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MEDION AG

Annual Report (ESEF) Jul 3, 2023

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5.1 Grundlagen des Konzerns

5.1.1 Verbindung zu Lenovo und Geschäftsmodell

Gesellschaftsrechtliche Struktur und Verbindung zu Lenovo

Die MEDION AG ist eine börsennotierte Aktiengesellschaft. Die Aktie wird seit dem 20. Juni 2012 im regulierten Markt (General Standard) geführt. MEDION ist seit einem freiwilligen Übernahmeangebot im Juli 2011 Teil der internationalen Lenovo-Gruppe. Lenovo ist mit zwei Mitgliedern im Aufsichtsrat der MEDION AG vertreten. Als Mehrheitsaktionär hält die Lenovo Germany Holding GmbH zum 31. März 2023 eine Gesamtzahl von 38.771.480 Aktien (80,08 %) zuzüglich 3.736.970 Aktien (7,72 %) der von der MEDION AG gehaltenen eigenen Aktien, die Lenovo zuzurechnen sind.

Die Aktionäre der MEDION AG haben auf einer außerordentlichen Hauptversammlung der Gesellschaft am 14. Dezember 2011 in Essen dem Abschluss eines Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrages zwischen der MEDION AG und der Lenovo Germany Holding GmbH mit der erforderlichen Mehrheit zugestimmt. Dieser Vertrag ist im Handelsregister des Amtsgerichts Essen für die MEDION AG eingetragen.

Der Unternehmensvertrag bestimmt, dass die Lenovo Germany Holding GmbH verpflichtet ist, auf Verlangen eines außenstehenden Aktionärs der MEDION AG dessen Aktien gegen eine Barabfindung im Sinne des § 305 Abs. 2 Nr. 3 AktG von € 13,00 je Aktie mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von € 1,00 zu erwerben. Denjenigen Aktionären, die dieses Abfindungsangebot nicht annehmen, garantiert die Lenovo Germany Holding GmbH für die Dauer des Unternehmensvertrages eine jährliche Ausgleichszahlung. Der Betrag der Ausgleichszahlung ergibt sich aus einem Bruttogewinnanteil in Höhe von € 0,82 je MEDION-Aktie für jedes volle Geschäftsjahr abzüglich eines Betrages für deutsche Körperschaftsteuer sowie Solidaritätszuschlag nach dem jeweils für diese Steuern für das betreffende Geschäftsjahr geltenden Steuersatz. Damit beträgt die jährliche Ausgleichszahlung, die jeder außenstehende Aktionär nach Abzug der geltenden Körperschaftsteuerbelastung und des darauf entfallenden Solidaritätszuschlags durch Zahlung der Lenovo Germany Holding GmbH erhält, gegenwärtig, wie zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses, € 0,69 je Aktie. Daneben haben die MEDION AG und die Lenovo Germany Holding GmbH einen Steuerumlagevertrag abgeschlossen.

Spruchstellenverfahren

In dem 2012 eingeleiteten Spruchstellenverfahren zur Überprüfung der Angemessenheit von Abfindungsangebot und Ausgleichszahlung hat das zuständige Landgericht Dortmund im August 2019 die Anträge der außenstehenden Aktionäre vollumfänglich zurückgewiesen.

In dem aktienrechtlichen Spruchverfahren zur Bestimmung des angemessenen Ausgleichs und der angemessenen Abfindung nach §§ 304, 305 AktG aus dem Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag zwischen der MEDION AG und der Lenovo Germany Holding GmbH, Essen, hat der Vorstand der MEDION AG gemäß § 14 Nr. 1 SpruchG den Beschluss des Landgerichts Dortmund vom 26.08.2019, 20 O 4/12 [AktE], bestätigt durch Beschluss des Oberlandesgerichts Düsseldorf vom 20.04.2023, I-26 W 8/20 [AktE], durch den die Beschwerden gegen den Beschluss des Landgerichts Dortmund ohne Zulassung der Rechtsbeschwerde zurückgewiesen wurden, im Bundesanzeiger bekannt gegeben. Danach wurden die auf Erhöhung der Barabfindung und Ausgleichszahlung gerichteten Anträge zurückgewiesen.

Die Frist für die Andienung der Aktien endet zwei Monate nach dem Tag, an dem die rechtskräftige Gerichtsentscheidung im Bundesanzeiger bekannt gemacht worden ist. Die Bekanntmachung im Bundesanzeiger erfolgte am 12. Mai 2023.

MEDION-Geschäftsmodell

Das MEDION-Geschäftsmodell ist darauf ausgerichtet, dem Konsumenten zusammen mit den Partnern aus dem Handel funktional hochwertige und innovative Trendprodukte der Consumer Electronics in attraktivem Design auf dem neuesten technologischen Stand für breite Käuferschichten verfügbar zu machen. Die Kernkompetenz ist dabei die Entwicklung und der Vertrieb von Computer- und Multimedia-Produkten wie Notebooks, PC-Systemen, Monitoren, Smartphones und Tablets. Hierzu zählen auch die MEDION-Smart-Home-Bausteine, mit denen die Kunden Hausautomation selbst nachrüsten können. Unterhaltungselektronik wie LCD-Fernseher, Internetradios und Bluetooth-Lautsprecher sowie Haushalts- und Gesundheitsprodukte sind weitere Felder, in denen MEDION aktiv ist.

MEDION übernimmt gegenüber seinen Kunden, den international aufgestellten großen Handelsketten, nicht nur die Rolle des Lieferanten der Produkte, sondern – weit darüber hinausgehend – die Funktion eines Full-Service-Dienstleisters, der für seine Kunden die gesamte Wertschöpfungskette – von der Entwicklung der Produktidee über die Herstellung, Bewerbung und Logistik bis hin zum After-Sales-Service – konzipiert und kontrolliert. Die Vermarktung beginnt hier demnach bereits vor der Produktion. Zusammen mit den Kunden werden in der Regel hochvolumige Vertriebsaktionen mit Projektcharakter strukturiert und abgewickelt, die in vielen Fällen gleichzeitig in mehreren Ländern stattfinden. Die entsprechenden Waren lässt MEDION in Auftragsfertigung produzieren.

Zusätzlich zu diesen Vertriebsaktivitäten mit Aktions- oder Projektcharakter vertreibt MEDION Produkte im eigenen Online-Handel und in einem unternehmenseigenen Outlet auf dem Firmengelände (MEDION Fabrikverkauf).

Neben dem klassischen Hardware-Geschäft hat MEDION das Dienstleistungsgeschäft mit digitalen Dienstleistungen aufgebaut, welches in den vergangenen Jahren kontinuierlich gewachsen ist und mittlerweile den größeren Ergebnisanteil generiert. Hierzu zählt insbesondere das Angebot von Mobilfunkdienstleistungen. Ergänzend entwickelt und vermarktet MEDION Dienstleistungen in den Bereichen Fotoservice, Electronic-Software-Distribution, Musik-Plattformen und anderen Online-Diensten, die hauptsächlich über Handelspartner angeboten werden. Die digitalen Dienstleistungen werden überwiegend als Vermittlungsgeschäft („Agentenmodell“) betrieben.

Das operative Geschäft des MEDION-Konzerns wird überwiegend direkt durch die MEDION AG, Essen, gesteuert und in dieser – auch auf internationalen Märkten – erwirtschaftet. Bei den ausländischen Tochtergesellschaften der MEDION AG handelt es sich zumeist um Unternehmen, die im Projektgeschäft Vertriebs- und Servicedienstleistungen für MEDION in den jeweiligen Ländern erbringen.

5.1.2 Ziele und Strategien

5.1.3 Unternehmenssteuerung

5.2 Wirtschaftsbericht

5.2.1 Rahmenbedingungen

5.2.1.1 Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

5.2.1.2 Markt für Consumer Electronics / Mobilfunkdienstleistungen

5.2.2 Ertragslage

2022-03-31 2021-03-31 2023-03-31
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5.2.2.1 Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage des Konzerns

5.3 Prognose-, Chancen- und Risikobericht

5.3.1 Prognosebericht

5.3.1.1 Konjunktureller Rahmen

5.3.1.2 Marktentwicklung im Bereich der Consumer Electronics

5.3.1.3 Entwicklung von MEDION im Geschäftsjahr 2023/2024

5.3.1.4 Umsatz und Ergebnis (EBIT) im MEDION-Konzern und in der MEDION AG im Geschäftsjahr 2023/2024

5.3.2 Risikobericht

5.3.2.1 Risikomanagement-Organisation

5.3.3 Risikoberichterstattung in Bezug auf die Verwendung von Finanzinstrumenten

5.3.4 Chancenbericht

5.4 Ergänzende Berichterstattungselemente

5.4.1 Sonstige Angaben gemäß §§ 289a und 315a HGB

5.4.2 Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289f und § 315d HGB (ungeprüft)# 5.1 Grundlagen des Konzerns

Über diese Gesellschaften werden so gut wie keine Umsätze mit MEDION-Produkten im Projektgeschäft abgewickelt und daher leisten diese Gesellschaften auch keinen oder nur einen sehr geringen Beitrag zum Konzernergebnis. Lediglich im Direktgeschäft werden durch die Tochtergesellschaften eigene Umsätze und Ergebnisbeiträge erwirtschaftet, insbesondere in Australien. Die eigentliche Projektabwicklung und die Logistik werden grundsätzlich zentral von der MEDION-Organisation in Deutschland gesteuert. Im Rahmen der Deutschland-Organisation sind die Call-Center-Aktivitäten in der Allgemeine Multimedia Service GmbH und die Reparatur- und Logistikdienstleistungen in der MEDION Service GmbH sowie zentrale IT-Aktivitäten in der MEDION Shared Services GmbH gebündelt. Beteiligungen Nach wie vor wird aus Kosten- und Effizienzgründen innerhalb des MEDION-Konzerns der Hauptteil des Umsatzes – auch im Ausland – aus der MEDION AG heraus realisiert. Im Rahmen der Internationalisierung des Direktgeschäftes werden Aktivitäten bei Bedarf auch im Ausland aufgebaut, weil es im direkten Geschäft mit Endverbrauchern vorteilhaft sein kann, lokale Besonderheiten besser zu erkennen und zu steuern. Dies gilt im Rahmen des Direktgeschäftes insbesondere für das Mobilfunkgeschäft in Australien. Beim Ausbau der digitalen Produkt- und Vertriebsbereiche werden zwar aus Gründen lokaler rechtlicher Rahmenbedingungen zunehmend Geschäfte über die internationalen Tochtergesellschaften abgewickelt, die operative Steuerung erfolgt dennoch in der Regel aus der MEDION AG heraus. Der operative Ergebnisbeitrag der Tochtergesellschaften ist außer in Australien sehr gering.

TOCHTERGESELLSCHAFTEN DER MEDION AG

Der Konsolidierungskreis des MEDION-Konzerns umfasst die folgenden in- und ausländischen Tochtergesellschaften der MEDION AG:

  • Allgemeine Multimedia Service GmbH, Essen
  • MEDION Shared Services GmbH, Essen
  • MEDION Service GmbH, Essen
  • MEDION Asia Pacific Ltd., Hongkong, Volksrepublik China
  • MEDION AUSTRALIA PTY LTD., Sydney, Australien
  • MEDION AUSTRIA GmbH, Wels, Österreich
  • MEDION B.V., Panningen, Niederlande
  • MEDION Elektronika d.o.o., Ljubljana, Slowenien
  • MEDION ELECTRONICS LIMITED, Swindon, Großbritannien
  • MEDION FRANCE S.A.R.L., Le Mans, Frankreich
  • MEDION IBERIA, S.L., Madrid, Spanien
  • MEDION ITALIA, S.R.L., Mailand, Italien
  • MEDION NORDIC A/S, Herlev, Dänemark
  • MEDION SCHWEIZ ELECTRONICS AG, Zürich, Schweiz
  • MEDION USA Inc., Delaware, USA
  • MEDION Supply Chain Management (Shenzhen) Ltd., Shenzhen, Volksrepublik China

Projektgeschäft

Das Segment Projektgeschäft bündelt alle Geschäfte der modernen Consumer Electronics mit den international aufgestellten großen Handelsketten aus den Produktgruppen PC/Multimedia und Unterhaltungselektronik, für die Dienstleistungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette durch MEDION erbracht werden. Dabei handelt es sich um Dienstleistungen im Rahmen der sogenannten Primary-Sales-Prozesse (von der Produktidee über Auftragsfertigung, Bewerbung und Distribution) bis zum After-Sales-Support (vom Retourenhandling bis zum Gewährleistungsmanagement inkl. Kundenservice und Reparaturen). Das Angebot solcher umfangreichen Dienstleistungen bedarf naturgemäß einer hinreichenden Auftragssicherheit und Größenordnung. Beim Projektgeschäft handelt es sich daher grundsätzlich um sogenanntes Volumengeschäft für physische Produkte.

Direktgeschäft

Das Direktgeschäft beschreibt das Geschäft im Bereich der digitalen Dienstleistungen sowie den (MEDION-eigenen) Online-Handel mit Consumer-Electronics-Produkten, wobei grundsätzlich nur einzelne Elemente entlang der Wertschöpfungskette zur Anwendung kommen. Naturgemäß ist das Direktgeschäft nicht durch vorlaufende Auftragseingänge gekennzeichnet, sondern vielmehr durch Kundentreue. Im Hardwarebereich ist es MEDION bislang immer gelungen, durch gezielte Bewerbung einen treuen Kundenstamm aufzubauen und ein dauerhaft hohes Kundenkontakt-Aufkommen zur Generierung eines verlässlichen Basisumsatzes zu realisieren. Der Bereich der digitalen Dienstleistungen ist durch eine sehr hohe Kundenloyalität und somit wiederkehrendes Geschäft gekennzeichnet, das man als verlässliches Grundgeschäft bezeichnen kann. Den hier ausgewiesenen Aktivitäten im Hardware- sowie im digitalen Bereich ist in der Unternehmenssteuerung gemein, dass MEDION hier Vertriebsaktivitäten direkt zum Endkonsumenten steuert.

Forschung und Entwicklung

Entsprechend dem MEDION-Geschäftsmodell liegt der Fokus darauf, innovative Technologien schnell einem breiten Konsumentenkreis zugänglich zu machen. An diesem Fokus richten sich auch die MEDION Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten aus. MEDION verfügt über keine eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilung im Bereich sogenannter Basistechnologien für IT-Produkte (Betriebssysteme, Chipsätze, Grafikkarten usw.). MEDION arbeitet jedoch mit Partnern auf der Lieferantenseite daran, im Rahmen der Digitalisierung die Integration der PC-/Multimedia-Technologie mit den Geräten der klassischen Unterhaltungselektronik voranzubringen und daraus marktreife Produkte zu entwickeln. Dieses Prinzip gilt auch für die verschiedenen Angebote im Bereich der digitalen Dienstleistungen, die gemeinsam mit weltweit agierenden Partnern und dabei teilweise auch nur mit speziell für MEDION designten Lösungen weiterentwickelt werden.

5.1.2 Ziele und Strategien

Aufgrund immer globaler werdender Wettbewerbsstrukturen, schnellerer Produktlebenszyklen und zunehmender Konvergenzen von Consumer-Electronics-Produkten sowie der Vernetzung von stationären Produkten mit webbasierten Cloud-Lösungen ist es für MEDION vorteilhaft, im Rahmen der Integration in den Lenovo-Konzern Unterstützungen beim Ausbau der eigenen Kernkompetenzen, den Zugriff auf weltweite Einkaufsverbindungen von Lenovo und bei der Entwicklung neuer Geschäftsfelder bekommen zu können. Sowohl bei Lenovo als auch bei MEDION gilt es grundsätzlich, zwischen kurz- und mittelfristigen Ergebnispotentialen sowie langfristigen Geschäftszielen abzuwägen und entsprechende Strategien zu definieren. Für MEDION bedeutet dieses auf der einen Seite, die erfolgreichen Geschäftsbeziehungen zu großen Handelsketten und die bekannte Kosteneffizienz weiter zu stabilisieren und auf deren Nachhaltigkeit zu setzen. Der Ausbau des sogenannten Private Label Business im In- und Ausland ist ebenfalls Konsequenz dieser strategischen Ausrichtung. Auf der anderen Seite ist es wichtig, den in den Vorjahren gewonnenen Schwung beim Ausbau digitaler Produkte und Kanäle beizubehalten und den Eintritt in neue Märkte im Fokus zu behalten. Entscheidend wird dabei sein, dass mit der nach der Restrukturierung deutlich gestrafften Kostenstruktur eine schnelle und ergebnisorientierte Fokussierung auf innovative Produkte und Dienstleistungen sowie passende Vertriebskanäle gelingt. Darüber hinaus stehen weitere Entwicklungen im Bereich digitaler Dienstleistungen oder auch Technologien zu Vernetzungen digitaler Produkte und Online-Aktivitäten im Fokus. Diese Aktivitäten sind im MEDION-Konzern im Direktgeschäft strategisch gebündelt und sollen ihren Anteil am Gesamtumsatz mittelfristig weiter erhöhen. Gemäß diesen Strategien werden auch grundsätzlich geeignete Investitionen nicht ausgeschlossen. Investitionen sind dabei beispielsweise für die weitere Automatisierung der nationalen und internationalen After-Sales-Kapazitäten und insbesondere in neue Software-Applikationen vorgesehen. Zusätzlich wird die im abgelaufenen Geschäftsjahr beschlossene Resktruktierung der nicht ausreichend profitablen Geschäftsfelder und Produkte fortgesetzt, die zur Neugestaltug der Aufbau- und Ablauforganisation vom Sourcing bis zum Vertrieb führen werden. Ausführungen zu dem Restrukturierungskurs finden sich in Abschnitt 5.3.1.4. Insgesamt sieht sich MEDION bei der Verfolgung der strategischen Ziele im Plan. Auch im Hinblick auf die Restrukturierungsmaßnahmen befindet sich MEDION im Plan. Im Bereich des klassischen MEDION-Geschäftes wurden Geschäftsbeziehungen zu Handelsketten weiter stabilisiert und ausgebaut und der Ausbau digitaler Kanäle durch Internationalisierung wurde weiter vorangetrieben.

5.1.3 Unternehmenssteuerung

Der MEDION-Vorstand legt zu Beginn eines Geschäftsjahres die strategischen und operativen Ziele fest. Seit der Mehrheitsübernahme durch Lenovo geschieht dieses in enger Abstimmung mit Verantwortlichen innerhalb der EMEA-Organisation. Im Rahmen der Unternehmenssteuerung und des Risikomanagements greift MEDION auf ein Kennzahlensystem mit sowohl finanziellen als auch nichtfinanziellen Leistungsindikatoren (z.B. Mitarbeiterkennzahlen, Mitarbeiterzufriedenheit, Kennzahlen zum Kundenservice) zurück. Die GuV-Kennzahlen Umsatz und EBIT sind dabei die bedeutsamsten Steuerungsgrößen, die regelmäßig Plan-Ist-Vergleichen zugrunde liegen. Außerdem werden als Leistungsindikatoren der Rohertrag, das Working Capital und die Eigenkapitalquote ermittelt.

5.2 Wirtschaftsbericht

5.2.1 Rahmenbedingungen

5.2.1.1 Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Während die deutsche Wirtschaft in den ersten drei Quartalen des Kalenderjahres 2022 trotz schwieriger weltwirtschaftlicher Rahmenbedingungen noch zulegen konnte (+0,8 %, +0,1 % und +0,5 %), hat die Dynamik zum Jahresende vor allem infolge der inflationsbedingten Kaufkraftverluste spürbar nachgelassen. Im Kalenderjahr 2022 belief sich das reale Wirtschaftswachstum insgesamt auf 1,8 % gegenüber dem Vorjahr. Das Konsumverhalten der privaten Haushalte in Deutschland war insgesamt im Jahr 2022 stark von der hohen Inflation und den dadurch ausgelösten Preissteigerungen sowie den deutlich verteuerten Energiekosten beeinflusst. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, stiegen die Konsumausgaben der privaten Haushalte zwar im Inland in jeweiligen Preisen um 10,7 % im Vergleich zum Vorjahr.# 5.2 Wirtschaftsbericht

5.2.1.2 Markt für Consumer Electronics / Mobilfunkdienstleistungen

Mit einem Umsatzrückgang auf 30,7 Mrd. Euro weist der für das MEDION-Geschäft im Hauptmarkt Deutschland relevante Markt für Consumer-Electronics-Produkte in 2022 mit den Produkt-Bereichen Unterhaltungselektronik, privat genutzte Telekommunikation und privat genutzte IT-Produkte ein Minus von 1,5 % im Vergleich zu 2021 auf. Dabei entwickelte sich nur das Segment der privat genutzten Telekommunikationsprodukte mit einem Umsatzzuwachs von 8,5 % auf 14,7 Mrd. Euro positiv. Die privat genutzten IT-Produkte verzeichneten einen Rückgang um 11,1 % auf 7,7 Mrd. Euro. Das Segment Unterhaltungselektronik musste mit einem Umsatz von 8,3 Mrd. Euro ein Minus von 7,2 % verkraften (Quelle: gfu.de/markt-zahlen/hemix-2022/).

TV und Audio

Das Segment Unterhaltungselektronik musste mit einem Umsatz von knapp 8,3 Mrd. Euro ein Minus von 7,2 % hinnehmen. Bei den Fernsehgeräten steht ein Stückzahlminus von 15,4 % auf knapp 4,9 Mio. einem Umsatzrückgang um 13,9 % auf knapp 3,4 Mrd. Euro gegenüber. Positiv hat sich das Segment der OLED-TVs entwickelt: Die Stückzahl stieg um 11,7 %, der Umsatz um 5 %. 2022 hatten die OLED-TVs somit bereits einen Anteil von 31,5 % am Umsatz mit TV-Geräten. Der Bereich Home Audio verzeichnete insgesamt ein Minus von 4,9 % auf knapp 0,9 Mrd. Euro. Im Segment Audio-/Video-Zubehör stiegen die Umsätze auf 1,7 Mrd. Euro (+ 6,7 %), gewachsen ist hier sowohl der Anteil der Kopfhörer als auch der der Bluetooth-Lautsprecher. Videogame-Konsolen sind in der Stückzahl um 22,0 % auf knapp 1,8 Mio. und beim Umsatz um 17,3 % auf 672 Mio. Euro zurückgegangen (Quelle: gfu.de/hemix-home-electronics-market-index-q1-4-2022).

Desktop-PC, Notebook und Tablet

Die verkaufte Stückzahl von Desktop-PCs verringerte sich in 2022 in Deutschland um -22,8 % auf 0,764 Mio. Stück bei einem ebenfalls gesunkenen Umsatz von € 747 Mio. (-17,7 %). Ebenso verminderte sich die verkaufte Stückzahl von Notebooks auf 3,902 Mio. (-9 %) bei einem gesunkenen Umsatz von € 3,136 Mrd. (- 9,7 %). Die verkaufte Stückzahl bei Tablet-PCs verringerte sich ebenfalls um 17,1 % auf 4,517 Mio. auf einen Umsatz von € 1,953 Mrd. (- 10,6 %). Der Durchschnittspreis der Desktop-PCs erhöhte sich um + 6,6 %, auf € 978, hingegen verminderte er sich bei den Notebooks um – 0,9 %, auf € 804. Bei den Tablet-PCs stieg er wiederum um + 7,8 % auf € 432 an (Quelle: gfu.de/hemix-home-electronics-markt-index-q1-4-2022/).

Smartphones

Auch der Durchschnittspreis der Smartphones stieg an, um 12,7 % auf € 626. Beim Umsatz erzielten Smartphones ein Plus von € 13,0 Mrd. (+ 9,3 %) mit knapp 20,8 Mio. Stück (- 3,1 %) (Quelle: gfu.de/markt-zahlen/hemix/-q1-4-2022).

Mobilfunkdienstleistungen

Die Anzahl der Mobilfunkanschlüsse in Deutschland wächst weiter und beläuft sich am Ende des Jahres 2022 auf rund 169 Mio., das sind rund 7,7 Mio. mehr als im Vorjahr. Die Zahlen beziehen sich auf SIM-Karten und beinhalten sowohl Mobilfunkverträge als auch Prepaid-Anschlüsse und SIM-Karten, die für die automatische Kommunikation zwischen Maschinen (M2M) genutzt werden. Das Wachstum in den letzten Jahren ist jedoch hauptsächlich den M2M-Anschlüssen zu verdanken.

Während die Zahlen im Konsumentenbereich stagnieren oder sogar rückläufig sind, wächst der SIM-Karten-Bestand im Bereich Machine-to-Machine-Kommunikation und IoT (Internet of Things) beständig weiter (Statista, Anzahl der Mobilfunkanschlüsse in Deutschland, PM vom 13.03.2023). Der Absatz von Smartphones war im vergangenen Jahr insgesamt leicht rückläufig. Die jedoch vorherrschende hohe Marktpenetration von Smartphones in Deutschland sorgt neben der steigenden Verfügbarkeit digitaler Inhalte zu weiter steigenden Datenvolumina im Gesamtmarkt. Der Ausbau von Glasfaser und 5G wird durch die Netzbetreiber weiter vorangetrieben, was den Mobilfunk und darüber nutzbare digitale Anwendungen auch weiterhin noch mehr im Alltag verankern wird. Das aus der Corona-Pandemie veränderte Arbeitsverhalten wie Home-Office und mobiles Arbeiten lassen sowohl die Nachfrage nach Mobilfunkprodukten als auch weitere digitale Dienste weiterhin steigen, wenngleich auch diese Produkte einem geänderten Einkaufsverhalten unterliegen.

5.2.2 Ertragslage

Geschäftsentwicklung

Der Konzernabschluss ist in Euro aufgestellt. Bei der Erläuterung der Ertragslage werden alle Beträge einschließlich der Vorjahreszahlen, sofern nicht anders vermerkt, in Mio. € angegeben und sind kaufmännisch gerundet. In Einzelfällen können sich daher bei der Addition von Einzelwerten zum Summenwert Differenzen in der Größenordnung von € 1 Mio. (oder 1 %) ergeben.

Leistungsindikator GJ 2021/2022 Erwartung GJ 2022/2023 Mio.€ +/- Mio.€ %
Gesamtumsatz Konzern 1.039 Leichter Rückgang auf rd. € 1.000 Mio. (-3 %) 877 -16%
Umsatz Projektgeschäft 522 Bis zu -9 % 352 -33%
Umsatz Direktgeschäft 499 Bis zu +3 % 514 +3%
Sonstige Umsätze 18 Bis zu -10 % 11 -39%
EBIT Konzern 47 Rückgang auf rd. € 37 Mio. oder bis zu -20 % -33 -171%
EBIT Projektgeschäft 7 Bis zu -50 % -58 -929%
EBIT Direktgeschäft 39 Bis zu -15 % 25 -36%
Restrukturierungsaufwendungen -23 n.a.
EBIT Konzern vor Restrukturierungsaufwendungen -10 -121%
EBIT Projektgeschäft vor Restrukturierungsaufwendungen -41 -673%
EBIT Direktgeschäft vor Restrukturierungsaufwendungen 31 -22%

Die im Ausblick des Geschäftsberichtes zum abgelaufenen Geschäftsjahr 2021/2022 dargestellten Erwartungen über den Geschäftsverlauf wurden umsatz- und ergebnisseitig deutlich verfehlt.

Während das erste Geschäftsquartal umsatzseitig noch leicht über, ergebnisseitig leicht unter den Erwartungen lag, ist das Hardwaregeschäft mit Consumer-Electronics-Produkten seit Sommer 2022 nahezu vollständig weggebrochen. Dabei haben sowohl negative Nachlaufeffekte der Corona-Pandemie als natürlich auch neue Auswirkungen der Ukraine-Krise das Geschäft beeinträchtigt. Die während der Corona-Pandemie aufgetretenen Lieferengpässe bei gleichzeitig hoher Nachfrage haben zu erhöhten Bestellvolumina auf Hersteller- und Händlerseite geführt. Die seit Beginn der Ukraine-Krise aufgetretenen Unsicherheiten bezüglich Energiepreistrends und Inflation im Allgemeinen haben seit dem zweiten Kalenderquartal 2022 zu steigenden Kaufzurückhaltungen und somit schließlich auch zu Überbeständen an Waren geführt. Seit der starken Preisanstiege im Energiebereich im Spätsommer 2022 sowie dem schnellen Anstieg des Zinsniveaus sind dann die Konsumneigungen der privaten Haushalte noch zurückhaltender geworden und die während der Pandemie noch nachgefragten Consumer-Electronics-Produkte sind vollends aus dem Fokus der Privatverbraucher geraten. In der Folge konnten die Überbestände an Waren nur noch mit deutlichen Preisabschlägen veräußert werden. Betroffen von diesen Trends war das komplette Hardwaregeschäft von MEDION, sowohl im Direktgeschäft als aber insbesondere auch im Projektgeschäft. Letzteres ist deshalb besonders betroffen, weil Handelskunden aufgrund der zurückhaltenden Konsumneigungen von großvolumigen Bestellungen Abstand genommen haben. Während im Direktgeschäft umsatzseitig die Hardwarerückgänge durch digitale Dienstleistungen kompensiert werden konnten und dieses Berichtssegment daher die Umsatzerwartungen erfüllen konnte, ist das Projektgeschäft mit -33 % deutlich unter den Erwartungen geblieben. Aufgrund der ausbleibenden Volumengeschäfte hat auch der Konzernumsatz mit einem Rückgang von -16 % die Erwartungen nicht erfüllen können. Dieser Geschäftsrückgang hat sich vollständig auf das erwirtschaftete EBIT ausgewirkt. Während das Direktgeschäft mit einem Rückgang des operativen EBITs vor Restrukturierungsaufwendungen von rd.## 5.2 Wirtschaftsbericht

Ertragslage

Mio. € % Mio. € % Mio. € %
01.04.2022-31.03.2023 01.04.2021 - 31.03.2022
Umsatz 100,0 876,7 100,0 1.038,5 -161,8
Materialeinsatz -78,5 -688,4 -76,7 -796,5 108,1
Rohertrag 21,5 188,3 23,3 242,0 -53,7
Personalaufwand -10,2 -89,6 -6,6 -68,6 -21,0
davon Restrukturierungsaufwendungen -2,7 -23,3 0,0 0,0 -23,3
Personalaufwand vor Restrukturierungsaufwendungen -7,6 -66,3 -6,6 -68,6 2,3
Sonstige Aufwendungen und Erträge -14,7 -128,5 -11,9 -123,7 -4,8
Abschreibungen -0,4 -3,4 -0,3 -3,1 -0,3
EBIT -3,8 -33,2 4,5 46,6 -79,8
EBIT vor Restrukturierungsaufwendungen -1,1 -9,9 4,5 46,6 -56,5
Finanzergebnis 0,1 1,0 -0,1 -0,7 1,7
EBT -3,7 -32,2 4,4 45,9 -78,1
Steuern 0,5 4,1 -1,4 -14,1 18,2
Konzernergebnis -3,2 -28,1 3,0 31,8 -59,9

Umsätze nach Segmenten

Mio. € % Mio. € % Mio. € %
01.04.2022-31.03.2023 01.04.2021 - 31.03.2022
Projektgeschäft 40,1 351,5 50,2 521,4 -169,9
Direktgeschäft 58,7 514,3 48,1 499,1 15,2
Sonstige 1,2 10,9 1,7 18,0 -7,1
Umsatz 100,0 876,7 100,0 1.038,5 -161,8

Umsätze nach Regionen

Mio. € % Mio. € % Mio. € %
01.04.2022 - 31.03.2023 01.04.2021 - 31.03.2022
Deutschland 57,2 501,1 60,0 622,6 -121,5
Übriges Europa 15,8 138,9 19,8 206,1 -67,2
Australien 21,4 187,5 15,6 162,4 25,1
Übriges Ausland 5,6 49,2 4,6 47,4 1,8
Umsatz 100,0 876,7 100,0 1.038,5 -161,8

Umsatzerlöse

Die zuvor beschriebenen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben dazu geführt, dass das Projektgeschäft von € 521,4 Mio. im Vorjahr um € -169,9 Mio. (-32,6 %) auf € 351,5 Mio. zurückgegangen ist. Der Rückgang ist ganz überwiegend zurückzuführen auf weniger höherpreisige und großvolumigere Projekte im PC- und Multimediabereich. Im PC-Bereich konnte zwar das Geschäft mit Educational Devices mit Schulen und Universitäten gegenüber dem Vorjahr und den Erwartungen steigen, insgesamt reichen die hier zu erzielenden Preispunkte jedoch nicht aus, um den Rückgang des regulären PC-Geschäftes, insbesondere im mittleren und oberen Preissegment, zu kompensieren. Die übrigen Rückgänge verteilen sich gleichermaßen auf die Produktkategorien Unterhaltungselektronik und Haushalt. Das Direktgeschäft konnte zwar im Rahmen der Erwartungen leicht von € 499,1 Mio. auf € 514,3 Mio. (+3,0 %) wachsen, jedoch waren auch hier die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Hardwarebereich spürbar. Der eigene Online-Handel ging stärker als erwartet zurück, konnte jedoch durch die digitalen Dienstleistungen kompensiert werden. Der Rückgang bei den sonstigen Umsätzen, die im Berichtszeitraum sowie im Vorjahr ausschließlich Dienstleistungen für den Lenovo-Konzern beinhalten, liegt mit -39,4 % deutlich höher als erwartet (bis zu -10 %). Auch dieses ist auf den rückläufigen PC-Markt und damit einhergehenden geringeren Kundenservice-Dienstleistungen zurückzuführen. Deutschland bleibt mit 57,2 % Umsatzanteil (Vorjahreszeitraum: 60,0 %) wichtigster Markt, auch wenn hier der Umsatz besonders stark von € 622,6 Mio. um € -121,5 Mio. (-19,5 %) auf € 501,1 Mio. zurückgegangen ist. Der Umsatzrückgang ist ausschließlich durch das Hardwaregeschäft begründet. Im übrigen Europa ging der Umsatz noch deutlicher um -32,6 % oder € -67,2 Mio. auf € 138,9 Mio. zurück (Vorjahr: € 206,1 Mio.). Die stärksten Rückgänge gab es in Iberia und Benelux. Der Umsatzanstieg außerhalb Europas konnte überwiegend in Australien erzielt werden. Der Umsatz stieg hier von € 162,4 Mio. im Vorjahreszeitraum um € +25,1 Mio. auf € 187,5 Mio. Der Umsatz im übrigen Ausland stieg leicht von € 47,4 Mio. auf € 49,2 Mio.

Rohertrag

Aufgrund des insgesamt stark gesunkenen Geschäftsvolumens ging auch der erwirtschaftete Rohertrag deutlich zurück. Neben einem reinen Volumeneffekt haben die Preistendenzen auf der Beschaffungs- und Vertriebsseite zu einem Rückgang der Rohertragsmarge von 23,3 % im Vorjahr auf 21,5 % geführt, was einen relativen Rückgang von rd. 8 % bedeutet. Insgesamt liegt der erwirtschaftete Rohertrag somit mit € 188,3 Mio. um € -53,7 Mio. unter dem Vorjahr von € 242,0 Mio.

Personalaufwand

Die im Geschäftsjahr im MEDION-Konzern durchschnittlich beschäftigten Mitarbeiter (Vollzeitäquivalente) liegen mit 1.018 auf Vorjahresniveau (-0,3 %). Aufgrund von im Rahmen der Restrukturierung beschlossenen Personalmaßnahmen hat sich der Personalaufwand von € 68,6 Mio. im Vorjahr um € +21,0 Mio. auf € 89,6 Mio. erhöht. Der um diese Restrukturierungsaufwendungen bereinigte Personalaufwand ging von € 68,6 Mio. auf € 66,3 Mio. (€ -2,3 Mio.) zurück. Dieser leichte Rückgang erklärt sich im Wesentlichen durch höhere Abfindungen und Sachbezüge im Vorjahr. Der durchschnittliche Personalaufwand vor Restrukturierungsaufwendungen sank bei fast unverändertem Personalbestand entsprechend von T€ 67,2 auf T€ 65,1.

GJ 2022/2023 GJ 2021/2022
Personalaufwand, gesamt in T€ 89.592 68.575
davon Restrukturierungsaufwendungen 23.288 0
bereinigter Personalaufwand, gesamt in T€ 66.304 68.575
Durchschnittliche Mitarbeiterzahl 1.018 1.021
Personalaufwand pro Mitarbeiter in € 88.008 67.164
bereinigter Personalaufwand pro Mitarbeiter in € 65.132 67.165

Sonstige betriebliche Aufwendungen/Erträge

Der Saldo aus sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen liegt mit € 128,5 Mio. leicht über Vorjahresniveau (€ 123,7 Mio.).

Sonstige Betriebliche AufwendungenUND erträge Mio. € Mio. € Mio. € %
01.04.2022-31.03.2023 01.04.2021 - 31.03.2022 GJ 2022/2023 zu GJ 2021/2022
Sonstige betriebliche Aufwendungen
Vertriebsaufwendungen -106,0 -103,1 -2,9 -2,8
davon Marketing -27,3 -20,3 -7,0 -34,5
davon Kundenservice -11,2 -16,8 5,6 33,3
davon Provisionen & Gebühren -43,2 -41,7 -1,5 -3,6
davon Frachtkosten -10,1 -12,0 1,9 15,8
davon Sonstiges -14,2 -12,3 -1,9 -15,4
Verwaltungsaufwendungen -23,5 -23,1 -0,4 -1,7
Betriebsaufwendungen -3,8 -3,7 -0,1 -2,7
Übrige -5,1 -1,3 -3,8 <-100,0
-138,4 -131,2 -7,2 -5,5
Sonstige betriebliche Erträge 9,9 7,5 2,4 32,0
Saldo -128,5 -123,7 -4,8 -3,9

Die Vertriebsaufwendungen stiegen leicht von € 103,1 Mio. auf € 106,0 Mio. Innerhalb der Vertriebsaufwendungen stiegen insbesondere die Marketingaufwendungen von € 20,3 Mio. auf € 27,3 Mio., maßgeblich begründet durch höhere Online-Werbeaktivitäten sowie die Wiederaufnahme von Messe- und Event-Aktivitäten. Der Rückgang der Aufwendungen für Kundenservice von € 16,8 Mio. auf € 11,2 Mio. korrespondiert zum rückläufigen Hardwaregeschäft sowohl bei MEDION als auch bei Lenovo. Die höheren Aufwendungen für Provisionen und Gebühren erklären sich durch ein leichtes Wachstum der digitalen Dienstleistungen. Auch die Frachtkosten verminderten sich im Wege des Geschäftsrückganges, obgleich es Kostensteigerungen gab. Der Anstieg der sonstigen Vertriebsaufwendungen resultiert aus höheren Kosten für Retouren und Verpackungen. Die Verwaltungsaufwendungen sind mit € 23,5 Mio. nahezu unverändert (Vorjahr € 23,1 Mio.) und betreffen nach wie vor hauptsächlich IT (€ 11,5 Mio.; Vorjahr € 10,9 Mio.), Gebühren für Zahlungstransaktionen (€ 2,9 Mio.; Vorjahr € 3,3 Mio.) und Aufwendungen für Recht und Beratung sowie Versicherungen (€ 5,4 Mio., unverändert). Der Anstieg der übrigen Aufwendungen begründet sich durch Vertragsstrafen. Die sonstigen betrieblichen Erträge stiegen leicht von € 7,5 Mio. auf € 9,9 Mio. Begründet ist dieses im Wesentlichen durch höhere Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen, überwiegend im Rahmen von Gewährleistungsverpflichtungen.

Abschreibungen

Die Abschreibungen sind mit € 3,4 Mio. auf Vorjahresniveau (€ 3,1 Mio.) und entfallen nach wie vor mehrheitlich auf Software.

Operatives Ergebnis (EBIT)

Der unerwartet hohe und schnelle Rückgang der Projekt-Aufträge des Geschäftsjahres konnte nicht durch kurzfristige Organisationsanpassungen abgefedert werden. Die konzipierten Personalmaßnahmen werden erst in Schritten im Geschäftsjahr 2023/2024 wirksam. Weitere die Aufbau- und Ablauforganisation betreffende Restrukturierungsmaßnahmen in den Bereichen Entwicklung, Beschaffung und Vertrieb sowie Verwaltung bedürfen naturgemäß ebenfalls einer gewissen Vorlaufzeit, bis sie zum Tragen kommen. Der Rückgang des Geschäftes und der hinzukommende Kostendruck schlägt sich im abgelaufenen Geschäftsjahr 2022/2023 daher voll im erwirtschafteten EBIT nieder.

EBIT NACH SEGMENTEN

Mio. € % Mio. € % Mio. €

Ergebnis

€ % 01.04.2022-31.03.2023 01.04.2021 - 31.03.2022 GJ 2022/2023 zu GJ 2021/2022
Projektgeschäft -58,4 175,9 7,1
Direktgeschäft 24,9 -75,0 38,9
Sonstige 0,3 -0,9 0,6
EBIT -33,2 100,0 46,6

Operatives EBIT vor Restrukturierungsaufwendungen
-9,9 -
davon Projektgeschäft
-40,7 -
davon Direktgeschäft
30,5 -

Die Umsätze von Projekt- und Direktgeschäft werden gesondert erfasst, auch der Großteil der Aufwendungen kann den Segmenten eindeutig zugeordnet werden. Indirekte Aufwendungen oder Aufwendungen für Maßnahmen, die segmentübergreifend mehrere Unternehmensbereiche betreffen, werden nach plausiblen Verteilungsschlüsseln zugeordnet (beispielsweise Umsatzschlüssel oder Anzahl von Aktionen). Da das Projektgeschäft ausschließlich aus dem unter Druck geratenen Hardwaregeschäft besteht, sind die fehlenden Kostendeckungen auch hauptsächlich hier sichtbar. Das operative EBIT im Projektgeschäft verschlechterte sich von € +7,1 Mio. im Vorjahr um € -47,8 Mio. auf ein negatives EBIT von € -40,7 Mio. Aber auch das Direktgeschäft ist unter den Erwartungen geblieben, wenn auch nur leicht. Neben einem seit Jahren steigenden Druck auf Margen im Bereich der digitalen Dienstleistungen haben sich in den verschiedenen Online-Vertriebskanälen auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des Hardwaregeschäftes niedergeschlagen. Das EBIT im Direktgeschäft verminderte sich von € 38,9 Mio. im Vorjahr um € -8,4 Mio. auf € 30,5 Mio. Das EBIT der sonstigen Umsätze ging der Umsatzentwicklung entsprechend von € 0,6 Mio. auf € 0,3 Mio. zurück. Insgesamt verschlechterte sich das im Konzern erwirtschaftete EBIT von € 46,6 Mio. um € -79,8 Mio. auf ein negatives EBIT von € -33,2 Mio.

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5.2 Wirtschaftsbericht

Bereinigt um die Restrukturierungsaufwendungen verschlechterte sich das operative EBIT von € 46,6 Mio. um € 56,5 Mio. auf ein negatives EBIT von € -9,9 Mio.

Finanzergebnis

Mio.€ Mio.€ GJ 2022/2023 GJ 2021/2022
Erträge aus Geldanlage 1,65 0,22
Sonstige Erträge 0,11 0,02
Gesamt Zinserträge 1,76 0,24
- - - -
Zinsaufwand - 0,06 -
Gebühren - 0,11 -
Sonstige Aufwendungen - 0,60 -
Gesamt Zinsaufwendungen - 0,77 -
Finanzergebnis 0,99 - 0,71

Das Finanzergebnis verbesserte sich von rd. € -0,7 Mio im Vorjahr auf rd. € +1,0 Mio. aufgrund des allgemein gestiegenen Zinsniveaus und daraus resultierenden Zinserträgen aus Geldanlagen.

Ertragsteuern

Mio.€ Mio.€ GJ 2022/2023 GJ 2021/2022
Effektiv zahlungswirksame Steuern 10,9 9,2
Steuerumlage vom Organträger - 3,4
Zahlungsunwirksame Steuern gem. IAS 12 - 20,8 2,3
Latente Ertragsteuern 5,8 - 0,8
Ertragsteuerertrag/-aufwand - 4,1 14,1

Die effektiv zahlungswirksamen Steuern betreffen hauptsächlich die Tochtergesellschaften der MEDION AG. Die Änderung der latenten Steuern (Aufwand: € 5,8 Mio.; Vorjahr: Ertrag € 0,8 Mio.) ist im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass im Vorjahr aktive temporäre Differenzen entsprechend vermindert wurden. Aufgrund des negativen steuerlichen Ergebnisses im abgelaufenen Geschäftsjahr ist, abweichend zu den Vorjahren, keine Steuerumlage zu leisten (Vorjahr: € 3,4 Mio.).

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5.2 Wirtschaftsbericht

Konzernergebnis

Aufgrund von im Saldo nahezu unverändertem Finanzergebnis und Ertragsteuern spiegelt sich die Veränderung des EBITs auch im Konzernergebnis wider. Nach € +31,8 Mio. im Vorjahr ergibt sich für 2022/2023 ein negatives Konzernergebnis von € -28,1 Mio.

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5.2 Wirtschaftsbericht

Vermögens- und Finanzlage

Bilanzstruktur (IFRS)

Mio.€ % Mio.€ % Mio.€ % 31.03.2023 31.03.2022 GJ 2022/2023 zu GJ 2021/2022
Sachanlagen 25,6 4,0 26,6 3,3 -1,0 -3,8
Immaterielle Vermögenswerte 1,6 0,2 2,6 0,3 -1,0 -38,5
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte 0,4 0,1 0,4 0,1 0,0 0,0
Sonstige langfristige andere Vermögenswerte 0,1 0,0 0,1 0,0 0,0 0,0
Aktive latente Steuern 0,4 0,1 6,9 0,9 -6,5 -94,2
Langfristige Vermögenswerte 28,1 4,4 36,6 4,6 -8,5 -23,2
Vorräte 147,3 23,0 269,7 34,3 -122,4 -45,4
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 135,3 21,1 220,9 28,0 -85,6 -38,8
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 86,0 13,4 69,7 8,8 16,3 23,4
davon: Forderung aus Verlustübernahme 36,0 5,6 0,0 0,0 36,0 -
davon: Bereitstellung aus liquiden Mitteln 45,5 7,1 30,0 3,8 15,5 51,7
Ertragsteuererstattungsansprüche 0,3 0,0 0,0 0,0 0,3 -
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 40,9 6,5 41,1 5,1 -0,2 -0,5
Sonstige kurzfristige andere Vermögenswerte 11,4 1,8 10,8 1,4 0,6 5,6
Zahlungsmittel / -äquivalente 191,9 29,9 140,7 17,8 51,2 36,4
Kurzfristige Vermögenswerte 613,1 95,6 752,9 95,4 -139,8 -18,6
Summe Aktiva 641,2 100,0 789,5 100,0 -148,3 -18,8
Eigenkapital 454,9 70,9 470,5 59,6 -15,6 -3,3
abzgl. erworbener eigener Aktien -46,4 -7,2 -46,4 -5,9 0,0 0,0
Bilanzielles Eigenkapital (IFRS) 408,5 63,7 424,1 53,7 -15,6 -3,7
Langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 20,5 3,2 26,9 3,4 -6,4 -23,8
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 93,8 14,6 165,2 20,9 -71,4 -43,2
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 0,4 0,1 45,4 5,8 -45,0 -99,1
davon: Verbindlichkeiten aus Gewinnabführung 0,0 0,0 36,5 4,6 -36,5 -100,0
Steuerverbindlichkeiten 1,2 0,2 1,6 0,2 -0,4 -25,0
Sonstige Rückstellungen 84,9 13,2 71,5 9,1 13,4 18,7
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 15,8 2,5 36,3 4,6 -20,5 -56,5
Sonstige kurzfristige andere Verbindlichkeiten 16,1 2,4 18,5 2,3 -2,4 -13,0
Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 212,2 33,0 338,5 42,9 -126,3 -37,3
Summe Passiva 641,2 100,0 789,5 100,0 -148,3 -18,8

Die Bilanzsumme des MEDION-Konzerns hat sich zum 31. März 2023 im Vergleich zum Vorjahresstichtag um € -148,3 Mio. (-18,8 %) auf € 641,2 Mio. vermindert (31. März 2022: € 789,5 Mio.). Begründet ist diese Verminderung der Bilanzsumme maßgeblich durch den Abbau des Vorratsvermögens, nachdem in den beiden Vorjahren hohe Auftragsvolumina sowie globale Lieferkettenprobleme zu längeren Zwischenlagerzeiten führten. MEDION konnte sowohl den hohen Bestand an Komponenten zu Fertigprodukten verbauen als auch letztere in den Markt abverkaufen. Das Vorratsvermögens reduzierte sich entsprechend um € -122,4 Mio. auf € 147,3 Mio. (Vorjahr € 269,7 Mio.). Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verminderten sich durch das rückläufige Geschäftsvolumen von € 220,9 Mio. um € -85,6 Mio. auf € 135,3 Mio. Auf der Passivseite gingen die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um € -71,4 Mio. auf € 93,8 Mio. zurück (Vorjahr € 165,2 Mio.). Insgesamt verminderte sich demnach die Mittelbindung durch das Working Capital (Vorratsvermögen sowie Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen) zum 31. März 2023 um € -136,6 Mio. auf € 188,8 Mio. (Vorjahr: € 325,4 Mio.).

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5.2 Wirtschaftsbericht

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen stiegen um € +16,3 Mio. auf € 86,0 Mio. (Vorjahr: € 69,7 Mio.). Während sich die Forderungen aus Verkäufen und Dienstleistungen um € -35,2 Mio. reduzierten, erhöhten sich die Forderungen aus der Bereitstellung liquider Mittel (€ 45,5 Mio.; Vorjahr: € 30,0 Mio.). Weiterhin führt die Forderung aus Verlustübernahme in Höhe von € 36,0 Mio .(Vorjahr: Verbindlichkeit aus Gewinnabführung in Höhe von € 36,5 Mio.) zum Anstieg der Forderungen gegen verbundene Unternehmen. Die sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte in Höhe von € 40,9 Mio. (Vorjahr: € 41,1 Mio.) beinhalten hauptsächlich Lieferantengutschriften (€ 34,8 Mio.; Vorjahr € 36,1 Mio.). Die in der Bilanz ausgewiesenen Zahlungsmittel und -äquivalente erhöhten sich um € +51,2 Mio. auf € 191,9 Mio. (Vorjahr: € 140,7 Mio.). Inklusive der im Lenovo-Konzern angelegten, jederzeit kurzfristig rückrufbaren liquiden Mittel ergibt sich ein Anstieg der Gesamt-Liquidität zum Bilanzstichtag von € 170,7 Mio. um € +66,7 Mio. auf € 237,4 Mio. Zu den von der MEDION AG gehaltenen eigenen Aktien wird gemäß § 315 Abs. 2 S. 2 HGB und § 289 Abs. 2 S. 2 HGB auf die im Anhang der MEDION AG im Abschnitt 4.3.1 „Angaben zur Bilanz“ und „Eigenkapital“ gemachten Angaben gem. § 160 Abs. 1 Nr. 2 AktG verwiesen. Das bilanzielle Eigenkapital liegt wegen des Ergebnisabführungsvertrags mit der Lenovo Germany Holding GmbH mit € 408,5 Mio. nur leicht unter Vorjahresniveau (€ 424,1 Mio.), aufgrund der verminderten Bilanzsumme erhöhte sich die Eigenkapitalquote von 53,7 % im Vorjahr auf 63,7 % zum 31. März 2023 und liegt damit nach wie vor stabil über 50 %. Die sonstigen Rückstellungen liegen mit € 84,9 Mio. um € +13,4 Mio. über dem Vorjahreswert von € 71,5 Mio. Im Bilanzwert zum 31. März 2023 ist eine Rückstellung für Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von € 22,5 Mio. enthalten. Weitere wesentliche Rückstellungen betreffen nach wie vor Gewährleistungen (€ 16,3 Mio.; Vorjahr € 19,3 Mio.) sowie Lizenzen und Schutzrechte (€ 23,9 Mio.; Vorjahr € 24,1 Mio.). Für Verpflichtungen aus Gewährleistungen sind zusätzlich € 7,9 Mio. (Vorjahr € 11,9 Mio.) in den langfristigen Rückstellungen und Verbindlichkeiten ausgewiesen. Die Verminderung der sonstigen kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten um € -20,5 Mio. von € 36,3 Mio. auf € 15,8 Mio. resultiert im Wesentlichen aus einem geringeren Saldo des Factoring-Programmes (€ 8,4 Mio.; Vorjahr € 30,6 Mio.). Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von € 0,4 Mio. zum 31. März 2023 (Vorjahr: € 45,4 Mio.) betreffen Verbindlichkeiten aus dem Bezug von Servicematerialien. Der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr resultiert im Wesentlichen aus der nicht vorhandenen Verbindlichkeit aus Gewinnabführung.# 5.2 Wirtschaftsbericht Kapitalflussrechnung und Liquiditätslage

Mio.€ Mio.€ Mio.€ %
CASHFLOW 01.04.2022 -31.03.2023 01.04.2021 -31.03.2022 GJ 2022/2023 zu GJ 2021/2022
Betriebsergebnis (EBIT) -33,2 46,6 -79,8
Planmäßige Abschreibungen sowie andere zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge 0,0 2,0 -2,0
Brutto Cashflow -33,2 48,6 -81,8
Veränderungen im Netto-Umlaufvermögen 160,3 -80,8 241,1
Veränderungen der übrigen Rückstellungen 13,4 -0,3 13,7
Auszahlungen für Steuern -11,6 -8,8 -2,8
Mittelzu-/-abfluss aus betrieblicher Tätigkeit 128,9 -41,3 170,2
Mittelab-/-zufluss aus Investitionstätigkeit -17,2 78,3 -95,5
Auszahlung Ergebnisabführung Vorjahre -36,5 -29,3 -7,2
Netto-Zahlungen Finanzverbindlichkeiten -21,3 -35,3 14,0
Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit -57,8 -64,6 6,8
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds 53,9 -27,6 81,5
Wechselkursbedingte Änderung des Finanzmittelfonds -2,7 1,6 -4,3
Finanzmittelfonds am Anfang des Geschäftsjahres 140,7 166,7 -26,0
Finanzmittelfonds am Ende des Geschäftsjahres 191,9 140,7 51,2

Im Wesentlichen durch den Abbau des Vorratsvermögens und des Saldos aus Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen veränderte sich der im Vorjahr ausgewiesene Mittelabfluss aus betrieblicher Tätigkeit in Höhe von € -41,3 Mio. in einen Mittelzufluss von € +128,9 Mio. Die Mittelab- und zuflüsse aus Investitionstätigkeit entsprechen im abgelaufenen Geschäftsjahr sowie im Vorjahr einem Ab- und Rückfluss aus der Bereitstellung liquider Mittel im Lenovo-Konzern. Der im Vergleich zum Vorjahr leicht um € 6,8 Mio. niedrigere Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit (€ ‑57,8 Mio.; Vorjahr € -64,6 Mio.) resultiert aus dem zum 31. März 2023 bilanzierten geringeren Verkauf von Forderungen im Rahmen eines Factoring-Programmes, denen eine leicht höhere Auszahlung für Gewinnabführung gegenüber steht. Insgesamt ergibt sich somit eine Erhöhung des Finanzmittelfonds um € +51,2 Mio. von € 140,7 Mio. im Vorjahr auf € 191,9 Mio. Aufgrund der vereinbarten Finanzierungsrahmenbedingungen im Wege der Integration in den Lenovo-Konzern erfolgen die Anlagen liquider Mittel nicht mehr durch MEDION selbst, sondern durch den Lenovo-Konzern. Die sonst durch MEDION angelegte Liquidität wird dem Lenovo-Konzern zur Verfügung gestellt und zu marktüblichen Bedingungen sowie unter Berücksichtigung rechtlicher Rahmenbedingungen verzinst. Diese Mittel sind kurzfristig (im Sinne von IAS 1.66 c) und können jederzeit zurückgeführt werden. Diese Beträge werden unter den Forderungen gegen verbundene Unternehmen ausgewiesen und reduzieren daher den in der MEDION-Bilanz ausgewiesenen Liquiditätssaldo. Abzüglich der im Vergleich zum Vorjahr niedrigeren Verbindlichkeiten aus einem Factoring-Programm ergibt sich eine Erhöhung der Netto-Liquidität um € +88,9 Mio. von € 140,1 Mio. im Vorjahr auf € 229,0 Mio. zum 31. März 2023.

Mio.€ Mio.€
31.03.2023
In Bilanz ausgewiesene Liquidität 191,9
Zuzüglich im Konzern angelegter Mittel 45,5
Gesamt-Liquidität 237,4
Abzüglich Verkauf von Forderungen aus Factoring Finanzierung -8,4
Netto-Liquidität 229,0

Die Finanzierung des MEDION-Konzerns einschließlich des erforderlichen Working Capitals für das laufende Geschäft war im abgelaufenen Geschäftsjahr stets sichergestellt. Der MEDION-Konzern verfügt nach wie vor über eine deutlich positive Netto-Liquidität. Ebenso verfügt MEDION mit dem hohen bilanziellen Eigenkapital von € 408,5 Mio., einer bilanziellen Eigenkapitalquote von 63,7 % und einer Liquidität inklusive der Geldanlagen im Konzern (€ 45,5 Mio.) von € 237,4 Mio. über weiterhin sehr gute Finanzierungsrahmenbedingungen im Prognosezeitraum.

5.2.2.1 Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage des Konzerns

Im abgelaufenen Geschäftsjahr entwickelte sich das operative Ergebnis (EBIT) aufgrund starker Veränderungen im Konsumverhalten der privaten Haushalte und daraus resultierenden Überbeständen im Handel deutlich schlechter als erwartet. Inklusive der Aufwendungen für anstehende Restrukturierungsmaßnahmen liegt das EBIT mit einem Verlust in Höhe von € -33,2 Mio. um € - 70,7 Mio. unter den Erwartungen. Ohne Berücksichtigung der Restrukturierungsaufwendungen liegt das operative Ergebnis im Konzern bei € -9,9 Mio. Hierbei konnte das mit € -40,7 Mio. negative EBIT des Projektgeschäftes nicht durch das Direktgeschäft (€ +30,5 Mio.) kompensiert werden.

MEDION AG (ergänzende Erläuterungen auf Basis HGB)

Der Lagebericht der MEDION AG und der Konzernlagebericht über das Geschäftsjahr 2022/2023 (zusammengefasster Lagebericht) sind nach § 315 Abs. 5 HGB in Verbindung mit § 298 Abs. 2 HGB zusammengefasst. Der Jahresabschluss der MEDION AG nach HGB und der zusammengefasste Lagebericht werden zeitgleich im Bundesanzeiger veröffentlicht. Da das MEDION-Geschäft weitestgehend über die MEDION AG abgewickelt und aus Gründen der Kosteneffizienz entsprechend zentral gesteuert wird, entspricht die Ertrags- sowie die Vermögens- und Finanzlage im Wesentlichen den Informationen über die wirtschaftliche Lage des MEDION-Konzerns. Ergänzende Erläuterungen zu wesentlichen Kennzahlen stellen sich wie folgt dar:

Mio. € % Mio. € % Mio. € %
Ertragslage MEDION AG nach HGB 01.04.2022-31.03.2023 01.04.2021 - 31.03.2022 GJ 2022/2023 zu GJ 2021/2022
Umsatz 705,2 100,0 891,5 100,0 -186,3
Materialeinsatz -558,5 -79,2 -685,9 -76,9 127,4
Rohertrag 146,7 20,8 205,6 23,1 -58,9
Personalaufwand -34,7 -4,9 -37,1 -4,3 2,4
Sonstige Aufwendungen und Erträge -177,0 -25,1 -147,4 -16,5 -29,6
Abschreibungen -2,9 -0,4 -2,7 -0,3 -0,2
EBIT -67,9 -9,6 18,4 2,1 -86,3
Finanzergebnis 32,8 4,7 22,4 2,5 10,4
EBT -35,1 -5,0 40,8 4,6 -75,9
Steuern -0,9 -0,1 -4,3 -0,5 3,4
Ergebnis MEDION AG vor Verlustübernahme/Gewinnabführung -36,0 -5,1 36,5 4,1 -72,5

Die durch die MEDION AG erwirtschaftete Rohertragsmarge liegt mit 20,8 % leicht unter dem Niveau der Konzernrohertragsmarge (21,5 %) und genau wie der Konzernwert unter dem Vorjahresniveau (23,1 %; 23,3 % im Konzern). Hintergrund des geringeren Rohertrages ist entsprechend derselbe wie im Konzern, der starke Preisdruck im ohnehin durch niedrigere Rohmargen geprägten Projektgeschäft, das ausschließlich in der MEDION AG erfasst wird. Der Personalaufwand der MEDION AG ist insgesamt im Vorjahresvergleich um € -2,4 Mio. von € 37,1 Mio. auf € 34,7 Mio. gesunken. Leicht höheren Gehaltsaufwendungen und Prämien stehen geringere Aufwendungen aus Sachbezügen und Abfindungen gegenüber. Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl (Vollzeitäquivalente) der MEDION AG liegt mit 424 auf Vorjahresniveau (Vorjahr 426).

Mio. € Mio. € Mio. € %
Sonstige betriebliche Aufwendungen/Erträge der MEDION AG nach HGB GJ 2022/2023 GJ 2021/2022 GJ 2022/2023 zu GJ 2021/2022
Sonstige betriebliche Aufwendungen
Vertriebsaufwendungen -121,0 -122,2 1,2
davon Marketing -45,7 -40,0 -5,7
davon Kundenservice -22,9 -30,2 7,3
davon Provisionen & Gebühren -21,5 -21,8 0,3
davon Sonstiges -30,9 -30,2 -0,7
Restrukturierungsaufwendungen -23,3 0,0 -23,3
Verwaltungsaufwendungen -33,8 -33,2 -0,6
Betriebsaufwendungen -2,1 -2,2 0,1
Übrige -4,3 -0,7 -3,6
-184,5 -158,3 -26,2
Sonstige betriebliche Erträge 7,5 10,9 -3,4
Saldo -177,0 -147,4 -29,6

Da im MEDION-Konzern der maßgebliche Anteil des Geschäftes durch die MEDION AG realisiert wird und sich die Organisationsstrukturen entsprechend hauptsächlich in der AG befinden, lässt sich auch die Entwicklung der sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträge teilweise mit der des Konzerns vergleichen. Anders als in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung werden jedoch die die Personalmaßnahmen betreffenden Restrukturierungsaufwendungen nicht im Personalaufwand, sondern gesondert in den Sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. Insgesamt ist der Saldo der sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträge mit € -177,0 Mio. um € -29,6 höher als der Vorjahressaldo in Höhe von € 147,4 Mio. Ohne Restrukturierungsaufwendungen ist der Saldo um € -6,3 Mio. höher als im Vorjahr. Aufgrund der unterschiedlichen Behandlung von zweckgebundenen Werbekostenzuschüssen im Hinblick auf den Ausweis in der Gewinn- und Verlustrechnung nach HGB und IFRS liegen die Aufwendungen für Marketing in Höhe von € 45,7 Mio. (Vorjahr: € 40,0 Mio.) um € 18,4 Mio. (Vorjahr: € 19,7 Mio.) über dem Wert im Konzern (€ 27,3 Mio.; Vorjahr: € 20,3 Mio.). Dieser Anstieg erklärt sich hauptsächlich durch höhere Aufwendungen für Online-Marketing. Der Herausfall von serviceintensiven Produktmengen aus der Gewährleistungszeit und der starke Rückgang des Projektgeschäftes hat zu einer deutlichen Reduzierung servicerelevanter Mengen im abgelaufenen Geschäftsjahr und somit zu einem deutlichen Rückgang der Aufwendungen für Kundenservice geführt. Insgesamt liegen die Aufwendungen für Kundenservice um € 11,7 Mio. (Vorjahr € 13,4 Mio.) über dem Konzernwert. Hintergrund ist, dass in der MEDION AG die durch Tochtergesellschaften weiterbelasteten Personalaufwendungen für den Kundenservice als sonstiger betrieblicher Aufwand erfasst werden. Die Verwaltungsaufwendungen beinhalten im Wesentlichen Aufwendungen für IT (€ 10,2 Mio.; Vorjahr € 9,7 Mio.) sowie konzerninterne Verwaltungsumlagen (€ 15,1 Mio.; Vorjahr: € 14,5 Mio.). Die hier ausgewiesenen Restrukturierungsaufwendnungen in Höhe von € 23,3 Mio. betreffen ausschließlich Personalmaßnahmen.

Die sonstigen betrieblichen Erträge gingen von € 10,9 Mio. im Vorjahr um € -3,4 Mio. auf € 7,5 Mio. zurück. Dieser Rückgang ist wesentlich auf geringere Erträge aus Sachbezügen und der Auflösung von Rückstellungen zurückzuführen. Das gegenüber dem Vorjahr (€ 22,4 Mio.) mit € 32,8 Mio.# 5.2 Wirtschaftsbericht

deutlich höhere Finanzergebnis erklärt sich im Wesentlichen durch höhere Gewinnausschüttungen der Tochtergesellschaften. Aufgrund des negativen steuerlichen Ergebnisses im abgelaufenen Geschäftsjahr ist, abweichend zu den Vorjahren, keine Steuerumlage zu leisten (Vorjahr: € 3,4 Mio.). Bei der MEDION AG sank das im Geschäftsjahr erwirtschaftete Ergebnis vor Verlustübernahme (im Vorjahr Gewinnabführung) von € 36,5 Mio. um € -72,5 Mio. (-198,6%) auf € -36,0 Mio.

Bilanzstruktur der MEDION AG nach HGB
| | 31.03.2023 | | 31.03.2022 | GJ 2022/2023 zu GJ 2021/2022 |
|---|---|---|---|---|
| | Mio.€ | % | Mio.€ | % | Mio.€ | % |
| Anlagevermögen | 34,4 | 6,0 | 36,3 | 5,2 | -1,9 | -5,2 |
| Langfristige Vermögensgegenstände | 34,4 | 6,0 | 36,3 | 5,2 | -1,9 | -5,2 |
| Vorräte | 146,3 | 25,3 | 268,7 | 38,8 | -122,4 | -45,6 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 129,2 | 22,3 | 213,5 | 30,8 | -84,3 | -39,5 |
| Forderungen gegen verbundene Unternehmen | 73,1 | 12,6 | 72,1 | 10,4 | 1,0 | 1,4 |
| Flüssige Mittel | 150,5 | 26,0 | 58,8 | 8,5 | 91,7 | > 100,0 |
| Übrige Vermögensgegenstände | 44,8 | 7,8 | 43,1 | 6,3 | 1,7 | 3,9 |
| Kurzfristige Vermögensgegenstände | 543,9 | 94,0 | 656,2 | 94,8 | -112,3 | -17,1 |
| Summe Aktiva | 578,3 | 100,0 | 692,5 | 100,0 | -114,2 | -16,5 |
| Eigenkapital | 366,1 | 63,3 | 366,1 | 52,9 | 0,0 | 0,0 |
| Langfristige Rückstellungen | 15,8 | 2,7 | 14,9 | 2,2 | 0,9 | 6,0 |
| Sonstige Rückstellungen | 95,4 | 16,5 | 88,3 | 12,8 | 7,1 | 8,0 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 65,2 | 11,3 | 124,8 | 18,0 | -59,6 | -47,8 |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 14,8 | 2,6 | 51,9 | 7,5 | -37,1 | -71,5 |
| Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten | 21,0 | 3,6 | 46,5 | 6,7 | -25,5 | -54,8 |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen | 196,4 | 34,0 | 311,5 | 45,0 | -115,1 | -37,0 |
| Summe Passiva | 578,3 | 100,0 | 692,5 | 100,0 | -114,2 | -16,5 |

Die Bilanzsumme der MEDION AG zum 31. März 2023 hat sich im Vorjahresvergleich von € 692,5 Mio. um € -114,2 Mio. auf € 578,3 Mio. verringert. Die gegenüber der Konzernbilanz (€ 641,2 Mio.; Vorjahr € 789,5 Mio.) um € -62,9 Mio. (Vorjahr: € 97,0 Mio.) geringere Bilanzsumme erklärt sich maßgeblich durch niedrigere liquide Mittel auf der Aktivseite und geringere Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie Eigenkapital auf der Passivseite.

5 26| 5.3 5.3.1.2 Marktentwicklung im Bereich der Consumer Electronics

Da das Working Capital-intensive Projektgeschäft ausschließlich in der MEDION AG erfasst wird, haben sich die Abverkäufe der hohen Lagerbestände auch in der Bilanz der MEDION AG abgebildet. Das Vorratsvermögen hat sich hier von € 268,7 Mio. um € -122,4 Mio. auf € 146,3 Mio. vermindert. Unter Berücksichtigung der im Rahmen des zurückgegangenen Geschäftsvolumens mit € 129,2 Mio. deutlich geringeren Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (Vorjahr € 213,5 Mio.) und der von € 124,8 Mio. um € -59,6 Mio. auf € 65,2 Mio. verminderten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ergibt sich eine um € -147,1 Mio. verminderte kurzfristige Mittelbindung im Working Capital (€ 210,3 Mio.; Vorjahr € 357,4 Mio.), die sich auch im höheren Bestand liquider Mittel zeigt (€ 150,5 Mio. ggü. € 58,8 Mio. im Vorjahr). Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind mit € 73,1 Mio. zwar unverändert (Vorjahr: € 72,1 Mio.), jedoch sind zum 31. März 2023 Forderungen aus Verlustübernahme in Höhe von € 36,0 Mio. enthalten (Vorjahr: Verbindlichkeiten aus Gewinnabführung in Höhe von € 36,5 Mio.). Rückläufig sind die Forderungen aus Warenverkauf und Dienstleistungen gegen Lenovo (€ 2,4 Mio.; Vorjahr € 19,7 Mio.). Der Rückgang der übrigen kurzfristigen Verbindlichkeiten von € 46,5 Mio. um € -25,5 Mio. auf € 21,0 Mio. resultiert hauptsächlich aus geringeren Verbindlichkeiten im Rahmen des ABS-Programmes. Aufgrund der niedrigeren Bilanzsumme hat sich die Eigenkapitalquote zum 31. März 2023 von 52,9 % im Vorjahr auf 63,3 % erhöht und liegt nach wie vor stabil über 50 %.

27 | 5.3 5.3.1 Prognose-, Chancen- und Risikobericht

5.3.1 Prognosebericht

5.3.1.1 Konjunktureller Rahmen

Der Ausblick auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland hat sich gegenüber der Konjunkturprognose des Sachverständigenrates vom November 2022 geringfügig verbessert. Der Sachverständigenrat erwartet im Jahr 2023 ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 0,2 % und im Jahr 2024 in Höhe von 1,3 %. Die kurzfristigen Abwärtsrisiken für das Wachstum haben sich reduziert. Vor allem ist die Unsicherheit über die Energieversorgungslage vorerst gesunken, was zu einem Rückgang der Großhandelspreise für Energie geführt hat. Obwohl sich die Energieversorgungslage vorerst entspannt hat, ist die Energiekrise noch nicht überwunden. Im Winter 2022/23 konnte eine Gasmangellage abgewendet werden, die eine staatlich angeordnete Rationierung erforderlich gemacht hätte. Die Kerninflation stieg in den vergangenen Monaten stärker als erwartet und kompensierte teilweise die geringere Energiepreisinflation. Die nach wie vor bestehende hohe Inflation belastet sowohl die privaten Haushalte als auch die Unternehmen durch Kostensteigerungen insbesondere aufgrund hoher Lohnabschlüsse. Das daraus resultierende schwache Wachstum trifft auch den privaten Konsum und dabei im besonderen Maße die sehr preissensitiven Käufergruppen. Für Deutschland erwartet der Sachverständigenrat einen Anstieg der Verbraucherpreise (VPI) in den Jahren 2023 und 2024 um 6,6 % und 3,0 %. Die globalen Konjunkturaussichten haben sich leicht aufgehellt. So mildern sinkende Großhandelspreise für Energie und die Abkehr Chinas von der Null-Covid-Politik den für das Jahr 2023 zunächst erwarteten Rückgang des Wirtschaftswachstums in Deutschland und im Euro-Raum. Die hohe Inflation dämpft das Wachstum aber bis weit ins Jahr 2024 hinein. Das Wirtschaftswachstum im Euro-Raum (kalenderbereinigt) dürfte in 2023 nur rund 0,9 % und 2024 1,5 % betragen. Für die globale Wirtschaftsleistung erwartet der Sachverständigenrat einen Anstieg von 2,2 % in diesem Jahr und 2,7 % im kommenden Jahr. Für den Euro-Raum dürfte die Inflationsrate (HVPI) mit 5,9 % und 2,9 % weiterhin deutlich über dem Inflationsziel der EZB von 2 % liegen. Im weltweiten Durchschnitt erwartet der Sachverständigenrat einen Anstieg der Verbraucherpreise um 5,3 % im Jahr 2023 und um 3,5 % im Jahr 2024. Die Konjunkturprognose unterliegt weiterhin verschiedenen Abwärtsrisiken. Zwar wurde eine Gasmangellage in Europa im Winter 2022/23 vermieden, die Versorgungslage im Winter 2023/24 ist aber noch unsicher. Sollte die Inflation langsamer zurückgehen als erwartet, könnte dies eine ausgeprägtere geldpolitische Straffung erfordern. Dies würde die private Nachfrage stärker dämpfen. Zugleich haben die zuletzt gestiegenen Finanzmarktrisiken die Inflationsbekämpfung durch die Zentralbanken erschwert. Sollte die geldpolitische Reaktion aufgrund dieser Abwägungen zu gering ausfallen, könnte die Inflation länger als erwartet hoch bleiben oder sogar nochmal anziehen. Eine Zunahme der geopolitischen Spannungen zwischen den USA und China könnte den globalen Warenhandel und die internationalen Lieferketten erheblich belasten (Quelle:https://www.sachverstaendigenrat-wirtschaft.de/Konjunkturprognosen/2023/KJ2023_Gesamtausgabe.pdf).

28 | 5.3

5.3.1.2 Marktentwicklung im Bereich der Consumer Electronics

Der Markt für Consumer Electronics umfasst elektronische und digitale Geräte für den Privatgebrauch zu Unterhaltungs- (Fernseher, Radio, Smart Speaker, etc.) und Kommunikationszwecken (Telefone, Smartphones etc.) sowie zur Ausführung von Heimbüro-Tätigkeiten (Drucker, Kopierer etc.). Der Umsatz im besonders für MEDION relevanten Markt Consumer Electronics in Deutschland beträgt 2023 nach Schätzung etwa 26,90 Mrd. Euro. Laut Prognose wird im Jahr 2028 ein Marktvolumen von 27,37 Mrd. Euro erreicht; dies entspricht einem jährlichen Umsatzwachstum von 0,35 % (CAGR 2023-2028). Das größte Marktsegment ist das Segment Telefonie mit einem wertmäßigen Marktvolumen von rund 9,48 Mrd. Euro in 2023. Umgerechnet auf die Bevölkerungszahl werden in diesem Markt im Jahr 2023 etwa 321,07 Euro pro Kopf umgesetzt. Im Jahr 2023 werden voraussichtlich 58 % des Gesamtumsatzes im Markt Consumer Electronics online erwirtschaftet. (Quelle: https://de.statista.com/outlook/cmo/ consumer-electronics/deutschland). Aufgrund teilweise immer noch gestörter Lieferketten sowie weiteren Logistikproblemen und damit verbundenen Versorgungsengpässen bei Komponenten und manchen Rohmaterialien sowie der aktuellen Krisensituation und der unverändert hohen Inflation mit Auswirkungen auf das frei verfügbare Einkommen der Verbraucher ist eine weitergehende seriöse Prognose der Marktentwicklung für das Jahr 2023 und danach derzeit nicht möglich.

Mobilfunk und digitale Dienstleistungen
Der weiterhin stabile Absatz von Smartphones sorgt für einen anhaltenden Trend der mobilen Internetnutzung mit hohen Datenübertragungsraten im Postpaid und Prepaid Bereich. Im Mobilfunk wird unverändert in den Ausbau der Übertragungstechnik und die Glasfasernetze sowie den neuen 5G-Standard investiert. Die Wettbewerbssituation der vielen Online-Angebote und das nach der Corona-Pandemie veränderte Einkaufsverhalten im stationären Handel werden auch die nächsten Jahre bestimmen. Digitale Dienstleistungen werden weiterhin stark differenziert und nur bei ausreichend innovativen Produktangeboten in höherem Maße nachgefragt werden.

5.3.1.3 Entwicklung von MEDION im Geschäftsjahr 2023/2024

Wirtschaftliche Entwicklung von MEDION
Die zukünftige Entwicklung von MEDION im Geschäftsjahr 2023/2024 als Anbieter von Produkten und Dienstleistungen im Bereich der Consumer Electronics für den Massenmarkt hängt neben den effizienten und konsequent auf die Bedürfnisse der Kunden und Verbraucher ausgerichteten Strukturen und neuen innovativen Produkten des Unternehmens in hohem Maße davon ab, wie sich der konjunkturelle Rahmen, die Währungsrelationen und die Konsumneigung der Verbraucher beim Wettbewerb der Einkaufsstätten in Deutschland und in den wichtigsten europäischen Ländern auch unter Berücksichtigung der Auswirkungen der Verknappung von Komponenten, Lieferketten und Logistikproblemen und der Ukraine Krise entwickeln.# 5.3 Unverändert besteht der Trend der hohen Wettbewerbsintensität und der Verlagerung des Einkaufsverhaltens in das Internet. Zu berücksichtigen sind damit auch in besonderem Maße die Erwartungen der Handelspartner hinsichtlich der Absatzchancen von Consumer-Electronics-Produkten mit dem daraus resultierenden Bestellverhalten. Darüber hinaus wird die weitere Entwicklung im Telekommunikationsmarkt zu berücksichtigen sein. Der rasche technologische Wandel im Telekommunikationssektor erfordert hohe Investitionen, um Netzinfrastrukturen der nächsten Generation auszubauen. Der Ausbau von 5G-Netzen geht zügig voran und hat von den Netzbetreibern hohe Investitionen erfordert. Dies kann sich jedoch auch auf die für MEDION relevante Preisgestaltung der verfügbaren Angebote der Diensteanbieter im Jahr 2023 und 2024 auswirken. Ebenso wie beim Wettbewerb ist nicht konkret einzuschätzen, welche kurz- und mittelfristigen Auswirkungen die aktuelle geopolitische Lage und die weiterhin hohe Inflation auf das Konsumverhalten der Verbraucher haben wird. Entscheidend bleibt für MEDION, ob die Käufergruppen mit besonderer Preissensivität die Angebote innovativer Consumer Electronics-Produkte auch annehmen oder - wie im zweiten Halbjahr 2022/2023 spürbar - hier weiterhin zurückhaltend bleiben. Desweiteren müssen die Erfolge der im abgelaufenen Geschäftsjahr begonnenen Restrukturierung abgewartet werden.

5.3.1.4 Umsatz und Ergebnis (EBIT) im MEDION-Konzern und in der MEDION AG im Geschäftsjahr 2023/2024

Da das abgelaufene Geschäftsjahr 2022/2023 aufgrund von Nachlaufeffekten der Corona-Pandemie und direkten Auswirkungen des Ukraine-Krieges (Inflation und Konsumzurückhaltung sowie insbesondere Energiekrise) mit einem hohen operativen Verlust abgeschlossen werden musste, hat für MEDION die Umsetzung des im abgelaufenen Geschäftsjahr eingeleiteten Restrukturierungsprogrammes, für das zum 31. März 2023 entsprechende Beträge zurückgestellt wurden, oberste Priorität für das Geschäftsjahr 2023/2024 und auch 2024/2025. MEDION geht davon aus, dass die gegenwärtigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im privaten Konsumumfeld die Handels- und Händlerstrukturen, insbesondere im Hinblick auf Erwerb und Nutzung von Consumer-Electronics-Produkten, nachhaltig verändern werden. Ziel ist es somit, den MEDION-Konzern an erwartete Veränderungen der Handels- und Vertriebsstrukturen anzupassen. Die Restrukturierungsmaßnahmen betreffen demzufolge die Aufbau- und Ablauforganisation aller Unternehmensbereiche:

  • Produktentwicklung und Sourcing: Änderungen der Produktstrategien und Stärkung strategischer Lieferanten
  • Produktmanagement und Qualitätsmanagement: weltweite Vereinheitlichung und Serienentwicklungen
  • Organisation im Allgemeinen: Anpassung der Aufbauorganisation an veränderte strategische Ablauforganisation
  • Vertrieb und Kundenservice: Neuausrichtung und Selektion von Vertriebskanälen und Anpassung des Kundenservice an veränderte Produktstrategien

Da diese Maßnahmen struktureller Natur sind, bedarf die nachhaltige Umsetzung überwiegend eines längeren Zeitraums. Für das Geschäftsjahr 2023/2024 ist die Zielsetzung, mögliche Kostensenkungspotentiale in den Bereichen Organisation, Produktentwicklung und Sourcing weiterhin konsequent und schnellstmöglich umzusetzen, um dadurch die Voraussetzungen nachhaltiger strategischer Veränderungen in übrigen Bereichen zu schaffen. Ziel ist es, die meisten Restrukturierungsmaßnahmen bis zum Ende des Geschäftsjahres 2023/2024 umgesetzt zu haben, um in den nachfolgenden Zeiträumen wieder zu gewohnter Ertragsstärke und -stabilität zurückzufinden. Dieses bedeutet, dass MEDION für das Geschäftsjahr 2023/2024 zwar wieder von einem positiven EBIT ausgeht, dieses jedoch noch deutlich unter den Vorjahren liegt.

5.3

Wie bereits in der letztjährigen Prognose zum abgelaufenen Geschäftsjahr erläutert, haben intensiver werdende öffentliche Diskussionen über Umweltverträglichkeiten von Produkten oder Energieressourcen die Ausgabenentscheidungen der Konsumenten stark beeinflusst. Als besonderer Unsicherheitsfaktor bleibt der im Februar 2022 begonnene Krieg in der Ukraine, dessen mögliche Auswirkungen auf den Alltag und das Wirtschaftsleben nicht nur in Deutschland und Europa überhaupt nach wie vor in ihrer Dauer oder Intensität nicht vorhersehbar sind. Je länger die vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise gegenwärtig angespannte Situation anhält, insbesondere die durch die hohen Energiepreise frei verfügbaren Einkommen weiter vermindert sind, desto stärker gehen wir von einem nachhaltigen Wechsel der Ausgaben- und Investitionsprioritäten der Privatverbraucher und Handelskunden aus. An der Vorgehensweise der Geschäftsplanung, z.B. die Zugrundelegung jährlicher Kundengespräche, hat sich indes nichts geändert. Da MEDION konzernweit einen großen Teil seines Hardwaregeschäftes als Projektgeschäft betreibt, welches längere Vorlaufzeiten aufgrund der kundenindividuellen Produktentwicklungen hat, ist bereits ein bestimmter Anteil des für das kommende Geschäftsjahr 2023/2024 geplanten Geschäftes im Projektgeschäft mit Kundenplanungen hinterlegt. Zusätzlich bietet bei den digitalen Dienstleistungen im Direktgeschäft die seit Jahren hohe Grundstabilität (wiederkehrendes Geschäft) eine gewisse, mindestens kurzfristige Prognosesicherheit. Dennoch gilt grundsätzlich, dass die Entwicklung, insbesondere im zweiten Geschäftshalbjahr, geschäftsmodellspezifisch mit geringerer Zuverlässigkeit prognostizierbar ist. Im Zusammenhang mit den Restrukturierungsmaßnahmen zu Produktentwicklung und Vertrieb wird von einem Verbleib auf dem Umsatzniveau des abgelaufenen Geschäftsjahres 2022/2023 ausgegangen, welches in etwa dem Niveau der Geschäftsjahre vor der Corona-Pandemie entspricht.

MEDION plant für das kommende Geschäftsjahr einen Umsatz in Höhe von € 884 Mio. (+1 % ggü. € 877 Mio. in 2022/2023). Im Berichtssegment Projektgeschäft plant MEDION einen Umsatzrückgang von rd. -6 % auf € 330 Mio. Für das PC-Geschäft wird zwar ein weiterer Rückgang der Stückzahlen von -7 % angenommen, da dieser jedoch hauptsächlich den niedrigpreisigen Educational-Bereich betrifft, wird insgesamt von einem unveränderten Umsatz im PC-Bereich ausgegangen. Der geplante Umsatzrückgang entfällt somit auf die weiteren Produktbereiche Unterhaltungselektronik und Haushalt. Im Berichtssegment Direktgeschäft stehen die digitalen Dienstleistungen insgesamt, nicht nur der Bereich Mobilfunk, erneut unter hohem Wettbewerbsdruck. Aufgrund des stabilen Wachstums in den letzten Jahren wird nur ein leichtes weiteres Wachstum von rd. 4 % geplant. Für das Onlinegeschäft mit Hardwareprodukten wird ein höheres Wachstum von +13 % erwartet, sodass sich für das Direktgeschäft insgesamt ein geplantes Umsatzwachstum von € 514 Mio. auf € 546 Mio. (rd. +6 %) ergibt.

Für die sonstigen Umsätze wird ein Rückgang von rd. € 11 Mio. auf € 8 Mio. erwartet. In Abhängigkeit lokaler regulatorischer Rahmenbedingungen im internationalen Umfeld können die Anteile der durch die jeweilige MEDION-Tochtergesellschaft realisierten Umsatzerlöse im Rahmen des internationalen Ausbaus der digitalen Dienstleistungen weiter steigen. Da der Umsatzrückgang im abgelaufenen Geschäftsjahr vorrangig im durch die MEDION AG abgewickelten Projektgeschäft ausgewiesen wurde und für das kommende Geschäftsjahr 2023/2024 mit einem weiteren leichten Umsatzrückgang im Projektgeschäft gerechnet wird, ist für den Umsatzanteil der MEDION AG am Konzernumsatz ein Rückgang von rd. 80 % auf rd. 75 % geplant. Ein Grund für die operativen Verluste im abgelaufenen Geschäftsjahr war unter anderem, dass die für das Hardwaregeschäft notwendigen Strukturen nicht kurzfristig an das weggebrochene Geschäftsvolumen angepasst werden konnten und keine Skaleneffekte wie in den Vorjahren erzielbar waren. Da die nachhaltigen Restrukturierungsmaßnahmen größtenteils nur schrittweise umgesetzt werden können, insbesondere Personalmaßnahmen, und daher frühestens im zweiten Geschäftshalbjahr wirken, wird für das Geschäftsjahr 2023/2024 lediglich mit einer Verbesserung des EBITs auf € +11 Mio. gerechnet. Da die negativen Ergebnisbeiträge ausschließlich das Hardwaregeschäft betreffen, welches überwiegend im Projektgeschäft realisiert wird, wird im Projektgeschäft auch in 2023/2024 mit einem negativen EBIT in Höhe von rd. € -20 gerechnet. Für das Direktgeschäft wird von einem unveränderten EBIT in Höhe von rd. € 31 Mio. ausgegangen. Im geplanten Konzern-EBIT in Höhe von € 11 Mio. ist die MEDION AG mit einem negativen EBIT in Höhe von rd. € -20 Mio. eingeplant. An dieser Stelle verweisen wir auch auf den Risikobericht im nachfolgenden Kapitel 5.3.2 und den Chancenbericht unter 5.3.4.

5.3.2 Risikobericht

5.3.2.1 Risikomanagement-Organisation

Grundprinzipien der Risikomanagement-Organisation

Das Risikomanagement, das interne Kontrollsystem und das Compliance Management System sind integrale Bestandteil der MEDION-Geschäftsstrategie. Sie dienen dazu, in einem strukturierten Prozess die wesentlichen Risikofelder im Konzern laufend zu beobachten, Geschäftsrisiken frühzeitig zu erkennen und damit die Voraussetzungen zu schaffen, möglichst frühzeitig Maßnahmen zur Begrenzung der Risiken ergreifen zu können. Das gesamte interne Kontrollsystem und das Risikomangementsystem sind in eigenen Abteilungen organisiert und berichten an die Unternehmensleitung unabhängig und eigenständig gemäß vorab verabschiedeter Kriterien und Zeitpläne. Das Compliance Management System wird durch Zentralfunktionen von HR und Corporate Affairs gesteuert und verantwortet. Das Compliance Management System bündelt alle Strukturen, Prozesse und Maßnahmen, die dazu dienen, Regelkonformität sicherzustellen und soll damit die Voraussetzungen dafür schaffen, dass die MEDION Organisation nicht gegen rechtsverbindliche externe Regeln und interne Vorgaben verstößt.# 5.3 Gesamtaussage zur Wirksamkeit des Risikomanagement- und internen Kontrollsystems

Die Ausgestaltung des beschriebenen Risikomanagement- und internen Kontrollsystems orientiert sich an den gesetzlichen Rahmenbedingungen und internationalen Standards – wie z.B. dem Aktiengesetz, dem Deutschen Corporate Governance Kodex oder dem vom Institut der Wirtschaftsprüfer herausgegebenen Prüfungsstandard IDW PS 340 n.F. Auf Grundlage der dem Vorstand der MEDION AG zur Verfügung gestellten Informationen sind ihm keine Umstände bekannt, die gegen die Angemessenheit und Wirksamkeit des Risikomanagementsystems bzw. des internen Kontrollsystems sprechen.

1) Kernelemente des MEDION-Risikomanagementsystems sind:
* Ein integratives Management-Informationssystem, welches durch Verzahnung verschiedener Managementberichte operative Kennzahlen zur täglichen Kurzfriststeuerung bereitstellt.
* Eine Balanced Scorecard zur Darstellung von Trends spezifischer Steuerungskennzahlen.
* Arbeiten einer Internen Revision; hier entscheidet entweder der Aufsichtsrat über einen durch den Vorstand vorgelegten Revisionsplan mit Themen zu prozessunabhängigen Kontrollen in allen Unternehmensbereichen, Themen werden durch die Lenovo-Konzernrevision angekündigt oder MEDION entscheidet proaktiv über freiwillige Audits (beispielsweise im Rechnungswesen oder in der IT). Die hier ausgewählten Themen werden vorzugsweise durch auf diese Themen spezialisierte externe Dienstleister bearbeitet.

1Im Rahmen des Risikomanagementprozesses sind die verantwortlichen Personen in den verschiedenen Geschäftsbereichen verpflichtet, den eigenen Aufgabenbereich zu überwachen, die Risikoausprägungen zu beurteilen und das Eingehen unangemessener Risiken zu vermeiden. Sie berichten Risikosachverhalte oder auch Chancen in regelmäßigen Abständen unter Zuhilfenahme der unternehmensinternen Kontroll- bzw. Berichtssysteme an das Risikomanagement und Controlling sowie bei Bedarf unmittelbar und ad hoc an die Unternehmensleitung. Unterstützt wird der Berichtsprozess und entsprechende Dokumentationen auch durch eine Software. Diese Risikoeinschätzungen können qualitativer und quantitatver Natur sein, werden entsprechend ihrer Charakteristik in Risikocluster zusammengeführt und bewertet. Die Einordnung von dokumentierten Risiken und Chancen (inkl. Maßnahmen) erfolgt in einer Risikomatrix gemäß einer Eintrittswahrscheinlichkeit und einer potentiellen Schadenhöhe. Dabei unterscheidet MEDION folgende Eintrittswahrscheinlichkeiten: Sehr gering und gering (bis 10 % bzw. 33 %), Moderat und eher wahrscheinlich (bis 50% bzw. 67 %) sowie Wahrscheinlich oder sehr wahrscheinlich (über 67 % bzw. über 90 %). Bei der Quantifizierung von Risiken und Chancen hat MEDION – unter Berücksichtigung der Tatsache, dass in der Geschäftsplanung wesentliche Trends bereits berücksichtigt sind und das dritte Geschäfts- bzw. das vierte Kalenderquartal aufgrund des Weihnachtsgeschäftes nach wie vor das wichtigste Geschäftsquartal ist – relativ niedrige Abweichungen vom Ergebnisziel (Konzern-EBIT) zwecks einer Einstufung definiert.

Da das abgelaufene Geschäfsjahr durch externe, nicht beeinflussbare Faktoren geprägt war und auch für das Geschäftsjahr 2023/2024 aufgrund der schrittweisen Umsetzungsphase von Restrukturierungsmaßnahmen noch nicht als operativ eingeschwungen anzusehen ist, insbesondere die Quartalsergebnisse nicht vergleichbar sind, hat MEDION zum Zwecke des Risikomanagements die Risikocluster nicht entsprechend der erwarteten Ergebnissituation modifiziert. Die Risiko-Einstufung ist wie folgt:

  • Sehr geringe (bis € 0,8 Mio.) oder geringe (bis € 2,8 Mio.) Abweichung vom Ergebnisziel (d.h. bis 33 % Zielabweichung in operativ eingeschwungenen Jahren)
  • Bedeutsame (bis € 4,2 Mio.) oder materielle (bis € 5,7 Mio.) Zielabweichung (d.h. zwischen 33 % und 67 % Zielabweichung in operativ eingeschwungenen Jahren)
  • Gravierende Zielabweichung (größer € 5,7 Mio., d. h. mehr als 67 % Zielabweichung in operativ eingeschwungenen Jahren)

Risiken, welche geeignet sind, eine höhere Zielabweichung als 90 % (oder eine Schadenhöhe von mehr als € 7,6 Mio. in operativ eingeschwungenen Jahren) zu begründen, werden als Sonderrisiko eingestuft. Die identifizierten Risiken sind weder einzeln noch in ihrer Gesamtheit für einen Zeitraum von einem Jahr ab dem Abschlusstichtag 31. März 2023 bestandsgefährdend in Form einer möglichen Illiquidität oder Überschuldung.

Rechnungslegungsbezogenes Internes Kontroll-System

Das IKS umfasst überwachende und präventive Kontrollen und Analysen aller in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften. Die Richtlinien zur Erfassung von Geschäftsvorfällen und Erstellung von Abschlüssen sind zentral vorgegeben und überwacht. Dabei geht es sowohl um inhaltliche auch als zeitliche Vorgaben. Dieses geschieht durch eigenes Personal, welches regelmäßig an Fortbildungsmaßnahmen teilnimmt, sowie (vornehmlich im Ausland) durch die Hinzuziehung externer Fachkräfte. Hierdurch sollen die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben sowie internationaler Rechnungslegungsvorschriften gewährleistet werden. In Ergänzung zum rein kennzahlenbezogenen operativen Berichtswesen werden für Verantwortungsbereiche an der Unternehmensgrenze Finanz-Berichte nach rechnungslegungs-spezifischen Kriterien erstellt (u.a. monatliche vollständige GuV’s), um Auffälligkeiten und Tendenzen festzustellen und etwaige Abweichungen von konzernweiten Bilanzierungs-Richtlinien zu identifzieren. Unabhängig von der Wesentlichkeit eines Geschäftsbereiches oder einer Gesellschaft erfolgen Berichtserstellungen grundsätzlich in SAP-basierten Systemen. SAP ist die konzernweit ausschließlich genutzte Rechnungslegungssoftware für die Erstellung von Einzelabschlüssen. Eine Zusammenführung lokaler Abschlüsse und Daten erfolgt vollständig durch ein zentrales Konsolidierungssystem mit einheitlichen Kontenplänen, die an der Bilanzierung nach IFRS ausgerichtet sind.

Durch die konzernweit einheitlichen Softwaresysteme und Richtlinien wird die notwendige Transparenz und damit das notwendige Verständnis geschaffen für die Aufdeckung möglicher rechnungslegunsgrelevanter Risiken.

5.3.2.2 Einzelrisiken

Insgesamt sieht sich MEDION aufgrund der verschiedenen Elemente der Risikomanagement-Organisation und der definierten Risikocluster gut aufgestellt, kritische Tendenzen frühzeitig zu erkennen und durch die Einleitung geeigneter Maßnahmen Risiken zu vermindern. Das Risikomonitoring konzentriert sich auf die tatsächliche Risikolage nach Berücksichtigung der Maßnahmen der Risikoreduzierung bzw. -vermeidung. Durch die frühzeitige Identifikation von Risiken und Maßnahmen ist es möglich, deren Effekte in den Geschäftsplanungen zu berücksichtigen. Dennoch gibt es natürlich Sachverhalte, die aufgrund ihrer zeitlichen oder inhaltlichen Unsicherheit oder fehlenden Konkretheit nicht oder nicht in Gänze nachvollziehbar in Planungsrechnungen zum Zwecke der Unternehmenssteuerung berücksichtigt werden können. Solche Einzelrisiken sowohl für die MEDION AG als auch für den Konzern werden nachfolgend erläutert.

Risiken durch Nachwirkungen der Corona-Pandemie und Auswirkungen der Ukraine-Krise

Im Risikobericht des Geschäftsberichtes 2021/2022 hat MEDION bereits erläutert, dass die durch die Corona-Pandemie begründeten positiven Kaufimpulse nicht dauerhaft bestehen würden. Die eingeschränkten Warenverfügbarkeiten in den Jahren 2021 und 2022 haben zu höheren Bestellvolumina und somit letztendlich zu deutlich höheren Warenbeständen geführt, deren Abverkauf im abgelaufenen Geschäftsjahr aufgrund der Inflation und Energiekrise erschwert wurden. Die Ukraine-Krise ist in seinen Gesamt-Auswirkungen weiterhin nicht einzuschätzen. Aufgrund der durch die Ukraine-Krise ausgelösten Effekte auf wirtschaftliche Rahmenbedingungen (Inflation, Energiepreise) sind diese höheren Warenbestände zu risikoreichen Überbeständen geworden, weil sich das Konsumverhalten der Endverbraucher stark verändert hat. Im Ergebnis kam es zu deutlichen Auftragsrückgängen. Entsprechende Risiken auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sind sowohl im Jahresabschluss als auch in der Geschäftsplanung von MEDION berücksichtigt. Die sich daraus ergebenden finanziellen Folgen auf Umsatz und EBIT, wenn die in der Planung berücksichtigen Annahmen unzutreffend oder unzureichend sind, können sich wie folgt zeigen:

  • Weiter rückläufige Ordervolumina von Handelskunden im Projektgeschäft
  • Weiter verringerte Rohmargen, wenn Handelskunden auf vereinbarte Vertragskonditionen bestehen und sich nicht an Sonderkosten (Frachterhöhungen oder Preiserhöhungen von Lieferanten), die MEDION nicht zu verantworten hat, beteiligen, und diese auch nicht an Endkunden weitergegeben werden sollen oder können
  • Verkaufspreisreduzierungen bei längeren Reichweiten als in der Planung angenommen
  • Erhöhte Frachtkosten, wenn nur durch kurzfristige Sonderfrachten Liefertermine bei Produktions-verzögerungen eingehalten werden können oder Logistikdientsleister reservierte, aber nicht genutzte Frachtkapazitäten in Rechnung stellen (Leerfrachten)

Kundenorder im Projektgeschäft sind in der Planungsrechnung bereits mit einem deutlich geringeren Volumen als in den Jahren der Corona-Pandemie oder davor berücksichtigt. Dennoch können aufgrund der unsicheren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Bezug auf Verbraucherverhalten weitere Auftragsrückgänge nicht ausgeschlossen werden. Dieses Risiko halten wir zwar in puncto Eintrittswahrscheinlichkeit für moderat, aufgrund des Charakters des Projektgeschäftes und der möglichen Maßnahmen gehen wir jedoch nur von einer geringen Schadenhöhe aus. In Bezug auf weiter rückläufige Rohmargen und Verkaufspreisreduzierungen hat MEDION bereits entsprechende Effekte in der Geschäftsplanung für das Jahr 2023/2024 berücksichtigt. Dennoch können weitere Auftragsanpassungen nicht ausgeschlossen werden.# 5.3 Risikomanagementbericht (fortgesetzt)

5.3.2 Chancenbericht

Neben den allgemeinen Entwicklungen beobachtet MEDION auch spezifische Markttendenzen, die dem Geschäftsmodell entgegenkommen und Chancen nicht nur zum Wachstum, sondern insbesondere auch zur Differenzierung gegenüber dem Wettbewerb und somit zur Ertragsstabilisierung bieten. Diese Entwicklungen zeigen zu den Möglichkeiten, die bereits in der Prognose berücksichtigt sind, weitere operative, aber nicht mit ausreichender Sicherheit quantifizierbare Chancen. Es handelt sich um allgemeine, mittel- oder langfristig erwartete Markttrends, die MEDION beobachtet und schrittweise in seinen Geschäftsüberlegungen berücksichtigt.

Chancen aus dem Restrukturierungsprogramm

Zum Zeitpunkt der Prognose sind nicht alle Maßnahmen der im Prognosebericht erwähnten Restrukturierungsmodule mit hinreichender Sicherheit quantifizierbar. Gerade in Bezug auf Produktentwicklung, Einkauf und Vertriebskanäle hängen Maßnahmen auch von Geschäftspartnern ab. MEDION geht davon aus, dass Kostensenkungseffekte in einer Bandbreite von € 7 Mio. bis € 10 Mio. realisiert werden können und sich das prognostizierte Konzernergebnis sowie das prognostizierte Ergebnis der MEDION AG entsprechend verbessern können. Die in diesem Korridor angenommen Effekte entfallen zu etwa gleichen Teilen auf Personaleinsparungen und andere Sachkosten-Potentiale.

White Label/Private Label und Educational Devices

Produkte aus dem Consumer-Electronics-Umfeld vereinen immer mehr verschiedene Funktionen in einem Gerät. Der Wettbewerb um Marktanteile wird somit immer intensiver und die Produktlebenszyklen immer kürzer. Aus diesem Grund werden neue Produktideen wiederum immer schneller zu Commodities. Die mit dieser Entwicklung verbundene immer bessere Leistungsfähigkeit von Consumer-Electronics-Produkten bietet zwischen den Produkten selbst jedoch auch immer weniger Differenzierungsmerkmale, die zur Kundengewinnung entscheidend sein können. Zusätzlich wird der Preiswettbewerb durch intelligente Suchmaschinen immer intensiver und Preise gleichen sich mittlerweile mehrmals täglich an. Neben den Differenzierungsmerkmalen Preis und Design wird daher für den Verbraucher auch immer mehr das Vertrauen in den Anbieter entscheidend. Das Vertrauen in den Produzenten ist dabei nicht ganz genau abzugrenzen von dem Vertrauen in den Händler. Dieses Vertrauen wird durch umfangreiche Kundenservices, die dem Verbraucher ein Gefühl von bekanntem, sicherem Einkauf geben, immer mehr gefördert. Hier bieten sich im Bereich von White-Label-Produktserien, wie sie im Lebensmittelbereich bereits alltäglich sind, neue Potentiale. MEDION hat seit vielen Jahren neben dem Vertrieb von Produkten unter dem eigenen Markennamen auch Erfahrungen als Lieferant von White-Label-Elektronik und ist für diesen Markttrend entsprechend aufgestellt.

Entsprechend den schwierigen Marktentwicklungen im Multimedia-Segment hat sich auch die Strategie von MEDION, die Produktkategorien in den Bereichen Consumer-Electronics und Haushaltselektronik zu stärken und auszubauen, bewährt. Insbesondere der Zugang zu großen internationalen Handelsketten bietet hier attraktive Möglichkeiten.

Eine Weiterentwicklung bzw. Modifizierung des Private Label-Modells ist der Bereich Educational Devices. Hier werden bewährte Technologien und Produkte, unter vergleichbaren Anforderungen an Zuverlässigkeit und Preis-Leistungs-Verhältnis, speziell an Bedürfnisse im Bildungssektor angepasst und entsprechend konzipierte Geräte vertrieben. MEDION konnte – trotz der Umsatz- und Ergebnisverfehlung – auch im abgelaufenen Geschäftsjahr neue Kundenbeziehungen festigen und ausbauen. So entfiel u.a. erneut ein Großteil des PC-Absatzes auf Educational Devices. Auch zukünftig gehen wir davon aus, dass sich dieser Bereich unserer Geschäftsaktivitäten dynamisch fortentwickeln wird.

Digitale Dienstleistungen

Nicht zuletzt wegen des weltweiten Erfolges von Smartphones und Tablet-PCs wird das Geschäft mit digitalen Medien und Inhalten bedeutender für den Consumer-Electronics-Markt. MEDION vermittelt seit mehreren Jahren erfolgreich Telekommunikationsdienstleistungen und hat dadurch in den Beschaffungs- und Vertriebskanälen vielversprechende Möglichkeiten, die gewonnenen Kunden durch zusätzliche digitale Dienstleistungen zu binden. Beispiele sind die seit Jahren angebotenen Produkte wie Musik-Streaming oder die digitale Distribution digitaler Gutschein-Codes für Gaming, Telefonie oder Online-Shopping bei verschiedenen Anbietern, welche im In- und Ausland mit nahezu stetigen Wachstumsraten vertrieben werden.

Im Bereich des klassischen Online-Handels hat MEDION seine Aktivitäten dahingehend geändert, dass eigene Webshops nur noch für Regionen betrieben werden, die in den für MEDION adressierbaren Markt- und Produktsegmenten ausreichende Volumengrößen ermöglichen. Daneben werden verstärkt Investitionen in sogenannte Marktplatz-Portale sowie den Ausbau der Anbindung des MEDION-Online-Shops an bereits bestehende Kunden-Webshops getätigt oder in, im Sinne einer White-Label-Strategie betriebenen Vertriebsplattformen, die an andere Kunden-Websites angebunden sind, aber durch MEDION betrieben werden. Die langjährige technische und logistische Erfahrung bietet MEDION nachhaltige Geschäftsmöglichkeiten. Nicht zuletzt die Rahmenbedingungen durch die Corona-Pandemie haben die Flexibiltät von MEDION und die daraus erwachsenen Chancen in sowohl eigenen digitalen Kanälen als auch White-Label-Geschäftsbeziehungen untermauert.

5.4 Ergänzende Berichterstattungselemente

5.4.1 Sonstige Angaben gemäß §§ 289a und 315a HGB

  1. Das € 48.418.400,00 betragende Grundkapital der MEDION AG ist in die entsprechende Anzahl auf den Inhaber lautende Stückaktien (48.418.400) eingeteilt. Jede Aktie gewährt eine Stimme. Es bestehen keine Vorzugsrechte oder andere besondere Rechte.
    2.# Beschränkungen hinsichtlich der Stimmrechte oder der Übertragbarkeit der Aktien bestehen nach der Satzung der Gesellschaft nicht und sind darüber hinaus auch nicht bekannt.

  2. Am Kapital der MEDION AG ist der international tätige und börsennotierte Lenovo-Konzern, Hong Kong, seit 2011 mehrheitlich beteiligt. Die Lenovo Germany Holding GmbH, Am Zehnthof 77 in 45307 Essen, eine Tochtergesellschaft der börsennotierten Lenovo, Hong Kong, hält als Mehrheitsaktionärin der MEDION AG zum 31. März 2023 eine Gesamtzahl von 38.771.480 Aktien (80,08 %). Dazu kommen 3.736.970 Stück (7,72 %) der von der MEDION AG gehaltenen eigenen Aktien, die Lenovo zuzurechnen sind. Der MEDION AG sind außerhalb des Mehrheitsbesitzes von Lenovo in den Vorjahren folgende Stimmrechtsmitteilungen zugegangen: Am 09. Dezember 2021 eine Meldung über den Stimmrechtsbesitz von HANSAINVEST Hanseatische Investment GmbH (3,0004 %), am 14. Dezembeer 2021 eine Meldung von Herrn Paul E. Singer (2,99 %) und am 14. Dezember 2021 eine von der Meldung durch Herrn Paul E. Singer mitumfasste Meldung von Elliot International Limited (2,99 %) Stimmrechtsanteil an der MEDION AG. Im abgelaufenen Geschäftsjahr ist der MEDION AG keine Stimmrechtsmitteilung zugegangen. Durch die MEDION AG veröffentlichte Stimmrechtsmitteilungen sind auf der Website unter MEDION AG – Stimmrechtsmitteilungen gemäß WpHG abrufbar.

  3. Sonderrechte, die Kontrollbefugnisse verleihen, sind Aktionären nicht eingeräumt.

  4. Es gibt keine vom Gesetz abweichenden Regelungen zur Stimmrechtskontrolle, wenn Arbeitnehmer am Kapital der Gesellschaft beteiligt sind.

  5. Die Satzung der MEDION AG legt in § 6 Ziff. 1 und 2 fest, dass der Vorstand der Gesellschaft aus mindestens zwei Personen zu bestehen hat und die Bestellung der ordentlichen Vorstandsmitglieder sowie eventueller stellvertretender Vorstandsmitglieder, der Abschluss der Anstellungsverträge sowie der Widerruf der Bestellung und die Ernennung eines Vorstandsvorsitzenden durch den Aufsichtsrat erfolgen. Darüber hinaus enthält die Satzung keine Regelungen zur Bestellung und zum Widerruf der Bestellung von Mitgliedern des Vorstandes sowie zum Abschluss und zur Beendigung von Anstellungsverträgen, so dass die Vorschriften der §§ 84, 85 AktG maßgeblich sind. Einschlägig für Satzungsänderungen der MEDION AG sind die Bestimmungen des § 10 Ziff. 3 und des § 16 Ziff. 3 und 4 der Satzung in Verbindung mit den §§ 179 ff. AktG.

  6. Es gibt keine Befugnisse des Vorstands, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen.

  7. Bei der MEDION AG gibt es keine Vereinbarungen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebotes stehen.

  8. Entschädigungsvereinbarungen für den Fall eines Übernahmeangebotes sind mit den Mitgliedern des Vorstands oder den Arbeitnehmern ebenfalls nicht getroffen worden.

5.4.2 Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289f und § 315d HGB (ungeprüft2)

Die nachfolgende Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289f und § 315d HGB gibt die aktuelle Entsprechenserklärung des Vorstandes und des Aufsichtsrats der MEDION AG gemäß § 161 AktG wieder und enthält eine Beschreibung der Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat sowie der Zusammensetzung und besonderen Qualifikationen des Aufsichtsrats. Ferner enthält die Erklärung zur Unternehmensführung Angaben zu wesentlichen Unternehmensführungspraktiken und Erläuterungen zum Diversitätskonzept von MEDION. Darüberhinausgehende Informationen zur Corporate Governance im Unternehmen sind in dieser Erklärung enthalten. Alle in dieser Erklärung zur Unternehmensführung gemäß §§ 289f, 315d HGB enthaltenen Angaben geben den Stand vom 05. Juni 2023 wieder.

Grundsätze

Die Unternehmensführung von MEDION – als börsennotierte deutsche Aktiengesellschaft – wird in erster Linie durch das Aktiengesetz und daneben durch die Vorgaben des Deutschen Corporate Governance Kodex in seiner jeweils aktuellen Fassung bestimmt. Corporate Governance - das Handeln nach den Prinzipien verantwortungsvoller an nachhaltiger Wertschöpfung orientierter Unternehmensführung – ist für MEDION ein umfassender Anspruch, der alle Bereiche des Unternehmens einbezieht. Transparente Berichtserstattung und Unternehmenskommunikation, eine an den Interessen aller relevanten Akteure ausgerichtete Unternehmensführung, die vertrauensvolle Zusammenarbeit sowohl von Vorstand und Aufsichtsrat als auch der Mitarbeiter untereinander sowie die Einhaltung geltenden Rechts sind wesentliche Eckpfeiler der Unternehmenskultur. MEDION hat daher alle notwendigen organisatorischen Maßnahmen getroffen, um nicht nur den gesetzlichen Anforderungen zu entsprechen, sondern darüber hinaus auch eine verantwortungsvolle, transparente und der nachhaltigen Wertentwicklung verpflichtete Unternehmensführung zu gewährleisten.

Ein wesentliches Element der Corporate Governance deutscher Aktiengesellschaften ist die Trennung von Unternehmensführung und Unternehmenskontrolle. Entsprechend den gesetzlichen Vorschriften unterliegt MEDION dem sogenannten dualen Führungssystem. Dieses ist durch eine strikte personelle Trennung zwischen dem Vorstand als Leitungsorgan und dem Aufsichtsrat als Überwachungsorgan gekennzeichnet. Vorstand und Aufsichtsrat arbeiten dabei im Unternehmensinteresse eng zusammen. Der Vorstand leitet das Unternehmen mit dem Ziel nachhaltiger Wertschöpfung in eigener Verantwortung. Dabei gilt der Grundsatz der Gesamtverantwortung, das heißt, die Mitglieder des Vorstands tragen gemeinsam die Verantwortung für die gesamte Geschäftsführung.

Die MEDION AG mit Sitz in Essen hat einen zweiköpfigen Vorstand und einen dreiköpfigen Aufsichtsrat.

Vorstand

Bei der Zusammensetzung des Vorstands soll sichergestellt werden, dass seine Mitglieder jederzeit über die für die ordnungsgemäße Wahrnehmung ihrer Aufgaben erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten sowie die notwendige Erfahrung verfügen. Dementsprechend ist bei der Auswahl der Vorstandsmitglieder zu berücksichtigen, dass diese gemeinsam über eine ausreichende Expertise und Vielfalt im Sinne unserer oben genannten Ziele verfügen. Ferner soll der Aufsichtsrat gemeinsam mit dem Vorstand für eine langfristige Nachfolgeplanung sorgen.

Der Vorstand der MEDION AG besteht seit dem 1. Oktober 2009 aus zwei Personen. Der Vorstand führt den MEDION-Konzern in eigener Verantwortung. Die Mitglieder des Vorstands sind an das Unternehmensinteresse gebunden und der Steigerung des nachhaltigen Unternehmenswertes verpflichtet. Der Vorstandsvorsitzende koordiniert die Arbeit des Vorstands. Zu den wesentlichen Führungsaufgaben des Vorstands zählen die Festlegung der Unternehmensziele und der strategischen Ausrichtung des Konzerns, dessen Steuerung und Überwachung sowie die Unternehmensplanung. Darüber hinaus sichert der Vorstand die Verfügbarkeit von Investitionsmitteln, entscheidet über deren Vergabe innerhalb des Konzerns und ist verantwortlich für die Gewinnung und Förderung hoch qualifizierter Führungskräfte.

Die Grundsätze der Zusammenarbeit des Vorstands von MEDION sind in der Geschäftsordnung des Vorstands zusammengefasst. Diese regelt insbesondere die Ressortzuständigkeiten der einzelnen Vorstandsmitglieder, die der Zustimmung des Aufsichtsrats vorbehaltenen Angelegenheiten, die Beschlussfassung sowie die Rechte und Pflichten des Vorsitzenden des Vorstands. Die Altersgrenze für die Mitglieder des Vorstands beträgt 67 Jahre.

41 | 5.4

Den spezifischen Anforderungen des Geschäftsmodells der MEDION AG trägt die seit der Unternehmensgründung bzw. dem Börsengang und insbesondere auch nach der Mehrheitsübernahme durch Lenovo in weiten Teilen unverändert gebliebene Vorstands- und Führungsstruktur des Unternehmens Rechnung. Beide Vorstandsmitglieder verantworten operative Bereiche, in denen die wesentlichen Geschäftsprozesse bei Einkauf, Logistik, Vertrieb, Finanzplanung und Controlling sowie die direkte Führung von wesentlichen Unternehmensfunktionen wie Informationstechnik, Personal und Strategie enthalten sind. Die sogenannte erste Führungsebene im Unternehmen ist dem Vorstand über Zielvorgaben und Berichtspflichten direkt verantwortlich.

Der Vorstandsvorsitzende, Gerd Brachmann, verantwortet die Bereiche Vertrieb, Einkauf, Marketing, E-Commerce, digitale Dienstleistungen und Forschung und Entwicklung und ist bis zum 31.03.2025 bestellt.

Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende, Christian Eigen, verantwortet die Bereiche Finanzen, IT, Logistik, After-Sales-Service, Operations Analytics, Devices & Portfolio, Personal und Recht und ist bis zum 31.03.2026 bestellt.

Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle für den MEDION-Konzern wesentlichen Aspekte der Geschäftsentwicklung, bedeutende Geschäftsvorfälle sowie die aktuelle Ertragssituation einschließlich der Risikolage und des Risikomanagements. Abweichungen des Geschäftsverlaufs von früher aufgestellten Planungen und Zielen werden ausführlich erläutert und begründet. Außerdem berichtet der Vorstand regelmäßig über das Thema Compliance, also die Maßnahmen zur Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen und unternehmensinterner Richtlinien, das gleichfalls im Verantwortungsbereich des Vorstandes liegt.

Zusammenarbeit von Vorstand und Aufsichtsrat

Vorstand und Aufsichtsrat arbeiten zum Wohle des Unternehmens eng zusammen; ihr gemeinsames Ziel ist die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes. Der Vorstand berichtet dem Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle relevanten Fragen der Unternehmensplanung und der strategischen Weiterentwicklung, über den Geschäftsverlauf und die Lage des Konzerns einschließlich der Risikolage. Für bedeutende Geschäftsvorgänge hat der Aufsichtsrat den Vorbehalt seiner Zustimmung festgelegt.

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MEDION hat eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung (sogenannte D&O-Versicherung) mit einem angemessenen Selbstbehalt für den Aufsichtsrat und die Vorstandsmitglieder der MEDION AG abgeschlossen.# Berater- und sonstige Dienstleistungs- und Werkverträge zwischen Aufsichtsratsmitgliedern und der Gesellschaft bestanden im Berichtszeitraum nicht. Interessenkonflikte von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern, die dem Aufsichtsrat gegenüber unverzüglich offenzulegen sind, traten nicht auf. Seit dem Jahr 2012 ist ein mit dem Mehrheitsaktionär Lenovo abgeschlossener Unternehmensvertrag wirksam, der seit dem 1. Januar 2012 eine Beherrschung und seit dem 1. April 2012 eine Gewinnabführung bzw. Verlustausgleichsverpflichtung vorsieht. Der Mehrheitsaktionär ist dadurch berechtigt, dem Vorstand der MEDION AG hinsichtlich der Leitung der Gesellschaft allgemeine oder auf Einzelfälle bezogene Weisungen zu erteilen. Der Vorstand hat sich eine Geschäftsordnung gegeben, die vom Aufsichtsrat gebilligt worden ist. In dem Geschäftsverteilungsplan sind die individuellen Aufgaben- und Verantwortungsbereiche des Vorstands festgelegt. Außerdem gibt es Regelungen zur Altersgrenze und strenge Wettbewerbsverbote für die Zeit nach dem Ausscheiden aus dem Vorstand. Bei Erstbestellung ist die maximal mögliche Bestelldauer von fünf Jahren nicht die Regel. Der Aufsichtsrat berät über die Struktur des Vergütungssystems für den Vorstand und überprüft diese regelmäßig. Die Vergütung der Vorstandsmitglieder wird vom Aufsichtsrat unter Einbeziehung etwaiger Konzernbezüge in angemessener Höhe auf der Grundlage einer individuellen Leistungsbeurteilung festgelegt. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats informiert die Aktionäre auf der Hauptversammlung über die Grundzüge des Vergütungssystems und anschließend über deren Veränderung. Die Bekanntgabe der Gesamtvergütung des Vorstands erfolgt im Konzernanhang. Diese wird separat individualisiert nach den Vorgaben des Deutschen Corporate Governance Kodex dargestellt nach Fixum, erfolgsbezogenen Komponenten und Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung sowie unterteilt nach Zuwendungen und Zuflüssen. Der Vergütungsbericht gemäß § 162 AktG mit den individualisierten Bezügen des Vorstands und Aufsichtsrats wird auf der Homepage der Gesellschaft veröffentlicht.

Der Aufsichtsrat

Der auf der virtuellen Hauptversammlung am 24. November 2020, in Person von Dr. Rudolf Stützle und Wai Ming Wong, wiedergewählte Aufsichtsrat der MEDION AG besteht aus drei Personen. Er berät und überwacht den Vorstand bei der Leitung des MEDION-Konzerns. In Entscheidungen von grundlegender Bedeutung für den MEDION-Konzern wird er eingebunden. Der Aufsichtsratsvorsitzende koordiniert die Arbeit im Aufsichtsrat, leitet dessen Sitzungen und nimmt die Belange des Aufsichtsrats nach außen wahr. Auf der Hauptversammlung am 23. November 2021 wurde Herr Francois Bornibus, Präsident EMEA und Senior Vice President, Lenovo Group Ltd., mit dem Sitz in Hong Kong, wohnhaft in Rosenheim, Deutschland, als drittes Mitglied in den Aufsichtsrat gewählt.

Der Aufsichtsrat bestellt und entlässt die Mitglieder des Vorstandes und sorgt dabei gemeinsam mit dem Vorstand für eine langfristige Nachfolgeplanung. Wesentliche Elemente der Nachfolgeplanung sind die Ausrichtung an den speziellen Erfordernissen des Geschäftsmodells von MEDION und die Gewährleistung einer kontinuierlichen Vorstandsarbeit. Daher sollen freiwerdende Vorstandspositionen zunächst grundsätzlich von einer geeigneten Kandidatin oder einem Kandidaten aus dem Unternehmen besetzt werden und es sollen die beiden Vorstandsmandate nicht gleichzeitig sondern mit mindestens 24 Monaten Zeitversatz neu besetzt werden. Darüber hinaus muss eine durch die bisherige Tätigkeit belegbare besondere Kompetenz zur Mitarbeit in internationalen Konzernstrukturen bestehen und nach Möglichkeit auch Führungserfahrung in einer börsennotierten Aktiengesellschaft gegeben sein.

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Der Aufsichtsrat hat sich eine Geschäftsordnung gegeben. Für die Mitglieder des Aufsichtsrats besteht eine Altersgrenze von 80 Jahren. Aufgrund der unterschiedlichen beruflichen Werdegänge ist gewährleistet, dass die Mitglieder des Aufsichtsrats über die erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen. Der Aufsichtsrat berät den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens und überwacht seine Tätigkeit. Er bestellt und entlässt die Mitglieder des Vorstands, beschließt das Vergütungssystem für die Vorstandsmitglieder und setzt deren jeweilige Gesamtvergütung fest. Er wird in alle Entscheidungen eingebunden, die für MEDION von grundlegender Bedeutung sind. Der Aufsichtsrat von MEDION besteht aus drei Mitgliedern. In seiner Sitzung vom 11. März 2022 hat sich der Aufsichtsrat auch als Prüfungsausschuss konstituiert, um den Anforderungen des Corporate Governace Kodex und dem Finanzmarktintegritätsstärkungsgesetzt (FISG) insoweit zu entsprechen.

Qualifikationsmatrix für den Aufsichtsrat

Schließlich enthalten die Satzung der MEDION AG sowie die Geschäftsordnung des Aufsichtsrats einen Katalog von Geschäften, für die der Vorstand der Zustimmung des Aufsichtsrats bedarf. Berater- und sonstige Dienstleistungs- und Werkverträge zwischen Aufsichtsratsmitgliedern und der Gesellschaft bestanden im Berichtszeitraum nicht. Kein Mitglied des Aufsichtsrats von MEDION ist ehemaliges Vorstandsmitglied der Gesellschaft. Die Bekanntgabe der Gesamtvergütung des Aufsichtsrats erfolgt im Konzernanhang. Der Vergütungsbericht gemäß § 162 AktG mit den individualisierten Bezügen des Aufsichtsrats wird auf der Homepage der Gesellschaft veröffentlicht.

44 | 5.4

Interessenkonflikte, insbesondere solche, die aufgrund einer Beratungs- oder Organfunktion bei Kunden, Lieferanten, Kreditgebern oder sonstigen Geschäftspartnern entstehen können, sind von jedem Aufsichtsratsmitglied dem Aufsichtsrat gegenüber offenzulegen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr sind keinerlei Interessenkonflikte aufgetreten. Sollten wesentliche und nicht nur vorübergehende Interessenkonflikte in der Person eines Aufsichtsratsmitgliedes auftreten, führen diese zu einer Beendigung des Mandates. Der Aufsichtsrat hat im März 2023 die in Ziffer D.13 des DCGK empfohlene Selbstbeurteilung der Arbeit des Aufsichtsrats durchgeführt. Die Bewertung erfolgte im Wesentlichen auf Grundlage von ausführlichen Fragebögen zur Arbeit des Aufsichtsrats. Die Ergebnisse der Bewertung wurden am 07. März 2023 abschließend im Aufsichtsratsplenum besprochen und verabschiedet. Der Aufsichtsrat ist weiterhin der Auffassung, dass Aufsichtsrat und Vorstand einen hohen Standard erreicht haben und insbesondere an der ausreichenden fachlichen Qualifikation, der persönlichen Zuverlässigkeit und der zeitlichen Verfügbarkeit der Mitglieder von Vorstand sowie Aufsichtsrat keine Bedenken bestehen.

Diversitätskonzept von Vorstand und Aufsichtsrat

Gemäß § 76 Abs. 4 und § 111 Abs. 5 AktG haben Aufsichtsrat und Vorstand erstmals im Kalenderjahr 2015 Zielgrößen für den Frauenanteil in Führungspositionen und Fristen zur Erreichung dieser Zielgrößen beschlossen. Für die MEDION AG gilt danach die Verpflichtung als börsennotiertes Unternehmen, Zielgrößen zum Frauenanteil und Fristen zu deren Erreichung in Aufsichtsrat, Vorstand und den beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands festzulegen. Die MEDION AG hat am 15. Juni 2020 veröffentlicht, dass bis zum 30. Juni 2023 aufgrund der besonderen Struktur der Gesellschaft im Vorstand und Aufsichtsrat keine Frauen vertreten sein werden und der Frauenanteil auf der ersten Führungsebene unterhalb des Vorstandes 23 % und auf der zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstandes 30 % betragen soll. Im Geschäftsjahr 2022/2023 wurden diese Zielgrößen mit nachfolgender Abweichung erreicht. Aufgrund einer Restrukturierung ist der Frauenanteil auf der ersten Führungsebene unterhalb des Vorstandes im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 15 % gesunken. Es wird jedoch angestrebt, den Frauenanteil wieder auf die Zielgröße zu erhöhen. Daher gelten diese Zielgrößen unverändert weiter. Die Zusammensetzung des Vorstands ist seit dem Börsengang unverändert und danach ausgerichtet, dass das besondere Geschäftsmodell im Interesse aller Stakeholder der Gesellschaft erfolgreich umgesetzt wird. Bisher bestand keine Veranlassung, diese Zusammensetzung nach anderen Kriterien auszurichten. Damit gab es im Geschäftsjahr 2022/2023 und voraussichtlich auch im Geschäftsjahr 2023/2024 keine Möglichkeit, einen Frauenanteil im Vorstand zu berücksichtigen. MEDION nimmt aktiv an dem weltweiten Diversity Programm von Lenovo teil. Der Aufsichtsrat soll nach dem Diversitätskonzept so besetzt sein, dass seine Mitglieder insgesamt über die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung der Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen. Insbesondere sollen die Aufsichtsratsmitglieder für die Wahrnehmung des Mandates ausreichend Zeit haben. Die Besetzung des Aufsichtsrats soll eine qualifizierte Kontrolle und Beratung des Vorstands durch den Aufsichtsrat sicherstellen. Dabei soll insbesondere auch auf die Integrität, Persönlichkeit, Leistungsbereitschaft, internationale Erfahrung und Professionalität der zur Wahl vorgeschlagenen Personen geachtet werden. Ziel ist es, dass im Aufsichtsrat insgesamt sämtliche Kenntnisse und Erfahrungen vorhanden sind, die angesichts der unternehmerischen Aktivitäten und zukünftigen Ausrichtung von MEDION als wesentlich erachtet werden. Im Aufsichtsrat sind im Geschäftsjahr 2022/2023 weiterhin keine Frauen vertreten, da der nur mit drei Personen besetzte Aufsichtsrat seit langem nahezu unverändert besteht, um in dem herausfordernden Marktumfeld eine kontinuierliche und effektive Arbeit zu gewährleisten.

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Bei MEDION besteht der Aufsichtsrat mit Herrn Dr. Rudolf Stützle seit dem Börsengang 1999 aus einem ausgewiesenen Kenner des internationalen Handels und der Finanzmärkte, der über 30 Jahre Leitungsfunktionen in einer internationalen Bank wahrgenommen hat, als unabhängiges Mitglied in der Person des Vorsitzenden des Aufsichtsrats. Vom Mehrheitsaktionär Lenovo sind seit Dezember 2011 zwei Mitglieder des Lenovo Executive Committee im Aufsichtsrat vertreten.# 5.4 Corporate Governance

Dabei vertritt seit 2011 der stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrates, Herr Wai Ming Wong, den Finanzbereich und die internationale Expansionsstrategie von Lenovo. Herr Francois Bornibus ist Präsident EMEA und Senior Vice President, Lenovo Group Ltd., mit dem Sitz in Hong Kong, und wohnhaft in Rosenheim, Deutschland. Herr Francois Bornibus vertritt insbesondere die EMEA Consumer Electronics Strategie, den PC-Bereich und die EMEA Nachhaltigkeitsthemen. Die MEDION AG ist Teil der EMEA Organisation von Lenovo.

Aktiengeschäfte von Vorstand und Aufsichtsrat

Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sind nach der seit dem 3. Juli 2016 geltenden europäischen Marktmissbrauchsverordnung (MAR) gesetzlich verpflichtet, den Erwerb oder die Veräußerung von Wertpapieren der MEDION AG offenzulegen, soweit der Wert der von dem Mitglied und ihm nahestehenden Personen innerhalb eines Kalenderjahres getätigten Geschäfte die Summe von € 5.000 erreicht oder übersteigt.

Der Aufsichtsrat der MEDION AG hielt zum 31. März 2023 unverändert zum Vorjahresstichtag keine Aktien. Zum Stichtag 31. März 2023 hielt der Vorstand unverändert zum Vorjahresstichtag keine Aktien. Veröffentlichungspflichtige Geschäfte werden auf der Website des Unternehmens unter www.medion.com im Bereich Investor Relations veröffentlicht.

Corporate Governance

Der Deutsche Corporate Governance Kodex besteht aus drei verschiedenen Elementen. Zum einen beschreibt er gesetzliche Vorschriften zur Leitung und Überwachung deutscher börsennotierter Gesellschaften (Unternehmensführung), die im Wesentlichen im Aktiengesetz geregelt sind. Als weitere Elemente enthält er international und national anerkannte Standards guter und verantwortungsvoller Unternehmensführung, in Form von Empfehlungen und Anregungen. Die Empfehlungen werden im Text des Kodex mit "soll" und die Anregungen mit "sollte" gekennzeichnet. Der Kodex besitzt über die Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG eine gesetzliche Grundlage. Danach sind im Gegensatz zu gesetzlichen Vorschriften die Empfehlungen und Anregungen zwar nicht verbindlich, allerdings sind Abweichungen zu den Empfehlungen zu begründen und mit der jährlich abzugebenden Entsprechenserklärung zu veröffentlichen - „Comply or Explain“. Neben der Formulierung der aktuellen Best Practice der Unternehmensführung hat der Kodex zum Ziel, das deutsche Corporate Governance System transparent und nachvollziehbar zu machen. Er will das Vertrauen der internationalen und nationalen Anleger, der Kunden, der Mitarbeiter und der Öffentlichkeit in die Leitung und Überwachung deutscher börsennotierter Gesellschaften fördern.

46 | 5.4

Der Deutsche Corporate Governance Kodex beinhaltet international und national anerkannte Standards guter und verantwortungsvoller Unternehmensführung in Form von Empfehlungen und Anregungen. Ziel ist, die in Deutschland geltenden Regeln für die Unternehmensleitung und –überwachung transparenter und besser nachvollziehbar zu gestalten. Die aktuelle Erklärung wurde am 24. November 2022 im Bundesanzeiger veröffentlicht und ist dauerhaft auf der MEDION AG Homepage zugänglich. https://www.medion.com/investor/die_ag/corporate_governance.php

Frühere, nicht mehr aktuelle Entsprechenserklärungen von MEDION sind auf der Website der Gesellschaft veröffentlicht. Mit Veröffentlichung im Bundesanzeiger am 27. Juni 2022 bildet der neue Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 28. April 2022 von nun an die Grundlage für die zukünftig zu fassenden Entsprechenserklärungen.

Erklärung des Vorstands und des Aufsichtsrats der MEDION AG zum Deutschen Corporate Governance Kodex gemäß § 161 AktG

  1. Die MEDION AG hat seit Abgabe der letzten Entsprechenserklärung vom 24. November 2021 sämtlichen Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" in der am 20. März 2020 durch Bekanntmachung des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers in Kraft getretenen Fassung des Deutschen Corporate Governance Kodex (nachfolgend DCGK 2020 genannt), die für die MEDION AG gelten, mit den nachfolgend genannten und erläuterten Ausnahmen zu den Ziffern C.7 / C.10 / D.2/ D.4 / D.5 / G.10 und G.11 entsprochen:

  2. Ziffer C.7: Die Empfehlungen zur Unabhängigkeit der Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat passen nicht für die MEDION AG, die eine über einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit einem Mehrheitsaktionär verbundene Gesellschaft ist. In dem aus drei Mitgliedern bestehenden Aufsichtsrat nehmen zwei Anteilseignervertreter Organfunktionen in der Konzernobergesellschaft des kontrollierenden Aktionärs wahr.

  3. Ziffern C.10 / D.2 / D.4 / D.5: Die MEDION AG hat einen Prüfungsausschuss (Audit Committee) gebildet, wobei der Aufsichtsratsvorsitzende aufgrund seiner Funktion als unabhängiges Mitglied des Aufsichtsrats auch die Funktion des Vorsitzenden des Audit Committee wahrnimmt. Weitere Ausschüsse der in den Ziffern C.10 / D.2 und D.5 des DCGK 2020 genannten Art bildet MEDION aufgrund der derzeitigen Größe der Gesellschaft und des Aufsichtsrats nicht. Der Aufsichtsrat ist der Auffassung, dass die Effizienz der Beratungs- und Überwachungstätigkeit eines nur aus drei Mitgliedern bestehenden Aufsichtsrats durch zusätzliche Ausschüsse nicht sinnvoll gesteigert werden kann.
  4. Ziffer G.10: Es werden lediglich die den Vorstandsmitgliedern von der Konzernobergesellschaft des kontrollierenden Aktionärs gewährten langfristig variablen Vergütungsbeträge aktienbasiert gewährt. Auch die kurzfristig variablen Vergütungsbeträge jährlich aktienbasiert zu gewähren, würde in Anbetracht der Tatsache, dass die MEDION AG eine über einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit dem kontrollierenden Aktionär verbundene Gesellschaft ist, keine angemessenen oder nachvollziehbaren Berechnungsparameter liefern.
  5. Ziffer G.11: Es ist nur bei der den Vorstandsmitgliedern von der Konzernobergesellschaft des kontrollierenden Aktionärs gewährten langfristig variablen aktienbasierten Vergütung die Möglichkeit vertraglich vorgesehen, in begründeten Fällen die langfristig variable aktienbasierte Vergütung einzubehalten oder zurückzufordern. Die Gesellschaft hält es für ausreichend und angemessen, ausschließlich bei der langfristig variablen aktienbasierten Vergütung in dieser Weise auf besondere Umstände reagieren zu können. Im Übrigen kann bei relevanten Pflichtverstößen auf die allgemeinen gesetzlichen Regeln und die Bestimmungen der Vorstandsverträge zurückgegriffen werden.

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  1. Darüber hinaus hat die MEDION AG sämtlichen Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" in der am 27. Juni 2022 durch Bekanntmachung des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers in Kraft getretenen Fassung des Deutschen Corporate Governance Kodex (nachfolgend DCGK 2022 genannt), die auf die MEDION AG anwendbar sind, mit den nachfolgend genannten und erläuterten Ausnahmen zu den Ziffern C.7 / C.10 / D.2 / D.4 / G.10 und G.11 entsprochen und wird diesen auch weiterhin entsprechen:

  2. Ziffer C.7: Die Empfehlungen zur Unabhängigkeit der Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat passen nicht für die MEDION AG, die eine über einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit einem Mehrheitsaktionär verbundene Gesellschaft ist. In dem aus drei Mitgliedern bestehenden Aufsichtsrat nehmen zwei Anteilseignervertreter Organfunktionen in der Konzernobergesellschaft des kontrollierenden Aktionärs wahr.

  3. Abschnitt C.10 / D.2 und D.4: Die MEDION AG hat einen Prüfungsausschuss (Audit Committee) gebildet, wobei der Aufsichtsratsvorsitzende aufgrund seiner Funktion als unabhängiges Mitglied des Aufsichtsrats auch die Funktion des Vorsitzenden des Prüfungsausschusses wahrnimmt. Weitere Ausschüsse der in den Ziffern C.10 / D.2 und D.4 des DCGK 2022 genannten Art bildet MEDION aufgrund der derzeitigen Größe der Gesellschaft und des Aufsichtsrats nicht. Der Aufsichtsrat ist der Auffassung, dass die Effizienz der Beratungs- und Überwachungstätigkeit eines nur aus drei Mitgliedern bestehenden Aufsichtsrats durch zusätzliche Ausschüsse nicht sinnvoll gesteigert werden kann.
  4. Ziffer G.10: Da die MEDION AG aufgrund eines Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrages mit dem beherrschenden Aktionär ein verbundenes Unternehmen ist, wäre eine jährliche Gewährung der variablen Vergütung auch auf Basis von MEDION-Aktien kein sinnvoller und transparenter Berechnungsparameter. Das gleiche Argument gilt auch für die Gewährung langfristiger variabler Vergütungskomponenten, die den Vorstandsmitgliedern früher als in einem Zeitraum von vier Jahren zugänglich sind.
  5. Abschnitt G.11: Die Verträge mit den Vorstandsmitgliedern sehen keine zusätzlichen Klauseln zur Einbehaltung oder Rückforderung der variablen Vergütung in begründeten Fällen vor. In Anbetracht des bestehenden Beherrschungsvertrags greift die Gesellschaft bei Vorliegen relevanter Pflichtverletzungen auf die allgemeinen gesetzlichen Bestimmungen und die Bestimmungen der Dienstverträge der Vorstandsmitglieder zurück.

Essen, 24. November 2022

MEDION AG

Für den Aufsichtsrat:
Dr. Rudolf Stützle

Für den Vorstand:
Gerd Brachmann

Börsennotierung, Hauptversammlung und Internet-Informationen

Die Aktie der MEDION AG ist börsennotiert. Durch Beschluss der Frankfurter Wertpapierbörse vom 19. März 2012 wurde die Zulassung der MEDION-Aktie zum Teilbereich des regulierten Marktes mit weiteren Zulassungsfolgepflichten (Prime Standard) widerrufen. Der Widerruf wurde mit Ablauf des 19. Juni 2012 wirksam. Die Aufnahme des Handels der Aktien im regulierten Markt (General Standard) erfolgte ab dem 20. Juni 2012. Die Aktionäre der MEDION AG nehmen ihre Rechte in der Hauptversammlung der Gesellschaft wahr, in der der Vorsitzende des Aufsichtsrates den Vorsitz führt.

48 | 5.4# Jährliche Hauptversammlung und Transparenz

In der jährlichen Hauptversammlung haben die Aktionäre die Möglichkeit, ihr Stimmrecht selbst auszuüben oder durch einen Bevollmächtigten ihrer Wahl oder einen weisungsgebundenen Stimmrechtsvertreter der Gesellschaft ausüben zu lassen. Auch während der kommenden Hauptversammlung - geplant am 21. November 2023 - in Essen werden die Aktionäre diese Möglichkeit haben. Sämtliche Dokumente und Informationen zur Hauptversammlung sind auf der MEDION-Webseite verfügbar. Direkt im Anschluss an die Hauptversammlung werden die Präsenz und die Abstimmungsergebnisse im Internet veröffentlicht. Bei der MEDION AG ist das Anmelde- und Legitimationsverfahren zur Hauptversammlung auf den international üblichen sogenannten Record Date umgestellt und dadurch vereinfacht worden. Zur Teilnahme an der Hauptversammlung, zur Ausübung des Stimmrechts und zur Stellung von Anträgen sind nur diejenigen Aktionäre berechtigt, die sich rechtzeitig vor der Hauptversammlung anmelden. Durch die Satzungsänderungen der Hauptversammlung am 22. November 2022 wird die virtuelle Hauptversammlung bis zum 22. November 2027 ermöglicht. Die Aktionäre haben in der jährlichen Hauptversammlung die Möglichkeit, ihre Rechte wahrzunehmen und dort ihr Stimmrecht auszuüben. Das Stimmrecht kann von den Aktionären entweder selbst oder durch einen von ihnen gewählten Bevollmächtigten oder einen weisungsgebundenen Stimmrechtsvertreter der Gesellschaft ausgeübt werden. Die Hauptversammlung beschließt u.a. über die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat sowie die Wahl des Abschlussprüfers. Auch Satzungsänderungen und kapitalverändernde Maßnahmen werden von der Hauptversammlung beschlossen. Eine Beschlussfassung über die Gewinnverwendung findet während der Wirksamkeit des Gewinnabführungsvertrages mit der Lenovo Germany Holding GmbH nicht statt.

5.4 Der Vorstand ist ermächtigt vorzusehen, dass die Aktionäre an der Hauptversammlung auch ohne Anwesenheit an deren Ort und ohne einen Bevollmächtigten teilnehmen und sämtliche oder einzelne ihrer Rechte ganz oder teilweise im Wege elektronischer Kommunikation ausüben können. Macht der Vorstand von dieser Ermächtigung Gebrauch, sind die näheren Einzelheiten in der Einberufungsbekanntmachung mitzuteilen. Der Vorstand ist ermächtigt vorzusehen, dass Hauptversammlungen ohne physische Präsenz der Aktionäre oder ihrer Bevollmächtigten stattfinden, sofern das Aktiengesetz oder ein anderes Gesetz dies ermöglicht und nach näherer Ausgestaltung des entsprechenden Gesetzes. Macht der Vorstand von dieser Ermächtigung Gebrauch, sind die näheren Einzelheiten in der Einberufungsbekanntmachung mitzuteilen.

Transparenz

Über wesentliche Termine werden die Aktionäre regelmäßig durch einen Finanzkalender unterrichtet, der im Geschäftsbericht sowie auf der Website der Gesellschaft veröffentlicht ist. Die Unternehmenskommunikation und die Investor-Relations-Aktivitäten der Gesellschaft folgen dem Ziel, allen Zielgruppen die gleichen Informationen zum gleichen Zeitpunkt zur Verfügung zu stellen. Zur Gewährung größtmöglicher Transparenz werden Aktionäre, alle Teilnehmer am Kapitalmarkt, Finanzanalysten, Aktionärsvereinigungen sowie die Medien zeitnah und regelmäßig über den Geschäftsverlauf informiert. Zu diesem Zweck wird insbesondere das Internet genutzt. Hier werden unter anderem Geschäfts- und Zwischenberichte sowie Ad-hoc- und sonstige Meldungen in deutscher Sprache bereitgestellt. Die Termine der regelmäßigen Finanzberichterstattung sind im Finanzkalender zusammengefasst. Da die MEDION AG nicht zu Quartalsmitteilungen verpflichtet ist, informiert sie unterjährig neben dem Halbjahresfinanzbericht in geeigneter Form über die Geschäftsentwicklung, insbesondere über wesentliche Veränderungen der Geschäftsaussichten sowie der Risikosituation.

Unverzüglich nach Kenntnisnahme, dass jemand durch Erwerb, Veräußerung oder auf sonstige Weise 3, 5, 10, 15, 20, 25, 30, 50 oder 75 % der Stimmrechte an der MEDION AG erreicht, über- oder unterschreitet, veröffentlicht der Vorstand eine entsprechende Meldung. Der MEDION AG sind außerhalb des Mehrheitsbesitzes von Lenovo in den Vorjahren folgende Stimmrechtsmitteilungen zugegangen: Am 09. Dezember 2021 eine Meldung über den Stimmrechtsbesitz von HANSAINVEST Hanseatische Investment GmbH (3,0004 %), am 14. Dezember 2021 eine Meldung von Herrn Paul E. Singer (2,99 %) und am 14. Dezemeber 2021 eine von der Meldung durch Herrn Paul E. Singer mitumfasste Meldung von Elliot International Limited (2,99 %) Stimmrechtsanteil an der MEDION AG. Im abgelaufenen Geschäftsjahr ist der MEDION AG keine Stimmrechtsmitteilung zugegangen. Durch die MEDION AG veröffentlichte Stimmrechtsmitteilungen sind auf der Website unter MEDION AG – Stimmrechtsmitteilungen gemäß WpHG abrufbar. Weiterhin hielt Lenovo unverändert rd. 80 % des Grundkapitals der MEDION AG zum Bilanzstichtag 31. März 2023.

Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Informationen zu Geschäften mit nahestehenden Dritten sind im Konzernanhang unter dem Kapitel 8.3.7 „Nahestehenden Unternehmen und Personen“ enthalten.

5.4 Werte und Compliance

Der MEDION-Vorstand verpflichtet sich zur Einhaltung der geltenden Gesetze, Regeln und Vorschriften. Das Risikomanagementsystem, das interne Kontrollsystem sowie das Compliance-System sind Bestandteile der MEDION Corporate Governance. Compliance ist bei MEDION fest verankert – nicht nur durch interne Prozesse. Das Compliance-System soll unseren Mitarbeitern helfen, risikobasierte Entscheidungen zu treffen. Zu einer guten Corporate Governance gehört auch der verantwortungsbewusste Umgang des Unternehmens mit Risiken. Das Risikomanagement des MEDION-Konzerns wird durch die beiden Instrumente Controlling und Frühwarnsystem geführt. Das interne Kontrollsystem dient der Sicherung des Vermögens, der Verlässlichkeit und Genauigkeit des Rechnungswesens, der betrieblichen Effizienz und der Einhaltung der vorgeschriebenen Geschäftspolitik. Wichtige Elemente sind das Prinzip der Funktionstrennung und das Vier-Augen-Prinzip. Konkrete Regelungen werden in Organisationsanweisungen dokumentiert.

Das systematische Risikomanagement im Rahmen des wertorientierten Konzernmanagements bei MEDION soll dazu beitragen, dass Risiken frühzeitig erkannt und die Risikopositionen optimiert werden. Ein ausführlicher Risikobericht ist im zusammengefassten Lagebericht in diesem Geschäftsbericht veröffentlicht. Ein Bestandteil des Risikomanagements im Konzern betrifft die Compliance-Maßnahmen. Compliance bei MEDION ist die Gesamtheit aller Maßnahmen, die das regelkonforme Verhalten des Unternehmens, seiner Organmitglieder und Mitarbeiter im Hinblick auf gesetzliche Ge- und Verbote sowie interne Unternehmensrichtlinien begründen. Compliance soll MEDION präventiv vor Fehlverhalten bewahren, das auf Unwissenheit oder Fahrlässigkeit beruht und zu Imageschäden sowie dem Verfehlen von Unternehmenszielen infolge unsachgemäßen Geschäftsgebarens führen kann. Compliance-Systeme sind Organisationsmaßnahmen, die das rechtmäßige, verantwortungsbewusste und nachhaltige Handeln von MEDION sowie seiner Organe und Mitarbeiter gewährleisten sollen und dabei die Angemessenheit und Wirksamkeit der zur Behebung von Defiziten getroffenen Maßnahmen überwachen und regelmäßig bewerten. MEDION hat dafür Vorsorge getroffen, dass das Insiderrecht, die Gesetze zur Korruptionsbekämpfung und die kartellrechtlichen Vorschriften durch die Unternehmen des Konzerns und ihre Mitarbeiter beachtet werden. Der bei MEDION eingerichtete Compliance-Ausschuss besteht aus dem Mitglied des Vorstands für Finanzen sowie den Abteilungsleitern Personal und Corporate Affairs. MEDION hat seit dem Geschäftsjahr 2008 mit allen Führungskräften bzw. Mitarbeitern aus Bereichen, die eigenständig Aufträge an Dritte vergeben können, Zusatzvereinbarungen zu den bestehenden Arbeitsverträgen geschlossen, die es den Mitarbeitern untersagen, Geldgeschenke oder sonstige geldwerte Vorteile zur persönlichen Verwendung für sich oder für Dritte anzunehmen sowie darüber hinaus sogenannte Schmiergeldzahlungen seitens der Handelspartner, Hersteller oder Geschäftspartner anzunehmen oder zu leisten. Alle im Geschäftsjahr 2022/2023 hinzugekommenen neuen Führungskräfte haben diese Vereinbarung ebenfalls unterschrieben.

Compliance-Aufklärung und Whistleblower Hotline

Alle betroffenen Mitarbeiter wurden über die neuen Anforderungen an Compliance, die aktuellen Vorschriften und die praktische Umsetzung im MEDION-Konzern informiert. Dazu gehören auch Hinweise zum Insiderrecht, zu den Gesetzen zur Korruptionsbekämpfung und zu den kartellrechtlichen Vorschriften sowie die Vorstellung sogenannter Code-of-Conduct-Anforderungen. Des Weiteren wurde über die Notwendigkeit von Chinese-Wall-Bereichen im MEDION-Konzern, den gesetzeskonformen Umgang mit möglichen unternehmensrelevanten Informationen, die aktuellen Anforderungen an den Datenschutz und die Vorbildfunktion der Führungskräfte für ihre jeweiligen Bereiche gezielt geschult. Seit März 2018 hat MEDION eine Online-E-Learning-Plattform zum Thema Compliance für alle Mitarbeiter geöffnet. Darin werden neben den zentralen Compliance-Bereichen auch die Themen Arbeitssicherheit und Datenschutz vertieft behandelt. Die Teilnahme an einer jährlichen Compliance Unterweisung mit Abschlusstest ist für die Mitarbeiter verpflichtend. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2022/2023 wurden die Inhalte der Compliance Schulung aktualisiert und die Führungskräfte auf einer Veranstaltung im Oktober 2022 nochmals gesondert unterwiesen. Ab November 2022 erfolgten mit den Führungskräften sogenannte „Compliance Executive Trainings“. Alle Personen mit Zugang zu Insiderinformationen – Mitarbeiter und Außenstehende – für die der Zugang zu Informationen unerlässlich ist um ihre Aufgaben bei MEDION wahrnehmen zu können, werden in entsprechenden Insiderverzeichnissen, die in der Personalabteilung geführt werden, dokumentiert.# 5.3 Compliance Management System

Dabei werden die Vorschriften und Änderungen, die sich aus der EU-Richtlinie zur Marktmissbrauchsverordnung (MAR) ergeben, eingehalten und umgesetzt. MEDION dokumentiert im Bedarfsfall die Ursachen, die Fehlerquellen und das Fehlverhalten der Mitarbeiter getrennt nach Führungsverantwortlichkeit. Darüber hinaus wird die Schwere der stattgefundenen Compliance-Verstöße dokumentiert – auch im Mehr-Jahres-Vergleich – und hat besondere Risikofelder definiert (z. B. Einkauf). Daneben werden vierteljährlich die Risikobereiche geprüft, neue Risiken identifiziert und – soweit notwendig – die Mitarbeiter entsprechend sensibilisiert. Bei allen Geschäften mit Sonderkonditionen bei MEDION erfolgt monatlich eine Überprüfung anhand von ausgewählten Stichproben. Für alle wesentlichen Unternehmensbereiche besteht eine Gefährdungsbeurteilung. Medion hat seit Ende 2017 eine Whistleblower Hotline installiert, um den Anforderungen des Deutschen Corporate Governance Kodex zu entsprechen. Die Hotline ermöglicht die Meldung jeglicher Art von möglichen Compliance Verstößen im Unternehmen. Auf Wunsch kann jeder Mitarbeiter anonym Informationen zur Verfügung stellen. Die Telefonnummer ist bei einer externen Anwaltskanzlei installiert. Die Telefonnummer wurde im MEDION-Intranet veröffentlicht. Der MEDION Betriebsrat wurde mit einbezogen und im Vorfeld umfassend informiert. Im Geschäftsjahr 2022/2023 erfolgte keine Mitteilung an die Whistleblower Hotline. Fragen zu Compliance Problemen können auch über das Corporate Compliance Team angesprochen werden oder direkt an eine besondere anonymisierte Email-Adresse gerichtet werden. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat MEDION mit allen direkt an den Vorstand berichtenden Führungskräften einen sogenannten Compliance Check-Up durchgeführt. Anhand eines vorab verteilten Fragenkatalogs wurden im persönlichen Gespräch die abteilungs-/ bereichsbezogenen Risiken diskutiert und bewertet. Besonderer Wert wurde dabei auf die Dienstleister-Budgets, die entsprechende Kontrolle und das Thema Korruption und Bestechung beim Umgang mit Einladungen und Geschenken gelegt. Aus diesen persönlichen Befragungen haben sich keine zusätzlichen Compliance Risiken ergeben.

5.4 Rechnungslegung und Abschlussprüfung

Die Rechnungslegung des MEDION-Konzerns erfolgt nach den Grundsätzen der IFRS (International Financial Reporting Standards), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315 e Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften. Der gesetzlich vorgeschriebene Jahresabschluss der MEDION AG wird nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) erstellt. Der Abschlussprüfer wird durch die Hauptversammlung gewählt. Nach der Wahl des Abschlussprüfers erteilt der Aufsichtsrat und zukünftig der Prüfungsausschuss das Mandat, genehmigt in eigener Verantwortung Bedingungen und Umfang der Abschlussprüfung sowie sämtliche Prüfungshonorare und überwacht die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers. Die KPMG Wirtschaftungsprüfungsgesellschaft, Berlin, wurde als Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2022/2023 gewählt. Die KPMG Wirtschaftungsprüfungsgesellschaft, Berlin, wurde erstmals als Abschlussprüfer für das Jahr 2019/2020 gewählt. Die abgerechneten Honorare sind im Konzernanhang unter dem Kapitel 8.2.1 Ziffer 5 dargestellt. Im Rahmen der Erteilung des Prüfungsauftrages vereinbart der Aufsichtsrat mit dem Abschlussprüfer, dass der Vorsitzende des Aufsichtsrates über Ausschluss- oder Befangenheitsgründe, die während der Prüfung auftreten, unverzüglich informiert wird, soweit diese nicht unverzüglich beseitigt werden. Des Weiteren soll der Abschlussprüfer über alle für die Aufgaben des Aufsichtsrats wesentlichen Feststellungen und Vorkommnisse, die sich bei der Durchführung der Abschlussprüfung ergeben, unverzüglich berichten. Außerdem hat der Abschlussprüfer den Aufsichtsrat zu informieren bzw. im Prüfungsbericht zu vermerken, wenn er im Zuge der Abschlussprüfung Tatsachen feststellt, die mit der von Vorstand und Aufsichtsrat nach § 161 AktG abgegebenen Entsprechenserklärung nicht vereinbar sind.

Essen, 05. Juni 2023

Gerd Brachmann
Vorsitzender des Vorstandes

Christian Eigen
Stellv. Vorsitzender des Vorstandes

7 Konzernabschluss der MEDION AG

7.1 Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Werte in T€ Anmerkung im Anhang 01.04.2022 - 31.03.2023 01.04.2021 - 31.03.2022
1 Umsatzerlöse (1) 876.687 1.038.513
2 Sonstige betriebliche Erträge (2) 9.897 7.476
3 Materialaufwand (3) -688.437 -796.514
4 Personalaufwand (4) -89.592 -68.575
5 Abschreibungen und Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen (23) -3.432 -3.069
6 Sonstige betriebliche Aufwendungen (5) -138.353 -131.250
Betriebsergebnis (EBIT) vor Restrukturierungsaufwendungen -9.942
Restrukturierungsaufwendungen (4) -23.288
7 Betriebsergebnis (EBIT) -33.230 46.581
8 Finanzierungserträge (6) 1.768 240
9 Finanzierungsaufwendungen (6) -773 -952
10 Ergebnis vor Steuern (EBT) -32.235 45.869
11 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (7) 4.084 -14.105
12 Konzernergebnis -28.151 31.764
Ergebnis je Aktie in € (unverwässert) -0,63 0,71
Ergebnis je Aktie in € (verwässert) -0,63 0,71
Durchschnittlich im Umlauf befindliche Aktien (un-/verwässert) 44.681.430 44.681.430

7.2 Konzern-Gesamtergebnisrechnung

Werte in T€ Anmerkung im Anhang 01.04.2022 -31.03.2023 01.04.2021 -31.03.2022
1. Konzernergebnis -28.151 31.764
2. Posten, die nicht in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden
+/- Neubewertung von leistungsorientierten Versorgungsplänen (15) 3.283 1.644
+/- Latente Steuern aus der Pensionsbewertung -1.050 -536
3. Posten, die anschließend möglicherweise in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden
+/- Währungsumrechnungsdifferenzen (14) -4.428 1.633
+/- Überschuss / Fehlbetrag aus Cashflow-Hedges (14) -4.903 -9.768
+/- Latente Steuern aus Cashflow-Hedges 173 893
4. = sonstiges Ergebnis, nach Steuern (Summe aus 2. und 3.) -6.925 -6.134
5. Gesamtergebnis nach Steuern -35.076 25.630

7.3 Konzern-Kapitalflussrechnung

Werte in T€ Anmerkung im Anhang 01.04.2022 -31.03.2023 01.04.2021 -31.03.2022
1. Betriebsergebnis (EBIT) (25) -33.230 46.581
2. +/- Wertminderungen / Zuschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen (23) 3.432 3.069
3. +/- Zunahme / Abnahme der Pensionsrückstellungen -3.384 -1.070
Brutto Cashflow (25) -33.182 48.580
4. -/+ Abnahme / Zunahme der übrigen Rückstellungen 13.398 -264
5. -/+ Gewinn / Verlust aus dem Abgang von Vermögenswerten -6 11
6. -/+ Zunahme / Abnahme der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 206.688 -76.927
7. -/+ Abnahme / Zunahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind -46.424 -3.867
8. +/- Ein- / Auszahlungen für Ertragsteuern (Saldo) -11.563 -8.784
9. = Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit (Summe aus 1 bis 8) 128.911 -41.251
10. + Einzahlungen aus Abgängen von Vermögenswerten 81 111
11. - Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen sowie Finanzanlagen -1.594 -1.999
12. + Einzahlungen aus der kurzfristigen Bereitstellung liquider Mittel an Lenovo - 190.000
13. - Auszahlungen für die kurzfristige Bereitstellung liquider Mittel an Lenovo -17.069 -110.000
14. + Einzahlungen aus Zinsen 1.387 167
15. = Cashflow aus der Investitionstätigkeit (Summe aus 10 bis 14) -17.195 78.279
16. +/- Nettoeffekt aus der Factoring-Finanzierung (24) -22.162 -34.284
17. + Einzahlungen aus Kostenerstattungen i.Z.m. der Finanzierungstätigkeit (24) 1.157 -
18. - Auszahlung für Gewinnabführung Vorjahre (24) -36.544 -29.310
19. - Auszahlungen für Zinsen (24) -277 -994
20. = Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit (Summe aus 16 bis 19) (24) -57.826 -64.588
21. Zahlungswirksame Änderungen des Finanzmittelfonds (Summe aus 9, 15, 19) 53.890 -27.560
22. +/- Wechselkursbedingte Änderungen des Finanzmittelfonds -2.711 1.597
23. + Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 140.739 166.702
24. = Finanzmittelfonds am Ende der Periode (Summe aus 21 bis 23) (22) 191.918 140.739

7.4 Konzernbilanz Aktiva

Werte in T€ Anmerkung im Anhang 31.03.2023 31.03.2022
Langfristige Vermögenswerte
Sachanlagen (8) 25.594
Immaterielle Vermögenswerte (9) 1.592
Beteiligungen 28
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte (12) 437
Sonstige langfristige andere Vermögenswerte (12) 54
Aktive latente Steuern (7) 355
Langfristige Vermögenswerte, gesamt 28.060
Kurzfristige Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (10) 135.281
Forderungen gegen verbundene Unternehmen (11) 85.962
davon: Forderung aus Verlustübernahme 35.966
davon: Bereitstellung aus liquiden Mitteln 45.544
Vorräte (13) 147.342
Ertragsteuererstattungsansprüche 252
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte (12) 40.985
Sonstige kurzfristige andere Vermögenswerte (12) 11.428
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 191.918
Kurzfristige Vermögenswerte, gesamt 613.168
Aktiva, gesamt 641.228 789.551

7.5 Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung

Werte in T€ Anmerkung im Anhang 31.03.2023 31.03.2022
Eigenkapital (14)
Gezeichnetes Kapital 48.418
davon auf Stammaktien entfallend 48.418
Kapitalrücklage 150.060
Eigene Aktien -46.358
Gewinnrücklagen 258.648
Sonstige Bestandteile des Eigenkapitals -2.265
Eigenkapital, gesamt 408.503
Langfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen
Sonstige langfristige andere Verbindlichkeiten (20, 21) 1.348
Sonstige langfristige Rückstellungen (19) 7.943
Passive latente Steuern (7) 278
Pensionsrückstellungen (15) 10.935
## 7.5 Eigenkapitalveränderungsrechnung
Werte in T€ Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Eigene Aktien Gewinnrücklagen Cashflow-Hedges Währungsumrechnungsdifferenzen Gesamt
Stand 1. April 2021 48.418 168.644 -46.358 252.269 2.195 536 425.704
Konzernergebnis 0 0 0 31.764 0 0 31.764
Sonstiges Ergebnis nach Steuern 0 0 0 1.108 -8.875 1.633 -6.134
Gesamtergebnis 0 0 0 32.872 -8.875 1.633 25.630
Gewinne und Verluste aus Sicherungsgeschäften und Kosten der Absicherung, die in die Vorräte umgegliedert worden sind 0 0 0 0 7.031 0 7.031
Einstellung aus dem Gewinnvortrag in die Kapitalrücklage 0 0 0 0 0 0 0
Transaktion mit Eigentümer: Steuerlicher Effekt aufgrund der Organschaft mit der Lenovo Germany Holding GmbH 0 2.255 0 0 0 0 2.255
Transaktion mit Eigentümer: Aufgrund Ergebnisabführungsvertrag abgeführter Gewinn 0 0 0 -36.544 0 0 -36.544
Stand 31. März 2022 48.418 170.899 -46.358 248.597 351 2.169 424.076
Werte in T€ Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Eigene Aktien Gewinnrücklagen Cashflow-Hedges Währungsumrechnungsdifferenzen Gesamt
Stand 1. April 2022 48.418 170.899 -46.358 248.597 351 2.169 424.076
Konzernergebnis 0 0 0 -28.151 0 0 -28.151
Sonstiges Ergebnis nach Steuern 0 0 0 2.233 -4.730 -4.428 -6.925
Gesamtergebnis 0 0 0 -25.918 -4.730 -4.428 -35.076
Gewinne und Verluste aus Sicherungsgeschäften und Kosten der Absicherung, die in die Vorräte umgegliedert worden sind 0 0 0 0 4.373 0 4.373
Einstellung aus dem Gewinnvortrag in die Kapitalrücklage 0 -3 0 3 0 0 0
Transaktion mit Eigentümer: Steuerlicher Effekt aufgrund der Organschaft mit der Lenovo Germany Holding GmbH 0 -20.836 0 0 0 0 -20.836
Transaktion mit Eigentümer: Aufgrund Ergebnisabführungsvertrag übernommener Verlust 0 0 0 35.966 0 0 35.966
Stand 31. März 2023 48.418 150.060 -46.358 258.648 -6 -2.259 408.503

8 Konzernanhang der MEDION AG

8.1 Allgemeine Angaben zum Konzernabschluss

8.1.1 Aufstellungsgrundsätze

Die MEDION AG als Muttergesellschaft des MEDION-Konzerns ist eine börsennotierte Aktiengesellschaft nach deutschem Recht und hat ihren Sitz in Essen, Deutschland. Die Anschrift lautet: MEDION AG, Am Zehnthof 77, 45307 Essen. Die Gesellschaft ist im Handelsregister B des Amtsgerichts Essen (HRB 13274) eingetragen. Die Aktie wird im regulierten Markt (General Standard) geführt.

Gegenstand des Unternehmens ist die Erbringung und Vermittlung von Dienstleistungen und der Vertrieb von Produkten aus den Bereichen Multimedia, Hard- und Software, Unterhaltungs- und Konsumelektronik, Telekommunikations- und Satellitentechnik sowie weiteren Non-Food-Artikeln aller Art und der Handel mit Telekommunikationsdienstleistungen sowie der Handel mit digitalen Inhalten.

Das MEDION-Geschäftsmodell ist darauf ausgerichtet, dem Konsumenten zusammen mit den Partnern aus dem Handel funktional hochwertige und innovative Trendprodukte der Consumer-Electronics in attraktivem Design auf dem neuesten technologischen Stand für breite Käuferschichten verfügbar zu machen. Die Kernkompetenz ist dabei die Entwicklung und der Vertrieb von Computer- und Multimedia-Produkten wie Notebooks, PC-Systemen, Monitoren, Smartphones und Tablets. Hierzu zählen auch die MEDION-Smart-Home-Bausteine, mit denen die Kunden Hausautomation selbst nachrüsten können. Unterhaltungselektronik wie LCD-Fernseher, Internetradios und Bluetooth-Lautsprecher sowie Haushalts- und Gesundheitsprodukte sind weitere Felder, in denen MEDION aktiv ist.

Neben dem klassischen Hardware-Geschäft hat MEDION das Dienstleistungsgeschäft mit digitalen Dienstleistungen aufgebaut. Hierzu zählt insbesondere das Angebot von Mobilfunkdienstleistungen. Ergänzend entwickelt und vermarktet MEDION Dienstleistungen in den Bereichen Fotoservice, Electronic-Software-Distribution, Musik-Plattformen und anderen Online-Diensten, die hauptsächlich über Handelspartner angeboten werden. Die digitalen Dienstleistungen werden überwiegend als Vermittlungsgeschäft („Agentenmodell“) betrieben.

Das MEDION-Geschäft wird in den beiden Segmenten Projekt- und Direktgeschäft gesteuert. Wir verweisen diesbezüglich auf den Abschnitt 8.3.2 dieses Anhangs.

Der Konzernabschluss der MEDION AG wurde in Übereinstimmung mit den vom International Accounting Standards Board (IASB) erlassenen Rechnungslegungsgrundsätzen „International Financial Reporting Standards (IFRS)“ und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB zu beachtenden handelsrechtlichen Vorschriften erstellt. Zur Anwendung kamen alle für das Geschäftsjahr 2022/2023 verpflichtend anzuwendenden Standards und Interpretationen des IASB, die von der EU übernommen wurden. Das Geschäftsjahr beginnt jeweils am 1. April eines Kalenderjahres und endet am 31. März des darauf folgenden Kalenderjahres. Auf die in den Konzernabschluss übernommenen Vermögenswerte und Schulden der einbezogenen Unternehmen wurden einheitlich für den Konzern geltende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden auf Grundlage der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, angewandt.

Der Konzernabschluss zum 31. März 2023 wurde in Euro aufgestellt. Alle Beträge wurden – soweit nicht anders dargestellt – in T€ angegeben. Alle Beträge sind kaufmännisch gerundet. Aus Rundungen können in Höhe von +/- einer Einheit (T€; %) Differenzen auftreten. Für die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung findet das Gesamtkostenverfahren Anwendung. Beim Bilanzausweis wird zwischen lang- und kurzfristigen Vermögenswerten und Schulden unterschieden, die im Anhang teilweise detailliert ausgewiesen werden. Als kurzfristig werden Vermögenswerte und Schulden angesehen, wenn die Realisierung des jeweiligen Vermögenswertes bzw. die Erfüllung der Schuld innerhalb von 12 Monaten nach dem Bilanzstichtag erwartet wird.

Anwendung und Auswirkungen neuer bzw. überarbeiteter Rechnungslegungsvorschriften

  • Erstmalig im Geschäftsjahr angewandte neue bzw. überarbeitete Rechnungslegungsvorschriften
    Im Abschluss für das Geschäftsjahr 2022/2023 waren erstmals folgende überarbeitete Rechnungslegungsvorschriften anzuwenden:

    Nummer und Name des Standards oder der Standardänderung Datum der Übernahme in europäisches Recht
    IFRS 16 Covid 19: Mietkonzessionen nach dem 30.06.2021 1.4.2021 г.
    IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse: Verweis auf das Rahmenkonzept 28.6.2021 г.
    IAS 16 Sachanlagen: Einnahmen vor der beabsichtigten Nutzung 28.6.2021 г.
    IAS 37 Rückstellungen, Eventualverbindlichkeiten und Eventualforderungen: Belastende Verträge - Kosten für die Erfüllung eines Vertrages 28.6.2021 г.
    Diverse Jährliche Verbesserungen an den IFRS-Standards Zyklus 2018-2020 28.6.2021 г.

Aus der erstmaligen Anwendung der oben genannten neuen Standards, Standardänderungen und Interpretationen haben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf die Abbildung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des MEDION-Konzerns ergeben. Entsprechend wird auf eine detaillierte Darstellung verzichtet.

  • Veröffentlichte, aber im Geschäftsjahr 2022/2023 noch nicht angewandte neue bzw. überarbeitete Rechnungslegungsvorschriften
    Die nachfolgend aufgeführten neuen Standards, Standardänderungen sowie Interpretationen wurden vom IASB herausgegeben, waren jedoch im Geschäftsjahr 2022/2023, sofern bereits in europäisches Recht übernommen, noch nicht verpflichtend anzuwenden. Ein eventuelles Wahlrecht zur freiwilligen vorzeitigen Anwendung wird für diese Rechnungslegungsvorschriften nicht in Anspruch genommen.

    Name des Standards, der Standardänderungen oder der Interpretation Datum der Übernahme in europäisches Recht Anwendung verpflichtend/ voraus- sichtlich im Geschäftsjahr
    IFRS 4 Änderungen in Bezug auf den festen Zeitpunkt des Auslaufens des Aufschubansatzes 15.12.2020 2023 / 2024 oder später
    IFRS 17 Versicherungsverträge inkl. im Juni 2020 veröffentlichter Änderungen 19.11.2021 2023 / 2024 oder später
    IAS 1 Änderungen der Klassifizierung von Schulden (kurzfristig vs.
    ```# Konzernanhang der MEDION AG

8.5.5 Neue Rechnungslegungsstandards

Im Berichtsjahr wurden die folgenden neuen Standards, Standardänderungen und Interpretationen des IASB bzw. des IFRS IC angewendet:

  • IAS 8 Definition von Schätzungen (02.03.2022)
  • IAS 12 Latente Steuern, die sich auf Vermögenswerte und Schulden beziehen, die aus einer einzigen Transaktion entstehen _1
  • IAS 1 Klassifizierung von Schulden (als kurz- oder langfristig), für die bestimmte Kreditbedingungen (covenants) vereinbart wurden. _1
  • IFRS 16 Leasingverbindlichkeit in einer sale-and-lease-back-Transaktion _1

1 Da die Standards, die Standardänderungen oder die Interpretation noch nicht in europäisches Recht übernommen wurden, besteht kein verbindlicher Anwendungstermin innerhalb der Europäischen Union. Gegenüber dem für die Zuordnung zu Geschäftsjahren zugrunde gelegten Erstanwendungstermin, wie er vom IASB vorgesehen ist, können sich daher noch Änderungen ergeben.

Aus der erstmaligen Anwendung der oben genannten neuen Standards, Standardänderungen und Interpretationen werden keine Auswirkungen auf die Abbildung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des MEDION-Konzerns erwartet. Entsprechend wird auf eine detaillierte Darstellung verzichtet.

8.5.6 Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss zum 31. März 2023 wurden neben der Muttergesellschaft MEDION AG, Essen, die nachfolgenden Tochterunternehmen im Wege der Vollkonsolidierung nach der Erwerbsmethode einbezogen. Tochterunternehmen sind vom Konzern beherrschte Unternehmen. Der Konzern beherrscht ein Unternehmen, wenn er schwankenden Renditen aus seinem Engagement bei dem Unternehmen ausgesetzt ist bzw. Anrechte auf diese besitzt und die Fähigkeit hat, diese Renditen mittels seiner Verfügungsgewalt über das Unternehmen zu beeinflussen.

Die Abschlüsse von Tochterunternehmen sind im Konzernabschluss ab dem Zeitpunkt enthalten, an dem die Beherrschung beginnt und bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Beherrschung endet. Verliert der Konzern die Beherrschung über ein Tochterunternehmen, bucht er die Vermögenswerte und Schulden des Tochterunternehmens und alle zugehörigen Bestandteile am Eigenkapital aus. Jeder entstehende Gewinn oder Verlust wird erfolgswirksam erfasst. Jeder zurückbehaltene Anteil an dem ehemaligen Tochterunternehmen wird zum beizulegenden Zeitwert zum Zeitpunkt des Verlustes der Beherrschung bewertet.

Name und Sitz Stammkapital zum 31.03.2023 Stammkapital zum 31.03.2022 Beteiligung Erwerbszeitpunkt Erste Einbeziehung in den Konzernabschluss
1. Allgemeine Multimedia Service GmbH, Essen („AMS") EUR 25.000 EUR 25.000 100,0 % Gründung 2002 ab 1. Dezember 2002
2. MEDION Service GmbH, Essen („MSG") EUR 25.000 EUR 25.000 100,0 % Gründung 2004 ab 1. September 2004
3. MEDION Shared Services GmbH, Essen ("MSSG"), ehemals MEDION Mobile GmbH EUR 1.500.000 EUR 1.500.000 100,0 % Erwerb 2014 ab 1. Januar 2018
4. MEDION Asia Pacific Ltd., Hongkong, Volksrepublik China ("MEDION AP") HKD 10.000.000 HKD 10.000.000 100,0 % Gründung 2005 ab 1. April 2016
5. MEDION AUSTRALIA PTY LTD., Sydney, Australien („MEDION Australia") AUD 10.000 AUD 10.000 100,0 % Gründung 2003 ab 1. November 2003
6. MEDION AUSTRIA GmbH, Wels, Österreich („MEDION AT") EUR 50.000 EUR 50.000 100,0 % Gründung 2002 ab 1. Dezember 2002
7. MEDION B.V., Panningen, Niederlande („MEDION NL") EUR 650.000 EUR 650.000 100,0 % Gründung 2001 ab 1. Juli 2001
8. MEDION Elektronika d.o.o., Ljubljana, Slowenien („MEDION Slowenien") EUR 8.763 EUR 8.763 100,0 % Gründung 2006 ab 1. Juli 2007
9. MEDION ELECTRONICS LIMITED, Swindon, Großbritannien („MEDION UK") GBP 400.000 GBP 400.000 100,0 % Gründung 1998 ab 1. Juli 2000
10. MEDION FRANCE S.A.R.L., Le Mans, Frankreich („MEDION France") EUR 180.000 EUR 180.000 100,0 % Gründung 1998 ab 1. Juli 1999
11. MEDION IBERIA, S.L., Madrid, Spanien („MEDION Iberia") EUR 5.000 EUR 5.000 100,0 % Gründung 2001 ab 1. Juli 2001
12. MEDION ITALIA S.R.L., Mailand, Italien, („MEDION ITALIA") EUR 50.000 EUR 50.000 100,0 % Gründung 2018 ab 1. Januar 2019
13. MEDION NORDIC A/S, Herlev, Dänemark („MEDION Nordic") DKK 500.000 DKK 500.000 100,0 % Erwerb 2002 ab 1. Juli 2002
14. MEDION SCHWEIZ ELECTRONICS AG, Zürich, Schweiz („MEDION Schweiz") CHF 600.000 CHF 600.000 100,0 % Gründung 2004 ab 1. Februar 2004
15. MEDION USA Inc., Delaware, USA, („MEDION USA") USD 10.100.000 USD 10.100.000 100,0 % Gründung 2001 ab 1. April 2001
16. MEDION Supply Chain Management (Shenzhen) Ltd. Shenzhen, Volksrepublik China RMB 1.000.000 RMB 1.000.000 100,0 % Gründung 2016 ab 1. April 2016

Grundlage für die Einbeziehung der Tochterunternehmen in den Konzernabschluss waren die nach Landesrecht aufgestellten und an IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, angepassten Jahresabschlüsse der Gesellschaften für das Geschäftsjahr vom 1. April 2022 bis zum 31. März 2023. Zwei ausländische sowie eine inländische Tochtergesellschaft der MEDION AG (vgl. unter „8.3.7 Nahestehende Unternehmen und Personen“) wurden aufgrund ihrer insgesamt untergeordneten Bedeutung nicht in den Konzernabschluss einbezogen.

8.5.7 Konsolidierungsmethoden

Die Abschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen werden nach konzerneinheitlichen Ansatz- und Bewertungsmethoden aufgestellt.

Die Kapitalkonsolidierung erfolgt gemäß IFRS 3 nach der Erwerbsmethode auf den jeweiligen Anschaffungszeitpunkt der Beteiligung. Soweit zum Zeitpunkt des Erwerbs die Anschaffungskosten der Beteiligungen den Konzernanteil am beizulegenden Zeitwert der identifizierten Vermögenswerte und Schulden der jeweiligen Gesellschaft übersteigen, entstehen zu aktivierende Geschäftswerte (Goodwill). Deren Werthaltigkeit ist gemäß IAS 36 mindestens einmal jährlich durch Impairment-Tests zu verifizieren. Aus der Kapitalkonsolidierung entstehen im Konzernabschluss der MEDION AG keine Geschäftswerte. Darüber hinaus wurden eine Schuldenkonsolidierung und eine Aufwands- und Ertragskonsolidierung durchgeführt. Die aus der Aufwands- und Ertragskonsolidierung entstandenen Differenzen wurden ergebniswirksam verrechnet. Zwischengewinneliminierungen waren mit Ausnahme von Ergebnisausschüttungen nicht erforderlich.

8.5.8 Grundsätze der Währungsumrechnung

Fremdwährungstransaktionen in den Gesellschaften werden mit den Wechselkursen zum Transaktionszeitpunkt in die funktionale Währung (Euro) umgerechnet. Gewinne und Verluste, die aus der Erfüllung solcher Transaktionen sowie aus der Umrechnung zum Stichtagskurs von in Fremdwährung geführten monetären Vermögenswerten und Schulden resultieren, werden in der Gewinn- und Verlustrechnung in den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. Aufwendungen oder im Materialaufwand erfasst. Soweit sie auf Finanzposten entfallen, werden sie im Finanzergebnis erfasst.

Die ausländischen Tochtergesellschaften, deren landesrechtlicher Abschluss nicht in Euro aufgestellt wird, sind nach den in IAS 21 vorgesehenen Abgrenzungskriterien als wirtschaftlich selbstständige ausländische Teileinheit („Foreign Entity“) anzusehen. Die in den Konzernabschluss einbezogenen ausländischen Unternehmen betreiben ihre Geschäfte in finanzieller, wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht grundsätzlich selbständig, so dass ihre jeweilige Landeswährung die funktionale Währung darstellt.

Die Abschlüsse von Konzernunternehmen, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, werden nach der sogenannten modifizierten Stichtagskursmethode (IAS 21.39) umgerechnet. Dementsprechend sind sämtliche monetären und nicht monetären Vermögenswerte und Schulden der Bilanz mit dem Bilanzstichtagskurs, das Eigenkapital mit dem historischen Kurs zum Erwerbszeitpunkt beziehungsweise zum Zeitpunkt der Kapitalerhöhung umgerechnet. Die Gewinn- und Verlustrechnungen dieser ausländischen Konzernunternehmen werden aus Vereinfachungsgründen entsprechend IAS 21.40 zu Durchschnittskursen des Geschäftsjahres umgerechnet. Alle sich ergebenden Umrechnungsdifferenzen werden erfolgsneutral in der Konzernbilanz unter der Position „Währungsumrechnungsdifferenzen“ im sonstigen Ergebnis ausgewiesen.

Die für die Umrechnung verwendeten Kurse ergeben sich aus der folgenden Tabelle:

Bilanz Stichtagskurs 31.03.2023 Bilanz Stichtagskurs 31.03.2022 GuV Durchschnittskurs 2022/2023 GuV Durchschnittskurs 2021/2022
1 € =
Australien AUD 1,6247 1,4815 1,5219 1,5725
Dänemark DKK 7,4486 7,4383 7,4402 7,4379
Schweden SEK 11,2660 10,3373 10,8072 10,2357
Großbritannien GBP 0,8784 0,8454 0,8643 0,8505
Schweiz CHF 0,9974 1,0261 0,9948 1,0681
USA USD 1,0871 1,1096 1,0417 1,1628
Hong Kong HKD 8,5332 8,6873 8,1281 9,0513
China CNY 7,4783 7,0463 7,1435 7,4658

8.5.9 Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen und Wertminderungen, bewertet. Die Abschreibungsdauer richtet sich nach der voraussichtlichen wirtschaftlichen Nutzungsdauer. Im Zugangsjahr werden die Vermögenswerte des Sachanlagevermögens zeitanteilig (pro rata temporis) abgeschrieben. Neubewertungen des Sachanlagevermögens wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht vorgenommen. Die Anschaffungskosten der Sachanlagen umfassen den Kaufpreis sowie alle direkt zurechenbaren Kosten und Anschaffungskostenminderungen, um den Vermögenswert in einen betriebsbereiten Zustand zu versetzen. Es kommen folgende Nutzungsdauern zur Anwendung:

  • Gebäude und Außenanlagen: 10 - 46 Jahre
  • Mietereinbauten: 3 - 20 Jahre
  • Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung: 3 - 23 Jahre

Immaterielle Vermögenswerte (entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und andere Rechte sowie Software) werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen und Wertminderungen, bewertet. Die Nutzungsdauer liegt zwischen einem Jahr und zehn Jahren.

Die Klassifizierung von finanziellen Vermögenswerten (Schuldinstrumente) richtet sich gemäß IFRS 9 (Finanzinstrumente) nach dem Geschäftsmodell zur Steuerung und den Eigenschaften der Zahlungsströme der finanziellen Vermögenswerte.# Konzernanhang der MEDION AG

8.1 Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierte finanzielle Vermögenswerte von MEDION werden nach dem Geschäftsmodell „Halten“ gesteuert und die zugrundeliegenden Zahlungsströme führen ausschließlich zu Tilgungs- und Zinszahlungen, so dass die Bilanzierung dieser finanziellen Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten erfolgt.

Die Buchwerte der nicht-finanziellen Vermögenswerte des Konzerns – mit Ausnahme von Vorräten und latenten Steueransprüchen – werden an jedem Abschlussstichtag überprüft, um festzustellen, ob ein Anhaltspunkt für eine Wertminderung vorliegt. Ist dies der Fall, wird der erzielbare Betrag des Vermögenswertes geschätzt. Ein Wertminderungsaufwand wird erfasst, wenn der Buchwert eines Vermögenswertes seinen erzielbaren Betrag übersteigt. Wertminderungsaufwendungen werden im Gewinn oder Verlust erfasst. Bei nicht finanziellen Vermögenswerten, mit Ausnahme von Goodwill, wird ein Wertminderungsaufwand nur insofern aufgeholt, als der Buchwert des Vermögenswertes den Buchwert nicht übersteigt, der abzüglich der Abschreibungen oder Amortisationen bestimmt worden wäre, wenn kein Wertminderungsaufwand erfasst worden wäre.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Forderungen gegen verbundene Unternehmen als finanzielle Vermögenswerte werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Die fortgeführten Anschaffungskosten berechnen sich aus dem Rechnungsbetrag abzüglich Wertberichtigungen. Das „Expected credit loss model“ des IFRS 9 sieht grundsätzlich eine dreistufige Erfassung von Wertminderungen vor. Auf der 1. Stufe sind Wertminderungen im Umfang der innerhalb der nächsten zwölf Monate nach Abschlussstichtag erwarteten Zahlungsausfälle des Finanzinstrumentes zu erfassen. Auf der 2. Stufe sind die über die Vertragslaufzeit insgesamt erwarteten Zahlungsausfälle eines Portfolios gleichartiger Instrumente zu berücksichtigen, sofern es sich um Forderungen aus Lieferungen und Leistungen oder Vertragsvermögenswerte handelt oder wenn das Ausfallrisiko seit Zugang signifikant gestiegen ist und ein gewisses Ausfallrisiko übersteigt. Auf der 3. und letzten Stufe sind Wertminderungen aufgrund von zusätzlichen objektiven Hinweisen auf eine beeinträchtigte Bonität hinsichtlich des einzelnen Finanzinstruments zu erfassen.

MEDION wendet zur Ermittlung der erwarteten Kreditverluste für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen das sogenannte vereinfachte Modell an und berechnet diese über die Gesamtrestlaufzeit der Forderungen. Erwartete Kreditausfälle werden kollektiv für Kundengruppen nach abnehmender Bonität in die drei Bonitätstypen A, B, C und Lenovo als Einzelbetrachtung ermittelt. Für Forderungen gegen verbundene Unternehmen, die nicht unter das vereinfachte Modell fallen, wird das allgemeine Modell angewendet und ein erwarteter Kreditausfall innerhalb der kommenden 12 Monate ermittelt. Aus Sicht der MEDION weisen diese Forderungen ein geringes Ausfallrisiko auf, da das Kreditrisikorating der verbundenen Unternehmen der weltweiten Definition von „Investment Grade“ entspricht.

Bei der Festlegung, ob das Ausfallrisiko seit der erstmaligen Erfassung signifikant angestiegen ist, berücksichtigt MEDION angemessene und belastbare Informationen, die relevant und ohne unangemessenen Zeit- und Kostenaufwand verfügbar sind. MEDION nimmt an, dass das Ausfallrisiko signifikant angestiegen ist, wenn sich das Kreditrisiko um zwei Ratingstufen verschlechtert hat. Die erwarteten Ausfallquoten werden dabei anhand von Ratinginformationen, unter Berücksichtigung zukunftsgerichteter makroökonomischer Indikatoren, abgeleitet. MEDION schätzt zu jedem Abschlusstichtag ein, ob die finanziellen Vermögenswerte in der Bonität beeinträchtigt sind. Ein finanzieller Vermögenswert ist in der Bonität beeinträchtigt, wenn ein Ereignis oder mehrere Ereignisse mit nachteiligen Auswirkungen auf die erwarteten zukünftigen Zahlungsströme des finanziellen Vermögenswertes auftreten. Indikatoren dafür, dass ein finanzieller Vermögenswert in der Bonität beeinträchtigt ist, können bspw. signifikante finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners oder ein Vertragsbruch sein. Die Wertberichtigungen werden über Wertberichtigungskonten gebucht und unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen. Sobald eine Forderung uneinbringlich wird, erfolgt ihre Ausbuchung und die Entlastung des Wertberichtigungskontos.

Im Rahmen des Verkaufs von Forderungen aus Factoring Finanzierung werden finanzielle Vermögenswerte verkauft. Die Risiken werden in Form von Kaufpreisabschlägen berücksichtigt. Die Abschläge betreffen Risiken für Verwässerung, Transaktionskosten und Bonität. Da entsprechend IFRS 9 3.2.6 (b) die wesentlichen Chancen und Risiken zurückbehalten werden, werden die in den Verkauf von Forderungen aus Factoring Finanzierung einbezogenen finanziellen Vermögenswerte weiterhin bei der Gesellschaft bilanziert.

Die Vorräte werden im Zugangszeitpunkt zu Anschaffungskosten zuzüglich Anschaffungsnebenkosten und abzüglich Anschaffungskostenminderungen angesetzt. Die Ermittlung der Anschaffungskosten erfolgt dabei grundsätzlich nach der gewogenen Durchschnittskostenmethode. Der Bewertung der Vorräte zum Abschlussstichtag liegt der niedrigere Betrag aus gewogenem Durchschnittswert und Nettoveräußerungswert zugrunde.

Sonstige Vermögenswerte werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Berücksichtigung betriebswirtschaftlich notwendiger Wertberichtigungen, die den erwarteten Ausfallrisiken hinreichend Rechnung tragen, bewertet. Soweit es sich um sonstige finanzielle Vermögenswerte (Finanzinstrumente) handelt, werden diese gemäß IFRS 9 der Kategorie zu fortgeführten Anschaffungskosten zugeordnet.

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beinhalten Barmittel und Guthaben bei Kreditinstituten mit originären Restlaufzeiten von bis zu drei Monaten. Die Bewertung erfolgt zu Nominalwerten, im Falle von Fremdwährungsposten mit den zum Stichtag umgerechneten fortgeführten Anschaffungskosten.

Wenn im Eigenkapital ausgewiesenes Kapital zurückgekauft wird, wird der gezahlte Betrag einschließlich der direkt zurechenbaren Kosten vom Eigenkapital abgezogen. Die erworbenen Anteile werden als eigene Aktien klassifiziert und separat im Eigenkapital ausgewiesen. Werden eigene Anteile später veräußert oder erneut ausgegeben, wird der Erlös als Erhöhung des Eigenkapitals erfasst. Ein etwaiger Differenzbetrag ist innerhalb der Kapitalrücklagen zu berücksichtigen.

Die Pensionsrückstellungen bestehen für Versorgungszusagen an Vorstandsmitglieder. Die Gesellschaft verpflichtet sich zur Zahlung von Ruhegeld nach Maßgabe der nachfolgenden Bestimmungen. Das jeweilige Vorstandsmitglied hat aufgrund einer unverfallbaren Anwartschaft Anspruch auf eine lebenslängliche Pension, wenn es nach Vollendung des 60. bzw. 64. Lebensjahres oder infolge dauernder Dienstunfähigkeit oder wegen Beendigung des Anstellungsverhältnisses bei der Gesellschaft ausscheidet. Pensionsrückstellungen werden nach versicherungsmathematischen Methoden gemäß IAS 19 nach dem Anwartschafts-Barwertverfahren berechnet. Hiernach werden sowohl die zum Abschlussstichtag erworbenen Anwartschaften als auch künftig erwartete Steigerungen von Gehältern und Renten berücksichtigt. Die im Berichtsjahr auftretenden versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste werden gemäß IAS 19.120C erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis verrechnet. Im Rahmen der Berechnung wird wie im Vorjahr auf die „Richttafeln 2018 G“ von Prof. Dr. Klaus Heubeck zurückgegriffen.

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und übrige Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten – Fremdwährungsposten werden mit dem Stichtagskurs umgerechnet – ausgewiesen.

Sonstige Rückstellungen werden gemäß IAS 37 gebildet, soweit rechtliche oder faktische Ver-pflichtungen gegenüber Dritten bestehen, die auf zurückliegenden Geschäftsvorfällen oder Ereignissen beruhen und wahrscheinlich zu Vermögensabflüssen führen. Abgegrenzte Schulden aus an Mitarbeitern geschuldeten Beträgen (etwa Abgrenzungen von Urlaubsgeldern oder Überstunden) werden in den sonstigen Rückstellungen ausgewiesen. Die Höhe der Rückstellungen wird durch bestmögliche Schätzung der zur Erfüllung der Verpflichtungen erforderlichen Ausgaben ermittelt. Damit beruht die Beurteilung der Wahrscheinlichkeit, dass ein anhängiges Verfahren Erfolg hat oder die Quantifizierung der möglichen Höhe der Zahlungsverpflichtung auf der Einschätzung der jeweiligen Situation. Wegen der mit dieser Beurteilung verbundenen Unsicherheit können die tatsächlichen Verluste gegebenenfalls von den ursprünglichen Schätzungen und damit von dem Rückstellungsbetrag abweichen. Zudem können sich Schätzungen aufgrund neuer Informationen ändern und sich gegebenenfalls erheblich auf die künftige Ertragslage auswirken.

Die Rückstellungen für Gewährleistungen werden für zu erwartende Nachbesserungsarbeiten und Gutschriften für die im Markt befindlichen garantiebehafteten Artikel gebildet. Die Garantiezeiträume belaufen sich auf 12 bis 36 Monate. Bei der Berechnung werden Annahmen über die zukünftige Entwicklung der Servicekosten berücksichtigt. Die Rückstellungen werden in den Garantiezeiträumen zu Auszahlungen führen. Die Rückstellung für Gewährleistungen wird auf Basis von Stückkosten pro Servicefall, der in den Verkehr gebrachten Mengen und der statistisch erfassten Gewährleistungsverläufe verschiedener Produktgruppen individuell ermittelt.

Eine Rückstellung für Restrukturierungsmaßnahmen wird erfasst, sobald der Konzern einen detaillierten und formalen Restruktengsplan genehmigt hat und die Restrukturierungsmaßnahmen entweder begonnen haben oder öffentlich angekündigt wurden. Künftige betriebliche Verluste werden nicht berücksichtigt.# Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden

Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, sind in eine der drei folgenden Hierarchiestufen einzuordnen: Auf aktiven Märkten notierte (unverändert übernommene) Preise für identische Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten (Stufe 1), für den Vermögenswert oder die Verbindlichkeit entweder direkt (als Preise) oder indirekt (von Preisen abgeleitete) beobachtbare Inputdaten, die keine notierten Preise nach Stufe 1 darstellen (Stufe 2), für den Vermögenswert oder die Verbindlichkeit herangezogene Inputdaten, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren (nicht beobachtbare Inputdaten) (Stufe 3).

Konzernanhang der MEDION AG

8.1 Die MEDION AG verwendet derivative Finanzinstrumente

Die MEDION AG verwendet derivative Finanzinstrumente, um Marktrisiken aus Wechselkursschwankungen bei den Einkaufsgeschäften, die im Wesentlichen in US-Dollar abgewickelt werden, zu reduzieren. Dazu schließt die Gesellschaft zum Zeitpunkt des Abschlusses des Einkaufskontraktes Kurssicherungsgeschäfte in Form von Devisentermingeschäften ab. Diese entsprechen bezüglich Laufzeit und Betragshöhe im Wesentlichen den zugrundeliegenden Einkaufsgeschäften und erfüllen das Critical Terms Match Kriterium. Die von MEDION eingesetzten Devisentermingeschäfte erfüllen die Voraussetzungen nach IFRS 9 für die Anwendung von Cashflow Hedge Accounting. Die Regelungen zum Hedge Accounting, die u.a. ein Wahlrecht zur Designation von Komponenten vorsehen, werden durch MEDION prospektiv auf alle Sicherungsbeziehungen zu 100% effektiv angewendet. Im Rahmen der Abbildung der neuen Sicherungsbeziehungen wird ausschließlich die Kassaveränderung mit einer Sicherungsquote von 1 zu 1 designiert und bis zur Lieferung des Grundgeschäfts erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis ausgewiesen. Die Terminkomponente und der Währungsbasis-Spread sind von der Sicherungsbeziehung ausgeschlossen und werden direkt erfolgswirksam im Zinsergebnis erfasst. Da die Finanzinstrumente ausschließlich zur Kurssicherung der bei den Einkaufsgeschäften zugrunde gelegten Kalkulationskurse dienen, werden die aus der Währungsumrechnung und der Währungssicherung durch Devisentermingeschäfte entstehenden Erträge und Aufwendungen in den Anschaffungskosten der Vorräte erfasst. Die Devisentermingeschäfte werden mit dem beizulegenden Zeitwert zum Abschlussstichtag in der Bilanz angesetzt (Stufe 2).

Weiterhin werden Devisenswaps mit einer kurzen Laufzeit eingesetzt, um Abweichungen zwischen den geplanten und tatsächlichen Fremdwährungszahlungsströmen Rechnung zu tragen. Die Derivate mit einem positiven oder negativen Marktwert werden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert in der Bilanz angesetzt (Stufe 2). Die beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente werden mit marktüblichen Bewertungsmethoden (Discounted-Cash-Flow-Methode) unter Berücksichtigung der am Bewertungsstichtag vorliegenden Marktdaten (Marktwerte) vom Konzerntreasury ermittelt. Devisenkontrakte werden einzeln auf Basis des Austauschbetrages mit den aktuellen Marktterminkursen am Abschlussstichtag im Vergleich zu den vereinbarten Termin- und Kontraktkursen bewertet. Die Marktterminkurse richten sich nach den Kassakursen unter Berücksichtigung von Terminauf- und ‑abschlägen. Die beizulegenden Zeitwerte der zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierten Finanzinstrumente werden anhand abgezinster Zahlungsströme ermittelt. Das Bewertungsmodell berücksichtigt den Barwert der erwarteten Zahlungen, diskontiert mit einem risikoadjustierten Abzinsungssatz und ist somit der Stufe 2 zuzuordnen. Ansatz und Ausbuchung von finanziellen Vermögenswerten erfolgen zum jeweiligen Erfüllungszeitpunkt, Derivate werden zum Handelszeitpunkt angesetzt.

Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse aus dem Verkauf von physischen Produkten sowie Erlöse für digitale Dienstleistungen oder Produkte werden erfasst, wenn die Verfügungsgewalt über ein Gut oder eine Dienstleistung an einen Kunden übertragen wird. Art und Zeitpunkt des Übergangs der Verfügungsgewalt und der Erfüllung der Leistungsverpflichtung seitens MEDION sind abhängig vom gewählten Vertriebskanal. Hierzu dient folgende Tabelle als Überblick. Sämtliche Umsatzerlöse werden zeitpunktbezogen realisiert.

Zeitpunkt des Übergangs der Verfügungsgewalt und der Erfüllung der Leistungsverpflichtung sowie Zahlungsbedingungen

Methode der Erlösrealisierung Projektgeschäft Einzel-/ Onlinehandel (Direktgeschäft) Digitale Dienstleistungen (Direktgeschäft)
Übergang der Verfügungsgewalt Bestimmt sich nach den jeweils mit dem Kunden vereinbarten Incoterms (überwiegend DDP). Bei Übergabe der Ware an einen privaten Verbraucher; für B2B-Geschäft individuell vereinbart. Im Zeitpunkt des Abrufs der Dienstleistung durch einen Kunden des Handelspartners oder im Zeitpunkt der Nutzung durch den Endkunden (falls MEDION als Prinzipal agiert).
Zahlungsbedingungen Variieren zwischen 30 und 60 Tagen. Bei privaten Verbrauchern im Wesentlichen bei Bestellung fällig; beim B2B-Geschäft zwischen 15 und 60 Tagen. In der Regel 30 Tage, bei Geschäftspartnern mit gegenseitigen Lieferverpflichtungen 90 Tage möglich.
Erlösschmälerungen Umsätze aus dem Verkauf von physischen Produkten werden abzüglich angemeldeter Retouren, Skonti sowie umsatzabhängiger Boni und anderer Erlösschmälerungen ausgewiesen. Umsätze aus dem Verkauf von physischen Produkten werden abzüglich Erlösschmälerungen ausgewiesen. Umsätze aus dem Verkauf von digitalen Produkten werden abzüglich Erlösschmälerungen ausgewiesen.
Rückgaberechte Verpflichtungen aus der Erstattung des Kaufpreises aus angemeldeten Retouren werden in den Rückstellungen erfasst. Über die gesetzlichen Rückgaberechte hinaus bestehen keine vertraglich vereinbarten Rückgaberechte. Über die gesetzlichen Rückgaberechte hinaus bestehen keine vertraglich vereinbarten Rückgaberechte. Über die gesetzlichen Rückgaberechte hinaus bestehen keine vertraglich vereinbarten Rückgaberechte.
Garantien/Gewährleistungen Verpflichtungen aus Garantien oder Gewährleistungen betreffen im Wesentlichen die gesetzlichen Gewährleistungsverpflichtungen. Verpflichtungen aus Garantien betreffen im Wesentlichen die gesetzlichen Gewährleistungsverpflichtungen. N/A

Bei der Erbringung der digitalen Dienstleistungen bestimmt MEDION, ob der Konzern als Prinzipal oder als Agent handelt. Die Darstellung der Umsatzerlöse richtet sich danach, ob der Konzern vor der Weiterübertragung Verfügungsgewalt über eine spezifische Dienstleistung erlangt. MEDION bestimmt auf Basis der folgenden Analyseschritte, ob der Konzern als Prinzipal oder als Agent handelt:
- Identifikation der spezifizierten Dienstleistungen
- Prüfung, ob die Beurteilung auf Basis des allgemeinen Prinzips der Verfügungsgewalt eindeutig ist
- Andernfalls sind die erweiterten Prinzipal- / Agent-Indikatoren heranzuziehen
- Schlussfolgerung auf Basis des Gesamtbilds der Umstände.

Im Falle der Prinzipalstellung wird der erzielte Erlös als Umsatz erfasst, während im Falle der Agentenstellung das Vermittlungsentgelt als Umsatz ausgewiesen wird. Der abgegrenzte Umsatz ist in den Vertragsverbindlichkeiten enthalten.

Zuwendungen der öffentlichen Hand

Zuwendungen der öffentlichen Hand werden zum beizulegenden Zeitwert erfasst, wenn die notwendigen Bedingungen für den Erhalt erfüllt sind.

Steuern vom Einkommen und Ertrag

Die Steuern vom Einkommen und Ertrag und daraus resultierende Forderungen oder Erstattungsansprüche sowie Verpflichtungen enthalten grundsätzlich sowohl die unmittelbar zu entrichtenden Steuern vom Einkommen und vom Ertrag, Steuerumlagen aufgrund des Steuerumlagevertrages der MEDION AG mit der Organträgerin Lenovo Germany Holding GmbH als auch latente Steuern. Auf Grundlage des bestehenden Ergebnisabführungsvertrags vom 01. April 2012 und des Steuerumlagevertrags vom 31. März 2013 (beide mit der Lenovo Germany Holding GmbH) bilanziert die MEDION bei einem positiven steuerlichen Ergebnis die jeweiligen Steuerumlagen; der Ausweis erfolgt in der Gewinn- und Verlustrechnung unter den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag als Umlage vom Organträger. Aufgrund des negativen steuerlichen Ergebnisses im abgelaufenen Geschäftsjahr ist, abweichend zu den Vorjahren, keine Steuerumlage zu leisten. Darüber hinaus trägt die MEDION AG die Steuer für die Ausgleichszahlungen an Minderheitsgesellschafter. Der Steueraufwand hieraus beträgt für das aktuelle Geschäftsjahr T€ 775 und ist – wie die Steuererstattung für Vorjahre in Höhe von T€ 15 - ebenfalls unter den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag der MEDION ausgewiesen. Weitere Steuern fallen für die MEDION AG aufgrund des Organschaftsverhältnisses nicht an. Dies führt dazu, dass der abgebildete Steueraufwand in keinem sinnvollen Verhältnis zum IFRS Ergebnis steht. Um die Steuerbelastung wirtschaftlich zutreffend abzubilden, werden die tatsächlichen und latenten Steuern so ermittelt und bilanziert, wie sie anfallen würden, wenn die MEDION AG nicht Organgesellschaft der Lenovo Germany Holding GmbH wäre (sogenannter „Stand Alone Approach“). In den Vorjahren wurde der Unterschiedsbetrag zwischen der Steuer gemäß Stand Alone Approach und dem Umlagebetrag als tatsächlicher Steueraufwand erfasst und in gleicher Höhe gegen die Kapitalrücklage gebucht.# Konzernanhang der MEDION AG

8.1 Wesentliche Rechnungslegungs- und Bewertungsmethoden

Im abgelaufenen Geschäftsjahr ergibt sich aufgrund der Verlustsituation ein Steuerertrag, der als Entnahme aus der Kapitalrücklage gebucht wurde. In den Steuerforderungen werden als wahrscheinlich einzustufende Ansprüche gegen die Finanzverwaltung berücksichtigt. Steuerverbindlichkeiten werden in Höhe des erwarteten Zahlungsmittelabflusses erfasst. Latente Steuern werden gemäß der bilanzorientierten Verbindlichkeitsmethode gebildet. Soweit hiernach temporäre Differenzen aus der unterschiedlichen Behandlung bestimmter Bilanzposten zwischen dem IFRS Konzernabschluss und dem steuerlichen Abschluss vorliegen, führen diese zum Ansatz von aktiven und/oder passiven latenten Steuern. Aktive latente Steuern werden aktiviert, sofern damit gerechnet werden kann, dass diese in den zukünftigen Perioden voraussichtlich durch ein ausreichend zur Verfügung stehendes steuerliches Einkommen auch genutzt werden können. Für die Bewertung der latenten Steuern werden die Steuersätze zum Realisationszeitpunkt zugrunde gelegt, die auf Basis der aktuellen Rechtslage in den einzelnen Ländern zum Bilanzstichtag gelten. Steuerliche Verlustvorträge (vororganschaftliche Verluste) der MEDION AG sind aufgrund des bestehenden Gewinnabführungsvertrages nicht nutzbar. Eine Abzinsung aktiver und passiver latenter Steuern wird entsprechend den Regelungen des IAS 12 nicht vorgenommen. Der Berechnung von tatsächlichen und latenten Steuern liegen Beurteilungen und Schätzungen der Gesellschaften/ des Konzerns zugrunde. Weichen die tatsächlichen Ereignisse von diesen Schätzungen ab, könnte dies sowohl positive als auch nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des MEDION-Konzerns haben. Tatsächliche Steuern sind die erwartete Steuerschuld oder Steuerforderung auf das für das Geschäftsjahr zu versteuernde Einkommen oder den steuerlichen Verlust, und zwar auf Grundlage von Steuersätzen, die am Abschlussstichtag gelten oder in Kürze gelten werden, sowie die Anpassungen der Steuerschuld für frühere Jahre. Der Betrag der erwarteten Steuerschuld oder Steuerforderung spiegelt den Betrag wider, der unter Berücksichtigung steuerlicher Unsicherheiten, sofern vorhanden, die beste Schätzung darstellt.

In diesem Zusammenhang weisen wir darauf hin, dass IFRIC 23 Klarstellungen beinhaltet, wie die in IAS 12 festgelegten Ansatz- und Bewertungsvorschriften anzuwenden sind, wenn Unsicherheit bezüglich der ertragsteuerlichen Behandlung besteht und umfasst tatsächliche und latente Steueransprüche oder Steuerschulden. Gemäß IFRIC 23 können unsichere Behandlungen gesondert oder zusammen mit einer oder mehreren anderen unsicheren steuerlichen Behandlungen zusammengefasst zu berücksichtigen sein. Hierbei ist diejenige Methode zu wählen, die sich besser für die Vorhersage der Auflösung der Unsicherheit eignet. Bei der Beurteilung ist davon auszugehen, dass eine Steuerbehörde sämtliche Beträge prüfen wird, zu deren Prüfung sie befugt ist und dass sie für deren Prüfung über sämtliche einschlägigen Informationen verfügt. Wenn es als unwahrscheinlich angesehen wird, dass die Steuerbehörde eine unsichere steuerliche Behandlung akzeptiert, so ist zur Berücksichtigung der Auswirkung der Unsicherheit in Abhängigkeit davon, welche Methode sich besser für die Vorhersage der Auflösung der Unsicherheit eignet, entweder der wahrscheinlichste Betrag oder der Erwartungswert auf jede unsichere steuerliche Behandlung anzuwenden. Die Konzernunternehmen sind weltweit in einer Vielzahl von Ländern ertragsteuerpflichtig. Bei der Beurteilung der weltweiten Ertragsteueransprüche und -schulden kann insbesondere die Interpretation von steuerlichen Vorschriften mit Unsicherheiten behaftet sein. Eine unterschiedliche Sichtweise der jeweiligen Finanzbehörden bezüglich der richtigen Interpretation von steuerlichen Normen kann nicht ausgeschlossen werden. Änderungen der Annahmen über die richtige Interpretation von steuerlichen Normen wie zum Beispiel aufgrund geänderter Rechtssprechungen fließen in die Bilanzierung der ungewissen Ertragsteueransprüche und -schulden im entsprechenden Wirtschaftsjahr ein.

Um die Bedenken über die ungleiche Gewinnverteilung und die ungleichen Steuerabgaben großer multinationaler Unternehmen zu adressieren, wurden auf globaler Ebene verschiedene Einigungen getroffen, darunter eine Einigung von über 135 Ländern über die Einführung eines globalen Mindeststeuersatzes von 15 Prozent. Im Dezember 2021 veröffentlichte die OECD einen Entwurf für einen Rechtsrahmen, gefolgt von detaillierten Leitlinien im März 2022, die von den einzelnen Ländern, die das Abkommen unterzeichnet haben, zur Änderung ihrer lokalen Steuergesetze verwendet werden sollen. Sobald die Änderungen der Steuergesetze in den Ländern, in denen der Konzern tätig ist, gelten oder in Kürze gelten werden, kann der Konzern der Mindeststeuer unterliegen. Zum Zeitpunkt der Genehmigung des Konzernabschlusses zur Veröffentlichung gilt die Steuergesetzgebung im Zusammenhang mit der Mindeststeuer weder in einem der Länder, in denen der Konzern tätig ist, noch wird sie dort in Kürze gelten. Der Vorstand verfolgt aufmerksam den Fortschritt des Gesetzgebungsverfahrens in jedem Land, in dem der Konzern tätig ist. Zum 31. März 2023 verfügte der Konzern nicht über ausreichende Informationen, um die möglichen quantitativen Auswirkungen zu bestimmen.

Die Ukraine-Krise hat keine Auswirkungen auf die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden des Konzernabschlusses zum 31. März 2023.

8.5.10 Verwendung von Annahmen, Schätzungen und Ermessensentscheidungen

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind Ermessensentscheidungen getroffen und Schätzungen verwendet worden, die sich auf den Ausweis und die Höhe der bilanzierten Vermögenswerte, Schulden, Erträge und Aufwendungen ausgewirkt haben. Diese Annahmen und Schätzungen mit bedeutenden Auswirkungen auf den vorliegenden Konzernabschluss beziehen sich im Wesentlichen auf

  • Die Bewertung von Vorräten im Hinblick auf einen unter den Anschaffungskosten liegenden Nettoveräußerungswert (siehe Abschnitt 8.2.2 Ziffer 13)
  • Die Bewertung von Rückstellungen für Gewährleistungen im Hinblick auf die Anzahl der Gewährleistungsfälle und die Kosten für die Erfüllung der Gewährleistungsansprüche (siehe Abschnitt 8.2.2 Ziffer 19)
  • Die Bewertung von Rückstellungen für Lizenzen und Schutzrechte, für die Verletzung von Patenten und Schutzrechten. Die Bewertung dieser Rückstellungen erfolgt auf Basis des Verhandlungsstandes und im Falle von noch nicht geführten Verhandlungen auf Basis einer vom Vorstand vorgenommenen Risikoeinschätzung (siehe Abschnitt 8.2.2 Ziffer 19).
  • Die Bewertung der Restrukturierungsrückstellungen im Hinblick auf die Abfindungsbeträge und der Freistellung von Mitarbeitern (siehe Abschnitt 8.2.2 Ziffer 19)

Die nachfolgende Ermessensentscheidung mit bedeutender Auswirkung auf den vorliegenden Konzernabschluss bezieht sich im Wesentlichen auf

  • Die Beurteilung, ob eine Agenten- oder Prinzipalstellung bei den digitalen Dienstleistungen vorliegt und die damit einhergehenden Auswirkungen auf Zeitpunkt und Höhe der Umsatzerfassung.

Die tatsächlichen Werte können in Einzelfällen von den getroffenen Annahmen und Schätzungen abweichen. Änderungen werden zum Zeitpunkt einer besseren Erkenntnis erfolgswirksam berücksichtigt.

8.5.11 Kapitalmanagement

Ziele der Kapitalmanagementstrategie von MEDION sind die Sicherung des Geschäftsbetriebes, die Steigerung des Unternehmenswertes und die Schaffung einer soliden Kapitalbasis zur Finanzierung des zukünftigen Wachstums. Dazu arbeitet MEDION auch mit dem Bereich Kapitalmanagement bei Lenovo zusammen. Die Liquiditätssteuerung erfolgt über das Konzerntreasury, das für die Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit zuständig ist. Die überschüssige Liquidität der MEDION AG ist im Rahmen eines kurzfristigen Intercompany Loan Agreements bei der Konzernmutter Lenovo verzinslich angelegt. Mit der Unicredit, der Commerzbank und der Deutschen Bank sind zusätzlich bilaterale Kreditlinien ausgehandelt, die im Tagesgeschäft zur Stellung von Akkreditiven und Avalen für Lieferanten genutzt werden. Weiterhin bestehen Verträge über den Verkauf von Forderungen aus Factoring Finanzierung. Die Factoringvereinbarungen enthalten Auflagen. Verstöße gegen diese Auflagen können dazu führen, dass das Programm beendet wird, wenn keine entsprechende Änderung der Vereinbarungen (Waiver) geschlossen wird. Entsprechend der Vereinbarungen werden die Auflagen systematisch durch die Treasury-Abteilung des Konzerns beobachtet. Die seit Jahren bestehende Bilanzstruktur mit einer über 50 % liegenden Eigenkapitalquote, keinen langfristigen Bankverbindlichkeiten und der Möglichkeit eines zeitlich begrenzten Fremdkapital-einsatzes (Aval-Linien) für das Projektgeschäft soll dabei erhalten bleiben. Das Kapitalmanagement umfasst im Wesentlichen das Working Capital und die Bilanzpositionen Verbindlichkeiten gegenüber verbundene Unternehmen (Bereitstellung liquider Mittel) sowie die sonstige Verbindlichkeiten. Der Saldo Working Capital ergibt sich aus den Bilanzpositionen: Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zuzüglich Vorräte abzüglich Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Im Segment Direktgeschäft wird aufgrund der Struktur des Geschäftes unverändert zu den Vorjahren kein Fremdkapital eingesetzt. MEDION hat mit Ausnahme vom Verkauf von Forderungen aus Factoring Finanzierung keine Anleihen oder sonstige Fremdkapitalinstrumente begeben und plant auch nicht, solche zu begeben.

8.5.12 Übertragung von Forderungen an Factoringdienstleister

Es bestehen Vereinbarungen über den Verkauf von Forderungen aus Factoring-Finanzierung über monatlich revolvierende Verkäufe für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.# Konzernanhang der MEDION AG

8.2 der Bilanz

8.6 Erläuterung zu den Posten der Gewinn- und Verlustrechnung und der Bilanz

8.6.1 Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

(1) Die Umsatzerlöse setzen sich nach Regionen wie folgt zusammen:

Werte in T€ 2022/2023 2021/2022
Deutschland 501.138 622.628
Europa 138.856 206.106
davon Niederlande 18.511 30.185
davon Belgien 17.106 29.953
davon Österreich 18.956 29.684
Übriges Ausland 236.693 209.779
davon Australien 187.485 162.381
davon Hongkong 44.438 34.040
Gesamt 876.687 1.038.513

Die Umsatzerlöse nach ihren Erlösquellen und Segmenten stellen sich wie folgt dar:

Werte in T€ 2022/2023 2021/2022
Umsätze aus dem Verkauf von Gütern 465.601 655.812
davon im Projektgeschäft 351.481 521.391
davon im Direktgeschäft 114.120 134.421
Erlöse aus Dienstleistungen 411.086 382.701
davon im Direktgeschäft 400.159 364.723
davon Sonstige Umsätze 10.927 17.978
Gesamt 876.687 1.038.513

Die Umsatzerlöse betreffen ausschließlich Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden gemäß IFRS 15.

(2) Die sonstigen betrieblichen Erträge setzen sich wie folgt zusammen:

Werte in T€ 2022/2023 2021/2022
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 5.254 443
Periodenfremde Erträge 1.540 2.115
Erträge aus Schadenersatz/Versicherungserstattungen 1.060 1.286
Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen (IFRS 9) 210 412
Erträge aus Sachbezügen 205 2.333
Übrige 1.628 887
Gesamt 9.897 7.476

Die periodenfremden Erträge enthalten im Wesentlichen Erträge aus der Ausbuchung verjährter Verpflichtungen hinsichtlich nicht gezogener Gutschriften, aus Umsatzsteuererstattungen im Ausland, aus abgeschlossenen Rechtsstreitigkeiten sowie aus der Erstattung von Urheberrechtsabgaben für das Jahr 2020.

(3) Bei den Materialaufwendungen handelt es sich um die Aufwendungen für die Beschaffung oder Auftragsfertigung in den Bereichen PC/Multimedia, Unterhaltungselektronik und Dienstleistungen einschließlich der Anschaffungsnebenkosten und der bezogenen Leistungen.

(4) Die Personalaufwendungen setzen sich aus folgenden Posten zusammen:

Werte in T€ 2022/2023 2021/2022
Löhne und Gehälter 79.639 58.914
Soziale Abgaben 9.664 9.086
Aufwendungen für Altersversorgung 289 575
Gesamt 89.592 68.575

Der Personalaufwand stieg von T€ 68.575 auf T€ 89.592 aufgrund von Restrukturierungsaufwendungen für geplante Personalmaßnahmen (T€ 23.288). Im Geschäftsjahr 2022/2023 betrug die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter nach Köpfen im Konzern 1.065 (Vorjahr: 1.068).

Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter stellt sich wie folgt dar:

Mitarbeiter nach Gruppen 2022/2023 2021/2022
Vertrieb 484 485
Service 386 394
Verwaltung 195 189
Gesamt 1.065 1.068

(5) Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:

Werte in T€ 2022/2023 2021/2022
Vertriebsaufwendungen 105.903 103.096
Verwaltungsaufwendungen 23.583 23.083
Betriebsaufwendungen 3.779 3.739
Übrige Aufwendungen 5.088 1.332
Gesamt 138.353 131.250

Der wesentliche Posten unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind die Vertriebsaufwendungen, die sich wie folgt aufgliedern:

Werte in T€ 2022/2023 2021/2022
Provisionen und Gebühren 43.164 41.707
Marketing 27.225 20.325
Frachtkosten 10.150 11.975
Aufwendungen für Kundenservice 11.183 16.815
Verpackungsmaterial 3.270 2.259
Retouren 3.013 2.758
Call Center Kosten 2.658 2.868
Entsorgungskosten 1.553 1.283
Zeitarbeit 1.272 1.161
Muster, Entwürfe 546 608
Übrige 1.869 1.337
Gesamt 105.903 103.096

Die Verwaltungsaufwendungen lassen sich wie folgt aufgliedern:

Werte in T€ 2022/2023 2021/2022
Aufwendungen für IT 11.542 10.854
Rechts- und Beratungskosten 3.001 3.299
Nebenkosten des Geldverkehrs 2.925 3.307
Versicherungen und Beiträge 2.441 2.159
Externe Dienstleistungen 2.318 2.231
Kommunikation 582 563
Übrige 774 670
Gesamt 23.583 23.083

Die innerhalb der Verwaltungsaufwendungen erfassten Honorare für den Abschlussprüfer gem. §314 (1) Nr. 9 HGB gliedern sich wie folgt:

Werte in T€ 2022/2023 2021/2022
Abschlussprüfungsleistungen 392 321
Andere Bestätigungsleistungen 0 13
Sonstige Leistungen 37 37
Gesamt 429 371

Es wurden ausschließlich Leistungen erbracht, die mit der Tätigkeit als Abschlussprüfer des Jahresabschlusses und des Konzernabschlusses der MEDION AG vereinbar sind. Das Honorar für Abschlussprüfungsleistungen der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft bezieht sich auf die Prüfung des Konzernabschlusses und des Jahresabschlusses der MEDION AG einschließlich gesetzlicher Auftragserweiterungen. In dem Honorar für Abschlussprüfungsleistungen in Höhe von T€ 392 sind T€ 75 für das Vorjahr enthalten. Sonstige Leistungen betreffen die prüferische Begleitung der Implementierung des Berichtsformats „ESEF“. Die Nichtprüfungsleistungen wurden durch den Aufsichtsrat der MEDION AG vor Erbringung der Leistung genehmigt.

Die Betriebsaufwendungen lassen sich wie folgt aufgliedern:

Werte in T€ 2022/2023 2021/2022
Mieten und Leasing 1.519 1.421
Mietnebenkosten 793 783
Reparaturen 732 845
Übrige Betriebsaufwendungen 735 690
Gesamt 3.779 3.739

Die übrigen Aufwendungen beinhalten folgende Sachverhalte:

Werte in T€ 2022/2023 2021/2022
Vertragsstrafen 3.621 143
Zuführung von Wertberichtigungen 618 280
Kursdifferenzen 240 177
sonstige Steuern 233 188
Periodenfremde Aufwendungen 196 194
Übrige 180 350
Gesamt 5.088 1.332

Die Vertragsstrafen im Geschäftsjahr 2022/2023 entfallen mit T€ 2.250 auf den Bereich Digitale Dienstleistungen sowie mit T€ 857 auf den Bereich Logistik.

(6) Das Finanzergebnis stellt sich wie folgt dar:

Werte in T€ 2022/2023 2021/2022
Finanzielle Vermögenswerte - Zinserträge 1.768 240
davon zu fortgeführten Anschaffungskosten 1.768 240
Finanzierungserträge 1.768 240
Finanzielle Verbindlichkeiten - Zinsaufwendungen -232 -453
davon zu fortgeführten Anschaffungskosten -71 -345
davon zum beizulegenden Zeitwert - Sicherungsinstrumente -161 -108
Finanzierungsaufwendungen - sonstige -541 -499
davon für Akkreditive und Avale -105 -197
davon Zinsen aus Pensionsrückstellungen -436 -302
Finanzierungsaufwendungen -773 -952
Finanzergebnis 995 -712

Das Finanzergebnis verbesserte sich von T€ -712 im Vorjahr auf T€ 995 aufgrund des allgemein gestiegenen Zinsniveaus und daraus resultierenden Zinserträgen aus Geldanlagen. Das Nettofinanzergebnis gem. IFRS 7 umfasst im Wesentlichen Zinsen, Dividenden und Ergebnisse aus der Bewertung von Finanzinstrumenten zum beizulegenden Zeitwert.

(7) Die Steuern vom Einkommen und Ertrag (-/+ Aufwand/Ertrag) setzen sich wie folgt zusammen:

Werte in T€ 2022/2023 2021/2022
MEDION AG Körperschaftsteuer/Solidaritätszuschlag/Gewerbesteuer -775 -4.126
davon: Umlage vom Organträger lfd. Jahr - -3.351
Stand-alone Steuer gem. IAS 12, nicht zahlungswirksam 20.835 -2.255
Körperschaftsteuer/Solidaritätszuschlag Vorjahre 15 -
Gewerbesteuer Vorjahre 1 -
Gesamt 20.076 -6.381
Tochtergesellschaften -10.212 -8.559
Latente Steuern -5.780 835
Gesamt 4.084 -14.105

Die folgende Tabelle zeigt die Überleitung vom theoretisch erwarteten Steueraufwand zum Ertragsteueraufwand gemäß IAS 12.79 ff.:

Werte in T€ 2022/2023 2021/2022
Konzernergebnis vor Ertragsteuern -32.235 45.869
Konzern-Steuersatz in % 32,625 32,625
Erwartete Steuer 10.517 -14.965
Steuern auf nicht abzugsfähige Betriebsausgaben -31 -29
Steuererträge/-aufwendungen für Vorjahre 16 -
Steuern auf Beteiligungsergebnisse -534 -391
Latenter Steueraufwand/-ertrag in Zusammenhang mit der Neubewertung (2021/2022 für Vorjahre) -5.321 337
Differenzen aus unterschiedlichen Steuersätzen 930 984
Effekte aus gewerbesteuerlichen Korrekturen -138 -41
Nicht aktivierte latente Steuern für das lfd. Jahr -1.355 -
Tatsächlicher Steuerertrag (Vorjahr: Steueraufwand) 4.084 -14.105
Tatsächlicher Ertragsteuersatz in % 12,667 30,749

Der Konzernsteuersatz von 32,625 % errechnet sich aus der Gewerbesteuerbelastung von 16,80 %, der Körperschaftsteuer von 15,0 % und einem Solidaritätszuschlag von 5,5 %.

Die latenten Steuern (-/+ Aufwand/Ertrag) haben sich wie folgt entwickelt:

Werte in T€ 2022/2023 2021/2022
Latenter Steuerertrag (+) /-aufwand (-) -5.780 835
davon aus: Temporären Differenzen -5.780 835
Gesamt -5.780 835

Zum Abschlussstichtag verfügt der MEDION-Konzern über vororganschaftliche inländische körperschaftsteuerliche Verlustvorträge in Höhe von T€ 2.848 (Vorjahr: T€ 2.848) und gewerbesteuerliche Verlustvorträge von T€ 2.125 (Vorjahr: T€ 2.125) sowie ausländische Verlustvorträge in der MEDION USA von T€ 6.047 (Vorjahr: T€ 5.968) zur Verrechnung mit zukünftigen Gewinnen. Die ausländischen Verluste sind zeitlich für den Zeitraum von 20 Jahren begrenzt verrechenbar. Davon sind T€ 5.101 bis zum 31.03.2026 (Vorjahr: T€ 5.101 bis zum 31.03.2026) sowie weitere T€ 806 bis zum 31.03.2039 (Vorjahr: T€ 806 bis zum 31.03.2039) zeitlich begrenzt verrechenbar. Latente Steuern auf die vororganschaftlichen Verlustvorträge der MEDION AG wurden nicht gebildet, da diese während der Laufzeit des Gewinnabführungsvertrages nicht nutzbar sind.# Konzernanhang der MEDION AG

8.2 der Bilanz

Für MEDION USA werden ebenfalls keine latenten Steuern gebildet, da kein ausreichend positives steuerliches Ergebnis erwartet wird. Latente Steuern auf die im abgelaufenen Geschäftsjahr entstandenen steuerlichen Verluste der MEDION AG waren nicht zu bilden, da diese aufgrund des Organschaftsverhältnisses zu Lenovo keine nutzbaren Verlustvorträge der MEDION AG darstellen. Für steuerpflichtige Differenzen zwischen dem Nettovermögen von Tochterunternehmen und dem korrespondierenden steuerlichen Beteiligungsbuchwert von Tochterunternehmen in Höhe von T€ 1.908 (Vorjahr: T€ 2.554) wurden keine latenten Steuerverbindlichkeiten angesetzt, da die MEDION AG in der Lage ist, den zeitlichen Verlauf der Auflösung der temporären Differenzen zu steuern und mit einer Umkehr der temporären Differenzen in naher Zukunft nicht zu rechnen ist. Auf temporäre Differenzen in Höhe von T€ 19.350 wurden keine latenten Steuern gebildet, da davon auszugehen ist, dass künftig kein ausreichendes zu versteuerndes Einkommen zur Verfügung stehen wird. Diese temporäre Differenzen sind ohne den Ansatz von latenten Steuern als unverfallbar anzusehen.

Die latenten Steuern entfallen auf folgende wesentliche Bilanzposten:

aktivisch passivisch aktivisch passivisch Werte in T€ 31.03.2023 31.03.2022
Cashflow-Hedges - 236 - 61
davon aus erfolgsneutraler Verrechnung im Eigenkapital - (3) - (170)
Pensionsrückstellungen - - 2.359 -
davon aus erfolgsneutraler Verrechnung im Eigenkapital - - (1.041) -
Übrige Rückstellungen 355 4 2.384 -
Vorräte und Forderungen - - 1.729 -
davon aus erfolgsneutraler Verrechnung im Eigenkapital - - (1.014) -
Anlagevermögen 38 379 27 355 278 6.851

Die Veränderungen der latenten Steuern sind wie folgt erfasst:

in der GuV im sonstigen Ergebnis in der GuV im sonstigen Ergebnis Werte in T€ 2022/2023 2021/2022
Cashflow-Hedges -352 177 227 893
davon Währungseffekte - - 15
Pensionsrückstellungen -1.318 -1.041 114 -536
Übrige Rückstellungen -2.029 357 -
davon Währungseffekte -4 - -
Vorräte und Forderungen -1.729 232 -
Anlagevermögen -352 - -95
davon Währungseffekte -38 - -
-5.780 -864 835 357

8.6.2 Angaben zur Bilanz

Langfristige Vermögenswerte (8)

Das Gesamtinvestitionsvolumen im Bereich des Sachanlagevermögens belief sich in 2022/2023 auf T€ 451 (Vorjahr: T€ 856). Die Investitionen erfolgten in Gebäude sowie in Büro- und Geschäftsausstattung.

Die Zugänge im Bereich der immateriellen Vermögenswerte von insgesamt T€ 1.143 (Vorjahr: T€ 1.143) betreffen Software. Die Entwicklung der einzelnen Posten des Konzernanlagevermögens ist dem Konzernanlagenspiegel in Abschnitt 8.2.3 Ziffer 23 zu entnehmen.

Kurzfristige Vermögenswerte (10)

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen setzen sich wie folgt zusammen:

Werte in T€ 31.03.2023 31.03.2022
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 137.717 223.289
Wertberichtigungen -2.436 -2.385
135.281 220.904

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bestehen im Wesentlichen gegen international tätige Handelskonzerne.

Die Entwicklung der Wertberichtigungen für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen setzt sich wie folgt zusammen:

Einzelwert- berichtigungen Erwarteter Kreditverlust über gesamte Restlaufzeit Gesamt
Stand 1. April 2022 2.117 268 2.385
Zuführungen 274 2.623 2.897
Inanspruchnahmen -79 - -79
Auflösungen -34 -2.733 -2.767
Endbestand 31. März 2023 2.278 158 2.436
Werte in T€

(11)

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen bestehen im Wesentlichen gegen die Lenovo PC Hong Kong Ltd., Hong Kong, aus der kurzfristigen Bereitstellung von liquiden Mitteln (T€ 45.544; Vorjahr: T€ 30.005), Forderungen aus der Verpflichtung der Verlustübernahme durch die Lenovo Germany Holding GmbH, Essen, Forderungen gegen die Lenovo Germany Holding GmbH, Essen, aus Steuerumlagen sowie Dienstleistungen für den Lenovo-Konzern.

Werte in T€ 31.03.2023 31.03.2022
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 86.388 70.055
Wertberichtigungen -426 -329
85.962 69.726

Die Entwicklung der Wertberichtigungen für Forderungen gegen verbundene Unternehmen setzt sich wie folgt zusammen:

Erwarteter 12-Monats-Kreditverlust Erwarteter Kreditverlust über gesamte Restlaufzeit Gesamt
Stand 1. April 2022 180 149 329
Zuführungen 93 65 158
Inanspruchnahmen - - -
Auflösungen - -61 -61
Endbestand 31. März 2023 273 153 426
Werte in T€

(12)

Die sonstigen kurz- und langfristigen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:

gesamt davon kurzfristig gesamt davon kurzfristig Werte in T€ 31.03.2023 31.03.2022
Ausstehende Lieferantengutschriften 36.652 36.652 37.161 37.161
Debitorische Kreditoren 2.796 2.796 1.356 1.356
Derivate mit Sicherungsbeziehung 7 7 1.146 1.146
Derivate ohne Sicherungsbeziehung 1.169 1.169 1.010 1.010
Ausgereichte Darlehen 748 342 776 358
Wertberichtigungen -315 -315 -307 -307
Übrige finanzielle Vermögenswerte 365 334 411 384
Summe sonstige finanzielle Vermögenswerte 41.422 40.985 41.553 41.108
Rechnungsabgrenzungsposten 8.349 8.295 7.610 7.498
Sonstige Steuerforderungen 3.133 3.133 3.266 3.266
Summe sonstige andere Vermögenswerte 11.482 11.428 10.876 10.764
52.904 52.413 52.429 51.872

Die ausstehenden Lieferantengutschriften betreffen zweckgebundene Werbekostenzuschüsse, die als Kostenerstattung mit den Marketingaufwendungen verrechnet werden, vertraglich vereinbarte, periodengerecht abgegrenzte noch zu erwartende Preisgutschriften für gelieferte Produkte, sowie Ansprüche aus der Abwicklung von Defektmaterialien. In den Rechnungsabgrenzungsposten werden im Wesentlichen diverse Umsatzabgrenzungen im Zusammenhang mit dem Direktgeschäft in Australien, Versicherungsaufwendungen sowie Software- und Supportkosten ausgewiesen. Die Vertragsvermögenswerte belaufen sich zum 31.03.2023 auf T€ 5.597 (Vorjahr: T€ 5.857) und sind im Rechnungsabgrenzungsposten enthalten. Je nach Art des Vertragsvermögenswertes sind die Vorjahreswerte im abgelaufenen Geschäftsjahr entweder im Materialaufwand oder unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst worden. Die nicht wertberichtigten sonstigen finanziellen Vermögenswerte weisen keine Überfälligkeiten auf. Die Risikovorsorge der finanziellen Vermögenswerte betrifft Einzelwertberichtigungen sowie Wertberichtigungen auf Portfoliobasis (erwartete Kreditverluste).

Buchwert vor Wertberichtigungen Wertberichtigungen am 31.03.2023 erwartete Ausfallrate über 12 Monate in % Erwarteter Kreditverlust über gesamte Restlaufzeit in %
A-Kunden 115.150 152 0,000 0,230
B-Kunden 21.371 6 0,000 0,150
C-Kunden 1.196 0 0,000 0,004
Summe Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 137.717 158
Lenovo 40.844 153 0,000 0,600
Lenovo Darlehen 45.544 273 0,600 0,000
Summe Forderungen gegen verbundene Unternehmen 86.388 426
Summe Gesamt 224.105 584

Es werden Wertberichtigungen für die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie den Forderungen gegen verbundene Unternehmen vorgenommen. Einzelwertberichtigungen i.H.v. T€ 2.277 entfallen im Wesentlichen auf B-Kunden. Kreditversicherte Forderungen werden keiner Risikovorsorge unterworfen. Die Aufwendungen und Erträge aus den Veränderungen für erwartete Kreditverluste werden in den übrigen Aufwendungen innerhalb der sonstigen betrieblichen Aufwendungen sowie sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen. Forderungen mit einer Überfälligkeit von mehr als 90 Tagen (T€ 6.684) resultieren im Wesentlichen aus Forderungen gegen Dienstleister, vorrangig im Bereich des Kundenservice, mit denen aufgrund einer Vielzahl von kleinteiligen Warenbewegungen vierteljährliche oder jährliche Abrechnungen unabhängig von der konkreten Fälligkeit erfolgen. Darüber hinaus sind Forderungen aus Jahresvereinbarungen mit Lieferanten enthalten, die ebenfalls nur viertel-, halb- oder sogar jährliche Abrechnungszyklen haben. Die Aufwendungen für die vollständige Ausbuchung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beliefen sich auf T€ 101 (Vorjahr: T€ 102). Erträge aus bereits ausgebuchten Forderungen waren von untergeordneter Bedeutung. Forderungsverluste sind innerhalb der sonstigen betrieblichen Aufwendungen unter den übrigen Aufwendungen ausgewiesen.

(13)

Die Vorräte gliedern sich wie folgt auf:

Werte in T€ 31.03.2023 31.03.2022
PC/ Multimedia 102.947 177.075
Vorräte für digitale Dienstleistungen 13.798 23.038
Haushaltselektronik 19.004 46.189
Unterhaltungselektronik 11.593 23.396
147.342 269.698

Zum 31.03.2023 sind Wertminderungen auf die Vorräte in Höhe von T€ 17.098 (Vorjahr: T€ 21.352) enthalten. Die Veränderung der Wertminderung in Höhe von T€ -4.254 (Vorjahr: T€ 1.358) wurde im Geschäftsjahr im Materialaufwand berücksichtigt. Es bestehen die branchenüblichen Eigentumsvorbehalte.

(14) Eigenkapital

Das Grundkapital beträgt zum Abschlussstichtag unverändert € 48.418.400,00. Es ist in 48.418.400 nennwertlose Stückaktien mit einem anteiligen Betrag am gezeichneten Kapital von je € 1,00 eingeteilt. Die Aktien sind voll eingezahlt. Zum Abschlussstichtag befanden sich 44.681.430 Aktien (31. März 2022: 44.681.430 Aktien) im Umlauf.

Die durch die Hauptversammlungen vom 11. Mai 2007 und vom 14. Mai 2008 erteilte und zuletzt durch die Hauptversammlung vom 15. Mai 2009 bis zum 12. November 2010 befristete Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien gem. § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG bis zu 10% des Grundkapitals ist teilweise wie folgt ausgenutzt:

Rückkauf- programm Anzahl der Aktien/Betrag des Grundkapitals (€) Anschaffungs- kosten (€) Anteil des Grundkapitals Zeitpunkt des Erwerbs Gründe des Erwerbs: Hauptversammlungsbeschluss vom
I 1.670.551 25.788.127 3,45% 2007 11. Mai 2007
I 750.369 12.094.224 1,55% 2008 11. Mai 2007
I 2.420.920 37.882.351 5,00%
II 484.184 3.645.833 1,00% 2008 14. Mai 2008
III 264.000 1.496.018 0,55% 2008 14. Mai 2008
III 704.368 4.213.491 1,45% 2009 14. Mai 2008

Das erste Rückkaufprogramm wurde vom 5. Juli 2007 bis zum 21. Februar 2008 ausgeübt. Im Rahmen des zweiten Rückkaufprogramms wurden Anteile in der Zeit vom 23. September bis zum 13. November 2008 erworben. Das dritte Rückkaufprogramm wurde in der Zeit vom 4. Dezember 2008 bis zum 12. März 2009 durchgeführt. Im Rahmen aktienbasierter Vergütung wurden insgesamt 136.502 Aktien in früheren Geschäftsjahren (zuletzt im Geschäftsjahr 2011) verwendet. Infolgedessen beträgt der Bestand eigener Aktien per 31. März 2023 unverändert zum Vorjahresstichtag 3.736.970 Aktien (7,72 % vom Grundkapital).

Direkt im Eigenkapital erfasste Erträge und Aufwendungen und Rücklagen

Die Kapitalrücklage in Höhe von T€ 150.060 (Vorjahr: T€ 170.899) beinhaltet vor allem das Agio aus Kapitalerhöhungen seit Gründung der MEDION AG. Darüber hinaus wird hier der latente Steuereffekt aus der wirtschaftlichen Betrachtungsweise für das steuerliche Organschaftsverhältnis mit der Gesellschafterin erfasst. Wir verweisen auf die Ausführungen zu den latenten Steuern in Abschnitt 8.2.1 Ziffer 7.

Die Gewinnrücklagen beinhalten thesaurierte Ergebnisse der Vorjahre sowie die Effekte aus der Erstanwendung von IFRS Standards in Vorjahren in Höhe von unverändert T€ -3.341, sowie die aus der Neubewertung von leistungsorientierten Pensionsplänen erfassten Beträge. Für das Geschäftsjahr 2022/2023 ist eine Verlustübernahme in Höhe von T€ 35.966 von der Lenovo Germany Holding GmbH aufgrund des bestehenden Gewinnabführungsvertrages eigenkapitalerhöhend berücksichtigt worden.

Konzernanhang der MEDION AG | 88 | 8.2 der Bilanz

Daneben haben T€ 4.428 Währungsumrechnungsdifferenzen das Eigenkapital vermindert (Vorjahr: Erhöhung um T€ 1.633). Sie resultieren aus den Tochtergesellschaften, insbesondere Australien wegen Kursänderungen beim Australischen Dollar

Die Bewertung der Cashflow-Hedges führte zu einer Minderung des Eigenkapitals um T€ 357 (Vorjahr: T€ 1.844), aufgrund geringem abgesichertem Einkaufsvolumen in Fremdwährung im Geschäftsjahr 2022/2023. Für die Entwicklung des Konzerneigenkapitals verweisen wir auf das Kapitel 7.5 dieses Berichtes.

Die Lenovo Germany Holding GmbH hält zum 31. März 2023 eine Gesamtzahl von 38.771.480 Aktien (80,08 %) zuzüglich 3.736.970 Aktien (7,72 %) der von der MEDION AG gehaltenen eigenen Aktien, die Lenovo zuzurechnen sind. Somit ist die Lenovo Germany Holding GmbH mehrheitlich an der MEDION AG im Sinne des § 16 AktG beteiligt.

Langfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen (15)

Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben sich die Pensionsrückstellungen wie folgt entwickelt:

Werte in T€ 31.03.2023 31.03.2022
Stand 1. April 13.883 14.651
Finanzierungsaufwand 436 301
laufender Dienstzeitaufwand 289 575
Auflösung der Rückstellung -390 -
Verrechnete Verluste (+)/Gewinne (-) aus Neubewertungen -3.283 -1.644
Stand 31. März 10.935 13.883

Auf Basis von Einzelzusagen gegenüber den aktiven Vorständen, verpflichtet sich MEDION zur Zahlung von Ruhegeld und Hinterbliebenenversorgung nach Maßgabe der nachfolgenden Bestimmungen. Das jeweilige Vorstandsmitglied hat aufgrund einer unverfallbaren Anwartschaft Anspruch auf eine lebenslängliche Pension, wenn es nach Vollendung des 60. bzw 64. Lebensjahres oder infolge dauernder Dienstunfähigkeit und wegen Beendigung des Anstellungsverhältnisses bei MEDION ausscheidet. Das monatliche Ruhegeld beträgt 50% des im Monat vor Beginn des Ruhestandes bezogenen festen Monatsgehaltes (bezogen auf das feste Jahresgehalt).

Die versicherungsmathematischen Gewinne aus Neubewertungen des Geschäftsjahres 2022/2023 ergeben sich aus den Auswirkungen aus der Veränderung des Rechnungszinssatzes (4,15 % p.a.) gegenüber dem Vorjahr (2,22% p.a.) in Höhe von T€ -3.283 (Vorjahr: Gewinne in Höhe von T€ -1.644).

Konzernanhang der MEDION AG | 89 | 8.2 der Bilanz

Der Rechnungszinssatz basiert auf dem vom Gutachterbüro Mercer Deutschland GmbH entwickelten Ersatzzinssatzverfahren. Er entspricht dem zum 31. März 2023 veröffentlichten Rechnungszins von Mercer unter Berücksichtigung der Struktur der Pensionsberechtigten bei der MEDION AG.

Der Berechnung des Barwerts der leistungsorientierten Verpflichtungen (DBO = Defined Benefit Obligation) liegen folgende versicherungsmathematische Annahmen zugrunde:

Werte in % 31.03.2023 31.03.2022
Diskontierungssatz 4,15 2,22
Gehaltstrend 0,00 0,00
Rententrend 2,00 2,00

Bei einer um ein Jahr höheren Lebenserwartung ergäbe sich bei sonst gleichbleibenden Parametern eine um T€ 268 (Vorjahr: T€ 376) höhere Rückstellung. Bei einer um ein Jahr niedrigeren Lebenserwartung ergäbe sich bei sonst gleichbleibenden Parametern eine um T€ 175 (Vorjahr: T€ 236) niedrigere Rückstellung.

Bei einem um 0,5 Prozentpunkte höheren Diskontierungssatz ergäbe sich bei ansonsten unveränderten Parametern eine um T€ 749 (Vorjahr: T€ 1.118) niedrigere Rückstellung. Bei einem um 0,5 Prozentpunkte niedrigeren Diskontierungssatz ergäbe sich bei ansonsten unveränderten Parametern eine um T€ 834 (Vorjahr: T€ 1.262) höhere Rückstellung.

Bei einem um 0,5 Prozentpunkte niedrigeren Rententrend ergäbe sich bei ansonsten unveränderten Parametern eine um T€ 651 (Vorjahr: T€ 953) niedrigere Rückstellung. Bei einem um 0,5 Prozentpunkte höheren Rententrend ergäbe sich bei ansonsten unveränderten Paramentern eine um T€ 714 (Vorjahr: T€ 1.055) höhere Rückstellung.

Zur Bestimmung der Sensitivitätsangaben wurden die Verpflichtungswerte mit demselben Verfahren berechnet, das auch zur Berechnung der Verpflichtung am Bilanzstichtag herangezogen wurde. Wenn mehrere Annahmen gleichzeitig geändert werden, muss der Gesamtbetrag nicht zwingend der Summe der Einzeleffekte aufgrund der Änderung dieser Annahmen entsprechen.

Die Rückstellung berücksichtigt die Ansprüche von zwei aktiven Versorgungsberechtigten, so dass derzeit keine Rentenzahlungen erwartet werden. Die Duration der Verpflichtung beträgt 15,3 Jahre (Vorjahr: 18,0 Jahre). Zum Abschlussstichtag besteht keine Abweichung zwischen der Pensionsrückstellung und dem Barwert der Pensionsverpflichtungen (DBO).

Konzernanhang der MEDION AG | 90 | 8.2 der Bilanz

Der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen (DBO) hat sich wie folgt entwickelt:

Werte in T€ 31.03.2023 31.03.2022 31.03.2021 31.03.2020 31.03.2019
Verpflichtungsbarwert 10.935 13.883 14.651 10.948 11.036

Zusätzliche Belastungen können sich ergeben durch eine höhere Lebenserwartung sowie eine höhere Inflationsrate. Darüber hinaus ergeben sich keine planspezifischen Risiken. Die Zusagen unterliegen dem deutschen Betriebsrentengesetz. Eine Anpassungsprüfung hat grundsätzlich alle 3 Jahre zu erfolgen.

Die Beiträge zur Rentenversicherung belaufen sich für das abgelaufene Geschäftsjahr auf T€ 3.503 (Vorjahr: T€ 3.402).

Kurzfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen (16)

Von den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von T€ 93.837 (Vorjahr: T€ 165.180) waren T€ 91.308 (Vorjahr: T€ 146.638) zum Abschlussstichtag nicht fällig.

(17) Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen im Wesentlichen aus dem Bezug von Servicematerialien. Im Vorjahr bestand noch eine Verpflichtung zur Gewinnabführung in Höhe von € 36,5 Mio. gegenüber der Lenovo Germany Holding GmbH.

(18) Die Steuerverbindlichkeiten entfallen ausschließlich auf die Tochtergesellschaften der MEDION AG (insbesondere MEDION Australien).

(19) Die sonstigen Rückstellungen sind kurzfristiger Natur, soweit nicht anders dargestellt und entwickelten sich wie folgt:

Werte in T€ 01.04.2022 Inanspruch- nahme Auflösung Zuführung Währungskurs- differenzen 31.03.2023
Gewährleistungen 31.459 15.112 3.241 11.127 - 24.233
davon langfristig 11.216 - - - - 7.943
davon kurzfristig 20.243 - - - - 16.289
Lizenzen und Schutzrechte 24.148 1.000 602 1.334 - 23.880
Personal 12.333 10.144 373 31.455 8 33.279
davon Restrukturierungsmaßnahmen - - - 22.464 - 22.464
Rückstellungen für Reklamationen 6.460 3.250 - 4.667 - 7.877
Rückstellungen für Boni 3.202 2.988 - 2.022 - 2.236
Übrige Rückstellungen 5.106 3.931 648 847 -60 1.314
Gesamt 82.708 36.425 4.864 51.452 -52 92.819

Die Rückstellungen für Gewährleistungen werden für zu erwartende Nachbesserungsarbeiten und Gutschriften für die im Markt befindlichen garantiebehafteten Artikel gebildet. Die Garantiezeiträume belaufen sich auf 12 bis 36 Monate. Bei der Berechnung werden Annahmen über die zukünftige Entwicklung der Servicekosten berücksichtigt. Die Rückstellungen werden in den Garantiezeiträumen zu Auszahlungen führen. Die Gewährleistungsrückstellung wird auf Basis von Stückkosten pro Servicefall, der in den Verkehr gebrachten Mengen und der statistisch erfassten Gewährleistungsverläufe verschiedener Produktgruppen individuell ermittelt. MEDION erwartet, dass im folgenden Geschäftsjahr T€ 16.289 (Vorjahr: T€ 20.243) in Anspruch genommen werden.

Konzernanhang der MEDION AG | 91 | 8.2 der Bilanz

Rückstellungen für Lizenzen und Schutzrechte umfassen laufende Verpflichtungen für geltend gemachte Lizenzansprüche und Urheberrechtsabgaben. Die Rückstellungen wurden auf Basis erwarteter Stück- und Lizenzkosten gebildet. Der Zeitpunkt der Mittelabflüsse ist abhängig vom Abschluss der Verhandlungen. Die Auflösung der Rückstellungen für Schutzrechte und Lizenzen in Höhe von T€ 602 steht überwiegend im Zusammenhang mit einer Schätzungsänderung für Lizenzen für weiter zurückliegende Zeiträume bis einschließlich heute und ist im Materialaufwand erfasst.

In den Personalrückstellungen sind ausstehende Belastungen aus Urlaubsverpflichtungen, Tantiemen, Jubiläen, Mehrarbeitsvergütungen und Sonderzahlungen an Vorstand und Mitarbeiter sowie Beiträge zur Berufsgenossenschaft enthalten. Die Rückstellungen werden im Wesentlichen im folgenden Jahr zu Auszahlungen führen. Die Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen - die im Geschäftsjahr 2022/23 beschlossen und kommuniziert wurden - beinhalten die erwarteten Kosten für die Freistellungen und Abfindungen von Mitarbeitern.# Konzernanhang der MEDION AG 92 | 8.2 der Bilanz (20)

Die sonstigen kurz- und langfristigen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

Werte in T€ 31.03.2023 31.03.2022
gesamt davon kurzfristig
Verbindlichkeiten aus dem Verkauf von Forderungen aus Factoring Finanzierung 8.431 8.431
Kreditorische Debitoren 6.164 6.164
Lizenzverpflichtungen 514 514
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten ohne Sicherungsbeziehung - -
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten mit Sicherungsbeziehung 664 664
Summe Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 15.773 15.773
Vertragsverbindlichkeiten 9.811 9.811
Sonstige Steuerverbindlichkeiten 4.422 4.422
Übrige 3.242 1.894
Summe sonstige andere Verbindlichkeiten 17.475 16.127
33.248 31.900

Bei den Verbindlichkeiten aus dem Verkauf von Forderungen aus Factoring Finanzierung handelt es sich um kurzfristige Finanzverbindlichkeiten, die im Rahmen des Factoring-Vertrages revolvierend zurückgezahlt werden. Die sonstigen Steuerverbindlichkeiten beinhalten im Wesentlichen Verbindlichkeiten für Umsatz-, Lohn- und Kirchensteuer. Die Vertragsverbindlichkeiten beinhalten Umsatzabgrenzungen im Rahmen des Mobilfunkgeschäftes in Australien. Vertragsverbindlichkeiten zum 31.03.2022 sind im Geschäftsjahr 2022/2023 in Höhe von T€ 5.295 als Umsatzerlöse erfasst worden.

(21) In den kurz- und langfristigen Verbindlichkeiten sind nachfolgende finanzielle Verbindlichkeiten enthalten. Die Fälligkeitsstrukturen der zukünftigen (undiskontierten) Zins- und Tilgungszahlungen der originären finanziellen Verbindlichkeiten und der derivativen Finanzinstrumente stellen sich wie folgt dar:

Werte in T€ 31.03.2023 31.03.2022
Buchwert Tilgung
Verbindlichkeiten aus dem Verkauf von Forderungen aus Factoring Finanzierung 8.431 8.431
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten 664 664
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 93.837 93.837
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 362 362
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten 6.678 6.678
109.972 109.972

Die finanziellen Verbindlichkeiten sind ausschließlich kurzfristiger Natur und nicht zinstragend. Die Tilgung der entsprechenden Beträge wird innerhalb eines Jahres erfolgen.

Konzernanhang der MEDION AG 94 | 8.2 der Bilanz

(22) Kategorien nach IFRS 9 und Überleitung auf Bilanzposten

Werte in T€ Buchwert fortgeführte Anschaffungskosten/ Nominalwert Hedge Accounting Klassen und Überleitung auf Bilanzposten
Aktiva Wertansatz nach IFRS 9
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 191.918 -
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 135.281 -
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 85.962 -
Sonstige kurz- und langfristige Vermögenswerte Kredite und Forderungen 39.448 -
Derivative finanzielle Vermögenswerte mit Sicherungsbeziehung 7 7
Derivative finanzielle Vermögenswerte ohne Sicherungsbeziehung 1.169 -
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 798 -
454.583 7
Passiva
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 93.837 -
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 362 -
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten mit Sicherungsbeziehung 664 - 664
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten ohne Sicherungsbeziehung - - -
Verbindlichkeiten aus dem Verkauf von Forderungen aus Factoring Finanzierung 8.431 -
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 6.678 -
109.972 0 664

Die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten im Anwendungsbereich von IFRS 7 stimmen mit ihren beizulegenden Werten überein. Die Finanzinstrumente in Höhe von insgesamt T€ 564.555 (Vermögenswerte und Verbindlichkeiten) beinhalten langfristige Beträge in Höhe von T€ 437 und sind somit fast ausschließlich kurzfristig.

Konzernanhang der MEDION AG 95 | 8.2 der Bilanz

Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam Beizulegender Zeitwert Buchwert fortgeführte Anschaffungskosten/ Nominalwert Hedge Accounting Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam Beizulegender Zeitwert
31.03.2023 Wertansatz nach IFRS 9
- - 140.739 - - - -
- - 220.904 - - - -
- - 69.726 - - - -
- - 38.517 - - - -
- 7 1.146 1.169 7 1.146 1.169
- - 1.010 - - 1.010 1.010
- - 880 - - - -
1.176 472.922 470.766 1.146 2.156 2.176
31.03.2022
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen - 165.180 - - - -
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen - 45.357 - - - -
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten mit Sicherungsbeziehung 4 4 664 4 420 420
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten ohne Sicherungsbeziehung - 416 - - 416 416
Verbindlichkeiten aus dem Verkauf von Forderungen aus Factoring Finanzierung - 30.594 - - - -
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten - 5.725 - - - -
4 247.276 246.856 420 836 836

Die Voraussetzungen für eine Saldierung von Finanzinstrumenten nach IAS 32.42 (a) und (b) sind im Konzernabschluss nicht gegeben. Weiterhin bestanden keine durchsetzbaren Netting-Rahmenvereinbarungen.

Konzernanhang der MEDION AG 96 | 8.2 den Posten der Gewinn- und Verlustrechnung und der Bilanz

8.6.3 Konzernanlagenspiegel (23)

Werte in T€ Stand 01.04.2022 Zugänge Abgänge Umbuchung Differenz aus Währungsumrechnung Stand 31.03.2023
Anschaffungskosten
Grundstücke und Bauten 36.087 - - - - 36.087
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 17.226 332 43 96 -34 17.577
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 151 119 69 -96 - 105
Sachanlagen 53.464 451 112 - -34 53.769
Lizenzen 7.880 - - - - 7.880
EDV-Software 40.230 1.106 - - -139 41.197
Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte - 37 - - - 37
Immaterielle Vermögenswerte 48.110 1.143 - - -139 49.114
Geschäfts- oder Firmenwert 516 - - - - 516
Beteiligungen 28 - - - - 28
Finanzanlagen 28 - - - - 28
102.118 1.594 112 - -173 103.427
Werte in T€ Stand 01.04.2021 Zugänge Abgänge Umbuchung Differenz aus Währungsumrechnung Stand 31.03.2022
Anschaffungskosten
Grundstücke und Bauten 35.769 318 - - - 36.087
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 16.753 451 22 - 44 17.226
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 65 86 - - - 151
Sachanlagen 52.587 855 22 - 44 53.464
Lizenzen 7.880 - - - - 7.880
EDV-Software 39.032 1.143 - - 55 40.230
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 109 - 109 - - -
Immaterielle Vermögenswerte 47.021 1.143 109 - 55 48.110
Geschäfts- oder Firmenwert 516 - - - - 516
Beteiligungen 28 - - - - 28
Finanzanlagen 28 - - - - 28
100.152 1.998 131 - 99 102.118
Werte in T€ Stand 01.04.2022 Zugänge Abgänge Differenz aus Währungsumrechnung Stand 31.03.2023 Stand 31.03.2023 Stand 31.03.2022
Abschreibungen und Wertminderungen Buchwerte
Grundstücke und Bauten 11.184 911 - - 12.095 23.992 24.903
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 15.711 445 36 -40 16.080 1.497 1.515
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau - - - - - 105 151
Sachanlagen 26.895 1.356 36 -40 28.175 25.594 26.569
Lizenzen 7.853 3 - - 7.856 24 27
EDV-Software 37.691 2.073 - -98 39.666 1.531 2.539
Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte - - - - - 37 -
Immaterielle Vermögenswerte 45.544 2.076 - -98 47.522 1.592 2.566
Geschäfts- oder Firmenwert 516 - - - 516 - -
Beteiligungen 28 - - - 28 - -
Finanzanlagen 28 - - - 28 - -
72.955 3.432 36 -138 76.213 27.214 29.163
Werte in T€ Stand 01.04.2021 Zugänge Abgänge Differenz aus Währungsumrechnung Stand 31.03.2022 Stand 31.03.2022 Stand 31.03.2021
Abschreibungen Buchwerte
Grundstücke und Bauten 10.280 904 - - 11.184 24.903 25.489
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 15.231 467 10 23 15.711 1.515 1.522
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau - - - - - 151 65
Sachanlagen 25.511 1.371 10 23 26.895 26.569 27.076
Lizenzen 7.847 6 - - 7.853 27 33
EDV-Software 35.959 1.692 - 40 37.691 2.539 3.073
Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte - - - - - - 109
Immaterielle Vermögenswerte 43.806 1.698 - 40 45.544 2.566 3.215
Geschäfts- oder Firmenwert 516 - - - 516 - -
Beteiligungen 28 - - - 28 - -
Finanzanlagen 28 - - - 28 - -
69.833 3.069 10 63 72.955 29.163 30.319

Konzernanhang der MEDION AG 97 | 8.2 den Posten der Gewinn- und Verlustrechnung und der Bilanz

8.7 Ergänzende Angaben

8.7.1 Angaben zur Kapitalflussrechnung

Die Kapitalflussrechnung gemäß IAS 7 zeigt, wie sich Zahlungsmittel und -äquivalente im Konzern im Laufe des Berichtsjahres durch Mittelzu-/Mittelabflüsse verändert haben. Die Kapitalflussrechnung unterscheidet zwischen Mittelveränderungen aus betrieblicher Tätigkeit, Investitions- und Finanzierungstätigkeit. Der Mittelzufluss aus der betrieblichen Tätigkeit ist nach der indirekten Methode ermittelt. Der in der Kapitalflussrechnung betrachtete Finanzmittelfonds umfasst die in der Bilanz ausgewiesenen Zahlungsmittel beziehungsweise -äquivalente in Form von Kassenbestand sowie Guthaben bei Kreditinstituten. T€ 600 dienen als Sicherheitsleistungen für die Zollkasse und sind somit verfügungsbeschränkt. Die Zinserträge sind mit Ausnahme von abgegrenzten Zinserträgen in Höhe von T€ 92 (Vorjahr: T€ 9) im Berichtsjahr zahlungswirksam geworden. Die Zinsaufwendungen sowie die Finanzierungskosten sind mit Ausnahme der abgegrenzten Zinsaufwendungen in Höhe von T€ 10 (Vorjahr: T€ 19), des Zinseffektes aus der Bewertung der Pensionsrückstellung in Höhe von von T€ 436 (Vorjahr: T€ 302) sowie des Zinseffektes aus der Fair Value-Bewertung in Höhe von T€ 160 (Vorjahr: T€ 108) im Berichtsjahr zahlungswirksam geworden.

(24) Die Überleitung der Finanzverbindlichkeiten auf die Cashflows aus Finanzierungstätigkeit gem.# Konzernanhang der MEDION AG 99 | 8.3

IAS 7.44A stellt sich wie folgt dar:

GJ 2022/2023

Werte in T€ Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen Verbindlichkeiten aus Factoring / sonstige Verbindlichkeiten Finanzverbindlichkeiten Gesamt
Stand 01.04.2022 36.544 30.594 5.725 72.863
Veränderung des Cashflows aus der Finanzierungstätigkeit
Nettoeffekt aus Factoring Finanzierung - -22.162 - -22.162
Ergebnisabführung GJ 2021/2022 -36.544 - - -36.544
Gezahlte Zinsen - - -277 -277
Einzahlungen aus Kostenerstattungen i.Z.m. der Finanzierungstätigkeit - 1.157 1.157
Gesamtveränderung des Cashflows aus der Finanzierungstätigkeit -36.544 -22.162 880 -57.826
Sonstige Änderungen
Verlustübernahme 2022/2023 -35.966 - - -35.966
Sonstige übrige Änderungen der Finanzverbindlichkeiten - - 73 73
Gesamtveränderung der sonstigen Änderungen -35.966 - 73 -35.893
Stand 31.03.2023 -35.966 8.431 6.678 -20.856

GJ 2021/2022

Werte in T€ Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen Verbindlichkeiten aus Factoring / sonstige Verbindlichkeiten Finanzverbindlichkeiten Gesamt
Stand 01.04.2021 29.310 64.878 5.224 99.412
Veränderung des Cashflows aus der Finanzierungstätigkeit
Nettoeffekt aus Factoring Finanzierung - -34.284 - -34.284
Ergebnisabführung GJ 2020/2021 -29.310 - - -29.310
Gezahlte Zinsen - - -994 -994
Gesamtveränderung des Cashflows aus der Finanzierungstätigkeit -29.310 -34.284 -994 -64.588
Sonstige Änderungen
Ergebnisabführung GJ 2021/2022 36.544 - - 36.544
Sonstige übrige Änderungen der Finanzverbindlichkeiten - - 1.495 1.495
Gesamtveränderung der sonstigen Änderungen 36.544 - 1.495 38.039
Stand 31.03.2022 36.544 30.594 5.725 72.863

8.7.2 Segmentberichterstattung

Nach IFRS 8 ist über die wirtschaftliche Lage der Segmente nach dem sogenannten Management-Approach zu berichten. Der MEDION-Konzern berichtet gemäß IFRS 8 entsprechend der internen Unternehmenssteuerung nach den Segmenten Projektgeschäft und Direktgeschäft.

Das Segment Projektgeschäft bündelt alle Geschäfte der modernen Consumer Electronics mit den international aufgestellten großen Handelsketten aus den Produktgruppen PC/Multimedia und Unterhaltungselektronik, für die Dienstleistungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette durch MEDION erbracht werden. Dabei handelt es sich um Geschäftsaktivitäten im Rahmen der sogenannten Primary-Sales-Prozesse (von der Produktidee über Auftragsfertigung, Bewerbung und Distribution) bis zum After-Sales-Support (vom Retourenhandling bis zum Gewährleistungsmanagement inkl. Kundenservice und Reparaturen). Beim Projektgeschäft handelt es sich grundsätzlich um sogenanntes Volumengeschäft für physische Produkte, die an international groß aufgestellte Handelsketten verkauft werden.

Das Direktgeschäft beschreibt das Geschäft im Bereich der digitalen Dienstleistungen sowie den (MEDION-eigenen) Online-Handel mit Consumer-Electronics-Produkten, wobei grundsätzlich nur einzelne Elemente entlang der Wertschöpfungskette zur Anwendung kommen. Bei den digitalen Dienstleistungen handelt es sich um Mobilfunkdienstleistungen (MEDIONmobile), um Fotoservicedienstleistungen und um weitere Onlinedienste wie die digitale Distribution von Downloads und digitalen Gutschein-PINs. Naturgemäß ist das Direktgeschäft nicht durch vorlaufende Auftragseingänge gekennzeichnet. Den in diesem Segment ausgewiesenen Aktivitäten im Hardware- sowie im digitalen Bereich ist in der Unternehmenssteuerung gemein, dass MEDION hier Vertriebsaktivitäten zum Endkonsumenten steuert und in der Regel keine physischen oder digitalen Produkte bei Handelskunden zwischengelagert sind.

Neben den steuerungsrelevanten Segmenten weist MEDION unter den Sonstigen Umsätzen Geschäftstätigkeiten aus, die keinem der beiden anderen Segmenten zuzuordnen sind. Im abgelaufenen Geschäftsjahr sowie im Vorjahr betreffen die hier ausgewiesenen Umsätze jedoch ausschließlich die in Vorjahren als eigenständiges Segment ausgewiesenen Konzerndienstleistungen für den Lenovo-Konzern.

Die Segmentberichterstattung erfolgt nach folgenden Grundsätzen: Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, die der Gewinnung der Segmentinformationen zugrunde gelegt wurden, entsprechen den Bilanzierungsregeln des Konzernabschlusses. Konzerninterne Transaktionen zwischen den Segmenten lagen im Berichtsjahr nicht vor. Für die interne Steuerung des MEDION-Konzerns ist der Vorstand der MEDION AG verantwortlich. Das entscheidende Maß für die Ertragskraft der einzelnen Segmente des MEDION-Konzerns sowie für die Erfolgsbeurteilung und die Ressourcenallokation ist das EBIT. Der Segment-Cashflow ermittelt sich auf Basis der jeweiligen Segmentbetriebsergebnisse zuzüglich der Segmentabschreibungen sowie der sonstigen zahlungsunwirksamen Aufwendungen und Erträge. Das Segmentvermögen umfasst die Aktiva, die zur Erwirtschaftung des Betriebsergebnisses des jeweiligen Segments eingesetzt werden. Die Segmentschulden ergeben sich aus dem jeweiligen zugehörigen Fremdkapital. Unter Investitionen werden die Zugänge des laufenden Geschäftsjahres in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte ausgewiesen. Die Erlöse mit externen Kunden nach Regionen sind in den Erläuterungen zu den Umsatzerlösen dargestellt.

Konzernanhang der MEDION AG 100 | 8.3

Projektgeschäft Direktgeschäft Sonstige Überleitung Konzern
Werte in T€ 01.04.2022 - 31.03.2023 01.04.2021 - 31.03.2022 01.04.2022 - 31.03.2023 01.04.2021 - 31.03.2022 01.04.2022 - 31.03.2023 01.04.2021 - 31.03.2022 01.04.2022 - 31.03.2023 01.04.2021 - 31.03.2022 01.04.2022 - 31.03.2023 01.04.2021 - 31.03.2022
Außenumsätze 351.481 521.391 514.279 499.144 10.927 17.978 0 0 876.687 1.038.513
EBIT vor Restrukturierungsaufwendungen -40.768 7.141 30.498 38.913 328 527 0 0 -9.942 46.581
EBIT -58.488 7.141 24.930 38.913 328 527 0 0 -33.230 46.581
Abschreibungen auf Anlagevermögen 840 816 2.592 2.253 0 0 0 0 3.432 3.069
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge -1.035 -353 -2.349 -717 0 0 0 0 -3.384 -1.070
Brutto Cashflow -58.683 7.604 25.173 40.449 328 527 0 0 -33.182 48.580
Segmentvermögen 269.689 379.693 361.784 363.331 8.811 45.942 944 585 641.228 789.551
Segmentschulden 127.253 199.019 71.952 138.289 505 2.553 33.015 25.615 232.725 365.476
Investitionen 473 557 1.121 1.442 0 0 0 0 1.594 1.999

Das Segmentvermögen betrifft mit T€ 31.833 langfristige Vermögenswerte i.S.d. IFRS 8.33 (b) die in Deutschland gelegen sind und T€ 981, die im Ausland gelegen sind.

Gemäß IFRS 8.34 hat MEDION Informationen über den Grad seiner Abhängigkeit von seinen wichtigen Kunden vorzulegen. Im Geschäftsjahr 2022/2023 wurden mit einem Kunden Umsätze im Segment Direktgeschäft realisiert, die mehr als 10 % des Konzernumsatzes ausmachen (T€ 155.996; Vorjahr: T€ 148.220). Im Vorjahr wurden noch mit einem weiteren Kunden in beiden Segmenten Direktgeschäft und Projektgeschäft Umsätze realisiert, die zusammen mehr als zehn Prozent des Konzernumsatzes ausmachten (T€ 126.657).

Die Überleitung der Segmentschulden betrifft im Wesentlichen Steuerverbindlichkeiten in Höhe von T€ 4.422 (Vorjahr: T€ 8.622), Vertragsverbindlichkeiten in Höhe von T€ 9.811 (Vorjahr: T€ 7.862) sowie die kreditorischen Debitoren in Höhe von T€ 6.164 (Vorjahr: T€ 4.040).

Konzernanhang der MEDION AG 101 | 8.3

8.7.3 Ergebnis je Aktie

Das Ergebnis je Aktie ergibt sich aus der Division des den Aktionären der MEDION AG zurechenbaren Konzernergebnisses durch die Anzahl der durchschnittlich im Umlauf befindlichen Aktien. Zurückgekaufte Aktien während einer Periode werden zeitanteilig für den Zeitraum, in dem sie sich im Umlauf befinden, berücksichtigt. Für das Geschäftsjahr 2022/2023 beträgt die durchschnittliche Anzahl an Aktien 44.681.430. In der dargestellten Berichtsperiode gab es keine Verwässerungseffekte, die sich aus potenziellen Stammaktien ergeben.

2022/2023 2021/2022
Gewichteter Durchschnitt der ausgegebenen Aktien 44.681.430 44.681.430
Konzernergebnis (T€) -28.151 31.764
Ergebnis je Aktie (un-/verwässert, in €) -0,63 0,71

8.7.4 Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen beinhalten Mietverträge für Geschäfts- und Lagerräume und sonstige Leasingverhältnisse. Letztere beinhalten PKW, Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie Wartungsverträge. Die künftigen Zahlungsströme stellen sich wie folgt dar:

Werte in T€ ≤ 1 Jahr 1 Jahr < x ≤ 5 Jahre > 5 Jahre
31.03.2023 31.03.2022 31.03.2023
Geschäfts- und Lagerräume 1.045 1.090 287
Sonstige Leasingverhältnisse 410 419 399
1.455 1.509 686

8.7.5 Risikomanagement und Finanzderivate

1. Kreditrisiken

Unter Kreditrisiko wird nach IFRS 7 das Risiko verstanden, dass eine Partei eines Finanzinstruments der anderen Partei einen finanziellen Verlust verursacht, indem sie einer Verpflichtung nicht nachkommt. Im MEDION-Konzern können Kreditrisiken insbesondere in Form von Ausfallrisiken entstehen. Ausfallrisiken können bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entstehen, wenn Kunden nicht in der Lage sind, ihre Verpflichtungen fristgerecht zu begleichen.

Das maximale Ausfallrisiko wird durch den Wert der nicht kreditversicherten Netto-Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von T€ 70.187 (Vorjahr: T€ 117.794) wiedergegeben. Die Reduktion des Risikos erfolgt grundsätzlich durch die Konzentration auf Kunden mit A-Bonität. Kunden, die nicht in diese Kategorien fallen, sind von untergeordneter Bedeutung und werden in der Regel kreditversichert. Für Kundenforderungen, die im Rahmen vom Verkauf von Forderungen aus Factoring Finanzierung veräußert werden, besteht ein maximales Ausfallrisiko von 3 %. Die Fälligkeiten und Überfälligkeiten werden kontinuierlich überwacht und monatlich an den Vorstand gemeldet. Die Risikominderung erfolgt über Einzelwertberichtigungen und Wertberichtigungen auf Portfoliobasis.

Konzernanhang der MEDION AG 102 | 8.3# Konzernanhang der MEDION AG

8.3

MEDION erachtet das Ausfallrisiko von Zahlungsmitteläquivalenten, Forderungen gegen verbundene Unternehmen und den Derivaten mit positivem Marktwert als sehr gering, da die zugrunde liegenden Geschäfte entweder mit dem am Kapitalmarkt als finanzkräftig eingestuften Mutterkonzern Lenovo oder mit Kreditinstituten hoher Bonität abgeschlossen wurden. Das maximale Ausfallrisiko bei den Zahlungsmitteln (T€ 191.918; Vorjahr: T€ 140.739) und den Forderungen gegen verbundene Unternehmen wird durch den Buchwert (T€ 86.007; Vorjahr: T€ 69.726), bei den Derivaten mit positivem Marktwert wiedergegeben (T€ 1.176; Vorjahr: T€ 2.156). Im Geschäftsjahr wurden für diese Posten Wertminderungsaufwendungen in Höhe von T€ 426 erfasst.

2. Liquiditätsrisiken

Das Liquiditätsrisiko beschreibt die Gefahr, Verpflichtungen aus finanziellen Schulden nicht erfüllen zu können. Eine Analyse der Fälligkeiten der finanziellen Verbindlichkeiten ist unter Abschnitt 8.2.2 Ziffer 21 erfolgt.

3. Marktrisiken/Währungsrisiken

Währungsrisiken im Sinne von IFRS 7 entstehen durch Finanzinstrumente, welche in einer von der funktionalen Währung abweichenden Währung denominiert werden und monetärer Art sind. Die folgende Auflistung zeigt die wesentlichen Fremdwährungsposten zum Abschlussstichtag:

31.03.2023 31.03.2022 31.03.2023 31.03.2022 31.03.2023 31.03.2022 31.03.2023 31.03.2022
Werte in T€ USD USD GBP GBP HKD HKD AUD AUD
Zahlungsmittel 11.504 2.025 2.958 2.431 645 1.202 34.745 73.100
Forderungen 11.992 24.239 2.984 2.763 - 111 2.014 2.049
Verbindlichkeiten -42.395 -44.751 -635 -509 -196 -1.088 -23.603 -33.499
Saldo -18.899 -18.487 5.307 4.685 449 225 13.156 41.650

Die zum Abschlussstichtag zur Absicherung von Währungsrisiken abgeschlossenen Devisentermingeschäfte haben ein Nominalvolumen von USD 68,0 Mio. (Vorjahr: USD 131,0 Mio.). Aus der Kursentwicklung resultierten zum Abschlussstichtag negative Marktwerte in Höhe von T€ 664 (Vorjahr: T€ 420), die in den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen wurden, sowie positive Marktwerte in Höhe von T€ 1.176 (Vorjahr: T€ 2.156), die in den sonstigen Vermögenswerten ausgewiesen wurden. Zum 31. März 2023 haben die in das Hedge Accounting einbezogenen Derivate einen Buchwert von T€ -657 (Vorjahr: T€ 1.736), davon wurden T€ -9 (Vorjahr: T€ 521) als effektiver Teil in die Bewertungsrücklage im Eigenkapital und T€ 27 (Vorjahr: T€ 188) als nicht designierter Anteil im Zinsergebnis ausgewiesen. Auf den Teil der Bewertungsrücklage entfallen passive latente Steuern von T€ 3 (Vorjahr: T€ 170). Der erfolgsneutralen Bewertungsrücklage aus den Devisentermingeschäften stehen die Wechselkursanpassungen aus den gesicherten USD-Fremdwährungsverbindlichkeiten der Einkaufsverträge sowie entsprechende, zum Abschlussstichtag noch nicht bilanzwirksam gewordene Währungsgewinne/-verluste aus den zugehörigen schwebenden Einkaufskontrakten gegenüber. Für den gesicherten und nicht gesicherten Teil der Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten wurden insgesamt T€ 678 (Vorjahr: T€ 525) ergebniswirksam erfasst.

Nominal- wert TUSD Markt- wert T€ Nominal- wert TUSD Markt- wert T€
31.03.2023 31.03.2022
Währungsbezogene Geschäfte
Devisentermingeschäfte in USD 42.200 -657 83.000 595
Davon erfolgsneutral im Eigenkapital verrechnet (brutto) - -9 - 521
Zu-/ abzüglich latenter Steuern - 3 - -170
Cashflow-Hedges - -6 - 351
Durchschnittlicher Sicherungskurs 1,0734 1,1235

Das Nominalvolumen der im Cashflow Hedge Accounting designierten USD-Devisentermingeschäfte beträgt zum Stichtag TUSD 42.200 (Vorjahr: TUSD 83.000) und der durchschnittliche EUR/USD Sicherungskurs beträgt 1,0734 (Vorjahr: 1,1235). Die Devisentermingeschäfte werden innerhalb eines Jahres fällig. Der Marktwert wird aus dem Devisenmittelkurs des Abschlussstichtages abgeleitet. Die MEDION AG legt grundsätzlich nur in Euro an bzw. nimmt grundsätzlich nur Gelder in Euro auf. Aus diesem Grund nutzt die MEDION AG Devisenswaps, um Überhänge in Fremdwährungen bis zum nächsten Zeitpunkt, an dem diese Währungen benötigt werden, in Euro zu konvertieren und somit eine Geldanlage oder -aufnahme in diesen Währungen zu vermeiden.

Nominal- wert in Fremdwährung Markt- wert T€ Nominal- wert in Fremdwährung Markt- wert T€
31.03.2023 31.03.2022
SWAP-Geschäfte
SWAPS in TUSD 14.800 27 1.200 4
DTG in TUSD 11.000 1.141 0 0

Für die systematische Darstellung der Marktpreisrisiken, denen der Konzern am Bilanzstichtag ausgesetzt ist, ist eine Sensitivitätsanalyse zu erstellen. Die Sensitivitätsanalyse dient der Ermittlung der Auswirkungen von hypothetischen Änderungen relevanter Risikovariablen auf das Ergebnis und Eigenkapital. Zur Bestimmung der Auswirkungen dieser Risikovariablen auf die Finanzinstrumente sind zum Bilanzstichtag die Effekte hypothetischer Änderungen der Risikovariablen auf den Marktwert und die Zahlungsströme zu ermitteln. MEDION ist vor allem Währungsrisiken ausgesetzt. Wenn die Fremdwährung gegenüber dem Euro zum 31. März 2023 um 10% abgewertet (aufgewertet) gewesen wäre, hätte die Eigenkapitalrücklage für Cashflow-Hedges die folgenden verminderten (-) oder erhöhten (+) Werte gehabt:

31.03.2023 31.03.2022 31.03.2023 31.03.2022 31.03.2023 31.03.2022
Werte in T€ USD USD GBP GBP AUD AUD
Abwertung um 10% -1.544 -4.582 0 0 0 0
Aufwertung um 10% 1.674 5.040 0 0 0 0

Aus der Fremdwährungsumrechnung von Forderungen, Verbindlichkeiten und Zahlungsmitteln in Fremdwährung ergeben sich Risiken auf das Währungsergebnis in der Gewinn- und Verlustrechnung. Wenn die Fremdwährung gegenüber dem Euro zum 31. März 2023 um 10% abgewertet (aufgewertet) gewesen wäre, hätte das Währungsergebnis die folgenden verminderten (-) oder erhöhten (+) Werte gehabt:

31.03.2023 31.03.2022 31.03.2023 31.03.2022 31.03.2023 31.03.2022
Werte in T€ USD USD GBP GBP AUD AUD
Abwertung um 10% 367 -79 -482 -426 -1.196 -3.786
Aufwertung um 10% -403 87 531 469 1.316 4.165

Aus der Verwendung von derivativen Finanzinstrumenten werden keine nachteiligen Einflüsse auf die Finanzlage des Konzerns erwartet. Die Gesellschaft setzt keine Finanzinstrumente zu Handels- oder Spekulationszwecken ein.

4. Marktrisiken / Zinsrisiken

Mit Zinsrisiko wird das Risiko beschrieben, dass der beizulegende Zeitwert oder künftige Cashflows eines Finanzinstruments aufgrund von Änderungen des Marktzinssatzes schwanken. Marktzinsänderungen von originären Finanzinstrumenten mit fester Verzinsung wirken sich nur dann auf das Ergebnis aus, wenn diese zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Soweit vorhandene liquide Mittel als kurzfristige Festgeldanlagen mit fix verhandelten Zinssätzen gehalten werden, unterliegen diese damit keinem Zinsrisiko. Darüber hinaus sind Geldanlagen auch zu Vereinbarungen angelegt, die variable Zinskomponenten enthalten. Zinsänderungsrisiken, insbesondere Zinsminderungsrisiken, sind hierbei jedoch von untergeordneter Bedeutung. Da die Laufzeit eines Projektes maximal 6 Monate beträgt, ist aufgrund dieser kurzen Laufzeit das etwaige Zinsänderungsrisiko nur von marginaler Auswirkung auf das Projektergebnis, weshalb keine Zinssicherung für die Finanzierung des Projektes durchgeführt wird.

5. Marktrisiken / Sonstige Preisrisiken

Als sonstige Preisrisiken im Sinne von IFRS 7 kommen insbesondere Risiken aus Marktpreisänderungen von Aktien sowie handelbaren Rohstoffen infrage. Zum 31. März 2023 hat MEDION keine Bestände an Aktien. Eigene Anteile sind keine Finanzinstrumente in diesem Sinne, da IAS 32.11 ausdrücklich auf Eigenkapitalinstrumente anderer Unternehmen abstellt.

8.7.6 Ereignisse nach dem Abschlussstichtag

Am 03. Mai 2023 um 13:50 Uhr hat die MEDION AG folgende Ad-Hoc Mitteilung veröffentlicht:

MEDION AG: OLG Düsseldorf weist bei der MEDION AG Anträge auf höhere Abfindung und Ausgleichszahlung ab

Bei der MEDION AG besteht seit 2012 ein Unternehmensvertrag mit der Mehrheitsaktionärin Lenovo. Den außenstehenden Aktionären werden dabei € 13,00 als Abfindung und € 0,82 (brutto) als jährlich zu zahlender Ausgleich angeboten. Das OLG Düsseldorf hat in zweiter Instanz die Anträge der außenstehenden Aktionäre auf höhere Abfindung und höheren Ausgleich vollumfänglich abgewiesen. Das OLG Düsseldorf hat eine Rechtsbeschwerde gegen die Entscheidung nicht zugelassen.Die Frist für die Andienung der Aktien endet zwei Monate nach dem Tag, an dem die rechtskräftige Gerichtsentscheidung im Bundesanzeiger bekannt gemacht worden ist. Die Bekanntmachung im Bundesanzeiger erfolgte am 12. Mai 2023.

8.7.7 Nahestehende Unternehmen und Personen

Anteilsbesitz

Nr Name und Sitz Stammkapital zum 31.03.2023 Prozentsatz der Beteiligung Jahres- ergebnis in T€ Ergebnis- Vorjahr in T€
1 Allgemeine Multimedia Service GmbH, Essen EUR 25.000 100,0% 303 339
2 MEDION Service GmbH, Essen EUR 25.000 100,0% 185 192
3 MEDION Shared Services GmbH, Essen EUR 1.500.000 100,0% 291 340
4 MEDION Asia Pacific Ltd., Hongkong, Volksrepublik China HKD 10.000.000 100,0% 127 170
5 MEDION AUSTRALIA PTY LTD., Sydney, Australien AUD 10.000 100,0% 22.393 18.056
6 MEDION AUSTRIA GmbH, Wels, Österreich EUR 50.000 100,0% -76 103
7 MEDION B.V., Panningen, Niederlande EUR 650.000 100,0% 175 410
8 MEDION Elektronika d.o.o., Ljubljana, Slowenien EUR 8.763 100,0% 33 54
9 MEDION ELECTRONICS LIMITED, Swindon, United Kingdom GBP 400.000 100,0% 112 96
10 MEDION FRANCE S.A.R.L., Le Mans, Frankreich EUR 180.000 100,0% 157 73
11 MEDION IBERIA, S.L., Madrid, Spanien EUR 5.000 100,0% 26 33
12 MEDION ITALIA, S.R.L., Mailand, Italien EUR 50.000 100,0% 16 16
13 MEDION NORDIC A/S, Herlev, Dänemark DKK 500.000 100,0% 22 63
14 MEDION SCHWEIZ ELECTRONICS AG, Zürich, Schweiz CHF 600.000 100,0% 117 151
15 MEDION USA Inc., Delaware, USA USD 10.100.000 100,0% -28 11
16 MLAP GmbH, Stuttgart EUR 25.000 100,0% 129 87
17 MEDION Supply Chain Management (Shenzhen) Ltd., Shenzhen, Volksrepublik China RMB 1.000.000 100,0% 10 29
18 MEDION International (Far East) Ltd.

Transactions and balances between consolidated entities are eliminated. There are no significant balances or transactions with non-consolidated affiliated companies (MLAP GmbH, MEDION International (Far East) Ltd., and LIFETEC International Ltd.).

Other Related Companies

In addition to the companies mentioned, members of the Management Board and Supervisory Board ("Key Management Personnel") and their family members, all companies within the Lenovo Group are also considered related companies. The parent company of MEDION AG is Lenovo Germany Holding GmbH, with its registered office in Essen. The ultimate controlling entity is Lenovo Group Limited, with its registered office in Hong Kong. The consolidated financial statements of Lenovo Group Limited are available at the company's registered office or via www.lenovo.com.

Konzernanhang der MEDION AG | 108

Due to the concluded domination and profit transfer agreement between MEDION AG and Lenovo Germany Holding GmbH, the parties have committed to transfer their entire profit, determined in accordance with commercial law, to Lenovo Germany Holding GmbH during the contract period. Losses, on the other hand, are assumed by Lenovo Germany Holding GmbH. This also means that the shareholders of MEDION AG have lost the right to decide on the use of earnings. As compensation for the loss of the dividend claim, the corporate agreement stipulates that Lenovo Germany Holding GmbH is obligated to pay an annual compensatory amount to the minority shareholders of MEDION AG. This compensatory payment is based on a gross profit share of €0.82 per MEDION share for each full fiscal year, less an amount for German corporate tax and solidarity surcharge at the respective tax rates applicable to these taxes for the relevant fiscal year. The tax deduction is only to be made on profits of MEDION AG that are subject to German corporate tax. Thus, the compensatory payment, considering the currently applicable corporate tax burden, amounts to €0.69 per MEDION share.

In the reporting year, the following business relationships existed in accordance with IAS 24 with companies of the Lenovo Group. Contractual agreements are in place.

BUSINESS TRANSACTIONS
COMPANIES OF THE LENOVO GROUP 2022/2023 2021/2022
Lenovo PC Hong Kong Ltd.
Sales by MEDION AG 9,592 15,869
Goods delivered to MEDION AG -12,268 -41,247
Services rendered 2,558 2,490
Services received -3,071 -1,480
Discounts and allowances 5,666 7,638
Claims from damages 524 903
Intercompany loans 77 -80,015
Derivatives Nominal value in TUSD 163,700 441,000
Lenovo (Deutschland) GmbH
Sales by MEDION AG 178 178
Goods delivered to MEDION AG -2,576 -14,636
Services rendered 708 329
Rental 219 145
Other 0 1

Konzernanhang der MEDION AG | 109

BUSINESS TRANSACTIONS
2022/2023 2021/2022
Lenovo Germany Holding GmbH (Parent Company)
Other receivables 3,649 -1,716
Profit transfer agreement 35,966 -36,544
LC Future Center Ltd.
Goods delivered to MEDION AG -148 0
Lenovo Global Technology HK Ltd.
Goods delivered to MEDION AG 7 -41
Lenovo Services B.V.
Sales by MEDION AG 681 764
Lenovo Technology B.V. Vienna
Sales by MEDION AG 0 4
Lenovo Group Beijing
Sales by MEDION AG 0 201
Lenovo Belgium
Sales by MEDION AG 0 4
Lenovo (United States) Inc.
Other receivables 48 83
Lenovo Manufacturing Hungary Kft.
Sales by MEDION AG 0 9
Lenovo Argentina SRL
Sales by MEDION AG 0 2
Lenovo Technology B.V. Warsaw
Sales by MEDION AG 6 0
Motorola Mobility LLC
Other receivables 75 44
Lenovo (Slovakia) s.r.o.
Other receivables 1 0
Lenovo (Australia & New Zealand) Pty Ltd.
Goods delivered to MEDION AG -605 0

Konzernanhang der MEDION AG | 110

RECEIVABLES/LIABILITIES (-) (GROSS)
COMPANIES OF THE LENOVO GROUP 31.03.2023 31.03.2022
Lenovo PC Hong Kong Ltd.
Sales by MEDION AG 1,553 8,122
Goods delivered to MEDION AG -707 -8,580
Services rendered 976 6,530
Services received -1,253 0
Discounts and allowances 2,756 1,849
Claims from damages 96 347
Intercompany loans 30,083 30,005
Derivatives Nominal value in TUSD 31,200 131,000
Lenovo (Deutschland) GmbH
Sales by MEDION AG 53 53
Goods delivered to MEDION AG -46 -1,718
Services rendered 250 167
Rental 59 43

Konzernanhang der MEDION AG | 111

RECEIVABLES/LIABILITIES (-) (GROSS)
31.03.2023 31.03.2022
Lenovo Germany Holding GmbH (Parent Company)
Other receivables 2,604 23,545
Profit transfer agreement 36,011 -36,544
Lenovo Global Technology HK Ltd.
Goods delivered to MEDION AG 0 -6
Lenovo Services B.V.
Sales by MEDION AG 37 920
Lenovo (United States) Inc.
Other receivables 8 83
Lenovo Manufacturing Hungary Kft.
Sales by MEDION AG 0 9
Lenovo Argentina SRL
Sales by MEDION AG 2 2
Motorola Mobility LLC
Other receivables 0 11
Sales by MEDION AG -1 0
Motorola Mobility LLC
Other receivables 1 0

None of the balances are secured. In the fiscal year, an addition to the impairment of Expected Credit Loss for receivables from the Lenovo Group in the amount of T€ 98 (previous year: release of impairment T€ 441) was recognized. Essentially, the expense relates to the intercompany loan to Lenovo PC Hong Kong Ltd. in the amount of T€ 93 (previous year: income from the release of impairment T€ 480). Guarantees were neither granted nor received. In the current and previous year, no expenses for irrecoverable or doubtful receivables were recognized with regard to amounts owed by related companies and individuals. All supply and service relationships are settled at market prices.

Konzernanhang der MEDION AG | 112

Key Management Personnel

BUSINESS TRANSACTIONS
Management Board 2022/2023 2021/2022
Gerd Brachmann
Sales by MEDION AG 11 12
Christian Eigen
Sales by MEDION AG 6 4
RECEIVABLES/LIABILITIES (-) (GROSS)
Management Board 31.03.2023 31.03.2022
Gerd Brachmann
Sales by MEDION AG 0 0
Christian Eigen
Sales by MEDION AG 0 1

The relationships with the Management Board and Supervisory Board relate to remuneration, as well as the purchase of MEDION products by the Management Board, and are presented in the following sections. All supply and service relationships are settled at market prices. In the reporting year, the expenses recognized for short-term services to the Management Board and Supervisory Board were T€ 1,687 and T€ 170 respectively (previous year: T€ 2,031 and T€ 170), and T€ 587 (previous year: T€ 611) for other long-term services. For post-employment benefits, a service period expense of T€ -390 (previous year: T€ 326) for Mr. Brachmann and T€ 289 (previous year: T€ 249) for Mr. Eigen was recognized in the fiscal year.

Management Board

During the reporting period, the following gentlemen were members of the Management Board:

  • Kaufmann Gerd Brachmann, Essen (Chairman of the Management Board, responsible for Sales, Purchasing, Marketing, E-Commerce, Digital Services, Research and Development)
  • Diplom-Ökonom Christian Eigen, Essen (Deputy Chairman of the Management Board, responsible for Finance, IT, Logistics, After-Sales Service, Operations Analytics, Devices & Portfolio, Human Resources and Legal)

Konzernanhang der MEDION AG | 113

The total remuneration of the Management Board members, excluding the change in pension provisions (T€ 937; previous year: T€ 1,840), amounted to a total of T€ 2,496 (previous year: T€ 3,139) in the fiscal year 2022/2023. The present value of the pension provisions for the Management Board is T€ 15,844 (previous year: T€ 14,907). The remuneration report in accordance with § 162 AktG with the individualized remuneration of the Management Board will be published on the company's homepage. As of March 31, 2023, the Management Board held no shares in MEDION AG.

Supervisory Board

During the reporting year, the following gentlemen were members of the company's Supervisory Board:

  • Dr. Rudolf Stützle, Essen (Chairman) (Former Managing Director of Deutsche Bank AG, Global Banking, Frankfurt am Main)
    Mr. Dr. Stützle does not hold mandates in other legally required supervisory boards of domestic companies. Mr. Dr. Stützle holds comparable mandates in the following domestic and foreign business enterprises:

    • Carl Spaeter GmbH, Duisburg (Chairman of the Supervisory Board)
  • Wai Ming Wong (Deputy Chairman), Executive Vice President and Chief Financial Officer, Lenovo Group Ltd., with its registered office in Hong Kong, residing in Discovery Bay, Lantau, Hong Kong, People's Republic of China
    Mr. Wong does not hold positions in legally required supervisory boards of domestic companies or hold comparable mandates in domestic and foreign business enterprises.

  • Francois Bornibus (Member), President EMEA and Senior Vice President, Lenovo Group Ltd., with its registered office in Hong Kong, residing in Rosenheim, Germany
    Mr. Bornibus does not hold positions in legally required supervisory boards of domestic companies or hold comparable mandates in domestic and foreign business enterprises.

Mr. Dr. Rudolf Stützle receives remuneration of T€ 160 (previous year: T€ 160) for his activities in the fiscal year 2022/2023. This amount was paid only to the Chairman of the Supervisory Board, as the other Supervisory Board members are not entitled to remuneration according to the articles of association. Additionally, a lump sum payment of T€ 10 (previous year: T€ 10) was made to the Chairman of the Supervisory Board in accordance with § 11 para. 1 of the articles of association for his travel and office expenses.# Konzernanhang der MEDION AG

8.3 Die Aufsichtsratsmitglieder hielten zum 31. März 2023 unverändert keine Aktien. Der Vergütungsbericht gemäß § 162 AktG mit den individualisierten Bezügen des Aufsichtsrats wird auf der Homepage der Gesellschaft veröffentlicht.

Die Gesamtvergütung des Aufsichtsrats beläuft sich somit im Geschäftsjahr 2022/2023 auf T€ 160 (Vorjahr: T€ 160). Für das Berichtsjahr sind Aufwandsentschädigungen T€ 10 (Vorjahreszeitraum: T€ 10) vereinbart. Die Mitglieder des Aufsichtsrats Wai Ming Wong und Francois Bornibus erhalten satzungsgemäß keine Vergütung, jedoch hat die Gesellschaft die Prämien für eine D&O-Versicherung übernommen.

GJ 2022/2023 Werte in €

Dr. Rudolf Stützle Vorsitzender Wai Ming Wong Stellv. Vorsitzender Francois Bornibus Mitglied Gesamt
Vergütung 160.000 0 0 160.000
Pauschale Reise- und Bürokosten 10.000 0 0 10.000
Gesamtsumme 170.000 0 0 170.000

GJ 2021/2022 Werte in €

Dr. Rudolf Stützle Vorsitzender Wai Ming Wong Stellv. Vorsitzender Gianfranco Lanci Mitglied (01.04.2021-23.11.2021) Francois Bornibus Mitglied (23.11.2021 - 31.03.2022) Gesamt
Vergütung 160.000 0 0 0 160.000
Pauschale Reise- und Bürokosten 10.000 0 0 0 10.000
Gesamtsumme 170.000 0 0 0 170.000

8.7.9 Corporate Governance – Angabe gemäß § 161 AktG

Der Deutsche Corporate Governance Kodex (DCGK) stellt die wesentlichen Empfehlungen zur Leitung und Überwachung deutscher börsennotierter Gesellschaften dar und enthält Standards verantwortungsvoller Unternehmensführung. Mit Veröffentlichung im Bundesanzeiger am 27. Juni 2022 bildet der Kodex in der Fassung vom 28. April 2022 die Grundlage für die zu fassenden Entsprechenserklärungen. Am 24. November 2022 haben Vorstand und Aufsichtsrat die aktualisierte Entsprechenserklärung nach § 161 AktG abgegeben und am 24. November 2022 den Aktionären auf der Website der Gesellschaft dauerhaft zugänglich gemacht. Auch frühere Erklärungen zur Corporate Governance der MEDION AG sind auf der Homepage zugänglich.

https://www.medion.com/investor/die_ag/corporate_governance.php

8.7.10 Vorschlag für die Verwendung des Ergebnisses des Mutterunternehmens

Aufgrund des mit der Lenovo Germany Holding GmbH abgeschlossenen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrages steht bei der MEDION AG kein Ergebnis zur Verfügung. Die Lenovo Germany Holding GmbH wird den in der AG entstandenen Verlust ausgleichen. Die außenstehenden Aktionäre der MEDION AG erhalten am dritten Bankarbeitstag nach dem Tag der Hauptversammlung 2023, die über das Geschäftsjahr 2022/2023 beschließt, die vertraglich festgesetzte Ausgleichszahlung von der Lenovo Germany Holding GmbH. Die Hauptversammlung der MEDION AG findet voraussichtlich am 21. November 2023 statt.

Essen, 05. Juni 2023

Gerd Brachmann Christian Eigen
Vorsitzender des Vorstandes Stellv. Vorsitzender des Vorstandes

¹ Die Angaben in diesem Absatz (Gesamtaussage zur Wirksamkeit des Risikomanagement- und internen Kontrollsystems) wurden gemäß der neuen Anforderungen des Deutschen Corporate Governance Kodex 2022 gemacht. Sie sind als “lageberichtsfremd” einzustufen, da sie über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehen und sind somit kein Bestandteil der inhaltlichen Prüfung durch den Abschlussprüfer.

² Die mit dem Wort „ungeprüft“ gekennzeichneten Abschnitte wurden vom Abschlussprüfer inhaltlich nicht geprüft.

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