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Meyer Burger Technology AG Annual Report 2012

Apr 8, 2013

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Annual Report

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Roth & Rau- Konzern Kennzahlen nach IFRS

in T€ 2012 2011
Umsatz 154.058 208.460
Auslandsanteil in % 79,3 87,7
Gesamtleistung 120.490 261.053
EBITDA -17.372 -42.437
EBIT -39.768 -106.160
Sondereffekte auf EBIT -15.917 -93.165
EBIT, bereinigt -23.851 -12.995
Konzern-Ergebnis (den Aktionären der Roth &
Rau AG zustehendes Ergebnis) -40.615 -121.885
Auftragseingang vor Stornierungen 103.865 152.684
Auftragseingang nach Stornierungen 88.256 12.899
Auftragsbestand zum 31.12. 75.122 140.923
Mitarbeiter zum 31.12. 898 1.348
Investitionen 14.938 30.310
Operativer Cash Flow -4.612 -29.482
in T€ 2012 2011
Bilanzsumme 190.796 232.684
Eigenkapital 88.615 129.286
Eigenkapitalquote in % 46,4 55,6
Liquide Mittel 22.313 29.970
Kennzahlen der Roth & Rau-Aktie 2012 2011
Grundkapital zum 31.12. in € 16.207.045,00 16.207.045,00
Anzahl Aktien in Stück zum 31.12. 16.207.045 16.207.045
Höchstkurs in € 21,00 23,90
Tiefstkurs in € 11,99 12,34
Schlusskurs in € 12,80 17,55
Durchschnittlicher Tagesumsatz in Stück 3.426 153.232
Durchschnittlicher Tagesumsatz in Mio. € 0,1 2,9
Marktkapitalisierung zum 13.12. in Mio. € 207,50 284,40
Ergebnis je Aktie in € -2,51 -7,52

Inhalt

Brief des Vorstands 4
Bericht des Aufsichtsrats 6
Konzern-Lagebericht 10
Unternehmen 11
Rahmenbedingungen 24
Geschäftsentwicklung 26
Chancen- und Risikobericht 36
Aktionärsstruktur 44
Nachtrags- und Prognosebericht 44
Konzern-Abschluss 47
Konzern-Bilanz 48
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 50
Konzern-Gesamtergebnisrechnung 51
Konzern-Kapitalflussrechnung 52
Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung 53
Konzern-Anhang 55
Versicherung der gesetzlichen Vertreter 151
Bestätigungsvermerk 152
Impressum 155

Brief des Vorstandes

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, sehr geehrte Damen und Herren,

die Photovoltaik gehört weltweit zu den jüngsten und modernsten Industrien. Nach der stürmischen Aufwärtsentwicklung der Pionierjahre hat ab 2011 ein Konsolidierungsprozess begonnen, der sich 2012 verschärft hat und der sich 2013 weiter fortsetzen wird. Die globale Nachfrage nach Photovoltaikanlagen ist zwar auch in 2012 leicht gestiegen, dennoch bestimmen weiterhin Überkapazitäten, Preisverfall, fehlende Projektfinanzierungen und Subventionskürzungen das Marktumfeld. Die daraus resultierende Investitionszurückhaltung seitens unserer Kunden führte im abgelaufenen Geschäftsjahr zu einem weiteren Auftragsrückgang. Im Segment Photovoltaik fiel der Auftragseingang im Vergleich zum Vorjahr um 58,5 %. Wir haben auf die schwierige Marktsituation zeitnah mit einem umfassenden Restrukturierungsprogramm reagiert und die Kostenstrukturen an die veränderte Marktlage angepasst. Durch die Integration unserer asiatischen Tochtergesellschaften in den Meyer Burger-Verbund wurden die vorhandenen Synergiepotentiale konsequent ausgeschöpft. Zudem wurden unprofitable Gesellschaften veräußert, geschlossen oder liquidiert. Darüber hinaus wurde die Belegschaft am Stammsitz der Gesellschaft in Hohenstein-Ernstthal auf eine angemessene Personalstärke reduziert. In Summe führen diese Restrukturierungsmaßnahmen zu einem Einsparvolumen in Höhe von ca. 30 Mio. €. Gleichzeitig haben wir unsere Technologieführerschaft im Bereich der Zelltechnologie weiter ausgebaut. Bestehende Anlagensysteme wurden erweitert und verbessert sowie effizientere Fertigungstechnologien entwickelt, die unseren Kunden entscheidende Wettbewerbsvorteile verschaffen. Die von Roth & Rau entwickelte Heterojunction-Technologie, die Wirkungsgrade von größer 20 % ermöglicht, wurde in entsprechende Anlagenkonzepte umgesetzt, die in 2013 in den Markt eingeführt werden.

Positiv entwickelt hat sich die Auftragslage im Segment Plasma- und Ionenstrahltechnologie. Im Vergleich zu 2011 konnte der Auftragseingang um 39,7 % gesteigert werden. In diesem Geschäftsbereich produziert Roth & Rau kundenspezifische Systemlösungen für plasma- und ionenstrahlgestützte Oberflächenbearbeitungsverfahren hauptsächlich für die Halbleiter- und Optische Industrie. Mit den von Roth & Rau entwickelten Ionenstrahlätzanlagen lassen sich auf Wafern oder optischen Bauteilen extrem homogene Schichten und glatte Flächen erzeugen. Zur Fortentwicklung der eingesetzten Technologien wird ein eigenes Entwicklungs- und Applikationslabor unterhalten und in Kooperation mit mehreren namhaften in- und ausländischen Forschungsinstituten und Universitäten Forschungs- und Entwicklungsprojekte durchgeführt. Dabei setzen wir auch auf eine Weiterentwicklung der vorhanden Technologien für neue Anwendungen, wie z.B. OLED, Glasbeschichtung und Batterietechnik.

Rückläufig war die Auftragslage im Ersatzteil- und Servicesegment, welches unter den schwierigen Marktbedingungen im Bereich Photovoltaik litt. Das Softwaregeschäft entwickelte sich hingegen stabil. Das Geschäft im Segment Andere beinhaltet vor allem Industrien außerhalb der Photovoltaik (z.B. Nahrungsmittelindustrie, diamantverarbeitende Industrie) und zeigte ebenfalls eine positive Entwicklung.

Das weiterhin schwache Marktumfeld in unserem Hauptabsatzmarkt Photovoltaik und Einmalaufwendungen im Rahmen der durchgeführten Restrukturierungsmaßnahmen haben sich deutlich in den Konzernkennzahlen niedergeschlagen. Der Auftragseingang fiel im Vergleich zum Vorjahr um 32,0 % auf 103,9 Mio. €. Der Auftragsbestand betrug zum 31. Dezember 2012 75,1 Mio. € (31. Dezember 2011: 140,9 Mio. €). Der konsolidierte Umsatz reduzierte sich gegenüber dem Vorjahr um 26,1 % auf 154,1 Mio. €. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) betrug -39,8 (2011: -106,2 Mio. €). Wesentliche Belastungsfaktoren waren neben dem Umsatzrückgang Sondereffekte in Höhe von 15,9 Mio. € in Form von außerplanmäßigen Abschreibungen, Wertberichtigungen auf Forderungen und Vorräte sowie Rückstellungen für drohende Vertragsstrafen und durchzuführende Strukturmaßnahmen. Weitere negative Effekte ergaben sich durch den Verkauf unprofitabler Tochtergesellschaften. Dadurch werden wir in der Zukunft signifikante Kosteneinsparungen realisieren können. Andererseits wurde das Ergebnis beispielsweise durch den Ausstieg aus der Cadmium-Tellurid-Technologie mittels Verkauf der Geschäftsanteile an der Roth & Rau CTF Solar GmbH positiv beeinflusst.

Der Vorstand der Roth & Rau AG geht in seiner Lagebeurteilung davon aus, dass sich die Konsolidierung in der Solarindustrie auch 2013 fortsetzen wird. Die Erschließung neuer Anwendungsgebiete für die vorhandenen Kerntechnologien außerhalb der Solarbranche werden wir daher im Geschäftsjahr 2013 weiter vorantreiben. Mittel- und langfristig sind wir weiterhin vom Wachstum der Solarindustrie überzeugt.

Wir bedanken uns bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Roth & Rau-Gruppe für die geleistete ausgezeichnete Arbeit und hohe Einsatzbereitschaft in einer schwierigen Zeit. Unser Dank gilt weiterhin unseren Kunden für das Vertrauen in die Produkte und Dienstleistungen der Roth & Rau-Gruppe. Wir werden auch in 2013 an der Verbesserung unserer Produkte und Dienstleistungen im Sinne der Zufriedenheit unserer Kunden hart arbeiten.

Trotz der derzeitigen Schwächephase der Solarindustrie wird Roth & Rau die Rolle als innovativer Zulieferer behaupten und seine Chancen wahrnehmen. Der Wille der Mitarbeiter und die Zugehörigkeit zur Meyer Burger-Gruppe bilden eine gute Basis, die Zukunft zu meistern und zu gestalten.

Ihre

Bericht des Aufsichtsrats

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

Roth & Rau stellten sich im Geschäftsjahr 2012 aufgrund der anhaltenden Krise in der Solarindustrie erneut vielfältige Herausforderungen. Die Roth & Rau-Gruppe befindet sich auch 2013 in einem anspruchsvollen wirtschaftlichen Umfeld, da die Krise in der Solarindustrie weiter fortdauern wird. Der Aufsichtsrat ist aber überzeugt, dass die umfangreichen Kosten- und Strukturoptimierungsmaßnahmen greifen werden und die Synergieeffekte aufgrund der Zusammenarbeit mit der Meyer Burger-Gruppe Wirkungen entfalten.

Der Aufsichtsrat der Roth & Rau AG hat die Arbeit des Vorstands im Geschäftsjahr 2012 gemäß Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung regelmäßig überwacht und beratend begleitet. Zur Überwachung der Geschäftsführung hat sich der Aufsichtsrat laufend und eingehend mit der aktuellen Unternehmenssituation und der weiteren Entwicklung der Roth & Rau-Gruppe befasst.

Der Vorstand hat den Aufsichtsrat zeitnah und umfassend insbesondere über die Geschäfts- und Marktentwicklungen und die Lage der Gruppe, die beabsichtigte Geschäftspolitik, die Unternehmensplanung und -strategie, die Liquidität und Rentabilität der Gruppe sowie über das Risikomanagement und die Compliance informiert. Grundlage hierfür waren die ausführlichen, in schriftlicher und mündlicher Form erstatteten Berichte des Vorstandes. Die Berichte wurden regelmäßig und unter Beachtung der Erfordernisse des § 90 Abs. 2 AktG erstattet. Die schriftlichen Lageberichte des Vorstandes umfassten insbesondere Informationen zu den Themen Liquidität, Profitabilität, Forderungsmanagement, Wertberichtigungsnotwendigkeiten, Auftragseingang, technologische Entwicklung und Wettbewerbssituation sowie die Unternehmensplanung einschließlich Finanz-, Investitions- und Personalplanung. Planabweichungen wurden vom Vorstand ausführlich erläutert und vom Aufsichtsrat eingehend geprüft. Über alle Geschäfte und Fragestellungen von wesentlicher Bedeutung für das Unternehmen hat der Vorstand mit dem Aufsichtsrat im Vorfeld beraten. Zustimmungspflichtige Geschäfte wurden dem Aufsichtsrat vom Vorstand ordnungsgemäß vorgelegt.

Außerhalb der Sitzungen stand die Aufsichtsratsvorsitzende in einem fortlaufenden Informationsaustausch mit dem Vorstand – insbesondere mit dem Vorstandsvorsitzenden. Auf diese Weise hat der Aufsichtsrat über wesentliche Ereignisse zur Beurteilung der Lage und Perspektive der Gruppe unverzüglich Kenntnis erlangt.

Beratungsschwerpunkte

Der Aufsichtsrat trat im Geschäftsjahr 2012 zu 4 Sitzungen am 5. März, 29. Mai, 23. August und 4. Dezember zusammen. Darüber hinaus wurden 6 Sitzungen in Form einer Telefonkonferenz am 31. Januar, 6. Februar, 3. August. 6. August, 17. August und 19. November abgehalten. Das Plenum war bei jeder dieser Sitzungen bzw. Telefonkonferenzen vollständig anwesend. Zudem wurden sieben Beschlüsse im Umlaufverfahren gefasst.

Aufgrund seiner Größe verzichtete der Aufsichtsrat weiterhin auf die Bildung von Ausschüssen. Vielmehr ist der Aufsichtsrat nach eigener Einschätzung der Meinung, dass er bereits effizient arbeitet. Gegenstand der Selbsteinschätzung waren auch die Verfahrensabläufe im Aufsichtsrat, die Information durch den Vorstand sowie die Zusammenarbeit der beiden Organe. In alle für Roth & Rau bedeutsamen und zustimmungspflichtigen Entscheidungen war der Aufsichtsrat frühzeitig eingebunden.

Regelmäßige Beratungsschwerpunkte im Plenum waren die zustimmungspflichtigen Sachverhalte, die Umsatz- und Ergebnisentwicklung, die Finanz- und Liquiditätssituation, die Investitions- und Devestitionsvorhaben, die Risikolage, das Risikomanagement, die Compliance sowie die Unternehmensplanung und -strategie. Einen besonderen Schwerpunkt der Beratungen bildete das Kostenund Strukturoptimierungsprogramm CRiSP II. Bis zum Ende des Jahres 2012 wurden von den zu Beginn des Jahres vorhandenen 24 Konzerngesellschaften Geschäftsanteile an 5 Gesellschaften verkauft, 2 Gesellschaften verschmolzen, 1 Gesellschaft liquidiert, bei 4 Gesellschaften die wesentlichen Vermögenswerte und der Geschäftsbetrieb veräußert und im Anschluss die Liquidation eingeleitet bzw. fortgeführt, so dass zum Stichtag 31. Dezember 2012 noch 16 Gesellschaften im Konzern sowie ein Gemeinschaftsunternehmen, das nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen wird, verbleiben. Die Belegschaft wurde von 1.348 Mitarbeiter auf 898 Mitarbeiter reduziert. Vor Umsetzung der jeweiligen Maßnahme wurden intensive (rechtliche und finanzielle) Beratungen und Prüfungen – größtenteils unter Hinzuziehung externer Rechtsberater – der möglichen Vorgehensweisen vorgenommen. Der Vorstand hat jeweils gesondert die Zustimmung des Aufsichtsrates eingeholt. Darüber hinaus beschäftigte sich der Aufsichtsrat mit dem aufgrund der unverändert schwachen Marktlage im November aufgelegten weiteren Personalabbau-Programm in Höhe von 15% der Belegschaft am Standort Hohenstein-Ernstthal.

Ein weiterer Schwerpunkt der Beratungen im Aufsichtsrat war der fortdauernde Umsatzeinbruch in der Solarindustrie, der sich weiterhin massiv auf den Umsatz der Roth & Rau-Gruppe ausgewirkt hat.

Weiterhin wurden im Rahmen der Aufsichtsratssitzungen folgende Themen erörtert und beraten:

  • Restrukturierungsprogramm CRiSP II, insbesondere Zustimmung zu den einzelnen gesellschaftsrechtlichen Transaktionen
  • Spruchverfahren Lüllemann
  • Schadensersatzklage der Conergy SolarModule GmbH & Co. KG
  • Prüfung und Billigung des Jahresabschlusses 2011 sowie des Halbjahreszwischenberichtes 2012 inkl. Risikoberichtswesen
  • Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG
  • Tätigkeit der Innenrevision
  • Risikoanalyse einzelner Bilanzpositionen
  • Harmonisierung der Satzungen und Geschäftsordnungen für die Geschäftsführung der deutschen Konzerngesellschaften

  • Darlehensgewährung durch die Meyer Burger Technology AG an alle Konzerngesellschaften der Roth & Rau Gruppe

  • Strategischer 3-Jahres-Plan
  • Anpassungen der Jahresplanung für das Geschäftsjahr 2012
  • Jahresplanung für das Geschäftsjahr 2013
  • Vorbereitung der Hauptversammlung 2012
  • Wechsel vom Regulierten Markt aus dem Teilbereich Prime Standard in den Teilbereich Entry Standard im Open Market der Frankfurter Wertpapierbörse
  • Wirksamkeit des internen Kontrollsystem (IKS) entsprechend § 107 Abs. 3 AktG
  • Bericht der Aufsichtsratsvorsitzenden über die Arbeit und Effizienz des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2012.

Im Geschäftsjahr 2012 sind keine Interessenkonflikte von Aufsichtsrats- oder Vorstandsmitgliedern aufgetreten, die dem Aufsichtsrat gegenüber offenzulegen waren. Herr Michel Hirschi ist zugleich Chief Financial Officer der Meyer Burger Technology AG und hat Organstellung in verschiedenen weiteren Gesellschaften der Meyer Burger-Gruppe und Frau Andrea Sieber erbringt als Partnerin der Anwaltskanzlei Meyerlustenberger Lachenal Rechtsanwälte u.a. auch Beratungsdienstleistungen für die Meyer Burger-Gruppe. Nach Auffassung des Aufsichtsrats folgt allein aus dieser Tätigkeit von Mitgliedern des Aufsichtsrats für die Meyer Burger-Gruppe kein Interessenkonflikt. In Konzernbeziehungen ist es in der Praxis üblich, dass Repräsentanten der Muttergesellschaft im Aufsichtsrat vertreten sind. Besondere Maßnahmen waren im Berichtszeitraum daher nicht geboten.

Jahres- und Konzern-Abschlussprüfung

Der Jahresabschluss der Roth & Rau AG und der Lagebericht wurden nach den Regeln des Handelsgesetzbuchs (HGB) aufgestellt, der Konzern-Abschluss und der Konzern-Lagebericht nach den Grundsätzen der International Financial Reporting Standards (IFRS). Der Aufsichtsrat beauftragte gemäß Beschluss der Hauptversammlung vom 24. August 2012 die PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, als Abschlussprüfer für die AG und für den Konzern für das Geschäftsjahr 2012. Vor dem Vorschlag der Verwaltung zur Wahl von PricewaterhouseCoopers an die Hauptversammlung hatte PricewaterhouseCoopers gegenüber der Aufsichtsratsvorsitzenden gemäß Ziffer 7.2.1 des Deutschen Corporate Governance Kodex schriftlich erklärt, dass keine Umstände bestehen, die ihre Unabhängigkeit als Abschlussprüfer beeinträchtigen könnten.

Der Abschlussprüfer hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss und den Konzern-Abschluss unter Einbeziehung der entsprechenden Lageberichte geprüft. Gegenstand seiner Prüfung waren weiterhin die Maßnahmen des Vorstands zur frühzeitigen Erkennung von Risiken, die den Erfolg und den Fortbestand des Unternehmens gefährden können. Der Abschlussprüfer berichtete schriftlich

über das Ergebnis seiner Prüfung, die zu keinen Einwendungen geführt hatte. Der Jahres- und der Konzernabschluss erhielten den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk.

Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss und den Konzern-Abschluss für das Geschäftsjahr 2012, den Lagebericht, den Konzern-Lagebericht sowie den Abhängigkeitsbericht auf Vollständigkeit und Richtigkeit geprüft. Sämtliche Unterlagen sowie die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers lagen dem Gremium rechtzeitig vor und wurden in der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats am 22. März 2013 eingehend erörtert und geprüft. Der Abschlussprüfer berichtete über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung und stand dem Aufsichtsrat für Fragen und ergänzende Auskünfte zur Verfügung. Der Aufsichtsrat hat insbesondere geprüft, ob die vom Vorstand in den Lageberichten getroffenen Einschätzungen mit den Einschätzungen in den Berichten an den Aufsichtsrat übereinstimmen und ob die Aussagen in den Lageberichten mit der eigenen Einschätzung des Aufsichtsrats übereinstimmen. Der Aufsichtsrat hat nach eigener gründlicher Prüfung keine Einwände erhoben und den Jahresabschluss und den Lagebericht sowie den Konzern-Jahresabschluss und den Konzern-Lagebericht gebilligt und den Prüfungsberichten zugestimmt. Der vom Vorstand aufgestellte Jahresabschluss der Roth & Rau AG wurde damit festgestellt.

Gemäß § 312 Abs. 1 AktG hat der Vorstand der Roth & Rau AG einen Bericht über die Beziehungen der Gesellschaft zu verbundenen Unternehmen ("Abhängigkeitsbericht") für das Geschäftsjahr 2012 erstellt. PricewaterhouseCoopers hat diesen Bericht ebenfalls geprüft, über das Ergebnis der Prüfung schriftlich berichtet und folgenden Bestätigungsvermerk erteilt:

"Nach unserer pflichtmäßigen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass die tatsächlichen Angaben des Berichtes richtig sind, bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war."

Der Aufsichtsrat hat den Abhängigkeitsbericht des Vorstands ebenfalls geprüft und stimmt mit dem Prüfungsergebnis des Abschlussprüfers überein. Nach dem abschließenden Ergebnis der Prüfung durch den Aufsichtsrat sind gegen die im Bericht enthaltenen Schlusserklärungen des Vorstands keine Einwendungen zu erheben.

Veränderungen im Vorstand und Aufsichtsrat

Mit Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung am 24. August 2012 endete die gerichtliche Bestellung von Herr Prof. Dr. Alexander Michaelis. Gleichzeitig wählte die Hauptversammlung am 24. August 2012 Herrn Prof. Dr. Alexander Michaelis als weiteres Mitglied in den Aufsichtsrat.

Hohenstein-Ernstthal, 22. März 2013

Der Aufsichtsrat

Andrea Sieber Vorsitzende des Aufsichtsrats

Roth & Rau AG

Geschäftsbericht 2012

Konzern-Lagebericht

1 Unternehmen

1.1 Geschäftstätigkeit

Die Roth & Rau-Gruppe zählt seit über zehn Jahren zu den weltweit führenden Anbietern von Produktionsequipment und innovativen Fertigungstechnologien für die Photovoltaikindustrie. Darüber hinaus entwickelt und fertigt das Unternehmen auf spezielle Kundenbedürfnisse zugeschnittene Prozesssysteme für plasma- und ionenstrahlgestützte Oberflächenbearbeitungsverfahren, unter anderem für die Halbleiterindustrie, die Präzisionsoptikfertigung, die Produktion von Bauteilen in der Mikrosystemtechnik und die Sensorherstellung. Zusätzlich umfasst das Portfolio Softwareprodukte im Bereich Anlagensteuerung und Produktionsüberwachung sowie Wartungs- und Servicedienstleistungen.

Seit 2011 gehören die Roth & Rau AG sowie ihre Tochtergesellschaften zur Meyer Burger-Gruppe. Dabei bildet Roth & Rau als Unternehmensverbund mit eigenem Technologie-Kompetenzzentrum am Hauptstandort Hohenstein-Ernstthal die Division "Cell & Coating" und schließt damit die Lücke in der Wertschöpfungskette zwischen Wafering und Solarmodulen innerhalb der Meyer Burger-Gruppe.

1.1.1 Konzern-Struktur

Im Konzern-Abschluss der Roth & Rau-Gruppe zum 31. Dezember 2012 wurden 16 Unternehmen voll konsolidiert und eine 50%-ige Beteiligung als Gemeinschaftsunternehmen nach der Equity-Methode einbezogen.

Im 3. Quartal 2010 startete Roth & Rau das konzernweite Kosten- und Strukturoptimierungsprogramm CRiSP ("Cost Reduction and improvement of Structures Programm"), um der signifikanten Verschlechterung der Ertragslage sowie den spürbaren Marktveränderungen Rechnung zu tragen. Im Zuge der weiteren Verschlechterung des Marktumfeldes in 2011 v.a. im Geschäftsbereich Photovoltaik wurden im Februar 2012 weitere Maßnahmen zur kurzfristigen Anpassung der Konzernstruktur unter dem Namen CRiSP II beschlossen. Dies betraf insbesondere Standortschließungen sowie Personalabbaumaßnahmen.

Die Maßnahmen zur Reduzierung der Komplexität der Konzern-Struktur wurde im Geschäftsjahr 2012 mit dem Beschluss zur Erweiterung des Kosten- und Strukturoptimierungsprogramms CRiSP deutlich forciert. Nach Abschluss aller Maßnahmen wird sich die Zahl der zu konsolidierenden Gesellschaften von 25 (31. Dezember 2011) auf 8-10 Gesellschaften reduzieren. Um die Kompetenzen innerhalb der Meyer Burger-Gruppe durch die Zusammenführung der Vertriebs- und Serviceaktivitäten weiter zu bündeln sowie um Personal- und Verwaltungskosten zu sparen, wurden im Laufe des Geschäftsjahres die Geschäftsaktivitäten von insgesamt fünf asiatischen Service- und Vertriebsgesellschaften sowie einer Niederlassung auf Meyer Burger übertragen. So wurden im Rahmen von Asset Deals die Geschäftsaktivitäten der Niederlassung der Roth & Rau B.V. in Taiwan zum 31. Januar 2012, der Roth & Rau (Shanghai) Trading Co. Ltd zum 1. Juni 2012, der NedX Solar (Shanghai) Trading Co. Ltd zum 1. Mai 2012 (beides Shanghai, China), der Roth & Rau Singapore Pte. Ltd (Singapur) zum 1. April 2012 sowie der Roth & Rau Korea Co. Ltd. (Seoul, Korea) zum

  1. November 2012 an die ortsansässigen Tochtergesellschaften der Meyer Burger Technology AG bzw. der Meyer Burger AG übertragen. Desweiteren wurden die Geschäftsanteile der Roth & Rau – Ortner Malaysia Sdn. Bhd. in Kuala Lumpur, Malaysia, an die Meyer Burger Technology AG mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. April 2012 verkauft. Die Liquidation der taiwanesischen Niederlassung der Roth & Rau B.V. sowie der NedX Solar (Shanghai) Trading Co. Ltd. konnten bereits zum 31. August bzw. 20. Dezember 2012 abgeschlossen werden. Die Liquidation und Schließung der anderen Gesellschaften ist für das 1. Quartal 2013 vorgesehen. Die Übertragung der Geschäftsaktivitäten der Roth & Rau India Pvt. Ltd. soll ebenfalls bis zum März 2013 durchgeführt werden. Im Zuge der Trennung von unprofitablen Gesellschaften wurden die Geschäftsanteile der in Shenzhen (China) ansässigen Precision Tooling & Solar & Tech. Co. Ltd. nebst der Holding Roth & Rau Hongkong Limited mit wirtschaftlicher Wirkung zum 28. September 2012 veräußert.

Auch in Bezug auf die europäischen Tochtergesellschaften wurden weitere Maßnahmen eingeleitet. So wurde mit dem Verkauf der Geschäftsanteile der Roth & Rau CTF Solar GmbH an einen chinesischen Investor zum 28. März 2012 der letzte Schritt des Ausstiegs aus der Cadmium-Tellurid-Technologie vollzogen. Außerdem wurde mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Januar 2012 die Roth & Rau Dünnschicht Solar GmbH in Hohenstein-Ernstthal auf die Roth & Rau AG sowie die R³T Rapid Reactive Technology GmbH in Taufkirchen auf die Muegge GmbH verschmolzen. Die bereits im Dezember 2011 eingeleitete Liquidation der italienischen Tecnifinico S.r.l. i.L. (vormals Roth & Rau Italy S.r.l. i.L.) wurde maßgeblich forciert und kann aller Wahrscheinlichkeit nach bis zum 30. Juni 2013 vollständig abgeschlossen werden.

Im Rahmen der Konzentration auf die Kernkompetenzen wurden die Anteile an der USamerikanischen Gesellschaft Romaric Automation Design Inc. zum 1. August 2012 veräußert. Die in den USA noch verbleibenden Tochterunternehmen Solar Holding Inc. sowie die Roth & Rau USA Inc. werden nur noch als Mantelgesellschaften fortgeführt. Auch hier konnten die operativen Kosten auf ein Minimum reduziert werden.

Die für die australische Tochtergesellschaft Roth & Rau Australia Pty. Ltd. in Sydney im 1. Halbjahr 2012 eingeleitete freiwillige Liquidation ist am 19. Februar 2013 mittels Deregistrierung abgeschlossen wurden. Die Vertriebsaktivitäten von Roth & Rau in dieser Region werden zukünftig von Meyer Burger übernommen.

Weitere Erläuterungen zu den Änderungen im Konsolidierungskreis und eine vollständige Übersicht der Konzern-Unternehmen zum 31. Dezember 2012 finden Sie im Konzern-Anhang unter der Ziffer 7.2.4.

1.1.2 Organisation

In ihrer Funktion als Muttergesellschaft nimmt die Roth & Rau AG gruppenübergreifende Schlüsselfunktionen wahr. Hierzu zählen die Strategieentwicklung, die technologische Weiterentwicklung des Produktportfolios, Investor Relations, das Risikomanagement sowie die administrative Steuerung der gesamten Gruppe. Das Treasury wurde im Zuge der Integration in die Meyer Burger-Gruppe teilweise an die Meyer Burger Technology AG abgegeben. So übernimmt sie als Holdinggesellschaft die Finanzierung der Roth & Rau-Gesellschaften sowie das Währungsmanagement. Bei der

Roth & Rau AG verbleibt weiterhin die Liquiditätssteuerung. Die Tochtergesellschaften handeln, gebunden an Satzungen, im Rahmen der strategischen Ausrichtung, die vom Vorstand in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat entwickelt wurde, weitgehend eigenverantwortlich. In dieser Struktur tragen alle Gesellschaften dazu bei, die Position der Roth & Rau-Gruppe im Meyer Burger-Verbund als einer der weltweit führenden Technologie- und Equipmentanbieter in der Photovoltaik auszubauen.

1.1.3 Internationale Ausrichtung

Das internationale Service- und Vertriebsnetzwerk der Roth & Rau-Gruppe erstreckt sich über alle wichtigen Märkte der Photovoltaikindustrie und der anderen Industrien, in den Roth & Rau tätig ist. In Asien, dem global gesehen nach wie vor wichtigsten Solarmarkt, ist Roth & Rau über die Serviceund Vertriebsgesellschaften von Meyer Burger in China, Indien, Singapur, Korea, Taiwan, Hongkong und Japan vertreten. Die lokale Nähe zum Kunden und die direkte Erreichbarkeit vor Ort sind vor allem für ein flexibles und umfangreiches Serviceangebot sowie für das Wartungs- und Ersatzteilgeschäft von Bedeutung und tragen zur Festigung der Kundenbindung bei. Die Produktionsstandorte befinden sich überwiegend in Europa.

1.1.4 Geschäftsbereiche und Wertschöpfung

Die Geschäftstätigkeit der Roth & Rau-Gruppe ist in die drei Geschäftsbereiche Photovoltaik, Plasmaund Ionenstrahltechnologie sowie Sonstige gegliedert. Die Geschäftsbereiche untergliedern sich dabei wie folgt in einzelne Geschäftsfelder:

Photovoltaik: Equipment, Systemlösungen

Plasma- und Ionenstrahltechnologie: keine weitere Unterteilung

Sonstige: Ersatzteile und Service, Software, Andere

Zum strategischen Geschäftsbereich Photovoltaik gehören Produkte, Technologien und Dienstleistungen für die Photovoltaikindustrie. Das Geschäftsfeld Equipment, welches innerhalb der Roth & Rau-Gruppe nach wie vor den größten Umsatzbeitrag liefert und trotz der aktuellen Krise der Solarindustrie mittel- und langfristig über ein hohes Wachstumspotenzial verfügt, umfasst insbesondere die In-Line-Produktionsanlagen SiNA und MAiA sowie die HELiA-Anlagen (PECVD, PVD) zur Herstellung von Hocheffizienzzellen. Diese Anlagen stellen Schlüsselprodukte der Roth & Rau AG dar.

Mit der Antireflexbeschichtungsanlage SiNA werden Zellen mit einer Siliziumnitridschicht beschichtet, die den Anteil des von der Oberfläche reflektierten Lichts reduziert und eine Passivierung von Verunreinigungen und Defekten im Siliziumwafer bewirkt. Die Antireflexbeschichtung ist ein entscheidender Einflussfaktor auf den Wirkungsgrad der Solarzelle. Die SiNA-Anlagen werden aktuell mit verschiedenen Produktionskapazitäten von fünf bis 100 MWp angeboten.

Durch das Anlagenkonzept MAiA lassen sich neue Plasmatechnologien wie die beidseitige Beschichtung von Solarzellen, die Herstellung von Mehrlagenschichten oder Trockenätzprozesse realisieren. Auf Grund des modularen Aufbaus können innerhalb einer Anlage auch verschiedene Plasmaprozesse kombiniert werden. Besonders hervorzuheben ist dabei die sog. iPERC-Technologie, bei der durch Aufbringen einer Passivierungsschicht (z.B. mit Aluminiumoxid) und lokaler Kontakte auf der Waferrückseite Wirkungsgrade von über 19% (auf monokristallinen Wafern) erzielt werden können.

Ergänzt wird das Equipment-Geschäft durch Anlagen für thermische Prozesse, wie zum Beispiel den Feuerofen CAMiNI und den Diffusionsofen CALiPSO. Diese Produktlinien bieten für Roth & Rau-Kunden zahlreiche Vorteile – sowohl technisch als auch kostenseitig. Sie bilden eine gute Ergänzung zu den SiNA-Anlagen und sind im Produktionsprozess optimal aufeinander abgestimmt.

Desweiteren wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr eine neue Anlage (SQI) zur Behebung von sog. PID-Effekten (schleichender Leistungsverlust von Photovoltaik-Modulen) in das Angebot aufgenommen, deren Einsatz sich positiv auf die Effizienz der Solarzelle auswirkt.

Abgerundet wird das Angebot im Photovoltaik-Bereich durch das zweite Geschäftsfeld Systemlösungen, zu dem Produktionslinien für die Herstellung kristalliner Silizium-Solarzellen und die neu angebotenen Dienstleistungen bestehend aus Equipment- und Servicepaketen zählen.

Im Geschäftsbereich Plasma- und Ionenstrahltechnologie produziert Roth & Rau vor allem maßgeschneiderte Systemlösungen und Prozesse für plasma- und ionenstrahlgestützte Oberflächenbearbeitungsverfahren, die in den unterschiedlichsten Branchen wie der Halbleiter-, der Automobiloder der optischen Industrie sowie in Forschungs- und Entwicklungsabteilungen eingesetzt werden. Diesem Geschäftsbereich wird eine hohe strategische Bedeutung beigemessen, da er die technologische Keimzelle der Roth & Rau-Gruppe darstellt.

Als die wichtigsten Produkte gelten die Anlagenserie IonScan für das Schichtdickentrimming dünner Schichten in der Halbleiterindustrie und die Korrektur von Polierfehlern in der Präzisionsoptik sowie Anlagen der Serie AK für die großflächige Beschichtung von Oberflächen für die Halbleiter- und die Optische Industrie. Zur Fortentwicklung der eingesetzten Technologien unterhält Roth & Rau ein eigenes Entwicklungs- und Applikationslabor und führt in Kooperation mit mehreren namhaften inund ausländischen Forschungsinstituten und Universitäten Forschungs- und Entwicklungsprojekte durch. Mit den vorhandenen Technologien setzt Roth & Rau auch auf Anwendungen in anderen Bereichen.

Der Geschäftsbereich Sonstige beinhaltet das Ersatzteil- und Servicegeschäft, Softwareprodukte für die Steuerung von Anlagen und die Überwachung komplexer Produktionsprozesse bis hin zur Automatisierung kompletter Fabriken sowie weitere Produkte und Dienstleistungen für Kunden außerhalb der Photovoltaik. Hauptumsatztreiber in diesem Geschäftsbereich sind trotz der zurückhaltenden Kundennachfrage die Ersatzteilverkäufe und das weltweite Servicegeschäft.

1.1.5 Hauptabsatzmärkte und Wettbewerbsposition

Im Geschäftsjahr 2012 haben die asiatischen Photovoltaik-Märkte für Roth & Rau und andere Equipment-Hersteller hinsichtlich des Auftragseingangs an Bedeutung verloren. Ursachen dafür waren die anhaltende Marktschwäche, der Preisverfall im Endkundengeschäft und damit verbunden signifikante finanzielle Probleme der Kundenbasis, die zu weiterhin starker Zurückhaltung bei Investitionen in Technologie-Upgrades oder -Substitutionen sowie Kapazitätserweiterungen geführt haben.

Damit wurde 2012 ein vorläufiger Tiefpunkt erreicht, der sich insbesondere auch negativ auf die vertragliche Zuverlässigkeit einzelner, bislang stabiler Unternehmen, speziell in China, ausgewirkt hat.

Der Auftragseinbruch in China konnte auch in Ländern wie Taiwan, Korea, Japan sowie in Südostasien nicht kompensiert werden. Die meisten Kunden haben Entscheidungen zum Ausbau bzw. zur Modernisierung von Massenproduktionslinien mit Hinweis auf die Marksituation vertagt und höchstens F&E- oder Produktqualifikationen vorangetrieben.

Ungeachtet dessen ist es uns gelungen, in einigen Bereichen Durchbrüche zu erzielen, allen voran die erfolgreiche Einführung der Rückseitenpassivierung iPERC bei zwei taiwanesischen Kunden.

Es ist zu erwarten, dass die erforderliche technologische Anpassung vorhandener Produktionskapazitäten nachgeholt wird, sobald sich eine Verbesserung der Marktbedingungen abzeichnet.

In Indien ist 2012 trotz ambitionierter Pläne der Regierung kein positives Investitionsklima entstanden. Wie in den meisten anderen Ländern stellten auch hier Finanzierungshürden unüberwindliche Hindernisse dar. Dazu kommt die nach wie vor schwache Infrastruktur, die zu erheblichen Projektlaufzeiten führt. Allerdings ist der Ausblick für Indien durchaus positiv, da die Regierung verstärkt auf die Entwicklung eines einheimischen Marktes setzt.

Die sogenannten "Emerging Markets" in Südostasien, im Mittleren Osten, Osteuropa, Afrika und Lateinamerika sind 2012 wie erwartet noch nicht zum Tragen gekommen. Es wurden jedoch in diesen Gebieten im Verbund der Meyer Burger-Gruppe erhebliche Anstrengungen im Business Development unternommen, da in diesen Regionen in Zukunft mit Sicherheit Produktionskapazitäten entstehen werden.

Unsere Bemühungen in Deutschland und Westeuropa konzentrieren sich derzeit mit guten Erfolgsaussichten auf die Akquisition und die Vorbereitung eines Erstprojektes im Bereich der Heterojunction Technologie. Außerdem wurden zwei Produktqualifikationen mit zwei deutschen Kunden intensiviert und in einem Fall bereits abgeschlossen. Weiterhin völlig unklar sind Prognosen, inwiefern die bei der EU anhängige Anti-Dumping Kampagne gegen chinesische Solarunternehmen potentiell zu Verlagerungen von Zell- und Modul-Produktionskapazitäten nach Europa führen wird.

Genau dies ist in den USA trotz der Einführung von Strafzöllen nicht eingetreten. Unser Fokus war und bleibt dort hauptsächlich auf die Zusammenarbeit mit Unternehmen gerichtet, die neue, innovative Technologien entwickeln und dafür spezielle Maschinen benötigen. Hervorzuheben ist hier die erfolgreiche Zusammenarbeit mit einem Kunden im Bereich MOCVD zur Herstellung Gallium-Arsenid-basierter Solarzellen. Der Aufbau signifikanter Produktionskapazitäten ist in den USA zurzeit nicht absehbar.

Der Wettbewerb unter den Equipment-Herstellern hat sich durch den Kampf um wenige, verfügbare Projekte verschärft. Kunden fordern bei der Einführung neuer Technologien häufiger kostenlose

Demonstrationsphasen und problematische Zahlungsbedingungen. Es bleibt abzuwarten, inwiefern sich diese Bedingungen auf die Konsolidierung der Equipment-Anbieter auswirken werden.

Der in 2012 erheblich gewachsene Markt für Gebrauchtequipment stellt uns sowohl vor Herausforderungen, bietet aber auch Chancen, gemeinsam mit Kunden, preisgünstige Projekte zu entwickeln und dabei vertretbare Margen zu erzielen.

Roth & Rau hat sich einen guten Ruf im Bereich Rückseitenpassivierung erarbeitet. 2012 sind wie erwartet Wettbewerbsprodukte erschienen, welche aber noch nicht die Massenproduktionstauglichkeit unserer MAiA-Systeme besitzen. Eine weitere Optimierung der anfallenden Verbrauchskosten für die zusätzlichen Prozessschritte wird unsere Wettbewerbsfähigkeit erhöhen.

Im Bereich der Heterojunction-Technologie konnten einige wichtige Meilensteine erzielt werden, wie zum Beispiel die Vorstellung der 303 Watt Rekord-Module und die erfolgreiche Zertifizierung von Heterojunction-Modulen. Dies war möglich aufgrund einer Steigerung des Zellwirkungsgrades auf bis zu 21 % in der Pilotlinie in Hohenstein-Ernstthal und unter Einsatz verschiedener Zellverbindungstechnologien (SmartWire, 5-Busbar-Lösung).

Die Entwicklung und Inbetriebnahme der neuen Heterojunction-Systeme (PECVD, PVD) wurde zielgerichtet vorangetrieben. Beide Systeme gelten inzwischen in der Branche als die geeignetsten Maschinen für neue Heterojunction-Zellfertigungslinien.

Die Wettbewerbssituation hat sich 2012 insofern verändert, dass sich die andauernde Marktschwäche signifikant auf einige Wettbewerber ausgewirkt hat, im Besonderen auf die centrotherm photovoltaics AG. Dadurch sind Marktpreise stärker gefallen und einige Wettbewerber haben begonnen, unattraktive Zahlungsbedingungen von Kunden zu akzeptieren. Im Geschäftsbereich der Roth & Rau AG gelten die Gebr. Schmid GmbH, die Singulus Technologies AG, die Manz AG und weiterhin auch die centrotherm photovoltaics AG als Hauptwettbewerber. In Asien sind vor allem im Bereich Heterojunction die Jusung Engineering Co. Ltd. sowie Unternehmen in Japan und Taiwan tätig.

Das Marktumfeld wird auch im Jahr 2013 volatil bleiben. Der Bedarf, den Anteil an höher effizienten und kostengünstigeren Solarzellen zu steigern, wächst und damit die Notwendigkeit, in neue Technologien zu investieren. Wann sich dieser Technologiestau beginnt aufzulösen, wird stark von der Entwicklung des Photovoltaik-Marktes als Ganzes abhängen.

Roth & Rau ist insbesondere durch die Heterojunction-Technologie und deren Kostensenkungspotential sehr gut für diese neue Phase der Photovoltaik-Industrie aufgestellt.

1.2 Strategie und Unternehmenssteuerung

1.2.1 Strategie

Aufbauend auf die im Zuge der Fokussierung auf das Kerngeschäft in 2011 festgelegten Leitlinien hat die Gesellschaft ihre strategische Ausrichtung im Geschäftsjahr 2012 konsequent umgesetzt. Dabei bildete die ebenfalls in 2011 formulierte Vision und die darauf aufbauende Mission der Gesellschaft die strategische Grundlage. Die seinerzeit formulierte Vision:

"Roth & Rau wird zum führenden Partner der herstellenden Photovoltaikindustrie zur Optimierung ihrer Zellproduktionssysteme. Auf Basis der eigenen Kernkompetenzen dringt Roth & Rau proaktiv auch in alternative Geschäftsbereiche zur Photovoltaik ein."

behält vollumfänglich ihre Gültigkeit.

Die im Geschäftsjahr 2012 erfolgte Umsetzung der Strategie wurde im Wesentlichen von folgenden Grundzügen getragen:

  • Konsequente Ausschöpfung des Synergiepotenzials zwischen der Roth & Rau-Gruppe und der Meyer Burger-Gruppe
  • Umsetzung von Kostensenkungs- und Strukturanpassungsmaßnahmen und Konzentration auf die wesentlichen Geschäftsfelder
  • Weiterer Ausbau der Technologieführerschaft im Bereich der Zelltechnologie
  • Erschließung neuer Anwendungsgebiete für die vorhandenen Kerntechnologien außerhalb der Solarbranche.

Zur Realisierung von Synergiepotenzialen mit der Meyer Burger-Gruppe wurde auf der einen Seite ein abgestimmtes und systemübergreifendes Lösungsangebot für die Photovoltaikindustrie erstellt. Gemeinsam sind wir in der Lage, unseren Kunden eine umfassende und in sich optimierte Lösung für die gesamte Wertschöpfungskette vom Wafering über die von Roth & Rau vertretene Zelltechnologie bis hin zur fertigen Modulproduktionslinie bereit zu stellen. Erste Erfolge dieser gemeinsamen Systemtechnik zeigen sich bereits heute trotz des derzeit sehr verhaltenen Marktes.

Auf der anderen Seite konnte durch das Zusammenlegen der weltweiten Vertriebs- und Servicegesellschaften von Roth & Rau mit Meyer Burger neben einem einheitlichen Auftreten am Markt ("One Face to the Customer") auch eine signifikante Senkung der Vertriebskosten durch die damit einhergehende Komplexitätsreduktion und Verschlankung der Administration erreicht werden. Mit Meyer Burger konsolidiert wurden die Vertriebs- und Serviceaktivitäten in China, Taiwan, Korea, Singapur, Malaysia und Australien. Eine Zusammenlegung in Indien ist noch in Vorbereitung. Die Zusammenlegung erfolgte dabei in der Regel in Form von Asset Deals und anschließender Einleitung der Liquidation der leeren Gesellschaftshüllen. Das Roth & Rau-Personal wurde dabei in den wesentlichen Bereichen von Meyer Burger übernommen.

Im Rahmen des CRiSP II-Programms wurden im Geschäftsjahr 2012 wesentliche Weichenstellungen in Bezug auf die Bereinigung des Produktportfolios sowie weitgehende Kostensenkungs- und Strukturanpassungsmaßnahmen realisiert. So wurden nachhaltig unprofitable Gesellschaften veräußert, geschlossen oder liquidiert, bzw. die Liquidation wurde eingeleitet. Dazu zählen Gesellschaften wie die mit der Cadmiumtellurid-basierten Dünnschichttechnologie arbeitende Roth & Rau CTF Solar GmbH in Deutschland, die italienische Tecnifinico S.r.l. i.L. (vormals Roth & Rau Italy S.r.l. i.L.) mit dem Kernprodukt EVA-Folie, die mit Softwarelösungen beschäftigte US-amerikanische Romaric Automation Design Inc., sowie die in der chinesischen Sonderwirtschaftszone von Shenzhen angesiedelte Produktionsgesellschaft Precision Tooling & Solar Tech. Co. Ltd. nebst der dazugehörigen Holding Roth & Rau Hong Kong Ltd. Darüber hinaus wurde im Rahmen des CRiSP II-Programms im Februar 2012 auch die Belegschaft am Stammsitz der Gesellschaft in Hohenstein-Ernstthal mittels eines freiwilligen Aufhebungsangebots an eine dem geringeren Umsatz angemessene Personalstärke angepasst. Da eine kurzfristige Erholung des Solarmarktes als unwahrscheinlich gilt, lobte der Vorstand im November des abgelaufenen Geschäftsjahres erneut ein freiwilliges Aufhebungsangebot aus.

Zum Erhalt und zum Ausbau der Technologieführerschaft im Zellbereich der Solarindustrie hat die Gesellschaft maßgeblich in die Industrialisierung der nächsten Generation von Zellsystemen, der Heterojunction-Technologie investiert. Hierdurch sowie durch ergänzende Systeme aus dem Waferund Modulbereich ist Roth & Rau gemeinsam mit Meyer Burger in der Lage, die Zukunftstechnologien in der Photovoltaik maßgeblich zu beeinflussen.

Um den adressierten Markt zu verbreitern und um sich neue Umsatzpotenziale zu erschließen, setzt Roth & Rau konsequent auf eine Weiterentwicklung der vorhandenen Technologien für neue Anwendungen. So konnten über die Tochtergesellschaften MicroSystems GmbH (vormals Roth & Rau MicroSystems GmbH) in Deutschland und Roth & Rau B.V. (vormals OTB Solar B.V.) in den Niederlanden erste Erfolge im Bereich der OLED-Technologie erzielt werden. Erfolgversprechend sind ferner Ansätze in der Spezialglas-Beschichtung sowie in der Batterietechnik. Für letzteren Bereich nutzt auch die Konzerntochter AIS Automation Dresden GmbH ihr breites Basis-Know-how, um ihr Angebot an Fabriksteuerungen auch auf andere Industriebereiche auszudehnen. Die Roth & Rau – Ortner GmbH legt einen Schwerpunkt auf die Eigenentwicklung von Automatisierungssystemen für die Halbleiterindustrie und konnte damit im Geschäftsjahr 2012 erste sehr erfolgversprechende Markteinführungen realisieren. Damit rundet Ortner sein Angebot neben der sehr erfolgreichen Installationstätigkeit in der Halbleiterindustrie auch mit eigenen Produkten ab. Die Roth & Rau-Tochtergesellschaft Muegge GmbH verbreiterte im Geschäftsjahr 2012 ebenfalls ihre Kundenbasis in bisher nicht adressierten Märkten, wodurch zusätzliche Kunden zum Beispiel aus der diamantverarbeitenden Industrie gewonnen werden konnten. Die Erschließung und der Ausbau der Geschäftsfelder außerhalb der Photovoltaik haben damit wesentlich zur Stabilisierung des Auftragseingangs in der Roth & Rau-Gruppe beigetragen und sollen künftig weiter forciert werden.

1.2.2 Unternehmenssteuerung

Der Vorstand ist verantwortlich für die Entwicklung und Umsetzung der langfristigen Konzernziele, die auf die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes ausgerichtet sind.

Die Steuerung der Roth & Rau-Gruppe leitet sich vor dem Hintergrund der nach wie vor sehr volatilen Marktbedingungen aus der kurz- bis mittelfristigen Unternehmensplanung ab. Die strategische Drei-Jahres-Planung bildet die Grundlage für die Festlegung der Unternehmensziele. Darauf aufbauend werden im Rahmen der Budgeterstellung konkrete, kurzfristige Zielstellungen und entsprechende Maßnahmen abgeleitet. Dieser Prozess erfolgt über regelmäßige operative und strategische Erörterungen auf Vorstandsebene sowie mit den verantwortlichen Bereichsleitern. Die unterjährige Planung beruht auf Forecast-Rechnungen, die monatlich an die neuesten Erkenntnisse hinsichtlich Auftragsund Marktlage angepasst werden.

Als relevante Steuerungsgrößen für die wirtschaftlichen Ziele gelten der Umsatz, die Gesamtleistung, das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA), das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT), das Nettoumlaufvermögen und der operative Cash Flow. Die Kennzahlen Auftragseingang und Auftragsbestand sind als wichtige Frühindikatoren für die zukünftige Entwicklung der Konzernumsätze ebenfalls von hoher Bedeutung für die Planung und Steuerung. Im aktuellen Marktumfeld bekommt die Liquiditätsplanung einen besonders hohen Stellenwert.

Die interne Unternehmenssteuerung umfasst eine detaillierte Planungsrechnung auf Basis der genannten Kennzahlen sowie ein konzernübergreifendes Controlling-System, das getrennt nach Geschäftsbereichen und Projekten erfolgt. In regelmäßigen Berichten werden die Plan- und Ist-Werte der verschiedenen Steuerungsgrößen analysiert und die Ergebnisse an den Leiter Konzern-Controlling und den Vorstand berichtet. Dadurch wird sichergestellt, dass Planabweichungen frühzeitig identifiziert, entsprechende Maßnahmen ergriffen sowie Ziele an sich ändernde Rahmenentwicklungen angepasst werden können.

Mit der Eingliederung in das Konsolidierungs-und Reportingsystem der Meyer Burger-Gruppe konnte die Transparenz in sämtlichen Konzerngesellschaften im abgelaufenen Geschäftsjahr noch weiter verbessert werden.

1.3 Forschung und Entwicklung

Aufgrund von unterschiedlichen Basistechnologien innerhalb der Unternehmensgruppe, verfolgen die einzelnen Gruppengesellschaften auch unterschiedliche Schwerpunkte bei der Forschung & Entwicklung.

Die Roth & Rau-Gruppe wird im Rahmen ihrer Forschungen von nationalen und internationalen Hochschulen und Forschungseinrichtungen unterstützt. Zu diesen langjährigen Kooperationspartnern zählen das Schweizer Institut für Mikrotechnologie (IMT) an der Université de Neuchâtel, das Energy Research Centre of the Netherlands (ECN), das Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme (ISE), das Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme (IKTS), das Fraunhofer Institut für Elektronenstrahl- und Plasmatechnik (FEP) sowie die australische University of New South Wales.

Im Geschäftsjahr 2012 betrug der gesamte Forschungs- und Entwicklungsaufwand 26.079 T€ (2011: 27.290 T€). Dies entspricht einer Entwicklungsquote von 16,9 % (2011: 13,1 %).

Im Zuge des Kosten- und Strukturprogramms CRiSP II wurden auch die Forschungs- und Entwicklungskapazitäten an die Marktgegebenheiten angepasst. So sank die Zahl der konzernweit beschäftigten Mitarbeiter in diesem Bereich von 142 zum 31. Dezember 2012 auf 128.

Im Fokus der Forschungs- und Entwicklungsarbeit stehen die Aktivitäten im Zusammenhang mit der nächsten Generation von kristallinen Solarzellen, der Heterojunction-Technologie. Dabei liegt der Schwerpunkt am Entwicklungsstandort Hohenstein-Ernstthal in der Industrialisierung der bereits im In-House-Betrieb getesteten Produktionssysteme. Zusammen mit den Forschungsaktivitäten der Roth & Rau Research AG (vormals Roth & Rau Switzerland AG) in Neuchâtel und den Verbindungstechnologien der Meyer Burger-Gruppe konnte im September 2012 auf der Branchenmesse PVSEC Europe in Frankfurt ein Solarmodul im Standardformat mit einer Leistung von 303 Watt der Öffentlichkeit demonstriert werden. Mit diesem erzielten Weltrekord auf produktionsnahen Anlagen konnte die Technologieführerschaft von Roth & Rau in der Zelltechnologie deutlich unter Beweis gestellt werden. Die Zuverlässigkeit der mit dieser Produktionstechnologie hergestellten Solarmodule wurde im Rahmen einer Zertifizierung von einem unabhängigen Institut bestätigt.

Mit Laborsystemen der Heterojunction-Technologie konnte die Tochtergesellschaft MicroSystems GmbH im Geschäftsjahr 2012 erste Markterfolge in Japan, den Niederlanden und in China erzielen. Schwerpunkt der Aktivitäten bei Roth & Rau Research AG in der Schweiz blieb die Weiterentwicklung dieser Technologie hin zur Heterojunction-IBC Technologie.

Darüber hinaus lag ein weiterer Schwerpunkt der Entwicklungsaktivitäten im Photovoltaik-Bereich auf der Verbesserung und Erweiterung der Standard-Technologie. Als Investitionsschutz unserer Kunden wurden für die im Markt installierte Basis Upgrades entwickelt, wie beispielsweise das Aufbringen von Aluminiumoxid Schichten zur Rückseitenpassivierung von Standardzellen. Diese in bestehende Linien integrierbaren Upgrades verbessern den Wirkungsgrad der produzierten Solarzellen in einem Umfang, der die Wirtschaftlichkeit der Zusatzinvestitionen bei weitem rechtfertigt. Ebenso wurden Systeme zur Vermeidung des so genannten PID-Effekts (Potential Induced Degradation bzw. Spannungsinduzierte Degradation) konventionell hergestellter Solarzellen entwickelt und für die Markteinführung vorbereitet.

Ein Durchbruch gelang im Geschäftsjahr 2012 bei der Übertragung des eigenentwickelten Trockenätzverfahrens auf die bestehende SiNA/MAiA-Plattform. Damit wird der Leistungsumfang dieser Plattform zunehmend als "Baukasten" für die verschiedensten Anwendungen in der kristallinen Solarzellproduktion abgerundet.

Weiterhin wurde die Weiterentwicklung eines umfassenden Fabrikationskontrollsystems für die Solarindustrie durch die Konzerntochter AIS Automation Dresden GmbH abgeschlossen. Ein wichtiges Kundenprojekt in diesem Bereich konnte im Geschäftsjahr 2012 abgeschlossen werden. Damit wird das Leistungsspektrum der Roth & Rau-Gruppe im Zusammenspiel mit den Systemen der Meyer Burger-Gruppe nach oben zur Fabriksteuerung komplettiert.

Im sogenannten "Non-PV-Bereich" konzentrierten sich die Forschungs- & Entwicklungsaktivitäten der Roth & Rau-Gruppe im Geschäftsjahr 2012 schwerpunktmäßig auf die Erschließung neuer Anwendungsgebiete der Beschichtungstechnologie. Erste Erfolge konnten bei Beschichtungssystemen in der OLED-Technologie erzielt werden und dies sowohl für Prozessschritte im Roll-to-Roll- als auch im Sheet-to-Sheet-Verfahren. Weiterhin konnten zukunftsweisende Verfahren zur Produktion von Lithium-Ionen-Batterien sowie zur Beschichtung von Spezialglas erprobt werden.

Weitere wesentliche Forschungs- & Entwicklungsaktivitäten lagen in der Entwicklung hocheffizienter, kostengünstiger Stromversorgungen für ein breites Spektrum von Mikrowellenanwendungen in der Switch-Mode-Technologie (Muegge GmbH) oder in der Entwicklung neuer Automatisierungssysteme für die Chipindustrie (Roth & Rau – Ortner GmbH).

1.4 Mitarbeiter

Per 31. Dezember 2012 zählte die Roth & Rau-Gruppe 898 Mitarbeiter, was im Vergleich zum Vorjahresstichtag einer Reduzierung von 450 Mitarbeitern bzw. 33,4 % entspricht. Die Abnahme resultierte vor allem aus dem Verkauf, der Liquidation und der Verschmelzung von Gesellschaften sowie aus der Übertragung der Geschäftsaktivitäten der asiatischen Service- und Vertriebsgesellschaften auf Meyer Burger. Mit den Maßnahmen des Kosten- und Strukturoptimierungsprogramm CRiSP II war darüber hinaus ein weiterer Personalabbau am Standort der Roth & Rau AG in Hohenstein-Ernstthal verbunden. Davon betroffen waren vor allem administrative Bereiche.

Mitarbeiter zum 31. Dezember 2012 2011
Inland 740 817
Ausland 158 531
Gesamt 898 1.348
Mitarbeiter zum 31. Dezember nach
Funktionen 2012 2011 Veränderung
Produktion 375 631 -40,57
Forschung und Entwicklung 128 142 -9,86
Technik/Vertrieb/Service 232 372 -37,63
Verwaltung (ohne Vorstände) 104 149 -30,20
Sonstige 33 21 57,14
Summe 872 1.315 -33,69
Auszubildende 26 33 -21,21
Gesamt 898 1.348 -33,38

Aus- und Weiterbildung

Das Know-how seiner zahlreichen langjährigen Mitarbeiter sieht Roth & Rau als strategischen Wettbewerbsvorteil. Deshalb gilt es, dieses Wissen im Unternehmen zu erhalten. Im Sinne einer nachhaltigen Personalpolitik wird großer Wert auf die gezielte Ausbildung von Nachwuchskräften gelegt. Momentan werden gruppenweit Elektroniker und Industriemechaniker ausgebildet. Die Zahl der Auszubildenden lag zum 31. Dezember 2012 bei 26, was gegenüber dem Vorjahr einen Rückgang von sieben Mitarbeitern bedeutet. Der Rückgang resultiert aus der Beschränkung auf eine bedarfsgerechte Ausbildung im Facharbeiterbereich.

Auf der Suche nach qualifizierten Fach- und Führungskräften unterhält Roth & Rau Kooperationen zu regionalen Universitäten und Forschungsinstituten. Dadurch ist es beispielsweise möglich, dass die Roth & Rau AG gemeinsam mit der Westsächsischen Hochschule Zwickau das duale Studium Mikrosystemtechnik mit der Vertiefungsrichtung Photovoltaik anzubieten. Ergänzt wird das Angebot durch die Studiengänge Produktionstechnik (BA) und Betriebswirtschaft (BA) in Zusammenarbeit mit regionalen Berufsakademien und Fachhochschulen. Ergänzend werden Synergien mit Meyer Burger genutzt, um ein gemeinsames Talent-Management-Programm aufzubauen.

Wir bieten unseren Mitarbeitern ein umfassendes Weiterbildungsprogramm an. Dies beinhaltet sowohl fachliche Weiterbildungen als auch Fortbildungen z.B. im Führungsbereich. Das Angebot beinhaltet beispielsweise Technik- und Produkttrainings sowie Englisch-Sprachkurse. Darüber hinaus erhalten die Mitarbeiter die Möglichkeit, sich in den Bereichen Qualitätsmanagement, Finanz- und Rechnungslegung, Zoll- und Außenwirtschaft, IT/Software und Recht fortzubilden. Im Rahmen der Personalentwicklung werden diese Maßnahmen auf den Mitarbeiter und seine persönliche Situation individuell zugeschnitten und bestmöglich angepasst. Wir unterstützen dabei aktiv die Entwicklung von Führungs-, Fach-, und Projektkarrieren und entwickeln vor allem im Rahmen der Schulungen für unsere Führungskräfte ein einheitliches Führungsverständnis. Wir geben unseren Mitarbeitern die Möglichkeit, sich zu entwickeln und fördern ein vernetztes, nachhaltiges sowie prozess- und zielorientiertes Denken.

Die Qualifikationsstruktur für das Geschäftsjahr 2012 zeigt einen leichten Zugang bei Ingenieuren und Technikern.

Qualifikationstruktur zum 31. Dezember in % 2012 2011
Ingenieure, Wissenschaftler 52,3 48,3
Techniker, Meister 14,8 10,0
Facharbeiter 29,9 30,5
Sonstige 3,0 11,2
Summe 100,0 100,0

Vergütungsstruktur

Das Vergütungssystem der Roth & Rau-Gruppe ist nicht nur transparent und nachvollziehbar, sondern trägt vor allem auch den individuellen Leistungen der Mitarbeiter Rechnung. Ein Großteil der Mitarbeiter, mit Ausnahme der Auszubildenden und leitenden Angestellten, erhält neben einer

festen monatlichen Vergütung auch eine individuelle, variable Vergütungskomponente, die quartalsweise überprüft wird. Diese richtet sich nach der Qualifikation und der individuellen Leistung sowie dem allgemeinen Unternehmenserfolg, der am operativen Ergebnis (EBIT) gemessen wird.

Die leitenden Angestellten erhalten neben der festen Vergütung ebenfalls eine variable Vergütungskomponente auf Basis individueller Zielvereinbarungen. Die Vorstände, weitere Führungskräfte sowie ausgewählte Mitarbeiter sind darüber hinaus zur Teilnahme an einem aktienbasierten Vergütungsprogramm von Meyer Burger berechtigt. Der Verwaltungsrat der Meyer Burger Technology AG hat im Dezember 2009 einen Mitarbeiteraktienbeteiligungsplan erlassen. Unter diesem Plan sollen seit 2012 auch ausgewählten Mitgliedern des Managements der Roth & Rau-Gruppe börsennotierte Aktien zugeteilt werden. Damit soll den Teilnehmern die Möglichkeit geboten werden, an der Wertsteigerung der Gesellschaft zu partizipieren. Die Teilnahme am Plan ist freiwillig. Der Erwerb der ersten Aktien erfolgte am 5. April 2012. Die von der Roth & Rau-Gruppe erworbenen Aktien werden für die Dauer von 24 Monaten auf einem separaten Sperrdepot gehalten. Erst im Anschluss an die Haltefrist erfolgt die Übertragung der Aktien auf das jeweilige Teilnehmerdepot. Das zivilrechtliche Eigentum geht erst nach Ablauf der Frist von 24 Monaten auf die Mitarbeiter über. Während dieser Zeit stehen den Mitarbeitern weder Verfügungs- und Stimmrechte noch Dividendenberechtigungen zu.

1.5 Nachhaltigkeit

Als Unternehmen aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien liegt uns das Thema Nachhaltigkeit besonders am Herzen. Als Mitglied der Meyer Burger-Gruppe gehört die Roth & Rau-Gruppe zu einer innovativen, zuverlässigen Technologie-Gruppe mit einem System- und Produktangebot entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Die Diskussion über die Gestaltung des zukünftigen Energie-Mix ist aktueller denn je. Die Photovoltaik spielt dabei weltweit eine wichtige Rolle. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, die Herstellungskosten speziell im Zellbereich zu reduzieren und gleichzeitig den Wirkungsgrad von Solarzellen zu verbessern. Mit unserem Technologieportfolio ermöglichen wir unseren Kunden damit die Herstellung umweltfreundlicher Produkte. Damit trägt Roth & Rau im Meyer Burger-Verbund entscheidend zu einer nachhaltigen Entwicklung von sauberer Energie bei.

2 Rahmenbedingungen

2.1 Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Das Institut für Weltwirtschaft der Universität Kiel berichtete, dass die Weltkonjunktur im Jahr 2012 weiter an Fahrt verloren hat. Im Jahresdurchschnitt dürfte die Weltproduktion nur noch um 3,2 Prozent gestiegen sein. Sehr mäßig fiel der Anstieg des Bruttoinlandsprodukts in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften (z.B. USA und Japan) aus, der Euroraum rutschte gar in eine Rezession. Die notwendige Bereinigung von Verschuldungsexzessen, zu denen es vor der Finanzkrise in einer Reihe von Ländern gekommen war, belastet nicht nur die Nachfrage. Sie macht auch strukturelle Veränderungen auf der Angebotsseite erforderlich, die kurzfristig mit Einkommenseinbußen verbunden sind, Konsumenten wie Investoren verunsichern und dadurch die Konjunktur bremsen. Aber auch in den Entwicklungs- und Schwellenländern, deren Wirtschaft in der Phase der Erholung unmittelbar nach der Finanzkrise sehr kräftig expandiert war, ließ die konjunkturelle Dynamik stark nach. Hier wirkten neben den fehlenden Impulsen von der Nachfrage aus den fortgeschrittenen Volkswirtschaften binnenwirtschaftliche Probleme belastend. Zudem kam es zeitweise zu erheblichen Kapitalabflüssen aus Schwellenländern, weil Investoren angesichts zunehmender Anspannungen an den Finanzmärkten die Risiken ihrer Anlagen zu vermindern suchten.

Unter dem Einfluss der Staatsschulden- und Bankenkrisen verharrte die Wirtschaft des Euroraums im Jahr 2012 in der Rezession. Die Finanzpolitik setzte ihren Konsolidierungskurs fort, der private Sektor war bemüht, seine Verschuldung zu reduzieren, und die hohe Unsicherheit über den Fortgang der Krise im Euroraum veranlasste die Unternehmen dazu, Investitionsvorhaben teilweise zu unterlassen oder zurückzustellen.

Das Wachstum der deutschen Wirtschaft hat sich im Jahr 2012 verlangsamt. Nach einem Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) im Vorjahr von 3,0 Prozent konnte die Wirtschaft 2012 laut statistischem Bundesamt nur noch um 0,7 Prozent wachsen. Die Staatsschuldenkrise im Euro-Raum hat somit auch in Deutschland deutliche Spuren hinterlassen.

2.2 Branchenentwicklung

Der globale Photovoltaikmarkt ist im vergangenen Jahr erneut gewachsen. Vor allem die deutlichen Preissenkungen für Photovoltaik-Module und Vorzieheffekte aufgrund von geplanten Änderungen bei den Förderprogrammen haben die Nachfrage angetrieben. Die Analysten von IHS iSuppli berichten für das Jahr 2012 von einem globalen Zubau bei PV-Anlagen von 35 GW, was einem Anstieg von neun Prozent gegenüber 2011 entspricht. In Deutschland wurden im Jahr 2012 nach Angaben des Bundesumweltministeriums Solarstromanlagen mit einer Spitzenleistung von rund 7,6 Gigawatt neu installiert. Damit wurde das Niveau der beiden Vorjahre erreicht.

Weiterhin bestehende Überkapazitäten, ein signifikanter Preisverfall für Solarmodule und fehlende Projektfinanzierungen führen dazu, dass die gesamte Photovoltaikindustrie auch bei weltweit wachsender Nachfrage eine bedrohliche Krise durchschreitet. Aufgrund des Ungleichgewichts von

Angebot und Nachfrage litt die Photovoltaik-Zuliefererbranche daher auch in 2012 unter der anhaltend schwachen Investitionsbereitschaft der Wafer-, Zell- und Modulhersteller. Gemäß dem Marktforschungsinstitut NPD Solarbuzz sind die Ausgaben für PV-Equipment in 2012 um 72 Prozent eingebrochen. Im Jahr 2012 mussten daher bereits einige Solarunternehmen Insolvenz anmelden oder sich aus dem Markt zurückziehen.

Gesamtaussage zu den Rahmenbedingungen

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind von hoher Unsicherheit geprägt. Die Staatsschuldenkrise, die Ungewissheit über den Bestand der Eurozone, drohende Bankenpleiten und ein Platzen der Immobilienblase in China können sich jederzeit nachteilig auf die Realwirtschaft auswirken. Sparmaßnahmen zum staatlichen Schuldenabbau lösen die Konjunkturprogramme der vergangenen Jahre ab und können somit belastend für das Wirtschaftswachstum sein. Auch die expansive Geldpolitik der Zentral- und Notenbanken birgt Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung.

Die Krise in der Solarbranche setzt den beteiligten Unternehmen derzeit massiv zu – die Marktbereinigung ist in vollem Gange. Einige Unternehmen sind bereits vom Markt verschwunden und weitere aus der zweiten und dritten Reihe werden folgen. Projektfinanzierungen für Freiflächenanlagen und Solarparks sind schwierig geworden. Gründe für diese Situation sind die nachlassende politische Unterstützung für Subventionen, Sparanstrengungen in verschiedenen Ländern und die erneut aufkommende Bankenkrise.

Die derzeitige Kapazität der Hersteller beträgt fast das Doppelte der Nachfrage. Die Lage innerhalb der Branche bleibt vor dem Hintergrund weltweiter Überkapazitäten, eines harten internationalen Wettbewerbs und der starken Förderkürzung weiterhin angespannt.

3 Geschäftsentwicklung

3.1 Umsatzentwicklung

Im Geschäftsjahr 2012 erzielte Roth & Rau einen Konzern-Umsatz in Höhe von 154.058 T€ (2011: 208.460 T€). Unter Berücksichtigung der Bestandsminderung fertiger und unfertiger Erzeugnisse in Höhe von 36.561 T€ sowie der aktivierten Eigenleistungen in Höhe von 2.993 T€ (2011: 11.685 T€) betrug die Gesamtleistung 120.490 T€ (2011: 261.053 T€). Der Rückgang der Umsatzerlöse und der Gesamtleistung resultierte vor allem aus dem anhaltend schwachen Marktumfeld. Der seit Mitte 2010 anhaltende Investitionsstau bei unseren Kunden konnte im abgelaufenen Jahr nicht aufgelöst werden. Weiterhin konnten die im Jahr 2012 vorgesehenen Verkäufe von Lagerbeständen im aktuellen Marktumfeld nicht wie geplant realisiert werden. Trotz der anhaltenden Branchenkrise und der ausbleibenden Markterholung im Photovoltaikbereich ist es uns gelungen, Umsatzerlöse zu erzielen, welche nur leicht unter dem erwarteten Niveau liegen. Dies gelang nicht zuletzt durch die Ausweitung des Geschäfts in Märkten außerhalb der Photovoltaik, wie zum Beispiel Semiconductor und Automotive.

3.2 Ertragslage

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) belief sich im Geschäftsjahr 2012 auf -39.768 T€ (2011: -106.160 T€). Trotz Halbierung der Gesamtleistung konnte der Verlust somit im Vorjahresvergleich um mehr als 60 % reduziert werden. Hauptursache für das nach wie vor negative Jahresergebnis war das anhaltend schwache Umfeld in der Solarindustrie. Außerdem belasteten Sondereffekte von insgesamt 15.917 T€ das operative Ergebnis.

Das Jahresergebnis beinhaltet negative Sondereffekte in Höhe von 29.091 T€. Aufgrund einer drohenden Vertragsrückabwicklung wurden bereits realisierte Umsätze um 2.735 T€ korrigiert. Aufgrund der anhaltend schlechten Absatzsituation wurden Wertberichtigungen auf Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie auf Unfertige Erzeugnisse in Höhe von 8.881 T€ vorgenommen. Außerdem wurden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 1.083 T€ wertberichtigt. Dabei handelt es sich ausschließlich um Forderungen der in Liquidation befindlichen italienischen Tochtergesellschaft Tecnifinico S.r.l. i.L. Auf außerplanmäßige Abschreibungen des Anlagevermögens entfiel ein Wert in Höhe von 5.369 T€. Darin sind einerseits Abschreibungen auf nicht mehr nutzbare immaterielle Vermögensgegenstände in Höhe von 4.098 T€ sowie anderseits Abschreibungen auf Sachanlagen, die aufgrund der Bereinigung des Produktportfolios ebenfalls nicht mehr genutzt werden in Höhe von 1.271 T€, enthalten. Im Rahmen des Kostenoptimierungs- und Strukturprogramms CRiSP II wurden bei der Roth & Rau AG am Standort Hohenstein-Ernstthal im Jahresverlauf 67 Stellen gestrichen. Da sich kurzfristig keine signifikante Markterholung andeutet, hat sich der Vorstand im November 2012 zur erneuten Auslobung eines freiwilligen Abfindungsangebots entschieden. Dabei sollen weitere 50 Arbeitsplätze reduziert werden. Für beide Maßnahmen ergaben sich Sondereffekte für Abfindungen in Höhe von 3.385 T€. Aus den Verkäufen der Precision Tooling & Solar Tech Co. Ltd. nebst der Roth & Rau Honkong Ltd. sowie der Romaric Automation Design Inc. resultierten einmalige Aufwendungen in Höhe von 4.788 T€. Unter anderem für Rückstellungen für schwebende Absatzgeschäfte sowie für sonstige Verpflichtungen fielen weitere Kosten in Höhe von 2.850 T€ an.

Dem gegenüber stehen positive Sondereffekte von insgesamt 13.174 T€. Rückstellungen und Wertberichtigungen konnten in einer Gesamthöhe von 7.124 T€ erfolgswirksam aufgelöst werden. Hiervon betroffen waren Rückstellungen für schwebende Absatzgeschäfte, Abnahmeverpflichtungen gegenüber Lieferanten sowie Rückstellungen für Rechtsberatungskosten im Zusammenhang mit dem Verkauf der Roth & Rau CTF Solar GmbH und der Liquidation der Tecnifinico S.r.l. i.L. Aus dem Verkauf der Roth & Rau CTF Solar GmbH sowie dem Verkauf der Geschäftsaktivitäten der asiatischen Servicegesellschaften bzw. Niederlassungen an Meyer Burger wurden Erträge von insgesamt 5.091 T€ vereinnahmt. Hauptsächlich durch die Reduzierung von Verbindlichkeiten der italienischen Tochtergesellschaft ergaben sich weitere Erträge in Höhe von 959 T€. Das um Sondereffekte bereinigte EBIT belief sich somit auf -23.851 T€.

Die sonstigen betrieblichen Erträge betrugen 12.240 T€ nach 8.415 T€ im Geschäftsjahr 2011. Darin enthalten sind u.a. die Erträge aus dem Verkauf der Roth & Rau CTF Solar GmbH sowie eine Teil der Erträge aus der Veräußerung der Geschäftsaktivitäten der Service- und Vertriebsgesellschaften bzw. Niederlassungen an Meyer Burger in einer Gesamthöhe von 4.416 T€.

Der Materialaufwand ging im Vergleich zum Vorjahr um 62,0 % von 147.711 T€ auf 56.082 T€ zurück. Dieser Rückgang ist im Wesentlichen auf das reduzierte Geschäftsvolumen zurückzuführen. Im Bereich Photovoltaik wurden deutlich weniger Anlagen produziert als noch im Jahr 2011. Die Materialaufwandsquote in Relation zur Gesamtleistung betrug 46,5 % (2011: 56,6 %). Diese Verbesserung liegt vor allem an der auftragsbedingten Reduzierung des materialintensiven Geschäfts im Solarbereich und dem Ausbau des eher personalintensiven Geschäfts in Industrien außerhalb der Photovoltaik (z.B. Software und andere Dienstleistungen im Geschäftsfeld Fabrikautomation).

Der Personalaufwand konnte um 11.094 T€ bzw. 16,2 % von 68.512 T€ auf 57.418 T€ gesenkt werden. Diese Reduzierung ist im Wesentlichen auf die bereits im Geschäftsjahr 2011 eingeleiteten Kosten- und Strukturmaßnahmen zurückzuführen. Der Verkauf bzw. die Schließung defizitärer Gesellschaften und der Verkauf der Service- und Vertriebsaktivitäten in Asien an Meyer Burger bewirkten eine Senkung der Personalkosten um 5.992 T€. Darüber hinaus schlugen die Personalmaßnahmen am Standort der Roth & Rau AG in Hohenstein-Ernstthal mit einer Einsparung in Höhe von 1.417 T€ zu Buche. Die Zahl der Mitarbeiter sank konzernweit um 450 auf 898. Für die Personalmaßnahmen in der Roth & Rau AG fielen Einmalaufwendungen für Abfindungen in Höhe von 3.385 T€ an.

Auch im Bereich der sonstigen betrieblichen Aufwendungen gelang eine deutliche Reduzierung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 59.080 T€ auf 36.602 T€. Die Senkung macht sich in sämtlichen Kostenarten bemerkt. Dabei ist vor allem die Reduktion der Werbe- und Reisekosten um 45,6 % sowie der Rechts- und Beratungskosten um 84,2% hervorzuheben.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) betrug -17.372 T€ (2011: -42.437 T€). Die negativen Sondereffekte auf das EBITDA beliefen sich auf 10.548 T€. Somit ergibt sich ein bereinigtes EBITDA in Höhe von -6.824 T€. Das Ziel, ein positives EBITDA zu erreichen, wurde damit verfehlt. Grund dafür war neben der Situation im Solarbereich v.a. auch der Abschluss von Closeouts zur Erreichung von Maschinenabnahmen sowie Investitionen zur Erschließung neuer Märkte und Kunden.

Die Abschreibungen beliefen sich auf 22.396 T€ nach 63.723 T€ im Geschäftsjahr 2011. Aktivierte Entwicklungsleistungen und sonstige immaterielle Vermögenswerte wurden in Höhe von 14.865 T€ (2011: 52.407 T€) abgeschrieben. Davon fielen außerplanmäßige Abschreibungen auf Entwicklungskosten in Höhe von 1.826 T€ (2011: 9.283T€) sowie auf Lizenzen in Höhe von 1.000 T€ an. Des Weiteren wurden die Marken der Roth & Rau B.V. in Höhe von 812 T€ (2011: 2.368 T€) sowie der Goodwill der Romaric Automation Design Inc. in Höhe von 460 T€ außerplanmäßig abgeschrieben. Planmäßig wurden 10.767 T€ (2011: 11.602 T€) auf Immaterielle Vermögensgegenstände und Entwicklungskosten abgeschrieben. Die Abschreibungen auf Sachanlagen sanken von 11.316 T€ auf 7.531 T€. Davon wurden 6.256 T€ (2011: 7.287 T€) planmäßig und 1.271 T€ (2011: 4.023 T€) außerplanmäßig auf nicht mehr nutzbare Vermögenswerte abge-schrieben. Wurden im Vorjahr noch außerplanmäßige Abschreibungen in einer Gesamthöhe von 44.828 T€ ausgewiesen, so konnte der Betrag im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 5.369 T€ begrenzt werden.

Das Finanzergebnis belief sich auf -613 T€ nach einem Verlust im Vorjahr in Höhe von -2.017 T€. Die Zinserträge in Höhe von 908 T€ beinhalten u.a. Erträge aus der im Geschäftsjahr 2010 vollständig abgeschriebenen Wandelschuldverschreibung in Höhe von 555 T€ (2011: 1.570) sowie Erträge aus der vorzeitigen Teilrückzahlung der Schuldscheindarlehen in Höhe von 91 T€. Die Zinsaufwendungen in Höhe von 1.073 T€ waren im Wesentlichen durch Aufwendungen aus den bestehenden Schuldscheindarlehen sowie Zinsen für die bei der Meyer Burger Technology aufgenommen, kurzfristigen Darlehen über 19.231 T€ gekennzeichnet. Avalprovisionen fielen in Höhe von 58 T€ (2011: 969 T€) an. Die Abschreibungen auf zur Veräußerung gehaltener Wertpapiere in Höhe von 390 T€ beinhaltet die Abwertung der Meyer Burger-Aktien, die im Rahmen der Teilnahme am Mitarbeiteraktienprogramm erworben wurden, aufgrund der Kursdifferenz zwischen Erwerbszeitpunkt und Stichtagsbetrachtung zum 31. Dezember 2012.

Das Ergebnis vor Steuern (EBT) betrug -40.381 T€ (2011: -108.177 T€). Der Steueraufwand beträgt 234 T€ nach 13.708 T€ in 2011. Der erwartete Steuerertrag aufgrund des negativen Vorsteuerergebnisses in Höhe von 11.791 T€ wird im Wesentlichen neutralisiert durch Effekte aus nichtangesetzten latenten Steuern in Höhe von -9.824 T€, Steuereffekte auf nicht abzugsfähige Betriebsausgaben in Höhe von -2.602 T€ sowie latenten Steuern auf nicht mehr nutzbare Verlustvorträge in Höhe von -3.739 T€. Effekte aus der Entkonsolidierung schlugen mit 4.059 T€ zu Buche. Unter Berücksichtigung des Steuereffekts ergab sich ein Konzern-Ergebnis in Höhe von -40.615 T€ (2011: -121.885 T€) und ein Ergebnis je Aktie von -2,51 € (2011: -7,52 €).

3.3 Auftragslage

Die anhaltende Investitionszurückhaltung unserer Kunden aufgrund der schwachen Marktentwicklung hat die Auftragslage auch im Geschäftsjahr 2012 im wesentlichen Maße beeinflusst. So führten die geringe Produktionsauslastung und die niedrigen Modulpreise auf Kundenseite erneut zu einer Reduzierung des Auftragseingangs gegenüber dem Vorjahr. Der Investitionsstau bei Zellherstellern im Solarbereich konnte auch im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht aufgelöst werden.

Im Gesamtjahr 2012 wurden Aufträge mit einem Gesamtvolumen von 103.865 T€ (2011: 152.684 T€) verbucht. Dem standen Stornierungen hauptsächlich von Einzelanlagen im Photovoltaikbereich von insgesamt 15.609 T€ (2011: 139.785 T€) gegenüber. Somit belief sich der Netto-Auftragseingang auf 88.256 T€ (2011: 12.899 T€). Der Auftragsbestand betrug zum 31. Dezember 2012 75.122 T€. Dies entspricht einer Reduzierung gegenüber dem Vorjahresstichtag um 46,7 %.

Auftragslage in T€ 31.12.2012 31.12.2011 Veränderung
Auftragseingang vor Stornierungen 103.865 152.684 -32,0 %
Auftragseingang nach Stornierungen 88.256 12.899 >100,0%
Auftragsbestand zum 31.12. 75.122 140.923 -46,7 %
Book-to-Bill-Ratio vor Stornierungen 0,7 0,7 0,0 %

Geografisch gesehen hat sich der Auftragseingang deutlich verschoben. Lag im Geschäftsjahr 2011 der Fokus noch auf Asien, so haben sich im Geschäftsjahr 2012 Europa und insbesondere Deutschland mit einem Anteil von insgesamt 47,5% als Haupttreiber entwickelt. Dies liegt neben den hohen Auftragseingängen der MicroSystems GmbH im Bereich Plasma- und Ionenstrahltechnologie in Deutschland vorwiegend in der schwachen Marktlage im Photovoltaik-Bereich begründet, welcher in den letzten Jahren vor allem in Asien den Hauptanteil der Auftragseingänge lieferte. So ging der Auslandsanteil insgesamt von 79,9 % auf 64,7 % zurück. Dem Rückgang des asiatischen Geschäfts konnten Auftragseingänge aus USA ebenfalls aus dem Plasma- und Ionenstrahlbereich entgegenwirken. Außerdem konnte ein Folgeauftrag für den Bau einer Maschine zur Herstellung Gallium-Arsenit-basierter Solarzellen gewonnen werden. US-amerikanische Bestellungen nahmen insgesamt einen Anteil von 22,3 % am gesamten Auftragseingang ein.

Im Geschäftsbereich Photovoltaik sank der Bruttoauftragseingang von 70.861 T€ auf 29.439 T€. Dabei ging der stark überwiegende Anteil der Bestellungen im Geschäftsfeld Einzelequipment ein. Die Auftragseingänge betrafen hauptsächlich Anlagen der Serie MAiA, die sich vor allem durch eine breite Applikationsbasis auszeichnet. Im Bereich Systemlösungen wurde der Auftragseingang durch den Abschluss zweier Projekte getrieben. Neue Aufträge gingen hier nicht ein.

Die fortschreitende Diversifizierung in Geschäftsfelder außerhalb der Photovoltaik lässt sich an den Auftragseingängen der anderen Geschäftsbereiche ausmachen.

Der Auftragseingang im Geschäftsbereich Plasma- und Ionenstrahltechnologie konnte von 19.825 T€ auf 27.705 T€ gewaltig zulegen. Damit bleibt dieser Geschäftsbereich nur ganz knapp hinter dem

Photovoltaikbereich zurück. Besonders erfolgreich agierte Roth & Rau hierbei mit den Anlagen der Serie IonScan zum Dickschichtentrimming in der US-amerikanischen Halbleiterindustrie. Außerdem konnten erneut mehrere Aufträge zur Herstellung kundenspezifischer Bearbeitungssysteme für optische Komponenten eines renommierten deutschen Optikunternehmens gewonnen werden.

Die Auftragslage im Segment Ersatzeile und Service hat sich erwartungsgemäß entwickelt. Aufgrund der geringen Auslastung vieler Photovoltaik-Fabriken leidet das Ersatzteil- und Servicegeschäft in ähnlicher Weise wie das Equipment-Geschäft und brach um 42,8 % gegenüber dem Vorjahr ein.

Das Segment Software, welches die Auftragseingänge der AIS Automation Dresden GmbH umfasst, konnte hingegen durch eine weitere Diversifizierung der Geschäftsbereiche mit neuen Bestellungen in Höhe von 14.275 T€ (2011: 11.865 T€) positiv zum Auftragseingang beitragen.

Aufträge im Segment Andere steuert vor allem die Muegge GmbH bei. Dabei hat sich das Geschäft in bisher nicht adressierten Märkten (z.B. Nahrungsmittelindustrie, diamantverarbeitende Industrie) erfreulich entwickelt.

Auftragseingang nach Segmenten in T€ 31.12.2012 31.12.2011 Veränderung
Photovoltaik 29.439 70.861 -58,5 %
Einzelequipment 24.502 65.865 -62,8 %
Systemlösungen 4.937 4.996 -1,2 %
Plasma- und Ionenstrahltechnologie 27.705 19.825 39,7 %
Ersatzteile und Service 26.845 46.909 -42,8 %
Software 14.275 11.865 20,3 %
Andere 5.601 3.224 73,7 %
Auftragseingang vor Stornierungen 103.865 152.684 -32,0 %
Stornierungen -15.609 -139.785 -88,8 %
Auftragseingang nach Stornierungen 88.256 12.899 >100,0%

3.4 Segmentbericht

Wir verweisen auf die Segmentberichterstattung im Konzern-Anhang (Ziffer 9).

3.5 Finanz- und Vermögenslage

3.5.1 Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements

Durch das Finanzmanagement der Roth & Rau-Gruppe sollen die finanzielle Flexibilität und Unabhängigkeit gesichert sowie die Finanzierungskosten durch eine angemessene Kapitalstruktur optimiert werden. Besonders im Fokus stehen dabei die Liquiditätssteuerung sowie das Management von Finanzierungsrisiken. Aufgrund der Zentralfunktion in der Meyer Burger-Gruppe wurden Teile des Finanzmanagements im Geschäftsjahr 2012 an die Meyer Burger Technology AG abgegeben. So obliegt ihr als Holdinggesellschaft die Finanzierung sämtlicher Roth & Rau-Gesellschaften sowie das Währungsmanagement. Die Liquiditätssteuerung verbleibt dabei im Einflussbereich der Roth & Rau AG als Muttergesellschaft der Roth & Rau-Gruppe. Die operative Steuerung der Liquidität erfolgt in den jeweiligen Tochtergesellschaften. An die Marktlage angepasst, wird die Liquiditätsplanung anstatt wie bisher auf Jahresbasis nun auf rollierender 12-Monats-Basis erstellt, um kurzfristige Liquiditätsbedarfe entsprechend besser identifizieren zu können. Der Vorstand erhält wöchentlich ein Liquiditätsreporting.

Freie liquide Mittel werden konzernweit nach einheitlichen Vorgaben angelegt, um eine möglichst homogene Guthabenverzinsung sicherzustellen. Kapitalanlagen erfolgen ausschließlich bei Finanzinstituten mit hoher Bonität und in finanziellen Vermögenswerten mit kurzfristiger Bindung, die keinen oder nur geringen Wertschwankungen unterliegen.

3.5.2 Strategische Finanzierungsmaßnahmen

Die Roth & Rau-Gruppe finanziert ihr operatives Geschäft hauptsächlich durch Kundenanzahlungen und Eigenmittel. Der darüber hinaus gehende Kapitalbedarf wird durch die Aufnahme von kurzfristigen Finanzierungen gedeckt. Im Zuge der Zentralisierung der Finanzierungsaktivitäten in der Meyer Burger-Gruppe erfolgt die Kreditversorgung hauptsächlich über die Meyer Burger Technology AG. Weiteren Finanzierungsspielraum bieten bilaterale Avalkreditlinien in Höhe von 42 Mio. €, welche durch die Meyer Burger Technology AG über deutsche Banken zur Verfügung gestellt werden. Zum 31. Dezember 2012 wurden davon 18.260 T€ in Anspruch genommen. Darüber hinaus hat die Meyer Burger Technology AG mit Wirkung zum 10. Januar 2012 eine harte Patronatserklärung zu Gunsten der Roth & Rau-Gruppe ausgestellt, mittels derer eine Liquiditätszuführung seitens der Meyer Burger Technology AG bis zu einem Höchstbetrag von 50 Mio. € für die Roth & Rau-Gruppe im Bedarfsfall entsprechend sichergestellt ist.

Bedeutung außerbilanzieller Finanzierungsinstrumente für die Finanz- und Vermögenslage

Außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente kamen bei der Finanzierung des Konzerns nicht zum Einsatz. Wir nutzen insbesondere operatives Leasing für verschiedene technische Anlagen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung, das dem Umfang nach keinen wesentlichen Einfluss auf die Finanz- und Vermögenslage der Roth & Rau-Gruppe hat.

3.5.3 Cash Flow-Analyse

Der Cash Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit im Geschäftsjahr 2012 belief sich auf -4.612 T€ (2011: -29.482 T€). Verantwortlich dafür war u.a. das negative Konzern-Ergebnis in Höhe von -40.615 T€. Aus der Veränderung des Konsolidierungskreises kam es zu Verlusten aus dem Abgang von Immateriellen Vermögenswerten sowie Sachanlagen in Höhe von 5.293 T€. Zur Verbesserung des operativen Cash Flow trug die Veränderung des Working Capital um 13.338 T€ (2011: -12.667 T€) bei. Die Mittelzuflüsse aus geschäftsbedingter Abnahme der Forderungen und sonstigen Vermögenswerte in Höhe von 28.269 T€ sowie die Zunahme der erhaltenen Anzahlungen und Verbindlichkeiten aus Auftragsfertigung in Höhe von insgesamt 7.974 T€ überschritten die Mittelabflüsse aus der Zunahme der Vorräte in Höhe von 1.621 T€ sowie aus Abnahme der geschäftsbedingten Verbindlichkeiten über 21.284 T€ deutlich, so dass das Working Capital signifikant verbessert werden konnte.

Der Cash Flow aus Investitionstätigkeit fiel im Vergleich zum Vorjahr von -32.188 T€ auf -18.196 T€. Die Investitionen in Sachanlagen in Höhe von 14.015 T€ (2011: 13.242 T€) betrafen im Wesentlichen die Herstellung verschiedener Forschungs- und Entwicklungsanlagen. So wurden im Bereich Heterojunction Maschinen der Serie HELiA im Wert von 7.706 T€ gebaut. Desweiteren wurden Prototypen neuer Anlagenserien (z.B. MAiA) aktiviert. Außerdem wurde in den Bau eines neuen Produktionsgebäudes am Standort der Muegge GmbH in Reichelsheim in Höhe von 501 T€ investiert. Nachträgliche Kaufpreiszahlungen für die Roth & Rau – Ortner GmbH führten zu Auszahlungen in Höhe von 3.000 T€. Aus dem Verkauf der Geschäftsanteile von Tochterunternehmen ergaben sich abzüglich abgegangener Zahlungsmittel Auszahlungen über 257 T€. Dies betraf die Veräußerung der Geschäftsanteile an der Roth & Rau CTF Solar GmbH, der Roth & Rau – Ortner Malaysia Sdn. Bhd., der Roth & Rau Honkong Ltd., der Precision Tooling & Solar Tech Co. Ltd. sowie der Romaric Automation Design Inc.

Die Finanzierungstätigkeit führte im abgelaufenen Geschäftsjahr 2012 zu einem Mittelzufluss in Höhe von 15.140 T€. Einerseits wurde eine Teilrückzahlung von 3.000 T€ Schuldscheindarlehen durchgeführt und weitere Darlehen in Höhe von 712 T€ planmäßig getilgt. Andererseits wurden Darlehen bei der Meyer Burger Technology AG in Höhe von 19.231 T€ aufgenommen. Zusätzlich ergab sich aus dem Erwerb von Aktien im Rahmen der Teilnahme am Mitarbeiteraktienprogramm der Meyer Burger Technology AG ein Mittelabfluss von 379 T€.

Zum Stichtag 31. Dezember 2012 verfügte die Roth & Rau-Gruppe über liquide Mittel in Höhe von 22.313 T€ (2011: 29.970 T€).

Ausgewählte Kennzahlen zur Liquiditätslage in T€ 01.01.- 01.01.-
31.12.2012 31.12.2011
Cash Flow -17.950 -16.815
Abnahme (+) / Zunahme (-) des Working Capital 13.338 -12.667
Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit -4.612 -29.482
Cash Flow aus Investitionstätigkeit -18.196 -32.188
Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit 15.140 -16.106
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am
Anfang der Periode
29.970 107.741
Zunahme (+) / Abnahme (-) der Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente
-7.668 -77.776
Wechselkurs-, Konsolidierungskreis- und
bewertungsbedingte Änderungen der
Zahlungsmittel/Zahlungsmitteläquivalente
11 5
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am
Ende der Periode
22.313 29.970

3.5.4 Bilanz

Die Bilanzsumme der Roth & Rau-Gruppe verringerte sich gegenüber dem 31. Dezember 2011 um 41.888 T€ von 232.684 T€ auf 190.796 T€.

Auf der Aktivseite reduzierten sich die Immateriellen Vermögenswerte im Rahmen der planmäßigen sowie außerplanmäßigen Abschreibungen auf 45.380 T€ (31.12.2011: 60.382 T€). Die Höhe des Goodwills sank aufgrund der Entkonsolidierung der Precision Tooling & Solar Tech Co. Ltd. sowie der Romaric Automation Design Inc. um 2.229 T€. Aufgrund einer nachträglichen Kaufpreiszahlung an die ehemaligen Gesellschafter der Roth & Rau – Ortner GmbH erhöhte sich der Goodwill um 750 T€.

Bedingt durch Investitionen in Sachanlagen, welche vorwiegend in den Bau von Forschungs- und Entwicklungsanlagen des Typs HELiA flossen, erhöhte sich das Sachanlagevermögens um 1.927 T€ auf 50.460 T€ (2011: 48.533 T€). Den Investitionen wirkten Abgänge aus der Veränderung des Konsolidierungskreises in Höhe von 4.192 T€ entgegen.

Die sonstigen finanziellen Vermögenswerte in Höhe von 894 T€ (2011: 702 T€) enthalten die in 2012 im Rahmen der Beteiligung am Mitarbeiteraktienprogramm der Meyer Burger-Gruppe erworbenen Aktien der Meyer Burger Technology AG in Höhe von 380 T€.

Die langfristigen Vermögenswerte gingen insgesamt um 12.605 T€ auf 97.966 T€ zurück.

Die kurzfristigen Vermögenswerte wurden um 29.283 T€ auf 92.830 T€ (31.12.2011: 122.113 T€) reduziert. Dabei stiegen die Vorräte um 3.919 T€ von 42.137 T€ auf 46.056 T€. Die Forderungen aus Auftragsfertigung hingegen reduzierten sich von 11.389 T€ um 9.290 T€ auf 2.099 T€. Aufgrund des reduzierten Geschäftsvolumens gingen die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und die sonstigen Forderungen um 16.171 T€ auf 18.752 T€ deutlich zurück (2011: 34.923 T€). Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte wurden in Höhe von 565 T€ (2011: 0 T€) ausgewiesen. Hierbei handelt es sich um zwei Maschinen, die im 1. Halbjahr 2013 verkauft werden sollen. Die liquiden Mittel gingen um 7.657 T€ auf 22.313 T€ (2011: 29.970 T€) zurück.

Auf der Passivseite reduzierte sich das Eigenkapital insbesondere durch das negative Jahresergebnis um 40.671 T€ von 129.286 T€ auf 88.615 T€. Die Eigenkapitalquote reduzierte sich von 55,6 % auf 46,4 %.

Die langfristigen Schulden reduzierten sich gegenüber dem Bilanzstichtag 2011 um 4.586 T€ auf 7.498 T€. Ein Teil der Schuldscheindarlehen in Höhe von 3.000 T€ wurde vorzeitig zurückgeführt. Außerdem reduzierten sich die latenten Steuerverbindlichkeiten um 1.183 T€ auf 4.223 T€.

Die kurzfristigen Verbindlichkeiten stiegen um 3.369 T€ auf 94.683 T€ (2011: 91.314 T€). Dabei belief sich die Höhe der kurzfristigen Rückstellungen auf 22.909 T€ nach 30.767 T€ im Vorjahr. Die Reduzierung konnte größtenteils durch erfolgswirksame Auflösungen realisiert werden. Die erhaltenen Anzahlungen stiegen um 1.796 T€ auf 14.704 T€. Hingegen gingen die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und die sonstigen Verbindlichkeiten um 16.368 T€ zurück. Die kurzfristigen Darlehen erhöhten sich im Vorjahresvergleich um 19.031 T€ auf 19.631 T€. Aufgrund des anhaltend schwachen Marktumfelds im Solarbereich sowie zum Ausgleich temporären Liquiditätsbedarfs wurden Darlehen in Höhe von 19.231 T€ bei der Meyer Burger Technology AG aufgenommen. Die Zunahme der Verbindlichkeiten aus Auftragsfertigung in Höhe von 6.177 T€ ist auf den Eingang von Kundenanzahlungen zurückzuführen.

Ausgewählte Bilanz-Kennzahlen in T€ 31.12.2012 31.12.2011 Veränderung
Bilanzsumme 190.796 232.684 -18,0%
Eigenkapital 88.615 129.286 -31,5%
Eigenkapitalquote in % 46,4 55,6 - 9,2 PP

3.6 Investitionen

Das Investitionsvolumen lag im Geschäftsjahr 2012 bei 14.938 T€ und damit signifikant unter dem des Geschäftsjahres 2011 in Höhe von 30.310 T€. Die Investitionen betrafen im Wesentlichen das Sachanlagevermögen.

Investitionen in immaterielle Vermögenswerte wurden in Höhe von 918 T€ (2011: 11.788 T€) vorgenommen. Auf aktivierte Entwicklungskosten entfielen 210 T€ (2011: 10.751 T€) und auf gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 708 T€ (2011: 1.037 T€). Die Sachanlageinvestitionen beliefen sich auf 14.015 T€ nach 13.242 T€ im Vorjahr und betrafen im Wesentlichen den Bau von Forschungs- und Entwicklungsanlagen sowie Prototypen neuer Anlagengenerationen. Außerdem wurde in den Bau eines zusätzlichen Produktionsgebäudes der Muegge GmbH in Reichelsheim investiert.

Gesamtaussage zur Geschäftsentwicklung

Die bereits im Geschäftsjahr 2011 eingetretene erhebliche Verschlechterung des Marktumfeldes für Solarenergie und die dadurch ausgelöste Investitionszurückhaltung der Zell- und Modulhersteller haben sich auch im abgelaufenen Geschäftsjahr 2012 spürbar auf das operative Geschäft und die Ertragskennzahlen der Roth & Rau Gruppe ausgewirkt. Die Auftragseingänge sind vor allem im Geschäftsbereich Photovoltaik erneut gesunken. Einige Auftragsstornierungen sowie Verschiebungen konnten nicht verhindert werden. Der Vorstand hat auf diese Situation bereits im Februar 2012 reagiert und die Erweiterung des Restrukturierungsprogramms CRiSP beschlossen, welches vom Aufsichtsrat genehmigt wurde. Diese Maßnahme umfasste Standortschließungen und einen Personalabbau um 67 Arbeitskräfte am Standort der Roth & Rau AG in Hohenstein-Ernstthal. Beide Maßnahmen führten bereits im abgelaufenen Geschäftsjahr 2012 zu deutlichen Einsparungen auf der Ebene der Personal- und Sachkosten in Höhe von ca. 13 Mio. €. Derzeit geht der Vorstand davon aus, dass sich ein Gesamtjahreseffekt in 2013 in Höhe von 24 Mio. € ergeben wird. Aufgrund des anhaltend schwierigen Marktumfeldes entschloss sich der Vorstand im November 2012 erneut ein freiwilliges Abfindungsangebot auszuloben. Damit ist ein geplanter Abbau weiterer 50 Arbeitsplätze verbunden.

Mit einer Eigenkapitalquote in Höhe von 46,4 %, liquiden Mitteln von 22,3 Mio. €, einer Avalkreditlinie in Höhe von 42 Mio. € sowie einer Patronatserklärung, mittels derer eine Liquiditätszuführung seitens der Meyer Burger Technology AG bis zu einem Höchstbetrag von 50 Mio. € für die Roth & Rau-Gruppe im Bedarfsfall entsprechend sichergestellt ist, verfügen wir über die notwendige finanzielle Basis, um auch 2013 in einem schwierigen Marktumfeld agieren zu können.

4 Chancen- und Risikobericht

Der bewusste und kontrollierte Umgang mit Chancen und Risiken bildet die Grundlage für eine nachhaltig erfolgreiche Unternehmensentwicklung. In einem weltweit dynamisch wachsenden Branchenumfeld ergeben sich für die Roth & Rau-Gruppe regelmäßig Chancen, die wir erfolgreich nutzen wollen. Auf der anderen Seite gilt es, Risiken angemessen zu steuern, um den Bestand des Unternehmens zu sichern. Das Chancen- und Risikomanagement ist daher ein wichtiger Baustein der Unternehmenssteuerung.

4.1 Chancen

Branchenspezifische Chancen

Die Solarbranche befindet sich nach wie vor am Anfang ihres langfristigen Wachstums, das zum einen aus der steigenden Energienachfrage und zum anderen aus den Herausforderungen des Klimawandels resultiert. Experten sehen zudem im Erreichen der Netzparität, also der Herstellung der Wettbewerbsfähigkeit des Stroms aus Solarenergie zu den Bruttostrompreisen privater Haushalte, einen entscheidenden Wachstumstreiber. In diesem Zusammenhang wächst der Innovations- und Kostendruck für die Solarzellen- und Modulhersteller. Dies führt zu einer steigenden Nachfrage nach kostengünstigen, innovativen Technologien und Produktionsverfahren, von der Roth & Rau profitieren kann.

Chancen ergeben sich auch durch die Entwicklung neuer Wachstumsmärkte weltweit. Der zunehmenden Bedeutung der Solarenergie für die zukünftige Energieversorgung tragen immer mehr Regierungen durch neue Fördergesetzgebungen Rechnung. Als besonders vielversprechende Märkte betrachten wir weiterhin China, Indien, Südkorea und Taiwan, in denen wir über Meyer Burger vertreten sind. Wichtige Zukunftsmärkte sind aus heutiger Sicht außerdem Japan, Russland und der Mittlere Osten. Um auch künftig frühzeitig von den Wachstumschancen des internationalen Solarmarktes zu profitieren, sind wir bestrebt, die globale Präsenz der Roth & Rau-Gruppe durch Intensivierung und bessere Steuerung der lokalen Aktivitäten kontinuierlich auszubauen.

Unternehmensstrategische Chancen

Unternehmensstrategische Chancen bieten sich für Roth & Rau durch den Ausbau des Produktportfolios und der technologisch führenden Marktposition im Bereich Photovoltaik sowie die Qualität der Produkte. Im strategischen Fokus stehen daher die Investitionen in Forschung und Entwicklung, die Qualitätssicherung sowie die Qualifikation der Mitarbeiter. Durch die zunehmend verbesserte Integration der in den vergangenen Jahren akquirierten Tochterunternehmen ergeben sich darüber hinaus Synergien im Photovoltaik-Markt sowie in anderen Märkten und bei der Entwicklung neuer Produkte.

Durch den Geschäftsbereich Plasma- und Ionenstrahltechnologie ergeben sich durch seine maßgeschneiderten Systemlösungen und Prozesse für verschiedene industrielle Branchen Chancen, weitere Anwendungsbereiche zu erschließen. Dies führt zu einer Diversifizierung des Geschäftsmodells und kann zu einer breiteren Positionierung sowie zu einer Risikostreuung führen.

Leistungswirtschaftliche Chancen

Leistungswirtschaftliche Potenziale ergeben sich entlang der gesamten Wertschöpfungskette vom Einkauf über die Produktion, den Vertrieb bis hin zum Marketing. Durch die Einbindung unserer Lieferanten in den Produktionsprozess können wir beispielsweise Optimierungs- und Qualitätsreserven heben und damit die Rentabilität verbessern.

4.2 Risiken

Gesamtwirtschaftliche Risiken

Die Geschäftsentwicklung der Gruppe wird durch die konjunkturelle Entwicklung in den für Roth & Rau relevanten Absatzmärkten, die sich trotz der aktuellen Branchenkrise fest in Asien etabliert haben, beeinflusst. Um die Abhängigkeit von einzelnen Märkten zu minimieren, haben wir unsere globale Präsenz und unseren regional diversifizierten Kundenstamm weiter ausgebaut und sind fester Bestandteil der Vertriebsstruktur der Meyer Burger-Gruppe geworden. Im Geschäftsjahr 2012 betrug die Exportquote 79,3 %. Sie liegt damit unter der des Vorjahres (87,7 %), da wir das Geschäft in Bereichen außerhalb des Photovoltaik v. a. in Europa ausbauen konnten.

Branchenrisiken

Die Roth & Rau-Gruppe ist trotz der Aktivitäten außerhalb des Solarbereiches in besonderem Maße von der weiteren Entwicklung der Photovoltaikbranche sowie der Investitionsbereitschaft dieses Kundenkreises abhängig. Änderungen im regulatorischen Umfeld können das Investitionsverhalten der Kunden beeinträchtigen. Änderungen von Solarstrom-Fördergesetzen werden zu einem verlangsamten Marktwachstum aufgrund sinkender oder wegfallender finanzieller Anreize in einzelnen Ländern führen. Die in den Vorjahren aufgebauten Überkapazitäten in Asien könnten sich auch mittelfristig bis langfristig negativ auf die Nachfrage nach Roth & Rau-Produkten auswirken. Wir begegnen diesem Risiko durch die Intensivierung und den Ausbau unserer internationalen Marktposition sowie mit dem Angebot technologisch führender Produkte, z. B. Upgrades und neuartige Technologien mit Alleinstellungsmerkmalen.

Risiken entstehen zudem aus der Veränderung des Wettbewerbsumfelds. Durch die derzeit stattfindende Marktkonsolidierung auf allen Wertschöpfungsstufen, beispielsweise durch Fusionen, strategische Allianzen und Akquisitionen, treten zunehmend neue größere Wettbewerber in den Markt ein oder bisherige Wettbewerbsbeziehungen ändern sich grundlegend. Weiterhin besteht das Risiko, dass sich Wettbewerber, vor allem im asiatischen Ausland, durch eine aggressive Preispolitik verstärkt am Markt positionieren und zusätzliche Marktanteile gewinnen. Lokale Anbieter schließen mit ihren Standardprodukten auf, gewinnen Marktanteile gegenüber der europäischen Konkurrenz und tragen in signifikantem Ausmaß zu einem Preisdumping bei. Wir wirken diesen Risiken mit der dauerhaft hohen Qualität unserer Produkte, anspruchsvollen Lösungen, Spitzentechnologien sowie Maßnahmen zur Kundenbindung entgegen. Darüber hinaus reduzieren wir die Herstellungskosten unserer Produkte durch geänderte technische und technologische Lösungen. Dies ermöglicht es uns, auf den Preisdruck der Konkurrenz zu reagieren und unseren Kunden ein angemessenes Preis-Leistungsverhältnis zu bieten.

Unternehmensstrategische Risiken

Es besteht das Risiko der Fehleinschätzung der künftigen Marktentwicklung. Zudem kann der rasche technologische Wandel dazu führen, dass die Roth & Rau-Produkte den Markterfordernissen nicht mehr entsprechen. Durch intensive Markt- und Wettbewerbsbeobachtungen, einen kontinuierlichen Austausch mit unseren Kunden und Lieferanten sowie breit aufgestellte Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten versuchen wir, dieses Risiko zu minimieren. Möglichen technologischen Fehlentwicklungen wirken wir durch Entwicklungspartnerschaften mit Kunden, Lieferanten und Forschungszentren entgegen.

Aufgrund marktbedingter Umstrukturierungsmaßnahmen besteht auch weiterhin eine erhöhte Anforderung an die Organisations-, Management- und Risikostruktur. Daraus entsteht das Risiko, dass nicht alle wichtigen Aufgaben in der Unternehmensführung und -steuerung effizient erfüllt werden könnten. Um dem vorzubeugen, arbeiten wir kontinuierlich an der Optimierung der internen Prozesse und Strukturen. Schlüsselpositionen im Management wurden weiter gestärkt. Unter dem Namen CRiSP hat Roth & Rau im Jahr 2012 ein Kosten- und Strukturoptimierungsprogramm zur Profitabilitätssteigerung gestartet. CRiSP umfasst insbesondere Anpassungen im Produktportfolio, in der Konzern-Struktur, in der Aufbau- und Ablauforganisation sowie Maßnahmen zur Prozessoptimierung. Das Strukturoptimierungsprogramm ist auch im Jahr 2013 fester Bestandteil der Unternehmensaktivitäten und wird konzernweit erweitert und forciert.

Durch ihre internationale Ausrichtung unterliegt Roth & Rau politischen, volkswirtschaftlichen und rechtlichen Risiken in den jeweiligen Zielländern, die den Erfolg der Expansion beeinträchtigen können. Diesen Risiken begegnen wir mit dem Einsatz erfahrener Fach- und Führungskräfte vor Ort, die über umfangreiche Kenntnisse des lokalen Marktes verfügen. Darüber hinaus stimmen sich die lokal verantwortlichen Geschäftsführer eng und regelmäßig mit der Geschäftsleitung der Gruppe über Marktveränderungen, Chancen und Risiken in Bezug auf Technologien, Kundenentwicklungen etc. ab.

Risiken aus Nachfrageveränderungen

Nicht nur reale Einflussgrößen wie verfügbare Finanzmittel und Kreditspielräume prägen das Nachfrageverhalten unserer Kunden, sondern auch nicht planbare Faktoren, wie beispielsweise die Investitionsbereitschaft der Kunden und staatlicher Protektionismus. Gegebenenfalls beeinflussen sich ändernde gesetzliche Regelungen mit subventionsrechtlichen Aspekten wie zum Beispiel die Kappung der Einspeisevergütung das Nachfrageverhalten des Endkunden und damit auch unserer Kunden.

Die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise auf die Nachfrage nach Equipment haben auch 2012 nachgewirkt. Viele Produzenten von Photovoltaikanlagen befinden sich refinanzierungsbedingt noch immer in Schwierigkeiten. Teilweise fordern Staaten Subventionen zurück und erschweren die Existenzsicherung. Roth & Rau hat alle Kundenengagements auf derartige Risiken untersucht und in Einzelfällen Vorsorge im Rahmen der Rechnungslegung getroffen. Mit unseren ausländischen Vertriebspartnern und Rechtsanwälten stehen wir in engem Kontakt und beobachten sowohl die Kunden als auch den regionalen Markt. Darüber hinaus versuchen wir, den Kunden über unseren Kontakt Zweitmärkte zu eröffnen. Unser konsequentes Debitorenmanagement mit der Bonitätsbeobachtung von Kunden trägt ebenso zur Eindämmung der Risiken bei.

Bislang unklar und nicht abschätzbar ist, inwieweit die bei der EU anhängige Anti-Dumping Kampagne Auswirkungen auf die Nachfrage nach Equipment haben wird, bzw. ob und wie sich die Kappung der Einspeisevergütung auswirkt. Über geänderte Technologien, wie z.B. die Heterojunction-Technologie begegnen wir diesen Risiken, die uns Marktvorteile bringen und die Nachfrage beleben werden.

Absatzrisiken bestehen für vorgefertigte Bauteile und Maschinen, die gegebenenfalls auf Grund des technologischen Fortschrittes oder wegen Marktsättigung nicht oder nur mit Abschlägen verkaufbar sind. Die Roth & Rau AG und ihre Tochtergesellschaften fertigen aus diesem Grund nur geringe Stückzahlen vor und reagieren auf Absatzschwächen durch Kurzarbeit und flexible Arbeitszeitmodelle.

Risiken aus Forschung- und Entwicklung

Dem Risiko, die Kundenbedürfnisse im Entwicklungsprozess nur unzureichend zu berücksichtigen, treten wir mit umfangreichen Marktforschungen und Kundenbefragungen entgegen. Durch diese Maßnahmen stellen wir sicher, dass wir Entwicklungen in den für uns interessanten Branchen und Märkten frühzeitig erkennen und ihre Relevanz für uns und unsere Kunden rechtzeitig überprüfen.

Des Weiteren besteht das Risiko, dass Produkte nicht in der vorgegebenen Zeit, in der entsprechenden Qualität oder zu den vorgegebenen Kosten entwickelt werden können. Um dieses Risiko zu vermeiden, überprüfen wir fortlaufend und systematisch den Fortschritt sämtlicher Projekte und gleichen regelmäßig die Ergebnisse mit den Zielvorgaben ab. Im Falle von Abweichungen werden rechtzeitig geeignete Steuerungsmaßnahmen eingeleitet. Eine übergreifende Projektorganisation unterstützt darüber hinaus die Zusammenarbeit aller am Prozess beteiligten Bereiche. Damit werden spezifische Anforderungen zeitnah in den Entwicklungsprozess eingebracht und ihre Umsetzung rechtzeitig geplant.

Leistungswirtschaftliche Risiken

Es bestehen Beschaffungsrisiken aufgrund möglicher Lieferantenausfälle, da Roth & Rau einen großen Teil der notwendigen Vorprodukte und Bauteile von Lieferanten bezieht. Es handelt sich dabei in der Regel um Spezial- oder Schlüsselequipment und mit den bevorzugten Lieferanten bestehen zum Teil sehr lange Geschäftsbeziehungen oder langfristige Lieferverträge. Fällt ein Lieferant aus, muss Roth & Rau auf andere Anbieter ausweichen, was zu schlechteren Bezugskonditionen oder Verzögerungen in der Produktion führen kann. Diesen Risiken steuern wir durch die zunehmende Standardisierung von Bauteilen und Komponenten entgegen. Darüber hinaus haben wir die Anzahl alternativer Lieferanten für die wichtigsten Warengruppen ausgeweitet und das Lieferantenmanagement verbessert.

Zusätzliche Beschaffungsrisiken auf Grund langfristiger Beschaffungsverträge könnten Absatzrisiken nach sich ziehen, wenn die beschafften Teile mengenmäßig nicht veräußert werden können bzw. technologisch überholt sind. Roth & Rau hat mit Eintritt der Absatzkrise alle langfristigen Beschaffungsverträge aufgekündigt, so dass es aktuell keine Risiken aus langfristigen Beschaffungsverträgen mehr gibt. Durch Flexibilisierung in der Produktion und gemäß geänderter Unternehmensstrategie werden keine weiteren Projekte begonnen, denen kein solventer Kunde entgegensteht, so dass sich die Risiken aktuell nur auf die bestehenden bereits angeschafften Vermögensgegenstände beschränken lassen. Über neu erschlossene alternative Absatzkanäle versucht das Unternehmen zusätzlich Bestände abzubauen, um den Absatzrisiken vorzubeugen.

Risiken aus möglichen Produktmängeln und damit verbundenen Haftungsansprüchen begegnen wir mit einer umfassenden Qualitätssicherungsprüfung bei zugekauften Teilen und einer permanenten Produktionsüberwachung im Rahmen des Qualitätsmanagements. Zudem werden die ordnungsgemäße Lieferung sowie die Funktionsfähigkeit der Anlagen durch qualifizierte Servicetechniker und Ingenieure überwacht. Die Übergabe an den Kunden erfolgt erst nach vollständiger Überprüfung der Anlage auf mögliche Mängel.

Bei der Abwicklung von Großprojekten können spezielle Risiken auftreten. Diese ergeben sich insbesondere aus Mängeln in der Vertragsgestaltung, Fehlern in der Auftragskalkulation, veränderten wirtschaftlichen und technischen Bedingungen nach Vertragsabschluss sowie unzureichenden Leistungen der Sublieferanten. Mit Hilfe eines geeigneten Projektcontrollings über sämtliche Projektphasen wird diesen Risiken begegnet.

Im Jahr 2012 haben wir unsere Produktion an die sich geänderten Marktverhältnisse angepasst und verfügen damit über verschiedene Instrumente zur Aufrechterhaltung der Flexibilität in der Fertigung bei möglichst geringen Kosten. Dazu gehören verschiedene Arbeitszeitmodelle, Personalleihe innerhalb der Gruppe und an externe befreundete Unternehmen sowie verschiedene Umstrukturierungen innerhalb der Produktion und der F&E, um Engpässe in den Entwicklungsaktivitäten abzufedern.

Personalrisiken

Personalrisiken ergeben sich durch die Fluktuation von Mitarbeitern in Schlüsselpositionen und die mangelnde Verfügbarkeit von qualifizierten Fachkräften. Roth & Rau begrenzt dieses Risiko durch Stellvertreterregelungen, eine frühzeitige Nachfolgeregelung sowie Nachwuchskräfteprogramme. Zusätzlich schaffen wir Anreize durch eine angemessene und leistungsgerechte Bezahlung, freiwillige soziale Leistungen sowie die kontinuierliche Optimierung der Arbeitsbedingungen. Darüber hinaus ist es von entscheidender Bedeutung, die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter kontinuierlich voranzutreiben und an die Markterfordernisse und die unternehmensspezifischen Bedürfnisse anzupassen. Mitarbeiter in Schlüsselpositionen sind vom Personalabbau im Rahmen des CRiSP II-Programmes ausgeschlossen. Die Maßnahme birgt mehr Chancen als Risiken, da neben Kosteneinsparungen auch das Ziel der Reduzierung der Komplexität verfolgt wird.

Finanzwirtschaftliche Risiken

Im Rahmen der Finanzierung der Unternehmensstrategien und den damit verbundenen Investitionen ist die Roth & Rau-Gruppe verschiedenen Risiken ausgesetzt.

Ein Liquiditätsrisiko besteht zurzeit nicht. Die Roth & Rau AG hat zusammen mit der Meyer Burger Technology AG eine mittelfristige Refinanzierung für die Gruppe vereinbart. Diese sieht vor, dass die Meyer Burger Technology AG der Roth & Rau-Gruppe eine bilaterale Avalkreditlinie in Höhe von 42 Mio. € über deutsche Banken bis auf weiteres zur Verfügung stellt. Darüber hinaus hat die Meyer Burger Technology AG mit Wirkung zum 10. Januar 2012 eine harte Patronatserklärung zu Gunsten der Roth & Rau-Gruppe ausgestellt, mittels derer eine Liquiditätszuführung bis zu einem Höchstbetrag von 50 Mio. € im Bedarfsfall entsprechend sichergestellt ist. Darüber hinaus haben wir eine aktive Liquiditätssteuerung auf operativer Ebene in den Gruppengesellschaften installiert. Der Roth & Rau AG als übergeordneter Muttergesellschaft obliegt die strategische Liquiditätssteuerung und -planung. Entsprechend des internen Kontrollsystems wird der Vorstand wöchentlich über den Status der Liquidität informiert. Die Liquiditätsplanung haben wir auf Grund der Marktlage auf rollierende 12-Monats-Basis umgestellt. Zusätzlich hat der Vorstand Szenarien zur Liquiditätssicherung entwickelt, auf die er im Fall der andauernden Krise in der Photovoltaik-Industrie zurückgreifen wird.

Zinsänderungsrisiken aus variabel verzinslichen Darlehen bestehen derzeit nicht, da diese durch Sicherungsinstrumente (Zinsswaps) abgesichert sind.

Wechselkursrisiken spielen in der Roth & Rau -Gruppe eine untergeordnete Rolle, da der überwiegende Teil der internationalen Umsätze in Euro fakturiert wird. Im Bedarfsfall greifen wir auf projektbezogene Kurssicherungsgeschäfte zurück.

Aus dem Einkauf von Rohstoffen entstehen Risiken in Bezug auf ihre Verfügbarkeit und die Preisentwicklung. Aktuell haben diese Risiken auslastungsbedingt eine untergeordnete Bedeutung. Im Falle anziehender Rohstoffpreise bei gleichzeitiger Kapazitätssteigerung sind wir auf Grund unserer Marktbeobachtung und der alternativen Lieferantenauswahl in der Lage, kurzfristig Rohstoffpreise über entsprechende Lieferantenvereinbarungen auch dauerhaft fest zu vereinbaren.

Möglichen Kreditrisiken (Ausfallrisiken) bei Kunden begegnen wir derzeit mit Bonitätsprüfungen vor Auftragsannahme, dem Abschluss von Kreditversicherungen sowie einem kontinuierlichen Forderungsmanagement. Der Forderungsbestand wird regelmäßig, also nicht nur zu den Stichtagen, einer Kontrolle unterzogen. Kritische Engagements unterliegen einer besonderen Überwachung und werden, sofern dies den rechnungslegungsbezogenen Vorschriften entspricht, wertberichtigt.

Aus der Anlage überschüssiger Liquidität könnten sich Kontrahentenrisiken ergeben, sofern Roth & Rau diese nicht bei Finanzinstituten mit hoher Bonität anlegt. Ein Teil- oder Totalausfall eines Kontrahenten im Hinblick auf seine Rückzahlungspflicht für Zinsen und Kapital hätte einen negativen Einfluss auf die Ergebnisrechnung und auf die Liquidität des Unternehmens. Diesem Risiko begegnen wir durch unser Kontrahentenrisikomanagement. Mit der Diversifizierung bei der Anlage überschüssiger Liquidität und dem Abschluss sichernder Finanzinstrumente gewährleisten wir, dass die Roth & Rau-Gruppe jederzeit zahlungsfähig ist.

Bei den zu Sicherungszwecken gehaltenen Finanzinstrumenten kommen zu den Kontrahentenrisiken noch bilanzielle Risiken hinzu. Diese sind aktuell jedoch zu vernachlässigen. Für den Fall dass Finanzinstrumente bei der Roth & Rau- Gruppe an Bedeutung gewinnen, sind wir in der Lage über Kontrahentenmanagement sowie über Hedge Accounting Risiken transparent darzustellen bzw. zu minimieren.

Rechtliche Risiken

Die Roth & Rau AG hat im Jahr 2006 mit der Conergy SolarModule GmbH & Co. KG einen Vertrag über die Lieferung und Errichtung von vier Zellfertigungslinien am Standort Frankfurt/Oder mit einem Gesamtauftragswert in Höhe von ca. 58 Mio. € geschlossen. Die Fertigstellung der Montage und Inbetriebnahme erfolgte in den Jahren 2008 und 2009. Die Roth & Rau AG hat ihre Leistungen trotz teilweise ausbleibender Zahlungen und fehlender Mitwirkungshandlungen von Conergy SolarModule GmbH & Co. KG erbracht. Nach Auffassung der Roth & Rau AG stehen der Gesellschaft aus dem Vertrag noch Ansprüche in Höhe von rund 8 Mio. € zu. Mit der Behauptung, die Gesellschaft habe die von ihr geschuldeten Lieferungen und Leistungen nicht vertragsgerecht erbracht, verweigert die Conergy SolarModule GmbH & Co. KG dagegen die Begleichung der Zahlungsforderungen der Gesellschaft und erhebt ihrerseits Schadensersatzforderungen, die die Forderungen der Roth & Rau AG um ein Vielfaches übersteigen. Aus diesem Grund wurde die Forderung bereits im Vorjahr vollständig wertberichtigt. In dieser Angelegenheit ist nunmehr seit Anfang Februar 2011 ein Rechtsstreit vor dem Landgericht Hamburg anhängig. Der Vorstand der Roth & Rau AG hält die von der Conergy SolarModule GmbH & Co. KG behaupteten Ansprüche für haltlos und geht schon wegen der vereinbarten Haftungsbeschränkungen davon aus, dass jedenfalls die Restforderung der Roth & Rau AG etwaige Schadensersatzansprüche der Conergy SolarModule GmbH & Co. KG übersteigen wird. Die Ansicht des Vorstands wird durch Rechtsgutachten von zwei renommierten Rechtsanwaltssozietäten gestützt, die der Vorstand in Auftrag gegeben hat. Auf die beim Landgericht Hamburg im Februar 2011 eingereichte Klage der Conergy SolarModule GmbH & Co. KG gegen die Roth & Rau AG wurde mit Datum vom 24. Juni 2011 mittels Klageerwiderung, Hilfswiderklage und Widerklage Gegenposition bezogen. Aufgrund personeller Veränderungen in den Vorständen/Geschäftsführungen beider Unternehmen wurde im Oktober 2011 beidseitig versucht zu einer gütlichen Einigung zu gelangen. Aufgrund sehr unterschiedlicher Einschätzung und Bewertung des Sachstands kam eine solche Einigung nicht zustande. Die umfangreiche Replik der Conergy SolarModule GmbH & Co. KG zur Klageerwiderung wurde am 1. Oktober 2012 eingereicht. Derzeit geht der Vorstand davon aus, dass die für Kosten im Rahmen von Rechtsstreitigkeiten im Geschäftsjahr 2010 gebildete Rückstellung auch zum Bilanzstichtag 31.12.2012 der Höhe nach ausreichend bemessen ist.

Im Zusammenhang mit dem sog. Downlisting, d.h. dem Widerruf der Zulassung der Aktien der Roth & Rau AG im Regulierten Markt (Prime Standard) und der gleichzeitigen Zulassung der Aktien der Roth & Rau AG im Open Market (Entry Standard) ist vor dem Landgericht Leipzig ein Rechtsstreit bzgl. der Festsetzung einer angemessenen Barabfindung mit einem Minderheitsaktionär anhängig. Der Vorstand geht, u.a. aufgrund der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 11. Juli 2012, wonach bei einem Downlisting kein Eingriff in das Eigentumsgrundrecht vorliegt, davon aus, dass die Klage abgewiesen wird. Ein kurzfristiger Abschluss des Verfahrens ist derzeit nicht absehbar.

Patentrechtliche Risiken können aus der unwissentlichen Verletzung geistiger Eigentumsrechte Dritter resultieren. Da ein Teil des Know-hows von Roth & Rau nicht durch Patente geschützt ist, kann nicht ausgeschlossen werden, dass Wettbewerber die Verletzung von Schutzrechten gegenüber Roth & Rau geltend machen, auch wenn es bisher nicht zu solchen Rechtsstreitigkeiten gekommen ist. Auch umgekehrt besteht die Gefahr, dass Dritte das Know-how von Roth & Rau kopieren und Patente oder sonstige Schutzrechte verletzen. Durch strenge Geheimhaltungsvereinbarungen mit Mitarbeitern, Kunden und Partnern in Forschungs- und Entwicklungsprojekten und durch eine eigens geschaffene interne Abteilung zum Schutz unseres geistigen Eigentums versuchen wir, dieses Risiko zu minimieren.

Weiteren rechtlichen Risiken aus Gewährleistungsansprüchen oder Kundenreklamationen beugen wir durch ein effizientes Qualitätsmanagement sowie konsequente Gewährleistungs- und Haftungsregelungen vor. Darüber hinaus überwacht unsere Compliance-Abteilung mögliche Risikoquellen und nimmt im Bedarfsfall externe Rechtsberatung in Anspruch.

Risiken aus der Rückzahlung von Fördermitteln auf Grund nachträglich nicht eingehaltener Förderbestimmungen

Dieses Risiko besteht aktuell nicht, d.h. Roth & Rau erfüllt die Förderbestimmungen der einzelnen subventionsrelevanten Investitionen. Das Unternehmen steht dabei in engem Kontakt zu den Fördermittelgebern und informiert diese regelmäßig über die Einhaltung der Fördermittelkriterien. Für den Fall, dass die Krise in der Photovoltaik-Industrie länger fortdauert und Roth & Rau dadurch Fördermittelbedingungen nicht einhalten kann, handelt es sich bei den gegebenenfalls rückzahlpflichtigen Beträgen um kalkulierbare Größen, die für sich genommen kein Risiko darstellen.

Gesamtaussage zur Risikolage

Die Gesamtrisikosituation ergibt sich für die Roth & Rau-Gruppe aus den zuvor dargestellten Einzelrisiken. Unser Risikomanagement-System gewährleistet die Beherrschung dieser Risiken. Darüber hinaus bestehen nach den uns heute bekannten Informationen keine Risiken, die den Fortbestand der Roth & Rau-Gruppe gefährden könnten.

5 Aktionärsstruktur

Die Roth & Rau AG gehört seit dem 9. August 2011 mehrheitlich der Meyer Burger-Gruppe an, die zum 31. Dezember 2012 92,54 % des Grundkapitals hielt.

6 Nachtrags- und Prognosebericht

6.1 Nachtragsbericht

Im Zuge der Anpassungen der Konzernstruktur an die Marktlage in der Photovoltaik im Rahmen des Kosten- und Strukturprogramms CRiSP konnte ein weiterer Erfolg verbucht werden. So konnte die Liquidation der Roth & Rau Australia Pty. Ltd. in Sydney, Australien am 19. Februar 2013 mittels Deregistrierung abgeschlossen werden. Die Vertriebsaktivitäten in dieser Region werden zukünftig von Meyer Burger übernommen.

6.2 Prognosebericht

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Die Weltbank hat ihre globale Konjunkturprognose für 2013 gesenkt. Statt zunächst veranschlagter 3,0 Prozent Wachstum sind es jetzt nur noch 2,4 Prozent. Die globale Konjunktur kommt auch dieses Jahr nicht in Gang. Hauptgrund für die gedämpften Wachstumsaussichten ist die zähe Wirtschaftskrise in den Industriestaaten, die die globale Entwicklung ausbremst. Die Weltbank rechnet auch für die Schwellenländer nur mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 5,5 Prozent. Vor einem halben Jahr hatte sie diesen Staaten noch 5,9 Prozent zugetraut. Der Euro-Zone sagt die Weltbank für 2013 ein Schrumpfen des BIP um 0,1 Prozent voraus. Die Europäische Zentralbank (EZB) rechnet im schlimmsten Fall sogar damit, dass die Wirtschaftsleistung im Euroraum um 0,9 Prozent sinkt, im besten Fall wird ein Plus von 0,3 Prozent erwartet.

Branchenentwicklung

Das amerikanische Marktforschungsunternehmen IHS iSuppli prognostiziert der weltweiten Solarindustrie für das Jahr 2013 große Verluste. Von rund 500 aktiven Unternehmen sollen nur knapp 150 in diesem Jahr die laufende Marktbereinigung überleben. Mit Konsolidierung habe das wenig zu tun. Besonders am oberen Ende der Wertschöpfungskette würden die meisten der nicht wettbewerbsfähigen Unternehmen einfach aufhören zu existieren, anstatt von anderen Unternehmen übernommen zu werden. Die Marktforscher erwarten zudem einen Trend zur Desintegration der Integration. Die hohen Kosten für den Bau voll integrierter Fabriken, die vom Silizium bis zum Modul alle Schritte abdecken, seien für viele Unternehmen nicht länger zu finanzieren. Dies betreffe besonders die chinesische Solarindustrie.

Für das Jahr 2013 erwartet iSuppli, dass die globale installierte Photovoltaik-Leistung erneut wachsen und einen Wert von 35 Gigawatt erreichen wird. Weiterhin geht man davon aus, dass der Preisverfall von Modulen in der zweiten Jahreshälfte enden werde. Die derzeit laufenden sechs Anti-Dumpingklagen sind nach Ansicht von iSuppli nicht hilfreich, die fundamentalen Probleme der Solarindustrie zu lösen. China soll in 2013 Deutschland beim Photovoltaik-Zubau überholen. Der Bundesverband Solarwirtschaft hält einen weiterhin kraftvollen Ausbau der Photovoltaik in Deutschland auch im Jahr 2013 zur Umsetzung der Energiewende für erforderlich, geht aber aufgrund der starken Absenkung der Einspeisevergütung von einer Abkühlung der Nachfrage aus. Dafür spricht die rückläufige Marktentwicklung zum Ende des Jahres 2012. So lag die Nachfrage im letzten Quartal 2012 rund 65 Prozent unter der des vergleichbaren Vorjahreszeitraums. Die deutliche Kürzung der Solarförderung ab Sommer 2012 zeigt offensichtlich Wirkung. Nach Auslaufen der letzten Übergangsfristen für große Solarkraftwerke zum 30. September 2012 wurden wie erwartet spürbar weniger Solaranlagen installiert. Aktuell trägt Solarenergie zu rund fünf Prozent zur Stromerzeugung in Deutschland bei. Bis 2020 will die Branche den Anteil auf mindestens 10 Prozent steigern, bis 2030 auf mindestens 20 Prozent.

Entwicklung der Roth & Rau-Gruppe

Angesichts der weiterhin bestehenden Überkapazitäten und den von vielen Unsicherheiten geprägten politischen und gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen ist die Krise in der Solarindustrie noch nicht ausgestanden. Aus heutiger Sicht ist es verfrüht, eine eindeutige Abschätzung zu machen, wann die Überkapazitäten abgebaut sein werden und positive Nachfragesignale auf Endverbraucherseite wieder neue Investitionen bei den Zell- und Modulherstellern auslösen. Wir erwarten daher ein äußerst schwieriges Geschäftsjahr 2013. Auch 2013 gilt es, eine strikte Kostenkontrolle zu bewahren und Cash flows effizient zu managen. Gleichzeitig werden wir neue Technologieentwicklungen und -verbesserungen erarbeiten und somit unsere Technologieführerschaft im Bereich der Zelltechnologie weiter ausbauen. Ein weiterer Schwerpunkt wird die Erschließung neuer Anwendungsgebiete für die vorhandenen Kerntechnologien und Kernkompetenzen außerhalb der Solarbranche sein.

Eine verlässliche Umsatz- und Ergebnisprognose ist aufgrund der anhaltenden Konsolidierung in der Solarindustrie und der aus der aktuellen Euro- und Schuldenkrise resultierenden Verunsicherung nur schwer möglich. Unter der Voraussetzung, dass bislang verschobene Aufträge seitens unserer

Kunden wieder abgerufen, neue Upgrade- und Serviceaufträge erteilt werden und uns die Markteinführung der Heterojunction-Technologie gelingt, erwarten wir für das Geschäftsjahr 2013 Umsatzerlöse in der Größenordnung von 120 bis 150 Mio. €. Da sich die angestrebten Einsparungen aus dem erweiterten Kosten- und Strukturoptimierungsprogramm CRiSP erst in 2014 vollumfänglich auswirken, geht der Vorstand für das Geschäftsjahr 2013 von einem ausgeglichenen EBITDA aus. Sollte zu Beginn des Jahres 2014 die Konsolidierung in der Solarbranche beendet und die Überkapazitäten weitestgehend abgebaut sein und in der Folge die Hersteller von Zellen und Modulen wieder verstärkt in neue Zelltechnologien investieren, sind die Voraussetzungen für eine Umsatzverbesserung im Vergleich zu 2013 gegeben. Durch unser umfassendes Technologie- und Produktportfolio und die in der Zwischenzeit umgesetzten Restrukturierungsmaßnahmen sind wir gut positioniert, um von einer Markterholung zu profitieren. Der anhaltende Druck auf die Zell- und Modulhersteller die Kosten weiterhin zu senken, wird die Nachfrage nach entsprechenden technologischen Lösungen erhöhen. Mit der Heterojunction-Technologie können wir unseren Kunden den entscheidenden Wettbewerbsvorteil verschaffen. Mit den Maßnahmen aus dem erweiterten Kosten- und Strukturoptimierungsprogramm CRiSP werden wir bis 2014 die Strukturkosten deutlich reduzieren und somit die Gewinnschwelle der Gruppe herabsetzen. Damit sind die notwendigen Bedingungen geschaffen, um ab dem Geschäftsjahr 2014 bei einer Markterholung im Bereich Photovoltaik zu einem nachhaltigen, profitablen Ergebnis zurückkehren zu können.

Hohenstein-Ernstthal, 19. März 2013

Roth & Rau AG

Geschäftsbericht 2012

Konzern-Abschluss

nach IFRS zum 31.12.2012

Konzern-Bilanz

VERMÖGENSWERTE Anhang 31.12.2012 31.12.2011 01.01.2011
in T€ angepasst angepasst
Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte 10.1.1. 45.380 60.382 100.724
Sachanlagen 10.1.2. 50.460 48.533 42.952
Finanzanlagen 10.1.3. 150 395 326
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 10.1.4. 894 702 1.363
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 10.1.5. 140 144 150
Latente Steueransprüche 10.1.6. 942 415 17.336
Summe langfristige Vermögenswerte 97.966 110.571 162.851
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte 10.2.1. 46.056 42.137 65.129
Forderungen aus Auftragsfertigung 10.2.2. 2.099 11.389 50.294
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
und sonstige Forderungen
10.2.3. 18.752 34.923 35.338
Laufende Steuerforderungen 10.2.4. 3.045 3.694 11.916
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 10.2.5. 565 0 0
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 10.2.6. 22.313 29.970 107.741
Summe kurzfristige Vermögenswerte 92.830 122.113 270.418
SUMME VERMÖGENSWERTE 190.796 232.684 433.269
EIGENKAPITAL UND SCHULDEN Anhang 31.12.2012 31.12.2011 01.01.2011
in T€ angepasst angepasst
Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital 10.3.1. 16.207 16.207 16.207
Kapitalrücklage 10.3.2. 206.932 206.944 206.901
Gewinnrücklagen 10.3.3. 6.041 6.041 6.041
Andere Rücklagen 10.3.4. 0 44 57
Konzern-Bilanzverlust (01.01.2011: Konzern
Bilanzgewinn)
10.3.5. -140.565 -99.950 21.935
Anteile der Gesellschafter des Mutterunternehmens 88.615 129.286 251.141
Anteile anderer Gesellschafter 0 0 211
Summe Eigenkapital 88.615 129.286 251.352
Langfristige Schulden
Langfristige Darlehen 10.4.1. 3.125 6.635 22.043
Latente Steuerverbindlichkeiten 10.4.2. 4.223 5.406 10.741
Langfristige Rückstellungen 10.4.3. 150 43 22
Summe langfristige Schulden 7.498 12.084 32.806
Kurzfristige Schulden
Verbindlichkeiten aus Auftragsfertigung 10.5.1. 7.032 855 9.716
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
und sonstige Verbindlichkeiten
10.5.2. 25.771 42.139 60.038
Erhaltene Anzahlungen 10.5.3. 14.704 12.908 45.950
Kurzfristige Darlehen 10.5.4. 19.631 600 1.077
Laufende Steuerverbindlichkeiten 10.5.5. 4.636 4.045 8.132
Kurzfristige Rückstellungen 10.5.6. 22.909 30.767 24.198
Summe kurzfristige Schulden 94.683 91.314 149.111
Summe Schulden 102.181 103.398 181.917
SUMME EIGENKAPITAL UND SCHULDEN 190.796 232.684 433.269

Die Erläuterungen auf den Seiten 88 ff. sind integrierter Bestandteil dieses Konzernabschlusses.

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

01.01.-31.12.2012 01.01.-31.12.2011
in T€ Anhang angepasst
Umsatzerlöse 11.1. 154.058 208.460
Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen
Erzeugnissen
11.2. -36.561 40.908
Aktivierte Eigenleistungen 11.3. 2.993 11.685
Gesamtleistung 120.490 261.053
Sonstige betriebliche Erträge 11.4. 12.240 8.415
Materialaufwand 11.5. -56.082 -147.711
Personalaufwand 11.6. -57.418 -68.512
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte
des Anlagevermögens und Sachanlagen
11.7. -22.396 -63.723
Sonstige betriebliche Aufwendungen 11.8. -36.602 -95.682
Operatives Ergebnis -39.768 -106.160
Finanzierungserträge 908 2.341
Finanzierungsaufwendungen -1.521 -4.358
Finanzergebnis 11.9. -613 -2.017
Ergebnis vor Ertragsteuern -40.381 -108.177
Ertragsteuern 11.10. -234 -13.708
Ergebnis nach Ertragsteuern -40.615 -121.885
Davon den Aktionären der Roth & Rau AG
zustehendes Ergebnis
10.3.5. -40.615 -121.885
Verlustvortrag aus dem Vorjahr -99.950 21.935
Konzernbilanzverlust 10.3.5. -140.565 -99.950
Ergebnis je Aktie, unverwässert 11.11. -2,51 € -7,52 €
Ergebnis je Aktie, verwässert 11.11. -2,51 € -7,52 €

Die Erläuterungen auf den Seiten 124 ff. sind integrierter Bestandteil dieses Konzernabschlusses.

Konzern-Gesamtergebnisrechnung

in T€ 01.01.-31.12.2012 01.01.-31.12.2011
Jahresfehlbetrag -40.615 -121.885
Gewinne und Verluste aus der Umrechnung der
Abschlüsse ausländischer Tochtergesellschaften
(Währungsumrechnungen)
-44 -5
Gewinne und Verluste aus der Neubewertung von zur
Veräußerung verfügbaren finanziellen
Vermögenswerten (available for sale)
0 -10
Steuern auf direkt mit dem Eigenkapital verrechnete
Wertänderungen
0 2
Sonstiges Ergebnis -44 -13
Gesamtergebnis -40.659 -121.898
Zurechnung des Gesamtergebnisses an
andere Gesellschafter 0 0
die Aktionäre der Roth & Rau AG -40.659 -121.898

Konzern-Kapitalflussrechnung

in T€ 01.01. -
31.12.2012
01.01. -
31.12.2011
Konzern-Jahresergebnis -40.615 -121.885
Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 22.395 63.723
Gewinne / Verluste aus dem Abgang von Sachanlagen und Immateriellen
Vermögenswerten
Veränderung latente Steuern
6.569
-1.710
-121
11.152
Wertänderungen aus derivativen Finanzinstrumenten -183 46
Veränderung langfristige Rückstellungen 107 37
Nicht zahlungswirksame Aufwendungen und Erträge
Wertänderung aus equity-settled Phantom Stock Option Plan
-4.503
-10
30.180
53
Cash Flow -17.950 -16.815
Zunahme (-) / Abnahme (+) der Vorräte -1.621 10.389
Zunahme (-) / Abnahme (+) der Forderungen aus Auftragsfertigung
Zunahme (-) / Abnahme (+) der Forderungen und sonstigen
10.370 42.321
Vermögenswerte 17.899 -11.504
Zunahme (+) / Abnahme (-) der erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen 1.797 -33.043
Zunahme (+) / Abnahme (-) der Verbindlichkeiten aus Auftragsfertigung 6.177 -8.861
Zunahme (+) / Abnahme (-) der geschäftsbedingten Verbindlichkeiten -21.284 -11.969
Veränderung des Working Capital 13.338 -12.667
Mittelabfluss aus Geschäftstätigkeit -4.612 -29.482
Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände -919 -11.788
Investitionen in Sachanlagen -14.015 -13.242
Erwerb von Tochterunternehmen abzüglich erworbener Zahlungsmittel -3.000 -7.158
Verkauf von Tochterunternehmen abzüglich abgangener Zahlungsmittel -257 0
Investitionen in Finanzanlagen -5 0
Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit -18.196 -32.188
Änderung von Eigentumsanteilen an Tochterunternehmen 0 -225
Erwerb von Aktien des Mehrheitsaktionärs -379 0
Aufnahme von Krediten 19.231 0
Tilgung von Krediten -3.712 -15.881
Mittelzufluss / -abfluss aus Finanzierungstätigkeit 15.140 -16.106
Zunahme der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente -7.668 -77.776
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Anfang der Periode 29.970 107.741
Wechselkurs -, konsolidierungskreis- und bewertungsbedingte
Änderungen des Finanzmittelbestands
11 5
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Periode 22.313 29.970

Bezüglich der Angabe der gezahlten und erhaltenen Ertragssteuern sowie Zinsen verweisen wir auf Kapitel 12 im Konzernanhang.

Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung

in T€ Gezeich
netes
Kapital
Kapital
rücklage
Gewinn
rücklage
Andere
Rücklage
Konzern
bilanz
verlust
Gesamt Minder
heitsan
teile
Summe
Eigenkapital
Stand zum 1. Januar 2012 16.207 206.944 6.041 44 -99.950 129.286 0 129.286
Sonstige Gewinne und Verluste
Zur Veräußerung verfügbare
finanzielle Vermögenswerte
0 0 0 0 0 0 0 0
Währungsumrech
nungsdifferenzen
0 0 0 0 0 0 0 0
Steuern 0 0 0 0 0 0 0 0
Gesamt 0 0 0 0 0 0 0 0
Transaktionen mit Eigentümern
Fehlbetrag 0 0 0 0 -40.615 -40.615 0 -40.615
Mitarbeiteraktien
optionsprogramme
0 10 0 0 0 10 0 10
Steuern 0 0 0 0 0 0 0 0
gesamt 0 10 0 0 -40.615 -40.605 0 -40.605
Veränderung
Konsolidierungskreis
0 -22 0 -44 0 -66 0 -66
Stand 31.Dezember 2012 16.207 206.932 6.041 0 -140.565 88.615 0 88.615
in T€ Gezeich
netes
Kapital
Kapital
rücklage
Gewinn
rücklage
Andere
Rücklage
Konzern
bilanz
verlust
Gesamt Minder
heitsan
teile
Summe
Eigenkapital
Stand zum 1. Januar 2011 16.207 206.901 6.041 57 21.935 251.141 211 251.352
Sonstige Gewinne und Verluste
Zur Veräußerung verfügbare
finanzielle Vermögenswerte
0 0 0 -10 0 -10 0 -10
Währungsumrech
nungsdifferenzen
0 0 0 -5 0 -5 0 -5
Steuern 0 0 0 2 0 2 0 2
Gesamt 0 0 0 -13 0 -13 0 -13
Transaktionen mit Eigentümern
Fehlbetrag 0 0 0 0 -121.885 -121.885 0 -121.885
Mitarbeiteraktien
optionsprogramme
0 20 0 0 0 20 0 20
Steuern 0 0 0 0 0 0 0 0
gesamt 0 20 0 0 -121.885 -121.865 0 -121.865
Veränderung
Konsolidierungskreis
0 23 0 0 0 23 -211 -188
Stand 31. Dezember 2011 16.207 206.944 6.041 44 -99.950 129.286 0 129.286

Roth & Rau AG

Geschäftsbericht 2012

Konzern-Anhang

Zum 31.12.2012

7 Organisation und wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

7.1 Geschäft und Unternehmen

Die Roth & Rau AG als Mutterunternehmen mit Sitz in Hohenstein-Ernstthal (ISIN DE000A0JCZ51) ist ein Anbieter von Plasmaprozesssystemen für die Photovoltaikindustrie. Daneben bietet die Roth & Rau-Gruppe auch Komponenten und Prozesssysteme auf der Basis der Plasma- und Ionenstrahltechnologie für andere Branchen an. Zusätzlich umfasst das Portfolio Softwareprodukte im Bereich Anlagensteuerung und Produktionsüberwachung sowie Wartungs- und Servicedienstleistungen. Die Anlagen und Systeme werden von den Gruppengesellschaften entwickelt und in den Geschäftsbereichen Photovoltaik, Plasma- und Ionenstrahltechnologie sowie Sonstige produziert und weltweit vertrieben.

Seit 2011 gehören die Roth & Rau AG sowie ihre Tochtergesellschaften zur Meyer Burger-Gruppe. Dabei bildet Roth & Rau als Unternehmensverbund mit eigenem Technologie-Kompetenzzentrum am Hauptstandort Hohenstein-Ernstthal die Division "Cell & Coating" und schließt damit die Lücke in der Wertschöpfungskette zwischen Wafering und Solarmodulen in der Meyer Burger-Gruppe.

Die Roth & Rau AG ist im Handelsregister des Amtsgerichtes Chemnitz unter HRB 19213 eingetragen. Sie ist eine in Deutschland gegründete, in ihrer Haftung beschränkte Gesellschaft mit Sitz in 09337 Hohenstein-Ernstthal, An der Baumschule 6-8.

Der Konzern-Abschluss der Roth & Rau Gruppe für das Geschäftsjahr zum 31. Dezember 2012 wurde vom Vorstand in seiner Sitzung am 19. März 2013 durch Vorstandsbeschluss zur Veröffentlichung freigegeben.

Zum 31. Dezember 2012 hält die MBT Systems GmbH 92,54 % der Anteile an der Roth & Rau AG. Die Roth & Rau-Gruppe wird in den Konzern-Abschluss des obersten Mutterunternehmens Meyer Burger Technology AG einbezogen.

7.2 Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Die wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, die bei der Aufstellung des vorliegenden Konzernabschlusses angewendet wurden, sind im Folgenden dargestellt. Die beschriebenen Methoden wurden stetig auf die dargestellten Berichtsperioden angewendet, sofern nichts anderes angegeben ist.

7.2.1 Grundlagen der Aufstellung des Abschlusses

Die Aufstellung des Konzern-Abschlusses erfolgt grundsätzlich unter Anwendung des Anschaffungskostenprinzips. Hiervon ausgenommen sind derivative Finanzinstrumente und zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden.

Die Aufstellung von in Einklang mit den IFRS stehenden Konzernabschlüssen erfordert Schätzungen. Des Weiteren macht die Anwendung der unternehmensweiten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Wertungen des Managements erforderlich. Bereiche mit höheren Beurteilungsspielräumen oder höherer Komplexität oder Bereiche, in denen Annahmen und Schätzungen von entscheidender Bedeutung für den Konzernabschluss sind, sind unter den Erläuterungen zu wesentlichen Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen (Kapitel 8) aufgeführt.

Der Konzern-Abschluss wird in Euro, der funktionalen Währung der Roth & Rau- Gruppe aufgestellt. Sofern nichts anderes angegeben ist, werden sämtliche Werte entsprechend kaufmännischer Rundung auf Tausend (T€) auf- oder abgerundet.

Auf den vorliegenden Jahresabschluss nach IFRS und die darin enthaltenen Vergleichsinformationen wurden uneingeschränkt alle Internationalen Financial Reporting Standards (IFRS/IAS) des Internationalen Accounting Standards Board (IASB) und die Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC), wie sie in der EU zum Abschlussstichtag verpflichtend anzuwenden sind, angewandt.

7.2.2 Neue und geänderte Standards und Interpretationen, welche für Geschäftsjahre beginnend ab 1. Januar 2012 noch nicht in Kraft sind und nicht frühzeitig angewendet werden

IAS 12 "Latente Steuern" wurde dahingehend geändert, dass bei der Ermittlung der latenten Steuern bei Renditeliegenschaften, welche zum Fair Value bilanziert werden, von der Steuerwirkung auszugehen ist, die aus einem Verkauf resultiert. Der geänderte Standard ist für Geschäftsjahre beginnend ab 1. Januar 2013 anzuwenden, eine frühzeitige Anwendung ist gestattet. Die Änderung hat im heutigen Zeitpunkt für die Roth & Rau- Gruppe keine Bedeutung, da sie keine Renditeliegenschaften hält.

Der Standard IFRS 7 "Finanzinstrumente: Angaben" verlangt neu zusätzliche Angaben zum Transfer von finanziellen Vermögenswerten und allen damit verbundenen finanziellen Verpflichtungen für Unternehmen, welche Finanzaktiva an Dritte transferieren (z.B. Factoring, Securitisation etc.). Der geänderte Standard ist für Geschäftsjahre beginnend ab 01. Januar 2013 anwendbar, eine vorzeitige Anwendung ist gestattet. Die Änderung ist für die Roth & Rau- Gruppe nicht relevant, da er keine Finanzaktiva an Dritte transferiert.

IAS 1 "Darstellung des Abschlusses" wurde dahingehend geändert, dass Zwischensummen für Posten gefordert werden, die recycelt werden können (z.B. Cash-Flow-Hedges, Fremdwährungsumrechnungen), und für diejenigen, die nicht recycelt werden (z.B. erfolgswirksam durch das sonstige Gesamtergebnis zu erfassende Posten nach IFRS 9). Der geänderte Standard ist für Geschäftsjahre

beginnend ab 1. Januar 2012 anzuwenden. Die Roth & Rau- Gruppe geht davon aus, dass die Änderungen keine wesentlichen Auswirkungen auf die Konzern-Rechnung haben werden.

IAS 19 "Leistungen an Arbeitnehmer" wurde geändert und ist für Geschäftsjahre beginnend ab dem 1. Januar 2013 anzuwenden. Für den Konzern ergeben sich folgende Auswirkungen: versicherungsmathematische Gewinne und Verluste sind sofort über das sonstige Ergebnis im Eigenkapital zu erfassen; nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand wird sofort in der Periode seines Entstehens in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst; der Zinsaufwand und die erwarteten Erträge aus Planvermögen werden netto unter Berücksichtigung des der leistungsorientierten Verpflichtung zugrunde liegenden Zinssatzes ermittelt.

Für das Berichtsjahr wurden noch die alten Bewertungsregelungen nach dem Standard IAS 19 2008 angewendet.

Zum 1. Januar 2013 ist jedoch auf den neuen Standard IAS 19 revised 2011 überzugehen. Dabei sind versicherungsmathematische Gewinne und Verluste, Effekte aus der Begrenzung eines Netto-Vermögenswertes (asset ceiling) und zu einem Teil auch der tatsächliche Ertrag aus dem Planvermögen über das sonstige Ergebnis (OCI) als Neubewertung in der Bilanz zu erfassen.

Die daraus resultierenden zu erwartenden Auswirkungen ergeben sich einerseits aus der Umstellung von der Korridormethode auf die OCI-Erfassung bezüglich der bisher noch nicht erfassten versicherungsmathematischen Verluste rückstellungserhöhend und eigenkapitalvermindernd in Höhe von 884 T€. Andererseits kommt es zu einer Mehrbelastung aufgrund der geänderten Berechnung des erfolgswirksam zu erfassenden Ertrags aus dem Planvermögen (net interest approach) in Höhe von 60T€. Des Weiteren sind erweiterte Angaben bezüglich der Risiken in den Pensionsplänen im Anhang darzustellen.

Der neue Standard IFRS 9 "Finanzinstrumente" regelt die Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten, womit der erste Teil eines dreiphasigen Projektes abgeschlossen wurde. IFRS 9 wird IAS 39 "Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung" in den nächsten Jahren zur Gänze ersetzen. IFRS 9 vereinfacht und reduziert die bis dahin vier Kategorien für finanzielle Vermögenswerte auf zwei Kategorien. Der geänderte Standard ist spätestens ab dem ab 01. Januar 2015 anzuwenden, eine frühzeitige Anwendung ist gestattet. Der Roth & Rau-Konzern geht heute davon aus, dass der neue Standard keine wesentlichen Auswirkungen auf die Konzern-Rechnung haben wird.

Die neuen Standards IFRS 10 "Konzernabschlüsse" und IFRS 11 "Gemeinsame Vereinbarungen" ersetzen die bisherigen Regelungen zu Konzern-Abschlüssen und Zweckgesellschaften (IAS 27 "Konzern- und separate Abschlüsse" und SIC-12 "Konsolidierung – Zweckgesellschaften") sowie die Regelungen zur Bilanzierung von Anteilen an Gemeinschaftsunternehmen (IAS 31 "Anteile an Joint Ventures" und SIC-13 "Gemeinschaftlich geführte Unternehmen – Nicht monetäre Einlagen durch Partnerunternehmen"). Die bislang in IAS 27 und IAS 31 enthaltenen Anhangserfordernisse wurden zudem in einem eigenständigen Standard IFRS 12 zusammengefasst und neu gestaltet. Mit der Bündelung der Regelungen zur Konsolidierung in IFRS 10 beinhaltet IAS 27 damit nunmehr nur noch die Regelungen zur Bilanzierung von Anteilen an Tochter-, assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen im separaten Abschluss des Mutterunternehmens; diese Regelungen wurden praktisch

unverändert beibehalten. In der Neufassung von IAS 28 wird der Inhalt der Regelungen zur Bilanzierung von Anteilen an assoziierten Unternehmen um Regelungen zur Bilanzierung von Anteilen an Joint Ventures erweitert und die Anwendung der Equity-Methode in beiden Fällen einheitlich vorgeschrieben. Als Zeitpunkt der verpflichtenden erstmaligen Anwendung wurde für alle Standards voraussichtlich der 1. Januar 2014 festgelegt, wobei eine vorzeitige Anwendung zulässig ist, wenn alle Standards des oben genannten Pakets vorzeitig angewendet werden; allein IFRS 12 darf isoliert und sogar auch nur in Teilen vorab Anwendung finden. Die Roth & Rau-Gruppe geht heute davon aus, dass der neue Standard keine wesentlichen Auswirkungen auf die Konzern-Rechnung haben wird.

Der neue Standard IFRS 13 "Bemessung des beizulegenden Zeitwertes" führt die Vorschriften zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts (fair value) innerhalb der IFRS zusammen. Es wird der beizulegende Zeitwert definiert, es werden Leitlinien zur Bemessung des beizulegenden Zeitwerts zur Verfügung gestellt und Angaben über die Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts gefordert. IFRS 13 regelt jedoch nicht, welche Bilanzpositionen und wann diese zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden bzw. wann entsprechende Angaben über den beizulegenden Zeitwert zu machen sind – dies bleibt weiterhin in den jeweiligen IFRS geregelt. Der Standard ist voraussichtlich für Geschäftsjahre beginnend ab 1. Januar 2013 anzuwenden, eine frühzeitige Anwendung ist gestattet. Die Anwendung erfolgt prospektiv. Die Roth & Rau- Gruppe geht heute davon aus, dass der neue Standard keine wesentlichen Auswirkungen auf die Konzern-Rechnung haben wird.

IFRIC 20 regelt die Bilanzierung von Abräumkosten, die während der Produktionsphase einer Mine anfallen. Ab dem 1. Januar 2013 ist diese Änderung anwendbar. Sie wird keine Auswirkungen auf die Konzern-Rechnung der Roth & Rau- Gruppe haben.

Die in IAS 32 "Finanzinstrumente: Ausweis" geplante Änderung präzisiert einige Anforderungen für die Verrechnung von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten. Die Änderung wird ab 1. Januar 2014 anwendbar sein, wobei eine vorzeitige Anwendung nicht möglich ist. Die Roth & Rau-Gruppe geht heute davon aus, dass der neue Standard keine wesentlichen Auswirkungen auf die Konzern-Rechnung haben wird.

Der Standard IFRS 7 wurde bezüglich der notwendigen Angaben bei einer Saldierung eines finanziellen Vermögenswertes und einer finanziellen Verbindlichkeit geändert. Diese Änderung führt zu ausführlicheren Anhangsangaben und ist für Geschäftsjahre beginnend ab dem 1. Januar 2013 anzuwenden, wobei eine vorzeitige Anwendung nicht möglich ist. Die Roth & Rau- Gruppe geht heute davon aus, dass der neue Standard keine wesentlichen Auswirkungen auf die Konzern-Rechnung haben wird.

IFRS 12 " Angaben zu Anteilen an Unternehmen" führt die überarbeiteten Angabepflichten zu IAS 27 bzw. IFRS 10, IAS 31 bzw. IFRS 11 und IAS 28 in einen Standard zusammen und ist anwendbar ab dem 1. Januar 2014.

Der neue Standard IAS 27 " Einzelabschlüsse" beinhaltet die Vorschriften zu Einzelabschlüssen, die übrig geblieben sind, nachdem die Vorschriften zur Beherrschung in IFRS 10 übernommen wurden. Dieser Standard ist voraussichtlich ab dem 1. Januar 2014 anzuwenden.

IAS 28 " Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftunternehmen" enthält Vorschriften zu gemeinschaftlich geführten Unternehmen sowie assoziierten Unternehmen, die nach der Veröffentlichung von IFRS at equity bewertet werden. Voraussichtlich ab dem 1. Januar 2014 ist dieser Standard anzuwenden. Die Roth & Rau- Gruppe geht derzeit davon aus, dass diese Vorschriften keine wesentlichen Auswirkungen auf die Konzern-Rechnungslegung haben werden.

7.2.3 Grundlagen der Konsolidierung

Der Konzern-Abschluss umfasst die Abschlüsse der Roth & Rau AG und ihrer Tochterunternehmen zum 31. Dezember 2012. Tochterunternehmen werden ab dem Erwerbszeitpunkt, d. h. ab dem Zeitpunkt, an dem der Konzern die Beherrschung erlangt ("Control-Konzept"), voll konsolidiert. Die Abschlüsse der Tochterunternehmen werden unter Anwendung einheitlicher Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zum gleichen Bilanzstichtag aufgestellt wie der Abschluss des Mutterunternehmens. Sie werden zu dem Zeitpunkt entkonsolidiert, zu dem die Kontrolle endet.

Wenn die Roth & Rau-Gruppe die Beherrschung über ein Unternehmen verliert, wird der verbleibende Anteil zum beizulegenden Zeitwert neu bewertet und die daraus resultierende Differenz als Gewinn oder Verlust erfasst. Der beizulegende Zeitwert ist der beim erstmaligen Ansatz eines assoziierten Unternehmens oder eines finanziellen Vermögenswerts ermittelte beizulegende Zeitwert. Darüber hinaus werden alle im sonstigen Ergebnis ausgewiesenen Beträge in Bezug auf dieses Unternehmen so bilanziert, wies dies verlangt würde, wenn das Mutterunternehmen die dazugehörigen Vermögenswerte und Schulden direkt veräußert hätte. Dies bedeutet, dass ein zuvor im sonstigen Ergebnis erfasster Gewinn oder Verlust vom Eigenkapital ins Ergebnis umgegliedert wird.

Als Goodwill wird der Wert angesetzt, der sich aus dem Überschuss der Anschafffungskosten des Erwerbs, dem Betrag der nicht beherrschenden Anteile am erworbenen Unternehmen sowie dem beizulegenden Zeitwert jeglicher vorher gehaltener Eigenkapitalanteile zum Erwerbsdatum über den Anteil des Konzerns an dem zum beizulegenden Wert bewerteten Nettovermögen ergibt. Sind die Anschaffungskosten geringer als das zum beizulegenden Zeitwert bewertete Nettovermögen des erworbenen Tochterunternehmens, wird der Unterschiedsbetrag direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Konzerninterne Transaktionen, Salden sowie Gewinne und Verluste aus Transaktionen zwischen Konzernunternehmen werden eliminiert. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden von Tochtergesellschaften wurden, sofern notwendig, geändert, um eine konzerneinheitliche Bilanzierung zu gewährleisten. Um bei allen einbezogenen Unternehmen eine einheitliche Bilanzierung zu gewährleisten, erfolgt die Bilanzierung nach einer konzerneinheitlichen Richtlinie.

Zum 31. Dezember 2012 werden insgesamt 16 Gesellschaften vollkonsolidiert und eine indirekte 50% -ige Beteiligung gem. IAS 31 als Gemeinschaftsunternehmen einbezogen, da hier gemeinschaftliche Führung vorliegt. Dieses Unternehmen wird nach der Equity-Methode in den Konzern-Abschluss einbezogen und dabei anfänglich mit seinen Anschaffungskosten angesetzt. Der Anteil des Konzerns an den Gewinnen und Verlusten dieses Unternehmens wird vom Zeitpunkt des Erwerbs an in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, der Anteil an Veränderungen der Rücklagen in den Konzernrücklagen. Die kumulierten Veränderungen nach Erwerb werden gegen den Beteiligungsbuchwert

verrechnet. Nicht realisierte Gewinne aus Transaktionen zwischen Konzernunternehmen und diesem nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen werden entsprechend dem Anteil der Roth & Rau AG an diesen Unternehmen eliminiert.

7.2.4 Veränderung Konsolidierungskreis

Der Konsolidierungskreis hat sich im Vergleich zu dem im Roth & Rau-Konzernabschluss 2011 aufgeführten Konsolidierungskreis verändert.

Die Roth & Rau Dünnschicht Solar GmbH wurde aufgrund des Verschmelzungsvertrages vom 16. Mai 2012 sowie der Beschlüsse der Gesellschafterversammlungen beider Rechtsträger vom selben Tag auf die Roth & Rau verschmolzen. Die Verschmelzung wurde wirksam mit Eintragung im Handelsregister vom 13. Juni 2012. Verschmelzungsstichtag ist der 1. Januar 2012.

Die R3 T Rapid Reactive Radicals Technology GmbH wurde aufgrund des Verschmelzungsvertrages vom 25. April 2012 sowie der Beschlüsse der Gesellschafterversammlungen beider Rechtsträger vom selben Tag auf die Muegge GmbH verschmolzen. Die Verschmelzung wurde wirksam mit Eintragung im Handelsregister vom 21. Juni 2012. Verschmelzungsstichtag ist der 1. Januar 2012.

Die Roth & Rau CTF Solar GmbH wurde zum 28. März 2012 an einen chinesischen Investor verkauft. Aus der Entkonsolidierung der Gesellschaft ergibt sich ein Ertrag in Höhe von 3.595 T€.

Mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. April 2012 wurde die Roth & Rau – Ortner Malaysia Sdn. Bhd. in Kuala Lumpur, Malaysia im Rahmen eines Share Deals an die Meyer Burger Technology AG veräußert. Aus der Entkonsolidierung der Gesellschaft wurde ein Ertrag in Höhe von 72 T€ erzielt.

Die Geschäftsanteile an der Romaric Automation Design Inc. wurden im Rahmen eines Share Purchase Agreement-Vertrages am 31. Juli 2012 mit Wirkung zum 1. August 2012 veräußert. Aus der Entkonsolidierung wurde ein Aufwand in Höhe von 22 T€ verbucht.

Mit Datum vom 28. September 2012 wurden sämtliche Anteile an der Roth & Rau Hongkong Ltd. und der Precision Tooling and Solar Tech Co. Ltd. im Rahmen eines Share Purchase Agreement Vertrages veräußert. Aus der Entkonsolidierung wurde ein Aufwand in Höhe von 658 T€ bzw. 4.108 T€ verbucht.

Für die australische Tochtergesellschaft Roth & Rau Australia Pty. Ltd. in Sydney wurde die freiwillige Liquidation im ersten Halbjahr 2012 beantragt. Die Liquidation konnte am 19. Februar 2013 mittels Deregistrierung abgeschlossen werden.

Mit Datum vom 20. Dezember 2012 wurde die Liquidation der NedX Solar (Shanghai) Trading Co. Ltd vollständig abgeschlossen.

Insgesamt stellt sich der Kreis der vollkonsolidierten Tochtergesellschaften der Roth & Rau AG zum 31. Dezember 2012 wie folgt dar:

Durchge
Geschäftsfeld Photovoltaik: Direkter
Anteil
Indirekter
Anteil
rechneter
Anteil
Roth & Rau Research AG, Neuchâtel, Schweiz 100% 0% 100%
Tecnifinico S.r.l. i.L., Monza, Italien 100% 0% 100%
Roth & Rau B.V., Eindhoven, Niederlande 100% 0% 100%
Geschäftsfeld Plasma- und Ionenstrahltechnologie
MicroSystems GmbH, Hohenstein-Ernstthal OT
Wüstenbrand
100% 0% 100%
Geschäftsfeld Sonstiges
AIS Automation Dresden GmbH, Dresden 100% 0% 100%
Muegge GmbH, Reichelsheim 100% 0% 100%
Service- und Vertriebsgesellschaften
Solar Holding Inc., Delaware, USA 100% 0% 100%
Roth & Rau USA Inc., San Jose, USA 0% 100% 100%
Roth & Rau (Shanghai) Trading Co. Ltd., Shanghai, China 100% 0% 100%
Roth & Rau Singapore Pte. Ltd., Singapur 100% 0% 100%
Roth & Rau Korea Co. Ltd., Seoul, Korea 100% 0% 100%
Roth & Rau Australia Pty. Ltd., Sydney, Australien 100% 0% 100%
Roth & Rau India Pvt. Ltd., Mumbai, Indien 100% 0% 100%
Roth & Rau - Ortner GmbH, Dresden 100% 0% 100%
Roth & Rau - Ortner USA Inc. , Salt Lake City, USA 0% 100% 100%

Im Berichtszeitraum wurden folgende Umfirmierungen rechtskräftig:

  • Roth & Rau Italy S.r.l. i.L. per Eintragung im Handelsregister am 19. Januar 2012 in Tecnifinico S.r.l. i.L.
  • Roth & Rau MicroSystems GmbH per Eintragung im Handelsregister am 16. Mai 2012 in MicroSystems GmbH
  • Roth & Rau Muegge GmbH per Eintragung im Handelsregister am 21. Juni 2012 in Muegge GmbH
  • OTB Solar B.V per Eintragung im Handelsregister am 23. August 2012 in Roth & Rau B.V.
  • Roth & Rau Switzerland AG per Eintragung im Handelsregister am 5. Dezember 2012 in Roth & Rau Research AG

7.3 Fremdwährungsumrechnung

7.3.1 Funktionale Währung und Berichtswährung

Der Konzernabschluss wird in Euro, der funktionalen Währung der Gruppe, aufgestellt. Das ist die Währung des primären Wirtschaftsumfelds, in dem die Roth & Rau-Gruppe tätig ist. Die im Abschluss eines jeden Konzernunternehmens enthaltenen Posten werden auf Basis der Währung bewertet, die der Währung des primären wirtschaftlichen Umfelds, in dem das Unternehmen operiert, entspricht (funktionale Währung).

7.3.2 Transaktionen und Salden

Fremdwährungstransaktionen werden zunächst zu dem am Tag des Geschäftsvorfalls gültigen Kassakurs in die funktionale Währung umgerechnet. Monetäre Vermögenswerte und Schulden in einer Fremdwährung werden zu jedem Stichtag unter Verwendung des Stichtagskassakurses in die funktionale Währung umgerechnet. Die Umrechnung von Erträgen und Aufwendungen erfolgt zu dem am Tag des jeweiligen Geschäftsvorfalls gültigen Schlusskurses. Währungsdifferenzen werden erfolgswirksam erfasst.

7.3.3 Konzernunternehmen

Bei der Umrechnung der Bilanz- sowie Ertrags- und Aufwandspositionen von Gesellschaften, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, erfolgt die Bewertung der Forderungs- und Schuldenpositionen zum Stichtagskurs, während die Erträge und Aufwendungen mit dem Durchschnittskurs bewertet wurden. Sich ergebene Umrechnungsdifferenzen werden als eigener Posten innerhalb der anderen Rücklagen im Eigenkapital erfasst.

Stichtagskurse zum 31.12.2012:

Wechselkurs
1 € =
Stichtagskurs
zum
31.12.2012
Stichtagskurs
zum
31.12.2011
Schweizer Franken CHF 1,2072 1,2156
Chinesische Renminbi CNY 8,2207 8,1588
Südkoreanischer Won KRW 1406,23 1498,69
Indische Rupie INR 72,5600 68,7130
Kanadischer Dollar CAD 1,3137 1,3215
US-Dollar USD 1,3194 1,2939
Australischer Dollar AUD 1,2712 1,2723
Singapur-Dollar SGD 1,6111 1,6819
Malaiischer Ringgit MYR 4,0347 4,1055
Hongkong Dollar HKD 10,2260 10,051
Britisches Pfund GBP 0,8161 0,8353
Japanische Yen JPY 113,61 100,2

Durchschnittskurse zum 31.12.2012:

Wechselkurs
1 € =
Durchschnittskurs
zum 31.12.2012
Durchschnittskurs
zum 31.12.2011
Schweizer Franken CHF 1,2053 1,2326
Chinesische Renminbi CNY 8,1052 8,9960
Südkoreanischer Won KRW 1447,69 1541,23
Indische Rupie INR 68,5973 64,8859
Kanadischer Dollar CAD 1,2842 1,3761
US-Dollar USD 1,2848 1,392
Australischer Dollar AUD 1,2407 1,3484
Singapur-Dollar SGD 1,6055 1,7489
Malaiischer Ringgit MYR 3,9672 4,2558
Hongkong Dollar HKD 9,9663 10,8362
Britisches Pfund GBP 0,8109 0,8679
Japanische Yen JPY 102,49 110,96

7.4 Änderungen der Bilanzierungsmethoden

Im Geschäftsjahr 2012 wurden Änderungen bei den Bilanzierungsmethoden vorgenommen. Die Änderungen resultieren aus der Anpassung an die gängige Darstellungs- und Bilanzierungspraxis und zur Verbesserung der Transparenz. Die Vergleichszahlen wurden nach den im Geschäftsjahr 2012 angewendeten Grundsätzen ermittelt sowie angepasst.

Die Änderungen der Bilanzierungsmethoden betreffen Ausweisänderungen für die nachfolgend dargestellten Sachverhalte.

Die Vorjahreswerte wurden entsprechend angepasst und die Änderungen gekennzeichnet.

Die retrospektiven Änderungen hatten folgende Auswirkungen auf die Darstellung der Konzern-Bilanz zum 31. Dezember 2011:

1. Januar 2011 31. Dezember 2011
vor
Änderung
Änderung nach
Änderung
vor
Änderung
Änderung nach
Änderung
in T€ in T€ in T€ in T€ in T€ in T€
Bilanzposition
Kurzfristige
Rückstellungen
37.468 -13.270 24.198 46.081 -15.314 30.767
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und
Leistungen und sonstige
Verbindlichkeiten 45.205 14.833 60.038 25.193 16.946 42.139
Laufende
Steuerverbindlichkeiten 9.695 -1.563 8.132 5.677 -1.632 4.045
Saldo Ausweisänderung 0 0
1. Januar 2011 2011
vor
Änderung
Änderung nach
Änderung
vor
Änderung
Änderung nach
Änderung
in T€ in T€ in T€ in T€ in T€ in T€
Gewinn- und
Verlustrechnung
Sonstige betriebliche
Erträge
- - - -13.503 5.088 -8.415
Materialaufwand - - - 142.084 5.627 147.711
Personalaufwand - - - 69.078 -566 68.512
Sonstige betriebliche
Aufwendungen
- - - 105.831 -10.149 95.682
Saldo Ausweisänderung - 0

Die im Vorjahr unter den kurzfristigen Rückstellungen ausgewiesenen Beträge für ausstehende Eingangsrechnungen und Personalaufwendungen werden nunmehr unter den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Aus der Anpassung der Vorjahreswerte ergab sich eine Umgliederung von den kurzfristigen Rückstellungen zu den sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von 16.946 T€.

Die im Vorjahr unter den laufenden Steuerverbindlichkeiten ausgewiesenen Beträge für voraussichtliche Steuernachzahlungen in Höhe von 1.632 T€ werden im Geschäftsjahr 2012 unter den Rückstellungen für steuerliche Risiken ausgewiesen.

Die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen werden nunmehr über das Aufwandskonto aufgelöst, innerhalb welchem sie ursprünglich gebildet wurden und nicht mehr unter den sonstigen betrieblichen Erträgen. Aus der Anpassung der Vorjahreswerte ergab sich eine Umgliederung in Höhe von 5.088 T€ von den sonstigen betrieblichen Erträgen zu den entsprechenden Aufwandskonten.

Die im Vorjahr unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesenen Provisionszahlungen und Lizenzgebühren werden nunmehr innerhalb des Materialaufwandes dargestellt. Aus der Anpassung der Vorjahreswerte ergab sich eine Umgliederung in Höhe von 5.627 T€ vom sonstigen betrieblichen Aufwand hin zum Materialaufwand.

Die im Folgenden erläuterten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen den im letzten Konzernabschluss angewandten Methoden.

7.5 Zusammenfassung wesentlicher Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

7.5.1 Ertrags- und Aufwandsrealisierung

Die Umsatzerlöse bemessen sich nach dem Fair Value der erhaltenen oder zu erhaltenden Gegenleistung. Umsatzerlöse werden ohne Umsatzsteuer, Retouren, Rabatte und Preisnachlässe ausgewiesen.

Die Roth & Rau-Gruppe erfasst die Umsatzerlöse, wenn die Höhe der Erlöse verlässlich bestimmt werden kann, wenn es hinreichend wahrscheinlich ist, dass dem Unternehmen wirtschaftlicher Nutzen zufließen wird und wenn die unten beschriebenen spezifischen Kriterien für jede Art von Aktivität erfüllt sind.

Die Realisierung von Umsatzerlösen, Zinserträgen sowie von sonstigen betrieblichen Erträgen erfolgt grundsätzlich zum Zeitpunkt der Lieferung an den Kunden beziehungsweise mit Erfüllung der Leistung. Die Lieferung gilt als abgeschlossen, wenn entsprechend den vertraglichen Vereinbarungen die mit dem Eigentum verbundenen Risiken auf den Käufer übergegangen sind, das Entgelt vertraglich festgelegt ist und die Erfüllung der Forderung wahrscheinlich ist. Umsätze für Produktverkäufe (Werklieferung) werden in der Regel erst mit Abnahme durch den Kunden realisiert.

Soweit es sich bei Fertigungsaufträgen um solche im Rahmen einer langfristigen kundenspezifischen Auftragsfertigung mit Festpreisvertrag handelt (z.B. Beschichtungsanlagen der ersten Generation SiNA 1 und Projekte im Bereich Systems Solutions), werden Auftragserlöse und Auftragskosten entsprechend dem Leistungsfortschritt dieser Projekte am Bilanzstichtag erfasst. Die Voraussetzungen für die Anwendung der in IAS 11 vorgegebenen "Percentage-of-Completion-Methode" sind erfüllt. Diese Methode wird auf Fertigungsaufträge angewendet, deren Ergebnis zuverlässig geschätzt werden kann. Eine Teilgewinnrealisierung wird ab Fertigungsbeginn vorgenommen. Wenn das Ergebnis noch nicht zuverlässig geschätzt werden kann, werden die Umsatzerlöse nur in der Höhe der angefallenen Auftragskosten realisiert, die wahrscheinlich einbringbar sind. In diesen Fällen werden keine Teilgewinne realisiert. Erwartete Verluste aus Fertigungsaufträgen werden sofort erfolgswirksam erfasst.

Können die Erlöse aus einem Dienstleistungsgeschäft verlässlich geschätzt werden, wird die Ertragsrealisierung ebenfalls nach der Maßgabe des Fertigstellungsgrades erfasst.

Soweit die Fertigung unserer Anlagen in modularer Bauweise erfolgt (z.B. Beschichtungsanlagen der zweiten Generation SiNA 2), sind die Voraussetzungen für die Anwendung des IAS 11 nicht mehr gegeben. Die Umsatzrealisation erfolgt in diesen Fällen in Übereinstimmung mit IAS 18 erst nach vollständiger Erbringung der Leistung (Completed Contract-Methode).

Betriebliche Aufwendungen werden mit der Inanspruchnahme der Lieferung oder Leistung oder zum Zeitpunkt ihrer Verursachung ergebniswirksam erfasst.

Zinserträge und Zinsaufwendungen werden nach der Effektivzinsmethode erfasst.

7.5.2 Fremdkapitalkosten

Entsprechend IAS 23 sind Fremdkapitalkosten für Vermögenswerte, für die ein beträchtlicher Zeitraum erforderlich ist, um sie in ihren beabsichtigten gebrauchs- oder verkaufsfähigen Zustand zu versetzen ("qualifizierter Vermögenswert") zu aktivieren. Der entsprechende Zinsaufwand ist dabei nach der Effektivzinsmethode zu ermitteln. Auf den Konzern-Abschluss ergeben sich hieraus keine wesentlichen Auswirkungen.

7.5.3 Ertragsteuern

Die Ertragsteuern auf das Ergebnis enthalten laufende und latente Steuern. Ertragsteuern sind in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, ausgenommen in dem Umfang, in dem die Steuern mit direkt im Eigenkapital angesetzten Posten im Zusammenhang stehen. In diesem Fall werden die Ertragsteuern im Eigenkapital erfasst.

Latente Steuern werden für alle temporären Differenzen zwischen den Buchwerten der Vermögenswerte und Schulden im IFRS Abschluss und ihren -Steuerwerten angesetzt (bilanzorientiertes Temporary-Konzept). Wenn jedoch im Rahmen einer Transaktion, die keinen Unternehmenszusammenschluss darstellt, eine latente Steuer aus dem erstmaligen Ansatz eines Vermögenswerts oder einer Verbindlichkeit entsteht, die zum Zeitpunkt der Transaktion weder einen Effekt auf den

bilanziellen noch auf den steuerlichen Gewinn oder Verlust hat, unterbleibt die Steuerabgrenzung sowohl zum Zeitpunkt des Erstansatzes als auch danach. Latente Steueransprüche und -schulden werden anhand der Steuersätze bemessen, die in der Periode, in der ein Vermögenswert realisiert wird oder eine Schuld erfüllt wird, voraussichtlich Gültigkeit erlangen werden. Dabei werden die Steuersätze und Steuergesetze zugrunde gelegt, die zum Bilanzstichtag gelten. Zukünftige Steuersatzänderungen werden berücksichtigt, sofern am Bilanzstichtag materielle Wirksamkeitsvoraussetzungen im Rahmen eines Gesetzgebungsverfahrens erfüllt sind. Aktive latente Steuern wurden mit passiven latenten Steuern saldiert, wenn sie sich auf Ertragsteuern beziehen, die von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden und ein Anspruch auf Verrechnung eines tatsächlichen Steuererstattungsanspruches mit einer tatsächlichen Steuerschuld besteht. Die tatsächlichen Steuererstattungsansprüche und Steuerschulden für die laufende und frühere Perioden werden mit dem Betrag bemessen, in dessen Höhe eine Erstattung von der Steuerbehörde bzw. eine Zahlung an die Steuerbehörde erwartet wird. Der Berechnung des Betrags werden die Steuersätze und Steuergesetze zugrunde gelegt, die zum Bilanzstichtag gelten.

Gemäß IAS 12 "Ertragsteuern" sind auf noch nicht genutzte Verlustvorträge und Steuergutschriften aktive latente Steuern zu bilden. Aktive latente Steuern werden in dem Maße bilanziert, in dem es wahrscheinlich ist, dass ein zu versteuerndes Ergebnis verfügbar sein wird, gegen das die noch nicht genutzten Verlustvorträge und die temporären Differenzen verwendet werden können. Es erfolgt eine individuelle Betrachtung der einzelnen Konzerngesellschaften, ob es wahrscheinlich ist, dass in zukünftigen Jahren ein positives zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung steht. Der Teil der aktiven latenten Steuern, für den die Annahmen nicht zutreffen, wird wertgemindert.

7.5.4 Ergebnis je Aktie

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie ergibt sich aus der Division des den Gesellschaftern der Roth & Rau AG zustehenden Konzernüberschusses durch die gewogene durchschnittliche Zahl der im Umlauf befindlichen Stammaktien.

7.5.5 Unternehmenszusammenschlüsse und Geschäfts- oder Firmenwert

Unternehmenszusammenschlüsse werden unter Anwendung der Erwerbsmethode gem. IFRS 3 bilanziert. Die Anschaffungskosten eines Unternehmenserwerbs bemessen sich gemäß den zum Tauschzeitpunkt beizulegenden Zeitwerten der hingegebenen Vermögenswerte, emittierten Eigenkapitalinstrumente und eingegangenen oder übernommenen Schulden. Im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworbene identifizierbare Vermögenswerte und übernommene Schulden und Eventualschulden werden zunächst mit den jeweiligen beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbszeitpunkt angesetzt. Geschäfts- oder Firmenwerte werden bei erstmaligem Ansatz zu Anschaffungskosten bewertet, die sich als positiver Unterschiedsbetrag zwischen den Anschaffungskosten des Unternehmenserwerbs und dem anteilig erworbenen Nettovermögen bemessen. Nach dem erstmaligen Ansatz wird der Geschäfts- oder Firmenwert zu Anschaffungs-kosten abzüglich kumulierter Wertminderungsaufwendungen bewertet. Zum Zweck des Wert-minderungstests gem. IAS 36 wird der im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses er-worbene Geschäfts- oder

Firmenwert ab dem Erwerbszeitpunkt den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (Cash Generating Units ) des Konzerns zugeordnet, die von den Synergieeffekten aus dem Unternehmenszusammenschluss profitieren sollen. Eine zahlungsmittelgenerierende Einheit ist die kleinste identifizierbare Gruppe von Vermögenswerten, die Mittelzuflüsse erzeugen, die weitest-gehend unabhängig von den Mittelzuflüssen anderer Vermögenswerte oder anderer Gruppen von Vermögenswerten sind.

Nach IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse" wird der Goodwill gemäß IAS 36 mindestens jährlich einer Werthaltigkeitsprüfung auf Betrachtungsebene der jeweiligen Cash Generating Unit unterzogen. Die Cash Generating Unit für Zwecke des Goodwill-Impairment-Tests entsprechen regelmäßig den operativen Geschäftsbereichen beziehungsweise den rechtlichen Einheiten. Bei Eintritt besonderer Ereignisse (Triggering Events), die darauf hindeuten, dass der Buchwert einer Cash Generating Unit nicht mehr durch den erzielbaren Betrag gedeckt ist, ist auch unterjährig ein Impairment-Test durchzuführen.

Die Werthaltigkeitsprüfung des Goodwills erfolgt, indem der erzielbare Betrag einer Cash Generating Unit mit ihrem Buchwert einschließlich Goodwill verglichen wird. Der erzielbare Betrag ist der höhere der beiden Werte aus Fair Value abzüglich Veräußerungskosten der Cash Generating Unit und deren Nutzungswert. Zur Bestimmung des erzielbaren Betrages einer Cash Generating Unit wird zunächst der Fair Value (abzgl. Veräußerungskosten) mittels Discounted-Cash-Flow-Methode (DCF) ermittelt. Als Basis dient die in der Berichtsperiode vom Aufsichtsrat verabschiedete Drei-Jahres-Planung der Cash Generating Unit.

Falls der Buchwert den erzielbaren Betrag übersteigt, ist auf den dieser Cash Generating Unit zugeordnete Goodwill eine erfolgswirksame Wertminderung in Höhe des Differenzbetrages zu erfassen. Übersteigt der identifizierte Abwertungsbedarf den der Cash Generating Unit zugeordneten Goodwill, sind die verbleibenden Vermögenswerte der Einheit im Verhältnis ihrer Buchwerte abzuschreiben.

Die jährliche Werthaltigkeitsprüfung des Goodwills auf Ebene der Cash Generating Unit erfolgt in der Roth & Rau-Gruppe im vierten Quartal eines Geschäftsjahres. Abschreibungen, welche auf den Goodwill einer Cash Generating Unit vorgenommen werden, dürfen in späteren Perioden nicht rückgängig gemacht werden.

7.5.6 Wertminderung nicht monetärer Vermögenswerte

Vermögenswerte, die einer unbestimmten Nutzungsdauer unterliegen, wie beispielsweise der Goodwill, werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern jährlich auf eine Wertminderung hin geprüft. Vermögenswerte, die einer planmäßigen Abschreibung unterliegen, werden auf Wertminderung geprüft, wenn entsprechende Ereignisse bzw. Änderungen der Umstände anzeigen, dass der Buchwert gegebenenfalls nicht mehr erzielbar ist. Der Wertminderungsverlust wird in Höhe des den erzielbaren Betrag übersteigenden Buchwerts erfasst. Der erzielbare Betrag ist der höhere der beiden Beträge aus Fair Value des Vermögenswertes abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert. Die Vermögenswerte auf der niedrigsten Ebene werden für den Werthaltigkeitstest zusammengefasst, für die separate Cash Flows identifiziert werden können (Cash Generating Units). Für Vermögenswerte, mit Ausnahme des Geschäfts- oder Firmenwerts, wird zu jedem Bilanzstichtag eine

Überprüfung vorgenommen, ob Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass ein zuvor erfasster Wertminderungsaufwand nicht mehr länger besteht oder sich verringert hat.

7.5.7 Immaterielle Vermögenswerte

Gemäß IAS 38 " Immaterielle Vermögenswerte" werden immaterielle Vermögenswerte über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben, es sei denn, ihre Nutzungsdauer wird als unbestimmt definiert. Immaterielle Vermögenswerte mit einer bestimmten Nutzungsdauer werden im Zeitpunkt des Zugangs zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bewertet und linear planmäßig über ihre Nutzungsdauer abgeschrieben. Sofern sich Ereignisse oder veränderte Umstände ergeben, die vermuten lassen, dass eine Wertminderung eingetreten sein könnte, werden immaterielle Vermögenswerte mit einer bestimmten Nutzungsdauer auf eine Wertminderung geprüft. Die Abschreibungsdauer und die Abschreibungsmethode werden bei immateriellen Vermögenswerten mit einer begrenzten Nutzungsdauer mindestens zum Ende eines jeden Geschäftsjahres überprüft. Die aufgrund von Änderungen der erwarteten Nutzungsdauer oder des erwarteten Verbrauchs des zukünftigen wirtschaftlichen Nutzens des Vermögenswerts erforderlichen Änderungen der Abschreibungsmethode oder der Abschreibungsdauer werden als Änderungen von Schätzungen behandelt. Grundsätzlich werden immaterielle Vermögenswerte mit einer begrenzten Nutzungs-dauer, worunter insbesondere Software fällt, über eine Nutzungsdauer von 3 Jahren abgeschrieben.

Immaterielle Vermögenswerte, die im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworben werden, entsprechen ihrem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt. Sie werden in den Folgeperioden mit ihren Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich kumulierter Ab-schreibungen und kumulierter Wertminderungsaufwendungen angesetzt.

Gewinne oder Verluste aus der Ausbuchung immaterieller Vermögenswerte werden als Differenz zwischen dem Nettoveräußerungserlös und dem Buchwert des Vermögenswerts ermittelt und in der Periode, in der der Vermögenswert ausgebucht wird, erfolgswirksam erfasst.

Kosten für selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte werden nicht aktiviert, sondern erfolgswirksam in der Periode erfasst, in der sie anfallen, mit Ausnahme der Entwicklungskosten.

Forschungs- und Entwicklungskosten

Nach IFRS müssen Aufwendungen für Forschung und Entwicklung in Forschungs- und Entwicklungsphase aufgeteilt werden. Forschungskosten werden gem. IAS 38 erfolgswirksam in der Periode erfasst, in der sie anfallen. Entwicklungskosten eines einzelnen Projekts werden nur dann als immaterieller Vermögenswert aktiviert, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt werden:

  • die technische Realisierbarkeit der Fertigstellung des immateriellen Vermögenswerts ermöglicht eine interne Nutzung oder einen Verkauf des Vermögenswerts;
  • die Absicht, den immateriellen Vermögenswert fertigzustellen und ihn zu nutzen oder zu verkaufen;
  • die Erzielung eines künftigen wirtschaftlichen Nutzens aus dem Vermögenswert;

  • die Verfügbarkeit von Ressourcen für Zwecke der Fertigstellung des Vermögenswerts und

  • die Fähigkeit, die dem immateriellen Vermögenswert während seiner Entwicklung zuzurechnenden Ausgaben zuverlässig ermitteln zu können.

In der Roth & Rau-Gruppe betrifft dies eine Reihe von Entwicklungsprojekten, die zum Teil von verschiedenen Bundes- und Landesministerien sowie der Europäischen Union mit Zuschüssen gefördert werden, und Projekte mit privaten Kooperationspartnern, die sich in der Entwicklungs- oder bereits in der Pilotphase befinden. Zu den Entwicklungskosten zählen insbesondere Einzel- und Gemeinkostenanteile von Personal- und Sachkosten für eigene und fremde anwendungstechnische und ingenieurtechnische und sonstige Abteilungen, sofern von diesen entsprechende Dienste erbracht werden, sowie die Kosten für Versuchsanlagen und Technik, die für diesen Bereich der Forschung und Entwicklung genutzt werden.

Zuschüsse der öffentlichen Hand werden grundsätzlich als Abzug von den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bilanziert. Die Entwicklungskosten werden nach ihrem erstmaligen Ansatz unter Anwendung des Anschaffungskostenmodells, d. h. zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen (geschätzte Nutzungsdauer von drei Jahren) und kumulierter Wertminderungsaufwendungen, bilanziert. Die Abschreibung beginnt mit dem Abschluss der Entwicklungsphase und ab dem Zeitpunkt, ab dem der Vermögenswert genutzt werden kann. Die Abschreibung erfolgt über den Zeitraum, über den künftiger Nutzen zu erwarten ist. Während der Entwicklungsphase wird jährlich ein Werthaltigkeitstest durchgeführt. Sobald der Buchwert eines Vermögenswerts seinen erzielbaren Betrag übersteigt, wird eine Wertminderung ergebniswirksam erfasst.

Lizenzen

Erworbene Lizenzen für die Nutzung geistigen Eigentums werden planmäßig entsprechend der Laufzeit des Kooperations- und Lizenzvertrages abgeschrieben. Sofern sich darüber hinaus ein Wertminderungsbedarf ergibt, werden außerplanmäßige Abwertungen vorgenommen.

Marke, Kundenbeziehung und Auftragsbestand

Die Roth & Rau-Gruppe hat eine gem. IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse" vorgeschriebene Identifizierung und Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte von Marke, Kundenbeziehung, Technologie und Auftragsbestand vorgenommen. Wir verweisen auf 10.1.1.3.

7.5.8 Sachanlagen

Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter planmäßiger Abschreibungen und/oder kumulierter Wertminderungsaufwendungen angesetzt. Wartungs- und Instandhaltungskosten werden sofort erfolgswirksam erfasst. Der Barwert der erwarteten Kosten für die Entsorgung des Vermögenswertes nach dessen Nutzung ist in den Anschaffungs- oder

Herstellungskosten des entsprechenden Vermögenswertes enthalten, wenn die Ansatzkriterien für eine Rückstellung erfüllt sind.

Den planmäßigen linearen Abschreibungen liegen folgende Nutzungsdauern der Vermögenswerte zugrunde:

  • Gebäude: 25 bis 50 Jahre
  • Technische Anlagen und Maschinen: 3 bis 15 Jahre
  • Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung: 3 bis 20 Jahre

Eine Sachanlage wird ausgebucht, wenn aus der weiteren Nutzung oder Veräußerung des Vermögenswerts kein wirtschaftlicher Nutzen mehr erwartet wird. Die aus der Ausbuchung des Vermögenswerts resultierenden Gewinne oder Verluste werden als Differenz zwischen dem Nettoveräußerungserlös und dem Buchwert des Vermögenswerts ermittelt und in der Periode, in der der Vermögenswert ausgebucht wird, erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die Restwerte, Nutzungsdauern und Abschreibungsmethoden der Vermögenswerte werden am Ende eines jeden Geschäftsjahres überprüft und bei Bedarf prospektiv angepasst.

7.5.9 Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien (Investment Property) werden bei der erstmaligen Erfassung zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten einschließlich Nebenkosten bewertet. Der Buchwert beinhaltet nicht die Kosten der laufenden Instandhaltung der Immobilien. Im Rahmen der Folgebewertung werden die als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien zu fortgeführten Anschaffungskosten abzüglich linearer Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen angesetzt. Zur Erzielung von Mieterträgen gehaltene Grundstücke und Gebäude werden zu fortgeführten Anschaffungskosten getrennt vom übrigen Sachanlagevermögen bilanziert, wobei die für die Abschreibung zugrunde gelegten Nutzungsdauern denen der selbst genutzten Sachanlagen entsprechen.

Die Immobilie wurde zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, was dem Fair Value entspricht.

7.5.10 Zuwendungen der öffentlichen Hand

Die im Zusammenhang mit Investitionen in das Anlagevermögen erhaltenen Zuwendungen der öffentlichen Hand mindern entsprechend IAS 20.24 die Anschaffungs- und Herstellungskosten der entsprechenden Vermögenswerte.

Zuwendungen der öffentlichen Hand werden erfasst, wenn hinreichende Sicherheit dafür besteht, dass die Zuwendungen gewährt werden und das Unternehmen die notwendigen Bedingungen für den Erhalt der Zuwendung erfüllt.

Aufwandsbezogene Zuwendungen werden planmäßig als Ertrag über den Zeitraum erfasst, der erforderlich ist, um sie mit den entsprechenden Aufwendungen, die sie kompensieren sollen, zu verrechnen.

7.5.11 Leasingverhältnisse

Die Feststellung, ob eine Vereinbarung ein Leasingverhältnis enthält, wird auf Basis des wirtschaftlichen Gehalts der Vereinbarung zum Zeitpunkt des Abschlusses der Vereinbarung getroffen und erfordert eine Einschätzung, ob die Erfüllung der vertraglichen Vereinbarung von der Nutzung eines bestimmten Vermögenswerts oder bestimmter Vermögenswerte abhängig ist und ob die Vereinbarung ein Recht auf die Nutzung des Vermögenswertes einräumt. Leasingverträge, bei denen ein Finanzierungsleasing unterstellt wird, liegen nicht vor.

Leasingverhältnisse, bei denen ein wesentlicher Anteil der Risiken und Chancen, die mit dem Eigentum am Leasingobjekt verbunden sind, beim Leasinggeber verbleibt, werden als Operating-Leasingverhältnisse klassifiziert. Im Zusammenhang mit einem Operating-Leasingverhältnis geleistete Zahlungen (netto nach Berücksichtigung von Anreizzahlungen, die vom Leasinggeber geleistet wurden) werden linear über die Dauer des Leasingverhältnisses in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

7.5.12 Vorräte

Unter den Vorräten sind die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie unfertige und fertige Erzeugnisse ausgewiesen. Darüber hinaus werden innerhalb dieser Position sowohl die erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen als auch die geleisteten Anzahlungen ausgewiesen.

Vorräte werden zum niedrigeren Wert aus Anschaffungs -oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert angesetzt. Der Nettoveräußerungswert ergibt sich aus dem erwarteten Verkaufserlös abzüglich noch anfallender Kosten sowie der Vertriebs- und Fertigstellungskosten. Die Ermittlung der Anschaffungskosten erfolgt nach der Durchschnittsmethode und sie beinhalten die Kosten des Erwerbs sowie diejenigen Kosten, die angefallen sind, um die Vorräte an ihren derzeitigen Ort und in ihren derzeitigen Zustand zu versetzen. Bei Bestandsrisiken, die sich aus der Lagerdauer sowie geminderter Verwertbarkeit ergeben, werden in der Folge die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe mit dem niedrigeren Wert aus den durchschnittlichen Anschaffungskosten (Durchschnittsmethode) und dem Nettoveräußerungswert bewertet.

Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt. Im Einzelnen enthalten die Herstellungskosten neben den direkt zurechenbaren Kosten auch die produktionsbezogenen Material- und Fertigungsgemeinkosten einschließlich fertigungsbedingter Abschreibungen und angemessene Teile der notwendigen Gemeinkosten bei Normalauslastung. Fremdkapitalkosten werden in Anlehnung an IAS 23.11 in der Regel nicht als Teil der Anschaffungsoder Herstellungskosten aktiviert. Bei selbst erstellten unfertigen und fertigen Erzeugnissen beinhalten die Herstellungskosten die produktionsbezogenen Gemeinkosten basierend auf einer Normalauslastung.

Geleistete kurzfristige Anzahlungen auf Gegenstände des Vorratsvermögens werden mit ihrem Nominalwert aktiviert.

7.5.13 Fertigungsaufträge

Die Bilanzierung von künftigen Forderungen aus Fertigungsaufträgen wird nach der Percentage-of-Completion-Methode (POC) gemäß IAS 11 vorgenommen, soweit ein kundenspezifischer Fertigungsauftrag vorliegt. Dabei wird eine anteilige Gewinnrealisierung entsprechend dem Fertigstellungsgrad vorgenommen, wenn eine Ermittlung des Fertigstellungsgrades, der Gesamtkosten und der Gesamterlöse der jeweiligen Aufträge im Sinne von IAS 11 zuverlässig möglich ist. Der Fertigstellungsgrad der einzelnen Aufträge wird nach dem Cost-to-Cost-Verfahren ermittelt. Eine Teilgewinnrealisierung wird von Fertigungsbeginn an durchgeführt. Wenn das Ergebnis noch nicht zuverlässig geschätzt werden kann, werden die Umsatzerlöse nur in der Höhe der angefallenen Auftragskosten realisiert, die wahrscheinlich einbringbar sind.

Die Auftragskosten umfassen dem Auftrag direkt zurechenbare Kosten und Teile der Gemeinkosten.

Von den so ermittelten anteiligen Auftragserlösen werden die für den einzelnen Auftrag erhaltenen Anzahlungen abgesetzt. Entsprechend dem sich hieraus ergebenden Saldo werden entweder Forderungen oder Verbindlichkeiten aus Auftragsfertigung ausgewiesen.

7.5.14 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen

Forderungen werden beim erstmaligen Ansatz zum Fair Value bewertet und anschließend zu fortgeführten Anschaffungskosten abzüglich sich ergebender Wertminderungen.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beinhalten alle Ansprüche aus dem Verkauf von Waren und der Erbringung von Dienstleistungen. Im Wesentlichen werden Einzelwertberichtigungen aufgrund spezifischer Schuldnerrisiken sowie weiterer Risiken vorgenommen.

Forderungen in fremder Währung werden entsprechend IAS 21.21 zum Stichtagskurs der Transaktion umgerechnet, später gemäß IAS 21.23 zum Kurs am Bilanzstichtag bewertet.

Die sonstigen Forderungen beinhalten alle Forderungen, welche nicht aus Lieferungen und Leistungen resultieren. Insbesondere entfallen diese auf Forschungs- und Entwicklungszuschüsse.

7.5.15 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Der Bilanzposten umfasst den Kassenbestand, Bankguthaben sowie kurzfristige Einlagen mit einer ursprünglichen Laufzeit von weniger als drei Monaten. Flüssige Mittel sind zum Nennwert angesetzt. Die Entwicklung der Zahlungsmittel, die den Finanzmittelfonds gemäß IAS 7 bilden, ist in der Kapitalflussrechnung dargestellt.

7.5.16 Eigenkapital

Das Eigenkapital umfasst das Gezeichnete Kapital, die Kapitalrücklage, die Gewinnrücklage, die anderen Rücklagen sowie das Konzernbilanzergebnis.

Stammaktien werden als Grundkapital klassifiziert. Zusätzliche Kosten, die der Ausgabe von Stammaktien direkt zugeordnet werden können, werden nach Abzug der Steuereffekte vom Eigenkapital abgesetzt.

7.5.17 Aktienbasierte Vergütung

Zur Förderung der wirtschaftlichen Zielerreichung hat Roth & Rau als langfristiges Vergütungsinstrument mit Anreizwirkung und für den Vorstand ebenfalls mit Risikocharakter ein aktienbasiertes Vergütungsprogramm (Phantom Stock Programm, PSP) aufgelegt, das Führungskräfte zum Bezug von einer aktienbasierten Vergütung (Phantom Stocks) berechtigt. Die Wertentwicklung der Phantom Stocks ist an die Kursentwicklung der Roth & Rau Aktie gekoppelt. Die Ausübung der zugeteilten Phantom Stocks unterliegt einer Sperrfrist von zwei Jahren ab Zuteilung und ist abhängig von dem Erreichen der Ausübungshürde (festgelegter Basispreis zum Zuteilungszeitpunkt + 10 % p. a.). Die Phantom Stocks sind nicht handelbar und beinhalten kein Aktienbezugsrecht.

Die Auszahlung der Phantom Stocks Optionsrechte kann sowohl in bar als auch in Form von Aktien erfolgen. Vorstände erhielten im Rahmen der ersten Tranche jeweils 50 % aktienbasierte und cashbasierte Optionsrechte. Mit der 2. Tranche wurde die Vertragsbedingung dahingehend geändert, dass an Vorstände ausschließlich aktienbasierte Optionsrechte gewährt werden. Leitende Angestellte erhalten grundsätzlich nur cash basierte Optionsrechte.

Die Berechnung des Zeitwertes beinhaltet sämtliche marktabhängige Bedingungen, die an die Ausübung von virtuellen Optionen geknüpft sind. Die restlichen Ausübungsbedingungen fließen bei der Schätzung der Anzahl der ausübbaren Optionen in die Berechnung ein. Der zu erfassende Personalaufwand wird unter Berücksichtigung der zum Abschlussstichtag erbrachten zeitanteiligen Arbeitsleistung über den Erdienungszeitraum in der Kapitalrücklage (aktienbasierter Anteil) und in den langfristigen Rückstellungen (cash basierter Anteil) erfasst.

Die Bilanzierung der Aktienoptionen erfolgt gemäß IFRS 2 mit dem beizulegenden Zeitwert auf der Grundlage von Optionspreismodellen unter Berücksichtigung der Zusagebedingungen und der Personalfluktuation. Der Vergütungsaufwand wird erfolgswirksam über den Zeitraum bis zur Unverfallbarkeit erfasst.

7.5.18 Anteilsbasierte Vergütung

Auf Basis des vom Verwaltungsrat der Meyer Burger Technology AG erlassenen Mitarbeiterbeteiligungsplans werden ausgewählten Mitarbeitern des Managements sowie Mitarbeitern der Gesellschaft und ihrer Gruppengesellschaften börsennotierte Aktien der Meyer Burger Technology AG zugeteilt. Die Gewährung der zugeteilten Aktien erfolgt als Bestandteil der variablen Vergütung. Die Ausgabe der Aktien erfolgte im April 2012.

Zum Zeitpunkt der Fälligkeit erfolgt die Erfüllung der anteilsbasierten Vergütung durch Barausgleich (cash-settled).

Die Verpflichtung des Roth & Rau Konzerns aus dem Mitarbeiterbeteiligungsplan ist mit dem Fair Value bewertet. Der Fair Value ergibt sich aus dem Aktienkurs abzüglich Bezugspreis x Anzahl der Aktien. Bezugspreis ist der Mitarbeiter-Bezugspreis (0,05 CHF/ 0,04 €). Der Schlusskurs der Aktie am Ausgabedatum betrug 11,42 €. Das Aktienprogramm läuft über 24 Monate (vesting period). Da die Ansprüche erst erdient werden müssen, ist der Personalaufwand ratierlich über den Erdingungszeitraum zu erfassen.

Für den bereits im Zuteilungszeitpunkt in Form eines steuerfreien Nettolohneinbehalts durch die Mitarbeiter geleisteten Erwerbspreises (0,05 CHF/ 0,04 €) wurde eine sonstige Verbindlichkeit passiviert.

7.5.19 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind Zahlungsverpflichtungen für Güter und Leistungen, die im gewöhnlichen Geschäftsverkehr erworben wurden. Die Verbindlichkeiten werden als kurzfristige Schulden klassifiziert, wenn die Zahlungsverpflichtung innerhalb von einem Jahr oder weniger als einem Jahr fällig ist. Andernfalls werden sie als langfristige Schulden klassifiziert.

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen werden bei ihrem erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten.

Die sonstigen Verbindlichkeiten umfassen insbesondere Leistungen gegenüber Mitarbeitern (z.B. Urlaubs – und Überstundenguthaben, Erfolgsbeteiligungen, Boni usw.) und ausstehende Eingangsrechnungen. Die Bewertung der Sonstigen Verbindlichkeiten erfolgt zu Anschaffungskosten und die Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten.

7.5.20 Rückstellungen

Pensionen und andere Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses

Der Konzern unterhält leistungsorientierte Altersversorgungssysteme (Defined Benefit Obligations), welche sich im Wesentlichen auf Versorgungssysteme in Deutschland beziehen. Die Bewertung der leistungsorientierten Pensionspläne erfolgt entsprechend IAS 19 "Leistungen an Arbeitnehmer" nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method), wonach zum Bilanzstichtag versicherungsmathematische Gutachten als Grundlage für die zu bildenden langfristigen Rückstellungen dienen. Diese Methode geht davon aus, dass in jedem Dienstjahr ein zusätzlicher Teil des endgültigen Leistungsanspruchs erdient wird und bewertet jeden dieser Leistungsbausteine separat, um so eine endgültige Verpflichtung aufzubauen.

Hierbei werden sowohl am Stichtag bekannte Renten und erworbene Anwartschaften als auch die künftig zu erwartenden Steigerungen der Gehälter und Renten berücksichtigt. Die Finanzierung erfolgt durch die Unterstützungskasse bzw. die Deutsche Pensionsfonds AG und setzt sich zu 88 % (2011: 88 %) aus Eigenkapitalinstrumenten sowie zu 12 % (2011: 12 %) aus anderen Vermögensinstrumenten zusammen. Da die Voraussetzungen für den Ansatz als Plan Asset erfüllt sind, werden die Aktivwerte mit der Verpflichtung saldiert.

Der Abzinsungsfaktor orientiert sich nach den IFRS am Kapitalmarktzins. Der unterstellte Abzinsungsfaktor spiegelt die Zinssätze wider, die am Bilanzstichtag für hochqualitative festverzinsliche Wertpapiere mit entsprechender Laufzeit gezahlt werden.

Zur Rechnungszinsableitung wird das vom Gutachterbüro Mercer entwickelte Ersatzzinsverfahren (Mercer Pension Discount Yield Curve) verwendet. Im Vorjahr wurde der Rechnungszins von 5% mit diesem Ersatzzinsverfahren auf Grundlage von Daten aus dem Barclays Capital Euro ermittelt. Der Rechnungszins von 3,80 % zum 31.12.12 wurde zwar ebenfalls mit der Mercer Pensions Discount Yield Curve bestimmt, allerdings auf Grundlage von Daten aus Bloomberg, da Mercer in 2012 das Verfahren geändert hat. Des Weiteren wurden nunmehr mehr Bonds miteinbezogen, die mindestens bei einer der drei großen Ratingagenturen (Moody's, S&P, Fitch) ein AA-Rating aufweisen. Wenn der Rechnungszins nach der alten Methode verwendet worden wäre, wäre dieser rund 50 Basispunkte niedriger gewesen, hätte 3,30 % betragen und eine um 336T€ höhere Pensionsverpflichtung ergeben.

Die Korridormethode entsprechend IAS 19.92 f. wurde angewandt.

Im Übrigen wurden der Berechnung die biometrischen Wahrscheinlichkeitswerte der Richttafeln 2005 G von Prof. Klaus Heubeck zugrunde gelegt. Bestehende Überdeckungen eines Pensionsplans werden nicht mit Unterdeckungen eines anderen Pensionsplans verrechnet. Zum 31. Dezember 2012 existiert insgesamt ein Aktivüberhang, der teilweise unter den sonstigen Forderungen sowie den langfristigen Rückstellungen ausgewiesen wird.

In der Gewinn- und Verlustrechnung werden der laufende Dienstzeitaufwand, der Effekt aus der Korrektur der Vermögenswertbegrenzung und die versicherungsmathematischen Gewinne/ Verluste in den Aufwendungen für Altersversorgung, der Zinsaufwand und der erwartete Ertrag aus dem Planvermögen im Finanzergebnis ausgewiesen.

Sonstige Rückstellungen

Eine Rückstellung wird dann angesetzt, wenn der Konzern eine gegenwärtige (rechtlich oder faktisch) Verpflichtung hat, welchen aus vergangenen Ereignissen resultiert, deren Erfüllung wahrscheinlich zu einem zukünftigen Ressourcenabfluss führen wird und eine verlässliche Schätzung der Höhe der Verpflichtung möglich ist. Der Ansatz der Rückstellung erfolgt mit dem voraussichtlichen Erfüllungsbetrag. Sofern der Konzern für eine passivierte Rückstellung zumindest teilweise eine Rückerstattung erwartet (wie z. B. bei einem Versicherungsvertrag), wird die Erstattung als gesonderter Vermögenswert erfasst, sofern der Zufluss der Erstattung so gut wie sicher ist.

Der Aufwand aus der Bildung der Rückstellung wird in der Gewinn- und Verlustrechnung abzüglich der Erstattung ausgewiesen. Ist der aus einer Diskontierung resultierende Zinseffekt wesentlich, werden Rückstellungen mit einem Zinssatz vor Steuern abgezinst, der für die Schuld spezifische Risiken widerspiegelt. Im Falle einer Abzinsung wird die durch Zeitablauf bedingte Erhöhung der Rückstellungen als Finanzaufwendungen erfasst.

7.5.21 Derivative Finanzinstrumente

Der Konzern verwendet derivative Finanzinstrumente, wie beispielsweise Devisenterminkontrakte und Zinsswaps, um sich gegen Zins- und Wechselkursrisiken abzusichern. Diese derivativen Finanzinstrumente werden zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses zum beizulegenden Zeitwert angesetzt und in den Folgeperioden mit dem beizulegenden Zeitwert neu bewertet. Derivative Finanzinstrumente werden als finanzielle Vermögenswerte angesetzt, wenn ihr beizulegender Zeitwert positiv ist, und als finanzielle Verbindlichkeiten, wenn ihr beizulegender Zeitwert negativ ist. Gewinne oder Verluste aus Änderungen des beizulegenden Zeitwerts von derivativen Finanzinstrumenten während des Geschäftsjahres werden erfolgswirksam erfasst. Der beizulegende Zeitwert eines Devisenterminkontrakts ist der Unterschiedsbetrag zwischen dem Devisenterminkurs und dem vertraglich festgelegten Kurs. Der Devisenterminkurs wird unter Bezugnahme auf die aktuellen Devisenterminkurse für Kontrakte mit ähnlichen Fälligkeitsstrukturen ermittelt. Der beizulegende Zeitwert von Zinsswapkontrakten wird mit Bewertungsmodellen bestimmt. In diese fließen ausschließlich beobachtete Marktdaten ein.

7.5.22 Nicht derivative Finanzinstrumente

Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte sind nicht derivative finanzielle Vermögenswerte, die entweder dieser Kategorie zugeordnet oder keiner der anderen dargestellten Kategorien zugeordnet wurden. Sie sind den langfristigen Vermögenswerten zugeordnet, sofern das Management nicht die Absicht hat, sie innerhalb von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag zu veräußern.

Reguläre Käufe und Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten werden zum Handelstag angesetzt, dem Tag, an dem sich der Konzern zum Kauf beziehungsweise Verkauf des Vermögenswerts verpflichtet. Finanzielle Vermögenswerte, die nicht der Kategorie "Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet" angehören, werden anfänglich zu ihrem beizulegenden Zeitwert zuzüglich Transaktionskosten angesetzt. Finanzielle Vermögenswerte, die dieser Kategorie angehören, werden anfänglich zu ihrem beizulegenden Zeitwert angesetzt; zugehörige Transaktionskosten werden erfolgswirksam erfasst. Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn die Rechte auf Zahlungen aus den finanziellen Vermögenswerten erloschen sind oder übertragen wurden und der Konzern im Wesentlichen alle Risiken und Chancen, die mit dem Eigentum verbunden sind, übertragen hat. Liegen objektive Hinweise für eine Wertminderung vor, wird diese im Finanzergebnis erfasst. Zur Einschätzung einer möglichen Wertminderung bezieht der Roth & Rau-Konzern alle verfügbaren Informationen, wie Marktbedingungen, Dauer und Ausmaß des Wertrückgangs, ein. Insofern der Wert seit mehr als zwölf Monaten durchschnittlich mindestens 20 % unterhalb der Anschaffungskosten notiert, ist dies ein objektiver Hinweis auf eine Wertminderung.

Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte und Vermögenswerte der Kategorie "Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert" werden nach ihrem erstmaligen Ansatz zu ihren beizulegenden Zeitwerten bewertet.

Ausleihungen und Forderungen sind nicht derivative Vermögenswerte mit festen oder bestimmbaren Zahlungen, die nicht auf einem aktiven Markt notiert sind. Nach dem erstmaligen Ansatz werden

Ausleihungen und Forderungen zu fortgeführten Anschaffungskosten gegebenenfalls unter Berücksichtigung von Wertberichtigung und Abzinsungen (Effektivzinsmethode) bewertet. Ausleihungen und Forderungen werden wertberichtigt, wenn objektive Hinweise vorliegen, dass der Betrag nicht vollständig einbringbar ist. Die Wertberichtigung erfolgt im Wesentlichen mittels Wertberichtigungskonten. Werden Ausleihungen und Forderungen mit hoher Wahrscheinlichkeit als uneinbringlich eingestuft, so werden diese ausgebucht.

Veränderungen im beizulegenden Zeitwert der monetären sowie nicht monetären Wertpapiere, die als zur Veräußerung verfügbar klassifiziert werden, werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Werden Wertpapiere, die als zur Veräußerung verfügbar klassifiziert werden, verkauft bzw. unterliegen sie einer dauerhaften oder wesentlichen Wertminderung, so sind die zuvor im Eigenkapital erfassten kumulierten Wertänderungen des beizulegenden Zeitwerts erfolgswirksam in der Gewinnund Verlustrechnung zu erfassen. Zinserträge aus der Anwendung der Effektivzinsmethode bei Wertpapieren der Kategorie "Zur Veräußerung verfügbar" werden in der Gewinn- und Verlustrechnung unter "Finanzierungserträgen" ausgewiesen.

Die beizulegenden Zeitwerte notierter Anteile bemessen sich nach dem aktuellen Angebotspreis. Wenn für finanzielle Vermögenswerte kein aktiver Markt besteht oder es sich um nicht notierte Vermögenswerte handelt, werden die beizulegenden Zeitwerte mittels geeigneter Bewertungsmethoden ermittelt. Diese umfassen Bezugnahmen auf kürzlich stattgefundene Transaktionen zwischen unabhängigen Geschäftspartnern, die Verwendung aktueller Marktpreise anderer Vermögenswerte, die im Wesentlichen dem betrachteten Vermögenswert ähnlich sind, Discounted-Cash-Flow-Verfahren (DCF) sowie Optionspreismodelle, welche so weit wie möglich Marktdaten und so wenig wie möglich unternehmensspezifische Daten zugrunde legen.

Zu jedem Bilanzstichtag wird überprüft, ob objektive Anhaltspunkte für eine Wertminderung eines finanziellen Vermögenswerts beziehungsweise einer Gruppe finanzieller Vermögenswerte vorliegen.

7.5.23 Finanzielle Schulden

Nach dem erstmaligen Ansatz werden finanzielle Schulden mit den fortgeführten Anschaffungskosten (Rückzahlungsbetrag) bewertet. Finanzielle Schulden mit einer Laufzeit von mehr als zwölf Monaten werden als langfristige finanzielle Schulden ausgewiesen.

8 Wesentliche Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind zu einem gewissen Grad Annahmen zu treffen und Schätzungen vorzunehmen, die sich auf Höhe und Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, der Erträge und Aufwendungen ausgewirkt haben. Sämtliche Schätzungen und Beurteilungen werden fortlaufend überprüft und basieren auf Erfahrungen der Vergangenheit und weiteren Erkenntnissen über zu bilanzierende Geschäftsvorfälle, einschließlich Erwartungen hinsichtlich zukünftiger Ereignisse, die unter den gegebenen Umständen vernünftig erscheinen. Den Annahmen und Schätzungen liegen Prämissen zugrunde, die auf dem jeweils aktuell verfügbaren Kenntnisstand basieren. Insbesondere wurden bezüglich der erwarteten künftigen Geschäfts-entwicklung die zum Zeitpunkt der Aufstellung des Jahresabschlusses vorliegenden Umstände ebenso wie die als realistisch unterstellte zukünftige Entwicklung des globalen und branchen-bezogenen Umfelds zugrunde gelegt. Durch von den Annahmen abweichende und außerhalb des Einflussbereichs des Managements liegende Entwicklungen dieser Rahmenbedingungen können die sich einstellenden Beträge von den ursprünglich erwarteten Schätzwerten abweichen. Wenn die tatsächliche Entwicklung von der erwarteten abweicht, werden die Prämissen und, falls erforderlich, die Buchwerte der betreffenden Vermögenswerte und Schulden entsprechend in der Periode der Änderung angepasst, sofern die Änderungen ausschließlich die Periode beeinflussen. Betreffen Änderungen die aktuelle Berichtsperiode als auch zukünftige Perioden, werden diese in der laufenden und in späteren Perioden berücksichtigt.

Die Annahmen und Schätzungen sind insbesondere erforderlich bei der Bewertung von Sachanlagen, immateriellen Vermögenswerten, namentlich in Zusammenhang mit Kaufpreisallokationen, Forschungs- und Entwicklungskosten sowie Goodwill, dem Ansatz und der Bewertung von Rückstellungen, dem Ansatz und der Bewertung latenter Steuern, der Bilanzierung von Pensionen und Stock Options, der Einbringbarkeit von Forderungen sowie bei der Durchführung von Werthaltigkeitsprüfungen in Übereinstimmung mit IAS 36.

Die Schätzungen und Annahmen, die ein signifikantes Risiko in Form einer wesentlichen Anpassung der Buchwerte von Vermögenswerten und Schulden innerhalb des nächsten Geschäftsjahrs mit sich bringen, werden im Folgenden erörtert.

8.1 Geschätzte Wertminderung des Goodwills und immaterieller Vermögenswerte, schwebende Absatzgeschäfte

Bei der Prüfung der Werthaltigkeit der Goodwills ergaben sich im Geschäftsjahr 2012 keine Auswirkungen (Vorjahr: Abwertungen in Höhe von 18.216 T€). Bei der Ermittlung wurde die 3-Jahresplanung herangezogen. Eine Veränderung der Abzinsungssätze, der Wachstumsrate und des geplanten Umsatzwachstums um +/- 10 % - Punkte würde im Berichtsjahr zu keinen Auswirkungen auf die Werthaltigkeit der Goodwills führen.

Ein Wertminderungsbedarf von 1.043 T€ des immateriellen Vermögenswertes (Software) der CGU AIS (im Geschäftssegment Software enthalten) ergab sich im Verlauf des Geschäftsjahres 2012 und resultierte in der Abschreibung des Buchwertes der CGU AIS auf ihren erzielbaren Betrag. Sofern der für die Ermittlung des Nutzungswert vom Management geschätzte, für die CGU AIS berücksichtigte Abzinsungsfaktor vor Steuern um 1% höher gewesen wäre (z.B. 12,49 % anstatt 11,49 %), wäre ein zusätzlicher Wertminderungsbedarf für die Software von 58 T€ entstanden. Unter der Annahme eines um 5% geringeren Umsatzwachstums für die CGU AIS würde sich ein zusätzlicher Impairmentbedarf in Höhe von 174 T€ ergeben. Falls die EBIT-Marge in sämtlichen Planjahren um 2% geringer wäre, so ergäbe sich ein zusätzlicher Impairmentbedarf in Höhe von 427 T€.

Aufgrund eines schwebenden Absatzgeschäftes wurden bereits im Geschäftsjahr 2011 eine Rückstellung in Höhe von 4.250 T€ gebildet. Im Geschäftsjahr 2012 wurde keine Veränderung der Rückstellung vorgenommen. Im ungünstigsten Falle ergäbe sich ein weiterer Rückstellungsbedarf in Höhe von 3.250 T€.

Die Grundlagen für die Einschätzung der relevanten Themen werden in den jeweiligen Kapiteln dargestellt. Hinsichtlich der Wertminderung der Entwicklungskosten verweisen wir auf Kapitel 10.1.1.1.

8.2 Forderungen aus Auftragsfertigung

Insbesondere wird die Bilanzierung von künftigen Forderungen aus Fertigungsaufträgen nach der Percentage-of-Completion-Methode (POC) gemäß IAS 11 vorgenommen. Der Fertigstellungsgrad der einzelnen Aufträge wird nach dem Cost-to-Cost-Verfahren ermittelt. Aufgrund der langjährigen Erfahrung und der Verbesserung der Vorkalkulation kann das Ergebnis der Fertigungsaufträge verlässlich geschätzt werden. Sollte sich im Ausnahmefall das Ergebnis eines Fertigungsauftrages nicht verlässlich schätzen lassen, so werden die Auftragserlöse in Höhe der angefallenen Auftragskosten erfasst (Zero-Profit-Margin-Method). Nähere Erläuterungen sind dem Kapitel 10.2.2 zu entnehmen.

Wäre die erwartete Einschätzung des Fertigstellungsgrades um 10 % höher gewesen, wären die Forderungen um 2.658 T€ ( Vorjahr: 6.270 T€) höher, die Verbindlichkeiten um 466 T€ (Vorjahr: 3.153 T€) niedriger und somit der Umsatz um 2.192 T€ (Vorjahr 3.117 T€) höher bzw. bei einen um 10 % niedrigerem Fertigstellungsgrad wären die Forderungen um 3.342 T€ (Vorjahr: 15.798 T€)

niedriger, die Verbindlichkeiten um 458 T€ (Vorjahr: 11.622 T€) höher und damit Umsatzerlöse um 2.884 T€ (Vorjahr: 4.177 T€) niedriger.

8.3 Laufende Steuern/ latente Steuern

Für jedes Besteuerungssubjekt ist die zu erwartende tatsächliche Ertragsteuer gemäß den steuerrechtlichen Bestimmungen der Länder, in denen die Roth & Rau-Gruppe tätig ist, zu berechnen.

Latente Steuern werden auf unterschiedliche Wertansätze der Vermögenswerte und Schulden in der Konzernbilanz und den Steuerbilanzen der Einzelgesellschaften gebildet, soweit diese unterschiedlichen Wertansätzen künftig zu einem höheren oder niedrigeren zu versteuernden Einkommen führen, als dies unter Maßgabe der Konzernbilanz der Fall wäre (temporäre Bewertungsdifferenzen).

Die aktiven latenten Steuern umfassen auch Steuerminderungsansprüche, die sich aus der erwarteten künftigen Nutzung bestehender steuerlicher Verlustvorträge ergeben und deren Realisierung mit ausreichender Sicherheit gewährleistet ist. Die latenten Steuern wurden auf Basis der Steuersätze ermittelt, die in den einzelnen Ländern zum Realisationszeitpunkt gelten bzw. erwartet werden.

Für die Berechnung der inländischen latenten Steuern auf unterschiedliche Wertansätze der Vermögenswerte und Schulden wurde der jeweils für die inländische Roth & Rau – Gesellschaft gültige Steuersatz herangezogen. Für die Roth & Rau AG beträgt der Steuersatz unverändert 29,2 %.

Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt anhand eines Körperschaftsteuersatzes von 15%. Weiterhin wurden ein Solidaritätszuschlag von 5,5% auf die Körperschaftsteuer sowie ein Gewerbesteuerhebesatz von 380% zu Grunde gelegt. Die in den Niederlanden ansässige Gesellschaft unterliegt seit dem 1. Januar 2011 einem Ertragssteuersatz von 25%.

Die Berechnung der aktivierten latenten Steuern auf Verlustvorträge für die Unternehmen der Roth & Rau Gruppe erfolgte unter Berücksichtigung der jeweils national gültigen Steuersätze. Die Ermittlung des latenten Steueranspruchs beruht auf einer Mittelfristplanung für die jeweilige steuerliche Einheit.

Im Geschäftsjahr ergab die Überprüfung der Werthaltigkeit der aktiven latenten Steuern aus Verlustvorträgen einen Wertminderungsbedarf von T€ 3.739, da sich aus der zukünftigen Mehrjahresplanung kein ausreichendes zu versteuerndes Einkommen ergeben hat.

Würden die endgültigen Ergebnisse in der Steuerplanung um +10 % abweichen, müsste der Konzern 1.796 T€ mehr Steueraufwand buchen.

9 Segmentberichterstattung

Die Segmentberichterstattung der Roth & Rau- Gruppe ist gemäß IFRS 8 nach der internen Berichtsstruktur ausgerichtet. Dies erfolgt einerseits nach den Geschäftssegmenten und andererseits nach geografischer Umsatzverteilung der externen Umsatzerlöse nach Kundenstandorten. Die Geschäftsbereiche werden entsprechend der Art der Produkte und Dienstleistungen unabhängig voneinander organisiert und geführt. Jedes Segment stellt dabei einen strategischen Geschäftsbereich dar, dessen Produktpalette und Märkte sich von denen anderer Segmente unterscheiden. Den Segmentinformationen liegen grundsätzlich dieselben Ausweis- und Bewertungsmethoden wie denen des Jahresabschlusses zugrunde.

Über die Geschäftssegmente wird in Anlehnung an das Managementreporting in einer Art und Weise berichtet, die mit der internen Berichterstattung an den Hauptentscheidungsträger übereinstimmt. Als Hauptentscheidungsträger wurde der Vorstand identifiziert.

Die Rechnungslegungsgrundsätze für die Segmente sind die gleichen, wie sie für den Konzern in den Grundsätzen der Rechnungslegung beschrieben sind. Das Maß für die Ertragskraft der einzelnen Segmente des Konzerns ist das "EBIT", wie es in der Gewinn- und Verlustrechnung dargestellt wird.

Die Umsätze zwischen den Segmenten werden zu marktüblichen Verrechnungspreisen vorgenommen.

Der Geschäftsbereich Photovoltaik umfasst die Produkte, Technologien und Dienstleistungen für die Photovoltaikindustrie.

Das Equipment-Geschäft leistet den größten Umsatzbeitrag in der Roth & Rau-Gruppe und verfügt trotz der aktuellen schwierigen Marktbedingungen über ein hohes Wachstumspotenzial. Hier sind u.a. die Produkte SiNA, MAiA, CAMiNI und CALiPSO enthalten, welche mit verschiedenen Produktionskapazitäten angeboten werden. Seit 2012 befinden sich die Produkte HELiA PECVD und HELiA PVD zur Herstellung von Hocheffizienzzellen mittels Heterojunction-Technologie sowie das Produkt SQi, Systeme zur Vermeidung des so genannten PID-Effekts (Potential Induced Degradation bzw. Spannungsinduzierte Degradation) konventionell hergestellter Solarzellen, im Portfolio.

Unter dem Segment Systemlösungen werden Umsätze und Ergebnisse aus dem Verkauf von Produktionslinien für die Herstellung kristalliner Silizium-Solarzellen erfasst.

Zu den wichtigsten Produkten im Segment Plasma- und Ionenstrahltechnologie zählen die Anlagenserie IonScan für das Schichtdickentrimming dünner Schichten in der Halbleiterindustrie und die Korrektur von Polierfehlern in der Präzisionsoptik sowie Anlagen der Serie AK für die großflächige Beschichtung von Oberflächen für die Halbleiter- und die Optische Industrie.

Unter das Segment Software fallen Softwareprodukte für die Steuerung von Anlagen und die Überwachung komplexer Produktionsprozesse bis hin zur Automatisierung kompletter Fabriken. Mit der zunehmenden Unabhängigkeit von der Solarindustrie betrifft dies vor allem Produkte und Dienstleistungen für Kunden außerhalb der Photovoltaik.

Das Segment Ersatzteile und Service umfasst Ersatzteilverkäufe und das Servicegeschäft, welches über die Servicegesellschaften von Meyer Burger abgewickelt wird.

Im Segment Andere werden die Geschäftsaktivitäten in bisher nicht oder nur in geringem Umfang adressierten Märkten zusammengefasst. Darunter zählen z.B. Mikrowellensysteme für die diamantverarbeitende und die Flat-Panel-Industrie.

9.1 Segmentberichterstattung nach Geschäftsfeldern

01.01.-31.12.2012
in T€
Photovoltaik
Equipment
Photovoltaik
System
lösungen
Plasma- und
Ionenstrahl
technologie
Software Ersatzteile
und
Service
Andere Summe Marge
in %
Konsoli
dierung
Ergebnis
Konzern
nach
Konsol.
Marge
in %
Umsatzerlöse extern 90.740 2.256 17.946 11.138 27.894 4.084 154.058 0 154.058
Umsatzerlöse intern 10.258 1.891 86 87 3.459 0 15.781 -15.781 0
Umsatzerlöse gesamt 100.998 4.147 18.032 11.225 31.353 4.084 169.839 -15.781 154.058
EBITDA -9.556 -3.924 3.605 32 -7.639 19 -17.463 -11,3% 91 -17.372 -11,3%
Abschreibungen 13.661 2.729 1.294 3.334 1.279 368 22.665 -269 22.396
EBIT -23.217 -6.653 2.311 -3.302 -8.918 -349 -40.128 -26,0% 360 -39.768 -25,8%
01.01.-31.12.2011
in T€
Photovoltaik
Equipment
Photovoltaik
System
lösungen
Plasma- und
Ionenstrahl
technologie
Software Ersatzteile
und
Service
Andere Summe Marge
in %
Konsoli
dierung
Ergebnis
Konzern
nach
Konsol.
Marge
in %
Umsatzerlöse extern 111.565 16.957 21.064 11.413 42.958 4.503 208.460 0 208.460
Umsatzerlöse intern 21.063 4.331 1.262 538 14.429 0 41.623 -41.623 0
Umsatzerlöse gesamt 132.628 21.288 22.326 11.951 57.387 4.503 250.083 -41.623 208.460
EBITDA 2.356 -44.050 3.163 1.801 -5.362 576 -41.516 -19,9% -921 -42.437 -20,4%
Abschreibungen 44.063 8.060 2.251 4.084 4.945 320 63.723 0 63.723
EBIT -41.707 -52.110 912 -2.283 -10.307 256 -105.239 -50,5% -921 -106.160 -50,9%

Die Überleitung zum Konzernergebnis stellt sich wie folgt dar:

in T€ 31.12.2012 31.12.2011
Operatives Ergebnis
Finanzierungserträge
Finanzierungsaufwendungen
-39.768
908
-1.521
-106.160
2.341
-4.358
Ertragssteuern -234 -13.708
Ergebnis nach Ertragssteuern -40.615 -121.885

Im Segment Photovoltaik Equipment wurden Umsatzerlöse in Höhe von 17.702 T€ mit einem einzelnen Kunden erzielt. Dies entspricht 11,5 % der gesamten Umsatzerlöse in Höhe von 154.058 T€.

9.2 Segmentberichterstattung nach Regionen

Dieses Berichtsformat orientiert sich an geografischen Gesichtspunkten und zeigt die Umsatzverteilung der externen Umsatzerlöse nach den Kundenstandorten. Die Zuordnung des Segmentvermögens wird nach dem jeweiligen Standort vorgenommen.

Die Roth & Rau-Gruppe steuert ihre Aktivitäten über Geschäftsfeldergebnisse und nicht über regionale Ergebniserträge. Eine weitere Segmentierung entfällt damit.

01.01.-31.12.2012
in T€
Photovoltaik
Equipment
Photovoltaik
System
lösungen
Photovoltaik
gesamt
Plasma
und
Ionenstrahl
technologie
Software Ersatzteile
und
Service
Andere Summe Anteil
Inland 4.881 0 4.881 10.483 8.275 6.037 2.272 31.948 20,7%
Ausland 85.859 2.256 88.115 7.463 2.863 21.857 1.812 122.110 79,3%
Europa 2.816 2.315 5.131 743 1.018 2.454 1.025 10.371 6,8%
Asien 85.163 -59 85.104 4.893 63 14.161 590 104.811 68,0%
USA -2.394 0 -2.394 1.827 1.782 5.168 195 6.578 4,3%
Übrige 274 0 274 0 0 74 2 350 0,2%
Summe 90.740 2.256 92.996 17.946 11.138 27.894 4.084 154.058
Plasma
Photovoltaik und Ersatzteile
01.01.-31.12.2011 Photovoltaik System Photovoltaik Ionenstrahl und
in T€ Equipment lösungen gesamt technologie Software Service Andere Summe Anteil
Inland 1.705 0 1.705 9.183 8.939 4.085 1.714 25.626 12,3%
Ausland 109.860 16.957 126.817 11.881 2.474 38.873 2.789 182.834 87,7%
Europa 10.507 -1.708 8.799 4.113 641 7.521 978 22.052 10,6%
Asien 95.801 18.204 114.005 3.690 44 21.438 1.013 140.190 67,2%
USA 3.463 461 3.924 4.078 1.789 9.710 624 20.125 9,7%
Übrige 89 0 89 0 0 204 174 467 0,2%
Summe 111.565 16.957 128.522 21.064 11.413 42.958 4.503 208.460

Die Verteilung der Vermögenswerte auf die Regionen stellt sich wie folgt dar:

01.01.-31.12.2012
in T€
Deutschland Europa Asien USA Übrige Summe
Immaterielle Vermögenswerte 38.392 6.988 0 0 0 45.380
Sachanlagen 47.759 2.622 48 31 0 50.460
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 140 0 0 0 0 140

01.01.-31.12.2011

in T€ Deutschland Europa Asien USA Übrige Summe
Immaterielle Vermögenswerte 49.091 9.062 1.772 457 0 60.382
Sachanlagen 42.062 2.579 3.829 61 2 48.533
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 144 0 0 0 0 144

10 Erläuterungen zu den einzelnen Posten der Bilanz

10.1 Langfristige Vermögenswerte

Die Zusammensetzung der langfristigen Vermögenswerte geht aus nachfolgendem Anlagenspiegel hervor:

Anschaffungs- und Herstellungkosten
Änderung
Konsoli Um Währungs
in T€ Stand 01.01. Akquisitionen dierungskreis Zugänge Abgänge buchungen effekte Stand 31.12
Entwicklung der immateriellen
Vermögenswerte
2011
Gewerbliche Schutzrechte
und ähnliche Rechte und Werte 4.363 0 1.037 87 0 0 5.313
Marke 4.916 0 0 0 0 0 4.916
Kundenbeziehung 12.749 0 0 0 0 0 12.749
Technologie 24.980 0 0 0 196 0 25.176
Auftragsbestand
Goodwill
7.064
42.238
0
1.769
0
0
0
1.400
0
0
0
15
7.064
42.622
Entwicklungskosten 40.185 0 10.751 0 -196 20 50.760
136.495 1.769 11.788 1.487 0 35 148.600
2012
Gewerbliche Schutzrechte
und ähnliche Rechte und Werte
Marke
5.313 0 89 708 16 26 0 5.942
Kundenbeziehung 4.916
12.749
0
0
0
0
0
0
0
0
0
0
4.916
12.749
Technologie 25.176 0 3.792 0 0 0 0 21.384
Auftragsbestand 7.064 0 0 0 0 0 7.064
Goodwill 42.622 0 2.229 750 0 0 3 41.146
Entwicklungskosten 50.760 0 3.129 210 6 0 5 47.840
148.600* 0 9.239 1.668 22 26 8* 141.041
Entwicklung der Sachanlagen
2011
Grund und Boden 1.035 0 0 0 528 0 1.563
Gebäude 17.276 0 51 0 8.627 0 25.954
Technische Anlagen und Maschinen 18.773 3.420 6.423 80 1.331 0 29.867
Andere Anlagen, BGA 12.249 22 3.681 79 49 6 15.928
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 8.217
57.550
0
3.442
3.087
13.242
1
160
-10.535
0
0
6
768
74.080
2012
Grund und Boden 1.563 0 6 0 -44 0 1.525
Gebäude 25.954 0 117 118 607 0 26.560
Technische Anlagen und Maschinen 29.867 0 3.868 4.059 4.727** 461 0 25.792
Andere Anlagen, BGA 15.928 0 324 716 908 17 1 15.430
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 768
74.080
0
0
4.192 9.117
14.015
0
5.753*
-745
296
0
1
9.140
78.447
0
Entwicklung der Finanzanlagen
Anteile nicht konsolidierter Tochtergesellschaften
2011 326 0 69 0 0 0 395
2012 395 0 5 250 0 0 150
Gesamtes Anlagevermögen ohne
Finanzinvestition 2011 194.371
194.371
5.211
5.211
25.099
25.099
1.647
1.647
0
0
41
41
223.075
Gesamtes Anlagevermögen ohne
Finanzinvestition 2012 223.075 0 13.431 15.688 6.025 322 9 219.638
Entwicklung der als Finanzinvestition gehaltenen
Immobilie
2011 335 0 0 0 0 0 335
2012 335 0 0 0 0 0 335
Gesamtes Anlagevermögen mit
Finanzinvestition 2011 194.706 5.211 25.099 1.647 0 41 223.410
Gesamtes Anlagevermögen mit
Finanzinvestition 2012 223.410 0 15.688 6.025 322 9 219.973
* Rundungsdifferenz +/ - 1 T€

** davon 2.994 T€ Umgliederung in die zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte

Abschreibungen Buchwerte
Änderung
Konsoli Wert Um Währungs
Stand 01.01. Akquisitionen dierungskreis Zugänge minderung Abgänge buchungen effekte Stand 31.12. Stand 31.12. Stand 01.01.
2.199 0 1.231 0 1 0 3.429 1.884 2.164
390
2.478
0
0
328
1.557
2.368
2.585
0
0
0
0
3.086
6.620
1.830
6.129
4.526
10.271
11.486 0 2.967 8.353 0 0 22.806 2.370 3.358
5.810 0 1.254 0 0 0 7.064 0 1.254
1.579
11.829
0
0
0
4.265
18.216
9.283
0
0
0
0
41 19.795
25.418
22.827
25.342
40.659
28.356
35.771 0 11.602 40.805 1 0 88.218 60.382 90.588
3.429 0 59 704 1.000 12 26 5.088 854 1.884
3.086
6.620
0
0
150
1.247
812
0
0
0
0
0
4.048
7.867
868
4.882
1.830
6.129
22.806 0 3.792 581 0 0 0 19.595 1.789 2.370
7.064 0 0 0 0 0 7.064 0 0
19.795
25.418
0
0
460
3.130
0
8.085
460
1.826
0
0
0
0
5 19.795
32.204
21.351
15.636
22.827
25.342
88.218 0 7.441* 10.767 4.098 12* 26 5 95.661 45.380* 60.382
1
2.738
0
0
10
609
0
0
0
0
0
0
11
3.347
1.552
22.607
1.034
14.538
5.613 0 3.446 4.023 338 0 12.744 17.123 13.160
6.246 0 2.689 0 29 0 6 8.912 7.016 6.003
0
14.598
0
0
533
7.287
0
4.023
0
367
0
0
533
25.547
235
48.533
8.217
42.952
11 0 1 0 0 -9 3 1.522 1.552
3.347 0 807 0 118 32 4.068 22.492 22.607
12.744 0 382 4.578 0 3.970** 256 13.226 12.566 17.123
8.912
533
0
0
260 871
0
1.271
0
654
0
17
0
0 10.157
533
5.273
8.607
7.016
235
25.547 0 642 6.257* 1.271 4.742 296 0 27.987 50.460 48.533
0 0 0 0 0 0 0 395 326
0 0 0 0 0 0 0 150 395
50.369
50.369
0
0
18.889
18.889
44.828
44.828
368
368
0
0
0
0
113.765
113.765
109.310
109.310
133.866
113.765 0 8.083 17.024 5.369 4.754 322 5 123.648 95.990 109.310
185 0 6 0 0 0 191 144 150
191 0 4 0 0 0 195 140 144
50.554 0 18.895 44.828 368 0 0 113.956 109.454 134.016
113.956 0 17.028 5.369 4.754 322 5 123.843 96.130 109.454

* Rundungsdifferenz +/ - 1 T€

** davon 2.511 T€ Umgliederung in die zur Veräußerung gehaltenen

Vermögenswerte

10.1.1 Immaterielle Vermögenswerte

In den immateriellen Vermögenswerten sind erworbene Vermögenswerte, die sich insbesondere aus den Unternehmenserwerben ergeben, sowie selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte aus Entwicklungsprojekten enthalten. Die Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte wird in der Entwicklung des Anlagevermögens dargestellt. Die Buchwerte der immateriellen Vermögenswerte zum 31. Dezember 2012 beinhalten Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer in Höhe von 21.351 T€ (Vorjahr: 22.827 T€) und mit bestimmter Nutzungsdauer in Höhe von 24.029 T€ (Vorjahr: 37.555 T€).

10.1.1.1 Wertminderungstest Geschäfts- oder Firmenwert

Der Geschäfts- oder Firmenwert wird nicht planmäßig abgeschrieben, sondern jährlich einer Werthaltigkeitsprüfung (Impairment Test) gemäß IAS 36 unterzogen. Die Werthaltigkeitsprüfung erfolgt jeweils im vierten Quartal eines jeden Jahres. Zur Ermittlung der Werthaltigkeit des Geschäfts- oder Firmenwertes werden die erzielbaren Beträge der firmenwerttragenden Cash-Generating-Units (CGUs) herangezogen.

Im Konzern wurden zu diesem Zweck fünf wesentliche firmenwerttragende CGUs identifiziert. Der Gesamtfirmenwert beträgt 21.351 T€ zum 31. Dezember 2012 (Vorjahr: 22.827 T€).

Die Bestimmung des erzielbaren Betrags einer CGU erfolgt durch die Ermittlung des "Fair Value less Cost to Sell" mit Hilfe der Discounted-Cash-Flow-Methode. Dabei werden die geplanten diskontierten Nachsteuer-Cash Flows aus der vom Management genehmigten Dreijahresplanung (2011: Fünfjahresplanung) verwendet. Die nach diesem Dreijahreszeitraum generierten Cash Flows werden unter Nutzung der unten dargestellten Wachstumsraten extrapoliert.

Die Ermittlung des "Fair Value less Cost to Sell" erfolgt generell auf Basis der geschätzten Umsatzwachstumsraten für die jeweiligen Märkte. Zu der Ermittlung werden sowohl Vergangenheitsdaten als auch das erwartete zukünftige Wachstum herangezogen. Die den wesentlichen Annahmen zugewiesenen Werte stimmen dabei grundsätzlich mit externen Informationsquellen überein.

Die ermittelten wesentlichen firmenwerttragenden CGUs stellen sich wie folgt dar:

CGU Buchwert
des Firmen
wertes
Buchwert
des Firmen
wertes
Anteil am
Gesamt
firmen
WACC Wachstums
rate Teminal
Value
Durch
schnittliches
Umsatz
Grundannahme in
der
Unternehmens
2012 in T€ 2011 in T€ wert wachstum planung
Roth & Rau B.V. 3.748 3.748 17,55% 10,49%
(Vorjahr:
10,82%)
2,0%
(Vorjahr 1,5%)
47,7%
(Vorjahr 4,3%)
Vergangenheit
und zukünftiges
Marktwachstum
AIS Automation Dresden
GmbH
8.675 8.675 40,63% 10,49%
(Vorjahr:
10,82%)
2,0%
(Vorjahr 1,5%)
9,2%
(Vorjahr 6,9%)
Vergangenheit
und zukünftiges
Marktwachstum
Muegge GmbH * 4.020 3.737 18,83% 10,49%
(Vorjahr:
10,82%)
2,0%
(Vorjahr 1,5%)
16,0%
(Vorjahr 5,1%)
Vergangenheit
und zukünftiges
Marktwachstum
Roth & Rau - Ortner GmbH,
Roth & Rau - Ortner USA Inc.
4.375 3.625 20,49% 10,49%
(Vorjahr:
10,82%)
2,0%
(Vorjahr 1,5%)
17,9%
(Vorjahr 5,6%)
Vergangenheit
und zukünftiges
Marktwachstum
Precision Tooling & Solar
Tech. Co. Ltd.
0 1.769 0,00% Abgang durch
Verkauf in 2012
Sonstige** 533 1.273 2,50% 10,49%
(Vorjahr:
10,82%)
2,0%
(Vorjahr 1,5%)
3,5%
(Vorjahr 10,9%)
Vergangenheit
und zukünftiges
Marktwachstum

* inkl. R3 T nach Verschmelzung

** Abgang Romaric Automation Design Inc. in 2012

Bei der CGU AIS überstieg der "Fair value less cost to sell" den Buchwert um 3.145 T€. Eine Verminderung des durchschnittlichen Umsatzwachstums auf 0,5 %, eine Reduzierung der Wachstumsrate auf -0,3 % oder ein Anstieg des Diskontierungszinses auf 12,02 % würde diesen übersteigenden Betrag aufzehren.

Wertminderungstests für das Geschäftsjahr 2012 führten zu einem Wertminderungsbedarf des Goodwill der Konzerngesellschaft Romaric Automation Design Inc. in Höhe von 460 T€ im Segment Software.

Im Vorjahr wurden Wertminderungen bei der Roth & Rau B.V. in Höhe von 14.855 T€, für die AIS Automation Dresden GmbH in Höhe von 2.536 T€ und für die - unter den sonstigen ausgewiesene - Tecnifinico S.r.l. i.L. in Höhe von 825 T€ durchgeführt.

10.1.1.2 Überleitung Geschäfts- oder Firmenwert

Im Ergebnis stellt sich die Überleitungsrechnung für den Geschäfts- oder Firmenwert (Goodwill) wie folgt dar:

31.12.2012 31.12.2011
22.827 40.659
-1.769 1.769
3 15
750 -1.400
-460 -18.216
21.351 22.827

Der Goodwill aus dem Erwerb der Ortner – Gruppe erhöhte sich im laufenden Geschäftsjahr aufgrund nachträglicher Kaufpreiszahlungen ("Earn-Out") um 750 T€. Der Kaufpreis für den Erwerb der Ortner-Gruppe war gemäß Unternehmenskaufvertrag aus dem Jahr 2009 abhängig von der Entwicklung der After Sales-Umsätze in den Jahren 2009 bis 2011 in der Roth& Rau-Gruppe.

10.1.1.3 Wertminderungstest andere Vermögenswerte

Die anderen immateriellen Vermögenswerte (Marke, Technologie, Kundenbeziehung, Auftragsbestand) werden grundsätzlich entsprechend ihrer Nutzungsdauer planmäßig abgeschrieben.

Die Produkte der Roth & Rau B.V. werden zukünftig unter dem Markennamen "Roth & Rau Cell & Coating Systems" vertrieben. Die Cash flows aus der Nutzung der Marken "DEPx" und "PixDro" sind demnach als unbedeutend einzuschätzen. Der Nutzungswert der Marken kann als nah an deren beizulegenden Zeitwert abzüglich der Verkaufskosten geschätzt werden und beträgt in beiden Fällen 0 T€. Der erzielbare Betrag der Marken kann demzufolge bestimmt werden, und die zahlungsmittelgenerierende Einheit, zu der die Marken gehören, wird nicht berücksichtigt. Daher wurden im Berichtsjahr die aktivierten Marken "DEPx" und "PixDro" der Roth & Rau B.V. (ehemals OTB Solar B.V.) im Umfang von insgesamt 812 T€ vollständig wertgemindert.

Im Vorjahr ergab sich aufgrund der verminderten Geschäftsaussichten im Photovoltaik-Markt für die beiden CGUs (DEPx und PixDro) der Roth & Rau B.V. ein Abwertungsbedarf in einer Gesamthöhe von 12.597 T€.

10.1.1.4 Entwicklungskosten

Im Berichtszeitraum wurden gemäß IAS 38 Entwicklungskosten für neue Produkte bzw. Produktionsverfahren in Höhe von 210 T€ (Vorjahr: 11.366 T€) aktiviert.

Im Rahmen der jährlichen Werthaltigkeitseinschätzung, ergab sich ein Anhaltspunkt, dass die selbstentwickelte Software aufgrund von Marktentwicklungen künftig nicht mehr verwertbar ist und somit wertgemindert sein könnte. Aufgrund dessen erfolgte eine formelle Schätzung des erzielbaren Betrages. Dafür wurde die Software der kleinsten Gruppe von Vermögenswerten als zahlungsmittelgenerierende Einheit zugeordnet, die den Vermögenswert enthält und Mittelzuflüsse erzeugt, die weitestgehend unabhängig von Mittelzuflüssen anderer Vermögenswerte oder einer Gruppe von Vermögenswerten sind. Die aus dem Werthaltigkeitstest resultierende Wertminderung der zahlungsmittelgenerierenden Einheit AIS beträgt für die Software 1.043 T€ und ist dem Segment Software zuzuordnen. Der erzielbare Betrag bestimmt sich durch Berechnung des Nutzungswerts. Zur Diskontierung der prognostizierten Cash-Flows wurde ein Vorsteuerzinssatz i.H.v. 11,49 % verwendet. Weitere wesentliche Annahmen waren ein Umsatzwachstum in einem Planungszeitraum von 5 Jahren in Höhe von 5,7 % sowie eine EBIT-Marge im letzten Planjahr in Höhe von 4,0 %.

Außerdem ergab sich für die zahlungsmittelgenerierende Einheit Roth & Rau AG im Geschäftsjahr ein Wertminderungsbedarf in Höhe von 783 T€ im Segment Photovoltaik Equipment. Die Überprüfung der Werthaltigkeit ergab, dass es sich hierbei um einen Vermögenswert handelt, der aufgrund der Bereinigung des Produktportfolios zukünftig keine positiven Cash-Flows generieren wird. Der Vermögenswert wurde daraufhin vollständig wertberichtigt.

Die Durchführung der Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten zielt auf eine Erweiterung der Produktpalette und die Erschließung neuer Tätigkeitsfelder ab. Dabei konzentrieren sich die Aktivitäten vor allem auf die Heterojunction-Technologie. Hierbei steht primär die Entwicklung von Anlagen und Prozessen zur Herstellung von Hocheffizienzzellen im Mittelpunkt. Die Technologieentwicklung im Bereich Heterojunction wurde bereits im Geschäftsjahr 2011 weitestgehend abgeschlossen. Im Geschäftsjahr 2012 konzentrierten sich die Aktivitäten auf den Bau von Forschungs- und Entwicklungsanlagen der Serie HELiA, welche zukünftig zur Weiterentwicklung der Technologie sowie zur Bemusterung genutzt werden sollen.

Die Entwicklung weiterer Produkte, wie zum Beispiel die Aluminiumoxid-Rückseitenpassivierung (iPERC) oder die Softwareprodukte der AIS Automation Dresden GmbH, wurde ebenfalls im Geschäftsjahr 2011 abgeschlossen, so dass im abgelaufenen Geschäftsjahr fast ausschließlich an der Verbesserung der Produkte gearbeitet wurde. Da Produktverbesserungen nicht aktivierungsfähig sind, sanken die aktivierten Entwicklungskosten deutlich.

Der in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Forschungs- und Entwicklungsaufwand im Geschäftsjahr 2012 betrug 26. 079 T€ (2011: 27.290 T€).

10.1.2 Sachanlagen

Die Entwicklung der Sachanlagen wird in Kapitel 10.1 ff. dargestellt.

Die Zugänge im Sachanlagevermögen setzen sich im Wesentlichen aus Investitionen im Zusammenhang mit der Herstellung verschiedener Forschungs-und Entwicklungsanlagen zusammen. So wurden im Bereich Heterojunction Maschinen der Serie HELiA im Wert von 7.706 T€ gebaut. Desweiteren wurde ein Prototyp der neuen Generation der Anlagenserie MAiA aktiviert. Außerdem wurde in den Bau eines neuen Produktionsgebäudes am Standort der Muegge GmbH in Reichelsheim in Höhe von 501 T€ investiert. Im Geschäftsjahr waren außerplanmäßige Abschreibungen auf nicht mehr nutzbare Vermögenswerte in Höhe von 1.271 T€ notwendig. Die Gebäude mit Buchwerten in Höhe von 22.492 T€ sind mit 3.125 T€ durch Grundschulden besichert.

10.1.3 Finanzanlagen

Die Entwicklung der Finanzanlagen wird in Kapitel 10.1 ff. dargestellt.

Bei den Finanzanlagen handelt es sich ausschließlich um den Anteil des nach der Equity-Methode konsolidierten Unternehmen Cober Muegge LLC in Höhe von 150 T€ (Vorjahr: 145 T€).

Der Anteil an den Gewinnen und Verlusten dieses Unternehmens wird, wie bereits unter Kapitel 7.2.3 erläutert, vom Zeitpunkt des Erwerbs an in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, der Anteil an den Veränderungen der Rücklagen in den Konzernrücklagen. Die kumulierten Veränderungen nach Erwerb werden gegen den Beteiligungsbuchwert verrechnet.

Nachfolgende Tabelle zeigt das anteilige Vermögen bzw. die anteiligen Schulden des nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmens Cober Muegge LLC in Norwalk, USA.

31.12.2012 50%
in € Cober Muegge
Kurzfristiges Vermögen 152.828
Kurzfristige Schulden 19.422
Erträge 140.228
Aufwendungen -137.537
Anteil am Gewinn und Verlust / Gesamtergebnis 2.691
31.12.2011 50%
in € Cober Muegge
Kurzfristiges Vermögen 168.945
Kurzfristige Schulden 26.182
Erträge 1.240.262
Aufwendungen -999.922

10.1.4 Sonstige finanzielle Vermögenswerte

Unter den sonstigen finanziellen Vermögenswerten werden mit 380 T€ die im Rahmen der Beteiligung am Mitarbeiteraktienprogramm von Meyer Burger erworbenen Aktien der Meyer Burger Technology AG und darüber hinaus geleistete Kautionen aus Mietverträgen und Forderungen aus einem Versicherungsvertrag ausgewiesen.

10.1.5 Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

Die Entwicklung der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien wird in Kapitel 10.1 ff. dargestellt.

Bei den als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien handelt es sich um das Grundstück und Gebäude "Gewerbering 10, Hohenstein-Ernstthal OT Wüstenbrand", die derzeit vermietet werden. Die Mieterträge beliefen sich im Jahr 2012 auf 42 T€ (Vorjahr: 39 T€). Instandhaltungsaufwendungen sind im Berichtsjahr nur in unwesentlichem Umfang angefallen.

Die Gebäude werden linear in Höhe von 4 % jährlich abgeschrieben. 2012 entstanden keine Kosten, die den Finanzinvestitionen direkt zugerechnet werden konnten.

10.1.6 Latente Steueransprüche

Die aktiven latenten Steuern werden unter 10.4.2 erläutert.

10.2 Kurzfristige Vermögenswerte

10.2.1 Vorräte

Die Position gliedert sich wie folgt:

in T€ 31.12.2012 31.12.2011
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 18.270 24.149
Unfertige Erzeugnisse 32.105 70.308
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen -8.862 -64.396
Fertige Erzeugnisse und Waren 283 3.290
Geleistete Anzahlungen 4.260 8.786
Summe 46.056 42.137
Abwertung per
31.12.2012 in T€
Restbuchwert
zum 31.12.2012
Buchwert vor
Abwertung
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 3.280 18.270 21.550
Unfertige Erzeugnisse 21.712 32.105 53.817
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 0 -8.862 -8.862
Fertige Erzeugnisse und Waren 0 283 283
Geleistete Anzahlungen 0 4.260 4.260
Summe 24.992 46.056 71.048

In nachfolgender Tabelle wird die Entwicklung der Vorräte zu Buchwerten dargestellt:

Im Rahmen der Durchführung von Reichweitenanalysen wurden Wertminderungen auf Roh,- Hilfsund Betriebsstoffe in Höhe von 3.280 T€ vorgenommen (2011: 237 T€).

Im Berichtsjahr erfolgten bei den unfertigen Erzeugnissen zusätzliche Abwertungen in Höhe von 4.372 T€ (2011: 15.324 T€). Dies betrifft im Wesentlichen Abwertungen auf Anlagen, die für einen chinesischen Kunden gefertigt wurden, deren Abnahme allerdings als unsicher erscheint, sowie Abwertungen auf Anlagen der Serie DEPx der Roth & Rau B.V., deren Veräußerung zu einem Preis wahrscheinlich ist, der unter den ursprünglichen Herstellkosten liegt. Per Saldo haben sich die Abwertungen auf Unfertige Erzeugnisse um 299 T€ gegenüber dem Vorjahr vermindert.

10.2.2 Forderungen und Verbindlichkeiten aus Auftragsfertigung

Die Posten gliedern sich wie folgt:

in T€ 31.12.2012 31.12.2011
AKTIVA
Forderungen 10.699 49.033
./. Erhaltene Anzahlungen -8.600 -37.644
2.099 11.389
PASSIVA
Verbindlichkeiten 12.202 6.656
./. Erhaltene Anzahlungen -19.234 -7.511
-7.032 -855

Der Ausweis der Aufträge erfolgt unter den "Forderungen aus Auftragsfertigung" . Soweit Anzahlungen die kumulierte Leistung übersteigen, erfolgt der Ausweis passivisch unter den "Verbindlichkeiten aus Auftragsfertigung" bzw. den "erhaltenen Anzahlungen".

Bei laufenden Kundenprojekten wurde ein voraussichtlicher Verlust in Höhe von 1.507 T€ berücksichtigt.

Fertigungsaufträge in Bearbeitung 31.12.2012 31.12.2011
in T€
Realisierte Teilumsätze 22.901 55.689
Erhaltene Anzahlungen -27.834 -45.155
Saldo -4.933 10.534
Bilanzausweis Aktiva 2.099 11.389
Bilanzausweis Passiva -7.032 -855
Saldo -4.933 10.534
Kosten 19.471 45.560
Teilgewinn 4.937 11.497
Antizipierte Verluste -1.507 -1.368
22.901 55.689

Die Position gliedert sich wie folgt:

in T€ 31.12.2012 31.12.2011
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 14.997 28.258
Sonstige Forderungen und finanzielle Vermögenswerte 3.755 6.665
Summe 18.752 34.923

10.2.3 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betragen 45.986 T€ (Vorjahr: 65.411 T€) und werden abzüglich der gebildeten Wertberichtigung von 30.989 T€ (Vorjahr: 37.153 T€) mit 14.997 T€ saldiert ausgewiesen (Vorjahr: 28.258 T€). Sie haben eine Laufzeit von weniger als einem Jahr. Einzelwertberichtigungen werden entsprechend der Einschätzung des Vorstands vorgenommen. Als Kriterien hierbei werden Überfälligkeit und Bonitätsabfragen bei externen Instituten herangezogen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr resultieren die Einzelwertberichtigungen im Wesentlichen aus Zahlungsschwierigkeiten einzelner Kunden sowie aus Forderungen an Kunden, welchen sich im Liquidations- bzw. Insolvenzverfahren befinden.

Die in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erfassten Wertberichtigungen stellen sich insgesamt wie folgt dar:

in T€ Stand 01.01. Ausbuchung als
Forderungsverlust
Auflösung aufwandswirksame
Zuführung
Stand 31.12.
Einzelwertberichtigung
Portfoliobasierte
36.985 8.658 773 3.412 30.966
Wertberichtigung 168 134 12 1 23
Summe 37.153 8.792 785 3.413 30.989

Im Geschäftsjahr wurden bei den Einzelwertberichtigungen Zuführungen in Höhe von 3.412 T€ durchgeführt. Darin sind im Wesentlichen Einzelwertberichtigungen aus ehemaligen Turnkey-Projekten in Höhe von 2.150 T€ enthalten, die unter den Verlusten aus Wertminderungen des Umlaufvermögens in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst wurden.

Fremdwährungsforderungen bestanden zum Abschlussstichtag in Höhe von 369 T€ (Vorjahr: 8.865 T€). Die Bewertung der Fremdwährungsforderungen erfolgte zum Stichtagskurs. Sie umfassen eine Vielzahl von Einzelposten. Wesentliche Abweichungen zwischen den Bilanzwerten und den Zeitwerten ergeben sich nicht.

Die sonstigen Forderungen setzen sich wie folgt zusammen:

in T€ 31.12.2012 31.12.2011
Debitorische Kreditoren 164 1.034
Abgegrenzte Forschungs- und Entwicklungszuschüsse 1.007 1.820
Forderungen Investitionszulagen 0 265
Abgegrenzte Zinsforderungen 36 0
Abgegrenzte Boni 0 0
Finanzderivate 83 0
Forderungen gegen Versicherungen 920 1.147
Aktive Rechnungsabgrenzungsposten 745 793
Sonstige 800 1.606
Summe 3.755 6.665

Zu den anderen Finanzinstrumenten verweisen wir auf Kapitel 7.5.21.ff. sowie 10.6.

10.2.4 Laufende Steuerforderungen

Bei den laufenden Steuerforderungen handelt es sich um Steuererstattungsansprüche aus Steuern vom Einkommen und Ertrag sowie aus Umsatzsteuern.

in T€ 31.12.2012 31.12.2011
Forderungen Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 1.979 2.506
Forderungen Umsatzsteuer 1.066 1.188
Summe 3.045 3.694

10.2.5 Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte

Bei den zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten handelt es sich um zwei technische Anlagen, welche im 1. Halbjahr 2013 verkauft werden sollen. Die Bewertung erfolgte zum Buchwert bzw. zum niedrigeren Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten.

10.2.6 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

in T€ 31.12.2012 31.12.2011
Kasse 16 21
Bank 22.297 29.949
Summe 22.313 29.970

Der Posten Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente enthält neben dem Kassenbestand die kurzfristigen Bankeinlagen mit Laufzeiten von weniger als drei Monaten.

10.3 Eigenkapital

Für nähere Informationen zur Veränderung des Eigenkapitals der Roth & Rau-Gruppe im Geschäftsjahr 2012 wird auf die Eigenkapitalveränderungsrechnung verwiesen.

10.3.1 Grundkapital

Das Grundkapital betrug am 31. Dezember 2012 16.207 T€ (31. Dezember 2011: 16.207 T€) und war unverändert in 16.207.045 auf den Inhaber lautende nennwertlose Stückaktien eingeteilt. Alle Stückaktien sind voll eingezahlt bzw. wurden durch Sacheinlage erbracht.

10.3.2 Kapitalrücklage

Die Kapitalrücklage veränderte sich im Berichtszeitraum um 10 T€, auf Grund der Bewertung des Equity-Settled-Anteils der Phantom Stock Options, welcher in der Kapitalrücklage enthalten ist, mit 130 T€ (Vorjahr: 120 T€).

10.3.3 Gewinnrücklagen

Die Gewinnrücklagen werden unverändert zum Vorjahr mit 6.041 T€ ausgewiesen. In 2012 werden keine Einstellungen im Sinne des § 58 AktG vorgenommen.

Innerhalb der Gewinnrücklage werden Anteile an herrschenden Unternehmen der Roth & Rau AG im Sinne des § 272 Abs. 4 HGB in Höhe von 346 T€ ausgewiesen.

10.3.4 Andere Rücklagen

In den anderen Rücklagen wurden im Vorjahr die Wertänderungen der zur Veräußerung verfügbaren Wertpapiere einschließlich der darauf zu berechnenden latenten Steuern erfolgsneutral ausgewiesen.

in T€ Cash Flow Hedge Available for Sale Unterschied aus
Währungsumrechnung
Summe
Stand 01.01.2012
Zuführung
0
0
0
0
44
0
44
0
Entnahmen /
Entkonsolidierung
0 0 -44 -44
Veränderung der
latenten Steuern
0 0 0 0
Stand 31.12.2012 0 0 0 0
in T€ Cash Flow Hedge Available for Sale Unterschied aus
Währungsumrechnung
Summe
Stand 01.01.2011 0 8 49 57
Zuführung 0 -10 -5 -15
Entnahmen 0 0 0 0
Veränderung der
latenten Steuern
0 2 0 2
Stand 31.12.2011 0 0 44 44

10.3.5 Konzern-Bilanzverlust

Der Konzern-Bilanzverlust entwickelte sich wie folgt:

in T€ 31.12.2012 31.12.2011
Verlustvortrag 01.01. (Vorjahr: Gewinnvortrag)
Den Aktionären der Roth & Rau AG zustehendes Ergebnis
-99.950
-40.615
21.935
-121.885
Konzernbilanzverlust -140.565 -99.950

10.4 Langfristige Schulden

31.12.2012 davon Restlaufzeit 31.12.2011 davon Restlaufzeit
in T€ Gesamt bis 1
Jahr
von 1
bis 5
Jahre
über
5
Jahre
Gesamt bis 1
Jahr
von 1
bis 5
Jahre
über 5
Jahre
Finanzverbindlichkeiten gesamt 3.525 400 3.125 0 7.235 600 2.135 4.500
Schuldscheindarlehen 2.000 0 2.000 0 5.000 0 500 4.500
SSD (5-Y Floating) - Roth & Rau AG 500 0 500 0 500 0 500 0
SSD (7-Y Floating) - Roth & Rau AG 0 0 0 0 3.000 0 0 3.000
SSD (7-Y Fix) - Roth & Rau AG 1.500 0 1.500 0 1.500 0 0 1.500
Gegenüber Kreditinstituten 1.525 400 1.125 0 2.125 600 1.525 0
Sparkasse Chemnitz - Roth & Rau AG 0 0 0 0 100 100 0 0
BW Bank - Roth & Rau AG 0 0 0 0 100 100 0 0
BW Bank (Zinsswap) - Roth & Rau AG 400 400 0 0 800 400 400 0
Sparkasse Langen-Seligenstadt
- Muegge GmbH
716 0 716 0 716 0 716 0
Sparkasse Langen-Seligenstadt
- Muegge GmbH
409 0 409 0 409 0 409 0
Sonstige - R³T GmbH 0 0 0 0 110 0 110 0

10.4.1 Langfristige und kurzfristige Darlehen gegenüber Kreditinstituten

Schuldscheindarlehen

Derzeit steht ein variabel verzinsliches Schuldscheindarlehen mit nominal 500 T€ (Vorjahr: 3.500 T€) mit einer Laufzeit bis 2015 aus.

Das fest verzinsliche Schuldscheindarlehen über nominal 1.500 T€ (Vorjahr: 1.500 T€) hat eine Laufzeit bis 2017.

Beide Schuldscheindarlehen haben eine endfällige Tilgungsstruktur.

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

Darlehensverbindlichkeiten in Höhe von 400 T€ (Vorjahr: 1.000 T€) haben eine vierteljährliche Tilgungsvereinbarung. Die verbleibenden Darlehen haben jeweils eine endfällige Tilgungsstruktur.

Darlehensverbindlichkeiten in Höhe von 1.125 T€ (Vorjahr: 2.125 T€), welche der Finanzierung von Betriebsimmobilien dienen, sind durch Grundpfandrechte besichert.

Derzeit verfügt die Roth & Rau-Gruppe über bilaterale Avalkreditlinien in Höhe von 42.000 T€, welche durch die Meyer Burger Technology AG über deutsche Banken zur Verfügung gestellt werden. Darüber hinaus hat die Meyer Burger Technology AG mit Wirkung zum 10. Januar 2012 eine harte Patronatserklärung zu Gunsten der Roth & Rau-Gruppe ausgestellt, mittels derer eine Liquiditätszuführung seitens der Meyer Burger Technology AG bis zu einem Höchstbetrag von 50.000 T€ im Bedarfsfall entsprechend sichergestellt ist. Weiterhin bestehen zusätzliche bilaterale Avalkreditlinien in Höhe von 805 T€.

Sämtliche Finanzverbindlichkeiten, mit Ausnahme der bestehenden Immobiliendarlehen, sowie die Avalkreditlinien der Meyer Burger Technolog AG werden auf ungesicherter Basis zur Verfügung gestellt. Sie unterliegen, mit Ausnahme der bestehenden Schuldscheindarlehen, keinen Financial Covenants.

Abweichend zum Vorjahr ist bis auf weiteres nur ein Teilbetrag in Höhe von 400 T€ (Vorjahr: 1.300 T€) der variabel verzinslichen Finanzverbindlichkeiten durch entsprechende Zinssicherungsgeschäfte (Zinsswaps) gesichert.

Die Finanzverbindlichkeiten werden zu ihren fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode angesetzt.

10.4.2 Latente Steueransprüche und -verbindlichkeiten

Die aktiven und die passiven latenten Steuern entfallen auf Ansatz- und Bewertungsunterschiede bei den Bilanzpositionen und auf steuerliche Verlustvorträge wie folgt:

in T€ 31.12.2012 31.12.2011
aktiv passiv aktiv passiv
Anlagevermögen 53 7.479 1.239 10.272
Forderungen 20 1.038 1.463 5.435
Rückstellungen 4 27 2.217 83
Vorräte 1.982 0 4.218 0
Sonstiges 0 0 35 1.232
Verbindlichkeiten 0 1.755 1.161 4.317
Verlustvorträge 4.959 0 6.015 0
Summe vor Saldierung 7.018 10.299 16.348 21.339
Saldierung -6.076 -6.076 -15.933 -15.933
Bilanzausweis 942 4.223 415 5.406

Von den latenten Steueransprüchen in Höhe von 7.018 T€ (Vorjahr: 16.348 T€) sind 2.862 T€ (Vorjahr: 3.680 T€) als langfristig und 4.156 T€ (Vorjahr: 12.668 T€) als kurzfristig einzustufen.

Bei den latenten Steuerverbindlichkeiten in Höhe von 10.299 T€ (Vorjahr: 21.339 T€) sind 5.264 T€ (Vorjahr 3.570 T€) als langfristig und 5.035 T€ (Vorjahr: 17.769 T€) als kurzfristig zu klassifizieren. Eine aktive Steuerlatenz wurde in Höhe von 4.959 T€ (Vorjahr: 6.015 T€) für steuerliche Verlustvorträge gebildet von deren Nutzung ausgegangen wird. Auf Verlustvorträge von insgesamt 172.702 T€ (Vorjahr: 166.833 T€) wurden keine aktiven latenten Steuern gebildet, da zum Bilanzstichtag nicht von deren zukünftigen Nutzung ausgegangen wird.

Eine passive Steuerlatenz auf "outside basis differences" in Höhe von 13.263 T€ (Vorjahr: 11.445 T€) wurde aufgrund der Kontrolle des Mutterunternehmens über das Ausschüttungsverhalten und der Kontrolle über den Zeitpunkt der Umkehrung nicht angesetzt und somit eine vom Mutterunternehmen kontrollierbare "permanent difference" unterstellt.

Wir verweisen auf Kapitel 7.5.3. sowie 11.10.

10.4.3 Langfristige Rückstellungen

Unter den langfristigen Rückstellungen werden Rückstellungen für ein Mitarbeiterbeteiligungsprogramm in Höhe von 140 T€ (Vorjahr: 0 T€) sowie Pensionsrückstellungen in Höhe von 10 T€ (Vorjahr: 38 T€) ausgewiesen. Wir verweisen auf die nachfolgenden Kapitel 10.4.3.1 ff.

10.4.3.1 Aktienbasierte Vergütungen

Zur Förderung der wirtschaftlichen Zielerreichung hat die Roth & Rau AG als langfristiges Vergütungsinstrument ein aktienbasiertes Vergütungsprogramm (Phantom Stock Programm, PSP) aufgelegt, das Führungskräfte und ausgewählte Mitarbeiter zum Bezug einer aktienbasierten Vergütung berechtigt. Die virtuellen Optionen können in bis zu fünf Tranchen aufgelegt werden. Die Zuteilung erfolgt zwölf Monate nach Zuteilung der jeweils vorangegangenen Tranche. Die Ausübung der jeweiligen Tranche ist nach Ablauf einer Sperrfrist von zwei Jahren (Erdienungszeitraum) möglich und erfolgt je nach Ausgestaltung des Programms in bar oder durch Ausgabe von Aktien. Bei Ausübung der virtuellen Optionen ist die Roth & Rau AG zur Auszahlung oder zur Aktienausgabe der Wertdifferenz verpflichtet, die sich aus der Differenz zwischen dem zu Beginn des Optionsprogramms festgelegten Basiskurs und dem durchschnittlich, nicht gewichteten Aktienschlusskurs (Ausübungskurs) der letzten 60 Handelstage vor Ausübung der Phantom Stocks einer Tranche ergibt. Zugeteilte Phantom Stocks einer Tranche gelten zum ersten Handelstag an der Frankfurter Wertpapierbörse nach Ablauf der jeweiligen Sperrfrist als ausgeübt, wenn die Ausübungshürde erreicht worden ist. Die Phantom Stocks können nur ausgeübt werden, wenn der Ausübungskurs um 10 % p.a. seit Zuteilung der jeweiligen Tranche höher ist als der Basispreis (Ausübungshürde). Zur Begleichung der Verpflichtung aus aktienbasierten Optionen werden im Falle einer Ausübung Aktien erworben und für ein weiteres Jahr in ein Sperrdepot einer Depotbank zugunsten des Teilnehmers eingebucht.

Dabei darf die Summe der so ermittelten Brutto-PSP-Gewinne aller Teilnehmer der ersten Tranche einen Gewinn von 1.000 T€ nicht übersteigen, ansonsten sind sie betragsratierlich pro Teilnehmer zu kürzen. Diese Regelung gilt auch für die nachfolgenden Tranchen zwei bis fünf.

Die Roth & Rau AG hat am 1. September 2008 57.000 Optionsrechte als erste Tranche, am 1. September 2009 66.000 Optionsrechte als zweite Tranche und am 1. September 2010 102.000 Optionsrechte als dritte Tranche ausgegeben. Der festgelegte Basispreis betrug 32,69 € (erste Tranche), 22,61 € (2. Tranche) bzw. 23,53 € (3. Tranche). Die erste und zweite Tranche sind in 2010 bzw. in 2009 und die dritte Tranche im Berichtsjahr ausgelaufen. Die jeweiligen Optionen sind wegen Nichterreichens der Ausübungshürde verfallen.

Zum 1. September 2012 wurde keine neue Tranche aufgelegt.

Die folgende Tabelle zeigt die Veränderung der ausstehenden Phantom Stock Options der ersten bis dritten Tranche.

31.12.2012 31.12.2012 31.12.2011 31.12.2011
cash-settled equity-settled cash-settled equity-settled
Anzahl Anzahl Anzahl Anzahl
Stand zu Beginn des Berichtsjahres 28.000 14.000 78.000 84.000
Gewährt 0 0 0 0
Verwirkt -24.000 -14.000 -45.000 -17.000
Verfallen -4.000 0 -5.000 -53.000
Ausgeübt 0 0 0 0
Stand am Ende der Periode 0 0 28.000 14.000

Aufgrund der Personalfluktuation ergeben sich im Berichtszeitraum 4.000 verfallene Optionen. Folgende Bewertungsparameter liegen der unter Kapitel 1.5.17 erläuterten Berechnung zugrunde:

Anteil Anzahl der vss. Innerer Wert je Zeitwert Auszahlungs Kapital
Equity-Settled Unverfallbaren Option in € = je Option verpflichtung rücklage zum
Optionen Auszahlungsbetrag in € 31.12.2012
in T€
Tranche 2008 0 0 0,000 0 52
Tranche 2009 0 0 0,000 0 51
Tranche 2010 0 0 0,000 0 27

Aus dem Optionsprogramm wurde im Berichtsjahr insgesamt ein Aufwand für die Erhöhung der Kapitalrücklage von 10 T€ (Vorjahr: 20 T€) erfasst, der unter den Personalaufwendungen

ausgewiesen wird. Weiterhin wurde im Berichtsjahr ein Ertrag aus Auflösung in Höhe von 3 T€ (Vorjahr: 2 T€) sowie ein Aufwand aus Zuführung von 0 T€ (Vorjahr: 1 T€) der langfristigen Rückstellung erfasst. Der aktienbasierte Anteil wird in der Bilanz im Eigenkapital in der Kapitalrücklage ausgewiesen.

10.4.3.2 Pensionsverpflichtung

Die Roth & Rau-Gruppe hat neben den eigenen leistungsorientierten Pensionsplänen auch leistungsorientierte Pensionspläne im Rahmen des Erwerbs der AIS Automation Dresden GmbH und der Roth & Rau Muegge GmbH übernommen. Die Pensionszusagen der Roth & Rau AG und der AIS Automation Dresden GmbH wurden in den Vorjahren durch Auslagerung auf die Deutsche Pensionsfonds AG (DPAG) gem. § 3(66) EStG und die Unterstützungskasse ZDHUK gem. § 4d EStG übertragen. Die Finanzierung erfolgte jeweils durch Zahlung eines Einmalbetrages, wodurch alle Pensionsansprüche vollständig fondsfinanziert sind.

Zusätzlich wurden für Herr Bovenschen und Herr Hengst Pensionszusagen gewährt, deren Finanzierung über eine Unterstützungskasse erfolgt. Die Pensionszusage von Herrn Bovenschen wurde aufgrund seines Ausscheidens beitragsfrei und unverfallbar gestellt. Für Herrn Dr. Roth wurde im Vorjahr aufgrund seines Ausscheidens ein Einmalbetrag für die Übertragung des Vermögens der Unterstützungskasse auf die Deutsche Pensionsfonds AG und die vorzeitige Ablösung des bis dato bestehenden Versicherungsvertrags gegenüber der Unterstützungskasse geleistet. Da einige wenige Risiken in der Roth & Rau-Gruppe verbleiben, ist weiterhin eine Defined Benefit Liability zu bilanzieren. Der Aktivüberhang des Planvermögens über die Pensionsrückstellung wird für die Roth & Rau AG, die AIS Automation Dresden GmbH und die Roth & Rau Muegge GmbH in Höhe von 100 T€ (Vorjahr: 233 T€) unter den sonstigen Forderungen mit 110 T€ (Vorjahr: 271 T€) und unter den langfristigen Rückstellungen mit 10 T€ (Vorjahr: 38 T€) ausgewiesen.

Die Berechtigten haben entsprechend der vereinbarten Pensionspläne mit Erreichen der Altersgrenze einen Anspruch auf eine monatliche Rente bzw. auf Antrag eine einmalige Kapitalabfindung zu bekommen. Im Fall einer Berufsunfähigkeit erhalten die Berechtigten eine monatliche Berufsunfähigkeitsrente bis zum Zeitpunkt des Eintritts der lebenslangen Altersrente. Im Todesfall des Berechtigten erhalten die Hinterbliebenen aus der Hinterbliebenenrenten-Zusatzversicherung eine monatliche garantierte Hinterbliebenenrente.

Die monatliche Altersrente ist abhängig vom vertraglich vereinbarten Prozentsatz des garantierten Jahresgrundgehaltes zum Zeitpunkt des vertraglich festgelegten Renteneintrittsalters. Wird das vertraglich vereinbarte garantierte Jahresgrundgehalt angehoben, verpflichtet sich die Gesellschaft, die Bemessungsgrundlage entsprechend anzuheben.

Es erfolgten im Berichtsjahr keine Zahlungen an die gesetzlichen Rentenversicherungsträger für die Vorstände und diverse Gründungsmitglieder, da keine gesetzliche Rentenversicherungspflicht für diese Personen besteht. Bezüglich der geleisteten Beiträge an die gesetzliche Rentenversicherung für die Mitarbeiter wird auf Kapitel 11.6 Personalaufwand verwiesen.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die zugrunde liegenden versicherungsmathematischen Angaben der bilanzierten Pensionsverpflichtungen:

in % 31.12.2012 31.12.2011
Zinssatz 3,80 5,00
Rententrend 2,00 2,00
Fluktuationsrate 0,00 0,00
Erwartete Erträge aus Planvermögen 5,00 5,00
Gehaltstrend 0,00 0,00

Als Rechnungsgrundlage dienten im Berichtsjahr und im Vorjahr die Richttafeln 2005 G von Dr. Klaus Heubeck.

Zusammensetzung der Pensionsrückstellungen

in T€ 31.12.2012 31.12.2011
Defined benefit obligation am Jahresende 5.481 4.305
Nicht berücksichtigte versicherungsmathematische Gewinne/Verluste -884 -458
Abzgl. Zeitwert Planvermögen -4.865 -4.299
Anpassung wegen Vermögenswertbegrenzung 168 219
Rückstellungswert (Aktivüberhang) -100 -233
Rückstellungswert 10 38
Aktivwert -110 -271

Die Entwicklung des Barwerts der Pensionsverpflichtung geht aus der folgenden Tabelle hervor:

in T€ 31.12.2012 31.12.2011
Stand 01.01. 4.305 3.023
Dienstzeitaufwand 106 104
Zinsaufwand 218 166
gezahlte Versorgungsleistungen -197 -7
nachverrechneter Dienstzeitaufwand 0 935
Settlement -41 -296
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste 1.090 130
Unternehmenszusammenschlüsse 0 250
Stand zum 31.12. 5.481 4.305

Die folgende Tabelle zeigt die Ermittlung des Jahresaufwands der zum 31. Dezember 2012 bilanzierten Rückstellung.

in T€ 31.12.2012 31.12.2011
Dienstzeitaufwand 106 104
Zinsaufwand 218 166
Erwarteter Ertrag -217 -192
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 0 935
Erfassung versicherungsmathematischer Gewinne/ Verluste 84 295
Effekt aus Planabgeltung 28 -275
Effekt aus der Korrektur der Vermögenswertbegrenzung 83 75
Stand zum 31.12. 302 1.108

In der Gewinn- und Verlustrechnung werden der laufende Dienstzeitaufwand, der Effekt aus der Korrektur der Vermögenswertbegrenzung und die versicherungsmathematischen Gewinne/ Verluste in den Aufwendungen für Altersversorgung, der Zinsaufwand und der erwartete Ertrag aus dem Planvermögen im Finanzergebnis ausgewiesen.

Das Planvermögen besteht mit einem beizulegenden Zeitwert von 4.865 T€ (31. Dezember 2011: 4.299 T€). Die Beitragszahlungen erfolgen in voller Höhe aus Arbeitgeberbeiträgen.

Die Entwicklung des beizulegenden Zeitwerts wird aus der nachfolgenden Tabelle ersichtlich:

in T€ 31.12.2012 31.12.2011
Stand 01.01. 4.299 3.206
Erwarteter Ertrag 217 192
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste 419 -177
Unternehmenzusammenschlüsse 0 250
gezahlte Versorgungsleistungen -197 -7
Effekt aus Planabgeltung -70 -21
Beitragszahlungen 197 856
Stand zum 31.12. 4.865 4.299

Der erwartete Ertrag aus dem Planvermögen ergibt sich aus der erwarteten Vermögensentwicklung der im Pensionsfond und der Unterstützungskasse angelegten Mittel.

Der tatsächliche Ertrag aus dem Planvermögen ergibt sich aus folgender Tabelle:

in T€ 31.12.2012 31.12.2011
Erwarteter Ertrag aus Planvermögen 217 192
Versicherungsmathematische Gewinne/ Verluste 419 -177
Tatsächlicher Ertrag aus Planvermögen 636 15

Folgende Beträge wurden für die laufende Berichtsperiode und die vorangegangenen Berichtsperioden für die leistungsorientierten Pläne angesetzt.

in T€ 2012 2011 2010 2009 2008
Barwert der Verpflichtung 5.481 4.305 3.023 2.539 2.285
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens 4.865 4.299 3.206 2.877 2.223
Fehlbetrag/ (Überschuss) des Plans 616 6 -183 -338 62
Erfahrungsbedingte Anpassung der
Planverpflichtung
231 103 54 72 22
Erfahrungsbedingte Anpassung des
Planvermögens
419 -177 -128 148 9

Für 2013 erwarten wir für die Defined Benefit Plans Zahlungen an die Unterstützungskasse in Höhe von 180 T€ (Vorjahr: 107 T€).

10.4.3.3 Mitarbeiteraktien (anteilsbasierte Vergütung)

Der Verwaltungsrat der Meyer Burger Technology AG hat im Dezember 2009 einen Mitarbeiteraktienbeteiligungsplan erlassen. Unter diesen Plan sollen ab 2012 auch ausgewählten Mitgliedern des Managements der Roth & Rau-Gruppe börsennotierte Aktien zugeteilt werden. Damit soll den Teilnehmern die Möglichkeit geboten werden, an der Wertsteigerung der Gesellschaft zu partizipieren. Die Teilnahme am Plan ist freiwillig.

Die Meyer Burger Technology AG hat am 5. April 2012 an die Roth & Rau-Gruppengesellschaften 67.467 Aktien ausgegeben.

Die erworbenen Aktien werden für die Dauer der Haltefrist von 24 Monaten jeweils auf einem separaten Sperrdepot gehalten. Erst im Anschluss an die Haltefrist erfolgt die Übertragung der Aktien auf das jeweilige Teilnehmerdepot. Das zivilrechtliche Eigentum geht erst nach Ablauf der Haltefrist auf die Mitarbeiter über. Während der Haltefrist stehen den Mitarbeitern weder Verfügungs- und Stimmrechte noch Dividendenberechtigungen zu.

Für den bereits im Zuteilungszeitpunkt in Form eines steuerfreien Nettolohneinbehalts durch die Mitarbeiter geleisteten Erwerbspreises wurde eine sonstige Verbindlichkeit in Höhe von 1 T€ passiviert.

Folgende Bewertungsparameter liegen der unter Kapitel 7.5.18 erläuterten Berechnung zugrunde:

Aktienausgabe 2012

Ausgabemonat April 2012
Ablaufmonat der Vesting-Periode März 2014
Laufzeit ab Ausgabedatum 2 Jahre
Restlaufzeit zum Bewertungsstichtag 15
Monate
Erwartete Dividenden 0
Maßgeblicher Börsenkurs der Meyer Burger Aktie
zum Bilanzstichtag
6,76 CHF
Maßgeblicher Börsenkurs der Meyer Burger Aktie
zum Gewährungstag
13,70 CHF
Nennwert je Aktie zum Gewährungstag 0,05 CHF
Marktwert abzüglich Nennwert je Aktie zum Gewährungstag 13,65 CHF
Maßgeblicher Börsenkurs der Meyer Burger Aktie
zum Bilanzstichtag
5,60
Maßgeblicher Börsenkurs der Meyer Burger Aktie
zum Gewährungstag
11,42
Nennwert je Aktie zum Gewährungstag 0,04 €
Marktwert abzüglich Nennwert je Aktie zum Gewährungstag 11,38 €
Anteil
Cash-Settled
Anzahl der vss.
Unverfallbaren
Aktien
Innerer Wert je
Option in € =
Auszahlungsbetrag
Fair Value
je Aktie in
Auszahlungs
verpflichtung
Rückstellung
zum
31.12.2012 in
T€
Ausgabe 2012 67.467 0 5,60 0 140

Aus dem Mitarbeiterbeteiligungsprogramm wurde im Berichtsjahr insgesamt ein Aufwand für die Zuführung der langfristigen Rückstellung in Höhe von 140 T€ (Vorjahr: 0 T€) erfasst, der unter den Personalaufwendungen ausgewiesen wurde.

10.5 Kurzfristige Schulden

10.5.1 Verbindlichkeiten aus Auftragsfertigung

Verbindlichkeiten aus Auftragsfertigung siehe Kapitel 10.2.2.

10.5.2 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten

in T€ 31.12.2012 31.12.2011
*
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 15.786 19.029
Sonstige Verbindlichkeiten 9.985 23.110
Summe 25.771 42.139
* Vorjahreswerte angepasst

Die Position gliedert sich wie folgt:

Aufgrund der geringeren Geschäftstätigkeit reduzierten sich die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um 3.243 T€ auf 15.786 T€. Sie weisen alle eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr auf. Fremdwährungsverbindlichkeiten bestanden zum Abschlussstichtag in Höhe von 2.112 T€ (Vorjahr: 2.161 T€), deren Bewertung zum Stichtagskurs erfolgte.

Unter den sonstigen Verbindlichkeiten werden nunmehr die im Vorjahr unter den sonstigen Rückstellungen ausgewiesenen Aufwendungen für Personal in Höhe von 5.431 T€ (Vorjahr 4.858 T€) und ausstehende Rechnungen/Leistungen in Höhe von 2.558 T€ (Vorjahr 12.088 T€) dargestellt.

Die Verbindlichkeiten für ausstehende Rechnungen und Leistungen betreffen hauptsächlich Verkaufsprovisionen und noch ausstehende Material- bzw. Fremdleistungsrechnungen. Die Verbindlichkeiten im Personalbereich resultieren im Wesentlichen aus Überstunden, Tantiemen und Urlaub. Die Veränderung gegenüber dem Vorjahr in Höhe von 573 T€ steht im Zusammenhang mit Kosten- und Strukturoptimierungen.

Die sonstigen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

in T€ 31.12.2012 31.12.2011 *
Finanzinstrumente
Kreditorische Debitoren 154 2.209
Derivative Finanzinstrumente 12 111
Übrige Finanzinstrumente 1.532 2.394
1.698 4.714
Übrige
Passive Rechnungsabgrenzung 22 40
Ausstehende Eingangsrechnungen 2.558 12.088
Verbindlichkeiten Personal 5.707 6.268
8.287 18.396
Summe 9.985 23.110

* Vorjahreswerte angepasst

Die sonstigen Verbindlichkeiten haben alle eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

10.5.3 Erhaltene Anzahlungen

Die Position gliedert sich wie folgt:

in T€ 31.12.2012 31.12.2011
Insgesamt 51.400 122.459
Davon fällig vor Ablauf eines Jahres 51.400 122.457
Davon gesichert durch Bankbürgschaften 14.190 15.931
Davon mit Forderungen saldiert 8.600 37.644
Davon mit Verbindlichkeiten saldiert 19.234 7.511
Davon auf Passivseite ausgewiesen 14.704 12.908

10.5.4 Kurzfristige Darlehen

Die kurzfristigen Darlehen setzen sich aus den Tilgungsbeträgen des Jahres 2013 der langfristigen Darlehen mit 400 T€ (Vorjahr: 600 T€) zusammen. Des Weiteren wurden 19.231 T€ als kurzfristige Darlehen von der Meyer Burger Technology AG aufgenommen. Wir verweisen auf Kapitel 10.4.1.

10.5.5 Laufende Steuerverbindlichkeiten

Die Position enthält im Wesentlichen die erwartete Nachzahlung aus Ertragsteuern in Höhe von 2.830 T€ (Vorjahr: 2.898 T€) sowie für Umsatz- und Lohnsteuer in Höhe von 1.806 T€ (Vorjahr: 1.025 T€).

10.5.6 Kurzfristige Rückstellungen

in T€ Stand
01.01.2012
Abgang
Entkonsoli
dierung
Verbrauch Auflösung Zuführung Stand
31.12.2012
*
Sonstige
Rückstellungen
Nacharbeiten
1.356 0 531 718 603 710
Garantie 4.288 0 1.806 1.424 1.519 2.577
Vertragsabwicklung/
Schadenersatz
8.100 0 455 1.645 0 6.000
Steuerliche Risiken 6.147 0 0 0 0 6.147
Übrige 10.876 41 1.148 4.997 2.785 7.475
Summe 30.767 41 3.940 8.784 4.907 22.909

* Vorjahreswerte angepasst

Abweichend zum Vorjahr werden Rückstellungen für Personalkosten und ausstehende Rechnungen unter den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Wir verweisen dazu auf Kapital 10.5.2 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten.

Die Berechnung der Gewährleistungsrückstellung basiert auf historischen Gewährleistungsaufwendungen sowie Schätzungen bezüglich der zukünftigen Kosten. In die Höhe der Rückstellung gehen sowohl der tatsächlich angefallene Garantieaufwand der Vergangenheit ein als auch technische Informationen über Produktschwächen, die in der Konstruktions- und Testphase oder bei der Installation des Produkts entdeckt wurden. Der Abfluss der zurückgestellten Beträge wird innerhalb eines Jahres erwartet.

Die Rückstellung für Vertragsabwicklung/ Schadenersatz betrifft Risiken aus Rechtsstreitigkeiten. Mit ausgewählten Lieferanten haben die Roth & Rau AG und die Muegge GmbH in Vorjahren Rahmenverträge abgeschlossen, um die Produktion mittel- und langfristig abzusichern. Aufgrund des unerwarteten Auftragseinbruchs Mitte 2011 kam es zu Verzögerungen der Abrufe von Materialien und Vorprodukten. Für die drohende Pönale seitens der Lieferanten wurde die im Vorjahr in Höhe von 2.100 T€ gebildete Rückstellung im Berichtsjahr in Höhe von 455 T€ in Anspruch genommen und in Höhe von 1.645 T€ aufgelöst.

Unter den übrigen Rückstellungen werden eine Vielzahl von verschiedenen erkennbaren Einzelrisiken und ungewissen Verpflichtungen erfasst. Die Auflösung von 4.997 T€ betrifft im Wesentlichen Risiken aus schwebenden Absatzgeschäften, Schadensersatzleistungen sowie Rückstellungen für drohende Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit den Strukturmaßnahmen aus CRiSP (1.661 T€).

in T€ Stand
01.01.2011
Zugang
Akquisition
Verbrauch Auflösung Zuführung Stand
31.12.2011
*
Sonstige
Rückstellungen
Nacharbeiten
3.120 0 2.614 732 1.582 1.356
Garantie 5.590 0 3.348 441 2.487 4.288
Vertragsabwicklung/
Schadenersatz
8.327 0 0 2.327 2.100 8.100
Steuerliche Risiken 5.895 0 213 0 465 6.147
Übrige 1.266 0 929 566 11.105 10.876
Summe 24.198 0 7.104 4.066 17.739 30.767

Im Vorjahr stellten sich die kurzfristigen Rückstellungen wie folgt dar:

* Vorjahreswerte angepasst

10.6 Sonstige Angaben zu den Finanzinstrumenten

Zu den Finanzinstrumenten zählen originäre und derivative Finanzinstrumente.

Die originären Finanzinstrumente umfassen auf der Aktivseite hauptsächlich die Forderungen, die sonstigen finanziellen Vermögenswerte und die liquiden Mittel. Auf der Passivseite enthalten die originären Finanzinstrumente im Wesentlichen die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Verbindlichkeiten.

Der Bestand an originären und derivativen Finanzinstrumenten wird in der Bilanz ausgewiesen. Soweit bei den finanziellen Vermögenswerten Ausfallrisiken erkennbar sind, werden diese Risiken durch Wertberichtigungen erfasst.

Des Weiteren verwendet die Roth & Rau-Gruppe grundsätzlich auch derivative Finanzinstrumente, die zur Absicherung des Währungsrisikos eingesetzt werden. Die eingesetzten Devisentermingeschäfte beziehen sich auf die Kurssicherung wesentlicher Zahlungsströme in Fremdwährung aus dem operativen Geschäft. Die Roth & Rau-Gruppe sichert im Einzelfall in Abhängigkeit von der Bedeutung des Geschäftes Materialeinkäufe bzw. Anlagenverkäufe in Fremdwährung durch Devisentermingeschäfte. Zur Absicherung des Zinsrisikos werden Zinsswaps abgeschlossen, bei denen in festgelegten Zeitabständen die unter Bezugnahme auf einen vorab vereinbarten Nennbetrag ermittelte Differenz zwischen festverzinslichen und variabel verzinslichen Beträgen mit dem Vertragspartner getauscht werden. Mit diesen Zinsswaps wird die zugrunde liegende Verpflichtung abgesichert. Auf eine Anwendung von Hedge Accounting wurde wie im vorangegangenen Geschäftsjahr verzichtet.

Finanzinstrumente werden zunächst mit ihren Anschaffungskosten bewertet. Wertpapiere und börsennotierte sonstige Beteiligungen, die auf Basis beizulegender Werte gehalten werden, sind zum beizulegenden Zeitwert im Sinne des IAS 39 kategorisiert und erfasst. Wertänderungen werden im Finanzergebnis dargestellt.

Andere Wertpapiere des Finanzmittelfonds werden als "Zur Veräußerung verfügbar" klassifiziert und ebenfalls mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Wertänderungen werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst, sofern die Marktwerte zuverlässig bestimmbar sind. Finanzielle Vermögenswerte, die der Kategorie "Gehalten bis zur Endfälligkeit" zuzuordnen sind, bestehen nicht.

Finanzielle Verbindlichkeiten mit einer festen Laufzeit werden mit ihren fortgeführten Anschaffungskosten nach der Effektivzinsmethode bewertet.

Alle in der Roth & Rau-Gruppe abgeschlossenen derivativen Finanzinstrumente werden zunächst in der Bilanz mit ihren Anschaffungskosten erfasst und in der Folge mit ihrem Marktwert am Bilanzstichtag bewertet.

Veränderungen des Marktwertes von Derivaten werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die Marktwerte der Devisentermingeschäfte werden auf der Basis anerkannter Modelle ermittelt. Die Marktwerte der Zinssicherungsinstrumente werden auf Basis abgezinster zukünftig erwarteter Cash Flows ermittelt.

In Abhängigkeit vom Marktwert am Bilanzstichtag werden derivative Finanzinstrumente als sonstiger finanzieller Vermögenswert (bei positivem Marktwert) oder als finanzielle Verbindlichkeit (bei negativem Marktwert) ausgewiesen.

Nominalwert Positiver Marktwert Negativer Marktwert
in T€ 31.12.2012 31.12.2011 31.12.2012 31.12.2011 31.12.2012 31.12.2011
Devisenterminkontrakte
und Devisenoptionen
(Laufzeit kürzer 1 Jahr)
3.002 1.501 83 0 0 53
Zinsswaps 400 1.300 0 0 12 55
Summe 3.402 2.801 83 0 12 108

Im Berichtsjahr wurden Devisenterminkontrakte zur Sicherung zukünftiger Cash Flows in US-Dollar und Japanischen Yen abgeschlossen.

Buch- und beizulegende Zeitwerte von Finanzinstrumenten

Die folgende Tabelle stellt die Buch- und beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente, welche dem Anwendungsbereich des IFRS 7 unterliegen, dar. Der beizulegende Zeitwert eines Finanzinstruments ist der Preis, zu dem eine Partei die Rechte und/oder Pflichten aus diesem Finanzinstrument von einer unabhängigen anderen Partei übernähme.

31.12.2012
in T€ Buchwerte Fair Value
Kategorie zu Handels zur Veräußerung Kredite und
zwecken verfügbar Forderungen
gehalten (Available for sale) (Loans and
(Held for receivables)
Trading) Summe
Bewertungsmaßstab Fair value at cost Fair at cost
(erfolgs (Anschaf value (Anschaff
wirksam) fungs ungskosten)
kosten)
Klasse
AKTIVA
Forderungen aus
Finanzierungen 0 0 0 455 455 455
afs-Wertpapiere 0 0 380 0 380 380
Kautionen 0 0 0 36 36 36
Forderung aus
Auftragsfertigung 0 0 0 2.099 2.099 2.099
Forderungen aus
Lieferungen u. 0 0 0 14.997 14.997 14.997
Leistungen
Sonstige 0 0 0 3.755 3.755 3.755
Forderungen
zur Veräußerung
gehaltene 0 0 565 0 565 565
Vermögenswerte
Währungsbezogene 83 0 0 0 83 83
Derivate - Non-Hedge
Zahlungsmittel und
Zahlungsmittel 0 0 0 22.313 22.313 22.313
äquivalente

Im Vorjahr wurden Anteile an nicht konsolidierten verbundenen Unternehmen in Höhe von 250 T€ ausgewiesen. Diese entfielen auf einen Solar Energy Fonds. Die Anteile wurden im Berichtsjahr in voller Höhe abgeschrieben.

Die zur Veräußerung verfügbaren Wertpapiere betreffen Aktien der Meyer Burger Technology AG, die im Rahmen eines Mitarbeiteraktien-Beteiligungsprogrammes erworben wurden.

31.12.2012
in T€ Buchwerte Fair Value
Kategorie zu other liabilities
Handelszwecken
gehalten (Held for Summe
Trading)
Bewertungsmaßstab Fair value at amortised cost
(erfolgswirksam) (fortgeführte
Anschaffungs
kosten)
Klasse
PASSIVA
Langfristige verzinsliche Darlehen 0 3.125 3.125 3.284
Verbindlichkeiten aus 0 7.032 7.032 7.032
Auftragsfertigung
Verbindlichkeiten aus 0 15.786 15.786 15.786
Lieferungen und Leistungen
Übrige sonstige Verbindlichkeiten 0 9.535 9.535 9.535
Zinsbezogene Derivate - Non 12 0 12 12
Hedge

Im Vorjahr stellten sich die Finanzinstrumente wie folgt dar:

31.12.2011
in T€ Buchwerte Fair Value
Kategorie zu Handels
zwecken
gehalten
(Held for
Trading)
zur Veräußerung
Kredite und
verfügbar
Forderungen
(Available for sale)
(Loans and
receivables)
Summe
Bewertungsmaßstab Fair value
(erfolgs
wirksam)
at cost
(Anschaf
fungs
kosten)
Fair
value
at cost
(Anschaff
ungskosten)
Klasse
AKTIVA
Anteile an nicht
0 0 0 0 0
konsolidierten
verbundenen
Unternehmen
0 250 0 0 250 250
Forderungen aus
Finanzierungen
0 0 0 0 0 0
Kautionen 0 0 0 71 71 71
Forderung aus
Auftragsfertigung
0 0 0 11.389 11.389 11.389
Forderungen aus
Lieferungen u.
Leistungen
0 0 0 28.258 28.258 28.258
Sonstige
Forderungen
0 0 0 6.665 6.665 6.665
Währungsbezogene
Derivate - Non-Hedge
0 0 0 0 0 0
Zinsbezogene
Derivate Non-Hedge
0 0 0 0 0 0
Zahlungsmittel und
Zahlungsmittel
äquivalent
0 0 0 29.871 29.871 29.871

31.12.2011

in T€ Buchwerte Fair Value
Kategorie zu
Handelszwecken
gehalten (Held for
Trading)
other liabilities Summe
Bewertungsmaßstab Fair value
(erfolgswirksam)
at amortised cost
(fortgeführte
Anschaffungs
kosten)
Klasse
PASSIVA
Langfristige verzinsliche Darlehen 0 6.635 6.635 6.709
Verbindlichkeiten aus
Auftragsfertigung
0 855 855 855
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen
0 20 20 20
Übrige sonstige Verbindlichkeiten 0 8 8 8
Zinsbezogene Derivate - Non
Hedge
55 0 55 55
Währungsbezogene Derivate -
Hedging
53 0 53 53

Die beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente wurden auf der Basis der am Bilanzstichtag zur Verfügung stehenden Marktinformationen und der nachstehend dargestellten Methoden und Prämissen ermittelt.

Forderungen aus Auftragsfertigung und Lieferungen und Leistungen sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente: Aufgrund der kurzen Laufzeiten dieser Finanzinstrumente wird angenommen, dass die beizulegenden Zeitwerte den Buchwerten entsprechen.

Übrige finanzielle Vermögenswerte: Die zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte beinhalten:

Zum beizulegenden Zeitwert bewertete Eigenkapitalanteile. Die zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Eigenkapitalanteile wurden anhand der zum 31. Dezember festgestellten Börsenkurse bewertet.

Zu Anschaffungskosten bewertete Eigenkapitalanteile. Für zu Anschaffungskosten bewertete Eigenkapitalanteile konnten keine beizulegenden Zeitwerte ermittelt werden, da Börsen- oder Marktwerte nicht vorhanden waren. Hierbei handelt es sich um Anteile an nicht börsennotierten Unternehmen, bei denen keine Indikatoren einer dauerhaften Wertminderung zum Bilanzstichtag vorlagen und infolge nicht zuverlässig bestimmbarer Cash Flows auf eine Bewertung mittels Diskontierung von erwarteten Cash Flows verzichtet wurde.

Die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte beinhalten derivative Finanzinstrumente, die nicht in ein Hedge Accounting einbezogen sind.

Sonstige Forderungen und Vermögenswerte: Diese Finanzinstrumente werden zu Anschaffungskosten bilanziert. Aufgrund der kurzen Laufzeiten dieser Finanzinstrumente wird angenommen, dass die beizulegenden Zeitwerte den Buchwerten entsprechen.

Finanzierungsverbindlichkeiten: Die Darlehen werden mit ihrem Rückzahlungsbetrag ausgewiesen. Die beizulegenden Zeitwerte der Darlehen werden als Barwerte der zukünftig erwarteten Cash Flows ermittelt. Zur Diskontierung werden marktübliche Zinssätze bezogen auf die entsprechenden Fristigkeiten verwendet.

Verbindlichkeiten aus Auftragsfertigung und Lieferungen und Leistungen: Es wird angenommen, dass die beizulegenden Zeitwerte aufgrund der kurzen Laufzeiten den Buchwerten entsprechen.

Übrige finanzielle Verbindlichkeiten: Die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten beinhalten derivative Finanzinstrumente, die nicht in ein Hedge Accounting einbezogen sind. Die beizulegenden Zeitwerte der Zinssicherungsinstrumente (Zinsswap) wurden auf Basis abgezinster, zukünftig erwarteter Cash Flows ermittelt; dabei wurden die für die Restlaufzeiten der Finanzinstrumente geltenden Marktzinssätze verwendet.

Bei den derivativen Finanzinstrumenten handelt es sich vor allem um derivative Währungssicherungskontrakte. Die beizulegenden Zeitwerte von Devisentermingeschäften wurden auf der Basis abgezinster zukünftig erwarteter Cash Flows ermittelt; dabei wurden die für die Restlaufzeiten der Finanzinstrumente geltenden Marktzinssätze verwendet.

Bei den übrigen sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten wurde aufgrund der kurzen Laufzeiten dieser Finanzinstrumente angenommen, dass die beizulegenden Zeitwerte den Buchwerten entsprechen.

Die Fair Values setzen sich wie folgt zusammen:

Fair Value Hierarchie 2012
2011
in T€ Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Gesamt Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Gesamt
Finanzielle Vermögenswerte
Zu Handelszwecken gehalten 0 83 0 83 0 0 0 0
Zur Veräußerung verfügbar 380 0 0 380 0 0 0 0
Finanzielle Verbindlichkeiten
Zu Handelszwecken gehalten 0 12 0 12 0 108 0 108

Bewertungsstufe 1: Unveränderte Übernahme von Preisen von aktiven Märkten für identische finanzielle Vermögenswerte oder finanzielle Verbindlichkeiten.

Bewertungsstufe 2: Verwendung von Inputfaktoren, bei denen es sich nicht um die in Stufe 1 berücksichtigten notierten Preise handelt, die sich aber für den finanziellen Vermögenswert oder die finanzielle Verbindlichkeit entweder direkt (d. h. als Preis) oder indirekt (d. h. in Ableitung von Preisen) beobachten lassen.

Bewertungsstufe 3: Verwendung von nicht auf beobachtbaren Marktdaten basierenden Faktoren für die Bewertung des finanziellen Vermögenswerts oder der finanziellen Verbindlichkeit (nicht beobachtbare Inputfaktoren).

in T€ 2012 2011
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete
finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten
0 -156
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte -192 0
Kredite und Forderungen 1.979 -36.064
Zu Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 0 0

10.6.1 Nettogewinn oder -verluste

Die Nettoverluste der "Zur Veräußerung verfügbaren" finanziellen Vermögenswerte sowie der "Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert" bewerteten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten beinhalten die Ergebnisse aus Marktwertänderungen. Die Nettogewinne bzw. -verluste aus "Krediten und Forderungen" beinhalten im Wesentlichen Ergebnisse aus Wertminderungen und Zuschreibungen sowie auch Zinsaufwendungen bzw. Zinserträge aus diesen Finanzinstrumenten.

In den Nettogewinnen und –verlusten sind keine Effekte aus Zinsen und Dividenden berücksichtigt.

10.6.2 Gesamtzinsertrag und -aufwand

Die Gesamtzinserträge und -aufwendungen der fortgeführten Aktivitäten für finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten, die nicht erfolgswirksam mit den beizulegenden Zeitwerten bewertet wurden, stellen sich wie folgt dar:

in T€ 2012 2011
Gesamtzinsertrag
Gesamtzinsaufwand
908
1.073
2.244
3.447

In den Zinserträgen sind Erträge aus wertgeminderten finanziellen Vermögenswerte in Höhe von 555 T€ (Vorjahr: 799 T€) enthalten.

10.6.3 Angaben zu derivativen Finanzinstrumenten

Der Konzern nutzt ausschließlich Zinsswaps zur Absicherung von Zinsrisiken. Für die Absicherung von Währungsrisiken werden überwiegend Devisentermingeschäfte eingesetzt.

Non Hedge-Derivate: Im Rahmen der Zins- bzw. Wertsicherung werden Zinsänderungsrisiken durch Zinsderivate in Form von Zinsswaps begrenzt. Zur Absicherung des bestehenden Zinsänderungsrisikos im Zusammenhang mit variabel verzinslichen Darlehen wurden Zinssatzswaps abgeschlossen. Die Roth & Rau-Gruppe bilanziert diese Derivate, da die Kriterien des IAS 39 hinsichtlich der Abbildung von Sicherungsbeziehungen nicht erfüllt sind, nicht als Cash Flow-Hedge gemäß IAS 39. Die Zinsswaps wurden zum Marktwert in der Bilanz erfasst.

Marktwertänderungen werden erfolgswirksam im Finanzergebnis ausgewiesen. Die Nominalwert beträgt 400 T€, der negative Zeitwert der Zinsderivate beträgt 12 T€.

11 Erläuterungen zu den einzelnen Posten der Gewinn- und Verlustrechnung

11.1 Umsatzerlöse

Die Gesellschaft erfasst die Umsätze übereinstimmend mit dem IAS 11 und IAS 18. Im Geschäftsjahr 2012 wurde ein Konzernumsatz in Höhe von 154.058 T€ (2011: 208.460 T€) erzielt. Darin enthalten sind Umsätze aus Auftragsfertigung nach IAS 11 mit 8.807 T€ (2011: 62.844 T€). Die Umsatzerlöse haben sich gegenüber dem Vorjahr aufgrund des anhaltend schwachen Marktumfelds im Bereich Photovoltaik um 26,1 % reduziert (2011: 26,9 %). Die Aufteilung der Umsatzerlöse nach Segmenten und Regionen ist in Kapitel 9 dargestellt.

11.2 Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen

Die Reduzierung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen in Höhe von 36.561 T€ (2011: Erhöhung um 40.908 T€) resultiert im Wesentlichen aus der Erreichung zahlreicher Endabnahmen von Maschinen und der daraus resultierenden Abrechnung von Aufträgen, welche in den unfertigen Erzeugnissen bilanziert wurden.

11.3 Aktivierte Eigenleistungen

Die aktivierten Eigenleistungen in Höhe von 2.993 T€ (Vorjahr: 11.685 T€) umfassen neben den Herstellungskosten für eigene Anlagen und Maschinen auch die aktivierten Entwicklungskosten. In den Herstellungskosten sind die direkt zuordenbaren Personalaufwendungen enthalten.

Aktivierte Entwicklungskosten fielen in Höhe von 158 T€ (2011: 11.366 T€) an und betreffen im Wesentlichen die Technologieentwicklung im Bereich Heterojunction. Außerdem wurden unter den Anlagen im Bau Eigenleistungen in Höhe von 2.835 T€ (Vorjahr: 319 T€) aktiviert, welche den Bau von Forschungs- und Entwicklungsanlagen der Serie HELiA (Heterojunction) betreffen.

in T€ 2012 2011
Aktivierte Eigenleistungen für öffentlich geförderte
Forschungs- und Entwicklungsprojekte
158 11.366
Aktivierte Eigenleistungen für eigengenutzte Anlagen 2.835 319
Summe 2.993 11.685

11.4 Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge setzen sich wie folgt zusammen:

in T€ 2012 2011
*
Erträge aus Währungsdifferenzen 1.012 1.243
Periodenfremde Erträge 917 187
Erträge aus dem Verkauf von Geschäftsanteilen /-aktivitäten 4.416 0
Aufwandszuschüsse 2.779 1.170
Herabsetzung von Forderungswertberichtigungen 1.628 1.002
Erträge aus Grundstücksvermietung (Investment Property) 42 39
Erträge aus Rückdeckungsversicherungen 211 946
Verrechnete Sachbezüge 268 230
sonstige Erträge 967 3.598
Summe 12.240 8.415

* Vorjahreswerte angepasst

Im Vorjahr wurden die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen. Der Ausweis wurde geändert und erfolgt nun in den jeweiligen Aufwandspositionen, in denen die Rückstellungen gebildet wurden (siehe dazu Kapitel 7.4).

Die sonstigen betrieblichen Erträge waren im Wesentlichen beeinflusst durch die Erträge aus dem Verkauf der Geschäftsanteile der Roth & Rau CTF Solar GmbH sowie der Geschäftsaktivitäten von Service- und Vertriebsgesellschaften an Meyer Burger in Höhe von 4.416 T€ und Erträge aus der Herabsetzung von Einzel- und Pauschalwertberichtigungen in Höhe von 1.628 T€.

Die Roth & Rau-Gruppe vereinnahmte im Geschäftsjahr 2012 außerdem Aufwandszuschüsse in Höhe von 2.779 T€ (Vorjahr: 1.170 T€).

Die sonstigen betrieblichen Erträge betreffen mit T€ 83 die Zuschreibung auf den beizulegenden Zeitwert der zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte.

11.5 Materialaufwand

in T€ 2012 2011 *
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- u. Betriebsstoffe und bezogene Waren 43.319 121.667
Aufwendungen für bezogene Leistungen 12.763 26.044
Summe 56.082 147.711
* Vorjahreswerte angepasst

Im Vorjahr wurden die Aufwendungen für Provisionszahlungen und Lizenzgebühren in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. Der Ausweis wurde geändert und erfolgt nun in den Materialaufwendungen (siehe dazu Kapitel 7.4). Daher wurde der Materialaufwand des Vorjahres angepasst und jetzt um 5.627 T€ höher ausgewiesen.

In den Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und bezogene Waren sind in erster Linie Komponenten für den Anlagenbau enthalten. Die Reduzierung der Materialaufwendungen ist hierbei vor allem auf den starken Rückgang des Produktionsvolumens an den Standorten Hohenstein-Ernstthal und Eindhoven zurückzuführen.

In den Aufwendungen für bezogene Leistungen sind im Wesentlichen Kosten für Leiharbeiter in Höhe von 4.648 T€ (Vorjahr: 10.198 T€) erfasst. Die Reduzierung lässt sich hauptsächlich mit dem reduzierten Geschäftsvolumen im Photovoltaikbereich sowie der Fertigstellung eines Großprojektes Anfang 2012 in den USA, für welches v.a. im Jahr 2011 zusätzliche temporäre Arbeitskräfte benötigt wurden, begründen.

11.6 Personalaufwand

Die Zusammensetzung des Personalaufwands ist aus der folgenden Tabelle ersichtlich.

Summe 57.418 68.512
Aufwendungen für Altersversorgung 1.280 2.232
Soziale Abgaben 7.881 9.664
Löhne und Gehälter 48.257 56.616
in T€ 2012 2011
*

* Vorjahreswerte angepasst

Im Vorjahr wurden die Erträge aus der Auflösung von Personalrückstellungen in den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen. Der Ausweis wurde geändert und erfolgt nun in den jeweiligen Aufwandspositionen, in denen die Rückstellungen gebildet wurden (siehe dazu Kapitel 7.4). Daher wurde der Personalaufwand des Vorjahres angepasst - er wird jetzt um 567 T€ niedriger ausgewiesen.

Die Personalaufwendungen konnten gegenüber dem Geschäftsjahr 2011 drastisch reduziert werden. Dies resultierte vor allem aus der Durchführung der Kosten- und Strukturmaßnahmen. Der Verkauf bzw. die Schließung defizitärer Gesellschaften und der Verkauf der Service- und Vertriebsaktivitäten in Asien an Meyer Burger bewirkten eine Senkung der Personalkosten um 5.992 T€. Darüber hinaus konnten durch die Personalmaßnahmen am Standort der Roth & Rau AG in Hohenstein-Ernstthal 1.417 T€ eingespart werden. Die Zahl der Mitarbeiter sank konzernweit um 450 auf 898. Für die Personalmaßnahmen in der Roth & Rau AG fielen Einmalaufwendungen für Abfindungen im Zusammenhang mit dem freiwilligen Abfindungsangebot von CRiSP II in Höhe von 3.385 T€ an.

Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung wurden in Höhe von 4.073 T€ (Vorjahr: 5.546 T€) gezahlt.

Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter während des Geschäftsjahres 2012 betrug 939 (Vorjahr: 1.346). Von den am Bilanzstichtag 898 angestellten Mitarbeitern (Vorjahr: 1.348) waren wie folgt beschäftigt:

per Durchschnitt per Durchschnitt
31.12.2012 2012 31.12.2011 2011
Produktion 375 410 631 624
Forschung und Entwicklung 128 134 142 147
Technik/ Vertrieb/ Service 232 235 372 382
Verwaltung (ohne Vorstände) 104 100 149 140
Sonstige 33 33 21 19
Summe 872 912 1.315 1.312
Auszubildende 26 27 33 34
Gesamt 898 939 1.348 1.346

Die durchschnittliche Anzahl der einbezogenen Mitarbeiter aus der at-equity Beteiligung beträgt 1 Mitarbeiter (Vorjahr: 1).

11.7 Abschreibungen

in T€ 2012 2011
Immaterielle Vermögenswerte 4.954 38.860
Sachanlagen 7.531 11.316
Entwicklungskosten 9.911 13.547
Summe 22.396 63.723

Die Abschreibungen reduzierten sich im Vorjahresvergleich deutlich von 63.723 T€ auf 22.396 T€.

Auf immaterielle Vermögenswerte wurden insgesamt 14.865 T€ (2011: 52.407 T€) abgeschrieben. Diese setzen sich aus planmäßigen Abschreibungen in Höhe von 10.767 T€ (2011: 11.602 T€) und außerplanmäßigen Abschreibungen in Höhe von 4.098 T€ (2011: 40.805 T€) zusammen. Die außerplanmäßigen Abschreibungen resultieren mit 1.826 T€ (2011: 9.283 T€) aus der Abschreibung von Entwicklungskosten, aus der Abschreibung auf Lizenzen in Höhe von 1.000 T€ (2011: 0 T€) sowie aus der Abschreibung des Goodwill der Romaric Automation Design Inc. in Höhe von 460 T€ im Rahmen der Veräußerung der Geschäftsanteile und einer Abschreibung über 812 T€ (2011: 2.368 T€) der Marken (DEPx und PixDro) der Roth & Rau B.V.

Die Abwertung der Entwicklungskosten sowie die Abwertung des Goodwill erfolgte im Segment Software. Die Abwertung der Lizenzen (1.000 T€) betrifft das Geschäftssegment Plasma- und Ionenstrahltechnologie. Die Abwertung der Marken der Roth & Rau B.V. erfolgte im Segment Photovoltaik Equipment.

Die Abschreibungen auf Sachanlagen in Höhe von insgesamt 7.531 T€ (2011: 11.316 T€) betreffen planmäßige Abschreibungen in Höhe von 6.256 T€ (2011: 7.287 T€) und außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 1.271 T€ (2011: 4.023 T€) sowie planmäßige Abschreibungen auf die als Finanzinvestition gehaltene Immobilie in Höhe von 4 T€ (2011: 6 T€). Von den außerplanmäßigen Abwertungen betreffen 903 T€ das Geschäftssegment Photovoltaik Systemlösungen und 368 T€ das Segment Photovoltaik Equipment.

Für eine detaillierte Zusammensetzung verweisen wir auf den Anlagespiegel der Roth & Rau-Gruppe (Kapitel 10.1. ff).

11.8 Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:

in T€ 2012 2011
*
Raumkosten 4.927 6.632
Versicherungen, Beiträge und Abgaben 1.200 1.449
Reparaturen und Instandhaltungen 1.165 1.796
Fahrzeugkosten 1.575 1.826
Werbe- und Reisekosten 5.938 10.907
Kosten der Warenabgabe -331 7.716
Verluste aus Wertminderungen des Umlaufvermögens 7.176 35.872
Periodenfremde Aufwendungen 884 6
Rechts- und Beratungskosten 2.020 12.803
Währungsdifferenzen 843 1.393
sonstige Aufwendungen im Rahmen der gewöhnlichen
Geschäftstätigkeit
11.205 15.282
Summe 36.602 95.682

* Vorjahreswerte angepasst

Im Vorjahr wurden die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen. Der Ausweis wurde geändert und erfolgt nun in den jeweiligen Aufwandspositionen, in denen die Rückstellungen gebildet wurden (siehe dazu Kapitel 7.4). Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen des Vorjahres werden daher um 10.149 T€ niedriger ausgewiesen.

Im Vergleich zum Geschäftsjahr 2011 ist eine deutliche Reduzierung der sonstigen betrieblichen Aufwendungen von 95.682 T€ um 59.080 T€ auf 36.602 T€ gelungen.

Die Reduzierung der Raumkosten um 1.705 T€ gegenüber 2011 ist in erster Linie auf die Untervermietung eines Teils der Geschäftsräume der Roth & Rau B.V. in Eindhoven sowie auf eine Rückstellung für leer stehende Büroflächen der Roth & Rau B.V. im Geschäftsjahr 2011 zurückzuführen.

Die Werbe- und Reisekosten konnten einerseits aufgrund der Reduzierung des Kreises der konsolidierten Gesellschaften sowie andererseits durch Einsparmaßnahmen um insgesamt 4.969 T€ gesenkt werden. Dies entspricht einer Veränderung zum Vorjahr um -45,6%.

Das deutlich reduzierte Geschäftsvolumens v.a. im Bereich Photovoltaik führte zu einer entsprechenden Verminderung der Kosten der Warenabgabe um 8.047 T€. Darin enthalten ist die erfolgswirksame Auflösung von Rückstellungen für Abnahmeverpflichtungen gegenüber Lieferanten in Höhe von 1.645 T€ sowie Rückstellungen für Gewährleistungen in Höhe von 583 T€.

Die Verluste aus der Wertminderung des Umlaufvermögens im Geschäftsjahr 2011 betrafen Einzelwertberichtigungen sowie Abwertungen des Vorratsvermögens in Höhe von insgesamt 35.872 T€. Im Geschäftsjahr 2012 wurden deutlich geringe Wertminderungen verbucht. Forderungen aus

Lieferungen und Leistungen wurden in einer Gesamthöhe von 3.412 T€ (2011: 22.774 T€) zusätzlich einzelwertberichtigt (vgl. Kapitel 10.2.3). Abwertungen auf Vorräte wurden in Höhe von 4.372 T€ (2011: 15.324 T€) erfasst. Dies betrifft im Wesentlichen Projekte der Roth & Rau AG in China und Bestände der in Liquidation befindlichen Tecnifinico S.r.l. i.L.

Die Rechts- und Beratungskosten enthalten neben den laufenden Aufwendungen z.B. für Vertragsprüfung keine außerplanmäßigen Aufwendungen.

In den sonstigen Aufwendungen in Höhe von 11.205 T€ (2011: 15.282 T€) sind Verluste aus dem Verkauf der Geschäftsanteile der Roth & Rau Honkong Ltd., der Precision Tooling & Solar Tech Co. Ltd. sowie der Romaric Automation Design Inc. in einer Gesamthöhe von 4.788 T€ enthalten. Außerdem wurde die Auflösung von Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften in Höhe von 3.051 T€ berücksichtigt. Für Dienstleistungen der Holdinggesellschaft des Mehrheitsaktionärs (v.a. Dienstleistungen zur Geschäftsentwicklung, Finanzberatung sowie für Corporate Communication) im Rahmen der entsprechenden Verträge mit der Meyer Burger Technology AG entstanden Aufwendungen in Höhe von 3.223 T€.

Insgesamt sind in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen im Geschäftsjahr 2012 Sondereffekte in Höhe von 3.738 T€ (Vorjahr: 49.752 T€) enthalten.

in T€ 2012 2011
Kursgewinne aus festverzinslichen Wertpapieren 0 97
Zinserträge 908 2.244
Summe 908 2.341
Zinsaufwendungen -1.073 -2.479
Avalprovisionen -58 -969
Abwertung zur Veräußerung gehaltener Wertpapiere -390 -910
Summe -1.521 -4.358
Gesamt -613 -2.017

11.9 Finanzergebnis

Die Zinserträge in Höhe von 908 T€ beinhalten u.a. Erträge in Höhe von 555 T€ (2011: 1.570) aus der im Geschäftsjahr 2010 vollständig abgeschriebenen Wandelschuldverschreibung sowie Erträge aus der vorzeitigen Teilrückzahlung über 3.000 T€ der Schuldscheindarlehen in Höhe von 91 T€. Die Zinsaufwendungen und Avalprovisionen in einer Gesamthöhe von 1.131 T€ resultierten im Wesentlichen aus den Aufwendungen für die bestehenden Schuldscheindarlehen sowie aus Zinsen für die bei der Meyer Burger Technology aufgenommenen, kurzfristigen Darlehen über 19.231 T€. Die Abwertungen von zur Veräußerung gehaltener Wertpapiere in Höhe von 390 T€ beinhaltet die Abwertung der

Meyer Burger-Aktien, die im Rahmen der Teilnahme am Mitarbeiteraktienprogramm erworben wurden, aufgrund der Kursdifferenz zwischen Erwerbszeitpunkt und Stichtagsbetrachtung zum 31. Dezember 2012.

11.10 Ertragsteuern

in T€ 2012 2011
Laufender Steueraufwand 1.479 2.646
Latenter Steueraufwand -1.245 11.061
Summe 234 13.707

Die Ertragsteuern auf das Ergebnis enthalten laufende und latente Steuern.

In der nachfolgenden Überleitungsrechnung werden die Unterschiede zwischen dem tatsächlich gebuchten Ertragssteueraufwand und dem erwarteten Ertragssteueraufwand ausgewiesen. Der erwartete Ertragssteueraufwand ergibt sich aus dem Ergebnis vor Ertragsteuern multipliziert mit dem erwarteten Steuersatz. Der erwartete Ertragssteuersatz beinhaltet die deutsche Körperschaftsteuer, den Solidaritätszuschlag sowie die Gewerbesteuer und wird im Berichtsjahr mit 29,2 % (Vorjahr: 29,2 %) angesetzt.

Überleitung des Steueraufwands

in T€ 2012 2011
Ergebnis vor Steuern -40.381 -108.177
Erwarteter Steuerertrag mit 29,2 % 11.791 31.588
Veränderung des erwarteten Steueraufwandes
Steuererhöhung (-)/-minderungen (+) für Vorjahre -391 -128
Steuereffekte aus Goodwill-Abschreibung 0 -4.713
Effekt aus
Entkonsolidierung
4.059 0
Effekt aus nicht angesetzten aktiven latenten Steuern -9.824 -21.329
Effekt aus bisher nicht angesetzten latenten Steuern auf
Verlustvorträge 430 185
Änderung Steuersatz 0 0
Unterschied zwischen Konzern-
und lokalem Steuersatz
-1.007 -1.250
Steuereffekte auf steuerfreie Erträge 977 -34
Steuereffekte auf nicht abzugsfähige Betriebsausgaben -2.602 -636
Latente Steuern aus nicht mehr nutzbaren Verlustvorträgen -3.739 -17.417
Sonstige Steuereffekte 72 26
Tatsächlicher Steueraufwand -234 -13.708

Wir verweisen hierzu auf Kapitel 7.5.3 und 10.4.2.

11.11 Ergebnis je Aktie

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie wird ermittelt als Quotient aus dem den Anteilseignern zustehenden Ergebnis und dem gewichteten Durchschnitt der während des Geschäftsjahres in Umlauf befindlichen Aktienanzahl.

in € 2012 2011
Periodenüberschuss/ -fehlbetrag -40.615.609,00 -121.885.100,00
Konzernergebnis -40.615.609,00 -121.885.100,00
Durchschnittliche Anzahl der Aktien 16.207.045 16.207.045
Ergebnis je Aktie in € -2,51 -7,52

Das Konzernergebnis per 31. Dezember 2012 beträgt -40.615.609,00 € (Dezember 2011: -121.885.100,00 €). Demgemäß ergibt sich nach IAS 33 ein unverwässertes Ergebnis je Aktie von -2,51 € (31. Dezember 2011: -7,52 €).

Weder zum 31. Dezember 2012 noch zum 31. Dezember 2011 standen Aktien aus, die den Gewinn pro Aktie hätten verwässern können.

12 Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung

Die Kapitalflussrechnung zeigt die Herkunft und Verwendung der Zahlungsströme im Geschäftsjahr 2012 im Vergleich zum Vorjahr. Dabei werden Zahlungsströme aus der betrieblichen Tätigkeit sowie aus Investitions- und Finanzierungstätigkeit unterschieden.

Der Finanzmittelfonds umfasst die in der Bilanz ausgewiesenen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente.

Der Zahlungsmittelbestand hat sich gegenüber dem Vorjahr um 7.657 T€ auf 22.313 T€ reduziert.

Der Cash Flow aus der betrieblichen Tätigkeit betrug im Geschäftsjahr 2012 -4.612 T€ (Vorjahr: -29.482 T€). Der Zuwachs gegenüber dem Vorjahr ist hauptsächlich auf die Veränderung des Working Capital in Höhe von 13.338 T€ zurückzuführen.

In den Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens in Höhe von 22.396 T€ sind außerplanmäßige Abschreibungen auf Immaterielle Vermögensgegenstände von 4.098 T€ sowie in Höhe von 1.271 T€ auf Sachanlagen enthalten. Die Verluste aus dem Abgang von Immateriellen Vermögenswerten sowie Sachanlagen in Höhe von 6.569 T€ enthalten Verluste aus der Veränderung des Konsolidierungskreises in Höhe von 5.293 T€. Die nicht zahlungswirksamen Aufwendungen in Höhe von -4.503 T€ betreffen im Wesentlichen die Wertberichtigung des Umlaufvermögens auf Forderungen und Vorratsbestände. Die Veränderung der latenten Steuern in Höhe von -1.710 T€ resultierte im Wesentlichen aus der Reduzierung der aktiven latenten Steuern aufgrund wahrscheinlich nicht mehr nutzbarer steuerlicher Verlustvorträge. In den Zahlungsströmen der operativen Geschäftstätigkeit des Geschäftsjahres sind 565 T€ (Vorjahr: 1.613 T€) gezahlte Zinsen und 146 T€ (Vorjahr: 408 T€) erhaltene Zinsen enthalten. Ertragsteuern wurden in Höhe von 717 T€ (Vorjahr: 161 T€) gezahlt.

Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit lag bei 18.196 T€ (Vorjahr: 32.188 T€).

Insgesamt wurden 14.934 T€ (Vorjahr: 25.030 T€) in das Anlagevermögen investiert. Davon entfallen 919 T€ (Vorjahr: 11.788 T€) auf Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände. Darin enthalten sind aktivierte Entwicklungskosten von 210 T€ (Vorjahr: 10.751 T€) sowie gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte in Höhe von 708 T€. Für Investitionen in das Sachanlagevermögen wurden 14.015 T€ (Vorjahr: 13.242 T€) ausgegeben. Dies betraf im Wesentlichen die Herstellung verschiedener Forschungs- und Entwicklungsanlagen. So wurden im Bereich Heterojunction Maschinen der Serie HELiA im Wert von 7.706 T€ gebaut. Desweiteren wurde z.B. ein Prototyp der neuen Generation der Anlagenserie MAiA aktiviert. Außerdem wurde in den Bau eines neuen Produktionsgebäudes am Standort der Muegge GmbH in Reichelsheim in Höhe von 501 T€ investiert. Darüber hinaus wurde ein nachträglicher Kaufpreis für die Roth & Rau – Ortner GmbH in Höhe von 3.000 T€ gezahlt. Aus dem Verkauf der Geschäftsanteile von Tochterunternehmen ergaben sich abzüglich abgegangener Zahlungsmittel Auszahlungen über 257 T€. Der Zufluss der Zahlungsmittel aus Kaufpreisen betrug dabei 22 T€. Zahlungsmittel gingen in Höhe von 279 T€ ab. Dies betraf die Veräußerung der Geschäftsanteile an der Roth & Rau CTF Solar GmbH, der Roth & Rau – Ortner Malaysia Sdn. Bhd., der Roth & Rau Honkong Ltd., der Precision Tooling & Solar Tech Co. Ltd. sowie der Romaric Automation Design Inc.

Der Mittelzufluss aus Finanzierungstätigkeit in Höhe von 15.140 T€ (Vorjahr: -16.106) resultiert weitestgehend aus der Aufnahme von Darlehen bei der Meyer Burger Technology AG in Höhe von 19.231 T€. Ferner wurde Kredite in Höhe von 3.712 T€ (Vorjahr: 15.881 T€) getilgt. Zusätzlich ergab sich im Geschäftsjahr 2012 im Zusammenhang mit dem Erwerb von Aktien der Meyer Burger Technology AG im Rahmen des Mitarbeiterbeteiligungsplans ein Mittelabfluss von 379 T€.

Aus der Entkonsolidierung der Tochtergesellschaften Roth & Rau CTF Solar GmbH, Roth & Rau – Ortner Malaysia Sdn. Bhd., Roth & Rau Honkong Ltd., Precision Tooling & Solar Tech Co. Ltd. sowie der Romaric Automation Design Inc. ergeben sich Abgänge bei Vermögenswerten und Schulden in Höhe von :

in T€
Immaterielle Vermögenswerte 1.798
Sachanlagen 3.550
Vorräte 311
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
und sonstige Forderungen 1.886
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
und sonstige Verbindlichkeiten 1.109
Kurzfristige Rückstellungen 41

13 Sonstige Angaben

13.1Zielsetzung und Methoden des Finanzrisikomanagements

13.1.1 Risikomanagement

Der Vorstand hat ein Risikomanagementsystem festgelegt, das einen bewussten und kontrollierten Umgang mit Risiken ermöglicht und fest in die vorhandenen Organisations-, Berichts- und Führungsstrukturen eingebunden ist. Änderungen im Risikomanagement haben sich im Berichtsjahr nicht ergeben.

Die wesentlichen durch den Konzern verwendeten finanziellen Verbindlichkeiten – mit Ausnahme derivativer Finanzinstrumente – umfassen verzinsliche Darlehen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten. Der Hauptzweck dieser finanziellen Verbindlichkeiten ist die Finanzierung der Geschäftstätigkeit des Konzerns. Der Konzern verfügt über Forderungen aus ausgereichten Darlehen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen sowie Zahlungsmittel und kurzfristige Einlagen, die unmittelbar aus seiner Geschäftstätigkeit resultieren. Der Konzern verfügt darüber hinaus über zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte und schließt derivative Finanzgeschäfte ab.

Der Konzern ist Kredit-, Liquiditäts- und Marktrisiken ausgesetzt.

Die Steuerung dieser Risiken obliegt dem Management des Konzerns. Das Risikomanagementsystem bei Roth & Rau baut auf entsprechend definierten organisatorischen Abläufen und Genehmigungsverfahren auf. Als Grundlage dient das für alle Mitarbeiter verbindliche "Handbuch für das Risikomanagement", das als Arbeitsanweisung integraler Bestandteil des Qualitätsmanagements ist. Das Qualitätsmanagement ist wiederum nach ISO 9001:2000 zertifiziert. Halbjährlich werden in allen operativen Abteilungen Einzelrisiken unter Heranziehung von vordefinierten Risikokategorien identifiziert und hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und der möglichen Schadenshöhe bewertet. Nach demselben Verfahren werden Projektrisiken bereits ab der Akquisitionsphase analysiert und bewertet. Das Risikomanagement sieht drei Risikoklassen vor, die zu einer abgestuften Berichterstattung verpflichten. Je nach Risikoklasse wird die Entscheidung über diese Maßnahmen auf der operativen Leitungsebene oder direkt durch den Vorstand getroffen. Alle Mitarbeiter sind bezüglich potenzieller Risiken sensibilisiert und zu entsprechender Berichterstattung aufgefordert. Auf Grundlage dieser Einzelbewertungen werden halbjährlich Gesamtreportings erstellt, die es dem Vorstand ermöglichen, die aktuelle Risikosituation zu kontrollieren und zu bewerten. Entsprechend dieser Bewertung unterrichtet der Vorstand kontinuierlich auch den Aufsichtsrat.

Damit ist sichergestellt, dass die mit Finanzrisiken verbundenen Tätigkeiten des Konzerns in Übereinstimmung mit den entsprechenden Richtlinien und Verfahren durchgeführt werden und, dass Finanzrisiken entsprechend dieser Richtlinien und unter Berücksichtigung der Risikobereitschaft des Konzerns identifiziert, bewertet und gesteuert werden. Handel mit Derivaten zu spekulativen Zwecken wird entsprechend den konzerninternen Richtlinien nicht betrieben. Die Richtlinien zur Steuerung

der im Folgenden dargestellten Risiken werden von der Unternehmensleitung geprüft und beschlossen.

Zu den wichtigsten finanzwirtschaftlichen Zielen der Roth & Rau-Gruppe zählen die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes im Interesse von Investoren, Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten bei gleichzeitiger Wahrung und Sicherstellung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit. Dieses Ziel soll durch eine Fokussierung auf die Profitabilität wesentlich unterstützt werden. Dies schließt externes Wachstum durch Akquisitionen nicht aus. Bei allen unternehmerischen Entscheidungen hat die Steigerung der Ertragskraft und als Folge davon die Erhöhung der Verzinsung des eingesetzten Kapitals einen hohen Stellenwert.

Für die Roth & Rau-Gruppe hat bei dieser Form des Kapitalmanagements die Schaffung von ausreichenden Liquiditätsreserven eine sehr große Bedeutung. Außerdem ist die Beibehaltung einer soliden Eigenkapitalausstattung eine wichtige Voraussetzung, um die bestehende Unternehmensstrategie konsequent fortzusetzen. Die Liquiditätsreserven werden fortlaufend auf Basis der kurzund mittelfristigen Liquiditätsplanung gesteuert. Die Kapitalstruktur wird regelmäßig auf Basis verschiedener Kennzahlen überwacht.

Das Verhältnis von Nettoliquidität/-verschuldung zum Eigenkapital (Gearing), die Eigenkapitalquote sowie die Nettoverschuldung im Verhältnis zum EBITDA sind dabei wichtige Steuerungsgrößen. Die Nettofinanzverbindlichkeiten ergeben sich aus den Finanzverbindlichkeiten abzüglich der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie der kurzfristigen Wertpapiere.

in T€ 2012 2011
Darlehensverbindlichkeiten -22.756 -7.235
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 22.313 29.970
Nettoliquidität/-verschuldung -443 0
Eigenkapital -88.615 -129.286
Eigenkapitalquote in % 46,4 53,3
Gearing in % 0,5 17,8
EBITDA -17.372 -42.437

Die Kapitalstruktur, insbesondere die nach wie vor hohe Eigenkapitalquote, bildet auch weiterhin eine grundsätzlich ausreichende Basis zur Finanzierung der bestehenden Unternehmensstrategie.

13.1.2 Kreditrisiko

Kreditrisiko ist das Risiko, dass ein Geschäftspartner seinen Verpflichtungen im Rahmen eines Finanzinstruments oder Kundenrahmenvertrags nicht nachkommt und dies zu einem finanziellen Verlust führt. Der Konzern ist im Rahmen seiner operativen Geschäftstätigkeit Ausfallrisiken (insbesondere

ergeben sich Risiken aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen) sowie Risiken im Rahmen der Finanzierungstätigkeit, einschließlich Einlagen bei Banken und Finanzinstituten, Devisengeschäften und sonstigen Finanzinstrumenten ausgesetzt.

Kreditrisiko aus Forderungen: Mit Blick auf das anspruchsvolle wirtschaftliche Gesamtumfeld in der Photovoltaikindustrie hat sich die Bonität und Zahlungsfähigkeit einer Vielzahl von Kunden und Lieferanten teilweise signifikant verschlechtert. Vor Auftragsannahme sind entsprechend intensive Bonitätsprüfungen unerlässlich, um Zahlungsverzögerungen und -ausfälle zu vermeiden. Bei der Annahme von Neuaufträgen strebt die Roth & Rau-Gruppe grundsätzlich eine Besicherung mittels Akkreditiv oder vergleichbarer Instrumente an, welche durch international agierende Finanzinstitute gestellt werden. Bestandskunden mit einer schwächeren Bonität werden im Rahmen des Forderungsmanagements eng begleitet. Das Kreditrisiko aus Forderungen gegen Kunden wird von der entsprechenden Geschäftseinheit basierend auf den Richtlinien, Verfahren und Kontrollen des Konzerns für das Kreditrisikomanagement bei Kunden gesteuert.

Ausstehende Forderungen gegenüber Kunden werden regelmäßig überwacht. Zum Bilanzstichtag bestehen Akkreditive in Höhe von 193 T€.

Auf einen Forderungsbestand von 45.986 T€ (Vorjahr: 65.411 T€) vor Wertberichtigung wurden Wertberichtigungen von 30.989 T€ (Vorjahr 37.153 T€) gebildet.

Das maximale Ausfallrisiko stellen die unter Kapitel 10.2.3. dargestellten Buchwerte der entsprechenden Forderungen dar.

In Verzug befindliche Forderungen, die aber noch keinen Wertberichtigungsbedarf haben, sind aus dem nachfolgenden Fälligkeitsspiegel, gegliedert nach der Dauer des Zahlungsverzugs, ersichtlich.

Summe Weder
überfällig
Überfällig, aber nicht wertgemindert in
Tagen
in T€ Forderungen
noch
ohne Wert
wertge
minderungen
mindert
bis 90 90 bis 180 180 bis
360
über
360
Zum 31.12.2012
Forderungen aus
Lieferungen und
Leistungen
14.997 9.069 2.572 119 1.059 2.178
Sonstige Forderungen
und finanzielle
Vermögenswerte
3.755 3.755 0 0 0 0
Zum 31.12.2011
Forderungen aus
Lieferungen und
Leistungen
28.258 11.741 13.460 798 2.074 185
Sonstige Forderungen
und finanzielle
Vermögenswerte
6.665 6.665 0 0 0 0

Altersstruktur der nicht im Wert geminderten Forderungen und finanziellen Vermögenswerte

Kreditrisiko aus Finanzinstrumenten und Einlagen: Das Kreditrisiko aus Guthaben bei Banken und Finanzinstituten wird in Übereinstimmung mit den Konzernrichtlinien gesteuert. Die Kapitalanlagen erfolgen nur bei Finanzinstituten mit hoher Bonität. Die Anlage erfolgt in finanzielle Vermögenswerte, die keinen oder nur geringen Wertschwankungen unterliegen können. Die Anlage erfolgt in kurzfristig verfügbare finanzielle Vermögenswerte, um den Finanzierungs- und Liquiditätsbedarf geplanter Investitionen und den Vorfinanzierungsbedarf des operativen Geschäfts decken zu können. Im Rahmen von Beschaffungsmaßnahmen ist es auch notwendig, Vorauszahlungen an Lieferanten zu leisten. Hieraus können sich Ausfallrisiken ergeben. Geleistete Anzahlungen sind teilweise durch Anzahlungsbürgschaften/Akkreditive abgesichert.

13.1.3 Liquiditätsrisiko

Das Treasury überwacht laufend das Risiko eines etwaigen Liquiditätsengpasses mittels eines Liquiditätsplanungs-Tools und berichtet an den Vorstand. Das Ziel des Konzerns ist es, ein Gleichgewicht zwischen der kontinuierlichen Deckung des Finanzmittelbedarfs und der Sicherstellung der Flexibilität durch die Nutzung von geeigneten Eigen- und Fremdkapitalfinanzierungen zu wahren.

Vor dem Hintergrund eines kostenoptimierten Cash Managements in der Meyer Burger-Gruppe ist es bis auf weiteres nicht vorgesehen, dass die Roth & Rau-Gruppe bilaterale Bank- oder kapitalmarktorientierte Finanzierungsinstrumente in Anspruch nimmt. Dem folgend hat die Meyer Burger Technology AG mit Wirkung zum 10. Januar 2012 eine Patronatserklärung zu Gunsten der Roth & Rau-Gruppe ausgestellt, mittels derer eine Liquiditätszuführung seitens der Meyer Burger Technology AG bis zu einem Höchstbetrag von 50.000 T€ im Bedarfsfall für die Roth & Rau-Gruppe entsprechend sichergestellt ist.

Zum 31. Dezember 2012 werden 44,0 % des im Konzernabschluss ausgewiesenen Buchwerts des Fremdkapitals innerhalb eines Jahres fällig.

Zum 31. Dezember 2012 weisen die finanziellen Verbindlichkeiten des Konzerns nachfolgend dargestellte Fälligkeiten auf. Die Angaben erfolgen auf Basis der vertraglichen, undiskontierten Zahlungen.

in T€ 2013 2014-2016 2017-2020
Zins
Tilgung
Zins Tilgung Zins Tilgung
Originäre finanzielle
Verpflichtungen / Darlehen
Finanzverbindlichkeiten
838 19.631 455 500 203 2.625
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen
0 15.786 0 0 0 0
Sonstige / übrige
Verbindlichkeiten
0 9.985 0 0 0 0
Derivative finanzielle
Verbindlichkeiten
15 0 0 0 0 0
853 45.402 455 500 203 2.625

Fälligkeitsanalyse finanzieller Verpflichtungen

13.1.3.1 Marktrisiko

Marktrisiko ist das Risiko, dass der beizulegende Zeitwert oder künftige Cash Flows eines Finanzinstruments aufgrund von Änderungen der Marktpreise schwanken. Zum Marktrisiko zählen die folgenden Risikotypen: Zinsrisiko, Währungsrisiko und Kursrisiko. Es wird mittels Sensitivitätsanalysen überwacht.

13.1.3.2 Zinsrisiko

Zinsrisiko ist das Risiko, dass der beizulegende Zeitwert oder künftige Cash Flows eines Finanzinstruments aufgrund von Änderungen der Marktzinssätze schwanken. Das Risiko von Schwankungen der Marktzinssätze, dem der Konzern ausgesetzt ist, resultiert überwiegend aus den langfristigen variabel verzinslichen Darlehen.

Zur Absicherung des Zinsrisikos schließt der Konzern grundsätzlich Zinsswaps ab, bei denen in festgelegten Zeitabständen die unter Bezugnahme auf einen vorab vereinbarten Nennbetrag ermittelte Differenz zwischen festverzinslichen und variabel verzinslichen Beträgen mit dem Vertragspartner getauscht werden. Mit diesen Zinsswaps wird die zugrunde liegende Verpflichtung abgesichert.

Marktzinssatzänderungen von originären Finanzinstrumenten mit fester Verzinsung wirken sich nur dann auf das Ergebnis aus, wenn diese zum beizulegenden Zeitwert bilanziert werden. Daher unterliegen alle zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierten Finanzinstrumente mit fester Verzinsung keinen Zinsänderungsrisiken im Sinne IFRS 7. Das Zinsänderungsrisiko wird derzeit als moderat eingestuft, da langfristige Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 3.125 T€ (Vorjahr: 6.635 T€) bestehen, wobei ein Teilbetrag über 400 T€ (Vorjahr: 1.300 T€) der variabel verzinslichen Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 900 T€ (Vorjahr: 4.300 T€) über entsprechende Zinsswaps abgesichert ist. Die restlichen Finanzverbindlichkeiten wurden auf festverzinslicher Basis abgeschlossen.

Eine hypothetische Erhöhung/Verminderung des Marktzinsniveaus zum Bilanzstichtag um 100 Basispunkte bei ansonsten gleich bleibenden Variablen hätte keine Auswirkungen auf das Ergebnis nach Steuern; die restlichen Bestandteile des Eigenkapitals blieben unverändert. Bei einer Veränderung der Zins- bzw. Diskontkurve um 100 Basispunkte nach oben (unten) ergibt sich eine Ergebnisauswirkung von 49 T€ (-49 T€).

13.1.3.3 Währungsrisiko

Währungsrisiko ist das Risiko, dass der beizulegende Zeitwert oder künftige Cash Flows eines Finanzinstruments aufgrund von Änderungen der Wechselkurse schwanken. Zielsetzung bei der Währungsabsicherung ist das Festschreiben von Preisen auf Basis von Sicherungskursen zum Schutz vor zukünftigen ungünstigen Währungskursschwankungen.

Wechselkurs-Risiken spielen eine untergeordnete Rolle in der Roth & Rau-Gruppe, da ein hoher Anteil des Umsatzes in Euro fakturiert wird. Zudem erhält die Gruppe in der Regel einen nicht unerheblichen Teil des Kaufpreises bei Vertragsabschluss, so dass selbst bei Fakturierungen in Fremdwährungen das Risiko von Wechselkursschwankungen gering ist. In der Regel werden projektbezogene Kurssicherungsgeschäfte getätigt.

Währungsrisiken aus den verbleibenden ungesicherten Finanzinstrumenten in Fremdwährung, bei denen sich Währungsschwankungen ergebniswirksam auswirken, werden daher als gering eingeschätzt.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Sensitivität des Konzernergebnisses vor Steuern (aufgrund der Änderungen von beizulegenden Zeitwerten der monetären Vermögenswerte und Schulden) und des Eigenkapitals des Konzerns gegenüber einer nach vernünftigem Ermessen grundsätzlich möglichen Wechselkursänderung des US-Dollar. Alle anderen Variablen bleiben konstant.

Währungsänderungsrisiko Kursentwicklung Auswirkungen auf das
USD des EUR/USD Ergebnis vor Steuern in T€
2012 9% -235
-9% 713
2011 9% -983
-9% 2.551

Bei einer hypothetischen Stärkung (Schwächung) des Euro gegenüber dem US-Dollar zum 31. Dezember 2012 um 9 % bei ansonsten gleich bleibenden Variablen wäre das Ergebnis vor Steuern um 235 T€ niedriger (713 T€ höher) ausgefallen.

Die Darstellung des Effektes einer Wertänderung erfolgte auf Grundlage der im Geschäftsjahr 2012 getätigten Fremdwährungsumsätze und Fremdwährungseinkäufe.

13.1.3.4 Kursrisiken

Die börsennotierten Eigenkapitaltitel, die vom Konzern gehalten werden, sind anfällig für Marktpreisrisiken, die sich aus der Unsicherheit künftiger Wertentwicklungen dieser Wertpapiere ergeben. Kursrisiken bestehen für für das Liquiditätsmanagement gehaltene Investment- / Geldmarktfondanteilen. Bei einem am Bilanzstichtag um 10 % niedrigeren (höheren) Wertpapierkurs hätte sich das Eigenkapital nicht verändert, da zum Bilanzstichtag keine Wertpapiere für Zwecke des Liquiditätsmanagements gehalten wurden.

13.2 Eventualverbindlichkeiten

Eventualverbindlichkeiten stellen zum einen mögliche Verpflichtungen dar, deren tatsächliche Existenz erst noch durch das Eintreten eines oder mehrerer ungewisser zukünftiger Ereignisse, die nicht vollständig beeinflusst werden können, bestätigt werden muss. Zum anderen sind darunter bestehende Verpflichtungen zu verstehen, die wahrscheinlich zu keinem Vermögensabfluss führen werden. Die Eventualverbindlichkeiten sind gemäß IAS 37 nicht in der Bilanz erfasst.

Die Roth und Rau-Gruppe verfügt über bilaterale Avalkreditlinien in Höhe von 42.805 T€ (Vorjahr: 47.501 T€), davon sind 18.951 T€ (Vorjahr: 25.136 T€) in Anspruch genommen.

Rechtsstreitigkeiten

Rechtliche Risiken können aus der unwissentlichen Verletzung geistiger Eigentumsrechte Dritter resultieren. Vor allem vor dem Hintergrund, dass ein nicht unerheblicher Anteil des Know-hows von Roth & Rau nicht durch eigene Patente geschützt ist, kann nicht ausgeschlossen werden, dass Wettbewerber die Verletzung von Schutzrechten gegenüber Roth & Rau geltend machen. Bisher ist es nicht zu solchen Rechtsstreitigkeiten gekommen. Auch umgekehrt besteht die Gefahr, dass Dritte das Know-how von Roth & Rau kopieren und Patente oder sonstige Schutzrechte verletzten. Zum Schutz des umfangreichen Wissens der Gesellschaft werden regelmäßig Geheimhaltungsvereinbarungen mit Mitarbeitern, Kunden und den Partnern in Forschungs- und Entwicklungsprojekten abgeschlossen. Das Risiko daraus kann derzeit nicht eingeschätzt werden. Daher wird auf eine quantitative Einschätzung verzichtet.

Die Roth & Rau AG hat im Jahr 2006 mit der Conergy Solar Module GmbH & Co. KG einen Vertrag über die Lieferung und Errichtung von vier Zellfertigungslinien am Standort Frankfurt/Oder mit einem Gesamtauftragswert in Höhe von ca. 58 Mio. € geschlossen. Nach Auffassung der Roth & Rau AG stehen der Gesellschaft aus dem Vertrag noch Ansprüche in Höhe von rund 8 Mio. € zu. Die Conergy Solar Module GmbH & Co. KG verweigert dagegen die Begleichung der Zahlungsforderungen der Gesellschaft und erhebt ihrerseits Schadensersatzforderungen, die die Forderungen der Roth & Rau AG um ein Vielfaches übersteigen. Aus diesem Grund wurde die Forderung bereits im Vorjahr vollständig wertberichtigt. In dieser Angelegenheit ist nunmehr seit Anfang Februar 2011 ein Rechtsstreit vor dem Landgericht Hamburg anhängig. Derzeit geht der Vorstand davon aus, dass die für Kosten im Rahmen von Rechtsstreitigkeiten im Geschäftsjahr 2010 gebildete Rückstellung ausreichend bemessen ist.

Im Zusammenhang mit dem sog. Downlisting, d.h. dem Widerruf der Zulassung der Aktien der Roth & Rau AG im Regulierten Markt (Prime Standard) und der gleichzeitigen Zulassung der Aktien der Roth & Rau AG im Open Market (Entry Standard) ist vor dem Landgericht Leipzig ein Rechtsstreit bzgl. der Festsetzung einer angemessenen Barabfindung mit einem Minderheitsaktionär anhängig. Der Vorstand geht, u.a. aufgrund der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 11. Juli 2012, wonach bei einem Downlisting kein Eingriff in das Eigentumsgrundrecht vorliegt, davon aus, dass die Klage abgewiesen wird. Ein kurzfristiger Abschluss des Verfahrens ist derzeit nicht absehbar.

Vor dem Landgericht Zwickau ist ein Rechtsstreit über Zahlungsansprüche aus einem Werkvertrag und einem Kooperationsvertrag bzw. über Rückzahlungsansprüche wegen Rücktritts von diesen Verträgen mit der ASEM Präzisionsautomaten GmbH mit einem Gegenstandswert in Höhe von 235 T€ anhängig. Zwischen den Parteien ist u.a. streitig, ob eine werkvertragliche Abnahme erfolgt ist bzw. inwieweit diese wegen diversen Mängeln bisher nicht erfolgt ist. Verschiedene außergerichtliche Einigungsversuche sowie die gerichtliche Güteverhandlung sind gescheitert, so dass nunmehr die Beweisaufnahme mittels Sachverständigengutachten und Zeugeneinvernahme für das erste Quartal 2013 terminiert worden ist.

13.3Sonstige finanzielle Verpflichtungen

in T€ davon fällig
innerhalb zwischen einem nach über
Gesamtbetrag eines Jahres und fünf Jahren fünf Jahren
Verpflichtungen aus
Bestellobligo 3.870 3.870 0 0
Erbbaurechtsverträgen 2.963 42 169 2.752
Leasingverträgen 1.366 556 810 0
Mietverträgen 6.911 1.578 5.333 0
Lizenz- u. Kooperationsverträge 1.288 373 880 35
Rahmenbestellungen 634 634 0 0
Wartungsverträgen 943 357 586 0
17.975 7.410 7.778 2.787

Die finanziellen Verpflichtungen des Konzerns stellen sich zum Bilanzstichtag wie folgt dar:

Das Bestellobligo betrifft Verpflichtungen der Roth & Rau AG aus im Geschäftsjahr ausgelösten Bestellungen.

Zugunsten der Roth & Rau AG bestehen zwei Erbbaurechte mit einer Laufzeit von jeweils 75 Jahren. Für diese Erbbaurechte zahlt die Gesellschaft einen Erbbauzins von 6 % p.a.

Die Roth & Rau-Gruppe hat Operating Lease-Verträge für verschiedene technische Anlagen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung abgeschlossen, deren Laufzeiten sämtlich bis fünf Jahre sind. 2012 sind 3.012 T€ Aufwendungen für Operating Lease-Verträge angefallen.

Die Verpflichtungen aus Mietverträgen betreffen insbesondere einen längerfristigen Mietvertrag der Roth & Rau B.V. (5.856 T€). Alle Mietverträge haben sämtlich eine Laufzeit bis zu fünf Jahren.

Kooperations- und Lizenzvertrag mit der Universität Neuchâtel, Institut für Mikrotechnologie

Im Geschäftsjahr 2008 wurde ein Kooperations- und Lizenzvertrag mit der Universität Neuchâtel (jetzt EPFL Ecole Polytechnique Federale de Lausanne), Institut für Mikrotechnologie (IMT) geschlossen, der die Zusammenarbeit bei der Entwicklung von Know-how für die Realisierung hoch effizienter Zellen mittels der Heterojunction-Technology regelt. Die Laufzeit der Forschungs- und Entwicklungsarbeiten begann am 15. April 2008 und endet am 14. April 2013. Der Vertrag wurde in 2012 gekündigt. Als Gegenleistungen für alle Arbeiten, Lieferungen und Verpflichtungen mit Bezug zu den Forschungs- und Entwicklungsarbeiten erhält das IMT bis zum Auslaufen des Vertrags eine Vergütung von 53 T€. Als Gegenleistung für den Transfer des Know-hows und die Einräumung von Nutzungsrechten an dem Know-how und dem Patent wird bis zum Auslaufen des Vertrages eine

Vergütung von 35 T€ gezahlt. Darüber hinaus erhält das IMT nach Auslaufen des Vertrags für 5 weitere Jahre die jährliche Vergütung von 120 T€.

Die Roth & Rau AG hat sich des Weiteren verpflichtet, 1 % des Nettoumsatzes von Heterojunction-Linien und ähnlichen Systemen zu vergüten. Für die Laufzeit des Kooperationsvertrages ist diese Vergütung auf einen Maximalbetrag von 300 T€ p.a. begrenzt. Die Verpflichtung zur Lizenzgebührzahlung bleibt fünf Jahre nach Vertragsbeendigung wirksam, jedoch gilt die Schwelle von 300 T€ nicht mehr.

13.4 Angaben zu nahe stehenden Personen und Unternehmen

Als nahe stehende Personen oder Unternehmen gelten natürliche Personen und Unternehmen, die von der Roth & Rau AG beeinflusst werden können, die einen Einfluss auf die Roth & Rau AG ausüben können oder die unter dem Einfluss einer anderen nahe stehenden Partei der Roth & Rau AG stehen. In der Roth & Rau AG wurden der Vorstand, der Aufsichtsrat, Personen in Schlüsselfunktionen und deren nahe Familienangehörige als nahe stehende Personen definiert.

Transaktionen mit verbundenen/nahe stehenden Unternehmen

Aufgrund des Vertrages über einen Unternehmenszusammenschluss mit der Meyer Burger Technology AG vom 11. April 2011 konnte mit Wirkung zum 9. August 2011 die Übernahme vollzogen werden. Zum 31. Dezember 2012 hält die MBT Systems GmbH 92,54 % (31. Dezember 2011: 89,17 %) der Anteile an der Roth & Rau AG. Die Roth & Rau-Gruppe wird in den Konzernabschluss der Meyer Burger Technology AG einbezogen.

In der Berichtsperiode wurden mit der Muttergesellschaft MBT Systems GmbH keine Transaktionen durchgeführt. Hingegen ergaben sich innerhalb der Roth & Rau-Gruppe im Geschäftsjahr folgende Transaktionen mit der Meyer Burger Technology AG:

Zum 31.12.2012 ergaben sich Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 7 T€ (Vorjahr: 0 T€) sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen von 2.671 T€ (Vorjahr: 0 T€). Es wurden Dienstleistungen für Management- und Finanzberatung und Coporate Communications in Höhe von 3.223 T€ sowie Marketingkosten in Höhe von 567 T€ an die Roth & Rau-Gesellschaften berechnet. Weitere sonstige betriebliche Aufwendungen entstanden in Höhe von 281 T€. Außerdem sind Zinsaufwendungen in Höhe von 322 T€ angefallen. Sonstige betriebliche Erträge sind in Höhe von 167 T€ gegenüber der Meyer Burger Technology AG in 2012 entstanden.

Mit den Tochterunternehmen der Meyer Burger-Technology AG, die nicht in die Konsolidierung der Roth & Rau-Gruppe einbezogen werden, bestanden zum Stichtag Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 917 T€ (Vorjahr: 10 T€) sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 1.418 T€ (Vorjahr: 52 T€). Die Umsatzerlöse beliefen sich auf 5.842 T€ (Vorjahr: 28 T€). Aufwendungen aus Dienstleistungen sind in Höhe von 1.867 T€ (Vorjahr 70 T€) angefallen. Des Weiteren sind sonstige betriebliche Erträge in Höhe von 758 T€ sowie Aufwendungen von 507 T€ entstanden.

Vorstand

Dem Vorstand gehörten im Geschäftsjahr 2012 an:

Peter M. Wagner (Diplom Mathematiker), Vorstandsvorsitzender

Präsident des Verwaltungsrates der Meyer Burger Technology AG, Thun, Schweiz; Vorsitzender des Beirats der Stiftung für konkrete Kunst, Reutlingen, Deutschland; als gesetzlicher Vertreter der Meyer Burger Technology AG Mitglied im Kontrollgremium der zum Konzern gehörenden Handelsgesellschaft MB Services AS i.L., Porsgrunn, Norwegen

Peter Frankfurter (Diplom Kaufmann), Finanzvorstand

übt kein Mandat in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten oder vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen aus

Thomas Hengst (Diplom Ingenieur (FH)), Vertriebsvorstand

übt kein Mandat in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten oder vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen aus

Peter R. Manolopoulos (Diplom Kaufmann), Vorstand operatives Geschäft

übt kein Mandat in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten oder vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen aus

Organbezüge

Für das Geschäftsjahr 2012 betragen die Bezüge des Vorstands:

in T€ Jahres- Neben- Tantieme Gesamt Anzahl Anzahl
gehalt leistungen Meyer
Burger Aktien
Aktienoptionen
2012 2011 2012 2011 2012 2011 2012 2011 2012 2011 2012 2011
Dr. Dietmar Roth
(bis 3. Oktober 2011)
0 300 0 679 0 0 0 979 0 0 0
Carsten Bovenschen
(bis 15.Dezember 2010)
0 33 0 101 0 0 0 134 0 0 0
Peter M. Wagner 176 43 5 1 90 48 271 92 0 0 0
Thomas Hengst 150 150 52 95 143 24 345 269 4.133 0 0 14.000
Dr. Paulus Breddels
(bis 31. Juli 2011)
0 140 0 355 0 0 0 495 0 0 0
Peter Frankfurter 200 50 15 2 78 18 293 70 4.800 0 0 0
Peter R. Manolopoulos 200 50 19 2 92 22 311 74 4.800 0 0 0
Gesamt 726 766 91 1.235 403 112 1.220 2.113 13.733 0 0 14.000

Die Struktur des Vergütungssystem wird durch den Aufsichtsrat der Roth & Rau AG festgelegt und in regelmäßigen Abständen überprüft. Der Aufsichtsrat legt auch die Gesamtvergütung der einzelnen Vorstandsmitglieder fest, wobei er auf die Angemessenheit der Vergütung achtet. Sie wird sowohl an den persönlichen Leistungen des Vorstandsmitglieds, der wirtschaftlichen Lage, dem Erfolg und den Zukunftsaussichten des Unternehmens als auch an der Üblichkeit der Vergütung unter Berücksichtigung des Vergleichsumfelds und der Vergütungsstruktur, die ansonsten in der Gesellschaft gilt, gemessen.

Die Vergütung für die Vorstandsmitglieder setzt sich aus einer erfolgsunabhängigen Komponente, die das Jahresgehalt, die Nebenleistungen, Pensionszusagen und Versicherungen umfasst, sowie einer erfolgsbezogenen Komponente, die eine Zielvereinbarung und eine Teilnahme am Mitarbeiteraktien-Programm der Hauptaktionärin der Gesellschaft, Meyer Burger Technology AG, Thun, Schweiz, beinhalten. Die Teilnahme erfolgt nach Maßgabe der vom Aufsichtsrat verabschiedeten Regelung in der jeweils gültigen Fassung, wenn Aktien der Meyer Burger Technology AG als Mitarbeiteraktien von der Gesellschaft zugesprochen bzw. abgegeben werden.

Die Nebenleistungen wie Reisekosten, private Nutzung des Firmenwagens, Direktversicherungen und Beiträge zur Unterstützungskasse im Geschäftsjahr 2012 betrugen für Herrn Hengst 52 T€ (Vorjahr: 95 T€), für Herrn Peter M. Wagner 5 T€ (Vorjahr: 1 T€), für Herrn Peter Frankfurter 15 T€ (Vorjahr: 2 T€) und für Herrn Peter R. Manolopoulos 19 T€ (Vorjahr: 2 T€).

Im Jahr 2012 wurden keine Vergütungen aus dem Phantom Stock Options Plan an Vorstandsmitglieder ausgezahlt, da die Ausübungshürde nicht erreicht wurde.

Die Vorstandsmitglieder erhielten im Jahr 2012 keine Vergütungen aus dem Mitarbeiterbeteiligungsprogramm von Meyer Burger. Jedoch wurden hierfür Rückstellungen in Höhe von 29 T€ gebildet.

Herr Frankfurter, Herr Manolopoulus und Herr Hengst erhalten im Falle einer vorzeitigen Beendigung der Vorstandstätigkeit aufgrund ordentlicher Kündigung eine Bruttoabfindung in Höhe von 1/12 der Bezüge für jeden vollen Monat, den der Vorstandsvertrag vorzeitig endet. Die Abfindungsregelung ist jedoch auf eine maximal mögliche Abfindung in Höhe eines halben Jahresgrundgehaltes beschränkt. Für Herrn Wagner besteht keine Vereinbarung im Falle einer vorzeitigen Beendigung.

Die Verträge für die Vorstandsmitglieder sehen keine Leistungen für den Fall der regulären Beendigung ihrer Tätigkeit vor.

Darüber hinaus bestehen für Herrn Hengst Pensionszusagen, die eine Alters- oder Invalidenrente sowie eine Hinterbliebenenversorgung vorsehen, welche unverfallbar sind. Die bestehende Pensionsverpflichtung ist voll durch entsprechendes Vermögen gedeckt. Unabhängig davon sind ein Vermögenswert und eine Rückstellung in der Bilanz gebucht. Die Pensionszusage von Herrn Hengst wird im Change-of-Control-Fall unabhängig von der Vollendung einer Wartefrist und den weiteren vertraglichen Vereinbarungen unverfallbar.

Aufsichtsrat

Dem Aufsichtsrat gehörten im Geschäftsjahr 2012 an:

Frau Andrea Sieber, Vorsitzende Herr Michel Hirschi, stellv. Vorsitzender Herr Prof. Dr. Alexander Michaelis, Mitglied

Andrea Sieber, Vorsitzende:

Rechtsanwältin und Partnerin der Anwaltskanzlei Meyerlustenberger Lachenall Rechtsanwälte, Zürich, Schweiz; übt kein Mandat in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten oder vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen aus

Michel Hirschi, stellvertretender Vorsitzender :

Geschäftsführer der MBT Systems GmbH, Langenfeld und Meyer Burger GmbH, Langenfeld

Mitglied in vergleichbaren ausländischen Kontrollgremien folgender Handelsgesellschaften: Zurmont Madison Management AG, Schweiz; Zurmont Capital I AG, Schweiz; CLS Corporate Language Services Holding AG, Schweiz

Als gesetzlicher Vertreter der Meyer Burger Technology AG Mitglied in ausländischen Kontrollgremien der folgenden zum Konzern der Meyer Burger Technology AG gehörenden Handelsgesellschaften: Meyer Burger AG, Schweiz; Meyer Burger Co. Ltd., Taiwan; MB Services Pte Ltd., Singapore; Meyer Burger Trading (Shanghai) Co. Ltd., China; Meyer Burger Kabushiki Kaisha, Japan; Diamond Material Technology Inc., USA; MBT Systems Ltd., USA; Meyer Burger India Private Limited, India; MB Systems Co. Ltd., Korea; 3S Swiss Solar Systems AG (wurde mit Meyer Burger AG fusioniert mit Eintragung im Handelsregister per 01. Juli 2012), Schweiz; Pasan S.A., Schweiz

Prof. Dr. Alexander Michaelis, Mitglied :

Leiter des Fraunhofer-Instituts für keramische Technologien und Systeme, Dresden; Professor der Technischen Universität Dresden, Professur für Anorganisch-Nichtmetallische Werkstoffe am Institut für Werkstoffwissenschaft;

Beiratsmitglied bei der FCES GmbH mit Hauptsitz in Dresden (Fuel Cell Energy Solutions) seit Juni 2012; Vorstandsmitglied der DKG e.V. (Deutsche Keramische Gesellschaft) sowie Vorsitzender der Forschungsgemeinschaft der DKG; Vorstandsmitglied der "Solarvelley Mitteldeutschland e.V." ; Beirat des "SiliconSaxony e.V." (seit Januar 2012)

Die Mitglieder des Aufsichtsrats der Roth & Rau AG hielten am 31. Dezember 2012 keine Aktienanteile.

Die Bezüge des Aufsichtsrats der Roth & Rau AG betrugen für das Geschäftsjahr 2012:

in T€ 2012 2011
Peter M. Wagner (bis 3. Oktober 2011) 0 0
Andrea Sieber 56 19
Michel Hirschi 0 0
Eberhard Reiche (bis 26. August 2011) 0 47
Prof. Dr. Alexander Michaelis 23 36
Daniel Schoch (bis 26. August 2011) 0 17
Summe 79 119

Herr Michel Hirschi hat, wie bereits in 2011, auf die Aufsichtsratsvergütung verzichtet.

Zwischen den Aufsichtsratsmitgliedern und der Gesellschaft bestehen keine Vereinbarungen, die Abfindungszahlungen oder sonstige Vergünstigungen zugunsten der Aufsichtsratsmitglieder bei Beendigung ihrer Organmitgliedschaft vorsehen. Es bestehen gegenwärtig keine Interessenkonflikte zwischen ihren Verpflichtungen gegenüber der Gesellschaft und ihren privaten Interessen oder sonstigen Verpflichtungen.

Zugunsten der Mitglieder des Aufsichtsrats bestehen keine Vereinbarungen mit der Gesellschaft über Pensionen.

Personen in Schlüsselpositionen

Zu den Personen in Schlüsselpositionen zählen neben den oben aufgeführten Mitgliedern des Vorstands und Aufsichtsrats Personen, die für die Planung, Leitung und Überwachung der Geschäftstätigkeit direkt oder indirekt zuständig und verantwortlich sind, und sämtliche Personen mit Gesamtprokura.

Im Geschäftsjahr 2012 wurden an diese Personen Vergütungen aus bestehenden Arbeitsverhältnissen von gesamt 1.061 T€ (Vorjahr: 686 T€) ausgezahlt. Zum Bilanzstichtag bestehen zusätzlich Rückstellungen zugunsten dieser Personen von insgesamt 251 T€ (Vorjahr: 182 T€). In den Vergütungen sind Auszahlungen aus 2011 von insgesamt 159 T€ enthalten. An Personen in Schlüsselpositionen wurden keine Phantom Stocks (Vorjahr: 12.000), jedoch 16.533 (Vorjahr: 0) Mitarbeiteraktien der Meyer Burger Technology AG ausgegeben.

Nahe Familienangehörige

Als nahe Familienangehörige wurden die nahen Familienangehörigen des Vorstands bzw. der Personen in Schlüsselpositionen identifiziert. Diese Familienangehörigen sind Arbeitnehmer der Roth & Rau AG bzw. der verbundenen Unternehmen und haben im Geschäftsjahr 2012 Vergütungen von insgesamt 172 T€ (Vorjahr: 221 T€) bezogen. Zum Bilanzstichtag bestehen zusätzlich Rückstellungen aufgrund dieser Arbeitsverhältnisse von insgesamt 6 T€ (Vorjahr: 39 T€). In den Vergütungen sind keine Auszahlungen aus 2011 enthalten.

Weiterhin betrug das Geschäftsvolumen mit einem nahe stehenden Unternehmen der Roth & Rau AG, dessen Gesellschafter ein naher Familienangehöriger von einer Personen in Schlüsselposition der Roth & Rau AG ist, im Geschäftsjahr 2012 5 T€ (Vorjahr: 4 T€). Zum Bilanzstichtag bestehen keine Verbindlichkeiten/Rückstellungen (31. Dezember 2011: 0 T€).

13.5 Abschlussprüferhonorar

Das für den Abschlussprüfer PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft als Aufwand erfasste Honorar im Geschäftsjahr 2012 beträgt 394 T€ (Vorjahr: 622 T€). Darin sind Aufwendungen für Prüfungsleistungen in Höhe von 343 T€ (Vorjahr 486 T€), für andere Bestätigungsleistungen in Höhe von 37 T€ (Vorjahr: 76 T€) sowie für sonstige Leistungen in Höhe von 14 T€ (Vorjahr: 60 T€) aufwandswirksam erfasst.

13.6 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Im Zuge der Anpassungen der Konzernstruktur an die Marktlage in der Photovoltaik im Rahmen des Kosten- und Strukturprogramms CRiSP konnte ein weiterer Erfolg verbucht werden. So konnte die Liquidation der Roth & Rau Australia Pty. Ltd. in Sydney, Australien am 19. Februar 2013 mittels Deregistrierung abgeschlossen werden. Die Vertriebsaktivitäten in dieser Region werden zukünftig durch Meyer Burger übernommen.

13.7 Freigabe zur Veröffentlichung

Der Vorstand der Roth & Rau AG hat den vorliegenden IFRS-Konzern-Abschluss am 19. März 2013 zur Veröffentlichung freigegeben.

Hohenstein-Ernstthal, 19. März 2013

14 Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

Hohenstein-Ernstthal, 19. März 2013

Roth & Rau AG

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Wir haben den von der Roth & Rau AG, Hohenstein-Ernstthal, aufgestellten Konzernabschluss – bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Gesamtergebnisrechnung, Eigenkapitalveränderungsrechnung, Kapitalflussrechnung und Anhang – sowie den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2012 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften liegt in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Konzernlagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Erfurt, 22. März 2013

PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Rolf-Peter Stockmeyer ppa. Sandra Philipps Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüferin

Zukunftsgerichtete Aussagen

Dieser Geschäftsbericht enthält bestimmte zukunftsgerichtete Aussagen, die sich insbesondere auf das Geschäft, die finanzielle Entwicklung und die Erträge von Roth & Rau, auf die wirtschaftlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen, auf die Geschäftsfelder, in denen der Konzern tätig ist, und andere Faktoren beziehen. Zukunftsgerichtete Aussagen betreffen zukünftige Tatsachen, Ereignisse sowie sonstige Umstände, die keine historischen Tatsachen sind. Wörter wie "erwarten", "beabsichtigen", "planen", "davon ausgehen" oder "voraussichtlich" deuten auf solche Aussagen hin. Solche Aussagen geben nur die Auffassung der Roth & Rau AG hinsichtlich zukünftiger Ereignisse zum gegenwärtigen Zeitpunkt wieder und unterliegen einer Reihe von Risiken und Unsicherheiten.

Diese zukunftsgerichteten Aussagen beruhen auf gegenwärtigen, nach bestem Wissen vorgenommenen Einschätzungen und Annahmen des Unternehmens, die sich, obwohl sie zum derzeitigen Zeitpunkt nach Ansicht der Roth & Rau AG angemessen sind, als fehlerhaft erweisen können. Zahlreiche Faktoren können dazu führen, dass die tatsächliche Entwicklung einschließlich der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns wesentlich von derjenigen abweicht, die in den zukunftsgerichteten Aussagen ausdrücklich oder implizit angenommen wird. Sollte eine oder sollten mehrere dieser Veränderungen oder Unsicherheiten eintreten oder sollten sich die von der Roth & Rau AG zu Grunde gelegten Annahmen als unrichtig erweisen, ist nicht auszuschließen, dass die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von denen abweichen, die in diesem Bericht als angenommen, geschätzt oder erwartet beschrieben sind. Der Konzern könnte aus diesem Grund daran gehindert sein, seine finanziellen und strategischen Ziele zu erreichen. Die Roth & Rau AG beabsichtigt nicht, die in diesem Geschäftsbericht dargelegten zukunftsgerichteten Aussagen oder Branchen- und Kundeninformationen über ihre gesetzliche Verpflichtung hinaus zu aktualisieren.

Finanzkalender 2013

Hauptversammlung 24. Mai 2013

Halbjahresbericht August 2013

Impressum

Roth & Rau AG An der Baumschule 6-8 09337 Hohenstein-Ernstthal

Tel. +49 (0) 3723/671-234 Fax +49 (0) 3723/671-1000 [email protected]

Herausgeber

Roth & Rau AG, Hohenstein-Ernstthal

Ansprechpartner

Roth & Rau AG Mario Schubert Tel. +49 809 3723/671-3340 [email protected]