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Mister Spex SE Audit Report / Information 2020

Mar 26, 2021

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Mister Spex AG, Berlin

Konzernabschluss nach International Financial Reporting Standards (IFRS) und zusammengefasster Lagebericht

31. Dezember 2020

Inhaltsverzeichnis

IFRS-Konzernabschluss

Konzern- Gesamtergebnisrechnung 2
Konzernbilanz3
Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung 4
Konzern- Kapitalflussrechnung 5

Konzernanhang

I. Informationen zum Unternehmen6
II. Zusammenfassung wesentlicher Rechnungslegungsmethoden6
III. Grundsätze der Bilanzierung und Bewertung9
IV. Wesentliche Schätzungen und Ermessensentscheidungen bei
der Anwendung der Rechnungslegungsmethoden22
V. Änderungen und neue Verlautbarungen zur Rechnungslegung 23
VI. Geschäftssegmente 24
VII. Erläuterungen zur Konzern-Gesamtergebnisrechnung26
VIII.Erläuterungen zur Konzernbilanz 30
IX. Sonstige Angaben444

Konzern-Gesamtergebnisrechnung

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung in TEUR Anhang 2020 2019
Umsatzerlöse 1. 164.201 139.282
Andere aktivierte Eigenleistungen 6. 4.289 3.386
Sonstige betriebliche Erträge 3. 478 1.332
Gesamtleistung 168.968 144.000
Materialaufwand 10. -82.984 -74.464
Personalaufwand 2., 14. -35.747 -27.815
Sonstige betriebliche Aufwendungen 3. -44.424 -38.435
Ergebnis vor Finanzergebnis,
Ertragsteuern und Abschreibungen (EBITDA)
5.814 3.286
Abschreibungen 6., 7. -10.937 -8.277
Ergebnis vor Finanzergebnis und Ertragsteuern (EBIT) -5.123 -4.991
Finanzergebnis 4. -4.654 -4.182
Anteil am Ergebnis von assoziierten Unternehmen 8. -94 -
Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) -9.870 -9.173
Ertragsteuern 5. -388 -135
Periodenergebnis -10.258 -9.308
Davon den Gesellschaftern der Mister Spex AG
zuzurechnendes Ergebnis
-10.258 -9.308
Ergebnis je Aktie, unverwässert und verwässert (in EUR) 26. -8,63 -8,98
Konzern-Gesamtergebnisrechnung in TEUR
Periodenergebnis -10.258 -9.308
In Folgeperioden in die Gewinn- und Verlustrechnung
umzugliederndes sonstiges Ergebnis
Währungsumrechnung ausländischer Jahresabschlüsse -81 24
Sonstiges Ergebnis -81 24
Gesamtergebnis -10.339 -9.284
Davon den Gesellschaftern der Mister Spex AG zuzurechnendes Ergebnis -10.339 -9.284

Konzernbilanz in TEUR

AKTIVA Anhang 31.12.2020 31.12.2019
Langfristige Vermögenswerte 82.561 60.420
Geschäfts- oder Firmenwerte 6. 12.113 12.113
Immaterielle Vermögenswerte 6. 13.947 11.421
Sachanlagen 7. 15.311 9.188
Nutzungsrechte auf Leasinggegenstände 16. 35.783 25.814
Anteile an assoziierten Unternehmen 8. 2.418 -
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 9. 2.988 1.884
Kurzfristige Vermögenswerte 40.182 60.199
Vorräte 10. 17.606 14.586
Vermögenswerte aus Rückgaberechten 1. 695 750
Forderungen aus Lieferungen und 9. 1.322 1.425
Leistungen
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 9. 1.604 16.648
Sonstige nicht-finanzielle Vermögenswerte 11. 4.420 3.496
Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente
12. 14.536 23.295
Summe Vermögenswerte 122.743 120.619
PASSIVA
Eigenkapital 13. 33.412 29.152
Gezeichnetes Kapital 1.193 1.124
Kapitalrücklage 116.048 101.518
Sonstige Rücklagen -835 -755
Bilanzverlust -82.993 -72.735
Langfristige Schulden 33.487 52.983
Rückstellungen 18. 259 126
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 15. - 28.625
Leasingverbindlichkeiten 16. 31.698 22.981
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 15. 320 -
Sonstige nicht-finanzielle Verbindlichkeiten 17. 327 581
Passive latente Steuern 5. 882 670
Kurzfristige Schulden 55.843 38.484
Rückstellungen 18. 728 573
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und 15. 10.028 10.695
Leistungen
Rückerstattungsverbindlichkeiten
Leasingverbindlichkeiten
15.
16.
1.993
5.741
2.038
3.455
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 30.255 290
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 15. 467 15.539
Vertragsverbindlichkeiten 15.
1.
698 1.408
Sonstige nicht-finanzielle Verbindlichkeiten 17. 5.933 4.486
Summe Eigenkapital und Schulden 122.743 120.619

Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung

Gezeichnetes Eigene Sonstige
In TEUR Anhang Kapital Anteile Kapitalrücklagen Rücklagen Bilanzverlust Summe
Stand 1.1.2019 1.050 -67 76.535 -779 -63.427 13.311
Periodenergebnis -9.308 -9.308
Sonstiges Ergebnis 24 24
Konzerngesamtergebnis -9.284
Kapitalerhöhungen 141 24.542 24.683
Transaktionskosten -638 -638
Anteilsbasierte
Vergütung
1.080 1.080
Stand 31.12.2019 1.191 -67 101.518 -755 -72.735 29.152
Periodenergebnis -10.258 -10.258
Sonstiges Ergebnis -81 -81
Konzerngesamtergebnis -10.339
Kapitalerhöhungen 13. 70 14.930 15.000
Transaktionskosten -349 -349
Anteilsbasierte
Vergütung
14. 658 658
Sonstige
Veränderungen
13. -710 -710
Stand 31.12.2020 1.261 -67 116.048 -835 -82.993 33.412

Konzern-Kapitalflussrechnung

Konzern-Kapitalflussrechnung in TEUR Anhang 2020 2019
Betriebliche Tätigkeit
Periodenergebnis -10.258 -9.308
Anpassungen für:
Finanzerträge 4. -
430
-
133
Finanzaufwendungen 4. 5.084 4.315
Ertragsteueraufwand 5. 388 135
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte 6. 3.173 3.367
Abschreibungen auf Sachanlagen 7. 2.015 1.366
Abschreibungen auf Nutzungsrechte 16. 5.749 3.544
Nicht zahlungswirksame Aufwendungen für anteilsbasierte
Vergütung
14. 658 1.080
Zunahme (+) / Abnahme (-) der langfristigen Rückstellungen 18. 134 38
Zunahme (-) / Abnahme (+) der Vorräte 10. -
3.019
-
360
Zunahme (-) / Abnahme (+) sonstiger Aktiva 9. 12.817 -
15.711
Zunahme (+) / Abnahme (-) der Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen und sonstiger Passiva
15., 17. -
14.970
15.559
Anteil am Ergebnis von assoziierten Unternehmen 8. 94 -
Gezahlte Ertragsteuern 5. -
25
-
281
Gezahlte Zinsen -
2.961
-
2.457
Erhaltene Zinsen 1 3
Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit -1.553 1.157
Investitionstätigkeit
Erwerb von Anteilen an assoziierten Unternehmen 8. -
2.512
-
Erwerb von Eigenkapitalinstrumenten 13. -710 -
Investitionen in Sachanlagen 7. -
8.138
-3.889
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte 6. -
5.702
-4.459
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -17.061 -8.348
Finanzierungstätigkeit
Einzahlungen aus Kapitalerhöhungen abzgl.
Transaktionskosten
13. 14.581 24.044
Einzahlungen aus der beschlossenen Kapitalerhöhung 13. - 70
Aufnahme von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 15. - 2.500
Tilgung von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 15. -
290
-2.060
Zahlungen für den Tilgungsanteil der Leasingverbindlichkeiten 16. -
4.436
-2.836
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 9.855 21.717
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Anfang der
-8.759 14.525
Periode 23.295 8.770
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende
der Periode
14.536 23.295

I. Informationen zum Unternehmen

Der Konzernabschluss der Mister Spex AG (Umwandlung der Rechtsform GmbH zu AG am 21. Dezember 2020 gemäß § 190 Abs. 1 UmwG) und ihrer Tochterunternehmen (hier: Mister Spex Gruppe) für das Geschäftsjahr zum 31. Dezember 2020 wurde am 26. März 2021 durch den Beschluss der Unternehmensleitung genehmigt und zur Veröffentlichung freigegeben. Die Mister Spex AG wurde am 8. Januar 2008 gegründet. Der eingetragene Sitz der Gesellschaft lautet Greifswalder Straße 156, 10409 Berlin. Die Gesellschaft ist im Handelsregister beim Amtsgericht Charlottenburg unter HRB 224441 B eingetragen.

Der Konzern ist hauptsächlich in der Vermarktung von Brillen, Sonnenbrillen und Kontaktlinsen in Europa tätig.

II. Zusammenfassung wesentlicher Rechnungslegungsmethoden

Grundlagen der Aufstellung des Abschlusses

Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfolgte in Anwendung von § 315e HGB nach den am Abschlussstichtag gültigen und von der Europäischen Union (EU) anerkannten International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB) sowie den vom IASB gebilligten Interpretationen des IFRS Interpretations Committee (vormals IFRIC).

Das vorrangige Ziel des Kapitalmanagements des Konzerns, wie es in der nachfolgenden Angabe (20) im Anhang erläutert wird, liegt darin, das Unternehmenswachstum zu unterstützen sowie die langfristige Unternehmensfortführung zu sichern. Zur Finanzierung des Wachstums ist der Konzern derzeit noch auf externe Finanzierungsquellen angewiesen.

Zum 31. Dezember 2020 hat der Konzern Verbindlichkeiten gegenüber einem Kreditinstitut in Höhe von TEUR 30.255 ausgewiesen, welche am 1. Mai 2021 fällig sind. Der Konzern plant die Refinanzierung mittels einer kurzfristig abzuschließenden Finanzierung bei mehreren Kreditinstituten in Höhe von EUR 42,5 Mio.

Der Vorstand geht unter Berücksichtigung dieses Finanzierungsvertrags davon aus, dass die Zahlungsfähigkeit von der Mister Spex Gruppe bis mindestens Ende Juni 2022 gesichert ist. Der vorliegende Abschluss wurde daher unter Berücksichtigung einer positiven Fortbestandsprognose aufgestellt.

Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfolgt grundsätzlich unter Anwendung des Anschaffungskostenprinzips. Hiervon ausgenommen sind bestimmte Finanzinstrumente und anteilsbasierte Vergütungen, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden. Die bei der Aufstellung dieses Konzernabschlusses angewandten wesentlichen Rechnungslegungsmethoden werden im Folgenden näher erläutert.

Die Gewinn- und Verlustrechnung innerhalb der Gesamtergebnisrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Aus rechentechnischen Gründen können in Tabellen Rundungsdifferenzen zu den sich mathematisch exakt ergebenden Werten auftreten.

Darstellungswährung

Der Konzernabschluss wurde in Euro (EUR), der funktionalen Währung und Darstellungswährung des Konzerns, aufgestellt. Sofern nicht anders angegeben, werden alle Zahlenangaben im Konzernabschluss und den erläuternden Angaben entsprechend kaufmännischer Rundung auf Tausend Euro (TEUR) auf- oder abgerundet. Dementsprechend können sich in den Tabellen des Konzernanhangs Rundungsdifferenzen ergeben.

Konsolidierungskreis

Der Konzernabschluss umfasst den Abschluss der Mister Spex AG und ihrer Tochterunternehmen zum 31. Dezember 2020. Die Beherrschung wird im Sinne des IFRS 10 erlangt, wenn der Konzern aufgrund seiner Beteiligung an dem Beteiligungsunternehmen variablen Rückflüssen ausgesetzt ist oder über diese verfügen kann und die Möglichkeit hat, diese Rückflüsse zu beeinflussen, indem er die relevanten Aktivitäten des Beteiligungsunternehmens steuert.

Insbesondere beherrscht der Konzern ein Beteiligungsunternehmen dann, und nur dann, wenn er alle nachfolgenden Eigenschaften besitzt:

  • die Verfügungsgewalt über das Beteiligungsunternehmen (d. h., der Konzern hat aufgrund aktuell bestehender Rechte die Möglichkeit, diejenigen Aktivitäten des Beteiligungsunternehmens zu steuern, die einen wesentlichen Einfluss auf dessen Rendite haben),
  • eine Risikobelastung durch oder Anrechte auf schwankende Renditen aus seinem Engagement in dem Beteiligungsunternehmen und
  • die Fähigkeit, seine Verfügungsgewalt über das Beteiligungsunternehmen dergestalt zu nutzen, dass dadurch die Rendite des Beteiligungsunternehmens beeinflusst wird.

Ergeben sich aus Sachverhalten und Umständen Hinweise, dass sich eines oder mehrere der drei Beherrschungselemente verändert haben, muss der Konzern erneut prüfen, ob er ein Beteiligungsunternehmen beherrscht. Die Konsolidierung eines Tochterunternehmens beginnt an dem Tag, an dem der Konzern die Beherrschung über das Tochterunternehmen erlangt. Sie endet, wenn der Konzern die Beherrschung über das Tochterunternehmen verliert. Vermögenswerte, Schulden, Erträge und Aufwendungen eines Tochterunternehmens, das während des Berichtszeitraums erworben oder veräußert wurde, werden ab dem Tag, an dem der Konzern die Beherrschung über das Tochterunternehmen erlangt, bis zu dem Tag, an dem die Beherrschung endet, im Konzernabschluss erfasst.

Alle konzerninternen Vermögenswerte und Schulden, Eigenkapital, Erträge und Aufwendungen sowie Zahlungsströme aus Geschäftsvorfällen, die zwischen Konzernunternehmen stattfinden, werden bei der Konsolidierung vollständig eliminiert.

Eine Veränderung der Beteiligungshöhe an einer Tochtergesellschaft ohne Verlust der Beherrschung wird als Eigenkapitaltransaktion bilanziert.

Verliert der Konzern die Beherrschung über eine Tochtergesellschaft, so erfolgt eine Ausbuchung der damit verbundenen Vermögenswerte (einschließlich Geschäfts- oder Firmenwert), Schulden, nicht beherrschenden Anteile und sonstigen Eigenkapitalbestandteile. Jeder daraus entstehende Gewinn oder Verlust wird in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt. Jede zurückbehaltene Beteiligung wird zum beizulegenden Zeitwert erfasst.

Die Abschlüsse der Tochtergesellschaften werden zum gleichen Abschlussstichtag aufgestellt wie der Abschluss der Muttergesellschaft.

Im Geschäftsjahr wurden wie im Vorjahr fünf Gesellschaften nach den Grundsätzen der Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogen.

Mit Kaufvertrag vom 8. Oktober 2020 hat die Konzernmuttergesellschaft 45 % (vor Kapitalerhöhung am 20. November 2020) der Anteile an der Tribe GmbH, Berlin, erworben. Am 20. November 2020 hat die Konzernmuttergesellschaft weitere 5,75 % im Rahmen einer Kapitalerhöhung bei der Tribe GmbH erworben, sodass sich der Anteil nach Kapitalerhöhung auf insgesamt 48,17 % erhöht hat. Die Beteiligung wird mittels der Equity-Methode als assoziiertes Unternehmen im Konzernabschluss abgebildet (siehe Anhangangabe (8)).

Der vorliegende Konzernabschluss umfasst das Geschäftsjahr 2020 auf Basis der Berichtsperiode vom 1. Januar bis 31. Dezember. Die einbezogenen Unternehmen haben ebenfalls ein dem Kalenderjahr identisches Geschäftsjahr.

Die Struktur des Konzerns ist in der Anhangangabe (23) beschrieben.

Die Abschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen sind nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden des Mutterunternehmens aufgestellt. Die Konzerngesellschaften erstellen ihre Abschlüsse jeweils in ihrer funktionalen Währung.

Währungsumrechnung

Der Konzernabschluss wird in Euro, der funktionalen Währung der Mister Spex AG und der Darstellungswährung des Konzerns, im Sinne des IAS 21 aufgestellt.

Die im Abschluss des jeweiligen Unternehmens enthaltenen Posten werden unter Verwendung dieser funktionalen Währung bewertet.

Fremdwährungstransaktionen werden von den Konzernunternehmen zunächst zu dem am Tag des Geschäftsvorfalls jeweils gültigen Kassakurses in die funktionale Währung umgerechnet.

Monetäre Vermögenswerte und Schulden in Fremdwährung werden zu jedem Stichtag unter Verwendung des Kassakurses in die funktionale Währung umgerechnet. Differenzen aus der Abwicklung oder Umrechnung monetärer Posten werden erfolgswirksam erfasst.

Nichtmonetäre Posten, die zu historischen Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten in einer Fremdwährung bewertet werden, werden mit dem Kurs am Tag des Geschäftsvorfalls umgerechnet, solche, die mit ihrem beizulegenden Zeitwert in einer Fremdwährung bewertet werden, mit dem Kurs, der zum Zeitpunkt der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts gilt.

Die Vermögenswerte, Schulden, Aufwendungen und Erträge aller Konzernunternehmen werden folgendermaßen in die Darstellungswährung umgerechnet:

  • Die Vermögenswerte und Schulden von Tochterunternehmen werden zu dem am Berichtsstichtag vorliegenden Kurs umgerechnet.
  • Erträge und Aufwendungen der Gesamtergebnisrechnungen werden zum Wechselkurs am Tag des Geschäftsvorfalls umgerechnet. Soweit die Wechselkurse nicht stark schwanken, werden stattdessen gewogene Durchschnittskurse verwendet.
  • Das Eigenkapital der Tochterunternehmen wird zum entsprechenden historischen Kurs umgerechnet. Die aus der Umrechnung resultierenden Währungsdifferenzen werden als Ausgleichsposten aus der Umrechnung von Fremdwährungsabschlüssen innerhalb des sonstigen Ergebnisses erfolgsneutral vereinnahmt.

Der Konzern verwendet die nachfolgenden Wechselkurse:

2020 2019
Norwegische Krone (NOK)
Stichtagskurs 10,4703 9,8638
Jahresdurchschnittskurs 10,7228 9,8511
Schwedische Krone (SEK)
Stichtagskurs 10,0343 10,4468
Jahresdurchschnittskurs 10,4848 10,5891

III. Grundsätze der Bilanzierung und Bewertung

Unternehmenszusammenschlüsse und Geschäfts- oder Firmenwert

Unternehmenszusammenschlüsse werden unter Anwendung der Erwerbsmethode bilanziert. Die Anschaffungskosten eines Unternehmenserwerbs bemessen sich an der Summe der übertragenen Gegenleistung, die mit dem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt bewertet wird, und der nicht beherrschenden Anteile am erworbenen Unternehmen. Bei jedem Unternehmenszusammenschluss entscheidet der Konzern, ob er die nicht beherrschenden Anteile am erworbenen Unternehmen zum beizulegenden Zeitwert oder zum entsprechenden Anteil des identifizierten Nettovermögens des erworbenen Unternehmens bewertet.

Die für das erworbene Unternehmen übertragene Gegenleistung wird zum beizulegenden Zeitwert der hingegebenen Vermögenswerte, der ausgegebenen Eigenkapitalinstrumente und der eingegangenen oder übernommenen Schulden, einschließlich des beizulegenden Zeitwerts der Vermögenswerte oder Schulden aus Vereinbarungen über eine bedingte Gegenleistung, bewertet.

Erwerbsbezogene Kosten, beispielsweise für Beratungs-, Rechts-, Bewertungs- und ähnliche Dienstleistungen, werden sofort erfolgswirksam erfasst. Transaktionskosten, die mit dem Erwerb in Zusammenhang stehen und aufgrund der Ausgabe von Eigenkapitalinstrumenten angefallen sind, werden vom Eigenkapital abgezogen.

Der Geschäfts- oder Firmenwert wird ermittelt, indem das Nettovermögen des erworbenen Unternehmens von der Summe aus der übertragenen Gegenleistung für das erworbene Unternehmen, der Höhe des nicht beherrschenden Anteils an dem erworbenen Unternehmen und dem beizulegenden Zeitwert eines unmittelbar vor dem Erwerbszeitpunkt gehaltenen Anteils an dem erworbenen Unternehmen abgezogen wird. Übersteigt der beizulegende Zeitwert des erworbenen Reinvermögens die übertragene Gesamtgegenleistung, so beurteilt der Konzern erneut, ob er alle erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Verbindlichkeiten richtig identifiziert hat und er überprüft die Verfahren, mit denen die Beträge ermittelt worden sind, die zum Erwerbszeitpunkt ausgewiesen werden müssen. Übersteigt der beizulegende Zeitwert des erworbenen Reinvermögens nach der Neubewertung noch immer die übertragene Gesamtgegenleistung, so wird der Unterschiedsbetrag erfolgswirksam erfasst.

Nach dem erstmaligen Ansatz wird der Geschäfts- oder Firmenwert zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungsaufwendungen bewertet. Zum Zweck des Wertminderungstests wird der im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworbene Geschäfts- oder Firmenwert ab dem Erwerbszeitpunkt den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten des Konzerns zugeordnet, die vom Unternehmenszusammenschluss den Erwartungen zufolge profitieren werden. Dies gilt unabhängig davon, ob andere Vermögenswerte oder Schulden des erworbenen Unternehmens diesen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet werden.

Wenn ein Geschäfts- oder Firmenwert einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit zugeordnet wurde und ein Geschäftsbereich dieser Einheit veräußert wird, wird der dem veräußerten Geschäftsbereich zuzurechnende Geschäfts- oder Firmenwert als Bestandteil des Buchwerts des Geschäftsbereichs bei der Ermittlung des Ergebnisses aus der Veräußerung dieses Geschäftsbereichs berücksichtigt. Der Wert des veräußerten Anteils des Geschäfts- oder Firmenwerts wird auf der Grundlage der relativen Werte des veräußerten Geschäftsbereichs und des verbleibenden Teils der zahlungsmittelgenerierenden Einheit ermittelt.

Anteile an assoziierten Unternehmen

Ein assoziiertes Unternehmen ist ein Unternehmen, bei dem der Konzern über maßgeblichen Einfluss verfügt. Maßgeblicher Einfluss ist die Möglichkeit, an den finanz- und geschäftspolitischen Entscheidungen des Beteiligungsunternehmens mitzuwirken, nicht aber die Beherrschung oder die gemeinschaftliche Führung der Entscheidungsprozesse. Die Überlegungen, die zur Bestimmung des maßgeblichen Einflusses angestellt werden, sind mit denen vergleichbar, die zur Bestimmung der Beherrschung von Tochterunternehmen erforderlich sind. Die Anteile des Konzerns an einem assoziierten Unternehmen werden nach der Equity-Methode bilanziert.

Nach der Equity-Methode werden die Anteile an einem assoziierten Unternehmen bei der erstmaligen Erfassung mit den Anschaffungskosten angesetzt, wozu auch Transaktionskosten zählen. Der Buchwert der Beteiligung wird zu jedem Bilanzstichtag um Änderungen des Anteils des Konzerns am Nettovermögen des assoziierten Unternehmens angepasst. Der mit dem assoziierten Unternehmen verbundene Geschäfts- oder Firmenwert ist im Buchwert des Anteils enthalten und wird weder planmäßig abgeschrieben noch einem gesonderten Wertminderungstest unterzogen. Die Gewinn- und Verlustrechnung enthält den Anteil des Konzerns am Periodenergebnis des assoziierten Unternehmens. Änderungen des sonstigen Ergebnisses dieser Beteiligungsunternehmen werden im sonstigen Ergebnis des Konzerns erfasst. Außerdem werden unmittelbar im Eigenkapital des assoziierten Unternehmens ausgewiesene Änderungen vom Konzern in Höhe seines Anteils erfasst und, soweit erforderlich, in der Eigenkapitalveränderungsrechnung dargestellt. Der Gesamtanteil des Konzerns am Ergebnis eines assoziierten Unternehmens wird in der Gewinn- und Verlustrechnung nicht als Teil des Betriebsergebnisses ausgewiesen und bezieht sich auf das Ergebnis nach Steuern.

Der Abschluss des assoziierten Unternehmens wird zum gleichen Abschlussstichtag aufgestellt wie der Abschluss des Konzerns. Soweit erforderlich werden Anpassungen an konzerneinheitliche Rechnungslegungsmethoden vorgenommen.

Nach Anwendung der Equity-Methode ermittelt der Konzern, ob es erforderlich ist, einen Wertminderungsaufwand für seine Anteile an einem assoziierten Unternehmen zu erfassen. Er ermittelt an jedem Abschlussstichtag, ob objektive Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass der Anteil an einem assoziierten Unternehmen wertgemindert sein könnte. Liegen solche Anhaltspunkte vor, so wird die Höhe der Wertminderung als Differenz zwischen dem erzielbaren Betrag des Anteils am assoziierten Unternehmen und dem Buchwert ermittelt und dann der Verlust im Posten "Anteil am Ergebnis von assoziierten Unternehmen" erfolgswirksam erfasst.

Bei Verlust des maßgeblichen Einflusses auf ein assoziiertes Unternehmen bewertet der Konzern alle Anteile, die er am ehemaligen assoziierten Unternehmen behält, zum beizulegenden Zeitwert. Unterschiedsbeträge zwischen dem Buchwert des Anteils am assoziierten Unternehmen zum Zeitpunkt des Verlusts des maßgeblichen Einflusses und dem beizulegenden Zeitwert der behaltenen Anteile sowie den Veräußerungserlösen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Bemessung des beizulegenden Zeitwerts von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten

Der Konzern bewertet bestimmte Finanzinstrumente, beispielsweise Derivate, zu jedem Abschlussstichtag mit dem beizulegenden Zeitwert.

Der beizulegende Zeitwert ist der Preis, der in einem geordneten Geschäftsvorfall zwischen Marktteilnehmern am Bemessungsstichtag für den Verkauf eines Vermögenswertes eingenommen, bzw. für die Übertragung einer Schuld gezahlt wurde. Bei der Bemessung des beizulegenden Zeitwerts wird angenommen, dass die an der Preisbildung beteiligten Parteien, immer in ihrem besten wirtschaftlichen Interesse handeln.

Der Konzern wendet Bewertungstechniken an, die unter den jeweiligen Umständen sachgerecht sind und für die ausreichend Daten zur Bemessung des beizulegenden Zeitwerts zur Verfügung stehen.

Für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts wird die nachfolgend beschriebene Bewertungshierarchie angewendet. Demnach werden die in den Bewertungstechniken verwendeten Inputfaktoren in drei Stufen eingeordnet:

  • Stufe 1 In aktiven Märkten für identische Vermögenswerte oder Schulden notierte (nicht berichtigte) Preise.
  • Stufe 2 Bewertungsverfahren, bei denen der Inputparameter der niedrigsten Stufe, der für die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert insgesamt wesentlich ist, auf dem Markt direkt oder indirekt beobachtbar ist.
  • Stufe 3 Bewertungsverfahren, bei denen der Inputparameter der niedrigsten Stufe, der für die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert insgesamt wesentlich ist, auf dem Markt nicht beobachtbar ist.

Bei der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts ist die Verwendung maßgeblicher, beobachtbarer Inputfaktoren möglichst hoch und die Verwendung nicht beobachtbarer Inputfaktoren möglichst gering zu halten. Die Eingruppierung der Bemessungsverfahren in die einzelnen Stufen wird zum Ende jeder Berichtsperiode überprüft.

Klassifizierung in kurz- und langfristig

Der Konzern gliedert seine Vermögenswerte und Schulden in der Bilanz in kurzfristig und langfristig.

Vermögenswerte und Schulden werden als kurzfristig eingestuft, wenn

  • die Realisierung des Vermögenswertes und die Erfüllung der Schuld innerhalb des normalen Geschäftszyklus erwartet werden,
  • die Vermögenswerte und Schulden primär zu Handelszwecken gehalten werden,
  • die Realisierung des Vermögenswertes oder die Erfüllung der Schuld innerhalb von zwölf Monaten nach dem Abschlussstichtag erwartet wird,
  • es sich um Zahlungsmittel oder Zahlungsmitteläquivalente handelt, es sei denn, der Tausch oder die Nutzung des Vermögenswerts zur Erfüllung einer Verpflichtung ist für einen Zeitraum von mindestens zwölf Monaten nach dem Abschlussstichtag eingeschränkt.

Alle anderen Vermögenswerte und Schulden werden als langfristig eingestuft.

Latente Steueransprüche und –schulden werden als langfristige Vermögenswerte und Schulden eingestuft.

Erlöse aus Verträgen mit Kunden

Der Konzern erzielt Umsatzerlöse hauptsächlich durch den Verkauf von Brillen, Sonnenbrillen und Kontaktlinsen.

Erlöse aus Verträgen mit Kunden werden erfasst, wenn die Verfügungsgewalt über die Güter oder Dienstleistungen auf den Kunden übertragen wird. Dies tritt in der Regel mit Lieferung ein.

Die Erfassung der Umsatzerlöse erfolgt in Höhe der voraussichtlich erhaltenen oder ausstehenden Gegenleistung. Diese wird in der Regel im Voraus der Leistungserbringung vereinnahmt, so dass die Mister Spex Gruppe auf die noch ausstehenden Leistungen Vertragsverbindlichkeiten ausweist. Der Konzern ist grundsätzlich zu dem Schluss gekommen, dass er bei seinen Umsatztransaktionen als Prinzipal auftritt, da er regelmäßig die Verfügungsgewalt über die Waren und Dienstleistungen innehat bevor diese auf den Kunden übergehen.

Rückgaberechte

Unsere Verträge über den Verkauf von Produkten räumen den Kunden ein Rückgaberecht innerhalb einer festgelegten Frist ein.

Der Konzern wendet zur Schätzung der Produkte, die nicht zurückgeben werden, die Erwartungswertmethode an, da mit dieser Methode die variable Gegenleistung, auf die der Konzern Anspruch hat, am verlässlichsten geschätzt werden kann. Für erwartete Produktrückgaben wird vom Konzern kein Erlös, sondern eine Rückerstattungsverbindlichkeit erfasst. Sie wird in Höhe des Betrags angesetzt, den der Konzern dem Kunden voraussichtlich erstatten muss. Darüber hinaus wird für das Recht auf Rückerhalt von Produkten von einem Kunden ein Vermögenswert aus Rückgaberechten (und eine entsprechende Anpassung des Materialeinsatzes) erfasst. Der Vermögenswert wird mit dem ursprünglichen Buchwert der Vorräte nach Abzug aller für den Rückerhalt der Produkte erwarteten Kosten bewertet.

Gewährleistungsverpflichtungen

Der Konzern bietet üblicherweise gesetzlich vorgeschriebene Gewährleistungen für die Behebung von Mängeln, die zum Zeitpunkt des Verkaufs vorlagen. Diese sog. assurance-type warranties werden gemäß IAS 37 als Rückstellungen erfasst. Einzelheiten zu der Rechnungslegungsmethode für Gewährleistungsrückstellungen sind in der Anhangangabe (18) enthalten.

Vertragsverbindlichkeiten

Eine Vertragsverbindlichkeit ist die Verpflichtung des Konzerns, Güter oder Dienstleistungen auf einen Kunden zu übertragen, für die er von diesem eine Gegenleistung erhalten hat. Zahlt ein Kunde eine Gegenleistung, bevor der Konzern Güter oder Dienstleistungen auf ihn überträgt, wird eine Vertragsverbindlichkeit erfasst, wenn die Zahlung geleistet wird. Vertragsverbindlichkeiten werden als Erlöse erfasst, sobald der Konzern seine vertraglichen Verpflichtungen erfüllt. Die Zeitspanne zwischen der Übertragung des Produktes auf den Kunden und der Bezahlung kann bis zu 15 Tage betragen. Weitere Informationen sind in der Anhangangabe (1) enthalten.

Factoring

Um Zahlungseingänge frühzeitig zu realisieren, werden Forderungen aus Rechnungs- und Lastschriftverkäufen regelmäßig an Forderungskäufer verkauft und abgetreten und anschließend aus der Konzernbilanz ausgebucht (echtes Factoring). In diesem Zusammenhang überträgt der Konzern die Cashflows offen auf einen Dritten, der das gesamte Ausfallrisiko trägt. Ein Delkredererisiko verbleibt nicht.

Aufwandsrealisierung

Betriebliche Aufwendungen werden mit Inanspruchnahme der Leistung bzw. zum Zeitpunkt ihrer Verursachung ergebniswirksam erfasst.

Zinsen werden periodengerecht – unter Anwendung der Effektivzinsmethode – als Finanzaufwand bzw. -ertrag erfasst. Es handelt sich um den Kalkulationszinssatz, mit dem die geschätzten künftigen Einzahlungen und Auszahlungen über die erwartete Laufzeit des Finanzinstruments oder gegebenenfalls eine kürzere Periode exakt auf den Nettobuchwert des finanziellen Vermögenswerts und Verbindlichkeiten abgezinst werden.

Zuwendungen der öffentlichen Hand

Zuwendungen der öffentlichen Hand werden erfasst, wenn hinreichende Sicherheit dafür besteht, dass die Zuwendungen gewährt werden und das Unternehmen die damit verbundenen Bedingungen erfüllt. Zuwendungen für einen Vermögenswert werden über die geschätzte Nutzungsdauer des entsprechenden Vermögenswerts ertragswirksam erfasst.

Steuern

Tatsächliche Ertragsteuern

Die tatsächlichen Steueransprüche und Steuerschulden werden mit dem Betrag bemessen, in dessen Höhe eine Erstattung von der Steuerbehörde bzw. eine Zahlung an die Steuerbehörde erwartet wird. Der Berechnung des Betrags werden die Steuersätze und Steuergesetze zugrunde gelegt, die zum Abschlussstichtag in den Ländern gelten oder in Kürze gelten werden, in denen der Konzern tätig ist und zu versteuerndes Einkommen erzielt.

Der Ertragsteueraufwand oder -ertrag umfasst laufende und latente Steuern und wird in der Gewinn- und Verlustrechnung des Geschäftsjahres erfasst.

Latente Steuern

Die Bildung latenter Steuern erfolgt unter Anwendung der Verbindlichkeitenmethode auf bestehende temporäre Differenzen zwischen dem Wertansatz eines Vermögenswerts bzw. einer Schuld in der Bilanz und dem Steuerbilanzwert zum Abschlussstichtag sowie aus steuerlichen Verlustvorträgen.

Latente Steuerschulden werden für alle zu versteuernden temporären Differenzen erfasst, mit Ausnahme von:

  • latenten Steuerschulden aus dem erstmaligen Ansatz eines Geschäfts- oder Firmenwerts oder eines Vermögenswerts oder einer Schuld aus einem Geschäftsvorfall, der kein Unternehmenszusammenschluss ist und der zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls weder das Periodenergebnis noch das zu versteuernde Ergebnis beeinflusst, und
  • latenten Steuerschulden aus zu versteuernden temporären Differenzen, die in Zusammenhang mit Beteiligungen an Tochterunternehmen, assoziierten Unternehmen und Anteilen an Gemeinschaftsunternehmen stehen, wenn der zeitliche Verlauf der Umkehrung der temporären Differenzen gesteuert werden kann und es wahrscheinlich ist, dass sich die temporären Unterschiede in absehbarer Zeit nicht umkehren werden.

Der Buchwert der latenten Steueransprüche wird an jedem Abschlussstichtag überprüft und in dem Umfang reduziert, in dem es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass ein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das der latente Steueranspruch zumindest teilweise verwendet werden kann. Nicht angesetzte latente Steueransprüche werden an jedem Abschlussstichtag überprüft und in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich geworden ist, dass ein künftig zu versteuerndes Ergebnis die Realisierung des latenten Steueranspruchs ermöglicht.

Latente Steueransprüche und -schulden werden anhand der Steuersätze bemessen, die in der Periode, in der ein Vermögenswert realisiert oder eine Schuld erfüllt wird, voraussichtlich Gültigkeit erlangen werden. Dabei werden die Steuersätze zugrunde gelegt, die zum Abschlussstichtag gelten oder gesetzlich angekündigt sind.

Umsatzsteuer

Aufwendungen und Vermögenswerte werden nach Abzug der Umsatzsteuer erfasst. Sofern die beim Kauf von Vermögenswerten oder bei der Inanspruchnahme von Dienstleistungen angefallene Umsatzsteuer nicht von der Steuerbehörde zurückgefordert werden kann, wird sie als Teil der Anschaffungskosten des Vermögenswerts bzw. als Teil der Aufwendungen erfasst.

Der Umsatzsteuerbetrag, der von der Steuerbehörde zu erstatten oder an diese abzuführen ist, wird in der Bilanz unter den sonstigen nicht-finanziellen Vermögenswerten bzw. sonstigen nichtfinanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesen.

Immaterielle Vermögenswerte

Immaterielle Vermögenswerte, die nicht im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworben werden, werden bei der erstmaligen Erfassung zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten aktiviert. Die immateriellen Vermögenswerte werden in den Folgeperioden mit ihren Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und kumulierter Wertminderungsaufwendungen, falls vorhanden, angesetzt.

Selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte werden mit den Kosten angesetzt, die in der Entwicklungsphase nach dem Zeitpunkt der Feststellung der technologischen und wirtschaftlichen Realisierbarkeit bis zur Fertigstellung entstanden sind.

Entwicklungskosten eines einzelnen Projekts werden nur dann als immaterieller Vermögenswert aktiviert, wenn der Konzern folgendes nachweisen kann:

  • technische Realisierbarkeit der Fertigstellung des immateriellen Vermögenswerts, die eine interne Nutzung oder einen Verkauf des Vermögenswerts ermöglicht;
  • die Absicht, den immateriellen Vermögenswert fertigzustellen, und die Fähigkeit und Absicht, ihn zu nutzen oder zu verkaufen;
  • die Art und Weise, wie ein Vermögenswert einen künftigen wirtschaftlichen Nutzen erzielen wird;
  • die Verfügbarkeit von Ressourcen für Zwecke der Fertigstellung des Vermögenswerts;
  • die Fähigkeit, die dem immateriellen Vermögenswert während seiner Entwicklung zuzurechnenden Ausgaben zuverlässig zu ermitteln.

Die Entwicklungskosten werden nach ihrem erstmaligen Ansatz als Vermögenswert zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter planmäßiger Abschreibungen und, sofern erforderlich, kumulierter Wertminderungsaufwendungen angesetzt. Die planmäßige Abschreibung beginnt mit dem Abschluss der Entwicklungsphase und ab dem Zeitpunkt, ab dem der Vermögenswert genutzt werden kann. Sie erfolgt über den Zeitraum, über den künftiger Nutzen zu erwarten ist.

Forschungskosten sind in unwesentlicher Höhe angefallen und wurden unmittelbar erfolgswirksam erfasst.

Es wird zwischen immateriellen Vermögenswerten mit begrenzter und solchen mit unbegrenzter Nutzungsdauer unterschieden.

Selbst geschaffene und erworbene immaterielle Vermögenswerte, die eine bestimmbare Nutzungsdauer aufweisen, werden mit Beginn der Nutzungsbereitschaft linear über die erwartete wirtschaftliche Nutzungsdauer wie folgt abgeschrieben:

Nutzungsdauer in Jahren
Kundenstämme 2,5 - 9,5
Software 2 - 6,8
Sonstige Lizenzen 3 - 10

Die Abschreibungsdauer wird bei immateriellen Vermögenswerten mit einer begrenzten Nutzungsdauer mindestens zum Ende jeder Berichtsperiode überprüft.

Bei immateriellen Vermögenswerten mit unbegrenzter Nutzungsdauer wird mindestens einmal jährlich für den Vermögenswert auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheit eine Werthaltigkeitsprüfung durchgeführt. Diese immateriellen Vermögenswerte werden nicht planmäßig abgeschrieben. Die Nutzungsdauer eines immateriellen Vermögenswertes mit unbegrenzter Nutzungsdauer wird einmal jährlich dahingehend überprüft, ob die Einschätzung einer unbegrenzten Nutzungsdauer weiterhin gerechtfertigt ist. Ist dies nicht der Fall, wird die Änderung der Einschätzung von einer unbegrenzten zu einer begrenzten Nutzungsdauer prospektiv vorgenommen.

Sachanlagen

Sachanlagen und Anlagen im Bau werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich kumulierter planmäßiger Abschreibungen und, sofern erforderlich, kumulierter Wertminderungsaufwendungen angesetzt. Die Kosten für Reparaturen und Instandhaltung werden sofort aufwandswirksam erfasst.

Der Barwert der erwarteten Kosten für den Rückbau von Vermögenswerten nach dessen Nutzung ist in den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten des entsprechenden Vermögenswertes enthalten, wenn die Ansatzkriterien für eine Rückstellung erfüllt sind. Sachanlagen werden entweder infolge eines Abgangs ausgebucht oder dann, wenn aus der weiteren Nutzung oder Veräußerung des Vermögenswerts kein wirtschaftlicher Nutzen mehr erwartet wird. Die aus der Ausbuchung resultierenden Gewinne oder Verluste werden als Differenz zwischen dem Nettoveräußerungserlös und dem Buchwert des Vermögenswerts ermittelt und in der Periode erfolgswirksam in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, in der der Vermögenswert ausgebucht wird.

Die Restwerte, Nutzungsdauern und Abschreibungsmethoden der Sachanlagen werden am Ende eines jeden Geschäftsjahres überprüft und bei Bedarf prospektiv angepasst.

Sachanlagen werden linear abgeschrieben, d. h. ihre Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten werden über ihre geschätzten Nutzungsdauern verteilt:

Nutzungsdauer in Jahren
8 - 15
3 - 20

Leasingverhältnisse - Konzern als Leasingnehmer

Der Konzern beurteilt bei Vertragsbeginn, ob ein Vertrag ein Leasingverhältnis begründet oder beinhaltet. Dies ist der Fall, wenn der Vertrag dazu berechtigt, die Nutzung eines identifizierten Vermögenswerts gegen Zahlung eines Entgelts für einen bestimmten Zeitraum zu kontrollieren.

Der Konzern erfasst und bewertet alle Leasingverhältnisse (mit Ausnahme von kurzfristigen Leasingverhältnissen und Leasingverhältnissen, bei denen der zugrunde liegende

Vermögenswert von geringem Wert ist) nach einem einzigen Modell. Die Verbindlichkeiten zur Leistung von Leasingzahlungen und Nutzungsrechte für das Recht des zugrunde liegenden Vermögenswerts werden erfasst.

Die Mietverträge können sowohl Leasing- als auch Nichtleasingkomponenten beinhalten. Der Konzern ordnet den Transaktionspreis diesen Komponenten auf Basis ihrer relativen Einzelpreise zu.

Nutzungsrechte

Der Konzern erfasst Nutzungsrechte zum Bereitstellungsdatum (d. h. zu dem Zeitpunkt, an dem der zugrunde liegende Leasinggegenstand zur Nutzung bereitsteht). Nutzungsrechte werden zu Anschaffungskosten abzüglich aller kumulierten Abschreibungen und aller kumulierten Wertminderungsaufwendungen bewertet und um jede Neubewertung der Leasingverbindlichkeit berichtigt.

Zu den Anschaffungskosten der Nutzungsrechte gehören der Barwert der Leasingzahlungen, alle dem Leasingnehmer entstandenen anfänglichen direkten Kosten sowie alle bereits bei oder vor der Bereitstellung geleisteten Leasingzahlungen abzüglich etwaigen erhaltenen Leasinganreizen.

Nutzungsrechte werden planmäßig linear über den kürzeren der beiden Zeiträume aus Laufzeit und erwarteter Nutzungsdauer der Leasingverhältnisse abgeschrieben. Weitere Informationen zur Laufzeit der Verträge können der Anhangangabe (16) entnommen werden.

Leasingverbindlichkeit

Am Bereitstellungsdatum erfasst der Konzern die Leasingverbindlichkeit zum Barwert der über die Laufzeit des Leasingverhältnisses zu leistenden Leasingzahlungen. Die Leasingzahlungen beinhalten feste Zahlungen (einschließlich de facto fester Zahlungen) abzüglich etwaiger zu erhaltender Leasinganreize, variable Leasingzahlungen, die an einen Index oder Zinssatz gekoppelt sind, und Beträge, die voraussichtlich im Rahmen von Restwertgarantien entrichtet werden müssen. Die Leasingzahlungen umfassen ferner den Ausübungspreis einer Kaufoption, wenn hinreichend sicher ist, dass der Konzern sie auch tatsächlich wahrnehmen wird, und die Strafzahlungen für eine Kündigung des Leasingverhältnisses, wenn in der Laufzeit berücksichtigt ist, dass der Konzern die Kündigungsoption wahrnehmen wird.

Der Konzern ist möglichen zukünftigen Steigerungen variabler Leasingzahlungen ausgesetzt, welche sich aus der Änderung eines Indexes oder Zinssatzes ergeben können. Diese möglichen Änderungen der Leasingraten sind bis zu derer Wirksamwerden nicht in der Leasingverbindlichkeit berücksichtigt. Sobald sich die Änderung eines Indexes oder Zinssatzes auf die Leasingraten auswirken, wird die Leasingverbindlichkeit gegen das Nutzungsrecht angepasst.

Variable Leasingzahlungen, die nicht an einen Index oder Zinssatz gekoppelt sind, werden in der Periode, in der das Ereignis oder die Bedingung, das bzw. die diese Zahlung auslöst, eingetreten ist, aufwandswirksam erfasst.

Leasingzahlungen werden im Konzern mit dem Grenzfremdkapitalzins abgezinst. Bei der Ermittlung des Zinssatzes wurden aktuelle Marktreferenzsätze für Immobilien sowie unternehmensspezifische Risikofaktoren berücksichtigt, woraus sich ein gewichteter Durchschnittszinssatz ergibt.

Der Buchwert der Leasingverbindlichkeit wird bei Änderungen des Leasingverhältnisses, Änderungen der Laufzeit des Leasingverhältnisses, Änderungen der Leasingzahlungen (z. B. Änderungen künftiger Leasingzahlungen infolge einer Veränderung des zur Bestimmung dieser Zahlungen verwendeten Indexes oder Zinssatzes) oder bei einer Änderung der Beurteilung einer Kaufoption für den zugrunde liegenden Vermögenswert neu bewertet.

Kurzfristige Leasingverhältnisse und Leasingverhältnisse, denen ein Vermögenswert von geringem Wert zugrunde liegt

Der Konzern wendet auf seine kurzfristigen Leasingverträge die Ausnahmeregelung für kurzfristige Leasingverhältnisse (d. h. Leasingverhältnisse, deren Laufzeit ab dem Bereitstellungsdatum maximal zwölf Monate beträgt und die keine Kaufoption enthalten) an. Er wendet außerdem auf Leasingverträge, die als geringwertig eingestuft werden, die Ausnahmeregelung für Leasingverhältnisse, denen ein Vermögenswert von geringem Wert zugrunde liegt, an.

Leasingzahlungen für kurzfristige Leasingverhältnisse und Leasingverhältnisse, denen ein Vermögenswert von geringem Wert zugrunde liegt, werden linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses als Aufwand erfasst.

COVID-19-bedingte Mietkonzessionen

Der Konzern hat COVID-19-bedingte Mietkonzessionen – Änderungen an IFRS 16 angewandt. Der Konzern wendet die Vereinfachungsregelungen des praktischen Behelfs an und muss dementsprechend nicht beurteilen, ob zulässige Mietzugeständnisse als unmittelbare Folge der COVID-19-Pandemie eine Änderung des Leasingverhältnisses darstellen. Die Gruppe wendet den praktischen Behelf für Verträge mit ähnlichen Merkmalen und unter vergleichbaren Umständen einheitlich an. Für Mietkonzessionen im Rahmen von Leasingverhältnissen, für die der Konzern den praktischen Behelf nicht anwendet, oder auf die der praktische Behelf nicht anwendbar ist, schätzt der Konzern ein, ob eine Änderung eines Leasingverhältnisses vorliegt.

Wertminderung von nicht-finanziellen Vermögenswerten

Der Konzern ermittelt an jedem Abschlussstichtag, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung nicht-finanzieller Vermögenswerte vorliegen. Liegen solche Anhaltspunkte vor oder ist eine jährliche Überprüfung eines Vermögenswerts auf Werthaltigkeit erforderlich, so nimmt der Konzern eine Schätzung des erzielbaren Betrags des jeweiligen Vermögenswerts vor. Der erzielbare Betrag eines Vermögenswerts ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert eines Vermögenswerts oder einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Der erzielbare Betrag ist für jeden einzelnen Vermögenswert zu bestimmen, es sei denn, ein Vermögenswert erzeugt keine Mittelzuflüsse, die weitestgehend unabhängig von denen anderer Vermögenswerte oder anderer Gruppen von Vermögenswerten sind. Übersteigt der Buchwert eines Vermögenswerts oder einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit den jeweils erzielbaren Betrag, so ist der Vermögenswert wertgemindert und wird auf seinen erzielbaren Betrag abgeschrieben.

Zur Ermittlung des Nutzungswerts werden die erwarteten künftigen Cashflows unter Zugrundelegung eines Abzinsungssatzes vor Steuern, der die aktuellen Markterwartungen hinsichtlich des Zinseffekts und der spezifischen Risiken des Vermögenswerts widerspiegelt, auf ihren Barwert abgezinst. Zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten werden kürzlich erfolgte Markttransaktionen berücksichtigt. Sind keine derartigen Transaktionen identifizierbar, wird ein angemessenes Bewertungsmodell angewandt. Dieses stützt sich auf Bewertungsmultiplikatoren, Börsenkurse von börsengehandelten Anteilen an Unternehmen oder andere zur Verfügung stehende Indikatoren für den beizulegenden Zeitwert.

Der Konzern legt seiner Wertminderungsbeurteilung detaillierte Budget- und Prognoserechnungen zugrunde, die für jede der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten des Konzerns, denen einzelne Vermögenswerte zugeordnet sind, separat erstellt werden. Solche Budget- und Prognoserechnungen erstrecken sich über sieben Jahre. Nach dem siebten Jahr wird eine langfristige Wachstumsrate bestimmt und zur Prognose der künftigen Cashflows angewandt.

Wertminderungsaufwendungen werden erfolgswirksam in den Aufwandskategorien der Gewinnund Verlustrechnung erfasst, die der Funktion des wertgeminderten Vermögenswertes entsprechen.

Für Vermögenswerte, mit Ausnahme des Geschäfts- oder Firmenwerts, wird zu jedem Abschlussstichtag eine Überprüfung vorgenommen, ob Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass ein zuvor erfasster Wertminderungsaufwand nicht länger besteht oder sich verringert hat. Wenn

solche Anhaltspunkte vorliegen, nimmt der Konzern eine Schätzung des erzielbaren Betrags des Vermögenswerts oder der zahlungsmittelgenerierenden Einheit vor. Ein zuvor erfasster Wertminderungsaufwand wird nur dann rückgängig gemacht, wenn sich seit der Erfassung des letzten Wertminderungsaufwands eine Änderung der Annahmen ergeben hat, die bei der Bestimmung des erzielbaren Betrags herangezogen wurden. Die Wertaufholung ist dahingehend begrenzt, dass der Buchwert eines Vermögenswerts weder seinen erzielbaren Betrag noch den Buchwert übersteigen darf, der sich nach Berücksichtigung planmäßiger Abschreibungen ergeben hätte, wenn in früheren Jahren kein Wertminderungsaufwand für den Vermögenswert erfasst worden wäre. Die Wertaufholung wird erfolgswirksam erfasst.

Die Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte wird einmal jährlich zum 30. November überprüft. Eine Überprüfung findet ebenfalls dann statt, wenn Umstände darauf hindeuten, dass der Wert gemindert sein könnte.

Ein für Geschäfts- oder Firmenwerte erfasster Wertminderungsaufwand darf in den nachfolgenden Berichtsperioden nicht aufgeholt werden.

Vorräte

Die Bewertung der Vorräte zum Berichtsstichtag erfolgt zum jeweils niedrigeren Wert aus Anschaffungskosten und Nettoveräußerungswert. Der Nettoveräußerungswert stellt dabei den voraussichtlich erzielbaren Verkaufserlös abzüglich der bis zum Verkauf noch anfallenden Kosten dar. Die Anschaffungskosten werden auf Basis einer Einzelbewertung unter Verwendung der gleitenden Durchschnittskostenmethode ermittelt.

Die Vorräte beinhalten Handelswaren und Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe.

Risiken aus überdurchschnittlicher Lagerdauer und/oder geminderter Verwertbarkeit wurden durch angemessene Abwertungen im Nettoveräußerungswert berücksichtigt. Wenn die Gründe, die zu einer Abwertung der Handelswaren geführt haben, weggefallen sind, ist eine entsprechende Wertaufholung zu erfassen.

Finanzielle Vermögenswerte

Finanzielle Vermögenswerte des Konzerns umfassen im Wesentlichen Finanzmittel, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige finanzielle Vermögenswerte.

Erstmalige Erfassung

Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der bei dem einen Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und beim anderen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führt.

Beim erstmaligen Ansatz werden finanzielle Vermögenswerte für die Folgebewertung entweder als zu fortgeführten Anschaffungskosten, als erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis oder als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet klassifiziert.

Die Klassifizierung finanzieller Vermögenswerte bei der erstmaligen Erfassung hängt von den Eigenschaften der vertraglichen Cashflows der finanziellen Vermögenswerte und vom Geschäftsmodell des Konzerns zur Steuerung seiner finanziellen Vermögenswerte ab. Damit ein finanzieller Vermögenswert als zu fortgeführten Anschaffungskosten klassifiziert und bewertet werden kann, dürfen die Cashflows ausschließlich aus Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag bestehen.

Diese Kategorie umfasst im Konzern Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Forderungen aus Rechnungs- und Lastschriftverkäufen und übrige finanzielle Vermögenswerte, die bei ihrer erstmaligen Erfassung zum beizulegenden Zeitwert angesetzt werden.

Finanzielle Vermögenswerte mit Cashflows, die nicht ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen darstellen, werden unabhängig vom Geschäftsmodell als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert klassifiziert und entsprechend bewertet.

Käufe oder Verkäufe finanzieller Vermögenswerte, die die Lieferung der Vermögenswerte innerhalb eines Zeitraums vorsehen, der durch Vorschriften oder Konventionen des jeweiligen Marktes festgelegt wird (marktübliche Käufe), werden am Handelstag erfasst, d. h. an dem Tag, an dem der Konzern die Verpflichtung zum Kauf oder Verkauf des Vermögenswerts eingegangen ist.

Forderungen aus Rechnungs- und Lastschriftverkäufen werden regelmäßig an Forderungskäufer verkauft und abgetreten und anschließend ausgebucht (echtes Factoring). In diesem Zusammenhang überträgt der Konzern die Cashflows offen auf einen Dritten, der das gesamte Ausfallrisiko trägt. Ein Delkredererisiko verbleibt nicht.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden mit dem gemäß IFRS 15 ermittelten Transaktionspreis bewertet.

Die Verluste aus der Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten werden unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen in separaten Konten in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Folgebewertung

Für die Folgebewertung werden finanzielle Vermögenswerte in vier Kategorien klassifiziert:

  • zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte (Schuldinstrumente)
  • erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertete finanzielle Vermögenswerte mit Umgliederung kumulierter Gewinne und Verluste (Schuldinstrumente)
  • erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertete finanzielle Vermögenswerte ohne Umgliederung kumulierter Gewinne und Verluste bei Ausbuchung (Eigenkapitalinstrumente)
  • erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte

Die Kategorie – zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte (Schuldinstrumente) – hat die größte Bedeutung für den Konzernabschluss.

Der Konzern bewertet finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten, wenn die beiden folgenden Bedingungen erfüllt sind:

  • Der finanzielle Vermögenswert wird im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten, dessen Zielsetzung darin besteht, finanzielle Vermögenswerte zur Vereinnahmung der vertraglichen Cashflows zu halten, und
  • die Vertragsbedingungen des finanziellen Vermögenswerts führen zu festgelegten Zeitpunkten zu Cashflows, die ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag darstellen.

Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Vermögenswerte (Schuldinstrumente) werden in Folgeperioden unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet und sind auf Wertminderungen zu überprüfen.

Im Konzern wird gemäß IFRS 9 das Wertminderungsmodell für finanzielle Vermögenswerte, die zu fortgeführten Anschaffungskosten klassifiziert werden, angewendet. Hierbei wendet Mister Spex den vereinfachten Ansatz an, um Ausfallrisiken zu bewerten und berechnet die erwartenden Kreditverluste (ECL) über eine Risikovorsorge in Höhe der über die Restlaufzeit erwarteten Kreditverluste, unabhängig davon, wann das Ausfallereignis eintritt. Auf die bilanzierten finanziellen Vermögenswerte wirkte sich das neue Wertminderungsmodell nach IFRS 9 nicht wesentlich aus, da insbesondere Forderungen aus Rechnungs- und Lastschriftverkäufen an Forderungskäufer verkauft und abgetreten werden. Weitere Informationen sind in der Anhangangabe (9) enthalten.

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte werden in der Bilanz zum beizulegenden Zeitwert erfasst, wobei die Änderungen des beizulegenden Zeitwerts saldiert in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst werden.

Ein finanzieller Vermögenswert wird hauptsächlich dann ausgebucht, wenn die vertraglichen Rechte auf den Bezug von Cashflows aus dem finanziellen Vermögenswert erloschen sind.

Finanzielle Verbindlichkeiten

Erstmalige Erfassung

Finanzielle Verbindlichkeiten werden beim erstmaligen Ansatz als Verbindlichkeiten oder als Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten klassifiziert.

Sämtliche finanziellen Verbindlichkeiten werden beim erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert bewertet, abzüglich der direkt zurechenbaren Transaktionskosten.

Die finanziellen Verbindlichkeiten des Konzerns umfassen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige finanzielle Verbindlichkeiten sowie Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten einschließlich Kontokorrentkredite.

Folgebewertung

Die Folgebewertung finanzieller Verbindlichkeiten hängt von deren Klassifizierung ab.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie die sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten sind für die Folgebewertung in die Kategorie: zu fortgeführten Anschaffungskosten eingestuft.

Die Kategorie "Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten" hat die größte Bedeutung für den Konzernabschluss. Nach der erstmaligen Erfassung werden verzinsliche Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Gewinne und Verluste werden erfolgswirksam erfasst, wenn die Verbindlichkeiten ausgebucht werden, außerdem im Rahmen von Amortisationen mittels der Effektivzinsmethode.

Fortgeführte Anschaffungskosten werden unter Berücksichtigung eines Agios oder Disagios bei Akquisition sowie von Gebühren oder Kosten berechnet, die einen integralen Bestandteil des Effektivzinssatzes darstellen. Die Amortisation mittels der Effektivzinsmethode ist in der Gewinnund Verlustrechnung als Teil der Finanzaufwendungen enthalten. Weitere Informationen sind in der Anhangangabe (15) enthalten.

Eine finanzielle Verbindlichkeit wird ausgebucht, wenn die dieser Verbindlichkeit zugrunde liegende Verpflichtung erfüllt, aufgehoben oder erloschen ist.

Rückstellungen

Rückstellungen sind nicht-finanzielle Verbindlichkeiten, die bezüglich ihrer Fälligkeit oder ihrer Höhe ungewiss sind. Sie werden nach IAS 37 gebildet, wenn für den Konzern eine gegenwärtige rechtliche oder faktische Verpflichtung aufgrund von vergangenen Ereignissen besteht, der Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen zur Erfüllung der Verpflichtung wahrscheinlich ist und eine verlässliche Schätzung der Höhe der Verpflichtung möglich ist.

Die Rückstellungshöhe wird unter Berücksichtigung aller aus der Verpflichtung erkennbaren Risiken bestmöglich geschätzt. Dabei wird grundsätzlich von dem Erfüllungsbetrag mit der höchsten Eintrittswahrscheinlichkeit ausgegangen. Langfristige Rückstellungen mit einer Laufzeit von über einem Jahr werden auf den Berichtsstichtag abgezinst.

Gewährleistungsrückstellung

Der Konzern bietet gesetzlich vorgeschriebene Gewährleistungen für die Behebung von Mängeln, die zum Zeitpunkt des Verkaufs vorlagen. Rückstellungen für diese sog. assurancetype warranties werden zum Zeitpunkt des Verkaufs der zugrunde liegenden Produkte oder der Erbringung der Dienstleistungen an den Kunden gebildet. Die erstmalige Erfassung erfolgt auf der Grundlage von Erfahrungswerten aus der Vergangenheit. Die ursprüngliche Schätzung der Kosten in Verbindung mit Gewährleistungen wird jährlich überprüft.

Anteilsbasierte Vergütungen

In der Mister Spex Gruppe erhalten Mitarbeiter eine anteilsbasierte Vergütung in Form von Eigenkapitalinstrumenten.

Die an Führungskräfte und Mitarbeiter gewährten Vergütungen werden einerseits als Aufwand und andererseits als Einlage in die Kapitalrücklage in Höhe des beizulegenden Zeitwerts erfasst. Die Aufwandserfassung und Zuführung in die Kapitalrücklage erfolgt über den vertraglich vereinbarten Erdienungszeitraum. Der beizulegende Zeitwert der ausgegebenen Optionen wird zum Zeitpunkt ihrer Gewährung (grant date) ermittelt.

Die Erfassung von aus der Gewährung der Eigenkapitalinstrumente resultierenden Aufwendungen und die korrespondierende Erhöhung der Kapitalrücklage im Eigenkapital erfolgt über den Zeitraum, in dem die Leistungs- und Dienstbedingungen erfüllt werden müssen (sog. Erdienungszeitraum). Die an jedem Berichtsstichtag bis zum Zeitpunkt der ersten Ausübungsmöglichkeit ausgewiesenen kumulierten Aufwendungen aus der Gewährung der Eigenkapitalinstrumente reflektieren den bereits abgelaufenen Teil des Erdienungszeitraums sowie die Anzahl der Eigenkapitalinstrumente, die nach bestmöglicher Schätzung des Konzerns mit Ablauf des Erdienungszeitraums tatsächlich ausübbar werden. Der im Periodenergebnis erfasste Ertrag oder Aufwand entspricht der Entwicklung der zu Beginn und am Ende des Berichtszeitraums erfassten kumulierten Aufwendungen.

Für Vergütungsrechte, die nicht ausübbar werden, weil eine Dienstbedingung nicht eingehalten worden ist, wird kein Aufwand erfasst. Hiervon ausgenommen sind Transaktionen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente, für deren Ausübbarkeit bestimmte Markt- oder Nicht-Ausübungsbedingungen erfüllt sein müssen. Diese werden, unabhängig davon, ob die Marktoder Nicht-Ausübungsbedingungen erfüllt sind, als ausübbar betrachtet, vorausgesetzt, dass alle sonstigen Leistungs- und Dienstbedingungen erfüllt sind.

Werden die Bedingungen einer Transaktion mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente geändert, so werden Aufwendungen mindestens in der Höhe erfasst, in der sie angefallen wären, wenn die Vergütungsvereinbarung in der ursprünglichen Fassung erfüllt worden wäre. Mister Spex erfasst außerdem die durch eine Modifikation entstehende Erhöhung des beizulegenden Zeitwerts der zugesagten Eigenkapitalinstrumente.

Wird eine Vergütungsvereinbarung mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente annulliert, wird diese so behandelt, als ob sie am Tag der Annullierung ausgeübt worden wäre. Der bislang noch nicht erfasste Aufwand wird grundsätzlich sofort erfasst. Wird die annullierte Vergütungsvereinbarung jedoch durch eine neue Vergütungsvereinbarung ersetzt und die neue Vergütungsvereinbarung am Tag ihrer Gewährung als Ersatz für die annullierte Vergütungsvereinbarung deklariert, werden die annullierte und die neue Vergütungsvereinbarung wie eine Änderung der ursprünglichen Vergütungsvereinbarung bilanziert (vgl. hierzu den obigen Abschnitt). Sämtliche Annullierungen von Vergütungsvereinbarungen bei Transaktionen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente werden gleich behandelt.

Weitere Informationen sind in der Anhangangabe (14) enthalten.

Bilanzierung von Transaktionskosten im Rahmen von Eigenkapitaltransaktionen

Der Anteil der Transaktionskosten, der im Zusammenhang mit der Ausgabe neuer Aktien steht, wird in der Bilanz unter den sonstigen nicht-finanziellen Vermögenswerten bilanziert und nach erfolgreicher Durchführung der Eigenkapitaltransaktion gemäß IAS 32.35 als Abzug vom Eigenkapital bilanziert.

Ergebnis je Aktie

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie ergibt sich aus der Division des auf die Anteilseigner der Mister Spex AG entfallenden Anteils am Periodenergebnis durch den gewichteten Durchschnitt der Anzahl der ausgegebenen Aktien. Während einer Periode neu ausgegebene Anteile werden zeitanteilig für den Zeitraum, in dem sie sich im Umlauf befinden, berücksichtigt.

Segmentberichterstattung

Die Segmentberichterstattung des Mister Spex Konzerns ist gemäß dem sogenannten "Management Approach" an der internen Organisations- und Berichtsstruktur ausgerichtet.

IV. Wesentliche Schätzungen und Ermessensentscheidungen bei der Anwendung der Rechnungslegungsmethoden

Die Erstellung von Abschlüssen in Übereinstimmung mit den IFRS erfordert vom Management Annahmen und Schätzungen, die sich auf ausgewiesene Beträge und dazugehörende Angaben auswirken. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2020 wurden die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie die wesentlichen Annahmen und Schätzungen vom Management gewürdigt. Im Ergebnis wurden jedoch keine wesentlichen Auswirkungen festgestellt. Wesentliche Schätzungen und Annahmen werden insbesondere bei den folgenden Sachverhalten vorgenommen:

Anteilsbasierte Vergütungen

Die Kosten aus der Gewährung von Eigenkapitalinstrumenten an Mitarbeiter werden im Konzern mit dem beizulegenden Zeitwert dieser Eigenkapitalinstrumente zum Zeitpunkt ihrer Gewährung bewertet. Zur Schätzung des beizulegenden Zeitwerts anteilsbasierter Vergütungen muss das am besten geeignete Bewertungsverfahren bestimmt werden; dieses ist abhängig von den Bedingungen der Gewährung. Für diese Schätzung ist weiterhin die Bestimmung geeigneter in dieses Bewertungsverfahren einfließender Inputparameter, darunter insbesondere die voraussichtliche Optionslaufzeit, Volatilität und Dividendenrendite sowie entsprechender Annahmen, erforderlich.

Die Annahmen und angewandten Verfahren für die Schätzung des beizulegenden Zeitwerts anteilsbasierter Vergütungen werden in der Anhangangabe (14) dargestellt.

Geschäfts- oder Firmenwert

Die Geschäfts- oder Firmenwerte werden jährlich auf Wertminderung nach den Vorschriften des IAS 36 überprüft. Basis für den Werthaltigkeitstest sind die zukünftigen Zahlungsmittelüberschüsse, die für einzelne Vermögenswerte oder in zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zusammengefasste Gruppen von Vermögenswerten erwirtschaftet werden. Eine Wertminderung besteht, wenn der Buchwert eines Vermögenswerts oder einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit seinen erzielbaren Betrag übersteigt. Der erzielbare Betrag eines Vermögenswerts oder einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert. Zur Berechnung des Nutzungswerts wird eine Discounted-Cashflow-Methode verwendet, wobei die Inputfaktoren in die Stufe 3 der

Fair-Value-Hierarchie eingeordnet werden. Der erzielbare Betrag ist abhängig von dem im Rahmen der Discounted-Cashflow-Methode verwendeten Diskontierungszinssatz sowie von den erwarteten künftigen Mittelzuflüssen und der für Zwecke der Extrapolation verwendeten Wachstumsrate.

Weitere Einzelheiten zum Werthaltigkeitstest sind unter Abschnitt (6) im Anhang zu Geschäftsoder Firmenwerten und Immateriellen Vermögenswerten zu finden.

Leasingverhältnisse

Der Konzern bestimmt die Laufzeit des Leasingverhältnisses unter Zugrundelegung der unkündbaren Grundlaufzeit des Leasingverhältnisses sowie unter Einbeziehung der Zeiträume, die sich aus einer Option zur Verlängerung des Leasingverhältnisses ergeben, sofern hinreichend sicher ist, dass er diese Optionen ausüben wird oder der Zeiträume, die sich aus einer Option zur Kündigung des Leasingverhältnisses ergeben, sofern hinreichend sicher ist, dass er diese Option nicht ausüben wird.

Der Konzern verwendet zur Bewertung von Leasingverbindlichkeiten seinen Grenzfremdkapitalzinssatz. Dieser wird anhand beobachtbarer Inputfaktoren geschätzt, sofern diese verfügbar sind. Darüber hinaus müssen unternehmensspezifische Schätzungen vorgenommen werden.

V. Änderungen und neue Verlautbarungen zur Rechnungslegung

Zum 1. Januar 2020 hat der Konzern sämtliche Standards und Änderungen, welche erstmalig zum 1. Januar 2020 anzuwenden sind, erstmals angewandt. Diese haben jedoch keine wesentliche Auswirkung auf den Konzernabschluss.

  • Anpassungen der Querverweise auf das Rahmenkonzept in IFRS Standards
  • Änderungen an IFRS 3: Definition eines Geschäftsbetriebs
  • Änderungen an IFRS 9, IAS 39 und IFRS 7: Reform der Referenzzinssätze
  • Änderungen an IAS 1 und IAS 8: Definition von Wesentlichkeit

Neue Verlautbarungen zur Rechnungslegung, die noch nicht angewendet werden

Für die folgenden neuen oder geänderten Standards und Interpretationen, die verpflichtend erst in späteren Geschäftsjahren anzuwenden sind, plant der Mister Spex Konzern keine frühzeitige Anwendung. Der Konzern geht derzeit davon aus, dass sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss ergeben werden.

  • Änderungen an IFRS 4: Verlängerung der temporären Anwendungsbefreiung von IFRS 9 (Erstanwendung: Berichtsperioden die am oder nach dem 1. Januar 2021 beginnen)
  • Änderungen an IFRS 9, IAS 39 und IFRS 7, IFRS 4 und IFRS 16: Reform der Referenzzinssätze – Phase 2 (Erstanwendung: Berichtsperioden die am oder nach dem 1. Januar 2021 beginnen)

Neue, aber noch nicht verpflichtend anzuwendende Standards und Interpretationen

Bei den folgenden Standards ist das EU Endorsement noch ausstehend. Diese Standards sind noch nicht angewandt und haben voraussichtlich keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss:

  • IFRS 17 Versicherungsverträge (inklusive Veränderungen an IFRS 17)
  • Veränderungen an IFRS 3: Querverweise auf das Rahmenkonzept
  • Veränderungen an IFRS 10 und IAS 28: Verkauf oder Zuführung von Vermögenswerten zwischen einem Investor und seinem Associate oder Joint Venture
  • Veränderungen an IAS 1: Klassifizierung von Verbindlichkeiten als kurz- oder langfristig (inklusive Aufschub des Inkrafttretens)
  • Veränderungen an IAS 16: Sachanlagen Erlös vor bestimmungsgemäßer Verwendung
  • Veränderungen an IAS 37: Belastende Verträge Vertragserfüllungskosten
  • Verbesserungen an IFRS 2018 2020

VI. Geschäftssegmente

Zum Zwecke der Unternehmenssteuerung ist der Mister Spex Konzern nach geografischen Bereichen organisiert und verfügt über zwei berichtspflichtige Segmente gemäß IFRS 8, die sich wie folgt darstellen:

Berichtspflichtige Segmente Geschäftsbereiche
Deutschland Kauf und Verkauf von Korrekturgläsern, Sonnenbrillen
sowie Kontaktlinsen über die deutsche Webseite sowie
Geschäfte in Deutschland
International Kauf und Verkauf von Korrekturgläsern, Sonnenbrillen
sowie Kontaktlinsen über die ausländischen Webseiten in
Finnland, Frankreich, Niederlande, Norwegen, Österreich,
Schweden, Schweiz, Spanien und Vereinigtes Königreich.

Die Spalte "Überleitung" umfasst die Konsolidierung zwischen den berichtspflichtigen Segmenten.

Der Vorstand – bestehend aus den beiden Co-CEOs – ist die verantwortliche Unternehmensinstanz (Chief Operating Decision Maker, CODM) und überwacht die

Betriebsergebnisse seiner Segmente getrennt, um Entscheidungen über die Ressourcenzuweisung und Leistungsbewertung zu treffen.

Die Verrechnungspreise zwischen den Segmenten werden zu marktüblichen Bedingungen festgelegt.

Die Informationen zu den einzelnen berichtspflichtigen Segmenten sind nachstehend aufgeführt. Das adjustierte Segmentergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (adjustiertes EBITDA) wird zur Bewertung der Ertragskraft verwendet, da der Vorstand der Auffassung ist, dass dieses die relevanteste Information bei der Beurteilung der Ergebnisse bestimmter Segmente im Verhältnis zu anderen Unternehmen darstellt, die in diesen Branchen tätig sind. Das adjustierte EBITDA ist das um bestimmte Sondereffekte adjustierte EBITDA. Sondereffekte umfassen einmalige Transformationskosten, Währungseffekte, IFRS Effekte im Wesentlichen aus der Anwendung von IFRS 2 sowie IFRS 16 und andere Sondereffekte, die nicht Teil des normalen Geschäftsverlaufs sind.

2020 In TEUR Deutschland International Überleitung Summe
Externe Umsatzerlöse 117.782 46.419 - 164.201
Umsatzerlöse zwischen Segmenten 5.750 655 -6.405 -
Umsatzerlöse des Segments 123.532 47.074 -6.405 164.201
Adjustiertes EBITDA 7.631 -877 - 6.754
2019 In TEUR Deutschland International Überleitung Summe
Externe Umsatzerlöse 99.538 39.744 - 139.282
Umsatzerlöse zwischen Segmenten 4.942 296 -5.238 -
Umsatzerlöse des Segments 104.480 40.040 -5.238 139.282
Adjustiertes EBITDA 4.655 -325 - 4.330
2018 In TEUR Deutschland International Überleitung Summe
Externe Umsatzerlöse 88.725 34.053 - 122.778
Umsatzerlöse zwischen Segmenten 5.125 547 -5.672 -
Umsatzerlöse des Segments 93.850 34.600 -5.672 122.778
Adjustiertes EBITDA 2.685 139 - 2.824
In TEUR 2020 2019 2018
I. Umsatzerlöse
Umsatzerlöse der berichtspflichtigen Segmente 170.616 144.520 128.450
Eliminierung von Umsatzerlösen zwischen den
Segmenten
-6.405 -5.238 -5.672
Konsolidierte Umsatzerlöse 164.201 139.282 122.778
II. Adjustiertes EBITDA
Adjustiertes EBITDA der berichtspflichtigen Segmente 6.754 4.330 2.824
Sondereffekte -939 -1.044 -3.861
Davon Effekte aus der Anwendung von IFRS 2 -658 -1.080 -127
Davon Effekte aus der Anwendung von IFRS 16 - - -2.898
Davon Transformationskosten -579 -274 -982
Davon andere Sondereffekte 298 310 147
Finanzerträge und -aufwendungen -4.654 -4.182 -5.129
Abschreibungen -10.937 -8.277 -4.178
Anteil am Ergebnis von assoziierten Unternehmen -94 - -
Ergebnis vor Ertragsteuern -9.870 -9.173 -10.344

Folgende Tabelle stellt den Umsatz der Gruppe nach Produkttypen dar.

2020 2019 2018
In TEUR
I. Umsatzerlöse
Korrekturgläser 66.916 49.638 40.826
Sonnenbrillen 38.611 31.096 26.946
Kontaktlinsen 55.450 55.818 52.564
Summe Produkte 160.977 136.553 120.336
Dienstleistungen aus 2.915 2.456 2.088
Vermarktung
Sonstige 309 273 354
Dienstleistungen
Summe 164.201 139.282 122.778

Die nachfolgende Darstellung zeigt die langfristigen Vermögenswerte des Konzerns, unterschieden nach Herkunftsland des Unternehmens (Deutschland) und anderen Ländern (International). Bei der Darstellung der Informationen auf geografischer Grundlage basieren die Vermögenswerte eines Segments auf den Standorten der Vermögenswerte.

In TEUR 2020 2019 2018
Langfristige Vermögenswerte
Deutschland 68.934 46.691 17.182
International 13.627 13.729 13.369
Summe 82.561 60.420 30.551

Langfristige Vermögenswerte beinhalten nicht Finanzinstrumente, latente Steueransprüche und Vermögenswerte aus Leistungen an Arbeitnehmer.

Die Umsatzerlöse aus Transaktionen mit einem einzelnen Kunden überstiegen in keinem Fall 10% des Umsatzes der Mister Spex Gruppe in den Jahren 2020, 2019 oder 2018.

VII. Erläuterungen zur Konzern-Gesamtergebnisrechnung

1. Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse setzen sich aus dem Verkauf von Handelswaren, erbrachten Dienstleistungen aus Vermarktung sowie sonstigen mit dem Kerngeschäft im Zusammenhang stehenden Leistungen zusammen.

Die Erlöse aus Produktverkäufen betrugen im Geschäftsjahr TEUR 160.977 (Vj. TEUR 136.553). Die Erlöse aus erbrachten Dienstleistungen aus Vermarktung und sonstigen Dienstleistungen beliefen sich in 2020 auf TEUR 3.224 (Vj. TEUR 2.729)

Die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten aus IFRS 15 Erlöse aus Verträgen mit Kunden stellen sich zusammengefasst wie folgt dar:

In TEUR 2020 2019 1.1.2019
Vermögenswerte aus Rückgaberechten 695 750 689
Rückerstattungsverbindlichkeit 1.993 2.038 1.899
Rückstellungen für Gewährleistungen 728 573 401
Vertragsverbindlichkeiten 698 1.408 1.504

Die Vertragsverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 698 (Vj. TEUR 1.408) resultieren aus den erhaltenen Anzahlungen und werden i.d.R. innerhalb der folgenden Wochen nach

Abschlussstichtag durch Übertragung der Produkte an die Kunden realisiert. Der Vorjahreswert wurde im Geschäftsjahr 2020 vollständig realisiert. Da sich die Vertragsverbindlichkeiten auf erhaltene Anzahlungen von Kunden beziehen, schwanken die Salden dieses Postens in Abhängigkeit von fakturierten Aufträgen zum Jahresende.

Der Herausgabeanspruch aus erwarteten Rückgaben von Kunden in Höhe von TEUR 695 (Vj. TEUR 750) sowie die Rückerstattungsverbindlichkeit in Höhe von TEUR 1.993 (Vj. TEUR 2.038) werden in separaten Posten in der Bilanz ausgewiesen.

2. Personalaufwand

Der Personalaufwand des Geschäftsjahres gliedert sich wie folgt auf:

In TEUR 2020 2019
Löhne und Gehälter 30.266 23.549
Sozialabgaben 5.481 4.266
Summe 35.747 27.815

In den Sozialabgaben sind Abgaben zur Altersversorgung in Form von Beiträgen zu gesetzlichen Rentenversicherungen in Höhe von TEUR 2.107 (Vj. TEUR 1.873) enthalten.

Die Personalaufwendungen wurden in Höhe von TEUR 308 durch die Erstattungen von Sozialversicherungsbeiträgen im Zusammenhang mit der Inanspruchnahme von Kurzarbeitergeld in Deutschland, die die Mister Spex Gruppe von der Bundesagentur für Arbeit erhalten hat, gemindert.

3. Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Erträge des Geschäftsjahres setzen sich aus Erträgen aus Zuschüssen in Höhe von TEUR 252 (Vj. TEUR 292), sonstigen periodenfremden Erträgen in Höhe von TEUR 136 (Vj. TEUR 654) sowie sonstigen Erträgen in Höhe von TEUR 90 (Vj. TEUR 385) zusammen.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen des Geschäftsjahres unterteilen sich wie folgt:

In TEUR 2020 2019
Marketingkosten 19.453 17.544
Fracht- und Erfüllungskosten 13.298 11.526
Kosten des allgemeinen Geschäftsbetriebs 5.207 4.099
Externe Dienstleistungen 2.820 2.260
Rechts- und Beratungskosten 1.227 987
Sonstige 2.418 2.019
Summe 44.424 38.435

Zudem sind in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen periodenfremde Aufwendungen in Höhe von TEUR 310 (Vj. TEUR 197) enthalten.

4. Finanzerträge und Finanzaufwendungen

Die Finanzerträge des Geschäftsjahres gliedern sich wie folgt:

In TEUR 2020 2019
Zinserträge 36 6
Gewinne aus Wechselkursänderungen 394 127
Summe 430 133

Die Finanzaufwendungen des Geschäftsjahres gliedern sich wie folgt:

In TEUR 2020 2019
Zinsaufwendungen 4.612 3.951
Aufwendungen aus Wechselkursänderungen 472 364
Summe 5.084 4.315

In den Zinsaufwendungen sind auch die Zinsen aus Leasingverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 1.168 (Vj. TEUR 726) enthalten.

5. Ertragsteuern

Der in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesene Ertragsteueraufwand umfasst folgende Posten:

In TEUR 2020 2019
Laufende Steuern 25 276
Latente Steuern 363 -141
Ertragsteueraufwand 388 135

Die Überleitungsrechnung zwischen dem tatsächlichen Ertragsteueraufwand und dem erwarteten Ertragsteueraufwand für die Geschäftsjahre 2020 und 2019 stellt sich wie folgt dar:

2020 2019
Ergebnis vor Steuern -9.870 -9.173
Steuersatz 29,1% 29,7%
Berechnung der erwarteten Steuererträge anhand der jeweiligen
Steuersätze, die auf die Gewinne der einzelnen Länder
anzuwenden sind
2.874 2.726
Nicht aktivierte latente Steuern auf steuerliche Verluste -2.661 -1.955
Steuerlich nicht abzugsfähige Betriebsausgaben -314 -470
Steuerlich nicht abzugsfähige Aufwendungen aus anteilsbasierten
Vergütungen
-198 -326
Sonstige Effekte -89 -110
Erfasster Ertragsteueraufwand -388 -135

Der gewichtete durchschnittliche beizulegende Steuersatz betrug 29,1 % (Vj. 29,7 %) und leitet sich von den in den einzelnen Ländern geltenden Steuersätzen, gewichtet nach dem jeweiligen Ergebnis vor Steuern, ab.

Latente Steuern

Unterschiede zwischen den bilanziellen Regelungen aus den IFRS und den gesetzlichen Steuervorschriften begründen das Entstehen temporärer Differenzen zwischen den Buchwerten der Vermögenswerte und Schulden für Zwecke der Rechnungslegung und ihren steuerlichen Werten. Die steuerlichen Auswirkungen dieser temporären Differenzen und der verwendeten steuerlichen Verlustvorträge sind nachfolgend aufgeschlüsselt:

Aktive latente Steuern Passive latente
Steuern
In TEUR 31.12.2020 31.12.2019 31.12.2020 31.12.2019
Immaterielle Vermögenswerte aus
selbsterstellter Software
- - 3.648 2.898
Immaterielle Vermögenswerte aus
Unternehmenserwerben
- - 127 191
Leasingverhältnisse 11.308 7.982 10.798 7.789
Andere finanzielle Verbindlichkeiten - - 39 -
Sonstige 4 4 28 -
Summe aus temporären Differenzen 11.312 7.986 14.639 10.878
Aktivierte Verlustvorträge 2.445 2.222 - -
Summe latente Steuern (unsaldiert) 13.757 10.208 14.639 10.878
Saldierung -13.757 -10.208 -13.757 -10.208
Summe Latente Steuern (saldiert) -
-
882
670

Die latenten Steuern aus aktivierten Verlustvorträgen in Höhe von TEUR 2.445 (Vj. TEUR 2.222) resultieren im Wesentlichen aus körperschaft- (TEUR 67.064, Vj. TEUR 57.645) und gewerbesteuerlichen (TEUR 61.047, Vj. TEUR 51.676) Verlustvorträgen. Die aktive latente Steuer wird in Höhe der zu erwartenden künftigen Steuerentlastungen angesetzt. Auf körperschaftsteuerliche Verlustvorträge in Höhe von TEUR 59.382 und auf gewerbesteuerliche Verlustvorträge in Höhe von TEUR 53.365 wurden keine latenten Steuern angesetzt. Zusätzlich liegt ein Zinsvortrag in Höhe von TEUR 3.265 vor, für den ebenfalls keine latente Steuer abgegrenzt wurde. Die Verlustvorträge und der Zinsvortrag unterliegen keiner zeitlichen Begrenzung.

Die steuerlichen Verlustvorträge der ausländischen Tochterunternehmen, auf die keine latenten Steuern gebildet wurden, betragen TEUR 13.144.

VIII. Erläuterungen zur Konzernbilanz

6. Geschäfts- oder Firmenwerte und Immaterielle Vermögenswerte

Die Veränderungen des Buchwerts des Geschäfts- oder Firmenwertes und der immateriellen Vermögenswerte stellen sich wie folgt dar:

Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten:

In TEUR Geschäfts
oder
Firmenwerte
Kunden
stamm
Marke Software Software in
Entwicklung
Summe
Stand 1. Januar 2019 12.113 3.144 221 18.211 1.606 35.295
Zugänge - - - 96 4.363 4.459
Umbuchungen - - - 1.023 -1.023 -
Währungseffekte - - - -4 - -4
Stand 31. Dezember 2019 12.113 3.144 221 19.327 4.946 39.751
Zugänge - 427 - 112 5.154 5.693
Umbuchungen - - - 4.786 -4.786 0
Währungseffekte - - - 8 - 8
Stand 31. Dezember 2020 12.113 3.571 221 24.233 5.313 45.450

Abschreibungen bzw. Wertminderungen:

In TEUR Geschäfts
oder
Firmenwerte
Kunden
stamm
Marke Software Software in
Entwicklung
Summe
Stand 1. Januar 2019 - 1.988 221 10.645 - 12.854
Abschreibungen - 289 - 3.078 - 3.367
Währungseffekte - - - -4 - -4
Stand 31. Dezember 2019 - 2.277 221 13.719 - 16.217
Abschreibungen - 349 - 2.815 - 3.165
Währungseffekte - 1 - 8 - 9
Stand 31. Dezember 2020 - 2.627 221 16.542 - 19.390

Nettobuchwerte:

In TEUR Geschäfts
oder
Firmenwerte
Kunden
stamm
Marke Software Software in
Entwicklung
Summe
Stand 31. Dezember 2019 12.113 867 - 5.608 4.946 23.534
Stand 31. Dezember 2020 12.113 944 - 7.690 5.313 26.060

Die Mister Spex Gruppe hat zum 30. November 2020 (sowie eine Aktualisierung zum 31. Dezember 2020) einen Werthaltigkeitstest der beiden zahlungsmittelgenerierenden Einheiten

Nordic Eyewear und Lensit (beide gehören zum berichtspflichtigem Segment International) zur Überprüfung der Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte durchgeführt. Zum 30. November 2020 (sowie zum 31. Dezember 2020) war den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten Nordic Eyewear und Lensit analog zum Vorjahr ein Geschäfts- oder Firmenwert von TEUR 6.854 (Vj. TEUR 6.854) bzw. TEUR 5.259 (Vj. TEUR 5.259) zugeordnet.

Die erzielbaren Beträge der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten Lensit bzw. Nordic Eyewear wurden anhand des Nutzungswertes im Rahmen einer Discounted-Cash-Flow-Ermittlung bestimmt. Die Werthaltigkeitstests stützten sich auf die Geschäftsplanung für die Geschäftsjahre 2021 bis 2025. Dabei wird ein Diskontierungsfaktor von 9,3 % p. a. nach Steuern (11,2 % vor Steuern) zugrunde gelegt. Die Cashflows nach der 5-jährigen Mittelfristplanung werden unter Verwendung einer Wachstumsrate von 2 % extrapoliert.

Dem Werthaltigkeitstest liegen Cashflow-Planungen für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten sowie Erwartungen über die Marktentwicklung zugrunde. Der 5-jährige Planungszeitraum spiegelt die mittelfristige Unternehmensplanung wider. Die angesetzten Cashflows wurden aus Vergangenheitsinformationen abgeleitet. In den Geschäftsplanungen für die folgenden Jahre wird zunächst in einem 4-Jahreszeitraum mit einem Wachstum der operativen Marge beider Berichtseinheiten gerechnet. Nach diesem Zeitraum nimmt die Wachstumsdynamik ab und beträgt für die Terminal Value Periode für beide Berichtseinheiten 2 %.

Im August des Geschäftsjahres hat der Konzern im Rahmen eines Asset Deals einen Kundenstamm für einen Kaufpreis in Höhe von TEUR 427 erworben. Der Kundenstamm unterliegt einer Nutzungsdauer von drei Jahren. Der Buchwert zum 31. Dezember 2020 beträgt TEUR 366.

7. Sachanlagen

Die Veränderungen des Buchwerts der Sachanlagen stellen sich wie folgt dar:

Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten:

In TEUR Technische
Anlagen und
Maschinen
Betriebs- und
Geschäftsausstattung
Anlagen im
Bau
Summe
Stand 1. Januar 2019 3.207 7.228 5 10.440
Zugänge 868 808 2.214 3.890
Umgliederungen - 1.549 -1.549 -
Abgänge - -10 - -10
Währungseffekte - 1 - 1
Stand 31. Dezember 2019 4.075 9.576 669 14.320
Zugänge 1.060 1.227 5.859 8.146
Umgliederungen 737 4.012 -4.749 -
Abgänge - - - -
Währungseffekte - -8 - -8
Stand 31. Dezember 2020 5.872 14.808 1.780 22.459

Abschreibungen bzw. Wertminderungen:

In TEUR Betriebs- und Anlagen im
Geschäftsausstattung

Bau Summe

Technische
Anlagen und
Maschinen
Stand 1. Januar 2019 472 3.299 - 3.771
Abschreibungen 323 1.043 - 1.366
Abgänge - -5 - -5
Währungseffekte - - - -
Stand 31. Dezember 2019 795 4.337 - 5.132
Abschreibungen 509 1.515 - 2.024
Abgänge - - - -
Währungseffekte - -8 - -8
Stand 31. Dezember 2020 1.304 5.844 - 7.148

Nettobuchwerte:

In TEUR Technische
Anlagen und
Maschinen
Betriebs- und
Geschäftsausstattung
Anlagen im
Bau
Summe
Stand 31. Dezember 2019 3.280 5.239 669 9.188
Stand 31. Dezember 2020 4.567 8.964 1.780 15.311

Im Geschäftsjahr hat das Management keine Anzeichen für Wertminderungen der Sachanlagen festgestellt. Im Rahmen dieser Beurteilung wurde auch ein möglicher außerplanmäßiger Abwertungsbedarf auf die Betriebs- und Geschäftsausstattungen der Geschäfte im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie berücksichtigt. Es wurden in der Berichtsperiode keine Fremdkapitalkosten aktiviert.

8. Anteile an assoziierten Unternehmen

Die Mister Spex AG hat mit Kaufvertrag vom 8. Oktober 2020 Anteile in Höhe von 45 % (vor Kapitalerhöhung am 20. November 2020) an der Tribe GmbH erworben. Am 20. November 2020 hat die Mister Spex AG dann weitere 5,75 % im Rahmen einer Kapitalerhöhung bei der Tribe GmbH erworben, sodass sich die Anteilsquote auf insgesamt 48,17 % erhöht hat. Das Unternehmen ist auf die Entwicklung und den Vertrieb von Kommunikationssoftware spezialisiert. Der Konzern bilanziert seinen Anteil an der Tribe GmbH nach der Equity-Methode.

Der Kaufpreis inklusive der Anschaffungsnebenkosten betrug TEUR 3.222, wovon TEUR 710 auf eine Option zum Kauf der weiteren Anteile an der Gesellschaft entfallen (siehe Anhangangabe (13)). Die Option wurde direkt in der Kapitalrücklage gemäß IAS 32 erfasst. Nach Einschätzung des Managements besitzen diese potenziellen Stimmrechte aus der Kaufoption keinen substanziellen Charakter im Sinne von IFRS 10. Der Buchwert der Anteile an dem assoziierten Unternehmen bei Zugang entspricht somit TEUR 2.512. Die Fortschreibung des Beteiligungsbuchwerts zum 31. Dezember 2020 ergibt einen Buchwert von TEUR 2.418. Die Änderung wurde erfolgswirksam als Ergebnis aus assoziierten Unternehmen erfasst.

Die nachstehende Tabelle fasst die Finanzinformationen der Tribe GmbH zusammen, ergänzt um Anpassungen an dem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt. Die Tabelle zeigt auch eine Überleitung der zusammengefassten Finanzinformationen auf den Buchwert des Anteils des Konzerns an der Tribe GmbH. Die Informationen für das in der Tabelle dargestellte Geschäftsjahr 2020 beinhalten die Ergebnisse vom 8. Oktober 2020 bis 31. Dezember 2020.

In TEUR 2020
Kurzfristige Vermögenswerte 232
Langfristige Vermögenswerte 19
Kurzfristige Schulden 265
Langfristige Schulden 252
Nettovermögen (100 %) -266
Anteil des Konzerns am Nettovermögen: 48,17 % -128
Geschäfts- oder Firmenwert 2.351
Konzernanpassungen 289
Equity Ergebnis -94
Buchwert des Anteils am assoziierten Unternehmen 2.418
In TEUR 2020
Umsatzerlöse 0
Gesamtergebnis nach Steuern (100 %) -86
Anteil des Konzerns am Gesamtergebnis -42
Konzernanpassungen -52
Equity Ergebnis -94

Die Konzernanpassungen enthalten unter anderem die Aufdeckung stiller Reserven und Lasten im Rahmen der Kaufpreisallokation sowie deren ergebniswirksame Fortschreibung im Rahmen der Equity-Methode.

9. Finanzielle Vermögenswerte

Die finanziellen Vermögenswerte gliedern sich folgend in lang- und kurzfristige Vermögenswerte:

In TEUR 31.12.2020 31.12.2019
langfristige finanzielle Vermögenswerte 2.988 1.884
kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 2.925 18.073
Summe 5.913 19.957

Die langfristigen finanziellen Vermögenswerte in Höhe von TEUR 2.988 (Vj. TEUR 1.884) bestehen aus Forderungen aus Mietkautionen und hinterlegten Sicherheiten (TEUR 2.738; Vj. TEUR 1.884) sowie Darlehen an assoziierte Unternehmen (TEUR 250; Vj. TEUR 0).

Die langfristigen Forderungen aus Mietkautionen sowie hinterlegten Sicherheiten entsprechen den jeweiligen Buchwerten, da sie zu Marktzinssätzen verzinst werden.

Die kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte beinhalten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 1.322 (Vj. TEUR 1.425), Forderungen aus Rechnungs- und Lastschriftverkäufen in Höhe von TEUR 1.457 (Vj. TEUR 911) sowie sonstige finanzielle Vermögenswerte in Höhe von TEUR 147 (Vj TEUR 15.737).

Die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte stimmen mit den Zeitwerten überein.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben in der Regel eine Fälligkeit von 30 - 90 Tagen und sind nicht verzinslich.

Alle wesentlichen finanziellen Vermögenswerte werden gemäß IFRS 9 als zu fortgeführten Anschaffungskosten klassifiziert und bewertet.

Da der Konzern bei seinen lang- und kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten keine historischen Ausfallereignisse hatte und aufgrund der hohen Bonität seiner Schuldner mit keinen wesentlichen Ausfällen rechnet, wurden keine zu erwartenden Kreditverluste im Geschäftsjahr erfasst.

10. Vorräte

Die Vorräte setzen sich wie nachfolgend dargestellt zusammen:

In TEUR 31.12.2020 31.12.2019
Roh-, Hilfs-, und Betriebsstoffe 673 416
Handelswaren 16.933 14.170
Vorräte 17.606 14.586

Die Aufwendungen für Wertminderungen auf Vorräte betrugen im Berichtszeitraum TEUR 28 (Vj. TEUR 35) und spiegeln den geschätzten Risikobestand zum Jahresende wider.

Die im Materialaufwand als Aufwand erfassten Anschaffungskosten- bzw. Herstellungskosten von Vorräten belaufen sich auf TEUR 82.984 (Vj. TEUR 74.464).

11. Sonstige nicht-finanzielle Vermögenswerte

Zum 31. Dezember 2020 beliefen sich die sonstigen nicht-finanziellen Vermögenswerte auf TEUR 4.420 (Vj. TEUR 3.496).

Die sonstigen nicht-finanziellen Vermögenswerte setzen sich auch in diesem Geschäftsjahr aus sonstigen Forderungen (TEUR 2.823; Vj. TEUR 1.656), geleisteten Vorauszahlungen (TEUR 1.385; Vj. TEUR 1.035), Umsatzsteuerforderungen (TEUR 194; Vj. TEUR 805) und laufenden Ertragsteueransprüchen (TEUR 18; Vj. TEUR 0) zusammen.

In den kurzfristigen sonstigen nicht-finanziellen Vermögenswerten sind Forderungen gegen die Bundesagentur für Arbeit in Höhe von TEUR 247 (Vj. TEUR 0) enthalten, die im Zusammenhang mit der Inanspruchnahme von Kurzarbeitergeld in Deutschland stehen, sowie Transaktionskosten in Höhe von TEUR 94 (Vj. TEUR 115) im Zusammenhang mit der geplanten Ausgabe neuer Anteile.

Die sonstigen nicht-finanziellen Vermögenswerte sind ausschließlich kurzfristig.

12. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Die Zahlungsmittel bestehen im Wesentlichen aus Guthaben bei Kreditinstituten und unterliegen keiner Verfügungsbeschränkung.

13. Eigenkapital

Gezeichnetes Kapital:

Nach der Beschlussfassung über eine Kapitalerhöhung im Dezember 2019 wurden die eingeforderten Einlagen in das gezeichnete Kapital in Höhe von TEUR 70 in voller Höhe

eingezahlt. Die Kapitalerhöhung wurde im Januar 2020 im Handelsregister eingetragen. Im Vergleich zum vorangegangenen Bilanzstichtag hat sich die Anzahl der Aktien dementsprechend von 1.190.876 auf 1.260.626 erhöht. Das Grundkapital ist eingeteilt in 1.260.626 Stückaktien (Aktien ohne Nennbetrag). Die Aktien sind voll ausgegeben und voll eingezahlt. Alle Aktien gewähren die gleichen Rechte und Pflichten. Jede Aktie gewährt in der Hauptversammlung eine Stimme und ist maßgebend für den Anteil des Aktionärs am Gewinn nach Steuern der Gesellschaft.

Kapitalrücklage:

Die Kapitalrücklage beinhaltet Zuzahlungen der Gesellschafter in Höhe von TEUR 14.930 (Vj. TEUR 24.542) im Rahmen der im Geschäftsjahr 2019 beschlossenen und im Januar 2020 im Handelsregister eingetragenen Kapitalerhöhung. Daneben wurden Beträge aus anteilsbasierten Vergütungen nach IFRS 2 in Höhe von TEUR 658 (Vj. TEUR 1.080) zugeführt.

Im Zusammenhang mit den Kapitalerhöhungen fielen direkt zurechenbare Transaktionskosten in Höhe von TEUR 500 an und wurden abzüglich eines Steuervorteils in Höhe von TEUR 151 unmittelbar von der Kapitalrücklage gekürzt.

Mit dem Erwerb von 48,17 % der Anteile an der Tribe GmbH hat der Konzern das Recht erworben, die verbleibenden 51,83 % der Anteile an der Tribe GmbH zukünftig zu erwerben. Zum Erwerbszeitpunkt am 8. Oktober 2020 betrug der beizulegende Zeitwert der Option TEUR 710. Die erworbene Kaufoption stellt aufgrund der Vereinbarungen im Kaufvertrag ein Eigenkapitalinstrument dar, da zum Emissionszeitpunkt des Instruments die zu liefernde Anzahl von eigenen Eigenkapitalinstrumenten und der Betrag der Gegenleistung feststehen. Die gezahlte Optionsprämie in Höhe des beizulegenden Zeitwerts der Kaufoption wurde gem. IAS 32.22 im Eigenkapital erfasst.

Genehmigtes Kapital:

Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2020 beträgt das genehmigte Kapital EUR 260.721 (Vj. TEUR 221). Es dient u. a. der Schaffung von Eigenkapital im Rahmen von anteilsbasierten Vergütungen an die Mitarbeiter.

Sonstiges Ergebnis:

Im sonstigen Ergebnis sind ausschließlich Ergebnisse aus der Währungsumrechnung enthalten.

Eigene Anteile:

Die Anzahl der eigenen Aktien blieb gegenüber dem 31. Dezember 2019 unverändert.

14. Anteilsbasierte Vergütungen

Der Konzern hat vier Pläne aufgelegt, nach denen berechtigte Mitarbeiter die Möglichkeit haben, direkt oder indirekt in Eigenkapitalinstrumente der Gesellschaft zu investieren. Die von der Mister Spex Gruppe ausgegebenen anteilsbasierten Vergütungszusagen sind als Pläne mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente ausgestaltet. In der Berichtsperiode wurde in diesem Zusammenhang ein Gesamtaufwand in Höhe von TEUR 658 erfasst.

Der Erdienungszeitraum für die anteilsbasierten Vergütungsinstrumente beträgt in der Regel 48 Monate. Die erste Tranche wird nach zwölf Monaten unverfallbar, während die restlichen Tranchen zu jeweils gleichen Teilen monatlich über den restlichen Erdienungszeitraum unverfallbar werden. Die anteilsbasierten Vergütungsinstrumente werden nach dem Ablauf einer Frist, dem Eintritt eines "Exit"-Ereignisses oder beim Austritt des Begünstigten ausübbar.

Die in die Bewertung einfließenden Parameter wurden jeweils folgendermaßen bestimmt: Der herangezogene Anteilswert wurde aus dem Ausgabedatum nahen Finanzierungsrunden sowie einer Anteilsveräußerung abgeleitet. Die erwartete Volatilität basiert auf der Entwicklung der Aktienkursvolatilität gleichartiger Unternehmen (Peergroup) über die jeweils erwartete

Optionslaufzeit. Der fristäquivalente, risikolose Zins wurde mit Hilfe der Svensson-Methode ermittelt.

In der Berichtsperiode 2020 wurden keine Optionen ausgeübt. Der gewichtete durchschnittliche Anteilswert am Tag der Ausübung einer in der Berichtsperiode 2019 ausgeübten Option betrug EUR 138,38.

ESOP I

Die von der Mister Spex AG in Deutschland im Rahmen des "Employee Stock Option Programs I" (ESOP I) gewährten Vergütungszusagen wurden zu verschiedenen Zeitpunkten zwischen 2012 und 2015 erteilt.

Die Anzahl der ausstehenden Optionen hat sich im Berichtszeitraum folgendermaßen entwickelt:

Anzahl gewichteter
durchschnittlicher
Ausübungspreis (in EUR)
Zum 1. Januar 2019 ausstehende Optionen 46.267 11,33
In der Berichtsperiode gewährte Optionen - -
In der Berichtsperiode verwirkte Optionen - -
In der Berichtsperiode ausgeübte Optionen 6.012 3,88
Zum 31.12.2019 ausstehende Optionen 40.255 12,44
Zum 31.12.2019 ausübbare Optionen 40.255 12,44
Zum 1. Januar 2020 ausstehende Optionen 40.255 12,44
In der Berichtsperiode gewährte Optionen - -
In der Berichtsperiode verwirkte Optionen - -
In der Berichtsperiode ausgeübte Optionen - -
Zum 31.12.2020 ausstehende Optionen 40.255 12,44
Zum 31.12.2020 ausübbare Optionen 40.255 12,44

Den am Berichtsstichtag im ESOP I ausgegebenen ausstehenden Optionsrechten liegen Ausübungspreise in einer Bandbreite von EUR 1 bis EUR 65 (Vj. EUR 1 bis EUR 65) zugrunde; davon haben 32.870 ausstehende Optionen (Vj. 32.870 ausstehende Optionen) einen Ausübungspreis von EUR 1, 460 Optionen (Vj. 460 ausstehende Optionen) einen Ausübungspreis von EUR 38,66 und 6.925 Optionen (Vj. 6.925 ausstehende Optionen) einen Ausübungspreis von EUR 65. Die Begünstigten können unverfallbare Optionen maximal bis zu sechs Jahre nach dem im Optionsplan definierten Anfangsdatum ausüben.

Der gewichtete durchschnittliche beizulegende Zeitwert einer im Geschäftsjahr 2015 gewährten Option beträgt EUR 83,73. Der beizulegende Zeitwert der Optionsrechte setzt sich aus dem inneren Wert und dem Zeitwert zusammen. Die gewichtete durchschnittliche Vertragsrestlaufzeit für die zum 31. Dezember 2020 ausstehenden Aktienoptionen beträgt 1,0 Jahre.

Zur Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte der Optionsrechte wurde das Black-Scholes-Modell angewendet. Die in die Berechnung der gewährten Optionen eingeflossenen Inputparameter sind in der folgenden Übersicht zusammengefasst:

Gewichteter durchschnittlicher Anteilswert (EUR) EUR 65,92
Gewichteter durchschnittlicher Ausübungspreis (EUR) EUR 12,44
Erwartete Volatilität (%) 14,73 % - 38,68 %
Erwartete Optionslaufzeit (Jahre) 2,47 - 5,31
Erwartete Dividenden (%) 0 %
Fristenäquivalenter risikoloser Zinssatz (%) -0,28 % - 1,33 %

ESOP II

Das "Employee Stock Option Program II" (ESOP II) ist ein von der Mister Spex AG im Oktober 2015 ausgegebenes Mitarbeiteroptionsprogramm. Die Ausübungsbedingungen entsprechen denen des ESOP I.

Die Anzahl der ausstehenden Optionen hat sich im Berichtszeitraum folgendermaßen entwickelt:

Anzahl gewichteter
durchschnittlicher
Ausübungspreis (in EUR)
Zum 1. Januar 2019 ausstehende Optionen 46.430 65,39
In der Berichtsperiode gewährte Optionen - -
In der Berichtsperiode verwirkte Optionen - -
In der Berichtsperiode ausgeübte Optionen 4.088 65,39
Zum 31.12.2019 ausstehende Optionen 42.342 65,39
Zum 31.12.2019 ausübbare Optionen 40.161 65,39
Zum 1. Januar 2020 ausstehende Optionen
In der Berichtsperiode gewährte Optionen
42.342
-
65,39
-
In der Berichtsperiode verwirkte Optionen 271 65,39
In der Berichtsperiode ausgeübte Optionen - -
Zum 31.12.2020 ausstehende Optionen 42.071 65,39
Zum 31.12.2020 ausübbare Optionen 41.315 65,39

In der Berichtsperiode 2020 wurden keine Optionen aus dem ESOP II neu gewährt. Den am Berichtsstichtag im ESOP II ausstehenden Optionsrechten liegt ein einheitlicher Ausübungspreis von EUR 65,39 zugrunde. Die Begünstigten können unverfallbare Optionen maximal bis zu sechs Jahre nach dem im Vertrag definierten Anfangsdatum ausüben.

Der gewichtete durchschnittliche beizulegende Zeitwert einer im Geschäftsjahr 2017 neu gewährten Option beträgt EUR 76,77. Der beizulegende Zeitwert der Optionsrechte setzt sich aus dem inneren Wert und dem Zeitwert zusammen. Die gewichtete durchschnittliche Vertragsrestlaufzeit für die zum 31. Dezember 2020 ausstehenden Aktienoptionen beträgt 1,1 Jahre.

Zur Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte der Optionsrechte wurde das Black-Scholes-Modell angewendet. Die in die Berechnung der gewährten Optionen eingeflossenen Inputparameter sind in der folgenden Übersicht zusammengefasst.

Gewichteter durchschnittlicher Anteilswert (EUR) EUR 107,58
Gewichteter durchschnittlicher Ausübungspreis (EUR) EUR 65,39
Erwartete Volatilität (%) 33,47 % - 36,93 %
Erwartete Optionslaufzeit (Jahre) 1,85 - 3,22
Erwartete Dividenden (%) 0 %
Fristenäquivalenter risikoloser Zinssatz (%) -0,90 % - -0,22 %

ESOP III

Das "Employee Stock Option Program III" (ESOP III) bezeichnet das laufende Mitarbeiteroptionsprogramm, das im November 2017 aufgelegt wurde. Die Ausübungsbedingungen entsprechen denen des ESOP I und II.

Die Anzahl der ausstehenden Optionen hat sich im Berichtszeitraum folgendermaßen entwickelt:

Anzahl gewichteter
durchschnittlicher
Ausübungspreis (in EUR)
Zum 1. Januar 2019 ausstehende Optionen 17.421 160,00
In der Berichtsperiode gewährte Optionen - -
In der Berichtsperiode verwirkte Optionen 200 160,00
In der Berichtsperiode ausgeübte Optionen - -
Zum 31.12.2019 ausstehende Optionen 17.221 160,00
Zum 31.12.2019 ausübbare Optionen 8.190 160,00
Zum 1. Januar 2020 ausstehende Optionen
In der Berichtsperiode gewährte Optionen
17.221
-
160,00
-
In der Berichtsperiode verwirkte Optionen 821 160,00
In der Berichtsperiode ausgeübte Optionen - -
Zum 31.12.2020 ausstehende Optionen 16.400 160,00
Zum 31.12.2020 ausübbare Optionen 11.763 160,00

In der Berichtsperiode 2020 wurden keine Optionen aus dem ESOP III ausgeübt. Den am Berichtsstichtag im ESOP III ausstehenden Optionsrechten liegt ein einheitlicher Ausübungspreis von EUR 160,00 zugrunde. Die Begünstigten können unverfallbare Optionen maximal bis zu sechs Jahre nach dem im Vertrag definierten Anfangsdatum ausüben.

Der gewichtete durchschnittliche beizulegende Zeitwert einer im Geschäftsjahr 2018 neu gewährten Option beträgt EUR 20,03. Der beizulegende Zeitwert der Optionsrechte setzt sich aus dem inneren Wert und dem Zeitwert zusammen. Die gewichtete durchschnittliche Vertragsrestlaufzeit für die zum 31. Dezember 2020 ausstehenden Aktienoptionen beträgt 3,1 Jahre.

Zur Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte der Optionsrechte wurde das Black-Scholes-Modell angewendet. Die in die Berechnung der neu gewährten Optionen eingeflossenen Inputparameter sind in der folgenden Übersicht zusammengefasst.

Gewichteter durchschnittlicher Anteilswert (EUR) EUR 155,59
Gewichteter durchschnittlicher Ausübungspreis (EUR) EUR 160,00
Erwartete Volatilität (%) 28,86 % - 33,60 %
Erwartete Optionslaufzeit (Jahre) 1,07 - 2,36
Erwartete Dividenden (%) 0 %
Fristenäquivalenter risikoloser Zinssatz (%) -0,79 % - -0,59 %

ESOP IV

Das "Employee Stock Option Program IV" (ESOP IV) bezeichnet das laufende Mitarbeiteroptionsprogramm, das im Januar 2019 aufgelegt wurde. Die Ausübungsbedingungen entsprechen im Wesentlichen denen des ESOP III.

Anzahl gewichteter
durchschnittlicher
Ausübungspreis (in EUR)
Zum 1. Januar 2019 ausstehende Optionen 70.800 132,69
In der Berichtsperiode gewährte Optionen - -
In der Berichtsperiode verwirkte Optionen - -
In der Berichtsperiode ausgeübte Optionen - -
Zum 31.12.2019 ausstehende Optionen 70.800 132,69
Zum 31.12.2019 ausübbare Optionen 15.800 132,69
Zum 1. Januar 2020 ausstehende Optionen 70.800 132,69
In der Berichtsperiode gewährte Optionen 14.400 132,69
In der Berichtsperiode verwirkte Optionen 4.428 132,69
In der Berichtsperiode ausgeübte Optionen - -
Zum 31.12.2020 ausstehende Optionen 80.772 132,69
Zum 31.12.2020 ausübbare Optionen 33.307 132,69

Die Anzahl der ausstehenden Optionen ergibt sich im Berichtszeitraum folgendermaßen:

Den am Berichtsstichtag im ESOP IV ausstehenden Optionsrechten liegt ein einheitlicher Ausübungspreis von EUR 132,69 zugrunde. Die Begünstigten können unverfallbare Optionen maximal bis zu vier Jahre nach dem im Vertrag definierten Anfangsdatum ausüben.

Der gewichtete durchschnittliche beizulegende Zeitwert einer im Geschäftsjahr 2020 neu gewährten Option beträgt EUR 59,37 (Vorjahr: EUR 24,21). Der beizulegende Zeitwert der Optionsrechte setzt sich aus dem inneren Wert und dem Zeitwert zusammen. Die gewichtete durchschnittliche Vertragsrestlaufzeit für die zum 31. Dezember 2020 ausstehenden Aktienoptionen beträgt 2,3 Jahre.

Zur Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte der Optionsrechte wurde das Black-Scholes-Modell angewendet. Die in die Berechnung der neu gewährten Optionen eingeflossenen Inputparameter sind in der folgenden Übersicht zusammengefasst.

Gewichteter durchschnittlicher Anteilswert (EUR) EUR 146,07
Gewichteter durchschnittlicher Ausübungspreis (EUR) EUR 132,69
Erwartete Volatilität (%) 34,39 % - 37,26 %
Erwartete Optionslaufzeit (Jahre) 1,86 – 4,00
Erwartete Dividenden (%) 0 %
Fristenäquivalenter risikoloser Zinssatz (%) -0,90 % - -0,66 %

15. Finanzverbindlichkeiten

Die finanziellen Verbindlichkeiten beinhalten im Wesentlichen kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie die Rückerstattungsverbindlichkeiten gegenüber Kunden aus erwarteten Retouren.

Zum 31. Dezember 2020 stellen sich die Fälligkeiten der Finanzverbindlichkeiten auf Basis der vertraglich vereinbarten Werte wie folgt dar:

In TEUR Bis 1 Jahr 1 – 5 Jahre Über 5 Jahre Summe
Stand 31. Dezember 2020
Verbindlichkeiten ggü. Kreditinstituten 30.255 - - 30.255
Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen
10.028 - - 10.028
Rückerstattungsverbindlichkeiten 1.993 - - 1.993
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 467 320 - 787
Finanzielle Verbindlichkeiten 42.743 320 - 43.063
Stand 31. Dezember 2019
Verbindlichkeiten ggü. Kreditinstituten 290 28.625 - 28.915
Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen
10.695 - - 10.695
Rückerstattungsverbindlichkeiten 2.038 - - 2.038
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 15.539 - - 15.539
Finanzielle Verbindlichkeiten 28.563 28.625 57.188

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind durch die Verpfändung bzw. Sicherungsübereignung von Vermögenswerten wie Sachanlagen, Forderungs-, Bank- und Vorratsbeständen sowie Anteilen an den Tochtergesellschaften International Eyewear GmbH, Nordic Eyewear AB und Lensit.no AS besichert. Der Buchwert der Bankbestände, die verpfändet wurden, beträgt TEUR 14.536.

Die Buchwerte der Finanzverbindlichkeiten stimmen mit den Zeitwerten überein.

Die folgende Tabelle zeigt die vom Konzern vorgenommene Überleitung vom Anfangs- zum Schlusssaldo der Verbindlichkeiten ggü. Kreditinstituten und sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten:

in TEUR 2020 2019
Finanzielle Verbindlichkeiten - 1. Januar 44.455 27.492
Änderung aufgrund des Cashflows aus Finanzierungstätigkeit
Aufnahme von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten - 2.500
Tilgung von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten -290 -2.060
Gesamtveränderung -290 440
Andere zahlungswirksame oder zahlungsunwirksame Veränderungen
Zur Durchführung der beschlossenen Kapitalerhöhung geleistete Einlage -70 69
Zur Durchführung der beschlossenen Kapitalerhöhung
noch nicht geleistete Einlage
- 14.930
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten -13.053 1.524
Gesamtveränderung -13.122 16.523
Finanzielle Verbindlichkeiten - 31. Dezember 31.042 44.455

16. Leasingverhältnisse

Die Leasingverhältnisse umfassen Mietverträge für Büro-, Lager-, und Geschäftsflächen, deren Laufzeit üblicherweise zwischen fünf und zehn Jahren liegt. Mehrere Leasingverträge enthalten Verlängerungs- und Kündigungsoptionen sowie variable Zahlungen, die unten näher beschrieben werden.

In der Bilanz stellen sich die Buchwerte der Nutzungsrechte auf Leasinggegenstände wie folgt dar:

In TEUR Gewerbe- und Büroflächen
Stand 1. Januar 2019 20.049
Zugänge 9.310
Abschreibungen - 3.544
Stand 31. Dezember 2019 25.814
Zugänge 15.719
Abschreibungen -5.750
Stand 31. Dezember 2020 35.783

Von den Zugängen beziehen sich TEUR 13.286 auf neu abgeschlossene Mietverträge im Wesentlichen für die Geschäftsflächen.

Die folgende Tabelle zeigt die Buchwerte der Leasingverbindlichkeiten und deren Veränderung im Geschäftsjahr:

In TEUR Gewerbe- und Büroflächen
Stand 1. Januar 2019 20.049
Zugänge 9.224
Zinszuwachs 726
Zahlungen - 3.562
Stand 31. Dezember 2019 26.436
Davon kurzfristig 3.455
Davon langfristig 22.981
Zugänge 15.439
Zinszuwachs 1.168
Zahlungen -5.604
Stand 31. Dezember 2020 37.439
Davon kurzfristig 5.741
Davon langfristig 31.698

In der Berichtsperiode wurden erfolgswirksam folgende Beträge gebucht:

In TEUR 2020 2019
Abschreibungen auf die Nutzungsrechte 5.750 3.544
Zinsaufwendungen für Leasingverbindlichkeiten 1.168 726
Aufwand für variable Leasingzahlungen, die nicht in den Leasingverbindlichkeiten
enthalten sind
696 398
Summe 7.614 4.668

Zum 31. Dezember 2020 weisen die Leasingverbindlichkeiten des Konzerns nachfolgend dargestellte Fälligkeiten auf.

Diese Angaben erfolgen auf der Basis vertraglicher, diskontierter Zahlungen:

In TEUR Bis 1 Jahr 1 – 5
Jahre
Über 5
Jahre
Summe
Stand 31. Dezember 2020
Leasingverbindlichkeiten 5.741 26.529 5.169 37.439
In TEUR Bis 1 Jahr 1 – 5
Jahre
Über 5
Jahre
Summe
Stand 31. Dezember 2019

Diese Angaben erfolgen auf der Basis vertraglicher, undiskontierter Zahlungen:

In TEUR Bis 1 Jahr 1 – 5
Jahre
Über 5
Jahre
Summe
Stand 31. Dezember 2020
Leasingverbindlichkeiten 6.899 29.389 5.419 41.706
In TEUR Bis 1 Jahr 1 – 5
Jahre
Über 5
Jahre
Summe
Stand 31. Dezember 2019
Leasingverbindlichkeiten 4.595 19.729 5.837 30.161

Die Zahlungsabflüsse des Konzerns für Leasingverhältnisse betrugen im Geschäftsjahr TEUR 6.300 (Vj. TEUR 3.960), davon belaufen sich TEUR 968 (Vj. TEUR 539) auf feste Zahlungen, variable Zahlungen, die vom Verbraucherpreisindex abhängig sind, betrugen TEUR 4.636 (Vj. TEUR 3.022). Die sonstigen variablen Zahlungen, die in der Bewertung der Leasingverbindlichkeit unberücksichtigt blieben, basieren auf dem Verbrauch und betrugen im Geschäftsjahr TEUR 696 (Vj. TEUR 398).

In Geschäftsjahr 2020 ergab sich aus den Anpassungen der Vertragsbedingungen ein Anstieg der bilanzierten Leasingverbindlichkeiten und Nutzungsrechte in Höhe von TEUR 2.433 (Vj. TEUR 607).

In der Berichtsperiode hat der Konzern keine Kündigungsoption in Anspruch genommen.

Darüber hinaus ist Mister Spex mehrere Leasingverträge eingegangen, die noch nicht begonnen haben. Diese betreffen weitere Flächen für künftige Geschäfte. In der unkündbaren Laufzeit werden zusätzliche Zahlungen in Höhe von EUR 8 Mio. (Vj. EUR 9 Mio.) erwartet.

Die COVID-19-Pandemie gab Anlass die Nutzungsrechte auf Wertminderung zu testen, was keinen außerplanmäßigen Abwertungsbedarf für das Geschäftsjahr ergab.

Als Reaktion auf die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie im Geschäftsjahr verhandelte der Konzern mit Vermietern Mietkonzessionen für einzelne Leasingverhältnisse seiner Geschäftsflächen. Der Konzern wendet den praktischen Behelf für COVID-19-bedingte Mietkonzessionen konsistent auf zulässige Mietkonzessionen in Verbindung mit den Leasingverhältnissen für Geschäftsflächen an.

Der im Berichtszeitraum erfolgswirksam erfasste Betrag, der die Änderungen der Leasingzahlungen im Zusammenhang mit Mietzugeständnissen widerspiegelt, für die der Konzern den praktischen Behelf für COVID-19-bedingte Mietkonzessionen angewandt hat, beläuft sich auf TEUR 245.

17. Sonstige nicht-finanzielle Verbindlichkeiten

Die sonstigen nicht-finanziellen Verbindlichkeiten beinhalten kurz- und langfristige Verbindlichkeiten.

Während die langfristigen sonstigen nicht-finanziellen Verbindlichkeiten im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus Zuwendungen der öffentlichen Hand (TEUR 306; Vj. TEUR 560) beinhalten, werden in den kurzfristigen sonstigen nicht-finanziellen Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 5.933 (Vj. TEUR 4.486) im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus ausstehenden Rechnungen (TEUR 1.897; Vj. TEUR 1.349), Abgrenzungen für personalbezogene Aufwendungen (TEUR 1.366; Vj. TEUR 1.025) sowie Umsatzsteuerverbindlichkeiten (TEUR 714; Vj. TEUR 455) erfasst.

18. Rückstellungen

In TEUR Gewährleistungen Rückbauverpflichtung Summe
Stand 1. Januar 2020 573 126 699
Gebildete Rückstellungen 728 134 862
Verwendete Rückstellungen 573 - 573
Stand 31. Dezember 2020 728 259 987
Langfristig - 259 259
Kurzfristig 728 - 728

Die kurzfristigen Rückstellungen beinhalten Gewährleistungsverpflichtungen aus während des Geschäftsjahres verkauften Produkten in Höhe von TEUR 728 (Vj. TEUR 573).

Die langfristigen Rückstellungen in Höhe von TEUR 259 (Vj. TEUR 126) beziehen sich auf Rückbauverpflichtungen bei den Mietobjekten.

IX. Sonstige Angaben

19. Finanzrisikomanagement

Die Mister Spex Gruppe ist im Rahmen ihrer gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Ausfallrisiken, Liquiditätsrisiken und Marktrisiken (in erster Linie Währungs- und Zinsrisiken) ausgesetzt.

Die in der Mister Spex Gruppe verwendeten Finanzinstrumente umfassen kurz- und langfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Zahlungsmittel sowie Factoringinstrumente mit dem Zweck der Finanzierung der Geschäftstätigkeit.

Die Steuerung der Risiken obliegt dabei dem Konzernmanagement, das die Grundsätze für ein Gesamt-Risikomanagement erstellt. Die wesentlichen Risiken sind im Folgenden dargestellt:

Ausfallrisiko

Unter dem Ausfallrisiko wird die Gefahr verstanden, dass ein Kontrahent eines Finanzinstruments bei dem anderen Kontrahenten finanzielle Verluste verursacht, indem er seinen Verpflichtungen nicht nachkommt. Das Ausfallrisiko entsteht aufgrund von Produktverkäufen der Gesellschaft auf Kredit und sonstigen Geschäftsvorfällen mit Kontrahenten, die zu finanziellen Vermögenswerten führen.

Das Forderungsausfallrisiko ist aufgrund der Zahlungsstrukturen sehr gering. Das Delkredererisiko für Rechnungs- und Lastschriftverkäufe hat die Mister Spex Gruppe durch Factoringverträge vollständig an Dritte übertragen. Bei Zahlung über den Dienstleister Paypal und bei Vorkasse entstehen keine Forderungsausfallrisiken. Die Kreditkartenrisiken werden engmaschig überwacht und gesteuert.

In Bezug auf sonstige finanzielle Vermögenswerte, die zum Bilanzstichtag weder überfällig noch wertgemindert sind, bestehen keine Anzeichen dafür, dass den Zahlungsverpflichtungen nicht nachgekommen werden kann.

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko ist das Risiko, dass ein Unternehmen möglicherweise nicht in der Lage ist, seine Verpflichtungen aus finanziellen Verbindlichkeiten zu erfüllen. Dem Konzern entsteht ein

Risiko aus täglichen Liquiditätsentnahmen. Das Liquiditätsrisiko wird von der Unternehmensleitung gesteuert.

Der Konzern steuert die Liquiditätsentwicklung im Rahmen jährlicher Budgetierung und auf monatlicher Basis.

Das Ziel des Konzerns ist es, ein Gleichgewicht zwischen der kontinuierlichen Deckung des Finanzmittelbedarfs und der Sicherstellung der Flexibilität durch die Nutzung von Kontokorrentkrediten, Bankdarlehen, Schuldverschreibungen, Vorzugsaktien und Leasingverträgen zu wahren.

Zum 31. Dezember 2020 überstiegen die kurzfristigen Schulden des Konzerns (TEUR 55.843; Vj. TEUR 38.484) die kurzfristigen Vermögenswerte (TEUR 40.182; Vj. TEUR 60.199) um TEUR 15.662. Der Liquiditätsbestand des Konzerns umfasst Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von TEUR 14.536 (Vj TEUR 23.295).

Die kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten des Konzerns betrugen zum 31. Dezember 2020 TEUR 30.722 (Vj. TEUR 15.830) und bestanden ausschließlich aus kurzfristigen Schulden mit Fälligkeiten von bis zu einem Jahr. Darüber hinaus existieren zum 31. Dezember 2020 keine langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (Vj. TEUR 28.625). Diese Veränderung der finanziellen Verbindlichkeiten liegt an der Umgliederung der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, die am 1. Mai 2021 fällig sind. Die zugrunde liegende finanzielle Vereinbarung verpflichtet den Konzern, Zahlungsmittel in Höhe von durchschnittlich EUR 2 Mio. verfügbar zu haben. Der Konzern plant die Refinanzierung mittels einer kurzfristig abzuschließenden Finanzierung bei mehreren Kreditinstituten in Höhe von EUR 42,5 Mio.

Zum Bilanzstichtag bestanden nicht in Anspruch genommene Kreditlinien in Höhe von SEK 8 Mio. zugunsten der Nordic Eyewear AB. Die im Vorjahr bestandenen Kreditlinien zugunsten der Mister Spex AG über insgesamt EUR 8 Mio. sind teilweise ausgelaufen (EUR 5 Mio.) und teilweise gekündigt (EUR 2,5 Mio.) worden.

Währungsrisiko

Der Konzern ist international geschäftstätig und unterhält daher Fremdwährungspositionen, die einem Währungsrisiko unterliegen. Solche Positionen bestehen insbesondere in Schwedischen Kronen (SEK), Norwegischen Kronen (NOK), Schweizer Franken (CHF) und Britischen Pfund (GBP). Währungsrisiken erwachsen aus künftigen Geschäftsvorfällen sowie Vermögens- und Schuldenpositionen.

Das Währungsrisiko lässt sich in zwei Arten unterteilen. Neben dem Translationsrisiko, was das Risiko von Wechselkursänderungen von Veränderungen der Bilanz- und GuV-Positionen einer Tochtergesellschaft bei der Umrechnung der lokalen Einzelabschlüsse in die Konzernwährung beschreibt, bildet das Transaktionsrisiko Wechselkursschwankungen auf Transaktionsebene ab. Die Wechselkursänderungen des Translationsrisikos werden im Eigenkapital abgebildet.

Die Sensitivität des Transaktionsrisikos lässt sich wie folgt darstellen: wenn der Euro gegenüber den oben dargestellten Fremdwährungen zum 31. Dezember 2020 um 5 % aufgewertet hätte, wäre das Ergebnis vor Ertragsteuern um TEUR 570 (Vj. TEUR 464) niedriger ausgefallen. Bei einer Abwertung um 5 % wäre das Ergebnis vor Ertragsteuern um TEUR 576 (Vj. TEUR 471) höher ausgefallen.

Zinsrisiko

Die Zinssätze der Kreditverträge sind vertraglich vereinbart. Der Zinssatz für jedes Darlehen ergibt sich aus der Summe mehrerer fester Komponenten sowie einer variablen Komponente. Diese variable Komponente ist abhängig von einer Grenzwertüberschreitung des einmonatigen EURIBOR-Zinssatzes. Aktuell liegt der einmonatige EURIBOR-Zinssatz deutlich unter dem Grenzwert als in den vergangenen Jahren, sodass aus dieser Entwicklung kein Zinsrisiko erwartet wird.

20. Kapitalsteuerung

Der Mister Spex Konzern unterliegt keinen satzungsmäßigen oder vertraglichen Verpflichtungen zum Kapitalerhalt. Die im Rahmen der Unternehmenssteuerung verwendeten Finanzkennzahlen sind überwiegend erfolgsorientiert. Ziele, Methoden und Prozesse des Kapitalmanagements sind den erfolgsorientierten Finanzkennzahlen untergeordnet mit dem vorrangigen Ziel, das Unternehmenswachstum zu unterstützen sowie die langfristige Unternehmensfortführung zu sichern. Die notwendige Flexibilität in der Bereitstellung der finanziellen Mittel erfordert eine gesunde Finanzstruktur – mit einem Schwerpunkt im Eigenkapital. Da ebenfalls bereits Fremdkapitalinstrumente genutzt werden, umfasst das Kapitalmanagement das Eigenkapital und das Fremdkapital.

Zentrale Steuerungsgröße des aktiven Kapitalmanagements ist der Free Cashflow als Summe des Cashflows aus laufender Geschäftstätigkeit, des Cashflows aus Investitionstätigkeit und der Zahlungen im Rahmen von Tilgungen von Leasingverpflichtungen. Der Free Cashflow ist die zentrale Kennzahl für Veränderungen der Liquiditätssituation. Dieser lag zum Abschlussstichtag bei TEUR -23.049 (Vj. TEUR -10.028).

Die vom Management angestrebten Ziele für diese Kennzahl wurden sowohl im Geschäftsjahr als auch im Vorjahr erreicht.

21. Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Unternehmen und Personen werden gemäß IAS 24 als nahestehend betrachtet, wenn sie gemeinsamer Beherrschung unterliegen oder eine der Parteien über die Möglichkeit verfügt, die andere Partei zu beherrschen, einen maßgeblichen Einfluss auf deren Finanz- und Geschäftspolitik auszuüben oder aufgrund gemeinsamer Führung mit der anderen Partei deren Finanz- und Geschäftspolitik zu beeinflussen.

Bei der Betrachtung aller möglichen Beziehungen zwischen nahestehenden Unternehmen und Personen wird der wirtschaftliche Gehalt der Beziehung und nicht allein die rechtliche Gestaltung geprüft.

Für Zwecke der Angaben zu nahestehenden Unternehmen und Personen hat die Mister Spex Gruppe alle Gesellschafter der Mister Spex AG, die Mitglieder des Vorstands der Mister Spex AG, jeweils einschließlich der unmittelbaren Familienangehörigen, und jedes von einem Mitglied dieses Personenkreises im Eigentum gehaltene oder beherrschte Unternehmen als nahestehende Person oder nahestehendes Unternehmen und Personen definiert.

Neben den Geschäftsbeziehungen zu den in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen bestanden im Berichtsjahr Geschäftsbeziehungen mit dem assoziierten Unternehmen.

Bezüge der Mitglieder des Vorstands

Dem Vorstand gehören Dirk Graber und Dr. Mirko Caspar an.

In TEUR 2020 2019
Kurzfristig fällige Leistungen
Gehälter 542 589
Anteilsbasierte Vergütungen
Gewährung von Optionen 174 437
Summe 716 1.026

Bezüge der Mitglieder des Aufsichtsrats

Die Aufwendungen für die Vergütungen des Aufsichtsrats beliefen sich in 2020 auf TEUR 56 (Vj. TEUR 72). Darüber hinaus betrugen die anteilsbasierten Vergütungen des Aufsichtsrats TEUR 74 (Vj. TEUR 74).

Andere Geschäftsvorfälle mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Werte der
Geschäftsvorfälle
Forderung
ausstehend zum
31. Dezember
In TEUR
Sonstige
2020 2019 2020 2019
Assoziierte Unternehmen
-
Darlehen und zugehörige Zinsen
3 - 253 -

Alle ausstehenden Forderungen mit diesen nahestehenden Unternehmen und Personen wurden zu marktüblichen Bedingungen abgeschlossen. Keiner der Salden ist gesichert.

22. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Der Konzern mietet Büro-, Lager- und Geschäftsflächen im Rahmen von unkündbaren Leasingverhältnissen, die bis zu 10 Jahren laufen.

Die nachfolgende Übersicht enthält die Summen der künftigen Mindest-Leasingzahlungen aufgrund von unkündbaren Leasingverhältnissen, die als Nichtleasingkomponenten eingestuft wurden, sowie sonstige finanzielle Verpflichtungen.

In TEUR 2020 2019
Bis 1 Jahr 3.813 3.743
Zwischen 1 und 5 Jahre 3.080 3.771
Mehr als 5 Jahre 808 759
Summe Verpflichtungen 7.701 8.273

23. Wesentliche Tochterunternehmen sowie assoziierte Unternehmen

Zum 31. Dezember 2020 hielt die Mister Spex AG, als Konzernmuttergesellschaft, mittelbare und unmittelbare Beteiligungen an den folgenden Tochterunternehmen und assoziierten Unternehmen:

Geschäftssitz Anteil am
Eigenkapital in %
2020 2019
Tochterunternehmen:
International Eyewear GmbH Berlin, Deutschland 100 100
Mister Spex France SAS Rouen, Frankreich 100 100
Nordic Eyewear Holdings AB Stockholm, Schweden 100 100
Nordic Eyewear AB Stockholm, Schweden 100 100
Lensit.no AS Karmsund, Norwegen 100 100
Assoziierte Unternehmen:
Tribe GmbH Berlin, Deutschland 48,17 -

Der Stimmrechtsanteil der Gesellschaft entspricht der aus der vorstehenden Tabelle hervorgehenden Beteiligung an dem jeweiligen Tochterunternehmen bzw. assoziierten Unternehmen.

24. Anzahl der Mitarbeiter

2020 2019
Männer
Frauen
415
550
331
444
Summe 965 775

Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter während der Berichtsperiode im Konzern beträgt 965 (Vj. 775), dies entspricht 824 Vollzeitkräften (Vj. 600).

25. Honorar des Abschlussprüfers

Die im Berichtszeitraum als Aufwand erfassten Honorare für den Abschlussprüfer, die Ernst & Young GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, betragen für die Abschlussprüfung (Einzelund Konzernabschluss) TEUR 106 (Vj. TEUR 125) und für andere Bestätigungsleistungen TEUR 35 (Vj. TEUR 31). Darüber hinaus wurden keine weiteren Leistungen durch den Abschlussprüfer erbracht.

26. Ergebnis je Aktie

Bei der Berechnung des unverwässerten Ergebnisses je Aktie wird das den Inhabern von Stammaktien des Mutterunternehmens zuzurechnende Ergebnis durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl von Stammaktien, die sich während des Jahres im Umlauf befinden, geteilt.

Nachfolgende Tabelle enthält die der Berechnung des unverwässerten Ergebnisses je Aktie zugrunde gelegten Beträge:

Gewichteter Durchschnitt der Stammaktien
in Tausend Aktien 2020 2019
Ausgegebene Stammaktien zum 1. Januar 1.191 1.050
Auswirkung eigener Aktien -67 -67
Auswirkung Kapitalerhöhung 65 54
Gewichteter Durchschnitt der Stammaktien 31. Dezember 1.189 1.037

Im Zeitraum zwischen dem Abschlussstichtag und der Genehmigung zur Veröffentlichung des Konzernabschlusses haben keine weiteren Transaktionen mit Stammaktien oder potenziellen Stammaktien stattgefunden.

Nachfolgende Tabelle enthält die hierfür verwendeten Ergebnisse:

Unverwässertes Ergebnis je Aktie 2020 2019
Verlust (in TEUR) -10.258 -9.308
Gewichteter Durchschnitt der Stammaktien 31. Dezember (in
Tausend Aktien)
1.189 1.037
Ergebnis je Aktie (in EUR) -8,63 -8,98

Die ESOP-Eigenkapitalinstrumente wurden bei der Ermittlung des unverwässerten Ergebnisses je Aktie nicht berücksichtigt, da ihr Effekt einer Verwässerung entgegengewirkt hätte. Die Anzahl der potenziell ausstehenden Stammaktien für 2020 hätte 255 Tsd. Stück betragen.

27. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Die Mister Spex AG ist alleiniger Anteilseigner der am 15. Januar 2021 (Eintragung im niederländischen Handelsregister am 18. Januar 2021) neu gegründeten Mister Spex N.V., Amsterdam. Die Gesellschaft wurde aufgrund der im Jahr 2021 geplanten Verschmelzung auf die Mister Spex AG und der anschließend geplanten Umwandlung von der AG in eine SE gegründet. Ferner sind nach dem Bilanzstichtag keine weiteren Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die wesentliche Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben.

Berlin, den 26. März 2021

Dirk Graber Dr. Mirko Caspar

X. Grundlagen des Konzerns

Vorbemerkung

Der Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns von Mister Spex wurden zusammengefasst. Die folgenden Ausführungen betreffen den gesamten Konzern. Diese gelten auch für die Mister Spex AG. Die ausgewählten Informationen zur wirtschaftlichen Lage des Mutterunternehmens sind in einem separaten Kapitel in diesem Bericht dargestellt.

Geschäftsmodell

Mister Spex versteht sich als Europas führender Omnichannel-Optiker sowie als führende digital native Omnichannel-Einzelhandelsmarke in der Augenoptik in Europa. Der Konzern betreibt Plattformen für Korrektionsbrillen, Sonnenbrillen, Kontaktlinsen und Kontaktlinsenpflegeprodukte. Unser Angebot basiert auf einer nahtlosen und kundenorientierten Omnichannel-Einzelhandelsstrategie.

Mit dem Ziel, dass Brillen mit Freude und Selbstbewusstsein getragen werden, möchte Mister Spex die optische Expertise unbeschwert und einfach über die verfügbaren Kanäle – "omnichannel" – zugänglich machen und dort auch alles an Inspirationen, Produkten, Informationen und Services anbieten.

Das Berliner Unternehmen bietet über länderspezifische Internetseiten sowie in eigenen Geschäften Brillen, Sonnenbrillen, Kontaktlinsen und Kontaktlinsenpflegemittel an. Mister Spex ist in zehn europäischen Märkten vertreten: Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Niederlande, Norwegen, Österreich, Schweden, Schweiz und Spanien.

Neben den 34 eigenen Stores (Stand: 31. Dezember 2020) in Deutschland, die unter der Marke Mister Spex geführt werden, bieten wir über unser Partneroptikernetzwerk von über 400 (Vj. 500) Optikern in Deutschland, Österreich, der Schweiz, den Niederlanden und in Schweden einen Service vor Ort mit Beratung und Dienstleistungen rund um Augenoptik an. Zu den Services gehören Sehtests und Anpassungen, die vor dem Kauf anhand von kostenlosen Ansichtsbestellungen oder nach dem Kauf eines Sehproduktes in Anspruch genommen werden können.

Im Geschäftsjahr 2020 wurden 16 weitere Stores deutschlandweit eröffnet, um die Position als Europas führender Omnichannel-Optiker auszubauen und Kunden über alle Vertriebskanäle umfassend betreuen zu können.

Unsere Logistikstandorte in Berlin, Stockholm (Schweden) und Karmsund (Norwegen) ermöglichen die Versorgung aller Kunden in ganz Europa. Schnelle Lieferzeiten und einfacher Rückversand sind Teil unseres Geschäftsmodells.

Konzernstruktur

Die Mister Spex AG, mit Sitz in Berlin, Deutschland, hält als Konzernmuttergesellschaft, wie bereits im Vorjahr, mittelbare und unmittelbare Beteiligungen an den folgenden Tochterunternehmen: International Eyewear GmbH, Berlin, Deutschland, der Mister Spex France SAS, Rouen, Frankreich, der Nordic Eyewear Holdings AB, Stockholm, Schweden, der Nordic Eyewear AB, Stockholm, Schweden, und der Lensit.no AS, Karmsund, Norwegen. Mit Ausnahme der Nordic Eyewear Holdings AB vertreiben alle Tochtergesellschaften ebenfalls augenoptische Erzeugnisse über eigene Online-Shops. Darüber hinaus hält die Konzernmuttergesellschaft zum 31. Dezember 2020 insgesamt 48,17 % der Anteile an der Tribe GmbH, Berlin, Deutschland. Die Beteiligung wird mittels der Equity-Methode als assoziiertes Unternehmen im Konzernabschluss abgebildet.

XI. Wirtschaftsbericht des Konzerns

Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Entwicklung

Die Entwicklung der europäischen Wirtschaft wurde im Jahr 2020 stark durch die COVID-19 Pandemie beeinflusst. Angesichts hoher Infektionszahlen und strikter Lockdown-Maßnahmen ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Eurozone um 4,9 % bzw. der Europäischen Union um 4,6 % gesunken.1

Die makroökonomische Entwicklung war im Geschäftsjahr 2020 von der COVID-19 Pandemie und der ihr folgenden Rezession bestimmt. Das deutsche BIP ist im Kalenderjahr 2020 um 5 % gesunken. Im Kalenderjahr 2019 lag der Anstieg noch bei 0,6 %. Der Einzelhandel war sowohl im Frühjahr als auch im Dezember empfindlich vom verschärften Lockdown betroffen. Der stationäre Handel litt unter den Maßnahmen der Pandemiebekämpfung, während der Online- und Versandhandel weiter merklich zulegen konnten.

Die negativen Auswirkungen der COVID-19 Pandemie konnten im vergangenen Geschäftsjahr auch auf dem Brillenmarkt beobachtet werden. Der europäische Brillenmarkt verzeichnete im Jahr 2020 einen Gesamtumsatz von ca. EUR 32 Mrd. (Vj. EUR 37 Mrd.) und weist damit im Vergleich zu den Vorjahren einen Rückgang auf. Der deutsche Brillenmarkt erzielte im Jahr 2020 mit einem Gesamtumsatz in Höhe von EUR 6.237 Mio. (Vj. EUR 6.801 Mio.) ebenfalls eine negative Entwicklung.

Laut dem aktuell verfügbaren Bericht des Zentralverbandes der deutschen Augenoptik, welcher sich auf die Jahreszahlen aus 2019 bezieht, hat sich der Online/Omnichannel-Umsatz wie auch in den Vorjahren stärker entwickelt als der Umsatz des stationären traditionellen Kanals. Das Wachstum im Onlinebereich wird auf ca. 26 % mit einem Gesamtumsatz in Höhe von EUR 379 Mio. (Vj. EUR 301 Mio.) geschätzt. Für 2020 liegen zum Zeitpunkt dieses Berichts noch keine aktuellen Marktdaten vor.

Es wird erwartet, dass sowohl der europäische als auch der deutsche Brillenmarkt zukünftig wachsen wird, unterstützt von einer Reihe struktureller Veränderungen, darunter eine alternde Bevölkerung, die zunehmende Kurzsichtigkeit und ein höheres Bewusstsein für Sehschwächen. Auch die fortschreitende Digitalisierung und die Tatsache, dass Brillen nicht nur eine medizinische Notwendigkeit darstellen, sondern auch als modisches Accessoire angesehen werden, könnten das Wachstum auf den Brillenmärkten begründen. Im Jahr 2020 wurden in Deutschland insgesamt 12,6 Millionen Korrektionsbrillen verkauft.2

Diese Entwicklung unterstützte das Umsatzwachstum des Online-Einzelhandels insgesamt während des Berichtszeitraums, da die Omnichannel-Einzelhändler die reinen stationären Händler überholten.

Da der Online-Einzelhandel das Gesamtwachstum des Einzelhandels in Deutschland vorantreibt und ein zunehmend wichtiger Kanal ist, konzentrieren sich viele Einzelhändler auf die Verbesserung ihrer Online-Präsenz. Eine Omnichannel-Strategie umfasst die Optimierung aller für die Kunden relevanten Kanäle.

Mister Spex hat auch dieses Jahr von der positiven Entwicklung im Omnichannel-Handel sowie in der Augenoptikerbranche profitiert und ist im Umsatz stärker gewachsen als der deutsche und europäische Augenoptikermarkt.

Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage Mister Spex Konzern

Ertragslage

IN TEUR 01.01.-31.12.2020 01.01.-31.12.2019 Veränderungen
Umsatzerlöse 164.201 139.282 24.919

1 Eurostatistics, Data for short-term economic analysis, 03/2021 2 Quelle Euromonitor: Volume of Sales for Spectacle Frames, 2020

Aktivierte Eigenleistungen 4.289 3.386 903
Sonstige betriebliche Erträge 478 1.332 -854
Materialaufwand -82.984 -74.464 -8.520
Personalaufwand -35.747 -27.815 -7.932
Sonstige betriebliche Aufwendungen -44.424 -38.435 -5.989
EBITDA 5.814 3.286 2.528
Abschreibungen -10.937 -8.277 -2.660
EBIT -5.123 -4.991 -132
Finanzergebnis -4.654 -4.182 -472
Anteil am Verlust assoziierter
Unternehmen
-94 - -94
Steuern vom Einkommen und vom
Ertrag
-388 -135 -253
Periodenergebnis -10.258 -9.308 -950

Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 2020 zeigt ein Umsatzwachstum und eine leichte Verschlechterung des Periodenergebnisses. Die Entwicklung des Umsatzwachstums lag damit im Rahmen der Erwartungen. Das Periodenergebnis lag leicht unter den Erwartungen.

Der Mister Spex Konzern hat seinen Umsatz 2020 um 18 % bzw. um TEUR 24.919 auf TEUR 164.201 gesteigert.

Im Geschäftsjahr 2020 konnten trotz der Auswirkungen der COVID-19 Pandemie, die den Betrieb der stationären Einzelhandelsgeschäfte vorübergehend einschränkte, mit Ausnahme des Monats April in jedem Monat höhere Umsätze als in den jeweiligen Vorjahresmonaten erzielt werden. Insgesamt konnten die Umsätze in den beiden Produktkategorien Korrekturgläser und Sonnenbrillen in Höhe von TEUR 66.916 bzw. TEUR 38.611 (Vj. TEUR 49.638 bzw. TEUR 31.096) gesteigert werden, wobei das Wachstum gegenüber dem Vorjahr für die beiden Kategorien bei 35 % bzw. 24 % lag. Treiber für das Umsatzwachstum war im Wesentlichen die Steigerung des Bekanntheitsgrades der Unternehmensmarke sowohl durch Marketingmaßnahmen als auch durch Neueröffnungen weiterer Filialen. Der Umsatz der Kategorie Kontaktlinsen in Höhe von TEUR 55.450 (Vj. TEUR 55.818) lag mit einem Umsatzrückgang von 1 % leicht unter dem Vorjahresniveau. Die sonstigen Dienstleistungen in Höhe von TEUR 3.224, welche im Wesentlichen Leistungen aus Vermarktung beinhalten, liegen um 18 % über dem Vorjahresniveau (TEUR 2.729).

Die Umsatzerlöse in Deutschland lagen bei TEUR 117.782 (Vj. TEUR 99.538) und damit 18 % über dem Vorjahresniveau. Das im Vorjahr prognostizierte Umsatzwachstum im moderaten zweistelligen Prozentbereich konnte damit erreicht werden. Das internationale Segment verzeichnete für das Geschäftsjahr einen um 17 % höheren Umsatz (TEUR 46.419) als im Vorjahr (TEUR 39.744).

Die für uns wichtigsten nicht-finanziellen Leistungsindikatoren, die für die Bewertung unserer Leistung in Bezug auf unsere Kunden, den Markt und die Angebote relevant sind, sind die Anzahl der Kunden sowie die Neukundenentwicklung, Bestellungen je Produktkategorie, die Anzahl der Visits auf unseren Webseiten, die durchschnittliche Warenkorbgröße je Kunde je Produktkategorie sowie die Kundenzufriedenheit.

Die Umsatzentwicklung kann überwiegend auch auf eine Verbesserung dieser nicht-finanziellen Leistungsindikatoren zurückgeführt werden.

Im Geschäftsjahr 2020 konnte erneut ein Anstieg der Visits auf unseren Online-Plattformen erzielt werden und auch die Anzahl an Bestellungen ist gestiegen. Angepasste Webseiten je mobilem Endgerät und die Möglichkeit der Menschen, aufgrund der Einschränkungen der stationären Einzelhandelsgeschäfte unsere Online-Plattformen zu nutzen, sind positive Treiber der Umsatzentwicklung im Geschäftsjahr.

Die Anzahl unserer Onlineshop-Besucher konnte für die gesamte Gruppe um 5 % für gesteigert werden. Unsere Warenkorbgrößen vor bzw. nach Retouren sind in 2020 gegenüber dem Vorjahr um 7 bzw. 8 % gestiegen. Unsere Kundenzufriedenheit ist im Vergleich zum Vorjahr gemessen am Trusted Shop Score auf einem konstant hohen Niveau. Unsere Bewertung bei Trusted Shops zum Jahresende liegt bei 4,8 (Vj. 4,8) von möglichen 5,0 Punkten.

Unsere nicht-finanziellen Leistungsindikatoren beziehen sich wie auch die finanziellen Leistungskennzahlen auf die gesamte Gruppe.

Der Materialaufwand ist in 2020 um TEUR 8.520 auf TEUR 82.984 gestiegen. Im Vergleich zum Umsatzwachstum in Höhe von 18 % gegenüber dem Vorjahr, stieg der Materialaufwand nur um 11 %. Diese Entwicklung kann u.a. auf verbesserte Einkaufskonditionen sowie Produktmixverschiebungen zurückgeführt werden.

Der Personalaufwand ist im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 7.932 auf TEUR 35.747 (2019 um EUR 3,5 Mio. auf EUR 27,8 Mio.) gestiegen. Ursächlich hierfür ist insbesondere der Anstieg der Mitarbeiterzahl von 775 auf durchschnittlich 965 (2019 von 670 auf durchschnittlich 775). Diese Entwicklung ist insbesondere auf die Eröffnung unserer Stores sowie Neueinstellungen im Logistikbereich zurückzuführen.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen haben sich im Jahresvergleich um 16 % auf TEUR 44.424 erhöht. Mit dem Anstieg der Konzernumsätze sind die Erfüllungskosten wie Versand- und Logistikabgaben angestiegen, aber auch die Marketingausgaben wurden im Vergleich zum Vorjahr erhöht. Gleichzeitig konnte die Marketingkostenquote um ein Prozentpunkt verbessert werden.

Die Abschreibungen von im Laufe des Geschäftsjahres aktivierten Nutzungsrechten gemäß IFRS 16 aufgrund der neuen Leasingverhältnisse für die neu eröffneten Standorte waren der wesentliche Treiber für den Anstieg der Abschreibungen um 32 % gegenüber dem Vorjahr.

Zur Beurteilung der operativen Leistung des Geschäfts betrachtet das Management das adjustierte EBITDA vor Aufwendungen für anteilsbasierte Vergütungen und möglichen weiteren nicht operativen Sondereffekten. Zu den nicht operativen Sondereffekten zählen einmalige Transformationskosten, Währungseffekte, Effekte aus IFRS 2 und IFRS 16 sowie andere Sondereffekte, die nicht Teil des normalen Geschäftsverlaufs sind.

Das adjustierte EBITDA verbesserte sich in 2020 um TEUR 2.424 und ist auf TEUR 6.754 gestiegen. Von dem adjustierten EBITDA entfallen TEUR 7.631 (Vj. TEUR 4.655) auf den deutschen Markt und TEUR -877 (Vj. TEUR -325) auf den internationalen Markt.

In TEUR 01.01. - 31.12.2020 01.01. - 31.12.2019 Veränderungen
Umsatzerlöse 164.201 139.282 24.919
Adjustiertes EBITDA 6.754 4.330 2.424
Verhältnis adjustiertes
EBITDA zu Umsatzerlöse
4,1 % 3,1 %

Die wesentlichen Treiber des gesteigerten adjustierten EBITDA gegenüber unserer Prognose sind Mietminderungen aufgrund von COVID-19 Lockdown-Phasen, Auflösungen von Personalrückstellungen, höhere Umsatzerlöse sowie höhere Werbekostenzuschüsse.

Das Ergebnis vor Finanzergebnis, Ertragsteuern und Abschreibungen (EBITDA) der Mister Spex Gruppe lag mit TEUR 5.814 ebenfalls deutlich über dem Vorjahresniveau von TEUR 3.286.

Die durchschnittlichen Wechselkurse für das Geschäftsjahr 2020 betrugen 10,4848 SEK/EUR und 10,7228 NOK/EUR, während sich diese im Geschäftsjahr 2019 noch auf 10,5891 SEK/EUR und 9,8511 NOK/EUR beliefen. Daraus ergibt sich ein negativer Effekt in Höhe von knapp TEUR 19 auf das in Euro bewertete EBITDA im Vergleich zum Wechselkurs des Vorjahres.

Das negative Finanzergebnis hat sich gegenüber dem Vorjahr um TEUR 472 auf TEUR -4.654 verschlechtert (2019 um TEUR 947 auf TEUR -4.182 verbessert). Grund hierfür war der zusätzliche Zinsaufwand in Höhe von TEUR 305 durch die Bilanzierung neuer Leasingverhältnisse gemäß IFRS 16 im Rahmen weiterer Standorteröffnungen. Gegenläufig ergab sich in 2020 ein positives Ergebnis aus Währungsumrechnung in Höhe von TEUR 159.

Das Periodenergebnis der Mister Spex Gruppe beläuft sich auf TEUR -10.258. (Vj. TEUR -9.308). Vermögens- und Finanzlage

Aktiva
in TEUR 31.12.2020 31.12.2019 Veränderung
Langfristige Vermögenswerte 82.561 60.420 22.141
Kurzfristige Vermögenswerte 40.182 60.199 -20.018
Gesamtvermögen 122.743 120.619 2.123
Passiva
in TEUR 31.12.2020 31.12.2019 Veränderung
Eigenkapital 33.412 29.152 4.260
Langfristige Schulden 33.487 52.982 -19.495
Kurzfristige Schulden 55.843 38.484 17.358
Gesamtkapital 122.743 120.619 2.123

Das Gesamtvermögen hat sich im Geschäftsjahr um TEUR 2.123 erhöht. Grund hierfür sind zwei gegenläufige Effekte. Zum einen führte vor allem die Bilanzierung der Leasingverhältnisse nach den Vorschriften des IFRS 16 aufgrund der neuen Standorteröffnungen zu einem Anstieg der langfristigen Vermögenswerte. Zum anderen führte insbesondere die Bezahlung der eingeforderten ausstehenden Einlage für die im Dezember 2019 beschlossene Kapitalerhöhung in Höhe von TEUR 14.930 zu einer Verringerung der kurzfristigen Vermögenswerte.

In 2020 wurden Nutzungsrechte auf Leasinggegenstände in Höhe von TEUR 9.969 im Anlagevermögen erfasst, welche über die Laufzeit der Mietleasingverträge abgeschrieben werden. Der Buchwert zum 31. Dezember 2020 beläuft sich auf TEUR 35.783 (Vj. TEUR 25.814).

Weitere Zugänge ins Anlagevermögen resultieren aus Investitionen in immaterielle Vermögenswerte in Höhe von TEUR 5.693 (Vj. TEUR 4.459) und in das Sachanlagevermögen in Höhe von TEUR 8.146 (Vj. TEUR 3.890). Mister Spex entwickelt zentrale Bestandteile der im Unternehmen eingesetzten Software selbst, mit dem Ziel sowohl die operativen Prozesse und den Kaufprozess zu optimieren als auch die Kundenzufriedenheit kontinuierlich zu steigern. Forschungskosten wurden unmittelbar erfolgswirksam erfasst. Ferner ist der Anstieg des Sachanlagevermögens auch in 2020 von Investitionen in unseren Logistikstandort sowie in Einrichtungen unserer neuen Storeflächen geprägt.

Das Vorratsvermögen in Höhe von TEUR 17.606 (Vj. TEUR 14.586) umfasste in 2020 wie im Vorjahr im Wesentlichen Waren für das Handelsgeschäft von Mister Spex.

Die Abnahme der kurzfristigen Vermögenswerte resultiert im Wesentlichen aus der Zahlung der ausstehenden Einlage der im Dezember 2019 beschlossenen Kapitalerhöhung in Höhe von TEUR 14.930 und der Reduzierung der liquiden Mittel um TEUR 8.759 auf TEUR 14.536. Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente bestehen im Wesentlichen aus Guthaben bei Kreditinstituten und unterliegen keiner Verfügungsbeschränkung.

Mister Spex hat im Geschäftsjahr 2020 einen negativen Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit von TEUR - 1.553 (Vj. TEUR 1.157) erwirtschaftet. Der Mittelabfluss ist im Wesentlichen auf ein verschlechtertes Konzernergebnis, Rückzahlungen von Verbindlichkeiten, Zahlung von Zinsen und den Aufbau von Vorräten zurückzuführen.

Der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit in Höhe von TEUR -17.061 (Vj. TEUR -8.348) resultiert im Wesentlichen aus Investitionen in unsere Storeausstattungen, in die Logistikinfrastruktur, in intern entwickelte Software sowie in die sonstigen Betriebs- und Geschäftsausstattungen. Darüber hinaus führte der Erwerb von Anteilen an der Tribe GmbH zu einem Mittelabfluss in Höhe von TEUR 2.512.

Die Reduzierung des Cashflows aus Finanzierungstätigkeit um TEUR 11.862 ist in erster Linie auf geringere Einzahlungen aus Kapitalerhöhungen und dem Anstieg der Tilgungen von Leasingverbindlichkeiten zurückzuführen.

Im Ergebnis sind die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente um TEUR 8.759 gesunken, sodass Mister Spex zum 31. Dezember 2020 über Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von TEUR 14.536 verfügt.

Die Veränderung des Eigenkapitals resultiert aus der Kapitalerhöhung, den Beitragszuführungen aus der anteilsbasierten Vergütung sowie dem Periodenergebnis. Die Eigenkapitalquote liegt mit 27 % zum Bilanzstichtag des Geschäftsjahres über dem Vorjahresniveau von 24 %. Die Finanzierung der Geschäftstätigkeit erfolgt weiterhin durch eine Kombination aus Eigenkapitalund Fremdfinanzierung.

Die Summe der kurz- und langfristigen Finanzverbindlichkeiten lag um TEUR 13.413 unter dem Vorjahreswert von TEUR 44.455. Die Reduzierung resultiert im Wesentlichen aus der Zahlung der eingeforderten ausstehenden Einlage aus der im Dezember 2019 beschlossenen Kapitalerhöhung in Höhe von TEUR 14.930. Einen gegenläufigen Effekt hatte der Anstieg der Finanzverbindlichkeiten um TEUR 1.340, welcher im Wesentlichen auf die Rückzahlung noch ausstehender Zinsen zurückzuführen ist.

Zum Bilanzstichtag bestanden nicht in Anspruch genommene Kreditlinien in Höhe von SEK 8 Mio. zugunsten der Nordic Eyewear AB. Die im Vorjahr bestandenen Kreditlinien zugunsten der Mister Spex AG über insgesamt EUR 8 Mio. sind ausgelaufen (EUR 5 Mio. ) bzw. gekündigt (EUR 2,5 Mio.) worden.

Zum 31. Dezember 2020 werden Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen in Höhe von TEUR 37.439 (Vj. TEUR 26.436) erfasst. Diese umfassen Leasingverhältnisse aus Mietverträgen für Büro-, Lagerflächen und Storeflächen, deren Laufzeit üblicherweise zwischen fünf und zehn Jahren liegt. Darüber hinaus ist Mister Spex mehrere Leasingverträge eingegangen, die noch nicht begonnen haben. Diese betreffen weitere Flächen für künftige Geschäfte. In der unkündbaren Laufzeit werden zusätzliche Zahlungen in Höhe von EUR 8 Mio. (Vj. EUR 9 Mio.) erwartet.

Die kurzfristigen Schulden sind im Geschäftsjahr insbesondere im Zusammenhang mit der Ausweitung der Geschäftstätigkeit um TEUR 17.358 auf TEUR 55.843 angestiegen. Zum 31. Dezember 2020 bestehen die kurzfristigen Schulden im Wesentlichen aus Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstigen Verbindlichkeiten für Retouren, Gewährleistungen, Mitarbeiterverpflichtungen sowie ausstehende Rechnungen.

Die Mister Spex Gruppe war auch dieses Geschäftsjahr jederzeit in der Lage, ihren finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. Ab Mai 2021 plant die Mister Spex Gruppe eine Refinanzierung mittels einer langfristigen Finanzierung bei mehreren Kreditinstituten in Höhe von EUR 42,5 Mio.

XII. Wirtschaftsbericht Mister Spex AG

Vorbemerkung

Der Lagebericht und der Konzernlagebericht der Mister Spex AG, Berlin, wurden zusammengefasst. Die folgenden Ausführungen basieren auf dem Jahresabschluss der Mister Spex AG, der nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt wurde.

Geschäftstätigkeit

Die Mister Spex AG betreibt die eigenen nationalen und internationalen Webseiten und vertreibt Korrektionsbrillen, Sonnenbrillen, Kontaktlinsen und Kontaktlinsenpflegeprodukte über ihre länderspezifischen Online-Shops.

Die mit dem Brillenkauf verbundenen Beratungsangebote und Dienstleistungen in Zusammenarbeit mit lokalen Partneroptikern in Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden werden von der Mister Spex AG aus Berlin international koordiniert. Das Unternehmen arbeitet bereits mit über 400 (Vj. 500) Augenoptikern zusammen, die in einem stetig wachsenden Partnernetzwerk zentral betreut werden.

Im Februar 2016 eröffnete Mister Spex den ersten eigenen Store in Berlin und erweiterte damit sein Omnichannel-Konzept um einen zusätzlichen Vertriebskanal. Vor Ort können ausgestellte Brillen und Sonnenbrillen anprobiert und gekauft sowie auf das Online-Sortiment zugegriffen werden. Zudem bietet das Mister Spex-Team kostenlose Services an, wie z.B. Sehtests und Anpassungen. Zum Ablauf des Geschäftsjahres 2020 betreibt die Mister Spex AG deutschlandweit insgesamt 34 Stores.

Durch ihr Gewicht im Konzern teilen die Gesellschaft und der Konzern die gleichen Leistungsindikatoren. Die Mister Spex AG unterliegt grundsätzlich auch den gleichen Risiken und Chancen wie der Konzern. Die Aussagen dazu im Wirtschaftsbericht des Konzerns spiegeln auch die Ergebnisse und Erwartungen in diesem Abschnitt wider.

Im Geschäftsjahr erwarb die Mister Spex AG insgesamt 48,17 % der Anteile an der Tribe GmbH, Berlin, Deutschland.

Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage Mister Spex AG

Ertragslage

In TEUR 01.01. - 31.12.2020 01.01. - 31.12.2019 Veränderungen
Umsatzerlöse 144.598 119.766 24.832
Aktivierte Eigenleistungen 4.613 3.719 894
Sonstige betriebliche 700 1.486 -786
Erträge
Materialaufwand -68.940 -61.355 -7.585
Rohergebnis 80.971 63.616 17.355
Personalaufwand -33.709 -25.216 -8.493
Abschreibungen -4.979 -4.548 -431
Sonstige betriebliche -46.961 -39.287 -7.674
Aufwendungen
Betriebliches Ergebnis -4.678 -5.435 757
Finanz- und
Beteiligungsergebnis -2.054 -1.378 -675
Steuern vom Einkommen
und vom Ertrag
-317 110 -427
Jahresfehlbetrag -7.049 -6.703 -346

Die Ertragslage der Gesellschaft hat sich wie folgt entwickelt.

Die Mister Spex AG hat das Geschäftsjahr 2020 mit einem um TEUR 346 schlechteren Periodenergebnis abgeschlossen.

Mit einem Umsatzanstieg gegenüber dem Vorjahr von TEUR 24.832 auf TEUR 144.598 (2019 um TEUR 15.786 auf TEUR 119.766) ist das erwartete Wachstum auch für die Mister Spex AG eingetreten. Auch in 2020 ist Deutschland der größte Absatzmarkt für unsere Kernprodukte Korrektionsbrillen, Sonnenbrillen und Kontaktlinsen gewesen.

Die aktivierten Eigenleistungen in Höhe TEUR 4.613 beziehen sich auf selbst entwickelte Software. Die Zugänge im Geschäftsjahr sind sowohl in den selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenständen als auch in den in Entwicklung befindlichen Vermögensgegenständen enthalten.

Der Materialaufwand stieg infolge des Umsatzwachstums um TEUR 7.585 auf TEUR 68.940 (2019 um TEUR 7.139 auf TEUR 61.355). Die Materialaufwandsquote lag mit 48 % um drei Prozentpunkte niedriger als die Quote des Vorjahres. Diese Entwicklung kann u.a. auf verbesserte Einkaufskonditionen sowie Produktmixverschiebungen zurückgeführt werden.

Der Personalaufwand ist im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 8.493 auf TEUR 33.709 (2019 um TEUR 2.574 auf TEUR 25.216) gestiegen. Ursächlich hierfür war insbesondere der Personalaufbau im Bereich Omnichannel und Logistik.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen lagen mit TEUR 46.961 über dem Vorjahresniveau (Vj. TEUR 39.287). Der Anstieg um TEUR 7.674 resultiert insbesondere aus dem Ausbau unserer Omnichannel-Aktivitäten in anderen Städten, den mit dem Umsatzwachstum verbundenen variablen Kosten - unter anderem für Warenabgabe und Vertrieb - sowie den Transaktionskosten im Rahmen der Umwandlung der Rechtsform von GmbH in AG. Die Marketingkosten liegen mit 11 % über dem Vorjahreswert.

Das Finanz- und Beteiligungsergebnis enthält im Berichtszeitraum im Wesentlichen Zinsaufwendungen in Höhe von TEUR 3.572 (Vj. TEUR 2.932), Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens in Höhe von TEUR 1.414 (Vj. TEUR 1.409) sowie Erträge aus Gewinnabführungen in Höhe von TEUR 104 (Vj. TEUR 140).

Vermögens- und Finanzlage

Die nachfolgende Übersicht zeigt die Kurzfassung der Bilanz:

Aktiva

in TEUR 31.12.2020 31.12.2019 Veränderung
Anlagevermögen 59.597 45.181 14.417
Umlaufvermögen 38.055 42.032 -3.977
Rechnungsabgrenzungsposten 687 632 55
Gesamtvermögen 98.339 87.845 10.494
Passiva
in TEUR 31.12.2020 31.12.2019 Veränderung
Eigenkapital 49.134 41.183 7.951
Zur Durchführung der beschlossenen
Kapitalerhöhung geleistete Einzahlung
0 70 -70
Sonderposten für Zuwendungen
der öffentlichen Hand
306 560 -254
Rückstellungen 6.009 4.508 1.501
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 30.439 29.072 1.367
Verbindlichkeiten3 11.120 11.693 -572
Rechnungsabgrenzungsposten 254 0 254
Passive latente Steuern 1.076 759 317
Gesamtkapital 98.339 87.845 10.494

Im Geschäftsjahr 2020 wurden Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände in Höhe von TEUR 5.589 (Vj. TEUR 4.792) und in das Sachanlagevermögen in Höhe von TEUR 8.027 (Vj. TEUR 3.852) getätigt. Die Investitionen in das Sachanlagevermögen resultieren im Wesentlichen aus Erweiterungen des Logistikstandorts sowie der Expansion der Stores.

Das Vorratsvermögen beinhaltet wie im Vorjahr ausschließlich Waren für das operative Geschäft und beläuft sich auf TEUR 16.011 (Vj. TEUR 13.045).

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind gegenüber dem Vorjahr um TEUR 1.602 auf TEUR 9.512 angestiegen. Während zum Stichtag offene Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im Wesentlichen aus den Jahresendabrechnungen mit unseren Lieferanten in Höhe von TEUR 1.091 bestehen (Vj. TEUR 1.132), sind die sonstigen Vermögensgegenstände in Höhe von TEUR 7.927 (Vj. TEUR 5.984) aufgrund von sonstigen Forderungen, einer Zunahme der geleisteten Kautionen sowie einer gezahlten Prämie für die Kaufoption zum Erwerb der ausstehenden Anteile an der Tribe GmbH angestiegen.

Die Eigenkapitalquote ist im Geschäftsjahr auf 50 % gestiegen (Vj. 47 %).

Die Rückstellungen sowie Verbindlichkeiten sind entsprechend der Ausweitung der Geschäftstätigkeit um TEUR 2.296 (Vj. um TEUR 1.242) angestiegen. Die Rückstellungen betreffen zum 31. Dezember 2020 insbesondere Mitarbeiterverpflichtungen, Verpflichtungen aus ausstehenden Rechnungen, Gewährleistungen und Retouren.

Zum Ende des Geschäftsjahres beliefen sich die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten auf TEUR 30.439 (Vj. TEUR 29.072). Die Veränderung resultiert aus den aufgelaufenen Zinsen für Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind durch die Verpfändung bzw. Sicherungsübereignung von Vermögenswerten wie Sachanlagen, Forderungs-, Bank- und Vorratsbeständen sowie Anteilen an den Tochtergesellschaften International Eyewear GmbH, Nordic Eyewear AB und Lensit.no AS besichert.

3 Verbindlichkeiten beinhalten die erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie Sonstige Verbindlichkeiten.

Die Gesellschaft war im Geschäftsjahr jederzeit in der Lage, ihren finanziellen Verpflichtungen nachzukommen.

Die Zahlungsmittel in Höhe von TEUR 12.531 (Vj. TEUR 21.077) bestehen im Wesentlichen aus Guthaben bei Kreditinstituten und unterliegen keiner Verfügungsbeschränkung.

XIII. Gesamtaussage zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Der Vorstand beurteilt die Entwicklung im Geschäftsjahr 2020 für den Konzern als auch für die Mister Spex AG trotz der negativen Auswirkungen der COVID-19 Pandemie auf das stationäre Einzelhandelsgeschäft als positiv. Der prognostizierte Umsatz konnte erwirtschaftet, einige Kostenquoten reduziert und als Folge das adjustierte EBITDA gesteigert werden.

Insgesamt ist die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage damit weiterhin als sehr befriedigend zu bezeichnen.

XIV. Risiko- und Chancenbericht

Während Chancen die Ertragslage und den Unternehmenswert positiv beeinflussen können, werden Risiken als negative Abweichung von geplanten Entwicklungen und Zielen betrachtet. Das bewusste Abwägen von Chancen und Risiken steht auch in 2021 im Vordergrund des unternehmerischen Handelns von Mister Spex.

Das frühzeitige Erkennen und informierte Handeln sind im Geschäftsjahr weiter in den Fokus gerückt. Unsere internen Überwachungs- und Frühwarnsysteme werden kontinuierlich an die Anforderungen des Marktes angepasst.

Im nachfolgenden Risiko- und Chancenbericht werden die vom Management wichtigsten Risiken und Chancen dargestellt.

Risikofelder

Die Gesamtrisikosituation von Mister Spex setzt sich aus verschiedenen Einzelrisiken zusammen. Zur Darstellung der Risiken wurde das Nettoverfahren gewählt. Die berichteten Risiken beziehen sich in der Regel auf den Prognosezeitraum 2021 und betreffen alle Segmente von Mister Spex.

Im Folgenden werden die Risiken erläutert, die eine wesentliche negative Auswirkung auf das Erreichen unserer Unternehmensziele haben können. Die Risiken sind nach ihrer Wesentlichkeit für Mister Spex geordnet.

Die Risikosituation ist zum Vorjahr unverändert und zeigt keine Gefährdung des Fortbestandes der Gesellschaft.

IT-Risiken

Für Unternehmen im Online-Handel gelten prinzipiell die Verfügbarkeit der eingesetzten IT-Systeme sowie die Integration dieser Technologien in die Geschäftsprozesse als Risikofaktor. Störungen oder Ausfälle von Online-Diensten können neben datenschutzrechtlichen Folgen zu Umsatzeinbußen führen. Auch die mit dem wachsenden Markt steigende Cyberkriminalität kann hier als Risiko genannt werden.

Auch interne Unterbrechungen im IT-Umfeld wie z. B. im Waren- und Logistikbereich haben ebenso maßgeblichen Einfluss auf die Performance von Mister Spex und könnten kurzfristig einen Rückgang der Umsätze nach sich ziehen.

Um den Ausfall von IT-Systemen sowie Eingriffe krimineller Handlungen in unsere Systeme zu vermeiden, wurde ein KPI-Set zur Früherkennung und Überwachung der Prozesse entwickelt und implementiert. Regelmäßige Updates von Hard- und Software führen zu Sicherheit und Stabilität unserer Systeme. Unsere Maßnahmen und deren Wirksamkeit in Bezug auf die Ausfallrisikosteuerung wurden durch Sicherheits- und Stabilitätsprüfungen bestätigt.

Markt – und Wettbewerbsrisiken

Markt- und Wettbewerbsrisiken beziehen sich grundsätzlich auf Änderungen der Absatz- und Beschaffungsbedingungen sowie die Entwicklung konkurrierender Anbieter.

Das wirtschaftliche Umfeld von Mister Spex ist im Allgemeinen von einem starken Wettbewerbsdruck geprägt. Die Größe, die Ressourcen und die Expertise einiger unserer Wettbewerber könnten es ihnen ermöglichen, effektiver als wir am Markt zu agieren. Dies könnte einen nachteiligen Einfluss auf unser Umsatzwachstum und unseren Marktanteil auswirken. Ein ansteigender Preiswettbewerb im Online-Optikmarkt sowie auch im stationären Markt könnte die Profitabilität von Mister Spex belasten.

Diesem Risiko begegnen wir durch erkennbare Differenzierung im Rahmen der Produktvielfalt, unserem Kundenservice und agilen Marketingstrategien. Zudem ist unsere Omnichannel-Strategie vielseitig. Sie bietet unseren Kunden alle bekannten Services entweder auf der Website, bei unseren Partneroptikern oder in unseren eigenen Läden.

Mister Spex hat in dem vergangenen Jahr 16 weitere Stores deutschlandweit eröffnet und bereits für das kommende Jahr weitere Mietverträge unterschrieben. Im Zuge der Ausweitung unserer Omnichannel-Strategie ergeben sich höhere Vorratsbestände. Fehlende Werthaltigkeiten können zu Ergebnisrisiken führen.

Mister Spex begegnet derartigen Risiken durch kontinuierliche gezielte Bestandskontrollen der Vorräte sowie einer bestellgenauen Bevorratung. Eine einheitliche operative Unternehmenssteuerung für den nationalen und internationalen Absatzmarkt führt zu Ressourcenoptimierung. Zudem werden als risikominimierende Maßnahmen regelmäßige Lageranalysen zur Sicherstellung der Werthaltigkeit der Waren eingesetzt.

Für die Beschaffung von Produkten ist Mister Spex auf seine Lieferanten und Geschäftspartner angewiesen. Daher sehen wir uns bei zunehmender Nachfrage nach unseren Produkten dem Risiko ausgesetzt, geplante Maßnahmen im Bereich Beschaffung aufgrund von Lieferengpässen oder -verzögerungen unserer Lieferanten und Geschäftspartner nicht in geplanter Höhe oder in der erwarteten Zeit zu erfüllen. Weiterhin könnte ein möglicher Verlust von Schlüssellieferanten dazu führen, dass wir unsere Nachfrage nur unzureichend bedienen können. Wir sind bestrebt durch ein aktives Beschaffungsmanagement und die gezielte Erweiterung unseres Lieferantenund Geschäftspartnernetzwerks diesen Risiken entgegenzuwirken.

Aktuelles Risiko durch COVID-19

Die weltweite Ausbreitung von COVID-19 wurde am 11. März 2020 von der Weltgesundheitsorganisation zu einer Pandemie erklärt. Nach Einschätzung des Robert-Koch-Institutes handelt es sich weltweit und in Deutschland um eine sehr dynamische und ernst zu nehmende Situation.

Durch ein ausgereiftes Hygienekonzept unterlagen unsere Stores im vergangenen Jahr nur kurzzeitig der Schließung mit anschließender eingeschränkter Notversorgung. Aufgrund der von der Bundesregierung ausgegebenen Flächenbeschränkungen im Zuge der Lockdown Beschlüsse sehen wir jedoch weiterhin geringere Umsätze in unseren Stores im Vergleich zu der Pre-COVID Zeit. Gleichzeitig fühlen wir uns unseren Mitarbeitern und Kunden verpflichtet, durch das bestmögliche Hygiene- und Abstandskonzept das Infektionsrisiko möglichst gering zu halten. Auch Mister Spex wird aufgrund der weiterhin bestehenden gesellschaftlichen Einschränkungen insbesondere im Bereich des Einzelhandels in unseren Stores mit Umsatzeinbußen rechnen müssen. Das Ausmaß ist zum jetzigen Zeitpunkt jedoch nicht bestimmbar.

Währungs- und Handelsrisiken

Durch den Ausbau der Geschäftstätigkeiten inner- und außerhalb des Euroraumes können sich durch ändernde regulatorische Rahmenbedingungen Risiken ergeben. Potenzielle Zusatzkosten für den Transport und die Einfuhr durch Zölle sowie damit verbundene Währungsrisiken können zukünftige Szenarien sein.

Da ein Großteil des Geschäftes der Mister Spex Gruppe innerhalb des Euroraumes generiert wird, ist das Währungs- und Handelsrisiko deutlich reduziert. Die Währungsentwicklungen innerhalb Europas werden eng überwacht und mögliche Währungsbestände rechtzeitig gewechselt. Dazu bedient sich Mister Spex etablierter Anbieter.

Personalrisiken

Mister Spex ist für die Realisierung der strategischen Ziele auf kompetente und engagierte Fachkräfte sowie Führungskräfte angewiesen. Der Verlust von Fach- und Führungskräften stellt ein wesentliches Risiko dar.

Die erschwerte Situation bei der Rekrutierung von Nachwuchs- als auch Führungskräften stellt ein kontinuierlich wachsendes Risiko dar. Infolge des demografischen Wandels und des zunehmenden Wettbewerbs auf dem Personalmarkt gestaltet es sich zunehmend schwieriger qualifiziertes Personal zu gewinnen. Besonders im Hinblick auf die kontinuierlich steigende Digitalisierung werden insbesondere IT-Fachkräfte weiterhin verstärkt nachgefragt.

Aber auch die Zahl der arbeitslosen Augenoptiker ist rückläufig. Es sind nahezu keine Arbeitslosen auf dem augenoptischen Arbeitsmarkt vorhanden. Der Fachkräftemangel in dieser Branche könnte ebenso die wirtschaftliche Entwicklung von Mister Spex hemmen.

Um diesem Risiko entgegenzuwirken, finden Investitionen in Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen, Förderung von flexiblen Arbeitszeitmodellen und Bonusprogramme einen Platz im Personalmanagement der Mister Spex Gruppe mit dem Ziel, die Mitarbeiterzufriedenheit zu erhalten und zu erhöhen.

Bereits seit 2016 bildet Mister Spex auch den Beruf des Augenoptikers in den eigenen Werkstätten mit dem Ziel, dem allgemeinen Fachkräftemangel entgegenzuwirken, aus.

Vom Management von Mister Spex werden weder Einzelrisiken noch die Summe der Einzelrisiken als bestandsgefährdend eingeschätzt.

Chancen

Mit dem Ziel, den Unternehmenserfolg nachhaltig zu sichern, sollen auch Chancen, die sich durch veränderte Marktstrukturen als auch Verbesserung in der internen Wertschöpfungskette ergeben können, frühzeitig erkannt und systematisch genutzt werden. Die berichteten Chancen beziehen sich in der Regel auf den Prognosezeitraum 2021.

Marktchancen

Der europäische Optikermarkt ist sehr groß und bietet noch viele Entwicklungsmöglichkeiten für Omnichannel-Anbieter. Eine Übertragung des Geschäftsmodells von Mister Spex in andere Märkte bietet große Chancen für weiteres zukünftiges Umsatzwachstum.

Strategische Chancen

Der Ausbau unserer Omnichannel-Strategie ermöglicht es, unsere Kunden von der Vision des modernen Brillenkaufs auch auf der persönlichen Ebene zu überzeugen. Die Begeisterung für unser Geschäftsmodell sowie die Erweiterung unseres Kundenstamms könnten eine Chance auf zukünftiges Wachstum und steigende Erlöse bieten. Dabei helfen uns der steigende Bekanntheitsgrad der Marke Mister Spex und das gewonnene Vertrauen unserer Kunden in unsere Qualität.

Für Mister Spex stellt die positive Entwicklung im Mobile Commerce ebenso eine große Chance dar. Durch die steigende Nutzung von Tablets und Mobiltelefonen und dem damit einhergehenden Umsatzwachstum durch mobile Endgeräte kann durch gezielte Optimierung und Weiterentwicklung unserer Onlineshops das Kauferlebnis weiter verbessert und damit der Umsatz gesteigert werden.

Die kontinuierliche Analyse der Kundenbedürfnisse nach Marken und Produkteigenschaften ermöglichten die gezielte Aufstellung eines Produktportfolios. Neue Marken und Produktlinien können zusätzliche Kundengruppen ansprechen. Durch unsere Vielfalt und große Auswahl bietet sich die Chance, attraktiv für unsere Kunden zu sein und dadurch das Umsatzwachstum positiv zu beeinflussen.

Die stetig wachsenden technologischen Anforderungen an Online-Einzelhändler spiegeln bei erfolgreicher Umsetzung eine hohe Kundenzufriedenheit und damit einhergehend eine hochfrequentierte Nutzung unserer Plattform wider. Durch die stetigen Verbesserungen und Anpassungen an die Marktbedürfnisse können die Marktposition gestärkt und die Umsatzzahlen gesteigert werden. Mit der einhergehenden Steigerung der Kundenzufriedenheit und -loyalität können positive Auswirkungen auf die Ergebnissituation erzielt werden.

XV. Prognosebericht

Erwartetes wirtschaftliches Umfeld

Für 2021 kann sowohl auf dem augenoptischen Markt als auch im Online-Handel im Vergleich zum Vorjahr mit Wachstum gerechnet werden. Die positive Entwicklung beider Märkte wird hierbei eine wichtige Rolle spielen und einen entscheidenden Anteil am Wachstum beisteuern. Mister Spex will diesen Trend und die weitere Wachstumsstrategie für sich nutzen. Mit unserer Omnichannel-Strategie wollen wir auch in 2021 unseren Kundenstamm erweitern und die Vorteile von Offline und Online verbinden.

Mister Spex will auf dem europäischen Markt seine Marktanteile weiter ausbauen. Ein Schlüsselfaktor dafür wird der Ausbau der Omnichannel-Strategie und damit die Eröffnung weiterer Stores sowohl im Inland als auch im Ausland sein, um auch durch unsere Stores neue Kundengruppen gewinnen zu können. Ein weiterer Faktor ist die kontinuierliche Weiterentwicklung unserer Onlineshops. Der vorhandene Zahlungsmittelbestand wird dem Ausbau der Aktivitäten dienen.

Das in den letzten Jahren sich abzeichnende Wachstum des Optikermarktes in Deutschland unterstützt dieses Vorgehen und bestätigt die strategische Ausrichtung von Mister Spex. Die Positionierung von Mister Spex als eines der führenden Unternehmen der Branche sowie die Investitionen in Strukturen und Prozesse in 2020 bilden sehr gute Voraussetzungen für ein fortwährendes Umsatzwachstum des Mister Spex Konzerns auch in 2021.

Voraussichtliche Entwicklung

Mister Spex verfolgt weiter konsequent eine Strategie des Wachstums mit dem übergeordneten Ziel, die Position als führender Omnichannel-Optiker auszubauen.

Mister Spex erwartet ein Umsatzwachstum im moderat zweistelligen Prozentbereich. Auf der Basis geht das Management von einem entsprechend verbesserten adjustierten EBITDA aus. Die Store-Expansionen sowie der Anstieg der Bestellungen und die Erhöhung des durchschnittlichen Warenkorbs je Produktkategorie werden 2021 nach unseren Erwartungen für einen Anstieg der Umsatzerlöse als auch zu einer Verbesserung des adjustierten EBITDA beitragen.

XVI. Erklärung zur Unternehmensführung

In Deutschland hat der Gesetzgeber 2015 das Gesetz zur gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst verabschiedet (Teilhabegesetz). Danach ist der Aufsichtsrat der Gesellschaft verpflichtet eine Zielgröße für den Frauenanteil im Vorstand sowie eine Frist zur Erreichung dieses Ziels festzulegen. Ebenso ist der Vorstand der Gesellschaft verpflichtet, für den Frauenanteil in den beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands Zielgrößen und Fristen zur Erreichung der Zielgrößen festzulegen.

Die Erklärung zur Unternehmensführung in Bezug auf die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen bei Mister Spex ist seit 2017 Bestandteil der Berichterstattung. Der Aufsichtsrat muss für das eigene Gremium als auch für den Vorstand eine Zielgröße für die Quote festlegen – dem Vorstand obliegt die Festsetzung für die beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands – hier das C-Level und die VP-Ebene.

Der Aufsichtsrat als auch der Vorstand des Unternehmens setzt sich aus männlichen Führungskräften zusammen. Die von ihnen festgelegten Zielgrößen für die zwei nachfolgenden Ebenen C-Level und VP-Ebene wurden für den Zeitraum vom 1. Januar 2017 bis zum 31. Dezember 2020 mit mindestens 20 % definiert. Ab dem 1. Januar 2021 wird die Zielgröße von 20 % beibehalten.

Im Geschäftsjahr 2020 bestand das Management (C-Level) aus neun Personen, darunter drei Frauen, was einer Quote von 33 % entspricht. Seit Anfang des Geschäftsjahres 2020 gehört damit ein weiteres weibliches Mitglied zum C-Level bei Mister Spex, sodass von einer ausgeglichenen Managementriege gesprochen werden kann. Auf der nächsten Ebene (VP-Ebene), die aus vier Führungspersonen besteht, zählt eine Frau und damit 25 % zum Führungspersonal.

Die festgelegten Zielgrößen wurden für das Geschäftsjahr erreicht.

Die Vergangenheit zeigt, dass bei Mister Spex in den Ebenen unterhalb des Vorstands immer ein ausgewogener Diversity-Mix Teil der Teamstrukturen war.

Der Frauenanteil in der Gesamtbelegschaft der Mister Spex AG lag wie im Vorjahr mit 57 % im Berichtszeitraum bereits auf einem sehr guten Niveau. In der Gesamtbelegschaft der Mister Spex Gruppe lag der Wert ebenso bei 57 %.

Berlin, den 26. März 2021

Dirk Graber Dr. Mirko Caspar

XVII. Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht, der mit dem Lagebericht der Mister Spex AG zusammengefasst ist, der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

Berlin, den 26. März 2021

Dirk Graber Dr. Mirko Caspar

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Mister Spex AG

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der Mister Spex AG, Berlin, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) – bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2020, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden – geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Mister Spex AG, der mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst wurde, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 geprüft. Die in Abschnitt VII. des Konzernlageberichts enthaltene Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote), haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

  • entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2020 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 und
  • vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Konzernlagebericht erstreckt sich nicht auf die gem. § 289f Abs. 4 HGB enthaltenen Informationen.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die in Abschnitt VII. des Konzernlageberichts enthaltene Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote).

Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

  • wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, Konzernlagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder
  • anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen

Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der

Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Berichts über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB

durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

  • identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher beabsichtigter oder unbeabsichtigter – falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können;
  • gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben;
  • beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben;
  • ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen

Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann;

  • beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt;
  • holen wir ausreichende, geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile;
  • beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.
  • führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Berlin, 26. März 2021

Ernst & Young GmbH - Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Dr. Röders Kostolnik-Briedela Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer