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Meyer Burger Technology AG Annual Report 2013

Mar 24, 2014

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Annual Report

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Roth & Rau- Konzern

Kennzahlen nach IFRS

in T€ 2013 2012*
Umsatz 76.958 154.058
Auslandsanteil in % 61,7 79,3
Gesamtleistung 74.846 120.490
EBITDA -34.174 -17.177
EBIT -53.240 -39.573
Sondereffekte auf EBIT -9.461 -15.917
EBIT, bereinigt -43.779 -23.656
Konzern-Ergebnis (den Aktionären der Roth &
Rau AG zustehendes Ergebnis) -54.441 -40.428
Auftragseingang vor Stornierungen 78.551 103.865
Auftragseingang nach Stornierungen 60.212 88.256
Auftragsbestand zum 31.12. 58.376 75.122
Mitarbeiter zum 31.12. 800 898
Investitionen 6.387 14.938
Operativer Cash Flow -30.882 -4.799
* Vorjahreswerte angepasst
in T€ 2013 2012*
Bilanzsumme 147.207 190.686
Eigenkapital 33.472 87.731
Eigenkapitalquote in % 22,7 46,0
Liquide Mittel 11.551 22.313
* Vorjahreswerte angepasst
Kennzahlen der Roth & Rau-Aktie 2013 2012*
Grundkapital zum 31.12. in € 16.207.045,00 16.207.045,00
Anzahl Aktien in Stück zum 31.12. 16.207.045 16.207.045
Höchstkurs in € 13,13 21,00
Tiefstkurs in € 6,52 11,99
Schlusskurs in € 9,98 12,80
Durchschnittlicher Tagesumsatz in Stück 2.002 3.426
Durchschnittlicher Tagesumsatz in Mio. € 0,02 0,10
Marktkapitalisierung zum 31.12. in Mio. € 161,80 207,50
Ergebnis je Aktie in € -3,36 -2,49

* Vorjahreswerte angepasst

Inhalt

Brief des Vorstands 4
Bericht des Aufsichtsrats 6
Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht 11
Grundlagen des Konzerns 12
Wirtschaftsbericht 26
Chancen- und Risikobericht 37
Aktionärsstruktur 50
Nachtrags- und Prognosebericht 50
Schlusserklärung über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen 53
Konzern-Abschluss 54
Konzern-Bilanz 55
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 57
Konzern-Gesamtergebnisrechnung 58
Konzern-Kapitalflussrechnung 59
Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung 60
Konzern-Anhang 61
Organisation und wesentliche Bilanzierungs-
und Bewertungsgrundsätze
62
Wesentliche Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen 85
Segmentberichterstattung 88
Erläuterungen zu den einzelnen Posten der Bilanz 92
Erläuterungen zu den einzelnen Posten der Gewinn-
und Verlustrechnung
123
Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung 132
Sonstige Angaben 134
Versicherung der gesetzlichen Vertreter 150
Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers 151
Zukunftsgerichtete Aussagen 153
Finanzkalender 2014 154
Impressum 155

Brief des Vorstandes

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, sehr geehrte Damen und Herren,

das weltweite Investitionsvolumen in Anlagen und Maschinen, die in der Solarindustrie zum Einsatz kommen, ist von 13 Mrd. USD in 2011 auf 2 Mrd. USD in 2013 gefallen und hat somit einen neuen Tiefpunkt erreicht. Obwohl die global installierte Photovoltaik-Leistung auch in 2013 erneut gestiegen ist, war das Marktumfeld überwiegend von Überkapazitäten, Preisverfall für Solarmodule, fehlende Projektfinanzierungen und Subventionskürzungen geprägt. Erst im vierten Quartal war eine spürbare Marktbelebung festzustellen, die zu Auftragseingängen in Höhe von 34 Mio. € führte. Besonders erfreulich waren dabei die erfolgreichen Vertragsabschlüsse über die ersten HELiA-Produktionssysteme und damit die Markteinführung der Heterojunction-Technologie für die Herstellung von Hochleistungssolarzellen mit Wirkungsgraden bis zu ≥22% sowie Verkäufe von SiNA/MAiA-Beschichtungsmaschinen für die evolutionäre MB-PERC Upgrade-Technologie. Die PERC-Beschichtungstechnologie und das Produktionstool MAiA sind bewährte Technologien und Systeme zur Steigerung der Solarzellenwirkungsgrade im Standard-Solarzellenprozess und werden erfolgreich als Upgrade in PV-Standardproduktionslinien weltweit integriert.

Die Geschäfte im Non-PV-Bereich, die im neuen Segment Specialised Technologies gebündelt werden, haben sich im Geschäftsjahr 2013 zufriedenstellend entwickelt. In diesem Segment forcieren wir die Ausweitung unserer technologischen Kernkompetenzen auf andere Geschäftsfelder sowohl im Bereich der Oberflächenbearbeitung als auch in den Bereichen Mikrowellentechnik, Softwareentwicklung und Automatisierungstechnik. Der Bereich kundenspezifische Systemlösungen und Prozesse für plasma- und ionenstrahlgestützte Oberflächenbearbeitungsverfahren für die Halbleiter- und optische Industrie konnte in 2013 Rekordwerte bei Umsatz und Ergebnis erzielen. Darüber hinaus konnten erste Aufträge in den Bereichen OLED und Batterietechnik gewonnen werden.

Insgesamt hat sich das erneut schwache Marktumfeld in unserem Hauptabsatzmarkt Photovoltaik negativ auf unsere Geschäftszahlen ausgewirkt. Der Konzern-Umsatz fiel im Vergleich zum Vorjahr von 154,1 Mio. EUR auf 77,0 Mio. EUR. Der gruppenweite Auftragseingang ging auf 78,6 Mio. EUR zurück und lag damit um 24,4% unter dem Vorjahr. Das Ergebnis nach Abschreibungen (EBIT) wurde durch Sondereffekte in Höhe von 9,5 Mio. EUR belastet und betrug -53,2 Mio. EUR (2012: -39,6 Mio. EUR).

Das mit Beginn der Solarkrise gestartete Restrukturierungsprogramm CRiSP konnte im Geschäftsjahr 2013 weitestgehend abgeschlossen werden und führte zu einem Kosteneinsparvolumen von ca. 30 Mio. €. Durch die Integration unserer asiatischen Tochtergesellschaften in den Meyer Burger-Verbund wurden die vorhandenen Synergiepotentiale konsequent ausgeschöpft. Mit der Anpassung der Kosten- und Konzernstruktur an die veränderte Marktlage sowie der Fokussierung auf unsere Kerntechnologien haben wir unsere Wettbewerbsfähigkeit erhöht und somit die Voraussetzungen geschaffen, bei einer Erholung des Solarmarktes eine schnelle und nachhaltige Verbesserung der Ertrags-und Finanzkraft zu erreichen.

Für das Geschäftsjahr 2014 sind wir vorsichtig optimistisch. Die K ihren Tiefpunkt erreicht. In den nächsten Jahren werden weiterhin steigende Zubauraten erwartet, was zu steigenden Produktionskapazitäten führen wird. Die Hersteller von Solarzellen und Solarmodulen müssen in hocheffizi zu bleiben. Durch den Zusammenschluss von Meyer Burger und Roth & Rau ist ein umfassender Systemanbieter entstanden, der alle wesentlichen Technologieschritte in der Wertschöpfungskette der Photovoltaik abdeckt. Auch im Segment Specialised Technologies sehen wir in 2014 Wachstumschancen. Die bereits erfolgreich begonnene Erschließung neuer Anwendungsgebiete für die vorhandenen Kerntechnologien außerhalb der Photovoltaik werden wir auch in den kom Jahren konsequent fortsetzen. Krise der Solarindustrie hat in 2013 hocheffiziente Produktionstechnologien investieren um wettbewerbsfähig ovoltaik uen Rau-Gruppe. Wir werden rise ente kommenden

Wir bedanken uns bei unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die geleistete ausgezeichnete Arbeit und hohe Einsatzbereitschaft in einer schwierigen Zeit. Unser Dank gilt weiterhin unseren Kunden für das Vertrauen in die Produkte und Dienstleistungen der Roth & Rau auch in 2014 an der Verbesserung unserer Produkte und Dienstleistungen im Sinne der Zufriedenheit unserer Kunden hart arbeiten. Gruppe. Gruppe

Die Roth & Rau-Gruppe wird ihre Rolle als innovativer Chancen wahrnehmen. Das Engagement unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die Zugehörigkeit zur Meyer Burgerzu meistern. Gruppe Zulieferer stärken und die sich bietenden -Gruppe bilden eine gute Basis, die Herausforderungen der Zukunft

Ihre

Peter Frankfurter Vorstandsvorsitzender

Bernhard Gerber Vorstandsmitglied

Dr. Jürgen Bode Vorstandsmitglied

Thomas Hengst Vorstandsmitglied

Bericht des Aufsichtsrats

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

Roth & Rau stellten sich auch im Geschäftsjahr 2013 aufgrund der anhaltenden Krise in der Solarindustrie erneut vielfältige Herausforderungen. Für 2014 zeichnet sich jedoch eine Erholung des Solarmarktes ab. Zudem zeigen die Synergieeffekte aufgrund der Zusammenarbeit mit der Meyer Burger-Gruppe Wirkung, sowohl hinsichtlich der Auftragslage, als auch hinsichtlich der Kosten- und Strukturoptimierungsmaßnahmen.

Der Aufsichtsrat der Roth & Rau AG stand dem Vorstand auch im abgelaufenen Geschäftsjahr 2013 bei der Leitung des Unternehmens beratend zur Seite und hat die Arbeit des Vorstands gemäß Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung regelmäßig auf der Grundlage von schriftlichen und mündlichen Vorstandsberichten und gemeinsamen Sitzungen überwacht.

Der Vorstand hat den Aufsichtsrat zeitnah und umfassend insbesondere über die Geschäfts- und Marktentwicklungen und die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft und der Gruppe, die beabsichtigte Geschäftspolitik, die Unternehmensplanung und -strategie, die Umsatz-, Ergebnis und Liquiditätsentwicklung der Gruppe sowie über Risikomanagement und Compliance informiert. Grundlage hierfür waren die ausführlichen, in schriftlicher und mündlicher Form erstatteten Berichte des Vorstandes. Die Berichterstattung erfolgte dabei anlassbezogen, auf Wunsch oder ausdrückliche Nachfrage des Aufsichtsrates sowie periodisch und unter Beachtung der Erfordernisse des § 90 Abs. 2 AktG. Die schriftlichen Berichte des Vorstandes umfassten insbesondere Informationen zu den Themen Liquidität, Profitabilität, Forderungsmanagement, Wertberichtigungsnotwendigkeiten, Auftragseingang, technologische Entwicklung und Wettbewerbssituation sowie die Unternehmensplanung einschließlich Finanz-, Investitions- und Personalplanung. Planabweichungen wurden vom Vorstand ausführlich erläutert und vom Aufsichtsrat eingehend geprüft. Zudem zog der Aufsichtsrat auch im Geschäftsjahr 2013 bei Bedarf externe Berater sowie Mitarbeiter aus verschiedenen Bereichen (Recht, Finanzen, Controlling) zu seinen Beratungen hinzu. Über alle Geschäfte und Fragestellungen von wesentlicher Bedeutung für das Unternehmen hat der Vorstand mit dem Aufsichtsrat im Vorfeld beraten. Zustimmungspflichtige Geschäfte wurden dem Aufsichtsrat vom Vorstand ordnungsgemäß vorgelegt.

Außerhalb der Sitzungen stand die Aufsichtsratsvorsitzende in einem fortlaufenden Informationsaustausch mit dem Vorstand – insbesondere mit dem Vorstandsvorsitzenden. Auf diese Weise hat der Aufsichtsrat über wesentliche Ereignisse zur Beurteilung der Lage und Perspektive der Gruppe unverzüglich Kenntnis erlangt.

Beratungsschwerpunkte

Der Aufsichtsrat trat im Geschäftsjahr 2013 zu 5 Sitzungen am 1. März, 22. März, 23. Mai, 25. September und 26. November zusammen. Darüber hinaus wurden 6 Sitzungen in Form einer Telefonkonferenz am 25.April, 27.Juni, 8. August. 12. August, 15. August und 10. Oktober abgehalten. Sämtliche Mitglieder des Aufsichtsrats waren bei allen Sitzungen bzw. Telefonkonferenzen vollständig anwesend.

Aufgrund seiner Größe verzichtete der Aufsichtsrat weiterhin auf die Bildung von Ausschüssen. Vielmehr ist der Aufsichtsrat nach eigener Einschätzung der Meinung, dass er bereits effizient arbeitet. Gegenstand der Selbsteinschätzung waren auch die Verfahrensabläufe im Aufsichtsrat, die Information durch den Vorstand sowie die Zusammenarbeit der beiden Organe. In alle für Roth & Rau bedeutsamen und zustimmungspflichtigen Entscheidungen war der Aufsichtsrat frühzeitig eingebunden.

Die Umsatz- und Ergebnisentwicklung, die Finanz- und Liquiditätssituation, die Investitions- und Devestitionsvorhaben, der Stand des Restrukturierungsprozesses der Gruppe, die Risikolage, das Risikomanagement, Compliance sowie die Unternehmensplanung und –strategie wurden dem Aufsichtsrat in fast allen Sitzungen detailliert erläutert und anschließend gemeinsam mit dem Vorstand diskutiert. Ausnahmen bildeten die telefonischen Aufsichtsratssitzungen, die jeweils kurzfristig und anlassbezogen einberufen wurden und der vertieften Behandlung von Einzelthemen dienten. Über das Berichtsjahr hinweg befasste sich der Aufsichtsrat zudem intensiv unter Hinzuziehung der beratenden Rechtsanwälte mit der Verschmelzung der Microsystems GmbH auf die Roth & Rau AG und dem Schutz des Know-how und sonstiger immateriellen Werte der Gesellschaft und ihrer Tochtergesellschaften sowie der vor dem Landgericht Hamburg anhängigen Schadensersatzklage der Conergy SolarModule GmbH & Co. KG sowie den hierzu geführten Vergleichsgesprächen.

Bis zum Ende des Jahres 2013 wurden von den zu Beginn des Jahres vorhandenen 16 Konzerngesellschaften eine Gesellschaft verschmolzen (MicroSystems GmbH auf Roth & Rau AG), zwei Gesellschaften liquidiert (Roth & Rau Australia Pty. Ltd., Tecnifinico S.r.l. i.L.), bei 2 Gesellschaften (Roth & Rau Korea Co. Ltd., Roth & Rau (Shanghai) Trading Co. Ltd.) wurden die wesentlichen Vermögenswerte und der Geschäftsbetrieb veräußert und im Anschluss die Liquidation eingeleitet bzw. fortgeführt, so dass zum Stichtag 31. Dezember 2013 noch 11 Gesellschaften im Konzern verblieben. Zudem wurde der 50 %-ige Geschäftsanteil an Cober Muegge LLC verkauft. Die Belegschaft wurde erneut reduziert und umfasst 800 Mitarbeiter und damit 98 weniger als zum 31. Dezember 2012. Dabei wurden im Rahmen des CRiSP-Programmes zu Beginn des Geschäftsjahres 2013 an den Standorten Hohenstein-Ernstthal und Wüstenbrand 39 Arbeitsplätze gestrichen. Weitere Arbeitsplätze wurden vor allem an den Standorten Dresden und Eindhoven abgebaut. Vor Umsetzung der jeweiligen Maßnahme wurden intensive (rechtliche und finanzielle) Beratungen und Prüfungen – größtenteils unter Hinzuziehung externer Rechtsberater – der rechtlich zulässigen Vorgehensweisen vorgenommen. Der Vorstand hat jeweils gesondert die Zustimmung des Aufsichtsrates eingeholt.

Im Berichtsjahr beschäftigte sich der Aufsichtsrat zudem mit der Neubesetzung und Änderungen in der Zusammensetzung des Vorstands. Im Mittelpunkt der entsprechenden Beratungen standen die Eignung der Kandidaten sowie deren Anstellungsbedingungen.

Ein weiterer Schwerpunkt der Beratungen im Aufsichtsrat war der fortdauernde Umsatzeinbruch in der Solarindustrie, der sich weiterhin massiv auf den Umsatz der Roth & Rau-Gruppe ausgewirkt hat. Weiterhin wurden im Rahmen der Aufsichtsratssitzungen folgende Themen erörtert und beraten:

  • Vorbereitung und Abstimmung zur Hauptversammlung 2013
  • Schadensersatzklage der Conergy SolarModule GmbH & Co. KG
  • Abstimmung von Maßnahmen gegen den Abfluss von Geschäftsgeheimnissen, Personal und immateriellen Werten an Konkurrenzunternehmen
  • Prüfung und Billigung des Jahresabschlusses 2012 sowie des Halbjahreszwischenberichtes 2013 inkl. Risikoberichtswesen
  • Tätigkeit der Innenrevision
  • Risikoanalyse einzelner Bilanzpositionen
  • Darlehensgewährung durch die Meyer Burger Technology AG an alle Gruppengesellschaften der Roth & Rau Gruppe
  • Strategischer 3-Jahres-Plan
  • Anpassungen der Jahresplanung für das Geschäftsjahr 2013
  • Jahresplanung für das Geschäftsjahr 2014
  • Wirksamkeit des internen Kontrollsystem (IKS) entsprechend § 107 Abs. 3 AktG
  • Variable Vergütung der Vorstände und Festlegung der für eine Incentivierung maßgeblichen quantitativen und qualitativen Ziele
  • Strategisch wichtige Investitionen
  • Bericht der Aufsichtsratsvorsitzenden über die Arbeit und Effizienz des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2013.

Im Geschäftsjahr 2013 sind keine Interessenkonflikte von Aufsichtsrats- oder Vorstandsmitgliedern aufgetreten, die dem Aufsichtsrat gegenüber offenzulegen waren. Herr Michel Hirschi ist zugleich Chief Financial Officer der Meyer Burger Technology AG und hat Organstellung in verschiedenen weiteren Gesellschaften der Meyer Burger-Gruppe und Frau Andrea Sieber erbringt als Partnerin der Anwaltskanzlei Meyerlustenberger Lachenal Rechtsanwälte u.a. auch Beratungsdienstleistungen für die Meyer Burger Gruppe. Nach Auffassung des Aufsichtsrats folgt allein aus dieser Tätigkeit von Mitgliedern des Aufsichtsrats für die Meyer Burger-Gruppe kein Interessenkonflikt. In Konzernbeziehungen ist es in der Praxis üblich, dass Repräsentanten der Muttergesellschaft im Aufsichtsrat vertreten sind. Besondere Maßnahmen waren im Berichtszeitraum daher nicht geboten.

Jahres- und Konzern-Abschlussprüfung

Der Jahresabschluss der Roth & Rau AG und der zusammengefasste Lage- und Konzernlagebericht wurden nach den Regeln des Handelsgesetzbuchs (HGB) aufgestellt, der Konzernabschluss nach den Grundsätzen der International Financial Reporting Standards (IFRS). Der Aufsichtsrat beauftragte gemäß Beschluss der Hauptversammlung vom 24. Mai 2013 die PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, als Abschlussprüfer für die AG und für den Konzern für das Geschäftsjahr 2013. Vor dem Vorschlag der Verwaltung zur Wahl von PricewaterhouseCoopers an die Hauptversammlung hatte PricewaterhouseCoopers gegenüber der Aufsichtsratsvorsitzenden schriftlich erklärt, dass keine Umstände bestehen, die ihre Unabhängigkeit als Abschlussprüfer beeinträchtigen könnten.

Der Abschlussprüfer hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss und den Konzern-Abschluss unter Einbeziehung des zusammengefassten Lage- und Konzernlageberichts geprüft. Gegenstand seiner Prüfung waren weiterhin die Maßnahmen des Vorstands zur frühzeitigen Erkennung von Risiken, die den Erfolg und den Fortbestand des Unternehmens gefährden können. Der Abschlussprüfer berichtete schriftlich und mündlich über das Ergebnis seiner Prüfung, die zu keinen Einwendungen geführt hatte. Der Jahres- und der Konzernabschluss erhielten den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk.

Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss und den Konzern-Abschluss für das Geschäftsjahr 2013, den zusammengefasste Lage- und Konzernlagebericht sowie den Abhängigkeitsbericht auf Vollständigkeit und Richtigkeit geprüft. Sämtliche Unterlagen sowie die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers lagen dem Gremium rechtzeitig vor und wurden in der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats am 18. März 2014 eingehend mit dem Vorstand und dem Abschlussprüfers erörtert. Dabei wurden sämtliche Fragen des Aufsichtsrats sowohl vom Vorstand als auch vom Abschlussprüfer umfassend beantwortet. Der Abschlussprüfer berichtete über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung und stand dem Aufsichtsrat für Fragen und ergänzende Auskünfte zur Verfügung. Der Aufsichtsrat hat insbesondere geprüft, ob die vom Vorstand im zusammengefassten Lage- und Konzernlagebericht getroffenen Einschätzungen mit den Einschätzungen in den Berichten an den Aufsichtsrat übereinstimmen und ob die Aussagen im Lagebericht mit der eigenen Einschätzung des Aufsichtsrats übereinstimmen. Der Aufsichtsrat hat nach eigener gründlicher Prüfung keine Einwände erhoben und den Jahresabschluss und den zusammengefassten Lage-und Konzernlagebericht sowie den Konzern-Jahresabschluss gebilligt und den Prüfungsberichten zugestimmt. Der vom Vorstand aufgestellte Jahresabschluss der Roth & Rau AG wurde damit festgestellt.

Gemäß § 312 Abs. 1 AktG hat der Vorstand der Roth & Rau AG einen Bericht über die Beziehungen der Gesellschaft zu verbundenen Unternehmen ("Abhängigkeitsbericht") für das Geschäftsjahr 2013 erstellt. PricewaterhouseCoopers hat diesen Bericht ebenfalls geprüft, über das Ergebnis der Prüfung schriftlich berichtet und folgenden Bestätigungsvermerk erteilt:

"Nach unserer pflichtmäßigen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass die tatsächlichen Angaben des Berichtes richtig sind, bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war."

Der Aufsichtsrat hat den Abhängigkeitsbericht des Vorstands ebenfalls geprüft und stimmt mit dem Prüfungsergebnis des Abschlussprüfers überein. Nach dem abschließenden Ergebnis der Prüfung durch den Aufsichtsrat sind gegen die im Bericht enthaltenen Schlusserklärungen des Vorstands keine Einwendungen zu erheben.

Veränderungen im Vorstand und Aufsichtsrat

Mit Wirkung zum 1. Juli 2013 ist Herr Peter Wagner aus dem Vorstand ausgeschieden. Mit demselben Datum wurde Herr Peter Frankfurter zum Vorstandsvorsitzenden bestellt. Ebenfalls zum 1. Juli 2013 wurde Herr Bernhard Gerber befristet bis zum 30. Juni 2014 zum Vorstand bestellt. Zum 31. Oktober 2013 schied Herr Peter Manolopoulos aus dem Vorstand aus. Außerdem hat der Aufsichtsrat Herrn Dr. Jürgen Bode mit Wirkung zum 1. Januar 2014 zum Vorstandsmitglied bestellt. Dr. Bode wird den Geschäftsbereich Photovoltaik verantworten.

Hohenstein-Ernstthal, 18. März 2014

Der Aufsichtsrat

Andrea Sieber Vorsitzende

Zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht

1 Grundlagen des Konzerns

1.1 Zusammengefasster Lagebericht und Erstanwendung DRS 20

Erstmals im Geschäftsjahr 2013 wurde das Wahlrecht genutzt und ein zusammengefasster Lage- und Konzernlagebericht erstellt.

Darüber hinaus wurde der neue Deutsche Rechnungslegungsstandard 20 (DRS 20) erstmals angewendet. Es wurde ein neues Kapitel "Steuerungssystem" ergänzt, in dem die für interne Steuerung der Roth & Rau-Gruppe relevanten Steuerungskennzahlen aufgeführt werden. Die bedeutsamsten Steuerungskennzahlen bilden gemäß DRS 20 die Basis für die Beschreibung des Geschäftsverlaufs sowie die Prognose für das nächste Geschäftsjahr. Auf Basis der Prognose wird im Bericht des folgenden Geschäftsjahres ein Vergleich der Prognose mit der tatsächlichen Geschäftsentwicklung für die bedeutsamsten Steuerungskennzahlen vorgenommen. Außerdem wurden neue Anforderungen für den Risikobericht umgesetzt. Des Weiteren wurden durch den DRS 20 zusätzlich geforderte Angaben in verschiedenen Kapiteln ergänzt.

1.2 Geschäftstätigkeit

Die Roth & Rau-Gruppe zählt seit über zehn Jahren zu den weltweit führenden Anbietern von Produktionsequipment und innovativen Fertigungstechnologien für die Photovoltaikindustrie.

Seit 2011 gehören die Roth & Rau AG sowie ihre Tochtergesellschaften zur Meyer Burger-Gruppe. Dabei bildet die Roth & Rau AG mit eigenem Technologie-Kompetenzzentrum am Hauptstandort Hohenstein-Ernstthal den Kern im Bereich "Zelle" und schließt damit die Lücke in der Wertschöpfungskette zwischen Wafering und Solarmodulen innerhalb der Meyer Burger-Gruppe.

Im Zuge der Krise in der Solarindustrie erfolgte eine Stärkung der von der Photovoltaik unabhängigen Gruppengesellschaften. Dies spiegelt sich seit Mitte des vergangenen Geschäftsjahres in der Organisationsstruktur der Roth & Rau-Gruppe wider. Um den Stellenwert der Geschäftsbereiche außerhalb der Photovoltaik hervorzuheben, erfolgte die Bildung zweier Segmente: Photovoltaik und Specialised Technologies.

Im Segment Specialised Technologies werden auf spezielle Kundenbedürfnisse zugeschnittene Prozesssysteme für plasma- und ionenstrahlgestützte Oberflächenbearbeitungsverfahren, unter anderem für die Halbleiterindustrie, die Präzisionsoptikfertigung, die Produktion von Bauteilen in der Mikrosystemtechnik und die Sensorherstellung entwickelt und gefertigt. Hervorgegangen aus der Kernkompetenz im Bereich Photovoltaik bietet Roth & Rau außerdem Beschichtungsanlagen für die Bereiche Batterie, OLED sowie Printed Electronics an. Zusätzlich umfasst das Portfolio Mikrowellensysteme für die industrielle Erwärmung sowie Plasmasysteme- und komponenten, Softwareprodukte im Bereich Anlagensteuerung und Produktionsüberwachung sowie Wartungs-, Service- und Installationsdienstleistungen in verschiedenen Branchen.

1.2.1 Konzern-Struktur

Im Konzern-Abschluss der Roth & Rau-Gruppe zum 31. Dezember 2013 wurden 11 Unternehmen voll konsolidiert.

Mit Beginn der Solarkrise startete Roth & Rau das konzernweite Kosten- und Strukturoptimierungsprogramm CRiSP ("Cost Reduction and improvement of Structures Programm"), um der signifikanten Verschlechterung der Ertragslage sowie den spürbaren Marktveränderungen Rechnung zu tragen. Im Zuge der weiteren Verschlechterung des Marktumfeldes in 2011 und 2012 im Geschäftsbereich Photovoltaik wurden umfangreiche Maßnahmen zur kurzfristigen Anpassung der Konzernstruktur unter dem Namen CRiSP II beschlossen. Dies betraf weltweite Standortschließungen sowie Personalabbaumaßnahmen in allen Funktionsbereichen.

Die Maßnahmen zur Reduzierung der Komplexität der Konzern-Struktur wurden im Geschäftsjahr 2013 weitestgehend abgeschlossen. Bereits im November 2012 beschloss der Vorstand, aufgrund der anhaltenden Marktschwäche ein zusätzliches freiwilliges Aufhebungsangebot auszuloben. Mit Abschluss dieser Maßnahme im Januar des vergangenen Geschäftsjahres wurden an den Standorten Hohenstein-Ernstthal und Wüstenbrand 39 Arbeitsplätze gestrichen. Außerdem konnte die Anzahl der zu konsolidierenden Gesellschaften im Jahresverlauf erneut deutlich reduziert werden. Um Synergieeffekte in den produktionsnahen sowie administrativen Bereichen zu erzielen und um den Standort in Hohenstein-Ernstthal vollständig auszulasten, wurde die MicroSystems GmbH im Geschäftsjahr 2013 auf die Roth & Rau AG verschmolzen. Das Produktportfolio der MicroSystems wird in der gleichlautenden Business Unit innerhalb der Roth & Rau AG gefertigt und vertrieben. Außerdem wurde die italienische Gesellschaft Tecnifinico S.r.l. i.L. endgültig liquidiert. Darüber hinaus wurden die Tochterunternehmen in Australien (Roth & Rau Australia Pty. Ltd.), Korea (Roth & Rau Korea Co. Ltd.) sowie China (Roth & Rau (Shanghai) Trading Co. Ltd.) geschlossen. Die Schließung der Standorte in Indien und Singapur erfolgt voraussichtlich bis Mitte des Geschäftsjahres 2014. Um die Kompetenzen innerhalb der Meyer Burger-Gruppe zu bündeln und um Personal- und Verwaltungskosten zu sparen, wurden die Vertriebs- und Serviceaktivitäten der Roth & Rau-Gruppe bereits im Geschäftsjahr 2012 auf die ortsansässigen Meyer Burger-Gesellschaften übertragen. Eine Zusammenlegung der Standorte der Solar Holding Inc. sowie der Roth & Rau USA Inc. mit Meyer Burger befindet sich derzeit in der Evaluierungsphase. Nach Abschluss dieser Maßnahmen wird sich die Anzahl der Konzerngesellschaften von 25 zum 31. Dezember 2011 auf 7-8 reduzieren.

Im Rahmen der Konzentration auf die Kernkompetenzen wurde außerdem die 50%-ige Beteiligung der Muegge GmbH an der Cober Muegge LLC veräußert.

Weitere Erläuterungen zu den Änderungen im Konsolidierungskreis und eine vollständige Übersicht der Konzern-Unternehmen zum 31. Dezember 2013 finden Sie im Konzern-Anhang unter der Ziffer 7.2.5.

1.2.2 Organisation

In ihrer Funktion als Muttergesellschaft nimmt die Roth & Rau AG gruppenübergreifende Schlüsselfunktionen wahr. Hierzu zählen die Strategieentwicklung, die technologische Weiterentwicklung des Produktportfolios, Investor Relations, das Risikomanagement sowie die administrative Steuerung der gesamten Gruppe. Das Treasury wurde im Zuge der Integration in die Meyer Burger-Gruppe teilweise an die Meyer Burger Technology AG abgegeben. So übernimmt sie als Holdinggesellschaft die Finanzierung der Roth & Rau-Gesellschaften sowie das Währungsmanagement. Bei der Roth & Rau AG verbleibt weiterhin die Liquiditätssteuerung. Die Tochtergesellschaften handeln, gebunden an Satzungen, im Rahmen der strategischen Ausrichtung, die vom Vorstand in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat entwickelt wurde, weitgehend eigenverantwortlich. Mit der Trennung der Geschäftsaktivitäten in die Segmente Photovoltaik und Specialised Technologies ging eine organisatorische Trennung im Vorstand einher. Neben der funktionalen wurde auch eine segmentbezogene Trennung der Vorstandsverantwortlichkeiten vorgenommen.

In dieser Struktur tragen beide Geschäftssegmente dazu bei, die Position der Roth & Rau-Gruppe im Meyer Burger-Verbund als einer der weltweit führenden Technologie- und Equipmentanbieter in der Photovoltaik sowie als Anbieter von Produktionsequipment in der mit der Photovoltaik verwandten Technologien auszubauen.

1.2.3 Steuerungssystem

Die Entwicklung und Umsetzung der Ziele der Roth & Rau-Gruppe ist auf die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes ausgerichtet.

Gemäß DRS 20 sind für die Beschreibung des Geschäftsverlaufs sowie der Prognose für das nächste Geschäftsjahr ausschließlich die bedeutsamsten Steuerungskennzahlen zu erläutern. Bei der Darlegung des Geschäftsverlaufs wurden außerdem Kennzahlen angegeben, welche nicht zu den bedeutsamsten Steuerungskennzahlen gehören. Grundsätzlich werden alle Kennzahlen im Einklang mit dem Konzernabschluss ermittelt, der nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellt wurde, sofern kein Hinweis auf eine abweichende Definition erfolgt.

Für die Steuerung der Roth & Rau-Gruppe sowie auch der Konzernobergesellschaft Roth & Rau AG wurden die folgenden Kennzahlen als die bedeutsamsten identifiziert. Für die Ertragslage werden sowohl die Höhe der Umsatzerlöse als auch das operative Ergebnis vor Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) als elementare Steuerungsgröße herangezogen. Dabei werden Sondereffekte im EBITDA gesondert dargestellt, um die Vergleichbarkeit der operativen Ergebnisse zwischen unterschiedlichen Perioden zu ermöglichen. Desweiteren ist die Auftragslage, im Besonderen die Höhe der Auftragseingänge, als wichtiger Frühindikator für die zukünftige Entwicklung der Roth & Rau-Gruppe von hoher Bedeutung für die Planung und Steuerung. Dabei werden die Auftragseingänge vor und nach

etwaigen Stornierungen dargestellt, um ein Bild über die tatsächlich eingegangenen Aufträge zu vermitteln.

1.2.4 Internationale Ausrichtung

Das internationale Service- und Vertriebsnetzwerk der Roth & Rau-Gruppe erstreckt sich über alle wichtigen Märkte der Photovoltaikindustrie und den anderen Industrien, in denen Roth & Rau tätig ist. In Asien, dem global gesehen nach wie vor wichtigsten Solarmarkt, ist Roth & Rau über die Service- und Vertriebsgesellschaften von Meyer Burger in China, Indien, Singapur, Korea, Taiwan, Hongkong und Japan vertreten. Die Präsenz im nordamerikanischen Markt ist ebenfalls über die Service- und Vertriebsorganisation von Meyer Burger gewährleistet. Vertrieb und Service in Europa werden vom Sitz der Roth & Rau AG bzw. der Gruppengesellschaften aus gesteuert. Die lokale Nähe zum Kunden und die direkte Erreichbarkeit vor Ort sind vor allem für ein flexibles und umfangreiches Serviceangebot sowie für das Wartungs- und Ersatzteilgeschäft von Bedeutung und tragen zur Festigung der Kundenbindung bei. Im Segment Specialised Technologies ist Roth & Rau außerdem über externe Repräsentanten im Ausland vertreten.

1.2.5 Geschäftsbereiche und Wertschöpfung

Die Geschäftstätigkeit der Roth & Rau-Gruppe ist in die beiden Segmente Photovoltaik und Specialised Technologies untergliedert.

Das Segment Photovoltaik bildet die gleichlautende Business Unit der Roth & Rau AG am Standort Hohenstein-Ernstthal sowie die Roth & Rau Research AG (Hauterive, Schweiz), wobei der Standort in der Schweiz vollständig der Entwicklung der Hocheffizienztechnologie Heterojunction dient.

Zum Segment gehören Produkte, Technologien und Dienstleistungen für die Photovoltaikindustrie. Das Produktportfolio umfasst insbesondere die In-Line-Produktionsanlagen SiNA und MAiA sowie die HELiA-Anlagen (PECVD, PVD) zur Herstellung von Hocheffizienzzellen. Diese Anlagen stellen Schlüsselprodukte der Roth & Rau AG dar.

Mit der Antireflexbeschichtungsanlage SiNA werden Zellen mit einer Siliziumnitridschicht beschichtet, die den Anteil des von der Oberfläche reflektierten Lichts reduziert und eine Passivierung von Verunreinigungen und Defekten im Siliziumwafer bewirkt. Die Antireflexbeschichtung ist ein entscheidender Einflussfaktor auf den Wirkungsgrad der Solarzelle. Die SiNA-Anlagen werden aktuell mit verschiedenen Produktionskapazitäten von fünf bis 100 MWp angeboten.

Durch das Anlagenkonzept MAiA lassen sich neue Plasmatechnologien wie die beidseitige Beschichtung von Solarzellen, die Herstellung von Mehrlagenschichten oder Trockenätzprozesse realisieren. Auf Grund des modularen Aufbaus können innerhalb einer Anlage auch verschiedene Plasmaprozesse kombiniert werden. Besonders hervorzuheben ist dabei die sog. MB-PERC-Technologie, bei der durch Aufbringen einer Passivierungsschicht (z.B. mit Aluminiumoxid) und lokaler Kontakte auf der Waferrückseite Wirkungsgrade von über 20% (auf monokristallinen Wafern) erzielt werden können.

Ergänzt wird das Equipment-Geschäft durch Anlagen für thermische Prozesse, wie zum Beispiel den Feuerofen CAMiNI und den Diffusionsofen CALiPSO. Diese Produktlinien bieten für Roth & Rau-Kunden zahlreiche Vorteile – sowohl technisch als auch kostenseitig. Sie bilden eine gute Ergänzung zu den SiNA-Anlagen und sind im Produktionsprozess optimal aufeinander abgestimmt.

Desweiteren werden Anlagen des Typs SQI zur Behebung von sog. PID-Effekten (schleichender Leistungsverlust von Photovoltaik-Modulen) angeboten, deren Einsatz sich positiv auf die Effizienz der Solarzelle auswirkt.

Abgerundet wird das Angebot im Photovoltaik-Bereich durch Systemlösungen, also die Fertigung von Produktionslinien für die Herstellung kristalliner Silizium-Solarzellen und die korrespondierenden Dienstleistungen bestehend aus Equipment- und Servicepaketen.

Das Segment Specialised Technologies wird durch die Gesellschaften Roth & Rau B.V. (Eindhoven, Niederlande), Muegge GmbH (Reichelsheim), AIS Automation Dresden GmbH, Roth & Rau – Ortner GmbH (beide Dresden), Roth & Rau – Ortner USA Inc. (Salt Lake City, USA) sowie die Business Unit MicroSystems in der Roth & Rau AG, welche durch Verschmelzung der MicroSystems GmbH auf die Roth & Rau AG entstand, vertreten.

In diesem Segment produziert Roth & Rau vor allem maßgeschneiderte Systemlösungen und Prozesse für plasma- und ionenstrahlgestützte Oberflächenbearbeitungsverfahren, die in den unterschiedlichsten Branchen wie der Halbleiter-, der Automobil- und der optischen Industrie sowie in Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen eingesetzt werden.

Als wichtige Produkte der Business Unit MicroSystems gelten die Anlagenserie IonScan für das Schichtdickentrimming dünner Schichten in der Halbleiterindustrie und die Korrektur von Polierfehlern in der Präzisionsoptik sowie Anlagen der Serie AK für die großflächige Beschichtung von Oberflächen für die Halbleiter- und die optische Industrie. Um der anhaltend hohen Nachfrage Rechnung zu tragen und um weitere Geschäftsmöglichkeiten zu erschließen, wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr am Standort Hohenstein-Ernstthal ein 700qm großer Reinraum für die Montage von Hightech-Equipment eingerichtet. Zur Fortentwicklung der eingesetzten Technologien unterhält Roth & Rau ein eigenes Entwicklungs- und Applikationslabor und führt in Kooperation mit mehreren namhaften in- und ausländischen Forschungsinstituten und Universitäten Forschungs- und Entwicklungsprojekte durch.

Über die Muegge GmbH bietet Roth & Rau außerdem Plasmatechnologien für die Großflächenbeschichtung, welche neben der Photovoltaik auch für Flat Panel-Anwendungen zum Einsatz kommen. Darüber hinaus entwickelt und vertreibt die Gesellschaft Mikrowellensysteme für die unterschiedlichsten Anwendungsbereiche, u.a. Temperaturbehandlung, Vakuumtrocknung, Nahrungsmittel, Sterilisation, Vulkanisation und Holzverarbeitung.

Die Roth & Rau B.V. hat sich am Standort in Eindhoven auf die Fertigung von Beschichtungssystemen für die OLED-Fertigung sowie die Fertigung von Lithium-Ionen-Batterien spezialisiert. Zugleich deckt die Gesellschaft mit Druck-Anlagen, welche auf der Inkjet-Technologie beruhen, den Bereich Printed Electronics ab und bietet hierbei Verfahren für unterschiedliche Applikationen (z.B. Masking, Doping, Encapsulation, Etching, Protecting uvm.) an.

Die AIS Automation Dresden GmbH bietet Softwareprodukte für die Steuerung von Anlagen und die Überwachung komplexer Produktionsprozesse bis hin zur Automatisierung kompletter Fabriken in verschiedenen Branchen auch außerhalb der Photovoltaik an. Dies sind u.a. die Halbleiter-, Automobil-, Batterie- sowie die Druckindustrie.

Die beiden Ortner-Gesellschaften sind Spezialisten auf dem Gebiet der Installation und Services für die Halbleiterindustrie. Dabei werden bei namhaften Herstellern Wafer-Transportsysteme unter Reinraumbedingungen installiert. Zusätzlich bietet Ortner umfassende Kompetenzen im Bereich der Fabrik-Automation sowie eigens entwickelte RFID-Produkte sowie Produkte für die Fabrik-Logistik für Halbleiterkunden.

1.2.6 Hauptabsatzmärkte und Wettbewerbsposition

Auch im Geschäftsjahr 2013 haben sich die Erwartungen in eine umfassende Erholung der weltweiten Photovoltaik-Equipmentmärkte nur fragmentarisch erfüllt. Die bereits im Vorjahr gezeigte Zurückhaltung bei Investitionen speziell in prinzipiell notwendige Technologieupgrades für die Massenproduktion setzte sich fort. Allerdings wurden weltweit vermehrt Anstrengungen unternommen, neue Technologien zu evaluieren und in Pilotproduktionen zu überführen. Dieser Trend führte zu steigenden Auftragseingängen im vierten Quartal 2013 mit der Aussicht auf eine weitere Stabilisierung des Marktes in 2014.

Besonders erfreulich waren dabei die erfolgreichen Vertragsabschlüsse über die ersten HELiA-Produktionssysteme mit einem asiatischen Kunden und damit der Markteinstieg in die Heterojunction-Technologie, sowie Verkäufe von SiNA/MAiA-Beschichtungsmaschinen für die sogenannte MB-PERC-Technologie an chinesische und taiwanesische Kunden.

Insgesamt konnten wir zu Jahresende einen signifikanten Anstieg der Nachfrage nach unseren Produkten konstatieren, was sich in substantielleren Verhandlungen dokumentiert hat. Allerdings gab es noch keinen Durchbruch bei Anwendungen in der Massenproduktion.

Im Hauptmarkt China waren nur einzelne Firmen in der Lage zu investieren, obwohl der Investitionsdruck generell gestiegen ist. Es ist damit zu rechnen, dass die Nachfrage signifikant steigen wird, wenn für zögernde Firmen Wettbewerbsnachteile entstehen.

In Taiwan gab es hingegen im vierten Quartal 2013 bereits klarere Anzeichen und folgerichtig Aufträge von mehreren Unternehmen. Dort besteht nun die Herausforderung, auch die Folgeaufträge zu sichern.

In den anderen asiatischen Ländern gab es so gut wie keine positive Entwicklung, speziell für Indien und Korea haben sich unsere Erwartungen nicht erfüllt. Für beide Länder sind die Prognosen auch für das Folgejahr sehr zurückhaltend.

Die sogenannten "Emerging Markets" in Südostasien, im Mittleren Osten, Osteuropa, Afrika und Lateinamerika waren 2013 im verstärkten Fokus. Es wurden weiterhin in diesen Gebieten im Verbund der Meyer Burger-Gruppe erhebliche Anstrengungen im Business Development unternommen und erste Erfolge in Thailand, dem Mittleren Osten und Südamerika erzielt. In Russland sind einige Projekte zurzeit noch in der Diskussion und abhängig von einer erfolgreichen Finanzierung.

Nach dem Ausstieg von zwei wichtigen deutschen Firmen aus dem Photovoltaikgeschäft gibt es in Deutschland bzw. Westeuropa nur noch wenige Player mit Entwicklungspotential. Mit allen verbliebenen Kunden wurden sowohl die kommerziellen als auch technologischen Kontakte intensiviert und in einem Fall das neuentwickelte Produktionssystem MAiA 2.1 für MB-PERC-Anwendungen in einer Massenproduktionsumgebung zur Qualifikation installiert. Desweiteren wurde die Zusammenarbeit mit den wichtigsten Forschungseinrichtungen speziell in den Bereichen Heterojunction und PERC ausgebaut.

Die USA blieben auch 2013 ein Markt für Spezialanwendungen und innovative Technologien. Die Zusammenarbeit konzentrierte sich dabei auf ca. fünf Kunden, alle mit spezifischen Anforderungen, die auf den Toolplattformen der Roth & Rau AG abgebildet werden können. Einige dieser Technologien haben das Potential, sich am Markt durchzusetzen. Im Dezember erhielten wir eine Bestellung über ein MAiA 2.1-System für die erste Massenproduktions-Ausbaustufe einer neuen Technologie eines bedeutenden Kunden.

Der Wettbewerb unter den Equipment-Herstellern bleibt weiterhin kritisch. Obwohl 2013 einige chinesische Wettbewerber Schwächen in der Zuverlässigkeit ihrer Produkte offenbart haben und es gleichzeitig auch möglich war, eine strategische Allianz mit einem bisherigen Wettbewerber in einzelnen Projekten zu bilden, sind aber ebenfalls einige neue Wettbewerbsprodukte zu Marktreife gelangt, deren Potential konsequent analysiert werden muss.

Die Entwicklung und Inbetriebnahme der neuen Heterojunction-Systeme (PECVD, PVD) wurde zielgerichtet vorangetrieben. Beide Systeme gelten inzwischen in der Branche als die geeignetsten Maschinen für neue Heterojunction-Zellfertigungslinien. Die Meyer Burger-Gruppe hat sich damit und in Kombination mit den neuen Diamond Wire Wafering- und SmartWire Modul-Technologien eine Marktposition geschaffen, die die wichtigsten Wettbewerber nicht vorweisen können. Es gilt nun in der Folge diese Vorteile konsequent zu nutzen.

Die Hauptwettbewerber der letzten Jahre sind größtenteils noch im Photovoltaikmarkt, wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß, tätig. Im Bereich der Beschichtungsanlagen und PERC sind hier insbesondere die Firmen Rena GmbH, centrotherm photovoltaics AG, Singulus Technologies AG und Orbotech Ltd. zu nennen. Im Bereich Heterojunction betrifft dies einige japanische Equipmenthersteller sowie die koreanische Firma Jusung Engineering Co. Ltd. und die taiwanesische Firma Archers Systems.

Das Marktumfeld wird auch im Jahr 2014 volatil bleiben. Trotz der berechtigten positiven Prognosen bleiben weiterhin Unsicherheiten in den Finanzierungsmodellen vieler Kunden bestehen. Es ist damit zu rechnen, dass die MB-PERC Technologie als Upgrade-Instrument für existierende Produktionslinien zulegen wird. Dies bedeutet erhöhte Vertriebsanstrengungen, dem die Meyer Burger-Gruppe durch die Einrichtung einer neuen globalen Vertriebsstruktur Rechnung trägt. Dies ermöglicht eine effektivere Kundenpenetration und eine bessere Ausnutzung der Synergien innerhalb der Gruppe.

Gleiches trifft auf die Bearbeitung des Marktes im Bereich Heterojunction zu. Die Meyer Burger-Gruppe hat mit ihren integrierten Produktionssystemen - wie schon erwähnt - eine starke Marktposition. Im Jahr 2014 wird mit ersten Aufträgen für Komplettlinien gerechnet, so dass eine Referenzbasis für einen allgemeinen Marktdurchbruch in den Folgejahren entsteht. Der Stand der technologischen Entwicklung und die bereits jetzt wettbewerbsfähige Kostenstruktur sowie die Roadmaps für die nächsten Jahre rechtfertigen diese Prognosen recht eindrucksvoll.

Im Segment Specialised Technologies entwickelten sich die Märkte recht unterschiedlich. Die Auftragseingänge reduzierten sich von 71.204 T€ auf 56.112 T€. Dies ist jedoch hauptsächlich auf zwei Ursachen zurückzuführen. Zum einen erzielte die Business Unit MicroSystems der Roth & Rau AG im Geschäftsjahr 2012 einen Rekord-Auftragseingang. Dieser konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr aufgrund der Beendigung eines Investitionszykluses eines der Hauptkunden nicht wiederholt werden. Andererseits gingen die Bestellungen im Bereich Software zurück, was vorwiegend mit der Investitionszurückhaltung in den Bereichen Farbrikautomation und Bahntechnik begründet werden kann. Positiv entwickelten sich die Märkte im Mikrowellenbereich. Hierbei konnten zahlreiche Aufträge in Geschäftsfeldern gewonnen werden, in denen Roth & Rau bisher noch nicht aktiv war (z.B. diamantverarbeitende Industrie). Erste Erfolge konnten auch bei Beschichtungssystemen in der OLED-Technologie und der Lithium-Ionen-Batterie-Technik erzielt werden. Dabei ist es gelungen, jeweils eine Pilotanlage an industrielle Hersteller zu verkaufen. Hier wird entscheidend sein, Nachfolgeaufträge für die industrielle Massenproduktion zu erhalten und damit den Markteinstieg zu bewältigen. Die Wettbewerbssituation im Segment Specialised Technologies gestaltet sich recht heterogen. Da es sich bei dem Großteil der Produkte um Nischenprodukte handelt, ist die Anzahl der Wettbewerber beschränkt. Im Zuge der Verschmelzung der MicroSystems GmbH auf die Roth & Rau AG kam es zu verstärkter Fluktuation von Mitarbeitern und des Managements. Dadurch wurde eine externe Konkurrenzsituation geschaffen.

1.3 Strategie

Aufbauend auf die im Jahr 2011 festgelegten Leitlinien hat die Gesellschaft ihre strategische Ausrichtung auch im Geschäftsjahr 2013 konsequent umgesetzt. Dabei bildete die ebenfalls in 2011 formulierte Vision und die darauf aufbauende Mission der Gesellschaft die strategische Grundlage. Die seinerzeit formulierte Vision:

"Roth & Rau wird zum führenden Partner der herstellenden Photovoltaikindustrie zur Optimierung ihrer Zellproduktionssysteme. Auf Basis der eigenen Kernkompetenzen dringt Roth & Rau in alternative Geschäftsbereiche zur Photovoltaik ein."

behält vollumfänglich ihre Gültigkeit.

Durch den Zusammenschluss von Meyer Burger und Roth & Rau ist ein umfassender Systemanbieter entstanden. Alle wesentlichen Technologieschritte in der Wertschöpfungskette der Photovoltaik vom Solarsilizium bis zur fertigen Solaranlage können abgedeckt werden. Roth & Rau schließt dabei die Lücke zwischen Wafer und Solarmodulen und bildet den Kern des Technologie- und Kompetenzbereiches "Zelle" innerhalb der Meyer Burger-Gruppe. Mit unseren Systemen und Produktionsanlagen wollen wir Mehrwert für unsere Kunden in der Photovoltaikindustrie schaffen. Alle Aktivitäten im Zellbereich werden im Segment "Photovolatik" gebündelt. Ziele sind die konsequente Ausschöpfung des Synergiepotentials zwischen der Roth & Rau-Gruppe und der Meyer Burger-Gruppe und der weitere Ausbau der Technologieführerschaft im Bereich der Zelltechnologie.

Zur Realisierung von Synergiepotenzialen mit der Meyer Burger-Gruppe wurde ein abgestimmtes und systemübergreifendes Lösungsangebot für die Photovoltaikindustrie erstellt. Gemeinsam sind wir in der Lage, unseren Kunden eine umfassende und in sich optimierte Lösung für die gesamte Wertschöpfungskette vom Wafering über die von Roth & Rau vertretene Zelltechnologie bis hin zur fertigen Modulproduktionslinie bereit zu stellen.

Das mit Beginn der Solarkrise gestartete CRiSP-Programm konnte im Geschäftsjahr 2013 weitestgehend abgeschlossen werden. Durch das Zusammenlegen der weltweiten Vertriebs- und Servicegesellschaften von Roth & Rau mit Meyer Burger konnte neben einem einheitlichen Auftreten am Markt ("One Face to the Customer") auch eine signifikante Senkung der Vertriebskosten durch die damit einhergehende Komplexitätsreduktion und Verschlankung der Administration erreicht werden. Mit der Anpassung der Kosten- und Konzernstruktur an die veränderte Marktlage sowie der Fokussierung auf unsere Kerntechnologien haben wir unsere Wettbewerbsfähigkeit erhöht und somit die Voraussetzungen geschaffen, bei einer Erholung des Solarmarktes eine schnelle und nachhaltige Verbesserung der Ertrags- und Finanzkraft zu erreichen.

Zum Erhalt und zum Ausbau der Technologieführerschaft im Zellbereich der Photovolatikindustrie hat die Gesellschaft maßgeblich in die Industrialisierung der nächsten Generation von Zellsystemen, der Heterojunction-Technologie investiert, mit der Hochleistungssolarzellen mit Wirkungsgraden ≥22% hergestellt werden können. Mit der MB-PERC-Beschichtungstechnologie und dem Produktionstool MAiA haben wir bewährte Technologien und Systeme zur Steigerung der Solarzellenwirkungsgrade im Standard-Solarzellenprozess erfolgreich entwickelt und im Markt als Upgrade-Lösung eingeführt.

Um den adressierten Markt zu verbreitern und um sich neue Umsatz- und Ertragspotenziale zu erschließen, setzt Roth & Rau konsequent auf eine Weiterentwicklung der vorhandenen Technologien für neue Anwendungen. Alle Geschäftsaktivitäten außerhalb der Photovoltaik werden im Segment "Specialised Techniologies" zusammengefasst. In diesem Segment forcieren wir die Ausweitung unserer technologischen Kernkompetenzen auf andere Geschäftsfelder sowohl im Bereich der Oberflächenbearbeitung als auch in den Bereichen Mikrowellentechnik, Softwareentwicklung und Automatisierungstechnik. Besonders hervorzuheben in diesem Segment sind die Geschäftsaktivitäten der Business Unit MicroSystems, die nach der Verschmelzung der MicroSystems GmbH auf die Roth & Rau AG und nach der Verlagerung der Produktion vom Standort Wüstenbrand an den Standort Hohenstein-Ernstthal als eigenständiger Geschäftsbereich geführt wird. In diesem Geschäftsbereich entwickelt und liefert Roth & Rau kundenspezifische Systemlösungen und Prozesse für plasma- und ionenstrahlgestützte Oberflächenbearbeitungsverfahren hauptsächlich für die Halbleiter- und optische Industrie. Mit den von Roth & Rau entwickelten Ionenstrahlanlagen lassen sich auf Wafern oder optischen Bauteilen extrem homogene Schichten und glatte Flächen erzeugen. Die Geschäftsaktivitäten der Business Unit MicroSystems sollen in den nächsten Jahren deutlich ausgeweitet werden. Investitionen in Forschung und Entwicklung und den Ausbau der Produktionsund Personalkapazitäten sind dazu vorgesehen. Eine erste Maßnahme wurde bereits Ende letzten Jahres umgesetzt. Für insgesamt 1,5 Mio. EUR wurde am Standort Hohenstein-Ernstthal ein neuer Reinraum mit einer Bearbeitungsfläche von 700 qm installiert.

Über die Tochtergesellschaft Roth & Rau B.V. in den Niederlanden konnten erste Erfolge in den Bereichen Printed Electronics, OLED- und Batterietechnik erzielt werden. Für letzteren Bereich nutzt auch die Konzerntochter AIS Automation Dresden GmbH ihr breites Basis-Know-how, um ihr Angebot an Fabriksteuerungen auch auf andere Industriebereiche auszudehnen. Die Roth & Rau – Ortner GmbH legt einen Schwerpunkt auf die Eigenentwicklung von Automatisierungssystemen für die Halbleiterindustrie und konnte im Geschäftsjahr 2013 weitere innovative Produkte in den Markt einführen. Damit rundet Ortner sein Angebot neben der sehr erfolgreichen Installationstätigkeit in der Halbleiterindustrie auch mit eigenen Produkten ab. Die Roth & Rau-Tochtergesellschaft Muegge GmbH, die sich auf die Entwicklung und Vermarktung von Mikrowellentechnologie spezialisiert hat, verbreiterte im Geschäftsjahr 2013 ebenfalls ihre Kundenbasis in bisher nicht adressierten Märkten, wodurch zusätzliche Kunden aus anderen Industrien gewonnen werden konnten. Die Erschließung und der Ausbau der Geschäftsfelder außerhalb der Photovoltaik sollen künftig weiter forciert werden.

1.4 Forschung und Entwicklung

Die Forschung und Entwicklung der Gruppengesellschaften ist eng an den strategischen Gruppenzielen ausgerichtet. Jede einzelne Gruppengesellschaft verfolgt aufgrund jeweils eigener Basistechnologien unterschiedliche Schwerpunkte.

Die Roth & Rau-Gruppe kooperiert bei ihrer Forschung mit nationalen und internationalen Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Zu diesen langjährigen Kooperationspartnern zählen das Schweizer Institut für Mikrotechnologie (IMT) der École polytechnique fédérale de Lausanne (EPFL), das Energy Research Centre of the Netherlands (ECN), das Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme (ISE), das Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme (IKTS), das Fraunhofer Institut für Elektronenstrahl- und Plasmatechnik (FEP) sowie die australische University of New South Wales.

Der gesamte Forschungs- und Entwicklungsaufwand betrug im Geschäftsjahr 2013 22.256 T€ (2012: 26.079 T€). Dies entspricht einer Entwicklungsquote von 28,9 % (2012: 16,9 %). Bezüglich der Höhe der aktivierten Entwicklungskosten und der Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten verweisen wir auf die Ausführungen zur Umsatz- und Ertragslage unter Punkt 2.2.2.1. Gruppenweit waren im Bereich Forschung und Entwicklung zum 31. Dezember 2013 187 Mitarbeiter beschäftigt. Im Jahr zuvor waren dies 193 Mitarbeiter. Sowohl die kostenseitige als auch die personelle Reduzierung spiegeln die Konzentrierung der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten auf die Kernprodukte der Roth & Rau-Gruppe wider.

Ein Schwerpunkt der Entwicklungsaktivitäten im Photovoltaik-Bereich war die Verbesserung und Erweiterung der Standard-Technologie zur Herstellung von Solarzellen. Als Investitionsschutz unserer Kunden wurden für die im Markt installierte Basis Upgrades entwickelt, wie beispielsweise das Aufbringen von Schichten zur Rückseitenpassivierung von Solarzellen bei der MB-PERC-Technologie. Im Technologiezentrum in Hohenstein-Ernstthal wurde die Effizienz von Solarzellen mit dieser MB-PERC-Technologie auf 20,5% (mono-kristallines Material) sowie 18,8% (multi-kristallines Material)

Wirkungsgrad gesteigert. Dadurch verbessert sich die Zelleffizienz um 1,0% (mono) beziehungsweise ≥0,7% (multi) gegenüber AI-BSF-Solarzellen. Beim Erreichen dieser Werte kamen keine zusätzlichen Frontseiten-Upgrades wie selektive Emitter zum Einsatz, wenngleich diese mit der MB-PERC – Technologie kompatibel sind. Diese Verbesserung des Wirkungsgrades rechtfertigt die Wirtschaftlichkeit der dafür notwendigen Zusatzinvestitionen bei weitem und eröffnet dieser Technologie, das Potential zur Haupttechnologie bei der Fertigung von kristallinen Solarzellen weltweit zu werden.

Die in der Standard- und der MB-PERC-Technologie eingesetzte Anlagenserie SiNA/MAiA wurde in einer neuen Generation an einem ersten Kunden zur Erprobung in einem Produktionsumfeld ausgeliefert. Diese Generation zeichnet sich durch einen geringeren Footprint sowie Wartungsbedarf aus. Ebenso wurden erste Systeme zur Vermeidung des so genannten PID-Effekts (Potential Induced Degradation bzw. Spannungsinduzierte Degradation) konventionell hergestellter Solarzellen zur Erprobung in einem Produktionsumfeld ausgeliefert.

Ein zweiter Schwerpunkt der Entwicklungsaktivitäten im Photovoltaik-Bereich waren die Aktivitäten im Zusammenhang mit der Entwicklung der nächsten Generation von kristallinen Solarzellen basierend auf der Heterojunction-Technologie. Dabei liegt der Schwerpunkt am Technologiezentrum in Hohenstein-Ernstthal in der Industrialisierung der bereits im In-House-Betrieb getesteten Produktionssysteme. Zusammen mit der Roth & Rau Research AG in Hauterive (Schweiz) und weiteren Gesellschaften der Meyer Burger-Gruppe wurde Ende 2013 ein mit einer Modulleistung von 307 Watt neues Rekordmodul hergestellt. Diese Leistung des Moduls wurde vom Swiss PV Module Test Centre der Scuola universitaria professionale della Svizzera italiana (SUPSI) in Trevano unabhängig bestimmt. Dieses neue Rekordmodul basiert auf Heterojunction-Solarzellen mit einer Effizienz ≥22% und der SWCT-Modulaufbau- und verbindungstechnologie der Meyer Burger AG. Mit diesem erzielten Rekord auf produktionsnahen Anlagen konnte die Technologieführerschaft von Roth & Rau in der Zelltechnologie erneut unter Beweis gestellt werden. Die Zuverlässigkeit der mit dieser Produktionstechnologie hergestellten Solarmodule wurde bereits im vorangegangenen Jahr im Rahmen einer Zertifizierung von einem unabhängigen Institut bestätigt.

Für die Heterojunction-Technologie und die dafür entwickelten Anlagentechniken (HELiAPECVD, HELiAPVD) wurden erste Bestellungen realisiert. Auch Laborsysteme der Heterojunction-Technologie wurden im Geschäftsjahr 2013 an weitere Kunden ausgeliefert.

Weiterhin wurde die Weiterentwicklung eines umfassenden Fabrikationskontrollsystems für die Solarindustrie durch die Konzerntochter AIS Automation Dresden GmbH abgeschlossen. Damit wird das Leistungsspektrum der Roth & Rau-Gruppe im Zusammenspiel mit den Systemen der Meyer Burger-Gruppe nach oben zur Fabriksteuerung komplettiert.

Im Segment Specialised Technologies konzentrierten sich die Forschungs- & Entwicklungsaktivitäten der Roth & Rau-Gruppe im Geschäftsjahr 2013 schwerpunktmäßig auf die Erschließung neuer Anwendungsgebiete der Beschichtungstechnologie. Erste Erfolge konnten bei Beschichtungssystemen in der OLED-Technologie erzielt werden und dies sowohl für Prozessschritte im Roll-to-Rollals auch im Sheet-to-Sheet-Verfahren. Insbesondere aus der Zusammenarbeit mit dem Holst Centre in Eindhoven (Niederlande) auf diesem Gebiet ergeben sich Chancen für einen zeitnahen Marktzugang. Weiterhin konnten zukunftsweisende Verfahren zur Produktion von Lithium-Ionen-Batterien

sowie zur Beschichtung von Spezialglas erprobt werden. Sowohl für die OLED- als auch für die Batterie-Technologie konnte jeweils eine Pilotanlage an industrielle Kunden veräußert werden.

Weitere wesentliche Forschungs- & Entwicklungsaktivitäten lagen in der Entwicklung hocheffizienter, kostengünstiger Stromversorgungen für ein breites Spektrum von Mikrowellenanwendungen in der Switch-Mode-Technologie (Muegge GmbH) und in der Entwicklung neuer Automatisierungssysteme für die Halbleiterindustrie (Roth & Rau – Ortner GmbH).

1.5 Mitarbeiter

Zum 31. Dezember 2013 zählte die Roth & Rau-Gruppe 800 Mitarbeiter, was im Vergleich zum Vorjahresstichtag einer Reduzierung um 98 Mitarbeitern bzw. 10,9 % entspricht. Die Abnahme ist vor allem auf die Auslobung eines weiteren freiwilligen Aufhebungsangebots an den Standorten Hohenstein-Ernstthal und Wüstenbrand zum Ende des Geschäftsjahres 2012 zurückzuführen, mit welchem 39 Arbeitsplätze gestrichen wurden. Weitere Arbeitsplätze wurden vor dem Hintergrund der Anpassung an die Marktsituation vor allem an den Standorten Dresden und Eindhoven abgebaut.

Mitarbeiter der Roth & Rau-Gruppe zum 31.
Dezember 2013 2012
Inland 657 740
Ausland 143 158
Gesamt 800 898
Mitarbeiter der Roth & Rau-Gruppe zum
31. Dezember nach Funktionen 2013 2012* Veränderung
Produktion 311 375 -17,07%
Forschung und Entwicklung 187 193 -3,11%
Service 105 114 -7,89%
Vertrieb 57 53 7,55%
Verwaltung (ohne Vorstände) 107 137 -21,90%
Summe 767 872 -12,04%
Auszubildende 33 26 26,92%
Gesamt 800 898 -10,91%

* Vorjahreswerte wegen anderer Einteilung der Funktionen angepasst

Mitarbeiter der Roth & Rau AG zum
31. Dezember nach Funktionen 2013 2012* Veränderung
Produktion 151 122 23,77%
Forschung und Entwicklung 86 98 -12,24%
Service 25 41 -39,02%
Vertrieb 27 20 35,00%
Verwaltung (ohne Vorstände) 56 48 16,67%
Summe 345 329 4,86%
Auszubildende 13 16 -18,75%
Gesamt 358 345 3,77%

* Vorjahreswerte wegen anderer Einteilung der Funktionen angepasst

Aus- und Weiterbildung

Das Know-how seiner zahlreichen langjährigen Mitarbeiter sieht Roth & Rau als strategischen Wettbewerbsvorteil. Deshalb gilt es, dieses Wissen im Unternehmen zu erhalten. Im Sinne einer nachhaltigen Personalpolitik wird großer Wert auf die gezielte Ausbildung von Nachwuchskräften gelegt. Momentan werden gruppenweit Elektroniker, Industriemechaniker sowie Büro- und Industriekaufleute ausgebildet. Die Zahl der Auszubildenden lag zum 31. Dezember 2013 bei 33, was gegenüber dem Vorjahr einen Aufbau von 7 Mitarbeitern bedeutet. 13 Auszubildende wurden zum Stichtag bei der Roth & Rau AG beschäftigt.

Auf der Suche nach qualifizierten Fach- und Führungskräften unterhält Roth & Rau Kooperationen zu regionalen Universitäten und Forschungsinstituten. Dadurch ist es beispielsweise möglich, dass die Roth & Rau AG gemeinsam mit der Westsächsischen Hochschule Zwickau das duale Studium Mikrosystemtechnik mit der Vertiefungsrichtung Photovoltaik anbietet. Ergänzt wird das Angebot durch die Studiengänge Produktionstechnik (BA) und Betriebswirtschaft (BA) in Zusammenarbeit mit regionalen Berufsakademien und Fachhochschulen. Ergänzend werden Synergien mit Meyer Burger genutzt, um ein gemeinsames Talent-Management-Programm aufzubauen.

Wir bieten unseren Mitarbeitern ein umfassendes Weiterbildungsprogramm an. Dies beinhaltet sowohl fachliche Weiterbildungen als auch Fortbildungen z.B. im Führungsbereich. Das Angebot beinhaltet beispielsweise Technik- und Produkttrainings, Englisch-Sprachkurse sowie interkulturelles Training. Darüber hinaus erhalten die Mitarbeiter die Möglichkeit, sich in den Bereichen Qualitätsmanagement, Finanz- und Rechnungslegung, Zoll- und Außenwirtschaft, IT/Software und Recht fortzubilden. Im Rahmen der Personalentwicklung werden diese Maßnahmen auf den Mitarbeiter und seine persönliche Situation individuell zugeschnitten und bestmöglich angepasst. Wir unterstützen dabei aktiv die Entwicklung von Führungs-, Fach- und Projektkarrieren und entwickeln vor allem im Rahmen der Schulungen für unsere Führungskräfte ein einheitliches Führungsverständnis. Wir geben unseren Mitarbeitern die Möglichkeit, sich zu entwickeln und fördern ein vernetztes, nachhaltiges sowie prozess- und zielorientiertes Denken.

Vergütungsstruktur

Das Vergütungssystem der Roth & Rau-Gruppe ist nicht nur transparent und nachvollziehbar, sondern trägt vor allem auch den individuellen Leistungen der Mitarbeiter Rechnung. Ein Großteil der Mitarbeiter, mit Ausnahme der Auszubildenden und leitenden Angestellten, erhält neben einer festen monatlichen Vergütung auch eine individuelle, variable Vergütungskomponente, die quartalsweise überprüft wird. Diese richtet sich nach der Qualifikation und der individuellen Leistung sowie dem allgemeinen Unternehmenserfolg.

Die leitenden Angestellten erhalten neben der festen Vergütung ebenfalls eine variable Vergütungskomponente auf Basis individueller Zielvereinbarungen. Die Vorstände, weitere Führungskräfte sowie ausgewählte Mitarbeiter sind darüber hinaus zur Teilnahme an einem aktienbasierten Vergütungsprogramm von Meyer Burger berechtigt. Der Verwaltungsrat der Meyer Burger Technology AG hat im Dezember 2009 einen Mitarbeiteraktienbeteiligungsplan erlassen. Unter diesem Plan werden seit 2012 auch ausgewählten Mitgliedern des Managements der Roth & Rau-Gruppe börsennotierte Aktien zugeteilt. Damit soll den Teilnehmern die Möglichkeit geboten werden, an der Wertsteigerung der Gesellschaft zu partizipieren. Die Teilnahme am Plan ist freiwillig. Auch in 2013 wurden Aktien von den Gruppengesellschaften erworben. Die Aktien werden für die Dauer von 18 bzw. 24 Monaten auf einem separaten Sperrdepot gehalten. Erst im Anschluss an die Haltefrist erfolgt die Übertragung der Aktien auf das jeweilige Teilnehmerdepot. Das zivilrechtliche Eigentum geht erst nach Ablauf der Haltefrist auf die Mitarbeiter über. Während dieser Zeit stehen den Mitarbeitern weder Verfügungsund Stimmrechte noch Dividendenberechtigungen zu.

1.6 Nachhaltigkeit

Als Unternehmen aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien liegt uns das Thema Nachhaltigkeit besonders am Herzen. Als Mitglied der Meyer Burger-Gruppe gehört die Roth & Rau-Gruppe zu einer innovativen, zuverlässigen Technologie-Gruppe mit einem System- und Produktangebot entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Die Diskussion über die Gestaltung des zukünftigen Energie-Mix ist aktueller denn je. Die Photovoltaik spielt dabei weltweit eine wichtige Rolle. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, die Herstellungskosten speziell im Zellbereich zu reduzieren und gleichzeitig den Wirkungsgrad von Solarzellen zu verbessern. Mit unserem Technologieportfolio ermöglichen wir unseren Kunden damit die Herstellung umweltfreundlicher Produkte. Damit trägt Roth & Rau im Meyer Burger-Verbund entscheidend zu einer nachhaltigen Entwicklung von sauberer Energie bei.

2 Wirtschaftsbericht

2.1 Rahmenbedingungen

Der globale Photovoltaikmarkt ist auch im Jahr 2013 erneut gewachsen. Vor allem die Märkte in China, USA und Japan haben bei der installierten Kapazität deutlich zugelegt. Das Markforschungsunternehmen Solarbuzz geht von einem globalen Zubau bei PV-Anlagen von 36 GW und damit von einer Steigerung um 13% aus. In China allein wurden 11,3 GW neu installiert. Die USA steuerte 4,2 GW bei. In Deutschland wurden im Jahr 2013 nach Angaben der Bundesnetzagentur lediglich 3,3 GW an Neuinstallationen verzeichnet und damit weniger als die Hälfte gegenüber dem Vorjahr.

Hingegen befanden sich die weltweiten Investitionen in Maschinen und Anlagen in der Solarindustrie auf ihrem absoluten Tiefpunkt. Solarbuzz berichtet über ein Volumen von weniger als 2 Mrd. USD. Im Vergleich dazu wurden im Rekordjahr 2011 13 Mrd. USD investiert. Dies beeinflusste die Höhe der Auftragseingänge und die wirtschaftliche Stabilität vieler Solarzulieferer in hohem Maße und die Anzahl der Insolvenzen stieg wie bereits in den Vorjahren.

Steigende Modulpreise sowie vermehrte Projektaktivitäten im letzten Quartal zeugen von einer Belebung der Photovoltaik-Industrie. Dies bestätigen zahlreiche Analystenreports und Marktstudien, die von signifikanten Steigerungsraten sowohl bei der installierten Leistung als auch bei Investitionen ausgehen. Treiber seien vor allem die Erreichung von Grid-Parität in den sog. Emerging Marktes, steigende Modulpreise, Anreizprogramme vor allem in China sowie sinkende finanzielle Beschränkungen.

2.2 Geschäftsentwicklung

2.2.1 Geschäftsentwicklung der Konzernobergesellschaft Roth & Rau AG

2.2.1.1 Umsatz- und Ertragslage

Die Roth & Rau AG übernimmt als Konzernmuttergesellschaft die Holdingfunktion für die Gruppe. Sie erbringt für ihre Tochtergesellschaften Verwaltungsdienstleistungen in den Bereichen Recht, Steuern, Finanzierung, Kommunikation und IT. Die Roth und Rau AG hat im Geschäftsjahr 2013 mit der Muegge GmbH, der Roth & Rau – Ortner GmbH sowie der AIS Automation Dresden GmbH Gewinnabführungsverträge geschlossen.

In der Prognose für das Geschäftsjahr 2013 gingen wir davon aus, Umsatzerlöse in einer Größenordnung zwischen 60 bis 80 Mio. € zu erzielen und ein ausgeglichenes operatives Ergebnis (EBITDA) realisieren zu können, falls sich die Marktlage entspannt, die Investitionsbereitschaft auf Kundenseite zunimmt und die Markteinführung der Heterojunction-Technologie gelingt. Da sich die Nachfrage

nach Produktionsequipment im Solarbereich bis zur Jahresmitte 2013 nicht signifikant verbessert hatte, nahmen wir diese Prognose mit Veröffentlichung des Zwischenberichtes zum 30. Juni 2013 für die Roth & Rau-Gruppe und damit auch für die Roth & Rau AG zurück. Zu diesem Zeitpunkt war weder eine qualitative noch quantitative Aussage über die Ergebnisse des Geschäftsjahres 2013 möglich.

Im abgeschlossenen Geschäftsjahr erzielte die Roth & Rau AG Umsatzerlöse in Höhe von 43.307 T€. Gegenüber dem Vorjahr stellt dies einen Rückgang um 66.178 T€ bzw. 60,4% (2012: 109.485 T€) dar. Die Gesamtleistung reduzierte sich um 20,9% von 49.749 T€ im Vorjahr auf 39.322 T€ im Geschäftsjahr 2013 und reflektiert die anhaltende Marktschwäche.

Die Materialaufwandsquote bezogen auf die Gesamtleistung erhöhte sich von 48,9% auf 80,9% (bereinigt um Einmalaufwendungen wie z.B. Verwertungen und Wertberichtigungen 67,9%).

Der Personalaufwand reduzierte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr 2013 um 15,5% von 22.536 T€ auf 19.037 T€. Die Personalaufwandsquote erhöhte sich bezogen auf die Gesamtleistung von 45,3% im Vorjahr auf 48,4% in 2013.

Aus dem Abschluss der Ergebnisabführungsverträge ergaben sich Erträge in Höhe von 1.582 T€.

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit belief sich auf -59.577 T€ (Vorjahr: - 22.547 T€). Für das negative Ergebnis waren auch in 2013 verschiedene Sondereffekte verantwortlich, die, wie im nachfolgenden auch beschrieben, aus der Marktschwäche im Segment Photovoltaik, in Wertkorrekturen auf verschiedene Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Forderungen resultierten. In Summe betrugen die Sondereffekte 31.972 T€ (Vorjahr 19.162 T€).

Das nach HGB ermittelte Jahresergebnis betrug -58.231 T€ (2012: -30.037 T€).

Die Sondereffekte, die das Jahresergebnis 2013 beeinflusst haben, setzten sich wie folgt zusammen: Aufgrund der anhaltend schlechten Absatzsituation wurden Wertberichtigungen auf Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und unfertige Erzeugnisse in Höhe von 7.908 T€ vorgenommen. Außerdem wurde auf Darlehensforderungen in Höhe von 22.413 T€ verzichtet. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Forderungen gegenüber der liquidierten italienischen Tochtergesellschaft Tecnifinico S.r.l. i.L. über 185 T€ sowie gegenüber der Roth & Rau B.V. über 22.228 T€.

Aus der Bereinigung des Beteiligungsportfolios und damit der Schließung der Roth & Rau Australia Pty. Ltd., Roth & Rau Korea Co. Ltd., Roth & Rau (Shanghai) Trading Co. Ltd. sowie aus einmaligen Aufwendungen für Abschreibungen auf Beteiligungsbuchwerte der Roth & Rau B.V., AIS Automation Dresden GmbH und Roth & Rau India Pvt. Ltd. fielen Aufwendungen in Höhe von insgesamt netto 6.866 T€ an. Dabei wurde der Ertrag aus der Verschmelzung der MicroSystems GmbH berücksichtigt.

Dem gegenüber stehen positive Sondereffekte. Rückstellungen konnten in einer Höhe von 5.215 T€ erfolgswirksam aufgelöst werden. Hiervon betroffen sind in erster Linie Rückstellungen für schwebende Absatzgeschäfte. Das um Sondereffekte bereinigte Jahresergebnis belief sich somit auf -26.259 T€ (2012: - 10.875 T€).

2.2.1.2 Finanz- und Vermögenslage

Die Zugänge im Anlagevermögen durch die Investitionstätigkeit des Unternehmens betrugen im Bereich der immateriellen Vermögensgegenstände, Sachanlagen und Finanzanlagen 4.591 T€. Aus der Verschmelzung der MicroSystems GmbH auf die Roth & Rau AG sind Vermögensgegenstände zum Buchwert von 3.098 T€ zugegangen. Dem gegenüber steht der Abgang aus der Beteiligung an der MicroSystems GmbH in Höhe von 2.455 T€.

Wesentliche Teile der zum 31. Dezember 2012 in den "Geleisteten Anzahlungen und Anlagen im Bau" befindlichen Heterojunction-Entwicklungstools wurden im November 2013 fertiggestellt und in "Technische Anlagen und Maschinen" umgebucht (7.499 T€). Anschließend erfolgte der Verkauf der Maschinen an ein verbundenes Unternehmen. Weitere Abgänge im Sachanlagevermögen betreffen Maschinen, welche innerhalb der Roth & Rau-Gruppe oder an Forschungsinstitute veräußert wurden.

Im Bereich der Finanzanlagen wurde im Rahmen der Neuausrichtung der Roth & Rau B.V. die Gesellschaft rekapitalisiert und damit auf das Darlehen im Wert von 22.228 T€ verzichtet. Durch die Liquidation der Tecnifinico S.r.l. i.L. wurden Darlehen im Wert von 845 T€ ausgebucht, wobei davon bereits in 2012 Darlehen von 660 T€ wertberichtigt wurden. Die Muegge GmbH hat ein Darlehen über 250 T€ getilgt.

Außerplanmäßige Abschreibungen auf die Beteiligungen im Jahr 2013 entfielen auf die Roth & Rau B.V. in Höhe von 7.096 T€, die AIS Automation Dresden GmbH in Höhe von 2.993 T€ sowie auf die Roth & Rau India Pvt. Ltd. in Höhe von 85 T€. Außerdem wurde ein an die Solar Holding Inc. ausgegebenes Darlehen in Höhe von 15 T€ wertberichtigt.

Durch planmäßige und außerplanmäßige Abschreibungen sowie Abgänge im Wert von kumuliert 40.473 T€ gingen die langfristigen Vermögensgegenstände insgesamt von 123.795 T€ auf 83.322 T€ zurück.

Das Umlaufvermögen erhöhte sich um 12.377 T€ von 27.545 T€ auf 39.922 T€. Wesentliche Ursache hierfür war die Erhöhung der Vorräte um 10.370 T€ sowie der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände um 6.868 T€.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen reduzierten sich um 2.579 T€. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen erhöhten sich um 5.488 T€ auf 6.063 T€.

Die sonstigen Rückstellungen erhöhten sich um 12.106 T€ auf 34.897 T€. Diese Erhöhung ist vor allem auf einen seitens Roth & Rau gekündigten Fertigungsauftrag und den damit verbundenen Ausweis von Anzahlungen in Höhe von 17.000 T€ als Rückstellungen zurückzuführen. Dem wirkt die Auflösung der Rückstellungen in Höhe von 7.153 T€ entgegen.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen erhöhten sich um 14.582 T€, hauptsächlich auf Grund der Inanspruchnahme eines kurzfristigen Kredites bei der Meyer Burger Technology AG.

Das Eigenkapital reduzierte sich durch das Periodenergebnis von 104.595 T€ auf 46.364 T€ zum 31. Dezember 2013. Die Eigenkapitalquote beträgt damit 37,4 % nach 68,0 % im Vorjahr.

2.2.2 Geschäftsentwicklung der Roth & Rau-Gruppe

2.2.2.1 Umsatz- und Ertragslage

In der Prognose für das Geschäftsjahr 2013 gingen wir davon aus, Umsatzerlöse in einer Größenordnung zwischen 120 bis 150 Mio. € zu erzielen und ein ausgeglichenes operatives Ergebnis (EBITDA) realisieren zu können. Wie bereits in den Ausführungen zur Umsatz- und Ertragslage der Roth & Rau AG dargelegt, wurde diese Prognose aufgrund der andauernden Solarkrise mit Veröffentlichung des Zwischenberichtes zum 30. Juni 2013 zurück genommen.

Tatsächlich erzielte die Roth & Rau-Gruppe im Geschäftsjahr 2013 einen Umsatz in Höhe von 76.958 T€ (2012: 154.058 T€). Unter Berücksichtigung der Bestandsveränderung fertiger und unfertiger Erzeugnisse in Höhe von -3.374 T€ (2012: -36.561 T€) sowie aktivierter Eigenleistungen in Höhe von 1.262 T€ (2012: 2.993 T€) belief sich die Gesamtleistung auf 74.846 T€ (2012: 120.490 T€). Ausschlaggebend für diese Entwicklung war vor allem die Reduzierung der Umsatzerlöse im Segment Photovoltaik von 92.621 T€ auf 17.245 T€ bedingt durch die niedrigen Auftragseingänge bis zum dritten Quartal 2013. Im Segment Specialised Technologies konnten Umsatzerlöse in Höhe von 59.713 T€ und damit nahezu auf dem Vorjahresniveau von 61.437 T€ erzielt werden. Somit trug die Stabilisierung des Umsatzes des Segments Specialised Technologies zur teilweisen Kompensation der signifikanten Reduzierung der Ergebnisse im Segment Photovoltaik bei.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) belief sich im Geschäftsjahr 2013 auf -53.240 T€ (2012: -39.573 T€). Hauptursache für das negative Jahresergebnis war das anhaltend schwache Umfeld in der Solarindustrie und das dadurch bedingt deutlich reduzierte Umsatzniveau. Außerdem belasteten Sondereffekte von insgesamt 9.461 T€ das operative Ergebnis.

Auf Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie auf unfertige Erzeugnisse wurden Abwertungen in Höhe von 11.976 T€ vorgenommen. Dies betraf im Wesentlichen die alte Generation der Anlagenserien SiNA und MAiA, welche weitestgehend durch die neue Generation ersetzt werden. Desweiteren wurde der Goodwill der AIS Automation Dresden GmbH um 2.869 T€ außerplanmäßig abgewertet. Hingegen wirkten sich Auflösungen von Rückstellungen und Verbindlichkeiten in Höhe von 5.384 T€, welche ursprünglich für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften sowie Abnahmeverpflichtungen bei Lieferanten gebildet wurden, positiv auf das Ergebnis aus. Das um Sondereffekte bereinigte EBIT belief sich somit auf -43.779 T€.

Die sonstigen betrieblichen Erträge betrugen 6.509 T€ nach 10.433 T€ im Geschäftsjahr 2012. Darin enthalten sind Erlöse aus dem Verkauf von Sachanlagevermögen in Höhe von 3.809 T€. Dem stehen Aufwendungen aus dem Abgang von Sachanlagen in Höhe von 6.662 T€ gegenüber, welche in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen werden.

Der Materialaufwand ging im Vergleich zum Vorjahr von 49.658 T€ auf 43.608 T€ zurück. Dieser Rückgang ist im Wesentlichen auf das reduzierte Geschäftsvolumen zurückzuführen. Im Bereich Photovoltaik ging die Anzahl der produzierten Anlagen und Maschinen nochmals zurück. Die Materialaufwandsquote in Relation zur Gesamtleistung betrug 58,3 % (2012: 41,2 %). Die Erhöhung lässt sich in erster Linie mit den Abwertungen auf Roh,- Hilfs- und Betriebsstoffe sowie unfertige Erzeugnisse und mit ungeplanten Projektaufwendungen begründen.

Der Personalaufwand konnte um 14.782 T€ bzw. 24,4 % von 60.591 T€ auf 45.809 T€ gesenkt werden. Diese Reduzierung ist im Wesentlichen auf die bereits in den Geschäftsjahren 2011 und 2012 eingeleiteten Kosten- und Strukturmaßnahmen zurückzuführen. Die Anzahl der Mitarbeiter sank gruppenweit seit Ende 2011 um mehr als 40% von 1.348 auf 800.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beliefen sich auf 26.112 T€ nach 37.851 T€ im Geschäftsjahr 2012. Hier ausgewiesen werden Aufwendungen aus dem Abgang veräußerter Sachanlagen in Höhe von 6.662 T€. Unter Berücksichtigung der innerhalb der sonstigen betrieblichen Erträge ausgewiesenen Erträge aus dem Verkauf von Sachanlagen ergab sich per Saldo ein Buchverlust in Höhe von 2.853 T€. Wesentliche Kosteneinsparungen konnten bei den Werbe- und Reisekosten erreicht werden.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) betrug -34.174 T€ (2012: -17.177 T€). Die Sondereffekte auf das EBITDA beliefen sich auf 6.592 T€ und beinhalten die bereits erwähnten Abwertungen auf Roh,- Hilfs- und Betriebsstoffe in Höhe von 11.976 T€ sowie die Auflösung von Rückstellungen und Verbindlichkeiten in Höhe von 5.384 T€. Somit ergibt sich auf bereinigter Basis ein Ergebnis von -27.582 T€. Dabei steuerte das Segment Photovoltaik einen operativen Ergebnisanteil von -29.731 T€ (2012: -13.986 T€) und das Segment Specialised Technologies -2.876 T€ (2012: -3.282 T€) bei. Die Verschlechterung im Segment Photovoltaik ist auf das niedrige Umsatzniveau zurückzuführen.

Die Abschreibungen beliefen sich auf 19.066 T€ nach 22.396 T€ im Geschäftsjahr 2012. Aktivierte Entwicklungsleistungen und sonstige immaterielle Vermögenswerte wurden in Höhe von 12.884 T€ (2012: 14.865 T€) abgeschrieben. Davon entfielen 2.869 T€ auf außerplanmäßige Abschreibungen auf den Goodwill der AIS Automation Dresden GmbH. Im Vorjahr betrug die Höhe der außerplanmäßigen Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte 4.098 T€. Planmäßig wurden 10.015 T€ (2012: 10.767 T€) auf immaterielle Vermögenswerte abgeschrieben. Davon betrafen 7.592 T€ (2012: 8.085 T€) aktivierte Entwicklungskosten. Die Abschreibungen auf Sachanlagen sanken von 7.528 T€ auf 6.182 T€. Diese entfielen vollständig auf planmäßige Abschreibungen. Wurden im Vorjahr noch außerplanmäßige Abschreibungen in einer Gesamthöhe von 5.369 T€ ausgewiesen, so konnte der Betrag im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 2.869 T€ begrenzt werden.

Das Finanzergebnis belief sich auf -1.926 T€ nach -613 T€ im Vorjahr. Die Zinserträge in Höhe von 309 T€ (2012: 908 T€) beinhalten Erträge aus der Wertaufholung der im Vorjahr abgewerteten Aktien der Meyer Burger Technology AG, welche im Rahmen des Mitarbeiteraktienprogramms gehalten werden, in Höhe von 276 T€. Die Zinsaufwendungen in Höhe von 2.177 T€ (2012: 1.073 T€) waren im Wesentlichen durch Zinsen für die bei der Meyer Burger Technology aufgenommen kurzfristigen Darlehen über 45.788 T€ (2012: 19.231 T€) sowie für die Schuldscheindarlehen über 2.000 T€ (2012: 2.000 T€) gekennzeichnet. Avalprovisionen fielen in Höhe von 31 T€ (2012: 58 T€) an.

2.2.2.2 Auftragslage

Die anhaltende Investitionszurückhaltung unserer Kunden im 1. Halbjahr 2013 hat die Auftragslage auch im Geschäftsjahr 2013 im wesentlichen Maße beeinflusst. So kam es erneut zu einer Reduzierung des Auftragseingangs gegenüber dem Vorjahr. Seit dem 4. Quartal 2013 zeichnet sich jedoch eine leichte Belebung des Solarmarkts ab. Dies machte sich bereits in steigenden Auftragseingängen bemerkbar.

Im Gesamtjahr 2013 wurden Aufträge mit einem Gesamtvolumen von 78.551 T€ (2012: 103.865 T€) verbucht. Davon entfielen 22.428 T€ auf die Konzernobergesellschaft Roth & Rau AG. Beliefen sich die Auftragseingänge in den ersten drei Quartalen auf insgesamt 44.176 T€, so gingen allein im letzten Quartal Bestellungen in Höhe von 34.375 T€ ein. Dem standen Stornierungen hauptsächlich von Einzelanlagen im Segment Photovoltaik von insgesamt 18.339 T€ (2012: 15.609 T€) gegenüber. Somit belief sich der Netto-Auftragseingang auf 60.212 T€ (2012: 88.256 T€). Der Auftragsbestand belief sich zum 31. Dezember 2013 auf 58.376 T€ und lag damit um 22,3 % tiefer als im Vorjahr.

Auftragslage in T€ 31.12.2013 31.12.2012 Veränderung
Auftragseingang vor Stornierungen 78.551 103.865 -24,4 %
Auftragseingang nach Stornierungen 60.212 88.256 -31,8 %
Auftragsbestand zum 31.12. 58.376 75.122 -22,3 %
Book-to-Bill-Ratio vor Stornierungen 1,0 0,7 0,3

Geografisch gesehen hat sich der Auftragseingang ähnlich entwickelt wie im Geschäftsjahr 2012. So lag auch im Geschäftsjahr 2013 der Fokus auf Europa und insbesondere Deutschland mit einem Anteil von insgesamt 48,7 % (2012: 47,5%). Dies liegt vor allem daran, dass deutsche Aufträge im Segment Specialised Technologies einen Großteil des gesamten Auftragseingangs ausmachten. Der Auslandsanteil stieg leicht von 64,7 % auf 67,0 %, vorwiegend begründet durch Auftragseingänge aus Asien im Segment Photovoltaik im vierten Quartal. Nachdem im Geschäftsjahr 2012 der Anteil der US-amerikanischen Bestellungen noch 22,3 % betrug, so verringerte sich dieser nun auf 6,6 %. Dies ist vorwiegend auf Investitionszyklen einiger amerikanischer Halbleiterhersteller zurückzuführen, welche zum Kundenstamm im Segment Specialised Technologies gehören.

Im Segment Photovoltaik, welches maßgeblich durch die Roth & Rau AG vertreten wird, erfolgte aufgrund der schlechten Marktlage im 1. Halbjahr 2013 ein Einbruch des Auftragseingangs von 32.661 T€ auf 22.439 T€. Im letzten Quartal des Geschäftsjahres führte die Belebung des Solarmarkts zu einem Auftragseingang in Höhe von 19.789 T€ bei der Roth & Rau AG. Besonders erfreulich waren dabei die erfolgreichen Vertragsabschlüsse über die ersten HELiA-Produktionssysteme mit einem asiatischen Kunden und damit die Markteinführung der Heterojunction-Technologie, sowie Verkäufe von SiNA/MAiA-Beschichtungsmaschinen für die evolutionäre MB-PERC Upgrade-Technologie an bestehende asiatische Kunden.

Im Segment Specialised Technologies entwickelten sich die Märkte recht unterschiedlich. Die Auftragseingänge reduzierten sich von 71.204 T€ auf 56.112 T€. Dies ist jedoch hauptsächlich auf zwei Ursachen zurückzuführen. Zum einen erzielte die Business Unit MicroSystems der Roth & Rau AG im Geschäftsjahr 2012 einen Rekord-Auftragseingang. Dieser konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr aufgrund der Beendigung eines Investitionszykluses eines der Hauptkunden sowie durch die

Unsicherheit bei einigen Kunden, hervorgerufen durch die Konkurrenzsituation mit dem alten Management der MicroSystems GmbH, nicht wiederholt werden. Andererseits gingen die Bestellungen im Bereich Software zurück, was vorwiegend auf die Investitionszurückhaltung in den Bereichen Farbrikautomation und Bahntechnik zurückzuführen ist. Positiv entwickelten sich die Märkte im Mikrowellenbereich. Hierbei konnten zahlreiche Aufträge in Geschäftsfeldern gewonnen werden, in denen Roth & Rau bisher noch nicht aktiv war (z.B. diamantverarbeitende Industrie). Erste Erfolge konnten auch bei Beschichtungssystemen in der OLED-Technologie und der Lithium-Ionen-Batterie-Technik erzielt werden. Dabei ist es gelungen, jeweils eine Pilotanlage an industrielle Hersteller zu verkaufen.

Auftragseingang nach Segmenten in T€ 31.12.2013 31.12.2012 Veränderung
Photovoltaik 22.439 32.661 -31,3 %
Specialised Technologies 56.112 71.204 -21,2 %
Auftragseingang vor Stornierungen 78.551 103.865 -24,4 %
Stornierungen -18.339 -15.609 17,5 %
Auftragseingang nach Stornierungen 60.212 88.256 -31,8 %

2.2.2.3 Segmentbericht

Wir verweisen auf die Segmentberichterstattung im Konzern-Anhang (Ziffer 10).

2.2.2.4 Finanz- und Vermögenslage

Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements

Im Rahmen des Finanzmanagements der Roth & Rau-Gruppe sollen die finanzielle Flexibilität und Unabhängigkeit gesichert sowie die Finanzierungskosten durch eine angemessene Kapitalstruktur optimiert werden. Besonders im Fokus stehen dabei die Liquiditätssteuerung sowie das Management von Finanzierungsrisiken. Aufgrund der Zentralfunktion in der Meyer Burger-Gruppe wurden Teile des Finanzmanagements an die Meyer Burger Technology AG abgegeben. So obliegt ihr als Holdinggesellschaft die Finanzierung sämtlicher Roth & Rau-Gesellschaften sowie das Währungsmanagement. Die Liquiditätssteuerung verbleibt dabei im Einflussbereich der Roth & Rau AG als Muttergesellschaft der Roth & Rau-Gruppe. Die operative Steuerung der Liquidität erfolgt in den jeweiligen Tochtergesellschaften. Die Liquiditätsplanung wird auf rollierender 12-Monats-Basis erstellt, um kurzfristige Liquiditätsbedarfe entsprechend identifizieren zu können. Der Vorstand erhält wöchentlich ein Liquiditätsreporting.

Strategische Finanzierungsmaßnahmen

Die Roth & Rau-Gruppe finanziert ihr operatives Geschäft hauptsächlich durch Kundenanzahlungen und Eigenmittel. Der darüber hinaus gehende Kapitalbedarf wird durch die Aufnahme von kurzfristigen Finanzierungen gedeckt. Im Zuge der Zentralisierung der Finanzierungsaktivitäten in der Meyer Burger-Gruppe erfolgt die Kreditversorgung hauptsächlich über die Meyer Burger Technology AG. Weiteren Finanzierungsspielraum bieten bilaterale Avalkreditlinien über 30.881 T€, welche in erster Linie durch die Meyer Burger Technology AG über deutsche und Schweizer Banken zur Verfügung gestellt werden. Zum 31. Dezember 2013 wurden davon 21.838 T€ in Anspruch genommen. Darüber hinaus hat die Meyer Burger Technology AG eine bis zum 29. Januar 2016 befristete, harte Patronatserklärung zu Gunsten der Roth & Rau-Gruppe ausgestellt, mittels derer eine Liquiditätszuführung bis zu einem Höchstbetrag von 60 Mio. € im Bedarfsfall entsprechend sichergestellt ist. Zum 31. Dezember 2013 wurden davon 45,8 Mio. € über Darlehen zur Verfügung gestellt.

Bedeutung außerbilanzieller Finanzierungsinstrumente für die Finanz- und Vermögenslage

Außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente kamen bei der Finanzierung des Konzerns nicht zum Einsatz. Wir nutzen insbesondere operatives Leasing für verschiedene technische Anlagen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung, das dem Umfang nach keinen wesentlichen Einfluss auf die Finanz- und Vermögenslage der Roth & Rau-Gruppe hat.

Cash Flow-Analyse

Das Konzern-Ergebnis beträgt -54.441 T€. Unter Berücksichtigung der Abschreibungen und weiteren nicht zahlungswirksamen Erträgen und Aufwendungen ergibt sich ein Cash Flow in Höhe von -23.265 T€ (2012: -17.789 T€).

Die Veränderung des Working Capital um -7.617 T€ (2012: 13.177 T€) resultiert aus Mittelabflüssen aus den erhaltenen Anzahlungen sowie den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von 14.210 T€, denen Mittelzuflüsse aus der Reduzierung der Vorräte und der Abnahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Vermögenswerte in Höhe von insgesamt 6.593 T€ gegenüberstehen. Der Cash Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit belief sich auf -30.882 T€ (2012: -4.612 T€).

Der Cash Flow aus Investitionstätigkeit reduzierte sich im Vergleich zum Vorjahr von -18.196 T€ auf -5.558 T€. Die Investitionen in Sachanlagen in Höhe von 5.738 T€ (2012: 14.015 T€) betrafen im Wesentlichen die Installation eines Reinraums am Standort Hohenstein-Ernstthal sowie die Herstellung von Forschungs- und Entwicklungsanlagen für die Heterojunction-Technologie. Aus dem Verkauf der Geschäftsanteile der Cober Muegge LLC konnte ein Mittelzufluss in Höhe von 100 T€ erzielt werden. Die Veräußerung von Sachanlagen und der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilie führte zu einem Mittelzufluss in Höhe von 729 T€.

Die Finanzierungstätigkeit führte im abgelaufenen Geschäftsjahr 2013 zu einem Mittelzufluss in Höhe von 25.679 T€. Bei der Meyer Burger Technology AG wurden Darlehen in Höhe von 26.158 T€ aufgenommen. Aus dem Erwerb von Aktien im Rahmen der Teilnahme am Mitarbeiteraktienprogramm der Meyer Burger Technology AG ergab sich ein Mittelabfluss von 469 T€.

Ausgewählte Kennzahlen zur Liquiditätslage in T€ 01.01.- 01.01.-
31.12.2013 31.12.2012*
Cash Flow -23.265 -17.789
Abnahme (+) / Zunahme (-) des Working Capital -7.617 13.177
Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit -30.882 -4.612
Cash Flow aus Investitionstätigkeit -5.558 -18.196
Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit 25.679 15.140
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am
Anfang der Periode
22.313 29.970
Abnahme (-) der Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente
-10.761 -7.668
Wechselkurs-, Konsolidierungskreis- und
bewertungsbedingte Änderungen der
Zahlungsmittel/Zahlungsmitteläquivalente
-1 11
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am
Ende der Periode
11.551 22.313

Zum Stichtag 31. Dezember 2013 verfügte die Roth & Rau-Gruppe über liquide Mittel in Höhe von 11.551 T€ (2012: 22.313 T€).

*Vorjahr angepasst

Bilanz

Die Bilanzsumme der Roth & Rau-Gruppe verringerte sich gegenüber dem 31. Dezember 2012 um 43.589 T€ von 190.796 T€ auf 147.207 T€.

Auf der Aktivseite reduzierten sich die immateriellen Vermögenswerte im Rahmen der planmäßigen sowie außerplanmäßigen Abschreibungen auf 33.141 T€ (31.12.2012: 45.380 T€). Die Höhe des Goodwills sank aufgrund der außerplanmäßigen Abschreibung bei der CGU AIS Automation Dresden GmbH von 21.351 T€ auf 18.480 T€.

Das Sachanlagevermögen hat sich um 6.790 T€ auf 43.670 T€ (2012: 50.460 T€) vermindert. Den Investitionen in Höhe von 5.738 T€ wirkten größtenteils durch Veräußerung bedingte Abgänge in Höhe von 7.075 T€ sowie Abschreibungen von 6.182 T€ entgegen.

Die langfristigen Vermögenswerte gingen insgesamt um 19.701 T€ auf 78.265 T€ zurück.

Die kurzfristigen Vermögenswerte wurden um 23.778 T€ auf 68.942 T€ (31.12.2012: 92.720 T€) reduziert. Dabei sanken die Vorräte um 8.839 T€ von 46.056 T€ auf 37.217 T€ vorwiegend bedingt durch die Abwertung auf Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie unfertige Erzeugnisse.

Auf der Passivseite reduzierte sich das Eigenkapital insbesondere durch das negative Konzern-Jahresergebnis um 54.259 T€ von 87.731 T€ auf 33.472 T€. Die Eigenkapitalquote reduzierte sich von 46,0 % auf 22,7 %.

Die langfristigen Schulden reduzierten sich gegenüber dem Bilanzstichtag 2012 um 1.155 T€ auf 7.117 €. Dabei reduzierten sich die latenten Steuerverbindlichkeiten um 1.525 T€ auf 2.698 T€. Die langfristigen Darlehen veränderten sich nur marginal und beliefen sich auf 3.115 T€. Die langfristigen Rückstellungen stiegen hingegen um 380 T€.

Die kurzfristigen Verbindlichkeiten stiegen um 11.935 T€ auf 106.618 T€ (31.12.2012: 94.683 T€). Dabei belief sich die Höhe der kurzfristigen Rückstellungen auf 25.697 T€ nach 22.909 T€ im Vorjahr. Diese Erhöhung ist vor allem auf einen seitens Roth & Rau gekündigten Fertigungsauftrag und den damit verbundenen Ausweis von Anzahlungen in Höhe von 6.975 T€ als Rückstellungen zurückzuführen. Dem wirkten erfolgswirksame Auflösungen von Rückstellungen in Höhe von 6.234 T€ entgegen, welche ursprünglich für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften sowie Abnahmeverpflichtungen bei Lieferanten gebildet wurden. Die erhaltenen Anzahlungen sanken um 3.618 T€ auf 11.086 T€. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und die sonstigen Verbindlichkeiten gingen um 4.282 T€ zurück. Die kurzfristigen Darlehen erhöhten sich im Vorjahresvergleich um 26.157 T€ auf 45.788 T€. Aufgrund des bis zum dritten Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahres anhaltenden schwachen Marktumfelds im Solarbereich sowie zum Ausgleich temporären Liquiditätsbedarfs wurden Darlehen in Höhe von 26.157 T€ bei der Meyer Burger Technology AG aufgenommen. Die Abnahme der Verbindlichkeiten aus Auftragsfertigung in Höhe von 6.694 T€ ist auf den Ausweis der oben genannten Verbindlichkeit aus einem von Roth & Rau gekündigten Fertigungsauftrag als Rückstellung zurückzuführen. Die laufenden Steuerverbindlichkeiten gingen um 2.416 T€ auf 2.220 T€ zurück.

Ausgewählte Konzern-Bilanz-Kennzahlen in
T€
31.12.2013 31.12.2012 Veränderung
Bilanzsumme 147.207 190.686 -22,8%
Eigenkapital 33.472 87.731 -61,8%
Eigenkapitalquote in % 22,7 46,0 -23,3 PP

2.2.2.5 Investitionen

Das Investitionsvolumen lag im Geschäftsjahr 2013 bei 6.387 T€ und damit signifikant unter dem des Geschäftsjahres 2012 in Höhe von 14.938 T€. Die Investitionen betrafen im Wesentlichen das Sachanlagevermögen. Die Höhe der Investitionen, die auf die Konzernobergesellschaft Roth & Rau AG entfiel, betrug 5.436 T€.

Investitionen in immaterielle Vermögenswerte wurden in Höhe von 649 T€ (2012: 918 T€) vorgenommen, wovon 457 T€ die Roth & Rau AG betrafen. Auf aktivierte Entwicklungskosten entfielen 409 T€ (2012: 210 T€) und auf gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 240 T€ (2012: 708 T€). Die Sachanlageinvestitionen beliefen sich auf 5.738 T€ nach 14.015 T€ im Vorjahr und betrafen im Wesentlichen den Bau des Reinraums für die Business Unit MicroSystems im Segment Specialised Technologies, den Bau von Forschungs- und Entwicklungsanlagen für die Heterojunction-Technologie im Segment Photovoltaik sowie die Anschaffung weiterer technischer Anlagen und

Maschinen im Fertigungsbereich. Der Hauptanteil der Investitionen in Sachanlagen fand mit 4.979 T€ bei der Roth & Rau AG statt.

2.2.3 Gesamtaussage zur Geschäftsentwicklung

Die in den Vorjahren eingetretene erhebliche Verschlechterung des Marktumfeldes für Solarenergie und die dadurch ausgelöste Investitionszurückhaltung der Zell- und Modulhersteller haben sich auch im abgelaufenen Geschäftsjahr 2013 spürbar auf die Geschäftsentwicklung der Roth & Rau Gruppe ausgewirkt. Die Auftragseingänge bewegten sich vor allem im Segment Photovoltaik bis zum dritten Quartal auf niedrigem Niveau. Seit dem vierten Quartal zeichnet sich jedoch eine leichte Belebung des Solarmarkts ab, was sich in steigenden Auftragseingängen niedergeschlagen hat. So konnten vor allem in strategisch wichtigen Bereichen Aufträge gewonnen werden. Mit dem Vertragsabschluss über die ersten HELiA-Produktionssysteme gelang die Markteinführung der Heterojunction-Technologie. Außerdem konnten mehrere SiNA/MAiA-Beschichtungsmaschinen für die evolutionäre MB-PERC Upgrade-Technologie an bestehende asiatische Kunden veräußert werden. Im Segment Specialised Technologies erfolgte zwar ebenfalls eine Reduzierung der Auftragseingänge auf Gesamtjahresbasis, dies ist jedoch auf temporäre Nachfrageverschiebungen zurückzuführen. Insgesamt hat sich dieser Bereich positiv entwickelt. So konnten zahlreiche Aufträge in Geschäftsfeldern gewonnen werden, in denen Roth & Rau bisher noch nicht aktiv war.

Das mit Beginn der Solarkrise gestartete Restrukturierungsprogramm CRiSP konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr weitestgehend abgeschlossen werden. Zu Beginn des vergangenen Geschäftsjahres wurden an den Standorten Hohenstein-Ernstthal und Wüstenbrand nochmals 39 Arbeitsplätze gestrichen. Außerdem konnte die Anzahl der zu konsolidierenden Gesellschaften im Jahresverlauf erneut deutlich reduziert werden. Nach Abschluss aller Maßnahmen im 1. Halbjahr 2014 wird sich die Anzahl der Konzerngesellschaften auf 7-8 belaufen. Ergebnis der Restrukturierung sind Einsparungen von rund 30 Mio. € bezogen auf den Vergleichszeitraum 2011. Mit der Anpassung der Konzernstruktur an die veränderte Marktlage sowie der Fokussierung auf unsere Kerntechnologien konnten wir die Wettbewerbsfähigkeit erhöhen und somit die Voraussetzungen schaffen, bei Erholung des Solarmarkts eine schnelle und nachhaltige Verbesserung der Ertrags- und Finanzkraft zu erreichen.

Zum Stichtag 31. Dezember 2013 verfügten wir über liquide Mittel von 11,6 Mio. €, eine Avalkreditlinie in Höhe von rund 31 Mio. € sowie eine bis zum 29. Januar 2016 befristete, harte Patronatserklärung, mittels derer eine Liquiditätszuführung seitens der Meyer Burger Technology AG bis zu einem Höchstbetrag von 60 Mio. € für die Roth & Rau-Gruppe gewährleistet ist. Davon wurden zum 31. Dezember 2013 Darlehen in Höhe von 45,8 Mio. € in Anspruch genommen. Wir gehen auf Basis der aktuellen Liquiditätsplanung davon aus, bei einer nachhaltigen Erholung des Solarmarkts über die betriebsnotwendige Ausstattung mit finanziellen Mitteln zu verfügen.

3 Chancen- und Risikobericht

Der bewusste und kontrollierte Umgang mit Chancen und Risiken bildet die Grundlage für eine nachhaltig erfolgreiche Unternehmensentwicklung. In einem weltweit dynamisch wachsenden Branchenumfeld ergeben sich für die Roth & Rau-Gruppe regelmäßig Chancen, die wir erfolgreich nutzen wollen. Auf der anderen Seite gilt es, Risiken angemessen zu steuern, um den Bestand des Unternehmens zu sichern. Das Chancen- und Risikomanagement ist daher ein wichtiger Baustein der Unternehmenssteuerung.

3.1 Chancen

Im Rahmen unseres Risikomanagementsystems, welches in die Unternehmensorganisation integriert ist, identifizieren und bewerten wir regelmäßig auch die Chancen. Im Folgenden beschreiben wir die wesentlichsten Chancen. Sofern nicht anderslautend angegeben, beziehen sich die aufgeführten Chancen auf beide Geschäftssegmente.

Die aufgeführten Chancen sind nicht die einzigen, die sich bieten und unterliegen wie die Risiken ständig Veränderungen, da sich unser Unternehmen, die Märkte und Technologien ebenso ständig verändern. Aus dieser Veränderung könnten sich wiederum neue Chancen ergeben und bestehende Chancen könnten an Relevanz verlieren. Die Auswirkungen von Chancen können unterschiedlich sein, d.h. hohe Chancen können im Ergebnis eine geringere Auswirkung entfalten. Umgekehrt können geringe Chancen eine hohe Auswirkung im Ergebnis entfalten. Grundsätzlich bewerten wir Chancen nach bestem Wissen auf der Basis von vorliegenden verlässlichen Informationen und legen wie üblich Annahmen zur Marktentwicklung, Kundenverhalten, technologischem Fortschritt, Produktlebenszyklen und Preisentwicklungen zugrunde.

Nachfolgend aufgeführte Chancen können sich positiv auf unsere Umsätze, unsere Ertragslage und unsere Cashflows auswirken und dazu führen, dass wir unsere mittelfristigen Perspektiven übertreffen. Sofern es wahrscheinlich ist, dass die Chancen eintreten, haben wir sie in unsere Geschäftspläne und unseren Ausblick für 2014 übernommen. Nach unserer Einschätzung hat sich das Chancenumfeld für das Unternehmen gegenüber dem Geschäftsjahr 2012 nicht wesentlich verändert.

Branchenspezifische Chancen

Die Solarbranche befindet sich nach wie vor am Anfang ihres langfristigen Wachstums, das zum einen aus der steigenden Energienachfrage und zum anderen aus den Herausforderungen des Klimawandels resultiert. Experten sehen zudem im Erreichen der Netzparität, also der Herstellung der Wettbewerbsfähigkeit des Stroms aus Solarenergie zu den Bruttostrompreisen privater Haushalte, einen entscheidenden Wachstumstreiber. In diesem Zusammenhang wächst der Innovations- und

Kostendruck für die Solarzellen- und Modulhersteller. Dies führt zu einer steigenden Nachfrage nach kostengünstigen, innovativen Technologien und Produktionsverfahren, von der Roth & Rau profitieren kann.

Chancen ergeben sich auch durch die Entwicklung neuer Wachstumsmärkte weltweit. Der zunehmenden Bedeutung der Solarenergie für die zukünftige Energieversorgung tragen immer mehr Regierungen durch neue Fördergesetzgebungen Rechnung. Als besonders vielversprechende Märkte betrachten wir weiterhin China, Indien, Südkorea, Taiwan, Thailand und den Nahen Osten, in denen wir teilweise sogar über Meyer Burger vertreten sind. Wichtige Zukunftsmärkte sind aus heutiger Sicht außerdem Japan, Russland und der Mittlere Osten.

Um auch künftig frühzeitig von den Wachstumschancen des internationalen Solarmarktes zu profitieren, sind wir bestrebt, die globale Präsenz der Roth & Rau-Gruppe durch Intensivierung und bessere Steuerung der lokalen Aktivitäten kontinuierlich auszubauen.

Chancen ergeben sich auch im Segment Specialised Technologies. Hier haben wir Zugang zu internationalen Kunden z.B. in der Halbleiter- und Optischen Industrie sowie der Automobilindustrie. Mit unserer Tochtergesellschaft Roth & Rau B.V. bearbeiten wir die Märkte im Bereich OLED-Technologie, Batterietechnik und Printed Electronic.

Sollte sich das Geschäft in den genannten Ländern und Branchen besser als derzeit erwartet entwickeln oder wir über Vertriebsgesellschaften der Meyer Burger-Gruppe nachhaltig von den regionalen Vertriebsaktivitäten profitieren, könnte sich dies positiv auf unsere Umsätze, unsere Ertragslage und Cashflows auswirken.

Unternehmensstrategische Chancen

Unternehmensstrategische Chancen bieten sich für Roth & Rau durch den Ausbau des Produktportfolios und der technologisch führenden Marktposition im Bereich Photovoltaik sowie die Qualität der Produkte. Im strategischen Fokus stehen daher die Investitionen in Forschung und Entwicklung, die Qualitätssicherung sowie die Qualifikation der Mitarbeiter. Durch die zunehmend verbesserte Integration der in den vergangenen Jahren akquirierten Tochterunternehmen ergeben sich darüber hinaus Synergien im Photovoltaik-Markt sowie in anderen Märkten und bei der Entwicklung neuer Produkte.

Durch den Geschäftsbereich Specialised Technologies ergeben sich durch seine maßgeschneiderten Systemlösungen und Prozesse für verschiedene industrielle Branchen Chancen, weitere Anwendungsbereiche zu erschließen. Dies führt zu einer Diversifizierung des Geschäftsmodells und kann zu einer breiteren Positionierung sowie zu einer Risikostreuung führen.

Die in der Vergangenheit durchgeführten Restrukturierungsmaßnahmen unter dem Namen "CRiSP" haben bewiesen, dass eine Anpassung der Unternehmensstrukturen zur Schaffung wettbewerbsfähiger Kostenstrukturen möglich ist. Auch in der Zukunft ergeben sich hieraus Chancen, den eingeschlagenen Weg einer schlanken Organisation fortzuführen um somit nachhaltig Wettbewerbsvorteile und Innovationskraft zu sichern.

Im Geschäftsjahr 2013 haben wir die Segmente neu geordnet und verfügen nun über zwei Segmente (Vorjahr 6). Das Segment "Photovoltaik" und "Specialised Technologies" wird direkt durch einen benannten Vorstand verantwortet. Durch diese Maßnahme soll das Geschäft transparenter gemacht und entsprechend mit klaren Verantwortlichkeiten optimaler geführt werden. Das Unternehmen sieht darin auch Chancen mit Blick auf eine zielorientierte Kundenbearbeitung und Verbesserung der Marktdurchdringung. Sollte sich die Fokussierung auf die beiden Geschäftssegmente besser als derzeit erwartet entwickeln, könnte sich dies positiv auf unsere Umsätze, unsere Ertragslage und Cashflows auswirken.

Chancen durch eine positive wirtschaftliche Entwicklung

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben Einfluss auf unsere Geschäftstätigkeit, Finanz- und Ertragslage und unsere Cashflows. Unser Ausblick für 2014 basiert auf der Erwartung, dass die künftigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen unserer Darstellung im Prognosebericht dieses Lageberichts entsprechen. Sollte sich die Branche nachhaltiger erholen als in dieser Prognose dargestellt, könnten unsere Umsätze und Ergebnisse unseren aktuellen Ausblick und die mittelfristigen Perspektiven übertreffen. Sollten sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen besser als derzeit erwartet entwickeln, könnte sich dies positiv auf unsere Umsätze, unsere Ertragslage und Cashflows auswirken.

Leistungswirtschaftliche Chancen

Leistungswirtschaftliche Potenziale ergeben sich entlang der gesamten Wertschöpfungskette vom Einkauf über die Produktion, den Vertrieb bis hin zum Marketing. Durch die Einbindung unserer Lieferanten in den Produktionsprozess können wir beispielsweise Optimierungs- und Qualitätsreserven heben und damit die Rentabilität verbessern.

Durch Verlagerung von wertschöpfenden Prozessen in kostengünstigere Länder, können wir unsere Kostenpositionen weiter verbessern. Die Verlagerung der Einkaufs-, Produktions- und Dienstleistungsaktivitäten in Wachstumsmärkte könnte es uns ermöglichen, näher am Kunden zu sein und somit unsere Wettbewerbsposition zu verbessern.

Unsere Mitarbeiter sind unser Innovationsmotor, die Quelle der Wertschöpfung für unsere Kunden und die Triebfeder für das nachhaltige Wachstum und die Profitabilität unseres Unternehmens. 2013 haben wir trotz der Krise und des Absatzrückganges nur moderat Personal abgebaut, um die Wachstumschancen, die sich 2014 ergeben, nutzen zu können. Fortbildungsmaßnahmen, modern ausgestattete Arbeitsplätze, hohes soziales Engagement, leistungsgerechte Entlohnung sind nur ausgewählte Aktivitäten, um das Engagement unserer Mitarbeiter zu steigern.

Sollten wir mit diesen Maßnahmen und Methoden bessere Fortschritte machen als derzeit erwartet, könnte sich dies positiv auf unsere Umsätze, unsere Ertragslage und Cashflows auswirken.

Chancen durch Kundenbeziehungen

Die Roth & Rau-Gruppe vermarktet ihre Produkte und Services mit Hilfe des Vertriebs- und Servicenetzes von Meyer Burger nach Regionen und Produktgruppen. Innerhalb der Regionen konzentrieren wir unsere Vertriebskapazitäten vor allem auf die Märkte mit dem größten Geschäfts- und Umsatzpotenzial. Wir investieren in die Weiterentwicklung unseres Vermarktungskonzepts, um unsere Produktgruppen effektiv zu vertreiben und unsere Kundenbeziehungen zu intensivieren. Wir schaffen Mehrwert für unsere Kunden durch guten Service, hohe Qualität, kurze Lieferzeiten, neue Produkte und Technologien, die den geschäftlichen Nutzen deutlich erhöhen. Auch künftig werden wir aktiv nach neuen Chancen suchen, um den Mehrwert für die Kunden noch stärker als derzeit erwartet zu steigern. Sollten sich diese Möglichkeiten schneller als derzeit erwartet entwickeln, könnte sich dies positiv auf unsere Umsätze, unsere Ertragslage und Cashflows auswirken.

3.2 Risiken

Im Folgenden führen wir Risiken auf, die wir mithilfe unseres Risikomanagementsystems ermitteln und verfolgen. Sie werden in der nachfolgenden Beschreibung stärker aggregiert, als sie zur internen Steuerung verwendet werden. Die Aufgliederung erfolgt jedoch nach den gleichen Risikokategorien, die wir auch in unserem internen Risikomanagement-Berichtssystem verwenden. Wenn nicht anders angegeben, betreffen alle beschriebenen Risiken in unterschiedlichem Ausmaß beide Geschäftssegmente.

Die Reihenfolge der dargestellten Risiken spiegelt die gegenwärtige Einschätzung nach Priorität wider und bietet daher einen Anhaltspunkt für die gegenwärtige Bedeutung dieser Risiken für uns. Dabei ist zu beachten, dass Risiken mit einem gegenwärtig niedriger eingeschätzten Risikomaß potenziell eine höhere Schadenswirkung haben können als Risiken mit einem gegenwärtig höher eingeschätzten Risikomaß. Zusätzliche Risiken, die uns derzeit noch nicht bekannt sind oder Risiken, die wir jetzt noch als unwesentlich einschätzen, können unsere Geschäftsaktivitäten ebenfalls negativ beeinflussen.

Branchenrisiken

Die Roth & Rau-Gruppe ist trotz der Aktivitäten außerhalb des Solarbereiches in besonderem Maße von der weiteren Entwicklung der Photovoltaikbranche sowie der Investitionsbereitschaft dieses Kundenkreises abhängig. Änderungen im regulatorischen Umfeld können das Investitionsverhalten der Kunden beeinträchtigen. Änderungen von Solarstrom-Fördergesetzen werden zu einem verlangsamten Marktwachstum aufgrund sinkender oder wegfallender finanzieller Anreize in einzelnen Ländern führen. Die in den Vorjahren aufgebauten Überkapazitäten in Asien könnten sich auch mittelfristig bis langfristig negativ auf die Nachfrage nach Roth & Rau-Produkten auswirken. Wir begegnen diesem Risiko durch die Intensivierung und den Ausbau unserer internationalen Marktposition sowie mit dem Angebot technologisch führender Produkte, z. B. Upgrades und neuartige Technologien mit Alleinstellungsmerkmalen.

Risiken entstehen zudem aus der Veränderung des Wettbewerbsumfelds. Durch die derzeit stattfindende Marktkonsolidierung auf allen Wertschöpfungsstufen, beispielsweise durch Fusionen, strategische Allianzen und Akquisitionen, treten zunehmend neue größere Wettbewerber in den Markt ein oder bisherige Wettbewerbsbeziehungen ändern sich grundlegend. Weiterhin besteht das Risiko, dass sich Wettbewerber, vor allem im asiatischen Ausland, durch eine aggressive Preispolitik verstärkt am Markt positionieren und zusätzliche Marktanteile gewinnen. Lokale Anbieter schließen mit ihren Standardprodukten auf, gewinnen Marktanteile gegenüber der europäischen Konkurrenz und tragen in signifikantem Ausmaß zu einem Preisdumping bei. Wir wirken diesen Risiken mit der dauerhaft hohen Qualität unserer Produkte, anspruchsvollen Lösungen, Spitzentechnologien sowie Maßnahmen zur Kundenbindung entgegen. Darüber hinaus reduzieren wir die Herstellungskosten unserer Produkte durch geänderte technische und technologische Lösungen. Dies ermöglicht es uns, auf den Preisdruck der Konkurrenz zu reagieren und unseren Kunden ein angemessenes Preis-Leistungsverhältnis zu bieten.

Da die Branchenkrise im Bereich der Photovoltaikindustrie andauert, sehen wir auch weiterhin kritische Auswirkungen auf unsere Geschäftstätigkeit, Finanz- und Ertragslage und unsere Cashflows. Wir können deshalb negative Abweichungen von unseren Umsatz- und Betriebsergebniszielen nicht vollständig ausschließen.

Rechtliche Risiken

Wir sind mit den nachfolgend beschriebenen Gerichtsverfahren konfrontiert. Negative Folgen einiger oder aller dieser gegen uns gerichteten Klagen und Gerichtsverfahren könnten zur Zahlung eines beträchtlichen Schadenersatzes führen, was unsere Geschäftstätigkeit beeinträchtigen könnte. Der Ausgang von Prozessen und sonstigen Klagen ist naturgemäß ungewiss. Wir schätzen den Eintritt dieser Risiken als wahrscheinlich ein und können Auswirkungen auf unsere Geschäftstätigkeit, unsere Finanz- und Ertragslage, unsere Cashflows sowie unsere Umsatz- und Betriebsergebnisziele durch diese Risiken nicht ausschließen. Wir stufen diese Risiken als hohe Risiken ein:

Die Roth & Rau AG hat im Jahr 2006 mit der Conergy SolarModule GmbH & Co. KG einen Vertrag über die Lieferung und Errichtung von vier Zellfertigungslinien am Standort Frankfurt/Oder mit einem Gesamtauftragswert in Höhe von ca. 58 Mio. € geschlossen. Die Fertigstellung der Montage und Inbetriebnahme erfolgte in den Jahren 2008 und 2009. Die Roth & Rau AG hat ihre Leistungen trotz teilweise ausbleibender Zahlungen und fehlender Mitwirkungshandlungen von Conergy SolarModule GmbH & Co. KG erbracht. Nach Auffassung der Roth & Rau AG stehen der Gesellschaft aus dem Vertrag noch Ansprüche in Höhe von rund 8 Mio. € zu. Mit der Behauptung, die Gesellschaft habe die von ihr geschuldeten Lieferungen und Leistungen nicht vertragsgerecht erbracht, verweigert die Conergy SolarModule GmbH & Co. KG dagegen die Begleichung der Zahlungsforderungen der Gesellschaft und erhebt ihrerseits Schadensersatzforderungen, die die Forderungen der Roth & Rau AG um ein Vielfaches übersteigen. Aus diesem Grund wurde die Forderung bereits in den Vorjahren vollständig wertberichtigt. In dieser Angelegenheit ist nunmehr seit Anfang Februar 2011 ein Rechtsstreit vor dem Landgericht Hamburg anhängig. Der Vorstand der Roth & Rau AG hält die von der Conergy SolarModule GmbH & Co. KG behaupteten Ansprüche für haltlos und geht schon wegen der vereinbarten Haftungsbeschränkungen davon aus, dass jedenfalls die Restforderung der Roth & Rau

AG etwaige Schadensersatzansprüche der Conergy SolarModule GmbH & Co. KG übersteigen wird. Die Ansicht des Vorstands wird durch Rechtsgutachten von zwei renommierten Rechtsanwaltssozietäten gestützt, die der Vorstand in Auftrag gegeben hat. Auf die beim Landgericht Hamburg im Februar 2011 eingereichte Klage der Conergy SolarModule GmbH & Co. KG gegen die Roth & Rau AG wurde mit Datum vom 24. Juni 2011 mittels Klageerwiderung, Hilfswiderklage und Widerklage Gegenposition bezogen. Aufgrund personeller Veränderungen in den Vorständen/Geschäftsführungen beider Unternehmen wurde im Oktober 2011 beidseitig versucht zu einer gütlichen Einigung zu gelangen. Aufgrund sehr unterschiedlicher Einschätzung und Bewertung des Sachstands kam eine solche Einigung nicht zustande. Die umfangreiche Replik der Conergy SolarModule GmbH & Co. KG zur Klageerwiderung wurde am 1. Oktober 2012 eingereicht. Infolge der am 1. Oktober 2013 eröffneten Insolvenz über das Vermögen der Conergy SolarModule GmbH & Co. KG wird das Verfahren nunmehr vom eingesetzten Insolvenzverwalter fortgeführt. Eine Gläubigerversammlung hat stattgefunden. Zum Ende des Jahres 2013 ist es in der Sache selbst zu zwei gerichtlichen Güteverhandlungen gekommen, in denen sich die Parteien jedoch nicht auf einen Vergleich verständigen konnten. Die gerichtlich vorgeschlagene und von der Klägerseite aufgegriffene Vergleichssumme ist aus Sicht der Roth & Rau AG sowie deren rechtlichen Vertretern in Anbetracht des Sach- und Streitstandes deutlich zu hoch. Insbesondere rechtfertigen die Beweislastregeln und die damit für die Klägerseite auch seitens des Gerichtes deutlich angemahnten Beweisschwierigkeiten keine entsprechende Vergleichszahlung. Derzeit geht der Vorstand davon aus, dass die für Kosten im Rahmen von Rechtsstreitigkeiten im Geschäftsjahr 2010 gebildete Rückstellung auch zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2013 der Höhe nach ausreichend bemessen ist.

Patentrechtliche Risiken können aus der unwissentlichen Verletzung geistiger Eigentumsrechte Dritter resultieren. Da ein Teil des Know-hows von Roth & Rau nicht durch Patente geschützt ist, kann nicht ausgeschlossen werden, dass Wettbewerber die Verletzung von Schutzrechten gegenüber Roth & Rau geltend machen, auch wenn es bisher nicht zu solchen Rechtsstreitigkeiten gekommen ist. Auch umgekehrt besteht die Gefahr, dass Dritte das Know-how von Roth & Rau kopieren und Patente oder sonstige Schutzrechte verletzen. Durch strenge Geheimhaltungsvereinbarungen mit Mitarbeitern, Kunden und Partnern in Forschungs- und Entwicklungsprojekten und durch eine eigens geschaffene interne Abteilung zum Schutz unseres geistigen Eigentums versuchen wir, dieses Risiko zu minimieren.

Weiteren rechtlichen Risiken aus Gewährleistungsansprüchen oder Kundenreklamationen beugen wir durch ein effizientes Qualitätsmanagement sowie konsequente Gewährleistungs- und Haftungsregelungen vor. Darüber hinaus überwacht unsere Compliance-Abteilung mögliche Risikoquellen und nimmt im Bedarfsfall externe Rechtsberatung in Anspruch.

Gesamtwirtschaftliche Risiken

Die Geschäftsentwicklung der Gruppe wird durch die konjunkturelle Entwicklung in den für Roth & Rau relevanten Absatzmärkten beeinflusst.

Die Bereitschaft unserer Kunden, in unsere Produkte zu investieren, hängt von den aktuellen ökonomischen, finanziellen und politischen Rahmenbedingungen ab. Mittel- bis langfristig können sich Ereignisse wie eine weltweite Wirtschaftskrise, politische Veränderungen, Schwankungen bei nationalen Währungen, eine Rezession in den USA oder Europa sowie eine Erhöhung der Staatsschulden negativ auf die Fähigkeit und Bereitschaft unserer Kunden auswirken, in unsere Produkte und Dienstleistungen zu investieren.

Diese Ereignisse könnten die Nachfrage schwächen und verschiedene Auswirkungen nach sich ziehen wie z.B. Verzögerungen bei Verkaufsabschlüssen, geringerer Umfang der Abschlüsse, Auftragsstornierungen, fehlende Finanzierung für den Erwerb unserer Produkte, steigende Anzahl von Insolvenzen bei unseren Kunden und wichtigen Lieferanten, höheres Ausfallrisiko von Forderungen und infolgedessen möglicherweise erhebliche Abschreibungen in der Zukunft.

Roth & Rau hat Maßnahmen ergriffen, um den beschriebenen Risiken zu begegnen und ihre potenziellen negativen Auswirkungen so weit wie möglich zu mindern. Unseren Kunden bieten wir ein breites diversifiziertes Produktportfolio. Um die Abhängigkeit von einzelnen Märkten zu minimieren, haben wir unsere globale Präsenz und unseren regional diversifizierten Kundenstamm weiter ausgebaut und sind fester Bestandteil der Vertriebsstruktur der Meyer Burger-Gruppe geworden. Im Geschäftsjahr 2013 betrug die Exportquote 61,7 %. Sie liegt damit unter der des Vorjahres (79,3 %), da wir das Geschäft in Bereichen außerhalb der Photovoltaik v. a. in Deutschland ausbauen konnten. Zudem arbeiten wir kontinuierlich daran, unsere Organisationsstrukturen und Prozesse zu vereinfachen und damit unsere Effizienz zu erhöhen.

Angesichts der aktuellen Unsicherheiten an den Märkten und der vielfältigen makroökonomischen und politischen Einflüsse schätzen wir den Eintritt dieser Risiken als wahrscheinlich ein. Daher können wir kritische Auswirkungen auf unsere Geschäftstätigkeit, Finanz- und Ertragslage und unsere Cashflows, eine Erhöhung der anderen in diesem Bericht beschriebenen Risiken, sowie eine negative Abweichung von unseren Umsatz- und Betriebsergebniszielen nicht vollständig ausschließen.

Unternehmensstrategische Risiken

Es besteht das Risiko der Fehleinschätzung der künftigen Marktentwicklung. Zudem kann der rasche technologische Wandel dazu führen, dass die Roth & Rau-Produkte den Markterfordernissen nicht mehr entsprechen.

Durch intensive Markt- und Wettbewerbsbeobachtungen, einen kontinuierlichen Austausch mit unseren Kunden und Lieferanten sowie breit aufgestellte Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten versuchen wir, dieses Risiko zu minimieren. Möglichen technologischen Fehlentwicklungen wirken wir durch Entwicklungspartnerschaften mit Kunden, Lieferanten und Forschungszentren entgegen.

Aufgrund marktbedingter Umstrukturierungsmaßnahmen besteht auch weiterhin eine erhöhte Anforderung an die Organisations-, Management- und Risikostruktur. Daraus entsteht das Risiko, dass nicht alle wichtigen Aufgaben in der Unternehmensführung und -steuerung effizient erfüllt werden könnten. Um dem vorzubeugen, arbeiten wir kontinuierlich an der Optimierung der internen Prozesse und Strukturen. Unter dem Namen CRiSP hat Roth & Rau bis in das Jahr 2013 hinein ein Kosten- und Strukturoptimierungsprogramm zur Profitabilitätssteigerung durchgeführt. CRiSP umfasst insbesondere Anpassungen im Produktportfolio, in der Konzern-Struktur, in der Aufbau- und Ablauforganisation sowie Maßnahmen zur Prozessoptimierung.

Durch ihre internationale Ausrichtung unterliegt Roth & Rau politischen, volkswirtschaftlichen und rechtlichen Risiken in den jeweiligen Zielländern, die den Erfolg der Expansion beeinträchtigen können. Diesen Risiken begegnen wir mit dem Einsatz erfahrener Fach- und Führungskräfte vor Ort, die über umfangreiche Kenntnisse des lokalen Marktes verfügen. Darüber hinaus stimmen sich die lokal verantwortlichen Geschäftsführer eng und regelmäßig mit der Geschäftsleitung der Gruppe über Marktveränderungen, Chancen und Risiken in Bezug auf Technologien, Kundenentwicklungen etc. ab.

Da die Branchenkrise im Bereich der Photovoltaikindustrie auch 2013 andauerte, könnten die von uns entwickelten Strategien und Geschäftsmodelle auch 2014 nicht erfolgreich sein. Dies könnte Auswirkungen auf unsere Geschäftstätigkeit, Finanz- und Ertragslage und unsere Cashflows haben. Wir können deshalb heute negative Abweichungen von unseren Umsatz- und Betriebsergebniszielen nicht vollständig ausschließen.

Risiken aus Nachfrageveränderungen

Nicht nur reale Einflussgrößen wie verfügbare Finanzmittel und Kreditspielräume prägen das Nachfrageverhalten unserer Kunden, sondern auch nicht planbare Faktoren, wie beispielsweise die Investitionsbereitschaft der Kunden und staatlicher Protektionismus. Gegebenenfalls beeinflussen sich ändernde gesetzliche Regelungen mit subventionsrechtlichen Aspekten, wie zum Beispiel die Kappung der Einspeisevergütung, das Nachfrageverhalten des Endkunden und damit auch unserer Kunden.

Die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise sowie insbesondere die Überkapazität im Bereich der Photovoltaikindustrie haben auch 2013 nachgewirkt. Viele Produzenten von Photovoltaikanlagen befinden sich refinanzierungsbedingt noch immer in Schwierigkeiten. Teilweise fordern Staaten Subventionen zurück und erschweren die Existenzsicherung.

Roth & Rau hat alle Kundenengagements auf Länder-, Währungs- und sonstige Risiken untersucht und in Einzelfällen Vorsorge im Rahmen der Rechnungslegung getroffen. Mit unseren ausländischen Vertriebspartnern und Rechtsanwälten stehen wir in engem Kontakt und beobachten sowohl die Kunden als auch den regionalen Markt. Darüber hinaus versuchen wir, den Kunden über unsere Kontakte Zweitmärkte zu eröffnen. Unser konsequentes Debitorenmanagement mit der Bonitätsbeobachtung von Kunden trägt ebenso zur Eindämmung der Risiken bei.

Bislang unklar und nicht abschätzbar ist, inwieweit die bei der EU anhängige Anti-Dumping Kampagne Auswirkungen auf die Nachfrage nach Equipment haben wird, bzw. ob und wie sich die Kappung der Einspeisevergütung auswirkt. Über geänderte Technologien, wie z.B. die Heterojunction-Technologie begegnen wir diesen Risiken, die uns Marktvorteile bringen und die Nachfrage beleben werden.

Absatzrisiken bestehen für vorgefertigte Bauteile und Maschinen, die gegebenenfalls auf Grund des technologischen Fortschrittes oder wegen Marktsättigung nicht oder nur mit Abschlägen verkaufbar sind. Die Roth & Rau AG und ihre Tochtergesellschaften fertigen aus diesem Grund nur geringe

Stückzahlen vor und reagieren auf Absatzschwächen durch Kurzarbeit und flexible Arbeitszeitmodelle.

Im Zuge der Verschmelzung der MicroSystems GmbH auf die Roth & Rau AG kam es zu verstärkter Fluktuation von Mitarbeitern und des Managements. Dadurch wurde eine externe Konkurrenzsituation im Bereich der Produkte der Specialised Technologies geschaffen. Bereits noch in 2013 zeichnete sich ein Nachfragerückgang ab, da Kunden verunsichert waren.

Roth & Rau begegnet diesem Risiko mit intensiven Kundenkontakten, guter Qualität der Produkte, Liefertreue sowie einem guten Preis-, Leistungsverhältnis. Der Fluktuation haben wir mit Personalrekrutierungsmaßnahmen, angepassten Geschäftsprozessen und Schulungen gegengesteuert. Dennoch können wir kritische Auswirkungen auf die Finanz- und Ertragslage und unsere Cashflows in diesem Geschäftsbereich nicht ausschließen.

Das Nachfrageverhalten unserer Kunden ist eng verbunden mit dem Erfolg unseres Unternehmens. Insofern können wir negative Auswirkungen auf unsere Geschäftstätigkeit, unsere Ertragslage und unsere Cashflows nicht ausschließen.

Risiken aus Forschung und Entwicklung

Dem Risiko, die Kundenbedürfnisse im Entwicklungsprozess nur unzureichend zu berücksichtigen, treten wir mit umfangreichen Marktforschungen und Kundenbefragungen entgegen. Durch diese Maßnahmen stellen wir sicher, dass wir Entwicklungen in den für uns interessanten Branchen und Märkten frühzeitig erkennen und ihre Relevanz für uns und unsere Kunden rechtzeitig überprüfen.

Des Weiteren besteht das Risiko, dass Produkte nicht in der vorgegebenen Zeit, in der entsprechenden Qualität oder zu den vorgegebenen Kosten entwickelt werden können. Um dieses Risiko zu vermeiden, überprüfen wir fortlaufend und systematisch den Fortschritt sämtlicher Projekte und gleichen regelmäßig die Ergebnisse mit den Zielvorgaben ab. Im Falle von Abweichungen werden rechtzeitig geeignete Steuerungsmaßnahmen eingeleitet. Eine übergreifende Projektorganisation im Produktmanagement unterstützt darüber hinaus die Zusammenarbeit aller am Prozess beteiligten Bereiche. Damit werden spezifische Anforderungen zeitnah in den Entwicklungsprozess eingebracht und ihre Umsetzung rechtzeitig geplant.

Unsere Forschungs- und Entwicklungsarbeit ist eng verbunden mit dem Nachfragverhalten unserer Kunden und den technologischen Trends, die wir erkennen. Sofern die Forschungs- und Entwicklungsarbeit wider Erwarten zu nicht marktfähigen Produkten führt, kann dies zu Implikationen auf unsere künftige Geschäftstätigkeit, unsere Ertragslage und unsere Cashflows führen.

Leistungswirtschaftliche Risiken

Es bestehen Beschaffungsrisiken aufgrund möglicher Lieferantenausfälle, da Roth & Rau einen großen Teil der notwendigen Vorprodukte und Bauteile von Lieferanten bezieht. Es handelt sich dabei in der Regel um Spezial- oder Schlüsselequipment und mit den bevorzugten Lieferanten

bestehen zum Teil sehr lange Geschäftsbeziehungen. Fällt ein Lieferant aus, muss Roth & Rau auf andere Anbieter ausweichen, was zu schlechteren Bezugskonditionen oder Verzögerungen in der Produktion führen kann. Diesen Risiken steuern wir durch die zunehmende Standardisierung von Bauteilen und Komponenten entgegen. Darüber hinaus haben wir die Anzahl alternativer Lieferanten für die wichtigsten Warengruppen ausgeweitet und das Lieferantenmanagement verbessert.

Zusätzliche Beschaffungsrisiken auf Grund langfristiger Beschaffungsverträge könnten Absatzrisiken nach sich ziehen, wenn die beschafften Teile mengenmäßig nicht veräußert werden können bzw. technologisch überholt sind. Roth & Rau hat mit Eintritt der Absatzkrise alle langfristigen Beschaffungsverträge aufgekündigt, so dass es aktuell keine Risiken aus langfristigen Beschaffungsverträgen mehr gibt.

Risiken aus möglichen Produktmängeln und damit verbundenen Haftungsansprüchen begegnen wir mit einer umfassenden Qualitätssicherungsprüfung bei zugekauften Teilen und einer permanenten Produktionsüberwachung im Rahmen des Qualitätsmanagements. Zudem werden die ordnungsgemäße Lieferung sowie die Funktionsfähigkeit der Anlagen durch qualifizierte Servicetechniker und Ingenieure überwacht. Die Übergabe an den Kunden erfolgt erst nach vollständiger Überprüfung der Anlage auf mögliche Mängel.

Bei der Abwicklung von Großprojekten können spezielle Risiken auftreten. Diese ergeben sich insbesondere aus Mängeln in der Vertragsgestaltung, Fehlern in der Auftragskalkulation, veränderten wirtschaftlichen und technischen Bedingungen nach Vertragsabschluss sowie unzureichenden Leistungen der Sublieferanten. Mit Hilfe eines geeigneten Projektcontrollings über sämtliche Projektphasen wird diesen Risiken begegnet.

Im Jahr 2013 haben wir unsere Produktion an die sich geänderten Marktverhältnisse angepasst und verfügen damit über verschiedene Instrumente zur Aufrechterhaltung der Flexibilität in der Fertigung bei möglichst geringen Kosten. Dazu gehören verschiedene Arbeitszeitmodelle, Personalleihe innerhalb der Gruppe und an externe Unternehmen sowie verschiedene Umstrukturierungen innerhalb der Produktion und der F&E, um Engpässe in den Entwicklungsaktivitäten abzufedern.

Obwohl wir vielen Risiken mit entsprechenden Maßnahmen begegnen und daher den Eintritt als unwahrscheinlich einschätzen, können wir negative Auswirkungen auf unsere Geschäftstätigkeit, unsere Finanz- und Ertragslage und unsere Cashflows nicht ausschließen.

Personalrisiken

Personalrisiken ergeben sich durch die Fluktuation von Mitarbeitern in Schlüsselpositionen und die mangelnde Verfügbarkeit von qualifizierten Fachkräften. Roth & Rau begrenzt dieses Risiko durch Stellvertreterregelungen, eine frühzeitige Nachfolgeregelung sowie Nachwuchskräfteprogramme. Zusätzlich schaffen wir Anreize durch eine angemessene und leistungsgerechte Bezahlung, freiwillige soziale Leistungen sowie die kontinuierliche Optimierung der Arbeitsbedingungen.

Obwohl wir den Eintritt dieses Risikos angesichts der vorhandenen Maßnahmen als unwahrscheinlich einschätzen, können wir negative Auswirkungen auf unsere Geschäftstätigkeit, unsere Finanz- und Ertragslage und unsere Cashflows nicht ausschließen.

Finanzwirtschaftliche Risiken

Im Rahmen der Finanzierung der Unternehmensstrategien und der damit verbundenen Investitionen ist die Roth & Rau-Gruppe verschiedenen Risiken ausgesetzt.

Ein Liquiditätsrisiko besteht zurzeit nicht. Die Roth & Rau AG hat mit der Meyer Burger Technology AG eine mittelfristige Refinanzierung vereinbart. Diese sieht vor, dass die Meyer Burger Technology AG der Roth & Rau-Gruppe eine bilaterale Avalkreditlinie in Höhe von ca. 31 Mio. € über Deutsche und Schweizer Banken bis auf weiteres zur Verfügung stellt. Darüber hinaus hat die Meyer Burger Technology AG eine bis zum 29. Januar 2016 befristete, harte Patronatserklärung zu Gunsten der Roth & Rau-Gruppe ausgestellt, mittels derer eine Liquiditätszuführung bis zu einem Höchstbetrag von 60 Mio. € im Bedarfsfall entsprechend sichergestellt ist. Zum 31. Dezember 2013 wurden davon 45,8 Mio. € über Darlehen zur Verfügung gestellt.

Auf operativer Ebene haben wir eine aktive Liquiditätssteuerung in den Gruppengesellschaften installiert. Der Roth & Rau AG als übergeordneter Muttergesellschaft obliegt die strategische Liquiditätssteuerung und -planung. Entsprechend des internen Kontrollsystems wird der Vorstand wöchentlich über den Status der Liquidität informiert. Die Liquiditätsplanung erfolgt rollierend auf 12-Monats-Basis.

Zinsänderungsrisiken aus variabel verzinslichen Darlehen sind mit Blick auf das dauerhaft niedrige Zinsniveau zu vernachlässigen. Es besteht lediglich eine Position über 0,5 Mio. €, die variabel verzinst und ungesichert ist.

Wechselkursrisiken spielen in der Roth & Rau-Gruppe eine untergeordnete Rolle, da der überwiegende Teil der internationalen Umsätze in Euro fakturiert wird. Im Bedarfsfall greifen wir auf projektbezogene Kurssicherungsgeschäfte zurück und beschaffen bzw. verkaufen ausländische Währung per Termin.

Aus dem Einkauf von Rohstoffen entstehen Risiken in Bezug auf ihre Verfügbarkeit und die Preisentwicklung. Aktuell haben diese Risiken auslastungsbedingt eine untergeordnete Bedeutung. Im Falle anziehender Rohstoffpreise bei gleichzeitiger Kapazitätssteigerung sind wir auf Grund unserer Marktbeobachtung und der alternativen Lieferantenauswahl in der Lage, kurzfristig Rohstoffpreise über entsprechende Lieferantenvereinbarungen auch dauerhaft fest zu vereinbaren.

Möglichen Kreditrisiken (Ausfallrisiken) bei Kunden begegnen wir derzeit mit Bonitätsprüfungen vor Auftragsannahme, dem Abschluss von Kreditversicherungen sowie einem kontinuierlichen Forderungsmanagement. Der Forderungsbestand wird regelmäßig, also nicht nur zu den Stichtagen, einer Kontrolle unterzogen. Kritische Engagements unterliegen einer besonderen Überwachung und werden, sofern dies den rechnungslegungsbezogenen Vorschriften entspricht, wertberichtigt.

Aus der Anlage überschüssiger Liquidität könnten sich Kontrahentenrisiken ergeben, sofern Roth & Rau diese nicht bei Finanzinstituten mit hoher Bonität anlegt. Ein Teil- oder Totalausfall eines Kontrahenten im Hinblick auf seine Rückzahlungspflicht für Zinsen und Kapital hätte einen negativen Einfluss auf die Ergebnisrechnung und auf die Liquidität des Unternehmens. Diesem Risiko begegnen wir durch unser Kontrahentenrisikomanagement. Mit der Diversifizierung bei der Anlage überschüssiger Liquidität und dem Abschluss sichernder Finanzinstrumente gewährleisten wir, dass die Roth & Rau-Gruppe jederzeit zahlungsfähig ist.

Die Roth & Rau-Gruppe verfügt aktuell über keine zu Sicherungszwecken gehaltenen Finanzinstrumente, so dass sich daraus keine Risiken ergeben können.

Unser Umsatz und unser Betriebsergebnis können von Jahr zu Jahr teilweise erheblich variieren, wie auch die Vergangenheit bereits gezeigt hat. Aus verschiedenen Gründen ist es schwierig, eine Prognose für unsere Erlöse und insbesondere in der derzeitigen Marktsituation abzugeben. Die Gründe sind unter anderem in der Komplexität und Spezifik unserer Produkte und Leistungen, in Nachfrageänderungen bei unseren Kunden sowie in den allgemeinen Wirtschafts- und Marktbedingungen zu sehen.

Umsätze und die daraus resultierenden Planungen und Budgetierung erfolgen im Bottom-Up-Prinzip. Doch nicht immer entspricht der Umsatz den Planungen, was möglicherweise auf einen oder mehrere der oben beschriebenen Gründe zurückzuführen ist.

Dies kann die Zuverlässigkeit unserer Planung, unserer Budgets und Prognosen gefährden. Da unsere betrieblichen Aufwendungen auf erwartetem Umsatz basieren und ein Großteil unserer Ausgaben kurzfristig relativ stabil bleibt, kann das Ausbleiben erwarteter Umsätze oder eine Verzögerung bei der Erlösrealisierung zu beträchtlichen jährlichen Schwankungen beim Betriebsergebnis führen. Eine anhaltende schlechte Nachfrage nach Produkten vor allem der PV-Industrie könnte es uns zunehmend schwerer machen, zuverlässige Nachfrageprognosen zu erstellen. Im Bereich Specialised Technologies kann dieses Risiko auf Grund der neuen Konkurrenzsituation mit dem ehemaligen Management der MicroSystems GmbH sowie des Eintritts in neue Märkte ebenso eintreten, so dass unsere Planungen und Budgetierungen sich als unzutreffend erweisen könnten.

Infolgedessen könnten unser Umsatz, unser Betriebsergebnis und unsere Cashflows hinter unseren eigenen Erwartungen und externen Prognosen zurückbleiben.

Risiken aus der Rückzahlung von Fördermitteln auf Grund nachträglich nicht eingehaltener Förderbestimmungen

Dieses Risiko besteht aktuell, d.h. Roth & Rau erfüllt zum Stichtag die Förderbestimmungen einer subventionsrelevanten Investition nicht. Das Unternehmen steht dabei in engem Kontakt zu den Fördermittelgebern und informiert diese regelmäßig über den Unternehmensstatus im Hinblick auf die Fördermittelkriterien. Für den Fall, dass die Krise in der Photovoltaik-Industrie länger fortdauert und Roth & Rau dadurch Fördermittelbedingungen dauerhaft nicht einhalten kann, handelt es sich bei den gegebenenfalls rückzahlpflichtigen Beträgen um kalkulierbare Größen, die für sich genommen kein erhebliches Risiko darstellen. Roth & Rau hat die ggf. rückzahlungspflichtigen Beträge nebst Zinsen bilanziell berücksichtigt.

Gesamtaussage zur Risikolage

Die Gesamtrisikosituation ergibt sich für die Roth & Rau-Gruppe aus den zuvor dargestellten Einzelrisiken, die für uns derzeit am wesentlichsten sind. Unser Risikomanagement-System gewährleistet die Beherrschung dieser Risiken.

Obwohl sich die Einschätzung der individuellen Risiken während des Geschäftsjahres 2013 aufgrund von geänderten externen Bedingungen und als Folge unserer eigenen Gegenmaßnahmen geändert hat, hat sich die Risikolandschaft für uns im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich verändert.

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Anzahl der Risiken konstant geblieben. In Bezug auf die Gesamtanzahl der Risiken lagen die gewichtete Risiken im Bereich hohes Risiko zum Jahresende bei 3 % (2012: 3 %), die Risiken des Bereiches mittleres Risiko bei 20 % (2012: 20 %) und im Bereich niedriges Risiko bei 77 % (2012: 77 %).

Gegenwärtig wurden keine Risiken identifiziert, die entweder einzeln oder in ihrer Gesamtheit den Fortbestand unseres Unternehmens gefährden könnten.

Wir sind überzeugt, dass wir die sich aus den oben genannten Risiken ergebenden Herausforderungen weiterhin erfolgreich meistern können.

4 Aktionärsstruktur

Die Roth & Rau AG gehört seit dem 9. August 2011 mehrheitlich der Meyer Burger-Gruppe an, die zum 31. Dezember 2013 93,56 % des Grundkapitals hielt.

5 Nachtrags- und Prognosebericht

5.1 Nachtragsbericht

Im Zuge der Verschlankung der Konzernstruktur wurde die Liquidation der Roth & Rau Singapore Pte. Ltd. im Geschäftsjahr 2012 eingeleitet. Die öffentliche Einspruchsfrist endete am 19. Februar 2014. Mit diesem Datum wurde die Gesellschaft endgültig geschlossen.

5.2 Prognosebericht

Branchenentwicklung

Das Marktforschungsunternehmen Solarbuzz prognostiziert für das Jahr 2014 einen Zubau an weltweit installierter Produktionskapazität von 49 GW. Das von 2011 bis 2013 durch Überkapazitäten und Preisverfall gebremste Marktwachstum werde sich wieder deutlich beschleunigen und zu Wachstumsraten von über 30 % zurückkehren. Als Katalysatoren sehen die Analysten der Deutschen Bank vor allem China, USA und Japan, welche bereits in 2013 den größten Anteil an der Erweiterung der installierten Leistung einnahmen. Getrieben würde dies durch staatliche Anreizprogramme sowie durch den Abbau finanzieller Beschränkungen. Neben diesen drei Märkten werden auch die sog. Emerging Markets (z.B. Südafrika, Südamerika, Südostasien) eine gewichtige Rolle spielen. In diesen Regionen sei die Grid-Parität bereits nachhaltig erreicht.

Nachdem die Investitionen in PV-Equipment mit unter 2 Mrd. USD im Jahr 2013 die Talsohle erreicht haben, gehen die Analysten von Solarbuzz und iSupply von einer deutlichen Zunahme in den nächsten Monaten aus. Für 2014 werden Investitionen mit einem Volumen von ungefähr 3,5 Mrd. USD vorausgesagt. Ein großer Invesititionszyklus werde aller Voraussicht nach in 2015 starten und den Solarzulieferern in 2017 Umsätze von bis zu 10 Mrd. USD einbringen.

Als größtes Hindernis eines unmittelbaren Aufschwungs könnten Finanzierungshürden bleiben. Da viele Hersteller noch keine Profitabilität erreicht hätten, würden sich die Kapazitätserweiterungen zunächst auf weniger kapitalintensive Maßnahmen beschränken, so die Analysten von Roth Capital Partners. Sei eine gesunde Gewinnbasis gelegt, so werden die Investitionen in Technologien zur Erreichung hoher Effizienzen und Kostenoptimierung steigen. Angesichts dieser Tatsache bleibt die Entwicklung des Ausrüstermarkts für das kommende Geschäftsjahr trotz der positiven Signale unsicher.

Entwicklung der Roth & Rau AG und der Roth & Rau-Gruppe

Hinsichtlich der Erreichung der Prognose für das Geschäftsjahr 2013 verweisen wir auf die Ausführungen zur Umsatz- und Ertragslage für die Roth & Rau AG unter Punkt 2.2.1.1 und für die Roth & Rau-Gruppe unter Punkt 2.2.2.1 sowie auf die Erläuterungen zur Prognose im Zwischenbericht zum 30. Juni 2013. Dort wurde dargelegt, dass aufgrund der noch anhaltenden Solarkrise weder qualitative noch quantitative Aussagen zur Geschäftsentwicklung für das Geschäftsjahr 2013 möglich waren.

Nachdem das Restrukturierungsprogramm CRiSP im Geschäftsjahr 2013 weitestgehend abgeschlossen werden konnte und ein jährliches Einsparvolumen von rund 30 Mio. € ab 2014 realisiert wurde, wurde der Grundstein für eine nachhaltige Verbesserung der Ertrags- und Finanzkraft der Roth & Rau-Gruppe gelegt.

Für das Geschäftsjahr 2014 sind wir vorsichtig optimistisch. Die Krise der Solarindustrie hat in 2013 ihren Tiefpunkt erreicht. In den nächsten Jahren werden weiterhin steigende Zubauraten erwartet, was zu steigenden Produktionskapazitäten führen wird. Die Hersteller von Solarzellen und Solarmodulen müssen um wettbewerbsfähig zu bleiben in hocheffiziente Produktionstechnologien investieren. Durch den Zusammenschluss von Meyer Burger und der Roth & Rau AG ist ein umfassender Systemanbieter entstanden, der alle wesentlichen Technologieschritte in der Wertschöpfungskette der Photovoltaik abdeckt. Auch im Segment Specialised Technologies sehen wir in 2014 Wachstumschancen. Die bereits erfolgreich begonnene Erschließung neuer Anwendungsgebiete für die vorhandenen Kerntechnologien außerhalb der Photovoltaik werden wir auch im kommenden Jahr konsequent fortsetzen.

Eine verlässliche Auftragseingangs-, Umsatz- und Ergebnisprognose ist aufgrund der anhaltenden Unsicherheit über Beginn, Umfang und Nachhaltigkeit der Erholung des Solarmarkts schwer möglich. Unter der Voraussetzung, dass sich die positiven Signale tatsächlich verstärken, der Investitionsstau auf Kundenseite zumindest teilweise abgebaut wird und es uns gelingt, Folgeaufträge für Heterojunction-Systeme und auch für die Technologien außerhalb der Photovoltaik (z.B. OLED- und Batterietechnik) zu gewinnen, erwarten wir für das Geschäftsjahr 2014 Auftragseingänge und Umsatzerlöse für die Roth & Rau AG in der Größenordnung von 60 bis 80 Mio. € und für die Roth & Rau-Gruppe 120 bis 150 Mio. €. Da sich die angestrebten Einsparungen aus dem Kosten- und Strukturoptimierungsprogramm CRiSP in 2014 vollumfänglich auswirken werden, geht der Vorstand für das Geschäftsjahr 2014 sowohl für die Roth & Rau AG als auch für die Roth & Rau-Gruppe von einem ausgeglichenen EBITDA aus.

Durch unser umfassendes Technologie- und Produktportfolio und die umgesetzten Restrukturierungsmaßnahmen sind wir gut positioniert, um von einer Markterholung zu profitieren. Der anhaltende Druck auf die Zell- und Modulhersteller die Kosten weiterhin zu senken, wird die Nachfrage nach entsprechenden technologischen Lösungen erhöhen. Mit der Heterojunction-Technologie können wir unseren Kunden den entscheidenden Wettbewerbsvorteil verschaffen.

6 Schlusserklärung über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen

Der Vorstand erstellte für die Roth & Rau AG für das Geschäftsjahr 201 einen Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen ("A folgender Erklärung schließt: 2013 gemäß § 312 Abs. 1 AktG ("Abhängigkeitsbericht"), der mit bhängigkeitsbericht"), dem

"Der Vorstand der Gesellschaft erklärt, dass die Gesellschaft Zeitpunkt, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen oder die Maßnahme getroffen oder unter lassen wurde, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhielt und dadurch, dass die Maßnahmen getroffen oder unterlassen wurden, nicht benachteiligt wurde." nach den Umständen, die ihm in urde, unter-

Hohenstein-Ernstthal, 24. Februar 2014

Peter Frankfurter Vorstandsvorsitzender

Dr. Jürgen Bode Vorstandsmitglied

Bernhard Gerber Vorstandsmitglied

Thomas Hengst Vorstandsmitglied

Roth & Rau AG

Geschäftsbericht 2013

Konzern-

Abschluss

nach IFRS zum 31.12.2013

Konzern-Bilanz

VERMÖGENSWERTE Anhang 31.12.2013 31.12.2012 01.01.2012
in T€ angepasst angepasst
Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte 10.1.1. 33.141 45.380 60.382
Sachanlagen 10.1.2. 43.670 50.460 48.533
Finanzanlagen 10.1.3. 0 150 395
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 10.1.4. 1.377 894 702
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 10.1.5. 0 140 144
Latente Steueransprüche 10.1.6. 77 942 415
Summe langfristige Vermögenswerte 78.265 97.966 110.571
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte 10.2.1. 37.217 46.056 42.137
Forderungen aus Auftragsfertigung 10.2.2. 207 2.099 11.389
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
und sonstige Forderungen
10.2.3. 18.767 18.642 34.652
Laufende Steuerforderungen 10.2.4. 1.200 3.045 3.694
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 0 565 0
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 10.2.5. 11.551 22.313 29.970
Summe kurzfristige Vermögenswerte 68.942 92.720 121.842
SUMME VERMÖGENSWERTE 147.207 190.686 232.413
EIGENKAPITAL UND SCHULDEN Anhang 31.12.2013 31.12.2012 01.01.2012
in T€ angepasst angepasst
Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital 10.3.1. 16.207 16.207 16.207
Kapitalrücklage
Gewinnrücklagen
10.3.2.
10.3.3.
206.932
5.077
206.932
4.970
206.944
5.556
Andere Rücklagen 10.3.4. 75 0 44
Konzern-Bilanzverlust 10.3.5. -194.819 -140.378 -99.950
Anteile der Gesellschafter des Mutterunternehmens 33.472 87.731 128.801
Anteile anderer Gesellschafter 0 0 0
Summe Eigenkapital 33.472 87.731 128.801
Langfristige Schulden
Langfristige Darlehen 10.4.1. 3.115 3.125 6.635
Latente Steuerverbindlichkeiten 10.4.2. 2.698 4.223 5.406
Langfristige Rückstellungen 10.4.3. 1.304 924 257
Summe langfristige Schulden 7.117 8.272 12.298
Kurzfristige Schulden
Verbindlichkeiten aus Auftragsfertigung
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
10.5.1. 338 7.032 855
und sonstige Verbindlichkeiten 10.5.2. 21.489 25.771 42.139
Erhaltene Anzahlungen 10.5.3. 11.086 14.704 12.908
Kurzfristige Darlehen 10.5.4. 45.788 19.631 600
Laufende Steuerverbindlichkeiten 10.5.5. 2.220 4.636 4.045
Kurzfristige Rückstellungen 10.5.6. 25.697 22.909 30.767
Mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten
verbundene Schulden 0 0 0
Summe kurzfristige Schulden 106.618 94.683 91.314
Summe Schulden 113.735 102.955 103.612
SUMME EIGENKAPITAL UND SCHULDEN 147.207 190.686 232.413

Die Erläuterungen auf den Seiten 87 ff. sind integrierter Bestandteil dieses Konzernabschlusses.

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

01.01.-31.12.2013 01.01.-31.12.2012
in T€ Anhang angepasst
Umsatzerlöse 11.1. 76.958 154.058
Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen
Erzeugnissen
11.2. -3.374 -36.561
Aktivierte Eigenleistungen 11.3. 1.262 2.993
Gesamtleistung 74.846 120.490
Sonstige betriebliche Erträge 11.4. 6.509 10.433
Materialaufwand 11.5. -43.608 -49.658
Personalaufwand 11.6. -45.809 -60.591
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte
des Anlagevermögens und Sachanlagen
11.7. -19.066 -22.396
Sonstige betriebliche Aufwendungen 11.8. -26.112 -37.851
Operatives Ergebnis -53.240 -39.573
Finanzierungserträge 309 912
Finanzierungsaufwendungen -2.235 -1.533
Finanzergebnis 11.9. -1.926 -621
Ergebnis vor Ertragsteuern -55.166 -40.194
Ertragsteuern 11.10. 725 -234
Ergebnis nach Ertragsteuern -54.441 -40.428
Davon den Aktionären der Roth & Rau AG
zustehendes Ergebnis
10.3.5. -54.441 -40.428
Verlustvortrag aus dem Vorjahr -140.378 -99.950
Konzernbilanzverlust 10.3.5. -194.819 -140.378
Ergebnis je Aktie, unverwässert 11.11. -3,36 € -2,49 € (angepasst)
Ergebnis je Aktie, verwässert 11.11. -3,36 € -2,49 € (angepasst)

Die Erläuterungen auf den Seiten 119 ff. sind integrierter Bestandteil dieses Konzernabschlusses.

Konzern-Gesamtergebnisrechnung

in T€ 01.01.-31.12.2013 01.01.-31.12.2012
angepasst
Konzernjahresergebnis -54.441 -40.428
Sonstige Posten, zukünftig nicht erfolgswirksam zu
erfassen
Neubewertungen aus Pensionsplänen
107 -586
Sonstige Posten, zukünftig erfolgswirksam zu
erfassen
Gewinne und Verluste aus der Umrechnung der
Abschlüsse ausländischer Tochtergesellschaften
(Währungsumrechnungen)
75 -44
Erfolgsneutral im Eigenkapital erfasste Erträge und
Aufwendungen
182 -630
Gesamtergebnis -54.259 -41.058
Zurechnung des Gesamtergebnisses an
andere Gesellschafter
0 0
die Aktionäre der Roth & Rau AG -54.259 -41.058

Konzern-Kapitalflussrechnung

in T€ 01.01. -
31.12.2013
01.01. -
31.12.2012
angepasst
Konzern-Jahresergebnis -54.441 -40.428
Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 19.066 22.395
Gewinne / Verluste aus dem Abgang von Sachanlagen und Immateriellen
Vermögenswerten 6.535 6.569
Veränderung latente Steuern
Wertänderungen aus derivativen Finanzinstrumenten
-660
-12
-1.710
-183
Veränderung langfristige Rückstellungen 380 560
Nicht zahlungswirksame Aufwendungen und Erträge 5.867 -4.982
Wertänderung aus equity-settled Phantom Stock Option Plan 0 -10
Cash Flow -23.265 -17.789
Zunahme (-) / Abnahme (+) der Vorräte 3.133 -1.621
Zunahme (-) / Abnahme (+) der Forderungen aus Auftragsfertigung 1.892 10.370
Zunahme (-) / Abnahme (+) der Forderungen und sonstigen Vermögenswerte 1.568 17.738
Zunahme (+) / Abnahme (-) der erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen -3.618 1.797
Zunahme (+) / Abnahme (-) der Verbindlichkeiten aus Auftragsfertigung -6.694 6.177
Zunahme (+) / Abnahme (-) der geschäftsbedingten Verbindlichkeiten -3.898 -21.284
Veränderung des Working Capital -7.617 13.177
Mittelabfluss aus laufender Geschäftstätigkeit -30.882 -4.612
Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände -649 -919
Investitionen in Sachanlagen -5.738 -14.015
Erwerb von Tochterunternehmen abzüglich erworbener Zahlungsmittel 0 -3.000
Verkauf von Tochterunternehmen abzüglich abgegangener Zahlungsmittel 0 -257
Einzahlungen aus dem Abgang von Finanzanlagen (Vorjahr: Investitionen in
Finanzanlagen)
Einzahlungen aus dem Abgang von Sachanlagen
239
590
-5
0
Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit -5.558 -18.196
Erwerb von Aktien des Mehrheitsaktionärs -469 -379
Aufnahme von Krediten
Tilgung von Krediten
26.158
-10
19.231
-3.712
Mittelzufluss aus Finanzierungstätigkeit 25.679 15.140
Abnahme der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente -10.761 -7.668
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Anfang der Periode 22.313 29.970
Wechselkurs -, konsolidierungskreis- und bewertungsbedingte Änderungen
des Finanzmittelbestands
-1 11
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Periode 11.551 22.313

Bezüglich der Angabe der gezahlten und erhaltenen Ertragssteuern sowie Zinsen verweisen wir auf Kapitel 12 im Konzernanhang.

Konzern-

Eigenkapitalveränderungsrechnung

in T€ Gezeich
netes
Kapital
Kapital
rücklage
Gewinn
rücklage
Andere
Rücklage
Konzern
bilanz
verlust
Gesamt Minder
heitsan
teile
Summe
Eigenkapital
Stand zum 1. Januar 2012 (wie
berichtet)
16.207 206.944 6.041 44 -99.950 129.286 0 129.286
Auswirkungen aus der
Anpassung der Bilanzierungs
und Bewertungsmethoden
0 0 -485 0 0 -485 0 -485
Stand zum 1. Januar 2012
(angepasst)
16.207 206.944 5.556 44 -99.950 128.801 0 128.801
Jahresergebnis (angepasst) 0 0 0 0 -40.428 -40.428 0 -40.428
sonstiges Ergebnis (angepasst) 0 0 -586 -44 0 -630 0 -630
Mitarbeiteroptionsprogramme 0 10 0 0 0 10 0 10
Veränderung
Konsolidierungskreis
0 -22 0 0 0 -22 0 -22
Stand zum 31. Dezember 2012
(angepasst) 16.207 206.932 4.970 0 -140.378 87.731 0 87.731
Stand 1. Januar 2013 16.207 206.932 4.970 0 -140.378 87.731 0 87.731
Jahresergebnis 0 0 0 0 -54.441 -54.441 0 -54.441
sonstiges Ergebnis 0 0 107 75 0 182 0 182
Gesamtergebnis 2013 0 0 107 75 -54.441 -54.259 0 -54.259
Stand 31.Dezember 2013 16.207 206.932 5.077 75 -194.819 33.472 0 33.472

Geschäftsbericht 2013

Konzern-Anhang

Zum 31.12.2013

7 Organisation und wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

7.1 Geschäft und Unternehmen

Die Roth & Rau AG als Mutterunternehmen mit Sitz in Hohenstein-Ernstthal (ISIN DE000A0JCZ51) ist ein Anbieter von Plasmaprozesssystemen für die Photovoltaikindustrie. Daneben bietet die Roth & Rau-Gruppe auch Komponenten und Prozesssysteme auf der Basis der Plasma- und Ionenstrahltechnologie für andere Branchen an. Zusätzlich umfasst das Portfolio Mikrowellensysteme für die industrielle Erwärmung, Softwareprodukte im Bereich Anlagensteuerung und Produktionsüberwachung sowie Wartungs-, Service- und Installationsdienstleistungen. Die Anlagen und Systeme werden von den Gruppengesellschaften entwickelt und in den Geschäftsbereichen Photovoltaik und Specialised Technologies produziert und weltweit vertrieben.

Seit 2011 gehören die Roth & Rau AG sowie ihre Tochtergesellschaften zur Meyer Burger-Gruppe. Dabei bildet die Roth & Rau AG mit eigenem Technologie-Kompetenzzentrum am Hauptstandort Hohenstein-Ernstthal den Kern im Bereich Zelle und schließt damit die Lücke in der Wertschöpfungskette zwischen Wafering und Solarmodulen innerhalb der Meyer Burger-Gruppe.

Die Roth & Rau AG ist im Handelsregister des Amtsgerichtes Chemnitz unter HRB 19213 eingetragen. Sie ist eine in Deutschland gegründete, in ihrer Haftung beschränkte Gesellschaft mit Sitz in 09337 Hohenstein-Ernstthal, An der Baumschule 6-8.

Der Konzern-Abschluss der Roth & Rau-Gruppe für das Geschäftsjahr zum 31. Dezember 2013 wurde vom Vorstand in seiner Sitzung am 24. Februar 2014 durch Vorstandsbeschluss zur Veröffentlichung freigegeben.

Zum 31. Dezember 2013 hielt die MBT Systems GmbH 93,56 % der Anteile an der Roth & Rau AG. Die Roth & Rau-Gruppe wird in den Konzern-Abschluss des obersten Mutterunternehmens Meyer Burger Technology AG einbezogen.

7.2 Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Die wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, die bei der Aufstellung des vorliegenden Konzernabschlusses angewendet wurden, sind im Folgenden dargestellt. Die beschriebenen Methoden wurden stetig auf die dargestellten Berichtsperioden angewendet, sofern nichts anderes angegeben ist.

7.2.1 Grundlagen der Aufstellung des Abschlusses

Der Konzernabschluss der Roth & Rau AG wurde in Einklang mit den IFRS, so wie sie in der EU anzuwenden sind und Interpretationen des IFRIC aufgestellt. Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfolgte auf Basis der historischen Anschaffungs-/ Herstellungskosten, eingeschränkt durch die Marktwertbewertung von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten sowie durch die erfolgswirksame Bewertung zum beizulegenden Zeitwert von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten (inklusive derivativer Finanzinstrumente).

Die Aufstellung von im Einklang mit den IFRS stehenden Konzernabschlüssen erfordert Schätzungen. Des Weiteren macht die Anwendung der unternehmensweiten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Wertungen des Managements erforderlich. Bereiche mit höheren Beurteilungsspielräumen oder höherer Komplexität oder Bereiche, in denen Annahmen und Schätzungen von entscheidender Bedeutung für den Konzernabschluss sind, sind unter den Erläuterungen zu wesentlichen Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen (Kapitel 8) aufgeführt.

Der Konzern-Abschluss wird in Euro, der funktionalen Währung der Roth & Rau- Gruppe aufgestellt. Sofern nichts anderes angegeben ist, werden sämtliche Werte entsprechend kaufmännischer Rundung auf Tausend Euro (T€) auf- oder abgerundet.

7.2.2 Neue und geänderte Standards und Interpretationen, die im Jahr 2013 Anwendung finden

Aus- Anwendungs- Anwendung
wirkungs- zeitpunkt bei Roth & Rau
Standard/ Interpretationen level
IAS 19 rev. - Leistungen an Arbeitnehmer 1) 01. Jan 13 Geschäftsjahr 2013
Betrifft insbesondere die Erfassung von versicherungs
mathematischen Effekten im sonstigen Gesamtergebnis
(Wegfall der Korridormethode) und die Bestimmung der jähr
lichen Kosten aufgrund der "Nettozinsberechnung"
IAS 1 - Darstellung des sonstigen Ergebnisses *) 01. Jan 13 Geschäftsjahr 2013
IFRS 7 - Finanzinstrumente Angaben *) 01. Jan 13 Geschäftsjahr 2013
Saldierung finanzieller Vermögenswerte und Verbindlichkeiten
IFRS 13 - Bemessung des beizulegenden Zeitwertes *) 01. Jan 13 Geschäftsjahr 2013
Zusammenführung der bestehenden Vorschriften zur
Ermittlung
des beizulegenden Zeitwerts (Fair Value) in einem Standard
IFRIC 20 - Abbaukosten in der Produktionsphase eines *) 01. Jan 13 Geschäftsjahr 2013
Tagebaus
IAS 36 - Wertminderungen *) 01. Jan 14 Geschäftsjahr 2013
Angaben zum erzielbaren Betrag für nicht-finanzielle
Vermögenswerte

*) Die Änderungen hatten keine bzw. keine nennenswerten Auswirkungen auf die Konzernrechnung.

1) Auswirkungen werden gesondert dargestellt

IAS 19, "Leistungen an Arbeitnehmer", wurde im Juni 2011 geändert. Die Auswirkungen im Konzern werden nachfolgend erläutert: nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand wird sofort erfasst; der Zinsaufwand und die erwarteten Erträge aus Planvermögen werden netto unter Berücksichtigung des der leistungsorientierten Verpflichtung zugrunde liegenden Zinssatzes ermittelt. Die Auswirkungen der Änderungen sind unter Punkt 7.4 dargestellt.

Änderung an IAS 36 "Wertminderung": Angaben zum erzielbaren Betrag für nicht-finanzielle Vermögenswerte. Diese Änderung hat die Verpflichtung aufgehoben, bestimmte Angaben zu den erzielbaren Beträgen von zahlungsgenerierenden Einheiten zu machen, die bislang von IAS 36 verlangt wurden und nun durch IFRS 13 erfasst werden. Die Änderung ist erst ab 1. Januar 2014 verpflichtend anzuwenden. Der Konzern wendet die Änderung freiwillig zum 1. Januar 2013 an.

7.2.3 Neue und geänderte Standards und Interpretationen, welche für Geschäftsjahre beginnend ab 1. Januar 2014 noch nicht in Kraft sind und nicht frühzeitig angewendet werden

Aus- Anwendungs- Anwendung
wirkungs- zeitpunkt bei Roth & Rau
Standard/ Interpretationen level
IFRS 10 - Konzernabschlüsse *) 01. Jan 14 Geschäftsjahr 2014
IFRS 11 - Gemeinsame Vereinbarungen *) 01. Jan 14 Geschäftsjahr 2014
IFRS 12 - Angaben zu Beteiligungen an anderen *) 01. Jan 14 Geschäftsjahr 2014
Unternehmen
IAS 27rev. Einzelabschlüsse *) 01. Jan 14 Geschäftsjahr 2014
IAS 28 rev. Beteiligungen an assoziierten *) 01. Jan 14 Geschäftsjahr 2014
Gesellschaften und Joint Ventures

*) Die Änderungen hatten keine bzw. keine nennenswerten Auswirkungen auf die Konzernrechnung.

7.2.4 Grundlagen der Konsolidierung

Der Konzern-Abschluss umfasst die Abschlüsse der Roth & Rau AG und ihrer Tochterunternehmen zum 31. Dezember 2013. Tochterunternehmen werden ab dem Erwerbszeitpunkt, d.h. ab dem Zeitpunkt, an dem der Konzern die Beherrschung erlangt ("Control-Konzept"), voll konsolidiert. Die Abschlüsse der Tochterunternehmen werden unter Anwendung einheitlicher Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zum gleichen Bilanzstichtag aufgestellt wie der Abschluss des Mutterunternehmens. Sie werden zu dem Zeitpunkt entkonsolidiert, zu dem die Kontrolle endet.

Wenn die Roth & Rau-Gruppe die Beherrschung über ein Unternehmen verliert, wird der verbleibende Anteil zum beizulegenden Zeitwert neu bewertet und die daraus resultierende Differenz als Gewinn oder Verlust erfasst. Der beizulegende Zeitwert ist der beim erstmaligen Ansatz eines assoziierten Unternehmens oder eines finanziellen Vermögenswerts ermittelte beizulegende Zeitwert. Darüber hinaus werden alle im sonstigen Ergebnis ausgewiesenen Beträge in Bezug auf dieses Unternehmen so bilanziert, wies dies verlangt würde, wenn das Mutterunternehmen die dazugehörigen Vermögenswerte und Schulden direkt veräußert hätte. Dies bedeutet, dass ein zuvor im sonstigen Ergebnis erfasster Gewinn oder Verlust vom Eigenkapital ins Ergebnis umgegliedert wird.

Als Goodwill wird der Wert angesetzt, der sich aus dem Überschuss der Anschaffungskosten des Erwerbs, dem Betrag der nicht beherrschenden Anteile am erworbenen Unternehmen sowie dem beizulegenden Zeitwert jeglicher vorher gehaltener Eigenkapitalanteile zum Erwerbsdatum über den Anteil der Gruppe an dem zum beizulegenden Wert bewerteten Nettovermögen ergibt. Sind die Anschaffungskosten geringer als das zum beizulegenden Zeitwert bewertete Nettovermögen des erworbenen Tochterunternehmens, wird der Unterschiedsbetrag direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Gruppeninterne Transaktionen, Salden sowie Gewinne und Verluste aus Transaktionen zwischen Gruppenunternehmen werden eliminiert. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden von Tochtergesellschaften wurden, sofern notwendig, geändert, um eine konzerneinheitliche Bilanzierung zu gewährleisten. Um bei allen einbezogenen Unternehmen eine einheitliche Bilanzierung zu gewährleisten, erfolgt die Bilanzierung nach einer gruppeneinheitlichen Richtlinie.

7.2.5 Veränderung Konsolidierungskreis

Der Konsolidierungskreis hat sich im Vergleich zu dem im Roth & Rau-Konzernabschluss 2012 aufgeführten Konsolidierungskreis verändert.

Die MicroSystems GmbH wurde aufgrund des Verschmelzungsvertrags vom 26. Juni 2013 sowie der Beschlüsse der Gesellschafterversammlungen beider Rechtsträger vom selben Tag auf die Roth & Rau AG verschmolzen. Die Verschmelzung wurde wirksam mit Eintragung im Handelsregister vom 8. August 2013. Verschmelzungsstichtag ist der 1. Januar 2013.

Für die australische Tochtergesellschaft Roth & Rau Australia Pty. Ltd. in Sydney wurde die Liquidation am 19. Februar 2013 mittels Deregistrierung abgeschlossen.

Die italienische Gesellschaft Tecnifinico S.r.L. i.L., Monza, Italien konnte am 20. Juni 2013 durch Deregistrierung aus dem lokalen Unternehmensregister endgültig geschlossen werden.

Außerdem erfolgte die Schließung der Roth & Rau Korea Co. Ltd. mit Datum vom 4. November und die Schließung der Roth & Rau (Shanghai) Trading Co. Ltd. mit Datum vom 25. November 2013.

Insgesamt stellt sich der Kreis der vollkonsolidierten Tochtergesellschaften der Roth & Rau AG zum 31. Dezember 2013 wie folgt dar:

Durchge
Direkter Indirekter rechneter
Segment Photovoltaik Anteil Anteil Anteil
Roth & Rau Research AG, Hauterive, Schweiz 100% 0% 100%
Solar Holding Inc., Delaware, USA 100% 0% 100%
Roth & Rau USA Inc., San Jose, USA 0% 100% 100%
Roth & Rau Singapore Pte. Ltd., Singapur 100% 0% 100%
Roth & Rau India Pvt. Ltd., Mumbai, Indien 100% 0% 100%
Segment Specialised Technologies
Roth & Rau B.V., Eindhoven, Niederlande 100% 0% 100%
Muegge GmbH, Reichelsheim **) 100% 0% 100%
AIS Automation Dresden GmbH, Dresden *) 100% 0% 100%
Roth & Rau - Ortner GmbH, Dresden *) 100% 0% 100%
Roth & Rau - Ortner USA Inc. , Salt Lake City, USA 0% 100% 100%

*) Inanspruchnahme der Befreiung nach § 264 Abs. 3 HGB hinsichtlich Verzicht auf Aufstellung von Anhang und Lagebericht sowie Verzicht auf Offenlegung

**) Inanspruchnahme der Befreiung nach § 264 Abs. 3 HGB hinsichtlich Verzicht auf Aufstellung von Anhang und Lagebericht

7.3 Fremdwährungsumrechnung

7.3.1 Funktionale Währung und Berichtswährung

Der Konzernabschluss wird in Euro, der funktionalen Währung der Gruppe, aufgestellt. Das ist die Währung des primären Wirtschaftsumfelds, in dem die Roth & Rau-Gruppe tätig ist. Die im Abschluss eines jeden Gruppenunternehmens enthaltenen Posten werden auf Basis der Währung bewertet, die der Währung des primären wirtschaftlichen Umfelds, in dem das Unternehmen operiert, entspricht (funktionale Währung).

7.3.2 Transaktionen und Salden

Fremdwährungstransaktionen werden zunächst zu dem am Tag des Geschäftsvorfalls gültigen Kassakurs in die funktionale Währung umgerechnet. Monetäre Vermögenswerte und Schulden in einer Fremdwährung werden zu jedem Stichtag unter Verwendung des Stichtagskassakurses in die funktionale Währung umgerechnet. Die Umrechnung von Erträgen und Aufwendungen erfolgt zu dem am Tag des jeweiligen Geschäftsvorfalls gültigen Schlusskurses. Währungsdifferenzen werden erfolgswirksam erfasst.

7.3.3 Gruppenunternehmen

Bei der Umrechnung der Bilanz- sowie Ertrags- und Aufwandspositionen von Gesellschaften, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, erfolgt die Bewertung der Vermögenswerte und Schulden zum Stichtagskurs, während die Erträge und Aufwendungen mit dem Durchschnittskurs bewertet wurden. Umrechnungsdifferenzen werden als eigener Posten innerhalb der anderen Rücklagen im Eigenkapital erfasst.

Stichtagskurse zum 31.12.2013:

Wechselkurs
1 € =
Stichtagskurs zum
31.12.2013
Stichtagskurs zum
31.12.2012
Schweizer Franken CHF 1,2256 1,2072
Chinesische Renminbi CNY 8,4116 8,2207
Südkoreanischer Won KRW 1446,92 1406,23
Indische Rupie INR 85,0386 72,5600
Kanadischer Dollar CAD 1,4722 1,3137
US-Dollar USD 1,3766 1,3194
Australischer Dollar AUD 1,5513 1,2712
Singapur-Dollar SGD 1,7458 1,6111
Britisches Pfund GBP 0,8348 0,8161
Japanische Yen JPY 144,85 113,61

Durchschnittskurse zum 31.12.2013:

Wechselkurs
1 € =
Durchschnittskurs
zum 31.12.2013
Durchschnittskurs
zum 31.12.2012
Schweizer Franken CHF 1,2304 1,2053
Chinesische Renminbi CNY 8,2199 8,1052
Südkoreanischer Won KRW 1447,54 1447,69
Indische Rupie INR 77,6584 68,5973
Kanadischer Dollar CAD 1,3677 1,2842
US-Dollar USD 1,3280 1,2848
Australischer Dollar AUD 1,3768 1,2407
Singapur-Dollar SGD 1,6610 1,6055
Britisches Pfund GBP 0,8489 0,8109
Japanische Yen JPY 129,61 102,49

7.4 Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Im Geschäftsjahr 2013 wurden Änderungen bei den Bilanzierungsmethoden vorgenommen. Die Änderungen resultieren aus der Anpassung an die gängige Darstellungs- und Bilanzierungspraxis und zur Verbesserung der Transparenz. Die Vergleichszahlen wurden nach den im Geschäftsjahr 2013 angewendeten Grundsätzen ermittelt sowie angepasst.

Die Änderungen der Bilanzierungsmethoden betreffen sowohl Ausweisänderungen als auch Bewertungsänderungen für die nachfolgend dargestellten Sachverhalte.

Die Vorjahreswerte wurden entsprechend angepasst und die Änderungen gekennzeichnet.

Die retrospektiven Ausweisänderungen hatten folgende Auswirkungen auf die Darstellung der Konzern-GuV zum 31. Dezember 2012:

2012
vor Änderung
Änderung
nach Änderung **
in T€ in T€ in T€
Gewinn- und Verlustrechnung
Sonstige betriebliche Erträge -12.239 1.806 -10.433
Materialaufwand 56.082 -6.423 49.658
Personalaufwand 57.418 3.368 60.786
Sonstige betriebliche
Aufwendungen
36.602 1.249 37.851
Saldo Ausweisänderung 0

** vor Bewertungsänderung nach IAS 19

Die im Vorjahr unter den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesenen Aufwandszuschüsse werden nunmehr innerhalb der jeweils geförderten Kostenart ausgewiesen. Aus der Anpassung der Vorjahreswerte ergab sich eine Umgliederung in Höhe von 1.806 T€ von den sonstigen betrieblichen Erträgen zu den entsprechenden Aufwandskonten.

Die Kosten für Leiharbeiter werden nunmehr im Personalaufwand gezeigt und nicht mehr in den Aufwendungen für bezogene Leistungen.

Ferner werden die für Forschungs- und Entwicklungsleistungen angefallenen Materialkosten nicht mehr im Materialaufwand sondern als separate Position in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen.

Die im Vorjahr unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen dargestellten Transportkosten für die Lieferung von Equipment werden nunmehr innerhalb der Aufwendungen für bezogene Leistungen ausgewiesen.

Damit ergab sich aus der Anpassung der Vorjahreswerte eine Minderung des Materialaufwands um 6.423 T€ sowie eine Erhöhung des Personalaufwands um 3.368 T€ und der sonstigen betrieblichen Aufwendungen um 1.249 T€.

Die retrospektiven Bewertungsänderungen hatten folgende Auswirkungen auf die Darstellung der Konzern-Bilanz zum 31. Dezember 2012:

1. Januar 2012 31. Dezember 2012
vor
Änderung
Änderung nach
Änderung
vor
Änderung
Änderung nach
Änderung
in T€ in T€ in T€ in T€ in T€ in T€
Bilanzposition
Forderungen aus
Lieferungen und
Leistungen und sonstige
Forderungen 34.923 -271 34.652 18.752 -110 18.642
langfristige
Rückstellungen 43 214 257 150 774 924
Gewinnrücklage 6.041 -485 5.556 6.041 -1.071 4.970
Konzernbilanzverlust -140.565 187 -140.378
Saldo
Bewertungsänderung 0 0
1. Januar 2012 2012
vor
nach
Änderung
Änderung
Änderung
nach
Ausweis
änderung
Änderung nach
Änderung
in T€ in T€ in T€ in T€ in T€ in T€
Gewinn- und
Verlustrechnung
Personalaufwand - - - 60.786 -195 60.591
Finanzergebnis 613 8 621
Ertrag aus der -
Bewertungsänderung 187

Die im Vorjahr für Pensionen unter den sonstigen Forderungen und unter den langfristigen Rückstellungen ausgewiesenen Beträge haben sich bewertungsmäßig nach IAS 19 bezüglich der versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste, dem Effekt aus der Begrenzung eines Nettovermögenswerts (asset ceiling) und der Ermittlung des rechnerischen Zinsertrages aus dem Planvermögen geändert. Die Anpassungen sind retrospektiv und damit ergebnisneutral vorgenommen wurden. Im sonstigen Ergebnis wurden im Geschäftsjahr 107 T€ (2012: -586 T€) erfasst, der verbleibende Effekt wurde im Eigenkapital verbucht.

Das verwässerte Ergebnis je Aktie 2013 nach IAS 8.28 hätte für den Standard nach IAS 19 -2,35 € (Vorjahr: -2,50 €) ergeben.

7.5 Zusammenfassung wesentlicher Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

7.5.1 Ertrags- und Aufwandsrealisierung

Die Umsatzerlöse bemessen sich nach dem Fair Value der erhaltenen oder zu erhaltenden Gegenleistung. Umsatzerlöse werden ohne Umsatzsteuer, Retouren, Rabatte und Preisnachlässe ausgewiesen.

Die Roth & Rau-Gruppe erfasst die Umsatzerlöse, wenn die Höhe der Erlöse verlässlich bestimmt werden kann, wenn es hinreichend wahrscheinlich ist, dass dem Unternehmen wirtschaftlicher Nutzen zufließen wird und wenn die unten beschriebenen spezifischen Kriterien für jede Art von Aktivität erfüllt sind.

Die Realisierung von Umsatzerlösen, Zinserträgen sowie von sonstigen betrieblichen Erträgen erfolgt grundsätzlich zum Zeitpunkt der Lieferung an den Kunden beziehungsweise mit Erfüllung der Leistung. Die Lieferung gilt als abgeschlossen, wenn entsprechend den vertraglichen Vereinbarungen die mit dem Eigentum verbundenen Risiken auf den Käufer übergegangen sind, das Entgelt vertraglich festgelegt ist und die Erfüllung der Forderung wahrscheinlich ist. Umsätze für Produktverkäufe (Werklieferung) werden in der Regel erst mit Abnahme durch den Kunden realisiert.

Soweit es sich bei Fertigungsaufträgen um solche im Rahmen einer langfristigen kundenspezifischen Auftragsfertigung mit Festpreisvertrag handelt (z.B. Beschichtungsanlagen der ersten Generation SiNA 1 und Projekte im Bereich Systems Solutions), werden Auftragserlöse und Auftragskosten entsprechend dem Leistungsfortschritt dieser Projekte am Bilanzstichtag erfasst. Die Voraussetzungen für die Anwendung der in IAS 11 vorgegebenen "Percentage-of-Completion-Methode" sind erfüllt. Diese Methode wird auf Fertigungsaufträge angewendet, deren Ergebnis zuverlässig geschätzt werden kann. Eine Teilgewinnrealisierung wird ab Fertigungsbeginn vorgenommen. Wenn das Ergebnis noch nicht zuverlässig geschätzt werden kann, werden die Umsatzerlöse nur in der Höhe der angefallenen Auftragskosten realisiert, die wahrscheinlich einbringbar sind. In diesen Fällen werden keine Teilgewinne realisiert. Erwartete Verluste aus Fertigungsaufträgen werden sofort erfolgswirksam erfasst.

Können die Erlöse aus einem Dienstleistungsgeschäft verlässlich geschätzt werden, wird die Ertragsrealisierung ebenfalls nach der Maßgabe des Fertigstellungsgrades erfasst.

Soweit die Fertigung unserer Anlagen in modularer Bauweise erfolgt (z.B. Beschichtungsanlagen der zweiten Generation SiNA 2), sind die Voraussetzungen für die Anwendung des IAS 11 nicht mehr gegeben. Die Umsatzrealisation erfolgt in diesen Fällen in Übereinstimmung mit IAS 18 erst nach vollständiger Erbringung der Leistung (Completed Contract-Methode).

Betriebliche Aufwendungen werden mit der Inanspruchnahme der Lieferung oder Leistung oder zum Zeitpunkt ihrer Verursachung ergebniswirksam erfasst.

Zinserträge und Zinsaufwendungen werden nach der Effektivzinsmethode erfasst.

7.5.2 Fremdkapitalkosten

Entsprechend IAS 23 sind Fremdkapitalkosten für Vermögenswerte, für die ein beträchtlicher Zeitraum erforderlich ist, um sie in ihren beabsichtigten gebrauchs- oder verkaufsfähigen Zustand zu versetzen ("qualifizierter Vermögenswert") zu aktivieren. Der entsprechende Zinsaufwand ist dabei nach der Effektivzinsmethode zu ermitteln. Auf den Konzern-Abschluss ergeben sich hieraus keine wesentlichen Auswirkungen.

7.5.3 Ertragsteuern

Die Ertragsteuern auf das Ergebnis enthalten laufende und latente Steuern. Ertragsteuern sind in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, ausgenommen in dem Umfang, in dem die Steuern mit direkt im Eigenkapital angesetzten Posten im Zusammenhang stehen. In diesem Fall werden die Ertragsteuern im Eigenkapital erfasst.

Latente Steuern werden für alle temporären Differenzen zwischen den Buchwerten der Vermögenswerte und Schulden im IFRS Abschluss und ihren -Steuerwerten angesetzt (bilanzorientiertes Temporary-Konzept). Wenn jedoch im Rahmen einer Transaktion, die keinen Unternehmenszusammenschluss darstellt, eine latente Steuer aus dem erstmaligen Ansatz eines Vermögenswerts oder einer Verbindlichkeit entsteht, die zum Zeitpunkt der Transaktion weder einen Effekt auf den bilanziellen noch auf den steuerlichen Gewinn oder Verlust hat, unterbleibt die Steuerabgrenzung sowohl zum Zeitpunkt des Erstansatzes als auch danach. Latente Steueransprüche und -schulden werden anhand der Steuersätze bemessen, die in der Periode, in der ein Vermögenswert realisiert wird oder eine Schuld erfüllt wird, voraussichtlich Gültigkeit erlangen werden. Dabei werden die Steuersätze und Steuergesetze zugrunde gelegt, die zum Bilanzstichtag gelten. Zukünftige Steuersatzänderungen werden berücksichtigt, sofern am Bilanzstichtag materielle Wirksamkeitsvoraussetzungen im Rahmen eines Gesetzgebungsverfahrens erfüllt sind. Aktive latente Steuern wurden mit passiven latenten Steuern saldiert, wenn sie sich auf Ertragsteuern beziehen, die von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden und ein Anspruch auf Verrechnung eines tatsächlichen Steuererstattungsanspruches mit einer tatsächlichen Steuerschuld besteht. Die tatsächlichen Steuererstattungsansprüche und Steuerschulden für die laufende und frühere Perioden werden mit dem Betrag bemessen, in dessen Höhe eine Erstattung von der Steuerbehörde bzw. eine Zahlung an die Steuerbehörde erwartet wird. Der Berechnung des Betrags werden die Steuersätze und Steuergesetze zugrunde gelegt, die zum Bilanzstichtag gelten.

Gemäß IAS 12 "Ertragsteuern" sind auf noch nicht genutzte Verlustvorträge und Steuergutschriften aktive latente Steuern zu bilden. Aktive latente Steuern werden in dem Maße bilanziert, in dem es wahrscheinlich ist, dass ein zu versteuerndes Ergebnis verfügbar sein wird, gegen das die noch nicht genutzten Verlustvorträge und die temporären Differenzen verwendet werden können. Es erfolgt eine individuelle Betrachtung der einzelnen Konzerngesellschaften, ob es wahrscheinlich ist, dass in zukünftigen Jahren ein positives zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung steht. Der Teil der aktiven latenten Steuern, für den die Annahmen nicht zutreffen, wird wertgemindert.

7.5.4 Ergebnis je Aktie

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie ergibt sich aus der Division des den Gesellschaftern der Roth & Rau AG zustehenden Konzernüberschusses durch die gewichtete durchschnittliche Zahl der im Umlauf befindlichen Stammaktien.

7.5.5 Unternehmenszusammenschlüsse und Geschäfts- oder Firmenwert

Unternehmenszusammenschlüsse werden unter Anwendung der Erwerbsmethode gem. IFRS 3 bilanziert. Die Anschaffungskosten eines Unternehmenserwerbs bemessen sich gemäß den zum Tauschzeitpunkt beizulegenden Zeitwerten der hingegebenen Vermögenswerte, emittierten Eigenkapitalinstrumente und eingegangenen oder übernommenen Schulden. Im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworbene identifizierbare Vermögenswerte und übernommene Schulden und Eventualschulden werden zunächst mit den jeweiligen beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbszeitpunkt angesetzt. Geschäfts- oder Firmenwerte werden bei erstmaligem Ansatz zu Anschaffungskosten bewertet, die sich als positiver Unterschiedsbetrag zwischen den Anschaffungskosten des Unternehmenserwerbs und dem anteilig erworbenen Nettovermögen bemessen. Nach dem erstmaligen Ansatz wird der Geschäfts- oder Firmenwert zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungsaufwendungen bewertet. Zum Zweck des Wertminderungstests gem. IAS 36 wird der im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworbene Geschäfts- oder Firmenwert ab dem Erwerbszeitpunkt den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (Cash Generating Units ) des Konzerns zugeordnet, die von den Synergieeffekten aus dem Unternehmenszusammenschluss profitieren sollen. Eine zahlungsmittelgenerierende Einheit ist die kleinste identifizierbare Gruppe von Vermögenswerten, die Mittelzuflüsse erzeugen, die weitestgehend unabhängig von den Mittelzuflüssen anderer Vermögenswerte oder anderer Gruppen von Vermögenswerten sind.

Nach IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse" wird der Goodwill gemäß IAS 36 mindestens jährlich einer Werthaltigkeitsprüfung auf Betrachtungsebene der jeweiligen Cash Generating Unit unterzogen. Die Cash Generating Units für Zwecke des Goodwill-Impairment-Tests entsprechen regelmäßig den operativen Geschäftsbereichen beziehungsweise den rechtlichen Einheiten. Bei Eintritt besonderer Ereignisse (Triggering Events), die darauf hindeuten, dass der Buchwert einer Cash Generating Unit nicht mehr durch den erzielbaren Betrag gedeckt ist, ist auch unterjährig ein Impairment-Test durchzuführen.

Die Werthaltigkeitsprüfung des Goodwills erfolgt, indem der erzielbare Betrag einer Cash Generating Unit mit ihrem Buchwert einschließlich Goodwill verglichen wird. Der erzielbare Betrag ist der höhere der beiden Werte aus Fair Value abzüglich Veräußerungskosten der Cash Generating Unit und deren Nutzungswert. Zur Bestimmung des erzielbaren Betrages einer Cash Generating Unit wird zunächst der Fair Value (abzgl. Veräußerungskosten) mittels Discounted-Cash-Flow-Methode (DCF) ermittelt. Als Basis dient die in der Berichtsperiode vom Aufsichtsrat verabschiedete Drei-Jahres-Planung der Cash Generating Unit.

Falls der Buchwert den erzielbaren Betrag übersteigt, ist auf den dieser Cash Generating Unit zugeordneten Goodwill eine erfolgswirksame Wertminderung in Höhe des Differenzbetrages zu erfassen. Übersteigt der identifizierte Abwertungsbedarf den der Cash Generating Unit zugeordneten Goodwill, sind die verbleibenden Vermögenswerte der Einheit im Verhältnis ihrer Buchwerte abzuschreiben.

Die jährliche Werthaltigkeitsprüfung des Goodwills auf Ebene der Cash Generating Unit erfolgt in der Roth & Rau-Gruppe im vierten Quartal eines Geschäftsjahres. Abschreibungen, welche auf den Goodwill einer Cash Generating Unit vorgenommen werden, dürfen in späteren Perioden nicht rückgängig gemacht werden.

7.5.6 Wertminderung nicht monetärer Vermögenswerte

Vermögenswerte, die einer unbestimmten Nutzungsdauer unterliegen, wie beispielsweise der Goodwill, werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern jährlich auf eine Wertminderung hin geprüft. Vermögenswerte, die einer planmäßigen Abschreibung unterliegen, werden auf Wertminderung geprüft, wenn entsprechende Ereignisse bzw. Änderungen der Umstände anzeigen, dass der Buchwert gegebenenfalls nicht mehr erzielbar ist. Der Wertminderungsverlust wird in Höhe des den erzielbaren Betrag übersteigenden Buchwerts erfasst. Der erzielbare Betrag ist der höhere der beiden Beträge aus Fair Value des Vermögenswertes abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert. Die Vermögenswerte auf der niedrigsten Ebene werden für den Werthaltigkeitstest zusammengefasst, für die separate Cash Flows identifiziert werden können (Cash Generating Units). Für Vermögenswerte, mit Ausnahme des Geschäfts- oder Firmenwerts, wird zu jedem Bilanzstichtag eine Überprüfung vorgenommen, ob Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass ein zuvor erfasster Wertminderungsaufwand nicht mehr länger besteht oder sich verringert hat.

7.5.7 Immaterielle Vermögenswerte

Gemäß IAS 38 " Immaterielle Vermögenswerte" werden immaterielle Vermögenswerte über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben, es sei denn, ihre Nutzungsdauer wird als unbestimmt definiert. Immaterielle Vermögenswerte mit einer bestimmten Nutzungsdauer werden im Zeitpunkt des Zugangs zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bewertet und linear planmäßig über ihre Nutzungsdauer abgeschrieben. Sofern sich Ereignisse oder veränderte Umstände ergeben, die vermuten lassen, dass eine Wertminderung eingetreten sein könnte, werden immaterielle Vermögenswerte mit einer bestimmten Nutzungsdauer auf eine Wertminderung geprüft. Die Abschreibungsdauer und die Abschreibungsmethode werden bei immateriellen Vermögenswerten mit einer begrenzten Nutzungsdauer mindestens zum Ende eines jeden Geschäftsjahres überprüft. Die aufgrund von Änderungen der erwarteten Nutzungsdauer oder des erwarteten Verbrauchs des zukünftigen wirtschaftlichen Nutzens des Vermögenswerts erforderlichen Änderungen der Abschreibungsmethode oder der Abschreibungsdauer werden als Änderungen von Schätzungen behandelt. Grundsätzlich werden immaterielle Vermögenswerte mit einer begrenzten Nutzungsdauer, worunter insbesondere Software fällt, über eine Nutzungsdauer von 3 Jahren abgeschrieben.

Immaterielle Vermögenswerte, die im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworben werden, entsprechen ihrem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt. Sie werden in den Folgeperioden mit ihren Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und kumulierter Wertminderungsaufwendungen angesetzt.

Gewinne oder Verluste aus der Ausbuchung immaterieller Vermögenswerte werden als Differenz zwischen dem Nettoveräußerungserlös und dem Buchwert des Vermögenswerts ermittelt und in der Periode, in der der Vermögenswert ausgebucht wird, erfolgswirksam erfasst.

Kosten für selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte werden nicht aktiviert, sondern erfolgswirksam in der Periode erfasst, in der sie anfallen, mit Ausnahme der Entwicklungskosten.

Forschungs- und Entwicklungskosten

Nach IFRS müssen Aufwendungen für Forschung und Entwicklung in Forschungs- und Entwicklungsphasen aufgeteilt werden. Forschungskosten werden gem. IAS 38 erfolgswirksam in der Periode erfasst, in der sie anfallen. Entwicklungskosten eines einzelnen Projekts werden nur dann als immaterieller Vermögenswert aktiviert, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt werden:

  • die technische Realisierbarkeit der Fertigstellung des immateriellen Vermögenswerts ermöglicht eine interne Nutzung oder einen Verkauf des Vermögenswerts;
  • die Absicht, den immateriellen Vermögenswert fertigzustellen und ihn zu nutzen oder zu verkaufen;
  • die Erzielung eines künftigen wirtschaftlichen Nutzens aus dem Vermögenswert;
  • die Verfügbarkeit von Ressourcen für Zwecke der Fertigstellung des Vermögenswerts und
  • die Fähigkeit, die dem immateriellen Vermögenswert während seiner Entwicklung zuzurechnenden Ausgaben zuverlässig ermitteln zu können.

In der Roth & Rau-Gruppe betrifft dies eine Reihe von Entwicklungsprojekten, die zum Teil von verschiedenen Bundes- und Landesministerien sowie der Europäischen Union mit Zuschüssen gefördert werden, und Projekte mit privaten Kooperationspartnern, die sich in der Entwicklungs- oder bereits in der Pilotphase befinden. Zu den Entwicklungskosten zählen insbesondere Einzel- und Gemeinkostenanteile von Personal- und Sachkosten für eigene und fremde anwendungstechnische und ingenieurtechnische und sonstige Abteilungen, sofern von diesen entsprechende Dienste erbracht werden, sowie die Kosten für Versuchsanlagen und Technik, die für diesen Bereich der Forschung und Entwicklung genutzt werden.

Zuschüsse der öffentlichen Hand werden grundsätzlich als Abzug von den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bilanziert. Die Entwicklungskosten werden nach ihrem erstmaligen Ansatz unter Anwendung des Anschaffungskostenmodells, d. h. zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen (geschätzte Nutzungsdauer von drei Jahren) und kumulierter Wertminderungsaufwendungen, bilanziert. Die Abschreibung beginnt mit dem Abschluss der Entwicklungsphase und ab dem Zeitpunkt, ab dem der Vermögenswert genutzt werden kann. Die Abschreibung erfolgt über den Zeitraum, über den künftiger Nutzen zu erwarten ist. Während der Entwicklungsphase wird jährlich ein Werthaltigkeitstest durchgeführt. Sobald der Buchwert eines Vermögenswerts seinen erzielbaren Betrag übersteigt, wird eine Wertminderung ergebniswirksam erfasst.

Lizenzen

Erworbene Lizenzen für die Nutzung geistigen Eigentums werden planmäßig entsprechend der Laufzeit des Kooperations- und Lizenzvertrages abgeschrieben. Sofern sich darüber hinaus ein Wertminderungsbedarf ergibt, werden außerplanmäßige Abwertungen vorgenommen.

7.5.8 Sachanlagen

Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter planmäßiger Abschreibungen und/oder kumulierter Wertminderungsaufwendungen angesetzt. Wartungs- und Instandhaltungskosten werden sofort erfolgswirksam erfasst. Der Barwert der erwarteten Kosten für die Entsorgung des Vermögenswertes nach dessen Nutzung ist in den Anschaffungs- oder Herstellungskosten des entsprechenden Vermögenswertes enthalten, wenn die Ansatzkriterien für eine Rückstellung erfüllt sind.

Den planmäßigen linearen Abschreibungen liegen folgende Nutzungsdauern der Vermögenswerte zugrunde:

  • Gebäude: 25 bis 30 Jahre
  • Technische Anlagen und Maschinen: 3 bis 15 Jahre
  • Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung: 3 bis 20 Jahre

Eine Sachanlage wird ausgebucht, wenn aus der weiteren Nutzung oder Veräußerung des Vermögenswerts kein wirtschaftlicher Nutzen mehr erwartet wird. Die aus der Ausbuchung des Vermögenswerts resultierenden Gewinne oder Verluste werden als Differenz zwischen dem Nettoveräußerungserlös und dem Buchwert des Vermögenswerts ermittelt und in der Periode, in der der Vermögenswert ausgebucht wird, erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die Restwerte, Nutzungsdauern und Abschreibungsmethoden der Vermögenswerte werden am Ende eines jeden Geschäftsjahres überprüft und bei Bedarf prospektiv angepasst. Im Geschäftsjahr 2013 erfolgte eine Änderung der den planmäßigen Abschreibungen zugrunde liegenden Nutzungsdauern bei Gebäuden (IAS 8.32).

7.5.9 Zuwendungen der öffentlichen Hand

Die im Zusammenhang mit Investitionen in das Anlagevermögen erhaltenen Zuwendungen der öffentlichen Hand mindern entsprechend IAS 20.24 die Anschaffungs- und Herstellungskosten der entsprechenden Vermögenswerte.

Zuwendungen der öffentlichen Hand werden erfasst, wenn hinreichende Sicherheit dafür besteht, dass die Zuwendungen gewährt werden und das Unternehmen die notwendigen Bedingungen für den Erhalt der Zuwendung erfüllt.

Aufwandsbezogene Zuwendungen werden planmäßig als Ertrag über den Zeitraum erfasst, der erforderlich ist, um sie mit den entsprechenden Aufwendungen, die sie kompensieren sollen, zu verrechnen.

7.5.10 Leasingverhältnisse

Die Feststellung, ob eine Vereinbarung ein Leasingverhältnis enthält, wird auf Basis des wirtschaftlichen Gehalts der Vereinbarung zum Zeitpunkt des Abschlusses der Vereinbarung getroffen und erfordert eine Einschätzung, ob die Erfüllung der vertraglichen Vereinbarung von der Nutzung eines bestimmten Vermögenswerts oder bestimmter Vermögenswerte abhängig ist und ob die Vereinbarung ein Recht auf die Nutzung des Vermögenswertes einräumt. Leasingverträge, bei denen ein Finanzierungsleasing unterstellt wird, liegen nicht vor.

Leasingverhältnisse, bei denen ein wesentlicher Anteil der Risiken und Chancen, die mit dem Eigentum am Leasingobjekt verbunden sind, beim Leasinggeber verbleibt, werden als Operating-Leasingverhältnisse klassifiziert. Im Zusammenhang mit einem Operating-Leasingverhältnis geleistete Zahlungen (netto nach Berücksichtigung von Anreizzahlungen, die vom Leasinggeber geleistet wurden) werden linear über die Dauer des Leasingverhältnisses in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

7.5.11 Vorräte

Unter den Vorräten sind die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie unfertige und fertige Erzeugnisse ausgewiesen. Darüber hinaus werden innerhalb dieser Position sowohl die erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen als auch die geleisteten Anzahlungen ausgewiesen.

Vorräte werden zum niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert angesetzt. Der Nettoveräußerungswert ergibt sich aus dem erwarteten Verkaufserlös abzüglich noch anfallender Kosten sowie der Vertriebs- und Fertigstellungskosten. Die Ermittlung der Anschaffungskosten erfolgt nach der Durchschnittsmethode und sie beinhalten die Kosten des Erwerbs sowie diejenigen Kosten, die angefallen sind, um die Vorräte an ihren derzeitigen Ort und in ihren derzeitigen Zustand zu versetzen. Bei Bestandsrisiken, die sich aus der Lagerdauer sowie geminderter Verwertbarkeit ergeben, werden in der Folge die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe mit dem niedrigeren Wert aus den durchschnittlichen Anschaffungskosten (Durchschnittsmethode) und dem Nettoveräußerungswert bewertet.

Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt. Im Einzelnen enthalten die Herstellungskosten neben den direkt zurechenbaren Kosten auch die produktionsbezogenen Material- und Fertigungsgemeinkosten einschließlich fertigungsbedingter Abschreibungen und angemessener Teile der notwendigen Gemeinkosten bei Normalauslastung. Fremdkapitalkosten werden in Anlehnung an IAS 23.11 in der Regel nicht als Teil der Anschaffungsoder Herstellungskosten aktiviert. Bei selbst erstellten unfertigen und fertigen Erzeugnissen beinhalten die Herstellungskosten die produktionsbezogenen Gemeinkosten basierend auf einer Normalauslastung.

Geleistete kurzfristige Anzahlungen auf Gegenstände des Vorratsvermögens werden mit ihrem Nominalwert aktiviert.

7.5.12 Fertigungsaufträge

Die Bilanzierung von künftigen Forderungen aus Fertigungsaufträgen wird nach der Percentage-of-Completion-Methode (POC) gemäß IAS 11 vorgenommen, soweit ein kundenspezifischer Fertigungsauftrag vorliegt. Dabei wird eine anteilige Gewinnrealisierung entsprechend dem Fertigstellungsgrad vorgenommen, wenn eine Ermittlung des Fertigstellungsgrades, der Gesamtkosten und der Gesamterlöse der jeweiligen Aufträge im Sinne von IAS 11 zuverlässig möglich ist. Der Fertigstellungsgrad der einzelnen Aufträge wird nach dem Cost-to-Cost-Verfahren ermittelt. Eine Teilgewinnrealisierung wird von Fertigungsbeginn an durchgeführt. Wenn das Ergebnis noch nicht zuverlässig geschätzt werden kann, werden die Umsatzerlöse nur in der Höhe der angefallenen Auftragskosten realisiert, die wahrscheinlich einbringbar sind.

Die Auftragskosten umfassen dem Auftrag direkt zurechenbare Kosten und Teile der Gemeinkosten.

Von den so ermittelten anteiligen Auftragserlösen werden die für den einzelnen Auftrag erhaltenen Anzahlungen abgesetzt. Entsprechend dem sich hieraus ergebenden Saldo werden entweder Forderungen oder Verbindlichkeiten aus Auftragsfertigung ausgewiesen.

7.5.13 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen

Forderungen werden beim erstmaligen Ansatz zum Fair Value bewertet und anschließend zu fortgeführten Anschaffungskosten abzüglich sich ergebender Wertminderungen.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beinhalten alle Ansprüche aus dem Verkauf von Waren und der Erbringung von Dienstleistungen. Im Wesentlichen werden Einzelwertberichtigungen aufgrund spezifischer Schuldnerrisiken sowie weiterer Risiken vorgenommen.

Forderungen in fremder Währung werden entsprechend IAS 21.21 zum Stichtagskurs der Transaktion umgerechnet, später gemäß IAS 21.23 zum Kurs am Bilanzstichtag bewertet.

Die sonstigen Forderungen beinhalten alle Forderungen, welche nicht aus Lieferungen und Leistungen resultieren. Insbesondere entfallen diese auf Forschungs- und Entwicklungszuschüsse.

7.5.14 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Der Bilanzposten umfasst den Kassenbestand, Bankguthaben sowie kurzfristige Einlagen mit einer ursprünglichen Laufzeit von weniger als drei Monaten. Flüssige Mittel sind zum Nennwert angesetzt. Die Entwicklung der Zahlungsmittel, die den Finanzmittelfonds gemäß IAS 7 bilden, ist in der Kapitalflussrechnung dargestellt.

7.5.15 Eigenkapital

Das Eigenkapital umfasst das Gezeichnete Kapital, die Kapitalrücklage, die Gewinnrücklage, die anderen Rücklagen sowie das Konzernbilanzergebnis.

Stammaktien werden als Grundkapital klassifiziert. Zusätzliche Kosten, die der Ausgabe von Stammaktien direkt zugeordnet werden können, werden nach Abzug der Steuereffekte vom Eigenkapital abgesetzt.

7.5.16 Anteilsbasierte Vergütung

Auf Basis des vom Verwaltungsrat der Meyer Burger Technology AG erlassenen Mitarbeiterbeteiligungsplans werden ausgewählten Mitarbeitern des Managements sowie Mitarbeitern der Gesellschaft und ihrer Gruppengesellschaften börsennotierte Aktien der Meyer Burger Technology AG zugeteilt. Die Gewährung der zugeteilten Aktien erfolgt als Bestandteil der variablen Vergütung. Die Ausgabe von Aktien erfolgte sowohl im Vorjahr als auch im aktuellen Berichtsjahr.

Zum Zeitpunkt der Fälligkeit erfolgt die Erfüllung der anteilsbasierten Vergütung durch Barausgleich (cash-settled).

Die Verpflichtung des Roth & Rau Konzerns aus dem Mitarbeiterbeteiligungsplan ist mit dem Fair Value bewertet. Der Fair Value ergibt sich aus dem Aktienkurs abzüglich Bezugspreis x Anzahl der Aktien. Bezugspreis ist der Mitarbeiter-Bezugspreis (0,05 CHF/ 0,04 €). Der Schlusskurs der Aktie am Ausgabedatum für den Aktienplan 2012 betrug 11,42 € und für den Aktienplan 2013 8,66€. Das Aktienprogramm läuft für den Plan 2012 über 24 Monate und für den Plan 2013 über 18 Monate (vesting period). Da die Ansprüche erst erdient werden müssen, ist der Personalaufwand ratierlich über den Erdingungszeitraum zu erfassen.

Für den bereits im Zuteilungszeitpunkt in Form eines steuerfreien Nettolohneinbehalts durch die Mitarbeiter geleisteten Erwerbspreises (0,05 CHF/ 0,04 €) wurde eine sonstige Verbindlichkeit passiviert.

7.5.17 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind Zahlungsverpflichtungen für Güter und Leistungen, die im gewöhnlichen Geschäftsverkehr erworben wurden. Die Verbindlichkeiten werden als kurzfristige Schulden klassifiziert, wenn die Zahlungsverpflichtung innerhalb von einem Jahr oder weniger als einem Jahr fällig ist. Andernfalls werden sie als langfristige Schulden klassifiziert.

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen werden bei ihrem erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten.

Die sonstigen Verbindlichkeiten umfassen insbesondere Leistungen gegenüber Mitarbeitern (z.B. Urlaubs- und Überstundenguthaben, Erfolgsbeteiligungen, Boni usw.) und ausstehende Eingangsrechnungen. Die Bewertung der Sonstigen Verbindlichkeiten erfolgt zu Anschaffungskosten und die Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten.

7.5.18 Rückstellungen

Pensionen und andere Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses

Der Konzern unterhält leistungsorientierte Altersversorgungssysteme (Defined Benefit Obligations), welche sich im Wesentlichen auf Versorgungssysteme in Deutschland beziehen. Die Bewertung der leistungsorientierten Pensionspläne erfolgt entsprechend IAS 19 revised 2011 "Leistungen an Arbeitnehmer" nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method), wonach zum Bilanzstichtag versicherungsmathematische Gutachten als Grundlage für die zu bildenden langfristigen Rückstellungen dienen. Diese Methode geht davon aus, dass in jedem Dienstjahr ein zusätzlicher Teil des endgültigen Leistungsanspruchs erdient wird und bewertet jeden dieser Leistungsbausteine separat, um so eine endgültige Verpflichtung aufzubauen.

Hierbei werden sowohl am Stichtag bekannte Renten und erworbene Anwartschaften als auch die künftig zu erwartenden Steigerungen der Gehälter und Renten berücksichtigt. Die Finanzierung erfolgt auf Basis von Versicherungen durch die Unterstützungskasse bzw. auf Basis von überwiegend am aktiven Markt gehandelten Vermögenswerten durch die Deutsche Pensionsfonds AG und setzt sich zu 23 % aus Eigenkapitalinstrumenten, zu 73 % aus Spezialfonds sowie zu 1% aus liquiden Mitteln zusammen.

Der Abzinsungsfaktor orientiert sich nach den IFRS am Kapitalmarktzins. Der unterstellte Abzinsungsfaktor spiegelt die Zinssätze wider, die am Bilanzstichtag für hochqualitative festverzinsliche Wertpapiere mit entsprechender Laufzeit gezahlt werden.

Zur Rechnungszinsableitung wird das vom Gutachterbüro Mercer entwickelte Ersatzzinsverfahren (Mercer Pension Discount Yield Curve) verwendet. Der wie im Vorjahr verwendete Rechnungszins von 3,8% wurde mit der Mercer Pensions Discount Yield Curve auf Grundlage von Daten aus Bloomberg bestimmt.

Im Übrigen wurden der Berechnung die biometrischen Wahrscheinlichkeitswerte der Richttafeln 2005 G von Prof. Klaus Heubeck zugrunde gelegt. Bestehende Überdeckungen eines Pensionsplans werden nicht mit Unterdeckungen eines anderen Pensionsplans verrechnet. Zum 31. Dezember 2013 existiert nur eine Rückstellung, die unter den langfristigen Rückstellungen ausgewiesen wird.

In der Gewinn- und Verlustrechnung werden der laufende Dienstzeitaufwand in den Aufwendungen für Altersversorgung und der Zinsaufwand/Zinsertrag im Finanzergebnis ausgewiesen.

Dagegen werden im Eigenkapital/ other comprehensive income die Effekte aus der Neubewertung des Planvermögens, die versicherungsmathematischen Gewinne / Verluste und die Effekte aus der Begrenzung eines Nettovermögenswerts (asset ceiling) ausgewiesen.

Sonstige Rückstellungen

Eine Rückstellung wird dann angesetzt, wenn der Konzern eine gegenwärtige (rechtlich oder faktisch) Verpflichtung hat, welche aus vergangenen Ereignissen resultiert, deren Erfüllung wahrscheinlich zu

einem zukünftigen Ressourcenabfluss führen wird und eine verlässliche Schätzung der Höhe der Verpflichtung möglich ist. Der Ansatz der Rückstellung erfolgt mit dem voraussichtlichen Erfüllungsbetrag. Sofern der Konzern für eine passivierte Rückstellung zumindest teilweise eine Rückerstattung erwartet (wie z. B. bei einem Versicherungsvertrag), wird die Erstattung als gesonderter Vermögenswert erfasst, sofern der Zufluss der Erstattung so gut wie sicher ist.

Der Aufwand aus der Bildung der Rückstellung wird in der Gewinn- und Verlustrechnung abzüglich der Erstattung ausgewiesen. Ist der aus einer Diskontierung resultierende Zinseffekt wesentlich, werden Rückstellungen mit einem Zinssatz vor Steuern abgezinst, der für die Schuld spezifische Risiken widerspiegelt. Im Falle einer Abzinsung wird die durch Zeitablauf bedingte Erhöhung der Rückstellungen als Finanzaufwendungen erfasst.

7.5.19 Derivative Finanzinstrumente

Der Konzern verwendet derivative Finanzinstrumente, wie beispielsweise Devisenterminkontrakte und Zinsswaps, um sich gegen Zins- und Wechselkursrisiken abzusichern. Diese derivativen Finanzinstrumente werden zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses zum beizulegenden Zeitwert angesetzt und in den Folgeperioden mit dem beizulegenden Zeitwert neu bewertet. Derivative Finanzinstrumente werden als finanzielle Vermögenswerte angesetzt, wenn ihr beizulegender Zeitwert positiv ist, und als finanzielle Verbindlichkeiten, wenn ihr beizulegender Zeitwert negativ ist. Gewinne oder Verluste aus Änderungen des beizulegenden Zeitwerts von derivativen Finanz-instrumenten während des Geschäftsjahres werden erfolgswirksam erfasst. Der beizulegende Zeitwert eines Devisenterminkontrakts ist der Unterschiedsbetrag zwischen dem Devisenterminkurs und dem vertraglich festgelegten Kurs. Der Devisenterminkurs wird unter Bezugnahme auf die aktuellen Devisenterminkurse für Kontrakte mit ähnlichen Fälligkeitsstrukturen ermittelt. Der beizulegende Zeitwert von Zinsswapkontrakten wird mit Bewertungsmodellen bestimmt. In diese fließen ausschließlich beobachtete Marktdaten ein.

Non Hedge-Derivate: Im Rahmen der Zins- bzw. Wertsicherung werden Zinsänderungsrisiken durch Zinsderivate in Form von Zinsswaps begrenzt. Zur Absicherung des bestehenden Zinsänderungsrisikos im Zusammenhang mit variabel verzinslichen Darlehen wurden Zinssatzswaps abgeschlossen, die im Berichtsjahr ausliefen. Die Roth & Rau-Gruppe bilanziert diese Derivate, da die Kriterien des IAS 39 hinsichtlich der Abbildung von Sicherungsbeziehungen nicht erfüllt sind, nicht als Cash Flow-Hedge gemäß IAS 39.

Marktwertänderungen werden erfolgswirksam im Finanzergebnis ausgewiesen.

7.5.20 Nicht derivative Finanzinstrumente

Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte sind nicht derivative finanzielle Vermögenswerte, die entweder dieser Kategorie zugeordnet oder keiner der anderen dargestellten Kategorien zugeordnet wurden. Sie sind den langfristigen Vermögenswerten zugeordnet, sofern das Management nicht die Absicht hat, sie innerhalb von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag zu veräußern.

Reguläre Käufe und Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten werden zum Handelstag angesetzt, dem Tag, an dem sich der Konzern zum Kauf beziehungsweise Verkauf des Vermögenswerts verpflichtet. Finanzielle Vermögenswerte, die nicht der Kategorie "Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet" angehören, werden anfänglich zu ihrem beizulegenden Zeitwert zuzüglich Transaktionskosten angesetzt. Finanzielle Vermögenswerte, die dieser Kategorie angehören, werden anfänglich zu ihrem beizulegenden Zeitwert angesetzt; zugehörige Transaktions-kosten werden erfolgswirksam erfasst. Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn die Rechte auf Zahlungen aus den finanziellen Vermögenswerten erloschen sind oder übertragen wurden und der Konzern im Wesentlichen alle Risiken und Chancen, die mit dem Eigentum verbunden sind, übertragen hat. Liegen objektive Hinweise für eine Wertminderung vor, wird diese im Finanzergebnis erfasst. Zur Einschätzung einer möglichen Wertminderung bezieht der Roth & Rau-Konzern alle verfügbaren Informationen, wie Marktbedingungen, Dauer und Ausmaß des Wertrückgangs, ein. Insofern der Wert seit mehr als zwölf Monaten durchschnittlich mindestens 20 % unterhalb der Anschaffungskosten notiert, ist dies ein objektiver Hinweis auf eine Wertminderung.

Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte und Vermögenswerte der Kategorie "Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert" werden nach ihrem erstmaligen Ansatz zu ihren beizulegenden Zeitwerten bewertet.

Ausleihungen und Forderungen sind nicht derivative Vermögenswerte mit festen oder bestimmbaren Zahlungen, die nicht auf einem aktiven Markt notiert sind. Nach dem erstmaligen Ansatz werden Ausleihungen und Forderungen zu fortgeführten Anschaffungskosten gegebenenfalls unter Berücksichtigung von Wertberichtigung und Abzinsungen (Effektivzinsmethode) bewertet. Ausleihungen und Forderungen werden wertberichtigt, wenn objektive Hinweise vorliegen, dass der Betrag nicht vollständig einbringbar ist. Die Wertberichtigung erfolgt im Wesentlichen mittels Wertberichtigungskonten. Werden Ausleihungen und Forderungen mit hoher Wahrscheinlichkeit als uneinbringlich eingestuft, so werden diese ausgebucht.

Werden Wertpapiere, die als zur Veräußerung verfügbar klassifiziert werden, verkauft bzw. unterliegen sie einer dauerhaften oder wesentlichen Wertminderung, so sind die zuvor im Eigenkapital erfassten kumulierten Wertänderungen des beizulegenden Zeitwerts erfolgswirksam in der Gewinnund Verlustrechnung zu erfassen. Zinserträge aus der Anwendung der Effektivzinsmethode bei Wertpapieren der Kategorie "Zur Veräußerung verfügbar" werden in der Gewinn- und Verlustrechnung unter "Finanzierungserträgen" ausgewiesen.

Die beizulegenden Zeitwerte notierter Anteile bemessen sich nach dem aktuellen Angebotspreis. Wenn für finanzielle Vermögenswerte kein aktiver Markt besteht oder es sich um nicht notierte Vermögenswerte handelt, werden die beizulegenden Zeitwerte mittels geeigneter Bewertungsmethoden ermittelt. Diese umfassen Bezugnahmen auf kürzlich stattgefundene Transaktionen zwischen unabhängigen Geschäftspartnern, die Verwendung aktueller Marktpreise anderer Vermögenswerte, die im Wesentlichen dem betrachteten Vermögenswert ähnlich sind, Discounted-Cash-Flow-Verfahren (DCF) sowie Optionspreismodelle, welche so weit wie möglich Marktdaten und so wenig wie möglich unternehmensspezifische Daten zugrunde legen.

Zu jedem Bilanzstichtag wird überprüft, ob objektive Anhaltspunkte für eine Wertminderung eines finanziellen Vermögenswerts beziehungsweise einer Gruppe finanzieller Vermögenswerte vorliegen.

7.5.21 Finanzielle Schulden

Nach dem erstmaligen Ansatz werden finanzielle Schulden mit den fortgeführten Anschaffungskosten (Rückzahlungsbetrag) bewertet. Finanzielle Schulden mit einer Laufzeit von mehr als zwölf Monaten werden als langfristige finanzielle Schulden ausgewiesen.

8 Wesentliche Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind zu einem gewissen Grad Annahmen zu treffen und Schätzungen vorzunehmen, die sich auf Höhe und Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, der Erträge und Aufwendungen ausgewirkt haben. Sämtliche Schätzungen und Beurteilungen werden fortlaufend überprüft und basieren auf Erfahrungen der Vergangenheit und weiteren Erkenntnissen über zu bilanzierende Geschäftsvorfälle, einschließlich Erwartungen hinsichtlich zukünftiger Ereignisse, die unter den gegebenen Umständen vernünftig erscheinen. Den Annahmen und Schätzungen liegen Prämissen zugrunde, die auf dem jeweils aktuell verfügbaren Kenntnisstand basieren. Insbesondere wurden bezüglich der erwarteten künftigen Geschäftsentwicklung die zum Zeitpunkt der Aufstellung des Jahresabschlusses vorliegenden Umstände ebenso wie die als realistisch unterstellte zukünftige Entwicklung des branchenbezogenen Umfelds zugrunde gelegt. Durch von den Annahmen abweichende und außerhalb des Einflussbereichs des Managements liegende Entwicklungen dieser Rahmenbedingungen können die sich einstellenden Beträge von den ursprünglich erwarteten Schätzwerten abweichen. Wenn die tatsächliche Entwicklung von der erwarteten abweicht, werden die Prämissen und, falls erforderlich, die Buchwerte der betreffenden Vermögenswerte und Schulden entsprechend in der Periode der Änderung angepasst, sofern die Änderungen ausschließlich die Periode beeinflussen. Betreffen Änderungen die aktuelle Berichtsperiode als auch zukünftige Perioden, werden diese in der laufenden und in späteren Perioden berücksichtigt.

Die Annahmen und Schätzungen sind insbesondere erforderlich bei der Bewertung von Sachanlagen, immateriellen Vermögenswerten, namentlich in Zusammenhang mit Kaufpreisallokationen, Forschungs- und Entwicklungskosten sowie Goodwill, dem Ansatz und der Bewertung von Rückstellungen, dem Ansatz und der Bewertung latenter Steuern, der Bilanzierung von Pensionen und Stock Options, der Einbringbarkeit von Forderungen sowie bei der Durchführung von Werthaltigkeitsprüfungen in Übereinstimmung mit IAS 36.

Die Schätzungen und Annahmen, die ein signifikantes Risiko in Form einer wesentlichen Anpassung der Buchwerte von Vermögenswerten und Schulden innerhalb des nächsten Geschäftsjahrs mit sich bringen, werden im Folgenden erörtert.

8.1 Geschätzte Wertminderung des Goodwills

Bei der Prüfung der Werthaltigkeit der Goodwills ergaben sich im Geschäftsjahr 2013 wesentliche Auswirkungen mit einer Wertminderung in Höhe von 2.869 T€ (Vorjahr: keine Wertminderung). Die Wertberichtigung erfolgte in der CGU AIS Automation Dresden GmbH (AIS), welche dem Segment Specialised Technologies zugeordnet ist. Grund dafür sind die Reduzierung der mittelfristigen Geschäftsaussichten und die darauf basierende Anpassung der 3- Jahresplanung. Die AIS ist in verschiedenen Geschäftsfeldern tätig, welche sich unterschiedlich entwickeln. Dies sind neben der Photovoltaik vor allem die Halbleiterindustrie, der Bereich Automotive sowie die Bahntechnik. Trotz der positiven Signale zur Erholung der Solarindustrie, geht die AIS hier von einer verhaltenen Entwicklung der Nachfrage nach Softwareprodukten aus. Daher wurde die Planung gegenüber dem Vorjahr konservativer vorgenommen. Eine Veränderung der Abzinsungssätze, der Wachstumsrate sowie der geplanten Umsätze würde im Berichtsjahr zu weiteren Auswirkungen auf die Werthaltigkeit des Goodwills führen. Die Erhöhung des Abzinsungssatzes um 10 % ergäbe einen weiteren Wertberichtigungsbedarf von 1.445 T€, die Verminderung des Abzinsungssatzes um 10 % würde zu einer um 1.835 T€ geringeren Wertberichtigung führen. Falls die Wachstumsrate um 0,5 % geringer wäre, würde sich eine um 350 T€ höhere Wertminderung ergeben. Sollte die Wachstumsrate um 0,5 % höher sein, so würde der Goodwill um 378 T€ weniger wertberichtigt werden. Die Abweichung des Umsatzwachstums um 10 % nach unten ergäbe eine um 428 T€ erhöhte Wertberichtigung, ein um 10 % höheres Umsatzwachstum würde hingegen zu einer Verminderung der Wertberichtigung um 428 T€ führen.

8.2 Forderungen aus Auftragsfertigung

Insbesondere wird die Bilanzierung von künftigen Forderungen aus Fertigungsaufträgen nach der Percentage-of-Completion-Methode (POC) gemäß IAS 11 vorgenommen. Der Fertigstellungsgrad der einzelnen Aufträge wird nach dem Cost-to-Cost-Verfahren ermittelt. Aufgrund der langjährigen Erfahrung und der ständigen Verbesserung der Vorkalkulation kann das Ergebnis der Fertigungsaufträge verlässlich geschätzt werden. Sollte sich im Ausnahmefall das Ergebnis eines Fertigungsauftrages nicht verlässlich schätzen lassen, so werden die Auftragserlöse in Höhe der angefallenen Auftragskosten erfasst (Zero-Profit-Margin-Methode). Nähere Erläuterungen sind dem Kapitel 10.2.2 zu entnehmen.

Wäre die erwartete Einschätzung des Fertigstellungsgrades um 10 % höher gewesen, wären die Forderungen um 1.510 T€ ( Vorjahr: 2.658 T€) höher, die Verbindlichkeiten um 1.227 T€ (Vorjahr: 466 T€) niedriger und somit der Umsatz um 283 T€ (Vorjahr 2.192 T€) höher bzw. bei einen um 10 % niedrigerem Fertigstellungsgrad wären die Forderungen um 3.935 T€ (Vorjahr: 3.342 T€) niedriger, die Verbindlichkeiten um 3.181 T€ (Vorjahr: 458 T€) höher und damit Umsatzerlöse um 754 T€ (Vorjahr: 2.884 T€) niedriger.

8.3 Laufende Steuern/ latente Steuern

Für jedes Besteuerungssubjekt ist die zu erwartende tatsächliche Ertragsteuer gemäß den steuerrechtlichen Bestimmungen der Länder, in denen die Roth & Rau-Gruppe tätig ist, zu berechnen.

Latente Steuern werden auf unterschiedliche Wertansätze der Vermögenswerte und Schulden in der Konzernbilanz und den Steuerbilanzen der Einzelgesellschaften gebildet, soweit diese unterschiedlichen Wertansätzen künftig zu einem höheren oder niedrigeren zu versteuernden Einkommen führen, als dies unter Maßgabe der Konzernbilanz der Fall wäre (temporäre Bewertungsdifferenzen).

Die aktiven latenten Steuern umfassen auch Steuerminderungsansprüche, die sich aus der erwarteten künftigen Nutzung bestehender steuerlicher Verlustvorträge ergeben und deren Realisierung mit ausreichender Sicherheit gewährleistet ist. Die latenten Steuern wurden auf Basis der Steuersätze ermittelt, die in den einzelnen Ländern zum Realisationszeitpunkt gelten bzw. erwartet werden.

Für die Berechnung der inländischen latenten Steuern auf unterschiedliche Wertansätze der Vermögenswerte und Schulden wurde der jeweils für die inländische Roth & Rau – Gesellschaft gültige Steuersatz herangezogen. Für die Roth & Rau AG beträgt der Steuersatz unverändert 29,2 %.

Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt anhand eines Körperschaftsteuersatzes von 15%. Weiterhin wurden ein Solidaritätszuschlag von 5,5% auf die Körperschaftsteuer sowie ein Gewerbesteuerhebesatz von 380% zu Grunde gelegt. Die in den Niederlanden ansässige Gesellschaft unterliegt seit dem 1. Januar 2011 einem Ertragssteuersatz von 25%.

Die Berechnung der aktivierten latenten Steuern auf Verlustvorträge für die Unternehmen der Roth & Rau Gruppe erfolgte unter Berücksichtigung der jeweils national gültigen Steuersätze. Die Ermittlung des latenten Steueranspruchs beruht auf einer Mittelfristplanung für die jeweilige steuerliche Einheit.

Im Geschäftsjahr ergab die Überprüfung der Werthaltigkeit der aktiven latenten Steuern aus Verlustvorträgen einen Wertminderungsbedarf von 860 T€, da sich aus der zukünftigen Mehrjahresplanung kein ausreichendes zu versteuerndes Einkommen ergeben hat.

9 Segmentberichterstattung

Die Segmentberichterstattung der Roth & Rau-Gruppe ist gemäß IFRS 8 nach der internen Berichtsstruktur ausgerichtet. Dies erfolgt ausschließlich nach Geschäftssegmenten. Die Geschäftsbereiche werden entsprechend der Art der Produkte und Dienstleistungen unabhängig voneinander organisiert und geführt. Jedes Segment stellt dabei einen strategischen Geschäftsbereich dar, dessen Produktpalette und Märkte sich von denen anderer Segmente unterscheiden. Den Segmentinformationen liegen grundsätzlich dieselben Ausweis- und Bewertungsmethoden wie denen des Jahresabschlusses zugrunde.

Über die Geschäftssegmente wird in Anlehnung an das Managementreporting in einer Art und Weise berichtet, die mit der internen Berichterstattung an den Hauptentscheidungsträger übereinstimmt. Als Hauptentscheidungsträger wurde der Vorstand identifiziert.

Die Rechnungslegungsgrundsätze für die Segmente sind die gleichen, wie sie für den Konzern in den Grundsätzen der Rechnungslegung beschrieben sind. Das Maß für die Ertragskraft der einzelnen Segmente des Konzerns ist das "EBITDA", wie es in der Gewinn- und Verlustrechnung dargestellt wird.

Die Umsätze zwischen den Segmenten werden zu marktüblichen Verrechnungspreisen vorgenommen.

Der Geschäftsbereich Photovoltaik umfasst die Produkte, Technologien und Dienstleistungen für die Photovoltaikindustrie. Das Produktportfolio umfasst insbesondere die In-Line-Produktionsanlagen SiNA und MAiA sowie die HELiA-Anlagen (PECVD, PVD) zur Herstellung von Hocheffizienzzellen. Diese Anlagen stellen Schlüsselprodukte der Roth & Rau AG dar. Ergänzt wird die Produktpalette durch Anlagen für thermische Prozesse, wie zum Beispiel den Feuerofen CAMiNI und den Diffusionsofen CALiPSO. Desweiteren werden Anlagen des Typs SQI zur Behebung von sog. PID-Effekten (schleichender Leistungsverlust von Photovoltaik-Modulen) angeboten, deren Einsatz sich positiv auf die Effizienz der Solarzelle auswirkt. Abgerundet wird das Angebot im Photovoltaik-Bereich durch Systemlösungen, also die Fertigung von Produktionslinien für die Herstellung kristalliner Silizium-Solarzellen und die korrespondierenden Dienstleistungen bestehend aus Equipment- und Servicepaketen.

Zu den wichtigsten Produkten im Segment Specialised Technologies zählen die Anlagenserie IonScan für das Schichtdickentrimming dünner Schichten in der Halbleiterindustrie und die Korrektur von Polierfehlern in der Präzisionsoptik sowie Anlagen der Serie AK für die großflächige Beschichtung von Oberflächen für die Halbleiter- und die Optische Industrie. Hervorgegangen aus der Kernkompetenz im Bereich Photovoltaik bietet Roth & Rau außerdem Beschichtungsanlagen für die Bereiche Batterie, OLED sowie Printed Electronics an. Zusätzlich umfasst das Portfolio Mikrowellensysteme für die industrielle Erwärmung sowie Plasmasysteme- und komponenten, Softwareprodukte im Bereich Anlagensteuerung und Produktionsüberwachung sowie Wartungs-, Service- und Installationsdienstleistungen in verschiedenen Branchen.

9.1 Segmentberichterstattung nach Geschäftsfeldern

01.01.-31.12.2013
in T€
Photovoltaik Specialised
Technologies
Summe Konsoli
dierung
Ergebnis Konzern
nach Konsol.
Umsatzerlöse extern 17.245 59.713 76.958 0 76.958
Umsatzerlöse intern 1.838 3.388 5.226 -5.226 0
Umsatzerlöse gesamt 19.083 63.101 82.184 -5.226 76.958
EBITDA -29.731 -2.876 -32.607 -1.567 -34.174
01.01.-31.12.2012*
in T€
Photovoltaik Specialised
Technologies
Summe Konsoli
dierung
Ergebnis Konzern
nach Konsol.
Umsatzerlöse extern 92.621 61.437 154.058 0 154.058
Umsatzerlöse intern 7.165 8.616 15.781 -15.781 0
Umsatzerlöse gesamt 99.786 70.053 169.839 -15.781 154.058
EBITDA -13.986 -3.282 -17.268 91 -17.177

*Vorjahreswerte angepasst

Die Überleitung zum Konzernergebnis stellt sich wie folgt dar:

in T€ 31.12.2013 31.12.2012
*
Operatives Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) -34.174 -17.177
Abschreibungen
Operatives Ergebnis (EBIT)
-19.066
-53.240
-22.396
-39.573
Finanzierungserträge 309 912
Finanzierungsaufwendungen -2.235 -1.533
Ertragssteuern 725 -234
Ergebnis nach Ertragssteuern -54.441 -40.428
*
Vorjahreswerte angepasst

Im Geschäftsjahr 2013 wurden mit keinem einzelnen Kunden Umsatzerlöse erzielt, welche 10 % oder mehr vom Gesamtumsatz der Roth & Rau-Gruppe betragen.

9.2 Segmentberichterstattung nach Regionen

Dieses Berichtsformat orientiert sich an geografischen Gesichtspunkten und zeigt die Umsatzverteilung der externen Umsatzerlöse nach den Kundenstandorten. Die Zuordnung des Segmentvermögens wird nach dem jeweiligen Standort vorgenommen.

Die Roth & Rau-Gruppe steuert ihre Aktivitäten über Segmentergebnisse und nicht über regionale Ergebniserträge. Eine weitere Segmentierung entfällt damit.

01.01.-31.12.2013 Specialised
in T€ Photovoltaik Technologies Summe Anteil
Inland 3.769 25.677 29.446 38,3%
Ausland 13.476 34.036 47.512 61,7%
Europa 1.415 7.235 8.650 11,2%
Asien 11.600 10.057 21.657 28,1%
USA 461 16.138 16.599 21,6%
Übrige 0 606 606 0,8%
Summe 17.245 59.713 76.958
01.01.-31.12.2012* Specialised
in T€ Photovoltaik Technologies Summe Anteil
Inland 4.930 27.018 31.948 20,7%
Ausland 87.691 34.419 122.110 79,3%
Europa 4.307 6.063 10.370 6,7%
Asien 85.742 19.069 104.811 68,1%
USA -2.358 8.936 6.578 4,3%
Übrige 0 351 351 0,2%
Summe 92.621 61.437 154.058

* Vorjahreswerte angepasst

Die Verteilung der Vermögenswerte auf die Regionen stellt sich wie folgt dar:

in T€ Deutschland Europa Asien USA Übrige Summe
Immaterielle Vermögenswerte 27.658 5.483 0 0 0 33.141
Sachanlagen 41.450 2.192 0 28 0 43.670
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 0 0 0 0 0 0

31.12.2012

in T€ Deutschland Europa Asien USA Übrige Summe
Immaterielle Vermögenswerte 38.392 6.988 0 0 0 45.380
Sachanlagen 47.759 2.622 48 31 0 50.460
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 140 0 0 0 0 140

10 Erläuterungen zu den einzelnen Posten der Bilanz

10.1 Langfristige Vermögenswerte

Die Zusammensetzung der langfristigen Vermögenswerte geht aus nachfolgendem Anlagenspiegel hervor:

Entwicklung des Anlagevermögens

Anschaffungs- und Herstellungkosten
Änderung
Konsoli
Um Währungs
in T€ Stand 01.01. dierungskreis Zugänge Abgänge buchungen effekte Stand 31.12
Entwicklung der immateriellen
Vermögenswerte
2012
Gewerbliche Schutzrechte
und ähnliche Rechte und Werte 5.313 89 708 16 26 0 5.942
Marke 4.916 0 0 0 0 0 4.916
Kundenbeziehung 12.749 0 0 0 0 0 12.749
Technologie
Auftragsbestand
25.176
7.064
3.792
0
0
0
0
0
0
0
0
0
21.384
7.064
Goodwill 42.622 2.229 750 0 0 3 41.146
Entwicklungskosten 50.760 3.129 210 6 0 5 47.840
148.600 9.239 1.668 22 26 8 141.041
2013
Gewerbliche Schutzrechte
und ähnliche Rechte und Werte
Marke 5.942
4.916
0
0
240
0
1.005
0
0
0
0
0
5.177
4.916
Kundenbeziehung 12.749 0 0 0 0 0 12.749
Technologie 21.384 0 0 0 0 0 21.384
Auftragsbestand 7.064 0 0 0 0 0 7.064
Goodwill 41.146 0 0 827 0 0 40.319
Entwicklungskosten 47.840 0 409 0 0 0 48.249
141.041 0 649 1.832 0 0 139.858
Entwicklung der Sachanlagen
2012
Grund und Boden
Gebäude
Technische Anlagen und Maschinen
Andere Anlagen, BGA
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau
2013
Grund und Boden
Gebäude
Technische Anlagen und Maschinen
Andere Anlagen, BGA
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau
* ) Ausweis der Werterhöhung unter sonstigen betrieblichen Erträgen
1.563
25.954
29.867
15.928
768
74.080
1.525
26.560
25.792
15.430
9.140
78.446
0
0
3.868
324
0
0
4.192
0
0
0
0
0
0
6
117
4.059
716
9.117
14.015
87
78
2.285
661
2.627
5.738
0
118
4.727
908
0
0
5.753
36
65
10.270
468
1.461
12.300
-44
607
461
17
-745
296
0
0
7.499
0
-7.499
0
0
0
0
1
0
0
1
0
0
0
0
0
0
1.525
26.560
25.792
15.430
9.140
78.446
1.576
26.573
25.306
15.623
2.807
71.885
Entwicklung der Finanzanlagen
Anteile nicht konsolidierter Tochtergesellschaften
2012 395 0 5 250 0 0 150
2013 150 0 0 150 0 0 0
Gesamtes Anlagevermögen ohne
Finanzinvestition 2012
223.075 13.431 15.688 6.025 322 9 219.637
Gesamtes Anlagevermögen ohne
Finanzinvestition 2013 219.637 0 6.387 14.282 0 0 211.743
Entwicklung der als Finanzinvestition gehaltenen
Immobilie
2012 335 0 0 0 0 0 335
2013 335 0 0 335 0 0 0
Gesamtes Anlagevermögen mit
Finanzinvestition 2012
Gesamtes Anlagevermögen mit
223.410 13.431 15.688 6.025 322 9 219.972
Finanzinvestition 2013 219.972 0 6.387 14.617 0 0 211.743
Abschreibungen Buchwerte
Änderung
Konsoli
Werter Wert Um Währungs
Stand 01.01. Akquisitionen dierungskreis Zugänge höhung
*)
minderung Abgänge buchungen effekte Stand 31.12. Stand 31.12. Stand 01.01.
3.429 0 59 704 0
1.000
12 26 0 5.088 854 1.884
3.086 0 0 150 0
812
0 0 0 4.048 868 1.830
6.620 0 0 1.247 0
0
0 0 0 7.867 4.882 6.129
22.806 0 3.792 581 0
0
0 0 0 19.595 1.789 2.370
7.064 0 0 0 0
0
0 0 0 7.064 0 0
19.795 0 460 0 0
460
0 0 0 19.795 21.351 22.827
25.418 0 3.130 8.085 0
1.826
0 0 5 32.204 15.636 25.342
88.218 0 7.441 10.767 0
4.098
12 26 5 95.661 45.380 60.382
5.088
4.048
0
0
0
0
512
83
0
0
0
0
1.000
0
0
0
0
0
4.600
4.131
577
785
854
868
7.867 0 0 1.246 0
0
0 0 0 9.113 3.636 4.882
19.595 0 0 582 0
0
0 0 0 20.177 1.207 1.789
7.064 0 0 0 0
0
0 0 0 7.064 0 0
19.795 0 0 0 0
2.869
825 0 0 21.839 18.480 21.351
32.204 0 0 7.592 0
0
0 0 -3 39.793 8.456 15.636
95.661 0 0 10.015 0
2.869
1.825 0 -3 106.717 33.141 45.380
11 0 0 1 0
0
0 -9 0 3 1.522 1.552
3.347 0 0 807 0
0
118 32 0 4.068 22.492 22.607
12.744 0 382 4.578 0
0
3.970 256 0 13.226 12.566 17.123
8.912 0 260 871 0
1.271
654 17 0 10.157 5.273 7.016
533
25.547
0
0
0
642
0
6.257
0
0
0
1.271
0
4.742
0
296
0
0
0
533
533
27.987
8.607
8.607
50.460
235
48.533
3
4.068
13.226
10.157
533
0
0
0
0
0
0
0
0
0
0
1
892
3.514
1.775
0
725 0
0
0
0
0
0
0
0
0
34
4.314
344
533
0
0
0
0
0
0
-3
0
-1
0
4
4.929
11.701
11.589
0
1.572
21.644
13.605
4.034
2.807
1.522
22.492
12.566
5.273
8.607
27.987 0 0 6.182 725 0 5.225 0 -4 28.215 43.670 50.460
0 0 0 0 0
0
0 0 0 0 150 395
0 0 0 0 0
0
0 0 0 0 0 150
113.765 0 8.083 17.024 0
5.369
4.754 322 5 123.648 95.990 109.310
123.648 0 0 16.197 725 2.869 7.050 0 -7 134.932 76.811 95.990
191 0 0 4 0
0
0 0 0 195 140 144
195 0 0 2 0
0
197 0 0 0 0 140
113.956 0 8.083 17.028 0
5.369
4.754 322 5 123.843 96.130 109.454
123.843 0 0 16.199 725 2.869 7.247 0 -7 134.932 76.811 96.130

10.1.1 Immaterielle Vermögenswerte

In den immateriellen Vermögenswerten sind erworbene Vermögenswerte, die sich insbesondere aus den Unternehmenserwerben ergeben, sowie selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte aus Entwicklungsprojekten enthalten. Die Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte wird in der Entwicklung des Anlagevermögens dargestellt. Die Buchwerte der immateriellen Vermögenswerte zum 31. Dezember 2013 beinhalten Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer in Höhe von 18.480 T€ (Vorjahr: 21.351 T€) und mit bestimmter Nutzungsdauer in Höhe von 14.661 T€ (Vorjahr: 24.029 T€).

10.1.1.1 Wertminderungstest Geschäfts- oder Firmenwert

Der Geschäfts- oder Firmenwert wird nicht planmäßig abgeschrieben, sondern jährlich einer Werthaltigkeitsprüfung (Impairment Test) gemäß IAS 36 unterzogen. Die Werthaltigkeitsprüfung erfolgt jeweils im vierten Quartal eines jeden Jahres. Zur Ermittlung der Werthaltigkeit des Geschäfts- oder Firmenwertes werden die erzielbaren Beträge der firmenwerttragenden Cash-Generating-Units (CGUs) herangezogen.

In der Roth & Rau-Gruppe wurden fünf wesentliche firmenwerttragende CGUs identifiziert. Der im Vorjahr unter Sonstige ausgewiesene Firmenwert in Höhe von 533 T€ betrifft die ehemalige MicroSystems GmbH, welche im Verlauf des Geschäftsjahres 2013 auf die Roth & Rau AG verschmolzen wurde. Da der Geschäftsbereich als eigenständige Business Unit innerhalb der Roth & Rau AG geführt wird, besteht die CGU weiterhin fort. Der Gesamtfirmenwert beträgt 18.480 T€ zum 31. Dezember 2013 (Vorjahr: 21.351 T€).

Die Bestimmung des erzielbaren Betrags einer CGU erfolgt durch die Ermittlung des "Fair Value less Cost of Disposal" mit Hilfe der Discounted-Cash-Flow-Methode. Dabei werden die geplanten diskontierten Nachsteuer-Cash Flows aus der vom Management genehmigten Dreijahresplanung verwendet. Die nach diesem Dreijahreszeitraum generierten Cash Flows werden unter Nutzung der unten dargestellten Wachstumsraten extrapoliert.

Die Ermittlung des "Fair Value less Cost of Disposal" erfolgt generell auf Basis der geschätzten Umsatzwachstumsraten für die jeweiligen Märkte. Zu der Ermittlung werden sowohl Vergangenheitsdaten als auch das erwartete zukünftige Wachstum herangezogen. Die den wesentlichen Annahmen zugewiesenen Werte stimmen dabei grundsätzlich mit externen Informationsquellen überein. Dabei werden vor allem aktuelle Marktstudien und Analysteneinschätzungen herangezogen. Aus den Einschätzungen zum Marktwachstum, kombiniert mit den aktuellen sowie erwarteten Marktanteilen ergibt sich die Umsatzentwicklung, welche gegebenenfalls aufgrund weiterer Einflussfaktoren adjustiert wird. Hinsichtlich Inputfaktoren erfolgt die Ermittlung des Fair-Value dabei auf Ebene 3 der Fair-Value-Bewertungshierarchie.

Die wesentlichen firmenwerttragenden CGUs stellen sich wie folgt dar:

CGU Buchwert
des Firmen
wertes
2013 in T€
Buchwert
des Firmen
wertes
2012 in T€
Anteil am
Gesamt
firmen
wert
WACC Wachstums
rate Teminal
Value
Durch
schnittliches
Umsatz
wachstum
Grundannahme in
der
Unternehmens
planung
Roth & Rau B.V. 3.748 3.748 20,29% 11,87%
(Vorjahr:
10,49%)
2,0%
(Vorjahr
2,0%)
41,5%
(Vorjahr
47,7%)
Vergangenheit
und zukünftiges
Marktwachstum
AIS Automation Dresden
GmbH
5.806 8.675 31,41% 11,87%
(Vorjahr:
10,49%)
2,0%
(Vorjahr
2,0%)
17,05%
(Vorjahr 9,2%)
Vergangenheit
und zukünftiges
Marktwachstum
Muegge GmbH 4.020 4.020 21,75% 11,87%
(Vorjahr:
10,49%)
2,0%
(Vorjahr
2,0%)
12,1%
(Vorjahr
16,0%)
Vergangenheit
und zukünftiges
Marktwachstum
Roth & Rau - Ortner GmbH,
Roth & Rau - Ortner USA Inc.
4.375 4.375 23,67% 11,87%
(Vorjahr:
10,49%)
2,0%
(Vorjahr
2,0%)
20,0%
(Vorjahr
17,9%)
Vergangenheit
und zukünftiges
Marktwachstum
Business Unit MicroSystems
(Roth & Rau AG)*
533 533 2,88% 11,87%
(Vorjahr:
10,49%)
2,0%
(Vorjahr
2,0%)
40,0%
(Vorjahr 3,5%)
Vergangenheit
und zukünftiges
Marktwachstum

* 2012 in Sonstige enthalten

Bei der CGU AIS Automation Dresden GmbH, welche dem Segment Specialised Technologies zuzuordnen ist, überstieg der Buchwert den "Fair value less cost of Disposal" in Höhe von 14.858 T€ um 2.869 T€. Daher erfolgte eine Wertminderung in entsprechender Höhe.

Im Vorjahr wurden Wertminderungen bei der Romaric Automation Desgin Inc (Segment Specialised Technologies) in Höhe von 460 T€ durchgeführt.

10.1.1.2 Überleitung Geschäfts- oder Firmenwert

Im Ergebnis stellt sich die Überleitungsrechnung für den Geschäfts- oder Firmenwert (Goodwill) wie folgt dar:

in T€ 31.12.2013 31.12.2012
Goodwill am Anfang der Periode 21.351 22.827
Zugang/ - Abgang -2 -1.769
Währungsdifferenz 0 3
Nachträglicher Kaufpreis 0 750
Goodwill Impairment -2.869 -460
Goodwill am Ende der Periode 18.480 21.351

10.1.1.3 Wertminderungstest andere Vermögenswerte

Die anderen immateriellen Vermögenswerte (Marke, Technologie, Kundenbeziehung, Auftragsbestand) werden grundsätzlich entsprechend ihrer Nutzungsdauer planmäßig abgeschrieben.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr ergaben sich keine Indikationen für die Wertminderung der anderen immateriellen Vermögenswerte.

Im Vorjahr erfolgte die vollständige Wertminderung der Marken "DEPx" und "PixDro" in Höhe von insgesamt 812 T€.

10.1.1.4 Entwicklungskosten

Im Berichtszeitraum wurden gemäß IAS 38 Entwicklungskosten für neue Produkte bzw. Produktionsverfahren in Höhe von 409 T€ (Vorjahr: 210 T€) aktiviert.

Im Geschäftsjahr 2013 ergaben sich keine Anhaltspunkte für eine Wertminderung der Entwicklungskosten. Im Geschäftsjahr 2012 wurden Entwicklungskosten im Segment Photovoltaik in Höhe von 783 T€ und im Segment Specialised Technologies in Höhe von 1.043 T€ wertgemindert.

Die Durchführung der Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten zielt auf eine Erweiterung der Produktpalette und die Erschließung neuer Tätigkeitsfelder ab. Dabei konzentrieren sich die Aktivitäten vor allem auf die Heterojunction-Technologie. Hierbei steht primär die Entwicklung von Anlagen und Prozessen zur Herstellung von Hocheffizienzzellen im Mittelpunkt. Die Technologieentwicklung im Bereich Heterojunction wurde bereits in den Vorjahren weitestgehend abgeschlossen. Im Geschäftsjahr 2013 konzentrierten sich die Aktivitäten auf den Bau von Forschungsund Entwicklungsanlagen der Serie HELiAPECVD und HELiAPVD.

Der in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Forschungs- und Entwicklungsaufwand im Geschäftsjahr 2013 betrug 22.256 T€ (2012: 26.079 T€).

10.1.2 Sachanlagen

Die Entwicklung der Sachanlagen wird in Kapitel 10.1 ff. dargestellt.

Die Zugänge im Sachanlagevermögen setzen sich im Wesentlichen aus der Installation eines Reinraums für die Business Unit MicroSystems der Roth & Rau AG, den Bau von Forschungs- und Entwicklungsanlagen für die Heterojunction-Technologie sowie die Anschaffung weiterer technischer Anlagen und Maschinen im Fertigungsbereich zusammen. Im Geschäftsjahr wurden keine außerplanmäßigen Abschreibungen auf nicht mehr nutzbare Vermögenswerte (2012: 1.271 T€) vorgenommen. Die Gebäude mit Buchwerten in Höhe von 21.644 T€ sind mit Grundschulden in Höhe von 1.125 T€ besichert.

Im Geschäftsjahr 2013 erfolgte eine Änderung der den planmäßigen Abschreibungen zugrunde liegenden Nutzungsdauern bei Gebäuden (IAS 8.32). Die Änderung dieser rechnungslegungsbezogenen Schätzung führte im Geschäftsjahr 2013 zu einem Mehraufwand an planmäßigen Abschreibungen von 211 T€. In den folgenden Jahren beträgt der jährliche Mehraufwand 230 T€.

10.1.3 Finanzanlagen

Die Entwicklung der Finanzanlagen wird in Kapitel 10.1 ff. dargestellt.

Im Geschäftsjahr 2013 wurden die Geschäftsanteile des im Vorjahr nach der Equity-Methode konsolidierten Unternehmens Cober Muegge LLC veräußert. Daraus ergab sich ein Buchverlust in Höhe von 50 T€.

10.1.4 Sonstige finanzielle Vermögenswerte

Die sonstigen finanziellen Vermögenswerte betragen 1.377 T€ nach 894 T€ im Vorjahr. Davon werden die im Rahmen der Beteiligung am Mitarbeiteraktienprogramm von Meyer Burger erworbenen Aktien der Meyer Burger Technology AG in Höhe von 848 T€ (2012: 380 T€) ausgewiesen. Darüber hinaus existieren geleistete Kautionen aus Mietverträgen und Forderungen aus einem Versicherungsvertrag.

10.1.5 Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

Die Entwicklung der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien wird in Kapitel 10.1 ff. dargestellt.

Das Grundstück und die Gebäude "Gewerbering 10, Hohenstein-Ernstthal OT Wüstenbrand" wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr veräußert. Aus dem Verkauf ergab sich weder ein Buchgewinn noch ein Buchverlust.

10.1.6 Latente Steueransprüche

Die aktiven latenten Steuern werden unter 10.4.2 erläutert.

10.2 Kurzfristige Vermögenswerte

10.2.1 Vorräte

Die Position gliedert sich wie folgt:

in T€ 31.12.2013 31.12.2012
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 15.128 18.270
Unfertige Erzeugnisse 22.253 32.105
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen -5.174 -8.862
Fertige Erzeugnisse und Waren 1.687 283
Geleistete Anzahlungen 3.323 4.260
Summe 37.217 46.056

In nachfolgender Tabelle wird die Entwicklung der Vorräte zu Buchwerten dargestellt:

Abwertung per
31.12.2013 in T€
Restbuchwert
zum 31.12.2013
Buchwert vor
Abwertung
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 11.340 15.128 26.468
Unfertige Erzeugnisse 19.358 22.253 41.611
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 0 -5.174 -5.174
Fertige Erzeugnisse und Waren 0 1.687 1.687
Geleistete Anzahlungen 0 3.323 3.323
Summe 30.698 37.217 67.915

Im Rahmen der Durchführung von Reichweitenanalysen wurden insgesamt Wertminderungen auf Roh,- Hilfs- und Betriebsstoffe in Höhe von 11.340 T€ vorgenommen (Vorjahr: 3.280 T€). Dabei erfolgten im Geschäftsjahr 2013 Abwertungen in Höhe von 9.315 T€ hauptsächlich auf Vorräte der alten Generation der Anlagenserien SiNA und MAiA, welche weitestgehend durch die neue Generation ersetzt werden. In Vorperioden bereits abgewertete Teile in Höhe von 1.312 T€ wurden vernichtet.

Im Berichtsjahr erfolgten bei den unfertigen Erzeugnissen zusätzliche Abwertungen in Höhe von 2.661 T€ (Vorjahr: 4.372 T€). Dies betrifft im Wesentlichen Abwertungen auf Anlagen, die für chinesische Kunden gefertigt wurden, deren Abnahme allerdings als unwahrscheinlich erscheint. Per Saldo haben sich die Abwertungen auf unfertige Erzeugnisse um 2.354 T€ gegenüber dem Vorjahr vermindert.

10.2.2 Forderungen und Verbindlichkeiten aus Auftragsfertigung

Die Posten gliedern sich wie folgt:

in T€ 31.12.2013 31.12.2012
AKTIVA
Forderungen 7.261 10.699
./. Erhaltene Anzahlungen -7.054 -8.600
207 2.099
PASSIVA
Verbindlichkeiten 1.760 12.202
./. Erhaltene Anzahlungen -2.099 -19.234
-339 -7.032

Der Ausweis der Aufträge erfolgt unter den "Forderungen aus Auftragsfertigung". Soweit Anzahlungen die kumulierte Leistung übersteigen, erfolgt der Ausweis passivisch unter den "Verbindlichkeiten aus Auftragsfertigung" bzw. den "erhaltenen Anzahlungen".

Die Position gliedert sich wie folgt:

Fertigungsaufträge in Bearbeitung
in T€
31.12.2013 31.12.2012
Realisierte Teilumsätze 9.021 22.901
Erhaltene Anzahlungen -9.153 -27.834
Saldo -132 -4.933
Bilanzausweis Aktiva 207 2.099
Bilanzausweis Passiva -339 -7.032
Saldo -132 -4.933
Kosten 7.496 19.471
Teilgewinn 1.525 4.937
Antizipierte Verluste 0 -1.507
9.021 22.901
in T€ 31.12.2013 31.12.2012
*
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Sonstige Forderungen und finanzielle
15.501 14.997
Vermögenswerte 3.266 3.645
Summe 18.767 18.642

10.2.3 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen

* Vorjahreszahlen angepasst

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betragen 33.797 T€ (Vorjahr: 45.986 T€) und werden abzüglich der gebildeten Wertberichtigung von 18.296 T€ (Vorjahr: 30.989 T€) mit 15.501 T€ saldiert ausgewiesen (Vorjahr: 14.997 T€). Sie haben eine Laufzeit von weniger als einem Jahr. Einzelwertberichtigungen werden entsprechend der Einschätzung des Vorstands vorgenommen. Als Kriterien hierbei werden Überfälligkeit und Bonitätsabfragen bei externen Instituten herangezogen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr resultieren die Einzelwertberichtigungen im Wesentlichen aus Zahlungsschwierigkeiten einzelner Kunden sowie aus Forderungen an Kunden, welchen sich im Liquidations- bzw. Insolvenzverfahren befinden.

Die in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erfassten Wertberichtigungen stellen sich insgesamt wie folgt dar:

in T€ Stand 01.01. Ausbuchung als
Forderungsverlust
Auflösung aufwandswirksame
Zuführung
Stand 31.12.
Einzelwertberichtigung
Portfoliobasierte
30.966 13.395 198 868 18.241
Wertberichtigung 23 12 8 52 55
Summe 30.989 13.407 206 920 18.296

Im Geschäftsjahr wurden Forderungsverluste in Höhe von 13.395 T€ (Vorjahr: 8.658 T€) gebucht, welche maßgeblich auf die Insolvenz eines asiatischen Kunden zurückzuführen sind. Die Forderungen wurden im Geschäftsjahr 2012 bereits wertberichtigt. Zuführungen zu Einzelwertberichtigungen wurden in Höhe von 868 T€ (Vorjahr: 3.412 T€) durchgeführt.

Fremdwährungsforderungen bestanden zum Abschlussstichtag in Höhe von 625 T€ (Vorjahr: 369 T€). Die Bewertung der Fremdwährungsforderungen erfolgte zum Stichtagskurs. Sie umfassen eine Vielzahl von Einzelposten. Wesentliche Abweichungen zwischen den Bilanzwerten und den Zeitwerten ergeben sich nicht.

Die sonstigen Forderungen setzen sich wie folgt zusammen:

in T€ 31.12.2013 31.12.2012
*
Finanzinstrumente
Debitorische Kreditoren 88 164
Forderungen gegen Versicherungen 835 920
Finanzderivate 0 83
Sonstige 324 690
1.247 1.857
Übrige
Abgegrenzte Forschungs- und Entwicklungszuschüsse 1.113 1.007
Abgegrenzte Zinsforderungen 29 36
Aktive Rechnungsabgrenzungsposten 877 745
2.019 1.788
Summe 3.266 3.645
*
Vorjahreswerte angepasst

Zu den anderen Finanzinstrumenten verweisen wir auf Kapitel 7.5.19 ff. sowie 10.6.

10.2.4 Laufende Steuerforderungen

Bei den laufenden Steuerforderungen handelt es sich um Steuererstattungsansprüche.

10.2.5 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

in T€ 31.12.2013 31.12.2012
Kasse 4 16
Bank 11.547 22.297
Summe 11.551 22.313

Der Posten Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente enthält neben dem Kassenbestand die kurzfristigen Bankeinlagen mit Laufzeiten von weniger als drei Monaten.

10.3 Eigenkapital

Für nähere Informationen zur Veränderung des Eigenkapitals der Roth & Rau-Gruppe im Geschäftsjahr 2013 wird auf die Eigenkapitalveränderungsrechnung verwiesen.

10.3.1 Grundkapital

Das Grundkapital betrug am 31. Dezember 2013 16.207 T€ (31. Dezember 2012: 16.207 T€) und war unverändert in 16.207.045 auf den Inhaber lautende nennwertlose Stückaktien eingeteilt. Alle Stückaktien sind voll eingezahlt bzw. wurden durch Sacheinlage erbracht.

10.3.2 Kapitalrücklage

Die Kapitalrücklage wird unverändert zum Vorjahr mit 206.932 T€ ausgewiesen.

10.3.3 Gewinnrücklagen

Die Gewinnrücklagen werden in Höhe von 5.077 T€ ausgewiesen. Die Veränderung gegenüber dem Vorjahr ergibt sich aus der Bewertungsänderung nach IAS 19 rev.

Innerhalb der Gewinnrücklage werden Anteile an herrschenden Unternehmen der Roth & Rau AG im Sinne des § 272 Abs. 4 HGB in Höhe von 334 T€ ausgewiesen.

10.3.4 Andere Rücklagen

In den anderen Rücklagen werden Unterschiede aus der Währungsumrechnung ausgewiesen.

in T€ Cash Flow Hedge Available for Sale Unterschied aus
Währungsumrechnung
Summe
Stand 01.01.2013 0 0 0 0
Zuführung 0 0 75 75
Entnahmen /
Entkonsolidierung
0 0 0 0
Veränderung der
latenten Steuern
0 0 0 0
Stand 31.12.2013 0 0 75 75
in T€ Cash Flow Hedge Available for Sale Unterschied aus
Währungsumrechnung
Summe
Stand 01.01.2012 0 0 44 44
Zuführung 0 0 0 0
Entnahmen 0 0 -44 -44
Veränderung der
latenten Steuern
0 0 0 0
Stand 31.12.2012 0 0 0 0

10.3.5 Konzern-Bilanzverlust

Der Konzern-Bilanzverlust entwickelte sich wie folgt:

in T€ 31.12.2013 31.12.2012
*
Verlustvortrag 01.01. -140.378 -99.950
Den Aktionären der Roth & Rau AG zustehendes Ergebnis -54.441 -40.428
Konzernbilanzverlust -194.819 -140.378
* Vorjahreswerte angepasst

10.4 Langfristige Schulden

31.12.2013 davon Restlaufzeit 31.12.2012 davon Restlaufzeit
in T€ Gesamt bis 1
Jahr
von 1
bis 5
Jahre
über
5
Jahre
Gesamt bis 1
Jahr
von 1
bis 5
Jahre
über 5
Jahre
Finanzverbindlichkeiten gesamt 3.115 62 3.053 0 3.525 400 3.125 0
Schuldscheindarlehen 2.000 0 2.000 0 2.000 0 2.000 0
SSD (5-Y Floating) - Roth & Rau AG 500 0 500 0 500 0 500 0
SSD (7-Y Fix) - Roth & Rau AG 1.500 0 1.500 0 1.500 0 1.500 0
Gegenüber Kreditinstituten 1.115 62 1.053 0 1.525 400 1.125 0
BW Bank (Zinsswap) - Roth & Rau AG 0 0 0 0 400 400 0 0
Sparkasse Langen-Seligenstadt
- Muegge GmbH
716 0 716 0 716 0 716 0
Sparkasse Langen-Seligenstadt
- Muegge GmbH
399 62 337 0 409 0 409 0

10.4.1 Langfristige und kurzfristige Darlehen gegenüber Kreditinstituten

Schuldscheindarlehen

Derzeit steht ein variabel verzinsliches Schuldscheindarlehen mit nominal 500 T€ (Vorjahr: 500 T€) mit einer Laufzeit bis 2015 aus.

Das fest verzinsliche Schuldscheindarlehen über nominal 1.500 T€ (Vorjahr: 1.500 T€) hat eine Laufzeit bis 2017.

Beide Schuldscheindarlehen haben eine endfällige Tilgungsstruktur.

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

Die Laufzeit der Darlehensverbindlichkeiten in Höhe von 1.115 T€ endet 2018. Davon haben Darlehen in Höhe von 716 T€ eine endfällige Tigungsstruktur und Darlehen in Höhe von 399 T€ eine monatliche Tilgungsvereinbarung.

Derzeit verfügt die Roth & Rau-Gruppe über bilaterale Avalkreditlinien in Höhe von 30.881 T€, welche größtenteils durch die Meyer Burger Technology AG über deutsche und Schweizer Banken zur Verfügung gestellt werden. Darüber hinaus hat die Meyer Burger Technology AG mit Wirkung zum 30. Januar 2014 eine auf 24 Monate befristete, harte Patronatserklärung zu Gunsten der Roth & Rau-Gruppe ausgestellt, mittels derer eine Liquiditätszuführung seitens der Meyer Burger Technology AG bis zu einem Höchstbetrag von 60.000 T€ im Bedarfsfall entsprechend sichergestellt ist. Zum 31. Dezember 2013 wurden davon 45.788 T€ über Darlehen zur Verfügung gestellt.

Sämtliche Finanzverbindlichkeiten, mit Ausnahme der bestehenden Immobiliendarlehen, sowie die Avalkreditlinien der Meyer Burger Technolog AG werden auf ungesicherter Basis zur Verfügung gestellt. Sie unterliegen, mit Ausnahme der bestehenden Schuldscheindarlehen, keinen Financial Covenants.

Die Finanzverbindlichkeiten werden zu ihren fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode angesetzt.

10.4.2 Latente Steueransprüche und -verbindlichkeiten

Die aktiven und die passiven latenten Steuern entfallen auf Ansatz- und Bewertungsunterschiede bei den Bilanzpositionen und auf steuerliche Verlustvorträge wie folgt:

in T€ 31.12.2013 31.12.2012
aktiv passiv aktiv passiv
Anlagevermögen 5 9.157 53 7.479
Forderungen 1.008 1.966 20 1.038
Rückstellungen 192 3.345 4 27
Vorräte 4.429 0 1.982 0
Sonstiges 0 113 0 0
Verbindlichkeiten 26 44 0 1.755
Verlustvorträge 6.344 0 4.959 0
Summe vor Saldierung 12.004 14.625 7.018 10.299
Saldierung -11.927 -11.927 -6.076 -6.076
Bilanzausweis 77 2.698 942 4.223

Von den latenten Steueransprüchen in Höhe von 12.004 T€ (Vorjahr: 7.018 T€) sind 6.345 T€ (Vorjahr: 2.862 T€) als langfristig und 5.659 T€ (Vorjahr: 4.156 T€) als kurzfristig einzustufen.

Bei den latenten Steuerverbindlichkeiten in Höhe von 14.625 T€ (Vorjahr: 10.299 T€) sind 9.144 T€ (Vorjahr 5.264 T€) als langfristig und 5.481 T€ (Vorjahr: 5.035 T€) als kurzfristig zu klassifizieren. Eine aktive Steuerlatenz wurde in Höhe von 6.344 T€ (Vorjahr: 4.959 T€) für steuerliche Verlustvorträge gebildet von deren Nutzung ausgegangen wird. Auf Verlustvorträge von insgesamt 210.451 T€ (Vorjahr: 172.702 T€) wurden keine aktiven latenten Steuern gebildet, da im Rahmen der Mehrjahresplanung nicht von einem ausreichendem zu versteuerndem Einkommen ausgegangen wird.

Auf "outside basis differences" in Höhe von 3.751 T€ (Vorjahr: 13.263 T€) wurde aufgrund der Kontrolle des Mutterunternehmens über das Ausschüttungsverhalten und der Kontrolle über den Zeitpunkt der Umkehrung keine passive Steuerlatenz angesetzt.

Wir verweisen auf Kapitel 7.5.3. sowie 11.10.

10.4.3 Langfristige Rückstellungen

Unter den langfristigen Rückstellungen werden Rückstellungen für ein Mitarbeiterbeteiligungsprogramm in Höhe von 389 T€ (Vorjahr: 140 T€) sowie Pensionsrückstellungen in Höhe von 915 T€ (Vorjahr: 784 T€) ausgewiesen. Wir verweisen auf die nachfolgenden Kapitel 10.4.3.1 ff.

10.4.3.1 Pensionsverpflichtung

Die Roth & Rau-Gruppe verfügt über leistungsorientierte Pensionspläne. Die Pensionszusagen der Roth & Rau AG und der AIS Automation Dresden GmbH wurden in den Vorjahren durch Auslagerung auf die Deutsche Pensionsfonds AG (DPAG) gem. § 3(66) EStG und die Unterstützungskasse ZDHUK gem. § 4d EStG übertragen.

Die Finanzierung erfolgte im Pensionsfond durch Zahlung eines Einmalbetrages und in der Unterstützungskasse durch Zahlung jährlich laufender Beiträge, wodurch alle Pensionsansprüche vollständig fondsfinanziert sind.

Da einige wenige Risiken in der Roth & Rau-Gruppe verbleiben, ist weiterhin eine Defined Benefit Liability zu bilanzieren. Für die Pensionspläne beim Pensionsfond wird unter den langfristigen Rückstellungen eine Rückstellung von 915 T€ (Vorjahr IAS 19 rev. 2011: 784 T€) ausgewiesen. Für die Pensionspläne bei der Unterstützungskasse entsteht aufgrund des Asset Ceilings weder eine Rückstellung noch ein Vermögensgegenstand, welche zu bilanzieren wären (Vorjahr IAS 19 rev. 2011: wie Berichtsjahr).

Die Berechtigten erhalten entsprechend der vereinbarten Pensionspläne mit Erreichen der Altersgrenze einen Anspruch auf eine monatliche Rente bzw. auf Antrag eine einmalige Kapitalabfindung. Im Fall einer Berufsunfähigkeit erhalten die Berechtigten eine monatliche Berufsunfähigkeitsrente bis zum Zeitpunkt des Eintritts der lebenslangen Altersrente. Im Todesfall des Berechtigten erhalten die Hinterbliebenen aus der Hinterbliebenenrenten-Zusatzversicherung eine monatliche garantierte Hinterbliebenenrente.

Die monatliche Altersrente ist abhängig vom vertraglich vereinbarten Prozentsatz des garantierten Jahresgrundgehaltes zum Zeitpunkt des vertraglich festgelegten Renteneintrittsalters. Wird das vertraglich vereinbarte garantierte Jahresgrundgehalt angehoben, verpflichtet sich die Gesellschaft, die Bemessungsgrundlage entsprechend anzuheben.

Es erfolgten im Berichtsjahr keine Zahlungen an die gesetzlichen Rentenversicherungsträger für Vorstände und Gründungsmitglieder, da keine gesetzliche Rentenversicherungspflicht für diese Personen besteht. Bezüglich der geleisteten Beiträge an die gesetzliche Rentenversicherung für die Mitarbeiter wird auf Kapitel 11.6 Personalaufwand verwiesen.

Unternehmensspezifische Risiken bei den leistungsorientierten Pensionsplänen können in der Zukunft auftreten, wenn es zu Unterversicherungen kommt und diese dann der Roth & Rau-Gruppe als Nachschüsse auferlegt werden. Eine Unterversicherung kann durch Realisation von Inflationsrisiken und Langlebigkeitsrisiken entstehen.

Die Pläne wurden getrennt nach der jeweiligen Finanzierung bei dem Pensionsfonds und bei der Unterstützungskasse gutachterlich bewertet. In den nachfolgenden Tabellen wurden beide Finanzierungen zusammengefasst dargestellt. Sofern Besonderheiten bei den einzelnen Finanzierungen bestehen, werden diese gesondert erläutert.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die zugrunde liegenden versicherungsmathematischen Angaben der bilanzierten Pensionsverpflichtungen:

Versicherungsmathematische Angaben

in % 31.12.2013 31.12.2012
Zinssatz 3,80 3,80
Rentenerhöhung 2,00 2,00
Fluktuationsrate 0,00 0,00

Als Rechnungsgrundlage dienten im Berichtsjahr und im Vorjahr die Richttafeln 2005 G von Dr. Klaus Heubeck.

Die Sensitivitätsanalyse für die Pensionsverpflichtung zum Bilanzstichtag ergibt sich aus der nachfolgenden Tabelle:

Sensitivitätsanalyse des Barwertes 31.12.2013
Sensitivität Zins
+0,5% in T€ 5.539
-0,5% in T€ 6.417
Sensitivität Rententrend
+0,25% in T€ 6.161
-0,25% in T€ 5.755
Verlängerung der Lebenserwartung um 1 Jahr
in T€ 6.142

Die dargestellten Sensitivitätsanalysen für diese Annahmen wurden durchgeführt, indem eine erneute Bewertung der leistungsorientierten Verpflichtungen unter Ansatz einer nach vernünftigem Ermessen möglichen Änderungen der jeweiligen Annahme zum Bilanzstichtag durchgeführt wurde. Die übrigen versicherungsmathematischen Annahmen wurden dabei jeweils unverändert belassen. Somit wird eine gleichzeitige Änderung von mehreren versicherungsmathematischen Annahmen durch die durchgeführten Sensitivitätsanalysen nicht erfasst.

Entwicklung Aktivüberhang / Rückstellung

in T€ 31.12.2013 31.12.2012
Stand 01.01. 784 252
Zinsaufwand/ -ertrag 29 9
Dienstzeitaufwand 389 107
Gewinne/Verluste aus Abfindungen 0 27
Arbeitgeberbeiträge -180 -197
versicherungsmathematische Gewinne/Verluste 92 1.097
Neubewertung Planvermögen -43 -420
Neubewertung aus der Begrenzung des Nettovermögenswerts -156 -91
Rückstellungswert 915 784

Nur für den Teil der Pensionszusagen für den die Finanzierung über den Pensionsfond erfolgt, ergibt sich eine zu bilanzierende Rückstellung. Für den Teil, der über die Unterstützungskasse finanziert wird, greift dagegen die Begrenzung des Nettovermögenswerts (asset ceiling) mit der Folge, dass keine Rückstellung bzw. sonstige Forderung zu bilanzieren ist.

Die Entwicklung des Barwerts der Pensionsverpflichtung geht aus der folgenden Tabelle hervor:

Entwicklung des Barwertes
in T€ 31.12.2013 31.12.2012
Stand 01.01. 5.481 4.304
Dienstzeitaufwand 389 107
Zinsaufwand 202 211
gezahlte Versorgungsleistungen -211 -267
aus aktuellen Versorgungsleistungen -211 -197
aus Abfindungen -70
Gewinne/Verluste aus Abfindungen 0 28
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste 92 1.098
aus Änderung finanzieller Annahmen 812
aus bestandsbedingten Anpassungen 92 286
Stand zum 31.12. 5.953 5.481

In der Gewinn- und Verlustrechnung wird der Nettozins im Finanzergebnis ausgewiesen. Die restlichen Auswirkungen werden im Personalaufwand dargestellt.

Das Planvermögen besteht mit einem beizulegenden Zeitwert von 5.056 T€ (Vorjahr: 4.865 T€). Die Beitragszahlungen erfolgen in voller Höhe aus Arbeitgeberbeiträgen.

Die Entwicklung des beizulegenden Zeitwerts wird aus der nachfolgenden Tabelle ersichtlich:

Entwicklung des beizulegenden Zeitwertes

in T€ 31.12.2013 31.12.2012
Stand 01.01. 4.865 4.299
Zinsertrag 179 215
Arbeitgeberbeiträge 180 197
gezahlte Versorgungsleistungen -211 -267
aus aktuellen Versorgungsleistungen -211 -197
aus Abfindungen -70
Neubewertung Planvermögen 43 421
Stand zum 31.12. 5.056 4.865

Der Effekt aus der Begrenzung das Nettovermögens (asset ceiling) ergibt sich aus folgender Tabelle:

Effekt aus der Begrenzung des Nettovermögenswerts (asset ceiling)

in T€ 31.12.2013 31.12.2012
Stand 01.01. 168 247
Zinsaufwand/-ertrag 6 12
Neubewertung aus der Begrenzung des Nettovermögenswerts -156 -91
Stand 31.01. 18 168

Die Begrenzung des Nettovermögens erfolgte nur bei der Finanzierung über die Unterstützungskasse. Eine Überdeckung des Nettovermögens stellt keinen wirtschaftlichen Vorteil dar und ist deshalb bei der Finanzierung über die Unterstützungskasse nicht zu aktivieren.

Für 2014 erwarten wir für die Pensionsverpflichtung Zahlungen an die Unterstützungskasse in Höhe von 203 T€ (Vorjahr: 180 T€). Sofern es in den Pensionsfondzusagen zu einer Unterversicherung kommen sollte, die derzeit nicht gegeben ist, können vom Pensionsfond Nachschüsse gefordert werden. Die gewichtete durchschnittliche Duration der Pensionsverpflichtungen beträgt 15,24 Jahre.

10.4.3.2 Mitarbeiteraktien (anteilsbasierte Vergütung)

Hier ausgewiesen werden die von der Roth & Rau-Gruppe im Vorjahr erworbenen Meyer Burger - Aktien im Zusammenhang des gewährten Meyer Burger Mitarbeiterbeteiligungsprogramms an leitende Angestellte, Vorstände und Geschäftsführer der Roth & Rau Gruppe. Damit soll den Teilnehmern die Möglichkeit geboten werden, an der Wertsteigerung der Gesellschaft zu partizipieren. Die Teilnahme am Plan ist freiwillig.

Die Meyer Burger Technology AG hat im April 2012 an die Roth & Rau-Gruppengesellschaften 67.467 Aktien ausgegeben. Aufgrund von Fluktuationen reduzierte sich der Aktienbestand um 26.960 Stück auf 40.507 Aktien. Im Berichtsjahr 2013 wurden weitere 57.595 Aktien ausgegeben. Die erworbenen

Aktien werden für die Dauer der Haltefrist von 24 Monaten für 2012 bzw. 18 Monaten für 2013 jeweils auf einem separaten Sperrdepot gehalten. Erst im Anschluss an die Haltefrist erfolgt die Übertragung der Aktien auf das jeweilige Teilnehmerdepot. Für den bereits im Zuteilungszeitpunkt in Form eines steuerfreien Nettolohneinbehalts durch die Mitarbeiter geleisteten Erwerbspreises wurde eine sonstige Verbindlichkeit in Höhe von 3 T€ (Vorjahr: 1T€) passiviert.

Folgende Bewertungsparameter liegen der unter Kapitel 7.5.16 erläuterten Berechnung zugrunde:

Aktienausgabe 2013 2012
Ausgabemonat Oktober 2013 April 2012
Ablaufmonat des Erdienungszeitraums März 2015 März 2014
Laufzeit ab Ausgabedatum 18 Monate 24 Monate
15 Monate 3
Restlaufzeit zum Bewertungsstichtag Monate
Erwartete Dividenden 0 0
Maßgeblicher Börsenkurs der Meyer Burger Aktie
zum
Bilanzstichtag 10,60 CHF 10,60 CHF
Maßgeblicher Börsenkurs der Meyer Burger Aktie
zum
Gewährungstag 10,65 CHF 13,70 CHF
Nennwert je Aktie zum Gewährungstag 0,05 CHF 0,05 CHF
Marktwert abzüglich Nennwert je Aktie zum Gewährungstag 10,60 CHF 13,65 CHF
Maßgeblicher Börsenkurs der Meyer Burger Aktie
zum
Bilanzstichtag 8,65 € 8,65 €
Maßgeblicher Börsenkurs der Meyer Burger Aktie
zum
Gewährungstag 8,66 € 11,42 €
Nennwert je Aktie zum Gewährungstag 0,04 € 0,04 €
Marktwert abzüglich Nennwert je Aktie zum Gewährungstag 8,62 € 11,38 €

Die Wertpapiere aus dem Mitarbeiterbeteiligungsprogramm wurden zum Bilanzstichtag mit 848 T€ (Vorjahr: 379 T€) bewertet. Ferner wurden in diesem Zusammenhang Rückstellungen in Höhe von 389 T€ (Vorjahr: 140 T€) passiviert. Unter den Personalaufwendungen wurden Zuführungen für Rückstellungen von 249 T€ (Vorjahr: 140 T€) ausgewiesen.

10.5 Kurzfristige Schulden

10.5.1 Verbindlichkeiten aus Auftragsfertigung

Verbindlichkeiten aus Auftragsfertigung siehe Kapitel 10.2.2.

10.5.2 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten

Die Position gliedert sich wie folgt:

in T€ 31.12.2013 31.12.2012
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 13.603 15.786
Sonstige Verbindlichkeiten 7.886 9.985
Summe 21.489 25.771

Aufgrund der noch anhaltenden geringen Geschäftstätigkeit reduzierten sich die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen weiter um 2.183 T€ auf 13.603 T€. Sie weisen alle eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr auf. Fremdwährungsverbindlichkeiten bestanden zum Abschlussstichtag in Höhe von 99 T€ (Vorjahr: 2.112 T€), deren Bewertung zum Stichtagskurs erfolgte.

Die sonstigen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

in T€ 31.12.2013 31.12.2012
Finanzinstrumente
Kreditorische Debitoren 0 154
Derivative Finanzinstrumente 0 12
Übrige Finanzinstrumente 189 1.532
189 1.698
Übrige
Passive Rechnungsabgrenzung 2.391 22
Ausstehende Eingangsrechnungen 1.643 2.558
Verbindlichkeiten Personal 3.663 5.707
7.697 8.287
Summe 7.886 9.985

In den sonstigen Verbindlichkeiten werden wie bereits im Vorjahr die Aufwendungen für Personal in Höhe von 3.663 T€ (Vorjahr: 5.707 T€) sowie ausstehende Rechnungen/Leistungen in Höhe von 1.643 T€ (Vorjahr: 2.558 T€) ausgewiesen.

Die Verbindlichkeiten für ausstehende Rechnungen und Leistungen betreffen hauptsächlich Verkaufsprovisionen und noch ausstehende Material- bzw. Fremdleistungsrechnungen. Die Verbindlichkeiten im Personalbereich resultieren im Wesentlichen aus Überstunden, Tantiemen bzw. Bonuszahlungen aus Zielvereinbarungen und Urlaub. Die Veränderung gegenüber dem Vorjahr in Höhe von 2.044 T€ steht im Zusammenhang mit Kosten- und Strukturoptimierungen.

Die sonstigen Verbindlichkeiten haben alle eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Der Anstieg des passiven Rechnungsabgrenzungspostens resultiert zum einen aus der Vorauszahlung von Forschungs- und Entwicklungszuschüssen der Roth & Rau Research AG in Höhe von 1.211 T€ sowie zum anderen aus erhaltenen Mietvorauszahlungen der Roth & Rau B.V. in Höhe von 1.166 T€.

10.5.3 Erhaltene Anzahlungen

Die Position gliedert sich wie folgt:

in T€ 31.12.2013 31.12.2012
Insgesamt 25.413 51.400
Davon fällig vor Ablauf eines Jahres 25.413 51.400
Davon gesichert durch Bankbürgschaften 19.314 14.190
Davon mit Vorräten saldiert 5.174 8.862
Davon mit Forderungen saldiert 7.054 8.600
Davon mit Verbindlichkeiten saldiert 2.099 19.234
Davon auf Passivseite ausgewiesen 11.086 14.704

10.5.4 Kurzfristige Darlehen

Zum Stichtag bestehen kurzfristige Darlehen gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 62 T€ und betreffen die Tilgungsbeträge des Jahres 2014 eines langfristigen Darlehens. Außerdem wurden 45.788 T€ (Vorjahr: 19.231 T€) als kurzfristige Darlehen von der Meyer Burger Technology AG aufgenommen. Wir verweisen auf Kapitel 10.4.1.

10.5.5 Laufende Steuerverbindlichkeiten

Die Position enthält im Wesentlichen die erwarteten Steuernachzahlungen.

10.5.6 Kurzfristige Rückstellungen

in T€ Stand
01.01.2013
Abgang
Entkonsoli
dierung
Verbrauch Auflösung Zuführung Stand
31.12.2013
Sonstige
Rückstellungen
Nacharbeiten 710 0 263 421 1.887 1.913
Garantie 2.577 0 1.266 951 886 1.246
Vertragsabwicklung/
Schadenersatz
6.000 0 0 0 0 6.000
Steuerliche Risiken 6.147 0 0 0 0 6.147
Übrige 7.475 0 1.125 4.862 8.903 10.391
Summe 22.909 0 2.654 6.234 11.676 25.697

Die Berechnung der Gewährleistungsrückstellung basiert auf historischen Gewährleistungsaufwendungen sowie Schätzungen bezüglich der zukünftigen Kosten. In die Höhe der Rückstellung gehen sowohl der tatsächlich angefallene Garantieaufwand der Vergangenheit ein als auch technische Informationen über Produktschwächen, die in der Konstruktions- und Testphase oder bei der Installation des Produkts entdeckt wurden. Der Abfluss der zurückgestellten Beträge wird innerhalb eines Jahres erwartet.

Die Rückstellung für Vertragsabwicklung/ Schadenersatz betrifft Risiken aus Rechtsstreitigkeiten.

Unter den übrigen Rückstellungen werden eine Vielzahl von verschiedenen erkennbaren Einzelrisiken und ungewissen Verpflichtungen erfasst. Die Zuführung von 8.903 T€ resultiert in erster Linie aus einem seitens Roth & Rau gekündigten Fertigungsauftrag und dem damit verbundenem Ausweis von Anzahlungen in Höhe von 6.975 T€ als Rückstellungen. Dem entgegen stehen Auflösungen von Rückstellungen in Höhe von 4.862 T€, welche im Wesentlichen für Risiken aus schwebenden Absatzgeschäften sowie Rückstellungen für drohende Rechtsstreitigkeiten gebildet wurden.

Im Vorjahr stellten sich die kurzfristigen Rückstellungen wie folgt dar:

in T€ Stand
01.01.2012
Abgang
Entkonsoli
dierung
Verbrauch Auflösung Zuführung Stand
31.12.2012
Sonstige
Rückstellungen
Nacharbeiten 1.356 0 531 718 603 710
Garantie 4.288 0 1.806 1.424 1.519 2.577
Vertragsabwicklung/
Schadenersatz
8.100 0 455 1.645 0 6.000
Steuerliche Risiken 6.147 0 0 0 0 6.147
Übrige 10.876 41 1.148 4.997 2.785 7.475
Summe 30.767 41 3.940 8.784 4.907 22.909

10.6 Sonstige Angaben zu den Finanzinstrumenten

Zu den Finanzinstrumenten zählen originäre und derivative Finanzinstrumente.

Die originären Finanzinstrumente umfassen auf der Aktivseite hauptsächlich die Forderungen, die sonstigen finanziellen Vermögenswerte und die liquiden Mittel. Auf der Passivseite enthalten die originären Finanzinstrumente im Wesentlichen die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Verbindlichkeiten.

Der Bestand an originären und derivativen Finanzinstrumenten wird in der Bilanz ausgewiesen. Soweit bei den finanziellen Vermögenswerten Ausfallrisiken erkennbar sind, werden diese Risiken durch Wertberichtigungen erfasst.

Des Weiteren verwendet die Roth & Rau-Gruppe grundsätzlich auch derivative Finanzinstrumente, die zur Absicherung des Währungsrisikos eingesetzt werden. Die eingesetzten Devisentermingeschäfte beziehen sich auf die Kurssicherung wesentlicher Zahlungsströme in Fremdwährung aus dem operativen Geschäft. Die Roth & Rau-Gruppe sichert im Einzelfall in Abhängigkeit von der Bedeutung des Geschäftes Materialeinkäufe bzw. Anlagenverkäufe in Fremdwährung durch Devisentermingeschäfte. Zur Absicherung des Zinsrisikos werden Zinsswaps abgeschlossen, bei denen in festgelegten Zeitabständen die unter Bezugnahme auf einen vorab vereinbarten Nennbetrag ermittelte Differenz zwischen festverzinslichen und variabel verzinslichen Beträgen mit dem Vertragspartner getauscht werden. Mit diesen Zinsswaps wird die zugrunde liegende Verpflichtung

abgesichert. Auf eine Anwendung von Hedge Accounting wurde wie im vorangegangenen Geschäftsjahr verzichtet.

Finanzinstrumente werden zunächst mit ihren Anschaffungskosten bewertet. Wertpapiere und börsennotierte sonstige Beteiligungen, die auf Basis beizulegender Werte gehalten werden, sind zum beizulegenden Zeitwert im Sinne des IAS 39 kategorisiert und erfasst. Wertänderungen werden im Finanzergebnis dargestellt.

Andere Wertpapiere des Finanzmittelfonds werden als "Zur Veräußerung verfügbar" klassifiziert und ebenfalls mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Finanzielle Vermögenswerte, die der Kategorie "Gehalten bis zur Endfälligkeit" zuzuordnen sind, bestehen nicht.

Finanzielle Verbindlichkeiten mit einer festen Laufzeit werden mit ihren fortgeführten Anschaffungskosten nach der Effektivzinsmethode bewertet.

Alle in der Roth & Rau-Gruppe abgeschlossenen derivativen Finanzinstrumente werden zunächst in der Bilanz mit ihren Anschaffungskosten erfasst und in der Folge mit ihrem Marktwert am Bilanzstichtag bewertet.

Veränderungen des Marktwertes von Derivaten werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die Marktwerte der Devisentermingeschäfte werden auf der Basis anerkannter Modelle ermittelt. Die Marktwerte der Zinssicherungsinstrumente werden auf Basis abgezinster zukünftig erwarteter Cash Flows ermittelt.

In Abhängigkeit vom Marktwert am Bilanzstichtag werden derivative Finanzinstrumente als sonstiger finanzieller Vermögenswert (bei positivem Marktwert) oder als finanzielle Verbindlichkeit (bei negativem Marktwert) ausgewiesen.

Nominalwert Positiver Marktwert Negativer Marktwert
in T€ 31.12.2013 31.12.2012 31.12.2013 31.12.2012 31.12.2013 31.12.2012
Devisenterminkontrakte
und Devisenoptionen
(Laufzeit kürzer 1 Jahr)
0 3.002 0 83 0 0
Zinsswaps 0 400 0 0 0 12
Summe 0 3.402 0 83 0 12

Die im Vorjahr bestehenden Devisenterminkontrakte und Zinsswaps liefen im Berichtsjahr ab.

10.6.1 Buch- und beizulegende Zeitwerte von Finanzinstrumenten

Die folgende Tabelle stellt die Buch- und beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente, welche dem Anwendungsbereich des IFRS 7 unterliegen, dar. Der beizulegende Zeitwert eines Finanzinstruments ist der Preis, zu dem eine Partei die Rechte und/oder Pflichten aus diesem Finanzinstrument von einer unabhängigen anderen Partei übernähme.

31.12.2013
in T€ Buchwerte Fair Value
Kategorie zu Handels
zwecken
gehalten
(Held for
Trading)
(Available for sale) zur Veräußerung
verfügbar
Kredite und
Forderungen
(Loans and
receivables)
Summe
Bewertungsmaßstab Fair value
(erfolgs
wirksam)
at cost
(Anschaf
fungs
kosten)
Fair
value
at cost
(Anschaff
ungskosten)
Klasse
AKTIVA
Forderungen aus
Versicherungs
verträgen
0 0 0 499 499 499
afs-Wertpapiere 0 0 848 0 848 848
Kautionen 0 0 0 10 10 10
Forderung aus
Auftragsfertigung
0 0 0 207 207 207
Forderungen aus
Lieferungen u.
Leistungen
0 0 0 15.501 15.501 15.501
Sonstige
Forderungen
0 0 0 1.247 1.247 1.247
Zahlungsmittel und
Zahlungsmittel
äquivalente
0 0 0 11.551 11.551 11.551

Die zur Veräußerung verfügbaren Wertpapiere betreffen Aktien der Meyer Burger Technology AG, die im Rahmen eines Mitarbeiteraktien-Beteiligungsprogrammes erworben wurden.

31.12.2013

in T€ Buchwerte Fair Value
Kategorie zu other liabilities
Handelszwecken
gehalten (Held for Summe
Trading)
Bewertungsmaßstab Fair value at amortised cost
(erfolgswirksam) (fortgeführte
Anschaffungs
kosten)
Klasse
PASSIVA
Langfristige verzinsliche Darlehen 0 3.115 3.115 3.147
Kurzfristige verzinsliche Darlehen 0 45.788 45.788 45.788
Verbindlichkeiten aus 0 13.603 13.603 13.603
Lieferungen und Leistungen
Übrige sonstige Verbindlichkeiten 0 189 189 189
Zinsbezogene Derivate - Non
Hedge
0 0 0 0

Im Vorjahr stellten sich die Finanzinstrumente wie folgt dar:

31.12.2012
in T€ Buchwerte Fair Value
Kategorie zu Handels
zwecken
gehalten
(Held for
Trading)
zur Veräußerung
Kredite und
verfügbar
Forderungen
(Available for sale)
(Loans and
receivables)
Summe
Bewertungsmaßstab Fair value
(erfolgs
wirksam)
at cost
(Anschaf
fungs
kosten)
Fair
value
at cost
(Anschaff
ungskosten)
Klasse
AKTIVA 0 0 0 0 0
Anteile an nicht
konsolidierten
verbundenen
Unternehmen
0 0 0 455 455 455
Forderungen aus
Finanzierungen
0 0 380 0 380 380
Kautionen 0 0 0 36 36 36
Forderung aus
Auftragsfertigung
0 0 0 2.099 2.099 2.099
Forderungen aus
Lieferungen u.
Leistungen
0 0 0 14.997 14.997 14.997
Sonstige
Forderungen
0 0 565 0 565 565
Währungsbezogene
Derivate - Non-Hedge
83 0 0 0 83 83
Zinsbezogene
Derivate Non-Hedge
0 0 0 0 0 0
Zahlungsmittel und
Zahlungsmittel
äquivalent
0 0 0 22.313 22.313 22.313

31.12.2012

in T€ Buchwerte Fair Value
Kategorie zu
Handelszwecken
gehalten (Held for
Trading)
other liabilities Summe
Bewertungsmaßstab Fair value
(erfolgswirksam)
at amortised cost
(fortgeführte
Anschaffungs
kosten)
Klasse
PASSIVA 0 0 0
Langfristige verzinsliche Darlehen 0 3.125 3.125 3.284
Kurzfristige verzinsliche Darlehen 0 19.631 19.631 19.631
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen
0 15.786 15.786 15.786
Übrige sonstige Verbindlichkeiten 0 9.535 9.535 9.535
Zinsbezogene Derivate - Non
Hedge
12 0 12 12

Die beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente wurden auf der Basis der am Bilanzstichtag zur Verfügung stehenden Marktinformationen und der nachstehend dargestellten Methoden und Prämissen ermittelt.

Forderungen aus Auftragsfertigung und Lieferungen und Leistungen sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente: Aufgrund der kurzen Laufzeiten dieser Finanzinstrumente wird angenommen, dass die beizulegenden Zeitwerte den Buchwerten entsprechen.

Übrige finanzielle Vermögenswerte: Die zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte beinhalten:

Zum beizulegenden Zeitwert bewertete Eigenkapitalanteile. Die zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Eigenkapitalanteile wurden anhand der zum 31. Dezember festgestellten Börsenkurse bewertet.

Zu Anschaffungskosten bewertete Eigenkapitalanteile. Für zu Anschaffungskosten bewertete Eigenkapitalanteile konnten keine beizulegenden Zeitwerte ermittelt werden, da Börsen- oder Marktwerte nicht vorhanden waren. Hierbei handelt es sich um Anteile an nicht börsennotierten Unternehmen, bei denen keine Indikatoren einer dauerhaften Wertminderung zum Bilanzstichtag vorlagen und infolge nicht zuverlässig bestimmbarer Cash Flows auf eine Bewertung mittels Diskontierung von erwarteten Cash Flows verzichtet wurde.

Die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte beinhalten derivative Finanzinstrumente, die nicht in ein Hedge Accounting einbezogen sind. Sonstige Forderungen und Vermögenswerte: Diese Finanzinstrumente werden zu Anschaffungskosten bilanziert. Aufgrund der kurzen Laufzeiten dieser Finanzinstrumente wird angenommen, dass die beizulegenden Zeitwerte den Buchwerten entsprechen.

Finanzierungsverbindlichkeiten: Die Darlehen werden mit ihrem Rückzahlungsbetrag ausgewiesen. Die beizulegenden Zeitwerte der Darlehen werden als Barwerte der zukünftig erwarteten Cash Flows ermittelt. Zur Diskontierung werden marktübliche Zinssätze bezogen auf die entsprechenden Fristigkeiten verwendet.

Verbindlichkeiten aus Auftragsfertigung und Lieferungen und Leistungen: Es wird angenommen, dass die beizulegenden Zeitwerte aufgrund der kurzen Laufzeiten den Buchwerten entsprechen.

Übrige finanzielle Verbindlichkeiten: Die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten beinhalten derivative Finanzinstrumente, die nicht in ein Hedge Accounting einbezogen sind. Die beizulegenden Zeitwerte der Zinssicherungsinstrumente (Zinsswap) wurden auf Basis abgezinster, zukünftig erwarteter Cash Flows ermittelt; dabei wurden die für die Restlaufzeiten der Finanzinstrumente geltenden Marktzinssätze verwendet.

Bei den derivativen Finanzinstrumenten handelt es sich vor allem um derivative Währungssicherungskontrakte. Die beizulegenden Zeitwerte von Devisentermingeschäften wurden auf der Basis abgezinster zukünftig erwarteter Cash Flows ermittelt; dabei wurden die für die Restlaufzeiten der Finanzinstrumente geltenden Marktzinssätze verwendet.

Bei den übrigen sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten wurde aufgrund der kurzen Laufzeiten dieser Finanzinstrumente angenommen, dass die beizulegenden Zeitwerte den Buchwerten entsprechen.

Fair Value Hierarchie 2013
2012
in T€ Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Gesamt Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Gesamt
Finanzielle Vermögenswerte
Zu Handelszwecken gehalten 0 0 0 0 0 83 0 83
Zur Veräußerung verfügbar 848 0 0 848 380 0 0 380
Finanzielle Verbindlichkeiten
Zu Handelszwecken gehalten 0 0 0 0 0 12 0 12

Die Fair Values setzen sich wie folgt zusammen:

Bewertungsstufe 1: Unveränderte Übernahme von Preisen von aktiven Märkten für identische finanzielle Vermögenswerte oder finanzielle Verbindlichkeiten.

Bewertungsstufe 2: Verwendung von Inputfaktoren, bei denen es sich nicht um die in Stufe 1 berücksichtigten notierten Preise handelt, die sich aber für den finanziellen Vermögenswert oder die finanzielle Verbindlichkeit entweder direkt (d. h. als Preis) oder indirekt (d. h. in Ableitung von Preisen) beobachten lassen.

Bewertungsstufe 3: Verwendung von nicht auf beobachtbaren Marktdaten basierenden Faktoren für die Bewertung des finanziellen Vermögenswerts oder der finanziellen Verbindlichkeit (nicht beobachtbare Inputfaktoren).

10.6.2 Nettogewinn oder -verluste

in T€ 2013 2012
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete
finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten
-14 0
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 17 -192
Kredite und Forderungen 12.698 1.979
Zu Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 0 0

Die Nettogewinne (+) und -verluste (-) der "Zur Veräußerung verfügbaren" finanziellen Vermögenswerte sowie der "Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert" bewerteten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten beinhalten die Ergebnisse aus Marktwertänderungen. Die Nettogewinne bzw. -verluste aus "Krediten und Forderungen" beinhalten im Wesentlichen Ergebnisse aus Wertminderungen und Zuschreibungen sowie auch Zinsaufwendungen bzw. Zinserträge aus diesen Finanzinstrumenten.

10.6.3 Gesamtzinsertrag und -aufwand

Die Gesamtzinserträge und -aufwendungen der fortgeführten Aktivitäten für finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten, die nicht erfolgswirksam mit den beizulegenden Zeitwerten bewertet wurden, stellen sich wie folgt dar:

in T€ 2013 2012
*
Gesamtzinsertrag
Gesamtzinsaufwand
309
2.177
912
1.085
* Vorjahreswerte angepasst

In den Zinserträgen sind Erträge aus wertgeminderten finanziellen Vermögenswerte in Höhe von 5 T€ (Vorjahr: 555 T€) enthalten.

11 Erläuterungen zu den einzelnen Posten der Gewinn- und Verlustrechnung

11.1 Umsatzerlöse

Die Gesellschaft erfasst die Umsätze übereinstimmend mit dem IAS 11 und IAS 18. Im Geschäftsjahr 2013 wurde ein Konzernumsatz in Höhe von 76.958 T€ (2012: 154.058 T€) erzielt. Darin enthalten sind Umsätze aus Auftragsfertigung nach IAS 11 mit 740 T€ (2012: 8.807 T€). Die Umsatzerlöse haben sich gegenüber dem Vorjahr aufgrund des bis zum dritten Quartal 2013 anhaltend schwachen Marktumfelds im Segment Photovoltaik um 50,0 % reduziert. Die Aufteilung der Umsatzerlöse nach Segmenten und Regionen ist in Kapitel 9 dargestellt.

11.2 Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen

Die Reduzierung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen beträgt 3.374 T€ nach 36.561 T€ im Vorjahr. Auf unfertige Erzeugnisse wurden Abwertungen in Höhe von 2.661 T€ vorgenommen.

11.3 Aktivierte Eigenleistungen

Die aktivierten Eigenleistungen in Höhe von 1.262 T€ (Vorjahr: 2.993 T€) umfassen neben den Herstellungskosten für eigene Anlagen und Maschinen auch die aktivierten Entwicklungskosten. In den Herstellungskosten sind die direkt zuordenbaren Personalaufwendungen enthalten.

Aktivierte Entwicklungskosten fielen in Höhe von 446 T€ (2012: 158 T€) an und betreffen im Wesentlichen die Technologieentwicklung im Bereich Heterojunction. Außerdem wurden unter den Anlagen im Bau Eigenleistungen in Höhe von 816 T€ (Vorjahr: 2.835 T€) aktiviert, welche den Bau von Forschungs- und Entwicklungsanlagen der Serie HELiA (Heterojunction) betreffen.

in T€ 2013 2012
Aktivierte Eigenleistungen für Entwicklungsprojekte 446 158
Aktivierte Eigenleistungen für eigengenutzte Anlagen 816 2.835
Summe 1.262 2.993

11.4 Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge setzen sich wie folgt zusammen:

in T€ 2013 2012
*
Erträge aus Währungsdifferenzen 430 1.012
Periodenfremde Erträge 235 917
Erträge aus dem Verkauf von Geschäftsanteilen /-aktivitäten 0 4.416
Herabsetzung von Forderungswertberichtigungen 0 1.628
Erträge aus Vermietung 618 42
Erträge aus Rückdeckungsversicherungen 17 211
Verrechnete Sachbezüge 338 268
sonstige Erträge 4.871 1.939
Summe 6.509 10.433

*Vorjahreswerte angepasst

Im Vorjahr wurden die Erträge aus dem Erhalt von Aufwandszuschüssen in den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen. Der Ausweis wurde geändert und erfolgt nun in den jeweiligen Aufwandspositionen, in denen die geförderten Kosten ausgewiesen wurden (siehe dazu Kapitel 7.4). Daher wurden die sonstigen betrieblichen Erträge aus dem Vorjahr um 1.807 T€ niedriger ausgewiesen.

Die sonstigen betrieblichen Erträge waren im Wesentlichen beeinflusst durch den Verkauf von Sachanlagen und von zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten.

11.5 Materialaufwand

Summe 43.608 49.658
Aufwendungen für bezogene Leistungen 6.825 8.859
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- u. Betriebsstoffe und bezogene Waren 36.783 40.799
in T€ 2013 *
2012

* Vorjahreswerte angepasst

Im Vorjahr wurden die Aufwendungen für Leiharbeiter sowie die forschungs- und entwicklungsbezogenen Materialaufwendungen in den Materialaufwendungen ausgewiesen. Der Ausweis wurde geändert und erfolgt nun in den Personalkosten bzw. in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen. Ferner wurden die Transportkosten für Maschinen und Anlagen in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst. Dieser Ausweis wurde ebenfalls geändert und erfolgt nun in den Materialaufwendungen. Daher wurde der Materialaufwand des Vorjahres angepasst und jetzt um 6.424 T€ niedriger ausgewiesen.

In den Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und bezogene Waren sind in erster Linie Komponenten für den Anlagenbau enthalten. Die Reduzierung der Materialaufwendungen ist hierbei vor allem auf den erneuten Rückgang des Produktionsvolumens an den Standorten Hohenstein-Ernstthal und Eindhoven zurückzuführen.

11.6 Personalaufwand

Die Zusammensetzung des Personalaufwands ist aus der folgenden Tabelle ersichtlich.

in T€ 2013 2012
*
Löhne und Gehälter 36.162 46.977
Soziale Abgaben 6.175 7.881
Aufwendungen für Altersversorgung 1.225 1.085
Leiharbeiter 2.247 4.648
Summe 45.809 60.591

* Vorjahreswerte angepasst

Im Vorjahr wurden die Kosten für Leiharbeiter im Materialaufwand unter Aufwendungen für bezogene Leistungen ausgewiesen. Der Ausweis wurde geändert und erfolgt nun im Personalaufwand. Aufwandszuschüsse wurden in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst. Der Ausweis wurde ebenfalls geändert und erfolgt nun in den jeweiligen Aufwandspositionen (siehe dazu Kapitel 7.4). Daher wurde der Personalaufwand des Vorjahres angepasst und wird jetzt um 3.368 T€ höher ausgewiesen. Bewertungsänderung aufgrund der retrospektiven Anwendung von IAS 19 führten im Vorjahr zu einer Reduzierung der Aufwendungen für Altersversorgung um 195 T€.

Die Personalaufwendungen konnten gegenüber den Vorjahren wiederholt reduziert werden. Dies resultierte vor allem aus der Durchführung der Kosten- und Strukturmaßnahmen im Rahmen von CRiSP. Die Zahl der Mitarbeiter sank konzernweit um 98 auf 800.

Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung wurden in Höhe von 3.509 T€ (Vorjahr: 4.073 T€) gezahlt.

Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter während des Geschäftsjahres 2013 betrug 848 (Vorjahr: 939). Von den am Bilanzstichtag 800 angestellten Mitarbeitern (Vorjahr: 898) waren wie folgt beschäftigt:

per
31.12.2013
Durchschnitt2013 per
31.12.2012
Durchschnitt2012
Produktion 311 334 375 410
Forschung und Entwicklung 187 202 193 201
Service 105 117 114 118
Vertrieb 57 59 53 50
Verwaltung (ohne Vorstände) 107 107 137 133
Summe 767 819 872 912
Auszubildende 33 29 26 27
Gesamt 800 848 898 939

Zum Stichtag bestand keine at-equity Beteiligung mehr. Demnach wurden keine Mitarbeiter einbezogen (Vorjahr: 1).

11.7 Abschreibungen

in T€ 2013 2012
Immaterielle Vermögenswerte 5.292 4.954
Sachanlagen 6.182 7.531
Entwicklungskosten 7.592 9.911
Summe 19.066 22.396

Die Abschreibungen reduzierten sich im Vorjahresvergleich von 22.396 T€ auf 19.066 T€.

Auf immaterielle Vermögenswerte wurden insgesamt 12.884 T€ (2012: 14.865 T€) abgeschrieben. Diese setzen sich aus planmäßigen Abschreibungen in Höhe von 10.015 T€ (2012: 10.767 T€) und außerplanmäßigen Abschreibungen in Höhe von 2.869 T€ (2012: 4.098 T€) zusammen. Die außerplanmäßigen Abschreibungen resultieren aus der Wertminderung des Goodwill der AIS Automation Dresden GmbH im Segment Specialised Technologies.

Die Abschreibungen auf Sachanlagen in Höhe von insgesamt 6.182 T€ (2012: 7.531 T€) betreffen ausschließlich planmäßige Abschreibungen.

Für eine detaillierte Zusammensetzung verweisen wir auf den Anlagenspiegel der Roth & Rau-Gruppe (Kapitel 10.1. ff).

11.8 Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:

in T€ 2013 2012
*
Materialkosten für Forschung- und Entwicklung 1.149 2.191
Raumkosten 4.773 4.927
Versicherungen, Beiträge und Abgaben 1.317 1.200
Reparaturen und Instandhaltungen 1.428 1.165
Fahrzeugkosten 1.214 1.575
Werbe- und Reisekosten 3.744 5.926
Kosten der Warenabgabe 2 -1.131
Verluste aus Wertminderungen des Umlaufvermögens 348 7.176
Periodenfremde Aufwendungen 69 754
Rechts- und Beratungskosten 2.753 2.020
Währungsdifferenzen 524 843
sonstige Aufwendungen im Rahmen der gewöhnlichen
Geschäftstätigkeit
8.791 11.205
Summe 26.112 37.851

* Vorjahreswerte angepasst

Im Vorjahr wurden die Transportkosten für Anlagen und Maschinen in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. Dieser Ausweis wurde nun geändert und erfolgt unter den Materialaufwendungen. Aufwandszuschüsse wurden in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst. Der Ausweis wurde ebenfalls geändert und erfolgt nun in den jeweiligen Aufwandspositionen. Außerdem wurden die forschungs- und entwicklungsbezogenen Materialaufwendungen in den Materialaufwendungen erfasst. Dieser Ausweis wurde nun geändert und erfolgt unter den sonstigen

betrieblichen Aufwendungen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen des Vorjahres werden daher um 1.249 T€ höher ausgewiesen.

Im Vergleich zum Geschäftsjahr 2012 ist eine weitere Reduzierung der sonstigen betrieblichen Aufwendungen von 37.851 T€ um 11.739 T€ auf 26.112 T€ gelungen.

Die Werbe- und Reisekosten konnten um 2.182 T€ gesenkt werden. Dies entspricht einer Veränderung zum Vorjahr von -36,8%. Dieser Rückgang begründet sich einerseits aus der Reduzierung des Kreises der konsolidierten Gesellschaften sowie andererseits durch Einsparmaßnahmen.

Im Geschäftsjahr 2013 wurden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in einer Gesamthöhe von 868 T€ (2012: 3.412 T€) einzelwertberichtigt (vgl. Kapitel 10.2.3).

Die Rechts- und Beratungskosten enthalten neben den laufenden Aufwendungen z.B. für Vertragsprüfung vor allem Kosten im Zusammenhang mit der vor dem Landgericht Hamburg anhängigen Klage der Conergy Solar Module GmbH & Co. KG.

In den sonstigen Aufwendungen in Höhe von 8.791 T€ (2012: 11.205 T€) sind Aufwendungen aus dem Verkauf von Sachanlagen in Höhe von 6.241 T€ enthalten. Ferner wurde die Auflösung von Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften in Höhe von 4.419 T€ berücksichtigt. Für Dienstleistungen der Holdinggesellschaft des Mehrheitsaktionärs (v.a. Dienstleistungen zur Geschäftsentwicklung, Finanzberatung sowie für Corporate Communication) im Rahmen der entsprechenden Verträge mit der Meyer Burger Technology AG entstanden Aufwendungen in Höhe von 3.665 T€.

11.9 Finanzergebnis

in T€ 2013 2012
*
Kursgewinne aus zur Veräußerung gehaltenen Wertpapieren 276 0
Zinserträge 33 912
Summe 309 912
Zinsaufwendungen -2.177 -1.085
Avalprovisionen -31 -58
Abwertung von zur Veräußerung gehaltenen Wertpapieren -26 -390
Summe -2.234 -1.533
Gesamt -1.925 -621

* Vorjahreswerte angepasst

Die Zinserträge in Höhe von 309 T€ (2012: 912 T€) beinhalten die Wertaufholung der im Vorjahr abgewerteten Aktien der Meyer Burger Technology AG, welche im Rahmen des Mitarbeiteraktienprogramms gehalten werden, in Höhe von 276 T€. Die Zinsaufwendungen in Höhe von 2.177 T€ (2012: 1.085 T€) waren im Wesentlichen durch Zinsen für die bei der Meyer Burger Technology aufgenommen kurzfristigen Darlehen über 45.788 T€ sowie für die Schuldscheindarlehen über 2.000 T€ gekennzeichnet. Avalprovisionen fielen in Höhe von 31 T€ (2012: 58 T€) an.

Bewertungsänderung aufgrund der retrospektiven Anwendung von IAS 19 führten im Vorjahr zu einer Erhöhung der Zinserträge um 4 T€ und der Zinsaufwendungen um 12 T€.

11.10 Ertragsteuern

in T€ 2013 2012
Laufender Steuerertrag (Vorjahr: Steueraufwand) -56 1.479
Latenter Steuerertrag -669 -1.245
Summe -725 234

Die Ertragsteuern auf das Ergebnis enthalten laufende und latente Steuern.

In der nachfolgenden Überleitungsrechnung werden die Unterschiede zwischen dem tatsächlich gebuchten Ertragssteueraufwand und dem erwarteten Ertragssteueraufwand ausgewiesen. Der erwartete Ertragssteueraufwand ergibt sich aus dem Ergebnis vor Ertragsteuern multipliziert mit dem erwarteten Steuersatz. Der erwartete Ertragssteuersatz beinhaltet die deutsche Körperschaftsteuer, den Solidaritätszuschlag sowie die Gewerbesteuer und wird im Berichtsjahr mit 29,2 % (Vorjahr: 29,2 %) angesetzt.

Überleitung des Steueraufwands

in T€ 2013 2012
Ergebnis vor Steuern -55.166 -40.381
Erwarteter Steuerertrag mit 29,2 % 16.109 11.791
Veränderung des erwarteten Steueraufwandes
Steuererhöhung (-)/-minderungen (+) für Vorjahre 417 -391
Steuereffekte aus Goodwill-Abschreibung -838 0
Effekt aus Entkonsolidierung -85 4.059
Effekt aus
nicht angesetzten aktiven latenten Steuern
-16.324 -9.824
Effekt aus bisher nicht angesetzten latenten Steuern auf
Verlustvorträge 0 430
Änderung Steuersatz 0 0
Unterschied zwischen Konzern-
und lokalem Steuersatz
437 -1.007
Steuereffekte auf steuerfreie Erträge 6.674 977
Steuereffekte auf nicht abzugsfähige Betriebsausgaben -6.638 -2.602
Latente Steuern aus nicht mehr nutzbaren Verlustvorträgen -860 -3.739
Sonstige Steuereffekte 1.833 72
Tatsächlicher Steuerertrag (Vorjahr: Steueraufwand) 725 -234

Wir verweisen hierzu auf Kapitel 7.5.3 und 10.4.2.

11.11 Ergebnis je Aktie

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie wird ermittelt als Quotient aus dem den Anteilseignern zustehenden Ergebnis und dem gewichteten Durchschnitt der während des Geschäftsjahres in Umlauf befindlichen Aktienanzahl.

in € 2013 2012
*
Periodenfehlbetrag -54.441.371,00 -40.428.609,00
Konzernergebnis -54.441.371,00 -40.428.609,00
Durchschnittliche Anzahl der Aktien 16.207.045 16.207.045
Ergebnis je Aktie in € -3,36 -2,49
*
Vorjahreswerte angepasst

Das Konzernergebnis per 31. Dezember 2013 beträgt -54.441.371,00 € (2012: -40.428.609,00 €). Demgemäß ergibt sich nach IAS 33 ein unverwässertes Ergebnis je Aktie von -3,36 € (31. Dezember 2012: -2,49 €).

Weder zum 31. Dezember 2013 noch zum 31. Dezember 2012 standen Aktien aus, die den Gewinn pro Aktie hätten verwässern können.

12 Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung

Die Kapitalflussrechnung zeigt die Herkunft und Verwendung der Zahlungsströme im Geschäftsjahr 2013 im Vergleich zum Vorjahr. Dabei werden Zahlungsströme aus der betrieblichen Tätigkeit sowie aus Investitions- und Finanzierungstätigkeit unterschieden.

Der Finanzmittelfonds umfasst die in der Bilanz ausgewiesenen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente.

Der Zahlungsmittelbestand hat sich gegenüber dem Vorjahr um 10.762 T€ auf 11.551 T€ reduziert.

Das Konzern-Ergebnis beträgt -54.441 T€. Unter Berücksichtigung der Abschreibungen und der weiteren nicht zahlungswirksamen Erträge und Aufwendungen ergibt sich ein Cash Flow in Höhe von -23.265 T€. In den Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens in Höhe von 19.066 T€ sind außerplanmäßige Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände von 2.869 T€ enthalten. Die Verluste aus dem Abgang von immateriellen Vermögenswerten sowie Sachanlagen in Höhe von 6.535 T€ enthalten in erster Linie den Verkauf von Demonstrationsmaschinen an verbundene Unternehmen. Die nicht zahlungswirksamen Aufwendungen in Höhe von 5.867 T€ betreffen im Wesentlichen die Wertberichtigung des Umlaufvermögens. Die Veränderung der latenten Steuern in Höhe von -660 T€ resultierte aus der Reduzierung der aktiven latenten Steuern aufgrund wahrscheinlich nicht mehr nutzbarer steuerlicher Verlustvorträge. Bedingt durch die Zuführung zu den Pensionsrückstellungen und den Rückstellungen für das Mitarbeiterbeteiligungsprogramm ergaben sich Veränderungen der langfristigen Rückstellungen in Höhe von 380 T€. In den Zahlungsströmen der operativen Geschäftstätigkeit des Geschäftsjahres sind 462 T€ (Vorjahr: 565 T€) gezahlte Zinsen und 28 T€ (Vorjahr: 146 T€) erhaltene Zinsen enthalten. Ertragsteuern wurden in Höhe von 539 T€ (Vorjahr: 717 T€) gezahlt. Steuerrückerstattungen erfolgten in Höhe von 1.895 T€ (Vorjahr: 0 T€).

Die Veränderung des Working Capital um –7.614 T€ (Vorjahr: 13.177 T€) resultiert aus Mittelabflüssen aus den erhaltenen Anzahlungen, den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie den sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von 14.210 T€, denen Mittelzuflüsse aus der Reduzierung der Vorräte, der Abnahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie der sonstigen Vermögenswerte in Höhe von insgesamt 6.593 T€ gegenüberstehen. Der Cash Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit belief sich auf -30.882 T€ (Vorjahr: -4.612 T€).

Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit lag bei 5.558 T€ (Vorjahr: 18.196 T€). Insgesamt wurden 6.387 T€ (Vorjahr: 14.934 T€) in das Anlagevermögen investiert. Davon entfielen 649 T€ (Vorjahr: 919 T€) auf Investitionen in immaterielle Vermögenswerte. Darin enthalten sind aktivierte Entwicklungskosten von 409 T€ (Vorjahr: 210 T€) sowie gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte in Höhe von 240 T€ nach 708 T€ im Vorjahr. Für Investitionen in das Sachanlagevermögen wurden 5.738 T€ (Vorjahr: 14.015 T€) ausgegeben. Dies betraf im Wesentlichen die Installation eines

Reinraums am Standort Hohenstein-Ernstthal sowie die Herstellung von Forschungs- und Entwicklungsanlagen für die Heterojunction-Technologie. Der Zufluss der Zahlungsmittel aus dem Verkauf der 50%-igen Geschäftsanteile an der Cober Muegge LLC betrug 100 T€. Desweiteren wurde die als Finanzinvestition gehaltene Immobilie "Gewerbering 10" im Berichtsjahr veräußert. Daraus ergab sich eine Einzahlung von 139 T€. Aus dem Verkauf von Sachanlagen konnten ferner Zuflüsse in Höhe von 590 T€ erzielt werden.

Der Mittelzufluss aus Finanzierungstätigkeit in Höhe von 25.679 T€ (Vorjahr: 15.140) resultiert aus der Aufnahme von Darlehen bei der Meyer Burger Technology AG in Höhe von 26.158 T€. Ferner wurden Kredite in Höhe von 10 T€ (Vorjahr: 3.712 T€) getilgt. Zusätzlich ergab sich im Geschäftsjahr 2013 im Zusammenhang mit dem Erwerb von Aktien der Meyer Burger Technology AG im Rahmen des Mitarbeiterbeteiligungsprogramms ein Mittelabfluss von 469 T€.

13 Sonstige Angaben

13.1 Zielsetzung und Methoden des Finanzrisikomanagements

13.1.1 Risikomanagement

Der Vorstand hat ein Risikomanagementsystem festgelegt, das einen bewussten und kontrollierten Umgang mit Risiken ermöglicht und fest in die vorhandenen Organisations-, Berichts- und Führungsstrukturen eingebunden ist. Änderungen im Risikomanagement haben sich im Berichtsjahr nicht ergeben.

Die wesentlichen durch die Roth & Rau-Gruppe verwendeten finanziellen Verbindlichkeiten – mit Ausnahme derivativer Finanzinstrumente – umfassen verzinsliche Darlehen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten. Der Hauptzweck dieser finanziellen Verbindlichkeiten ist die Finanzierung der Geschäftstätigkeit des Konzerns. Der Konzern verfügt über Forderungen aus ausgereichten Darlehen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen sowie Zahlungsmittel und kurzfristige Einlagen, die unmittelbar aus seiner Geschäftstätigkeit resultieren. Der Konzern verfügt darüber hinaus über zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte und schließt derivative Finanzgeschäfte ab.

Die Roth & Rau-Gruppe ist Kredit-, Liquiditäts- und Marktrisiken ausgesetzt.

Die Steuerung dieser Risiken obliegt dem Management des Konzerns. Das Risikomanagementsystem bei Roth & Rau baut auf entsprechend definierten organisatorischen Abläufen und Genehmigungsverfahren auf. Als Grundlage dient das für alle Mitarbeiter verbindliche "Handbuch für das Risikomanagement", das als Arbeitsanweisung integraler Bestandteil des Qualitätsmanagements ist. Das Qualitätsmanagement ist wiederum nach ISO 9001:2000 zertifiziert. Halbjährlich werden in allen operativen Abteilungen Einzelrisiken unter Heranziehung von vordefinierten Risikokategorien identifiziert und hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und der möglichen Schadenshöhe bewertet. Nach demselben Verfahren werden Projektrisiken bereits ab der Akquisitionsphase analysiert und bewertet. Das Risikomanagement sieht drei Risikoklassen vor, die zu einer abgestuften Berichterstattung verpflichten. Je nach Risikoklasse wird die Entscheidung über diese Maßnahmen auf der operativen Leitungsebene oder direkt durch den Vorstand getroffen. Alle Mitarbeiter sind bezüglich potenzieller Risiken sensibilisiert und zu entsprechender Berichterstattung aufgefordert. Auf Grundlage dieser Einzelbewertungen werden halbjährlich Gesamtreportings erstellt, die es dem Vorstand ermöglichen, die aktuelle Risikosituation zu kontrollieren und zu bewerten. Entsprechend dieser Bewertung unterrichtet der Vorstand kontinuierlich auch den Aufsichtsrat.

Damit ist sichergestellt, dass die mit Finanzrisiken verbundenen Tätigkeiten des Konzerns in Übereinstimmung mit den entsprechenden Richtlinien und Verfahren durchgeführt werden und, dass Finanzrisiken entsprechend dieser Richtlinien und unter Berücksichtigung der Risikobereitschaft der Roth & Rau-Gruppe identifiziert, bewertet und gesteuert werden. Handel mit Derivaten zu spekulativen Zwecken wird entsprechend den konzerninternen Richtlinien nicht betrieben. Die Richtlinien zur Steuerung der im Folgenden dargestellten Risiken werden von der Unternehmensleitung geprüft und beschlossen.

Zu den wichtigsten finanzwirtschaftlichen Zielen der Roth & Rau-Gruppe zählen die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes im Interesse von Investoren, Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten bei gleichzeitiger Wahrung und Sicherstellung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit. Dieses Ziel soll durch eine Fokussierung auf die Profitabilität wesentlich unterstützt werden. Bei allen unternehmerischen Entscheidungen hat die Steigerung der Ertragskraft und als Folge davon die Erhöhung der Verzinsung des eingesetzten Kapitals einen hohen Stellenwert.

Für die Roth & Rau-Gruppe hat bei dieser Form des Kapitalmanagements die Schaffung von betriebsnotwendigen Liquiditätsreserven eine sehr große Bedeutung. Außerdem ist die Beibehaltung einer ausreichenden Eigenkapitalausstattung eine wichtige Voraussetzung, um die bestehende Unternehmensstrategie konsequent fortzusetzen. Die Liquiditätsreserven werden fortlaufend auf Basis der kurz- und mittelfristigen Liquiditätsplanung gesteuert. Die Kapitalstruktur wird regelmäßig auf Basis verschiedener Kennzahlen überwacht.

Die gegebene Kapitalstruktur bildet auch weiterhin eine grundsätzlich ausreichende Basis zur Finanzierung der bestehenden Unternehmensstrategie.

13.1.2 Kreditrisiko

Kreditrisiko ist das Risiko, dass ein Geschäftspartner seinen Verpflichtungen im Rahmen eines Finanzinstruments oder Kundenrahmenvertrags nicht nachkommt und dies zu einem finanziellen Verlust führt. Die Roth & Rau-Gruppe ist im Rahmen ihrer operativen Geschäftstätigkeit Ausfallrisiken (insbesondere ergeben sich Risiken aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen) sowie Risiken im Rahmen der Finanzierungstätigkeit, einschließlich Einlagen bei Banken und Finanzinstituten, Devisengeschäften und sonstigen Finanzinstrumenten ausgesetzt.

Kreditrisiko aus Forderungen: Mit Blick auf das anspruchsvolle wirtschaftliche Gesamtumfeld in der Photovoltaikindustrie hat sich die Bonität und Zahlungsfähigkeit einer Vielzahl von Kunden und Lieferanten teilweise signifikant verschlechtert. Vor Auftragsannahme sind entsprechend intensive Bonitätsprüfungen unerlässlich, um Zahlungsverzögerungen und -ausfälle zu vermeiden. Bei der Annahme von Neuaufträgen strebt die Roth & Rau-Gruppe grundsätzlich eine Besicherung mittels Akkreditiv oder vergleichbarer Instrumente an, welche durch international agierende Finanzinstitute gestellt werden. Bestandskunden mit einer schwächeren Bonität werden im Rahmen des Forderungsmanagements eng begleitet. Das Kreditrisiko aus Forderungen gegen Kunden wird von der entsprechenden Geschäftseinheit basierend auf den Richtlinien, Verfahren und Kontrollen der Gruppe für das Kreditrisikomanagement bei Kunden gesteuert.

Ausstehende Forderungen gegenüber Kunden werden regelmäßig überwacht. Zum Bilanzstichtag bestehen Akkreditive in Höhe von 3.015 T€.

Auf einen Forderungsbestand von 33.796 T€ (Vorjahr: 45.986 T€) vor Wertberichtigung wurden Wertberichtigungen von 18.296 T€ (Vorjahr: 30.989 T€) gebildet.

Das maximale Ausfallrisiko stellen die unter Kapitel 10.2.3. dargestellten Buchwerte der entsprechenden Forderungen dar.

In Verzug befindliche Forderungen, die aber noch keinen Wertberichtigungsbedarf haben, sind aus dem nachfolgenden Fälligkeitsspiegel, gegliedert nach der Dauer des Zahlungsverzugs, ersichtlich.

Summe
Forderungen
Weder
überfällig
Überfällig, aber nicht wertgemindert in
Tagen
in T€ ohne Wert
minderungen
noch
wertge
mindert
bis
90
90 bis 180 180 bis
360
über
360
Zum 31.12.2013
Forderungen aus
Lieferungen und
Leistungen
15.501 10.038 1.971 799 1.577 1.116
Sonstige Forderungen
und finanzielle
Vermögenswerte
1.247 1.247 0 0 0 0
Zum 31.12.2012
Forderungen aus
Lieferungen und
Leistungen
14.997 9.069 2.572 119 1.059 2.178
Sonstige Forderungen
und finanzielle
Vermögenswerte
1.967 1.967 0 0 0 0

Altersstruktur der nicht im Wert geminderten Forderungen und finanziellen Vermögenswerte

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entsprechen dem Buchwert zum 31.12.2013. Die Wertminderungen auf Forderungen erfolgten im Berichtsjahr zu 100%.

Kreditrisiko aus Finanzinstrumenten und Einlagen: Das Kreditrisiko aus Guthaben bei Banken und Finanzinstituten wird in Übereinstimmung mit den Konzernrichtlinien gesteuert. Die Kapitalanlagen erfolgen nur bei Finanzinstituten mit hoher Bonität. Die Anlage erfolgt in finanzielle Vermögenswerte, die keinen oder nur geringen Wertschwankungen unterliegen können. Die Anlage erfolgt in kurzfristig verfügbare finanzielle Vermögenswerte, um den Finanzierungs- und Liquiditätsbedarf geplanter Investitionen und den Vorfinanzierungsbedarf des operativen Geschäfts decken zu können. Im Rahmen von Beschaffungsmaßnahmen ist es auch notwendig, Vorauszahlungen an Lieferanten zu leisten. Hieraus können sich Ausfallrisiken ergeben. Geleistete Anzahlungen sind teilweise durch Anzahlungsbürgschaften/Akkreditive abgesichert.

13.1.3 Liquiditätsrisiko

Das Treasury überwacht laufend das Risiko eines etwaigen Liquiditätsengpasses mittels eines Liquiditätsplanungs-Tools und berichtet an den Vorstand. Das Ziel der Roth & Rau-Gruppe ist es, ein Gleichgewicht zwischen der kontinuierlichen Deckung des Finanzmittelbedarfs und der Sicherstellung der Flexibilität durch die Nutzung von geeigneten Eigen- und Fremdkapitalfinanzierungen zu wahren.

Vor dem Hintergrund eines kostenoptimierten Cash Managements in der Meyer Burger-Gruppe ist es bis auf weiteres nicht vorgesehen, dass die Roth & Rau-Gruppe bilaterale Bank- oder kapitalmarktorientierte Finanzierungsinstrumente in Anspruch nimmt. Dem folgend hat die Meyer Burger Technology AG mit Wirkung zum 30. Januar 2014 eine Patronatserklärung zu Gunsten der Roth & Rau-Gruppe ausgestellt, mittels derer eine Liquiditätszuführung seitens der Meyer Burger Technology AG bis zu einem Höchstbetrag von 60.000 T€ im Bedarfsfall für die Roth & Rau-Gruppe entsprechend sichergestellt ist. Davon wurden zum 31. Dezember 45.788 T€ in Form von Darlehen zur Verfügung gestellt.

Zum 31. Dezember 2013 werden 59,21 % des im Konzernabschluss ausgewiesenen Buchwerts des Fremdkapitals innerhalb eines Jahres fällig.

Zum 31. Dezember 2013 weisen die finanziellen Verbindlichkeiten der Gruppe nachfolgend dargestellte Fälligkeiten auf. Die Angaben erfolgen auf Basis der vertraglichen, undiskontierten Zahlungen.

in T€ 2014 2015-2017 2018-2021
Zins
Tilgung
Zins Tilgung Zins Tilgung
Originäre finanzielle
Verpflichtungen / Darlehen
Finanzverbindlichkeiten 2.010 45.581 323 2.197 20 855
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen 0 13.602 0 0 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 0 7.887 0 0 0 0
2.010 67.070 323 2.197 20 855

Fälligkeitsanalyse finanzieller Verpflichtungen

13.1.3.1 Marktrisiko

Marktrisiko ist das Risiko, dass der beizulegende Zeitwert oder künftige Cash Flows eines Finanzinstruments aufgrund von Änderungen der Marktpreise schwanken. Zum Marktrisiko zählen die folgenden Risikotypen: Zinsrisiko, Währungsrisiko und Kursrisiko. Es wird mittels Sensitivitätsanalysen überwacht.

13.1.3.2 Zinsrisiko

Zinsrisiko ist das Risiko, dass der beizulegende Zeitwert oder künftige Cash Flows eines Finanzinstruments aufgrund von Änderungen der Marktzinssätze schwanken. Das Risiko von Schwankungen der Marktzinssätze, dem die Gruppe ausgesetzt ist, resultiert überwiegend aus den langfristigen variabel verzinslichen Darlehen.

Zur Absicherung des Zinsrisikos schließt die Roth & Rau-Gruppe grundsätzlich Zinsswaps ab, bei denen in festgelegten Zeitabständen die unter Bezugnahme auf einen vorab vereinbarten Nennbetrag ermittelte Differenz zwischen festverzinslichen und variabel verzinslichen Beträgen mit dem Vertragspartner getauscht werden. Mit diesen Zinsswaps wird die zugrunde liegende Verpflichtung abgesichert.

Marktzinssatzänderungen von originären Finanzinstrumenten mit fester Verzinsung wirken sich nur dann auf das Ergebnis aus, wenn diese zum beizulegenden Zeitwert bilanziert werden. Daher unterliegen alle zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierten Finanzinstrumente mit fester Verzinsung keinen Zinsänderungsrisiken im Sinne IFRS 7. Das Zinsänderungsrisiko wird derzeit als moderat eingestuft. Langfristige Finanzverbindlichkeiten bestehen in Höhe von 3.115 T€ (Vorjahr: 3.125 T€), davon sind Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 500 T€ (Vorjahr: 900 T€) variabel verzinslich. Die restlichen Finanzverbindlichkeiten wurden auf festverzinslicher Basis abgeschlossen. Zum Bilanzstichtag besteht keine Absicherung durch Zinsswaps.

Eine hypothetische Erhöhung/Verminderung des Marktzinsniveaus zum Bilanzstichtag um 100 Basispunkte bei ansonsten gleich bleibenden Variablen hätte keine Auswirkungen auf das Ergebnis nach Steuern; die restlichen Bestandteile des Eigenkapitals blieben unverändert. Bei einer Veränderung der Zins- bzw. Diskontkurve um 100 Basispunkte nach oben (unten) ergibt sich eine Ergebnisauswirkung von 38 T€ (-38 T€).

13.1.3.3 Währungsrisiko

Währungsrisiko ist das Risiko, dass der beizulegende Zeitwert oder künftige Cash Flows eines Finanzinstruments aufgrund von Änderungen der Wechselkurse schwanken. Zielsetzung bei der Währungsabsicherung ist das Festschreiben von Preisen auf Basis von Sicherungskursen zum Schutz vor zukünftigen ungünstigen Währungskursschwankungen.

Wechselkurs-Risiken spielen eine untergeordnete Rolle in der Roth & Rau-Gruppe, da ein hoher Anteil des Umsatzes in Euro fakturiert wird. Zudem erhält die Gruppe in der Regel einen nicht unerheblichen Teil des Kaufpreises bei Vertragsabschluss, so dass selbst bei Fakturierungen in Fremdwährungen das Risiko von Wechselkursschwankungen gering ist. In der Regel werden projektbezogene Kurssicherungsgeschäfte getätigt.

Währungsrisiken aus den verbleibenden ungesicherten Finanzinstrumenten in Fremdwährung, bei denen sich Währungsschwankungen auf das Ergebnis auswirken, werden daher als gering eingeschätzt.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Sensitivität des Konzernergebnisses vor Steuern (aufgrund der Änderungen von beizulegenden Zeitwerten der monetären Vermögenswerte und Schulden) und des Eigenkapitals der Gruppe gegenüber einer nach vernünftigem Ermessen grundsätzlich möglichen Wechselkursänderung des US-Dollar. Alle anderen Variablen bleiben konstant.

Währungsänderungsrisiko Kursentwicklung Auswirkungen auf das
USD des EUR/USD Ergebnis vor Steuern in T€
2013 9% 59
-9% -70
2012 9%
-9%
-235
713

Bei einer hypothetischen Stärkung (Schwächung) des Euro gegenüber dem US-Dollar zum 31. Dezember 2013 um 9 % bei ansonsten gleich bleibenden Variablen wäre das Ergebnis vor Steuern um 59 T€ höher (-70 T€ niedriger) ausgefallen.

Die Darstellung des Effektes einer Wertänderung erfolgte auf Grundlage der im Geschäftsjahr 2013 getätigten Fremdwährungsumsätze und Fremdwährungseinkäufe.

13.1.3.4 Kursrisiken

Die börsennotierten Eigenkapitaltitel, die von der Gruppe gehalten werden, sind anfällig für Marktpreisrisiken, die sich aus der Unsicherheit künftiger Wertentwicklungen dieser Wertpapiere ergeben. Kursrisiken bestehen für zwecks Liquiditätsmanagement gehaltene Investment- / Geldmarktfondanteile. Bei einem am Bilanzstichtag um 10 % niedrigeren (höheren) Wertpapierkurs hätte sich das Eigenkapital nicht verändert, da zum Bilanzstichtag keine Wertpapiere für Zwecke des Liquiditätsmanagements gehalten wurden.

13.2 Eventualverbindlichkeiten

Eventualverbindlichkeiten stellen einerseits mögliche Verpflichtungen dar, deren tatsächliche Existenz erst noch durch das Eintreten eines oder mehrerer ungewisser zukünftiger Ereignisse, die nicht vollständig beeinflusst werden können, bestätigt werden muss. Andererseits sind darunter bestehende Verpflichtungen zu verstehen, die wahrscheinlich zu keinem Vermögensabfluss führen werden. Die Eventualverbindlichkeiten sind gemäß IAS 37 nicht in der Bilanz erfasst.

Die Roth und Rau-Gruppe verfügt über bilaterale Avalkreditlinien in Höhe von 30.881 T€ (Vorjahr: 42.805 T€), davon waren zum 31. Dezember 2013 21.838 T€ (Vorjahr: 18.951 T€) in Anspruch genommen.

Rechtsstreitigkeiten

Rechtliche Risiken können aus der unwissentlichen Verletzung geistiger Eigentumsrechte Dritter resultieren. Vor allem vor dem Hintergrund, dass ein nicht unerheblicher Anteil des Know-hows von Roth & Rau nicht durch eigene Patente geschützt ist, kann nicht ausgeschlossen werden, dass Wettbewerber die Verletzung von Schutzrechten gegenüber Roth & Rau geltend machen. Bisher ist es nicht zu solchen Rechtsstreitigkeiten gekommen. Auch umgekehrt besteht die Gefahr, dass Dritte das Know-how von Roth & Rau kopieren und Patente oder sonstige Schutzrechte verletzten. Zum Schutz des umfangreichen Wissens der Gesellschaft werden regelmäßig Geheimhaltungsvereinbarungen mit Mitarbeitern, Kunden und den Partnern in Forschungs- und Entwicklungsprojekten abgeschlossen. Das Risiko daraus kann derzeit nicht eingeschätzt werden. Daher wird auf eine quantitative Einschätzung verzichtet.

Die Roth & Rau AG hat im Jahr 2006 mit der Conergy Solar Module GmbH & Co. KG einen Vertrag über die Lieferung und Errichtung von vier Zellfertigungslinien am Standort Frankfurt/Oder mit einem Gesamtauftragswert in Höhe von ca. 58 Mio. € geschlossen. Nach Auffassung der Roth & Rau AG stehen der Gesellschaft aus dem Vertrag noch Ansprüche in Höhe von rund 8 Mio. € zu. Die Conergy Solar Module GmbH & Co. KG verweigert dagegen die Begleichung der Zahlungsforderungen der Gesellschaft und erhebt ihrerseits Schadensersatzforderungen, die die Forderungen der Roth & Rau AG um ein Vielfaches übersteigen. Aus diesem Grund wurde die Forderung bereits in den Vorjahren vollständig wertberichtigt. In dieser Angelegenheit ist seit Anfang Februar 2011 ein Rechtsstreit vor dem Landgericht Hamburg anhängig. Infolge der am 1. Oktober 2013 eröffneten Insolvenz über das Vermögen der Conergy SolarModule GmbH & Co. KG wird das Verfahren nunmehr vom eingesetzten Insolvenzverwalter fortgeführt. Eine Gläubigerversammlung hat stattgefunden. Zum Ende des Jahres 2013 ist es in der Sache selbst zu zwei gerichtlichen Güteverhandlungen gekommen, in denen sich die Parteien jedoch nicht auf einen Vergleich verständigen konnten. Die gerichtlich vorgeschlagene und von der Klägerseite aufgegriffene Vergleichssumme ist aus Sicht der Roth & Rau AG sowie deren rechtlichen Vertreter in Anbetracht des Sach- und Streitstandes deutlich zu hoch. Insbesondere rechtfertigen die Beweislastregeln und die damit für die Klägerseite auch seitens des Gerichtes deutlich angemahnten Beweisschwierigkeiten keine entsprechende Vergleichszahlung. Derzeit geht der Vorstand davon aus, dass die für Kosten im Rahmen von Rechtsstreitigkeiten im Geschäftsjahr 2010 gebildete Rückstellung auch zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2013 der Höhe nach ausreichend bemessen ist.

13.3 Sonstige finanzielle Verpflichtungen

in T€ davon fällig
innerhalb zwischen einem nach über
Gesamtbetrag eines Jahres und fünf Jahren fünf Jahren
Verpflichtungen aus
Bestellobligo 8.203 8.203 0 0
Erbbaurechtsverträgen 2.920 42 169 2.709
Leasingverträgen 1.315 687 628 0
Mietverträgen 6.209 1.660 4.549 0
Lizenz- u. Kooperationsverträge 980 350 630 0
Wartungsverträgen 1.051 270 781 0
20.678 11.212 6.757 2.709

Die finanziellen Verpflichtungen der Roth & Rau-Gruppe stellen sich zum Bilanzstichtag wie folgt dar:

Das Bestellobligo betrifft Verpflichtungen der Roth & Rau AG aus im Geschäftsjahr ausgelösten Bestellungen.

Zugunsten der Roth & Rau AG bestehen zwei Erbbaurechte mit einer Laufzeit von jeweils 75 Jahren. Für diese Erbbaurechte zahlt die Gesellschaft einen Erbbauzins von 6 % p.a.

Die Roth & Rau-Gruppe hat Operating Lease-Verträge für verschiedene technische Anlagen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung abgeschlossen, deren Laufzeiten sämtlich bis fünf Jahre sind. 2013 sind 3.059 T€ Aufwendungen für Operating Lease-Verträge angefallen.

Die Verpflichtungen aus Mietverträgen betreffen insbesondere einen längerfristigen Mietvertrag der Roth & Rau B.V. (4.887 T€). Alle Mietverträge haben sämtlich eine Laufzeit bis zu fünf Jahren.

Kooperations- und Lizenzvertrag mit der Universität Neuchâtel, Institut für Mikrotechnologie

Im Geschäftsjahr 2008 wurde ein Kooperations- und Lizenzvertrag mit der Universität Neuchâtel (jetzt EPFL Ecole Polytechnique Federale de Lausanne), Institut für Mikrotechnologie (IMT) geschlossen, der die Zusammenarbeit bei der Entwicklung von Know-how für die Realisierung hoch effizienter Zellen mittels der Heterojunction-Technology regelt. Die Laufzeit der Forschungs- und Entwicklungsarbeiten begann am 15. April 2008 und endete am 14. April 2013. Der Vertrag wurde im Jahr 2012 mit Wirkung zum 14. April 2013 gekündigt. Das IMT erhält nach Auslaufen des Vertrags für 5 weitere Jahre die jährliche Vergütung von 120 T€.

Die Roth & Rau AG hat sich des Weiteren verpflichtet, 1 % des Nettoumsatzes von Heterojunction-Fertigungslinien und ähnlichen Systemen zu vergüten. Die Verpflichtung zur Lizenzgebührzahlung

bleibt fünf Jahre nach Vertragsbeendigung bestehen.

13.4 Angaben zu nahe stehenden Personen und Unternehmen

Als nahe stehende Personen oder Unternehmen gelten natürliche Personen und Unternehmen, die von der Roth & Rau AG beeinflusst werden können, die einen Einfluss auf die Roth & Rau AG ausüben können oder die unter dem Einfluss einer anderen nahe stehenden Partei der Roth & Rau AG stehen. In der Roth & Rau AG wurden die verbundenen Unternehmen, der Vorstand, der Aufsichtsrat, Personen in Schlüsselfunktionen und deren nahe Familienangehörige als nahe stehende Personen definiert.

Transaktionen mit verbundenen/nahe stehenden Unternehmen

Aufgrund des Vertrages über einen Unternehmenszusammenschluss mit der Meyer Burger Technology AG vom 11. April 2011 konnte mit Wirkung zum 9. August 2011 die Übernahme vollzogen werden. Zum 31. Dezember 2013 hält die MBT Systems GmbH 93,56 % (31. Dezember 2012: 92,54 %) der Anteile an der Roth & Rau AG. Die Roth & Rau-Gruppe wird in den Konzernabschluss der Meyer Burger Technology AG einbezogen.

In der Berichtsperiode wurden mit der Muttergesellschaft MBT Systems GmbH keine Transaktionen durchgeführt. Hingegen ergaben sich innerhalb der Roth & Rau-Gruppe im Geschäftsjahr folgende Transaktionen mit der Meyer Burger Technology AG:

Zum 31.12.2013 ergaben sich Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 11 T€ (Vorjahr: 7 T€) sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen von 2.580 T€ (Vorjahr: 2.671 T€). In 2013 wurden Umsatzerlöse in Höhe von 44 T€ (Vorjahr: 0 T€) erzielt. Desweiteren wurden Dienstleistungen für Management- und Finanzberatung sowie Corporate Communications in Höhe von 3.665 T€ (Vorjahr: 3.223 T€) an die Roth & Rau-Gesellschaften berechnet. Im Zusammenhang von Rahmenversicherungsverträgen wurden Aufwendungen in Höhe von 61 T€ an die Gesellschaften weiterbelastet. Weitere sonstige betriebliche Aufwendungen entstanden in Höhe von 43 T€ (Vorjahr: 281 T€). Außerdem sind Zinsaufwendungen von 1.422 T€ (Vorjahr: 322 T€) angefallen. Sonstige betriebliche Erträge sind in Höhe von 169 T€ (Vorjahr: 167 T€) gegenüber der Meyer Burger Technology AG in 2013 entstanden.

Mit den Tochterunternehmen der Meyer Burger-Technology AG, die nicht in die Konsolidierung der Roth & Rau-Gruppe einbezogen werden, bestanden zum Stichtag Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 4.430 T€ (Vorjahr: 917 T€) sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 807 T€ (Vorjahr: 1.418 T€). Die Umsatzerlöse beliefen sich auf 2.583 T€ (Vorjahr: 5.842 T€). Des Weiteren sind sonstige betriebliche Erträge in Höhe von 2.689 T€ (Vorjahr:

758 T€) angefallen. Aufwendungen aus bezogenen Leistungen sowie für Vertriebs- und Installationskommissionen wurden in Höhe von 2.107 T€ (Vorjahr 1.867 T€) verbucht. Außerdem entstanden sonstige Aufwendungen von 371 T€ (Vorjahr: 507 T€). Versicherungsbeiträge wurden in Höhe von 99 T€ weiterbelastet.

Vorstand

Dem Vorstand gehörten im Geschäftsjahr 2013 an:

Peter Frankfurter (Diplom Kaufmann), Vorstandsmitglied und seit 1. Juli 2013 Vorstandsvorsitzender

Geschäftsführer der Roth & Rau – Ortner GmbH, Dresden

Peter M. Wagner (Diplom Mathematiker), Vorstandsvorsitzender bis 30. Juni 2013

Präsident des Verwaltungsrates der Meyer Burger Technology AG, Gwatt (Thun), Schweiz; Vorsitzender des Beirats der Stiftung für konkrete Kunst, Reutlingen, Deutschland

Thomas Hengst (Diplom Ingenieur (FH)), Vorstandsmitglied

übt kein Mandat in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten oder vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen aus

Bernhard Gerber (Maschineningenieur (FH), Wirtschaftsingenieur (FH), Executive Master of Business Administration), Vorstandsmitglied seit 1. Juli 2013

Mitgliedschaften in Aufsichtsräten und anderen Kontrollgremien:

COO der Meyer Burger Technology AG, Gwatt (Thun), Schweiz; Managing Director der Meyer Burger Services Pte. Ltd., Singapur; Representative Director und Chairman of the Board of Directors der Meyer Burger Co. Ltd., Taiwan; Director der Roth & Rau – Ortner Malaysia Sdn. Bhd., Malaysia

Peter R. Manolopoulos (Diplom Kaufmann), Vorstandsmitglied bis 31. Oktober 2013

übte bis zu seinem Ausscheiden aus dem Unternehmen kein Mandat in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten oder vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen aus.

Organbezüge

Die Struktur des Vergütungssystem wird durch den Aufsichtsrat der Roth & Rau AG festgelegt und in regelmäßigen Abständen überprüft. Der Aufsichtsrat legt auch die Gesamtvergütung der einzelnen Vorstandsmitglieder fest, wobei er auf die Angemessenheit der Vergütung achtet. Sie wird sowohl an den persönlichen Leistungen des Vorstandsmitglieds, der wirtschaftlichen Lage, dem Erfolg und den Zukunftsaussichten des Unternehmens als auch an der Üblichkeit der Vergütung unter Berücksichtigung des Vergleichsumfelds und der Vergütungsstruktur, die ansonsten in der Gesellschaft gilt, gemessen.

Die Vergütung für die Vorstandsmitglieder setzt sich aus einer erfolgsunabhängigen Komponente, die das Jahresgehalt, die Nebenleistungen, Pensionszusagen und Versicherungen umfasst, sowie einer erfolgsbezogenen Komponente, die eine Zielvereinbarung und eine Teilnahme am Mitarbeiteraktien-Programm der Hauptaktionärin der Gesellschaft, Meyer Burger Technology AG, Gwatt (Thun), Schweiz, beinhalten. Die Teilnahme erfolgt nach Maßgabe der vom Aufsichtsrat verabschiedeten Regelung in der jeweils gültigen Fassung, wenn Aktien der Meyer Burger Technology AG als Mitarbeiteraktien von der Gesellschaft zugesprochen bzw. abgegeben werden.

Die Nebenleistungen umfassen unter anderem Reisekosten, private Nutzung des Firmenwagens, Direktversicherungen sowie Beiträge zur Unterstützungskasse.

Im Geschäftsjahr 2013 wurden den Vorstandsmitgliedern Gesamtbezüge von 682 T€ (2012: 1.220 T€) gewährt. Die Roth & Rau AG hält für die Vorstände zum Bilanzstichtag im Rahmen des Meyer Burger Mitarbeiterbeteilungsprogramms 11.119 Aktien im Depot.

Im Personalaufwand wurden für Rückstellungen für Verpflichtungen aus dem Meyer Burger Mitarbeiterbeteiligungsprogramm 179 T€ (2012: 59 T€) erfasst. Zum Ausgabezeitpunkt wurden die Aktien mit 11,38€/Stück bewertet.

Herr Frankfurter und Herr Hengst erhalten im Falle einer vorzeitigen Beendigung der Vorstandstätigkeit aufgrund ordentlicher Kündigung eine Bruttoabfindung in Höhe von 1/12 der Bezüge für jeden vollen Monat, den der Vorstandsvertrag vorzeitig endet. Die Abfindungsregelung ist jedoch auf eine maximal mögliche Abfindung in Höhe eines halben Jahresgrundgehaltes beschränkt.

Die Verträge für die Vorstandsmitglieder sehen keine Leistungen für den Fall der regulären Beendigung ihrer Tätigkeit vor.

Herr Bernhard Gerber bezieht seine Vergütungen von der Meyer Burger Technology AG.

Darüber hinaus bestehen für Herrn Hengst Pensionszusagen, die eine Alters- oder Invalidenrente sowie eine Hinterbliebenenversorgung vorsehen, welche unverfallbar sind. Die bestehende Pensionsverpflichtung ist voll durch entsprechendes Vermögen gedeckt. Die Pensionszusage von Herrn Hengst wird im Change-of-Control-Fall unabhängig von der Vollendung einer Wartefrist und den weiteren vertraglichen Vereinbarungen unverfallbar.

Für einige ehemalige Verstandsmitglieder bestehen beim Pensionsfonds und bei der Unterstützungskasse Pensionszusagen, die ebenfalls eine Alters- oder Invalidenrente sowie eine

Hinterbliebenenversorgung vorsehen. Für die Verpflichtung gegenüber dem Pensionsfonds wurde eine Rückstellung von 760T€ bilanziert. Bei der Verpflichtung gegenüber der Unterstützungskasse greift dagegen die Begrenzung des Nettovermögenswerts (asset ceiling) mit der Folge, dass keine Rückstellung bzw. sonstige Forderung auszuweisen ist. Die Pensionsverpflichtungen betragen zum Bilanzstichtag 3.936T€. An die Unterstützungskasse wurden durch Roth & Rau Beiträge von 120T€ gezahlt.

Aufsichtsrat

Dem Aufsichtsrat gehörten im Geschäftsjahr 2013 an:

Frau Andrea Sieber (Vorsitzende) Herr Michel Hirschi (stellvertretender Vorsitzender) Herr Prof. Dr. Alexander Michaelis (Mitglied)

Andrea Sieber, Vorsitzende:

Rechtsanwältin und Partnerin der Anwaltskanzlei Meyerlustenberger Lachenal Rechtsanwälte, Zürich, Schweiz; übt kein Mandat in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten oder vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen aus

Michel Hirschi, stellvertretender Vorsitzender :

Geschäftsführer der MBT Systems GmbH, Zülpich und Meyer Burger GmbH, Zülpich

Mitglied in vergleichbaren ausländischen Kontrollgremien folgender Handelsgesellschaften:

Zurmont Madison Management AG, Schweiz; Zurmont Capital I AG, Schweiz; CLS Corporate Language Services Holding AG, Schweiz

Als gesetzlicher Vertreter der Meyer Burger Technology AG Mitglied in ausländischen Kontrollgremien der folgenden zum Konzern der Meyer Burger Technology AG gehörenden Handelsgesellschaften: Meyer Burger AG, Schweiz; Meyer Burger Co. Ltd., Taiwan; MB Services Pte Ltd., Singapore; Meyer Burger Trading (Shanghai) Co. Ltd., China; Diamond Material Technology Inc., USA; MBT Systems Ltd., USA; Meyer Burger India Private Limited, India; MB Systems Co. Ltd., Korea; Pasan S.A., Schweiz; Meyer Burger Global AG, Schweiz; Meyer Burger Systems (Shanghai) Co. Ltd. , China

Prof. Dr. Alexander Michaelis, Mitglied :

Leiter des Fraunhofer-Instituts für keramische Technologien und Systeme, Dresden; Professor der Technischen Universität Dresden, Professur für Anorganisch-Nichtmetallische Werkstoffe am Institut für Werkstoffwissenschaft;

Beiratsmitglied bei der FCES GmbH mit Hauptsitz in Dresden (Fuel Cell Energy Solutions); Vorstandsmitglied der DKG e.V. (Deutsche Keramische Gesellschaft) sowie Vorsitzender der Forschungsgemeinschaft der DKG; Vorstandsmitglied der "Solarvelley Mitteldeutschland e.V."; Beirat des "SiliconSaxony e.V."

Mitglied des Energiebeirates des SMWA (Sächsisches Ministerium für Wirtschaft und Arbeit).

Die Mitglieder des Aufsichtsrats der Roth & Rau AG hielten am 31. Dezember 2013 keine Aktienanteile.

Die Bezüge des Aufsichtsrats der Roth & Rau AG betrugen für das Geschäftsjahr 2013 81 T€ (2012: 79 T€).

Herr Michel Hirschi hat, wie bereits in den Vorjahren, auf die Aufsichtsratsvergütung verzichtet.

Zwischen den Aufsichtsratsmitgliedern und der Gesellschaft bestehen keine Vereinbarungen, die Abfindungszahlungen oder sonstige Vergünstigungen zugunsten der Aufsichtsratsmitglieder bei Beendigung ihrer Organmitgliedschaft vorsehen. Es bestehen gegenwärtig keine Interessenkonflikte zwischen ihren Verpflichtungen gegenüber der Gesellschaft und ihren privaten Interessen oder sonstigen Verpflichtungen.

Zugunsten der Mitglieder des Aufsichtsrats bestehen keine Vereinbarungen mit der Gesellschaft über Pensionen.

Personen in Schlüsselpositionen

Zu den Personen in Schlüsselpositionen zählen neben den oben aufgeführten Mitgliedern des Vorstands und Aufsichtsrats Personen, die für die Planung, Leitung und Überwachung der Geschäftstätigkeit direkt oder indirekt zuständig und verantwortlich sind, und sämtliche Personen mit Gesamtprokura.

Im Geschäftsjahr 2013 wurden an diese Personen Vergütungen aus bestehenden Arbeitsverhältnissen von gesamt 1.029 T€ (Vorjahr: 1.061 T€) ausgezahlt. Zum Bilanzstichtag bestehen zusätzlich Rückstellungen zugunsten dieser Personen von insgesamt 85 T€ (Vorjahr: 251 T€). In den Vergütungen sind Auszahlungen aus 2012 von insgesamt 132 T€ enthalten. An Personen in Schlüsselpositionen wurden wie bereits im Vorjahr keine Phantom Stocks, jedoch 19.234 (Vorjahr: 16.533) Mitarbeiteraktien der Meyer Burger Technology AG ausgegeben.

Zum Bilanzstichtag wurden keine nahen Familienangehörigen von Vorständen, Aufsichtsräten oder Personen in Schlüsselpositionen beschäftigt.

13.5 Abschlussprüferhonorar

Das für den Abschlussprüfer PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft als Aufwand erfasste Honorar im Geschäftsjahr 2013 beträgt 334 T€ (Vorjahr: 394 T€). Darin sind Aufwendungen für Prüfungsleistungen in Höhe von 315 T€ (Vorjahr 343 T€), für andere Bestätigungsleistungen in Höhe von 19 T€ (Vorjahr: 37 T€) sowie für sonstige Leistungen in Höhe von 0 T€ (Vorjahr: 14 T€) aufwandswirksam erfasst.

13.6 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Im Zuge der Verschlankung der Konzernstruktur wurde die Liquidation der Roth & Rau Singapore Pte. Ltd. im Geschäftsjahr 2012 eingeleitet. Die öffentliche Einspruchsfrist endete am 19. Februar 2014. Mit diesem Datum wurde die Gesellschaft endgültig geschlossen.

13.7 Freigabe zur Veröffentlichung

Der Vorstand der Roth & Rau AG hat den vorliegenden IFRS zur Veröffentlichung freigegeben. IFRS-Konzern-Abschluss am Abschluss 24. Februar 2014

Hohenstein-Ernstthal, 24. Februar 2014 bruar

Peter Frankfurter Vorstandsvorsitzender

Dr. Jürgen Bode Vorstandsmitglied

Bernhard Gerber Vorstandsmitglied

Thomas Hengst Vorstandsmitglied

14 Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungs grundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklu ichern Entwicklung des Konzerns beschrieben sind. Rechnungslegungsng

Hohenstein-Ernstthal, 24. Februar 2014

Peter Frankfurter Vorstandsvorsitzender

Bernhard Gerber Vorstandsmitglied

Dr. Jürgen Bode Vorstandsmitglied

Thomas Hengst Vorstandsmitglied lied

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Wir haben den von der Roth & Rau AG, Hohenstein-Ernstthal, aufgestellten Konzernabschluss – bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Gesamtergebnisrechnung, Eigenkapitalveränderungsrechnung, Kapitalflussrechnung und Anhang – sowie den Konzern-Lagebericht der Roth & Rau AG, Hohenstein-Ernstthal, der mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst ist, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2013 geprüft. Die Aufstellung von Konzern-Abschluss und zusammengefasstem Lagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften liegt in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Konzern-Abschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den zusammengefassten Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und im zusammengefassten Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzern-Abschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzern-Abschlusses und des zusammengefassten Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der zusammengefasste Lagebericht steht in Einklang mit dem Konzern-Abschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Erfurt, 26. Februar 2014

PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Rolf-Peter Stockmeyer ppa. Sandra Philipps Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüferin

Zukunftsgerichtete Aussagen

Dieser Geschäftsbericht enthält bestimmte zukunftsgerichtete Aussagen, die sich insbesondere auf das Geschäft, die finanzielle Entwicklung und die Erträge von Roth & Rau, auf die wirtschaftlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen, auf die Geschäftsfelder, in denen die Roth & Rau-Gruppe tätig ist, und andere Faktoren beziehen. Zukunftsgerichtete Aussagen betreffen zukünftige Tatsachen, Ereignisse sowie sonstige Umstände, die keine historischen Tatsachen sind. Wörter wie "erwarten", "beabsichtigen", "planen", "davon ausgehen" oder "voraussichtlich" deuten auf solche Aussagen hin. Solche Aussagen geben nur die Auffassung der Roth & Rau AG hinsichtlich zukünftiger Ereignisse zum gegenwärtigen Zeitpunkt wieder und unterliegen einer Reihe von Risiken und Unsicherheiten.

Diese zukunftsgerichteten Aussagen beruhen auf gegenwärtigen, nach bestem Wissen vorgenommenen Einschätzungen und Annahmen des Unternehmens, die sich, obwohl sie zum derzeitigen Zeitpunkt nach Ansicht der Roth & Rau AG angemessen sind, als fehlerhaft erweisen können. Zahlreiche Faktoren können dazu führen, dass die tatsächliche Entwicklung einschließlich der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Roth & Rau-Gruppe wesentlich von derjenigen abweicht, die in den zukunftsgerichteten Aussagen ausdrücklich oder implizit angenommen wird. Sollte eine oder sollten mehrere dieser Veränderungen oder Unsicherheiten eintreten oder sollten sich die von der Roth & Rau AG zu Grunde gelegten Annahmen als unrichtig erweisen, ist nicht auszuschließen, dass die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von denen abweichen, die in diesem Bericht als angenommen, geschätzt oder erwartet beschrieben sind. Die Roth & Rau-Gruppe könnte aus diesem Grund daran gehindert sein, ihre finanziellen und strategischen Ziele zu erreichen. Die Roth & Rau AG beabsichtigt nicht, die in diesem Geschäftsbericht dargelegten zukunftsgerichteten Aussagen oder Branchen- und Kundeninformationen über ihre gesetzliche Verpflichtung hinaus zu aktualisieren.

Finanzkalender 2014

Halbjahresbericht August 2014

Impressum

Roth & Rau AG An der Baumschule 6-8 09337 Hohenstein-Ernstthal

Tel. +49 (0) 3723/671-234 Fax +49 (0) 3723/671-1000 [email protected]

Herausgeber

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Roth & Rau AG Mario Schubert Tel. +49 (0) 3723/671-3340 [email protected]