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MEDION AG

Annual Report Jun 26, 2015

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Annual Report

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Geschäftsbericht 2014/2015

bericht über das geschäftsjahr 2014/2015 | 1. april 2014 – 31. märz 2015

Geschäftsbericht 2014/2015

bericht über das geschäftsjahr 2014/2015 | 1. april 2014 – 31. märz 2015

MEDION AG Konzern in Zahlen

Werte in Mio. € 01.04.2014
- 31.03.2015
01.04.2013
- 31.03.2014
01.04.2012
- 31.03.2013
01.01.-
31.03.2012**
01.01.-
31.12.2011
Umsatz 1.350 1.277 1.652 384 1.432
- Inland 958 946 1.199 301 1.085
- Ausland 392 331 453 83 347
Umsätze nach Segmenten
- davon Projektgeschäft 679 670 1.095 250 897
- davon Direktgeschäft 671 607 557 133 535
EBIT 34 30 35* 6 26
Konzernergebnis 28 22 27* 4 14
Bilanzsumme 749 693 662 695 738
Eigenkapitalquote 49,7 % 52,8 % 55,6 % 55,5 % 51,7 %
Mitarbeiter 988 1.007 1.029 1.022 1.013
Personalaufwand 53 50 52* 13 49

* Zahlen wurden gemäß IAS 8 angepasst

** Rumpfgeschäftsjahr 2012

Aktienbezogene Daten

Grundkapital € 48.418.400
Genehmigtes Kapital € 24.000.000
ISIN DE0006605009
Wertpapier-Kenn-Nr.: 660500
Notierungen XETRA, Frankfurt am Main
Streubesitz ca. 2 %
Ergebnis je Aktie (in €) 0,62 0,50 0,61* 0,09 0,32
Durchschnittliche Aktienanzahl 44.681.430 44.681.430 44.681.430 44.681.430 44.665.575
Dividende je Aktie (in €) - - - 0,18 0,21

Inhalt

1 Vorwort des Vorstandes 4
2 Bericht des Aufsichtsrates 6
3 Corporate-Governance-Bericht 10
4 Zusammengefasster Konzernlagebericht
und Lagebericht der MEDION AG
20
5 Konzernabschluss der MEDION AG 92
6 Konzernanhang der MEDION AG 104
7 Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers 155
8 Einzelabschluss der MEDION AG 158
9 Finanzkalender 163

Impressum

1 Vorwort des Vorstandes 4
2 Bericht des Aufsichtsrates 6
3 Corporate-Governance-Bericht
Gemeinsamer Bericht von Vorstand und Aufsichtsrat
3.1 Grundsätze 10
3.2 Umsetzung des Deutschen
Corporate Governance Kodex
10
3.3 Vorstand und Aufsichtsrat 13
3.4 Börsennotierung, Hauptversammlung
und Internet-Informationen
16
3.5 Compliance 17
3.6 Rechnungslegung und Abschlussprüfung 19

3 |

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

das abgelaufene Geschäftsjahr 2014/2015 (1. April 2014 bis 31. März 2015) verlief für MEDION zufriedenstellend. Umsatz und Ergebnis liegen zwar leicht über den Vorjahreswerten, waren jedoch teilweise auch von außerordentlichen Einflüssen geprägt.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr ist der Umsatz um € 72,9 Mio. auf € 1.349,9 Mio. gestiegen. Deutschland bleibt wichtigster Markt für MEDION. Der Umsatzanteil liegt mit 71,0 % auf dem Niveau des Vorjahres (74,0 %). Außerhalb Deutschlands gab es eine leichte Verschiebung vom europäischen Ausland ins nicht europäische Ausland.

Seit Spätsommer 2014 ist der Euro gegenüber dem US-Dollar stark unter Druck geraten. Dieses blieb nicht ohne Folgen für die Rentabilität bei MEDION. Denn eine Weitergabe von steigenden Einkaufspreisen aufgrund der Verteuerung des US-Dollars ist in dem sehr wettbewerbsintensiven Marktumfeld nur sehr eingeschränkt und auch nur schrittweise oder mit Zeitverzögerung möglich.

In dem verbesserten EBIT von € 34,3 Mio. sind auch nicht operative Erträge aus Anlagenverkäufen in Höhe von € 2,7 Mio. enthalten.

Leider hat sich jedoch die wirtschaftliche Entwicklung in der gesamten Branche und damit auch bei MEDION seit dem Weihnachtsgeschäft 2014 deutlich verschlechtert, so dass mit deutlichen Umsatz- und Ergebnisrückgängen im laufenden Geschäftsjahr gerechnet wird. Aufgrund ausbleibender Realisierungen von Produktinnovationen ist es gegenwärtig nur bedingt oder auch nur in Einzelfällen möglich, die gestiegenen Einkaufspreise durch die Verteuerung des US-Dollars an den Kunden weiterzugeben. Darüber hinaus haben viele klassische Handelskunden von MEDION nur geringe Online-Verkaufs-Aktivitäten und daher keinen breiten Zugang zu neueren Vertriebswegen. Ein Ausbau alternativer Private-Label-Produktserien ist zwar geeignet, kompensatorisches Geschäft zu generieren, bedarf naturgemäß jedoch einer längeren Marketing- und Implementierungsphase seitens der Handelskunden. Vor dem Hintergrund all dieser Rahmenbedingungen rechnet MEDION im Bereich von Personal-Computern und Tablet-PCs mit einem Mengen- und Umsatzrückgang von bis zu 10 % oder leicht darüber.

Aufgrund der zunehmenden Sättigung in den übrigen Bereichen der Consumer Electronics, insbesondere bei TV- und Navigationsprodukten, wird insgesamt sogar ein Rückgang im Umsatz des Projektgeschäftes von 20 bis 30 % nicht ausgeschlossen.

Da MEDION durch sein straffes Kostenmanagement der letzten Jahre bereits den Anteil der variablen Kosten gesenkt hat und nur noch in geringem Umfang hier Einsparungen vornehmen kann, wird der zunehmende Preisverfall auf der Verkaufsseite im Projektgeschäft auch zu überproportionalem Ergebnisdruck führen. Im Direktgeschäft hingegen werden zwar Skalenvorteile wie in Vorjahren erwartet, aber der angekündigte Rückgang der Terminierungsentgelte kann sich belastend auf Umsatz und Ergebnis in diesem Bereich auswirken. Die insgesamt durch die verschlechterte Euro-Dollar-Parität unter Druck geratene Rentabilität wird auch durch das profitable Direktgeschäft nicht kompensiert werden können. Somit kann für das kommende Geschäftsjahr 2015/2016 ein Ergebnisrückgang im EBIT von circa 20 bis 30 % nicht ausgeschlossen werden.

Die vertragliche Einbindung in den Lenovo-Konzern wurde neben dem bestehenden Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag durch den im Geschäftsjahr 2012/2013 abgeschlossenen Steuerumlagevertrag weiter gefestigt. Darüber hinaus haben Lenovo und MEDION die Zusammenarbeit auf allen operativen Ebenen verstärkt und zum gegenseitigen Nutzen ausgebaut.

Als Kompensation für den Verlust des Dividendenanspruchs aufgrund des Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrages erhalten die außenstehenden Aktionäre der MEDION AG eine jährliche Ausgleichszahlung in Höhe von brutto € 0,82 je MEDION-Aktie abzüglich des Betrags für deutsche Körperschaftsteuer sowie Solidaritätszuschlag. Damit beträgt die jährliche Ausgleichszahlung, die jeder außenstehende Aktionär nach Abzug der Körperschaftsteuerbelastung und des darauf entfallenden Solidaritätszuschlags erhält, € 0,69 je Aktie. Es ist vorgesehen, die nächste Hauptversammlung der MEDION AG am 1. Oktober 2015 nach Essen einzuberufen. Die Auszahlung der Ausgleichszahlung würde dann am 2. Oktober 2015 erfolgen.

Basis für die Marktentwicklung ist unverändert die sich vor dem Hintergrund der Digitalisierung von Produkten, Inhalten und Übertragungswegen seit Jahren abzeichnende industrielle Tendenz, mehr mobile Endgeräte mit computerähnlichen Funktionen, wie zum Beispiel Smartphones und Tablets, zu entwickeln. Denn Smartphones und Tablets haben die über die letzten 20 Jahre dominierenden Produkte Desktop-PC und Notebook hinsichtlich ihrer Marktrelevanz inzwischen abgelöst. Auf diese Entwicklung hat sich MEDION bereits eingestellt, wird jedoch in den nächsten Jahren in seinem Erfolg auch daran zu messen sein, inwieweit es gelingt, den Rückgang der Bruttodeckungsbeiträge aufgrund geringerer Durchschnittspreise von Tablets und Smartphones zu kompensieren.

Der Fokus von MEDION bleibt unverändert darauf gerichtet, den wesentlichen Kunden und Konsumenten innovative Produkte sowie ein umfassendes Marketing- und Dienstleistungsangebot, das die gesamte Wertschöpfungskette entlang des Handelsprozesses abdeckt, offerieren zu können. MEDION wird weiterhin die Produktideen anhand aktueller Markt- und Kundenbedürfnisse konzeptionieren und zusammen mit dem Qualitäts- und Logistikmanagement einen umfassenden After-Sales-Service garantieren.

In diesem herausfordernden Wettbewerbsumfeld danken wir den Mitarbeitern von MEDION für ihren tatkräftigen Einsatz, der im abgelaufenen Geschäftsjahr zu einer guten Umsatz- und Ergebnisentwicklung geführt hat und dafür, dass sie unverändert daran mitarbeiten, das Zusammengehen mit Lenovo zum Erfolg werden zu lassen. Den Kolleginnen und Kollegen von Lenovo danken wir für ihre Unterstützung und unseren Kunden und den Konsumenten für ihre Begeisterung für die Marke und die Produkte von MEDION.

Der Vorstand

Gerd Brachmann Christian Eigen

Sehr geehrte Aktionärin, sehr geehrter Aktionär,

Die MEDION AG kann in einem sehr wettbewerbsintensiven Umfeld und bei unverändert schwierigen Bedingungen für die Nachfrage nach Consumer-Electronics-Produkten, insbesondere im Bereich Desktop-PCs und Notebooks, auf ein zufriedenstellendes Jahr 2014/2015 zurückblicken. Jedoch ist seit Beginn des Jahres 2015 erkennbar, dass die starken Schwankungen im Verhältnis Euro/Dollar sowie der sich immer mehr verstärkende Trend zum Kauf von Consumer-Electronics-Produkten im Internet das Geschäft bei MEDION sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis erheblich beeinträchtigen.

Seit Juli 2011 ist die internationale Lenovo-Gruppe, weltweit größter Hersteller von PCs, Hauptaktionär der MEDION AG. Lenovo ist seit mehr als vier Jahren der am schnellsten wachsende große PC-Hersteller der Welt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat Lenovo das x86-Server-Geschäft von IBM und Motorola Mobility Services übernommen. Lenovo entwickelt damit eine breite Palette von Computertechnologien – von Desktop-PCs, Notebooks, Server Stations, Smartphones über Tablets bis zu digitalen Anwendungstechnologien, die weltweit vertrieben werden und MEDION ist Teil der Lenovo EMEA-Organisation (Europa, Mittlerer Osten und Afrika).

Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr vom 1. April 2014 bis 31. März 2015 die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben mit großer Sorgfalt wahrgenommen.

Der Aufsichtsrat hat den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens regelmäßig beraten und die Geschäftsführung der Gesellschaft überwacht. In alle Entscheidungen, die für das Unternehmen von grundlegender Bedeutung waren, wurde der Aufsichtsrat unmittelbar und frühzeitig eingebunden.

Der Vorstand unterrichtete den Aufsichtsrat in schriftlichen und mündlichen Berichten regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle relevanten Fragen der Unternehmensplanung und strategischen Weiterentwicklung, über den Gang der Geschäfte, die Lage des Konzerns einschließlich der Risikolage und Compliance sowie über das Risikomanagement. Die Zusammenarbeit mit dem unverändert amtierenden Vorstand war durch einen intensiven und offenen Austausch gekennzeichnet. Abweichungen des Geschäftsverlaufes von den aufgestellten Plänen und Zielen wurden dem Aufsichtsrat im Einzelnen erläutert. Die strategische Ausrichtung des Unternehmens und die Zusammenarbeit mit Lenovo wurden mit dem Aufsichtsrat abgestimmt. Alle für das Unternehmen bedeutenden Geschäftsvorgänge sind anhand der Berichte des Vorstandes im Aufsichtsrat ausführlich erörtert worden.

Im Geschäftsjahr vom 1. April 2014 bis 31. März 2015 fanden vier Aufsichtsratssitzungen statt. An diesen Sitzungen haben alle Mitglieder des Aufsichtsrates teilgenommen. Darüber hinaus gab es auf Seiten der Aufsichtsratsmitglieder interne Vorgespräche und Nachbereitungen der Sitzungen. Über Projekte und Vorhaben, die für die Gesellschaft von besonderer Bedeutung oder eilbedürftig waren, wurde der Aufsichtsrat auch zwischen den Sitzungen ausführlich informiert.

In der Sitzung am 17. Juni 2014 wurde unter anderem der Jahres- und Konzernabschluss zum 31. März 2014 sowie der Vergütungsbericht behandelt. Der Aufsichtsrat hat in dieser Sitzung auch die Geschäftslage erörtert und die Planung für das Geschäftsjahr 2014/2015 ausführlich diskutiert und verabschiedet.

Die Sitzung des Aufsichtsrates am 1. Oktober 2014 diente der Nachbereitung über den Verlauf der ordentlichen Hauptversammlung 2014, die unmittelbar vor der Sitzung stattgefunden hatte. Zusätzlich hat der Vorstand den Aufsichtsrat über die Entwicklung des operativen Geschäfts sowie die Prognose für das Geschäftsjahr 2014/2015 informiert. In diesem Rahmen wurde außerdem das BGH-Urteil vom 3. Juli 2014 über mögliche Zahlungen an Verwertungsgesellschaften aufgrund von zusätzlichen Urheberrechtsabgaben erörtert.

Die Änderungen des Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 24. Juni 2014 wurden in der Sitzung des Aufsichtsrates am 25. November 2014 diskutiert und die aktualisierte Version der Entsprechenserklärung vom Aufsichtsrat verabschiedet. Außerdem wurde über die aktuelle Geschäftslage berichtet.

In der letzten Sitzung des Aufsichtsrates im Geschäftsjahr 2014/2015, die am 24. Februar 2015 stattgefunden hat, wurden die Effizienzprüfung des Aufsichtsrates sowie der Compliance-Bericht 2014/2015 thematisiert und zur Kenntnis genommen. Außerdem hat der Vorstand über die Geschäftslage zum 31. Dezember 2014 (3. Quartal) berichtet und einen Ausblick auf das Ende des Geschäftsjahres 2014/2015 am 31. März 2015 sowie auf die Planung von Umsatz, Ergebnissen und Investitionen im Geschäftsjahr 2015/2016 gegeben.

Auch außerhalb dieser Sitzungen stand insbesondere der Aufsichtsratsvorsitzende in regelmäßigem Kontakt mit dem Vorstand und ließ sich auf der Grundlage von Kennziffern über die aktuelle Entwicklung der Geschäfte und über wesentliche Geschäftsvorfälle informieren.

Der Corporate-Governance-Bericht von Vorstand und Aufsichtsrat gemäß Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex kann dem nachfolgenden Kapitel entnommen werden.

Der vom Vorstand nach den Regeln des HGB aufgestellte handelsrechtliche Jahresabschluss (Einzelabschluss) für das Geschäftsjahr vom 1. April 2014 bis 31. März 2015 und der Lagebericht (gemäß § 315 Abs. 3 HGB zusammengefasster Konzernlagebericht und Lagebericht) der MEDION AG wurden von der PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, Zweigniederlassung Essen, geprüft. Den Prüfungsauftrag hat der Aufsichtsrat entsprechend dem Beschluss der ordentlichen Hauptversammlung vom 1. Oktober 2014 vergeben. Der Abschlussprüfer erteilte einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk.

Der Konzernabschluss der MEDION AG wurde gemäß § 315a HGB auf der Grundlage der internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS aufgestellt. Der Vorstand ist wie in den Vorjahren der Überzeugung, dass die in IFRS 8.34 geforderte Angabe der Gesamtbeträge der Umsatzerlöse mit wichtigen externen Kunden, die sich jeweils auf mindestens 10 % der Umsatzerlöse des MEDION-Konzerns belaufen, nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung geeignet ist, dem Unternehmen einen erheblichen Nachteil zuzufügen. Der Vorstand hat sich daher vor dem Hintergrund von § 131 Abs. 3 Satz 1 AktG und der im Handelsrecht für eine Umsatzaufgliederung bestehenden Schutzklausel des § 286 Abs. 2 HGB entschlossen, eine solche Aufgliederung der Umsatzerlöse im Konzernabschluss nach IFRS zu unterlassen und die insoweit zwangsläufige Einschränkung des Bestätigungsvermerks des Abschlussprüfers wegen dieser fehlenden Angabe der Umsätze mit wichtigen Kunden im Sinne von IFRS 8.34 hinzunehmen. Der Aufsichtsrat hat sich wie in den Vorjahren nach sorgfältiger Prüfung der Auffassung des Vorstandes angeschlossen. Die Einschränkung des Bestätigungsvermerks bezieht sich ausdrücklich lediglich auf diese unterlassene Angabe im Anhang gemäß IFRS 8.34. Der Abschlussprüfer hat im Übrigen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichtes festgestellt und bestätigt, dass der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht unter Beachtung der übrigen geltenden Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermitteln.

Das Auftragsverhältnis zwischen der MEDION AG und der Prüfungsgesellschaft hat die Anforderungen des Deutschen Corporate Governance Kodex erfüllt. Der Aufsichtsrat beauftragte den Abschlussprüfer mit der Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses. Dem Aufsichtsrat liegt eine Unabhängigkeitserklärung der PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, Zweigniederlassung Essen, vor. Darin wurde bestätigt, dass keinerlei berufliche, finanzielle oder sonstige Beziehungen zur MEDION AG und zu ihren Organen bestehen, die Zweifel an der Unabhängigkeit der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft begründen könnten.

Darüber hinaus hat der Abschlussprüfer das bei der MEDION AG bestehende Risikofrüherkennungssystem geprüft. Er bescheinigt der MEDION AG, dass der Vorstand die nach § 91 Abs. 2 AktG geforderten Maßnahmen getroffen hat und das Risikofrühwarnsystem geeignet ist, Entwicklungen, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden können, frühzeitig zu erkennen.

Auch der Aufsichtsrat konnte sich davon überzeugen, dass der Vorstand angemessene Maßnahmen zur Risikofrüherkennung ergriffen und insbesondere ein Überwachungssystem installiert hat.

Die Jahresabschlussunterlagen und Prüfungsberichte gingen allen Aufsichtsratsmitgliedern zu. Sie waren in der Bilanzsitzung des Aufsichtsrates am 15. Juni 2015 Gegenstand ausführlicher Beratung. Der Abschlussprüfer, der bereits im Vorfeld Fragen des Aufsichtsrates beantwortet hatte, nahm an der Sitzung teil, berichtete über die wesentlichen Ergebnisse der Prüfungen und stand dem Aufsichtsrat für ergänzende Auskünfte zur Verfügung.

Nach seiner eigenen Prüfung des Jahresabschlusses der MEDION AG, des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichtes hat der Aufsichtsrat die Berichte des Abschlussprüfers zustimmend zur Kenntnis genommen. Nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung sind vom Aufsichtsrat keine Einwendungen zu erheben. Den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss der MEDION AG zum 31. März 2015 sowie den Konzernabschluss zum 31. März 2015 hat der Aufsichtsrat am 15. Juni 2015 gebilligt. Der Jahresabschluss der MEDION AG zum 31. März 2015 ist damit festgestellt.

Aufgrund des mit der Lenovo Germany Holding GmbH abgeschlossenen Gewinnabführungsvertrages weist die MEDION AG im Jahresabschluss 2014/2015 keinen Bilanzgewinn aus. Die außenstehenden Aktionäre der MEDION AG erhalten für die Dauer des Vertrages eine jährliche Ausgleichszahlung von der Lenovo Germany Holding GmbH. Die Ausgleichszahlung beträgt brutto EUR 0,82 je Aktie mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital in Höhe von EUR 1,00 für jedes volle Geschäftsjahr, abzüglich eines Betrags für deutsche Körperschaftsteuer sowie Solidaritätszuschlag nach dem jeweils für diese Steuern für das betreffende Geschäftsjahr geltenden Steuersatz. Es kommen 15 % Körperschaftsteuer zuzüglich 5,5 % Solidaritätszuschlag auf die Körperschaftsteuer zum Abzug. Daraus ergibt sich eine Ausgleichszahlung in Höhe von EUR 0,69 je Aktie für das abgelaufene Geschäftsjahr. Die Ausgleichszahlung ist fällig am nächsten Bankarbeitstag nach der Hauptversammlung 2015, die für den 1. Oktober 2015 geplant ist.

Im Berichtszeitraum ergaben sich keine Veränderungen im Vorstand und Aufsichtsrat der MEDION AG.

Interessenkonflikte einzelner Aufsichtsratsmitglieder hat es im Berichtsjahr nicht gegeben.

Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der MEDION AG im In- und Ausland sowie der Arbeitnehmervertretung für ihr persönliches Engagement und die in einem herausfordernden konjunkturellen Umfeld geleistete Arbeit.

Essen, am 15. Juni 2015

Der Aufsichtsrat

Dr. Rudolf Stützle Vorsitzender

Grundsätze 3.1

Corporate Governance bei MEDION umfasst das System der Leitung und Überwachung des Unternehmens. Dabei ist Corporate Governance bei MEDION die verantwortungsbewusste und auf langfristige Wertschöpfung ausgerichtete Führung und Kontrolle des Unternehmens. Wesentlicher Bestandteil dieser Ausrichtung ist die effiziente Zusammenarbeit zwischen Vorstand und Aufsichtsrat.

Daran hat sich auch durch die Übernahme des Mehrheitsbesitzes an der Gesellschaft durch die internationale Lenovo-Gruppe nichts geändert. Lenovo und MEDION wollen gemeinsam mit guter Corporate Governance das Vertrauen der nationalen und internationalen Anleger fördern und richten die Leitung und Kontrolle des Unternehmens nach den Bedürfnissen der Kunden, der Mitarbeiter, der Finanzmärkte und der anderen Geschäftspartner sowie der Öffentlichkeit aus. Über die Corporate Governance bei MEDION berichtet der Vorstand – zugleich auch für den Aufsichtsrat – gemäß Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex wie folgt:

Corporate Governance ist für MEDION und seine Organe ein zentraler Anspruch, der sämtliche Bereiche des Unternehmens umfasst. Die Weiterentwicklung von Corporate Governance und Compliance bei MEDION dient dem Vertrauen, das Aktionäre, Geschäftspartner, die Mitarbeiter und die Öffentlichkeit in eine gute Unternehmensführung setzen. MEDION hat daher alle notwendigen organisatorischen Maßnahmen getroffen, um nicht nur den gesetzlichen Anforderungen zu entsprechen, sondern darüber hinaus auch eine verantwortungsvolle, transparente und der nachhaltigen Wertentwicklung verpflichtete Unternehmensführung zu gewährleisten.

3.2 Umsetzung des Deutschen Corporate Governance Kodex

Die Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex hat am 24. Juni 2014 eine Aktualisierung des Kodex veröffentlicht.

Dies führte nicht dazu, dass die Corporate Governance Erklärung der MEDION AG gegenüber dem Vorjahr verändert werden musste.

Nach den Beratungen von Vorstand und Aufsichtsrat in ihrer gemeinsamen Sitzung am 25. November 2014 wurde eine aktualisierte Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG verabschiedet und am 25. November 2014 auf der Website der Gesellschaft bekannt gemacht. Unverändert gegenüber den Vorjahren gilt die Ausnahme vom Kodex, dass aufgrund der Größe des Aufsichtsrates keine Ausschüsse gebildet werden können.

Seit 2010 hat die "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" Empfehlungen beschlossen, nach denen der Aufsichtsrat künftig konkrete Ziele für seine Zusammensetzung benennen soll. Der Aufsichtsrat der MEDION AG sieht die Zusammensetzung seines Gremiums insbesondere an den spezifischen Anforderungen des Geschäftsmodells und an der seit Juli 2011 geänderten Eigentümerstruktur von MEDION ausgerichtet.

Der Aufsichtsrat soll danach so besetzt sein, dass seine Mitglieder insgesamt über die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung der Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen. Insbesondere sollen die Aufsichtsratsmitglieder für die Wahrnehmung des Mandats ausreichend Zeit haben. Die Besetzung des Aufsichtsrates soll eine qualifizierte Kontrolle und Beratung des Vorstandes durch den Aufsichtsrat sicherstellen. Dabei soll insbesondere auch auf die Integrität, Persönlichkeit, Leistungsbereitschaft, internationale Erfahrung und Professionalität der zur Wahl vorgeschlagenen Personen geachtet werden. Ziel ist es, dass im Aufsichtsrat insgesamt sämtliche Kenntnisse und Erfahrungen vorhanden sind, die angesichts der unternehmerischen Aktivitäten und zukünftigen Ausrichtung von MEDION als wesentlich erachtet werden.

Bei MEDION besteht der Aufsichtsrat seit dem Börsengang 1999 aus einem ausgewiesenen Kenner des internationalen Handels und der Finanzmärkte, der über 30 Jahre Leitungsfunktionen in einer internationalen Bank wahrgenommen hat, als unabhängigem Mitglied in der Person des Vorsitzenden des Aufsichtsrates. Vom Mehrheitsaktionär Lenovo sind seit Dezember 2011 zwei Mitglieder des Lenovo Executive Committee im Aufsichtsrat vertreten. Dabei vertritt der stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtrates den Finanzbereich und die internationale Expansionsstrategie von Lenovo. Des Weiteren ist Herr Gianfranco Lanci am 19. Dezember 2013 gerichtlich zum Mitglied des Aufsichtsrates bestellt worden. Herr Gianfranco Lanci ist im Lenovo Executive Committee als Corporate President und Chief Operating Officer unter anderem für die größte Produktsparte PC (Personal Computer) und für wesentliche Auslandsmärkte zuständig.

Aufgrund der Größe des Aufsichtsrates und der spezifischen Situation der Gesellschaft sowie der Zusammensetzung der Leitungsgremien bei Lenovo verfügt der Aufsichtsrat zurzeit über kein weibliches Mitglied. Der Aufsichtsrat wird jedoch über dieses Thema beraten und strebt in Abstimmung mit dem Vorstand an, den Anteil weiblicher Führungskräfte im Unternehmen weiter zu erhöhen.

Den spezifischen Anforderungen des Geschäftsmodells der MEDION AG trägt die seit der Unternehmensgründung beziehungsweise dem Börsengang und insbesondere auch nach der Mehrheitsübernahme in 2011 durch Lenovo in weiten Teilen unverändert gebliebene Vorstands- und Führungsstruktur des Unternehmens Rechnung. Beide Vorstandsmitglieder sind seit dem Börsengang 1999 bestellt, verantworten operative Bereiche, in denen die wesentlichen Geschäftsprozesse bei Einkauf, Logistik, Finanzplanung und Controlling sowie die direkte Führung von wesentlichen Unternehmensfunktionen wie Informationstechnik, Vertrieb, Personal und Strategie enthalten sind. Die so genannte erste Führungsebene im Unternehmen ist dem Vorstand über Zielvorgaben und Berichtspflichten direkt verantwortlich. Die Führungspositionen sind seit Jahren langfristig und kompetent besetzt, circa 28 % davon mit Frauen. MEDION strebt an, den Anteil von Frauen in Führungspositionen auf der ersten und zweiten Führungsebene mittelfristig auf 30 % zu erhöhen und nimmt aktiv an dem weltweiten Diversity Programm von Lenovo teil.

Abweichungen vom Kodex

MEDION folgt bereits seit Jahren den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex. Vorstand und Aufsichtsrat befassen sich regelmäßig intensiv mit der Erfüllung der Kodex-Vorgaben. Auf Basis dieser Beratungen haben Vorstand und Aufsichtsrat am 25. November 2014 die aktuelle Entsprechenserklärung nach § 161 AktG abgegeben und auf der Website der Gesellschaft öffentlich zugänglich gemacht.

Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz hat am 30. September 2014 den Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 24. Juni 2014 als Neufassung im Bundesanzeiger bekannt gemacht. Dabei wurden am Kodex-Text selbst keine Änderungen oder Ergänzungen vorgenommen.

Die MEDION AG hat den bekannt gemachten Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" seit Abgabe der letzten Entsprechenserklärung zum 30. Dezember 2013 unverändert mit nachstehend erwähnten Abweichungen zu den Kodex-Ziffern 5.3.1, 5.3.2 und 5.3.3 entsprochen und wird ihnen auch weiterhin mit diesen Abweichungen entsprechen.

Kodex-Ziffer 5.3.1/5.3.2/5.3.3

Der aus drei Mitgliedern bestehende Aufsichtsrat der MEDION AG bildet aufgrund der Größe des Aufsichtsrats keine Ausschüsse.

Umsetzung der Anregungen

Neben den Empfehlungen enthält der Kodex eine Reihe von Anregungen für eine gute und verantwortungsbewusste Corporate Governance und Unternehmensführung, deren Einhaltung nach den gesetzlichen Bestimmungen nicht offengelegt werden muss. MEDION erfüllt sämtliche Anregungen bis auf Kodex-Ziffer 2.2.1, nach der die Hauptversammlung über die Billigung des Systems der Vergütung der Vorstandsmitglieder beschließen kann. Aufgrund der besonderen Eigentümerstruktur bei MEDION wurde eine entsprechende Beschlussfassung bisher nicht vorgesehen. Außerdem erfolgt die Übertragung der Hauptversammlung im Internet (Kodex-Ziffer 2.3.3) für die Eröffnung durch den Versammlungsleiter und den Bericht des Vorstandes und wird danach abgeschaltet. Die Aktionäre haben so die Möglichkeit, unbelastet von einer weitgehend öffentlichen Übertragung mit der Verwaltung zu diskutieren.

3.3 Vorstand und Aufsichtsrat

Zusammenarbeit von Vorstand und Aufsichtsrat

Vorstand und Aufsichtsrat arbeiten zum Wohle des Unternehmens eng zusammen; ihr gemeinsames Ziel ist die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes. Der Vorstand berichtet dem Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle relevanten Fragen der Unternehmensplanung und der strategischen Weiterentwicklung, über den Gang der Geschäfte und die Lage des Konzerns einschließlich der Risikolage. Für bedeutende Geschäftsvorgänge hat der Aufsichtsrat den Vorbehalt seiner Zustimmung festgelegt.

MEDION hat eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung (so genannte D&O-Versicherung) mit einem angemessenen Selbstbehalt für den Aufsichtsrat und die Vorstandsmitglieder der MEDION AG abgeschlossen.

Berater- und sonstige Dienstleistungs- und Werkverträge zwischen Aufsichtsratsmitgliedern und der Gesellschaft bestanden im Berichtszeitraum nicht. Interessenkonflikte von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern, die dem Aufsichtsrat gegenüber unverzüglich offenzulegen sind, traten nicht auf.

Kein Mitglied des Aufsichtsrates der MEDION AG ist ehemaliges Vorstandsmitglied der Gesellschaft.

Führungs- und Kontrollstruktur

Entsprechend dem deutschen Aktienrecht, dem die MEDION AG mit Sitz in Essen unterliegt, verfügt das Unternehmen über eine zweigeteilte Führungs- und Kontrollstruktur, die einen zweiköpfigen Vorstand und einen dreiköpfigen Aufsichtsrat umfasst.

Der Vorstand

Der Vorstand der MEDION AG besteht seit dem 1. Oktober 2009 aus zwei Personen. Der Vorstand führt den MEDION-Konzern in eigener Verantwortung. Die Mitglieder des Vorstandes sind an das Unternehmensinteresse gebunden und der Steigerung des nachhaltigen Unternehmenswertes verpflichtet. Der Vorstandsvorsitzende koordiniert die Arbeit des Vorstandes. Seit dem Jahr 2012 ist ein mit dem Mehrheitsaktionär abgeschlossener Unternehmensvertrag wirksam, der seit dem 1. Januar 2012 eine Beherrschung und seit dem 1. April 2012 eine Gewinnabführung beziehungsweise Verlustausgleichsverpflichtung vorsieht. Der Mehrheitsaktionär ist dadurch berechtigt, dem Vorstand der MEDION AG hinsichtlich der Leitung der Gesellschaft allgemeine oder auf Einzelfälle bezogene Weisungen zu erteilen.

Der Vorstand hat sich eine Geschäftsordnung gegeben, die vom Aufsichtsrat gebilligt worden ist. In dem Geschäftsverteilungsplan sind die individuellen Aufgaben- und Verantwortungsbereiche des Vorstandes festgelegt. Mitglieder des Vorstandes dürfen nicht älter als 60 Jahre sein. Bei Erstbestellung ist die maximal mögliche Bestelldauer von fünf Jahren nicht die Regel.

Der Aufsichtsrat berät über die Struktur des Vergütungssystems für den Vorstand und überprüft diese regelmäßig. Die Vergütung der Vorstandsmitglieder wird vom Aufsichtsrat unter Einbeziehung etwaiger Konzernbezüge in angemessener Höhe auf der Grundlage einer Leistungsbeurteilung festgelegt.

Die Vergütung für die Vorstandsmitglieder setzt sich aus erfolgsunabhängigen und erfolgsbezogenen Komponenten zusammen. Die erfolgsunabhängigen Teile bestehen aus Fixum und Nebenleistungen sowie Pensionszusagen, während die erfolgsbezogenen Komponenten in eine kurz- und langfristige variable Vergütung und Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung aufgeteilt sind. Aufgrund der Übernahme zusätzlicher Funktionen in den internationalen Gremien der Lenovo-Gruppe werden die Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung für den MEDION-Vorstand in Form von Aktien und Optionsrechten auf Aktien der börsennotierten Lenovo-Gruppe direkt von dieser geleistet. Für diese Vergütungsbestandteile bestehen mehrjährige Haltefristen. Da MEDION auf die Ermittlung der Zielerreichung des Vorstands für seine Tätigkeit bei Lenovo keinen Einfluss hat und auch in der Gewinn-und Verlustrechnung für die Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung von Lenovo nicht belastet wird, werden die entsprechenden Beträge ab dem Geschäftsjahr 2014/2015 auch nicht mehr im Vergütungsbericht als Aufwand ausgewiesen. Die Höhe der Vergütung durch Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung ist gegenüber den Vorjahren unverändert und entspricht den Vereinbarungen aus den Vorstandsverträgen.

Die variable Vergütung gemäß den seit dem 1. Januar 2012 bestehenden vertraglichen Regelungen besteht aus folgenden Elementen: erstens aus einer gewinnabhängigen Tantieme, deren Höhe sich unter anderem nach dem operativen Ergebnis (EBIT) der Gesellschaft und weiteren überprüfbaren Kriterien bestimmt. Diese enthält die Bezugnahme auf die Erreichung jährlicher Ziele.

Zweitens, die langfristige variable Vergütung wird während der Laufzeit der aktuellen Vorstandsverträge zweimal berechnet und umfasst einen Bezugszeitraum von je zweieinhalb Jahren und orientiert sich ebenfalls an der Erreichung operativer und persönlicher Ziele. Des Weiteren haben die Vorstandsmitglieder für ihre Tätigkeit im Lenovo-Konzern zusätzlich einen Anspruch auf eine aktienbasierte Vergütung von Lenovo, die sich auf Lenovo-Aktien und Lenovo-Optionsrechte bezieht. Diese bemisst sich nach dem Erreichungsgrad individuell vereinbarter Ziele. Die gewährten Aktien und Optionsrechte unterliegen Sperrfristen, innerhalb derer sie nicht verkauft oder anderweitig übertragen werden dürfen. Für außerordentliche, nicht vorhersehbare Entwicklungen hat der Aufsichtsrat einen für jedes Vorstandsmitglied individuellen Höchstbetrag festgelegt, der maximal vergütet wird.

Die Vorstandsmitglieder erhalten zusätzlich Nebenleistungen in Form von Sachbezügen; diese bestehen im Wesentlichen aus dem nach steuerlichen Richtlinien anzusetzenden Wert der privaten Dienstwagennutzung sowie von Versicherungsprämien. Als Vergütungsbestandteil sind diese Nebenleistungen vom einzelnen Vorstandsmitglied zu versteuern. Eine Zusage für Leistungen aus Anlass der vorzeitigen Beendigung der Vorstandstätigkeiten infolge eines Kontrollwechsels ("Change-of-Control-Regelung") besteht nicht.

Der Vorsitzende des Aufsichtsrates informiert die Hauptversammlung über die Grundzüge des Vergütungssystems und anschließend über deren Veränderung. Die Bekanntgabe der Gesamtvergütung des Vorstandes erfolgt im Konzernanhang. Diese wird separat individualisiert dargestellt nach Fixum, erfolgsbezogenen Komponenten und Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung. Der Vergütungsbericht mit den individualisierten Bezügen des Vorstandes ist auf den folgenden Seiten 84-87 im Lagebericht und zusammengefassten Konzernlagebericht abgedruckt.

Der Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat der MEDION AG besteht aus drei Personen. Er berät und überwacht den Vorstand bei der Leitung des MEDION-Konzerns. In Entscheidungen von grundlegender Bedeutung für den MEDION-Konzern wird er eingebunden. Der Aufsichtsrat bestellt und entlässt die Mitglieder des Vorstandes und sorgt dabei gemeinsam mit dem Vorstand für eine langfristige Nachfolgeplanung. Der Aufsichtsratsvorsitzende koordiniert die Arbeit im Aufsichtsrat, leitet dessen Sitzungen und nimmt die Belange des Aufsichtsrates nach außen wahr.

Der Aufsichtsrat hat sich eine Geschäftsordnung gegeben. Aufgrund der unterschiedlichen beruflichen Werdegänge ist gewährleistet, dass die Mitglieder des Aufsichtsrates über die erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen.

Die Bekanntgabe der Gesamtvergütung des Aufsichtsrates erfolgt im Konzernanhang. Der Vergütungsbericht mit den individualisierten Bezügen des Aufsichtsrates ist auf der folgenden Seite 88 abgedruckt.

Interessenkonflikte, insbesondere solche, die aufgrund einer Beratungs- oder Organfunktion bei Kunden, Lieferanten, Kreditgebern oder sonstigen Geschäftspartnern entstehen können, sind von jedem Aufsichtsratsmitglied dem Aufsichtsrat gegenüber offenzulegen.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr sind keinerlei Interessenkonflikte aufgetreten. Sollten wesentliche und nicht nur vorübergehende Interessenkonflikte in der Person eines Aufsichtsratsmitgliedes auftreten, führen diese zu einer Beendigung des Mandates.

Der Aufsichtsrat hat bei der turnusgemäßen Effizienzprüfung festgestellt, dass der Aufsichtsrat effizient und organisiert ist und dass die Zusammenwirkung von Vorstand und Aufsichtsrat sehr gut funktioniert.

Aktiengeschäfte von Vorstand und Aufsichtsrat

Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates sind nach § 15a WpHG gesetzlich verpflichtet, den Erwerb oder die Veräußerung von Wertpapieren der MEDION AG offenzulegen, soweit der Wert der von dem Mitglied und ihm nahe stehenden Personen innerhalb eines Kalenderjahres getätigten Geschäfte die Summe von € 5.000 erreicht oder übersteigt. Der Aufsichtsrat der MEDION AG hielt zum 31. März 2015 unverändert zum Vorjahresstichtag keine Aktien. Zum Stichtag 31. März 2015 hielt der Vorstand unverändert zum Vorjahresstichtag keine Aktien.

Veröffentlichungspflichtige Geschäfte werden auf der Website des Unternehmens unter www.medion.com im Bereich Investor Relations veröffentlicht.

3.4 Börsennotierung, Hauptversammlung und Internet-Informationen

Die Aktie der MEDION AG ist börsennotiert. Durch Beschluss der Frankfurter Wertpapierbörse vom 19. März 2012 wurde die Zulassung der MEDION-Aktie zum Teilbereich des regulierten Marktes mit weiteren Zulassungsfolgepflichten (Prime Standard) widerrufen. Der Widerruf wurde mit Ablauf des 19. Juni 2012 wirksam. Die Aufnahme des Handels der Aktien im regulierten Markt (General Standard) erfolgte ab dem 20. Juni 2012. Die Aktionäre der MEDION AG nehmen ihre Rechte in der Hauptversammlung der Gesellschaft wahr, in der der Vorsitzende des Aufsichtsrates den Vorsitz führt. In der jährlichen Hauptversammlung, die seit der Hauptversammlung 2006 im Internet (aufgrund der Persönlichkeitsrechte der Aktionäre jedoch ohne Übertragung der Aussprache der Aktionäre) übertragen wird, haben die Aktionäre die Möglichkeit, ihr Stimmrecht selbst auszuüben oder durch einen Bevollmächtigten ihrer Wahl oder einen weisungsgebundenen Stimmrechtsvertreter der Gesellschaft ausüben zu lassen. Weisungen zur Stimmrechtsausübung an diesen Stimmrechtsvertreter konnten im Geschäftsjahr 2014/2015 vor und während der Hauptversammlung am 1. Oktober 2014 bis zum Ende der Generaldebatte erteilt werden. Auch während der kommenden Hauptversammlung am 1. Oktober 2015 in Essen werden die Aktionäre diese Möglichkeit haben.

Sämtliche Dokumente und Informationen zur Hauptversammlung sind auf der MEDION-Website verfügbar. Direkt im Anschluss an die Hauptversammlung werden die Präsenz und die Abstimmungsergebnisse im Internet veröffentlicht.

Bei der MEDION AG ist das Anmelde- und Legitimationsverfahren zur Hauptversammlung auf den international üblichen so genannten Record Date umgestellt und dadurch vereinfacht worden.

Bei MEDION gilt der 21. Tag vor der Hauptversammlung als maßgeblicher Stichtag für die Legitimation und Anmeldung der Aktionäre. Somit erhöht MEDION insbesondere für ihre ausländischen Aktionäre den Anreiz, an der Hauptversammlung teilzunehmen und von ihrem Stimmrecht Gebrauch zu machen. Bei der Einladung zur Hauptversammlung werden die Anforderungen hinsichtlich der Angaben zur Vollmachtserteilung und zum stimmberechtigten Aktienbesitz sowie zum Teilnahmerecht umgesetzt. Zur Teilnahme an der Hauptversammlung, zur Ausübung des Stimmrechts und zur Stellung von Anträgen sind nur diejenigen Aktionäre berechtigt, die sich rechtzeitig vor der Hauptversammlung anmelden. Die Anmeldung muss der Gesellschaft oder einer in der Einladung zur Hauptversammlung bezeichneten Stelle mindestens sechs Tage vor der Versammlung zugehen. Der Tag der Versammlung und der Tag des Zugangs sind nicht mitzurechnen.

Die Aktionäre haben in der jährlichen Hauptversammlung die Möglichkeit, ihre Rechte wahrzunehmen und dort ihr Stimmrecht auszuüben. Das Stimmrecht kann von den Aktionären entweder selbst oder durch einen von ihnen gewählten Bevollmächtigten oder einen weisungsgebundenen Stimmrechtsvertreter der Gesellschaft ausgeübt werden. Die Hauptversammlung beschließt unter anderem über die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat sowie die Wahl des Abschlussprüfers. Auch Satzungsänderungen und kapitalverändernde Maßnahmen werden von der Hauptversammlung beschlossen.

Offene und transparente Kommunikation

Über wesentliche Termine werden die Aktionäre regelmäßig durch einen Finanzkalender unterrichtet, der im Geschäftsbericht sowie auf der Website der Gesellschaft veröffentlicht ist.

Die Unternehmenskommunikation und die Investor-Relations-Aktivitäten der Gesellschaft folgen dem Ziel, allen Zielgruppen die gleichen Informationen zum gleichen Zeitpunkt zur Verfügung zu stellen. Zur Gewährung größtmöglicher Transparenz werden Aktionäre, alle Teilnehmer am Kapitalmarkt, Finanzanalysten, Aktionärsvereinigungen sowie die Medien zeitnah und regelmäßig über den Geschäftsverlauf informiert. Zu diesem Zweck wird insbesondere das Internet genutzt. Hier werden unter anderem Geschäfts- und Zwischenberichte sowie Ad-hoc- und Pressemitteilungen in deutscher Sprache bereitgestellt. Die Termine der regelmäßigen Finanzberichterstattung sind im Finanzkalender zusammengefasst.

Unverzüglich nach Kenntnisnahme, dass jemand durch Erwerb, Veräußerung oder auf sonstige Weise 3, 5, 10, 15, 20, 25, 30, 50 oder 75 % der Stimmrechte an der MEDION AG erreicht, über- oder unterschreitet, veröffentlicht der Vorstand eine entsprechende Meldung. Der MEDION AG sind im Zeitraum vom 16. April 2014 bis 24. April 2014 Meldungen über den Stimmrechtsbesitz von Paul E. Singer, U.S.A., und von ihm kontrollierten Unternehmen (Elliott) zugegangen. Diese Unternehmen teilten am 24. April 2014 mit, dass sie am 16. April 2014 circa 10,26 % des Grundkapitals der MEDION AG hielten. Weiterhin hielt Lenovo unverändert circa 80 % des Grundkapitals der MEDION AG zum Bilanzstichtag 31. März 2015.

Compliance 3.5

Zu einer guten Corporate Governance gehört auch der verantwortungsbewusste Umgang des Unternehmens mit Risiken. Das Risikomanagement des MEDION-Konzerns wird durch die beiden Instrumente Controlling und Frühwarnsystem unter dem Dach eines strategischen Controllings geführt. Das interne Kontrollsystem dient der Sicherung des Vermögens, der Verlässlichkeit und Genauigkeit des Rechnungswesens, der betrieblichen Effizienz und der Einhaltung der vorgeschriebenen Geschäftspolitik. Wichtige Elemente sind das Prinzip der Funktionstrennung und das Vieraugenprinzip. Konkrete Regelungen werden in Organisationsanweisungen dokumentiert. Das systematische Risikomanagement im Rahmen des wertorientierten Konzernmanagements bei MEDION soll dazu beitragen, dass Risiken frühzeitig erkannt und die Risikopositionen optimiert werden. Ein ausführlicher Risikobericht ist im Konzernlagebericht in diesem Geschäftsbericht veröffentlicht.

Ein Bestandteil des Risikomanagements im Konzern betrifft die Compliance-Maßnahmen. Compliance bei MEDION ist die Gesamtheit aller Maßnahmen, die das regelkonforme Verhalten des Unternehmens, seiner Organmitglieder und Mitarbeiter im Hinblick auf gesetzliche Ge- und Verbote sowie interne Unternehmensrichtlinien begründen.

Compliance soll MEDION präventiv vor Fehlverhalten bewahren, das auf Unwissenheit oder Fahrlässigkeit beruht und zu Imageschäden sowie dem Verfehlen von Unternehmenszielen infolge unsachgemäßen Geschäftsgebarens führen kann. Compliance-Systeme sind Organisationsmaßnahmen, die das rechtmäßige, verantwortungsbewusste und nachhaltige Handeln von MEDION sowie seiner Organe und Mitarbeiter gewährleisten sollen und dabei die Angemessenheit und Wirksamkeit der zur Behebung von Defiziten getroffenen Maßnahmen überwachen und regelmäßig bewerten. MEDION hat dafür Vorsorge getroffen, dass das Insiderrecht, die Gesetze zur Korruptionsbekämpfung und die kartellrechtlichen Vorschriften durch die Unternehmen des Konzerns und ihre Mitarbeiter beachtet werden.

Der bei MEDION eingerichtete Compliance-Ausschuss besteht aus dem Mitglied des Vorstandes für Finanzen sowie den Abteilungsleitern Personal und Investor Relations.

MEDION hat seit dem Geschäftsjahr 2008 mit allen Führungskräften beziehungsweise Mitarbeitern aus Bereichen, die eigenständig Aufträge an Dritte vergeben können, Zusatzvereinbarungen zu den bestehenden Arbeitsverträgen geschlossen, die es den Mitarbeitern untersagen, Geldgeschenke oder sonstige geldwerte Vorteile zur persönlichen Verwendung für sich oder für Dritte anzunehmen sowie darüber hinaus so genannte Schmiergeldzahlungen seitens der Handelspartner, Hersteller oder Geschäftspartner anzunehmen oder zu leisten. Alle im Geschäftsjahr 2014/2015 hinzugekommenen neuen Führungskräfte haben diese Vereinbarung ebenfalls unterschrieben.

Compliance-Aufklärung

Am 14. und 27. Januar, 3., 5. und 10. Februar 2015 wurden alle betroffenen Führungskräfte in fünf Informationsveranstaltungen über die neuen Anforderungen an Compliance, die aktuellen Vorschriften und die praktische Umsetzung im MEDION-Konzern sowie über die Grundzüge der Lenovo-Compliance informiert. Zusätzlich hatten die entsprechenden Mitarbeiter im September 2014 bereits zwei Online-Compliance-Schulungen von Lenovo absolviert.

Dazu gehören auch Hinweise zum Insiderrecht, zu den Gesetzen zur Korruptionsbekämpfung und zu den kartellrechtlichen Vorschriften sowie die Vorstellung so genannter Code-of-Conduct-Anforderungen. Des Weiteren wurde über die Notwendigkeit von Chinese-Wall-Bereichen im MEDION-Konzern, den gesetzeskonformen Umgang mit möglichen unternehmensrelevanten Informationen, die aktuellen Anforderungen an den Datenschutz und die Vorbildfunktion der Führungskräfte für ihre jeweiligen Bereiche berichtet.

Alle Personen mit Zugang zu Insiderinformationen – Mitarbeiter und Außenstehende – für die der Zugang zu Informationen unerlässlich ist, um ihre Aufgaben bei MEDION wahrnehmen zu können, werden in entsprechenden Insiderverzeichnissen, die in der Personalabteilung geführt werden, dokumentiert.

Rechnungslegung und Abschlussprüfung 3.6

Die Rechnungslegung des MEDION-Konzerns erfolgt nach den Grundsätzen der IFRS (International Financial Reporting Standards), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften. Der gesetzlich vorgeschriebene Einzelabschluss der MEDION AG wird nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) erstellt.

Der Abschlussprüfer wird durch die Hauptversammlung gewählt und erhält vom Aufsichtsrat den Prüfungsauftrag. Um die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers zu gewährleisten, holt der Aufsichtsrat von ihm eine Erklärung über eventuell bestehende Ausschluss- und Befangenheitsgründe ein.

Anlässlich der ordentlichen Hauptversammlung am 1. Oktober 2014 wurde auf Vorschlag des Aufsichtsrates die PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, Zweigniederlassung Essen, zum Abschlussprüfer des Jahresabschlusses und des Konzernabschlusses der MEDION AG für das Geschäftsjahr 2014/2015 bestellt.

Im Rahmen der Erteilung des Prüfungsauftrages vereinbart der Aufsichtsrat mit dem Abschlussprüfer, dass der Vorsitzende des Aufsichtsrates über Ausschluss- oder Befangenheitsgründe, die während der Prüfung auftreten, unverzüglich informiert wird, soweit diese nicht unverzüglich beseitigt werden.

Des Weiteren soll der Abschlussprüfer über alle für die Aufgaben des Aufsichtsrates wesentlichen Feststellungen und Vorkommnisse, die sich bei der Durchführung der Abschlussprüfung ergeben, unverzüglich berichten.

Außerdem hat der Abschlussprüfer den Aufsichtsrat zu informieren beziehungsweise im Prüfungsbericht zu vermerken, wenn er im Zuge der Abschlussprüfung Tatsachen feststellt, die mit der von Vorstand und Aufsichtsrat nach § 161 AktG abgegebenen Entsprechenserklärung nicht vereinbar sind.

Für den Aufsichtsrat der MEDION AG Für den Vorstand der MEDION AG

Dr. Rudolf Stützle (Vorsitzender) Gerd Brachmann (Vorsitzender)

4 Zusammengefasster Konzernlagebericht und Lagebericht der MEDION AG

4.1 Grundlagen des Konzerns 22
4.1.1 Geschäftsmodell und Zusammenarbeit mit Lenovo 22
4.1.2 Wesentliche Märkte und Wettbewerbsposition 24
4.1.3 Ziele und Strategien 25
4.1.4 Steuerungssystem 26
4.1.4.1 Unternehmenssteuerung
4.1.4.2 Die Struktur des MEDION-Konzerns
4.1.5 Forschung und Entwicklung 29
4.2 Wirtschaftsbericht 30
4.2.1 Rahmenbedingungen 30
4.2.1.1 Gesamtwirtschaftliche Entwicklung
4.2.1.2 Entwicklung rechtlicher Rahmenbedingungen
4.2.1.3 Markt für Consumer Electronics/Mobilfunk-
dienstleistungen
4.2.2 Geschäftsverlauf 32
4.2.2.1 Geschäftsentwicklung 2014/2015
4.2.2.2 Beteiligungen
4.2.2.3 Aktie und Dividende
4.2.3 Lage des Konzerns 35
4.2.3.1 Ertragslage
4.2.3.2 Segmente
4.2.3.3 Vermögens- und Finanzlage
4.2.3.4 MEDION AG (ergänzende Erläuterungen auf Basis HGB)
4.2.3.5 Wesentliche Kennzahlen zur Unternehmenssteuerung -
Finanzielle Leistungsindikatoren

4.3 Nachtragsbericht

51

4.4 Prognose-, Risiko- und Chancenbericht
4.4.1 Prognosebericht
4.4.1.1 Konjunktureller Rahmen
4.4.1.2 Marktentwicklung im Bereich Consumer Electronics
4.4.1.3 Unternehmensentwicklung und Geschäftsmodell
4.4.1.4 Entwicklung von MEDION in den Jahren 2015 und 2016
4.4.1.5 Auftragslage
4.4.1.6 Umsatz und Ergebnis (EBIT) in den Geschäftsjahren
2015/2016 und 2016/2017
4.4.1.7 Liquidität und Bilanzstruktur
4.4.2 Risikobericht
4.4.2.1 Risikomanagement
4.4.2.2 Risikomanagementsysteme und internes Kontrollsystem
4.4.2.3 Absatzbezogene Risikoposition
4.4.2.4 Betrieb
4.4.2.5 Recht
4.4.2.6 Finanzen und Finanzinstrumente
4.4.2.7 Personal
4.4.2.8 Risikoszenarien
4.4.3 Chancenbericht
4.5 Ergänzende Berichterstattungselemente und
nicht finanzielle Leistungsindikatoren
4.5.1 Personal
4.5.1.1 Entwicklung
4.5.1.2 Struktur
4.5.1.3 Motivation
4.5.1.4 Wesentliche Vereinbarungen
4.5.2 Nachhaltigkeit
4.5.3 Corporate Governance/Vergütungsbericht
4.5.3.1 Corporate Governance
4.5.3.2 Vorstandsvergütungen
4.5.3.3 Aufsichtsratsvergütungen
4.5.4 Sonstige Angaben gemäß §§ 289 Abs. 4 und 315 Abs. 4 HGB
4.5.5 Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289a HGB

Geschäftsmodell und Zusammenarbeit mit Lenovo 4.1.1

MEDION ist seit Juli 2011 Teil der weltweiten Lenovo-Gruppe. MEDION wird dabei auf der Berichtsebene als Teil der EMEA-Organisation (Europa, Mittlerer Osten und Afrika) von Lenovo geführt.

Lenovo ist ein Computertechnologie-Unternehmen und mit einem Umsatz von über USD 48 Mrd. einer der größten PC-Anbieter der Welt. Das Unternehmen beschäftigt ca. 60.000 Mitarbeiter in mehr als 60 Ländern und hat Kunden in mehr als 180 Ländern. Die in Hongkong und New York börsennotierte Lenovo gehört zu den "Fortune Global 500"-Unternehmen und hat seine Hauptniederlassungen in Peking (China) und Morrisville, North Carolina (USA). Lenovo unterhält große Forschungszentren in Yokohama (Japan), Peking, Shanghai, Shenzhen (China) und Morrisville (USA) sowie Fertigungsanlagen in aller Welt, von Greensboro, North Carolina (USA) über Monterrey (Mexiko) bis Indien, China und Brasilien.

Lenovo ist seit mehr als vier Jahren der am schnellsten wachsende große PC-Hersteller der Welt. Lenovo ist jedoch weit mehr als nur ein Unternehmen, das PCs herstellt. Lenovo entwickelt eine breite Palette von Computertechnologien, neben den klassischen Desktop- PCs und Notebooks – insbesondere für den Business Bereich – auch Smartphones und Tablets bis zu Smart-TV-Geräten und Server-Technologien und hat seine Geschäftsbasis im abgelaufenen Geschäftsjahr durch den Erwerb der x86-Server-Sparte von IBM sowie den Kauf der Motorola Mobility Services nochmals verbreitert.

MEDION-Geschäftsmodell

Das seit über 25 Jahren national wie international bewährte MEDION-Geschäftsmodell ist darauf ausgerichtet, dem Konsumenten zusammen mit den Partnern aus dem Handel funktional hochwertige und innovative Trendprodukte der Consumer Electronics in attraktivem Design auf dem neuesten technologischen Stand in bester Qualität zu einem hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnis anzubieten und damit frühzeitig für breite Käuferschichten verfügbar zu machen.

Ergänzend zu dem klassischen Aktionsgeschäft mit Consumer-Electronics-Produkten entwickelt und vermarktet MEDION komplementäre Dienstleistungen, insbesondere in den Bereichen Telekommunikation (MEDIONmobile), Fotoservice, Software-Downloads und Online-Dienste und vertreibt ausgewählte Produkte im Online-Handel.

MEDION übernimmt gegenüber seinen Kunden, den international aufgestellten großen Handelsketten, nicht nur die Rolle des Lieferanten der Produkte, sondern – weit darüber hinausgehend – die Funktion eines Full-Service-Dienstleisters, der für seine Kunden die gesamte Wertschöpfungskette – von der Entwicklung der Produktidee über die Herstellung und Logistik bis hin zum After-Sales-Service – managt und kontrolliert. Zusammen mit den Kunden werden in der Regel hochvolumige Vertriebsaktionen strukturiert und abgewickelt, die in vielen Fällen gleichzeitig in mehreren Ländern oder teilweise sogar auf mehreren Kontinenten stattfinden.

Grundlagen des Konzerns

Die MEDION-Produktpalette umfasst das gesamte Sortiment der modernen Consumer-Electronics-Produkte. Ob es sich um einen PC, ein Notebook, ein Smartphone, einen Tablet-PC, ein LED-Fernsehgerät oder einen eigenen Mobilfunktarif handelt: bei MEDION erhält der Partner im Handel das umfassendste Angebot an modernen Consumer-Electronics-Produkten zum bekannt attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis aus einer Hand. Dazu gehören komplementäre Dienstleistungen, insbesondere im Bereich der digitalen Angebote.

Die MEDION-Kernkompetenzen liegen außer bei den innovativen und designorientierten Multimedia-Produkten und der Entwicklung von neuen Angeboten für die Konsumenten auch in einer sehr effizienten eigenen IT-Struktur, hoher Logistik-Kompetenz und einem spezialisierten After-Sales-Service.

Entwicklung von Lenovo

Lenovo hat neben den unternehmerischen Zielen auch eine Kernkompetenz für das Management von Übernahmen entwickelt, die es bei nachfolgenden Unternehmenszusammenschlüssen und Joint-Ventures angewendet hat. 2011 bildete Lenovo ein Joint-Venture mit NEC und wurde so zur Nr. 1 unter den PC-Herstellern in Japan. Im gleichen Jahr übernahm Lenovo in Europa MEDION und ist jetzt die Nr. 1 in Deutschland. 2012 bildete Lenovo ein Joint-Venture mit EMC2 für Server und Unternehmenslösungen und übernahm Stoneware, eine cloudorientierte Softwarefirma. Lenovo hat in 2012 CCE übernommen, einen führenden Anbieter von Verbraucherelektronik in Brasilien. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat Lenovo das weltweite x86-Server-Geschäft von IBM erworben und auch wesentliche Teile des international operierenden Herstellers von Mobiltelefonen, Motorola. All diesen Schritten gemeinsam ist, dass sie Wachstum fördern und neue Synergien ermöglichen sowie neue Märkte und Produktkategorien schaffen, die den Geschäftserfolg von Lenovo als Ganzes steigern.

Lenovo ist der Ansicht, dass ein wirklich globales Unternehmen in der Lage sein muss, von neuen Ideen und Chancen schnell zu profitieren, unabhängig davon, wo diese entstehen, und hat seinen weltweiten Betrieb dementsprechend organisiert. Dadurch, dass Lenovo auf einen herkömmlichen Hauptsitz verzichtet und stattdessen auf Kompetenzzentren in der ganzen Welt setzt, nutzt Lenovo seine Ressourcen optimal, um die besten Produkte auf die effizienteste und effektivste Weise zu entwickeln.

Grundlagen des Konzerns

Durch die geografisch aufgeteilte Struktur und die organisatorische Aufteilung nach Produktkategorien (PC-/Mobile-Produkte) ist Lenovo näher an seinen Kunden und kann schnell auf Innovationen und lokale Marktanforderungen reagieren. In diese strategische und regionale Ausrichtung ist auch MEDION eingebunden.

Gesellschaftsrechtliche Verbindung von Lenovo und MEDION

Lenovo hält zum 31. März 2015 einen Anteil von circa 79,82 % des Grundkapitals der MEDION AG, der sich durch die gemäß §§ 21, 22 Wertpapierhandelsgesetz zuzurechnenden Stimmrechte von 7,72 % der von MEDION gehaltenen eigenen Aktien auf 87,54 % erhöht. Die Aktionäre der MEDION AG haben auf einer außerordentlichen Hauptversammlung der Gesellschaft am 14. Dezember 2011 in Essen dem Abschluss eines Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrages zwischen der MEDION AG und der Lenovo Germany Holding GmbH mit der erforderlichen Mehrheit zugestimmt. Darüber hinaus wurde das Geschäftsjahr der MEDION AG auf den Zeitraum vom 1. April eines Jahres bis zum 31. März des darauf folgenden Jahres geändert.

Der Unternehmensvertrag bestimmt, dass die Lenovo Germany Holding GmbH verpflichtet ist, auf Verlangen eines außenstehenden Aktionärs der MEDION AG dessen Aktien gegen eine Barabfindung im Sinne des § 305 Abs. 2 Nr. 3 AktG von € 13,00 je Aktie mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von € 1,00 zu erwerben. Denjenigen Aktionären, die dieses Abfindungsangebot nicht annehmen, garantiert die Lenovo Germany Holding GmbH für die Dauer des Unternehmensvertrages eine jährliche Ausgleichszahlung. Der Betrag der Ausgleichszahlung ergibt sich aus einem Bruttogewinnanteil in Höhe von € 0,82 je MEDION-Aktie für jedes volle Geschäftsjahr abzüglich eines Betrages für deutsche Körperschaftsteuer sowie Solidaritätszuschlag nach dem jeweils für diese Steuern für das betreffende Geschäftsjahr geltenden Steuersatz. Damit beträgt die jährliche Ausgleichszahlung, die jeder außenstehende Aktionär nach Abzug der geltenden Körperschaftsteuerbelastung und des darauf entfallenden Solidaritätszuschlags erhält, gegenwärtig, wie zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses, € 0,69 je Aktie. Daneben haben die MEDION AG und die Lenovo Germany Holding GmbH einen Steuerumlagevertrag abgeschlossen.

Wesentliche Märkte und Wettbewerbsposition 4.1.2

Mit einem Umsatzanteil von circa 71 % am Gesamtumsatz ist Deutschland unverändert zu den Vorjahren der wichtigste Absatzmarkt für MEDION. Dies bezieht sich nicht nur auf die Produkte aus dem IT- und CE-Umfeld, wie PCs, Notebooks, Tablets und Fernseher, sondern auch auf Produkte aus dem Bereich der digitalen Dienstleistungen wie das Angebot von Mobilfunktarifen oder im Bereich Fotoservice. MEDION gehört in den wesentlichen Produktgruppen PC, Notebook und Tablet sowie mit den Mobilfunktarifen seit Jahren zu den führenden Anbietern in Deutschland.

Im europäischen Ausland werden circa 20 % der Umsätze erwirtschaftet, die restlichen 9 % außerhalb Europas.

Grundlagen des Konzerns

Ziele und Strategien 4.1.3

Lenovo kann in puncto Innovationen auf eine große Erfolgsgeschichte in der PC-Branche zurückblicken. Strategisch sieht Lenovo Innovationen als zentrale Komponente der Produkte und Technologien an.

Mithilfe von Innovationen erreicht Lenovo eine Abgrenzung von Mitbewerbern und treibt neue Marktchancen wie das mobile Internet und Digital-Home und Cloud-Computing sowie Server-Technologien voran.

Lenovo-Produkte werden regelmäßig ausgezeichnet und in der Fachpresse äußerst positiv bewertet. Das wichtigste Ziel der Forschungs- und Entwicklungsteams von Lenovo ist, die Benutzerfreundlichkeit insgesamt zu verbessern und zugleich die Betriebskosten zu senken.

Lenovo unterhält 46 Labore, darunter große Forschungszentren in Yokohama (Japan), Peking, Shanghai und Shenzhen (China) und Morrisville, North Carolina (USA). Die Innovationsstrategie von Lenovo basiert auf einem zweigeteilten Ansatz bei der Lösung realer Kundenprobleme:

  • • Den Großteil der Entwicklung auf Ideen konzentrieren, die innerhalb von 24 Monaten auf den Markt gebracht werden können.
  • • Langfristige Forschung auf wirklich bahnbrechende Neuerungen fokussieren.

Lenovo kann auf hervorragende Mitarbeiter setzen und beschäftigt nach der Übernahme von x86 Server und Motorola Mobility mehr als 4.000 Techniker, Forscher und Wissenschaftler. Die Forschungs- und Entwicklungsteams von Lenovo haben viele Leistungsmerkmale vorgestellt, die absolute Branchenneuheiten sind und kontinuierlich innovative Lösungen entwickelt. In diesem Sinne arbeiten auch Lenovo und MEDION zusammen.

Aufgrund immer globaler werdender Wettbewerbsstrukturen, schnellerer Produktlebenszyklen und zunehmender Konvergenzen von Consumer-Electronics-Produkten ist es für MEDION vorteilhaft, im Rahmen der Integration in den Lenovo-Konzern Unterstützungen beim Ausbau der eigenen Kernkompetenzen und bei der Entwicklung neuer Geschäftsfelder bekommen zu können.

Im Gesamtkonzern gilt es grundsätzlich, zwischen kurz- und mittelfristigen Ergebnispotentialen sowie langfristigen Geschäftszielen abzuwägen und entsprechende Strategien zu definieren. In diesem Sinne unterscheidet man die so genannten "Protect"- von den "Attack"-Strategien. Für MEDION bedeutet dieses auf der einen Seite, die erfolgreichen Geschäftsbeziehungen zu großen Handelsketten und die bekannte Kosteneffizienz weiter zu stabilisieren und auf deren Nachhaltigkeit zu setzen.

Behilflich ist hier die organisatorische Effizienz, die es MEDION ermöglicht, in kurzen Zeiträumen neue Produktideen zu erfolgreichen Vertriebskonzepten weiterzuentwickeln. Bei den so genannten Multimode-Produkten, Notebooks, die zugleich als All-In-One, Desktop oder Tablet genutzt werden können, hat MEDION seine Kompetenz bereits 4.1 Grundlagen des Konzerns

bewiesen. Diese immer wieder neuen Produktideen dienen auch künftig dazu, etablierte Handelskanäle als zuverlässige Strategiebestandteile zu nutzen. Der Aufbau eines so genannten Private Label Business im Ausland im Berichtsjahr ist ebenfalls Konsequenz dieser strategischen Ausrichtung.

Auf der anderen Seite ist es wichtig, den im Vorjahr gewonnen Schwung beim Ausbau des Tablet-PC- und Mobilfunkgeschäftes beizubehalten und den Eintritt in neue Märkte im Fokus zu behalten. Darüber stehen weitere Entwicklungen im Bereich digitaler Dienstleistungen, Vernetzungen aller Art und Online-Aktivitäten im Fokus.

Diese neueren Geschäftsfelder sind im MEDION-Konzern im Direktgeschäft strategisch gebündelt und sollen ihren Umsatzanteil am Gesamtumsatz weiter erhöhen.

Gemäß diesen Strategien werden auch grundsätzlich geeignete Investitionen diskutiert. Mit Investitionen in die After-Sales-Service Kapazitäten oder den Ausbau des Geschäftes mit Mobilfunkangeboten in Australien wurde die strategische Ausrichtung im Berichtsjahr unterstützt.

Wesentlicher Erfolgsfaktor zur Erreichung der Gesamtstrategie bleibt das klassische und seit Jahren immer weiter diversifizierte und verfeinerte MEDION-Konzept zu einem One-Stop-Agency-Approach, der den Handelskunden von der Vermarktungsidee, Produkt- und Dienstleistungsinnovationen, über den Vertrieb bis hin zum After-Sales-Service ein attraktives Wertschöpfungspaket und gute Vermarktungschancen bietet. Dieses erfolgreiche Endto-End-Modell ist auch die Basis der wachsenden Dienstleistungen, die für den Lenovo-Konzern erbracht werden.

Steuerungssystem 4.1.4

Unternehmenssteuerung 4.1.4.1

Der seit mehr als 15 Jahren amtierende MEDION-Vorstand legt zu Beginn eines Geschäftsjahres die strategischen und operativen Ziele für das klassische MEDION-Geschäft fest.

Seit der Mehrheitsübernahme durch Lenovo geschieht dieses in enger Abstimmung mit Verantwortlichen für das Lenovo-Consumergeschäft in Westeuropa beziehungsweise innerhalb der EMEA-Organisation. Dabei ist das in 2012 ursprünglich installierte Konzept zur Übernahme von eigenständigen Vertriebsaktivitäten für das Lenovo-Consumergeschäft durch MEDION im Rahmen einer regionalen Neuordnung von Zuständigkeitsbereichen innerhalb des Lenovo-Konzerns im Berichtsjahr 2013/2014 angepasst worden. Damit konzentriert sich MEDION seitdem wieder auf sein klassisches Projekt- und Direktgeschäft.

27 | Grundlagen des Konzerns

Wie bisher verantworten im operativen Bereich Key-Account-Manager die wesentlichen Kunden und Vertriebskanäle. Unabhängig hiervon verantworten Produktmanager die wesentlichen Produktgruppen, wie zum Beispiel Notebook, PC, LED-TV, mobile Navigationsgeräte sowie die relevanten Angebote im Dienstleistungsbereich (MEDIONmobile, MEDION-Fotoservice und Webshop).

Einkauf, Design, Qualitätskontrolle, Logistik und Marketing sind als Querschnittsfunktionen unternehmensübergreifend tätig. Insbesondere Einkauf und Marketing arbeiten hier in enger Abstimmung mit Lenovo.

Administrative Bereiche, insbesondere kaufmännische Entscheidungs- und Kontrollfunktionen sowie die EDV-Organisation, sind zum Zweck erhöhter Transparenz, besserer Entscheidungsmöglichkeiten und somit zur Steigerung der Flexibilität und Effizienz im MEDION-Konzern weitestgehend zentralisiert.

Die Erreichungsgrade der operativen und strategischen Ziele werden in einem Management-Informationssystem und einer Balanced Scorecard dokumentiert und laufend auf nationaler wie internationaler Ebene diskutiert.

Alle Geschäfte im MEDION-Konzern werden einer renditeorientierten Vor- und Nachprüfung unterzogen. Zentraler Werttreiber der Renditeorientierung im MEDION-Konzern ist die Anforderung, dass jedes abgewickelte Projekt eine bestimmte EBIT-Marge erwirtschaften muss. Für das Projektgeschäft gilt zusätzlich, einen Rohertrag zu erwirtschaften, der unter Berücksichtigung der bekannten Struktur- und erwarteten Servicekosten die Ziel-EBIT-Marge sicherstellen kann. Zusammenhängend mit diesen beiden zentralen Werttreibern ist auch ein gewisser Mindestumsatz für einzelne Aufträge erforderlich, um bei bekannten Kostenrelationen und Aufwendungen die Erreichung von Ziel-Rohertrag und -EBIT zu gewährleisten.

Bei der Kalkulation der Zielmargen im Direktgeschäft wird unterschieden zwischen dem Hardwaregeschäft und digitalen Dienstleistungen. Im Hardwaregeschäft wird einerseits betrachtet, welche übliche Marge eines weiteren Zwischenhändlers erzielt werden könnte, andererseits wird aber auch berücksichtigt, dass die Produkte des Direktgeschäftes einem verstärkten Preisverfall und einem erhöhten Retourenrisiko (Fernabsatzgesetz) unterliegen können. Für digitale Dienstleistungen ist es erforderlich, den permanenten Preisverfall ausreichend in den Produktkalkulationen zu antizipieren.

4.1 Grundlagen des Konzerns

Die Struktur des MEDION-Konzerns 4.1.4.2

Bei den ausländischen Tochtergesellschaften der MEDION AG handelt es sich zumeist um Unternehmen, die im Projektgeschäft Vertriebs- und Servicedienstleistungen für MEDION in den jeweiligen Ländern erbringen. Über diese Gesellschaften werden so gut wie keine Umsätze mit MEDION-Produkten im Projektgeschäft abgewickelt und daher leisten diese Gesellschaften auch keinen oder nur einen sehr geringen Beitrag zum Konzern-Ergebnis. Lediglich im Direktgeschäft werden durch die Tochtergesellschaften eigene Umsätze und Ergebnisbeiträge erwirtschaftet.

Die eigentliche Projektabwicklung und die Logistik werden grundsätzlich zentral von der MEDION-Organisation in Deutschland gesteuert. Im Rahmen der Deutschland-Organisation sind die Call-Center-Aktivitäten in der Allgemeine Multimedia Service GmbH und die Reparatur- und Logistikdienstleistungen in der MEDION Service GmbH gebündelt.

Tochtergesellschaften der MEDION AG sind:

Allgemeine Multimedia Service GmbH, Essen MEDION Service GmbH, Essen MEDION Mobile GmbH, Essen* MEDION FRANCE S.A.R.L., Le Mans, Frankreich MEDION ELECTRONICS LIMITED, Swindon, Großbritannien MEDION NORDIC A/S, Glostrup, Dänemark MEDION AUSTRIA GmbH, Wels, Österreich MEDION B.V., Panningen, Niederlande MEDION IBERIA, S.L., Madrid, Spanien MEDION SCHWEIZ ELECTRONICS AG, Zürich, Schweiz MEDION USA Inc., Delaware, USA MEDION AUSTRALIA PTY LTD., Sydney, Australien MEDION Elektronika d.o.o., Ljubljana, Slowenien MEDION International (Far East) Ltd., Hongkong, Volksrepublik China* LIFETEC International Ltd., Hongkong, Volksrepublik China* MEDION Asia Pacific Ltd., Hongkong, Volksrepublik China* tochtergesellschaften der medion ag

*kein operatives geschäft

Durch den Abschluss des Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrages unterstellt die MEDION AG seit Januar 2012 die Leitung ihrer Gesellschaft der Lenovo Germany Holding GmbH und verpflichtet sich, ab dem 1. April 2012 ihren ganzen Gewinn an die Lenovo Germany Holding GmbH abzuführen.

29 | Grundlagen des Konzerns

Forschung und Entwicklung 4.1.5

MEDION arbeitet sehr eng mit Lenovo und weiteren führenden Herstellern von Komponenten und Produkten aus den Bereichen Multimedia und Unterhaltungselektronik sowie Telekommunikation zusammen. Dadurch besteht seit Jahren auch ein ständiger Zugang zu den neuesten Ergebnissen aus Forschungs- und Entwicklungsprojekten.

Entsprechend dem MEDION-Geschäftsmodell erfolgt jedoch eine Konzentration darauf, innovative Technologien schnell einem breiten Konsumentenkreis zugänglich zu machen. MEDION verfügt daher über keine eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilung im Bereich so genannter Basistechnologien. Die jeweiligen Projektentwicklungskosten werden nicht gesondert ausgewiesen, sondern in die Kalkulation des einzelnen Produkts beziehungsweise Projekts mit einbezogen. Würde man Projekt- und Produktentwicklungsausgaben gesondert ausweisen, würden diese einen niedrigen einstelligen Prozentsatz des Umsatzes von MEDION betragen.

Allerdings arbeitet MEDION in zahlreichen Projekten zusammen mit anderen Partnern daran, im Rahmen der Digitalisierung die Integration der PC-/Multimedia-Technologie mit den Geräten der klassischen Unterhaltungselektronik voranzubringen. MEDION wird dabei von führenden Technologiepartnern wegen seiner Fähigkeit als schneller Technologieintegrator von neuen Anwendungen für den Massenmarkt geschätzt. Nach der Markteinführung des ersten MEDION-Tablet-PCs mit neuen Software-Applikationen, Zugang zum weltweiten Markt mit Apps und neuen, innovativen, integrierten Multimedia-Funktionalitäten wurde auch im abgelaufenen Geschäftsjahr an der nächsten Generation von Tablet-PCs gearbeitet.

Die MEDION-Produkte erhielten für Benutzerfreundlichkeit und die schnelle Nutzbarkeit der verwendeten neuen Technologien für Tablet-PCs verschiedene Auszeichnungen und gute Testergebnisse. Darüber hinaus wurden Notebooks mit Touch-Funktionalitäten weiterentwickelt und so genannte Multimode-Geräte mit abnehmbarem Bildschirm auch für die unteren Preissegmente zur erfolgreichen Marktreife gebracht. Die MEDION-Smartphones wurden mit neuester Octacore Prozessor-Technologie ausgerüstet und erstmals auf der Internationalen Funkausstellung im September 2014 präsentiert.

Seit Anfang 2012 arbeitet MEDION mit Lenovo zusammen, um anwenderorientierte technologische Lösungen auf den Gebieten Desktop-PC, Notebook, Tablet-PC und Smartphones und bei weiteren mobilen Produkten mit Zugang zum Internet gemeinsam zu entwickeln und anschließend zur Marktreife zu bringen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr erfolgte hier eine enge Zusammenarbeit bei der Entwicklung von Plattformstrategien für Desktop-PCs und Notebooks sowie der Optimierung von Prozessor-Leistungsmerkmalen bei unterschiedlichen Betriebssystemen und der Verlängerung von Batterielaufzeiten durch eine Verbesserung der Energieeffizienz im Bereich der Bildschirmdarstellung.

4.2.1 Rahmenbedingungen

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung 4.2.1.1

Im Geschäftsjahr 2014/2015 war die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland, dem nach wie vor wichtigsten Markt für MEDION, vor allem von einer äußerst positiven Beschäftigungsentwicklung sowie unverändert günstigen Rahmenbedingungen gekennzeichnet. Das Bruttoinlandsprodukt ist im Kalenderjahr 2014 um 1,5 % gestiegen. Auf der Verwendungsseite des Bruttoinlandsprodukts war der Konsum wichtigster Wachstumsmotor der deutschen Wirtschaft: Die privaten Konsumausgaben stiegen preisbereinigt um 1,1 %. Aufgrund der gestiegenen Konsumausgaben der privaten Haushalte und der nach wie vor positiven Arbeitsmarktsituation, die sich in einer geringen Arbeitslosenquote und hohen verfügbaren Einkommen wiederspiegelt, hat sich diese Entwicklung im ersten Kalenderquartal 2015 (1. Januar 2015 – 31. März 2015) fortgesetzt. Jedoch waren im Berichtsjahr noch deutliche Unsicherheiten bedingt durch die Finanz- und Euroschuldenkrise – insbesondere in Griechenland – spürbar. Weiterhin ungelöst ist der Russland-Ukraine-Konflikt.

Dazu kamen Währungsturbulenzen, die insbesondere gegen Jahresende 2014 zu einem sehr starken Anstieg des Dollar gegenüber dem Euro führten und damit die Wettbewerbssituation in der Consumer-Electronics-Industrie für europäische Anbieter erheblich beeinträchtigten.

Während die Wirtschaft in vielen Ländern des Euroraums weiterhin stagniert oder nur verhalten wächst, leistet Deutschland unverändert als Wachstumsmotor einen wichtigen Beitrag zu einer positiven Entwicklung. Vor allem in den südeuropäischen Ländern erholt sich die Konjunktur noch nicht oder nur moderat von der schwachen Beschäftigungssituation und der anhaltenden Kaufzurückhaltung.

Entwicklung rechtlicher Rahmenbedingungen 4.2.1.2

Die rechtlichen Rahmenbedingungen für die MEDION-Geschäftstätigkeit in Deutschland und Europa und den weiteren Märkten, auf denen MEDION seine Produkte und Dienstleistungen anbietet, blieben im Geschäftsjahr 2014/2015 im Vergleich zu den vorangegangenen Jahren im Wesentlichen unverändert.

Damit hatten unverändert die rechtlichen Rahmenbedingungen keinen maßgeblichen Einfluss auf die Geschäftsentwicklung und es fanden auch keine wesentlichen Ereignisse statt, die einen solchen Einfluss auf den Geschäftsverlauf hatten.

Markt für Consumer Electronics/Mobilfunkdienstleistungen 4.2.1.3

Der Markt für Consumer Electronics in Deutschland hat sich 2014 (1. Januar 2014 – 31. Dezember 2014) bei einem Gesamtumsatz von € 27,5 Mrd. (Vorjahr: € 26,9 Mrd.) mit einem Zuwachs um 2,1 % deutlich erholt.1 Er entwickelte sich damit besser als die Gesamtwirtschaft.

1 Die Zahlenangaben für die Entwicklung im Consumer-Electronics-Markt 2014 in Deutschland stammen aus dem Consumer-Electronics-Markt-Index CEMIX, der von der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu) zusammen mit der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) herausgegeben wird.

Basis für die Marktentwicklung ist die weiter fortschreitende Digitalisierung von Produkten, Inhalten und Übertragungswegen, die sich auch bei Fernsehern und mobilen Endgeräten weiter fortsetzte. Viele neue und innovative Produkte mit verbesserter Bildund Tonwiedergabe, größeren Bildschirmen oder gesteigerter Energieeffizienz sowie einer Vielzahl neuer Nutzungs- und Vernetzungsmöglichkeiten und die anhaltend hohe Nachfrage nach Tablets und Smartphones sowie der gute Absatz von Desktop-PCs und Notebooks bildeten die Grundlagen für diese Marktentwicklung.

TV und Audio

Wie in den Vorjahren gehörten auch 2014 hochauflösende, flache Fernsehgeräte und alle Geräte, die eine mobile Mediennutzung erlauben, zu den besonders nachgefragten Geräten. Dabei hat sich der Markt für TV-Displays trotz erhöhter Stückzahlen aufgrund des weiter gesunkenen Durchschnittspreises um -4,7 % auf € 4.511 Mio. verringert, während der Markt für Home-Audio um 4,5 % auf € 1.013 Mio. (Vorjahr: € 969 Mio.) gewachsen ist. Beim Umsatz mit Fernsehgeräten entfielen 2014 in Deutschland € 4,4 Mrd. (8,0 Mio. Stück) auf LCD-TVs und € 63 Mio. (0,1 Mio. Stück) auf Plasma-TVs. Insgesamt wurden 2014 in Deutschland 8,1 Mio. Fernsehgeräte (+3,8 %) verkauft (inklusive CRT-TVs, portable TVs und OLED).

Notebook und Tablet

Die Informationstechnologie bildet mit einem um 6,5 % gestiegenen Umsatz auf € 8,1 Mrd. (Vorjahr: € 7,6 Mrd.) den zweitgrößten Teilmarkt im deutschen Consumer-Electronics-Markt. Wachstumstreiber im Bereich PC/Multimedia waren vor allem Desktop-PCs und Notebooks. Während sich bei Notebooks der mengenmäßige Absatz um 8,4 % auf 5,4 Mio. Stück bei einem um 6,2 % gestiegenen Umsatz auf € 3,2 Mrd. erhöht hat, verzeichnete der Markt für Desktop-PCs trotz des um -4,0 % gesunkenen Durchschnittspreises sogar einen Wachstumssprung von 20,1 % auf € 1,0 Mrd. bei einem um 25,2 % gestiegenen Absatz von 1,6 Mio. Stück. Der Umsatz mit Tablet-PCs legte bei einem um 19,7 % gestiegenen Absatz auf 6,6 Mio. Stück um insgesamt 4,7 % auf € 1,9 Mrd. zu. Gerade hier zeigte sich der gestiegene Wunsch nach mobiler Internetnutzung und einfacher Bedienung besonders deutlich.

Navigationsgeräte

Wie erwartet setzt sich die Entwicklung, die sich bereits in den vergangenen Jahren abgezeichnet hatte, weiter fort. So waren die Absatzmengen bei Navigationsgeräten mit einem Rückgang um -0,3 % auf 2,2 Mio. Stück weiter rückläufig. Da sich der Durchschnittspreis um 4,4 % auf € 163 pro Stück leicht erhöhte, konnte der Abwärtstrend beim Umsatz in diesem Marktsegment vollständig kompensiert werden und lag mit einem Zuwachs um 4,1 % bei € 364 Mio.

Smartphones

Ein deutliches Wachstum verzeichneten unverändert die Smartphones. Hier steigerte sich der Umsatz um 9,2 % auf € 8,8 Mrd. und stieg die Anzahl der verkauften Geräte um 7,8 % von 22,4 Mio. auf 24,1 Mio. Stück bei einem leicht um 1,3 % gestiegenen Durchschnittspreis von € 366.

Im Direktgeschäft haben sich zurückgehende Terminierungsentgelte und die hohe Wettbewerbsintensität im Markt auf den Umsatz mit Mobilfunkdienstleistungen belastend ausgewirkt. Positiv ist die unverändert hohe Nachfrage nach mobiler Datennutzung. Die Nachfrage nach digitalen Dienstleistungen beispielsweise im Fotoservice oder bei Download- und Streaming-Angeboten wächst weiter; jedoch sind hier die Margen aufgrund der fehlenden Diversifizierungsmöglichkeiten und des Wettbewerbsumfelds erheblich unter Druck.

Geschäftsverlauf 4.2.2

Geschäftsentwicklung 2014/2015 4.2.2.1

Das abgelaufene Geschäftsjahr verlief für MEDION umsatzseitig leicht besser als zu Jahresbeginn erwartet. Gemäß dem Ausblick im Geschäftsbericht für das Geschäftsjahr 2013/2014 wurde für das abgelaufene Geschäftsjahr insgesamt ein Umsatz auf Vorjahresniveau oder leicht darüber erwartet.

Dabei wurde im Projektgeschäft insgesamt ein Rückgang der Umsätze von bis zu -15 % nicht ausgeschlossen, weil die erwartete Steigerung im PC- und Tablet-PC-Bereich von bis zu +10 % einem Rückgang im übrigen Consumer-Electronics-Bereich aufgrund der Marktsättigung gegenüberstand. Bereinigt man die insgesamt auf Vorjahresniveau gebliebenen Umsätze aus dem Projektgeschäft um die für Lenovo erbrachten Dienstleistungen, ergibt sich ein Rückgang von -5 %.

Das PC-Geschäft verlief genau den Erwartungen entsprechend. Wie im Ausblick des letztjährigen Geschäftsberichtes erwähnt, konnte eine Umsatzsteigerung bei PCs und Notebooks von 10 % realisiert werden. Absatzseitig lagen die Mengen über diesem Erwartungswert, jedoch musste aufgrund des Marktdrucks, im Wesentlichen durch Preiserhöhungen auf der Einkaufsseite und ausbleibende Innovationen begründet, die Preisgestaltung angepasst werden. Das Geschäft mit Tablet-PCs verblieb mengen- wie umsatzseitig auf Vorjahresniveau, so dass sich insgesamt für das Gesamtgeschäft mit PCs und Tablet-PCs eine Umsatzsteigerung von 8 % ergeben hat.

Für das Direktgeschäft wurde weiteres Wachstum erwartet, welches den erwarteten Umsatzrückgang im Projektgeschäft von bis zu -15 % (bis zu € -100 Mio.) kompensiert. Das realisierte Wachstum im Direktgeschäft von € 607 Mio. im Vorjahr auf € 671 Mio. im abgelaufenen Geschäftsjahr entspricht einem Wachstum von 11 % und liegt im Erwartungskorridor.

In der nachfolgenden Tabelle haben wir die Erwartungsquote und realisierte Werte gegenüber gestellt.

1

Mio. € Mio. €
Leistungsindikator GJ 2013/2014 Erwartung GJ 2014/2015
Umsatz Konzern 1.277 Leichte Erhöhung 1.350
Umsatz Projektgeschäft 670 0 % bis -15 % 679
Umsatz Direktgeschäft 607 +10 % bis +15 % 671
EBIT 29,6 +5 % 34,3
Bereinigt 31,61

Bereinigt um nicht operative Erträge aus Anlagenabgängen

Wie bereits im Vorjahr verliefen auch im abgelaufenen Geschäftsjahr die Geschäftshalbjahre unterschiedlich. Das erste Geschäftshalbjahr lag mit einem Konzernumsatz in Höhe von € 589 Mio. auf Vorjahresniveau (€ 585 Mio.) und entsprach somit genau den Erwartungen. Im zweiten Geschäftshalbjahr konnten die Umsätze gegenüber dem Vorjahrszeitraum um € 69 Mio. auf € 761 Mio. (Vorjahr: € 692 Mio.) gesteigert werden. Wesentliche Treiber waren PCs und Tablet-PCs.

Neben Desktop-PCs, Notebooks und Tablet-PCs entwickelten sich die übrigen Hardware-Produktgruppen insgesamt erwartungsgemäß, jedoch gab es hier auch Verschiebungen zwischen den Produktgruppen. Insbesondere bei Smartphones und Navigationsgeräten blieben die Umsätze leicht unter den Erwartungen, während, entgegengesetzt zum Vorjahr, die Umsätze im Bereich TV, Foto und sonstige Consumer Electronics leicht über den Erwartungen lagen.

Auch im Bereich des Direktgeschäftes der digitalen Dienstleistungen verlief das Geschäft für MEDION erwartungsgemäß. Die Dienstleistungen im Bereich der Telekommunikation konnten, insbesondere im Ausland, weiter ausgebaut und stabilisiert werden und trotz zunehmend intensivem Preiswettbewerb konnten beim Fotoservice durch die Einführung neuer Produkte neue Kunden gewonnen werden.

Ähnliches gilt für den Bereich des Online-Handels. Durch einen interessanten Produktmix mit gewohnt attraktivem Preis-Leistungsverhältnis und langjährigen Erfahrungen in der Steuerung und Bewerbung von Online-Aktivitäten konnten die Erwartungen ergebnisseitig erfüllt werden, auch wenn umsatzseitig der zunehmende Preisdruck durch sich stetig erhöhende Transparenz im wachsenden Onlinemarkt spürbar war.

Ergebnisseitig verliefen die beiden Geschäftshalbjahre entgegengesetzt. In den Monaten April bis September konnte ein EBIT in Höhe von € 9,9 Mio. erwirtschaftet werden, was eine Verbesserung gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum von 60 % bedeutet.

Bereinigt um nicht operative Erträge ergibt sich zwar eine geringere Steigerung von 18 %, diese liegt aber immer noch deutlich über dem Erwartungskorridor von bis zu 5 %.

Seit Spätsommer 2014 ist der Euro gegenüber dem US-Dollar jedoch stark unter Druck geraten. Dieses blieb nicht ohne Folgen für die Rentabilität. Während der Markt erwartet, eine positive Entwicklung der Euro-Dollar-Parität durch sinkende Verkaufspreise direkt weiterzugeben, ist eine Weitergabe von steigenden Einkaufspreisen durch eine Verteuerung des US-Dollars nur bedingt und auch nur schrittweise möglich. Im zweiten Geschäftshalbjahr konnte daher nur ein EBIT von € 24,4 Mio. erwirtschaftet werden, welches zwar um 5 % über dem vergleichbaren Vorjahreswert, aber unter den Erwartungen für das üblicherweise umsatz- und ergebnisstärkere zweite Halbjahr lag. Insgesamt lag das EBIT des Geschäftsjahres mit einer Verbesserung um € 4,8 Mio. (16 %) auf € 34,3 Mio. (Vorjahr: € 29,5 Mio.) über den Erwartungen. Bereinigt um nicht operative Erträge in Höhe von € 2,7 Mio. betrug die Verbesserung des EBIT noch 7 % gegenüber dem Vorjahr und lag somit noch leicht über den Erwartungen.

Beteiligungen 4.2.2.2

Nach wie vor wird aus Kosten- und Effizienzgründen innerhalb des MEDION-Konzerns der Hauptteil des Umsatzes – auch im Ausland – aus der MEDION AG heraus realisiert. Im Rahmen der Internationalisierung des Direktgeschäftes werden Aktivitäten jedoch auch zunehmend im Ausland aufgebaut, weil es im direkten Geschäft mit Endverbrauchern vorteilhaft sein kann, lokale Besonderheiten besser zu erkennen und zu steuern.

Neben der Internationalisierung des klassischen E-Commerce sind im abgelaufenen Geschäftsjahr insbesondere Aktivitäten im Bereich des Mobilfunkgeschäftes außerhalb Deutschlands ausgeweitet worden.

Aktie und Dividende 4.2.2.3

Die MEDION-Aktie wird seit 2012 im Bereich "Geregelter Markt" der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelt. Aufgrund der Mehrheitsübernahme durch Lenovo und des bestehenden Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrages wird die MEDION-Aktie in keinem Index mehr abgebildet, erhält keine Coverage mehr von Analysten und wird an den Börsen Frankfurt und Düsseldorf nur noch mit Tagesumsätzen von wenigen Stück gehandelt. Die Kursentwicklung hat mit der operativen Performance des Unternehmens nichts mehr zu tun und ist getragen von wenigen, meist zufälligen, Kauf- oder Verkaufsentscheidungen der Anleger. MEDION zahlt seit dem Geschäftsjahr 2012/2013 keine Dividende mehr.

Lage des Konzerns 4.2.3

Ertragslage 4.2.3.1

ertraglslage

Mio. € % Mio. € % Mio. € %
01.04.2014-31.03.2015 01.04.2013-31.03.2014 GJ 2014/2015 zu
GJ 2013/2014
Umsatz 1.349,9 100,0 1.277,0 100,0 72,9 5,7
Materialeinsatz -1.146,4 -84,9 -1.098,7 -86,0 -47,7 -4,3
Rohertrag 203,5 15,1 178,3 14,0 25,2 14,1
Personalaufwand -53,4 -4,0 -49,9 -3,9 -3,5 -7,0
Sonstige Aufwendungen
und Erträge
-112,6 -8,3 -95,2 -7,5 -17,4 -18,3
Abschreibungen -3,2 -0,2 -3,7 -0,3 0,5 13,5
EBIT 34,3 2,6 29,5 2,3 4,8 16,3
Finanzergebnis 0,6 0,0 0,7 0,1 -0,1 -14,3
EBT 34,9 2,6 30,2 2,4 4,7 15,6
Steuern -7,1 -0,5 -8,1 -0,6 1,0 12,3
Konzernergebnis 27,8 2,1 22,1 1,8 5,7 25,8

Umsatzentwicklung

Die Umsätze konnten von € 1.277,0 Mio. im Geschäftsjahr 2013/2014 um € 72,9 Mio. (5,7 %) auf € 1.349,9 Mio. gesteigert werden und liegen damit insgesamt am oberen Rand der Erwartungen. Im Ausblick des Vorjahresberichtes und in den Zwischenberichten des abgeschlossenen Geschäftsjahres wurde für den Umsatz eine Größenordnung des Vorjahres oder leicht darüber (bis zu 5 %) angenommen.

Seit dem Geschäftsjahr 2013/2014 weist MEDION aufgrund einer regionalen Neuordnung von Vertriebsstrukturen und Verantwortlichkeiten innerhalb des Lenovo-Konzerns lediglich die von Lenovo erhaltenen Vergütungen für die mit Lenovo-Produkten erwirtschafteten Umsätze, nicht aber mehr das Geschäft mit den Produkten selbst, als Konzernumsatz aus.

Mio. € % Mio. € % Mio. € %
01.04.2014-31.03.2015 01.04.2013-31.03.2014 GJ 2014/2015 zu
GJ 2013/2014
Deutschland 958,4 71,0 945,5 74,0 12,9 1,4
Europa 272,3 20,2 276,6 21,7 -4,3 -1,6
Übriges Ausland 119,2 8,8 54,9 4,3 64,3 >100,0
Umsatz 1.349,9 100,0 1.277,0 100,0 72,9 5,7

Deutschland bleibt wichtigster Markt für MEDION. Der Umsatzanteil liegt mit 71,0 % zwar leicht unter dem Niveau des Vorjahres (74,0 %), insgesamt haben sich die Umsätze in Deutschland jedoch leicht um € 12,9 Mio. auf € 958,4 Mio. (Vorjahr: € 945,5 Mio.) erhöht. Der dennoch niedrigere Anteil an den Gesamtumsätzen ist zurückzuführen auf die deutliche Steigerung der Umsätze außerhalb Europas. Diese erhöhten sich um € 64,3 Mio. (117,1 %) auf € 119,2 Mio. (Vorjahr: € 54,9 Mio.) aufgrund des Ausbaus der Telekommunikationsdienstleistungen in Australien und des Anstiegs der Servicedienstleistungen für Lenovo-Produkte.

Neben diesen dem MEDION-Geschäftsmodell entsprechenden Regionen erfolgt die Vertriebssteuerung zusätzlich in Anlehnung an die Vertriebsorganisation und regionalen Verantwortungen im Lenovo-Konzern:

  • • In der Region Central werden die DACH-Länder Deutschland, Österreich und die Schweiz zusammengefasst.
  • • Die skandinavischen Länder, Beneluxstaaten und Frankreich repräsentieren die Region North.
  • • Großbritannien und Irland sind zu UKI zusammengefasst und die Region South umfasst im MEDION-Vertrieb gegenwärtig nur Spanien und Portugal.
  • • Alle übrigen Länder Europas und Asiens, in denen MEDION lediglich situative Geschäftsopportunitäten zur Verwertung nutzt, sowie die USA und Australien sind unter dem Übrigen Ausland zusammengefasst.
Mio. € % Mio. € % Mio. € %
umsätze nach regionen 01.04.2014-31.03.2015 01.04.2013-31.03.2014 GJ 2014/2015 zu
GJ 2013/2014
Central 1.025,9 76,0 1.017,8 79,7 8,1 0,8
North 127,9 9,5 143,0 11,2 -15,1 -10,6
South 46,9 3,5 34,6 2,7 12,3 35,5
UKI 17,8 1,3 17,2 1,3 0,6 3,5
Übriges Ausland 131,4 9,7 64,4 5,1 67,0 >100,0
Umsatz 1.349,9 100,0 1.277,0 100,0 72,9 5,7

umsätze nach regionen

Da Deutschland wichtigster Markt für MEDION bleibt, entwickelte sich die Region Central entsprechend. Während die Umsätze in UKI auf Vorjahresniveau blieben, gab es eine Verschiebung der übrigen Umsätze in Europa von der Region North (€ -15,1 Mio.) zur Region South (€ +12,3 Mio.).

Der Anstieg der Umsätze im Übrigen Ausland resultiert aus dem zuvor erwähnten Ausbau der Telekommunikationsdienstleistungen in Australien und aus dem Anstieg der Servicedienstleistungen für Lenovo-Produkte.

Rohertrag

Obwohl im Hardwarebereich der Rohertrag aufgrund der Verteuerung des US-Dollars unter starkem Druck stand, konnte die Rohertragsquote insgesamt von 14,0 % im Vorjahr auf 15,1 % verbessert werden. Zurückzuführen ist dieses auf eine Ausweitung des Direktgeschäftes, insbesondere im Bereich der digitalen Dienstleistungen.

Personalaufwand

Im Geschäftsjahr 2014/2015 waren durchschnittlich 988 Mitarbeiter (Vollzeitäquivalente) im MEDION-Konzern beschäftigt (Vorjahr: 1.007). Der Anstieg des Personalaufwandes um € 3,5 Mio. auf € 53,4 Mio. (Vorjahr: € 49,9 Mio.) resultiert im Wesentlichen aus Anpassungen von Gehältern und Altersvorsorge.

GJ 2014/2015 GJ 2013/2014
Personalaufwand, gesamt in T€ 53.384 49.903
Durchschnittliche Mitarbeiterzahl 988 1.007
Personalaufwand pro Mitarbeiter in € 54.032 49.556
Mio. € Mio. € Mio. € %
01.04.2014
-31.03.2015
01.04.2013
-31.03.2014
GJ 2014/2015 zu
GJ 2013/2014
Sonstige betriebliche Aufwendungen
Vertriebsaufwendungen -97,3 -78,7 -18,6 -23,6
davon Marketing -35,2 -35,4 0,2 0,6
davon Kundenservice -42,8 -24,5 -18,3 -74,7
davon Sonstiges -19,3 -18,8 -0,5 -2,7
Verwaltungsaufwendungen -18,5 -17,6 -0,9 -5,1
Betriebsaufwendungen -3,4 -3,6 0,2 5,6
Übrige -1,6 -1,9 0,3 15,8
-120,8 -101,8 -19,0 -18,7
Sonstige betriebliche Erträge 8,2 6,6 1,6 24,2
Saldo -112,6 -95,2 -17,4 -18,3

Sonstige betriebliche Aufwendungen/Erträge

sonstige betriebliche aufwendungen/erträge

Der Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen um € 19,0 Mio. auf € 120,8 Mio. (Vorjahr: € 101,8 Mio.) ist hauptsächlich begründet durch den Anstieg der Aufwendungen für den Kundenservice um € 18,3 Mio. auf € 42,8 (Vorjahr: € 24,5 Mio.) und entspricht den gestiegenen Dienstleistungen im Rahmen der Erbringung von Serviceleistungen für Lenovo-Produkte. Die anderen Positionen der Vertriebsaufwendungen sowie die Verwaltungs-, Betriebs- und Übrigen Aufwendungen sind insgesamt auf dem Niveau des Vorjahres geblieben.

Die Erhöhung der sonstigen betrieblichen Erträge resultiert im Wesentlichen aus Buchgewinnen aus dem Verkauf von Anlagevermögen (€ 2,7 Mio.). Die verbleibenden sonstigen betrieblichen Erträge betreffen im Wesentlichen Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen, Erträge aus Sachbezügen sowie periodenfremde Erträge.

Abschreibungen

Die Abschreibungen lagen im Geschäftsjahr mit € 3,2 Mio. unter dem Niveau des vergleichbaren Vorjahreszeitraumes (€ 3,7 Mio.). Dabei haben sich die Abschreibungen auf Sachanlagen von € 1,6 Mio. im Vorjahr auf € 1,4 Mio. im abgelaufenen Geschäftsjahr und die Abschreibungen auf Software und Lizenzen von € 2,1 Mio. auf € 1,8 Mio. vermindert.

Operatives Ergebnis (EBIT)

Das erwirtschaftete operative Ergebnis (EBIT) in Höhe von € 34,3 Mio. liegt um € 4,8 Mio. (+16,3 %) über dem Vorjahr (€ 29,5 Mio.) und somit über den Erwartungen. Im Ausblick des Vorjahresberichtes und in den Zwischenberichten des abgeschlossenen Geschäftsjahres wurde eine Erhöhung des EBIT von 5 % für möglich gehalten.

Bereinigt man das ausgewiesene EBIT um die realisierten Buchgewinne aus dem Verkauf von Anlagevermögen, entspricht die Verbesserung des EBIT des Geschäftsjahres 2014/2015 einer Steigerung von rund 7 % gegenüber dem Geschäftsjahr 2013/2014 und liegt somit leicht über den Erwartungen.

Das Finanzergebnis liegt mit € 0,6 Mio. leicht unter dem Vorjahresniveau (€ 0,7 Mio.). Dieser leichte Rückgang begründet sich im Wesentlichen durch Aufzinsungen von Rückstellungen.

Ertragsteuern Mio. € Mio. €
GJ 2014/2015 GJ 2013/2014
Effektive zahlungswirksame Steuern 1,7 1,8
Steuern für Vorjahre 0,3 2,3
Latente Ertragsteuern -0,7 -1,6
Steuerumlage vom Organträger 5,8 5,3
Ertragsteueraufwand 7,1 7,8

Die effektiv zahlungswirksamen Steuern betreffen im Wesentlichen die Tochtergesellschaften der MEDION AG.

Vor dem Hintergrund des seit dem 1. April 2012 wirksamen Ergebnisabführungsvertrages der MEDION AG mit der Lenovo Germany Holding GmbH sind die steuerlichen Verlustvorträge der MEDION AG für die Dauer des Ergebnisabführungsvertrages nicht nutzbar.

Bedingt durch einen Steuerumlagevertrag zwischen der Lenovo Germany Holding GmbH als Mehrheitsaktionärin von MEDION und der MEDION AG werden bei MEDION € 5,8 Mio. als Umlagen vom Organträger ausgewiesen.

Segmente 4.2.3.2

Der MEDION-Konzern berichtet gemäß IFRS 8 entsprechend der internen Unternehmenssteuerung nach den Segmenten Projekt- und Direktgeschäft. Das Segment Projektgeschäft bündelt alle Geschäfte der modernen Consumer Electronics mit den international aufgestellten großen Handelsketten aus den Produktgruppen PC/Multimedia und Unterhaltungselektronik, für die Dienstleistungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette durch MEDION erbracht werden. Dabei handelt es sich um Dienstleistungen im Rahmen der so genannten Primary-Sales-Prozesse (von der Produktidee bis zur Distribution), dem After-Sales-Support (vom Retourenhandling bis zum Gewährleistungsmanagement) und dem Zweitvermarktungsprozess.

Das Angebot solcher umfangreichen Dienstleistungen bedarf naturgemäß einer hinreichenden Auftragssicherheit und Größenordnung. Beim Projektgeschäft handelt es sich daher grundsätzlich um so genanntes Volumengeschäft.

Das Direktgeschäft beschreibt das Dienstleistungsgeschäft mit Endkonsumenten sowie den Online-Handel, wobei grundsätzlich nur einzelne Elemente entlang der Wertschöpfungskette zur Anwendung kommen. Während im Online-Geschäft in der Regel vorrangig Dienstleistungen aus den Bereichen Zweitvermarktung und After-Sales-Support erbracht werden, erfolgen im Bereich digitaler Dienstleistungen in der Regel nur Dienstleistungen im Sinne der Primary-Sales-Prozesse.

Naturgemäß ist das Direktgeschäft nicht durch vorlaufende Auftragseingänge gekennzeichnet, sondern vielmehr durch Kundentreue. Im Hardwarebereich ist es MEDION bislang immer gelungen, durch gezielte Bewerbung ein hohes Kundenaufkommen zu generieren und somit einen verlässlichen Basisumsatz zu realisieren. Der Bereich der digitalen Dienstleistungen ist durch eine sehr hohe Kundenloyalität und somit wiederkehrende Umsätze gekennzeichnet, die man als verlässliches Grundbasisgeschäft bezeichnen kann.

Als "Überleitung Konzern" werden Konsolidierungseffekte und sonstige Erträge und Aufwendungen ausgewiesen, sofern sie den Segmenten nicht direkt zuordenbar sind.

Mio. € % Mio. € % Mio. € %
01.04.2014-31.03.2015 01.04.2013-31.03.2014 GJ 2014/2015 zu
GJ 2013/2014
Projektgeschäft 679,2 50,3 670,5 52,5 8,7 1,3
Direktgeschäft 670,7 49,7 606,5 47,5 64,2 10,6
Überleitung Konzern 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Umsatz 1.349,9 100,0 1.277,0 100,0 72,9 5,7

umsätze nach segmenten

Zwar hat sich der Gesamtumsatz des Projektgeschäftes leicht von € 670,5 Mio. im Vorjahr um € 8,7 Mio. auf € 679,2 Mio. erhöht, entsprechend den Erwartungen an den Erfolg der langfristigen Geschäftsstrategie hat sich der Umsatzanteil des Projektgeschäftes am Konzernumsatz jedoch von 52,5 % im Vorjahr auf 50,3 % im Geschäftsjahr 2014/2015 vermindert.

Durch die Ausweitung digitaler Dienstleistungen, insbesondere im Ausland, konnte der Umsatz des Direktgeschäftes von € 606,5 Mio. im Vorjahr um € 64,2 Mio. auf € 670,7 Mio. gesteigert werden. Damit erhöhte sich der Umsatz des Direktgeschäftes überproportional zum Gesamtumsatz und der Umsatzanteil entsprechend von 47,5 % im Vorjahr auf 49,7 % im abgelaufenen Geschäftsjahr. Damit lag die Umsatzentwicklung des Direktgeschäftes im Erwartungskorridor.

Mio. € % Mio. € % Mio. € %
01.04.2014-31.03.2015 01.04.2013-31.03.2014 GJ 2014/2015 zu
GJ 2013/2014
Projektgeschäft 10,2 29,7 9,1 30,8 1,1 12,1
Direktgeschäft 21,5 62,7 20,8 70,6 0,7 3,4
Überleitung Konzern 2,6 7,6 -0,4 -1,4 3,0 >100,0
EBIT 34,3 100,0 29,5 100,0 4,8 16,3

Da die Steuerung von Projekt- und Direktgeschäft unterschiedlich ist und die Umsätze entsprechend getrennt aufgezeichnet werden, können auch Großteile der Aufwendungen eindeutig zugeordnet werden. Indirekte Aufwendungen oder Aufwendungen für Maßnahmen, die alle Unternehmensbereiche betreffen, werden nach plausiblen Verteilungsschlüsseln zugeordnet. Das können beispielsweise Umsatzschlüssel oder Anzahl von Aktionen sein.

Die Analyse des operativen Ergebnisses nach Segmenten zeigt die Erfolge der strategischen Ausrichtung der Geschäftsfeld- und Produktpolitik. Das operative Ergebnis im Direktgeschäft konnte entsprechend gesteigert werden und beträgt € 21,5 Mio. nach € 20,8 Mio. im Vorjahr. Die zum Umsatz leicht unterproportionale Steigerung des EBIT im Direktgeschäft resultiert aus einem intensiveren Wettbewerb im Online-Handel mit Consumer-Electronics-Produkten.

Das operative Ergebnis des Projektgeschäftes konnte überproportional zum Umsatz von € 9,1 Mio. im Vorjahr auf € 10,2 Mio. verbessert werden.

Der positive Ergebnisbeitrag aus der Überleitung Konzern in Höhe von € 2,6 Mio. betrifft Buchgewinne aus dem Verkauf von Anlagevermögen.

ebit nach segmenten

-6,5 -6,5

Vermögens- und Finanzlage 4.2.3.3

Sachanlagen 23,1 3,1 25,1 3,7 -2,0 -8,0 Immaterielle Vermögenswerte 3,5 0,5 4,4 0,6 -0,9 -20,5 Sonstige langfristige Vermögenswerte 1,2 0,2 0,6 0,1 0,6 100,0 Aktive latente Steuern 4,6 0,6 2,2 0,3 2,4 >100,0 Langfristige Vermögenswerte 32,4 4,4 32,3 4,7 0,1 0,3 Vorräte 208,0 27,8 137,4 19,8 70,6 51,4 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 210,6 28,1 178,4 25,8 32,2 18,0 Forderungen gegen verbundene Unternehmen davon: Bereitstellung aus liquiden Mitteln 180,1 100,0 24,0 13,4 228,2 200,0 32,9 28,9 -48,1 -100,0 -21,1 -50,0 Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 56,5 7,5 26,1 3,8 30,4 >100,0 Zahlungsmittel/-äquivalente 61,3 8,2 90,3 13,0 -29,0 -32,1 Kurzfristige Vermögenswerte 716,5 95,6 660,4 95,3 56,1 8,5 Summe Aktiva 748,9 100,0 692,7 100,0 56,2 8,1 Eigenkapital 418,9 55,9 412,4 59,5 6,5 1,6 abzgl. erworbener eigener Aktien -46,4 -6,2 -46,4 -6,7 0,0 0,0 Bilanzielles Eigenkapital (IFRS) 372,5 49,7 366,0 52,8 6,5 1,8 Langfristige Verbindlichkeiten 9,1 1,2 6,0 0,9 3,1 51,7 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 152,7 20,4 127,2 18,4 25,5 20,0 Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen davon: Verbindlichkeiten aus Ergebnisabführung 22,9 22,9 3,1 3,1 24,5 24,5 3,5 3,5 -1,6 -1,6 Steuerrückstellungen 4,5 0,6 3,4 0,5 1,1 32,4 Übrige Rückstellungen 173,7 23,2 153,2 22,1 20,5 13,4 31.03.2015 31.03.2014 Mio. € % Mio. € % Mio. € % GJ 2014/2015 zu GJ 2013/2014

Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten 11,4 1,5 12,3 1,8 -0,9 -7,3 Passive latente Steuern 2,1 0,3 0,1 0,0 2,0 >100,0 Kurzfristige Verbindlichkeiten 367,3 49,1 320,7 46,3 46,6 14,5 Summe Passiva 748,9 100,0 692,7 100,0 56,2 8,1

Bilanzstruktur (IFRS)

Die Bilanzsumme des Konzerns erhöhte sich zum 31. März 2015 im Vergleich zum 31. März 2014 um € 56,2 Mio. (8,1 %) auf € 748,9 Mio. (31. März 2014: € 692,7 Mio.).

Der Anstieg des Vorratsvermögens um € 70,6 Mio. auf € 208,0 Mio. (Vorjahr: € 137,4 Mio.) lässt sich auf saisonale Abweichungen (Ostergeschäft) sowie auf den Anstieg der für Lenovo erbrachten Servicedienstleistungen zurückführen. Saisonale Abweichungen begründen auch den Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um € 32,2 Mio. auf € 210,6 Mio. (Vorjahr: € 178,4 Mio.) sowie der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um € 25,5 Mio. auf € 152,7 Mio. (Vorjahr: € 127,2 Mio.). Damit hat sich insgesamt das Working Capital um € 77,3 Mio. auf € 265,9 Mio. (Vorjahr: € 188,6 Mio.) erhöht.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen reduzierten sich um € 48,1 Mio. auf € 180,1 Mio. (Vorjahr: € 228,2 Mio.). Berücksichtigt man, dass sich die Bereitstellung liquider Mittel dabei um € 100,0 Mio. von € 200,0 Mio. auf € 100,0 Mio. vermindert hat, ergibt sich für die Forderungen gegen verbundene Unternehmen ein Anstieg von € 28,2 Mio. im Vorjahr um € 51,9 Mio. auf € 80,1 Mio.

Die Verminderung der liquiden Mittel (inkl. der Bereitstellung von liquiden Mitteln innerhalb des Lenovo-Konzerns) von € 290,3 Mio. im Vorjahr um € -129,0 Mio. auf € 161,3 Mio. ist demnach im Wesentlichen begründet durch den Anstieg des Working Capital und der Forderungen gegen verbundene Unternehmen (ohne Bereitstellung liquider Mittel).

Der Anstieg der sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte von € 26,1 Mio. im Vorjahr um € 30,4 Mio. auf € 56,5 Mio. resultiert hauptsächlich aus höheren Lieferantengutschriften und Effekten aus Fremdwährungsbewertungen.

Das Eigenkapital liegt mit € 372,5 Mio. leicht über dem Vorjahresniveau (€ 366,0 Mio.), aufgrund der höheren Bilanzsumme verringerte sich die Eigenkapitalquote jedoch auf 49,7 % (Vorjahr: 52,8 %). Durch die genannte saisonale Schwankung und die für die Erbringung von Servicedienstleistungen für Lenovo notwendige höhere Bevorratung von Servicematerialien ist die Eigenkapitalquote des MEDION-Konzerns temporär unter 50,0 % gefallen.

Der Anstieg der sonstigen Rückstellungen von € 153,2 Mio. im Vorjahr um € 20,5 Mio. auf € 173,7 Mio. betrifft im Wesentlichen Rückstellungen für ausstehende Rechnungen, ebenfalls aufgrund der saisonalen Abweichungen.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von € 22,9 Mio. zum 31. März 2015 betreffen, wie schon im Vorjahr (€ 24,5 Mio.), Verpflichtungen zur Gewinnabführung.

Kapitalflussrechnung

Mio. € Mio. € Mio. € %
cashflow 01.04.2014
-31.03.2015
01.04.2013
-31.03.2014
GJ 2014/2015 zu
GJ 2013/2014
Betriebsergebnis (EBIT) 34,3 29,6 4,7 15,9
Planmäßige Abschreibungen sowie andere zahlungsunwirksame
Aufwendungen und Erträge 6,7 4,9 1,8 36,7
Brutto Cashflow 41,0 34,5 6,5 18,8
Veränderungen im Netto-Umlaufvermögen -171,4 78,3 -249,7 < -100,0
Veränderungen der übrigen Rückstellungen 22,8 -0,3 23,1 > 100,0
Aus-/Einzahlungen für Steuern -0,8 -2,9 2,1 72,4
Mittelab-/-zufluss aus laufender Geschäftstätigkeit -108,4 109,6 -218,0 < -100,0
Mittelzu-/-abfluss aus Investitionstätigkeit 2,4 -2,6 5,0 > 100,0
Free Cashflow -106,0 107,0 -213,0 < -100,0
Auszahlung Ergebnisabführung Vorjahre -24,1 -26,0 1,9 7,3
Netto-Zahlungen Finanzverbindlichkeiten 0,7 0,8 -0,1 -12,5
Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit -23,4 -25,2 1,8 7,1
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds -129,4 81,8 -211,2 < -100,0
Wechselkursbedingte Veränderung des Finanzmittelfonds 0,4 -0,1 0,5 > 100,0
Finanzmittelfonds am Anfang des Geschäftsjahres 290,3 208,6 81,7 39,2
Finanzmittelfonds am Ende des Geschäftsjahres 161,3 290,3 -129,0 -44,4

Nach einem Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit im Vorjahr in Höhe von € 109,6 Mio. lässt sich im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Mittelabfluss aus laufender Geschäftstätigkeit in Höhe von € -108,4 Mio. feststellen. Ursache ist im Wesentlichen die bei den Ausführungen zur Konzernbilanz erläuterte erhöhte Mittelbindung aufgrund der saisonalen Veränderungen zum Vorjahr.

Aus Investitionstätigkeiten ergab sich durch den Verkauf von Anlagevermögen im Berichtsjahr netto ein Mittelzufluss in Höhe von € 2,4 Mio., nachdem noch im Vorjahr ein Mittelabfluss in Höhe von € -2,6 Mio. zu verzeichnen war.

Der Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit in Höhe von € -23,4 Mio. beinhaltet die Auszahlung für Ergebnisabführung aus dem Vorjahr in Höhe von € -24,1 Mio.

Insgesamt ergibt sich im Geschäftsjahr 2014/2015 eine Verminderung des Finanzmittelfonds um € -129,0 Mio. auf einen Endstand an freier Liquidität zum 31. März 2015 in Höhe von € 161,3 Mio. (Vorjahr: € 290,3 Mio.).

Stichtagsliquidität

Durch die vereinbarten Finanzierungs-Rahmenbedingungen im Wege der Integration in den Lenovo-Konzern erfolgen die Anlagen liquider Mittel nicht mehr durch MEDION selbst, sondern durch den Lenovo-Konzern. Die sonst durch MEDION angelegte Liquidität wird temporär dem Konzern zur Verfügung gestellt und zu marktüblichen Bedingungen sowie unter Berücksichtigung rechtlicher Rahmenbedingungen verzinst. Diese Beträge werden unter den Forderungen gegen verbundene Unternehmen ausgewiesen und reduzieren daher den in der MEDION-Bilanz ausgewiesenen Liquiditätssaldo. Unter Berücksichtigung der im Konzern zur Verfügung gestellten Liquidität hat sich die dem MEDION-Konzern insgesamt zur Verfügung stehende Liquidität von € 290,3 Mio. im Vorjahr um € -129,0 Mio. auf € 161,3 Mio. vermindert.

Mio. € Mio. €
31.03.2015 31.03.2014
In Bilanz ausgewiesene Liquidität 61,3 90,3
Zuzüglich im Konzern angelegter Mittel 100,0 200,0
Gesamt-Liquidität 161,3 290,3

Der MEDION-Konzern verfügt nach wie vor über eine deutlich positive "Net Cash"-Position. Ebenso verfügt MEDION mit dem hohen Eigenkapital von € 372,5 Mio., einer bilanziellen Eigenkapitalquote von 49,7 % und einer Liquidität inklusive der Geldanlagen im Konzern (€ 100,0 Mio.) von € 161,3 Mio. über sehr gute Finanzierungsrahmenbedingungen.

MEDION AG (ergänzende Erläuterungen auf Basis HGB) 4.2.3.4

Der Lagebericht der MEDION AG und der Konzernlagebericht über das Geschäftsjahr 2014/2015 sind nach § 315 Abs. 3 HGB in Verbindung mit § 298 Abs. 3 HGB zusammengefasst. Der Jahresabschluss der MEDION AG nach HGB und der zusammengefasste Lagebericht werden zeitgleich im Bundesanzeiger veröffentlicht.

Da das MEDION-Geschäft nahezu vollständig über die MEDION AG abgewickelt und aus Gründen der bekannten Kosteneffizienz entsprechend zentral gesteuert wird, entspricht die Ertrags- sowie die Vermögens- und Finanzlage im Wesentlichen den Informationen über die wirtschaftliche Lage des MEDION-Konzerns.

Mio. € % Mio. € % Mio. € %
GJ 2014/2015 GJ 2013/2014 GJ 2014/2015 zu GJ 2013/2014
Umsatz 1.310,1 100,0 1.234,0 100,0 76,1 6,2
Materialeinsatz -1.118,5 -85,4 -1.069,1 -86,6 -49,4 -4,6
Rohertrag 191,6 14,6 164,9 13,4 26,7 16,2
Personalaufwand -33,8 -2,6 -30,8 -2,5 -3,0 -9,7
Sonstige Aufwendungen und Erträge -128,9 -9,8 -100,6 -8,2 -28,3 -28,1
Abschreibungen -3,1 -0,2 -3,6 -0,3 0,5 13,9
EBIT 25,8 2,0 29,9 2,4 -4,1 -13,7
Finanzergebnis 3,6 0,3 3,1 0,3 0,5 16,1
EBT 29,4 2,3 33,0 2,7 -3,6 -10,9
Steuern -6,9 -0,5 -8,5 -0,7 1,6 18,8
Ergebnis MEDION AG vor
Ergebnisabführung
22,5 1,8 24,5 2,0 -2,0 -8,2

Ertragslage MEDION AG nach HGB

Die MEDION AG erwirtschaftete im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Umsatz in Höhe von € 1.310,1 Mio., was 97,0 % des Konzernumsatzes entspricht (Vorjahr: 96,6 %).

Die durch die MEDION AG erwirtschaftete Rohertragsmarge liegt mit 14,6 % leicht unter dem Niveau der Konzern-Rohertragsmarge (15,1 %). Begründet ist dieses im Wesentlichen durch das Wachstum im Direktgeschäft im Ausland.

Der Personalaufwand der MEDION AG lag im Geschäftsjahr 2014/2015 mit € 33,8 Mio. über dem Niveau des Vorjahres (€ 30,8 Mio.). Zurückzuführen ist dieses im Wesentlichen auf die Anpassungen von Gehältern und Altersvorsorge. Bezogen auf Vollzeitäquivalente blieb die durchschnittliche Mitarbeiterzahl der MEDION AG mit 496 auf Vorjahresniveau (495).

Mio. € Mio. € Mio. € %
GJ 2014/2015 GJ 2013/2014 GJ 2014/2015 zu GJ 2013/2014
Sonstige betriebliche Aufwendungen
Vertriebsaufwendungen -116,3 -98,6 -17,7 -18,0
davon Marketing -35,2 -35,4 0,2 0,6
davon Kundenservice -60,3 -42,1 -18,2 -43,2
davon Sonstiges -20,8 -21,1 0,3 1,4
Verwaltungsaufwendungen -17,1 -15,9 -1,2 -7,5
Betriebsaufwendungen -2,5 -2,7 0,2 7,4
Übrige -1,3 -2,0 0,7 35,0
-137,2 -119,2 -18,0 -15,1
Sonstige betriebliche Erträge 8,3 18,6 -10,3 -55,4
Saldo -128,9 -100,6 -28,3 -28,1

Sonstige betriebliche Aufwendungen/Erträge der MEDION AG nach HGB

Die höheren Aufwendungen für Kundenservice gegenüber den im Konzern ausgewiesenen Aufwendungen resultieren aus der internen Verrechnung von Personalaufwendungen von den Servicegesellschaften des MEDION-Konzerns an die MEDION AG. Der leichte Anstieg der Verwaltungsaufwendungen im Vergleich zum Vorjahr begründet sich hauptsächlich durch höhere Rechts- und Beratungskosten. Der Rückgang der sonstigen betrieblichen Erträge resultiert aus höheren Auflösungen von Rückstellungen im Vorjahr.

Insgesamt konnte die MEDION AG somit im abgelaufenen Geschäftsjahr trotz Umsatzsteigerung nur ein operatives Ergebnis (EBIT) in Höhe von € 25,8 Mio. erzielen (Vorjahr: € 29,9 Mio.). Ein wesentlicher Grund für den Rückgang der Profitabilität resultiert aus höheren Materialaufwendungen, insbesondere aus der Verschlechterung der Euro-US-Dollar-Parität.

Im Finanzergebnis von € 3,6 Mio. sind € 3,0 Mio. Gewinnausschüttungen von Tochtergesellschaften der MEDION AG enthalten.

Aufgrund eines Steuerumlagevertrages zwischen der Lenovo Germany Holding GmbH als Mehrheitsaktionärin von MEDION und der MEDION AG sind in den Ertragsteuern der MEDION AG in Höhe von € 6,6 Mio. Umlagen vom Organträger in Höhe von € 5,8 Mio. enthalten.

Der im Geschäftsjahr 2014/2015 erwirtschaftete Jahresüberschuss der MEDION AG vor Ergebnisabführung liegt mit € 22,5 Mio. (1,8 % vom Umsatz) leicht unter dem Vorjahresniveau von € 24,5 Mio. (2,0 % vom Umsatz).

Bilanzstruktur der MEDION AG nach HGB

Mio. € % Mio. € % Mio. € %
31.03.2015 31.03.2014 GJ 2014/2015 zu GJ 2013/2014
Anlagevermögen 30,2 4,2 33,2 4,9 -3,0 -9,0
Langfristige Vermögenswerte 30,2 4,2 33,2 4,9 -3,0 -9,0
Vorräte 207,8 28,8 137,3 20,3 70,5 51,3
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 206,6 28,6 173,7 25,7 32,9 18,9
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 186,7 25,8 233,4 34,5 -46,7 -20,0
Flüssige Mittel 45,8 6,3 74,2 11,0 -28,4 -38,3
Übrige Vermögenswerte 45,8 6,3 24,0 3,6 21,8 90,8
Kurzfristige Vermögenswerte 692,7 95,8 642,6 95,1 50,1 7,8
Summe Aktiva 722,9 100,0 675,8 100,0 47,1 7,0
Eigenkapital 366,1 50,6 366,1 54,2 0,0 0,0
Langfristige Verbindlichkeiten 5,0 0,7 4,1 0,6 0,9 22,0
Steuerrückstellungen 3,3 0,5 2,2 0,3 1,1 50,0
Übrige Rückstellungen 170,0 23,5 150,6 22,3 19,4 12,9
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 142,3 19,7 114,6 17,0 27,7 24,2
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 26,7 3,7 27,5 4,1 -0,8 -2,9
Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten 9,5 1,3 10,7 1,5 -1,2 -11,2
Kurzfristige Verbindlichkeiten 351,8 48,7 305,6 45,2 46,2 15,1
Summe Passiva 722,9 100,0 675,8 100,0 47,1 7,0

Die Bilanzsumme der MEDION AG hat sich zum 31. März 2015 im Vergleich zum 31. März 2014 um € 47,1 Mio. (7,0 %) auf € 722,9 Mio. erhöht (Vorjahr: € 675,8 Mio.). Auf der Aktivseite ist dieses hauptsächlich begründet durch einen saisonalen Anstieg der Vorräte (€ +70,5 Mio.) und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (€ +32,9 Mio.). Dagegen verringerten sich die Forderungen gegen verbundene Unternehmen von € 233,4 Mio. im Vorjahr auf € 186,7 Mio. Diese Verringerung resultiert aus einer von € 200,0 Mio. auf € 100,0 Mio. verringerten Bereitstellung liquider Mittel, denen höhere Forderungen aus der Erbringung von Dienstleistungen gegenüber stehen.

Der Anstieg der übrigen Vermögenswerte von € 24,0 Mio. im Vorjahr um € 21,8 Mio. auf € 45,8 Mio. resultiert hauptsächlich aus höheren Lieferantengutschriften, der Anstieg der sonstigen Rückstellungen von € 150,6 Mio. im Vorjahr um € 19,4 Mio. auf € 170,0 Mio. hauptsächlich aus höheren ausstehenden Rechnungen aufgrund der saisonalen Abweichungen.

In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind € 22,9 Mio. aus der Verpflichtung zur Gewinnabführung enthalten (Vorjahr: € 24,5 Mio.).

Das Eigenkapital ist mit € 366,1 Mio. auf Vorjahresniveau, aufgrund der höheren Bilanzsumme ermäßigte sich die Eigenkapitalquote jedoch temporär auf 50,6 % (Vorjahr: 54,2 %).

Wesentliche Kennzahlen zur Unternehmenssteuerung - Finanzielle Leistungsindikatoren 4.2.3.5

Im Rahmen der Unternehmenssteuerung und des Risikomanagements greift MEDION auf ein Kennzahlensystem zurück, um sowohl finanzielle als auch nicht finanzielle Leistungsindikatoren zu beobachten. Neben den wesentlichen GuV-Kennzahlen wie Umsatz, Rohertrag und EBIT oder Bilanzkennzahlen wie Eigenkapitalquote werden sowohl Planerreichungsgrade als auch prozessorientierte Kennzahlen und das Working Capital beobachtet, die Auswirkungen auf die operative Leistungsfähigkeit haben können.

Eine Working-Capital-Quote in Prozent der Bilanzsumme gibt einen Hinweis darauf, wie viel Mittel für die Erwirtschaftung des Umsatzes gebunden sind. Aufgrund des Projektgeschäftes gilt für MEDION eine Quote unter 40 % als sehr gut. Zwar lag die Gesamt-Working-Capital-Quote im abgelaufenen Geschäftsjahr an den jeweiligen Quartalsstichtagen zwischen 29 % (30. Juni 2014) und 47 % (31. Dezember 2014) und somit über den Quoten des vorangegangenen Geschäftsjahres (28 % bis 35 %), jedoch ist hier zu beachten, dass durch die deutlich ausgeweiteten Servicedienstleistungen für Lenovo die Vergleichbarkeit eingeschränkt ist. Bereinigt man die Working-Capital-Quote um die Dienstleistungen für Lenovo und die hierzu benötigten Servicematerialien, ergeben sich zum Vorjahr vergleichbare Quoten zwischen 26 % (30. Juni 2014) und 37 % (31. Dezember 2014).

Zur Steuerung des Vertriebs sind insbesondere die Kennzahlen Plan-Ist-Abweichung des Umsatzes und frei verfügbarer Warenbestand sowie Umschlagshäufigkeit der Vorräte im Fokus.

Wie schon bei den Ausführungen zum Geschäftsverlauf dargestellt, hat sich das abgelaufene Geschäftsjahr erwartungsgemäß entwickelt. Umsatzseitig wurde im klassischen MEDION-Geschäft eine Planerreichung von 103,6 % realisiert, im Vorjahr betrug der Planerreichungsgrad 102,2 %.

Wirtschaftsbericht 4.3 Nachtragsbericht

Dieses lässt einen Rückschluss auf eine sehr hohe Planungsqualität zu. Diese ist erforderlich, weil MEDION für großvolumige Aufträge im Projektgeschäft immer auch eine gewisse Vorlaufzeit benötigt. Darüber hinaus ist für das Direktgeschäft eine durchgängige Warenversorgung erforderlich, die ebenfalls geplant werden muss.

Auf der anderen Seite ist jedoch auch darauf zu achten, dass die freie Warenverfügbarkeit gering und der Umschlag hoch ist, um Bestandsrisiken zu vermeiden. Im Idealfall beträgt eine Projektdauer rund sechs bis acht Wochen, wodurch sich ein Zielumschlag von 7 ergibt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr betrug die Umschlagshäufigkeit für das klassische MEDION-Geschäft 8,4 (Vorjahr 10,9). Die freie Warenverfügbarkeit war mit 7,6 % auf Vorjahresniveau (7,7 %) und somit weiterhin deutlich im positiven Bereich von unter 25 %. Dieses weist auf eine gute Produktpolitik und -auswahl hin.

Im Rahmen des Kundenservice haben Kennzahlen verschiedener Service-Level eine hohe Relevanz, weil diese sowohl Rückschlüsse auf die Qualität der Serviceprozesse zulassen als auch Indikatoren für Kundenzufriedenheit sein können. Für Servicelevelkennzahlen gilt grundsätzlich eine Quote ab 90 % als sehr gut. Im Bereich der Reparaturdurchlaufzeiten konnten 90,3 % aller Reparaturfälle in den jeweils vorgegebenen Reparaturzielzeiten ausgeführt werden (Vorjahr: 91,9 %). Die Annahme eines Kundenanrufes erfolgt zu 93,0 % (Vorjahr: 94,9 %) innerhalb der vorgegebenen Zeit. Darüber hinaus gilt die durchschnittliche Servicedauer als Indikator für eine Kundenzufriedenheit mit dem Kundenservice. Mit durchschnittlich 6,6 Tagen konnte in 2014/2015 der Vorjahreswert (7,3 Tage) erneut verbessert werden.

Im Bereich interner Prozesse ist die Mitarbeiterzufriedenheit relevant. Entsprechend wird ein Fluktuationswert von 0,5 % oder darunter angestrebt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat sich die Fluktuationsrate beim Zielwert von 0,5 % (Vorjahr: bei 0,4 %) eingependelt.

Nachtragsbericht 4.3

Vorgänge von besonderer Bedeutung nach Schluss des Geschäftsjahres 2014/2015 (1. April 2014 – 31. März 2015)

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag, die auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentliche Auswirkungen haben, sind nicht eingetreten.

4.4.1 Prognosebericht

Konjunktureller Rahmen 4.4.1.1

Die deutsche Wirtschaft befindet sich im Frühjahr 2015 weiterhin im Aufschwung. Das Bruttoinlandsprodukt hatte bereits im vierten Quartal des letzten Jahres kräftig um 0,7 % zugenommen. Spürbare Einkommenszuwächse und eine solide Entwicklung am Arbeitsmarkt stärken die Binnennachfrage. Sie bleibt in einem schwierigen außenwirtschaftlichen Umfeld die wichtigste Triebfeder der Konjunktur. Zudem dürften die aufgrund der Euroabwertung verbesserte preisliche Wettbewerbsfähigkeit und der anhaltend niedrige Ölpreis die wirtschaftliche Entwicklung zusätzlich stimulieren. Die Stimmung in den Unternehmen hat sich im letzten halben Jahr merklich verbessert. Die Anschaffungsneigung der privaten Verbraucher ist ungebrochen hoch. Insgesamt sprechen die Konjunkturindikatoren unverändert dafür, dass sich der Aufschwung in einem moderaten Tempo fortsetzen wird. Allerdings bleiben mit der Schuldenkrise in Griechenland, dem ungelösten Russland-Ukraine-Konflikt sowie der angespannten Situation im Nahen Osten und den Währungsturbulenzen zahlreiche – kaum kalkulierbare – Risiken für die deutsche Konjunktur bestehen.

Die Bundesregierung erwartet insgesamt einen Anstieg des realen Bruttoinlandsprodukts in Deutschland von jeweils 1,8 % in den Jahren 2015 und 2016 (Pressemitteilung des BMWi vom 22. April 2015). Das Wachstumstempo der Weltwirtschaft soll leicht steigen, zeigt sich jedoch weiterhin wenig dynamisch. Vor allem das Wachstum der Schwellenländer bleibt weiterhin sehr verhalten. Russlands Konjunktur wird insbesondere durch den niedrigen Ölpreis und durch den Einfluss der Sanktionen deutlich gebremst. Die Prognosen für das russische Bruttoinlandsprodukt gehen mittlerweile von einer kräftigen Rezession im Jahr 2015 aus. In China deuten niedrigere Erwartungen für die Investitionstätigkeit auf ein unterdurchschnittliches Wachstum hin. Positive Impulse kommen aus den Vereinigten Staaten. Aber auch im Euroraum ist ein leichter Anstieg der wirtschaftlichen Aktivität zu verzeichnen. Der schwache Eurokurs und der niedrige Ölpreis dürften sich makroökonomisch positiv auf die konjunkturelle Entwicklung auswirken. Für das Jahr 2015 rechnet die EZB mit einem Wachstum von 1,5 % im Euroraum. Für die Weltwirtschaft wird ein BIP-Wachstum von real rund 3,5 % prognostiziert.

Marktentwicklung im Bereich der Consumer Electronics 4.4.1.2

Gesamtmarkt

Für das laufende Jahr 2015 prognostizieren die Marktforscher der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu) sowie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) gemeinsam eine anhaltend positive Marktentwicklung in Deutschland. Innovative Produkte, mobile Mediennutzung, die steigende Vernetzung von Unterhaltungselektronik, ITund Telekommunikation einerseits sowie die darüber hinausgehende Vernetzung mit Hausgeräten, Systemen der Installationstechnik, Elektromedizin und Sicherheitstechnik andererseits und damit ein klar erkennbarer Mehrwert für die Konsumenten seien die Stärken der Branche.

Für eine positive Branchenentwicklung werden immer wieder neue Anwendungs- und Vernetzungsmöglichkeiten sowie auch neue Produktsegmente geschaffen. Impulse werden trotz des Fehlens sportlicher Großereignisse von der IFA in Berlin, der weltweit bedeutendsten Messe für Consumer Electronics und Hausgeräte (4. bis 9. September 2015), mit einem Ordervolumen von mehr als € 4 Mrd. erwartet. Für 2015 erwarten die Marktforscher ein Plus um knapp 2 % und damit eine Umsatzsteigerung für den Gesamtmarkt Consumer Electronics auf über € 28 Mrd.

Der Markt für TV-Geräte soll sich 2015 auf einem hohen Niveau von rund 8,2 Mio. Stück stabilisieren. Mit einem Anteil von mehr als 75 % des Umsatzes stellen dabei die vielseitigen Smart-TVs mit Internetanschluss das größte Segment. Zudem steigt der Anteil an TV-Modellen mit größerer Bilddiagonale: Rund 66 % aller verkauften Fernsehgeräte haben Bilddiagonalen von mehr als 37 Zoll (94 cm). Dieses Segment wird dabei rund 85 % des Umsatzes mit TV-Geräten generieren.

Die mobile Mediennutzung sorgt für weiter steigende Absätze und Umsätze insbesondere bei Smartphones, Tablet-PCs und Notebooks. Mit einem Absatz von rund 7,8 Millionen Tablet-PCs (10,3 %), 5,6 Millionen Notebooks (3,4 %) und rund 25 Millionen Smartphones (4,8 %) erreichen diese Geräte trotz geringer Steigerungsraten neue Rekordabsätze, so die Einschätzung der gfu (Pressemitteilung vom 2. Januar 2015).

Im EU-Raum werden in 2015 nur geringe Zuwächse erwartet, so dass dieser Markt für Consumer-Electronics-Produkte bedingt durch die in vielen Staaten nach wie vor unsichere Wirtschaftslage und hohe Arbeitslosigkeit, insbesondere in Südeuropa, nur moderat wachsen oder sogar nur stagnieren wird.

Insgesamt wird aufgrund der Währungsentwicklung mit keinem weiteren Preisverfall bei Consumer-Electronics-Produkten gerechnet (gfu, Pressemitteilung vom 21. Februar 2015).

Produktinnovationen

Der Markt für Consumer-Electronics-Produkte ist weiterhin geprägt von der Digitalisierung der Inhalte und Übertragungswege sowie der Konvergenz. Konvergenz bedeutet dabei das Verschmelzen der bislang unterschiedlichen Märkte Unterhaltungselektronik, Medien, Informationstechnologie und Telekommunikation. Basis hierfür ist die digitale Technik, die zum einen die Vernetzung unterschiedlicher Produktgruppen ermöglicht und zum anderen die Nutzung digitaler Komponenten in unterschiedlichen Produktbereichen erlaubt. Neue, insbesondere auch drahtlose Vernetzungslösungen, eröffnen zusätzliche Möglichkeiten, hochauflösende Inhalte zu nutzen.

Die Vernetzung von CE-Geräten untereinander und ihre Verbindung mit Haushaltsgeräten, der Heizungsanlage oder der Beleuchtung ist ein weiterer Trend, der immer mehr an Bedeutung gewinnt. PCs, Notebooks oder Netzwerk-Festplatten speichern große Archive

digitaler Medien – Bilder, Musik und Videos. Das Heimnetz stellt sie mobilen und stationären Endgeräten zur Verfügung, Smartphones und Tablet-PCs ebenso wie vernetzten Fernsehgeräten. Standards wie UPnP und DLNA erleichtern den Medienverkehr: die beteiligten Geräte erkennen einander automatisch und können so die digitalen Inhalte über das Heimnetz austauschen. Immer mehr Kameras und Camcorder übertragen ihre Aufnahmen direkt über WLAN ins Heimnetz. Entweder, um sie ins Internet zu stellen, oder, um sie an ein Fernsehgerät zu übertragen.

Der Trend zur vernetzten Mediennutzung hat auch die HiFi-Welt nachhaltig verändert: die meisten Musikkomponenten und Surround-Anlagen lassen sich heute problemlos mit dem Heimnetz verbinden, um zentrale Mediensammlungen für die Wiedergabe abzurufen. "Streaming" ist das Stichwort für diese Technik. Audio-Geräte mit Verbindungen zum Heimnetz können zumeist auch Internet-Radio empfangen (alles Vorgenannte aus der gfu-Pressemitteilung vom 27. April 2015).

Internet Adapter Sets stellen schnell und einfach eine Netzwerkverbindung zwischen Routern, Computern und anderen netzwerkfähigen Geräten über das hausinterne Stromnetz her. Dank Übertragungsraten von bis zu 200 Mbit/Sekunde sind diese perfekt geeignet für Anwendungen mit hohen Anforderungen an die Datenübertragung wie HD Video & Audio Streaming, Online-Spiele oder Voice-over-IP.

Darüber hinaus wird sich der Siegeszug des Tablet-PCs und der Smartphones auch in 2015 und 2016 im deutschen und europäischen Markt fortsetzen. Bei Smartphones wird sogar mit zweistelligen Zuwachsraten gerechnet.

Die durch die digitale Technik eröffneten neuen Produktwelten werden mit immer kürzeren Produktlebenszyklen auf den Markt gebracht, da der technische Fortschritt leistungsfähigere Produkte und Systeme in immer kürzeren Intervallen hervorbringt. Der umfassende Strukturwandel durch die zunehmende Digitalisierung erfasst inzwischen alle Bereiche der Wirtschaft und der Gesellschaft. Über 99 % aller Haushalte in Deutschland sind mittlerweile an Netze mit einer Übertragungsrate von 1 Mbit/Sekunde und mehr angeschlossen. Entscheidend ist unverändert jetzt, wie schnell es gelingt, Hochgeschwindigkeitsnetze zum Beispiel aus Glasfaser oder über die bestehenden Kabelnetze mit 100 Mbit/Sekunde und mehr zügig auszubauen.

Im Bereich der Vertriebsformen hat das Internet als Einkaufsstätte kontinuierlich an Marktbedeutung gewonnen und sich als eigenständige Vertriebsform mit einem zweistelligen Marktanteil in Deutschland und im Euroraum etabliert. Neben dem Kauf von Waren ist das Internet vor allen Dingen als Quelle für Informationen über Produkte und damit für Kaufentscheidungen der Konsumenten eine aktuelle und transparente Plattform. In vielen Produktkategorien legen Multichannelkäufer mehr Wert auf Leistungs- und Qualitätsmerkmale als auf den reinen Preisvergleich. Im Bereich der Consumer-Electronics-Produkte und

beim Angebot digitaler Dienstleistungen wie zum Beispiel dem Fotoservice wird der Online-Vertriebskanal noch weiter an Bedeutung gewinnen. Im Bereich hochwertiger Consumer-Electronics-Produkte in den Preissegmenten über € 300 spielt zunehmend auch eine Rolle, inwieweit den Konsumenten Ratenzahlungen mit sehr günstigen Finanzierungsmodellen angeboten werden können.

Notebook und Desktop-PC

Es ist erkennbar, dass es in 2015 und 2016 immer mehr klassische Produkte der Unterhaltungselektronik geben wird, die aufgrund der Digitalisierung Zugang zum Internet haben. Dies stellt neue Anforderungen an die Hersteller von Unterhaltungselektronik, leistungsstarke Prozessoren in ihre Geräte zu integrieren. Multikern-Prozessoren und leistungsstarke Grafik-Chips sorgen für schnellen Aufbau von Internet-Seiten, flüssige Bedienung und ruckfreie Videos aus dem Web.

Mit dem Ausbau einer flächendeckenden Infrastruktur für das drahtlose Breitbandinternet wird sich der Trend zu kompakten und leistungsfähigen sowie leichteren Notebooks noch verstärken. Hochleistungsprozessoren für Desktop-PCs sind gefragt, wenn es um die Darstellung von 1080p bei Videoformaten in 7.1-Surround-Sound geht, bei hochauflösenden 3-D-Grafikelementen und vernetzten Online-Spielen, aber auch, um parallele Anwendungen in der Audio- und Videoverarbeitung zu ermöglichen.

Neben sehr leistungsfähigen Notebooks mit neuer stromsparender Vierkern-Prozessor-Technologie und Smartphones mit mehr Arbeitsspeicher und leistungsfähigen Betriebssystemen etablieren sich Geräte, die sich besonders für das Lesen von Texten eignen (eBook Reader), sowie die Tablet-PCs mit berührungsempfindlichen Bildschirmen für die Steuerung der Software und das Navigieren im Netz. Die Geräte verfügen in der Regel über eine Internetanbindung per WLAN oder UMTS. Der Markt für PCs und Notebooks ist aufgrund der hohen Ausstattungsdichte der Haushalte vor allem von technologischen Innovationen und dem Ersatzbedarf bestimmt.

Interessante Produktbereiche und Entwicklungen der Consumer Electronics sind in dem für MEDION relevanten Marktumfeld in 2015 und 2016:

  • • mobile Notebooks mit einem Gewicht von unter 2 kg und Zugangsmöglichkeiten zum Internet über integrierte Online-Module
  • • UHD-TV-Geräte mit einer Auflösung von acht Millionen Bildpunkten und integriertem Internetzugang, Smart-TVs können dabei auf Inhalte und Dienste aus dem Internet zugreifen – zum Beispiel auf die Mediatheken der Sender, auf Internet-Videotheken, Programmempfehlungen, Online-Spiele, soziale Netzwerke oder Info-Portale. Zu diesen Angeboten führen komfortable Apps – ganz ähnlich wie auf Tablets und Smartphones.
  • • mobile Multimedia-Produkte und Gamer-Notebooks mit hohen Speicherkapazitäten und hochauflösenden Grafikkarten sowie neuester Vierkern-Prozessortechnologie

  • • So genannte Multimode-Notebooks, die bei uneingeschränkter Notebook-Nutzung mit allen bekannten Office-Programmen auch einen abnehmbaren Screen mit Tabletfunktionalitäten enthalten

  • • Smartphones mit schnellem Zugang zum mobilen Internet und umfangreichen Video-Funktionen sowie Spracherkennung
  • • Tablet-PCs in verschiedenen Größen mit Internet-Zugang über WLAN oder Mobilfunknetze und hochauflösendem Bildschirm
  • • Das für Oktober 2015 erwartete neue Betriebssystem Windows 10.1 für Desktop-PCs und Notebooks

Mobilfunk und digitale Dienstleistungen

Der weiterhin steigende Absatz von Smartphones und tragbaren Computern sowie Tablet-PCs sorgt für einen anhaltenden Zuwachs bei der mobilen Internetnutzung mit hohen Datenübertragungsraten.

Im Mobilfunk wird daher unverändert in den Ausbau der neuen Übertragungstechnik LTE investiert. Die Nachfolgetechnologie von UMTS erreicht Geschwindigkeiten von bis zu 100 Mbit/Sekunde.

Inhaltlich stehen dabei für Mobilfunkkunden das Bedürfnis nach sozialer Vernetzung und der Wunsch nach End-to-End-Crossmedia-Angeboten sowie die ständige Verfügbarkeit des Internets zu Flatrate-Tarifen im Vordergrund. Derzeit existieren weltweit über eine Million mobile Applikationen (Apps) für die unterschiedlichen Smartphone-Betriebssysteme. Die Anwendungen reichen von Spielen über Nachrichten- und Auskunftsdienste bis hin zu Navigationshilfen und eBook Readern.

Daneben sind Mobilfunkangebote längst nicht mehr an den eigenen Betrieb eines Netzes gekoppelt, sondern stammen zunehmend von virtuellen Mobilfunkbetreibern (MVNO). Wachstum bei den UMTS-Teilnehmerzahlen generieren auch die neuen Generationen der Smartphones und vor allem Tablet-PCs. Mit den neuen Geräten und attraktiven Preisen nutzen nunmehr auch Privatpersonen die mobilen Datendienste im In- und Ausland.

Aufgrund der europäischen Regulierungshoheit über die Tarifentgelte für die Handy-Nutzung und das mobile Internetsurfen im europäischen Ausland sollen nach dem Willen des Europaparlaments demnächst keine Extrakosten bei der Nutzung von Mobilfunkleistungen im Ausland mehr anfallen. Sollten die Regelungen jedoch wie geplant umgesetzt werden, ist durch den Wegfall der Roaming-Kosten ab 2016 mit stagnierenden oder geringeren Monatsumsätzen je Kunde zu rechnen.

Im Bereich der weiteren digitalen Dienstleistungen wird für den Foto-Service ein noch differenzierteres Angebot neben Bildern und Fotobüchern beispielsweise bei großflächigen Leinwänden erwartet. Die Wettbewerbssituation der vielen Online-Anbieter und ein unverändert stabiler stationärer Handel werden Preiserhöhungen nicht ermöglichen, so dass der Margendruck auch in 2015 und 2016 erhalten bleibt.

Unternehmensentwicklung und Geschäftsmodell 4.4.1.3

MEDION wird sich im mittlerweile etablierten Konzernverbund mit Lenovo als führender deutscher Anbieter von Consumer-Electronics-Produkten und digitalen Dienstleistungsangeboten weiterentwickeln. Bei der Vermarktung von Consumer-Electronics-Produkten werden sich die Diversifizierungen der Vertriebswege in den klassischen Consumer-Electronics-Fachhandel, Selbstbedienungs- und Discountermärkte sowie den anhaltend zunehmenden Online-Handel/E-Commerce über das Internet auch in 2015 und 2016 fortsetzen.

MEDION als eines der ganz wenigen Unternehmen mit einem umfassenden Angebot von Produkten der klassischen Unterhaltungselektronik und der Informationstechnologie kann damit die Herausforderungen des digitalen und vernetzten Weltmarktes mit anwenderfreundlichen Produktangeboten im Projektgeschäft umsetzen. Das MEDION-Geschäftsmodell bleibt darauf ausgerichtet, hochwertige, innovative Trendprodukte mit attraktivem, ausgezeichnetem Design zu günstigen Preisen im Bereich der Consumer Electronics für breite Käuferschichten verfügbar zu machen.

Ergänzend zu dem klassischen europäischen Aktionsgeschäft mit Consumer-Electronics-Produkten entwickelt und vermarktet MEDION im Unternehmensbereich Direktgeschäft komplementäre Dienstleistungen, insbesondere in den Bereichen Telekommunikation/ MEDIONmobile, Fotoservice, Downloads und weitere Online-Dienste.

Entsprechend der bei MEDION seit Jahren bestehenden und umgesetzten grundsätzlichen strategischen Ausrichtung soll der Zuwachs im Direktgeschäft den Rückgang im Projektgeschäft insbesondere aufgrund der Veränderung des Einkaufsverhaltens der Konsumenten teilweise kompensieren.

Entwicklung von MEDION in den Jahren 2015 und 2016 4.4.1.4

Wirtschaftliche Entwicklung von MEDION in den Jahren 2015 und 2016

MEDION hat durch ein straffes Kostenmanagement und die konsequente Ausrichtung auf Produkte mit einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis sowie die erfolgreiche Weiterentwicklung seines Direktgeschäftes seine Profitabilität gehalten und die Bilanzstrukturen bei einer Eigenkapitalquote von knapp 50 % auf einem sehr guten Niveau gefestigt. Von einer nachhaltigen Eigenkapitalquote von 50 % oder leicht darüber wird auch weiterhin ausgegangen.

Der Umsatzanteil des Projektgeschäftes wird sich mittelfristig auf einen Wert von unter 50 % einpendeln. Das Direktgeschäft wächst weiterhin, liefert einen überproportionalen Ergebnisbeitrag und profitiert neben dem Anstieg bei dem Angebot von Telekommunikationsdienstleistungen auch von dem Ausbau des internationalen E-Commerce-Geschäftes und der weiteren digitalen Dienstleistungsangebote.

Wesentlicher Baustein auf dem Weg der Weiterentwicklung war und ist – auch im Interesse der Kunden und Partner im Markt – die weitere Stärkung der Marke MEDION als Markenzeichen für Produkte und Dienstleistungen von hoher Qualität mit bestem Preis-Leistungs-Verhältnis und einem exzellenten Design.

MEDION-Produkte und -Dienstleistungen überzeugen im Inland sowie im Ausland durch beste Testergebnisse und die Marke MEDION hat an Bedeutung und Wertschätzung gewonnen. MEDION verfügt neben Deutschland im gesamten Euroraum einschließlich Skandinavien und Großbritannien über eine gute Präsenz und in Verbindung mit den Handels- und Kooperationspartnern über gut aufgestellte und professionell arbeitende Vertriebs- und Serviceeinheiten. Dies sind die Voraussetzungen, das Geschäft im Inland wie auch im Ausland gemeinsam mit Lenovo weiterzuentwickeln und auszubauen.

Die zukünftige Entwicklung von MEDION als einem führenden Anbieter von Produkten und Dienstleistungen im Bereich der Consumer Electronics für den Massenmarkt hängt neben den effizienten und konsequent auf die Bedürfnisse der Kunden und Verbraucher ausgerichteten Strukturen und neuen innovativen Produkten des Unternehmens in hohem Maße davon ab, wie sich der konjunkturelle Rahmen, die Währungsrelationen und die Konsumneigung der Verbraucher beim Wettbewerb der Einkaufsstätten in Deutschland und in den wichtigsten europäischen Ländern entwickeln. Unverändert besteht der Trend der hohen Wettbewerbsintensität und der Verlagerung des Einkaufsverhaltens ins Internet. Zu berücksichtigen sind damit auch in besonderem Maße die Erwartungen der Handelspartner hinsichtlich der Absatzchancen von Consumer-Electronics-Produkten mit dem daraus resultierenden Bestellverhalten.

Strukturänderungen

Aufgrund des abgeschlossenen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrages zwischen der MEDION AG und der Lenovo Germany Holding GmbH hat sich die MEDION AG verpflichtet, während der Vertragsdauer ihren ganzen, nach Maßgabe der handelsrechtlichen Vorschriften ermittelten Gewinn an die Lenovo Germany Holding GmbH abzuführen. Damit ist auch das Recht der Aktionäre der MEDION AG entfallen, über die Verwendung eines Ergebnisses zu entscheiden. Als Kompensation für den Verlust des Dividendenanspruchs ist in dem Unternehmensvertrag festgestellt, dass Lenovo zur Zahlung eines jährlichen Ausgleichsbetrages an die außenstehenden Aktionäre der MEDION AG verpflichtet ist. Diese Ausgleichszahlung ergibt sich aus einem Bruttogewinnanteil in Höhe von € 0,82 je MEDION-Aktie für jedes volle Geschäftsjahr, abzüglich eines Betrages für deutsche Körperschaftsteuer sowie Solidaritätszuschlag nach dem jeweils für diese Steuern für das betreffende Geschäftsjahr geltenden Steuersatz. Der Steuerabzug ist nur bei Gewinnen der MEDION AG vorzunehmen, die der deutschen Körperschaftsteuer unterliegen. Damit entspricht die Ausgleichszahlung bei der zurzeit gültigen Körperschaftsteuerbelastung einem Betrag von € 0,69 je MEDION-Aktie.

Rohertrag

Die Rohertragsmargen werden bei MEDION aufgrund der unverändert hohen Wettbewerbsintensität und der sich sehr volatil entwickelnden Währungsparitäten weiterhin unter Druck stehen. Der MEDION-Vorstand geht davon aus, dass aufgrund der guten Marktposition von MEDION und einer weiter verbesserten Umsatzstruktur eine Rohertragsmarge auf einem Niveau von knapp 12 % möglich bleibt.

Auftragslage 4.4.1.5

MEDION unterscheidet im Rahmen der Unternehmenssteuerung zwischen dem Projektgeschäft und dem Direktgeschäft. Hintergrund dieser Unterscheidung ist neben den Eigenschaften von Produkten oder Vertriebskanälen insbesondere die Charakteristik der Ablauforganisationen. Während im Projektgeschäft eine mittelfristige Planung von der Produktidee bis zur Distribution erforderlich ist, zeichnet sich das Direktgeschäft durch kurzfristige Realisationsmöglichkeiten aufgrund sofort verfügbarer Produkte aus.

Dieses hat natürlich zur Folge, dass das Projektgeschäft einen gewissen Vorlauf benötigt und daher auf Basis der Auftragslage oder deren Erwartungen eine Prognose erstellt werden kann. Grundsätzlich kann davon ausgegangen werden, dass das geplante Umsatzvolumen der nächsten drei bis vier Monate bereits mit fixierten Aufträgen und somit hinreichender Sicherheit hinterlegt ist. Für das Volumen der nächsten fünf bis acht Monate befinden sich die Projekte in finalen Phasen, womit man von einer mittleren Sicherheit der Auftragslage ausgehen kann.

Das Direktgeschäft hat naturgemäß keinen Auftragsbestand, da es sich um direkte Beziehungen zu Endkunden handelt. Hier kann jedoch, insbesondere im Bereich der digitalen Dienstleistungen, erfahrungsgemäß von einem stabilen Basisgeschäft ausgegangen werden.

Umsatz und Ergebnis (EBIT) in den Geschäftsjahren 2015/2016 und 2016/2017 4.4.1.6

Insgesamt gilt, dass die Geschäftssituation und somit der Ausblick auf das kommende Geschäftsjahr mit mittlerer Sicherheit auftragsseitig hinterlegt ist. Dennoch gilt grundsätzlich, dass die Entwicklung insbesondere im zweiten Geschäftshalbjahr 2015/2016 branchentypisch noch nicht mit hinreichender Wahrscheinlichkeit prognostizierbar ist.

Prinzipiell bietet MEDION durch sein straffes Kostenmanagement und die konsequente Ausrichtung auf Produkte mit einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis sowie mit der erfolgreichen Weiterentwicklung seines Direktgeschäftes eine solide Grundlage für die weitere Unternehmensentwicklung. Gegenwärtig ist jedoch zu berücksichtigen, dass das

konjunkturell unsichere Umfeld, der Trend weiterhin rückläufiger Durchschnittspreise und das gegenwärtige Fehlen bedeutender Produktinnovationen, zusätzlich geprägt ist von einer sehr starken Verteuerung des US-Dollars in den letzten sechs bis neun Monaten. Die zuvor erläuterten Chancen aus Trends zu neuen modernen Produkten und der durch die Exportmöglichkeiten makroökonomisch positive Ausblick müssen daher nicht kurzfristig im durch Sättigung und Preisdruck geprägten Multimedia- und Consumer-Electronics-Markt zu steigenden Umsätzen und Ergebnissen führen.

Aufgrund ausbleibender Realisierungen von Innovationen ist es gegenwärtig vielmehr nur bedingt möglich, die gestiegenen Einkaufspreise durch die Verteuerung des US-Dollars an den Kunden weiterzugeben. Darüber hinaus haben viele klassische Handelskunden von MEDION nur geringe Online-Verkaufs-Aktivitäten und daher keinen breiten Zugang zu neueren Vertriebswegen. Ein Ausbau alternativer Private-Label-Produktserien ist zwar geeignet, kompensatorisches Geschäft zu generieren, bedarf naturgemäß jedoch einer längeren Marketing- und Implementierungsphase seitens der Handelskunden. Vor dem Hintergrund all dieser Rahmenbedingungen rechnet MEDION im Bereich von Personal-Computern und Tablet-PCs mit einem Mengen- und Umsatzrückgang von bis zu 10 % oder leicht darüber.

Aufgrund der zunehmenden Sättigung in den übrigen Bereichen der Consumer Electronics, insbesondere bei TV- und Navigationsprodukten, wird insgesamt sogar ein Rückgang im Umsatz des Projektgeschäftes von 20 bis 30 % nicht ausgeschlossen.

Im Berichtssegment des Direktgeschäftes wird im Bereich Mobilfunk mit einem weiteren Anstieg der Kundenzahlen, aber auch mit einem weiteren Rückgang von Tarifentgelten gerechnet. Aufgrund der erfolgreichen Erweiterung der digitalen Services und des klassischen E-Commerce in den vorangegangenen Geschäftsjahren wird erwartet, auch im kommenden Jahr 2015/2016 einen Ausbau des Direktgeschäftes realisieren zu können. Dazu gehören auch neue digitale Dienstleistungen. Das erwartete Wachstum im Direktgeschäft wird jedoch den aufgrund des schwierigen Markt- und Währungsumfeldes erwarteten Rückgang im Projektgeschäft nicht kompensieren können.

Insgesamt rechnet MEDION daher mit einem Umsatzrückgang von bis zu 10 % oder leicht darüber. Bei einem längeren Anhalten der gegenwärtigen Euro-Dollar-Parität oder sogar einer weiteren Verschlechterung und daraus resultierenden weiteren Verteuerungen auf der Einkaufsseite kann auch ein Umsatzrückgang von insgesamt 20 bis 30 % nicht ausgeschlossen werden.

Da MEDION durch sein straffes Kostenmanagement der letzten Jahre bereits den Anteil der variablen Kosten gesenkt hat und nur noch in geringem Umfang hier Einsparungen vornehmen kann, wird der zunehmende Preisverfall auf der Verkaufsseite im Projektgeschäft auch zu überproportionalem Ergebnisdruck führen. Im Direktgeschäft hingegen werden zwar Skalenvorteile wie in Vorjahren erwartet, die insgesamt durch die verschlechterte Euro-Dollar-

Parität unter Druck geratene Rentabilität aber nicht kompensieren können. Somit kann für das kommende Geschäftsjahr 2015/2016 ein Ergebnisrückgang im EBIT von circa 20 bis 30 % nicht ausgeschlossen werden.

In dem wettbewerbsintensiven Umfeld, von einem starken Anteil des Weihnachtsgeschäfts am Umsatz geprägten Markt und vor dem Hintergrund der gegenwärtig durch den US-Dollar unter Druck geratenen Rentabilität des Hardwaregeschäftes wäre eine in das Geschäftsjahr 2016/2017 hineinreichende detaillierte Prognose zu Umsatz und Ergebnis (EBIT) mit hohen Unsicherheiten behaftet und von nicht planbaren Prämissen begleitet. Insofern geht der Vorstand davon aus, dass es im Geschäftsjahr 2016/2017 noch nicht gelingen wird, Umsätze und Ergebnisse des Berichtsjahres wieder zu erreichen.

4.4.1.7 Liquidität und Bilanzstruktur

MEDION wird auch in den Jahren 2015 und 2016 voraussichtlich keine – oder nur für kurze Zeit – Fremdmittel zur Finanzierung großvolumiger Projekte benötigen. Die Bilanzrelationen werden sich daher im Rahmen des klassischen MEDION-Geschäftes kaum verändern. Eine Veränderung durch Erweiterungen der erbrachten Dienstleistungen für Lenovo, beispielsweise im Bereich des Working Capital, kann nicht abgeschätzt werden. MEDION geht jedoch davon aus, dass die Eigenkapitalquote in der Regel bei 50 % der Bilanzsumme verbleibt und nur temporär durch saisonale Verschiebungen etwas darunter liegen kann.

4.4.2 Risikobericht

Risikomanagement 4.4.2.1

Das Risikomanagement ist integraler Bestandteil der MEDION-Geschäftsstrategie. Es dient dazu, in einem strukturierten Prozess die wesentlichen Risikofelder laufend zu beobachten, Geschäftsrisiken frühzeitig zu erkennen und damit die Voraussetzungen zu schaffen, möglichst frühzeitig Maßnahmen zur Begrenzung der Risiken ergreifen zu können.

Im Rahmen des Risikomanagementprozesses sind die verantwortlichen Personen in den verschiedenen Geschäftsbereichen verpflichtet, die spezifischen Risikofelder im eigenen Aufgabenbereich zu beobachten, die Risikoausprägungen zu messen und das Eingehen unangemessener Risiken zu vermeiden. Sie berichten die Risikoposition in regelmäßigen Abständen unter Zuhilfenahme der unternehmensinternen Kontrollsysteme an das Controlling und bei Bedarf unmittelbar und ad hoc an die Unternehmensleitung.

Im Rahmen der Integration in den Lenovo-Konzern sind die Berichtswege um Berichterstattungen an weitere Managementfunktionen erweitert worden.

Risikomanagementsysteme und internes Kontrollsystem 4.4.2.2

Kernelement des MEDION-Risikomanagementsystems ist ein integratives Management-Informationssystem, welches als dynamisches Informations- und Steuerungsinstrument dient. In diesem verankert ist ein umfassendes Frühwarnsystem für alle Unternehmensbereiche. Durch Verzahnung verschiedener Managementberichte werden operative Kennzahlen, die zur täglichen Kurzfriststeuerung dienen, direkt unter dem Aspekt eines Planerreichungsgrades im Sinne der konzernweiten operativen und finanzwirtschaftlichen Ziele betrachtet. Hiermit zusammenhängend dient eine Balanced Scorecard als Instrument des Risikomanagementsystems, um die Umsetzung definierter Maßnahmen zur Steuerung risikorelevanter Positionen zu messen.

Wesentliche weitere Elemente des integrierten MEDION-Risikomanagementsystems sind das interne Kontrollsystem (IKS) und die Interne Revision.

Das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem dient der Sicherung des Vermögens, der Verlässlichkeit und Genauigkeit des Rechnungswesens, der betrieblichen Effizienz und der Einhaltung der vorgeschriebenen Geschäftspolitik. Wichtige Prinzipien sind das Prinzip der Funktionstrennung und das Vieraugenprinzip. Konkrete Regelungen werden in Organisationsanweisungen dokumentiert.

Im Rahmen der Arbeiten einer Internen Revision entscheidet entweder der Aufsichtsrat über einen durch den Vorstand vorgelegten Revisionsplan mit Themen zu prozessunabhängigen Kontrollen in allen Unternehmensbereichen oder Themen werden durch die Lenovo-Konzernrevision angekündigt. Bei der Feststellung des Prüfungsplans durch den MEDION-Aufsichtsrat werden die zum Zeitpunkt der Erstellung vorliegenden Risikoeinschätzungen berücksichtigt. Die ausgewählten Themen werden vorzugsweise durch auf diese Themen spezialisierte externe Dienstleister bearbeitet. Die Berichterstattung erfolgt unmittelbar an den Vorstand, der dem Aufsichtsrat berichtet.

Die Arbeiten der Internen Revision decken dabei nicht nur MEDION-spezifische Anforderungen ab, sondern sind auch auf Anforderungen durch etwaige veränderte Rechts- und Geschäftssituationen im Rahmen der Integration in den Lenovo-Konzern ausgelegt. Ergänzend zu etwaigen selbst ausgewählten Themen werden das Risikomanagement und die Geschäftsprozesse des MEDION-Konzerns in regelmäßigen Abständen durch die Lenovo-Konzernrevision einer Prüfung unterzogen.

Absatzbezogene Risikoposition 4.4.2.3

Das MEDION-Geschäftsmodell ist auf den Absatz von Consumer-Electronics-Produkten und komplementären Dienstleistungen mit einem günstigen Preis-Leistungs-Verhältnis in großen Stückzahlen für den Konsumentenmarkt ausgerichtet. Der größte Umsatzanteil wird mit Kunden aus dem Discount-Retailer-Segment und Consumer-Electronics-Fach-

märkten abgewickelt. Daneben wird über die Website des MEDIONshops der Direktverkauf von Produkten angeboten. Branchentypisch für den Bereich Consumer Electronics sind in der unterjährigen Verteilung das erste und insbesondere das vierte Kalenderquartal umsatzstark, wohingegen das zweite und dritte Kalenderquartal geringere Umsatzvolumina zeigen.

MEDION ist wie jedes Unternehmen, das im Konsumgüterbereich tätig ist, stark von der Kaufkraft und Kaufneigung der Verbraucher abhängig. Während die Kaufkraft von gesamtwirtschaftlichen Parametern wie Wirtschaftswachstum, Inflation, Zinsen und Arbeitslosigkeit beeinflusst wird, hängt die Kaufneigung stark von weichen Faktoren wie etwa der wirtschaftlichen Grundstimmung und dem Verbrauchervertrauen ab. Aufgrund des Absatzschwerpunktes über große Handelsketten ist MEDION wesentlich von der Kaufneigung der Verbraucher und den darauf gerichteten Absatzerwartungen seiner großen Kunden in diesem Marktsegment abhängig.

Sofern jedoch rezessive Tendenzen auf die Wirtschaft mit sinkenden Aufträgen durchschlagen, kann sich auch die Konsumneigung der Verbraucher verschlechtern und im Extremfall zu kurzfristigen Veränderungen im Bestellverhalten der Kunden führen mit durchaus deutlichen Auswirkungen auf die Umsatz- und Ergebnisentwicklung von MEDION.

Die MEDION-Kunden gehören zu den namhaften Adressen des internationalen Retail-Marktes. Durch den Charakter des Projektgeschäftes werden mit einzelnen Kunden in kurzen Zeiträumen hohe Umsatzvolumina realisiert. Im Rahmen dieses seit langen Jahren erfolgreichen Geschäftsmodells ist die Vertriebstätigkeit auf die wenigen sehr leistungsfähigen Partner im Retail-Markt ausgerichtet. MEDION unterhält daher Geschäftsbeziehungen zu wichtigen Kunden, die für die Geschäftsentwicklung von MEDION wesentlich sind und die bei Wegfall einzelner solcher Kundenbeziehungen zu signifikanten Umsatzveränderungen und entsprechenden nachteiligen Auswirkungen für die weitere Geschäftsentwicklung von MEDION führen können. Andererseits können sich durch den Hinzugewinn einzelner Kunden oder Projekte auch große Umsatzveränderungen zum Positiven ergeben. Dabei ist MEDION aufgrund seiner führenden Wettbewerbsposition im für den Handelskunden individualisierten Aktionsgeschäft und des guten Verhältnisses von Qualität, Design und Preis der Produkte national wie international ein attraktiver Partner für seine Kunden und verfügt über stabile Kundenbeziehungen. Es ist derzeit nicht ersichtlich, dass wesentliche Kunden ihre Geschäftsverbindung zu MEDION lösen werden.

Den im Bereich hochwertiger Produkte der Consumer Electronics aufgrund der dynamischen technologischen Entwicklung typischerweise innewohnenden Bestandsrisiken der technologischen Veralterung und den damit verbundenen Abwertungsrisiken begegnet MEDION bei seinen Produkten durch eine strikte Anwendung des Build-to-Order-Prinzips. Bei den Vorratsbeständen handelt es sich daher im Wesentlichen um bereits fest disponierte Ware im Projektgeschäft beziehungsweise um Serviceware für Reparatur und Austausch im After-Sales-Service-Prozess. Die für den Direktverkauf bereitgestellte Ware beruht auf einer rollierenden, den täglich ermittelten Abverkäufen angepassten Bedarfsplanung mit kurzen

Produktzyklen. Damit werden eine kurze Zeitspanne zwischen Beschaffung und Absatz und eine an den aktuellen Absatzchancen orientierte große Flexibilität im Produktmix erreicht und damit die Bestandsrisiken auf ein Mindestmaß begrenzt. Die Bestandsdisposition und -bewertung wird durch ein prozessunabhängiges Bestandscontrolling überwacht und gesteuert.

Bei den MEDION-Handelskunden besteht ein allgemeines Abverkaufsrisiko für die georderten Waren. Durch gezielte Marktforschung, Testaktionen bei Produktneueinführungen und dosierte Mengenplanungen wird dieses Risiko der MEDION-Handelspartner in engen Grenzen gehalten. Aufgrund der in weiten Teilen des Handels in einem zeitlich begrenzten Zeitraum üblichen Geld-zurück-Garantie haben die Konsumenten das Recht, auch funktionell einwandfreie Ware als Retourenware an den Handel zurückzugeben. Diese Retourenwaren werden zumeist an den Hersteller weitergeleitet und von diesem einer alternativen Vermarktung zugeführt. Solche Bestände unterliegen einem besonderen Abverkaufsrisiko. MEDION hat in Zusammenarbeit und im Einvernehmen mit den Handelskunden Verfahren entwickelt und vereinbart, um Missbräuche im Retourenprozess zu verhindern und die Risiken aus der Rückgabe einwandfreier Waren zu begrenzen. Im Hinblick auf die Zweitvermarktung von Retourenwaren hat MEDION durch ein gezieltes Retourenmanagement die Prozesssteuerung und die Abverkaufskanäle über Dritte optimiert und ergänzend dazu durch den MEDION-Outlet-Store und den Abverkauf über den MEDION-Fabrikverkauf und den Abverkauf über den MEDIONshop im Internet im In- und Ausland eigene Vertriebswege für eine Folgevermarktung geschaffen. Durch dieses Bündel von Maßnahmen konnte die Risikoposition verbessert werden.

Die Zusammenarbeit mit Lenovo wird nach wie vor keine negativen Auswirkungen auf das Risikoprofil von MEDION haben, weil die Steuerungsgrundsätze im klassischen projektbezogenen MEDION-Geschäft unverändert bleiben und die Vereinbarungen über den Vertrieb von Lenovo-Produkten sowie die Erbringung von Servicedienstleistungen für Lenovo durch MEDION nach allgemein üblichen Grundsätzen für Fremdvergleiche getroffen werden.

Forderungen gegen Kunden

MEDION reduziert das Bonitätsrisiko dadurch, dass sich die Vertriebsaktivitäten im Wesentlichen auf international tätige Handelskonzerne mit A-Bonitäten konzentrieren. Kunden, die nicht in diese Kategorie fallen, haben für MEDION im Projektgeschäft nur untergeordnete Bedeutung und werden größtenteils kreditversichert beziehungsweise nur gegen Garantien oder auf Vorkasse beliefert.

An dieser Vorgehensweise wird auch in der Zusammenarbeit mit Lenovo festgehalten. Darüber hinaus wird durch punktuelle Nutzung externer Vertriebspartner ein potentielles Risiko vermieden.

Betrieb 4.4.2.4

Produktidee

Kern des MEDION-Geschäftsmodells ist die Vermarktung von attraktiven und designorientierten Trendprodukten mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis an breite Käuferschichten. Neue Produkte schaffen neue Absatzchancen, sind jedoch erst nach einer gewissen Zeit in Abhängigkeit vom individuellen Produktlebenszyklus ausgereift und preislich für den Massenmarkt tauglich. Ältere Produkte unterliegen bei dem schnellen technologischen Wandel dem Risiko der technischen Veralterung, verlieren damit schnell an Attraktivität und sind einem hohen Preisverfall ausgesetzt. Die Herausforderung liegt darin, die richtige Produktidee zum richtigen Zeitpunkt zu platzieren.

Über das seit vielen Jahren gewachsene MEDION-Einkaufsnetzwerk wird eine Vielzahl von Ideen generiert und an die Kunden herangetragen. Daneben werden ständig die neuesten Erkenntnisse der Marktforschung ausgewertet und durch eigene Präsenz auf wichtigen Messen und im unmittelbaren Kontakt mit innovativen und sehr leistungsfähigen Herstellern aktiv neue attraktive Produktideen gesucht. Im MEDION-Produktmanagement arbeiten durchweg erfahrene Mitarbeiter, die über langjährige Markt- und Branchenkenntnisse verfügen. Sie haben unmittelbaren Kontakt zu den im Markt generierten Neuheiten und Trends und beurteilen diese Entwicklungen in Kreativteams systematisch auf ihre Tauglichkeit für die Vermarktung im Massenmarkt.

Aus diesem systematischen Ansatz heraus hat sich MEDION im Markt sowohl bei den Kunden als auch bei den Lieferanten einen guten Namen als schneller und leistungsfähiger Technologieintegrator für den Massenmarkt gemacht. Nicht zuletzt wurden darüber auch die Ideen zu den erfolgreich eingeführten Dienstleistungen generiert und umgesetzt.

Durch den Zugriff auf Produktideen und Technologien von Gesellschaften des Lenovo-Konzerns ergeben sich weitere Vorteile für das MEDION-Geschäftsmodell bei der Entwicklung und Vermarktung von Produkten.

Beschaffung und Absatz

MEDION greift bei wesentlichen Teilen der Wertschöpfungskette auf externe Partner zurück. Dies gilt insbesondere für die Herstellung von Produkten und Komponenten, für die Abwicklung logistischer Prozesse und zunehmend auch für Prozesse im After-Sales-Service. Insofern ist MEDION sowohl qualitativ als auch preislich auf eine Vielzahl von Partnern angewiesen. Insbesondere die Beschaffungsmärkte für PC-Komponenten und Logistikdienstleistungen sind dabei von einer hohen Verfügbarkeits- und Preisvolatilität bei Dienstleistungen, wichtigen Bauteilen und Komponenten (zum Beispiel Speicherkomponenten und CPUs) geprägt, die teilweise durch die Entwicklung der Fremdwährungsparitäten gegenüber dem US-Dollar und dem Britischen Pfund noch verstärkt wird. Während sinkende Einkaufspreise regelmäßig durch den Wettbewerbsdruck an Handels- und Endkunden

weitergegeben werden müssen, können steigende Einkaufspreise nur sehr selten, und in der Regel nur verzögert, weitergegeben werden. Dieses kann in vielen wesentlichen MEDION-Produktbereichen zu einem entsprechenden Druck auf die Umsatz- und Rohertragsentwicklung führen.

Potentielle Risiken für MEDION bestehen im Falle des Konkurses von Lieferanten, was die Nichtrealisierung des Kundenprojektes zur Folge hätte beziehungsweise bei einem nachgelagerten Konkurs den Ausfall des After-Sales-Service. MEDION begegnet diesem Risiko durch Konzentration auf große, international bekannte Hersteller.

Potentielle Risiken durch Lieferengpässe bei Hauptlieferanten können zu Preisrisiken und gegebenenfalls Umsatzeinbußen führen. MEDION verfügt jedoch aufgrund des großen, über viele Jahre hinweg gewachsenen Einkaufsnetzwerkes über sehr stabile Lieferantenbeziehungen und wird bedingt durch die hohen Beschaffungsvolumina in der Regel als A-Kunde eingestuft und bei Kapazitätsengpässen bevorzugt beliefert. Darüber hinaus kann MEDION teilweise bei der Beschaffung von der Zugehörigkeit zum Lenovo-Konzern profitieren.

Weitere potentielle Risiken können durch Qualitätsmängel bei den Produkten erwachsen und insbesondere im Bereich der Service- und After-Sales-Kosten zu höherem Aufwand führen und eine Imageschädigung nach sich ziehen. MEDION bezieht seine Waren von international führenden Herstellern mit hohen Qualitätsstandards, die grundsätzlich das Qualitätsrisiko tragen. Um eine größtmögliche Sicherheit hinsichtlich der Produktqualität zu gewährleisten und Probleme möglichst in einem frühen Stadium des Projektes zu erkennen und gegebenenfalls frühzeitig gegensteuern zu können, führt MEDION vor, während und nach der Produktion eigene Qualitätskontrollen zumeist vor Ort beim Lieferanten durch.

Neben der professionellen Projektabwicklung im Verkaufs- und Beschaffungsprozess ist ein hocheffizienter und verlässlicher After-Sales-Prozess der wesentliche Erfolgsfaktor für den nachhaltigen Markterfolg. Bei Beeinträchtigung der Servicequalität kann es zu Imageschädigungen und negativen Folgen für die Kundenbeziehungen, das Ansehen und die Akzeptanz der Marke MEDION kommen. Um im Bereich der After-Sales-Prozesse ein hohes Qualitätsniveau zu gewährleisten, werden nur erfahrene Dienstleister eingesetzt. Die Auftragsabwicklung wird laufend dokumentiert und die Arbeitsergebnisse und die Effektivität über ein parallel laufendes Qualitätsmanagementsystem überwacht und optimiert. Dadurch ist es über lange Jahre hinweg gelungen, bei den Partnern im Handel und bei den Endkunden ein großes Vertrauen in die Leistungsfähigkeit von MEDION-Produkten und in den MEDION-Service aufzubauen.

Durch die Zusammenarbeit mit Lenovo werden die Einkaufsmöglichkeiten laufend optimiert und durch den Zugriff auf ein großes Beschaffungsnetzwerk weiter flexibilisiert.

Datenverarbeitung

Für das Funktionieren des Projekt- und Direktgeschäftes und des After-Sales-Service sind effiziente und sichere EDV-Lösungen unerlässlich. Im Falle nicht funktionierender EDV-Prozesse könnte die zeitgerechte Projektabwicklung gefährdet werden und gegebenenfalls weitere wesentliche Beeinträchtigungen des Geschäftsablaufes eintreten. Im Zuge der zunehmenden EDV-Prozessintegration kommt dabei auch der Einbeziehung der Systeme und Schnittstellen zu Lieferanten, Service-Providern und Kunden besondere Bedeutung zu. Die bei MEDION und den in die Wertschöpfungskette einbezogenen Partnern eingesetzten Informationstechnologien werden von eigenen und externen EDV-Fachleuten ständig überprüft und aktualisiert. Die Systeme zur Informationssicherheit werden laufend weiterentwickelt. Darüber hinaus werden Reviews für die EDV-Prozessqualität und -Sicherheit von externen Prüforganisationen sowie von der Lenovo-Konzern-Revision durchgeführt. Dadurch wird ein größtmögliches Maß an Sicherheit für die Abwicklung von IT-gestützten Geschäftsprozessen gewährleistet.

Logistik

Da sich MEDION in wesentlichen Umsatzbereichen auf das Projektgeschäft konzentriert, kommt der Fähigkeit, die Produkte innerhalb eines vertraglich vereinbarten Zeitfensters an die Kunden auszuliefern, besondere Bedeutung zu. Verzögerungen können zu Konventionalstrafen oder infolge der Notwendigkeit von Änderungen des Transportmittels zu erhöhten Kosten führen. MEDION arbeitet mit einer begrenzten Anzahl international tätiger Speditionen zusammen, die für hohe Qualitätsstandards und Liefertreue stehen. Die Logistikprozesse bei diesen Spediteuren sind in die eigene IT-Prozesssteuerung von MEDION integriert. Dadurch wird ein hohes Maß an Prozesssicherheit im Bereich Logistik erreicht. Außerhalb des Projektgeschäftes erfolgt die Distribution von Waren mit national und international erfahrenen Logistikpartnern. Zu diesen Partnern bestehen individuelle Vertragsbeziehungen, in denen unter anderem auch die Standards für die Servicequalität und Sicherheit festgelegt sind.

Die Servicequalität und Sicherheit der Logistikprozesse und die Einhaltung der vertraglich festgelegten Standards werden über das Risikomanagementsystem laufend überwacht.

Direktgeschäft

Abweichend vom Projektgeschäft unterliegt das Direktgeschäft bei der direkten Geschäftsbeziehung zum Endkunden naturgemäß einem größeren finanziellen Risiko. Insbesondere im Online-Handel kommen dem Verbraucher die hier anzuwendenden gesetzlichen Regelungen zugute. MEDION hat daher in seine Geschäftsprozesse mit externen Dienstleistern umfangreiche Kontrollregelungen eingebunden, um sowohl in der Logistik als auch im Zahlungsprozess Risiken zu vermeiden. Darüber hinaus erfolgt der Aufbau von für das Direktgeschäft verfügbaren Warenbeständen streng den Verläufen des Projektgeschäftes, um ein gemäß den Markttrends inhärentes Bestandsrisiko zu minimieren. Im Bereich der Vermarktung digitaler Dienstleistungen bestanden diese Risiken aufgrund der Vertriebsstruktur jedoch nicht.

Recht 4.4.2.5

Die Urheberrechtsreform zum 1. Januar 2008 hat dazu geführt, dass Einigungen zwischen der Industrie und den Verwertungsgesellschaften über die Geräteabgabe (Urheberrechtsabgabe) dem Grunde als auch der Höhe nach schwieriger möglich sind. Kommt eine Einigung nicht zustande, so wird in der Regel das Schiedsstellenverfahren betrieben und nachfolgend die ordentlichen Gerichte bemüht. In der Regel enden diese Verfahren vor dem Bundesgerichtshof und werden oftmals im Instanzenzug noch zur Vorlage an den EuGH abgegeben, so dass von dem Zeitpunkt der Geltendmachung der Urheberrechtsabgabe für ein bestimmtes Gerät bis zur Feststellung, ob diese Forderung gerechtfertigt ist oder nicht, Jahre vergehen können.

Dies führt dazu, dass für möglicherweise urheberrechtsabgabepflichtige Geräte Rückstellungen zu bilden sind, deren Höhe nicht konkret beziffert werden kann. Für diese Risiken werden dann im Abschluss angemessene Rückstellungen passiviert, soweit entsprechende höchstrichterliche rechtskräftige Entscheidungen dem Grunde und der Höhe nach ergangen sind oder in naher Zukunft diese zu erwarten sind.

Es bleibt weiterhin festzustellen, dass von verschiedenen Seiten verstärkt Ansprüche wegen angeblicher Verletzung von gewerblichen Schutzrechten, insbesondere von Patenten, geltend gemacht werden. Dies erfolgt teilweise durch die Schutzrechtsinhaber selbst, teilweise werden die Ansprüche auch kommerziell über Dritte, insbesondere so genannte Patentverwertungsgesellschaften, zunächst außergerichtlich geltend gemacht. Dabei werden verstärkt die Verletzungsansprüche gegen den Inhaber der jeweiligen Marke, die auf den Geräten abgebildet ist, geltend gemacht und konsequenterweise auch nur eine Lizenzierung durch den Markeninhaber akzeptiert.

Generell gilt, dass behauptete Schutzrechtsverletzungen und Ansprüche oftmals als nicht gerechtfertigt beurteilt werden können.

Für bestehende Risiken wurden im Abschluss, soweit kalkulierbar, angemessene Rückstellungen, auch für Schutzrechtsverletzungen, passiviert.

Um die Risiken für MEDION daraus weitestmöglich zu begrenzen, vereinbart MEDION im Einkaufsbereich, wenn möglich, mit den Lieferanten, dass diese für eine mögliche Verletzung von Schutzrechten Dritter für die gelieferte beziehungsweise hergestellte Ware allein verantwortlich sind und MEDION von allen diesbezüglichen Ansprüchen freigestellt wird.

Sollte sich im Rahmen der Rechtsstreitigkeiten und Vergleichsverhandlungen herausstellen, dass die möglicherweise nachträglich zu zahlenden Urheberrechtsabgaben und Lizenzgebühren von den zurückgestellten Beträgen abweichen, so würden sich daraus entsprechende Auswirkungen auf das Ergebnis ergeben.

Finanzen und Finanzinstrumente 4.4.2.6

Die MEDION-typische Ausrichtung auf das Projektgeschäft erfordert für kurze Zeiträume die Verfügbarkeit von erheblichen Finanzmitteln zur Vorfinanzierung großvolumiger Aufträge. Fehlende Finanzierungsmöglichkeiten könnten ansonsten die Unternehmensentwicklung bremsen.

Im Rahmen des MEDION-Geschäftsmodells werden viele kapitalintensive Teile des Wertschöpfungsprozesses wie Forschung und Entwicklung, Produktion, Logistik oder Verkauf am Point of Sale von Partnerunternehmen wahrgenommen. Aufgrund der langjährigen Geschäftsbeziehungen und vor dem Hintergrund der soliden Kapital- und Finanzstruktur stehen MEDION in erheblichem Maße Lieferantenlinien zur Verfügung. Vor dem Hintergrund der guten Eigenkapital- und Liquiditätsausstattung beschränkt sich ein möglicher Finanzkreditbedarf von MEDION ausschließlich auf die kurzfristige Abdeckung von Finanzierungsspitzen bei großvolumigen Projekten im klassischen Saisongeschäft.

Als international agierendes Unternehmen ist MEDION Risiken durch Wechselkurseinflüsse ausgesetzt. Insbesondere auf der Beschaffungsseite fallen Zahlungsströme in ausländischer Währung an, da die überwiegende Zahl der Lieferanten in Asien beheimatet ist und die Transaktionen daher in US-Dollar und teilweise in Britischen Pfund abgewickelt werden. MEDION sichert sich gegen die Risiken aus Fremdwährungsschwankungen durch den Einsatz derivativer Finanzinstrumente in Form von marktüblichen Devisentermingeschäften und teilweise ergänzenden Swap-Geschäften ab. Dieses geschieht nach Konzern-Richtlinien innerhalb des Lenovo-Konzerns. Finanzinstrumente werden ausschließlich zu Sicherungszwecken eingesetzt. Der Einsatz von Währungssicherungsinstrumenten ist im Wesentlichen gekoppelt an die Auftragsstruktur des Projektgeschäftes. Auf die Darstellung der Finanzrisiken im Konzernanhang auf Seite 145-148 wird verwiesen.

Personal 4.4.2.7

Der Wettbewerb um hochqualifizierte Führungskräfte und technisches Personal ist in der Consumer-Electronics-Branche nach wie vor sehr groß. Gerade im Projektgeschäft stellen erfahrene, gut ausgebildete Mitarbeiter die wichtigste Ressource dar. Daher muss auf die Bindung von Know-how-Trägern an das Unternehmen durch geeignete Maßnahmen besonderes Gewicht gelegt werden.

Nur gut geschulte und qualifizierte Mitarbeiter können Risiken beherrschen und vermeiden. Daher fördert MEDION gezielt die Aus- und Weiterbildung der eigenen Mitarbeiter.

Um bei einem Personalwechsel die Einarbeitung neuer Mitarbeiter zu erleichtern und Probleme durch Know-how-Verluste möglichst zu vermeiden, sind im Rahmen des Workflow-Managements alle unternehmensinternen Prozesse so dokumentiert, dass sie personenunabhängig ausgeführt werden können.

Insgesamt arbeitet bei MEDION ein motiviertes und hochprofessionelles Team – eine gesunde Mischung aus erfahrenen Mitarbeitern, die das Unternehmen schon lange begleiten, jungen Kolleginnen und Kollegen, die ihre berufliche Karriere bei MEDION beginnen und Kollegen, die aus anderen Unternehmen zu MEDION gekommen sind und mit ihren Erfahrungen zum Unternehmenserfolg beitragen.

Risikoszenarien 4.4.2.8

Insgesamt sieht sich MEDION, trotz der zunehmenden Sättigung im Verbraucherumfeld und den dadurch begründeten stärkeren Wettbewerb, sicher aufgestellt, weil durch die langjährige Nähe zu Geschäftspartnern und neuen Möglichkeiten durch Lenovo kritische Tendenzen rechtzeitig erkannt und durch die Einleitung geeigneter Maßnahmen Risiken vermindert werden können.

Die geringen Planabweichungen deuten bereits auf ein gut funktionierendes Risikomanagement einschließlich eines hohen Maßes an Anpassungsfähigkeit an sich ändernde Entwicklungen hin. Aufgrund guter Kundenbeziehungen und Marktkenntnisse sowie flexibler Produktmanagement-Prozesse können Risiken bereits in der Geschäftsplanung berücksichtigt werden. Für die zuvor beschriebenen Risikofelder werden dabei insbesondere die nachfolgend aufgeführten Risiken mit individuellen Eintrittswahrscheinlichkeiten und möglichen finanziellen Auswirkungen berücksichtigt.

Risiko Eintrittswahr
scheinlichkeit
Risiko und
Auswirkung
Beurteilung
Absatzbezogene Risikopositionen
Mobilfunkregulierung Hoch Mittel Änderungen im rechtlichen Umfeld betreffen
grundsätzlich den gesamten Markt. MEDION
ist hiervon nicht stärker betroffen als andere
Wettbewerber.
Veränderungen in den Einzel
handelsstrukturen
Gering Hoch MEDION fokussiert auf großvolumige Handels
aktionen und profitiert von überregionalen
Flächenkonzepten seiner Kunden. Verände
rungen hierin können auch Veränderungen auf
die Absatzvolumina haben. Die Hauptkunden
sind jedoch international sehr starke Handels
partner, die ihre Flächen eher erweitern als
reduzieren.
Betriebliche Risiken - Produktidee
Trend vom klassischen PC zu
mobilen Geräten mit Internet
zugang
Hoch Hoch MEDION hat auf diese Entwicklung bereits
seit Jahren reagiert und erfolgreich digitale
Dienstleistungen sowie attraktive Tablet-PCs
entwickelt. Hier wird MEDION seine Aktivi
täten marktentsprechend verstärken.

risikoszenarien

risikoszenarien Risiko Eintrittswahr
scheinlichkeit
Risiko und
Auswirkung
Beurteilung
Betriebliche Risiken - Beschaffung
Lieferanten-Konsolidierung Gering Mittel Im Bereich der Consumer Electronics ist seit
Jahren eine Konsolidierung im Gange. Auf
grund der guten Planbarkeit des Geschäftes
kann MEDION rechtzeitig auf Änderungen
reagieren.
Verteuerung des US-Dollars Hoch Hoch Zwar ist durch eine Verteuerung des US
Dollars und damit steigenden Einkaufs
preisen auch die gesamte Industrie und
nicht nur MEDION betroffen. Jedoch kann
eine starke unerwartete Verteuerung wie
beispielsweise im Zeitraum August 2014
bis März 2015 temporär zu negativen
Auswirkungen infolge nicht weiter zu ge
bender Einkaufspreise führen. Der MEDION
spezifische Vorteil, nicht vorproduzieren
zu müssen, sondern sämtliche Projektge
schäfte individuell zu verhandeln, kann
unter Umständen somit temporär nicht in
üblicher Form genutzt werden.
Betriebliche Risiken - Logistik
Globalisierung von Logistik
Unternehmen
Mittel Mittel Die Logistikbranche ist bereits konsolidiert
und Frachtraten unterliegen sehr starken
Schwankungen. Aufgrund der guten Planbar
keit des Geschäftes kann MEDION rechtzeitig
auf Änderungen reagieren.
Betriebliche Risiken - Direktgeschäft
Veränderungen im Verbrau
cherschutz
Mittel Gering Im Rahmen der EU-Regulierungen gibt
es immer wieder Diskussionen um einen
erweiterten Verbraucherschutz, insbe
sondere im Rahmen des Fernabsatzge
setzes. Weitere Regelungen zugunsten der
Verbraucher betreffen jedoch nicht nur
MEDION, sondern den gesamten Wettbe
werb. MEDION hat bisher bewiesen, dass
jederzeit eine kurzfristige Anpassung an
veränderte Rahmenbedingungen, auch im
Ausland, möglich ist.

Chancenbericht 4.4.3

Neben den allgemeinen Entwicklungen beobachtet MEDION auch spezifische Markttendenzen, die dem Geschäftsmodell entgegen kommen und Chancen nicht nur zum Wachstum, sondern insbesondere auch zur Differenzierung gegenüber dem Wettbewerb und somit zur Ertragsstabilisierung bieten. Diese Entwicklungen zeigen zu den Möglichkeiten, die bereits in der Prognose berücksichtigt sind, weitere operative, aber nicht mit ausreichender Sicherheit quantifizierbare Chancen.

White Label

Produkte aus dem Consumer-Electronics-Umfeld vereinen immer mehr verschiedene Funktionen in einem Gerät. Der Wettbewerb um Marktanteile wird somit immer intensiver und die Produktlebenszyklen immer kürzer. Aus diesem Grund werden neue Produktideen wiederum immer schneller zu Commodities. Die mit dieser Entwicklung verbundene immer bessere Leistungsfähigkeit von Consumer-Electronics-Produkten bietet zwischen den Produkten selbst jedoch auch immer weniger Differenzierungsmerkmale, die zur Kundengewinnung entscheidend sein können.

Zusätzlich wird der Preiswettbewerb durch intelligente Suchmaschinen immer intensiver und Preise können sich angleichen. Neben den Differenzierungsmerkmalen Preis und Design wird daher für den Verbraucher auch immer mehr das Vertrauen in den Anbieter entscheidend. Das Vertrauen in den Produzenten ist dabei nicht ganz genau abzugrenzen gegen das Vertrauen in den Händler.

Dieses Vertrauen wird durch umfangreiche Kundenservices, die dem Verbraucher ein Gefühl von bekanntem, sicherem Einkauf geben, immer mehr gefördert. Hier bieten sich im Bereich von White Label Produktserien, wie sie im Lebensmittelbereich bereits alltäglich sind, neue Potentiale.

Hochauflösendes Ultra HDTV

Die bereits erhältliche Technologie für das hochauflösende Ultra-HD oder 4k-Fernsehen ist noch nicht im Massenmarkt angekommen, da es weiterhin an entsprechenden Inhalten fehlt. Ein größeres Film- und Fernseh-Angebot mit dieser Technologie ist absehbar, gegenwärtig jedoch noch nicht vollumfänglich verfügbar. Aufgrund der Flexibilität und der Fähigkeit von MEDION, in kurzer Zeit Produktideen zu großvolumigen Aktionsgeschäften zu entwickeln, ist MEDION auch für den Vertrieb von preislich attraktiven Ultra-HD-Geräten vorbereitet.

Digitale Dienstleistungen

Nicht zuletzt wegen des Erfolges von Smartphones und Tablet-PCs wird das Geschäft mit digitalen Medien und Inhalten bedeutender für den Consumer-Electronics-Markt. MEDION betreibt seit mehreren Jahren erfolgreich das Telekommunikationsgeschäft sowie einen Online-Fotoservice und hat daher mit den gegenwärtigen Vertriebserfolgen von attraktiven Tablet-PCs und Smartphones eine gute Ausgangssituation für den

Ausbau digitaler Dienstleistungen. Weiterhin hat MEDION aufgrund seiner jahrelangen Kontakte in den Beschaffungs- und Vertriebskanälen vielversprechende Möglichkeiten, die durch zuvor genannte attraktive CE- und digitale Produkte gewonnen Kunden durch zusätzliche digitale Dienstleistungen zu binden.

Neben den digitalen Dienstleistungen hat MEDION auch seit Jahren den klassischen Online-Handel erfolgreich auf- und durch ergänzende Vertriebsmodelle ausgebaut und plant hier zusätzliche nationale und internationale Erweiterungen.

Internationaler Kundenservice

Der im Rahmen der zuvor beschriebenen Produkt- und Marktentwicklungen begründete Preisdruck wirkt sich auch auf die Erbringung von Kundendienstleistungen im Rahmen gesetzlicher Gewährleistungen oder auch von Zusatzdiensten aus. MEDION hat schon vor langem diesen Trend erkannt und seine Servicestrukturen angepasst. Die seit 2012 geleistete Erbringung von Kundendienstleistungen für Lenovo zeigt, dass MEDION ideale Voraussetzungen für einen internationalen kosteneffizienten Kundendienst hat.

4.5.1 Personal

Entwicklung 4.5.1.1

Die Anzahl der im MEDION-Konzern im abgelaufenen Geschäftsjahr zum 31. März 2015 beschäftigten Mitarbeiter hat sich umgerechnet auf Vollzeitäquivalente von 993 im Vorjahr nicht verändert und beträgt gleich bleibend 993. Davon entfielen auf die MEDION AG und ihre inländischen Tochtergesellschaften 864 (Vorjahr: 857) und auf die ausländischen Gesellschaften 129 (Vorjahr: 136).

Der Personalaufwand hat sich im Berichtsjahr mit € 53,4 Mio. im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (1. April 2013 – 31. März 2014) von € 49,9 Mio. um € 3,5 Mio. (7,0 %) erhöht. Diese Entwicklung resultiert im Wesentlichen aus Anpassungen von Gehältern und Altersvorsorge.

Die nachfolgende Übersicht zeigt die Veränderung der Mitarbeiterzahlen zum 31. März 2015 gegenüber dem Vorjahresstichtag.

veränderung mitarbeiterzahlen (vollzeitäquivalente)

Inland Anzahl
31.03.2015
Anzahl
31.03.2014
+/- Anzahl +/- %
Sales 326 307 19 6
Service 417 423 6 -1
Administration 121 127 -6 -5
864 857 7 1
Ausland
Sales 29 24 5 21
Service 89 98 -9 -9
Administration 11 14 -3 -21
129 136 -7 -5
Gesamt
Sales 355 331 24 7
Service 506 521 -15 -3
Administration 132 141 -9 -6
993 993 0 0

4.5.1.2 Struktur

Aufgrund des rasanten Unternehmenswachstums in den Jahren bis 2004 und des damit verbundenen schnellen Personalaufbaus weisen die bei MEDION beschäftigten Mitarbeiter ein relativ junges Durchschnittsalter und eine relativ kurze Beschäftigungsdauer auf. Im Berichtsjahr waren bei der MEDION AG und deren Tochtergesellschaften wie im Vorjahr 38 % Frauen und 62 % Männer beschäftigt.

Das Durchschnittsalter hat sich im Berichtsjahr im Vergleich zum Vorjahr nur geringfügig verändert und lag in 2014/2015 bei 40,0 Jahren (Vorjahr: 38,7). Die nachfolgende Darstellung gibt einen Überblick über die Altersstruktur der Mitarbeiter, getrennt nach Frauen und Männern.

Durch die Zugehörigkeit zum Lenovo-Konzern konnte MEDION sein Angebot an attraktiven, interessanten Aufgaben und Positionen stetig erweitern. Mittlerweile haben viele Mitarbeiter innerhalb des Lenovo-Konzerns neue Aufgaben übernommen. Diese Attraktivität ist ein Grund für die seit Jahren steigende durchschnittliche Betriebszugehörigkeit.

Die Durchschnittsdauer der Beschäftigung bei der MEDION AG und deren inländischen Tochtergesellschaften lag im Geschäftsjahr 2014/2015 bei circa 8,8 Jahren (Vorjahr: 7,9 Jahre). Die Betriebszugehörigkeit nach Jahren und Geschlecht lässt sich wie folgt darstellen:

betriebszugehörigkeit

Die Krankenstatistik im Bereich der MEDION AG lag im Berichtsjahr bei 3,2 % (Vorjahr: 2,8 %) und damit, wie schon in Vorjahren, weit unter dem Bundesdurchschnitt von 3,8 %.

Motivation 4.5.1.3

Die hohe Motivation und die Leistungsbereitschaft unserer Mitarbeiter sind wesentliche Erfolgsfaktoren unseres Unternehmens. Aufgrund einer schlanken Organisationsform und schneller Entscheidungswege werden unsere Mitarbeiter in wichtige Entscheidungsprozesse aktiv einbezogen. Die Nähe zu unseren Mitarbeitern ist uns sehr wichtig, um die immer komplexer werdenden Arbeitsabläufe in den unterschiedlichen Bereichen an die veränderten Marktbedingungen und damit verbundenen steigenden Anforderungen anzupassen.

Bei der Besetzung von vakanten Positionen legen wir großen Wert darauf, einerseits die Fähigkeiten und Potentiale von Mitarbeitern, andererseits aber auch deren persönliche Karriereziele zu berücksichtigen. Dies beinhaltet, dass Mitarbeiter auf ihrem Karriereweg persönlich begleitet und zielgerichtet für eine Funktion qualifiziert und entwickelt werden. Damit werden eine den Anforderungen entsprechende interne Stellenbesetzung gefördert, Einarbeitungszeiten reduziert und den Mitarbeitern somit interessante Entwicklungsmöglichkeiten aufgezeigt.

MEDION investiert in ein positives Arbeitsumfeld. Modern ausgestattete Arbeitsplätze und interessante Jobinhalte tragen zu einem produktiven Arbeitsklima bei.

Mitarbeiter haben im Rahmen von Einarbeitungsplänen die Möglichkeit, sich schnell in die Unternehmensstrukturen und -prozesse einzufinden. Praktikanten können "on the Job" Einblicke in die vielfältigen Aufgaben der gesamten Supply Chain gewinnen.

Bei der Zusammenstellung unserer Belegschaft legen wir Wert auf Vielfalt – ungeachtet von Nationalität, Religion, Rasse oder Geschlecht.

Wesentliche Vereinbarungen 4.5.1.4

MEDION legt großen Wert auf eine offene und freundliche Unternehmenskultur und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Mitarbeitervertretung und den einzelnen Mitarbeitern.

Die Zusammenarbeit zwischen der Unternehmensleitung und dem Betriebsrat war auch im abgelaufenen Geschäftsjahr von einem konstruktiven Miteinander geprägt.

Vorstand und Mitarbeitervertretung sind gemeinsam davon überzeugt, dass sozialkompetente Verhaltensweisen das Betriebsklima nachhaltig positiv beeinflussen, die Arbeitsprozesse verbessern, damit die Produktivität und die Qualität der Arbeitsergebnisse steigern und somit vielfältige positive Auswirkungen für das Unternehmen und die Mitarbeiter bringen. Aus diesem Grunde gibt es im MEDION-Konzern eine Reihe von wichtigen Betriebsvereinbarungen, die zum einen der langfristigen Mitarbeiterbindung und zum anderen einer den Markterfordernissen angepassten höheren Flexibilisierung innerhalb des Unternehmens dienen.

Zum Umgang mit IT gibt es vier Betriebsvereinbarungen. Die erste Betriebsvereinbarung widmet sich der Einführung und Nutzung einer neuen Software im MEDION-Call-Center zur Realisierung eines Workforcemanagement-Systems. Ziel des Einsatzes ist die Vereinfachung und Verbesserung der Personaleinsatzplanung einschließlich Zeitwirtschaft zur Erhöhung der Planbarkeit für das MEDION-Call-Center. Zugleich sollen die Eigenbestimmung und Gestaltungsmöglichkeiten der Mitarbeiter im Rahmen der Personaleinsatzplanung verstärkt werden. Die anderen drei Betriebsvereinbarungen beziehen sich auf Abläufe und Systeme der MEDION-EDV.

Darüber hinaus existieren eine Reihe von weiteren Betriebsvereinbarungen im Unternehmen. Im Rahmen der Vereinbarung über das Betriebliche Eingliederungsmanagement verfolgen Vorstand und Mitarbeitervertretung gemeinsam das Ziel, arbeitsunfähige Mitarbeiter möglichst bald wieder in die Arbeitsorganisation zu integrieren. Darüber hinaus wollen sie klären, mit welchen Maßnahmen einer erneuten Arbeitsunfähigkeit vorgebeugt werden kann. Der Arbeitsplatz von Arbeitnehmern, die von Krankheit oder Behinderung betroffen sind, soll möglichst erhalten bleiben. Vor diesem Hintergrund werden betriebliche Organisationsstrukturen, Verfahrensabläufe und Verantwortlichkeiten im Zusammenhang mit einem Betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM) vereinbart.

Neben einer Vereinbarung über Jubiläumszuwendungen in Form von Sonderurlaub bieten die MEDION AG und ihre inländischen Tochtergesellschaften allen Beschäftigten die Inanspruchnahme einer betrieblichen Altersversorgung in Form von Direktversicherung und Pensionskasse an.

Bei den Führungskräften sind flächendeckend Vergütungssysteme eingeführt, die sich aus einem Fixum und einem variablen Anteil auf der Basis von individuellen Zielvereinbarungen zusammensetzen. Die individuellen Zielvereinbarungen werden dabei anhand von unternehmensbezogenen und persönlichen Zielen festgelegt.

Darüber hinaus wurden den Mitarbeitern externe Weiterbildungsmaßnahmen und ITbezogene Schulungen angeboten, die im Bereich SAP R/3 durch ein SAP-Inhouse-Competence-Center und im Bereich von Microsoft Office durch die MEDION Trainings Akademie intern durchgeführt wurden. Zusätzlich fand im Berichtsjahr in Kooperation zwischen Lenovo und MEDION eine umfangreiche interne Weiterbildungsmaßnahme für die Führungskräfte unter dem Titel "For those who manage" statt, in der insgesamt 120 Führungskräfte in ausgewählten Personalthemen umfassend geschult wurden.

MEDION beteiligt sich aktiv an der betrieblichen Ausbildung junger Menschen. Im März 2015 sind insgesamt 47 Auszubildende (Vorjahr: 51) im MEDION-Konzern beschäftigt. Dies entspricht einer Ausbildungsquote von 5,2 % (Vorjahr: 5,7 %). Die Auszubildenden teilen sich auf folgende Ausbildungsgänge auf: 18 kaufmännische, 4 technische, 12 im Dialogmarketing sowie 3 Mediengestalter. Zusätzlich hat die MEDION AG 10 jungen Menschen einen dualen Studiengang im Fachbereich Wirtschaft/Wirtschaftsinformatik angeboten. Da MEDION ausschließlich für den eigenen Bedarf ausbildet, können wir in der Regel allen Ausgebildeten ein Arbeitsplatzangebot unterbreiten.

Die zwischen MEDION und Joblinge gemeinnützige AG Ruhr im Vorjahr gestartete Kooperation zur Unterstützung der Initiative JOBLINGE war auch im abgelaufenen Geschäftsjahr erfolgreich. JOBLINGE ist als gemeinnütziges Angebot der Wirtschaft gegen Jugendarbeitslosigkeit und Nachwuchskräftemangel konzipiert. Das Ziel ist, Jugendlichen ohne Abschluss ("Joblinge") durch individuelle Betreuung, Weiterbildung und Qualifizierung die Chance zu geben, sich auf dem Arbeitsmarkt nachhaltig zu positionieren. MEDION beteiligt sich mit einer jährlichen Spende sowie durch die Bereitstellung von Praktikumsplätzen in Form von Qualifizierungs- und Bewerbungspraktika und hat über JOBLINGE zwei Auszubildende eingestellt sowie einem weiteren jungen Menschen aus dieser Initiative die Möglichkeit gegeben, eine Ausbildung bei MEDION zu absolvieren.

Im Rahmen des Betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutzes hat MEDION im abgelaufenen Berichtsjahr jeweils kostenlos für alle Mitarbeiter eine Untersuchung der Augen und des Sehvermögens sowie eine Grippeschutzimpfung angeboten. 209 Mitarbeiter haben das Angebot zur arbeitsmedizinischen Vorsorge der Augen und des Sehvermögens und 66 Mitarbeiter das Angebot einer kostenlosen Grippeschutzimpfung wahrgenommen.

Nachhaltigkeit 4.5.2

Das Leitbild einer nachhaltigen Unternehmensentwicklung der MEDION AG zielt nicht nur auf wirtschaftliche Erfolge ab, sondern umfasst auch die Übernahme sozialer und ökologischer Verantwortung. Alle Aktivitäten in diesem Zusammenhang werden im Bereich "Corporate Responsibility" zentral gebündelt.

Als Mitglied der Business Social Compliance Initiative (BSCI), einer freiwilligen Unternehmensinitiative, sind wir bestrebt, unsere Produkte nach sozialen Gesichtspunkten fertigen zu lassen und zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der globalen Lieferkette beizutragen. Innerhalb unseres Einflussbereichs wurde auch im Geschäftsjahr 2014/2015 bei unseren Lieferanten die Einhaltung sozialer Kriterien, basierend auf dem BSCI Verhaltenskodex durch externe Auditierungsgesellschaften überprüft. Der Verhaltenskodex stützt sich auf internationale Übereinkommen wie die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, die Leitlinien Kinderrechte und Unternehmerisches Handeln, die Leitlinien der Vereinten Nationen "Wirtschaft und Menschenrechte", die OECD-Leitsätze sowie den UN Global Compact und die Übereinkommen und Empfehlungen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO).

Gemeinsam mit der BSCI legen wir dabei großen Wert auf einen entwicklungsorientieren Ansatz, der auf drei Säulen basiert: die unabhängige Auditierung von Produktionsstätten zur Überprüfung des Umsetzungsgrades des BSCI-Verhaltenskodex durch akkreditierte Prüfungsunternehmen; die Begleitung und Unterstützung unserer Produzenten durch Schulungen und Workshops zur Verbesserung des Verständnisses und der Umsetzung der sozialen Anforderungen; und einen konstruktiven Dialog mit relevanten Anspruchsgruppen in Europa und den Lieferländern. Ziel ist es, innerhalb unseres Einflussbereiches einen kontinuierlichen, nachhaltigen Verbesserungsprozess bei unseren direkten Lieferanten zu erreichen.

Als Teil des weltweiten Lenovo-Nachhaltigkeitsprogramms hat sich MEDION in Bezug auf all seine Geschäftsbereiche – von den Betriebsabläufen und Produktdesign bis hin zum Recycling – dem Umweltschutz verschrieben. Die Unternehmensrichtlinie zum Umweltschutz wird vom globalen Umweltmanagementsystem des Lenovo-Konzerns unterstützt. Darin bekennt sich MEDION gemeinsam mit Lenovo zum Einsatz nachhaltiger Geschäftspraktiken und -prozesse. Wir verpflichten uns, Umweltbelastungen zu vermindern und die kontinuierliche Verbesserung der Umweltleistung voranzutreiben.

Zur Sicherstellung der effektiven Umsetzung der Umweltschutzrichtlinie wurde am Hauptsitz in Essen ein Umweltmanagementsystem implementiert, welches im abgelaufenen Geschäftsjahr gemäß dem internationalen Standard DIN EN ISO 14001 zertifiziert wurde. Das Management-System ermöglicht uns die zielgerichtete Erfassung und Bewertung des Energie- und Ressourcenverbrauchs sowie des Abfallaufkommens. Auf dieser Basis können wir Handlungsfelder und Optimierungspotenziale identifizieren, die die Umweltauswirkungen unserer Aktivitäten Schritt für Schritt minimieren. Als wesentliche Ziele streben wir die Optimierung des Energieeinsatzes, die Verringerung der Abfallmenge sowie die Erhöhung der Recyclingquote an. Die Einhaltung umweltrelevanter Rechtsvorschriften, die Verwirklichung von Umweltzielen sowie die Eignung und Effektivität des implementierten Umweltmanagemtentsystems werden durch regelmäßige interne Umweltaudits und Managementreviews überprüft.

Wesentliche Umweltkennzahlen

Während der Stromverbrauch in den letzten Jahren kontinuierlich gesenkt wurde, erhöhte sich der Heizenergieverbrauch im abgelaufenen Geschäftsjahr. Der Gesamtstromverbrauch von MEDION am Hauptsitz in Essen betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr 2.494 MWh. Das entspricht einer Einsparung von mehr als 5 % im Vergleich zum Geschäftsjahr 2013/2014. Verbesserungen bei der Energieeffizienz wurden im Bereich der Beleuchtung realisiert. Defekte, weniger effiziente Leuchtstoffröhren wurden partiell gegen LED-Lampen getauscht. Durch den Einsatz erneuerter, wesentlich weniger Strom verbrauchender Anlagen im Bereich der Klimatechnik konnten zusätzliche Einsparungen beim Energieverbrauch erzielt werden.

Verwertungsquote ungefährlicher Abfall am Unternehmenssitz in Essen

Im Erfassungszeitraum konnte der Recyclinganteil des Gesamtabfallaufkommens, das Papier, Restmüll, Holz sowie Bau- und Abbruchabfälle umfasst, im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 58,2 % erhöht werden. Für weitere, in der Übersicht nicht enthaltene Abfallfraktionen werden den Mitarbeitern am Standort diverse Müllsammelstellen für die getrennte Entsorgung von u.a. Batterien, Elektroaltgeräten, Tonern und Leuchtmitteln angeboten. Alle anfallenden Abfälle werden von zertifizierten Entsorgungsbetrieben abgeholt und umweltgerecht verwertet oder beseitigt.

Seit Februar 2014 ist die Attraktion unseres MEDION-Fuhrparks der vollelektrische BMW i3 mit eDrive Technologie. Dieses Elektrofahrzeug ist ein konsequent nachhaltig gestaltetes Fahrzeug für den urbanen Bereich. Mit diesem Pilotprojekt möchten wir einen Beitrag zum nachhaltigen Transport leisten und durch den völlig emissionsfreien Elektromotor den CO2-Ausstoß unseres Fuhrparks minimieren.

Auch im abgelaufenen Geschäftsjahr 2014/2015 hat der MEDIONshop Deutschland die Kampagne mit dem Partner Flip4new fortgesetzt. Unseren Online-Kunden wurde angeboten zum Beispiel ihren alten PC oder ihr altes Notebook kostenlos an Flip4new zu senden, um den Lebenszyklus der Geräte zu verlängern und damit den CO2-Fußabdruck des Produktes zu senken. Mit unserem Partner möchten wir für den bewussten Umgang mit Ressourcen werben, im Gegenzug können die teilnehmenden Online-Kunden im MEDIONshop Deutschland ein neues Produkt vergünstigt erwerben. Mit dem Geschäftskonzept von Flip4new finden sich neue Besitzer für gebrauchte PCs, Notebooks, Smartphones usw.

So werden seltene Ressourcen geschont, denn die Produkte werden entweder aufbereitet und weiterverkauft oder recycelt, was einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz darstellt.

Im Juni 2014 haben wir uns erstmals an den "Deutschen Aktionstagen Nachhaltigkeit" beteiligt. Sowohl im Unternehmen als auch in unserem Fabrikverkauf wurden gebrauchte Mobiltelefone gesammelt, um diese einem fachgerechten Recycling zuzuführen und somit die Rückgewinnung werthaltiger Metalle zu ermöglichen.

Im Geschäftsjahr 2014/2015 wurde die Zusammenarbeit mit der internationalen, gemeinnützigen Organisation Forest Stewardship Council® (FSC) weiter intensiviert. FSC® hat es sich zum Ziel gesetzt, mithilfe eines Siegels, ökologisch und sozial verantwortliche Waldbewirtschaftung global auf Produkten sichtbar zu machen. Als MEDION-Markenlizenzhalter gehen wir unserer Verpflichtung mit unserem zertifizierten Zulieferer nach, den illegalen Raubbau zu verhindern, verbieten gentechnisch veränderte Pflanzen, schützen seltene Arten, setzen ökologische und soziale Mindeststandards durch und beugen Menschenrechtsverletzungen vor. Dazu werden jährliche Kontrollen durch unabhängige Dritte, sowohl im Wald als auch in den nachgelagerten Industrien, durchgeführt. Wir stehen gemeinsam für das Versprechen einer verantwortungsvollen Waldwirtschaft vom Wald über den Handel bis zum Verbraucher.

Mit all diesen Aktivitäten und Projekten legen wir uns die Selbstverpflichtung auf, als Teil der Wirtschaft, der Gesellschaft und der Umwelt unseren Beitrag für eine nachhaltige Entwicklung künftiger Generationen zu leisten.

Corporate Governance/Vergütungsbericht 4.5.3

Corporate Governance 4.5.3.1

MEDION verpflichtet sich zu den Grundsätzen einer transparenten, verantwortlichen, auf Wertschöpfung ausgerichteten Leitung und Kontrolle des Unternehmens. Vorstand, Aufsichtsrat und leitende Mitarbeiter der MEDION AG identifizieren sich mit diesen Grundsätzen. MEDION erachtet die Verpflichtung zur Corporate Governance als wichtige Maßnahme zur Vertrauenssteigerung gegenüber gegenwärtigen und zukünftigen Aktionären, Fremdkapitalgebern, Mitarbeitern, Geschäftspartnern und der Öffentlichkeit auf nationalen und internationalen Märkten.

Die Änderungen im Corporate Governance Kodex im Jahr 2014 führten nicht dazu, dass die Corporate Governance Erklärung der MEDION AG gegenüber dem Vorjahr verändert werden musste.

Nach den Beratungen von Vorstand und Aufsichtsrat in ihrer gemeinsamen Sitzung am 25. November 2014 wurde eine aktualisierte Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG verabschiedet und am 25. November 2014 auf der Website der Gesellschaft bekannt gemacht. Unverändert gegenüber den Vorjahren gilt die Ausnahme vom Kodex, dass aufgrund der Größe des Aufsichtsrates keine Ausschüsse gebildet werden können.

Bei MEDION ist der Vorsitzende des Aufsichtsrates ausgewiesener Kenner des Handels und der Finanzmärkte, der über 30 Jahre Leitungsfunktionen in einer internationalen Bank wahrgenommen hat. Er ist im besonderen Maße geeignet, bei der unternehmensspezifischen Situation von MEDION Aufsichts- und Kontrollfunktionen wahrzunehmen, da in der von schnellen Entwicklungen geprägten internationalen Welt der Consumer-Electronics-Produkte und der Ausrichtung von MEDION auf die internationalen Handelsketten gerade die Kenntnisse der Prozesse international agierender Handelsunternehmen sowie das damit verbundene Finanztransaktions-Know-how entscheidend sind. Auf der außerordentlichen Hauptversammlung am 14. Dezember 2011 wurden zwei Vertreter von Lenovo, der Finanzvorstand (Executive Vice President) der internationalen Lenovo-Gruppe und der in Leitungsorganen von Lenovo für internationale Märkte verantwortliche Senior Vice President in den Aufsichtsrat gewählt. Im Dezember 2013 hat dieses Mitglied aufgrund seines Ausscheidens aus dem Lenovo-Konzern auch sein Mandat im Aufsichtsrat von MEDION niedergelegt. Anschließend erfolgte auf Antrag der Gesellschaft die gerichtliche Bestellung des für EMEA und den weltweiten PC-Bereich verantwortlichen Corporate President von Lenovo.

MEDION erfüllt sämtliche Anregungen bis auf Kodex-Ziffer 2.2.1 Abs. 2 S. 2, nach der die Hauptversammlung über die Billigung des Systems der Vergütung der Vorstandsmitglieder beschließt. Aufgrund der besonderen Eigentümerstruktur bei MEDION wurde eine entsprechende Beschlussfassung bisher nicht vorgesehen. Darüber hinaus enthält die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder (Kodex-Ziffer 5.4.6 Abs. 2 S. 2) keine auf den langfristigen Unternehmenserfolg bezogenen Bestandteile, da bei dem Geschäftsmodell von MEDION die Ermittlung, Objektivierung und Quantifizierung langfristiger Erfolgsparameter schwierig ist.

Der ausführliche Bericht von Vorstand und Aufsichtsrat zur Corporate Governance im MEDION-Konzern findet sich im Geschäftsbericht.

Vorstandsvergütungen 4.5.3.2

Durch Beschluss des Aufsichtsrates vom 13. Dezember 2011 und unter Berücksichtigung der besonderen Umstände des in 2011 erfolgten Erwerbs von MEDION durch Lenovo sind die Vorstandsmitglieder Gerd Brachmann und Christian Eigen mit Wirkung vom 1. Januar 2012 bis zum 31. Dezember 2016 für weitere fünf Jahre zu Mitgliedern des Vorstandes der Gesellschaft bestellt worden.

Gemäß den in diesem Zusammenhang mit den Vorstandsmitgliedern geschlossenen Anstellungsverträgen besteht die Gesamtvergütung der Vorstandsmitglieder aus einer Reihe von Vergütungsbestandteilen. Im Einzelnen handelt es sich um das Fixum, die variable Vergütung, eine zusätzliche von Lenovo zu ermittelnde und zu leistende aktienbasierte Vergütung sowie Nebenleistungen und Pensionszusagen.

Maßgebend für die Festlegung der Gesamtvergütungsstruktur des Vorstandes ist der Aufsichtsrat, der die Angemessenheit der Vergütungen bestimmt.

Die Vergütung für die Vorstandsmitglieder setzt sich aus erfolgsunabhängigen und erfolgsbezogenen Komponenten zusammen. Die erfolgsunabhängigen Teile bestehen aus Fixum, Nebenleistungen sowie Pensionszusagen, während die erfolgsbezogenen kurz- und langfristigen Komponenten in eine variable Vergütung einfließen.

Die feste Grundvergütung wird monatlich als Gehalt ausgezahlt. Die Nebenleistungen umfassen im Wesentlichen Versicherungen sowie die Zurverfügungstellung von Dienstwagen, die als Vergütungsbestandteil vom einzelnen Vorstandsmitglied zu versteuern sind. Sie stehen allen Vorstandsmitgliedern prinzipiell in gleicher Weise zu, die Höhe variiert je nach der persönlichen Situation. Kredite oder Gehaltsvorschüsse wurden Vorstandsmitgliedern im Berichtsjahr nicht gewährt.

Die erfolgsabhängige Tantieme für Gerd Brachmann und Christian Eigen besteht aus einem kurzfristigen jährlichen Leistungsbonus und einem langfristigen Leistungsbonus und wird in Bezug auf die Leistung des jeweiligen Vorstandsmitgliedes und die Leistung der Gesellschaft gemäß der Methode des Lenovo-Leistungsbonusplans berechnet.

Der kurzfristige jährliche Leistungsbonus hat ein Jahresziel und wird jährlich bezogen auf einen Geschäftsjahreszyklus gemäß der so genannten Lenovo-P3-Methode berechnet und ausgezahlt. Diese Methode enthält zwei variable Komponenten, nämlich Ziele und individueller Leistungsmodifikator, die vom Aufsichtsrat festgelegt werden. Der Aufsichtsrat legt die Ziele zu Beginn eines jeden Geschäftsjahres und den individuellen Leistungsmodifikator am Ende eines jeden Geschäftsjahres fest. Der tatsächlich gezahlte Bonus kann in Abhängigkeit von den variablen Komponenten erhöht oder gesenkt werden, wobei die maximale Erhöhung bei 300 % des Zielbetrages gedeckelt ist.

Der langfristige Leistungsbonus verwendet ein Jahresziel und wird während der Laufzeit des Anstellungsvertrages zweimal berechnet. Der erste langfristige Bonuszeitraum erstreckt sich über 2 Jahre und 3 Monate (27 Monate vom 1. Januar 2012 bis zum 31. März 2014). Der zweite langfristige Bonuszeitraum erstreckt sich über 2 Jahre und 9 Monate (33 Monate vom 1. April 2014 bis zum 31. Dezember 2016). Die tatsächliche Bonuszahlung wird ebenfalls unter Verwendung der Lenovo-P3-Methode berechnet. Diese Methode enthält zwei vom Aufsichtsrat festgelegte variable Komponenten, nämlich Ziele und individueller Leistungsmodifikator. Der Aufsichtsrat legt die Ziele zu Beginn eines jeden Zeitraums und den individuellen Leistungsmodifikator am Ende eines jeden Zeitraums fest. Der tatsächlich gezahlte Bonus kann in Abhängigkeit von den variablen Komponenten erhöht oder gesenkt werden, wobei die maximale Erhöhung bei 300 % des Zielbetrages gedeckelt ist.

Die Vorstandsmitglieder haben Anspruch auf jährliche Zuteilungen von Kapitalbeteiligungen im Rahmen des so genannten Lenovo Long Term Incentive Program (LTI). Aufgrund der Übernahme zusätzlicher Funktionen in den internationalen Gremien der Lenovo-Gruppe werden die Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung für den MEDION-Vorstand in Form von Aktien und Optionsrechten auf Aktien der börsennotierten Lenovo-Gruppe direkt von dieser geleistet. Demnach haben die Vorstandsmitglieder eine Option auf Zuteilung von Kapitalbeteiligungen in Form von "Share Appreciation Rights (SARs)" und "Restricted Share Units (RSUs)" bezogen auf Aktien der Lenovo Group Limited. Die tatsächliche Anzahl der Anteile hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab, wie zum Beispiel der Allokation der Zuteilung nach SARs und RSUs, Aktienkursen und Wechselkursen. LTI-Zuteilungen erfolgen im Juni eines jeden Jahres.

Die SARs und RSUs werden nach Maßgabe der Bedingungen des Lenovo-SAR-Plans und des Lenovo-RSU-Plans über einen Zeitraum von vier Jahren zu 25 % jährlich unverfallbar. Für die Ausübung oder den Verkauf von SARs und RSUs durch die Vorstandsmitglieder gelten bestimmte Sperrfristen, die in den jeweiligen Plänen näher dargelegt werden.

Für die Zuteilung von Kapitalbeteiligungen gelten die Bedingungen des LTI, des SAR- und RSU-Plans sowie die Zuteilungsvereinbarungen mit den Vorstandsmitgliedern. Die Zuteilungsvereinbarungen enthalten Beschränkungen hinsichtlich des Wettbewerbs mit Lenovo und des Abwerbens von Lenovo-Mitarbeitern nach Beendigung der Anstellung. Die Zuteilungsvereinbarungen, die sich in Zukunft ändern können, sehen derzeit vor, dass leitende Angestellte im Fall der Zuwiderhandlung gegen diese Beschränkungen alle Barzahlungen oder Aktien zurückerstatten müssen, die sie in den 12 Monaten vor ihrem Ausscheiden im Rahmen des LTI erhalten haben.

Da MEDION auf die Errechnung der Zuteilung der Lenovo Kapitalbeteiligungen keinen Einfluss hat und die entsprechenden Parameter allein von Lenovo aufgrund der Tätigkeit des MEDION-Vorstands für Lenovo und des dementsprechenden Erfolgs ermittelt werden, wurde im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat seit dem Berichtsjahr 2014/2015 kein ent-

sprechender Aufwand mehr gebucht. Lenovo hat auch für die zurückliegenden Geschäftsjahre die entsprechenden Kapitalbeteiligungen direkt an den MEDION-Vorstand geleistet und erklärt, dies auch zukünftig tun zu wollen.

Einzelheiten der Vergütungen für den Gesamtzeitraum des Berichtsjahres unter Berücksichtigung der erfolgten vertraglichen Änderungen ergeben sich in individualisierter Form aus den nachfolgenden Tabellen:

Gerd Brachmann Vorstandsvorsitzender
Zuwendungen für GJ 2014/2015
Werte in €
2013/2014 2014/2015 2014/2015
(min)
2014/2015
(max)
Festvergütung 532.000 570.000 570.000 570.000
Nebenleistungen 31.424 29.108 29.108 29.108
Summe Fixvergütungen 563.424 599.108 599.108 599.108
einjährige variable Vergütung 210.000 168.000 0 504.000
mehrjährige variable Vergütung 192.000 192.000 0 576.000
aktienbasierte Vergütung (LTI)* 340.000
Summe variable Vergütungen 742.000 360.000 0 1.080.000
Gesamtsumme 1.305.424 959.108 599.108 1.679.108
Versorgungsaufwand ** 505.471 646.292

Christian Eigen | stellvertretender Vorstandsvorsitzender

Zuwendungen für GJ 2014/2015
Werte in €
2013/2014 2014/2015 2014/2015
(min)
2014/2015
(max)
Festvergütung 443.333 475.000 475.000 475.000
Nebenleistungen 22.553 35.560 35.560 35.560
Summe Fixvergütungen 465.886 510.560 510.560 510.560
einjährige variable Vergütung 172.500 138.000 0 414.000
mehrjährige variable Vergütung 162.000 162.000 0 486.000
aktienbasierte Vergütung (LTI)* 300.000
Summe variable Vergütungen 634.500 300.000 0 900.000
Gesamtsumme 1.100.386 810.560 510.560 1.410.560
Versorgungsaufwand ** 250.256 301.975

* Die aktienbasierten Vergütungen betreffen die Ansprüche der Vorstandsmitglieder auf jährliche Zuteilungen im Rahmen des Lenovo

Long Term Incentive Program (LTI). ** Anpassung Pensionsrückstellung

Gerd Brachmann
Vorstandsvorsitzender
Christian Eigen
stellvertretender Vorstandsvorsitzender
Zuflüsse für bzw. im GJ 2014/2015
Werte in €
2013/2014 2014/2015 2013/2014 2014/2015
Festvergütung 532.000 570.000 443.333 475.000
Nebenleistungen 31.424 29.108 22.553 35.560
Summe Fixvergütungen 563.424 599.108 465.886 510.560
einjährige variable Vergütung 210.000 168.000 172.500 138.000
erfolgsbezogene Anpassung der einjährigen variablen
Vergütung (01.04.2013-31.03.2014)
42.000 34.500
mehrjährige variable Vergütung 192.000 153.600 162.000 129.600
aktienbasierte Vergütung (LTI)*
erfolgsbezogene Anpassung der mehrjährigen variablen
Vergütung (01.01.2012-31.03.2014)
182.400 153.900
Summe variable Vergütungen 504.000 421.500
Gesamtsumme 965.424 1.103.108 800.386 932.060
Versorgungsaufwand ** 505.471 646.292 250.256 301.975

* Die aktienbasierten Vergütungen betreffen die Ansprüche der Vorstandsmitglieder auf jährliche Zuteilungen im Rahmen des Lenovo Long Term Incentive Program (LTI) und werden von Lenovo ermittelt und geleistet.

** Anpassung Pensionsrückstellung

In den obigen Tabellen sind ferner Einzelheiten zu den Zuführungen zur Pensionsrückstellung der Vorstandsmitglieder aufgeführt. Die Gesellschaft verpflichtet sich zur Zahlung von Ruhegeld nach Maßgabe der nachfolgenden Bestimmungen. Das jeweilige Vorstandsmitglied hat aufgrund einer unverfallbaren Anwartschaft Anspruch auf eine lebenslängliche Pension, wenn es nach Vollendung des 60. Lebensjahres oder infolge dauernder Dienstunfähigkeit und wegen Beendigung des Anstellungsverhältnisses bei der Gesellschaft ausscheidet.

Das monatliche Ruhegeld beträgt 30 % des im Durchschnitt der letzten drei Jahre des Anstellungsvertrages vor Beginn des Ruhestandes bezogenen festen Monatsgehaltes und erhöht sich für jedes vollendete Dienstjahr, gerechnet ab dem 17. September 1998, als Vorstandsmitglied der Gesellschaft um 20/27 % dieses Monatsgehaltes bis zu einer für die Vorstandsmitglieder individuell festgelegten maximalen Höhe.

Weitere Leistungen für den Fall der Beendigung der Tätigkeit sind keinem Vorstandsmitglied zugesagt worden. Auch hat kein Mitglied des Vorstandes im abgelaufenen Geschäftsjahr Leistungen oder entsprechende Zusagen von einem Dritten im Hinblick auf seine Tätigkeit als Vorstandsmitglied erhalten.

Aufsichtsratsvergütungen 4.5.3.3

Aufsichtsratsvergütungen sind in § 11 der Satzung geregelt. Sie orientieren sich an den Aufgaben und der Verantwortung der Aufsichtsratsmitglieder.

Durch Beschlussfassung der außerordentlichen Hauptversammlung vom 14. Dezember 2011 wurde die Vergütung des Aufsichtsrates auf T€ 120 für den Vorsitzenden des Aufsichtsrates und auf T€ 50 für die weiteren Mitglieder des Aufsichtsrates neu festgesetzt. Die Vergütung ist zahlbar nach Feststellung des Jahresabschlusses. Aufsichtsratsmitglieder, die dem Aufsichtsrat nicht während eines vollen Geschäftsjahres angehört haben, erhalten die Vergütung entsprechend der Dauer ihrer Aufsichtsratszugehörigkeit.

Insgesamt betrug die Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrates im Geschäftsjahr 2014/2015 T€ 120 (Vorjahr: T€ 218). Davon entfallen auf Herrn Dr. Stützle T€ 120, wobei die anderen Aufsichtsratsmitglieder aufgrund einer Vereinbarung zwischen MEDION und Lenovo auf ihre Vergütung verzichtet haben. Für das Geschäftsjahr 2013/2014 wurde noch für Herrn Wai Ming Wong eine Vergütung in Höhe von T€ 50 und für Herrn Gianfranco Lanci eine Vergütung in Höhe von T€ 14 gebucht. Da auch diese Vergütung nicht ausgezahlt wurde und vom Verzicht erfasst wird, musste die dafür gebildete Rückstellung aufgelöst werden.

GJ 2014/2015
Werte in €
Dr. Rudolf Stützle
Vorsitzender
Wai Ming Wong
Stellv. Vorsitzender
Gianfranco Lanci
Mitglied
Gesamt
Vergütung 120.000,00 0,00 0,00 120.000,00
Gesamtsumme 120.000,00 0,00 0,00 120.000,00
GJ 2013/2014
Werte in €
Dr. Rudolf Stützle
Vorsitzender
Wai Ming Wong
Stellv. Vorsitzender
Milko van Duijl
(bis 6.12.2013)
Mitglied
Gianfranco Lanci
(seit 19.12.2013)
Mitglied
Gesamt
Vergütung 120.000,00 50.000,00 34.246,58 14.109,59 218.356,17
Gesamtsumme 120.000,00 50.000,00 34.246,58 14.109,59 218.356,17

Darüber hinaus haben Aufsichtsratsmitglieder im Berichtsjahr keine weiteren Vergütungen bzw. Vorteile für persönlich erbrachte Leistungen, insbesondere Beratungs- und Vermittlungsleistungen, erhalten. Kredite oder Vorschüsse wurden den Aufsichtsratsmitgliedern im Berichtsjahr nicht gewährt.

4.5.4 Sonstige Angaben gemäß §§ 289 Abs. 4 und 315 Abs. 4 HGB

  • Das € 48.418.400,00 betragende Grundkapital der MEDION AG ist in die entsprechende Anzahl auf den Inhaber lautende Stückaktien eingeteilt. 1.
  • Beschränkungen hinsichtlich der Stimmrechte oder der Übertragbarkeit der Aktien bestehen nach der Satzung der Gesellschaft nicht und sind darüber hinaus auch nicht bekannt. 2.
  • Am Kapital der MEDION AG ist Lenovo seit 2011 mehrheitlich beteiligt. Darüber hinaus besteht eine zum 19. September 2012 mitgeteilte und im April 2014 aktualisierte Beteiligung der amerikanischen Fondsgesellschaft Elliott in Höhe von 10,26 %. 3.
  • Sonderrechte, die Kontrollbefugnisse verleihen, sind Aktionären nicht eingeräumt. 4.
  • Es gibt keine vom Gesetz abweichenden Regelungen zur Stimmrechtskontrolle, wenn Arbeitnehmer am Kapital der Gesellschaft beteiligt sind. 5.
  • Die Satzung der MEDION AG legt in § 6 Ziff. 1 und 2 fest, dass der Vorstand der Gesellschaft aus mindestens zwei Personen zu bestehen hat und die Bestellung der ordentlichen Vorstandsmitglieder sowie eventueller stellvertretender Vorstandsmitglieder, der Abschluss der Anstellungsverträge sowie der Widerruf der Bestellung und die Ernennung eines Vorstandsvorsitzenden durch den Aufsichtsrat erfolgen. Darüber hinaus enthält die Satzung keine Regelungen zur Bestellung und zum Widerruf der Bestellung von Mitgliedern des Vorstandes sowie zum Abschluss und zur Beendigung von Anstellungsverträgen, so dass die Vorschriften der §§ 84, 85 AktG maßgeblich sind. Einschlägig für Satzungsänderungen der MEDION AG sind die Bestimmungen des § 10 Ziff. 7 und des § 15 Ziff. 4 und 5 der Satzung in Verbindung mit den §§ 179 ff. AktG. 6.
  • Der Vorstand der MEDION AG ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 17. Mai 2016 um bis zu € 24,0 Mio. durch einmalige oder mehrmalige Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautende Stammaktien gegen Bar- oder Sacheinlagen zu erhöhen. Die Einzelheiten ergeben sich aus § 3 Ziff. 7 der Satzung. Am 31. März 2015 hat die Gesellschaft 3.736.970 Stück eigene Aktien im Bestand. Durch Beschluss der Hauptversammlung vom 26. Mai 2010 wurde der Vorstand bis zum 25. Mai 2015 ermächtigt, weitere eigene Aktien der Gesellschaft bis zu insgesamt 10 % des Grundkapitals zu erwerben. Von dieser Ermächtigung wurde im Geschäftsjahr 2014/2015 kein Gebrauch gemacht. 7.
  • Bei der MEDION AG gibt es keine Vereinbarungen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebotes stehen. 8.
  • Entschädigungsvereinbarungen für den Fall eines Übernahmeangebotes sind mit den Mitgliedern des Vorstandes oder den Arbeitnehmern ebenfalls nicht getroffen worden. 9.

4.5.5 Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289a HGB

Die Unternehmensführung von MEDION – als börsennotierte deutsche Aktiengesellschaft – wird in erster Linie durch das Aktiengesetz und daneben durch die Vorgaben des Deutschen Corporate Governance Kodex in seiner jeweils aktuellen Fassung bestimmt. Corporate Governance ist für MEDION ein zentraler Anspruch, der sämtliche Bereiche des Unternehmens umfasst. Die Weiterentwicklung von Corporate Governance und Compliance bei MEDION dient dem Vertrauen, das Aktionäre, Geschäftspartner, die Mitarbeiter und die Öffentlichkeit in eine gute Unternehmensführung setzen. Wir haben daher alle notwendigen organisatorischen Maßnahmen getroffen, um nicht nur den gesetzlichen Anforderungen zu entsprechen, sondern darüber hinaus auch eine verantwortungsvolle, transparente und der nachhaltigen Wertentwicklung verpflichtete Unternehmensführung zu gewährleisten.

Entsprechend den gesetzlichen Vorschriften unterliegt MEDION dem so genannten dualen Führungssystem. Dieses ist durch eine strikte personelle Trennung zwischen dem Vorstand als Leitungsorgan und dem Aufsichtsrat als Überwachungsorgan gekennzeichnet. Vorstand und Aufsichtsrat arbeiten dabei im Unternehmensinteresse eng zusammen.

Der Vorstand leitet das Unternehmen mit dem Ziel nachhaltiger Wertschöpfung in eigener Verantwortung. Dabei gilt der Grundsatz der Gesamtverantwortung, das heißt, die Mitglieder des Vorstandes tragen gemeinsam die Verantwortung für die gesamte Geschäftsführung. Sie entwickeln die Unternehmensstrategie und sorgen in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat für deren Umsetzung. Die Grundsätze der Zusammenarbeit des Vorstandes von MEDION sind in der Geschäftsordnung des Vorstandes zusammengefasst. Diese regelt insbesondere die Ressortzuständigkeiten der einzelnen Vorstandsmitglieder, die der Zustimmung des Aufsichtsrates vorbehaltenen Angelegenheiten, die Beschlussfassung sowie die Rechte und Pflichten des Vorsitzenden des Vorstandes. Der Vorstand von MEDION besteht seit Jahren unverändert aus zwei Mitgliedern.

Den spezifischen Anforderungen des Geschäftsmodells der MEDION AG trägt die seit der Unternehmensgründung beziehungsweise dem Börsengang und insbesondere auch nach der Mehrheitsübernahme durch Lenovo in weiten Teilen unverändert gebliebene Vorstands- und Führungsstruktur des Unternehmens Rechnung. Beide Vorstandsmitglieder verantworten operative Bereiche, in denen die wesentlichen Geschäftsprozesse bei Einkauf, Logistik, Finanzplanung und Controlling sowie die direkte Führung von wesentlichen Unternehmensfunktionen wie Informationstechnik, Vertrieb, Personal und Strategie enthalten sind. Die so genannte erste Führungsebene im Unternehmen ist dem Vorstand über Zielvorgaben und Berichtspflichten direkt verantwortlich.

Am 25. Oktober 2011 haben die MEDION AG und die Lenovo Germany Holding GmbH als herrschendes Unternehmen einen Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrag abgeschlossen. Durch den Vertrag unterstellt die MEDION AG die Leitung ihrer Gesellschaft der Lenovo Germany Holding GmbH und verpflichtet sich ab dem 1. April 2012, ihren ganzen Gewinn an die Lenovo Germany Holding GmbH abzuführen.

Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle für den MEDION-Konzern wesentlichen Aspekte der Geschäftsentwicklung, bedeutende Geschäfts-

vorfälle sowie die aktuelle Ertragssituation einschließlich der Risikolage und des Risikomanagements. Abweichungen des Geschäftsverlaufs von früher aufgestellten Planungen und Zielen werden ausführlich erläutert und begründet. Außerdem berichtet der Vorstand regelmäßig über das Thema Compliance, also die Maßnahmen zur Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen und unternehmensinterner Richtlinien, das gleichfalls im Verantwortungsbereich des Vorstandes liegt.

Funktionsfähige Kontrollsysteme sind wesentlicher Bestandteil der Geschäftsprozesse bei MEDION. Dazu gehört ein konzernweites Risikomanagementsystem, das Funktionen, Prozesse, potentielle Ergebnisbelastungen und unternehmensspezifische Risiken erfasst.

Der Aufsichtsrat berät den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens und überwacht seine Tätigkeit. Er bestellt und entlässt die Mitglieder des Vorstandes, beschließt das Vergütungssystem für die Vorstandsmitglieder und setzt deren jeweilige Gesamtvergütung fest. Er wird in alle Entscheidungen eingebunden, die für MEDION von grundlegender Bedeutung sind. Der Aufsichtsrat von MEDION besteht aus drei Mitgliedern. Die Grundsätze der Zusammenarbeit des Aufsichtsrates von MEDION sind in der Geschäftsordnung des Aufsichtsrates geregelt.

Schließlich enthalten die Satzung der MEDION AG sowie die Geschäftsordnung des Aufsichtsrates einen Katalog von Geschäften, für die der Vorstand der Zustimmung des Aufsichtsrates bedarf. Berater- und sonstige Dienstleistungs- und Werkverträge zwischen Aufsichtsratsmitgliedern und der Gesellschaft bestanden im Berichtszeitraum nicht. Interessenkonflikte von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern, die dem Aufsichtsrat gegenüber unverzüglich offenzulegen sind, traten nicht auf. Kein Mitglied des Aufsichtsrates von MEDION ist ehemaliges Vorstandsmitglied der Gesellschaft.

Die Änderungen im Corporate Governance Kodex im Jahr 2014 führten nicht dazu, dass die Corporate Governance Erklärung der MEDION AG gegenüber dem Vorjahr verändert werden musste.

Nach den Beratungen von Vorstand und Aufsichtsrat in ihrer gemeinsamen Sitzung am 25. November 2014 wurde eine aktualisierte Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG verabschiedet und am 25. November 2014 auf der Website der Gesellschaft bekannt gemacht. Unverändert gegenüber den Vorjahren gilt die Ausnahme vom Kodex, dass aufgrund der Größe des Aufsichtsrates keine Ausschüsse gebildet werden können.

Frühere, nicht mehr aktuelle Entsprechenserklärungen von MEDION sind auf der Website der Gesellschaft veröffentlicht. Weitere Einzelheiten der Corporate-Governance-Praxis von MEDION können dem aktuellen Corporate-Governance-Bericht entnommen werden, der gleichzeitig Bestandteil dieser Erklärung zur Unternehmensführung ist und im Geschäftsbericht abgedruckt ist.

Essen, 29. Mai 2015

Gerd Brachmann Christian Eigen

Vorsitzender des Vorstandes Stellv. Vorsitzender des Vorstandes

5 Konzernabschluss der MEDION AG

5.1 Ausgewählte Kennzahlen
(Nicht Bestandteil des Konzernabschlusses)
94
5.2 Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 95
5.3 Konzern-Gesamtergebnisrechnung 96
5.4 Konzern-Kapitalflussrechnung 97
5.5 Konzernbilanz 98
5.6 Konzernanlagenspiegel 100
5.7 Entwicklung des Konzerneigenkapitals 102

Konzernabschluss der MEDION AG

Ausgewählte Kennzahlen (Nicht Bestandteil des Konzernabschlusses)

01.04.2014 01.04.2013
Werte in Mio. € - 31.03.2015 - 31.03.2014
Umsatz 1.350 1.277
- Inland 958 946
- Ausland 392 331
Umsätze nach Segmenten
- davon Projektgeschäft 679 670
- davon Direktgeschäft 671 607
EBIT 34 30
Konzernergebnis 28 22
Bilanzsumme 749 693
Eigenkapitalquote 49,7 % 52,8 %
Mitarbeiter 988 1.007
Personalaufwand 53 50

Aktienbezogene Daten

Grundkapital € 48.418.400 € 48.418.400
Genehmigtes Kapital € 24.000.000 € 24.000.000
Ergebnis je Aktie (in €) 0,62 0,50

95 | 5.2 Dies ist die zweite Ebene des Headers Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Werte in T€ Anmerkung
im Anhang
01.04.2014
- 31.03.2015
01.04.2013
- 31.03.2014
1. Umsatzerlöse (1) 1.349.913 1.277.037
2. Sonstige betriebliche Erträge (2) 8.163 6.630
3. Materialaufwand (3) -1.146.368 -1.098.683
4. Personalaufwand (4) -53.384 -49.903
5. Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen -3.197 -3.707
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen (5) -120.834 -101.806
7. Betriebsergebnis (EBIT) 34.293 29.568
8. Finanzierungserträge (6) 887 938
9. Finanzierungsaufwendungen (6) -258 -274
10. Ergebnis vor Steuern (EBT) 34.922 30.232
11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (7) -7.115 -7.812
12. Sonstige Steuern 0 -296
13. Konzernergebnis 27.807 22.124
Ergebnis je Aktie in € (unverwässert) 0,62 0,50
Durchschnittlich im Umlauf befindliche Aktien (unverwässert) 44.681.430 44.681.430
Ergebnis je Aktie in € (verwässert) 0,62 0,50
Durchschnittlich im Umlauf befindliche Aktien (verwässert) 44.681.430 44.681.430

Konzernabschluss der MEDION AG

5.3 Konzern-Gesamtergebnisrechnung

Werte in T€ Anmerkung
im Anhang
01.04.2014
- 31.03.2015
01.04.2013
- 31.03.2014
1.
Konzernergebnis
27.807 22.124
2.
Posten, die nicht in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden
+/- Neubewertung von leistungsorientierten Versorgungsplänen (16) -2.830 -812
+/- Latente Steuern aus der Pensionsbewertung (7) 913 529
3.
Posten, die anschließend möglicherweise in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden
+/- Währungsumrechnungsdifferenzen 381 -72
+/- Überschuss/Fehlbetrag aus Cashflow-Hedges 4.145 901
+/- Latente Steuern aus Cashflow-Hedges -1.405 -99
= sonstiges Ergebnis, nach Steuern (Summe aus 2. und 3.) 1.204 447
4.
Gesamtergebnis, nach Steuern
29.011 22.571

Konzern-Kapitalflussrechnung

Werte in T€ 01.04.2014
- 31.03.2015
01.04.2013
- 31.03.2014
1. Betriebsergebnis (EBIT) 34.293 29.568
2. +/- Abschreibungen/Zuschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 3.197 3.707
3. +/- Zunahme/Abnahme der Pensionsrückstellungen 3.454 1.240
Brutto Cashflow 40.944 34.515
4. -/+ Abnahme/Zunahme der übrigen Rückstellungen 22.804 -268
5. -/+ Gewinn/Verlust aus dem Abgang von Vermögenswerten -2.708 -615
6. -/+ Zunahme/Abnahme der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie
anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind
-193.652 46.588
7. -/+ Abnahme/Zunahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer
Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind
24.979 32.320
8. +/- Ein-/Auszahlungen für Ertragsteuern (Saldo) -814 -2.889
9. = Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit (Summe aus 1 bis 8) -108.447 109.651
10. + Einzahlungen aus Abgängen von Vermögenswerten sowie Tilgung von Ausleihungen 3.785 2.830
11. - Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen -1.376 -5.395
12. = Cashflow aus der Investitionstätigkeit (Summe aus 10 und 11) 2.409 -2.565
13. - Auszahlung für Ergebnisabführung Vorjahre -24.156 -26.003
14. + Einzahlungen aus Zinsen 792 873
15. - Auszahlungen für Zinsen -57 -108
16. = Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit (Summe aus 13 bis 15) -23.421 -25.238
17. Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds (Summe aus 9, 12, 16) -129.459 81.848
18. +/- Wechselkursbedingte Änderungen des Finanzmittelfonds 377 -66
19. + Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 290.344 208.562
20. = Finanzmittelfonds am Ende der Periode (Summe aus 17 bis 19) 161.262 290.344

Aktiva

Werte in T€ Anmerkung
im Anhang
31.03.2015 31.03.2014
Langfristige Vermögenswerte
Sachanlagen (8) 23.080 25.147
Immaterielle Vermögenswerte (9) 3.519 4.371
Beteiligungen (10) 140 113
Ertragsteuererstattungsansprüche (14) 588 0
Sonstige finanzielle Vermögenswerte (14) 420 441
Sonstige langfristige Vermögenswerte (14) 77 65
Aktive latente Steuern (7) 4.595 2.208
Langfristige Vermögenswerte, gesamt 32.419 32.345
Kurzfristige Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (12) 210.613 178.424
Forderungen gegen verbundene Unternehmen
davon: Bereitstellung aus liquiden Mitteln
(13) 180.123
100.000
228.171
200.000
Vorräte (11) 208.044 137.350
Ertragsteuererstattungsansprüche (14) 601 1.641
Sonstige finanzielle Vermögenswerte (14) 51.586 19.738
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte (14) 4.311 4.681
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 61.262 90.344
Kurzfristige Vermögenswerte, gesamt 716.540 660.349
Aktiva, gesamt 748.959 692.694

98 | 5.5

Passiva

Werte in T€ Anmerkung
im Anhang
31.03.2015 31.03.2014
Eigenkapital (15)
Gezeichnetes Kapital 48.418 48.418
- davon auf Stammaktien entfallend: T€ 48.418
- Genehmigtes Kapital: T€ 24.000 (Vorjahr: T€ 24.000)
Kapitalrücklage 142.068 142.068
Eigene Aktien -46.358 -46.358
Gewinnrücklagen 225.839 222.494
Sonstige Bestandteile des Eigenkapitals 2.525 -596
Eigenkapital, gesamt 372.492 366.026
Langfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten (21, 22) 370 740
Pensionsrückstellungen (16) 8.749 5.295
Langfristige Verbindlichkeiten, gesamt 9.119 6.035
Kurzfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (17) 152.692 127.135
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
davon: Verbindlichkeiten aus Ergebnisabführung
(18) 22.894
22.894
24.506
24.506
Steuerrückstellungen (7, 19) 4.506 3.393
Sonstige Rückstellungen (20) 173.701 153.241
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (21, 22) 3.773 2.430
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten (21, 22) 7.657 9.829
Passive Latente Steuern (7) 2.125 99
Kurzfristige Verbindlichkeiten, gesamt 367.348 320.633
Passiva, gesamt 748.959 692.694

GJ 2014/2015

Stand
01.04.2014
Zugänge Abgänge Umbuchung Differenz aus
Währungs
umrechnung
Stand
31.03.2015
Werte in T€ Anschaffungskosten
Grundstücke und Bauten 27.841 10 1.028 0 3 26.826
Andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung
14.680 420 523 9 116 14.702
Sachanlagen 42.521 430 1.551 9 119 41.528
Lizenzen 7.549 110 0 105 1 7.765
EDV-Software 22.859 533 0 61 11 23.464
Geleistete Anzahlungen 298 276 0 -175 0 399
Immaterielle Vermögenswerte 30.706 919 0 -9 12 31.628
Geschäfts- oder Firmenwert 516 0 0 0 0 516
Beteiligungen 113 27 0 0 0 140
Finanzanlagen 113 27 0 0 0 140
73.856 1.376 1.551 0 131 73.812

GJ 2013/2014

Stand
01.04.2013
Zugänge Abgänge Umbuchung Differenz aus
Währungs
umrechnung
Stand
31.03.2014
Werte in T€ Anschaffungskosten
Grundstücke und Bauten 33.767 243 5.978 -190 -1 27.841
Andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung
14.331 800 644 190 3 14.680
Sachanlagen 48.098 1.043 6.622 0 2 42.521
Lizenzen 4.178 3.372 0 0 -1 7.549
EDV-Software 22.176 683 0 0 0 22.859
Geleistete Anzahlungen 0 298 0 0 0 298
Immaterielle Vermögenswerte 26.354 4.353 0 0 -1 30.706
Geschäfts- oder Firmenwert 516 0 0 0 0 516
Beteiligungen 113 0 0 0 0 113
Finanzanlagen 113 0 0 0 0 113
75.081 5.396 6.622 0 1 73.856

100 | 5.6

Konzernabschluss der MEDION AG

5.6 Konzernanlagenspiegel

Differenz aus
Stand Währungs Stand Stand Stand
01.04.2014 Zugänge Abgänge umrechnung 31.03.2015 31.03.2015 31.03.2014
Abschreibungen Buchwerte
5.678 598 0 2 6.278 20.548 22.163
11.696 833 474 115 12.170 2.532 2.984
17.374 1.431 474 117 18.448 23.080 25.147
4.720 835 0 1 5.556 2.209 2.829
21.615 931 0 7 22.553 911 1.244
0 0 0 0 0 399 298
26.335 1.766 0 8 28.109 3.519 4.371
516 0 0 0 516 0 0
0 0 0 0 0 140 113
0 0 0 0 0 140 113
44.225 3.197 474 125 47.073 26.739 29.631
Stand
01.04.2013
Zugänge Abgänge Differenz aus
Währungs
umrechnung
Stand
31.03.2014
Stand
31.03.2014
Stand
31.03.2013
Abschreibungen Buchwerte
8.846 698 3.867 1 5.678 22.163 24.921
11.298 931 541 8 11.696 2.984 3.033
20.144 1.629 4.408 9 17.374 25.147 27.954
3.815 905 0 0 4.720 2.829 363
20.441 1.173 0 1 21.615 1.244 1.735
0 0 0 0 0 298 0
24.256 2.078 0 1 26.335 4.371 2.098
516 0 0 0 516 0 0
0 0 0 0 0 113 113
0 0 0 0 0 113 113
44.916 3.707 4.408 10 44.225 29.631 30.165

Konzernabschluss der MEDION AG

Entwicklung des Konzerneigenkapitals

Gesamtergebnis
Sonstige Bestandteile des Eigen
kapitals
Posten, die anschließend mög
Verlust umgegliedert werden
licherweise in den Gewinn oder
Werte in T€ Aktien
im Umlauf
(Anzahl)
Gezeichnetes
Kapital
Kapital-
rücklage
Eigene
Aktien
Andere Ge
winnrücklagen /
Bilanzgewinn
Marktbewertung
von Finanz
instrumenten
Währungs
umrechnungs
differenzen
Gesamt
Stand 1. April 2013 44.681.430 48.418 142.068 -46.358 225.159 -593 -734 367.960
Sonstiges Ergebnis nach Steuern 0 0 0 0 -283 802 -71 448
Konzernergebnis 0 0 0 0 22.124 0 0 22.124
Aufgrund Gewinnabführungs
vertrag abgeführter Gewinn
0 0 0 0 -24.506 0 0 -24.506
Stand 31. März 2014 44.681.430 48.418 142.068 -46.358 222.494 209 -805 366.026
Stand 1. April 2014 44.681.430 48.418 142.068 -46.358 222.494 209 -805 366.026
Sonstiges Ergebnis nach Steuern 0 0 0 0 -1.917 2.740 381 1.204
Konzernergebnis 0 0 0 0 27.807 0 0 27.807
Aufgrund Gewinnabführungs
vertrag abgeführter Gewinn
0 0 0 0 -22.545 0 0 -22.545
Stand 31. März 2015 44.681.430 48.418 142.068 -46.358 225.839 2.949 -424 372.492
6.1 Allgemeine Angaben zum Konzernabschluss 106
6.1.1
6.1.2
6.1.3
6.1.4
6.1.5
6.1.6
6.1.7
6.1.8
Aufstellungsgrundsätze
Konsolidierungskreis
Konsolidierungsmethoden
Grundsätze der Währungsumrechnung
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Verwendung von Annahmen und Schätzungen
Kapitalmanagement
Gründung einer Tochtergesellschaft
6.2 Erläuterungen zu den Posten der Gewinn
und Verlustrechnung und der Bilanz
121
6.2.1
6.2.2
Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung
Angaben zur Bilanz
6.3 Ergänzende Angaben 142
6.3.1
6.3.2
6.3.3
6.3.4
6.3.5
6.3.6
6.3.7
6.3.8
6.3.9
6.3.10
6.3.11
Angaben zur Kapitalflussrechnung
Segmentberichterstattung
Ergebnis je Aktie
Sonstige finanzielle Verpflichtungen
Risikomanagement und Finanzderivate
Ereignisse nach dem Abschlussstichtag
Nahe stehende Unternehmen und Personen
Vorstand
Aufsichtsrat
Corporate Governance – Angabe gemäß § 161 AktG
Vorschlag für die Verwendung des Bilanzgewinns

Erklärung nach §§ 297 Abs.2 Satz 4 sowie 315 Abs. 1 Satz 6 HGB

154

Aufstellungsgrundsätze 6.1.1

Die MEDION AG als Muttergesellschaft des MEDION-Konzerns ist eine kapitalmarktorientierte Aktiengesellschaft nach deutschem Recht und hat ihren Sitz in Essen, Deutschland. Die Anschrift lautet: MEDION AG, Am Zehnthof 77, 45307 Essen. Die Gesellschaft ist im Handelsregister B des Amtsgerichtes Essen (HRB 13274) eingetragen. Die Aktie wird im regulierten Markt (General Standard) geführt.

Gegenstand des Unternehmens ist die Erbringung und Vermittlung von Dienstleistungen und der Vertrieb von Produkten aus den Bereichen Multimedia Hard- und Software, Unterhaltungs- und Konsumelektronik, Telekommunikations- und Satellitentechnik sowie weiteren Non-Food-Artikeln aller Art und der Handel mit Telekommunikationsdienstleistungen sowie der Handel mit digitalen Inhalten.

Der Konzernabschluss der MEDION AG wurde in Übereinstimmung mit den vom International Accounting Standards Board (IASB) erlassenen Rechnungslegungsgrundsätzen "International Financial Reporting Standards (IFRS)" und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB zu beachtenden handelsrechtlichen Vorschriften erstellt. Zur Anwendung kamen alle für das Geschäftsjahr 2014/2015 verpflichtend anzuwendenden Standards und Interpretationen des IASB, die von der EU übernommen wurden.

Anwendung und Auswirkungen neuer bzw. überarbeiteter Rechnungslegungsvorschriften

Erstmalig im Geschäftsjahr angewandte neue bzw. überarbeitete Rechnungslegungsvorschriften

Im Abschluss für das Geschäftsjahr 2014/2015 wurden erstmals folgende neue oder überarbeitete Rechnungslegungsvorschriften angewandt:

Nummer und Name des Standards oder der Standardänderungen Datum der Übernahme
in europäisches Recht
Änderungen: Darstellung - Saldierung finanzieller Vermö
genswerte und finanzieller Verbindlichkeiten
13.12.2012
Änderungen: Einzelabschlüsse 11.12.2012
Änderungen: Anteile an assoziierten Unternehmen und
Gemeinschaftsunternehmen
11.12.2012
Konzernabschlüsse 11.12.2012
Gemeinsame Vereinbarungen 11.12.2012
Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen 11.12.2012
Änderungen: Konzernabschlüsse - Übergangsvorschriften 04.04.2013

107 | Dies ist die zweite Ebene des Headers 6.1 Allgemeine Angaben zum Konzernabschluss

Nummer und Name des Standards oder der Standardänderungen Datum der Übernahme
in europäisches Recht
IFRS 10, 12 IAS 27 Änderungen des IFRS 10, Konzernabschlüsse, IFRS 12,
Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen, und IAS
27, Einzelabschlüsse - Investmentgesellschaften
20.11.2013
IAS 39 Änderungen: Novation von Derivaten und Fortsetzung der
Bilanzierung von Sicherungsgeschäften
19.12.2013
IAS 36 Änderungen: Angaben zum erzielbaren Betrag für nicht
finanzielle Vermögenswerte
19.12.2013

Mit dem erstmalig anzuwendenden IFRS 10 (Konzernabschlüsse), der die bis dahin in IAS 27 (Konzern- und Einzelabschlüsse) und SIC 12 (Konsolidierung Zweckgesellschaften) enthaltenen Leitlinien über Beherrschung und Konsolidierung ersetzt, hat sich die Definition der Beherrschung dahingehend geändert, dass zur Ermittlung eines Beherrschungsverhältnisses auf alle Unternehmen die gleichen Kriterien angewendet werden. Nach dem neuen Konzept ist Beherrschung gegeben, wenn das potenzielle Mutterunternehmen die Entscheidungsgewalt aufgrund von Stimmrechten oder anderer Rechte über das potenzielle Tochterunternehmen innehat, es an positiven oder negativen variablen Rückflüssen aus dem Tochterunternehmen partizipiert und diese Rückflüsse durch seine Entscheidungsgewalt beeinflussen kann. Für MEDION haben sich daraus keine Auswirkungen auf den Konsolidierungskreis und somit auch nicht auf den Konzernabschluss ergeben.

Der erstmalig anzuwendende IFRS 12 (Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen) legt die erforderlichen Angaben für Unternehmen fest, die in Übereinstimmung mit den Standards IFRS 10 (Konzernabschlüsse), IFRS 11 (gemeinschaftliche Vereinbarungen) und IAS 28 (Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen) bilanzieren. Die quantitativen und qualitativen Angaben gemäß IFRS 12 müssen es dem Abschlussadressaten ermöglichen, Art, Risiken und finanzielle Auswirkungen, die mit dem Engagement verbunden sind, zu beurteilen.

Mit der erstmaligen Anwendung von IFRS 11 (Gemeinschaftliche Vereinbarungen) ist die Quotenkonsolidierung weggefallen, gleichzeitig wurden zwei Arten von gemeinschaftlichen Vereinbarungen definiert: gemeinschaftliche Tätigkeiten und Gemeinschaftsunternehmen. Da es bei MEDION weder gemeinschaftliche Tätigkeiten noch Gemeinschaftsunternehmen gibt, hatte die Änderung keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss.

Die Änderungen von Standards hatten keine wesentlichen Auswirkungen auf die Abbildung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, so dass auf eine detaillierte Beschreibung verzichtet wird.

Veröffentlichte, aber im Geschäftsjahr 2014/2015 noch nicht angewandte neue bzw. überarbeitete Rechnungslegungsvorschriften

Die nachfolgend aufgeführten neuen Standards und Interpretationen sowie Änderungen an bestehenden Standards wurden vom IASB herausgegeben, waren jedoch im Geschäftsjahr 2014/2015, sofern bereits in europäisches Recht übernommen, noch nicht verpflichtend anzuwenden. Ein eventuelles Wahlrecht zur freiwilligen vorzeitigen Anwendung wurde für diese Rechnungslegungsvorschriften nicht in Anspruch genommen.

Anwendung verpflichtend /
voraussichtlich im Geschäftsjahr
Name des Standards, der Standardänderungen oder der Interpretation Datum der Übernahme
in europäisches Recht
IFRIC 21 Bilanzierung von Abgaben 13.06.2014
IAS 19 Änderungen: Leistungsorientierte Pläne:
Arbeitnehmerbeiträge
17.12.2014
2015 / 2016 Diverse Jährliche Verbesserungen an den IFRS Zyklus 2012-2012 17.12.2014
Diverse Jährliche Verbesserungen an den IFRS Zyklus 2012-2014 18.12.2014
IAS 1 Änderungen: Darstellung des Abschlusses _1
IAS 16, IAS 38 Änderungen: Klarstellung akzeptabler Abschreibungs
methoden
_1
IAS 16, IAS 41 Änderungen: Produzierende Pflanzen _1
IAS 27 Änderungen: Anwendung der Equity-Methode im Einzel
abschluss
_1
IFRS 11 Änderungen: Bilanzierung von Erwerben von Anteilen an
gemeinschaftlichen Tätigkeiten
_1
2016 / 2017
oder später
IFRS 10, IAS 28 Änderungen: Veräußerung von Vermögenswerten eines
Investors an bzw. Einbringung in sein assoziiertes Unter
nehmen oder Gemeinschaftsunternehmen
_1
IFRS 10, IFRS 12,
IAS 28
Änderungen: Investmentgesellschaften – Anwendung der
Konsolidierungsausnahme
_1
IFRS 14 Regulatorische Abgrenzungsposten _1
Diverse Jährliche Verbesserungen an den IFRS Zyklus 2012-2014 _1
IFRS 15 Umsatzerlöse aus Kundenverträgen _1
IFRS 9 Finanzinstrumente inklusive Änderungen an diesem
Standard
_1

_1 Da der Standard, die Änderung oder die Interpretation noch nicht in europäisches Recht übernommen sind, besteht kein verbindlicher Anwendungstermin innerhalb der Europäischen Union. Gegenüber dem für die Zuordnung zu Geschäftsjahren zugrunde gelegten Erstanwendungstermin, wie er vom IASB vorgesehen ist, können sich daher noch Änderungen ergeben.

Die diversen Änderungen im Rahmen der Verbesserung der IFRS enthalten in der Regel nur kleinere Klarstellungen oder redaktionelle Anpassungen, so dass aus der erstmaligen Anwendung dieser Änderungen keine wesentlichen Auswirkungen auf die Abbildung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage erwartet werden.

Aus der erstmaligen Anwendung der nachfolgenden neuen Standards oder Standardänderungen werden keine Auswirkungen auf die Abbildung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage erwartet:

  • • Änderungen IAS 16 und IAS 38,
  • • Änderungen IAS 16 und IAS 41,
  • • Änderungen IAS 27,
  • • Änderungen IFRS 10, IFRS 12 und IAS 28,
  • • IFRS 14.

Entsprechend wird auf eine detaillierte Darstellung dieser neuen Standards und Standardänderungen verzichtet.

Aus der erstmaligen Anwendung der übrigen Standards und Interpretationen sowie der Änderungen an Standards werden die nachfolgend dargestellten Auswirkungen erwartet.

• Änderungen des IAS 19: Klarstellung des Anwendungsbereichs

Durch die Änderungen wird klargestellt, wie Beiträge, die Mitarbeiter selbst oder dritte Parteien für Leistungszusagen entrichten, durch das zusagende Unternehmen zu erfassen sind. Vor Inkrafttreten des IAS 19R wurden Arbeitnehmerbeträge bei Einzahlung in der geleisteten Höhe in der Versorgungsverpflichtung berücksichtigt, während durch IAS 19R die Anwendung der "projected unit credit method" notwendig wurde. Die Änderung des IAS 19 fügt ein Wahlrecht in Bezug auf die Bilanzierung leistungsorientierter Pensionszusagen, an denen sich Arbeitnehmer (oder Dritte) durch verpflichtende Beiträge beteiligen, in den Standard ein. Nunmehr ist es, unter bestimmten Bedingungen, auch zulässig, an Arbeitsleistungen anknüpfende Arbeitnehmerbeiträge, die nicht an die Anzahl von Dienstjahren gekoppelt sind, weiterhin in der Periode zu erfassen, in der die korrespondierende Arbeitsleistung erbracht wird. Sofern die Arbeitnehmerbeiträge in Abhängigkeit von der Anzahl an Dienstjahren variieren, ist weiterhin die Anwendung der "projected unit credit method" notwendig. Nach derzeitigem Stand werden keine wesentlichen Auswirkungen auf die Abbildung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage erwartet.

• IFRIC 21: Bilanzierung von Abgaben

Die Interpretation stellt für Abgaben, die durch eine Regierungsinstanz erhoben werden und die nicht in den Anwendungsbereich eines anderen IFRS fallen, klar, wie und insbesondere wann solche Verpflichtungen als Rückstellungen gem. IAS 37 zu passivieren sind oder Eventualverbindlichkeiten darstellen. Ein Beispiel für eine solche Abgabe im deutschen Rechtsraum ist die so genannte Bankenabgabe. Die neue Interpretation wird voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen auf die Abbildung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben.

• Änderungen des IAS 1: Darstellung des Abschlusses

Durch die Änderungen wird klargestellt, dass Anhangangaben nur notwendig sind, wenn ihr Inhalt nicht unwesentlich ist. Dies gilt auch für in Standards geforderte Mindestangaben. Gleichzeitig ist jedoch zu beurteilen, ob über die explizit geforderten Angabepflichten hinaus weitere Angaben erforderlich sind, um den Adressaten ein besseres Verständnis der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zu ermöglichen. Daneben enthalten die Änderungen Erläuterungen zur Aggregation und Disaggregation von Posten in der Bilanz und der Gesamtergebnisrechnung sowie Klarstellungen zur Darstellung von Anteilen am sonstigen Ergebnis at equity bewerteter Unternehmen in der Gesamtergebnisrechnung. Außerdem entfällt die Vorgabe zur Darstellung der Anhangangaben in einer bestimmten Reihenfolge. Des Weiteren sollen Unternehmen im Rahmen der Bestimmung der anzugebenen Rechnungslegungsmethoden die Natur ihrer Geschäftstätigkeit und die Methoden, über die Adressaten voraussichtlich Informationen erwarten, berücksichtigen. Die Änderungen werden voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen auf die Abbildung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben.

• Änderungen des IFRS 11: Erwerb von Anteilen an einer gemeinschaftlichen Tätigkeit Die Änderungen beinhalten Leitlinien dazu, wie ein Erwerb von Anteilen an einer gemeinschaftlichen Tätigkeit abzubilden ist. Ein Erwerb von Anteilen an einer gemeinschaftlichen Tätigkeit, die einen Geschäftsbetrieb im Sinne des IFRS 3 darstellt, ist demnach nach den Vorschriften des IFRS 3 zu bilanzieren, soweit diese nicht in Konflikt mit Regelungen des IFRS 11 stehen. Die Änderungen haben nur dann Auswirkungen auf die Abbildung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, wenn zukünftig ein Geschäftsbetrieb von einer gemeinschaftlichen Tätigkeit erworben würde.

• Änderungen des IFRS 10 und IAS 28: Übertragung von Vermögenswerten an assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen

Die Änderungen beheben eine Inkonsistenz zwischen den Vorschriften des IFRS 10 und des IAS 28. Bei Veräußerung von Vermögenswerten an ein assoziiertes Unternehmen oder ein Gemeinschaftsunternehmen oder Einlage von Vermögenswerten in ein assoziiertes Unternehmen oder ein Gemeinschaftsunternehmen soll ein Veräußerungsgewinn oder -verlust dann vollständig erfasst werden, wenn die veräußerten

oder eingebrachten Vermögenswerte einen Geschäftsbetrieb im Sinne des IFRS 3 darstellen. Stellen die übertragenen Vermögenswerte dagegen keinen Geschäftsbetrieb dar, ist der Erfolg nur anteilig zu erfassen. Die Änderungen haben nur dann Auswirkungen auf die Abbildung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, wenn zukünftig ein Geschäftsbetrieb an ein assoziiertes Unternehmen oder ein Gemeinschaftsunternehmen übertragen würde.

• IFRS 15: Erlöse aus Verträgen mit Kunden

Der neue Standard gibt einheitliche Grundprinzipien zur Umsatzrealisation für alle Branchen und für alle Kategorien von Transaktionen vor und ersetzt die Vielzahl der diesbezüglichen Einzelregelungen und somit vor allem IAS 18 und IAS 11. Diese Grundprinzipien helfen den Unternehmen bei der Zusammenstellung entscheidungsnützlicher Informationen über die Art, die Höhe, den Zeitpunkt des Anfalls sowie die Unsicherheit von Umsatzerlösen und resultierenden Zahlungsströmen aus einem Vertrag mit einem Kunden. Zeitpunkt und Höhe von Umsatzerlösen orientieren sich dabei an einem fünfschrittigen Modell. Im Ergebnis ist hiernach mit Übertragung der Verfügungsgewalt über eine Leistung die dieser Leistung zuzurechnende anteilige Gegenleistung als Umsatzerlös zu realisieren. Die Übertragung der Verfügungsgewalt kann dabei nach wie vor zu einem Zeitpunkt oder über einen Zeitraum erfolgen. Daneben werden zahlreiche Detailfragen geklärt, wie etwa der Umgang mit Vertragsänderungen sowie die Bewertung von variablen Gegenleistungen wie etwa Rabatten, Rückgaberechten und Leistungsvergütungen. Außerdem enthält der Standard neue Leitlinien zu Prinzipal-Agenten-Beziehungen und zu Kosten zur Erlangung eines Vertrags. Auch die Anhangangaben zu Umsatzerlösen wurden deutlich ausgeweitet. Die Auswirkungen des neuen Standards auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage werden derzeit analysiert.

• IFRS 9: Finanzinstrumente inklusive Änderungen an diesem Standard

Dieser Standard wird in seiner nun vierten und finalen Version die bisherigen Regelungen des IAS 39 zur Bilanzierung von Finanzinstrumenten ersetzen. Der neue Standard wird die bisherigen Bewertungskategorien des IAS 39 durch die beiden Kategorien "fortgeführte Anschaffungskosten" und "beizulegender Zeitwert" ersetzen. Beim Ansatz und der Bewertung von Finanzinstrumenten gilt der Grundsatz der Bewertung zum Fair Value. Die Einordnung eines Instruments in die Kategorie "fortgeführte Anschaffungskosten" hängt sowohl von dessen Produktmerkmalen als auch vom Geschäftsmodell des Unternehmens ab. Bei Einordnung eines Instruments in die Kategorie "beizulegender Zeitwert" ist ähnlich zur bisherigen Abbildung nach IAS 39 entweder eine ergebniswirksame Neubewertung oder eine Neubewertung mit Erfassung der Wertänderungen im sonstigen Ergebnis und somit im Eigenkapital möglich. Ausnahmen bestehen für die Veränderung des Zeitwerts finanzieller Verbindlichkeiten aufgrund von Änderungen des eigenen Kreditrisikos. Zudem beinhaltet der neue Standard Neuregelungen zur Ermittlung von Wertminderungen. Hierbei wird das bisherige

Modell zur Berücksichtigung eingetretener Verluste durch ein Modell zur Berücksichtigung erwarteter Verluste ersetzt. Daneben werden die Regelungen des IFRS 9 mehr Flexibilität zur bilanziellen Abbildung von Sicherungsbeziehungen bieten. Ergänzend wird der Umfang der Anhangangaben deutlich zunehmen. Die Neuerung wird voraussichtlich Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens, Finanz- und Ertragslage haben. Die möglichen Auswirkungen werden derzeit analysiert.

Aus den genannten Standards und Interpretationen werden derzeit keine wesentlichen Auswirkungen aus der Anwendung für den konsolidierten Abschluss der MEDION AG erwartet.

Das Geschäftsjahr beginnt jeweils am 1. April eines Kalenderjahres und endet am 31. März des unmittelbar darauf folgenden Kalenderjahres.

Auf die in den Konzernabschluss übernommenen Vermögensgegenstände und Schulden der einbezogenen Unternehmen wurden einheitlich für den Konzern geltende Bilanzierungsund Bewertungsmethoden auf Grundlage der IFRS angewandt. Auf die Bewertungsunterschiede gegenüber der Steuerbilanz wurden entsprechende latente Steuern berechnet.

Der Konzernabschluss zum 31. März 2015 wurde in Euro aufgestellt. Alle Beträge wurden – soweit nicht anders dargestellt – in T€ angegeben. Für die Konzern-Gewinnund Verlustrechnung findet das Gesamtkostenverfahren Anwendung. Beim Bilanzausweis wird zwischen lang- und kurzfristigen Vermögenswerten und Schulden unterschieden, die im Anhang teilweise detailliert nach ihrer Fristigkeit ausgewiesen werden. Als kurzfristig werden Vermögenswerte und Schulden angesehen, wenn sie innerhalb eines Jahres fällig sind.

6.1.2 Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss zum 31. März 2015 wurden neben der Muttergesellschaft MEDION AG, Essen, die nachfolgenden Tochterunternehmen im Wege der Vollkonsolidierung nach der Erwerbsmethode einbezogen.

Firma und Sitz Stammkapital
zum 31.03.2015
Beteiligung Erwerbszeitpunkt Erste Einbeziehung in
den Konzernabschluss
1. Allgemeine Multimedia Service GmbH,
Essen ("AMS")
€ 25.000 100,0 % Gründung 2002 ab 1. Dezember 2002
2. MEDION Service GmbH,
Essen ("MSG")
€ 25.000 100,0 % Gründung 2004 ab 1. September 2004
3. MEDION FRANCE S.A.R.L., Le Mans,
Frankreich ("MEDION France")
€ 150.000 100,0 % Gründung 1998 ab 1. Juli 1999
4. MEDION ELECTRONICS LIMITED, Swindon,
Großbritannien ("MEDION UK")
GBP 400.000 100,0 % Gründung 1998 ab 1. Juli 2000
5. MEDION NORDIC A/S, Glostrup,
Dänemark ("MEDION Nordic")
DKK 500.000 100,0 % Erwerb 2002 ab 1. Juli 2002
6. MEDION AUSTRIA GmbH,
Wels, Österreich ("MEDION AT")
€ 50.000 100,0 % Gründung 2002 ab 1. Dezember 2002
7. MEDION B.V., Panningen,
Niederlande ("MEDION NL")
€ 650.000 100,0 % Gründung 2001 ab 1. Juli 2001
8. MEDION IBERIA, S.L., Madrid,
Spanien ("MEDION Iberia")
€ 5.000 100,0 % Gründung 2001 ab 1. Juli 2001
9. MEDION SCHWEIZ ELECTRONICS AG,
Zürich, Schweiz ("MEDION Schweiz")
CHF 100.000 100,0 % Gründung 2004 ab 1. Februar 2004
10. MEDION USA Inc., Delaware, USA
("MEDION USA")
USD 10.100.000 100,0 % Gründung 2001 ab 1. April 2001
11. MEDION AUSTRALIA PTY LTD.,
Sydney, Australien ("MEDION Australia")
AUD 10.000 100,0 % Gründung 2003 ab 1. November 2003
12. MEDION Elektronika d.o.o., Ljubljana,
Slowenien ("MEDION Slovenia")
SIT 2.100.000 =
€ 8.763
100,0 % Gründung 2006 ab 1. Juli 2007

Bei den ausländischen Tochtergesellschaften handelt es sich im Wesentlichen um Unternehmen, die Vertriebs- und Service-Dienstleistungen für die MEDION AG in den jeweiligen Ländern erbringen.

Die AMS erbringt Call-Center-Dienstleistungen. Die Geschäftstätigkeit der MSG umfasst Reparatur- sowie Logistikdienstleistungen für den After-Sales-Service und für E-Commerce-Geschäfte.

Grundlage für die Einbeziehung der Tochterunternehmen in den Konzernabschluss waren die nach Landesrecht aufgestellten und an IFRS sowie Konzernbilanzierungsregeln angepassten Jahresabschlüsse der Gesellschaften für das Geschäftsjahr vom 1. April 2014 bis zum 31. März 2015.

Die übrigen ausländischen Tochtergesellschaften der MEDION AG sowie ein inländisches Tochterunternehmen (vgl. unter "6.3.7 Nahe stehende Unternehmen und Personen") wurden aufgrund ihrer insgesamt untergeordneten Bedeutung nicht in den Konzernabschluss einbezogen.

Konsolidierungsmethoden 6.1.3

Die Abschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen werden nach konzerneinheitlichen Ansatz- und Bewertungsmethoden aufgestellt.

Die Kapitalkonsolidierung erfolgt gemäß IFRS 3 nach der Erwerbsmethode auf den jeweiligen Anschaffungszeitpunkt der Beteiligung. Soweit zum Zeitpunkt des Erwerbs die Anschaffungskosten der Beteiligungen den Konzernanteil am beizulegenden Zeitwert der Vermögenswerte und Schulden der jeweiligen Gesellschaft übersteigen, entstehen zu aktivierende Geschäftswerte (Goodwill). Deren Werthaltigkeit ist gemäß IAS 36 mindestens einmal jährlich durch Impairment-Tests zu verifizieren.

Darüber hinaus wurden eine Schuldenkonsolidierung und eine Aufwands- und Ertragskonsolidierung durchgeführt. Die aus der Aufwands- und Ertragskonsolidierung entstandenen Differenzen wurden ergebniswirksam verrechnet.

Zwischengewinneliminierungen waren nicht erforderlich.

115 | Dies ist die zweite Ebene des Headers 6.1 Allgemeine Angaben zum Konzernabschluss

6.1.4 Grundsätze der Währungsumrechnung

Fremdwährungstransaktionen in den Gesellschaften werden mit den Wechselkursen zum Transaktionszeitpunkt in die funktionale Währung umgerechnet. Gewinne und Verluste, die aus der Erfüllung solcher Transaktionen sowie aus der Umrechnung zum Stichtagskurs von in Fremdwährung geführten monetären Vermögenswerten und Schulden resultieren, werden in der Gewinn- und Verlustrechnung in den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. Aufwendungen oder im Materialaufwand erfasst. Soweit sie auf Finanzposten entfallen, werden sie im Finanzergebnis erfasst.

Die ausländischen Tochtergesellschaften, deren landesrechtlicher Abschluss nicht in Euro aufgestellt wird, sind nach den in IAS 21 vorgesehenen Abgrenzungskriterien als wirtschaftlich selbstständige ausländische Teileinheit ("Foreign Entity") anzusehen. Die jeweilige Landeswährung stellt die funktionale Währung für die Geschäfte dieser Tochtergesellschaften dar.

Die Abschlüsse von Konzernunternehmen, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, werden nach der so genannten modifizierten Stichtagskursmethode (IAS 21.39) umgerechnet. Dementsprechend sind sämtliche monetären und nicht monetären Vermögenswerte und Schulden der Bilanz mit dem Bilanzstichtagskurs, das Eigenkapital mit dem historischen Kurs zum Erwerbszeitpunkt beziehungsweise zum Zeitpunkt der Kapitalerhöhung umgerechnet.

Die Gewinn- und Verlustrechnungen dieser ausländischen Konzernunternehmen werden aus Vereinfachungsgründen entsprechend IAS 21.40 zu Durchschnittskursen des Geschäftsjahres umgerechnet. Alle sich ergebenden Umrechnungsdifferenzen werden erfolgsneutral in der Konzernbilanz unter der Position "Währungsumrechnungsdifferenzen" im Eigenkapital ausgewiesen.

1 € = Bilanz Mittelkurs 31.03.2015 31.03.2014 2014/2015 2013/2014 GuV Durchschnittskurs Australien AUD 1,4051 1,4855 1,4486 1,4411 Dänemark DKK 7,4687 7,4661 7,4517 7,4588 Großbritannien GBP 0,7234 0,8262 0,7854 0,8433 Schweiz CHF 1,0433 1,2180 1,1770 1,2296 USA USD 1,0740 1,3776 1,2682 1,3406

Die für die Umrechnung verwendeten Kurse ergeben sich aus der folgenden Tabelle:

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden 6.1.5

Die Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen und Wertminderungen, bewertet. Die Abschreibungsdauer richtet sich nach der voraussichtlichen wirtschaftlichen Nutzungsdauer. Im Zugangsjahr werden die Vermögenswerte des Sachanlagevermögens zeitanteilig (pro rata temporis) abgeschrieben. Neubewertungen des Sachanlagevermögens wurden nicht vorgenommen.

Die Anschaffungskosten der Sachanlagen umfassen den Kaufpreis sowie alle direkt zurechenbaren Kosten, um den Vermögenswert in einen betriebsbereiten Zustand zu versetzen. Es kommen folgende Nutzungsdauern zur Anwendung:

Nutzungsdauer

Gebäude und Außenanlagen 10–40 Jahre
Mietereinbauten 3–20 Jahre
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3–13 Jahre

Immaterielle Vermögenswerte (entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und andere Rechte sowie Software) werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen und Wertminderungen, bewertet. Die Nutzungsdauer liegt zwischen einem Jahr und zehn Jahren.

Die Beteiligungen werden zu Anschaffungskosten zuzüglich Anschaffungsnebenkosten bilanziert. In der Folgebewertung werden die Finanzanlagen auf ihre Werthaltigkeit geprüft und gegebenenfalls wertberichtigt.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden als finanzielle Vermögenswerte gemäß IAS 39.9 der Kategorie Kredite und Forderungen zugeordnet und zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Die fortgeführten Anschaffungskosten berechnen sich aus dem Rechnungsbetrag abzüglich Wertberichtigungen. Die Wertberichtigungen werden für wesentliche Forderungen im Rahmen einer Einzelbetrachtung vorgenommen, wenn objektive Hinweise für eine Wertminderung vorliegen. Darüber hinaus werden bestimmte Forderungen, für die keine Einzelwertberichtigungen gebildet wurden, anhand gleichartiger Risikomerkmale zu Gruppen zusammengefasst und auf Basis der Erfahrungen der Vergangenheit auf Portfoliobasis wertberichtigt. Die Wertberichtigungen werden über Wertberichtigungskonten gebucht und unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen. Sobald eine Forderung uneinbringlich wird, erfolgt deren Ausbuchung und die Entlastung des Wertberichtigungskontos.

117 | Dies ist die zweite Ebene des Headers 6.1 Allgemeine Angaben zum Konzernabschluss

Die Vorräte werden im Zugangszeitpunkt zu Anschaffungskosten zuzüglich Anschaffungsnebenkosten angesetzt. Fremdkapitalkosten werden nicht aktiviert. Die Ermittlung der Anschaffungskosten erfolgt dabei grundsätzlich nach der gewogenen Durchschnittskostenmethode. Der Bewertung der Vorräte zum Abschlussstichtag liegt der niedrigere Betrag aus gewogenem Durchschnittswert und Nettoveräußerungswert zugrunde.

Sonstige Vermögenswerte werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Berücksichtigung betriebswirtschaftlich notwendiger Wertberichtigungen, die den erwarteten Ausfallrisiken hinreichend Rechnung tragen, bewertet. Soweit es sich um finanzielle Vermögenswerte (Finanzinstrumente) handelt, werden diese gemäß IAS 39.9 der Kategorie Kredite und Forderungen zugeordnet.

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beinhalten Barmittel, Schecks und Guthaben bei Kreditinstituten mit originären Restlaufzeiten von bis zu drei Monaten. Die Bewertung erfolgt zu Nominalwerten, im Falle von Fremdwährungsposten zum Fair Value.

Fremdkapitalkosten werden mangels Anschaffung qualifizierter Vermögenswerte und der Eigenkapitalausstattung der Gesellschaft nicht aktiviert.

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten werden zu ihren Erfüllungsbeträgen – Fremdwährungsposten werden mit dem Stichtagskurs umgerechnet – ausgewiesen.

Die Pensionsrückstellungen bestehen für Versorgungszusagen an Vorstandsmitglieder. Die Gesellschaft verpflichtet sich zur Zahlung von Ruhegeld nach Maßgabe der nachfolgenden Bestimmungen. Das jeweilige Vorstandsmitglied hat aufgrund einer unverfallbaren Anwartschaft Anspruch auf eine lebenslängliche Pension, wenn es nach Vollendung des 60. Lebensjahres oder infolge dauernder Dienstunfähigkeit und wegen Beendigung des Anstellungsverhältnisses bei der Gesellschaft ausscheidet.

Das monatliche Ruhegeld beträgt 30 % des im Durchschnitt der letzten drei Jahre des Anstellungsvertrages vor Beginn des Ruhestandes bezogenen festen Monatsgehaltes und erhöht sich für jedes vollendete Dienstjahr, gerechnet ab dem 17. September 1998, als Vorstandsmitglied der Gesellschaft um 20/27 % dieses Monatsgehaltes bis zu einer für die Vorstandsmitglieder individuell festgelegten maximalen Höhe.

Pensionsrückstellungen werden nach versicherungsmathematischen Methoden gemäß IAS 19 nach dem Anwartschafts-Barwertverfahren berechnet. Hiernach werden sowohl die zum Abschlussstichtag erworbenen Anwartschaften als auch künftig erwartete Steigerungen von Gehältern und Renten berücksichtigt. Die im Berichtsjahr auftretenden versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste werden gemäß IAS 19.120C erfolgsneutral im Eigenkapital verrechnet. Im Rahmen der Berechnung wird auf die "Richttafeln 2005 G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck zurückgegriffen.

Sonstige Rückstellungen werden gemäß IAS 37 gebildet, soweit rechtliche oder faktische Verpflichtungen gegenüber Dritten bestehen, die auf zurückliegenden Geschäftsvorfällen oder Ereignissen beruhen und wahrscheinlich zu Vermögensabflüssen führen. Die Höhe der Rückstellungen wird durch bestmögliche Schätzung der zur Erfüllung der Verpflichtungen erforderlichen Ausgaben ermittelt. Damit beruht die Beurteilung der Wahrscheinlichkeit, dass ein anhängiges Verfahren Erfolg hat oder die Quantifizierung der möglichen Höhe der Zahlungsverpflichtung auf der Einschätzung der jeweiligen Situation. Wegen der mit dieser Beurteilung verbundenen Unsicherheit können die tatsächlichen Verluste gegebenenfalls von den ursprünglichen Schätzungen und damit von dem Rückstellungsbetrag abweichen. Zudem können sich Schätzungen aufgrund neuer Informationen ändern und sich gegebenenfalls erheblich auf die künftige Ertragslage auswirken.

Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten (Finanzinstrumente), die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, sind in eine der drei folgenden Hierarchiestufen einzuordnen:

  • • auf aktiven Märkten notierte (unverändert übernommene) Preise für identische Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten (Stufe 1)
  • für den Vermögenswert oder die Verbindlichkeit entweder direkt (als Preise) oder indirekt (von Preisen abgeleitete) beobachtbare Inputdaten, die keine notierten Preise nach Stufe 1 darstellen (Stufe 2)
  • • für den Vermögenswert oder die Verbindlichkeit herangezogene Inputdaten, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren (nicht beobachtbare Inputdaten) (Stufe 3)

Die MEDION AG verwendet derivative Finanzinstrumente, um Marktrisiken aus Wechselkursschwankungen bei den Einkaufsgeschäften, die im Wesentlichen in US-Dollar und teils in Britischen Pfund abgewickelt werden, zu reduzieren. Dazu schließt die Gesellschaft zum Zeitpunkt des Abschlusses des Einkaufskontraktes Kurssicherungsgeschäfte in Form von Devisentermingeschäften ab. Diese entsprechen bezüglich Laufzeit und Betragshöhe im Wesentlichen den zugrunde liegenden Einkaufsgeschäften. Darüber hinaus wurden in der Vergangenheit Verkaufskontrakte in Australischen Dollar abgesichert. Die von MEDION eingesetzten Devisentermingeschäfte erfüllen die Effektivitätsanforderungen nach IAS 39.88 für die Anwendung der Hedge-Accounting-Grundsätze. Dementsprechend werden die Devisentermingeschäfte gemäß IAS 39 mit dem beizulegenden Zeitwert zum Abschlussstichtag in der Bilanz angesetzt (Stufe 2). Dabei werden die Marktwerte der Devisentermingeschäfte, die der Absicherung zukünftiger Zahlungsströme dienen (Cashflow-Hedges), erfolgsneutral über eine gesonderte Rücklage im Eigenkapital abgegrenzt. Da die Finanzinstrumente ausschließlich zur Kurssicherung der bei den Einkaufsgeschäften zugrunde gelegten Kalkulationskurse dienen, werden die aus der Währungsumrechnung und der Währungssicherung durch Devisentermingeschäfte entstehenden Erträge und Aufwendungen im Materialaufwand erfasst.

119 | Dies ist die zweite Ebene des Headers 6.1 Allgemeine Angaben zum Konzernabschluss

Weiterhin werden Devisenswaps mit einer kurzen Laufzeit eingesetzt, um Abweichungen zwischen den geplanten und tatsächlichen Fremdwährungszahlungsströmen Rechnung zu tragen. Diese Derivate werden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert in der Bilanz angesetzt (Stufe 2).

Die beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente werden mit marktüblichen Bewertungsmethoden (Discounted-Cash-Flow-Methode) unter Berücksichtigung der am Bewertungsstichtag vorliegenden Marktdaten (Marktwerte) vom Konzerntreasury ermittelt. Devisenkontrakte werden einzeln auf Basis des Austauschbetrages mit den aktuellen Marktterminkursen am Abschlussstichtag im Vergleich zu den vereinbarten Terminund Kontraktkursen bewertet. Die Marktterminkurse richten sich nach den Kassakursen unter Berücksichtigung von Terminauf- und -abschlägen.

Ansatz und Ausbuchung von finanziellen Vermögenswerten erfolgen zum Erfüllungszeitpunkt.

Eigene Aktien werden mit ihren Anschaffungskosten bewertet und gemäß IAS 32.33 im Eigenkapital als Abzugsposten ausgewiesen. Die eigenen Aktien stellen nach IAS 32.11 keinen finanziellen Vermögenswert dar.

Die Umsatzerlöse werden zum Zeitpunkt des Gefahrenüberganges erfolgswirksam erfasst. Die Umsätze werden abzüglich Retouren, Skonti sowie umsatzabhängiger Boni und anderer Erlösschmälerungen ausgewiesen.

Die Ertragsteuern enthalten sowohl die unmittelbar zu entrichtenden Steuern vom Einkommen und vom Ertrag, Steuerumlagen aufgrund des Steuerumlagevertrages der MEDION AG mit der Organträgerin Lenovo Germany Holding GmbH als auch latente Steuern. Latente Steuern werden gemäß der bilanzorientierten Verbindlichkeitsmethode gebildet. Soweit hiernach temporäre Differenzen aus der unterschiedlichen Behandlung bestimmter Bilanzposten zwischen dem IFRS Konzernabschluss und dem steuerlichen Abschluss vorliegen, führen diese zum Ansatz von aktiven und/oder passiven latenten Steuern. Aktive latente Steuern (auch auf Verlustvorträge) werden aktiviert, sofern damit gerechnet werden kann, dass diese in den zukünftigen Perioden voraussichtlich durch ein ausreichend zur Verfügung stehendes steuerliches Einkommen auch genutzt werden können. Für die Bewertung der latenten Steuern werden die Steuersätze zum Realisationszeitpunkt zugrunde gelegt, die auf Basis der aktuellen Rechtslage in den einzelnen Ländern zum Bilanzstichtag gelten. Aktive latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge der MEDION AG werden aufgrund des bestehenden Ergebnisabführungsvertrages nicht mehr gebildet. Eine Abzinsung aktiver und passiver latenter Steuern wird entsprechend den Regelungen des IAS 12 nicht vorgenommen. Der Berechnung von tatsächlichen und latenten Steuern liegen Beurteilungen und Schätzungen der Gesellschaft zugrunde. Weichen die tatsächlichen Ereignisse von diesen Schätzungen ab, könnte dies sowohl positive wie auch nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben.

6.1.6 Verwendung von Annahmen und Schätzungen

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind Annahmen getroffen und Schätzungen verwandt worden, die sich auf den Ausweis und die Höhe der bilanzierten Vermögensgegenstände, Schulden, Erträge und Aufwendungen ausgewirkt haben. Diese Annahmen und Schätzungen beziehen sich im Wesentlichen auf die konzerneinheitliche Festlegung wirtschaftlicher Nutzungsdauern, die Bewertung von Rückstellungen, die Realisierbarkeit von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie die Realisierbarkeit zukünftiger Steuerentlastungen. Die tatsächlichen Werte können in Einzelfällen von den getroffenen Annahmen und Schätzungen abweichen. Änderungen werden zum Zeitpunkt einer besseren Erkenntnis erfolgswirksam berücksichtigt.

Aus Gründen der Klarheit wurden gegenüber dem Vorjahr folgende Ausweisänderungen vorgenommen:

  • • Ausweis der sonstigen Steuern in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen (im Vorjahr eigener Posten)
  • • Ausweis des Körperschaftssteuerguthabens gem. § 37 Abs.5 KStG als langfristige Steuerforderung (im Vorjahr unter den kurzfristigen Vermögenswerten)
  • • Separater Ausweis der passiven latenten Steuern in der Bilanz (im Vorjahr unter den Steuerrückstellungen)
  • • Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge sowie Zinsen und ähnliche Aufwendungen sind in Finanzerungserträge und -aufwendungen angepasst worden.

Die Vorjahreswerte wurden mit Ausnahme der passiven latenten Steuern nicht angepasst.

6.1.7 Kapitalmanagement

Ziele der Kapitalmanagementstrategie von MEDION sind die Sicherung des Geschäftsbetriebs, die Steigerung des Unternehmenswerts und die Schaffung einer soliden Kapitalbasis zur Finanzierung des zukünftigen Wachstums. Dazu arbeitet MEDION auch mit dem Bereich Kapitalmanagement bei Lenovo zusammen.

Die seit Jahren bestehende Bilanzstruktur mit einer um 50 % liegenden Eigenkapitalquote, keinen langfristigen Bankverbindlichkeiten und zeitlich begrenztem Fremdkapitaleinsatz für das Projektgeschäft zur Finanzierung des Weihnachtsgeschäfts soll dabei erhalten bleiben.

Im Segment Direktgeschäft wird aufgrund der Struktur des Geschäfts unverändert zu den Vorjahren kein Fremdkapital eingesetzt. MEDION hat keine Anleihen oder sonstige Fremdkapitalinstrumente begeben und plant auch nicht, solche zu begeben. Die überschüssigen Barmittel werden befristet unter Beachtung einer strengen Risikoallokation angelegt.

6.1.8 Gründung einer Tochtergesellschaft

Im ersten Geschäftshalbjahr 2014/2015 hat die MEDION AG die 100%ige Tochtergesellschaft MEDION Mobile GmbH mit einem Stammkapital von € 25.000 gegründet. Die Gesellschaft ist nicht aktiv.

6.2 Erläuterungen zu den Posten der Gewinn- und Verlustrechnung und der Bilanz

6.2.1 Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

(1) Die Umsatzerlöse setzen sich nach Regionen wie folgt zusammen:

Werte in T€ 2014/2015 2013/2014
Deutschland 958.382 945.482
Europa 272.273 276.586
Übriges Ausland 119.258 54.969
1.349.913 1.277.037

(2) Die sonstigen betrieblichen Erträge setzen sich wie folgt zusammen:

Werte in T€ 2014/2015 2013/2014
Mehrerlös aus Anlagenabgang 2.721 1.456
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 1.193 1.072
Erträge aus Sachbezügen 1.028 784
periodenfremde Erträge 859 145
Erträge aus Schadenersatz/Versicherungserstattungen 724 1.759
Provisionserträge 609 63
Mieterträge 9 304
Ausbuchung von Verbindlichkeiten - 730
Übrige 1.020 317
8.163 6.630

(3) Bei den Materialaufwendungen handelt es sich um die Aufwendungen für die Beschaffung und Lohnfertigung der im Rahmen der Projekte vertriebenen Güter in den Bereichen PC/Multimedia und Unterhaltungselektronik/Dienstleistungen einschließlich der Anschaffungsnebenkosten und der bezogenen Leistungen.

Erläuterungen zu den Posten der Gewinn- und Verlustrechnung und der Bilanz

(4) Die Personalaufwendungen setzen sich aus folgenden Posten zusammen:

Werte in T€ 2014/2015 2013/2014
Löhne und Gehälter 45.224 42.568
Soziale Abgaben 7.721 7.069
Aufwendungen für Altersversorgung 439 266
53.384 49.903

Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter betrug im Geschäftsjahr 2014/2015 1.030,9 (Vorjahr: 1.057,4).

Bezogen auf Vollzeitäquivalente entwickelte sich die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter wie folgt:

Mitarbeiter nach Gruppen 2014/2015 2013/2014
Service 511 532
Vertrieb 338 334
Verwaltung 139 141
988 1.007

(5) Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:

Werte in T€ 2014/2015 2013/2014
Vertriebsaufwendungen 97.347 78.756
Verwaltungsaufwendungen 18.536 17.566
Betriebsaufwendungen 3.440 3.619
Übrige Aufwendungen 1.511 1.865
120.834 101.806

Der wesentliche Posten unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind die Vertriebsaufwendungen, die sich wie folgt aufgliedern:

Werte in T€ 2014/2015 2013/2014
Aufwendungen für Kundenservice 42.773 24.510
Werbe-/Messekosten, Marketing 35.217 35.445
Übrige 19.357 18.801
97.347 78.756

Unter den Verwaltungsaufwendungen werden Aufwendungen für Versicherungen, Rechts- und Beratungskosten, Fremdleistungen, Nebenkosten des Geldverkehrs und sonstige allgemeine Verwaltungskosten zusammengefasst.

Die innerhalb der Verwaltungsaufwendungen erfassten Honorare für den Abschlussprüfer gliedern sich wie folgt:

Werte in T€ 2014/2015 2013/2014
Abschlussprüfungsleistungen 257 260
Steuerberatungsleistungen - -
Andere Bestätigungsleistungen - -
Sonstige Leistungen 25 10
282 270

Bei den Betriebsaufwendungen handelt es sich um Aufwendungen für Mieten und Leasing (T€ 1.144; Vorjahr: T€ 1.108), Reparaturen und Betriebsbedarf.

Die übrigen Aufwendungen enthalten vor allem Wertberichtigungen auf Forderungen, Kursdifferenzen (T€ 209; Vorjahr: T€ 50) sowie sonstige Steuern (T€ 356; Vorjahr T€ 0).

Erläuterungen zu den Posten der Gewinn- und Verlustrechnung und der Bilanz

(6) Das Finanzergebnis stellt sich wie folgt dar:

Werte in T€ 2014/2015 2013/2014
Finanzierungserträge 887 939
Finanzierungsaufwendungen -258 -274
629 665

Im Zusammenhang mit den Bewertungskategorien nach IAS 39 ergibt sich das folgende Nettofinanzergebnis:

Werte in T€ 2014/2015 2013/2014
Kredite und Forderungen 830 908
Finanzielle Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten
Anschaffungskosten bewertet werden
-13 -16
817 892

Das Nettoergebnis gem. IFRS 7 umfasst im Wesentlichen Zinsen, Dividenden und Ergebnisse aus der Bewertung von Finanzinstrumenten zum beizulegenden Zeitwert.

Die Zinserträge und -aufwendungen sowie die Finanzierungskosten sind mit Ausnahme von abgegrenzten Zinserträgen in Höhe von T€ 110 sowie des Zinseffektes aus der Bewertung der Pensionsrückstellung in Höhe von T€ 200 (Zinsaufwand), der fast ausschließlich aus der Bewertung der Pensionsrückstellung in Höhe von T€ 185 resultiert, (Vorjahr: Zinsertrag: T€ 74; Zinsaufwand: T€ 162) im Berichtsjahr zahlungswirksam geworden.

Der Gesamtzinsertrag und -aufwand für nicht erfolgwirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente entspricht im Wesentlichen dem genannten Zinsaufwand und Zinsertrag.

Erläuterungen zu den Posten der Gewinn- und Verlustrechnung und der Bilanz

(7) Die Ertragsteuern (-/+ Aufwand/Ertrag) setzen sich wie folgt zusammen:

Werte in T€ 2014/2015 2013/2014
MEDION AG
Körperschaftsteuer/Solidaritätszuschlag -6.532 -6.053
davon: Umlage vom Organträger -5.757 -5.278
Körperschaftsteuer/Solidaritätszuschlag Vorjahre - -2.250
Gewerbeertragsteuer -4 27
-6.536 -8.276
MEDION France -536 -163
MEDION NL -232 -246
AMS -211 -138
MEDION Austria -171 -205
MSG -82 -44
MEDION Nordic -61 -154
MEDION Iberia -28 -84
MEDION UK -4 -70
MEDION Schweiz 48 -57
Übrige -4 -5
Latente Steuern 702 1.630
-7.115 -7.812

Die folgende Tabelle zeigt die Überleitung vom theoretisch erwarteten Steueraufwand zum tatsächlichen Ertragsteueraufwand gemäß IAS 12.79 ff.:

Werte in T€ 2014/2015 2013/2014
1. Konzernergebnis vor Ertragsteuern 34.922 29.936
2. Anzuwendender theoretischer Steuersatz in % 32,28 32,28
3. Theoretische Steuer -11.273 -9.663
4. Unterschiede zu ausländischen und latenten Steuern -349 241
5. Steuern auf nicht abzugsfähige Betriebsausgaben -250 -56
6. Steuererträge/-aufwendungen für Vorjahre -953 -2.204
7. Effekte aus Ergebnisabführungsvertrag 4.317 2.700
8. Steuern auf Beteiligungsergebnisse -48 -39
9. Latenter Steueraufwand/-ertrag auf Verlustvorträge -855 1.209
10. Latenter Steuerertrag Vorjahre 2.296 -
11. Tatsächlicher Ertragsteueraufwand -7.115 -7.812
12. Tatsächlicher Ertragsteuersatz in % 20,37 26,10

Der Konzernsteuersatz von 32,28 % errechnet sich aus der Gewerbesteuerbelastung von 16,45 %, der Körperschaftsteuer von 15,0 % und einem Solidaritätszuschlag von 5,5 %.

Die latenten Steuern (-/+ Aufwand/Ertrag) haben sich wie folgt entwickelt:

Werte in T€ 2014/2015 2013/2014
Latenter Steuerertrag (+) /-aufwand (-) 702 1.630
davon aus:
Steuerlichen Verlustvorträgen MEDION Australien
Auflösung/Zuführung -857 1.209
Temporären Differenzen 1.559 421
702 1.630

Zum Abschlussstichtag verfügt der MEDION-Konzern über inländische körperschaftsteuerliche Verlustvorträge in Höhe von T€ 14.508 und gewerbesteuerliche Verlustvorträge von T€ 13.657 sowie ausländische Verlustvorträge von T€ 6.374 (MEDION USA: T€ 5.156; Vorjahr: T€ 5.092 und MEDION Australien: T€ 1.218; Vorjahr: T€ 5.805) zur Verrechnung mit zukünftigen Gewinnen.

Latente Steuern auf die Verlustvorträge der MEDION AG wurden nicht gebildet, da diese während der Laufzeit des Ergebnisabführungsvertrages nicht nutzbar sind.

Für steuerpflichtige Differenzen zwischen dem Nettovermögen und dem steuerlichen Buchwert von Tochterunternehmen in Höhe von T€ 107 (Vorjahr: T€ 21) wurden keine latenten Steuerverbindlichkeiten angesetzt, da die MEDION AG in der Lage ist, den zeitlichen Verlauf der Auflösung der temporären Differenzen zu steuern und mit einer Umkehr der temporären Differenzen in naher Zukunft nicht zu rechnen ist.

Die latenten Steuern entfallen auf folgende wesentliche Bilanzposten:

aktivisch passivisch aktivisch passivisch
Werte in T€ 31.03.2015 31.03.2014
Cash-Flow Hedges
davon aus erfolgsneutraler
- 2.125 95 99
Verrechnung im Eigenkapital - (1.405) - (99)
Pensionsrückstellungen
davon aus erfolgsneutraler
1.738 - 719 -
Verrechnung im Eigenkapital (1.176) - (529) -
Übrige Rückstellungen 1.588 - 185 -
Vorräte und Forderungen 888 - - -
Steuerliche Verlustvorträge 381 - 1.209 -
4.595 2.125 2.208 99

6.2.2 Angaben zur Bilanz

Langfristige Vermögenswerte

(8) Das Gesamtinvestitionsvolumen im Bereich des Sachanlagevermögens belief sich in 2014/2015 auf T€ 430, wobei ein Großteil in Hardware, Gebäude und Bauten und Büroausstattung investiert wurde.

(9) Die Zugänge im Bereich der immateriellen Vermögensgegenstände von insgesamt T€ 919 betreffen im Wesentlichen mit T€ 533 externe Entwicklungs- und Softwarekosten für verschiedene Softwareentwicklungsprojekte, mit T€ 276 Anzahlungen auf Softwareentwicklungen und Lizenzen für den Bereich Content/Digital Downloads, sowie mit T€ 110 neue Lizenzen und Updates.

(10) Als Beteiligungen werden die nicht konsolidierten Unternehmen ausgewiesen. Im Geschäftsjahr 2014/2015 wurde eine 100%ige Tochtergesellschaft gegründet. Die Gesellschaft ist nicht aktiv und wird unter den Beteiligungen im Anlagenspiegel ausgewiesen.

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Konzernanlagevermögens ist dem Konzernanlagenspiegel auf den Seiten 100-101 zu entnehmen.

Kurzfristige Vermögenswerte

(11) Die Vorräte betreffen im Wesentlichen bei fremden Lagerhaltern und Spediteuren gelagerte Handelswaren für größtenteils fest disponierte Projektaufträge, schwimmende Waren sowie Service- und Retourenwaren.

Die Vorräte gliedern sich wie folgt auf:

Werte in T€ 31.03.2015 31.03.2014
Produktivbestände 110.443 78.911
Servicewaren 48.239 26.324
Retouren-/Remarketingbestände 20.895 8.338
Direct Sales 28.467 20.414
geleistete Vorauszahlungen - 3.363
208.044 137.350

Erläuterungen zu den Posten der Gewinn- und Verlustrechnung und der Bilanz

Zum Abschlussstichtag sind in den Vorräten die folgenden Abwertungen enthalten:

Werte in T€ 31.03.2015 31.03.2014
Auf Retouren-, Service- und Remarketingwaren 19.402 14.337
Auf Produktivbestände/Direct Sales 3.753 3.386
23.155 17.723

Die Vorräte betreffen mit T€ 162.496 (Vorjahr: T€ 99.910) PC/Multimedia und mit T€ 45.548 (Vorjahr: T€ 37.440) Unterhaltungselektronik/Dienstleistungen.

(12) Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen setzen sich wie folgt zusammen:

Werte in T€ 31.03.2015 31.03.2014
Forderungen 211.577 179.426
Wertberichtigungen -964 -1.002
210.613 178.424

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bestehen im Wesentlichen gegen international tätige Handelskonzerne.

Die Wertberichtigungen haben sich wie folgt entwickelt:

Werte in T€ 31.03.2015 31.03.2014
Stand 1. April 1.002 1.065
Inanspruchnahmen -92 -50
Auflösungen -298 -349
Zuführungen 352 336
Endbestand 964 1.002

Die Wertberichtigungen betreffen Einzelwertberichtigungen sowie Wertberichtigungen auf Portfoliobasis.

Von den nicht wertberichtigten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von T€ 210.613 (Vorjahr: T€ 178.424) waren T€ 168.813 (Vorjahr: T€ 153.732) zum Abschlussstichtag nicht fällig. Die übrigen (fälligen) Forderungen sind innerhalb folgender Zeitbänder per 31. März überfällig:

Werte in T€ 31.03.2015 31.03.2014
Kleiner als 30 Tage 30.615 15.749
Zwischen 30 und 60 Tage 1.945 573
Zwischen 61 und 90 Tage 6.562 2.980
Zwischen 91 und 180 Tage 2.345 2.324
Größer als 180 Tage 333 3.066
Summe der fälligen Forderungen 41.800 24.692

Hinsichtlich der nicht wertberichtigten, aber überfälligen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen lagen zum Abschlussstichtag keine Anhaltspunkte vor, die darauf hindeuteten, dass die Schuldner ihren Verpflichtungen nicht nachkommen werden.

Die Aufwendungen für die vollständige Ausbuchung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beliefen sich auf T€ 299 (Vorjahr: T€ 157). Erträge aus bereits ausgebuchten Forderungen waren von untergeordneter Bedeutung.

Die Forderungsverluste sind innerhalb der sonstigen betrieblichen Aufwendungen unter den übrigen Aufwendungen ausgewiesen.

(13) Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen bestehen im Wesentlichen gegen die Lenovo PC Hong Kong Ltd., Hong Kong und resultieren überwiegend aus der Bereitstellung von liquiden Mitteln.

Erläuterungen zu den Posten der Gewinn- und Verlustrechnung und der Bilanz

(14) Die sonstigen kurz- und langfristigen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:

gesamt davon
kurzfristig
gesamt davon
kurzfristig
Werte in T€ 31.03.2015 31.03.2014
a) Finanzielle Vermögenswerte
Ausstehende Lieferantengutschriften 41.714 41.714 19.336 19.336
Derivate mit bilanzieller
Sicherungsbeziehung
9.992 9.992 121 121
Derivate mit nicht bilanzieller
Sicherungsbeziehung
48 48 - -
Ausgereichte Darlehen 1.225 805 1.246 805
Übrige finanzielle Vermögenswerte/
Wertberichtigung
-973 -973 -524 -524
52.006 51.586 20.179 19.738
b) Übrige Vermögenswerte
Sonstige Steuerforderungen 2.515 2.515 2.911 2.911
Rechnungsabgrenzungsposten 1.824 1.796 1.788 1.770
Übrige 49 - 47 -
4.388 4.311 4.746 4.681
56.394 55.897 24.925 24.419

Die ausstehenden Lieferantengutschriften betreffen noch erwartete Preisgutschriften für gelieferte Produkte sowie Ansprüche aus der Abwicklung von Defektmaterialien. In den Rechnungsabgrenzungsposten werden im Wesentlichen Lizenzgebühren, Servicekosten sowie Wartungs- und Mietvorauszahlungen ausgewiesen.

Der Buchwert der finanziellen Vermögenswerte hat sich wie folgt entwickelt:

Werte in T€ 31.03.2015 31.03.2014
Finanzielle Vermögenswerte 53.197 21.245
Wertberichtigungen -1.191 -1.066
52.006 20.179

Die nicht wertberichtigten sonstigen finanziellen Vermögenswerte weisen keine Überfälligkeiten auf.

In den Ertragsteuererstattungsansprüchen wird auch das Körperschaftsteuerguthaben gemäß § 37 Abs. 5 KStG ausgewiesen, das in Höhe von T€ 588 (Vorjahr: T€ 795) eine Restlaufzeit von über einem Jahr hat.

Das Grundkapital beträgt zum Abschlussstichtag unverändert € 48.418.400,00. Es ist in 48.418.400 nennwertlose Stückaktien mit einem anteiligen Betrag am gezeichneten Kapital von je € 1,00 eingeteilt. Die Aktien sind voll eingezahlt. Zum Abschlussstichtag befanden sich 44.681.430 Aktien (31. März 2014: 44.681.430) im Umlauf.

Die Hauptversammlung vom 18. Mai 2011 hat den Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates bis zum 17. Mai 2016 das Grundkapital einmalig oder mehrmals um bis zu insgesamt € 24.000.000,00 im Rahmen eines genehmigten Kapitals zu erhöhen. Dabei ist den Aktionären grundsätzlich ein Bezugsrecht einzuräumen. Der Vorstand wird jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates das Bezugsrecht für bestimmte Zwecke auszuschließen.

Die durch die Hauptversammlungen vom 11. Mai 2007 und vom 14. Mai 2008 erteilten und zuletzt durch die Hauptversammlung vom 15. Mai 2009 bis zum 12. November 2010 befristete Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien gem. § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG bis zu 10 % des Grundkapitals ist teilweise wie folgt ausgenutzt:

Erläuterungen zu den Posten der Gewinn- und Verlustrechnung und der Bilanz

Rückkauf
programm
Anzahl der
Aktien/Betrag des
Grundkapitals (€)
Anschaffungs
kosten (€)
Anteil des
Grundkapitals
Zeitpunkt des
Erwerbs
Gründe des Erwerbs:
Hauptversammlungs
beschluss vom
I 1.670.551 25.788.127 3,45 % 2007 11. Mai 2007
I 750.369 12.094.224 1,55 % 2008 11. Mai 2007
I 2.420.920 37.882.351 5,00 %
II 484.184 3.645.833 1,00 % 2008 14. Mai 2008
III 264.000 1.496.018 0,55 % 2008 14. Mai 2008
III 704.368 4.213.491 1,45 % 2009 14. Mai 2008
III 968.368 5.709.509 2,00 %
3.873.472 47.237.693 8,00 %

Das erste Rückkaufprogramm wurde vom 5. Juli 2007 bis zum 21. Februar 2008 ausgeübt. Im Rahmen des zweiten Rückkaufprogramms wurden Anteile in der Zeit vom 23. September bis zum 13. November 2008 erworben. Das dritte Rückkaufprogramm wurde in der Zeit vom 4. Dezember 2008 bis zum 12. März 2009 durchgeführt.

Im Rahmen aktienbasierter Vergütung wurden insgesamt 136.502 Aktien in früheren Geschäftsjahren (zuletzt im Geschäftsjahr 2011) verwendet. Infolgedessen beträgt der Bestand eigener Aktien per 31. März 2015 unverändert zum Vorjahresstichtag 3.736.970 Aktien (7,72 % vom Grundkapital).

Um auch in Zukunft in der Lage zu sein, eigene Aktien zu erwerben, wurde der Vorstand gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG von der Hauptversammlung am 26. Mai 2010 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates bis zum 25. Mai 2015 eigene Aktien bis zu 10 % des zum Zeitpunkt der jeweiligen Ausübung der vorliegenden Ermächtigung bestehenden Grundkapitals zu jedem zulässigen Zweck im Rahmen der gesetzlichen Beschränkungen nach Maßgabe festgelegter Bestimmungen zu erwerben.

Der Vorstand wurde weiterhin ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates unter festgelegten Bestimmungen die aufgrund dieser oder früherer Ermächtigungen erworbenen eigenen Aktien unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre in anderer Weise als über die Börse oder durch Angebot an alle Aktionäre wieder zu veräußern oder auch als Gegenleistung an Dritte im Rahmen des Erwerbs von oder des Zusammenschlusses mit Unternehmen oder des Erwerbs von Beteiligungen an Unternehmen zu übertragen sowie Aktien, die aufgrund dieser Ermächtigung erworben werden, ganz oder in Teilen einzuziehen, ohne dass die Einziehung oder ihre Durchführung eines weiteren Hauptversammlungsbeschlusses bedarf. Der Vorstand kann auch bestimmen, dass das Grundkapital durch die Einziehung nicht herabgesetzt wird, sondern sich der Anteil der übrigen Aktien am Grundkapital gemäß § 8 Abs. 3 AktG erhöht. Der Vorstand ist in diesem Fall ermächtigt, die Angabe der Zahl der Aktien in der Satzung anzupassen.

Der Aufsichtsrat wurde unter festgelegten Voraussetzungen ermächtigt, von der Gesellschaft erworbene Aktien Mitgliedern des Vorstandes der Gesellschaft als Vergütung in Form einer Aktientantieme zu übertragen. Der Vorstand wurde ferner ermächtigt, die erworbenen eigenen Aktien mit Zustimmung des Aufsichtsrates an Mitarbeiter auszugeben.

In Ergänzung wurde die Gesellschaft ermächtigt, unter festgelegten Bedingungen eigene Aktien auch unter Einsatz von Eigenkapitalderivaten zu erwerben. Dadurch soll das Volumen an Aktien, das insgesamt erworben werden darf, nicht erhöht werden; es wird lediglich eine weitere Handlungsalternative zum Erwerb eigener Aktien eröffnet.

Direkt im Eigenkapital erfasste Erträge und Aufwendungen und Rücklagen

Die Kapitalrücklage in Höhe von T€ 142.068 beinhaltet vor allem das Agio aus Kapitalerhöhungen seit Gründung der MEDION AG.

Die Gewinnrücklagen beinhalten thesaurierte Ergebnisse der Vorjahre sowie die Effekte aus der Erstanwendung von IFRS 2 in 2005 in Höhe von unverändert T€ -3.341, sowie die aus der Neubewertung von leistungsorientierten Pensionsplänen erfassten Beträge.

Im Geschäftsjahr 2014/2015 erfolgte keine Ausschüttung aus dem Eigenkapital. Es erfolgte eine Ergebnisabführung in Höhe von € 22,5 Mio. an die Lenovo Germany Holding GmbH aufgrund des bestehenden Ergebnisabführungsvertrages.

Daneben haben T€ 381 Währungsumrechnungsdifferenzen das Eigenkapital erhöht (Vorjahr: T€ -71). Sie resultieren im Wesentlichen aus den Tochtergesellschaften in den USA, Schweiz, Großbritannien und Australien.

Für die Entwicklung des Konzerneigenkapitals verweisen wir auf die Seite 102 dieses Berichtes.

Die Lenovo Germany Holding GmbH hält zum 31. März 2015 eine Gesamtzahl von 38.647.508 Aktien (79,82 %) zuzüglich 3.736.970 Aktien (7,72 %) der von der MEDION AG gehaltenen eigenen Aktien, die Lenovo gemäß §§ 21, 22 WpHG zuzurechnen sind. Somit ist die Lenovo Germany Holding GmbH mehrheitlich an der MEDION AG im Sinne des § 16 AktG beteiligt.

Langfristige Verbindlichkeiten

(16) Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben sich die Pensionsrückstellungen wie folgt entwickelt:

Werte in T€ 31.03.2015 31.03.2014
Stand 1. April 5.295 4.055
Finanzierungsaufwand 185 162
laufender Dienstzeitaufwand 439 266
Verrechnete Verluste (+)/Gewinne (-) aus Neubewertungen 2.830 812
Stand 31. März 8.749 5.295

Die versicherungsmathematischen Verluste aus Neubewertungen des Geschäftsjahres 2014/2015 ergeben sich aus den Auswirkungen aus der Veränderung des Rechnungszinssatzes (1,55 % p.a.) gegenüber dem Vorjahr (3,50 % p.a.) i.H.v. T€ 2.950, dem gegenüber stehen erfahrungsbedingte Gewinne i.H.v. T€ 120.

Der Rechnungszinssatz basiert auf dem vom Gutachterbüro Mercer entwickelten Ersatzzinssatzverfahren. Er entspricht dem zum 31.03.2015 veröffentlichten Rechnungszins von Mercer unter Berücksichtigung der Struktur der Pensionsberechtigten bei der MEDION AG.

Der Berechnung des Barwerts der leistungsorientierten Verpflichtungen (DBO = Defined Benefit Obligation) liegen folgende versicherungsmathematische Annahmen zugrunde:

Werte in % 31.03.2015 31.03.2014
Diskontierungssatz 1,55 3,50
Gehaltstrend - 1) - 1)
Rententrend 2,00 2,00

1) Der Gehaltstrend ist ab 2008 nicht mehr relevant, da die absolute Obergrenze der Anwartschaft erreicht ist.

Bei einem um 0,5 Prozentpunkte höheren (niedrigeren) Diskontierungssatz ergäbe sich bei ansonsten unveränderten Parametern eine um T€ 914 niedrigere (T€ 1.057 höhere) Rückstellung.

Bei einem um 0,5 Prozentpunkte niedrigeren (höheren) Rententrend ergäbe sich bei ansonsten unveränderten Parametern eine um T€ 660 niedrigere (T€ 738 höhere) Rückstellung.

Die Rückstellung berücksichtigt die Ansprüche von zwei aktiven Versorgungsberechtigten, so dass derzeit keine Rentenzahlungen erwartet werden. Die Duration der Verpflichtung beträgt 22,8 Jahre (Vorjahr: 21 Jahre).

Zum Abschlussstichtag besteht keine Abweichung zwischen der Pensionsrückstellung und dem Barwert der Pensionsverpflichtungen (DBO).

Der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen (DBO) hat sich wie folgt entwickelt:

Werte in T€ 31.03.2015 31.03.2014 31.03.2013 31.03.2012 31.12.2011
Verpflichtungsbarwert 8.749 5.295 4.055 2.897 2.801

Zusätzliche Belastungen können sich ergeben durch eine höhere Lebenserwartung sowie eine höhere Inflationsrate. Darüber hinaus ergeben sich keine planspezifischen Risiken.

Die Zusagen unterliegen dem deutschen Betriebsrentengesetz. Eine Anpassungsprüfung hat grundsätzlich alle 3 Jahre zu erfolgen.

Kurzfristige Schulden

(17) Von den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von T€ 152.692 (Vorjahr: T€ 127.135) waren T€ 109.565 (Vorjahr: T€ 104.268) zum Abschlussstichtag nicht fällig. Die übrigen (fälligen) Verbindlichkeiten sind innerhalb folgender Zeitbänder per 31. März überfällig:

Werte in T€ 31.03.2015 31.03.2014
Kleiner als 30 Tage 36.996 16.161
Zwischen 30 und 60 Tage 212 1.232
Zwischen 61 und 90 Tage 420 79
Zwischen 91 und 180 Tage 210 25
Größer als 180 Tage 5.289 5.370
Summe der fälligen Verbindlichkeiten 43.127 22.867

Die Erträge für die Ausbuchung von Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen beliefen sich auf T€ 0 (Vorjahr: T€ 730).

(18) Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen im Wesentlichen gegenüber der Lenovo Germany Holding GmbH aus der Verpflichtung zur Gewinnabführung.

(19) Die Steuerrückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:

Werte in T€ 31.03.2015 31.03.2014
MEDION AG
Körperschaftsteuer/Solidaritätszuschlag 2.825 2.050
Umsatzsteuer 150 2
Übrige Steuern 300 150
MEDION France 359 21
MEDION Nordic 249 188
MEDION NL 239 526
MEDION Austria 169 136
AMS 130 38
MSG 43 8
MEDION Schweiz 42 119
MEDION Iberia - 122
Übrige - 33
4.506 3.393

Erläuterungen zu den Posten der Gewinn- und Verlustrechnung und der Bilanz

(20) Die sonstigen Rückstellungen entwickelten sich wie folgt:

Inanspruch Währungskurs
Werte in T€ 01.04.2014 nahme Auflösung Zuführung differenzen 31.03.2015
Ausstehende Rechnungen 95.278 47.370 598 67.250 36 114.596
Gewährleistungen 49.253 19.549 - 19.723 - 49.427
Personal 7.296 5.386 207 6.428 34 8.165
Übrige Rückstellungen 1.414 587 438 1.112 12 1.513
153.241 72.892 1.243 94.513 82 173.701

Die Rückstellungen für ausstehende Rechnungen umfassen im Wesentlichen Risiken aus Lizenzabgaben, Retouren und Bonusvereinbarungen für den Zeitraum bis März 2015, die in Folgejahren zu Mittelabflüssen führen. Darüber hinaus sind mögliche Ansprüche für geltend gemachte Lizenzansprüche und für noch zu leistende Urheberrechtsabgaben aufgrund geführter Vergleichsverhandlungen enthalten. Einzelheiten sind im Abschnitt 4.4.2.5 Risikobericht "Recht" im zusammengefassten Konzernlagebericht und Lagebericht dargestellt. Auf betragsmäßige Quantifizierungen wird in Übereinstimmung mit IAS 37.92 verzichtet.

Die Rückstellungen für Gewährleistungen werden für zu erwartende Nachbesserungsarbeiten und Gutschriften für die im Markt befindlichen garantiebehafteten Artikel gebildet. Die Garantiezeiträume belaufen sich auf 12 bis 36 Monate. Bei der Berechnung werden Annahmen über die zukünftige Entwicklung der Servicekosten berücksichtigt. Die Rückstellungen werden in den Garantiezeiträumen zu Auszahlungen führen.

Die Gewährleistungsrückstellung wird auf Basis von Stückkosten pro Servicefall, den in den Verkehr gebrachten Mengen und den statistisch erfassten Gewährleistungsverläufen verschiedener Produktgruppen individuell ermittelt.

In den Personalrückstellungen sind ausstehende Belastungen aus Urlaubsverpflichtungen, Tantiemen und Sonderzahlungen an Vorstand und Mitarbeiter sowie Beiträge zur Berufsgenossenschaft enthalten. Die Rückstellungen werden voraussichtlich im folgenden Jahr zu Auszahlungen führen.

Die übrigen Rückstellungen umfassen im Wesentlichen Aufwendungen für Abschlusskosten, Rechts- und Beratungskosten und Aufsichtsratsvergütungen, die auch voraussichtlich im folgenden Jahr zu Auszahlungen führen werden.

Erläuterungen zu den Posten der Gewinn- und Verlustrechnung und der Bilanz

(21) Die sonstigen kurz- und langfristigen Schulden setzen sich wie folgt zusammen:

gesamt davon
kurzfristig
gesamt davon
kurzfristig
Werte in T€ 31.03.2015 31.03.2014
a) Finanzielle Verbindlichkeiten
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten 219 219 - -
Übrige 3.554 3.554 2.430 2.430
3.773 3.773 2.430 2.430
b) Übrige Verbindlichkeiten
Steuerverbindlichkeiten 7.127 7.127 9.399 9.399
Verbindlichkeiten Sozialversicherung 160 160 60 60
Übrige 740 370 1.110 370
8.027 7.657 10.569 9.829
11.800 11.430 12.999 12.259

(22) In den kurz- und langfristigen Schulden sind nachfolgende finanzielle Verbindlichkeiten enthalten. Die Fälligkeitsstrukturen der zukünftigen (undiskontierten) Zins- und Tilgungszahlungen der originären finanziellen Verbindlichkeiten und der derivativen Finanzinstrumente stellen sich wie folgt dar:

Tilgung
Werte in T€ Cashflows 2015
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten 219 219
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten 179.140 179.140
179.359 179.359

Die finanziellen Verbindlichkeiten sind ausschließlich kurzfristiger Natur, so dass die Tilgung der entsprechenden Beträge innerhalb eines Jahres zu erfolgen hat.

Die Liquiditätssteuerung erfolgt über das Konzern-Treasury, das die jederzeitige Zahlungsfähigkeit sicherstellt. Die Versorgung mit Liquidität erfolgt über die Konzernmutter Lenovo. Für die Abwicklung von Akkreditiven und Avalen unterhält die MEDION AG bilaterale Linien mit der Commerzbank und der Deutsche Bank.

Erläuterungen zu den Posten der Gewinn- und Verlustrechnung und der Bilanz

(23) Kategorien der Finanzinstrumente nach IFRS 7

Zum 31. März 2015 werden folgende Buchwerte nach Bewertungskategorien ausgewiesen:

Werte in T€ 31.03.2015 31.03.2014
a) Kredite und Forderungen 493.964 516.996
b) Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinvestitionen - -
c) Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 140 113
d) Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte 48 -
e) Finanzielle Verbindlichkeiten, die zu Restwerten bewertet werden 179.140 154.071
f) Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten - -

Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten

Bewertungs schaffungskosten/ Fair Value
kategorie IAS 39 Buchwert Nominalwert erfolgsneutral
Kategorien (Classes) und Überleitung auf Bilanzposten
Werte in T€
31.03.2015 Wertansatz nach IAS 39
Aktiva
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente a) 61.262 61.262
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen a) 210.613 210.613
Forderungen gegen verbundene Unternehmen a) 180.123 180.123
Sonstige kurz- und langfristige Vermögenswerte
Kredite und Forderungen a) 41.966 41.966
Derivative finanzielle Vermögensgegenstände mit Hedge-Beziehungen - 9.992 9.992
Devisenswaps d) 48
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 1) c) 140 140
504.144 494.104 9.992
Passiva
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen e) 152.692 152.692
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen e) 22.894 22.894
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten mit Hedge-Beziehungen - 219 219
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten e) 3.554 3.554
179.359 179.140 219

fortgeführte An-

Die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten im Anwendungsbereich von IFRS 7 stimmen grundsätzlich mit ihren beizulegenden Werten überein. Die Finanzinstrumente in Höhe von insgesamt T€ 683.503 (Vermögenswerte und Verbindlichkeiten) beinhalten langfristige Beträge in Höhe von T€ 420 und sind somit fast ausschließlich kurzfristig.

140 | 6.2

141 | 6.2 Erläuterungen zu den Posten der Gewinn- und Verlustrechnung und der Bilanz

Die Voraussetzungen für eine Saldierung nach IAS 32 Absatz 42 von Finanzinstrumenten sind im Jahresabschluss nicht gegeben. Weiterhin bestanden keine durchsetzbaren Netting-Rahmenvereinbarungen.

1 Die zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte enthalten nicht börsennotierte Eigenkapitalinstrumente, deren beizulegende Zeitwerte nicht zuverlässig bestimmbar waren und daher zu Anschaffungskosten bewertet worden sind. Für sie bestand zum Bilanzstichtag keine Verkaufsabsicht.

Ergänzende Angaben

6.3.1 Angaben zur Kapitalflussrechnung

Die Kapitalflussrechnung gemäß IAS 7 zeigt, wie sich Zahlungsmittel und -äquivalente im Konzern im Laufe des Berichtsjahres durch Mittelzuflüsse/Mittelabflüsse verändert haben. Die Kapitalflussrechnung unterscheidet zwischen Mittelveränderungen aus laufender Geschäftstätigkeit, Investitions- und Finanzierungstätigkeit. Der Mittelzufluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit ist nach der indirekten Methode ermittelt.

Der in der Kapitalflussrechnung betrachtete Finanzmittelfonds umfasst die in der Bilanz ausgewiesenen Zahlungsmittel beziehungsweise -äquivalente in Form von Schecks, Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten, Bereitstellung aus liquiden Mitteln an verbundene Unternehmen sowie jederzeit liquidierbaren Wertpapieren.

6.3.2 Segmentberichterstattung

Nach IFRS 8 ist über die wirtschaftliche Lage der Segmente nach dem so genannten Management-Approach zu berichten. Berichtspflichtig sind diejenigen operativen Segmente, die Komponenten eines Unternehmens darstellen, für die getrennte Finanzinformationen verfügbar sind und die regelmäßig aufgrund der internen Berichterstattung durch die Hauptentscheidungsträger überprüft werden.

Der MEDION-Konzern berichtet daher gemäß der internen Unternehmenssteuerung nach den Segmenten Projektgeschäft und Direktgeschäft. Das Segment Projektgeschäft bündelt alle Geschäfte der modernen Konsumelektronik mit den international aufgestellten großen Handelsketten aus den Produktgruppen PC/Multimedia und Unterhaltungselektronik. Das Direktgeschäft beschreibt das Dienstleistungsgeschäft mit Endkonsumenten sowie den Online-Handel. Als "Überleitung Konzern" werden alle Konsolidierungseffekte und sonstigen Erträge und Aufwendungen ausgewiesen, sofern sie den Segmenten nicht direkt zuordenbar sind.

Die Segmentberichterstattung erfolgt nach folgenden Grundsätzen:

  • • Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, die der Gewinnung der Segmentinformationen zugrunde gelegt wurden, entsprechen grundsätzlich den Bilanzierungsregeln des Konzernabschlusses.
  • • Konzerninterne Transaktionen zwischen den Segmenten lagen im Berichtsjahr nicht vor.
  • • Für die interne Steuerung des MEDION-Konzerns ist der Vorstand verantwortlich. Das entscheidende Maß für die Ertragskraft der einzelnen Segmente der MEDION-Gruppe sowie für die Erfolgsbeurteilung und die Ressourcenallokation ist das EBIT.
  • • Die Umsätze werden den Segmenten zugewiesen, in denen die Umsatzerlöse realisiert werden.
  • • Der Segment-Cashflow ermittelt sich auf Basis der jeweiligen Segmentbetriebsergebnisse zuzüglich der Segmentabschreibungen sowie der zahlungsunwirksamen Aufwendungen.

Ergänzende Angaben

  • • Das Segmentvermögen umfasst die Aktiva, die zur Erwirtschaftung des Betriebsergebnisses des jeweiligen Segments eingesetzt werden. Die Segmentschulden ergeben sich aus dem jeweiligen zugehörigen Fremdkapital. Konzerninterne Vermögens- und Schuldposten werden in der Spalte "Überleitung Konzern" eliminiert.
  • • Unter Investitionen werden die Zugänge des laufenden Geschäftsjahres in Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte und Beteiligungen ausgewiesen.
Projektgeschäft Direktgeschäft Überleitung Konzern Konzern
Werte in T€ 01.04.2014
- 31.03.2015
01.04.2013
- 31.03.2014
01.04.2014
- 31.03.2015
01.04.2013
- 31.03.2014
01.04.2014
- 31.03.2015
01.04.2013
- 31.03.2014
01.04.2014
- 31.03.2015
01.04.2013
- 31.03.2014
Gesamtumsätze 679.207 670.473 670.706 606.564 0 0 1.349.913 1.277.037
EBIT 10.144 9.122 21.502 20.822 2.647 -376 34.293 29.568
Abschreibungen auf Anlagevermögen 1.102 1.238 2.095 2.469 0 0 3.197 3.707
Finanzergebnis 202 213 387 459 41 -7 629 665
Steuern 2.105 2.501 4.461 5.710 549 -103 7.115 8.108
Sonstige zahlungsunwirksame
Aufwendungen und Erträge
1.881 692 1.573 548 0 0 3.454 1.240
Brutto Cashflow 13.127 11.052 25.170 23.839 2.647 -376 40.944 34.515
Segmentvermögen 483.804 432.516 258.732 255.709 639 618 743.175 688.843
Segmentschulden 276.569 242.997 84.243 69.524 9.425 10.446 370.237 322.967
Investitionen 583 910 793 4.486 0 0 1.376 5.396

Die Erlöse mit externen Kunden nach Regionen sind in den Erläuterungen zu den Umsatzerlösen dargestellt.

Gemäß IFRS 8.34 hat MEDION Informationen über den Grad seiner Abhängigkeit von seinen wichtigen Kunden vorzulegen.

MEDION unterhält Geschäftsbeziehungen zu wichtigen Kunden, die für die Geschäftsentwicklung von MEDION wesentlich sind und die bei Wegfall einzelner solcher Kundenbeziehungen zu signifikanten Umsatzveränderungen und entsprechenden nachteiligen Auswirkungen für die weitere Geschäftsentwicklung von MEDION führen können. Derzeit ist nicht ersichtlich, dass wichtige Kunden ihre Geschäftsverbindung zu MEDION lösen werden.

Da eine quantitative Aufgliederung der Umsätze für wichtige Kunden nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung geeignet ist, dem Unternehmen einen erheblichen Nachteil zuzufügen, hat sich der Vorstand im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat dazu entschlossen, eine solche Aufgliederung der Umsatzerlöse zu unterlassen und die in der Folge insoweit zwangsläufige Einschränkung des Bestätigungsvermerks hinsichtlich der Angabe der Umsätze mit wichtigen Kunden im Sinne von IFRS 8.34 hinzunehmen.

144 | 6.3 Ergänzende Angaben

6.3.3 Ergebnis je Aktie

Das Ergebnis je Aktie ergibt sich aus der Division des den Aktionären der MEDION AG zurechenbaren Konzernergebnisses durch die Anzahl der durchschnittlich im Umlauf befindlichen Aktien. Zurückgekaufte Aktien während einer Periode werden zeitanteilig für den Zeitraum, in dem sie sich im Umlauf befinden, berücksichtigt.

Die durchschnittliche Anzahl an Aktien beträgt für das Geschäftsjahr 2014/2015 44.681.430.

In der dargestellten Berichtsperiode gab es keine Verwässerungseffekte, die sich aus potentiellen Stammaktien ergeben.

2014/2015 2013/2014
Gewichteter Durchschnitt der ausgegebenen Aktien 44.681.430 44.681.430
Konzernergebnis (T€) 27.807 22.124
Ergebnis je Aktie (unverwässert, in €) 0,62 0,50
Ergebnis je Aktie (verwässert, in €) 0,62 0,50

6.3.4 Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen beinhalten Mietverträge für Geschäfts- und Lagerräume und sonstige Operating-Leasingverhältnisse. Letztere beinhalten PKW, Betriebsund Geschäftsausstattung sowie Wartungsverträge.

Die künftigen Zahlungsströme stellen sich wie folgt dar:

31.03.2015 31.03.2014 31.03.2015 31.03.2014 31.03.2015 31.03.2014
Werte in T€ <_ 1 Jahr 1 Jahr < x <_ 5 Jahre > 5 Jahre
Geschäfts- und Lagerräume 846 747 930 738 17 93
Sonstige Operating-Leasing
verhältnisse 499 481 413 586 0 0
1.345 1.228 1.343 1.324 17 93

6.3.5 Risikomanagement und Finanzderivate

1. Kreditrisiken

Unter Kreditrisiko wird nach IFRS 7 das Risiko verstanden, dass eine Partei eines Finanzinstruments der anderen Partei einen finanziellen Verlust verursacht, indem sie einer Verpflichtung nicht nachkommt.

Bei der MEDION AG können Kreditrisiken insbesondere in Form von Ausfallrisiken entstehen. Wesentliche Ausfallrisiken können bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entstehen, wenn Kunden nicht in der Lage sind, ihre Verpflichtungen fristgerecht zu begleichen. Das maximale Ausfallrisiko wird durch den Buchwert der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von T€ 210.613 (Vorjahr: T€ 178.424) wiedergegeben. Die Reduktion des Risikos erfolgt bei der MEDION AG grundsätzlich durch die Konzentration auf Kunden mit A-Bonität. Kunden, die nicht in diese Kategorien fallen, sind von untergeordneter Bedeutung und werden in der Regel kreditversichert.

Die MEDION AG erachtet das Ausfallrisiko von Zahlungsmitteläquivalenten, Forderungen gegen verbundene Unternehmen und den Derivaten mit positivem Marktwert als sehr gering, da die zugrunde liegenden Geschäfte entweder mit dem Mutterkonzern Lenovo oder mit bonitätsmäßig einwandfreien Banken abgeschlossen wurden. Das maximale Ausfallrisiko bei den Zahlungsmitteln und den Forderungen gegen verbundene Unternehmen wird durch den Buchwert (T€ 241.385), bei den Derivaten mit positivem Marktwert wiedergegeben (T€ 10.040).

2. Liquiditätsrisiken

Das Liquiditätsrisiko beschreibt die Gefahr, Verpflichtungen aus finanziellen Schulden nicht erfüllen zu können. Die Erläuterung des Liquiditätsmanagements sowie eine Analyse der Fälligkeiten der finanziellen Verbindlichkeiten sind unter Punkt (22) erfolgt.

3. Marktrisiken | Währungsrisiken

Währungsrisiken im Sinne von IFRS 7 entstehen durch Finanzinstrumente, welche in einer von der funktionalen Währung abweichenden Währung denominiert und monetärer Art sind. Die folgende Auflistung zeigt die wesentlichen Fremdwährungsposten zum Abschlussstichtag:

31.03.2015 31.03.2014 31.03.2015 31.03.2014 31.03.2015 31.03.2014
Werte in T€ USD GBP Übrige
Zahlungsmittel 1.166 909 1.127 1.460 9.365 10.475
Forderungen 54.333 22.050 1.624 1.246 5.413 5.913
Verbindlichkeiten -51.779 -52.379 -1.736 -510 -7.632 -12.923
Saldo 3.720 -29.420 1.015 2.196 7.146 3.465

Die zum Abschlussstichtag zur Absicherung von Währungsrisiken abgeschlossenen Devisentermingeschäfte haben ein Nominalvolumen von USD 199,0 Mio. Aus der Kursentwicklung resultierten zum Abschlussstichtag positive Marktwerte in Höhe von T€ 9.992, die in den sonstigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesen wurden sowie negative Marktwerte in Höhe von T€ 219, die in den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen wurden.

Für die Devisentermingeschäfte, die der Absicherung der einkaufsseitigen USD-Zahlungsströme im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2015/2016 dienen und somit als Cashflow-Hedge designiert wurden, erfolgte die Gegenbuchung der Marktwertänderungen von T€ 9.773 erfolgsneutral im Eigenkapital als Bewertungsrücklage. Auf diesen Teil der Bewertungsrücklage entfallen passive latente Steuern von T€ 3.155. Der erfolgsneutralen Bewertungsrücklage aus den Devisentermingeschäften stehen die Wechselkursanpassungen aus den gesicherten USD- Fremdwährungsverbindlichkeiten der Einkaufsverträge sowie entsprechende, zum Abschlussstichtag noch nicht bilanzwirksam gewordene Währungsgewinne/-verluste aus den zugehörigen schwebenden Einkaufskontrakten gegenüber. Für den gesicherten Teil der Fremdwährungsverbindlichkeiten wurden T€ -5.421 im Eigenkapital erfasst. Auf diesen Teil der Bewertungsrücklage entfallen aktive latente Steuern von T€ 1.750. Für den nicht gesicherten Teil der Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten wurden insgesamt T€ 3.572 ergebniswirksam erfasst.

Nominalwert
TUSD
Marktwert
T€
Nominalwert
TUSD
Marktwert
T€
31.03.2015 31.03.2014
Währungsbezogene Geschäfte
Devisentermingeschäfte in USD
199.000 9.773 20.000 85
Währungsbezogene Geschäfte
Devisentermingeschäfte in AUD
- - 2.600 36
Davon erfolgsneutral im Eigenkapital
verrechnet (brutto)
9.773 121
Umrechnungseffekt aus Grundgeschäften erfolgs
neutral im Eigenkapital verrechnet (brutto)
-5.421 187
Abzüglich latenter Steuern -1.404 -99
Cashflow-Hedges 2.948 209

Der Marktwert wird aus dem Devisenmittelkurs vom Abschlussstichtag abgeleitet.

Für die systematische Darstellung der Marktpreisrisiken, denen das Unternehmen am Bilanzstichtag ausgesetzt ist, ist eine Sensitivitätsanalyse zu erstellen. Die Sensitivitätsanalyse dient der Ermittlung der Auswirkungen von hypothetischen Änderungen relevanter Risikovariablen auf das Ergebnis und Eigenkapital. Zur Bestimmung der Auswirkungen dieser Risikovariablen auf die Finanzinstrumente sind zum Bilanzstichtag die Effekte hypothetischer Änderungen der Risikovariablen auf den Marktwert und die Zahlungsströme zu ermitteln.

Die MEDION AG ist vor allem Währungsrisiken ausgesetzt. Bei den Währungsrisiken wird eine Schwankung um 10 % gegenüber dem Euro angenommen.

Wenn die Fremdwährung gegenüber dem Euro zum 31. März 2015 um 10 % abgewertet (aufgewertet) gewesen wäre, hätte die Bewertungsrücklage die folgenden verminderten (-) oder erhöhten (+) Werte gehabt:

31.03.2015 31.03.2014 31.03.2015 31.03.2014 31.03.2015 31.03.2014
Werte in T€ USD GBP AUD
Abwertung um 10 % 2.635 -983 0 0 0 131
Aufwertung um 10 % -2.898 894 0 0 0 -93

Wenn die Fremdwährung gegenüber dem Euro zum 31. März 2015 um 10 % abgewertet (aufgewertet) gewesen wäre, hätte das Ergebnis die folgenden verminderten (-) oder erhöhten (+) Werte gehabt:

31.03.2015 31.03.2014 31.03.2015 31.03.2014 31.03.2015 31.03.2014
Werte in T€ USD GBP AUD
Abwertung um 10 % -2.288 0 -48 0 -92 0
Aufwertung um 10 % 2.517 0 21 0 101 0

Aus der Verwendung von derivativen Finanzinstrumenten werden keine nachteiligen Einflüsse auf die Finanzlage des Konzerns erwartet. Die Gesellschaft setzt keine Finanzinstrumente zu Handels- oder Spekulationszwecken ein.

4. Marktrisiken | Zinsrisiken

Mit Zinsrisiko wird das Risiko beschrieben, dass der beizulegende Zeitwert oder künftige Cashflows eines Finanzinstruments aufgrund von Änderungen des Marktzinssatzes schwanken.

Marktzinsänderungen von originären Finanzinstrumenten mit fester Verzinsung wirken sich nur dann auf das Ergebnis aus, wenn diese zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Soweit vorhandene liquide Mittel als kurzfristige Festgeldanlagen mit fix verhandelten Zinssätzen gehalten werden, unterliegen diese damit keinem Zinsrisiko.

Darüber hinaus sind Geldanlagen auch zu Vereinbarungen angelegt, die variable Zinskomponenten enthalten. Zinsänderungsrisiken, insbesondere Zinsminderungsrisiken, sind hierbei jedoch von untergeordneter Bedeutung.

5. Marktrisiken | Sonstige Preisrisiken

Als sonstige Preisrisiken im Sinne von IFRS 7 kommen insbesondere Risiken aus Marktpreisänderungen von Aktien sowie handelbaren Rohstoffen in Frage.

Zum 31. März 2015 hat die MEDION AG keine Bestände an Aktien. Eigene Anteile sind keine Finanzinstrumente in diesem Sinn, da IAS 32.11 ausdrücklich auf Eigenkapitalinstrumente anderer Unternehmen abstellt.

Ereignisse nach dem Abschlussstichtag 6.3.6

Bis zum 29. Mai 2015 (Freigabe des Abschlusses durch den Vorstand an den Aufsichtsrat) ergaben sich keine nennenswerten Ereignisse.

Nahe stehende Unternehmen und Personen 6.3.7

Name und Sitz Stammkapital zum
31.03.2015
Prozentsatz
der Beteiligung
Jahres
ergebnis in T€
1. Allgemeine Multimedia Service GmbH, Essen € 25.000 100,0 % 434
2. MEDION Service GmbH, Essen € 25.000 100,0 % 178
3. MEDION FRANCE S.A.R.L., Le Mans, Frankreich € 150.000 100,0 % 106
4. MEDION ELECTRONICS LIMITED, Swindon, United Kingdom GBP 400.000 100,0 % -11
5. MEDION NORDIC A/S, Glostrup, Dänemark DKK 500.000 100,0 % 188
6. MEDION AUSTRIA GmbH, Wels, Österreich € 50.000 100,0 % 773
7. MEDION B.V., Panningen, Niederlande € 650.000 100,0 % 728
8. MEDION IBERIA, S.L., Madrid, Spanien € 5.000 100,0 % 46
9. MEDION SCHWEIZ ELECTRONICS AG, Zürich, Schweiz CHF 100.000 100,0 % 334
10. MEDION USA Inc., Delaware, USA USD 10.100.000 100,0 % -64
11. MEDION AUSTRALIA PTY LTD., Sydney, Australien AUD 10.000 100,0 % 1.622
12. MEDION Elektronika d.o.o., Ljubljana, Slowenien SIT 2.100.000 = € 8.763 100,0 % 20
13. MEDION International (Far East) Ltd., Hongkong, Volksrepublik China HKD 10.000 100,0 % nicht operativ
14. LIFETEC International Ltd., Hongkong, Volksrepublik China HKD 10.000 100,0 % nicht operativ
15. MEDION Asia Pacific Ltd., Hongkong, Volksrepublik China HKD 1.000.000 100,0 % nicht operativ
16. MEDION Mobile GmbH, Essen € 25.000 100,0 % nicht operativ

Neben den genannten Gesellschaften sowie Mitgliedern des Vorstandes und Aufsichtsrates gelten darüber hinaus auch sämtliche Gesellschaften der Lenovo-Gruppe als nahe stehende Unternehmen. Mutterunternehmen der MEDION AG ist die Lenovo Germany Holding GmbH mit Sitz in Essen. Oberstes beherrschendes Unternehmen ist die Lenovo Group Limited mit Sitz in Hongkong. Die Geschäftsbeziehungen zwischen der MEDION AG und den Tochtergesellschaften, die als nahe stehende Unternehmen anzusehen sind, sind durch Konsolidierung eliminiert und werden daher nicht weiter erläutert. Im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit bestehen auch Liefer- und Leistungsbeziehungen zu nicht zum Anteilsbesitz des MEDION-Konzerns gehörenden nahe stehenden Unternehmen. Es bestehen vertragliche Vereinbarungen.

Im Berichtsjahr sind folgende Geschäftsbeziehungen gemäß IAS 24 zum Mutterunternehmen und zu sonstigen nahe stehende Unternehmen darzustellen.

Alle Liefer- und Leistungsbeziehungen werden zu Marktpreisen abgewickelt.

Die Beziehungen zu Vorstand und Aufsichtsrat betreffen die Vergütung und sind in den folgenden Abschnitten dargestellt.

150 | 6.3

Ergänzende Angaben

Umsätze (netto) Forderung/Verbind
lichkeit (-) (brutto)
Werte in T€ 2014/2015 31.03.2015
MEDION Unterhaltungsmedien Handelsgesellschaft mbH & Co. KG, Essen
Sonstiges 12
Lifetec Electronics GmbH, Essen
Verkäufe von MEDION AG 2.484
Provisionsvertrag -31
Lenovo PC Hong Kong Ltd.
Verkäufe von MEDION AG 60.127 35.398
Warenlieferungen an MEDION AG -127.113 -4.149
Rabatte und Nachlässe 3.474 556
Forderungen aus Schadensfällen 150 71
Finanztransaktionen/Kurzfristige Kapitalüberlassung -570 100.000
Sonstige 20.512 20.235
Derivate Nominalwert 175.331
Lenovo (Deutschland) GmbH
Verkäufe von MEDION AG 109 65
Sonstige Forderungen 37 18
Lenovo Mobile Communication Technology Ltd.
Warenlieferungen an MEDION AG -62
Lenovo Mobile Communication (Wuhan) Company Ltd.
Warenlieferungen an MEDION AG -2.490 -85
Lenovo Mexico S de R.L. de CV
Verkäufe von MEDION AG 7
Lenovo Insurance Pte. Ltd.
Sonstige Verbindlichkeiten -648
Lenovo Germany Holding GmbH
Verauslagte Kosten und Steuern -5.757 12.550
Lenovo Spain S.L.
Sonstige Verbindlichkeiten -155
Lenovo France
Sonstige Forderungen 6 6
Sonstige Verbindlichkeiten -172 -50
Lenovo (United States) Inc.
Sonstige Forderungen 130 130

151 | 6.3

Ergänzende Angaben

Umsätze (netto) Forderung/Verbind
lichkeit (-) (brutto)
Werte in T€ 2014/2015 31.03.2015
Lenovo (Asia Pacific) Ltd.
Warenlieferungen von MEDION AG 2
Lenovo Technology UK Ltd.
Verkäufe von MEDION AG 2
Warenlieferungen an MEDION AG -749
Lenovo (Slovakia) s.r.o
Verkäufe von MEDION AG 1
Lenovo Technology B.V., Wien
Sonstige Forderungen 1
Lenovo (Shanghai) Electronics
Warenlieferungen an MEDION AG -3
Lenovo Belgium
Verkäufe von MEDION AG 1
Lenovo Technology B.V. Espoo (Schweden)
Verkäufe von MEDION AG 1
Lenovo Int B.V. - Irish Bran
Verkäufe von MEDION AG 1

6.3.8 Vorstand

Im Berichtszeitraum gehörten folgende Herren dem Vorstand an:

Kaufmann Gerd Brachmann, Essen (Vorsitzender des Vorstandes)

Diplom-Ökonom Christian Eigen, Essen (stellv. Vorsitzender des Vorstandes) Mitglied in anderen Aufsichtsräten: Adinotec AG, Griesheim

Die Gesamtbezüge der Vorstandsmitglieder, die erfolgswirksam erfasst wurden, beliefen sich im Geschäftsjahr 2014/2015 ohne die Veränderung der Pensionsrückstellungen (T€ 948; Vorjahr: T€ 756) auf insgesamt T€ 2.035,2 (Vorjahr: T€ 2.405,8). Die Angaben über die Grundzüge des Vergütungssystems sowie die Darstellung der individualisierten Angaben der Vorstandsbezüge gemäß § 314 Abs. 1 Nr. 6a S. 5–8 HGB sind im Vergütungsbericht im zusammengefassten Konzernlagebericht und Lagebericht dargestellt, auf den verwiesen wird.

Der Vorstand hielt zum 31. März 2015 keine Aktien der Gesellschaft.

152 | 6.3 Ergänzende Angaben

6.3.9 Aufsichtsrat

Im Berichtsjahr waren folgende Herren Mitglieder des Aufsichtsrates der Gesellschaft:

Dr. Rudolf Stützle, Essen (Vorsitzender), Rechtsanwalt (Ehem. Managing Director der Deutsche Bank AG, Global Banking, Frankfurt am Main)

Mitglied in anderen Aufsichtsräten: Carl Spaeter GmbH, Duisburg – stellv. Vorsitzender des Aufsichtsrates

Wai Ming Wong (stellv. Vorsitzender), wohnhaft in Discovery Bay, Lantau, Hongkong, Volksrepublik China (Executive Vice President und Chief Financial Officer Lenovo)

Wai Ming Wong ist nicht in den gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten inländischer Gesellschaften vertreten. Wai Ming Wong übt jedoch bei folgenden ausländischen Wirtschaftsunternehmen vergleichbare Mandate aus:

China Unicom (Hong Kong) Limited, Hongkong, Volksrepublik China und Linmark Group Limited, Bermuda (bis 23. Februar 2015).

Gianfranco Lanci (Mitglied), wohnhaft in Lugano, Schweiz (Corporate President und Chief Operating Officer Lenovo)

Gianfranco Lanci ist nicht in den gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten inländischer Gesellschaften vertreten oder übt vergleichbare Mandate bei ausländischen Wirtschaftsunternehmen aus.

Herr Dr. Rudolf Stützle erhält für seine Tätigkeit im Geschäftsjahr 2014/2015 eine Vergütung in Höhe von T€ 120 (Vorjahr: T€ 120). Herr Wai Ming Wong erhält für seine Tätigkeit im Geschäftsjahr 2014/2015 aufgrund einer Vereinbarung zwischen MEDION und Lenovo keine Vergütung (Vorjahr: T€ 50). Herr Gianfranco Lanci erhält für seine Tätigkeit aufgrund einer Vereinbarung zwischen MEDION und Lenovo keine Vergütung (Vorjahr: T€ 14).

Die Gesamtvergütung des Aufsichtsrates beläuft sich somit im Geschäftsjahr 2014/2015 auf T€ 120 (Vorjahr: T€ 218). Weder im Berichtsjahr noch im Vorjahr wurden Aufwandsentschädigungen gezahlt.

GJ 2014/2015
Werte in €
Dr. Rudolf Stützle
Vorsitzender
Wai Ming Wong
Stellv. Vorsitzender
Gianfranco Lanci
Mitglied
Gesamt
Vergütung 120.000,00 0,00 0,00 120.000,00
Gesamtsumme 120.000,00 0,00 0,00 120.000,00
GJ 2013/2014
Werte in €
Dr. Rudolf Stützle
Vorsitzender
Wai Ming Wong
Stellv. Vorsitzender
Milko van Duijl
(bis 6.12.2013)
Mitglied
Gianfranco Lanci
(seit 19.12.2013)
Mitglied
Gesamt
Vergütung 120.000,00 50.000,00 34.246,58 14.109,59 218.356,17
Gesamtsumme 120.000,00 50.000,00 34.246,58 14.109,59 218.356,17

Die Aufsichtsratsmitglieder hielten zum 31. März 2015 unverändert keine Aktien.

Die Angaben über die Grundzüge des Vergütungssystems sowie die Darstellung der individualisierten Angaben der Aufsichtsratsbezüge gemäß § 314 Abs. 1 Nr. 6a Satz 5-8 HGB sind im Vergütungsbericht, der Bestandteil des zusammengefassten Konzernlageberichtes und Lageberichtes ist, dargestellt, auf den verwiesen wird.

Corporate Governance – Angabe gemäß § 161 AktG 6.3.10

Der Deutsche Corporate Governance Kodex (DCGK) stellt die wesentlichen Empfehlungen zur Leitung und Überwachung deutscher börsennotierter Gesellschaften dar und enthält Standards verantwortungsvoller Unternehmensführung in der Fassung vom 24. Juni 2014.

Am 25. November 2014 haben Vorstand und Aufsichtsrat die aktualisierte Entsprechenserklärung nach § 161 AktG abgegeben und den Aktionären auf der Website der Gesellschaft dauerhaft zugänglich gemacht.

6.3.11 Vorschlag für die Verwendung des Bilanzgewinns

Aufgrund des mit der Lenovo Germany Holding GmbH abgeschlossenen Beherrschungsund Gewinnabführungsvertrages steht bei der MEDION AG kein verteilungsfähiger Bilanzgewinn zur Verfügung. Die außenstehenden Aktionäre der MEDION AG erhalten am nächsten Bankarbeitstag nach dem Tag der Hauptversammlung 2015, die über das Geschäftsjahr 2014/2015 beschließt, die vertraglich festgesetzte Ausgleichszahlung von der Lenovo Germany Holding GmbH. Die Hauptversammlung der MEDION AG findet voraussichtlich am 1. Oktober 2015 statt.

Essen, 29. Mai 2015

Gerd Brachmann Christian Eigen

Vorsitzender des Vorstandes Stellv. Vorsitzender des Vorstandes

Erklärung nach §§ 297 Abs. 2 Satz 4 sowie 315 Abs. 1 Satz 6 HGB

"Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im zusammengefassten Konzernlagebericht und Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind."

Essen, 29. Mai 2015

Gerd Brachmann Christian Eigen

Vorsitzender des Vorstandes Stellv. Vorsitzender des Vorstandes

7 Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

155 |

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Wir haben den von der MEDION AG, Essen, aufgestellten Konzernabschluss – bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Gesamtergebnisrechnung, Eigenkapitalveränderungsrechnung, Kapitalflussrechnung und Anhang – sowie den Konzernlagebericht, der mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst ist, für das Geschäftsjahr vom 1. April 2014 bis 31. März 2015 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und zusammengefasstem Lagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften liegt in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den zusammengefassten Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und zusammengefassten Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat mit Ausnahme der folgenden Einschränkung zu keinen Einwendungen geführt: Entgegen IFRS 8.34 werden im Konzernanhang die Gesamtbeträge der Umsatzerlöse mit externen Kunden, die sich jeweils auf mindestens 10 % der Umsatzerlöse des Unternehmens belaufen, nicht angegeben, sondern lediglich qualitative Angaben zu wichtigen Kunden gemacht.

Mit dieser Einschränkung entspricht der Konzernabschluss nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Mit der genannten Einschränkung steht der zusammengefasste Lagebericht in Einklang mit einem den gesetzlichen Vorschriften entsprechenden Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Essen, den 29. Mai 2015

PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

Stefan Wienands ppa. Joachim Möglich

8.1 Gewinn- und Verlustrechnung 159
8.2 Bilanz 160

Gewinn- und Verlustrechnung

Werte in T€ GJ 2014/2015 GJ 2013/2014
1. Umsatzerlöse 1.310.047 1.234.019
2. Sonstige betriebliche Erträge 8.332 18.649
3. Materialaufwand
a) Aufwendungen für bezogene Waren 1.101.498 1.052.162
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 17.017 16.982
1.118.515 1.069.144
4. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 28.485 26.203
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung 5.292 4.597
33.777 30.800
5. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des
Anlagevermögens und Sachanlagen
3.094 3.623
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen 137.195 119.213
7. Erträge aus Beteiligungen 3.004 2.428
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 841 943
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 265 264
10. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 29.378 32.995
11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
davon Steuerumlagen: T€ 5.757 (Vorjahr: T€ 5.278)
6.537 8.276
12. Sonstige Steuern 296 213
6.833 8.489
13. Aufgrund eines Ergebnisabführungsvertrages abgeführter Gewinn 22.545 24.506
14. Jahresüberschuss 0 0
15. Bilanzgewinn 0 0

8.2 Bilanz

Aktiva

Werte in T€ 31.03.2015 31.03.2014
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte 2.170
und ähnliche Rechte und Werte 2.832
2. Entgeltlich erworbene EDV-Software 839 1.240
3. Geleistete Anzahlungen 399 298
3.408 4.370
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten 20.548 22.163
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.306 2.736
22.854 24.899
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 3.933 3.906
30.195 33.175
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Waren 207.824 133.914
2. Geleistete Anzahlungen 0 3.363
207.824 137.277
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 206.570 173.742
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 186.661 233.412
3. Sonstige Vermögensgegenstände 44.147 22.367
437.378 429.521
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 45.799 74.249
691.001 641.047
C. Rechnungsabgrenzungsposten 1.677 1.599
722.873 675.821

8.2

Passiva

Werte in T€ 31.03.2015 31.03.2014
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital
1. Grundkapital 48.418 48.418
2. Eigene Anteile -3.737 -3.737
44.681 44.681
II. Kapitalrücklage 138.726 138.726
III. Gewinnrücklagen
Andere Gewinnrücklagen 182.679 182.679
IV. Bilanzgewinn 0 0
366.086 366.086
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen 5.017 4.068
2. Steuerrückstellungen 3.275 2.202
3. Sonstige Rückstellungen 169.970 150.588
178.262 156.858
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 142.307 114.567
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 26.739 27.480
3. Sonstige Verbindlichkeiten 8.738 9.719
177.784 151.766
D. Rechnungsabgrenzungsposten 741 1.111
722.873 675.821

162 |

9 Finanzkalender 163 |

14. August 2015 Zwischenmitteilung zum 30. Juni 2015
(1. April 2015 - 30. Juni 2015)
1. Oktober 2015 Hauptversammlung, Essen
(Geschäftsjahr 2014/2015)
12. November 2015 Halbjahresfinanzbericht zum 30. September 2015
(1. April 2015 - 30. September 2015)

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