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MEDION AG

Annual Report Jun 28, 2019

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Annual Report

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Geschäftsbericht 2018/2019

BERICHT ÜBER DAS GESCHÄFTSJAHR 2018/2019 | 1. APRIL 2018 – 31. MÄRZ 2019

Geschäftsbericht 2018/2019

BERICHT ÜBER DAS GESCHÄFTSJAHR 2018/2019 | 1. APRIL 2018 – 31. MÄRZ 2019

MEDION AG Konzern in Zahlen

Wert in Mio.€ 01.04.2018
-31.03.2019
01.04.2017
-31.03.2018
Umsatz 742 8391
- Inland 451 509
- Ausland 291 330
Umsätze nach Segmenten
- davon Projektgeschäft 354 451
- davon Direktgeschäft 369 3381
- davon Sonstige 19 50
EBIT 35 38
Konzernergebnis 30 31
Bilanzsumme 745 721
Eigenkapitalquote 53,7% 54,0%
Mitarbeiter 1.016 1.043
Personalaufwand 60 59

1) Umsatzausweis angepasst

Aktienbezogene Daten

Grundkapital € 48.418.400
ISIN DE0006605009
Wertpapier-Kenn-Nr.: 660500
Notierungen Xetra, Frankfurt am Main
Streubesitz ca. 2%
Ergebnis je Aktie (in €) 0,67 0,70
Durchschnittliche Aktienanzahl 44.681.430 44.681.430

Inhalt

1 Vorwort des Vorstandes________ 6
2 des Aufsichtsrates______
Bericht
10
3 Corporate-Governance-Bericht___ 15
4 Nichtfinanzielle Erklärung gem. § 289b HGB____ 27
5 Diversitätsbericht_______ 50
6 Zusammengefasster Konzernlagebericht
und Lagebericht der MEDION AG_______
54
7 _
Entgelttransparenzbericht_____
118
8 Konzernabschluss der MEDION AG______ 122
9 _
Konzernanhang der MEDION AG______
130
10 Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers_____ 184
11 _
Einzelabschluss der MEDION AG______
195
12 Finanzkalender_________ 198
13 Impressum______ 198
1 Vorwort des Vorstandes
_____6
2 Bericht des Aufsichtsrates
________10
3 Corporate-Governance-Bericht_____15
3.1 Grundsätze
________15
3.2 Umsetzung des Deutschen Corporate Governance
Kodex
______15
3.3 Vorstand und Aufsichtsrat
________18
3.4 Börsennotierung, Hauptversammlung und Internet
Informationen______21
3.5 Compliance________22
3.6 Rechnungslegung und Abschlussprüfung
___24

1 Vorwort des Vorstandes

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

wir als Vorstand freuen uns sehr, dass das abgelaufene Geschäftsjahr 2018/2019 (01.04.2018 bis 31.03.2019) ergebnisseitig insgesamt besser als erwartet verlief.

Umsatz und Ergebnis 2018/2019

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2018/2019 liegen die Umsätze insgesamt mit € 741,6 Mio. um -11,6 % unter dem Vorjahreswert von € 839,1 Mio. und somit unter dem Erwartungskorrridor von bis zu -5 %. Berücksichtigt man die Umsätze der Dienstleistungen für den Lenovo-Konzern, die von € 50,0 Mio. im Vorjahr um € -31,2 Mio. auf € 18,8 Mio. zurückgingen, ergibt sich für das MEDION-eigene Geschäft mit € 722,8 Mio. ein Umsatz, der um -8,4 % (€ -66,3 Mio.) geringer ausfällt. Dieser Rückgang liegt unterhalb des Erwartungskorridores, läßt sich aber durch den bewussten aktiven Umbau des Produktmixes erklären. Begründet ist dieser Rückgang unter anderem dadurch, dass MEDION schrittweise den Produktmix verändert und Produktgruppen reduziert, die aufgrund der Marktsättigung unter überdurchschnittlichem Preis- und Margendruck stehen. Hierzu zählen insbesondere Produkte aus dem PC- und Multimediabereich.

MEDION folgt damit der Entwicklung des deutschen Marktes. Denn die PC-Sparten Desktop PCs und Notebooks verzeichneten in Deutschland im Jahr 2018 Einbußen bei Absatz und Umsatz. Desktop PCs zeigten einen Stückzahlrückgang um 3,7 % auf 923 Tsd. Stück. Notebooks büßten 6,4 % auf rund 3,9 Mio. Stück ein. Nach Angaben von IDC, die auch den E-Commerce umfassen, beträgt der Rückgang bei Desktop PCs sogar –14 % und bei Notebooks -10 %. Die Gründe für die anhaltenden Rückgänge auf dem PC-Markt sind vielfältig: Zum einen sorgt die stabile Entwicklung im Bereich Smartphones für eine Verlagerung, zum anderen geben sich inzwischen deutlich mehr Verbraucher und Unternehmen länger mit der Leistung ihrer aktuellen PCs zufrieden als noch vor einem Jahrzehnt – damals waren schnellere Prozessoren und mehr Speicher noch sichere Kaufanreize.

Deutschland bleibt wichtigster Markt für MEDION. Der Umsatz sank zwar von € 509,0 Mio. im Vorjahr um € -58,3 Mio auf € 450,7 Mio., der Umsatzanteil blieb jedoch mit 60,8 % auf Vorjahresniveau (60,7 %). Die Umsätze im übrigen Europa gingen von € 204,1 Mio. um € -29,2 Mio. auf € 174,9 Mio. zurück. Die Rückgänge sowohl in Deutschland als auch im übrigen Europa resultieren hauptsächlich aus der zuvor genannten bewussten Reduzierung der unter hohem Preis- und Margendruck stehenden Produktbereiche PC und TV, die zusammen mehr als rund zwei Drittel der Umsatzrückgänge begründen.

Das Direktgeschäft hingegen konnte die Wachstumserwartungen von bis zu +5 % übertreffen und den Umsatz von € 338,2 Mio. im Vorjahr um +9,1 % oder € +30,9 Mio. auf € 369,1 Mio. steigern. Innerhalb des Direktgeschäftes blieb der Onlinehandel mit Hardware-Produkten unter den Erwartungen. Hintergrund hierfür sind der stetig steigende Preisdruck im Multimediabereich, der sich nicht nur im stationären Handel, sondern insbesondere auch auf den Onlinehandel mit Hardware-Produkten auswirkt. Anders als im Vorjahr konnte der Umsatzrückgang im Hardwarebereich des Direktgeschäftes jedoch im abgelaufenen Geschäftsjahr durch den Ausbau digitaler Dienstleistungen kompensiert werden. Auch hier entwickelte sich MEDION im Rahmen der Markttrends. Im deutschen Mobilfunk-Markt stiegen die Service-Umsätze gegenüber 2017 um 1,4 % auf ca. € 20,0 Mrd. Hauptgrund für das moderate Umsatzwachstum war die weiterhin steigende Datennutzung, welche den EU-Regulierungseffekten sowie dem anhaltenden Preis- und Wettbewerbsdruck entgegenwirkte.

Das im MEDION Konzern erwirtschaftete operative Ergebnis (EBIT) in Höhe von € 35,2 Mio. liegt um € -3,0 Mio. (-7,9 %) unter dem Vorjahr (€ 38,2 Mio.), aber um rund +10 % über den EBIT-Erwartungen. Darüber hinaus beinhaltete das Vorjahresergebnis einmalige, teilweise periodenfremde Erträge von insgesamt € 3,9 Mio. Bereinigt um diese liegt das EBIT im abgelaufenen Geschäftsjahr 2018/2019 trotz deutlichen Umsatzrückganges leicht (+3 %) über dem Vorjahreswert.

Angesichts des unverändert wettbewerbsintensiven Umfelds sind Vorstand und Aufsichtsrat mit dieser Entwicklung bei MEDION sehr zufrieden.

MEDION hat in allen vorgenannten Bereichen im abgelaufenen Geschäftsjahr sein Angebot ausgeweitet und zukunftsweisende Lösungen entwickelt.

Die Zusammenarbeit mit dem Lenovo-Konzern wurde neben dem bestehenden Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag auf allen operativen Ebenen verstärkt und zum gegenseitigen Nutzen ausgebaut.

Ausgleichszahlung an die Aktionäre

Als Kompensation für den Verlust des Dividendenanspruchs aufgrund des Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrages erhalten die außenstehenden Aktionäre der MEDION AG eine jährliche Ausgleichszahlung in Höhe von brutto € 0,82 je MEDION-Aktie abzüglich des Betrags für deutsche Körperschaftsteuer sowie Solidaritätszuschlag. Damit beträgt die jährliche Ausgleichszahlung, die jeder außenstehende Aktionär nach Abzug der Körperschaftsteuerbelastung und des darauf entfallenden Solidaritätszuschlags erhält, € 0,69 je Aktie. Es ist vorgesehen, die nächste Hauptversammlung der MEDION AG am 31. Oktober 2019 nach Essen einzuberufen. Die Auszahlung der Ausgleichszahlung würde dann am darauffolgenden nächsten Bankarbeitstag erfolgen.

Marktenwicklung 2019/2020

Im Bereich der Vertriebsformen hat das Internet als Einkaufsstätte kontinuierlich an Marktbedeutung gewonnen und sich als eigenständige Vertriebsform mit einem zweistelligen Marktanteil in Deutschland und im Euroraum etabliert. Mit einem Plus von 11,4 % auf rund € 65,10 Mrd. ist 2018 der Brutto-Umsatz mit Waren im E-Commerce kräftig gewachsen. Besonders erfolgreich waren die Multichannel-Händler. Ausgehend von diesem anhaltenden Trend wird in Deutschland für das Jahr 2019 mit einem Wachstum um 8,6 % auf ca. € 73,95 Mrd. gerechnet.

Neben dem Kauf von Waren ist das Internet vor allen Dingen als Quelle für Informationen über Produkte und damit für Kaufentscheidungen der Konsumenten eine aktuelle und transparente Plattform. In vielen Produktkategorien legen Multichannelkäufer mehr Wert auf Leistungs- und Qualitätsmerkmale, als auf den reinen Preisvergleich. Im Bereich der Consumer-Electronics-Produkte und beim Angebot digitaler Dienstleistungen – wie zum Beispiel dem Fotoservice – wird der Online-Vertriebskanal noch weiter an Bedeutung gewinnen. Im Bereich hochwertiger Consumer-ElectronicsProdukte in den Preissegmenten über € 700 spielt zunehmend auch eine Rolle, inwieweit den Konsumenten Ratenzahlungen mit sehr günstigen Finanzierungsmodellen angeboten werden können.

Notebook /Desktop-PC / digitale Dienstleistungsangebote

Es ist unverändert erkennbar, dass es immer mehr klassische Produkte der Unterhaltungselektronik geben wird, die aufgrund der Digitalisierung Zugang zum Internet haben. Dies stellt neue Anforderungen an die Hersteller von Unterhaltungselektronik, leistungsstarke Prozessoren in ihre Geräte zu integrieren. Multikern-Prozessoren und leistungsstarke Grafik-Chips sorgen für schnellen Aufbau von Internet-Seiten, flüssige Bedienung und ruckelfreie Videos aus dem Web.

Mit dem weitestgehend vollzogenen Ausbau einer flächendeckenden Infrastruktur für das drahtlose Breitbandinternet wird sich der Trend zu kompakten und leistungsfähigen sowie leichteren Notebooks noch verstärken. Der Markt für PCs und Notebooks ist aufgrund der hohen Ausstattungsdichte der Haushalte seit Jahren vorrangig von Ersatzbedarf bestimmt, technologische Innovationen geben dagegen im gegenwärtigen Marktumfeld nur geringere Kaufanreize. Unverändert ist es schwierig, eine Prognose aus den Markterwartungen für das klassische MEDION-Hardware-Geschäft mit PCs, Notebooks oder Tablets zu formulieren.

Dazu kommt, dass unverändert viele klassische Handelskunden von MEDION nur geringe Online-Verkaufs-Aktivitäten entwickelt haben und daher keinen breiten Zugang zu neueren Vertriebswegen schaffen. Ein Ausbau alternativer Private-Label-Produktserien ist zwar geeignet, kompensatorisches Geschäft zu generieren, bedarf naturgemäß jedoch einer längeren Marketing- und Implementierungsphase seitens der Handelskunden.

Darüber hinaus wird die weitere Entwicklung im Telekommunikationsmarkt zu berücksichtigen sein. Der rasche technologische Wandel im Telekommunikationssektor erfordert hohe Investitionen, um Netzinfrastrukturen der nächsten Generation auszubauen. Der Ausbau von sogenannten 5 G-Netzen steht bevor und wird von den Netzbetreibern hohe Investitionen erfordern. Dies kann sich auch auf die für MEDION relevante Preisgestaltung der verfügbaren Angebote der Diensteanbieter auswirken.

Im Bereich der weiteren digitalen Dienstleistungen werden für Spiele, In-Game-Käufe und das sogenannte Download Geschäft sowohl im deutschen Markt, als auch bei MEDION, durch zusätzliche innovative Angebote unverändert interessante Umsatz- und Ergebnispotentiale erwartet.

Entwicklung MEDION in 2019/2020

Der Fokus von MEDION bleibt unverändert darauf gerichtet, den wesentlichen Kunden und Konsumenten innovative Produkte sowie ein umfassendes Marketing- und Dienstleistungsangebot, das die gesamte Wertschöpfungskette entlang des Handelsprozesses abdeckt, offerieren zu können. MEDION wird weiterhin die Produktideen anhand aktueller Markt- und Kundenbedürfnisse konzeptionieren und zusammen mit dem Qualitäts- und Logistikmanagement einen umfassenden After-Sales-Service garantieren. Der Bereich der digitalen Dienstleistungsangebote wird weiter ausgebaut werden und ist zentraler Bestandteil der zukünftigen Unternehmensentwicklung.

Da MEDION durch sein Kostenmanagement bereits den Anteil der variablen Kosten gesenkt hat und nur noch in geringem Umfang hier Einsparungen vornehmen kann, wird der zunehmende Preisverfall auf der Verkaufsseite im Projektgeschäft nach wie vor einen überproportionalen Ergebnisdruck begründen. Insofern kann im Projektgeschäft aufgrund der zuvor erläuterten Umsatzrisiken auch ein weiterer Rückgang des EBIT nicht ausgeschlossen werden. Im Direktgeschäft werden steigende Skalenvorteile erwartet, aber auch hier kann ein steigender Preisdruck, insbesondere im Telekommunikationsgeschäft sowie durch steigende Produkttransparenz und Anbieterzahlen, eine zur geplanten Geschäftsentwicklung korrespondierende Erhöhung der Rentabilität insgesamt verzögern.

Für neue digitale Dienstleistungen und Vertriebskanäle wird auch für das Geschäftsjahr 2019/2020 erwartet, mögliche erwirtschaftete Überschüsse direkt in den weiteren Auf- und Ausbau reinvestieren zu müssen, so wie bereits in den beiden vorangegangenen Geschäftsjahren höhere Aufwendungen für Marketing, IT und Beratungsdienstleistungen erforderlich waren.

Unter Berücksichtigung dieser Rahmenbedingungen wird für das Geschäftsjahr 2019/2020 ein EBIT auf Niveau des abgelaufenen Geschäftsjahres 2018/2019 erwartet.

In diesem unverändert herausfordernden Wettbewerbsumfeld danken wir den Mitarbeitern von MEDION für ihren tatkräftigen Einsatz, der im abgelaufenen Geschäftsjahr zu einer guten Ergebnisentwicklung geführt hat und dafür, dass sie unverändert daran mitarbeiten, das Zusammengehen mit Lenovo zum Erfolg werden zu lassen.

Den Kolleginnen und Kollegen von Lenovo danken wir für ihre Unterstützung und unseren Kunden und den Konsumenten für ihre Begeisterung für die Marke und die Produkte von MEDION.

Der Vorstand

Gerd Brachmann Christian Eigen

2 Bericht des Aufsichtsrates

Sehr geehrte Aktionärin, sehr geehrter Aktionär,

Die MEDION AG kann in einem sehr wettbewerbsintensiven Umfeld und bei unverändert schwierigen Bedingungen für die Nachfrage nach Consumer-Electronics-Produkten, insbesondere im Bereich Desktop-PCs und Notebooks, auf ein besseres als erwartetes Jahr 2018/2019 zurückblicken. Zwar blieb MEDION umsatzseitig unter den Erwartungen, ergebnisseitig wurden diese jedoch übertroffen.

Bei der Beurteilung der umsatzbezogenen Geschäftsentwicklung muss jedoch auch berücksichtigt werden, dass MEDION abweichend zu den Anhangangaben im Geschäftsbericht des Vorjahres, nach denen die erstmalige Anwendung des IFRS 15 nach damaligem Stand der Analysen keine Auswirkungen auf die Abbildung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage hatte, in der zweiten Hälfte des abgelaufenen Geschäftsjahres 2018/2019 -auch unter Berücksichtigung der Erkenntnisse aus dem DPR (Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung) Verfahren zum Konzernabschluss 2016/2017 - zu dem Ergebnis kam, im Rahmen der Erstanwendung des IFRS 15 Teile des Direktgeschäftes im Bereich der digitalen Dienstleistungen als sogenannes Agentengeschäft zu bilanzieren und für diese relevanten Geschäfte nur noch die erwirtschaftete Rohmarge als Umsatz auszuweisen. MEDION hat sich entschieden, den IFRS 15 nach Maßgabe des sogenannten Full Retrospective Approach anzuwenden und entsprechend auch den Umsatzausweis des Vorjahres anzupassen.

Der Nettoerlösausweis im Agentengeschäft hat keine Auswirkungen auf das Konzernergebnis und den Rohertrag. Das erwirtschaftete operative Ergebnis (EBIT) in Höhe von € 35,2 Mio. liegt zwar um € - 3,0 Mio. (-7,9 %) unter dem Vorjahr (€ 38,2 Mio.), aber rund +10 % über den EBIT-Erwartungen. Darüber hinaus beinhaltete das Vorjahresergebnis einmalige, teilweise periodenfremde Erträge von insgesamt € 3,9 Mio. Bereinigt um diese liegt das EBIT im abgelaufenen Geschäftsjahr 2018/2019 trotz deutlichen Umsatzrückganges leicht (+3 %) über dem Vorjahreswert. Angesichts des unverändert wettbewerbsintensiven Umfelds sind Vorstand und Aufsichtsrat mit dieser Entwicklung bei MEDION sehr zufrieden.

Seit Juli 2011 ist die internationale Lenovo-Gruppe, weltweit agierender Hersteller von PCs, Servern und Smartphones, Hauptaktionär der MEDION AG. Lenovo ist dabei seit mehr als sieben Jahren einer der am schnellsten wachsenden PC-Hersteller der Welt und hat sich mit der Übernahme der Mobilfunksparte von Motorola und dem Server-Geschäft von IBM bei Produktangebot und Kompetenzen nochmals vergrößert. Lenovo entwickelt eine breite Palette von Computertechnologien – von Desktop-PCs, Notebooks, Server Stations, Smartphones über Tablets bis zu digitalen Anwendungstechnologien und zunehmend auch digitalen Dienstleistungen für Geschäfts- und Privatkunden, die weltweit vertrieben werden. MEDION ist Teil der Lenovo EMEA-Organisation (Europa, Mittlerer Osten und Afrika) und arbeitet in vielen Bereichen mit Lenovo an der Entwicklung neuer innovativer Produkte zusammen.

Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr vom 1. April 2018 bis 31. März 2019 die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben mit großer Sorgfalt wahrgenommen.

Der Aufsichtsrat hat den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens regelmäßig beraten und die Geschäftsführung der Gesellschaft überwacht. In alle Entscheidungen, die für das Unternehmen von grundlegender Bedeutung waren, wurde der Aufsichtsrat unmittelbar und frühzeitig eingebunden.

Der Vorstand unterrichtete den Aufsichtsrat in schriftlichen und mündlichen Berichten regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle relevanten Fragen der Unternehmensplanung und strategischen Weiterentwicklung, über den Gang der Geschäfte, die Lage des Konzerns einschließlich der Risikolage und Compliance sowie über das Risikomanagement. Die Zusammenarbeit mit dem unverändert amtierenden Vorstand war durch einen intensiven und offenen Austausch gekennzeichnet. Abweichungen des Geschäftsverlaufes von den aufgestellten Plänen und Zielen wurden dem Aufsichtsrat im Einzelnen erläutert. Die strategische Ausrichtung des Unternehmens und die Zusammenarbeit mit Lenovo wurden mit dem Aufsichtsrat abgestimmt. Alle für das Unternehmen bedeutenden Geschäftsvorgänge sind anhand der Berichte des Vorstandes im Aufsichtsrat ausführlich erörtert worden.

Im Geschäftsjahr vom 1. April 2018 bis 31. März 2019 fanden vier Aufsichtsratssitzungen statt. An diesen Sitzungen haben alle Mitglieder des Aufsichtsrates teilgenommen. Darüber hinaus gab es auf Seiten der Aufsichtsratsmitglieder interne Vorgespräche und Nachbereitungen der Sitzungen. Über Projekte und Vorhaben, die für die Gesellschaft von besonderer Bedeutung oder eilbedürftig waren, wurde der Aufsichtsrat auch zwischen den Sitzungen ausführlich informiert. Zustimmungspflichtige Geschäftsvorfälle außerhalb der Sitzungen des Aufsichtsrats sind im Berichtsjahr nicht angefallen.

In der Sitzung am 20. Juni 2018 wurde unter anderem der Jahres- und Konzernabschluss zum 31. März 2018 sowie der Vergütungsbericht behandelt. Der Aufsichtsrat hat in dieser Sitzung auch die Geschäftslage erörtert und die Planung für das Geschäftsjahr 2018/2019 ausführlich diskutiert und verabschiedet.

Die Sitzung des Aufsichtsrates am 31. August 2018 diente der Vorbereitung der ordentlichen Hauptversammlung 2018. Zusätzlich hat der Vorstand den Aufsichtsrat über die Entwicklung des operativen Geschäftes und die Produktneuheiten zur Internationalen Funkausstellung (IFA) informiert. Darüberhinaus diskutierte der Aufsichtsrat die möglichen Beanstandungen der Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) bei der Darstellung der Umsatzerlöse im MEDION Konzernjahresabschluss 2016/2017 .

Die Änderungen des Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 24. April 2017 wurden in der Sitzung des Aufsichtsrates am 23. November 2018 diskutiert. Die aktualisierte Version der Entsprechenserklärung vom Aufsichtsrat ist ebenfalls an dem Tag verabschiedet worden. Außerdem wurde über den Verlauf der Hauptversammlung 2018, die am 20. November 2018 stattgefunden hatte, und die aktuelle Geschäftslage berichtet. In Anwesenheit der Abschlussprüfer befasste sich der Aufsichtsrat mit den zwischenzeitlich vorliegenden Beanstandungen der DPR zum Konzernabschluss zum 31. März 2017. Nach intensiver Diskussion und unter Abwägung aller Gesichtspunkte stimmte der Aufsichtsrat der Entscheidung des Vorstandes zu, die Beanstandungen zu akzeptieren und eine entsprechende Fehlerfeststellung zu veröffentlichen.

In der letzten Sitzung des Aufsichtsrates im Geschäftsjahr 2018/2019, die am 8. März 2019 stattgefunden hat, wurden unter anderem die Effizienzprüfung des Aufsichtsrates sowie der Compliance-Bericht thematisiert und zur Kenntnis genommen. Des Weiteren hat der Vorstand über die Geschäftslage zum 31. Dezember 2018 (3. Quartal 2018/2019) berichtet und einen Ausblick auf das Ende des Geschäftsjahres 2018/2019 sowie einen ersten Ausblick auf die Planung von Umsatz, Ergebnissen und Investitionen im Geschäftsjahr 2019/2020 gegeben. Außerdem wurden in dieser Sitzung die Schwerpunkte der Jahres- und Konzernabschlussprüfung 2018/2019 erläutert und verabschiedet.

Auch außerhalb dieser Sitzungen stand insbesondere der Aufsichtsratsvorsitzende in regelmäßigem Kontakt mit dem Vorstand und ließ sich auf der Grundlage von Kennziffern über die aktuelle Entwicklung der Geschäfte und über wesentliche Geschäftsvorfälle informieren. Die Beratungen zur DPR-Prüfung und ihren Auswirkungen bildeten einen besonderen Schwerpunkt der Gespräche mit dem Vorstand. Hierbei kamen auch externe Berater zum Einsatz, die den Aufsichtsratsvorsitzenden persönlich informierten. Insgesamt stellte das DPR-Verfahren den Vorstand und Aufsichtsrat im abgelaufenen Geschäftsjahr vor besondere Herausforderungen.

Der Corporate-Governance-Bericht von Vorstand und Aufsichtsrat gemäß Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex kann dem nachfolgenden Kapitel entnommen werden.

Der vom Vorstand nach den Regeln des HGB aufgestellte handelsrechtliche Jahresabschluss (Einzelabschluss) für das Geschäftsjahr vom 1. April 2018 bis 31. März 2019 und der Lagebericht (gemäß § 315 Abs. 3 HGB zusammengefasster Konzernlagebericht und Lagebericht) der MEDION AG wurden von der PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, Zweigniederlassung Essen, geprüft. Den Prüfungsauftrag hat der Aufsichtsrat durch seinen Vorsitzenden entsprechend dem Beschluss der ordentlichen Hauptversammlung vom 20. November 2018 vergeben. Der Abschlussprüfer erteilte einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk.

Der Konzernabschluss der MEDION AG wurde gemäß § 315e HGB auf der Grundlage der internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS aufgestellt. Der Abschlussprüfer hat die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichtes festgestellt und bestätigt, dass der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht unter Beachtung der geltenden Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermitteln. Der Abschlussprüfer erteilte auch hier einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk.

Das Auftragsverhältnis zwischen der MEDION AG und der Prüfungsgesellschaft hat die Anforderungen des Deutschen Corporate Governance Kodex erfüllt. Der Aufsichtsrat beauftragte den Abschlussprüfer mit der Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses. Dem Aufsichtsrat liegt eine Unabhängigkeitserklärung der PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, Zweigniederlassung Essen, vor. Darin wurde bestätigt, dass keinerlei berufliche, finanzielle oder sonstige Beziehungen zur MEDION AG und zu ihren Organen bestehen, die Zweifel an der Unabhängigkeit der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft begründen könnten.

Darüber hinaus hat der Abschlussprüfer das bei der MEDION AG bestehende Risikofrüherkennungssystem geprüft. Er bescheinigt der MEDION AG, dass der Vorstand die nach § 91 Abs. 2 AktG geforderten Maßnahmen getroffen hat und das Risikofrühwarnsystem geeignet ist, Entwicklungen, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden können, frühzeitig zu erkennen.

Auch der Aufsichtsrat konnte sich davon überzeugen, dass der Vorstand angemessene Maßnahmen zur Risikofrüherkennung ergriffen und insbesondere ein Überwachungssystem installiert hat.

Die Jahresabschlussunterlagen und Prüfungsberichte sowie der Nichtfinanzielle Bericht gingen allen Aufsichtsratsmitgliedern zu. Sie waren in der Bilanzsitzung des Aufsichtsrates am 24 Juni 2019 Gegenstand ausführlicher Beratung. Der Abschlussprüfer, der bereits im Vorfeld Fragen des Aufsichtsrates beantwortet hatte, nahm an der Sitzung teil und berichtete über die wesentlichen Ergebnisse der Prüfungen und stand dem Aufsichtsrat für ergänzende Auskünfte zur Verfügung. Der Aufsichtsrat hat auf Grund der seit vielen Jahren unveränderten Struktur und der Zukunftsfähigkeit des MEDION-Geschäftsmodells sowie der erkennbar transparenten Darstellung von Nachhaltigkeitsaspekten keine Notwendigkeit gesehen, den Inhalt des Nichtfinanziellen Berichts durch den Abschlussprüfer zusätzlich prüfen zu lassen.

Nach seiner eigenen Prüfung des Jahresabschlusses der MEDION AG, des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichtes sowie des Nichtfinanziellen Berichts hat der Aufsichtsrat die Berichte des Abschlussprüfers zustimmend zur Kenntnis genommen. Nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung sind vom Aufsichtsrat keine Einwendungen zu erheben. Den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss der MEDION AG zum 31. März 2019 sowie den Konzernabschluss zum 31. März 2019 hat der Aufsichtsrat am 24. Juni 2019 gebilligt. Der Jahresabschluss der MEDION AG zum 31. März 2019 ist damit festgestellt.

Aufgrund des mit der Lenovo Germany Holding GmbH abgeschlossenen Gewinnabführungsvertrages weist die MEDION AG im Jahresabschluss 2018/2019 keinen Bilanzgewinn aus. Die außenstehenden Aktionäre der MEDION AG erhalten für die Dauer des Vertrages eine jährliche Ausgleichszahlung von der Lenovo Germany Holding GmbH. Die Ausgleichszahlung beträgt brutto EUR 0,82 je Aktie mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital in Höhe von EUR 1,00 für jedes volle Geschäftsjahr, abzüglich eines Betrags für deutsche Körperschaftsteuer sowie Solidaritätszuschlag nach dem jeweils für diese Steuern für das betreffende Geschäftsjahr geltenden Steuersatz. Es kommen 15 % Körperschaftsteuer zuzüglich 5,5 % Solidaritätszuschlag auf die Körperschaftsteuer zum Abzug. Daraus ergibt sich eine Ausgleichszahlung in Höhe von EUR 0,69 je Aktie für das abgelaufene Geschäftsjahr. Die Ausgleichszahlung ist fällig am dritten Bankarbeitstag nach der Hauptversammlung 2019, die für den 31. Oktober 2019 geplant ist.

Im Berichtszeitraum ergaben sich keine Veränderungen im Vorstand und Aufsichtsrat der MEDION AG.

Interessenkonflikte einzelner Aufsichtsratsmitglieder hat es im Berichtsjahr nicht gegeben.

Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der MEDION AG im Inund Ausland sowie der Arbeitnehmervertretung für ihr persönliches Engagement und die in einem herausfordernden konjunkturellen Umfeld geleistete Arbeit.

Essen, am 24. Juni 2019

Der Aufsichtsrat

Dr. Rudolf Stützle Vorsitzender

3 Corporate-Governance-Bericht

3.1 Grundsätze

Corporate Governance - das Handeln nach den Prinzipien verantwortungsvoller an nachhaltiger Wertschöpfung orientierter Unternehmensführung – ist für MEDION ein umfassender Anspruch, der alle Bereiche des Unternehmens einbezieht. Transparente Berichterstattung und Unternehmenskommunikation, eine an den Interessen aller relevanten Akteure ausgerichtete Unternehmensführung, die vertrauensvolle Zusammenarbeit sowohl von Vorstand und Aufsichtsrat als auch der Mitarbeiter untereinander sowie die Einhaltung geltenden Rechts sind wesentliche Eckpfeiler der Unternehmenskultur. MEDION hat daher alle notwendigen organisatorischen Maßnahmen getroffen, um nicht nur den gesetzlichen Anforderungen zu entsprechen, sondern darüber hinaus auch eine verantwortungsvolle, transparente und der nachhaltigen Wertentwicklung verpflichtete Unternehmensführung zu gewährleisten.

Daran hat sich auch durch die Übernahme des Mehrheitsbesitzes an der Gesellschaft durch die internationale Lenovo-Gruppe nichts geändert. Lenovo und MEDION wollen gemeinsam mit guter Corporate Governance das Vertrauen der nationalen und internationalen Anleger fördern und richten die Leitung und Kontrolle des Unternehmens nach den Bedürfnissen der Kunden, der Mitarbeiter, der Finanzmärkte und der anderen Geschäftspartner sowie der Öffentlichkeit aus.

3.2 Umsetzung des Deutschen Corporate Governance Kodex

Der Deutsche Corporate Governance Kodex beinhaltet international und national anerkannte Standards guter und verantwortungsvoller Unternehmensführung in Form von Empfehlungen und Anregungen. Ziel ist, die in Deutschland geltenden Regeln für die Unternehmensleitung und –überwachung transparenter und besser nachvollziehbar zu gestalten.

Die Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex hat am 7. Februar 2017 die bisher letzte Aktualisierung des Kodex beschlossen, die am 24. April 2017 im Bundesanzeiger veröffentlicht wurde.

Nach den Beratungen von Vorstand und Aufsichtsrat in ihrer gemeinsamen Sitzung am 23. November 2018 wurde eine aktualisierte Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG verabschiedet und am 23. November 2018 auf der Website der Gesellschaft bekannt gemacht. Unverändert gegenüber den Vorjahren gilt die Ausnahme vom Kodex, dass aufgrund der Größe des Aufsichtsrates keine Ausschüsse gebildet werden können. Der Aufsichtsrat hat auch keine Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat festgelegt. Die Eignung zur Ausübung der Aufsichtsratstätigkeit hängt nach seiner Überzeugung insbesondere von den spezifischen Bedürfnissen der Gesellschaft und den individuellen Fähigkeiten der Mitglieder des Aufsichtsrates ab. Die Festlegung einer Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat hält er daher nicht für sinnvoll, da der MEDION AG auch die besonderen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen ihrer Aufsichtsratsmitglieder zur Verfügung stehen sollen.

Seit 2010 hat die "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" Empfehlungen beschlossen, nach denen der Aufsichtsrat künftig konkrete Ziele für seine Zusammensetzung benennen soll. Der Aufsichtsrat der MEDION AG sieht die Zusammensetzung seines Gremiums

insbesondere an den spezifischen Anforderungen des Geschäftsmodells und an der seit Juli 2011 geänderten Eigentümerstruktur von MEDION ausgerichtet.

Der Aufsichtsrat soll demnach so besetzt sein, dass seine Mitglieder insgesamt über die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung der Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen. Insbesondere sollen die Aufsichtsratsmitglieder für die Wahrnehmung des Mandats ausreichend Zeit haben. Die Besetzung des Aufsichtsrates soll eine qualifizierte Kontrolle und Beratung des Vorstandes durch den Aufsichtsrat sicherstellen. Dabei soll insbesondere auch auf die Integrität, Persönlichkeit, Leistungsbereitschaft, internationale Erfahrung und Professionalität der zur Wahl vorgeschlagenen Personen geachtet werden. Ziel ist es, dass im Aufsichtsrat insgesamt sämtliche Kenntnisse und Erfahrungen vorhanden sind, die angesichts der unternehmerischen Aktivitäten und zukünftigen Ausrichtung von MEDION als wesentlich erachtet werden.

Bei MEDION besteht der Aufsichtsrat mit Herrn Dr. Rudolf Stützle seit dem Börsengang 1999 aus einem ausgewiesenen Kenner des internationalen Handels und der Finanzmärkte, der über 30 Jahre Leitungsfunktionen in einer internationalen Bank wahrgenommen hat, als unabhängigem Mitglied in der Person des Vorsitzenden des Aufsichtsrates. Vom Mehrheitsaktionär Lenovo sind seit Dezember 2011 zwei Mitglieder des Lenovo Executive Committee im Aufsichtsrat vertreten. Dabei vertritt seit 2011 der stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrates, Herr Wai Ming Wong, den Finanzbereich und die internationale Expansionsstrategie von Lenovo. Des Weiteren ist Herr Gianfranco Lanci seit dem 19. Dezember 2013 Mitglied des Aufsichtsrates. Herr Gianfranco Lanci ist im Lenovo Executive Committee als Corporate President und Chief Operating Officer unter anderem für die größte Produktsparte PC/Smartphones und für wesentliche Auslandsmärkte zuständig. Alle Mitglieder des Aufsichtsrates wurden in der Hauptversammlung am 1. Oktober 2015 für die in § 8 Abs. 2 der Satzung bestimmte Amtszeit wiedergewählt.

Zum 1. Mai 2015 ist das Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst in Kraft getreten. Für die MEDION AG gilt danach die Verpflichtung als börsennotiertes Unternehmen, Zielgrößen zum Frauenanteil und Fristen zu deren Erreichung in Aufsichtsrat, Vorstand und den beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands festzulegen.

Die MEDION AG hat am 29. September 2015 die entsprechende erste Erklärung mit einer Geltungsdauer bis zum 30. Juni 2017 auf ihrer Homepage veröffentlicht. Anschließend wurde eine hinsichtlich der Zielgrößen nicht korrigierte Erklärung mit einer Geltungsdauer bis zum 30. Juni 2019 veröffentlicht. Die dort genannten Zielgrößen wurden im Berichtsjahr erreicht. Seitdem gelten diese Zielgrößen unverändert weiter.

Aufgrund der Größe des Aufsichtsrates und der spezifischen Situation der Gesellschaft sowie der Zusammensetzung der Leitungsgremien bei Lenovo verfügt der Aufsichtsrat zurzeit über kein weibliches Mitglied. Der Aufsichtsrat wird jedoch über dieses Thema weiter beraten und strebt in Abstimmung mit dem Vorstand an, den Anteil weiblicher Führungskräfte im Unternehmen weiter zu erhöhen.

Den spezifischen Anforderungen des Geschäftsmodells der MEDION AG trägt die seit der Unternehmensgründung beziehungsweise dem Börsengang und insbesondere auch nach der

Mehrheitsübernahme in 2011 durch Lenovo in weiten Teilen unverändert gebliebene Vorstands- und Führungsstruktur des Unternehmens Rechnung. Beide Vorstandsmitglieder sind seit dem Börsengang 1999 bestellt, verantworten operative Bereiche, in denen die wesentlichen Geschäftsprozesse bei Einkauf, Logistik, Finanzplanung und Controlling sowie die direkte Führung von wesentlichen Unternehmensfunktionen wie Informationstechnik, Vertrieb, Personal und Strategie enthalten sind. Die beiden Vorstandsmitglieder Gerd Brachmann und Christian Eigen wurden mit Wirkung zum 1. Januar 2017 wiederbestellt und die Anstellungsverträge der beiden Vorstandsmitglieder in der Sitzung des Aufsichtsrats am 23. Februar 2016 bis zum 31. März 2020 verlängert.

Die so genannte erste Führungsebene im Unternehmen ist dem Vorstand über Zielvorgaben und Berichtspflichten direkt verantwortlich. Die Führungspositionen sind seit Jahren langfristig und kompetent besetzt, circa 28 % davon mit Frauen. MEDION hat mitgeteilt, das der Frauenanteil auf der ersten Führungsebene unterhalb des Vorstands 23 % und auf der zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands 29 % betragen soll und hat diese Zielgrößen im abgelaufenen Geschäftsjahr erreicht. Daneben nimmt MEDION aktiv an dem weltweiten Diversity Programm von Lenovo teil.

Die Rekrutierungs- und Einstellungspraxis von MEDION sowie die Auswahlentscheidungen hinsichtlich der Anstellung und Beförderung in die obersten Führungsebenen wird auch zukünftig weiterhin maßgeblich anhand der spezifischen Qualifikationen des Einzelnen erfolgen. Daher werden Kandidaten für Positionen in obersten Führungsebenen nach Maßgabe ihrer beruflichen Fähigkeiten und ihrer Eignung für die spezifischen Funktionen in dieser Führungsrolle ausgewählt und damit unabhängig von Abstammung, Geschlecht oder anderen nichtleistungsbezogenen Eigenschaften. MEDION wird ein integratives Arbeitsumfeld weiter fördern und sicherstellen, dass den Arbeitsnehmern weiterhin gleiche Karrieremöglichkeiten offenstehen.

Abweichungen vom Kodex

MEDION folgt bereits seit Jahren den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex. Vorstand und Aufsichtsrat befassen sich regelmäßig intensiv mit der Erfüllung der Kodex-Vorgaben. Auf Basis dieser Beratungen haben Vorstand und Aufsichtsrat am 23. November 2018 die aktuelle Entsprechenserklärung nach § 161 AktG abgegeben und auf der Website der Gesellschaft öffentlich zugänglich gemacht.

Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz hat am 24. April 2017 den Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 7. Februar 2017 als Neufassung im Bundesanzeiger bekannt gemacht.

Vorstand und Aufsichtsrat der MEDION AG erklären, dass den vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers bekannt gemachten Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" in der Fassung vom 7. Februar 2017, veröffentlicht im Bundesanzeiger am 24. April 2017, mit den nachstehend erwähnten Abweichungen zu den Kodex-Ziffern 5.3.1, 5.3.2 und 5.3.3 sowie 5.4.1 entsprochen wird.

Kodex-Ziffern 5.3.1/5.3.2/5.3.3

Der aus drei Mitgliedern bestehende Aufsichtsrat der MEDION AG bildet aufgrund der Größe des Aufsichtsrats keine Ausschüsse. Kodex-Ziffer 5.4.1

Der Aufsichtsrat hat keine Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat festgelegt. Die Eignung zur Ausübung der Aufsichtsratstätigkeit hängt nach unserer Überzeugung insbesondere von den spezifischen Bedürfnissen der Gesellschaft und den individuellen Fähigkeiten der Mitglieder des Aufsichtsrates ab. Die Festlegung einer Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat halten wir nicht für sinnvoll, da der MEDION AG auch die besonderen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen ihrer Aufsichtsratsmitglieder zur Verfügung stehen sollen.

Umsetzung der Anregungen

Neben den Empfehlungen enthält der Kodex eine Reihe von Anregungen für eine gute und verantwortungsbewusste Corporate Governance und Unternehmensführung, deren Einhaltung nach den gesetzlichen Bestimmungen nicht offengelegt werden muss. MEDION erfüllt sämtliche Anregungen bis auf Kodex-Ziffer 2.2.1, nach der die Hauptversammlung über die Billigung des Systems der Vergütung der Vorstandsmitglieder beschließen kann. Aufgrund der besonderen Eigentümerstruktur bei MEDION wurde eine entsprechende Beschlussfassung bisher nicht vorgesehen. Außerdem erfolgt keine Übertragung der Hauptversammlung im Internet (Kodex-Ziffer 2.3.3). Des Weiteren besteht für Dritte nicht die Möglichkeit, geschützt Hinweise auf Rechtsverstöße bei MEDION zu geben (Kodex-Ziffer 4.1.3).

3.3 Vorstand und Aufsichtsrat

Zusammenarbeit von Vorstand und Aufsichtsrat

Vorstand und Aufsichtsrat arbeiten zum Wohle des Unternehmens eng zusammen; ihr gemeinsames Ziel ist die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes. Der Vorstand berichtet dem Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle relevanten Fragen der Unternehmensplanung und der strategischen Weiterentwicklung, über den Gang der Geschäfte und die Lage des Konzerns einschließlich der Risikolage. Für bedeutende Geschäftsvorgänge hat der Aufsichtsrat den Vorbehalt seiner Zustimmung festgelegt.

MEDION hat eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung (so genannte D&O-Versicherung) mit einem angemessenen Selbstbehalt für den Aufsichtsrat und die Vorstandsmitglieder der MEDION AG abgeschlossen.

Berater- und sonstige Dienstleistungs- und Werkverträge zwischen Aufsichtsratsmitgliedern und der Gesellschaft bestanden im Berichtszeitraum nicht. Interessenkonflikte von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern, die dem Aufsichtsrat gegenüber unverzüglich offenzulegen sind, traten nicht auf.

Kein Mitglied des Aufsichtsrates der MEDION AG ist ehemaliges Vorstandsmitglied der Gesellschaft.

Führungs- und Kontrollstruktur

Entsprechend dem deutschen Aktienrecht, dem die MEDION AG mit Sitz in Essen unterliegt, verfügt das Unternehmen über eine zweigeteilte Führungs- und Kontrollstruktur, die einen zweiköpfigen Vorstand und einen dreiköpfigen Aufsichtsrat umfasst.

3 Corporate-Governance-Bericht

Der Vorstand

Der Vorstand der MEDION AG besteht seit dem 1. Oktober 2009 aus zwei Personen. Der Vorstand führt den MEDION-Konzern in eigener Verantwortung. Die Mitglieder des Vorstandes sind an das Unternehmensinteresse gebunden und der Steigerung des nachhaltigen Unternehmenswertes verpflichtet. Der Vorstandsvorsitzende koordiniert die Arbeit des Vorstandes. Seit dem Jahr 2012 ist ein mit dem Mehrheitsaktionär Lenovo abgeschlossener Unternehmensvertrag wirksam, der seit dem 1. Januar 2012 eine Beherrschung und seit dem 1. April 2012 eine Gewinnabführung beziehungsweise Verlustausgleichsverpflichtung vorsieht. Der Mehrheitsaktionär ist dadurch berechtigt, dem Vorstand der MEDION AG hinsichtlich der Leitung der Gesellschaft allgemeine oder auf Einzelfälle bezogene Weisungen zu erteilen.

Der Vorstand hat sich eine Geschäftsordnung gegeben, die vom Aufsichtsrat gebilligt worden ist. In dem Geschäftsverteilungsplan sind die individuellen Aufgaben- und Verantwortungsbereiche des Vorstandes festgelegt. Außerdem gibt es Regelungen zur Altersgrenze und strenge Wettbewerbsverbote für die Zeit nach dem Ausscheiden aus dem Vorstand. Bei Erstbestellung ist die maximal mögliche Bestelldauer von fünf Jahren nicht die Regel.

Der Aufsichtsrat berät über die Struktur des Vergütungssystems für den Vorstand und überprüft diese regelmäßig. Die Vergütung der Vorstandsmitglieder wird vom Aufsichtsrat unter Einbeziehung etwaiger Konzernbezüge in angemessener Höhe auf der Grundlage einer individuellen Leistungsbeurteilung festgelegt.

Die Vergütung für die Vorstandsmitglieder setzt sich aus erfolgsunabhängigen und erfolgsbezogenen Komponenten zusammen. Die erfolgsunabhängigen Teile bestehen aus Fixum und Nebenleistungen sowie Pensionszusagen, während die erfolgsbezogenen Komponenten in eine kurz- und langfristige variable Vergütung und Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung aufgeteilt sind. Aufgrund der Übernahme zusätzlicher Funktionen in den internationalen Gremien der Lenovo-Gruppe werden die Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung für den MEDION-Vorstand in Form von Aktien und Optionsrechten auf Aktien der börsennotierten Lenovo-Gruppe direkt von dieser geleistet. Diese Vergütung bemisst sich nach dem Erreichungsgrad individuell vereinbarter Ziele. Die gewährten Aktien und Optionsrechte unterliegen mehrjährigen Sperrfristen (vier und fünf Jahre), innerhalb derer sie nicht verkauft oder anderweitig übertragen werden dürfen. Da MEDION auf die Ermittlung der Zielerreichung des Vorstands für seine Tätigkeit bei Lenovo keinen Einfluss hat und auch in der Gewinn-und Verlustrechnung für die Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung von Lenovo nicht belastet wird, werden die entsprechenden Beträge seit dem Geschäftsjahr 2014/2015 auch nicht mehr im Vergütungsbericht als Aufwand ausgewiesen. Die Höhe der Vergütung durch Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung ist gegenüber den Vorjahren unverändert und entspricht den Vereinbarungen aus den Vorstandsverträgen.

Die variable Vergütung gemäß den seit dem 1. Januar 2017 bestehenden vertraglichen Regelungen besteht aus folgenden Elementen: Erstens aus einer gewinnabhängigen Tantieme, deren Höhe sich unter anderem nach dem operativen Ergebnis (EBIT) der Gesellschaft und weiteren überprüfbaren Kriterien bestimmt. Diese enthält die Bezugnahme auf die Erreichung jährlicher Ziele.

Zweitens, der langfristige Leistungsbonus verwendet ein Jahresziel und wird während der Laufzeit des Anstellungsvertrages zweimal berechnet. Der erste langfristige Bonuszeitraum erstreckt sich über 27 Monate (27 Monate vom 1. Januar 2017 bis zum 31. März 2019). Der zweite langfristige

20 | Gemeinsamer Bericht von Vorstand und Aufsichtsrat

Bonuszeitraum erstreckt sich über 12 Monate (12 Monate vom 1. April 2019 bis zum 31. März 2020). Für ein Vorstandsmitglied besteht eine zusätzliche Vergütungsoption in Höhe von € 25.000 p.a. für die Übernahme internationaler Verantwortung im Bereich strategischer Allianzen.

Für außerordentliche, nicht vorhersehbare Entwicklungen hat der Aufsichtsrat einen für jedes Vorstandsmitglied individuellen Höchstbetrag festgelegt, der maximal vergütet wird.

Die Vorstandsmitglieder erhalten zusätzlich Nebenleistungen in Form von Sachbezügen; diese bestehen im Wesentlichen aus dem nach steuerlichen Richtlinien anzusetzenden Wert der privaten Dienstwagennutzung sowie von Versicherungsprämien. Als Vergütungsbestandteil sind diese Nebenleistungen vom einzelnen Vorstandsmitglied zu versteuern. Eine Zusage für Leistungen aus Anlass der vorzeitigen Beendigung der Vorstandstätigkeiten infolge eines Kontrollwechsels ("Changeof-Control-Regelung") besteht nicht.

Der Vorsitzende des Aufsichtsrates informiert die Aktionäre auf der Hauptversammlung über die Grundzüge des Vergütungssystems und anschließend über deren Veränderung. Die Bekanntgabe der Gesamtvergütung des Vorstandes erfolgt im Konzernanhang. Diese wird separat individualisiert nach den Vorgaben des Deutschen Corporate Governance Kodex dargestellt nach Fixum, erfolgsbezogenen Komponenten und Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung sowie unterteilt nach Zuwendungen und Zuflüssen. Der Vergütungsbericht mit den individualisierten Bezügen des Vorstandes ist auf den folgenden Seiten 107-111 im Lagebericht und zusammengefassten Konzernlagebericht abgedruckt.

Der Aufsichtsrat

Der auf der Hauptversammlung am 1. Oktober 2015 wiedergewählte Aufsichtsrat der MEDION AG besteht aus drei Personen. Er berät und überwacht den Vorstand bei der Leitung des MEDION-Konzerns. In Entscheidungen von grundlegender Bedeutung für den MEDION-Konzern wird er eingebunden. Der Aufsichtsrat bestellt und entlässt die Mitglieder des Vorstandes und sorgt dabei gemeinsam mit dem Vorstand für eine langfristige Nachfolgeplanung. Der Aufsichtsratsvorsitzende koordiniert die Arbeit im Aufsichtsrat, leitet dessen Sitzungen und nimmt die Belange des Aufsichtsrates nach außen wahr.

Der Aufsichtsrat hat sich eine Geschäftsordnung gegeben. Aufgrund der unterschiedlichen beruflichen Werdegänge ist gewährleistet, dass die Mitglieder des Aufsichtsrates über die erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen.

Die Bekanntgabe der Gesamtvergütung des Aufsichtsrates erfolgt im Konzernanhang. Der Vergütungsbericht mit den individualisierten Bezügen des Aufsichtsrates ist auf der folgenden Seite 111 abgedruckt.

Interessenkonflikte, insbesondere solche, die aufgrund einer Beratungs- oder Organfunktion bei Kunden, Lieferanten, Kreditgebern oder sonstigen Geschäftspartnern entstehen können, sind von jedem Aufsichtsratsmitglied dem Aufsichtsrat gegenüber offenzulegen.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr sind keinerlei Interessenkonflikte aufgetreten. Sollten wesentliche und nicht nur vorübergehende Interessenkonflikte in der Person eines Aufsichtsratsmitgliedes auftreten, führen diese zu einer Beendigung des Mandates.

Der Aufsichtsrat hat bei der turnusgemäßen Effizienzprüfung festgestellt, dass der Aufsichtsrat effizient organisiert ist und dass das Zusammenwirken von Vorstand und Aufsichtsrat sehr gut funktioniert.

Aktiengeschäfte von Vorstand und Aufsichtsrat

Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates sind nach der seit dem 3. Juli 2016 geltenden europäischen Marktmissbrauchsverordnung (MAR) gesetzlich verpflichtet, den Erwerb oder die Veräußerung von Wertpapieren der MEDION AG offenzulegen, soweit der Wert der von dem Mitglied und ihm nahestehenden Personen innerhalb eines Kalenderjahres getätigten Geschäfte die Summe von € 5.000 erreicht oder übersteigt. Der Aufsichtsrat der MEDION AG hielt zum 31. März 2019 unverändert zum Vorjahresstichtag keine Aktien.

Zum Stichtag 31. März 2019 hielt der Vorstand unverändert zum Vorjahresstichtag keine Aktien.

Veröffentlichungspflichtige Geschäfte werden auf der Website des Unternehmens unter www.medion.com im Bereich Investor Relations veröffentlicht.

3.4 Börsennotierung, Hauptversammlung und Internet-Informationen

Die Aktie der MEDION AG ist börsennotiert. Durch Beschluss der Frankfurter Wertpapierbörse vom 19. März 2012 wurde die Zulassung der MEDION-Aktie zum Teilbereich des regulierten Marktes mit weiteren Zulassungsfolgepflichten (Prime Standard) widerrufen. Der Widerruf wurde mit Ablauf des 19. Juni 2012 wirksam. Die Aufnahme des Handels der Aktien im regulierten Markt (General Standard) erfolgte ab dem 20. Juni 2012. Die Aktionäre der MEDION AG nehmen ihre Rechte in der Hauptversammlung der Gesellschaft wahr, in der der Vorsitzende des Aufsichtsrates den Vorsitz führt. In der jährlichen Hauptversammlung haben die Aktionäre die Möglichkeit, ihr Stimmrecht selbst auszuüben oder durch einen Bevollmächtigten ihrer Wahl oder einen weisungsgebundenen Stimmrechtsvertreter der Gesellschaft ausüben zu lassen. Weisungen zur Stimmrechtsausübung an diesen Stimmrechtsvertreter konnten im Geschäftsjahr 2018/2019 vor und während der Hauptversammlung am 20. November 2018 bis zum Ende der Generaldebatte erteilt werden. Auch während der kommenden Hauptversammlung am 31. Oktober 2019 in Essen werden die Aktionäre diese Möglichkeit haben.

Sämtliche Dokumente und Informationen zur Hauptversammlung sind auf der MEDION-Webseite verfügbar. Direkt im Anschluss an die Hauptversammlung werden die Präsenz und die Abstimmungsergebnisse im Internet veröffentlicht.

Bei der MEDION AG ist das Anmelde- und Legitimationsverfahren zur Hauptversammlung auf den international üblichen so genannten Record Date umgestellt und dadurch vereinfacht worden.

Bei MEDION gilt der 21. Tag vor der Hauptversammlung als maßgeblicher Stichtag für die Legitimation und Anmeldung der Aktionäre. Somit erhöht MEDION insbesondere für ihre ausländischen Aktionäre den Anreiz, an der Hauptversammlung teilzunehmen und von ihrem Stimmrecht Gebrauch zu machen. Bei der Einladung zur Hauptversammlung werden die Anforderungen hinsichtlich der Angaben zur Vollmachtserteilung und zum stimmberechtigten Aktienbesitz sowie zum Teilnahmerecht umgesetzt. Zur Teilnahme an der Hauptversammlung, zur

Ausübung des Stimmrechts und zur Stellung von Anträgen sind nur diejenigen Aktionäre berechtigt, die sich rechtzeitig vor der Hauptversammlung anmelden. Die Anmeldung muss der Gesellschaft oder einer in der Einladung zur Hauptversammlung bezeichneten Stelle mindestens sechs Tage vor der Versammlung zugehen. Der Tag der Versammlung und der Tag des Zugangs sind nicht mitzurechnen.

Die Aktionäre haben in der jährlichen Hauptversammlung die Möglichkeit, ihre Rechte wahrzunehmen und dort ihr Stimmrecht auszuüben. Das Stimmrecht kann von den Aktionären entweder selbst oder durch einen von ihnen gewählten Bevollmächtigten oder einen weisungsgebundenen Stimmrechtsvertreter der Gesellschaft ausgeübt werden. Die Hauptversammlung beschließt unter anderem über die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat sowie die Wahl des Abschlussprüfers. Auch Satzungsänderungen und kapitalverändernde Maßnahmen werden von der Hauptversammlung beschlossen. Eine Beschlussfassung über die Gewinnverwendung findet während der Wirksamkeit des Gewinnabführungsvertrages mit der Lenovo Germany Holding GmbH nicht statt.

Offene und transparente Kommunikation

Über wesentliche Termine werden die Aktionäre regelmäßig durch einen Finanzkalender unterrichtet, der im Geschäftsbericht sowie auf der Website der Gesellschaft veröffentlicht ist.

Die Unternehmenskommunikation und die Investor-Relations-Aktivitäten der Gesellschaft folgen dem Ziel, allen Zielgruppen die gleichen Informationen zum gleichen Zeitpunkt zur Verfügung zu stellen. Zur Gewährung größtmöglicher Transparenz werden Aktionäre, alle Teilnehmer am Kapitalmarkt, Finanzanalysten, Aktionärsvereinigungen sowie die Medien zeitnah und regelmäßig über den Geschäftsverlauf informiert. Zu diesem Zweck wird insbesondere das Internet genutzt. Hier werden unter anderem Geschäfts- und Zwischenberichte sowie Ad-hoc- und sonstige Meldungen in deutscher Sprache bereitgestellt. Die Termine der regelmäßigen Finanzberichterstattung sind im Finanzkalender zusammengefasst.

Unverzüglich nach Kenntnisnahme, dass jemand durch Erwerb, Veräußerung oder auf sonstige Weise 3, 5, 10, 15, 20, 25, 30, 50 oder 75 % der Stimmrechte an der MEDION AG erreicht, über- oder unterschreitet, veröffentlicht der Vorstand eine entsprechende Meldung. Der MEDION AG sind am 07. Januar 2019 Meldungen über den Stimmrechtsbesitz von Paul E. Singer, U.S.A., und von ihm kontrollierten Unternehmen (Elliott) zugegangen. Diese Unternehmen informierten im Rahmen freiwilliger Konzernmitteilungen am 07. Januar 2019, dass sie am 04. Januar 2019 7,32 % des Grundkapitals der MEDION AG hielten. Im Berichtsjahr sind der MEDION AG darüberhinaus keine weiteren Stimmrechtsmitteilungen zugegangen.

Weiterhin hielt Lenovo unverändert rund 80 % des Grundkapitals der MEDION AG zum Bilanzstichtag 31. März 2019.

3.5 Compliance

Grundsätze

Der MEDION-Vorstand verpflichtet sich zur Einhaltung der geltenden Gesetze, Regeln und Vorschriften. Das Risikomanagementsystem, das interne Kontrollsystem sowie das Compliance-System sind Bestandteile der MEDION Corporate Governance.

3 Corporate-Governance-Bericht

Compliance ist bei MEDION fest verankert – nicht nur durch interne Prozesse. Das Compliance-System soll unseren Mitarbeitern helfen, risikobasierte Entscheidungen zu treffen. Zu einer guten Corporate Governance gehört auch der verantwortungsbewusste Umgang des Unternehmens mit Risiken. Das Risikomanagement des MEDION-Konzerns wird durch die beiden Instrumente Controlling und Frühwarnsystem geführt. Das interne Kontrollsystem dient der Sicherung des Vermögens, der Verlässlichkeit und Genauigkeit des Rechnungswesens, der betrieblichen Effizienz und der Einhaltung der vorgeschriebenen Geschäftspolitik. Wichtige Elemente sind das Prinzip der Funktionstrennung und das Vieraugenprinzip. Konkrete Regelungen werden in Organisationsanweisungen dokumentiert. Das systematische Risikomanagement im Rahmen des wertorientierten Konzernmanagements bei MEDION soll dazu beitragen, dass Risiken frühzeitig erkannt und die Risikopositionen optimiert werden. Ein ausführlicher Risikobericht ist im Konzernlagebericht in diesem Geschäftsbericht veröffentlicht.

Ein Bestandteil des Risikomanagements im Konzern betrifft die Compliance-Maßnahmen. Compliance bei MEDION ist die Gesamtheit aller Maßnahmen, die das regelkonforme Verhalten des Unternehmens, seiner Organmitglieder und Mitarbeiter im Hinblick auf gesetzliche Ge- und Verbote sowie interne Unternehmensrichtlinien begründen.

Compliance soll MEDION präventiv vor Fehlverhalten bewahren, das auf Unwissenheit oder Fahrlässigkeit beruht und zu Imageschäden sowie dem Verfehlen von Unternehmenszielen infolge unsachgemäßen Geschäftsgebarens führen kann. Compliance-Systeme sind Organisationsmaßnahmen, die das rechtmäßige, verantwortungsbewusste und nachhaltige Handeln von MEDION sowie seiner Organe und Mitarbeiter gewährleisten sollen und dabei die Angemessenheit und Wirksamkeit der zur Behebung von Defiziten getroffenen Maßnahmen überwachen und regelmäßig bewerten. MEDION hat dafür Vorsorge getroffen, dass das Insiderrecht, die Gesetze zur Korruptionsbekämpfung und die kartellrechtlichen Vorschriften durch die Unternehmen des Konzerns und ihre Mitarbeiter beachtet werden.

Der bei MEDION eingerichtete Compliance-Ausschuss besteht aus dem Mitglied des Vorstandes für Finanzen sowie den Abteilungsleitern Personal und Investor Relations.

MEDION hat seit dem Geschäftsjahr 2008 mit allen Führungskräften bzw. Mitarbeitern aus Bereichen, die eigenständig Aufträge an Dritte vergeben können, Zusatzvereinbarungen zu den bestehenden Arbeitsverträgen geschlossen, die es den Mitarbeitern untersagen, Geldgeschenke oder sonstige geldwerte Vorteile zur persönlichen Verwendung für sich oder für Dritte anzunehmen sowie darüber hinaus so genannte Schmiergeldzahlungen seitens der Handelspartner, Hersteller oder Geschäftspartner anzunehmen oder zu leisten. Alle im Geschäftsjahr 2018/2019 hinzugekommenen neuen Führungskräfte haben diese Vereinbarung ebenfalls unterschrieben.

Compliance-Aufklärung

Alle betroffenen Mitarbeiter wurden über die neuen Anforderungen an Compliance, die aktuellen Vorschriften und die praktische Umsetzung im MEDION-Konzern sowie über die Grundzüge der Lenovo-Compliance informiert. Dazu gehören auch Hinweise zum Insiderrecht, zu den Gesetzen zur Korruptionsbekämpfung und zu den kartellrechtlichen Vorschriften sowie die Vorstellung so genannter Code-of-Conduct-Anforderungen. Des Weiteren wurde über die Notwendigkeit von Chinese-Wall-Bereichen im MEDION-Konzern, den gesetzeskonformen Umgang mit möglichen

unternehmensrelevanten Informationen, die aktuellen Anforderungen an den Datenschutz und die Vorbildfunktion der Führungskräfte für ihre jeweiligen Bereiche gezielt geschult.

Im März 2018 hat MEDION eine Online-E-Learning-Plattform zum Thema Compliance für alle Mitarbeiter geöffnet. Darin werden neben den zentralen Compliance-Bereichen auch die Themen Arbeitssicherheit und Datenschutz vertieft behandelt.

Alle Personen mit Zugang zu Insiderinformationen – Mitarbeiter und Außenstehende – für die der Zugang zu Informationen unerlässlich ist, um ihre Aufgaben bei MEDION wahrnehmen zu können, werden in entsprechenden Insiderverzeichnissen, die in der Personalabteilung geführt werden, dokumentiert. Dabei werden die neuen Vorschriften und Änderungen, die sich aus der am 3. Juli 2016 in Kraft getretenen EU-Richtlinie zur Marktmissbrauchsverordnung (MAR) ergeben, eingehalten und umgesetzt.

MEDION dokumentiert im Bedarfsfall die Ursachen, die Fehlerquellen und das Fehlverhalten der Mitarbeiter getrennt nach Führungsverantwortlichkeit. Darüber hinaus die Schwere der stattgefundenen Compliance-Verstöße -auch im Mehr-Jahres-Vergleich - und hat besondere Risikofelder definiert (z.B. Einkauf). Daneben werden vierteljährlich die Risikobereiche geprüft, neue Risiken identifiziert und – soweit notwendig - die Mitarbeiter entsprechend sensibilisiert. Bei allen Geschäften mit Sonderkonditionen bei MEDION erfolgt monatlich eine Überprüfung anhand von ausgewählten Stichproben. Für alle wesentlichen Unternehmensbereiche besteht eine Gefährdungsbeurteilung.

Whistleblower Hotline

Medion hat Ende 2017 eine Whistleblower Hotline installiert, um den Anforderungen des Deutschen Corporate Governance Kodex zu entsprechen. Die Hotline ermöglicht die Meldung jeglicher Art von möglichen Compliance Verstößen im Unternehmen. Auf Wunsch kann jeder Mitarbeiter anonym Informationen zur Verfügung stellen. Die Telefonnummer ist bei einer externen Anwaltskanzlei installiert. Diese Anwaltskanzlei hat keine andere Geschäftsbeziehung zu MEDION und hat in der Vergangenheit auch nicht für MEDION gearbeitet. Die Telefonnummer wurde im MEDION-Intranet veröffentlicht. Der MEDION Betriebsrat wurde mit einbezogen und im Vorfeld umfassend imformiert.

Im Geschäftsjahr 2018/2019 erfolgte keine Mitteilung an die Whistleblower Hotline.

Fragen zu Compliance Problemen können auch über das Corporate Compliance Team angesprochen werden oder direkt an eine besonde anonymisierte Adresse gerichtet werden.

3.6 Rechnungslegung und Abschlussprüfung

Die Rechnungslegung des MEDION-Konzerns erfolgt nach den Grundsätzen der IFRS (International Financial Reporting Standards), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften. Der gesetzlich vorgeschriebene Einzelabschluss der MEDION AG wird nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) erstellt.

25 | Gemeinsamer Bericht von Vorstand und Aufsichtsrat

Der Abschlussprüfer wird durch die Hauptversammlung gewählt und erhält vom Aufsichtsrat den Prüfungsauftrag. Um die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers zu gewährleisten, holt der Aufsichtsrat von ihm eine Erklärung über eventuell bestehende Ausschluss- und Befangenheitsgründe ein.

Anlässlich der ordentlichen Hauptversammlung am 20. November 2018 wurde auf Vorschlag des Aufsichtsrates die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, Zweigniederlassung Essen, zum Abschlussprüfer des Jahresabschlusses und des Konzernabschlusses der MEDION AG für das Geschäftsjahr 2018/2019 bestellt.

Im Rahmen der Erteilung des Prüfungsauftrages vereinbart der Aufsichtsrat mit dem Abschlussprüfer, dass der Vorsitzende des Aufsichtsrates über Ausschluss- oder Befangenheitsgründe, die während der Prüfung auftreten, unverzüglich informiert wird, soweit diese nicht unverzüglich beseitigt werden.

Des Weiteren soll der Abschlussprüfer über alle für die Aufgaben des Aufsichtsrates wesentlichen Feststellungen und Vorkommnisse, die sich bei der Durchführung der Abschlussprüfung ergeben, unverzüglich berichten.

Außerdem hat der Abschlussprüfer den Aufsichtsrat zu informieren beziehungsweise im Prüfungsbericht zu vermerken, wenn er im Zuge der Abschlussprüfung Tatsachen feststellt, die mit der von Vorstand und Aufsichtsrat nach § 161 AktG abgegebenen Entsprechenserklärung nicht vereinbar sind.

Für den Aufsichtsrat der MEDION AG Für den Vorstand der MEDION AG

Dr. Rudolf Stützle (Vorsitzender) Gerd Brachmann (Vorsitzender)

4 Nichtfinanzielle Erklärung gem. § 289b HGB
______27
4.1 Einführung
________27
4.2 Geschäftsmodell
____27
4.3 Umweltmanagement
______27
4.3.1
4.3.2
4.3.3
4.3.4
4.3.5
4.3.6
4.3.7
Darstellung der verfolgten Ziele und Konzepte ____ 27
Beschreibung des Due-Diligence-Prozesses
____ 27
Ökologische Verantwortung von MEDION
___ 28
Ökologische Produktverantwortung____
29
Weitere Umweltaspekte _____ 30
Ergebnisse aus den verfolgten Konzepten und Zielen __ 30
Sonstige Berichtspflichten_________
35
4.4 Arbeitnehmerbelange
______35
4.5 Sozialbelange
______40
4.6 Achtung der Menschenrechte______41
4.7 Bekämpfung von Korruption und Bestechung
_____45

4 Nichtfinanzielle Erklärung gem. § 289b HGB

4.1 Einführung

Für das Geschäftsjahr 2018/19 veröffentlicht die MEDION AG entsprechend dem am 19. April 2017 verabschiedeten CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz (CSR-RUG) eine in den Geschäftsbericht integrierte nichtfinanzielle Erklärung in Übereinstimmung mit den §§ 289c bis 289e in Verbindung mit den §§ 315b und 315c HGB. Diese nichtfinanzielle Erklärung wurde von den Abschlussprüfern der Gesellschaft nicht gesondert geprüft. Neben einer kurzen Beschreibung des Geschäftsmodells fasst diese Erklärung die wesentlichen Sachverhalte zu den fünf Aspekten Umweltbelange, Arbeitnehmerbelange, Bekämpfung von Korruption und Bestechung, Achtung der Menschenrechte sowie Sozialbelange inhaltlich zusammen. Für die Erstellung der nichtfinanziellen Erklärung hat die MEDION AG aufgrund der besonderen und im Wettbewerbsumfeld nicht direkt vergleichbaren Unternehmensstruktur kein Rahmenwerk im Sinne von § 289d HGB nutzen können.

4.2 Geschäftsmodell

Das MEDION-Geschäftsmodell ist darauf ausgerichtet, dem Konsumenten zusammen mit den Partnern aus dem Handel funktional hochwertige und innovative Trendprodukte der Consumer Electronics in attraktivem Design auf dem neuesten technologischen Stand zu einem hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnis anzubieten und damit für breite Käuferschichten verfügbar zu machen. Die Kernkompetenz ist dabei die Entwicklung und der Vertrieb von Computer- und Multimedia-Produkten wie Notebooks, PC-Systemen, Monitoren, Smartphones und Tablets. Zudem bietet MEDION Unterhaltungselektronik und komplementäre Dienstleistungen an, insbesondere in den Bereichen Telekommunikation (MEDIONmobile), Fotoservice, Software-Downloads, Musik-Plattformen und Online-Dienste und vertreibt ausgewählte Produkte im Online-Handel und über einen unternehmenseigenen Fabrikverkauf. Das Geschäft mit den digitalen Dienstleistungen ist in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen und stellte im abgelaufenen Geschäftsjahr - und wahrscheinlich auch zukünftig - den mittlerweile wichtigsten Ergebnisanteil im MEDION Konzern dar. Neben den im Folgenden dargestellten Aspekten gibt es bei MEDION keine weiteren bedeutsamen nichtfinanziellen Leistungsindikatoren, die im Sinne von § 29c Abs. 3 Nr. 5 HGB für die Geschäftstätigkeit und das Geschäftsmodell von Bedeutung sind.

4.3 Umweltmanagement

4.3.1 Darstellung der verfolgten Ziele und Konzepte

Als Teil des weltweiten Lenovo-Nachhaltigkeitsprogramms hat sich MEDION in Bezug auf all seine Geschäftsbereiche – von den Betriebsabläufen über das Produktdesign bis hin zum Recycling – dem Umweltschutz verschrieben. In der Umweltrichtlinie von Lenovo und MEDION bekennt sich MEDION gemeinsam mit Lenovo zum Einsatz nachhaltiger Geschäftspraktiken und -prozesse. Die Umweltrichtlinie wurde vom CEO von MEDION unterschrieben und steht auf unserer Website zur Verfügung (http://www.medion.com/de/unternehmen/verantwortung.php).

4.3.2 Beschreibung des Due-Diligence-Prozesses

Zur Sicherstellung der effektiven Umsetzung der Umweltrichtlinie wurde am MEDION-Hauptsitz in Essen ein Umweltmanagementsystem (UMS) implementiert, das seit 2014 nach dem internationalen Standard DIN EN ISO 14001 zertifiziert ist. Im Rahmen des globalen UMS identifizieren und evaluieren wir jährlich die für uns relevanten Umweltaspekte. Die signifikanten Umweltaspekte von MEDION umfassen:

  • Energieverbrauch und die damit verbundenen CO2-Emissionen
  • Abfallmanagement, einschließlich der Entsorgung von Elektroaltgeräten
  • Logistik

  • Produktmaterialien

  • Energieverbrauch der Produkte
  • Produktverpackungen

Unter Berücksichtigung der Umweltrichtlinie, von Kundenanforderungen, Stakeholder-Beiträgen sowie ökologischen und finanziellen Auswirkungen und anderen Managementanforderungen werden für ausgewählte Umweltaspekte jährliche Umweltziele definiert.

Eine der wichtigsten Grundpfeiler der Due Diligence im UMS ist darüber hinaus die Sicherstellung der Einhaltung aller einschlägigen Umweltvorschriften. Hierzu zählen sowohl alle rechtlichen Vorschriften als auch freiwillige Verpflichtungen, zu denen Lenovo und MEDION sich bekannt haben. Wir kooperieren mit unterschiedlichen Stakeholdern, um so Umweltrisiken zu vermeiden, die Einhaltung von Vorschriften sicherzustellen und Kundenanforderungen zu erfüllen. Die Teilnahme an internen und externen Schulungen und Trainings, ein kontinuierliches Monitoring regulatorischer und gesetzlicher Veröffentlichungen, die Nutzung unterschiedlicher Datenbanken sowie Newsletter verschiedener Behörden, Initiativen und Labore unterstützen uns dabei, normative Änderungen und Neuerungen frühzeitig zu erkennen und zu berücksichtigen.

4.3.3 Ökologische Verantwortung von MEDION

Um unserer ökologischen Verantwortung nachzukommen und die kontinuierliche Verbesserung unserer Umweltleistung voranzutreiben, fokussieren wir uns auf das Management der oben genannten signifikanten Umweltaspekte.

Energieverbrauch und die damit verbundenen CO2-Emissionen

Gemeinsam mit Lenovo haben wir uns verpflichtet, unseren Energieverbrauch und die damit verbundenen CO2-Emissionen kontinuierlich zu verringern. Gemäß des konzernweit gültigen Klimaschutzziels streben wir an, bis 2020 die Scope-1 1 - und Scope-2 2 -Emissionen um 40 % im Vergleich zum Basisjahr 2009/2010 zu reduzieren. Die Aktionspläne zum Erreichen der Klimaschutzziele werden jährlich aktualisiert. Darauf aufbauend werden Maßnahmen definiert, welche zur Reduktion des Energieverbrauchs und der damit verbundenen CO2-Emissionen beitragen. Dabei wird folgende Projekthierarchie berücksichtigt:

1 Scope-1-Emissionen umfassen Treibhausgasemissionen aus dem direkten Energieverbrauch. Bei MEDION zählt dazu der Erdgas-, Flüssiggas-, Heizöl- und Kraftstoffverbrauch (von Poolfahrzeugen).

2 Scope-2-Emissionen umfassen Treibhausgasemissionen aus indirektem Energieverbrauch. Bei MEDION zählt dazu der Stromverbrauch.

    1. Steigerung der Energieeffizienz
    1. Nutzung von erneuerbaren Energien
    1. Kompensation durch Projekte zum Klimaschutz und Erneuerbaren Energien

Darüber hinaus haben wir gemeinsam mit Lenovo neben dem UMS innerhalb der EU ein Energiemanagementsystem implementiert, welches im November 2017 zuletzt nach dem internationalen Standard DIN EN ISO 50001 zertifiziert wurde. Die weltweit gültige Norm unterstützt uns dabei, durch spezifische Prozesse und Abläufe Energiesparpotenziale aufzuzeigen, Energiekosten zu verringern und so die Energieleistung und -effizienz kontinuierlich zu verbessern. Mit der Einführung und Zertifizierung des Energiemanagementsystems gemäß DIN EN ISO 50001 gehen wir über die seit 2015 durch das Energiedienstleistungsgesetz (EDL-G) verpflichtende Anforderung zur Durchführung eines Energieaudits hinaus. Damit zeigen wir unser Engagement für die kontinuierliche Verbesserung unserer energiebezogenen Leistung.

Abfallmanagement, einschließlich der Entsorgung von Elektroaltgeräten

Unser erklärtes Ziel ist es, das Abfallaufkommen so gering wie möglich zu halten und durch eine umfangreiche Mülltrennung das Recycling zu erleichtern, um so wertvolle Ressourcen zu schonen. Den Mitarbeitern stehen zahlreiche Sammelstellen für die getrennte Entsorgung von unterschiedlichen Abfallfraktionen zur Verfügung. Alle anfallenden gefährlichen und ungefährlichen Abfälle werden von zertifizierten Entsorgungsfachbetrieben abgeholt und umweltgerecht verwertet oder beseitigt.

Logistik

Ein wichtiges Umweltziel bei MEDION betrifft die Reduzierung der Scope-3-Emissionen. Diesbezüglich ergeben sich für MEDION große Einflussmöglichkeiten im Zusammenhang mit der Logistik. Dabei verfolgen wir die fortlaufende Optimierung von Produktverpackungen hinsichtlich Volumen und Gewicht und berücksichtigen Emissionsaspekte auch bei der Auswahl der Transportart. So versuchen wir, einen möglichst hohen Anteil der Produkte per Seefracht von Asien nach Deutschland transportieren zu lassen. Diese Art des Produkttransports verursacht mit Abstand die geringsten CO2- Emissionen pro transportierten brutto kg. Darüber hinaus haben wir auch wieder einen Teil der Transporte auf die Bahn verlegt, wodurch die zuvor häufige Nutzung der Luftfracht auch in diesem Geschäftsjahr sehr gering ausfällt.

4.3.4 Ökologische Produktverantwortung

Durch das unternehmensinterne Qualitätsmanagement und mit Unterstützung externer Prüflabore wird gewährleistet, dass MEDION-Produkte die gesetzlichen und MEDION-spezifischen Anforderungen hinsichtlich der gesundheitlichen und ökologischen Verträglichkeit einhalten. Im Rahmen unserer ökologischen Produktverantwortung spielen dabei der Energieverbrauch, Produktmaterialien, -sicherheit und -kennzeichnung sowie die Entsorgung von Elektroaltgeräten eine wichtige Rolle. Neben Gesetzen und Normen gelten in vielen Bereichen eigene MEDION-Limits, teils mit einem noch höheren Anspruch an den Energieverbrauch, die Schadstofffreiheit und Produktsicherheit. Unsere Hersteller werden zur Einhaltung der gesetzlichen und freiwilligen Anforderungen verpflichtet.

Durch zahlreiche und umfangreiche Prüfungen in den unterschiedlichen Produktentwicklungsphasen bis zur letztendlichen Markteinführung wird die Produktkonformität sichergestellt und Verbesserungspotentiale identifiziert. Neben internen Kontrollen durch unsere Techniker und Qualitätsinspekteure lassen wir unsere Produkte von unabhängigen und akkreditierten Prüflaboren überprüfen.

4.3.5 Weitere Umweltaspekte

Über die oben genannten signifikanten Umweltaspekte hinaus lassen wir weitere Umweltaspekte nicht außer Acht, um auch hier unserer ökologischen Verantwortung nachzukommen. So gibt es ein Gefahrstoff- und Notfallmanagement für die vergleichsweise geringe Menge von Gefahrstoffen, die an den MEDION-Standorten verwendet werden. Dadurch wird v.a. ein sorgsamer Umgang mit unseren Wasserressourcen sichergestellt.

Im Geschäftsjahr 2018/2019 wurde die Zusammenarbeit mit der internationalen Organisation Forest Stewardship Council® (FSC®) weiter fortgesetzt. Der FSC® ist ein internationales Zertifizierungssystem für Waldwirtschaft, das garantiert, dass Holz- und Papierprodukte aus verantwortungsvoll bewirtschafteten Wäldern stammen. Mithilfe des Siegels wird diese ökologische und sozial verantwortliche Waldbewirtschaftung auf Produkten sichtbar gemacht. Für die interne und externe Bürokommunikation nutzten wir ausschließlich FSC®-zertifiziertes Papier.

4.3.6 Ergebnisse aus den verfolgten Konzepten und Zielen

4.3.6.1 Energieverbrauch

Der Energieverbrauch bei MEDION setzt sich aus Strom- und Heizenergie- sowie Kraftstoffverbrauch zusammen. Durch kleinere und größere Projekte zur Energieeinsparung haben wir den Stromverbrauch in den letzten Jahren kontinuierlich senken können. Dazu zählen u.a. die kontinuierliche Modernisierung unserer Serverstruktur, der Austausch von Leuchtstoffröhren und Energiesparlampen gegen LEDs und der Austausch von Wasserboilern gegen Durchlauferhitzer.

Ein größeres Projekt, das im Juni 2017 abgeschlossen werden konnte, war der Umzug von rund 40 Mitarbeitern an den MEDION-Hauptstandort in Essen-Kray. Dem Umzug sind umfangreiche Umbauarbeiten vorausgegangen, einschließlich des Ausbaus und der verbesserten Dämmung eines Dachgeschosses auf dem MEDION Campus. In den neuen Büroräumen werden ausschließlich LEDs zur Beleuchtung eingesetzt. Weiterhin wurde im Dezember 2017 das MEDION-Kundencenter von Mülheim an der Ruhr an den MEDION-Hauptstandort in Essen verlegt. Die Mitarbeiter stehen unseren Kunden nun direkt neben unserem Fabrikverkauf beratend zur Seite. Die Konsolidierung der Standorte führt zu einer verbesserten Energieeffizienz. Im Juni 2018 haben wir damit begonnen, die Beleuchtung in unseren Gebäuden von Leuchtstoffröhren auf LED-Panele umzurüsten. Bisher konnte dadurch der Stromverbrauch am Standort um etwa 20.000 kWh pro Jahr reduziert werden.

Um unserer Verantwortung für den Klimaschutz nachzukommen und wertvolle Ressourcen zu schonen, stellen wir zudem seit Januar 2016 die CO2-Neutralität unseres Stromverbrauchs sicher. Dazu erwerben wir jährlich 2.400 MWh Strom aus regenerativen Quellen, was den Stromverbrauch unserer Standorte abdeckt. Entsprechend der europäischen Rechtsvorschriften wird durch so genannte Herkunftsnachweise vom Umweltbundesamt bestätigt, dass die eingekaufte Energiemenge zu 100 % aus erneuerbaren und CO2-freien Energiequellen stammt.

Der aus Strom- und witterungsbereinigtem Heizenergieverbrauch3 bestehende Gesamtenergieverbrauch von MEDION am Hauptsitz in Essen betrug im abgelaufenden Geschäftsjahr 5.341 MWh.

Abbildung 2: CO2e-Emissionen4 - Scope 1 und Scope 2

Die Scope-1-Emissionen5 haben sich im letzten Geschäftsjahr aufgrund des geringeren Heizenergieverbrauchs auf 574 t CO2 und somit um über 11 % reduziert. Durch die CO2-Neutralität des Stromverbrauchs entfallen die Scope-2-Emissionen6 .

3 Am MEDION Campus wird hauptsächlich mit Erdgas geheizt. Daneben gibt es je eine Flüssiggas- und eine Heizöl-Heizung. 4 CO2 equivalent (CO2e): Maßeinheit zur Vereinheitlichung der Klimawirkung der unterschiedlichen Treibhausgase

4.3.6.2 Abfall vermeiden und Recycling fördern

Auch 2018 haben wir uns wieder an den "Deutschen Aktionstagen Nachhaltigkeit", die vom 30. Mai bis 5. Juni 2018 stattfanden, beteiligt. Sowohl im Unternehmen also auch in unserem Fabrikverkauf engagierten wir uns mit einer Handysammelaktion. Mit gesammelten Althandys wird die Kampagne "Alte Handys für die Havel" vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) unterstützt und damit gleich doppelt für mehr Umweltschutz gesorgt: Zum einen wird sichergestellt, dass wertvolle Rohstoffe zurückgewonnen und wiederverwendet werden und Schadstoffe nicht auf dem Müll landen. Zum anderen erhält der NABU für jedes eingegangene Althandy 1,60 Euro. Dieses Geld fließt zu 100 % in das NABU-Projekt zur Renaturierung der Unteren Havel. Darüber hinaus erhielten die Mitarbeiter wieder täglich einen Tipp für mehr Nachhaltigkeit im Büroalltag. Diese sollen die Mitarbeiter insbesondere zum Energiesparen, zur Mülltrennung und zum sparsamen Drucken motivieren.

Abbildung 3: Verwertungsquote ungefährlicher und gefährlicher Abfälle

Die Gesamtmenge der Abfälle am MEDION-Hauptsitz konnte von 291 t auf 206 t reduziert werden.

4.3.6.3 Logistik: umweltschonende Prozesse

Im letzten Geschäftsjahr wurden über 90 % unserer transportierten Waren (bezogen auf das Volumen) per Seefracht nach Deutschland importiert. Durch die Optimierung interner Prozesse konnte zudem ein Anteil bisher per Luftfracht transportierter Sendungen auf die Schiene verlegt werden. Die Schienentransportlösung verursacht im Vergleich zur vorher häufig genutzten Luftfracht ca. 90 % weniger CO2-Emissionen (kg CO2-Well-to-Wheel je transportiertem Brutto-kg7 ).

Um die Umweltauswirkungen der Logistik weiter zu reduzieren, nutzen wir für den nationalen Paketversand klimaneutrale Services unserer Dienstleister. Im Jahr 2018 wurden dadurch Treibhausgasemissionen in Höhe von 385 t CO2e ausgeglichen.

5 Zur Berechnung der Scope-1-Emissionen wurden die weltweit anerkannten Tools des Greenhouse Gas Protocols (GHG Protocols) genutzt.

6 Zur Berechnung der Scope-2-Emissionen wurden die marktbasierten Zahlen, die sich auf die Emissionsfaktoren unseres Stromlieferanten beziehen, genutzt.

7 Die Well-to-Wheel Analyse ermittelt alle direkten und indirekten Emissionen über den kompletten Pfad der Bereitstellung eines Energieträgers – angefangen bei der Rohstoffgewinnung des Kraftstoffs bis zur Verwendung im Fahrzeug.

4.3.6.4 Energieverbrauch der Produkte

Die Energieeffizienz unserer Produkte ist ein zentrales Anliegen von MEDION. Der rechtliche Rahmen ist hier durch die Öko-Design-Richtlinie gesetzt, welche Anforderungen an die umweltgerechte Gestaltung energieverbrauchsrelevanter Produkte festlegt. Die strengen Anforderungen der Richtlinie an die Energieeffizienz stellen wir bei unseren Produkten sicher und gehen oftmals sogar noch darüber hinaus.

Neben den Bestrebungen, den Energieverbrauch unserer Produkte möglichst gering zu halten, enthält das MEDION-Portfolio auch einige Produkte, die Kunden beim Energiesparen unterstützen. Hier seien insbesondere die Smart-Home-Produkte genannt, die Nutzern durch intelligente Heizungsund Lichtsteuerung ermöglichen, wertvolle Ressourcen zu sparen.

4.3.6.5 Produktmaterialien

Für Elektro- und Elektronikgeräte ist die Verwendung von (potentiell) umwelt- oder gesundheitsgefährdenden Materialien auf europäischer Ebene gesetzlich geregelt. Die sogenannte RoHS-Richtlinie8 zielt darauf ab, bestimmte gefährliche Stoffe, wie z.B. Blei, Quecksilber und Weichmacher, aus Elektro- und Elektronikgeräten zu verbannen. Darüber hinaus schränkt die REACH-Verordnung9 die Verwendung weiterer bestimmter Stoffe ein und verpflichtet über die etwaige Verwendung dieser Stoffe und zur sicheren Handhabung Auskunft zu erteilen. Alle relevanten Informationen dazu werden von uns bereitgehalten und können auf Anfrage an den Kunden weitergegeben werden. Mit der Einhaltung dieser Stoffbeschränkungen leisten wir dem Vorsorgeprinzip Folge, um potentielle Belastungen und Schäden für Umwelt und Gesundheit zu vermeiden.

4.3.6.6 Produktsicherheit

Grundlage für die Bewertung der Produktsicherheit bei MEDION sind sowohl gesetzliche Regelungen als auch eigene strengere, interne MEDION-Vorgaben. Die Einhaltung der Niederspannungsrichtlinie, EMV-Richtlinie10 und Funkanlagenrichtlinie sind hier die wichtigsten Regelungsinstrumente, um ein hohes Schutzniveau von elektrischen Geräten bezüglich Gesundheit und Sicherheit zu gewährleisten. MEDION stellt Kunden umfangreiche Informationen zum bestimmungsgemäßen und damit sicheren Gebrauch unserer Produkte zur Verfügung. Diese finden sich insbesondere in den Bedienungsanleitungen und darin enthaltenen Sicherheitshinweisen sowie in Form von Gefahrenkennzeichnungen auf Verpackungen und Geräteteilen.

4.3.6.7 Kennzeichnung von Produkten und Dienstleistungen

Um unseren Endkunden die Kaufentscheidung zu erleichtern, werden alle relevanten Produktspezifikationen auf den Produktverpackungen angegeben. Daneben können weitere Details online auf unserer Website und in beiliegenden Prospekten nachgesehen werden. So bieten Energielabel, wie das EU-Energie-Label oder der Energy Star, eine Orientierung hinsichtlich der

8 RoHS steht im Englischen für "Restriction of Hazardous Substances", also die "Beschränkung (der Verwendung von) gefährlicher Stoffe"

9 REACH steht im Englischen für "Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals", also die "Registrierung, Bewertung Zulassung und Beschränkung von Chemikalien"

10 EMV – Elektromagnetische Verträglichkeit

Energieeffizienz des jeweiligen Produktes. Prüfzeichen wie LGA tested Quality und GS-Zeichen zeigen auf, dass Produkte besonders schadstofffrei und sicher sind. Auch bei unseren digitalen Dienstleistungen kommen Nachhaltigkeitssiegel zum Einsatz. So werden bei unserem Fotoservice zahlreiche FSC®-zertifizierte Produkte angeboten und so eine sozial und ökologisch verantwortungsvolle Waldbewirtschaftung unterstützt und sichtbar gemacht.

4.3.6.8 Entsorgung von Elektroaltgeräten

Die Rücknahme und Verwertung von Elektroaltgeräten ist in der EU durch die WEEE-Richtlinie (Waste of Electrical and Electronic Equipment) gesetzlich geregelt und durch das ElektroG (Elektro- und Elektronikgerätegesetz) in deutsches Recht umgesetzt. MEDION kommt der seit 2015 in den Gesetzen enthaltenen Pflicht zur Rücknahme von Elektroaltgeräten im stationären und Online-Handel in vollem Umfang nach. Kunden können kleine Elektroaltgeräte11 jederzeit und ohne den Kauf eines neuen Gerätes an einer von mehr als 3.700 Rückgabestellen abgeben. Falls ein neues, größeres Produkt gekauft wird, organisiert der MEDION Service bei Bedarf die Rücknahme des Altprodukts. Über diese zahlreichen Rücknahmestellen hinaus werden Elektroaltgeräte auch in unserem Fabrikverkauf zurückgenommen. Die fachgerechte Sammlung und Entsorgung der Elektroaltgeräte unterstützt die Schonung knapper werdender Ressourcen.

4.3.6.9 Wesentliche Risiken in Bezug auf Geschäftsbeziehungen bzw. Produkte

Die Bewertung von ökologischen Risiken und Chancen in Bezug auf Geschäftsbeziehungen und Produkte erfolgt im Zusammenhang mit der jährlichen Bewertung der signifikanten Umweltaspekte. Drei Risiken, die gleichzeitig auch als Chancen gesehen werden können, spielen dabei eine besondere Rolle:

    1. Regulatorische Risiken betreffen u.a. umfassendere Berichtspflichten, steigende Produktanforderungen (z.B. Energieeffizienz, Lebenszyklusanalysen) und Anforderungen hinsichtlich des unternehmensweiten Energiemanagements.
    1. Physische Risiken beziehen sich z.B. auf potentielle Schäden und Betriebsunterbrechungen durch extreme Wetterereignisse bei unseren Zulieferern sowie steigende Versicherungskosten.
    1. Reputationsrisiken entstehen durch nicht ausreichend wahrgenommenes Engagement zum Klimaschutz sowohl auf Unternehmens- also auch Produktebene. Der ICT-Sektor steht hier immer stärker im Fokus von Nichtregierungsorganisationen und einer steigenden Nachfrage nach nachhaltigeren Produkten.

Durch das konzernweite Umweltmanagementsystem managen wir diese Risiken im Zusammenhang mit dem Klimawandel und weiteren Umweltaspekten. Dabei ergeben sich aus einem verbesserten Klimaschutz auch Chancen, wie z.B. Kostenersparnisse durch eine Reduktion des Energieverbrauchs und die Vermeidung von Umweltbelastungen durch unsere Produkte.

11 Keine äußere Abmessung größer als 25 cm.

4.3.7 Sonstige Berichtspflichten

Bezugnehmend auf die Punkte, Beträge und Erläuterungen im Jahresabschluss und die wesentlichen Risiken der eigenen Geschäftstätigkeit besteht bei MEDION keine gesonderte Berichtspflicht.

4.4 Arbeitnehmerbelange

Darstellung der verfolgten Ziele und Konzepte

Als verantwortungsvoller Arbeitgeber sind wir uns unserer sozialen Verantwortung bewusst und stellen den Menschen in all seiner Vielfalt in den Vordergrund unserer unternehmerischen Entscheidungen.

Unser Ziel ist es, unseren Mitarbeitern ein gesundes betriebliches Umfeld zu bieten, in dem sie ihre Potenziale entfalten, ihre Ideen einbringen und sich entsprechend ihrer Fähigkeiten und Neigungen weiter entwickeln können. Darüber hinaus wollen wir eine Arbeitskultur schaffen, die die Motivation, Leistungsfähigkeit und Zufriedenheit unserer Mitarbeiter und Führungskräfte fördert.

Die Basis für die Umsetzung dieser übergeordneten Ziele ist eine professionelle HR-Organisation und effiziente betriebliche Prozesse, aus denen wir zentrale Handlungsfelder und konkrete Ziele abgeleitet haben. Als Steuerungsinstrumente dienten uns neben unserer HR-Scorecard unser HR Fact Book. Die darin enthaltenen Key-Performance-Indikatoren geben Aufschluss über die Nachhaltigkeit von Maßnahmen in den Bereichen HR Management und Entwicklung sowie Gesundheitsmanagement und Sicherheit am Arbeitsplatz.

Einen Fokus legen wir auf die Ausbildung und Personalentwicklung unserer Mitarbeiter. Weiterhin kommt dem Arbeitsschutz und dem Gesundheitsmanagement sowie dem Betrieblichen Vorschlagswesen bei MEDION eine hohe Bedeutung zu.

Der Wettbewerb um hochqualifizierte Führungskräfte und technisches Personal ist in der Consumer-Electronics-Branche nach wie vor sehr groß. Gerade im Projektgeschäft und bei dem zunehmenden Grad der Digitalisierung stellen erfahrene, gut ausgebildete Mitarbeiter eine sehr wichtige Ressource dar. Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, muss daher auf die Bindung von Know-how-Trägern an das Unternehmen sowie auf die Gewinnung und das erfolgreiche Onboarding von Talenten vom externen Markt durch geeignete Maßnahmen besonderes Gewicht gelegt werden.

Nur gut geschulte und qualifizierte Mitarbeiter können Risiken beherrschen und vermeiden. Daher fördert MEDION gezielt die Aus- und Weiterbildung der eigenen Mitarbeiter.

Im März 2019 waren insgesamt 56 Auszubildende (Vorjahr: 57) im inländischen MEDION-Konzern beschäftigt. Dies entspricht einer Ausbildungsquote von 6,4 % (Vorjahr: 6,4 %). Neben Ausbildungen in klassischen kaufmännischen und technischen Bereichen bildet MEDION auch in den Gebieten Dialogmarketing und Mediengestaltung aus. Zusätzlich hat die MEDION AG 32 jungen Menschen einen dualen Studiengang in den Fachbereichen Wirtschaft/ Wirtschaftsinformatik/ Angewandte Informatik/ Mediendesign/ Marketing & Digitale Medien angeboten.

36 | 4.4 Arbeitnehmerbelange

Durch die erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen und der Beijing University of Technology konnte auch im abgelaufenen Geschäftsjahr den dualen Studenten im Unternehmen die Möglichkeit zur Teilnahme an der Beijing Summer School angeboten werden.

Da MEDION ausschließlich für den eigenen Bedarf ausbildet, können wir in der Regel allen Ausgebildeten ein Arbeitsplatzangebot unterbreiten.

Darüber hinaus fördern wir die Nachwuchsgewinnung durch sogenannte Berufsfelderkundungstage, in denen sich Schüler in einem eintägigen Praktikum einen Überblick über die verschiedenen Berufsfelder verschaffen können.

Hohe Attraktivität als Arbeitgeber

Insgesamt arbeitet bei MEDION ein motiviertes und hochprofessionelles Team – eine gesunde Mischung aus erfahrenen Mitarbeitern, die das Unternehmen schon lange begleiten, jungen Kolleginnen und Kollegen, die ihre berufliche Karriere bei MEDION beginnen und Kollegen, die aus anderen Unternehmen zu MEDION gekommen sind und mit ihren Erfahrungen zum Unternehmenserfolg beitragen.

Um bei einem Personalwechsel die Einarbeitung neuer Mitarbeiter zu erleichtern und Probleme durch Know-how-Verluste möglichst zu vermeiden, sind im Rahmen des Workflow-Managements alle unternehmensinternen Prozesse so dokumentiert, dass sie personenunabhängig ausgeführt werden können.

Bei der Besetzung von vakanten Positionen legen wir großen Wert darauf, einerseits die Fähigkeiten und Potentiale von Mitarbeitern, andererseits aber auch deren persönliche Karriereziele zu berücksichtigen. Dies beinhaltet, dass Mitarbeiter auf ihrem Karriereweg persönlich begleitet und zielgerichtet für eine Funktion qualifiziert und entwickelt werden. Damit werden eine den Anforderungen entsprechende interne Stellenbesetzung gefördert, Einarbeitungszeiten reduziert und den Mitarbeitern somit interessante Entwicklungsmöglichkeiten aufgezeigt.

Mitarbeiter haben im Rahmen von Einarbeitungsplänen die Möglichkeit, sich schnell in die Unternehmensstrukturen und -prozesse einzufinden. Praktikanten können "on the Job" Einblicke in die vielfältigen Aufgaben der gesamten Supply Chain gewinnen.

Darüber hinaus werden den Mitarbeitern externe fachbezogene Weiterbildungsmaßnahmen und ITbezogene Schulungen angeboten, die im Bereich SAP R/3 durch ein SAP-Inhouse-Competence-Center und im Bereich von Microsoft Office durch die MEDION-Trainingsakademie intern durchgeführt wurden. Neben der Durchführung von internen Englischkursen wurde das Angebot unserer MEDION-Akademie im Berichtsjahr mit intern durchgeführten Kursen im Bereich der Teambildung erweitert.

Unsere Mitarbeiter zu motivieren und zu Höchstleistungen anzuspornen, ist die Aufgabe unserer Führungskräfte. Daher legen wir großen Wert auf exzellente Führungskompetenzen im Management. Zu diesem Zweck wurde in Zusammenarbeit mit unserem Mutterkonzern Lenovo ein Trainingskonzept "For those who manage" aufgesetzt. Darüber hinaus findet einmal im Quartal ein sogenannter "Führungskräftestammtisch" statt.

Die Höhe des Entgelts richtet sich in unserem Unternehmen nach den Aufgaben und Leistungen der Beschäftigten sowie nach ihrer Qualifikation und Erfahrung. Weder Geschlecht noch Herkunft, sondern allein Funktion und Verantwortung der Mitarbeiter zählen für uns bei der Festlegung des Entgelts.

Unsere Arbeitsbedingungen werden zunehmend durch flexible Arbeitszeiten, einen damit einhergehenden höheren Grad der Selbstbestimmung, modern ausgestattete Arbeitsplätze sowie eine moderne Führungskultur geprägt.

Das Ergebnis unserer Bemühungen ist eine hohe Mitarbeitermotivation. Diese und die Leistungsbereitschaft unserer Mitarbeiter sind wesentliche Erfolgsfaktoren unseres Unternehmens. Aufgrund einer schlanken Organisationsform und kurzer Entscheidungswege werden unsere Mitarbeiter in wichtige Entscheidungsprozesse aktiv einbezogen. Die Nähe zu unseren Mitarbeitern ist uns sehr wichtig, um die immer komplexer werdenden Arbeitsabläufe in den unterschiedlichen Bereichen an die veränderten Marktbedingungen und die damit verbundenen steigenden Anforderungen anzupassen.

MEDION kann sein Angebot an attraktiven, interessanten Aufgaben und Positionen, u.a. auch durch die Zugehörigkeit zum Lenovo-Konzern, stetig erweitern. Mittlerweile haben viele Mitarbeiter innerhalb des Lenovo-Konzerns neue Aufgaben übernommen. Auch durch die Schaffung neuer Positionen im Digitalgeschäft steigt die Attraktivität der MEDION AG als Arbeitgeber. So sind wir stolz darauf, im abgelaufenen Berichtsjahr wiederholt als Arbeitgeber mit Top Karriere Chancen für IT-Spezialisten und Hochschulabsolventen sowie erstmals als "Deutschlands beste Arbeitgeber mit sehr hoher Arbeitgeber Attraktivität" ausgezeichnet worden zu sein.

Die hohe Bindung unserer Mitarbeiter an unser Unternehmen zeigt sich in der weiterhin steigenden durchschnittlichen Betriebszugehörigkeit. Die Durchschnittsdauer der Beschäftigung bei der MEDION AG und deren Tochtergesellschaften lag im Geschäftsjahr 2018/2019 bei 9,4 Jahren (Vorjahr: 9,1 Jahre).

4 Nichtfinanzielle Erklärung gem. § 289b HGB

38 | 4.4 Arbeitnehmerbelange

Die Betriebszugehörigkeit nach Jahren und Geschlecht lässt sich wie folgt darstellen:

Partnerschaft mit den Beschäftigten

MEDION legt großen Wert auf eine offene und freundliche Unternehmenskultur und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Mitarbeitervertretung und den einzelnen Mitarbeitern.

In unterschiedlichen Gremien informieren wir die Arbeitnehmervertreter regelmäßig über die wirtschaftliche Lage und über alle wichtigen Veränderungen im MEDION-Konzern. Dabei war die Zusammenarbeit zwischen der Unternehmensleitung und dem Betriebsrat auch im abgelaufenen Geschäftsjahr von einem konstruktiven Miteinander geprägt.

Vorstand und Mitarbeitervertretung sind gemeinsam davon überzeugt, dass sozialkompetente Verhaltensweisen das Betriebsklima nachhaltig positiv beeinflussen, die Arbeitsprozesse verbessern, damit die Produktivität und die Qualität der Arbeitsergebnisse steigern und somit vielfältige positive Auswirkungen für das Unternehmen und die Mitarbeiter bringen. Aus diesem Grunde gibt es im MEDION-Konzern eine Reihe von wichtigen Betriebsvereinbarungen, die zum einen der langfristigen Mitarbeiterbindung und zum anderen einer den Markterfordernissen angepassten höheren Flexibilisierung innerhalb des Unternehmens dienen.

Mit der Betriebsvereinbarung über "Flexible Arbeitszeit bei MEDION" wollen Unternehmensleitung und Betriebsrat weiterhin Rahmenbedingungen und Gestaltungsspielräume schaffen, welche es den Mitarbeitern ermöglichen, ihre Arbeitszeit bedarfs- und ergebnisorientiert einzusetzen und dabei Arbeitszeit und Freizeit gut zu vereinbaren. Die betrieblichen Belange und die persönlichen Belange aller Mitarbeiter sollen unter Wahrung der arbeitsrechtlichen Bestimmungen bestmöglich aufeinander abgestimmt werden.

Im Rahmen der Vereinbarung über das Betriebliche Eingliederungsmanagement verfolgen Vorstand und Mitarbeitervertretung gemeinsam das Ziel, arbeitsunfähige Mitarbeiter möglichst bald wieder in die Arbeitsorganisation zu integrieren. Darüber hinaus wollen sie klären, mit welchen Maßnahmen einer erneuten Arbeitsunfähigkeit vorgebeugt werden kann. Der Arbeitsplatz von Arbeitnehmern, die von Krankheit oder Behinderung betroffen sind, soll möglichst erhalten bleiben. Vor diesem Hintergrund werden betriebliche Organisationsstrukturen, Verfahrensabläufe und Verantwortlichkeiten im Zusammenhang mit einem Betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM) vereinbart.

Jedes Unternehmen lebt von der Innovationskraft und der Kreativität seiner Mitarbeiter. Diesem Grundsatz trägt das Unternehmen durch das betriebliche Vorschlagswesen, das unter dem Begriff "Ideengarten" eingeführt wurde, Rechnung. Hierdurch soll allen Mitarbeitern ein zusätzlicher Anreiz geboten werden, mit eigenen Anregungen das betriebliche Geschehen zum Nutzen des Unternehmens und der Mitarbeiter mitzugestalten. Weiter soll damit die Mitarbeiterzufriedenheit und Motivation erhalten sowie nachhaltig gesteigert werden.

Neben einer Vereinbarung über Jubiläumszuwendungen in Form von Sonderurlaub bieten die MEDION AG und ihre inländischen Tochtergesellschaften allen Beschäftigten die Inanspruchnahme einer betrieblichen Altersversorgung in Form von Direktversicherung und Pensionskasse an.

Gesundheitsmanagement und Sicherheit am Arbeitsplatz

Unser Ziel ist es, die Gesundheit unserer Mitarbeiter dauerhaft zu erhalten. Angefangen von einer ergonomischen Ausgestaltung der Arbeitsplätze über gesundheitserhaltene Maßnahmen wie unserer jährlichen kostenlosen Grippeschutzimpfung bis hin zu dem bereits zuvor beschriebenen Betrieblichen Eingliederungsmanagement legt MEDION großen Wert auf die Förderung eines gesunden Lebensstils.

Die o. a. Maßnahmen tragen dazu bei, dass die Krankenquote bei der MEDION AG weiterhin weit unter dem Bundesdurchschnitt liegt. Die Krankenstatistik ist im Vergleich zum Vorjahr im Berichtsjahr leicht gesunken und lag bei 3,2 % (Vorjahr: 3,3 %), während der Bundesdurchschnitt 4,3 % betrug.

Im Geschäftsjahr 2018/19 ist die Anzahl an Unfällen mit insgesamt drei im Vergleich zum Vorjahr konstant geblieben. Alle drei Unfälle waren wie im Vorjahr Wegeunfälle. Es wurde wiederholt kein Arbeitsunfall gemeldet. Insgesamt wurden 39 Ausfallkalendertage im abgelaufenen Geschäftsjahr ermittelt. Dies ist ein deutlich positiver Trend, da diese gegenüber 2017/18 um 49 % gesunken sind (Vorjahr: 77). Der positive Trend der letzten Jahre zeigt sowohl bei den Wege- wie auch bei den Arbeitsunfällen eine stetige Verbesserung der Vergleichswerte. Die Tausend-Mann-Quote (TMQ, Arbeitsunfälle je 1.000 Beschäftigte) liegt wie auch im Vorjahr bei Null. Der positive Trend der Vorjahre wurde damit fortgesetzt.

4.5 Sozialbelange

Unser soziales Engagement ist Ausdruck unseres Selbstverständnisses als verantwortungsbewusstes Mitglied der Gesellschaft. Getreu dem Motto unseres Mutterkonzerns Lenovo "We do what we say" verstehen wir uns als verlässlichen Partner, der zu seinem Wort steht, egal ob es um unsere Mitarbeiter, unsere Kunden, unsere Lieferanten oder andere Wirtschaftspartner geht.

Transparenz und Integrität stehen bei unseren Geschäften an erster Stelle, um Vorteilsnahme zu verhindern oder fragwürdige Praktiken bei Angestellten oder Dienstleistern zu vermeiden (Verweis auf Corporate Governance oder Compliance Teil im Geschäftsbericht). Für unser gesellschaftliches Engagement gelten dieselben strengen Standards wie für unser Kerngeschäft.

Unsere Zielsetzung ist es in erster Linie, soziale Projekte in den Bereichen Talentförderung und Standortentwicklung im Ruhrgebiet zu unterstützen, um unsere Region auch für künftige Generationen attraktiv zu gestalten und insbesondere Jugendlichen aus bildungsfernen Familien und mit Migrationshintergrund Zugang zu Bildungs- und Beschäftigungsangeboten zu ermöglichen.

In enger und vertrauensvoller Zusammenarbeit mit der Essener Wirtschaftsförderung unterstützen wir langfristige Infrastrukturprojekte und setzen uns dafür ein, den Standort Essen und seine Wirtschaft vor Ort zu stärken. Unter anderem kooperieren wir eng mit verschiedenen lokalen Gremien und konnten gemeinsam ein Projekt zur nachhaltigen Luftverbesserung in Essen-Kray realisieren, das beinhaltete, dass eine Autobahnausfahrt nach Umweltgesichtspunkten angelegt wurde.

Unter dem Motto "Sauber Zauber" findet jährlich in verschiedenen deutschen Städten eine stadtweite Aufräumaktion statt. MEDION hat wie viele andere Bürgerinnen und Bürger von Kettwig bis Karnap zu Zange und Müllsack gegriffen, um unsere Stadt ein wenig lebens- und liebenswerter zu machen.

Das Thema Talentförderung ist für MEDION ein sehr wichtiges Zukunftsthema. Beim Schülerstipendium-Programm "RuhrTalente" über die Westfälische Hochschule ist die Ausbildungsleiterin der MEDION AG Teil der Jury. In diesem Programm werden Schüler aus bildungsfernen Familien mit sehr guten schulischen Noten und sozialem Engagement gefördert. Seit 2017 stellt MEDION sowohl im Rahmen des Deutschlandstipendiums als auch im Rahmen des Ruhr Talente Stipendiums finanzielle Fördermittel bereit.

Weiterhin beteiligen wir uns aktiv an der Ausbildungsförderung zusammen mit der IHK Essen, wo MEDION im Prüfungsausschuss vertreten ist.

Die zwischen MEDION und JOBLINGE gemeinnützige AG Ruhr laufende Kooperation zur Unterstützung der Initiative JOBLINGE war auch im abgelaufenen Geschäftsjahr erfolgreich. JOBLINGE ist als gemeinnütziges Angebot der Wirtschaft gegen Jugendarbeitslosigkeit und Nachwuchskräftemangel konzipiert. Das Ziel ist, Jugendlichen ohne Abschluss ("JOBLINGE") durch individuelle Betreuung, Weiterbildung und Qualifizierung die Chance zu geben, sich auf dem Arbeitsmarkt nachhaltig zu positionieren. MEDION beteiligt sich mit einer jährlichen Spende sowie durch die Bereitstellung von Praktikumsplätzen in Form von Qualifizierungs- und Bewerbungspraktika und hat über JOBLINGE im abgelaufenen Geschäftsjahr zwei Auszubildende beschäftigt.

Des Weiteren unterstützt MEDION mit Sachspenden eine Reihe von Berufsschulen im Ruhrgebiet sowie mit Geldspenden die Deutsche Sporthilfe.

Durch unsere Investitionen und Spenden sowie durch das ehrenamtliche Engagement unserer Mitarbeiter unterstützen wir zudem Menschen in Notsituationen wie Armut, Migration, Arbeits- und Obdachlosigkeit. Außerdem leisten wir Soforthilfe bei Naturkatastrophen. So ist zum Beispiel das Ergebnis einer von einem Mitarbeiter erfolgreich eingebrachten Idee über das Betriebliche Vorschlagswesen die unternehmensweite Sammlung von Pfandflaschen und die Unterstützung von sozialen Einrichtungen und Projekten mit dem eingenommenen Pfandgeld über Spenden.

MEDION unterstützt die DKMS gemeinnützige GmbH im Kampf gegen Blutkrebs. Wir ermutigen unsere Mitarbeiter, freiwillig an der Registrierungsaktion als Stammzellspender teilzunehmen und übernehmen für jeden Mitarbeiter, der sich freiwilig an der Aktion beteiligt, die Kosten. Im Berichtsjahr fand unter dem Motto "Ich bin dabei" eine DKMS Stammzellspender-Aktion statt, an der zahlreiche Mitarbeiter teilgenommen und sich als Spender registriert haben. Über 7,6 Millionen Freiwillige haben sich bislang in den weltweit größten Dateienverbund aufnehmen lassen. Dank dieser fantastischen Hilfe konnte die DKMS bereits mehr als 65.000 Stammzellspenden ermöglichen und damit die Chance auf neues Leben geben.

4.6 Achtung der Menschenrechte

Darstellung der verfolgten Ziele und Konzepte

MEDION bekennt sich zu seiner Verantwortung, Menschenrechte zu respektieren. In unseren eigenen Geschäftstätigkeiten ist es unser Ziel, Menschenrechtsverletzungen zu vermeiden. Als Akteur in zahlreichen globalen Wertschöpfungsketten sind wir auf Partner angewiesen und fordern ein, dass diese die Menschenrechte und damit einhergehende Standards ebenfalls respektieren. Dazu bieten wir unseren Partnern Unterstützung in ihrem Bemühen an, ihrer menschenrechtlichen Verantwortung nachzukommen.

Seit 2010 ist MEDION Mitglied von amfori (ehemals Foreign Trade Association – FTA) und der amfori Business Social Compliance Initiative (BSCI). Als Teil dieser führenden Unternehmensinitiative, die auf die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Lieferkette hinarbeitet, sind wir bestrebt, unsere Produkte nach sozialen Gesichtspunkten fertigen zu lassen und zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der globalen Lieferkette beizutragen. Auf Basis des amfori BSCI-Verhaltenskodex haben wir unternehmensweit gültige Sozialstandards definiert, mit denen wir die Werte und Grundsätze bei der Herstellung unserer Produkte festlegen. Der amfori BSCI-Verhaltenskodex stützt sich auf internationale Übereinkommen, wie die

  • Allgemeine Erklärung der Menschrechte
  • Leitlinien Kinderrechte und Unternehmerisches Handeln
  • UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte
  • OECD-Leitsätze
  • UN Global Compact
  • Übereinkommen und Empfehlungen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO)

Neben den oben aufgeführten, internationalen Übereinkommen beinhaltet eine Verpflichtung nach dem amfori BSCI-Verhaltenskodex ebenso die Einhaltung der in der Grafik dargestellten Arbeitsprinzipien.

Im Rahmen unserer Mitgliedschaft bei amfori haben wir ein Programm zur Überwachung der Einhaltung gültiger Sozialstandards etabliert. Dabei legen wir großen Wert auf einen entwicklungsorientierten und kooperativen Ansatz, der auf den drei Säulen Überwachung, Befähigung und Einbindung von Anspruchsgruppen basiert.

43 | 4.6 Achtung der Menschenrechte

Die folgende Abbildung stellt das Überwachungsprogramm innerhalb der Lieferkette dar.

Ein zentraler Bestandteil dieses Programms ist die Durchführung von unabhängigen Audits in Produktionsstätten (Tier 1) in Risikoländern 12 (Überwachung). Dabei kontrollieren externe, akkreditierte Prüfungsunternehmen bei unseren Zulieferunternehmen den Umsetzungsgrad des amfori BSCI-Verhaltenskodex sowie die Einhaltung der vor Ort anwendbaren, nationalen Gesetze. Die Audits werden nach einem einheitlichen Standard durchgeführt, der in 13 unterschiedlichen Kapiteln die elf Prinzipien des amfori-BSCI-Verhaltenskodex adressiert. Dazu gehören u.a. Managementpraktiken, Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz, Aspekte des Umweltschutzes sowie das Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit und Diskriminierung. Während eines Audits finden Begehungen der Produktionsstätten statt, es werden relevante Dokumente überprüft und zufällig ausgewählte Arbeitnehmer, Arbeitnehmervertreter und Vertreter des Managements interviewt. Nach Abschluss des Audits werden in einem Bericht Ergebnisse der einzelnen Leistungsbereiche und festgestellte Abweichungen zusammengefasst.

Sowohl um das Bewusstsein unserer Produzenten für nachhaltige Geschäftspraktiken zu stärken, als auch um fortwährende Verbesserungen hinsichtlich der Arbeitsbedingungen in unseren Zulieferbetrieben zu erreichen, stellen wir unseren Lieferanten unterschiedliche Tools und Informationsdokumente zur Verfügung. Darüber hinaus bieten wir unseren Produzenten die Möglichkeit, an unterschiedlichen Onlinetrainings sowie Workshops, die in den Zulieferländern durchgeführt werden, kostenfrei teilzunehmen (Befähigung). Bleiben Fortschritte bei der Umsetzung

12 Die Definition von Risikoländern entspricht den Festlegungen der BSCI:

http://www.amfori.org/sites/default/files/amfori%20BSCI%20CRC%20V2018\_HM\_AD.pdf

von Verbesserungsmaßnahmen längerfristig aus oder zeigt sich eine Produktionsstätte fortdauernd unkooperativ, wird die Geschäftsbeziehung vorübergehend oder – als letztes Mittel – dauerhaft beendet.

Als international ausgerichtetes Unternehmen sind wir durch die Beziehungen mit unseren Anspruchsgruppen und deren Interessen geprägt. Im Rahmen unserer amfori BSCI-Mitgliedschaft verfolgen wir daher einen konstruktiven Dialog mit relevanten Stakeholdern in Europa und in den Zulieferländern, wie z.B. unseren Lieferanten, anderen BSCI-Mitgliedern, unseren Kunden und Nichtregierungsorganisationen (Einbindung von Anspruchsgruppen).

Ergebnisse aus den verfolgten Konzepten und Zielen

Im letzten Jahr wurden bei unseren 258 Zulieferern insgesamt 189 Audits durchgeführt. Wenn Abweichungen identifiziert werden, muss der Zulieferer einen Plan mit Korrekturmaßnahmen entwickeln und umsetzen, welche zur Beseitigung der Ursachen beitragen als auch ein erneutes Auftreten der Abweichungen verhindern sollen.

Beschreibung des Due-Diligence-Prozesses

Innerhalb unseres Einflussbereichs fordern wir unsere Lieferanten dazu auf, ihre Geschäftspraktiken am amfori BSCI-Verhaltenskodex auszurichten und die dafür notwendigen Managementsysteme und -prozesse zu implementieren. Zusätzlich erwarten wir, dass unsere Lieferanten die Anforderungen an ihre Vorlieferanten weitergeben, also tiefer in die Lieferkette hineintragen, um einen positiven Kaskadeneffekt zu erreichen.

Werden während eines amfori BSCI-Audits oder der regelmäßigen Fabrikbesuche durch MEDION-Mitarbeiter wesentliche Beanstandungen festgestellt, verpflichten und unterstützen wir unseren Zulieferer, einen Corrective Action Plan (CAP) bzw. Maßnahmenplan zur Erreichung von Verbesserungen zu entwickeln und die geplanten Korrekturen entsprechend umzusetzen. Mithilfe von Nachweisen, wie z.B. Fotos und Dokumenten wird die Umsetzung der Abhilfemaßnahmen überwacht. Der Umsetzungsgrad der geplanten Maßnahmen wird anschließend im Rahmen von Folgeaudits durch unabhängige Dritte überprüft. Dabei verfolgen wir einen kooperativen Ansatz, der zu einer kontinuierlichen Entwicklung führen soll.

Zulieferer, welche neu in unseren Produzentenpool aufgenommen werden, müssen die Einhaltung anwendbarer Sozialstandards nachweisen oder sich bereit erklären, innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens die notwendigen Managementprozesse und Standards zu etablieren. Neben dem amfori BSCI-Standard akzeptieren wir als Nachweis der Einhaltung zudem SA8000 (Social Accountability) und ICTI-Zertifikate (International Council of Toy Industry) sowie ETI-Audits (Ethical Trade Initiative), sofern diese gemäß der SMETA-Richtlinien (Sedex Members Ethical Trade Audit) stattfanden, und Überprüfungen, die gemäß des RBA-Standards (Responsible Business Alliance) durchgeführt wurden. Bei den Auditstandards erwarten wir von unseren Zulieferern, dass erfasste maßgebliche Abweichungen behoben wurden.

Alle amfori BSCI-Auditberichte und -Maßnahmenpläne werden in einer zentralen Datenbank verwaltet. Auf diese Informationen können alle amfori BSCI-Mitgliedsunternehmen zugreifen.

45 | 4.6 Bekämpfung von Korruption und Bestechung

Unsere SEDEX-Mitgliedschaft gewährt uns zudem Zugriff auf Auditberichte, die gemäß der SMETA-Methodologie durchgeführt wurden. Insgesamt versuchen wir dadurch den Aufwand für alle Beteiligten zu reduzieren, insbesondere die Mehrfachauditierung bei Zulieferern.

Wesentliche Risiken in Bezug auf das eigene Geschäftsmodell

Die Integration von Prozessen menschenrechtlicher Sorgfalt unterstützt uns, nachteilige Auswirkungen zu mindern, die Zukunftsfähigkeit und gesellschaftliche Akzeptanz unserer Geschäftstätigkeit zu sichern sowie unsere Reputation zu schützen.

Wesentliche Risiken in Bezug auf Geschäftsbeziehungen bzw. Produkte

Darüber hinaus bringt dieser Ansatz Vorteile hinsichtlich der Erfüllung von Kundenanforderungen und bei der Vorbereitung auf oder Umsetzung von regulatorischen Maßnahmen.

4.7 Bekämpfung von Korruption und Bestechung

Darstellung der verfolgten Ziele und Konzepte

Ein Bestandteil des Risikomanagements im Konzern betrifft die Compliance-Maßnahmen. Compliance bei MEDION ist die Gesamtheit aller Maßnahmen, die das regelkonforme Verhalten des Unternehmens, seiner Organmitglieder und Mitarbeiter im Hinblick auf gesetzliche Ge- und Verbote sowie interne Unternehmensrichtlinien begründen.

Compliance soll MEDION präventiv vor Fehlverhalten bewahren, das auf Unwissenheit oder Fahrlässigkeit beruht und zu Imageschäden sowie dem Verfehlen von Unternehmenszielen infolge unsachgemäßen Geschäftsgebarens führen kann. Compliance-Systeme sind Organisationsmaßnahmen, die das rechtmäßige, verantwortungsbewusste und nachhaltige Handeln von MEDION sowie seiner Organe und Mitarbeiter gewährleisten sollen und dabei die Angemessenheit und Wirksamkeit der zur Behebung von Defiziten getroffenen Maßnahmen überwachen und regelmäßig bewerten. MEDION hat dafür Vorsorge getroffen, dass das Insiderrecht, die Gesetze zur Korruptionsbekämpfung und die kartellrechtlichen Vorschriften durch die Unternehmen des Konzerns und ihre Mitarbeiter beachtet werden. Dabei gelten folgende Grundsätze:

  • Strikte Einhaltung von Gesetzen und sonstigen Bestimmungen im In- und Ausland: Bei geschäftlichen Entscheidungen und Handlungen sind die geltenden Gesetze und sonstigen maßgebenden Bestimmungen im In- und Ausland zu beachten. Der Vorstand hat Vorkehrungen getroffen, dass die Mitarbeiter sich fair verhalten und die relevanten Gesetze und Bestimmungen beachten. Dies gilt sowohl im Verhältnis des Unternehmens zur öffentlichen Hand (business-togovernment) als auch für alle Arten von Geschäften zwischen Unternehmen.
  • Vorbildfunktion der Unternehmensleitung: Entschiedenes Vorgehen gegen Korruption beginnt bei der Unternehmensleitung. Vom Vorstand erwarten Mitarbeiter und Öffentlichkeit zu Recht vorbildhaftes Handeln. Das gilt sowohl für die Einhaltung der internen Richtlinien und der Gesetze als auch für das persönliche Engagement zur Korruptionsbekämpfung.
  • Umgang mit Zulieferern und Abnehmern: Zulieferer sind allein auf wettbewerblicher Basis (von Preis, Qualität und Eignung ihrer Leistung) auszuwählen. Der Versuch eines Lieferanten, Mitarbeiter des Kunden durch Zuwendungen, die über den normalen Rahmen einer Bewirtung oder Aufmerksamkeit hinausgehen, in ihrer Entscheidung zu beeinflussen, wird bei MEDION streng

geahndet. Eigene Mitarbeiter, die sich in unlauterer Weise von Lieferanten haben beeinflussen lassen, werden ungeachtet strafrechtlicher Konsequenzen disziplinarisch und arbeitsrechtlich zur Verantwortung gezogen.

  • Geschenke und sonstige Zuwendungen: Bei Annahme und Gewährung von Geschenken und sonstigen Zuwendungen wird äußerst restriktiv verfahren. Mitarbeiter und deren unmittelbare Familienangehörige dürfen von Personen oder Unternehmen, mit denen geschäftliche Beziehungen bestehen, keinerlei Geldgeschenke annehmen. Geringe Zuwendungen und Gefälligkeiten müssen im Rahmen des Üblichen bleiben. Dies gilt insbesondere auch für Werbegeschenke und Dienstleistungen. Im Zweifelsfall ist die Entscheidung des Vorgesetzten oder der Compliance Abteilung einzuholen. Einladungen durch Lieferanten, die nicht im Zusammenhang mit Geschäftsbesuchen stehen, bedürfen immer der internen Genehmigung. Gleiches gilt für Einladungen an Mitarbeiter von Kunden. Werbegeschenke an Vertreter der Behörden dürfen nur entsprechend den Richtlinien im öffentlichen Dienst erfolgen.
  • Trennung zwischen geschäftlichen und privaten Aufwendungen: Private und geschäftliche Interessen sind strikt zu trennen. Für Aufwendungen, bei denen sich geschäftlicher und privater Anlass so vermischen, dass eine genaue Trennung schwierig ist, werden die Kosten insbesondere auch für Geschenke oder Bewirtungen privat übernommen.
  • Beauftragung von Geschäftspartnern für private Zwecke: Um eine Interessenkollision zwischen Unternehmen und Privatbereich auszuschließen, müssen Unternehmensangehörige von der Beauftragung eines Geschäftspartners für private Zwecke Abstand nehmen oder eine ausdrückliche vorherige Zustimmung unter Offenlegung des gesamten Sachverhalts einholen.
  • lnteressenkonflikte durch Nebentätigkeiten und Kapitalbeteiligungen: Vertraglich ist sichergestellt, dass Nebentätigkeiten und Kapitalbeteiligungen von Betriebsangehörigen nicht zum Schaden des Unternehmens ausgenutzt werden. Vertrauliches Insiderwissen wird durch Schulungen und individuelle Vereinbarungen geschützt. Ein betrieblich vorgegebenes Meldeverfahren für Betriebsangehörige stellt die entsprechende Transparenz sicher.
  • Einschaltung von Dritten: Bei Zahlungen an Dritte aus dem Bereich Berater, Makler, Sponsoren, Vertreter wird darauf geachtet, dass diese nicht Gelder für Zwecke der Bestechung weiterleiten. Dieses wird dadurch gewährleistet werden, dass die Zahlungen lediglich eine angemessene Vergütung für legitime Dienstleistungen darstellen.
  • Spenden an Parteien und Politiker: Auch bei Spenden an politische Parteien und Vereinigungen sowie an Politiker ist das geltende Recht strikt einzuhalten. Allen Erfordernissen an die Bekanntmachung ist in vollem Umfang zu entsprechen. Über jede derartige Spende ist die Compliance-Abteilung und der MEDION-Vorstand zu unterrichten. Zur Zeit sind Spenden an Parteien und Politker durch MEDION nicht zulässig.

Beschreibung der Prozesse

Der bei MEDION eingerichtete Compliance-Ausschuss besteht aus dem Mitglied des Vorstandes für Finanzen sowie den Abteilungsleitern Personal und Corporate Affairs.

MEDION hat seit dem Geschäftsjahr 2008 mit allen Führungskräften bzw. Mitarbeitern aus Bereichen, die eigenständig Aufträge an Dritte vergeben können, Zusatzvereinbarungen zu den bestehenden Arbeitsverträgen geschlossen, die es den Mitarbeitern untersagen, Geldgeschenke oder sonstige geldwerte Vorteile zur persönlichen Verwendung für sich oder für Dritte anzunehmen sowie darüber hinaus so genannte Schmiergeldzahlungen seitens der Handelspartner, Hersteller oder Geschäftspartner anzunehmen oder zu leisten. Alle im Geschäftsjahr 2018/2019 hinzugekommenen neuen Führungskräfte haben diese Vereinbarung ebenfalls unterschrieben.

47 | 4.7 Bekämpfung von Korruption und Bestechung

Alle betroffenen Mitarbeiter wurden über die neuen Anforderungen an Compliance, die aktuellen Vorschriften und die praktische Umsetzung im MEDION-Konzern sowie über die Grundzüge der Lenovo-Compliance informiert. Dazu gehören auch Hinweise zum Insiderrecht, zu den Gesetzen zur Korruptionsbekämpfung und zu den kartellrechtlichen Vorschriften sowie die Vorstellung so genannter Code-of-Conduct-Anforderungen. Des Weiteren wurde über die Notwendigkeit von Chinese-Wall-Bereichen im MEDION-Konzern, den gesetzeskonformen Umgang mit möglichen unternehmensrelevanten Informationen, die aktuellen Anforderungen an den Datenschutz und die Vorbildfunktion der Führungskräfte für ihre jeweiligen Bereiche gezielt geschult.

Im März 2018 hat MEDION eine Online-E-Learning-Plattform zum Thema Compliance für alle Mitarbeiter geöffnet. Darin werden neben den zentralen Compliance-Bereichen auch die Themen Arbeitssicherheit und Datenschutz vertieft behandelt.

Alle Personen mit Zugang zu Insiderinformationen – Mitarbeiter und Außenstehende – für die der Zugang zu Informationen unerlässlich ist, um ihre Aufgaben bei MEDION wahrnehmen zu können, werden in entsprechenden Insiderverzeichnissen, die in der Personalabteilung geführt werden, dokumentiert. Dabei werden die neuen Vorschriften und Änderungen, die sich aus der am 3. Juli 2016 in Kraft getretenen EU-Richtlinie zur Marktmissbrauchsverordnung (MAR) ergeben, eingehalten und umgesetzt.

Whistleblower Hotline

Medion hat Ende 2017 eine Whistleblower Hotline installiert, um den Anforderungen des Deutschen Corporate Governance Kodex zu entsprechen. Die Hotline ermöglicht die Meldung jeglicher Art von möglichen Compliance Verstößen im Unternehmen. Auf Wunsch kann jeder Mitarbeiter anonym Informationen zur Verfügung stellen. Die Telefonnummer ist bei einer externen Anwaltskanzlei installiert. Diese Anwaltskanzlei hat keine andere Geschäftsbeziehung zu MEDION und hat in der Vergangenheit auch nicht für MEDION gearbeitet. Die Telefonnummer wurde im MEDION-Intranet veröffentlicht. Der MEDION Betriebsrat wurde mit einbezogen und im Vorfeld umfassend informiert. Im Geschäftsjahr 2018/2019 erfolgte keine Mitteilung an die Whistleblower Hotline.

Fragen zu Compliance Problemen können auch über das Corporate Compliance Team angesprochen werden oder per E-Mail direkt an eine besondere anonymisierte Email-Adresse gerichtet werden.

4 Nichtfinanzielle Erklärung gem. § 289b HGB

48 | 4.7 Bekämpfung von Korruption und Bestechung

Bedeutsamste nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

MEDION ermittelt die Anzahl, die Ursachen, die Fehlerquellen, das Fehlverhalten der Mitarbeiter getrennt nach Führungsverantwortlichkeit und die Schwere der stattgefundenen Compliance-Verstöße im Mehr-Jahres-Vergleich und hat besondere Risikofelder definiert (z.B. Einkauf). Daneben werden vierteljährlich die Risikobereiche geprüft, neue Risiken identifiziert und – soweit notwendig die Mitarbeiter entsprechend sensibilisiert. Bei allen Geschäften mit Sonderkonditionen bei MEDION erfolgt monatlich eine Überprüfung anhand von ausgewählten Stichproben. Für alle wesentlichen Unternehmensbereiche besteht eine Gefährdungsbeurteilung.

Bezug auf Beträge und Erläuterungen im Jahresabschluss

Weitere Ausführungen zur Compliance und den bei MEDION eingesetzten Maßnahmen zur Vermeidung von Korruption und Bestechung finden sich im Corporate-Governance-Bericht auf Seiten 15-25 dieses Geschäftsberichts.

5 Diversitätsbericht
_________50
5.1 Diversitätskonzept
________50

5 Diversitätsbericht

5 Diversitätsbericht

5.1 Diversitätskonzept

Darstellung der verfolgten Ziele und Konzepte

Wettbewerbsfähige Belegschaft

Wir bei MEDION legen bei der Zusammenstellung unserer Belegschaft von je her großen Wert auf Vielfalt – ungeachtet von Geschlecht, Nationalität, Religion oder ethnischer Herkunft. Diese Haltung ist einer der wesentlichen Erfolgsfaktoren unseres Unternehmens. Mit dem MEDION-Geschäftsmodell bilden wir die gesamte Wertschöpfungskette mit vielen verschiedenen Funktionsbereichen ab und arbeiten weit über die Grenzen Deutschlands hinaus. Für ein solch differenziertes Arbeitsumfeld ist eine vielfältige Mitarbeiterstruktur elementar. In der MEDION-Belegschaft sind alleine in Deutschland 24 Nationalitäten (Vorjahr: 22) vertreten, die in einem integrativen Arbeitsumfeld für unsere internationalen Kunden optimale Ergebnisse erzielen. Vielfalt bildet somit auch ein wichtiges Element beim Wettbewerb um Talente und trägt maßgeblich zu unserem Geschäftserfolg bei.

Die gesellschaftspolitische Diskussion über Frauen im Beruf und speziell in Führungspositionen hat MEDION bereits seit Jahren in seiner Personalentwicklung verankert. MEDION arbeitet in dieser Hinsicht eng mit unserem Mutterkonzern Lenovo zusammen. Getreu dem Motto "Different is better" misst Lenovo der Förderung von Frauen in Führungspositionen ebenfalls einen hohen Stellenwert bei. Die Direktorin Human Resources von MEDION ist "WILL Beauftragte". "WILL" steht für "Women in Lenovo Leadership" und steht für die Förderung von weiblichen Führungspositionen bei MEDION. Es findet ein enger Austausch mit unserem Mutterkonzern statt, der vor allem auf die Nutzung von Synergien und sog. Best Practices abzielt. Dazu gehört auch die jährliche Durchführung von konzernweiten Aktionen zum internationalen Frauentag.

Um die Leistungsfähigkeit unserer Mitarbeiter und Führungskräfte besonders hinsichtlich der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben zu stärken, ermutigen wir alle Beschäftigten in Elternzeit, anschließend ihre Arbeit, gerne auch in Teilzeit, wieder aufzunehmen. Damit erhalten wir unserem Unternehmen ihr Wissen und ihre Erfahrung nachhaltig.

Nicht zuletzt die im Jahr 2016 eingeführte Flexible Arbeitszeit bei MEDION ist eine der wichtigsten Maßnahmen, die die Vereinbarkeit von Familie und Beruf fördert. Auch Führungskräftetrainings sowie der in 2017 eingerichtete "Führungskräftestammtisch" wird auch gerne von den weiblichen Führungskräften besucht, die teilweise in Teilzeit bei MEDION tätig sind.

Bei einer Frauenquote von insgesamt 41 % im Berichtsjahr (Vorjahr: 39 %) haben wir mit 23 % im Berichtsjahr (Vorjahr: 22 %) die uns selbst auferlegte Quote von 23 % weiblicher Führungskräfte auf der ersten Führungsebene unterhalb des Vorstands erreicht. Damit haben wir unser erklärtes und veröffentlichtes Ziel für 2018 erreicht. Auf der zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands haben wir mit 35 % (Vorjahr: 32 %) unsere Zielgröße von 29 % Frauen in Führungspositionen für 2018 deutlich überschritten.

51 | 5.1 Diversitätskonzept

Bei MEDION herrscht das Verständnis, dass die Förderung von Frauen im Beruf schon in der Ausbildung von jungen Menschen anfangen muss. Im abgelaufenen Geschäftsjahr verzeichnen wir bei unseren Auszubildenden und Dualen Studenten einen Frauenanteil von 35 % und haben damit unsere selbst auferlegte Zielgröße von 30 % übertroffen. Die Zielgröße von 30 Prozent wollen wir auch in Zukunft erreichen. Darüber hinaus vermittelte MEDION im abgelaufenen Geschäftsjahr am sogenannten "Girls Day" 15 Schülerinnen bereits erste Einblicke in unsere technikaffine Welt.

Der Wettbewerb um hochqualifizierte Führungskräfte und technisches Personal ist in der Consumer-Electronics-Branche nach wie vor sehr groß. Gerade im Projektgeschäft und bei dem zunehmenden Grad der Digitalisierung stellen erfahrene, gut ausgebildete Mitarbeiter eine sehr wichtige Ressource dar. Hier sehen wir uns vor die Herausforderung gestellt, dass sich gerade für Positionen in technischen Bereichen nur wenige weibliche Kandidaten bewerben.

Bei der Besetzung von Positionen, insbesondere im Führungsbereich, legen wir Wert auf eine adäquate Berücksichtigung weiblicher Bewerber. Aus diesem Grund sieht unser Recruiting-Prozess vor, dass wir mindestens einen weiblichen Bewerber in der finalen Auswahlrunde für die Besetzung von Führungspositionen haben.

Bei der Zusammensetzung unserer Belegschaft spielt auch die Generationenvielfalt eine große Rolle. Bei MEDION finden wir eine gute Mischung aus langjährig erfahrenen Mitarbeitern und sogenannten Young Professionals, die wir, wie eingangs beschrieben, nicht zuletzt selbst aus- und weiterbilden. Somit ist sichergestellt, dass ein Wissenstransfer der seniorigen Mitarbeiter an die juniorigen stattfindet und die seniorigen durch die enge Zusammenarbeit mit jüngeren Kollegen den Anschluss an moderne Arbeitsweisen behalten. Unser Generationenmanagement setzt daher auf Maßnahmen, die den Erhalt der Leistungsfähigkeit und die Gesundheit sowohl der älteren und jüngeren Mitarbeiter und besonders die generationenübergreifende Zusammenarbeit fördern.

Das Durchschnittsalter hat sich im Berichtsjahr im Vergleich zum Vorjahr nur geringfügig verändert und lag in 2018/2019 bei 40,5 Jahren (Vorjahr: 40,1). Die nachfolgende Darstellung gibt einen Überblick über die Altersstruktur der Mitarbeiter, getrennt nach Frauen und Männern.

6 Zusammengefasster Konzernlagebericht und
Lagebericht der MEDION AG
______54
6.1 Grundlagen des Konzerns
________54
6.1.1 Geschäftsmodell und Verbindung zu Lenovo____ 54
6.1.2 Wesentliche Märkte und Wettbewerbsposition ________ 56
6.1.3 Ziele und Strategien __________ 56
6.1.4 Steuerungssystem ___________ 58
6.1.4.1 Unternehmenssteuerung__________ 58
6.1.4.2 Die Struktur des MEDION-Konzerns _______ 59
6.1.5 Forschung und Entwicklung_____ 61
6.2 Wirtschaftsbericht
________62
6.2.1 Rahmenbedingungen _________ 62
6.2.1.1 Gesamtwirtschaftliche Entwicklung ________ 62
6.2.1.2 Entwicklung rechtlicher Rahmenbedingungen______ 62
6.2.1.3 Markt für Consumer Electronics / Mobilfunkdienstleistungen ______ 62
6.2.2 Geschäftsverlauf _______ 64
6.2.2.1 Geschäftsentwicklung 2018/2019 _________ 64
6.2.2.2 Beteiligungen_____________ 66
6.2.2.3 Aktie und Dividende/Spruchstellenverfahren ______ 66
6.2.3 Lage des Konzerns ___________ 67
6.2.3.1 Ertragslage ________ 67
6.2.3.2 Segmente _________ 71
6.2.3.3 Vermögens- und Finanzlage _______ 74
6.2.3.4
6.2.3.5
MEDION AG (ergänzende Erläuterungen auf Basis HGB) ___ 77
Wesentliche Kennzahlen zur Unternehmenssteuerung - Finanzielle
Leistungsindikatoren _______ 83
6.3 Prognose-, Chancen-
und Risikobericht
____84
6.3.1 Prognosebericht _______ 84
6.3.1.1 Konjunktureller Rahmen __________ 84
6.3.1.2 Marktentwicklung im Bereich der Consumer Electronics____ 85
6.3.1.3 Unternehmensentwicklung und Geschäftsmodell _________ 88
6.3.1.4
6.3.1.5
Entwicklung von MEDION in den Jahren 2019 und 2020 ___ 88
Auftragslage _____________ 90
6.3.1.6 Umsatz und Ergebnis (EBIT) im MEDION-Konzern und in der MEDION AG in den
Geschäftsjahren 2019/2020 und 2020/2021 ______ 90
6.3.1.7 Liquidität und Bilanzstruktur _______ 92
6.3.2 Risikobericht __________ 92
6.3.2.1 Risikomanagement ________ 92
6.3.2.2 Risikomanagementsysteme und internes Kontrollsystem___ 93
6.3.2.3
6.3.2.4
Absatzbezogene Risikoposition _______ 94
Betrieb
__________ 95
6.3.2.5 Recht _____________ 98
6.3.2.6 Finanzen und Finanzinstrumente _________ 99
6.3.2.7 Personal___________ 99
6.3.2.8
6.3.3
Risikoszenarien _______ 100
Chancenbericht
__________ 104
6.4 Ergänzende Berichterstattungselemente und
nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
_____106
6.4.1
6.4.2
Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren ____ 106
Vergütungsbericht
_________ 107
6.4.2.1
6.4.2.2
6.4.3
6.4.4
Vorstandsvergütungen _______ 107
Aufsichtsratsvergütungen
_______ 111
Sonstige Angaben gemäß §§ 289a und 315a HGB
__ 112
Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f und § 315d HGB ___ 113

54 | 6.1 Grundlagen des Konzerns

6 Zusammengefasster Konzernlagebericht und Lagebericht der MEDION AG

6.1 Grundlagen des Konzerns

6.1.1 Geschäftsmodell und Verbindung zu Lenovo

Die MEDION AG ist eine börsennotierte Aktiengesellschaft. Die Aktie wurde bis zum 19. Juni 2012 im Börsensegment "Prime Standard" im regulierten Markt in Frankfurt geführt. Mit Ablauf des 19. Juni 2012 schied die Aktie aus dem Prime Standard aus und wird seit dem 20. Juni 2012 im regulierten Markt (General Standard) geführt. Mehrheitsaktionär mit rund 80 % ist der ebenfalls börsennotierte Lenovo-Konzern (gelistet seit 1994 an der Börse in Hongkong und in den USA). MEDION ist seit einem freiwilligen Übernahmeangebot im Juli 2011 Teil der internationalen Lenovo-Gruppe. MEDION wird dabei auf der Berichtsebene als Teil der EMEA-Organisation (Europa, Mittlerer Osten und Afrika) von Lenovo geführt. Lenovo ist mit zwei Mitgliedern im Aufsichtsrat der MEDION AG vertreten. Seit dem Börsengang von MEDION in 1999 führen unverändert Gerd Brachmann und Christian Eigen als Vorstandsmitglieder die MEDION AG.

MEDION-Geschäftsmodell

Das seit über 25 Jahren national wie international bewährte MEDION-Geschäftsmodell ist darauf ausgerichtet, dem Konsumenten zusammen mit den Partnern aus dem Handel funktional hochwertige und innovative Trendprodukte der Consumer Electronics in attraktivem Design auf dem neuesten technologischen Stand für breite Käuferschichten verfügbar zu machen. Die Kernkompetenz ist dabei die Entwicklung und der Vertrieb von Computer- und Multimedia-Produkten wie Notebooks, PC-Systemen, Monitoren, Smartphones und Tablets. Hierzu zählen auch die MEDION-Smart-Home-Bausteine, mit denen die Kunden Hausautomation selbst nachrüsten können. Unterhaltungselektronik wie LCD-Fernseher, Internetradios und Bluetooth-Lautsprecher sowie Haushalts- und Gesundheits-Produkte sind weitere Felder, in denen MEDION über jahrzehntelange Erfahrung verfügt.

Ergänzend zu dem klassischen Aktionsgeschäft mit Consumer-Electronics-Produkten entwickelt und vermarktet MEDION komplementäre Dienstleistungen, insbesondere in den Bereichen Telekommunikation (MEDIONmobile), Fotoservice, Software-Downloads, Musik-Plattformen und Online-Dienste und vertreibt ausgewählte Produkte im Online-Handel. Zusätzlich werden Waren in einem unternehmenseigenen Outlet auf dem Firmengelände vertrieben (MEDION Fabrikverkauf). Das Dienstleistungsgeschäft ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gewachsen und generiert mittlerweile den größeren Ergebnisanteil.

MEDION übernimmt gegenüber seinen Kunden, den international aufgestellten großen Handelsketten, nicht nur die Rolle des Lieferanten der Produkte, sondern – weit darüber hinausgehend – die Funktion eines Full-Service-Dienstleisters, der für seine Kunden die gesamte Wertschöpfungskette – von der Entwicklung der Produktidee über die Herstellung und Logistik bis hin zum After-Sales-Service – managt und kontrolliert. Zusammen mit den Kunden werden in der Regel hochvolumige Vertriebsaktionen strukturiert und abgewickelt, die in vielen Fällen gleichzeitig in mehreren Ländern stattfinden.

Die MEDION-Kernkompetenzen liegen außer bei den innovativen und nutzerorientierten Multimedia-Produkten im preisgekrönten Design und der Entwicklung von neuen Angeboten für die Konsumenten

55 | 6.1 Grundlagen des Konzerns

auch in einer sehr effizienten eigenen IT-Struktur, hoher Logistik-Kompetenz und einem spezialisierten nationalen und internationalen After-Sales-Service. Zusätzlich sind in den letzten Jahren besondere Kompetenzen im Bereich der Angebote digitaler Produkte und Dienstleistungen entwickelt worden. Hier liegt die besondere Stärke von MEDION in der Verbindung von tiefer spezialisierter Marktkenntnis mit den Wünschen der Verbraucher nach einfach zu bedienenden und kostengünstigen Dienstleistungsangeboten. Gerade im Bereich des Angebots von Mobilfunkdienstleistungen hat sich die Konzentration auf transparente und kostengünstige Tarife, die zudem viele Auflademöglichkeiten der benötigten Guthaben erlauben, sehr bewährt und ein in Deutschland sehr erfolgreiches Produkt entstehen lassen.

Lenovo

Lenovo ist ein international agierender Computertechnologie-Konzern. Mit einem Umsatz von USD 45 Mrd. im Geschäftsjahr 2017/2018 und einem weltweiten Marktanteil von zuletzt über 20 % ist Lenovo der größte PC-Anbieter der Welt. Das Unternehmen beschäftigt rund 54.000 Mitarbeiter in mehr als 60 Ländern und hat Kunden in rund 160 Ländern. Der in Hongkong und New York börsennotierte Konzern gehört zu den "Fortune Global 500"-Unternehmen und hat seinen rechtlichen Sitz in HongKong und Hauptniederlassungen in Peking (China) und Morrisville, North Carolina (USA). Lenovo unterhält große Forschungszentren und Fertigungsanlagen in aller Welt und ist durch Übernahmen und seine Geschäftserfolge der am schnellsten gewachsene große PC-Hersteller der Welt. Das Unternehmen entwickelt und vertreibt eine breite Palette von Computertechnologien: Neben den klassischen Desktop-PCs und Notebooks – insbesondere für den Businessbereich – sind auch Smartphones, Tablets und Server-Technologien im Angebotsspektrum vorhanden. Die Geschäftsbereiche sind: Intelligent Devices (PC, Tablets, Virtual Reality, Smartphones), Data Center Services (Server, Netzwerke, Speicher, Software und Großrechner) sowie Lenovo Capital und Incubator (Investitionen in innovative Technologien und Start-ups). Im Jahr 2011 übernahm Lenovo die Mehrheit der Aktien an MEDION. Global hat Lenovo sein Geschäft nach China, Amerika, Latein-Amerika und EMEA (Europa, Mittlerer Osten und Afrika) unterteilt. MEDION ist Teil der EMEA Organisation.

Gesellschaftsrechtliche Verbindung von Lenovo und MEDION

Die Lenovo Germany Holding GmbH hält zum 31. März 2019 eine Gesamtzahl von 38.659.131 Aktien (79,84 %) zuzüglich 3.736.970 Aktien (7,72 %) der von der MEDION AG gehaltenen eigenen Aktien, die Lenovo zuzurechnen sind. Somit ist die Lenovo Germany Holding GmbH mehrheitlich an der MEDION AG im Sinne des § 16 AktG beteiligt.

Die Aktionäre der MEDION AG haben auf einer außerordentlichen Hauptversammlung der Gesellschaft am 14. Dezember 2011 in Essen dem Abschluss eines Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrages zwischen der MEDION AG und der Lenovo Germany Holding GmbH mit der erforderlichen Mehrheit zugestimmt. Darüber hinaus wurde das Geschäftsjahr der MEDION AG auf den Zeitraum vom 1. April eines Jahres bis zum 31. März des darauf folgenden Jahres geändert.

Der Unternehmensvertrag bestimmt, dass die Lenovo Germany Holding GmbH verpflichtet ist, auf Verlangen eines außenstehenden Aktionärs der MEDION AG dessen Aktien gegen eine Barabfindung im Sinne des § 305 Abs. 2 Nr. 3 AktG von € 13,00 je Aktie mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von € 1,00 zu erwerben. Denjenigen Aktionären, die dieses Abfindungsangebot nicht annehmen, garantiert die Lenovo Germany Holding GmbH für die Dauer des Unternehmensvertrages

56 | 6.1 Grundlagen des Konzerns

eine jährliche Ausgleichszahlung. Der Betrag der Ausgleichszahlung ergibt sich aus einem Bruttogewinnanteil in Höhe von € 0,82 je MEDION-Aktie für jedes volle Geschäftsjahr abzüglich eines Betrages für deutsche Körperschaftsteuer sowie Solidaritätszuschlag nach dem jeweils für diese Steuern für das betreffende Geschäftsjahr geltenden Steuersatz. Damit beträgt die jährliche Ausgleichszahlung, die jeder außenstehende Aktionär nach Abzug der geltenden Körperschaftsteuerbelastung und des darauf entfallenden Solidaritätszuschlags erhält, gegenwärtig, wie zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses, € 0,69 je Aktie.

Daneben haben die MEDION AG und die Lenovo Germany Holding GmbH einen Steuerumlagevertrag abgeschlossen.

In dem Spruchstellenverfahren zur Überprüfung der Angemessenheit von Ausgleichszahlung und Abfindungsangebot ist im Geschäftsjahr 2018/2019 keine gerichtliche Entscheidung ergangen.

6.1.2 Wesentliche Märkte und Wettbewerbsposition

Deutschland bleibt wichtigster Markt für MEDION. Der Umsatz sank zwar von € 509,0 Mio. im Vorjahr (angepasster Umsatzausweis gemäß IFRS 15) um € -58,3 Mio. auf € 450,7 Mio., der Umsatzanteil blieb jedoch mit 60,8 % auf Vorjahresniveau (60,7 %). Die Umsätze im übrigen Europa gingen von € 204,1 Mio. um € -29,2 Mio. auf € 174,9 Mio. zurück. Die Rückgänge sowohl in Deutschland als auch im übrigen Europa resultieren hauptsächlich aus einer bewussten Reduzierung der unter hohem Preis- und Margendruck stehenden Produktbereiche PC und TV, die zusammen mehr als 50 % der Rückgänge begründen. Die Umsätze im übrigen Ausland verminderten sich von € 126,0 Mio. um € - 10,0 Mio. auf € 116,0 Mio. Dieser Rückgang begründet sich jedoch ausschließlich durch die Reduzierung der Dienstleistungen im Bereich des Kundenservice für den Lenovo-Konzern, die sich um € -26,9 Mio. auf € 17,7 Mio. verminderten (Vorjahr: € 44,6 Mio.). Ohne diese Dienstleistungen stiegen die Umsätze im übrigen Ausland von € 81,4 Mio. um € +16,9 Mio. auf € 98,3 Mio., erneut hauptsächlich aufgrund des Mobilfunkgeschäftes in Australien. MEDION gehört in den wesentlichen Produktgruppen PC, Notebook und Tablet-PC sowie mit den Mobilfunktarifen seit Jahren zu den führenden Anbietern in Deutschland. Dies bezieht sich nicht nur auf die Produkte aus dem IT- und CE-Umfeld, wie PCs, Notebooks und Fernseher, sondern auch auf Produkte aus dem Bereich der digitalen Dienstleistungen wie das Angebot von Mobilfunktarifen und Musik-Download-Plattformen oder im Bereich Fotoservice. MEDION wird seit Jahren – auch in 2018/2019 – als eine der innovativsten Marken in Deutschland ausgezeichnet und hat darüber hinaus viele renommierte Preise für das Design und die bedienerfreundliche Nutzbarkeit seiner Produkte und die digitalen Dienstleistungsangebote erhalten.

6.1.3 Ziele und Strategien

Strategische Einbindung von MEDION in den Lenovo-Konzern

Lenovo beschäftigt nach der Übernahme der IBM-Server-Sparte X86 und Motorola Mobility mehr als 4.000 Techniker, Forscher und Wissenschaftler. Die Forschungs- und Entwicklungsteams von Lenovo haben viele Leistungsmerkmale vorgestellt, die absolute Branchenneuheiten sind, und kontinuierlich innovative Lösungen entwickelt. Davon zeugen mehr als 6.500 weltweit anerkannte Patente von Lenovo. In diesem Sinne arbeiten auch Lenovo und MEDION zusammen.

57 | 6.1 Grundlagen des Konzerns

Aufgrund immer globaler werdender Wettbewerbsstrukturen, schnellerer Produktlebenszyklen und zunehmender Konvergenzen von Consumer-Electronics-Produkten sowie der Vernetzung von stationären Produkten mit webbasierten Cloud-Lösungen ist es für MEDION vorteilhaft, im Rahmen der Integration in den Lenovo-Konzern Unterstützungen beim Ausbau der eigenen Kernkompetenzen, dem Zugriff auf weltweite Einkaufsverbindungen von Lenovo und bei der Entwicklung neuer Geschäftsfelder bekommen zu können.

Sowohl bei Lenovo als auch bei MEDION gilt es grundsätzlich, zwischen kurz- und mittelfristigen Ergebnispotentialen sowie langfristigen Geschäftszielen abzuwägen und entsprechende Strategien zu definieren. In diesem Sinne unterscheidet man die so genannten "Protect"- von den "Attack"- Strategien. Für MEDION bedeutet dieses auf der einen Seite, die erfolgreichen Geschäftsbeziehungen zu großen Handelsketten und die bekannte Kosteneffizienz weiter zu stabilisieren und auf deren Nachhaltigkeit zu setzen. Behilflich ist hier die organisatorische Effizienz, die es MEDION ermöglicht, in kurzen Zeiträumen neue Produktideen zu erfolgreichen Vertriebskonzepten weiterzuentwickeln. Bei den so genannten Multimode-Produkten, Notebooks, die zugleich als All-In-One, Desktop oder Tablet genutzt werden können, hat MEDION seine Kompetenz bereits bewiesen. Diese immer wieder neuen Produktideen dienen auch künftig dazu, etablierte Handelskanäle als zuverlässige Strategiebestandteile zu nutzen. Der kontinuierliche Ausbau des so genannten Private Label Business im Ausland während des Berichtsjahres ist ebenfalls Konsequenz dieser strategischen Ausrichtung.

Auf der anderen Seite ist es wichtig, den in den Vorjahren gewonnenen Schwung beim Ausbau digitaler Produkte und Kanäle beizubehalten und den Eintritt in neue Märkte im Fokus zu behalten. Darüber hinaus stehen weitere Entwicklungen im Bereich digitaler Dienstleistungen oder auch Technologien zu Vernetzungen digitaler Produkte und Online-Aktivitäten im Fokus. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden beispielweise in mehreren Ländern Spiele über eine Download-Plattform angeboten. Dabei nutzt MEDION neueste Technologien, wie zum Beispiel POR (PIN On Receipt), und hat auch entsprechende Anti-Fraud Software im Einsatz.

Diese neueren Geschäftsfelder sind im MEDION-Konzern im Direktgeschäft strategisch gebündelt und sollen ihren Anteil am Gesamtumsatz weiter erhöhen. Gemäß diesen Strategien werden auch grundsätzlich geeignete Investitionen diskutiert. Investitionen sind dabei beispielsweise für die weitere Automatisierung der nationalen und internationalen After-Sales-Kapazitäten und insbesondere in die IT-Struktur und neue Software-Applikationen am Standort Essen vorgesehen.

Wesentlicher Erfolgsfaktor zur Erreichung der Gesamtstrategie bleibt das klassische und seit Jahren immer weiter diversifizierte und verfeinerte MEDION-Konzept zu einem One-Stop-Agency-Approach, der den Handelskunden von der Vermarktungsidee, Produkt- und Dienstleistungsinnovationen, über den Vertrieb bis hin zum After-Sales-Service ein attraktives Wertschöpfungspaket und gute Vermarktungschancen bietet. Dieses Geschäftsmodell gilt zwar unverändert für die Hardwareprodukte der klassischen Consumer Electronics, wird aber gleichermaßen für das digitale Produktangebot genutzt. Daher wird das Online-Vermarktungsgeschäft weiter ausgebaut und die digitalen Dienstleistungsangebote werden sowohl beim Umsatz als auch beim Ertrag weiter zunehmen.

58 | 6.1 Grundlagen des Konzerns

6.1.4 Steuerungssystem

6.1.4.1 Unternehmenssteuerung

Der MEDION-Vorstand legt zu Beginn eines Geschäftsjahres die strategischen und operativen Ziele für das klassische MEDION-Geschäft fest. Seit der Mehrheitsübernahme durch Lenovo geschieht dieses in enger Abstimmung mit Verantwortlichen innerhalb der EMEA-Organisation.

Im operativen Bereich verantworten Key-Account-Manager die wesentlichen Kunden und Vertriebskanäle. Unabhängig hiervon verantworten Produktmanager die wesentlichen Produktgruppen, wie zum Beispiel Notebook, PC, Tablet-PC, LED-TV, Haushalts-Elektronik oder die entsprechenden Produktkategorien im Bereich der digitalen Services (z.B. MEDIONmobile, MEDION Fotoservice oder Electronic Software Distribution).

Einkauf, Design, Qualitätskontrolle, Logistik und Marketing sind als Querschnittsfunktionen unternehmensübergreifend tätig.

Administrative Bereiche, insbesondere kaufmännische Entscheidungs- und Kontrollfunktionen sowie die EDV-Organisation, sind zum Zweck erhöhter Transparenz, besserer Entscheidungsmöglichkeiten und somit zur Steigerung der Flexibilität und Effizienz im MEDION-Konzern weitestgehend zentralisiert.

Die Erreichungsgrade der operativen und strategischen Ziele werden in einem Management-Informationssystem und einer Balanced Scorecard dokumentiert und laufend auf nationaler wie internationaler Ebene diskutiert.

Alle Geschäfte im MEDION-Konzern werden einer renditeorientierten Vor- und Nachprüfung unterzogen. Zentraler Werttreiber der Renditeorientierung im MEDION-Konzern ist die Anforderung, dass jedes abgewickelte Projekt eine bestimmte EBIT-Marge erwirtschaften muss. Für das Projektgeschäft gilt zusätzlich, einen Rohertrag zu erwirtschaften, der unter Berücksichtigung der bekannten Struktur- und erwarteten Servicekosten die Ziel-EBIT-Marge sicherstellen kann. Zusammenhängend mit diesen beiden zentralen Werttreibern ist auch ein gewisser Mindestumsatz für einzelne Aufträge erforderlich, um bei bekannten Kostenrelationen und Aufwendungen die Erreichung von Ziel-Rohertrag und -EBIT zu gewährleisten.

Abweichungen in der Projekt- oder Produktrendite von den Zielmargen werden dokumentiert und durchlaufen einen gesonderten Prüfungsprozess.

Bei der Kalkulation der Zielmargen im Direktgeschäft wird unterschieden zwischen dem Hardwaregeschäft und digitalen Dienstleistungen. Im Hardwaregeschäft wird einerseits betrachtet, welche übliche Marge eines weiteren Zwischenhändlers erzielt werden könnte, andererseits wird aber auch berücksichtigt, dass die Produkte des Direktgeschäftes einem verstärkten Preisverfall und einem erhöhten Retourenrisiko (Fernabsatzgesetz) unterliegen können. Auch hier werden Preisgestaltungen, die nicht geeignet sind, Mindestdeckungen zu erzielen, gesondert untersucht.

Für digitale Dienstleistungen ist es erforderlich, den permanenten Preisverfall bei Tarifen und notwendige, eventuell größere Werbemaßnahmen sowie Aufwendungen für komplexere IT-Systeme

59 | 6.1 Grundlagen des Konzerns

und -Sicherheitserfordernisse ausreichend in den Produktkalkulationen zu antizipieren. Aufgrund der Notwendigkeit, digitale Produkte und Vertriebswege mit einem hohen Grad an technischer Standardisierung zu versehen, werden im Vorfeld einer Produkteinführung umfangreiche Planungsrechnungen erstellt und Rahmenverträge erarbeitet. Erst danach wird über Einführungen oder Erweiterungen von Produkten und Vertriebswegen entschieden.

6.1.4.2 Die Struktur des MEDION-Konzerns

Das operative Geschäft von MEDION wird zu 88 % (Vorjahr: 92 %) in der deutschen Aktiengesellschaft mit Sitz in Essen abgewickelt. Bei den ausländischen Tochtergesellschaften der MEDION AG handelt es sich zumeist um Unternehmen, die im Projektgeschäft Vertriebs- und Servicedienstleistungen für MEDION in den jeweiligen Ländern erbringen. Über diese Gesellschaften werden so gut wie keine Umsätze mit MEDION-Produkten im Projektgeschäft abgewickelt und daher leisten diese Gesellschaften auch keinen oder nur einen sehr geringen Beitrag zum Konzernergebnis. Lediglich im Direktgeschäft werden durch die Tochtergesellschaften eigene Umsätze und Ergebnisbeiträge erwirtschaftet, insbesondere in Australien.

Die eigentliche Projektabwicklung und die Logistik werden grundsätzlich zentral von der MEDION-Organisation in Deutschland gesteuert. Im Rahmen der Deutschland-Organisation sind die Call-Center-Aktivitäten in der Allgemeine Multimedia Service GmbH und die Reparatur- und Logistikdienstleistungen in der MEDION Service GmbH gebündelt.

60 | 6.1 Grundlagen des Konzerns

TOCHTERGESELL-SCHAFTEN DER MEDION AG

Aktiv in die Geschäftsabläufe des MEDION-Konzerns eingebundene Tochtergesellschaften der MEDION AG sind:

Allgemeine Multimedia Service GmbH, Essen

MEDION Shared Services GmbH, Essen (vormals MEDION Mobile GmbH, Essen)*

MEDION Service GmbH, Essen

MEDION Asia Pacific Ltd., Hongkong, Volksrepublik China

MEDION AUSTRALIA PTY LTD., Sydney, Australien

MEDION AUSTRIA GmbH, Wels, Österreich

MEDION B.V., Panningen, Niederlande

MEDION Elektronika d.o.o., Ljubljana, Slowenien

MEDION ELECTRONICS LIMITED, Swindon, Großbritannien

MEDION FRANCE S.A.R.L., Le Mans, Frankreich

MEDION IBERIA, S.L., Madrid, Spanien

MEDION ITALIA, S.R.L., Mailand, Italien**

MEDION NORDIC A/S, Herlev, Dänemark

MEDION SCHWEIZ ELECTRONICS AG, Zürich, Schweiz

MEDION USA Inc., Delaware, USA

* Aufnahme des Geschäftsbetriebes zum 1. Januar 2018, Umfirmierung der vormals inaktiven MEDION Mobile GmbH ** Gegründet zum 1. August 2018

Seit dem 01. Januar 2018 wird die 100%ige Tochtergesellschaft MEDION Shared Services GmbH (ehemals MEDION Mobile GmbH) mit Sitz in Essen in die Geschäftsabläufe des MEDION-Konzerns einbezogen und entsprechend konsolidiert. Zweck der Gesellschaft ist die Erbringung und Vermittlung von Service-Leistungen aller Art, insbesondere in den Bereichen Multimedia, Hard- und Software, Unterhaltungs- und Konsumelektronik, Telekommunikation und Satellitentechnik.

Am 1. August 2018 wurde die 100%ige Tochtergesellschaft MEDION Italia S.R.L mit Sitz in Mailand gegründet und ist mit Aufnahme der Geschäftstätigkeit seit dem 1. Januar 2019 entsprechend konsolidiert. Zweck der Gesellschaft ist der Kauf, Verkauf, Einfuhr, Ausfuhr, Verarbeitung und die Vermarktung von Produkten aller Art in den Bereichen Multimedia, Hardware, Software, Unterhaltungselektronik, Telekommunikations- und Satellitentechnik, sowie elektronische Produkte aller Art inkl. Einzel- und Ersatzteile und digitale Produkte.

Durch den Abschluss des Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrages unterstellt die MEDION AG seit Januar 2012 die Leitung ihrer Gesellschaft der Lenovo Germany Holding GmbH und verpflichtet sich, ab dem 1. April 2012 ihren ganzen Gewinn an die Lenovo Germany Holding GmbH abzuführen.

61 | 6.1 Grundlagen des Konzerns

6.1.5 Forschung und Entwicklung

MEDION arbeitet sehr eng mit Lenovo und weiteren führenden Herstellern von Komponenten und Produkten aus den Bereichen Multimedia und Unterhaltungselektronik sowie Telekommunikation zusammen. Dadurch besteht seit Jahren auch ein ständiger Zugang zu den neuesten Ergebnissen aus Forschungs- und Entwicklungsprojekten.

Entsprechend dem MEDION-Geschäftsmodell erfolgt jedoch eine Konzentration darauf, innovative Technologien schnell einem breiten Konsumentenkreis zugänglich zu machen. MEDION verfügt daher über keine eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilung im Bereich so genannter Basistechnologien. Die jeweiligen Projektentwicklungskosten werden nicht gesondert ausgewiesen, sondern in die Kalkulation des einzelnen Produkts beziehungsweise Projektes mit einbezogen. Würde man Projekt- und Produktentwicklungsausgaben gesondert ausweisen, würden diese einen niedrigen einstelligen Prozentsatz des Umsatzes von MEDION betragen.

Allerdings arbeitet MEDION in zahlreichen Projekten zusammen mit anderen Partnern daran, im Rahmen der Digitalisierung die Integration der PC-/Multimedia-Technologie mit den Geräten der klassischen Unterhaltungselektronik voranzubringen. Dies gilt auch für die neuen Angebote digitaler Dienstleistungen, die mit weltweit agierenden Partnern entwickelt wurden.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat MEDION darüber hinaus weitere Produkte in den Bereichen Smart-Home Sicherheit, Energie und Komfort erfolgreich in den Markt eingeführt. MEDION wird dabei von führenden Technologiepartnern wegen seiner Fähigkeit als schneller Technologieintegrator von neuen Anwendungen für den Massenmarkt geschätzt. Die MEDION-Tablet-PCs erhalten mit neuen Software-Applikationen Zugang zum weltweiten Markt mit Apps und mit neuen, innovativen, integrierten Multimedia-Funktionalitäten wurde auch im abgelaufenen Geschäftsjahr an der nächsten Generation von Tablet-PCs gearbeitet. Die neuen ultramobilen MEDION-Notebooks mit besonders flachem Design verbinden geringes Gewicht (1,2 Kilogramm) mit maximaler Mobilität und modernster Prozessortechnologie.

Die MEDION-Produkte erhielten für Benutzerfreundlichkeit und die schnelle Nutzbarkeit der verwendeten neuen Technologien für Tablet-PCs verschiedene Auszeichnungen und gute Testergebnisse. Darüber hinaus wurden die besonders leichten Notebooks mit neuen Grafikkarten und SSD-Speichern weiterentwickelt und so genannte Multimode-Geräte mit abnehmbarem Bildschirm auch für die unteren Preissegmente zur erfolgreichen Marktreife gebracht. Unter dem Markennamen Erazer ist MEDION im Bereich hochleistungsfähiger Gamer PCs seit Jahren ein erfolreicher Anbieter. Selbst anspruchsvolle Actiontitel, Strategiespiele, Simulationen, Renn- und Sportspiele können per Stream oder Let's Play mit anderen Nutzern weltweit geteilt werden und hochleistungsfähige CPUs ermöglichen Videos und Screenshots schnell und effektiv zu bearbeiten. Seit Anfang 2012 arbeitet MEDION mit Lenovo zusammen, um anwenderorientierte technologische Lösungen auf den Gebieten Desktop-PC, Notebook, Tablet-PC und Smartphones und bei weiteren mobilen Produkten mit Zugang zum Internet gemeinsam zu entwickeln und anschließend zur Marktreife zu bringen. Auch im abgelaufenen Geschäftsjahr 2018/2019 erfolgte hier eine enge Zusammenarbeit bei der Entwicklung von Plattformstrategien für Desktop-PCs und Notebooks sowie der Optimierung von Prozessor-Leistungsmerkmalen bei unterschiedlichen Betriebssystemen und der Verlängerung von Batterielaufzeiten durch eine Verbesserung der Energieeffizienz im Bereich der Bildschirmdarstellung. Darüber hinaus wird an bedienerfreundlichen Cloud-Lösungen für Konsumenten gearbeitet.

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6.2 Wirtschaftsbericht

6.2.1 Rahmenbedingungen

6.2.1.1 Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Die deutsche Wirtschaft ist im Jahr 2018 preisbereinigt in einem unruhigen außenwirtschaftlichen Umfeld und trotz der Produktions- und Absatzstörungen bei den Pkw-Herstellern um 1,5 % gewachsen, nach +2,2 % im Jahr 2017. Die Impulse kamen rechnerisch ausschließlich von der Binnenwirtschaft. Die Ausfuhren nahmen angesichts der geringeren Dynamik der Weltwirtschaft langsamer zu als im Vorjahr und auch weniger als die von der starken Binnenwirtschaft nachgefragten Einfuhren. Die privaten und staatlichen Konsumausgaben wurden spürbar ausgeweitet, aber weniger deutlich als im Vorjahr. Denn aufgrund der guten Beschäftigungs- und Einkommensentwicklung stiegen die Konsumausgaben der privaten Haushalte im Jahr 2018 zwar spürbar um 1,0 %, aber doch deutlich weniger stark als ihre real verfügbaren Einkommen, die um 1,8 % zulegten (zitiert aus PM des Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 15.01.2019).

Der Einzelhandel konnte im Jahr 2018 zum neunten Mal in Folge seinen Umsatz steigern. Jeder achte Euro im Einzelhandel entfällt mittlerweile auf den E-Commerce. Größter Vertriebskanal im deutschen E-Commerce sind weiterhin Online-Marktplätze.

Die wirtschaftliche Entwicklung im Euroraum und der Weltwirtschaft war in 2018 ebenfalls positiv, jedoch nicht so stark wie in Deutschland und auf Grund der zunehmenden Bedeutung globaler Handelshemmnisse deutlich verhaltener.

6.2.1.2 Entwicklung rechtlicher Rahmenbedingungen

Die rechtlichen Rahmenbedingungen für die MEDION-Geschäftstätigkeit in Deutschland und Europa und den weiteren Märkten, auf denen MEDION seine Produkte und Dienstleistungen anbietet, blieben im Geschäftsjahr 2018/2019 im Vergleich zu den vorangegangenen Jahren im Wesentlichen unverändert.

Damit hatten unverändert die rechtlichen Rahmenbedingungen keinen maßgeblichen Einfluss auf die Geschäftsentwicklung und es fanden auch keine wesentlichen Ereignisse statt, die einen solchen Einfluss auf den Geschäftsverlauf hatten.

6.2.1.3 Markt für Consumer Electronics / Mobilfunkdienstleistungen

Ebenso wie die gesamtwirtschaftliche Entwicklung waren auch die für MEDION relevanten Marktsegmente insgesamt von einem deutlichen Aufschwung geprägt.

Der deutsche Markt für Home Electronics-Produkte - dargestellt im HEMIX, Home Electronics Market Index - ist im Gesamtjahr 2018 um 1,4 % gewachsen. So wurde 2018 ein Umsatzvolumen von € 42,4 Mrd. erreicht. Das größte Wachstum erreichte 2018 der Produktbereich Smartphones. Zudem sind die Segmente OLED- und große TV-Geräte, Soundbars, vernetzte Audio Home Systems, Audio- /Video-Zubehör und Wearables aus dem Consumer Electronics-Segment sowie die Elektro-Kleingeräte gewachsen.

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Das Segment Consumer Electronics konnte um 2 % auf knapp € 28,2 Mrd. wachsen. Die Sparte der privat genutzten Telekommunikation verzeichnete mit € 12,3 Mrd. einen Zuwachs um 12,4 %. Im Bereich der klassischen Unterhaltungselektronik musste dabei 2018 ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr um 6,6 % auf knapp € 9,3 Mrd. hingenommen werden. Mit einem Minus von 2,4 % auf knapp € 6,6 Mrd. fiel der Umsatzverlust im Segment der privat genutzten IT-Produkte erneut geringer aus als im Vorjahr. Elektro-Hausgeräte verzeichneten einen stabilen Umsatz von € 14,2 Mrd. Die Produktsparte Elektro-Großgeräte verzeichnete erstmals seit mehr als zehn Jahren ein Minus von 1,6 % auf € 8,7 Mrd., während die Elektro-Kleingeräte in 2018 mit einem Plus von 3,2 % auf knapp € 5,5 Mrd. erneut gewachsen sind (Quelle: gfu Pressemitteilung vom 22. Februar 2019).

Unveränderte Basis für die Marktentwicklung ist die immer mehr zunehmende Digitalisierung von Produkten, Inhalten und Übertragungswegen, die sich auch bei Fernsehern und mobilen Endgeräten weiter fortsetzt. Die positive Entwicklung im Bereich Audio und Video bei innovativen Produkten mit verbesserter Bild- und Tonwiedergabe, größeren Bildschirmen oder gesteigerter Energieeffizienz sowie einer Vielzahl neuer Nutzungs- und Vernetzungsmöglichkeiten und die anhaltend hohe Nachfrage nach Smartphones steht dem gesunkenen Absatz von Desktop-PCs und Notebooks gegenüber und sorgt somit für eine stabile Marktentwicklung.

TV und Audio

Den größten Umsatzanteil der klassischen Unterhaltungselektronik in Deutschland stellt mit knapp € 4,1 Mrd. der TV-Bereich. Der Umsatz gegenüber dem Vorjahr weist einen Rückgang um 3,9 % auf. Der Trend zu größeren Bilddiagonalen und gut ausgestatteten Geräten hat sich 2018 weiter fortgesetzt. Geräte mit Bildschirmen von 45 Zoll (94 cm) und größer stellen mit knapp € 2,9 Mrd. und knapp 71 % den größten Umsatzanteil. 77 % des Umsatzes entfiel 2018 auf UHD-TV-Geräte mit einer Auflösung von 8 Millionen Bildpunkten. Mit € 3,6 Mio. wurde die Stückzahl dabei um 33 % gesteigert. TV-Geräte mit OLED-Technologie konnten 2018 einen Umsatz von € 512 Mio. erzielen, ein Zuwachs um 71 %. Der Absatz stieg um 119 % auf 243.000 Stück. (Quelle: gfu Pressemitteilung vom 22. Februar 2019)

Im Jahr 2017 erfolgte die Umstellung der DVB-T-Ausstrahlung in Deutschland auf DVB-T2 HD sowie die Abschaltung der analogen Signalübertragung in vielen Bereichen Deutschlands. Entsprechend konnten die Bereiche TV-Geräte und Set-Top-Boxen in 2017 außergewöhnliche Zuwächse verzeichnen, die 2018 nicht erneut realisiert wurden.

Desktop-PC, Notebook und Tablet

Die PC-Sparten Desktop PCs und Notebooks verzeichneten in Deutschland im Jahr 2018 Einbußen bei Absatz und Umsatz. Desktop-PCs zeigten einen Stückzahlenrückgang um 3,7 % auf 723 Tsd Stück. Tablet-PCs stiegen um 0,7 % auf einen Umsatz von € 1.216 Mio. (Vorjahr € 1.208 Mio.). Notebooks büßten 6,4 % auf rund 3,9 Stück ein. Die Gründe für die anhaltenden Rückgänge auf dem PC-Markt sind vielfältig: Zum einen sorgt die stabile Entwicklung im Bereich Smartphones für eine Verlagerung, zum anderen geben sich inzwischen deutlich mehr Verbraucher und Unternehmen länger mit der Leistung ihrer aktuellen PCs zufrieden als noch vor einem Jahrzehnt – damals waren schnellere Prozessoren und mehr Speicher noch sichere Kaufanreize. (Quelle: gfu Pressemitteilung vom 22. Februar 2019)

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Smartphones

Smartphones generierten den nach wie vor größten Umsatz im Segment Consumer Electronics mit einer Stückzahl von 23 Mio. Stück (+ 0,3 %). Der Umsatz stieg um 12,5 % auf knapp € 11,3 Mrd. Der Durchschnittspreis der Smartphones stieg 2018 um 12,1 % auf € 489. (Quelle: gfu Pressemitteilung vom 22. Februar 2019)

Mobilfunkdienstleistungen

Der Umsatz mit mobilen Datendiensten hat in Deutschland in 2018 erstmals mehr als die Hälfte (53 %) der gesamten Mobilfunkumsätze ausgemacht, so eine Studie von VATM und Dialog Consult. Besonders stark wächst der Datenverkehr in den Mobilfunknetzen. Das Gesamtdatenübertragungsvolumen stieg in 2018 um ca. 80 % an und übertraf damit das bereits erhebliche Wachstum der vorangegangenen Jahre deutlich. Dies bedeutet für 2018 ein geschätztes Plus in Höhe von 1,18 Mrd. Gigabyte auf 2,6 Mrd. Gigabyte. 63 % des Datenvolumens laufen inzwischen über LTE-Netze. Das durchschnittliche Datenvolumen pro SIM-Karte beträgt 2018 mit 1,6 Gigabyte pro Monat und damit rund 83 % mehr als in 2017. Im Jahr 2013 lag dieser Wert noch bei 0,2 Gigabyte.

Zum Jahresende 2018 gab es in Deutschland ca. 130 Mio. aktive SIM-Karten der Netzbetreiber. Das sind 0,6 Mio. mehr als im Vorjahr und im Schnitt 1,6 SIM-Karten pro Einwohner. Zurückgegangen sind in den letzten Jahren die Umsätze pro Mobilfunk-SIM-Karte: Waren es 1998 pro Karte noch € 57,26 so betrugen sie in 2018 mit € 16,68 nur noch ein Drittel davon.

Im deutschen Mobilfunk-Markt stiegen die Service-Umsätze gegenüber 2017 um 1,4 % auf ca. € 20,0 Mrd. Hauptgrund für das moderate Umsatzwachstum war die weiterhin steigende Datennutzung, welche den EU-Regulierungseffekten sowie dem anhaltenden Preis- und Wettbewerbsdruck entgegenwirkte. Die Nutzung von mobilen Daten wuchs dabei exponentiell, der Anteil von Datentarifen hat weiter zugenommen. Klassische Sprach- und SMS-Dienste wurden in 2018 und werden auch weiterhin durch kostenfreie IP-Messaging-Dienste wie WhatsApp und soziale Netzwerke wie Facebook ersetzt. Vernetzte Produkte wie Smartphones und Tablets und auch vernetzte Uhren wurden weiter nachgefragt und führten zu höheren Datenvolumina je Kunde.

6.2.2 Geschäftsverlauf

6.2.2.1 Geschäftsentwicklung 2018/2019

Das abgelaufene Geschäftsjahr 2018/2019 verlief ergebnisseitig insgesamt besser als erwartet. Umsatzseitig blieb MEDION jedoch unter den Erwartungen.

Die nachfolgende Darstellung der Umsatzentwicklung in Bezug auf den Ausblick im Geschäftsbericht 2017/2018 berücksichtigt eine retrospektive Anpassung des Umsatz- und Materialausweises unter Berücksichtigung des IFRS 15. Hiernach werden weitere wesentlicheTeile des Direktgeschäftes im Bereich der digitalen Dienstleistungen als sogenannes Agentengeschäft bilanziert und nur noch der erwirtschaftete Nettoerlös als Umsatz ausgewiesen. Zu weiteren Erläuterungen verweisen wir auf die Ausführungen im Anhang unter 9.1.1 (Aufstellungsgrundsätze).

Im Geschäftsbericht zum Geschäftsjahr 2017/2018 wurde im Ausblick auf das Geschäftsjahr 2018/2019 erläutert, dass aufgrund erwarteter Umsatzrückgänge im Bereich der Konzerndienst-

65 | 6.2 Wirtschaftsbericht

leistungen und im Projektgeschäft, die voraussichtlich nicht vollständig durch das Direktgeschäft kompensiert werden können, insgesamt mit einem Umsatzrückgang von bis zu -5 % gerechnet wird. Bezogen auf das reine MEDION-Geschäft ohne Dienstleistungen für den Lenovo-Konzern wurde ebenfalls ein Umsatzrückgang von bis zu -5 % erwartet. Für die Rohertragsmarge wurde weiterhin ein Niveau von rund 15 % oder leicht darüber für möglich gehalten. Das EBIT wurde auf Planniveau des Vorjahres geplant, was dem EBIT des diesem vorangegangen Geschäftsjahres 2016/17 von rund € 33 Mio. entspricht.

Dabei wurde im Bereich Personal Computer ein rückläufiges Absatzvolumen von bis zu -10 % erwartet, bei anhaltender ungünstiger Euro-US-Dollar-Parität und weiterhin gesättigtem Markt sogar ein Rückgang von bis zu -15 % nicht ausgeschlossen. Für den Umsatz im Personal Computer-Geschäft galten entsprechende Erwartungen. Aufgrund der ebenfalls zunehmenden Sättigung in den übrigen Bereichen der Consumer Electronics und der erst begonnenen Neuausrichtung der Produktkategorien im Bereich Haushalts-Elektronik wurde insgesamt ein Rückgang des Umsatzes im Projektgeschäft von bis zu -15 % für möglich gehalten.

Das Geschäft mit Personal Computern ging umsatzseitig deutlich stärker zurück als erwartet. Zwar lag der Rückgang der Absatzmenge mit -16 % nur knapp unter den Erwartungen (-15 %), jedoch resultiert dieses aus größeren Mengen im Educational-Bereich, in dem sich naturgemäß nur niedrige Durchschnittspreise erzielen lassen. Umsatzseitig blieb das PC-Geschäft mit einem Rückgang von - 29 % deutlich hinter den Erwartungen zurück. Auch im Bereich der Tablet-PCs setzte sich der negative Trend der Vorjahre fort. Die Mengen- und Umsatzveränderungen fielen aufgrund großer Marktsättigung und daraus resultierendem Preis- und Margendruck mit Rückgängen von rund -30 % bei Mengen (Erwartung bis zu -10 %) und Umsätzen (Erwartung bis zu -15 %) ebenfalls deutlicher aus als geplant. Sowohl für den Personal Computer- als auch für den Tablet-PC-Bereich gilt jedoch, dass sich MEDION bewusst für geringere Absatzmengen, aber für eine Stabilisierung der Ergebnisbeiträge aus diesen Produktbereichen entschieden hat.

Für das übrige Projektgeschäft wurde aufgrund des Ausbaus des Haushaltsbereiches mit niedrigeren Durchschnittspreisen ein Rückgang von bis zu -20 % nicht ausgeschlossen. Der realisierte Rückgang lag mit -7 % somit zwar besser als erwartet, konnte aber die Rückgänge in den anderen Produktbereichen nicht kompensieren. Somit blieb das Projektgeschäft mit einem Umsatzrückgang von -22 % insgesamt unter dem Erwartungswert (bis zu -15 %).

Im Bereich des Direktgeschäftes verlief das Geschäft sehr unterschiedlich. Geplant wurde mit einem Umsatzwachstum von bis zu +5 %, von einer Kompensation des Umsatzrückganges im Projektgeschäft wurde nicht ausgegangen. Das Direktgeschäft im Hardware-Bereich ging um -19 % zurück. Auch hier machte sich der gestiegene Markt- und Preisdruck im Multimedia-Segment bemerkbar. Positiv verlief das Geschäftsjahr hingegen in den im Ausbau befindlichen digitalen Dienstleistungen, die mit einem Umsatzwachstum von +16 % die Erwartungen übertreffen konnten. Insgesamt konnte somit im Direktgeschäft ein über den Erwartungen liegendes Umsatzwachstum von +9 % erzielt werden.

Die für den Lenovo-Konzern erbrachten Dienstleistungen gingen um rund -60 % zurück und entsprachen insofern dem letztjährigen Ausblick von mehr als -50 %.

Mio.€ Mio.€ %
Leistungsindikator GJ
2017/2018
Erwartung GJ
2018/2019
+/-
Gesamtumsatz Konzern 1) 839,1 Bis zu -5 % 741,6 -11,6
Umsatz ohne Konzerndienstleistungen 1) 789,1 Bis zu -5 % 722,8 -8,4
Umsatz Projektgeschäft 450,9 Bis zu -15% 353,7 -21,6
Umsatz Direktgeschäft 1) 338,2 Bis zu +5 %
Keine Kompensation des
Projektgeschäftes
369,1 +9,1
EBIT 38,2 Bis zu -15% 35,2 -7,9

In der nachfolgenden Tabelle sind die Erwartungsquote, und realisierte Werte gegenüber gestellt:

1) Gemäß IFRS 15 angepasster Umsatz des Vorjahres

Ergebnisseitig (EBIT) verlief das Geschäftsjahr 2018/2019 hingegen in allen vier Quartalen besser als erwartet. Während das EBIT im ersten Geschäftshalbjahr den Erwartungen entsprach, konnte im zweiten Geschäftshalbjahr ein über den Erwartungen liegendes EBIT erwirtschaftet werden. Zwar liegt das EBIT damit immer noch rund -8 % unter dem Vorjahreswert, dieser beinhaltete jedoch einmalige, teilweise periodenfremde Erträge von insgesamt € 3,9 Mio. Bereinigt um diese, liegt das EBIT im abgelaufenen Geschäftsjahr 2018/2019 trotz deutlichen Umsatzrückganges leicht (+3 %) über dem Vorjahreswert.

6.2.2.2 Beteiligungen

Nach wie vor wird aus Kosten- und Effizienzgründen innerhalb des MEDION-Konzerns der Hauptteil des Umsatzes – auch im Ausland – aus der MEDION AG heraus realisiert. Im Rahmen der Internationalisierung des Direktgeschäftes werden Aktivitäten bei Bedarf auch im Ausland aufgebaut, weil es im direkten Geschäft mit Endverbrauchern vorteilhaft sein kann, lokale Besonderheiten besser zu erkennen und zu steuern. Dies gilt im Rahmen des Direktgeschäftes insbesondere für das Mobilfunkgeschäft in Australien.

Beim Ausbau der digitalen Produkt- und Vertriebsbereiche werden zwar aus Gründen lokaler rechtlicher Rahmenbedingungen zunehmend Geschäfte über die internationalen Tochtergesellschaften abgewickelt, die operative Steuerung erfolgt dennoch in der Regel aus der MEDION AG heraus. Der operative Ergebnisbeitrag der Tochtergesellschaften ist außer in Australien sehr gering.

6.2.2.3 Aktie und Dividende/Spruchstellenverfahren

Die MEDION-Aktie wird seit 2012 im Bereich "Geregelter Markt" der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelt. Aufgrund der Mehrheitsübernahme durch Lenovo und des bestehenden Beherrschungsund Gewinnabführungsvertrages wird die MEDION-Aktie in keinem Index mehr abgebildet, erhält keine Coverage mehr von Analysten und wird an den Börsen Frankfurt und Düsseldorf nur noch mit Tagesumsätzen von wenigen Stück gehandelt. Die Kursentwicklung hat mit der operativen Performance des Unternehmens nichts mehr zu tun und ist getragen von wenigen, meist zufälligen, Kauf- oder Verkaufsentscheidungen der Anleger. MEDION zahlt seit dem Geschäftsjahr 2012/2013

67 | 6.2 Wirtschaftsbericht

auf Grund des Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrages keine Dividende mehr. Die jährliche Ausgleichszahlung wird von der Lenovo Germany Holding GmbH geleistet, die als unmittelbare Lenovo Tochtergesellschaft die Mehrheit der MEDION Aktien hält.

In dem 2012 eingeleiteten Spruchstellenverfahren zur Überprüfung der Angemessenheit von Abfindungsangebot und Ausgleichszahlung hat im Januar 2018 eine erste mündliche Verhandlung stattgefunden. Eine gerichtliche erstinstanzliche Entscheidung kann daher im Geschäftsjahr 2019/2020 erwartet werden.

6.2.3 Lage des Konzerns

6.2.3.1 Ertragslage

ERTRAGSLAGE

Mio. € % Mio. € % Mio. € %
01.04.2018-
31.03.2019
01.04.2017 -
31.03.2018
GJ 2018/2019 zu
GJ 2017/2018
Umsatz 741,6 100,0 839,1 100,0 -97,5 -11,6
Materialeinsatz -523,9 -70,6 -622,2 -74,2 98,3 15,8
Rohertrag 217,7 29,4 216,9 25,8 0,8 0,4
Personalaufwand -59,9 -8,1 -59,0 -7,0 -0,9 -1,5
Sonstige Aufwendungen
und Erträge
-119,0 -16,0 -114,8 -13,7 -4,2 -3,7
Abschreibungen -3,6 -0,5 -4,9 -0,6 1,3 26,5
EBIT 35,2 4,8 38,2 4,5 -3,0 -7,9
Finanzergebnis 1,0 0,1 -0,3 0,0 1,3 > -100,0
EBT 36,2 4,9 37,9 4,5 -1,7 -4,5
Steuern -6,5 -0,9 -6,7 -0,8 0,2 3,0
Konzernergebnis 29,7 4,0 31,2 3,7 -1,5 -4,8

Full Retrospective Approach des IFRS 15

Bei der Beurteilung der umsatzbezogenen Geschäftsentwicklung muss berücksichtigt werden, dass MEDION abweichend zu den Anhangangaben im Geschäftsbericht des Vorjahres, nach denen die erstmalige Anwendung des IFRS 15 nach damaligem Stand der Analysen keine Auswirkungen auf die Abbildung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage hatte, in der zweiten Hälfte des abgelaufenen Geschäftsjahres 2018/2019 zu dem Ergebnis kam, dass die im Wege der DPR-Prüfung zum Konzernabschluss 2016/2017 hervorgebrachten Argumentationen gemäß IAS 18 auch auf die Kriterien des IFRS 15 hinsichtlich der Übertragung der Verfügungsgewalt über eine Leistung Anwendung finden können und dazu führen, dass weitere wesentliche Teile der digitalen Dienstleistungen im Berichtssegment Direktgeschäft auch als sogenannes Agentengeschäft zu bilanzieren und für diese relevanten Geschäfte im abgelaufenen Geschäftsjahr sowie im Vorjahr nur noch die erwirtschafteten Nettoerlöse als Umsatz auszuweisen sind. Wir verweisen auf unsere Ausführungen zu den Aufstellungsgrundsätzen im Anhang.

68 | 6.2 Wirtschaftsbericht

Umsatzentwicklung

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2018/2019 liegen die Umsätze insgesamt mit € 741,6 Mio. um - 11,6 % unter dem Vorjahreswert von € 839,1 Mio. und somit deutlich unter dem Erwartungskorrridor von bis zu -5 %. Berücksichtigt man die Umsätze der Dienstleistungen für den Lenovo-Konzern, die von € 50,0 Mio. im Vorjahr um € -31,2 Mio. auf € 18,8 Mio. zurückgingen, ergibt sich für das MEDION-eigene Geschäft mit € 722,8 Mio. ein Umsatz, der um -8,4 % (€ -66,3 Mio.) geringer ausfällt. Dieser Rückgang liegt zwar immer noch unterhalb des Erwartungskorridores, läßt sich aber durch den bewussten Umbau des Produktmixes erklären. Begründet ist dieser Rückgang unter anderem dadurch, dass MEDION schrittweise den Produktmix verändert und Produktgruppen reduziert, die aufgrund der Marktsättigung unter überdurchschnittlichem Preis- und Margendruck stehen. Hierzu zählen insbesondere Produkte aus dem PC- und Multimediabereich. Der Rückgang dieser in der Regel höherpreisigen Produkte ist durch den begonnenen schrittweisen Ausbau von Consumer- und Haushaltselektronik nicht kurzfristig zu kompensieren.

Mio. € % Mio. € % Mio. € %
01.04.2018 -
31.03.2019
01.04.2017 -
31.03.2018
GJ 2018/2019 zu
GJ 2017/2018
Deutschland 450,7 60,8 509,0 60,7 -58,3 -11,5
Europa 174,9 23,6 204,1 24,3 -29,2 -14,3
Übriges Ausland 116,0 15,6 126,0 15,0 -10,0 -7,9
Umsatz 741,6 100,0 839,1 100,0 -97,5 -11,6

Deutschland bleibt wichtigster Markt für MEDION. Der Umsatz sank zwar von € 509,0 Mio. im Vorjahr um € -58,3 Mio auf € 450,7 Mio., der Umsatzanteil blieb jedoch mit 60,8 % auf Vorjahresniveau (60,7 %). Die Umsätze im übrigen Europa gingen von € 204,1 Mio. um € -29,2 Mio. auf € 174,9 Mio. zurück. Die Rückgänge sowohl in Deutschland als auch im übrigen Europa resultieren hauptsächlich aus der zuvor genannten bewussten Reduzierung der unter hohem Preis- und Margendruck stehenden Produktbereiche PC und TV, die zusammen mehr als rund zwei Drittel der Umsatzrückgänge begründen. Die Umsätze im übrigen Ausland verminderten sich von € 126,0 Mio. um € -10,0 Mio. auf € 116,0 Mio. Dieser Rückgang begründet sich jedoch ausschließlich durch die Reduzierung der Dienstleistungen im Bereich des Kundenservice für den Lenovo-Konzern, die sich um € -26,9 Mio. auf € 17,7 Mio. verminderten (Vorjahr: € 44,6 Mio.). Ohne diese Dienstleistungen stiegen die Umsätze im übrigen Ausland von € 81,3 Mio. um € +17,0 Mio. auf € 98,3 Mio., erneut hauptsächlich aufgrund des Mobilfunkgeschäftes in Australien.

Rohertrag

Der erwirtschaftete Rohertrag liegt mit € 217,7 Mio. zwar auf Vorjahresniveau (€ 216,9 Mio.), aufgrund des deutlichen Umsatzrückganges stieg jedoch die Rohertragsquote von 25,8 % auf 29,4 %. Wie in den Vorjahren ist die Verbesserung der Rohertragsquote hauptsächlich durch den Anstieg des Direktgeschäftes begründet. Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnte aber auch die Rohertragsquote im MEDION-Hardware-Geschäft insgesamt trotz Umsatzrückgang von 11,0 % auf 12,3 % verbessert werden. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass sich die Rohertragsquote des Vorjahres durch den Nettoerlösausweis weiterer digitaler Dienstleistungen (und dem daraus resultierenden reduzierten Umsatzausweis) von 16,9 % auf 25,8 % verändert hat.

UMSÄTZE NACH REGIONEN

69 | 6.2 Wirtschaftsbericht

Personalaufwand

Im Geschäftsjahr 2018/2019 waren durchschnittlich 1.016 Mitarbeiter (Vollzeitäquivalente) im MEDION-Konzern beschäftigt. Die Beschäftigtenzahl ist damit im Vergleich zum Vorjahr (1.043 Mitarbeiter) um 2,6 % gesunken. Das dennoch der Personalaufwand von € 59,0 Mio. auf 59,9 Mio. angestiegen ist, hängt mit dem schrittweisen Umbau des Geschäftes und dem hieraus resultierenden veränderten Qualifikationsbedarf von Mitarbeitern zusammen.

GJ 2018/2019 GJ 2017/2018
Personalaufwand, gesamt in T€ 59.862 58.988
Durchschnittliche Mitarbeiterzahl 1.016 1.043
Personalaufwand pro Mitarbeiter in € 58.919 56.556

Sonstige betriebliche Aufwendungen/Erträge

Der Saldo aus sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen liegt mit € 119,0 Mio. um +3,7 % über dem Vorjahresniveau (€ 114,8 Mio.). Dabei gab es innerhalb der höheren Vertriebsaufwendungen strukturelle Veränderungen.

Mio. € Mio. € Mio. € %
01.04.2018
-31.03.2019
01.04.2017
- 31.03.2018
GJ 2017/2018 GJ 2018/2019 zu
-93,4 -90,8 -2,6 2,9
-36,4 -32,3 -4,1 12,7
-18,9 -28,4 9,5 -33,5
-18,0 -10,2 -7,8 76,5
-20,1 -19,9 -0,2 1,0
-22,6 -24,0 1,4 -5,8
-3,4 -3,5 0,1 -2,9
-5,1 -2,0 -3,1 > 100,0
-124,5 -120,3 -4,2 3,5
5,5 5,5 0,0 0,0
-119,0 -114,8 -4,2 3,7

Die Vertriebsaufwendungen liegen mit € 93,4 Mio. um +2,9 % über Vorjahresniveau (€ 90,8 Mio.). Während jedoch die Aufwendungen für Kundenservice, wesentlich begründet durch die Reduzierung der Dienstleistungen für den Lenovo-Konzern, von € 28,4 Mio. um € -9,5 Mio. auf € 18,9 Mio. zurückgingen, gab es einen deutlichen Anstieg von € 10,2 Mio. um € 7,8 Mio. (+76,5 %) auf € 18,0 Mio. bei Provisionen für Vertriebsdienstleistungen im Rahmen des Ausbaus des Direktgeschäftes und Gebühren für ein als Folge der Einführung des Anti-Terror-Gesetzes neu eingeführtes Video-Ident-Verfahren im Bereich des Mobilfunkgeschäftes. Der Anstieg der Marketingaufwendungen von € 32,3 Mio. im Vorjahr auf € 36,4 Mio. läßt sich überwiegend auf erweiterte Aktivitäten zur Stärkung des Direktgeschäftes zurückführen. Die sonstigen

SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN UND ERTRÄGE

70 | 6.2 Wirtschaftsbericht

Vertriebsaufwendungen blieben mit € 20,1 Mio. nahezu konstant und beinhalten im Wesentlichen Aufwendungen für Frachten, Retourenhandling und Callcenter-Aktivitäten.

Der Rückgang der Verwaltungsaufwendungen von € 24,0 Mio. um € -1,4 Mio. auf € 22,6 Mio. erklärt sich maßgeblich durch das Ausphasen externer Dienstleister im Rahmen des Ausbaus und der Optimierung der digitalen Dienstleistungen.

Die mit € 3,4 Mio. nahezu konstant gebliebenen Betriebsaufwendungen (Vorjahr: € 3,5 Mio.) betreffen überwiegend Aufwendungen für Gebäude und betriebliche Einrichtungen.

Der Anstieg der übrigen Aufwendungen von € 2,0 Mio. im Vorjahr auf € 5,1 Mio. resultiert überwiegend aus einmaligen, periodenfremden nachlaufenden Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Aufbau neuer digitaler Vertriebskanäle und Produkte in Vorjahren, sowie erstmalige Aufwendungen für Wertberichtigungen im Rahmen der neu anzuwendenden Vorschriften des IFRS 9 (Expected Loss).

Insgesamt erhöhten sich somit die sonstigen betrieblichen Aufwendungen leicht von € 120,3 Mio. um € +4,2 Mio. (+3,5 %) auf € 124,5 Mio.

Die sonstigen betrieblichen Erträge blieben mit € 5,5 Mio. unverändert und betreffen als größten Posten Auflösungen von Rückstellungen. Leicht geringeren periodenfremden Erträgen, im Wesentlichen durch Kostenerstattungen, stehen leicht höhere Schadensersatzleistungen gegenüber.

Abschreibungen

Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben sich die Abschreibungen von € 4,9 Mio. um € -1,3 Mio. auf € 3,6 Mio. vermindert. Während die Abschreibungen auf Sachanlagen nahezu unverändert bleiben, haben sich Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände aufgrund des Auslaufens von Abschreibungen für in Vorjahren getätigte Investitionen zum Ausbau des Direktgeschäftes um € - 1,3 Mio. verringert.

Operatives Ergebnis (EBIT)

Das erwirtschaftete operative Ergebnis (EBIT) in Höhe von € 35,2 Mio. liegt zwar um € -3,0 Mio. (- 7,9 %) unter dem Vorjahr (€ 38,2 Mio.), aber um rd. +10 % über den EBIT-Erwartungen. Darüber hinaus beinhaltete das Vorjahresergebnis einmalige, teilweise periodenfremde Erträge von insgesamt € 3,9 Mio. Bereinigt um diese liegt das EBIT im abgelaufenen Geschäftsjahr 2018/2019 trotz deutlichen Umsatzrückganges leicht (+3 %) über dem Vorjahreswert.

Finanzergebnis

Das Finanzergebnis liegt mit € +1,0 Mio. deutlich über dem Vorjahreswert von € -0,3 Mio. Die Verbesserung entfällt gleichermaßen auf gestiegene Zinsergebnisse aus Geldanlagen sowie auf einen geänderten Ausweis von Währungseffekten im Rahmen der Erstanwendung des IFRS 9.

71 | 6.2 Wirtschaftsbericht

Ertragsteuern

Mio.€ Mio.€
GJ 2018/2019 GJ 2017/2018
Effektiv zahlungswirksame Steuern 5,6 4,0
Steuern für Vorjahre 0,0 0,3
Latente Ertragsteuern -2,1 -8,0
Steuerumlage vom Organträger 3,0 6,4
Steuerumlage vom Organträger Vorjahre 0,0 4,0
Ertragsteueraufwand 6,5 6,7

Die effektiv zahlungswirksamen Steuern betreffen hauptsächlich die Tochtergesellschaften der MEDION AG.

Der im Vergleich zum Vorjahr geringere Ertrag aus latenten Steuern resultiert im Wesentlichen aus geringeren Umkehreffekten bezüglich Steuern für Vorjahre und Abzinsungen von Rückstellungen.

Bedingt durch einen Steuerumlagevertrag mit der Lenovo Germany Holding GmbH als Mehrheitsaktionärin der MEDION AG werden bei MEDION € 3,0 Mio. als Umlagen vom Organträger ausgewiesen (Vorjahr: € 10,4 Mio. inkl. Beträge für Vorjahre).

Vor dem Hintergrund des seit dem 1. April 2012 wirksamen Gewinnabführungsvertrages der MEDION AG mit der Lenovo Germany Holding GmbH sind die steuerlichen Verlustvorträge der MEDION AG für die Dauer des Gewinnabführungsvertrages nicht nutzbar.

Konzernergebnis

Aufgrund des im Vorjahresvergleich niedrigeren operativen Ergebnisses und dem nahezu unveränderten Ertragsteueraufwand hat sich insgesamt auch das Konzernergebnis von € 31,2 Mio. im Vorjahr um € -1,5 Mio. auf € 29,7 Mio. vermindert.

6.2.3.2 Segmente

Der MEDION-Konzern berichtet gemäß IFRS 8 entsprechend der internen Unternehmenssteuerung nach den Segmenten Projektgeschäft, Direktgeschäft und Sonstige.

Projektgeschäft

Das Segment Projektgeschäft bündelt alle Geschäfte der modernen Consumer Electronics mit den international aufgestellten großen Handelsketten aus den Produktgruppen PC/Multimedia und Unterhaltungselektronik, für die Dienstleistungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette durch MEDION erbracht werden. Dabei handelt es sich um Dienstleistungen im Rahmen der so genannten Primary-Sales-Prozesse (von der Produktidee bis zur Distribution) bis zum After-Sales-Support (vom Retourenhandling bis zum Gewährleistungsmanagement). Das Angebot solcher umfangreichen Dienstleistungen bedarf naturgemäß einer hinreichenden Auftragssicherheit und Größenordnung. Beim Projektgeschäft handelt es sich daher grundsätzlich um so genanntes Volumengeschäft.

72 | 6.2 Wirtschaftsbericht

Direktgeschäft

Das Direktgeschäft beschreibt das Geschäft im Bereich der digitalen Dienstleistungen sowie den Online-Handel, wobei grundsätzlich nur einzelne Elemente entlang der Wertschöpfungskette zur Anwendung kommen. Naturgemäß ist das Direktgeschäft nicht durch vorlaufende Auftragseingänge gekennzeichnet, sondern vielmehr durch Kundentreue. Im Hardwarebereich ist es MEDION bislang immer gelungen, durch gezielte Bewerbung ein hohes Kundenaufkommen zu generieren und somit einen verlässlichen Basisumsatz zu realisieren. Der Bereich der digitalen Dienstleistungen ist durch eine sehr hohe Kundenloyalität und somit wiederkehrende Umsätze gekennzeichnet, die man als verlässliches Grundgeschäft bezeichnen kann. Den hier ausgewiesenen Aktivitäten im Hardwaresowie im digitalen Bereich ist in der Unternehmenssteuerung gemein, dass MEDION hier direkte Vertriebsaktivitäten zum Endkonsumenten steuert.

Sonstige

Erstmalig zum Ablauf des Geschäftsjahres 2018/2019 weist MEDION die Konzerndienstleistungen nicht mehr als eigenständiges Segment aus, sondern erfasst diese Dienstleistungen unter Sonstige. Vom Geschäftsjahr 2015/2016 bis zum vorangegangenen Geschäftsjahr 2017/2018 hat MEDION die Konzerndienstleistungen als eigenständiges Segment ausgewiesen, in welchem neben erbrachten Dienstleistungen im Rahmen des Kundenservices auch weitere Dienstleistungen im Rahmen von Verwaltungs- und Vertriebsaufwendungen für den Lenovo-Konzern abgebildet wurden. Aufgrund der deutlichen Rückgänge dieser Dienstleistungen im Rahmen mehrerer organisatorischer Veränderungen im Lenovo-Konzern, die sich auch auf das MEDION-Geschäft ausgewirkt haben, haben diese Dienstleistungen jedoch keine wesentliche Bedeutung mehr für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von MEDION und daher keinen Segmentcharakter. Wie bereits im vorangegangenen Geschäftsbericht 2017/2018 angekündigt, werden daher die Konzerndienstleistungen auch nicht mehr als eigenständiges Segment ausgewiesen.

Mio. € % Mio. € % Mio. € %
01.04.2018-
31.03.2019
01.04.2017 -
31.03.2018
GJ 2017/2018 GJ 2018/2019 zu
Projektgeschäft 353,7 47,7 450,9 53,7 -97,2 -21,6
Direktgeschäft 369,1 49,8 338,2 40,3 30,9 9,1
Sonstige 18,8 2,5 50,0 6,0 -31,2 -62,4
Umsatz 741,6 100,0 839,1 100,0 -97,5 -11,6

Der Umsatzrückgang im Projektgeschäft von € 450,9 Mio. um -21,6 % auf € 353,7 Mio. ist größer als erwartet (bis zu -15 %). Wie bereits zur Ertragslage erläutert, hat MEDION unter hohem Preis- und Margendruck stehende Produktgruppen, vorrangig aus den Produktbereichen PC und TV, bewusst reduziert, um die Ergebnisbeiträge des Projektgeschäftes zu stabilisieren.

Das Direktgeschäft hingegen konnte die Wachstumserwartungen von bis zu +5 % übertreffen und den Umsatz von € 338,2 Mio. im Vorjahr um +9,1 % oder € +30,9 Mio. auf € 369,1 Mio. steigern. Innerhalb des Direktgeschäftes blieb jedoch der Onlinehandel mit Hardware-Produkten unter den Erwartungen. Hintergrund hierfür sind der stetig steigende Preisdruck im Multimediabereich, der sich nicht nur im stationären Handel, sondern insbesondere auch auf den Onlinehandel mit Hardware-Produkten auswirkt. Anders als im Vorjahr konnte der Umsatzrückgang im Hardwarebereich des

UMSÄTZE NACH SEGMENTEN

73 | 6.2 Wirtschaftsbericht

EBIT NACH SEGMENTEN Direktgeschäftes jedoch im abgelaufenen Geschäftsjahr durch den Ausbau digitaler Dienstleistungen kompensiert werden.

Die Sonstigen beinhalten im abgelaufenen Geschäsftjahr wie im Vorjahr ausschließlich die für den Lenovo-Konzern erbrachten Konzerndienstleistungen und ging entsprechend den Erwartungen (mindestens -50 %) um -62,4 % von € 50,0 Mio auf € 18,8 Mio. zurück.

Mio. € % Mio. € % Mio. € %
01.04.2018-
31.03.2019
01.04.2017 -
31.03.2018
GJ 2018/2019 zu
GJ 2017/2018
Projektgeschäft 2,0 5,7 3,6 9,4 -1,6 -44,4
Direktgeschäft 32,7 92,9 33,7 88,2 -1,0 -3,0
Sonstige 0,5 1,4 0,9 2,4 -0,4 -44,4
EBIT 35,2 100,0 38,2 100,0 -3,0 -7,9

Da die Steuerung von Projekt- und Direktgeschäft unterschiedlich ist und die Umsätze entsprechend getrennt aufgezeichnet werden, können auch Großteile der Aufwendungen eindeutig zugeordnet werden. Indirekte Aufwendungen oder Aufwendungen für Maßnahmen, die alle Unternehmensbereiche betreffen, werden nach plausiblen Verteilungsschlüsseln zugeordnet. Das können beispielsweise Umsatzschlüssel oder Anzahl von Aktionen sein.

Wie schon im Vorjahr entwickelte sich das Projektgeschäft auch im abgelaufenen Geschäftsjahr rückläufig. Das EBIT sank zwar im Vergleich zum Umsatzrückgang von -21,6 % überproportional von € 3,6 Mio. im Vorjahr um € -1,6 Mio. oder -44,4 % auf € 2,0 Mio. Im Vorjahresergebnis sind jedoch einmalige Erträge in Höhe von € 2,1 Mio. enthalten. Bereinigt man diese, ergibt sich eine Verbesserung des EBITs im Projektgeschäft um € +0,5 Mio. (+33 %) und unterstreicht die Entscheidung zum bewussten Umbau des Produktmixes. Dennoch bleibt insbesondere das Multimediageschäft unter hohem Druck. Aufgrund der nach wie vor niedrigeren Roherträge können nachlaufende Aufwendungen nicht mehr grundsätzlich gedeckt werden. Insbesondere im Multimedia-Bereich bedürfen die klassischen Projektgeschäftsstrukturen gewisser Skalenvorteile, die sich mit Umsatzerlösen in der Größenordnung des abgelaufenen Geschäftsjahres nicht durchgängig realisieren lassen. Das insgesamt leicht positive EBIT im Projektgeschäft ist im abgelaufenen Geschäftsjahr wie bereits im Vorjahr auf das größere Absatzvolumen im Weihnachtsquartal zurückzuführen. Im Halbjahresbericht zum 30. September 2018 wurde noch ein negatives EBIT im Projektgeschäft in Höhe von € -0,7 Mio. ausgewiesen (Vorjahr: € -1,0 Mio.).

Die Entwicklung des operativen Ergebnisses nach Segmenten zeigt kontinuierlich die Erfolge der strategischen Ausrichtung der Geschäftsfeld- und Produktpolitik. Das operative Ergebnis im Direktgeschäft liegt zwar trotz Umsatzwachstum von ca. +9 % mit € 32,7 Mio. leicht unter dem Vorjahreswert von € 33,7 Mio., dieses ist aber durch erneute Investitionen in den Ausbau digtaler Produkte und Kanäle begründet.

Bei den Sonstigen reduzierte sich das erwirtschaftete EBIT auf € 0,5 Mio. (Vorjahr: € 0,9 Mio.) entsprechend dem Rückgang der Konzerndienstleistungen.

74 | 6.2 Wirtschaftsbericht

6.2.3.3 Vermögens- und Finanzlage

Bilanzstruktur (IFRS)

Mio.€ % Mio.€ % Mio.€ %
31.03.2019 31.03.2018 GJ 2018/2019 zu
GJ 2017/2018
Sachanlagen 22,2 2,9 23,2 3,2 -1,0 -4,3
Immaterielle Vermögenswerte 4,5 0,6 5,9 0,8 -1,4 -23,7
Sonstige langfristige Vermögenswerte 0,7 0,1 0,4 0,1 0,3 75,0
Aktive latente Steuern 15,4 2,1 11,8 1,6 3,6 30,5
Langfristige Vermögenswerte 42,8 5,7 41,3 5,7 1,5 3,6
Vorräte 131,1 17,6 143,7 19,9 -12,6 -8,8
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 175,6 23,6 182,0 25,3 -6,4 -3,5
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 232,9 31,3 225,8 31,3 7,1 3,1
davon: Bereitstellung aus liquiden Mitteln 220,0 29,5 200,0 27,7 20,0 10,0
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 47,2 6,4 37,3 5,2 9,9 26,5
Zahlungsmittel / -äquivalente 115,0 15,4 90,7 12,6 24,3 26,8
Kurzfristige Vermögenswerte 701,8 94,3 679,5 94,3 22,3 3,3
Summe Aktiva 744,6 100,0 720,8 100,0 23,8 3,3
Eigenkapital 446,5 59,9 435,4 60,4 11,1 2,5
abzgl. erworbener eigener Aktien -46,4 -6,2 -46,4 -6,4 0,0 0,0
Bilanzielles Eigenkapital (IFRS) 400,1 53,7 389,0 54,0 11,1 2,9
Langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 12,4 1,7 10,7 1,5 1,7 15,9
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 120,5 16,2 88,3 12,3 32,2 36,5
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 21,2 2,8 17,3 2,4 3,9 22,5
davon: Verbindlichkeiten aus Gewinnabführung 17,0 2,3 16,3 2,3 0,7 4,3
Steuerrückstellungen 0,6 0,1 1,7 0,2 -1,1 -64,7
Sonstige Rückstellungen 101,3 13,6 114,6 15,9 -13,3 -11,6
Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten 88,5 11,9 99,2 13,8 -10,7 -10,8
Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 332,1 44,6 321,1 44,5 11,0 3,4
Summe Passiva 744,6 100,0 720,8 100,0 23,8 3,3

Die Bilanzsumme des MEDION-Konzerns hat sich zum 31. März 2019 im Vergleich zum Vorjahresstichtag um € +23,8 Mio. (+3,3 %) auf € 744,6 Mio. (31. März 2018: € 720,8 Mio.) erhöht.

Auf der Aktivseite verminderte sich das Vorratsvermögen um € -12,6 Mio. auf € 131,1 Mio. (Vorjahr: € 143,7 Mio.) als Folge des Rückganges des Projektgeschäftes und der weiteren Reduzierung der Dienstleistungen im Bereich des Kundenservices für den Lenovo-Konzern. Entsprechend reduzierten sich auch leicht die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von € 182,0 Mio. im Vorjahr auf € 175,6 Mio. zum Bilanzstichtag.

Der Anstieg der Forderungen gegen verbundene Unternehmen um € +7,1 Mio. auf € 232,9 Mio. (Vorjahr: € 225,8 Mio.) resultiert aus der Erhöhung der Bereitstellung liquider Mittel von € 200,0 Mio.

75 | 6.2 Wirtschaftsbericht

im Vorjahr auf € 220,0 Mio. zum 31. März 2019. Die verbleibenden Forderungen aus Dienstleistungen reduzierten sich entsprechend der Dienstleistungsaktivitäten für den Lenovo-Konzern von € 25,8 Mio. im Vorjahr um € -12,9 Mio. auf nur noch € 12,9 Mio.

Der Anstieg der sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte um € +9,9 Mio. auf € 47,2 Mio. (Vorjahr: € 37,3 Mio.) erklärt sich maßgeblich durch höhere Lieferantengutschriften und Werbekostenzuschüsse.

Die in der Bilanz dargestellten Zahlungsmittel und -äquivalente erhöhten sich um € +24,3 Mio. auf € 115,0 Mio. (Vorjahr: € 90,7 Mio.). Inklusive der höheren im Lenovo-Konzern angelegte Mittel ergibt sich ein Anstieg von € 290,7 Mio. um € +44,3 Mio. (+15 %) auf € 335,0 Mio.

Die Erhöhung der Passivseite ist zurückzuführen auf einen Anstieg der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen von € 88,3 Mio. im Vorjahr um € +32,2 Mio. oder +36,5 % auf € 120,5 Mio. aufgrund des im Vergleich zum Vorjahr späteren Ostergeschäftes. Insgesamt reduzierte sich die Mittelbindung durch das Working Capital zum 31. März 2019 um € -54,8 Mio. auf € 182,6 Mio. (Vorjahr: € 237,4 Mio.).

Der Rückgang der sonstigen Rückstellungen von € 114,6 Mio. im Vorjahr um € -13,3 Mio. auf € 101,3 Mio. ist hauptsächlich (€ -11,9 Mio.) begründet durch geringere Rückstellungen für Gewährleistungen und Retouren, korrespondierend zum Rückgang des Projektgeschäftes.

Der Rückgang der übrigen kurzfristigen Verbindlichkeiten von € 99,2 Mio. im Vorjahr um € -10,7 Mio. auf € 88,5 Mio. entspricht im Wesentlichen dem Rückgang von Verbindlichkeiten aus dem ABS-Programm.

In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von € 21,2 Mio. zum 31. März 2019 (Vorjahr: € 17,3 Mio.) sind neben Verbindlichkeiten aus Gewinnabführung (€ 17,0 Mio.; Vorjahr: € 16,3 Mio.) auch Verbindlichkeiten aus dem Bezug von Servicematerialien enthalten.

Das Eigenkapital liegt mit € 400,1 Mio. um +2,9 % über Vorjahresniveau (€ 389,0 Mio.), aufgrund der gestiegenen Bilanzsumme verminderte sich die Eigenkapitalquote leicht von 54,0 % im Vorjahr auf 53,7 % zum 31. März 2019, liegt damit nach wie vor stabil über 50 %.

Zu den von der MEDION AG gehaltenen eigenen Aktien wird gemäß § 315 Abs. 2 S. 2 HGB und § 289 Abs. 2 S. 2 HGB auf die im Anhang der MEDION AG im Abschnitt 3.1 "Angaben zur Bilanz" und "Eigenkapital" gemachten Angaben gem. § 160 Abs. 1 Nr. 2 AktG verwiesen.

76 | 6.2 Wirtschaftsbericht

Kapitalflussrechnung

Mio.€ Mio.€ Mio.€ %
CASHFLOW 01.04.2018
-31.03.2019
01.04.2017
-31.03.2018
GJ 2018/2019 zu
GJ 2017/2018
Betriebsergebnis (EBIT) 35,2 38,2 -3,0 -7,9
Planmäßige Abschreibungen sowie andere zahlungs
unwirksame Aufwendungen und Erträge
5,1 5,1 0,0 0,0
Brutto Cashflow 40,3 43,3 -3,0 -6,9
Veränderungen im Netto-Umlaufvermögen 46,2 44,5 1,7 3,8
Veränderungen der übrigen Rückstellungen -13,3 -10,4 -2,9 -27,9
Auszahlungen für Steuern -5,0 -9,8 4,8 49,0
Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit 68,2 67,6 0,6 0,9
Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit -20,0 -64,2 44,2 68,8
Free Cashflow 48,2 3,4 44,8 > 100,0
Auszahlung Ergebnisabführung Vorjahre -16,3 -20,1 3,8 18,9
Netto-Zahlungen Finanzverbindlichkeiten -8,1 7,8 -15,9 < -100,0
Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit -24,4 -12,3 -12,1 -98,4
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmit
telfonds
23,8 -8,9 32,7 > 100,0
Wechselkursbedingte Änderung des Finanzmittelfonds 0,5 -1,7 2,2 > 100,0
Finanzmittelfonds am Anfang des Geschäftsjahres 90,7 101,3 -10,6 -10,5
Finanzmittelfonds am Ende des Geschäftsjahres 115,0 90,7 24,3 26,8

Der Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit liegt mit € +68,2 Mio. auf Vorjahresniveau und korrespondiert zu den geringen Veränderungen im Ergebnis und wesentlicher Bilanzposten.

Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit entspricht im abgelaufenen Geschäftsjahr sowie im Vorjahr den Erhöhungen der Bereitstellung liquider Mittel im Lenovo-Konzern.

Der im Vergleich zum Vorjahr um € 12,1 Mio. höhere Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit (€ -24,4 Mio.) entspricht im Wesentlichen dem zum 31. März 2019 bilanzierten geringeren Volumen aus der Nutzung eines ABS-Programmes.

Zusätzlich zu der höheren Investitionstätigkeit im Rahmen der im Lenovo-Konzern bereitgestellten liquiden Mittel hat sich der ausgewiesene Finanzmittelfonds von € 90,7 Mio. im Vorjahr um € +24,3 Mio. auf € 115,0 Mio. erhöht.

77 | 6.2 Wirtschaftsbericht

Stichtagsliquidität

Aufgrund der vereinbarten Finanzierungsrahmenbedingungen im Wege der Integration in den Lenovo-Konzern erfolgen die Anlagen liquider Mittel nicht mehr durch MEDION selbst, sondern durch den Lenovo-Konzern. Die sonst durch MEDION angelegte Liquidität wird temporär dem Konzern zur Verfügung gestellt und zu marktüblichen Bedingungen sowie unter Berücksichtigung rechtlicher Rahmenbedingungen verzinst. Diese Beträge werden unter den Forderungen gegen verbundene Unternehmen ausgewiesen und reduzieren daher den in der MEDION-Bilanz ausgewiesenen Liquiditätssaldo. Darüber hinaus nimmt MEDION seit November 2015 wieder an einem ABS-Programm teil, um innerhalb des Lenovo-Konzerns temporär eine höhere Liquidität zur Verfügung stellen zu können. Unter Berücksichtigung der im Lenovo-Konzern zur Verfügung gestellten Liquidität hat sich die dem MEDION-Konzern insgesamt zur Verfügung stehende Liquidität von € 290,7 Mio. im Vorjahr um € +44,3 Mio. auf € 335,0 Mio. erhöht. Abzüglich der im Vergleich zum Vorjahr niedrigeren ABS-Verbindlichkeiten ergibt sich eine Erhöhung der Netto-Liquidität um € +51,9 Mio. von € 211,3 Mio. im Vorjahr auf € 263,2 Mio. zum 31. März 2019.

Mio.€ Mio.€
31.03.2019 31.03.2018
In Bilanz ausgewiesene Liquidität 115,0 90,7
Zuzüglich im Konzern angelegter Mittel 220,0 200,0
Gesamt-Liquidität 335,0 290,7
Abzüglich Netto-ABS-Verbindlichkeiten -71,8 -79,4
Netto-Liquidität 263,2 211,3

Der MEDION-Konzern verfügt nach wie vor über eine deutlich positive "Net Cash"-Position. Ebenso verfügt MEDION mit dem hohen Eigenkapital von € 400,1 Mio., einer bilanziellen Eigenkapitalquote von 53,7 % und einer Liquidität inklusive der Geldanlagen im Konzern (€ 220,0 Mio.) von € 335,0 Mio. über sehr gute Finanzierungsrahmenbedingungen.

6.2.3.4 MEDION AG (ergänzende Erläuterungen auf Basis HGB)

Der Lagebericht der MEDION AG und der Konzernlagebericht über das Geschäftsjahr 2018/2019 sind nach § 315 Abs. 5 HGB in Verbindung mit § 298 Abs. 2 HGB zusammengefasst. Der Jahresabschluss der MEDION AG nach HGB und der zusammengefasste Lagebericht werden zeitgleich im Bundesanzeiger veröffentlicht.

Da das MEDION-Geschäft weitestgehend über die MEDION AG abgewickelt und aus Gründen der bekannten Kosteneffizienz entsprechend zentral gesteuert wird, entspricht die Ertrags- sowie die Vermögens- und Finanzlage im Wesentlichen den Informationen über die wirtschaftliche Lage des MEDION-Konzerns. Ergänzende Erläuterungen zu wesentlichen Kennzahlen stellen sich wie folgt dar:

78 | 6.2 Wirtschaftsbericht

Mio. € % Mio. € % Mio. € %
01.04.2018-
31.03.2019
01.04.2017 -
31.03.2018
GJ 2018/2019 zu
GJ 2017/2018
Umsatz 651,4 100,0 769,8 100,0 -118,4 -15,4
Materialeinsatz -457,2 -70,2 -568,1 -73,8 110,9 19,5
Rohertrag 194,2 29,8 201,7 26,2 -7,5 -3,7
Personalaufwand -32,5 -5,0 -34,9 -4,5 2,4 6,9
Sonstige Aufwendungen und
Erträge
-134,1 -20,6 -134,1 -17,4 0,0 0,0
Abschreibungen -3,3 -0,5 -4,7 -0,6 1,4 29,8
EBIT 24,3 3,7 28,0 3,7 -3,7 -13,2
Finanzergebnis -0,4 0,0 -0,3 0,0 -0,1 -33,3
EBT 23,9 3,7 27,7 3,7 -3,8 -13,7
Steuern -6,9 -1,1 -11,4 -1,5 4,5 39,5
Ergebnis MEDION AG vor
Gewinnabführung
17,0 2,6 16,3 2,2 0,7 4,3

Ertragslage MEDION AG nach HGB

Änderungen im Umsatzausweis

Die Analysen rechnungslegungsbezogener Rahmenbedingungen und Entwicklungen, die zu einer Änderung des Umsatzausweises im Konzernabschluss geführt haben, haben auch zu einer veränderten Ermessensentscheidung zur Umsatzrealsierung im Jahresabschluss der MEDION AG nach HGB geführt. In Analogie zum Konzernabschluss werden auch hier Teile des Direktgeschäftes als Agentengeschäft dargestellt. Infolge dessen werden anstelle der Erfassung von Materialaufwand aus dem Einkauf sowie Umsatzerlösen aus dem Verkauf lediglich das aus dieser Dienstleistung resultierende Nettoentgelt ausgewiesen. Der Vorjahresausweis wurde auch hier entsprechend angepasst.

Der im abgelaufenen Geschäftsjahr durch die MEDION AG erwirtschaftete Umsatz in Höhe von € 651,4 Mio. liegt deutlich um € -118,4 Mio. unter dem Vorjahr (€ 769,8 Mio.) und liegt im Rückgang von -15,4 % höher als der Umsatzrückgang im Gesamtkonzern (-11,6 %). Der Umsatzanteil am Konzernumsatz liegt mit 88 % um rund -4 %-Punkte unter dem Vorjahresanteil von 92 %, was sich durch das stetig wachsende Direktgeschäft im Ausland, insbesondere Australien, erklären lässt.

Die durch die MEDION AG erwirtschaftete Rohertragsmarge liegt mit 29,8 % insgesamt auf Konzern-Niveau (29,4 %) und um +3,6 %-Punkte über dem Vorjahr (26,2 %), was der Erhöhung der Rohertragsmarge im Konzern entspricht und sich durch den steigenden Umsatzanteil des Direktgeschäftes begründet. Aufgrund des gesunkenen Geschäftsvolumens verminderte sich der Rohertrag wertmäßig jedoch von € 201,7 Mio. um -3,7 % oder € -7,5 Mio. auf € 194,2 Mio.

Der Personalaufwand der MEDION AG blieb im Geschäftsjahr 2018/2019 mit € 32,5 Mio. um -6,9 % unter Vorjahresniveau (€ 34,9 Mio.). Die Veränderung der durchschnittlichen Mitarbeiterzahl (Vollzeitäquivalente) der MEDION AG verminderte sich sogar um -15 % auf 446 (Vorjahr 525), was

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hauptsächlich mit dem Übergang von Mitarbeitern in die im Vorjahr gegründete MEDION Shared Services GmbH zuzsammen hängt.

Mio. € Mio. € Mio. € %
GJ 2018/2019 GJ 2017/2018 GJ 2018/2019 zu GJ
2017/2018
Sonstige betriebliche Aufwendungen
Vertriebsaufwendungen -109,3 -111,5 2,2 2,0
davon Marketing -34,7 -31,9 -2,8 -8,8
davon Kundenservice -34,8 -45,5 10,7 23,5
davon Provisionen & Gebühren -15,2 -10,1 -5,1 -50,5
davon Sonstiges -24,6 -24,0 -0,6 -2,5
Verwaltungsaufwendungen -28,0 -25,2 -2,8 -11,1
Betriebsaufwendungen -2,1 -2,1 0,0 0,0
Übrige -1,3 -1,8 0,5 27,8
-140,7 -140,6 -0,1 -0,1
Sonstige betriebliche Erträge 6,6 6,5 0,1 1,5
Saldo -134,1 -134,1 0,0 0,0

Sonstige betriebliche Aufwendungen/Erträge der MEDION AG nach HGB

Da im MEDION-Konzern der maßgebliche Anteil des Geschäftes durch die MEDION AG realisiert wird und sich die Organisationsstrukturen entsprechend hauptsächlich in der AG befinden, lässt sich auch die Entwicklung der sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträge in etwa mit der des Konzerns vergleichen. Insgesamt blieb der Saldo der sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträge mit € 134,1 Mio. unverändert, jedoch gab es – dem Konzern entsprechend – strukturelle Veränderungen insbesondere innerhalb der Vertriebsaufwendungen.

Während die Aufwendungen für Kundenservice, wesentlich begründet durch die Reduzierung der Dienstleistungen für den Lenovo-Konzern, von € 45,5 Mio. um € -10,7 Mio. auf € 34,8 Mio. zurückgingen, gab es einen deutlichen Anstieg von € 10,1 Mio. um € +5,1 Mio. (+50,5 %) auf € 15,2 Mio. bei Provisionen für Vertriebsdienstleistungen im Rahmen des Ausbaus des Direktgeschäftes und Gebühren für ein als Folge der Einführung des Anti-Terror-Gesetzes neu eingeführtes Video-Ident-Verfahren im Bereich des Mobilfunkgeschäftes. Die insgesamt in der MEDION AG höheren Aufwendungen für Kundenservice im Vergleich zum Konzern resultieren aus der Weiterbelastung der Tochtergesellschaften für diese Dienstleistungen an die MEDION AG. Der Anstieg der Marketingaufwendungen von € 31,9 Mio. im Vorjahr auf € 34,7 Mio. läßt sich überwiegend auf erweiterte Aktivitäten zur Stärkung des Direktgeschäftes zurückführen. Die sonstigen Vertriebsaufwendungen blieben mit € 24,6 Mio. nahezu konstant und beinhalten im Wesentlichen Aufwendungen für Frachten, Retourenhandling und Callcenter-Aktivitäten.

Der Anstieg der Verwaltungsaufwendungen von € 25,2 Mio. um € +2,8 Mio. auf € 28,0 Mio. erklärt sich maßgeblich durch höhere Kostenerstattungen für Tochtergesellschaften, auch aufgrund des Überganges von Mitarbeitern.

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Die sonstigen betrieblichen Erträge der MEDION AG liegen mit € 6,6 Mio. auf dem Niveau des Vorjahres (€ 6,5 Mio.). Die wesentlichen Posten sind in beiden Jahren Auflösungen von Rückstellungen und Schadensersatzleistungen.

Der Rückgang der Abschreibungen ist dem Konzernwert entsprechend eine Folge des Auslaufens von Abschreibung für in Vorjahren getätigte Investitionen zum Ausbau des Direktgeschäftes.

Durch die insgesamt reduzierten Aufwendungen konnte der Rückgang des erwirtschafteten Rohertrages (€ -7,5 Mio.) zur Hälfte abgefedert werden und das EBIT verminderte sich im Vergleich zum Vorjahr nur um € -3,7 Mio. auf € 24,3 Mio. (Vorjahr: € 28,0 Mio.).

Während im Konzern das Finanzergebnis, unter anderem aufgrund von Geldanlagen im Ausland, verbessert werden konnte, hat sich das Finanzergebnis in der MEDION AG nochmal leicht von € - 0,3 Mio. im Vorjahr auf € -0,4 Mio. reduziert. Höheren Erträgen aus der Bereitstellung liquider Mittel im Lenovo-Konzern stehen geringere Beteiligungserträge und höhere Abzinsungseffekte gegenüber.

Aufgrund eines Steuerumlagevertrages zwischen der Lenovo Germany Holding GmbH als Mehrheitsaktionärin von MEDION und der MEDION AG sind im Steueraufwand der MEDION AG (€ 6,9 Mio.; Vorjahr: € 11,4 Mio.) Umlagen vom Organträger für das laufende Geschäftsjahr in Höhe von € 3,0 Mio. (Vorjahr: € 6,4 Mio.) enthalten. Ebenso sind im Steueraufwand Aufwendungen für Vorjahre in Höhe von € 3,0 Mio. (Vorjahr: € 4,2 Mio.) enthalten.

Die im Vergleich zum Vorjahr geringeren Steuern führen dazu, dass der im Geschäftsjahr 2018/2019 erwirtschaftete Jahresüberschuss der MEDION AG vor Gewinnabführung mit € 17,0 Mio. leicht über dem Vorjahresniveau von € 16,3 Mio. liegt.

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Bilanzstruktur der MEDION AG nach HGB

Mio.€ % Mio.€ % Mio.€ %
31.03.2019 31.03.2018 GJ 2018/2019 zu GJ
2017/2018
Anlagevermögen 33,9 5,0 34,7 5,1 -0,8 -2,3
Langfristige Vermögensgegen
stände
33,9 5,0 34,7 5,1 -0,8 -2,3
Vorräte 130,7 19,1 143,5 21,1 -12,8 -8,9
Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen
170,9 25,0 180,2 26,5 -9,3 -5,2
Forderungen gegen verbundene
Unternehmen
237,5 34,8 226,8 33,3 10,7 4,7
Flüssige Mittel 68,4 10,0 62,0 9,1 6,4 10,3
Übrige Vermögensgegenstände 41,7 6,1 33,3 4,9 8,4 25,2
Kurzfristige Vermögensgegen
stände
649,2 95,0 645,8 94,9 3,4 0,5
Summe Aktiva 683,1 100,0 680,5 100,0 2,6 0,4
Eigenkapital 366,1 53,6 366,1 53,8 0,0 0,0
Langfristige Rückstellungen 8,8 1,3 7,3 1,1 1,5 20,5
Steuerrückstellungen 0,0 0,0 0,9 0,1 -0,9 -100,0
Sonstige Rückstellungen 102,3 15,0 119,9 17,6 -17,6 -14,7
Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen
97,8 14,3 71,8 10,5 26,0 36,2
Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen
26,6 3,9 23,5 3,5 3,1 13,2
Übrige kurzfristige Verbindlichkei
ten
81,5 11,9 91,0 13,4 -9,5 -10,4
Kurzfristige Verbindlichkeiten
und Rückstellungen
308,2 45,1 307,1 45,1 1,1 0,4
Summe Passiva 683,1 100,0 680,5 100,0 2,6 0,4

Im Gegensatz zur Konzernbilanz ist die Bilanzsumme der MEDION AG zum 31. März 2019 im Vergleich zum 31. März 2018 mit € 683,1 Mio. nahezu unverändert (Vorjahresstichtag: € 680,5 Mio.).

Entsprechend der Konzernbilanz haben sich auf der Aktivseite die Vorräte von € 143,5 Mio. um € - 12,8 Mio. (Konzern: € -12,6 Mio.) auf € 130,7 Mio., die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von € 180,2 Mio. um € -9,3 Mio. (Konzern: € -10,0 Mio.) auf € 170,9 Mio. vermindert.

Die in der Bilanz dargestellten flüssigen Mittel erhöhten sich um € +6,4 Mio. auf € 68,4 Mio. (Vorjahr: € 62,0 Mio.), inklusive der im Lenovo-Konzern bereitgestellten Mittel sogar um € +26,4 Mio. auf € 288,4 Mio. (Vorjahr: € 262,0 Mio.).

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen der Konzernbilanz entsprechend hauptsächlich die Geschäftsbeziehungen zum Lenovo-Konzern. Die Verbindlichkeiten gegenüber

82 | 6.2 Wirtschaftsbericht

verbundenen Unternehmen betreffen ebenfalls der Konzernbilanz entsprechend überwiegend die Verpflichtung zur Gewinnabführung (€ 17,0 Mio.; Vorjahr: € 16,3 Mio.).

Der Anstieg der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen von € 71,8 Mio. im Vorjahr um € +26,0 Mio. auf € -97,8 Mio. ist entsprechend der Konzernbilanz auf das im Vergleich zum Vorjahr spätere Ostergeschäft zurückzuführen.

Das Eigenkapital bleibt mit € 366,1 Mio. unverändert, aufgrund der geringfügig höheren Bilanzsumme liegt die Eigenkapitalquote zum 31. März 2019 mit 53,6 % ebenfalls geringfügig unter der Vorjahresquote von 53,8 %.

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6.2.3.5 Wesentliche Kennzahlen zur Unternehmenssteuerung - Finanzielle Leistungsindikatoren

Im Rahmen der Unternehmenssteuerung und des Risikomanagements greift MEDION auf ein Kennzahlensystem mit sowohl finanziellen als auch nichtfinanziellen Leistungsindikatoren zurück. Neben den wesentlichen GuV-Kennzahlen wie Umsatz und EBIT als finanzielle Leistungsindikatoren oder Bilanzkennzahlen wie die Eigenkapitalquote werden sowohl Planerreichungsgrade als auch prozessorientierte Kennzahlen und das Working Capital ermittelt, die Auswirkungen auf die operative Leistungsfähigkeit haben können.

Eine Working-Capital-Quote in Prozent der Bilanzsumme gibt einen Hinweis darauf, wie viele Mittel für die Erwirtschaftung des Umsatzes gebunden sind. Aufgrund der langen Laufzeiten des Projektgeschäftes, bei denen auch der lange Transportweg zu berücksichtigen ist, gilt für MEDION eine Quote von unter 40 % als sehr gut. Zum 31. März 2019 liegt die Gesamt-Working-Capital-Quote ohne Berücksichtigung der Dienstleistungen für den Lenovo-Konzern mit 25 % deutlich unter dem Vorjahreswert von 33 % und somit erneut auf sehr gutem Niveau. Da das Projektgeschäft im nächsten Geschäftsjahr voraussichtlich stabil bleibt und die digitalen Produkte und Kanäle sich in einer Wachstumsphase befinden, ist ein konkreter Zielwert für eine Working-Capital-Quote beim gegenwärtigen Umbau der Geschäftsstruktur nicht verbindlich ermittelbar. Daher bleibt eine Working-Capital-Ziel-Quote von unter 40 % zunächst relevant, vorübergehend wird aber auch ein Wert von unter 30 % als internes Ziel in Betracht gezogen. Es ist jedoch möglich, dass Änderungen in den Umsatzstrukturen, vornehmlich durch das geplante Wachstum bei digitalen Dienstleistungen, zur Anpassung dieser Zielgröße führen.

Zur Steuerung des Vertriebs sind insbesondere die Kennzahlen Plan-Ist-Abweichung des Umsatzes und frei verfügbarer Warenbestand sowie Umschlagshäufigkeit der Vorräte im Fokus. Wie schon bei den Ausführungen zum Geschäftsverlauf dargestellt, hat sich das abgelaufene Geschäftsjahr umsatzseitig schlechter als erwartet entwickelt. Insgesamt wurde der Planumsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr 2018/2019 nur zu 96 % erreicht, liegt damit aber immer noch knapp im Zielkorridor von über 95 %. Nach wie vor zeigt dieser Erfüllungsgrad eine sehr hohe Planungsqualität. Diese ist erforderlich, weil MEDION für großvolumige Aufträge im Projektgeschäft immer auch eine gewisse Vorlaufzeit benötigt und für das Direktgeschäft eine durchgängige Warenversorgung erforderlich ist. Im separat betrachteten Projektgeschäft, für welches aufgrund der langen Vorlaufzeiten eine Planungsgenauigkeit sehr wichtig ist, konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr lediglich eine Planerreichung von 90,9 % erreicht werden. Diese ist jedoch auf die bewusste Reduzierung unter hohem Margendruck stehender Produkte zurückzuführen, um den Ergebnisbeitrag des Projektgeschäftes zu stabiliseren.

Es ist jedoch auch darauf zu achten, dass die freie Warenverfügbarkeit gering und der Umschlag hoch ist, um Bestandsrisiken zu vermeiden. Im Idealfall beträgt eine Projektdauer im Multimedia-Bereich rund sechs bis acht Wochen. Durch Änderungen in der Umsatzstruktur, hin zur Consumerund Haushalts-Elektronik, ändern sich jedoch auch Laufzeiten aufgrund von Lieferfenstern und saisonabhängigen Produktschwerpunkten. Insgesamt wird von Laufzeiten von durchschnittlich zehn bis zwölf Wochen bei Multimedia-Produkten oder fünfzehn bis zwanzig Wochen in den übrigen Produktbereichen ausgegangen, was einen Zielumschlag von 2,6 bis 5,2 im Projektgeschäft ergibt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr lag die Umschlagshäufigkeit in diesem Segment mit einem Wert von 4,4 höher als im Vorjahr (4,0) und somit im Zielkorridor. Dazu passend liegt auch die freie Warenverfügbarkeit mit 15,3 % im Zielkorridor von bis zu 25 % (Vorjahr: 16,7 %).

6.3 Prognose-, Chancen- und Risikobericht

6.3.1 Prognosebericht

6.3.1.1 Konjunktureller Rahmen

Auch 2019 ist die deutsche Wirtschaft weiterhin auf Wachstumskurs. Damit hält der Aufschwung seit nunmehr zehn Jahren ununterbrochen an. Für das laufende Jahr erwartet die Bundesregierung einen Anstieg des preisbereinigten Bruttoinlandsproduktes (BIP) um 1,0 %. Die Arbeitslosenqoute wird voraussichtlich auf 4,9 % sinken, die Zahl der Beschäftigten weiter auf 45,2 Mio. steigen. Insgesamt bleibt die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland aufwärtsgerichtet, sie ist aber in unruhiges Fahrwasser geraten. Die Risiken vornehmlich aus dem außenwirtschaftlichen Umfeld haben sich erhöht. Dies ist ein Grund dafür, dass sich das Wachstumstempo 2019 im Vergleich zum Vorjahr reduziert. Im langjährigen Vergleich bleibt das Geschäftsklima in Anbetracht guter Wachstumsaussichten für die Weltkonjunktur und günstiger Finanzierungsbedingungen hierzulande aber weiterhin gut (Quelle: BMWi, Jahreswirtschaftsbericht 2019).

Ausgewählte Eckwerte der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in der Bundesrepublik Deutschland

Veränderung des Bruttoinlandspro duktes (preisbereinigt)
2018 2019 2020
Veränderung ggü. Vorjahr in Prozent
Bruttoinlandsprodukt 1,4 0,5 1,5
Konsumausgaben privater Haushalte 1,0 1,2 1,6
Preisentwicklung
Konsumausgaben privater Haushalte 1,6 1,4 1,7
Bruttoinlandsprodukt 1,9 2,3 2,0

Konsumaussichten Deutschland

Die deutsche Wirtschaft zeigt weiterhin ein gemischtes Bild. Während die mehr binnenwirtschaftlich orientierten Dienstleistungen und die Bauwirtschaft kräftig expandieren, befindet sich das global ausgerichtete "Verarbeitende Gewerbe" weiterhin in einer konjunkturellen Schwächephase. Wichtige binnenwirtschaftliche Auftriebskräfte sind weiterhin intakt. Die Beschäftigung und die Einkommen steigen und sorgen für eine Ausweitung der privaten Konsumausgaben. Hinzu kommen noch expansive fiskalische Maßnahmen, von denen neben den privaten Haushalten auch die staatlichen Konsumausgaben und Investitionen profitieren. Die globale Wirtschaft wird ihre aktuelle Schwäche nach und nach überwinden und auch der heimischen Industrie wieder günstigere Absatzperspektiven bieten. Allerdings bestehen weiterhin erhebliche Rückschlagsrisiken, insbesondere durch die Handelskonflikte oder den ungeklärten Brexit (zitiert nach PM BmWi vom 12.04.2019).

Auch der ifo Index zum Weltwirtschaftsklima gab für das erste Quartal 2019 eine eingetrübte Stimmung insbesondere für die entwickelten Volkswirtschaften wieder. Angesichts der Indikatoren

und der Ballung globaler Risiken gehen die internationalen Organisationen von einer weniger dynamischen, aber weiterhin aufwärtsgerichteten globalen Entwicklung aus.

Die Stimmung der Verbraucher zeigt im März 2019 insgesamt ein etwas ausgewogeneres Bild als im Vormonat. Die Konjunkturerwartung legt wieder zu. Dagegen verlieren sowohl die Einkommenserwartung als auch die Anschaffungsneigung etwas. Für April prognostiziert GfK für das Konsumklima einen Wert von 10,4 Punkten nach revidiert 10,7 Punkten im März.

6.3.1.2 Marktentwicklung im Bereich der Consumer Electronics

Gesamtmarkt

Der ITK-Markt wächst: Im Bereich der Informationstechnologie, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik wird für 2019 ein Umsatz von 168,5 Milliarden Euro (+1,5 %) erwartet.

Die Informationstechnik zeigt sich mit einem voraussichtlichen Umsatz von € 92,2 Mrd. und einem Wachstum von 2,5 % nach wie vor als Wachstumstreiber der ITK- Branche. Mit einem Volumen von € 26,0 Mrd. legt das Software-Segment auch in 2019 kräftig zu und wird mit Abstand am meisten nachgefragt (+6,3 %). Auch die IT-Services verzeichnen mit einem Plus von 2,3 % ein ordentliches Wachstum auf ein Marktvolumen von € 40,8 Mrd. Die IT-Hardware geht leicht auf € 25,4 Mrd. (- 0,7 %) zurück.

Leichtes Wachstum zeigt die Telekommunikation mit einem Plus von 1,1 % bei € 67,3 Mrd. Während der Markt für Telekommunikationsinfrastruktur um 1,6 % auf € 7,1 Mrd. wächst, stabilisiert sich der Markt für Telekommunikationsdienste nach einem Abwärtstrend der vergangenen Jahre bei einem leichten Wachstum von 0,8 % auf € 49,2 Mrd.

In der Unterhaltungselektronik gehen die Umsätze in diesem Jahr voraussichtlich weiter zurück und sinken um 5 % auf € 9 Mrd. (alle vorgenannten Zahlen von Bitkom, PM 01.2019).

MEDION wird an dieser erwarteten Marktentwicklung nicht vollständig partizipieren, da das Geschäftsmodell anders aufgebaut ist.

Der Markt für Consumer-Electronics-Produkte ist weiterhin geprägt von der Digitalisierung der Inhalte und Übertragungswege sowie der Konvergenz. Konvergenz bedeutet dabei das Verschmelzen der bislang unterschiedlichen Märkte Unterhaltungselektronik, Medien, Informationstechnologie und Telekommunikation. Basis hierfür ist die digitale Technik, die zum einen die Vernetzung unterschiedlicher Produktgruppen ermöglicht und zum anderen die Nutzung digitaler Komponenten in unterschiedlichen Produktbereichen erlaubt. Neue, insbesondere auch drahtlose Vernetzungslösungen, eröffnen zusätzliche Möglichkeiten, hochauflösende Inhalte zu nutzen.

Die große Anzahl an Bildschirmen in den Haushalten führt zu einem massiven Wandel des Medienkonsums und der Medienbereitstellung. Denn immer mehr Inhalte sind auf noch mehr vernetzten Endgeräten jederzeit verfügbar. TV-Formate, ob live oder on-demand, verteilen sich auf mehrere Geräte. Inmitten der anderen vernetzten Bildschirme ist der Fernseher einer von vielen. Sein besonderes Merkmal sind nicht die Inhalte, sondern die Größe und Qualität der Darstellung und die Inhalte kommen zunehmend aus dem Netz. Je hochauflösender die Inhalte werden, desto

wichtiger ist die Größe des Bildschirms. Neben Ultra-HD (UHD) kommen nun weitere Features wie HDR (High Dynamic Range), welche die verbesserte Bildqualität gerade auf großen Bildschirmen deutlich zeigen. Diese Erkenntnis setzt sich auch bei den Verbrauchern durch, TV-Geräte in den Haushalten werden entsprechend immer größer.

Vertriebskanäle

Im Bereich der Vertriebsformen hat das Internet als Einkaufsstätte kontinuierlich an Marktbedeutung gewonnen und sich als eigenständige Vertriebsform mit einem zweistelligen Marktanteil in Deutschland und im Euroraum etabliert. Mit einem Plus von 11,4 % auf rund € 65,10 Mrd. ist 2018 der Brutto-Umsatz mit Waren im E-Commerce kräftig gewachsen. Besonders erfolgreich waren die Multichannel-Händler. Ausgehend von diesem anhaltenden Trend wird für das Jahr 2019 mit einem Wachstum um 8,6 % auf ca. € 73,95 Mrd. gerechnet (KPMG Einzelhandel Entwicklung 1, 2019).

Neben dem Kauf von Waren ist das Internet vor allen Dingen als Quelle für Informationen über Produkte und damit für Kaufentscheidungen der Konsumenten eine aktuelle und transparente Plattform. In vielen Produktkategorien legen Multichannelkäufer mehr Wert auf Leistungs- und Qualitätsmerkmale als auf den reinen Preisvergleich. Im Bereich der Consumer-Electronics-Produkte und beim Angebot digitaler Dienstleistungen – wie zum Beispiel dem Fotoservice – wird der Online-Vertriebskanal noch weiter an Bedeutung gewinnen. Im Bereich hochwertiger Consumer-Electronics-Produkte in den Preissegmenten über € 700 spielt zunehmend auch eine Rolle, inwieweit den Konsumenten Ratenzahlungen mit sehr günstigen Finanzierungsmodellen angeboten werden können.

Notebook und Desktop-PC

Es ist unverändert erkennbar, dass es immer mehr klassische Produkte der Unterhaltungselektronik geben wird, die aufgrund der Digitalisierung Zugang zum Internet haben. Dies stellt neue Anforderungen an die Hersteller von Unterhaltungselektronik, leistungsstarke Prozessoren in ihre Geräte zu integrieren. Multikern-Prozessoren und leistungsstarke Grafik-Chips sorgen für schnellen Aufbau von Internet-Seiten, flüssige Bedienung und ruckelfreie Videos aus dem Web.

Mit dem weitestgehend vollzogenen Ausbau einer flächendeckenden Infrastruktur für das drahtlose Breitbandinternet wird sich der Trend zu kompakten und leistungsfähigen sowie leichteren Notebooks noch verstärken. Der Markt für PCs und Notebooks ist aufgrund der hohen Ausstattungsdichte der Haushalte seit Jahren vorrangig von Ersatzbedarf bestimmt, technologische Innovationen geben dagegen im gegenwärtigen Marktumfeld nur geringere Kaufanreize.

Interessante Produktbereiche und Entwicklungen der Consumer Electronics sind in dem für MEDION relevanten Marktumfeld:

  • mobile Notebooks mit einem Gewicht von unter 1,5 kg und Zugangsmöglichkeiten zum Internet über integrierte Online-Module
  • UHD-und HDR TV-Geräte mit einer Auflösung von 24 bis 33 Mio. Bildpunkten und integriertem Internetzugang, Smart-TVs können dabei auf Inhalte und Dienste aus dem Internet zugreifen – zum Beispiel auf die Mediatheken der Sender, auf Internet-Videotheken, Programmempfehlungen, Online-Spiele, soziale Netzwerke oder Info-Portale. Zu diesen Angeboten führen komfortable Apps – ganz ähnlich wie auf Tablets und Smartphones.

  • mobile Multimedia-Produkte und Gamer-Notebooks mit hohen Speicherkapazitäten und hochauflösenden Grafikkarten sowie neuester Achtkern-Prozessortechnologie

  • Smart-Home-Produkte, die dabei helfen, den Alltag im Haushalt sicherer, komfortabler und energieeffizienter zu gestalten. Smarte Sicherheitssysteme, RGB-LED-Lampen, Heizkörperthermostate und Lautsprecher sind via App, Drahtlosanbindung und nicht zuletzt auch per Sprache aus der Entfernung steuerbar.
  • Wearables sind eine weitere Gruppe von Produkten, die man wie ein Smartphone fast immer bei sich "trägt". Fitnessarmbänder und Smartwatches erfreuen sich starker Beliebtheit, da sie dank Schrittzähler, Energieverbrauchs- und Herzschlagmessung auch gesundheitsrelevante Daten zur Verfügung stellen.

Mobilfunk und digitale Dienstleistungen

Der weiterhin stabile Absatz von Smartphones sorgt für einen anhaltenden Zuwachs der mobilen Internetnutzung mit hohen Datenübertragungsraten. Im Mobilfunk wird daher unverändert in den Ausbau der Übertragungstechnik LTE und die Glasfasernetze investiert. Die Nachfolgetechnik von UMTS erreicht Geschwindigkeiten von bis zu 500 Mbit/Sekunde. Inhaltlich stehen dabei für Mobilfunkkunden unter anderem das Bedürfnis nach sozialer Vernetzung und der Wunsch nach Endto-End-Crossmedia-Angeboten sowie die ständige Verfügbarkeit des Internets zu Flatrate-Tarifen im Vordergrund.

Der Mobilfunk-Markt in Deutschland wird von drei Anbietern mit eigener Netzinfrastruktur geprägt, die mit der 4G/LTE-Technologie einen Großteil der Bevölkerung mit mobilem Hochgeschwindigkeits-Internet versorgen. Dem stetig steigenden Datenbedarf wollen die Netzbetreiber mit dem Ausbau mobiler Datennetze begegnen. Mit Hochdruck arbeiten sie an der Umsetzung des schnellen 5G-Standards. Im Unterschied dazu ist der Markt für Festnetz-Breitband durch eine Vielzahl von Akteuren mit unterschiedlichen Infrastrukturen gekennzeichnet – vom überregionalen Anbieter bis hin zum regionalen Versorger. Es ist davon auszugehen, dass der Wettbewerb von Seiten der Kabelnetzbetreiber intensiv bleibt und die Zahl der Anbieter mit eigenem DSL- oder Glasfasernetz zunehmen wird (Quelle: EITO, European Information Technology Observatory). In den Jahren 2019 und 2020 wird noch nicht damit gerechnet, dass der neue Übertragungsstandard 5G für breite Bevölkerungsschichten zur Verfügung steht.

Der deutsche Games-Markt ist 2018 deutlich gewachsen. Wurden 2017 mit Games und Spiele-Hardware noch € 4 Mrd. umgesetzt, waren es 2018 rund € 4,4 Mrd. Das entspricht einer Steigerung um 9 %. Größter Wachstumstreiber waren Gebühren für Online-Dienste, deren Umsatz sich mit € 353 Mio. innerhalb eines Jahres nahezu verdoppelt hat (+97 %). Auch das Marktsegment der In-Game-Käufe, zu dem auch In-App-Käufe gehören, ist um 28 % auf € 1,9 Mrd. gewachsen und trug damit maßgeblich zum Wachstum bei. In 2019 wird mit einem weiteren dynamischen Wachstum gerechnet (Game, PM vom 08.05.2019).

Im Bereich des Fotoservice wird ein noch differenzierteres Angebot neben Bildern und Fotobüchern beispielsweise bei großflächigen Leinwänden erwartet. Die Wettbewerbssituation der vielen Online-Anbieter und ein unverändert stabiler stationärer Handel werden Preiserhöhungen nicht ermöglichen, so dass der Margendruck auch in den Jahren 2019 und 2020 erhalten bleibt.

6.3.1.3 Unternehmensentwicklung und Geschäftsmodell

MEDION wird sich im mittlerweile etablierten Konzernverbund mit Lenovo als führender deutscher Anbieter von Consumer-Electronics-Produkten und digitalen Dienstleistungsangeboten weiterentwickeln. Bei der Vermarktung von Consumer-Electronics-Produkten werden sich die Diversifizierungen der Vertriebswege in den klassischen Consumer-Electronics-Fachhandel, Selbstbedienungs- und Discountermärkte sowie den anhaltend wachsenden Online-Handel/ E-Commerce über das Internet auch in 2019 und 2020 fortsetzen. Das digitale Dienstleistungsangebot wird weiter fokussiert, um neue Downloadangebote – auch im Ausland – ergänzt, und an die Bedürfnisse in Deutschland und die ausländischen Märkte sowie neue Kunden angepasst.

MEDION als eines der ganz wenigen Unternehmen mit einem umfassenden Angebot von Produkten der klassischen Unterhaltungselektronik und der Informationstechnologie sowie komplementären digitalen Dienstleistungen kann damit die Herausforderungen des digitalen und vernetzten Weltmarktes mit anwenderfreundlichen Produktangeboten in allen Geschäftsbereichen umsetzen. Das MEDION-Geschäftsmodell bleibt darauf ausgerichtet, hochwertige, innovative Trendprodukte mit attraktivem, ausgezeichnetem Design zu günstigen Preisen im Bereich der Consumer Electronics für breite Käuferschichten verfügbar zu machen.

Ergänzend zu dem klassischen europäischen Aktionsgeschäft mit Consumer-Electronics-Produkten im Projektgeschäft entwickelt und vermarktet MEDION im Unternehmensbereich Direktgeschäft komplementäre Dienstleistungen, insbesondere in den Bereichen Telekommunikation (MEDIONmobile), Fotoservice und weitere Online-Dienste wie beispielsweise die digitale Distribution von Downloads oder Gutscheinen (PINs).

Entsprechend der bei MEDION seit Jahren bestehenden und umgesetzten grundsätzlichen strategischen Ausrichtung soll der Zuwachs im Direktgeschäft den Rückgang im Projektgeschäft insbesondere aufgrund der Veränderung des Einkaufsverhaltens der Konsumenten kompensieren.

Das Mobilfunkgeschäft, als ein wesentlicher Treiber von Umsatz und Ergebnis im MEDION Direktgeschäft, wird sich entsprechend der weiter ansteigenden Nachfrage nach Datenvolumina und schnellen Download-Geschwindigkeiten unverändert positiv entwickeln.

Die für den Lenovo-Konzern erbrachten Dienstleistungen werden sich auf die Steuerung und Überwachung der Kundenservice-Prozesse sowie damit zusammenhängende administrative Tätigkeiten beschränken. Der deutliche Umsatzrückgang in diesem Bereich hat dazu geführt, dass dieses Geschäft kein eigenes Berichtssegment mehr darstellt.

6.3.1.4 Entwicklung von MEDION in den Jahren 2019 und 2020

Wirtschaftliche Entwicklung von MEDION in den Jahren 2019 und 2020

MEDION hat durch ein straffes Kostenmanagement und die konsequente Ausrichtung auf Produkte mit einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis sowie die erfolgreiche Weiterentwicklung seines Direktgeschäftes seine Profitabilität gehalten und die Bilanzstrukturen bei einer Eigenkapitalquote von rund 50 % auf einem sehr guten Niveau gefestigt. Von einer nachhaltigen Eigenkapitalquote in dieser Größenordnung wird auch weiterhin ausgegangen. Der Umsatzanteil des Projektgeschäftes

wird voraussichtlich bei einem Wert von unter 50 % bleiben. Das Direktgeschäft wächst grundsätzlich weiterhin, liefert einen überproportionalen Ergebnisbeitrag und profitiert neben dem Anstieg bei dem Angebot von Telekommunikationsdienstleistungen auch von dem Ausbau der weiteren digitalen Dienstleistungsangebote.

Wesentlicher Baustein auf dem Weg der Weiterentwicklung war und ist – auch im Interesse der Kunden und Partner im Markt – die weitere Stärkung der Marke MEDION als Markenzeichen für Produkte und Dienstleistungen von hoher Qualität mit bestem Preis-Leistungs-Verhältnis und einem exzellenten Design. Daneben kommt es entscheidend darauf an, in Verbindung mit den Handels- und Kooperationspartnern, die existierenden Vertriebs- und Serviceeinheiten auch für neue Produktangebote und erweiterte digitale Dienstleistungen zu nutzen.

Die zukünftige Entwicklung von MEDION in 2019 und 2020 als einem führenden Anbieter von Produkten und Dienstleistungen im Bereich der Consumer Electronics für den Massenmarkt hängt neben den effizienten und konsequent auf die Bedürfnisse der Kunden und Verbraucher ausgerichteten Strukturen und neuen innovativen Produkten des Unternehmens in hohem Maße davon ab, wie sich der konjunkturelle Rahmen, die Währungsrelationen und die Konsumneigung der Verbraucher beim Wettbewerb der Einkaufsstätten in Deutschland und in den wichtigsten europäischen Ländern entwickeln. Unverändert besteht der Trend der hohen Wettbewerbsintensität und der Verlagerung des Einkaufsverhaltens in das Internet. Zu berücksichtigen sind damit auch in besonderem Maße die Erwartungen der Handelspartner hinsichtlich der Absatzchancen von Consumer-Electronics-Produkten mit dem daraus resultierenden Bestellverhalten.

Darüber hinaus wird die weitere Entwicklung im Telekommunikationsmarkt zu berücksichtigen sein. Der rasche technologische Wandel im Telekommunikationssektor erfordert hohe Investitionen, um Netzinfrastrukturen der nächsten Generation auszubauen. Der Ausbau von sogenannten 5 G-Netzen steht bevor und wird von den Netzbetreibern hohe Investitionen erfordern. Dies kann sich auch auf die für MEDION relevante Preisgestaltung der verfügbaren Angebote der Diensteanbieter auswirken.

Strukturänderungen/Spruchstellenverfahren

Aufgrund des abgeschlossenen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrages zwischen der MEDION AG und der Lenovo Germany Holding GmbH hat sich die MEDION AG verpflichtet, während der Vertragsdauer ihren ganzen, nach Maßgabe der handelsrechtlichen Vorschriften ermittelten Gewinn an die Lenovo Germany Holding GmbH abzuführen. Damit ist auch das Recht der Aktionäre der MEDION AG entfallen, über die Verwendung eines Ergebnisses zu entscheiden. Als Kompensation für den Verlust des Dividendenanspruchs ist in dem Unternehmensvertrag festgelegt, dass Lenovo zur Zahlung eines jährlichen Ausgleichsbetrages an die außenstehenden Aktionäre der MEDION AG verpflichtet ist. Diese Ausgleichszahlung ergibt sich aus einem Bruttogewinnanteil in Höhe von € 0,82 je MEDION-Aktie für jedes volle Geschäftsjahr, abzüglich eines Betrages für deutsche Körperschaftsteuer sowie Solidaritätszuschlag nach dem jeweils für diese Steuern für das betreffende Geschäftsjahr geltenden Steuersatz. Der Steuerabzug ist nur bei Gewinnen der MEDION AG vorzunehmen, die der deutschen Körperschaftsteuer unterliegen. Damit entspricht die Ausgleichszahlung bei der zurzeit gültigen Körperschaftsteuerbelastung einem Betrag von € 0,69 je MEDION-Aktie. Die gerichtliche Überprüfung der Angemessenheit von Abfindung und Ausgleichszahlung könnte im laufenden Geschäftsjahr 2019/2020 zu einem erstinstanzlichen Urteil führen.

90 | 6.3 Prognose-, Chancen- und Risikobericht

6.3.1.5 Auftragslage

MEDION unterscheidet im Rahmen der Unternehmenssteuerung zwischen dem Projektgeschäft und dem Direktgeschäft. Hintergrund dieser Unterscheidung ist neben den Eigenschaften von Produkten oder Vertriebskanälen insbesondere die Charakteristik der Ablauforganisationen. Während im Projektgeschäft eine mittelfristige Planung von der Produktidee bis zur Distribution erforderlich ist, zeichnet sich das Direktgeschäft durch kurzfristige Realisationsmöglichkeiten aufgrund sofort verfügbarer Produkte aus.

Dementsprechend gilt, dass das Projektgeschäft einen Vorlauf benötigt und daher auf Basis der Auftragslage oder deren Erwartungen eine Prognose erstellt werden kann. Grundsätzlich kann davon ausgegangen werden, dass das geplante Umsatzvolumen der nächsten drei bis vier Monate bereits mit fixierten Aufträgen und somit hinreichender Sicherheit hinterlegt ist. Für das Volumen der nächsten fünf bis acht Monate befinden sich die Projekte in finalen Phasen, womit man von einer mittleren Sicherheit der Auftragslage ausgehen kann.

Das Direktgeschäft hat naturgemäß keinen Auftragsbestand, da es sich um direkte Beziehungen zu Endkunden handelt. Hier kann jedoch, insbesondere im Bereich der digitalen Dienstleistungen, erfahrungsgemäß von einem stabilen Basisgeschäft ausgegangen werden.

Auf die innerhalb des Lenovo-Konzerns erbrachten Dienstleistungen hat MEDION keinen Einfluss, soweit es um die Beauftragung oder Entscheidung geht. Aufgrund des mittlerweile deutlich reduzierten Dienstleistungsumfanges stellen diese Geschäftsaktivitäten keine besondere Bedeutung mehr dar und werden pauschal mit niedrigem Niveau in der Geschäftsplanung berücksichtigt.

6.3.1.6 Umsatz und Ergebnis (EBIT) im MEDION-Konzern und in der MEDION AG in den Geschäftsjahren 2019/2020 und 2020/2021

Insgesamt gilt, dass die Geschäftssituation und somit der Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr mit mittlerer Sicherheit auftragsseitig hinterlegt ist. Dennoch gilt grundsätzlich, dass die Entwicklung insbesondere im zweiten Geschäftshalbjahr 2019/2020 branchentypisch noch nicht mit hinreichender Wahrscheinlichkeit prognostizierbar ist.

Prinzipiell bietet MEDION durch die konsequente Ausrichtung auf Produkte mit einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis sowie mit der erfolgreichen Weiterentwicklung seines Direktgeschäftes, insbesondere im Bereich der digitalen Produkte und Dienstleistungen, eine solide Grundlage für die weitere Unternehmensentwicklung. Nach wie vor ist zu berücksichtigen, dass das konjunkturell unsichere Umfeld, der Trend weiterhin rückläufiger Durchschnittspreise und das Fehlen bedeutender Produktinnovationen auch weiterhin einen hohen Druck auf Abverkäufe und Margen verursacht. Bei nachhaltiger, ungünstiger Euro-US-Dollar-Parität kann ein weiterer negativer Effekt entstehen, wenn Kunden erwarten, dass eben aufgrund ausbleibender Innovationen günstigere Einkaufspreise direkt an den Markt weitergegeben werden. Die sich ergebenden Chancen aus Trends zu neuen modernen Produkten und der durch die Exportmöglichkeiten makroökonomisch nach wie vor positive Ausblick müssen daher nicht kurzfristig im durch Sättigung und Preisdruck geprägten Multimedia- und Consumer-Electronics-Markt zu steigenden Umsätzen und Ergebnissen führen.

Aufgrund ausbleibender Innovationen ist es nur bedingt möglich, höhere Preise an den Kunden weiterzugeben. Bei der gegenwärtig günstiger werdenden Euro-US-Dollar-Parität muss sogar mit

weiteren Preisrückgängen gerechnet werden. Darüber hinaus haben viele klassische Handelskunden von MEDION nur geringe Online-Verkaufs-Aktivitäten und daher keinen breiten Zugang zu neueren Vertriebswegen. Im Rahmen des Ausbaus alternativer Private-Label-Produktserien, die grundsätzlich geeignet sind, kompensatorisches Geschäft zu generieren, konnte MEDION im abgelaufenen Geschäftsjahr weitere wichtige Grundsteine für langfristige Kundenbeziehungen im Bereich sogenannter Educational Devices legen. Insgesamt rechnet MEDION trotz anhaltender schwieriger Rahmenbedingungen im Multimedia-Bereich bei Personal Computern jedoch damit, dass sich in diesem Bereich eine Stabilisierung des Absatzvolumens zeigt, auch wenn ein leichter Rückgang von bis zu -5 % nicht auszuschliessen ist. Für den Umsatz in diesem Bereich wird jedoch auch ein Wachstum von +5 % bis zu +10 % für möglich gehalten. Aufgrund der zunehmenden Sättigung in den übrigen Bereichen der Consumer Electronics und der erst begonnenen Neuausrichtung der Produktkategorien im Bereich Haushaltselektronik wird insgesamt ein gleichbleibender Umsatz des Projektgeschäftes erwartet.

Im Berichtssegment des Direktgeschäftes haben sich im Bereich Mobilfunk die zum 1. Juli 2017 neu geltenden gesetzlichen Rahmenbedingungen im Zuge der Einführung des Anti-Terror-Gesetzes zwar nach wie vor spürbar, aber nicht so gravierend ausgewirkt wie erwartet. Die erschwerten Rahmenbedingungen werden den Druck auf Preise und Margen bei der Kundengewinnung und -bindung weiter erhöhen. Für die anderen digitalen Dienstleistungen werden steigende Umsätze und Ergebnisbeiträge erwartet, sodass für die digitalen Dienste insgesamt ein Umsatzanstieg von bis zu 15 % oder sogar leicht darüber für möglich gehalten wird. Nach den hohen Investitionen in den Vorjahren wird auch für den klassischen E-Commerce ein Umsatzwachstum von 15 % für möglich gehalten, sodass sich insgesamt für das Direktgeschäft ein Umsatzwachstum von 15 % bis zu 20 % ergeben kann.

Die für den Lenovo-Konzern erbrachten Dienstleistungen sind im abgelaufenen Geschäftsjahr bereits weiter heruntergefahren worden. Für das kommende Geschäftsjahr wird ein nochmaliger Rückgang von bis zu -20 % geplant.

Da für das Projektgeschäft von einem stabilen Umsatz und für das Direktgeschäft von einem Wachstum ausgegangen wird, rechnet MEDION im Geschäftsjahr 2019/2020 nach den Rückgängen in den letzten beiden Jahren insgesamt wieder mit einem Wachstum von +5 bis +10 %.

In Abhängigkeit lokaler regulatorischer Rahmenbedingungen im internationalen Umfeld können die Anteile der durch die jeweilige MEDION-Tochtergesellschaft realisierten Umsatzerlöse im Rahmen des internationalen Ausbaus der digitalen Dienstleistungen weiter steigen. Der Anteil der MEDION AG am Konzernumsatz kann daher in den folgenden Geschäftsjahren unter dem Anteil des Geschäftsjahres 2018/2019 (88 %) liegen. Für die durch die MEDION AG realisierten Umsätze ist ein Umsatzwachstum von bis zu +10 % geplant, der Anteil am Konzernumsatz wird in einem Korridor von 85 % bis 90 % erwartet.

Die Rohertragsmargen werden bei MEDION aufgrund der unverändert hohen Wettbewerbsintensität und der sich sehr volatil verhaltenden Währungsparitäten weiterhin unter Druck stehen. Da MEDION seit Jahren dem Trend zu digitalen Vertriebswegen und digitalen Dienstleistungen folgt und in einzelnen Bereichen mittlerweile führend ist, geht der MEDION-Vorstand jedoch zunächst auch weiter davon aus, dass eine Rohertragsmarge auf einem Niveau von 25 % oder leicht darüber möglich bleibt.

Da MEDION durch sein Kostenmanagement bereits den Anteil der variablen Kosten gesenkt hat und nur noch in geringem Umfang hier Einsparungen vornehmen kann, wird der zunehmende Preisverfall auf der Verkaufsseite im Projektgeschäft nach wie vor einen überproportionalen Ergebnisdruck begründen. Insofern kann im Projektgeschäft aufgrund der zuvor erläuterten Umsatzrisiken auch ein weiterer Rückgang des EBIT nicht ausgeschlossen werden. Im Direktgeschäft werden zwar steigende Skalenvorteile erwartet, aber auch hier kann ein steigender Preisdruck, insbesondere im Telekommunikationsgeschäft sowie durch steigende Produkttransparenz und Anbieterzahlen, eine zur geplanten Geschäftsentwicklung korrespondierende Erhöhung der Rentabilität insgesamt verzögern. Für neue digitale Dienstleistungen und Vertriebskanäle wird auch für das Geschäftsjahr 2019/2020 erwartet, mögliche erwirtschaftete Überschüsse direkt in den weiteren Auf- und Ausbau reinvestieren zu müssen, so wie bereits in den beiden vorangegangenen Geschäftsjahren höhere Aufwendungen für Marketing, IT und Beratungsdienstleistungen erforderlich waren.

Trotz dieser Rahmenbedingungen wird für das Geschäftsjahr 2019/2020 ein EBIT auf Niveau des abgelaufenen Geschäftsjahres 2018/2019 erwartet. Den zuvor dargestellten Erläuterungen zur Entwicklung des Umsatzanteiles der MEDION AG am Konzernumsatz folgend, wird sich auch der EBIT-Anteil der MEDION AG am Konzern-EBIT entwickeln.

In dem wettbewerbsintensiven Umfeld, von einem starken Anteil des Weihnachtsgeschäfts am Umsatz geprägten Markt und vor dem Hintergrund der anhaltend unter Druck geratenen Rentabilität des Hardwaregeschäftes wäre eine in das Geschäftsjahr 2020/2021 hineinreichende detaillierte Prognose zu Umsatz und Ergebnis (EBIT) mit hohen Unsicherheiten behaftet und von nicht planbaren Prämissen begleitet. Aufgrund der Erfahrungen mit neuen digitalen Dienstleistungen und Vertriebswegen in den letzten beiden Geschäftsjahren geht der Vorstand jedoch davon aus, dass nach dem für 2019/2020 leichten geplanten Umsatzwachstum auch in den Folgejahren im Zuge des Ausbaus digitaler Produkte und Vertriebskanäle ein leichtes Umsatzwachstum möglich ist. Ein entsprechendes EBIT-Wachstum wird aufgrund notwendiger Investitionen ebenfalls für möglich gehalten, jedoch gegebenenfalls mit zeitlichem Versatz.

6.3.1.7 Liquidität und Bilanzstruktur

MEDION wird auch in den Jahren 2019/2020 und 2020/2021 voraussichtlich keine Fremdmittel zur Finanzierung großvolumiger Projekte oder zum Ausbau des digitalen Direktgeschäftes benötigen. Die Bilanzrelationen werden sich daher im Rahmen des MEDION eigenen Geschäftes kaum verändern. MEDION geht davon aus, dass die Eigenkapitalquote in der Größenordnung von leicht über 50 % der Bilanzsumme verbleibt und nur temporär durch saisonale Verschiebungen etwas darunter liegen kann.

6.3.2 Risikobericht

6.3.2.1 Risikomanagement

Das Risikomanagement ist integraler Bestandteil der MEDION-Geschäftsstrategie. Es dient dazu, in einem strukturierten Prozess die wesentlichen Risikofelder im Konzern laufend zu beobachten, Geschäftsrisiken frühzeitig zu erkennen und damit die Voraussetzungen zu schaffen, möglichst frühzeitig Maßnahmen zur Begrenzung der Risiken ergreifen zu können.

Im Rahmen des Risikomanagementprozesses sind die verantwortlichen Personen in den verschiedenen Geschäftsbereichen verpflichtet, die spezifischen Risikofelder im eigenen Aufgabenbereich zu überwachen, die Risikoausprägungen zu beurteilen und das Eingehen unangemessener Risiken zu vermeiden. Sie berichten die Risikosachverhalte in regelmäßigen Abständen unter Zuhilfenahme der unternehmensinternen Kontroll- bzw. Berichtssysteme an das Controlling und bei Bedarf unmittelbar und ad hoc an die Unternehmensleitung. Unterstützt wird der Berichtsprozess auch durch geeignete Software.

Im Rahmen der Integration in den Lenovo-Konzern sind einige Berichtswege um Berichterstattungen an weitere Managementfunktionen erweitert worden.

6.3.2.2 Risikomanagementsysteme und internes Kontrollsystem

Kernelement des MEDION-Risikomanagementsystems ist ein integratives Management-Informationssystem, welches als dynamisches Informations- und Steuerungsinstrument dient. Durch Verzahnung verschiedener Managementberichte werden operative Kennzahlen, die zur täglichen Kurzfriststeuerung dienen, direkt unter dem Aspekt eines Planerreichungsgrades im Sinne der konzernweiten operativen und finanzwirtschaftlichen Ziele betrachtet. Hiermit zusammenhängend dient eine Balanced Scorecard als Instrument des Risikomanagementsystems, um die Umsetzung definierter Maßnahmen zur Steuerung risikorelevanter Positionen zu messen.

Ergänzend gibt es eine Risikomanagement-Ablauf-Organisation, im Rahmen derer regelmäßig von Führungskräften als Entscheidungsträger im Unternehmen Einschätzungen aktueller Chancen und Risiken, die Einfluss auf das Unternehmensergebnis haben können, dokumentiert werden. Diese Einschätzungen können qualitativer und quantitatver Natur sein, werden entsprechend ihrer Charakteristik in Risikocluster zusammengeführt und bedarfsweise bewertet. Zur Unterstützung der Dokumentation und Kommunikation kommt auch eine geeignete Software zum Einsatz.

Weitere wesentliche Elemente des integrierten MEDION-Risikomanagementsystems sind das interne Kontrollsystem (IKS) und Arbeiten im Rahmen einer Internen Revision.

Das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem dient der Sicherung des Vermögens, der Verlässlichkeit und Genauigkeit des Rechnungswesens, der betrieblichen Effizienz und der Einhaltung der vorgeschriebenen Geschäftspolitik. Wichtige Prinzipien sind das Prinzip der Funktionstrennung und das Vieraugenprinzip. Konkrete Regelungen werden in Organisationsanweisungen dokumentiert.

Im Rahmen der Arbeiten einer Internen Revision entscheidet entweder der Aufsichtsrat über einen durch den Vorstand vorgelegten Revisionsplan mit Themen zu prozessunabhängigen Kontrollen in allen Unternehmensbereichen oder Themen werden durch die Lenovo-Konzernrevision angekündigt. Die Arbeiten der Internen Revision decken dabei nicht nur MEDION-spezifische Anforderungen ab, sondern sind auch auf Anforderungen durch etwaige veränderte Rechts- und Geschäftssituationen im Rahmen der Integration in den Lenovo-Konzern ausgelegt. Die ausgewählten Themen werden vorzugsweise durch auf diese Themen spezialisierte externe Dienstleister bearbeitet. Die Berichterstattung erfolgt unmittelbar an den Vorstand, der dem Aufsichtsrat berichtet. Ergänzend zu etwaigen selbst ausgewählten Themen werden das Risikomanagement und die Geschäftsprozesse des MEDION-Konzerns in regelmäßigen Abständen durch die Lenovo-Konzernrevision einer Prüfung unterzogen.

94 | 6.3 Prognose-, Chancen- und Risikobericht

Eine zusammenfassende Einschätzung der Risikosituation zum 31. März 2019 wird nachfolgend erläutert.

6.3.2.3 Absatzbezogene Risikoposition

Das MEDION-Geschäftsmodell ist auf den Absatz von Consumer-Electronics-Produkten und komplementären Dienstleistungen mit einem günstigen Preis-Leistungs-Verhältnis in großen Stückzahlen für den Konsumentenmarkt ausgerichtet.

MEDION ist wie jedes Unternehmen, das im Konsumgüterbereich tätig ist, stark von der Kaufkraft und Kaufneigung der Verbraucher abhängig. Während die Kaufkraft von gesamtwirtschaftlichen Parametern wie Wirtschaftswachstum, Inflation, Zinsen und Arbeitslosigkeit beeinflusst wird, hängt die Kaufneigung stark von weichen Faktoren wie etwa der wirtschaftlichen Grundstimmung und dem Verbrauchervertrauen ab. Aufgrund des Absatzschwerpunktes über große Handelsketten ist MEDION wesentlich von der Kaufneigung der Verbraucher und den darauf gerichteten Absatzerwartungen seiner großen Kunden in diesem Marktsegment abhängig.

Die MEDION-Kunden gehören überwiegend zu den namhaften Adressen des internationalen Retail-Marktes. Durch den Charakter des Projektgeschäftes werden mit einzelnen Kunden in kurzen Zeiträumen hohe Umsatzvolumina realisiert. Im Rahmen dieses seit langen Jahren erfolgreichen Geschäftsmodells ist die Vertriebstätigkeit auf multinationale, leistungsfähige Partner im Retail-Markt ausgerichtet. MEDION unterhält daher Geschäftsbeziehungen zu wichtigen Kunden, die für die Geschäftsentwicklung von MEDION wesentlich sind und die bei Wegfall einzelner solcher Kundenbeziehungen zu signifikanten Umsatzveränderungen und entsprechenden nachteiligen Auswirkungen für die weitere Geschäftsentwicklung von MEDION führen können. Andererseits können sich durch den Hinzugewinn einzelner Kunden oder Projekte auch große Umsatzveränderungen zum Positiven ergeben. Dabei ist MEDION aufgrund seiner führenden Wettbewerbsposition im für den Handelskunden individualisierten Aktionsgeschäft und des guten Verhältnisses von Qualität, Design und Preis der Produkte national wie international ein attraktiver Partner für seine Kunden und verfügt über stabile Kundenbeziehungen.

Den im Bereich hochwertiger Produkte der Consumer Electronics aufgrund der dynamischen technologischen Entwicklung typischerweise innewohnenden Bestandsrisiken der technologischen Veralterung und den damit verbundenen Abwertungsrisiken begegnet MEDION bei seinen Produkten durch eine strikte Anwendung des Build-to-Order-Prinzips. Bei den Vorratsbeständen handelt es sich daher im Wesentlichen um bereits fest disponierte Ware im Projektgeschäft beziehungsweise um Serviceware für Reparatur und Austausch im After-Sales-Service-Prozess. Die für den Direktverkauf bereitgestellte Ware beruht auf einer rollierenden, den täglich ermittelten Abverkäufen angepassten Bedarfsplanung mit kurzen Produktzyklen. Damit werden eine kurze Zeitspanne zwischen Beschaffung und Absatz und eine an den aktuellen Absatzchancen orientierte große Flexibilität im Produktmix erreicht und damit die Bestandsrisiken auf ein Mindestmaß begrenzt. Die Bestandsdisposition und -bewertung wird durch ein prozessunabhängiges Bestandscontrolling überwacht und gesteuert.

Bei den MEDION-Handelskunden besteht ein allgemeines Abverkaufsrisiko für die georderten Waren. Durch gezielte Marktforschung, Testaktionen bei Produktneueinführungen und dosierte Mengenplanungen wird dieses Risiko der MEDION-Handelspartner in engen Grenzen gehalten. Aufgrund der in weiten Teilen des Handels in einem begrenzten Zeitraum üblichen Geld-zurück-

Garantie haben die Konsumenten das Recht, auch funktionell einwandfreie Ware als Retourenware an den Handel zurückzugeben. Diese Retourenwaren werden zumeist an den Hersteller weitergeleitet und von diesem einer alternativen Vermarktung zugeführt. Solche Bestände unterliegen einem besonderen Abverkaufsrisiko. MEDION hat in Zusammenarbeit und im Einvernehmen mit den Handelskunden Verfahren entwickelt und vereinbart, um Missbräuche im Retourenprozess zu verhindern und die Risiken aus der Rückgabe einwandfreier Waren zu begrenzen. Im Hinblick auf die Zweitvermarktung von Retourenwaren hat MEDION durch ein gezieltes Retourenmanagement die Prozesssteuerung und die Abverkaufskanäle über Dritte optimiert und ergänzend dazu durch den MEDION-Fabrikverkauf und den Abverkauf über den MEDION-Shop im Internet im In- und Ausland eigene Vertriebswege für eine Folgevermarktung geschaffen. Durch dieses Bündel von Maßnahmen konnte die Risikoposition verbessert werden.

Im Bereich digitaler Dienstleistungen haben die Absatzvolumina in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Auch digitale Produkte unterliegen einem gewissen Abverkaufsrisiko, sofern sie aufgrund technischer Rahmenbedingungen ebenfalls bevorratet werden müssen. Hinzu kommen können in diesem Umfeld digitale Angriffe auf die Systeme von MEDION. Daher wird seit langem mit professionellen Partnern die Sicherung der EDV-Systeme weiterentwickelt.

Forderungen gegen Kunden

MEDION reduziert das Bonitätsrisiko dadurch, dass sich die Vertriebsaktivitäten im Wesentlichen auf international tätige Handelskonzerne mit A-Bonitäten konzentrieren. Kunden, die nicht in diese Kategorie fallen, haben für MEDION im Projektgeschäft nur untergeordnete Bedeutung und werden größtenteils kreditversichert beziehungsweise nur gegen Garantien oder auf Vorkasse beliefert.

An dieser Vorgehensweise wird auch in der Zusammenarbeit mit Lenovo festgehalten. Darüber hinaus wird durch punktuelle Nutzung externer Vertriebspartner ein potentielles Risiko vermieden.

Im Direktgeschäft werden grundsätzlich sogenannte sichere Zahlungsmethoden angeboten oder übliche Bonitätsprüfungen vor Verkauf, Versand oder Bereitstellung von Produkten und Dienstleistungen durchgeführt.

6.3.2.4 Betrieb

Produktidee

Kern des MEDION-Geschäftsmodells ist die Vermarktung von attraktiven und designorientierten Trendprodukten mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis an breite Käuferschichten. Neue Produkte schaffen neue Absatzchancen, sind jedoch erst nach einer gewissen Zeit in Abhängigkeit vom individuellen Produktlebenszyklus ausgereift und preislich für den Massenmarkt tauglich. Ältere Produkte unterliegen bei dem schnellen technologischen Wandel dem Risiko der technischen Veralterung, verlieren damit schnell an Attraktivität und sind einem hohen Preisverfall ausgesetzt. Die Herausforderung liegt darin, die richtige Produktidee zum richtigen Zeitpunkt zu platzieren.

Über das seit vielen Jahren gewachsene MEDION-Einkaufsnetzwerk wird eine Vielzahl von Ideen generiert und an die Kunden herangetragen. Daneben werden laufend Erkenntnisse der Marktforschung ausgewertet und durch eigene Präsenz auf wichtigen Messen und im unmittelbaren Kontakt mit innovativen Herstellern aktiv neue attraktive Produktideen gesucht. Das MEDION-

Produktmanagement verfügt über langjährige Markt- und Branchenkenntnisse und hat unmittelbaren Kontakt zu den im Markt generierten Neuheiten und Trends.

Aus diesem systematischen Ansatz heraus hat sich MEDION im Markt sowohl bei den Kunden als auch bei den Lieferanten einen guten Namen als schneller und leistungsfähiger Technologieintegrator für den Massenmarkt gemacht. Nicht zuletzt wurden darüber auch die Ideen zu den erfolgreich eingeführten Dienstleistungen generiert und umgesetzt.

Durch den Zugriff auf Produktideen und Technologien von Gesellschaften des Lenovo-Konzerns können sich weitere Vorteile für das MEDION-Geschäftsmodell bei der Entwicklung und Vermarktung von Produkten ergeben.

Im Bereich der digitalen Produkte hat MEDION seit 2015 nahezu jährlich neue digitale Produkt- und Vertriebsideen mit innovativem Charakter auf den Markt gebracht. Hier arbeitet MEDION ausschließlich mit erfahrenen und erfolgreichen Dienstleistern zusammen.

Beschaffung und Absatz

MEDION greift bei wesentlichen Teilen der Wertschöpfungskette auf externe Partner zurück. Dies gilt insbesondere für die Herstellung von Produkten und Komponenten, für die Abwicklung logistischer Prozesse und auch für Prozesse im After-Sales-Service. Insofern ist MEDION sowohl qualitativ als auch preislich auf eine Vielzahl von Partnern angewiesen. Insbesondere die Beschaffungsmärkte für PC-Komponenten und Logistikdienstleistungen sind dabei von einer hohen Verfügbarkeits- und Preisvolatilität bei Dienstleistungen, wichtigen Bauteilen und Komponenten (zum Beispiel Speicherkomponenten und CPUs) geprägt, die teilweise durch die Entwicklung der Fremdwährungsparitäten gegenüber dem US-Dollar und dem Britischen Pfund noch verstärkt wird. Während sinkende Einkaufspreise regelmäßig durch den Wettbewerbsdruck an Handels- und Endkunden weitergegeben werden müssen, können steigende Einkaufspreise nur sehr selten, und in der Regel nur verzögert, weitergegeben werden. Dieses kann in vielen wesentlichen MEDION-Produktbereichen zu einem entsprechenden Druck auf die Umsatz- und Rohertragsentwicklung führen.

Potentielle Risiken für MEDION bestehen im Falle der Insolvenz von Lieferanten, was die Nichtrealisierung des Kundenprojektes zur Folge hätte. MEDION begegnet diesem Risiko durch Konzentration auf große, international bekannte Hersteller.

Potentielle Risiken durch Lieferengpässe bei Hauptlieferanten können zu Preisrisiken und gegebenenfalls Umsatzeinbußen führen. MEDION verfügt jedoch aufgrund des großen, über viele Jahre hinweg gewachsenen Einkaufsnetzwerkes über sehr stabile Lieferantenbeziehungen und wird bedingt durch die hohen Beschaffungsvolumina bei bekannter Flexibilität und Finanzkraft in der Regel als A-Kunde eingestuft und bei Kapazitätsengpässen bevorzugt beliefert. Darüber hinaus kann MEDION teilweise bei der Beschaffung von der Zugehörigkeit zum Lenovo-Konzern profitieren.

Weitere potentielle Risiken können durch Qualitätsmängel bei den Produkten erwachsen und insbesondere im Bereich der Service- und After-Sales-Kosten zu höherem Aufwand führen und eine Imageschädigung nach sich ziehen. MEDION bezieht seine Waren von international führenden Herstellern mit hohen Qualitätsstandards, die grundsätzlich das Qualitätsrisiko tragen. Um eine

größtmögliche Sicherheit hinsichtlich der Produktqualität zu gewährleisten und Probleme möglichst in einem frühen Stadium des Projektes zu erkennen und gegebenenfalls frühzeitig gegensteuern zu können, führt MEDION vor, während und nach der Produktion eigene Qualitätskontrollen zumeist vor Ort beim Lieferanten durch.

Neben der professionellen Projektabwicklung im Verkaufs- und Beschaffungsprozess ist ein hocheffizienter und verlässlicher After-Sales-Prozess der wesentliche Erfolgsfaktor für den nachhaltigen Markterfolg. Bei Beeinträchtigung der Servicequalität kann es zu Imageschädigungen und negativen Folgen für die Kundenbeziehungen, das Ansehen und die Akzeptanz der Marke MEDION kommen. Um im Bereich der After-Sales-Prozesse ein hohes Qualitätsniveau zu gewährleisten, werden nur erfahrene Dienstleister eingesetzt. Die Auftragsabwicklung wird laufend dokumentiert und die Arbeitsergebnisse und die Effektivität über ein parallel laufendes Qualitätsmanagementsystem überwacht und optimiert. Dadurch ist es über lange Jahre hinweg gelungen, bei den Partnern im Handel und bei den Endkunden ein großes Vertrauen in die Leistungsfähigkeit von MEDION-Produkten und in den MEDION Service aufzubauen.

Direktgeschäft

Abweichend vom Projektgeschäft unterliegt das Direktgeschäft bei der Geschäftsbeziehung zum Endkunden naturgemäß einem größeren finanziellen Risiko. Insbesondere im Online-Handel kommen dem Verbraucher die hier anzuwendenden gesetzlichen Regelungen zugute. MEDION hat daher in seine Geschäftsprozesse mit externen Dienstleistern umfangreiche Kontrollen eingebunden, um sowohl in der Logistik als auch im Zahlungsprozess Risiken zu vermeiden. Darüber hinaus erfolgt der Aufbau von für das Direktgeschäft verfügbaren Warenbeständen streng den Verläufen des Projektgeschäftes, um ein gemäß den Markttrends inhärentes Bestandsrisiko zu minimieren. Im Bereich der Vermarktung digitaler Dienstleistungen bestanden diese Risiken aufgrund der Vertriebsstruktur jedoch nicht.

Im Bereich der digitalen Produkte ist es zudem erforderlich, sichere, aber auch sehr schnelle Bewegungen digitaler Produkte an Ein- und Verkaufsschnittstellen zu gewährleisten. Entscheidend für den Erfolg in diesem Segment ist eine dauerhaft leistungsfähige und sichere technische Infrastruktur. Hier arbeitet MEDION ausschließlich mit erfahrenen und erfolgreichen Dienstleistern zusammen und fungiert in der Regel als Plattformbetreiber zwischen Rechte- oder Contentlieferanten und den Endverbrauchern.

Die Einführung des Anti-Terror-Gesetzes zum 1. Juli 2017 hat auch noch im abgelaufenen Geschäftsjahr 2018/2019 erwartungsgemäß Auswirkungen gehabt. Die gesetzlichen Vorgaben zur Einführung der verpflichtenden Identitätsprüfung bei Kauf und Aktivierung der SIM-Karten haben Spontankäufe sowie den Ewerb von Zusatz- oder Ersatz-SIM-Karten reduziert, mit entsprechenden Auswirkungen auf Umsatzerlöse und Ergebnisbeiträge. Zur Vermeidung oder Abmilderung weiterer negativer Effekte sind weiterhin erhöhte Kontrollen und Analysen in der Steuerung des Mobilfunkgeschäftes erforderlich.

Datenverarbeitung

Für das Funktionieren des Projekt- und Direktgeschäftes und des After-Sales-Service sind effiziente und sichere EDV-Lösungen unerlässlich. Im Falle nicht funktionierender EDV-Prozesse könnte die zeitgerechte Projektabwicklung gefährdet werden und gegebenenfalls weitere wesentliche

Beeinträchtigungen des Geschäftsablaufes eintreten. Im Zuge der zunehmenden EDV-Prozessintegration kommt dabei auch der Einbeziehung der Systeme und Schnittstellen zu Lieferanten, Service-Providern und Kunden besondere Bedeutung zu. Die bei MEDION und den in die Wertschöpfungskette einbezogenen Partnern eingesetzten Informationstechnologien werden von eigenen und externen EDV-Fachleuten ständig überprüft und aktualisiert. Die Systeme zur Informationssicherheit werden laufend weiterentwickelt. Darüber hinaus werden Reviews für die EDV-Prozessqualität und -Sicherheit von externen Prüforganisationen sowie von der Lenovo-Konzern-Revision durchgeführt. Dadurch wird ein größtmögliches Maß an Sicherheit für die Abwicklung von IT-gestützten Geschäftsprozessen gewährleistet.

Logistik

Da sich MEDION in wesentlichen Umsatzbereichen auf das Projektgeschäft konzentriert, kommt der Fähigkeit, die Produkte innerhalb eines vertraglich vereinbarten Zeitfensters an die Kunden auszuliefern, besondere Bedeutung zu. Verzögerungen können zu Konventionalstrafen oder infolge der Notwendigkeit von Änderungen des Transportmittels zu erhöhten Kosten führen. MEDION arbeitet mit einer begrenzten Anzahl international tätiger Speditionen zusammen, die für hohe Qualitätsstandards und Liefertreue stehen. Die Logistikprozesse bei diesen Spediteuren sind in die eigene IT-Prozesssteuerung von MEDION integriert. Dadurch wird ein hohes Maß an Prozesssicherheit im Bereich Logistik erreicht.

Außerhalb des Projektgeschäftes erfolgt die Distribution von Waren mit national und international erfahrenen Logistikpartnern. Zu diesen Partnern bestehen individuelle Vertragsbeziehungen, in denen unter anderem auch die Standards für die Servicequalität und Sicherheit festgelegt sind.

Die Servicequalität und Sicherheit der Logistikprozesse und die Einhaltung der vertraglich festgelegten Standards werden über das Risikomanagementsystem laufend überwacht.

6.3.2.5 Recht

Es bleibt festzustellen, dass von verschiedenen Seiten verstärkt Ansprüche wegen angeblicher Verletzung von gewerblichen Schutzrechten, insbesondere von Patenten, geltend gemacht werden. Dies erfolgt teilweise durch die Schutzrechtsinhaber selbst, teilweise werden die Ansprüche auch kommerziell über Dritte, insbesondere so genannte Patentverwertungsgesellschaften, zunächst außergerichtlich geltend gemacht. Dabei werden verstärkt die Verletzungsansprüche gegen den Inhaber der jeweiligen Marke, die auf den Geräten abgebildet ist, geltend gemacht und konsequenterweise auch nur eine Lizenzierung durch den Markeninhaber akzeptiert.

Generell gilt, dass behauptete Schutzrechtsverletzungen und Ansprüche oftmals als nicht gerechtfertigt beurteilt werden können.

Für bestehende Risiken wurden im Abschluss, soweit kalkulierbar, angemessene Rückstellungen, auch für Schutzrechtsverletzungen, passiviert.

Um die Risiken für MEDION daraus weitestmöglich zu begrenzen, vereinbart MEDION im Einkaufsbereich, wenn möglich, mit den Lieferanten, dass diese für eine mögliche Verletzung von Schutzrechten Dritter für die gelieferte beziehungsweise hergestellte Ware allein verantwortlich sind

und MEDION von allen diesbezüglichen Ansprüchen freigestellt wird. Es ist jedoch erkennbar, dass die Durchsetzung dieser Ansprüche vor allem gegenüber Lieferanten aus dem asiatischen Raum mit erheblichen rechtlichen Problemen verbunden ist, sodass trotz möglicher Freistellungsvereinbarungen Risiken bei der Durchsetzung bestehen bleiben.

Sollte sich im Rahmen der Rechtsstreitigkeiten und Vergleichsverhandlungen herausstellen, dass die möglicherweise nachträglich zu zahlenden Lizenzgebühren oder sonstigen Schadensersatzzahlungen von den zurückgestellten Beträgen abweichen, so würden sich daraus entsprechende Auswirkungen auf das Ergebnis ergeben.

Darüber hinaus bestehen besondere rechtliche Anforderungen durch die neuen Geschäftsmodelle der MEDION im Bereich des Einkaufs und des Vetriebs von digitalem Content. Insbesondere um die damit einhergehenden regulatorischen Anforderungen zu erfüllen, hat die MEDION entsprechende Prozesse etabliert.

6.3.2.6 Finanzen und Finanzinstrumente

Die MEDION-typische Ausrichtung auf das Projektgeschäft erfordert für kurze Zeiträume die Verfügbarkeit von erheblichen Finanzmitteln zur Vorfinanzierung großvolumiger Aufträge. Fehlende Finanzierungsmöglichkeiten könnten ansonsten die Unternehmensentwicklung bremsen.

Im Rahmen des MEDION-Geschäftsmodells werden viele kapitalintensive Teile des Wertschöpfungsprozesses wie Forschung und Entwicklung, Produktion, Logistik oder Verkauf am Point of Sale von Partnerunternehmen wahrgenommen. Aufgrund der langjährigen Geschäftsbeziehungen und vor dem Hintergrund der soliden Kapital- und Finanzstruktur stehen MEDION in erheblichem Maße Lieferantenlinien zur Verfügung. Vor dem Hintergrund der guten Eigenkapital- und Liquiditätsausstattung beschränkt sich ein möglicher Finanzkreditbedarf von MEDION ausschließlich auf die kurzfristige Abdeckung von Finanzierungsspitzen bei großvolumigen Projekten im klassischen Saisongeschäft. Ein kurzfristiger Finanzbedarf hat sich jedoch seit mehreren Jahren nicht mehr ergeben. Seit Integration in den Lenovo-Konzern hat MEDION dauerhaft freie Liquidität anderen Konzerngesellschaften zur Verfügung gestellt.

Als international agierendes Unternehmen ist MEDION Risiken durch Wechselkurseinflüsse ausgesetzt. Insbesondere auf der Beschaffungsseite fallen Zahlungsströme in ausländischer Währung an, da die überwiegende Zahl der Lieferanten in Asien beheimatet ist und die Transaktionen daher in US-Dollar abgewickelt werden. MEDION sichert sich gegen die Risiken aus Fremdwährungsschwankungen durch den Einsatz derivativer Finanzinstrumente in Form von marktüblichen Devisentermingeschäften und teilweise ergänzenden Swap-Geschäften ab. Dieses geschieht nach Konzern-Richtlinien innerhalb des Lenovo-Konzerns. Finanzinstrumente werden ausschließlich zu Sicherungszwecken eingesetzt. Der Einsatz von Währungssicherungsinstrumenten ist im Wesentlichen gekoppelt an die Auftragsstruktur des Projektgeschäftes. Auf die Darstellung der Finanzrisiken im Konzernanhang auf Seiten 173-177 wird verwiesen.

6.3.2.7 Personal

Der Wettbewerb um hochqualifizierte Führungskräfte und technisches Personal ist in der Consumer-Electronics-Branche nach wie vor sehr groß. Nicht nur im Projektgeschäft, sondern insbesondere auch im Rahmen neuer digitaler Kanäle und Produkte und des zunehmenden Grads der

Digitalisierung des Hardwarevertriebes stellen erfahrene, gut ausgebildete Mitarbeiter eine sehr wichtige Ressource dar. Daher muss auf die Bindung von Know-how-Trägern an das Unternehmen sowie auf die Gewinnung und das erfolgreiche Onboarding von Talenten vom externen Markt durch geeignete Maßnahmen besonderes Gewicht gelegt werden.

Nur gut geschulte und qualifizierte Mitarbeiter können Risiken beherrschen und vermeiden. Daher fördert MEDION gezielt die Aus- und Weiterbildung der eigenen Mitarbeiter.

Um bei einem Personalwechsel die Einarbeitung neuer Mitarbeiter zu erleichtern und Probleme durch Know-how-Verluste möglichst zu vermeiden, sind im Rahmen des Workflow-Managements alle unternehmensinternen Prozesse so dokumentiert, dass sie personenunabhängig ausgeführt werden können.

Insgesamt arbeitet bei MEDION ein motiviertes und hochprofessionelles Team – eine gesunde Mischung aus erfahrenen Mitarbeitern, die das Unternehmen schon lange begleiten, jungen Kolleginnen und Kollegen, die ihre berufliche Karriere bei MEDION beginnen und Kollegen, die aus anderen Unternehmen zu MEDION gekommen sind und mit ihren Erfahrungen zum Unternehmenserfolg beitragen.

6.3.2.8 Risikoszenarien

Insgesamt sieht sich MEDION, trotz der zunehmenden Sättigung im Verbraucherumfeld und des dadurch begründeten stärkeren Wettbewerbs, gut aufgestellt, weil durch die langjährige Nähe zu Geschäftspartnern und neuen Informationsmöglichkeiten durch Lenovo kritische Tendenzen rechtzeitig erkannt und durch die Einleitung geeigneter Maßnahmen Risiken vermindert werden können. Insbesondere die Erfolge der neuen digitalen Kanäle und Produkte haben bei bestehenden und neuen Kunden zu großem Interesse an einer langfristigen Zusammenarbeit geführt.

Die geringen Planabweichungen deuten bereits auf ein gut funktionierendes Risikomanagement einschließlich eines hohen Maßes an Anpassungsfähigkeit an sich ändernde Entwicklungen hin. Aufgrund guter Kundenbeziehungen, durch die Entwicklungen im Projektgeschäft mit ausreichender Planungssicherheit in der Geschäftsplanung berücksichtigt werden können, unterstützt durch flexible Produktmanagement- und -Entwicklungsprozesse sowie aufgrund der langjährig stabilen Kundenbasis im Direktgeschäft ergeben sich aus dem Geschäftmodell von MEDION bei erwarteten oder bekannten Entwicklungen von wirtschaftlichen oder rechtlichen Rahmenbedingungen in der Regel keine weiteren Risiken, die die Erreichung von Umsatz- oder Ergebniszielen wesentlich gefährden können.

Im Rahmen der Abläufe in der Risikomanagement-Organisation sind die dokumentierten Risiken und Chancen demnach überwiegend qualitativer Natur. Finanzielle Auswirkungen können naturgemäß nicht gänzlich ausgeschlossen werden, würden sich jedoch mehrheitlich in nicht eindeutig identifizierbaren prozessbezogenen Aspekten und somit wenig quantifizierbaren Auswirkungen widerspiegeln.

Unabhängig von einer möglichen Quantifizierung werden für dokumentierte Risiken und Chancen Maßnahmen in Abhängigkeit der Eintrittswahrscheinlichkeit definiert. Dabei teilt MEDION die Risikoaspekte in drei Wahrscheinlichkeitscluster ein:

  • Sehr gering und gering (bis 10 % bzw. 33 %),
  • Moderat (bis 67 %) und
  • Wahrscheinlich oder sehr wahrscheinlich (über 67 % bzw. über 90 %).

Aus zuvor beschriebenen im Geschäftsmodell von MEDION liegenden Gründen haben Quantifizierungen zum Zwecke einer möglichen Zielabweichung nur untergeordnete Relevanz. Da in der Geschäftsplanung wesentliche Trends bereits berücksichtigt sind und das dritte Geschäfts- bzw. das vierte Kalenderquartal aufgrund des Weihnachtsgeschäftes nach wie vor das wichtigste Geschäftsquartal ist, sind für eine Quantifizierung relativ niedrige Abweichungen vom Ergebnisziel zwecks einer Einstufung definiert. Diese Risiko-Einstufung ist wie folgt:

  • Geringe oder moderate Abweichung vom Jahresziel (bis 2 % bzw. bis 5 %),
  • Bedeutsame Zielabweichung (bis 10 %) und
  • Hohe Zielabweichung (bis 15 %).

Risiken, welche geeignet sind, eine höhere Zielabweichung als 15 % zu beanspruchen, werden als Sonderrisiko eingestuft. Solche oder gar bestandsgefährdende Risiken bestehen nicht.

Durch den zunehmenden Ausbau digitaler Dienstleistungen ergeben sich in diesem Umfeld zunehmend auch Risiken im Sinne immer wichtiger werdender Veraltenstrends von Verbrauchern und Anbietern und damit einhergehenden regulatorischen Rahmenbedingungen. Diese beiden Risikopositionen sind daher im abgelaufenen Geschäftsjahr erstmalig eigenständig dargestellt. Beim klassischen Handel mit physischen Produkten sind die Risiken im Wesentlichen unverändert.

102 | 6.3 Prognose-, Chancen- und Risikobericht

Aus der gesamten Risikolandschaft lassen sich zusätzlich zu der Darstellung der Risikolage im Konzern nachfolgend aufgeführte Risiken im Rahmen einer Szenariobetrachtung als Kernthemen für die Jahre 2019 und 2020 identifizieren, die eine besondere Aufmerksamkeit bei der Unternehmenssteuerung erfordern:

RISIKO
SZENARIEN Risiko Eintritts
wahr
scheinlich
keit
Risiko und
Auswir
kung
Beurteilung und Aufstellung von MEDION
Absatzbezogene Risikopositionen und rechtliche Rahmenbedingungen
Mobilfunkregulie
rung
Moderat Hoch Änderungen im rechtlichen Umfeld betreffen grundsätzlich
den gesamten Markt. Zwar ist MEDION regulatorisch
meistens hiervon nicht stärker betroffen als andere Wett
bewerber. Aufgrund der ausschließlichen Betätigung im
Prepaid- und Discountbereich können sich jedoch höhere
Risiken für die Umsatz- und Rentabilitätsentwicklung des
Mobilfunkgeschäftes ergeben.
Veränderung in den
Einzelhandels
strukturen
Gering Hoch MEDION ist fokussiert auf großvolumige Handelsaktionen
und profitiert von überregionalen Flächenkonzepten seiner
Kunden. Veränderungen hierin können auch Veränderun
gen auf die Absatzvolumina haben. Die Hauptkunden sind
jedoch international sehr starke Handelspartner, die ihre
Flächen eher erweitern als reduzieren.
Trend zu Online
Käufen durch End
verbraucher
Hoch Hoch Auch wenn MEDION durch den seit Jahren stetigen Auf
und Ausbau digitaler Produkte und Kanäle sein Ge
schäftsvolumen und die Ertragssituation stabilisiert hat,
hat die zunehmende Verlagerung von Käufen von Elektro
nik- und Multimedia-Produkten ins Internet eine große
Auswirkung auf die Angebotsstrukturen und Flexibilität
der klassischen Handelskunden von MEDION.
MEDION ist jedoch auch hier sehr flexibel und innovativ in
der Unterstützung seiner langjährigen Handelspartner
beim Aufbau von klassischen, stationären Konzepten zu
komplementären Vertriebsideen. Risiken und Chancen
hieraus sind bereits in den Geschäftsplanungen berück
sichtigt.
Veränderungen
internationaler
steuerrechtlicher
Regulierungen
Moderat Hoch Insbesondere im digitalen Produktumfeld können steuer
rechtliche Veränderungen über Landesgrenzen hinweg
große Auswirkungen auf Produktkalkulationen und damit
auf die Rentabilität haben, weil sich im digitalen Umfeld
Volumina exponentiell verändern können. Gegenwärtig
werden eine Vielzahl von Regularien innerhalb der EU,
aber auch mit weitreichenderen Auswirkungen, disku
tiert.
Aufgrund installierter Abläufe zu verbindlichen kunden
individuellen Vertriebskalkulationen kann MEDION jedoch
hohe finanzielle Risiken rechtzeitig vermeiden.

103 | 6.3 Prognose-, Chancen- und Risikobericht

Risiko Eintritts
wahr
scheinlich
keit
Risiko und
Auswir
kung
Beurteilung und Aufstellung von MEDION
Betriebliche Risiken - Produktidee
Trend von klassi
schen, stationären
Geräten zu
mobilen Geräten
mit Internet
zugang
Hoch Hoch MEDION hat auf diese Entwicklung bereits seit Jahren
reagiert und erfolgreich digitale Dienstleistungen sowie
attraktive Tablet-PCs entwickelt. Hier wird MEDION seine
Aktivitäten marktentsprechend verstärken.
Die gegenwärtig schwierige Marktsituation (Marktsätti
gung und teure Beschaffungswege) erschweren zur Zeit
ein notwendiges Wachstum in diesem Segment.
Betriebliche Risiken - Beschaffung
Lieferanten
Konsolidierung
Moderat Moderat Im Bereich der Consumer Electronics ist seit Jahren eine
Konsolidierung im Gange. Aufgrund der guten Planbarkeit
des Geschäftes und des Zugangs zu Lenovo-Kanälen kann
MEDION in der Regel rechtzeitig auf Änderungen reagie
ren.
Verteuerung des
US- Dollars
Hoch Moderat Zwar ist durch eine Verteuerung des US-Dollars und damit
steigenden Einkaufspreisen auch die gesamte Industrie
und nicht nur MEDION betroffen. Jedoch kann eine starke
unerwartete oder auch länger anhaltende Verteuerung zu
negativen Auswirkungen infolge nicht weiter zu gebenden
Einkaufspreisen führen.
Aufgrund hoher Sicherungsquoten und sowohl auf Liefe
ranten- als auch auf Kundenseite getroffener Vereinba
rungen sind finanzielle Auswirkungen dieser Entwicklun
gen gut antizipierbar.
Betriebliche Risiken - Logistik
Globalisierung von
Logistik
Unternehmen
Moderat Moderat Die Logistikbranche ist bereits konsolidiert und Frachtra
ten unterliegen sehr starken Schwankungen. Aufgrund
der guten Planbarkeit des Geschäfts kann MEDION recht
zeitig auf Änderungen reagieren.
Betriebliche Risiken - Direktge
schäft
Veränderungen im
Verbraucher
schutz
Moderat Gering Im Rahmen der EU-Regulierungen gibt es immer wieder
Diskussionen um einen erweiterten Verbraucherschutz,
insbesondere im Rahmen des Fernabsatzgesetzes. Weite
re Regelungen zugunsten der Verbraucher betreffen
jedoch nicht nur MEDION, sondern den gesamten Wett
bewerb. MEDION hat bisher bewiesen, dass jederzeit eine
kurzfristige Anpassung an veränderte Rahmenbedingun
gen, auch im Ausland, möglich ist.

104 | 6.3 Prognose-, Chancen- und Risikobericht

6.3.3 Chancenbericht

Neben den allgemeinen Entwicklungen beobachtet MEDION auch spezifische Markttendenzen, die dem Geschäftsmodell entgegenkommen und Chancen nicht nur zum Wachstum, sondern insbesondere auch zur Differenzierung gegenüber dem Wettbewerb und somit zur Ertragsstabilisierung bieten. Diese Entwicklungen zeigen zu den Möglichkeiten, die bereits in der Prognose berücksichtigt sind, weitere operative, aber nicht mit ausreichender Sicherheit quantifizierbare Chancen.

White Label/Private Label und Educational Devices

Produkte aus dem Consumer-Electronics-Umfeld vereinen immer mehr verschiedene Funktionen in einem Gerät. Der Wettbewerb um Marktanteile wird somit immer intensiver und die Produktlebenszyklen immer kürzer. Aus diesem Grund werden neue Produktideen wiederum immer schneller zu Commodities. Die mit dieser Entwicklung verbundene immer bessere Leistungsfähigkeit von Consumer-Electronics-Produkten bietet zwischen den Produkten selbst jedoch auch immer weniger Differenzierungsmerkmale, die zur Kundengewinnung entscheidend sein können.

Zusätzlich wird der Preiswettbewerb durch intelligente Suchmaschinen immer intensiver und Preise gleichen sich mittlerweile mehrmals täglich an. Neben den Differenzierungsmerkmalen Preis und Design wird daher für den Verbraucher auch immer mehr das Vertrauen in den Anbieter entscheidend. Das Vertrauen in den Produzenten ist dabei nicht ganz genau abzugrenzen von dem Vertrauen in den Händler.

Dieses Vertrauen wird durch umfangreiche Kundenservices, die dem Verbraucher ein Gefühl von bekanntem, sicherem Einkauf geben, immer mehr gefördert. Hier bieten sich im Bereich von White-Label-Produktserien, wie sie im Lebensmittelbereich bereits alltäglich sind, neue Potentiale.

MEDION hat seit vielen Jahren neben dem Vertrieb von Produkten unter dem eigenen Markennamen auch Erfahrungen als Lieferant von White-Label-Elektronik und ist für diesen Markttrend entsprechend aufgestellt. Entsprechend den schwierigen Marktentwicklungen im Multimedia-Segment hat sich auch die Strategie von MEDION, die Produktkategorien in den Bereichen Consumer-Electronics und Haushaltselektronik zu stärken und auszubauen, bewährt. Insbesondere der Zugang zu großen internationalen Handelsketten bietet hier attraktive Möglichkeiten.

Eine Weiterentwicklung bzw. Modifizierung des Private Label-Modelles ist der Bereich Educational Devices. Hier werden bewährte Technologien und Produkte, unter vergleichbaren Anforderungen an Zuverlässigkeit und Preis-Leistungsverhältnis, speziell an Bedürfnisse im Bildungssektor angepasst und entsprechend konzipierte Geräte vertrieben. MEDION konnte hier im abgelaufenen Geschäftsjahr erste Erfolge im internationalen Umfeld erzielen.

Digitale Dienstleistungen

Nicht zuletzt wegen des weltweiten Erfolges von Smartphones und Tablet-PCs wird das Geschäft mit digitalen Medien und Inhalten bedeutender für den Consumer-Electronics-Markt. MEDION vermittelt seit mehreren Jahren erfolgreich das Telekommunikationsdienstleistungen, betreibt einen Online-Fotoservice und hat mit dem Vertrieb von eigenen Tablet-PCs und Smartphones Zugang zu wichtigen Technolgien und Trends für den Ausbau digitaler Dienstleistungen.

Weiterhin hat MEDION aufgrund seiner jahrelangen Kontakte in den Beschaffungs- und Vertriebskanälen vielversprechende Möglichkeiten, die gewonnenen Kunden durch zusätzliche digitale Dienstleistungen zu binden. Beispiele sind die seit 2015 angebotenen Produkte wie Musik-Streaming, E-Books oder auch Gaming, die nicht nur in Deutschland erhältlich sind, oder die in 2016 begonnene digitale Distribution digitaler Gutschein-Codes für Gaming, Telefonie oder Online-Shopping bei verschiedenen Anbietern, welche ebenfalls bereits im In- und Ausland mit überdurchschnittlichen Wachstumsraten vertrieben werden. In diesem Bereich hat MEDION mit echten technischen USPs gegenwärtig auch First-Mover-Vorteile, die konsequent ausgebaut und für internationales Wachstum genutzt werden. MEDION ist hier mittlerweile auch außerhalb Europas aktiv.

Im Bereich des klassischen Online-Handels hat MEDION seine Aktivitäten dahingehend geändert, dass eigene Webshops nur noch für Regionen betrieben werden, die in den für MEDION adressierbaren Markt- und Produktsegmenten ausreichende Volumengrößen ermöglichen. Daneben werden verstärkt Investitionen in sogenannte Marktplatz-Portale sowie den Ausbau der Anbindung des MEDION-Online-Shops an bereits bestehende Kunden-Webshops getätigt oder in im Sinne einer White-Label-Strategie betriebenen Vertriebsplattformen, die an andere Kunden-Websites angebunden sind, aber durch MEDION betrieben werden. Die langjährige technische und logistische Erfahrung bietet MEDION nachhaltige Geschäftsmöglichkeiten.

Internationaler Kundenservice

Der im Rahmen der zuvor beschriebenen Produkt- und Marktentwicklungen begründete Preisdruck wirkt sich auch auf die Erbringung von Kundendienstleistungen im Rahmen gesetzlicher Gewährleistungen oder auch von Zusatzdiensten aus. MEDION hat schon vor langem diesen Trend erkannt und seine Servicestrukturen angepasst. Die seit 2012 geleistete Erbringung von Kundendienstleistungen für Lenovo zeigt, dass MEDION ideale Voraussetzungen für einen internationalen kosteneffizienten Kundendienst hat, oder auch nur die Steuerung von Kundendienstleistungen aufgrund der Möglichkeiten in einem breiten, internationalen Partner-Netzwerk effizient anbieten kann. MEDION ist hier auch in der Lage, für Drittanbieter Service-Dienstleistungen für Produkte zu erbringen, die selbst nicht durch MEDION vertrieben werden.

6.4 Ergänzende Berichterstattungselemente und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

6.4.1 Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Personal

Die Anzahl der im MEDION-Konzern zum Bilanzstichtag 31. März 2019 beschäftigten Mitarbeiter hat sich, umgerechnet auf Vollzeitäquivalente, von 1.027 um -16 oder -1,6 % auf 1.011 vermindert.

Der Personalaufwand liegt im Berichtsjahr mit € 59,9 Mio. hingegen leicht über Vorjahresniveau (€ 59,0 Mio.). Der Anstieg resultiert u.a. aus dem schrittweisen Umbau des Geschäftes und dem hieraus resultierenden verändertem Qualifikationsbedarf von Mitarbeitern.

Die nachfolgende Übersicht zeigt die Veränderung der Mitarbeiterzahlen zum 31. März 2019 gegenüber dem Vorjahresstichtag.

VERÄNDERUNG
MITARBEITER
Anzahl
31.03.2019
Anzahl
31.03.2018
+/- Anzahl +/- %
KENNZAHLEN Inland
(VOLLZEIT Sales 344 340 4 1,2
ÄQUIVALENTE) Service 348 414 -66 -15,9
Administration 148 105 43 41,0
840 859 -19 -2,2
Ausland
Sales 88 84 4 4,8
Service 63 63 0 0,0
Administration 20 21 -1 -4,8
171 168 3 1,8
Gesamt
Sales 432 424 8 1,9
Service 411 477 -66 -13,8
Administration 168 126 42 33,3
1.011 1.027 -16 -1,6

Mitarbeiterzufriedenheit

Im Bereich interner Prozesse ist die Mitarbeiterzufriedenheit relevant. Entsprechend wird ein Fluktuationswert von 0,5 % oder darunter angestrebt, bis zu 1 % gilt jedoch noch als akzeptabel. Im abgelaufenen Geschäftsjahr liegt die Fluktuationsrate mit 0,9 % leicht über dem Vorjahreswert von 0,6 %, aber immer noch im mittleren Zielkorridor (0,5 % bis 1,0 %). Der in den letzten beiden Jahren leicht gestiegene Fluktuationswert ist auch auf den schrittweisen Umbau des Geschäftes zurück zu führen.

107 | 6.4 Ergänzende Berichterstattungselemente und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Kundenservice

Im Rahmen des Kundenservice haben Kennzahlen verschiedener Service-Level eine hohe Relevanz, weil diese sowohl Rückschlüsse auf die Qualität der Serviceprozesse zulassen als auch Indikatoren für Kundenzufriedenheit sein können. Für Servicelevelkennzahlen gilt grundsätzlich eine Quote ab 90 % als sehr gut. Im Bereich der Reparaturdurchlaufzeiten konnten die Werte des Vorjahres (85,8 %) deutlich verbessert werden und liegen mit 89,8 % wieder in etwa im Zielbereich. Zurückzuführen war die temporäre Minderung in den beiden Vorjahren auf Sonderthemen im Bereich der Kundendienstleistungen für Lenovo im Zusammenhang mit der dortigen Neuorganisation von Verantwortlichkeiten und Prozessen. Damit korrespondiert die Reduzierung der Reparaturdurchlaufzeiten von 8,0 Tagen in 2016/2017 und 8,7 Tagen in 2017/2018 auf nunmehr 6,8 Tage, womit diese wieder im Zielkorridor von weniger als sieben Tagen liegen.

Unüblich entwickelte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr die Erreichbarkeit des Callcenters. Nachdem in den vorangegangenen Jahren durchgängig der Zielwert von 90 % erreicht wurde, lag dieser Wert in 2018/2019 mit 87,7 % leicht darunter. Zurückzuführen ist dieses hauptsächlich auf einen temporären Ausfall eines Dienstleisters, u.a. aufgrund krankheitsbedingter Ausfälle (Grippewelle), die auch zeitgleich im MEDION-eigenen Callcenter zu verzeichen waren.

6.4.2 Vergütungsbericht

6.4.2.1 Vorstandsvergütungen

Durch Beschluss des Aufsichtsrates vom 23. Februar 2016 und unter Berücksichtigung der besonderen Umstände des in 2011 erfolgten Erwerbs von MEDION durch Lenovo sind die Vorstandsmitglieder Gerd Brachmann und Christian Eigen mit Wirkung vom 1. Januar 2017 bis zum 31. März 2020 zu Mitgliedern des Vorstandes der Gesellschaft bestellt worden.

Gemäß den in diesem Zusammenhang mit den Vorstandsmitgliedern geschlossenen Anstellungsverträgen besteht die Gesamtvergütung der Vorstandsmitglieder aus einer Reihe von Vergütungsbestandteilen. Im Einzelnen handelt es sich um das Fixum, die variable Vergütung, eine zusätzliche von Lenovo zu ermittelnde und zu leistende aktienbasierte Vergütung sowie Nebenleistungen und Pensionszusagen.

Maßgebend für die Festlegung der Gesamtvergütungsstruktur des Vorstandes ist der Aufsichtsrat, der die Angemessenheit der Vergütungen bestimmt.

Die Vergütung für die Vorstandsmitglieder setzt sich aus erfolgsunabhängigen und erfolgsbezogenen Komponenten zusammen. Die erfolgsunabhängigen Teile bestehen aus Fixum, Nebenleistungen sowie Pensionszusagen, während die erfolgsbezogenen kurz- und langfristigen Komponenten in eine variable Vergütung einfließen.

Die feste Grundvergütung wird monatlich als Gehalt ausgezahlt. Die Nebenleistungen umfassen im Wesentlichen Versicherungen sowie das Überlassenvon Dienstwagen, die als Vergütungsbestandteil vom einzelnen Vorstandsmitglied zu versteuern sind. Sie stehen allen Vorstandsmitgliedern prinzipiell in gleicher Weise zu, die Höhe variiert je nach der persönlichen Situation. Kredite oder Gehaltsvorschüsse wurden Vorstandsmitgliedern im Berichtsjahr nicht gewährt.

108 | 6.4 Ergänzende Berichterstattungselemente und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Die erfolgsabhängige Tantieme für Gerd Brachmann und Christian Eigen besteht aus einem kurzfristigen jährlichen Leistungsbonus und einem langfristigen Leistungsbonus und wird in Bezug auf die Leistung des jeweiligen Vorstandsmitgliedes und die Leistung der Gesellschaft gemäß der Methode des Lenovo-Leistungsbonusplans berechnet.

Der kurzfristige jährliche Leistungsbonus hat ein Jahresziel und wird jährlich bezogen auf einen Geschäftsjahreszyklus gemäß der Methode des Lenovo-Leistungsbonusplans berechnet und ausgezahlt. Diese Methode enthält zwei variable Komponenten, nämlich Ziele und individueller Leistungsmodifikator, die vom Aufsichtsrat festgelegt werden. Der Aufsichtsrat legt die Ziele zu Beginn eines jeden Geschäftsjahres und den individuellen Leistungsmodifikator am Ende eines jeden Geschäftsjahres fest. Der tatsächlich gezahlte Bonus kann in Abhängigkeit von den variablen Komponenten erhöht oder gesenkt werden, wobei die maximale Erhöhung bei 300 % des Zielbetrages gedeckelt ist.

Der langfristige Leistungsbonus verwendet ein Jahresziel und wird während der Laufzeit des Anstellungsvertrages zweimal berechnet. Der erste langfristige Bonuszeitraum erstreckt sich über 27 Monate (27 Monate vom 1. Januar 2017 bis zum 31. März 2019). Der zweite langfristige Bonuszeitraum erstreckt sich über 12 Monate (12 Monate vom 1. April 2019 bis zum 31. März 2020). Die tatsächliche Bonuszahlung wird ebenfalls unter Verwendung der Methode des Lenovo-Leistungsbonusplans berechnet. Diese Methode enthält zwei vom Aufsichtsrat festgelegte variable Komponenten, nämlich Ziele und individueller Leistungsmodifikator. Der Aufsichtsrat legt die Ziele zu Beginn eines jeden Zeitraums und den individuellen Leistungsmodifikator am Ende eines jeden Zeitraums fest. Der tatsächlich gezahlte Bonus kann in Abhängigkeit von den variablen Komponenten erhöht oder gesenkt werden, wobei die maximale Erhöhung bei 300 % des Zielbetrages gedeckelt ist. Bei der Ermittlung der Vorstandsvergütung nach HGB werden die jährlichen Vorauszahlungen aus dem langfristigen Bonus nicht einbezogen.

Überdies erhält Christian Eigen eine zusätzliche variable Vergütung für die Übernahme von Sonderaufgaben im Lenovo-Konzern, die sich ebenfalls aus einem kurzfristigen Bonus und einem langfristigen jährlichen Bonus zusammensetzt.

Die Vorstandsmitglieder haben Anspruch auf jährliche Zuteilungen von Kapitalbeteiligungen im Rahmen des so genannten Lenovo Long Term Incentive Program (LTI). Aufgrund der Übernahme zusätzlicher Funktionen in den internationalen Gremien der Lenovo-Gruppe werden die Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung für den MEDION-Vorstand in Form von Aktien und Optionsrechten auf Aktien der börsennotierten Lenovo-Gruppe direkt von dieser geleistet. Demnach haben die Vorstandsmitglieder eine Option auf Zuteilung von Kapitalbeteiligungen in Form von "Share Appreciation Rights (SARs)" und "Restricted Share Units (RSUs)" bezogen auf Aktien der Lenovo Group Limited. Die tatsächliche Anzahl der Anteile hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab, wie zum Beispiel der Allokation der Zuteilung nach SARs und RSUs, Aktienkursen und Wechselkursen.

Die SARs und RSUs werden nach Maßgabe der Bedingungen des Lenovo-SAR-Plans und des Lenovo-RSU-Plans über einen Zeitraum von vier Jahren zu 25 % jährlich unverfallbar. Für die Ausübung oder den Verkauf von SARs und RSUs durch die Vorstandsmitglieder gelten bestimmte Sperrfristen, die in den jeweiligen Plänen näher dargelegt werden.

109 | 6.4 Ergänzende Berichterstattungselemente und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Für die Zuteilung von Kapitalbeteiligungen gelten die Bedingungen des LTI, des SAR- und RSU-Plans sowie die Zuteilungsvereinbarungen mit den Vorstandsmitgliedern. Die Zuteilungsvereinbarungen enthalten Beschränkungen hinsichtlich des Wettbewerbs mit Lenovo und des Abwerbens von Lenovo-Mitarbeitern nach Beendigung der Anstellung. Die Zuteilungsvereinbarungen, die sich in Zukunft ändern können, sehen derzeit vor, dass leitende Angestellte im Fall der Zuwiderhandlung gegen diese Beschränkungen alle Barzahlungen oder Aktien zurückerstatten müssen, die sie in den 12 Monaten vor ihrem Ausscheiden im Rahmen des LTI erhalten haben.

Da MEDION auf die Errechnung der Zuteilung der Lenovo-Kapitalbeteiligungen keinen Einfluss hat und die entsprechenden Parameter allein von Lenovo aufgrund der Tätigkeit des MEDION-Vorstands für Lenovo und des dementsprechenden Erfolgs ermittelt werden, wurde im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat seit dem Berichtsjahr 2014/2015 kein entsprechender Aufwand mehr gebucht. Lenovo hat auch für die zurückliegenden Geschäftsjahre die entsprechenden Kapitalbeteiligungen direkt an den MEDION-Vorstand geleistet und erklärt, dies auch zukünftig tun zu wollen.

Versorgungsaufwand* 287.751 308.398 0 0
Gesamtsumme 981.908 981.908 621.908 1.701.908
Summe variable Vergütungen 360.000 360.000 - 1.080.000
mehrjährige variable Vergütung 192.000 192.000 - 576.000
einjährige variable Vergütung 168.000 168.000 - 504.000
Summe Fixvergütungen 621.908 621.908 621.908 621.908
Nebenleistungen 29.108 29.108 29.108 29.108
Festvergütung 592.800 592.800 592.800 592.800
Zuwendungen für bzw. im GJ
2018/2019
Werte in €
2017/2018 2018/2019 2018/2019
(min)
2018/2019
(max)
Gerd Brachmann Vorstandsvorsitzender

* Dienstzeitaufwand gemäß IAS 19

110 | 6.4 Ergänzende Berichterstattungselemente und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

866.435 866.435 541.435 1.516.435
Summe variable Vergütungen 325.000 325.000 - 975.000
zusätzliche mehrjärige variable Vergütung 5.000 5.000 - 15.000
zusätzliche einjährige variable Vergütung 20.000 20.000 - 60.000
mehrjährige variable Vergütung 162.000 162.000 - 486.000
einjährige variable Vergütung 138.000 138.000 - 414.000
Summe Fixvergütungen 541.435 541.435 541.435 541.435
Nebenleistungen 47.435 47.435 47.435 47.435
Festvergütung 494.000 494.000 494.000 494.000
Zuwendungen für bzw. im GJ
2018/2019
Werte in €
2017/2018 2018/2019 2018/2019
(min)
2018/2019
(max)

* Dienstzeitaufwand gemäß IAS 19

Gerd Brachmann
Vorstandsvorsitzender
Christian Eigen
stellvertretender Vorstands
vorsitzender
*
Zuflüsse für bzw. im GJ 2018/2019
Werte in €
*
*
2017/2018
2018/2019 *
*
2017/2018
2018/2019
*
Festvergütung
*
*
592.800
592.800 *
*
494.000
494.000
Nebenleistungen 29.108 32.934 47.435 47.435
Summe Fixvergütungen 621.908 625.734 541.435 541.435
einjährige variable Vergütung 168.000 168.000 138.000 158.000
erfolgsbezogene Zielerreichung der einjähri
gen variablen
Vergütung
134.400 126.000 110.400 118.500
mehrjährige variable Vergütung
Langfristiger Leistungsbonus für den
Bonuszeitraum 01.01.2017-31.03.2019
153.600 386.400 129.600 335.525
Summe variable Vergütungen 456.000 680.400 378.000 612.025
Gesamtsumme 1.077.908 1.306.134 919.435 1.153.460
Versorgungsaufwand* 287.751 308.398 153.562 150.716

* Dienstzeitaufwand gemäß IAS 19

Die individuellen Pensionsrückstellungen betragen nach IFRS für Herrn Brachmann T€ 6.985 (Vorjahr: T€ 5.954) und Herrn Eigen T€ 4.051 (Vorjahr: T€ 3.371) sowie nach HGB für Herrn Brachmann T€ 5.724 (Vorjahr: T€ 4.834) und Herrn Eigen T€ 3.031 (Vorjahr: T€ 2.497). Hierfür wurden im Geschäftsjahr nach IFRS für Herrn Brachmann T€ 1.031 und für Herrn Eigen T€ 680 sowie nach HGB für Herrn Brachmann T€ 890 und für Herrn Eigen T€ 534 zurückgestellt.

111 | 6.4 Ergänzende Berichterstattungselemente und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Die Gesellschaft verpflichtet sich zur Zahlung von Ruhegeld und Hinterbliebenenversorgung nach Maßgabe der nachfolgenden Bestimmungen. Das jeweilige Vorstandsmitglied hat aufgrund einer unverfallbaren Anwartschaft Anspruch auf eine lebenslängliche Pension, wenn es nach Vollendung des 60. Lebensjahres oder infolge dauernder Dienstunfähigkeit und wegen Beendigung des Anstellungsverhältnisses bei der Gesellschaft ausscheidet.

Das monatliche Ruhegeld beträgt 30 % des im Durchschnitt der letzten drei Jahre des Anstellungsvertrages vor Beginn des Ruhestandes bezogenen festen Monatsgehaltes und erhöht sich für jedes vollendete Dienstjahr, gerechnet ab dem 17. September 1998, als Vorstandsmitglied der Gesellschaft um 20/27 % dieses Monatsgehaltes bis zu einer für die Vorstandsmitglieder individuell festgelegten maximalen Höhe.

Weitere Leistungen für den Fall der Beendigung der Tätigkeit sind keinem Vorstandsmitglied zugesagt worden. Auch hat kein Mitglied des Vorstandes im abgelaufenen Geschäftsjahr Leistungen oder entsprechende Zusagen von einem Dritten im Hinblick auf seine Tätigkeit als Vorstandsmitglied erhalten.

6.4.2.2 Aufsichtsratsvergütungen

Aufsichtsratsvergütungen sind in § 11 der Satzung geregelt. Sie orientieren sich an den Aufgaben und der Verantwortung der Aufsichtsratsmitglieder.

Durch Beschlussfassung der außerordentlichen Hauptversammlung vom 14. Dezember 2011 wurde die Vergütung des Aufsichtsrates auf T€ 120 für den Vorsitzenden des Aufsichtsrates und auf T€ 50 für die weiteren Mitglieder des Aufsichtsrates festgesetzt. Die Vergütung ist zahlbar nach Feststellung des Jahresabschlusses. Aufsichtsratsmitglieder, die dem Aufsichtsrat nicht während eines vollen Geschäftsjahres angehört haben, erhalten die Vergütung entsprechend der Dauer ihrer Aufsichtsratszugehörigkeit.

Insgesamt betrug die Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrates im Geschäftsjahr 2018/2019 T€ 120 (Vorjahr: T€ 120). Davon entfallen auf Herrn Dr. Stützle T€ 120, wobei die anderen Aufsichtsratsmitglieder aufgrund einer Vereinbarung zwischen MEDION und Lenovo auf ihre Vergütung verzichtet haben.

GJ 2018/2019
Werte in €
Dr. Rudolf Stützle
Vorsitzender
Wai Ming Wong
Stellv.
Vorsitzender
Gianfranco Lanci
Mitglied
Gesamt
Vergütung 120.000,00 0,00 0,00 120.000,00
Gesamtsumme 120.000,00 0,00 0,00 120.000,00

112 | 6.4 Ergänzende Berichterstattungselemente und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

GJ 2017/2018
Werte in €
Dr. Rudolf Stützle
Vorsitzender
Wai Ming Wong
Stellv.
Vorsitzender
Gianfranco Lanci
Mitglied
Gesamt
Vergütung 120.000,00 0,00 0,00 120.000,00
Gesamtsumme 120.000,00 0,00 0,00 120.000,00

Darüber hinaus haben Aufsichtsratsmitglieder im Berichtsjahr keine weiteren Vergütungen bzw. Vorteile für persönlich erbrachte Leistungen, insbesondere Beratungs- und Vermittlungsleistungen, erhalten. Kredite oder Vorschüsse wurden den Aufsichtsratsmitgliedern im Berichtsjahr nicht gewährt.

6.4.3 Sonstige Angaben gemäß §§ 289a und 315a HGB

  • 1. Das € 48.418.400,00 betragende Grundkapital der MEDION AG ist in die entsprechende Anzahl auf den Inhaber lautende Stückaktien eingeteilt. Jede Aktie gewährt eine Stimme. Es bestehen keine Vorzugsrechte oder andere besondere Rechte.
    1. Beschränkungen hinsichtlich der Stimmrechte oder der Übertragbarkeit der Aktien bestehen nach der Satzung der Gesellschaft nicht und sind darüber hinaus auch nicht bekannt.
    1. Am Kapital der MEDION AG ist Lenovo seit 2011 mehrheitlich beteiligt. Die Lenovo Germany Holding GmbH, eine Tochtergesellschaft der börsennotierten Lenovo, Hong Kong, hält als Mehrheitsaktionärin der MEDION AG zum 31. März 2019 eine Gesamtzahl von 38.659.131 Aktien (79,84 %) zuzüglich 3.736.970 Stück (7,72 %) der von der MEDION AG gehaltenen eigenen Aktien, die Lenovo zuzurechnen sind. Darüber hinaus besteht eine zum 19. September 2012 erstmals mitgeteilte und im Januar 2019 aktualisierte Beteiligung der amerikanischen Fondsgesellschaft Elliott in Höhe von nunmehr 7,32 %.
    1. Sonderrechte, die Kontrollbefugnisse verleihen, sind Aktionären nicht eingeräumt.
    1. Es gibt keine vom Gesetz abweichenden Regelungen zur Stimmrechtskontrolle, wenn Arbeitnehmer am Kapital der Gesellschaft beteiligt sind.
    1. Die Satzung der MEDION AG legt in § 6 Ziff. 1 und 2 fest, dass der Vorstand der Gesellschaft aus mindestens zwei Personen zu bestehen hat und die Bestellung der ordentlichen Vorstandsmitglieder sowie eventueller stellvertretender Vorstandsmitglieder, der Abschluss der Anstellungsverträge sowie der Widerruf der Bestellung und die Ernennung eines Vorstandsvorsitzenden durch den Aufsichtsrat erfolgen. Darüber hinaus enthält die Satzung keine Regelungen zur Bestellung und zum Widerruf der Bestellung von Mitgliedern des Vorstandes sowie zum Abschluss und zur Beendigung von Anstellungsverträgen, so dass die Vorschriften der §§ 84, 85 AktG maßgeblich sind. Einschlägig für Satzungsänderungen der MEDION AG sind die Bestimmungen des § 10 Ziff. 7 und des § 15 Ziff. 4 und 5 der Satzung in Verbindung mit den §§ 179 ff. AktG.
    1. Es gibt keine Befugnisse des Vorstands, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen.

113 | 6.4 Ergänzende Berichterstattungselemente und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

    1. Bei der MEDION AG gibt es keine Vereinbarungen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebotes stehen.
    1. Entschädigungsvereinbarungen für den Fall eines Übernahmeangebotes sind mit den Mitgliedern des Vorstandes oder den Arbeitnehmern ebenfalls nicht getroffen worden.

6.4.4 Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f und § 315d HGB

Die nachfolgende Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289f und § 315d HGB gibt die aktuelle Entsprechenserklärung des Vorstands und des Aufsichtsrats der MEDION gemäß § 161 AktG wieder und enthält eine Beschreibung der Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat sowie der Zusammensetzung und besonderen Qualifikationen des Aufsichtsrats. Ferner enthält die Erklärung zur Unternehmensführung Angaben zu wesentlichen Unternehmensführungspraktiken und Erläuterungen zum Diversitätskonzept von MEDION. Darüber hinausgehende Informationen zur Corporate Governance im Unternehmen sind hier im Geschäftsbericht im Corporate-Governance-Bericht veröffentlicht.

Die Unternehmensführung von MEDION – als börsennotierte deutsche Aktiengesellschaft – wird in erster Linie durch das Aktiengesetz und daneben durch die Vorgaben des Deutschen Corporate Governance Kodex in seiner jeweils aktuellen Fassung bestimmt. Corporate Governance ist für MEDION ein zentraler Anspruch, der sämtliche Bereiche des Unternehmens umfasst. Die Weiterentwicklung von Corporate Governance und Compliance bei MEDION dient dem Vertrauen, das Aktionäre, Geschäftspartner, die Mitarbeiter und die Öffentlichkeit in eine gute Unternehmensführung setzen. Wir haben daher alle notwendigen organisatorischen Maßnahmen getroffen, um nicht nur den gesetzlichen Anforderungen zu entsprechen, sondern darüber hinaus auch eine verantwortungsvolle, transparente und der nachhaltigen Wertentwicklung verpflichtete Unternehmensführung zu gewährleisten.

Ein wesentliches Element der Corporate Governance deutscher Aktiengesellschaften ist die Trennung von Unternehmensführung und Unternehmenskontrolle. Entsprechend den gesetzlichen Vorschriften unterliegt MEDION dem so genannten dualen Führungssystem. Dieses ist durch eine strikte personelle Trennung zwischen dem Vorstand als Leitungsorgan und dem Aufsichtsrat als Überwachungsorgan gekennzeichnet. Vorstand und Aufsichtsrat arbeiten dabei im Unternehmensinteresse eng zusammen.

Der Vorstand leitet das Unternehmen mit dem Ziel nachhaltiger Wertschöpfung in eigener Verantwortung. Dabei gilt der Grundsatz der Gesamtverantwortung, das heißt, die Mitglieder des Vorstandes tragen gemeinsam die Verantwortung für die gesamte Geschäftsführung. Der Vorstand leitet die MEDION AG und den Konzern in eigener Verantwortung. Zu den wesentlichen Führungsaufgaben des Vorstandes zählen die Festlegung der Unternehmensziele und der strategischen Ausrichtung des Konzerns, dessen Steuerung und Überwachung sowie die Unternehmensplanung. Darüber hinaus sichert der Vorstand die Verfügbarkeit von Investitionsmitteln, entscheidet über deren Vergabe innerhalb des Konzerns und ist verantwortlich für die Gewinnung und Förderung hoch qualifizierter Führungskräfte. Die Grundsätze der Zusammenarbeit des Vorstandes von MEDION sind in der Geschäftsordnung des Vorstandes zusammengefasst. Diese regelt insbesondere die Ressortzuständigkeiten der einzelnen Vorstandsmitglieder, die der Zustimmung des Aufsichtsrates vorbehaltenen Angelegenheiten, die

114 | 6.4 Ergänzende Berichterstattungselemente und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Beschlussfassung sowie die Rechte und Pflichten des Vorsitzenden des Vorstandes. Der Vorstand von MEDION besteht seit Jahren unverändert aus zwei Mitgliedern.

Den spezifischen Anforderungen des Geschäftsmodells der MEDION AG trägt die seit der Unternehmensgründung beziehungsweise dem Börsengang und insbesondere auch nach der Mehrheitsübernahme durch Lenovo in weiten Teilen unverändert gebliebene Vorstands- und Führungsstruktur des Unternehmens Rechnung. Beide Vorstandsmitglieder verantworten operative Bereiche, in denen die wesentlichen Geschäftsprozesse bei Einkauf, Logistik, Finanzplanung und Controlling sowie die direkte Führung von wesentlichen Unternehmensfunktionen wie Informationstechnik, Vertrieb, Personal und Strategie enthalten sind. Die sogenannte erste Führungsebene im Unternehmen ist dem Vorstand über Zielvorgaben und Berichtspflichten direkt verantwortlich.

Am 25. Oktober 2011 haben die MEDION AG und die Lenovo Germany Holding GmbH als herrschendes Unternehmen einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag abgeschlossen. Durch den Vertrag unterstellt die MEDION AG die Leitung ihrer Gesellschaft der Lenovo Germany Holding GmbH und verpflichtet sich ab dem 1. April 2012, ihren ganzen Gewinn an die Lenovo Germany Holding GmbH abzuführen.

Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle für den MEDION-Konzern wesentlichen Aspekte der Geschäftsentwicklung, bedeutende Geschäftsvorfälle sowie die aktuelle Ertragssituation einschließlich der Risikolage und des Risikomanagements. Abweichungen des Geschäftsverlaufs von früher aufgestellten Planungen und Zielen werden ausführlich erläutert und begründet. Außerdem berichtet der Vorstand regelmäßig über das Thema Compliance, also die Maßnahmen zur Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen und unternehmensinterner Richtlinien, das gleichfalls im Verantwortungsbereich des Vorstandes liegt.

Funktionsfähige Kontrollsysteme sind wesentlicher Bestandteil der Geschäftsprozesse bei MEDION. Dazu gehört ein konzernweites Risikomanagementsystem, das Funktionen, Prozesse, potentielle Ergebnisbelastungen und unternehmensspezifische Risiken erfasst.

Der Aufsichtsrat berät den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens und überwacht seine Tätigkeit. Er bestellt und entlässt die Mitglieder des Vorstandes, beschließt das Vergütungssystem für die Vorstandsmitglieder und setzt deren jeweilige Gesamtvergütung fest. Er wird in alle Entscheidungen eingebunden, die für MEDION von grundlegender Bedeutung sind. Der Aufsichtsrat von MEDION besteht aus drei Mitgliedern. Die Grundsätze der Zusammenarbeit des Aufsichtsrates von MEDION sind in der Geschäftsordnung des Aufsichtsrates geregelt.

Schließlich enthalten die Satzung der MEDION AG sowie die Geschäftsordnung des Aufsichtsrates einen Katalog von Geschäften, für die der Vorstand der Zustimmung des Aufsichtsrates bedarf. Berater- und sonstige Dienstleistungs- und Werkverträge zwischen Aufsichtsratsmitgliedern und der Gesellschaft bestanden im Berichtszeitraum nicht. Interessenkonflikte von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern, die dem Aufsichtsrat gegenüber unverzüglich offenzulegen sind, traten nicht auf. Kein Mitglied des Aufsichtsrates von MEDION ist ehemaliges Vorstandsmitglied der Gesellschaft.

Nach den Beratungen von Vorstand und Aufsichtsrat in ihrer gemeinsamen Sitzung am 23. November 2018 wurde eine aktualisierte Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG verabschiedet und am

115 | 6.4 Ergänzende Berichterstattungselemente und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

  1. November 2018 auf der Website der Gesellschaft bekannt gemacht. Unverändert gegenüber den Vorjahren gilt die Ausnahme vom Kodex, dass aufgrund der Größe des Aufsichtsrates keine Ausschüsse gebildet werden können. Der Aufsichtsrat hat auch keine Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat festgelegt. Die Eignung zur Ausübung der Aufsichtsratstätigkeit hängt nach seiner Überzeugung insbesondere von den spezifischen Bedürfnissen der Gesellschaft und den individuellen Fähigkeiten der Mitglieder des Aufsichtsrats ab. Die Festlegung einer Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat hält er daher nicht für sinnvoll, da der MEDION AG auch die besonderen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen ihrer Aufsichtsratsmitglieder zur Verfügung stehen sollen.

Frühere, nicht mehr aktuelle Entsprechenserklärungen von MEDION sind auf der Website der Gesellschaft veröffentlicht. Weitere Einzelheiten der Corporate-Governance-Praxis von MEDION können dem aktuellen Corporate-Governance-Bericht entnommen werden, der gleichzeitig Bestandteil dieser Erklärung zur Unternehmensführung ist und im Geschäftsbericht abgedruckt ist.

Diversitätskonzept

Gemäß § 76 Abs. 4 und § 111 Abs. 5 AktG haben Aufsichtsrat und Vorstand im Kalenderjahr 2015 Zielgrößen für den Frauenanteil in Führungspositionen und Fristen zur Erreichung dieser Zielgrößen beschlossen. Für die MEDION AG gilt danach die Verpflichtung als börsennotiertes Unternehmen, Zielgrößen zum Frauenanteil und Fristen zu deren Erreichung in Aufsichtsrat, Vorstand und den beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands festzulegen. Die festzulegende Frist bis zur Erreichung dieser ersten Zielmarke darf nicht länger als bis zum 30. Juni 2017 dauern. Die MEDION AG hat veröffentlicht, dass bis zum 30. Juni 2018 aufgrund der besonderen Struktur der Gesellschaft im Vorstand und Aufsichtsrat keine Frauen vertreten sein werden und der Frauenanteil auf der ersten Führungsebene unterhalb des Vorstands 23 % und auf der zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands 29 % betragen soll. Im Geschäftsjahr 2018/2019 wurden diese Zielgrößen erreicht. Seitdem gelten diese Zielgrößen unverändert weiter. Die Zusammensetzung des Vorstands ist seit dem Börsengang unverändert und danach ausgerichtet, dass das besondere Geschäftsmodell im Interesse aller Stakeholder der Gesellschaft erfolgreich umgesetzt wird. Bisher bestand keine Veranlassung, diese Zusammensetzung nach anderen Kriterien auszurichten. Damit gab es im Geschäftsjahr 2018/2019 und voraussichtlich auch im Geschäftsjahr 2019/2020 keine Möglichkeit, einen Frauenanteil im Vorstand zu berücksichtigen.

MEDION nimmt aktiv an dem weltweiten Diversity Programm von Lenovo teil.

Der Aufsichtsrat soll nach dem Diversitätskonzept so besetzt sein, dass seine Mitglieder insgesamt über die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung der Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen. Insbesondere sollen die Aufsichtsratsmitglieder für die Wahrnehmung des Mandats ausreichend Zeit haben. Die Besetzung des Aufsichtsrates soll eine qualifizierte Kontrolle und Beratung des Vorstandes durch den Aufsichtsrat sicherstellen. Dabei soll insbesondere auch auf die Integrität, Persönlichkeit, Leistungsbereitschaft, internationale Erfahrung und Professionalität der zur Wahl vorgeschlagenen Personen geachtet werden. Ziel ist es, dass im Aufsichtsrat insgesamt sämtliche Kenntnisse und Erfahrungen vorhanden sind, die Angesichts der unternehmerischen Aktivitäten und zukünftigen Ausrichtung von MEDION als wesentlich erachtet werden. Im Aufsichtsrat sind im Geschäftsjahr 2018/2019 weiterhin keine Frauen vertreten, da der nur mit drei Personen besetzte Aufsichtsrat seit 2011 unverändert besteht, um in dem herausfordernden Marktumfeld eine kontinuierliche und effektive Arbeit zu gewährleisten.

116 | 6.4 Ergänzende Berichterstattungselemente und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Bei MEDION besteht der Aufsichtsrat mit Herrn Dr. Rudolf Stützle seit dem Börsengang 1999 aus einem ausgewiesenen Kenner des internationalen Handels und der Finanzmärkte, der über 30 Jahre Leitungsfunktionen in einer internationalen Bank wahrgenommen hat, als unabhängigem Mitglied in der Person des Vorsitzenden des Aufsichtsrates. Vom Mehrheitsaktionär Lenovo sind seit Dezember 2011 zwei Mitglieder des Lenovo Executive Committee im Aufsichtsrat vertreten. Dabei vertritt seit 2011 der stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrates, Herr Wai Ming Wong, den Finanzbereich und die internationale Expansionsstrategie von Lenovo. Des Weiteren ist Herr Gianfranco Lanci seit dem 19. Dezember 2013 Mitglied des Aufsichtsrates. Herr Gianfranco Lanci ist im Lenovo Executive Committee als Corporate President und Chief Operating Officer unter anderem für die größte Produktsparte PC (Personal Computer) und für wesentliche Auslandsmärkte zuständig. Alle Mitglieder des Aufsichtsrates wurden in der Hauptversammlung am 1. Oktober 2015 für die in § 8 Abs. 2 der Satzung bestimmte Amtszeit wiedergewählt.

Essen, 03. Juni 2019

Gerd Brachmann Christian Eigen

Vorsitzender des Vorstandes Stellv. Vorsitzender des Vorstandes

7
Entgelttransparenzbericht
_______118
---------------------------------------------------------- --

7 Entgelttransparenzbericht

Durchschnittswerte für 2017
Anzahl der
Beschäftigten
davon VZ Kräfte davon TZ Kräfte
Männlich 336 322 14
Weiblich 217 171 46
total 553 493 60

Im Kalenderjahr 2017 waren in der MEDION AG insgesamt 553 Mitarbeiter (Vorjahr: 543) beschäftigt, davon im Durchschnitt 39,2 % Frauen (Vorjahr: ebenfalls 39,2 %). Ein Anteil von 21,2 % (Vorjahr: 20,6 %) der weiblichen Mitarbeiter war in Teilzeit tätig. Der Anteil an männlichen Mitarbeitern in Teilzeit betrug 4,2 % (Vorjahr: 3,6 %).

MEDION hat die gesellschaftspolitische Diskussion über Frauen im Beruf und speziell in Führungspositionen bereits im Jahr 2015 aufgegriffen und in der HR Strategie verankert. Es wurden Ziele abgeleitet, die eine Gleichstellung von Frauen und Männern fördern.

Auf der Basis von regelmäßig durchgeführten Analysen wurde insbesondere die Rekrutierungsstrategie angepasst. So legen wir bei der Besetzung von Positionen, insbesondere im Führungsbereich, großen Wert auf eine adäquate Berücksichtigung weiblicher Bewerber. Aus diesem Grund sieht unser Recruiting Prozess vor, dass wir mindestens einen weiblichen Bewerber in der finalen Auswahlrunde für die Besetzung von Führungspositionen haben.

Bei MEDION herrscht das Verständnis, dass die Förderung von Frauen im Beruf schon in der Ausbildung von jungen Menschen anfangen muss. Im Berichtsjahr verzeichnen wir bei unseren Auszubildenden und Dualen Studenten einen Frauenanteil von 26,5 % (Vorjahr: 22,5 %). Diesen Anteil wollen wir zukünftig schrittweise auf 30 % steigern.

Wir ermutigen alle Beschäftigten in Elternzeit, anschließend ihre Arbeit, gerne auch in Teilzeit, wieder aufzunehmen, um die Leistungsfähigkeit unserer Mitarbeiter und Führungskräfte besonders hinsichtlich der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben zu stärken. Damit erhalten wir unserem Unternehmen ihr Wissen und ihre Erfahrung nachhaltig.

In 2016 wurde bei MEDION unternehmensweit die flexible Arbeitszeit eingeführt, um insbesondere die Vereinbarkeit von Berufs- und Familienleben zu verbessern.

Bei der zuvor erwähnten Frauenquote von rund 39 % lag der Anteil an weiblichen Führungskräften auf der ersten Führungsebene unterhalt des Vorstands bei 21 % (Vorjahr: 25 %). Damit sind wir im Vergleich zum Vorjahr etwas hinter unserer selbst auferlegten Zielgröße von 23 % zurück geblieben. Dies hängt in erster Linie damit zusammen, dass sich während des Berichtszeitraums auf dieser Ebene tätige weibliche Führungskräfte in Elternzeit befanden. Auf der zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands haben wir mit 34 % (Vorjahr: 33 %) unsere Zielgröße von 29 % Frauen in Führungspositionen übertroffen.

MEDION arbeitet in dieser Hinsicht eng mit unserem Mutterkonzern Lenovo zusammen. Getreu dem Motto "Different is better" misst Lenovo der Förderung von Frauen in Führungspositionen ebenfalls einen hohen Stellenwert bei. Die Direktorin Human Resources von MEDION ist "WILL Beauftragte". "WILL" steht für "Women in Lenovo Leadership" und steht für die Förderung von weiblichen Führungspositionen bei MEDION. Es findet ein enger Austausch mit unserem Mutterkonzern statt, der vor allem auf die Nutzung von Synergien und sog. Best Practices abzielt. Dazu gehört auch die jährliche Durchführung von konzernweiten Aktionen zum internationalen Frauentag.

Die Höhe des Entgelts richtet sich in unserem Unternehmen nach den Aufgaben und Leistungen der Beschäftigten sowie nach ihrer Qualifikation und Erfahrung. Weder Geschlecht noch Herkunft, sondern allein Funktion und Verantwortung der Mitarbeiter zählen für uns bei der Festlegung des Entgelts. Eine gerechte Entlohnung unabhängig vom Geschlecht ist aus unserer Sicht ein wichtiger Faktor für die Zufriedenheit der Mitarbeiter. Eine hohe Mitarbeitermotivation wiederum trägt maßgeblich zum Erfolg des Unternehmens bei.

Entgelttransparenzbericht

8 Konzernabschluss der MEDION AG
______122
8.1 Ausgewählte Kennzahlen
________122
8.2 Konzern-Gewinn-
und Verlustrechnung
___123
8.3 Konzern-Gesamtergebnisrechnung
______124
8.4 Konzern-Kapitalflussrechnung
____125
8.5 Konzernbilanz_____126
8.6 Eigenkapitalveränderungsrechnung
______128

8 Konzernabschluss der MEDION AG

8.1 Ausgewählte Kennzahlen

01.04.2018
- 31.03.2019
01.04.2017
- 31.03.2018
742 8391
451 509
291 330
354 451
369 3381
19 50
35 38
30 31
745 721
53,7% 54,0%
1.016 1.043
60 59

Aktienbezogene Daten

Grundkapital € 48.418.400 € 48.418.400
Ergebnis je Aktie € 0,67 € 0,70

1) Umsatzausweis angepasst

8.2 Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Werte in T€ Anmerkung
im Anhang
01.04.2018
- 31.03.2019
01.04.2017
- 31.03.2018
1. Umsatzerlöse (1) 741.570 839.0861
2. Sonstige betriebliche Erträge (2) 5.510 5.477
3. Materialaufwand (3) -523.853 -622.2181
4. Personalaufwand (4) -59.862 -58.988
5. Abschreibungen auf immaterielle Vermögens
werte und Sachanlagen
-3.574 -4.890
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen (5) -124.543 -120.273
7. Betriebsergebnis (EBIT) 35.248 38.194
8. Finanzierungserträge (6) 1.675 562
9. Finanzierungsaufwendungen (6) -700 -855
10. Ergebnis vor Steuern (EBT) 36.223 37.901
11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (7) -6.457 -6.691
12. Konzernergebnis 29.766 31.210
Ergebnis je Aktie in € (unverwässert) 0,67 0,70
Durchschnittlich im Umlauf befindliche Aktien
(unverwässert)
44.681.430 44.681.430
Ergebnis je Aktie in € (verwässert) 0,67 0,70
Durchschnittlich im Umlauf befindliche Aktien
(verwässert)
44.681.430 44.681.430

1) Ausweis angepasst

8.3 Konzern-Gesamtergebnisrechnung

Werte in T€ Anmerkung
im Anhang
01.04.2018
-31.03.2019
01.04.2017
-31.03.2018
1. Konzernergebnis 29.766 31.210
2. Posten, die nicht in den Gewinn oder Verlust
umgegliedert werden
Neubewertung von leistungsorientierten Ver
+/-
sorgungsplänen
(16) -1.059 379
+/-Latente Steuern aus der Pensionsbewertung 342 -122
3. Posten, die anschließend möglicherweise in den
Gewinn oder Verlust umgegliedert werden
+/-Währungsumrechnungsdifferenzen 510 -1.724
+/-Überschuss / Fehlbetrag aus Cashflow-Hedges 953 -513
+/-Latente Steuern aus Cashflow-Hedges -308 165
4. = sonstiges Ergebnis, nach Steuern (Summe aus
2. und 3.)
438 -1.815
5. Gesamtergebnis, nach Steuern 30.204 29.395

8.4 Konzern-Kapitalflussrechnung

Werte in T€ 01.04.2018
-31.03.2019
01.04.2017
-31.03.2018
1. Betriebsergebnis (EBIT) 35.248 38.194
2. +/- Abschreibungen / Zuschreibungen auf
immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen
3.574 4.890
3. +/- Zunahme / Abnahme der Pensionsrückstellungen 1.519 265
Brutto Cashflow 40.341 43.349
4. -/+ Abnahme / Zunahme der übrigen Rückstellungen -13.260 -10.423
5. -/+ Gewinn / Verlust aus dem Abgang von Vermögenswerten -44 -35
6. -/+ Zunahme / Abnahme der Vorräte, der Forderungen
aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer
Aktiva, die nicht der Investitions- oder
Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind
16.196 76.385
7. -/+ Abnahme / Zunahme der Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen sowie anderer
Passiva, die nicht der Investitions- oder
Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind
29.920 -31.851
8. +/- Ein- / Auszahlungen für Ertragsteuern (Saldo) -4.989 -9.798
9. = Cashflow aus der laufenden
Geschäftstätigkeit (Summe aus 1 bis 8)
68.165 67.627
10. + Einzahlungen aus Abgängen von Vermögenswerten 49 40
11. - Auszahlungen für Investitionen in
immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen sowie Finanz
anlagen
-1.273 -4.503
12. -/+ Zu-/Abnahme aus Bereitstellung liquider Mittel -20.001 -60.012
13. + Einzahlungen aus Zinsen 1.197 248
14. = Cashflow aus der Investitionstätigkeit
(Summe aus 10 bis 13)
-20.028 -64.227
15. +/- Saldo aus ABS-Transaktionen -7.551 8.434
16. - Auszahlung für Gewinnabführung Vorjahre -16.262 -20.114
17. - Auszahlungen für Zinsen -532 -634
18. = Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit
(Summe aus 15 bis 17)
-24.345 -12.314
19. Zahlungswirksame Änderungen des Finanz
mittelfonds (Summe aus 9, 14, 18)
23.792 -8.914
20. +/- Wechselkursbedingte Änderungen des Finanzmittelfonds 483 -1.652
21. +/- Konsolidierungsbedingte Änderung des Finanzmittelfonds - -
22. + Finanzmittelfonds am Anfang der
Periode
90.733 101.299
23. = Finanzmittelfonds am Ende der Periode
(Summe aus 19 bis 22)
115.008 90.733

8.5 Konzernbilanz

Aktiva

Werte in T€ Anmerkung
im Anhang
31.03.2019 31.03.2018
Langfristige Vermögenswerte
Sachanlagen (8) 22.264 23.162
Immaterielle Vermögenswerte (9) 4.480 5.862
Beteiligungen (10) 28 28
Sonstige finanzielle Vermögenswerte (13) 617 419
Sonstige langfristige Vermögenswerte (13) 59 86
Aktive latente Steuern (7) 15.365 11.771
Langfristige Vermögenswerte, gesamt 42.813 41.328
Kurzfristige Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (11) 175.658 182.006
Forderungen gegen verbundene Unternehmen (12) 232.870 225.814
davon: Bereitstellung aus liquiden Mitteln 220.035 200.034
Vorräte (14) 131.101 143.674
Ertragsteuererstattungsansprüche 319 1.907
Sonstige finanzielle Vermögenswerte (13) 39.950 29.208
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte (13) 6.907 6.164
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 115.008 90.733
Kurzfristige Vermögenswerte, gesamt 701.813 679.506
Aktiva, gesamt 744.626 720.834

Konzernabschluss der MEDION AG

Passiva

Werte in T€ Anmerkung
im Anhang
31.03.2019 31.03.2018
Eigenkapital (15)
Gezeichnetes Kapital 48.418 48.418
- davon auf Stammaktien entfallend: T€ 48.418
Kapitalrücklage 142.068 142.068
Eigene Aktien -46.358 -46.358
Gewinnrücklagen 256.811 246.918
Sonstige Bestandteile des Eigenkapitals -861 -2.016
Eigenkapital, gesamt 400.078 389.030
Langfristige Verbindlichkeiten und Rückstellun
gen
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten (21, 22) 905 1.347
Passive latente Steuern (7) 463 20
Pensionsrückstellungen (16) 11.036 9.325
Langfristige Verbindlichkeiten und Rückstellun
gen, gesamt
12.404 10.692
Kurzfristige Verbindlichkeiten und Rückstellun
gen
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (17) 120.436 88.270
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unterneh
men
(18) 21.228 17.313
davon: Verbindlichkeiten aus Gewinnabführung 17.030 16.262
Steuerrückstellungen (19) 638 1.656
Sonstige Rückstellungen (20) 101.331 114.590
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (21, 22) 78.285 87.648
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten (21, 22) 10.226 11.635
Kurzfristige Verbindlichkeiten und Rückstellun
gen, gesamt
332.144 321.112
Passiva, gesamt 744.626 720.834

128 | 8.6 Eigenkapitalveränderungsrechnung

8.6 Eigenkapitalveränderungsrechnung

Gesamtergebnis
umgegliedert werden Sonstige Bestandteile des
Eigenkapitals Posten, die
anschließend möglicherweise
in den Gewinn oder Verlust
Werte in T€ Aktien
im Umlauf
(Anzahl)
Gezeichne
tes
Kapital
Kapital
rücklage
Eigene
Aktien
Andere Ge
winnrückla
gen /
Bilanzge
winn
Marktbe
wertung
von Finanz
instrumen
ten
Währungs
umrech
nungs
differenzen
Gesamt
Stand 1. April
2017
44.681.430 48.418 142.068 -46.358 231.713 190 -134 375.897
Sonstiges Er
gebnis nach
Steuern
0 0 0 0 257 -348 -1.724 -1.815
Konzernergebnis 0 0 0 0 31.210 0 0 31.210
Gesamtergeb
nis
0 0 0 0 31.467 -348 -1.724 29.395
Aufgrund Ge
winnabführungs
vertrag abge
führter Gewinn
0 0 0 0 -16.262 0 0 -16.262
Stand 31. März
2018
44.681.430 48.418 142.068 -46.358 246.918 -158 -1.858 389.030
Stand 1. April
2018 vor An
passung IFRS
9
44.681.430 48.418 142.068 -46.358 246.918 -158 -1.858 389.030
Anpassung
aufgrund von
IFRS 9
0 0 0 0 -2.126 0 0 -2.126
Stand 1. April
2018 nach
Anpassung
IFRS 9
44.681.430 48.418 142.068 -46.358 244.792 -158 -1.858 386.904
Sonstiges Er
gebnis nach
Steuern
0 0 0 0 -717 645 510 438
Konzernergebnis 0 0 0 0 29.766 0 0 29.766
Gesamtergeb
nis
0 0 0 0 29.049 645 510 30.204
Aufgrund Ge
winnabführungs
vertrag abge
führter Gewinn
0 0 0 0 -17.030 0 0 -17.030
Stand 31. März
2019
44.681.430 48.418 142.068 -46.358 256.811 487 -1.348 400.078
9 Konzernanhang der MEDION AG
__130
9.1 Allgemeine Angaben zum Konzernabschluss _____130
9.1.1
9.1.2
9.1.3
9.1.4
9.1.5
9.1.6
9.1.7
9.1.8
Aufstellungsgrundsätze_____ 130
Konsolidierungskreis ______ 138
Konsolidierungsmethoden
_____ 139
Grundsätze der Währungsumrechnung
___ 139
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden ________
140
Verwendung von Annahmen und Schätzungen ___ 144
Kapitalmanagement
_______ 145
ABS-Transaktionen __________ 145
9.2 Erläuterung zu den Posten der Gewinn-
und
Verlustrechnung und der Bilanz
___146
9.2.1
9.2.2
9.2.3
Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung ___ 146
Angaben zur Bilanz ______ 153
Konzernanlagenspiegel
_____ 168
9.3 Ergänzende Angaben
_____170
9.3.1
9.3.2
9.3.3
9.3.4
9.3.5
9.3.6
9.3.7
9.3.8
9.3.9
Angaben zur Kapitalflussrechnung ____ 170
Segmentberichterstattung ______ 170
Ergebnis je Aktie
______ 172
Sonstige finanzielle Verpflichtungen
____ 172
Risikomanagement und Finanzderivate
___ 173
Ereignisse nach dem Abschlussstichtag ___ 177
Nahestehende Unternehmen und Personen
___ 177
Vorstand
______ 180
Aufsichtsrat
______
180
9.3.10
9.3.11
Corporate Governance – Angabe gemäß § 161 AktG __ 181
Vorschlag für die Verwendung des Ergebnisses des Mutterunternehmens182

9 Konzernanhang der MEDION AG

9.1 Allgemeine Angaben zum Konzernabschluss

9.1.1 Aufstellungsgrundsätze

Die MEDION AG als Muttergesellschaft des MEDION-Konzerns ist eine kapitalmarktorientierte Aktiengesellschaft nach deutschem Recht und hat ihren Sitz in Essen, Deutschland. Die Anschrift lautet: MEDION AG, Am Zehnthof 77, 45307 Essen. Die Gesellschaft ist im Handelsregister B des Amtsgerichtes Essen (HRB 13274) eingetragen. Die Aktie wird im regulierten Markt (General Standard) geführt.

Gegenstand des Unternehmens ist die Erbringung und Vermittlung von Dienstleistungen und der Vertrieb von Produkten aus den Bereichen Multimedia, Hard- und Software, Unterhaltungs- und Konsumelektronik, Telekommunikations- und Satellitentechnik sowie weiteren Non-Food-Artikeln aller Art und der Handel mit Telekommunikationsdienstleistungen sowie der Handel mit digitalen Inhalten.

Der Konzernabschluss der MEDION AG wurde in Übereinstimmung mit den vom International Accounting Standards Board (IASB) erlassenen Rechnungslegungsgrundsätzen "International Financial Reporting Standards (IFRS)" und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB zu beachtenden handelsrechtlichen Vorschriften erstellt. Zur Anwendung kamen alle für das Geschäftsjahr 2018/2019 verpflichtend anzuwendenden Standards und Interpretationen des IASB, die von der EU übernommen wurden.

Das Geschäftsjahr beginnt jeweils am 1. April eines Kalenderjahres und endet am 31. März des darauf folgenden Kalenderjahres.

Auf die in den Konzernabschluss übernommenen Vermögenswerte und Schulden der einbezogenen Unternehmen wurden einheitlich für den Konzern geltende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden auf Grundlage der IFRS angewandt. Auf die Bewertungsunterschiede gegenüber der Steuerbilanz wurden entsprechende latente Steuern berechnet.

Der Konzernabschluss zum 31. März 2019 wurde in Euro aufgestellt. Alle Beträge wurden – soweit nicht anders dargestellt – in T€ angegeben. Für die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung findet das Gesamtkostenverfahren Anwendung. Beim Bilanzausweis wird zwischen lang- und kurzfristigen Vermögenswerten und Schulden unterschieden, die im Anhang teilweise detailliert nach ihrer Fristigkeit ausgewiesen werden. Als kurzfristig werden Vermögenswerte und Schulden angesehen, wenn sie innerhalb eines Jahres fällig sind.

Anwendung und Auswirkungen neuer bzw. überarbeiteter Rechnungslegungsvorschriften

Erstmalig im Geschäftsjahr angewandte neue bzw. überarbeitete Rechnungslegungsvorschriften

Im Abschluss für das Geschäftsjahr 2018/2019 wurden erstmals folgende neue oder überarbeitete Rechnungslegungsvorschriften angewandt:

131 | 9.1 Allgemeine Angaben zum Konzernabschluss

Nummer und Name des Standards oder der Standardänderung Datum der Übernahme
in europäisches Recht
IFRS 15 Erlöse aus Verträgen mit Kunden 22.09.2016
IFRS 15 Klarstellende Änderungen zu IFRS 15 31.10.2017
IFRS 9 Finanzinstrumente 22.11.2016
IFRS 9 / IFRS 4 Anwendung von IFRS 9 (Finanzinstrumente) gemeinsam
mit IFRS 4 (Versicherungsverträge)
03.11.2017
IFRS 1, IAS 28 Änderungen im Rahmen der jährlichen Verbesserung an
IFRS Zyklus 2014-2016
07.02.2018
IFRS 2 Klassifizierung und Bewertung von Geschäftsvorfällen mit
anteilsbasierter Vergütung (Änderungen an IFRS 2)
26.02.2018
IAS 40 Übertragungen von als Finanzinvestitionen gehaltene
Immobilien (Änderungen an IAS 40)
14.03.2018
IFRIC 22 Transaktionen im fremder Währung und im Voraus gezahl
te Gegenleistungen
28.03.2018

IFRS 15: Erlöse aus Verträgen mit Kunden sowie klarstellende Änderungen

Der neue Standard gibt einheitliche Grundprinzipien zur Umsatzrealisation für alle Branchen und für alle Kategorien von Transaktionen vor und ersetzt die Vielzahl der diesbezüglichen Einzelregelungen und somit vor allem IAS 18 und IAS 11. Diese Grundprinzipien helfen den Unternehmen bei der Zusammenstellung entscheidungsnützlicher Informationen über die Art, die Höhe, den Zeitpunkt des Anfalls sowie die Unsicherheit von Umsatzerlösen und resultierenden Zahlungsströmen aus einem Vertrag mit einem Kunden. Zeitpunkt und Höhe von Umsatzerlösen orientieren sich dabei an einem fünfschrittigen Modell. Im Ergebnis ist hiernach mit Übertragung der Verfügungsgewalt über eine Leistung die dieser Leistung zuzurechnende anteilige Gegenleistung als Umsatzerlös zu realisieren. Die Übertragung der Verfügungsgewalt kann dabei nach wie vor zu einem Zeitpunkt oder über einen Zeitraum erfolgen. Daneben werden zahlreiche Detailfragen geklärt, wie etwa der Umgang mit Vertragsänderungen sowie die Bewertung von variablen Gegenleistungen wie etwa Rabatten, Rückgaberechten und Leistungsvergütungen. Außerdem enthält der Standard neue Leitlinien zu Prinzipal-Agenten-Beziehungen und zu Kosten zur Erlangung eines Vertrages.

Die Änderungen zu IFRS 15 enthalten neben Klarstellungen bezüglich Identifizierungen von Leistungsverpflichtungen, Abgrenzungen von Prinzipal- oder Agententätigkeiten sowie zeitraumoder zeitpunktbezogenen Erlösvereinnahmungen auch Vereinfachungen bezüglich des Übergangs auf den neuen Standard. Diese betreffen Wahlrechte bei der Darstellung von Verträgen, die entweder zu Beginn der frühesten dargestellten Periode abgeschlossen sind oder die vor Beginn der frühesten dargestellten Periode geändert wurden.

Im Gegensatz zu den Anhangangaben im Geschäftsbericht des Vorjahres, nach denen die erstmalige Anwendung des IFRS 15 nach damaligem Stand der Analysen keine Auswirkungen auf die Abbildung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage hatte, kam MEDION in der zweiten Hälfte des abgelaufenen Geschäftsjahres 2018/2019 im Rahmen von Diskussionen der rechnungslegungsbezogenen Rahmenbedingungen zu dem Ergebnis, dass die im Wege der DPR-Prüfung zum Konzernabschluss 2016/2017 hervorgebrachten Argumentationen zu IAS 18 auch auf die Kritieren des IFRS 15 hinsichtlich der Übertragung der Verfügungsgewalt über eine Leistung

Anwendung finden können und dazu führen, dass weitere wesentliche Teile der digitalen Dienstleistungen im Berichtssegment Direktgeschäft auch als sogenannes Agentengeschäft zu bilanzieren und für diese relevanten Geschäfte nur noch die erwirtschafteten Nettoerlöse als Umsatz auszuweisen sind.

MEDION hat sich zudem entschieden, den IFRS 15 nach Maßgabe des sogenannten Full Retrospective Approach anzuwenden. Der Umsatzausweis im Vorjahr hat sich durch die Nettoerlös-Erfassung im Agentengeschäft um € -446,6 Mio. reduziert, bei gleicher Reduzierung des Materialaufwandes. Es ergaben sich keine weiteren Auswirkungen auf das Konzernergebnis oder die Vermögenslage.

Über die Änderung des Umsatzausweises hinaus ergeben sich zum Bilanzstichtag keine Leistungsströme oder Verpflichtungen aus noch nicht erfüllten Leistungen aus Lieferanten- oder Kundensicht, die in der Gewinn- und Verlustrechnung oder in der Bilanz im Vergleich zu Vorjahren zu unterschiedlichen Bewertungsansätzen oder Abgrenzungen führen. Durch die Anwendung, unter der Berücksichtigung des Full Retrospective Approach, ergeben sich somit auch keine rollierenden Umkehr- oder Übertragungseffekte.

Finanzierungskomponenten sind in den erzielten Erlösen nicht enthalten, da der Zeitraum zwischen dem Gefahrenübergang oder der Übertragung der Verfügungsgewalt und der Zahlung der Kunden grundsätzlich unter zwölf Monaten liegt.

IFRS 9: Finanzinstrumente inklusive Änderungen an diesem Standard

Dieser Standard ersetzt die bisherigen Regelungen des IAS 39 zur Bilanzierung von Finanzinstrumenten. Durch den neuen Standard werden die bisherigen Bewertungskategorien des IAS 39 durch die beiden Kategorien "fortgeführte Anschaffungskosten" und "beizulegender Zeitwert" ersetzt. Die Einordnung eines Instruments in die Kategorie "fortgeführte Anschaffungskosten" hängt sowohl von den Eigenschaften der Zahlungsströme als auch vom Geschäftsmodell nach dem das Unternehmen die Portfolien von Finanzinstrumenten steuert. Eigenkapitalinstrumente müssen zwingend zum Fair Value bilanziert werden. Die Folgebewertung kann wahlweise erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis oder erfolgswirksam erfasst werden, soweit das Instrument nicht zu Handelszwecken gehalten wird. Eigenkapital- und Schuldinstrumente, die zu Handelszwecken bzw. Verkaufsabsicht gehalten werden, sind ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bilanzieren.

Zudem beinhaltet der neue Standard Neuregelungen zur Ermittlung von Wertminderungen. Hierbei wird das bisherige Modell zur Berücksichtigung eingetretener Verluste durch ein Modell zur Berücksichtigung erwarteter Verluste ersetzt. Für Forderungen mit einer signifikanten Finanzierungskomponente muss bei Ersterfassung der Forderungen der erwartete Verlust für die nächsten 12 Monate ermittelt werden. Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird der erwartete Verlust über die gesamte Restlaufzeit ermittelt.

Hinsichtlich der Bilanzierung und Bewertung von finanziellen Verbindlichkeiten haben sich gegenüber dem IAS 39 keine wesentlichen Änderungen ergeben. Mit Ausnahme, dass das eigene Kreditrisiko bei zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten grundsätzlich im sonstigen Ergebnis im Eigenkapital zu erfassen sind.

133 | 9.1 Allgemeine Angaben zum Konzernabschluss

Daneben bieten die Regelungen des IFRS 9 mehr Flexibilität zur bilanziellen Abbildung von Sicherungsbeziehungen. Ergänzend wird der Umfang der Anhangangaben deutlich zunehmen.

Die Änderungen sind für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen, erstmalig anzuwenden.

Aus der erstmaligen Anwendung der neuen Vorschriften resultiert eine zusätzliche Wertminderung in Höhe von € 3,1 Mio., die gemäß IFRS 9 Tz. 7.2.15 erfolgsneutral im Eröffnungsbilanzwert der Gewinnrücklagen zum 01. April 2018 erfasst wird. Auf diese zusätzliche Risikovorsorge wurden aktive latente Steuern in Höhe von € 1,0 Mio. erfasst, die ebenfalls erfolgsneutral im Eigenkapital berücksichtigt wurden.

Die Einführungen oder Änderungen der übrigen Standards hatten keine Relevanz auf die Abbildung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des MEDION-Konzerns, so dass auf eine detaillierte Beschreibung verzichtet wird.

Veröffentlichte, aber im Geschäftsjahr 2018/2019 noch nicht angewandte neue bzw. überarbeitete Rechnungslegungsvorschriften

Die nachfolgend aufgeführten neuen Standards und Interpretationen sowie Änderungen an bestehenden Standards wurden vom IASB herausgegeben, waren jedoch im Geschäftsjahr 2018/2019, sofern bereits in europäisches Recht übernommen, noch nicht verpflichtend anzuwenden. Ein eventuelles Wahlrecht zur freiwilligen vorzeitigen Anwendung wird für diese Rechnungslegungsvorschriften nicht in Anspruch genommen.

Konzernanhang der MEDION AG

134 | 9.1 Allgemeine Angaben zum Konzernabschluss

Anwendung
verpflicht
end/ voraus
sichtlich im
Geschäftsjahr
Name des Standards, der Standardänderungen oder der Interpretation Datum der
Übernahme
in europäi
sches Recht
Diverse Überarbeitetes Rahmenkonzept _1
2019 / 2020
oder später
IAS 1, IAS 8 Definition von wesentlich (Änderung an IAS 1 und IAS 8) _1
IFRS 17 Versicherungsverträge _1
IFRS 3 Definition eines Geschäftsbetriebs (Änderung IFRS 3) _1
IFRS 16 Leasingverhältnisse 31.10.2017
IFRS 9 Vorfälligkeitsregelungen mit negativer Ausgleichsleistung (Änderungen an
IFRS 9)
22.03.2018
2019 / 2020 IFRIC 23 Unsicherheit bezüglich der ertragsteuerlichen Behandlung 23.10.2018
IAS 28 Änderungen: Langfristige Beteiligungen an assoziierten Unternehmen und
Joint Ventures
08.02.2019
IAS 19 Änderungen: Planänderung, -kürzung oder -abgeltung 13.03.2019
Diverse Jährliche Verbesserung an den IFRS Zyklus 2015- 2017 14.03.2019

1 Da die Standards, die Änderungen oder die Interpretation noch nicht in europäisches Recht übernommen wurden, besteht kein verbindlicher Anwendungstermin innerhalb der Europäischen Union. Gegenüber dem für die Zuordnung zu Geschäftsjahren zugrunde gelegten Erstanwendungstermin, wie er vom IASB vorgesehen ist, können sich daher noch Änderungen ergeben.

Die diversen Änderungen im Rahmen der Verbesserung der IFRS enthalten in der Regel nur kleinere Klarstellungen oder redaktionelle Anpassungen, so dass aus der erstmaligen Anwendung dieser Änderungen keine wesentlichen Auswirkungen auf die Abbildung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des MEDION-Konzerns erwartet werden.

Aus der erstmaligen Anwendung der nachfolgenden neuen Standards oder Standardänderungen werden keine Auswirkungen auf die Abbildung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des MEDION-Konzerns erwartet:

  • IAS 28 und
  • IFRS 9 Vorfälligkeitsentschädigungen mit negativer Ausgleichsleistung
  • IFRS 17: Versicherungsverträge

Entsprechend wird auf eine detaillierte Darstellung dieser neuen Standards und Standardänderungen verzichtet.

Aus der erstmaligen Anwendung der übrigen Standards und Interpretationen sowie der Änderungen an Standards werden die nachfolgend dargestellten Auswirkungen erwartet:

Überarbeitetes Rahmenkonzept

Der IASB hat am 29. März 2018 ein überarbeitetes Rahmenkonzept veröffentlicht. Enthalten sind überarbeitete Definitionen von Vermögenswerten und Schulden sowie neue Leitlinien zu Bewertung, Ausbuchung, Ausweis und Angaben. Das neue Rahmenkonzept stellt keine

grundlegende Überarbeitung des bisherigen dar, sondern beschränkt sich auf die Themengebiete, die bislang ungeregelt waren oder erkennbare Defizite aufwiesen.

Zusammen mit dem überarbeiteten Rahmenkonzept hat der IASB auch Änderungen der Verweise auf das Rahmenkonzept in IFRS-Standards herausgegeben. Nicht alle Änderungen gelten jedoch der Aktualisierung dieser Verlautbarungen; einige Verlautbarungen wurden lediglich aktualisiert, um anzugeben, auf welche Version des Rahmenkonzepts sie verweisen.

Die Änderungen werden voraussichtlich keine Auswirkungen auf die Abbildung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des MEDION-Konzerns haben.

IAS 1, IAS 8: Definition von wesentlich (Änderungen an IAS 1 und IAS 8)

Der IASB hat "Definition von wesentlich" herausgegeben, um die Definition des Begriffes "wesentlich" zu schärfen und die verschiedenen Definitionen im Rahmenkonzept und in den Standards selbst zu vereinheitlichen.

Informationen sind wesentlich, wenn vernünftigerweise zu erwarten ist, dass ihre Auslassung, fehlerhafte Darstellung oder Verschleierung die Entscheidungen der primären Adressaten beeinflussen können. Neu ist hier der Aspekt der Verschleierung, der bisher weniger im Fokus stand.

Die Änderungen werden keine Auswirkungen auf die Abbildung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des MEDION-Konzerns haben.

IFRS 3: Definition eines Geschäftsbetriebs (Änderungen an IFRS 3)

Die Überprüfung nach der Einführung von IFRS 3 (Unternehmenszusammenschlüsse) hat gezeigt, dass Unternehmen Schwierigkeiten haben zu bestimmen, ob sie einen Geschäftsbetrieb oder eine Gruppe von Vermögenswerten erworben haben. Da die Bilanzierungsvorschriften für Geschäftsoder Firmenwerte, Erwerbskosten und latente Steuern beim Erwerb eines Geschäftsbetriebs anders sind als beim Erwerb einer Gruppe von Vermögenswerten, hat der IASB entschieden, eng umrissene Änderungen an IFRS 3 herauszugeben, die darauf abzielen, die Probleme zu lösen, die aufkommen, wenn ein Unternehmen bestimmt, ob es einen Geschäftsbetrieb oder eine Gruppe von Vermögenswerten erworben hat.

Die Änderungen werden voraussichtlich keine Auswirkungen auf die Abbildung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des MEDION-Konzerns haben.

IFRS 16: Leasingverhältnisse

IFRS 16 ersetzt IAS 17 sowie die dazugehörigen Interpretationen IFRIC 4, SIC 15 und SIC 27. IFRS 16 ist grundsätzlich auf alle Leasingverhältnisse anzuwenden. Es gibt nur wenige Ausnahmen. Bezüglich immaterieller Vermögenswerte hat der Leasingnehmer ein Wahlrecht zur Anwendung der neuen Vorschriften.

Leasingnehmer haben zukünftig ein Nutzungsrecht an dem Leasinggegenstand zu aktivieren und die aus dem Leasingvertrag resultierende Zahlungsverpflichtung zu passivieren. Maßgeblich für die Erstbewertung der Verpflichtung ist die Höhe des Barwerts der im Leasingvertrag vereinbarten Leasingzahlungen. Zukünftige variable Leasingzahlungen sind gemäß der erwarteten Zahlungen zu berücksichtigen. Die Abzinsung erfolgt mit dem Zinssatz, den der Leasinggeber dem Leasingnehmer in Rechnung stellt. Sofern dieser dem Leasingnehmer nicht bekannt ist, erfolgt die Abzinsung mit seinem Grenzfremdkapitalzinssatz.

Der Ansatz des Nutzungsrechts orientiert sich im Erstzugangszeitpunkt grundsätzlich an der Höhe der Leasingverbindlichkeit. Darüber hinaus sind direkte Kosten des Leasingnehmers in Zusammenhang mit dem Vertragsabschluss sowie Leasingzahlungen, die der Leasingnehmer vor Leasingbeginn zahlt, zu aktivieren. Der Ausweis des Nutzungsrechtes in der Bilanz kann separat erfolgen oder sich an der Art des Leasinggegenstandes orientieren. Die Leasingverbindlichkeit kann separat oder als finanzielle Verbindlichkeit ausgewiesen werden. Sofern kein separater Ausweis erfolgt, sind entsprechende Anhangangaben erforderlich.

Für den Leasinggeber sind die Bilanzierungsvorschriften dagegen weitestgehend unverändert geblieben.

In der Gewinn- und Verlustrechnung ist ein Zinsaufwand aus der Leasingverpflichtung und eine Abschreibung auf das Nutzungsrecht zu zeigen. Der Aufwandsverlauf zeigt somit zukünftig für alle Leasingverhältnisse einen degressiven Verlauf ("cost frontloading") wie bei einem Finance Lease nach IAS 17.

Die Auswirkungen des neuen Standards werden aufgrund des geringen Umfangs an Leasing-Transaktionen keinen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des MEDION-Konzerns haben.

IFRIC 23: Unsicherheit bezüglich der ertragsteuerlichen Behandlung

Am 7. Juni 2017 wurde die Interpretation IFRIC 23 veröffentlicht; hierin wird die Bilanzierung von Unsicherheit in Bezug auf Ertragsteuern klargestellt. Sie ist auf zu versteuernde Gewinne (steuerliche Verluste), steuerliche Basen, nicht genutzte steuerliche Verluste, nicht genutzte Steuergutschriften und Steuersätze anzuwenden, wenn Unsicherheit bezüglich der ertragsteuerlichen Behandlung nach IAS 12 besteht.

Die Interpretation wird voraussichtlich keine Auswirkungen auf die Abbildung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des MEDION-Konzerns haben.

Änderungen des IAS 19: Planänderung, -kürzung oder -abgeltung

Am 7. Februar 2018 hat der IASB Änderungen an IAS 19 veröffentlicht. Es wird zukünftig zwingend verlangt, dass bei einer Änderung, Kürzung oder Abgeltung eines leistungsorientierten Versorgungsplans der laufende Dienstzeitaufwand und die Nettozinsen für das restliche Geschäftsjahr unter Verwendung der aktuellen versicherungsmathematischen Annahmen neu zu ermitteln sind, die zur erforderlichen Neubewertung der Nettoschuld (Vermögenswert) verwendet wurden.

137 | 9.1 Allgemeine Angaben zum Konzernabschluss

Ferner wurden Ergänzungen zur Klarstellung aufgenommen, wie sich eine Planänderung, -kürzung oder –abgeltung auf die Anforderungen an die Vermögenswertobergrenze auswirkt.

Die Änderungen werden voraussichtlich keine Auswirkungen auf die Abbildung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des MEDION-Konzerns haben.

9.1.2 Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss zum 31. März 2019 wurden neben der Muttergesellschaft MEDION AG, Essen, die nachfolgenden Tochterunternehmen im Wege der Vollkonsolidierung nach der Erwerbsmethode einbezogen:

Name und Sitz Stamm
kapital zum
31.03.2019
Beteili
gung
Erwerbs
zeitpunkt
Erste Einbeziehung in
den Konzernab
schluss
1. Allgemeine Multimedia Service GmbH,
Essen ("AMS")
EUR 25.000 100,0 % Gründung
2002
ab 1. Dezember 2002
2. MEDION Service GmbH,
Essen ("MSG")
EUR 25.000 100,0 % Gründung
2004
ab 1. September 2004
3. MEDION Shared Services GmbH,
Essen ("MSSG"), ehemals MEDION Mobile
GmbH
EUR
1.500.000
100,0 % Erwerb
2014
ab 1. Januar 2018
4. MEDION Asia Pacific Ltd.,
Hongkong ("MEDION AP")
HKD
10.000.000
100,0 % Gründung
2005
ab 1. April 2016
5. MEDION AUSTRALIA PTY LTD.,
Sydney, Australien ("MEDION Australia")
AUD 10.000 100,0 % Gründung
2003
ab 1. November 2003
6. MEDION AUSTRIA GmbH,
Wels, Österreich ("MEDION AT")
EUR 50.000 100,0 % Gründung
2002
ab 1. Dezember 2002
7. MEDION B.V.,
Panningen, Niederlande ("MEDION NL")
EUR 650.000 100,0 % Gründung
2001
ab 1. Juli 2001
8. MEDION Elektronika d.o.o.,
Ljubljana, Slowenien ("MEDION Slowe
nien")
EUR 8.763 100,0 % Gründung
2006
ab 1. Juli 2007
9. MEDION ELECTRONICS LIMITED,
Swindon, Großbritannien ("MEDION UK")
GBP 400.000 100,0 % Gründung
1998
ab 1. Juli 2000
10
MEDION FRANCE S.A.R.L.,
Le Mans, Frankreich ("MEDION France")
EUR 150.000 100,0 % Gründung
1998
ab 1. Juli 1999
11
MEDION IBERIA, S.L.,
Madrid, Spanien ("MEDION Iberia")
EUR 5.000 100,0 % Gründung
2001
ab 1. Juli 2001
12
MEDION ITALIA S.R.L.,
Mailand, Italien, ("MEDION ITALIA")
EUR 50.000 100,0 % Gründung
2018
ab 1. Januar 2019
13
MEDION NORDIC A/S,
Herlev, Dänemark ("MEDION Nordic")
DKK 500.000 100,0 % Erwerb
2002
ab 1. Juli 2002
14
MEDION SCHWEIZ ELECTRONICS AG,
Zürich, Schweiz ("MEDION Schweiz")
CHF 100.000 100,0 % Gründung
2004
ab 1. Februar 2004
15
MEDION USA Inc.,
Delaware, USA, ("MEDION USA")
USD
10.100.000
100,0 % Gründung
2001
ab 1. April 2001

Seit dem 01. Januar 2018 wird die 100%ige Tochtergesellschaft MEDION Shared Services GmbH (ehemals MEDION Mobile GmbH) mit Sitz in Essen mit in die Konsolidierung einbezogen. Die Gesellschaft hatte vom 01. Januar 2018 bis zum 31. März 2018 ein Rumpfgeschäftsjahr. Die Gesellschaft war bis zum 31. Dezember 2017 nicht operativ tätig. Zweck der Gesellschaft ist die Erbringung und Vermittlung von Service-Leistungen aller Art, insbesondere in den Bereichen Multimedia, Hard- und Software, Unterhaltungs- und Konsumelektronik, Telekommunikations- und Satellitentechnik. Da die Gesellschaft ausschließlich interne Dienstleistungen für den MEDION-Konzern erbringt, die vorher durch die MEDION AG erbracht wurden, hat die Einbeziehung der MEDION Shared Services GmbH keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss.

Seit dem 01. Januar 2019 wird die 100%ige Tochtergesellschaft MEDION Italia S.R.L. mit Sitz in Mailand mit in die Konsolidierung einbezogen. Zweck der Gesellschaft ist der Kauf, der Verkauf, die Einfuhr, die Ausfuhr, die Verarbeitung und die Vermarktung von Produkten aller Art in den Bereichen Multimedia, Hardware, Software, Unterhaltungselektronik, Telekommunikation und Satellitentechnik, sowie elektronische Produkte aller Art inkl. Einzel- und Ersatzteile und digitale Produkte. Die Gesellschaft erbringt ausschließlich Dienstleistungen für den MEDION-Konzern.

Grundlage für die Einbeziehung der Tochterunternehmen in den Konzernabschluss waren die nach Landesrecht aufgestellten und an IFRS sowie Konzernbilanzierungsregeln angepassten Jahresabschlüsse der Gesellschaften für das Geschäftsjahr vom 1. April 2018 bis zum 31. März 2019.

Zwei ausländische Tochtergesellschaften der MEDION AG sowie ein inländisches Tochterunternehmen (vgl. unter "9.3.7 Nahestehende Unternehmen und Personen") wurden aufgrund ihrer insgesamt untergeordneten Bedeutung nicht in den Konzernabschluss einbezogen.

9.1.3 Konsolidierungsmethoden

Die Abschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen werden nach konzerneinheitlichen Ansatz- und Bewertungsmethoden aufgestellt.

Die Kapitalkonsolidierung erfolgt gemäß IFRS 3 nach der Erwerbsmethode auf den jeweiligen Anschaffungszeitpunkt der Beteiligung. Soweit zum Zeitpunkt des Erwerbs die Anschaffungskosten der Beteiligungen den Konzernanteil am beizulegenden Zeitwert der Vermögenswerte und Schulden der jeweiligen Gesellschaft übersteigen, entstehen zu aktivierende Geschäftswerte (Goodwill). Deren Werthaltigkeit ist gemäß IAS 36 mindestens einmal jährlich durch Impairment-Tests zu verifizieren.

Darüber hinaus wurden eine Schuldenkonsolidierung und eine Aufwands- und Ertragskonsolidierung durchgeführt. Die aus der Aufwands- und Ertragskonsolidierung entstandenen Differenzen wurden ergebniswirksam verrechnet.

Zwischengewinneliminierungen waren nicht erforderlich.

9.1.4 Grundsätze der Währungsumrechnung

Fremdwährungstransaktionen in den Gesellschaften werden mit den Wechselkursen zum Transaktionszeitpunkt in die funktionale Währung umgerechnet. Gewinne und Verluste, die aus der Erfüllung solcher Transaktionen sowie aus der Umrechnung zum Stichtagskurs von in Fremdwährung geführten monetären Vermögenswerten und Schulden resultieren, werden in der Gewinn- und Verlustrechnung in den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. Aufwendungen oder im Materialaufwand erfasst. Soweit sie auf Finanzposten entfallen, werden sie im Finanzergebnis erfasst.

Die ausländischen Tochtergesellschaften, deren landesrechtlicher Abschluss nicht in Euro aufgestellt wird, sind nach den in IAS 21 vorgesehenen Abgrenzungskriterien als wirtschaftlich selbstständige ausländische Teileinheit ("Foreign Entity") anzusehen. Die jeweilige Landeswährung stellt die funktionale Währung für die Geschäfte dieser Tochtergesellschaften dar.

Die Abschlüsse von Konzernunternehmen, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, werden nach der so genannten modifizierten Stichtagskursmethode (IAS 21.39) umgerechnet. Dementsprechend sind sämtliche monetären und nicht monetären Vermögenswerte und Schulden der Bilanz mit dem Bilanzstichtagskurs, das Eigenkapital mit dem historischen Kurs zum Erwerbszeitpunkt beziehungsweise zum Zeitpunkt der Kapitalerhöhung umgerechnet. Die Gewinnund Verlustrechnungen dieser ausländischen Konzernunternehmen werden aus Vereinfachungsgründen entsprechend IAS 21.40 zu Durchschnittskursen des Geschäftsjahres umgerechnet. Alle sich ergebenden Umrechnungsdifferenzen werden erfolgsneutral in der Konzernbilanz unter der Position "Währungsumrechnungsdifferenzen" im Eigenkapital ausgewiesen.

Die für die Umrechnung verwendeten Kurse ergeben sich aus der folgenden Tabelle:

31.03.2019 31.03.2018 2018/2019 2017/2018
1 € = GuV Durchschnittskurs
AUD 1,5835 1,6062 1,5876 1,5125
DKK 7,4653 7,4530 7,4573 7,4415
SEK 10,4003 10,2829 10,3697 9,7535
GBP 0,8570 0,8764 0,8820 0,8821
CHF 1,1184 1,1788 1,1468 1,1355
USD 1,1231 1,2323 1,1581 1,1705
HKD 8,8159 9,6714 9,0823 9,1412
CNY 7,5496 7,7353 7,7736 7,7453
Bilanz Mittelkurs

9.1.5 Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen und Wertminderungen, bewertet. Die Abschreibungsdauer richtet sich nach der voraussichtlichen wirtschaftlichen Nutzungsdauer. Im Zugangsjahr werden die Vermögenswerte des Sachanlagevermögens zeitanteilig (pro rata temporis) abgeschrieben. Neubewertungen des Sachanlagevermögens wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht vorgenommen.

Die Anschaffungskosten der Sachanlagen umfassen den Kaufpreis sowie alle direkt zurechenbaren Kosten, um den Vermögenswert in einen betriebsbereiten Zustand zu versetzen. Es kommen folgende Nutzungsdauern zur Anwendung:

Nutzungsdauer

Gebäude und Außenanlagen 10 - 40 Jahre
Mietereinbauten 3 - 20 Jahre
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 - 13 Jahre

Immaterielle Vermögenswerte (entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und andere Rechte sowie Software) werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen und Wertminderungen, bewertet. Die Nutzungsdauer liegt zwischen einem Jahr und zehn Jahren.

Die Beteiligungen werden zu Anschaffungskosten zuzüglich Anschaffungsnebenkosten bilanziert. In der Folgebewertung werden die Finanzanlagen auf ihre Werthaltigkeit geprüft und gegebenenfalls wertberichtigt.

Die Vorräte werden im Zugangszeitpunkt zu Anschaffungskosten zuzüglich Anschaffungsnebenkosten angesetzt. Die Ermittlung der Anschaffungskosten erfolgt dabei grundsätzlich nach der gewogenen Durchschnittskostenmethode. Der Bewertung der Vorräte zum Abschlussstichtag liegt der niedrigere Betrag aus gewogenem Durchschnittswert und Nettoveräußerungswert zugrunde.

MEDION hat erstmalig den Standard IFRS 9 "Finanzinstrumente" zum 1. April 2018 angewendet. Durch IFRS 9 haben sich insbesondere die Klassifizierungs- und Bewertungsvorschriften zu finanziellen Vermögenswerten geändert. Die Klassifizierung von finanziellen Vermögenswerten richtet sich nach dem Geschäftsmodell zur Steuerung und den Eigenschaften der Zahlungsströme der finanziellen Vermögenswerte. Sämtliche finanzielle Vermögenswerte von MEDION werden nach dem Geschäftsmodell "Halten" gesteuert und die zugrundeliegenden Zahlungsströme führen ausschließlich zu Tilgungs- und Zinszahlungen, sodass die Bilanzierung dieser finanziellen Vermögenswerte unverändert zu fortgeführten Anschaffungskosten erfolgt.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Forderungen gegen verbundene Unternehmen werden als finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Die fortgeführten Anschaffungskosten berechnen sich aus dem Rechnungsbetrag abzüglich Wertberichtigungen. Nach IFRS 9 sind nicht mehr wie bisher nur eingetretene Kreditverluste, sondern auch zukünftig erwartete Kreditverluste zu erfassen. MEDION wendet zur Ermittlung der erwarteten Kreditverluste das sogenannte vereinfachte Modell an und berechnet diese über die Gesamtrestlaufzeit der Forderungen. Die erwarteten Ausfallquoten werden dabei anhand von Ratinginformationen abgeleitet. Durch die erstmalige Anwendung ergab sich zum 1. April 2018 ein Umstellungseffekt von € 2,1 Mio. (nach latenten Steuern), welcher in den Gewinnrücklagen ausgewiesen wird. Darüber hinaus werden Wertberichtigungen für wesentliche Forderungen einer Einzelbetrachtung unterzogen, wenn objektive Hinweise für eine Wertminderung vorliegen. Die Wertberichtigungen werden über Wertberichtigungskonten gebucht und unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen. Sobald eine Forderung uneinbringlich wird, erfolgt ihre Ausbuchung und die Entlastung des Wertberichtigungskontos.

Im Rahmen von Asset-Backed-Security-Transaktionen (ABS-Transaktionen) werden finanzielle Vermögenswerte verkauft. Die Risiken werden in Form von Kaufpreisabschlägen berücksichtigt. Die Abschläge betreffen Risiken für Verwässerung, Transaktionskosten und Bonität. Da die Voraussetzungen gemäß IFRS 9 3.2.6 (b) für einen Abgang der Forderungen nicht vorliegen, werden die in die ABS-Transaktionen einbezogenen finanziellen Vermögenswerte weiterhin bei der Gesellschaft bilanziert.

Sonstige Vermögenswerte werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Berücksichtigung betriebswirtschaftlich notwendiger Wertberichtigungen, die den erwarteten Ausfallrisiken hinreichend

142 | 9.1 Allgemeine Angaben zum Konzernabschluss

Rechnung tragen, bewertet. Soweit es sich um finanzielle Vermögenswerte (Finanzinstrumente) handelt, werden diese gemäß IFRS 9 der Kategorie zu fortgeführten Anschaffungskosten zugeordnet.

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beinhalten Barmittel, Schecks und Guthaben bei Kreditinstituten mit originären Restlaufzeiten von bis zu drei Monaten. Die Bewertung erfolgt zu Nominalwerten, im Falle von Fremdwährungsposten zum Fair Value.

Fremdkapitalkosten werden mangels Anschaffung qualifizierter Vermögenswerte und der Eigenkapitalausstattung der Gesellschaft nicht aktiviert.

Die Pensionsrückstellungen bestehen für Versorgungszusagen an Vorstandsmitglieder. Die Gesellschaft verpflichtet sich zur Zahlung von Ruhegeld nach Maßgabe der nachfolgenden Bestimmungen. Das jeweilige Vorstandsmitglied hat aufgrund einer unverfallbaren Anwartschaft Anspruch auf eine lebenslängliche Pension, wenn es nach Vollendung des 60. Lebensjahres oder infolge dauernder Dienstunfähigkeit und wegen Beendigung des Anstellungsverhältnisses bei der Gesellschaft ausscheidet.

Das monatliche Ruhegeld beträgt 30 % des im Durchschnitt der letzten drei Jahre des Anstellungsvertrages vor Beginn des Ruhestandes bezogenen festen Monatsgehaltes und erhöht sich für jedes vollendete Dienstjahr, gerechnet ab dem 17. September 1998, als Vorstandsmitglied der Gesellschaft um 20/27 % dieses Monatsgehaltes bis zu einer für die Vorstandsmitglieder individuell festgelegten maximalen Höhe.

Pensionsrückstellungen werden nach versicherungsmathematischen Methoden gemäß IAS 19 nach dem Anwartschafts-Barwertverfahren berechnet. Hiernach werden sowohl die zum Abschlussstichtag erworbenen Anwartschaften als auch künftig erwartete Steigerungen von Gehältern und Renten berücksichtigt. Die im Berichtsjahr auftretenden versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste werden gemäß IAS 19.120C erfolgsneutral im Eigenkapital verrechnet. Im Rahmen der Berechnung wird auf die "Richttafeln 2018 G" (Vorjahr: Richttafeln 2005 G) von Prof. Dr. Klaus Heubeck zurückgegriffen.

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und übrige Verbindlichkeiten werden zu ihren Erfüllungsbeträgen – Fremdwährungsposten werden mit dem Stichtagskurs umgerechnet – ausgewiesen.

Sonstige Rückstellungen werden gemäß IAS 37 gebildet, soweit rechtliche oder faktische Verpflichtungen gegenüber Dritten bestehen, die auf zurückliegenden Geschäftsvorfällen oder Ereignissen beruhen und wahrscheinlich zu Vermögensabflüssen führen. Die Höhe der Rückstellungen wird durch bestmögliche Schätzung der zur Erfüllung der Verpflichtungen erforderlichen Ausgaben ermittelt. Damit beruht die Beurteilung der Wahrscheinlichkeit, dass ein anhängiges Verfahren Erfolg hat oder die Quantifizierung der möglichen Höhe der Zahlungsverpflichtung auf der Einschätzung der jeweiligen Situation. Wegen der mit dieser Beurteilung verbundenen Unsicherheit können die tatsächlichen Verluste gegebenenfalls von den ursprünglichen Schätzungen und damit von dem Rückstellungsbetrag abweichen. Zudem können sich Schätzungen aufgrund neuer Informationen ändern und sich gegebenenfalls erheblich auf die künftige Ertragslage auswirken.

Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten (Finanzinstrumente), die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, sind in eine der drei folgenden Hierarchiestufen einzuordnen:

  • Auf aktiven Märkten notierte (unverändert übernommene) Preise für identische Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten (Stufe 1),
  • für den Vermögenswert oder die Verbindlichkeit entweder direkt (als Preise) oder indirekt (von Preisen abgeleitete) beobachtbare Inputdaten, die keine notierten Preise nach Stufe 1 darstellen (Stufe 2),
  • für den Vermögenswert oder die Verbindlichkeit herangezogene Inputdaten, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren (nicht beobachtbare Inputdaten) (Stufe 3).

Die MEDION AG verwendet derivative Finanzinstrumente, um Marktrisiken aus Wechselkursschwankungen bei den Einkaufsgeschäften, die im Wesentlichen in US-Dollar abgewickelt werden, zu reduzieren. Dazu schließt die Gesellschaft zum Zeitpunkt des Abschlusses des Einkaufskontraktes Kurssicherungsgeschäfte in Form von Devisentermingeschäften ab. Diese entsprechen bezüglich Laufzeit und Betragshöhe im Wesentlichen den zugrundeliegenden Einkaufsgeschäften. Die von MEDION eingesetzten Devisentermingeschäfte erfüllen die Voraussetzungen nach IFRS 9 für die Anwendung von Cashflow Hedge Accounting. Die Neu-Regelungen zum Hedge Accounting, die u.a. ein Wahlrecht zur Designation von Komponenten vorsehen, werden durch MEDION prospektiv auf alle neu im Geschäftsjahr 2018/2019 abgeschlossenen Sicherungsbeziehungen angewendet. Im Rahmen der Abbildung der neuen Sicherungsbeziehungen wird ausschließlich die Kassaveränderung designiert und bis zur Lieferung des Grundgeschäfts erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis ausgewiesen. Die Terminkomponente und der Währungsbasis-Spread sind von der Sicherungsbeziehung ausgeschlossen und werden direkt erfolgswirksam im Zinsergebnis erfasst. Da die Finanzinstrumente ausschließlich zur Kurssicherung der bei den Einkaufsgeschäften zugrunde gelegten Kalkulationskurse dienen, werden die aus der Währungsumrechnung und der Währungssicherung durch Devisentermingeschäfte entstehenden Erträge und Aufwendungen im Materialaufwand erfasst. Die Devisentermingeschäfte werden mit dem beizulegenden Zeitwert zum Abschlussstichtag in der Bilanz angesetzt (Stufe 2).

Weiterhin werden Devisenswaps mit einer kurzen Laufzeit eingesetzt, um Abweichungen zwischen den geplanten und tatsächlichen Fremdwährungszahlungsströmen Rechnung zu tragen. Die Derivate mit einem negativen Marktwert werden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert in der Bilanz angesetzt (Stufe 2).

Die beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente werden mit marktüblichen Bewertungsmethoden (Discounted-Cash-Flow-Methode) unter Berücksichtigung der am Bewertungsstichtag vorliegenden Marktdaten (Marktwerte) vom Konzerntreasury ermittelt. Devisenkontrakte werden einzeln auf Basis des Austauschbetrages mit den aktuellen Marktterminkursen am Abschlussstichtag im Vergleich zu den vereinbarten Termin- und Kontraktkursen bewertet. Die Marktterminkurse richten sich nach den Kassakursen unter Berücksichtigung von Terminauf- und -abschlägen.

Ansatz und Ausbuchung von finanziellen Vermögenswerten erfolgen zum Erfüllungszeitpunkt.

Eigene Aktien werden mit ihren Anschaffungskosten bewertet und gemäß IAS 32.33 im Eigenkapital als Abzugsposten ausgewiesen. Die eigenen Aktien stellen nach IAS 32.11 keinen finanziellen Vermögenswert dar.

Die Umsatzerlöse aus dem Verkauf von physischen Produkten werden zum Zeitpunkt des Gefahrenüberganges erfolgswirksam erfasst. Die Umsätze werden abzüglich Retouren, Skonti sowie umsatzabhängiger Boni und anderer Erlösschmälerungen ausgewiesen. Erlöse für digitale Dienstleistungen oder Produkte werden zum Zeitpunkt des Überganges der Verfügungsgewalt vereinnahmt. Dabei erfassen wir diese Umsätze abhängig von der Stellung als Prinzipal oder Agent. Im Falle der Prinzipalstellung wird der erzielte Erlös als Umsatz erfasst, während im Falle der Agentenstellung im Wesentlichen das erzielte Nettoentgelt als Umsatz ausgewiesen wird. Variable Gegenleistungen werden erfasst, sofern eine hohe Wahrscheinlichkeit dafür besteht, dass es bei ihrem tatsächlichen Eintreten nicht zu einer wesentlichen Stornierung von Umsatzerlösen kommt.

Die Ertragsteuern und daraus resultierende Forderungen oder Erstattungsansprüche sowie Verpflichtungen enthalten sowohl die unmittelbar zu entrichtenden Steuern vom Einkommen und vom Ertrag, Steuerumlagen aufgrund des Steuerumlagevertrages der MEDION AG mit der Organträgerin Lenovo Germany Holding GmbH als auch latente Steuern. In den Steuerforderungen werden als sicher einzustufende Ansprüche gegen die Finanzverwaltung berücksichtigt. Steuerrückstellungen sowie Steuerverbindlichkeiten werden in Höhe des erwarteten Zahlungsmittelabflusses erfasst. Latente Steuern werden gemäß der bilanzorientierten Verbindlichkeitsmethode gebildet. Soweit hiernach temporäre Differenzen aus der unterschiedlichen Behandlung bestimmter Bilanzposten zwischen dem IFRS Konzernabschluss und dem steuerlichen Abschluss vorliegen, führen diese zum Ansatz von aktiven und/oder passiven latenten Steuern. Aktive latente Steuern (auch auf Verlustvorträge) werden aktiviert, sofern damit gerechnet werden kann, dass diese in den zukünftigen Perioden voraussichtlich durch ein ausreichend zur Verfügung stehendes steuerliches Einkommen auch genutzt werden können. Für die Bewertung der latenten Steuern werden die Steuersätze zum Realisationszeitpunkt zugrunde gelegt, die auf Basis der aktuellen Rechtslage in den einzelnen Ländern zum Bilanzstichtag gelten. Aktive latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge der MEDION AG werden aufgrund des bestehenden Gewinnabführungsvertrages nicht mehr gebildet. Eine Abzinsung aktiver und passiver latenter Steuern wird entsprechend den Regelungen des IAS 12 nicht vorgenommen. Der Berechnung von tatsächlichen und latenten Steuern liegen Beurteilungen und Schätzungen der Gesellschaften/ des Konzerns zugrunde. Weichen die tatsächlichen Ereignisse von diesen Schätzungen ab, könnte dies sowohl positive als auch nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des MEDION-Konzerns haben.

MEDION ist kein Leasinggeber. In geringem Umfang unterhält die Gesellschaft Operate-Lease-Verträge im Bereich Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie PKWs.

9.1.6 Verwendung von Annahmen und Schätzungen

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind Annahmen getroffen und Schätzungen verwendet worden, die sich auf den Ausweis und die Höhe der bilanzierten Vermögenswerte, Schulden, Erträge und Aufwendungen ausgewirkt haben. Diese Annahmen und Schätzungen beziehen sich im Wesentlichen auf die konzerneinheitliche Festlegung wirtschaftlicher Nutzungsdauern, die Bewertung von Vorräten und Forderungen gegen verbundene Unternehmen, Rückstellungen, die Realisierbarkeit von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die Realisierbarkeit zukünftiger Steuerentlastungen und auf die Beurteilung, ob eine Agenten- oder Prinzipalstellung beim jeweiligen Geschäftsmodell vorliegt. Die tatsächlichen Werte können in Einzelfällen von den getroffenen Annahmen und Schätzungen abweichen. Änderungen werden zum Zeitpunkt einer besseren Erkenntnis erfolgswirksam berücksichtigt.

9.1.7 Kapitalmanagement

Ziele der Kapitalmanagementstrategie von MEDION sind die Sicherung des Geschäftsbetriebes, die Steigerung des Unternehmenswertes und die Schaffung einer soliden Kapitalbasis zur Finanzierung des zukünftigen Wachstums.

Dazu arbeitet MEDION auch mit dem Bereich Kapitalmanagement bei Lenovo zusammen.

Die seit Jahren bestehende Bilanzstruktur mit einer um 50 % liegenden Eigenkapitalquote, keinen langfristigen Bankverbindlichkeiten und der Möglichkeit eines zeitlich begrenzten Fremdkapitaleinsatzes (Aval-Linien) für das Projektgeschäft soll dabei erhalten bleiben.

Im Segment Direktgeschäft wird aufgrund der Struktur des Geschäftes unverändert zu den Vorjahren kein Fremdkapital eingesetzt. MEDION hat mit Ausnahme von ABS-Transaktionen keine Anleihen oder sonstige Fremdkapitalinstrumente begeben und plant auch nicht, solche zu begeben. Die überschüssigen Barmittel werden unter Beachtung einer strengen Risikoallokation im Lenovo-Konzern befristet angelegt.

9.1.8 ABS-Transaktionen

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden ABS-Vereinbarungen über monatlich revolvierende Verkäufe für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abgeschlossen. Da die wesentlichen Risiken (Kreditrisiken und Spätzahlungsrisiken) und Chancen bei der MEDION AG verblieben sind, führte dies nicht zum bilanziellen Abgang der verkauften Forderungen. Zum Bilanzstichtag sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von T€ 89.811 (Vorjahr: T€ 99.250) verkauft worden. MEDION hat im Rahmen eines Kreditgeschäftes vom Erwerber T€ 71.849 (Vorjahr: T€ 79.400) vereinnahmt, die unter den sonstigen kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten gezeigt werden. In Höhe von T€ 17.962 (Vorjahr: T€ 19.850) besteht hinsichtlich des Erwerbes noch ein Rückbehalt, der abhängig vom Zahlungseingang beim Erwerber an MEDION ausgezahlt wird. Die Einbehalte aus ABS-Transaktionen beziehen sich auf kalkulatorische Kaufpreisabschläge für Verwässerung, Transaktionskosten sowie einen Abschlag für Bonitätsrisiken. Die Abrechnung erfolgt jeweils nach Ende einer Transaktion.

9.2 Erläuterung zu den Posten der Gewinn- und Verlustrechnung und der Bilanz

9.2.1 Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

(1) Die Umsatzerlöse setzen sich nach Regionen wie folgt zusammen:

Werte in T€ 2018/2019 2017/2018
Deutschland 450.711 509.053
Europa 174.853 204.100
Übriges Ausland 116.006 125.933
741.570 839.086

Die Umsatzerlöse in Deutschland und Europa resultieren überwiegend aus dem Projektgeschäft, die Umsatzerlöse im übrigen Ausland überwiegend aus dem Direktgeschäft.

Die Umsatzerlöse nach ihren Erlösquellen stellen sich wie folgt dar:

Werte in T€ 2018/2019 2017/2018
Umsätze aus dem Verkauf von Gütern 485.514 588.354
Erlöse aus Dienstleistungen 256.056 250.732
741.570 839.086

Die Erlöse aus dem Verkauf von Gütern werden überwiegend im Segment Projektgeschäft erzielt, die Erlöse aus Dienstleistungen ausschließlich im Segement Direktgeschäft bzw. als Konzerndienstleistungen unter Sonstige.

(2) Die sonstigen betrieblichen Erträge setzen sich wie folgt zusammen:

Werte in T€ 2018/2019 2017/2018
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 2.146 811
Erträge aus Schadenersatz/Versicherungserstattungen 1.119 598
Periodenfremde Erträge 977 2.655
Erträge aus Sachbezügen 863 879
Übrige 405 534
5.510 5.477
  • (3) Bei den Materialaufwendungen handelt es sich um die Aufwendungen für die Beschaffung oder Lohnfertigung in den Bereichen PC/Multimedia und Unterhaltungselektronik/ Dienstleistungen einschließlich der Anschaffungsnebenkosten und der bezogenen Leistungen.
  • (4) Die Personalaufwendungen setzen sich aus folgenden Posten zusammen:
Werte in T€ 2018/2019 2017/2018
Löhne und Gehälter 51.053 50.398
Soziale Abgaben 8.350 8.149
Aufwendungen für Altersversorgung 459 441
59.862 58.988

Im Geschäftsjahr 2018/2019 betrug die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter 1.060,2 (Vorjahr: 1.086,8).

Bezogen auf Vollzeitäquivalente entwickelte sich die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter wie folgt:

Mitarbeiter nach
Gruppen
2018/2019 2017/2018
Service 423 469
Vertrieb 423 426
Verwaltung 170 148
1.016 1.043

(5) Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:

Werte in T€ 2018/2019 2017/2018
Vertriebsaufwendungen 93.365 90.816
Verwaltungsaufwendungen 22.645 24.005
Betriebsaufwendungen 3.422 3.473
Übrige Aufwendungen 5.111 1.979
124.543 120.273

Der wesentliche Posten unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind die Vertriebsaufwendungen, die sich wie folgt aufgliedern:

Werte in T€ 2018/2019 2017/2018
Werbe-/Messekosten, Marketing 36.412 32.255
Aufwendungen für Kundenservice 18.881 28.359
Vertriebsprovisionen 12.844 6.168
Frachtkosten 8.778 9.079
Übrige 16.450 14.955
93.365 90.816

Der Anstieg der Vertriebsaufwendungen lässt sich im Wesentlichen durch gestiegene Vertriebsprovisionen aus dem Direktgeschäft sowie Marketingaufwendungen erklären. Weiterhin rückläufig sind die Aufwendungen für Kundenservice. Der Rückgang resultiert hauptsächlichh aus der Reduzierung der Dienstleistungen an den Lenovo-Konzern.

Die Verwaltungsaufwendungen lassen sich wie folgt aufgliedern:

Werte in T€ 2018/2019 2017/2018
Aufwendungen für IT 11.638 10.714
Rechts- und Beratungskosten 3.793 5.219
Externe Dienstleistungen 2.239 2.219
Nebenkosten des Geldverkehrs 2.015 1.963
Versicherungen und Beiträge 1.714 2.691
Kommunikation 577 617
Übrige 669 582
22.645 24.005

Die innerhalb der Verwaltungsaufwendungen erfassten Honorare für den Abschlussprüfer gliedern sich wie folgt:

Werte in T€ 2018/2019 2017/2018
Abschlussprüfungsleistungen 368 308
Steuerberatungsleistungen - -
Andere Bestätigungsleistungen - -
Sonstige Leistungen 50 60
418 368

In den Abschlussprüfungsleistungen sind auch Leistungen im Zusammenhang mit der DPR-Prüfung für den Konzernabschluss 2016/2017 enthalten. Die sonstigen Leistungen betreffen die prüfungsnahe Beratung bei der Einführung und Umsetzung von IFRS 9.

Die Betriebsaufwendungen lassen sich wie folgt aufgliedern:

Werte in T€ 2018/2019 2017/2018
Mieten und Leasing 1.385 1.420
Mietnebenkosten 736 777
Reparaturen 706 675
Übrige Betriebsaufwendungen 595 601
3.422 3.473

Die übrigen Aufwendungen beinhalten folgende Sachverhalte:

Werte in T€ 2018/2019 2017/2018
sonstige Steuern 3.153 184
Wertberichtigungen auf Forderungen 1.487 230
Periodenfremde Aufwendungen 381 246
Vertragsstrafen 192 303
Kursdifferenzen 152 165
Auflösung/Zuführung zu Rückstellungen -508 543
Übrige 254 308
5.111 1.979

(6) Das Finanzergebnis stellt sich wie folgt dar:

Werte in T€ 2018/2019 2017/2018
Finanzierungserträge 1.675 562
Finanzierungsaufwendungen -700 -855
975 -293

Ab dem Geschäftsjahr 2018/2019 werden im Finanzergebnis erstmalig Zinserträge/-aufwendungen aus dem IFRS 9 (Fair Value Bewertung) dargestellt. Für das aktuelle Geschäftsjahr werden hier Zinserträge in Höhe von T€ 732 ausgewiesen.

Die Zinserträge sind mit Ausnahme von abgegrenzten Zinserträgen in Höhe von T€ 66 (Vorjahr: T€ 320) sowie dem o.g. Zinseffekt aus der Fair Value-Bewertung in Höhe von T€ 732 im Berichtsjahr zahlungswirksam geworden.

Die Zinsaufwendungen sowie die Finanzierungskosten sind mit Ausnahme der abgegrenzten Zinsaufwendungen in Höhe von T€ 17 (Vorjahr: T€ 67) und des Zinseffektes aus der Bewertung der Pensionsrückstellung in Höhe von von T€ 192 (Vorjahr: T€ 203) im Berichtsjahr zahlungswirksam geworden.

Der Gesamtzinsertrag und -aufwand für nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente entspricht im Wesentlichen dem genannten Zinsertrag und Zinsaufwand.

Im Zusammenhang mit den Bewertungskategorien nach IFRS 9 ergibt sich das folgende Nettofinanzergebnis:

Werte in T€ 2018/2019 2017/2018
Finanzielle Vermögenswerte 1.381 440
davon zu fortgeführten Anschaffungskosten 649 440
davon zum beizulegenden Zeitwert 732 -
Finanzielle Verbindlichkeiten -4 -5
davon zu fortgeführten Anschaffungskosten -4 -5
davon zum beizulegenden Zeitwert - -
1.377 435

Das Nettofinanzergebnis gem. IFRS 7 umfasst im Wesentlichen Zinsen, Dividenden und Ergebnisse aus der Bewertung von Finanzinstrumenten zum beizulegenden Zeitwert.

(7) Die Ertragsteuern (-/+ Aufwand/Ertrag) setzen sich wie folgt zusammen:

Werte in T€ 2018/2019 2017/2018
MEDION AG
Körperschaftsteuer/Solidaritätszuschlag/Gewerbesteuer -3.751 -11.162
davon: Umlage vom Organträger lfd. Jahr -2.976 -6.389
davon: Umlage vom Organträger Vorjahre - -3.998
Körperschaftsteuer/Solidaritätszuschlag Vorjahre -1 -150
Gewerbesteuer Vorjahre -1 -
-3.753 -11.312
MEDION Australia -4.101 -2.639
AMS -191 -202
MEDION AT -49 -162
MSG -97 -104
MSSG -75 -10
MEDION NL -77 -67
MEDION France -46 -67
MEDION Schweiz -43 -53
MEDION UK -41 -51
MEDION AP -15 -30
MEDION Iberia -9 -7
MEDION Nordic -15 -
Übrige -24 -13
Latente Steuern 2.079 8.026
-6.457 -6.691

Die folgende Tabelle zeigt die Überleitung vom theoretisch erwarteten Steueraufwand zum tatsächlichen Ertragsteueraufwand gemäß IAS 12.79 ff.:

Werte in T€ 2018/2019 2017/2018
Konzernergebnis vor Ertragsteuern 36.223 37.901
Konzern-Steuersatz in % 32,28 32,28
Erwartete Steuer -11.693 -12.234
Steuern auf nicht abzugsfähige Betriebsausgaben -56 -28
Steuererträge/-aufwendungen für Vorjahre -8 -4.320
Effekte aus Gewinnabführungsvertrag 1.795 3.047
Steuern auf Beteiligungsergebnisse -10 -10
Latenter Steueraufwand/-ertrag Vorjahre 3.266 6.752
Differenzen aus unterschiedlichen Steuersätzen 249 102
Tatsächlicher Ertragsteueraufwand -6.457 -6.691
Tatsächlicher Ertragsteuersatz in % 17,83 17,66

Der Konzernsteuersatz von 32,28 % errechnet sich aus der Gewerbesteuerbelastung von 16,45 %, der Körperschaftsteuer von 15,0 % und einem Solidaritätszuschlag von 5,5 %.

Die latenten Steuern (-/+ Aufwand/Ertrag) haben sich wie folgt entwickelt:

Werte in T€ 2018/2019 2017/2018
Latenter Steuerertrag (+) /-aufwand (-) 2.079 8.026
davon aus:
Temporären Differenzen 2.079 8.026
2.079 8.026

Zum Abschlussstichtag verfügt der MEDION-Konzern über inländische körperschaftsteuerliche Verlustvorträge in Höhe von T€ 2.848 (Vorjahr: T€ 2.848) und gewerbesteuerliche Verlustvorträge von T€ 2.125 (Vorjahr: T€ 2.125) sowie ausländische Verlustvorträge in der MEDION USA von T€ 5.932 (Vorjahr: T€ 5.780) zur Verrechnung mit zukünftigen Gewinnen. Die Verluste sind zeitlich unbegrenzt verrechenbar.

Latente Steuern auf die Verlustvorträge der MEDION AG wurden nicht gebildet, da diese während der Laufzeit des Gewinnabführungsvertrages nicht nutzbar sind. Für MEDION USA werden ebenfalls keine latenten Steuern gebildet, da kein ausreichend positives steuerliches Ergebnis erwartet wird.

Für steuerpflichtige Differenzen zwischen dem Nettovermögen und dem steuerlichen Buchwert von Tochterunternehmen in Höhe von T€ 790 (Vorjahr: T€ 364) wurden keine latenten Steuerverbindlichkeiten angesetzt, da die MEDION AG in der Lage ist, den zeitlichen Verlauf der Auflösung der temporären Differenzen zu steuern und mit einer Umkehr der temporären Differenzen in naher Zukunft nicht zu rechnen ist.

Die latenten Steuern entfallen auf folgende wesentliche Bilanzposten:

aktivisch passivisch aktivisch passivisch
Werte in T€ 31.03.2019 31.03.2018
Cashflow-Hedges - 455 146 -
davon aus erfolgsneutraler Verrechnung
im Eigenkapital
- (232) (76) -
Pensionsrückstellungen 2.054 - 1.628 -
davon aus erfolgsneutraler Verrechnung
im Eigenkapital
(1.377) - (1.036) -
Übrige Rückstellungen 10.169 - 7.656 -
Vorräte und Forderungen 2.533 - 1.686 -
davon aus erfolgsneutraler Verrechnung
im Eigenkapital
(1.014) - - -
Anlagevermögen 609 8 655 20
15.365 463 11.771 20

Die auf Pensionsrückstellungen entfallenden latenten Steuern werden sich voraussichtlich in einem Zeitraum von mehr als einem Jahr umkehren. Auf das Anlagevermögen entfallen latente Steuern in Höhe von T€ 495 sowie auf übrige Rückstellungen in Höhe von T€ 636, die sich voraussichtlich in einem Zeitraum von mehr als einem Jahr umkehren werden.

9.2.2 Angaben zur Bilanz

Langfristige Vermögenswerte

  • (8) Das Gesamtinvestitionsvolumen im Bereich des Sachanlagevermögens belief sich in 2018/2019 auf T€ 436 (Vorjahr: T€ 1.303), wobei ein Großteil in Hardware, Gebäude, Bauten und Büroausstattung investiert wurde.
  • (9) Die Zugänge im Bereich der immateriellen Vermögenswerte von insgesamt T€ 837 (Vorjahr: T€ 3.175) betreffen externe Entwicklungs- und Softwarekosten für verschiedene Softwareentwicklungsprojekte insbesondere für das Direktgeschäft.
  • (10) Als Beteiligungen werden die nicht konsolidierten Unternehmen ausgewiesen.

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Konzernanlagevermögens ist dem Konzernanlagenspiegel auf den Seiten 168 - 169 zu entnehmen.

Kurzfristige Vermögenswerte

(11) Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen setzen sich wie folgt zusammen:

Werte in T€ 31.03.2019 31.03.2018
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 176.912 182.674
Wertberichtigungen/Risikovorsorge -1.254 -668
175.658 182.006

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bestehen im Wesentlichen gegen international tätige Handelskonzerne.

(12) Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen bestehen im Wesentlichen gegen die Lenovo PC Hong Kong Ltd., Hong Kong, aus der Bereitstellung von liquiden Mitteln sowie aus erweiterten Dienstleistungen im Rahmen des Kundenservice.

Werte in T€ 31.03.2019 31.03.2018
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 236.497 225.814
Risikovorsorge -3.627 -
232.870 225.814

(13) Die sonstigen kurz- und langfristigen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:

gesamt davon
kurzfristig
gesamt davon
kurzfristig
Werte in T€ 31.03.2019 31.03.2018
a)
Finanzielle Vermögenswerte
Ausstehende Lieferantengutschriften 38.135 38.135 29.235 29.235
Derivate mit Sicherungsbeziehung 1.098 1.098 128 128
Derivate ohne Sicherungsbeziehung 1.024 1.024 3 3
Ausgereichte Darlehen 1.340 753 1.258 870
Übrige finanzielle Vermögenswerte/Wertberichtigung -1.030 -1.060 -997 -1.028
40.567 39.950 29.627 29.208
b)
Übrige Vermögenswerte
Sonstige Steuerforderungen 2.078 2.078 2.028 2.028
Rechnungsabgrenzungsposten 4.888 4.829 4.222 4.136
Übrige - - - -
6.966 6.907 6.250 6.164
47.533 46.857 35.877 35.372

Die ausstehenden Lieferantengutschriften betreffen noch erwartete Preisgutschriften für gelieferte Produkte sowie Ansprüche aus der Abwicklung von Defektmaterialien. In den Rechnungsabgrenzungsposten werden im Wesentlichen Lizenzgebühren, Servicekosten sowie Wartungs- und Mietvorauszahlungen ausgewiesen.

Der Buchwert der finanziellen Vermögenswerte hat sich wie folgt entwickelt:

Werte in T€ 31.03.2019 31.03.2018
Finanzielle Vermögenswerte 41.905 30.952
Wertberichtigungen -1.338 -1.325
40.567 29.627

Die nicht wertberichtigten sonstigen finanziellen Vermögenswerte weisen keine Überfälligkeiten auf.

Die Entwicklung der Risikovorsorge der finanziellen Vermögenswerte setzt sich wie folgt zusammen:

Werte in T€ Einzelwert
berichtigungen
Erwartete Kredit
verluste
Gesamt
Stand 1. April 2018 1.993 3.139 5.132
Zuführungen 524 3.481 4.005
Inanspruchnahmen -18 - -18
Auflösungen -37 -2.863 -2.900
Endbestand 31. März 2019 2.462 3.757 6.219

Die Wertberichtigungen betreffen Einzelwertberichtigungen sowie Wertberichtigungen auf Portfoliobasis.

Werte in T€ Buchwert vor
Wertminderung
Wertminderung
am 31.03.2019
erwartete Ausfall
rate in %
A-Kunden 132.548 109 0,230%
B-Kunden 38.330 20 0,150%
C-Kunden 6.033 1 0,004%
Lenovo 16.462 107 1,550%
Lenovo Darlehen 220.035 3.520 1,600%
Summe 413.408 3.757 0,909%

Es wird eine Risikovorsorge für die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie den Forderungen gegen verbundene Unternehmen vorgenommen. Für kreditversicherte Forderungen und Forderungen, die im Rahmen von ABS-Transaktionen veräußert werden, werden keiner Risikovorsorge unterworfen. Die Aufwendungen für diese erwarteten Kreditverluste werden in den übrigen Aufwendungen ausgewiesen.

Hinsichtlich der nicht wertberichtigten und der noch nicht fälligen und überfälligen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen lagen zum Abschlussstichtag keine Anhaltspunkte vor, die darauf hindeuteten, dass die Schuldner ihren Verpflichtungen nicht nachkommen werden. Forderungen mit einer Überfälligkeit von mehr als 90 Tagen resultieren im Wesentlichen aus abweichenden Liefer- und Verrechnungsprozessen mit Dienstleistern, vorrangig im Bereich des Kundenservice, mit denen aufgrund einer Vielzahl von kleinteiligen Warenbewegungen vierteljährliche oder jährliche Abrechnungen erfolgen. Darüber hinaus sind Forderungen aus Jahresvereinbarungen mit Lieferanten enthalten, die ebenfalls nur viertel-, halb- oder sogar jährliche Abrechnungszyklen haben.

Die Aufwendungen für die vollständige Ausbuchung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beliefen sich auf T€ 228 (Vorjahr: T€ 167). Erträge aus bereits ausgebuchten Forderungen waren von untergeordneter Bedeutung.

Forderungsverluste sind innerhalb der sonstigen betrieblichen Aufwendungen unter den übrigen Aufwendungen ausgewiesen.

(14) Die Vorräte betreffen im Wesentlichen bei fremden Lagerhaltern und Spediteuren gelagerte Handelswaren für größtenteils fest disponierte Projektaufträge, schwimmende Waren sowie Service- und Retourenwaren.

Die Vorräte gliedern sich wie folgt auf:

Werte in T€ 31.03.2019 31.03.2018
Produktivbestände 92.815 93.098
Servicewaren 9.341 14.265
Retouren-/Remarketingbestände 5.296 6.146
Direct Sales 23.649 30.165
131.101 143.674

Die Vorräte betreffen mit T€ 73.206 (Vorjahr: T€ 90.930) PC/Multimedia, mit T€ 40.772 (Vorjahr: T€ 39.117) Unterhaltungselektronik/Servicewaren und mit T€ 17.123(Vorjahr: T€ 13.627) digitale Produkte wie PINs und Voucher.

Zum Abschlussstichtag sind in den Vorräten die folgenden Abwertungen enthalten:

Werte in T€ 31.03.2019 31.03.2018
Auf Retouren-, Service- und Remarketingwaren 14.270 16.971
Auf Produktivbestände/Direct Sales 5.034 3.610
19.304 20.581

(15) Eigenkapital

Das Grundkapital beträgt zum Abschlussstichtag unverändert € 48.418.400,00. Es ist in 48.418.400 nennwertlose Stückaktien mit einem anteiligen Betrag am gezeichneten Kapital von je € 1,00 eingeteilt. Die Aktien sind voll eingezahlt. Zum Abschlussstichtag befanden sich 44.681.430 Aktien (31. März 2018: 44.681.430 Aktien) im Umlauf.

Die durch die Hauptversammlungen vom 11. Mai 2007 und vom 14. Mai 2008 erteilten und zuletzt durch die Hauptversammlung vom 15. Mai 2009 bis zum 12. November 2010 befristete Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien gem. § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG bis zu 10 % des Grundkapitals ist teilweise wie folgt ausgenutzt:

Gründe des Er
werbs:
Hauptversamm
lungsbeschluss
vom
Zeitpunkt des
Erwerbs
Anteil des
Grundkapitals
Anschaffungs
kosten (€)
Anzahl der
Aktien/Betrag des
Grundkapitals (€)
Rückkauf
programm
11. Mai 2007 2007 3,45% 25.788.127 1.670.551 I
11. Mai 2007 2008 1,55% 12.094.224 750.369 I
5,00% 37.882.351 2.420.920 I
14. Mai 2008 2008 1,00% 3.645.833 484.184 II
14. Mai 2008 2008 0,55% 1.496.018 264.000 III
14. Mai 2008 2009 1,45% 4.213.491 704.368 III
2,00% 5.709.509 968.368 III
8,00% 47.237.693 3.873.472

Das erste Rückkaufprogramm wurde vom 5. Juli 2007 bis zum 21. Februar 2008 ausgeübt. Im Rahmen des zweiten Rückkaufprogramms wurden Anteile in der Zeit vom 23. September bis zum 13. November 2008 erworben. Das dritte Rückkaufprogramm wurde in der Zeit vom 4. Dezember 2008 bis zum 12. März 2009 durchgeführt.

Im Rahmen aktienbasierter Vergütung wurden insgesamt 136.502 Aktien in früheren Geschäftsjahren (zuletzt im Geschäftsjahr 2011) verwendet. Infolgedessen beträgt der Bestand eigener Aktien per 31. März 2019 unverändert zum Vorjahresstichtag 3.736.970 Aktien (7,72 % vom Grundkapital).

Direkt im Eigenkapital erfasste Erträge und Aufwendungen und Rücklagen

Die Kapitalrücklage in Höhe von T€ 142.068 beinhaltet vor allem das Agio aus Kapitalerhöhungen seit Gründung der MEDION AG.

158 | 9.2 Erläuterung zu den Posten der Gewinn- und Verlustrechnung und der Bilanz

Die Gewinnrücklagen beinhalten thesaurierte Ergebnisse der Vorjahre sowie die Effekte aus der Erstanwendung von IFRS 2 in 2005 in Höhe von unverändert T€ -3.341, sowie die aus der Neubewertung von leistungsorientierten Pensionsplänen erfassten Beträge.

Im Geschäftsjahr 2018/2019 erfolgte keine Ausschüttung aus dem Eigenkapital. Es erfolgte eine Ergebnisabführung in Höhe von € 17,0 Mio. an die Lenovo Germany Holding GmbH aufgrund des bestehenden Gewinnabführungsvertrages.

Daneben haben T€ 510 Währungsumrechnungsdifferenzen das Eigenkapital erhöht (Vorjahr: Reduzierung um T€ 1.724). Sie resultieren im Wesentlichen aus den Tochtergesellschaften in den USA, der Schweiz, Großbritannien und Australien.

Die Marktwertbewertung von Finanzinstrumenten (Cashflow-Hedge) führte zu einer Erhöhung des Eigenkapitals um T€ 645 (Vorjahr: Reduzierung um T€ 348).

Für die Entwicklung des Konzerneigenkapitals verweisen wir auf die Seite 128 dieses Berichtes.

Die Lenovo Germany Holding GmbH hält zum 31. März 2019 eine Gesamtzahl von 38.659.131 Aktien (79,84 %) zuzüglich 3.736.970 Aktien (7,72 %) der von der MEDION AG gehaltenen eigenen Aktien, die Lenovo zuzurechnen sind. Somit ist die Lenovo Germany Holding GmbH mehrheitlich an der MEDION AG im Sinne des § 16 AktG beteiligt.

Langfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen

(16) Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben sich die Pensionsrückstellungen wie folgt entwickelt:

Stand 31. März 11.036 9.325
Verrechnete Verluste (+)/Gewinne (-) aus Neubewertungen 1.060 -379
laufender Dienstzeitaufwand 459 441
Finanzierungsaufwand 192 203
Stand 1. April 9.325 9.060
Werte in T€ 31.03.2019 31.03.2018

Die versicherungsmathematischen Verluste aus Neubewertungen des Geschäftsjahres 2018/2019 ergeben sich aus den Auswirkungen aus der Veränderung des Rechnungszinssatzes (1,77 % p.a.) gegenüber dem Vorjahr (2,23 % p.a.) in Höhe von T€ 895. Zusätzliche Auswirkung hat die Änderung der Sterbetafeln in Höhe von T€ 165.

Der Rechnungszinssatz basiert auf dem vom Gutachterbüro Mercer entwickelten Ersatzzinssatzverfahren. Er entspricht dem zum 31. März 2019 veröffentlichten Rechnungszins von Mercer unter Berücksichtigung der Struktur der Pensionsberechtigten bei der MEDION AG.

Der Berechnung des Barwerts der leistungsorientierten Verpflichtungen (DBO = Defined Benefit Obligation) liegen folgende versicherungsmathematische Annahmen zugrunde:

Werte in % 31.03.2019 31.03.2018
Diskontierungssatz 1,77 2,23
Gehaltstrend 1) 1)
Rententrend 2,00 2,00

1) Der Gehaltstrend ist ab 2008 nicht mehr relevant, da die absolute Obergrenze der Anwartschaft erreicht ist

Bei einer um 1 Jahr höheren Lebenserwartung ergäbe sich bei sonst gleichbleibenden Parametern eine um T€ 283 (Vorjahr: T€ 250) höhere Rückstellung. Bei einer um 1 Jahr niedrigeren Lebenserwartung ergäbe sich bei sonst gleichbleibenden Parametern eine um T€ 182 (Vorjahr: T€ 157) niedrigere Rückstellung.

Bei einem um 0,5 Prozentpunkte höheren Diskontierungssatz ergäbe sich bei ansonsten unveränderten Parametern eine um T€ 968 (Vorjahr: T€ 824) niedrigere Rückstellung. Bei einem um 0,5 Prozentpunkte niedrigeren Diskontierungssatz ergäbe sich bei ansonsten unveränderten Parametern eine um T€ 1.104 (Vorjahr: T€ 939) höhere Rückstellung.

Bei einem um 0,5 Prozentpunkte niedrigeren Rententrend ergäbe sich bei ansonsten unveränderten Parametern eine um T€ 828 (Vorjahr: T€ 671) niedrigere Rückstellung. Bei einem um 0,5 Prozentpunkte höheren Rententrend ergäbe sich bei ansonsten unveränderten Paramentern eine um T€ 924 (Vorjahr: T€ 746) höhere Rückstellung.

Zur Bestimmung der Sensitivitätsangaben wurden die Verpflichtungswerte mit demselben Verfahren berechnet, das auch zur Berechnung der Verpflichtung am Bilanzstichtag herangezogen wurde. Wenn mehrere Annahmen gleichzeitig geändert werden, muss der Gesamtbetrag nicht zwingend der Summe der Einzeleffekte aufgrund der Änderung dieser Annahmen entsprechen.

Die Rückstellung berücksichtigt die Ansprüche von zwei aktiven Versorgungsberechtigten, sodass derzeit keine Rentenzahlungen erwartet werden. Die Duration der Verpflichtung beträgt 19,3 Jahre (Vorjahr: 19,3 Jahre).

Zum Abschlussstichtag besteht keine Abweichung zwischen der Pensionsrückstellung und dem Barwert der Pensionsverpflichtungen (DBO).

Der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen (DBO) hat sich wie folgt entwickelt:

Werte in T€ 31.03.2019 31.03.2018 31.03.2017 31.03.2016 31.03.2015
Verpflichtungsbarwert 11.036 9.325 9.060 8.048 8.749

Zusätzliche Belastungen können sich ergeben durch eine höhere Lebenserwartung sowie eine höhere Inflationsrate. Darüber hinaus ergeben sich keine planspezifischen Risiken.

Die Zusagen unterliegen dem deutschen Betriebsrentengesetz. Eine Anpassungsprüfung hat grundsätzlich alle 3 Jahre zu erfolgen.

Die Beiträge zur Rentenversicherung belaufen sich für das abgelaufene Geschäftsjahr auf T€ 3.150 (Vorjahr: T€ 3.163).

Kurzfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen

(17) Von den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von T€ 120.436 (Vorjahr: T€ 88.270) waren T€ 102.182 (Vorjahr: T€ 86.184) zum Abschlussstichtag nicht fällig. Die übrigen (fälligen) Verbindlichkeiten sind innerhalb folgender Zeitbänder per 31. März überfällig:

Summe der fälligen Verbindlichkeiten 18.254 2.086
Größer als 180 Tage 1.418 475
Zwischen 91 und 180 Tage 128 25
Zwischen 61 und 90 Tage 5 430
Zwischen 30 und 60 Tage 93 516
Kleiner als 30 Tage 16.610 640
Werte in T€ 31.03.2019 31.03.2018

(18) Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen im Wesentlichen aus der Verpflichtung zur Gewinnabführung (€ 17,0 Mio.; Vorjahr: € 16,3 Mio.) gegenüber der Lenovo Germany Holding GmbH sowie aus dem Bezug von Servicematerialien.

(19) Die Steuerrückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:

Werte in T€ 31.03.2019 31.03.2018
MEDION AG
Gewerbesteuer - 855
MEDION Australia 237 505
MSSG 85 10
MEDION AT 83 57
MEDION NL 77 65
MEDION Schweiz 45 51
MEDION UK 23 30
MEDION Nordic 21 6
MEDION Iberia 12 6
MSG 10 36
MEDION France 44 -
Übrige 1 35
638 1.656

(20) Die sonstigen Rückstellungen entwickelten sich wie folgt:

Werte in T€ 01.04.2018 Inanspruch
nahme
Auflösung Zuführung Währungskurs
differenzen
31.03.2019
Ausstehende Rechnungen 17.222 14.693 1.247 6.658 6 7.946
davon: Verbindlichkeiten ggü. Kunden 14.435 12.380 1.135 3.900 - 4.820
davon: Verbindlichkeiten ggü. Liefe
ranten/Dienstleistern
2.787 2.313 112 2.758 6 3.126
Lizenzen und Schutzrechte 53.529 5.442 502 4.976 - 52.561
Gewährleistungen 35.438 13.537 - 9.921 - 31.822
Personal 7.221 6.343 300 7.223 71 7.872
Übrige Rückstellungen 1.180 718 65 728 5 1.130
114.590 40.733 2.114 29.506 82 101.331

Die Rückstellungen für ausstehende Rechnungen werden seit dem Geschäftsjahr 2017/2018 unterteilt in Verbindlichkeiten gegenüber Kunden sowie Verbindlichkeiten gegenüber Lieferanten/Dienstleistern. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden betreffen im Wesentlichen Retouren und Bonusvereinbarungen für den Zeitraum bis März 2019, die in Folgejahren zu Mittelabflüssen führen.

Rückstellungen für Lizenzen und Schutzrechte umfassen laufende Verpflichtungen für geltend gemachte Lizenzansprüche und für noch zu leistende Urheberrechtsabgaben sowie Risiken möglicher Ansprüche aufgrund geführter Vergleichsverhandlungen.

Die Rückstellungen für Gewährleistungen werden für zu erwartende Nachbesserungsarbeiten und Gutschriften für die im Markt befindlichen garantiebehafteten Artikel gebildet. Die Garantiezeiträume belaufen sich auf 12 bis 36 Monate. Bei der Berechnung werden Annahmen über die zukünftige Entwicklung der Servicekosten berücksichtigt. Die Rückstellungen werden in den Garantiezeiträumen zu Auszahlungen führen. Die Gewährleistungsrückstellung wird auf Basis von Stückkosten pro Servicefall, der in den Verkehr gebrachten Mengen und der statistisch erfassten Gewährleistungsverläufen verschiedener Produktgruppen individuell ermittelt.

In den Personalrückstellungen sind ausstehende Belastungen aus Urlaubsverpflichtungen, Tantiemen und Sonderzahlungen an Vorstand und Mitarbeiter sowie Beiträge zur Berufsgenossenschaft enthalten. Die Rückstellungen werden voraussichtlich im folgenden Jahr zu Auszahlungen führen.

Die übrigen Rückstellungen umfassen im Wesentlichen Aufwendungen für Abschlusskosten, Rechts- und Beratungskosten und Aufsichtsratsvergütungen, die auch voraussichtlich im folgenden Jahr zu Auszahlungen führen werden.

Auflösungen von Rückstellungen, die im Zusammenhang mit operativen Geschäftsvorgängen der Warenbeschaffung und des Vertriebes von Produkten stehen, werden in den entsprechenden Posten der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen, über die sie gebildet wurden.

gesamt davon
kurzfristig
gesamt davon
kurzfristig
Werte in T€ 31.03.2019 31.03.2018
a) Finanzielle Verbindlichkeiten
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten - - 946 946
ABS-Verbindlichkeiten 71.849 71.849 79.400 79.400
Übrige 6.436 6.436 7.302 7.302
78.285 78.285 87.648 87.648
b)
Übrige Verbindlichkeiten
Steuerverbindlichkeiten 3.081 3.081 4.732 4.732
Verbindlichkeiten Sozialversicherung 60 60 46 46
Übrige 7.990 7.085 8.204 6.857
11.131 10.226 12.982 11.635
89.416 88.511 100.630 99.283

(21) Die sonstigen kurz- und langfristigen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

Bei den Verbindlichkeiten aus ABS-Transaktionen handelt es sich um kurzfristige Finanzverbindlichkeiten, die im Rahmen des ABS-Vertrages revolvierend zurückgezahlt werden.

(22) In den kurz- und langfristigen Verbindlichkeiten sind nachfolgende finanzielle Verbindlichkeiten enthalten. Die Fälligkeitsstrukturen der zukünftigen (undiskontierten) Zinsund Tilgungszahlungen der originären finanziellen Verbindlichkeiten und der derivativen Finanzinstrumente stellen sich wie folgt dar:



*
Tilgung




Tilgung
*
Werte in T€ Cashflows 2019 Cashflows 2018


*
Verbindlichkeiten aus
ABS-Transaktionen


71.849


71.849


79.400
*
79.400
Derivative finanzielle
Verbindlichkeiten
0 0 946 946
Übrige finanzielle Ver
bindlichkeiten
148.101 148.101 112.885 112.885
219.950 219.950 193.231 193.231

Die finanziellen Verbindlichkeiten sind ausschließlich kurzfristiger Natur, sodass die Tilgung der entsprechenden Beträge innerhalb eines Jahres zu erfolgen hat.

Die Liquiditätssteuerung erfolgt über das Konzerntreasury, das die jederzeitige Zahlungsfähigkeit sicherstellt. Die überschüssige Liquidität der MEDION AG ist im Rahmen eines Intercompany Loan Agreements bei der Konzernmutter Lenovo verzinslich angelegt und kann dort jederzeit abgerufen werden. Mit der Deutschen Bank und der Commerzbank sind zusätzlich bilaterale Kreditlinien ausgehandelt, die im Tagesgeschäft zur Stellung von Akkreditiven und Avalen für Lieferanten genutzt werden. Weiterhin wurden mit der Commerzbank Verträge über Asset-Backed-Security-Transaktionen geschlossen.

164 | 9.2 Erläuterung zu den Posten der Gewinn- und Verlustrechnung und der Bilanz

(23) Kategorien der Finanzinstrumente nach IFRS 9

Zum 31. März 2019 werden folgende Buchwerte nach Bewertungskategorien ausgewiesen:

IAS 39 IFRS 9
Werte in T€ Kategorie 31.03.2018 Kategorie 01.04.2019
Aktiva Zahlungsmittel und Zah
lungsmitteläquivalente
a) Kredite und Forderungen 90.733 a) Zu fortgeführten An
schaffungskosten
90.733
Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen
a) Kredite und Forderungen 182.006 a) Zu fortgeführten An
schaffungskosten
182.006
Forderungen gegen verbun
dene Unternehmen
a) Kredite und Forderungen 225.814 a) Zu fortgeführten An
schaffungskosten
225.814
Sonstige kurz- und langfristi
ge Vermögenswerte
- -
Kredite und Forderungen a) Kredite und Forderungen 29.496 a) Zu fortgeführten An
schaffungskosten
29.496
Derivative finanzielle Vermö
genswerte mit Sicherungsbe
ziehung
- 128 - 128
Derivative finanzielle Vermö
genswerte ohne Sicherungs
beziehung
c) Erfolgwirksam zum
beizulegenden Zeitwert
bewertete finanzielle Ver
mögenswerte
3 b) Erfolgwirksam zum
beizulegenden Zeitwert
3
Zur Veräußerung verfügbare
finanzielle Vermögenswerte
b) Zur Veräußerung ver
fügbare finanzielle Vermö
genswerte
28 a) Zu fortgeführten An
schaffungskosten
28
Passiva Verbindlichkeiten aus Liefe
rungen und Leistungen
d) Finanzielle Verbindlich
keiten, die zu Restwerten
bewertet werden
88.270 a) Zu fortgeführten An
schaffungskosten
88.270
Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen
d) Finanzielle Verbindlich
keiten, die zu Restwerten
bewertet werden
17.313 a) Zu fortgeführten An
schaffungskosten
17.313
Derivative finanzielle Verbind
lichkeiten mit Sicherungsbe
ziehung
- 939 - 939
Derivative finanzielle Verbind
lichkeiten ohne Sicherungsbe
ziehung
e) Erfolgwirksam zum
beizulegenden Zeitwert
bewertete finanzielle Ver
bindlichkeiten
7 b) Erfolgwirksam zum
beizulegenden Zeitwert
7
Verbindlichkeiten aus ABS
Transaktionen
d) Finanzielle Verbindlich
keiten, die zu Restwerten
bewertet werden
79.400 a) Zu fortgeführten An
schaffungskosten
79.400
Sonstige finanzielle Verbind
lichkeiten
d) Finanzielle Verbindlich
keiten, die zu Restwerten
bewertet werden
7.302 a) Zu fortgeführten An
schaffungskosten
7.302

Konzernanhang der MEDION AG

165 | 9.2 Erläuterung zu den Posten der Gewinn- und Verlustrechnung und der Bilanz

Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten

Bewer
tungs
kate
gorie
IFRS 9
Bewertungs
kategorie
ehemals IAS
39
Buchwert fortgeführte
An
schaffungs
kosten/
Nominalwert
Kategorien (Classes) und Überleitung auf
Bilanzposten
Werte
in T€



31.03.2019

Wertansatz nach IFRS 9

Aktiva
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalen
te
a) a) 115.008 115.008a
a
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen a) a) 175.658 175.658
Forderungen gegen verbundene Unterneh
men
a) a) 232.870 232.870a
a
Sonstige kurz- und langfristige Vermögens
a
werte
a
Kredite und Forderungen a) a) 38.445 38.445
Derivative finanzielle Vermögenswerte mit
Sicherungsbeziehung
- - 1.098 a
-
a
Derivative finanzielle Vermögenswerte ohne
Sicherungsbeziehung
b) c) 1.024 -
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Ver
mögenswerte
a) b) 28 28a
a
564.131 562.009a
a
Passiva
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leis
tungen
a) d) 120.436 120.436a
a
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen
Unternehmen
a) d) 21.228 21.228a
a
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten mit
Sicherungsbeziehung
- - - a
-
a
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten ohne
Sicherungsbeziehung
b) e) - -
Verbindlichkeiten aus ABS-Transaktionen a) d) 71.849 71.849
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten a) d) 6.436 6.436
219.949 219.949

Die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten im Anwendungsbereich von IFRS 7 stimmen grundsätzlich mit ihren beizulegenden Werten überein. Die Finanzinstrumente in Höhe von insgesamt T€ 784.080 (Vermögenswerte und Verbindlichkeiten) beinhalten langfristige Beträge in Höhe von T€ 645 und sind somit fast ausschließlich kurzfristig.

Konzernanhang der MEDION AG

167 | 9.2 Erläuterung zu den Posten der Gewinn- und Verlustrechnung und der Bilanz

Fair Value
erfolgswirksam/erfolgsneutral
Fair Value Buchwert fortgeführte
An
schaffungs
kosten/
Nominalwert
Fair Value
erfolgsneutral
Fair Value
erfolgswirk
sam
Fair value


*
31.03.2019 31.03.2018 Wertansatz nach nach IAS 39 31.03.2018






*
- 115.008 90.733 90.733a
a
- - 90.733
- 175.658 182.006 182.006 - - 182.006
- 232.870 225.814 225.814a
a
- - 225.814
a
a
- 38.445 29.496 29.496 - - 29.496
1.098 1.098 128
a
-
a
128 - 128
1.024 1.024
3
- - 3 3
- 28 28 28a
a
- - 28
2.122 564.131 528.208 528.077a
a
128 3 528.208
- 120.436 88.270 88.270a
a
- - 88.270
- 21.228 17.313 17.313a
a
- - 17.313
- - 939 a
-
a
939 - 939
- -
7
- - 7 7
- 71.849 79.400 79.400 - - 79.400
- 6.436 7.302 7.302 - - 7.302
- 219.949 193.231 192.285 939 7 193.231

Die Voraussetzungen für eine Saldierung von Finanzinstrumenten nach IAS 32 Absatz 42 sind im Konzernabschluss nicht gegeben. Weiterhin bestanden keine durchsetzbaren Netting-Rahmenvereinbarungen.

168 | 9.2 Erläuterung zu den Posten der Gewinn- und Verlustrechnung und der Bilanz

9.2.3 Konzernanlagenspiegel

Stand
01.04.2018
Veränderung des
Konsolidie
rungskreises
Zugänge Abgänge Umbuchung Differenz aus
Währungsum
rechnung
Stand
31.03.2019
Werte in T€ Anschaffungskosten
Grundstücke und Bauten 29.330 - 74 - - - 29.404
Andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung
15.773 - 355 184 - 51 15.995
Geleistete Anzahlungen und
Anlagen im Bau
51 - 7 - - - 58
Sachanlagen 45.154 - 436 184 - 51 45.457
Lizenzen 7.809 - 36 - - - 7.845
EDV-Software 34.079 - 756 113 - 8 34.730
Geleistete Anzahlungen auf
immaterielle Vermögenswerte
94 - 45 - - - 139
Immaterielle Vermögens
werte
41.982 - 837 113 - 8 42.714
Geschäfts- oder Firmen
wert
516 - - - - - 516
Beteiligungen 28 - - - - - 28
Finanzanlagen 28 - - - - - 28
87.680 - 1.273 297 - 59 88.715
Veränderung des Differenz aus
Stand Konsolidie Währungsum Stand
01.04.2017 rungskreises Zugänge Abgänge Umbuchung rechnung 31.03.2018
Werte in T€ Anschaffungskosten
Grundstücke und Bauten 26.845 - 565 2 1.923 -1 29.330
Andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung
15.108 - 738 93 96 -76 15.773
Geleistete Anzahlungen und
Anlagen im Bau
2.070 - - - -2.019 - 51
Sachanlagen 44.023 - 1.303 95 - -77 45.154
Lizenzen 7.809 - - - - - 7.809
EDV-Software 31.044 - 3.081 - - -46 34.079
Geleistete Anzahlungen und
Anlagen im Bau
- - 94 - - - 94
Immaterielle Vermögens
werte
38.853 - 3.175 - - -46 41.982
Geschäfts- oder Firmen
wert
516 - - - - - 516
Beteiligungen 31 -28 25 - - - 28
Finanzanlagen 31 -28 25 - - - 28
83.423 -28 4.503 95 - -123 87.680

Konzernanhang der MEDION AG

169 | 9.2 Erläuterung zu den Posten der Gewinn- und Verlustrechnung und der Bilanz

Stand
31.03.2018
Stand
31.03.2019
Stand
31.03.2019
Differenz aus
Währungsum
rechnung
Umbuchung Abgänge Zugänge Veränderung des
Konsolidierungs
kreises
Stand
01.04.2018
Buchwerte Abschreibungen
21.215 20.603 8.801 - - - 686 - 8.115
1.896 1.603 14.392 27 - 178 666 - 13.877
51 58 - - - - - - -
23.162 22.264 23.193 27 - 178 1.352 - 21.992
24 28 7.817 - - - 32 - 7.785
5.744 4.313 30.417 5 - 113 2.190 - 28.335
94 139 - - - - - - -
5.862 4.480 38.234 5 - 113 2.222 - 36.120
- - 516 - - - - - 516
28 28 - - - - - - -
28 28 - - - - - - -
29.052 26.772 61.943 32 - 291 3.574 - 58.628
Veränderung des Differenz aus
Stand Konsolidierungs Währungsum Stand Stand Stand
01.04.2017 kreises Zugänge Abgänge Umbuchung rechnung 31.03.2018 31.03.2018 31.03.2017
Abschreibungen
7.431 - 643 - 42 -1 8.115 21.215 19.414


13.207
- 795 90 - -35 13.877 1.896 1.901


42
- - - -42 - - 51 2.028
20.680 - 1.438 90 - -36 21.992 23.162 23.343
7.073 - 713 - - -1 7.785 24 736
25.625 - 2.739 - - -29 28.335 5.744 5.419


-
- - - - - - 94 -


32.698
- 3.452 - - -30 36.120 5.862 6.155


516
- - - - - 516 - -
- - - - - - - 28 31
- - - - - - - 28 31
53.894 - 4.890 90 - -66 58.628 29.052 29.529

9.3 Ergänzende Angaben

9.3.1 Angaben zur Kapitalflussrechnung

Die Kapitalflussrechnung gemäß IAS 7 zeigt, wie sich Zahlungsmittel und -äquivalente im Konzern im Laufe des Berichtsjahres durch Mittelzuflüsse/Mittelabflüsse verändert haben. Die Kapitalflussrechnung unterscheidet zwischen Mittelveränderungen aus laufender Geschäftstätigkeit, Investitions- und Finanzierungstätigkeit. Der Mittelzufluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit ist nach der indirekten Methode ermittelt.

Der in der Kapitalflussrechnung betrachtete Finanzmittelfonds umfasst die in der Bilanz ausgewiesenen Zahlungsmittel beziehungsweise -äquivalente in Form von Schecks, Kassenbestand sowie Guthaben bei Kreditinstituten.

GJ 2018/2019 Werte in T€ Stand 01.04.2018 zahlungswirksam nicht zahlungswirksam Stand 31.03.2019 ABS- Transaktionen 79.400 -7.551 - 71.849 Gewinnabführung 16.262 -16.262 17.030 17.030 Total 95.662 -23.813 17.030 88.879

Der Finanzverbindlichkeitenspiegel gem. IFRS 7.44 a stellt sich wie folgt dar:

9.3.2 Segmentberichterstattung

Nach IFRS 8 ist über die wirtschaftliche Lage der Segmente nach dem so genannten Management-Approach zu berichten. Berichtspflichtig sind diejenigen operativen Segmente, die Komponenten eines Unternehmens darstellen, für die getrennte Finanzinformationen verfügbar sind und die regelmäßig aufgrund der internen Berichterstattung durch die Hauptentscheidungsträger überprüft werden.

Der MEDION-Konzern berichtet gemäß IFRS 8 entsprechend der internen Unternehmenssteuerung nach den Segmenten Projektgeschäft, Direktgeschäft sowie Sonstige. Das Segment Projektgeschäft bündelt alle Geschäfte der modernen Konsumelektronik mit den international aufgestellten großen Handelsketten aus den Produktgruppen PC/Multimedia und Unterhaltungselektronik. Das Direktgeschäft beschreibt das Dienstleistungsgeschäft mit Endkonsumenten sowie den Online-Handel. Erstmalig zum Ablauf des Geschäftsjahres 2018/2019 weist MEDION die Konzerndienstleistungen nicht mehr als eigenständiges Segment aus, sondern erfasst diese unter den Sonstigen. Hier werden Geschäftsvorfälle abgebildet, die weder dem klassischen Projekt- noch dem Direktgeschäft zuzuordnen sind. Vom Geschäftsjahr 2015/2016 bis zum vorangegangenen Geschäftsjahr 2017/2018 hat MEDION das Segment Konzerndienstleistungen ausgewiesen. Aufgrund der deutlichen Rückgänge dieser Dienstleistungen auf einen wiederholten Umsatzanteil von unter 10 % im Rahmen mehrerer organisatorischer Veränderungen im Lenovo-Konzern, die sich auch auf das MEDION-Geschäft ausgewirkt haben, hat dieses ehemalige Segment jedoch keine wesentliche Bedeutung mehr für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von MEDION und somit auch keinen Segmentcharakter mehr. Wie bereits im vorangegangenen Geschäftsbericht 2017/2018 angekündigt, werden daher die Konzerndienstleistungen nicht mehr als eigenständiges Segment ausgewiesen.

Die Segmentberichterstattung erfolgt nach folgenden Grundsätzen:

  • Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, die der Gewinnung der Segmentinformationen zugrunde gelegt wurden, entsprechen grundsätzlich den Bilanzierungsregeln des Konzernabschlusses.
  • Konzerninterne Transaktionen zwischen den Segmenten lagen im Berichtsjahr nicht vor.
  • Für die interne Steuerung des MEDION-Konzerns ist der Vorstand verantwortlich. Das entscheidende Maß für die Ertragskraft der einzelnen Segmente des MEDION-Konzerns sowie für die Erfolgsbeurteilung und die Ressourcenallokation ist das EBIT.
  • Die Umsätze werden den Segmenten zugewiesen, in denen die Umsatzerlöse realisiert werden.
  • Der Segment-Cashflow ermittelt sich auf Basis der jeweiligen Segmentbetriebsergebnisse zuzüglich der Segmentabschreibungen sowie der zahlungsunwirksamen Aufwendungen.
  • Das Segmentvermögen umfasst die Aktiva, die zur Erwirtschaftung des Betriebsergebnisses des jeweiligen Segments eingesetzt werden. Die Segmentschulden ergeben sich aus dem jeweiligen zugehörigen Fremdkapital. Konzerninterne Vermögens- und Schuldposten werden in der Spalte "Überleitung Konzern" eliminiert.
  • Unter Investitionen werden die Zugänge des laufenden Geschäftsjahres in Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte und Beteiligungen ausgewiesen.
Projektgeschäft Direktgeschäft Sonstige Überleitung Konzern Konzern
01.04.2018 01.04.2017 01.04.2018 01.04.2017 01.04.2018 01.04.2017 01.04.2018 01.04.2017 01.04.2018 01.04.2017
Werte in T€ -
31.03.2019
-
31.03.2018
-
31.03.2019
-
31.03.2018
-
31.03.2019
-
31.03.2018
-
31.03.2019
-
31.03.2018
-
31.03.2019
-
31.03.2018
Gesamtumsätze 353.740 450.849 369.065 338.209 18.765 50.028 0 0 741.570 839.086
EBIT 1.983 3.642 32.724 33.698 541 854 0 0 35.248 38.194
Abschreibungen auf
Anlagevermögen
558 816 3.016 4.074 0 0 0 0 3.574 4.890
Finanzergebnis 74 -31 888 -256 13 -6 0 0 975 -293
Steuern -363 -639 -5.995 -5.903 -99 -149 0 0 -6.457 -6.691
Sonstige zahlungs
wirksame
Aufwendungen und
Erträge
479 104 1.040 161 0 0 0 0 1.519 265
Brutto Cashflow 3.020 4.562 36.780 37.933 541 854 0 0 40.341 43.349
Segmentvermögen 290.367 318.584 433.039 371.703 20.517 30.013 704 534 744.627 720.834
Segmentschulden 221.115 239.163 105.444 73.216 424 1.157 17.565 18.268 344.548 331.804
Investitionen 189 1.077 1.084 3.426 0 0 0 0 1.273 4.503

Die Erlöse mit externen Kunden nach Regionen sind in den Erläuterungen zu den Umsatzerlösen dargestellt.

Gemäß IFRS 8.34 hat MEDION Informationen über den Grad seiner Abhängigkeit von seinen wichtigen Kunden vorzulegen.

MEDION unterhält im Projektgeschäft und Direktgeschäft Geschäftsbeziehungen zu Kunden, die für die Geschäftsentwicklung von MEDION wesentlich sind und die bei Wegfall einzelner solcher Kundenbeziehungen zu Auswirkungen für die weitere Geschäftsentwicklung von MEDION führen können. Derzeit ist nicht ersichtlich, dass wichtige Kunden ihre Geschäftsverbindung zu MEDION lösen werden.

Die Anwendung des Full Retrospective Approach für die erstmalige Anwendung des IFRS 15 hat auch Auswirkungen auf die Angaben zu Umsätzen mit wichtigen Kunden. Im Geschäftsjahr 2018/2019 wurden mit zwei Kunden Umsätze realisiert, die jeweils mehr als zehn Prozent des Konzernumsatzes ausmachen. Dabei entfielen auf einen Kunden T€ 74.364 (Vorjahr: T€ 113.238) in den Segmenten Direktgeschäft und Projektgeschäft und auf einen Kunden T€ 136.515 (Vorjahr: T€ 133.185) ausschließlich im Segment Direktgeschäft.

Die Überleitung der Segmentschulden betrifft im Wesentlichen die kreditorischen Debitoren in Höhe von T€ 4.250 (Vorjahr: T€ 4.854), Steuerverbindlichkeiten in Höhe von T€ 3.137 (Vorjahr: T€ 4.759) sowie passive Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von T€ 7.991 (Vorjahr: T€ 8.204).

9.3.3 Ergebnis je Aktie

Das Ergebnis je Aktie ergibt sich aus der Division des den Aktionären der MEDION AG zurechenbaren Konzernergebnisses durch die Anzahl der durchschnittlich im Umlauf befindlichen Aktien. Zurückgekaufte Aktien während einer Periode werden zeitanteilig für den Zeitraum, in dem sie sich im Umlauf befinden, berücksichtigt.

Für das Geschäftsjahr 2018/2019 beträgt die durchschnittliche Anzahl an Aktien 44.681.430.

In der dargestellten Berichtsperiode gab es keine Verwässerungseffekte, die sich aus potenziellen Stammaktien ergeben.

2018/2019 2017/2018
Gewichteter Durchschnitt der ausgegebenen Aktien 44.681.430 44.681.430
Konzernergebnis (T€) 29.766 31.210
Ergebnis je Aktie (unverwässert, in €) 0,67 0,70
Ergebnis je Aktie (verwässert, in €) 0,67 0,70

9.3.4 Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen beinhalten Mietverträge für Geschäfts- und Lagerräume und sonstige Operating-Leasingverhältnisse. Letztere beinhalten PKW, Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie Wartungsverträge.

Die künftigen Zahlungsströme stellen sich wie folgt dar:

31.03.2019 31.03.2018 31.03.2019 31.03.2018 31.03.2019 31.03.2018
Werte in T€ ≤ 1 Jahr 1 Jahr < x ≤ 5 Jahre > 5 Jahre
Geschäfts- und Lagerräume 892 722 559 380 - -
Sonstige Operating-Leasingverhältnisse 440 481 371 592 - -
1.332 1.203 930 972 - -

9.3.5 Risikomanagement und Finanzderivate

1. Kreditrisiken

Unter Kreditrisiko wird nach IFRS 7 das Risiko verstanden, dass eine Partei eines Finanzinstruments der anderen Partei einen finanziellen Verlust verursacht, indem sie einer Verpflichtung nicht nachkommt.

Im MEDION-Konzern können Kreditrisiken insbesondere in Form von Ausfallrisiken entstehen. Wesentliche Ausfallrisiken können bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entstehen, wenn Kunden nicht in der Lage sind, ihre Verpflichtungen fristgerecht zu begleichen. Das maximale Ausfallrisiko wird durch den Wert der nicht kreditversicherten Netto-Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von T€ 68.700 (Vorjahr: T€ 62.351) wiedergegeben. Die Reduktion des Risikos erfolgt grundsätzlich durch die Konzentration auf Kunden mit A-Bonität. Kunden, die nicht in diese Kategorien fallen, sind von untergeordneter Bedeutung und werden in der Regel kreditversichert. Für Kundenforderungen, die im Rahmen von ABS-Transaktionen veräußert werden, besteht ein maximales Ausfallrisiko von 3 %. Die Fälligkeiten und Überfälligkeiten werden kontinuierlich überwacht und monatlich an den Vorstand gemeldet. Die Risikominderung erfolgt über Einzelwertberichtigungen und Wertberichtigungen auf Portfoliobasis.

MEDION erachtet das Ausfallrisiko von Zahlungsmitteläquivalenten, Forderungen gegen verbundene Unternehmen und den Derivaten mit positivem Marktwert als sehr gering, da die zugrunde liegenden Geschäfte entweder mit dem Mutterkonzern Lenovo oder mit bonitätsmäßig einwandfreien Banken abgeschlossen wurden. Das maximale Ausfallrisiko bei den Zahlungsmitteln (T€ 115.008; Vorjahr: T€ 90.733) und den Forderungen gegen verbundene Unternehmen wird durch den Buchwert (T€ 232.870; Vorjahr: T€ 225.814), bei den Derivaten mit positivem Marktwert wiedergegeben (T€ 2.122; Vorjahr: T€ 131).

2. Liquiditätsrisiken

Das Liquiditätsrisiko beschreibt die Gefahr, Verpflichtungen aus finanziellen Schulden nicht erfüllen zu können. Eine Analyse der Fälligkeiten der finanziellen Verbindlichkeiten sind unter Punkt (22) erfolgt.

3. Marktrisiken/Währungsrisiken

Währungsrisiken im Sinne von IFRS 7 entstehen durch Finanzinstrumente, welche in einer von der funktionalen Währung abweichenden Währung denominiert werden und monetärer Art sind. Die folgende Auflistung zeigt die wesentlichen Fremdwährungsposten zum Abschlussstichtag:

31.03.2019 31.03.2018 31.03.2019 31.03.2018 31.03.2019 31.03.2018 31.03.2019 31.03.2018
Werte in T€ USD GBP HKD AUD
Zahlungsmittel 1.182 1.262 3.064 1.446 1.155 777 39.323 23.118
Forderungen 23.204 9.619 3.323 2.683 117 82 1.617 2.007
Verbindlich
keiten
-35.696 -16.056 -705 -703 -232 -171 -23.190 -14.478
Saldo -11.310 -5.175 5.682 3.426 1.040 688 17.750 10.647

Die zum Abschlussstichtag zur Absicherung von Währungsrisiken abgeschlossenen Devisentermingeschäfte haben ein Nominalvolumen von USD 86,0 Mio. (Vorjahr: USD 61,0 Mio.). Aus der Kursentwicklung resultierten zum Abschlussstichtag negative Marktwerte in Höhe von T€ 0 (Vorjahr: T€ 939), die in den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen wurden, sowie positive Marktwerte in Höhe von T€ 2.116 (Vorjahr: T€ 128), die in den sonstigen Vermögenswerten ausgewiesen wurden.

Für die Devisentermingeschäfte, die der Absicherung der einkaufsseitigen USD-Zahlungsströme im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2018/2019 dienen und im Rahmen von Cashflow-Hedge Accounting abgebildet werden, wird die designierte Kassaveränderung bis zum Eintritt des Grundgeschäfts erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis im Eigenkapital erfasst. Die nicht designierte Terminkomponente und der nicht designierte Währungsbasis-Spread werden erfolgswirksam im Zinsergebnis erfasst. Da nur die Kassaveränderung aus Grund- und Sicherungsgeschäft ab dem Designationszeitpunkt einbezogen wird und sich die Wertveränderungen aus Grund- und Sicherungsgeschäft bis zum Bilanzstichtag immer vollständig ausgleichen, besteht eine 100%-ige Effektivität.

Zum 31. März 2019 haben die in das Hedge Accounting einbezogenen Derivate einen Buchwert von T€ 1.098, davon wurden T€ 719 als effektiver Teil in die Bewertungsrücklage im Eigenkapital und T€ 379 als nicht designierter Anteil im Zinsergebnis ausgewiesen.

Auf den Teil der Bewertungsrücklage entfallen passive latente Steuern von T€ 232. Der erfolgsneutralen Bewertungsrücklage aus den Devisentermingeschäften stehen die Wechselkursanpassungen aus den gesicherten USD-Fremdwährungsverbindlichkeiten der Einkaufsverträge sowie entsprechende, zum Abschlussstichtag noch nicht bilanzwirksam gewordene Währungsgewinne/-verluste aus den zugehörigen schwebenden Einkaufskontrakten gegenüber. Für den gesicherten und nicht gesicherten Teil der Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten wurden insgesamt T€ 576 (Vorjahr: T€ 201) ergebniswirksam erfasst.

Konzernanhang der MEDION AG

Nominal
wert
TUSD
31.03.2019
Markt
wert
T€
Nominal
wert
TUSD
31.03.2018
Markt
wert
T€
Währungsbezogene Geschäfte
Devisentermingeschäfte in USD
49.000 1.098 61.000 -811
Davon erfolgsneutral im Eigenkapital
verrechnet (brutto)
- 719 0 -811
Umrechnungseffekt aus Grundgeschäften
erfolgsneutral im Eigenkapital verrechnet
(brutto)
- 577
Zu-/ abzüglich latenter Steuern -232 76
Cashflow-Hedges 487 -158
Durchschnittlicher Sicherungskurs 1,1621 1,2167

Der Marktwert wird aus dem Devisenmittelkurs des Abschlussstichtages abgeleitet.

Die Laufzeit der Devisentermingeschäfte ist unter einem Jahr.

Die MEDION AG legt grundsätzlich nur in Euro an bzw. nimmt grundsätzlich nur Gelder in Euro auf. Aus diesem Grund nutzt die MEDION AG Devisenswaps, um Überhänge in Fremdwährungen bis zum nächsten Zeitpunkt, an dem diese Währungen benötigt werden, in Euro zu konvertieren und somit eine Geldanlage oder -aufnahme in diesen Währungen zu vermeiden.

Nominal
wert
in Fremdwäh
rung
Markt
wert
T€
Nominal
wert
in Fremdwäh
rung
Markt
wert
T€
31.03.2019 31.03.2018
SWAP-Geschäfte
SWAPS in TUSD 8.270 6 9.520 -6
SWAPS in TAUD 0 0 490 3
SWAPS in TGBP 0 0 930 -1

Für die systematische Darstellung der Marktpreisrisiken, denen der Konzern am Bilanzstichtag ausgesetzt ist, ist eine Sensitivitätsanalyse zu erstellen. Die Sensitivitätsanalyse dient der Ermittlung der Auswirkungen von hypothetischen Änderungen relevanter Risikovariablen auf das Ergebnis und Eigenkapital. Zur Bestimmung der Auswirkungen dieser Risikovariablen auf die Finanzinstrumente sind zum Bilanzstichtag die Effekte hypothetischer Änderungen der Risikovariablen auf den Marktwert und die Zahlungsströme zu ermitteln.

MEDION ist vor allem Währungsrisiken ausgesetzt. Bei den Währungsrisiken wird eine Schwankung um 10 % gegenüber dem Euro angenommen.

Wenn die Fremdwährung gegenüber dem Euro zum 31. März 2019 um 10 % abgewertet (aufgewertet) gewesen wäre, hätte die Bewertungsrücklage die folgenden verminderten (-) oder erhöhten (+) Werte gehabt:

31.03.2019 31.03.2018 31.03.2019 31.03.2018 31.03.2019 31.03.2018
Werte in T€ USD GBP AUD
Abwertung um
10%
-2.686 1.011 - - - -
Aufwertung um
10%
2.955 -1.112 - - - -

Wenn die Fremdwährung gegenüber dem Euro zum 31. März 2019 um 10 % abgewertet (aufgewertet) gewesen wäre, hätte das Ergebnis die folgenden verminderten (-) oder erhöhten (+) Werte gehabt:

31.03.2019 31.03.2018 31.03.2019 31.03.2018 31.03.2019 31.03.2018
Werte in T€ USD GBP AUD
Abwertung um
10%
1.883 -426 -584 -216 -1.649 -93
Aufwertung um
10%
-2.499 468 501 238 1.741 102

Aus der Verwendung von derivativen Finanzinstrumenten werden keine nachteiligen Einflüsse auf die Finanzlage des Konzerns erwartet. Die Gesellschaft setzt keine Finanzinstrumente zu Handels- oder Spekulationszwecken ein.

4. Marktrisiken / Zinsrisiken

Mit Zinsrisiko wird das Risiko beschrieben, dass der beizulegende Zeitwert oder künftige Cashflows eines Finanzinstruments aufgrund von Änderungen des Marktzinssatzes schwanken.

Marktzinsänderungen von originären Finanzinstrumenten mit fester Verzinsung wirken sich nur dann auf das Ergebnis aus, wenn diese zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Soweit vorhandene liquide Mittel als kurzfristige Festgeldanlagen mit fix verhandelten Zinssätzen gehalten werden, unterliegen diese damit keinem Zinsrisiko.

Darüber hinaus sind Geldanlagen auch zu Vereinbarungen angelegt, die variable Zinskomponenten enthalten. Zinsänderungsrisiken, insbesondere Zinsminderungsrisiken, sind hierbei jedoch von untergeordneter Bedeutung.

5. Marktrisiken / Sonstige Preisrisiken

Als sonstige Preisrisiken im Sinne von IFRS 7 kommen insbesondere Risiken aus Marktpreisänderungen von Aktien sowie handelbaren Rohstoffen infrage.

Zum 31. März 2019 hat MEDION keine Bestände an Aktien. Eigene Anteile sind keine Finanzinstrumente in diesem Sinne, da IAS 32.11 ausdrücklich auf Eigenkapitalinstrumente anderer Unternehmen abstellt.

9.3.6 Ereignisse nach dem Abschlussstichtag

Bis zum 03. Juni 2019 (Freigabe des Abschlusses durch den Vorstand an den Aufsichtsrat) ergaben sich keine nennenswerten Ereignisse.

9.3.7 Nahestehende Unternehmen und Personen

Stammkapital
zum
Prozentsatz
der Beteili
Jahres
ergebnis
Name und Sitz 31.03.2019 gung in T€
1. Allgemeine Multimedia Service GmbH, Essen EUR 25.000 100,0% 391
2. MEDION Service GmbH, Essen EUR 25.000 100,0% 202
3. MEDION Shared Services GmbH (ehemals MEDION Mobile
GmbH), Essen
EUR 1.500.000 100,0% 148
4. MEDION Asia Pacific Ltd., Hongkong, China HKD
10.000.000
100,0% 209
5. MEDION AUSTRALIA PTY LTD., Sydney, Australien AUD 10.000 100,0% 8.589
6. MEDION AUSTRIA GmbH, Wels, Österreich EUR 50.000 100,0% 149
7. MEDION B.V., Panningen, Niederlande EUR 650.000 100,0% 271
8. MEDION Elektronika d.o.o., Ljubljana, Slowenien EUR 8.763 100,0% 68
9. MEDION ELECTRONICS LIMITED, Swindon, United Kingdom GBP 400.000 100,0% 171
10. MEDION FRANCE S.A.R.L., Le Mans, Frankreich EUR 150.000 100,0% 103
11. MEDION IBERIA, S.L., Madrid, Spanien EUR 5.000 100,0% 22
12. MEDION ITALIA, S.R.L., Mailand, Italien EUR 50.000 100,0% 4
13. MEDION NORDIC A/S, Herlev, Dänemark DKK 500.000 100,0% 52
14. MEDION SCHWEIZ ELECTRONICS AG, Zürich, Schweiz CHF 100.000 100,0% 156
15. MEDION USA Inc., Delaware, USA USD
10.100.000
100,0% -57
16. MLAP GmbH, Stuttgart EUR 25.000 100,0% 36
17. MEDION International (Far East) Ltd., Hongkong, China HKD 10.000 100,0% nicht operativ,
ruhend
18. LIFETEC International Ltd., Hongkong, China HKD 10.000 100,0% nicht operativ,
ruhend

Neben den genannten Gesellschaften sowie Mitgliedern des Vorstandes und Aufsichtsrates gelten darüber hinaus auch sämtliche Gesellschaften der Lenovo-Gruppe als nahestehende Unternehmen. Mutterunternehmen der MEDION AG ist die Lenovo Germany Holding GmbH mit Sitz in Essen. Oberstes beherrschendes Unternehmen ist die Lenovo Group Limited mit Sitz in Hongkong. Der Konzernabschluss der Lenovo Group Limited ist am Sitz der Gesellschaft bzw. über www.lenovo.com erhältlich. Die Geschäftsbeziehungen zwischen der MEDION AG und den Tochtergesellschaften, die als nahestehende Unternehmen anzusehen sind, sind durch Konsolidierung eliminiert und werden daher nicht weiter erläutert. Im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit bestehen auch Liefer- und Leistungsbeziehungen zu nicht zum Anteilsbesitz des MEDION-Konzerns gehörenden nahestehenden Unternehmen. Es bestehen vertragliche Vereinbarungen.

Im Berichtsjahr sind folgende Geschäftsbeziehungen gemäß IAS 24 zum Mutterunternehmen und zu sonstigen nahestehenden Unternehmen darzustellen. Alle Liefer- und Leistungsbeziehungen werden zu Marktpreisen abgewickelt. Die Geschäfte (Nettoumsatz) mit Unternehmen des Lenovo-Konzerns aus dem Verkauf bzw. Einkauf von Gütern und Dienstleistungen sowie der Ergebnisabführung belaufen sich auf insgesamt € 28,2 Mio. (Vorjahr: € 64,5 Mio.) bzw. € 27,4 Mio. (Vorjahr: € 46,3Mio.). Des Weiteren belaufen sich die Forderungen auf insgesamt € 236,5 Mio. (Vorjahr: € 225,8 Mio.) sowie die Verbindlichkeiten auf insgesamt € 21,2 Mio. (Vorjahr: € 17,3 Mio.). Darüber hinaus sind Derivate mit einem Nominalwert von € 86,0 Mio. (Vorjahr: € 61,0 Mio.) zum 31.03.2019 vorhanden.

Die Beziehungen zu Vorstand und Aufsichtsrat betreffen die Vergütung, wie auch den Kauf von MEDION-Produkten durch den Vorstand und sind in den folgenden Abschnitten dargestellt.

Umsätze (netto) Forde
rung/Verbind
lichkeit (-) (brut
to)
Werte in T€ 2018/2019 31.03.2019
UNTERNEHMEN DES LENOVO-KONZERNS
Lenovo PC Hong Kong Ltd.
Verkäufe von MEDION AG 18.570 1.944
Warenlieferung an MEDION AG -7.446 -3.392
Sonstige Verbindlichkeiten -1.039 -679
Rabatte und Nachlässe 3.322 2.570
Forderungen aus Schadensfällen 413 26
Finanztransaktionen/ Kurzfristige Kapitalüberlassung 425 220.035
Sonstige 2.090 3.076
Derivate Nominalwert in TUSD 86.000
Lenovo (Deutschland) GmbH
Verkäufe von MEDION AG 236 52
Sonstige Forderungen 444 174
Sonstige Verbindlichkeiten -1.772 -105

Konzernanhang der MEDION AG

179 | 9.3 Ergänzende Angaben

Umsätze (netto) Forde
rung/Verbind
lichkeit (-) (brut
to)
Werte in T€ 2018/2019 31.03.2019
Lenovo Germany Holding GmbH
Verauslagte Kosten und Steuern 2.597 8.318
Ergebnisabführungsvertrag -17.030 -17.030
LC Future Center Ltd.
Sonstige Verbindlichkeiten -5 0
Lenovo Global Technology Italy S.r.l.
Verkäufe von MEDION AG 2 0
Lenovo Technology UK Ltd.
Verkäufe von MEDION AG 2 0
Lenovo (Schweiz) GmbH
Verkäufe von MEDION AG 9 9
Lenovo Services B.V.
Verkäufe von MEDION AG -152 253
Lenovo (Slovakia) s.r.o.
Verkäufe von MEDION AG 18 16
Lenovo Technology B.V. Merkezi
Verkäufe von MEDION AG 1 0
Lenovo Global Technology Germany GmbH
Verkäufe von MEDION AG 11 11
Motorola Mobility LLC
Sonstige Forderungen 13 13

Im Berichtsjahr betrugen die für kurzfristig fällige Leistungen erfassten Aufwendungen an Vorstand und Aufsichtsrat T€ 2.455 bzw. T€ 120 (Vorjahr: T€ 2.412 bzw. T€ 120) und für andere langfristige Leistungen T€ 71 (Vorjahr: T€ 71). Für die Vorstandsversorgung wurde Dienstzeitaufwand in Höhe von T€ 459 (Vorjahr: T€ 441) erfasst. Gerd Brachmann hat Waren von MEDION im Wert von T€ 3 erworben, Christian Eigen hat Waren von MEDION im Wert von T€ 6 erworben.

9.3.8 Vorstand

Im Berichtszeitraum gehörten folgende Herren dem Vorstand an:

Kaufmann Gerd Brachmann, Essen (Vorsitzender des Vorstandes)

Diplom-Ökonom Christian Eigen, Essen (stellv. Vorsitzender des Vorstandes) Mitglied des Aufsichtsrates der FUNKE Mediengruppe GmbH & Co. KGaA und Mitglied des Gesellschafterausschusses der FUNKE Management GmbH, beide Essen, seit dem 01.07.2017

Die Gesamtbezüge der Vorstandsmitglieder, die erfolgswirksam erfasst wurden, beliefen sich im Geschäftsjahr 2018/2019 ohne die Veränderung der Pensionsrückstellungen (T€ 1.711; Vorjahr: T€ 265) auf insgesamt T€ 2.455,8 (Vorjahr: T€ 2.134,5). Die Angaben über die Grundzüge des Vergütungssystems sowie die Darstellung der individualisierten Angaben der Vorstandsbezüge gemäß § 314 Abs. 1 Nr. 6a S. 5–8 HGB sind im Vergütungsbericht im zusammengefassten Konzernlagebericht und Lagebericht dargestellt, auf den verwiesen wird.

Der Vorstand hielt zum 31. März 2019 keine Aktien der Gesellschaft.

9.3.9 Aufsichtsrat

Im Berichtsjahr waren folgende Herren Mitglieder des Aufsichtsrates der Gesellschaft:

Dr. Rudolf Stützle, Essen (Vorsitzender) (Ehem. Managing Director der Deutsche Bank AG, Global Banking, Frankfurt am Main)

Herr Dr. Stützle nimmt keine Mandate in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten inländischer Gesellschaften wahr. Bei folgenden in- und ausländischen Wirtschaftsunternehmen übt Herr Dr. Stützle vergleichbare Mandate aus:

Carl Spaeter GmbH, Duisburg (Vorsitzender des Aufsichtsrates)

Wai Ming Wong (stellv. Vorsitzender), Executive Vice President und Chief Financial Officer, Lenovo Group Ltd., mit dem Sitz in Hong Kong, wohnhaft in Discovery Bay, Lantau, Hongkong, Volksrepublik China

Herr Wong ist nicht in den gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten inländischer Gesellschaften vertreten. Herr Wong übt jedoch bei folgenden in- und ausländischen Wirtschaftsunternehmen vergleichbare Mandate aus:

China Unicom (Hong Kong) Limited, Hongkong, Volksrepublik China

Gianfranco Lanci (Mitglied), Corporate President und Chief Operating Officer, Lenovo Group Ltd., mit dem Sitz in Hong Kong, wohnhaft in Lugano, Schweiz

181 | 9.3 Ergänzende Angaben

Herr Lanci ist nicht in den gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten inländischer Gesellschaften vertreten oder übt vergleichbare Mandate bei in- und ausländischen Wirtschaftsunternehmen aus.

Herr Dr. Rudolf Stützle erhält für seine Tätigkeit im Geschäftsjahr 2018/2019 eine Vergütung in Höhe von T€ 120 (Vorjahr: T€ 120). Herr Wai Ming Wong erhält für seine Tätigkeit im Geschäftsjahr 2018/2019 aufgrund einer Vereinbarung zwischen MEDION und Lenovo keine Vergütung (Vorjahr: T€ 0). Herr Gianfranco Lanci erhält für seine Tätigkeit aufgrund einer Vereinbarung zwischen MEDION und Lenovo keine Vergütung (Vorjahr: T€ 0).

Die Gesamtvergütung des Aufsichtsrates beläuft sich somit im Geschäftsjahr 2018/2019 auf T€ 120 (Vorjahr: T€ 120). Weder im Berichtsjahr noch im Vorjahr wurden Aufwandsentschädigungen gezahlt.

GJ 2017/2018
Werte in €
Dr. Rudolf
Stützle
Vorsitzender
Wai Ming Wong
Stellv. Vorsit
zender
Gianfranco
Lanci
Mitglied
Gesamt
Vergütung 120.000,00 0,00 0,00 120.000,00
Gesamtsumme 120.000,00 0,00 0,00 120.000,00
GJ 2018/2019
Werte in €
Dr. Rudolf
Stützle
Vorsitzender
Wai Ming Wong
Stellv. Vorsit
zender
Gianfranco
Lanci
Mitglied
Gesamt
Vergütung 120.000,00 0,00 0,00 120.000,00
Gesamtsumme 120.000,00 0,00 0,00 120.000,00

Die Aufsichtsratsmitglieder hielten zum 31. März 2019 unverändert keine Aktien.

Die Angaben über die Grundzüge des Vergütungssystems sowie die Darstellung der individualisierten Angaben der Aufsichtsratsbezüge gemäß § 314 Abs. 1 Nr. 6a Satz 5-8 HGB sind im Vergütungsbericht, der Bestandteil des zusammengefassten Konzernlageberichtes und Lageberichtes ist, dargestellt, auf den verwiesen wird.

9.3.10 Corporate Governance – Angabe gemäß § 161 AktG

Der Deutsche Corporate Governance Kodex (DCGK) stellt die wesentlichen Empfehlungen zur Leitung und Überwachung deutscher börsennotierter Gesellschaften dar und enthält Standards verantwortungsvoller Unternehmensführung in der Fassung vom 7. Februar 2017.

Am 23. November 2018 haben Vorstand und Aufsichtsrat die aktualisierte Entsprechenserklärung nach § 161 AktG abgegeben und am 23. November 2018 den Aktionären auf der Website der Gesellschaft dauerhaft zugänglich gemacht.

9.3.11 Vorschlag für die Verwendung des Ergebnisses des Mutterunternehmens

Aufgrund des mit der Lenovo Germany Holding GmbH abgeschlossenen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrages steht bei der MEDION AG kein verteilungsfähiger Bilanzgewinn zur Verfügung. Die außenstehenden Aktionäre der MEDION AG erhalten am dritten Bankarbeitstag nach dem Tag der Hauptversammlung 2019, die über das Geschäftsjahr 2018/2019 beschließt, die vertraglich festgesetzte Ausgleichszahlung von der Lenovo Germany Holding GmbH. Die Hauptversammlung der MEDION AG findet voraussichtlich am 31. Oktober 2019 statt.

Essen, 03. Juni 2019

Gerd Brachmann Christian Eigen

Vorsitzender des Vorstandes Stellv. Vorsitzender des Vorstandes

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

"Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht, der mit dem Lagebericht zusammengefasst ist, der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind."

Essen, 03. Juni 2019

Gerd Brachmann Christian Eigen

Vorsitzender des Vorstandes Stellv. Vorsitzender des Vorstandes

10 Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers______184

10 Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die MEDION AG, Essen

VERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES KONZERNABSCHLUSSES UND DES KONZERNLAGEBERICHTS

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der MEDION AG, Essen, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) – bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. März 2019, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. April 2018 bis zum 31. März 2019 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden – geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der MEDION AG, der mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst ist, für das Geschäftsjahr vom 1. April 2018 bis zum 31. März 2019 geprüft. Die im Abschnitt "Sonstige Informationen" unseres Bestätigungsvermerks genannten Bestandteile des Konzernlageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

• entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. März 2019 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. April 2018 bis zum 31. März 2019 und

• vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Konzernlagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der im Abschnitt "Sonstige Informationen" genannten Bestandteile des Konzernlageberichts.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Konzernabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. April 2018 bis zum 31. März 2019 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Aus unserer Sicht waren folgende Sachverhalte am bedeutsamsten in unserer Prüfung:

❶ Auswirkungen aus der Erstanwendung von IFRS 15 sowie der Umstellung auf eine Bilanzierung als Agent für weitere wesentliche Geschäfte im Direktgeschäft

❷ Auswirkungen der Erstanwendung des IFRS 9 auf die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen

Unsere Darstellung dieser besonders wichtigen Prüfungssachverhalte haben wir jeweils wie folgt strukturiert:

① Sachverhalt und Problemstellung

② Sachverhalt und Problemstellung

③ Verweis auf weitergehende Informationen

Nachfolgend stellen wir die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar:

❶ Auswirkungen aus der Erstanwendung von IFRS 15 sowie der Umstellung auf eine Bilanzierung als Agent für weitere wesentliche Geschäfte im Direktgeschäft

① Im Konzernabschluss werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Umsatzerlöse in Höhe von insgesamt € 742 Mio ausgewiesen. Für die zutreffende Erlöserfassung und Erlösabgrenzung der Umsatzerlöse hat die MEDION AG konzernweit umfangreiche Systeme und Prozesse eingerichtet. Im Zuge der Neubeurteilung bestehender Verträge zugunsten einer Umklassifizierung von

Prinzipalumsätzen (Bruttobilanzierung) hin zu Agentenumsätzen (Nettobilanzierung) in weiteren Bereichen der digitalen Dienstleistungen des Direktgeschäfts des Konzerns haben sich wesentliche Auswirkungen auf die Erlösrealisierung und Erlösabgrenzung ergeben. IFRS 15 führte ferner zu einer deutlichen Ausweitung von Angabepflichten.

Die zutreffende Erlöserfassung und Erlösabgrenzung unter konzernweiter Anwendung des neuen Rechnungslegungsstandards IFRS 15 ist als komplex zu betrachten, insbesondere im Zusammenhang mit der Umstellung auf eine Bilanzierung als Agent für wesentliche Geschäfte im Direktgeschäft. Vor diesem Hintergrund war die Bilanzierung der Umsatzerlöse im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.

② Im Rahmen unserer Prüfung haben wir unter anderem die Angemessenheit und Wirksamkeit der vom Konzern eingerichteten und an IFRS 15 angepassten Prozesse und Kontrollen des internen Kontrollsystems des Konzerns zur Erlöserfassung und Erlösabgrenzung während des gesamten Geschäftsjahres einschließlich der zum Einsatz kommenden IT-Systeme gewürdigt. Dabei haben wir mit Unterstützung unserer IT-Spezialisten insbesondere die Prozesse der Fakturierungssysteme bis hin zur Erfassung im Hauptbuch beurteilt. Wir haben auch die Ausgestaltung der eingerichteten Prozesse zur Abbildung der Transaktionen in Einklang mit IFRS 15 und der IT-Systeme zur Unterstützung der Umsetzung der neuen Vorgaben gewürdigt. Hierbei haben wir auch Kundenverträge durchgesehen, die Identifizierung von Leistungsverpflichtungen im Hinblick auf die Übertragung der Verfügungsmacht nachvollzogen und gewürdigt, ob diese Leistungen über einen bestimmten Zeitraum oder zu einem bestimmten Zeitpunkt erbracht wurden. Darüber hinaus haben wir bei unserer Prüfung mit Unterstützung unserer internen Spezialisten aus unserem Bereich der internationalen Rechnungslegung die Auswirkungen der Umstellung auf eine Bilanzierung als Agent für wesentliche Geschäfte im Direktgeschäft beurteilt. Mit der Kenntnis, dass die Umsatzrealisation in Teilen auf von den gesetzlichen Vertretern getroffenen Einschätzungen und Annahmen beruht und diese erhebliche Auswirkungen auf die Höhe der ausgewiesenen Umsatzerlöse haben, haben wir insbesondere die verwendeten Datengrundlagen sowie die Angemessenheit des angewendeten Verfahrens zur Ermittlung der Auswirkungen aus der Umstellung beurteilt. Dabei haben wir im Zusammenhang mit den Angabepflichten des IFRS 15 unter anderem die Angemessenheit der angewendeten Verfahren einschließlich der innerhalb des Konzerns durchgeführten Betroffenheitsanalysen beurteilt und die getroffenen Schätzungen bzw. Annahmen der gesetzlichen Vertreter zur Erlösrealisierung und Erlösabgrenzung im Konzern gewürdigt.

Wir konnten uns davon überzeugen, dass die eingerichteten, an die neuen Anforderungen angepassten Systeme und Prozesse sowie die eingerichteten Kontrollen angemessen sind und dass die von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen Einschätzungen und getroffenen Annahmen hinreichend dokumentiert und begründet sind, um die sachgerechte Bilanzierung der Umsatzerlöse zu gewährleisten.

③ Die Angaben zu den Umsatzerlösen und den Auswirkungen der Anpassungen sind im Abschnitt "Allgemeine Angaben" sowie "Erläuterung zu den Posten der Gewinn- und Verlustrechnung und der Bilanz" des Konzernanhangs enthalten.

❷ Auswirkungen der Erstanwendung des IFRS 9 auf die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen

①Der Konzern schließt derivative Finanzinstrumente zur Absicherung gegen Fremdwährungsrisiken aus ihrem gewöhnlichen Geschäftsbetrieb ab. Basis dafür ist die von den gesetzlichen Vertretern vorgegebene Sicherungspolitik, die in entsprechenden internen Richtlinien dokumentiert ist. Das Währungsrisiko resultiert im Wesentlichen aus schwebenden oder hochwahrscheinlich erwarteten Beschaffungsverträgen in USD. Die Begrenzung dieser Risiken erfolgt unter anderem durch Abschluss von Devisentermingeschäften.

Derivative Finanzinstrumente werden am Bilanzstichtag zum beizulegenden Zeitwert bilanziert. Zum 31. März 2019 bestehen Devisentermingeschäfte mit einem Nominalvolumen von T€ 42.910 und positiven beizulegenden Zeitwerten von T€ 1.098, die im Rahmen von Cashflow Hedge Accounting bilanziert werden. Die sich durch IFRS 9 ergebenen Änderungen und Wahlrechte zum Hedge Accounting wendet der Konzern prospektiv ohne Anpassung der Vorperiode für alle designierten Sicherungsbeziehungen an. Der Konzern hat das Wahlrecht ausgeübt, die Terminkomponente sowie den Währungsbasis-Spread aus der Sicherungsbeziehung auszuschließen und nur die Veränderung der Kassakomponente in die Sicherungsbeziehung einzubeziehen. Die Terminkomponente sowie der Währungsbasis-Spread werden direkt ergebniswirksam im Zinsergebnis erfasst. Die Veränderung der Kassakomponente wird – soweit die Sicherungsbeziehung effektiv ist – bis zur Lieferung der gesicherten Vorräte im sonstigen Ergebnis (als Cash-Flow-Hedge Rücklage) im Eigenkapital bilanziert. Mit Lieferung der Vorräte wird die Cash-Flow Hedge Rücklage in das Vorratsvermögen umgebucht (sogenanntes Basis Adjustment).

Aus unserer Sicht war dieser Sachverhalt aufgrund der hohen Komplexität und des Umfangs der Sicherungsinstrumente sowie der möglichen Ergebnisauswirkungen von besonderer Bedeutung für unsere Prüfung.

② Im Rahmen unserer Prüfung haben wir mit Unterstützung unserer internen Spezialisten aus dem Bereich Corporate Treasury Solutions unter anderem die vertraglichen und finanztechnischen Grundlagen des Sicherungszusammenhangs zwischen den Grundgeschäften und den derivativen Finanzinstrumenten als Sicherungsinstrumente sowie die Bilanzierung unter anderem im Zusammenhang mit der Einführung des IFRS 9 gewürdigt. Dabei haben wir insbesondere die Voraussetzungen für die Anwendung von Cashflow Hedge Accounting und deren Bilanzierung einschließlich der Ergebniseffekte nachvollzogen. Mit unseren Spezialisten gemeinsam haben wir auch das eingerichtete Risikomanagementsystem des Konzerns bezogen auf die derivativen Finanzinstrumente einschließlich der internen Überwachung der Einhaltung der Sicherungspolitik beurteilt. Die internen Richtlinien des Konzerns zur Absicherung gegen Währungsrisiken haben wir insbesondere hinsichtlich einer schriftlich dokumentierten Risikomanagementstrategie und der Zuordnung von Verantwortlichkeiten durch die gesetzlichen Vertreter gewürdigt und hinsichtlich ihrer Angemessenheit und Funktionsfähigkeit beurteilt. Zur Beurteilung der Bewertung der derivativen Finanzinstrumente zum beizulegenden Zeitwert haben wir auch die Berechnungsmethoden auf Basis von Marktdaten und den vertraglichen Basisdaten nachvollzogen und in Stichproben eigene Bewertungen durchgeführt. Dabei haben wir auch überprüft, dass die Aufteilung des beizulegenden Zeitwerts der Derivate in Termin- und Kassakomponente mathematisch richtig und unter Verwendung geeigneter Marktdaten ermittelt wurde. Zudem haben wir gewürdigt, ob das Basis Adjustment dem Grunde und der Höhe nach zutreffend erfolgt ist.

Zur Beurteilung der Vollständigkeit der Sicherungsinstrumente und der Richtigkeit der beizulegenden Zeitwerte der Währungsderivate haben wir eine Aufstellung der Derivate mit allen bewertungsrelevanten Kontraktdetails seitens des Vertragspartners des Konzerns erhalten. Hinsichtlich der Wirksamkeit der Sicherungsbeziehungen haben wir im Wesentlichen erwartete Sicherungsgrade in der Zukunft beurteilt. Hierbei konnten wir uns davon überzeugen, dass die Bilanzierung und Bewertung der Sicherungsgeschäfte sachgerecht ist.

③ Die Angaben des Konzerns zu den Sicherungsgeschäften sind in den Abschnitten "Allgemeine Angaben" und "Risikomanagement und Finanzderivate" des Konzernanhangs enthalten.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die folgenden nicht inhaltlich geprüften Bestandteile des Konzernlageberichts:

• die in Abschnitt 6.4.4 des Konzernlageberichts enthaltene Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289 f HGB und § 315 d HGB

• den Corporate Governance-Bericht nach Nr. 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex.

Die sonstigen Informationen umfassen zudem die übrigen Teile des Geschäftsberichts – ohne weitergehende Querverweise auf externe Informationen –, mit Ausnahme des geprüften Konzernabschlusses, des geprüften Konzernlageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks und den gesonderten nichtfinanziellen Bericht nach § 289b Abs. 3 HGB und § 315b Abs. 3 HGB.

Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

• wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, zum Konzernlagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

• anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

• identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher – beabsichtigter oder unbeabsichtigter – falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

• gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

• beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

• ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

• beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

• holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

• beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

• führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 20. November 2018 als Konzernabschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 21. Februar 2019 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2012/2013 als Konzernabschlussprüfer der MEDION AG, Essen, tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem "zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss" nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

VERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFER

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Michael Rohkämper.

Essen, den 06. Juni 2019

PricewaterhouseCoopers GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Michael Rohkämper ppa. Dr. Marcus Falk

Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

11 Einzelabschluss der MEDION AG
__195
11.1 Gewinn-
und Verlustrechnung
____195
11.2 Bilanz
_____196

Einzelabschluss der MEDION AG

194 | 11.1 Gewinn- und Verlustrechnung

11 Einzelabschluss der MEDION AG

11.1 Gewinn- und Verlustrechnung

Werte in T€ GJ 2018/2019 GJ 2017/2018
1. Umsatzerlöse 651.398 769.818
2. Sonstige betriebliche Erträge 6.621 6.543
3. Materialaufwand
a.) Aufwendungen für bezogene Waren 441.121 551.224
b.) Aufwendungen für bezogene Leistungen 16.057 16.894
457.178 568.118
4. Personalaufwand
a.) Löhne und Gehälter 27.525 29.648
b.) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung 5.016 5.280
32.541 34.928
5. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des
Anlagevermögens und Sachanlagen
3.304 4.716
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen 140.705 140.634
7. Erträge aus Beteiligungen 616 742
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 465 361
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 1.464 1.347
10. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 3.753 11.312
11. Ergebnis nach Steuern 20.155 16.409
12. Sonstige Steuern 3.125 147
13. Aufgrund eines Gewinnabführungsvertrages abgeführter Gewinn 17.030 16.262
14. Jahresüberschuss 0 0
15. Bilanzgewinn 0 0

11.2 Bilanz

Aktiva

31.03.2019 31.03.2018
A. ANLAGEVERMÖGEN
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte
und ähnliche Rechte und Werte
25 23
2. Entgeltlich erworbene EDV-Software 4.066 5.525
3. Geleistete Anzahlungen 124 94
4.215 5.642
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten 20.603 21.215
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.000 1.240
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 51 51
21.654 22.506
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 7.992 6.508
33.861 34.656
B. UMLAUFVERMÖGEN
I. Vorräte
Waren 130.701 143.466
130.701 143.466
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 170.941 180.164
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 237.496 226.788
3. Sonstige Vermögensgegenstände 39.880 32.029
448.317 438.981
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 68.439 61.976
647.457 644.423
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 1.733 1.403
683.051 680.482

Passiva

31.03.2019 31.03.2018
A.
EIGENKAPITAL
I. Gezeichnetes Kapital
1. Grundkapital 48.418 48.418
2. Eigene Anteile -3.737 -3.737
44.681 44.681
II. Kapitalrücklage 138.726 138.726
III. Gewinnrücklagen
Andere Gewinnrücklagen 182.679 182.679
IV. Bilanzgewinn 0 0
B.
RÜCKSTELLUNGEN
366.086 366.086
1. Rückstellungen für Pensionen 8.755 7.331
2. Steuerrückstellungen 0 858
3. Sonstige Rückstellungen 102.324 119.859
111.079 128.048
C.
VERBINDLICHKEITEN
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 97.774 71.847
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 26.611 23.452
3. Sonstige Verbindlichkeiten 80.140 89.253
204.525 184.552
D.
RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN
1.361 1.796
683.051 680.482

12 Finanzkalender

31. Oktober 2019 Hauptversammlung, Essen
(Geschäftsjahr 2018/2019)
12. November 2019 Halbjahresfinanzbericht zum 30. September 2019
(1. April 2019 – 30. September 2019)

13 Impressum

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