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Meyer Burger Technology AG Annual Report 2011

Mar 28, 2012

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Annual Report

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Roth & Rau AG

Geschäftsbericht 2011

Roth & Rau-Konzern Kennzahlen nach IFRS

in T€ 2011 2010
Ertragslage
Umsatz 208.460 285.357
Gesamtleistung 261.053 329.708
EBITDA -42.437 -5.444
EBIT -106.160 -27.290
Sondereffekte auf EBIT -93.165 -44.710
EBIT, bereinigt -12.995 17.420
Konzern-Ergebnis (den Aktionären der
Roth & Rau AG zustehendes Ergebnis) -121.885 -25.809
Auftragseingang 12.899 417.072
Auftragsbestand zum 31.12. 140.923 336.484
Ergebnis je Aktie in € -7,52 -1,64
in T€ 2011 2010
Finanzlage
Operativer Cash Flow
Investitionen
-29.482
30.310
54.103
89.021
in T€ 2011 2010
Vermögenslage
Bilanzsumme
232.684 433.269
Eigenkapital 129.286 251.352
Eigenkapitalquote in % 55,6 58,0
Liquide Mittel 29.970 107.741
2011 2010
Mitarbeiter
Gesamt zum Stichtag
1.348 1.209
davon Inland 817 883
davon Ausland 531 326

Geschäftsbericht 2011

Inhalt

Brief des Vorstands 4
Bericht des Aufsichtsrats 8
Corporate Governance 14
Roth & Rau-Aktie 18
Konzern-Lagebericht 22
Unternehmen 24
Rahmenbedingungen 41
Geschäftsentwicklung 43
Chancen- und Risikobericht 50
Nachtrags- und Prognosebericht 56
Konzern-Abschluss 60
Konzern-Bilanz 62
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 64
Konzern-Gesamtergebnisrechnung 65
Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung 66
Konzern-Kapitalflussrechnung 68
Konzern-Anhang 70
Versicherung der gesetzlichen Vertreter 147
Bestätigungsvermerk 148
Impressum 150

Konzern-Anhang

Roth & Rau AG Geschäftsbericht 2011

Brief des Vorstands

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, sehr geehrte Damen und Herren,

weltweit sind dramatische Veränderungen in der gesamten Solarbranche festzustellen. Sowohl die politischen als auch die ökonomischen Rahmenbedingungen haben sich deutlich verschlechtert. Reduzierte Einspeisevergütungen in zahlreichen europäischen Ländern, fehlende Finanzierungsmöglichkeiten für große Solarprojekte und enorme Überkapazitäten führten ab dem 2. Quartal 2011 zu einem signifikanten Nachfrageeinbruch nach Equipment für die Solarzellenherstellung. Auch die weltweit gestiegenen Konjunkturrisiken, die Unsicherheiten an den Finanzmärkten und die ungelöste Eurokrise wirkten sich negativ auf die Investitionsneigung der Zell- und Modulhersteller aus. Alle diese Effekte zusammen hatten zur Folge, dass ein Großteil der laufenden Projekte im Geschäftsjahr 2011 nicht wie geplant abgeschlossen wurde, da einige Kunden die Endabnahmen verzögerten bzw. Projekte komplett stornierten.

Das schwache Marktumfeld hat sich deutlich in unseren Geschäftszahlen niedergeschlagen. So standen den Aufträgen mit einem Volumen von 152,7 Mio. € Stornierungen von insgesamt 139,8 Mio. € gegenüber. Somit belief sich der Netto-Auftragseingang auf 12,9 Mio. € (2010: 417,1 Mio. €). Der Auftragsbestand betrug zum 31. Dezember 2011 140,9 Mio. € (31. Dezember 2010: 336,5 Mio. €). Der konsolidierte Umsatz reduzierte sich gegenüber dem Vorjahr um 26,9 % auf 208,5 Mio. €, während das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) bei -106,2 Mio. € (2010: -27,3 Mio. €) lag. Wesentliche Belastungsfaktoren waren neben dem Umsatzrückgang vor allem Sondereffekte in Höhe von 93,2 Mio. € in Form von außerplanmäßigen Abschreibungen auf das Anlagevermögen, Wertberichtigungen auf Forderungen und Bestände sowie Rückstellungen für drohende Vertragsstrafen und durchzuführende Strukturmaßnahmen.

Konzern-Anhang

Was erwartet uns im Geschäftsjahr 2012 und wie gehen wir mit den Herausforderungen in einer wesentlich verschärften Dimension um? Der Vorstand der Roth & Rau AG geht davon aus, dass sich die Krise in der Solarindustrie auch 2012 fortsetzen wird. Vor diesem Hintergrund haben wir im Februar 2012 mit Zustimmung des Aufsichtsrats weitere Maßnahmen im Rahmen unseres bestehenden Kosten- und Strukturoptimierungsprogramms CRiSP beschlossen, die wir bis Ende des 1. Halbjahres 2012 vollständig umsetzen wollen. Unser Ziel ist die kurzfristige Anpassung der Kostenstrukturen an die veränderte Marktlage, um eine schnelle und nachhaltige Verbesserung der Ertrags- und Finanzkraft des Roth & Rau-Konzerns sicherzustellen.

Durch die Zugehörigkeit zur Meyer Burger-Gruppe seit 2011 ergeben sich für Roth & Rau vor allem im asiatischen Markt Synergiepotentiale sowohl markt- also auch kostenseitig. Die lokale Kundenbetreuung in Asien wird zukünftig über die Vertriebs- und Servicegesellschaften von Meyer Burger erfolgen. Deshalb werden wir unsere Tochtergesellschaften und Niederlassungen in China, Taiwan, Indien, Korea und Singapur schließen. Zur Sicherstellung der Marktpräsenz werden die Vertriebs- und Service-Mitarbeiter von Meyer Burger übernommen. Durch die Zusammenführung der Vertriebsaktivitäten können wir Kompetenzen bündeln sowie Personal- und Verwaltungskosten sparen.

Zur weiteren Stärkung der Ertragskraft des Konzerns werden wir zudem defizitäre Tochtergesellschaften stilllegen. Betroffen davon sind die Produktionsgesellschaft in Italien sowie die Vertriebsgesellschaften in Australien und den USA. Im Inland soll die Komplexität der Konzern-Struktur durch Unternehmensverschmelzungen weiter vereinfacht werden. Nach Umsetzung aller Maßnahmen sollen von den derzeit 24 Tochtergesellschaften noch 12 Gesellschaften im Konzern verbleiben.

Eine weitere wichtige Maßnahme beinhaltet einen deutlichen Personalabbau. Wir müssen die Kosten im Roth & Rau-Konzern wieder auf ein wettbewerbsfähiges Niveau bringen. Deshalb kommen wir nicht umhin, am Standort Hohenstein-Ernstthal, wo heute rund 400 Mitarbeiter beschäftigt werden, ca. 15 % der Stellen zu streichen. Die Belegschaft muss insgesamt von 1.350 Mitarbeiter auf unter 1.150 Mitarbeiter reduziert werden. Darüber hinaus werden wir die Kurzarbeit weiterführen, bis sich die Auftragslage erholt.

Der Vorstand bedauert diese personellen Maßnahmen außerordentlich, hält diese aber für unausweichlich, um die Wettbewerbsfähigkeit in einem immer härteren Marktumfeld sicherzustellen. Mittel- und langfristig sind wir weiterhin vom Wachstum der Solarindustrie überzeugt. Aus unserer Sicht bietet auch die aktuelle Krise gewisse Chancen. Steigende Wirkungsgrade und sinkende Preise sind die zukünftigen Erfolgsfaktoren in der Solarindustrie. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen die Hersteller von Solarzellen und -modulen in den kommenden Jahren in hocheffiziente Produktionstechnologien investieren. Ziel ist es, bei gleichzeitiger Effizienzsteigerung der Zellen die Kosten in der Herstellung von Solarsystemen weiter zu reduzieren, um die Grid-Parität so rasch wie möglich zu erreichen. Roth & Rau wird als führender Anbieter von Produktions-Equipment und innovativen Fertigungstechnologien für die Herstellung von kristallinen Silizium-Solarzellen in der Weiterentwicklung des Marktes und der benötigten Technologien weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Gemeinsam mit unseren Kunden werden wir die Solarenergie zunehmend günstiger und effizienter gestalten. Wir sehen uns hier auf dem richtigen Weg – sowohl mit der Aufrüstung bereits installierter Systeme als auch mit der Einführung neuer, effizienzsteigernder Technologien. So haben wir beispielsweise mit

Peter M. Wagner, Vorstandsvorsitzender

Peter R. Manolopoulos, Vorstand operatives Geschäft

Peter Frankfurter, Finanzvorstand

Thomas Hengst, Vertriebsvorstand

den Beschichtungsanlagen HELiA, die die Kernkomponenten einer Produktionslinie für Solarzellen auf der Basis der Heterojunction-Technologie bilden, bereits Zelleffizienzen von 20 % im industriellen Umfeld erreicht.

Zuversichtlich für die Zukunft stimmt uns nicht zuletzt auch die mehrheitliche Übernahme der Roth & Rau AG durch die Meyer Burger Technology AG, die am 9. August im ersten Schritt vollzogen wurde. Durch den Zusammenschluss der beiden Unternehmen entsteht ein umfassender Systemanbieter, der alle wesentlichen Technologieschritte in der Wertschöpfungskette der Photovoltaik vom Solarsilizium bis zur fertigen Solaranlage abdeckt. Roth & Rau schließt dabei die Lücke zwischen Wafering und Solarmodulen und bildet künftig den Kern des neuen Technologie- und Kompetenzbereichs "Zelle" innerhalb der Meyer Burger-Gruppe. Ziel beider Gesellschaften ist es, durch gemeinsame Forschungsund Entwicklungsaktivitäten ein erweitertes Angebot an voll integrierten Systemlösungen zu schaffen, um dadurch weitere Marktanteile zu gewinnen.

Wir bedanken uns bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Roth & Rau-Gruppe für die geleistete ausgezeichnete Arbeit und hohe Einsatzbereitschaft in einer schwierigen Zeit. Unser Dank gilt weiterhin unseren Kunden für das Vertrauen in die Produkte und Dienstleistungen der Roth & Rau-Gruppe. Wir werden auch 2012 an der Verbesserung unserer Produkte und Dienstleistungen im Sinne der Zufriedenheit unserer Kunden hart arbeiten.

Trotz der derzeitigen Schwächephase der Solarindustrie wird Roth & Rau seine Rolle als innovativer Zulieferer behaupten und seine Chancen nutzen. Das Know-how unserer Mitarbeiter und die Zugehörigkeit zum Meyer Burger-Konzern bilden eine gute Basis, um die bevorstehenden Herausforderungen erfolgreich zu meistern und die Zukunft aktiv mitzugestalten.

Ihre

Peter M. Wagner Peter Frankfurter Vorstandsvorsitzender Finanzvorstand

Peter R. Manolopoulos Thomas Hengst Vorstand operatives Geschäft Vertriebsvorstand

Konzern-Anhang

Roth & Rau AG Geschäftsbericht 2011

Bericht des Aufsichtsrats

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

der Roth & Rau AG stellten sich im Geschäftsjahr 2011 vielfältige Herausforderungen, die die Arbeit des Aufsichtsrats im vergangenen Geschäftsjahr geprägt haben. Die Meyer Burger-Gruppe übernahm 2011 die Mehrheit der Roth & Rau AG, und das operative Geschäft im Bereich Photovoltaik war ab dem 2. Quartal 2011 von einem signifikanten Nachfrageeinbruch gekennzeichnet. Die Roth & Rau-Gruppe steht auch 2012 vor großen Herausforderungen, da die Krise in der Solarindustrie weiter anhalten wird. Der Aufsichtsrat ist aber überzeugt, dass die eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen greifen werden und die Zusammenarbeit mit der Meyer Burger-Gruppe große Chancen bietet.

Der Aufsichtsrat der Roth & Rau AG hat die Arbeit des Vorstands im Geschäftsjahr 2011 gemäß Gesetz, Satzung, Geschäftsordnung und Deutschem Corporate Governance Kodex regelmäßig überwacht und beratend begleitet. Zur Überwachung der Geschäftsführung hat sich der Aufsichtsrat laufend und eingehend mit der aktuellen Unternehmenssituation und der weiteren Entwicklung der Roth & Rau-Gruppe befasst.

Der Vorstand hat den Aufsichtsrat zeitnah und umfassend insbesondere über die Geschäftsentwicklung und die Lage der Gruppe, die beabsichtigte Geschäftspolitik, die Unternehmensplanung und -strategie, die Rentabilität der Gesellschaft sowie über das Risikomanagement und die Compliance informiert. Grundlage hierfür waren die ausführlichen, in schriftlicher und mündlicher Form erstatteten Berichte des Vorstands. Die Berichte wurden regelmäßig und unter Beachtung der Erfordernisse des § 90 Abs. 2 AktG erstattet. Die schriftlichen Lageberichte des Vorstands umfassten insbesondere Informationen zu den Themen Liquidität, Profitabilität, Forderungsmanagement, Wertberichtigungsnotwendigkeiten, Auftragseingang, technologische Entwicklung und Wettbewerbssituation sowie die Unternehmensplanung einschließlich Finanz-, Investitions- und Personalplanung.

8 | 9

Planabweichungen wurden vom Vorstand ausführlich erläutert und vom Aufsichtsrat eingehend geprüft. Über alle Geschäfte und Fragestellungen von wesentlicher Bedeutung für das Unternehmen hat der Vorstand mit dem Aufsichtsrat im Vorfeld beraten. Zustimmungspflichtige Geschäfte wurden dem Aufsichtsrat vom Vorstand ordnungsgemäß vorgelegt.

Außerhalb der Sitzungen stand der bzw. die Aufsichtsratsvorsitzende in einem fortlaufenden Informationsaustausch mit dem Vorstand – insbesondere mit dem Vorstandsvorsitzenden. Auf diese Weise hat der Aufsichtsrat über wesentliche Ereignisse zur Beurteilung der Lage und Perspektive des Konzerns unverzüglich Kenntnis erlangt.

Beratungsschwerpunkte

Der Aufsichtsrat trat im Geschäftsjahr 2011 zu 18 Sitzungen am 18. Januar, 8. Februar, 28. Februar, 5. April, 7. April, 10. April, 12. Mai, 13. Mai, 23. Mai, 8. Juli, 10. August, 25. August, 26. August, 7. September, 14. September, 28. September, 3. Oktober und 8. Dezember zusammen. Das Plenum war bei jeder dieser Sitzungen vollständig anwesend. Zudem wurden zwei Beschlüsse im Umlaufverfahren gefasst.

Aufgrund seiner Größe verzichtete der Aufsichtsrat weiterhin auf die Bildung von Ausschüssen. Vielmehr ist der Aufsichtsrat nach eigener Einschätzung der Meinung, dass er bereits effizient arbeitet. Gegenstand der Selbsteinschätzung waren auch die Verfahrensabläufe im Aufsichtsrat, die Information durch den Vorstand sowie die Zusammenarbeit der beiden Organe. In alle für Roth & Rau bedeutsamen und zustimmungspflichtigen Entscheidungen war der Aufsichtsrat frühzeitig eingebunden.

Andrea Sieber, Vorsitzende des Aufsichtsrats

Regelmäßige Beratungsschwerpunkte im Plenum waren die zustimmungspflichtigen Sachverhalte, die Umsatz- und Ergebnisentwicklung, die Finanz- und Liquiditätssituation, die Investitionsvorhaben, die Risikolage, das Risikomanagement, die Compliance sowie die Unternehmensplanung und -strategie.

Einen besonderen Schwerpunkt der Beratungen bildeten das Kosten- und Strukturoptimierungsprogramm CRiSP und die Übernahme der Mehrheit der Roth & Rau-Aktien durch die MBT Systems GmbH. Im Zusammenhang mit dem Übernahmeangebot erfolgten regelmäßige Abstimmungen und intensive Beratungen mit dem Vorstand. Der Aufsichtsrat prüfte das Übernahmeangebot eingehend, insbesondere im Hinblick auf die Angemessenheit des Übernahmepreises. Dabei wurden auch die Rechtsberater des Unternehmens und die das Unternehmen beratende Credit Suisse eingebunden. Die "Fairness Opinion" der Credit Suisse wurde erörtert und vom "Financial Expert" des Aufsichtsrats, Herrn Daniel Schoch, gegengeprüft. Anschließend erfolgte eine gemeinsame Stellungnahme des Vorstands und des Aufsichtsrats gemäß § 27 des Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetzes zum freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebot der MBT Systems GmbH.

Ein weiterer Schwerpunkt der Beratungen im Aufsichtsrat war der Umsatzeinbruch in der Solarbranche ab dem 2. Quartal 2011, der sich auch massiv auf den Umsatz der Roth & Rau AG ausgewirkt hat, sowie die 2011 aufgetretenen Sondereffekte. Der Aufsichtsrat hat sich intensiv mit dem vom Vorstand bereits 2010 eingeleiteten Kosten- und Strukturoptimierungsprogramm CRiSP befasst.

Darüber hinaus wurden im Rahmen der Aufsichtsratssitzungen folgende Themen erörtert und beraten:

  • Produktportfolio-Bereinigung und strategische Neuausrichtung auf
  • "Systemlösungen" (Equipment- und Technologiepakete)
  • Schadensersatzklage der Conergy SolarModule GmbH & Co. KG
  • Prüfung und Billigung des Jahresabschlusses 2010 sowie der
  • Zwischenberichte 2011 inkl. Risikoberichtswesen
  • Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG
  • Tätigkeit der Innenrevision
  • Risikoanalyse einzelner Bilanzpositionen
  • Anpassungen der Jahresplanung für das Geschäftsjahr 2011
  • Jahresplanung für das Geschäftsjahr 2012
  • Übernahme des Produktionsstandorts der Possehl Group in Shenzhen, China
  • Vorbereitung der Hauptversammlung 2011
  • Strukturfindung im Vorstand
  • Neukonstitution des Aufsichtsrats
  • Geplanter Abschluss eines Beherrschungs- und/oder Gewinnabführungsvertrags zwischen der Roth & Rau AG und der MBT Systems GmbH
  • Wechsel vom Regulierten Markt aus dem Teilbereich Prime Standard in den Teilbereich Entry Standard im Open Market der Frankfurter Wertpapierbörse
  • Wirksamkeit des internen Kontrollsystem (IKS) entsprechend § 107 Abs. 3 AktG
  • Bericht des Aufsichtsratsvorsitzenden über die Arbeit und Effizienz des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2011
  • Liquidation der Roth & Rau Italy S.r.l.
  • Verkauf der Geschäftsaktivitäten der OTB Taiwan (Zweigniederlassung der OTB Solar B.V.) an die Meyer Burger Co. Ltd., Taiwan

Konzern-Anhang

Im Geschäftsjahr 2011 sind keine Interessenkonflikte von Aufsichtsrats- oder Vorstandsmitgliedern aufgetreten, die dem Aufsichtsrat gegenüber offenzulegen waren. Herr Michel Hirschi ist zugleich Chief Financial Officer der Meyer Burger Technology AG und hat Organstellungen in verschiedenen weiteren Gesellschaften der Meyer Burger-Gruppe, und Frau Andrea Sieber ist zugleich Rechtsberaterin der Meyer Burger-Gruppe. Herr Peter M. Wagner war auch während seiner Zeit als Mitglied des Aufsichtsrats zugleich Präsident des Verwaltungsrats der Meyer Burger Technology AG. Nach Auffassung des Aufsichtsrats folgt allein aus dieser Tätigkeit von Mitgliedern des Aufsichtsrats für die Meyer Burger Technology AG kein Interessenkonflikt. In Konzern-Beziehungen ist es in der Praxis üblich, dass Repräsentanten der Muttergesellschaft im Aufsichtsrat vertreten sind. Besondere Maßnahmen waren im Berichtszeitraum daher nicht geboten.

Corporate Governance

Für den Aufsichtsrat nimmt die Weiterentwicklung der Corporate Governance im Unternehmen einen unverändert hohen Stellenwert ein. So haben wir im Geschäftsjahr 2011 gemeinsam mit dem Vorstand geprüft, welchen Empfehlungen im Vergleich zum Vorjahr zusätzlich entsprochen werden kann. Die aktuelle Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG ist für alle Aktionäre auf der Unternehmenswebsite www.roth-rau.de im Bereich Investor Relations dauerhaft zugänglich und auch im Corporate-Governance-Bericht auf Seite 17 abgedruckt.

Jahres- und Konzern-Abschlussprüfung

Der Jahresabschluss der Roth & Rau AG und der Lagebericht wurden nach den Regeln des Handelsgesetzbuchs (HGB) aufgestellt, der Konzern-Abschluss und der Konzern-Lagebericht nach den Grundsätzen der International Financial Reporting Standards (IFRS). Der Aufsichtsrat beauftragte gemäß Beschluss der Hauptversammlung vom 26. August 2011 die PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, als Abschlussprüfer für die AG und für den Konzern für das Geschäftsjahr 2011. Vor dem Vorschlag der Verwaltung zur Wahl von Pricewaterhouse-Coopers an die Hauptversammlung hatte PricewaterhouseCoopers gegenüber dem Aufsichtsratsvorsitzenden gemäß Ziffer 7.2.1 des Deutschen Corporate Governance Kodex schriftlich erklärt, dass keine Umstände bestehen, die ihre Unabhängigkeit als Abschlussprüfer beeinträchtigen könnten.

Der Abschlussprüfer hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss und den Konzern-Abschluss unter Einbeziehung der entsprechenden Lageberichte geprüft. Gegenstand seiner Prüfung waren weiterhin gemäß § 317 Abs. 4 HGB die Maßnahmen des Vorstands zur frühzeitigen Erkennung von Risiken, die den Erfolg und den Fortbestand des Unternehmens gefährden können. Der Abschlussprüfer berichtete schriftlich über das Ergebnis seiner Prüfung, die zu keinen Einwendungen geführt hatte. Der Jahres- und der Konzern-Abschluss erhielten den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk.

Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss und den Konzern-Abschluss für das Geschäftsjahr 2011, den Lagebericht, den Konzern-Lagebericht sowie den Abhängigkeitsbericht auf Vollständigkeit und Richtigkeit geprüft. Sämtliche Unterlagen sowie die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers lagen dem Gremium rechtzeitig vor und wurden in der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats am 5. März 2012 eingehend erörtert und geprüft. Der Abschlussprüfer berichtete über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung und stand dem Aufsichtsrat für Fragen und ergänzende Auskünfte zur Verfügung. Der Aufsichtsrat hat insbesondere geprüft, ob die vom Vorstand in den Lageberichten getroffenen Einschätzungen mit denen in den Berichten an den Aufsichtsrat übereinstimmen und ob die Aussagen in den Lageberichten mit der eigenen Einschätzung des Aufsichtsrats übereinstimmen. Der Aufsichtsrat hat nach eigener gründlicher Prüfung keine Einwände erhoben und den Jahresabschluss und den Lagebericht sowie den Konzern-Jahresabschluss und den Konzern-Lagebericht gebilligt und den Prüfungsberichten zugestimmt. Der vom Vorstand aufgestellte Jahresabschluss der AG wurde damit festgestellt.

Gemäß § 312 Abs. 1 AktG hat der Vorstand der Roth & Rau AG einen Bericht über die Beziehungen der Gesellschaft zu verbundenen Unternehmen ("Abhängigkeitsbericht") für das Geschäftsjahr 2011 erstellt. PricewaterhouseCoopers hat diesen Bericht ebenfalls geprüft, über das Ergebnis der Prüfung schriftlich berichtet und folgenden Bestätigungsvermerk erteilt:

"Nach unserer pflichtmäßigen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass

  • die tatsächlichen Angaben des Berichtes richtig sind,
  • bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war oder Nachteile ausgeglichen worden sind,
  • bei den im Bericht aufgeführten Maßnahmen keine Umstände für eine wesentlich andere Beurteilung als die durch den Vorstand sprechen."

Der Aufsichtsrat hat den Abhängigkeitsbericht des Vorstands ebenfalls geprüft und stimmt mit dem Prüfungsergebnis des Abschlussprüfers überein. Nach dem abschließenden Ergebnis der Prüfung durch den Aufsichtsrat sind gegen die im Bericht enthaltenen Schlusserklärungen des Vorstands keine Einwendungen zu erheben.

Veränderungen im Vorstand und Aufsichtsrat

Am 3. Oktober 2011 beschloss der Aufsichtsrat der Roth & Rau AG mit Wirkung ab 4. Oktober 2011 die Neubesetzung des Vorstands. Herr Dr. Dietmar Roth gab den Vorstandsvorsitz ab und wechselte in den Verwaltungsrat der Meyer Burger Technology AG. Der Aufsichtsrat hat Herrn Dr. Dietmar Roth für seinen unermüdlichen Einsatz und seine enormen Verdienste um die Roth & Rau AG gedankt.

Zum neuen Finanzvorstand (CFO) wurde Herr Peter Frankfurter berufen. Die Verantwortung für das operative Geschäft (COO) übernahm Herr Peter R. Manolopoulos. Darüber hinaus übernahm Herr Peter M. Wagner, der bis dahin als Aufsichtsratsvorsitzender der Roth & Rau AG fungierte, in einer ersten Phase den Vorstandsvorsitz. Herr Thomas Hengst verantwortet weiterhin das Vertriebsressort im Vorstand (CSO).

Mit Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung am 26. August 2011 sind Herr Eberhard Reiche (Vorsitzender), Herr Prof. Dr. Alexander Michaelis (stellv. Vorsitzender) und Herr Daniel Schoch regulär aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden. Der Aufsichtsrat dankt den ehemaligen Aufsichtsratsmitgliedern für die vertrauensvolle und erfolgreiche Zusammenarbeit in den letzten Jahren. Als ihre Nachfolger wählte die Hauptversammlung Herrn Peter M. Wagner (Vorsitzender), Frau Andrea Sieber (stellv. Vorsitzende) und Herrn Michel Hirschi. Aufgrund der Bestellung des bisherigen Aufsichtsratsvorsitzenden Herrn Peter M. Wagner in den Vorstand am 3. Oktober 2011 wurde das ehemalige Aufsichtsratsmitglied Herr Prof. Dr. Alexander Michaelis auf Antrag des Vorstands und der verbleibenden Mitglieder des Aufsichtsrats gerichtlich als weiteres Mitglied des Aufsichtsrats bestellt. Den Aufsichtsratsvorsitz übernahm Frau Andrea Sieber.

Unternehmen Konzern-Lagebericht

Konzern-Anhang

Besondere Ereignisse 2012

Im Februar 2012 hat der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats weitere Maßnahmen im Rahmen des Kosten- und Strukturoptimierungsprogramms CRiSP beschlossen. Dazu zählen Standortschließungen und ein deutlicher Personalabbau. Bis zum Ende des 1. Halbjahres 2012 sollen von den derzeit 24 Tochtergesellschaften noch 12 Gesellschaften im Konzern verbleiben. Die Belegschaft soll von 1.350 Mitarbeiter auf unter 1.150 Mitarbeiter reduziert werden. Diesen Beschlüssen sind intensive Beratungen und Prüfungen voraus gegangen. Wir bedauern diese personellen Maßnahmen außerordentlich, sind aber davon überzeugt, dass sich dadurch die Roth & Rau AG in dem aktuell schwierigen Marktumfeld langfristig behaupten kann.

Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr Engagement und die geleistete Arbeit im Geschäftsjahr 2011.

Hohenstein-Ernstthal, 5. März 2012

Der Aufsichtsrat

Andrea Sieber Vorsitzende des Aufsichtsrats

Roth & Rau AG Geschäftsbericht 2011

Corporate Governance

Die Roth & Rau AG sieht eine verantwortungsbewusste Unternehmensführung und -kontrolle (Corporate Governance) als grundlegenden Baustein ihrer Tätigkeit an. Eine offene und transparente Kommunikation, ein gewissenhaftes Risikomanagement und eine enge Zusammenarbeit zwischen Vorstand und Aufsichtsrat sind für Roth & Rau selbstverständlich. Das erklärte Ziel der Gesellschaft ist die nachhaltige Steigerung des Unternehmenserfolgs und die dauerhafte Förderung des Vertrauens von Anlegern, Geschäftspartnern, Mitarbeitern und der Öffentlichkeit in die Tätigkeit des Unternehmens.

Den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 26. Mai 2010 folgt Roth & Rau weitgehend. Im März 2012 haben Vorstand und Aufsichtsrat eine gemeinsame Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG abgegeben und auf der Homepage der Gesellschaft unter www.roth-rau.de im Bereich Investor Relations der Öffentlichkeit dauerhaft zugänglich gemacht.

Aktionäre und Hauptversammlung

Die Aktionäre der Roth & Rau AG üben ihre Mitbestimmungs- und Kontrollrechte auf der Hauptversammlung aus. Bei den Abstimmungen gewährt jede Aktie eine Stimme. Die Aktionäre haben die Möglichkeit, ihr Stimmrecht selbst auszuüben oder es durch einen Bevollmächtigten ihrer Wahl ausüben zu lassen. Zusätzlich erleichtert Roth & Rau den Aktionären die Ausübung ihrer Stimmrechte, indem die Gesellschaft einen Stimmrechtsvertreter für die weisungsgebundene Ausübung des Stimmrechts der Aktionäre bestimmt.

Die Einladung zur Hauptversammlung und die für die Beschlussfassungen erforderlichen Berichte und Informationen werden den aktienrechtlichen Vorschriften entsprechend veröffentlicht und rechtzeitig auf der Homepage unter www.roth-rau.de zur Verfügung gestellt. Im Anschluss an die Hauptversammlung finden sich dort auch die Abstimmungsergebnisse und die Präsentation des Vorstands.

Konzern-Anhang

Zusammenarbeit von Vorstand und Aufsichtsrat

Vorstand und Aufsichtsrat arbeiten im Interesse des Unternehmens eng und vertrauensvoll zusammen. Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle für das Unternehmen relevanten Fragen der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage, des Chancen- und Risikomanagements und der Compliance. Zu diesem Zweck stehen die Vorsitzenden beider Gremien auch außerhalb der Aufsichtsratssitzungen in einem engen und regelmäßigen Kontakt.

Weitere Informationen über die Zusammenarbeit zwischen Vorstand und Aufsichtsrat enthält der Bericht des Aufsichtsrats auf den Seiten 8 bis 9.

Vorstand

Entsprechend den gesetzlichen Vorschriften leitet der Vorstand die Gesellschaft in eigener Verantwortung. Zu seinen Aufgaben zählt die strategische Ausrichtung und Weiterentwicklung des Unternehmens in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat. Hierbei ist er an das Unternehmensinteresse gebunden und der nachhaltigen Steigerung des Unternehmenserfolgs verpflichtet. Darüber hinaus trägt der Vorstand die Verantwortung für die Compliance sowie ein angemessenes Risikomanagement und Risikocontrolling im Unternehmen.

Mit Herrn Peter M. Wagner, Herrn Peter Frankfurter, Herrn Thomas Hengst und Herrn Peter R. Manolopoulos besteht der Vorstand der Roth & Rau AG aus vier Mitgliedern. Eine Geschäftsordnung bestimmt die Verantwortungsbereiche der einzelnen Vorstandsmitglieder und regelt die Zusammenarbeit.

Die Roth & Rau AG verzichtet darauf, gemäß Ziffer 5.1.2 des Deutschen Corporate Governance Kodex eine Altersgrenze für Vorstandsmitglieder festzulegen. Dies würde den Aufsichtsrat in seiner Auswahl geeigneter Vorstandsmitglieder einschränken.

Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat überwacht und berät den Vorstand bei der Geschäftsführung entsprechend den Bestimmungen des Aktiengesetzes, der Satzung und der Geschäftsordnung. Er bestellt die Vorstandsmitglieder und plant langfristig deren Nachfolge. In grundlegende Unternehmensentscheidungen ist das Gremium unmittelbar eingebunden, da sie seiner Zustimmung bedürfen.

Der Aufsichtsrat setzt sich nach Maßgabe von Gesetz und Satzung aus drei Mitgliedern zusammen. Alle Mitglieder des Aufsichtsrats werden von der Hauptversammlung gewählt. Die Mitglieder des Aufsichtsrats sind in ihren Entscheidungen ausschließlich den Interessen des Roth & Rau-Konzerns verpflichtet. Aktuell gehören dem Aufsichtsrat der Roth & Rau AG Frau Andrea Sieber (Vorsitzende), Herr Prof. Dr. Alexander Michaelis und Herr Michel Hirschi an.

Der Aufsichtsrat verzichtet auf die Bildung eines Prüfungsausschusses (Ziffer 5.3.2 des Deutschen Corporate Governance Kodex), eines Nominierungsausschusses (Ziffer 5.3.3 des Deutschen Corporate Governance Kodex) und weiterer Ausschüsse (Ziffer 5.3.1 des Deutschen Corporate Governance Kodex). Aufgrund der überschaubaren Größe des Aufsichtsrats würde die Bildung von Ausschüssen nicht zu einer Effizienzsteigerung der Aufsichtsratsarbeit führen.

Der Aufsichtsrat hat für seine Zusammensetzung keine konkreten Ziele gemäß Ziffer 5.4.1 des Deutschen Corporate Governance Kodex benannt. Vielmehr wird in erster Linie auf die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung der Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen Wert gelegt.

Die Satzung der Roth & Rau AG sieht für die Mitglieder des Aufsichtsrats eine fixe Vergütung vor und keine erfolgsorientierte Vergütung wie in Ziffer 5.4.6 des Deutschen Corporate Governance Kodex empfohlen. Auf diese Weise soll der Aufsichtsrat seiner Überwachungsfunktion unabhängig von etwaigen monetären Anreizen gerecht werden.

Jedes Aufsichtsratsmitglied soll Interessenkonflikte dem Aufsichtsrat gegenüber offenlegen. Der Aufsichtsrat informiert in seinem Bericht über aufgetretene Interessenkonflikte und deren Behandlung.

Über Einzelheiten seiner Tätigkeit und seiner Entscheidungen während des Berichtsjahres informiert der Aufsichtsrat in seinem Bericht an die Hauptversammlung.

Vergütungsbericht

Das Aufsichtsratsplenum beschließt das Vergütungssystem des Vorstands einschließlich der wesentlichen Vertragselemente. Der Konzern-Lagebericht enthält individualisiert und aufgegliedert nach Bestandteilen im Vergütungsbericht auf den Seiten 30 bis 33 detaillierte Informationen zum Vergütungssystem des Vorstands und des Aufsichtsrats. Dieser Corporate-Governance-Bericht wird durch den Vergütungsbericht ergänzt. Der Vergütungsbericht ist zugleich Bestandteil dieses Corporate-Governance-Berichts.

Transparenz

Mit einer zeitnahen und kontinuierlichen Kommunikation informiert die Roth & Rau AG ihre Aktionäre, die Analysten und Medien sowie die interessierte Öffentlichkeit über die aktuelle Geschäftsentwicklung des Unternehmens. Alle wesentlichen Informationen, wie etwa Geschäfts- und Quartalsberichte sowie Presse- und Ad-hoc-Mitteilungen, werden auf der Homepage der Gesellschaft zur Verfügung gestellt.

Im Geschäftsjahr 2011 veröffentlichte die Roth & Rau AG insgesamt acht Ad-hoc-Mitteilungen nach § 15 WpHG, 51 Mitteilungen gemäß § 26 Abs. 1 WpHG sowie drei Mitteilungen über Geschäfte von Führungspersonen nach § 15a WpHG.

Aktienbesitz von Organmitgliedern

Zum 31. Dezember 2011 hielt kein Mitglied des Vorstands oder Aufsichtsrats direkt oder indirekt mehr als 1 % der von der Roth & Rau AG ausgegebenen Aktien. Der Gesamtbesitz aller Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder überstieg nicht 1 % der von der Gesellschaft ausgegebenen Aktien.

Nach § 15a WpHG müssen die Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat der Roth & Rau AG und mit ihnen in enger Beziehung stehende Personen den Erwerb und die Veräußerung von Aktien der Gesellschaft und sich darauf beziehenden Finanzinstrumenten offenlegen, wenn die Transaktionen den Betrag von 5.000,00 € in einem Kalenderjahr erreichen oder übersteigen. Solche Meldungen sind auf der Internetseite der Gesellschaft einsehbar.

Rechnungslegung und Abschlussprüfung

Die Hauptversammlung hat am 26. August 2011 die PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, als Abschlussprüfer und Konzern-Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2011 gewählt. Der Prüfungsauftrag wurde durch den Aufsichtsrat erteilt. Vor Unterbreitung des Wahlvorschlags an die Hauptversammlung hatte der Aufsichtsrat vom vorgesehenen Abschlussprüfer eine Erklärung über die persönlichen und geschäftlichen Beziehungen zur Gesellschaft eingeholt. Diese gab zu keinen Beanstandungen Anlass. Der Aufsichtsrat hat mit dem Prüfer vereinbart, die Aufsichtsratsvorsitzende unverzüglich über Ausschluss- und Befangenheitsgründe während der Prüfung sowie über mögliche Tatsachen zu unterrichten, aus denen sich eine Unrichtigkeit der von Vorstand und Aufsichtsrat abgegebenen Erklärung gemäß § 161 AktG ergeben könnte.

Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG

Vorstand und Aufsichtsrat der Roth & Rau AG identifizieren sich mit den Zielen des Deutschen Corporate Governance Kodex und verpflichten sich zu einer transparenten und nachhaltigen Unternehmensführung und -kontrolle. Sie erklären hiermit, dass den Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 26. Mai 2010 seit Abgabe der letzten Entsprechenserklärung mit folgenden Ausnahmen entsprochen wurde bzw. in Zukunft entsprochen wird:

  • a) Gemäß Ziffer 5.1.2 soll eine Altersgrenze für Vorstandsmitglieder festgelegt werden. Die Roth & Rau AG ist der Auffassung, dass eine Altersgrenze für Vorstände den Aufsichtsrat in seiner Auswahl geeigneter Vorstandsmitglieder einschränken würde.
  • b) Gemäß Ziffer 5.3 soll der Aufsichtsrat abhängig von den spezifischen Gegebenheiten des Unternehmens und der Anzahl seiner Mitglieder Ausschüsse bilden. Gemäß Ziffer 5.3.2 soll ein Prüfungsausschuss und gemäß Ziffer 5.3.3 soll ein Nominierungsausschuss gebildet werden. Der Aufsichtsrat der Roth & Rau AG besteht aus drei Mitgliedern und hat auf die Bildung von Ausschüssen verzichtet. Aufgrund der überschaubaren Mitgliederzahl im Aufsichtsrat würde die Einrichtung von Ausschüssen nicht zu einer Steigerung der Effizienz der Aufsichtsratsarbeit führen.
  • c) Abweichend von Ziffer 5.4.1 achtet der Aufsichtsrat bei seiner Zusammensetzung in erster Linie darauf, dass seine Mitglieder insgesamt über die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung der Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen. Der Aufsichtsrat hält diese Vorgaben für ausreichend und hat deshalb darüber hinaus keine konkreten Ziele benannt.
  • d) Gemäß den Empfehlungen in Ziffer 5.4.6 sollen die Mitglieder des Aufsichtsrats neben einer festen auch eine erfolgsorientierte Vergütung erhalten. Die Satzung der Roth & Rau AG sieht lediglich eine fixe Vergütung für Aufsichtsratsmitglieder vor. Hierdurch soll der Unabhängigkeit des Aufsichtsrats Rechnung getragen werden, die zur Wahrnehmung seiner Überwachungsfunktion erforderlich ist. Die Wahrnehmung der Überwachungsfunktion soll unabhängig von etwaigen monetären Anreizen sein.

Hohenstein-Ernstthal, 5. März 2012

Peter M. Wagner Andrea Sieber

Für den Vorstand Für den Aufsichtsrat

Roth & Rau AG Geschäftsbericht 2011

Roth & Rau-Aktie

Aktienkursentwicklung

Der deutsche Leitindex DAX verzeichnete aufgrund des positiven gesamtwirtschaftlichen Umfelds einen guten Start in das Jahr 2011. Nachdem der erste Schlusskurs 2011 bei 6.990 Punkten lag, kletterte der DAX am 2. Mai – trotz der zwischenzeitlichen Erdbeben- und Atomkatastrophe in Japan – auf den Jahreshöchststand von 7.528 Punkten. In der zweiten Jahreshälfte zeigte sich jedoch ein anderes Bild. Vor allem die Verschärfung der europäischen Schuldenkrise löste an den Finanzmärkten eine regelrechte Talfahrt aus. Folglich verlor der DAX bis auf 5.072 Punkte am 12. September, was gleichzeitig den Jahrestiefstkurs darstellte. Bis zum Jahresende konnte sich der Blue-Chip-Index jedoch wieder ein wenig erholen und notierte schließlich bei 5.898 Punkten.

Der TecDAX, in dem die 30 größten deutschen Technologieunternehmen zusammengefasst sind, zeigte 2011 eine ähnliche Performance. Ausgehend von dem ersten Schlusskurs von 860 Punkten stieg der Technologie-Index bis auf den Jahreshöchstkurs von 949 Punkten am 5. April. Der Jahrestiefstkurs wurde am 4. Oktober bei 626 Punkten erreicht, während der Jahresschlusskurs bei 685 Punkten lag.

Der Branchenindex DAXsubsector Renewable Energies der Deutschen Börse, in dem neben Roth & Rau 14 weitere Solarwerte abgebildet sind, entwickelte sich 2011 schlechter als der Gesamtmarkt. Gegenüber dem ersten Schlusskurs von 260 Punkten war zum Jahresende ein Wertverlust von 112 Punkten bzw. rund 43 % zu verzeichnen.

Die Roth & Rau-Aktie zeigte im Geschäftsjahr 2011 eine wechselhafte Performance. Nach einem erfreulichen Start führten die Meldung der vorläufigen Jahresabschlusszahlen und die Verschiebung der Veröffentlichung des Jahresabschlusses zu einem deutlichen Abschlag. Der Jahrestiefstkurs wurde jedoch bereits am 10. Januar mit 12,34 erreicht. Mit Bekanntgabe der Übernahmepläne durch die Meyer Burger Technology AG, Baar (Schweiz), am 11. April stieg die Aktie auf rund 22 €, was dem Angebotspreis entsprach, und bewegte sich anschließend mehrere Monate auf diesem Niveau.

Entwicklung der Roth & Rau-Aktie 2011 im Vergleich indiziert, in %

Dies änderte sich ab dem 8. November, als gemeldet wurde, dass Meyer Burger seine Vorbereitungen für einen Beherrschungs- und/oder Gewinnabführungsvertrag einstellte. Infolgedessen sank der Aktienkurs im Verlauf des 4. Quartals zwischenzeitlich auf unter 13 €, notierte letztlich jedoch bei 17,55 €. Auf Basis des ersten Schlusskurses 2011 von 12,51 € entspricht dies einem Plus von rund 40 % für das Gesamtjahr 2011.

Investor Relations

Im Geschäftsjahr 2011 nahm die Roth & Rau AG an folgenden Konferenzen und Roadshows teil:

    1. Januar: Cheuvreux German Corporate Conference, Frankfurt am Main
    1. Februar: 6th HSBC Mid Cap SRI Conference
  • 23./24. Februar: LBBW 7. Konferenz Erneuerbare Energien & Energieeffizienz, Zürich
    1. März: Roadshow DZ Bank, London
    1. März: Commerzbank Growth & Responsibility Conference, Frankfurt am Main
    1. bis 27. Mai: Roadshow mit BHF-Bank in Düsseldorf und Köln
  • Analysten-/Investorenmeetings auf den großen Photovoltaik-Konferenzen:
    1. bis 9. Mai: Intersolar, München
    1. bis 7. September: PVSEC, Hamburg

Die Übernahme durch Meyer Burger hat sich im Berichtsjahr entscheidend auf die Investor-Relations-Aktivitäten von Roth & Rau ausgewirkt. So beschränkte sich der Vorstand seitdem zunehmend auf telefonische Kontakte mit Analysten und Investoren. Darüber hinaus sanken der Freefloat und damit auch die Freefloat-Marktkapitalisierung, die ein wichtiges Kriterium bei der Aufnahme einer Aktie in einen Auswahlindex der Deutschen Börse darstellt. Vor diesem Hintergrund hat die Deutsche Börse im September entschieden, die Roth & Rau-Aktie aus dem TecDAX zu nehmen. Aufgrund der abnehmenden Bedeutung des Kapitalmarkts für Roth & Rau und der konzernweiten Kostensenkungsmaßnahmen hat sich die Gesellschaft dazu entschlossen, aus dem Prime Standard in den Entry Standard zu wechseln. Der Wechsel wird fristgemäß zum 31. März 2012 vollzogen.

Aktionäre und Hauptversammlung

Infolge des freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebots für alle Roth & Rau-Aktien durch die Meyer Burger Technology AG veränderte sich die Aktionärsstruktur im Geschäftsjahr 2011 in erheblichem Maße. So haben zum einen die Gründer und Hauptaktionäre, Dr. Dietmar Roth, Prof. Dr. Silvia Roth und Dr. Bernd Rau, am 10. April 2011 ihre Roth & Rau-Anteile an Meyer Burger abgegeben – zum Teil durch Verkauf und zum Teil durch Tausch in Meyer Burger-Aktien. Zum anderen hat auch die Großaktionärin OTB Group B.V. ihre Anteile im Tausch gegen Meyer Burger-Aktien abgegeben. Nach Vollzug des Übernahmeangebots hielt die Meyer Burger Technology AG am 9. August 2011 insgesamt 82,57 %* der Anteile. Zum 31. Dezember 2011 lag der Anteil bei 89,17 %* und der Freefloat damit bei 10,83 %.

Die fünfte ordentliche Hauptversammlung der Roth & Rau AG fand am 26. August 2011 am Firmensitz in Hohenstein-Ernstthal statt. Dort berichtete der Vorstand über das Geschäftsjahr 2010, die aktuelle und zukünftige Marktentwicklung und die Strategie des Unternehmens. Weitere Schwerpunkte bildeten der aktuelle Stand des Kosten- und Strukturoptimierungsprogramms CRiSP sowie die Übernahme durch Meyer Burger. Im Anschluss an die Fragerunde wurden sämtliche Tagesordnungspunkte mit großer Mehrheit verabschiedet. Die Rede des Vorstandsvorsitzenden, die Präsentation des Vorstands und die Abstimmungsergebnisse wurden im Anschluss an die Hauptversammlung auf der Unternehmenswebsite www.roth-rau.de im Bereich Investor Relations veröffentlicht.

Konzern-Anhang

Aktionärsstruktur

in %, zum 31. Dezember 2011

* Zusätzlich besteht eine Erwerbsposition über weitere 3,94 % der Anteile an der Roth & Rau AG, welche im Rahmen des Vollzugs des Übernahmeangebots am 9. August noch nicht vollzogen und deshalb bei der Berechnung der Anteile nicht berücksichtigt wurde.

Weitere Informationen zum Übernahmeangebot sowie die offiziellen Angebotsunterlagen finden Sie auch auf der Unternehmensseite der Meyer Burger Technology AG unter http://www.meyerburger.com/investor-relations/uebernahmeangebot-roth-rau-ag

Stammdaten der Roth & Rau-Aktie

ISIN DE000A0JCZ51
WKN A0JCZ5
Marktsegment Regulierter Markt (Prime Standard)
Börsenkürzel R8R
Reuters Instrument Code R8RG.DE
Börsenplätze XETRA, Frankfurt, Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Mün
chen, Stuttgart
Indizes u. a. CDAX, ÖkoDAX, DAXsubsector Renewable Energies
Designated Sponsor Commerzbank AG

Kennzahlen der Roth & Rau-Aktie

2011 2010
Grundkapital zum 31.12. in € 16.207.045,00 16.207.045,00
Anzahl Aktien zum 31.12. in Stück 16.207.045 16.207.045
Höchstkurs in € 23,90 33,15
Tiefstkurs in € 12,34 10,83
Jahresschlusskurs in € 17,55 12,29
Durchschnittlicher Tagesumsatz in Stück 153.232 134.137
Durchschnittlicher Tagesumsatz in Mio. € 2,9 2,7
Marktkapitalisierung zum 31.12. in Mio. € 284,4 199,2
Ergebnis je Aktie in € -7,52 -1,64

Roth & Rau AG Geschäftsbericht 2011

Konzern-Lagebericht

Unternehmen

Geschäftstätigkeit

Der Roth & Rau-Konzern zählt seit über zehn Jahren zu den weltweit führenden Anbietern von Produktionsequipment und innovativen Fertigungstechnologien für die Photovoltaikindustrie. Darüber hinaus entwickelt und fertigt das Unternehmen auf spezielle Kundenbedürfnisse zugeschnittene Prozesssysteme für plasma- und ionenstrahlgestützte Oberflächenbearbeitungsverfahren, unter anderem für die Halbleiterindustrie, die Präzisionsoptikfertigung, die Produktion von Bauteilen in der Mikrosystemtechnik und die Sensorherstellung. Zusätzlich umfasst das Portfolio Softwareprodukte im Bereich Anlagensteuerung und Produktionsüberwachung sowie Wartungs- und Servicedienstleistungen.

Konzern-Struktur

Im Konzern-Abschluss zum 31. Dezember 2011 wurden 24 Unternehmen voll konsolidiert und eine indirekte 50%ige Beteiligung als Gemeinschaftsunternehmen nach der Equity-Methode einbezogen.

Übernahme des chinesischen Produktionsstandortes von Possehl Electronics

Im Mai 2011 übernahm Roth & Rau den chinesischen Produktionsstandort der in Lübeck ansässigen Possehl Group. Damit setzte das Unternehmen den angekündigten Ausbau des Ersatzteil- und Servicegeschäfts durch eine eigene Fertigungsstätte in Asien fort.

Verkauf der Roth & Rau CTF Solar GmbH

Im August 2011 führte die Roth & Rau AG ihre zu Jahresbeginn beschlossene strategische Neuausrichtung und die angekündigte Produktportfolio-Bereinigung weiter fort und unterzeichnete einen Vertrag zum Verkauf sämtlicher Geschäftsanteile an der Roth & Rau CTF Solar GmbH an einen chinesischen Investor. Der Kaufvertrag ist wirksam, wurde jedoch nicht vollzogen. Der Käufer weigert sich derzeit unter Berufung auf fehlende Genehmigungen der chinesischen Behörden, die Transaktion zu vollziehen. Aufgrund der verstrichenen Zeit seit Vertragsschluss und dem geplanten Vollzug, der aktuellen Marktturbulenzen sowie der unklaren Haltung des Käufers ist die Vertragserfüllung ungewiss. Mit dem Verkauf würde sich der Roth & Rau-Konzern von der Technologie für die Herstellung von Dünnschichtsolarmodulen auf Cadmiumtellurid-Basis trennen. Vorsorglich wurden Abwertungen und Rückstellungen im Jahresabschluss 2011 berücksichtigt.

Anpassungen in der Konzern-Struktur

Um die Komplexität der Konzern-Struktur zu reduzieren, wurde die SLS Solar Line Saxony GmbH zum 1. Januar 2011 auf die Roth & Rau Dünnschicht Solar GmbH verschmolzen sowie die Pixdro B.V. zum 30. Dezember 2011 durch Verschmelzung auf die OTB Solar B.V. übertragen. Außerdem wurde am 12. Dezember 2011 für die Roth & Rau Italy S.r.l. die Liquidation beantragt. Die Eintragung beim zuständigen Registergericht erfolgte am 21. Dezember 2011.

Weitere Erläuterungen zu den Änderungen im Konsolidierungskreis und eine vollständige Übersicht der Konzern-Unternehmen zum 31. Dezember 2011 finden Sie im Konzern-Anhang unter der Ziffer 1.2.2.

Organisation

In ihrer Funktion als Muttergesellschaft nimmt die Roth & Rau AG konzernübergreifende Schlüsselfunktionen wahr. Hierzu zählen die Strategieentwicklung, die technologische Weiterentwicklung des Produktportfolios, Investor Relations, Treasury, das Risikomanagement sowie die administrative Steuerung der gesamten Gruppe. Die Tochtergesellschaften handeln, gebunden an Geschäftsordnungen, weitgehend eigenverantwortlich im Rahmen der strategischen Ausrichtung, die vom Vorstand in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat entwickelt wurde. In dieser Struktur tragen alle Gesellschaften

dazu bei, die Position des Roth & Rau-Konzerns als einer der weltweit führenden Technologie- und Equipmentanbieter in der Photovoltaik auszubauen.

Internationale Ausrichtung

Das internationale Service- und Vertriebsnetzwerk des Roth & Rau-Konzerns erstreckt sich über alle wichtigen Märkte der Photovoltaikindustrie. In Asien, dem weltweit wichtigsten Solarmarkt, hat Roth & Rau eigene Tochtergesellschaften in China, Indien, Malaysia, Singapur, Hongkong und Korea. Die lokale Nähe zum Kunden und die direkte Erreichbarkeit vor Ort sind vor allem für ein flexibles und umfangreiches Serviceangebot sowie für das Wartungs- und Ersatzteilgeschäft von Bedeutung und tragen zur Festigung der Kundenbindung bei. Die Produktionsstandorte befinden sich überwiegend in Europa. Die Übernahme des chinesischen Produktionsstandortes in Shenzhen von Possehl Electronics im Mai 2011 versetzt Roth & Rau in die Lage, Ersatzteile für eigene Anlagen zukünftig vor Ort kostengünstiger zu produzieren.

Konzern-Anhang

Konzern-Lagebericht

Geschäftsbereiche und Wertschöpfung

Die Geschäftstätigkeit des Roth & Rau-Konzerns ist in die drei Geschäftsbereiche Photovoltaik, Plasma- und Ionenstrahltechnologie sowie Sonstige gegliedert.

Zum strategischen Geschäftsbereich Photovoltaik gehören Produkte, Technologien und Dienstleistungen für die Photovoltaikindustrie. Das Geschäftsfeld Equipment, das innerhalb des Roth & Rau-Konzerns den größten Umsatz- und Ergebnisbeitrag liefert und mittel- und langfristig über ein hohes Wachstumspotenzial verfügt, umfasst insbesondere die In-Line-Produktionsanlagen SiNA und MAiA. Beide Anlagen stellen Schlüsselprodukte der Roth & Rau AG dar.

Mit der Antireflexbeschichtungsanlage SiNA werden Zellen mit einer Siliziumnitridschicht beschichtet, die den Anteil des von der Oberfläche reflektierten Lichts reduziert und eine Passivierung von Verunreinigungen und Defekten im Siliziumwafer bewirkt. Die Antireflexbeschichtung ist ein entscheidender Einflussfaktor auf den Wirkungsgrad der Solarzelle. Die SiNA-Anlagen werden aktuell mit verschiedenen Produktionskapazitäten von fünf bis 100 MWp angeboten. Bei den Antireflexbeschichtungsanlagen verfolgt Roth & Rau eine Zwei-Marken-Strategie: Während sich SiNA an die Betreiber großer Produktionslinien richtet, eignet sich das Anlagenkonzept DEPx von OTB insbesondere für das Marktsegment der kleinen bis mittleren Produktionsanlagen.

Durch das Anlagenkonzept MAiA lassen sich neue Plasmatechnologien wie die beidseitige Beschichtung von Solarzellen, die Herstellung von Mehrlagenschichten oder Trockenätzprozesse realisieren. Auf Grund des modularen Aufbaus können innerhalb einer Anlage auch verschiedene Plasmaprozesse kombiniert werden.

Ergänzt wird das Equipment-Geschäft durch Anlagen für thermische Prozesse, wie zum Beispiel den Feuerofen CAMiNI und den Diffusionsofen CALiPSO. Diese Produktlinien bieten für Roth & Rau-Kunden zahlreiche Vorteile – sowohl technisch als auch kostenseitig. Sie bilden eine gute Ergänzung zu den SiNA-Anlagen und sind im Produktionsprozess optimal aufeinander abgestimmt.

Abgerundet wird das Angebot im Photovoltaik-Bereich durch das zweite Geschäftsfeld Systemlösungen (ehemals Turnkey), zu dem Produktionslinien für die Herstellung kristalliner Silizium-Solarzellen und die neu angebotenen Dienstleistungen bestehend aus Equipment- und Servicepaketen zählen.

Im Geschäftsbereich Plasma- und Ionenstrahltechnologie produziert Roth & Rau vor allem maßgeschneiderte Systemlösungen und Prozesse für plasma- und ionenstrahlgestützte Oberflächenbearbeitungsverfahren, die in den unterschiedlichsten Branchen wie der Halbleiter-, der Automobil- oder der Optischen Industrie sowie in Forschungs- und Entwicklungsabteilungen eingesetzt werden. Diesem Geschäftsbereich wird eine hohe strategische Bedeutung beigemessen, da er die technologische Keimzelle des Roth & Rau-Konzerns darstellt.

Als die wichtigsten Produkte gelten die Anlagenserie IonScan für das Schichtdickentrimming dünner Schichten in der Halbleiterindustrie und die Korrektur von Polierfehlern in der Präzisionsoptik sowie Anlagen der Serie AK für die großflächige Beschichtung von Oberflächen für die Halbleiter- und die Optische Industrie. Zur Fortentwicklung der eingesetzten Technologien unterhält die Roth & Rau AG ein eigenes Entwicklungs- und Applikationslabor und führt in Kooperation mit mehreren namhaften in- und ausländischen Forschungsinstituten und Universitäten Forschungs- und Entwicklungsprojekte durch.

Der Geschäftsbereich Sonstige beinhaltet das Ersatzteil- und Servicegeschäft, Softwareprodukte für die Steuerung von Anlagen und die Überwachung komplexer Produktionsprozesse bis hin zur Automatisierung kompletter Fabriken sowie weitere Produkte und Dienstleistungen für Kunden außerhalb der Photovoltaik. Hauptumsatztreiber in diesem Geschäftsbereich sind die Ersatzteilverkäufe und das weltweite Servicegeschäft, die auch in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen werden.

Für den Roth & Rau-Konzern sowie sämtliche Equipmenthersteller stellt Asien derzeit den wichtigsten Absatzmarkt dar – hier insbesondere China, Taiwan, Südkorea und Indien. Deshalb wird Roth & Rau zukünftig über die Vertriebs- und Servicegesellschaften von Meyer Burger weiterhin eine lokale Kundenbetreuung in Asien sicherstellen. Auf diese Weise kann unter Beibehaltung der bisherigen Effizienz im Vertrieb und Service deutlich an den Verwaltungskosten und sonstigen betrieblichen Aufwendungen gespart werden. Diese Kostenvorteile lassen sich somit ohne negative Auswirkungen auf das operative Geschäft realisieren.

Einen weiteren wichtigen Markt in Asien stellt mittlerweile auch Japan dar. Infolge der Ereignisse in Fukushima sind Erneuerbare Energien wieder mehr in den Fokus des öffentlichen Interesses gerückt. Roth & Rau hat deshalb seine Vertriebsaktivitäten erstmals auch auf den japanischen Markt ausgeweitet, wobei sich die Nachfrage japanischer Kunden vor allem auf neue Technologien richtet.

Der Markt in den USA hat sich nicht wie erwartet entwickelt. Es ist derzeit auch nicht davon auszugehen, dass in den USA kurzfristig Zellfertigungskapazitäten in großem Umfang aufgebaut werden. Aus diesem Grund hat Roth & Rau seine Aktivitäten in den USA deutlich reduziert. In Deutschland wurde hingegen die Zusammenarbeit mit einigen Zellherstellern – zum Beispiel mit der SCHOTT Solar AG – in der Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet neuer Solarzellentechnologien intensiviert.

In der Gesamtbetrachtung sind derzeit vor allem in Asien deutliche Überkapazitäten für die Produktion von Solarzellen zu beobachten; teilweise werden die Kapazitäten sogar noch weiter ausgebaut. In Deutschland, Südeuropa und den USA zeigt sich eine deutliche Verunsicherung auf der Abnehmerseite für Photovoltaikprodukte infolge von Änderungen in der Solarförderung bzw. der allgemein ungünstigen politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen (Italien, Spanien, Griechenland). Diese Entwicklungen führten dazu, dass die Investitionstätigkeit bei den Herstellern fast zum Erliegen kam, was sich seit dem 2. Quartal 2011 vor allem im drastischen Rückgang des Auftragseingangs bei den Equipmentherstellern widerspiegelt.

Für die Zukunft sieht Roth & Rau das größte Wachstumspotenzial weiterhin in Asien, sofern sich an den politischen Rahmenbedingungen weltweit nichts wesentlich ändert. Insbesondere in Indien wird ein stark steigender Energiebedarf bei guten klimatischen Bedingungen für die Nutzung von Solarenergie erwartet. Dieser allgemeine Trend wird unter anderem dadurch verdeutlicht, dass kundenseitig europäische Marktteilnehmer derzeit verstärkt Partnerschaften in Fernost anstreben.

Das Wettbewerbsumfeld hat sich im Jahr 2011 gegenüber dem Vorjahr verschärft. Bei den Beschichtungsanlagen gilt die centrotherm photovoltaics AG weiterhin als Hauptwettbewerber. Mit der Oerlikon Solar Ltd., der Singulus Technologies AG und dem koreanischen Equipmentanbieter JUSUNG Engineering Co. Ltd. sind in diesem Geschäftsbereich neue Wettbewerber auf den Markt getreten.

Darüber hinaus agieren am Markt einige chinesische Wettbewerber mit Eigenentwicklungen sowie insbesondere mit Anlagen nach dem Vorbild der etablierten europäischen Hersteller. Dies betrifft insbesondere den Bereich der Standardtechnologien. Eine langjährige Produktionserfahrung und die mit der angebotenen Technologie zu erreichenden Zellwirkungsgrade stellen die wichtigsten Markteintrittsbarrieren dar.

Mit den Anlagenserien SiNA und MAiA bzw. zukünftig HELiA sieht sich Roth & Rau in einer guten Ausgangslage, um im asiatischen Markt weiterhin erfolgreich zu agieren.

Konzern-Anhang

Strategie und Unternehmenssteuerung

Strategie

Als Hightech-Maschinenbauer verfolgen wir eine langfristige Wachstumsstrategie. Unser Schwerpunkt liegt in der Photovoltaikindustrie, in der wir unsere Marktposition als einer der führenden Anbieter von Produktionsequipment und Fertigungstechnologien weiter ausbauen wollen mit dem Ziel, Umsatz und Ertrag nachhaltig zu steigern. Dabei verfolgen wir die Strategie, mit hohem Innovationstempo bestehende Anlagenkonzepte zu verbessern und effizientere Fertigungstechnologien zu entwickeln, die unseren Kunden Wettbewerbsvorteile verschaffen.

Durch die Zugehörigkeit zur Meyer Burger-Gruppe seit 2011 ergeben sich für Roth & Rau Synergiepotentiale sowohl markt- also auch kostenseitig. Im Zuge des Zusammenschlusses der beiden Unternehmen entsteht ein umfassender Systemanbieter, der alle wesentlichen Technologieschritte in der Wertschöpfungskette der Photovoltaik vom Solarsilizium bis zur fertigen Solaranlage abdeckt. Roth & Rau schließt dabei die Lücke zwischen Wafering und Solarmodulen und bildet künftig den Kern des neuen Technologie- und Kompetenzbereichs "Zelle" innerhalb der Meyer Burger-Gruppe. Ziel beider Gesellschaften ist es, durch gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten ein erweitertes Angebot an voll integrierten Systemlösungen zu schaffen, um dadurch weitere Marktanteile zu gewinnen. Über die Bündelung der Vertriebs- und Servicegesellschaften beider Unternehmen zu einem gemeinsamen Distributionsnetzwerk können Kompetenzen konzentriert und gleichzeitig Personal- und Verwaltungskosten eingespart werden.

Mit zunehmendem Reifeprozess der Solarindustrie hat die Nachfrage nach Turnkey-Lösungen stark abgenommen. Vor diesem Hintergrund beschloss Roth & Rau, das Turnkey-Geschäft in seiner alten, klassischen Form an die geänderten Markterfordernisse anzupassen und in einer modifizierten Form weiterzuführen. Folgerichtig wurde dieses Geschäft in "Systemlösungen" umbenannt. Dabei übernimmt Roth & Rau nicht mehr die Verantwortung und die damit verbundenen Risiken eines Generalunternehmers, sondern bietet modulare Lösungen bestehend aus Equipment- und Dienstleistungspaketen an.

Als Konsequenz aus der im Rahmen des CRiSP-Programms eingeleiteten Fokussierung auf das Kerngeschäft sowie der Veränderung des Marktumfelds hat der Vorstand der Roth & Rau AG die Unternehmensstrategie um eine Unternehmensvision und Mission erweitert:

Vision

Roth & Rau wird zum führenden Partner der herstellenden Photovoltaikindustrie zur Optimierung ihrer Zellproduktionssysteme. Auf Basis der eigenen Kernkompetenzen dringt Roth & Rau proaktiv auch in alternative Geschäftsbereiche zur Photovoltaik ein.

Diese Vision wird unterstrichen durch folgende Mission:

Werte generieren

Wir generieren Werte für unsere Kunden durch innovative Systeme, professionelle Prozessunterstützung und erstklassige Serviceleistungen.

Lösungen bereitstellen

Wir nutzen unser Know-how und unsere Kernkompetenzen, um optimierte Lösungen für den gesamten Zellproduktionsprozess unserer Kunden bereit zu stellen.

Wir verpflichten uns zur Optimierung der Balance zwischen investiven und operativen Kosten, generierter Zelleffizienz und Wartbarkeit der von uns gelieferten Lösungen.

Nachhaltige Profitabilität

Das weitere Wachstum ist untrennbar mit dem Ziel verbunden, die operativen Gewinnmargen zu verbessern. Auf ihrem Weg zu einer reifen Industrie ist die Photovoltaikbranche von strukturellen Veränderungen und Konsolidierungswellen betroffen. Die Strategie des Roth & Rau-Konzerns ist darauf ausgerichtet, flexibel auf die sich ändernden Rahmenbedingungen zu reagieren, um auch unter schwierigen Marktbedingungen am Markt bestehen zu können. Interne Prozesse, Produktionsabläufe und Organisationsstrukturen werden kontinuierlich überprüft und optimiert. Wesentliche Strukturanpassungen wurden bereits 2011 durchgeführt. Darüber hinaus hat Roth & Rau zu Beginn des Jahres 2012 zusätzliche Maßnahmen zur Kostensenkung und Effizienzsteigerung eingeleitet. Der Fokus dieser Aktivitäten liegt in der Vereinfachung der Konzern-Strukturen, der Verbesserung der Produktivität sowie der Reduzierung der Strukturkosten.

Unternehmenssteuerung

Der Vorstand ist verantwortlich für die Entwicklung und Umsetzung der langfristigen Konzern-Ziele, die auf die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes ausgerichtet sind.

Die Steuerung des Roth & Rau-Konzerns leitet sich vor dem Hintergrund der aktuell sehr volatilen Marktbedingungen aus der kurz- bis mittelfristigen Unternehmensplanung ab und erfolgt über regelmäßige operative und strategische Erörterungen auf Vorstandsebene sowie mit den verantwortlichen Bereichsleitern. Sie beruht auf Forecast-Rechnungen, die monatlich an die neuesten Erkenntnisse hinsichtlich Auftrags- und Marktlage angepasst werden.

Als relevante Steuerungsgrößen für die wirtschaftlichen Ziele gelten der Umsatz, die Gesamtleistung, das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA), das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT), das Nettoumlaufvermögen und der operative Cash Flow. Die Kennzahlen Auftragseingang und Auftragsbestand sind als wichtige Frühindikatoren für die zukünftige Entwicklung der Konzern-Umsätze ebenfalls von hoher Bedeutung für die Planung und Steuerung.

Die interne Unternehmenssteuerung umfasst eine detaillierte Planungsrechnung auf Basis der genannten Kennzahlen sowie ein konzernübergreifendes Controlling-System, das getrennt nach Geschäftsbereichen und Projekten erfolgt. In regelmäßigen Berichten werden die Plan- und Ist-Werte der verschiedenen Steuerungsgrößen analysiert und die Ergebnisse an den Leiter Konzern-Controlling und den Vorstand berichtet. Dadurch wird sichergestellt, dass Planabweichungen frühzeitig identifiziert, entsprechende Maßnahmen ergriffen sowie Ziele an sich ändernde Rahmenentwicklungen angepasst werden können.

Bestandteil des wertorientierten Managements bei Roth & Rau ist darüber hinaus eine strukturierte und regelmäßige Berichterstattung an den Kapitalmarkt. Mit unseren ausführlichen und transparenten Berichten informieren wir detailliert über unsere Ziele sowie deren Erreichung und ermöglichen so eine adäquate Unternehmenswertermittlung (Corporate-Governance-Bericht, Kapitel Transparenz, S. 16).

Derzeit erfolgt die Eingliederung in das Konsolidierungs- und Reporting-System von Meyer Burger. Dieser Prozess soll voraussichtlich bis zum Ende des 1. Halbjahres 2012 abgeschlossen werden.

Konzern-Anhang

Vergütungsbericht

Der Vergütungsbericht erläutert die Struktur und die Höhe der Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat der Roth & Rau AG. Dabei werden die gesetzlichen Vorgaben sowie die Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex entsprechend berücksichtigt. Der Vergütungsbericht ist Bestandteil des Lageberichts für die Roth & Rau AG und den Konzern sowie des Corporate-Governance-Berichts.

Vergütung des Vorstands

Die Struktur des Vergütungssystems wird durch den Aufsichtsrat der Roth & Rau AG festgelegt und in regelmäßigen Abständen überprüft. Der Aufsichtsrat legt auch die Gesamtvergütung der einzelnen Vorstandsmitglieder fest, wobei er auf die Angemessenheit der Vergütung achtet. Sie wird sowohl an den persönlichen Leistungen des Vorstandsmitglieds, der wirtschaftlichen Lage, dem Erfolg und den Zukunftsaussichten des Unternehmens als auch an der Üblichkeit der Vergütung unter Berücksichtigung des Vergleichsumfelds und der Vergütungsstruktur, die ansonsten in der Gesellschaft gilt, gemessen.

Die Vergütung für die Vorstandsmitglieder setzt sich aus einer erfolgsunabhängigen Komponente, die das Jahresgehalt, die Nebenleistungen, Pensionszusagen und Versicherungen umfasst, sowie einer erfolgsbezogenen Komponente, die eine Tantieme und eine aktienbasierte Vergütung mit langfristiger Anreizwirkung (Phantom Stock-Programm, PSP) beinhaltet, zusammen.

Die Vorstandsverträge für Herrn Dr. Roth (Vorsitzender bis zum 3. Oktober 2011), Herrn Hengst und Herrn Dr. Breddels (Mitglied bis zum 31. Juli 2011) sehen bzw. sahen für den Fall, dass die Vorstandstätigkeit ohne wichtigen Grund vorzeitig endet, eine Ausgleichszahlung vor. Sie ist auf maximal zwei Jahresvergütungen einschließlich Nebenleistungen begrenzt und vergütet nicht mehr als die Restlaufzeit des Anstellungsvertrags. Im Falle einer vorzeitigen Beendigung der Vorstandstätigkeit infolge eines Kontrollwechsels erhalten die Vorstandsmitglieder eine Abfindung in Höhe von drei Jahresvergütungen, maximal jedoch in Höhe der Vergütung der restlichen Vertragslaufzeit. Diese Regelung gilt bzw. galt für Thomas Hengst, Dr. Dietmar Roth sowie Dr. Paulus Breddels. Als Change-of-Control-Fall gilt die Mitteilung nach § 21 Abs. 1 WpHG des Haltens von mindestens 50 % der Stimmrechte der Gesellschaft durch einen Gesellschafter oder einen Zusammenschluss mehrerer Gesellschafter, der Abschluss eines Unternehmensvertrages mit der Gesellschaft als abhängiges Unternehmen nach §§ 291 ff. AktG oder eine Eingliederung nach § 319 AktG. Die Pensionszusage von Herrn Hengst wird im Change-of-Control-Fall unabhängig von der Vollendung einer Wartefrist und den weiteren vertraglichen Vereinbarungen unverfallbar, die Pensionszusagen gegenüber Herrn Dr. Roth und Herrn Bovenschen sind unabhängig hiervon bereits unverfallbar.

Herr Frankfurter (Mitglied seit dem 4. Oktober 2011) und Herr Manolopoulos (Mitglied seit dem 4. Oktober 2011) erhalten im Falle einer vorzeitigen Beendigung der Vorstandstätigkeit aufgrund ordentlicher Kündigung eine Bruttoabfindung in Höhe von 1/12 der Bezüge für jeden vollen Monat, den der Vorstandsvertrag vorzeitig endet. Die Abfindungsregelung ist jedoch auf eine maximal mögliche Abfindung in Höhe eines halben Jahresgrundgehaltes beschränkt. Herr Wagner fungiert seit dem 4. Oktober 2011 interimsweise als Vorstandsvorsitzender. Sein Vorstandsvertrag ist bis August 2012 befristet und enthält deshalb keine Abfindungsregelung.

Erfolgsunabhängige Vergütungsbestandteile

Die erfolgsunabhängigen Vergütungsbestandteile beinhalten die Grundvergütung, die monatlich als Gehalt ausgezahlt wird. Zusätzlich erhalten die Vorstandsmitglieder Nebenleistungen, insbesondere Beiträge zu Unfall- und Direktversicherungen, Reisekostenerstattungen sowie Sachbezüge in Form der privaten Dienstwagennutzung.

Darüber hinaus bestehen Pensionszusagen, die eine Alters- oder Invalidenrente sowie eine Hinterbliebenenversorgung vorsehen. Während die Pensionsansprüche von Herrn Dr. Roth und Herrn Bovenschen bereits unverfallbar sind, gilt dies für Herrn Hengst erst mit fünfjähriger Vorstandstätigkeit für die Roth & Rau AG. Die bestehende Pensionsverpflichtung ist voll durch entsprechendes Vermögen gedeckt. Daher ist nur ein Vermögenswert und keine Rückstellung in der Bilanz gebucht. Für Herrn Dr. Breddels wurde ein Beitrag in einen bestehenden Vertrag mit einer Pensionskasse eingezahlt.

Erfolgsbezogene Vergütungsbestandteile

Das Vorstandsmitglied Herr Hengst erhielt 2011 eine Tantieme als erfolgsbezogenen Vergütungsbestandteil. Die Tantiemen für Herrn Hengst und Herrn Dr. Breddels bemessen sich je zur Hälfte nach dem EBIT und nach der Erreichung individueller Zielvereinbarungen. Als Bemessungsgrundlage wird das Konzern-EBIT nach IFRS herangezogen. Die maximale Höhe der Tantiemen war für Herrn Dr. Roth auf 150 %, für Herrn Hengst auf 100 % und für Herrn Dr. Breddels auf 50 % des festen Jahresgehalts begrenzt. Die Auszahlung der Tantieme erfolgt nach Billigung des Konzern-Abschlusses durch den Aufsichtsrat.

Für die Vorstandsmitglieder Herr Frankfurter und Herr Manolopoulos gelten abweichend folgende Regelungen: Beide Vorstandsmitglieder erhalten einen erfolgs- und leistungsabhängigen variablen Bonus, dessen Höhe von der Erreichung der festgelegten Ziele abhängt. Die jeweiligen Zielvorgaben werden für ein oder mehrere Geschäftsjahre von der Gesellschaft unter Angabe ihrer Gewichtung schriftlich festgelegt. Werden die Zielvorgaben übertroffen, kann der auszuzahlende Bonus auf bis zu maximal 150 % des Zielbonus festgelegt werden. Für Herrn Wagner gilt abweichend eine maximale Höhe von bis zu 200 % des Zielbonus. Werden die Zielvorgaben ganz oder teilweise nicht erreicht, entscheidet der Aufsichtsrat der Gesellschaft nach billigem Ermessen darüber, ob und in welcher Höhe ein Bonus gezahlt wird.

Die Nebenleistungen umfassen Reisekosten, private Nutzung des Firmenwagens, Direktversicherungen sowie Beiträge an die Unterstützungskasse. In den Nebenleistungen 2011 sind bei Herrn Dr. Roth 614 T€ für die Unterstützungskasse enthalten, bei Herrn Bovenschen 50 T€ für Abfindungen (Vorjahr: zusätzlich 400 T€ als Rückstellung). Herr Dr. Breddels erhielt 2011 250 T€ als Abfindungszahlung, die ebenfalls in den Nebenleistungen enthalten ist.

Gesamtvergütung Jahres Neben
des Vorstands gehalt (2010) Tantieme (2010) leistungen (2010) Gesamt (2010)
in T€
Dr. Dietmar Roth
(bis 03.10.2011) 300 (220) 0 (0) 679 (126) 979 (346)
Carsten Bovenschen
(bis 15.12.2010) 33 (180) 0 (0) 101 (76) 134 (256)
Thomas Hengst 150 (138) 24 (60) 95 (45) 269 (243)
Dr. Paulus Breddels
(bis 31.07.2011) 140 (80) 0 (20) 355 (20) 495 (120)
Peter M. Wagner
(seit 04.10.2011) 43 (0) 48 (0) 1 (0) 92 (0)
Peter Frankfurter
(seit 04.10.2011) 50 (0) 18 (0) 2 (0) 70 (0)
Peter R. Manolopoulos
(seit 04.10.2011) 50 (0) 22 (0) 2 (0) 74 (0)
766 (618) 112 (80) 1.235 (267) 2.113 (965)

Konzern-Anhang

Darüber hinaus erhielten Herr Dr. Roth, Herr Hengst, Herr Bovenschen und Herr Dr. Breddels eine aktienbasierte Vergütung mit langfristigem Anreiz- und Risikocharakter im Rahmen des Phantom Stock-Programms (PSP). Hierfür wurden den Herren im Jahr 2010 aus der dritten Tranche insgesamt 60.000 virtuelle Aktien (Phantom Stocks) zugeteilt, deren Wertentwicklung an den Kursverlauf der Roth & Rau-Aktie gekoppelt ist. Die Ausübung der Phantom Stocks unterliegt einer Sperrfrist von zwei Jahren ab Zuteilung und hängt vom Erreichen einer definierten Ausübungshürde ab, die einem festgelegten Basispreis zum Zuteilungszeitpunkt plus 10 % p. a. entspricht. Entsteht bei den Beteiligten zum Ausübungszeitpunkt ein Gewinn, wird dieser automatisch und vollständig in Aktien der Gesellschaft investiert, die mit einer zweijährigen Sperrfrist belegt werden. Im Ergebnis unterliegt das Investment der Herren damit einem vierjährigen Bemessungszeitraum.

Abweichend vom Phantom Stock-Programm nehmen Herr Frankfurter und Herr Manolopoulos am Mitarbeiteraktien-Programm der Hauptaktionärin der Gesellschaft, Meyer Burger Technology AG, Baar, Schweiz, nach Maßgabe der vom Aufsichtsrat verabschiedeten Regelung in der jeweils gültigen Fassung teil, wenn Aktien der Meyer Burger Technology AG als Mitarbeiteraktien von der Gesellschaft zugesprochen bzw. abgegeben werden.

Für den Auszahlungsbetrag ist eine Obergrenze von 1 Mio. € je Tranche festgelegt. Aus der zweiten Tranche, welche im Geschäftsjahr 2009 aufgelegt wurde, kam es wegen Verfehlens der Ausübungshürde zu keiner Auszahlung. Die Phantom Stocks der zweiten Tranche sind damit ersatzlos verfallen.

Phantom Stock-Programm Bestand
Phantom Stocks
zum 31.12. (Stück)
Höhe der
Kapitalrücklage
zum 31.12. (T€)
Dr. Dietmar Roth (bis 03.10.2011) 0 (28.000) 0 (26)
Carsten Bovenschen (bis 15.12.2010) 0 (21.000) 0 (0)
Thomas Hengst 14.000 (21.000) 17 (18)
Dr. Paulus Breddels (bis 31.07.2011) 0 (14.000) 0 (5)
Gesamt 14.000 (84.000) 17 (49)

Vergütung des Aufsichtsrats

Die Vergütung des Aufsichtsrats ist in § 12 der Satzung der Roth & Rau AG festgelegt. Jedes Mitglied erhält demnach eine feste, nach Ablauf des Geschäftsjahres zahlbare Vergütung in Höhe von jährlich 15 T€ sowie ein Sitzungsentgelt je Sitzungstag in Höhe von 750 €. Der Aufsichtsratsvorsitzende erhält das Zweieinhalbfache und der stellvertretende Vorsitzende das Eineinhalbfache der festen Vergütung und des Sitzungsgeldes. Darüber hinaus erstattet Roth & Rau den Aufsichtsratsmitgliedern Ersatz für ihre Auslagen. Herr Peter M. Wagner und Herr Michel Hirschi verzichteten für das Jahr 2011 auf die Aufsichtsratsvergütung. Erfolgsabhängige Vergütungskomponenten sind für den Aufsichtsrat nicht vorgesehen.

Gesamtvergütung des Aufsichtsrats

in T€ 2011 2010
Eberhard Reiche (Vorsitzender bis 26.08.2011) 47 56
Prof. Dr. Alexander Michaelis 36 34
(stellv. Vorsitzender bis 26.08.2011), Mitglied ab 03.10.2011
Daniel Schoch (bis 26.08.2011)
17 22
Andrea Sieber (stellv. Vorsitzende 26.08.–03.10.2011),
Vorsitzende ab 03.10.2011 19 0
Peter M. Wagner (Vorsitzender 26.08.–03.10.2011) 0 0
Michel Hirschi
Mitglied ab 26.08.2011, stellv. Vorsitzender ab 03.10.2011 0 0
Gesamt 119 112

Erklärung zur Unternehmensführung (§ 289a HGB)

Die Erklärung zur Unternehmensführung der Roth & Rau AG finden Sie im Internet unter www.roth-rau.de im Bereich Investor Relations/Corporate Governance.

Forschung und Entwicklung

Entsprechend dem Beschluss zur strategischen Neuausrichtung der Roth & Rau AG im Rahmen des CRiSP-Programms stehen im Mittelpunkt der F&E-Aktivitäten neue Solarzellentechnologien (Heterojunction-Zellen sowie Zellen mit Aluminiumoxid-Rückseitenpassivierung) – insbesondere die Entwicklung von Anlagen und Prozessen zu deren Herstellung. Dabei konzentriert sich Roth & Rau auf seine Kernkompetenzen im Bereich der Beschichtungstechnologien.

Die Roth & Rau AG wird im Rahmen ihrer Forschungen von nationalen und internationalen Hochschulen und Forschungseinrichtungen unterstützt. Zu diesen langjährigen Kooperationspartnern zählen das Schweizer Institut für Mikrotechnologie (IMT) an der Université de Neuchâtel, das Energy Research Centre of the Netherlands (ECN), das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE), das Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme (IKTS), das Fraunhofer-Institut für Elektronenstrahl- und Plasmatechnik (FEP) sowie die australische University of New South Wales. Im Geschäftsjahr 2011 wurde die Forschungsarbeit von Roth & Rau im Wesentlichen im Rahmen von Kooperationen mit Fraunhofer-Instituten getrieben. Die Schwerpunkte lagen jeweils im Vorfeld der eigenständigen Produktentwicklungen.

Im Geschäftsjahr 2011 betrug der aktivierte Entwicklungsaufwand 11.366 T€ (2010: 19.131 T€). Bezogen auf den Konzern-Umsatz lag die Entwicklungsquote damit bei 5,4 % (2010: 6,7 %).

Mit Beginn des Geschäftsjahres 2011 wurden erste Maßnahmen im Zuge des im 3. Quartal 2010 gestarteten Kosten- und Strukturoptimierungsprogramm CRiSP umgesetzt. Damit war auch ein Personalabbau im F&E-Bereich verbunden. Dementsprechend sank die konzernweite Zahl der Mitarbeiter in diesem Bereich per 31. Dezember 2011 von 163 auf 142.

Konzern-Anhang

Auf der Produktseite gab es auch im Geschäftsjahr 2011 wieder zahlreiche Neuentwicklungen. Dazu zählen die HELiAPECVD und HELiAPVD für die Herstellung von Heterojunction-Zellen, die MAiA R2 für neuartige Passivierungsschichten sowie die zweite Generation der Firing-Anlagen CAMiNI. Sie alle sind in die Phase der Erprobung der industriellen Prototypen eingetreten und wurden bereits auf den vergangenen großen Photovoltaik-Messen der Öffentlichkeit vorgestellt.

Mit Blick auf die einzelnen Geschäftsbereiche konzentrierten sich die Entwicklungsaktivitäten im Geschäftsjahr 2011 im Wesentlichen auf den Photovoltaik-Bereich. Hier galt das Augenmerk der kristallinen Photovoltaik mit der Weiterentwicklung etablierter Anlagen und Produktionskonzepte sowie mit der Entwicklung innovativer Prozesse und Fertigungstechnologien für hocheffiziente Solarzellen. Im Gegensatz dazu wurden die Aktivitäten in den Bereichen Kristallisation und CdTe-Dünnschichttechnologie reduziert.

Ein besonderer Fokus lag unverändert auf der Heterojunction-Technologie. Die Roth & Rau Switzerland AG arbeitete in Neuchâtel weiter an der Verbesserung des Wirkungsgrades der Zellen. Bereits im September 2011 wurde ein neuer Meilenstein bei der Entwicklung dieser Hocheffizienztechnologie erreicht. Als erstes Unternehmen weltweit konnte Roth & Rau Zellen auf der Basis industrieller 6"-Siliziumwafer mit einem Wirkungsgrad von 20 % präsentieren. Mittlerweile wurden 21 % erreicht. Diese sehr hohen Zelleffizienzen gilt es, zeitnah in die Massenproduktion zu überführen. Dazu wurden im Technologiezentrum der Roth & Rau AG in Hohenstein-Ernstthal die Prototypen der Anlagenserie HELiA in Betrieb genommen. Mit diesen Anlagen, die die Kernkomponenten einer Produktionslinie für Solarzellen auf der Basis der Heterojunction-Technologie bilden, wurden im 4. Quartal 2011 ebenfalls bereits Zellen mit 20 % Wirkungsgrad hergestellt.

Des Weiteren wurde in Kooperation mit deutschen Solarzellenherstellern an der Weiterentwicklung der Rückseitenpassivierung mittels Beschichtung mit Aluminiumoxid gearbeitet. Damit verbunden war die Weiterentwicklung der Anlagenserie MAiA. Es konnte nachgewiesen werden, dass sich mit dieser Roth & Rau-Technologie kristalline Solarzellen mit Rekordeffizienz herstellen lassen. Deshalb soll das Verfahren in der zukünftigen Serienfertigung von PERC-Zellen bei SCHOTT Solar zum Einsatz kommen.

Bei der neuesten SiNA-Generation galt das Hauptaugenmerk der Flexibilität, so dass hier insbesondere an der Verbreiterung der Applikationsbasis und an der weiteren Verringerung der Betriebskosten, zum Beispiel durch Steigerung des Durchsatzes und Erhöhung der Wartungsintervalle, gearbeitet wurde.

Mitarbeiter

Per 31. Dezember 2011 zählte der Roth & Rau-Konzern 1.348 Mitarbeiter, was im Vergleich zum Vorjahresstichtag einem Zuwachs von 139 Mitarbeitern bzw. 11,5 % entspricht. Davon waren 531 Mitarbeiter im Ausland tätig. Der Zuwachs resultierte vor allem aus der Übernahme des Produktionsstandortes der Possehl Group in Shenzhen, China. Demgegenüber war mit den Maßnahmen des Kosten- und Strukturoptimierungsprogramm CRiSP ein Personalabbau verbunden. Davon betroffen waren neben dem ehemaligen Turnkey-Bereich auch der F&E-Bereich, in dem eine Konzentration auf wesentliche Projekte stattfand.

Mitarbeiter

zum 31. Dezember

Inland Ausland

Mitarbeiter

zum 31. Dezember, nach Funktionen

2011 2010 Veränderung
zum Vorjahr
Produktion 631 498 26,7 %
Forschung und Entwicklung 142 163 -12,9 %
Technik/Vertrieb/Service 372 374 -0,5 %
Verwaltung (ohne Vorstände) 149 118 30,5 %
Sonstige 21 14 14,3 %
Summe 1.315 1.167 12,7 %
Auszubildende 33 42 -21,4 %
Gesamt 1.348 1.209 11,5 %

Aus- und Weiterbildung

Das Know-how seiner zahlreichen langjährigen Mitarbeiter sieht Roth & Rau als strategischen Wettbewerbsvorteil. Deshalb gilt es, dieses Wissen im Unternehmen zu erhalten. Im Sinne einer nachhaltigen Personalpolitik wird großer Wert auf die gezielte Ausbildung von Nachwuchskräften gelegt. Momentan werden konzernweit Elektroniker, Industriemechaniker sowie Büro- und Industriekaufleute ausgebildet. Die Zahl der Auszubildenden lag zum 31. Dezember 2011 bei 33, was gegenüber dem Vorjahr einen Rückgang von neun Mitarbeitern bedeutet.

Auf der Suche nach qualifizierten Fach- und Führungskräften unterhält Roth & Rau Kooperationen zu regionalen Universitäten und Forschungsinstituten. Dadurch ist es dem Unternehmen beispielsweise möglich, gemeinsam mit der Westsächsischen Hochschule Zwickau das duale Studium Mikrosystemtechnik mit der Vertiefungsrichtung Photovoltaik anzubieten. Ergänzt wird das Angebot durch die Studiengänge Produktionstechnik (BA) und Betriebswirtschaft (BA) in Zusammenarbeit mit regionalen Berufsakademien und Fachhochschulen. Ergänzend werden Synergien mit Meyer Burger genutzt, um ein gemeinsames Talent-Management-Programm aufzubauen.

Mit einem umfangreichen Weiterbildungsangebot trägt Roth & Rau den wachsenden, internationalen Anforderungen sowie technischen Innovationen Rechnung. Das Angebot beinhaltet beispielsweise Technik- und Produkttrainings sowie Englisch-Sprachkurse. Darüber hinaus erhalten die Mitarbeiter die Möglichkeit, sich in den Bereichen Qualitätsmanagement, Finanz- und Rechnungslegung, Zollund Außenwirtschaft, IT/Software und Recht fortzubilden.

Die Qualifikationsstruktur für das Geschäftsjahr 2011 zeigt einen leichten Rückgang bei Ingenieuren und Technikern zugunsten der Facharbeiter und Sonstigen. Auch hier ist die Entwicklung auf den Zukauf des Produktionsstandortes in Shenzhen, China, zurückzuführen.

Vergütungsstruktur

Das Vergütungssystem des Roth & Rau-Konzerns ist nicht nur transparent und nachvollziehbar, sondern trägt vor allem auch den individuellen Leistungen der Mitarbeiter Rechnung. Jeder Mitarbeiter, mit Ausnahme der Auszubildenden und leitenden Angestellten, erhält neben einer festen monatlichen Vergütung auch eine individuelle, variable Vergütungskomponente, die quartalsweise überprüft wird. Diese richtet sich nach der Qualifikation und der individuellen Leistung sowie dem allgemeinen Unternehmenserfolg, der am operativen Ergebnis (EBIT) gemessen wird.

Die leitenden Angestellten erhalten neben der festen Vergütung ebenfalls eine variable Vergütungskomponente auf Basis individueller Zielvereinbarungen. Die Vorstände, weitere Führungskräfte sowie ausgewählte Mitarbeiter sind darüber hinaus zur Teilnahme an einem aktienbasierten Vergütungsprogramm (Phantom Stock-Programm) berechtigt.

Übernahmerechtliche Angaben und zugleich erläuternder Bericht

Die folgenden Angaben nach § 315 Abs. 4 HGB geben die Verhältnisse am Bilanzstichtag 31. Dezember 2011 wieder.

Zusammensetzung des Grundkapitals

Das Grundkapital der Roth & Rau AG betrug zum 31. Dezember 2011 16.207.045,00 € und ist in 16.207.045 auf den Inhaber lautende Stückaktien eingeteilt. Jede Aktie ist rechnerisch mit 1,00 € am Grundkapital beteiligt und gewährt eine Stimme in der Hauptversammlung. Mit allen Aktien sind die gleichen Rechte und Pflichten verbunden.

Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, bestehen nicht oder sind dem Vorstand nicht bekannt.

Beteiligungen am Grundkapital, die mehr als 10 % der Stimmrechte überschreiten

Zum 31. Dezember 2011 wurden 89,17 % der Aktien der Roth & Rau AG unmittelbar von der MBT Systems GmbH, Langenfeld, gehalten. MBT ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Meyer Burger Technology AG, Baar, Schweiz. Zusätzlich besteht eine Erwerbsposition über weitere 3,94 % der Anteile an der Roth & Rau AG, welche im Rahmen des Vollzugs des Übernahmeangebots am 9. August 2011 noch nicht vollzogen und deshalb bei der Berechnung der Anteile nicht berücksichtigt wurde.

Aktien mit Sonderrechten und Stimmrechtskontrolle

Es existieren keine Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen. Es ist keine Stimmrechtskontrolle für den Fall bekannt, dass Arbeitnehmer am Kapital beteiligt sind und ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben.

Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern und Satzungsänderungen

Die Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern unterliegen den §§ 84, 85 AktG sowie § 6 der Satzung der Roth & Rau AG. Die Satzung sieht vor, dass der Aufsichtsrat die Vorstandsmitglieder bestellt und ihre Zahl bestimmt. Satzungsänderungen werden von der Hauptversammlung beschlossen und bedürfen nach §§ 179 ff. AktG der Zustimmung von mindestens drei Vierteln des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals. Abweichend davon ist der Aufsichtsrat nach § 11 der Satzung dazu ermächtigt, Änderungen der Satzung zu beschließen, die nur die Fassung betreffen.

Befugnisse des Vorstands zur Ausgabe von Aktien

Genehmigtes Kapital I:

Gemäß § 5 Abs. 6 der Satzung ist der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft in der Zeit bis zum 20. Mai 2015 mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder in Teilbeträgen um insgesamt bis zu 1.620.704,00 € durch Ausgabe von insgesamt bis zu 1.620.704 neuen, auf den Inhaber lautenden Aktien (Stückaktien) gegen Bareinlagen zu erhöhen.

Der Vorstand kann das Bezugsrecht der Aktionäre mit Zustimmung des Aufsichtsrats in bestimmten Fällen ausschließen, die ebenfalls in § 5 Abs. 6 der Satzung näher geregelt sind.

Genehmigtes Kapital II:

Gemäß § 5 Abs. 7 der Satzung ist der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft in der Zeit bis zum 17. Mai 2014 mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder in Teilbeträgen um insgesamt bis zu 1.732.954,00 € durch Ausgabe von insgesamt bis zu 1.732.954 neuen, auf den Inhaber lautenden Aktien (Stückaktien) gegen Bar- und/oder Sacheinlagen zu erhöhen.

Der Vorstand kann das Bezugsrecht der Aktionäre mit Zustimmung des Aufsichtsrats in bestimmten Fällen ausschließen, die in § 5 Abs. 7 der Satzung näher geregelt sind.

Bedingtes Kapital:

Gemäß § 5 Abs. 8 der Satzung ist das Grundkapital um bis zu 3.241.409,00 € durch Ausgabe von bis zu 3.241.409 neuen, auf den Inhaber lautenden Aktien (Stückaktien) bedingt erhöht. Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von auf den Inhaber lautenden Aktien an die Inhaber bzw. Gläubiger von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen, Genussrechten und/oder Gewinnschuldverschreibungen und/oder Kombinationen dieser Instrumente, die aufgrund der von der Hauptversammlung vom 21. Mai 2010 unter Tagesordnungspunkt 9 beschlossenen Ermächtigung von der Gesellschaft oder deren unmittelbaren oder mittelbaren Konzern-Gesellschaften gegen Barleistung

begeben werden und ein Wandlungs- bzw. Optionsrecht auf den Inhaber lautende Aktien der Gesellschaft gewähren bzw. eine Wandlungspflicht bestimmen. Die Ausgabe der neuen, auf den Inhaber lautenden Aktien aus bedingtem Kapital darf nur zu einem Wandlungs- bzw. Optionspreis erfolgen, welcher den Vorgaben der von der Hauptversammlung vom 21. Mai 2010 unter Tagesordnungspunkt 9 beschlossenen Ermächtigung entspricht. Die bedingte Kapitalerhöhung ist nur insoweit durchzuführen, wie von Options- bzw. Wandlungsrechten Gebrauch gemacht wird oder wie die zur Wandlung verpflichteten Inhaber bzw. Gläubiger ihre Pflicht zur Wandlung erfüllen und soweit nicht eigene Aktien oder neue Aktien aus einer Ausnutzung eines genehmigten Kapitals zur Bedienung eingesetzt werden. Die neuen, auf den Inhaber lautenden Aktien stehen hinsichtlich ihrer Gewinnberechtigung den bereits ausgegebenen Aktien gleicher Gattung gleich.

Befugnisse des Vorstands zum Rückkauf von Aktien

Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 21. Mai 2010 wurde die Gesellschaft bis zum 20. November 2012 ermächtigt, eigene Aktien bis zu 10 % des derzeitigen Grundkapitals zu erwerben. Der Erwerb kann auch durch von der Gesellschaft abhängige Konzern-Unternehmen oder für ihre oder deren Rechnung durch Dritte durchgeführt werden.

Der Erwerb darf über die Börse oder mittels eines an alle Aktionäre gerichteten öffentlichen Kaufangebots bzw. mittels einer öffentlichen Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten erfolgen. Im Falle des Erwerbs über die Börse darf der Kaufpreis den Durchschnitt der tagesvolumengewichteten Schlusskurse der Aktie der Gesellschaft im Xetra-Handel (oder einem an die Stelle des Xetra-Systems getretenen Nachfolgesystem) an der Wertpapierbörse in Frankfurt am Main während der letzten drei Börsenhandelstage vor dem Erwerb der Aktien um nicht mehr als 10 % über- bzw. 30 % unterschreiten. Bei einem öffentlichen Kaufangebot bzw. einer öffentlichen Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten dürfen der gebotene Kaufpreis oder die Grenzwerte der Kaufpreisspanne je Aktie (ohne Erwerbsnebenkosten) den Durchschnitt der tagesvolumengewichteten Schlusskurse der Aktie der Gesellschaft im Xetra-Handel (oder einem an die Stelle des Xetra-Systems getretenen Nachfolgesystem) an der Wertpapierbörse in Frankfurt am Main während der letzten fünf der Veröffentlichung des Kaufangebots bzw. der öffentlichen Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten vorangehenden Börsenhandelstage um nicht mehr als 10 % über- bzw. 20 % unterschreiten. Ergeben sich nach der Veröffentlichung eines Kaufangebots bzw. der öffentlichen Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten erhebliche Abweichungen des Börsenkurses der Aktie der Gesellschaft im Xetra-Handel (oder einem an die Stelle des Xetra-Systems getretenen Nachfolgesystem) an der Wertpapierbörse in Frankfurt am Main vom gebotenen Kaufpreis bzw. den Grenzwerten der Kaufpreisspanne, so kann das Angebot bzw. die Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten angepasst werden. In diesem Fall wird auf den Durchschnittskurs der fünf Börsenhandelstage vor der Veröffentlichung einer etwaigen Anpassung abgestellt. Das Volumen des Angebots kann begrenzt werden. Sofern die gesamte Zeichnung des Angebots dieses Volumen überschreitet bzw. im Fall einer Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten von mehreren gleichwertigen Angeboten nicht sämtliche angenommen werden, muss die Annahme im Verhältnis der jeweils angebotenen Aktien erfolgen. Eine bevorrechtigte Annahme geringer Stückzahlen bis zu 50 Stück zum Erwerb angebotener Aktien der Gesellschaft je Aktionär kann vorgesehen werden.

Der Vorstand ist ermächtigt, die auf Grund der vorstehenden Ermächtigung erworbenen eigenen Aktien jeweils mit Zustimmung des Aufsichtsrats neben einer Veräußerung über die Börse oder durch ein Angebot an alle Aktionäre auch wie folgt zu verwenden:

  1. Die eigenen Aktien können unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre gegen Barzahlung an Dritte zu einem Preis veräußert werden, der den Börsenkurs von Aktien der Gesellschaft gleicher Ausstattung zum Zeitpunkt der Veräußerung nicht wesentlich unterschreitet. Diese Ermächtigung zum Ausschluss des Bezugsrechts gilt nur insoweit, als auf die zu veräußernden Aktien insgesamt ein anteiliger Betrag des Grundkapitals von nicht mehr 10 % sowohl des im Zeitpunkt des Wirksamwerdens dieser Ermächtigung als auch des im Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung bestehenden Grundkapitals der Gesellschaft entfällt. Auf diesen Höchstbetrag für einen Bezugsrechtsausschluss ist der anteilige Betrag am Grundkapital von Aktien anzurechnen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung in unmittelbarer oder entsprechender Anwendung von § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG unter Bezugsrechtsausschluss ausgegeben werden. Ebenfalls anzurechnen sind Aktien, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung aufgrund von entsprechend dieser Vorschrift ausgegebenen Schuldverschreibungen mit Wandlungs- oder Optionsrechten ausgegeben wurden bzw. auszugeben sind.

    1. Die eigenen Aktien können unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre Dritten gegen Sachleistungen im Zusammenhang mit dem Erwerb von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen angeboten und auf diese übertragen werden.
    1. Die eigenen Aktien können unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre zur Erfüllung von Bezugs- und Umtauschrechten verwandt werden, die aufgrund der Ausübung von Options- oder Wandlungsrechten oder der Erfüllung von Wandlungspflichten entstehen, die im Rahmen der von der ordentlichen Hauptversammlung vom 21. Mai 2010 unter Punkt 9 der Tagesordnung beschlossenen Ermächtigung zur Ausgabe von Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen, Genussrechten und/oder Gewinnschuldverschreibungen und/oder Kombinationen dieser Instrumente gewährt bzw. auferlegt wurden.
    1. Die eigenen Aktien können ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss eingezogen werden. Die Einziehung führt zur Herabsetzung des Grundkapitals. Der Aufsichtsrat wird ermächtigt, die Fassung der Satzung entsprechend dem Umfang der Einziehung zu ändern. Der Vorstand kann abweichend hiervon bestimmen, dass das Grundkapital bei der Einziehung unverändert bleibt und sich stattdessen durch die Einziehung der Anteil der übrigen Aktien am Grundkapital gemäß § 8 Abs. 3 AktG erhöht. Der Vorstand ist für diesen Fall zur Anpassung der Angabe der Zahl der Aktien in der Satzung ermächtigt.

Vorstehende Ermächtigungen zum Erwerb eigener Aktien, zu ihrer Einziehung und ihrer Wiederveräußerung oder Verwertung auf andere Weise können jeweils auch in Teilen ausgeübt werden.

Das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre auf die eigenen Aktien wird gemäß § 71 Abs. 1 Ziffer 8, § 186 Abs. 3 und 4 AktG insoweit ausgeschlossen, wie diese Aktien gemäß der vorstehenden Ermächtigungen unter Punkten (1) bis (4) verwendet werden.

Auf die aufgrund dieser Ermächtigung erworbenen Aktien dürfen zusammen mit anderen Aktien der Gesellschaft, welche die Gesellschaft bereits erworben hat und noch besitzt oder die ihr gemäß § 71d und § 71e AktG zuzurechnen sind, zu keinem Zeitpunkt mehr als 10 % des jeweiligen Grundkapitals der Gesellschaft entfallen.

Wesentliche Vereinbarungen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen

Der im April 2008 abgeschlossene und im Juli 2011 geänderte Konsortialkreditvertrag über eine 75-Mio.-€-Avalkreditlinie und die drei im Geschäftsjahr 2010 aufgenommenen Schuldscheindarlehen mit einer ursprünglichen Gesamthöhe von 19 Mio. € beinhalten marktübliche Vereinbarungen für den Fall eines Übernahmeangebots. So sind Pflichtsondertilgungen in voller Höhe für den Fall vereinbart, dass ein Aktionär über 50 % oder mehr der Stimmrechte an der Gesellschaft verfügt.

Entschädigungsvereinbarungen für den Fall eines Übernahmeangebots

Bei einer vorzeitigen Vertragsbeendigung infolge eines Kontrollwechsels erhalten die Vorstandsmitglieder eine Abfindung in Höhe von drei Jahresfestgehältern, maximal jedoch in Höhe der Vergütung der restlichen Vertragslaufzeit. Diese Regelung gilt bzw. galt für die Verträge von Thomas Hengst, Dr. Dietmar Roth sowie Dr. Paulus Breddels. Als Kontrollwechsel gilt die Mitteilung nach

§ 21 Abs. 1 WpHG des Haltens von mindestens 50 % der Stimmrechte durch einen Gesellschafter oder einen Zusammenschluss mehrerer Gesellschafter, der Abschluss eines Unternehmensvertrages mit der Gesellschaft als abhängiges Unternehmen nach §§ 291 ff. AktG oder eine Eingliederung nach § 319 AktG. Die auf Basis der Vorstandsdienstverträge erteilte Pensionszusage von Thomas Hengst wird im Falle eines Kontrollwechsels unabhängig von der Vollendung einer möglichen Wartefrist und den weiteren vertraglichen Vereinbarungen unverfallbar.

Weitere Erläuternde Angaben gemäß § 315 Abs. 4 HGB:

  • Die Mehrheitsgesellschafterin Meyer Burger Technology AG ist über ihren CFO, Herrn Michel Hirschi, im Aufsichtsrat der Roth & Rau AG vertreten.
  • Die letzte Satzungsänderung erfolgte während der ordentlichen Hauptversammlung am 21. Mai 2010 und betraf die §§ 5, 14, 15, 16 der Satzung
  • Der Vorstand hat im Berichtsjahr von den aufgeführten Ermächtigungen keinen Gebrauch gemacht.
  • Die Roth & Rau AG besaß zum 31. Dezember 2011 keine eigenen Aktien.
  • Beim 2011 eingetretenen Fall des Kontrollwechsels verzichteten die beteiligten Konsortialbanken einstimmig auf ihr Sonderkündigungsrecht, befristet bis zum 31. Dezember 2011.

Im Sinne einer bedarfsgerechten Neustrukturierung der vorhandenen Avalkreditlinien infolge des Kontrollwechsels wurde die Konsortialkreditvereinbarung über 75 Mio. € mit Wirkung zum 22. Dezember 2011 durch die Roth & Rau AG fristgerecht gekündigt. Seit dem 23. Dezember 2011 verfügt der Roth & Rau-Konzern über bilaterale Avalkreditlinien in Höhe von 42 Mio. €, welche durch die Meyer Burger Technology AG über deutsche Banken zu attraktiven Konditionen zur Verfügung gestellt werden. Darüber hinaus hat die Meyer Burger Technology AG mit Wirkung zum 10. Januar 2012 eine harte Patronatserklärung zu Gunsten des Roth & Rau-Konzerns ausgestellt, mittels derer eine Liquiditätszuführung seitens der Meyer Burger Technology AG bis zu einem Höchstbetrag von 50 Mio. € im Bedarfsfall entsprechend sichergestellt ist.

  • Für Informationen zur Vorstandsvergütung vor dem Hintergrund der Übernahme durch die Meyer Burger Technology AG verweisen wir auf den Vergütungsbericht ab S. 30.

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Die Weltwirtschaft startete zunächst positiv in das Jahr 2011. Allerdings verlor der Aufschwung im weiteren Jahresverlauf deutlich an Fahrt. Grund hierfür waren insbesondere die Staatsschuldenkrise im Euroraum, die Unsicherheiten an den Finanzmärkten sowie die finanzpolitische Situation in den USA. Dort verlangsamte sich das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) nach Angaben des Instituts für Weltwirtschaft an der Universität Kiel (IfW) von 3,0 % auf 1,7 %. Temporäre Faktoren, wie der kräftige Anstieg der Rohstoffpreise und die Folgen des Erdbebens in Japan, wirkten sich ebenfalls spürbar auf die Weltkonjunktur aus. Insgesamt verringerte sich die Weltproduktion von 5,1 % auf 3,8 %. Auch das Wirtschaftswachstum in den Schwellenländern hat sich im Jahresverlauf deutlich abgeschwächt, was sich unter anderem in der stark nachlassenden Dynamik der Exporte zeigte. In China sank das BIP-Wachstum von 10,3 % auf 9,5 % und in Indien von 10,4 % auf 6,7 %.

Im Euroraum zeigte sich im Jahresverlauf 2011 eine ähnliche Entwicklung wie in der Weltwirtschaft: Einem kräftigen Start folgte eine deutliche Abschwächung. Belastend wirkten sich neben dem schwächeren Welthandel vor allem die Vertiefung der Staatsschuldenkrise, die hohe Finanzmarktvolatilität und eine stetige Verschlechterung des Unternehmens- und Konsumentenvertrauens aus. Insgesamt verringerte sich das Wachstum der gesamtwirtschaftlichen Produktion von 1,8 % auf 1,5 %.

Deutschland konnte nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Jahr 2011 erneut ein deutliches Wachstum verzeichnen, wobei der Aufschwung überwiegend in der 1. Jahreshälfte zu beobachten war. Der Zuwachs des BIPs lag bei 3,0 % im Vergleich zu 3,7 % im Vorjahr. Wesentliche Impulse gingen dabei von der Binnennachfrage und den Investitionen in Ausrüstungen und Bauten aus. Ebenso erfreulich entwickelten sich der Außenhandel und die Lage am Arbeitsmarkt.

Branchenentwicklung

Laut "Market Report 2011" der European Photovoltaic Industry Association (EPIA) verzeichnete der weltweite Photovoltaik-Markt 2011 einen Zuwachs um 27,7 Gigawatt Solarstromleistung. Damit stieg die weltweit installierte Photovoltaik-Leistung von 39,7 Gigawatt auf 67,4 Gigawatt. Auch wenn mit über 50 Gigawatt immer noch rund 74 % in Europa installiert waren, bedeutet dies einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr, als es noch rund 80 % waren. Insgesamt nahm die Zahl der Märkte, die mehr als 1 Gigawatt zusätzliche Kapazität installierten, von 3 auf 6 zu.

Unter geografischen Gesichtspunkten wurde 2011 mit 9 Gigawatt das weltweit größte Marktwachstum in Italien erzielt, das gemeinsam mit Deutschland (7,5 Gigawatt) rund 60 % des globalen Zuwachses abbildet. Es folgen China (2 Gigawatt), die USA (1,6 Gigawatt), Frankreich (1,5 Gigawatt) und Japan (1,1 Gigawatt).

Auf der Nachfrageseite war im 1. Quartal 2011 noch ein großer Bedarf im Endverbrauchermarkt zu beobachten, der sich in hohen Investitionen in den Kapazitätsaus- und -aufbau seitens der Zell- und Modulhersteller widerspiegelte. Ab dem 2. Quartal ging die Nachfrage nach Solarzellen und -modulen in vielen Märkten jedoch bereits spürbar zurück. Grund hierfür war unter anderem die Verunsicherung der Endverbraucher über die zukünftige Ausgestaltung der Solarförderprogramme in den wesentlichen europäischen Märkten. In Verbindung mit den weltweiten Überkapazitäten für die Produktion von Solarzellen führte dies zu einer spürbaren Verlangsamung der Investitionstätigkeiten im Zell-Equipmentmarkt seit Juni 2011. Im 2. Halbjahr verschlechterte sich das Marktumfeld für Solarenergie nochmals deutlich, was unter anderem auf die weltweit gestiegenen Konjunkturrisiken, die Unsicherheiten

an den Finanzmärkten und die ungelöste Euroschuldenkrise zurückzuführen war. Außerdem waren ein erneuter Preisverfall bei Solarmodulen und eine weiter sinkende Investitionsbereitschaft der Zellund Modulhersteller zu beobachten, was entsprechend in einer sehr schwachen Auftragsentwicklung im Equipmentmarkt resultierte.

Gesamtaussage zu den Rahmenbedingungen

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind von hoher Unsicherheit geprägt. Die Staatsschuldenkrise, die Ungewissheit über den Bestand der Eurozone, drohende Bankenpleiten und ein Platzen der Immobilienblase in China können sich jederzeit nachteilig auf die Realwirtschaft auswirken. Sparmaßnahmen zum staatlichen Schuldenabbau lösen die Konjunkturprogramme der vergangenen Jahre ab und können somit belastend für das Wirtschaftswachstum sein. Auch die expansive Geldpolitik der Zentral- und Notenbanken und Überhitzungstendenzen in vielen Schwellenländern bergen hohe Risiken.

Die Krise in der Solarbranche setzt den beteiligten Unternehmen derzeit massiv zu – die Marktbereinigung ist in vollem Gange. Einige Unternehmen sind bereits vom Markt verschwunden und weitere aus der zweiten und dritten Reihe werden folgen. Projektfinanzierungen für Freiflächenanlagen und Solarparks sind schwierig geworden. Gründe für diese Situation sind die nachlassende politische Unterstützung für Subventionen, Sparanstrengungen in verschiedenen Ländern und die erneut aufkommende Bankenkrise.

Die derzeitige Kapazität der Hersteller beträgt das Doppelte der Nachfrage. An den Überkapazitäten der Solarindustrie leiden die Hersteller von Modulen und Zellen schon länger. Inzwischen hat sich das Problem auch auf die vorgelagerten Wertschöpfungsstufen bis hin zu den Herstellern von Produktionsanlagen ausgebreitet. Verstärkt wird der Druck auf die Margen in der Branche zusätzlich dadurch, dass durch die Anpassung der Solarförderung in verschiedenen Degressionsstufen die Preisentwicklung von Photovoltaik-Systemen auf den internationalen Märkten sehr schnell nachvollzogen wird. Die Lage innerhalb der Branche bleibt vor dem Hintergrund weltweiter Überkapazitäten, eines harten internationalen Wettbewerbs und der starken Förderkürzung weiterhin angespannt.

Geschäftsentwicklung

Umsatzentwicklung

Im Geschäftsjahr 2011 erzielte Roth & Rau einen Konzern-Umsatz in Höhe von 208.460 T€ (2010: 285.357 T€). Unter Berücksichtigung der Bestandsveränderungen fertiger und unfertiger Erzeugnisse sowie der aktivierten Eigenleistungen betrug die Gesamtleistung 261.053 T€ (2010: 329.708 T€). Der Rückgang resultierte vor allem aus dem anhaltend schwachen Marktumfeld, das zu weiteren Projektverzögerungen auf Kundenseite und damit auch zu Verschiebungen der Endabnahmen führte. Zudem ist die Endabnahme der Anlagen durch den Kunden mit der Bilanzierungsumstellung von der Percentage-of-Completion-Methode (PoC-Methode) auf die Completed-Contract-Methode (CC-Methode) zum entscheidenden Kriterium für die Umsatz- und Ertragsrealisierung geworden. Weiterhin konnten die im Jahr 2011 vorgesehenen Verkäufe von Lagerbeständen im aktuellen Marktumfeld nicht wie geplant realisiert werden, so dass der Umsatz hinter den Erwartungen zurück blieb.

Ertragslage

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) belief sich im Geschäftsjahr 2011 auf -106.160 T€ (2010: -27.290 T€). Hauptursache für das hohe negative Ergebnis waren Sondereffekte von insgesamt 93.165 T€. Davon entfielen allein 45.265 T€ auf das 3. Quartal und 35.267 T€ auf das 4. Quartal 2011.

Die Sondereffekte setzten sich wie folgt zusammen: Auf außerplanmäßige Abschreibungen des Anlagevermögens entfiel ein Wert in Höhe von 43.413 T€. Darin sind außerplanmäßige Abschreibungen auf den Goodwill der OTB Solar B.V., der AIS Automation Dresden GmbH sowie der Roth & Rau Italy S.r.l. i. L. in einer Gesamthöhe von 18.216 T€ enthalten. Des Weiteren erfolgten Abschreibungen auf die Technologie der Roth & Rau CTF Solar GmbH sowie auf die Technologie, Marke und Kundenbeziehung der OTB Solar B.V. von insgesamt 13.305 T€. Auf Entwicklungskosten wurden 9.283 T€ und auf Sachanlagen 2.609 T€ außerplanmäßig abgeschrieben. Als weitere Folge der Marktturbulenzen hat sich die Bonität einiger Kunden deutlich verschlechtert, so dass für Turnkey-Projekte Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie auf Forderungen aus Auftragsfertigung in Höhe von 19.312 T€ gebildet wurden. Des Weiteren wurden Vorräte hauptsächlich im ehemaligen Bereich Turnkey in Höhe von 13.064 T€ wertberichtigt. Weiterhin fielen einmalige Rechts- und Beratungskosten in Höhe von 3.906 T€ für das Kosten- und Strukturoptimierungsprogramm CRiSP sowie für die Übernahme durch die Meyer Burger Technology AG an. Wegen drohender Vertragsstrafen aufgrund nicht vertragskonformer Abwicklung einzelner Projekte bzw. Verträge wurden Rückstellungen in Höhe von 9.650 T€ gebildet. Ferner wurden für Strukturmaßnahmen im Rahmen des erweiterten CRiSP-Programms für die Gesellschaften Roth & Rau Italy S.r.l. i. L. und Roth & Rau CTF Solar GmbH weitere Rückstellungen in Höhe von insgesamt 3.820 T€ gebildet.

Die sonstigen betrieblichen Erträge stiegen deutlich von 5.865 T€ auf 13.503 T€. Darin spiegelten sich hauptsächlich die Auflösung von Wertberichtigungen aus schlussgerechneten Projekten und von Forderungseinzelwertberichtigungen sowie die erfolgswirksame Auflösung von Rückstellungen in Höhe von insgesamt 8.545 T€ wider. Ebenso enthalten ist eine Versicherungsentschädigung in Höhe von 853 T€ für einen Brandschaden in der Fertigung am Standort Hohenstein-Ernstthal im Jahr 2011.

Der Materialaufwand ging im Vergleich zum Vorjahr um 24,9 % von 189.216 T€ auf 142.084 T€ zurück. Der Rückgang war im Wesentlichen auf das geringere Geschäftsvolumen zurückzuführen. Die Materialaufwandsquote in Relation zur Gesamtleistung betrug 54,4 % (2010: 57,4 %).

Der Personalaufwand erhöhte sich um 12,8 % von 61.229 T€ auf 69.078 T€. Dieser Anstieg ist im Wesentlichen auf die unterschiedlichen Konsolidierungszeiträume der OTB Solar zurückzuführen, die im Berichtsjahr voll und im Vorjahr erst ab dem 1. April einbezogen wurde. Zugleich hat die Roth & Rau – Ortner USA Inc. Personal für einen Großauftrag in den USA aufgebaut. Darüber hinaus wirkte sich im Bereich Personalkosten im Jahr 2011 die bis dahin auf Expansion des Konzerns ausgerichteten Personalpolitik bei gesunkener betrieblicher Leistung kostenwirksam und damit negativ aus. In Bezug auf die Konzern-Gesamtleistung lag die Personalaufwandsquote im Geschäftsjahr 2011 bei 26,5 % (2010: 18,6 %). Die im Berichtsjahr im Rahmen des Restrukturierungsprogramms eingeleiteten Personalabbaumaßnahmen werden im Geschäftsjahr 2012 ergebniswirksam.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich im Geschäftsjahr 2011 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 15.259 T€ auf 105.831 T€. Ursache dafür waren im Wesentlichen Sondereffekte im Jahr 2011 in Höhe von 49.752 T€ wie vorstehend beschrieben.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) betrug -42.437 T€ (2010: -5.444 T€).

Die Abschreibungen erhöhten sich gegenüber der Vorjahresperiode deutlich von 21.846 T€ auf 63.723 T€. Haupttreiber waren im Wesentlichen die Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungsleistungen in Höhe von 13.547 T€ (2010: 5.474 T€) sowie die planmäßigen und außerplanmäßigen Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte in einer Gesamthöhe von 38.860 T€ (2010: 10.838 T€). Die Abschreibungen auf Sachanlagen stiegen von 5.534 T€ auf 11.316 T€.

Das Finanzergebnis lag mit -2.017 T€ über dem Vorjahrsniveau von -6.968 T€, wobei das Vorjahresergebnis von den Abschreibungen auf die Wandelschuldverschreibung der Spectrawatt Inc. in Höhe von 7.717 T€ beeinflusst wurde. Die Zinserträge beinhalten im Wesentlichen die Erträge aus der im Vorjahr komplett abgeschriebenen Wandelschuldverschreibung in Höhe von 1.570 T€ (2010: 556 T€). Außerdem wurden Zinserträge aus kurzfristigen Geldanlagen vereinnahmt. Die Zinsaufwendungen waren im Wesentlichen durch Aufwendungen aus den bestehenden Schuldscheindarlehen über 1.588 T€ (2010: 47 T€) gekennzeichnet. Davon resultieren allein 700 T€ aus der Auflösung bestehender Zinsswaps (negative Marktwerte), welche durch die vorzeitige Teilrückzahlung der drei in 2010 aufgenommenen Schuldscheindarlehen zahlungswirksam wurden. Gestiegene Avalprovisionen trugen in Höhe von 969 T€ zum Finanzergebnis bei. In den Abschreibungen auf Finanzanlagen ist u. a. der wertberichtigte Zinsanspruch von 799 T€ (2010: 556 T€) für die abgeschriebene Wandelschuldverschreibung berücksichtigt.

Das Ergebnis vor Steuern (EBT) belief sich auf -108.177 T€ (2010: -34.258 T€). Der Steueraufwand in Höhe von 13.708 T€ (2010: Steuerertrag von 8.403 T€) ergibt sich im Wesentlichen aus der Minderung der aktiven latenten Steuern aufgrund nicht mehr nutzbarer Verlustvorträge. Unter Berücksichtigung des Steuereffekts ergab sich ein Konzern-Ergebnis in Höhe von -121.885 T€ (2010: -25.809 T€) und ein Ergebnis je Aktie von -7,52 € (2010: -1,64 €).

Auftragslage

Im Geschäftsjahr 2011 wurde die Auftragslage des Roth & Rau-Konzerns wesentlich durch die sehr schwache Marktentwicklung im Bereich Photovoltaik beeinflusst. Die anhaltenden Absatzprobleme unserer Kunden sowie die Reduzierung der Produktionskapazitäten führten zu einem massiven Einbruch des Auftragseinganges gegenüber dem Vorjahr. Investitionsvorhaben wurden verschoben und Aufträge storniert.

Im Gesamtjahr 2011 gingen Aufträge mit einem Volumen von 152.684 T€ (2010: 536.746 T€) ein. Dem standen Stornierungen von insgesamt 139.785 T€ (2010: 119.674 T€) gegenüber. Somit belief sich der Netto-Auftragseingang auf 12.899 T€ (2010: 417.072 T€). Die Stornierungen enthielten u. a. einen

Turnkey-Großauftrag in Höhe von 94.400 T€, der aufgrund der strategischen Neuausrichtung des Turnkey-Geschäftes der Roth & Rau AG im gegenseitigen Einvernehmen mit dem Kunden aufgehoben wurde. Des Weiteren kam es zu Auftragsreduzierungen im Rahmen von Close-Out-Agreements mit ehemaligen Turnkey-Kunden sowie zu Stornierungen von Einzelanlagen vorwiegend kleiner, chinesischer Start-Up-Unternehmen aus dem Bereich Photovoltaik. Der Auftragsbestand belief sich zum 31. Dezember 2011 auf 140.923 T€. Dies entspricht einer Reduzierung gegenüber dem Vorjahresstichtag um 58,1 %.

Auftragslage

in T€ 31.12.2011 31.12.2010 Veränderung
Auftragseingang vor Stornierungen
Auftragseingang nach Stornierungen
152.684
12.899
536.746
417.072
-71,6 %
-96,9 %
Auftragsbestand zum 31.12. 140.923 336.484 -58,1 %
Book-to-Bill-Ratio vor Stornierungen 0,7 1,5 -53,3 %

Unter geografischen Gesichtspunkten lag der Schwerpunkt der Auftragseingänge im Geschäftsjahr 2011 weiterhin auf Asien – trotz eines massiven Nachfrageeinbruchs aufgrund der Marktlage. Der Rückgang des Auslandsanteils von 95,5 % auf 79,9 % lag vor allem an der Steigerung des Auftragseingangs im Inland. Hier gingen Bestellungen über 30.742 T€ (2010: 24.176 T€) ein. Darin enthalten waren unter anderem Aufträge eines großen deutschen Solarzellenherstellers.

Im Geschäftsbereich Photovoltaik sank der Brutto-Auftragseingang aufgrund der schlechten Marktlage von 462.740 T€ auf 70.861 T€. Auf das Geschäftsfeld Einzelequipment entfiel der größte Anteil mit 65.865 T€. Die Bestellungen betrafen vorwiegend die Antireflexbeschichtungsanlagen der Generation SiNA 2. Besonders hervorzuheben ist hierbei, dass es gelungen ist, eine neue Beschichtungstechnologie mit Aluminiumoxid bei einigen der Top 10 unter den Solarzellherstellern zu platzieren.

Aufgrund einer vergleichsweise geringeren Abhängigkeit von der Photovoltaikindustrie entwickelte sich die Nachfrage in den anderen Geschäftsbereichen des Roth & Rau-Konzerns positiver.

Der Auftragseingang im Geschäftsbereich Plasma- und Ionenstrahltechnologie konnte mit 19.825 T€ (2010: 23.379 T€) auf einem stabil hohen Niveau gehalten werden. Insbesondere waren Folgeaufträge für IonScan-Anlagen von Bestandskunden in den USA, Neuaufträge dieses Anlagentyps eines japanischen Kunden sowie ein Folgeauftrag für ein kundenspezifisches Bearbeitungssystem für optische Komponenten von einem renommierten deutschen Optikunternehmen enthalten.

Die Auftragslage im Geschäftsbereich Sonstige hat sich mit einem Plus von 22,5 % von 50.627 T€ auf 61.998 T€ erfreulich entwickelt. Verantwortlich dafür war vor allem der Anstieg des Ersatzteil- und Servicegeschäfts um 33,5 %. Im Geschäftsfeld Software konnte die Tochtergesellschaft AIS Automation Dresden den Auftragseingang durch eine weitere Diversifizierung in der Halbleiterindustrie sowie weiteren Industriezweigen (z. B. Batteriefertigung) auf 11.865 T€ (2010: 9.995 T€) erhöhen.

Konzern-Anhang

in T€ 31.12.2011 31.12.2010 Veränderung
Photovoltaik 70.861 462.740 -84,7 %
Einzelequipment 65.865 337.876 -80,5 %
Systemlösungen (ehemals Turnkey) 4.996 124.864 -96,0 %
Plasma- und
Ionenstrahltechnologie 19.825 23.379 -15,2 %
Sonstige 61.998 50.627 22,5 %
Ersatzteile und Service 46.909 35.149 33,5 %
Software 11.865 9.995 18,7 %
Andere 3.224 5.483 -41,2 %
Auftragseingang vor Stornierungen 152.684 536.746 -71,6 %
Stornierungen -139.785 -119.674 16,8 %
Auftragseingang nach Stornierungen 12.899 417.072 -96,9 %

Auftragseingang nach Segmenten

Segmentbericht

Wir verweisen auf die Segmentberichterstattung im Konzern-Anhang (Ziffer 3).

Finanz- und Vermögenslage

Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements

Durch das Finanzmanagement des Roth & Rau-Konzerns sollen die finanzielle Flexibilität und Unabhängigkeit gesichert sowie die Finanzierungskosten durch eine angemessene Kapitalstruktur optimiert werden. Besonders im Fokus stehen dabei das Management von Finanzierungsrisiken und die Liquiditätssteuerung. Da das Finanzmanagement im Konzern zentral von der Roth & Rau AG organisiert wird, obliegen ihr auch die Liquiditätsversorgung und die Finanzierung aller Konzern-Unternehmen sowie das Währungsmanagement. Derivative Finanzinstrumente kommen regelmäßig nur als Sicherungsinstrumente und nicht zu Handels- oder Spekulationszwecken zum Einsatz.

Die Liquiditätsplanung für den Konzern wird auf Jahresbasis erstellt und monatlich überprüft und aktualisiert. Der Vorstand erhält wöchentlich ein Liquiditätsreporting, das einen Soll-Ist-Abgleich darstellt und eine kurzfristige Liquiditätsvorschau ermöglicht. Die operative Liquiditätssteuerung erfolgt in den jeweiligen Konzern-Unternehmen.

Freie liquide Mittel werden konzernweit nach einheitlichen Vorgaben angelegt, um eine möglichst homogene Guthabenverzinsung sicherzustellen. Kapitalanlagen erfolgen ausschließlich bei Finanzinstituten mit hoher Bonität und in finanziellen Vermögenswerten mit kurzfristiger Bindung, die keinen oder nur geringen Wertschwankungen unterliegen.

Strategische Finanzierungsmaßnahmen

Der Roth & Rau-Konzern finanziert sein operatives Geschäft hauptsächlich durch Kundenanzahlungen und Eigenmittel. Der Kapitalbedarf wird durch die Aufnahme von kurz- und langfristigen Finanzierungen gedeckt, wobei auf eine breite Streuung der Fälligkeiten geachtet wird. Weiteren Finanzierungsspielraum bieten bilaterale Avalkreditlinien in Höhe von 42 Mio. €, welche durch die Meyer Burger Technology AG über deutsche Banken zu attraktiven Konditionen zur Verfügung gestellt werden. Darüber

Konzern-Anhang

hinaus hat die Meyer Burger Technology AG mit Wirkung zum 10. Januar 2012 eine harte Patronatserklärung zu Gunsten des Roth & Rau-Konzerns ausgestellt, mittels derer eine Liquiditätszuführung seitens der Meyer Burger Technology AG bis zu einem Höchstbetrag von 50 Mio. € im Bedarfsfall entsprechend sichergestellt ist.

Die wesentlichen Finanzierungen enthalten marktübliche Vereinbarungen zur Einhaltung bestimmter Kennzahlen (Covenants). Zum 31. Dezember 2011 hat Roth & Rau alle vertraglichen Pflichten erfüllt.

Bedeutung außerbilanzieller Finanzierungsinstrumente für die Finanz- und Vermögenslage

Der Roth & Rau-Konzern nutzt im Rahmen seiner Finanzierung selektiv außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente. Zum Einsatz kommen insbesondere operatives Leasing für verschiedene technische Anlagen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung, das dem Umfang nach keinen wesentlichen Einfluss auf die Finanz- und Vermögenslage des Roth & Rau-Konzerns hat.

Cash Flow-Analyse

Der Cash Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit lag im Geschäftsjahr 2011 bei -29.482 T€ (2010: 54.103 T€). Eine der Hauptursachen für diese Entwicklung war das trotz hoher nicht zahlungswirksamer Sondereffekte negative Konzern-Ergebnis von -121.885. Ein weiterer Grund lag im Anstieg des Working Capital in Höhe von 12.667 T€ (2010: Rückgang um 34.788 T€). Die Abnahme der Vorräte und die Reduzierung der Forderungen aus Auftragsfertigung wurden v. a. durch die Verringerung der erhaltenen Anzahlungen, bedingt durch die Rückführung der Anzahlung des stornierten Turnkey-Großprojektes in Höhe von 27.720 T€, sowie die Reduzierung der Verbindlichkeiten deutlich überkompensiert.

Der Cash Flow aus Investitionstätigkeit sank im Vergleich zum Vorjahr von 38.345 T€ auf 32.188 T€. Die Investitionen in Sachanlagen in Höhe von 13.242 T€ (2010: 19.031 T€) betrafen im Wesentlichen die Fertigstellung des neuen Veraltungsgebäudes am Hauptsitz in Hohenstein-Ernstthal. Die Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände wurden von 17.045 T€ um 5.257 T€ auf 11.788 T€ reduziert und beinhalteten vorwiegend die Entwicklungskosten für die Heterojunction-Technologie der Roth & Rau AG. Die Auszahlung für den Erwerb von Tochterunternehmen abzüglich erworbener Zahlungsmittel in Höhe von 7.158 T€ ist zum einen auf die Übernahme des chinesischen Produktionsstandorts der Lübecker Possehl Group im Zuge eines Asset-Deals und die daraus hervorgegangene Gründung der Precision Tooling & Solar Tech. Co. Ltd. zurückzuführen. Zum anderen beinhaltet die Position die Auszahlung der zweiten Hälfte des Baranteils des Kaufpreises der OTB in Höhe von 2.500 T€.

Die Finanzierungstätigkeit führte im abgeschlossenen Geschäftsjahr 2011 zu einem Mittelabfluss in Höhe von 16.106 T€ und wurde maßgeblich durch die Teilrückzahlung von 14.000 T€ der drei Schuldscheindarlehen über insgesamt 19.000 T€ beeinflusst.

Zum Stichtag 31. Dezember 2011 verfügte die Roth & Rau-Gruppe über liquide Mittel in Höhe von 29.970 T€ (2010: 107.741 T€).

Ausgewählte Kennzahlen zur Liquiditätslage

in T€ 01.01.–31.12.2011 01.01.–31.12.2010
Cash Flow -16.815 19.315
Abnahme (+)/Zunahme (-) des Working Capital -12.667 34.788
Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit -29.482 54.103
Cash Flow aus Investitionstätigkeit -32.188 -38.345
Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit -16.106 25.998
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
am Anfang der Periode 107.741 66.041
Zunahme (+)/Abnahme (-) der Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente -77.776 41.756
Wechselkurs-, konsolidierungskreis- und
bewertungsbedingte Änderungen der
Zahlungsmittel/Zahlungsmitteläquivalente 5 -56
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
am Ende der Periode 29.970 107.741

Bilanz

Die Bilanzsumme des Roth & Rau-Konzerns verringerte sich gegenüber dem 31. Dezember 2010 um 200.585 T€ von 433.269 T€ auf 232.684 T€.

Auf der Aktivseite reduzierten sich die langfristigen Vermögenswerte in den Bereichen der immateriellen Vermögensgegenstände um 40.342 T€ auf 60.382 T€, was im Wesentlichen auf die vorstehend beschriebene Abschreibung des Goodwills, der Marke, Technologie sowie Kundenbeziehungen der OTB Solar B.V., die Abschreibung des Goodwills der AIS Automation Dresden GmbH und der Roth & Rau Italy S.r.l. i. L., die Abschreibung der Technologie der Roth & Rau CTF Solar GmbH sowie die Abschreibung auf aktivierte Entwicklungskosten zurückzuführen ist.

Durch die Investitionstätigkeit stiegen die Sachanlagen um 5.581 T€ auf 48.533 T€, was in der Fertigstellung des neuen Bürogebäudes und der Pilotlinie im Technikum am Standort Hohenstein-Ernstthal begründet ist.

Die kurzfristigen Vermögenswerte reduzierten sich um 148.305 T€ auf 122.113 T€ (31.12.2010: 270.418 T€). Die Vorräte gingen durch die gesunkene betriebliche Leistungserbringung und die Wertberichtigungen im ehemaligen Turnkey-Bereich um 22.992 T€ von 65.129 T€ auf 42.137 T€ zurück. Die Forderungen aus Auftragsfertigung reduzierten sich um 38.905 T€ auf 11.389 T€. Hier zeigen sich insbesondere die Auswirkungen aus der Umstellung der Bilanzierung von der Percentage-of-Completion-Methode (PoC-Methode) zur Completed-Contract-Methode (CC-Methode). Dabei erfolgt die Umsatzrealisierung erst nach erfolgter Endabnahme durch den Kunden, was u. a. zu einer Abnahme der Forderungen aus Auftragsfertigung führt.

Einen deutlichen Rückgang um 77.771 T€ auf 29.970 T€ verzeichneten die liquiden Mittel (2010: 107.741 T€).

Auf der Passivseite reduzierte sich das Eigenkapital durch das negative Jahresergebnis um 122.066 T€ von 251.352 T€ auf 129.286 T€. Die Eigenkapitalquote reduzierte sich von 58,0 % auf 55,6 %.

Die langfristigen Schulden verringerten sich gegenüber dem Bilanzstichtag 2010 um 20.722 T€ auf 12.084 T€. Dafür waren im Wesentlichen der Rückgang der langfristigen Darlehen um 15.408 T€ sowie die Reduzierung der latenten Steuerverbindlichkeiten um 5.335 T€ verantwortlich.

Die kurzfristigen Verbindlichkeiten reduzierten sich um 57.797 T€ auf 91.314 T€. Dabei gingen die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Verbindlichkeiten um 20.012 T€ zurück. Die erhaltenen Anzahlungen sanken um 33.042 T€ auf 12.908 T€. Die Verbindlichkeiten aus Auftragsfertigung verringerten sich um 8.861 T€ auf 855 T€. Die kurzfristigen Rückstellungen stiegen von 37.468 T€ auf 46.081 T€ durch Risikovorsorge, welche vorstehend bei den Sondereffekten beschrieben wurde.

Ausgewählte Bilanz-Kennzahlen

in T€ 31.12.2011 31.12.2010 Veränderung
Bilanzsumme 232.684 433.269 -46,3 %
Eigenkapital 129.286 251.352 -48,6 %
Eigenkapitalquote in % 55,6 58,0 -2,4 PP

Investitionen

Das Investitionsvolumen lag im Geschäftsjahr 2011 bei 30.310 T€. Die Investitionen betrafen im Wesentlichen die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten, die Fertigstellung der Pilotlinie am Standort Hohenstein-Ernstthal sowie die Fertigstellung eines weiteren Verwaltungsgebäudes am Hauptsitz der Roth & Rau AG.

Der Goodwill erhöhte sich um 1.769 T€ im Rahmen der Gründung der Precision Tooling & Solar Tech. Co. Ltd. Die aktivierten Entwicklungskosten, abzüglich der darauf entfallenden öffentlichen Zuschüsse, betrugen 10.751 T€ (2010: 15.631 T€). In andere immaterielle Vermögenswerte investierte Roth & Rau 1.037 T€ (2010: 1.414 T€). Die Sachanlageinvestitionen beliefen sich auf 16.684 T€ nach 19.031 T€ im Vorjahr. Aus der Übernahme des chinesischen Produktionsstandortes von der Possehl Group und der daraus gegründeten Precision Tooling & Solar Tech. Co. Ltd. entstammen 3.442 T€.

Die Investition in Finanzanlagen in Höhe von 69 T€ betrifft die Anteile nicht konsolidierter Tochtergesellschaften (Cober Muegge).

Gesamtaussage zur Geschäftsentwicklung

Die erhebliche Verschlechterung des Marktumfeldes für Solarenergie und die dadurch ausgelöste Investitionszurückhaltung der Zell- und Modulhersteller haben sich im Geschäftsjahr 2011 spürbar auf das operative Geschäft und die Ertragskennzahlen des Roth & Rau-Konzerns ausgewirkt. Die Auftragseingänge sind insbesondere im 2. Halbjahr deutlich zurückgegangen und bestehende Aufträge wurden storniert oder verschoben. Der neue Vorstand hat auf diese Situation bereits reagiert und im Februar 2012 ein erweitertes Restrukturierungsprogramm beschlossen, das vom Aufsichtsrat genehmigt wurde. Die zusätzlichen Maßnahmen umfassen Standortschließungen und einen deutlichen Personalabbau bis zum Ende des 1. Halbjahres 2012.

Mit einer Eigenkapitalquote in Höhe von 55,6 %, liquiden Mitteln von 30 Mio. €, einer Avalkreditlinie in Höhe von 42 Mio. € sowie der Patronatserklärung, mittels derer eine Liquiditätszuführung seitens der Meyer Burger Technology AG bis zu einem Höchstbetrag von 50 Mio. € im Bedarfsfall entsprechend sichergestellt ist, verfügen wir über die notwendige finanzielle Basis, um auch 2012 in einem schwierigen Marktumfeld agieren zu können.

Konzern-Anhang

Chancen- und Risikobericht

Der bewusste und kontrollierte Umgang mit Chancen und Risiken bildet die Grundlage für eine nachhaltig erfolgreiche Unternehmensentwicklung. In einem weltweit dynamisch wachsenden Branchenumfeld ergeben sich für den Roth & Rau-Konzern regelmäßig Chancen, die wir erfolgreich nutzen wollen. Auf der anderen Seite gilt es, Risiken angemessen zu steuern, um den Bestand des Unternehmens zu sichern. Das Chancen- und Risikomanagement ist daher ein wichtiger Baustein der Unternehmenssteuerung im Roth & Rau-Konzern.

Chancen- und Risikomanagementsystem

Das Chancen- und Risikomanagementsystem ist darauf ausgerichtet, Risiken frühzeitig zu identifizieren, zu bewerten und zu steuern. Dabei verstehen wir unter Risiken sowohl Ereignisse, die negative Auswirkungen auf die Zukunft des Konzerns haben können, als auch das Versäumen oder die mangelhafte Nutzung positiver Entwicklungsmöglichkeiten und Chancen. Wir arbeiten kontinuierlich daran, die Instrumente und Methoden der Risikofrüherkennung, -bewertung und -steuerung zu verbessern und an die sich wandelnden Bedingungen im unternehmerischen Umfeld anzupassen.

Die Einbindung des Risikomanagementsystems in die bestehenden Organisations-, Berichts- und Führungsstrukturen ermöglicht eine konzernübergreifende Risikoüberwachung. Zudem sind alle Konzern-Mitarbeiter hinsichtlich potenzieller Risiken sensibilisiert und zu entsprechender Berichterstattung aufgefordert. In allen Konzern-Bereichen werden die Einzelrisiken vierteljährlich nach bestimmten, festgelegten Risikokategorien erfasst und in einem zentralen Risikocontrolling auf Konzern-Ebene zusammengeführt. Die anschließende Bewertung gibt Aufschluss über die Eintrittswahrscheinlichkeit, die maximale Schadenshöhe und eine mögliche Bestandsgefährdung. Im langfristigen Projektgeschäft wird dieses Verfahren bereits in der Akquisitionsphase zur Analyse und Bewertung der Aufträge herangezogen. Die identifizierten Risiken werden in fünf Risikoklassen eingeteilt, die zu einer abgestuften Berichterstattung verpflichten. Je nach Risikoklasse erfolgt die Entscheidung über Maßnahmen zur Risikovermeidung, -reduzierung und -absicherung auf der operativen Leitungsebene oder auf Vorstandsebene.

Der Vorstand wird in regelmäßigen Abständen umfassend über die aktuelle Risikosituation informiert. Ad-hoc auftretende, wesentliche Risiken oder bestandsgefährdende Risiken werden unmittelbar auch außerhalb der normalen Berichtswege gemeldet. Die Information des Aufsichtsrats erfolgt durch den Vorstand auf Basis der vierteljährlichen Gesamtrisikoberichte, die aus den bewerteten Einzelrisiken abgeleitet werden.

Seit dem Vorstandswechsel fanden auf Grund der geänderten Markbedingungen zusätzliche regelmäßige Risikobewertungen statt. Die dort identifizierten Risiken betrafen die Bereiche der Turnkey-Projekte (Forderungen aus Auftragsfertigung und Kundenforderungen), unfertige Erzeugnisse, Werthaltigkeit der Beteiligungen, Werthaltigkeit diverser Sachanlagen, mögliche Pönalen etc.

Wesentliche Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Konzern-Rechnungslegungsprozess (§ 315 Abs. 2 Nr. 5 HGB)

Das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem (IKS) und Risikomanagementsystem im Roth & Rau-Konzern ist darauf ausgerichtet, wesentliche Fehlaussagen in der Rechnungslegung zu vermeiden oder aufzudecken und die Wirksamkeit, Wirtschaftlichkeit und Ordnungsmäßigkeit der Konzern-Rechnungslegung sowie die Einhaltung der maßgeblichen gesetzlichen Bestimmungen sicherzustellen.

Die Steuerung der Prozesse zur Konzern-Rechnungslegung und Lageberichterstellung erfolgen bei der Roth & Rau AG in den Bereichen Konzern-Finanzen und Konzern-Controlling. Die Basis bilden die regelmäßigen, unterjährigen Finanzberichterstattungen zur Steuerung des operativen Geschäfts (g  Kapitel Unternehmenssteuerung, S. 29). Gesetzesänderungen, Änderungen von Rechnungslegungsstandards und andere Vorgaben werden fortlaufend bezüglich Relevanz und möglicher Auswirkungen auf den Konzern-Abschluss analysiert. Die IKS-Prozesse werden bei Bedarf angepasst.

Die Konsolidierung der Tochtergesellschaften erfolgt unter Verwendung eines konzernweiten Berichterstattungssystems. Das Konzern-Controlling verantwortet in enger Abstimmung mit dem Bereich Konzern-Finanzen die konzernweite und einheitliche Umsetzung der Reporting- und Konsolidierungsprozesse und steht den Konzern-Unternehmen bei der Einhaltung der konzernweit gültigen Richtlinien und Verfahren unterstützend zur Seite.

Zur Risikominimierung beinhaltet das IKS organisatorische Kontroll- und Sicherungsmaßnahmen, wie Arbeits- und Verfahrensanweisungen, ein grundsätzliches Vier-Augen-Prinzip, die Festlegung von Verantwortlichkeiten und Vertretungsregelungen sowie IT-Kontrollen.

Chancen

Branchenspezifische Chancen

Die Solarbranche befindet sich am Anfang ihres langfristigen Wachstums, das zum einen aus der steigenden Energienachfrage und zum anderen aus den Herausforderungen des Klimawandels resultiert. Experten sehen zudem im Erreichen der Netzparität, also der Herstellung der Wettbewerbsfähigkeit des Stroms aus Solarenergie zu den Bruttostrompreisen privater Haushalte, einen entscheidenden Wachstumstreiber. In diesem Zusammenhang wächst der Innovations- und Kostendruck für die Solarzellen- und Modulhersteller. Dies führt zu einer steigenden Nachfrage nach kostengünstigen, innovativen Technologien und Produktionsverfahren, von der Roth & Rau profitieren kann.

Chancen ergeben sich auch durch die Entwicklung neuer Wachstumsmärkte weltweit. Der zunehmenden Bedeutung der Solarenergie für die zukünftige Energieversorgung tragen immer mehr Regierungen durch neue Fördergesetzgebungen Rechnung. Als besonders vielversprechende Märkte betrachten wir weiterhin China, Indien, Südkorea und Taiwan, in denen wir bereits mit Standorten vertreten sind. Wichtige Zukunftsmärkte sind aus heutiger Sicht außerdem Japan, Russland und der Mittlere Osten. Um auch künftig frühzeitig von den Wachstumschancen des internationalen Solarmarktes zu profitieren, sind wir bestrebt, die globale Präsenz des Roth & Rau-Konzerns durch Intensivierung und bessere Steuerung der lokalen Aktivitäten kontinuierlich auszubauen.

Unternehmensstrategische Chancen

Unternehmensstrategische Chancen bieten sich für Roth & Rau durch den Ausbau des Produktportfolios und der technologisch führenden Marktposition im Bereich Photovoltaik sowie die Qualität der Produkte. Im strategischen Fokus stehen daher die Investitionen in Forschung und Entwicklung, die Qualitätssicherung sowie die Qualifikation der Mitarbeiter. Durch die zunehmend verbesserte Integration der in den vergangenen Jahren akquirierten Tochterunternehmen ergeben sich darüber hinaus Synergien am Markt und bei der Entwicklung neuer Produkte.

Durch den Geschäftsbereich Plasma- und Ionenstrahltechnologie ergeben sich durch seine maßgeschneiderten Systemlösungen und Prozesse für verschiedene industrielle Branchen Chancen, weitere Anwendungsbereiche zu erschließen. Dies führt zu einer Diversifizierung des Geschäftsmodells und kann zu einer breiteren Positionierung sowie zu einer Risikostreuung führen.

Konzern-Anhang

Leistungswirtschaftliche Chancen

Leistungswirtschaftliche Potenziale ergeben sich entlang der gesamten Wertschöpfungskette vom Einkauf über die Produktion, den Vertrieb bis hin zum Marketing. Durch die Einbindung unserer Lieferanten in den Produktionsprozess können wir beispielsweise Optimierungs- und Qualitätsreserven heben und damit die Rentabilität verbessern. Der zunehmende Ausbau der internationalen Serviceund Vertriebsstandorte trägt darüber hinaus zu einer effizienteren Gestaltung unserer Vertriebswege und Marketingmaßnahmen bei.

Risiken

Gesamtwirtschaftliche Risiken

Die Geschäftsentwicklung des Konzerns wird durch die konjunkturelle Entwicklung in den für Roth & Rau relevanten Absatzmärkten, die sich zunehmend nach Asien verlagern, beeinflusst. Um die Abhängigkeit von einzelnen Märkten zu minimieren, bauen wir unsere globale Präsenz und unseren regional diversifizierten Kundenstamm weiter aus. Im Geschäftsjahr 2011 betrug die Exportquote 87,7 %.

Branchenrisiken

Der Roth & Rau-Konzern ist in besonderem Maße von der weiteren Entwicklung der Photovoltaikbranche sowie der Investitionsbereitschaft dieses Kundenkreises abhängig. Änderungen im regulatorischen Umfeld können das Investitionsverhalten der Kunden beeinträchtigen. Änderungen von Solarstrom-Fördergesetzen könnten zu einem verlangsamten Marktwachstum aufgrund sinkender oder wegfallender finanzieller Anreize in einzelnen Ländern führen. Die in den Vorjahren aufgebauten Überkapazitäten in Asien könnten sich auch mittelfristig negativ auf die Nachfrage nach Roth & Rau-Produkten auswirken. Wir begegnen diesem Risiko durch die Intensivierung und den Ausbau unserer internationalen Marktposition sowie mit dem Angebot technologisch führender Produkte, z. B. Upgrades und neuartige Technologien mit Alleinstellungsmerkmalen.

Risiken entstehen zudem aus der Veränderung des Wettbewerbsumfelds. Durch die derzeit stattfindende Marktkonsolidierung auf allen Wertschöpfungsstufen, beispielsweise durch Fusionen, strategische Allianzen und Akquisitionen, treten zunehmend neue größere Wettbewerber in den Markt ein oder bisherige Wettbewerbsbeziehungen ändern sich grundlegend. Weiterhin besteht das Risiko, dass sich Wettbewerber, vor allem im asiatischen Ausland, durch eine aggressive Preispolitik verstärkt am Markt positionieren und zusätzliche Marktanteile gewinnen. Lokale Anbieter schließen mit ihren Standardprodukten auf, gewinnen Marktanteile gegenüber der europäischen Konkurrenz und tragen in signifikantem Ausmaß zu einem Preisdumping bei. Wir wirken diesen Risiken mit der dauerhaft hohen Qualität unserer Produkte, anspruchsvollen Lösungen, Spitzentechnologien sowie Maßnahmen zur Kundenbindung entgegen.

Unternehmensstrategische Risiken

Es besteht das Risiko der Fehleinschätzung der künftigen Marktentwicklung. Zudem kann der rasche technologische Wandel dazu führen, dass die Roth & Rau-Produkte den Markterfordernissen nicht mehr entsprechen. Durch intensive Markt- und Wettbewerbsbeobachtungen, einen kontinuierlichen Austausch mit unseren Kunden und Lieferanten sowie breit aufgestellte Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten versuchen wir, dieses Risiko zu minimieren. Möglichen technologischen Fehlentwicklungen wirken wir durch Entwicklungspartnerschaften mit Kunden, Lieferanten und Forschungszentren entgegen.

Der gezielte Erwerb von Unternehmen und Unternehmensbeteiligungen soll zum langfristigen Wachstum und zum Ausbau des Produktportfolios beitragen. Fehlinvestitionen oder Fehleinschätzungen der mit den einzelnen Transaktionen verbundenen Risiken sowie die Risiken aus einer späteren Integration der akquirierten Unternehmen in den Konzern können zu negativen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage führen. Durch wirtschaftliche und rechtliche Prüfungen im Vorfeld der

Transaktionen sowie die fortlaufende Kontrolle durch das Beteiligungscontrolling werden diese Risiken überwacht.

Mit zunehmender Unternehmenskomplexität steigen auch die Anforderungen an die Organisations-, Management- und Risikostrukturen. Daraus entsteht das Risiko, dass nicht alle wichtigen Aufgaben in der Unternehmensführung und -steuerung effizient erfüllt werden könnten. Um dem vorzubeugen, arbeiten wir kontinuierlich an der Optimierung der internen Prozesse und Strukturen. Schlüsselpositionen im Management wurden weiter gestärkt. Unter dem Namen CRiSP hat Roth & Rau bereits im Jahr 2010 ein Kosten- und Strukturoptimierungsprogramm zur Profitabilitätssteigerung gestartet. CRiSP umfasst insbesondere Anpassungen im Produktportfolio, in der Konzern-Struktur, in der Aufbau- und Ablauforganisation sowie Maßnahmen zur Prozessoptimierung. Das Strukturoptimierungsprogramm ist auch im Jahr 2012 fester Bestandteil der Unternehmensaktivitäten und wird konzernweit erweitert und forciert.

Im Rahmen der Internationalisierungsstrategie unterliegt Roth & Rau politischen, volkswirtschaftlichen und rechtlichen Risiken in den jeweiligen Zielländern, die den Erfolg der Expansion beeinträchtigen können. Diesen Risiken begegnen wir mit dem Einsatz erfahrener Fach- und Führungskräfte vor Ort, die über umfangreiche Kenntnisse des lokalen Marktes verfügen. Darüber hinaus stimmen sich die lokal verantwortlichen Geschäftsführer eng und regelmäßig mit der Geschäftsleitung des Konzerns über Marktveränderungen, Chancen und Risiken in Bezug auf Technologien, Kundenentwicklungen etc. ab.

Leistungswirtschaftliche Risiken

Es bestehen Beschaffungsrisiken aufgrund möglicher Lieferantenausfälle, da Roth & Rau einen großen Teil der notwendigen Vorprodukte und Bauteile von Lieferanten bezieht. Es handelt sich dabei in der Regel um Spezial- oder Schlüsselequipment. Mit den bevorzugten Lieferanten bestehen zum Teil sehr lange Geschäftsbeziehungen oder langfristige Lieferverträge. Fällt ein Lieferant aus, muss Roth & Rau auf andere Anbieter ausweichen, was zu schlechteren Bezugskonditionen oder Verzögerungen in der Produktion führen kann. Diesen Risiken steuern wir durch die zunehmende Standardisierung von Bauteilen und Komponenten entgegen. Darüber hinaus haben wir die Anzahl alternativer Lieferanten für die wichtigsten Warengruppen ausgeweitet und das Lieferantenmanagement verbessert.

Risiken aus möglichen Produktmängeln und damit verbundenen Haftungsansprüchen begegnen wir mit einer umfassenden Qualitätssicherungsprüfung bei zugekauften Teilen und einer permanenten Produktionsüberwachung im Rahmen des Qualitätsmanagements. Zudem werden die ordnungsgemäße Lieferung sowie die Funktionsfähigkeit der Anlagen durch qualifizierte Servicetechniker und Ingenieure überwacht. Die Übergabe an den Kunden erfolgt erst nach vollständiger Überprüfung der Anlage auf mögliche Mängel.

Personalrisiken

Personalrisiken ergeben sich im Wesentlichen durch die Fluktuation von Mitarbeitern in Schlüsselpositionen und die mangelnde Verfügbarkeit von qualifizierten Fachkräften. Roth & Rau begrenzt dieses Risiko durch Stellvertreterregelungen, eine frühzeitige Nachfolgeregelung sowie Nachwuchskräfteprogramme. Zusätzlich schaffen wir Anreize durch eine angemessene und leistungsgerechte Bezahlung, freiwillige soziale Leistungen sowie die kontinuierliche Optimierung der Arbeitsbedingungen. Darüber hinaus ist es von entscheidender Bedeutung, die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter kontinuierlich voranzutreiben und an die Markterfordernisse und die unternehmensspezifischen Bedürfnisse anzupassen.

Finanzwirtschaftliche Risiken

Im Rahmen der Finanzierung seiner Wachstumsstrategie und den damit verbundenen Investitionen ist der Roth & Rau-Konzern verschiedenen Risiken ausgesetzt.

Konzern-Anhang

Ein Liquiditätsrisiko besteht zurzeit nicht. Die Konsortialkreditvereinbarung mit unserem Bankenkonsortium endete im Dezember 2011. Die Roth & Rau AG hat zusammen mit der Meyer Burger Technology AG, bedingt durch den Change-of-Control, eine mittelfristige Refinanzierung für die Gruppe ab dem 23. Dezember 2011 vereinbart. Diese sieht vor, dass die Meyer Burger Technology AG dem Roth & Rau-Konzern eine bilaterale Avalkreditlinie in Höhe von 42 Mio. € über deutsche Banken bis auf weiteres zur Verfügung stellt. Darüber hinaus hat die Meyer Burger Technology AG mit Wirkung zum 10. Januar 2012 eine harte Patronatserklärung zu Gunsten des Roth & Rau-Konzerns ausgestellt, mittels derer eine Liquiditätszuführung bis zu einem Höchstbetrag von 50 Mio. € im Bedarfsfall entsprechend sichergestellt ist.

Zinsänderungsrisiken aus variabel verzinslichen Darlehen bestehen derzeit nicht, da diese durch Sicherungsinstrumente (Zinsswaps) abgesichert sind. Wechselkursrisiken spielen im Roth & Rau-Konzern eine untergeordnete Rolle, da der überwiegende Teil der internationalen Umsätze in Euro fakturiert wird. Im Bedarfsfall greifen wir auf projektbezogene Kurssicherungsgeschäfte zurück. Möglichen Kreditrisiken (Ausfallrisiken) bei Kunden begegnen wir derzeit mit Bonitätsprüfungen vor Auftragsannahme, dem Abschluss von Kreditversicherungen sowie einem kontinuierlichen Forderungsmanagement. Der Forderungsbestand wird regelmäßig, also nicht nur zu den Stichtagen, einer Kontrolle unterzogen. Kritische Engagements unterliegen einer besonderen Überwachung und werden, sofern dies den rechnungslegungsbezogenen Vorschriften entspricht, wertberichtigt.

Absatzrisiken bestehen für vorgefertigte Bauteile und Maschinen, die gegebenenfalls auf Grund des technologischen Fortschrittes oder wegen Marktsättigung nicht oder nur mit Abschlägen verkaufbar sind. Die Roth & Rau AG und ihre Tochtergesellschaften fertigen aus diesem Grund nur geringe Stückzahlen vor und reagieren auf Absatzschwächen durch Kurzarbeit und flexible Arbeitszeitmodelle.

Die Roth & Rau AG hat im Jahr 2006 mit der Conergy SolarModule GmbH & Co. KG einen Vertrag über die Lieferung und Errichtung von vier Zellfertigungslinien am Standort Frankfurt/Oder mit einem Gesamtauftragswert in Höhe von ca. 58 Mio. € geschlossen. Die Fertigstellung der Montage und Inbetriebnahme erfolgte in den Jahren 2008 und 2009. Die Roth & Rau AG hat ihre Leistungen trotz teilweise ausbleibender Zahlungen und fehlender Mitwirkungshandlungen der Conergy SolarModule GmbH & Co. KG erbracht. Nach Auffassung der Roth & Rau AG stehen der Gesellschaft aus dem Vertrag noch Ansprüche in Höhe von rund 8 Mio. € zu. Mit der Behauptung, die Gesellschaft habe die von ihr geschuldeten Lieferungen und Leistungen nicht vertragsgerecht erbracht, verweigert die Conergy SolarModule GmbH & Co. KG dagegen die Begleichung der Zahlungsforderungen der Gesellschaft und erhebt ihrerseits Schadensersatzforderungen, die die Forderungen der Roth & Rau AG um ein Vielfaches übersteigen. Aus diesem Grund wurde die Forderung bereits im Vorjahr vollständig wertberichtigt. In dieser Angelegenheit ist nunmehr seit Anfang Februar 2011 ein Rechtsstreit vor dem Landgericht Hamburg anhängig. Der Vorstand der Roth & Rau AG hält die von der Conergy SolarModule GmbH & Co. KG behaupteten Ansprüche für haltlos und geht schon wegen der vereinbarten Haftungsbeschränkungen davon aus, dass jedenfalls die Restforderung der Roth & Rau AG etwaige Schadensersatzansprüche der Conergy SolarModule GmbH & Co. KG übersteigen wird. Die Ansicht des Vorstands wird durch Rechtsgutachten von zwei renommierten Rechtsanwaltssozietäten gestützt, die der Vorstand in Auftrag gegeben hat. Auf die beim Landgericht Hamburg im Februar 2011 eingereichte Klage der Conergy SolarModule GmbH & Co. KG gegen die Roth & Rau AG wurde mit Datum vom 24. Juni 2011 mittels Klageerwiderung, Hilfswiderklage und Widerklage Gegenposition bezogen. Eine Stellungnahme der Conergy SolarModule GmbH & Co. KG zu dieser Klageerwiderung steht zum jetzigen Zeitpunkt noch aus. Aufgrund personeller Veränderungen in den Vorständen/Geschäftsführungen beider Unternehmen wurde im Oktober 2011 beidseitig versucht, zu einer gütlichen Einigung zu gelangen. Aufgrund sehr unterschiedlicher Einschätzung und Bewertung des Sachstands kam eine solche Einigung nicht zustande. Derzeit geht der Vorstand davon aus, dass die für Kosten im Rahmen von Rechtsstreitigkeiten im Geschäftsjahr 2010 gebildete Rückstellung ausreichend bemessen ist.

Rechtliche Risiken

Patentrechtliche Risiken können aus der unwissentlichen Verletzung geistiger Eigentumsrechte Dritter resultieren. Da ein Teil des Know-hows von Roth & Rau nicht durch Patente geschützt ist, kann nicht ausgeschlossen werden, dass Wettbewerber die Verletzung von Schutzrechten gegenüber Roth & Rau geltend machen, auch wenn es bisher nicht zu solchen Rechtsstreitigkeiten gekommen ist. Auch umgekehrt besteht die Gefahr, dass Dritte das Know-how von Roth & Rau kopieren und Patente oder sonstige Schutzrechte verletzen. Durch strenge Geheimhaltungsvereinbarungen mit Mitarbeitern, Kunden und Partnern in Forschungs- und Entwicklungsprojekten und durch eine eigens geschaffene interne Abteilung zum Schutz unseres geistigen Eigentums versuchen wir, dieses Risiko zu minimieren.

Weiteren rechtlichen Risiken aus Gewährleistungsansprüchen oder Kundenreklamationen beugen wir durch ein effizientes Qualitätsmanagement sowie konsequente Gewährleistungs- und Haftungsregelungen vor. Darüber hinaus überwacht unsere Compliance-Abteilung mögliche Risikoquellen und nimmt im Bedarfsfall externe Rechtsberatung in Anspruch.

Gesamtaussage zur Risikolage

Insgesamt sind alle erkennbaren Risiken für den Roth & Rau-Konzern beherrschbar, und es liegen aktuell keine bestandsgefährdenden Risiken vor. Den Risiken, die sich in der Vergangenheit gebildet hatten, wurde ein besonderes Augenmerk geschenkt. Die Erkenntnisse aus den Sondereffekten fließen in angepasste Abläufe, ein geändertes Geschäftsmodell und die Produktportfoliobildung ein, so dass diese Risiken in der Zukunft vermieden werden können. Für den Fall, dass sämtliche negativen Auswirkungen aus allen Risiken kumuliert innerhalb eines Jahres eintreten, ist eine Bestandsgefährdung aus heutiger Sicht nicht wahrscheinlich.

Aktionärsstruktur und Abhängigkeitsbericht

Aktionärsstruktur

Die Roth & Rau AG gehört seit dem 9. August 2011 mehrheitlich der Meyer Burger-Gruppe an, die zum 31. Dezember 2011 89,17 % des Grundkapitals hielt. Zusätzlich besteht eine Erwerbsposition über weitere 3,94 % der Anteile an der Roth & Rau AG, welche im Rahmen des Vollzugs des Übernahmeangebots am 9. August noch nicht vollzogen und deshalb bei der Berechnung der Anteile nicht berücksichtigt wurde.

Schlusserklärung über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen

Der Vorstand erstellte für die Roth & Rau AG für das Geschäftsjahr 2011 gemäß § 312 Abs. 1 AktG einen Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen ("Abhängigkeitsbericht"), der mit folgender Erklärung schließt: "Unsere Gesellschaft erhielt bei jedem im Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung und wurde durch die im Bericht angegebenen getroffenen Maßnahmen nicht benachteiligt. Dieser Beurteilung liegen die Umstände zu Grunde, die uns im Zeitpunkt, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen und die Maßnahmen getroffen wurden, bekannt waren."

Konzern-Anhang

Nachtrags- und Prognosebericht

Nachtragsbericht

Im 3. Quartal 2010 startete unter dem Namen CRiSP ein konzernweites Kosten- und Strukturoptimierungsprogramm. Auf diese Weise trug Roth & Rau der signifikanten Verschlechterung der Ertragslage und den spürbaren Marktveränderungen Rechnung. Nachdem sich das Marktumfeld im Geschäftsjahr 2011 weiter verschlechterte, hat der Vorstand im Februar 2012 mit Zustimmung des Aufsichtsrats weitere Maßnahmen beschlossen, die bis Ende des 1. Halbjahres 2012 umgesetzt werden sollen.

Ziel ist die kurzfristige Anpassung der Kostenstrukturen an die veränderte Marktlage, um eine schnelle und nachhaltige Verbesserung der Ertrags- und Finanzkraft des Unternehmens sicherzustellen. Dazu werden Standortschließungen und ein deutlicher Personalabbau vorgenommen. Nach Umsetzung aller Maßnahmen sollen von den derzeit 24 Tochtergesellschaften nur noch 12 Gesellschaften im Konzern verbleiben. Die Belegschaft soll von 1.350 Mitarbeiter auf unter 1.150 Mitarbeiter reduziert werden.

Vereinfachung der Konzern-Struktur

Durch die Zugehörigkeit zur Meyer Burger-Gruppe seit 2011 ergeben sich für Roth & Rau vor allem im asiatischen Markt Synergiepotentiale sowohl markt- also auch kostenseitig. Die lokale Kundenbetreuung in Asien wird zukünftig über die Vertriebs- und Servicegesellschaften von Meyer Burger erfolgen. Die Roth & Rau-Tochtergesellschaften in China, Indien, Korea und Singapur werden daher geschlossen. Mit Vertrag vom 31. Januar 2012 wurden die Geschäftsaktivitäten der Niederlassung der OTB Solar B.V. in Taiwan zum 31. Januar 2012 im Rahmen eines Asset-Deals an die Meyer Burger Co. Ltd., eine taiwanesische Tochtergesellschaft der Meyer Burger Technology AG, veräußert. Zur Sicherstellung der Marktpräsenz werden die Vertriebs- und Service-Mitarbeiter von Meyer Burger übernommen. Durch die Zusammenführung der Vertriebsaktivitäten können Kompetenzen gebündelt und Personalund Verwaltungskosten gespart werden. Darüber hinaus werden zur weiteren Stärkung der Ertragskraft des Konzerns defizitäre Tochtergesellschaften stillgelegt. Betroffen davon sind die Produktionsgesellschaft in Italien sowie die Vertriebsgesellschaften in Australien und den USA. Im Inland wird die Komplexität der Konzern-Struktur durch Unternehmensverschmelzungen weiter vereinfacht.

Schaffung wettbewerbsfähiger Kostenstrukturen

Dem Ziel, die Kosten im Roth & Rau-Konzern wieder auf ein wettbewerbsfähiges Niveau zu bringen, dienen weitere Bestandteile des Restrukturierungspakets. Am Standort Hohenstein-Ernstthal, wo ca. 400 Mitarbeiter beschäftigt werden, sollen aufgrund der andauernden Krise in der Solarindustrie ca. 15 % der Stellen gestrichen werden. Darüber hinaus werden in allen Produktionsgesellschaften die Material- und Sachkosten auf den Prüfstand gestellt, um daraus weitere Kosteneinsparungen zu realisieren.

Ab 2013 werden jährliche Einsparungen in Höhe von 18 Mio. € erwartet. Die einmaligen Restrukturierungskosten werden das Ergebnis 2012 voraussichtlich mit 3 Mio. € belasten. Vorausgesetzt, dass sich die Rahmenbedingungen nicht noch weiter verschlechtern, sind mit den initiierten Maßnahmen die notwendigen Bedingungen geschaffen, um die Gewinnschwelle der Gruppe deutlich herabzusetzen und zu einem nachhaltigen, profitablen Ergebnis zurückkehren zu können.

Finanzierung

Die Meyer Burger Technology AG hat mit Wirkung zum 10. Januar 2012 eine harte Patronatserklärung zu Gunsten des Roth & Rau-Konzerns ausgestellt, mittels derer eine Liquiditätszuführung seitens der Meyer Burger Technology AG bis zu einem Höchstbetrag von 50 Mio. € im Bedarfsfall entsprechend sichergestellt ist.

Prognosebericht

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Der Internationale Währungsfonds (IWF) geht davon aus, dass die weltweite Produktion 2012 um 3,3 % zulegen wird. Entscheidend für die tatsächliche Entwicklung wird die Krisenbewältigung in der Eurozone sein. Allgemein ist davon auszugehen, dass sich die Zweiteilung in der Entwicklung von Industrie- und Schwellenländer fortsetzen wird. Dementsprechend prognostiziert der IWF eine Steigerung von 1,2 % für die Industrienationen bzw. 5,4 % für die Emerging Markets. Das Wirtschaftswachstum in den USA wird auf 1,8 % beziffert, während es in China für 2012 und 2013 zwischen 8 % und 9 % liegen soll.

Für den Euroraum prognostiziert der IWF eine kurzzeitige Rezession. So soll die Gesamtwirtschaft im Jahr 2012 um 0,5 % schrumpfen. Wesentlich dazu beitragen sollen Spanien (-1,7 %), Italien (-2,2 %) und fehlende Impulse aus Frankreich (+0,2 %). Das Institut für Weltwirtschaft an der Universität Kiel (IfW) schätzt, dass die Finanzpolitik im Euroraum in den Jahren 2012 und 2013 insgesamt sehr restriktiv sein und so die Konjunktur deutlich dämpfen wird.

Für Deutschland erwartet der IWF für 2012 ein leichtes BIP-Plus von 0,3 %, während das IfW 0,5 % und die Bundesregierung 0,7 % vorhersagt. Das IfW setzt in seiner Prognose voraus, dass sich die Lage an den Finanzmärkten beruhigen und sich eine Lösung der Schuldenkrise im Euroraum abzeichnen wird. Vor diesem Hintergrund gehen die Experten in Deutschland zunächst von einer Schwächephase aus, da die Staatsschuldenkrise im Euroraum zunehmend auch die Nachfrage der Haushalte und Unternehmen beeinflussen wird. Darüber hinaus dürfte die zu erwartende Rezession im Euroraum auch die deutschen Exporte dämpfen. Eine Erholung in Deutschland wird ab dem Sommerhalbjahr erwartet, wenn die Konjunktur wieder an Fahrt gewinnen dürfte.

Branchenentwicklung

Laut "Market Report 2011" der European Photovoltaic Industry Association (EPIA) befindet sich die Photovoltaikindustrie an einem Scheideweg. Es ist davon auszugehen, dass der anhaltende weltweite Wachstumskurs nicht mehr allein von Europa getragen werden kann. Deshalb müssen zwingend weitere Märkte erschlossen werden. Dazu zählen vor allem China, die USA und Japan, aber auch Australien und Indien, die allesamt bislang nur einen geringen Teil ihres enormen Potenzials genutzt haben. Das Ziel muss sein, dass gerade Länder wie China und die USA, in denen viel produziert wird, auch eine entsprechende einheimische Nachfrage generieren.

Die Analysten von IMS Research rechnen für das Jahr 2012 mit einer neu installierten Photovoltaik-Leistung von weltweit 26 bis 29 Gigawatt. Diese Zahlen stellen jedoch eine sehr vorsichtige Prognose dar. Eine entscheidende Rolle für die zukünftige Branchenentwicklung werden den Regierungen in Deutschland und Italien und ihren weiteren Vorgehen bei der Solarförderung zugeschrieben.

Der Bundesverband Solarwirtschaft e. V. (BSW-Solar) sieht die Branchensituation für 2012 aufgrund weltweiter Überkapazitäten, eines harten internationalen Wettbewerbs und der starken Förderkürzung insgesamt angespannt. Die Hoffnungen liegen hier ebenfalls auf deutlichen Wachstumsimpulsen aus den Auslandsmärkten. Für Deutschland wird aufgrund der für 2012 bereits gesetzlich fixierten Förderkürzungen ein Nachfragerückgang erwartet.

Konzern-Anhang

Entwicklung des Roth & Rau-Konzerns

Vor dem Hintergrund der andauernden Krise in der Solarindustrie und den unsicheren politischen und gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen hat sich Roth & Rau auf ein äußerst schwieriges Geschäftsjahr 2012 eingestellt. Es gilt, die Kostenstrukturen deutlich zu verbessern und gleichzeitig die Chance auf weiteres Wachstum zu wahren. Zu diesem Zweck haben wir im Februar 2012 mit Zustimmung des Aufsichtsrats weitere Maßnahmen im Rahmen des Kosten- und Strukturoptimierungsprogramms CRiSP beschlossen, die bis Ende des 1. Halbjahres 2012 vollständig umgesetzt werden sollen (siehe Nachtragsbericht).

Der Vorstand geht davon aus, dass sich die Krise in der Solarindustrie auch 2012 fortsetzen wird. Aufgrund des unsicheren Marktumfeldes wird die Investitionsbereitschaft unserer Kunden weiterhin gering bleiben. Frühestens ab dem 2. Halbjahr kann mit einer leichten Belebung der Nachfrage gerechnet werden. Bis zum Ende der Konsolidierungs- und Bereinigungsphase der Solarindustrie werden neue Aufträge überwiegend auf Upgrades bestehender Fertigungslinien und das Ersatzteilgeschäft entfallen.

Eine verlässliche Umsatz- und Ergebnisprognose ist aufgrund der anhaltenden Konsolidierung in der Solarindustrie und der aus der aktuellen Euro- und Schuldenkrise resultierenden Verunsicherung kaum möglich. Unter der Voraussetzung, dass bislang verschobene Aufträge seitens unserer Kunden wieder abgerufen und neue Upgrade- und Serviceaufträge erteilt werden, gehen wir für das Geschäftsjahr 2012 von Umsatzerlösen im Bereich von 170 bis 220 Mio. € aus. Da die angestrebten Einsparungen aus dem erweiterten Kosten- und Strukturoptimierungsprogramm CRiSP sich erst in 2013 vollumfänglich auswirken, erwarten wir für das Geschäftsjahr 2012 zwar ein positives EBITDA, jedoch ein negatives EBIT im oberen einstelligen Mio.-€-Bereich. Sollten zu Beginn des Jahres 2013 die Konsolidierung in der Solarbranche beendet und die Überkapazitäten abgebaut sein und in der Folge die Hersteller von Zellen und Modulen wieder verstärkt in neue Zelltechnologien investieren, sind die Voraussetzungen für eine Umsatzverbesserung im Vergleich zu 2012 gegeben. Durch unser umfassendes Technologie- und Produktportfolio sind wir gut positioniert, um von dieser Entwicklung zu profitieren. Der anhaltende Druck auf die Zell- und Modulhersteller, die Kosten weiterhin zu senken, wird die Nachfrage nach entsprechenden technologischen Lösungen erhöhen. Wir werden weiterhin in Forschung und Entwicklung investieren mit dem Ziel, hocheffiziente Technologien bereitzustellen, um unseren Kunden den entscheidenden Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. Mit den Maßnahmen aus dem erweiterten Kosten- und Strukturoptimierungsprogramm CRiSP werden wir ab 2013 die Strukturkosten deutlich reduzieren und somit die Gewinnschwelle der Gruppe herabsetzen. Damit sind die notwendigen Bedingungen geschaffen, um ab dem Geschäftsjahr 2013 zu einem nachhaltigen, profitablen Ergebnis zurückkehren zu können.

Der Markt wird unverändert von der kristallinen Technologie dominiert, die weitere Fortschritte hinsichtlich der Verbesserung des Wirkungsgrades bei gleichzeitiger Reduzierung der Herstellkosten von Solarsystemen verzeichnet. Dieser Trend wird sich mit der Einführung neuer Technologien fortsetzen. Deshalb liegt unser Schwerpunkt im Forschungs- und Entwicklungsbereich 2012 neben Anlagen für die Rückseitenpassivierung vor allem auf der Heterojunction-Technologie.

Grundsätzlich kommt es zunehmend auf eine schnelle Markteinführung neuer Produkte mit hohen Alleinstellungsmerkmalen an, da Standardprodukte zukünftig verstärkt von lokalen Equipmentherstellern angeboten werden. Vor diesem Hintergrund gilt unser Fokus u. a. dem Firing-Ofen CAMiNI, der sich durch eine Reihe technischer Vorteile gegenüber Wettbewerbsprodukten auszeichnet. Weiterhin gewinnen MES-Systeme (Produktionssteuerung) sowie integrierte Fabrikleitsysteme zunehmend an Bedeutung – ein Segment, in dem die Roth & Rau-Tochtergesellschaft AIS Automation Dresden GmbH bereits hervorragend positioniert ist.

Die weitere Integration in die Meyer Burger-Gruppe wird 2012 auf der Ebene der wertschöpfungsstufen-übergreifenden Funktionen und Abteilungen fortgesetzt, also zum Beispiel beim Vertrieb, Service und in Einzelbereichen der Forschung & Entwicklung. Gemeinsam verfügen wir über eine sehr gute Ausgangslage, um im Ausrüstermarkt für die Photovoltaikindustrie erfolgreich zu agieren.

Hohenstein-Ernstthal, 27. Februar 2012

Peter M. Wagner Peter Frankfurter Vorstandsvorsitzender Finanzvorstand

Peter R. Manolopoulos Thomas Hengst Vorstand operatives Geschäft Vertriebsvorstand

Konzern-Anhang

Roth & Rau AG Geschäftsbericht 2011

Konzern-Abschluss

nach IFRS zum 31. Dezember 2011

Konzern-Bilanz

Vermögenswerte
in T€ Anhang 31.12.2011 31.12.2010
Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte 4.1.1. 60.382 100.724
Sachanlagen 4.1.2. 48.533 42.952
Finanzanlagen 4.1.3. 395 326
Sonstige langfristige Forderungen 4.1.4. 702 1.363
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 4.1.5. 144 150
Latente Steueransprüche 4.1.6. 415 17.336
Summe langfristige Vermögenswerte 110.571 162.851
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte 4.2.1. 42.137 65.129
Forderungen aus Auftragsfertigung 4.2.2. 11.389 50.294
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
und sonstige Forderungen
4.2.3. 34.923 35.338
Laufende Steuerforderungen 4.2.4. 3.694 11.916
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 4.2.5. 29.970 107.741
Summe kurzfristige Vermögenswerte 122.113 270.418

Eigenkapital und Schulden

in T€ Anhang 31.12.2011 31.12.2010
Eigenkapital
Grundkapital 4.3.1. 16.207 16.207
Kapitalrücklage 4.3.2. 206.944 206.901
Gewinnrücklagen 4.3.3. 6.041 6.041
Andere Rücklagen 4.3.4. 44 57
Konzern-Bilanzverlust (Vorjahr: Konzern-Bilanzgewinn) 4.3.5. -99.950 21.935
Anteile der Gesellschafter des Mutterunternehmens 129.286 251.141
Anteile anderer Gesellschafter 0 211
Summe Eigenkapital 129.286 251.352
Langfristige Schulden
Langfristige Darlehen 4.4.1. 6.635 22.043
Latente Steuerverbindlichkeiten 4.4.2. 5.406 10.741
Langfristige Rückstellungen 4.4.3. 43 22
Summe langfristige Schulden 12.084 32.806
Kurzfristige Schulden
Verbindlichkeiten aus Auftragsfertigung 4.5.1. 855 9.716
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
und sonstige Verbindlichkeiten
4.5.2. 25.193 45.205
Erhaltene Anzahlungen 4.5.3. 12.908 45.950
Kurzfristige Darlehen 4.5.4. 600 1.077
Laufende Steuerverbindlichkeiten 4.5.5. 5.677 9.695
Kurzfristige Rückstellungen 4.5.6. 46.081 37.468
Summe kurzfristige Schulden 91.314 149.111

Konzern-Anhang

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

in T€ Anhang 01.01.– 31.12.2011 01.01.–31.12.2010
Umsatzerlöse 5.1. 208.460 285.357
Veränderung des Bestands an
fertigen und unfertigen Erzeugnissen
5.2. 40.908 19.819
Aktivierte Eigenleistungen 5.3. 11.685 24.532
Gesamtleistung 261.053 329.708
Sonstige betriebliche Erträge 5.4. 13.503 5.865
Materialaufwand 5.5. -142.084 -189.216
Personalaufwand 5.6. -69.078 -61.229
Abschreibungen auf immaterielle Vermögens
werte des Anlagevermögens und Sachanlagen
5.7. -63.723 -21.846
Sonstige betriebliche Aufwendungen 5.8. -105.831 -90.572
Operatives Ergebnis -106.160 -27.290
Finanzierungserträge 2.341 2.489
Finanzierungsaufwendungen -4.358 -9.457
Finanzergebnis 5.9. -2.017 -6.968
Ergebnis vor Ertragsteuern -108.177 -34.258
Ertragsteuern 5.10. -13.708 8.403
Ergebnis nach Ertragsteuern -121.885 -25.855
Davon anderen Gesellschaftern
zustehendes Ergebnis
0 -46
Davon den Aktionären der Roth & Rau AG
zustehendes Ergebnis
4.3.5. -121.885 -25.809
Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 21.935 47.744
Konzern-Bilanzverlust
(Vorjahr: Konzern-Bilanzgewinn)
4.3.5. -99.950 21.935

Ergebnis je Aktie in € nach IAS 33, unverwässert -7,52 -1,64

Konzern-Gesamtergebnisrechnung

in T€ 01.01.–31.12.2011 01.01.–31.12.2010
Jahresfehlbetrag -121.885 -25.855
Gewinne und Verluste aus der Umrechnung
der Abschlüsse ausländischer
Tochtergesellschaften (Währungsumrechnungen)
-5 41
Gewinne und Verluste aus der Neubewertung
von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen
Vermögenswerten (available for sale)
-10 -53
Steuern auf direkt mit dem Eigenkapital
verrechnete Wertänderungen
2 15
Sonstiges Ergebnis -13 3
Gesamtergebnis -121.898 -25.852
Zurechnung des Gesamtergebnisses an
andere Gesellschafter 0 -46
die Aktionäre der Roth & Rau AG -121.898 -25.806

Konzern-Anhang

Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung

in T€ Gezeichnetes
Kapital
Kapital
rücklage
Gewinn
rücklagen
Andere
Rücklagen
Konzern
Bilanzgewinn
Gesamt Minder
heitsanteile
Summe
Eigenkapital
Stand zum 1. Januar 2011 16.207 206.901 6.041 57 21.935 251.141 211 251.352
Sonstige Gewinne
und Verluste
Zur Veräußerung verfügbare
finanzielle Vermögenswerte
0 0 0 -10 0 -10 0 -10
Währungsumrech
nungsdifferenzen
0 0 0 -5 0 -5 0 -5
Steuern 0 0 0 2 0 2 0 2
Gesamt 0 0 0 -13 0 -13 0 -13
Transaktionen mit Eigentümern
Einzahlungen aus
Kapitalerhöhungen
0 0 0 0 0 0 0 0
Ausgabe von Aktien –
Unternehmenserwerb
0 0 0 0 0 0 0 0
Kosten Kapitalerhöhung 0 0 0 0 0 0 0 0
Überschuss (Fehlbetrag) 0 0 0 0 -121.885 -121.885 0 -121.885
Mitarbeiteraktien
optionsprogramme
0 20 0 0 0 20 0 20
Steuern 0 0 0 0 0 0 0 0
Gesamt 0 20 0 0 -121.885 -121.865 0 -121.865
Veränderung
Konsolidierungskreis
0 23 0 0 0 23 -211 -188
Stand 31. Dezember 2011 16.207 206.944 6.041 44 -99.950 129.286 0 129.286
in T€ Gezeichnetes
Kapital
Kapital
rücklage
Gewinn
rücklagen
Andere
Rücklagen
Konzern
Bilanzgewinn
Gesamt Minder
heitsanteile
Summe
Eigenkapital
Stand zum 1. Januar 2010 13.800 149.498 6.041 54 47.744 217.137 2.141 219.278
Sonstige Gewinne
und Verluste
Zur Veräußerung verfügbare
finanzielle Vermögenswerte
0 0 0 -53 0 -53 0 -53
Währungsumrech
nungsdifferenzen
0 0 0 41 0 41 0 41
Steuern 0 0 0 15 0 15 0 15
Gesamt 0 0 0 3 0 3 0 3
Transaktionen mit Eigentümern
Einzahlungen aus
Kapitalerhöhungen
1.380 58.964 0 0 0 60.344 0 60.344
Ausgabe von Aktien –
Unternehmenserwerb
1.027 0 0 0 0 1.027 0 1.027
Kosten Kapitalerhöhung 0 -2.280 0 0 0 -2.280 0 -2.280
Überschuss (Fehlbetrag) 0 0 0 0 -25.809 -25.809 -46 -25.855
Mitarbeiteraktien
optionsprogramme
0 54 0 0 0 54 0 54
Steuern 0 665 0 0 0 665 0 665
Gesamt 2.407 57.403 0 0 -25.809 34.001 -46 33.955
Veränderung
Konsolidierungskreis
0 0 0 0 0 0 -1.884 -1.884
Stand 31. Dezember 2010 16.207 206.901 6.041 57 21.935 251.141 211 251.352

Konzern-Kapitalflussrechnung

in T€ Anhang 01.01.–31.12.2011 01.01.–31.12.2010
Konzern-Jahresergebnis -121.885 -25.855
Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 4.1. 63.723 21.856
Gewinne/Verluste aus dem Abgang von Sachanlagen -121 1.022
Veränderung latente Steuern 5.10. 11.152 -12.125
Wertänderungen aus derivativen Finanzinstrumenten 46 -41
Veränderung langfristige Rückstellungen 4.4.3. 37 -104
Nicht zahlungswirksame Aufwendungen und Erträge 30.180 34.541
Wertänderung aus equity-settled Phantom Stock Option-Plan 4.4.3.1. 53 21
Cash Flow -16.815 19.315
Zunahme (-)/Abnahme (+) der Vorräte 4.2.1. 10.389 -38.928
Zunahme (-)/Abnahme (+) der Forderungen aus Auftragsfertigung 4.2.2. 42.321 39.652
Zunahme (-)/Abnahme (+) der Forderungen und sonstigen Vermögenswerte 4.2.3. -11.504 -27.850
Zunahme (+)/Abnahme (-) der erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen 4.5.3. -33.043 40.421
Zunahme (+)/Abnahme (-) der Verbindlichkeiten aus Auftragsfertigung 4.5.1. -8.861 7.248
Zunahme (+)/Abnahme (-) der geschäftsbedingten Verbindlichkeiten 4.5.2. -11.969 14.245
Zunahme (-)/Abnahme (+) des Working Capital -12.667 34.788
Mittelzufluss/-abfluss aus Geschäftstätigkeit -29.482 54.103
Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände 4.1.1. -11.788 -17.045
Investitionen in Sachanlagen 4.1.2. -13.242 -19.031
Erwerb von Tochterunternehmen abzüglich erworbener Zahlungsmittel 6. -7.158 -2.212
Investitionen in Finanzanlagen 4.1.3. 0 -250
Einzahlungen aus dem Abgang von Sachanlagen 0 193
Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit -32.188 -38.345
Kapitalerhöhung 0 35.880
Änderung von Eigentumsanteilen an Tochterunternehmen 1.2.2. -225 -2.156
Kosten Kapitalerhöhung 4.3.2. 0 -2.280
Aufnahme von Krediten 4.4.1. 0 19.000
Tilgung von Krediten 4.4.1. -15.881 -24.446
Mittelzufluss/-abfluss aus Finanzierungstätigkeit -16.106 25.998
Zunahme (+)/Abnahme (-) der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 4.2.5. -77.776 41.756
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Anfang der Periode 107.741 66.041
Wechselkurs, konsolidierungskreis- und bewertungsbedingte
Änderungen des Finanzmittelbestands
5 -56
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Periode 29.970 107.741

Konzern-Anhang

Roth & Rau AG Geschäftsbericht 2011

Konzern-Anhang

zum 31. Dezember 2011

1. Organisation und wesentliche Bilanzierungsund Bewertungsgrundsätze

1.1. Geschäft und Unternehmen

Die Roth & Rau AG (ISIN DE000A0JCZ51) als Mutterunternehmen mit Sitz in Hohenstein-Ernstthal ist ein Anbieter von Plasmaprozesssystemen für die Photovoltaikindustrie. Daneben bietet die Gesellschaft Komponenten und Prozesssysteme auf der Basis der Plasma- und Ionenstrahltechnologie für andere Branchen an. Die Anlagen werden von Roth & Rau AG entwickelt sowie in den Geschäftsbereichen Photovoltaik und Plasma- und Ionenstrahltechnologie produziert und weltweit vertrieben.

Die Roth & Rau AG ist im Handelsregister des Amtsgerichtes Chemnitz unter HRB 19213 eingetragen. Sie ist eine in Deutschland gegründete, in ihrer Haftung beschränkte Gesellschaft mit Sitz in 09337 Hohenstein-Ernstthal, An der Baumschule 6–8.

Der Konzern-Abschluss der Roth & Rau-Gruppe ("der Konzern") für das Geschäftsjahr zum 31. Dezember 2011 wurde vom Vorstand in seiner Sitzung am 27. Februar 2012 durch Vorstandsbeschluss zur Veröffentlichung freigegeben.

Zum 31. Dezember 2011 hält die MBT Systems GmbH 89,17 % der Anteile an der Roth & Rau AG. Der Roth & Rau-Konzern wird in den Konzern-Abschluss des obersten Mutterunternehmens Meyer Burger Technology AG einbezogen.

1.2. Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

1.2.1. Grundlagen der Erstellung des Abschlusses

Die Erstellung des Konzern-Abschlusses erfolgt grundsätzlich unter Anwendung des Anschaffungskostenprinzips. Hiervon ausgenommen sind derivative Finanzinstrumente und zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden.

Der Konzern-Abschluss wird in Euro, der funktionalen Währung des Konzerns aufgestellt. Sofern nichts Anderes angegeben ist, werden sämtliche Werte entsprechend kaufmännischer Rundung auf Tausend (T€) auf- oder abgerundet.

Auf den vorliegenden Jahresabschluss nach IFRS und die darin enthaltenen Vergleichsinformationen wurden uneingeschränkt alle Internationalen Financial Reporting Standards (IFRS/IAS) des Internationalen Accounting Standards Board (IASB) und die Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC), wie sie in der EU zum Abschlussstichtag verpflichtend anzuwenden sind, angewandt.

1.2.1.1. Neue und geänderte Standards und Interpretationen, welche für Geschäftsjahre beginnend ab 1. Januar 2011 in Kraft getreten sind:

Der geänderte Standard IAS 24 "Angaben über Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen", anwendbar für Geschäftsjahre beginnend ab 1. Januar 2011, enthält Erleichterungen für öffentliche Unternehmen und definiert "nahe stehend" neu. Der geänderte Standard hat keine wesentlichen Auswirkungen auf die Konzern-Rechnung des Roth & Rau-Konzerns.

Der geänderte Standard IAS 32 "Finanzinstrumente: Darstellung", anwendbar ab 1. Februar 2010, enthält Neuregelungen zur Darstellung von Bezugsrechten. Der geänderte Standard hat keine Auswirkungen auf die Konzern-Rechnung des Roth & Rau-Konzerns.

Die neue Interpretation IFRIC 19 "Tilgung finanzieller Verbindlichkeiten durch Eigenkapitalinstrumente" trat für Geschäftsjahre beginnend ab 1. Juli 2010 in Kraft. In Situationen, in denen die Tilgung finanzieller Verbindlichkeiten durch Eigenkapitalinstrumente erfolgt, sind die Eigenkapitalinstrumente als gezahltes Geld zu behandeln. Der Roth & Rau-Konzern hat keine finanziellen Verbindlichkeiten durch Eigenkapitalinstrumente getilgt und hat in naher Zukunft auch nicht die Absicht, dies zu tun.

Der geänderte Standard IFRS 1 "Finanzinstrumente: Angaben", anwendbar ab 1. Juli 2010, enthält Regelungen zur begrenzten Befreiung erstmaliger Anwendung von Vergleichsangaben nach IFRS 7 und hat keine wesentlichen Auswirkungen auf die Konzern-Rechnung des Roth & Rau-Konzerns.

Der geänderte Standard IFRIC 14 "Begrenzung eines leistungsorientierten Vermögenswertes, Mindestdotierungsverpflichtungen und ihre Wechselwirkung", anwendbar ab dem 1. Januar 2011, enthält Regelungen zu Vorauszahlungen im Rahmen von Mindestdotierungsverpflichtungen und hat keine wesentlichen Auswirkungen auf die Konzern-Rechnung des Roth & Rau-Konzerns.

1.2.1.2. Verbesserungen an IFRS 2010; Änderungen, welche in der Regel für Geschäftsjahre, die nach dem 1. Januar 2011 beginnen, anzuwenden sind:

IFRS 1 "Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards" enthält verschiedene Änderungen, insbesondere hinsichtlich Angabepflichten zur Änderung von Rechnungslegungsmethoden im Jahr der erstmaligen Anwendung, der Neubewertungsbasis als Ersatz für Anschaffungs- und Herstellungskosten und dem Ersatz für Anschaffungs- oder Herstellungskosten für im Rahmen preisregulierter Tätigkeiten eingesetzte Sachanlagen oder immaterielle Vermögenswerte, deren Anwendung prospektiv zu erfolgen hat. Die Änderungen haben keine wesentlichen Auswirkungen auf die Konzern-Rechnung des Roth & Rau-Konzerns.

IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse" enthält Übergangsvorschriften für bedingte Kaufpreiszahlungen, anwendbar ab dem 1. Juli 2010, und Vorschriften zur Bewertung der nicht beherrschenden Anteile, anwendbar ab dem 1. Juli 2010, sowie zur Bilanzierung von nicht ersetzten und freiwillig ersetzten anteilsbasierten Vergütungsprämien, anwendbar ab dem 1. Juli 2010.

In IFRS 7 "Angaben zu Art und Ausmaß von Risiken aus Finanzinstrumenten" wurden inhaltliche Klarstellungen und Änderungen im Zuge des jährlichen Verbesserungsprozesses aufgenommen. Der Standard ist ab dem 1. Januar 2011 anzuwenden und die Anwendung erfolgt retrospektiv. Der Roth & Rau-Konzern hat die Änderungen in der Rechnungslegung entsprechend berücksichtigt.

In IAS 1 "Darstellung des Abschlusses" erfolgt eine Klarstellung, dass in der Eigenkapitalveränderungsrechnung keine gesonderten Angaben für jeden einzelnen Posten des sonstigen Ergebnisses erfolgen müssen, sondern wahlweise eine Anhangsangabe erfolgen kann. Dieser Standard ist ab dem 1. Januar 2011 anzuwenden. Der Roth & Rau-Konzern hat diese Änderung bei seiner Rechnungslegung entsprechend berücksichtigt.

Die Änderungen in IAS 27 "Konzern- und Einzelabschlüsse" stellen klar, dass die nachträglich geänderten zeitlichen Anwendungsbestimmungen für durch die Änderungen an IAS 27 ausgelösten Änderungen an IAS 21 "Auswirkungen von Wechselkursänderungen", IAS 28 "Anteile an assoziierten Unternehmen" und IAS 31"Anteile an Gemeinschaftsunternehmen" demnach prospektiv für Geschäftsjahre anzuwenden sind, die nach dem 1. Juli 2009 beginnen. Sofern dieser Standard freiwillig früher angewendet wurde, sind die Änderungen von IAS 21, 28 und 31 ebenfalls freiwillig früher anzuwenden. Der Standard ist ab dem 1. Juli 2010 anzuwenden, die Anwendung erfolgt retrospektiv.

Die Änderungen IAS 34 "Anhangsangaben zu wesentlichen Ereignissen und Geschäftsvorfällen" umfassen erweiterte Angabepflichten zu Finanzinstrumenten, insbesondere Angaben zur Änderungen im Unternehmensumfeld oder allgemeinen wirtschaftlichen Umfeld, die den beizulegenden Zeitwert finanzieller Vermögenswerte und Schulden beeinflussen, Angaben zum Übergang zwischen verschiedenen Stufen der Fair Value-Hierarchie, die der Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts zugrundegelegt wird, und Angaben zur Umklassifizierung von finanziellen Vermögenswerten aufgrund einer Änderung des Vermögenszwecks bzw. der Nutzung. Der Standard ist anwendbar ab dem 1. Januar 2011, wobei die Anwendung retrospektiv erfolgt.

IFRIC 13 "Kundenbindungsprogramme: Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts" enthält Regelungen zur Bewertung von Prämiengutschriften und ist anwendbar ab dem 1. Januar 2011. Auf die Konzern-Rechnung des Roth & Rau-Konzerns hat dieser Standard keine Auswirkungen.

1.2.1.3. Neue und geänderte Standards und Interpretationen, welche für Geschäftsjahre beginnend ab 1. Januar 2011 noch nicht in Kraft sind und nicht frühzeitig angewendet werden:

IAS 1 "Darstellung des Abschlusses" wurde dahingehend geändert, dass Zwischensummen für Posten gefordert werden, die recyclet werden können (z. B. Cash Flow Hedges, Fremdwährungsumrechnungen), und für diejenigen, die nicht recyclet werden (z. B. erfolgswirksam durch das sonstige Gesamtergebnis zu erfassende Posten nach IFRS 9). Der geänderte Standard ist für Geschäftsjahre beginnend ab 1. Januar 2012 anzuwenden. Der Roth & Rau-Konzern geht davon aus, dass die Änderungen keine wesentlichen Auswirkungen auf die Konzern-Rechnung haben werden.

IAS 12 "Latente Steuern" wurde dahingehend geändert, dass bei der Ermittlung der latenten Steuern bei Renditeliegenschaften, welche zum Fair Value bilanziert werden, von der Steuerwirkung auszugehen ist, die aus einem Verkauf resultiert. Der geänderte Standard ist für Geschäftsjahre beginnend ab 1. Juli 2012 anzuwenden, eine frühzeitige Anwendung ist gestattet. Die Änderung hat im heutigen Zeitpunkt für den Roth & Rau-Konzern keine Bedeutung, da sie keine Renditeliegenschaften hält.

IAS 19 "Leistungen an Arbeitnehmer" wurde geändert und ist für Geschäftsjahre beginnend ab dem 1. Januar 2013 anzuwenden. Hauptänderung gegenüber der bisherigen Fassung von IAS 19: Der Ansatz von Änderungen in der Nettoschuld (oder dem Nettovermögen) aus leistungsorientierten Plänen einschließlich der sofortigen Erfassung von leistungsorientierten Kosten, der Aufgliederung von leistungsorientierten Kosten nach Bestandteilen, dem Ansatz von Neubewertungen im sonstigen Gesamtergebnis sowie Planänderungen, Plankürzungen und Erfüllungen wird vorgeschrieben. Der geänderte Standard ist für Geschäftsjahre beginnend ab dem 1. Januar 2013 anzuwenden. Der Roth & Rau-Konzern geht davon aus, dass die Änderungen keine wesentlichen Auswirkungen auf die Konzern-Rechnung haben werden.

Es wurden weiterhin Änderungen an IRFS 1 "Schwerwiegende Hochinflation und Beseitigung fixer Daten" vorgenommen, welche jedoch keine praktische Relevanz für den Roth & Rau-Konzern haben.

Der Standard IFRS 7 "Finanzinstrumente: Angaben" verlangt neu zusätzliche Angaben zum Transfer von finanziellen Vermögenswerten und allen damit verbundenen finanziellen Verpflichtungen für Unternehmen, welche Finanzaktiva an Dritte transferieren (z. B. Factoring, Securitisation etc.). Der geänderte Standard ist für Geschäftsjahre beginnend ab 1. Juli 2011 anwendbar, eine vorzeitige Anwendung ist gestattet. Die Änderung ist für den Roth & Rau-Konzern nicht relevant, da er keine Finanzaktiva an Dritte transferiert.

Der neue Standard IFRS 9 "Finanzinstrumente" regelt die Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten, womit der erste Teil eines dreiphasigen Projektes abgeschlossen wurde. IFRS 9 wird IAS 39 "Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung" in den nächsten Jahren zur Gänze

ersetzen. IFRS 9 vereinfacht und reduziert die bis dahin vier Kategorien für finanzielle Vermögenswerte auf zwei Kategorien. Der geänderte Standard ist voraussichtlich für Geschäftsjahre beginnend ab 1. Januar 2013 anwendbar, eine frühzeitige Anwendung ist gestattet. Der Roth & Rau-Konzern geht heute davon aus, dass der neue Standard keine wesentlichen Auswirkungen auf die Konzern-Rechnung haben wird.

Die neuen Standards IFRS 10 "Konzern-Abschlüsse" und IFRS 11 "Gemeinsame Vereinbarungen" ersetzen die bisherigen Regelungen zu Konzern-Abschlüssen und Zweckgesellschaften (IAS 27 "Konzern- und separate Abschlüsse" und SIC-12 "Konsolidierung – Zweckgesellschaften") sowie die Regelungen zur Bilanzierung von Anteilen an Gemeinschaftsunternehmen (IAS 31 "Anteile an Joint Ventures" und SIC-13 "Gemeinschaftlich geführte Unternehmen – nicht monetäre Einlagen durch Partnerunternehmen"). Die bislang in IAS 27 und IAS 31 enthaltenen Anhangerfordernisse wurden zudem in einem eigenständigen Standard IFRS 12 zusammengefasst und neu gestaltet. Mit der Bündelung der Regelungen zur Konsolidierung in IFRS 10 beinhaltet IAS 27 damit nunmehr nur noch die Regelungen zur Bilanzierung von Anteilen an Tochter-, assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen im separaten Abschluss des Mutterunternehmens; diese Regelungen wurden praktisch unverändert beibehalten. In der Neufassung von IAS 28 wird der Inhalt der Regelungen zur Bilanzierung von Anteilen an assoziierten Unternehmen um Regelungen zur Bilanzierung von Anteilen an Joint Ventures erweitert und die Anwendung der Equity-Methode in beiden Fällen einheitlich vorgeschrieben. Als Zeitpunkt der verpflichtenden erstmaligen Anwendung wurde für alle Standards voraussichtlich der 1. Januar 2013 festgelegt, wobei eine vorzeitige Anwendung zulässig ist, wenn alle Standards des oben genannten Pakets vorzeitig angewendet werden; allein IFRS 12 darf isoliert und sogar auch nur in Teilen vorab Anwendung finden. Der Roth & Rau-Konzern geht heute davon aus, dass der neue Standard keine wesentlichen Auswirkungen auf die Konzern-Rechnung haben wird.

Der neue Standard IFRS 13 "Bemessung des beizulegenden Zeitwertes" führt die Vorschriften zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts (Fair Value) innerhalb der IFRS zusammen. Es wird der beizulegende Zeitwert definiert, es werden Leitlinien zur Bemessung des beizulegenden Zeitwerts zur Verfügung gestellt und Angaben über die Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts gefordert. IFRS 13 regelt jedoch nicht, welche Bilanzpositionen und wann diese zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden bzw. wann entsprechende Angaben über den beizulegenden Zeitwert zu machen sind – dies bleibt weiterhin in den jeweiligen IFRS geregelt. Der Standard ist voraussichtlich für Geschäftsjahre beginnend ab 1. Januar 2013 anzuwenden, eine frühzeitige Anwendung ist gestattet. Die Anwendung erfolgt prospektiv. Der Roth & Rau-Konzern geht heute davon aus, dass der neue Standard keine wesentlichen Auswirkungen auf die Konzern-Rechnung haben wird.

IFRS 12 "Angaben zu Anteilen an Unternehmen" führt die überarbeiteten Angabepflichten zu IAS 27 bzw. IFRS 10, IAS 31 bzw. IFRS 11 und IAS 28 in einen Standard zusammen und ist anwendbar ab dem 1. Januar 2013.

Der neue Standard IAS 27 "Einzelabschlüsse" beinhaltet die Vorschriften zu Einzelabschlüssen, die übrig geblieben sind, nachdem die Vorschriften zur Beherrschung in IFRS 10 übernommen wurden. Dieser Standard ist voraussichtlich ab dem 1. Januar 2013 anzuwenden.

IAS 28 "Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftunternehmen" enthält Vorschriften zu gemeinschaftlich geführten Unternehmen sowie assoziierten Unternehmen, die nach der Veröffentlichung von IFRS at-equity bewertet werden. Voraussichtlich ab dem 1. Januar 2013 ist dieser Standard anzuwenden. Der Roth & Rau-Konzern geht derzeit davon aus, dass diese Vorschriften keine wesentlichen Auswirkungen auf die Konzern-Rechnungslegung haben werden.

1.2.2. Grundlagen der Konsolidierung

Der Konzern-Abschluss umfasst die Abschlüsse der Roth & Rau AG und ihrer Tochterunternehmen zum 31. Dezember 2011. Tochterunternehmen werden ab dem Erwerbszeitpunkt, d. h. ab dem Zeitpunkt, an dem der Konzern die Beherrschung erlangt ("Control-Konzept"), voll konsolidiert. Die Abschlüsse der Tochterunternehmen werden unter Anwendung einheitlicher Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zum gleichen Bilanzstichtag aufgestellt wie der Abschluss des Mutterunternehmens.

Alle konzerninternen Salden, Erträge und Aufwendungen sowie unrealisierte Gewinne und Verluste aus konzerninternen Transaktionen werden in voller Höhe eliminiert.

Zum 31. Dezember 2011 werden insgesamt 24 Gesellschaften vollkonsolidiert und eine indirekte 50%ige Beteiligung gem. IAS 31 als Gemeinschaftsunternehmen einbezogen, da hier gemeinschaftliche Führung vorliegt und somit eine maßgebliche Beeinflussung der Geschäfts- und Firmenpolitik möglich ist. Dieses Unternehmen wird nach der Equity-Methode in den Konzern-Abschluss einbezogen und dabei anfänglich mit seinen Anschaffungskosten angesetzt. Der Anteil des Konzerns an den Gewinnen und Verlusten dieses Unternehmens wird vom Zeitpunkt des Erwerbs an in der Gewinnund Verlustrechnung erfasst, der Anteil an Veränderungen der Rücklagen in den Konzern-Rücklagen. Die kumulierten Veränderungen nach Erwerb werden gegen den Beteiligungsbuchwert verrechnet. Nicht realisierte Gewinne aus Transaktionen zwischen Konzern-Unternehmen und diesem nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen werden entsprechend dem Anteil der Roth & Rau AG an diesen Unternehmen eliminiert.

Um bei allen einbezogenen Unternehmen eine einheitliche Bilanzierung zu gewährleisten, erfolgt die Bilanzierung nach einer konzerneinheitlichen Richtlinie.

Am 14. Januar 2011 erfolgte der Vollzug des Kauf- und Abtretungsvertrags vom 8. Dezember 2010 an der R3 T Rapid Reactive Radicals Technology GmbH. Damit erwarb die Roth & Rau Muegge GmbH weitere 40 % an der R3 T Rapid Reactive Radicals Technology GmbH. Der Kaufpreis betrug 205 T€. Die Roth & Rau Muegge GmbH hält nunmehr 100 % der Anteile und die Roth & Rau AG indirekt 100 %.

Im Zwischenabschluss zum 31. März 2011 wurde erstmals die Precision Tooling & Solar Tech. Co. Ltd. vollkonsolidiert. Die Roth & Rau Hongkong Limited hält 100 % der Anteile an der Precision Tooling & Solar Tech. Co. Ltd. Der Sitz der Gesellschaft ist in Shenzhen/China. Das Stammkapital beträgt 5.200 T€ und war zum 31. Dezember 2011 voll eingezahlt. Die Gesellschaft wird dem Service- und Vertriebsbereich zugeordnet und soll das Ersatzteilgeschäft verstärken.

Die SLS Solar Line Saxony GmbH wurde auf Grund des Verschmelzungsvertrages vom 16. Mai 2011 sowie der Beschlüsse der Gesellschafterversammlungen beider Rechtsträger vom selben Tag mit der Roth & Rau Dünnschicht Solar GmbH verschmolzen. Die Verschmelzung wurde wirksam mit Eintragung im Handelsregister vom 19. Mai 2011. Verschmelzungsstichtag ist der 1. Januar 2011.

Weiterhin wurde mit Beschluss vom 20. Dezember 2011 die PixDro B.V. auf die OTB Solar B.V. verschmolzen. Die Verschmelzung wurde mit der Eintragung beim zuständigen Registergericht vom 30. Dezember 2011 wirksam.

Mit Gesellschafterbeschluss vom 12. Dezember 2011 wurde die Liquidation der Roth & Rau Italy S.r.l. i. L. eingeleitet. Die Eintragung beim zuständigen Registergericht erfolgte am 21. Dezember 2011. Insgesamt stellt sich der Kreis der vollkonsolidierten Tochtergesellschaften der Roth & Rau AG zum 31. Dezember 2011 wie folgt dar:

Direkter Anteil Indirekter Anteil Durchgerechneter Anteil
Geschäftsfeld Photovoltaik
Roth & Rau Dünnschicht Solar GmbH,
Hohenstein-Ernstthal 100 % 0 % 100 %
Roth & Rau Switzerland AG,
Neuchâtel, Schweiz 100 % 0 % 100 %
Roth & Rau Italy S.r.l. i. L., Monza, Italien 100 % 0 % 100 %
Roth & Rau CTF Solar GmbH, Kelkheim 100 % 0 % 100 %
OTB Solar B.V., Eindhoven,
Niederlande 100 % 0 % 100 %
Geschäftsfeld Plasma- und
Ionenstrahltechnologie
Roth & Rau MicroSystems GmbH,
Wüstenbrand 100 % 0 % 100 %
Geschäftsfeld Sonstiges
AIS Automation Dresden GmbH, Dresden 100 % 0 % 100 %
Romaric Automation Design Inc.,
Salt Lake City, USA 0 % 100 % 100 %
Roth & Rau Muegge GmbH, Reichelsheim 100 % 0 % 100 %
R³T Rapid Reactive Radicals
Technology GmbH, Taufkirchen 0 % 100 % 100 %
Service- und Vertriebsgesellschaften
Solar Holding Inc., Delaware, USA 100 % 0 % 100 %
Roth & Rau USA Inc., San Jose, USA 0 % 100 % 100 %
Roth & Rau (Shanghai) Trading Co. Ltd.,
Shanghai, China 100 % 0 % 100 %
Roth & Rau Singapore Pte. Ltd.,
Singapur 100 % 0 % 100 %
Roth & Rau Korea Co. Ltd., Seoul, Korea 100 % 0 % 100 %
Roth & Rau Australia Pty. Ltd.,
Sydney, Australien 100 % 0 % 100 %
Roth & Rau India Pvt. Ltd.,
Mumbai, Indien 100 % 0 % 100 %
Roth & Rau Hongkong Ltd.,
Lantau, Hongkong 100 % 0 % 100 %
Roth & Rau – Ortner GmbH, Dresden 100 % 0 % 100 %
Roth & Rau – Ortner USA Inc.,
Salt Lake City, USA 0 % 100 % 100 %
Roth & Rau – Ortner Malaysia Sdn. Bhd,
Kuala Lumpur, Malaysia 0 % 100 % 100 %
NedX Solar Trading Ltd., Shanghai, China 0 % 100 % 100 %
Precision Tooling & Solar Tech. Co. Ltd.,
Shenzhen, China 0 % 100 % 100 %

Nachfolgende Tabelle zeigt das anteilige Vermögen bzw. Schulden des nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmens Cober Muegge LLC Norwalk, USA.

31.12.2011 50 %
in € Cober Muegge
Langfristiges Vermögen 0
Kurzfristiges Vermögen 168.945
Langfristiges Schulden 0
Kurzfristiges Schulden 26.182
Erträge 1.240.262
Aufwendungen -999.922
Anteil am Gewinn und Verlust/Gesamtergebnis 240.340

31.12.2010

in €

50 % Cober Muegge

Langfristiges Vermögen 0
Kurzfristiges Vermögen 103.223
Langfristiges Schulden 0
Kurzfristiges Schulden 7.248
Erträge 50.714
Aufwendungen -48.553
Anteil am Gewinn und Verlust/Gesamtergebnis 2.161

1.3. Fremdwährungsumrechnung

Der Konzern-Abschluss wird in Euro, der funktionalen Währung des Konzerns, aufgestellt. Das ist die Währung des primären Wirtschaftsumfelds, in dem die Roth & Rau-Gruppe tätig ist. Jedes Unternehmen innerhalb des Konzerns legt seine eigene funktionale Währung fest. Im Geschäftsjahr war der Euro die funktionale Währung der Tochtergesellschaften mit Ausnahme der Romaric Automation Design Inc. Die im Abschluss des jeweiligen Unternehmens enthaltenen Posten werden unter Verwendung dieser funktionalen Währung bewertet.

Fremdwährungstransaktionen werden zunächst zu dem am Tag des Geschäftsvorfalls gültigen Kassakurs in die funktionale Währung des Konzerns umgerechnet. Monetäre Vermögenswerte und Schulden in einer Fremdwährung werden zu jedem Stichtag unter Verwendung des Stichtagskassakurses in die funktionale Währung umgerechnet. Die Umrechnung von Erträgen und Aufwendungen erfolgt zum Kurs am Tag des jeweiligen Geschäftsvorfalls. Die Bewertung der Forderungs- und Schuldenspositionen im Konzern erfolgte zum Stichtagskurs, während die Erträge und Aufwendungen der Gesellschaften mit abweichender funktionaler Währung mit dem Durchschnittskurs bewertet wurden. Sich ergebende Währungsdifferenzen wurden erfolgswirksam erfasst.

Stichtagskurse zum 31.12.2011:

Wechselkurs Stichtagskurs Stichtagskurs
1 € = zum 31.12.2011 zum 31.12.2010
Schweizer Franken CHF 1,2156 1,2504
Chinesische Renminbi CNY 8,1588 8,8220
Südkoreanischer Won KRW 1,4987 1,4991
Indische Rupie INR 68,7130 59,7580
Kanadischer Dollar CAD 1,3215 1,3322
US-Dollar USD 1,2939 1,3362
Australischer Dollar AUD 1,2723 1,3136
Singapur-Dollar SGD 1,6819 1,7136
Malaiischer Ringgit MYR 4,1055 4,095
Hongkong Dollar HKD 10,0510 10,3856
Britisches Pfund GBP 0,8353 0,8608
Japanische Yen JPY 100,2 108,65

Durchschnittskurse zum 31.12.2011:

Wechselkurs Durchschnittskurs Durchschnittskurs
1 € = zum 31.12.2011 zum 31.12.2010
Schweizer Franken CHF 1,2326 1,3803
Chinesische Renminbi CNY 8,9960 8,9712
Südkoreanischer Won KRW 1,5412 1,5318
Indische Rupie INR 64,8859 60,5878
Kanadischer Dollar CAD 1,3761 1,3651
US-Dollar USD 1,3920 1,3257
Australischer Dollar AUD 1,3484 1,4423
Singapur-Dollar SGD 1,7489 1,8055
Malaiischer Ringgit MYR 4,2558 4,2668
Hongkong-Dollar HKD 10,8362 10,2994
Britisches Pfund GBP 0,8679 0,8578
Japanische Yen JPY 110,96 116,24

1.4. Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die im Folgenden erläuterten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen den im letzten Konzern-Abschluss angewandten Methoden.

1.5. Zusammenfassung wesentlicher Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

1.5.1. Ertrags- und Aufwandsrealisierung

Die Umsatzerlöse bemessen sich nach dem Fair Value der erhaltenen oder zu erhaltenden Gegenleistung. Umsatzerlöse werden ohne Umsatzsteuer, Retouren, Rabatte und Preisnachlässe ausgewiesen. Roth & Rau erfasst die Umsatzerlöse, wenn die Höhe der Erlöse verlässlich bestimmt werden kann,

wenn es hinreichend wahrscheinlich ist, dass dem Unternehmen wirtschaftlicher Nutzen zufließen wird, und wenn die unten beschriebenen spezifischen Kriterien für jede Art von Aktivität erfüllt sind.

Die Realisierung von Umsatzerlösen, Zins- und Provisionserträgen aus Finanzdienstleistungen sowie von sonstigen betrieblichen Erträgen erfolgt grundsätzlich zum Zeitpunkt der Lieferung an den Kunden beziehungsweise mit Erfüllung der Leistung. Die Lieferung gilt als abgeschlossen, wenn entsprechend den vertraglichen Vereinbarungen die mit dem Eigentum verbundenen Risiken auf den Käufer übergegangen sind, das Entgelt vertraglich festgelegt ist und die Erfüllung der Forderung wahrscheinlich ist. Umsätze für Produktverkäufe (Werklieferung) werden in der Regel erst mit Abnahme durch den Kunden realisiert.

Soweit es sich bei Fertigungsaufträgen um solche im Rahmen einer langfristigen kundenspezifischen Auftragsfertigung mit Festpreisvertrag handelt (Beschichtungsanlagen der ersten Generation (SiNA 1) und Projekte im Bereich Turnkey und MES-Systeme (Software)), werden Auftragserlöse und Auftragskosten entsprechend dem Leistungsfortschritt dieser Projekte am Bilanzstichtag erfasst. Die Voraussetzungen für die Anwendung der in IAS 11 vorgegebenen "Percentage-of-Completion-Methode" sind erfüllt. Diese Methode wird auf Fertigungsaufträge angewendet, deren Ergebnis zuverlässig geschätzt werden kann. Eine Teilgewinnrealisierung wird ab Fertigungsbeginn vorgenommen. Wenn das Ergebnis noch nicht zuverlässig geschätzt werden kann, werden die Umsatzerlöse nur in der Höhe der angefallenen Auftragskosten realisiert, die wahrscheinlich einbringbar sind. Somit werden keine Teilgewinne realisiert. Erwartete Verluste aus Fertigungsaufträgen werden sofort erfolgswirksam erfasst.

Können die Erlöse aus einem Dienstleistungsgeschäft verlässlich geschätzt werden, wird diese Ertragsrealisierung ebenfalls nach der Maßgabe des Fertigstellungsgrades erfasst.

Soweit die Fertigung unserer Anlagen in modularer Bauweise erfolgt (Beschichtungsanlagen der zweiten Generation SiNA 2), sind die Voraussetzungen für die Anwendung des IAS 11 nicht mehr gegeben. Die Umsatzrealisation erfolgt in diesen Fällen in Übereinstimmung mit IAS 18 erst nach vollständiger Erbringung der Leistung (Completed-Contract Methode).

Betriebliche Aufwendungen werden mit der Inanspruchnahme der Lieferung oder Leistung oder zum Zeitpunkt ihrer Verursachung ergebniswirksam erfasst.

Zinserträge und Zinsaufwendungen werden nach der Effektivzinsmethode erfasst.

1.5.2. Fremdkapitalkosten

Entsprechend IAS 23 sind Fremdkapitalkosten für Vermögenswerte, für die ein beträchtlicher Zeitraum erforderlich ist, um sie in ihren beabsichtigten gebrauchs- oder verkaufsfähigen Zustand zu versetzen ("qualifizierter Vermögenswert") zu aktivieren. Der entsprechende Zinsaufwand ist dabei nach der Effektivzinsmethode zu ermitteln. Auf den Konzern-Abschluss ergeben sich hieraus keine wesentlichen Auswirkungen.

1.5.3. Ertragsteuern

Die Ertragsteuern auf das Ergebnis enthalten laufende und latente Steuern. Ertragsteuern sind in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, ausgenommen in dem Umfang, in dem die Steuern mit direkt im Eigenkapital angesetzten Posten im Zusammenhang stehen. In diesem Fall werden die Ertragsteuern im Eigenkapital erfasst.

Latente Steuern werden für alle temporären Differenzen zwischen den Buchwerten der Vermögenswerte und Schulden im IFRS Abschluss und ihren Steuerwerten angesetzt (Verbindlichkeitsmethode). Wenn jedoch im Rahmen einer Transaktion, die keinen Unternehmenszusammenschluss darstellt, eine latente Steuer aus dem erstmaligen Ansatz eines Vermögenswerts oder einer Verbindlichkeit

entsteht, die zum Zeitpunkt der Transaktion weder einen Effekt auf den bilanziellen noch auf den steuerlichen Gewinn oder Verlust hat, unterbleibt die Steuerabgrenzung sowohl zum Zeitpunkt des Erstansatzes als auch danach. Latente Steueransprüche und -schulden werden anhand der Steuersätze bemessen, die in der Periode, in der ein Vermögenswert realisiert wird oder eine Schuld erfüllt wird, voraussichtlich Gültigkeit erlangen werden. Dabei werden die Steuersätze und Steuergesetze zugrunde gelegt, die zum Bilanzstichtag gelten. Zukünftige Steuersatzänderungen werden berücksichtigt, sofern am Bilanzstichtag materielle Wirksamkeitsvoraussetzungen im Rahmen eines Gesetzgebungsverfahrens erfüllt sind. Aktive latente Steuern wurden mit passiven latenten Steuern saldiert, wenn sie sich auf Ertragsteuern beziehen, die von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden und ein Anspruch auf Verrechnung eines tatsächlichen Steuererstattungsanspruches mit einer tatsächlichen Steuerschuld besteht. Die tatsächlichen Steuererstattungsansprüche und Steuerschulden für die laufende und frühere Perioden werden mit dem Betrag bemessen, in dessen Höhe eine Erstattung von der Steuerbehörde bzw. eine Zahlung an die Steuerbehörde erwartet wird. Der Berechnung des Betrags werden die Steuersätze und Steuergesetze zugrunde gelegt, die zum Bilanzstichtag gelten.

Gemäß IAS 12 "Ertragsteuern" sind auf noch nicht genutzte Verlustvorträge und Steuergutschriften aktive latente Steuern zu bilden. Aktive latente Steuern werden in dem Maße bilanziert, in dem es wahrscheinlich ist, dass ein zu versteuerndes Ergebnis verfügbar sein wird, gegen das die noch nicht genutzten Verlustvorträge und die temporären Differenzen verwendet werden können. Es erfolgt eine indiviluelle Betrachtung der einzelnen Konzern-Gesellschaften, ob es wahrscheinlich ist, dass in zukünftigen Jahren ein positives zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung steht. Der Teil der aktiven latenten Steuern, für den die Annahmen nicht zutreffen, wird wertgemindert.

1.5.4. Ergebnis je Aktie

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie ergibt sich aus der Division des den Gesellschaftern der Roth & Rau AG zustehenden Konzern-Überschusses durch die gewogene durchschnittliche Zahl der im Umlauf befindlichen Stammaktien.

1.5.5. Unternehmenszusammenschlüsse und Geschäfts- oder Firmenwert

Unternehmenszusammenschlüsse werden unter Anwendung der Erwerbsmethode gem. IFRS 3 bilanziert. Die Anschaffungskosten eines Unternehmenserwerbs bemessen sich gemäß den zum Tauschzeitpunkt beizulegenden Zeitwerten der hingegebenen Vermögenswerte, emittierten Eigenkapitalinstrumente und eingegangenen oder übernommenen Schulden zuzüglich der dem Unternehmenserwerb direkt zurechenbaren Kosten. Im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworbene identifizierbare Vermögenswerte und übernommene Schulden und Eventualschulden werden zunächst mit den jeweiligen beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbszeitpunkt angesetzt. Geschäfts- oder Firmenwerte werden bei erstmaligem Ansatz zu Anschaffungskosten bewertet, die sich als positiver Unterschiedsbetrag zwischen den Anschaffungskosten des Unternehmenserwerbs und dem anteilig erworbenen Nettovermögen bemessen. Nach dem erstmaligen Ansatz wird der Geschäfts- oder Firmenwert zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungsaufwendungen bewertet. Zum Zweck des Wertminderungstests gem. IAS 36 wird der im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworbene Geschäfts- oder Firmenwert ab dem Erwerbszeitpunkt den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (Cash-Generating-Units) des Konzerns zugeordnet, die von den Synergieeffekten aus dem Unternehmenszusammenschluss profitieren sollen. Eine zahlungsmittelgenerierende Einheit ist die kleinste identifizierbare Gruppe von Vermögenswerten, die Mittelzuflüsse erzeugen, die weitestgehend unabhängig von den Mittelzuflüssen anderer Vermögenswerte oder anderer Gruppen von Vermögenswerten sind.

Nach IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse" unterliegt der Goodwill keiner planmäßigen Abschreibung, sondern wird gemäß IAS 36 mindestens jährlich einer Werthaltigkeitsprüfung auf Betrachtungsebene der jeweiligen Cash-Generating-Unit unterzogen. Die Cash-Generating-Unit für Zwecke des Goodwill-Impairment-Tests entsprechen regelmäßig den operativen Geschäftsbereichen beziehungsweise den rechtlichen Einheiten. Bei Eintritt besonderer Ereignisse (Triggering Events), die darauf hindeuten, dass der Buchwert einer Cash-Generating-Unit nicht mehr durch den erzielbaren Betrag gedeckt ist, ist auch unterjährig ein Impairment-Test durchzuführen.

Die Werthaltigkeitsprüfung des Goodwills erfolgt, indem der erzielbare Betrag einer Cash-Generating-Unit mit ihrem Buchwert einschließlich Goodwill verglichen wird. Der erzielbare Betrag ist der höhere der beiden Werte aus Fair Value abzüglich Veräußerungskosten der Cash-Generating-Unit und deren Nutzungswert. Der Roth & Rau-Konzern ermittelt zur Bestimmung des erzielbaren Betrages einer Cash-Generating-Unit zunächst den Fair Value (abzgl. Veräußerungskosten) mittels allgemein anerkannter Bewertungsverfahren. Als Basis dient die in der Berichtsperiode vom Aufsichtsrat verabschiedete Fünfjahresplanung der Cash-Generating-Unit. Die anschließende Bewertung erfolgt mittels Discounted-Cash-Flow-Berechnungen (DCF).

Falls der Buchwert den erzielbaren Betrag übersteigt, ist auf den dieser Cash-Generating-Unit zugeordnete Goodwill eine erfolgswirksame Wertminderung in Höhe des Differenzbetrages zu erfassen. Übersteigt der identifizierte Abwertungsbedarf den der Cash-Generating-Unit zugeordneten Goodwill, sind die verbleibenden Vermögenswerte der Einheit im Verhältnis ihrer Buchwerte abzuschreiben.

Die jährliche Werthaltigkeitsprüfung des Goodwills auf Ebene der Cash-Generating-Unit erfolgt im Roth & Rau-Konzern im vierten Quartal eines Geschäftsjahres. Abschreibungen, welche auf den Goodwill einer Cash-Generating-Unit vorgenommen werden, dürfen in späteren Perioden nicht rückgängig gemacht werden.

1.5.6. Wertminderung nicht monetärer Vermögenswerte

Vermögenswerte, die einer unbestimmten Nutzungsdauer unterliegen, wie beispielsweise der Goodwill, werden nicht planmäßig abgeschrieben; sie werden jährlich auf Wertminderung hin geprüft. Vermögenswerte, die einer planmäßigen Abschreibung unterliegen, werden auf Wertminderung geprüft, wenn entsprechende Ereignisse bzw. Änderungen der Umstände anzeigen, dass der Buchwert gegebenenfalls nicht mehr erzielbar ist. Der sich ergebende Wertminderungsverlust wird in Höhe des den erzielbaren Betrag übersteigenden Buchwerts erfasst. Der erzielbare Betrag ist der höhere der beiden Beträge aus Fair Value des Vermögenswertes abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert. Die Vermögenswerte auf der niedrigsten Ebene werden für den Werthaltigkeitstest zusammengefasst, für die separate Cash Flows identifiziert werden können (Cash-Generating-Units). Für Vermögenswerte, mit Ausnahme des Geschäfts- oder Firmenwerts, wird zu jedem Bilanzstichtag eine Überprüfung vorgenommen, ob Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass ein zuvor erfasster Wertminderungsaufwand nicht mehr länger besteht oder sich verringert hat.

1.5.7. Immaterielle Vermögenswerte

Gemäß IAS 38 "Immaterielle Vermögenswerte" werden immaterielle Vermögenswerte über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben, es sei denn, ihre Nutzungsdauer wird als unbestimmt definiert. Immaterielle Vermögenswerte mit einer bestimmten Nutzungsdauer werden im Zeitpunkt des Zugangs zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bewertet und linear planmäßig über ihre Nutzungsdauer abgeschrieben. Sofern sich Ereignisse oder veränderte Umstände ergeben, die vermuten lassen, dass eine Wertminderung eingetreten sein könnte, werden immaterielle Vermögenswerte mit einer bestimmten Nutzungsdauer auf eine Wertminderung geprüft. Die Abschreibungsdauer und die Abschreibungsmethode werden bei immateriellen Vermögenswerten mit einer begrenzten Nutzungsdauer mindestens zum Ende eines jeden Geschäftsjahres überprüft. Die aufgrund von Änderungen der erwarteten Nutzungsdauer oder des erwarteten Verbrauchs des zukünftigen wirtschaftlichen Nutzens des Vermögenswerts erforderlichen Änderungen der Abschreibungsmethode oder der Abschreibungsdauer werden als Änderungen von Schätzungen behandelt. Grundsätzlich werden immaterielle Vermögenswerte mit einer begrenzten Nutzungsdauer, worunter insbesondere Sotfware fällt, über eine Nutzungsdauer von 3 Jahren abgeschrieben.

Immaterielle Vermögenswerte, die im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworben werden, entsprechen ihrem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt. Sie werden in den Folgeperioden mit ihren Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und kumulierter Wertminderungsaufwendungen angesetzt.

Gewinne oder Verluste aus der Ausbuchung immaterieller Vermögenswerte werden als Differenz zwischen dem Nettoveräußerungserlös und dem Buchwert des Vermögenswerts ermittelt und in der Periode, in der der Vermögenswert ausgebucht wird, erfolgswirksam erfasst.

Kosten für selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte werden nicht aktiviert, sondern erfolgswirksam in der Periode erfasst, in der sie anfallen, mit Ausnahme der Entwicklungskosten.

Forschungs- und Entwicklungskosten

Nach IFRS müssen Aufwendungen für Forschung und Entwicklung in Forschungs- und Entwicklungsphase aufgeteilt werden. Forschungskosten werden gem. IAS 38 erfolgswirksam in der Periode erfasst, in der sie anfallen. Entwicklungskosten eines einzelnen Projekts werden nur dann als immaterieller Vermögenswert aktiviert, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt werden:

  • die technische Realisierbarkeit der Fertigstellung des immateriellen Vermögenswerts ermöglicht eine interne Nutzung oder einen Verkauf des Vermögenswerts;
  • die Absicht, den immateriellen Vermögenswert fertigzustellen und ihn zu nutzen oder zu verkaufen;
  • die Erzielung eines künftigen wirtschaftlichen Nutzens aus dem Vermögenswert;
  • die Verfügbarkeit von Ressourcen für Zwecke der Fertigstellung des Vermögenswerts und
  • die Fähigkeit, die dem immateriellen Vermögenswert während seiner Entwicklung zuzurechnenden Ausgaben zuverlässig ermitteln zu können.

Im Roth & Rau-Konzern betrifft dies eine Reihe von Entwicklungsprojekten, die zum Teil von verschiedenen Bundes- und Landesministerien sowie der Europäischen Kommission mit Zuschüssen gefördert werden, und Projekte mit privaten Kooperationspartnern, die sich in der Entwicklungs- oder bereits in der Pilotphase befinden. Zu den Entwicklungskosten zählen insbesondere Einzel- und Gemeinkostenanteile von Personal- und Sachkosten für eigene und fremde anwendungstechnische und ingenieurtechnische und sonstige Abteilungen, sofern von diesen entsprechende Dienste erbracht werden, sowie die Kosten für Versuchsanlagen und Technik, die für diesen Bereich der Forschung und Entwicklung genutzt werden.

Zuschüsse der öffentlichen Hand werden grundsätzlich als Abzug von den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bilanziert. Die Entwicklungskosten werden nach ihrem erstmaligen Ansatz unter Anwendung des Anschaffungskostenmodells, d. h. zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen (geschätzte Nutzungsdauer von drei Jahren) und kumulierter Wertminderungsaufwendungen, bilanziert. Die Abschreibung beginnt mit dem Abschluss der Entwicklungsphase und ab dem Zeitpunkt, ab dem der Vermögenswert genutzt werden kann. Die Abschreibung erfolgt über den Zeitraum, über den künftiger Nutzen zu erwarten ist. Während der Entwicklungsphase wird jährlich ein Werthaltigkeitstest durchgeführt. Sobald der Buchwert eines Vermögenswerts seinen erzielbaren Betrag übersteigt, wird eine Wertminderung ergebniswirksam erfasst.

Lizenzen

Die erworbene Lizenz für die Nutzung geistigen Eigentums wird planmäßig über einen Zeitraum von drei Jahren entsprechend der Laufzeit des Kooperations- und Lizenzvertrags abgeschrieben.

Marke, Kundenbeziehung und Auftragsbestand

Die Roth & Rau-Gruppe hat eine gem. IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse" vorgeschriebene Identifizierung und Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte von Marke, Kundenbeziehung, Technologie und Auftragsbestand vorgenommen. Wir verweisen auf 4.1.1.4.

1.5.8. Sachanlagen

Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter planmäßiger Abschreibungen und/oder kumulierter Wertminderungsaufwendungen angesetzt. Wartungs- und Instandhaltungskosten werden sofort erfolgswirksam erfasst. Der Barwert der erwarteten Kosten für die Entsorgung des Vermögenswertes nach dessen Nutzung ist in den Anschaffungs- oder Herstellungskosten des entsprechenden Vermögenswertes enthalten, wenn die Ansatzkriterien für eine Rückstellung erfüllt sind.

Den planmäßigen linearen Abschreibungen liegen folgende Nutzungsdauern der Vermögenswerte zugrunde:

  • Gebäude: 25 bis 50 Jahre
  • Technische Anlagen und Maschinen: 3 bis 50 Jahre
  • Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung: 3 bis 20 Jahre

Eine Sachanlage wird ausgebucht, wenn aus der weiteren Nutzung oder Veräußerung des Vermögenswerts kein wirtschaftlicher Nutzen mehr erwartet wird. Die aus der Ausbuchung des Vermögenswerts resultierenden Gewinne oder Verluste werden als Differenz zwischen dem Nettoveräußerungserlös und dem Buchwert des Vermögenswerts ermittelt und in der Periode, in der der Vermögenswert ausgebucht wird, erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die Restwerte, Nutzungsdauern und Abschreibungsmethoden der Vermögenswerte werden am Ende eines jeden Geschäftsjahres überprüft und bei Bedarf prospektiv angepasst.

1.5.9. Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien (Investment Property) werden bei der erstmaligen Erfassung zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten einschließlich Nebenkosten bewertet. Der Buchwert beinhaltet nicht die Kosten der laufenden Instandhaltung der Immobilien. Im Rahmen der Folgebewertung werden die als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien zu fortgeführten Anschaffungskosten abzüglich linearer Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen angesetzt. Zur Erzielung von Mieterträgen gehaltene Grundstücke und Gebäude werden zu fortgeführten Anschaffungskosten getrennt vom übrigen Sachanlagevermögen bilanziert, wobei die für die Abschreibung zugrunde gelegten Nutzungsdauern denen der selbst genutzten Sachanlagen entsprechen.

Wegen fehlender Marktdaten bzw. Vergleichswerte wurde die Immobilie zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.

1.5.10. Zuwendungen der öffentlichen Hand

Die im Zusammenhang mit Investitionen in das Anlagevermögen erhaltenen Zuwendungen der öffentlichen Hand mindern entsprechend IAS 20.24 die Anschaffungs- und Herstellungskosten der entsprechenden Vermögenswerte.

Zuwendungen der öffentlichen Hand werden erfasst, wenn hinreichende Sicherheit dafür besteht, dass die Zuwendungen gewährt werden und das Unternehmen die notwendigen Bedingungen für den Erhalt der Zuwendung erfüllt.

Aufwandsbezogene Zuwendungen werden planmäßig als Ertrag über den Zeitraum erfasst, der erforderlich ist, um sie mit den entsprechenden Aufwendungen, die sie kompensieren sollen, zu verrechnen.

1.5.11. Leasingverhältnisse

Die Feststellung, ob eine Vereinbarung ein Leasingverhältnis enthält, wird auf Basis des wirtschaftlichen Gehalts der Vereinbarung zum Zeitpunkt des Abschlusses der Vereinbarung getroffen und erfordert eine Einschätzung, ob die Erfüllung der vertraglichen Vereinbarung von der Nutzung eines bestimmten Vermögenswerts oder bestimmter Vermögenswerte abhängig ist und ob die Vereinbarung ein Recht auf die Nutzung des Vermögenswertes einräumt. Leasingverträge, bei denen ein Finanzierungsleasing unterstellt wird, liegen nicht vor.

Leasingverhältnisse, bei denen ein wesentlicher Anteil der Risiken und Chancen, die mit dem Eigentum am Leasingobjekt verbunden sind, beim Leasinggeber verbleibt, werden als Operating-Leasingverhältnisse klassifiziert. Im Zusammenhang mit einem Operating-Leasingverhältnis geleistete Zahlungen (netto nach Berücksichtigung von Anreizzahlungen, die vom Leasinggeber geleistet wurden) werden linear über die Dauer des Leasingverhältnisses in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

1.5.12. Vorräte

Unter den Vorräten sind die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie unfertige und fertige Erzeugnisse ausgewiesen.

Vorräte werden zum niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert angesetzt. Der Nettoveräußerungswert ergibt sich aus dem erwarteten Verkaufserlös abzüglich noch anfallender Kosten sowie der Vertriebs- und Fertigstellungskosten. Die Ermittlung der Anschaffungskosten erfolgt nach der Durchschnittsmethode und beinhaltet die Kosten des Erwerbs sowie diejenigen Kosten, die angefallen sind, um die Vorräte an ihren derzeitigen Ort und in ihren derzeitigen Zustand zu versetzen. Bei Bestandsrisiken, die sich aus der Lagerdauer sowie geminderter Verwertbarkeit ergeben, werden in der Folge die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe mit dem niedrigeren Wert aus den durchschnittlichen Anschaffungskosten (Durchschnittsmethode) und dem Nettoveräußerungswert bewertet.

Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt. Im Einzelnen enthalten die Herstellungskosten neben den direkt zurechenbaren Kosten auch die produktionsbezogenen Material- und Fertigungsgemeinkosten einschließlich fertigungsbedingter Abschreibungen und angemessene Teile der notwendigen Gemeinkosten bei Normalauslastung. Fremdkapitalkosten werden in Anlehnung an IAS 23.11 in der Regel nicht als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert. Bei selbst erstellten unfertigen und fertigen Erzeugnissen beinhalten die Herstellungskosten die produktionsbezogenen Gemeinkosten basierend auf einer Normalauslastung.

Geleistete kurzfristige Anzahlungen auf Gegenstände des Vorratsvermögens werden mit ihrem Nominalwert aktiviert.

1.5.13. Fertigungsaufträge

Die Bilanzierung von künftigen Forderungen aus Fertigungsaufträgen wird nach der Percentage-of-Completion-Methode (PoC) gemäß IAS 11 vorgenommen, soweit ein kundenspezifischer Fertigungsauftrag vorliegt. Dabei wird eine anteilige Gewinnrealisierung entsprechend dem Fertigstellungsgrad vorgenommen, wenn eine Ermittlung des Fertigstellungsgrades, der Gesamtkosten und der Gesamterlöse der jeweiligen Aufträge im Sinne von IAS 11 zuverlässig möglich ist. Der Fertigstellungsgrad der einzelnen Aufträge wird nach dem Cost-to-Cost-Verfahren ermittelt. Eine Teilgewinnrealisierung wird von Fertigungsbeginn an durchgeführt. Wenn das Ergebnis noch nicht zuverlässig geschätzt werden kann, werden die Umsatzerlöse nur in der Höhe der angefallenen Auftragskosten realisiert, die wahrscheinlich einbringbar sind.

Die Auftragskosten umfassen dem Auftrag direkt zurechenbare Kosten und Teile der Gemeinkosten. Fremdkapitalkosten werden als Aufwand erfasst.

Von den so ermittelten anteiligen Auftragserlösen werden die für den einzelnen Auftrag erhaltenen Anzahlungen abgesetzt. Entsprechend dem sich hieraus ergebenden Saldo werden entweder Forderungen oder Verbindlichkeiten aus Auftragsfertigung ausgewiesen.

1.5.14. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen

Forderungen werden beim erstmaligen Ansatz zum Fair Value bewertet und anschließend zu fortgeführten Anschaffungskosten abzüglich sich ergebender Wertminderungen.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beinhalten alle Ansprüche aus dem Verkauf von Waren und der Erbringung von Dienstleistungen. Im Wesentlichen werden Einzelwertberichtigungen aufgrund spezifischer Schuldnerrisiken sowie weiterer Risiken vorgenommen.

Forderungen in fremder Währung werden entsprechend IAS 21.21 zum Stichtagskurs der Transaktion umgerechnet, später gemäß IAS 21.23 zum Kurs am Bilanzstichtag bewertet.

Die sonstigen Forderungen beinhalten alle Forderungen, welche nicht aus Lieferungen und Leistungen resultieren. Insbesondere entfallen diese auf Provisionszahlungen.

1.5.15. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Der Bilanzposten umfasst den Kassenbestand, Bankguthaben sowie kurzfristige Einlagen mit einer ursprünglichen Laufzeit von weniger als drei Monaten. Flüssige Mittel sind zum Nennwert angesetzt. Die Entwicklung der Zahlungsmittel, die den Finanzmittelfonds gemäß IAS 7 bilden, ist in der Kapitalflussrechnung dargestellt.

Zahlungsmittel, die einer Verfügungsbeschränkung unterliegen, werden ebenfalls hierunter ausgewiesen.

1.5.16. Eigenkapital

Das Eigenkapital umfasst das Grundkapital, die Kapitalrücklage, die Gewinnrücklage, die anderen Rücklagen, den Konzern-Bilanzgewinn sowie die Minderheitsanteile am Eigenkapital.

Stammaktien werden als Grundkapital klassifiziert. Zusätzliche Kosten, die der Ausgabe von Stammaktien direkt zugeordnet werden können, werden nach Abzug der Steuereffekte vom Eigenkapital abgesetzt.

1.5.17. Aktienbasierte Vergütung

Zur Förderung der wirtschaftlichen Zielerreichung hat Roth & Rau als langfristiges Vergütungsinstrument mit Anreizwirkung und für den Vorstand ebenfalls mit Risikocharakter ein aktienbasiertes Vergütungsprogramm (Phantom Stock-Programm, PSP) aufgelegt, das Führungskräfte zum Bezug von einer aktienbasierten Vergütung (Phantom Stocks) berechtigt. Die Wertentwicklung der Phantom Stocks ist an die Kursentwicklung der Roth & Rau-Aktie gekoppelt. Die Ausübung der zugeteilten Phantom Stocks unterliegt einer Sperrfrist von zwei Jahren ab Zuteilung und ist abhängig von dem Erreichen der Ausübungshürde (festgelegter Basispreis zum Zuteilungszeitpunkt + 10 % p. a.). Die Phantom Stocks sind nicht handelbar und beinhalten kein Aktienbezugsrecht.

Die Auszahlung der Phantom Stocks-Optionsrechte kann sowohl in bar als auch in Form von Aktien erfolgen. Vorstände erhielten im Rahmen der ersten Tranche jeweils 50 % aktienbasierte und cashbasierte Optionsrechte. Mit der zweiten Tranche wurde die Vertragsbedingung dahingehend geändert, dass an Vorstände ausschließlich aktienbasierte Optionsrechte gewährt werden. Leitende Angestellte erhalten grundsätzlich nur cashbasierte Optionsrechte.

Die Berechnung des Zeitwertes beinhaltet sämtliche marktabhängigen Bedingungen, die an die Ausübung von virtuellen Optionen geknüpft sind. Die restlichen Ausübungsbedingungen fließen bei der Schätzung der Anzahl der ausübbaren Optionen in die Berechnung ein. Der zu erfassende Personalaufwand wird unter Berücksichtigung der zum Abschlussstichtag erbrachten zeitanteiligen Arbeitsleistung über den Erdienungszeitraum in der Kapitalrücklage (aktienbasierter Anteil) und in den langfristigen Rückstellungen (cashbasierter Anteil) erfasst.

Die Bilanzierung der Aktienoptionen erfolgt gemäß IFRS 2 mit dem beizulegenden Zeitwert auf der Grundlage von Optionspreismodellen unter Berücksichtigung der Zusagebedingungen und der Personalfluktuation. Der Vergütungsaufwand wird erfolgswirksam über den Zeitraum bis zur Unverfallbarkeit erfasst.

Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der Phantom Stock Options erfolgte mittels versicherungsmathematischen Gutachtens anhand eines eigens an die vereinbarte Strategie angepassten Simulations-Programms (Monte-Carlo-Verfahren). Für Bewegungen des Aktienkurses wurde ein geometrischer Brownscher Prozess angenommen. Die Volatilität wurde gemäß IFRS 2 B25 (b) entsprechend der Restlaufzeit der Optionsrechte aus dem durchschnittlichen Kursverlauf der Aktien der Roth & Rau AG vom 1. April 2011 bis 31. Dezember 2011 als historische Volatilität errechnet.

1.5.18. Rückstellungen

Pensionen und andere Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses

Der Konzern unterhält leistungsorientierte Altersversorgungssysteme (Defined Benefit Obligations), welche sich im Wesentlichen auf Versorgungssysteme in Deutschland beziehen. Die Bewertung der leistungsorientierten Pensionspläne erfolgt entsprechend IAS 19 "Leistungen an Arbeitnehmer" nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method), wonach zum Bilanzstichtag versicherungsmathematische Gutachten als Grundlage für die zu bildenden langfristigen Rückstellungen dienen.

Hierbei werden sowohl am Stichtag bekannte Renten und erworbene Anwartschaften als auch die künftig zu erwartenden Steigerungen der Gehälter und Renten berücksichtigt. Die Finanzierung erfolgt durch die Unterstützungskasse bzw. die Deutsche Pensionsfonds AG und setzt sich zu 88 % aus Eigenkapitalinstrumenten sowie zu 12 % aus anderen Vermögensinstrumenten zusammen. Da die Voraussetzungen für den Ansatz als Plan Asset erfüllt sind, werden die Aktivwerte mit der Verpflichtung saldiert.

Der Abzinsungsfaktor orientiert sich nach den IAS am Kapitalmarktzins. Der unterstellte Abzinsungsfaktor spiegelt die Zinssätze wider, die am Bilanzstichtag für hochqualitative festverzinsliche Wertpapiere mit entsprechender Laufzeit gezahlt werden. Die Korridormethode entsprechend IAS 19.92 f. wurde angewandt. Im Übrigen wurden der Berechnung die biometrischen Wahrscheinlichkeitswerte der Richttafeln 2005 G von Prof. Klaus Heubeck zugrunde gelegt. Bestehende Überdeckungen eines Pensionsplans werden nicht mit Unterdeckungen eines anderen Pensionsplans verrechnet. Zum 31. Dezember 2011 existiert insgesamt ein Aktivüberhang, der teilweise unter den sonstigen Forderungen sowie den langfristigen Rückstellungen ausgewiesen wird.

In der Gewinn- und Verlustrechnung werden der laufende Dienstzeitaufwand, der Effekt aus der Korrektur der Vermögenswertbegrenzung und die versicherungsmathematischen Gewinne/Verluste in den Aufwendungen für Altersversorgung, der Zinsaufwand und der erwartete Ertrag aus dem Planvermögen im Finanzergebnis ausgewiesen.

Sonstige Rückstellungen

Eine Rückstellung wird dann angesetzt, wenn der Konzern eine gegenwärtige (rechtlich oder faktisch) Verpflichtung hat, welche aus vergangenen Ereignissen resultiert, deren Erfüllung wahrscheinlich zu einem zukünftigen Ressourcenabfluss führen wird und eine verlässliche Schätzung der Höhe der Verpflichtung möglich ist. Der Ansatz der Rückstellung erfolgt mit dem voraussichtlichen Erfüllungsbetrag. Sofern der Konzern für eine passivierte Rückstellung zumindest teilweise eine Rückerstattung erwartet (wie z. B. bei einem Versicherungsvertrag), wird die Erstattung als gesonderter Vermögenswert erfasst, sofern der Zufluss der Erstattung so gut wie sicher ist.

Der Aufwand aus der Bildung der Rückstellung wird in der Gewinn- und Verlustrechnung abzüglich der Erstattung ausgewiesen. Ist der aus einer Diskontierung resultierende Zinseffekt wesentlich, werden Rückstellungen mit einem Zinssatz vor Steuern abgezinst, der für die Schuld spezifische Risiken widerspiegelt. Im Falle einer Abzinsung wird die durch Zeitablauf bedingte Erhöhung der Rückstellungen als Finanzaufwendungen erfasst.

1.5.19. Derivative Finanzinstrumente

Der Konzern verwendet derivative Finanzinstrumente, wie beispielsweise Devisenterminkontrakte und Zinsswaps, um sich gegen Zins- und Wechselkursrisiken abzusichern. Diese derivativen Finanzinstrumente werden zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses zum beizulegenden Zeitwert angesetzt und in den Folgeperioden mit dem beizulegenden Zeitwert neu bewertet. Derivative Finanzinstrumente werden als finanzielle Vermögenswerte angesetzt, wenn ihr beizulegender Zeitwert positiv ist, und als finanzielle Verbindlichkeiten, wenn ihr beizulegender Zeitwert negativ ist. Gewinne oder Verluste aus Änderungen des beizulegenden Zeitwerts von derivativen Finanzinstrumenten während des Geschäftsjahres werden erfolgswirksam erfasst. Der beizulegende Zeitwert eines Devisenterminkontrakts ist der Unterschiedsbetrag zwischen dem Devisenterminkurs und dem vertraglich festgelegten Kurs. Der Devisenterminkurs wird unter Bezugnahme auf die aktuellen Devisenterminkurse für Kontrakte mit ähnlichen Fälligkeitsstrukturen ermittelt. Der beizulegende Zeitwert von Zinsswapkontrakten wird mit Bewertungsmodellen bestimmt. In diese fließen ausschließlich beobachtete Marktdaten ein.

1.5.20. Nicht derivative Finanzinstrumente

Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte sind nicht derivative finanzielle Vermögenswerte, die entweder dieser Kategorie zugeordnet oder keiner der anderen dargestellten Kategorien zugeordnet wurden. Sie sind den langfristigen Vermögenswerten zugeordnet, sofern das Management nicht die Absicht hat, sie innerhalb von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag zu veräußern.

Reguläre Käufe und Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten werden zum Handelstag angesetzt, dem Tag, an dem sich der Konzern zum Kauf beziehungsweise Verkauf des Vermögenswerts verpflichtet. Finanzielle Vermögenswerte, die nicht der Kategorie "Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet" angehören, werden anfänglich zu ihrem beizulegenden Zeitwert zuzüglich Transaktionskosten angesetzt. Finanzielle Vermögenswerte, die dieser Kategorie angehören, werden anfänglich zu ihrem beizulegenden Zeitwert angesetzt; zugehörige Transaktionskosten werden erfolgswirksam erfasst. Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn die Rechte auf Zahlungen aus den finanziellen Vermögenswerten erloschen sind oder übertragen wurden und der Konzern im Wesentlichen alle Risiken und Chancen, die mit dem Eigentum verbunden sind, übertragen hat. Liegen objektive Hinweise für eine Wertminderung vor, wird diese im Finanzergebnis erfasst. Zur Einschätzung einer möglichen Wertminderung bezieht der Roth & Rau-Konzern alle verfügbaren Informationen, wie Marktbedingungen, Dauer und Ausmaß des Wertrückgangs, ein. Insofern der Wert seit mehr als zwölf Monaten durchschnittlich mindestens 15 Prozent unterhalb der Anschaffungskosten notiert, ist dies ein objektiver Hinweis auf eine Wertminderung.

Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte und Vermögenswerte der Kategorie "Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert" werden nach ihrem erstmaligen Ansatz zu ihren beizulegenden Zeitwerten bewertet.

Ausleihungen und Forderungen sind nicht derivative Vermögenswerte mit festen oder bestimmbaren Zahlungen, die nicht auf einem aktiven Markt notiert sind. Nach dem erstmaligen Ansatz werden Ausleihungen und Forderungen zu fortgeführten Anschaffungskosten gegebenenfalls unter Berücksichtigung von Wertberichtigung und Abzinsungen (Effektivzinsmethode) bewertet. Ausleihungen und Forderungen werden wertberichtigt, wenn objektive Hinweise vorliegen, dass der Betrag nicht vollständig einbringbar ist. Die Wertberichtigung erfolgt im Wesentlichen mittels Wertberichtigungskonten. Werden Ausleihungen und Forderungen mit hoher Wahrscheinlichkeit als uneinbringlich eingestuft, so werden diese ausgebucht.

Veränderungen im beizulegenden Zeitwert der monetären sowie nicht monetären Wertpapiere, die als zur Veräußerung verfügbar klassifiziert werden, werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Werden Wertpapiere, die als zur Veräußerung verfügbar klassifiziert werden, verkauft oder unterliegen sie einer Wertminderung, so sind die zuvor im Eigenkapital erfassten kumulierten Wertänderungen des beizulegenden Zeitwerts erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung als "Gewinne/Verluste aus Wertpapieren" unter "Sonstige Erträge" zu erfassen. Zinserträge aus der Anwendung der Effektivzinsmethode bei Wertpapieren der Kategorie "Zur Veräußerung verfügbar" werden in der Gewinn- und Verlustrechnung unter "Sonstige Erträge" ausgewiesen.

Die beizulegenden Zeitwerte notierter Anteile bemessen sich nach dem aktuellen Angebotspreis. Wenn für finanzielle Vermögenswerte kein aktiver Markt besteht oder es sich um nicht notierte Vermögenswerte handelt, werden die beizulegenden Zeitwerte mittels geeigneter Bewertungsmethoden ermittelt. Diese umfassen Bezugnahmen auf kürzlich stattgefundene Transaktionen zwischen unabhängigen Geschäftspartnern, die Verwendung aktueller Marktpreise anderer Vermögenswerte, die im Wesentlichen dem betrachteten Vermögenswert ähnlich sind, Discounted-Cash-Flow-Verfahren (DCF) sowie Optionspreismodelle, welche so weit wie möglich Marktdaten und so wenig wie möglich unternehmensspezifische Daten zugrunde legen.

Zu jedem Bilanzstichtag wird überprüft, ob objektive Anhaltspunkte für eine Wertminderung eines finanziellen Vermögenswerts beziehungsweise einer Gruppe finanzieller Vermögenswerte vorliegen.

1.5.21. Finanzielle Schulden

Nach dem erstmaligen Ansatz werden finanzielle Schulden mit den fortgeführten Anschaffungskosten (Rückzahlungsbetrag) bewertet. Finanzielle Schulden mit einer Laufzeit von mehr als zwölf Monaten werden als langfristige finanzielle Schulden ausgewiesen.

2. Wesentliche Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind zu einem gewissen Grad Annahmen zu treffen und Schätzungen vorzunehmen, die sich auf Höhe und Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, der Erträge und Aufwendungen ausgewirkt haben. Sämtliche Schätzungen und Beurteilungen werden fortlaufend überprüft und basieren auf Erfahrungen der Vergangenheit und weiteren Erkenntnissen über zu bilanzierende Geschäftsvorfälle, einschließlich Erwartungen hinsichtlich zukünftiger Ereignisse, die unter den gegebenen Umständen vernünftig erscheinen. Den Annahmen

und Schätzungen liegen Prämissen zugrunde, die auf dem jeweils aktuell verfügbaren Kenntnisstand basieren. Insbesondere wurden bezüglich der erwarteten künftigen Geschäftsentwicklung die zum Zeitpunkt der Aufstellung des Jahresabschlusses vorliegenden Umstände ebenso wie die als realistisch unterstellte zukünftige Entwicklung des globalen und branchenbezogenen Umfelds zugrunde gelegt. Durch von den Annahmen abweichende und außerhalb des Einflussbereichs des Managements liegende Entwicklungen dieser Rahmenbedingungen können die sich einstellenden Beträge von den ursprünglich erwarteten Schätzwerten abweichen. Wenn die tatsächliche Entwicklung von der erwarteten abweicht, werden die Prämissen und, falls erforderlich, die Buchwerte der betreffenden Vermögenswerte und Schulden entsprechend in der Periode der Änderung angepasst, sofern die Änderungen ausschließlich die Periode beeinflussen. Betreffen Änderungen die aktuelle Berichtsperiode als auch zukünftige Perioden, werden diese in der laufenden und in späteren Perioden berücksichtigt.

Die Schätzungen und Annahmen, die ein signifikantes Risiko in Form einer wesentlichen Anpassung der Buchwerte von Vermögenswerten und Schulden innerhalb des nächsten Geschäftsjahrs mit sich bringen, werden im Folgenden erörtert.

Die Annahmen und Schätzungen sind insbesondere erforderlich bei der Bewertung von Sachanlagen, immateriellen Vermögenswerten, namentlich in Zusammenhang mit Kaufpreisallokationen, Forschungsund Entwicklungskosten sowie Goodwill, dem Ansatz und der Bewertung von Rückstellungen, dem Ansatz und der Bewertung latenter Steuern, der Bilanzierung von Pensionen und Stock Options, der Einbringbarkeit von Forderungen sowie bei der Durchführung von Werthaltigkeitsprüfungen in Übereinstimmung mit IAS 36.

2.1. Geschätzte Wertminderung des Goodwills und immaterieller Vermögenswerte, schwebende Absatzgeschäfte

Bei der Prüfung dieser Werthaltigkeiten der Goodwills ergaben sich im Geschäftsjahr wesentliche Auswirkungen mit einer Wertminderung in Höhe von insgesamt 18.216 T€. Der Impairmentbedarf ergab sich insbesondere aufgrund veränderter Marktverhältnisse und der notwendigen Anpassung der 5-Jahresplanung. Eine Veränderung der Abzinsungssätze um +/- 10 % würde im Berichtsjahr zu weiteren Auswirkungen auf die Werthaltigkeit der Goodwills führen. Die Erhöhung der Abzinsungssätze um 10 % ergäbe einen weiteren Wertberichtigungsbedarf von 5.724 T€, die Verminderung der Abzinsungssätze um 10 % würde zu einem um 4.953 T€ geringerem Abwertungsbedarf als der im Geschäftsjahr vorgenommenen Wertberichtigung führen.

Im Rahmen der Überprüfung der Werthaltigkeit der immateriellen Vermögenswerte aus der Kaufpreisallokation der OTB Solar ergab sich ein Abschreibungsbedarf von insgesamt 12.597 T€ auf Marke, Technologie und Kundenbeziehung sowie auf Entwicklungskosten. Sofern die Abzinsungssätze um 10 % höher gewesen wären, hätte der Konzern einen zusätzlichen Wertminderungsbedarf von 1.012 T€ berücksichtigen und den Buchwert der immateriellen Vermögenswerte reduzieren müssen.

Mit Vertrag vom 18./19. August 2011 veräußerte die Roth & Rau AG die Geschäftsanteile an dem 100%igen Tochterunternehmen Roth & Rau CTF Solar GmbH an ein chinesisches Unternehmen. Die vollständige Umsetzung aller im Vertrag vereinbarten Bedingungen erfolgte bis zur Erstellung des Jahresabschlusses nicht. Auf Grund des Zeitraumes seit Vertragsabschluss und dem geplanten Vollzug, der aktuellen Marktturbulenzen sowie der Haltung des Erwerbers ist die Vertragserfüllung derzeit ungewiss. Aus diesem Grund haben wir bilanzielle Vorsorge getroffen und die Entwicklungskosten sowie die immateriellen Vermögenswerte aus der Kaufpreisallokation wertberichtigt.

Aufgrund des oben genannten Risikos sowie weiterer schwebender Absatzgeschäfte wurde im Geschäftsjahr bilanziell Vorsorge getroffen, und es wurden Abwertungen auf Vermögenswerten und Rückstellungen in Höhe von insgesamt 16.016 T€ gebucht. Im Worst Case ergäbe sich ein weiterer Rückstellungsbedarf in Höhe von 5.750 T€.

Die Grundlagen für die Einschätzung bei den relevanten Themen werden in den jeweiligen Kapiteln dargestellt.

2.2. Forderung aus Auftragsfertigung

Insbesondere wird die Bilanzierung von künftigen Forderungen aus Fertigungsaufträgen nach der Percentage-of-Completion-Methode (PoC) gemäß IAS 11 vorgenommen. Der Fertigstellungsgrad der einzelnen Aufträge wird nach dem Cost-to-Cost-Verfahren ermittelt. Aufgrund der langjährigen Erfahrung und der Verbesserung der Vorkalkulation kann das Ergebnis der Fertigungsaufträge verlässlich geschätzt werden. Sollte sich im Ausnahmefall das Ergebnis eines Fertigungsauftrages nicht verlässlich schätzen lassen, so werden die Auftragserlöse in Höhe der angefallenen Auftragskosten erfasst (Zero-Profit-Margin-Methode). Nähere Erläuterungen sind dem Kapitel 4.2.2. zu entnehmen.

Wäre die erwartete Einschätzung des Fertigstellungsgrades um 10 % höher gewesen, wären die Forderungen um 6.270 T€ (Vorjahr: 10.189 T€) höher, die Verbindlichkeiten um 3.153 T€ (Vorjahr: 2.838 T€) niedriger und somit der Umsatz um 3.117 T€ (Vorjahr 7.351 T€) höher bzw. bei einen um 10 % niedrigerem Fertigstellungsgrad wären die Forderungen um 15.798 T€ (Vorjar: 46.113 T€) niedriger, die Verbindlichkeiten um 11.622 T€ (Vorjahr: 33.200 T€) höher und damit Umsatzerlöse um 4.177 T€ (Vorjahr: 12.913 T€) niedriger.

2.3. Ertragsteuern

Für jedes Besteuerungssubjekt ist die zu erwartende tatsächliche Ertragsteuer zu berechnen, und die temporären Differenzen aus der unterschiedlichen Behandlung bestimmter Bilanzposten zwischen dem IFRS-Konzern-Abschluss und dem steuerrechtlichen Abschluss sind zu beurteilen.

Soweit temporäre Differenzen vorliegen, führen diese Differenzen grundsätzlich zum Ansatz von aktiven und passiven latenten Steuern im Konzern-Abschluss. Das Management muss bei der Betrachtung tatsächlicher und latenter Steuern Beurteilungen treffen. Zur Beurteilung der Wahrscheinlichkeit der künftigen Nutzung von aktiven latenten Steuern sind verschiedene Faktoren heranzuziehen, wie z. B. Ertragslage der Vergangenheit, operative Planungen, Verlustvortragsperioden und Steuerplanungsstrategien. Weichen die tatsächlichen Ergebnisse von diesen Schätzungen ab oder sind diese Schätzungen in künftigen Perioden anzupassen, könnte dies nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben. Kommt es zu einer Änderung der Werthaltigkeitsbeurteilung bei aktiven latenten Steuern, sind die angesetzten aktiven latenten Steuern – entsprechend der ursprünglichen Bildung – erfolgswirksam abzuwerten bzw. wertberichtigte aktive latente Steuern erfolgswirksam oder erfolgsneutral zu aktivieren.

Im Geschäftsjahr ergab die Überprüfung der Werthaltigkeit der aktiven latenten Steuern aus Verlustvorträgen einen Wertminderungsbedarf, da sich aus der zukünftigen Mehrjahresplanung kein ausreichendes zu versteuerndes Einkommen ergeben hat. Darüber hinaus minderten sich die aktiven latenten Steuern aufgrund von vorgesehenen Verschmelzungen im nachfolgenden Geschäftsjahr und dem damit verbundenen Untergang der Verlustvorträge der jeweils zu verschmelzenden Gesellschaft.

Würden die endgültigen Werte in den von Schätzung betroffenen Bereichen um +10 % von den Schätzungen des Managements bzw. um die oben genannten Werte abweichen, müsste der Konzern 3.039 T€ mehr Steueraufwand buchen.

3. Segmentberichterstattung

Die Segmentberichterstattung des Konzerns ist gemäß IFRS 8 nach der internen Berichtsstruktur ausgerichtet. Dies erfolgt einerseits nach den Geschäftssegmenten und andererseits nach geografischer Umsatzverteilung der externen Umsatzerlöse nach Kundenstandorten. Die Geschäftsbereiche werden entsprechend der Art der Produkte und Dienstleistungen unabhängig voneinander organisiert und geführt. Jedes Segment stellt dabei einen strategischen Geschäftsbereich dar, dessen Produktpalette und Märkte sich von denen anderer Segmente unterscheiden. Den Segmentinformationen liegen grundsätzlich dieselben Ausweis- und Bewertungsmethoden wie denen des Jahresabschlusses zugrunde.

Über die Geschäftssegmente wird in Anlehnung an das Managementreporting in einer Art und Weise berichtet, die mit der internen Berichterstattung an den Hauptentscheidungsträger übereinstimmt. Als Hauptentscheidungsträger wurde der Vorstand identifiziert.

Die Rechnungslegungsgrundsätze für die Segmente sind die gleichen, wie sie für den Konzern in den Grundsätzen der Rechnungslegung beschrieben sind. Das Maß für die Ertragskraft der einzelnen Segmente des Konzerns ist das "Ergebnis vor Steuern", wie es in der Gewinn- und Verlustrechnung dargestellt wird.

Die Umsätze zwischen den Segmenten werden zu marktüblichen Verrechnungspreisen vorgenommen.

Der Geschäftsbereich Photovoltaik umfasst die Produkte, Technologien und Dienstleistungen für die Photovoltaikindustrie.

Das Equipment-Geschäft leistet den größten Umsatz- und Ergebnisbeitrag im Roth & Rau-Konzern und verfügt über ein hohes Wachstumspotenzial, u. a. sind hier die Produkte SiNA, MAiA, CAMiNI und DEPx enthalten, welche mit verschiedenen Produktionskapazitäten angeboten werden.

Unter dem Segment Systemlösungen (ehemals Turnkey) werden Umsätze aus dem Verkauf von Produktionslinien für die Herstellung kristalliner Silizium-Solarzellen erfasst.

Zu den wichtigsten Produkten im Segment Plasma- und Ionenstrahltechnologie zählen die Anlagenserie IonScan für das Schichtdickentrimming dünner Schichten in der Halbleiterindustrie und die Korrektur von Polierfehlern in der Präzisionsoptik sowie Anlagen der Serie AK für die großflächige Beschichtung von Oberflächen für die Halbleiter- und die Optische Industrie.

Unter das Segment Software fallen Softwareprodukte für die Steuerung von Anlagen und die Überwachung komplexer Produktionsprozesse bis hin zur Automatisierung kompletter Fabriken und weitere Produkte sowie Dienstleistungen für Kunden außerhalb der Photovoltaik.

Das Segment Ersatzteile und Service umfasst die Umsatzerlöse aus Ersatzteilverkäufen und die Umsätze aus dem weltweiten Servicegeschäft, u. a. für Inbetriebnahmen und Wartung.

Photovoltaik Plasma- und Ergebnis
01.01.– 31.12.2011 Photovoltaik System Ionenstrahl Ersatzteile Marge Konsoli Konzern Marge
in T€ Equipment lösungen technologie Software und Service Andere Summe in % dierung nach Konsol. in %
Umsatzerlöse extern 111.565 16.957 21.064 11.413 42.958 4.503 208.460 0 208.460
Umsatzerlöse intern 21.063 4.331 1.262 538 14.429 0 41.623 -41.623 0
Umsatzerlöse gesamt 132.628 21.288 22.326 11.951 57.387 4.503 250.083 -41.623 208.460
EBITDA 2.356 -44.050 3.163 1.801 -5.362 576 -41.516 -19,9 -921 -42.437 -20,4
Abschreibungen 44.063 8.060 2.251 4.084 4.945 320 63.723 0 63.723
EBIT -41.707 -52.110 912 -2.283 -10.307 256 -105.239 -50,5 -921 -106.160 -50,9

3.1. Segmentberichterstattung nach Geschäftsfeldern

Photovoltaik Plasma- und Ergebnis
01.01.– 31.12.2010 Photovoltaik System Ionenstrahl Ersatzteile Marge Konsoli Konzern Marge
in T€ Equipment lösungen technologie Software und Service Andere Summe in % dierung nach Konsol. in %
Umsatzerlöse extern 202.834 22.762 10.404 11.577 33.954 3.826 285.357 0 285.357
Umsatzerlöse intern 54.201 9.451 2.306 1.228 8.260 0 75.446 -75.446 0
Umsatzerlöse gesamt 257.035 32.213 12.710 12.805 42.214 3.826 360.803 -75.446 285.357
EBITDA 20.029 -34.265 3.146 3.120 2.393 692 -4.885 -1,7 -559 -5.444 -1,9
Abschreibungen 14.061 3.015 1.432 1.744 1.421 173 21.846 0 21.846
EBIT 5.968 -37.280 1.714 1.376 972 519 -26.731 -9,4 -559 -27.290 -9,6

Die Überleitung zum Konzern-Ergebnis stellt sich wie folgt dar:

31.12.2011 31.12.2010
Operatives Ergebnis -106.160 -27.290
Finanzierungserträge 2.341 2.489
Finanzierungsaufwendungen -4.358 -9.457
Ertragssteuer -13.708 8.403
Ergebnis nach Ertragssteuern -121.885 -25.855

Im Berichtsjahr gab es, ebenso wie im Vorjahr, keinen Kunden, mit dem 10 % der Gesamtumsatzerlöse erzielt wurden.

3.2. Segmentberichterstattung nach Regionen

Dieses Berichtsformat orientiert sich an geografischen Gesichtspunkten und zeigt die Umsatzverteilung der externen Umsatzerlöse nach den Kundenstandorten. Die Zuordnung des Segmentvermögens wird nach dem jeweiligen Standort vorgenommen.

Der Roth & Rau-Konzern steuert seine Aktivitäten über Geschäftsfeldergebnisse und nicht über regionale Ergebniserträge. Eine weitere Segmentierung entfällt damit.

Photovoltaik Plasma- und
01.01. –31.12.2011 Photovoltaik System Photovoltaik Ionenstrahl Ersatzteile
in T€ Equipment lösungen gesamt technologie Software und Service Andere Summe Anteil
Inland 1.705 0 1.705 9.183 8.939 4.085 1.714 25.626 12,3 %
Ausland 109.860 16.957 126.817 11.881 2.474 38.873 2.789 182.834 87,7 %
Europa 10.507 -1.708 8.799 4.113 641 7.521 978 22.052 10,6 %
Asien 95.801 18.204 114.005 3.690 44 21.438 1.013 140.190 67,2 %
USA 3.463 461 3.924 4.078 1.789 9.710 624 20.125 9,7 %
Übrige 89 0 89 0 0 204 174 467 0,2 %
Summe 111.565 16.957 128.522 21.064 11.413 42.958 4.503 208.460
01.01. –31.12.2010
in T€
Photovoltaik
Equipment
Photovoltaik
System
lösungen
Photovoltaik
gesamt
Plasma- und
Ionenstrahl
technologie
Software Ersatzteile
und Service
Andere Summe Anteil
Inland 487 7.618 8.105 7.174 7.648 3.495 1.901 28.323 9,9 %
Ausland 202.347 15.144 217.491 3.230 3.929 30.459 1.925 257.034 90,1 %
Europa 6.224 646 6.870 626 1.448 8.024 845 17.813 6,3 %
Asien 191.509 8.008 199.517 487 59 19.654 888 220.605 77,3 %
USA 4.614 6.490 11.104 2.117 2.422 2.747 131 18.521 6,5 %
Übrige 0 0 0 0 0 34 61 95 0,0 %
Summe 202.834 22.762 225.596 10.404 11.577 33.954 3.826 285.357

Die Verteilung der Vermögenswerte auf die Regionen stellt sich wie folgt dar:

01.01. – 31.12.2011
in T€ Deutschland Europa Asien USA Übrige Summe
Immaterielle Vermögensgegenstände 49.091 9.062 1.772 457 0 60.382
Sachanlagen 42.062 2.579 3.829 61 2 48.533
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilie 144 0 0 0 0 144
01.01. – 31.12.2010
in T€ Deutschland Europa Asien USA Übrige Summe
Immaterielle Vermögensgegenstände
Sachanlagen
94.744
40.527
5.453
1.831
0
529
527
55
0
10
100.724
42.952
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilie 150 0 0 0 0 150

4. Erläuterungen zu den einzelnen Posten der Bilanz

4.1. Langfristige Vermögenswerte

4.1.1. Immaterielle Vermögenswerte

In den immateriellen Vermögenswerten sind erworbene Vermögenswerte, die sich insbesondere aus den Unternehmenserwerben ergeben, sowie selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte aus Entwicklungsprojekten enthalten. Die Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte wird in der Entwicklung des Anlagevermögens dargestellt. Die Buchwerte der immateriellen Vermögenswerte zum 31. Dezember 2011 beinhalten Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer in Höhe von 22.827 T€ (Vorjahr: 40.659 T€) und mit bestimmter Nutzungsdauer in Höhe von 37.555 T€ (Vorjahr: 60.065 T€).

Entwicklung des Anlagevermögens

Anschaffungs- und Herstellungkosten
in T€ Stand 01.01. Akquisitionen Zugänge Abgänge Umbuchungen Währungseffekte
Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte
2010
Gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 2.245 744 1.414 40 0 0
Marke 1.240 3.676 0 0 0 0
Kundenbeziehung 8.015 4.734 0 0 0 0
Technologie 3.792 21.188 0 0 0 0
Auftragsbestand 2.048 5.016 0 0 0 0
Goodwill 19.703 22.535 0 0 0 0
Entwicklungskosten 25.254 0 15.631 476 -267 43
62.297 57.893 17.045 516 -267 43
2011
Gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 4.363 0 1.037 87 0 0
Marke 4.916 0 0 0 0 0
Kundenbeziehung 12.749 0 0 0 0 0
Technologie 24.980 0 0 0 196 0
Auftragsbestand 7.064 0 0 0 0 0
Goodwill 42.238 1.769 0 1.400 0 15
Entwicklungskosten 40.185 0 10.751 0 -196 20
136.495* 1.769 11.788 1.487 0 35*
Entwicklung der Sachanlagen
2010
Grund und Boden 727 0 308 0 0 0
Gebäude 17.340 0 34 98 0 0
Technische Anlagen und Maschinen 8.509 1.175 1.908 840 8.021 0
Andere Anlagen, BGA 7.583 2.831 2.558 727 4 0
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 1.838 0 14.223 86 -7.758 0
35.997 4.006 19.031 1.751 267 0
2011
Grund und Boden 1.035 0 0 0 528 0
Gebäude 17.276 0 51 0 8.627 0
Technische Anlagen und Maschinen 18.773 3.420 6.423 80 1.331 0
Andere Anlagen, BGA 12.249 22 3.681 79 49 6
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 8.217 0 3.087 1 -10.535 0
57.550 3.442 13.242 160* 0 6
Entwicklung der Finanzanlagen
Anteile nicht konsolidierter Tochtergesellschaften
2010 384 -238 252 72 0 0
2011 326 0 69 0 0 0
Gesamtes Anlagevermögen ohne Finanzinvestition 2010 98.678 61.661 36.328 2.339 0 43
Gesamtes Anlagevermögen ohne Finanzinvestition 2011 194.371 5.211 25.099 1.647 0 41
Entwicklung der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilie
2010 335 0 0 0 0 0
2011 335 0 0 0 0 0
Gesamtes Anlagevermögen mit Finanzinvestition 2010 99.013 61.661 36.328 2.339 0 43
Gesamtes Anlagevermögen mit Finanzinvestition 2011 194.706 5.211 25.099 1.647 0 41
Stand 31.12. Stand 01.01. Akquisitionen Zugänge Wertminderungen Abgänge Währungseffekte Stand 31.12. Stand 31.12. Stand 01.01.
4.363 1.114 265 850 0 30 0 2.199 2.164 1.131
4.916 124 0 266 0 0 0 390 4.526 1.116
12.749 1.051 0 1.427 0 0 0 2.478 10.271 6.964
24.980 434 6.519 4.106 427 0 0 11.486 13.494 3.358
7.064 2.048 0 3.762 0 0 0 5.810 1.254 0
42.238 1.579 0 0 0 0 0 1.579 40.659 18.124
40.185 6.362 0 3.577 1.897 7 0 11.829 28.356 18.892
136.495 12.712 6.784 13.988 2.324 37 0 35.771 100.724 49.585
5.313 2.199 0 1.231 0 1 0 3.429 1.884 2.164
4.916 390 0 328 2.368 0 0 3.086 1.830 4.526
12.749 2.478 0 1.557 2.585 0 0 6.620 6.129 10.271
25.176 11.486 0 2.967 8.353 0 0 22.806 2.370 13.494
7.064 5.810 0 1.254 0 0 0 7.064 0 1.254
42.622 1.579 0 0 18.216 0 0 19.795 22.827 40.659
50.760 11.829 0 4.265 9.283 0 41 25.418 25.342 28.356
148.600 35.771 0 11.602* 40.805 1* 41 88.218* 60.382 100.724
1.035 1 0 0 0 0 0 1 1.034 726
17.276 2.220 0 518 0 0 0 2.738 14.538 15.120
18.773 2.477 881 1.210 1.553 508 0 5.613 13.160 6.032
12.249 3.270 1.303 1.701 552 580 0 6.246 6.003 4.313
8.217 0 0 0 0 0 0 0 8.217 1.838
57.550 7.968 2.184 3.429 2.105 1.088 0 14.598 42.952 28.029
1.563 1 0 10 0 0 0 11 1.552 1.034
25.954 2.738 0 609 0 0 0 3.347 22.607 14.538
29.867 5.613 0 3.446 4.023 338 0 12.744 17.123 13.160
15.928 6.246 0 2.689 0 29 6 8.912 7.016 6.003
768 0 0 533 0 0 0 533 235 8.217
42.952
74.080 14.598 0 7.287 4.023 367 6* 25.547 48.533
326 0 0 0 0 0 0 0 326 384
395 0 0 0 0 0 0 0 395 326
194.371 20.680 8.968 17.417 4.429 1.125 0 50.369 144.002 77.998
223.075 50.369 0 18.889 44.828 368 47 113.765 109.310 144.002
335 175 0 10 0 0 0 185 150 160
335 185 0 6 0 0 0 191 144 150
194.706 20.855 8.968 17.427 4.429 1.125 0 50.554 144.152 78.158
223.410 50.554 0 18.895 44.828 368 47 113.956 109.454 144.152

Anschaffungs- und Herstellungkosten Abschreibungen Buchwerte

* Rundungsdifferenz +/- 1 T€

4.1.1.1. Entwicklungskosten

Im Berichtszeitraum wurden gemäß IAS 38 Entwicklungskosten für neue Produkte bzw. Produktionsverfahren in Höhe von 11.366 T€ (Vorjahr: 19.131 T€) aktiviert. Nach Abzug der darauf angeforderten bzw. erhaltenen Zuschüsse in Höhe von 615 T€ (Vorjahr: 3.500 T€) wurden netto 10.751 T€ (Vorjahr: 15.631 T€) als Zugang bei den Entwicklungskosten im Anlagevermögen verbucht. Die im Aufwand direkt erfassten Entwicklungskosten betrugen im Geschäftsjahr 19.250 T€. Im Geschäftsjahr wurde bei zuvor aktivierten Entwicklungskosten ein Wertminderungsbedarf von 9.283 T€ (Vorjahr: 1.897 T€) aufwandswirksam erfasst. Dabei handelt es sich zum einen mit 1.700 T€ um Abschreibungen, welche sich aus dem Wertminderungstest der Cash-Generating-Units der OTB Solar ergeben haben, aufgrund fehlender Verwertbarkeit bzw. unzureichender zukünftiger Cash Flows. Weiterhin entfallen 2.759 T€ auf im Geschäftsjahr 2011 gestoppte Entwicklungsprojekte. Zusätzlich wurden 2.485 T€ Entwicklungskosten abgewertet, die sich aufgrund schwebender Absatzgeschäfte ergeben. Auf die Bereinigung des Produktportfolios fallen im Wesentlichen 2.339 T€ Abwertungen.

Der Ausbau der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten zielt auf eine Erweiterung der Produktpalette und die Erschließung neuer Tätigkeitsfelder ab. Entsprechend dem Beschluss zur strategischen Neuausrichtung der Roth & Rau AG im Rahmen des CRiSP-Programms stehen im Mittelpunkt der F&E-Aktivitäten neue Solarzellentechnologien (Heterojunction-Zellen sowie Zellen mit Aluminiumoxid-Rückseitenpassivierung) – insbesondere die Entwicklung von Anlagen und Prozessen zu deren Herstellung. Dabei konzentriert sich Roth & Rau auf seine Kernkompetenzen im Bereich der Beschichtungstechnologien.

Im Technologiezentrum Hohenstein-Ernstthal wurde die Pilotlinie erweitert, in der der gesamte Herstellungsprozess einer Solarzelle durchlaufen werden kann. In der Pilotlinie werden nunmehr in Kooperation mit Konzern-Gesellschaften, führenden Industriepartnern und Instituten Anlagen und Prozesse weiterentwickelt sowie Kundenbemusterungen durchgeführt.

Im Bereich Photovoltaik beinhalten die aktivierten Entwicklungsleistungen die Weiterentwicklung etablierter Anlagen und Produktionskonzepte für plasmaunterstützte Abscheideanlagen, die Entwicklung neuer Anlagenkonzepte für thermische und innovative Prozesse sowie Fertigungstechnologien für multi- und monokristalline Hocheffizienzsolarzellen.

Im Geschäftsjahr 2011 wurden im Wesentlichen Entwicklungskosten für folgende Projekte aktiviert:

Kristalline Siliziumsolarzellen

Schwerpunkte im Bereich der kristallinen Photovoltaik waren:

  • die Weiterentwicklung der SiNA 2-Systeme mit neuen Beschichtungskomponenten,
  • Entwicklung einer Fertigungstechnologie hocheffizienter kristalliner Solarzellen (Heterojunction),
  • die Entwicklung neuer plasmabasierter Beschichtungs- und Ätzprozesse zur Steigerung des Wirkungsgrads kristalliner Silizium-Solarzellen mit der besonders hervorzuhebenden Entwicklung von Rückseitenpassivierungsschichten basierend auf Aluminiumoxid.

Für den Bereich der Weiterentwicklung der SiNA 2-Systeme wurden im Geschäftsjahr 442 T€ Entwicklungsleistungen aktiviert. Zum 31. Dezember 2011 beträgt der Buchwert 3.373 T€, darauf sind 1.494 T€ Abschreibungen angefallen. Für den Bereich der Heterojunction-Entwicklung wurden im Geschäftsjahr 5.133 T€ Entwicklungsleistungen aktiviert. Zum 31. Dezember 2011 beträgt der Buchwert 12.881 T€, darauf sind 368 T€ Abschreibungen angefallen. Für den Bereich der Entwicklung neuer plasmabasierter Beschichtungs- und Ätzprozesse wurden im Geschäftsjahr 215 T€ Entwicklungsleistungen aktiviert. Zum 31. Dezember 2011 beträgt der Buchwert 443 T€, darauf sind 18 T€ Abschreibungen angefallen. Sämtliche Entwicklungskosten werden über eine Nutzungsdauer von drei Jahren linear abgeschrieben.

In den sonstigen Bereichen wurden die Aufwendungen für die Weiterentwicklung des Produkts VAC sowie für die Weiterentwicklung des MES-Systems in der AIS Automation Dresden GmbH als Entwicklungskosten aktiviert.

Für den Bereich der Weiterentwicklung des Produkts VAC wurden im Geschäftsjahr 188 T€ Entwicklungsleistungen aktiviert, was dem Buchwert zum 31. Dezember 2011 entspricht. Für den Bereich der Weiterentwicklung des MES-Systems wurden im Geschäftsjahr 409 T€ Entwicklungsleistungen aktiviert. Zum 31. Dezember 2011 beträgt der Buchwert 213 T€, darauf sind 0 T€ Abschreibungen angefallen.

4.1.1.2. Wertminderungstest Geschäfts- oder Firmenwert

Der Geschäfts- oder Firmenwert wird nicht planmäßig abgeschrieben, sondern jährlich einer Werthaltigkeitsprüfung (Impairment-Test) gemäß IAS 36 unterzogen. Die Werthaltigkeitsprüfung erfolgt auf den 31. Dezember eines jeden Jahres. Zur Ermittlung der Werthaltigkeit des Geschäfts- oder Firmenwertes werden die erzielbaren Beträge der firmenwerttragenden Cash-Generating-Units (CGUs) herangezogen.

Im Konzern wurden zu diesem Zweck acht wesentliche firmenwerttragende CGUs identifiziert. Der Gesamtfirmenwert beträgt 22.827 T€ zum 31. Dezember 2011 (Vorjahr: 40.659 T€).

Die Bestimmung des erzielbaren Betrags einer CGU erfolgt durch die Ermittlung des "Fair Value less Cost to Sell" mit Hilfe der Discounted-Cash-Flow-Methode. Dabei werden die geplanten diskontierten Nachsteuer-Cash Flows aus der vom Management genehmigten Fünfjahresplanung verwendet. Die nach diesem Fünfjahreszeitraum generierten Cash Flows werden unter Nutzung der unten dargestellten Wachstumsraten extrapoliert.

Die Ermittlung des "Fair Value less Cost to Sell" erfolgt generell auf Basis der geschätzten Umsatzwachstumsraten für die jeweiligen Märkte. Zu der Ermittlung werden sowohl Vergangenheitsdaten als auch das erwartete zukünftige Wachstum herangezogen. Die den wesentlichen Annahmen zugewiesenen Werte stimmen dabei grundsätzlich mit externen Informationsquellen überein.

CGU Buchwert des Firmenwertes 2011 in T€ Buchwert des Firmenwertes 2010 in T€ Anteil am Gesamtfirmenwert WACC Wachstumsrate Teminal Value Grundannahme in der Unternehmensplanung OTB Solar B.V. 3.748 18.602 16,42 % 10,82 % (Vorjahr: 12,3 %) 1,50 % Vergangenheit und zukünftiges Marktwachstum AIS Automation Dresden GmbH 8.675 11.211 38,00 % 10,82 % (Vorjahr: 10,4 %) 1,50 % Vergangenheit und zukünftiges Marktwachstum Roth & Rau Muegge GmbH 3.737 3.737 16,37 % 10,82 % (Vorjahr: 11,85 %) 1,50 % Vergangenheit und zukünftiges Marktwachstum Roth & Rau – Ortner GmbH 3.625 3.625 15,88 % 10,82 % (Vorjahr: 9,64 %) 1,50 % Vergangenheit und zukünftiges Marktwachstum Precision Tooling & Solar Tech. Co. Ltd. 1.769 0 7,75 % 10,82 % 1,50 % Vergangenheit und zukünftiges Marktwachstum Sonstige 1.272 3.483 5,57 % 10,82 % (Vorjahr: 10,4 %) 1,50 % Vergangenheit und zukünftiges Marktwachstum

Die ermittelten wesentlichen firmenwerttragenden CGUs stellen sich wie folgt dar:

Der Wertminderungstest 2011 führte zu einem Wertminderungsbedarf des Geschäfts- oder Firmenwerts in Höhe von 14.855 T€ für die OTB Solar B.V., 2.536 T€ für die AIS und 825 T€ für Roth & Rau Italy S.r.l. i. L. (unter den sonstigen CGUs augewiesen). Der Impairment ergab sich insbesondere aus der neuen Mehrjahresplanung, welche aufgrund veränderter Marktverhältnisse angepasst wurde, sowie bei Roth & Rau Italy S.r.l. i. L. aufgrund der eingeleiteten Liquidation. Neben der Abschreibung des Goodwills der Roth & Rau Italy S.r.l. i. L. erfolgte eine erfolgsneutrale Minderung des Goodwill um 1.400 T€ zu Lasten bestehender Kaufpreisverbindlichkeiten.

4.1.1.3. Überleitung Goodwill

Im Ergebnis stellt sich die Überleitungsrechnung für den Goodwill wie folgt dar:

in T€ 31.12.2011 31.12.2010
Goodwill am Anfang der Periode 40.659 18.124
Zugang (Vorjahr Akquisition)* 1.769 18.885
Währungsdifferenz 15 0
Nachträglicher Kaufpreis in 2011 -1.400 3.650
Goodwill Impairment -18.216 0
Goodwill am Ende der Periode 22.827 40.659

* Rundungsdifferenz 1 T€

Aufgrund veränderter Marktverhältnisse wurden bei der Überprüfung der Werthaltigkeit der Geschäfts- und Firmenwerte im Berichtszeitraum Impairments in Höhe von 18.216 T€ (Vorjahr: 0 T€) vorgenommen (siehe dazu auch Erläuterungen zu Wertminderungstest). Der Zugang resultiert aus der Übernahme der Geschäftsaktivitäten der Possehl Group in Shenzhen mittels der neu gegründeten Gesellschaft Precision Tooling & Solar Tech. Co. Ltd. im Rahmen eines Asset-Deals (vgl. Kapitel 6.).

4.1.1.4. Wertminderungstest andere Vermögenswerte

Die anderen immateriellen Vermögenswerte (Marke, Technologie, Kundenbeziehung, Auftragsbestand) werden entsprechend ihrer Nutzungsdauer planmäßig abgeschrieben.

Im Geschäftsjahr 2011 wurde auf Grund eines Triggering-Events in Bezug auf die Geschäftsentwicklung der OTB Solar B.V. für die beiden Produktbereiche DEPx und PixDro ein Wertminderungstest durchgeführt.

In diesem Zusammenhang wurden bei der OTB Solar B.V. die Asset-CGUs (Produktbereiche) für DEPx und PixDro identifiziert und aufgrund sich geänderter Marktverhältnisse hinsichtlich ihrer Werthaltigkeit untersucht. Daraus ergab sich insgesamt ein Wertminderungsbedarf von 12.597 T€, wovon 12.430 T€ auf die CGU DEPx und 167 T€ auf die CGU PixDro enfallen. Die Wertminderung wurde auf die entsprechenden Vermögenswerte aufgeteilt, demnach ergibt sich folgende Darstellung:

Buchwert vor
Impairment in T€
Impairment
in T€
Buchwert nach
Impairment
31.12.11 in T€
Marke 3.247 2.368 879
Technologie 8.185 5.944 2.241
Kundenbeziehungen 3.302 2.585 717
Entwicklungskosten 2.855 1.700 1.155
Gesamt 17.589 12.597 4.993

Die übrigen Buchwerte des jeweiligen Geschäftsbereichs werden als werthaltig erachtet.

Die Bestimmung des erzielbaren Betrags einer CGU erfolgte durch Ermittlung des "Fair Value less Cost to Sell" mittels der Discounted-Cash-Flow-Methode unter Zugrundelegung der vom Management genehmigten Fünfjahresplanung für die entsprechenden CGU. Zur Ermittlung werden sowohl Vergangenheitsdaten als auch das erwartete zukünftige Wachstum herangezogen. Cash Flows nach diesem Fünfjahreszeitraum werden unter Nutzung der Wachstumsraten extrapoliert. Für die Berechnung der zukünftigen Cash Flows wurde ein WACC von 10,82 % sowie eine Wachstumsrate von 1,5 % unterstellt. Die Plandaten wurden dabei unter Berücksichtigung von Risikofaktoren und -abschlägen, auch im Hinblick auf die aktuelle Marktsituation, bereinigt. Die verwendeten Umsatzannahmen basieren im Planungszeitraum auf extern veröffentlichten Quellen sowie vergangenen Erfahrungswerten.

Darüber hinaus wurden Wertminderungen auf andere Vermögenswerte in Höhe von 2.409 T€ aus schwebenden Absatzgeschäften außerplanmäßig gebucht.

4.1.2. Sachanlagen

Die Entwicklung der Sachanlagen wird in Kapitel 4.1. ff. dargestellt.

Die Zugänge im Sachanlagevermögen setzen sich im Wesentlichen aus Investitionen im Zusammenhang mit der Fertigstellung des Neubaus eines Bürogebäudes sowie der Erweiterung der Pilotlinie am Standort Hohenstein-Ernstthal zusammen. Weiterhin wurde in eine Extrusionsanlage investiert, welche an die Tochtergesellschaft Roth & Rau Italy S.r.l. i. L. vermietet wurde. Es wurden Zuschüsse in Höhe von 1.265 T€ mit den Sachanlagen in 2011 saldiert. Im Geschäftsjahr waren außerplanmäßige Abschreibungen auf nicht mehr nutzbare Vermögenswerte in Höhe von 4.023 T€ notwendig. Die Sachanlagen mit Buchwerten in Höhe von 22.603 T€ sind mit 7.548 T€ durch Grundschulden besichert.

4.1.3. Finanzanlagen

Die Entwicklung der Finanzanlagen wird in Kapitel 4.1. ff. dargestellt.

Bei den Finanzanlagen handelt es sich um Finanzinstrumente in der Kategorie "Zur Veräußerung verfügbar", welche ausschließlich den Anteil der nach der Equity-Methode konsolidierten Tochtergesellschaft in Höhe von 145 T€ (Vorjahr: 75 T€) enthalten. Aus Wesentlichkeitsgründen wird dieser Posten nicht separat in der Bilanz ausgewiesen.

Der Anteil an den Gewinnen und Verlusten dieses Unternehmens wird, wie bereits unter Kapitel 1.2.2. erläutert, vom Zeitpunkt des Erwerbs an in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, der Anteil an Veränderungen der Rücklagen in den Konzern-Rücklagen. Die kumulierten Veränderungen nach Erwerb werden gegen den Beteiligungsbuchwert verrechnet.

4.1.4. Sonstige langfristige Forderungen

Unter den sonstigen langfristigen Forderungen werden geleistete Kautionen aus den eingegangenen Mietverträgen sowie ein langfristiges Darlehen der Roth & Rau Muegge GmbH an deren 50%iger Beteiligung, welche at-equity einbezogen wurde, ausgewiesen.

4.1.5. Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

Die Entwicklung der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilie wird in Kapitel 4.1. ff. dargestellt.

Bei den als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien handelt es sich um das Grundstück und Gebäude "Gewerbering 10, Hohenstein-Ernstthal OT Wüstenbrand", die derzeit vermietet werden. Die Mieterträge beliefen sich im Jahr 2011 auf 39 T€ (Vorjahr: 36 T€). Instandhaltungsaufwendungen sind im Berichtsjahr nur in unwesentlichem Umfang angefallen.

Wegen fehlender Marktdaten bzw. Vergleichswerte wurde die Immobilie zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Die Gebäude werden linear in Höhe von 4 % jährlich abgeschrieben. 2011 entstanden keine Kosten, die den Finanzinvestitionen direkt zugerechnet werden konnten.

4.1.6. Latente Steueransprüche

Die aktiven latenten Steuern werden unter 4.4.2 erläutert.

4.2. Kurzfristige Vermögenswerte

4.2.1. Vorräte

in T€ 31.12.2011 31.12.2010
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 24.149 15.971
Unfertige Erzeugnisse 70.308 42.972
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen -64.396 -6.910
Fertige Erzeugnisse und Waren 3.290 3.263
Geleistete Anzahlungen 8.786 9.833
Summe 42.137 65.129

Bei den Vorräten wirkte sich im Wesentlichen die Umstellung auf ein modulares Fertigungskonzept der zweiten Generation unserer Beschichtungsanlagen und damit verbunden auch die Umstellung von der Ertragsrealisierung von der "Percentage of Completion Method" (PoC-Methode) auf die "Completed Contract Method" (CC-Methode) aus. Die Umsatzrealisierung erfolgt erst nach Endabnahme durch den Kunden, was somit zu einem Aufbau des Bestandes an unfertigen und fertigen Erzeugnissen führt. Dementsprechend kommt es zu einer Abnahme der Forderungen aus Auftragsfertigung. Die Reduzierung des Vorratsvermögens resultiert per Saldo aus abgerechneten Kundenaufträgen, aus der Reduzierung der Vorräte aufgrund von Wertberichtigungen auf Kundenaufträge sowie aus Zugängen von Anzahlungen von Kunden, die dem Aufbau der Vorräte aus der Umstellung der Bewertungsmethode von der "Percentage of Completion Method" (PoC-Methode) auf die "Completed Contract Method" (CC-Methode) entgegenwirken. In Summe führte dieser Effekt zu einem Rückgang der Vorräte um 22.992 T€ auf 42.137 T€.

In nachfolgender Tabelle wird die Entwicklung der Vorräte zu Buchwerten dargestellt:

Abwertung per
31.12.2011 in T€
Restbuchwert
zum 31.12.11
Buchwert vor
Abwertung
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 237 24.149 24.386
Unfertige Erzeugnisse 22.011 70.308 92.319
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 0 -64.396 -64.396
Fertige Erzeugnisse und Waren 798 3.290 4.088
Geleistete Anzahlungen 0 8.786 8.786
Summe 23.046 42.137 65.183

Im Berichtsjahr erfolgten unter anderem bei den unfertigen Erzeugnissen Abwertungen in Höhe von 15.324 T€. Davon entfallen 13.064 T€ auf Lagertools für nicht abgenommene Turnkey-Projekte, für die eine weitere Verwendung bzw. Verwertung unmöglich erscheint.

Der Aufwand wurde in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst (vgl. Kapitel 5.8.).

4.2.2. Forderungen und Verbindlichkeiten aus Auftragsfertigung

in T€ 31.12.2011 31.12.2010
AKTIVA
Forderungen 49.033 147.582
./. Erhaltene Anzahlungen -37.644 -97.288
11.389 50.294
PASSIVA
Verbindlichkeiten 6.656 12.461
./. Erhaltene Anzahlungen -7.511 -22.177
-855 -9.716

Der Ausweis der Aufträge erfolgt aktivisch unter den "Forderungen aus Auftragsfertigung" bzw. passivisch unter den "Verbindlichkeiten aus Auftragsfertigung". Soweit Anzahlungen die kumulierte Leistung übersteigen, erfolgt der Ausweis passivisch unter den Verbindlichkeiten aus Auftragsfertigung bzw. den erhaltenen Anzahlungen.

Bei laufenden Kundenprojekten wurde ein voraussichtlicher Verlust in Höhe von 1.368 T€ berücksichtigt.

Die Position gliedert sich wie folgt:

Fertigungsaufträge in Bearbeitung
in T€
31.12.2011 31.12.2010
Realisierte Teilumsätze 55.689 160.043
Erhaltene Anzahlungen -45.155 -119.465
Saldo 10.534 40.578
Bilanzausweis Aktiva 11.389 50.294
Bilanzausweis Passiva -855 -9.716
Saldo 10.534 40.578
Kosten 45.560 123.984
Teilgewinn 11.497 40.842
Antizipierte Verluste -1.368 -4.783
55.689 160.043
in T€ 31.12.2011 31.12.2010
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 28.258 28.418
Sonstige Forderungen und finanzielle Vermögenswerte 6.665 6.920
Summe 34.923 35.338

4.2.3. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betragen 65.411 T€ (Vorjahr: 44.765 T€) und werden abzüglich der gebildeten Wertberichtigung von 37.153 T€ (Vorjahr: 16.347 T€) mit 28.258 T€ saldiert ausgewiesen (Vorjahr: 28.418 T€). Sie haben eine Laufzeit von weniger als einem Jahr. Einzelwertberichtigungen werden entsprechend der Einschätzung des Vorstands vorgenommen. Als Kriterien hierbei werden Überfälligkeit und Bonitätsabfragen bei externen Instituten herangezogen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr resultieren die Einzelwertberichtigungen im Wesentlichen aus Zahlungsschwierigkeiten einzelner Kunden sowie aus Forderungen von Kunden, welche sich im Liquidationsverfahren befinden.

Die in den Forderungen aus Lieferung und Leistungen erfassten Wertberichtigungen stellen sich insgesamt wie folgt dar:

in T€ Stand
01.01.
Zugang
Akquisition
Inanspruch
nahme
Auflösung Zugang Stand
31.12.
Einzelwertberichtigung 16.113 0 450 1.452 22.774 36.985
Portfoliobasierte
Wertberichtigung
234 0 0 268 202 168
Summe 16.347 0 450 1.720 22.976 37.153

Im Geschäftsjahr wurden bei den Einzelwertberichtigungen Zuführungen in Höhe von 22.774 T€ durchgeführt. Darin sind im Wesentlichen Einzelwertberichtigungen aus Turnkey-Projekten in Höhe von 17.944 T€ enthalten, die unter den Verlusten aus Wertminderungen des Umlaufvermögens in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst wurden.

Fremdwährungsforderungen bestanden zum Abschlussstichtag in Höhe von 8.865 T€ (Vorjahr: 4.279 T€). Die Bewertung der Fremdwährungsforderungen erfolgte zum Stichtagskurs. Sie umfassen eine Vielzahl von Einzelposten. Wesentliche Abweichungen zwischen den Bilanzwerten und den Zeitwerten ergeben sich nicht.

Die sonstigen Forderungen und finanziellen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:
-- -------------------------------------------------------------------------------------------
in T€ 31.12.2011 31.12.2010
Debitorische Kreditoren 1.034 1.277
Abgegrenzte Forschungs- und Entwicklungszuschüsse 1.820 1.440
Forderungen Investitionszulagen 265 48
Abgegrenzte Boni 0 488
Finanzderivate 0 57
Forderungen gegen Versicherungen 1.147 1.434
Aktive Rechnungsabgrenzungsposten – Rest 793 829
Sonstige 1.606 1.347
Summe 6.665 6.920

Zu den anderen Finanzinstrumenten verweisen wir auf Kapitel 1.5.19. ff. sowie 4.6.

4.2.4. Laufende Steuerforderungen

Es handelt sich um Steuererstattungsansprüche aus Umsatzsteuer und Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer.

in T€ 31.12.2011 31.12.2010
Forderungen Steuern vom Einkommen und Ertrag 2.506 2.526
Forderungen Umsatzsteuer 1.188 9.381
Forderungen Lohnsteuer 0 9
Summe 3.694 11.916

Im Gegensatz zum Vorjahr hat sich die Umsatzsteuerforderung stark reduziert, was im Wesentlichen aus der Reduzierung der Geschäftstätigkeit resultiert.

4.2.5. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

in T€ 31.12.2011 31.12.2010
Kasse 21 24
Bank 29.949 103.177
Kurzfristige Wertpapiere 0 4.540
Summe 29.970 107.741

Der Posten Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente enthält neben dem Kassenbestand die kurzfristigen Bankeinlagen mit Laufzeiten von weniger als drei Monaten sowie Termin- bzw. Tagesgelder. Ein Termingeldguthaben in Höhe von 409 T€ (Vorjahr: 0 T€) dient bis auf weiteres der Besicherung von Avalen.

4.3. Eigenkapital

Für nähere Informationen zur Veränderung des Eigenkapitals der Roth & Rau-Gruppe im Geschäftsjahr 2011 wird auf die Eigenkapitalveränderungsrechnung verwiesen.

4.3.1. Grundkapital

Das Grundkapital betrug am 31. Dezember 2011 16.207 T€ (31. Dezember 2010: 16.207 T€) und war unverändert in 16.207.045 auf den Inhaber lautende nennwertlose Stückaktien eingeteilt. Alle Stückaktien sind voll eingezahlt bzw. wurden durch Sacheinlage erbracht.

4.3.2. Kapitalrücklage

Im Berichtszeitraum gab es keine Veränderungen in der Kapitalrücklage. Die Bewertung des Equity-Settled-Anteils der Phantom Stock Options, welcher in der Kapitalrücklage enthalten ist, beläuft sich auf 120 T€ (Vorjahr: 101 T€).

4.3.3. Gewinnrücklagen

Im Geschäftsjahr 2011 wurde kein handelsrechtlicher Jahresüberschuss erwirtschaftet. Es kommt somit gem. § 58 AktG zu keiner Einstellung in die gesetzliche Gewinnrücklage.

4.3.4. Andere Rücklagen

In den anderen Rücklagen werden die Wertänderungen der zur Veräußerung verfügbaren Wertpapiere einschließlich der darauf zu berechnenden latenten Steuern erfolgsneutral ausgewiesen.

in T€ Cash Flow Hedge Available for Sale Unterschied aus
Währungsumrechnung
Summe
Stand 01.01.2011 0 8 49 57
Zuführung 0 -10 -5 -15
Entnahmen 0 0 0 0
Veränderung der
latenten Steuern 0 2 0 2
Stand 31.12.2011 0 0 44 44
Unterschied aus
in T€ Cash Flow Hedge Available for Sale Währungsumrechnung Summe
Stand 01.01.2010 0 46 8 54
Zuführung 0 176 41 217
Entnahmen 0 -229 0 -229
Veränderung der
latenten Steuern 0 15 0 15
Stand 31.12.2010 0 8 49 57

4.3.5. Konzern-Bilanzverlust

Der Konzern-Bilanzverlust (Vorjahr: Konzern-Bilanzgewinn) entwickelte sich wie folgt:

in T€ 31.12.2011 31.12.2010
Gewinnvortrag 01.01. 21.935 47.744
Den Aktionären der Roth & Rau AG zustehendes Ergebnis -121.885 -25.809
Konzern-Bilanzverlust (Vorjahr: Konzern-Bilanzgewinn) -99.950 21.935

4.4. Langfristige Schulden

4.4.1. Langfristige Darlehen

31.12.2011 davon Restlaufzeit 31.12.2010 davon Restlaufzeit
bis 1 von 1 bis über 5 bis 1 von 1 bis über 5
in T€ Jahr 5 Jahre Jahre Jahr 5 Jahre Jahre
Finanzverbindlich
keiten 7.235 600 2.135 4.500 23.120 1.077 11.543 10.500
Schuldschein
darlehen 5.000 0 500 4.500 19.000 0 8.500 10.500
SSD (5-Y Floating –
Zinsswap)
Roth & Rau AG 500 0 500 0 8.500 0 8.500 0
SSD (7-Y Floating –
Zinsswap)
Roth & Rau AG 3.000 0 0 3.000 7.000 0 0 7.000
SSD (7-Y Fix)
Roth & Rau AG 1.500 0 0 1.500 3.500 0 0 3.500
Gegenüber
Kreditinstituten 2.125 600 1.525 0 3.739 936 2.803 0
Sparkasse Chemnitz
Roth & Rau AG 100 100 0 0 300 200 100 0
BW Bank -
Roth & Rau AG 100 100 0 0 300 200 100 0
BW Bank (Zinsswap)
Roth & Rau AG 800 400 400 0 1.200 400 800 0
Deutsche Bank – AIS
Automation Dresden GmbH 0 0 0 0 439 73 366 0
Deutsche Bank – AIS
Automation Dresden GmbH 0 0 0 0 376 63 313 0
Sparkasse Langen
Seligenstadt
Roth & Rau Muegge GmbH 716 0 716 0 715 0 715 0
Sparkasse Langen
Seligenstadt
Roth & Rau Muegge GmbH 409 0 409 0 409 0 409 0
Sonstige
R3
T GmbH
110 0 110 0 381 141 240 0

Schuldscheindarlehen

Im Rahmen des Change-of-Control seitens der Meyer Burger Technology AG hat ein Teil der entsprechenden Schuldscheininvestoren das vertraglich vereinbarte Sonderkündigungsrecht ausgeübt. Dem folgend wurden per 16. September 2011 Schuldscheindarlehen im Gesamtbetrag von 14.000 T€ seitens der Roth & Rau AG zurückbezahlt. In diesem Zusammenhang wurden die dazugehörigen Zinssicherungsgeschäfte (Zinsswaps) erfolgswirksam aufgelöst.

Derzeit stehen zwei variabel verzinsliche Schuldscheindarlehen mit nominal 3.500 T€ (Vorjahr: 15.500 T€) aus. Davon hat eines eine Laufzeit bis 2015 über nominal 500 T€ (Vorjahr: 8.500 T€) und das andere in Höhe von 3.000 T€ (Vorjahr: 7.000 T€) eine Laufzeit bis 2017.

Das fest verzinsliche Schuldscheindarlehen über nominal 1.500 T€ (Vorjahr: 3.500 T€) hat eine Laufzeit bis 2017.

Alle drei Schuldscheindarlehen haben eine endfällige Tilgungsstruktur.

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

Vor dem Hintergrund einer weiteren Optimierung der bestehenden Finanzierungsstruktur des Roth & Rau-Konzerns wurden im Rahmen einer Sondertilgung sämtliche Darlehen der AIS Automation Dresden GmbH bei der Deutsche Bank AG zum 30. Dezember 2011 vollständig zurückgeführt.

Darlehensverbindlichkeiten in Höhe von 1.000 T€ (Vorjahr: 2.615 T€) haben eine viertel- oder halbjährliche Tilgungsvereinbarung. Die verbleibenden Darlehen haben jeweils eine endfällige Tilgungsstruktur.

Die Darlehensverbindlichkeiten in Höhe von 2.125 T€ (Vorjahr: 3.739 T€), welche der Finanzierung von Betriebsimmobilien dienen, sind durch Grundpfandrechte besichert.

Im Sinne einer bedarfsgerechten Neustrukturierung der vorhandenen Avalkreditlinien infolge des Kontrollwechsels wurde die bestehende Konsortialkreditvereinbarung über 75.000 T€ mit Wirkung zum 22. Dezember 2011 durch die Roth & Rau AG fristgerecht gekündigt. Seit dem 23. Dezember 2011 verfügt der Roth & Rau-Konzern über bilaterale Avalkreditlinien in Höhe von 42.000 T€, welche durch die Meyer Burger Technology AG über deutsche Banken zu attraktiven Konditionen zur Verfügung gestellt werden. Darüber hinaus hat die Meyer Burger Technology AG mit Wirkung zum 10. Januar 2012 eine harte Patronatserklärung zu Gunsten des Roth & Rau-Konzerns ausgestellt, mittels derer eine Liquiditätszuführung seitens der Meyer Burger Technology AG bis zu einem Höchstbetrag von 50.000 T€ im Bedarfsfall entsprechend sichergestellt ist. Weiterhin bestehen zusätzliche bilaterale Avalkreditlinien in Höhe von 5.501 T€.

Sämtliche Finanzverbindlichkeiten, mit Ausnahme der bestehenden Immobiliendarlehen, sowie die Avalkreditlinien der Meyer Burger Technolog AG werden auf ungesicherter Basis zur Verfügung gestellt und unterliegen, mit Ausnahme der bestehenden Schuldscheindarlehen, keinen Financial Covenants.

Abweichend zum Vorjahr ist bis auf weiteres nur ein Teilbetrag in Höhe von 1.300 T€ (Vorjahr: 16.700 T€) der variabel verzinslichen Finanzverbindlichkeiten durch entsprechende Zinssicherungsgeschäfte (Zinsswaps) gesichert.

Die Finanzverbindlichkeiten werden zu ihren fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode angesetzt.

4.4.2. Latente Steueransprüche und -verbindlichkeiten

Die latenten Steuern wurden mit einem Steuersatz von 29,2 % (Vorjahr: 29,2 %) ermittelt. Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt anhand eines Körperschaftssteuersatzes von 15 %. Weiterhin wurden ein Solidaritätszuschlag von 5,5 % auf die Körperschaftsteuer sowie ein durchschnittlicher Gewerbesteuerhebesatz von 382 % zugrunde gelegt. Die in den Niederlanden ansässigen Gesellschaften unterliegen ab dem 1. Januar 2011 einem Ertragsteuersatz von 25 % (vorher 25,5 %). Bei den übrigen ausländischen Gesellschaften ist die Auswirkung der unterschiedlichen Steuersätze unwesentlich.

31.12.2011 31.12.2010 in T€ aktiv passiv aktiv passiv Anlagevermögen 1.239 10.272 11.097 16.078 Forderungen 1.463 5.435 4.634 15.506 Rückstellungen 2.217 83 858 23 Sonstiges 4.253 1.232 20 1.366 Verbindlichkeiten 1.161 4.317 1.296 1.990

Verlustvorträge 6.015 0 23.653 0 Summe vor Saldierung 16.348 21.339 41.558 34.963 Saldierung -15.933 -15.933 -24.222 -24.222 Bilanzausweis 415 5.406 17.336 10.741

Auf temporäre Ansatz- und Bewertungsunterschiede bei den einzelnen Bilanzposten entfallen folgende bilanzierte Steuern:

Von den latenten Steueransprüchen in Höhe von 16.348 T€ (Vorjahr: 41.558 T€) sind 3.680 T€ (Vorjahr: 28.984 T€) als langfristig und 12.668 T€ (Vorjahr: 12.574 T€) als kurzfristig einzustufen.

Bei den latenten Steuerverbindlichkeiten in Höhe von 21.339 T€ (Vorjahr: 34.963 T€) sind 3.570 T€ (Vorjahr: 13.324 T€) als langfristig und 17.769 T€ (Vorjahr: 21.639 T€) als kurzfristig zu klassifizieren. Eine aktive Steuerlatenz wurde in Höhe von 6.015 T€ (Vorjahr: 23.653 T€) für steuerliche Verlustvorträge gebildet, von deren Nutzung ausgegangen wird. Auf Verlustvorträge von insgesamt 166.833 T€ (Vorjahr: 1.453 T€) wurden keine aktiven latenten Steuern gebildet, da zum Bilanzstichtag nicht von deren zukünftigen Nutzung ausgegangen wird.

Eine passive Steuerlatenz auf "Outside Basis Differences" in Höhe von 11.445 T€ (Vorjahr: 21.671 T€) wurde aufgrund der Konrolle des Mutterunternehmens über das Ausschüttungsverhalten und der Kontrolle über den Zeitpunkt der Umkehrung nicht angesetzt und somit eine vom Mutterunternehmen kontrollierbare "Permanent Difference" unterstellt.

Wir verweisen auf Kapitel 1.5.3. sowie 5.10.

4.4.3. Langfristige Rückstellungen

In dieser Position ist der Cash-Settled-Anteil der Bewertung des Phantom Stock Options-Programms in Höhe von 4 T€ (Vorjahr: 6 T€) enthalten.

4.4.3.1. Aktienbasierte Vergütungen

Zur Förderung der wirtschaftlichen Zielerreichung hat die Roth & Rau AG als langfristiges Vergütungsinstrument ein aktienbasiertes Vergütungsprogramm (Phantom Stock-Programm, PSP) aufgelegt, das Führungskräfte und ausgewählte Mitarbeiter zum Bezug einer aktienbasierten Vergütung berechtigt. Die virtuellen Optionen können in bis zu fünf Tranchen aufgelegt werden. Die Zuteilung erfolgt zwölf Monate nach Zuteilung der jeweils vorangegangenen Tranche. Die Ausübung der jeweiligen Tranche ist nach Ablauf einer Sperrfrist von zwei Jahren (Erdienungszeitraum) möglich und erfolgt je nach Ausgestaltung des Programms in bar oder durch Ausgabe von Aktien. Bei Ausübung der virtuellen Optionen ist die Roth & Rau AG zur Auszahlung oder zur Aktienausgabe der Wertdifferenz verpflichtet, die sich aus der Differenz zwischen dem zu Beginn des Optionsprogramms festgelegten Basiskurs und dem durchschnittlich, nicht gewichteten Aktienschlusskurs (Ausübungskurs) der letzten 60 Handelstage vor Ausübung der Phantom Stocks einer Tranche ergibt. Zugeteilte Phantom Stocks einer Tranche gelten zum ersten Handelstag an der Frankfurter Wertpapierbörse nach Ablauf der jeweiligen Sperrfrist als ausgeübt, wenn die Ausübungshürde erreicht worden ist. Die Phantom Stocks können nur ausgeübt werden, wenn der Ausübungskurs um 10 % p. a. seit Zuteilung der jeweiligen Tranche höher ist als der Basispreis (Ausübungshürde). Zur Begleichung der Verpflichtung aus aktienbasierten Optionen werden im Falle einer Ausübung Aktien erworben und für ein weiters Jahr in ein Sperrdepot einer Depotbank zugunsten des Teilnehmers eingebucht.

Dabei darf die Summe der so ermittelten Brutto-PSP-Gewinne aller Teilnehmer der ersten Tranche einen Gewinn von 1.000 T€ nicht übersteigen, ansonsten sind sie betragsratierlich pro Teilnehmer zu kürzen. Diese Regelung gilt auch für die nachfolgenden Tranchen zwei bis fünf.

Die Roth & Rau AG hat am 1. September 2008 57.000 Optionsrechte als erste Tranche und am 1. September 2009 66.000 Optionsrechte als zweite Tranche ausgegeben. Der festgelegte Basispreis betrug 32,69 € (erste Tranche) bzw. 22,61 € (zweite Tranche). Die erste Tranche ist im Vorjahr und die zweite Tranche im Berichtsjahr ausgelaufen. Die jeweiligen Optionen sind wegen Nichterreichens der Ausübungshürde verfallen.

Am 1. September 2010 wurde eine dritte Tranche mit 102.000 Optionsrechten ausgegeben. Der festgelegte Basispreis beträgt 23,53 €. Diese Optionen sind am 1. September 2012 fällig.

Zum 1. September 2011 wurde keine neue Tranche aufgelegt.

Die folgende Tabelle zeigt die Veränderung der ausstehenden Phantom Stock Options der ersten bis dritten Tranche.

31.12.2011 31.12.2010
Stand zu Beginn des Berichtsjahres 162.000 119.000
Gewährt 0 102.000
Verwirkt -62.000 -53.000
Verfallen -58.000 -6.000
Ausgeübt 0 0
Stand am Ende der Periode 42.000 162.000

Von den 42.000 ausstehenden Phantom Stock Options sind noch keine am 31. Dezember 2011 ausübbar. Von diesen Optionsrechten sind 14.000 Stück zu 100 % aktienbasiert, 28.000 Stück zu 100 % cashbasiert. Aufgrund der Personalfluktuation ergeben sich im Berichtszeitraum 58.000 verfallene Optionen.

Folgende Bewertungsparameter liegen der unter Kapitel 1.5.17. erläuterten Berechnung zugrunde:

3. Tranche

Ausgabedatum 01.09.2010
Laufzeit ab Ausgabedatum 2 Jahre und 1 Tag
Restlaufzeit zum Bewertungsstichtag 9 Monate
Risikofreier Zinssatz in Prozent p. a. zum Bilanzstichtag 0,10 %
Risikofreier Zinssatz in Prozent p. a. zum Gewährungstag 0,59
Erwartete Volatilität der Roth & Rau-Aktie in Prozent p. a. zum Bilanzstichtag 53,02
Erwartete Volatilität der Roth & Rau-Aktie in Prozent p. a. zum Gewährungstag 73,16
Erwartete Dividenden 0
Maßgeblicher Börsenkurs der Roth & Rau AG zum Bilanzstichtag 17,69 €
Maßgeblicher Börsenkurs der Roth & Rau AG zum Gewährungstag 20,60 €
Basispreis 23,53 €
Ausübungshürde 28,47 €
Anteil
Cash-Settled
Anzahl der vss.
unverfallbaren
Optionen
Innerer Wert je
Option in € =
Auszahlungsbetrag
Zeitwert
je Option
in €
Auszahlungs
verpflichtung
Rückstellung
zum 31.12.2011
in T€
Tranche 2008 0 0 0,000 0 0
Tranche 2009 0 0 0,000 0 0
Tranche 2010 28.000 0 0,255 0 4
Anzahl der vss. Innerer Wert je Zeitwert Auszahlungs Kapitalrücklage
Anteil unverfallbaren Option in € = je Option verpflichtung zum 31.12.2011
Equity-Settled Optionen Auszahlungsbetrag in € in T€
Tranche 2008 0 0 0,000 0 52
Tranche 2009 0 0 0,000 0 51
Tranche 2010 14.000 0 1,953 0 17

Bei der Bewertung der Rückstellung und Kapitalrücklage für die Phantom Stocks-Optionen zum Bewertungsstichtag blieben die voraussichtlich verfallbaren Optionen aufgrund von Ausscheiden von Berechtigten unberücksichtigt.

Aus dem Optionsprogramm wurde im Berichtsjahr insgesamt ein Aufwand für die Erhöhung der Kapitalrücklage von 20 T€ (Vorjahr: 54 T€) erfasst, der unter den Personalaufwendungen ausgewiesen wird. Weiterhin wurde im Berichtsjahr ein Ertrag aus Auflösung in Höhe von 2 T€ (Vorjahr: 106 T€) sowie ein Aufwand aus Zuführung von 1 T€ (Vorjahr: 3 T€) der langfristigen Rückstellung erfasst. Der cashbasierte Anteil (28.000 Optionen) wird unter den langfristigen Rückstellungen ausgewiesen. Der aktienbasierte Anteil (14.000 Optionen) wird in der Bilanz im Eigenkapital in der Kapitalrücklage ausgewiesen.

4.4.3.2. Pensionsverpflichtung

Der Konzern hat neben den eigenen leistungsorientierten Pensionsplänen auch leistungsorientierte Pensionspläne im Rahmen des Erwerbs der AIS Automation Dresden GmbH und der Roth & Rau Muegge GmbH übernommen. Die Pensionszusagen der Roth & Rau AG und der AIS Automation Dresden GmbH wurden in den Vorjahren durch Auslagerung auf die Deutsche Pensionsfonds AG (DPAG) gem. § 3 (66) EStG und die Unterstützungskasse ZDHUK gem. § 4d EStG übertragen. Die Finanzierung erfolgte jeweils durch Zahlung eines Einmalbetrages, wodurch alle Pensionsansprüche vollständig fondsfinanziert sind.

Zusätzlich wurden für die beiden Vorstandsmitglieder Herr Bovenschen und Herr Hengst Pensionszusagen gewährt, deren Finanzierung über eine Unterstützungskasse erfolgt. Die Pensionszusage von Herrn Bovenschen wurde aufgrund seines Aussscheidens beitragsfrei und unverfallbar gestellt. Für Herrn Dr. Roth wurde aufgrund seines Aussscheidens ein Einmalbetrag für die Übertragung des Vermögens der Unterstützungskasse auf die Deutsche Pensionsfonds AG und die vorzeitige Ablösung des bis dato bestehenden Versicherungsvertrags gegenüber der Unterstützungskasse geleistet. Da einige wenige Risiken beim Konzern verbleiben, ist im Konzern weiterhin eine Defined Benefit Liability zu bilanzieren. Der Aktivüberhang des Planvermögens über die Pensionsrückstellung wird für die Roth & Rau AG, die AIS Automation Dresden GmbH und die Roth & Rau Muegge GmbH in Höhe von 233 T€ (Vorjahr: 421 T€) unter den sonstigen Forderungen mit 271 T€ (Vorjahr: 421 T€) und unter den langfristigen Rückstellungen mit 38 T€ ausgewiesen.

Die Berechtigten haben entsprechend der vereinbarten Pensionspläne mit Erreichen der Altersgrenze einen Anspruch auf eine monatliche Rente bzw. auf Antrag eine einmalige Kapitalabfindung zu bekommen. Im Fall einer Berufsunfähigkeit erhalten die Berechtigten eine monatliche Berufsunfähigkeitsrente bis zum Zeitpunkt des Eintritts der lebenslangen Altersrente. Sofern der Eintritt der Berufsunfähigkeit bis zum 30. November 2012 erfolgen sollte, erhalten die Berechtigten eine zusätzliche Berufsunfähigkeitsrente. Im Todesfall des Berechtigten erhalten die Hinterbliebenen aus der Hinterbliebenenrenten-Zusatzversicherung eine monatliche garantierte Hinterbliebenenrente.

Die monatliche Altersrente ist abhängig vom vertraglich vereinbarten Prozentsatz des garantierten Jahresgrundgehaltes zum Zeitpunkt des vertraglich festgelegten Renteneintrittsalters. Wird das vertraglich vereinbarte garantierte Jahresgrundgehalt angehoben, verpflichtet sich die Gesellschaft, die Bemessungsgrundlage entsprechend anzuheben.

Es erfolgten im Berichtsjahr keine Zahlungen an die gesetzlichen Rentenversicherungsträger für die Vorstände und diverse Gründungsmitglieder, da keine gesetzliche Rentenversicherungspflicht für diese Personen besteht. Bezüglich der geleisteten Beiträge an die gesetzliche Rentenversicherung für die Mitarbeiter wird auf Kapitel 5.6. Personalaufwand verwiesen.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die zugrunde liegenden versicherungsmathematischen Angaben der bilanzierten Pensionsverpflichtungen:

in % 31.12.2011 31.12.2010
Zinssatz 5,00 5,60
Rententrend 2,00 2,00
Fluktuationsrate 0,00 0,00
Erwartete Erträge aus Planvermögen 5,00 5,00
Gehaltstrend 0,00 0,00

Zusammensetzung der Pensionsrückstellungen

in T€ 31.12.2011 31.12.2010
Defined Benefit Obligation am Jahresende
Nicht berücksichtigte versicherungsmathematische
4.305 3.023
Gewinne/Verluste -458 -473
Abzgl. Zeitwert Planvermögen -4.299 -3.206
Anpassung wegen Vermögenswertbegrenzung 219 235
Rückstellungswert (Aktivüberhang) -233 -421
Rückstellungswert 38 0
Aktivwert -271 -421

Die Entwicklung des Barwerts der Pensionsverpflichtung geht aus der folgenden Tabelle hervor:

in T€ 31.12.2011 31.12.2010
Stand 01.01. 3.023 2.539
Dienstzeitaufwand 104 228
Zinsaufwand 166 152
Gezahlte Versorgungsleistungen -7 0
Nachverrechneter Dienstzeitaufwand 935 0
Settlement -296 0
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste 130 104
Unternehmenszusammenschlüsse 250 0
Stand zum 31.12. 4.305 3.023

Die folgende Tabelle zeigt die Ermittlung des Jahresaufwands der zum 31. Dezember 2011 bilanzierten Rückstellung.

in T€ 31.12.2011 31.12.2010
Dienstzeitaufwand 104 228
Zinsaufwand 166 152
Erwarteter Ertrag -192 -144
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 935 0
Erfassung versicherungsmathematischer
Gewinne/Verluste 295 212
Effekt aus Planabgeltung -275 0
Effekt aus der Korrektur der Vermögenswertbegrenzung 75 -76
Stand zum 31.12. 1.108 372

In der Gewinn- und Verlustrechnung werden der laufende Dienstzeitaufwand, der Effekt aus der Korrektur der Vermögenswertbegrenzung und die versicherungsmathematischen Gewinne/Verluste in den Aufwendungen für Altersversorgung, der Zinsaufwand und der erwartete Ertrag aus dem Planvermögen im Finanzergebnis ausgewiesen.

Das Planvermögen besteht mit einem beizulegenden Zeitwert von 4.299 T€ (31. Dezember 2010: 3.206 T€). Die Beitragszahlungen erfolgen in voller Höhe aus Arbeitgeberbeiträgen. Die Entwicklung des beizulegenden Zeitwerts wird aus der nachfolgenden Tabelle ersichtlich:

in T€ 31.12.2011 31.12.2010
Stand 01.01. 3.206 2.877
Erwarteter Ertrag 192 144
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste -177 -128
Unternehmenzusammenschlüsse 250 0
Gezahlte Versorgungsleistungen -7 0
Effekt aus Planabgeltung -21 0
Beitragszahlungen 856 313
Stand zum 31.12. 4.299 3.206

Der erwartete Ertrag aus dem Planvermögen basiert auf dem Marktwert des Planvermögens zum Beginn und Ende des Geschäftsjahres, angepasst um Beiträge und gezahlte Versorgungsleistungen.

Der tatsächliche Ertrag aus dem Planvermögen ergibt sich aus folgender Tabelle:

in T€ 31.12.2011 31.12.2010
Erwarteter Ertrag aus Planvermögen 192 144
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste -177 -128
Tatsächlicher Ertrag aus Planvermögen 15 16

Folgende Beträge wurden für die laufende Berichtsperiode und die vorangegangenen Berichtsperioden für die leistungsorientierten Pläne angesetzt.

in T€ 2011 2010 2009 2008 2007 2006
Barwert der Verpflichtung 4.305 3.023 2.539 2.285 629 575
Beizulegender Zeitwert
des Planvermögens 4.299 3.206 2.877 2.223 194 153
Fehlbetrag/Überschuss
des Plans
Erfahrungsbedingte
6 -183 -338 62 435 422
Anpassung der
Planverpflichtung 103 54 72 22 0 0
Erfahrungsbedingte Anpas
sung des Planvermögens -177 -128 148 9 0 0

Für 2012 erwarten wir für die Defined Benefit Plans Zahlungen an die Unterstützungskasse in Höhe von 107 T€ (Vorjahr: 104 T€).

4.5. Kurzfristige Schulden

4.5.1. Verbindlichkeiten aus Auftragsfertigung

Verbindlichkeiten aus Auftragsfertigung siehe Kapitel 4.2.2.

4.5.2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten

Die Position gliedert sich wie folgt:

in T€ 31.12.2011 31.12.2010
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 19.029 35.847
Sonstige Verbindlichkeiten 6.164 9.358
Summe 25.193 45.205

Aufgrund der geringeren Geschäftstätigkeit gingen die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und die sonstigen Verbindlichkeiten um 20.012 T€ auf 25.193 T€ zurück. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen haben alle eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Fremdwährungsverbindlichkeiten bestanden zum Abschlussstichtag in Höhe von 2.161 T€ (Vorjahr: 2.141 T€), deren Bewertung zum Stichtagskurs erfolgte.

in T€ 31.12.2011 31.12.2010
Finanzinstrumente
Kreditorische Debitoren 2.209 643
Derivative Finanzinstrumente 111 121
Übrige 2.394 6.593
4.714 7.357
Übrige
Passive Rechnungsabgrenzung 40 57
Verbindlichkeiten Personal 1.410 1.944
1.450 2.001
Summe 6.164 9.358

Die sonstigen Verbindlichkeiten haben alle eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

4.5.3. Erhaltene Anzahlungen

Die Position gliedert sich wie folgt:

in T€ 31.12.2011 31.12.2010
Insgesamt 122.459 172.325
Davon fällig vor Ablauf eines Jahres 122.457 172.325
Davon gesichert durch Bankbürgschaften 15.931 50.148
Davon mit Forderungen saldiert 37.644 97.288
Davon mit Verbindlichkeiten saldiert 7.511 22.177
Davon auf Passivseite ausgewiesen 12.908 45.950

4.5.4. Kurzfristige Darlehen

Die kurzfristigen Darlehen setzen sich aus den Tilgungsbeträgen des Jahres 2011 der langfristigen Darlehen mit 600 T€ (Vorjahr: 1.077 T€) zusammen. Wir verweisen auf Kapitel 4.4.1.

4.5.5. Laufende Steuerverbindlichkeiten

Die Position enthält im Wesentlichen die erwartete Nachzahlung aus Gewerbesteuer, Körperschaftssteuer und Solidaritätszuschlag in Höhe von 4.530 T€ (Vorjahr: 2.762 T€) sowie für Umsatz- und Lohnsteuer in Höhe von 1.025 T€ (Vorjahr: 6.933 T€).

4.5.6. Kurzfristige Rückstellungen

Stand Zugang Verbrauch Auflösung Zuführung Stand
in T€ 01.01.2011 Akquisition 31.12.2011
Sonstige
Rückstellungen
Personal 7.208 0 5.875 1.017 4.542 4.858
Ausstehende
Rechnungen/Leistungen 7.625 0 6.134 450 11.047 12.088
Nacharbeiten 3.120 0 2.614 732 1.582 1.356
Garantie 5.590 0 3.348 441 2.487 4.288
Vertragsabwicklung/
Schadenersatz 8.327 0 0 2.327 2.100 8.100
Steuerliche Risiken 4.332 0 213 0 396 4.515
Übrige 1.266 0 929 566 11.105 10.876
Summe 37.468 0 19.113 5.533 33.259 46.081

Die kurzfristigen Rückstellungen betreffen im Personalbereich im Wesentlichen Überstunden, Tantiemen und Urlaub. Aufgrund der schlechten Auftragslage im Berichtsjahr konnte die Rückstellung im Vergleich zum Vorjahr auf 4.858 T€ reduziert werden.

Die Rückstellungen für ausstehende Rechnungen und Leistungen betreffen hauptsächlich Verkaufsprovisionen und noch ausstehende Material- bzw. Fremdleistungsrechnungen.

Die Berechnung der Gewährleistungsrückstellung basiert auf historischen Gewährleistungsaufwendungen sowie Schätzungen bezüglich der zukünftigen Kosten. In die Höhe der Rückstellung gehen sowohl der tatsächlich angefallene Garantieaufwand der Vergangenheit ein als auch technische Informationen über Produktschwächen, die in der Konstruktions- und Testphase oder bei der Installation des Produkts entdeckt wurden. Der Abfluss der zurückgestellten Beträge wird innerhalb eines Jahres erwartet.

Die Rückstellung für Vertragsabwicklung betreffen die Rückabwicklung von Verträgen bzw. zusätzliche Kosten aufgrund nicht fristgerechter Projektabwicklung, Risiken aus Rechtsstreitigkeiten sowie Rückstellungen für Abnahmeverpflichtungen aus Bestellobligo. Mit ausgewählten Lieferanten hat die Roth & Rau AG Rahmenverträge abgeschlossen, um die Produktion mittel- und langfristig abzusichern. Aufgrund des unerwarteten Auftragseinbruchs ab dem 2. Quartal kam es zu Verzögerungen der Abrufe von Materialien und Vorprodukten. Für drohende Pönale seitens der Lieferanten wurde eine Rückstellung in Höhe von 2.100 T€ zugeführt.

Unter den übrigen Rückstellungen wird eine Vielzahl von verschiedenen erkennbaren Einzelrisiken und ungewissen Verpflichtungen erfasst. Im Rahmen der Risikovorsorge wurde im Berichtsjahr ein Betrag in Höhe von 11.105 T€ zugeführt. Die Zuführung betrifft im Wesentlichen Risiken aus schwebenden Absatzgeschäften, Schadensersatzleistungen sowie Rückstellungen für drohende Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit Strukturmaßnahmen (CRiSP).

Stand Zugang Verbrauch Auflösung Zuführung Stand
in T€ 01.01.2010 Akquisition 31.12.2010
Sonstige
Rückstellungen
Personal 4.352 1.412 4.479 440 6.363 7.208
Ausstehende
Rechnungen/Leistungen 2.287 5.039 4.165 224 7.808 10.745
Garantie 1.927 1.862 1.461 332 3.594 5.590
Vertragsabwicklung/
Schadenersatz 0 0 0 0 8.327 8.327
Steuerliche Risiken 0 0 0 0 4.332 4.332
Übrige 2.003 4 1.499 698 1.456 1.266
Summe 10.569 8.317 11.604 1.694 31.880 37.468

Im Vorjahr stellten sich die kurzfristigen Rückstellungen wie folgt dar:

4.6. Sonstige Angaben zu den Finanzinstrumenten

Zu den Finanzinstrumenten zählen originäre und derivative Finanzinstrumente.

Die originären Finanzinstrumente umfassen auf der Aktivseite im Wesentlichen die Forderungen, die sonstigen finanziellen Vermögenswerte und die liquiden Mittel. Auf der Passivseite enthalten die originären Finanzinstrumente im Wesentlichen die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Verbindlichkeiten.

Der Bestand an originären und derivativen Finanzinstrumenten wird in der Bilanz ausgewiesen. Soweit bei den finanziellen Vermögenswerten Ausfallrisiken erkennbar sind, werden diese Risiken durch Wertberichtigungen erfasst.

Des Weiteren verwendet die Gesellschaft grundsätzlich auch derivative Finanzinstrumente, die zur Absicherung des Währungsrisikos eingesetzt werden. Die eingesetzten Devisentermingeschäfte beziehen sich auf die Kurssicherung wesentlicher Zahlungsströme in Fremdwährung aus dem operativen Geschäft. Der Roth & Rau-Konzern sichert im Einzelfall in Abhängigkeit von der Bedeutung des Geschäftes Materialeinkäufe bzw. Anlagenverkäufe in Fremdwährung durch Devisentermingeschäfte. Zur Absicherung des Zinsrisikos schließt der Konzern Zinsswaps ab, bei denen der Konzern in festgelegten Zeitabständen die unter Bezugnahme auf einen vorab vereinbarten Nennbetrag ermittelte Differenz zwischen festverzinslichen und variabel verzinslichen Beträgen mit dem Vertragspartner tauscht. Mit diesen Zinsswaps wird die zugrunde liegende Verpflichtung abgesichert. Auf eine Anwendung von Hedge Accounting wurde wie im vorangegangenen Geschäftsjahr verzichtet.

Finanzinstrumente werden zunächst mit ihren Anschaffungskosten bewertet. Wertpapiere und börsennotierte sonstige Beteiligungen, die auf Basis beizulegender Werte gehalten werden, sind zum beizulegenden Zeitwert im Sinne des IAS 39 kategorisiert und erfasst. Wertänderungen werden im Finanzergebnis dargestellt.

Andere Wertpapiere des Finanzmittelfonds werden als "Zur Veräußerung verfügbar" klassifiziert und ebenfalls mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Wertänderungen werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst, sofern die Marktwerte zuverlässig bestimmbar sind. Finanzielle Vermögenswerte, die der Kategorie "Gehalten bis zur Endfälligkeit" zuzuordnen sind, bestehen nicht. Langfristige Ausleihungen werden ebenso wie alle übrigen finanziellen Vermögenswerte als "Kredite und Forderungen" kategorisiert und zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert.

Finanzielle Verbindlichkeiten mit einer festen Laufzeit werden mit ihren fortgeführten Anschaffungskosten nach der Effektivzinsmethode bewertet.

Alle im Konzern abgeschlossenen derivativen Finanzinstrumente werden zunächst in der Bilanz mit ihren Anschaffungskosten erfasst und in der Folge mit ihrem Marktwert am Bilanzstichtag bewertet. Veränderungen des Marktwertes von Derivaten werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die Marktwerte der Devisentermingeschäfte werden auf der Basis von aktuellen Referenzkursen der Europäischen Zentralbank unter Berücksichtigung von Terminauf- und abschlägen bestimmt. Devisenoptionen werden mittels Kursnotierungen oder anerkannter Modelle zur Ermittlung von Optionspreisen bewertet. Die Marktwerte der Zinssicherungsinstrumente werden auf Basis abgezinster zukünftig erwarteter Cash Flows ermittelt.

In Abhängigkeit vom Marktwert am Bilanztag werden derivative Finanzinstrumente als sonstiger finanzieller Vermögenswert (bei positivem Marktwert) oder als finanzielle Verbindlichkeit (bei negativem Marktwert) ausgewiesen.

Nominalwert Positiver Marktwert Negativer Marktwert
in T€ 31.12.2011 31.12.2010 31.12.2011 31.12.2010 31.12.2011 31.12.2010
Devisenterminkontrakte
und Devisenoptionen
(Laufzeit kürzer 1 Jahr)
1.501 1.189 0 39 53 2
Zinsswaps 1.300 16.700 0 18 55 69
Summe 2.801 17.889 0 57 108 71

Im Berichtsjahr wurden Devisenterminkontrakte und Devisenoptionen zur Sicherung von zukünftigen Cash Flows in US-Dollar und Japanischen Yen abgeschlossen.

4.6.1. Buch- und beizulegende Zeitwerte von Finanzinstrumenten

Die folgende Tabelle stellt die Buch- und beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente, welche dem Anwendungsbereich des IFRS 7 unterliegen, dar. Der beizulegende Zeitwert eines Finanzinstruments ist der Preis, zu dem eine Partei die Rechte und/oder Pflichten aus diesem Finanzinstrument von einer unabhängigen anderen Partei übernähme.

Buchwerte
in T€
Kategorie Zu Handels Zur Veräußerung Kredite und Fair Value
zwecken verfügbar Forderungen
gehalten (Held (Available for sale) (Loans and Summe
for Trading) receivables)
Bewertungsmaßstab Fair Value At cost Fair Value At cost
(erfolgs (Anschaf (erfolgs (Anschaf
wirksam) fungskosten) neutral) fungskosten)
Klasse
AKTIVA
Anteile an nicht
konsoldierten
verbundenen
Unternehmen 0 250 0 0 250 250
Forderungen aus
Finanzierungen 0 0 0 0 0 0
Kautionen 0 0 0 71 71 71
Forderung aus
Auftragsfertigung 0 0 0 11.389 11.389 11.389
Forderungen aus Liefe
rungen und Leistungen 0 0 0 28.258 28.258 28.258
Wertpapiere 0 0 0 0 0 0
Sonstige Forderungen 0 0 0 6.665 6.665 6.665
Währungsbezogene
Derivate – Non-Hedge 0 0 0 0 0 0
Zinsbezogene Derivate –
Non-Hedge 0 0 0 0 0 0
Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente 0 0 0 29.871 29.871 29.871

31.12.2011

Die Anteile nicht konsolidierter verbundener Unternehmen in Höhe von 250 T€ entfallen auf einen Solar Energy Fonds. Es wurden keine Wertänderungen im Eigenkapital erfasst. Die Roth & Rau AG hat sich im Geschäftsjahr 2010 mit 250 T€ (20 % der Stimmrechte) an einem Sub-Fonds, dem Solar Energy I Fonds, der Terra Nex Financial Engineering Ltd. (TNFE) beteiligt. Der Solar Energy I Sub-Fonds investiert in Anschubfinanzierungen im Bereich Solar Energy-Projekte; im Rahmen des ersten Projekts ist Roth & Rau Lieferant der Module. Ziel des Sub-Fonds ist es, die Lieferanten und anderen Partner am Up-Side des Projekts profitieren zu lassen. In Phase 2 des Projektes (2011) werden weitere Investoren mit hinzugenommen. Sämtliche Altgesellschafter zusammen werden dann 5 % der Anteile an der neuen "Operational and Management Company" halten (auf Roth & Rau entfallen etwa 1–2 %). Sollte Phase 2 nicht erreicht werden, erfolgt die vollständige Rückzahlung der Beteiligung. Zum Bilanzstichtag ist der Marktwert nicht beobachtbar und wird daher mit den fortgeführten Anschaffungs- und Herstellungskosten bewertet.

31.12.2011
in T€ Buchwerte Fair Value
Kategorie Zu Handelszwecken
gehalten (Held for
Trading)
Other liabilities Summe
Bewertungsmaßstab Fair Value
(erfolgswirksam)
At amortised cost
(fortgeführte
Anschaffungskosten)
Klasse
PASSIVA
Langfristige verzinsliche
Darlehen 0 6.635 6.635 6.709
Verbindlichkeiten aus
Auftragsfertigung 0 855 855 855
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen 0 20 20 20
Übrige sonstige
Verbindlichkeiten 0 8 8 8
Zinsbezogene Derivate –
Non-Hedge 55 0 55 55
Währungsbezogene
Derivate – Hedging 53 0 53 53

Im Vorjahr stellten sich die Finanzinstrumente wie folgt dar:

31.12.2010
in T€ Buchwerte Fair Value
Kategorie Zu Handels Zur Veräußerung Kredite und
zwecken verfügbar Forderungen
gehalten (Held (Available for sale) (Loans and Summe
for Trading) receivables)
Bewertungsmaßstab Fair Value At cost Fair Value At cost
(erfolgs (Anschaf (erfolgs (Anschaf
wirksam) fungskosten) neutral) fungskosten)
Klasse
AKTIVA
Anteile an nicht
konsoldierten
verbundenen
Unternehmen 0 250 0 0 250 250
Forderungen aus
Finanzierungen 0 0 0 105 105 105
Kautionen 0 0 0 74 74 74
Forderung aus
Auftragsfertigung 0 0 0 50.294 50.294 50.294
Forderungen aus Liefe
rungen und Leistungen 0 0 0 28.417 28.417 28.417
Wertpapiere 50 0 0 0 50 50
Sonstige Forderungen 0 0 0 6.921 6.921 6.921
Währungsbezogene
Derivate – Non-Hedge 39 0 0 0 39 39
Zinsbezogene Derivate –
Non-Hedge 18 0 0 0 18 18
Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente 0 0 4.540 103.201 107.741 107.741
31.12.2010
in T€ Buchwerte Fair Value
Kategorie Zu Handelszwecken
gehalten (Held for
Trading)
Other liabilities Summe
Bewertungsmaßstab Fair Value
(erfolgswirksam)
At amortised cost
(fortgeführte
Anschaffungskosten)
Klasse
PASSIVA
Langfristige verzinsliche
Darlehen 0 22.043 22.043 22.237
Verbindlichkeiten aus
Auftragsfertigung 0 9.716 9.716 9.091
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen 0 36.924 36.924 34.734
Übrige sonstige
Verbindlichkeiten
0 9.358 9.358 9.358
Zinsbezogene Derivate –
Non-Hedge 69 0 69 69
Währungsbezogene
Derivate – Hedging 2 0 2 2

Die beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente wurden auf der Basis der am Bilanzstichtag zur Verfügung stehenden Marktinformationen und der nachstehend dargstellten Methoden und Prämissen ermittelt.

Bestimmte Finanzinstrumente

2011 2010
0 4.540
0 50
0 4.490
0 105
0 4.645

Forderungen aus Auftragsfertigung und Lieferungen und Leistungen sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente: Aufgrund der kurzen Laufzeiten dieser Finanzinstrumente wird angenommen, dass die beizulegenden Zeitwerte den Buchwerten entsprechen.

Übrige finanzielle Vermögenswerte: Die zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte beinhalten:

  • Zum beizulegenden Zeitwert bewertete Eigenkapitalanteile. Die zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Eigenkapitalanteile wurden anhand der zum 31. Dezember festgestellten Börsenkurse bewertet.
  • Zu Anschaffungskosten bewertete Eigenkapitalanteile. Für zu Anschaffungskosten bewertete Eigenkapitalanteile konnten keine beizulegenden Zeitwerte ermittelt werden, da Börsen- oder Marktwerte nicht vorhanden waren. Hierbei handelt es sich um Anteile an nicht börsennotierten Unternehmen, bei denen keine Indikatoren einer dauerhaften Wertminderung zum Bilanzstichtag vorlagen und infolge nicht zuverlässig bestimmbarer Cash Flows auf eine Bewertung mittels Diskontierung von erwarteten Cash Flows verzichtet wurde.

Die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte beinhalten derivative Finanzinstrumente, die nicht in ein Hedge Accounting einbezogen sind.

Sonstige Forderungen und Vermögenswerte: Diese Finanzinstrumente werden zu Anschaffungskosten bilanziert. Aufgrund der kurzen Laufzeiten dieser Finanzinstrumente wird angenommen, dass die beizulegenden Zeitwerte den Buchwerten entsprechen.

Finanzierungsverbindlichkeiten: Die Darlehen werden mit ihrem Rückzahlungsbetrag ausgewiesen. Die beizulegenden Zeitwerte der Darlehen werden als Barwerte der zukünftig erwarteten Cash Flows ermittelt. Zur Diskontierung werden marktübliche Zinssätze bezogen auf die entsprechenden Fristigkeiten verwendet.

Verbindlichkeiten aus Auftragsfertigung und Lieferungen und Leistungen: Es wird angenommen, dass die beizulegenden Zeitwerte aufgrund der kurzen Laufzeiten den Buchwerten entsprechen.

Übrige finanzielle Verbindlichkeiten: Die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten beinhalten derivative Finanzinstrumente, die nicht in ein Hedge Accounting einbezogen sind. Die beizulegenden Zeitwerte der Zinssicherungsinstrumente (Zinsswap) wurden auf Basis abgezinster, zukünftig erwarteter Cash Flows ermittelt; dabei wurden die für die Restlaufzeiten der Finanzinstrumente geltenden Marktzinssätze verwendet.

Bei den derivativen Finanzinstrumenten handelt es sich vor allem um derivative Währungssicherungskontrakte. Die beizulegenden Zeitwerte von Devisentermingeschäften wurden auf der Basis abgezinster zukünftig erwarteter Cash Flows ermittelt; dabei wurden die für die Restlaufzeiten der Finanzinstrumente geltenden Marktzinssätze verwendet. Devisenoptionen wurden mittels Kursnotierungen oder Optionspreismodellen bewertet.

Bei den übrigen sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten wurde aufgrund der kurzen Laufzeiten dieser Finanzinstrumente angenommen, dass die beizulegenden Zeitwerte den Buchwerten entsprechen.

Die Fair Values setzen sich wie folgt zusammen:

Fair Value-Hierarchie 2011 2010
in T€ Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Gesamt Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Gesamt
Finanzielle
Vermögenswerte
Zu Handelszwecken
gehalten 0 0 0 0 50 57 0 107
Zur Veräußerung
verfügbar
0 0 0 0 3.485 1.005 0 4.490
Finanzielle
Verbindlichkeiten
Zu Handelszwecken
gehalten 0 108 0 108 0 71 0 71

Bewertungsstufe 1: Unveränderte Übernahme von Preisen von aktiven Märkten für identische finanzielle Vermögenswerte oder finanzielle Verbindlichkeiten.

Bewertungsstufe 2: Verwendung von Inputfaktoren, bei denen es sich nicht um die in Stufe 1 berücksichtigten notierten Preise handelt, die sich aber für den finanziellen Vermögenswert oder die finanzielle Verbindlichkeit entweder direkt (d. h. als Preis) oder indirekt (d. h. in Ableitung von Preisen) beobachten lassen.

Bewertungsstufe 3: Verwendung von nicht auf beobachtbaren Marktdaten basierenden Faktoren für die Bewertung des finanziellen Vermögenswerts oder der finanziellen Verbindlichkeit (nicht beobachtbare Inputfaktoren).

4.6.2. Nettogewinn oder -verluste

in T€ 2011 2010
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
bewertete finanzielle Vergmögenswerte und
finanzielle Verbindlichkeiten -156 185
Zur Veräußerung
verfügbare finanzielle Vermögenswerte 0 214
Kredite und Forderungen -36.064 -22.780
Zu Anschaffungskosten bewertete
finanzielle Verbindlichkeiten 0 0

Die Nettogewinne bzw. -verluste der "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert" bewerteten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten beinhalten die Ergebnisse aus Marktwertänderungen. Die Nettogewinne bzw. -verluste der "zur Veräußerung verfügbaren" finanziellen Vermögenswerte beinhalten im Wesentlichen realisierte Erfolge aus dem Abgang dieser Finanzinstrumente. Die Nettogewinne bzw. -verluste aus "Krediten und Forderungen" beinhalten im Wesentlichen Ergebnisse aus Wertminderungen und Zuschreibungen sowie auch Zinsaufwendungen bzw. Zinserträge aus diesen Finanzinstrumenten.

In den Nettogewinnen und -verlusten sind keine Effekte aus Zinsen und Dividenden berücksichtigt.

4.6.3. Gesamtzinsertrag und -aufwand

Die Gesamtzinserträge und -aufwendungen der fortgeführten Aktivitäten für finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten, die nicht erfolgswirksam mit den beizulegenden Zeitwerten bewertet wurden, stellen sich wie folgt dar:

in T€ 2011 2010
Gesamtzinsertrag 2.244 2.213
Gesamtzinsaufwand 3.447 761

In den Zinserträgen sind solche auf wertgeminderte finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 799 T€ (Vorjahr: 552 T€) enthalten.

4.6.4. Angaben zu derivativen Finanzinstrumenten

Der Konzern nutzt ausschließlich Zinsswaps zur Absicherung von Zinsrisiken. Für die Absicherung von Währungsrisiken werden überwiegend Devisentermingeschäfte und Optionen eingesetzt.

Non-Hedge-Derivate: Im Rahmen der Zins- bzw. Wertsicherung werden Zinsänderungsrisiken durch Zinsderivate in Form von Zinsswaps begrenzt. Zur Absicherung des bestehenden Zinsänderungsrisikos im Zusammenhang mit variabel verzinslichen Darlehen wurden Zinssatzswaps abgeschlossen. Der Roth & Rau-Konzern bilanziert diese Derivate, da die Kriterien des IAS 39 hinsichtlich der Abbildung von Sicherungsbeziehungen nicht erfüllt sind, nicht als Cash Flow Hedge gemäß IAS 39. Die Zinsswaps wurden zum Marktwert in der Bilanz erfasst. Marktwertänderungen werden erfolgswirksam im Finanzergebnis ausgewiesen. Die Nominalwert beträgt 1.300 T€, der negative Zeitwert der Zinsderivate beträgt 55 T€.

5. Erläuterungen zu den einzelnen Posten der Gewinn- und Verlustrechnung

5.1. Umsatzerlöse

Die Gesellschaft erfasst die Umsätze übereinstimmend mit dem IAS 11 und IAS 18. Im Geschäftsjahr 2011 wurde ein Konzern-Umsatz in Höhe von 208.460 T€ (Vorjahr: 285.357 T€) realisiert, darin enthalten sind Umsätze aus Auftragsfertigung nach IAS 11 mit 62.844 T€. Die Umsatzerlöse haben sich gegenüber dem Vorjahr um 26,9 % (Vorjahr: um 44,2 % erhöht) reduziert. Das schwache Marktumfeld im Bereich Photovoltaik hat zu Projektverzögerungen und Verschiebungen der Endabnahmen geführt. Auch die Bilanzierungsumstellung von der Percentage-of-Completion-Methode (PoC-Methode) auf die Completed-Contract-Methode (CC-Methode) hat die Umsatzentwicklung negativ beeinflusst. Die Aufteilung der Umsatzerlöse nach Segmenten und Regionen ist in Kapitel 3. dargestellt.

5.2. Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen

Die Erhöhung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen von 40.908 T€ (Vorjahr: 19.819 T€) resultiert im Wesentlichen aus der Umstellung von der Percentage-of-Completion-Methode auf die Completed-Contract-Methode.

5.3. Aktivierte Eigenleistungen

Die aktivierten Eigenleistungen in Höhe von 11.685 T€ (Vorjahr: 24.532 T€) umfassen neben den Herstellungskosten für eigene Anlagen und Maschinen im Wesentlichen die aktivierten Herstellungskosten für Entwicklungsleistungen. In den Herstellungskosten sind die Material- und Fremdleistungen sowie die direkt zuordenbaren Personalaufwendungen und Abschreibungen enthalten.

Neben den aktivierten Entwicklungskosten in Höhe von 11.366 T€ (Vorjahr: 19.131 T€) wurden bei den technischen Anlagen und Maschinen Eigenleistungen in Höhe von 319 T€ (Vorjahr: 5.401 T€) aktiviert, die im Wesentlichen auf das Technologiezentrum in Hohenstein-Ernstthal entfallen.

in T€ 2011 2010
Aktivierte Eigenleistungen für öffentlich
gefördete Forschungs- und Entwicklungsprojekte
11.366 19.131
Aktivierte Eigenleistungen für eigengenutzte Anlagen 319 5.401
Summe 11.685 24.532

5.4. Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge setzen sich wie folgt zusammen:

in T€ 2011 2010
Erträge aus Grundstücksvermietung (Investment Property) 39 36
Erträge aus Rückdeckungsversicherungen 946 76
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 5.088 1.800
Erträge aus Währungsdifferenzen 1.243 927
Periodenfremde Erträge 187 65
Verrechnete Sachbezüge 230 231
Übrige Erträge 5.770 2.730
Summe 13.503 5.865

Der Anstieg der sonstigen betrieblichen Erträge resultiert insbesondere aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von 5.088 T€, davon betreffen 2.327 T€ die Auflösung für drohende Vertragsstrafen (siehe dazu Kapitel 4.5.6.).

In den übrigen Erträgen sind im Wesentlichen die Auflösung von Wertberichtigungen aus bereits schlussgerechneten Projekten in Höhe von 2.455 T€ sowie die Herabsetzung von Einzel- und Pauschalwertberichtigungen von 1.002 T€ enthalten.

Neben den aktivierten Zuschüssen auf Entwicklungskosten, welche unter Kapitel 4.1.1.1. erläutert werden, erhielt der Konzern im Berichtsjahr Aufwandszuschüsse in Höhe von 1.170 T€ (Vorjahr: 532 T€), die ebenfalls den übrigen Erträgen zugeordnet wurden.

5.5. Materialaufwand

in T€ 2011 2010
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und
Betriebsstoffe und bezogene Waren
122.426 169.055
Aufwendungen für bezogene Leistungen 19.658 20.161
Summe 142.084 189.216

In den Aufwendungen für bezogene Leistungen sind im Wesentlichen Kosten für Leiharbeiter in Höhe von 10.198 T€ (Vorjahr: 6.735 T€) erfasst. Der Anstieg resultiert insbesondere aus der Umsetzung eines Großprojekts in den USA, für welches zusätzliche Zeitarbeitsstellen benötigt wurden.

In den Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und bezogene Waren sind in erster Linie Komponenten für den Anlagenbau enthalten. Für das ehemalige Turnkey-Geschäft wurde 2011 lediglich ein geringer Teil an Komponenten verbucht. Die Reduzierung der Materialaufwendungen ist hierbei vor allem mit dem Rückgang des Produktionsvolumens im 2. Halbjahr zu erklären.

5.6. Personalaufwand

Die Zusammensetzung des Personalaufwands ist aus der folgenden Tabelle ersichtlich.

in T€ 2011 2010
Löhne und Gehälter 57.182 52.349
Soziale Abgaben 9.664 7.943
Aufwendungen für Altersversorgung 2.232 937
Summe 69.078 61.229

Der Anstieg der Personalaufwendungen resultierte im Wesentlichen aus der Gründung der Precision Tooling & Solar Tech. Co. Ltd. in Shenzhen, China, und der daraus resultierenden Übernahme von 145 Mitarbeitern der Possehl Group sowie aus einem Großprojekt in den USA und dem damit verbundenen Personalbedarf. Ein weiterer Grund für den gestiegenen Personalaufwand liegt bei der OTB Solar B.V., die im Berichtsjahr voll und im Vorjahr erst ab dem 1. April in die Konzern-Konsolidierung einbezogen wurde.

Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung wurden in Höhe von 5.546 T€ (Vorjahr: 4.442 T€) gezahlt. Der Anstieg der Aufwendungen für Altersvorsorge ergibt sich im Wesentlichen aus einer Einmalzahlung in die Unterstützungskasse.

Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter während des Geschäftsjahres 2011 betrug 1.346 (Vorjahr: 1.108). Von den am Bilanzstichtag 1.348 Mitarbeitern (Vorjahr: 1.209) waren wie folgt beschäftigt:

Per
31.12.2011
Durchschnitt
2011
Per
31.12.2010
Durchschnitt
2010
Produktion 631 624 498 409
Forschung und Entwicklung 142 147 163 147
Technik/Vertrieb/Service 372 382 374 343
Verwaltung (ohne Vorstände) 149 140 118 156
Sonstige 21 19 14 18
Summe 1.315 1.312 1.167 1.073
Auszubildende 33 34 42 35
Gesamt 1.348 1.346 1.209 1.108

Die durchschnittliche Anzahl der einbezogenen At-equity-Beteiligung beträgt 1 Mitarbeiter (Vorjahr: 1).

5.7. Abschreibungen

in T€ 2011 2010
Immaterielle Vermögenswerte 38.860 10.838
Sachanlagen 11.316 5.534
Entwicklungskosten 13.547 5.474
Summe 63.723 21.846

Die Abschreibungen stiegen gegenüber dem Vorjahr deutlich von 21.846 T€ auf 63.723 T€ an.

Im Geschäftsjahr sind für immaterielle Vermögenswerte insgesamt 52.407 T€ angefallen. Diese setzen sich zusammen aus planmäßigen Abschreibungen in Höhe von 11.602 T€ (Vorjahr: 13.988 T€) und außerplanmäßigen Abschreibungen in Höhe von 40.805 T€ (Vorjahr: 4.429 T€). Die außerplanmäßigen Abschreibungen resultieren mit 18.216 T€ aus der Abschreibung von Goodwills, mit 13.306 T€ aus der Abschreibung immaterieller Vermögenswerte aus Kaufpreisallokationen und mit 9.283 T€ aus der Abschreibung von Entwicklungskosten. Für weitere Erläuterungen verweisen wir auf Kapitel 4.1.1.1.

Die Abschreibungen auf Sachanlagen in Höhe von insgesamt 11.316 T€ betreffen planmäßige Abschreibungen in Höhe von 7.287 T€ und außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 4.023 T€ sowie mit 6 T€ planmäßige Abschreibungen auf die als Finanzinvestition gehaltene Immobilie.

Für eine detaillierte Zusammensetzung verweisen wir auf den Anlagespiegel des Konzerns (Kapitel 4.1. ff.).

5.8. Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:

in T€ 2011 2010
Raumkosten 6.632 4.548
Versicherungen, Beiträge und Abgaben 1.723 1.868
Reparaturen und Instandhaltungen 1.796 1.141
Fahrzeugkosten 1.828 1.913
Werbe- und Reisekosten 10.907 10.532
Kosten der Warenabgabe 17.457 13.844
Verluste aus Wertminderungen des Umlaufvermögens 35.872 27.125
Periodenfremde Aufwendungen 6 208
Rechts- und Beratungskosten 12.852 15.972
Währungsdifferenzen 1.393 1.336
Sonstige Aufwendungen im Rahmen der
gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 15.365 12.085
Summe 105.831 90.572

Die gestiegenen Kosten der Warenabgabe sind im Wesentlichen auf die erhöhten Einfuhrabgaben für Luftfrachtsendungen in China und die gestiegenen Mineralölpreise zurückzuführen (Ausgangsfrachten 5.204 T€). Weiterhin enthalten sind drohende Vertragsstrafen aufgrund nicht vertragskonformer Abwicklung einzelner Projekte bzw. Verträge in Höhe von 2.508 T€.

Bei den Verlusten aus Wertminderung des Umlaufvermögens sind insbesondere die Zuführung zur Einzelwertberichtigung in Höhe von 22.774 T€ enthalten (vgl. Kapitel 4.2.3.). Weiterhin wurde hier die Abwertung von Vorratsvermögen in Höhe von insgesamt 15.324 T€ erfasst. Darin enthalten sind Abwertungen auf bestehende Bestände aus Turnkey-Projekten in Höhe von 11.396 T€ und auf Bestände der sich in Liquidation befindlichen Roth & Rau Italy S.r.l. i. L. in Höhe von 1.668 T€ (gesamt 13.064 T€).

Der Posten Rechts- und Beratungskosten enthält neben den laufenden Aufwendungen mögliche Risiken aus Rechtsstreitigkeiten in Höhe von 2.500 T€ sowie Kosten im Rahmen der Übernahme durch die Meyer Burger Technology AG in Höhe von 3.226 T€. Ebenfalls sind Kostsen aufgrund des Strukturoptimierungsprogramms CRiSP in Höhe von 680 T€ enthalten.

In den sonstigen Aufwendungen sind Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften in Höhe von 7.550 T€ berücksichtigt (vgl. Kapitel 4.5.6.). Weiterhin wurden für die in Liquidation befindliche Roth & Rau Italy S.r.l. i. L. Rückstellungen in Höhe von 1.320 T€ gebildet.

Insgesamt sind in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen im Geschäftsjahr 2011 Sondereffekte in Höhe von 49.752 T€ (Vorjahr: 34.300 T€) enthalten.

5.9. Finanzergebnis

in T€ 2011 2010
Kursgewinne aus festverzinslichen Wertpapieren 97 276
Zinserträge 2.244 2.213
Summe 2.341 2.489
Zinsaufwendungen -2.479 -761
Avalprovisionen -969 -392
Abschreibungen Finanzanlagen -910 -8.304
Summe -4.358 -9.457
Gesamt -2.017 -6.968

In den Zinserträgen werden im Wesentlichen die Erträge aus der 2010 komplett wertberichtigten Wandelschuldverschreibung über insgesamt 1.570 T€ (Vorjahr: 556 T€) ausgewiesen. Des Weiteren sind Zinserträge aus kurzfristigen Geldanlagen enthalten.

Die Zinsaufwendungen beinhalten im Wesentlichen Aufwendungen in Höhe von 888 T€ (Vorjahr: 47 T€) für die bestehenden Schuldscheindarlehen und Aufwendungen aus der Auflösung von Zinsswaps (negative Marktwerte) über 700 T€ (Vorjahr: 0 T€) sowie für Pensionen mit 202 T€ (Vorjahr: 152 T€).

Aufgrund von signifikant gestiegenen Avalkonditionen haben sich die gezahlten Avalprovisionen im Vergleich zum Vorjahr deutlich erhöht.

In den Abschreibungen auf Finanzanlagen ist u. a. der wertberichtigte Zinsanspruch von 799 T€ (Vorjahr: 556 T€) berücksichtigt. Der Vorjahreswert beinhaltet ferner die vollständige Wertberichtigung einer Wandelschuldverschreibung in Höhe von 7.717 T€.

5.10. Ertragsteuern

in T€ 2011 2010
Laufender Steueraufwand 2.646 3.486
Latenter Steueraufwand 11.061 -11.889
Summe 13.707 -8.403

Die Ertragsteuern auf das Ergebnis enthalten laufende und latente Steuern.

In der nachfolgenden Überleitungsrechnung werden die Unterschiede zwischen dem tatsächlich gebuchten Ertragsteueraufwand und dem erwarteten Ertragsteueraufwand ausgewiesen. Der erwartete Ertragsteueraufwand ergibt sich aus dem Ergebnis vor Ertragsteuern multipliziert mit dem erwarteten Steuersatz. Der erwartete Ertragsteuersatz beinhaltet die deutsche Körperschaftsteuer, den Solidaritätszuschlag sowie die Gewerbesteuer und wird im Berichtsjahr mit 29,2 % (Vorjahr: 29,2 %) angesetzt.

Überleitung des Steueraufwands

in T€ 2011 2010
Ergebnis vor Steuern -108.177 -34.258
Erwarteter Steueraufwand mit 29,2 % 31.588 10.003
Veränderung des erwarteten Steueraufwandes
Steuererhöhung (+)/-minderungen (-) für Vorjahre -128 -1.614
Steuereffekte aus Goodwill-Abschreibung -4.713 0
Effekt aus nicht angesetzten aktiven
latenten Steuern -21.329 -165
Effekt aus bisher nicht angesetzten
latenten Steuern auf Verlustvorträge 185 74
Änderung Steuersatz 0 -66
Unterschied zwischen Konzern- und
lokalem Steuersatz -1.250 259
Steuereffekte auf steuerfreie Erträge -34 -198
Steuereffekte auf nicht abzugsfähige
Betriebsausgaben -636 106
Latente Steuern aus nicht mehr nutzbaren
Verlustvorträgen -17.417 0
Sonstige Steuereffekte 26 4
Tatsächlicher Steueraufwand -13.708 8.403

Wir verweisen hierzu auf Kapitel 1.5.3. und 4.4.2.

5.11. Ergebnis je Aktie

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie wird ermittelt als Quotient aus dem den Anteilseignern zustehenden Ergebnis und dem gewichteten Durchschnitt der während des Geschäftsjahres in Umlauf befindlichen Aktienanzahl.

in € 2011 2010
Periodenüberschuss/-fehlbetrag -121.885.100,00 -25.855.230,10
Anderen Gesellschaftern zustehendes Ergebnis 0,00 -46.251,20
Konzern-Ergebnis -121.885.100,00 -25.808.978,90
Durchschnittliche Anzahl der Aktien 16.202.545 15.776.467
Ergebnis je Aktie in € -7,52 -1,64

Das Konzern-Ergebnis per 31. Dezember 2011 beträgt -121.885.100,00 € (31. Dezember 2010: -25.808.978,90 €). Demgemäß ergibt sich nach IAS 33 ein unverwässertes Ergebnis je Aktie von -7,52 € (31. Dezember 2010: -1,64 €).

Weder zum 31. Dezember 2011 noch zum 31. Dezember 2010 standen Aktien aus, die den Gewinn pro Aktie hätten verwässern können.

6. Unternehmenszusammenschlüsse

Übernahme Fertigung von Possehl Electronics in China

Die Roth & Rau AG hat mit Vertrag vom 23. Mai 2011 den Produktionsstandort der in Lübeck ansässigen Possehl Group (Possehl) in Shenzhen, China, übernommen. Der Kaufpreis wurde in bar gezahlt. Neben der Produktionsstätte inklusive des dazugehörigen Equipments wurden außerdem 145 hochqualifizierte Mitarbeiter übernommen. Mit seinem Geschäftsbereich Elektronik ist Possehl einer der weltweit führenden Hersteller für LEAD FRAMES in der Halbleiterindustrie. Zusätzlich ist Possehl ein wichtiger Produzent von Speicherkarten sowie Lieferant für Hersteller von Steckverbindungen. Possehl beschäftigt im Bereich Elektronik derzeit etwa 2.000 Mitarbeiter weltweit. Am Standort Shenzhen produziert Possehl hauptsächlich hochwertige Präzisionswerkzeuge und Bauteile für den globalen Halbleitermarkt. Der Roth & Rau-Konzern will die bestehende Infrastruktur und das vorhandene Know-how für den geplanten Ausbau seines Ersatzteil- und Servicegeschäfts für den dynamisch wachsenden Photovoltaikmarkt in Asien nutzen.

Die Übernahme dieser Geschäftsaktivitäten erfolgte durch die neu gegründete Gesellschaft Precision Tooling & Solar Tech. Co. Ltd (100 % der Anteile) im Rahmen eines Asset-Deals.

Durch diese Übernahme wurden folgende Vermögenswerte erworben, welche den Fair Values zum 23. Mai 2011 entsprechen:

Precision Tooling Solar Tech. Co. Ltd. in T€

Sachanlagen 3.442
Vorräte 254
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 61
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten -435
Passive Steuerlatenz -433
Erworbene Nettoaktiva 2.889
Goodwill 1.769
Kaufpreis im Erwerbszeitpunkt 4.658

Die Precision Tooling & Solar Tech. Co. Ltd erwirtschaftete seit Kaufdatum bis 31. Dezember 2011 Umsatzerlöse von 1.883 T€ und ein Ergebnis nach Steuern von -274 T€.

7. Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung

Die Kapitalflussrechnung ist unter dem Kapitel Konzern-Abschluss gesondert dargestellt. Die Kapitalflussrechnung zeigt die Herkunft und Verwendung der Zahlungsströme im Geschäftsjahr 2011 im Vergleich zum Vorjahr. Dabei werden Zahlungsströme aus der betrieblichen Geschäftstätigkeit sowie aus Investitions- und Finanzierungstätigkeit unterschieden.

Der Finanzmittelfonds umfasst die in der Bilanz ausgewiesenen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente.

Der Zahlungsmittelbestand hat gegenüber dem Vorjahr um 77.776 T€ auf 29.970 T€ abgenommen.

Der Cash Flow aus der betrieblichen Tätigkeit betrug im Geschäftsjahr 2011 -29.482 T€ (Vorjahr: 54.103 T€). Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr ist auf das negative operative Ergebnis und die Zunahme des Working Capital zurückzuführen.

In den Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens (63.723 T€) sind außerplanmäßige Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände von 40.805 T€ sowie in Höhe von 4.023 T€ auf Sachanlagen enthalten. Die nicht zahlungswirksamen Aufwendungen und Erträge (30.180 T€) betreffen im Wesentlichen die Wertberichtigung des Umlaufvermögens auf Forderungen und Vorratsbestände. Die Veränderung der latenten Steuern in Höhe von 11.152 T€ resultierte im Wesentlichen aus der Reduzierung der aktiven latenten Steuern aufgrund wahrscheinlich nicht mehr nutzbarer steuerlicher Verlustvorträge. In den Zahlungsströmen der operativen Geschäftstätigkeit des Geschäftsjahres 2011 sind 1.613 T€ (Vorjahr: 762 T€) gezahlte Zinsen und 408 T€ (Vorjahr: 1.658 T€) erhaltene Zinsen enthalten. Ertragsteuern wurden in Höhe von 161 T€ (Vorjahr: 1.008 T€) gezahlt.

Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit lag bei 32.188 T€ (Vorjahr: 38.345 T€).

Die Investitionen werden gekürzt um die Zuschüsse der öffentlichen Hand ausgewiesen. Insgesamt wurden 25.030 T€ (Vorjahr: 36.328 T€) in das Anlagevermögen investiert. Davon entfallen 11.788 T€ (Vorjahr: 17.045 T€) auf Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände. Darin enthalten sind aktivierte Entwicklungskosten von 10.751 T€ (Vorjahr: 19.131 T€), welche um die Zuschüsse von 615 T€ (Vorjahr: 3.500 T€) vermindert sind. Für Investitionen in das Sachanlagevermögen wurden 13.242 T€ (Vorjahr: 19.031 T€) ausgegeben. Für den Erwerb von Tochterunternehmen erfolgte im Geschäftsjahr ein Mittelabfluss in Höhe von 4.658 T€. Es wurden keine flüssigen Mittel aus dem Erwerb übernommen. Für weitere Angaben siehe Kapitel 6. Darüber hinaus wurden 2.500 T€ nachträglicher Kaufpreis für die OTB Solar B.V. gezahlt.

Unter dem Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit wird der Zugang weiterer Anteile an Tochterunternehmen sowie die Tilgung von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 15.881 T€ (Vorjahr: 24.446 T€) ausgewiesen.

8. Sonstige Angaben

8.1. Zielsetzung und Methoden des Finanzrisikomanagements

8.1.1. Risikomanagement

Der Vorstand hat ein Risikomanagementsystem festgelegt, das einen bewussten und kontrollierten Umgang mit Risiken ermöglicht und fest in die vorhandenen Organisations-, Berichts- und Führungsstrukturen eingebunden ist. Wesentliche Änderungen haben sich im Risikomanagement im Berichtsjahr nicht ergeben.

Die wesentlichen durch den Konzern verwendeten finanziellen Verbindlichkeiten – mit Ausnahme derivativer Finanzinstrumente – umfassen verzinsliche Darlehen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten. Der Hauptzweck dieser finanziellen Verbindlichkeiten ist die Finanzierung der Geschäftstätigkeit des Konzerns. Der Konzern verfügt über Forderungen aus ausgereichten Darlehen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen sowie Zahlungsmittel und kurzfristige Einlagen, die unmittelbar aus seiner Geschäftstätigkeit resultieren. Der Konzern verfügt darüber hinaus über zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte und schließt derivative Finanzgeschäfte ab.

Der Konzern ist Kredit-, Liquiditäts- und Marktrisiken ausgesetzt.

Die Steuerung dieser Risiken obliegt dem Management des Konzerns. Das Risikomanagementsystem bei Roth & Rau baut auf entsprechend definierten organisatorischen Abläufen und Genehmigungsverfahren auf. Als Grundlage dient das für alle Mitarbeiter verbindliche "Handbuch für das Risikomanagement", das als Arbeitsanweisung integraler Bestandteil des Qualitätsmanagements ist. Das Qualitätsmanagement ist wiederum nach ISO 9001:2000 zertifiziert. Vierteljährlich werden in allen operativen Abteilungen Einzelrisiken unter Heranziehung von vordefinierten Risikokategorien identifiziert und hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und möglichen Schadenshöhe bewertet. Nach demselben Verfahren werden Projektrisiken bereits ab der Akquisitionsphase analysiert und bewertet. Das Risikomanagement sieht drei Risikoklassen vor, die zu einer abgestuften Berichterstattung verpflichten. Je nach Risikoklasse wird die Entscheidung über diese Maßnahmen auf der operativen Leitungsebene oder direkt durch den Vorstand getroffen. Alle Mitarbeiter sind bezüglich potenzieller Risiken sensibilisiert und zu entsprechender Berichterstattung aufgefordert. Auf Grundlage dieser Einzelbewertungen werden quartalsweise Gesamtreportings erstellt, die es dem Vorstand ermöglichen, die aktuelle Risikosituation zu kontrollieren und zu bewerten. Entsprechend dieser Bewertung unterrichtet der Vorstand kontinuierlich auch den Aufsichtsrat.

Damit ist sichergestellt, dass die mit Finanzrisiken verbundenen Tätigkeiten des Konzerns in Übereinstimmung mit den entsprechenden Richtlinien und Verfahren durchgeführt werden und dass Finanzrisiken entsprechend diesen Richtlinien und unter Berücksichtigung der Risikobereitschaft des Konzerns identifiziert, bewertet und gesteuert werden. Handel mit Derivaten zu spekulativen Zwecken wird entsprechend den konzerninternen Richtlinien nicht betrieben. Die Richtlinien zur Steuerung der im Folgenden dargestellten Risiken werden von der Unternehmensleitung geprüft und beschlossen.

Zu den wichtigsten finanzwirtschaftlichen Zielen des Roth & Rau-Konzerns zählen die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes im Interesse von Investoren, Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten bei gleichzeitiger Wahrung und Sicherstellung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit. Dieses Ziel soll durch eine Fokussierung auf die Profitabilität wesentlich unterstützt werden. Dies schließt externes Wachstum durch Akquisitionen nicht aus. Bei allen unternehmerischen Entscheidungen hat die Steigerung der Ertragskraft und als Folge davon die Erhöhung der Verzinsung des eingesetzten Kapitals einen hohen Stellenwert.

Für den Roth & Rau-Konzern hat bei dieser Form des Kapitalmanagements die Schaffung von ausreichenden Liquiditätsreserven eine sehr große Bedeutung. Außerdem ist die Beibehaltung einer soliden Eigenkapitalausstattung eine wichtige Voraussetzung, um die bestehende Unternehmensstrategie konsequent fortzusetzen. Die Liquiditätsreserven werden fortlaufend auf Basis der kurz- und mittelfristigen Liquiditätsplanung gesteuert. Die Kapitalstruktur wird regelmäßig auf Basis verschiedener Kennzahlen überwacht.

Das Verhältnis von Nettoliquidität/-verschuldung zum Eigenkapital (Gearing), die Eigenkapitalquote sowie die Nettoverschuldung im Verhältnis zum EBITDA sind dabei wichtige Steuerungsgrößen. Die Nettofinanzverbindlichkeiten ergeben sich aus den Finanzverbindlichkeiten abzüglich der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie der kurzfristigen Wertpapiere.

in T€ 2011 2010
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten -7.235 -23.120
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 29.970 107.741
Nettoliquidität/-verschuldung 22.735 84.621
Eigenkapital -129.286 -251.352
Eigenkapitalquote in % 53,3 58,0
Gearing in % 17,8 33,7
EBITDA -42.437 -5.444

8.1.2. Kreditrisiko

Kreditrisiko ist das Risiko, dass ein Geschäftspartner seinen Verpflichtungen im Rahmen eines Finanzinstruments oder Kundenrahmenvertrags nicht nachkommt und dies zu einem finanziellen Verlust führt. Der Konzern ist im Rahmen seiner operativen Geschäftstätigkeit Ausfallrisiken (insbesondere ergeben sich Risiken aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen) sowie Risiken im Rahmen der Finanzierungstätigkeit einschließlich Einlagen bei Banken und Finanzinstituten, Devisengeschäften und sonstigen Finanzinstrumenten ausgesetzt.

Kreditrisiko aus Forderungen: Im Nachgang der Finanz- und Wirtschaftskrise hatte sich die Bonität und Zahlungsfähigkeit einzelner Kunden und Lieferanten teilweise signifikant verschlechtert. Trotz der allgemeinen wirtschaftlichen Erholung sind entsprechend intensive Bonitätsprüfungen vor Auftragsannahme unerlässlich, um Zahlungsverzögerungen und -ausfälle zu vermeiden. Bei der Annahme von Neuaufträgen strebt der Roth & Rau-Konzern grundsätzlich eine Besicherung mittels Akkreditiv oder vergleichbarer Instrumente an, welche durch international agierende Finanzinstitute gestellt werden. Bestandskunden mit einer schwächeren Bonität werden im Rahmen des Forderungsmanagements eng begleitet. Das Kreditrisiko aus Forderungen gegen Kunden wird von der entsprechenden Geschäftseinheit basierend auf den Richtlinien, Verfahren und Kontrollen des Konzerns für das Kreditrisikomanagement bei Kunden gesteuert.

Ausstehende Forderungen gegenüber Kunden werden regelmäßig überwacht, und etwaige Lieferungen an Großkunden (Exportgeschäfte) sind in der Regel durch Akkreditive abgedeckt. Zum Bilanzstichtag bestehen Akkreditive in Höhe von 18.527 T€.

Auf einen Forderungsbestand von 65.411 T€ (Vorjahr: 44.765 T€) vor Wertberichtigung wurden Wertberichtigungen von 37.153 T€ (Vorjahr: 16.347 T€) gebildet.

Das maximale Ausfallrisiko stellen die unter Kapitel 4.2.3. dargestellten Buchwerte der entsprechenden Forderungen dar.

In Verzug befindliche Forderungen, die aber noch keinen Wertberichtigungsbedarf haben, sind aus dem nachfolgenden Verzugsspiegel nach der Dauer des Zahlungsverzugs ersichtlich.

Summe
Forderungen
Weder
überfällig
Überfällig, aber nicht wertgemindert in Tagen
ohne Wert noch
in T€ minderungen wertgemindert bis 90 90 bis 180 180 bis 360 über 360
Zum 31.12.11
Forderungen aus
Lieferungen und
Leistungen 28.258 11.741 13.460 798 2.074 185
Sonstige Forderungen
und finanzielle
Vermögenswerte 6.665 6.665 0 0 0 0
Zum 31.12.10
Forderungen aus
Lieferungen und
Leistungen 28.566 7.678 11.671 1.827 2.007 5.381
Sonstige Forderungen
und finanzielle
Vermögenswerte 18.836 18.836 0 0 0 0

Altersstruktur der nicht im Wert geminderten Forderungen und finanziellen Vermögenswerte

Kreditrisiko aus Finanzinstrumenten und Einlagen: Das Kreditrisiko aus Guthaben bei Banken und Finanzinstituten wird in Übereinstimmung mit den Konzern-Richtlinien gesteuert. Die Kapitalanlagen von Emissionserlösen erfolgen nur bei Finanzinstituten mit hoher Bonität. Die Anlage erfolgt in finanzielle Vermögenswerte, die keinen oder nur geringen Wertschwankungen unterliegen können. Die Anlage erfolgt in kurzfristig verfügbare finanzielle Vermögenswerte, um den Finanzierungs- und Liquiditätsbedarf geplanter Investitionen und den Vorfinanzierungsbedarf des operativen Geschäfts decken zu können. Im Rahmen von Beschaffungsmaßnahmen ist es auch notwendig, Vorauszahlungen an Lieferanten zu leisten. Hieraus können sich Ausfallrisiken ergeben. Geleistete Anzahlungen sind teilweise durch Anzahlungsbürgschaften/Akkreditive abgesichert.

8.1.3. Liquiditätsrisiko

Das Corporate Treasury überwacht laufend das Risiko eines etwaigen Liquiditätsengpasses mittels eines Liquiditätsplanungs-Tools und berichtet an den Vorstand. Das Ziel des Konzerns ist es, ein Gleichgewicht zwischen der kontinuierlichen Deckung des Finanzmittelbedarfs und der Sicherstellung der Flexibilität durch die Nutzung von geeigneten Eigen- und Fremdkapitalfinanzierungen zu wahren.

Vor dem Hintergrund eines kostenoptimierten Cash-Managements in der Meyer Burger-Gruppe ist es bis auf weiteres nicht vorgesehen, dass der Roth & Rau-Konzern bilaterale Bank- oder kapitalmarktorientierte Finanzierungsinstrumente in Anspruch nimmt. Dem folgend hat die Meyer Burger Technology AG mit Wirkung zum 10. Januar 2012 eine Patronatserklärung zu Gunsten des Roth & Rau-Konzerns ausgestellt, mittels derer eine Liquiditätszuführung seitens der Meyer Burger Technology AG bis zu einem Höchstbetrag von 50.000 T€ im Bedarfsfall entsprechend sichergestellt ist.

Auf Basis unserer aktuellen Konzern-Planung sind derzeit keine Liquiditätsengpässe erkennbar.

Zum 31. Dezember 2011 werden 23,8 % des im Konzern-Abschluss ausgewiesenen Buchwerts des Fremdkapitals innerhalb eines Jahres fällig.

Zum 31. Dezember 2011 weisen die finanziellen Verbindlichkeiten des Konzerns nachfolgend dargestellte Fälligkeiten auf. Die Angaben erfolgen auf Basis der vertraglichen, undiskontierten Zahlungen.

Fälligkeitsanalyse finanzieller Verpflichtungen

2012 2013 –2015 2016 – 2019
in T€ Zins Tilgung Zins Tilgung Zins Tilgung
Originäre finanzielle
Verpflichtungen/Darlehen
Finanzverbindlichkeiten 301 600 724 2.135 405 4.500
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen 0 19.028 0 0 0 0
Sonstige/übrige
Verbindlichkeiten 0 7.564 0 0 0 0
Derivative finanzielle
Verbindlichkeiten 12 0 36 0 0 0
313 27.192 760 2.135 405 4.500

8.1.4. Marktrisiko

Marktrisiko ist das Risiko, dass der beizulegende Zeitwert oder künftige Cash Flows eines Finanzinstruments aufgrund von Änderungen der Marktpreise schwanken. Zum Marktrisiko zählen die folgenden Risikotypen: Zinsrisiko, Währungsrisiko und Kursrisiko. Es wird mittels Sensitivitätsanalysen überwacht.

8.1.4.1. Zinsrisiko

Zinsrisiko ist das Risiko, dass der beizulegende Zeitwert oder künftige Cash Flows eines Finanzinstruments aufgrund von Änderungen der Marktzinssätze schwanken. Das Risiko von Schwankungen der Marktzinssätze, dem der Konzern ausgesetzt ist, resultiert überwiegend aus den langfristigen variabel verzinslichen Darlehen.

Zur Absicherung des Zinsrisikos schließt der Konzern Zinsswaps ab, bei denen der Konzern in festgelegten Zeitabständen die unter Bezugnahme auf einen vorab vereinbarten Nennbetrag ermittelte Differenz zwischen festverzinslichen und variabel verzinslichen Beträgen mit dem Vertragspartner tauscht. Mit diesen Zinsswaps wird die zugrunde liegende Verpflichtung abgesichert.

Marktzinssatzänderungen von originären Finanzinstrumenten mit fester Verzinsung wirken sich nur dann auf das Ergebnis aus, wenn diese zum beizulegenden Zeitwert bilanziert werden. Daher unterliegen alle zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierten Finanzinstrumente mit fester Verzinsung keinen Zinsänderungsrisiken im Sinne des IFRS 7. Das Zinsänderungsrisiko wird derzeit als moderat eingestuft, da langfristige Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 6.635 T€ bestehen, wobei die variabel verzinslichen Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 1.300 T€ über entsprechende Zinsswaps abgesichert sind. Die restlichen Finanzverbindlichkeiten wurden auf festverzinslicher Basis abgeschlossen. Da die bestehenden, variabel verzinslichen Finanzverbindlichkeiten zum Bilanzstichtag vollständig über Zinsswaps abgesichert sind, hätte eine hypothetische Erhöhung/Verminderung des Marktzinsniveaus zum Bilanzstichtag um 100 Basispunkte bei ansonsten gleich bleibenden Variablen keine

wesentlichen Auswirkungen auf das Ergebnis nach Steuern; die restlichen Bestandteile des Eigenkapitals würden unverändert bleiben. Bei einer Veränderung der Zins- bzw. Diskontkurve um 100 Basispunkte nach oben (unten) ergibt sich eine Ergebnisauswirkung von 190 T€ (-190 T€).

8.1.4.2. Währungsrisiko

Währungsrisiko ist das Risiko, dass der beizulegende Zeitwert oder künftige Cash Flows eines Finanzinstruments aufgrund von Änderungen der Wechselkurse schwanken. Zielsetzung bei der Währungsabsicherung ist das Festschreiben von Preisen auf Basis von Sicherungskursen zum Schutz vor zukünftigen ungünstigen Währungskursschwankungen.

Wechselkursrisiken spielen eine untergeordnete Rolle im Roth & Rau-Konzern, da ein hoher Anteil des Umsatzes in Euro fakturiert wird. Zudem erhält das Unternehmen in der Regel einen nicht unerheblichen Teil des Kaufpreises bei Vertragsabschluss, so dass selbst bei Fakturierungen in Fremdwährungen das Risiko von Wechselkursschwankungen gering ist. In der Regel werden projektbezogene Kurssicherungsgeschäfte getätigt.

Währungsrisiken aus den verbleibenden ungesicherten Finanzinstrumenten in Fremdwährung, bei denen sich Währungsschwankungen ergebniswirksam auswirken, werden daher als gering eingeschätzt.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Sensitivität des Konzern-Ergebnisses vor Steuern (aufgrund der Änderungen von beizulegenden Zeitwerten der monetären Vermögenswerte und Schulden) und des Eigenkapitals des Konzerns gegenüber einer nach vernünftigem Ermessen grundsätzlich möglichen Wechselkursänderung des US-Dollar. Alle anderen Variablen bleiben konstant.

Währungsänderungsrisiko
USD
Kursentwicklung
des EUR/USD
Auswirkungen auf das
Ergebnis vor Steuern in T€
2011 9 % -983
-9 % 2.551
2010 9 % -1.653
-9 % 1.653

Bei einer hypothetischen Stärkung (Schwächung) des Euro gegenüber dem US-Dollar zum 31. Dezember 2011 um 9 % bei ansonsten gleich bleibenden Variablen wäre das Ergebnis vor Steuern um 983 T€ niedriger (2.551 T€ höher) ausgefallen.

Die Darstellung des Effektes einer Wertänderung erfolgte auf Grundlage der im Geschäftsjahr 2011 getätigten Fremdwährungsumsätze und Fremdwährungseinkäufe.

8.1.4.3. Kursrisiken

Die börsennotierten Eigenkapitaltitel, die vom Konzern gehalten werden, sind anfällig für Marktpreisrisiken, die sich aus der Unsicherheit künftiger Wertentwicklungen dieser Wertpapiere ergeben. Kursrisiken bestehen für zu Zwecken des Liquiditätsmanagements gehaltene Investments/Geldmarktfondsanteile. Bei einem am Bilanzstichtag um 10 % niedrigeren (höheren) Wertpapierkurs hätte sich das Eigenkapital nicht verändert, da zum Bilanzstichtag keine Wertpapiere gehalten wurden.

Kusrisiko Kursentwicklung Auswirkungen auf
das Eigenkapital in T€
2011 10 % 0
-10 % 0
2010 10 % 454
-10 % -454

8.2. Eventualverbindlichkeiten

Eventualverbindlichkeiten stellen zum einen mögliche Verpflichtungen dar, deren tatsächliche Existenz erst noch durch das Eintreten eines oder mehrerer ungewisser zukünftiger Ereignisse, die nicht vollständig beeinflusst werden können, bestätigt werden muss. Zum anderen sind darunter bestehende Verpflichtungen zu verstehen, die wahrscheinlich zu keinem Vermögensabfluss führen werden. Die Eventualverbindlichkeiten sind gemäß IAS 37 nicht in der Bilanz erfasst.

Aus der in 2008 eingegangenen Rücknahmeverpflichtung aus dem Verkauf einer Beschichtungsanlage an eine Leasinggesellschaft besteht für den Fall des Eintritts der Insolvenz des Leasingnehmers oder der außerordentlichen Kündigung des Vertrages durch die Leasinggesellschaft eine Verpflichtung zur Erstattung des Kapitalrestwerts an die Leasinggesellschaft in Höhe von 104 T€ (2010: 173 T€) zum Bilanzstichtag.

Der Konzern verfügt über bilaterale Avalkreditlinien in Höhe von 47.501 T€ (Vorjahr: 111.700 T€), davon sind 25.136 T€ (Vorjahr: 58.655 T€) in Anspruch genommen.

Die Roth & Rau AG hat gegenüber der Coface Kreditversicherung AG mit Datum vom 15. Novembver 2010 eine betragsmäßig unbegrenzte Patronatserklärung für die OTB Solar B.V. abgegeben. Das Risiko kann derzeit daraus nicht eingeschätzt werden, aus Praktikabilitätsgründen wird auf eine quantitative Einschätzung verzichtet.

Rechtsstreitigkeiten

Rechtliche Risiken können aus der unwissentlichen Verletzung geistiger Eigentumsrechte Dritter resultieren. Vor allem vor dem Hintergrund, dass ein nicht unerheblicher Anteil des Know-hows von Roth & Rau nicht durch eigene Patente geschützt ist, kann nicht ausgeschlossen werden, dass Wettbewerber die Verletzung von Schutzrechten gegenüber Roth & Rau geltend machen. Bisher ist es nicht zu solchen Rechtsstreitigkeiten gekommen. Auch umgekehrt besteht die Gefahr, dass Dritte das Know-how von Roth & Rau kopieren und Patente oder sonstige Schutzrechte verletzten. Zum Schutz des umfangreichen Wissens der Gesellschaft werden regelmäßig Geheimhaltungsvereinbarungen mit Mitarbeitern, Kunden und den Partnern in Forschungs- und Entwicklungsprojekten abgeschlossen. Das Risiko daraus kann derzeit nicht eingeschätzt werden. Aus Praktikabilitätsgründen wird auf eine quantitative Einschätzung verzichtet.

Die Roth & Rau AG hat im Jahr 2006 mit der Conergy SolarModule GmbH & Co. KG einen Vertrag über die Lieferung und Errichtung von vier Zellfertigungslinien am Standort Frankfurt/Oder mit einem Gesamtauftragswert in Höhe von ca. 58 Mio. € geschlossen. Nach Auffassung der Roth & Rau AG stehen der Gesellschaft aus dem Vertrag noch Ansprüche in Höhe von rund 8 Mio. € zu. Die Conergy SolarModule GmbH & Co. KG verweigert dagegen die Begleichung der Zahlungsforderungen der Gesellschaft und erhebt ihrerseits Schadensersatzforderungen, die die Forderungen der Roth & Rau AG um ein Vielfaches übersteigen. Aus diesem Grund wurde die Forderung bereits im Vorjahr vollständig wertberichtigt. In dieser Angelegenheit ist nunmehr seit Anfang Februar 2011 ein Rechtsstreit vor dem Landgericht Hamburg anhängig. Derzeit geht der Vorstand davon aus, dass die für Kosten im Rahmen von Rechtsstreitigkeiten im Geschäftsjahr 2010 gebildete Rückstellung ausreichend bemessen ist.

8.3. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die finanziellen Verpflichtungen des Konzerns stellen sich zum Bilanzstichtag wie folgt dar:

in T€ davon fällig
Gesamtbetrag innerhalb
eines
Jahres
zwischen
einem und
fünf Jahren
nach
über fünf
Jahren
Verpflichtungen aus
Bestellobligo 7.566 7.566 0 0
Erbbaurechtsverträgen 3.005 42 169 2.794
Leasingverträgen 4.103 1.368 2.735 0
Mietverträgen 8.649 2.062 5.709 878
Lizenz- u. Kooperationsverträge 400 300 100 0
Rahmenbestellungen 3.000 3.000 0 0
Wartungsverträgen 776 269 507 0
27.499 14.607 9.220 3.672

Das Bestellobligo betrifft Verpflichtungen der Roth & Rau AG aus im Geschäftsjahr ausgelösten Bestellungen.

Zugunsten der Roth & Rau AG bestehen zwei Erbbaurechte mit einer Laufzeit von jeweils 75 Jahren. Für diese Erbbaurechte zahlt die Gesellschaft einen Erbbauzins von 6 % p. a.

Der Konzern hat Operating Lease-Verträge für verschiedene technische Anlagen und Betriebsund Geschäftsausstattung abgeschlossen, deren Laufzeiten sämtlich bis fünf Jahre sind. In 2011 sind 2.910 T€ Aufwendungen für Operating Lease-Verträge angefallen.

Die Verpflichtungen aus Mietverträgen betreffen insbesondere einen längerfristigen Mietvertrag der OTB Solar B.V. (6.444 T€). Alle anderen Mietverträge haben sämtlich eine Laufzeit bis zu fünf Jahren.

Kooperations- und Lizenzvertrag mit der Universität Neuchâtel, Institut für Mikrotechnologie

Im Geschäftsjahr 2008 wurde ein Kooperations- und Lizenzvertrag mit der Universität Neuchâtel (jetzt EPFL Ecole Polytechnique Federale de Lausanne), Institut für Mikrotechnologie (IMT) geschlossen, der die Zusammenarbeit bei der Entwicklung von Know-how für die Realisierung einer hoch effizienten Zelle mittels der Heterojunction-Technologie (HJT) regelt. Die Laufzeit der Forschungs- und Entwicklungsarbeiten begann am 15. April 2008 und endet am 14. April 2013. Der Vertrag verlängert sich

stillschweigend jeweils um ein weiteres Jahr, bis er von einer Partei gekündigt wird. Als Gegenleistungen für alle Arbeiten, Lieferungen und Verpflichtungen mit Bezug zu den Forschungs- und Entwicklungsarbeiten erhält das IMT eine jährliche Vergütung von 180 T€. Als Gegenleistung für den Transfer des Know-hows und die Einräumung von Nutzungsrechten an dem Know-how und dem Patent wird eine jährliche Vergütung von 120 T€ gezahlt.

Die Roth & Rau AG ist des Weiteren eine Lizenzverpflichtung mit dem IMT eingegangen. Darin verpflichtet sich die Roth & Rau AG 1 % des Nettoumsatzes von HJT-Linien und ähnlichen Geräten zu vergüten. Für die Laufzeit des Kooperationsvertrages ist diese Vergütung auf einen Maximalbetrag von 300 T€ p. a. begrenzt. Die Verpflichtung zur Lizenzgebührzahlung bleibt fünf Jahre nach Vertragsbeendigung wirksam, jedoch gilt die Schwelle von 300 T€ nicht mehr.

8.4. Angaben zu nahe stehenden Personen und Unternehmen

Als nahe stehende Personen oder Unternehmen gelten natürliche Personen und Unternehmen, die von der Roth & Rau AG beeinflusst werden können, die einen Einfluss auf die Roth & Rau AG ausüben können oder die unter dem Einfluss einer anderen nahe stehenden Partei der Roth & Rau AG stehen. In der Roth & Rau AG wurden der Vorstand, der Aufsichtsrat, Personen in Schlüsselfunktionen und deren nahen Familienangehörigen als nahe stehende Personen definiert.

Transaktionen mit verbundenen/nahe stehenden Unternehmen

Aufgrund des Vertrages über einen Unternehmenszusammenschluss mit der Meyer Burger Technology AG vom 11. April 2011 konnte mit Wirkung zum 9. August 2011 die Übernahme vollzogen werden. Zum 31. Dezember 2011 hält die MBT Systems GmbH 89,17 % der Anteile an der Roth & Rau AG. Der Roth & Rau-Konzern wird in den Konzern-Abschluss der Meyer Burger Technology AG einbezogen.

In der zu berichtenden Periode wurden mit der Muttergesellschaft MBT Systems GmbH sowie mit der Meyer Burger Technology AG keine Transaktionen durchgeführt.

Mit sonstigen nahe stehenden Unternehmen aus der Meyer Burger-Gruppe bestehen 10 T€ Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, 52 T€ Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie 28 T€ Umsatzerlöse und 70 T€ Aufwendungen aus Dienstleistungen.

Vorstand

Dem Vorstand gehörten im Geschäftsjahr 2011 an:

Peter M. Wagner, Vorstandsvorsitzender seit 4. Oktober 2011

Präsident des Verwaltungsrates der Meyer Burger Technology AG, Baar, Schweiz; Vorsitzender des Aufsichtsrats der DataGroup AG, Pliezhausen, Deutschland (bis 28. Februar 2011); Vorsitzender des Beirats der Keymile International GmbH, Wien, Österreich (bis 30. September 2011); Vorsitzender des Beirats der Stifung für konkrete Kunst, Reutlingen, Deutschland; als gesetzlicher Vertreter der Meyer Burger Technology AG Mitglied im Kontrollgremium der zum Konzern gehörenden Handelsgesellschaft MB Services AS, Porsgrunn, Norwegen

Dr. Dietmar Roth,Vorstandsvorsitzender bis 3. Oktober 2011

Finanzen und Controlling, Beteiligungen, Personalwesen, IT, Investor Relations; Mitglied des Gutachterausschusses bei der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen "Otto von Guericke" e. V., Köln

Peter Frankfurter, Finanzvorstand seit 4. Oktober 2011

übt kein Mandat in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten oder vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen aus

Thomas Hengst, Vertriebsvorstand

übt kein Mandat in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten oder vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen aus

Peter R. Manolopoulos, Vorstand operatives Geschäft seit 4. Oktober 2011

übt kein Mandat in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten oder vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen aus

Dr. Paulus Breddels, Vorstand operatives Geschäft bis 31. Juli 2011

Vorstand für das operative Geschäft; Produktion, Integration, Qualitätsmanagement, Supply Chain, Produktmanagement/Produktentwicklung; Advisory Board Holst Center, Eindhoven, Niederlande

Organbezüge

Für das Geschäftsjahr 2011 betragen die Bezüge des Vorstands:

in T€ Jahresgehalt Nebenleistungen Tantieme Gesamt Anzahl
Aktienoptionen
2011 2010 2011 2010 2011 2010 2011 2010 2011 2010
Dr. Dietmar Roth
(bis 3. Oktober 2011) 300 220 679 126 0 0 979 346 0 28.000
Carsten Bovenschen
(bis 15. Dezember 2010) 33 180 101 76 0 0 134 256 0 21.000
Peter M. Wagner
(ab 4. Oktober 2011) 43 0 1 0 48 0 92 0 0 0
Thomas Hengst 150 138 95 45 24 60 269 243 14.000 21.000
Dr. Paulus Breddels
(bis 31. Juli 2011) 140 80 355 20 0 20 495 120 0 14.000
Peter Frankfurter
(ab 4. Oktober 2011) 50 0 2 0 18 0 70 0 0 0
Peter R. Manolopoulos
(ab 4. Oktober 2011) 50 0 2 0 22 0 74 0 0 0
Gesamt 766 618 1.235 267 112 80 2.113 965 14.000 84.000

Die Nebenleistungen wie Reisekosten, private Nutzung des Firmenwagens, Direktversicherungen und Beiträge zur Unterstützungkasse im Geschäftsjahr 2011 betrugen für Herrn Dr. Roth 679 T€ (Vorjahr: 126 T€), für Herrn Hengst 95 T€ (Vorjahr: 45 T€), für Herrn Dr. Breddels 105 T€ (Vorjahr: 20 T€), für Herrn Wagner 1 T€ (Vorjahr: 0 T€ ), für Herrn Frankfurter 2 T€ (Vorjahr: 0 T€), für Herrn Manolopoulos 2 T€ (Vorjahr: 0 T€). Herr Bovenschen erhielt 50 T€ (Vorjahr: zusätzlich 400 T€ in Rückstellungen enthalten), und Herr Dr. Breddels erhielt 250 T€ in 2011 als Abfindungszahlungen, die ebenfalls in den Nebenleistungen enthalten sind.

Im Jahr 2011 wurden keine Vergütungen aus dem Phantom Stock Options-Plan an Vorstandsmitglieder ausgezahlt. Zum Bilanzstichtag bestehen keine zusätzlich Rückstellungen (Vorjahr: 400 T€).

Der Vorstandsvertrag für Herrn Hengst sieht für den Fall, dass die Vorstandstätigkeit ohne wichtigen Grund vorzeitig endet, eine Ausgleichszahlung vor. Sie ist auf maximal zwei Jahresvergütungen einschließlich Nebenleistungen begrenzt und vergütet nicht mehr als die Restlaufzeit des Anstellungsvertrags. Im Falle einer vorzeitigen Beendigung der Vorstandstätigkeit infolge eines Kontrollwechsels erhält er eine Abfindung in Höhe von drei Jahresvergütungen, maximal jedoch in Höhe der Vergütung der restlichen Vertragslaufzeit. Als Change-of-Control-Fall gilt die Mitteilung nach § 21 Abs. 1 WpHG des Haltens von mindestens 50 % der Stimmrechte der Gesellschaft durch einen Gesellschafter oder einen Zusammenschluss mehrerer Gesellschafter, der Abschluss eines Unternehmensvertrages mit der Gesellschaft als abhängiges Unternehmen nach §§ 291 ff. AktG oder eine Eingliederung nach § 319 AktG. Die Pensionszusage von Herrn Hengst wird im Change-of-Control-Fall unabhängig von der Vollendung einer Wartefrist und den weiteren vertraglichen Vereinbarungen unverfallbar, die Pensionszusage gegenüber Herrn Dr. Roth ist unabhängig hiervon bereits unverfallbar. Für Herrn Dr. Breddels wurde ein Beitrag in einen bestehenden Vertrag mit einer Pensionskasse eingezahlt.

Herr Frankfurter und Herr Manolopoulus erhalten im Falle einer vorzeitigen Beendigung der Vorstandstätigkeit aufgrund ordentlicher Kündigung eine Bruttoabfindung in Höhe von 1/12 der Bezüge für jeden vollen Monat, den der Vorstandsvertrag vorzeitig endet. Die Abfindungsregelung ist jedoch auf eine maximal mögliche Abfindung in Höhe eines halben Jahresgrundgehaltes beschränkt. Für Herrn Wagner besteht keine Vereinbarung im Falle einer vorzeitigen Beendigung.

Die Verträge für die Vorstandsmitglieder sehen keine Leistungen für den Fall der regulären Beendigung ihrer Tätigkeit vor.

Darüber hinaus bestehen für Herrn Dr. Roth, Herrn Bovenschen und Herrn Hengst Pensionszusagen, die eine Alters- oder Invalidenrente sowie eine Hinterbliebenenversorgung vorsehen, welche unverfallbar sind. Die bestehende Pensionsverpflichtung ist voll durch entsprechendes Vermögen gedeckt. Daher ist nur ein Vermögenswert und keine Rückstellung in der Bilanz gebucht.

Aufsichtsrat

Dem Aufsichtsrat gehörten im Geschäftsjahr 2011 an: Herr Eberhard Reiche (Vorsitzender bis 26. August 2011) Herr Peter M. Wagner (Vorsitzender seit 26. August 2011 bis 3. Oktober 2011) Frau Andrea Sieber (stellv. Vorsitzende seit 26. August 2011, Vorsitzende seit 3. Oktober 2011) Herr Prof. Dr. Alexander Michaelis (stellv. Vorsitzender bis 26. August 2011 und Mitglied seit 3. Oktober 2011) Herr Michel Hirschi (Mitglied seit 26. August 2011, stellv. Vorsitzender ab 3. Oktober 2011) Herr Daniel Schoch (Mitglied bis 26. August 2011)

Eberhard Reiche, Aufsichtsratsvorsitzender bis 26. August 2011: Leiter der Stabsabteilung Revision der envia Mitteldeutsche Energie AG

Andrea Sieber, stellvertretende Vorsitzende seit 26. August 2011, Vorsitzende seit 3. Oktober 2011: Rechtsanwältin und Partnerin der Anwaltskanzlei Meyerlustenberger Rechtsanwälte, Zürich, Schweiz; übt kein Mandat in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten oder vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen aus

Prof. Dr. Alexander Michaelis, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender bis 26. August 2011 und Mitglied seit 3. Oktober 2011:

Leiter des Fraunhofer-Instituts für Keramische Technologien und Systeme, Dresden; Professor der Technischen Universität Dresden; Professur für Anorganisch-Nichtmetallische Werkstoffe am Institut für Werkstoffwissenschaft

Michel Hirschi, Mitglied des Aufsichtsrats seit 26. August 2011, stellvertretender Vorsitzender ab 3. Oktober 2011:

übt kein Mandat in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten oder vergleichbaren Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen in Deutschland aus; Mitglied in vergleichbaren ausländischen Kontrollgremien folgender Handelsgesellschaften: Zurmont Madison Management AG, Schweiz; Zurmont Capital I AG, Schweiz; CLS Corporate Language Services Holding AG, Schweiz

Als gesetzlicher Vertreter der Meyer Burger Technology AG Mitglied in ausländischen Kontrollgremien der folgenden zum Konzern der Meyer Burger Technology AG gehörenden Handelsgesellschaften: Meyer Burger AG, Schweiz; Meyer Burger Co. Ltd., Taiwan; MB Services Pte Ltd., Singapore; Meyer Burger Trading (Shanghai) Co. Ltd., China; Meyer Burger Kabushiki Kaisha, Japan; Diamond Material Technology Inc., USA; MBT Services Ltd., USA; Meyer Burger India Private Limited, India; MB Systems Co. Ltd., Korea; 3S Swiss Solar Systems AG, Schweiz; Pasan S.A., Schweiz

Daniel Schoch, Mitglied des Aufsichtsrats bis 26. August 2011:

Direktor/Chief Financial Officer, Corestate Capital AG, Zug, Schweiz; Vorsitzender des Aufsichtsrats der Alta Fides AG, Frankfurt

Die Mitglieder des Aufsichtsrats der Roth & Rau AG hielten am 31. Dezember 2011 keine Aktienanteile.

Die Bezüge des Aufsichtsrats der Roth & Rau AG betrugen für das Geschäftsjahr 2011:

Feste Vergütung

in T€ 2011 2010
Peter M. Wagner (26. August bis 3. Oktober 2011) 0 0
Andrea Sieber (ab 26. August 2011) 19 0
Michel Hirschi (ab 26. August 2011) 0 0
Eberhard Reiche (bis 26. August 2011) 47 56
Prof. Dr. Alexander Michaelis
(bis 26. August 2011, ab 3. Oktober 2011) 36 34
Daniel Schoch (bis 26. August 2011) 17 22
Summe 119 112

Herr Michel Hirschi und Herr Peter M. Wagner haben auf ihre Aufsichtsratsvergütung verzichtet. Zwischen den Aufsichtsratsmitgliedern und der Gesellschaft bestehen keine Vereinbarungen, die Abfindungszahlungen oder sonstige Vergünstigungen zugunsten der Aufsichtsratsmitglieder bei Beendigung ihrer Organmitgliedschaft vorsehen. Es bestehen gegenwärtig keine Interessenkonflikte zwischen ihren Verpflichtungen gegenüber der Gesellschaft und ihren privaten Interessen oder sonstigen Verpflichtungen.

Zugunsten der Mitglieder des Aufsichtsrats bestehen keine Vereinbarungen mit der Gesellschaft über Pensionen.

Personen in Schlüsselpositionen

Zu den Personen in Schlüsselpositionen zählen neben den oben aufgeführten Mitgliedern des Vorstands und Aufsichtsrats Personen, die für die Planung, Leitung und Überwachung der Geschäftstätigkeit direkt oder indirekt zuständig und verantwortlich sind, und sämtliche Personen mit Gesamtprokura.

Im Geschäftsjahr 2011 wurden an diese Personen Vergütungen aus bestehenden Arbeitsverhältnissen von gesamt 686 T€ (Vorjahr: 959 T€) ausgezahlt. Zum Bilanzstichtag bestehen zusätzlich Rückstellungen zugunsten dieser Personen von insgesamt 182 T€ (Vorjahr: 225 T€). In den Vergütungen sind Auszahlungen aus 2010 von insgesamt 137 T€ enthalten. An Personen in Schlüsselpositionen wurden insgesamt 12.000 (Vorjahr: 26.000) Phantom Stocks ausgegeben.

Nahe Familienangehörige

Als nahe Familienangehörige wurden die nahen Familienangehörigen des Vorstands bzw. der Personen in Schlüsselpositionen identifiziert. Diese Familienangehörige sind Arbeitnehmer der Roth & Rau AG bzw. der verbundenen Unternehmen und haben im Geschäftsjahr 2011 Vergütungen von insgesamt 221 T€ (Vorjahr: 248 T€) bezogen. Zum Bilanzstichtag bestehen zusätzlich Rückstellungen aufgrund dieser Arbeitsverhältnisse von insgesamt 39 T€ (Vorjahr: 28 T€). In den Vergütungen sind Auszahlungen aus 2010 von insgesamt 2 T€ enthalten.

Weiterhin betrug das Geschäftsvolumen mit einem nahe stehenden Unternehmen der Roth & Rau AG, dessen Gesellschafter ein naher Familienangehöriger des Vorstands der Roth & Rau AG ist, im Geschäftsjahr 2011 4 T€ (Vorjahr: 9 T€). Zum Bilanzstichtag bestehen keine Verbindlichkeiten/Rückstellungen (31. Dezember 2010: 3 T€).

8.5. Corporate Governance

Die nach § 161 AktG vorgeschriebene Entsprechenserklärung wurde vom Vorstand und vom Aufsichtsrat abgegeben und dauerhaft öffentlich zugänglich gemacht. Sie ist im Internet unter http://www.roth-rau.de/ veröffentlicht.

8.6. Abschlussprüferhonorar

Das für den Abschlussprüfer PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft als Aufwand erfasste Honorar im Geschäftsjahr 2011 beträgt für Prüfungsleistungen 622 T€ (Vorjahr: 444 T€). Darin sind Aufwendungen für die Abschlussprüfung 2011 in Höhe von 299 T€ (Vorjahr: 305 T€), Aufwendungen für die Abschlussprüfung 2010 in Höhe von 187 T€, für andere Bestätigungsleistungen in Höhe von 76 T€ (Vorjahr: 0 T€) sowie für Beratungsleistungen in Höhe von 60 T€ (Vorjahr: 89 T€) aufwandswirksam erfasst.

8.7. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Patronatserklärung durch Meyer Burger Technology AG

Mit Wirkung zum 10. Januar 2012 hat die Meyer Burger Technology AG eine harte Patronatserklärung zu Gunsten des Roth & Rau-Konzerns ausgestellt, mittels derer eine Liquiditätszuführung seitens der Meyer Burger Technology AG bis zu einem Höchstbetrag von 50 Mio. € im Bedarfsfall entsprechend sichergestellt ist.

Restrukturierungsprogramm CRiSP

Im Zuge des erweiterten Restrukturierungsprogramms sollen die Konzern-Strukturen vereinfacht werden, um eine schnelle und nachhaltige Verbesserung der Ertrags- und Finanzkraft des Unternehmens

sicherzustellen. Dies ist verbunden mit Standortschließungen bzw. der Zusammenführung der Vertriebsaktivitäten mit denen der Meyer Burger Technology AG, um Kompetenzen zu bündeln und Kosten einzusparen. Ebenso ist ein Personalabbau Bestandteil dieses Restrukturierungsprogramms. Der Vorstand hat im Februar 2012 mit Zustimmung des Aufsichtsrats entsprechende Maßnahmen eingeleitet.

Die einmaligen Restrukturierungskosten werden das Ergebnis 2012 voraussichtlich mit 3.000 T€ belasten.

Mit Vertrag vom 31. Januar 2012 wurden die Geschäftsaktivitäten der Niederlassung der OTB Solar B.V. in Taiwan zum 31. Januar 2012 im Rahmen eines Asset-Deals an die Meyer Burger Co. Ltd., eine taiwanesische Tochtergesellschaft der Meyer Burger Technology AG, veräußert.

8.8. Freigabe zur Veröffentlichung

Der Vorstand der Roth & Rau AG hat den vorliegenden IFRS-Konzern-Abschluss am 27. Februar 2012 zur Veröffentlichung freigegeben.

Hohenstein-Ernstthal, 27. Februar 2012

Peter M. Wagner Peter Frankfurter Vorstandsvorsitzender Finanzvorstand

Peter R. Manolopoulos Thomas Hengst Vorstand operatives Geschäft Vertriebsvorstand

9. Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzern-Abschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzern-Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

Hohenstein-Ernstthal, 27. Februar 2012 Roth & Rau AG

Peter M. Wagner Peter Frankfurter Vorstandsvorsitzender Finanzvorstand

Peter R. Manolopoulos Thomas Hengst Vorstand operatives Geschäft Vertriebsvorstand

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Wir haben den von der Roth & Rau AG, Hohenstein-Ernstthal, aufgestellten Konzern-Abschluss – bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Gesamtergebnisrechnung, Eigenkapitalveränderungsrechnung, Kapitalflussrechnung und Anhang – sowie den Konzern-Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2011 geprüft. Die Aufstellung von Konzern-Abschluss und Konzern-Lagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften liegt in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzern-Abschluss und den Konzern-Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Konzern-Abschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzern-Abschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den Konzern-Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzern-Abschluss und Konzern-Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzern-Abschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzern-Abschlusses und des Konzern-Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzern-Abschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Konzern-Lagebericht steht in Einklang mit dem Konzern-Abschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Dresden, 28. Februar 2012

PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Klaus Dornaus ppa. Frank Eichelmann Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

Zukunftsgerichtete Aussagen

Dieser Geschäftsbericht enthält bestimmte zukunftsgerichtete Aussagen, die sich insbesondere auf das Geschäft, die finanzielle Entwicklung und die Erträge von Roth & Rau, auf die wirtschaftlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen, auf die Geschäftsfelder, in denen der Konzern tätig ist, und andere Faktoren beziehen. Zukunftsgerichtete Aussagen betreffen zukünftige Tatsachen, Ereignisse sowie sonstige Umstände, die keine historischen Tatsachen sind. Wörter wie "erwarten", "beabsichtigen", "planen", "davon ausgehen" oder "voraussichtlich" deuten auf solche Aussagen hin. Solche Aussagen geben nur die Auffassung der Roth & Rau AG hinsichtlich zukünftiger Ereignisse zum gegenwärtigen Zeitpunkt wieder und unterliegen einer Reihe von Risiken und Unsicherheiten.

Diese zukunftsgerichteten Aussagen beruhen auf gegenwärtigen, nach bestem Wissen vorgenommenen Einschätzungen und Annahmen des Unternehmens, die sich, obwohl sie zum derzeitigen Zeitpunkt nach Ansicht der Roth & Rau AG angemessen sind, als fehlerhaft erweisen können. Zahlreiche Faktoren können dazu führen, dass die tatsächliche Entwicklung einschließlich der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns wesentlich von derjenigen abweicht, die in den zukunftsgerichteten Aussagen ausdrücklich oder implizit angenommen wird. Sollte eine oder sollten mehrere dieser Veränderungen oder Unsicherheiten eintreten oder sollten sich die von der Roth & Rau AG zu Grunde gelegten Annahmen als unrichtig erweisen, ist nicht auszuschließen, dass die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von denen abweichen, die in diesem Bericht als angenommen, geschätzt oder erwartet beschrieben sind. Der Konzern könnte aus diesem Grund daran gehindert sein, seine finanziellen und strategischen Ziele zu erreichen. Die Roth & Rau AG beabsichtigt nicht, die in diesem Geschäftsbericht dargelegten zukunftsgerichteten Aussagen oder Branchen- und Kundeninformationen über ihre gesetzliche Verpflichtung hinaus zu aktualisieren.

Finanzkalender 2012

Halbjahresbericht August 2012
Hauptversammlung August 2012

Roth & Rau AG Geschäftsbericht 2011

Impressum

Roth & Rau AG An der Baumschule 6 – 8 09337 Hohenstein-Ernstthal Tel. + 49 (0) 3723 / 671-234 Fax +49 (0) 3723 / 671-1000 [email protected]

Herausgeber Roth & Rau AG, Hohenstein-Ernstthal

Ansprechpartner Roth & Rau AG Mario Schubert Tel. + 49 (0) 3723/671-3340 [email protected]

Better Orange IR & HV AG Linh Chung Tel. + 49 (0) 211/17804720 [email protected]

Redaktion Better Orange IR & HV AG, München

Konzeption und Design visuphil ®, Düsseldorf

Fotos Martin Jehnichen

Dieser Geschäftsbericht liegt ab dem 27. April 2012 auch in englischer Sprache vor. Beide Fassungen stehen im Internet unter www.roth-rau.com in der Rubrik "Investor Relations/News & Publikationen/ Berichte" zum Download zur Verfügung. Im Zweifelsfall ist die deutsche Version maßgeblich.

Roth & Rau AG An der Baumschule 6–8 09337 Hohenstein-Ernstthal Tel. +49 (0) 3723 / 671-234 Fax + 49 (0) 3723 / 671-1000 [email protected] www.roth-rau.de