer beispielsweise mit Medikamenten, die den Abbau des Botenstoffes Acetylcholin im Gehirn vermindern und somit die allgemeine Leistungsfähigkeit verbessern soll. Diese Medikamente mindern allerdings nur die Beeinträchtigung der kognitiven Fähigkeiten für sechs bis zwölf Monate, das Fortschreiten der Krankheit jedoch können sie nicht aufhalten. Eine andere Medikamentklasse, die Memantine-basierten Wirkstoffe, versucht die Lernfähigkeit des Gehirns aufrecht zu erhalten. Andere Symptome, die die Krankheit begleiten, wie Unruhe, Depressionen oder Aggressivität, werden mit Hilfe von bestimmten Psychopharmaka behandelt. Eine Heilung ist bisher nicht möglich, da all diese Ansätze nicht das zugrunde liegende Problem von Alzheimer adressieren, sondern die Folgeerscheinungen einzudämmen versuchen. Darüber hinaus ebbt der Nutzen dieser Behandlungsformen nach nur wenigen Jahren bereits ab. Dr. Sleight
  • Was soll der therapeutische Antikörper denn anders machen ? MorphoSys
  • Das Problem nicht oberfl ächlich behandeln, sondern in die Tiefe gehen, die möglichen Wurzeln der Erkrankungen angreifen. Der Antikörper wurde entwickelt, um spezifi sch die Ablagerungen des Proteins Amyloid beta im Gehirn der Patienten anzugreifen. Als fertiges Medikament verabreicht würde er über den Blutstrom ins Gehirn gelangen. Im Gehirngewebe soll er an die Ablagerungen binden und dem Körper helfen, diese abzubauen. Dr. Sleight
  • Worin liegt denn die besondere Herausforderung, einen Antikörper gegen Alzheimer zu entwickeln ? MorphoSys
  • Nun, das Haupthindernis für einen solchen Ansatz liegt im Aufbau des Gehirns selbst. Ein besonderer Schutzmechanismus, die so genannte Blut-Hirn-Schranke, umgibt das menschliche Gehirn und hindert verschiedene Substanzen daran, die Blutäderchen zu verlassen und ins Gehirninnere einzudringen. Lange Zeit galt diese Schranke als unüberwindbar für solch großen Moleküle wie Antikörper. Es hat sich dann jedoch gezeigt, dass Antikörper durchaus in das Gehirn vordringen können – allerdings nur ungefähr 0,1 % der eingesetzten Menge. Umso entscheidender war es für den therapeutischen Ansatz, dass die eingesetzten Antikörper sehr wirkungsvoll sind und ihr Zielmolekül effektiv binden können. Dr. Sleight

Gibt es andere Ansätze zur Bekämpfung von Alzheimer ? MorphoSys

  • Es gibt Ansätze, Alzheimer-Patienten gegen das Amyloid-beta-Protein oder gegen Teile davon zu impfen. Auch diese Methode führt zur Bildung von Antikörpern gegen Amyloid beta. Im Jahr 2002 musste diese Strategie jedoch einen Dämpfer hinnehmen, als eine klinische Studie eines Impfstoffes fehlschlug. Die Studie hatte zwar zu einer Verbesserung einiger Beschwerden der Patienten und auch zu einem Abbau der Ablagerungen geführt, aber zahlreiche Patienten zeigten schwere Nebenwirkung in Form einer Gehirnentzündung. Diese Gehirnentzündung schien direkt mit dem Einsatz des Impfstoffes in Verbindung zu stehen. Wenn Antikörper in isolierter Form verabreicht werden, sollte dieses Problem ausbleiben. Dr. Sleight
  • Welche Ergebnisse hat Roche bislang mit dem Antikörper erzielt ? MorphoSys
  • Die Ergebnisse, die Roche bislang präsentiert hat, stammen aus frühen Laboruntersuchungen und aus einem Tiermodell für Alzheimer. Im Reagenzglas-Maßstab konnte der Antikörper Aggregate der Amyloid-beta-Moleküle aufl ösen. Darüber hinaus banden die Antikörper mit sehr hoher Spezifi zität an Amyloid-Plaques in menschlichen Gewebeschnitten von Alzheimer-Patienten. Aufbauend darauf wurde der menschliche Antikörper auch in einem lebenden System getestet. In den von Roche durchgeführten Studien mit Mäusen zur Untersuchung von Alzheimer zeigte der Antikörper, dass er in das Gehirn der Tiere gelangt und an die amyloiden Plaques der an Alzheimer erkrankten Mäuse bindet. Zusätzliche Studien haben gezeigt, dass der Antikörper die Ansammlungen effi zient aufl öst. Dr. Sleight
  • Wie ist die erste klinische Studie des Antikörpers aufgebaut und was soll sie zeigen ? MorphoSys
  • Ziel einer Phase-1-Studie ist generell, die Verträglichkeit des Medikamentenkandidaten festzustellen. Bei einer noch relativ begrenzten Anzahl an Probanden wird deshalb insbesondere auf auftretende Nebenwirkungen geachtet. Des Weiteren soll die Studie erste Aufschlüsse darüber geben, in welcher Dosierung und in welcher Häufi gkeit das Medikament verabreicht werden sollte, um ideal zu wirken. Dr. Sleight
  • Vielen Dank für das interessante Gespräch, Dr. Sleight. MorphoSys

MorphoSys' HuCAL-Techno lo gie liefert überlegene Forschungswerkzeuge an Universitäten, Forschungsinstitute sowie die pharmazeutische und biotechnologische Industrie.

Als Nachweisverfahren werden Antikörper seit Jahrzehnten in den verschiedenen Bereichen der Diagnostik und Analytik eingesetzt. In der Diagnostik überprüfen sie, ob bei Patienten eine Infektion durch Viren oder andere Krankheitserreger vorliegt. Neue Einsatzmöglichkeiten für HuCAL-Antikörper entstehen in der Umwelt analytik oder der Entwicklung innovativer Sicherheitssysteme, wie beispielsweise

der Suche nach Sprengstoff und Drogen.

MorphoSys-Antikörper helfen, kleinste Partikel von Viren oder anderen Krankheitsherden im menschlichen Blut nachzuweisen und damit die Frage zu klären, ob Patienten gesund oder krank sind. Damit legen sie den Grundstein für eine schnelle Therapie.

036 die morphosys -aktie

Die MorphoSys-Aktie

Die weltweiten Aktienmärkte zeigten im Jahr 2005 ein sehr wechselhaftes Bild. Negative Faktoren und Ereignisse wie der hohe Ölpreis, ein schwacher US-Dollar, Infl ationsängste oder Naturkatastrophen wie der Wirbelsturm Katrina führten zu einer Verunsicherung der Aktienmärkte. Bedeutende Aktienindizes wie der DAX, der Dow Jones und der Nikkei konnten jedoch auf Gesamtjahressicht eine positive Entwicklung vorweisen.

Die Pharma- und die Biotechnologiebranche unterlagen ebenfalls einer Reihe unterschiedlicher Einfl üsse. Insbesondere Biotechnologie-Werte mussten einige Rückschläge hinnehmen und der NASDAQ-Biotechnologie-Index verzeichnete erst in der zweiten Jahreshälfte 2005 eine positive Entwicklung. Pharmawerte entwickelten sich zwar überwiegend positiv, jedoch wirkte sich die Verunsicherung beim Thema Arzneimittelsicherheit insbesondere nach der Rücknahme des Schmerzmittels Vioxx® im Herbst 2004 nachteilig aus.

Daten zur MorphoSys-Aktie 2005

Designated Sponsors:
DZ Bank AG, WestLB AG

Dave Lemus Finanzvorstand

Dr. Bernhard Erning Director, Head of Treasury and Corporate Development

Aktienkurs am 30.12.2005 41,32 E
Höchstkurs (14.2.2005) 44,69 E
Tiefstkurs (28.2.2005) 28,20 E
Ausgegebene Aktien am 30.12.2005 6.025.863
Marktkapitalisierung am 30.12.2005 248 Mio. E
Täglich durchschnittliches Handelsvolumen 1,4 Mio. E
Volatilität 37 %

Daten und Fakten

ISIN: DE0006632003 WKN: 663200 Frankfurter Börse: MOR Bloomberg: MOR DE Reuters: MORG.DE ADR Level I: MPSYY

Kursentwicklung

Nachdem die MorphoSys-Aktie im Jahr 2004 einen Anstieg von mehr als 240 % verzeichnet hatte, setzte im Jahr 2005 eine Konsolidierung ein. Am Jahresende 2005 schloss die Aktie mit 41,32 w und damit einem Plus von 8 % gegenüber dem Schlusskurs 2004.

Nach der Aufnahme in den TecDAX am 20. September 2004 – dem Auswahlindex der 30 größten Technologiewerte der Frankfurter Wertpapierbörse – hat sich die MorphoSys-Aktie in Deutschland gut etabliert und belegte am Jahresende 2005 Rang 26 bei der Marktkapitalisierung und Rang 15 im Hinblick auf das Handelsvolumen (31.12.2004: Platz 24 bei der Marktkapitalisierung und Platz 14 beim Handelsvolumen).

Zum ersten Mal emittierten drei Banken gehandelte Derivate auf die MorphoSys-Aktie. Dies spiegelt das steigende Interesse an der MorphoSys-Aktie wider.

Die Liquidität der MorphoSys-Aktie konnte sich auf einem hohen Niveau behaupten, mit einem durchschnittlichen täglichen Handelsvolumen von 1,4 Mio. w pro Tag – ein Rückgang von 1 % gegenüber dem Vorjahr. Im Gegensatz hierzu ging das Handelsvolumen im TecDAX im Vergleich zum Vorjahr im Jahr 2005 um 23 % zurück. Als ein Zeichen für die Liquidität und Stabilität der Aktie verringerte sich die Volatilität von 73 % im Jahr 2004 auf 37 % im Jahr 2005.

Kapitalmaßnahmen in 2005

Am 16. März 2005 erhöhte die MorphoSys AG das Grundkapital auf 17.786.955 w durch die Ausgabe von 490.133 neuen Aktien an institutionelle Investoren mit Schwerpunkt in Europa. Durch die Kapitalerhöhung fl oss MorphoSys ein Bruttoemissionserlös in Höhe von rund 17,4 Mio. w zu. Um die Aktien neuen Investoren zeitnah zur Verfügung stellen zu können, wurden Wertpapierleihverträge mit der Schering AG sowie mit Dr. Simon Moroney, Vorstandsvorsitzender der MorphoSys AG, und Prof. Dr. Andreas Plückthun, Mitglied des Aufsichtsrats der MorphoSys AG, abgeschlossen.

038 die morphosys -akti e

Die Finanzmittel sollen für bestehende und künftige Expansionsmöglichkeiten verwendet werden, um das interne und externe Wachstum hauptsächlich im Bereich der Forschungsantikörper zu beschleunigen.

Aktionärsstruktur

Zum Jahresende 2005 betrug der Streubesitz (gemäß der Defi nition der Deutschen Börse), der zur Gewichtung der MorphoSys-Aktie in verschiedenen Indizes herangezogen wird, rund 80 %. Die verbleibenden 20 % verteilten sich auf drei Unternehmen: Cambridge Antibody Technology (CAT) mit 6 % (laut Geschäftsbericht vom 30. September 2005), Novartis Pharma AG mit 8 % und Schering AG mit 6 %. Von den im Dezember 2002 im Rahmen der Beilegung des Patentstreits mit MorphoSys erworbenen Aktien hat CAT im Verlauf des Jahres 2005 rund ein Drittel veräußert. Schering und Novartis erwarben im Rahmen ihrer strategischen Partnerschaften mit MorphoSys Aktien der Gesellschaft. Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats halten rund 3 % des Aktienkapitals.

Unternehmenskommunikation

MorphoSys pfl egt einen kontinuierlichen Dialog mit seinen Aktionären und Investoren. Neben der zeitnahen und umfassenden Information aller Aktionäre und der Kapitalmärkte über die Gesellschaft und deren Aktivitäten ist die Vermittlung des Zukunftspotenzials des Unternehmens eines der vorrangigsten Ziele unserer Unternehmenskommunikation.

Regelmäßige Bericht erstattung durch folgende Finanzinstitute:

am 31. Dezember 2005
Bankhaus Metzler seel. Sohn & Co.
Credit Suisse First Boston
DZ Bank
Equinet
Jefferies International Ltd.
Landesbank Baden-Württemberg
M.M. Warburg & Co.
Midas Research
SG Cowen
Viscardi
Vontobel
West LB

In diesem Zusammenhang hat MorphoSys im Verlauf des Jahres 2005 an insgesamt 17 nationalen und internationalen Investorenkonferenzen teilgenommen. In einer Vielzahl von Einzelgesprächen hat der Vorstand Inves toren aus dem In- und Ausland das Unterneh men und dessen zugrunde liegendes Geschäftsmodell vorgestellt und ausführlich erläutert.

Im Wesentlichen bedient sich MorphoSys seiner Internet-Website, um allgemeine In formatio nen zum Unternehmen verfügbar zu machen.

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Dr. Claudia Gutjahr-Löser Director, Head of Corporate Communications

Mario Brkulj Manager Public Relations

Die Unternehmenskommunikation der MorphoSys AG wurde im Jahr 2005 mehrfach ausgezeichnet. Wie im Vorjahr erreichte MorphoSys im Corporate Governance Survey, einer Studie der ergo Unternehmenskommunikation GmbH über die Qualität der Unternehmensführung, eine hervorragende Bewertung. Das Unternehmen belegte den ersten Platz im TecDAX-Segment und schnitt als bester Biotechnologie-Wert der Frankfurter Wertpapierbörse ab. In der Kategorie "Small und Mid Caps", die SDAX-, MDAX- und TecDAX-Unternehmen zusammenfasst, konnte sich MorphoSys im dritten Jahr in Folge unter den fünf besten Unternehmen platzieren.

Im Rahmen des "wuro Corporate Governance Quality Award 2005" erreichte MorphoSys im TecDAX-Segment den zweiten Platz. Die durch das Wirtschaftmagazin wuro initiierte Untersuchung wird jährlich in Zusammenarbeit mit der Universität Hamburg durchgeführt.

Im Rahmen des Annual Report Competition (ARC) Award, einem der angesehensten internationalen Preise für Geschäftsberichte, wurde der MorphoSys-Bericht mit der Silbermedaille ausgezeichnet. Der Wettbewerb wird von der International Academy of Arts and Sciences/ MerComm, Inc., New York, durchgeführt. Für den Wettbewerb 2005 wurden 1.900 Geschäftsberichte aus 12 Kategorien eingereicht.

Gesetzesänderungen in 2005

Am 1. November 2005 trat das Gesetz zur Unternehmensintegrität und Modernisierung des Anfechtungsrechts (UMAG) in Kraft. Hiermit ist das 10-Punkte-Programm der deutschen Bundesregierung zur Verbesserung der Unternehmensintegrität und des Anlegerschutzes nahezu vollständig abgeschlossen. Das UMAG soll dazu beitragen, das Vertrauen der Anleger in die Integrität, Stabilität und Transparenz der Aktienmärkte zurückzugewinnen.

Folgende Kernpunkte des künftigen Rechts sind hervorzuheben:

  • Die Haftungsklage, eine Schadensersatzklage der Gesellschaft gegen Vorstände und Aufsichtsräte im Fall von Unredlichkeit und groben Gesetzesverstößen, wird vereinfacht.
  • Der Missbrauch der Anfechtungsklage gegen Hauptversammlungsbeschlüsse soll verhindert werden.
  • Das System der Anmeldung und Legitimation von Aktionären zur Teilnahme an der Hauptversammlung und zur Stimmrechtsausübung wird modernisiert und an internationale Gepfl ogenheiten angepasst. Ab dem Jahr 2006 wird, wie international üblich, der Stichtag für die Legitimation der Aktionäre (record date) auf den 21. Tag vor der Hauptversammlung festgesetzt. Die bisher praktizierte Anwendung der Hinterlegungsfrist entfällt damit.

MorphoSys hat seine Satzung bereits entsprechend angepasst. Um an der nächsten Hauptversammlung im Mai 2006 teilnehmen zu können, benötigen Aktionäre lediglich ihren Berechtigungsnachweis, der von der depotführenden Bank ausgestellt wird. Dieser muss bis spätestens zum Ende des siebten Tags vor der Hauptversammlung bei der Anmeldestelle eingegangen sein.

Die HuCAL-Technologie von MorphoSys dient Pharmakonzernen und MorphoSys selbst als Quelle für therapeutische Antikörper mit überlegenen Eigenschaften.

Als jüngster Antikörper aus der HuCAL-Bibliothek von MorphoSys erreichte ein durch den Pharmakonzern Roche zur Therapie von Alzheimer entwickelter Medikamentenkandidat die klinische Entwicklung. Die derzeit zur Behandlung von Alzheimer eingesetzten Medi kamente können Alzheimer nicht heilen, sondern nur das Fortschreiten verzögern. Schätzungen zufolge leiden weltweit mehrere

Millionen Menschen an dieser Form der Demenzerkrankung.

Der HuCAL-Antikörper soll die für Alzheimer-Patienten typischen, krankhaften Ansammlungen des Proteins Amyloid beta im Gehirnge webe angreifen. Eine Aufl ösung dieser Aggregate wird in der internationalen Alzheimer-Forschung als vielversprechender Ansatzpunkt für eine Therapie angesehen.

Konzernlagebericht

Konzernentwicklung 2005

Segment Therapeutische Antikörper

Das Segment Therapeutische Antikörper umfasst die Aktivitäten von MorphoSys im Bereich der therapeutischen Antikörper, insbesondere seine Partnerschaften mit Pharma- und Biotechnologieunternehmen, sowie seine eigenen Antikörperentwicklungsprogramme. Im Jahr 2005 konnte das Segment Therapeutische Antikörper auf der positiven Entwicklung der Vorjahre aufbauen. Bestehende Partnerschaften wie mit Bayer, Boehringer Ingelheim, Bristol-Myers Squibb und ImmunoGen wurden im Verlauf des Jahres verlängert oder ausgeweitet. Darüber hinaus unterzeichnete MorphoSys mit den Pharmaunternehmen Shionogi, Eli Lilly und Merck & Co. drei neue Partnerschaftsabkommen. Am Ende des Jahres zählte das Unternehmen 29 aktive Partnerprogramme und der erste Antikörper aus dieser Gruppe startete im Jahr 2005 mit der klinischen Erprobung. Insgesamt erwirtschaftete das Segment Therapeutische Antikörper im Jahr 2005 Umsatzerlöse von 29,1 Mio. q und damit gegenüber dem Vorjahr einen Zuwachs von 37 %.

Segment Forschungsantikörper (AbD)

Das Segment Forschungsantikörper umfasst alle Aktivitäten sowohl der Geschäftseinheit Antibodies by Design von MorphoSys als auch seiner Tochtergesellschaften Biogenesis Ltd. und Biogenesis, Inc. Ab 2006 wird dieses Segment unter dem Namen "AbD – Antibodies Direct" geführt. Das Segment AbD wird alle Aktivitäten von Antibodies by Design wie auch der Biogenesisund der Serotec-Gruppe, die im Januar 2006 akquiriert worden war, vereinen. Im Geschäftsjahr 2005 setzte MorphoSys im Segment für Forschungsantikörper seinen Wachstumskurs fort. Mit dem Erwerb der Biogenesis-Gruppe im Januar 2005 wurde die Kundenbasis stark erweitert. Seither konnten die ersten HuCAL-Antikörper über den Katalog von Biogenesis vermarktet werden. Das Segment Forschungsantikörper steuerte 4,3 Mio. q oder 13 % zum Konzernumsatz bei.

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Wirtschaftliche Entwicklung

Die Weltwirtschaft wuchs im Jahr 2005 um ca. 4 % – nahezu ein Prozentpunkt weniger als in 2004. Die Abschwächung war breit gestreut und betraf nahezu alle Wirtschaftsregionen. Beschleunigt wurde sie durch höhere Ölpreise, förderungsbedingte Kapazitätsengpässe, eine restriktivere Geldpolitik in den Vereinigten Staaten und das Ende des Investitionszyklus in einigen Ländern nach einem Jahr sehr hohen Wachstums. Von den zuvor genannten Ereignissen hatte der Ölpreis den stärksten Einfl uss auf die wirtschaftliche Entwicklung. Am Jahresende 2005 war der Preis für Rohöl der Sorte Brent auf 58,16 US \$ je Barrel gestiegen, eine Verteuerung um 45 % im Vergleich zum Vorjahr.

In Europa war die Wachstumsabschwächung weniger ausgeprägt. Dies erklärt sich aus der vergleichsweise niedrigen Abhängigkeit der europäischen Wirtschaft vom Erdöl und der Zurückhaltung in der Wirtschaftspolitik. Nach einem Abschwung im Frühjahr ist die deutsche Wirtschaft in der zweiten Jahreshälfte 2005 wieder stärker gewachsen und erreichte im Gesamtjahr ein Wachstum von rund 1 %.

Auch in Asien setzte sich das Wirtschaftswachstum fort. In Japan geht man von einem um 2,3 % gestiegenen Bruttoinlandsprodukt aus. Das Wachstum in China blieb trotz einer deutlichen Abschwächung des privaten Konsums und der Investitionsnachfrage sehr hoch.

Die Zinsen in Europa waren im Vergleich zum Vorjahr leicht auf 3,5 % angestiegen. In 2005 erhöhte die US-Notenbank die Zinssätze, hauptsächlich aufgrund drohender Infl ation im Bereich der Immobilien. Im Zusammenhang mit diesen Entwicklungen schloss der Euro das Jahr bei 1,18 US \$ und damit auf niedrigerem Niveau als im Vorjahr.

Entwicklung der internationalen Kapitalmärkte

Über das Jahr 2005 gesehen nahm der deutsche Kapitalmarkt eine positive Entwicklung. Der DAX schloss das Börsenjahr mit einem Plus von 27 %. Nachdem sich der amerikanische Aktienmarkt in den ersten sechs Monaten negativ entwickelt hatte, kam es in der zweiten Jahreshälfte zu einer Erholung – der S & P 500 Index schloss mit einem Plus von 3 %. Der japanische Nikkei-Index konnte um 40 % zulegen und erzielte sein seit Jahren bestes Ergebnis.

Innerhalb des Technologiesektors beendete der US-amerikanische NASDAQ Composite Index das Jahr mit einem Plus von 1 %, während im Vergleich sein deutsches Pendant TecDAX der Frankfurter Wertpapierbörse eine um 15 % bessere Leistung zeigte.

In den Marktsegmenten für Pharma- und Biotechnologiewerte zeigten der FSE Prime Biotechnology Performance Index einen Anstieg von 21 % und der Prime Pharma & Healthcare Index ein Plus von 26 %. Der NASDAQ Biotechnology Index konnte sich von seinem Tief im März 2005 erholen und erreichte ein Jahresplus von 4 %.

Entwicklung in der Pharma- und Biotechnologiebranche

Für die Pharma- und Biotechnologiebranche war 2005 ein Jahr mit zwiespältigen Meldungen. Angaben der Branchenanalysten von IMS Health zufolge belief sich das Wachstum der amerikanischen Pharmabranche auf 6 bis 7 % (2004: 8,3 %). Anhaltende Diskussionen über die Sicherheit von Arzneimitteln – ausgelöst durch den Vermarktungsstopp für Vioxx® durch die US-Pharmagruppe Merck & Co. im Jahr 2004 – beeinträchtigten das Marktwachstum. Es wird erwartet, dass die US-Verbraucherschutzbehörde FDA (Food and Drug Administration) in den nächsten Jahren bei der Zulassung neuer Medikamente eher Zurückhaltung üben wird. Vor diesem Hintergrund

044 konzernlagebericht

wurden im Jahr 2005 nur einige wenige Medikamente neu zugelassen, während die Warnhinweise auf den Arzneimittelverpackungen zunahmen. Außerdem wird eine Reihe von umsatzstarken Arzneimitteln wie das cholesterinsenkende Zocor® von Merck im Jahr 2006 den Patentschutz verlieren. Dies könnte das zukünftige Umsatzwachstum belasten, da billigere Nachahmerprodukte (so genannte Generika) auf den Markt kommen könnten.

Das Finanzierungsfenster blieb im Jahr 2005 für Biotechnologie-Unternehmen weiterhin geöffnet und ermöglichte 18 Börsengänge von Biotechnologieunternehmen in den USA und 21 Börsengänge in Europa, davon drei in Deutschland. Zahlreiche Firmen konnten sich im Jahr 2005 erfolgreich refi nanzieren. Weltweit haben Biotechnologieunternehmen über Börsengänge und Folgefi nanzierungen rund 20 Mrd. US \$ an Kapital eingeworben. Wie in den Jahren zuvor fanden auch im Jahr 2005 in der Pharma- und Biotechnologiebranche zahlreiche Unternehmenszusammenschlüsse statt. Eine Reihe ausgesprochen fi nanzkräftiger Transaktionen zeigt das starke Interesse der Pharmakonzerne an dieser Entwicklung. So erwarb im Juni 2005 der Pharmakonzern Pfi zer das biopharmazeutische Unternehmen Vicuron für einen Kaufpreis von rund 1,9 Mrd. US \$. Im September vereinbarte Novartis eine mehrjährige Zusammenarbeit mit Alnylam Pharmaceuticals und erwarb eine 20 %ige Beteiligung an diesem Unternehmen. Im gleichen Monat lizenzierte Biogen Idec von Protein Design Labs ein Portfolio von Antikörpern, die sich gegenwärtig in der Phase 2 der klinischen Entwicklung befi nden.

Der Antikörpersektor der Branche wurde von dem unerwarteten Vermarktungsstopp des bereits zugelassenen Antikörpers Tysabri ® am Jahresanfang erschüttert. Der von Biogen Idec und Elan entwickelte monoklonale, humanisierte Antikörper hatte im November 2004 die Zulassung zur Behandlung von Multipler Sklerose erhalten. Nachdem im Zusammenhang mit der Medikamenteneinnahme Fälle einer seltenen neurologischen Krankheit mit Todesfolge aufgetreten waren, entschlossen sich Biogen Idec und Elan zu einem sofortigen Vermarktungsstopp. Als Folge brachen die Aktienkurse beider Unternehmen dramatisch ein und verloren zeitweise 40 bzw. 70 %. Die Meldung belastete die Aktienkurse aller Antikörperunternehmen.

Im weiteren Verlauf des Jahres wirkten zahlreiche positive Branchenmeldungen diesem Rückschlag entgegen. So konnte Genentech, Inc. überzeugende Phase-3-Ergebnisse für die therapeutischen Antikörper Herceptin® und Avastin® veröffentlichen. Neben verschiedenen klinischen Ergebnissen stimmten weitere Unternehmensnachrichten den Antikörpermarkt positiv: So erwarb Serono von Genmab die exklusiven weltweiten Rechte für den humanen Krebsantikörper Humax-CD4, der sich gegenwärtig in Phase 2 der klinischen Entwicklung befi ndet.

Christopher Stift Director, Head of Controlling and Accounting

In ihrer Gesamtheit führten diese Entwicklungen zu einer positiven Kursperformance im Antikörpersektor. Eine Vergleichsgruppe börsennotierter Antikörperunternehmen (Quelle: BioCentury) zeigte im Jahr 2005 einen durchschnittlichen Anstieg der Aktienkurse um 30 %, während

Finanzanalyse

Umsatzerlöse

Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Umsatzerlöse für das Gesamtjahr 2005 um 52 % auf 33,5 Mio. q (2004: 22,0 Mio. q). Gründe für diesen Anstieg waren Umsätze aus neu geschlossenen Partnerschaften sowie erfolgsabhängigen Zahlungen aus bestehenden Kooperationen (21 % des Gesamtumsatzes des Berichtsjahrs) einschließlich im Jahr 2005 erzielten Zahlungen für klinische Meilensteine und Forschungsmeilensteine. Der Konzern vereinnahmte im Berichtszeitraum auch Fördermittel in Höhe von 0,4 Mio. q (2004: 0,1 Mio. q). Rund 64 % des Konzernumsatzes kamen aus den drei größten MorphoSys-Kooperationen mit Novartis, Centocor und Schering (2004: 71 % mit Centocor, Bayer und Novartis). Unter geographischen Gesichtspunkten entfi elen 56 % der kommerziellen Umsätze von MorphoSys auf Biotechnologie- und Pharmaunternehmen mit Sitz in Europa und Asien gegenüber 42 % auf Unternehmen in Nordamerika (siehe auch Ziffer 2 des Anhangs zum Konzernabschluss), verglichen mit 45 % bzw. 55 % im Jahr 2004.

Übernahmen von Antikörper-Firmen nährten die positiven Erwartungen für den Antikörpersektor. Folgende Übernahmen von Anbietern von Antikörpertechnologien sind erwähnenswert: Im Juli 2005 erwarb die Roche-Gruppe die schweizerische GlycArt Biotechnology GmbH. Kurz darauf gab Pfi zer im August 2005 den Erwerb der Firma Bioren bekannt. Und im Dezember 2005 verkündete Amgen ein Übernahmeangebot von nahezu 2,2 Mrd. US \$ für Abgenix. Auch im Bereich der Forschungsantikörper ist eine fortschreitende Konsolidierung zu beobachten: Invitrogen erwarb im Jahr 2005 mit Zymed Laboratories, BioSource und Caltag Laboratories

drei Anbieter von immunologischen Reagenzien und Antikörpern.

die MorphoSys-Aktie wertmäßig 8 % zulegen konnte.

Therapeutische Antikörper

Das Segment Therapeutische Antikörper umfasst alle therapeutischen Antikörper-Kooperationen und Lizenzvereinbarungen mit Partnerunternehmen. Im Jahr 2005 hat dieses Segment Umsatzerlöse aus Kooperationen mit Bayer, Boehringer Ingelheim, Bristol-Myers Squibb, Centocor (Johnson & Johnson), Eli Lilly, F. Hoffmann-La Roche, GPC Biotech, ImmunoGen, Merck & Co., Novartis, Novoplant, Pfi zer, Schering, Shionogi und XOMA erwirtschaftet. Das Segment Therapeutische Antikörper beinhaltet weiterhin alle Aktivitäten im Bereich der unternehmenseigenen Antikörperentwicklung. Die Umsatzerlöse des Segments Therapeutische Antikörper beliefen sich in 2005 auf 87 % (29,1 Mio. q) des Konzernumsatzes. Davon entfi elen 22,2 Mio. q auf fi nanzierte Forschungsleistungen und Lizenzzahlungen sowie 6,9 Mio. q auf erfolgsabhängige Zahlungen (einschließlich klinischer Meilensteine).

Aufgliederung der Umsatzerlöse (in %)

  • Fördermittel
  • Segment Forschungs antikörper
  • Erfolgsabhängige Zahlungen Lizenzzahlungen und
  • fi nan zierte Forschungs leistungen

046 konzernlagebericht

Forschungsantikörper

Das Segment Forschungsantikörper, bestehend aus der Geschäftseinheit Antibodies by Design von MorphoSys und den Unternehmen der Biogenesis-Gruppe in den USA und in Großbritannien, erwirtschaftete im Jahr 2005 13 % (4,3 Mio. q) des Konzernumsatzes. Die im Januar 2005 erworbene Biogenesis-Gruppe steuerte 2,8 Mio. q oder 65 % zum Segmentumsatz bei. Von der Geschäftseinheit Antibodies by Design mit Sitz in München stammten die verbleibenden 35 % oder 1,5 Mio. q des Segmentumsatzes von MorphoSys.

Betriebliche Aufwendungen (in Mio. E)

  • Herstellungskosten
  • Aufwendungen für Forschung und Entwicklung
  • Aufwendungen für Vertrieb, Allgemeines und Verwaltung
  • Personalaufwand aus Aktienoptionen

Betriebliche Aufwendungen

Im Berichtsjahr 2005 stiegen die sonstigen betrieblichen Aufwendungen einschließlich des Personalaufwands aus Aktienoptionen um 28 % auf 27,3 Mio. q (2004: 21,3 Mio. q) und führten zu einem um 5,6 Mio. q auf 6,2 Mio. q verbesserten Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (2004: 0,6 Mio. q). Der Anstieg der betrieblichen Aufwendungen um 6,0 Mio. q hatte seine wesentlichen Ursachen in gestiegenen Personal- und Materialkosten im Zusammenhang mit neuen Kooperationen sowie in höheren Aufwendungen für immaterielle Vermögenswerte. Die Integration der Gesellschaften der Biogenesis-Gruppe trug 3,9 Mio. q zum Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen bei.

Herstellungskosten

Die Herstellungskosten entstehen nur im Segment Forschungsantikörper. Diese Position beinhaltet die Herstellungskosten der Geschäftseinheit Antibodies by Design und Biogenesis sowie die Abschreibung im Zusammenhang mit der Anpassung des Marktwerts der Biogenesis-Vorräte, die beim Erwerb der Gesellschaft identifi ziert worden waren. Insgesamt stiegen die Herstellungs kosten von 0,9 Mio. q im Vorjahr auf 2,5 Mio. q im Berichtsjahr. Dieser Anstieg erklärt sich hauptsächlich aus der Einbeziehung der Herstellungskosten der Biogenesis-Gruppe in den MorphoSys-Konzern im Berichtsjahr in Höhe von 1,5 Mio. q.

Aufwendungen für Forschung und Entwicklung

Der Forschungs- und Entwicklungsaufwand stieg um 2,1 Mio. q auf 13,6 Mio. q (2004: 11,5 Mio. q). Wesentlicher Grund des Anstiegs waren höhere erfolgsabhängige Lizenzgebühren und Kosten für immaterielle Vermögenswerte. Diese stiegen durch den in der Patentauseinandersetzung mit Lilly geschlossenen Vergleich und durch höhere Lizenzzahlungen an Dritte im Zusammenhang mit höheren Umsätzen. Das Impairment auf erworbene Vermögenswerte in Verbindung mit dem Erwerb von Biogenesis im Jahr 2005 steuerte zusätzliche Kosten in Höhe von 0,5 Mio. q bei.

Aufwendungen für Vertrieb, Allgemeines und Verwaltung

Die Aufwendungen für Vertrieb, Allgemeines und Verwaltung beliefen sich im Berichtsjahr auf 10,1 Mio. q, verglichen mit 7,5 Mio. q im Jahr zuvor. Hauptsächlicher Grund des Anstiegs waren höhere Kosten sowohl für externe Dienstleistungen als auch für Personal in Zusammenhang mit der Biogenesis-Gruppe. Biogenesis trug im Jahr 2005 insgesamt 1,6 Mio. q zu den Aufwendungen für Vertrieb, Allgemeines und Verwaltung bei.

Personalaufwand aus Aktienoptionen

Der nicht-zahlungswirksame Personalaufwand aus Aktienoptionen des Jahres 2005 belief sich auf 1,1 Mio. q (2004: 1,4 Mio. q) und ergab sich unter IFRS aus der Anwendung des IFRS 2 "Anteilsbasierte Vergütung". Der Rückgang des Personalaufwands aus Aktienoptionen war vor allem auf niedrigere Aufwendungen für Optionen zurückzuführen, die in früheren Jahren gewährt worden waren.

Aufwand nach Kostenarten

Im Jahr 2005 beliefen sich die Personalkosten (ohne Personalaufwand im Zusammenhang mit der Ausgabe von Aktienoptionen) auf 10,8 Mio. q (2004: 9,1 Mio. q) oder 40 % der Gesamtaufwendungen und bildeten damit den größten Kostenanteil innerhalb der betrieblichen Aufwendungen des Jahres 2005. Der höhere Personalaufwand stand im Zusammenhang mit der höheren Mitarbeiterzahl aufgrund der gestiegenen operativen Geschäftstätigkeit des Konzerns.

Die Kosten für immaterielle Vermögenswerte, in denen Kosten für Patentstreitigkeiten und Abschreibungen auf Patente und Lizenzen enthalten sind, betrugen 5,4 Mio. q (2004: 3,3 Mio. q) bzw. 20 % der Gesamtaufwendungen des Berichtsjahres. Die externen Beratungsleistungen beliefen sich auf 2,9 Mio. q (2004: 2,7 Mio. q) oder 11 % der Gesamtaufwendungen und bestanden vor allem aus dem Aufwand für Marketing, Recht, Steuern, Prüfung und Rechnungslegung sowie allgemeine Beratung. Infrastrukturkosten fi elen in Höhe von 2,9 Mio. q an, verglichen mit 2,1 Mio. q im Jahr zuvor.

048 konzernlagebericht

Aktiva (in Mio. E)*

  • Liquide Mittel und Wertpapiere, zur Veräußerung verfügbar
  • Forderungen aus Liefe rungen und Leistungen
  • Immaterielle Vermögenswerte
  • Geschäfts- oder Firmenwert
  • Sonstige Vermögenswerte

Verbindlichkeiten

(in Mio E)*

  • Kurzfristige Verbindlichkeiten Langfristige
  • Verbindlichkeiten
  • Eigenkapital gesamt
  • * Differenzen sind rundungsbedingt, siehe Bilanz Seite 70/71

Sonstige betriebliche Aufwendungen und Erträge

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beliefen sich im Berichtsjahr auf 1,5 Mio. q verglichen mit 0,4 Mio. q im Jahr 2004. Im vierten Quartal 2005 wurden Währungsverluste in Höhe von 0,8 Mio. q in sonstige betriebliche Aufwendungen und Erträge umgegliedert. Diese Währungsverluste resultieren aus bestimmten Verträgen und werden mit den jeweiligen Partnern geteilt. Diese Position wurde früher vom Umsatz abgezogen. Die Währungsverluste (insgesamt 1,2 Mio. q), Steueraufwendungen (0,6 Mio. q) und der Zinsaufwand (0,3 Mio. q) wurden im Wesentlichen durch Erträge aus zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren (0,6 Mio. q) und durch Zinserträge (0,1 Mio. q) ausgeglichen.

Jahresüberschuss

Die Gesellschaft wies für das Berichtsjahr einen Jahresüberschuss von 4,7 Mio. q aus (2004: 0,3 Mio. q) und setzte damit den positiven Trend des Jahres 2004 fort. Das Ergebnis je Aktie des MorphoSys-Konzerns belief sich im Berichtsjahr auf 0,84 q (2004: 0,05 q).

Liquidität/Finanzmittelfl uss

Am Ende des Geschäftsjahres 2005 verfügte der Konzern über Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und marktgängige Wertpapiere in Höhe von 53,6 Mio. q nach 37,2 Mio. q am Jahresende 2004. Der Anstieg ergab sich vor allem aus höheren Mittelzufl üssen aufgrund der Ausweitung der operativen Geschäftstätigkeit und einer im März 2005 durchgeführten Kapitalerhöhung. Der Mittelzufl uss aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit betrug 4,4 Mio. q.

Aktiva

Die Bilanzsumme hat sich im Jahr 2005 um 24,3 Mio. q auf 80,1 Mio. q erhöht, verglichen mit 55,8 Mio. q am Ende 2004. Hauptgründe waren die gestiegene Liquiditätsposition und der Erwerb der Biogenesis-Gruppe, einschließlich Sachanlagen von 3,3 Mio. q, immateriellen Vermögenswerten von 2,4 Mio. q und Geschäfts- und Firmenwert (Goodwill) in Höhe von 4,1 Mio. q. Die durchgeführte Kaufpreiszuordnung aus der Anwendung des IRFS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse" spiegelt sich im Konzernabschluss wider (siehe auch Ziffer 9 des Anhangs zum Konzernabschluss).

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stiegen im Vergleich zum Jahresende 2004 (2,3 Mio. q) um 1,0 Mio. q auf 3,3 Mio. q. Davon entfi elen 82 % (2,7 Mio. q) auf das Segment Thera-peuti sche Antikörper und 18 % (0,6 Mio. q) auf das Segment Forschungsantikörper, wozu die Biogenesis-Gruppe und die Geschäftseinheit Antibodies by Design 0,2 Mio. q bzw. 0,4 Mio. q beisteuerten.

Verbindlichkeiten

Im Berichtsjahr 2005 stiegen die kurzfristigen Verbindlichkeiten um 0,9 Mio. q auf 11,0 Mio. q (2004: 10,1 Mio. q). Der Anstieg ist vor allem auf höhere Rückstellungen einschließlich Rückstellungen für Steuerzahlungen für das Jahr 2005 zurückzuführen, sowie auf höhere zu zahlende Lizenzen in Zusammenhang mit erfolgsabhängigen Zahlungen an Dritte auf Grund höherer Umsätze.

Eigenkapital

Am Jahresende 2005 betrug die Zahl der ausgegebenen Aktien 6.025.863, von denen sich 5.996.701 in Umlauf befanden (2004: 5.438.852 bzw. 5.408.790). Der Anstieg ergab sich aus der Ausgabe von 490.133 Aktien im Zusammenhang mit der Kapitalerhöhung im März 2005. Die Ausübung und Wandlung von Optionen und Wandelschuldverschreibungen, die im Jahresverlauf 2005 an nahe stehende Unternehmen und Personen ausgegeben wurden, bewirkten einen zusätzlichen Anstieg um 96.878 Aktien.

Investitionen

Im Jahr 2005 beliefen sich die Investitionen von MorphoSys in Sachanlagen auf 0,6 Mio. q nach 1,5 Mio. q im Vorjahr. Die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte beliefen sich auf 0,1 Mio. q (2004: 0,2 Mio. q). Abschreibungen auf Sachanlagen fi elen im Berichtsjahr in Höhe von 0,9 Mio. q (2004: 0,7 Mio. q) an. Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte beliefen sich auf 2,7 Mio. q (2004: 2,0 Mio. q). Die Zunahme der Abschreibungen steht vor allem im Zusammenhang mit dem Erwerb der Biogenesis-Gruppe.

Organisationsstruktur/Tochtergesellschaften/Akquisitionen

Erwerb der Biogenesis-Gruppe

Im Januar 2005 gab MorphoSys die Übernahme der beiden in Privatbesitz befi ndlichen Unternehmen Biogenesis Ltd. (Poole, Großbritannien) und ihrer Schwestergesellschaft Biogenesis, Inc., (Brentwood/New Hampshire, USA) bekannt. Mit über 20 Jahren Erfahrung in der Entwicklung und Herstellung von Antikörpern und einem umfangreichen Antikörper-Katalog zählt die Biogenesis-Gruppe zu den größeren europäischen Zulieferern von Antikörpern an die Forschungseinrichtungen der Life-Sciences-Industrie. Mit dem am 20. Januar 2005 unterzeichneten Übernahmevertrag erwarb MorphoSys 100 % der Unternehmensanteile der Biogenesis Ltd. und Biogenesis Inc. Beide Biogenesis-Unternehmen sind heute 100 %ige Tochtergesellschaften der MorphoSys AG. Anfang 2006 wurden die beiden Tochtergesellschaften in MorphoSys UK, Ltd. bzw. MorphoSys US, Inc., umbenannt.

Der Erwerb von Biogenesis war für MorphoSys, einem der führenden Hersteller von therapeutischen Antikörpern der nächsten Generation, ein wichtiger strategischer Schritt zur Etablierung seiner innovativen HuCAL-Technologie in neuen Marktsegmenten für Antikörper. Der Erwerb folgt der Gründung der Geschäftseinheit Antibodies by Design Ende 2003 zur Belieferung des Forschungs- und Diagnostiksektors mit maßgeschneiderten monoklonalen Antikörpern. Die Biogenesis-Gruppe verfügt über ein umfangreiches Kataloggeschäft und ein leistungsfähiges Geschäft mit industriell hergestellten Antikörpern und versorgt Kunden im Forschungs- und Diagnostiksektor mit den unterschiedlichsten Dienstleistungen im Bereich Antikörper.

050 konzernlagebericht

Biogenesis und Antibodies by Design haben alle Vertriebs- und Verwaltungsfunktionen zusammengelegt. Entscheidend ist, dass die zusammengeführten Unternehmen nun nach drei Marktsegmenten strukturiert sind: Im Segment für maßgeschneiderte monoklonale Antikörper werden von der Antibodies-by-Design-Einheit in München auf der Grundlage der HuCAL-Technologie kundenspezifi sche monoklonale Antikörper für Kunden beider Unternehmen weltweit hergestellt. Zweitens bietet Biogenesis einen umfangreichen Katalog an Aktivitäten rund um Antikörper, der als mögliches Portal für andere Segmente des Geschäfts dient. Eine erste Reihe von Antikörpern auf der Grundlage von HuCAL wurde im Verlauf des Jahres 2005 in den Biogenesis-Katalog aufgenommen. Das dritte Marktsegment umfasst das Lohnfertigungsgeschäft, in dem für Kunden Anti körper in Mengen von 10 Milligramm bis 10 Gramm oder mehr hergestellt werden.

Akquisition der Serotec-Gruppe

Im Januar 2006 wurde das Segment Forschungsantikörper durch den Erwerb der Serotec-Gruppe weiter gestärkt. Durch die Akquisition von Serotec, einem renommierten, weltweit tätigen Anbieter von Forschungsantikörpern, kann MorphoSys den Umsatz seiner existierenden Forschungsantikörpersparte mehr als verdreifachen und etabliert sich damit als der größte europäische Anbieter von Forschungsantikörpern in diesem Segment. Serotec verfügt über ein starkes Vertriebsnetzwerk von Tochterunternehmen und Vertriebsorganisationen in den USA, in Großbritannien, Deutschland, Frankreich und Skandinavien. Die Firmen der Serotec-Gruppe (Serotec Ltd., Serotec, Inc., Serotec GmbH und Oxford Biotech Ltd.) werden als 100 %ige Tochtergesellschaften der MorphoSys AG in die bestehende Forschungsantikörpersparte integriert, die bislang aus den Einheiten Antibodies by Design und Biogenesis besteht.

Der Kaufpreis von rund 20 Mio. £ (circa 29,3 Mio. q) wurde aus Barmitteln in Höhe von rund 14 Mio. £ (circa 20,5 Mio. q) sowie durch die Ausgabe von 208.560 neuen MorphoSys-Aktien im Rahmen einer Sachkapitalerhöhung beglichen.

Geschäftsentwicklung

Segment Therapeutische Antikörper

Im Berichtsjahr hat die Gesellschaft bestehende Partnerschaften erweitert und neue Kooperationen vereinbart. Die nachfolgend in alphabetischer Reihenfolge aufgeführten Partnerschaften wurden in 2005 entweder neu geschlossen oder ausgeweitet. Detaillierte Erläuterungen zu den Partnerschaften sind unter Ziffer 24 im Anhang zum Konzernabschluss zu fi nden.

Bayer Pharmaceuticals Corporation

Im Dezember 2005 hat MorphoSys die Zusammenarbeit mit Bayer Pharmaceuticals Corporation ("Bayer") verlängert. Die Zusammenarbeit wurde um fünf Jahre verlängert mit einer Option zur vorzeitigen Beendigung nach dem ersten Jahr der Verlängerung.

Boehringer Ingelheim GmbH

Boehringer Ingelheim GmbH ("Boehringer Ingelheim") und MorphoSys haben im März 2005 ihre bestehende Zusammenarbeit sowohl im Bereich der Forschung als auch bei therapeutischen Anwendungen erweitert. Unter dem neuen Vertrag hat Boehringer Ingelheim eine Option für mehrere exklusive Lizenzen auf neue therapeutische Antikörperprogramme erworben.

Bristol-Myers Squibb Company

Im Januar 2005 hat MorphoSys seine bestehende Zusammenarbeit mit der Bristol-Myers Squibb Company ("Bristol-Myers Squibb") weiter ausgedehnt. Im Rahmen der erweiterten Zusammen arbeit hat Bristol-Myers Squibb von MorphoSys Zugang zu seiner HuCAL GOLD-Bibliothek sowohl zum Einsatz in Pharmaentwicklungsprogrammen für die Charakterisierung und Validierung von Zielmolekülen als auch für die Entwicklung therapeutischer und diagnostischer Antikörper erhalten.

Eli Lilly & Company

Im September 2005 hat MorphoSys den Abschluss einer gegenseitigen Lizenzvereinbarung mit Eli Lilly & Company ("Lilly") für den Einsatz bestimmter rekombinanter Protein-Technologien bekannt gegeben. Im Rahmen der Vereinbarung erhielt MorphoSys eine Lizenz für die Kauffman-Patentfamilie für die Herstellung und das Screening bestimmter rekombinanter Peptid- und Protein-Bibliotheken sowie für die Vermarktung der daraus resultierenden Produkte. Das Abkommen gewährt Lilly im Rahmen ihrer internen Forschungs- und Entwicklungsprogramme Zugang zur HuCAL GOLD-Technologie von MorphoSys. Die Vereinbarungen waren Teil der Beilegung eines Patentstreits, den Applied Molecular Evolution ("AME"), eine 100 %ige Tochtergesellschaft von Lilly, in Bezug auf mehrere US-Patente der Kauffman-Patentfamilie gegen MorphoSys angestrengt hatte.

ImmunoGen, Inc.

Im Juni 2005 hat MorphoSys bekannt gegeben, dass das US-Biotechnologieunternehmen ImmunoGen, Inc., ("ImmunoGen") seine Lizenz für die HuCAL GOLD-Bibliothek von MorphoSys für ein weiteres Jahr verlängert hat. ImmunoGen setzt die Technologie für seine internen Antikörper-Forschungsprogramme ein.

Merck & Co., Inc.

Im Dezember 2005 hat MorphoSys mit dem US-Pharmaunternehmen Merck & Co., Inc., ("Merck") eine auf fünf Jahre angelegte Lizenzvereinbarung zum Einsatz der HuCAL GOLD und AutoCAL™ Technologien für die Forschung und Entwicklung von humanen therapeutischen Antikörpern geschlossen.

Shionogi & Co. Ltd.

MorphoSys und Shionogi & Co. Ltd. ("Shionogi") haben im September 2005 den Abschluss einer auf drei Jahre angelegten Lizenzvereinbarung über die HuCAL-Technologie von MorphoSys bekannt gegeben. Im Rahmen der Vereinbarung gewährt MorphoSys Shionogi Zugang zu seiner HuCAL GOLD-Antikörperbibliothek für den Einsatz in deren pharmazeutischen Wirkstoffforschung.

052 konzernlagebericht

Segment Forschungsantikörper

Armbruster Biotechnology GmbH

Im März 2005 haben Antibodies by Design und Armbruster Biotechnology GmbH ("Armbruster") einen Zuschuss des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) in Höhe von rund 1 Mio. q erhalten. Ziel des gemeinsamen Projekts ist die Erforschung neuer Therapien gegen die Knochenkrebs-Metastasierung, einer lebensbedrohlichen Erkrankung im fortgeschrittenen Stadium verschiedener Krebsarten.

ProQinase/NMI

Antibodies by Design hat im Juni 2005 den Beginn eines Gemeinschaftsprojekts mit ProQinase, einer Geschäftseinheit der KTB Tumorforschungs GmbH an der Freiburger Klinik für Tumorbiologie, und dem Naturwissenschaftlichen und Medizinischen Institut (NMI) an der Universität Tübingen bekannt gegeben, das die Analyse aller menschlichen Proteinkinasen – des menschlichen "Kinoms" – verändern könnte. Das Projekt kombiniert die etablierte Prokinase-Plattform von ProQinase mit dem Know-how von Antibodies by Design im Bereich der maßgeschneiderten Herstellung von Antikörpern und der Erfahrung des NMI mit siRNA- und BioChip-Technologien. In den kommenden drei Jahren wird das Projekt im Rahmen des BioChancePLUS-Programms des Bundesministeriums für Bildung und Forschung mit rund 2 Mio. q gefördert.

Forschung & Entwicklung/Partner-Management

Dr. Harald Watzka Director, Head of Alliance

Management

MorphoSys setzt die fi rmeneigene HuCAL-Technologie für die Entwicklung therapeutischer Antikörper und Forschungsreagenzien ein. In einer Reihe von Partnerschaften wurde diese Technologie erfolgreich angewendet und eingehend getestet. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat MorphoSys in verschiedenen Kooperationen die nachfolgend aufgeführten Fortschritte erzielt.

Segment Therapeutische Antikörper

Im Verlauf des Jahres 2005 hat MorphoSys wesentliche Fortschritte bei einigen bestehenden Partnerschaften gemacht. Eine Übersicht aller bestehenden Partnerschaften ist unter Ziffer 24 im Anhang zum Konzernabschluss zu fi nden.

Centocor, Inc.

Im September 2005 hat Centocor, Inc., ("Centocor"), ein Tochterunternehmen von Johnson & Johnson, ein neues Zielmolekül (Target) aus dem Bereich der Autoimmun- und entzündlichen Erkrankungen bestimmt. MorphoSys wird gegen dieses Zielmolekül von Centocor mit der HuCAL GOLD-Technologie Antikörper entwickeln. Centocor ist für die weitere präklinische und klinische Entwicklung sowie für die anschließende Vermarktung aller daraus resultierenden Produkte zuständig.

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GPC Biotech AG

Im Februar 2005 hat MorphoSys den Beginn der klinischen Erprobung der Phase 1 durch die GPC Biotech AG für einen vollständig humanen Krebs-Antikörper auf der Grundlage der HuCAL-Technologie bekannt gegeben.

Novartis AG

Im August 2005 konnte MorphoSys ein erstes therapeutisches Antikörperprogramm mit Novartis AG ("Novartis") erfolgreich zum Abschluss bringen. MorphoSys hat zahlreiche vollständig humane Antikörper entwickelt, die vordefi nierte Erfolgskriterien gegen ein Krebs-Zielmolekül von Novartis erfüllten, und damit im Rahmen der Zusammenarbeit die erste erfolgsabhängige Meilensteinzahlung ausgelöst. Die Projektarbeit hatte im September 2004 begonnen und konnte innerhalb von elf Monaten zum Abschluss gebracht werden.

Schering AG

Im Oktober 2005 startete MorphoSys im Rahmen seiner Zusammenarbeit mit der Schering AG ("Schering") drei weitere therapeutische Antikörperprogramme. Schering hat drei neue Zielmoleküle ausgewählt, gegen die MorphoSys auf der Grundlage seiner HuCAL GOLD-Technologie Antikörper entwickeln wird. Daneben hat MorphoSys acht exklusive Lizenzen für in-vivo-Diagnostika an Schering vergeben.

Eigene Produktentwicklung

MorphoSys hat sein Ziel für 2005 nicht erreicht, einen kommerziellen Partner für zumindest einen seiner eigenen Antikörperkandidaten zu fi nden. Die gegenwärtige Pipeline eigener therapeutischer Antikörperprogramme besteht aus den vier Kandidaten MOR101, MOR102, MOR103 und MOR202. Derzeit führt MorphoSys eine strategische Bewertung seiner eigenen Produktent wicklung durch, um den künftigen wirtschaftlichen Erfolg zu steigern. Die Ergebnisse dieser Untersuchung werden bei der Bilanzpressekonferenz der Gesellschaft im Februar 2006 bekannt gegeben.

MOR102

Im April 2005 gab MorphoSys aktuelle Informationen zum Antikörperprogramm MOR102 zur Behandlung chronischer Entzündungen bekannt. Als Teil dieses Programms hatte MorphoSys eine präklinische Studie in Auftrag gegeben, um in einem Tierversuch die Wirksamkeit von MOR102 mit der der zugelassenen biopharmazeutischen Wirkstoffe Amevive® und Raptiva® bei Schuppenfl echte zu vergleichen. Obwohl bei allen getesteten Substanzen auf Basis mehrerer Hautproben von Schuppenfl echte-Patienten ein therapeutischer Effekt beobachtet wurde, zeigte eine sorgfältige Analyse der Daten, dass es nicht möglich war, statistisch vertretbar zwischen den Wirkstoffvermittelten Effekten und der beobachteten spontanen Heilungsrate in der Placebo-behandelten Gruppe (Negativkontrolle) zu unterscheiden. Deshalb war es aufgrund der Studie nicht möglich, Rückschlüsse auf die Wirksamkeit von MOR102 im Vergleich zu Amevive® oder Raptiva® zu ziehen.

054 konzernlagebericht

Segment Forschungsantikörper

Seit dem Start des Segments konnten verschiedene Erfolge im Bereich der Identifi zierung und Herstellung von Forschungsantikörpern erzielt werden. Das übergeordnete Ziel ist die schnelle und effi ziente Herstellung von Forschungsantikörpern.

Herstellung von Antikörpern im Hochdurchsatz

Antibodies by Design hat im letzten Geschäftsjahr ein umfangreiches Softwareprojekt abgeschlossen, das die Effi zienz der internen Verwaltung von Kunden-, Prozess-, Lager- und Stoffdaten mit Hilfe eines relationalen Datenbanksystems deutlich verbessert und so die Zahl parallel durchführbarer Projekte erhöht. Die Etablierung eines Barcode-Systems zur Unterstützung der PSA(Panning & Screening Automation)-Software ist Teil eines umfassenderen Automatisierungsprogramms von Antibodies by Design, um die Effi zienz und Schnelligkeit der Antikörperherstellung im Hochdurchsatz kontinuierlich zu steigern.

Produktstart von rekombinanten HuCAL GOLD-Antikörpern bei Biogenesis

Im September 2005 führte Antibodies by Design eine Reihe vollständig humaner, rekombinanter Forschungsantikörper aus der HuCAL GOLD-Antikörperbibliothek in den Verkaufskatalog der Biogenesis-Gruppe ein. Diese rekombinanten Forschungsantikörper wurden sowohl im Rahmen bestehender Forschungskooperation identifi ziert, als auch proaktiv von Biogenesis gegen Zielmoleküle entwickelt, für die eine klare Nachfrage seitens potenzieller Neukunden besteht.

National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases (NIDDK)

Im November 2005 hat Antibodies by Design die Veröffentlichung einer wissenschaftlichen Publikation eines Kunden angekündigt, in der Antikörper aus der HuCAL GOLD-Bibliothek von MorphoSys zum Einsatz kamen. Mit Hilfe ihres schnellen Hochdurchsatzverfahrens zur Herstellung von Antikörpern hat Antibodies by Design ein Set aus acht monoklonalen und vollständig humanen Mini-Antikörpern speziell gegen die von Dr. G. Marius Clore zur Verfügung gestellten HIV-1-Protein-gp41-Antigene identifi ziert. Anschließend analysierten Wissenschaftler aus der Arbeitsgruppe von Dr. Clore und Dr. Bewley am National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases (NIDDK) – einer Abteilung des US-amerikanischen National Institute of Health (NIH) – diese Antikörper genauer und veröffentlichten die Resultate in der aktuellen Ausgabe des Journal of Molecular Biology. Die Analyse zeigt, dass die HuCAL-basierten Antikörperfragmente ein Set nützlicher Werkzeuge zur Studie der HIV-1-verursachten Zellfusion darstellen und als Fusionsinhibitoren wirken können, die die HIV-1-Partikel am Eindringen in ihre Zielzellen hindern können.

Geistiges Eigentum

Patentstreit mit AME/Eli Lilly beigelegt

Im September 2005 hat MorphoSys ein gegenseitiges Lizenzabkommen mit dem Pharmakonzern Eli Lilly & Company für den Einsatz rekombinanter Protein-Technologien geschlossen. Die Vereinbarung sichert MorphoSys den Zugang zu den Kauffman-Patenten. Gleichzeitig erhält Lilly im Rahmen der Vereinbarung für bestimmte Zeit eine Lizenz zur Nutzung der HuCAL GOLD-Technologie von MorphoSys in seinen internen Forschungs- und Entwicklungsprogrammen. Diese Vereinbarung ist Teil der Beilegung des Patentstreits mit Applied Molecular Evolu tion (AME), einer 100 %igen Tochtergesellschaft des Lilly-Konzerns, den AME im Jahr 2001 gegen MorphoSys angestrengt hatte.

Informationstechnologie

Das Geschäft von MorphoSys zeigte hohe Wachstumsraten im Bezug auf Mitarbeiterzahlen und Geschäftsvolumen. Beides stellt eine Herausforderung sowohl für die Unternehmensführung als auch für die IT-Infrastruktur dar. MorphoSys wird kontinuierlich seine Informations- und Kommunikationssysteme verbessern und ausbauen, um sicher zu stellen, dass alle Konzernstandorte gut eingebunden sind und alle Mitarbeiter jederzeit effi zient mit dem wachsenden Kundenstamm des Unternehmens kommunizieren können.

Während des Jahres 2005 hat MorphoSys ein neues Kundenmanagementsystem (CRM) eingeführt, um die Kommunikation zwischen Kunden und Mitarbeitern des MorphoSys-Konzerns zu verbessern. Die Unternehmen der im Januar 2005 übernommenen Biogenesis-Gruppe wurden ins Netzwerk des Unternehmens eingebunden, um zu gewährleisten, dass alle Mitarbeiter Zugang zu allen notwendigen Informationen haben. Für die interne Verwaltung hat MorphoSys eine Personalsoftware eingeführt, um die Verwaltung der erhöhten Mitarbeiterzahlen zu erleichtern.

Finanzierung

Im März 2005 hat MorphoSys 490.133 Aktien in einer Privatplatzierung zu einem Preis von 35,50 q je Aktie platziert. Die Gesellschaft erzielte einen Bruttoerlös von rund 17,4 Mio. q. Den Emissionserlös wird MorphoSys zur Finanzierung bestehender und zukünftiger Expansionsmöglichkeiten zur Beschleunigung seines internen und externen Umsatzwachstums vor allem im Bereich der Forschungsantikörper nutzen. Durch die Kapitalerhöhung ist die Zahl der ausgegebenen Aktien von 5.438.852 auf 5.928.985 und das gezeichnete Grundkapital von 16.316.556 q auf 17.786.955 q gestiegen.

056 konzernlagebericht

Produktion

Zur Verbesserung seines Produktionsprofi ls hat MorphoSys zusammen mit der Wacker Biotech GmbH ("Wacker") eine Machbarkeitsstudie durchgeführt. Wacker konnte zeigen, dass sein eigenes E. coli-Sekretionssystem einen deutlich einfacheren und kostengünstigeren Weg zur Erlangung höherer Ausbeuten an Antikörperfragmenten für die Verwendung in der Forschung und für diagnostische und therapeutische Anwendungen bietet. Im Rahmen der gemeinsamen Vereinbarung erhält MorphoSys nun das Recht, das Wacker-Sekretionssystem zur Herstellung von Antikörperfragmenten im Forschungsmaßstab für therapeutische Projekte sowohl für eigene Zwecke als auch für Projekte mit seinen Partnern zu nutzen.

Beschaffung

Die Beschaffung von MorphoSys konzentriert sich auf Chemikalien und Labormaterialien für die Forschung und Entwicklung. Die Gesellschaft bezieht das gesamte benötigte Material von verschiedenen internationalen Lieferanten und bestellt unter Berücksichtigung aller Qualitätsanforderungen im Allgemeinen bei den preisgünstigsten Lieferanten. Ein wichtiges Ziel ist die Sicherstellung einer jederzeitigen ausreichenden Versorgung zu günstigen Kosten. Im Zusammenhang mit den jüngsten Akquisitionen sollen internationale Lieferanten gefunden werden, um eine bestmögliche Verhandlungsposition bei den Lieferanten des Unternehmens zu erreichen.

Personal

Silvia Dermietzel Senior Director, Head of Human Resources

Menschen bei MorphoSys

MorphoSys hat sich zum Ziel gesetzt, durch die Qualität, das Engagement und letztlich die Leistung seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen dauerhaften Wettbewerbsvorteil zu erarbeiten. Der Unternehmenserfolg hängt in ganz entscheidendem Maße von der Fähigkeit ab, hochqualifi ziertes und motiviertes Personal für alle Arbeitsbereiche zu gewinnen und zu halten. Im abgelaufenen Geschäftsjahr lag die Fluktuationsrate im Unternehmen bei niedrigen 3,5 %.

Erfolgsabhängige Vergütung und Aktienoptionsprogramme

Der Erfolg von MorphoSys beruht auf der hohen Motivation seiner Belegschaft. In diesem Sinn nehmen alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an einem Zielvereinbarungsprogramm teil. Im Jahr 2005 führte MorphoSys ein neues Bonussystem für alle Mitarbeiter ein. Die jährliche Bonuszahlung für jeden Mitarbeiter ist abhängig von der Erreichung persönlicher Ziele, aber auch von Abteilungs- und Unternehmenszielen. Für Mitarbeiter in leitenden Funktionen sind die Unternehmensziele stärker gewichtet und haben einen größeren Einfl uss auf die individuelle Bonuszahlung. Das neue Bonussystem ist so gestaltet, dass es den Ansprüchen in einem wachsenden Unternehmen gerecht werden kann.

Zusätzlich haben alle Mitarbeiter die Möglichkeit, sich im Rahmen eines langfristigen Prämiensystems am Aktienoptions- oder Wandelschuldverschreibungsprogramm zu beteiligen. Ziel dieses Programms ist es, die Belegschaft langfristig am Unternehmenserfolg teilhaben zu lassen.

Ernennung eines neuen Vorstandsmitglieds

Am 1. November 2005 wurde Frau Dr. Marlies Sproll zum Vorstand Forschung und Entwicklung der MorphoSys AG bestellt. Frau Dr. Sproll ist für die Forschung und Entwicklung sowie das Management der bestehenden Partnerschaften verantwortlich. Sie kam im Oktober 2000 als Abteilungsleiterin Forschung und Entwicklung zu MorphoSys und wurde im September 2004 zum Senior Vice President für die gesamte Forschung und Entwicklung der MorphoSys AG ernannt.

Mitarbeiter des MorphoSys-Konzerns

Vertrieb, Allgemeines und Verwaltung

Forschung und Entwicklung

Anzahl und Qualifi kation der Mitarbeiter

Am 31. Dezember 2005 waren im MorphoSys-Konzern 172 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt (31. Dezember 2004: 132). Im Jahresdurchschnitt zählte der Konzern in 2005 170 Beschäftigte (2004: 117).

Von den 172 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern waren 123 in der Forschung und Entwicklung sowie 49 in den Bereichen Vertrieb, Allgemeines und Verwaltung beschäftigt. Zum Jahresende 2005 beschäftigte MorphoSys 46 promovierte Mitarbeiter (31. Dezember 2004: 45).

Von der Konzernbelegschaft arbeiteten 27 in der Biogenesis-Gruppe, von denen 10 in der Forschung und Entwicklung sowie 17 in den Bereichen Vertrieb, Allgemeines und Verwaltung beschäftigt waren.

Am 31. Dezember 2005 befand sich ein Auszubildender in der Ausbildung zum "Fachinformatiker Informationstechnologie" (31. Dezember 2004: 2).

Anzahl der Mitarbeiter
MorphoSys AG, Martinsried/München 145
MorphoSys, Inc., Charlotte, North Carolina, USA
MorphoSys IP GmbH, Martinsried/München
Biogenesis Ltd., Poole, UK 23
Biogenesis Inc., Brentwood, New Hampshire, USA 4
Gesamt 172

058 konzernlagebericht

Dr. Günter Wellnhofer Director, Head of Technical Operations

Umweltschutz und Gesundheitsvorsorge

MorphoSys betreibt seine Forschung in Laboratorien der Sicherheitsstufen "Bio I" und "Bio II" unter Beachtung der geltenden gesetzlichen Vorschriften. Dabei gehen die internen Standards über die gesetzlich vorgegebenen Vorschriften hinaus. Ein für Arbeitssicherheit ausgewiesener Mitarbeiter gehört einem Expertenteam von Verantwortlichen aus den Bereichen Arbeitssicherheit, biologische Sicherheit und vorbeugender Brandschutz an. Um mit den neuesten Richtlinien vertraut zu sein, werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter regelmäßig geschult. Bisher hat keine behördliche Kontrolle Anlass zu einer Änderung in den Arbeitsabläufen gegeben. Alle eingesetzten Laborgeräte werden von eigenen Fachkräften regelmäßig gewartet und ständig auf dem höchstmöglichen Sicherheitsstandard gehalten. Im Jahr 2005 hat sich kein meldepfl ichtiger Arbeitsunfall ereignet.

Ein detailliertes Abfallkonzept mit ausführlicher Dokumentation gewährleistet bei der Entsorgung des Laborabfalls die Einhaltung geltender Grenzwerte und Richtlinien.

Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von MorphoSys werden regelmäßig medizinisch untersucht. Für alle neuen Beschäftigten im Forschungsbereich fi ndet eine Einstellungsuntersuchung statt. Diese Untersuchungen werden jährlich wiederholt. Darüber hinaus werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter routinemäßig gegen Hepatitis A und B geimpft.

Risikobericht

MorphoSys ist ein weltweit tätiges Unternehmen, dessen unternehmerische Tätigkeit mit verschiedenen Risiken behaftet ist, die viele Geschäftsfunktionen betreffen können. Jedes dieser Risiken könnte erhebliche negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von MorphoSys haben. In Übereinstimmung mit dem Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) hat MorphoSys über alle Funktionen und Abläufe hinweg ein umfassendes und effi zientes System eingerichtet, um Risiken zu erkennen, zu bewerten, zu übermitteln und zu bewältigen. Aufgabe des Risikomanagements ist es, Risiken so früh wie möglich zu erkennen, betriebliche Verluste mit geeigneten Maßnahmen so gering wie möglich zu halten und existenzgefährdende Risiken zu vermeiden. Auf Konzernebene erfolgen regelmäßig Risikoanalysen beispielsweise durch die Konzernabteilungen Recht, Steuern und Versicherung, Personal, Finanzen, Strategische Planung & Controlling, Business Development sowie Produktion.

Generelle Geschäftsrisiken

MorphoSys unterliegt den typischen Industrie- und Konjunkturrisiken, die mit der Entwicklung von menschlichen Antikörpern für den Gebrauch in Forschung, Diagnostik und Therapie einhergehen. Es ist bekannt, dass die Entwicklung von Medikamenten unter Inkaufnahme hoher Ausfallraten 10 bis 15 Jahre erfordert. MorphoSys minimiert diese Risiken, indem das Unternehmen seine Produkte zusammen mit Pharma- und Biotechnologieunternehmen entwickelt, die für klinische Entwicklung und Marketing verantwortlich sind. Es besteht generell die Gefahr, dass keines der Antikörperprodukte aus der gegenwärtigen Antikörperpipeline von MorphoSys erfolgreich entwickelt werden kann.

In seinem zweiten Geschäftssegment stellt der MorphoSys-Konzern Antikörper für Forschung und Diagnostik her. Es besteht die Gefahr, dass diese Produkte nicht den Anforderungen der Kunden genügen oder dass andere Produkte günstiger angeboten werden.

Akquisitionsrisiken

Im Jahr 2005 erwarb MorphoSys die Biogenesis-Gruppe, um Zugang zu neuen Vertriebs- und Vermarktungskanälen zu erlangen. In der Zukunft könnte MorphoSys weitere Firmen oder Technologien erwerben, um seinen Marktanteil zu erhöhen und vorhandenes Geschäft zu ergänzen. Der Erwerb von Unternehmen kann MorphoSys Risiken aussetzen, die mit der Integration der neuen Technologien, Geschäftseinheiten und Standorte sowie des Personals verbunden sind, dem Risiko, dass die Anschaffungskosten nicht durch entsprechende Umsätze ausgeglichen werden können, dass Dividendenpapiere ausgegeben werden und dies zu einer Verwässerung kommt, dass das gute Verhältnis zu den Angestellten und zu den Kunden nicht aufrecht erhalten werden kann und dass zusätzliche Kosten durch zukünftige Abschreibungen oder Wertminderungen von erworbenen immateriellen Vermögenswerten oder zukünftigen Geschäften anfallen. Falls die hier genannten Risiken nicht angegangen werden, kann dies dazu führen, dass das Unternehmen den Nutzen der Akquisition nicht in einem angemessen Zeitrahmen realisieren kann.

Risiken der Produktentwicklung

MorphoSys engagiert sich im Bereich der Entwicklung therapeutischer Antikörper für seine kommerziellen Partner und seit kürzerem für eigene Rechnung. Daher umfasst die Produktpipeline von MorphoSys Entwicklungsprogramme für therapeutische Antikörper, die die Gesellschaft entweder gemeinsam mit Partnern oder allein durchführt. Diese Programme können aufgrund zahlreicher Risiken, die der Entwicklung von medizinischen Therapeutika eigen sind, scheitern. Produktkandidaten erfordern präklinische Studien und klinische Versuche am Menschen sowie eine anschließende behördliche Zulassung für die Vermarktung. Bislang hat keiner der Lizenznehmer und Kooperationspartner von MorphoSys ein Produkt auf den Markt gebracht, das auf der HuCAL-Technologie der Gesellschaft beruht und es wird nicht davon ausgegangen, dass auf HuCAL beruhende Produkte in den nächsten Jahren die Marktreife erlangen werden. Zudem hat bislang keiner der HuCALbasierten Produktkandidaten alle Phasen der klinischen Erprobung und das behördliche Zulassungsverfahren erfolgreich durchlaufen. Präklinische Studien erlauben keine Vorhersage und geben keinerlei Gewissheit hinsichtlich Sicherheit und Wirksamkeit am Menschen und lassen nicht ohne weiteres auf die Ergebnisse der entscheiden den klinischen Tests am Menschen schließen.

060 konzernlagebericht

Risiken aus Wettbewerb und Technologiewandel

Das unternehmerische Umfeld von MorphoSys ist von raschem Wandel und intensivem Wettbewerb geprägt. Zu den Wettbewerbern von MorphoSys zählen bedeutende Pharma-, Chemie- und Biotechnologieunternehmen, die über vergleichsweise umfangreichere fi nanzielle, technische und vertriebliche Ressourcen verfügen. Außerdem sind einige Biotechnologieunternehmen Partnerschaften mit großen etablierten Unternehmen eingegangen, um die Forschung, Entwicklung und Vermarktung von Produkten zu intensivieren, die mit denen von MorphoSys in Wettbewerb treten könnten. Darüber hinaus sind verschiedene Forschungs- und wissenschaftliche Institute in ähnlichen Bereichen wie MorphoSys tätig. Einige der Wettbewerber der Gesellschaft konzentrieren sich derzeit darauf, Marktanteile zu gewinnen und bieten Kooperationspartnern ihre Technologie zu geringen Kosten oder sogar kostenlos an. Das erste in den Markt eingeführte Pharmaprodukt genießt in der Regel einen erheblichen Vorteil gegenüber später eingeführten Produkten, insbesondere deshalb, weil spätere potenzielle Marktteilnehmer die besseren Eigenschaften ihrer Produkte gegenüber den bereits eingeführten Produkten nachweisen müssen. MorphoSys arbeitet unter dem Risiko, dass sich von seinen Wettbewerbern entwickelte Technologien und Produkte als sicherer, kostengünstiger und effektiver herausstellen als seine eigenen. Zudem besteht das Risiko, dass mit Hilfe dieser Technologien Produkte hergestellt werden, die früher auf den Markt kommen und erfolgreicher sein könnten als die von MorphoSys entwickelten.

Produktrisiken

Die Vermarktung und der Verkauf von Antikörperprodukten und Dienstleistungen für bestimmte Anwendungen sind einem möglichen Produkthaftungsrisiko ausgesetzt. Die Gesellschaft kann nicht davon ausgehen, dass keine Produkthaftungsklagen gegen sie vorgebracht werden. MorphoSys verfügt über eine Produkthaftpfl ichtversicherung; es gibt jedoch keinerlei Gewähr, dass dieser Versicherungsschutz zu vertretbaren Kosten und akzeptablen Konditionen aufrecht erhalten werden kann oder dass er ausreicht, um MorphoSys gegen eine Klage oder einen Verlust oder gegen alle möglichen Klagen oder Verluste zu schützen.

Abhängigkeit von Gesundheitsvorsorge und Ausgaben der Pharmaindustrie

MorphoSys ist abhängig von verschiedenen Einnahmequellen wie vor allem Gebühren, Meilensteinzahlungen und Tantiemen von Lizenznehmern und Kooperationspartnern, von der Verfassung der öffentlichen Haushalte und der Finanzmärkte, von der Regierung und staatlichen Gesundheitsbehörden, von Forschungsinstituten, privaten Krankenversicherern und anderen Organisationen. Ein Teil der von MorphoSys generierten Umsatzerlöse stammt aus der Zusammenarbeit mit Partnern unter anderem aus der Pharmabranche. Viele Kooperations- und/oder Auslizenzierungsverträge sehen Meilensteinzahlungen und Tantiemen vor, die bei Erfüllung bestimmter Kriterien fällig werden. MorphoSys hat keinen Einfl uss darauf, ob seine Kooperationspartner oder Lizenznehmer diese Meilensteine erreichen oder ob auf seiner Technologie basierende Produkte überhaupt von seinen Partnern weiterentwickelt werden. Darüber hinaus

könnten pharmazeutische Unternehmen versuchen, eher Produkte einzulizenzieren, die bereits in einem relativ fortgeschrittenen Entwicklungsstadium wie zum Beispiel Phase-2-Präparate sind, als Produktkandidaten, die sich noch in präklinischen Testphasen befi nden. Folglich könnten Produkte aus der Pipeline von MorphoSys ein nicht genügend fortgeschrittenes Entwicklungsstadium erreichen, um für diese Pharmaunternehmen für eine gewisse Zeit von Interesse zu sein. Die Gesellschaft kann daher keine Gewähr dafür geben, dass sie aus ihren bestehenden oder zukünftigen Partnerschaften stetige Umsatzerlöse erzielen wird.

Risiken in Verbindung mit geistigem Eigentum

MorphoSys ist oder war in der Vergangenheit Beteiligter in Gerichtsverfahren in Deutschland oder ähnlichen Verfahren im Ausland, auch in den USA, die durch die Gesellschaft selbst eingereichte oder gegen sie erhobene Klagen wegen angeblicher Lizenz- oder Patentverletzungen im Rahmen des normalen Geschäftsverlaufs zum Gegenstand hatten. Nach der Beilegung des Patentstreits mit Applied Molecular Evolution/Eli Lilly im September 2005 sind derzeit keine signifikanten Patentstreitigkeiten anhängig. Allerdings sind die Gebiete der rekombinanten Antikörperbibliotheken und der Phagen-Display-Technologie, in denen die Gesellschaft tätig ist, relativ neu und die Frage des geistigen Eigentums der verschiedenen beteiligten Parteien ist komplex und prozessanfällig. Daher kann MorphoSys keine Garantie dafür übernehmen, dass keine weiteren Patentklagen durch Unternehmen eingereicht werden, die erteilte Patente besitzen oder solche, die gegenwärtig noch nicht erteilt sind bzw. von denen die Gesellschaft keine Kenntnis hat. Jedes derartige eingeleitete Verfahren, das gegen MorphoSys entschieden wird, könnte wesentliche nachteilige Auswirkungen auf seine Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben.

Zusätzlicher Finanzbedarf

MorphoSys wird auch zukünftig einen erheblichen Kapitalbedarf haben. Der Kapitalbedarf wird von vielen Faktoren abhängen, unter anderem von der Fähigkeit der Gesellschaft, Lizenznehmer zu fi nden und ertragbringende Kooperationen zu schließen sowie von dem Erfolg solcher Kooperationen in Bezug auf Umsatzerlöse, etwa aus Lizenzgebühren, Meilensteinzahlungen und Tantiemen. Die Kosten der präklinischen Studien für Produkte und Technologien von MorphoSys und die Kosten der Anmeldung, der Verteidigung und der Durchsetzung von Patentrechten könnten die Rückfl üsse aus diesen Produkten übersteigen. Die Gesellschaft könnte auch in die Lage kommen, in künftigen Jahren weitere Finanzmittel aufnehmen zu müssen; sie kann jedoch keine Gewähr dafür geben, dass ihr im Bedarfsfall ausreichende Mittel zu annehmbaren Konditionen oder überhaupt zur Verfügung stehen werden. Sollten ausreichende Mittel nicht oder nicht zu annehmbaren Konditionen zur Verfügung stehen, könnte MorphoSys gezwungen sein, seine Aufwendungen für Forschung und Entwicklung, Produktion oder Marketing weiter zu reduzieren. Jede dieser Entwicklungen könnte eine erhebliche nachteilige Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von MorphoSys haben. Für den Fall, dass die Gesellschaft zusätzliches Kapital durch die Ausgabe neuer Aktien aufnimmt, könnten bestehende Aktionäre möglicherweise eine Verwässerung ihrer Anteile erfahren.

062 konzernlagebericht

Währungsrisiko

Der Konzernabschluss der Gesellschaft wird in Euro erstellt. Während die Aufwendungen von MorphoSys überwiegend in Euro anfallen, hängt ein erheblicher Teil der Umsatzerlöse vom jeweiligen Wechselkurs zwischen US-Dollar und Euro ab. Die Gesellschaft prüft im Jahresverlauf die Notwendigkeit von Kurssicherungsgeschäften zur Minderung des Wechselkursrisikos und setzt gegebenenfalls derivative Finanzinstrumente ein.

Abhängigkeit von wichtigen Mitarbeitern

MorphoSys hatte bisher keine Schwierigkeiten, Führungskräfte oder Wissenschaftler einzustellen oder zu halten. Die Fähigkeit, zu allen Zeiten qualifi ziertes Fachpersonal zu gewinnen und zu halten, ist für den Unternehmenserfolg von entscheidender Bedeutung. Vor dem Hintergrund des heftigen Wettbewerbs um erfahrene Wissenschaftler zwischen zahlreichen Pharma- und Biotechnologieunternehmen sowie wissenschaftlichen und anderen Forschungsinstituten kann es keine Gewähr geben, dass MorphoSys künftig in der Lage sein wird, dieses Personal zu vertretbaren Konditionen einzustellen und zu halten. Für geplante geschäftliche Aktivitäten wird ebenfalls zusätzliches Personal mit unterschiedlichen Expertisen, unter anderem Managementerfahrung, erforderlich. Sollte die Gesellschaft nicht in der Lage sein, dieses Personal einzustellen oder die erforderliche Expertise intern selbst aufzubauen, könnte dies erhebliche nachteilige Auswirkungen auf ihre operative Tätigkeit haben.

Marktchancen

MorphoSys gehört zu den weltweit führenden Biotechnologieunternehmen im Bereich der humanen Antikörper. Das Unternehmen verfügt über eine der führenden Technologien in diesem Bereich, die sowohl für Forschungszwecke und in der Diagnostik als auch für die Herstellung von präzise wirkenden Antikörpermedikamenten eingesetzt werden kann. Antikörper repräsentieren die am schnellsten wachsende Klasse von Medikamenten in der pharmazeutischen Industrie. MorphoSys sieht sich in diesem Markt bestens positioniert und erwartet, sein Wachstum weiter fortzusetzen.

Therapeutische Antikörper

MorphoSys ist ein weltweit tätiges Unternehmen im Bereich der therapeutischen Antikörper. Nur einige wenige Unternehmen bieten Technologien zur Entwicklung humaner Antikörper an, und MorphoSys verfügt über eine der modernsten Technologien in diesem Feld. MorphoSys Technologien sind durch erteilte Patente und anhängige Patentanmeldungen geschützt, die das Unternehmen vor Wettbewerb schützen. Aufgrund hoher Markteintrittsbarrieren für neue Unternehmen und aufgrund der wachsenden Nachfrage nach Antikörpermedikamenten erwartet MorphoSys in den kommenden Jahren eine steigende Anzahl von Partnerschaften. Wie die Kooperationen der vergangenen sechs bis sieben Jahre belegen, verfügt MorphoSys über eine große Anzahl von Partnerschaften mit Pharma- und Biotechnologie-Unternehmen, welche über das notwendige Know-how verfügen, neue Medikamente zu entwickeln. Weiterhin war MorphoSys äußerst erfolgreich, bestehende Partnerschaften zu verlängern. In Zukunft besteht die Möglichkeit, nicht nur neue Partnerschaften zu gewinnen, sondern auch bestehende Partnerschaften zu verlängern und zu erweitern.

Durch die Mitwirkung bei der Medikamentenentwicklung mit vielen Partnern konnte MorphoSys sein Risikoprofi l mindern. Mit aktuell 25–30 aktiven therapeutischen Antikörperprogrammen aus der Zusammenarbeit mit verschiedenen Kooperationspartnern sind die Chancen für MorphoSys wesentlich höher, fi nanziell an einem oder mehreren vermarkteten Produkten zu profi tieren, als im Fall, dass das Unternehmen weniger Kooperationen und weniger Entwicklungsprogramme vorzuweisen hätte. In Zukunft, wenn die Antikörperprogramme in ihrer Entwicklung weiter voranschreiten, werden die Höhe der erfolgsabhängigen Zahlungen für MorphoSys und deren Anteil am Gesamtumsatz zunehmen.

Im Hinblick auf MorphoSys eigene Entwicklungspipeline, plant das Unternehmen stärker in seine eigenen Antikörperprogramme zu investieren. MorphoSys plant, das Antikörperprogramm MOR103 für die Behandlung von rheumatoider Arthritis mindestens bis zur IND (Investigational New Drug) zu entwickeln. Durch diese erweitere Entwicklung in Eigenregie erwartet sich MorphoSys fi nanziell lukrativere Bedingungen, als wenn das Programm früher auslizenziert werden würde.

Forschungsantikörper

Durch die Akquisition von Serotec wurde MorphoSys zum führenden Anbieter von Antikörpern und Antikörpertechnologien für die Anwendung in Forschung und Diagnostik in Europa. Durch diesen Schritt, und durch die frühere Akquisition von Biogenesis, hat das Unternehmen eine starke Basis geschaffen, um HuCAL-Antikörper im Forschungs- und Diagnostik-Markt zu vertreiben. Diese Märkte wurden traditionell von Antikörpern beherrscht, die aus Tieren stammten. MorphoSys will den technologischen Wandel hin zu neuen in-vitro-Methoden zur Antikörperherstellung anführen und hat einen Zeitvorteil hierbei erreicht. Im Gegensatz zu tierbasierten Technologien bieten in-vitro-Methoden wie etwa HuCAL, Vorteile wie größere Schnelligkeit, Hochdurchsatz, und Flexibilität bei der Antikörper-Herstellung.

MorphoSys hat seine Fähigkeit bewiesen, Akquisitionen in diesem Marktsegment erfolgreich abzuschließen, und nutzt diese Möglichkeit, um sein Wachstum zu beschleunigen. MorphoSys plant auch in Zukunft, mit Hilfe von Zusammenschlüssen und Akquisitionen seinen Marktanteil zu erhöhen und seine Wachstumsziele zu erreichen. Ausgehend von der heutigen Position als führendes Unternehmen im europäischen Markt erwartet das Unternehmen, auch weltweit eines der führenden Unternehmen in diesem Bereich zu werden.

064 konzernlagebericht

Ausblick und Prognose

Ausblick auf die Weltwirtschaft

In seinem Ausblick auf die Weltwirtschaft ist der Internationale Währungsfonds IMF im September 2005 – trotz des erneuten Anstiegs der Ölpreise im dritten Quartal 2005 – bei seiner Wachstumsprognose für 2006 von +4,25 % geblieben. Das Wachstum würde damit deutlich über dem langfristigen Durchschnitt von +3,5 % liegen. Der IMF geht in seiner Prognose davon aus, dass die wachstumsdämpfenden Effekte des Ölpreisanstiegs durch eine weiterhin zurückhaltende Geldpolitik, günstige Konditionen am Finanzmarkt – vor allem niedrige Langfristzinsen – und eine nachhaltige Stärkung der Kapitalstrukturen von Unternehmen ausgeglichen werden.

Ausblick auf den Biotechnologiesektor

Für das Jahr 2006 wird mit einer Fortsetzung der positiven Entwicklung der Biotechnologiebranche gerechnet. Burrill & Company gehen im Vergleich zum Jahr 2005 von einer Zunahme der Emissionstätigkeit mit über 30 Börsengängen in den USA und einer noch weit größeren Zahl weltweit aus. Es wird erwartet, dass Biotechnologieunternehmen im Jahr 2006 über 35 Mrd. US \$ Kapital aufnehmen werden, davon rund 25 Mrd. US \$ am Eigenkapitalmarkt und 10 Mrd. US \$ durch den Abschluss von Partnerschaften. Man geht von einem anhaltenden Trend zur Konsolidierung durch M & A-Transaktionen mit mehr Abschlüssen als in 2005 aus, vor allem unter größeren Unternehmen.

Strategie

MorphoSys betreibt sein Geschäft in zwei Geschäftseinheiten. Das Segment Therapeutische Antikörper entwickelt Arzneimittelkandidaten sowohl für kommerzielle Partner als auch für die MorphoSys-eigene Produkt-Pipeline. Die zweite Geschäftseinheit Forschungsantikörper beliefert den Forschungssektor mit Antikörpern unter den Marken "Antibodies by Design" und "Biogenesis" sowie ab 2006 auch unter der Marke "Serotec", zukünftig unter der gemeinsamen Marke AbD – Antibodies Direct.

Für die Zukunft erwartet MorphoSys Wachstum in beiden Geschäftseinheiten und geht von der Unterzeichnung weiterer Kooperationen im Bereich therapeutische und Forschungsantikörper aus. Daneben ist vorgesehen, in die Entwicklung eigener Antikörper-Therapeutika zu investieren. Für das Segment Forschungsantikörper (AbD) ist es erklärtes Ziel, die HuCAL-Technologie in der Life-Sciences-Industrie als Industriestandard für die Herstellung von Antikörpern zu etablieren. Daneben ist MorphoSys bestrebt, seinen Anteil am Weltmarkt durch eine Kombination aus internem und externem Wachstum zu erhöhen. In beiden Segmenten besteht die Absicht, sich neue geographische Märkte, z. B. im asiatisch-pazifi schen Raum, zu erschließen.

Umsatzerlöse

In Übereinstimmung mit den Erwartungen für ein Wachstumsunternehmen der Life-Sciences-Industrie geht MorphoSys von einem langfristigen organischen Umsatzanstieg von jahresdurchschnittlich mindestens 15 % aus. Im Schnitt der letzten fünf Jahre lag das Wachstum bei 36 %.

MorphoSys erhält im Rahmen seiner therapeutischen Antikörper-Kooperationen regelmäßig wiederkehrende kurz- und langfristige Lizenzzahlungen, Zahlungen für Auftragsforschung, leistungsabhängige Erfolgsprämien und klinische Meilensteinzahlungen. Für das Jahr 2006 wird davon ausgegangen, dass die Meilenstein- und erfolgsabhängigen Zahlungen einen höheren Anteil am Gesamtumsatz haben werden als in den Vorjahren. Solche erfolgsabhängigen Zahlungen bieten zwar Spielraum für mögliche Steigerungen, weisen aber während des Jahres auch eine höhere Volatilität und Unberechenbarkeit auf.

Die Umsätze des Forschungsantikörper-Segments AbD sollten weiter stiegen. Durch den Erwerb von Serotec im Januar 2006 werden sich die Umsatzerlöse mindestens verdreifachen. Durch die Übernahmen von Biogenesis und Serotec erschließen sich MorphoSys für seine innovative HuCAL-Antikörper-Technologie neue Vertriebskanäle und Kunden. Die Umsatzerlöse des Segments AbD setzen sich aus Umsätzen mit fertigen Antikörpern aus den Antikörper-Katalogen von Biogenesis und Serotec, Dienstleistungsumsätzen der Geschäftseinheit Antibodies by Design für maßgeschneiderte monoklonale Antikörper und aus Umsätzen für die Antikörper-Produktion zusammen.

Aufwendungen

Für das Jahr 2006 wird im Vergleich zum Vorjahr mit höheren Aufwendungen gerechnet. Hauptgrund ist der Anstieg des im MorphoSys-Konzern jahresdurchschnittlich beschäftigten Personals. Außerdem wird der Personalaufwand durch einen höheren aktienbasierten Vergütungsaufwand als Folge der Anfang 2006 gewährten Aktienoptionen und Wandelschuldverschreibungen steigen. Ein zusätzlicher Kostenanstieg wird sich aus der Weiterentwicklung der grundlegenden HuCAL-Technologie und höheren Investitionen in die Produktentwicklung ergeben.

Forschung und Entwicklung

Die Forschung und Entwicklung wird auch in den kommenden Jahren ein Hauptaugenmerk bleiben. MorphoSys ist bestrebt, seine Technologieführerschaft im Bereich der humanen Antikörper aufrecht zu erhalten und wird weitere Finanzmittel in die technologische Entwicklung investieren. Die Gesellschaft verfolgt weiterhin ihre Eigenproduktentwicklung; konkret plant MorphoSys, das Antikörperprogramm MOR103 für die Behandlung rheumatoider Arthritis mindestens bis zur IND (Investigational New Drug) zu entwickeln.

Finanzierung

MorphoSys hatte im Jahr 2004 erstmals einen Gewinn ausgewiesen und erzielt seit dem Jahr 2003 einen positiven Cash Flow. Das gegenwärtige Geschäftsmodell ist darauf ausgerichtet, die operative Geschäftstätigkeit unabhängig von den Kapitalmärkten, d. h. zumindest mit einem ausgeglichenen Cash Flow, zu betreiben. Es ist vorgesehen, den freien Cash Flow und die Betriebsgewinne in Forschung und Entwicklung wie auch in zukünftige Wachstumschancen zu investieren, um das langfristige Wachstum der Gesellschaft zu sichern. Aus dieser Sicht ist ein zusätzlicher Finanzbedarf für die normale Geschäftstätigkeit im Jahr 2006 nicht zu sehen. Unter den gegebenen Umständen kann ein Finanzbedarf in Verbindung mit einer künftigen Akquisition jedoch nicht ausgeschlossen werden.

066 konzernlagebericht

Investitionen

Im Vergleich zum Vorjahr rechnet MorphoSys mit einem Anstieg der Sachanlageinvestitionen. Der Schwerpunkt wird auf Investitionen zur Effi zienzsteigerung der Antikörper-Herstellung liegen und so die Technologieführerschaft auf der Grundlage der HuCAL-Antikörperbibliothek festigen. In der Serotec-Gruppe sind Investitionen für die Erschließung und Erweiterung von Synergien vorgesehen.

Personal

Durch den Erwerb der Serotec-Gruppe mit ihren rund 80 Beschäftigten wird mit einem Anstieg der durchschnittlichen Gesamtpersonalzahl im MorphoSys-Konzern gerechnet. Ein darüber hinausgehender Personalbedarf hängt von neuen Kooperationen oder der Erweiterung bestehender Geschäftsaktivitäten ab.

Supply Chain Management

Im Zusammenhang mit den kürzlich erworbenen Firmen in Großbritannien und in den USA (Biogenesis und Serotec) identifi ziert MorphoSys über alle Tochtergesellschaften hinweg derzeit gemeinsame Lieferanten, um mit diesen Konzernvereinbarungen abzuschließen. Es wird damit gerechnet, dass durch die nun erreichte größere kritische Masse der Unternehmen vorteilhaftere Konditionen für die Konzerngesellschaften erzielt werden können.

Zukünftige Unternehmensstruktur und -organisation

Die erworbenen Biogenesis Ltd. und Biogenesis, Inc., sind Tochtergesellschaften der MorphoSys AG und wurden Anfang 2006 in MorphoSys UK Ltd. und MorphoSys US, Inc. umbenannt. Aus den Gesellschaften Serotec Ltd., Serotec, Inc., Serotec GmbH und der Oxford Biotechnology Ltd. der kürzlich erworbenen Serotec-Gruppe wurden ebenfalls Tochtergesellschaften der MorphoSys AG. Derzeit wird die Konzernstruktur einer kritischen Prüfung unterzogen; übergeordnetes Ziel ist eine möglichst effi ziente und reibungslose Zusammenarbeit zwischen den Konzerngesellschaften.

Dividende

Obwohl MorphoSys für das Geschäftsjahr 2005 einen Jahresüberschuss erwirtschaftete, ist die Geschäftsleitung der Ansicht, dass die Zahlung einer Dividende erst zu einem späteren Zeitpunkt aufgenommen werden sollte, wenn die Finanzposition und die Liquidität dies zulassen. Daher werden die erwirtschafteten Gewinne in der Gesellschaft belassen, um sie wertsteigernd in weitere zukunftsträchtige Wachstumschancen zu investieren.

Konzernabschluss

anhang zum konzernabschluss

92 Rückstellungen
93 Eigenkapital
94 Wandelschuldverschreibungen
96 Aktienoptionen
99 Personalaufwand
99 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag om
102 Ergebnis je Aktie
104 Ziele und Grundsätze des Risikomanagements
tze de
für das Finanzrisiko nanzri
105 Operating Leasing
105 Eventualschulden und -verbindlichkeiten
106 Nahe stehende Unternehmen und Personen
109 Corporate Governance
109 Forschungs- und Entwicklungsabkommen
114 Ereignisse nach dem Ende des Geschäftsjahres
115 Zusammenfassung der wichtigsten Unterschiede zwischen
den deutschen Bilanzierungsgrundsätzen und IFRS
116 Anlagespiegel (Anlage 1)

068 konzernab schluss

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Konzern-Gewinn-und-Verlustrechnung (IFRS)

in R Anhangs
angaben
31.12.2005 31.12.2004
Umsatzerlöse 1q 33.486.843 21.978.796
Betriebliche Aufwendungen
Herstellungskosten 2.514.172 943.817
Forschung und Entwicklung 2 13.607.643 11.447.478
Vertrieb, Allgemeines und Verwaltung 10.072.583 7.522.188
Personalaufwand aus Aktienoptionen 14, 15 1.132.104 1.423.907
Betriebliche Aufwendungen gesamt 27.326.502 21.337.390
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 6.160.341 641.406
Zinserträge 108.101 285.695
Zinsaufwendungen 277.228 338.469
Sonstige betriebliche Aufwendungen, netto 879.259 306.520
Ergebnis vor Steuern 5.111.955 282.112
Ertragsteuern 17 435.586
Jahresüberschuss 4.676.369 282.112
Jahresüberschuss je Aktie, unverwässert 18 0,84 0,05
Jahresüberschuss je Aktie, verwässert 18 0,83 0,05
Anzahl der Aktien zur Berechnung des
unverwässerten Jahresüberschusses je Aktie
18 5.578.865 5.131.467
Anzahl Aktien zur Berechnung des
verwässerten Jahresüberschusses je Aktie
18 5.650.378 5.169.965

siehe Anhang

070 konzernab schluss

Konzernbilanz (IFRS)

in R Anhangs
angaben
31.12.2005 31.12.2004
Aktiva
Umlaufvermögen
Liquide Mittel 3 4.017.029 12.531.198
Wertpapiere, zur Veräußerung verfügbar 4 49.542.541 24.698.532
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 5 3.345.812 2.304.778
Sonstige Forderungen 6 25.133 392.035
Rechnungsabgrenzung und sonstige
Vermögenswerte
7 1.544.174 430.608
Umlaufvermögen gesamt 58.474.689 40.357.151
Anlagevermögen
Sachanlagen, netto 8 4.696.863 2.330.995
Patente, netto 9 2.361.005 2.790.091
Lizenzrechte, netto 9 8.457.091 9.671.131
Software, netto 9 131.506 288.115
Know-how, Kundenstamm, netto 9 1.485.567
Geschäfts- oder Firmenwert 9 4.137.349
Sonstige Vermögenswerte 10 372.574 358.210
Anlagevermögen gesamt 21.641.955 15.438.542
Aktiva gesamt 80.116.644 55.795.693

siehe Anhang

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in R Anhangs
angaben
31.12.2005 31.12.2004
Passiva
Kurzfristige Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 11 4.321.591 3.838.144
Zu zahlende Lizenzen, kurzfristiger Anteil 11 1.012.233 910.243
Rückstellungen 12 978.719 600.607
Umsatzabgrenzung, kurzfristiger Anteil 1q 4.735.208 4.757.249
Kurzfristige Verbindlichkeiten gesamt 11.047.751 10.106.243
Langfristige Verbindlichkeiten
Zu zahlende Lizenzen, ohne kurzfristigen Anteil 11 880.015
Rückstellungen, ohne kurzfristigen Anteil 12 62.763
Umsatzabgrenzung, ohne kurzfristigen Anteil 1q 3.687.199 5.100.646
Wandelschuldverschreibungen gg. nahe
stehende Unternehmen und Personen 14 50.214 109.692
Latente Steuerverpfl ichtungen 9, 17 1.260.946 220.611
Langfristige Verbindlichkeiten gesamt 5.061.122 6.310.964
Eigenkapital 13, 14, 15
Grundkapital, W
3,00 Nennwert
11.416.850 und 9.597.400 genehmigte Stammaktien;
6.025.863 und 5.438.852 ausgegebene Stammaktien;
5.996.701 und 5.408.790 Stammaktien im Umlauf
für 2005 und 2004
Eigene Aktien (29.162 und 30.062 für 2005 und 2004)
zu Anschaffungskosten
18.066.886 16.305.523
Kapitalrücklage 96.412.849 78.646.377
Kumuliertes sonstiges "Comprehensive Income" 877.863 452.782
Verlustvortrag (51.349.827) (56.026.196)
Eigenkapital gesamt 64.007.771 39.378.486
Passiva gesamt 80.116.644 55.795.693

siehe Anhang

072 konzernab schluss

Konzern-Eigenkapitalentwicklung (IFRS)

Grundkapital
Aktien R
Stand am 1. Januar 2004 4.901.332 14.703.996
Aufwand aus der Gewährung von Aktienoptionen
und Wandelschuldverschreibungen
Eigenkapitalanteil der an Mitarbeiter gewährten
Wandelschuldverschreibungen
Ausübung von an nahe stehende Unternehmen und Personen
ausgegebene Optionen und Wandelschuldverschreibungen
47.387 142.161
Ausübung von an nahe stehende Unternehmen und Personen
ausgegebene Optionen auf eigene Aktien
Wandlung von Wandelschuldverschreibungen,
nach Ausgabekosten von € 126.583
490.133 1.470.399
Sonstiges "Comprehensive Income"
Veränderung des unrealisierten Gewinns aus zur Veräußerung
verfügbaren Wertpapieren nach Abzug von latenten Steuern
Währungsgewinn aus Konsolidierung
Jahresüberschuss
"Comprehensive Income"
Stand am 31. Dezember 2004 5.438.852 16.316.556
Aufwand aus der Gewährung von Aktienoptionen und
Wandelschuldverschreibungen
Ausübung von an nahe stehende Unternehmen und Personen
ausgegebene Optionen und Wandelschuldverschreibungen
96.878 290.634
Ausübung von an nahe stehende Unternehmen und Personen
ausgegebene Optionen auf eigene Aktien
Kapitalerhöhung, nach Ausgabekosten von € 483.253 490.133 1.470.399
Sonstiges "Comprehensive Income"
Veränderung des unrealisierten Gewinns aus zur Veräußerung
verfügbaren Wertpapieren nach Abzug von latenten Steuern
Währungsgewinn aus Konsolidierung
Jahresüberschuss
"Comprehensive Income"
Stand am 31. Dezember 2005 6.025.863 18.077.589

siehe Anhang

Eigene Aktien Kapitalrücklage
tungsrücklage
R
Neubewer- Umwandlungs-
rücklage
Verlustvortrag Gesamtes
Eigenkapital
R
Aktien R R R R
59.762 (21.934) 68.632.990 244.930 50.826 (56.308.308) 27.302.500
1.423.908 1.423.908
7.405 7.405
715.476 857.637
(29.700) 10.901 508.850 519.751
7.357.748 8.828.147
158.299 158.299
(1.273) (1.273)
282.112 282.112
439.138
30.062 (11.033) 78.646.377 403.229 49.553 (56.026.196) 39.378.486
1.132.104 1.132.104
1.185.929 1.476.563
(900) 330 2.370 2.700
15.446.069 16.916.468
181.450 181.450
243.631 243.631
4.676.369 4.676.369
29.162 (10.703) 96.412.849 584.679 293.184 (51.349.827) 5.101.450
64.007.771

074 konzernab schluss

Konzern-Kapitalfl ussrechnung (IFRS)

in R Anhangs
angaben
31.12.2005 31.12.2004
Cashfl ow aus der gewöhnlichen
Geschäftstätigkeit
Jahresüberschuss 4.676.369 282.112
Überleitung vom Jahresüberschuss zum Mittel
zufl uss aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit
Abschreibungen 928.002 656.805
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte 2.696.560 1.980.243
Steuerertrag (344.817)
Nettogewinn aus der Veräußerung
marktgängiger Wertpapiere
(611.187) (109.748)
Unrealisierter Nettoverlust(-gewinn) aus
derivativen Finanzinstrumenten
336.004 (233.459)
Verlust/(Gewinn) aus der Veräußerung
von Sachanlagen
26.396 (562)
Verlust aus der Veräußerung von
immateriellen Vermögenswerten
3.792
Realisierung von abgegrenzten Umsatzerlösen (11.669.191) (11.515.191)
Anteilsbasierte Vergütung 1.132.104 1.423.907
Veränderungen von betrieblichen
Aktiva und Passiva:
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (624.172) (193.068)
Aktive Rechnungsabgrenzung und
sonstige Vermögenswerte
(909.014) 202.488
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen sowie Rückstellungen
869.890 1.381.447
Lizenzverbindlichkeiten (1.006.679) (538.162)
Sonstige Verbindlichkeiten (1.520.771)
Umsatzabgrenzung 10.233.703 11.014.632
Mittelzufl uss aus der gewöhnlichen
Geschäftstätigkeit 4.216.989 4.351.444
Gezahlte Zinsen 228.654 325.011
Mittelzufl uss aus der gewöhnlichen
Geschäftstätigkeit, netto
4.445.643 4.676.455

siehe Anhang

in R Anhangs
angaben
31.12.2005 31.12.2004
Investitionstätigkeit:
Erwerb von Finanzanlagen (43.317.784) (16.638.219)
Erlöse aus der Veräußerung von Finanzanlagen 19.611.985 9.055.420
Erwerb von Sachanlagen (625.553) (1.505.102)
Erlöse aus der Veräußerung von Sachanlagen 75.914 20.267
Zugänge zu den immateriellen Vermögenswerten (73.499) (221.644)
Erwerb von Biogenesis, nach Abzug
erworbener Zahlungsmittel
(7.069.417)
Mittelabfl uss aus der Investitionstätigkeit 19 (31.398.354) (9.289.278)
Finanzierungstätigkeit:
Erlöse aus der Eigenkapitalemission 17.399.722 8.954.730
Erlöse aus der Ausübung von an nahe stehende
Unternehmen und Personen ausgegebenen
Optionen und Wandelschuldverschreibungen
1.479.263 1.377.388
Zinsaufwand aus der Ausgabe von Wandelschuld
verschreibungen an nahe stehende Unternehmen
und Personen
13.458
Nettoerlöse und (-zahlungen) aus der Ausgabe von
Wandelschuldverschreibungen an nahe stehende
Unternehmen und Personen
(59.478) (47.508)
Erwerb von derivativen Finanzinstumenten 6 (75.000) (186.647)
Erlöse aus der Veräußerung von Derivaten 6 136.529 508.000
Kosten der Aktienausgabe (483.253) (126.583)
Mittelzufl uss aus der Finanzierungstätigkeit 19 18.397.783 10.492.838
Einfluss von Wechselkurseffekten auf
die Zahlungsmittel
40.759 (1.273)
(Abnahme)/Zunahme der Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente
(8.514.169) 5.878.742
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
zu Beginn der Periode
12.531.198 6.652.456
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
am Ende der Periode
4.017.029 12.531.198

siehe Anhang

Anhang zum Konzernabschluss

1 Organisation und wesentliche Bilan zierungs- und Bewertungsgrundsätze

Geschäft und Unternehmen

Die MorphoSys AG (die "Gesellschaft" oder "MorphoSys") ist ein Biotechnologieunternehmen, das die kombinatorische Biologie für die Arzneimittelentdeckung einsetzt. Dies dient vorrangig dem Ziel der Entwicklung und kommerziellen Nutzung neuer Technologien für ein breites wissenschaftliches Spektrum. Die Gesellschaft wurde im Juli 1992 als deutsche Gesellschaft mit beschränkter Haftung gegründet und im Juni 1998 in eine deutsche Aktiengesellschaft umgewandelt. Der Börsengang der Gesellschaft erfolgte im März 1999 am Neuen Markt, einem Segment der Deutschen Börse für Gesellschaften mit hohen Wachstumsraten. Am 15. Januar 2003 wurde die MorphoSys AG in das Prime-Standard-Segment der Frankfurter Börse aufgenommen.

Konsolidierte Unternehmen

Die MorphoSys AG hat vier 100 %ige Tochtergesellschaften (zusammen der "MorphoSys-Konzern"):

Die MorphoSys USA., Inc., wurde am 16. Februar 2000 in den USA gegründet. Der Geschäftszweck dieses Tochterunternehmens bestand in der Unterstützung der MorphoSys AG beim Vertrieb und bei der Lizenzierung ihrer Produkte. Die MorphoSys USA., Inc., hat im November 2002 ihre Tätigkeit im Wesentlichen eingestellt.

Die MorphoSys IP GmbH wurde am 6. November 2002 im Handelsregister München eingetragen und hat am 31. Dezember 2002 ihre Geschäftstätigkeit aufgenommen. Geschäftszweck dieser Gesellschaft sind der Kauf, die Pfl ege und die Verwaltung bestimmter immaterieller Vermögenswerte des MorphoSys-Konzerns. Die Gesellschaft ist in dem Gebäude der MorphoSys AG in Martinsried untergebracht.

Die Biogenesis Ltd. (Poole, UK) und ihre Schwestergesellschaft Biogenesis, Inc., (Brentwood, New Hampshire, USA) wurden im Januar 2005 von MorphoSys erworben. Nach dem abschließenden Kaufvertrag erwarb die MorphoSys AG alle Stimmrechtsanteile der beiden Gesellschaften für insgesamt 5.250.000 £ nach Abzug von Nettofi nanzschulden in Höhe von rund 0,7 Mio. £.

Allgemeine Informationen

Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2005 wird vom Vorstand in seiner Sitzung am 10. Februar 2006 durch Vorstandsbeschluss verabschiedet. Dem Vorstand der Gesellschaft gehören die Herren Dr. Simon E. Moroney als Vorstandsvorsitzender und Dave Lemus als Executive Vice President und Finanzvorstand sowie seit dem 1. November 2005 Frau Dr. Marlies Sproll als Vorstand Forschung und Entwicklung an.

Der Aufsichtsrat der Gesellschaft besteht aus den Herren Dr. Gerald Möller (Vorsitzender des Aufsichtsrats und Vorsitzender des Vergütungs- und Ernennungsausschusses), Prof. Dr. Jürgen Drews (stellvertretender Vorsitzender und Mitglied des Vergütungs- und Ernennungsausschusses), Dr. Daniel Camus (Mitglied des Prüfungsausschusses), Dr. Metin Colpan (Mitglied des Vergütungs- und Ernennungsausschusses), Prof. Dr. Andreas Plückthun und Dr. Geoffrey N. Vernon (Vorsitzender des Prüfungsausschusses).

Der eingetragene Sitz der Gesellschaft befi ndet sich in der Lena-Christ-Straße 48 in D-82152 Martinsried.

Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze a) Basis der Anwendung

Die Erstellung von Konzernabschlüssen gemäß den International Financial Reporting Standards (IFRS) erfordert von der Geschäftsleitung Schätzungen vorzunehmen und Annahmen zu treffen, die die im Konzernabschluss und im dazugehörigen Anhang ausgewiesenen Beträge beeinfl ussen. Die tatsächlichen Ergebnisse könnten von diesen Schätzungen abweichen.

Die nachfolgend aufgeführten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden auf alle Perioden des vorliegenden Konzernabschlusses einheitlich angewendet.

IFRS 2 "Anteilsbasierte Vergütung"

IFRS 2 "Anteilsbasierte Vergütung" verlangt die erfolgswirksame Erfassung von Transaktionen, bei denen der Konzern Vermögenswerte oder Dienstleistungen als Gegenleistung für Aktien oder Rechte an Aktien ("Erfüllung durch Eigenkapitalinstrumente") oder als Gegenleistung für andere Vermögenswerte, die wertmäßig einer bestimmten Anzahl von Aktien oder Rechten an Aktien entsprechen ("Erfüllung in bar"), erwirbt. Wesentliche Auswirkung für den MorphoSys-Konzern hat IFRS 2 durch die erfolgswirksame Erfassung von Aktienoptionen und sonstigen anteilsbasierten Vergütungssystemen für Mitarbeiter und Organmitglieder unter Anwendung eines Optionspreismodells.

In Übereinstimmung mit IFRS 2.54 hat der Konzern IFRS 2 in Bezug auf eigenkapitalorientierte Zusagen angewendet, die am oder nach dem 1. Januar 1999 ausgegeben wurden. In Übereinstimmung mit IFRS 2.56 werden vor dem 1. Januar 1999 gewährte Optionen nicht im Aufwand erfasst. Dennoch werden alle Angaben im Einklang mit IFRS 2.44 und 2.45 offengelegt. Weitere Erläuterungen werden in den Ziffern 14 und 15 dieses Anhangs zum Konzernabschluss gegeben.

IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse", IAS 36 "Wertminderung von Vermögenswerten" und IAS 38 "Immaterielle Vermögenswerte"

IFRS 3 betrifft die Rechnungslegung bei Unternehmenszusammenschlüssen, die am oder nach dem 31. März 2004 vereinbart wurden. IFRS 3 schreibt vor, dass für alle Unternehmenszusammenschlüsse die Erwerbsmethode Anwendung fi ndet, wobei die identifi zierbaren erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Schulden erstmalig zu den jeweiligen beizulegenden Zeitwerten angesetzt werden. Ein Überschuss des Kaufpreises über die zugeordneten Beträge ist als Geschäfts- oder Firmenwert zu erfassen. Der Geschäfts- oder Firmenwert unterliegt einer regelmäßigen Überprüfung auf mögliche Wertminderung.

Die Gesellschaft hat die Bilanzierung für Unternehmenszusammenschlüsse im Jahr 2005 nur vorläufi g vorgenommen und führt gegenwärtig eine Kaufpreiszuordnung durch. Deren Ergebnis könnte gemäß IFRS 3.62 zu einer Anpassung des Geschäfts- oder Firmenwerts führen; jede Anpassung der provisorischen Werte ist innerhalb von zwölf Monaten nach dem Erwerbszeitpunkt vorzunehmen (IFRS 3.69).

Die Nutzungsdauer wird für jeden einzelnen immateriellen Vermögenswert als zeitlich begrenzt oder unbegrenzt festgelegt. Die Gesellschaft hat keine Werte mit unbegrenzter Nutzungsdauer identifi ziert. Zeitlich begrenzt nutzbare immaterielle Vermögenswerte werden über ihre Nutzungsdauer abgeschrieben. Abschreibungszeitraum und -methoden für zeitlich begrenzt nutzbare immaterielle Vermögenswerte werden jährlich oder bei Anzeichen einer dauerhaften Wertminderung vorzeitig geprüft. Im Geschäftsjahr 2005 hat die Gesellschaft Wertminderungen von Vermögenswerten identifi ziert. Detaillierte Angaben fi nden sich in Ziffer 9 dieses Anhangs zum Konzernabschluss.

Forderungen, Verbindlichkeiten, Rückstellungen, Erträge und Aufwendungen sowie Gewinne zwischen konsolidierten Gesellschaften werden in der Konsolidierung eliminiert.

b) Entsprechenserklärung

Der vorliegende Konzernabschluss wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB), London, unter Berücksichtigung der Empfehlungen des Standing Interpretations Committee (SIC), des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) sowie der von der Europäischen Kommission verabschiedeten IFRS erstellt.

Der Konzernabschluss für das zum 31. Dezember 2005 endende Geschäftsjahr der MorphoSys AG umfasst die Gesellschaft und ihre Tochtergesellschaften (zusammen der "MorphoSys-Konzern").

c) Grundlagen der Darstellung

Der Abschluss wurde in Euro erstellt, soweit nicht anders angegeben. Er beruht auf historischen Anschaffungskosten mit Ausnahme der folgenden Aktiva und Passiva, die zu ihren jeweiligen beizulegenden Zeitwerten ausgewiesen sind: derivative Finanzinstrumente, zur Veräußerung verfügbare Finanzanlagen und bestimmte Lizenzen (Cambridge Antibody Technology Ltd. (CAT) und XOMA Ireland Ltd.). Alle Zahlenangaben in diesem Bericht sind entweder auf volle Beträge in Euro oder in Tausend Euro gerundet.

IAS 27 "Konzern- und separate Einzelabschlüsse nach IFRS" ist für am 1. Januar 2005 oder danach beginnende jährliche Berichtsperioden anzuwenden. Die Gesellschaft hat entschieden, IAS 27 allen Abschlüssen ab dem 1. Januar 2003 zugrunde zu legen. Von den Konzerngesellschaften wurden in Übereinstimmung mit IAS 27.28 einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angewendet.

d) Grundlagen der Konsolidierung

Konzerninterne Salden und Transaktionen und aus konzerninternen Transaktionen resultierende unrealisierte Gewinne wurden gemäß IAS 27.24 bei der Erstellung des Konzernabschlusses eliminiert. Unrealisierte Verluste werden in gleicher Weise wie unrealisierte Gewinne eliminiert (für weitere Erläuterungen siehe Ziffer 1a "IFRS "Unternehmenzusammenschlüsse"… "dieses Anhangs zum Konzernabschluss).

e) Fremdwährungsumrechnung

IAS 21 "Auswirkungen von Änderungen der Wechselkurse" schreibt vor, wie Geschäftsvorfälle und Salden in fremder Währung zu bilanzieren sind. Fremdwährungstransaktionen werden zum Wechselkurs des jeweiligen Tags des Geschäftsvorfalls umgerechnet. Daraus resultierende Umrechnungsdifferenzen werden im Ergebnis erfasst. Am Bilanzstichtag werden Aktiva und Passiva zum Stichtagskurs, Erträge und Aufwendungen zum Durchschnittskurs der Periode umgerechnet. Umrechnungsdifferenzen aus diesen Umrechnungen werden ebenfalls im Ergebnis erfasst. Weitere Fremdwährungsdifferenzen auf Konzernebene werden im Eigenkapital unter dem kumulierten sonstigen "Comprehensive Income" erfasst.

f) Zinsen

Bei der Ermittlung von beizulegenden Zeitwerten und der Abzinsung bestimmter Verbindlichkeiten wendet MorphoSys Zinssätze an. Für die Berechnung aktienkursorientierter Vergütungen legt MorphoSys den am Tag der Zusage geltenden Zinssatz für deutsche Bundesanleihen mit einer Laufzeit von zwei Jahren zugrunde.

Zur Abzinsung bestimmter Verpfl ichtungen im Rahmen der mit CAT getroffenen Vereinbarung wendet die Gesellschaft einen Zinssatz von 13 % an.

g) Derivative Finanzinstrumente

Zur Absicherung seines Fremdwährungsrisikos setzt der Konzern derivative Finanzinstrumente ein. Nach IAS 39.9 werden alle derivativen Finanzinstrumente ausschließlich zu Handelszwecken gehalten und bei der erstmaligen Erfassung zu Anschaffungskosten angesetzt. Nach dem erstmaligen Ansatz werden derivative Finanzinstrumente mit ihrem beizulegenden Zeitwert, d. h. ihrem notierten Marktpreis am Bilanzstichtag, bewertet. Da die Derivate nicht auf ihren Sicherungscharakter hin geprüft wurden, wird ein sich ergebender Gewinn oder Verlust in der Ergebnisrechnung ausgewiesen. Nach den Kurssicherungsrichtlinien des Konzerns werden nur eindeutig bestimmbare Forderungen kursgesichert, die innerhalb eines Zeitraums von zwölf Monaten realisiert werden können.

h) Liquide Mittel

Alle Bankguthaben, Kassenbestände und kurzfristigen Einlagen mit einer ursprünglichen Laufzeit von drei Monaten oder weniger betrachtet die Gesellschaft als liquide Mittel. Sie legt ihre liquiden Mittel bei zwei großen deutschen Finanzinstituten, der HypoVereinsbank und der Deutschen Bank, an.

i) Finanzinstrumente

Bei ihrer erstmaligen Erfassung werden alle Finanzinstrumente zu Anschaffungskosten angesetzt, die dem beizulegenden Zeitwert der gegebenen Gegenleistung entsprechen und die Transaktionskosten des Finanzinstruments beinhalten.

Für ihre Finanzinstrumente in Form von Schuld- und Eigenkapitaltiteln wendet die Gesellschaft IAS 39 an. Die Geschäftsleitung entscheidet zum Zeitpunkt des Erwerbs über die entsprechende Klassifi zierung des Finanzinstruments und überprüft sie zu jedem Bilanzstichtag. Am 31. Dezember der Jahre 2005 und 2004 waren alle von der Gesellschaft gehaltenen Finanzinstrumente der Kategorie "zur Veräußerung verfügbar" zugeordnet. Diese Finanzinstrumente werden an dem Tag gebucht bzw. ausgebucht, an dem sich der Konzern zu ihrem Erwerb bzw. ihrer Veräußerung verpfl ichtet. Nach ihrem erstmaligen Ansatz werden zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente mit ihrem beizulegenden Zeitwert angesetzt, wobei ein Gewinn oder Verlust im kumulierten sonstigen "Comprehensive Income" innerhalb des Eigenkapitals ausgewiesen wird, bis das Finanzinstrument veräußert, eingelöst oder auf andere Weise abgegangen ist oder das Finanzinstrument als wertgemindert angesehen wird, wobei der kumulierte Verlust im Ergebnis erfasst wird.

Die Gesellschaft betrachtet einen Rückgang des beizulegenden Zeitwerts von zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumenten, der länger als sechs Monate dauert, als nicht mehr nur vorüber gehend, sofern nicht besondere Hinweise und Umstände da ge gen sprechen. Falls sich in einer Folgeperiode der beizulegende Zeitwert wieder erhöht, wird der Wert minderungs verlust rückgängig gemacht und der rückgängig gemachte Betrag bei Eigen kapitaltiteln im kumulierten sonstigen "Comprehensive Income" und bei Schuldtiteln im Ergebnis erfasst.

j) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden zu Anschaffungskosten abzüglich etwaiger Wertberichtigungen für zweifelhafte Forderungen (siehe folgender Absatz) und wegen Impairment (siehe Ziffer 1n dieses Anhangs zum Konzernabschluss) ausgewiesen.

Wertberichtigungen für zweifelhafte Forderungen beruhen auf der Einschätzung der Geschäftsleitung über die Einbringlichkeit bestimmter Kundenforderungen und auf der Altersstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Sollte eine Verschlechterung der Kreditwürdigkeit eines wichtigen Kunden eintreten oder die tatsächlichen Forderungsausfälle höher sein als in der Vergangenheit, könnte die Einschätzung der Geschäftsleitung bezüglich der Realisierung von Außenständen der Gesellschaft nachteilig beeinfl usst werden. Aufgrund der Einschätzung der Geschäftsleitung wurden per 31. Dezember 2005 Wertberichtigungen in Höhe von 41.461 q und per 31. Dezember 2004 in Höhe von 36.456 q vorgenommen. Die Gesellschaft vereinbart mit ihren Kunden für Außenstände keine Eigentumsvorbehalte.

k) Vorräte

Vorräte werden mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungsoder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert nach der FIFO-Methode bewertet. In die Herstellungskosten der selbstgefertigten Vorräte sind alle Kosten, die direkt zugeordnet werden können, sowie ein entsprechender Anteil der Gemeinkosten einbezogen.

l) Sachanlagen

Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten ausgewiesen, vermindert um kumulierte Abschreibungen (siehe Ziffer 8 dieses Anhangs zum Konzernabschluss) und etwaige Wertminderungen aus Impairment (siehe Ziffer 1n dieses Anhangs zum Konzernabschluss). Größere Ersatzbeschaffungen sowie Um- und Einbauten werden aktiviert, wohingegen Reparaturund Instandhaltungsausgaben bei ihrem Anfall als Aufwand erfasst werden. Die Sachanlagen werden über ihre Nutzungsdauer (drei bis fünf Jahre) linear abgeschrieben. Mietereinbauten werden über die geschätzte Nutzungsdauer der Anlagen (zehn bis fünfzig Jahre) abgeschrieben.

m) Immaterielle Vermögenswerte

ma) Forschung und Entwicklung

Forschungskosten werden in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie anfallen. Entwicklungskosten werden in Übereinstimmung mit IAS 38.5 und IAS 38.11-38.23 bei ihrem Anfall als Aufwand erfasst.

mb) Patentkosten

Durch den Konzern erlangte Patente werden zu Anschaffungskosten ausgewiesen, vermindert um kumulierte Abschreibungen (siehe unten) und etwaige Wertminderungen aus Impairment (siehe Ziffer 1n dieses Anhangs zum Konzernabschluss). Bei den aktivierten Kosten handelt es sich in erster Linie um Kosten der Rechtsberatung. Patentkosten werden linear über die niedrigere Dauer aus geschätzter wirtschaftlicher Nutzungsdauer (zehn Jahre) und verbleibender Patentlaufzeit abgeschrieben. Die Abschreibung beginnt zum Zeitpunkt der Patenterteilung. Die Patente der Gesellschaft zum Schutz ihrer fi rmeneigenen HuCAL-Technologie wurden in Australien im Oktober 2000, in den USA im Oktober 2001 und in Europa im Juni 2002 erteilt. Weitere Patente sind in Kanada und Japan angemeldet.

mc) Lizenzrechte

Die Gesellschaft hat von Dritten Lizenzrechte durch Vorauszahlung von Lizenzgebühren, jährliche Gebühren zur Aufrechterhaltung der Lizenzen und Gebühren für Unterlizenzen erworben. Die vorausbezahlten Lizenzgebühren schreibt die Gesellschaft über die geschätzte Nutzungsdauer der erworbenen Lizenz (zehn Jahre) linear ab. Der Abschreibungszeitraum wird gemäß IAS 38.104 am Ende eines jeden Geschäftsjahres überprüft. Jahresgebühren zur Aufrechterhaltung der Lizenzen werden über die Laufzeit des einzelnen Jahresvertrags abgeschrieben. Gebühren für Unterlizenzen werden über die Laufzeit des Vertrags oder bei Verträgen ohne vertraglich vereinbarte Laufzeit über die geschätzte Nutzungsdauer der Zusammenarbeit linear abgeschrieben.

md) Software

Software wird zu Anschaffungskosten ausgewiesen, vermindert um kumulierte Abschreibungen (siehe unten) und etwaige Wertminderungen aus Impairment (siehe Ziffer 1n dieses Anhangs zum Konzernabschluss). Abschreibungen werden in der Ergebnisrechnung linear über die geschätzte Nutzungsdauer von drei Jahren als Aufwand erfasst. Die Abschreibung beginnt zu dem Zeitpunkt, in dem die Software einsatzbereit wird.

me) Nachträgliche Ausgaben

Nachträgliche Ausgaben für aktivierte immaterielle Vermögenswerte werden nur aktiviert, wenn sie den künftigen wirtschaftlichen Nutzen des jeweiligen Vermögenswerts erhöhen, auf den sie sich beziehen. Alle übrigen Ausgaben werden bei ihrem Anfall als Aufwand erfasst.

n) Wertminderung

Die Geschäftsleitung überprüft die Buchwerte der Vermögenswerte des Konzerns zu jedem Bilanzstichtag oder wann immer Anhaltspunkte vorliegen, dass ein Buchwert nicht mehr erzielbar sein könnte, auf mögliche Wertminderungen. Liegt ein Anhaltspunkt für eine Wertminderung vor, wird der erzielbare Betrag des Vermögenswerts geschätzt. Ein Wertminderungsaufwand wird erfasst, wenn der erzielbare Betrag geringer ist als der Buchwert des Vermögenswerts. Wertminderungsaufwendungen werden im Ergebnis erfasst.

Der erzielbare Betrag eines Vermögenswerts ist der höhere Betrag aus Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert. Zur Schätzung des Nutzungswerts werden die erwarte ten künftigen Cashfl ows mit einem Zinssatz vor Steuern, der die gegenwärtige Markteinschätzung des Zinseffekts und die speziellen Risiken des Vermögenswerts widerspiegelt, auf ihren Barwert abgezinst. Erwirtschaftet ein Vermögenswert keine unabhängigen Cashfl ows, wird der erzielbare Betrag für die zahlungsmittelgenerierende Einheit ermittelt, zu der der Vermögenswert gehört.

Ein Wertminderungsaufwand für eine Forderung wird rückgängig gemacht, wenn die erfolgte Erhöhung des erzielbaren Betrags objektiv mit einem Ereignis in Zusammenhang zu bringen ist, das eingetreten ist, nachdem der Wertminderungsaufwand erfasst wurde. In Bezug auf andere Vermögenswerte ist ein Wertminderungsaufwand dann rückgängig zu machen, wenn sich eine Änderung in den Schätzungen ergeben hat, die der Bestimmung des erzielbaren Betrags zugrunde lagen. Ein Wertminderungsaufwand darf nur so weit rückgängig gemacht werden, dass der Buchwert des Vermögenswerts nicht den Buchwert übersteigt, der bestimmt worden wäre (abzüglich der Abschreibungen), wenn kein Wertminderungsaufwand erfasst worden wäre. Am 31. Dezember 2005 wurden Wertminderungen in Höhe von 0,5 Mio. q identifi ziert und als Aufwendungen für Forschung und Entwicklung verbucht (siehe Ziffer 9 dieses Anhangs zum Konzernabschluss).

o) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten werden mit ihrem Rückzahlungsbetrag angesetzt. Verbindlichkeiten mit einer Fälligkeit von über einem Jahr werden auf ihren Barwert abgezinst. Verpfl ichtungen, bei denen der Zahlungszeitpunkt und/oder die Höhe der Verpfl ichtung ungewiss sind, werden als Rückstellungen ausgewiesen.

p) Wandelschuldverschreibungen

Die Gesellschaft hat unter Beachtung von IAS 32 und IAS 39 an Aufsichtsrat, Vorstand und Mitarbeiter des Konzerns Wandelschuldverschreibungen ausgegeben. In Übereinstimmung mit IAS 32.28 ist die Eigenkapitalkomponente einer Schuldverschreibung separat in der Kapitalrücklage auszuweisen und vom beizulegenden Zeitwert der Schuldverschreibung abzuziehen. Der verbleibende Betrag wird als Personalaufwand aus Aktienoptionen behandelt. Die Gesellschaft wendet IFRS 2 "Anteilsbasierte Vergütung" auf alle an Aufsichtsrat, Vorstand und Mitarbeiter des Konzerns gewährten Wandelschuldverschreibungen an.

q) Umsatzrealisierung

Die Umsatzerlöse der Gesellschaft enthalten Gebühren für das Zurverfügungstellen von Technologien sowie Gebühren aus Forschungs- und Entwicklungskooperationen vorwiegend mit in den USA ansässigen Unternehmen.

Umsatzerlöse aus nicht rückzahlbaren Gebühren für das Zurverfügungstellen von Technologien, Gebühren für die Nutzung von Technologien und Lizenzgebühren werden – solange keine geeignetere Methode der Umsatzrealisierung verfügbar ist – über die jeweilige Vertragslaufzeit, die in der Regel der vertraglich vereinbarten Forschungsdauer oder bei Verträgen ohne vertraglich vereinbarte Dauer der geschätzten Nutzungsdauer der Kooperation entspricht, abgegrenzt und linear erfasst.

Servicegebühren im Rahmen von Forschungs- und Entwicklungskooperationen werden in der Periode erfasst, in der der Service erbracht wird. Umsatzerlöse aus Meilensteinzahlungen werden bei Erfüllung bestimmter Kriterien gebucht. Vereinnahmte staatliche Investitionsbeihilfen für die Förderung spezieller Forschungs- und Entwicklungsprojekte werden bis zur Höhe der Aufwendungen, die in diesem Zusammenhang angefallen sind, als Umsatzerlöse ausgewiesen. Nach den Bedingungen für Investitionsbeihilfen steht den staatlichen Vergabestellen grundsätzlich das Recht zu, die Verwendung der von der Gesellschaft vereinnahmten Mittel zu prüfen.

In Übereinstimmung mit IAS 18.21 und 18.25 sowie IAS 20.18 wird für Umsatzvereinbarungen im Rahmen von Mehrkomponentenverträgen die Gesamtvergütung den separat identifi zierbaren Komponenten im Verhältnis ihrer jeweiligen beizulegenden Zeitwerte (IAS 18.20) zugeordnet und das Vorliegen der Kriterien für die Umsatzrealisierung für jede Komponente einzeln beurteilt.

Die Umsatzabgrenzung beinhaltet erhaltene Umsatzerlöse, die nach den Vertragsbestimmungen jedoch noch nicht verdient sind. Die Beihilfen beliefen sich im Jahr 2005 auf 0,4 Mio. q (2004: 0,1 Mio. q).

r) Aufwendungen

ra) Herstellungskosten

Die Herstellungskosten bestehen aus den Herstellungskosten der umgesetzten Leistung und den Anschaffungskosten der weiterverkauften Handelswaren.

rb) Personalaufwand aus Aktienoptionen

Die Gesellschaft wendet IFRS 2 "Anteilsbasierte Vergütung" an. IFRS 2 schreibt vor, die geschätzten beizulegenden Zeitwerte von Aktienoptionen und anderen Vergünstigungen zum Bewertungsstichtag als Personalaufwand über die Periode zu verteilen, in der die Mitarbeiter die mit der Gewährung im Zusammenhang stehenden Leistungen erbringen.

rc) Operating-Leasingverhältnisse

Im Rahmen eines Operating-Leasingverhältnisses geleistete Zahlungen sind über die Laufzeit des Leasingverhältnisses linear im Ergebnis zu erfassen.

s) Zinsertrag

Zinserträge sind bei ihrem Anfall unter Berücksichtigung der Effektivverzinsung des Vermögenswerts im Ergebnis zu erfassen.

t) Zinsaufwand

Fremdkapitalkosten werden in der Periode erfasst, in der sie anfallen.

u) Ertragsteuern

Ertragsteuern auf den Jahresüberschuss oder -fehlbetrag enthalten tatsächliche und latente Steuern. Ertragsteuern sind in der Ergebnisrechnung zu erfassen, ausgenommen in dem Umfang, in dem die Steuern mit direkt im Eigenkapital angesetzten Posten im Zusammenhang stehen, wobei die Ertragsteuern dann ebenfalls im Eigenkapital erfasst werden. Die tatsächlichen Ertragsteuern sind die erwartete Steuerschuld auf das zu versteuernde Einkommen des Jahres, basierend auf Steuersätzen, die am Bilanzstichtag gelten oder vorwiegend gelten, und verrechnet mit Anpassungen der Steuerschuld für Vorjahre.

Latente Steuern werden auf der Grundlage der bilanzorientierten Verbindlichkeitsmethode berechnet, die sich mit temporären Differenzen zwischen den Buchwerten für Vermögenswerte und Schulden in der Handelsbilanz und ihren Beträgen in der Steuerbilanz befasst. Die latenten Steuern ermitteln sich in Abhängigkeit von der Art und Weise, in der erwartet wird, die Buchwerte der Vermögenswerte zu realisieren und der Schulden zu erfüllen, basierend auf Steuersätzen, die am Bilanzstichtag gelten oder vorwiegend gelten.

Ein latenter Steueranspruch ist nur in der Höhe als Vermögenswert zu bilanzieren, in der es wahrscheinlich ist, dass zukünftiges zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, um den Anspruch zu realisieren. Aktive latente Steueransprüche sind in dem Maße zu kürzen, in dem der Steueranspruch wahrscheinlich nicht mehr realisiert werden kann.

2 Segmentberichterstattung

Ein Geschäftssegment ist eine unterscheidbare Teilaktivität eines Konzerns, die Produkte erstellt oder Dienstleistungen erbringt und die Risiken und Chancen ausgesetzt ist, die sich von denen der anderen Geschäftssegmente unterscheiden.

Segmentinformationen werden in Bezug auf die Geschäftsund die geographischen Segmente des Konzerns gegeben. Die Grundlage für das primäre Segmentberichtsformat bilden die Managementstruktur des Konzerns und der Aufbau seiner internen Berichterstattung. Die Segmentergebnisse und das Segmentvermögen enthalten Bestandteile, die dem einzelnen Segment entweder direkt zugeordnet oder auf einer vernünftigen Basis auf die Segmente verteilt werden können.

Aufwendungen für Vertrieb, Allgemeines und Verwaltung werden den einzelnen Geschäftssegmenten auf der Basis der Personalzahl zugeordnet. Immaterielle Vermögenswerte, die beiden Geschäftssegmenten zuzurechnen sind, werden nach Umsätzen zugeordnet.

Der Konzern besteht im Wesentlichen aus den folgenden beiden Geschäftssegmenten:

Therapeutische Antikörper

MorphoSys ist im Besitz einer der führenden Technologien für die Herstellung von menschlichen Antikörpertherapeutika und für maßgeschneiderte Antikörper-Forschungsprojekte. Die Gesellschaft setzt ihre Technologie in Kooperationen mit international renommierten Pharma- und Biotechnologieunternehmen sowie für eigene Rechnung ein.

Forschungsantikörper

Das Geschäftssegment Forschungsantikörper erweitert die Kernkompetenz von MorphoSys in Richtung der Entwicklung und Herstellung von Antikörpern zu Forschungszwecken. Es verwertet die HuCAL-Technologie zur gezielten und maßgeschneiderten Herstellung von Forschungsantikörpern für Partner.

Geographische Segmente

Bei den geographischen Segmentinformationen beziehen sich die Segmentumsatzerlöse auf den geographischen Sitz der Kunden. Die Angaben zum Segmentvermögen betreffen den Standort der Vermögenswerte.

084 anhang zum konzernab schluss

Therapeutische
Antikörper
Forschungsantikörper Nicht zugeordnet Konzern
in TR 2005 2004 2005 2004 2005 2004 2005 2004
Umsatzerlöse 29.139 21.194 4.348 784 33.487 21.978
Herstellungskosten 2.514 944 2.514 944
Segmentergebnis 12.121 6.094 (3.062) (2.372) (2.899) (3.081) 6.160 641
Zinsertrag 108 286
Zinsaufwand 277 338
Sonstige Aufwendungen,
netto 879 307
Ergebnis vor Steuern 5.112 282
Ertragsteuern 436
Jahresüberschuss 4.676 282
Liquide Mittel 215 3.802 12.531 4.017 12.531
Forderungen aus Liefe
rungen und Leistungen 2.742 2.065 604 240 3.346 2.305
Aktive Rechnungsab
grenzung und sonstige
kurzfristige Vermögens
werte 542 1.002 431 1.544 431
Sachanlagen, netto 1.028 1.090 3.326 878 343 363 4.697 2.331
Software, netto 93 210 8 8 31 70 132 288
Sonstige immaterielle
Vermögenswerte
1.485 1.485
Geschäfts- oder
Firmenwert 4.137 4.137
Segmentaktiva gesamt 3.863 3.365 10.317 1.126 65.937 51.305 80.117 55.796
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und
Leistungen 332 3.990 3.838 4.322 3.838
Umsatzabgrenzung 8.391 9.815 31 43 8.422 9.858
Latente Steuer
verbindlichkeiten 940 321 221 1.261 221
Segmentpassiva gesamt 8.391 9.815 1.303 43 6.415 6.560 16.109 16.418
Investitionen 505 728 124 777 70 699 1.505
Abschreibungen 537 461 391 145 51 928 657

Die in dieser Tabelle aufgeführten Bilanzpositionen enthalten die Segmentzuordnung. Die übrigen Positionen blieben ohne Zuordnung.

erlösen abzüglich der operativen Segmentaufwendungen.

Die folgende Übersicht zeigt die geographische Verteilung der Konzernumsatzerlöse:

Gesamt 33.487 21.978
USA und Kanada 14.025 12.043
Europa und
Rest der Welt
19.462 9.935
in TR 2005 2004

3 Liquide Mittel

in TR 2005 2004
Bankguthaben und
Kassenbestände
3.590 12.281
Termingelder 427 250
Liquide Mittel 4.017 12.531

Die folgende Übersicht zeigt die geographische Verteilung des Konzernvermögens:

Gesamt 80.117 55.796
USA 581 -
UK 1.957 -
Deutschland 77.639 55.796
in TR 2005 2004

Die folgende Übersicht zeigt die geographische Verteilung der Konzerninvestitionen:

Gesamt 699 1.727
USA 16 -
UK 53 -
Deutschland 630 1.727
in TR 2005 2004

086 anhang zum konzernab schluss

4 Finanzinstrumente

Die Finanzinstrumente setzten sich am 31. Dezember 2005 und 2004 wie folgt zusammen:

in TR Anschaf-
fungs-
kosten
Unrealisierter Holding- Reali-
Fälligkeit Brutto-
gewinn
Brutto-
verlust
sierter
Holding-
gewinn
Markt
wert
31.12.2005
DB Geldmarktfonds täglich 48.637 905 49.542
Zweckgebundene liquide Mittel
49.542
31.12.2004
DB Geldmarktfonds täglich 24.320 624 24.944
Zweckgebundene liquide Mittel 246
24.698

Der unrealisierte Bruttogewinn des Konzerns in Höhe von 905.364 q zum 31. Dezember 2005 und 623.840 q zum 31. De zember 2004 wurde als separate Eigenkapitalposition (Neu be wer tungsrücklage) ausgewiesen. Im Jahr 2005 hat der Konzern in der Gewinn- und Verlustrechnung einen Gewinn von 611.187 q aus der Veräußerung von Finanzinstrumenten ausgewiesen, der zuvor im Eigenkapital erfasst war (2004: 109.748 q).

Weitere Erläuterungen zur bilanziellen Behandlung der Finanzinstrumente werden in der Ziffer 1i dieses Anhangs zum Konzernabschluss gegeben.

5 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Alle Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind unverzinslich und haben generell Zahlungsziele zwischen 30 und 45 Tagen. Am 31. Dezember 2005 und 2004 enthielten die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen noch nicht in Rechnung gestellte Beträge von rund 145.648 q bzw. 116.037 q.

6 Sonstige Forderungen

Gemäß der Kurssicherungspolitik der Gesellschaft werden eindeutig bestimmbare Fremdwährungsforderungen mit einem Zahlungsziel von bis zu zwölf Monaten auf Kurssicherungsbe darf geprüft und mit ihren beizulegenden Zeitwerten als sonstige Forderungen ausgewiesen. Beginnend in 2003 hat MorphoSys Devisenoptions- und -terminverträge zur Kurssicherung ihrer US \$-Forderungen geschlossen.

Am 31. Dezember 2005 bestanden keine offenen Optionsverträge (2004: 3.846.155 q oder 5.000.000 US \$). Der Marktwert zum 31. Dezember 2005 belief sich daher auf 0 q (2004: 180.190 q). Er wurde in der Bilanz unter den sonstigen Forderungen ausgewiesen, während er in 2004 als "zu Handelszwecken gehalten" eingestuft worden war. Marktwertänderungen wurden als sonstiger Ertrag erfasst und waren im Jahr 2005 im Fremdwährungsverlust von 1,2 Mio. q enthalten. Zum 31. Dezember 2005 betrug die vertragliche Prämie für im Februar 2004 eingegangene Derivate 138.000 q (2004: 138.000 q).

7 Rechnungsabgrenzung und sonstige Vermögenswerte

Die aktive Rechnungsabrenzung bestand zum 31. Dezember 2005 im Wesentlichen aus vorausgezahlten Gebühren für Unterlizenzen in Höhe von 0,1 Mio. q (2004: 0,1 Mio. q) und anderen Vorauszahlungen in Höhe von 0,9 Mio. q zum 31. Dezember 2005 (2004: 0,3 Mio. q).

8 Sachanlagen, netto

in TR Grundstücke
und Gebäude
Büro- und
Laborein-
richtung
Betriebs- und
Geschäfts
ausstattung
Gesamt
Anschaffungskosten
01.01.2005 4.986 1.345 6.331
Zugänge 2.247 629 536 3.412
Abgänge 281 280
31.12.2005 2.247 5.334 1.881 9.462
Kumulierte Abschreibungen
01.01.2005
3.274 726 4.000
Jahresabschreibung 10 672 246 843
Abgänge 163 163
31.12.2005 10 3.783 972 4.765
Buchwerte
01.01.2005 1.712 619 2.331
31.12.2005 2.237 1.551 909 4.697

Das Sachanlagevermögen der beiden Biogenesis-Gesellschaften ist in den Zugängen und Abgängen enthalten, da diese Positionen dem MorphoSys-Konzern am 20. Januar 2005 zugegangen sind.

Die Abschreibungen sind in den folgenden Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung enthalten:

088 anhang zum konzernab schluss

in TR 2005 2004
Forschung und
Entwicklung
568 493
Vertrieb, Allgemeines
und Verwaltung
321 164
Herstellungskosten 39 -
928 657

Währungsumrechnungseffekte aus in Fremdwährung gehaltenen Sachanlagewerten waren zum 31. Dezember 2005 unbedeutend und wurden daher nicht getrennt ausgewiesen. Detailliertere Angaben sind in der Anlage 1 enthalten.

9 Immaterielle Vermögenswerte, netto

in TR Patente Lizenzen Soft-
ware
Know-
how und und
Kunden-
stamm
Geschäfts-
oder
Firmen
wert
Gesamt
Anschaffungskosten
01.01.2005 3.766 12.140 1.366 17.272
Zugänge 29 45 2.313 4.137 6.524
Abgänge 19 19
31.12.2005 3.795 12.140 1.392 2.313 4.137 23.777
Kumulierte Abschreibungen
01.01.2005 976 2.469 1.078 4.523
Jahresabschreibungen * 458 1.214 198 827 2.697
Abgänge 16 16
31.12.2005 1.434 3.683 1.260 827 7.204
Buchwerte
01.01.2005 2.790 9.671 288 12.749
31.12.2005 2.361 8.457 132 1.486 4.137 16.573

* enthalten Wertminderungen in Höhe von 0,5 Mio. €

Die immateriellen Vermögenswerte der Biogenesis-Gruppe sind in den Zugängen und Abgängen enthalten, da diese Positionen dem MorphoSys-Konzern am 20. Januar 2005 zugegangen sind. Währungsumrechnungseffekte aus in Fremdwährung gehaltenen immateriellen Vermögenswerten waren zum 31. Dezember 2005 unbedeutend und wurden daher nicht getrennt ausgewiesen.

Am 31. Dezember 2005 wurden für die erworbenen Vermögenswerte Währungseffekte von 0,2 Mio. q erfasst und als kumuliertes sonstiges "Comprehensive Income" behandelt.

Der Amortisationsaufwand ist in den folgenden Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung enthalten:

in TR 2005 2004
Forschung und
Entwicklung*
2.190 1.451
Vertrieb, Allgemeines
und Verwaltung
507 529
2.697 1.980

* enthält Wertminderungen in Höhe von 0,5 Mio. €

Firmen- oder Geschäftswert-Zuordnung

Am 20. Januar 2005 hat MorphoSys die Biogenesis Ltd. (Poole, UK) und die Biogenesis, Inc. (Brentwood, New Hampshire, USA) erworben. Nach dem abschließenden Kaufvertrag erwarb die MorphoSys AG alle Stimmrechtsanteile der beiden Gesellschaften für insgesamt 5.250.000 £ nach Abzug von Nettofi nanzschulden in Höhe von rund 0,7 Mio. £. Die Gesamtkosten für Finanz-, Rechts- und sonstige Beratung beliefen sich auf 0,7 Mio. q. Die beiden Biogenesis-Gesellschaften wurden 100 %ige Tochtergesellschaften der MorphoSys AG und trugen im Jahr 2005 mit einem Jahresfehlbetrag von 0,8 Mio. q

zum Konzernjahresüberschuss bei. In Übereinstimmung mit IFRS 3.62 und 3.69 hat der Konzern eine vorläufi ge Zuordnung des Geschäftswerts vorgenommen, da bestimmte Beträge nur provisorisch bestimmbar waren. Alle Transaktionen werden regelmäßig auf Vorgänge geprüft, die eine Wertminderung der erworbenen Vermögenswerte auslösen könnten. Der Erwerb von Serotec wurde als ein solcher auslösender Vorgang erachtet. Alle nach dem Erwerb von Biogenesis erfassten Vermögenswerte wurden dementsprechend analysiert und eine Wertminderung von 0,5 Mio. q erfasst und wie folgt separat ausgewiesen:

Nettovermögen am 20. Januar 2005

Biogenesis-Gruppe

in TR Gebuchte
Beträge
Markt-
wertan- wertan
passun-
gen
Wertmin-
derung
Markt
werte
Liquide Mittel 206 206
Sachanlagen 1.788 898 2.686
Vorräte 123 328 451
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen
ns
425 425
Immaterielle Vermögenswerte 2.230 (501) 1.729
Verzinsliche Kredite und Ausleihungen (990) (990)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und
sonstige Verbindlichkeiten (543) (543)
Latente Steuern (1.266) 175 (1.091)
Identifi zierbare Nettoaktiva und -passiva, netto 1.009 2.190 (326) 2.873
Firmen- oder Geschäftswert aus dem Erwerb 4.402
Gezahlte Gegenleistung in bar * 7.275
Erworbene Zahlungsmittel 206
Nettomittelabfl uss 7.069

* einschließlich Beratungsgebühren in Höhe von 0,7 Mio. €

Die Gesellschaft hat folgende Lizenzvereinbarungen über bestimmte patentgeschützte Technologien geschlossen, die aktiviert werden (nicht aktivierte Lizenzvereinbarungen werden nicht einzeln offen gelegt):

SCA Ventures, Inc., USA

Im Dezember 1999 hat die Gesellschaft eine nicht exklusive, produktbezogene Lizenzvereinbarung mit SCA Ventures, Inc., USA, geschlossen. Die nicht exklusive Lizenz der SCA Ventures dient der Konzipierung, Entdeckung, Entwicklung, Herstellung und Nutzung sowie dem Verkauf und Import von auf der Grundlage von HuCAL entwickelten Produkten unter den Patentrechten von SCA Ventures auf einkettige Antikörper.

Die Gesellschaft ist berechtigt, die von SCA Ventures lizenzierten Technologien zur Erforschung und Identifi zierung neuartiger therapeutischer Wirkstoffe und Zielmoleküle einzusetzen und Unterlizenzen an ihre Geschäftspartner zu vergeben. Sie kann diese Lizenzvereinbarung aus beliebigem Grund gegenüber SCA Ventures schriftlich mit einer Kündigungsfrist von sechs Monaten kündigen. Die Gesellschaft hat eine Einmalzahlung für den Technologiezugang geleistet und entrichtet jährliche Lizenz- und Lizenzvergabegebühren. Am 31. Dezember 2005 hatte die Lizenz eine Restamortisa tions dauer von vier Jahren.

Biosite Diagnostics, Inc., USA

Im Januar 2000 hat MorphoSys eine Kooperationsvereinbarung mit Biosite Diagnostics, Inc. unterzeichnet, in deren Rahmen die Gesellschaft eine lizenzgebührenpfl ichtige, nicht exklusive, weltweite Lizenz für Patente von Biosite und XOMA Corporation auf bestimmte Technologien im Hinblick auf das Display und das Screening von mehrkettigen Antikörpern erhielt. Die Gesellschaft ist berechtigt, die lizenzierten Technologien zur Erforschung und Identifi zierung neuartiger therapeutischer Wirkstoffe und Zielmoleküle einzusetzen und Unterlizenzen an ihre Geschäftspartner zu vergeben. Sofern die Vereinbarung nicht vorzeitig gekündigt wird, läuft sie bis zum späteren Zeitpunkt aus Ablauf der Verpfl ichtung zur Lizenzzahlung und Auslaufen des letzten Patents, für das von einer der Vertragsparteien eine Lizenz gewährt wurde. Die Gesellschaft hat eine Einmalzahlung für den Technologiezugang geleistet und entrichtet jährliche Lizenz- und Lizenzvergabegebühren. Am 31. Dezember 2005 hatte die Lizenz eine Restamortisa tionsdauer von vier Jahren.

Genentech, Inc., USA

Im Mai 2000 hat die Gesellschaft eine Lizenzvereinbarung mit Genentech, Inc. geschlossen, die ihr im Rahmen der Genentech-Patente Rechte an monovalenten Phagendisplay-Screeningtechnologien gewährt. Die Gesellschaft ist berechtigt, die lizenzier ten Technologien zur Erforschung und Identifi zierung neuartiger therapeutischer Wirkstoffe und Zielmoleküle einzusetzen und Unterlizenzen an ihre Geschäftspartner zu vergeben. Die Gesellschaft hat eine Einmalzahlung für den Technologiezugang geleistet und entrichtet jährliche Lizenz- und Lizenzvergabegebühren. Am 31. Dezember 2005 hatte die Lizenz eine Restamortisa tionsdauer von fünf Jahren.

XOMA Ireland Ltd.

Im Februar 2002 hat die Gesellschaft mit XOMA Ireland Ltd. eine gegenseitige Lizenzvereinbarung über antikörperbezogene Technologien geschlossen. Im Rahmen dieser Vereinbarung entrichtete MorphoSys an XOMA 1,1 Mio. q mit einer zweiten Rate in Höhe von 4,6 Mio. q im September 2002. Die Gesellschaft hatte die Wahl, die zweite Rate als Zahlung oder in Form neuer Stammaktien der Gesellschaft im Gegenwert von 5,5 Mio. q zu leisten. Die Gesellschaft erfasste im Jahr 2002 einen Betrag von 2,5 Mio. q als Forschungs- und Entwicklungsaufwand. Die übrigen 3,2 Mio. q repräsentieren den Wert der Lizenz; sie wurden als immaterieller Vermögenswert aktiviert und werden über eine Nutzungsdauer von zehn Jahren abgeschrieben.

Im Oktober 2002 hat die Gesellschaft die Option ausgeübt und die zweite Rate in Form von 363.466 neuen Stammaktien entrichtet, deren Anzahl sich aus dem Börsenkurs der Aktien der Gesellsch aft zum Zeitpunkt der Bekanntgabe ergab. Im Zusammenhang mit der Ausübung dieser Option hat die Gesellschaft im Zeitpunkt der Aktienausgabe im Mai 2003 einen Zinsaufwand im Gegenwert von 0,7 Mio. q gebucht. Am 31. Dezember 2005 hatte die Lizenz eine Restamortisa tionsdauer von sieben Jahren.

Cambridge Antibody Technology Ltd. (CAT), Cambridge, UK Im Dezember 2002 hat MorphoSys mit Wirkung vom Juli 2003 ein Lizenz- und Vergleichsabkommen mit CAT geschlossen. Das Vergleichsabkommen erstreckt sich auf die bisherige, gegenwärtige und künftige Nutzung sowie die Vermarktung sämtlicher Versionen der HuCAL-Bibliotheken von MorphoSys wie auch auf alle Patente, die Gegenstand der Auseinandersetzungen zwischen beiden Parteien waren. Eingeschlossen sind auch die Rechtsstreitigkeiten in den USA bezüglich der Griffi ths-, McCafferty-, Winter II- und Winter/Lerner/Huse-Patente von CAT wie auch die von MorphoSys beim Europäischen Patentamt eingereichten Einsprüche gegen die CAT-Patente Winter II und McCafferty. Am 31. Dezember 2005 hatte die Lizenz eine Restamortisa tionsdauer von acht Jahren.

Weitere Erläuterungen sind in der Anlage 1 enthalten.

10 Sonstige Vermögenswerte

Die Gesellschaft hat bestimmte Positionen innerhalb der sonstigen Vermögenswerte als zweckgebundene Finanzmittel klassifi ziert, die für betriebliche Zwecke nicht zur Verfügung stehen. Zum 31. Dezember 2005 und 2004 verfügte die Gesellschaft über zweckgebundene Finanzmittel von jeweils 250.000 q für ausgereichte Garantien und von 50.214 q bzw. 59.778 q für an Mitarbeiter ausgegebene Wandelschuldverschreibungen.

11 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind unverzinslich und haben im Normalfall ein Zahlungsziel von bis zu 30 Tagen. Lizenzverbindlichkeiten haben zum Teil ein Zahlungsziel von bis zu 30 Tagen. Lizenzverbindlichkeiten, die voraussichtlich später als zwölf Monate fällig werden, werden mit einem Zinssatz von 13 % auf ihren Barwert abgezinst.

Die Restfälligkeitsbeträge der Verbindlichkeiten ergeben sich aus der folgenden Übersicht:

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen:

in TR 2005 2004
Verbindlichkeiten
aus Lieferungen und
Leistungen
344 336
Rechnungsab
grenzung
3.617 2.588
Sonstige
Verbindlichkeiten
361 914
davon für Steuern 143 731
davon im Rahmen
der sozialen
Sicherheit
154 157
Gesamt 4.322 3.838

In den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind Rückstellungen enthalten, im Wesentlichen abgegrenzte Aufwendungen für Personalzahlungen in Höhe von 0,6 Mio. q (2004: 1,0 Mio. q). Rückstellungen für ausstehende Rechnungen beinhalten 1,3 Mio. q vor allem für Lizenzzahlungen (2004: 0,9 Mio. q), Aufsichtsratsvergütungen von 0,2 Mio. q (2004: 0,1 Mio. q), Prüfungs- und sonstige Gebühren von 0,1 Mio. q (2004: 0,0 Mio. q) und 0,5 Mio. q für Rechtsberatung (2004: 0,1 Mio. q).

Die Hauptversammlung im Mai 2005 hat die Gesellschaft ermächtigt, die KPMG Deutsche Treuhand-Gesellschaft AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zu ihrem Abschlussprüfer zu bestellen. Die Prüfungsgesellschaft und ihre Partner-Unternehmen innerhalb des internationalen KPMG-Netzwerks erhielten von der MorphoSys AG im Geschäftsjahr 2005 Vergütungen in Höhe von insgesamt 280.173 q (davon 213.519 q für KPMG Deutsche Treuhand-Gesellschaft AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft), davon 121.363 q Prüfungsgebühren, 132.860 q Gebühren für sonstige Bestätigungen und Prüfungen, 24.750 q Gebühren für Steuerberatung sowie 1.200 q Gebühren für sonstige Leistungen. In diesen Zahlen sind abgegrenzte Prüfungsgebühren von 79.000 q enthalten.

12 Rückstellungen

Am 31. Dezember 2005 und 2004 verfügte die Gesellschaft über 1.041.482 q bzw. 600.607 q Rückstellungen.

Die Steuerrückstellungen enthalten vor allem Aufwendungen für Ertragsteuern, während in den sonstigen Verpfl ichtungen vor allem Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten enthalten sind. Beide Positionen waren zum 31. Dezember 2005 in Bezug auf ihre Höhe ungewiss.

Die Rückstellungen haben sich im Jahr 2005 wie folgt verändert:

in TR 01.01.2005 Zuweisung Inanspruch
nahme
Aufl Aufl ösung 31.12.2005
Steuern 1.101 312 789
Verpfl ichtungen aus
Personal- und Sozialaufwand
601 17 355 263
Sonstige Verpfl ichtungen 252 252
Gesamt 601 1.370 355 575 1.041

13 Eigenkapital

Gezeichnetes Kapital

Am 31. Dezember 2005 betrug das gezeichnete Kapital der Gesellschaft 18.077.589 q, eine Zunahme um 1.761.033 q gegenüber dem Stand von 16.316.556 q am 31. Dezember 2004. Jede Stückaktie des gezeichneten Kapitals gewährt ein Stimmrecht. Die Zunahme der Aktienanzahl um 1.470.399 q bzw. 490.133 Aktien ist auf eine im März 2005 durchgeführte Kapitalerhöhung zurückzuführen. Durch die Wandlung und Ausübung von 96.878 an Mitarbeiter gewährten Wandelschuldverschreibungen und Optionen erhöhte sich das Grundkapital im Jahr 2005 um weitere 290.634 q. Die Erhöhung um 1.612.560 q im Jahr 2004 war Folge der Ausgabe einer Wandelschuldverschreibung an Novartis am 19. Mai 2004, die am 15. Juni 2004 in 490.133 MorphoSys-Aktien gewandelt wurde. Durch Wandlung und Ausübung von 47.387 an Mitarbeiter ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen und Optionen hatte sich das gezeichnete Kapital im Verlauf des Jahres 2004 um weitere 142.161 q erhöht.

Eigene Aktien betrugen am 31. Dezember 2005 10.703 q (29.162 Aktien) im Vergleich zu 11.033 q (30.062 Aktien) am 31. Dezember 2004 und wurden vom Grundkapital der Gesellschaft abgesetzt.

Genehmigtes Kapital

Am 11. Mai 2005 hat die Hauptversammlung die Gesellschaft ermächtigt, das Genehmigte Kapital I um 215.008 Aktien auf maximal 2.175.541 neue Aktien zu erhöhen (31. Dezember 2004: 1.960.533 Aktien). Daneben wurde eine Erhöhung des Genehmigten Kapitals II um 592.898 Aktien auf maximal 592.898 neue Aktien genehmigt (31. Dezember 2004: 490.133 Aktien). Das nicht in Anspruch genommene Genehmigte Kapital I betrug am 31. Dezember 2005 und 2004 2.175.541 bzw. 1.960.533 Aktien. Das nicht in Anspruch genommene Genehmigte Kapital II betrug am 31. Dezember 2005 und 2004 592.898 bzw. 490.133 Aktien.

Bedingtes Kapital

Im Jahr 2005 wurden aus dem Bedingten Kapital I durch Ausübung der gleichen Zahl von Optionen durch Mitarbeiter 1.400 Aktien geschaffen und das Grundkapital um 4.200 q erhöht. Daneben wurden aus dem Bedingten Kapital II durch Ausübung der gleichen Zahl von Optionen durch Mitarbeiter 34.125 Aktien geschaffen und das Grundkapital um 102.375 q erhöht. Aus dem Bedingten Kapital IV wurden durch Ausübung der gleichen Zahl von Wandelschuldverschreibungen durch Mitarbeiter 59.478 Aktien geschaffen und das Grundkapital um 178.434 q erhöht. Schließlich wurden aus dem Bedingten Kapital V durch Ausübung der gleichen Zahl von Optionen durch Mitarbeiter 1.875 Aktien geschaffen und das Grundkapital um 5.625 q erhöht.

Am 16. Mai 2003 hatte die Hauptversammlung die Gesellschaft ermächtigt, für das Bedingte Kapital III, IV und V maximal 1.275.000, 450.269 und 111.447 zusätzliche Aktien zu schaffen.

Am 11. Mai 2004 hatte die Hauptversammlung die Gesellschaft ermächtigt, für das Bedingte Kapital V zusätzliche 58.816 Aktien auf maximal 510.789 q (170.263 Aktien) zu schaffen.

Am 19. Mai 2004 hatte MorphoSys an Novartis eine Wandelschuldverschreibung (kündbare Stammaktien) gewährt, aufgeteilt in sieben Teilschuldverschreibungen, wandelbar in insgesamt 490.133 Aktien. Novartis hat am 15. Juni 2004 alle Teilschuldverschreibungen in 490.133 Stammaktien aus dem Bedingten Kapital III der Gesellschaft gewandelt.

Am 11. Mai 2005 ermächtigte die Hauptversammlung die Gesellschaft, für das Bedingte Kapital III, IV und V maximal 1.602.125, 513.938 und 242.405 zusätzliche Aktien zu schaffen.

Dividende

Dividenden dürfen ausschließlich auf der Grundlage des Bilanzgewinns des deutschen Einzelabschlusses der Gesellschaft (nach Abzug bestimmter Rücklagen) beschlossen und ausgeschüttet werden. Dieser Betrag unterscheidet sich aufgrund der Anpassungen des Konzernabschlusses an IFRS von der Summe aus Kapitalrücklage und Bilanzverlustvortrag im vorliegenden Konzernabschluss. Obwohl für das Jahr ein zu versteuerndes Ergebnis ausgewiesen wird, wiesen die deutschen Einzelabschlüsse der Gesellschaft zum 31. Dezember 2005 und 2004 keinen Bilanzgewinn für eine Ausschüttung aus. Die Fähigkeit der Gesellschaft zur Dividendenausschüttung hängt daher von ihrer zukünftigen Ertragsentwicklung ab.

Kapitalrücklage

Am 31. Dezember 2005 betrug die Kapitalrücklage 96.412.849 q (31. Dezember 2004: 78.646.377 q). Der Anstieg um rund 17,7 Mio. q stand im Zusammenhang mit Rückstellungen für Personalaufwand aus Aktienoptionen in Höhe von 1.132.104 q und mit 15.446.069 q einschließlich transaktionsbedingter Kosten von 767.068 q aus der Kapitalerhöhung am 15. März 2005, saldiert mit einem latenten Steueranspruch in Höhe von 283.815 q. Ein weiterer Anstieg um 1.188.299 q ergab sich aus der Ausübung von Optionen und Wandelschuldverschreibungen im Jahr 2005.

Im Jahr 2004 hatte sich die Kapitalrücklage um 10,0 Mio. q durch Rückstellungen für Personalaufwand aus Aktienoptionen in Höhe von 1.431.313 q, durch 7.357.748 q aus der Kapitalerhöhung im Zusammenhang mit der Gewährung von kündbaren Stammaktien an Novartis im Mai 2004 und durch 1.224.326 q aus der Ausübung von Optionen und Wandelschuldverschreibungen im Jahr 2004 erhöht.

14 Wandelschuldverschreibungen

Die Hauptversammlung hat die Gesellschaft im Juli 2002 ermächtigt, bis zum 30. Juni 2006 bis zu 300.000 unverzinsliche Wandelschuldverschreibungen im Nennwert von jeweils 1,00 q an Mitarbeiter sowie Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft und ihrer Beteiligungsgesellschaften zu gewähren. Das Bezugsrecht der Aktionäre wurde ausgeschlossen. Am 16. Mai 2003 hat die Hauptversammlung die Gesellschaft ermächtigt, weitere 150.269 Aktien auszugeben. Die Hauptversammlung vom 11. Mai 2005 ermächtigte die Gesellschaft bis zum 30. April 2010 zur Ausgabe zusätzlicher 150.269 Wandelschuldverschreibungen.

Am 15. Januar 2002 gewährte die Gesellschaft gemäß Vorstandsbeschluss an Mitglieder des Vorstands und Mitarbeiter der Gesellschaft 91.500 Wandelschuldverschreibungen. Die Wandelschuldverschreibungen sind außer in Erbschaftsund Todesfällen nicht übertragbar und dürfen nicht beliehen werden. Im Falle der Arbeitsunfähigkeit kann der Vorstand in begründeten Einzelfällen einer Übertragung zustimmen.

Die Wandlungsrechte können nur ausgeübt werden, sofern zum Zeitpunkt der Ausübung des Wandlungsrechts das Arbeitsverhältnis mit dem Inhaber der Wandelschuldverschreibung ungekündigt ist und noch keine einvernehmliche Aufhebungsvereinbarung getroffen wurde. Im Fall der Nichtausübung der Wandlungsrechte werden den Begünstigten die zum Erwerb der Wandelschuldverschreibungen aufgewendeten Beträge (d. h. 1,00 q je Schuldverschreibung/Aktie) erstattet.

Die Begünstigten dürfen die Wandlungsrechte erst nach Ablauf einer Wartefrist von einem Jahr nach Gewährungsdatum ausüben. Jede Wandelschuldverschreibung im Nennwert von 1,00 q berechtigt bei Entrichtung des Wandlungspreises zum Tausch in eine nennwertlose Stammaktie der Gesellschaft. Die Wandelschuldverschreibungen können nach dem 31. Dezember 2004 nicht mehr ausgeübt werden.

Der Wandlungspreis der am 15. Januar 2002 gewährten Wandelschuldverschreibungen hatte 57,56 q betragen und dem durchschnittlichen Schlusskurs der Aktie der Gesellschaft in der XETRA-Schlussauktion der Frankfurter Wertpapierbörse an den letzten fünf Handelstagen vor dem Beschluss des Vorstands zur Ausgabe der Wandelschuldverschreibungen entsprochen.

Die Wandlungsrechte können nur ausgeübt werden, wenn der Börsenkurs an mindestens einem Tag während der Laufzeit der Wandelschuldverschreibungen 63,31 q oder 110 % des durchschnittlichen Börsenkurses der XETRA-Schlussauktion

der Frankfurter Wertpapierbörse an den letzten fünf Handelstagen vor dem Beschluss des Vorstands zur Ausgabe der Wandelschuldverschreibungen erreicht hat.

Aktien aus der Ausübung von Wandlungsrechten können erstmals in dem Geschäftsjahr am Gewinn der Gesellschaft teilhaben, für das zum Zeitpunkt der Ausübung die Hauptversammlung noch keinen Gewinnverwendungsbeschluss gefasst hat.

Am 31. Dezember 2004 sind alle im Jahr 2002 gewährten Wandelschuldverschreibungen verfallen. Der Nominalbetrag von jeweils 1,00 q wurde den Betroffenen erstattet.

Im Jahr 2003 wurden im Rahmen des 2002er Plans an Mitarbeiter weitere Wandelschuldverschreibungen zu den gleichen Konditionen wie im Vorjahr gewährt. Am 1. April 2003, 17. Mai 2003 und 1. Juli 2003 wurden 70.700, 8.500 bzw. 14.000 Wandelschuldverschreibungen an Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie an Mitarbeiter der MorphoSys AG ausgegeben. Die Ausübungspreise für die Wandelschuldverschreibungen betrugen 11,69 q, 10,00 q bzw. 10,88 q. Im Jahr 2005 wurden von Mitarbeitern der Gesellschaft 59.478 der in 2003 gewährten Wandelschuldverschreibungen in die gleiche Anzahl nennwertloser Stammaktien gewandelt. Davon wurden von Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats 43.000 Schuldverschreibungen ausgeübt. Weitere Erläuterungen werden in der Ziffer 22 dieses Anhangs zum Konzernabschluss gegeben.

Am 31. Dezember 2005 sind alle im Jahr 2003 gewährten Wandelschuldverschreibungen verfallen. Der Nominalbetrag von jeweils 1,00 q wurde den Betroffenen erstattet.

Im Jahr 2004 wurden im Rahmen des 2002er Plans Mitgliedern des Vorstands und Mitarbeitern weitere Wandelschuldverschreibungen zu den gleichen Konditionen wie im Jahr 2002 gewährt. Am 9. Dezember 2004 wurden 49.914 Wandelschuldverschreibungen an Vorstandsmitglieder und Mitarbeiter der MorphoSys AG gewährt. Der Ausübungspreis für die Schuldverschreibungen beträgt 38,40 q.

Die nachfolgende Übersicht zeigt die Entwicklung des Wandelschuldverschreibungsplans für Mitarbeiter der Gesellschaft in den Jahren 2005 und 2004:

Wandel-
schuldver-
schreibungen
Gewichteter
Durchschnitts
preis in R
Am 1. Januar 2004
ausstehend 151.800 30,68
Gewährt 49.914 38,40
Ausgeübt (27.122) 11,69
Verfallen (24.200) 35,66
Abgelaufen (50.700) 57,56
Am 31. Dezember
2004 ausstehend 99.692 24,83
Am 1. Januar 2005
ausstehend 99.692 24,83
Rückerstattet 10.000 11,69
Ausgeübt (59.478) 11,30
Verfallen (373) 38,40
Abgelaufen (300) 11,69
Am 31. Dezember
2005 ausstehend 49.541 38,40

Die am 31. Dezember 2005 und 2004 ausübbaren Wandelschuldverschreibungen beliefen sich auf 49.541 bzw. 49.778 Aktien. Der gewichtete durchschnittliche Ausübungspreis der ausübbaren Wandelschuldverschreibungen belief sich am 31. Dezember 2005 bzw. 2004 auf 38,40 q bzw. 11,22 q. Der gewichtete durchschnittliche beizulegende Zeitwert der in 2004 gewährten Wandelschuldverschreibungen wird auf 16,52 q geschätzt. Im Jahr 2005 wurden keine Wandelschuldverschreibungen gewährt.

Als Folge eines Gerichtsbeschlusses wurden 10.000 im Jahr 2004 verfallene Wandelschuldverschreibungen in 2005 den betreffenden nahe stehenden Parteien erstattet.

Die folgende Übersicht enthält den gewichteten durchschnittlichen Ausübungspreis sowie Angaben zur Vertragslaufzeit von wesentlichen Gruppen von Wandelschuldverschreibungen zum 31. Dezember 2005:

096 anhang zum konzernab schluss

Bandbreite der
Ausübungspreise
Ausstehend
(Anzahl)
Restliche
Vertragslauf-
zeit (in Jahren)
Gewichteter
durchschnitt-
licher Aus-
übungspreis
Ausübbar
(Anzahl)
Gewichteter
durchschnitt
licher Aus
übungspreis

10,00 — €
38,40
49.541 1,00
38,40
49.541
38,40
49.541 49.541

Die Gesellschaft bilanziert den Personalaufwand aus Aktienoptionen in Übereinstimmung mit IFRS 2 und IAS 32.28. Die Eigenkapitalkomponente der Wandelschuldverschreibung ist separat unter der Kapitalrücklage auszuweisen und wird vom beizulegenden Zeitwert der Wandelschuldverschreibung abgesetzt. Der verbleibende Wert wird als aktienkursorientierte Vergütung erfasst. Der Vergütungsaufwand im Zusammenhang mit Wandelschuldverschreibungen betrug in den Jahren 2005 und 2004 757.965 q bzw. 184.327 q. Der beizulegende Zeitwert der im Jahr 2004 gewährten Wandelschuldverschreibungen, dem Zeitpunkt der letzten Ausgabe, wurde auf der Grundlage des Optionspreismodells von Black-Scholes unter der Annahme eines risikofreien Zinssatzes von 2,74 %, einer Dividendenrendite von 0,0 %, einer auf historischen Daten beruhenden erwarteten Volatilität von 78 % und einer erwarteten Laufzeit von zwei Jahren ermittelt.

Optionspreismodelle beruhen im starken Maße auf subjektiven Annahmen. Da Veränderungen der subjektiven Bewertungsannahmen die Ermittlung des theoretischen Optionspreises erheblich beeinfl ussen können, liefern die bestehenden Modelle nach Ansicht des Managements nicht unbedingt einen zuverlässigen alleinigen Maßstab für den theoretischen Optionspreis der an Mitarbeiter ausgegebenen Aktienoptionen.

15 Aktienoptionen

1998er Mitarbeiter-Optionsprogramm

Am 15. Juni 1998 hat die Gesellschaft einen Aktienoptionsplan ("1998er Plan") zur Gewährung von Optionen an Führungskräfte und Vorstandsmitglieder der Gesellschaft zum Erwerb von Stammaktien der Gesellschaft eingeführt. Der 1998er Plan

erlaubte die Ausgabe von Optionen an die Belegschaft für 96.075 Stammaktien der Gesellschaft in Form von 45.450 Namensoptionsscheinen für je eine Stammaktie und 50.625 Aktien, auszugeben nach Ausübung von Optionsrechten ohne Optionsschein. Die Gesellschaft hat 55.350 Stammaktien sowie 68.650 eigene Aktien für Aktienoptionen reserviert. Alle unter dem 1998er Plan gewährten Optionsrechte haben eine Laufzeit von zehn Jahren. Jeder Optionsschein berechtigt den Halter zum Bezug einer Aktie. Mit Ausübung des Optionsscheins wird der Ausübungspreis, der dem Marktpreis der Aktien am Tag der Gewährung entspricht, zur Zahlung fällig. Der Halter von Optionsscheinen darf sie in vollem Umfang frühestens sechs Monate nach ihrer Gewährung ausüben, kann sie jedoch auch veräußern. Die Optionsscheine oder die durch Ausübung erhaltenen Aktien werden für den Halter jährlich über drei Jahre gestaffelt ausübbar.

Die nicht mit Optionsscheinen ausgestatteten Optionsrechte werden im Rahmen einer Optionsvereinbarung zwischen der Gesellschaft und dem Mitarbeiter gewährt. Für alle Zuteilungen nach dem Juni 1998 gilt eine zweijährige Sperrfrist ab dem Zuteilungsdatum; nach deren Ablauf kann der Halter von nicht mit Optionsscheinen ausgestatteten Optionsrechten sie bis zum Betrag der ausübbaren Optionsrechte ausüben.

Im Gesamtjahr 2005 wurden 2.300 Optionen aus dem 1998er Plan ausgeübt.

1999er Mitarbeiter-Optionsprogramm

Mit Wirkung vom 21. Juli 1999 hat die Gesellschaft ihren Aktienoptionsplan ("1999er Plan") durch die zusätzlich genehmigte Gewährung von Optionen an Mitarbeiter für bis zu 300.250 Aktien aus dem Bedingten Kapital erweitert, auszuhändigen bei Ausübung von nicht mit Optionsscheinen versehenen

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097

Optionsrechten. Am 31. Oktober 1999 wurden 98.100 Aktien an Mitarbeiter der Gesellschaft, die Geschäftsleitung und den Aufsichtsrat gewährt. Die Optionsrechte sind nicht übertragbar und haben eine maximale Laufzeit von fünf Jahren. Daneben gilt eine zweijährige Sperrfrist ab dem Zuteilungsdatum; nach deren Ablauf kann der Halter der Optionsrechte sie bis zum Betrag der ausübbaren Optionsrechte ausüben, vorausgesetzt, dass die zugrunde liegende Aktie im Jahr der Ausübung einen kumulierten Wertzuwachs von 10 % pro Jahr erreicht hat.

Im Jahr 2001 erhielten Mitarbeiter im Rahmen des 1999er Plans weitere Aktienoptionen zu den gleichen Konditionen wie im Jahr 1999. Am 1. Juli 2001 wurden 15.250 Optionen an Mitarbeiter der MorphoSys AG ausgegeben.

Im Jahr 2002 erhielten Mitarbeiter im Rahmen des 1999er Plans weitere Aktienoptionen zu den gleichen Konditionen wie im Jahr 1999. Am 15. Januar 2002 wurden 5.500 Optionen an Mitarbeiter der MorphoSys AG ausgegeben.

Im Jahr 2003 erhielten Mitglieder des Vorstands im Rahmen des 1999er Plans weitere Aktienoptionen zu den gleichen Konditionen wie im Jahr 1999. Am 1. Juli 2003 wurden 36.000 Optionen an Mitglieder des Vorstands der MorphoSys AG ausgegeben.

Im Gesamtjahr 2005 wurden 34.125 Optionen aus dem 1999er Plan ausgeübt.

2002er Mitarbeiter-Optionsprogramm

Mit Wirkung vom 6. Juni 2002 hat die Gesellschaft ihren Aktienoptionsplan ("2002er Plan") durch die zusätzlich genehmigte Gewährung von Optionen an Mitarbeiter für bis zu 74.556 Aktien aus dem Bedingten Kapital erweitert, auszuhändigen bei Ausübung von nicht mit Optionsscheinen versehenen Optionsrechten. Am 9. Juli 2002 wurden 7.500 Aktien an Mitarbeiter der Gesellschaft zu annähernd gleichen Konditionen wie im 1999er Aktienoptionsprogramm für Mitarbeiter gewährt. Am 16. Mai 2003, am 11. Mai 2004 und am 11. Mai 2005 hatte die Hauptversammlung die Gesellschaft ermächtigt, im Rahmen des 2002er Aktienoptionsprogramms für Mitarbeiter 36.891, 58.816 bzw. 74.017 Aktien zu gleichen Konditionen auszugeben.

Im Jahr 2003 wurden im Rahmen des 2002er Plans Aktienoptionen zu den gleichen Konditionen wie bei den Gewährungen in den Jahren 1999 und 2002 ausgegeben. Mitarbeiter der MorphoSys AG erhielten am 15. Januar 2003 2.500 Optionen und am 1. Juli 2003 15.000 Optionen.

Am 15. Januar 2004 wurden Mitarbeitern 35.000 Optionen zu den gleichen Konditionen wie in den Jahren 1999, 2002 und 2003 gewährt.

Im Jahr 2005 wurden Mitgliedern des Vorstands im Rahmen des 2002er Plans Aktienoptionen zu den gleichen Konditionen wie im Jahr 2002 gewährt. Am 1. Juli 2005 wurden 97.358 Optionen an Mitglieder des Vorstands der MorphoSys AG ausgegeben. Im Gesamtjahr 2005 wurden 1.875 Optionen aus dem 2002er Plan ausgeübt.

Die folgende Übersicht zeigt die Entwicklung der Aktienoptionspläne für Mitarbeiter der Gesellschaft in den Jahren 2005 und 2004:

Aktien Gewichteter
Durchschnitts
preis R
Am 1. Januar 2004
ausstehend
271.745 26,40
Gewährt 35.750 11,72
Ausgeübt (49.965) 21,11
Verfallen (63.600) 21,30
Am 31. Dezember
2004 ausstehend
193.930 26,70
Am 1. Januar 2005
ausstehend 193.930 26,70
Rückerstattet 21.000 20,80
Gewährt 97.358 31,35
Ausgeübt (38.300) 21,41
Verfallen
Abgelaufen
(15.529)
(7.000)
29,38
217,60
Am 31. Dezember

098 anhang zum konzernab schluss

Am 31. Dezember 2005 bzw. 2004 waren Aktienoptionen für 112.855 bzw. 106.518 Aktien ausübbar. Der gewichtete durchschnittliche Ausübungspreis für ausübbare Aktienoptionen betrug zum 31. Dezember 2005 22,25 q bzw. zum 31. Dezember 2004 36,51 q. Überdies belief sich der gewichtete durchschnittliche theoretische Optionspreis der in 2005 und 2004 gewährten Optionen auf geschätzte 11,23 q bzw. 6,99 q.

Als Folge eines Gerichtsbeschlusses wurden 21.000 im Jahr 2004 verfallene Aktienoptionen in 2005 den betreffenden nahe stehenden Parteien erstattet.

Die folgende Übersicht enthält den gewichteten Durchschnittspreis und Angaben zur Vertragslaufzeit von wesentlichen zum 31. Dezember 2005 ausstehenden Optionsgruppen:

Bandbreite der
Ausübungspreise
Ausstehend
(Anzahl)
Restliche
Vertragslauf-
zeit (in Jahren)
Gewichteter
durchschnitt-
licher Aus-
übungspreis
Ausübbar
(Anzahl)
Gewichteter
durchschnitt
licher Aus
übungspreis

10,88 — €
41,32
248.459 3,34
23,02
110.105
21,59

41,33 — €
59,51
3.000 0,68
49,81
2.750
48,93
251.459 112.855

Die Gesellschaft bilanziert den Personalaufwand aus Aktienoptionen in Übereinstimmung mit IFRS 2 "Anteilsbasierte Vergütung". Der Vergütungsaufwand im Zusammenhang mit Aktienoptionen belief sich in den Jahren 2005 und 2004 auf 374.138 q bzw. 1.239.580 q. Der theoretische Optionspreis der in 2005 gewährten Optionen wurde auf der Basis des Optionspreismodells von Black-Scholes unter Zugrundelegung der Annahmen risikofreier Zinssatz 2,16 %, Dividendenrendite 0 %, erwartete Volatilität 50 % und erwartete Laufzeit von 3,0 Jahren ermittelt. Für die im Jahr 2004 gewährten Aktienoptionen waren folgende Annahmen zugrunde gelegt worden: risikofreier Zinssatz 3,1 %, Dividendenrendite 0 %, erwartete Volatilität 78 % und eine gegenüber 2005 unveränderte Optionslaufzeit.

Optionspreismodelle beruhen im starken Maße auf subjektiven Annahmen. Da Veränderungen der subjektiven Bewertungsannahmen die Ermittlung des theoretischen Optionspreises erheblich beeinfl ussen können, liefern die bestehenden Modelle nach Ansicht des Managements nicht unbedingt einen zuverlässigen alleinigen Maßstab für den theoretischen Optionspreis der an Mitarbeiter ausgegebenen Aktienoptionen.

Neubewertung von Aktienoptionen

Am 1. September 2001 hat die Gesellschaft an Mitarbeiter 94.100 Optionen, die am 5. Juli 2001 zurückgegeben worden waren, erneut ausgegeben. Die erneut ausgegebenen Optionen haben ähnliche Merkmale und unterliegen denselben Übertragungsmodalitäten wie die ursprünglich ausgegebenen Optionen. In Übereinstimmung mit IFRS 2 "Anteilsbasierte Vergütung" wurden die erneut ausgegebenen Optionen am Tag ihrer erneuten Ausgabe auf der Basis des Black-Scholes-Optionspreismodells bewertet. Ihnen wurde ein theoretischer Optionsmehrpreis von rund 5.950.000 q zugewiesen, der über ihre Laufzeit verteilt wird. In den Jahren 2005 und 2004 hat die Gesellschaft in Bezug auf diese erneut ausgegebenen Optionen einen Personalaufwand von rund 247.900 q bzw. 535.741 q gebucht.

Verlängerung von Optionen aus 1999

Am 31. Oktober 1999 waren im Rahmen des 1999er Optionsplans 98.100 Optionen an Mitarbeiter sowie Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands gewährt worden. Die ursprüngliche Optionslaufzeit hatte fünf Jahre betragen. Am 14. Oktober 2004 haben Vorstand und Aufsichtsrat beschlossen, die Laufzeit von 54.900 an Mitarbeiter und den Vorstand gewährten Optionen bis zum 31. Oktober 2009 zu verlängern. In Übereinstimmung mit IFRS 2 "Anteilsbasierte Vergütung" wurden die verlängerten Optionen am 14. Oktober 2004 auf der Basis des Black-Scholes-Optionspreismodells neu bewertet. Im vierten Quartal 2004 wurde ein Personalaufwand aus Aktienoptionen von 518.585 q erfasst.

16 Personalaufwand

9.596 7.229
1.383 1.077
1.132 1.424
2 1
(161) 757
11.952 10.488

Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter während des Geschäftsjahres 2005 betrug 170 (2004: 117).

17 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Die Gesellschaft und ihre deutsche Tochtergesellschaft MorphoSys IP GmbH unterliegen der Körperschaftsteuer, dem Solidaritätszuschlag und der Gewerbesteuer. Seit dem Jahr 2001 gilt ein Körperschaftsteuersatz von 25 % zuzüglich eines Solidaritätszuschlags von 5,5 %. Nur für das Jahr 2003 betrug der Körperschaftsteuersatz wegen des für 2003 geltenden Flutopfersolidaritätsgesetzes einmalig 26,5 %. Unter Berücksichtigung des Hebesatzes von 300 % für kommunale Gewerbesteuer beträgt der Gewerbesteuersatz 13,04 % des zu versteuernden Einkommens und ist bei der Ermittlung der Körperschaftsteuer abzugsfähig.

Die Ertragsteuern des abgelaufenen Geschäftsjahres setzten sich wie folgt zusammen:

in TR 31.12.2005 31.12.2004
Effektiver Steueraufwand für das abgelaufene Jahr (davon direkt im
Eigenkapital berücksichtigt nach IAS 32.35: (TR 284))
Effektiver Steueraufwand für Vorjahre (816)

Latenter (Steueraufwand)/-vorteil aus der Existenz
bzw. der Aufhebung temporärer Differenzen (537) (826)
Latenter Steuervorteil aufgrund des Ausweises aktiver latenter Steuern auf zuvor nicht
ausgewiesene aktive latente Steuern im Hinblick auf die künftige Aufhebung der
Differenzen zwischen IFRS- und Steuerbilanz 917 826
Gesamter Steueraufwand (436)
Gesamtbetrag latenter Steuern aus Posten, die direkt im Eigenkapital erfasst werden (321) (221)

Latente Steuern werden nur in dem Umfang erfasst, in dem die betreffenden Steuervorteile mit einer überwiegenden Wahrscheinlichkeit realisiert werden können. Auf der Grundlage der bisherigen Ergebnissituation und der Geschäftserwartungen für die überschaubare Zukunft werden Wertberichtigungen vorgenommen, falls dieses Kriterium nicht erfüllt wird.

Die Wertberichtigungen auf aktive latente Steuern wurden um 0,9 Mio. q zurückgenommen (2004: 0,8 Mio. q). Die gegenwärtige Einschätzung im Hinblick auf die Realisierbarkeit der aktiven latenten Steuern kann sich in Abhängigkeit von der Ergebnissituation kommender Jahre ändern und zu höheren oder niedrigeren Wertberichtigungen führen.

Die nachfolgende Übersicht leitet den gesetzlichen Ertragssteueraufwand zum effektiven Ertragsteueraufwand über, wie er im Jahresabschluss ausgewiesen wird. Bei der Ermittlung der gesetzlichen Ertragsteuern wurde im Geschäftsjahr 2005 der kombinierte Ertragsteuersatz von 36 % (2004: 36 %) auf das Ergebnis vor Steuern angewendet. Der in der Überleitungsrechnung verwendete Steuersatz beinhaltet die Körperschaftsteuer und den Solidaritätszuschlag von zusammen 26,38 % zuzüglich der effektiven Gewerbesteuer auf der Grundlage eines Hebesatzes von 300 % für die kommunale Gewerbesteuer von 9,60 % unter Berücksichtigung der Abzugsfähigkeit der Gewerbesteuer bei der Ermittlung der Körperschaftsteuer.

Überleitungsrechnung

in TR 2005 2004
Ergebnis vor Ertragsteuern 5.112 282
Erwarteter Steuersatz 36 % 36 %
Erwartete Ertragsteuern (1.840) (102)
Ursachen der Steuereffekte:
Latente Ertragsteuern aufgrund des Ausweises aktiver latenter Steuern auf zuvor nicht
ausgewiesene aktive latente Steuern im Hinblick auf die künftige Aufhebung der
Differenzen zwischen IFRS- und Steuerbilanz
Nichtansatz aktiver latenter Steuern auf Steuerverluste des Berichtsjahres
917
826
(224)
Latente Ertragsteuern aufgrund des Ausweises aktiver latenter Steuern auf zuvor nicht
ausgewiesene aktive latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge 1.041
Personalaufwand aus Aktienoptionen (408) (513)
Kostenwirksame Aufwendungen der Kapitalerhöhung 46
Steuerlich nicht abzugsfähige Posten in Deutschland (95) (29)
Sonstige Effekte (51) (4)
Effektive Ertragsteuern (436)

Es wurden keine aktiven latenten Steuern für körperschaftsteuerliche Verlustvorträge in Höhe von 22 Mio. q und gewerbesteuerliche Verlustvorträge in Höhe von 20,8 Mio. q gebildet. Die Verlustvorträge können auf unbestimmte Zeit und in unbegrenzter Höhe vorgetragen werden. Ab dem Jahr 2004 begrenzt das deutsche Steuerrecht die Verrechnung des zu versteuernden Einkommens gegen steuerliche Verlustvorträge auf einen Betrag von 1,0 Mio. q zuzüglich 60 % des Betrags, um den das zu versteuernde Einkommen den Betrag von 1,0 Mio. q übersteigt. Der steuerliche Vorteil aus bisher nicht genutzten Verlustvorträgen reduzierte den effektiven Steueraufwand in 2005 um 1,0 Mio. q. Aktive latente Steuern auf Vermögenswerte und Schulden der deutschen Konzerngesellschaften wurden nur in Höhe der bestehenden latenten Steuerverpfl ichtungen dieser Gesellschaften gebildet. Es besteht eine Wertberichtigung auf aktive latente Steuern von 3,6 Mio. q (2004: 4,5 Mio. q) im Hinblick auf die zukünftige Aufhebung der Differenzen zwischen der IFRS- und der Steuerbilanz.

Die aktiven und passiven latenten Steuern setzen sich im Wesentlichen wie folgt zusammen:

102 anhang zum konzernabschlus s

in TR Aktive latente
Steuern 2005
Aktive latente
Steuern 2004
Passive latente
Steuern 2005
Passive latente
Steuern 2004
Immaterielle Vermögenswerte 4.821 5.789 1.750 1.242
Wertberichtigung auf immaterielle Vermögenswerte (3.592) (4.510)
Grundstücke 267
Gebäude 71
Vorräte 69 79 62
Anzahlungen 7
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
und sonstige Vermögenswerte 870 36 121
Eigene Aktien 4
Aktive und Sonstige Rechnungsabgrenzung 4
Investitionen in kurzfristige Wertpapiere 4 325 225
Sonstige Rückstellungen 1 6
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 47
Schuldverschreibungen, davon wandelbar 18
Passive Rechnungsabgrenzung 110 2
Sonstige Verbindlichkeiten 2 979
1.316 2.348
2.348
2.576 2.569

18 Ergebnis je Aktie

Die Ermittlung des unverwässerten Ergebnisses je Aktie beruht auf einem Jahresüberschuss für 2005 von 4.676.369 q (2004: 282.112 q) und dem gewichteten durchschnittlichen Bestand an im Umlauf befi ndlichen Stammaktien für die betreffenden Jahre (2005: 5.578.865; 2004: 5.131.467).

Die gewichtete durchschnittliche Anzahl der Stammaktien ermittelte sich wie folgt:

2005 2004
Stand der ausgegebenen Aktien am 1. Januar 5.438.852 4.901.332
Effekt der gehaltenen eigenen Aktien (29.162) (30.062)
Effekt der Aktienausgabe im Januar 2.260
Effekt der Aktienausgabe im Februar 8.158
Effekt der Aktienausgabe im März 143.043
Effekt der Aktienausgabe im April 112 2.367
Effekt der Aktienausgabe im Mai 13 5.671
Effekt der Aktienausgabe im Juni 21 247.717
Effekt der Aktienausgabe im Juli 897
Effekt der Aktienausgabe im August 1.542 250
Effekt der Aktienausgabe im September 10.417 583
Effekt der Aktienausgabe im Oktober 758 164
Effekt der Aktienausgabe im November 1.858 2.204
Effekt der Aktienausgabe im Dezember 96 1.241
Gewichtete durchschnittliche Anzahl Stammaktien 5.578.865 5.131.467

Der verwässerte Jahresüberschuss je Aktie wird unter Berücksichtigung der möglichen Stammaktien der Gesellschaft aus gewährten Aktienoptionen und Wandelschuldverschreibungen ermittelt.

Die nachfolgende Übersicht zeigt die Überleitung des unverwässerten Ergenisses auf das verwässerte Ergebnis je Aktie (in Tsd. q, mit Ausnahme der Angaben je Aktie):

104 anhang zum konzernab schluss

R, mit Ausnahme der Angaben je Aktie 2005 2004
Zähler:
Jahresüberschuss 4.676 282
Nenner:
Gewichtete durchschnittliche Anzahl Stammaktien zur Berechnung
des unverwässerten Ergebnisses je Aktie 5.578.865 5.131.467
Verwässernde Aktien aus Aktienoptionen 71.513 12.401
Verwässernde Aktien aus Wandelschuldverschreibungen 26.097
Nenner gesamt: 5.650.378 5.169.965
Gewinn je Aktie (in R ):
Unverwässert 0,84 0,05
Verwässert 0,83 0,05

19 Ziele und Grundsätze des Risiko managements für das Finanzrisiko

Zusätzlich zu den im Lagebericht angesprochenen Risiken hat die Gesellschaft folgende Risiken identifi ziert:

Währungsrisiko

Der Konzernabschluss der Gesellschaft wird in Euro erstellt. Während die Aufwendungen von MorphoSys überwiegend in Euro anfallen, hängt ein erheblicher Teil der Umsatzerlöse vom jeweiligen Wechselkurs zwischen US-Dollar und Euro ab. Die Gesellschaft prüft im Jahresverlauf die Notwendigkeit von Kurssicherungsgeschäften zur Minderung des Wechselkursrisikos und setzt gegebenenfalls derivative Finanzinstrumente ein.

Zinsrisiko

Das Risiko des Konzerns aus Zinssatzänderungen ergibt sich im Wesentlichen aus den zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren. Eine Änderung des allgemeinen Zinsniveaus könnte zu einer Erhöhung oder einem Rückgang des Marktwerts dieser Wertpapiere führen. Im Hinblick auf die in der Bilanz ausgewiesenen Verbindlichkeiten sieht sich der Konzern derzeit keinem wesentlichen Zinsrisiko ausgesetzt.

Ausfall- und Liquiditätsrisiko

Finanzinstrumente, die für die Gesellschaft möglicherweise eine Konzentration des Ausfall- und Liquiditätsrisikos bewirken können, sind hauptsächlich Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente, marktgängige Wertpapiere und Forderungen aus Lieferun gen und Leistungen. Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente der Gesellschaft lauten vorwiegend auf Euro oder US-Dollar. Marktgängige Wertpapiere stellen qualitativ hochwertige Anlagen dar. Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und marktgängige Wertpapiere werden grundsätzlich bei zwei renommierten Finanzinstituten in Deutschland gehalten. Die Gesellschaft überwacht fortlaufend ihre Positionen bei den Finanzinstituten und deren Bonität, die Vertragspartner ihrer Finanzinstrumente sind, und sieht kein Risiko der Nichterfüllung.

Es ist Konzernpolitik, alle Kunden mit dem Wunsch nach Zahlungszielen einer Kreditwürdigkeitsprüfung zu unterziehen. Dennoch unterliegen die Umsatzerlöse und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen der Gesellschaft einem Ausfallrisiko durch Kundenkonzentration. Vom Bestand der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen der Gesellschaft entfi elen zum Jahresende 2005 rund 44 % auf einen einzelnen Kunden. Überdies machten drei einzelne Kunden der Gesellschaft 31 %, 19 % bzw. 14 % der gesamten Umsatzerlöse des Jahres 2005 aus. Am 31. Dezember 2004 hatten 52 % des letztjährigen Forderungsbestands der Gesellschaft einen einzelnen Kunden betroffen; von den Umsatzerlösen des Jahres 2004 waren 28 %, 26 % bzw. 17 % auf drei Kunden entfallen. Nach Einschätzung der Geschäftsleitung waren im neu gegründeten Reagenziengeschäft zum 31. Dezember 2005 Wertberichtigungen in Höhe von 41.461 q und zum 31. Dezember 2004 in Höhe von 36.456 q erforderlich.

Beizulegender Zeitwert von Finanzinstrumenten

Die Buchwerte von Finanzinstrumenten, wie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, entsprechen angesichts ihrer kurzen Fälligkeiten annähernd ihrem beizulegenden Zeitwert. Der Marktwert von marktgängigen Wertpapieren bestimmt sich nach ihren notierten Marktpreisen (siehe Ziffer 4 dieses Anhangs zum Konzernabschluss). Der den Lizenzverbindlichkeiten beizulegende Zeitwert ermittelt sich nach der Effektivzinsmethode. Wandelschuldverschreibungen werden mit den zugeschriebenen Werten ausgewiesen, die annähernd dem zum Fälligkeitstag fälligen Kapitalbetrag entsprechen.

20 Operating Leasing

Die Gesellschaft mietet Einrichtungen und Ausstattungen im Rahmen langfristiger Operating-Leasingverträge. In den Geschäftsjahren 2005 und 2004 belief sich der Mietaufwand auf 880.173 q und 898.292 q. Im Januar 2004 hatte MorphoSys den bestehenden Leasingvertrag für ihre Einrichtungen geändert. Der neue Leasingvertrag hat eine Laufzeit bis September 2009. Die künftigen Mindestleasingzahlungen aus unkündbaren Operating-Leasingund Versicherungsverhältnissen sowie anderen Dienstleistungen stellen sich wie folgt dar:

Der Gesamtaufwand der Gesellschaft aus Operating-Leasingund Versicherungsverhältnissen sowie anderen Dienstleistungen belief sich in den Geschäftsjahren 2005 und 2004 auf insgesamt rund 1.185.515 q bzw. 1.084.597 q.

21 Eventualschulden und -verbindlichkeiten

Im Juni 2001 hat Applied Molecular Evolution, Inc. ("AME"), San Diego/Kalifornien, USA, eine 100 %ige Tochtergesellschaft der Eli Lilly & Company, beim US-Bezirksgericht von Massachusetts in Boston/Mass., USA, Klage gegen die Gesellschaft wegen angebli cher Verletzung der Kauffman-Ballivet-Patentfamilie eingereicht. Diese Ende der 90er Jahre erteilten Patente schützen die stochastische Produktion von Proteinen. Im Januar 2003 hat MorphoSys bestätigt, in dem von Applied Molecular Evolution angestrengten Verfahren eine positive Empfehlung ("Report and Recommendation") der Magistratsrichterin an den beim Bezirksgericht in Boston/Mass. zuständigen Bezirksrichter erhalten zu haben. Die Magistratsrichterin empfahl, dem Antrag von MorphoSys auf Urteil in einem beschleunigten Verfahren wegen Nichtverletzung stattzugeben und AME's Antrag auf Teilurteil in einem beschleunigten Verfahren wegen Verletzung abzulehnen. Im September 2004 hat der Bezirksrichter ein "Memorandum and Order" abgegeben, in der er diese Empfehlung ablehnte und die Antragsgründe für ein beschleunigtes Verfahren verwarf. Vielmehr ordnete er ein Markman-Anhörungsverfahren bezüglich der Patentkonstruktion an, das am 1. April 2005 stattfand. Im September 2005 gab MorphoSys den Abschluss eines gegenseitigen Lizenzabkommens mit Eli Lilly & Company ("Lilly") über die Nutzung bestimmter rekombinanter Protein-Technologien bekannt. Dieses Abkommen ist Teil einer Vereinbarung zur Beilegung des oben erwähnten Patentstreits mit AME. Im Rahmen der Vereinbarung erhält MorphoSys eine Lizenz auf die Kauffman-Patentfamilie für die Herstellung und das Screening bestimmter rekombinanter Peptid- und Protein-Bibliotheken und für die Vermarktung von hieraus resultierenden Produkten. Lilly erhält im Rahmen der Vereinbarung für ihre internen Forschungs- und Entwicklungsprogramme Zugang zur HuCAL GOLD-Technologie von MorphoSys. Für jeden im Rahmen der Vereinbarung entwickelten therapeutischen Antikörper wird Lilly an MorphoSys Ausschließlichkeitsgebühren, Erfolgsprämien, Meilensteinzahlungen und Tantiemen auf Endprodukte entrichten. Die Beilegungsvereinbarung betrifft die vergangene, gegenwärtige und zukünftige Nutzung und Vermarktung aller Versionen der HuCAL-Bibliotheken durch MorphoSys und ihre Partner wie auch ihre TRIM-Technologie. Die Vereinbarung gewährt Lilly unter bestimmten Bedingungen auch Zugang zu Antibodies by Design, der Geschäftseinheit von MorphoSys mit Schwerpunkt auf der Entwicklung von maßgeschneiderten monoklonalen Antikörpern für nicht therapeutische Zwecke.

Der Geschäftsleitung sind keine sonstigen Vorgänge bekannt, die für die Gesellschaft zu einer wesentlichen Verpfl ichtung führen und eine wesentliche nachteilige Auswirkung auf ihre Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben könnten.

22 Nahe stehende Unternehmen und Personen

Der Konzern unterhält mit Mitgliedern seiner Geschäftsleitung und seines Aufsichtsrats als nahe stehende Personen Geschäftsbeziehungen. Neben der Barvergütung hat die Gesellschaft dem Vorstand und Mitgliedern des Aufsichtsrats Aktienoptionen und Wandelschuldverschreibungen gewährt.

Die nachfolgende Übersicht zeigt die vom Vorstand und vom Aufsichtsrat im Verlauf des Geschäftsjahres 2005 gehaltenen Aktien, Aktienoptionen und Wandelschuldverschreibungen sowie die Änderungen in ihren Besitzverhältnissen:

Aktien

01.01.2005 Zugänge Verfall Ausgelaufene
Programme
Verkäufe 31.12.2005
Vorstand
Dr. Simon E. Moroney*
(gehalten über ein be-
herrschtes Unternehmen)
113.461 113.461
Dr. Simon E. Moroney* 113.461 113.461
Dave Lemus
Dr. Marlies Sproll**
Gesamt 113.461 113.461 113.461 113.461
Aufsichtsrat
Dr. Gerald Möller 2.500 2.500
Dr. Daniel Camus
Dr. Metin Colpan
Prof. Dr. Jürgen Drews
Prof. Dr. Andreas
Plückthun*
59.300 59.300
Dr. Geoffrey N. Vernon
Gesamt 61.800 61.800

* Aktien waren Gegenstand eines Aktienleihvertrags vom 31. März 2005 im Zusammenhang mit einer Kapitalerhöhung und wurden am 13. April 2005 zurückübertragen. ** zum 1. November 2005 bestellt

Aktienoptionen

01.01.2005 Zugänge Verfall Ausgelaufene
Programme
Verkäufe 31.12.2005
Vorstand
Dr. Simon E. Moroney 47.000 36.000 83.000
Dave Lemus 21.000 27.000 48.000
Dr. Marlies Sproll** 10.000 7.500 2.500
Gesamt 78.000 63.000 7.500 133.500
Aufsichtsrat
Dr. Gerald Möller 2.500 2.500
Dr. Daniel Camus
Dr. Metin Colpan
Prof. Dr. Jürgen Drews 3.930 1.500 2.430
Prof. Dr. Andreas
Plückthun 1.500 1.500
Dr. Geoffrey N. Vernon 1.500 1.500
Gesamt 9.430 7.000 2.430

Wandelschuldverschreibungen

01.01.2005 Zugänge Verfall Ausgelaufene
Programme
Verkäufe 31.12.2005
Vorstand
Dr. Simon E. Moroney 19.474 12.000 7.474
Dave Lemus 30.228 24.000 6.228
Dr. Marlies Sproll** 2.491 2.491
Gesamt 52.193 36.000 16.193
Aufsichtsrat
Dr. Gerald Möller 2.500 2.500
Dr. Daniel Camus 1.500 1.500
Dr. Metin Colpan
Prof. Dr. Jürgen Drews
Prof. Dr. Andreas
Plückthun 1.500 1.500
Dr. Geoffrey N. Vernon 1.500 1.500
Gesamt 7.000 7.000

** zum 1. November 2005 bestellt

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108 anhang zum konzernab schluss

Die Vergütungen sowohl für den Vorstand als auch für den Aufsichtsrat bestanden aus einer fi xen und einer variablen Komponente. Im Jahr 2005 belief sich die Gesamtvergütung für den Aufsichtsrat ohne Reisekostenerstattungen auf 190.500 q (2004: 169.500 q). Die nachfolgende Übersicht zeigt die Vergütungen des Vorstands und des Aufsichtsrats in detaillierter Form:

Vorstand

Fixe Vergütung Variable Vergütung Sonstige Vergütungen Gesamtvergütung
in R 2005 2004 2005 2004 2005 2004 2005 2004
Dr. Simon E. Moroney 257.453 227.052 136.231 63.630 66.789 59.051 460.473 349.733
Dave Lemus 184.174 170.824 102.495 74.993 106.779 101.072 393.448 346.889
Dr. Marlies Sproll* 27.500 6.543 34.043
Dr. Thomas von Rüden** 129.421 75.661 53.037 258.119
Gesamt 469.127 527.297 238.726 214.284 180.111 213.160
213.160
887.964 954.741

* zum 1. November 2005 bestellt

** am 3. September 2004 ausgeschieden

Aufsichtsrat

Fixe Vergütung Variable Vergütung Gesamtvergütung
in R 2005 2004 2005 2004 2005 2004
Dr. Gerald Möller 25.000 25.000 26.000 20.500 51.000 45.500
Dr. Daniel Camus 13.500 13.500 16.000 13.500 29.500 27.000
Prof. Dr. Jürgen Drews 18.500 18.500 14.000 7.000 32.500 25.500
Prof. Dr. Andreas Plückthun 12.000 12.000 7.500 7.500 19.500 19.500
Dr. Geoffrey N. Vernon 15.000 15.000 17.000 15.500 32.000 30.500
Dr. Metin Colpan 13.500 8.587 12.500 5.000 26.000 13.587
Dr. Jörg Reinhardt* 4.913 3.000 7.913
Gesamt 97.500 97.500
97.500
93.000 72.000
72.000
190.500 169.500

* am 11. Mai 2004 ausgeschieden

109

23 Corporate Governance

Die Gesellschaft hat die gemäß § 161 AktG vorgeschriebene Entsprechenserklärung abgegeben. Diese Erklärung wurde veröffentlicht und den Aktionären am 22. Dezember 2005 dauerhaft zugänglich gemacht.

24 Forschungs- und Entwicklungs abkommen

Die Gesellschaft hat im Rahmen ihrer Forschungs- und Entwicklungsstrategie eine Reihe von F&E-Vereinbarungen geschlossen. Im Folgenden sind einige dieser Abkommen kurz beschrieben, die spürbare fi nanzielle Auswirkungen gehabt haben bzw. haben könnten (in alphabetischer Reihenfolge).

Bayer Corporation, Berkeley, USA

Im Dezember 1999 gab die Gesellschaft eine Kooperation mit der Bayer AG ("Bayer") bekannt. Das Abkommen umfasst eine Forschungskooperation sowie ein Lizenzabkommen für die Anwendung der fi rmeneigenen Technologien der Gesellschaft in diversen Forschungs- und Entwicklungsprogrammen von Bayer. Die Zusammenarbeit wurde im Juli 2001 um weitere vier Jahre verlängert. Das Abkommen defi niert vier Bereiche, in denen der Einsatz der MorphoSys-Technologien in beiden Unternehmen zum Tragen kommt. Die HuCAL-Technologie der Gesellschaft wird zur Herstellung vollständig humaner therapeutischer Antikörper gegen bis zu zehn von Bayer benannte Zielmoleküle eingesetzt. Ferner hat Bayer eine Option auf die Entwicklung von Antikörpern als in-vitro-Diagnostika, hergestellt auf der Basis der HuCAL-Technologie. HuCAL wird auch zur Identifi zierung von Antikörpern eingesetzt, die den Fortgang klinischer Versuche mit ausgewählten Arzneimitteln überwachen helfen. Im vierten und letzten Anwendungsbereich werden die MorphoSys-Technologien eingesetzt, um neue Zielmoleküle aus der Bayer-Genomforschung zu identifi zieren und zu validieren, die anschließend von Bayer auf der Suche nach neuen Arzneimittelkandidaten in Durchmusterungen, den so genannten Screenings, eingesetzt werden.

Bei Vertragsunterzeichnung leistete Bayer an die Gesellschaft vereinbarungsgemäß eine Vorauszahlung und zahlt ferner jährliche Lizenzgebühren sowie fi nanzielle Unterstützung für die bei der Gesellschaft durchgeführte Forschung und Entwicklung. Zusätzlich zahlt Bayer Exklusivitätsgebühren für den Einsatz der HuCAL-Technologie für bis zu zehn mögliche Zielmoleküle und leistet Meilensteinzahlungen für von der Gesellschaft gelieferte Antikörper, die vordefi nierte Erfolgskriterien erfüllen. Jedes antikörperbasierte Produkt aus der Kooperation löst entwicklungsabhängige Meilensteinzahlungen und Lizenzgebühren von Bayer an die Gesellschaft aus. Während der Vertragslaufzeit hat Bayer bisher zwei exklusive Antikörperlizenzen von MorphoSys erworben und ihre HKB-11-Zelllinie als Gegenleistung für die Installation von HuCAL GOLD an ausgewählten Bayer-Standorten lizenziert.

Im Dezember 2005 wurde die Zusammenarbeit um weitere fünf Jahre verlängert mit einer Kündigungsoption nach dem ersten Jahr. Im Rahmen der Vertragsverlängerung gewährt MorphoSys Bayer Zugang zu ihrer fi rmeneigenen HuCAL GOLD-Antikörperbibliothek für den Einsatz in deren Medikamentenforschungsprogrammen am Forschungsstandort West Haven, Connecticut, USA. Für den Fall, dass die Zusammenarbeit die volle Vertragslaufzeit andauert, beabsichtigen beide Partner den Beginn von bis zu 25 neuen therapeutischen Antikörperprogrammen.

Boehringer Ingelheim GmbH, Deutschland

Im Februar 2003 vereinbarten MorphoSys und Boehringer Ingelheim GmbH ("Boehringer Ingelheim") eine Kooperation im Bereich therapeutischer Antikörper und trafen gegenseitige Lizenzvereinbarungen. Im Rahmen dieser Vereinbarungen erhielt MorphoSys eine exklusive, weltweite Lizenz zur Nutzung von Patenten im Besitz oder unter Kontrolle von Boehringer Ingelheim für die Entwicklung, Herstellung und den Vertrieb von therapeutischen und diagnostischen Antikörpern gegen das ICAM-1-Molekül. Boehringer Ingelheim erhält exklusive kommerzielle Lizenzen auf therapeutische Antikörper gegen zwei ungenannte Zielmoleküle, die MorphoSys mit seiner HuCAL GOLD-Antikörpertechnologie herstellen wird.

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Im November 2003 hat Boehringer Ingelheim eine erste Option für die Entwicklung eines therapeutischen Antikörpers ausgeübt. Als Folge wird MorphoSys für Boehringer Ingelheim einen therapeutischen Antikörper gegen ein nicht genanntes Zielmolekül für die Behandlung entzündlicher Erkrankungen wie Asthma und rheumatoide Arthritis entwickeln.

Im August 2004 hat Boehringer Ingelheim eine zweite Option für die Entwicklung eines therapeutischen Antikörpers ausgeübt. Beide Parteien haben ein neues Programm zur Entwicklung eines therapeutischen Antikörpers gegen ein nicht genanntes Zielmolekül im Zusammenhang mit kardiovaskulären Erkrankungen begonnen. MorphoSys wird diesen Antikörper auf der Basis seiner HuCAL GOLD-Technologie entwickeln. Boehringer Ingelheim wird für die präklinische und klinische Entwicklung und die anschließende Vermarktung für hieraus resultierende Produkte zuständig sein, für die MorphoSys Meilensteinzahlungen und Lizenzgebühren erhalten könnte.

Im März 2005 haben Boehringer Ingelheim und MorphoSys die Ausweitung ihrer bestehenden Zusammenarbeit bei Forschungs- und therapeutischen Anwendungen unterzeichnet. Boehringer Ingelheim hat eine Option auf mehrere exklusive Lizenzen für neue therapeutische Antikörper erworben. Daneben wird Boehringer Ingelheim für Forschungszwecke in mehreren ihrer Forschungseinrichtungen Zugang zur HuCAL GOLD-Bibliothek von MorphoSys erhalten. Die erste Installation wird voraussichtlich am Standort von Boehringer Ingelheim in Wien, Österreich, vorgenommen. MorphoSys wird über die fünfjährige Dauer der Zusammenarbeit eine Technologiezugangsgebühr, jährliche Lizenzgebühren und wahlweise eine Finanzierung der Forschung und Entwicklung erhalten. Für aus der Zusammenarbeit resultierende therapeutische Antikörper wird Boehringer Ingelheim Meilenstein- und Lizenzgebühren an MorphoSys entrichten.

Bristol-Myers Squibb Company, USA

Im August 1998 haben die Gesellschaft und Bristol-Myers Squibb Company ("Bristol-Myers Squibb" – vormals DuPont Pharmaceuticals Company) eine Kooperationsvereinbarung geschlossen, unter der Bristol-Myers Squibb eine nicht-exklusive Lizenz für die HuCAL-Antikörperbibliothek-Technologie erwarb. Im Rahmen dieser Vereinbarung setzte Bristol-Myers Squibb die HuCAL-Technologie in ihren pharmazeutischen Forschungsprogrammen zur Charakterisierung und Validierung von Zielmolekülen ein. Im Juli 2000 haben die beiden Parteien diese Forschungslizenz erweitert und eine Zusammenarbeit zur Entwicklung eines Systems zur vollautomatischen Durchmusterung von Antikörperbibliothe ken im Hochdurchsatz namens AutoCAL vereinbart. Die erweiter te Vereinbarung gewährte Bristol-Myers Squibb weiterhin Zugriff auf die HuCAL-Bibliotheken und die Installation von AutoCAL bei Bristol-Myers Squibb in Wilmington, Delaware, USA. Für die erfolgrei che Entwicklung von Forschungsantikörpern gegen Zielmoleküle von Bristol-Myers Squibb unter Einsatz von AutoCAL erhielt MorphoSys in den Jahren 2000 und 2001 Meilensteinzahlungen.

Im Januar 2005 hat MorphoSys eine weitere Ausdehnung der existierenden Lizenzvereinbarung bekannt gegeben, die Bristol-Myers Squibb Zugang zur HuCAL GOLD-Bibliothek gewährt.

Centocor, Inc., USA

Im Dezember 2000 unterzeichnete die Gesellschaft mit Centocor, Inc. ("Centocor") eine Kooperations- und Lizenzvereinbarung. Ziel der Zusammenarbeit ist die Erforschung, Entdeckung und Entwicklung von neuartigen Antikörpertherapeutika. Centocor hat an verschiedenen Standorten Zugang zur HuCAL-Technologie; ferner entwickelt die Gesellschaft Antikörper gegen Zielmoleküle von Centocor. Im Rahmen der Vereinbarung erhält die Gesellschaft Technologielizenz- und Exklusivitätsgebühren, Zahlungen für Forschung und Entwicklung und Meilensteinzahlungen. Centocor ist zuständig für die Entwicklung und Vermarktung potenzieller Arzneimittel. Sollte Centocor aus der Zusammenarbeit resultierende Arzneimittel auf den Markt bringen, wird die Gesellschaft Tantiemen erhalten. Die ursprüngliche Vereinbarung hatte eine Laufzeit von fünf Jahren bis Dezember 2005. Im Dezember 2004 haben beide Parteien die Laufzeit bis Ende 2007 verlängert. Die Prolongationsvereinbarung sieht für Centocor höhere Zahlungen an MorphoSys für Forschung und Entwicklung und eine Abschlussgebühr für die Verlängerung vor.

Eli Lilly & Company, USA

Im September 2005 haben MorphoSys und Eli Lilly & Company ("Lilly") ein gegenseitiges Lizenzabkommen über die Nutzung ihrer rekombinanten Protein-Technologien unterzeichnet. Dieses Abkommen ist Teil einer Vereinbarung zur Beilegung des Patentstreits mit Applied Molecular Evolution (AME). Im Rahmen des Abkommens erhält MorphoSys eine Lizenz auf die Kauffman-Patentfamilie für die Herstellung und das Screening bestimmter rekombinanter Peptid- und Protein-Bibliotheken und für die Vermarktung von hieraus resultierenden Produkten. Lilly erhält im Rahmen des Abkommens für ihre internen Forschungs- und Entwicklungsprogramme Zugang zur HuCAL GOLD-Technologie von MorphoSys. Für im Rahmen der Vereinbarung entwickelte therapeutische Antikörper wird Lilly an MorphoSys Ausschließlichkeitsgebühren, Erfolgsprämien, Meilensteinzahlungen und Tantieme auf Endprodukte entrichten. Die Beilegungsvereinbarung betrifft die vergangene, gegenwärtige und zukünftige Nutzung und Vermarktung aller Versionen der HuCAL-Bibliotheken durch MorphoSys und seine Partner wie auch ihre TRIM-Technologie. Die Vereinbarung gewährt Lilly unter bestimmten Bedingungen auch Zugang zu Antibodies by Design, der Geschäftseinheit von MorphoSys mit Schwerpunkt auf der Entwicklung von maßgeschneiderten monoklonalen Antikörpern für nicht therapeutische Zwecke.

F. Hoffmann-La Roche, Schweiz

Im September 2000 hat MorphoSys ein Kooperations- und Lizenzabkommen mit F. Hoffmann-La Roche ("Roche") zur Entwicklung humaner therapeutischer Antikörper gegen ein Zielmolekül von Roche vereinbart. Im Rahmen der Vereinbarung erhält die Gesellschaft eine Lizenzzahlung, entwicklungsabhängige Meilensteinzahlungen sowie Tantieme auf vermarktete Produkte. Die Gesellschaft wird ihre (HuCAL)-Fab-Technologie zur Herstellung und Optimierung von Antikörpern gegen das Zielmolekül von Roche einsetzen. Roche übernimmt die klinische Entwicklung, die behördliche Zulassung und die

weltweite Vermarktung für alle hieraus resultierenden Produkte. Im Januar 2006 hat MorphoSys bekannt gegeben, dass Roche alle erforderlichen Anträge für den Beginn einer klinischen Erprobung der europäischen Phase 1 für einen auf der Basis von HuCAL entwickelten Antikörper gegen Alzheimer gestellt hat. Die Einreichung der Anträge zum Beginn der klinischen Erprobung löst eine klinische Meilensteinzahlung von Roche an MorphoSys aus.

GPC Biotech AG, Deutschland

Im April 1999 unterzeichnete die Gesellschaft ein Kooperations- und Lizenzabkommen mit der GPC Biotech AG ("GPC"). Ziel der Kooperation ist die Nutzung der Technologien der Gesellschaft zur Herstellung humaner Antikörper gegen Zielmoleküle von GPC und die Lieferung dieser Antikörperprodukte an GPC als Nachweis der Erreichung vordefi nierter Erfolgskriterien. Die Gesellschaft erhielt von GPC Abschlussgebühren in Form von Forschungs- und Entwicklungsmitteln sowie Exklusivitätszahlungen und hat die Möglichkeit, Meilensteinzahlun gen und Tantiemegebühren zu erzielen. Im Januar 2005 begann GPC die klinische Phase-1-Erprobung für einen von MorphoSys entwickelten vollständig humanen Krebsantikörper (1D09C3) zur Evaluierung von Antikörpern bei Patienten mit rezidivierenden oder Therapie-refraktären Lymphomen wie Hodgkinoder Non-Hodgkin-Lymphomen. Der Beginn der klinischen Erprobung löst eine klinische Meilensteinzahlung von GPC an MorphoSys aus. Die Europäische Kommission hat dem Antikörper für die Behandlung von chronischer lymphozytärer Leukämie (CLL) den so genannten Orphan-Drug-Status erteilt.

ImmunoGen, USA

Im September 2000 unterzeichnete die Gesellschaft ein Kooperations- und Lizenzabkommen mit ImmunoGen, USA ("Immuno-Gen"). Die Partner werden sich im Rahmen der Kooperation mit der Entdeckung und Entwicklung humaner monoklonaler Antikörper gegen bestimmte spezifi zierte Zielmoleküle befassen. ImmunoGen übernimmt die Aufgabe, einen oder mehrere von der Gesellschaft hergestellte Antikörper zu einem marktfähigen Produkt weiterzuentwickeln. Im Rahmen dieses Abkommens erhält die Gesellschaft eine Lizenzzahlung sowie entwicklungsabhängige Meilensteinzahlungen und Tantiemen auf vermarktete Produkte.

Die zwischen den beiden Gesellschaften bestehende Vereinbarung wurde im Juni 2001 erweitert. Im Rahmen der erweiterten Vereinbarung gewährte die Gesellschaft an ImmunoGen eine Forschungslizenz auf ihre HuCAL-Antikörperbibliothek-Technologie zur Herstellung von Forschungsantikörpern, die ImmunoGen in ihren funktionalen Genomprogrammen bei der Validierung neuer Zielmoleküle unterstützend einsetzt. Die erweiterte Vereinbarung hat eine Laufzeit von vier Jahren.

Im Juni 2005 wurde die bestehende Lizenzvereinbarung für ImmunoGen's interne Zielforschungsprogramme um ein weiteres Jahr verlängert.

Merck & Co., Inc., USA

Im Dezember 2005 hat MorphoSys ein auf fünf Jahre angelegtes Lizenzabkommen mit Merck & Co., Inc. ("Merck") geschlossen. Im Rahmen des Abkommens gewährt MorphoSys Merck für deren Medikamentenforschungsprogramme Zugang zu ihren fi rmeneigenen Technologien HuCAL GOLD und Auto-CAL. Daneben erlaubt das Abkommen Merck die Entwicklung therapeutischer Antikörper auf der Basis von HuCAL für eine Reihe von Indikationen. MorphoSys erhält eine Vertragsabschlussgebühr, jährliche Nutzungsgebühren und Zahlungen für die Forschung und Entwicklung. Daneben stehen MorphoSys Lizenz- und Meilensteinzahlungen für Projekte in der klinischen Entwicklung sowie Tantiemen auf aus der Zusammenarbeit resultierende Endprodukte zu.

Novartis AG, Schweiz

Die MorphoSys AG und die Novartis AG ("Novartis") haben im Mai 2004 eine Zusammenarbeit für die Erforschung und Entwicklung von antikörperbasierten Biopharmaka als therapeutische Wirkstoffe gegen eine Reihe unzureichend behandelter Krankheiten vereinbart. MorphoSys wird seine leistungsstarken und erprobten humanen Antikörper-Technologien (HuCAL GOLD) in diese neue strategische Ausrichtung der Novartis-Forschung einbringen und so zu einer Zusammenarbeit beitragen, in der neue therapeutische Wirkstoffe schnell und effi zient identifi ziert und entwickelt werden. Die Wissenschaftler von MorphoSys werden mit den Wissenschaftlern von Novartis in den weltweiten Niederlassungen der Novartis Institutes for Bio-Medical Research (NIBR) sowie am neuen Konzernsitz in Cambridge, Massachusetts, USA, zusammenarbeiten. Die HuCAL GOLD-Technologie von MorphoSys wird ein integraler Bestandteil der Medikamentenforschung und -entwicklung von Novartis. Während der dreijährigen Laufzeit der Vereinbarung, die bis auf insgesamt fünf Jahre verlängert werden kann, wird Novartis die interne Forschung bei MorphoSys für die Entwicklung und Optimierung von HuCAL GOLD-Antikörpern gegen Zielmoleküle von Novartis fi nanzieren. Daneben erhält Novartis an zwei seiner Standorte Zugang zur aktuellen HuCAL GOLD-Bibliothek von MorphoSys. Novartis ist im Rahmen der Zusammenarbeit der erste Partner von MorphoSys, dem eine nicht exklusive Option auf die interne Installation der gesamten Technologieplattform von MorphoSys eingeräumt wird, die eine weitere Zahlung von Novartis an MorphoSys auslösen würde. Novartis ist durch den Erwerb von unverzinslichen Wandelschuldverschreibungen eine Beteiligung von rund 9 Mio. q an MorphoSys eingegangen. Zusätzlich sind MorphoSys in den ersten drei Jahren der Zusammenarbeit über 30 Mio. US \$ Zahlungen für Forschung und Entwicklung und Technologie lizenzen zugesagt. MorphoSys wird weitere Zahlungen wie Technologielizenzgebühren, Meilensteinzahlungen für Forschung und Entwicklung sowie Tantiemen aus der Vermarktung von Antikörperprodukten erhalten.

Novoplant GmbH, Deutschland

Im Juli 2004 haben MorphoSys und Novoplant GmbH ("Novoplant") die Unterzeichnung einer Zusammenarbeit für die Erforschung von therapeutischen Antikörpern für Anwendungen im Bereich der Veterinärmedizin verkündet. Im Rahmen der auf drei Jahre angelegten Vereinbarung hat Novoplant eine Lizenz für die Entwicklung und Vermarktung von therapeutischen Antikörpern als Futterzusatz für veterinärmedizinische Zwecke erhalten. Als Gegenleistung entrichtet Novoplant an MorphoSys eine Technologiebereitstellungsgebühr sowie jährliche Lizenzgebühren. Daneben wird MorphoSys Meilensteinzahlungen und Tantiemen für die Entwicklung und Vermarktung aller resultierenden Produkte erhalten. Im Rahmen der Zusammenarbeit wird Novoplant die HuCAL GOLD-Technologie von MorphoSys zur Herstellung von Antikörpern gegen Viren, Parasiten und pathogene Mikroorganismen verwenden. Die Zugabe von MorphoSys-Antikörpern zu Futtermitteln könnte Schutz vor Infektionskrankheiten im Magen-Darm-Trakt der jeweiligen Tierart bieten. MorphoSys hat sich alle Rechte an humanen Therapeutika und Diagnostika gesichert, die sich aus dieser Zusammenarbeit ergeben.

Pfi zer, Inc., USA

Im Dezember 2003 hat die Gesellschaft ein Kooperations- und Lizenzabkommen mit Pfi zer, Inc., ("Pfi zer") geschlossen. Zweck der Zusammenarbeit ist die Erleichterung der Forschung, Entdeckung und Entwicklung von neuartigen Antikörpertherapeutika. Die Gesellschaft wird ihre HuCAL GOLD-Technologie für die Herstellung und Optimierung von Antikörpern gegen verschiedene Zielmoleküle von Pfi zer einsetzen. Im Rahmen des Abkommens erhielt die Gesellschaft eine vereinbarte Einmalzahlung, Forschungsunterstützung und – abhängig vom Erfolg der Kooperation – Meilensteinzahlungen und Tantiemen. Pfi zer übernimmt die klinische Entwicklung, behördliche Zulassung und weltweite Vermarktung für hieraus resultierende Produkte.

Schering AG, Deutschland

Im Dezember 2001 gründeten die Gesellschaft und die Schering AG ("Schering") eine strategische Allianz zur Entwicklung von Antikörpertherapeutika und in-vivo-Diagnostika. Als Teil der Vereinbarung werden Schering und MorphoSys ihre Ressourcen während der dreijährigen Zusammenarbeit bündeln und exklusiv mindestens fünf therapeutische und mehrere in-vivo-Diagnostika-Projekte durchführen. Ferner werden die beiden Partner gemeinsame Forschung betreiben, um zusätzliche potenzielle therapeutische und diagnostische Zielmoleküle aus dem Genomforschungsprogramm von Schering zu identifi zieren.

Während der Laufzeit der Vereinbarung wird die Gesellschaft Lizenzgebühren, Meilensteinzahlungen und Tantiemen auf Endprodukte erhalten, die aus der Kooperation hervorgehen. Ferner hat Schering im Februar 2002 als Zeichen ihres strategischen Engagements in diese Partnerschaft 357.880 Aktien zu einem Durchschnittspreis von 66,79 q je Aktie erworben.

Im Dezember 2004 haben beide Parteien die Zusammenarbeit um mindestens zwei weitere Jahre bis Ende 2006 verlängert mit der Option auf eine Verlängerung um ein weiteres Jahr.

Shionogi & Co. Ltd., Japan

Im September 2005 hat MorphoSys mit Shionogi & Co. Ltd. ("Shionogi") ein auf drei Jahre angelegtes Lizenzabkommen für die Nutzung der HuCAL-Technologie von MorphoSys geschlossen. Im Rahmen des Abkommens gewährt MorphoSys Shionogi für den Einsatz in deren Medikamentenforschungsprogramm Zugang zu ihrer HuCAL GOLD-Antikörperbibliothek. Als Gegenleistung erhält MorphoSys eine Vertragsabschlussgebühr und über die Laufzeit des Abkommens jährliche Nutzungsgebühren.

XOMA Technology Ltd./XOMA Ireland Ltd.

Im Februar 2002 haben MorphoSys und XOMA Technology Ltd./XOMA Ireland Ltd. ("XOMA") gegenseitige Lizenzvereinbarungen für ihre Antikörpertechnologien geschlossen. Im Rahmen dieser Vereinbarungen erhielt MorphoSys eine Lizenz zu seinen Gunsten und zu Gunsten seiner Kooperationspartner für die bisherige und künftige Nutzung der Antikörperexpressionstechnologie von XOMA zur Entwicklung von Antikörperprodukten im Zusammenhang mit der Phagen-Display-basierten HuCAL-Antikörperbibliothek (die "XOMA-Lizenz"). Im Gegenzug erhielt XOMA von MorphoSys eine Lizenz mit einer Laufzeit von fünf Jahren zur Nutzung der HuCAL GOLD-Bibliothek, die XOMA zur eigenen Identifi zierung von Zielmolekülen und für eigene Forschungsprogramme nutzen wird. Daneben ist eine Option für die Entwicklung therapeutischer Antikörper enthalten. MorphoSys hat die XOMA-Lizenz durch die Ausgabe von 363.466 Aktien aus einer Kapitalerhöhung in 2003 erworben.

25 Ereignisse nach dem Ende des Geschäftsjahres

Am 12. Januar 2006 hat MorphoSys den Erwerb der im Privatbesitz befi ndlichen Serotec-Gruppe bekannt gegeben. Durch den Erwerb von Serotec, eines renommierten und international tätigen Anbieters von Forschungsantikörpern, wird MorphoSys seinen gegenwärtigen Konzernumsatz im Segment Forschungsantikörper mehr als verdreifachen und etabliert sich als führender Anbieter von Forschungsantikörpern und Antikörperforschungstechnologien in Europa. Der Kaufpreis von rund 20 Mio. £ (rund 29,3 Mio. q) wird mit Barmitteln von rund 14 Mio. £ (rund 20,5 Mio. q) und durch die Ausgabe von 208.560 neuen MorphoSys-Aktien im Rahmen einer Sachkapitalerhöhung beglichen. Serotec verschafft MorphoSys ein starkes Vertriebsnetz mit Tochtergesellschaften und Vertriebsbüros in den USA, in Großbritannien, Deutschland, Frankreich und in Skandinavien. Serotec soll als 100 %ige Tochtergesellschaft der MorphoSys AG in die bestehende Forschungsantikörpersparte integriert werden, die gegenwärtig aus den Marken Biogenesis und AbD besteht. Alle drei Geschäftseinheiten des Segments Forschungsantikörper werden künftig unter der gemeinsamen Dachmarke "AbD – Antibodies Direct" operieren.

Im Januar 2005 hatte MorphoSys den Erwerb der Biogenesis-Gruppe mit Sitz in Großbritannien und den USA bekannt gegeben. Der Erwerb von Biogenesis war der erste strategische Schritt zur Erweiterung der Einheit Forschungsantikörper um einen umfangreichen Antikörperkatalog und die Lohnfertigung für Antikörper.

Die im Januar 2005 erworbene Serotec wurde 1982 gegründet und verfügt über ein umfangreiches Produktportfolio von mehr als 4.600 Forschungsantikör pern und Reagenzien für Forschungsbereiche wie Immunologie, Neurologie, Zellbiologie und Histologie. Der Konzernumsatz von Serotec belief sich in 2005 auf rund 11 Mio. q. Durch den Erwerb erhält MorphoSys zusätzlich Vertriebsbüros in Frankreich und Skandinavien und stärkt seine bestehende Präsenz in Deutschland, Großbritannien und in den USA. Ziel des erwei terten Segments Forschungsantikörper ist der weltweite Ausbau seines Forschungsund Vertriebspotenzials. MorphoSys sieht erhebliche Umsatzund Kostensynergien.

Der gegenwärtige Vorstand der MorphoSys AG wird seine derzeitigen Funktionen in der erweiterten MorphoSys-Gruppe beibehalten. Die Einheit Forschungsantikörper wird künftig von Dieter Lingelbach, Senior Vice President der MorphSys AG, geführt; das Serotec-Management wird seine Funktionen beibehalten, um den Integrationsprozess zu unterstützen. Die Serotec-Gruppe zählt gegenwärtig rund 80 Beschäftigte, vornehmlich in den Bereichen Forschung und Entwicklung sowie Vertrieb und Marketing.

Zusammenfassung der wichtigsten Unterschiede zwischen den deutschen Bilanzierungsgrundsätzen und IFRS

In Übereinstimmung mit § 315a HGB ist die Gesellschaft von der Erstellung eines Konzernabschlusses nach den Bilanzierungsgrundsätzen des deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB) befreit. Der vorliegende Abschluss steht im Einklang mit den Bestimmungen der Europäischen Union (Richtlinie 83/349/EWG) für Konzernabschlüsse. Die deutschen Bilanzierungsgrundsätze unterscheiden sich in einigen wesentlichen Punkten von den IFRS. Daher hat die Gesellschaft – vor allem im Hinblick auf die Umsatzrealisierung und die Erfassung bestimmter Aufwendungen – Anpassungen vorgenommen, um den vorliegenden Abschluss in Einklang mit den IFRS zu bringen.

Der Abschluss der Gesellschaft wurde in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards ("IFRS") erstellt, die sich in einigen Punkten von den Rechnungslegungsvorschriften des deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB) unterscheiden. Nachfolgend sind die wichtigsten Unterschiede zwischen den angewendeten IFRS und den deutschen Rechnungslegungsvorschriften aufgeführt, die in den Berichtsperioden Auswirkungen auf das Jahresergebnis und das Eigenkapital der Gesellschaft haben könnten.

Immaterielle Vermögenswerte – Nach IFRS werden bestimmte Aufwendungen (z. B. interne Kosten für die Erlangung von Patenten) als immaterielle Vermögenswerte aktiviert und linear über die geschätzte Nutzungsdauer abgeschrieben. Nach deutschen Rechnungslegungsvorschriften werden solche Kosten im Zeitpunkt ihres Anfalls als Aufwand erfasst. Die Aktivierung bestimmter entgeltlich erworbener Lizenzrechte wird nach IFRS auf der Grundlage eines externen Gutachtens vorgenommen. Nach deutschen Rechnungslegungsvorschriften wird die Zuteilung auf der Grundlage des Barwerts oder der Anschaffungskosten vorgenommen.

Abschreibungsdauer entgeltlich erworbener Lizenzrechte – Nach IFRS werden diese Rechte über ihre geschätzte wirtschaftliche Nutzungsdauer von zehn Jahren abgeschrieben.

Nach deutschem Recht orientiert sich die Abschreibungsdauer von acht Jahren an der für steuerliche Zwecke maßgeblichen Nutzungsdauer.

Umsatzrealisierung – IFRS hat strengere Kriterien für die Umsatzrealisierung, was nach deutschen Rechnungslegungsvorschriften zu unterschiedlichen Perioden der Umsatzrealisierung führen kann.

Personalaufwand aus der Ausgabe von Aktienoptionen – Die Gesellschaft behandelt die Gewährung ihrer Aktienoptionen und Wandelschuldverschreibungen in Übereinstimmung mit IFRS 2 und erfasst den Vergütungsaufwand als Personalaufwand. Nach deutschem Recht wird kein Vergütungsaufwand als Personalaufwand erfasst.

Kosten für Privatplatzierung und Erstemission – Nach IFRS werden bestimmte Kosten für eine Privatplatzierung oder eine Erstemission von Eigenkapital als eine Minderung der Kapitalrücklage ausgewiesen. Nach deutschen Rechnungslegungsvorschriften werden diese Kosten im Zeitpunkt ihres Anfalls als Aufwand erfasst.

Nicht realisierte Holdinggewinne und -verluste aus derivativen Finanzinstrumenten – Nach IFRS werden unrealisierte Gewinne und Verluste aus Finanzderivaten als sonstige betriebliche Erträge oder Aufwendungen ausgewiesen. Nach deutschen Rechnungslegungsvorschriften wird ein höherer beizulegender Zeitwert nicht erfasst.

Langfristige Verbindlichkeiten – Langfristige Verbindlichkeiten müssen nach IFRS mit dem Barwert ihrer zukünftigen Zahlbeträge unter Zugrundelegung eines Zinssatzes ausgewiesen werden, der dem enthaltenen Risiko angemessen Rechnung trägt. Nach deutschem Recht werden langfristige Verbindlichkeiten mit ihrem Rückzahlungsbetrag ausgewiesen.

Goodwill-Zuordnung – Nach IFRS muss eine Kaufpreiszuordnung durchgeführt werden, um die erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Schulden zu identifi zieren. Nach deutschen Rechnungslegungsvorschriften werden diese Werte als Finanzanlagen ausgewiesen.

Anlagespiegel (Anlage 1)

Anschaffungs- und Herstellungskosten
01.01.2005
R
R
Zugänge
R
R
Abgänge
R
R
31.12.2005
R
R
I. Sachanlagen
Grundstücke und Gebäude 2.247.115 2.247.115
Büro- und Laborausstattung 4.985.732 628.573 280.589 5.333.716
Betriebs- und Geschäfts-
ausstattung
1.345.543 536.188 1.881.731
6.331.275 3.411.876 280.589 9.462.562
II. Immaterielle
Vermögenswerte
Patente
3.765.756 28.805 3.794.561
Lizenzen 12.140.398 12.140.398
Software 1.366.441 44.694 19.500 1.391.635
Know-how und Kundenstamm 2.312.685 2.312.685
Geschäfts- oder Firmenwert 4.137.349 4.137.349
17.272.595 6.523.533 19.500 23.776.628

* einschließlich Verluste aus Impairment in Höhe von 0,5 Mio. €

Zum Konzernverbund gehörende Gesellschaften zum 31. Dezember 2005 (Anlage 2)

Name und Sitz der Gesellschaft Währung Wechselkurs
zum 31. Dezem-
ber 2005
E
in Fremdwäh
rungseinheiten
US \$ 1,18590
E
Konsolidierte Gesellschaften (Mutterunternehmen ausgenommen)
MorphoSys USA, Inc., Charlotte, North Carolina, USA
MorphoSys IP GmbH, München, Deutschland
Biogenesis Ltd., Poole, Großbritannien
£ 0,68430

* vor Eliminierung von konzerninternen Sachverhalten

Kumulierte Abschreibung Nettobuchwert
01.01.2005
R
Abschreibung*
R
Abgänge
R
31.12.2005
R
31.12.2005
R
31.12.2004
R
10.310 10.310 2.236.805
3.273.553 671.769 162.583 3.782.739 1.550.977 1.712.179
726.727 245.923 972.650 909.081 618.816
4.000.280 928.002 162.583 4.765.699 4.696.863 2.330.995
975.665 457.891 1.433.556 2.361.005 2.790.091
2.469.267 1.214.040 3.683.307 8.457.091 9.671.131
1.078.326 197.511 15.708 1.260.129 131.506 288.115
827.118 827.118 1.485.567
4.137.349

4.523.258 2.696.560 15.708 7.204.110 16.572.518 12.749.337

Beteiligung
in %
Eigenkapital in
Fremdwährung
Anlage-
vermögen in
Fremdwährung*
Verbindlich-
keiten in
Fremdwährung*
Umsatz in
Fremdwährung*
Jahresergebnis
in Fremd
währung*
100 2.000 4.136 (1.345) (18.569)
100 25.000 16.818.787 18.816.912 6.989.479
100 200 1.363.390 514.053 1.658.032 29.420
100 100 698.996 467.416 1.007.166 (196.701)

118 b estätigungsvermerk

Bestätigungsvermerk

Den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk haben wir wie folgt erteilt:

"Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Wir haben den von der MorphoSys AG aufgestellten Konzernabschluss – bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Kapitalfl ussrechnung, Eigenkapitalentwicklung und Anhang – sowie den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2005 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Konzernlagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar."

München, den 3. Februar 2006

KPMG Deutsche Treuhand-Gesellschaft Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Maurer Rahn Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

120 corporate governance bericht

Corporate Governance Bericht

Corporate Governance bildet die Grundlage aller Entscheidungs- und Kontrollprozesse bei MorphoSys und spielt deshalb traditionell eine wichtige Rolle im Unternehmen. Der Begriff Corporate Governance steht für eine verantwortungsbewusste und auf langfristige Wertschöpfung ausgerichtete Führung und Kontrolle von Unternehmen. Effi ziente Zusammenarbeit zwischen Vorstand und Aufsichtsrat, Achtung der Aktionärsinteressen, Offenheit und Transparenz sind die wesentlichen Aspekte einer guten Corporate Governance und gleichzeitig die Grundlage der Unternehmensführung bei MorphoSys.

Deutscher Corporate Governance Kodex

Der Deutsche Corporate Governance Kodex beinhaltet wesentliche gesetzliche Vorschriften zur Leitung und Überwachung deutscher börsennotierter Gesellschaften (Unternehmensführung) und legt international und national anerkannte Standards guter und verantwortungsvoller Unternehmensführung fest. Der Kodex will das Vertrauen der internationalen und nationalen Anleger, der Kunden, der Mitarbeiter und der Öffentlichkeit in die Leitung und Überwachung deutscher börsennotierter Aktiengesellschaften stärken.

Übereinstimmung mit dem Deutschen Corporate Governance Kodex

Im Jahr 2005 hat die deutsche Regierungskommission verschiedene Änderungen im Kodex vorgenommen. MorphoSys hat seine internen Standards den neuen Regelungen, soweit erforderlich, angepasst. Um jederzeit sicherzustellen, dass alle Anforderungen des Deutschen Corporate Governance Kodex erfüllt werden, überwacht im Laufe des Jahres ein Mitglied des Vorstands die Einhaltung dieses Kodex und stellt Abweichungen fest. Im Fall einer Abweichung wird die Entsprechenserklärung im erforderlichen Umfang angepasst. Im Geschäftsjahr 2005 kam es zu keinen Abweichungen zur geltenden Entsprechenserklärung.

Interessenkonfl ikte sind weder beim Vorstand noch beim Aufsichtsrat aufgetreten.

Die MorphoSys AG entspricht und wird auch in Zukunft den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der geänderten Fassung vom 2. Juni 2005 mit lediglich zwei in der nachfolgenden Entsprechenserklärung dargelegten Ausnahmen entsprechen:

Darüber hinaus entspricht MorphoSys allen Anregungen (Kann-Vorschriften) des Kodex.

Entsprechenserklärung

Die folgende Entsprechenserklärung wurde – zusammen mit den Erklärungen der Vorjahre - auf der Website der Gesellschaft dauerhaft öffentlich zugänglich gemacht.

In der Sitzung am 21. Dezember 2005 haben der Vorstand und der Aufsichtsrat der MorphoSys AG folgende Entsprechenserklärung für das Geschäftsjahr 2005 zu den Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex gemäß § 161 Aktiengesetz abgegeben.

Mit folgenden Ausnahmen erfüllt und wird die MorphoSys AG alle Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in seiner Fassung vom 2. Juni 2005 erfüllen:

  • Das Optionsprogramm für die Vorstandsmitglieder sieht keine Begrenzungsmöglichkeit für außerordentliche, nicht vorhergesehene Entwicklungen im Sinne der Kodex Ziff. 4.2.3 vor, da die Angemessenheit dieses Vergütungsbestandteils bereits bei Zuteilung der Optionsrechte berücksichtigt wurde.
  • Obwohl es international nicht üblich ist, einen Selbstbehalt im Sinne der Kodex Ziff. 3.8 Abs. 2 zu vereinbaren, sieht die gegenwärtige D&O-Versicherung solch einen Selbstbehalt der Organmitglieder vor, dessen Höhe jedoch möglicherweise nicht den Anforderungen des Deutschen Corporate Governance Kodex entspricht.

Mit diesen beiden Ausnahmen entsprach die MorphoSys AG ebenfalls den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex für den Zeitraum seit ihrer Entsprechenserklärung vom Dezember 2004.

Martinsried / Planegg, den 21. Dezember 2005 MorphoSys AG

Für den Vorstand:

Dr. Simon E. Moroney Dave Lemus Dr. Marlies Sproll

Vorstandsvorsitzender Finanzvorstand Vorstand für Forschung & Entwicklung

Für den Aufsichtsrat:

Dr. Gerald Möller Aufsichtsratsvorsitzender

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122 corporate governance bericht

Vorstand

Der Vorstand der MorphoSys AG besteht aktuell aus drei Mitgliedern und hat einen Vorsitzenden. Am 1. November 2005 wurde Frau Dr. Marlies Sproll zum Vorstand für Forschung und Entwicklung bestellt. Frau Dr. Sproll ist sowohl für die Forschung und Entwicklung als auch für das Management bestehender Partnerschaften verantwortlich. Sie verfügt über mehr als 15 Jahre Erfahrung in der Antikörperforschung und -entwicklung, in der Validierung von Zielmolekülen sowie in der präklinischen und klinischen Entwicklung biotechnologischer Arzneimittel. Vor ihrer Berufung in den Vorstand war Frau Dr. Sproll bei der MorphoSys AG Senior Vice President Forschung und Entwicklung.

Eine Geschäftsordnung bestimmt die Verantwortungsbereiche der einzelnen Vorstände und regelt die Zusammenarbeit.

Die Vergütung des Vorstands wird, wie schon in den Vorjahren, individualisiert veröffentlicht. Hierzu verweisen wir auf den Vergütungsbericht auf den Seiten 126-127 und auf den Anhang zum Konzernabschluss auf der Seite 108 dieses Geschäftsberichts.

Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat der MorphoSys AG besteht aus sechs Mitgliedern, die gemeinsam die Aktionäre der Gesellschaft vertreten. Die Zusammensetzung des Aufsichtsrats fällt nicht unter das deutsche Mitbestimmungsgesetz. Der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Gerald Möller koordiniert die Arbeit im Aufsichtsrat, leitet dessen Sitzungen und vertritt die Belange des Aufsichtsrats nach außen. Alle Mitglieder des Aufsichtsrats sind unabhängig und verfügen über mehrjährige Erfahrung in der Biotechnologie- und Pharmabranche. Sie wurden ordnungsgemäß durch die Aktionäre auf der Hauptversammlung gewählt. Der Aufsichtsratsvorsitzende ist kein ehemaliges Mitglied des Vorstands der MorphoSys AG.

Alle drei Ausschüsse des Aufsichtsrats sind mit fachlich qualifi zierten Mitgliedern besetzt. Der Prüfungsausschuss besteht aus zwei Mitgliedern, Herrn Dr. Geoffrey N. Vernon (Vorsitzender), Executive Chairman der Ziggus Holding Ltd., und Herrn Dr. Daniel Camus, Finanzvorstand der Electricité de France. Den Vorsitz im Vergütungs- und Ernennungsausschuss führt der Aufsichtsratsvorsitzende Herr Dr. Gerald Möller. Weitere Mitglieder im Vergütungs- und Ernennungsausschuss sind Prof. Dr. Jürgen Drews und Dr. Metin Colpan. Der Ausschuss für Wissenschaft und Technologie besteht aus drei Mitgliedern mit Prof. Dr. Andreas Plückthun als Vorsitzenden und Prof. Dr. Jürgen Drews und Dr. Metin Colpan.

Der Aufsichtsrat hat eine Geschäftsordnung erlassen.

Effi zienzprüfung des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat der MorphoSys AG überprüft mindestens einmal jährlich seine Effi zienz. Im Jahr 2005 erfolgte dies in der Sitzung im Mai 2005. Alle Mitglieder des Aufsichtsrats haben an dieser Prüfung teilgenommen. Die Effi zienzprüfung wird mit Hilfe eines detaillierten Fragebogens durchgeführt.

Der Aufsichtsrat kam einhellig zu dem Ergebnis, dass die Zusammenarbeit sehr effi zient und vertrauensvoll ist. Die Anzahl und Zusammensetzung der Ausschüsse und die Zusammenarbeit der einzelnen Aufsichtsratsmitglieder mit dem Vorstand wurde sehr positiv bewertet. Einzelne Verbesserungsvorschläge wurden im Plenum des Aufsichtsrats diskutiert und werden umgesetzt.

Der Aufsichtsrat beabsichtigt, jährlich eine Effi zienzprüfung vorzunehmen.

Die Vergütung des Aufsichtsrats wird, wie bereits in den Vorjahren, individualisiert veröffentlicht. Hierzu verweisen wir auf den Vergütungsbericht auf der Seite 127 und auf den Anhang zum Konzernabschluss auf der Seite 108 dieses Geschäftsberichts.

Anteilsbesitz von Vorstand und Aufsichtsrat

Der Anteilsbesitz an Aktien des Unternehmens oder verwandten Finanzinstrumenten von Vorstand und Aufsichtsrat übersteigt 1 % der ausgegebenen Aktien des Unternehmens. Bezüglich der Veröffentlichung des Besitzes von Aktien der Gesellschaft oder sich darauf beziehenden Finanzinstrumenten verweisen wir auf die Anhangsziffer 22 des Konzernabschlusses. Hier werden alle vom Vorstand und Aufsichtsrat gehaltenen Aktien, Aktienoptionen und Wandelschuldverschreibungen individualisiert aufgeführt.

Meldepfl ichtige Wertpapiergeschäfte (Directors' Dealings)

Der Erwerb oder die Veräußerung von Aktien der Gesellschaft durch Mitglieder des Vorstands oder des Aufsichtsrats werden entsprechend den Anforderungen des deutschen Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG) und des Deutschen Corporate Governance Kodex unverzüglich mitgeteilt. Im Geschäftsjahr 2005 wurden folgende Transaktionen veröffentlicht (in alphabetischer Reihenfolge):

124 corporate governance bericht

Mitglieder im Vorstand/
Aufsichtsrat
Funktion Datum der
Transaktion
in 2005
Art der
Transaktion
Preis Anzahl der
Aktien/Finanz
instrumente
Dr. Daniel Camus Aufsichtsratsmitglied 2. November Verkauf1 37,77 € 1.500
Herr Dave Lemus Finanzvorstand 15.-17. Februar Verkauf1 42,12-42,80 € 24.000
Herr Dave Lemus Finanzvorstand 1. Juli Ausgabe von
Aktienoptionen2
27.000
Frau Suzel Lemus Ehefrau des
Finanzvorstands
14. Februar Verkauf 44,01 € 3.400
Dr. Gerald Möller Vorsitzender des
Aufsichtsrats
2. November Verkauf
1
37,55 € 2.500
Dr. Simon E. Moroney Vorstandsvorsitzender 13. April Wertpapier
leihe3
72.953
Dr. Simon E. Moroney Vorstandsvorsitzender 1. Juli Ausgabe von
Aktienoptionen2
36.000
Dr. Simon E. Moroney Vorstandsvorsitzender 2. November Verkauf1 36,00 € 12.000
Simon Moroney Ver-
mögensverwaltung GmbH
von Dr. Simon E. Moroney
beherrschtes Unternehmen
15. Dezember Verkauf 39,57 € 113.461
Dr. Simon E. Moroney Vorstandsvorsitzender 15. Dezember Kauf 39,57 € 113.461
Prof. Dr. Andreas
Plückthun
Aufsichtsratsmitglied 13. April Wertpapier
leihe3
59.300
Prof. Dr. Andreas
Plückthun
Aufsichtsratsmitglied 2. November Verkauf1 37,20 € 1.500
Dr. Geoffrey N. Vernon Aufsichtsratsmitglied 2. November Verkauf1 37,14 € 1.500

1 Wandelschuldverschreibungen wurden in MorphoSys-Aktien gewandelt und anschließend verkauft. (Eine detaillierte Beschreibung des Wandelschuldverschreibungs programms ist in der Anhangsziffer14 des Konzernabschlusses zu fi nden)

2 Am 1. Juli 2005 wurden 63.000 Aktienoptionen an den Vorstand der MorphoSys AG ausgegeben (2002er Mitarbeiter-Optionsprogramm)

3 Im März 2005 vereinbarte die WestLB AG eine Wertpapierleihe mit Dr. Simon E. Moroney, Vorstandsvorsitzender der MorphoSys AG, und Prof. Dr. Andreas Plückthun, Aufsichtsratsmitglied der MorphoSys AG. Die Aktien wurden am 13. April 2005 zurückübertragen

Aktionäre und Hauptversammlung

Die jährliche Hauptversammlung ist das beschlussfassende Organ der Aktionäre. Sie ermöglicht den Inhabern der Firma an den grundlegenden Entscheidungen teilzunehmen, die das Unternehmen betreffen. Die ordentliche Hauptversammlung fi ndet normalerweise innerhalb der ersten fünf Monate eines Geschäftsjahres statt. Die nächste Hauptversammlung fi ndet am 17. Mai 2006 in München statt. Jede Aktie entspricht einer Stimme.

Mehr als 200 Aktionäre nahmen an der Hauptversammlung der MorphoSys AG am 11. Mai 2005 in München teil. Rund 30 % des stimmberechtigten Grundkapitals war bei der Hauptversammlung vertreten, eine Steigerung von 3 % gegenüber 2004. Wie in den Vorjahren bot MorphoSys seinen Aktionären die Möglichkeit, Stimmrechtsvollmachten an einen Vertreter der Gesellschaft zu übertragen, wovon Aktionäre in zunehmendem Maße Gebrauch machten. Ab dem Jahr 2006 wird die Hauptversammlung im Internet übertragen.

Der Vorsitzende des Aufsichtsrats informierte die Hauptversammlung über die Grundzüge des Vergütungssystems.

Alle Beschlussanträge von Vorstand und Aufsichtsrat wurden mit großer Mehrheit angenommen. Weitere Informationen zur Hauptversammlung 2005 als auch zur Hauptversammlung 2006, stehen auf der Internetseite der Gesellschaft zur Verfügung.

Die im Juni 2005 erhobene Anfechtungsklage, die sich gegen den Beschluss der ordentlichen Hauptversammlung 2005 über die Erhöhung des Bedingten Kapitals III richtete, wurde von den klagenden Aktionären in der mündlichen Verhandlung vor dem Landgericht München I zurückgenommen.

Transparenz, Rechnungslegung und Abschlussprüfung

MorphoSys hat alle Vorschriften des Deutschen Corporate Governance Kodex zur Transparenz eingehalten. Alle relevanten Informationen werden den Aktionären und dem Kapitalmarkt zeitgleich zur Verfügung gestellt und sind auf der Internetseite des Unternehmens sowohl in deutscher als auch in englischer Sprache zugänglich. Am Ende eines jeden Geschäftsjahres veröffentlicht MorphoSys einen Finanzkalender für das folgende Berichtsjahr. Quartals- und Jahresabschlüsse werden innerhalb der vom Kodex vorgegebenen kurzen Fristen publiziert: Die Quartalsberichte veröffentlicht MorphoSys innerhalb von 30 Tagen nach Ende des Berichtsquartals, den Jahresabschluss innerhalb von 60 Tagen nach Ende des Geschäftsjahres.

Die Hauptversammlung hat die KPMG, Deutsche Treuhand-Gesellschaft Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2005 bestellt. KPMG hat eine Unabhängigkeitserklärung abgegeben.

Steuerung und Risikomanagement

Wichtiger Bestandteil guter Corporate Governance ist der verantwortungsbewusste Umgang mit Unternehmensrisiken. Im Rahmen der Corporate Governance sorgt ein systematisches Risikomanagement dafür, dass Risiken frühzeitig erkannt und ihre Auswirkungen minimiert werden. Das bestehende Verfahren wird kontinuierlich weiterentwickelt und den sich ändernden Bedingungen im Unternehmen sowie im geschäftlichen Umfeld des Unternehmens angepasst. Das Risikomanagementsystem der MorphoSys AG wird von den Abschlussprüfern jährlich geprüft.

Vergütungsbericht

Vergütung des Vorstands

Die Vorstandsvergütung ist leistungsabhängig und setzt sich aus einer fi xen und einer variablen Komponente zusammen. Zusätzlich beziehen die Vorstandsmitglieder als weitere Vergütungskomponente mit langfristigem Anreiz Aktienoptionen und Wandelschuldverschreibungen. Ihre Angemessenheit wird jährlich überprüft und mit den Ergebnissen einer Jahresstudie über Vergütungen in der deutschen Biotechnologiebranche (GRS-Studie) verglichen sowie anderen internationaleren Vergleichsstandards gegenübergestellt.

Im Geschäftsjahr 2005 belief sich die Vergütung des Vorstands auf insgesamt 887.964 q4 (2004: 954.741 q5 ). Eine Aufl istung der individuellen Vergütung der einzelnen Vorstände, unterteilt in fi xe, variable und sonstige Vergütungsbestandteile, ist im Anhang zum Konzernabschluss auf der Seite 108 zu fi nden.

Mitglieder des Vorstands übten im Verlauf des Jahres 2005 Wandelschuldverschreibungen aus und verkauften anschließend die neuen Aktien. Auf der Seite 124 befi ndet sich hierüber ein detaillierter Bericht.

Die Unternehmensziele, beispielsweise das Erreichen fi nanzieller oder strategischer Zielvorstellungen, werden vom Aufsichtsrat zusammen mit dem Vorstand zu Beginn eines jeden Geschäftsjahres festgelegt. Das Erreichen dieser Ziele ist Teil der Grundlage für die Bemessung der variablen Vergütung jedes einzelnen Vorstandsmitglieds. Daneben werden zu Beginn eines jeden Jahres mit den einzelnen Vorstandsmitgliedern persönliche Ziele vereinbart. Am Ende des Jahres beurteilt der Aufsichtsrat den Grad der Erreichung dieser Ziele und setzt damit den noch ausstehenden Teil der variablen Vergütungskomponente fest. Insgesamt hängt die variable Vergütungskomponente je zur Hälfte von dem Grad des Erreichens der Unternehmens- und der persönlichen Ziele ab.

Die sonstige Vergütungskomponente beinhaltet u. a. Zahlungen für die persönliche Altersvorsorge, Firmenwagen und Zuschüsse zur Sozialversicherung.

4 Dr. Marlies Sproll ab 1. November 2005

5 Dr. Thomas von Rüden bis einschließlich 3. September 2004 Der Aufsichtsrat entscheidet ebenfalls jedes Jahr über die jeweilige Höhe der Zuteilung von Aktienoptionen oder Wandelschuldverschreibungen an die Mitglieder des Vorstands. Die nachfolgende Übersicht zeigt die Anzahl der im Jahr 2005 ausgegebenen Aktienoptionen und deren potenziellen aktuellen Wert:

Mitglied des
Vorstands
Anzahl der
Aktienoptionen
Wandlungs-
preis
Datum der
Zuteilung
Laufzeit Fairer Wert
einer Aktien-
option
Fairer Wert
am Tag der
Zuteilung
Dr. Simon E.
Moroney 36.000 31,35 € 1. Juli 2005 5 Jahre 11,07 € 398.520 €
Herr Dave Lemus 27.000 31,35 € 1. Juli 2005 5 Jahre 11,07 € 298.890 €

Eine allgemeine Beschreibung der verschiedenen derzeit geltenden Programme ist in den Anhangsziffern 14 und 15 im Anhang zum Konzernabschluss zu fi nden.

Vergütung des Aufsichtsrats

Im Geschäftsjahr 2005 erhielten die Mitglieder des Aufsichtsrats auf Beschluss der Hauptversammlung vom 11. Mai 2005 insgesamt 190.500 q ohne Erstattung von Reisekosten (2004: 169.500 q). Dieser Betrag setzt sich aus einer festen Vergütung sowie aus Sitzungsgeldern zusammen.

Die Aufstellung der individuellen Vergütung der einzelnen Aufsichtsratsmitglieder ist im Anhang zum Konzernabschluss unter der Anhangsziffer 22 zu fi nden.

Der Deutsche Corporate Governance Kodex empfi ehlt eine Vergütung des Aufsichtsrats, die auch auf den langfristigen Unternehmenserfolg bezogene Bestandteile enthält. In zurückliegenden Jahren hatten die Mitglieder des Aufsichtsrats der MorphoSys AG an einem von der Hauptversammlung beschlossenen Wandelschuldverschreibungsprogramm teilgenommen. Nachdem eine juristische Entscheidung im Jahr 2004 in Deutschland Zweifel an der Rechtmäßigkeit von Aktienoptions- und Wandelschuldverschreibungsprogrammen für Aufsichtsratsmitglieder aufkommen ließ, hat die ordentliche Hauptversammlung der MorphoSys AG am 11. Mai 2005 ein erfolgsabhängiges Vergütungsprogramm in Form von virtuellen Aktienoptionen (phantom stocks) beschlossen. Zusätzlich zur Barvergütung, die von der Hauptversammlung 2005 unverändert bestätigt wurde, erhalten die Mitglieder des Aufsichtsrats Bonusrechte.

128 vergütungsbericht & bericht des aufsichtsrats

Ein Bonusrecht vermittelt einen Anspruch gegen die Gesellschaft auf Zahlung der Differenz ("Bonus") zwischen dem Börsenkurs am Ende der Haltefrist und dem Ausübungspreis. Die Haltefrist für die Bonusrechte beträgt drei Jahre; sie beginnt mit dem Ausgabedatum am 1. Januar 2006 und endet am 31. Dezember 2008. Der Bonus wird nur dann ausgezahlt, wenn die konsolidierten Umsatzerlöse der Gesellschaft eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von mindestens 20 % aufweisen. Insgesamt darf der von der Gesellschaft an die Aufsichtsratsmitglieder zu zahlende Bonus einen Betrag von 80.000 q nicht überschreiten ("Cap").

Der Aufsichtsratsvorsitzende erhält 2.500 Bonusrechte, der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende 2.000 Bonusrechte und die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten je 1.500 Bonusrechte.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden keine Beraterverträge mit Mitgliedern des Aufsichtsrats geschlossen. MorphoSys bezahlt jährlich 135.000 SFR für eine Forschungskooperation an die Universität Zürich. Der Vertrag über die wissenschaftliche Zusammenarbeit der MorphoSys AG mit der Universität Zürich, vertreten durch Herrn Prof. Dr. Andreas Plückthun, wurde vom Aufsichtsratsplenum genehmigt.

Die Gesellschaft hat keine Darlehen an Mitglieder des Vorstands oder des Aufsichtsrats gewährt.

Bericht des Aufsichtsrats

MorphoSys hat sich zum Ziel gesetzt, seine Position im Bereich der humanen Antikörper weiter auszubauen. Die Planung und Umsetzung der erweiterten Wachs tumsstrategie ist die zentrale Herausforderung und stand im abgelaufenen Geschäftsjahr im Zentrum der Zusammenarbeit von Vorstand und Aufsichtsrat.

Dr. Gerald Möller Aufsichtsratsvorsitzender Im Geschäftsjahr 2005 hat der Vorstand der MorphoSys AG uns regelmäßig, zeitnah und umfassend über die aktuellen Entwicklungen und über die Lage des Unternehmens informiert. Der Vorstand berichtete dem Aufsichtsrat regelmäßig in Form von schriftlichen Berichten über alle wichtigen Ereignisse, und sorgte in Form von Telefonkonferenzen und E-Mails dafür, dass der Aufsichtsrat kontinuierlich über die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens informiert war. Weiterhin stand ich als Vorsitzender des Aufsichtsrats informell und formell in direktem Kontakt mit dem Vorstandsvorsitzenden, Herr Dr. Moroney, und wurde aktiv und zeitnah über alle wesentlichen Entwicklungen und anstehende Entscheidungen des Vorstands fortlaufend informiert.

Sitzungen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse

Der Aufsichtsrat befasste sich vor allem mit der strategischen Geschäftsplanung der Gesellschaft, der Geschäftsentwicklung der beiden operativ tätigen Geschäftssegmente, dem Jahresbudget für 2006, Belangen der Corporate Governance sowie möglichen Fusionen und Akquisitionen. Für Maßnahmen des Vorstands, die nach Gesetz oder geltender Geschäftsordnung des Vorstands zustimmungspfl ichtig sind, hat der Aufsichtsrat oder einer seiner Ausschüsse die jeweilige Zustimmung erteilt.

In den neun Sitzungen des Aufsichtsrats im Jahr 2005 haben wir uns mit alle wesentlichen Fragen der Strategie und Planung sowie der Geschäftsentwicklung und der Finanzlage der Gesellschaft befasst. An vorderster Stelle unserer Diskussionen standen strategische Wachstumsinitiativen wie der Erwerb der Biogenesis-Gruppe und die Vorbereitung der Akquisition der Serotec-Gruppe, zukünftige M&A Strategien und Pläne zur Entwicklung von Antikörpern. Weitere Schlüsselthemen der Sitzungen waren die Privatplatzierung im März 2005, die Suche eines neuen Vorschungsvorstands, die Verabschiedung der Finanzberichte, Themen der geschäftlichen Entwicklung – wie die Zustimmung zu den Konditionen neuer Kooperationen –, die Beauftragung der neuen Wirtschaftsprüfer, der Etat für 2006 und der Unternehmensplan für die Jahre 2006 - 2010. Ebenfalls im Detail dargestellt und besprochen wurden die Tätigkeiten der zwei Geschäftssegmente der MorphoSys AG, das Segment therapeutische Antikörper sowie das Segment Forschungsantikörper.

130 bericht des aufsichtsrats

Für alle Aufsichtsratssitzungen erhielten die Mitglieder des Aufsichtsrats rechtzeitig vor jeder Sitzung umfangreiche Berichte in Schriftform, die vom Vorstand in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Abteilungen vorbereitet wurden. Diese Berichte waren ausführlich, um die relevanten Themen der Tagesordnung der Aufsichtsratssitzungen zu analysieren und die notwendigen Beschlüsse zu fassen. Folglich waren keine weiteren Kontrollen durch den Aufsichtsrat notwendig. Gegenwärtig bestehen drei Ausschüsse: der Prüfungsausschuss und der Vergütungs- und Ernennungsausschuss. Im Dezember 2005 wurde ein Ausschuss für Wissenschaft und Technologie ins Leben gerufen. Die personelle Besetzung dieser Ausschüsse ist auf den Seiten 132-133 dieses Geschäftsberichts zu fi nden. Der Prüfungsausschuss tagte im Berichtsjahr achtmal, und befasste sich vor allem mit Fragen der Rechnungslegung, mit den Quartalsabschlüssen und dem Jahresabschluss. Die Abschlussprüfer nahmen an zwei Sitzungen des Prüfungsausschusses teil, und informierten die Mitglieder über die Ergebnisse der Prüfungen. Der Vergütungs- und Ernennungsausschuss trat zu vier Sitzungen zusammen, und beschäftigte sich mit dem Vergütungssystem, der Höhe der Vergütung für den Vorstand und mit der Neuberufung von Frau Dr. Marlies Sproll als Vorstand für Forschung und Entwicklung. Die Ausschussvorsitzenden haben dem Aufsichtsratsplenum ausführlich über die Ergebnisse und die Arbeit der Ausschüsse berichtet.

Veränderungen im Vorstand

Am 1. November 2005 wurde Frau Dr. Marlies Sproll als neuer Vorstand für Forschung und Entwicklung berufen. Frau Dr. Sproll verfügt über mehr als 15 Jahre Erfahrung in der Antikörperforschung und -entwicklung, in der Validierung von Zielmolekülen sowie in der präklinischen und klinischen Entwicklung biotechnologischer Arzneimittel, und ist sowohl für die Abteilungen Forschung und Entwicklung als auch für das Management bestehender Partnerschaften verantwortlich. Vor ihrem Wechsel zu MorphoSys war sie bei Boehringer Ingelheim in Wien (Österreich) und für Merck KGaA in Darmstadt (Deutschland) tätig. Frau Dr. Sproll begann im Oktober 2000 bei MorphoSys und war zuletzt Senior Vice President Forschung und Entwicklung.

Corporate Governance

In der jüngsten Entsprechenserklärung, die am 21. Dezember 2005 gemeinsam von Vorstand und Aufsichtsrat verabschiedet wurde, erklären Vorstand und Aufsichtsrat, allen Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex mit zwei Ausnahmen zu entsprechen. Die gegenwärtige D & O-Versicherung sieht einen Selbstbehalt für Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats vor, der nach den Erfordernissen des Kodex als nicht ausreichend angesehen werden könnte. Daneben enthält das Aktienoptionsprogramm für den Vorstand keine Begrenzungsmöglichkeit (Cap) für unvorhergesehene Entwicklungen, da die Angemessenheit dieses Vergütungsbestandteils bereits bei Zuteilung der Optionsrechte berücksichtigt wurde. Der vollständige Text der Entsprechenserklärung ist auf der Seite 121 dieses Berichts zu fi nden und ist auch auf der Webseite der MorphoSys AG veröffentlicht.

Am 11. Mai 2005 überprüfte der Aufsichtsrat die Effi zienz seiner Arbeit. Alle Mitglieder des Aufsichtsrats nahmen an der Evaluierung teil. Verbesserungsmöglichkeiten wurden mittels eines detaillierten Fragebogens identifi ziert. Die Ergebnisse waren mit wenigen Ausnahmen positiv, und wurden während der Aufsichtsratssitzung am 21. Juli 2005 diskutiert. Es wurde festgehalten, dass die Zusammenarbeit des Aufsichtsrats bereits sehr effi zient ist. Ein paar Verbesserungsvorschläge wurden diskutiert und implementiert.

Für weitere Informationen darf ich auf den ausführlichen Corporate Governance und Vergütungsbericht auf den Seiten 120ff verweisen.

Prüfung des Jahresabschlusses

Beauftragter Abschlussprüfer ist die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG Deutsche Treuhand-Gesellschaft Aktiengesellschaft. Der Abschlussprüfer hat den Konzernabschluss und den Jahresabschluss der MorphoSys AG sowie die Lageberichte für den Konzern und die MorphoSys AG nach HGB-Grundsätzen geprüft. Daneben wurde das interne Kontrollsystem der Gesellschaft in die Prüfung einbezogen. Der Konzernabschluss wurde unter Zugrundelegung deutscher und internationaler Rechnungslegungsvorschriften (IFRS) geprüft. Nach Überzeugung des Abschlussprüfers vermittelt der Konzernabschluss in Übereinstimmung mit den Rechnungslegungsvorschriften des IFRS ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie der Zahlungsströme des Konzerns. Der Abschlussprüfer hat seinen Bestätigungsvermerk in uneingeschränkter Form erteilt. Der nach IFRS erstellte Konzernabschluss wurde gemäß § 292a HGB durch einen Konzernlagebericht und weitere Anhangsangaben ergänzt. Der Abschlussprüfer hat bestätigt, dass der vorgelegte Konzernabschluss nach IFRS die Gesellschaft von der Aufstellung eines Konzernabschlusses nach deutschem Recht befreit.

Die oben bezeichneten Abschlüsse hat der Vorstand dem Aufsichtsrat rechtzeitig vor der betreffenden Aufsichtsratssitzung vorgelegt. Der Prüfungsausschuss hat diese Unterlagen sorgfältig geprüft; auch der Aufsichtsrat hat sich ausführlich mit ihnen befasst. Die Abschlüsse wurden in der Aufsichtsratssitzung am 20. Februar 2006 in Gegenwart des Abschlussprüfers, der über seine Prüfung berichtete und alle Fragen des Aufsichtsrats beantwortete, eingehend behandelt. Aufgrund seiner eigenen Prüfung der Abschlüsse und auf Empfehlung des Prüfungsausschusses schloss sich der Aufsichtsrat dem Ergebnis der Abschlussprüfung gemäß § 172 AktG an. Nach seiner abschließenden Prüfung billigte der Aufsichtsrat die Abschlüsse ohne Einschränkung oder Ergänzung.

Im Namen meiner Aufsichtsratskollegen danke ich den Vorständen und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, auch in den neu erworbenen Tochtergesellschaften, für ihr Engagement und ihre Leistungen im abgelaufenen Geschäftsjahr 2005.

Martinsried / Planegg, im Februar 2006

Dr. Gerald Möller Vorsitzender des Aufsichtsrats

132 aufsichtsrat

Aufsichtsrat der MorphoSys AG

Dr. Gerald Möller (Vorsitzender) Heidelberg, Deutschland

Managing Director HBM BioCapital Management GmbH

Vorsitzender des Vergütungs- und Ernennungsausschusses

Mitglied des Aufsichtsrats von:

BioAgency AG, Deutschland (Vorsitzender) Brahms AG, Deutschland (Vorsitzender) MTM AG, Deutschland (stellv. Vorsitzender) STM GmbH, Deutschland (Vorsitzender) 4sigma*, Bermuda (Vorsitzender) Ferraris Group plc,* UK (Director) Pelikan Technologies, Inc.*, USA (Vorsitzender)

Prof. Dr. Jürgen Drews (stellv. Vorsitzender) Naples, USA und Feldafi ng, Deutschland Managing Partner, Bear Stearns Health Innoventure Fund LLC

Mitglied im Vergütungs- und Ernennungsausschusses

Mitglied des Aufsichtsrats von:

GPC Biotech AG, Deutschland (Vorsitzender) Human Genome Sciences, Inc.*, USA (Vorstand) Bear Stearns Health Innoventure Fund LLC*, New York (Berater)

* Mitgliedschaft in vergleichbaren inländischen und ausländischen Aufsichtsgremien und Unternehmen

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133

Dr. Daniel Camus (Mitglied) Paris, Frankreich

Senior Executive Vice President, Chief Financial Offi cer, Electricité de France Mitglied im Prüfungsausschuss

Mitglied des Aufsichtsrats von:

EnBW, Deutschland Dalkia Holding*, Frankreich EDF International*, Frankreich (Vorsitzender) EDF Energy Group*, UK (Vorsitzender) Edison Spa*, Italien Transalpina de Energia, Italien Dr. Metin Colpan (Mitglied) Venlo, Niederlande

Supervisory Director, QIAGEN, N.V.

Mitglied im Vergütungs- und Ernennungsausschuss und im Ausschuss für Wissenschaft und Technologie

Mitglied des Aufsichtsrats von:

Ingenium Pharmaceuticals AG, Deutschland GPC Biotech AG, Deutschland GenPat 77, Deutschland (Vorstand)

Prof. Dr. Andreas Plückthun (Mitglied) Zürich, Schweiz

Professor für Biochemie, Universität Zürich

Vorsitzender des Ausschusses für Wissenschaft und Technologie

Mitglied des Aufsichtsrats von: Molecular Partners AG*, Switzerland (Director)

Dr. Geoffrey N. Vernon (Mitglied) Tavistock, Großbritannien

Executive Chairman, Ziggus Holdings Ltd. U.K.

Vorsitzender des Prüfungsausschuss

Mitglied des Aufsichtsrats von:

Advanced Medical Solutions Ltd.*, UK Genable Ltd.*, Irland Talia Technologies Ltd.*, Israel XL TechGroup GP, LLC*, USA XL TechGroup Inc*, USA Ziggus Holdings Ltd.*, UK

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134 glossar

Glossar

A ADR — Ein ADR (eng. American Depository Receipt) ist ein Zertifi kat, das von einem US-amerikanischen Kreditinstitut ausgestellt wird, das die zugrunde liegenden Aktien in Verwahrung genommen hat. ADRs dienen der Erleichterung von Geschäften mit ausländischen Wertpapieren in den Vereinigten Staaten.

Affi nität — Bindungsstärke zwischen Bindungspartnern, z.B. Antikörper und Antigen

Amyloid beta — Zielmolekül zur Therapie von Alzheimer

Antibiotika – Stoffwechselprodukte von Mikroorganismen, die Bakterien bekämpfen

Antigen – Fremdstoff, der Antikörper-Produktion stimuliert; Bindungspartner von Antikörpern

Antikörper – Proteine des Immunsystems, die fremde Antigene erkennen und eine Immunreaktion auslösen

Antikörperbibliothek – große Sammlungen von Antikörpern mit unterschiedlicher Aminosäuresequenz

Angiogenese – Wachstum von neuen Blutgefäßen ausgehend von einem bestehenden Gefäßsystem

Autoimmun-Erkrankungen – Krankheiten, deren Ursache eine überschießende Reaktion des körpereigenen Immunsystems auf körpereigenes Gewebe ist

B Bibliothek – hier: Sammlung einer Vielzahl von unterschiedlichen Molekülen (Genbibliothek, Peptidbibliothek, Proteinbibliothek, insbesondere Antikörperbibliothek) für Screening und/oder Selektion

BLA – Biologics License Application; Zulassungsantrag eines biotechnologisch entwickelten Medikaments

C Corporate Governance – Rahmenbedingungen, die Einfl uss auf die Führungsentscheidungen eines Unternehmens und somit auf den Unternehmenserfolg haben

CD38 – Oberfl ächenstruktur von Zellen; benannt nach der CD (Cluster-Defi nition)-Nomenklatur

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D Durchmustern – s. Screening

E ELISA – Enzyme-Linked Immunosorbent Assay: Immunologisches Nach weisverfahren, welches auf einer enzymatischen Farbreaktion basiert

EMEA – European Medicines Evaluation Agency; Europäische Zulassungsbehörde für Medizinprodukte

Expression – Umsetzung genetischer Information in entsprechendes Protein

F FDA – Food and Drug Administration; Amerikanische Zulassungsund Kontrollbehörde für Arznei- und Lebensmittel

F&E – Forschung und Entwicklung

G Gen – Abschnitt der DNA, der bestimmte Strukturen (z.B. ein Protein) oder Funktionen kodiert

Genom – Gesamtheit der DNA eines Organismus (Gene, genetische Signalstrukturen sowie sonstige DNA-Bereiche)

Gensequenz – Abfolge der Genbausteine, der Nukleotide

Gentechnik – Teilbereich der Biotechnologie; Erforschung und Anwendung gezielter Veränderung und Neukombination von Genen

Glykolisierung – Natürliche Modifi zierung der Oberfl äche von Proteinen mit Zuckermolekülen

Goldstandard – aktuell modernste und zuverlässigste Methode oder Technologie, die als Qualitätsreferenz oder Industriestandard etabliert ist

GRS-Studie – jährlich durchgeführte Gehaltsstudie der deutschen Biotechnologie-Branche

H HGB – Handelsgesetzbuch

HuCAL – Human Combinatorial Antibody Library; von MorphoSys entwickelte Antikörperbibliothek zur raschen Erzeugung von spezifi schen und menschlichen Antikörpern für alle Anwendungen

Human – menschlichen Ursprungs

135

I ICAM-1 – interzelluläres Adhäsionsmolekül (intercellular adhesion molecule-1)

IFRS – International Financial Reporting Standards; EU-weit geltender Rechnungslegungsstandard ab 2005

Immunabwehrreaktionen – Stimulierung z.B. der Antikörperproduktion als Reaktion auf Konfrontation mit Antigenen

Immunisierung – Erzeugung von Antikörpern durch Gabe von Antigen

in-vitro – im Reagenzglas

in-vivo – im lebenden Organismus

IPO – Initial Public Offering; Börsengang eines Unternehmens

K Klinik – klinische Studien eines Wirkstoffs an Patienten

L Life Sciences – Oberbegriff für alle Forschungsdisziplinen der Lebens-relevanten Wissenschaften und deren industrieller Anwendung

Lymphome – Gruppe von bösartigen Erkrankungen des lymphatischen Systems

M Marktkapitalisierung – Börsenwert einer Aktiengesellschaft gebildet aus aktuellem Aktienkurs und Anzahl ausgegebener Aktien

Meilenstein – Erfolgsabhängiges Etappenziel bei der Entwicklung eines Medikaments

Monoklonale Antikörper – von einem einzigen Klon abstammende, einheitliche Antikörper

Multiples Myelom – bösartiger Tumor des Knochenmarks (auch: Plasmozytom)

Multiple Sklerose – entzündliche und degenerative Erkrankung des zentralen Nervensystems

P Peptid – kurze Kette von Aminosäuren

Phage – Bakterienvirus

Phagen-Display-Technologie – Screeningverfahren; Präsentation von Peptiden/Proteinen auf Oberfl äche von Phagen

Präklinik – Studien und Untersuchungen in der Arzneimittelforschung an Tiermodellen und in in-vitro-Versuchen, die vor Beginn der klinischen Studien durchgeführt werden

Protein – Eiweißstoffe; Polymere bestehend aus Aminosäuren; z.B. Antikörper, Enzyme

Proteom – Gesamtheit aller Proteine des menschlichen Organismus

R Reagenzien – Sammelbegriff für Substanzen (wie etwa Antikörper), die als Werkzeuge in der Forschung und Diagnostik eingesetzt werden

Rekombinant – durch Neukombination bzw. Umorganisation von Bereichen eines DNA-Moleküls oder auch verschiedener Ausgangsmoleküle entstanden

S Schuppenfl echte – Autoimmune Hautkrankheit, die durch geröteten, stark schuppenden, punktförmig bis handtellergroßen Ausschlag gekennzeichnet ist (auch: Psoriasis)

Screening – Durchmustern, Durchsuchen von Bibliotheken auf Moleküle mit gewünschter Eigenschaft

Spezifi tät – Eigenschaft von z.B. Antikörpern, zwischen unterschiedlichen, aber ähnlichen Antigenen unterscheiden zu können

T Tantieme – prozentuale Beteiligung am Umsatz eines vermarkteten Produkts

Target – s. Zielmolekül

Transplantatabstoßung – Abstoßungsreaktionen nach der Transplantation eines Organs oder Körperteils

TNF-alpha – Tumor-Nekrose-Faktor(TNF)-alpha; Zielmolekül zu Behandlung von Rheumatoider Arthitis

Z Zielmolekül – Angriffspunkt für therapeutische Intervention, etwa auf der Oberfl äche von kranken Zellen (auch: target)

136 impressum

Impressum

MorphoSys AG

Lena-Christ-Straße 48 82152 Martinsried/Planegg Deutschland Tel.: +49-89-89927-0 Fax: +49-89-89927-222 www.morphosys.com

Unternehmenskommunikation: Dave Lemus Finanzvorstand Tel.: +49-89-89927-439 Fax: +49-89-89927-5439 E-Mail: [email protected]

Dr. Claudia Gutjahr-Löser Director Corporate Communications Tel.: +49-89-89927-122 Fax: +49-89-89927-5122 E-Mail: [email protected]

Mario Brkulj Manager Public Relations Tel.: +49-89-89927-454 Fax: +49-89-89927-5454 E-Mail: [email protected]

Konzept und Gestaltung

3st kommunikation GmbH, Mainz

Fotografi e

Marcus Pietrek, Düsseldorf Cliff Serna, München Inge Miczka, Bad Kreuznach

Übersetzung und Lektorat FinKom, Gesellschaft für Finanzkommunikation, Usingen

Druck

Societäts Druckerei GmbH, Mörfelden-Walldorf

HuCAL® und HuCAL GOLD® sind eingetragene Warenzeichen der MorphoSys AG.

Highlights 2005

MorphoSys unter die Top 5-Anbieter von Forschungsantikörpern in Europa

Antikörper aus einem Partnerprojekt beginnt klinische Entwicklung

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JULI AUGUST SEPTEMBER OKTOBER NOVEMBER DEZEMBER

MorphoSys stärkt präklinische Entwicklung und Finanzabteilung durch neue Management-Positionen

MorphoSys für gute Corporate Governance ausgezeichnet MorphoSys schließt therapeutisches Antikörperprojekt mit Novartis erfolgreich ab

MorphoSys schließt gegenseitiges Lizenzabkommen für Technologien mit Lilly: AME-Patentstreit damit beigelegt

MorphoSys gibt Zusammenarbeit mit japanischem Pharma-Konzern Shionogi bekannt

MorphoSys beginnt neues Antikörper-Programm mit Centocor

MorphoSys ernennt Dr. Marlies Sproll zum Vorstand für Forschung & Entwicklung und Vorstandsmitglied

MorphoSys beginnt mehrere therapeutische Antikörperprojekte mit Schering AG MorphoSys und Wacker erzielen hohe Ausbeuten bei der Expression von Antikörperfragmenten

MorphoSys vereinbart umfangreiche Zusammenarbeit im Bereich der Antikörper-Technologien mit Merck & Co., Inc.

MorphoSys gibt Erweiterung der Antikörper-Partnerschaft mit Bayer bekannt

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Finanzkalender

in Frankfurt/Main

24. Februar 2006 Bekanntgabe Jahresabschluss 2005 Analysten- und Pressekonferenz

28. April 2006 Veröffentlichung des 3-Monatsberichts 17. Mai 2006 Hauptversammlung in München

28. Juli 2006 Veröffentlichung des Halbjahresberichts 27. Oktober 2006 Veröffentlichung des 9-Monatsberichts

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MorphoSys AG

Lena-Christ-Str. 48 82152 Martinsried/Planegg Deutschland Tel.: +49-89-89927-0 Fax: +49-89-89927-222 www.morphosys.com